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Beiträge zur vergleichenden Morphologie des
Abdomens der Coccinelliden
und
über die Hinterleibsmuskulatur von Cocecinella,
zugleich
ein Versuch die Cocecinelliden anatomisch zu
begründen und natürlich zu gruppiren.
Von
Carl Verhoeff,
Dr. phil., Bonn a.Rh.
Hierzu Tafel I—-VI und 1 Textfigur.
I. Vorbemerkungen.
In meinen „Vergleichenden Untersuchungen über die Abdo-
minalsegmente und Copulationsorgane der männlichen Coleoptera“,
durch welche ich eine orientirende Uebersicht über den Hinter-
leibsbau dieser Tiere zu geben versuchte, wurde bereits besonders
auf die eigentümlichen Verhältnisse hingewiesen, welche bei männ-
lichen Coccinelliden herrschen. Meines Wissens hat früher noch
niemand darauf hingewiesen, wie ich mich überhaupt auf keine
frühere Litteratur beziehen kann.!) Damals musste ich mich auf
zwei Arten und Gattungen beschränken. Ich vermutete aber
gleich, dass das Wichtigste, was ich bei diesen über den Hinterleib
gefunden hatte, auch für die übrigen Familienangehörigen gelten
würde.
Immerhin muss das an einer Reihe von Formen bewiesen
werden und ist überhaupt eine genauere Behandlung dieser inte-
ressanten Familie notwendig, um die Stellung derselben gut
begründen zu können und einen genauen Einblick in die
anatomischen Verhältnisse zu erhalten.
In einer späteren Arbeit soll untersucht werden, wie sich die
beiden Familien der Endomychiden und Erotyliden, welche man
1) Ausgenommen das Werk F. Steins über „die weibl. Geschlechtsorgane
der Käfer“, Berlin 1847.
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. I. H.1. 1
URS IS, /
x + Fu |
ZA Dr. Carl Verhoeff:
sehr viel in die nächste Nähe der Coccinelliden gebracht hat!), in
Wahrheit zu derselben verhalten. —
L.c. hielt ich das in der Figur 105 abgebildete Organ für
einen enorm entwickelten Ductus ejaculatorius. In zwei Artikeln
aber, „über primäre und secundäre Sexualcharaktere der
Insecten, eine Antwort an Dr. K. Escherich“?) und „über den
Copulationsapparat männlicher Coleopteren: Erwiderung
auf die „Bemerkungen“ der Herren OÖ. Schwarz und J. Weise)
auf S. 153 der Deutschen entomol. Zeitschrift 1894“, habe ich schon
bekannt gemacht, dass das in Fig. 105 dargestellte Organ erst noch
den Ductus ejaculatorius enthält, also diesen Terminus nicht
führen kann. Zum Unterschiede von dem bereits als Penis be-
zeichneten Stück nannte ich es seiner Form entsprechend Sipho.
Penis plus Sipho der Coceinelliden hielt ich bisher dem Penis
anderer Coleopteren für homolog. Die Sache verhält sich aber
anders und das werde ich im Weiteren nachweisen. —
Abdominalsegmente und Copulationsorgane sollen hier ähnlich
behandelt werden, wie es |bereits bei Malacodermen *) und Ma-
lachiiden geschah, es sollen aber auch noch andere Organe berück-
sichtist werden.
Ehe ich auf mein eigentliches Thema eingehe, möchte ich
darauf hinweisen, wie sich bei Coceinelliden die beiden Ge-
schlechter äusserlich unterscheiden; ich finde nämlich in der
ganzen mir zugänglichen Litteratur fast nichts über diesen Punkt?):
Einen auffälligeren, für alle Gattungen und Arten geltenden,
äusserlichen Geschlechtsunterschied giebt es allerdings nicht, doch
kann man im Allgemeinen sagen, dass die Männchen ein wenig
kleiner und schlanker sind als die Weibchen. Dieser Unterschied
ist jedoch nicht durchgreifend. Ich habe auch schon bei derselben
!) v. Heiden, Reitter und Weise stellen sie im Catalogus Coleopterorum
Europae etc. wieder: in die Nähe der Oryptophagiden. — Redtenbacher (Fauna
Austriaca 3. Aufl. 1874) vereinigte sogar die Erotyliden mit den Oryptophagiden.
?) Entomolog. Nachrichten 1894, S. 101—109.
®) Deutsche entomolog. Zeitschr. 1895, 16 S. 3. Fig.
*) Vergleichende Morphologie des Abdomens der männlichen und weiblichen
Lampyriden, Canthariden und Malachiiden, 1894, 82 8., 4 Taf., Archiv für
Naturgeschichte.
5) Herr Custos H. J. Kolbe hatte die Freundlichkeit, mich auf eine
Stelle in Lacordraies „Genera des Col&opteres“ Bd. XII von M. F. Chapuis
S. 156 aufmerksam zu machen, wo ausser geringen sexuellen Differenzen an den
Vordertarsen ganz kurz angedeutet wird, dass ‚des Differences sexuelles plus
generales paraissent r&sider dans la configuration des bords posterieurs des deux
derniers arceaux inferieurs de l’abdomen, qui sont simplement tronques chez la
femelle et sinuös chez les mäles.“ — „Du reste, comme nous l’avons dit, les
sexes sont peu distincts et leurs differences n’ont pas &t6 jusqwiei Fobjet
d’observations suivies“
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 3
Art Männchen gefunden, welche grösser waren als Weibchen. —-
Sehen wir uns einige Arten genauer an:
Bei Coceinella septempunctata erkennt man das & sofort durch
eine Grube, welche sich auf der letzten, äusserlich wahrnehmbaren
Ventralplatte befindet. Dem % fehlt dieselbe. Das & von Coce.
ll-punctata hat ein deutlich nach unten herabgekrümmtes Abdo-
minalende, während es beim $ ziemlich horizontal bleibt. Dasselbe
gilt für Coce. bipunctata und 7-punctata. Ich möchte hinzufügen,
dass bei bipunctata die Farbenvarietäten (z. B. die typische Form
und die var. quadrimaculata) in beiden Geschlechtern auftreten,
also nicht etwa eine bestimmte Farbenvarietät einem bestimmten
Geschlechte entspricht.
Bei Cocc. 18-punctata $ sind ebenfalls die 2 letzten, äusserlich
sichtbaren V.!) etwas nach unten gerichtet. Die vorletzte V. ist
breit und seicht eingebuchtet, die letzte querüber eingedrückt.
Beim 2 sind dieselben Platten ziemlich horizontal, flach, die vor-
letzte mit geradem Hinterrande. Bei „Coce.“ 11-notata & ragt
hinter der sonst letzten (6.) der äusserlich sichtbaren V. am Ende
noch die Spur einer 7. vor. Der Hinterrand der 3. letzten
(2. letzten der 2) ist gerade, auch der der 2. letzten. Beim 2 ist
eine solche 7. Platte nicht sichtbar, der Hinterrand der 2. letzten
V. tritt in der Mitte flach bogenförmig vor, die letzte ist ab-
gerundet. —
Leicht sind die Geschlechter von Epilachna argus zu unter-
scheiden. Beim 2 springt die vorletzte V. in der Mitte bogen-
förmig vor, die letzte ist in der Mitte winkelig eingeschnitten.
Beim 8 dagegen ist die vorletzte V. am Hinterrande fast gerade,
nur ganz flach eingebuchtet, die letzte etwas tiefer eingebogen. —
Diese Beispiele genügen. Ich will hinzufügen, dass das beste
äussere Merkmal der SS im Allgemeinen die Herabkrümmung
des Hinterleibsendes ist, wenigstens habe ich mit Hülfe dieses
Merkmales bei Auswahl der Individuen, welche meinem Scalpell
verfielen, nie fehlgegriffen, d.h. hernach bewiesen mir immer die
inneren Geschlechtsteile, dass meine vor der Zerlegung auf Grund
jenes Merkmales gefasste Ansicht über die Art des Geschlechtes
die richtige sei. —
Bei Coceinella quadripunctata ıst das Abdomen in beiden Ge-
schlechtern an der hinteren Bauchseite fast flach, doch fällt auch
hier die Unterscheidung nicht schwer. 2 vorletzte V. hinten
gerade begrenzt oder in der Mitte auch etwas vortretend, letzte
abgerundet und in der Mitte stärker vorspringend (Fig. 37). & vor-
letzte V. hinten breit aber flach ausgebuchtet, letzte in der Mitte
des Hinterrandes winkelig ausgeschnitten (Fig. 11). —
Die meisten der zur Beobachtung chitiniger Organe her-
gestellten Präparate wurden, wie auch früher, nach Behandlung
mit Aetzkali, Wasser und Alcohol in Glycerin conservirt, dem ein
1) V. = Ventral-, D. = Dorsalplatten.
1*
4 Dr. Carl Verhoeft:
wenig 96° Spiritus zugesetzt wurde. Auf diese Weise erhält man
höchst klare Bilder. Präparate von Muskeln, Drüsen etc. wurden,
abgesehen von der Maceration, ähnlich behandelt.
II. Speeieller Teil.
Es dürfte angemessen sein, eine Art herauszugreifen und be-
sonders genau zu erörtern; ich kann mich dann bei andern kürzer
fassen und mehr die Differenzen hervorheben. Gewählt sei:
Coceinella septempunctata.
Der Körper dieses Tieres hat annähernd die Form eines Kugel-
abschnittes. Unten ist er ziemlich flach. Die Elythren bilden nach
aussen bekanntlich die sogenannten Epipleuren, d.h. eine, ausserdem
besonders kräftig entwickelte Randzone schlägt sich faltenartig nach
unten um. Hier bei Coceinella liegt die Epipleure horizontal, in
der Flucht der Bauchebene, durch eine scharfe Kante gegen die
übrige Elythre abgesetzt. Ueber der inneren Kante der Epipleure
findet man eine deutliche Rinne, welche in der Mitte ihres Verlaufes
am tiefsten ist. Diese Rinne bewirkt, dass die Decke sich eng an
die ebenfalls scharfe Seitenkante des Hinterleibes anschliesst. Nach
hinten zu, wo die Epipleure immer schmäler wird und daher auch
jene Rinne schliesslich verschwindet, wird durch einen schimmernden
Haarfilz ein physiologischer Ersatz für sie geboten, sodass auch
hinten Elythren und Abdomen eng an einander schliessen. Zwischen
Elythren und Abdomen befindet sich ein grosser Hohlraum, der
jedoch nach Individuen und Geschlecht in seiner Grösse wechselt.
In diesem Hohlraum, den ich den Alarraum zu nennen vorschlage,
liegen die Alae verborgen und geschützt. Er dient aber weiter
noch dazu die Atmung des Tierchens zu gestatten, denn, wie ich
gleich voranschicken will, die D. des Abdomens sind bedeutend
zarter als die V. und erlauben dadurch eine pumpende Bewegung
der Abdominalsegmente besonders nach oben zum Zwecke der Luft-
aufnahme und Abgabe. In den Alarraum münden auch jederseits
die in der weichen Pleurenhaut gelegenen Stigmen.
Der Alarraum ist ferner für die mit reifenden Eiern erfüllten
Weibchen von Nutzen, indem er die Anschwellung des Abdomens
nach oben gestattet. Es konnte also nur unter Voraussetzung eines
beträchtlichen Alarraumes ein so enger Anschluss der Elythren an
die Abdominalkanten zu Stande kommen, wie er factisch vorliegt.
Nachdem wir die Elythren und Alae abgetrennt haben, sei die
Aufmerksamkeit auf die Region gerichtet, wo Thorax und Abdomen
an einander stossen. Das Metanotum trägt jederseits der Mittelrinne
eine Gruppe langer Haare. Die Gegend der Mittelrinne, welche
man wohl als Metascutellum bezeichnet hat, dient bekanntermaassen
zur Aufnahme der basalen Nahtränderstrecken der Elythren. Das
Metanotum setzt sich hinten durch eine scharfe Kante oder besser
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 5
Falte ungefähr in rechtem Winkel gegen einen lotrechten, unbe-
haarten, glänzenden Querstreifen ab; das ist das Metaphragma.
Leicht beobachtet man in der weichen, am frischen Tiere
fleisch- oder rosafarbenen Pleurenhautgegend jederseits fünf Stigmen.
Das 1. derselben ist das grösste und liegt hinter einem schwarzen
Skelettbalken, welcher in rechtem Winkel geknickt ist. Die Oeffnung
des Winkels ist nach vorne gerichtet. Nach innen steht über dem
Stigma noch ein knötchenartiges Skelettstück. Beide genannten
Teile gehören zum Thorax und zwar, wie ich durch Zerlegung des-
selben festgestellt habe, zum Metaphragma. Sie sind mit diesem
und unter einander eng verbunden. Hinter dem Metaphragma folgt
eine dünne Haut, durch welche ebenfalls der Fettkörper rötlich
durchschimmert; sie ist noch länger!) als das Metaphragmaband
und bildet dorsalwärts die Grenze zwischen Thorax und
Abdomen. Die hinter dieser dünnen Haut liegende, dorsale Wand
des Abdomens zeigt sich äusserlich als aus 8 queren Skelettbändern
oder Dorsalplatten zusammengesetzt, denn es finden sich 7 Falten
und trennende Zwischensegmenthäute zwischen ihnen. Diese 8
Dorsalplatten sind ziemlich glänzend, doch finden wir auf den
hinteren einen Seidenschimmer, der nach hinten zu am stärksten
ist. Jederseits von der D. liegt eine Pleurenhaut, welche vorne
breit ist und nach hinten zu sich immer mehr verschmälert, sodass
sie schon neben der 7. D. fast erloschen ist. Die in ihr gelegenen
Stigmen finden sich jederseits in der Zahl fünf, und es sind durch
diese 5 Stigmenpaare ebenfalls die 5 ersten Abdominalsegmente
angezeigt. Das 5. liegt genau neben der 5. D., das 4. neben der
4.D. u.s.w., auch das grösste, 1. St.?) liegt genau neben der 1.D.,
welche kürzer ist als die folgenden. Dieses St. kann nach dem
Gesagten also wirklich nur zum 1. Abdominalsegmente gehören,
wie ich auch schon für andere Gruppen nachgewiesen habe. Die
St. sind den Seitenteilen der D. rehr genähert als der scharfen
Abdominalkante und liegen dicht oberhalb der Längsfalte, welche
die Pleurenhaut jederseits und in jedem Segmente in zwei Wülstchen
zerlegt. Sie sind deutlich, rund und stechen scharf von der Um-
gebung ab. —
An der Ventralseite des Abdomens fällt sofort auf, dass alle
sichtbaren Platten bedeutend stärker chitinisirt sind als die D., auch
fehlen seitliche Häute; vielmehr greifen die V. über die scharfe
Kante des Abdomens hinaus noch in einem schmalen, umge-
schlagenen Saume auf die Dorsalseite über. Die Grenze zwischen
Thorax und Abdomen ist ventralwärts viel einfacher zu bestimmen
als dorsalwärts, sie ist nämlich gegeben in der Mitte durch den
ausgebuchteten Hinterrand des scharf begrenzten Metasternum,
seitlich durch die Metacoxen und die kleinen Metepimeren. Ver-
gleichen wir Dorsal- und Ventralseite mit einander, so stellt sich
!) Die Länge wird immer in der Richtung der Körperlängsaxe gemeint.
?) St = Stigma.
6 Dr. Carl Verhoeff:
sofort heraus, dass die meisten V. den D. entsprechen, d.h. dass
man durch die die V. trennenden Falten senkrechte Ebenen legen
kann, welche dann auch durch die Zwischenhäute der D. gehen,
ohne dabei irgend welche Platten zu schneiden. Die mittleren
dieser Ebenen stehen auf der Körperlängsaxe durchaus senkrecht,
die mittleren D. liegen also auch genau über den mittleren V.
Etwas anders liegt die Sache an den 3 hinteren, äusserlich sicht-
baren Abdominalsegmenten. Hier sind die D. etwas länger als die
V. und greifen nach hinten etwas über die zugehörigen V. hinweg,
was mit der Einkrümmung des Abdominalendes zusammenhängt,
welche ja bei beiden Geschlechtern vorkommt, aber beim d be-
sonders stark ist. In der Hauptsache liegt aber auch hier Platte
über Platte. Sehr auffallend ist, dass die scheinbar „1.“ V. viel länger
ist als die ihr entsprechende D., welche die 3. ist. Sie nimmt
nämlich den Raum ein, welchen normalerweise die 2. und 3. V.
einnehmen müssten, ist also enorm entwickelt und springt mit
einem sehr kräftigen, breiten, vorn bogenförmig abgerundeten Pro-
cessus abdominalis zwischen die weit von einander abstehenden
Metacoxen ein. Dieser Processus fällt vorne nicht direkt senkrecht
ab, sondern ragt sogar lippenartig vor, indem er in eine grosse,
quere Grube über dem Hinterrande des Metasternums eingreift.
Jederseits macht die (scheinbar 1.) also in Wahrheit 3. V. hinter
dem gebogenen Hinterrande der Metacoxen in situ eine tiefe Ein-
buchtung. Biegt man aber den Hinterleib stark nach oben, so
erblickt man in der Tiefe des zwischen Metacoxen und der 3.V,
sich öffnenden Raumes eine Haut, nämlich die ventrale Ver-
bindungshaut zwischen Thorax und Abdomen. Gleichzeitig aber
sieht man jederseits eine quere Grube, welche eine Hinterwand für
die Metacoxen darstellt, gebildet dadurch, dass ein Teil der 3. V.
jederseits in die Tiefe gerückt ist. Diese Partieen der Hüftgruben
der Metacoxen habe ich schon früher bei Hemipteren und Coleop-
teren besprochen und als Ventralphragma bezeichnet. Das
Ventralphragma ist hier also ein zweiteiliges. Jeder Teil ist durch
eine scharfe Hinterrandskante gegen die äusserlich sichtbare übrige
3. V. abgesetzt.!) Von den Seiten des Processus abdominalis läuft
die bekannte, sogenannte Schenkellinie ab. Auf kleinere Gebilde
vor dem Ventralphragma der 3. V. komme ich später zurück. Jetzt
fällt uns noch eine sehr glänzende, ungefähr viereckige, kissenartige
Platte auf, welche über dem Hinterrande des Metasternum und auf
demselben steht, nach vorne übergeneigt. Sie dient der über der
Lippe des Processus abdominalis gelegenen phragmatischen Partie
der 3. V. als Widerlager, stellt einen Theil eines grösstentheils
endoskelettalen Thorakalgebildes vor, für welches ich bereits den
Namen Furcula posterior (statt Apophyse) vorgeschlagen habe und
Mao ich weiterhin bei der Muskulatur noch genauer besprechen
werde.
1) Ueber die 2. V. vergleiche man das vorletzte Kapitel dieses Abschnittes
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 7
Es kann nun nicht mehr schwer fallen die richtigen Stellen zu
finden, an welchen man den Thorax und das Abdomen mittelst
Nadeln von einander praeparirt. Einige auf solche Weise isolirte
Abdomina macerire man sorgfältig über der Spirituslampe., Nach-
dem die 8. D. von den vorhergehenden abgelöst ist, trennt man die
letzteren entweder durch einen medianen Schnitt auf oder löst sie
durch einen lateralen, durch die Pleurenhaut geführten seitlich ab
und breitet alles übersichtlich aus. Hat man diese D. nach einem
lateralen Schnitte zurückgeklappt, so kann man sie auch auf der
andern Seite abtrennen oder abziehen, wobei St. und Pleurenhaut
mit den D. verbunden bleiben. Man gewinnt dabei auch eine
Uebersicht über die Hauptstämme des abdominalen Tracheensystems.
Jederseits verläuft ein die St. verbindender Hauptstamm. Hat man
ein männliches Thier unter Händen, so erblickt man in der Mitte
über den V. lagernd die Copulationsorgane von ganz enormer Aus-
bildung (Fig. 1). Sie ragen nach vorne bis zu der Höhlung des
Processus abdominalis, also bis in das 2. Abdominalsegment und
nehmen eine asymmetrische Lage ein. Um sie besser überschauen
zu können trenne man das 8. Segment und damit überhaupt das
ganze Abdominalende von den übrigen V. ab. Man zieht dann die
Copulationsorgane mit, da sie durch eine Hautröhre am Abdominal-
ende befestigt sind (Fig. 1). Es lässt sich nun leicht constatiren,
dass die Copulationsorgane zunächst zwei Haupttheile aufweisen,
nämlich ein grosses, gekrümmtes, nach hinten sich verschmälerndes
und vorne in eine grosse Verdickung endigendes Stück, und eine
mehr nach hinten zu gelegene Gruppe von Theilen, zwischen denen
sich, wie ein Versuch lehrt, das erstere Stück vor und rückwärts
bewegen lässt. Das erstere Stück ist dasjenige, welches ich schon
früher als Sipho bezeichnet habe. Es hat im Allgemeinen eine ge-
bogene Hakenform und die Concavität befindet sich stets auf der
rechten Seite (Fig. 1). Daher liegt auch die keulige Anschwellung
am Vorderende stets nach rechts geschoben. Der Versuch lehrt
ferner, dass man den Sipho zwischen den übrigen Theilen des Copu-
lationsapparates nach vorne etwa soweit zurückschieben kann, als
es Fig. 1 zeigt, während die Vorschiebung nach hinten ihre Grenze
in der starken Krümmung und der grossen, vorderen Anschwellung
gesetzt erhält. Ich will schon hier bemerken, dass man bei manchen
Coceinelliden den Sipho ganz nach vorne herausziehen kann,
aber immermuss man dann eine feine Hautröhre zerreissen,
welche ihn an den übrigen Copulationsapparat befestigt
und auf welche ich noch zurückkomme. Hier bei Coce. 7-punc-
tata ist das Herausziehen des Sipho (ohne grössere Gewalt) über-
haupt nicht möglich, weil er an seinem Hinterende wieder breiter
wird. Durch Auseinanderpräpariren des 8. Segmentes erkennt man,
dass in ihm noch mehrere Skelettstücke verborgen liegen. Unter
der etwa mondsichelförmigen 8. D. trifft man dorsalwärts noch zwei
kleinere Platten, die 9. und 10. D. Beide sind, wie die Platten des
8. Segmentes und die übrigen V. sehr kräftig chitinisirt und schwarz
8 Dr. Carl Verhoeff:
pigmentirt, während die viel zarteren 7 ersten D. mehr braun ge-
färbt sind.
Jederseits an der 9. D. befindet sich noch ein brauner Anhang-
lappen. Die Zwischenhäute zwischen den 7. ersten D. sind sehr
deutlich ausgebildet, sodass man diese um eine beträchtliche Strecke
und zwar in ihrer ganzen Breite von einander bewegen kann,
worauf sie alsdann elastisch wieder in ihre alte Faltenlage zurück-
gehen. Nur die 7. D. tritt jederseits in einen kleinen Lappen vor
und an dieser Stelle ist sie nur wenig gegen die 6. D. verschiebbar.
In noch höherem Maasse gilt das für den Anschluss der etwas
mondsichelförmigen 8. D. gegen die 7”. — Ganz anders liegt die
Sache bei den V. Hier sind zwar die 3.—8. V. auch alle gegen
einander beweglich!), aber die Zwischensegmenthäute sind kürzer
ausgebildet als die der Dorsalseite und vor allen Dingen fällt auf,
dass diese Platten jederseits an den Vorder- und Hinterecken am
wenigsten sich von einander entfernen können, dass hier sogar eine
Anheftung an einander besteht, welche an der 8 V. besonders stark
ist, indem deren Vorderecken in schlanke Fortsätze auslaufen.
Zwischen der 3. und 4. V. ist eine deutliche Haut vor-
handen,!) allerdings schwächer als bei den folgenden Segmenten.
An die Fortsätze der 8. V. heften sich übrigens auch die Seiten
der 8. D. an, denn am 8. Segmente werden D. und V., im
Gegensatze zu allen vorhergehenden, nicht durch Pleuren-
haut verbunden, sondern sie heften sich direkt an ein-
ander. Diese Anheftung geschieht für die 8 D. auch an deren
Vorderecken.
Die 9. D. steckt mit der 10. ganz unter der 8. D. und ist mit
ihr durch Haut nur lose verknüpft. Dementsprechend sind die 9.
und 10. D. auch beträchtlich kleiner als die 8. Unter ihnen selbst
ist wieder die C-förmige 9 D. grösser als die quere 10. Beide sind
sehr nahe an einander gedrängt, aber es ist doch eine schmale
Zwischenhaut vorhanden, eine innige Anheftung besteht nicht. Jeder-
seits greift von der 9. D. ein ohrartiger Lappen herab. Auf die
8. V. folgt keine typische Platte mehr. Es liegt in der Haut, welche
von ihr ab ins Körperinnere geht nur ein helles, kleines Rudi-
ment einer Platte, was wir um so mehr als ein solches aus-
sprechen müssen, da sich an dasselbe ein ins Innere des Abdomens
und zwar bis vor die Mitte des 5. Segmentes reichendes,
etwas gekrümmtes, stabförmiges Endoskelettstück anschliesst.
Da das Rudiment nun nur ein Rest der auf die 8. V. folgenden 9. V.
sein kann und ich schon in vielen Fällen bei verschiedenen Gruppen
in recht verschiedenen Stadien der Ausbildung ein von der 9. V.
aus sich bildendes und als Spiculum gastrale bezeichnetes Endo-
skelettstück nachgewiesen habe, so ist es klar, dass wir auch hier
!) Fälschlich behauptet J. Weise in seinen „Bestimmungstabellen“ auf
S. 1, dass ‚die beiden ersten“ Bauchplatten „fest verbunden“ seien. Ebenso
falsch ist es, dass „der Bauch“ aus „5 oder 6 Segmenten“ bestehen soll.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 9
ein solches vorliegen haben. Von einer 10. V. ist nichts zu sehen.
Die Haut, in welcher das Rudiment der 9. V. liegt, setzt sich nach
vorne noch weiter fort und bildet mit einer andern Haut, welche
von oben aus der unter den beiden letzten D. befindlichen After-
region herkommt, eine ins Körperinnere ziehende Genitalröhre,
welche sich an die eingestülpten Copulationsorgane anheftet und den
grössten Theil derselben umgiebt. Was man unter dem Simplex
von den noch nicht erörterten Theilen der Copulationsorgane, welche
den Sipho durch sich hindurchgehen lassen, sehen kann, ist Folgen-
des: Diese Copulationsorgane sind symmetrisch, liegen aber in
situ auch unsymmetrisch, etwas von links vorne nach rechts
hinten verschoben, was mit der Krümmung des Sipho zusammen-
hängt, welche letztere wieder durch den beschränkten Raum im
Innern des Abdomens geboten war.
Man kann an diesen Copulationsorganen wieder vier Haupt-
theile unterscheiden (Fig. 1): a) ein Mittelstück, das in eine vordere
und eine hintere Parthie abgesetzt ist, (Ba. + P.) b) ein Paar be-
weglich und symmetrisch auf dem Mittelstück an der Grenze jener
beiden Parthien seitlich inserirter, am Ende buschiger Griffel (Pa.)
und c) ein unpaares Stück, das auf der Unterseite der vorderen
Parthie des Mittelstückes ebenfalls beweglich inserirt ist und keulige
Gestalt hat. (Tr.).
Da am ganzen Copulationsapparat nur einmal paarige Theile
vorkommen und diese beweglich gleich neben dem Mittelstück liegen,
so können wir in ihnen nur die Parameren erblicken und müssen
das Mittelstück als Penis bezeichnen. — Soweit die Beobachtungen
unter den Simplex. Setzen wir sie nun mikroskopisch fort, wobei
zunächst die Richtigkeit der bisherigen Angaben weiter bestätigt
wird. Wir müssen uns aber noch über andere Einzelheiten unter-
richten:
Der Hinterleib von Coccinella 7-punctata ist überaus reich
an Hautdrüsen. Die sehr deutlichen Hautdrüsenporen erscheinen
als helle, von schwarzem Ringe umgebene Punkte (Fig. 15). Solche
trifft man auf der 1.—7. D. in Menge, sie nehmen aber an Zahl
von der 1. nach der 7. D. noch bedeutend zu und stehen in der
Gegend des Hinterrandes immer am reichsten. Ihre Menge ist auf
der 7. D. ganz gewaltig und dabei liegen sie oft in Häufchen bis
zu fünf Stück an einander gedrängt. Diese zahlreichen Hautdrüsen,
(welche also im Bereiche des Alarraumes liegen), kann ich nur als
Wehrmittel gegen in denselben eindringende Feinde, besonders Milben,
ansehen. Auf den V. sind die Drüsenporen wegen der schwarzen
Pigmentirung meist schwer zu sehen, sind aber auch dort vorhanden,
wenngleich spärlicher, und bevorzugen die Basen der Tastborsten.
Aehnliches gilt für die übrigen Segmentplatten. Während die
Zwischensegmenthäute der Drüsenporen ermangeln, finden sie sich
reichlich auf den Pleurenhäuten zerstreut, hier nur in kleinen Gruppen
bis zu 3, meist einzeln. Ueberaus reichlich sind auch die Häutungs-
10 Dr. Carl Verhoeff:
haare vertreten (Fig. 15), besonders stark und aufs Dichteste an
einander gedrängt auf der 7., 6., 5. und in der Mitte der 4. D.
(cf. Seidenschimmer). Sie fehlen dagegen auf den V. und ebenso
auf den andern schwarzen und stärker chitinisirten Platten, sodass
mich diese und frühere Beobachtungen zu dem Satze drängen: Die
Häutungshaare bevorzugen die schwächer chitinisirten
Abdominalplatten. Es ist ja auch a priori einleuchtend, dass
dünnere und daher mehr zum Ankleben und Haften geneigte Haut-
theile mehr eines lockernden Apparates bedürfen wie dickere, bei
denen Faltungen unmöglich sind. Bei den Zwischenhäuten liegen
die Verhältnisse anders. Sie sollen sich falten und entbehren daher
anch der Häutungshaare, wenigstens in ihrem mittleren Streifen.
Ebenso fehlen dieselben in dem oberen Gebiet der Pleurenhäute, im
unteren stehen sie dagegen dicht gedrängt. Tastborsten fehlen
den 7. ersten D., ‘(sie wären daselbst ja auch nutzlos), finden sich
dagegen reichlich und kräftig ausgebildet, von gelblicher Farbe auf
allen V. und der 8. und 10. D. Auf der nur mit Drüsenporen ver-
sehenen 9. D. fehlen die Tastborsten, da sie zurückgezogen lagert.
Das Spiculum gastrale ist natürlich ein strukturloser Stab,
da es endoskelettales Gebilde ist. Das Rudiment, in welches es
hinten ausläuft, ist reichlich mit Häutungshaaren besetzt und darin
lagert auch jederseits noch eine kräftige Tastborste.
Unter den 5 Stigmen ist das 1. bei weitem das grösste, die vier
andern kommen einander an Grösse ungefähr gleich. An den Tracheen
bemerkt man zwischen den einzelnen spiraligen Ringverdiekungen
der Chitinwand sehr häufig fein auslaufende Enden, woraus hervor
geht, dass der „Spiralfaden“ nicht auf lange Strecken continuirlich
zusammenhängt, sondern dass es sich um viele, kürzere Spiral-
verdickungen handelt. Bisweilen kann man, besonders an Verzwei-
gungsstellen auch ganze, kurze Leistchen bemerken, welche noch
nicht einen Diameter erreichen. Kleine Seitentracheen entspringen
plötzlich in der Tracheenwandung als Ring.
Wenn das 6.—8. Stigma auch erloschen sind, so haben wir
doch sichere Hinweise auf ihren früheren Bestand darin, dass hinter
dem 5. Stigma noch drei büschelartige Verzweigungsstellen
am Haupttracheenlängsrohre auftreten, welche bei den Urahnen
der heutigen Coccinelliden noch zu selbständigen Stigmen gingen.
Aber diese sind samt ihren zugehörigen Verschlussbügeln erloschen.
Ueber eigentliche Stigmenrudimente erfährt man Näheres in einem
der letzten Kapitel dieses Abschnittes.
Die fünf vorhandenen Stigmen sind lippenlos, aber doch nicht
vollkommen einfach, vielmehr ist die Wand der Stigmengrube
ringsum reichlich mit spitzen, schwärzlichen Fortsätzen bekleidet,
welche als stark ausgebildete Häutungshaare zu betrachten sind und
einen, wenn auch unvollkommenen Luftseiapparat vorstellen. Das
eigentliche Stigmenloch wird von einem kräftigen, braunschwarzen
Chitinring, Peritrema gebildet. An denselben schliesst sich nach
innen die kurze Röhre, welche ich als Stigmengrube bezeichne
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 11
Die Wand dieser Grube ist mit den genannten spitzen Haaren be-
setzt. Dieselben entspringen meist vereinzelt, am 1. Stigma da-
gegen sind ihre Basen meist zu mehreren (3—4) in krummen Chitin-
bogen verbunden.
Wir müssen jetzt die macerirten Präparate verlassen und stellen
uns solche von Thieren her, welche gut in Alkohol conservirt wurden.
Man trenne die D. und die Hauptstämme des Tracheensystems von
dem übrigen Körper ab und entferne nach Möglichkeit den Fett-
körper, welcher die Tracheen umhüllt. Alsdann schneide man die
Seiten der D. und die Pleurenhäute ab und zupfe von letzteren das
Haupttracheenrohr mit seinen Verzweigungen herunter. Man er-
kennt leicht, dass eine dunkle Masse sich zwischen das Stigma und
die an dasselbe herangehenden Tracheenäste schiebt. Diese Masse
ist der Tracheenverschlussapparat. Je nach dem Drucke,
welchen wir auf ihn oder auf die anstossenden Tracheenäste aus-
üben, bleibt er mit dem Stigma oder mit den Tracheen verbunden
und es ist auch durchaus nothwendig derartig verschiedene Präparate
herzustellen und zu vergleichen. In einem noch andern Falle suche
man das ganze Stigma aus der Pleurenhaut zu trennen und im Zu-
sammenhang mit Verschlussapparat und Tracheen zu erhalten.
Auch einige Verschlussapparate muss man isolieren und noch weiter
zerzupfen. Hierbei bemerkt man leicht, dass an ihnen zwei Theile,
zwei Chitinlippen betheiligt sind.
Blickt man auf einen Pleurenhautstreifen und die fünf Stigmen,
an welchen die Verschlussapparate noch haften, die Tracheen aber
abpräparirt sind, von innen, so wird constatirt, dass die beiden
Lippen quer zur Körperlängsaxe gerichtet sind. Demgemäss unter-
scheide ich eine Vorderlippe und eine Hinterlippe (Fig. 21).
Beide Skelettstücke sind annähernd muschel- bis nierenförmig, aber
so schwer in ihrer Gestalt genauer zu beschreiben, dass ich auf die
Figuren 20—22 verweisen muss. Der Muskel, durch welchen die
beiden Lippen aneinandergezogen werden, liegt auf der Aussenseite,
ist kurz und klein, aber aus deutlich quergestreiften Fasern bestehend.
Er geht von der äusseren Aussenseite der mehr nach innen gele-
genen Lippe zur äusseren Innenseite der mehr nach aussen gelegenen
Lippe. Am 1. Stigma ist es die Hinterlippe (Fig. 21), welche mehr
nach innen vorragt, an den vier übrigen Stigmen die Vorderlippe
(Fig. 20). Gewöhnlich klaffen die Ränder der etwas schräg zu ein-
ander stehenden, muschelartigen Lippen auseinander. Contrahirt
sich aber der Schliessmuskel, so werden die Ränder an und auf-
einander gedeckt. Dass dadurch eine fast vollständige Verschleusung
des Luftzufuhrweges zu Stande kommt, ist klar!). — An jedem
!) Ich muss aber Kolbe widersprechen, wenn er auf S. 506 seines Werkes:
„Einführung in die Kenntniss der Inseeten“ behauptet, dass für das Insekt
„eine Tracheenathmung ohne Vorkehrungen für den Verschluss unmöglich ist“,
Ich brauche nur an Thysanuren, Myriopoden und Onychophoren zu erinnern,
welche keinen Verschlussapparat besitzen. Im Uebrigen dürfte aber auch bei
12 Dr. Carl Verhoeff:
Stigma bemerkt man einen von aussen heraufsteigenden, kräftigen
und den Schliessmuskel versorgenden, sympathischen Nerv (n). An
die äussere Vorderecke des 1. St. setzt sich noch ein kleiner Muskel
(m 1), welcher zur 2. V. zieht, sich etwas innenwärts von den
Vorderecken anheftet und das ganze Stigma und seinen Verschluss-
apparat nach unten ziehen kann. Ein ebensolcher zu den V. ziehen-
der Muskel findet sich an jedem der 4 folgenden St. — Die kurze
Röhre der Stigmengrube ist aussen, die Haupttracheenanfänge
sind innen an die Peripherie der Schliesslippen angewachsen!).
Die Hinterleibsmuskulatur aller der in dieser Arbeit zu be-
sprechenden Gattungen auseinanderzusetzen, würde zu weit führen,
sie dürfte auch im Ganzen ziemlich übereinstimmend beschaffen sein,
dagegen möchte ich doch auf diejenige der Coccinellen näher
eingehen, weil uns dadurch verschiedene anatomische und ganz be-
sonders die physiologischen Verhältnisse wesentlich klarer werden.
— Bei der Präparation muss der die Muskeln meist verdeckende
Fettkörper sorgfältig entfernt werden.
An den Ventralplatten stösst man auf sehr breite Bündel
von Longitudinalmuskeln (ef. Fig. 11). Dieselben lassen sich am
besten nach den zugehörigen V. nummeriren, sodass z. B. der über
der 4. V. liegende Muskel als Longitudinalmuskel der 4. V. zu be-
zeichnen ist. Es finden sich solche Longitudinalmuskeln auf der 4.,
5., 6. und 7. V. Sie ziehen aber nicht über die ganze Breite der-
selben hinweg sondern beschränken sich auf das mittlere Gebiet,
das zwischen den Stellen liegt, wo die Schenkellinien dem Hinter-
rande der 3. V. am nächsten kommen. Die beiden folgenden Lon-
Insecten ein wirklich hermetischer Verschluss in sehr vielen Fällen ausgeschlossen
sein. E. Voges giebt im Zool. Anzeiger 1882 auf 8.69 ganz kurz an, dass
sich bei Scolopendra und Geophilus Tracheenverschlussmuskeln vorfinden,
nicht aber ein Tracheenverschlussapparat. Bei Scutigera fehlen beide.
1) OÖ. Krancher giebt auf 8.518 in seiner Arbeit über den „Bau der
Stigmen bei Insekten“, Zeitschr. f. w. Zoologie 1881 ein Verzeichniss der von
ihm untersuchten Formen. Darunter befindet sich auch Coceinella 7-punctata.
Vergleicht man aber den speciellen Theil, so stellt sich heraus, dass diese Form
gar nicht behandelt ist!
K. sagt auf S.516 (ähnlich wie Kolbe) „Fehlte der Tracheenverschluss-
apparat, so könnte das Thier überhaupt nicht atmen, und wäre somit unfähig,
zu leben. Ohne T. würde das Thier, wollte es athmen, die Luft, welche in den
Körper eingesogen wird, stets wieder durch die entsprechende Gegenbewegung
ausstossen: „nie würde dieselbe bis zu den feinsten Verästelungen vordringen.“
Das Letztere ist sicher falsch. Luft ist immer in den Tracheen enthalten und
dass ohne Verschlussapparat eine Athmung unmöglich sei, widerlegen schon die
Thysanuren ete. Damit leugne ich durchaus nicht, dass derselbe zur Förderung
einer vermehrten und energischeren Athmung von höchster Bedeutung ist. Man
vergesse aber auch nicht, wie förderlich ein Stigmenverschluss bei stark
vollgepumtem Tracheensystem für die Flugthätigkeit ist! — Hierauf hat auch
O0. Krancher hingewiesen (8.517). }
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coccinelliden. 13
gitudinalmuskel greifen stufenweise etwas weiter nach aussen, sind
aber ungefähr so breit wie der der 4. V. (Es kommen in der Breite
der Muskeln aber auch kleine Differenzen vor). Der Longitudinal-
muskel der 7. V. ist viel schmäler als die vorhergehenden, auch
hat er sich in zweie getheilt, indem eine mittlere Parthie der
7. V. der überlagernden Muskelfasern entbehrt. Der Längsmuskel
der 4. V. setzt sich an deren Vorderrand an. Bei genauer Betrach-
tung der Gegend zwischen der 4. und 5. V., wo also zwei Muskel
sich befestigen, erkennt man, dass die Zwischenhaut faltenartig nach
innen vorspringt. Man constatirt nun, dass das Hinterende des
Längsmuskels der 4. V. sich an die faltenartige Zwischenhaut unter-
halb der Kuppe der Einfaltung ansetzt, dass man aber den Hinter-
rand der 4. V. etwas weiter nach hinten und unten erst bei etwas
tieferer Einstellung des M. wahrnimmt. Das Vorderende des Lon-
gitudinalmuskels der 5. V. befestigt sich dagegen oben gleich hinter
der Kuppe der Zwischenhaut an diese. Es gehen mithin zwei
Muskeln an die Zwischensegmenthaut, von denen der vordere sich
unter, der hintere über der Umbiegungsstelle der Einfaltung an-
setzt, wie das eine Seitenansicht in Fig. 12 veranschaulicht. Ganz
ebenso liegen die Verhältnisse an der Zwischenhaut der 5. und 6. V.
und der der 6. und 7. V.
Die Contractionen dieser Longitudinalmuskeln bewirken eine
stärkere Einziehung der Zwischenhäute und schliesslich An- und
Emporziehen der nachfolgenden Platten und damit des ganzen
Hinterleibes. Ueber der 3. V. fehlen die Longitudinalmuskeln;
dort und im Innern des Processus ventralis lagert reichlich Fettkörper.
Auch über der 8. V. fehlen Längsmuskeln. Sie wären ja auch
überflüssig, da keine an- und aufziehbare Platte mehr nachfolst.
Da die Schenkellinie und die Hinterrandlinie der Ventral-
phragmen keine Näthe sind sondern nur Chitinkäntchen, so ist
es selbstverständlich, dass dort keine Muskeln ansetzen.
In der Haut aber, welche vor den Ventralphragmen liegt und
diese mit dem Metasternum verbindet, lagert jederseits eine feine,
quere, etwas schräg von vorne aussen nach innen hinten ziehende,
strichartige Chitinverdickung, welche einem kräftigen dreitheiligen
Muskel als Ansatzstelle dient. Die mittlere der drei Parthien ist
die breiteste und etwas schräg nach vorne gerichtet, die beiden
äusseren bestehen aus weniger Fasern und divergiren. Alle drei
Parthien dieser Muskeln der basalen Abdominalverbindungshaut aber
setzen sich mit ihrem Vorderende an das ventrale, grosse Endo-
skelettgebilde des Metathorax, das ich schon früher als
Furcala posterior bezeichnet habe. Orientiren wir uns zunächst
an einem macerirten Metathoraxpräparat über dieses Endoskelett-
gebilde (Fig. 24). Ich unterscheide an demselben die Platte (P)
und die Arme (A BW). An den Armen sind ein oberes (A)
und ein unteres Horn (B) zu bemerken. Schon oben erwähnte
ich die Furculaplatte bei der Betrachtung der Abdominalbasis von
unten und aussen, denn sie bildet mit dem grössten Theil ihrer
14 Dr. Carl Voerhoeff:
Hinterfläche ein allerdings versteckt liegendes aber doch zugehöriges
Stück der Körperaussenflächen. Auf der nach innen gelegenen
Vorderfläche trägt die Furculaplatte einen Grat (G), welcher sich
am Oberrande in zwei wulstige Randarme (W) gabelt. Etwas
unterhalb der Gabelung aber sendet der Grat jederseits einen Neben-
grat (G 1) ab, welcher die Seiten der Platte nicht erreicht. Eine
vor dem Ende eines jeden Nebengrades umbiegende, aus den Seiten
kommende und nach der Umbiegung den Nebengraten parallel
laufende Linie (x) begrenzt nach oben die eigentliche Furculaplatte
(P). Die wulstigen Randarme, in welche sich der Grat theilt, be-
grenzen nach oben die Furculaarme und laufen schliesslich in das
kräftige, schwarze, am Ende hakige, obere Horn (A) aus. Zwischen
der Basis des oberen Hornes und der Gabelungsstelle des Grates
steht am Rande noch ein kurzer Vorsprung. Von eben dieser Horn-
basis ziehen sich schräg nach innen zur abgerundeten oberen Platten-
ecke zwei dunkle Schräglinien (y), gleichsam eine Fortsetzung des
oberen Hornes im Furcula-Arm. Von der äusseren Schräglinie ent-
springt nach aussen zu ein etwas gekrümmtes, unteres Horn (B).
Mit der Basis ist die Furcula an den Hinterrand des Metasternum
angeheftet und kann sich gegen dieses bewegen.
Wir kehren nun zu den obigen Bauchhautmuskeln zurück und
verfertigen ein Präparat, in welchem nur die hintere Parthie des
Metasternum, die Furcula posterior und die Basaltheile der abdo-
minalen Ventralseite in Zusammenhang mit ihren Muskeln zu sehen
sind. — Die drei Parthien des Muskels der ventralbasalen Abdo-
minalverbindungshaut erkennt man nun in ihrer Beziehung zur
Hinterseite der Furcula (Fig. 24). Jederseits nämlich heftet sich
die grösste, mittlere Parthie des Muskels (m) an die Schräglinien
des Furculaarmes, die äussere Parthie, welche wesentlich längere
Fasern enthält, verläuft zum Ende des oberen Hornes, die innere
Parthie setzt sich in der Gegend der oberen Aussenecke der Furcula-
platte an.
Die Hinterseite der Furcula besitzt sonst, vom oberen Horne
abgesehen, keine Muskeln. Die Betrachtung der Vorderseite (Fig. 23)
lehrt, dass dort jederseits sechs Muskeln ihre Ansatzstellen finden,
unter denen besonders unten zwei kräftige auffallen, von denen der
eine (m 3) sich an den Grat, der andere (m 2) an das untere Horn
und dessen Basalgegend ansetzt. Diese Muskeln dienen aber zur
Bewegung der Metacoxen, ebenso ein dritter, nicht minder kräftiger
Muskel (m 1), welcher unter dem wulstigen Oberrand des Furcula-
armes der ganzen Länge nach Ansatz findet, bis zu der Basis des
oberen Hornes, wo nach aussen ein kleines Eckchen vortritt.
Die physiologische Bedeutung des dreitheiligen, auf der
Hinterseite der Furcula befestigten Bauchmuskels besteht in der
Anziehung des Abdomens an den Thorax. Sie bewerkstelligen
ferner die Aufhebung des Hinterleibes nach oben. Die
seitlichen Parthien mögen eine kleine seitliche Bewegung verursachen,
doch kann dieselbe bei der starken, gelenkigen Anheftung der Vorder-
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 15
ecken der 2. V. an das Metasternum nur unbedeutend sein, wie
auch ein Versuch lehrt. Alle deprimirten Abdomina bei Insecten
sind überhaupt vorwiegend auf die Bewegung von oben nach unten
und umgekehrt angewiesen.
An dieser Stelle will ich darauf aufmerksam machen, dass das
Vorhandensein und die Breite der besprochenen Furculaplatte in
Beziehung steht zur Ausbildung des Processus ventralis
und der Entfernung der Hinterhüften von einander!). Einer
grossen Furculaplatte entspricht ein grosser Processus ventralis und
umgekehrt.
Ferner sei darauf hingewiesen, dass die Ausbildung der Furcula
posterior von phylogenetischem und systematischem Interesse ist.
Ihre Gestaltung ist für manche Familien ganz charakteristisch,
dagegen nicht verwendbar zur Artunterscheidung!).
Der Vollständigkeit halber will ich auch noch die Bedeutung
der drei andern Muskeln der Furculavorderseite mittheilen.
Jederseits vom mittleren Theile des Metaphragmas erstreckt
sich nämlich nach unten und innen ein länglich-dreieckiger, unten
spitzer Endoskelettflügel, den ich als Metaphragmaflügel be-
zeichne. Er legt sich vor die Vorderseite des oberen Fureulahornes
und beide Theile werden durch jene drei Muskeln fest aber ver-
schiebbar mit einander verbunden (Fig. 25). Auf diese Weise durch-
setzt den Metathorax hinten jederseits eine senkrechte, elastische
Säule. Wie Fig. 25 zeigt, heftet sich der am Ende des oberen
Hornes entspringende Muskel (m) an die innere Concavität des
Metaphragmaflügels, während an die innere Seite des eigentlichen
Flügeldreiecks sich kreuzweise zwei kurze aber sehr breite Muskeln
anheften, von denen der vordere (m 3) zur äusseren Basalhälfte,
der hintere (m 2) zur äusseren Endhälfte des oberen Furculahornes
zieht. Die gesamte Furculamuskulatur besteht, wie auch
alle Abdominalmuskeln, aus grossen Fasern, während die
von der Vorderseite des Metaphragmas entspringenden
Muskeln feinfaserig sind, fibrillär,
Zahlreicher als die basalventralen sind die basaldorsalen Abdo-
minalmuskeln (cf. Fig. 26). Um den Zusammenhang des Thorax
mit dem Abdomen zu erkennen, muss man das Metaphragma und
seine Nebenstücke zugleich mit den vorderen D. und Pleurenhäuten
präpariren. Von der Mitte des grossen, schwarzen, hinten convexen
Mittel- und Hauptstückes des Metaphragma entspringen zwei schmale
Muskeln (m), welche sich zu Seiten der Mediane hinten an der 1.D.
ansetzen. Von der Bucht her, durch welche das Mittelstück des
Metaphragmas gegen die Seitenparthien abgesetzt wird, zieht ein
!) Auf die Entfernung der Hinterhüften von einander haben die Systema-
tiker mit Recht grossen Werth gelegt. Während nun aber eine gleich grosse
Entfernung derselben bei ganz entfernt stehenden Familien vorkommen kann,
ist die Gestaltung der Furcula eine sehr differente, sodass diese in Zukunft in
der Systematik eine bedeutendere Rolle zu spielen hat als die Hüftenentfernung.
16 Dr. Carl Verhoeff:
langer Muskel (m 1) schräg nach hinten und aussen. Er setzt sich
an einem Zwischenhautknoten (k) fest, der zwischen der 1.
und 2. D. liegt und jederseits vorhanden ist. Er lagert den Seiten
der D. näher als der Mediane. Von diesem Zwischenhautknoten
geht ein zweiter Muskel (m 2) schräg nach aussen und vorne zu
dem Anhangknoten (y), welcher sich seitlich am Metaphragma be-
findet. Vom Anhangknoten endlich zieht ein kürzerer und schwächerer
Muskel (m 3) direkt zum seitlichen Vorderrande der 1.D. Mithin
giebt es vier Paare von Muskeln, durch welche eine Verbindung
zwischen 1. D. (und deren hinterliegender Zwischenhaut) einerseits
und Metaphragma andererseits hergestellt wird. Der gewaltige
Muskel, welcher vom mittleren Metaphragmastück sich nach vorne
erstreckt — und zwar zum Mesophragma — ist feinfibrillärer Natur.
Wie nun Fig. 27 zeigt, endigen die Fasern des vom Metaphragma-
anhang zum Zwischenhautknoten ziehenden Muskels (m 1) nicht alle
sondern nur zum kleineren Theile am Knoten selbst, mehrere heften
sich an die Zwischenhaut an und andere sind direkt am Hinterrande
der 1. D. befestigt. Die genannten vier Muskelpaare bewirken ein
Herabziehen des Abdomens, die drei äusseren, bei einseitiger An-
spannung auch eine beschränkte Drehung.
Hinter dem Metaphragmaanhang (Me A Fig. 26) folgt jeder-
seits das 1. grosse Abdominalstigma, nur durch einen sehr schmalen
Hautstreifen von ihm getrennt. Vom Innenrande dieses Stigma
zieht eine feine Verdickungslinie (v) in der Pleurenhaut nach hinten
und biegt ungefähr in der Richtung des Hinterrandes der 2. D.
etwas nach aussen um und endigt dann. Eine ähnliche, aber kürzere
Chitinlinie entspringt aus der Seitenecke der 1. D. und biegt sich
nach vorne gegen den Knoten des Metaphragmaanhangs, sie liegt
also mehr nach innen von der vorigen Chitinlinie. Es entspringen
von ihr wenige Muskelfasern, von denen einige zum Innenrande des
1. Stigma, andere zur 2. V. ziehen. Erstere üben also auf das
1. St. einen Zug nach innen aus, wenn es gleichzeitig von dem
schon oben beschriebenen Aussenmuskel nach unten gezogen wird.
Zahlreichere Muskelfasern (pm) entspringen von der äusseren Chitin-
linie und zwar die hinteren in zwei kleinen Gruppen, die vorderen
vereinzelt. Alle diese kleinen Muskeln ziehen zu den seitlichen
Theilen der 2. V. Auch ein aus wenigen Fasern aufgebauter
Muskel (pm 1), welcher an einer queren, kurzen, in der Pleuren-
haut vor dem 2. St. gelegenen Chitinlinie festsitzt, wendet sich zur
2. V. Die eben genannten Muskeln sind Pleurenhautmuskeln
des 1. und 2. Segmentes. Regelmässiger beschaffen sind sie am
3. und den weiter folgenden, stigmentragenden Segmenten. Am 3.
entspringt ein kleiner Muskel (pm 3) innen und vor dem St. von
der Pleurenhaut, ein etwas grösserer (pm 2) aussen von einer längs-
laufenden, kurzen Chitinlinie und diese ziehen zu den Seiten der
3. V. herab. Ein recht kräftiger Muskel (mx) verbindet auch die
der 2. V. mit derjenigen Stelle des Metaphragmaanhanges, wo sich
die Knickung befindet.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 17
Grössere Muskeln verlaufen an die V.-Seiten von den Seiten
der D. (Seitenmuskeln). Ein solcher (sm) entspringt von der
Vorderecke der 2. und Hinterecke der 1. D., ein zweiter (sm 1)
etwas vor der Hinterecke der 2. D. und ein dritter etwas kleinerer
(sm 2) an der Hinterecke selbst. Regelmässiger sind auch die
grossen Seitenmuskeln an den folgenden Segmenten, indem man dort
am Seitenrande jeder D. zwei sich kreuzende Muskeln be-
merkt (sm Fig. 28), nämlich einen inneren (a), welcher unter der
Mitte des Seitentheiles der Platte schräg nach hinten und unten
und ein anderer (b), welcher von der Gegend der Hinterecke schräg
nach vorne und unten verläuft. Solche sich kreuzende Muskeln
findet man neben der 3., 4., 5. und 6. D. (Fig. 26 und 28).
Es gibt aber noch einen 3. Muskel (c) ausser den beiden sich
kreuzenden, welcher zwischen denselben liest und vom Hinterrande
oder mehr weniger weit vor demselben schräg nach vorne und unten
oder auch gerade nach aussen sich erstreckt. Bei der 3. D. sitzt
er hinten auf der Zwischenhaut und ist schwach (ebenso wie am
6. Segment der schräg nach hinten ziehende Muskel) bei der 4. und
6. D. heftet er sich am Hinterrande an und ist stark. In der
Pleurenhaut findet man auch am 4. und 5. S. zwei kleine Muskeln
(pm), welche von Chitinlinien entspringen und zu den V. herab-
laufen. Neben der 6. D. setzt in der Pleurenhaut ein starker
Muskel an.
Kehren wir jetzt zu den Zwischenhautknoten der 1. und 2.D,
zurück. Die nach vorne abgehenden Muskeln wurden schon er-
örtert. Es laufen aber auch nach hinten zwei Muskeln, welche in
der Gegend des Knotens entspringen. Allerdings setzt direkt an
ihn nur der äussere (Fig. 26), welcher an emen ähnlichen, strich-
artigen Knoten (k 1) zwischen der 2. und 3. D. läuft. Der innere
Muskel (lm 1) zieht schräg nach innen zur Haut zwischen 2. und
3. D. Es bleibt dann eine kurze Strecke unter der 2. D. von
Muskeln frei, während jederseits der Mediane eine Fasergruppe an-
getroffen wird (Im), welche sich insofern von den andern Muskeln
der 2. D. unterscheidet, als sie sich zwar auch hinten an die
Zwischenhaut anheftet, vorne aber an die Platte selbst und zwar
eine Strecke weit vom Vorderrande entfernt. Zwischen ihnen lagern
noch einige schräge Fasern. Diese Muskeln können also eine
Krümmung der Platte selbst bewirken. Erwähnt sei noch, dass unter
dem Zwischenhautknoten (k) quer nach innen ein Sehnenbündel zieht,
dessen Fasern ausserhalb des Knotens an der Zwischenhaut ansitzen
(ef. Fig. 27 «) und einem der Flügelmuskeln des Pericardialseptums
zugehören. Neben diesen Sehnen und ihren Muskeln fallen auch
besonders die grossen Pericardialzellen auf. Aehnliches wiederholt
sich an den folgenden Zwischensegmenthäuten. Die Muskeln des
Pericardialseptums haben also eine intersegmentale Lage. Unter
der 3. D. findet man aussen zunächst einen vom Zwischenknoten
entspringenden, gerade nach hinten gerichteten und auch dort wieder
in einem Knoten auslaufenden Muskel der in der Richtung des ent-
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. I. H.1. 2
id
8 Dr. Carl Verhoeff:
sprechenden Muskels der 2. D. liegt (Fig. 26). Ein kleimer folgt
mehr innen und zieht etwas schräg, dann schliesst sich ein breiter
Muskel an und endlich kommen innen mehr vereinzelte Fasern,
welche mehr und mehr vom Vorderrande weg rücken und mehr
hinter demselben entspringen. Auch hier liegen zwischen ihnen
einige schräge Fasern. Die Muskulatur unter der 4. und 5. D.
ähnelt sehr der unter der 3., nur ist die Vertheilung der Fasern
noch mehr eine zerstreute. Am Hinterrande der 2.,3., 4. und 5.D.
stösst man jederseits vor dem Hinterrande, in der Gegend der
Zwischenhautknoten noch auf einen kurzen, strahlig nach vorne
auslaufenden, über den Hauptlängsmuskeln gelegenen, Zwischenhaut
und vorhergehende Platte mit einander verbindenden Muskel, der
an der 2.D. schräg nach innen und aussen (cf. Fig. 26) an der 3.,
4. und 5. D. vorwiegend schräg nach innen gerichtet ist. Durch
diese Schrägmuskeln können die betreffenden D. stramm gezogen
und damit nach unten ein Druck ausgeübt werden. — Unter der
6. D. (ef. Fig.28) lagert in der Hauptsache die Muskulatur so wie
unter der 5. Nur seitlich, wo die 7. D. in die Lappen (pr)
vorspringt, ist der Longitudinalmuskel verkürzt, indem er sich an
die Spitze der Vorsprünge jener Platte anheftet.
Anders verhält sich die Muskulatur der 7.D. und das z. Th.
in Folge der Fortsatzlappen. Ein breiter Longitudinalmuskel, nur in
der Mitte, wo das Rückengefäss liegt, unterbrochen, heftet sich an
den Vorderrand der 8.D. Aussen aber strahlt ein grosser Schräg-
muskel (m) von der Basis der Lappen nach innen und endet in
einiger Entfernung vom Hinterrande der 7.D. vor demselben. Statt
der drei Seitenmuskeln der vorigen Platten findet sich nur einer,
welcher nach aussen gerichtet ist. An die zugehörige Pleurenhaut
heftet sich auch hier eine kräftige Gruppe von Fasern. In Fig. 11
sieht man wie die beiden zuletzt genannten Muskeln an die Seiten
der 7. V. laufen (sm). An der 8. D. fehlt die Longitudinal-
muskulatur (Fig. 30). Die Verbindung mit den Vorderecken der
unter ihr verborgenen 9. D. geschieht durch ein von den Hörnern
am Vorderende entspringendes Faserbündel (m 1). Vor ldiesem
befindet sich noch ein kleineres (m 2), welches die Fortsatz appen
der 8. D. mit denen der 7. direkt verbindet. Ein viel grö sserer,
schräg nach aussen und vorn gewendeter Muskel (m 3), welcher
seitlich aus der Mitte der 8. D. entspringt, geht ebenfalls zum
Fortsatzlappen der 7. D. Aussen von ihm etwas vertieft vor den
Hinterecken findet ein Seitenmuskel (m) Ansatz, dessen untere
Endisung auf den Seiten der 8. V. man aus Fig. 11 ersieht.
Wenn schon das 8. Segment eine Muskulatur aufwies, welche
von derjenigen der vorhergehenden bedeutend abwich, so treffen wir
bei den beiden letzten Segmenten, entsprechend deren aberranter
Form und dem Fehlen der 9. und 10. V. auf eine Muskelanordnung,
in welcher kaum noch Aehnlichkeiten mit der der mittleren Segmente
aufzufinden sind. Das einzige Muskelpaar, durch welches die 9.D.
sich mit der 8. verbindet (m 2 Fig. 32), wurde schon namhaft
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 19
gemacht. Die halbmondförmige 9. D. umgreift mit ohrartigen Lappen
von den Seiten die kleine 10. D. (cf. Fig. 31 und 32.) Von der
mittleren Spange, wo oben viele Hautdrüsen münden, entpringen
nach innen und hinten jederseits mehrere kräftige Muskelfasern,
(m Fig. 32) die das Ende des Enddarmes flankiren und das Oeffnen
des Anus bewirken (Analmuskeln.). Ein grösserer und längerer
Muskel (m 1) kommt innen vom Ende des grossen Vorderhornes
der 9. D. her und setzt sich auch an den Enddarm aber eine Strecke
weiter nach vorne vor dem Anus. Seine Fasern dringen zwischen
die einzelnen Fasern der starken Ringmuskulatur des Enddarmes.
(Praeanalmuskeln.) Das Rectum selbst. besitzt am Ende einige
besonders kräftige Längsmuskelfasern.
Ein dritter Muskel geht vom Vorderende des Hornes der 9.D.
ab (mg Fig. 31). Er begiebt sich zur Basis der die Copulations-
organe enthaltenden Genitalhaut und bewirkt mit deren Zurück-
ziehung, wenn jene Organe ausgestülpt worden sind. (Genitalhaut-
muskel.) Ein sehr kräftiger Muskel entspringt unten von der
Innenseite der Basalhälfte des Plattenhornes (m Fig. 31) und endet
neben der Seite des Hinterendes des Spiculum gastrale, also auch
neben dem Rudiment der 9. V. in der Haut, welche die Kloake
von unten begrenzt. Durch seine Oontraction wird eine Verkleinerung
der Kloakenöffnung und ein Druck auf die Copulationsorgane von
unten ausgeübt (Spicularflügelmuskeln). Die Bewegung der 10.D.
nach oben bewirken einige unter dem mittleren Theile des Hinter-
randes der 9. D. befestigte Muskelfasern (Fig. 32). Viel stärker
ist ein Muskel (m1 Fig. 31), der die 10. D. anzieht und nach unten
bewegt zum Schlusse der Kloake (Attractionsmuskeln). Er nimmt
seinen Ursprung jederseits fast auf der halben Fläche der Innen-
seite der 9. D. und zwar im Innern des Hornfortsatzes. Von letzterem
entspringen also im Ganzen fünf Muskelbündel. —
Die Copulationsorgane sollen jetzt einer mikroskopischen
Betrachtung an macerirten Präparaten unterzogen werden:
Der Ductus ejaculatorius tritt von rechts her als ein dünnes,
zartes, hyalines Röhrchen in den vorderen, klumpigen Theil des
Sipho, den ich als Siphonalkapsel bezeichne (cf. Fig 1, 7 u. 10).
Diese Siphonalkapsel ist in ihrer rechten Hälfte braunschwarz pig-
mentirt, wird aber nach links zu im Allgemeinen mehr und mehr
gelbbraun, während der eigentliche Sipho selbst schön chitingelb
gefärbt erscheint. Er ist daher ziemlich durchsichtig und man kann
in ihm den Ductus ejac. an den meisten Stellen seines Verlaufes
als feines Rohr verfolgen. Von der Stelle. wo der Sipho in die
Siphonalkapsel übergeht, bis fast zu seinem Hinterende verschmälert
er sich nicht gleichmässig, sondern hinter der Stelle der stärksten
Krümmung tritt noch einmal eine allmälige schwache Verdickung
ein, bis er sich dann gegen das Ende abermals langsam verschmälert.
Kurz vor dem Ende aber erfährt der Sipho dadurch, dass er sich
an den Seiten in zwei nach rechts gelagerte Säcke ausstülpt, eine
starke Erweiterung. Diese beiden Säcke sind siphonale Praepu-
9%
230 Dr. Carl Verhoeff:
tialsäcke (Fig. 18 und 19), welche den sonst am Penis vorkom-
menden Praeputialsackbildungen durchaus nicht homolog sind, sie
entsprechen ihnen aber physiologisch und auch in verschiedenen
Details ihres Baues. Um solche bequem zur Ansicht zu bekommen,
muss man sie mit dem Ende des Sipho abschneiden; nur dann kann
man sie übersichtlich ausbreiten. (cf. Fig. 18 und 19.) An der
Siphonalkapsel hat man einen Aussen- und einen Innenteil zu
unterscheiden. Im Bereich des Aussenteils tritt wie schon erwähnt
der Ductus ejac. ein. Der Innenteil, von dessen Vorderseite der
eigentliche Sipho anhebt, springt in Form eines nach vorn und
innen gebogenen Lappens in die concave Bucht des Sipho vor; ich
nenne ihn den Buchtlappen. (Bl. Fig. 1 etc.) Vor diesem und
ihm gegenüber sitzt nun in der Nähe der Basis des Sipho ein
kleines, dunkles Knötchen (no Fig. 7). Rechts unmittelbar neben
diesem Knötchen mündet in den Sipho dessen Haupttrachee,
welche man durch die ganze Länge desselben verfolgen kann. Vor
dem Ende verzweigt sie sich, tritt jederseits in den Praeputialsack
ein und löst sich dort in weitere feine Zweiglein auf. Die siphonalen
Präputialsäcke sind ihrer morphologischen Natur nach Ausstülpungen
der Siphowandung und sie werden, wie die Präputialsäcke welche
am Penis vorkommen, durch Blutdruck gefüllt und prall gemacht,
daher man in ihnen auch Zellen der Leibesflüssigkeit (b Fig. 19)
an nicht macerirten Präparaten beobachten kann. Ausser den paarigen
Präputialsäcken ist nun noch ein unpaarer siphonaler Prä-
putialsack vorhanden. (Fig. 18 und 19 s Pr u.) Er besitzt im
Gegensatz zu den paarigen einen ziemlich reichen Besatz von
Stachelchen und wird durch zwei kleine Bälkchen (S) gestützt. In
seinem Bereich mündet auch der Ductus ejaculatorius. Die paarigen
Säcke zeigen eine dichte papillöse Mosaikstrucktur (Fig. 17). Feine
Drüsenporen finden sich zerstreut in der Endhälfte des Sipho; im
Uebrigen ist dieser strukturlos oder doch nur äusserst fein gestrichelt.
An der Stelle. wo die paarigen Präputialsäcke entspringen, geht
vom Siphoende an der concaven also rechten Seite eine Gräte
(g Fig. 18) nach vorne ab, welche die Säcke stützt und scheidet.
Indem der Sipho von den übrigen Copulationsorganen getrennt wird,
bemerkt man, dass er durch eine röhrenförmige Haut mit dem
Innern des schon oben als Penis anerkannten, unpaaren Mittelstückes
zusammenhängt. Diese Haut, welche mit vielen, äusserst feinen,
kammartigen Stachelchen besetzt ist, heftet sich an den Sipho
kurz hinter der Stelle an, wo das dunkle Knötchen in der Krümmung
steht, also wenig hinter der Basis des Sipho (xy Fig. 7). Damit
ist auch gesagt, dass der Sipho ein Exoskelettstück, die
SiphonalkapseleinEndoskelettstück ist. Da nun die röhren-
förmige Haut das Innere des Penis durchzieht, so können wir sie
nur dem Präputialsack anderer Coleopteren homolog
setzen, wenn wir bedenken, dass der Sipho als ein besonderes
Gebilde von derjenigen Stelle des Samenausfuhrweges
seine Entstehung nach aussen nahm und die Siphonalkapsel
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 21
nach innen, wo Präputialsack und Ductus ejaculatorius
an einander stossen. Ich muss daher auch den Penis der
.‚Coccinelliden dem anderer Coleopteren als durchaus ho-
molog bezeichnen, der Sipho ist eine Neubildung. (cf. Vor-
bemerkungen.) Die röhrenförmige Haut, welche den Sipho
mit dem Penis verbindet, nenne ich die Siphonalhaut.
Betrachten wir nun die übrigen Copulationsorgane nach Ent-
fernung des Sipho. Der Penis ist chitingelb im hinteren, dunkler
im vorderen Teile pigmentirt, die Parameren ebenfalls dunkelbraun,
Von oben (rechts) gesehen bemerkt man zwischen dem vorderen
und hinteren Theil des Penis jederseits eine dunkle Nahtlinie. Von
unten (links) gesehen sind beide noch schärfer getrennt, indem
seitlich sogar ein kleiner, häutiger Zwischenstreifen vorhanden ist.
Da diese Grenze existirt und der vordere Theil in zwei muschel-
artige, innen concave Hälften geteilt ist, welche sich in der Mediane
unten nur in einem schmalen Bande am Hinterende, oben ebenfalls
nur in kurzer Naht in der Mediane berühren, da ferner auf jeder
Hälfte des Vordertheiles, hinten und aussen in einer Gelenkgrube,
als Anhang der Parameros aufsitzt und dieser letztere (wie noch
weiterhin erwähnt werden wird) durch einen an der Innenfläche
der Hälften des Vordertheiles ausgebreiteten Muskel bewegt wird,
so ergiebt sich, dass die vorläufig als Vordertheil des Penis bezeich-
neten beiden Stücke gar nicht zum Penis gehören, sondern die
Basalplatten der Parameren, d. h. die Grundglieder der
Genitalanhänge, (Gonapophysen) sind. — Bei anderen Formen
wird das noch bedeutend klarer werden.
Als Penis ist demnach nur das hintere, chitingelbe Skelett-
stück zu betrachten. Von seiner vorderen, breiten Basis an ver-
schmälert er sich allmählich nach hinten, sodass er von oben ge-
sehen etwa die Form eines Zuckerhutes aufweist. Sein Ende ist
abgerundet. Auf der ganzen Oberfläche, mit Ausnahme der Basis,
finden sich reichlich feine Drüsenporen zerstreut. Im Uebrigen ist
die Oberseite einfach beschaffen. Ganz anders sieht es auf der
Unterseite aus. In der Tiefe bemerkt man als eine längliche Oeffnung
(a Fig. 2) die Mündung der Siphonalhautröhre, durch welche der
Sipho seinen Weg nimmt. Die Spitze des Penis ist etwas knoten-
artig verdickt und von ihr zieht eine Kante jederseits nach vorne.
Diese Kanten nähern sich zunächst (cf. Fig. 2) — und hier münden
einige Hautdrüsenporen — dann biegen sie stark auseinander und
nähern sich als hohe Kanten den Seitenrändern. Diese Kanten sind
aber nur untere Falten des Penis, welche dadurch gebildet werden,
dass sich unter ihnen die Wandung des Penis in Gestalt einer
bogenförmig begrenzten Tasche einstülpte. Innerhalb von diesen Ein-
stülpungen und vor der Penisspitze lagert jederseits ein längliches,
hyalines Blättchen, das innen auf seiner Endhälfte eine scharfe, an-
nähernd parallele Streifung aufweist (cf. Fig.7 1.1). Aussen trägt
es auf einem länglichen Felde spitze Häutungshaare und geht danr
22 Dr. Carl Verhoeff:
in die genannte Kante über. Am Hinterende ist es ausgebuchtet
und springt innen etwas vor.
Beide Blättchen, welche ich als Lamina e laterales bezeichne, .
greifen mit ihren Innenrändern über einander und flan-
kiren den Sipho. Vor den Laminae laterales springt der Penis
unten jederseits nach innen in einem Fortsatz vor und diese Fort-
sätze vereinigen sich zu einer Querbrücke, (cf. Fig. 2) mit
welcher seitlich aber auch die Basalplatten verknüpft sind. Vorn
zeigt die Querbrücke eine kleine Ausbuchtung. In diese greift die
dreieckige Spitze des balkenartigen Skelettstückes, verbindet sich
mit ihr häutig und so kann dasselbe sich gegen die Querbrücke
gelenkig drehen.
Das unpaare, balkenartige Skelettstück, das ich kurz als Balken
oder Trabes bezeichne, ist hinten stielartig verschmälert, vorne
keulenartig verdickt und abgesehen von einer Strichelung, welche
durch die Chitinschichtung entsteht, strukturlos, theils hell- — theils
dunkelbraun pigmentirt. Trabes und Penis sind ungefähr gleich
lang. — Die fingerförmigen Parameren flankiren den Penis und
reichen ungefähr bis zu seinem Ende. Von der Basis ab ver-
schmälern sie sich anfangs ein wenig, schwellen aber wieder keulen-
artig an und sind am Ende abgerundet. Ihre Endhälfte und be-
sonders die Innenfläche ist sehr reichlich mit ausserordentlich
langen, gelben Tastborsten besetzt, sodass ein kräftiger Büschel
entsteht. Zwischen den Basen der Tastborsten finden sich auch
nicht wenige Drüsenporen.
Innen sind die Parameren an der Basis durch Haut mit de
Flanken des Penis verbunden, im Uebrigen aber mit den Basal-
platten, sodass sie auf deren Hinterecke gelenkig aufsitzen. Innen
verbindet sie mit der Basalplatte ein Chitinband, aussen geht eine
Sehne ab (s Fig. 2), welche in viele feinste Chitinfasern ausstrahlt.
Die Basalplatten verschmälern sich von hinten nach vorn, sind
vorne abgerundet und im Ganzen strukturlos.. Nur in dem inneren
Winkel neben dem. Paramerengelenk stehen wenige Hautdrüsen.
Eine Bahn zahlreicher Hautdrüsen dagegen zieht sich auf den
Parameren selbst vom inneren Gelenkwinkel schräg nach aussen zu.
Als Genitalhaut bezeichne ich diejenige grosse Hautröhre,
welche die im Innern des Abdomens gelegenen Copulationsorgane
mit derjenigen Haut verbindet, welche oben von den Seiten der
letzten D. und dem After, unten von der Stelle, wo das Rudiment
der 9. V. liegt, herkommt. Diese Genitalhaut ist zusammen mit
den Copulationsorganen aus- und einstülpbar und kommt bei allen
Coleopteren vor. Sie ist bei den Coccinelliden besonders stark ent-
wickelt. Da sie ihre Anheftung am Vorderrande der Basalplatten
findet (Fig. 1 und 7), so zieht sie sich deren Gestalt gemäss unten
am Innenrande entlang und heftet sich auch an die Querspange
hinten am Penis, oben breitet sie sich zwischen den beiden Basal-
platten aus und verbindet sie. Aus dem Gesagten ist abzuleiten,
dass Parameren, Basalplatten und Penis Exoskelettstücke
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 23
sind, die Trabes dagegen ein Endoskelettstück. Das schliesst
natürlich nicht aus, dass alle diese Theile in situ im Körper
geborgen sind durch Einstülpung. Die Genitalhaut ist hell
glasig, strukturlos, nur hier und da mit winzigen Tüpfchen bedeckt.
Es erübrigt noch die Copulationsorgane nach nicht macerirten
Präparaten zu untersuchen und dabei besonders die Muskulatur
kennen zu lernen. Nachdem wir uns überzeugt, dass durch die
Maceration an allen chitinösen Theilen keine morphologische Ver-
änderung hervorgerufen wird, muss der Ductus ejac. nochmals ge-
nauer betrachtet werden. Während an macerirten Präparaten fest-
gestellt wird, dass die chitinige Intima desselben, soweit sie aus
der Siphonalkapsel herausragt, etwa halb so lang ist als Sipho und
Siphonalkapsel zusammen, muss an den nicht macerirten Präparaten
auffallen, dass der ganze Ductus ejaculatorius, von der Verzweigungs-
resp. Einmündungsstelle der Vasa deferentia bis zur Siphonalkapsel,
ungefähr dreimal so lang ist als die mit Intima versehene Strecke.
An der Stelle, wo die Vasa deferentia sich zum Ductus ejae.
vereinigen, münden auch zwei lange schlauchförmige Drüsen
ein, deren Lumen grösstentheils in rundliche Kammern ein-
geschnürt ist. Diese Kammern enthalten ein gelbliches Secret.
Von seiner Entstehungsstelle an macht der Ductus ejacul. fünf
Windungen bei ziemlich gleichbleibender Dicke. Dann folgt eine
über ein Millimeter lange Strecke mit einmaliger Krümmung, auf
welcher er 1!/;—2mal dicker ist als zuvor und mit besonders kräf-
tiger Ringmuskulatur ausgestattet (Fig. 10 m). Diese Strecke ist
als Vesica seminalis anzusehen. Hinter ihr verschmälert sich
der D. ej. so stark, dass er beim Eintritt in die Siphonalkapsel
nur noch ?/, der Breite seines anfänglichen Ganges ausmacht. Die
Chitinintima ist auch an der Stelle am stärksten ausgebildet, welche
als Vesica seminalis funktionirt; vor derselben, d. h. der Einmündungs-
stelle der Vasa def. zu, hört sie sehr bald auf und wird so fein,
dass man keine scharfe Grenze feststellen kann. Von den gelblichen
Hoden gehen die Vasa deferentia in zahlreichen, kurzen und
eng verknäuelten Windungen zu ihrer Vereinigungsstelle. Der untere
Hoden liegt unter, der obere hinter der Siphonalkrümmung, sodass
also der rechte mehr nach hinten liegt als der linke.
Am Copulationsapparat haben wir folgende Muskeln zu
unterscheiden:
A. die Kapselmuskeln (Contractoren),
B. die Trabesmuskeln (Contractoren),
C. die Paramerenmuskeln (Compressoren),
D. die Spicularmuskeln (Retractoren).
Die Kapselmuskeln fallen ganz besonders in die Augen (Fig. 7).
Es sind zwei Paare breiter, sich kreuzender Bänder. Die vorderen
Kapselmuskeln (km) entspringen zu Seiten des oben geschilderten
Buchtlappens des Innentheiles der Siphonalkapsel und laufen
an die Innenseiten der unteren Seitenränder der Basalplatten, sie
ziehen also von vorne rechts nach hinten links. Die hinteren
24 Dr. Carl Verhoeff:
Kapselmuskeln (km 1) kommen von den Seiten des Aussen-
theiles der Siphonalkapsel und ziehen nach derjenigen Stelle der
Siphonalhaut, welche sich unmittelbar vor den Basalplatten befindet,
also quer von rechts nach links herüber.
Durch Contraction dieser beiden Paare von Kapselmuskeln wird
eine Annäherung sowohl des Sipho als auch der übrigen Copulations-
organe an die Siphonalkapsel bewirkt. Während nun letztere dem
Zuge der vorderen Kapselmuskeln nach vorne leicht nachgehen
können, setzt der Sipho, in Folge seiner Elastieität und weil er
mit der Kapsel aus einem Gusse besteht, der Attraction der hinteren
Kapselmuskeln an die Kapsel einen Widerstand entgegen. Er wird
überdies nicht zurück-, sondern nur angezogen, er dreht sich um
die Stelle der stärksten Krümmung von links nach rechts.
Zugleich aber verursacht die Contraction der vorderen Siphonal-
kapselmuskeln und die dadurch bewirkte Annäherung von Parameren
und Penis an die Kapsel ein Verschieben des Sipho gegen
dieselben, in der Weise, dass er mit seinem Ende aus dem
Copulationsapparat hervorgestossen wird. Ausdehnung
und Zusammenziehung der Kapselmuskeln verursachen also
die Hin- und Herbewegung des Sipho innerhalb der übrigen
Begattungsorgane in Verbindung mit dessen eigener Elastieität.
Dass die Trabes sich hinten an die Querspange befestigt,
welche vor dem Penis liest und gegen dieselbe gedreht werden
kann, wurde schon oben erwähnt. Ihre Verbindung mit der Siphonal-
kapsel geschieht durch die Trabesmuskeln. Derselben sind zwei
vorhanden. Der vordere (m Fig. 9) verbindet das Trabesende
mit der Innenfläche des Buchtlappens und des Innentheiles der
Kapsel, der hintere (m 1 Fig. 9 und im Fig. 7) zieht von der
Hinterseite der Trabes zur Innenfläche des Aussentheiles der Kapsel.
Auch diese Muskeln bewirken eine Annäherung der Copulations-
organe an die Siphonalkapsel. |
Schon oben beschrieb ich eine aussen am Gelenk der Parameren-
endtheile befindliche, zu den Basalplatten ziehende Chitinsehne
(s Fig. 2). Diese gehört zu dem Paramerenmuskel (m Fig. 8),
welcher aussen vom Paramerenendtheilgelenk entspringt und an
der inneren Fläche der Basalplatte stark ausstrahlt. Er bewirkt
eine Bewegung der fingerförmigen Paramerenendtheile nach innen.
Lässt der Muskel nach, so kehren die Parameren in Folge des
elastischen Bandes an der Innenbasis von selbst wieder in ihre alte
Lage zurück.
Die Spicularmuskeln sind alle unpaar und liegen ventral
vom Copulationsapparat in asymmetrischer Ausbildung. Wir
müssen unterscheiden a) den vorderen, b) den inneren, c) den
hinteren Spicularmuskel. Der vordere (m 2 Fig. 7 und 9) ver-
bindet das Ende des Spiculum gastrale mit der vorderen und unteren
Ecke der Trabes. Er unterstützt anfangs die besonders durch
Blutdruck und die gesammte Abdominalplattenmuskulatur bewirkte
Vorstülpung der Copulationsorgane nach aussen, hernach dürfte
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 925
er auch an der Retraction betheiligt sein. — Der innere (m I
Fig. 7) kurze aber ziemlich breite Spicularmuskel geht vom Ende
des Spiculum gastrale zur Innenseite der Seitenkante der linken
Basalplatte. Er hat die Aufgabe die Copulationsorgane nach unten
zu ziehen. Besonders aber bewirkt er auch eine Zurückziehung
des ausgestülpten Apparates. — Endlich der hintere Spicular-
muskel (m Fig. 7) vertheilt sich unten an der vorderen Basis der
(eingestülpten) Genitalhaut und entspringt ebenfalls vom Ende des
Spiculum. Er unterstützt den vorigen Muskel bei der Rückziehung
der ausgestülpten Copulationsorgane.e — Ich will noch erwähnen,
dass die grosse Elasticität des mächtigen Sipho ein leichtes Zurück-
schnellen der Kapselmuskeln in ihre gestreckte Lage verursacht.
Uebergehend zu den weiblichen Thieren bemerke ich gleich,
dass es genügt diejenigen Theile zu erörtern, welche eine von den
Männchen abweichende Beschaffenheit aufweisen. Die D. und V.
des 1.—8. Segmentes des 2 stimmen fast alle mit denen des & über-
ein, in Gestalt und Ausstattung. Nur die nach vorne gerichteten
Ecklappen der 8. D. sind beim S stärker ausgebildet als beim 2
und besitzen aussen eine kleine Einbuchtung und die 8. V. des &
ist mehr gerade, die des 2 etwas mondsichelförmig gekrümmt).
Die 10. D. des d ähnelt auch noch sehr derjenigen des ?, doch ist
auch diese bei dem letzteren viel stärker sichelförmig gekrümmt,
relativ grösser und in der Mitte des Hinterrandes eingebuchtet. Im
Uebrigen ist sie eben so stark wie beim d mit gelben Tastborsten
besetzt, stark skelettirt und schwarz pigmentirt.
Sehr bedeutend sind aber die Unterschiede am 9. oder
Genitalsegment. Die 9. D. besteht nicht wie beim d aus einem
Stück sondern aus zwei Theilhälften, welche weit auseinandergerückt
die Flanken einnehmen. Sie sind abgerundet-dreieckig, innen concav,
vorneambreitesten, braunschwarz pigmentirt,ermangeln der Tastborsten
und besitzen in der hinteren Hälfte wenige Drüsenporen. Durch Haut
findet eine Verbindung mit der 10. D. statt. Auch die 9. V. ist
'zweitheilig. Die Theilhälften flankiren die Vaginalmündung, sind
schwarz und braunschwarz pigmentirt und zerfallen in einen End-
theil und einen Stiel. Der Stiel, welcher vorne liegt, ist halb
so breit und etwas kürzer als der Endtheil; eine tiefe, am oberen
Rande befindliche Einbuchtung setzt ihn davon ab. Der längliche
Endtheil bildet oben und am Ende eine Duplicatur, zeigt also
den Beginn zu einer Hohleylinderbildung (Fig. 33). Auf dem ab-
gerundeten Ende sitzt in einer häutigen Gelenkgrube ein kleiner,
schwarzer, mit mehreren gelben Tastborsten versehener Stylus.
Auch die Platte selbst trägt am Hinterende viele gelbe, meist kräf-
tige Tastborsten und ist im Uebrigen von Drüsenporen reichlich
durchsetzt mit Ausnahme des Stieltheiles. Rein gestaltlich betrachtet
könnte man auch hier die Hälfte der 9. V. mit ihrem Stylus zu-
>) Ueber die Copulationsgrube cf. Coce. quadripunctata,
26 Dr. Carl Verhoeff:
sammen als einen zweigliedrigen Anhang ansehen. Die vergleichende
Morphologie lehrt aber, dass eine solche Auffassung falsch wäre.
Zwischen jeder Hälfte der 9. V. und 9. D. lagert ein Gebilde,
welches beide verbindet und hinsichtlich seiner Consistenz eine
Mittelstufe einnimmt zwischen einer D. und einer Zwischenhaut.
Es erscheint als eine länglichrunde, in der Mitte eingeschnürte, ein-
gestülpte Blase, auf deren Wand man bei sehr starker Vergrös-
serung zerstreut stehende Börstchen wahrnimmt (Fig. 47), deren
Basis gerade von unten gesehen als kleiner Porus erscheint. Bei
seitlicher Ansicht aber constatirt man, dass es sich nicht um eine
Oeffnung handelt, vielmehr verdickt sich das Börstchen ganz all-
mählig nach dem Grunde zu.
Den Eingang in diese eingestülpte Seitenblase findet man als
rundliche Oeffnung unter dem Unterrande der 9. D. und vor der
Basis der 9. V. — (Fig. 36 rechts oe).
Die zwischen den Griffelträgern (9. V.) mündende Vagina setzt
sich nach innen continuirlich in einen umfangreichen als Bursa
copulatrix zu bezeichnenden Sack fort, in welchen von unten
her etwas hinter der Mitte der durch Vereinigung der Oviducte
entstandene „Uterus“ einmündet (Fig. 34). In das abgerundete
Vorderende der Bursa copulatrix mündet von vorne her der Aus-
mündungskanal eines schwarzbraunen, stark chitinisirten, gekrümmten,
hohlen u.hornartigen Gebildes, des Receptaculum seminis (Fg.54).
Seine Oberfläche ist mit ringförmigen Einschnürungen allenthalben
versehen, sodass eine geringelte Struktur entsteht. In der Haupt-
sache stellt die Samenkapsel ein ungefähr halbkreisförmig ge-
krümmtes Horn vor, das am Ende abgerundet ist und hinten stark
anschwillt. Aus dieser Anschwellung tritt noch ein zitzenartiger
Kegel vor und aus ihm entspringt dann ein kurzer häutiger Kanal,
der Ausführungsgang. An der concaven Seite springt aus der An-
schwellung ebenfalls ein häutiger Kanal vor. Dieser ist der Aus-
führungsgang der grossen, rundlichen und vielzelligen Anhang-
drüse (dr Fig. 75), welche die Flüssigkeit zur Conservirung der
Spermatozoen liefert. — Der Einfachheit halber will ich am Recep-
taculum seminis 1. den eigentlichen Krummschlauch als Horn (cornu),
2. die Anschwellung als Knoten (nodulus), 3. den Fortsatz als
Hals (collum) bezeichnen.
Der häutige Ausführungsgang des Receptaculum mündet nun
nicht direct in die Bursa copulatrix sondern er passirt erst ein Gebilde,
das stark skelettirt und braunschwarz pigmentirt ist. Ich nenne es
mit F. Stein den Trichter (Infundibulum). Der Trichter ist
so lang wie die gedachte Sehne des Receptaculum (Fig. 54 u. a.).
In seiner Axe verläuft der Ausführungskanal desselben. Er dient
den kräftigen Längsmuskelfasern der Bursa zum Ansatz (Fig. 75).
Gegen beide Enden verbreitert er sich und ist in der Mitte etwas
eingeschnürt. An seinem Hinterende befindet sich noch eine in die
Wand der Bursalintima eingesenkte, chitingelbe, quere Anhang-
platte (Fig. 54), ebenfalls Muskeln der Bursa zum Ansatz dienend.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 27
Die Gestalten des Receptaculums und des Trichters sind, wie ich
gleich bemerken will, von Art zu Art verschieden und daher syste-
matisch werthvoll.
An macerirten Präparaten stellt man fest, dass, während Va-
gina, Bursa copulatrix, Infundibulum, Receptaculum se-
minis und Anhangdrüse eine Chitinintima besitzen, Ovi-
ducte und Uterus einer solchen entbehren. Die Ovarien
gehören ihrer Gestalt nach, wie schon F. Stein!) nachwies, zur
Gruppe der „Eierstöcke mit unterständigem Kelche*.
Die Muskulatur des weiblichen Abdomens sei an der
Hand von Coceinella quadripunctata untersucht, da die Art
bedeutend durchsichtigere Skeletttheile besitzt, doch will ich gleich
voransschicken, dass ich sowohl bei männlichen als weiblichen In-
dividuen zwischen quadripunctata und septempunctata in der
Hinterleibsmusculatur keine wichtigen Unterschiede habe finden
können, sodass das für quadripunctata Gesagte auch für septem-
punctata gelten kann und umgekehrt. — Die Muskulatur der
sieben ersten Abdominalsegmente des Weibchens stimmt mit der-
jenigen des Männchens überein, nur ist ein ziemlich zart- aber
langfaseriges Muskelpaar des 2 zu nennen, welches von der Mitte
der Aussenwand der Oviducte entspringend (m Fig. 34) nach hinten
und unten zieht und jederseits auf der vorderen Hälfte der 7. V.,
aussen neben den Longitudinalmuskeln, ausstrahlt. Ich nenne sie
Oviduet-Flügelmuskel. Die Bauch-Longitudinalmuskeln stimmen
im Wesentlichen mit denen des & überein: Sie fehlen wieder auf
der 3. V., sind in einem breiten Band auf der Mitte der 4., 5. und
6. V. vorhanden und wieder in zwei seitlichen Fasergruppen auf
der 7. V. Letztere sind etwas schwächer und kürzer als beim d.
Die Geschlechtsorgane werden — ausser den schon genannten
— noch durch ein zweites Muskelpaar mit den Bauchplatten ver-
bunden. (m 1 Fig. 34). Dieses ist bedeutend grösser und stärker
als das erste und setzt sich an die Unterseite der Bursa copulatrix
gleich hinter der Stelle an, wo der Uterus in die Bursa einmündet.
Es entspringt vorne und aussen auf der 8. V. innerhalb der etwas
nach vorne gewendeten Seiteneeken und auch innerhalb zweier auf
diesen angehefteten Seitenmuskel. (m 1 Fig. 37 und m 3 Fig. 42.)
Ich nenne dieses Paar die Bursalflügelmuskeln.
Von den Vorderlappen der 8. D., welche etwas schwächer sind
als beim 8, entspringen je zwei Muskeln. Der vordere, (m 1
Fig. 42) welcher 7. und 8.D. verbindet, strahlt vom Ende des Fort-
satzes der 8. D. schräg nach innen auf die 7. D. aus, der hintere
(sm 1) ist ein Seitenmuskel, der schräg nach unten abgeht und
sich vorne seitwärts an der 8. V. befestigt. Eine ähnliche Ver-
bindung zwischen 8.D. und 8. V. stellt noch ein zweiter Seiten-
muskel (sm 2) her, welcher vorne auf der eigentlichen 8.D. nach
1!) Berlin 1847, „Die weibl. Geschlechtsorgane der Käfer“.
28 Dr. Carl Verhoeff:
innen vom Lappenfortsatz entspringt und sich an dem Vorderrande
der 8. V. ebenfalls innen von dem ebengenannten Muskel anheftet.
Vom Seitenrande der 8. D. wendet sich schräg nach innen und
unten ein Muskel (sm 3 Fig. 42 und m Fig. 37), der etwa bei x
(Fig. 42) sich an die 8. V. befestigt und vielleicht an der Oeffnung
der an dieser Platte gelegenen Copulationsgrube betheiligt ist. Neben
den Vorderecken der 8.D. findet man auch noch einen kleinen, von
der Hinterecke der 7. D. zur Pleurenhaut ziehenden Pleuren-
muskel. Ausser dem bekannten, doppelten Longitudinalmuskel,
welcher 7. und 8. V. verbindet, trifft man jederseits (m 2 Fig. 42
und m 3 Fig. 37) noch einen ziemlich kurzen aber breiten Ver-
bindungsmuskel dieser beiden Platten.
Innerhalb der Ansatzstelle des 2. Seitenmuskels des 8. Seg-
mentes beginnt auf der 8. D. vorne ein schräg nach innen und
hinten gerichteter Muskel (m), durch welchen die Verbindung
mit der 9. D. hergestellt wird. An letzterer heftet er sich (m 1
Fig. 35) am vorderen Ende des nach vorn vorspringenden, dunkleren
Lappens an. (m 1 Fig. 36.) Der auch an der 8. V. jederseits am
Vorderrande, innen von den Seitenmuskeln ausgehende Bursalflügel-
muskel wurde schon erwähnt. (m 3 Fig. 42.) Eine Muskelverbindung
zwischen 8. und 9. V. besteht nicht. Sie wäre aber auch über-
flüssig, denn dadurch, dass 9. D. und 9. V. je in zwei Theile aus-
einander gewichen und eng an einander gerückt sind, ist die die
9. V.-Hälften bewegende Muskulatur in ihren Ansätzen ganz oder
fast ganz auf die 9. D. angewiesen. Die Platten des Genitalseg-
mentes sind in ihren vordersten Theilen, d. h. bis zu den Punkten
x und y der Fig. 36, endoskelettaler Natur. Beide Platten werden
in diesem Gebiet aussen durch einen von oben nach unten ver-
laufenden und ihre Annäherung bewirkenden Muskel (m) verbunden.
Derselbe verursacht gleichzeitig ein Herabdrücken der Griffelträger.
Auf der Innenseite bemerkt man zwischen 9. D. und 9. V.
drei sie verbindende Muskeln (m 3 Fig. 35). Einer derselben,
welcher von vorne von dem endoskelettalen Lappen der 9. D. nach
hinten zum hinteren Ende der Bucht des Griffelträgers zieht, bewirkt
dessen Auswärtsbewegung. Die beiden anderen Muskeln im Gegen-
theil schieben die Griffelträger nach innen wieder zusammen. Der
vordere entspringt von der inneren Kante des Lappens der 9. D.
und einem Käntchen hinter diesem Lappen und heftet sich an ein
anderes Käntchen der Seitenblase an, welches gegen die vordere
Aussenecke des Vordertheils der 9. V. zieht. Der hintere beginnt
eine Strecke weit vor dem dreieckig abgerundeten Ende der 9. D.
und endigt an der 9. V. an einem Käntchen, welches vorne neben
der Bucht steht. Diese beiden Muskeln sind schräg nach innen
gerichtet. An dem neben der Bucht stehenden Käntchen und weiter
nach hinten bis zum Beginne der Duplicatur (c) ist der das Va-
ginalende mit der 9. V. verbindende Vaginalflügelmuskel befestigt.
(m 2 Fig. 35.) Es besteht aber auch eine muskulöse Verbindung
zwischen Rectum und Genitalsegment und zwar der 9. D. Diese
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 239
geschieht durch den Praeanalmuskel, (m Fig. 35, rm Fig. 38
und m 2 Fig. 36) welcher aussen am Lappen der 9. D. entspringt
und nach innen verlaufend mit seinen Fasern sich zwischen die
Fasern der Rectalringmuskulatur einschiebt. Gleichfalls an der
9. D. und zwar der hinteren Oberkante, befestigt sich der von den
vorspringenden Vorderecken der 10. D. abgehende Verbindungs-
muskel des 9. und 10. Segmentes (m Fig. 38.). Zwei zartere Muskel-
paare gehen vom Vorderrande der 10.D. ans Rectum. Das innere,
die Analmuskeln, (rm 2 Fig. 38) ist mehr in einzelne Fasern
aufgelöst, das äussere, die Rectalnebenmuskel (rm 1) compacter,
aber sehr zart.
Einen an die Styli herangehenden Muskel habe ich nicht
bemerkt, aber ein kräftiger Quermuskel liegt im Innern des Griffel-
trägers. Er entspringt aussen von einem Chitinkäntchen (b Fig. 35),
das an der Innenwand der Duplicatur liegt und zieht nach innen
zur verdickten Kante. Er bewirkt eine Comprimirung des Griffel-
trägers.
Coccinella quadripunctata.
Hiermit verlasse ich die das Verständniss des gesammten ab-
dominalen Chitinskelettes wesentlich fördernden Betrachtungen über
die Muskulatur der Coccinellen und werde weiterhin bei den ein-
zelnen Formen nur das Wichtigste und besonders das Unterschei-
dende im Hinterleibsbaue angeben.
8 — Alle Segmentplatten stimmen in der Hauptsache mit
denen von 7-punctata überein. Die schwarze Pigmentirung fehlt,
sodass die meisten Platten eine schön chitingelbe Farbe aufweisen.
Die Fortsatzlappen vorne an der 7. und 8. D. sind vorhanden und
nur etwas anders geformt als bei jener Art. Auch die 10. D. ist
wieder von seitlichen Lappen der 9. D. flankirt. Ein Spiculum
gastrale ist gut ausgebildet, von relativ gleicher Länge wie bei
7-punctata und an seinem Hinterende bemerkt man ein nur schwaches
Rudiment der 9. V. Die Ausbuchtung am Hinterrande der 7. V.
ist wesentlich tiefer als bei 7-pu. und in der Mitte des Hinterrandes
der mondsichelförmigen 8. V. findet sich eine noch tiefere Bucht.
(Bei 7-punct. fehlt dieselbe ganz und die 8. V. ist quer gestreckt.)
Die Copulationsorgane sind nach demselben Typus gebaut
wie beim Vorigen, aber in allen Theilen lassen sich Differenzen auf-
finden. Die Gestaltung der Siphonalkapsel ersieht man aus Fig. 9,
die des Siphoendes aus Fig. 14. Hier liegen überhaupt die be-
deutendsten Unterschiede. Es fehlen nämlich vollständig die
paarigen siphonalen Präputialsäcke und auch der terminale
unpaare Präputialsack des Sipho ist gegen den von 7-punct. ziemlich
rudimentär zu nennen. Es fehlen ihm die Stützbälkchen und von
Bestachelung ist nur sehr wenig zu sehen. Auffallend ist aber
eine nicht weit von dem Ende befindliche, plötzliche Einschnürung
und Verkleinerung des Sipho. (Fig. 14, x.) Die Trabes ist be-
deutend schlanker und nach vorne hin viel allmähliger verdickt als
30 Dr. Carl Verhoeff:
bei 7-punct. Die Parameren zeigen wenig Abweichendes: Die
Behaarung ist kürzer und geringer.
Der Penis ist viel schlanker und am Ende nach oben (links)
gekrümmt, sodass er etwas an ein Gemsenhorn erinnert.
Hinsichtlich der feineren Struktur sei nur bemerkt, dass der
lange Zug von Gelenkdrüsenporen an der Paramerenbasis auch hier
vorhanden ist, dass auf der 9. und 10. D. viele Drüsenporen stehen,
aber Tastborsten wieder nur auf der Hinterhälfte der 10. D. und
dass die übrigen Hinterleibsplatten in Bezug auf Drüsenporen, Häu-
tungshaare und Tastborsten denen von 7-pu. sehr ähnlich sind.
Insbesondere fehlen wieder die Häutungshaare auf den V. und der
8.—10. D. Wenn diese hier auch nicht schwarz pigmentirt er-
scheinen, so sind sie trotzdem die stärker skelettirten Platten. Auch
die schwarzgeränderten Drüsenporen finden sich an der Rücken-
seite massenhaft wie bei vor. Art.
2 — Die Aehnlichkeit mit 7-punct. ist eine noch bedeutendere
als beim $. Kleinen Formverschiedenheiten an der 8. D., 8. V.
und 10. D. begegnet man auch hier, es muss jedoch noch einer
bedeutenderen Differenz Erwähnung gethan werden. Von der 8.V.
springt vor dem Hinterrande in ihrer mittleren Hälfte eine Dupli-
caturfalte vor und diese schliesst in der Mitte zwischen sich und
der eigentlichen Platte eine Höhlung ein, welche ich als Copu-
lationsgrube (Fig. 37 g) schon oben erwähnt habe. Sie dürfte
dem Penis als Widerlager dienen. Ich konnte sie bei 7-punctata
nicht bemerken.
Die 10. D., bei 7-pu. mondsichelförmig, ist bei quadripunc-
tata in der Mitte am Hinterrande gerade abgestutzt. (Fig. 35) Die
Theile der 9. D. werden bei letzterer reichlicher von Drüsenporen
durchsetzt (Fig. 33). Die Tasterträger sind im eigentlichen Platten-
theil etwas gestreckter, nicht rundlich wie bei 7-pu. Auf dem
Stylus fand ich bei 4-punct. und 7-punct. drei-sechs Tastborsten.
Die Seitenblasen stimmen bei beiden Arten überein. Nicht so In-
fundibulum und Receptaculum seminis. (cf. Fig. 54 und 75.) Ent-
sprechend der helleren Färbung der 4-pu. im Allgemeinen sind auch
Trichter und Samenblase hellbraun gefärbt, im Gegensatz zu den
homologen braunschwarzen Theilen bei 7-punctata. Letztere Art
besitzt am Trichter eine quere gelbliche Anhangplatte, welche
ersterer fehlt; auch ist ihr Trichter selbst viel länger und von an-
derer Form als bei quadripunctata.
Knoten und Hals des Receptaculums beider Arten differiren
ebenfalls; der Hals ist bei 7-punct. länger ausgebildet und der
Knoten springt zwischen Hals und Einmündungsstelle der Anhang-
drüse buckelig vor. Trichter und Samenblase sind überdies bei
7-pu. einander mehr genähert als bei 4-pu., der häutige Verbindungs-
kanal ist also kürzer.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 31
Coceinella bipunctata.
ö — Segmentplatten im Wesentlichen mit denen der beiden
vorigen Arten übereinkommend, ebenso Spicul. gastrale. Ein Ru-
diment der 9. V. fehlt. Sipho mit deutlichem Buchtlappen (Fig. 73),
gegen das Ende stark verschmälert und dort mit terminalem, zwei-
lappigen Präputialsäckchen. Bestachelung ist an demselben nicht
vorhanden. Der Sipho am Ende von der Stelle wo die Verdünnung
beginnt nach der Concavitätsseite zu mehr oder weniger etwas einge-
krümmt, doch vonder Krümmungsstelle an ziemlich gerade. Copulations-
organe (Fig. 58) denen von 4-punctata ziemlich nahestehend. Der
Penis ist bedeutend breiter, am Ende sehr schräg abgestutzt, sodass
eine Spitze entsteht und zwar an dem den Pa. zugekehrten Ende.
Die Behaarung der letzteren ist lang aber nicht dicht und an
der Basis findet sich aussen wieder die Drüsenporenlängsgruppe. Die
zarten Laminae laterales des Penis sind mit Häutungshaaren be-
setzt. Die Pa. krümmen sich vorne stark und enden mit ihrer
Vorderspitze unten an den Basalplatten und unter dem Vorderende
des Penis, der sich mit seiner vorderen Spitze oben zwischen den Ba.
festsetzt.
Gleich unter dem Vorderende der Pa. und dem hinteren Unter-
rand der Ba. ist die kräftige Trabes befestigt. Diese und die Ba.
sind auch hier strukturlos, erstere nur mit der Parallelschichtung
von Chitinlamellen.
2 — Ich muss auf die Schilderung der kleineren Differenzen
von den vorigen Arten verzichten und mich auf die Bemerkung
beschränken, dass im Wesentlichen alle Segmentplatten auch hier
mit denen der vorigen Arten übereinstimmen. Ein auffallender
Unterschied besteht jedoch darin, dass an den Griffelträgern auch
der Stieltheil mit Drüsenporen versehen ist und zwar sehr
reichlich, sodass sie hier noch dichter stehen als auf der eigentlichen
Platte. Ferner ist eine von einer kräftig chitinisirten Duplicatur
erzeugte Copulationsgrube auf der 8. V. nicht zur Ausbildung
gelangt, aber man kann doch an der entsprechenden Stelle be-
merken, dass sich die Zwischenhaut bogenförmig nach vorne
einsenkt. Die Seitenblas&n fehlen nicht. In Fig. 48 sieht man
Samenblase und Trichter und eine sehr grosse, längliche Anhang-
platte (Pl) an letzterem. Dieselbe ist ganz symmetrisch, erhebt
sich hinten in einem Käntchen und umgiebt vorne wallartig die
innere Mündung des Infundibulum in die Bursa.
Coceinella decempunctata.
ö& — Stimmt mit bipunctata so vollständig überein, dass,
wenn nur die Männchen in Betracht kämen, beide Arten vereinigt
werden müssten.
2 — Auch bei diesen herrscht auffallende Uebereinstimmung
mit voriger Art, so z. B. selbst in der Vertheilung der Drüsenporen
auf der 9. V., und auch die Receptacula sind nur ganz unbedeutend
32 Dr. Carl Verhoeff:
von einander verschieden, (cf. Fig. 48 und 72)!) wobei noch zu
berücksichtigen ist, dass diese auch bei ein und derselben Art ein
wenig variiren. Bemerkenswerth ist jedoch die Differenz der Infun-
dibula. Dasjenige von 1O-punctata ist nämlich (besonders in der
Anhangplatte) asymmetrisch, länglich, abgerundet und neben
einem Rande entlang läuft eine von der Röhre des Infundibulum her-
kommende Kante, die Röhre selbst ist gebogen.
Nach dem Gesagten kann ich decempunctata nicht als selbst-
ständige Art ansehen, ich betrachte sie als Subspecies oder
Rasse von bipunctata. Man dürfte wegen der Uebereinstimmung
der Copulationsorgane beider Formen sehr darauf achten, ob sie
mit einander eine Copula eingehen.
Coccinella octodecimpunctata.
ö — Die schwarzringeligen Drüsenporen auf den Rückenschilden
bis zur7.D. sind viel weniger zahlreich als bei den vorigen Arten.
Die Lappen an der 7. D. sehr schwach, an der 8. D. kräftig wie
gewöhnlich. Auch die 9. D. schickt nach vorne Lappen, welche
denen der 8. sehr ähnlich sind. Mit kleineren hinteren Lappen-
fortsätzen wird die 10. D. umfasst. Von der 9. V. ist ein braunes,
nierenförmiges Rudiment erhalten, das jedoch strukturlos ist. Etwas
durch Haut davon getrennt folgt das kräftige, vorne etwas keulig
angeschwollene Spiculum gastrale. In der Hauptsache stimmen die
Platten hinsichtlich der Bewehrung mit denen der vorigen Arten
überein. Der Sipho ist dem von bipunctata höchst ähnlich.
Abgesehen von den entschieden. zahlreicheren Drüsenporen wüsste
ich keinen nennenswerthen Unterschied anzugeben. (Die Stärke der
Pigmentirung ist am Sipho und besonders der Kapsel variabel.)
Bedeutendere Differenzen von den vorhergehenden Formen
findet man an den übrigen Copulationsorganen. Der Penis ver-
schmälert sich nur wenig nach hinten, ist am Ende tief drei-
eckig ausgebuchtet, sodass er daselbst in zwei Hörnern vor-
springt. Er ist wie auch sonst von zerstreuten Drüsenporen durch-
setzt. Seine Laminae laterales entbehren der Häutungshaare und
tragen auf der Hinterhälfte zahlreiche, dichtgedrängte Papillen. Sie
sind etwas hinter der Mitte des P. am breitesten, verschmälern sich
nach vorne sehr allmählich, nach hinten plötzlich und hören um
!/, seiner Länge vor seinem Ende auf. Die Parameren weichen von
der gewöhnlichen Fingerform etwas ab, indem sie sich in der Mitte
verschmälern und gegen das Ende wieder anschwellen und zwar
so, dass eine nach innen dreieckig vorspringende Keule
entsteht. Diese erhebt sich unten und aussen in ein Käntchen
und auf diesem besonders stehen dichtgedrängt die langen, gelben
Tastborsten. Weiter nach vorn bis zum Gelenk und noch etwas
darüber hinaus zu den Ba. zieht sich die Drüsenporenbahn, welche
in der Gelenkgegend die meisten Poren enthält. Die grösstentheils
!) Dieselben sind natürlich verschieden stark vergrössert.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 33
von einander getrennten, länglichen Ba. sind ventralwärts hinten
durch ein schmales Brückenband verbunden. Mit diesem ist, durch
Haut sich vorne daran anlehnend, die Trabes verknüpft, in Gestalt
der der vorigen Arten nahekommend.
2 — Die 10.D. ist der von 4-pu. höchst ähnlich. An der 9. V.
trifft man genug Drüsenporen aber nur auf dem länglichen Platten-
theil, der Stieltheil entbehrt derselben vollständig. Die Bucht,
welche beide Theile gegeneinander absetzt, ist wenig tief. Der
Stylus trägt nur 2—3 starke, bisweilen am Grunde etwas ange-
schwollene Tastborsten. Auf der 9. D. sind nur auf der Hinter-
hälfte Drüsenporen vorhanden. Die Seitenblase ist schwach. Eine
Copulationsgrube der 8. V. fehlt. Am Receptaculum seminis
fällt eine sehr bedeutende Einschnürung auf ($ Fig. 52), wodurch
es sich von allen andern hier untersuchten Formen unterscheidet.
Diese Einschnürung bildet einen Kanal, welcher aus dem Knoten
heraus schräg nach aussen und hinten verläuft und alsdann in
eine besondere für das Secret der Anhangdrüse bestimmte
Secretkapsel mündet. in die Secretkapsel erst mündet der häu-
tige Ausführungsgang der Drüse (d). Den Verbindungskanal zwischen
der Secretkapsel und der eigentlichen Samenblase nenne ich
Zwischengang. Ein wohlausgebildeter Hals («) führt in den
häutigen Ausführungskanal (y) des Receptaculums. — Das Infun-
dibulum stellt eine lange, braunschwarze, an beiden Enden erwei-
terte Röhre vor, an Länge dem zweitheiligen Receptac. gleichkommend.
Seine Anhangplatte ist klein.
Coccinella undecimpunctata.
8 — 7. D. mit kleinen, 8. D. mit grossen Fortsatzlappen ver-
sehen. Vor den grossen Fortsatzlappen der 9. D. ragen seitlich
noch nach unten kräftige Lappen herab, (ähnlich denen in Fig. 61 s)
wofür die hinteren Fortsätze der 9. D. fehlen, sodass die 10. D.
auch nicht an den Seiten durch die 9. umfasst wird, sondern sich
in ihrer ganzen Breite an sie ansetzt. Hinter dem kräftigen Spi-
culum gastrale (Fig. 49) liegt noch ein Rudiment der 9. V., mit
ihm verschmolzen aber unbestimmt begrenzt. Es enthält sogar noch
einige Drüsenporen.
Am Sipho (Fig. 51) fällt auf, dass der Bfichtlappen fehlt.
Die Siphonalkapsel ist an der betreffenden Stelle einfach zugerundet.
Im Uebrigen besitzt der Sipho wie gewöhnlich in seiner Endhälfte
spärliche, zerstreute, kleine Drüsenporen, nicht weit von dem Ende
an der concaven Seite eine kleine Delle und hier eine Einknickung
nach innen, ähnlich der bei bipunctata erwähnten. Von der Ein-
knickungsstelle an springt nach der Concavitätsseite unter dem ein-
gebogenen Endtheile eine durch die Haut vom übrigen Sipho etwas
getrennte Gräte vor, in der man keine Drüsenporen bemerkt.
Zwischen ihr und dem übrigen Sipho drängt sich jederseits ein
durch strukturlose Haut gebildeter, kleiner Präputialsack vor. Ausser
diesen paarigen, siphonalen Präputialsäcken ist auch ein
Arch. f. Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd. L. H.1. 3
34 Dr. Carl Verhoeff:
kleiner, unpaarer, mit feinen Stachelchen besetzter am Siphoende
vorhanden und wird dieser von einem braunen Bälkchen gestützt.
In ihm mündet der Ductus ejaculatorius.
Der Penis hat wieder die länglich-kegelförmige Gestalt (Fig. 56),
mit Häutungshaaren besetzte Laminae laterales!) und zerstreute,
feine Drüsenporen. Die mit kräftigen, langen Tastborsten am Ende
besetzten und fingerförmigen Pa. sind auffallend kurz, überragt
von einem ungefähr ®/, der eigenen Länge gleichkommenden End-
stück des Penis. Theilweise erklärt sich diese Kürze dadurch, dass
jede Ba. gegen ihren Parameros einen Fortsatz « aussendet. Die
Drüsenporenbahn geht von den Pa. und über die Gelenkhaut noch
auf dem Ba.-Fortsatz bis zu dessen innerer Basis weiter, Die
länglichen Ba. sind ventralwärts hinten wieder durch ein schmales
Band vereint, vor welchem die Trabes Anhalt findet. Letztere drängt
sich eng zwichen die Ba., ist hinten am schmälsten und verbreitert
sich nach vorne allmählis aber stark; am Vorderende ist sie ab-
gerundet.
2 — Die 9. V. ist rundlich-quadratisch in ihrem Plattentheil
und von vielen Drüsenporen durchsetzt. Letztere fehlen auf dem
kleinen Stielthei lund sind auch auf der 9. D. nur spärlich vertreten.
Seitenblasen vorhanden.
10. D. nierenförmig, relativ gross, mit nicht wenigen schwarz-
geringelten Drüsenporen versehen. An der 8. V. ist keine Copu-
lationsgrube vorhanden. — Das Infundibulum ist relativ klein, nach
vorne trichterartig zu einer Keule angeschwollen, nach hinten mit
querer, kleiner Anhangplatte versehen.
Das Receptaculum seminis ist besonders interessant, weil es
eine Zwischenform bildet zwischen dem gewöhnlich vorkommenden
Typus und jenen, der durch 18-punctata vertreten wird, wo nämlich
vor der eigentlichen Samenblase eine andere als Secretblase ab-
gesetzt ist. Hier findet man nun den Knoten schräg nach
hinten stark aufgetrieben, sodass eine Nebentasche ent-
steht, in deren Ende die Anhangdrüse einmündet. Diese Neben-
tasche aber, welche dem Secret der Drüse auch hier schon als
besonderer Sammelort dient, ist nicht durch einen Kanal von der
übrigen Samenblase abgeschnürt sondern breit mit ihr verwachsen.
Sie ist überhaupt breiter als das Horn an irgend einer Stelle. Der
Hals, von zitzenförmiger Gestalt, ist kräftig ausgebildet. Bemerkens-
werth ist auch, dass die sonst fast immer zu beobachtende Ringelung
der Receptaculumwand vollständig fehlt. Gleichwohl ist die Samen-
kapsel stark skelettirt und braun und schwarz pigmentirt.
Halyzia vigintiduopunctata d.
Der Raum der 1. D. ist grösstentheils in eine helle, mit sehr
feinen, ein- bis dreispitzigen Häutungshaaren versehene Haut redueirt,
in der man nur jederseits ein kleines braunes Fleckchen gewahrt
und in diesen stehen auch noch wenige Drüsenporen und Tast-
2) Diese sind in der Fig. 56 etwas zu gross angegeben.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 35
börstchen. In der Haut zwischen 1. und 2. D. liegt jederseits auch
hier ein dunkles Knötchen, von dem wir (oben bei 7-punct. und
4-punct.) erfuhren, dass es schrägen Longitudinalmuskeln zum Ansatz
dient. Die 2.—7. D. sind von vorne nach hinten zunehmend all-
mählich stärker pigmentirt und mit Drüsenporen versehen. Letztere
sind immer auf die hinteren ?2/, der Platten beschränkt, auf der
6. und 7. D. also am zahlreichsten, aber doch viel weniger häufig
als bei 7-pu. und 4-pu. Ausser den sehr feinen Häutungshaaren
finden sich auch noch grössere, dunklere, solche aber nur auf der
Hinterhälfte der 6. und 5. D. und zwar sehr dichtgedrängt. Sie
fehlen in der Mediane, sind daneben nach hinten gerichtet, wenden
sich dann aber sehr bald nach aussen und die grosse Mehrzahl ist
überhaupt quer nach aussen gerichtet, bis zu einem dunkler pig-
mentirten Längsfleck. Ausserhalb desselben kommt noch ein kleines
Gebiet mit den grösseren Häutungshaaren, aber diese stehen nicht
quer nach aussen sondern im Gegentheil quer nach innen. Da die
kleinen Häutungshaare auf der Vorderseite der 6. und 5. D. und
in der Mediane auch der hinteren Hälfte nach hinten gerichtet sind,
so finden sich auf diesen Platten nach drei verschiedenen Rich-
tungen dirigirteGruppen von Häutungshaaren. Die Lockerung
der Nymphenhaut wird dadurch offenbar besonders erleichtert.
Ein Wimpersaum von Häutungshaaren steht ebenfalls am
Hinterrande der 6. und 5. D., aber auch an der 4., an der 3. nur
unvollständig. Einige Drüsenporen gehen neben den D. auch auf
die dicht mit nach hinten gerichteten, blassen Häutungshaaren be-
setzten Pleurenhäute über. Die stark skelettirten V. sind wieder
reichlich mit Tastborsten besetzt, Drüsenporen giebt es nur spärlich
und Häutungshaare fehlen.
Die 7. D. ähnelt der 6. ist aber vorne mit den bekannten
Fortsatzlappen ausgerüstet, ihr Wimpersaum ist mehr rudimentär
und die stärkeren Häut. fehlen. Dafür bemerkt man aber nicht
wenige wenn auch kleine Tastbörstchen. Die 8. D. ist eine kräf-
tigere Ausgabe der 7.; die Lappen sind entschieden grösser, die
Drüsenporen auf der Vorderhälfte spärlicher vertreten, während die
Hinterhälfte mit zahlreichen, meist langen Tastborsten ausgerüstet
ist. Die 9. D. ist in der Mitte so verschmälert, dass sie hier nur
eine kurze Verbindungsbrücke zwischen den Seitenteilen herstellt.
Letztere schicken sehr starke Vorderlappen aus, während kleine
Hinterlappen die 10. D. flankiren. Die Hinterseite der 9. D. ist
breit ausgebuchtet und nimmt in diese Bucht die nierenförmige, quere
10. D. auf. Wie gewöhnlich besitzt die 9. D. nur Drüsenporen,
die 10. D. ebensolche, welche aber umwallt sind und daher grösser
erscheinen, am Hinterrande ziemlich viele und mässig lange Tast-
borsten.
Die 8.V. (Fig. 44) bildet eine schmale Mondsichel und ist mit
Tastborsten und wenigen Drüsenporen versehen. Gleich über und
vor ihr folgt das kräftige Spiculum gastrale, in die Bindehaut
33%
36 Dr. Carl Verhoeff:
mit dem Hinterende eingeschmolzen. Die 9. V. fehlt als solche
vollständig.
Der Sipho (cf. Fig. 74) entbehrt der Präputialsäcke, doch
finden sich an seinem Ende zwei kleine, abgesetzte Bälkchen.
Die Copulationsorgane stehen denen von Coceinella
bipunctata und decempunctata äusserst nahe. Es giebt aber
einige bemerkenswerthe Unterschiede. So zieht sich die Drüsen-
porenbahn der Pa. nicht nur an deren Basis hin sondern am
stärksten auch über die Mitte der Ba.-Seite und bleibt nicht sehr
weit von deren Vorderrand. Ferner läuft der Penis in eine ziemlich
lange und dünne, etwas nach oben gekrümmte Spitze aus und die
stark vorspringenden, am Grunde mit Häut. besetzten Laminae
laterales haben einen sehr zarten, blassen, häutigen Rand.
Halyzia octodecimguttata d.
Im Bau der Segmentplatten dem Vorigen äusserst ähnlich, selbst
in der Vertheilung der Häutungshaare auf den D. mit ihm überein-
stimmend. Die 8. V. ist etwas länger, nicht so schmal mondsichel-
förmig, am Hinterrande schwach ausgebuchtet, die 8. D. ein wenig
kürzer. Genitalsegment mit dem des Vorigen übereinstimmend.
Die 10. D. ist kürzer, daher mehr halbmondförmig, mit längeren
Tastborsten. Der Sipho ist länger als bei allen anderen von
mir untersuchten ÜCocecinelliden, (Fig. 70) daher in situ auch
besonders stark mit seiner Kapsel nach rechts herübergekrümmt. Er
ist ausserordentlich schlank und erinnert in seiner Form an gewisse
Waldhörner. Die Kapsel besitzt einen starken Buchtlappen- Sein Ende
läuft in einen peitschenartigen Faden aus, ähnlich dem, den ich von
Lucanus cervus beschrieb, nur noch länger. Ich nenne ihn eben-
falls Flagellum. Es handelt sich dabei um eine bedeutende, zu
mehreren Windungen Veranlassung gebende Verlängerung des
Duct. ejacul. über das Siphoende hinaus. Aehnlich wie beim
Vorigen sind am Siphoende zwei — hier übrigens recht schlanke —
Bälkchen abgesetzt, deren eines besonders verlängert ist und das
Flagellum eine kurze Strecke begleitet und stützt. Die Copulations-
organe schliessen sich wieder denen der 22-punctata, bipu. und
decempu. sehr eng an. Es fehlen die Drüsenporen auf der Ba. wie
bei den beiden Letzteren, sie sind aber in langer Bahn an den Pa.
vorhanden. Diese sind lang, schlank und säbelartig gekrümmt,
kräftig behaart. Die Ba. im Verhältniss zu den Pa. ziemlich klein.
Auch der Penis ist recht schlank, etwas gebogen und am äussersten
Ende nach oben ein wenig umgekrümmt. Gleichfalls schlank sind
die Laminae laterales, nach dem Ende ein wenig verschmälert, ohne
Häut. und bis zur Spitze des P. ausgedehnt.
Die bogenartig gekrümmte Trabes weist vorne eine keulen-
artige Verdickung auf.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 37
Halyzia quattuordecimguttata 2.
Die 7 ersten Segmente stimmen mit denen der vorigen Halyzien
überein. An den V. sieht man besonders deutlich, dass die Drüsen-
poren stets neben den Basen der Tastborsten stehen, meist nur eine,
aber auch oft zwei und drei. Die 8. V. von mondsichelförmiger
Gestalt besitzt hinten viele Tastborsten begleitet von Drüsenporen,
keine Copulationsgrube. Die grössere, quere 8. D. läuft an den
Vorderecken in die bekannten Lappenfortsätze aus, ist von vielen
Drüsenporen durchsetzt und mit Tastborsten bewehrt, die von vorne
nach hinten an Grösse zunehmen. — Die 9. V. besitzt einen abge-
rundet-dreieckigen Platten- oder Duplicaturtheil. Der Stieltheil ist
durch eine tiefe Bucht, welche sehr plötzlich beginnt und dadurch
eine rechtwinkelige Ecke erzeugt, gut abgesetzt und fast °/, so lang
als der erstere.
Drüsenporen sind über beide Theile reichlich zerstreut.
Ausser den am Ende stehenden, langen Tastborsten finden sich
kürzere auch auf dem Plattentheil. Der Stylus ist klein knöpfchen
förmig. Die 9. D. besitzt nur wenige Drüsenporen aber auch
einige Tastbörstchen. 10. D. wie sonst beschaffen, von mond-
sichelförmiger Gestalt. Am halbmondförmigen Receptaculum sem.
ist der Hals zu einem kurzen Buckel rudimentirt (Fig. 71), das Horn
sehr stark ausgebildet und der Knoten durch Ausstülpung zu
einem kleinen, viereckigen Nebenraum für das Secret der
Anhangdrüse umgestaltet. Es handelt sich also auch hier um
eine Nebentasche, wie ich sie von 11-punct. beschrieb. Der Aus-
führungskanal läuft als blasser, häutiger Gang bis in die Bursa
copulatrix, sodass hier merkwürdigerweise das Infundibulum fehlt.
Halyzia ocellata 2.
Abgesehen von bedeutend zahlreicheren Drüsenporen an der
5., 6. und 7. D. stimmen die acht ersten Segmente mit denen des
Vorigen überein. 9.D. und 9. V. sind auch ziemlich reichlich von
Drüsenporen durchsetzt und zwar vertheilen sie sich auf der letzteren
sowohl auf Platten- als Stielabschnitt. Dieser Stieltheil ist
hier wegen grosser Ausdehnung der Buchtung auffallend lang, noch
ein gut Stück länger als der Plattentheil, welcher am Beginn der
Bucht wieder mit einer ziemlich spitzen Ecke abschliesst. Die Be-
borstung ist schwach, nur der länglich-kegelförmige Stylus trägt
vier starke Tastborsten. Auffallend gross ist die mit feinen
Härchen besetzte Seitenblase (Fig. 45) und durch Ringver-
dickung vielfach eingeschnürt, sodass sie wie ein von Reifen
umspannter, aufgebläter Sack erscheint. Die nierenförmige 10. D.
wie gewöhnlich beschaffen.
(Aus Mangel an Material vermag ich das Receptac. leider nicht
zu beschreiben.) Das Infundibulum ist kurz und kräftig, wenig
nach vorne, stark trichterförmig nach hinten erweitert und verdickt
und mit wulstigem Rande in die Bursa eingesenkt.
35 Dr. Carl Verhoeff:
Exochomus quadripustulatus.
d — Segmentplatten in der Hauptsache wie bei den Vorigen
beschaffen, doch fehlen die Drüsenporen der D. bis auf ganz
vereinzelte. Die grösseren Häutungshaare auf der 6. und 5. D.
stehen wieder ganz so angeordnet, wie ich es bei Hal. 22-punct.
angab, nur in der Richtung der Körperlängsaxe sind diese Häutungs-
haarfelder bedeutend kürzer, da sie nur das mittlere Drittel eim-
nehmen, die Mediane aber bleibt ganz frei. Am Aussenrand dieser
Platte steht die Gruppe der entgegengesetzt gerichteten Haare.
Wimperränder besitzt nur die 5., 6. und 7.D. Winzige Tastbörstchen
finden sich zerstreut auf der 7. D., spärlicher auf der 6. Die 1.D.
ist in ähnlicher Weise wie bei 22-punct. fast ganz zu einer gla-
sigen Haut reducirt. In der Zwischenhaut hinter ihr liegt jederseits
eine quere, lange und dunkle Verdickung für die Schrägmuskeln.
Jederseits auf der 2.—6. D. bemerkt man ein Mosaikfeld. Aber
nur an der 2.—4. ist es durch dunklere Färbung auffällig. Ziemlich
klein sind die Fortsatzlappen der 7. D., viel grösser und kräftiger
diejenigen der 8. Auf der 8. D. stehen besonders im vorderen
Bereich zerstreute Drüsenporen, hinten viele und starke Tastborsten.
Aehnlich verhält es sich mit der kürzeren, mondsichelförmigen 8. V.,
welche am Hinterrande im mittleren Drittel flach ausgebuchtet ist,
ihre Drüsenporen sind aber stärker umwallt als die der 8. D. Die
andern V. zeigen die bekannte Beschaffenheit, die 7. ist am Hinter-
rande eingebuchtet. Die 9. und 10. D. repräsentiren ganz den Typus
der vorigen OCoccinelliden. Die 9. D. besitzt vorne sehr starke
Fortsatzlappen, hinten schwache, welche die 10. D. etwas umgreifen.
In der Mitte ist sie sehr schmal vermöge einer bogenförmig-drei-
eckigen, tiefen Einbuchtung des Vorderrandes. Drüsenporen besitzt
sie reichlich, aber nur sehr wenige Tastbörstchen an der Seite.
Hinten stehen auf der nierenförmigen 10. D. lange, kräftige Tast-
borsten, vorne einige umwallte Drüsenporen.
Sehr kräftig und am Vorderende zu einer dreieckigen Keule
erweitert ist das Spiculum gastrale, ungefähr so lang wie der
Abstand zwischen den Lappenenden der 9.D. Am Hinterende theilt
es sich in ein kleines Gäbelchen. Die 9. V. fehlt vollständig.
Der Sipho (Fig. 69) ist schlank gebaut, mit starker Kapsel
versehen, ohne Präputialsäcke, gegen das Ende schwach verdickt
und vor der Verdickung eine Strecke weit schräg gerieft, und zwar
sind die Riefen V-förmig geknickt. Zwischen ihnen münden feine
Drüsenporen. Die Copulationsorgane sind denen der meisten bisher
betrachteten Formen recht ähnlich. Die Pa., säbelartig gekrümmt,
sind in der Grundhälfte schlank, in der Endhälfte stark keulig
verdickt und daselbst lang behaart. Die Drüsenporenbahn fehlt
sowohl auf den Ba. wie den Pa. Der Pe. ist gestreckt zuckerhut-
förmig, ziemlich gleichmässig bis zur feinen, abgerundeten Spitze
verschmälert, rückenwärts in der Endhälfte schwach gekerbt. Die
ebenfalls allmählich verschmälerten und fast bis ans Ende reichenden
Laminae laterales sind mit feinen Häutungshärchen besetzt. Die
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 39
Trabes bleibt ziemlich gleich breit, ist vorne etwas umgekrümmt
und am Hinterende wenig verbreitert.
2 — Die acht ersten Segmente stimmen mit denen des Männchens
überein, doch fehlen am Hinterrande der 7. und 8. V. die Einbuch-
tungen vollständig. Beträchtlichen Abweichungen von den Weibchen
aller bisher erörterten Formen begegnet man an den beiden End-
segmenten.
Die 9.V. ist nicht durch eine Bucht in zwei Theile ab-
gesetzt. Jede ihrer Hälften stellt eine sehr gestreckte, von
vorne nach hinten ganz allmählich verschmälerte und am Ende ab-
gerundete Platte vor, die nur am äussersten Hinterende und am
Aussenrande als Duplicatur erscheint, am Hinterende mit starken
Tastborsten und einem sehr kurzen Stylus bewehrt ist, welcher
zwei lange Borsten trägt. Ausser dem Vorderende sind überall
Drüsenporen zerstreut und das Vorderende selbst läuft innen in einen
ziemlich langen Fortsatz aus, durch den eine Verbindung mit der
9. D. hergestellt wird. Jede 9. V. ist etwa viermal so lang als
an der breitesten Stelle breit. Die Theile der 9. D. stellen einem
Halbkreis nahekommende, gekrümmte Kreisabschnitte vor mit nach
vorne gerichteter Sehne, und dieser Vorderrand zeigt eine ver-
dickte Chitinkante, welche sich mit ihrem unteren Ende an den
genannten Fortsatz der Griffelträger, mit dem oberen Ende an die
10. D. ansetzt. Auf der 9. D. sind wenige Drüsenporen und noch
weniger Tastbörstchen zerstreut.
Die halbkreisförmige 10. D. ist an ihren Vorderecken in kräftige,
sie selbst an Länge etwas übertreffende, endoskelettale Pro-
cessus dorsales ausgezogen und an das vordere Ende eben dieser
setzt sich die erwähnte Kante der 9. D. mit ihrem Oberende an.
Beborstung und Drüsenporen ziemlich reichlich vorhanden, letztere
stehen meist in Schnüren aneinander gereiht. Seitenblasen fehlen
vollständig. — Der kleine Trichter ist kurz und nach hinten er-
weiter. Das Recptaculum von auffallend gedrungener Gestalt
besitzt ein sehr kurzes, umgebogenes Horn und ist nur an diesem
mit Ringelungsstruktur versehen, der Hals ist rudimentär. Der
häutige Ausführungsgang der Anhangdrüse ist auffallend lang, so
lang als das Recept. und setzt sich nach innen hinein noch eine
Strecke weit fort in der Richtung zum Horn. Eine besondere
Secrettasche fehlt durchaus. Erstaunlicher noch ist die Ausdehnung
des häutigen Verbindungsganges von Receptac. und Infundi-
bulum, denn er übertrifft ersteres an Länge um das Vierfache.
Coceidula scutellata.
ö — Segmentplatten nach dem bekannten Typus gebaut. Auf
der 5. und 6. D. finden sich die Felder der grösseren Häutungs-
haare, in den kleinen äusseren stehen sie nicht nach innen sondern
schräg und die äussersten mehr nach hinten gerichtet. Drüsenporen
stehen auf den D. sparsam zerstreut, an der 5. und 6. hinter den
Haarfeldern in einer Querreihe. Die 7. und 8. D. besitzen an den
40 Dr. Carl Verhoeff:
Vorderecken nur schmale Fortsatzlappen, besonders die erstere. Die
8. D. ist gedrungener als sonst, nur doppelt so breit als lang, ausser den
Lappen und dem Vorderrande allenthalben ziemlich dicht mit mittel-
langen Tastborsten besetzt. Auf der 7. sind solcher nur wenige
und kurze zu bemerken. Die V. wie gewöhnlich, die 7. und 8. am
Hinterrande ohne Einbuchtung, die 8. mondsichelförmig. Schon bei
anderen Formen sahen wir, dass die 9.D. in der Mitte sehr schmal
war. Hier ist es zur vollständigen Zweitheilung gekommen,
die Hälften sind sogar eine Strecke von einander entfernt. Jede
Hälfte erscheint von oben abgerundet-dreieckig und läuft aussen
und vorne in einen kleinen Fortsatz aus, greift aber auch seitlich
weit nach unten und innen gebogen herab. Zerstreute Drüsenporen
und winzige Häut. sind vorhanden, Tastborsten fehlen. Die 10. D.
ist etwas länger als sonst, die abgerundeten Vorderecken verlaufen
mit wulstig verdickter Kante noch eine Strecke weit nach innen.
Das am Vorderende umgebogene, im Ganzen säbelartig gebogene
Spieulum gastrale (Fig. 57) ist am Hinterende in das mit wenigen
Drüsenporen und Börstchen versehene Rudiment der 9. V. einge-
schmolzen. Der Sipho (Fig. 67) ist einfacher als bei allen bisher
behandelten Coceinelliden. Die Kapsel besitzt einen grossen Bucht-
lappen, der Sipho, mit einigen feinen Drüsenporen, ist gegen das
Ende continuirlich verschmälert, schliesslich zugespitzt, ohne Prä-
putialsack, auch krümmt er sich im letzten Viertel wieder nach
aussen.
Die Copulationsorgane (Fig. 62) überragt nach vorne be-
deutend die sehr lange und am Ende etwas umgekrümmte Trabes,
deren Hinterende sich allmählich verdickt und, in zwei kurze Spitzen
getheilt, unter den Ba. anheftet. Die Pa. sind plump daumenförmig,
mit grossem Tastborstenbüschel versehen, in der Mitte aussen unten
mit kleiner Drüsenporenbahn. Ungefähr halb so lang als die Pa.
sind die Ba., welche oben in der Mediane durch eine dicke und
hinten in einen grossen Knoten angeschwollene Chitin-
kante aneinandergekittet sind. Unten bleiben sie viel weiter
getrennt, sodass sie äussen mit den abgerundeten Vorderecken lappen-
artig vorspringen. Der oben von zerstreuten, feinen Poren durch-
setzte Penis ist nur halb so lang wie die Parameren, stark gegen
das Ende verschmälert und dort in eine Spitze ausgezogen. Die
Laminae laterales reichen bis fast zu dieser hin und sind sehr
schmal.
2 — Die acht ersten Segmente stimmen ganz mit denen des
Männchens überein. Die beiden letzten S. erinnern sehr an die
von Exochomus quadripustulatus $. Die Styli sind höchst
winzig, als rudimentär zu bezeichnen, aber doch noch von einer
kräftigen Tastborste besetzt. Die ventralwärts noch unter den vor-
deren Hälften des 9. V. hergreifenden 9. D. erscheinen als sehr
zarte, fast hyaline, aber noch mit ziemlich vielen Poren versehene
Häute und tragen am Vorderrande wieder eine feine Verdickungs-
kante. Die 10.D. ist 11/, mal länger als breit, läuft auch in Pro-
Beiträge zur vergleich. Morphologie d, Abdomens d. Coceinelliden. 41
cessus dorsales aus, welche aber kürzer bleiben als bei Exo-
chomus, indem sie kaum ein Drittel der Plattenlänge ausmachen.
Ein Infundibulum fehlt. Das Receptaculum ist höchst
einfach gestaltet, da es ein hornloses, nach hinten allmählich
verschmälertes Säckchen darstellt.
Seymnus Abietis d.
Auf den D. stehen nur wenig Drüsenporen, am zahlreichsten
noch auf der 7. D. Die Haarfelder der 5. und 6. sind schmale
Querstreifen, auch stehen auf ihnen die Haare nicht sehr dicht. Die
Fortsatzlappen der 7.D. sind klein, die der 8. stark und abgerundet.
Auf dieser ist die Beborstung allenthalben zerstreut, ausser am
Vorderrande, aber längere Tastborsten nehmen nur den Hinterrand
ein. Die V. wie gewöhnlich. Die Hinterränder der 7. und 8. V.
gerade, die 8. ist mondsichelförmig gekrümmt. Die 9. und 10. D,
(Fig. 61) erinnern an die von Coccinella. Vor dem kräftigen, an
beiden Enden keulig verdickten Spiculum gastrale liegt ein
kleines, mit wenigen Börstchen besetztes Rudiment der 9. V.
Der Sipho (Fig. 68) ist stark und continuirlich eingekrümmt,
waldhornartig. Die Kapsel erweitert sich in einen langen Bucht-
lappen; der Sipho ist vor der Spitze etwas verdickt, im Uebrigen
sehr einfach. Auch in den Copulationsorganen steht diese
Form den Coceinellen sehr nahe (cf. Fig. 43). Der Penis von
zuckerhutförmiger Gestalt verschmälert sich continuirlich bis gegen
die Spitze, ist von zerstreuten feinen Drüsenporen durchsetzt und
hat schmale, mit Häut. versehene Laminae laterales, welche in der
Mitte ein wenig vorspringen. Die vor der Mitte stark gekrümmten,
fingerförmigen Pa. tragen am Ende starke Tastborsten und in der
Grundfläche zieht sich fast bis zum Gelenk hin eine lange Drüsen-
porenbahn. Die Ba. sind (ähnlich wie bei Coccidula) oben in der
Mediane in einer kräftigen und nach hinten zu einem Knoten an-
seschwollenen Chitinkante verlötet. Die Trabes verbreitert sich
in der Mitte stark und ist daher vorne keulig verdickt.
Scymnus frontalis 9.
Die acht ersten Segmente gleichen sehr denen des Vorigen,
doch sind die Haarfelder ganz auffallend scharf begrenzt, da
ringsum die Platte dunkel, die Flecke selbst aber nicht pigmentirt
sind, auch die einzelnen Haare besonders deutlich. Die Drüsenporen
sind viel zahlreicher und bilden am Hinterrande der Haarfelder
eine sehr regelmässige Reihe. Die Fortsätze der 7.D. sind drei-
eckig und spitz, fast so gross als die der 8.-V. wie gewöhnlich,
die 8. V. bildet eine auffallend schmale Sichel, ihr Hinterrand ist
gerundet, der der 7. gerade. — Die 9. V. bildet eine innen etwas
unregelmässig, aussen bogig begrenzte Duplicatur, ist doppelt so
lang als breit, aussen und am Ende mit Tastborsten und Drüsen-
poren besetzt. Auf dem knöpfchenförmigen Stylus sitzt nur eine
Tastborste. Aussen zeigt sich an der 9. V. eine nach vorne zu-
42 Dr. Carl Verhoeff:
nehmende Verdickung und diese setzt sich über die Platte hinaus
als endoskelettaler Stab nach vorne noch um mehr als die
Hälfte der Plattenlänge fort. An sein Ende befestigt sich die 9. D.
‚mit ihrer unteren Vorderecke. Diese 9. D. hat die gewöhnliche
Gestalt, also hinten abgerundet, und nur auf der Hinterhälfte befinden
sich Drüsenporen; hier stehen aber auch mehrere lange Tastborsten.
Die obere Vorderecke springt spitz vor. Seitenblasen fehlen. Die
quere, hinten mit Tastborsten reichlich besetzte 10. D. entsendet
nach vorne jederseits einen Fortsatz, neben dem nach innen zu
Drüsenporen stehen. Das Infundibulum fehlt. (Ueber das Re-
ceptac. kann ich, aus Mangel an weiterem Material, keinen sicheren
Bescheid geben, nur mittheilen, dass es vorhanden ist.)
Hippodamia tredecimpunctata.
3 — Segmentplatten in-der Hauptsache wie bei den Vorigen.
Die 1.D. bildet einen schmalen aber vollständigen, queren braunen
Streifen mit sehr feinen Häut. Drüsenporen auf den D. ziemlich
zahlreich, auch auf der 1. D. Die Haarfelder der 6. und 5. D.
nicht scharf begrenzt. Die 6. und 7. D. springen vorne jederseits nur
in flache Buckel vor, sodass man von Fortsatzlappen nicht sprechen
kann. Die 8.D. ist typisch, die 8. V. quer, etwas mondsichelförmig,
an jener Vorderecke in einen kräftigen, ihr an Länge fast gleich-
kommenden Fortsatz ausgezogen, in der Mitte des Hinterrandes
mit einer winkeligen Ausbuchtnng. Die 9. und 10. D. sind sehr
stark in die Quere ausgedehnt, sonst typisch, die 10. D. gebogen,
nierenförmig, die 9. D. nach der Mediane zu verschmälert aber
nicht durchschnürt, jederseits vorne in breitem, kräftigen Fortsatz
vortretend. Die Seiten schlagen sich im der ganzen Länge nach
unten um. Diese Umschlagung ist ziemlich schmal und vor der
Mitte ausgebuchtet, hinten tritt sie ein wenig vor zur Stütze der
Ecken der 10. D.
Das Spiculum gastrale fehlt.
Statt dessen bemerkt man ein ziemlich kräftiges, braunes,
schuppenartiges Rudiment der 9. V., das eine beilförmige Gestalt
hat und strukturlos ist, abgesehen von einer Gruppe Drüsenporen,
welche jederseits vor dem Hinterrande steht. Letzterer ist gerundet,
die Seiten des Plättchens verschmälern sich anfangs stark, laufen
dann eine Strecke parallel, und vorne ist das Rudiment abgestutzt.
Der Sipho (Fig. 65) weicht bedeutend von allen bisher be-
trachteten ab. Während sonst die Kapsel, als ein Ding von viel
bedeutenderer Breite wie der übrige Sipho, stark von diesem abge-
setzt erschien, bildet ihr Homologon hier eine Röhre, welche
ohne scharfe Grenze in die eigentliche Siphoröhre über-
seht. Man kann fast immer leicht eine Stelle am Sipho finden
(und hier liegt sie an seiner Krümmung), wo eine Trachee eintritt.
Diese Stelle muss man als Grenze zwischen dem ectoskelettalen
Sipho und der endoskelettalen Kapselröhre ansehen, denn die
Stelle, welche diese Grenze genau markirt, nämlich die Ansatzstelle
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 43
der Siphonalhaut, liegt ganz nahe an der Einmündungsstelle der
Trachee, nur wenig mehr distal, ist aber oft sehr schwer zu
erkennen wegen der grossen Zartheit der Siphonalhaut. Ich ver-
weise im Uebrigen hinsichtlich der Gestalt des Sipho auf Fig. 65
und bemerke nur, dass im Enddrittel nicht wenige feine Drüsen-
poren zerstreut stehen. An der Spitze befindet sich ein rudimentärer,
unpaarer Präputialsack, bei x, wo die plötzliche Verjüngung der
Röhre erfolgt, das Rudiment eines paarigen.
Auch an den Copulationsorganen sind mehrere auffallende
Unterschiede von denen der Vorigen zu bemerken. Der Penis ver-
schmälert sich anfangs, bleibt dann eine Strecke gleich breit und
erfährt am Ende eine keulenartige Verdickung. Die Seiten der
Keule sind abgerundet, das Ende tritt in eine dreieckige Spitze vor.
Feine Drüsenporen sind ziemlich reichlich vorhanden. Von unten
gesehen bemerkt man in der Keulenanschwellung eine längliche, am
Ende abgerundete Rinne. Sehr abenteuerlich gestaltet sind die
Laminae laterales. welche viel selbständiger als sonst er-
scheinen, da sie sehr kräftig ausgebildet sind und mit dem übrigen
P. nur häutig verbunden. Vorne abgerundet lassen sie zwischen
sich einen Fortsatz der verknüpften Ba. einragen. Sie verbreitern
sich nach hinten und theilen sich in zwei Arme. Der äussere
derselben ist gerade, dolchartig zugespitzt und erreicht nicht die
Keulenanschwellung des Penis, der innere wendet sich im Bogen
nach der gegenüberliegenden Seite, ragt dort über den P. hinaus,
krümmt sich wieder mehr zurück und reicht dann nach hinten mit
seinem nach innen etwas hakig umgebogenen Ende etwas über die
Mitte der Keulenanschwellung hinaus. Diese starke Entwicklung
des Innenastes bewirkt, dass er sich mit seinem Gegenüber scheeren-
artig kreuzt. Das Ende des Innenastes ragt übrigens als kräftiges,
gebräuntes Horn frei vor, der mittlere Theil ist häutig mit dem P.
verbunden und diese Haut ist mit länglichen Knötchen versehen.
Vorne ist der Innenast fein gestreift. Jede Lamina lateralis
ragt seitlich über den übrigen P. heraus. Die Ba. sind ventralwärts
hinten fast in der Hälfte ihrer Länge verschmolzen und vorne
bleiben sie nur soweit auseinander als nöthig ist, um der Trabes,
die sich in der Einbuchtung vorne ansetzt, Platz zu lassen. Seitlich
treten sie in dreieckigen Lappen vor. Dorsalwärts setzt sich der P.
mit breiter Basis an die Ba. Dass diese ventralwärts mit drei-
eckigem Fortsatz zwischen die Laminae einspringen wurde schon
erwähnt. Die Trabes ist auffallend kurz und dick, nach
vorne wird sie keulenartig immer breiter und ist am Ende
ausgebuchtet. Ebenso gedrungen erscheinen die fast lorbeerblatt-
artig gestalteten Pa., deren Beborstung am Ende reichlich ist aber
relativ kurz und über die Kanten vertheilt. Gegen die Basis
bemerkt man nur wenige kleine Drüsenporen.
2 — Die acht ersten Segmente wie beim d, doch fehlt an der
8. V. die Ausbuchtung vollständig und die Fortsätze sind sehr kurz.
Die 9. V. erinnern sehr an diejenigen mancher Coceinellen. Sie
44 Dr. Carl Verhoeff:
sind durch eine nicht gerade tiefe Bucht in einen Platten- und einen
Stieltheil abgesetzt, welche beide reich mit Drüsenporen versehen
sind. Auf den ziemlich grossen Styli stehen mehrere kräftige Tast-
borsten. Letztere bemerkt man sonst noch am Ende der 9. V. Im
Uebrigen dunkelbraun pigmentirt fällt innen an den 9. V. ein halb-
kreisförmiger, heller Fleck auf und hier stehen nur Häutungshaare.
Der Stieltheil ist beinahe so lang als der Plattentheil, letzterer fast
viereckig. Oben am Vulvarande findet sich eine dichte Gruppe
starker Häutungsstachel. Die Seitenblasen sind vorhanden,
auffallend länglich und ausser den Häut. auch mit einer Gruppe
von Drüsenporen versehen, welche continuirlich zu denen des
Stieltheiles übergehen. Die 9. D. ist wie bei den meisten Cocei-
nellen gestaltet, ohne Tastborsten und Häut., hinten von einigen
Drüsenporen durchbohrt. Reichlich beborstet ist die mondsichel-
förmige 10. D.
Das Infundibulum ist ein einfacher, nur hinten etwas ver-
dünnter und dann wieder verdickter Röhrenstab von ziemlicher
Länge (!/;, mm). Das Receptaculum stimmt fast ganz mit dem
von Coccinella bipunctata (Fig. 48) überein, nur ist das Horn
länger und stärker gekrümmt.
Diese Art weicht also im d Geschlechte von den Coccinellen
sehr stark ab, während sie ihnen im 2 Geschlechte sehr nahe
kommt.
Hippodamia variegata [= mutabilis] (non Coceinella!).
8 — Die acht ersten Segmente in der Hauptsache wie vorher.
An der 6. D. sind die Haarfelder besonders in der Aussenhälfte
sehr regelmässig von Drüsenporen umgeben. Die Fortsätze der 7.D.
sind rudimentär, die der 8. ziemlich kräftig. Auf dieser 8. finden
sich recht viele Drüsenporen. Die quere 8. V. ist hinten nur sehr
flach ausgebuchtet, ihre Vorderecken sind in Fortsätze ausgezogen.
Die 9. und 10.D. erinnern sehr an diejenigen von Seymnus (Fig.61),
doch sind sie viel stärker in die Quere ausgedehnt. Das Spiculum
gastrale fehlt. Auch das Rudiment der 9. V. fehlt bis auf eine
verschwindende Spur, ein gelbliches Knötchen und dahinter ein
Querstrich.
Der Sipho (Fig. 64) ist dem der vorigen Art sehr ähnlich.
Bei x beginnt die Röhrenkapsel, hier an Gestalt einfacher. Der
Ductus ejaculatorius mündet gerade in das verbreiterte Ende. Auch
die Copulationsorgane sind ähnlich gebaut wie die von 13-punc-
tata, ausgenommen die Laminae laterale. Der Penis ist genau
zuckerhutförmig (Fig. 60), seine Laminae laterales, welche vorne
häutig gegen die Ba. abgesetzt sind, greifen in der Mediane etwas
übereinander, sind in der Vorderhälfte am breitesten, verschmälern
sich in der Mitte stark und enden eine Strecke vor dem Hinterende
des P. Nach aussen zu tragen sie feine Häutungshärchen. Gegen
die Spitze ist der P. mit sehr feinen, an der Basis mit grösseren,
umwallten Drüsenporen besetzt. Die Pa., ähnlich denen von
Beiträge zur vergleich. Morpbologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 45
13-punctata, sind gegen das Ende keulig verdickt, gegen die
Basis steht eine Drüsenporenbahn. Die Ba. gleichen im Uebrigen
auch denen des Vorigen, doch besteht ein beträchtlicher Unterschied
darin, dass sie ventralwärts in der Mediane nicht in ihrer halben
Länge verschmolzen sondern nur durch ein sehr schmales Band
verknüpft sind. Vor diesem angelehnt ist das nach den Seiten in
Spitzen ausgezogene Hinterende der Trabes, deren Gestalt im All-
gemeinen dieselbe ist wie bei 13-punctata, jedoch entschieden
schlanker. Am Vorderende ist die Keule ausgebuchtet.
2 — Die acht ersten Segmente stimmen mit denen des d
überein, ausgenommen die 8. V. Diese ist mondsichelförmig, hinten
nicht ausgebuchtet, an den Vorderecken nur in sehr kurze Fort-
sätze ausgezogen und in der Mediane etwas häutig.
Daselbst befindet sich am Hinterrande ein vorspringendes bogen-
förmiges, zartes Häutchen, ein Anfang zur Bildung einer Copu-
lationsgrube, wie ich sie von Coccinella quadripunctata beschrieb.
Das 9. und 10. Segment erinnern sehr an 13-punctata, doch
fehlen die Stacheln über der Vulva, die helle Stelle innen an der
9.V. und die Drüsenporen gehen vom Stieltheil nicht auf die Seiten-
blasen über. Das Receptaculum gleicht sehr dem des Vorigen, nur
ist das Horn etwas kürzer und dicker.
Hippodamia undecimnotata (non Üoccinella).
5 — Drüsenporen auf den D. reichlich vorhanden. 8. und 7. D.
mit kräftigen, 6. mit rudimentären Fortsätzen. 9. und 10. D. denen
des Vorigen sehr ähnlich, ebenso die 8. V., doch ist deren Hinter-
rand gerade. Das Spiculum gastrale fehlt. Von der 9. V. ist
ein dreieckiges Blättchen als Rudiment vorhanden (Fig. 55), auf
dem man nur äusserst winzige Häut. bemerkt.
Der Sipho (Fig. 63) schliesst sich eng an die der beiden
vorigen Arten an. Die Copulationsorgane stehen denen von
13-punctata am nächsten.
Das Stammstück des Penis verschmälert sich stark gegen das
Ende und verläuft schliesslich dünn stabartig (von oben oder unten
gesehen). Von diesem Stabende geht nach unten eine wulstige
Kante ab, welche nach jeder Seite vorspringt, reich ist an feinen
Drüsenporen und nach vorne zu sich in die Laminae laterales fort-
setzt. Diese springen in einem durch eine tiefe Bucht abgesetzten
Fortsatz nach hinten spitzig vor. Nach vorne kommen sich die
Ränder der umgeschlagenen Laminae erst nahe und divergiren dann.
Die eingekrümmten Flächen zeigen eine zierliche Struktur von Linien,
welche vielfach durch Zwischenlinien zu einer zellenartigen Struktur
verbunden sind. Vorne innen ist der Penis auf der Unterseite in
einem dreieckigen, nach hinten zu einem Fortsatz ausgezogenen
Gebiete jederseits stärker chitinisirt und dunkelbraun pigmentirt. An
diesen Stellen münden zahlreiche, umwallte Drüsenporen. Die Me-
diane zwischen beiden Feldern ist heller. Ungefähr in der Mitte
jeder Lamina geht nach hinten und aussen ein grosser, dreieckiger,
46 Dr. Carl Verhoeff:
am Ende abgerundeter Lappen ab, welcher dem Aussenfortsatz bei
13-punetata homolog ist. Während der Innenfortsatz bei jenem
mit dem übrigen Penis häutig verbunden ist, geht bei 1l-notata
die Lamina in gleicher Stärke in das Stabende des P. über. — Die
Pa. ähneln denen von 13-punctata, sind aber stärker beborstet.
Die Gestalt der auch hier am Vorderende ausgebuchteten, keu-
lioen Trabes und die ventrale Verbindung der Ba. ersehe man
aus Fig. 59. ö
2 — Fortsätze der 8. D. kurz, der 7. rudimentär. D. reich
an Drüsenporen. 8. V. sichelförmig mit kurzen Seitenfortsätzen.
9. Segment sehr reich an Drüsen, die Poren stehen besonders auf
dem Stieltheil der 9. V. sehr dicht, gehen aber nicht auf die
aussen eingeschnürte Seitenblase über. Letztere ist besonders
innen an dem über dem Stieltheil gelegenen Gebiet sehr dicht behaart.
Stiel- und Plattentheil, durch tiefe Bucht von einander abgesetzt,
kommen sich an Länge ungefähr gleich, der zweite ist rundlich vier-
eckig. Der mit drei langen Tastborsten bewehrte Stylus sitzt in
einer von einer Haut überspannten, rundlichen Grube. Die sehr
schmale 10. D. ist reich an Tastborsten und Drüsenporen.
Das kurze, röhrenartige Infundibulum ist vorne und hinten
schwach angeschwollen (Fig. 50). Die Samenblase mit stark ge-
ringelt eingeschnürter Wand stimmt fast überein mit der von Cocei-
nella bipunctata.
Epilachna chrysomelina.
5 — Die 1.—7.D. sind sehr zart, die vorderste ist ganz häutig
geworden. Alle aber sind durch die Zwischenhäute gut abgegrenzt
geblieben. Pigment fehlt an der 1. und 2. D. ganz, an der 3.—6.
sind nur schwache Streifen gelber Färbung vorhanden.
Die 8. D. besitzt kräftige Fortsatzlappen, die 7. schwächere.
Kräftige Tastborsten sind auf der 8. D. reichlich vorhanden, kleinere
auch auf der 7. Im Uebrigen findet man nur sehr wenige Tast-
börstehen auf den vorhergehenden Platten. Häutungshaare stehen
als Wimpersaum am Hinterrande der 2.—7.D., als Haarfelder auf
der 6., 5. und 4. D., auf letzterer aber sind die Felder vor dem
Hinterrande recht klein. In den inneren Feldern stehen die Haare
nach aussen, auf den äusseren nach innen. Die sonst vorkommenden
Häut. sind sehr wimzig. Drüsenporen stehen wo es Tastborsten
giebt in deren Nähe, wo sich Haarfelder finden besonders in deren
Umgebung, an der 3. und 2. D. vor dem Hinterrande, an der 1.
giebt es nur wenige zerstreute. Die V. sind reichlich mit von
Drüsenporen begleiteten Tastborsten besetzt. Die sichelförmige 8. V.
tritt jederseits vorne in einen Fortsatz vor und ist in der Mitte
des Hinterrandes winkelig ausgebuchtet. Innen von der Fortsatz-
basis bemerkt man jederseits eine Gruppe glasiger, getrennter Flecke,
das sind Muskeleindrücke im Skelett.
Die 9. D. ist in der Mitte sehr schmal, am Hinterrande oben
ziemlich gerade begrenzt. Jederseits springt sie nach vorne in einen
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 47
sehr grossen, dreickigen Fortsatz vor, auf welchem man ähnliche
helle Muskeleindrücke bemerkt wie an der 8. V., nur sind sie
an der 9. D. noch zahlreicher. Diese greift seitlich nach unten
herab, sodass eine stark gekrümmte Seitenwandung entsteht. Der
herab gekrümmte Theil springt hinten nach innen und hinten in
einen grossen, abgerundet-dreieckigen undam Ende beborsteten Lappen
vor, welcher auch bedeutend über die obere Hinterrandlinie der
Platte vorragt. Es sind nur wenige Drüsenporen vorhanden und
Häut. fehlen. Die abgerundet- dreieckige 10. D. ist hinten convex,
vorne concav und mit Tastborsten und Drüsenporen reichlich ver-
sehen. Die abgerundeten Vorderecken springen nach innen als wul-
stiger Rand eine kurze Strecke vor. Das Spiculum gastrale ist
1!/,;, mm lang, säbelartig gekrümmt, fast gleich breit; die 9. V. fehlt.
Der Sipho (Fig. 4) ist auffallend durch die Art seiner Krümmung..!)
Er wendet sich nämlich nach mässiger Einkrümmung gegen das
Ende wieder nach aussen. Am Ende selbst schwillt er etwas an
und trägt dort eine charakteristische starke und scharfe Bezahnung.
Präputialsäcke fehlen. Drüsenporen sind ziemlich reichlich vertheilt.
Die Kapsel besitzt einen nur kleinen Buchtlappen, erstreckt sich
aber selbst mit schrägem, grossen Lappen nach hinten.
Der Copulationsapparat ist ziemlich stark in die Länge ge-
streckt, (Fig. 3) die Pa.sind vollkommen gerade, stabförmig, gegen das
Ende nicht verdickt. Die Beborstung ist lang und eine Reihe der
Grannen zieht sich bis zur Mitte herab. Von dort bis zur Basis
(aber auf der andern Seite) reicht eine Drüsenporenbahn. An der
Basis sind die Pa. genau so breit wie ihre Ba., liegen auch genau
als deren Fortsetzung, sodass man hier besonders deutlich sieht,
dass beide, durch einen Muskel sesen einander bewegliche Theile,
Glieder einer Gliedmasse sind. Dorsalwärts sind die- Ba. in
einer nach hinten knotig verdickten Chitinkante aneinander ge-
kittet. Von diesem Knoten steigt ein endoskelettaler Balken (b)
zwischen den Ba. und an deren Hinterende herab und erweitert
sich unten wieder. Mit dieser Erweiterung sind die inneren Basen
der Pa. elastisch und stark verbunden. Oben am Vorderrande sind
die Ba. abgerundet. In der Seitenansicht (Fig. 3) bemerkt man,
dass sie schräg nach unten abfallen und sehr gebogen sind. Die
Hinterkante ist oben und an den Seiten verdickt und verwächst unten
mit dem unteren Vorderende des Penis. An dieser Stelle ist auch
die schwach S-förmig gebogene, nach vorne verdickte Trabes in-
serirt. (Von oben oder unten gesehen ist sie aber hinten am brei-
testen.) Das obere Vorderende des Penis ist ebenfalls mit der
Mediansäule der Ba. verkittet. Er ist doppelt so breit als ein Para-
meros, hinter der Mitte etwas nach oben gekrümmt und am Ende
in eine Spitze ausgezogen. Von der Seite gesehen verschmälert
er sich continuirlich, von oben gesehen (Fig. 6) schwillt er vor
') In der Zeichnung kam das wegen Raummangel nicht recht zum Aus-
druck.
48 Dr. Carl Verhoeff:
dem Ende keulenartig an und in dieser Keule findet sich nach
unten eine flache grubenartige Mulde. Am Ende des Penis, be-
sonders zu Seiten der Keule, stehen ziemlich viele lange Tast-
borsten, [Cirrus] was bei allen bisherigen Coceinelliden nicht
beobachtet wurde. Feine Drüsenporen sind spärlich vertheilt.
Betrachtet man den Penis genau von unten (Fig. 6), so bemerkt
man eine Rinne (r), welche kurz hinter der Basis beginnt und bis
vor die Grube in der Keule zieht. Sie wird theilweise überdeckt
von seitlich emporragenden Falten, die sich aus der Wand des P.
erheben. Diese Falten nähern sich anfänglich, gegen das Ende
divergiren sie wieder stark. Sie überdecken also theilweise die
innere, von der Siphonalhaut ausgekleidete und für den Durchgang
des Sipho bestimmte Röhre ähnlich wie die Laminae laterales an-
derer Coccinelliden. In der That sind auch diese Kanten die
Vorläufer jener Laminae. Sie hängen noch in continuo mit
dem übrigen P. zusammen, während die Laminae laterales dadurch,
dass sich absetzende Kanten und häutige Zwischenstreifen bildeten,
eine mehr selbständige Natur erhielten. — Die Rinne (r) ist innen
mit Häutungshaaren ausgekleidet und diese gehen bis zu den Rändern
der Falten. Trennt man den P. von den Genitalanhängen ab (Fig. 6),
so bemerkt man ein Paar innere und ein Paar äussere Fortsätze
oder Schenkel (Fe) am Vorderende. Die inneren sind an die
Mediansäule, die äusseren an die wulstige, an den Seiten herablau-
fende Vorderandkante der Ba. angekittet. An der Trennungsstelle
von Rinne und Keulengrube bemerkt man in der Seitenansicht zwei
kleine endoskelettale, quer durch den P. ziehende Bälkchen,
(x Fig. 3) auch kann man feststellen, dass zwischen den obersten
Stellen der Rinne und der dorsalen Wand des P. noch ein Innen-
raum bleibt, welcher fast den halben Durchmesser des P. erreicht.
Hier lässt sich eine länesziehende Trachee beobachten. (tr.)
2 — Die acht ersten Segmente sind denen des d sehr ähnlich,
doch springt die 7. V. mit dem Hinterrande in der Mitte etwas vor
‚und die Einbuchtung am Hinterrande der 8. V. ist sehr schwach
und setzt sich m der Mediane eine Strecke als Rinne fort. Die
Gruppe der hellen Muskeleindrücke jederseits ist vorhanden.
Das 9. Segment weicht nicht unerheblich von allen der bisher
betrachteten Coccinelliden ab. Die 9. V. ist rundlich - viereckig,
mit dem abgerundeten Hinterrande etwas vorspringend. Innen vor
dem Hinterende sitzt in einer mit Haut ausgespannten Grube der
sehr kleine, mit drei kräftigen Tastborsten bewehrte Stylus. In
seiner Umgebung sowie am Innen- und Oberrande steht eine reich-
liche, nach hinten gerichtete Beborstung. Die übrige Platte entbehrt
derselben, nur an der unteren Hinterecke steht eine Gruppe ge-
krümmter nach oben gerichteter Tastborsten. Der Vorder- und
Unterrand zeigen eine wulstig verdickte Kante. Die untere Hinter-
ecke springt als kleines Läppchen vor. Drüsenporen sind nur
wenige zerstreut.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 49
Ein Stieltheil fehlt ebenso wie die Seitenblase. Die
von umwallten Drüsenporen ziemlich reichlich durchbohrte 9. D.,
(wie immer bei 2 Coceinelliden zweitheilig,) hat abgerundet-drei-
eckige Form und springt mit einem dreieckigen, von einer Gruppe
kräftiger Tastborsten besetzten Lappen zwischen 9. V. und 10. D.
vor. Mit dem Hinterrande schmiegt sie sich eng an die 9. V. und
schickt auch unten einen abgerundeten Lappen gegen dieselbe vor.
Am Vorderrande verläuft eine verdickte Kante. An das innere Ende
derselben heftet sich die Vorderecke der zweitheiligen 10. D.
Diese ist reichlich und stark beborstet, die Hälften sind oblong,
hinten abgerundet, erstrecken sich schräg nach aussen, wo sie in
einen spitzen Fortsatz ausgezogen sind und berühren sich mit den
Innenrändern.
Die Bursalintima ist sehr faltig. Das Infundibulum fehlt. Das
Receptaculum scheint dem des Folgenden ähnlich zu sein. —
Ueber der 8. V. und unter der Vulva erhebt sich eine halbkreis-
förmige, am Rande etwas verdickte Platte, welche eine zu einer
besonderen, kleinen Platte gewordene Duplicatur-Ausstülpung
der Zwischensegmenthaut vorstellt. Ich nenne sie secundäre
9. V. Sie trägt weder Tastborsten, noch Drüsenporen, noch Häut.-
Haare, besitzt auch keine zellige Struktur, ist aber gelblich pig-
mentirt.
Epilachna argus.
& — DieD. bis zur 7. sind stärker pigmentirt als beim Vorigen,
alle hellbraun. Die Fortsätze der 7. D. sind kurz, die der 8. kräftig.
Diese besitzt in der Mitte des Hinterrandes einen winkeligen Aus-
schnitt; an der 8. V. ist ein solcher nur angedeutet, die Muskel-
eindrücke wie bei chrysomelina. Spiculum gastrale, 9. und
10. D. den entsprechenden Theilen der vorigen Art höchst ähnlich,
nur ist die 9. D. in der Mitte so schmal, dass hier nur eine dünne
Verbindungsspange zwischen den Seitentheilen geblieben ist.
Die Hinterlappen besitzen nur wenige Tastborsten, reichlicher Drüsen-
poren, die Vorderlappen sind breiter.
Der Sipho (Fig. 66) hat im Allgemeinen denselben Krümmungs-
verlauf wie der von chrysomelina. Es fehlt aber die terminale
Verdickung ebenso wie die Bestachelung, er läuft, sich allmählig
verschmälernd, einfach gegen das Ende aus. Die Kapsel ist durch
ein Innenknötchen gegen den Sipho abgesetzt und besitzt ebenfalls
einen nur schwachen Buchtlappen. Sie verläuft ziemlich gerade
und ist mehr als doppelt so lang wie an der Basis breit.
Die Copulationsorgane sind denen von chrysomelina
gleichfalls recht ähnlich, im Allgemeinen aber weniger gestreckt.
Die Pa. sind etwas säbelartig gekrümmt. Der Penis ist in der Grund-
hälfte doppelt so breit als ein Parameros, nach oben ein wenig
gekrümmt. Dann verschmälert er sich hinter der Mitte stark und
krümmt sich nach unten bis er mit seiner scharfen Spitze sich
wieder hakenartig nach oben biegt. Er überragt die Pa. um !y,
Arch. f. Naturgesch, Jahrg.1895. Bd.I. H.1. 4
50 Dr. C. Verhoeff:
seiner Länge. Die keulige Anschwellung fehlt ebenso wie selbst-
ständige Laminae laterales.
Die Ba. ähneln sehr denen des Vorigen, doch fallen sie seitlich
nicht so ab sondern sind mehr zugerundet. Die Trabes ist relativ
kürzer und gegen das Vorderende noch stärker keulig angeschwollen.
2 — Die 7 ersten Segmente und die 8. D. stimmen mit denen
des & überein, die 8. V., das 9. und 10. Segment gleichen denen
der ?chrysomelina. Die Medianrinne auf der 8. V. aber läuft
bis zum Vorderrande durch. Die secundäre 9. V. ist auch hier
als graugelbliche, ziemlich stark chitinisirte, halbkreisförmige Du-
plicatur ausgebildet, ohne sonstige Auszeichnungen. Die echten
9.V. sind noch rundlicher, der Fortsatz an den unteren Vorderecken
schwächer und die untere Borstengruppe fehlt fast ganz. Ebenso
fehlt das Infundibulum.
Das Receptaculum ist häutig, von Gestalt einem im Halb-
kreis gekrümmten Pulverhorn ähnlich, nur an der Ausmündungs-
stelle etwas gebräunt. Die Wandung entbehrt der Ringelstruktur.
Lithophilus connatus.
5 — V. reichlich mit Tastborsten besetzt, Drüsenporen sehr
spärlich, Processus abdominalis etwas breiter als bei den bisher
betrachteten Formen, vorne abgestutzt. Eine Gruppe von hellen
Muskeleindrücken findet sich an der Seite der 3.—7. V., an der
7.V. auch eine jederseits am Vorderrande. Die 3. V. ist besonders
gross, so lang wie die drei folgenden zusammen. Schenkellinien
von sehr deutlicher Ausbildung formiren jederseits hinter dem
Phragma eine vollständige Schleife von starker Biegung. Die Krüm-
mungsstelle liegt um !/, der Plattenlänge vom Hinterrande der 3. V.
entfernt.
Zum ersten Male begegnen wir hier unter den Coceinelliden
echten Pleurenplatten und zwar finden sie sich vom 3.—7. Seg-
ment, gegen D. sowohl als V. durch Haut deutlich und sehr scharf
abgesetzt. Die Stigmen (auch hier in fünf Paaren vorhanden)
liegen noch eine Strecke vom oberen Pleurenrande entfernt und
in der Pleurenhaut. Alle Pleurenplatten sind mit Tastborsten
besetzt, welche vor dem Vorderrande von Gruben stehen und dieser
Vorderrand wird durch eine schwärzliche, scharfe Bogenlinie begrenzt,
welche vorne convex ist. Nach hinten zu nehmen die Pleuren-
platten an Grösse ab, die des 3. Segmentes sind mehr als dreimal
länger wie breit, die des 7. sehr klein, fast dreieckig. Die 1.—6.D.
sind zu glasigen, aber deutlich gegeneinander abgesetzten, nur mit
winzigsten Häutungshaaren besetzten Häuten reducirt. Die
Haarfelder der 5. und 6. D. fehlen. Die 7. D. ist deutlich
ausgebildet, gelblich pigmentirt und ziemlich reichlich mit Tast-
borsten besetzt, welche an den Seiten auch vor Bogenlinien stehen,
wie die Borsten der Pleuren. Drüsenporen fehlen, Häut. wie auf
den vorhergehenden Segmenten. Fortsätze fehlen, Vorder- und
Hinterrand gerade. Die hinten bogenförmig begrenzte 8. D. ist
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coccinelliden. 51
vorne jederseits in einen kräftigen Fortsatzlappen ausgezogen, reichlich
und allenthalben (mit Ausnahme des Vorderrandes) von mittellangen
Tastborsten besetzt, 21/; mal breiter als lang. Drüsenporen fehlen.
Jederseits steht eine Gruppe zerstreuter, heller Muskeleindrücke.
Die mondsichelförmige, an den Ecken in kurze Fortsätze verlängerte
8. V. ist nur an den Rändern gelblich pigmentirt, sonst glasig.
Am Hinterrande stehen Tastborsten, in der Mitte eine quere Flucht
umwallter Drüsenporen, vor den Vorderecken eine Gruppe heller
Muskeleindrücke. Das schlanke, schwach S-förmig gekrümmte
Spiculum gastrale ist noch etwas länger als Pa.+Ba. Die 9. V.
fehlt vollständig. 9. und 10. D. vom Typus der übrigen Cocei-
nelliden. Die 9. D. ist stark in die Quere gezogen, jederseits vorne
in einen sehr grossen und langen Fortsatz verlängert, (Fig. 39 pr.) an
der Seite wulstig verdickt. Vor den Hinterecken steht nur eine
kleine Gruppe von Drüsenporen. Die 10. D. ist sehr schmal und
schmiegt sich im Bogen eng an den Hinterrand der 9. Sie selbst
ist am Hinterrande mit Tastborsten bewehrt.
Der Sipho ist dem mancher andern Coccinelliden (z.B. Seymnus
Abietis) sehr ähnlich, seine Kapsel besitzt einen langen Bucht-
lappen. (Fig. 40.) Gleich hinter der Kapsel verschmälert sich der
Sipho nur noch wenig und bleibt dann auf langer Strecke gleich
dünn. In einiger Entfernung vor dem Ende schwillt er wieder etwas
an, verschmälert sich dann plötzlich, schwillt nochmals etwas an,
aber weniger als vorher und läuft schliesslich fein aus, ohne einen
Präputialsack zu besitzen. In den hinteren ?/;, seiner Länge sind
feine Drüsenporen allenthalben spärlich vertheilt. Er krümmt sich
kaum bis zur Mitte und verläuft dann ganz gerade nach hinten.
Die Copulationsorgane (Fig. 41) sind schlank gebaut. Auf
Pa. und Pe. sind Drüsenporen zerstreut. Kräftige Tastborsten
stehen in einer Bürste [Cirrus] am inneren Endrande der Pa. An
deren Unterseite beginnt eine Drüsenporenbahn, welche in gerader
Linie schräg nach innen zieht und sich über die ganze Ba. bis zu
deren innerer Vorderecke fortsetzt, wo sich die ziemlich gleichbreit
bleibende Trabes anheftet. In der dorsalen Mediane sind die Ba.
ohne Naht verschmolzen, doch klafft daselbst der verdickte
Vorderrand. Die Rinne an der Ventralseite des P. ist vorhanden,
aber schwach ausgebildet.
2 — Die acht ersten Segmente stimmen mit denen des d überein,
nur sind die Drüsen in der Mitte der 8. V. zahlreicher und die
Fortsätze der 8. D. viel länger, denn sie sind noch etwas
länger als die 8. D. selbst und reichen vorne noch etwas über
den Vorderrand der 7. D. hinaus. Hier zum ersten Male bei
Coceinelliden stossen wir auf einen wohlausgebildeten Lege-
apparat, aus einer vor- und rückschiebbaren Röhre be-
stehend. (cf. nebenstehende Figur.) Wie schon früher bei Lam-
pyriden und Malachioidea, lässt sich auch hier zwischen
Vorderröhre (VR) und Hinterröhre (HR) unterscheiden. Beide
sind durch die Ringfalte R getrennt. Die Vorderröhre ist die
4*
32 Dr. Carl Verhoeft:
enorm vergrösserte Zwischenhaut zwischen 8. und 9. Seg-
ment. Die Hinterröhre wird oben von der 10. D. in den
Flanken von der 9. D. gebildet. Hinter ihr liegt die ganz
nach hinten hinausgeschobene, doppelte 9. V. — Durch Einstülpung
der Vorderröhre wird der Legeapparat im Körper geborgen.
Im ausgestülpten Zustande sehen wir ihn in der untenstehenden
Figur. Die Vorderröhre ist allenthalben dicht mit spitzen, feinen,
BER
®
nach vorne gerichteten Häutungshaaren besetzt. Man sieht zu
oberst das Rectum, weiter unten die Vagina durchschimmern. Die
fast häutige 10. D. ist mit zerstreuten Drüsenporen, am Hinterrande
mit Tastborsten besetzt. Vor ihren Seitenecken aber erstrecken
sich nach vorne gelbe Chitinstäbe, welche bis zur Ringfalte
reichen. Diese sind den Radii dorsales der Malachioidea
homodynam. Gleichfalls hautartig sind die ausserhalb der Radii
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 53
gelegenen Hälften der 9. D., welche auch in den Seiten weit herab-
greifen. Sie entbehren, wie alle hinter der Ringfalte gelegenen
Theile, der Häut. vollständig, besitzen aber zerstreute Drüsenporen
und einige Tastborsten. Ventralwärts reichen sie nicht ganz bis
zur Ringfalte sondern sind schräg abgestutzt und hier am Rande
ein wenig verdickt. Gleich hinter und unter der 10. D. liegt der
Anus. Fast ebenso lang als die Hinterröhre sind die hinter ihr
gelegenen Hälften der 9. V., welche die Vulva flankiren. Sie
sind mit zersteuten Drüsenporen und besonders in der Hinterhälfte
mit kräftigen Tastborsten besetzt, in der hinteren Hälfte auch
dunkler als in der vorderen pigmentir. Am äussersten Ende
findet sich ein mit zwei langen Tastborsten gekröntes Rudiment
des Stylus. Oben wird die Vulva von einer häutigen, abgerundeten
Klappe, der Vulvaklappe (Vk) überragt. Diese ist mit feinen
Längsriefen versehen, welche bis gegen den Anus verlaufen.
Ein Spiculum ventrale fehlt vollständig, wie ich aus-
drücklich bemerken will. Einen physiologischen Ersatz liefern die
langen Processus der 8. D. — Die Bursa copulatrix ist, dem
Legeapparat entsprechend, sehr in die Länge gedehnt. Hier ist
auch der Uterus mit einer Chitinintima ausgekleidet. Der häu-
tige Verbindungskanal zwischen Bursa und Receptaculum ist mehr-
mals länger als letzteres. Das Infundibulum fehlt. Das Recep-
taculum besitzt geringelte Wandung, ist skelettirt, an Form recht
einfach, etwas gebogen, ziemlich gleichbreit. Hinten befindet sich
ein kleiner Halstheil, der Knoten ist nur angedeutet.
Adalia obliterata d. Während des Druckes dieser Arbeit
fand ich, dass der noch in der alten Schule steckende Species-
systematiker J. Weise von dieser Art fälschlich behauptet, ihre
Parameren seien grösstentheils mit einander verwachsen. -— Zur
Klarstellung bemerke ich Folgendes:
Die Pa.-Endtheile sind auffallend kurz, die Ba. dagegen
auffallend lang, mehr als doppelt so lang wie die Pa.-Endtheile.
Letztere sind aber doch reichlich mit langen Tastborsten besetzt.
Die inneren Basen der Pa.-Endtheile springen nach vorne in kräftige
Fortsätze vor, durch welche sie an die Ba. elastisch angeheftet sind.
An die äusseren Basen geht die kräftige Sehne des an der inneren
Concavität der grossen Ba. ausstrahlenden Paramerenmuskels. Die
Pa.-Endtheile sind mithin frei gegen die Ba. und gegen einander
beweglich. Natürlich sind sie auch durch Haut gegen die Ba. ab-
gesetzt. Letztere zeigen in der dorsalen Mediane eine deutliche
Verwachsungsnaht. Die eigentlichen Pa. sitzen also auf den Ba. und
genau in ihrer Verlängerung, sodass beide Theile sich auch hier
sehr deutlich als Glieder einer Gliedmaasse darstellen. Der P.
liegt durchaus ventral von den Pa. und endet vorne etwas vor der
Mitte der Ba. Mit diesen ist er hier zu einer queren Verdickung
verwachsen. Vor derselben legt sich die Tr. an, welche in eine
dreieckige Verdickung ausläuft und nach vorne allmählig keulenartig
54 Dr. Carl Verhoeff:
anschwillt, ohne dort eine Ausbuchtung zu zeigen. Sie ragt vorne
um die halbe Ba.-Länge vor. Vorne sind die Ba. abgestutzt, sie
klaffen ventralwärts in der vorderen Hälfte, in der hinteren ist der
P. an sie angewachsen. Die Seitenränder fallen vorne nach unten
ab. Der P., dessen Wandung in der Endhälfte von feinen Drüsen-
poren durchbohrt wird, verschmälert sich allmählig von vorne nach
hinten. Am Ende ist er tief dreieckig-buchtig ausgeschnitten, sodass
er in zwei kurze, am Ende stumpfe Hörner vorspringt. Die Laminae
laterales, durch eine deutliche Falte vom übrigen P. abgesetzt,
reichen nicht ganz bis zur terminalen Ausbuchtung. Sie greifen
nicht übereinder und verschmälern sich nach hinten wenig. Grössen-
theils sind sie mit spitzen Häut. besetzt. Das Ende des P. reicht
nur wenig über die Pa. hinaus. Das Auffallende an diesem Copu-
lationsapparat ist also die Längenproportion zwischen Pa. und Ba.
und damit zusammenhängend der Umstand, dass die Anheftungsstelle
der Trabes sehr weit vor den Basen der Pa.-Endtheile liegt. In
allen wesentlichsten Punkten aber schliesst sich der Copulations-
app. von A. obliterata d ganz eng an die übrigen Coccinelliden an.
Das gilt auch für den Sipho und die Abdominalsegmente; (aber auch
für das Abdomen des $£). Ersterer besitzt eine ziemliche Strecke
vor dem Ende, an der concaven Seite, einen grossen, unpaaren,
mit kleinen Höckerchen besetzten Praep. — Das Spic. gastrale ist
gegen die Basis keulig verdickt, eingeschmolzen in ein Rudiment
der 9. V., in welchem wenige Poren münden.
Zum Schlusse des speciellen Theiles will ich noch drei Punkte
summarisch behandeln, da sie bei den einzelnen Formen wenig
oder garnicht berücksichtigt wurden. Zunächst über das Vor-
kommen der
Stigmen des Abdomens,
deren Bau des Genaueren schon bei Coccinella 7-punctata er-
örtert wurde.
Die fünf Stigmenpaare der fünf ersten Abdominalsegmente
kommen bei allen Coccinelliden vor und bei fast allen sind sie
auch die allein am Abdomen vorkommenden, sodass die Stigmen
des 6., 7. und 8. Segmentes fehlen. In Bezug auf diese letzteren
aber bleibt noch Einiges zu bemerken.
Bei Coccinella 7-punctata findet sich am 6. und 7. Seg-
mente, an der Stelle wo man die St. erwarten sollte, ein dunkles
Knötchen in der Pleurenhaut. Bei 10-punctata sieht man am
6. Segmente sehr deutlich, dass von dem Knötchen nach innen
zwei getrennte, kurze Spitzchen ausgehen. Ich betrachte diese als
Rudimente der Lippen des Verschlussapparates. Aehnliche Spitzchen
fand ich an den Knötchenrudimenten von Epilachna chryso-
melina. Es finden sich aber überhaupt bei allen betrachteten
Formen beiderlei Geschlechtes der Gattungen Coccinella, Haly-
zia, Epilachna, Exochomus, Coccidula, Hippodamia und
Lithophilus am 6. und 7. Segmente in der Pleurenhaut als Ru-
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coccinelliden. 55
dimente ehemaliger Stigmen die genannten Knötcher in hellerer
oder dunklerer Pigmentirung. Sehr interessant aber ist eine durch
Scymnus gebildete Ausnahme. Hier trifft man nämlich am
6. Segmente noch wirklich funktionirende, d. h. mit einer aller-
dings sehr kleinen Oeffnung versehene Stigmen. An Grösse
stehen sie hinter den Stigmen des 2.—5. S. noch weit mehr zurück
als diese hinter den St. des 1. S., sie erreichen nämlich nur einen
Durchmesser, welcher die Dicke des Peritrema der andern St. kaum
übertrifft. Am 7. Segmente stehen auch bei Scymnus nur Knötchen
statt der St. — Die genannten Zwergstigmen treten aber bei
Scymnus auch am 6.S. nicht constant aufı Bei einem Individuum
von frontalis fand ich an deren Stelle Knötchen und bei Abietis
sogar auf einer Seite ein Zwergstigma und auf der andern das
Knötchen.
Das Gesagte genügt, um den Satz zu motiviren, dass bei
Coccinelliden am Abdomen ganz allgemein nur fünf Paare
gut ausgebildeter Stigmen vorkommen. — Da ich bisher
über eine
2. Ventralplatte
fast ganz geschwiegen habe, könnte man daraus vielleicht entnehmen,
dass sie bei manchen Coccinelliden fehle, dem ist aber nicht so.
Sie kommt vielmehr bei allen Coceinelliden vor und ist
immer zweitheilig. Häufig lassen sich die Theilhälften schon
mit unbewaffnetem Auge erkennen. Ich will die 2. V. des Genaueren
von Coccinella quadripunctata beschreiben, bemerke aber, dass
das im Wesentlichen für alle Coccinelliden gilt.
Betrachtet man eine 3. V. von oben, so bemerkt man hinter
dem abgerundeten Rande des Processus abdominalis eine er-
habene, dunkle Querkante. (Fig. 11a) Neben dem Processus nimmt
sie den Vorderrand ein (ß). In der Mitte zwischen Processus und
Seitenecke aber theilt sie sich in zwei faltige Kanten, deren
eine innen schräg nach hinten, die andere schräg nach vorne am
Vorderrande verläuft. Die hintere Kante verbreitert sich bevor sie
den Seitenrand erreicht. Dieser aber schliesst jederseits, in Gemein-
schaft mit den beiden genannten Kanten, eine dreieckige, den
Seiten der 3. V. vorgelagerte Platte ein, das ist die 2. V.
Es stehen auf ihr Drüsenporen zerstreut, auch einige Tastborsten.
Am Seitenrande beträgt ihre Länge ?/, der Länge der 3. V. Aus
dem Gesagten ergiebt sich auch, dass wir den vorderen Abschnitt
des Processus abdominalis der 2. V. zuzählen müssen. (cf. Kolbe,
Einführung in die Kenntniss der Insekten, S. 310, Fig. 203. Dort
wird Aehnliches von einem Cerambyciden mitgetheilt.)
Pr
Die Seitendrüsen der weiblichen Coceinelliden.
Als Seitendrüsen bezeichne ich Einstülpungen jederseits am
Genitalsegmente, in welche sehr viele drüsige Einzelzellen ihr
Secret ergiessen und welche etwas unter und vor der Basis der
56 Dr. Carl Verhoeftf:
9. V. ausmünden. Ich fand sie bei allen Coceinelliden, welche
Seitenblasen besitzen, diejenigen, welche der letzteren entbehren,
z. B. Epilachna und Lithophilus, besitzen auch keine Seiten-
drüsen. Am entwickelsten sind dieselben bei den Hippodamien.
Bei variegata z. B. ist die chitinöse Intimatasche noch ausgedehnter
als 9. V., 9. D. und Seitenblase zusammen. Hier (wie auch bei den
andern Coccinelliden) bemerkt man äusserst feine chitinöse Fädchen,
die Ausführungsgänge der einzelnen Drüsen, welche zu vielen Hun-
derten in die grosse, gemeinsame, das Secret aufnehmende Sammel-
blase einmünden. Die kleine Ausmündungsstelle der Blase ist
meist schwer zu sehen. Bisweilen gewahrt man ganz an der Basis
der 9. V. eine helle Oeffnung, bei Cocc. quadripunctata sah ich
die Ausmündung etwas unter dieser Basis von einem feinen, ovalen,
elblichen Ring umgeben. Das gemeinsame Vorkommen von
ehläsen und Seitendrüsen deutet darauf hin, dass in die
ersteren das überschüssige Secret, wenn es in der Sammelblase
nicht mehr Platz findet, als in Reservoire aufgenommen wird.
III. Allgemeiner Theil.
A. Vergleichend-morphologische Ergebnisse.
1. Die 1.—7. D. sind immer schwächer ausgebildet als die
entsprechenden V. Die 7. D. ist unter ihnen immer die kräftigste.
Die 1. D. wird nicht selten zu einer hyalinen Haut reducirt. Immer
ist sie kürzer als die nachfolgenden. Bei Epilachna chryso-
melina ist auch die 2., bei Lithophilus connatus auch die 2.—6.D.
zu einer glasigen Haut reducirt. Drüsenporen findet man auf der
1.—7. D. oft reichlich. Sie können auf allen diesen Platten vor-
handen sein und bevorzugen deren hintere Hälfte. Tastborsten
fehlen auf der 1.—6. D. sogut wie ganz, auf der 7. D. sind sie
immer vorhanden, bald spärlicher, bald reichlicher. Die Vorder-
ecken der 7. D. springen meist in Fortsatzlappen vor.
2. Häutungshaare finden sich auf den Pleurenhäuten und
der 1.—7. D., auf der 8.—10. D. und auf den V. fehlen sie.
3. Grössere Häutungshaare, welche bestimmt begrenzte Haar-
felder bilden, trifft man stets auf der 5. und 6. D. (ausgenommen
Lithophilus). Der Haarfelder liegen jederseits zwei, ein queres
inneres und ein rundliches äusseres. (Nur bei Epil. chrys. und
Coce. 7-punct. fanden sich schwächere Haarfelder auch auf der
4. D.) Hält man die D. schräg gegen das Licht, so machen sich
die Haarfelder als milchig getrübte Stellen bemerkbar, be-
sonders wenn man auf einen halbdunklen Hintergrund schaut.
Hinsichtlich ihrer physiologischen Bedeutung sind sie als Kissen
aufzufassen, welche hinten, wo die Decken sich an das Abdomen
nicht fest anlegen können, den Alarraum abschliessen.
Sie sollen das Eindringen von Fremdkörpern in den Alarraum
hindern. ‘Ferner haben sie Bedeutung für die Zusammen-
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 57
faltung der Alae. Da die Stachelchen der Innenfelder vorwiegend
nach aussen, die der Aussenfelder nach innen gerichtet sind, so
wirken sie bei der Einlegung der Alae. Wenn diese nämlich ein-
gezogen werden sollen, drückt zunächst die Deckenspitze die Flügel-
endhälfte um, biegt sie um und bringt sie unter sich. Indem sie
nun die Alae gegen den sich emporkrümmenden Abdominalrücken
drückt, treten die Haarfelder in Aktion. Das innere schiebt die
— bekanntlich nach unten umgeklappte — Flügelendhälfte nach
aussen, das äussere nach innen. Beide Haarfelder wirken, in
Folge ihrer entgegengesetzt gerichteten Stachelhaare, auch entgegen-
gesetzt und so gelangt der Flügel zur schönsten Faltung und
Biegung. — Lithophilus, der keine Haarfelder besitzt, ist un-
geflügelt, seine Decken sind an der Naht verklebt!
4. Die 8. D. ist stets reichlich mit Tastborsten besetzt, immer
kräftig skelettirt und an den Vorderecken in starke Lappen aus-
gezogen, bei Lithophilus in lange Processus dorsales.
5. Die 1. V. fehlt immer vollständig.
6. Die 2. V. ist in drei Theile getheilt. Der mittlere
bildet die vordere Partie des immer grossen und vorne entweder
gerundet oder gerade begrenzten Processus abdominalis (ven-
tralis), die beiden seitlichen sind dreieckig und den Seiten der
3. V. vorgelagert.
7. Die Breite des Processus abdominalis bewirkt, dass die
Metacoxen stets beträchtlich auseinanderstehen. Hierdurch wird
auch das diese nach oben und hinten begrenzende und stützende
Ventralphragma (Theil des Metacetabulums) in zwei Hälften
zerlegt. Ein Käntchen trennt den phragmatischen Theil der 3. V.
vom ephragmatischen. Die Seitentheile der 2. V. sind am Ventral-
phragma nicht betheiligt.
8. Die seitlichen Begrenzungslinien des Processus abdominalis
springen zu seiner Stützung nach innen als Käntchen vor und
setzen sich so noch weit in der 3. V. fort. Auch aussen springen
sie als Käntchen vor und dieses letztere wurde als „Schenkel-
linie“ bezeichnet. Dieselbe besitzt sonst keine morphologische Be-
deutung und auch keine physiologische.
9. Die 3. V. ist also am Processus abdominalis betheiligt,
bildet die Ventralphragmen und ist übrigens die grösste Platte
des Hinterleibes.
10. Die 3.—8. V. sind kräftig chitinisirt und reichlich mit
Tastborsten besetzt. Neben der Basis der Tastborsten stehen meist
1—3 Drüsenporen.
11. Die 2. und 3. V. sind durch Naht und Kante, nicht aber
durch Zwischenhaut von einander getrennt, daher nicht gegen ein-
ander beweglich. Die 3.—8. V. aber sind auch durch Zwischen-
häute von einander getrennt, daher gegen einander verschiebbar.
Am schwächsten ist diese Zwischenhaut zwischen der 3. und 4. V.
Immer besteht jedoch zwischen den seitlichen Vorder- und Hinter-
ecken eine Verkittung, sodass die V. hier nicht auseinanderweichen
58 Dr. Carl Verhoeff:
können. Da die 2.—8.V.zusammen schon wie ein schildartiges Ganzes
erscheinen, lässt sich wohl von einem Ventralbecken sprechen.
Die 8. V. ist mehr oder weniger mondsichelförmig gekrümmt, an
den Ecken in mehr oder weniger deutliche Fortsätze ausgezogen.
Sie bildet die hintere Abrundung des Ventralbeckens.
12. Am 2.—7. Segment sind die D. und V. durch Pleuren-
haut von einander getrennt, die 8. V. und 8. D. hängen seitlich
direkt zusammen.
Echte Pleuren finden sich nur bei Lithophilus und zwar
am 3.—7. S.
13. Häufig zeigen 8. V. und 8. D. am Hinterrande sexuelle
Differenzen, indem sie verschieden gebuchtet sind.
14. Eine sich über der 8. V. bei 2? erhebende Duplicatur
führt bei Cocceinella quadripunctata zur Bildung einer Copu-
lationsgrube. Andeutungen dazu finden sich auch bei einigen
andern Formen.
15. Eine ähnliche, aber nur in der Mitte vorhandene, struktur-
lose, lappenartig unter der Vulva vortretende Duplicatur, als
secundäre 9. V. zu bezeichnen, findet sich bei Epilachna.
16. Ein Spieulum ventrale vor der 8. V. kommt weder bei d
noch 2 Coceinelliden vor.
17. Dorsaldrüsen fehlen vollständig.
18. Stigmen sind stets nur in fünf Paaren vorhanden, am
1.—5. Abdominalsegment; am 6.—8. fehlen sie, doch finden sich
bei Seymnus bisweilen noch sehr winzige Stigmen am 6. Segment.
Sonst stehen an diesem und dem 7., als Hinweis auf bei den Vor-
läufern der Coccinelliden vorhanden gewesenen Stigmen, noch kleine,
dunkle Knötchen in der Pleurenhaut.
19. Das Stigma des 1. Abd.-Segmentes ist bedeutend
grösser als die vier übrigen, welche einander ziemlich gleichkommen.
20. An jedem Stigma lässt sich unterscheiden: a) dasPeritrema,
b) die Stigmenhöhle (deren Wand in der Regel behaart ist),
c) der Verschlussapparat. An letzterem bemerkt man eine
Vorder- und Hinterlippe.
21. Die zwei Hauptstämme des abdominalen Tracheen-
systems verbinden die Stigmen mit einander. An jeder Anlauf-
stelle der Tracheen an die Stigmen liegt ein nach innen gewandtes
Büschel von Seitentracheen. Da hinter dem 5. Stigmenpaare
jederseits noch drei Stellen an den Längsstämmen auftreten, von
denen nach innen Büschel entspringen, so deuten auch diese auf
das Vorhandensein von Stigmen am 6.—8. Segment bei den Vor-
fahren der heutigen Coccinelliden.
22. Das 9. oder Genitalsegment ist in beiden Geschlechtern
ausserordentlich verschieden gebaut.
23. Die 9. V. der dd ist als deutliche Platte nie erhalten
geblieben. Meistens aber findet sich ein Rudiment derselben, bei
den Hippodamien ist es ein kleines Schüppchen.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 59
24. Ein Spiculum gastrale fehlt nur bei den Hippodamien,
sonst ist es immer als kräftiger, langer Stab ausgebildet und hinten
mehr oder weniger eng mit dem genannten Rudiment der 9. V.
verschmolzen.
25. Die 9. D. der && ist fast immer ungetheilt und stellt
dann ein queres Band vor, das vorne jederseits in einen starken
Lappen vorspringt. An den Seiten greift sie ebenfalls lappenartig
mehr oder weniger weit herab und häufig springen diese Lappen
nach hinten vor und flankiren die 10. D. Nur bei Coccidula
scutellata ist das quere Band in der Mitte aufgelöst, sodass die
9.D. ganz in zwei Theile zerlegt ist. Sie ist immer mit Drüsen-
poren versehen, bald spärlich bald reichlich, Tastborsten aber und
Häutungshaare fehlen, nur bei Epilachna finden sich einige kräf-
tige Tastborsten auf den Hinterlappen.
26. Die 10. D. ist immer deutlich ausgebildet, bei 83
sowohl wie 22. Sie ist stets in die Quere ausgedehnt, bald mehr
nieren- bald mehr mondsichelförmig. Drüsenporen und in der
Hinterhälfte Tastborsten fehlen nie. (Die 10. D. von Lithophilus
cf. weiterhin.)
27. Die 9. V. der 22 ist immer zweitheilig. Meistens, und
zwar bei Hippodamien, Coccinellen und Halyzien, findet sich an der
Innenseite eine mehr oder weniger tiefe Einbuchtung, wodurch
die Platte in einen Stieltheil und Plattentheil abgesetzt wird.
Letzterer ist zum Theil Duplicatur, indem er nach aussen und
hinten etwas blasenartig aufgetrieben wird. Drüsenporen sowohl als
Tastborsten finden sich auf dem Plattentheil. Der Stieltheil entbehrt
häufig beider, immer aber der Tastborsten. Bei Coccinella bi-
punctata, (und subsp. decempunctata) Halyzia 14-guttata,
ocellata, Hippodamia 13-punctata, variegata und undecim-
notata stehen die Drüsenporen gerade auf dem Stieltheil be-
sonders dicht gedrängt, kommen aber auch auf dem Plattentheil vor.
Bei Exochomus und Coceidula sind die 9. V. sehr gestreckt,
nicht in zwei Abschnitte differencirt, aber am Vorderende in einen
endoskelettalen Processus ausgezogen. Aehnlich steht es mit
Scymnus, nur ist die Platte hier weniger gestreckt, der endoske-
lettale Stab dagegen länger. Drüsenporen und Tastborsten kommen
bei den 3 letzten Gatt. vorwiegend in der Endhälfte vor. Die 9. V.
der Epilachnen hat rundliche Gestalt und die endoskelettalen
Fortsätze fehlen. Drüsenporen giebt es nur spärlich, Tastborsten
reichlicher. Bei Lithophilus sind die 9. V. an dem ausgeprägten
Legeapparat betheilist.
28. Styli stehen bei allen 2 Coccinelliden hinten auf den Theil-
hälften der 9. V. und besitzen immer wenigstens eine kräftigo
Tastborste.
29. Die Seitenblasen der 2 Coccinelliden sind sackartige
Einstülpungen an den Seiten des Genitalsegmentes, ausgegangen
von der Gegend zwischen 9. D. und 9. V. Sie besitzen vorne eine
verdickte Kante und in der Mitte häufig eine Einschnürung, bisweilen
60 Dr. Carl Verhoeff:
(Halyzia) auch eine grössere Zahl verdickter Einschnürungsreifen.
Ihre Wand ist mehr oder weniger reich mit Häutungshaaren besetzt.
Exochomus, Coccidula, Scymnus, Epilachna und Litho-
philus entbehren der Seitenblasen, Hippodamia, Cocecinella,
Halyzia besitzen sie.
30. Seitendrüsen kommen nur da vor, wo die Seiten-
blasen vorkommen. Es sind grosse, eingestülpte Säcke in
den Seiten des Genitalsegmentes, unter den 9. D. gelegen, in deren
Wand sehr zahlreiche, einzellige Drüsen ihr Secret ergiessen. Die
Säcke münden unter dem unteren Hinterrande der 9. D. dicht bei
den Seitenblasen.
31. Die 9. D. der 22 ist stets zweitheilig, rundlich bis
dreieckig, innen concav, aussen convex, vorne ziemlich gerade
begrenzt, hinten vortretend. Auf ihrer hinteren Hälfte trifft man
immer zerstreute Drüsenporen. Tastborsten fehlen meistens, nur bei
Scymnus kommen einige längere Tastborsten vor.
Bei Lithophilus sind die 9. D. auch am Legeapparat be-
theilist.
32. Alle & Cocecinelliden besitzen einen Sipho. Derselbe
ist andern Coleopteren gegenüber ein neues Organ und zwar eine
sehr kräftige, elastische Röhre und Körperausstülpung von grösserer
oder geringerer Krümmung, entstanden von der Stelle aus, wo
sonst der Ductus ejaculatorius in den Präputialsack ein-
mündet. Natürlich ist der Ductus ejaculatorius von dieser Stelle
aus um ebenso viel verlängert als die Länge des Sipho selbst
beträgt, denn der Ductus ejac. durchzieht ihn seiner ganzen Länge
nach und mündet an seinem Ende.
33. Der Sipho ist stets asymmetrisch gelagert, die Conca-
vität seiner Krümmung ist immer nach rechts gewendet.
34. Von derselben Stelle, von wo nach aussen hin der Sipho
seine Entstehung genommen hat, ist nach innen die Siphonal-
kapsel ausgebildet worden. Auch diese wird vom Ductus ejacu-
latorius durchzogen.
35. Die Hautröhre, welche bei andern Coleopteren als Präpu-
tialsack bezeichnet wird, nenne ich hier, ihrer veränderten Funktion
entsprechend, Siphonalhaut. Siphonalhaut und Präputionalsack
sind homolog. Die Siphonalhaut trennt durch ihre ringartige
Verwachsungsstelle mit dem Sipho diesen (im engeren Sinne) von
der Siphonalkapsel. An der concaven Seite tritt gleich vor der
Stelle, wo Siphonalhaut und Sipho mit einander verwachsen sind,
in letzteren eine Trachee ein und häufig findet sich am Sipho
selbst neben dieser Stelle ein Knötchen. Durch die Siphonalhaut,
welche als Homologon des Präputiums, auch den Penis innen aus-
kleidet, wird dieser mit dem Sipho verbunden. Die Siphonalhaut-
röhre ist ein Futteral für den Sipho und ist bis zu einer gewissen
Grenze aus- und einstülpbar, um das Vor- und Rückziehen des
Sipho zu gestatten. Auf ihr finden sich winzige Häutungshärchen.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 61
36. Die Siphonalkapsel tritt in zwei Haupformen auf,
einer gedrungenen und einer röhrenartigen. Die letztere findet
sich nur bei den Hippodamien, die erstere bei allen übrigen
Coceinelliden. An der gedrungenen Siphonalkapsel, welche
immer mehr oder weniger scharf gegen den Sipho abgesetzt ist,
kommt fast immer an der Concavitätsseite en Buchtlappen vor,
welcher stets der Stelle, wo die Siphonalhaut mit dem Sipho ver-
wächst, genähert ist. An der Röhrenkapsel fällt diese Stelle
nicht besonders auf und da sie gegen den übrigen Sipho auch nicht
besonders abgesetzt erscheint, so bemerkt man auf den ersten Blick
zwischen Sipho und Röhrenkapsel keine Grenze und beide scheinen
eine ununterbrochene Röhre darzustellen. Die dennoch vorhandene,
durch die Siphonalhaut gegebene Grenze erkennt man am leichtesten
an der einmündenden Trachee. — Der Sipho ist also exo-, die
Kapsel endoskelettaler Natur.
37. Der Sipho besitzt, besonders in seiner Endhälfte, zer-
streute, feine Drüsenporen. Tastborsten und Häutungshaare kommen
nie vor. Bisweilen läuft er gegen das Ende einfach sich ver-
schmälernd aus. Häufiger kommt es zu siphonalen Präputial-
sackbildungen, Es kann an der Spitze selbst ein unpaariger
Präputialsack vorkommen, der dann vom Ductus ejaculatorius
durchsetzt wird. Aber es findet sich auch ein Paar von Präputial-
säcken vor dem Ende, das sind seitliche Ausstülpungen der Sipho-
wandung. Letztere werden in der Mediane auf der concaven Seite
durch eine Gräte gestützt, ersterer durch seitliche Bälkchen. Seltener
findet sich vor dem Ende ein unpaarer Präputialsack. Häutungs-
stachelchen trifft man an den unpaaren, nicht an den paarigen Prä-
putialsäcken. Alle kommen öfters in rudimentärer Ausbildung vor,
besonders gut entwickelt finden sich die beiden ersteren Formen
bei Cocceinella septempunctata. Wie die Präputialsäcke des
Penis werden auch die siphonalen durch Leibesflüssigkeit auf-
getrieben, und in ihrem Innern kann man sogar Tracheen be-
merken. Bei Epilachna chrysomelina schwillt der Sipho
an der Spitze knotig an und ist mit kräftigen, spitzen Zähnen
bewehrt. Bei Halyzia 18-guttata setzt sich der Ductus eja-
eulatorius über das Ende des Sipho hinaus als feiner, peitschen-
artiger Kanal fort (Flagellum) und macht so mehrere Windungen.
In physiologischer Hinsicht ist der Sipho hauptsächlich ein Ersatz
für einen grösseren, typischen Präputialsack.
38. Die beiden Parameren oder männlichen Gonapo-
physen bestehen aus je zwei Gliedern, einem proximalen, Ba-
salplatte und einem distalen, Parameros im engeren Sinne.
Sie liegen zu Seiten des Penis und damit auch des Sipho. Da die
Convexität des letzteren nach links liegt, so sind auch sie nach links
herüber verschoben. Ihre Gestaltung ist aber eine symmetrische.
39. Die beiden Basalplatten lagern vor den Endtheilen oder
Parameren im engeren Sinne und über dem Penis. An der Dorsal-
seitesind sie in der Mediane verwachsen. Die Verwachsungsnaht
62 Dr. Carl Verhoeff:
erscheint häufig als eine verdickte Längsleiste, welche hinten zu
einem Knoten anschwillt, und von diesem Knoten kann dann nach
unten in der Mediane eine endoskelettale Säule herabsteigen. Selten
(Lithophilus) sind sie in der dorsalen Mediane so verschmolzen, dass
nur vorne eine Trennung angedeutet ist. In der ventralen Me-
diane sind die Basalplatten viel mehr getrennt geblieben. Meist
hängen sie nur hinten durch ein schmales Querband zusammen,
seltener (Hippodamia 13-punctata) findet sich eine mediane Ver-
schmelzung, welche die ganze hintere Hälfte ausmacht. Anderer-
seits können sie in der Bauchebene auch ganz getrennt sein, indem
das Querband reducirt ist. Die äusseren Vorderecken sind abge-
rundet und pflegen etwas vorzutreten, die Seiten der Ba. sind innen
concav und deren Unterrand tritt nach hinten mehr oder weniger
zurück. Die Hinterecken springen nur selten (Coccinella 11-punc-
tata) als Fortsätze vor — und dann sitzen die Paramerenendglieder
auf dem Gipfel dieser Fortsätze — meist sind sie zugerundet.
Häutungshaare und Tastborsten finden sich auf den Basalplatten
niemals, bisweilen aber Drüsenporen in einer schrägen Gruppe, welche
dann die Fortsetzung ist zu einer Drüsenporenbahn auf den Parameren-
endgliedern.
40. Die Paramerenendglieder oder Parameren im engeren
Sinne [Partes finales] sitzen stets gelenkig auf der Ba., haben
meist eine daumenartige Gestalt und sind in der Endhälfte oder
Enddrittel stets mehr weniger reichlich mit langen, oft einen dichten
Haarbüschel [Cirrus] bildenden Tastborsten besetzt. Häutungshaare
fehlen immer, Drüsenporen nie. Ausser einigen zwischen den Tast-
borsten zerstreuten Poren, findet man fast immer in der Grundhälfte
seitlich eine schmale Bahn, welche bisweilen über das Gelenk und auch
auf die Ba. fortgesetzt ist. In Bezug auf das Verhältniss von Breite und
Länge, Krümmung und Anschwellung wechseln die Pa., von Art zu
Art, bleiben aber im Ganzen dem fingerförmigen Typus recht getreu.
Bezahnungen habe ich bei keiner Form beobachtet, auch keine
hakenartige Umkrümmung am Ende. Nur Coccinella 18-punc-
tata bringt eine Annäherung dazu. An der Basis sind die Pa.
innen mit dem Penis und der Ba.-Mediane verbunden, im Uebrigen
durch Haut mit der Basalplatte; aussen zieht von der Ecke her eine
Chitinsehne nach vorne, welche innen an der Concavität der Ba.
in Fasern ausstrahlt.
41. Zwischen und unter den Gonapophysen liegt der Penis.
Er ist an seiner Basis unten an die hinteren Seitenränder der Ba.
angeheftet, und — wenn es vorhanden ist — auch an das Querband,
oben an die Innenseiten der Pa.-Basen und die Mediane der Ba.
Seine Oberfläche ist gewölbt, auf seiner Unterfläche befindet sich
eine durch Einstülpung entstandene Rinne oder ein Spalt. Das
Innere der Rinne wird von der inneren Penishaut, einer Fort-
setzung der Siphonalhaut nach hinten zu, ausgekleidet. Vorne an
der Decke der Penisrinne liegt die Einmündungsstelle der
Siphonalhautröhre als längliche Oeffnung. Durch diese Oeffnung
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coccinelliden. 63
hindurch und weiter durch die Rinnenhöhle des Penis nimmt der
Sipho seinen Weg. Im einfachsten Falle (Epilachna) ragt
die Peniswandung neben der Rinne als Duplicatur vor, ohne
sich gegen den übrigen Penis abzusetzen. Häufig aber nehmen diese
seitlichen Vorragungen den Charakter besonders differencirter Platten,
Laminae laterales an. Als solche sind sie entweder durch be-
sondere Struktur oder durch eine Trennungskante oder auch theil-
weise durch häutige Zwischenparthieen abgesetzt. Häufig ist ein
Theil der Laminae mit Häutungshaaren besetzt, auch finden sich
Riefen oder zellige Strukturen. Während sich nun ferner im ein-
fachsten Falle die Rinnenränder in der ventralen Mediane höchstens
berühren, häufig aber sogar klaffen, (Epilachna, Coccidula),
findet bei höher ausgebildeten Laminae eine theilweise Ueber-
deckung ihrer Innenränder statt, sodass eine Lamina über die
andere mehr weniger weggreift, z. B. bei Coccinella I1l-punc-
tata und Hippodamia variegata. Gleichwohl behalten die
Laminae hier und in den meisten anderen Fällen eine noch ziemlich
einfache, längliche Gestalt bei. Abenteuerlichere Form nehmen sie
bei Hippodamia 13-punctata und l1-notata an, denn sie ent-
senden nach innen mächtige Hakenfortsätze, welche sich kreuzen
und eine Art Scheere vorstellen, während von der Basis nach
aussen Lappen vorspringen. Der übrige Penis enthält, besonders
oben und an seiner Spitze, immer zerstreute feine Drüsenporen aber
keine Häutungshaare. Tastborsten zu Seiten des Endtheiles be-
merkte ich nur bei Epilachna chrysomelina. Die Gesammtfigur
ist meistens eine zuckerhutförmige; eine auffällige Abweichung da-
von bieten Coceinella 18-punctata und obliterata, wo durch
eine tiefe, terminale Einbuchtung zwei Hörner hervorgerufen sind.
— Der Penis ist natürlich ein Hohlkörper und mit seinem Ende
nicht selten etwas nach der Dorsalseite gekrümmt.
42. Die Trabes kommt allen 5 Coceinelliden zu, ist ein kräf-
tiger, endoskelettaler Balken und am Hinterende stets dreh-
bar an die Querspange der Ba. angeheftet, wenn diese Spange
ausgebildet ist, anderenfalls an der entsprechenden Stelle, wo sich
Ba. und Pe. berühren. Ihre Gestalt ist bald mehr stab- bald mehr
keulenförmig. Eine dreieckige Keule mit mehr weniger tiefer, termi-
naler Ausbuchtung findet sich nur bei den Hippodamien. Auch die
Trabes ist den meisten andern Coleopteren gegenüber ein neues Organ.
43. Die strukturlose Genitalhautröhre!) verbindet die Copu-
lationsorgane mit dem Genitalsegment. In ihr liegen alle exoskelet-
talen Theile der ersteren — im Ruhezustande des Begattungsappa-
rates — geborgen. Sie ist eine Einstülpung der ventralen Haut
hinter der 9. V. Mit ihrem Vorderende befestigt sie sich an die
Vorderränder der Basalplatten, deren Einbuchtungen sie mitmacht.
44. Weshalb ist diejenige Seite der Copulationsorgane, an
!) Von manchen früheren Autoren wurde sie fälschlich Präputium,
Vorhaut, genannt.
64 Dr. Carl Voerhoeff:
welcher die Penisrinne liegt, die ventrale®? — Die schiefe Lage
der Cop.-Org. und des Sipho verlangt eine Antwort hierauf. Bei
den meisten Coleopteren befindet sich bei der Copula das d auf
der hinteren Dorsalseite des 2, jedenfalls ist nicht bekannt, dass das
Gegentheil vorkommt. Dem entsprechend beobachtet man, namentlich
bei den typischen, cylindrischen Formen des Penis, in der Regel an
der Ventralseite eine Öoncavität, d.h. die Penisspitze ist herab-
gekrümmt, oder die Krümmung befindet sich in der Mitte oder mehr
vorne. [Seltener, z. B. bei Erotyliden, liegt die Concavität des
Penis an der Dorsalseite.] Der Sipho ist immer gekrümmt und
wir können vermuten, dass die Seite, an welcher seine Concavität
liegt, auch die ventrale vorstellt. Er wird zwischen den Copula-
tionsorganen so hervorgestossen, dass seine Concavität nach derselben
Seite gerichtet ist wie die Penisrinne. Die Vermutung, dass die
Concavitätsseiten ventrale seien, wird aber erst dadurch be-
wiesen, dass man feststellt, dass die ungefähr horizontal gelagerte
Trabes durch einen Muskel direkt mit dem Spiculum gastrale, also
einem ventralen Skelettstück, verbunden ist, und mithin muss die Seite,
an welcher die Trabes inserirt ist, ebenfalls als ventral bezeichnet
werden. Diese Seite ist dieselbe wie diejenige, an welcher die Con-
cavität des vorgestülpten Sipho sich befindet. Sollten aber diejenigen
Flächen der Copulationsorgane, welche ich als dorsal erkläre für
ventral genommen werden, so müssten diese Organe vergleich.-
morphologisch ja unter dem Spiculum gastrale liegen, mit dem sie
durch Muskeln verbunden sind, was unmöglich ist.
45. Aus jedem Testikel entspringt ein stark aufgeknäueltes
Vas deferens. Beide vereinigen sich zum Ductus ejaculatorius.
Dieser ist mehrfach gewunden, auch münden mit den Vasa def. in
ihn zwei schlauchförmige, durch Einschnürungen in viele Kammern
abgesetzte Drüsen. Nur seine hintere Strecke ist mit einer Chitin-
intima ausgekleidet und in dieser Strecke findet sich auch eine
mehr weniger lange Parthie von bedeutenderer Dicke wie der übrige
Ductus, welche als Vesica seminalis funktionirt. Sie ist von starker
Ringmuskulatur umgeben. Soweit der D. ej. im Sipho zieht bleibt
er ziemlich von gleichem Durchmesser.
46. Einen eigentlichen Legeapparat, in Gestalt einer Lege-
röhre, besitzt nur Lithophilus. Seine Rückziehmuskeln finden
nicht an einem Spiculum ventrale Ansatz sondern an sehr langen
Processus dorsales der 8. D. An seinem Aufbau nehmen Theil
die 9. und 10. D. und die 9. V. Durch eine Ringfalte ist er in
eine Vorder- und Hinterröhre abgetheilt, von denen die vordere
eingestülpt wird. An der Hinterröhre nimmt die 10. D. den Rücken,
die Hälften der 9. D. die Flanken ein. Die 10. D. ist vorne in
Stäbe (Radii dorsales) ausgezogen, welche bis zur Ringfalte reichen.
Radıi ventrales fehlen. Die mit winzigem Stylus besetzten Hälften
der 9. V. lagern hinter der Hinterröhre und flankiren die Vulva.
Diese wird oben von einer häutigen Vulvaklappe bedeckt. Vor
der Vulvaklappe, unter der 10. D. mündet der Anus.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 65
47. Die Vulva der Coccinelliden ist am Rande nur selten
(Hippodamia 13-punctata) mit Stachelchen bewehrt. Vorne
setzt sie sich in die Vagina fort, welche weiterhin ohne scharfe
Grenze geradeaus in die Bursa copulatrix übergeht. Vagina und
Bursa copulatrix sind nur dann stark in die Länge gezogen, wenn
eine Legeröhre zur Ausbildung gelangte. Beide sind mit einer mehr
weniger faltigen, sonst aber strukturlosen Chitinintima aus-
gekleidet. Ungefähr in der Mitte der Unterseite der Bursa copu-
latrix mündet der durch Vereinigung der beiden Oviducte ent-
standene Uterus ein. Die Oviducte entbehren einer Intima, am
Uterus kommt sie bisweilen vor. Gerade von vorne her mündet
in die sackartige Bursa copulatrix der Ausführungskanal des
Receptaculum seminis, das fast immer so stark chitinisirt ist,
dass es eine feste Kapsel darstellt von ganz bestimmt umschrie-
bener Gestalt. Seitlich mündet in die Samenblase der Ausführungs-
gang der vielzelligen, mit grossem, centralen Sammelraum versehenen
Anhangdrüse. Um das der Bursa zunächst gelegene, also hintere
Stück des häutigen Verbindungsganges von Receptaculum und Bursa
ist meist ein den Bursallängsmuskeln zum Ansatz dienendes, röhren-
bis trichterförmiges Skelettstück, das Infundibulum zur Ausbildung
gelangt. Sowohl Receptaculum, Anhangdrüse und Infundibulum
als die diese verbindenden beiden Kanäle sind stets mit einer
Chitinintima versehen. Die Wandung der Samenblase ist meist ge-
ringelt, was dadurch bewirkt wird, dass viele ringartige, feine
Einschnürungen oder Ringfurchen der Wand aufeinander folgen. Das
Receptaculum pflegt mehr weniger gekrümmt zu sein und in der
Krümmung ist der Expansionsmuskel ausgespannt.
.48. Das Infundibulum fehlt bei Lithophilus, Epilachna,
Scymnus und Halyzia 14-guttata. Bei den übrigen Formen
ist es mehr weniger stark ausgebildet. Es kann eine in die Bursal-
wand eingesenkte Anhangplatte besitzen. Eine kleine derartige
Platte findet sich bei Coceinella Il-punctata und 18-punc-
tata, eine grössere bei bipunctata und septempunctata, eine
asymmetrische bei decempunctata. Die Anhangplatte fehlt bei
Hippodamia, Exochomus, Halyzia ocellata und Coceinella
quadripunctata,
49. Ein häutiges, blasses Receptaculum kommt nur den
Epilachna zu, bei den übrigen Coccinelliden ist es kräftig chitinisirt.
Für das Secret der Anhangdrüse ist bei Halyzia 14-guttata und
Coccinella l11-punctata eine Nebentasche der Samenblase be-
sonders abgesetzt. Während sie hier aber noch breit mit der
übrigen Kapsel zusammenhängt, ist sie durch einen besonderen
Zwischengang bei Coccinella 18-punctata zu einer bestimmt
abgesetzten Drüsenkapsel differenzirt. Die häutigen Verbindungs-
kanäle von Anhangdrüse und Receptaculum einerseits sowie diesem
und der Bursa andererseits sind fast immer mehr weniger kurz,
eine auffallende Länge erreichen sie nur bei Exochomus.
Arch £. Naturgesch. Jahrg.1895. Bd.I. H.1. 5
66 Dr. Carl Verhoeff:
50. Die Furcula posterior des Metathorax zerfällt haupt-
sächlich in die mittlere Furculaplatte und die seitlichen Arme.
Die hintere Fläche der Furculaplatte nimmt an der Körperober-
fläche Theil. Sie ist sehr glänzend, trennt die Metacoxen und wird
in situ von der vorderen Oberfläche des Processus abdominalis
verdeckt. Die Furculaarme, an denen sich auswärts das untere
und obere Horn befinden, liegen vollkommen endoskelettal und
sind nach oben gerichtet. Gleich vor ihnen liegen die ebenfalls
endoskelettalen Seitenflügel des Metaphragmas. Die Ge-
stalt der Furcula posterior der Coccinelliden kehrt im Wesent-
lichen bei allen Formen derselben wieder.
5l. Das obere Horn der Furcula posterior wird durch
drei an der Vorderseite befindliche Muskeln mit dem Meta-
phragmaseitenflügel verbunden.
52. Drei andere, grosse, ebenfalls von der Vorderseite der
Furcula posterior abgehende Muskeln bedienen die Metacoxa.
53. Von der Hinterseite der Furcula posterior gehen jeder-
seits zur Abdominalbasis drei Hinterleibs-Suspensoren, welche sich
an einer Linie in der Haut vor dem Vorderrande der 2. V. be-
festigen.
54. Das Metaphragma verbindet sich mit der 1. D. in der
Mitte nur durch zwei kleine, zu Seiten der Mediane gelegene
Muskeln. Seitliche, welche von den Einbuchtungen des Metaphragmas
abgehen, laufen direkt bis zur Zwischenhaut zwischen 1. und 2.D.
Vom Innenknoten des seitlichen Metaphragmaanhanges gehen zwei
Muskeln schräg nach innen ab und zwar der innere an die 1. D.,
der äussere an den Zwischenhautknoten.
55. Longitudinalmuskeln lagern über der 4.—7. V. und
1.—7. D. in beiden Geschlechtern.
56. Seitenmuskeln steigen von den Seiten der D. zu den
Seiten der V. herab. Es sind ihrer je nach dem Segmente 1—3
vorhanden. Sind 3 vorhanden (am 3.—6. S.), so kreuzen sie sich,
indem einer schräg nach vorne, der zweite schräg nach hinten, der
dritte gerade nach unten zieht.
57. Pleurenhautmuskel ziehen von verdickten Linien der
Pleurenhaut ebenfalls zu den Seiten der V. herab. Meist (2.—5. S.)
sind ihrer zwei vorhanden. Ausserdem gehen auch vom Aussen-
rande der Stigmen kleine Muskeln nach unten ab. Am 8. Segment,
wo die Pleurenhaut erloschen ist, hören damit auch die Pleuren-
hautmuskel auf.
58. DiekleinenMuskeln des Tracheenverschlussapparates
verbinden dessen beide Lippen und befinden sich in deren Aussen-
gegend.
59. Die 8. D. ist in beiden Geschlechtern mit der 9. D. jeder-
seits nur durch einen zu den Vorderecken der letzteren ziehenden
Muskel verbunden.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 67
60. Ebenso wird bei den 2% die 10. D. mit der 9. D. jeder-
seits nur durch einen von ihren Vorderecken ausstrahlenden Muskel
verknüpft.
61. Bei den dd finden sich diese Muskeln ebenfalls, aber ausser-
dem noch eine Gruppe von Fasern jederseits der Mediane, welche
als Longitudinalmuskeln angesprochen werden können.
62. Das Rectum ist in beiden Geschlechtern durch die
Praeanalmuskeln an die Seitentheile der 9. D. geknüpft. Die
Analmuskeln der 2? gehen vom Vorderrande der 10. D. aus,
während sie bei den dd, entsprechend dem Vorhandensein der
Mittelparthie der 9. D., auch noch von dieser entspringen.
63. Innen von der 9. D. der S8 geht ein Muskel jederseits
zum Rudiment der 9. V. und dem Hinterende des Spiculum ga-
strale. Er ist als ehemaliger Seitenmuskel des Genitalsegmentes auf-
zufassen. (cf. 22.)
64. Die Genitalröhre der dS wird hinten durch ein Paar
Muskeln mit den Seitenlappen der 9. D. verknüpft, vorne mit
dem Ende des Spiculum gastrale durch einen unpaaren.
65. Die Paramerenmuskeln verbinden die concave äussere
Wand der Basalplatten mit der äusseren Basis der Paramerenend-
glieder.
66. Ausser dem schon genannten Muskel gehen vom Spiculum
gastrale noch zwei unpaare ab, einer zum unteren Rande der
linken Basalplatte, der andere zum Vorderende der Trabes.
67. Die Siphonalkapselmuskeln sind in zwei sich kreuzen-
den Paaren vorhanden und verbinden die Kapsel mit den übrigen
Copulationsorganen. (Basalplatten und Siphonalhaut.)
68. Zwei Trabesmuskeln verknüpfen das Vorderende der
Trabes mit der Hinterseite der Siphonalkapsel.
69. Dicht vor der Siphonalkapsel liest ein doppeltes Genital-
ganglion, das nach allen Theilen der Geschlechtsorgane Nebenäste
abschickt.
70. 9 D. und V. der £? werden jederseits innen durch drei
Muskeln verbunden. Aussen findet man vorne einen Seitenmuskel.
Ein Flügelmuskel der Vulva geht aussen zur 9. V. und in der
Duplicatur dieser selbst befindet sich ein Quermuskel. Der Stylus
wird von keinem Muskel bewegt.
71. Die Bursa copulatrix hat eine sehr muskulöse Wandung,
innen Ring-, aussen Längsmuskulatur.
12. Die Bursalflügelmuskeln verbinden die Mitte der Unter-
seite der Bursa mit den Seiten der 8. V.
73. Die Oviductflügelmuskeln, viel zarter als die vorigen,
ziehen von den Seiten der Oviducte vorne zu den Seiten des mitt-
leren Theiles der 7. V.
74. Der Muskel des Receptaculums, welcher dessen ela-
stische Wand durch seine Contraction auszieht, ist in der Regel
zwischen dem Knoten und dem Ende des Hornes, wie eine Sehne
an einem Bogen, ausgespannt.
5r*
68 Dr. C. Verhoeff:
75. Auf die Funktionen vieler Abdominalmuskeln wurde schon
im speciellen Theile eingegangen und ich verweise darauf. Hier
sei nur noch bemerkt, dass durch die Contraction der Longitudinal-
muskeln der Bauch- und Rückenseite, sowie der Seiten- und Pleuren-
hautmuskel eine Zusammendrängung des Abdomens von hinten nach
vorne und von oben nach unten bewirkt wird. Es verursacht das
aber wieder einen Druck auf die inneren Organe, so auf die elastischen
Tracheen, aus deren Innenräumen die Luft ausgepresst und damit
hernach durch frische ersetzt wird. Ferner wird ein Druck auf die
Leibesflüssigkeit ausgeübt, die, wenn er besonders stark wird, nach
irgend einer Richtung auszuweichen sucht. So wird denn mit dem
Willen des Thieres der Legeapparat hervorgestülpt und auch die
Genitalröhre mit den Copulationsorganen ausgepresst.
76. Die Fasern der Haut-Abdominalmuskulatur sind kräftig und
stark quergestreift. Fibrilläre Muskelfasern enthält das Abdomen
nicht, auch nicht die Muskulatur der Furcula posterior, sie finden
sich vielmehr erst in den nach dem Mesothorax ziehenden Bündeln.
77. Ein Theil der abdominalen Muskeln verursacht im Skelett
Muskeleindrücke. Solche findet man aber nur an den stärker
skelettirten Platten und zwar an den Seiten der 3.—8. V. und der
8. D. Beim & beobachtet man sie auch bisweilen auf den Seiten-
parthien der 9. D. Es sind helle, glasige, in unregelmässigen
Gruppen stehende Fleckchen !).
78. Viel zartfaseriger als die abdominalen Hautmuskeln sind.
diejenigen des Diaphragmas (Pericardialseptums). Mit den starken
Sehnen laufen sie jederseits stets in und unter den dorsalen
Zwischensegmenthäuten aus und bekunden dadurch eine inter-
segmentale Lage. Die grossen Pericardialzellen haften an Muskel-
fasern und sind innig mit ihnen verbunden.
Ich empfehle hier besonders die nochmalige Lektüre des
„Allgemeinen Theiles“ meiner Arbeit über „Vergleichende
Morphologie des Abdomens der männlichen uud weiblichen Lampy -
riden, CGanthariden und Malachiiden“* Archiv für Natur-
geschichte, Berlin 1894.
B. Systematisch-phylogenetische Ergebnisse.
Es ist im vorigen Kapitel bereits manche phylogenetisch wichtige
Bemerkung gefallen, doch stellt sich bei näherer Betrachtung her-
aus, dass dieselben nicht so einfach für die natürliche Systematik
verwendbar sind, wie es wohl scheinen möchte. Wir beobachten
nämlich zwar bei vielen der besprochenen Theile des Coccinelliden-
Leibes ursprünglichere und höher stehende Ausbildungsgrade, aber
sie sind nicht immer so vertheilt, dass etwa einer Gruppe alle ur-
!) Claus hat analoge Eindrücke in der Schale der Ostracoden zur Art-
unterscheidung verwandt. Vielleicht ist das auch bei Coccinelliden möglich,
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 69
sprünglicheren, einer anderen alle höheren Ausbildungsformen der
betreffenden Organe zukämen.
Die röhrenartige Form der Kapsel ist einfacher als die ge-
drungene mit dem Buchtlappen. Eine Form mit Spieulum gastrale
steht höher als eine solche ohne dasselbe. In der That finden wir
auch, dass bei den Hippodamien der Mangel des Spiculum ga-
strale und das Vorkommen einer Röhrenkapsel des Sipho, also beides
ursprünglichere Charaktere, mit einander harmonirt. Dagegen be-
sitzen einige Hippodamien zugleich auch die extremsten Aus-
bildungsformen der Laminae laterales, die überhaupt beobachtet
wurden und alle haben die aberranteste Form der Trabesgestaltung.
Wenn aber eine Gruppe in einigen bestimmten Organen (a) eine ur-
sprünglichere, in andern bestimmten Organen (b) eine ausgebildetere
Stufe einnimmt und eine andere Gruppe in denselben Organen (a)
eine ausgebildetere und in den andern Organen (b) eine ursprüng-
lichere, so zeigt das, dass beide Gruppen nicht direkt von einander
abgeleitet werden können, weil jede sonst die ausgebildeteren Zu-
stände gewisser Organe der andern Gruppe geerbt haben müsste.
In solchen Fällen weisen beide Gruppen auf eine andere ge-
meinsame Stammform zurück, welche in allen in Betracht ge-
zogenen Merkmalen die einfachste Ausbildungsstufe aufweist, welche
in einer der beiden Gruppen vorkommt.
Stellt man sich vor, dass zwei eben getrennte Arten im Laufe
ihrer weiteren Entwickelung unabhängig von einander neue Eigen-
thümlichkeiten und wahrscheinlich auch verschiedene erwerben,
(nämlich an verschiedenen Organen höhere Ausbildungen!) so
wird man über das soeben Erörterte nicht staunen können und ferner
auch den Satz, den ich schon früher einmal aussprach'), gerecht-
fertigt finden, dass es oberhalb der Species in den verwandt-
schaftlichen Categorieen keine absolute Mittelformen giebt,
sondern nur relative, d.h. Mittelformen in Bezug auf einen
Theil der Organe. (Aber auch unter den lebenden Species sind
viele, in Bezug auf ihre nächsten Verwandten, nur relative
Mittelformen). Das Gesagte nöthigt um so mehr, unter den
phylogenetisch undsystematisch verwerthbaren Organen eine Aus-
lese zu halten. Dabei muss nun der Gesichtspunkt der leitende sein,
dass ein Organ [oder eine Eigenthümlichkeit an einem solchen,] um
so mehr bei der Beurtheilung der Verwandtschaftsverhältnisse in
Betracht zu ziehen ist, je weiter es verbreitet, je mehr es diffe-
rencirt und je reicher es an Differenzen von Form zu Form ist.
Tritt also ein Organ zwar in verschiedenen Stufen der Aus-
bildung auf aber bei Arten, welche wir auf Grund anderer Merk-
male als nicht näher verwandt bezeichnen können, so geben uns
diese Ausbildungsstufen zwar ein Verständniss für die extremeren
Fälle derselben, aber sie sind für die Beurtheilung der verwandt-
schaftlichen Verhältnisse höherer systematischer Categorieen nicht
Zoologischer Anzeiger, Leipzig 1894, N. 456.
70 Dr. Carl Verhoeff:
von Belang. So besitzen z. B. Lucanus cervus und Halyzia
18-guttata ein Flagellum, aber dasselbe kann nur zur Beurtheilung
der Verwandtschaft nahestehender Arten aus den Gattungen
Lucanus und Halyzia verwandt werden, nicht zur Abschätzung
der Beziehungen zwischen Lucanus und Halyzia als Gattungen.
Im Folgenden habe ich daher auch auf ein Organ um so mehr
Werth für die Systematik gelegt, je weiter es unter den Coleop-
teren im Allgemeinen und den Coceinelliden im Besonderen Ver-
breitung findet.
Meine systematische Hauptaufgabe ist es die Cocei-
nelliden als ganze Gruppe und ihre obersten Unter-
abtheilungen naturgemäss zu begründen. Hinsichtlich der
Gattungen musste ich mich mehr auf Andeutungen beschränken, da
ja zu deren endgültiger Begründung noch entschieden mehr Arten
untersucht werden müssen. Es ist auch nicht unmöglich, dass
unter den nicht untersuchten Gattungen noch solche stecken, welche
in den Rahmen der hier aufgestellten Unterfamilien nicht passen
und noch andern Unterfamilien angehören. Das mögen dann weitere
Untersuchungen beweisen.
Die hier neu begründete Gruppe der Coccinelliden deckt
sich rein äusserlich mit der bis heute angenommenen, wenn man
von Lithophilus absieht. Ich will ferner bemerken, dass ich bereits
mit den Untersuchungen derjenigen Familien, welche man in die
Nähe der Coceinelliden stellen zu können glaubte, den Endomy-
chiden, Erotyliden und Languriiden zu Ende gekommen bin und
festgestellt habe, dass diese keine Uebergänge zu den Coceinelliden
enthalten. Allerdings stehen ihnen die Erotyliden durch den Besitz
einer Trabes relativ nahe. Einen Sipho habe ich aber weder bei
diesen dreiFamilien noch sonst irgend einem Coleopteron finden können.
Auch die Cryptophagiden wurden bereits untersucht und hier-
durch gerade fand ich, dass Lithophilus zu den Coceinelliden
gehört. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass noch sonst unter
den Coleopteren die eine oder andere Coceinelliden-Gattung ver-
steckt ist, was sich erst durch weitere Studien herausstellen kann.
Familie Coceinellidae.
Die 1. V. fehlt. Die 2. V. ist in drei Theile zerlegt, welche
von der 3. V. gut abgesetzt aber nicht gegen sie beweglich
sind, die beiden seitlichen, dreieckigen Theile lagern vor der 3. V.
Die 3.—8. V. sind gegen einander mehr weniger beweglich,
sie bilden zusammen ein Ventralbecken. Der Processus abdo-
minalis ist breit, vorne gerundet oder abgestutzt. Pleurenplatten
fehlen meist. Die 1.—10. D. immer vorhanden, wenn auch die
vorderen bisweilen zu Häuten reduzirt sind. Ein Spiculum ven-
trale fehlt in beiden Geschlechtern vollständig.
Die 9. V. der 88 ist immer rudimentär. 8. und 9. D. der
Sd an den Vorderecken immer in lappige Fortsätze ausgezogen,
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 71
die letztere fast immer ungetheilt. 9. V. der 2? am Ende immer mit
kleinem Stylus, immer zweitheilig, auch die 9. D. der 2? zwei-
theilig. Pleurenhaut neben der 1.—7. D.; die 8. V. und D.
hängen direkt zusammen. In der Pleurenhaut liegen nur fünf
Stigmenpaare, am 1.—5. Segment des Abdomens, das 1. ist immer
grösser als die folgenden.
Zweigliedrige Parameren immer gut ausgebildet, bestehend
aus Basalplatte und fingerförmigem, auf der Basalplatte
gelenkig beweglichem Endtheil. Endtheile immer getrennt.
Basalplatten theilweise verwachsen, nie vollständig, sie lagern
mehr dorsal. Zusammen haben sie etwa die Form eines vorne nach
unten schräg und hinten senkrecht abgeschnittenen, kurzen Oylinders.
Penis unten mit Rinne, meist mit differeneirten Laminae late-
rales, sonst röhren- bis zuckerhutförmig. Exoskelettaler Sipho
und endoskelettale Siphonalkapsel immer gut ausgebildet. Con-
cavität des Sipho rechts gelegen. Sipho und Penis durch eine
dem Praeputium homologe Siphonalhaut verbunden. Hinten an
der Unterseite der Ba. sitzt stets in der Mediane eine drehbare,
starke Trabes fest. Grosse Bursa copulatrix, mit einfacher
Intima. Ductus des Receptaculum seminis von vorne in die
Bursa einmündend, Rec. s. fast immer eine feste Kapsel, in welche
eine länglich-runde, grosse Anhangdrüse mündet. Wenn ein Lege-
apparat vorkommt, besitzt er nur Radii dorsales und diese reichen
dann nur bis zur Ringfalte. Dorsaldrüsen fehlen.
a) Unterfamilie Hippodamiini.
[Hippodamia, Adonia, Semiadalia t).]
Spiculum gastrale der dd fehlt. Siphonalkapsel röhren-
förmig. Trabes vorne mit grosser, dreieckiger, am Ende aus-
gebuchteter Keule. Legeröhre fehlt. Haarfelder auf der 5.
und 6. D. vorhanden. 9. V. der 22 in Stiel- und Platten-
theil abgesetzt, ersterer besonders reich an Drüsenporen. Seiten-
blasen und Seitendrüsen vorhanden. Infundibulum vor-
handen, ohne Anhangplatte. Receptaculum seminis eine feste
Kapsel.
b) Unterfamilie Epilachnini.
[Epilachna.]
Spiculum gastrale der dd vorhanden. Siphonalkapsel
vom Sipho deutlich abgesetzt, breiter, mit Buchtlappen. Trabes
am Vorderende abgerundet, nicht mit dreieckiger, ausgebuchteter
Keule. Legeröhre fehlt. Haarfelder auf der 5. und 6. D. vor-
handen. 9. V. der 22 einfach rundlich, ohne Fortsätze. Unter
der Vulva eine strukturlose, secundäre 9. V. Seitenblasen und Seiten-
drüsen fehlen, ebenso das Infundibulum, das Receptaculum ist
häutig, blass.
1) Diese Gattungen sind in dem Sinne gemeint, wie sie J. Weise in
seinen „Bestimmungstabellen“ aufführt.
12 Dr. Carl Verhoeft:
c) Unterfamilie Lithophilini.
[Lithophilus].
Spiculum gastrale der d& vorhanden. Siphonalkapsel
vom Sipho deutlich abgesetzt, mit Buchtlappen. Trabes stabförmig.
Legeröhre vorhanden. Haarfelder fehlen, ebenso Seitenblasen,
Seitendrüsen und Infundibulum. Receptaculum eine feste Kapsel.
d) Unterfamilie Cocecinellini.
[Adalia, Coccinella, Anatis, Halyzia].
Spiculum gastrale der d$ vorhanden. Siphonalkapsel
vom Sipho deutlich abgesetzt, Buchtlappen fast immer ausgebildet.
Trabes am Vorderende abgerundet, nicht mit dreieckiger, aus-
gebuchteter Keule. Legeröhre fehlt. Haarfelder auf der 5. und
6. D. vorhanden. 9. V. der 2? in einen Stiel- und Platteh-
theil abgesetzt. Seitendrüsen und Seitenblasen vorhanden.
Receptaculum eine kräftige Kapsel.
e) Unterfamilie Coceidulini.
[Exochomus, Coccidula, Scymnus.]
Spieulum gastrale, Siphonalkapsel und Trabes wie vorher.
Legeröhre fehlt. Haarfelder auf der 5. und 6. D. vorhanden.
9. V. der 2? gestreckt (nicht in Stiel- und Plattentheil abgesetzt),
vorne mit endoskelettalem Processus. Seitenblasen und Seiten-
drüsen fehlen. Receptaculum kräftig ausgebildet.
Die fünf eben umschriebenen Unterfamilien zeigen derartige
Charaktere, dass es unmöglich ist aus ihnen eine einfache phylo-
genetische Stufenleiter herzustellen, denn im Allgemeinen erscheinen
sie ungefähr als Parallelreihen. Dochlässtsich immerhin constatiren,
dass unter den weiblichen Coceinelliden die Epilachnini die
niederste Stufe einnehmen. Bei den Männchen kommt das
weniger zum Ausdruck. In mehreren Punkten stehen die d Hippo-
damien am niedrigsten. Der ursprüngliche Bau der Epilachnini
harmonirt aber auch mit deren ursprünglicher Nährweise. Sie leben
noch von Pflanzengeweben, während alle übrigen Coccinelliden
zur Aphidennahrung übergegangen sind.
Vielleicht gelingt es bei weiterer Durchforschung anderer
Coleopteren-Gruppen Verwandte der Coccinelliden mit noch ur-
sprünglicheren Bildungen nachzuweisen als es hier möglich war.
Dass die bisherigen Gattungscharakteristiken recht dürftige
sind, darüber kann kein Zweifel herrschen. Manche Gattungen, wie
Coceidula und Exochomus, sind ja habituell sehr gut ausge-
prägt, aber die Wissenschaft kann sich nirgends mit dem Habitus
begnügen, ebenso nicht mit mehr weniger zoologisch unbedeutenden
äusserlichsten Merkmalen, mögen sie zu praktischem Bestimmen ver-
wendbar sein oder nicht.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinellidn. 73
Meine bisherigen Untersuchungen haben mir die Ueberzeugung
gebracht, dass die jetzt bestehenden Gattungen, z. T. wenigstens,
recht unnatürlich sind. So wies ich z. B. nach, dass Adalia
bipunctata und Coccinella decempunctata eine Art sind, also
können auch diese beiden Gattungen im bisherigen Rahmen nicht
mehr bestehen bleiben. Man wird aber überhaupt zu einer wissen-
schaftlich ausreichenden Gruppen-, Gattungs- und Artsystematik nur
gelangen können, wenn man auf dem in dieser Arbeit eingeschlagenen
Wege fortschreitet.
Die Coccinelliden sind von den andern Coleopteren, soweit
man bis jetzt beurtheilen kann, insbesondere durch ihre Copulations-
organe, so scharf und auffallend getrennt, dass man für sie eine
Gruppe höheren Charakters zu gründen genöthigt ist. Je nachdem
man die Coleopteren als Klasse oder Ordnung bezeichnen will, wird
diese höhere Gruppe Ordnung oder Unterordnung zu nennen sein.
Ich habe schon in meiner Vorarbeit über die männlichen Coleopteren
durch besondere Bezeichnungen die Differenz zwischen den Cocci-
nelliden und den andern Coleopteren hervorgehoben. Die dort ge-
brauchten Namen lasse ich fallen aus Gründen, welche zur Genüge
besprochen worden sind.
Für die Coleopteren, welche hier behandelt wurden, stelle ich
jetzt auf die
Ordnung Coleoptera-Siphonophora
mit der einzigen Familie Coccinellidae. Die übrigen Coleopteren
kann man im Gegensatze dazu unter dem Namen Asiphona zu-
sammenfassen. Für die Siphonophora gelten die wichtigsten
Merkmale der Coccinelliden.
IV. Vergleichende und historisch-kritische Anmerkungen.
1. Die von der 10.D. der 2 Lithophilus ausgehenden Chitin-
spangen des Legeapparates bezeichnete ich als Radii dorsales.
Wir werden sie in einer späteren Arbeit in grösserer Verbreitung
wieder bei den Erotyliden antreffen. Werfen wir nun einen Blick
auf den Legeapparat der Malachioideat), Ich wies bereits
darauf hin, dass die Hinterspangen desselben den kleinen Quer-
spangen der Erosini homodynam sind und beide von der 9. V.
her ihre Entstehung nahmen. Die Radii der Erosini entwickelten
sich von der 9. D. her und ich betrachtete die Radii ventrales
der Malachioidea als homodynam. Für die Radii dorsales der
letzteren blieb als Platte, von der aus sie entstanden sein konnten, nur
noch die 10.D. übrig. Wir sahen bei Lithophilus, dass in der That
!) cf. S. 193 ete. in „Vergl. Morphol. d. Abdomens der männlichen und
weibl. Lampyriden, Canthariden und Malachiiden“. 1894. Diese Zeitschr.
74 Dr. Carl Voerhoeff:
von der 10. D. Radien ausgehen. Da nun bei Erotyliden sowohl
9. als 10. D. vorkommen und mit Radien versehen sind, von denen
die der ersteren mehr ventral, die der letzteren dorsal liegen, so
ist es klar, dass wir auch bei den Malachioidea:
a) die Hinterspangen als von der 9. V.
b) die Radii ventrales „ „ „ %D.
ec) die Radii dorsales „. ,7.5.10.«D.
aus entstanden zu betrachten haben.
2. Häutungshaarfelder stehen bei den gestreckter gebauten
Danacaeini (der Malachiiden) auf der 6. und 7. D., bei den ge-
drungeneren Coccinelliden auf der 5. und 6. D. (bisweilen auch 4.,
nie aber 7.).
3. Die drei von mir bisher genauer bearbeiteten Coleopteren-
Ordnungen der Malacodermen, Malachioideen und Siphono-
phoren sind so scharf getrennt, dass ich keine weitere Tabelle
aufstelle.
4. In N. VII. der „Entomologischen Nachrichten“ 1894 habe
ich mich bereits über primäre, secundäre und tertiäre Sexual-
organe ausgesprochen. So sicher wie (bei vergleichender Betrach-
tung) der Theil allmählig in das Ganze übergeht, muss auch der
„Charakter“, als Theil eines Organes, allmählig in das ganze Organ
übergehen, sodass eine Unterscheidung von „Sexualcharakteren*
und „Sexualorganen* im Allgemeinen nicht durchführbar ist. —
Auch verzichte ich jetzt auf eine Gruppirung der Organe in primäre,
secundäre und tertiäre, weil sie ebenfalls, wenn man es genau
nimmt, weder für die Coleopteren im Allgemeinen, noch für
irgend eine Familie im Besonderen durchführbar ist.
5. F. Stein hat in seinem Werke über „die weiblichen Ge-
schlechtsorgane der Käfer“, Berlin 1847, die Muskulatur der Ab-
dominalsesmente nicht behandelt. Auf S. 132 schreibt er aber über
„die Befruchtungsorgane* der Coccinelliden Folgendes:
„Untersucht wurden Hippodamia mutabilis, Coccinella
septem- und quinquepunctata, Chilocorus quadripustu-
latus, Cynegetis globosa, Scymnus frontalis und Coceidula
pectoralis. Bei allen ist der Befruchtungsapparat sehr überein-
stimmend gebaut. Er besteht aus einem kurzen, aus der Spitze
der geraden sackförmigen Scheide entspringenden Samengange, einer
hufeisen- oder hakenförmig gekrümmten, hornigen, mit einem
Compressionsmuskel versehenen Samenkapsel und aus einer sitzen-
den, keulen- oder eiförmigen, in die Basis der Samenkapsel münden-
den Anhangdrüse. Sehr kurz ist der Samengang von Cynegetis
und Hippodamia, am längsten ist er bei Chilocorus und hier
ist die Epithelialhaut desselben an der Basis zu einem hornigen
Trichter verdickt. Bei Coccinella quinque- und septem-
punctata ist dieser Trichter weit entwickelter, nach vorn becher-
förmig erweitert, und aus dem Grunde des Bechers entspringt erst
der eigentliche Samengang. Von dem Rande des Trichters ent-
springt ein starker, muskulöser Mantel, der sich an das grade ab-
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 75
gestutzte Ende der Scheide setzt. Er dient vielleicht dazu, den
hornigen Trichter etwas in die Scheide hinab zu drängen, um die
Spermatozoen aus ihr aufzunehmen. Eine ähnliche Bildung findet
sich auch bei Seymnus. Bei Cocc. 7-punctata, bei Oynegetis
und Hippodamia ist die Samenblase an der Einmündungsstelle
der Anhangdrüse bauchig ausgesackt, bei Cocce. 5-punctata ist
diese Aussackung zu einem kurzen Stiel entwickelt. Bei den beiden
Coceinellen fand ich jederseits neben der Vulva eine sitzende,
blasenförmige, accessorische Drüse.‘“
Als Erläuterung hierzu dienen die beiden Figuren VII, Chilo-
corus quadripustulatus und VIH, Coceinella 5-punctata auf
Taf. VII.
Der Name „Samengang“ für den Verbindungskanal von Recep-
taculum und Bursa erscheint sehr unzweckmässig; besser ist Samen-
blasengang oder Ductus Receptaculi. Die Bursa copulatrix
bezeichnet St. irrthümlich als „sackförmige Scheide“. Unter „hornig“
versteht er stark chitinisirt. Der Name „Compressionsmuskel“
ist besser durch Expansionsmuskel zu ersetzen. Dass der Ductus
Receptaculi bei „Chilocorus“ (muss heissen Exochomus!) besonders
lang ist, habe ich bestätigt. Fig. VIII zeigt recht deutlich, dass
bei Coceinella 5-punctata die Samenblase eine längliche Neben-
tasche besitzt, er nennt sie „Stiel“. Ob St. mit der „Drüse neben
der Vulva“ die Seitenblase meint oder wirklich die Seitendrüse, ist
nicht sicher zu ersehen.
Die Oviductflügelmuskel hat er nicht beobachtet und von den
Bursalflügelmuskeln merkwürdigerweise nur einen gesehen, was
aus den genannten beiden Figuren hervorgeht und dem zugehörigen
Text. Er nennt ihn den „geraden Retractor“ und lässt ihn auf
der „7. V.“ enden, womit er ganz das Richtige angegeben hat, weil
er mit der „7. V.*“ die in Wahrheit 8.V. meint. Auch die Stelle
wo dieser Muskel die Bursa verlässt, ist von ihm ebenso angegeben wie
von mir. — Ueber die Abdominalsegmente hat er leider nichts
Genaueres berichtet.
6. Dass Gemminger und Harold in ihrem Catalogus 1876
die Gatt. Lithophilus zu den Coccinelliden stellten, ist noch kein
Zeichen, dass sie ihren Bau kannten. Es war offenbar nur eine
Vermuthung, ohne dass sie einen stichhaltigen Grund da-
für hatten. Deshalb konnte diese Gattung, eine von den nicht
wenigen „Wandergattungen“, ihren Reisestab weiter aufnehmen und
sich zur Abwechselung bei den Endomychiden etabliren.
Redtenbacher freilich (Fauna Austriaca, 1874, S. 407, Bd. 1.)
sagt von Lithophilus bemerkenswertherweise: „Diese Käfer haben
die Eigenschaft, gleich manchen Cocecinellen bei der Berüh-
rung aus den Fussgelenken einen ätzenden, röthlichen
Saft auszuschwitzen“. Das musste doch zu denken geben!
Aber wie viele exclusive Speciessystematiker giebt es, die über der-
gleichen Dinge nachdenken oder überhaupt Interesse dafür haben?
76
Dr. Carl Verhoeff:
Erklärung der Abbildungen.
Folgende Abkürzungen kommen wiederholt vor:
Si = Sipho, Pl = Anhangplatte desselben,
Si K = Siphonalkapsel, Be = Bursa copulatrix,
Si H = Siphonalhaut, Sty = Stylus,
G H = Genitalhaut, St = Stigma,
Bl = Buchtlappen der Siphonalkapsel, | Pa = Parameren,
Tr = Trabes, Ba = Basalplatte,
s Pr = siphonaler Praeputialsack, Pl=#Penis,
de = Ductus ejaculatorius, ll = lamellae laterales Penis,
V = Ventralplatte, Sb = Seitenblase,
D = Dorsalplatte, Rd = Rudiment,
sg = Spieulum gastrale, pr = Processus,
s v = Spiculum ventrale, Re = Rectum,
tr = Trachee, lm = Longitudinalmuskel,
n = Nerv, sm — Seitenmuskel,
ın = Muskel, p m = Pleurenhautmuskel,
Rec — Receptaculum seminis, r m = Rectalflügelmuskel.
Inf = Trichter (Infundibulum),
Fig. 1.
Fig: 2,
Fig. 3
Fig. 4
Fig. 5
Fig. 6
Fig. 8.
Fie.'9,
Fig. 10
Fig. 1—2. Coccinella septempunctata d.
Ansicht des gesammten Copulationsapparates und des 8. Segmentes von
oben, ersterer ist eingestülpt und durch die GH ans Genitalsegment be-
festigt. Von letzterem sieht man nur das Spiculum gastrale.
Ansicht der Oopulationsorgane von unten. Die Lamellae laterales sind
nur angedeutet. « = Mündung der Siphonalhaut. (Austrittsstelle des
hier fortgelassenen Sipho).
Fig. 3-6. Epilachna chrysomelina d.
Seitenansicht der Copulationsorgane. S = Chitinsehne des Parameren-
muskels. M = Ende der Siphonalhautrinne. x = innere Blättchen
des Penis.
Seitenansicht des Sipho nebst Kapsel.
Ende des Sipho.
Ansicht des Penis und der Trabes von unten. r = Rinne, welche
innen von der Siphonalhaut ausgekleidet ist.
Fig. 7. Coceinella septempunctata d.
Seitenansicht des ganzen Copulationsapparates und seiner Muskulatur.
km, km 1 = Kapselmuskeln.
Fig. 8-10. Coceinella quadripunctata &.
Basis eines Parameros und Seitenkante der Basalplatte desselben.
m —= Paramerenmuskel, m 1 = vorderer Kapselmuskel.
Siphonalkapsel und die sie mit der Trabes verbindenden Trabesmuskeln
m, m 1. Die Kapselmuskeln (km, km 1) und der vordere Spieular-
muskel (m 2) sind durchgeschnitten,
Basis der Siphonalkapsel und anliegendes, doppeltes Genitalganglion.
Der eintretende d. e. besitzt weiterhin Ringmuskulatur (m).
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 77
vi
12,
13.
14.
K7.
18.
29.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
Fig. 11—14. Coceinella quadripunctata $.
Die 3.—-8. V. von oben gesehen, nebst Longitudinalmuskulatur 1 m.
An der 7. und 8. V. wurden links auch die Seitenmuskeln z. T. an-
gegeben. Vph = linkes Ventralphragma. pr a = Processus abdo-
minalis. sl = Schenkellinie.
Schema für den Ansatz der ventralen Longitudinalmuskeln: Hinter-
rand einer V. und Vorderrand einer folgenden nebst eingestülpter
Zwischenhaut im Querschnitt. Die Punktreihen deuten die optisch
auffallenden Linien an.
Endigung einer Faser der Longitudinalmuskeln.
Seitenansicht des Siphoendes nebst schwachem unpaaren, siphonalen
Praeputialsack.
Fig. 15. Coceinella septempunctata.
Parthie aus der 1. D. mit Drüsenporen und Häutungshaaren.
Fig. 16. Coceinella quadripunctata.
Eine einzellige Hautdrüse aus dem Bereich der vorderen D. mit Secret-
bläschen und Ausführungskanälchen.
Fig. 17—25. Coceinella septempunctata Öd.
Struktur der Cutieula der paarigen siphonalen Praeputialsäcke.
Ende des Sipho mit dem unpaaren und den paarigen siph. Praeputial-
säcken von der Seite ges. g — Stützgräte der paarigen Praep.
Dasselbe in der Ansicht von oben. S = Stützbälkchen des unpaaren
Praep. b = Blutkörperchen (Zellen der Leibesflüssigkeit), welche in
die paarigen Praep. eingetrieben sind.
Tracheenverschlussapparat eines der kleineren Stigmen, Ansicht von
innen.
Tracheenverschlussapparat und Stigmen des 1. Abdominalsegmentes
von innen und ein wenig von der Seite gesehen. m = Schliessmuskel,
m 1 = Muskel, welcher zur Pleurenhaut geht. St H = Wand der
Stigmenhöhle. Pt = Peritrema (äusserer Stigmenrandring. VL=
Vorder- H L = Hinterlippe.
Seitenansicht eines der kleineren Abdominalstigmen nebst Verschluss-
apparat und anstossenden Tracheen.
Ansicht von unten und vorne auf die Vorderseite der Furcula posterior
des Metathorax. m = Muskeln, welche zum Seitenflügel des Meta-
phragmas ziehen. m 1, m 2, m 3 Coxalmuskeln des rechten Hinter-
beines. = oberes, B = unteres Horn, W = wulstige Randarme,
= Grat, G 1 = Nebengrat der Fureula-Platte P. Zwischen A, B
und W liegt der Fureula-Arm.
Ansicht von oben und hinten auf die Hinterseite der Fureula posterior.
m — Muskeln der ventralbasalen Abdominalverbindungshaut (Sonstige
Bezeichnungen wie bei 23).
Oberes Fureula-Horn und Seitenflügel des Metaphragmas nebst drei
Verbindungsmuskeln. m 1 = oberer Coxalmuskel.
18
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
28.
29.
30.
31.
32.
34.
35.
36.
37.
38.
Dr. Carl Verhoeff:
Fig. 26—27. Coccinella septempunctata £.
Linke Hälften der 1.—3. D. und des Metaphragmas von unten ge-
sehen nebst ihrer Muskulatur und derjenigen der zugehörigen Pleuren-
haut. Das Metaphragma ist zurückgeklappt. Me A = seitlicher,
winkeliger Metaphragmaanhang. k und k1 = intersegmentale Muskel-
knoten in der Zwischenhaut.
Seitliche Parthie der 1. und 2. D. und ihrer Muskeln, stärker vergröss.
« = querziehender Muskel (nebst Sehnen) des Pericardialseptums
(Diaphragmas).
Fig. 28-32. Coceinella quadripunctata d.
Rechte Seitenparthien der 4.—7. D. nebst ihrer Muskulatur und der-
jenigen der zugehörigen Pleurenhaut von unten gesehen. pr = vorderer
Eckfortsatz der 7. D.
Eine Pericardialzelle nebst ihrer Muskelfaser, mit derselben in innigem
Zusammenhang
Die 8. D. und ihre Muskulatur von unten ges. Im —= Longitudinal-
muskeln der 7.D. pe = Pericardialzellen, h = gekreuzte Fasern der
Herzmuskulatur.
Das 9. und 10. Segment nebst Rectum und Genitalhaut von unten
ges. mg — Genitalhautmuskel, m = Spieularflügelm. m1 = At-
traetionsmuskel der 10. D. m 2 = Praeanalmuskel. Cl = Kloake.
Dieselben nebst Rectum von oben gesehen. pr = Seitenlappen der
9.D. m = Analm.,, m 1 —= Praeanalmuskel. m 2 = Verbindungs-
muskel mit der 8. D.
Fig. 33. Coccinella quadripunctata 9.
Seitenansicht der linken Hälfte des Genitalsegmentes. x = innere
Muskelleiste.e L = Hautlappen unter der Vulva.
Fig. 34—38. Coceinella quadripunctata 9.
Ansicht der Geschlechtsorgane und der 9. V. von oben. (Ovarien und
Receptaculum seminis sind weggelassen. m = Oviduct-Flügelmuskel,
m 1 = Bursal-Flügelmuskel, m 2 = Aussenmuskel des Genitalsegmentes,
m 3 = Vaginalflügelmuskel.
Rechte Hälfte des Genitalsegmentes von oben und innen gesehen.
a — Muskelkante, b = innere Muskelleiste, ce = vorderes Ende der
Duplicatur des Griffelträgers, m = Praeanalmuskel, m 1 = Ver-
bindungsm. mit der 8. D, m 2 = Vaginalflügelmuskel, m 3 = drei
Verbindungsmuskeln von 9. D. und 9. V.
Dieselbe von aussen gesehen. m = Aussenmuskel des Genitalsegmentes.
m 1 = Verbindungsmuskel mit der 8 D, m 2 = Praeanalmuskel,
x = Beginn des endoskelettalen Theiles der 9. V. y = Beginn des
endoskelettalen Theiles der 9. D.
Die 8. V. von oben gesehen nebst Muskulatur, m und m 2 = Seiten-
muskel zur 8. D., m 1 = Bursalflügelmuskel, g — Copulatiousgrube.
Rectum und 10. D. von oben gesehen. m —= Verbindungsmuskel von
9. D. und 10. D., rm = Praeanalmuskeln, rm 1 = Rectalnebenmuskel,
rm 2 = Analmuskeln.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Beiträge zur vergleich. Morphologie d. Abdomens d. Coceinelliden. 79
39.
40.
41.
43.
46.
48.
Fig. 39—41. Lithophilus connatus &.
Die beiden letzten Rückenplatten, von oben.
Siphonalkapsel.
Copulationsorgane von oben gesehen.
Fig. 42. Coccinella quadripunctata 9.
7. und 8. D. von unten und 7. und 8. V. von oben nebst Muskulatur.
m — Verbindungsmuskel mit der 9. D., sm = Theile des durch-
schnittenen Seitenmuskels des 7. Segmentes, sm 1 = Theile des durch-
schnittenen vorderen Seitenmuskels des 8. Segmentes, sm 2 = hinterer
Seitenmuskel des 8. S., sm 3 = Quermuskel der 8. D., bei x sich an
die 8. V. heftend, m 2 = kurzer Verbindungsmuskel der 7. und 8. V.
m 3 = Bursalflügelmuskel, pr = vorderer Muskelfortsatz der 7. D.,
pr 1 von der 8. D.
Copulationsorgane von Secymnus Abietis von oben und etwas von
der Seite gesehen. N — dorsale Basalplattennaht.
Fig. 44. Halyzia vigintiduopunctata &.
8 V. und Spieulum gastrale von unten.
Fig. 45 und 46. Anatis ocellata 9.
Basis der 9. V. und anstossender Theil der Seitenblase stärker ver-
grössert als bei 45.
Fig. 47. Coccinella quadripunctata 9.
a Ansicht von unten, b von der Seite auf einige Börstchen der Seiten
blasen des Genitalsegmentes.
Coceinella bipunctata 9.
49 und 51. Coceinella undecimpunctata &.
50.
Coccinella undecimnotata 9.
52 und 53. Coceinella octodecimpunctata 9,
54.
55.
56.
57.
58.
59.
Coceinella septempunctata 9.
Coce. 11-notata d. Rudiment der 9. V.
Coce. 1l1-punctata d. Copulationsorgane.
Coceidula seutellata &.
Coceinella 10-punctata d. (variabilis).
Seitenansicht der Copulationsorgane. (C. bipunctata ebenso).
Coce. 11-notata &.
Trabes und Theil der Basalplatten von unten ges.
Coce. variegata Copulationsorgane von unten ges.
Scymnus Abietis & Genital- und Analsegment von unten ges.
Coceinella scutellata, Copulationsorgane von oben.
Coceinella 11-notata Sipho. 1 = Anhanglappen.
“ variegata. ,„
Hippodamia 13-punctata. Sipho.
Epilachna argus. ee
Coccidula seutellata. Pr
Sceymnus Abietis. >
Echochomus quadripustulatus. ,,
80
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
70.
rd:
72.
73.
74.
Dr. Carl Verhoeff.
Halyzia 18-guttata. Sipho. fl = Flagellum.
55 14-guttata. Receptac. sem. dr = Anhangdrüse, Be =
Bursa copulatrix.
Coceinella 10-punctata 9.
A P d. Sipho. (C. bipunctata ebenso).
Halyzia 22-punctata. ”
Fig. 75. Coccinella quadripunctata 9.
m = Muskel des Receptaculum, E = Matrix desselben, Inf. = Trichter
mit den Längsmuskeln der Bursa, dr = Anhangdrüse.
Anatomisch-histologische Studien an
Vogeltänien.
Von
Alexander Morell
aus Mainz.
Hierzu Tafel VII.
Vorliegende Arbeit ist das Resultat meiner Untersuchungen,
welche ich unter Leitung des Herrn Prof. Dr. Zschokke im zoo-
logischen Institute der Universität Basel an einer Anzahl Vogel-
tänien angestellt habe. Lange wurden die Tänien unserer Vögel
im Vergleich zu denen des Menschen und der übrigen Säugetiere
vernachlässigt. Erst in neuerer Zeit mehren sich die Schriften,
welche diesen Gegenstand genauer behandeln. Auch ich hoffe in
den folgenden Blättern einen kleinen Beitrag hierzu geliefert zu haben.
Es sei mir an dieser Stelle erlaubt, meinem verehrten Lehrer,
Herrn Prof. Dr. F. Zschokke in Basel, meinen verbindlichsten
Dank auszusprechen für die Liebenswürdigkeit, mit der er mir stets
begegnete, und für sein Interesse, welches er meinen Arbeiten ent-
gegenbrachte.
Auch Herrn Assistenten Dr. O. Fuhrmann danke ich bestens
für seine Ratschläge bei der Herstellung meiner Präparate.
Taenia constrieta (Molin).
Litteratur:
R. Molin. Prospectus helminthum, quae in prodromo faunae
helminthologicae Venatae continentur. (Vindob.) 1858. Sitzungsber.
d. K. Akad. XXX. pg. 139.
Derselbe. Prodromus faunae helminthol. Venetae (Wien).
1861. Denkschr. d. K. Akad. XIX. pg. 254.
H. Krabbe. Bidrag til kundskab om Fuglenes Baendelorme
(Kjöbenhavn) 1869. pg. 329. Vidensk. Selskabs Skrifter 1869.
Derselbe. Nye Bidrag til kundskab om Fuglenes Baen-
delorme. (Kjöbenhavn) 1882. Vidensk. Selskabs Skrifter 1882. pg. 11.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg.1895. Bd.I. H.1. 6
RD) Alexander Morell:
H. Krabbe. Reise in Turkestan von Fedtschenko. Ab-
handl. der Gesellsch. naturf. Freunde Moskau 1879, t. XXIV.
pg. 8. (russisch).
v. Linstow. „Helminthologische Studien“. Jenaische Zeit-
schrift für Naturwissenschaft. 1894. pg. 337.
Bis jetzt bekannte Wirte:
Corvus cornız, monedula.
Turdus iracus, music., merula.
Pica caudata.
Mergus merganser (neu).
Das zur Untersuchung verwandte Exemplar wurde in den Ge-
därmen von Corvus cornix gefunden und besitzt mit Abzug der
fehlenden Endglieder eine Länge von 20 cm. Der rundliche Scolex,
mit einem kräftigen Rostellum und vier Saugnäpfen ausgerüstet, ist
0,108 mm breit und bei fast vollständig eingezogenem Rostellum
0,13 mm lang. Auf ihn folet ein kurzer aber breiterer Teil, welcher
von jenem durch eine tiefe Einschnürung getrennt ist. Diese charac-
teristischen Verhältnisse trugen der Tänie das Prädicat „constrieta“
ein.
Die Proglottiden sind sammt und sonders breiter wie lang;
es messen die vorderen an Breite 0,187 mm, an Länge 0,02 mm,
die hinteren 1,36, resp. 0,34 mm.
Im Einklange mit Molins Beschreibung (l. ec.) konnte ich keine
Hakenbewaffnung nachweisen. v. Linstow dagegen (l. c.) beschreibt
zweierlei sowohl durch Grösse als auch Form sich unterscheidende
Arten von Haken. Die Grösse derselben gibt er auf 0,0468, resp.
0,0416 mm an.
Das Parenchym ist zelligser Natur. Die achromatischen
Zellen von runder Gestalt besitzen färbbare, rundliche, 0,002 mm
grosse Kerne. In den reifen Proglottiden ist das Parenchym
durch den anwachsenden Uterus grösstenteils geschwunden und nur
noch in einzelnen schmalen Streifen vorhanden.
Die Kalkkörperchen fehlen im Scolex und im Anfangsteile der
Strobila; später treten sie in der Rindenschicht, besonders zahlreich
direct unter der Cuticula auf. Von rundlicher, ovaler, zuweilen
nierenförmiger Gestalt, ausgezeichnet durch die ihnen zukommende
concentrische Schichtung erreichen sie eine Grösse von durch-
schnittlich 0,006 mm.
Die Cuticula eine homogene Membran von 0,001 mm Dicke,
lässt keinerlei Structur und nicht die bei andern Tänien beobachtete
Scheidung in zwei nach dem Grad der Tinctionsfähigkeit unter-
schiedene Schichten erkennen. An sie legt sich nach innen eine
feine Lage von Längsmuskelfasern.
Das Muskelsystem des Scolex lässt sich im Allgemeinen auf das
der Strobila zurückführen (s. u.) Das Rostellum besteht aus starken
Ringmuskelfasern; die Saugnäpfe (0,054 mm gross) setzen sich aus
äusseren Circulär- und inneren Radiärmuskeln zusammen. In den
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 3
Proglottiden sind eine Längs-, Rings- und dorsoventrale Schicht zu
unterscheiden. Die 0,013 mm bis 0,02 mm dicken Fibrillen der
Längsmuskeln liegen in der Rindenschicht, je zwei bis acht zu-
sammen ein Bündel bildend. Von schwächerer Entwickelung sind
die Ringmuskeln, deren dünne, mehr oder weniger geschlängelte
Fibrillen auf der Grenze zwischen Rinden- und Markschicht liegen.
Das Excretionssystem tritt uns entgegen in der Form von vier
Gefässen, welche zu je zwei an jeder Seite die Proglottidenkette
durchlaufen und im Scolex zu einem geschlossenen Ringgefässe zu-
sammentreten. Die dorsalen Gefässe besitzen kleineren Diameter
(0,01 mm) als die ventralen. Letztere sind mehr als doppelt so
breit und vereinigen sich am caudalen Rande einer jeden Proglottide
durch eine etwas engere Anastomose. Ueber die Art und Weise
der Endigung im Endgliede kann ich nichts aussagen, da dieses nicht
vorhanden ist.
Die auf der Höhe der Saugnäpfe gelegene Gehirnmasse stellt
eine aus länglichen Ganglienzellen bestehende Zellenanhäufung dar,
aus deren Seiten zwei Nervenstämme nach hinten austreten und
lateral von den beiden Gefässen ihre Lage haben. Sie erscheinen
als eine feingekernte Masse von grauer Farbe und 0,01 mm Dicke,
welche auf Flächenschnitten besser wie auf Querschnitten nachzu-
weisen ist. Wahrscheinlich wird jeder Saugnapf durch einen kurzen
Nervenast, welcher vom Gehirn seinen Ursprung nimmt, versorgt;
doch gelang mir der Nachweis eines solchen nicht.
Analog der Mehrzahl der Tänien eilt die Entwickelung der
männlichen Geschlechtsorgane derjenigen der weiblichen voraus.
Ungefähr 9 mm vom Scolex entfernt bemerkt man die erste
Anlage derselben, welche sich in der Anhäufung der Parenchym-
kerne an drei Stellen kundgiebt. Seitlich davon differenzirt sich
das Parenchym auf ähnliche Weise, indem ein kleiner Kernhaufen
entsteht, welcher sich aber bald zu einem nach dem Proglottiden-
rande gerichteten Streifen auszieht. Diese Umbildungen des Paren-
chyms entsprechen den männlichen Organen, den Hoden und dem
abführenden Kanale.
Etwas später kommen die weiblichen Fortpflanzungsorgane, der
Keim- und Dotterstock nebst Vagina zur Ausbildung. Ihre Ent-
wickelung beginnt ebenfalls mit der Entstehung einer Kernanhäufung,
im hinteren Theile der Proglottide.
Während nun die männlichen Organe den Zustand der Reife
rasch erreichen, bleiben die weiblichen noch durch eine Reihe von
Proglottidenhindurch auf ihrer embryonalen Entwickelungsstufe stehen.
Als Zeitpunkt der männlichen Reife lässt sich die Proglottide be-
zeichnen, welche 25 mm vom Scolex entfernt ist.
Ungefähr 20 mm weiter haben auch die weiblichen Geschlechts-
drüsen das Stadium ihrer Functionsthätigkeit erlangt.
In letzter Linie erscheint das Vaginalrohr. Wie das Vas deferens
liegt sein Anfang in einer Anhäufung von Parenchymkernen, dessen
6*
84 Alexander Morell:
einzelne Bestandteile sich zu einem Strang ordnen, welcher in gleicher
Richtung wie das Vas deferens zum Genitalsinus hinzieht.
Die Geschlechtssinus stehen einseitig, im hinteren Drittel des
Seitenrandes, und stellen flache Vertiefungen auf der Höhe einer
unbedeutenden Randprominenz dar, welche von der Cuticula aus-
gekleidet sind und die Mündungen der Ausführgänge beherbergen.
Die männlichen Organe setzen sich zusammen ‘aus drei
Hoden, den Vasa efferentia, dem Vas deferens, einem Receptaculum
seminis und dem Cirrus mit dem Cirrusbeutel.
Die Hoden sind in ausgewachsenem Zustande ovale Gebilde
von mächtiger Entwickelung. Zwei von ihnen liegen auf der Seite,
welche die Geschlechtsöffnungen enthält, der dritte auf der gegen-
überliegenden Seite. In der Mitte des dorsoventralen Durchmessers
gelegen breiten sie sich nach allen Richtungen stark aus und bilden
auf diese Weise den Hauptinhalt der Proglottiden. Ihre maxi-
male Grösse beträgt 0,26 mm. Mit einer sehr zarten, mit kleinsten
Kernen besetzten Hülle umgeben enthalten sie Zellen von vor-
züglicher Tinctionsfähigkeit und verschiedener Grösse; im Reife-
stadium weisen sie ausser den in Spermatogenese befindlichen Zellen
noch Spermafäden auf, 0,09 mm lange, fadenförmige und vielfach
in einander geschlungene Fäden. —
Drei Hoden wurden noch beschrieben in Taenia fasciata‘),
setigera!) und serpentulus (Schrank?)). Nur einen Hoden fand
Pagenstecher in Taenia microsoma?), Prof. F. Zschokke in
Chapmania tauricollis (Taenia argentina*)).
Bei einer Tänie, welche in Picus viridis parasitirte und wahr-
scheinlich mit Taenia erenata Goeze identisch ist, stellte ich in
jeder Proglottide acht bis zehn Hoden von geringer Ausdehnung
und kugelrunder Gestalt fest. —
Nächst den Hoden fällt am meisten das Receptaculum seminis
in die Augen, ein Organ von ovaler @estalt und grosser Ausdehnung,
welches sich vom Vorderrande nach hinten erstreckt und seitlich
an die Hoden stösst. Seine Grösse beträgt durchschnittlich 0,57 mm.
Mit der Zunahme des Inhalts wächst es allmählich nach allen
Richtungen und bestimmt dadurch nicht nur die Form der ihm an-
gelagerten Hoden, sondern auch die Curve des vorderen Gliedrandes.
Die am Hinterrande gelegenen Hoden werden zuweilen von vorn
her so abgeplattet, dass sie, ihrer ovalen Gestalt verlustig gegangen,
sich nach der Mitte der Proglottide zu in einen engen Back aus-
ziehen und dadurch in extremen Fällen die Receptacula zweier
benachbarter Proglottiden beinahe in Contact geraten.
Eine zarte Membran bindegewebiger Natur bildet die Umhüllung
des Receptaculums, dessen Inneres mit Spermatozoen strotzend an-
gefüllt ist; dieselben liegen aber nicht wie in den Hoden regellos
zusammengeknäuelt, sondern treten hier zu mehreren Büscheln zu-
sammen, welche leicht geschlängelt nach der in den Cirrus führen-
den Oeffnung gerichtet sind.
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 85
Bemerkenswert ist die grosse Resistensfähigkeit dieses Organs.
Es ist nämlich noch in den letzten Proglottiden, wenn auch nicht
mehr in seiner ehemaligen Ausdehnung vorhanden und von den
reifen Eiern umgeben, während fast alle andern Organe dem Druck
des wachsenden Uterus gewichen sind und kaum noch Überbleibsel
aufweisen. —
Einen weiblichen Samenbehälter von ähnlicher Dimension be-
schreibt v. Linstow in der Taenia serpentulus?). —
Die aus den Hoden hervorgehenden Vasa efferentia vereinigen
sich zu dem Vas deferens, einem 0,01 mm weiten Kanal, welcher
in das Receptaculum seminis an seinem der Mitte der Proglottide
zugekehrten Pole einmündet. Vor seinem Eintritt beschreibt es
noch einige kurze Schlingen von oben nach unten, da es sich in-
folge der durch die Gruppirung der Hoden und des Receptaculums
bedingten Raumbeengung nur wenig in seitlicher Richtung aus-
dehnen könnte.
Als innere Auskleidung erkennt man ein einschichtiges Cylinder-
epithel, welches sich bei zunehmender Annäherung an das Recep-
taculum immer, mehr abflacht und schliesslich ein Plattenepithel
darstellt; sein Übergang ins Receptaculum selbst ist wahrscheinlich,
doch nicht nachweisbar. Die einzelnen Epithelzellen sind bis zu
0,0027 mm hoch und an der Basis mit einem deutlichen Zellkerne
versehen. Hervorzuheben ist die Einmündung des Vas deferens in
schiefer Richtung, eine Anordnung, durch welche offenbar der Reflux
der Spermatozoen verhindert werden soll.
Das parallel mit dem Vorderrande der Proglottide gelagerte
Receptaculum geht nun auf der dem Geschlechtssinus zugekehrten
Seite in einen engeren Kanal (0,024 mm) über, welcher unter steter
Verjüngung und nach einer kurzen Schlinge in den Cirrusbeutel
tritt, denselben als Cirrus in fast gestrecktem Laufe durchsetzend.
Der Cirrus, ein zartes musculöses Organ mit einer kleinen knopf-
förmigen Anschwellung an seinem vorderen protahirbaren Ende, be-
steht grösstenteils aus feinen Ringsmuskelfasern und ist 0,07 mm
lang und 0,008 mm dick. Er ist nur selten in protrahirtem Zu-
stande anzutreffen.
Die Richtung des im Durchschnitt 0,06 mm breiten Cirrusbeutels
geht von vorn nach hinten. Seine Wandung besteht aus zwei ver-
schiedenen Muskellagern; aussen liegen 0,005 mm dicke Längs-
muskelfibrillen, welche sich gegen den Seitenrand zu verschmälern;
nach innen folgt eine schwächere Circulärmuskelschicht.
Der weibliche Geschlechtsapparat zerfällt in den Dotter-
und Keimstock, die Schalendrüse-und die Vagina.
Bei der Besprechung der embryonalen Entwickelung der Sexual-
organe ist bereits die Lage der weiblichen Geschlechtsdrüsen an-
gedeutet worden, nämlich zwischen dem Receptaculum seminis und
dem hinteren Proglottidenrande in grösserer Annäherung an die dem
Genitalsinus gegenüberliegende Proglottidenecke. Ebenso wurde schon
der langsameren Entwickelung gegenüber dem männlichen Apparate
86 Alexander Morell:
Erwähnung gethan. Diese findet nun in dem Masse statt, dass die
Entfaltung des Keim- und Dotterstocks erst dann in vollem Umfange
einsetzt, wenn die Hoden fast ans Ende ihrer Productionsfähigkeit
gelangt sind und ihr Erzeugniss an das Receptaculum abgegeben
haben. Natürlich beziehen sich diese Verhältnisse in erster Linie
auf die dem Keimstock zunächst gelegenen Hoden.
Wie die Hoden liegen auch die weiblichen Drüsen in der Mitte
des dorsoventralen Durchmessers, dehnen sich aber mit zunehmen-
der Reife nach oben und unten, wie nach den Seiten aus.
Am meisten dem caudalen Proglottidenrande genähert ist der
Dotterstock gelegen, ein rundliches, undeutlich dreilappiges Gebilde.
Nach vorn zu hängen die drei Teile zusammen und grenzen an
den Keimstock. Die ganze Dotterdrüse misst 0,046 mm in der
Breite und 0,08 mm in der Länge.
Die äussere Umhüllung besteht aus einer äusserst zarten,
structurlosen Membran. Im Innern befinden sich 0,004 mm grosse
Zellen mit 0,0024 mm grossen Kernen. Letztere sind stark tinctions-
fähig, die Zellen selbst dagegen achromatisch.
Vor dem Dotterstock, zwischen ihm und dem Receptaculum, hat
der Keimstock seine Lage. Er besteht aus einer Anzahl von
Schläuchen, welche mit allmähliger Erweiterung nach den Seiten
divergirend, in der Mitte sich vereinigend, vorn mit dem Recep-
taculum in Berührung stehen, hinten den Dotterstock von den Seiten
her umgeben. Als Inhalt dieser von einer structurlosen Membran
gebildeten Schläuche sieht man Zellen, welche sich von denen der
vorerwähnten Drüse durch ihre Grösse und Tinctionsfähigkeit unter-
scheiden. Die Zellen messen 0,008 mm; ihre Kerne, welche keine
Kernkörperchen erkennen liessen, 0,004 mm; sie erweisen sich als
besser färbbar als der Zellleib.
Auf dem Vereinigungspunkt der Keimstockschläuche findet man
ein kugelförmiges Organ, die Schalendrüse. Es sind birnförmig ge-
staltete, achromatische Zellen mit an der Basis gelegenen, tinctions-
fähigen Kernen. Das breite Ende nach aussen gekehrt gruppiren
sich die einzelnen Zellen concentrisch um den Ausführungsgang.
Zellgrösse: 0,0108 mm, Kerngrösse: 0,0027 mm.
Die hinter dem Cirrusbeutel in den Geschlechtssinus einmün-
dende Vagina steigt anfangs in gleicher Richtung wie dieser nach
vorn und strebt dann ohne irgendwelche Windung der diagonalen
Ecke, dem Sitze der weiblichen Geschlechtsorgane, zu. Dabei unter-
liegt sie einem Wechsel in der Grösse ihres Durchmessers, welcher
im mittleren Theil am geringsten ist, am bedeutendsten in der
Nähe des Keimstocks, wo die Vagina, ähnlich dem Vas deferens
einige wenige Windungen beschreibt. Hier besitzt auch ihre Wandung
die grösste Dicke (0,003 mm); sie ist gefaltet, so dass die Scheide
auf dem Querschnitte als em rundes Gebilde mit sternförmigem
Lumen erscheint. In der Nähe ihrer Endigung im Geschlechtssinus
ist die Vagina aussen mit kleinen, achromatischen, mit einem färb-
baren Kern versehenen Zellen besetzt. In ihrem weiteren Verlaufe
Anatomisch-histologische Studien au Vogeltänien. 837
vor dem Keimstock nimmt das Vaginalrohr den Keim- und Dotter-
gang auf, sehr enge Kanäle, deren Erkennung nur durch den Inhalt,
das Keim- oder Dottermaterial, ermöglicht wird.
Vor dem Keimstock zeigt sich die erste Anlage des Uterus.
Die Eier sammeln sich anfangs auf der dem Genitalsinus gegenüber-
liegenden Seite, und treten später auch auf die andere Seite über.
Alle Organe weichen dem Druck des stetig wachsenden Uterus und
degeneriren; am längsten erhält sich noch das Receptaculum seminis
und der Cirrusbeutel in reducirtem Zustande. Ebenso ist das Pa-
renchym zurückgetreten, dessen Reste als dünne Streifen den Uterus
durchziehen.
Die ovalen Eier besitzen zwei Schalen; die äussere, 0,015 mm
breit, ist durchsichtig, die innere derber und vielfach gefaltet. Grösse
der Eier 0,09 mm, der ÖOncosphäre 0,05 mm. In den jüngeren
Eiern lassen sich mit Deutlichkeit das Keimbläschen mit Kern und
die kernhaltigen Dotterzellen unterscheiden. Später treten die Schalen
klarer hervor und der Embryo mit drei Paaren von Haken wird
sichtbar.
Von den Haken liegt ein Paar median, die beiden andern lateral.
Der gerade gestreckte Wurzelast der Häkchen besitzt oben eine
sehr kleine Anschwellung und wird gegen die Mitte des Hakens zu
breiter, indem sein innerer Rand ein wenig nach aussen biegt. Der
Hakenast ist kürzer, aber an der Vereinigungsstelle mit dem Wurzel-
ast breiter als dieser. An dieser Stelle stehen sich zwei sehr ge-
drungene Hebeläste gegenüber. Die Länge der Haken beträgt
0,022 mm, ihre grösste Breite in der Mitte 0,002 mm.
Taenia globifera. (Molin).
Litteratur:
Taenia cylindracea: M. E. Bloch. Abhandlung von der Er-
zeugung der Eingeweidewürmer und den Mitteln wider dieselben.
Berlin 1782. pag. 14.
A. Batsch. Naturgeschichte der Bandwurmgattung. Halle 1786.
pz-:191.
F. v. Schrank. Verzeichniss der bisher hinlänglich bekannten Ein-
geweidewürmer. München 1788. pe. 51.
Taenia brach. globul. E. Goeze. Naturgeschichte der
Eingeweidewürmer tierischer Körper. Blankenburg 1782.
pg. 401.
Taenia globulosa. F. v. Schrank. Verzeichniss pg. 43.
Taenia flagellum. E. Goeze. Naturg. pg. 406.
A. Batsch. Naturg. d. Bandw. pg. 170.
F. v. Schrank. Verzeichniss pg. 44.
Gmelin. Syst. nat. pg. 3075.
C. A. Rudolphi. Entozoorum seu vermium intestinalium historia
naturalis. Amstelaedamı 1808—1810 UI. pg. 145.
88 Alexander Morell:
C. A. Rudolphi. Entozoorum Synopsis. Berolini 1819. pg.161 et520.
F. Dujardin. Histoire des Helminthes ou vers intestinaux. Paris
1845. pg. 595.
C. M. Diesing. Systema helminthum. Vindobon. 1850—1851. I.
06.
Eine globifera. A. Batsch. Naturg. pg. 199.
Gmelin. Syst. nat. pg. 3074.
C. A. Rudolphi. Entoz. hist. III. pg.145. Synops. pg.158 et 514.
F.C.H. Creplin. Novae observationes de Entozois. Berolini 1829. pg.
112. et 126. Wiegmanns Archiv (1846). pg. 129.
O.v. Linstow. „Helminthologica“. Archiv für Naturgeschichte.
Berlin 1877. pg. 16. — „Beobachtungen an neuen und be-
kannten Helminthen.*“ Archiv für Naturgesch. Berlin 1875.
. 183.
F. Duj lin. Hist. d. H. pg. 594.
R. Molin. Prodromus faunae helminthologicae Venetae. (Wien)
1861. Denkschrift. d. Kais. Akad. XIX. pg. 251. —
Prospectus helminthum, quae in prodromo faunae helminthologicae
Venetae continentur (Vindob.)1858. Sitzungsb.d.k.Akad. XXX.
.138.
C.M. Den Systema helminth. I. pg. 506.
M. Stossich. Elminti della Croazia. — Elminti Veneti.
Bisher bekannte Wirte:
Buteo vulgaris, cyaneus, lagopus;
Falco lanarius, albieillus, peregrinus, lithofalco,
subbuteo, tinnunculus, cineraceus, ceuchrüs;
Pernis apivorus, aeruginosus;
Circus rufus, pygargus;
Milvus ater;
Aquila pennata;
Circaötos gallicus;
Tinnunculus alaudarius.
Die im Buteo vulgaris vorgefundene Tänie misst ca. 80 mm
bei einer Proglottidenzahl von über 200.
Der scharf vom Halse abgesetzte Scolex von runder Gestalt ist
0,25 mm breit und 0,23 mm lang, ausser den gewöhnlichen vier
Saugnäpfen noch mit einem fünften, scheitelständigen und mit Haken-
bewaffnung ausgestattet. Die Grösse der dickwandigen Saugnäpfe
beträgt fast die halbe Breite des Scolex. Auf den fünften Saugnapf
und die übrigens recht hinfälligen Haken hatte zuerst v.Linstow )®)
aufmerksam gemacht. An jedem Wurzelast bemerkte ich eine
braunschwarze, strichförmige Stelle, welche sich wie ein demselben
aufgelagerter Körper ausnahm. Länge der Haken: 0,027 mm. —
Einen scheitelständigen Saugnapf fand ich bei Taenia crenata
(p.84). Die vier Saugnäpfe des 0,459 mm breiten, 0,544 mm langen
vom Halse nicht abgesetzten Scolex messen bei dieser Art 0,17 mm,
der fünfte 0,022 mm. Haken fehlen. —
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 89
Auf den Scolex folgt nun ein 0,5 mm langer, dünner Hals ohne
sichtbare Strobilation.
Die erste Segmentirung tritt auf in Form sehr kleiner Pro-
glottiden, die breiter als lang sind; ihre Länge nimmt dann zu, ihre
Gestalt wird, indem sich der hintere Rand stark aufwulstet, glocken-
förmig, schliesslich tritt das umgekehrte Verhältniss wie bei den
jüngsten Gliedern auf: die Länge übertrifft die Breite.
Den Beschreibungen der älteren Autoren bes. Creplin (l. ec.) nach
zu schliessen, besitzt T'aenia globifera einen bezüglich der Gestaltung
sehr variabeln Scolex.
Das Parenchym trägt einen zelligen Character. Die einzelnen
Zellen wechseln in Grösse und Form und lassen sich schlecht färben;
der besser tinctionsfähige Kern ist rund und 0,002 mm gross. Unter
der Cuticula liegen die Zellen dichter als sonst zusammengedrängt.
Von Kalkkörperchen treten uns zwei verschiedene Arten ent-
gegen, welche in Grösse, Form, Anzahl und Färbung von einander
abweichen.
Die einen sind die bekannten Körper mit concentrischer Schich-
tung; spärlich im Scolex und dem Anfangsteile der Strobila treten
sie zumeist in den reifen Gliedern in runder oder ovaler Gestalt
auf. Die andern Kalkkörperchen erfuhren die erste Beschreibung
durch v. Linstow®). Sie sind kleiner als die erstgenannten (bis
0,005 mm) und weniger zahlreich. Ihre Gestalt ist oval, nieren-
förmig zuweilen muschelförmig, ihre Farbe braun. Im Gegensatz
zur v. Linstow’schen Beschreibung fand ich dieselben am Rande
der jüngeren Proglottiden, nicht oder nur spärlich in den reifen.
Sonach scheinen sie wie die gewöhnlichen Kalkkörperchen je
nach Bedarf vermehrt oder verbraucht zu werden.
Die Cuticula stellt eine 0,001 mm breite Membran ohne nach-
weisbare Structur dar. Unter ihr findet eine feine Schicht Längs-
muskelfasern ihre Lage; nach innen folgen die Parenchymzellen.
Die strenge Scheidung der Musculatur in Längs-, Rings- und
dorsoventrale Fasern in den Proglottiden kann im Scolex nicht mehr
gut aufrecht erhalten werden, da sich die einzelnen Systeme ohne
ersichtliche Ordnung durchkreuzen und schwer von einander zu
trennen sind. Am Aufbau der Muskulatur der Saugnäpfe beteiligen
sich eine starke radiäre und eine schwächere circuläre Schicht. In
den Proglottiden treten die Längsmuskeln, welche die Rindenschicht
in fast gestrecktem Laufe durchsetzen, durch ihre Stärke hervor.
Viel spärlicher sind die kurzen, geschlängelten dorsoventralen
Fasern, am schwächsten die Ringinuskeln, welche die Grenze
zwischen Rinden- und Markschicht bilden.
Als Excretionsapparat fungiren vier im Scolex durch eine
Ringscommissur verbundene Gefässe. Auf jeder Seite der Tänie
zwei, laufen sie durch die Reihe der Proglottiden, indem das grosse
ventrale (Weite 0,014 mm) mit dem gegenüberliegenden am Hinter-
rande jeder Proglottide durch eine Queranastomose in Verbindung
tritt. — Das Endglied dieser Tänie war nicht vorhanden. Dagegen
90 Alexander Morell:
bin ich im Fall, an dieser Stelle die Endigung des Excretionssystems
im Schlussgliede von Taenia serpentulus (Schrank) zu beschreiben.
Die diesbezüglichen Verhältnisse wurden von v. Linstow in seiner
Schilderung?) nicht berücksichtigt.
Mein 27 mm langes Exemplar stammt aus Turdus ihtacus (neu).
Am caudalen Rande des 0,54 mm breiten, 0,27 mm langen Schluss-
gliedes befindet sich eine flache Aushöhlung; in diese münden die
(Grefässe, indem sie von der Seite her gegen die Mitte zu nach hinten
treten. T'uenia serpentulus fand ich noch in Circlus aquaticus (neu). —
Das Nervensystem von Taenia globifera weist keine Besonder-
heiten auf. Von dem in der Höhe des Hinterrandes der Saugnäpfe
gelegenen Gehirnganglion nehmen zwei 0,008 mm dicke Stränge
ihren Ursprung und verlaufen auf der Höhe des ventralen Exeretions-
gefässes, lateral von diesem.
Die Entwickelung der Fortpflanzungsorgane geht rasch von
statten; dabei erreicht der männliche Apparat seine Ausbildung
früher als der weibliche. Ungefähr 15 mm hinter dem Scolex trifft
man die Proglottiden in reifem Zustande an. Die Geschlechtsöffnungen
stehen abwechselnd auf der einen oder andern Seite im vorderen
Drittel des Randes, im Grunde einer flachen Grube, des Geschlechts-
sinus.
Der männliche Apparat setzt sich aus den Hoden, den Vasa
efferentia, dem Vas deferens und dem Cirrus mit dem ihn umhüllen-
den Cirrusbeutel zusammen.
Die in grosser Anzahl vorhandenen Hoden liegen in der Mark-
schicht als kleine ovale Bläschen von 0,04 mm Länge und 0,03 mm
Breite, Eine eigentliche Hülle ist an ihnen nicht zu erkennen. Ihr
Inhalt besteht aus Zellen verschiedener Grösse, bis zu 0,015 mm,
und unregelmässiger Gestalt, aus welchen schliesslich die Samen-
fäden, äusserst feine, fadenförmige Gebilde von 0,02 mm Länge,
hervorgehen.
Das durch die Vereinigung der Vasa efferentia entstandene Vas
deferens besitzt einen Durchmesser von 0,006 mm und zieht unter
vielfachen Schlingungen von vorn her gegen den Cirrusbeutel, um
in denselben einzutreten. Letzterer, ein Organ von birnförmiger
Gestalt, ist senkrecht auf den Seitenrand der Proglottide gerichtet
und besteht der Hauptsache nach aus Längsmuskeln neben wenigen
Ringsmuskeln. Der in ihm verlaufende Cirrus ist als direkte Fort-
setzung des Vas deferens aufzufassen und setzt sich aus schwachen
Rings- und Längsmuskeln zusammen. Seine Länge beträgt 0,05 mm,
seine Dicke 0,01.
Die Bestandteile des weiblichen Geschlechtsapparates sind:
der Keim- und Dotterstock, die Schalendrüse, das Ootyp und die
Vagina mit einem Receptaculum seminis. In unmittelbarer Nähe
des Hinterrandes hat der Dotterstock seine Lage. Seine grösste
Ausdehnung geht nach den Seiten (0,08 mm), weniger in dorso-
ventraler Richtung. Seinen Inhalt machen kleine, färbbare, mit
Kernen ausgestattete Zellen aus von 0,0027 mm Grösse. Von seinem
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 91
vorderen Rande geht der Dottergang ab, um in das vor ihm liegende
Ootyp einzumünden.
Dieses stellt einen runden Behälter dar, dessen Grösse mit der
Productionsfähigkeit der weiblichen Drüsen, welche ihr Secret in
dasselbe ergiessen, anwächst. Seine Maximalgrösse beträgt 0,108
mm. Es enthält die Zellen des Keimstocks und die des Dotter-
stocks. An seinem vorderen Ende tritt ein Gang ab, welcher in
gestreckter Linie mitten durch die Proglottide nach vorn zieht, der
Uterus; vor dem Vorderrande biegt er nach der den Geschlechts-
öffnungen abgewendeten Seite ab.
In den letzten Gliedern, wo er eine mittlere Weite von 0,01 mm
hat, buchtet er sich an verschiedenen Stellen blindsackartig
aus. In das Ootyp münden der Keim- und Dotterstock, die Schalen-
drüse und die Vagina, aus ihm heraus tritt der Uterus.
Der Keimstock besteht aus zwei in der Mitte unter einander in
Verbindung stehenden Flügeln, deren einzelne Schläuche sich nach
den Seiten hin ausbreiten. Nach hinten reicht er bis an das Ootyp.
Ueber das Verbindungsstück beider Seitenflügel ziehen der Uterus
und die Vagina, resp. deren Receptaculum seminis, welches in das
Ootyp führt. Das Innere des Keimstocks erfüllen 0,005 mm grosse
Zellen von starker Tinctionsfähigkeit, welche aber nicht wie im
Ootyp dichtgedrängt, sondern in kleineren Abständen nebeneinander
liegen. Wie erwähnt, gelangen auch die Keimzellen in das Ootyp
und zwar vermittelst eines Ganges, welcher vom Hinterrande des
Keimstocks abgeht und seitlich von der Abzweigungsstelle des Uterus
einmündet.
Um das Ootyp ist die Schalendrüse gelegen. Ihre birnförmig
gestalteten Zellen sind concentrisch um das Lumen gestellt. Sie
sind achromatisch und 0,01 mm lang, an der Basis 0,003 mm breit,
ihre an der Basis liegenden färbbaren Kerne besitzen eine ovale
Gestalt und werden 0,0027 mm gross.
Die Vagina wendet sich vom Genitalsinus, wo sie hinter dem
Cirrus endigt, im Bogen gegen die Mitte und den Hinterrand der
Proglottide. In geringer Entfernung vor dem Uterus strebt sie dem
Ootyp zu und erweitert sich vor diesem zu einem 0,03 mm breiten,
prall mit Spermafäden angefüllten Receptaculum seminis. Die durch-
schnittliche Weite der Vagina beträgt 0,008 mm. Vor dem Recep-
taculum jedoch verengt sie sich stark, während sich die die Wandung
bildende Ringsmuskulatur bedeutend verstärkt. Dabei beschreibt
dieses verengte Stück des sonst gerade gestreckten Vaginalrohrs
einen kleinen Bogen in dorsoventraler Richtung. In diesem eigen-
tümlichen, anatomischen Verhalten der Vagina haben wir sicherlich
eine Einrichtung zu erblicken, vermittelst welcher ein Zurückströmen
des Spermas aus dem Receptaculum in die Vagina ausgeschlossen
werden soll.
Eier in reifem Zustande sind in den letzten Proglottiden nicht vor-
handen. Dujardin (l.c.) gibt von ihnen folgende Beschreibung: „Oeufs
elliptigues & deux enveloppes; l’externe membraneuse, longue de
992 Alexander Morell:
0,06 mm; l’interne plus resistante, elliptigue, longue de 0,045 &
0,052 mm; embryon long de 0,032 & 0,035, separe par un globule
de chacune des extr&mitss de la coque, et muni de six crochets
longs de 0,0105 mm“.
Taenia (Davainea) Urogalli (Modeer).
(Taenia microps Diesing. Taenia tumens Mehlis.)
Litteratur:
C. M. Diesing. Syst. helm. I. pg. 510.
H. Krabbe. Bidrag til Kundskab om Fuglenes Baendelorme.
pg. 344. Reise in Turkestan von Fedtschenko.
R. Blanchard. Notices helminthologiques. Extrait du bulletin
et des m&moires de la Societe Zoologique de France pour l’annee 1891.
Wirte:
Tetrao tetrix, urogallus;
Megaloperdix Nigelli;
Perdix graeca.
Von der aus Tetrao wrogallus stammenden Tänie standen mir
nur einzelne Stücke zur Verfügung DBlanchard’) fand sie
300 mm lang.
Der runde Scolex ist vom übrigen Körper nicht abgesetzt und
nur wenig breiter als dieser. Er trägt ein kurzes Rostellum und
vier Saugnäpfe. Die Ausrüstung mit Haken beschränkt sich nicht
auf das Rostellum, sondern erstreckt sich auch auf die Saugnäpfe.
Blanchard’) fand am Rostellum eine doppelte Reihe von hundert
10 bis 11 « grossen Haken, an den Saugnäpfen dagegen kleinere
und hinfälligee An meinem Exemplar waren fast alle Haken ab-
gefallen; einer mass 0,017 mm. Die ältesten Proglottiden haben
eine Länge von 2,15 mm und eine Breite von 2,6 mm; überhaupt
überwiegt bei allen die Breite.
Die Zellen des Parenchyms besitzen eine unregelmässig rund-
liche Gestalt und sind nicht färbbar. Ihre tinctionsfähigen Kerne
messen 0,0015 mm.
Die in das Parenchym eingestreuten Kalkkörperchen sind
zumeist in den älteren Proglottiden besonders aber in der Rinden-
schicht vertreten. Im Allgemeinen haben sie eine ovale Gestalt und
eine Grösse von 0,008 mm.
An der 0,002 mm dicken Cuticula lassen sich zwei Schichten
unterscheiden, von denen die äussere mit Boraxcarmin tingirbar ist,
während die innere, doppelt so breit, keine Farbstoffe aufnimmt.
Nach innen folgt auf die Cuticula eine dünne Lage Längsmuskelfasern.
Im Scolex sind die gleichen Muskeln wie in der Strobila nach-
zuweisen: Längs-, Rings- und dorsoventrale Fasern, daneben noch
wenige in transversaler Richtung. Ebenso zeigt das Rostellum eine
ordnungslose Durchflechtung dieser Muskelarten. In den Saug-
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 93
näpfen liegen innen dicke, nicht geschlängelte Radiärfibrillen, welche
aussen von schwächeren, geschlängelten Circulärfasern umgeben
werden.
Was nun die Muskelverhältnisse in den Proglottiden betrifft, so
müssen die Längsmuskelfasern wegen ihrer Stärke hervorgehoben
werden. Im Durchschnitt 0,007 mm messend, liegen sie, ihrer
mehrere zu Bündeln vereinigt, in der Rindenschicht. Die schwächeren
Ringmuskelfasern bilden in leicht geschlängeltem Verlaufe einen
geschlossenen Ring um die Geschlechtsorgane und werden von den
kürzeren, breiteren dorsoventralen Fasern gekreuzt. —
Bei Taenia erenata Goeze (p. 84) fand ich an Stelle der Rings- eine
Längsmuskulatur, deren einzelne Fibrillen auf der Grenze zwischen
Mark- und Rindenschicht gelegen sind und sich von allen Seiten um
den Nervenstamm gruppiren, denselben vollständig einschliessend. —
Das Excretionssystem ist nach dem bekannten Typus gebaut.
Jederseits sind die Proglottiden von zwei Gefässen durchzogen, deren
grösseres ventrales (0,04 mm) mit dem Bauchgefäss der anderen
Seite am Hinterrande jeder Proglottide durch eine etwas engere
Commissur in Communication steht. Des dorsalen Gefässes Diameter
beträgt 0,012 mm.
Seitlich von den Gefässen durchziehen zwei Nervenstämme
von 0,02 mm Dicke das Parenchym; sie sind in der Höhe der Saug-
näpfe durch eine Commissur mit einander verbunden.
Die Ausbildung der Geschlechtsorgane bei den beiden Ge-
schlechtern vollzieht sich auch bei dieser Tänie nicht gleichmässig;
vielmehr treten die weiblichen Drüsen erst später als die Hoden in
Function.
Der Genitalsinus, in welchem die Ausführgänge der Geschlechts-
apparate endigen, stellt eine wenig tiefe, von der Cutieula aus-
gekleidete Ausbuchtung im vorderen Drittel des Seitenrandes dar.
Bei der Besprechung des männlichen Genitalapparates
haben wir die Hoden, die Vasa efferentia, das Vas deferens und
den Cirrus mit dem Cirrusbeutel zu berücksichtigen.
Die Hoden, ovale Bläschen von 0,07 mm Grösse umlagern in
Menge von den Seiten und von vorn die am Hinterrande sitzenden
weiblichen Drüsen. Die im ihnen sich befindlichen Zellen sind
achromatisch, 0,002 bis 0,01 mm gross und tragen einen färb-
baren Kern.
Die Vasa efferentia, feine Kanäle von 0,003 mm Weite, sammeln
sich ungefähr in der Mitte des hinteren Proglottidenteiles zu dem
Vas deferens (0,02 mm weit).
Dieses zieht über den Keimstock nach vorn, um sich unter
vielen Schlingungen nach der Seite hinzuwenden und in den Cirrus-
beutel einzutreten. In diesem beschreibt es noch eine hufeisenförmige
Schlinge und geht in den Cirrus über. Seinen Inhalt machen die
langen, fadenförmigen Spermatozoen aus.
Der Cirrus ist ein 0,04 mm langes Organ, dessen Wandung
durch eine Lage feiner Circulärmuskelfasern verstärkt wird.
94 Alexander Morell:
Der 0,1 mm lange, von oben und vorn, nach unten und seitlich
gerichtete Cirrusbeutel besitzt eine flaschenförmige Gestalt. Seine
Muskulatur besteht aus inneren Längsmuskelfasern, welchen sich
aussen schwächere Ringmuskelfasern anlegen.
Dem weiblichen Fortpflanzungsapparate gehören an: der
Keim- und Dotterstock nebst Vagina mit dem Vaginalbeutel. Eine
Schalendrüse fehlt.
Der Dotterstock, ein längliches Organ von vorzüglich seitlicher
Ausdehnung (0,1 mm) hat seine Lage in der Mitte des Hinterrandes.
Die runden chromatischen Zellen, welche er enthält, sind 0,004 mm
gross und führen keinen nachweisbaren Kern.
Davor breitet sich der mehr als doppelt so grosse Keimstock
aus, eine aus zwei Flügeln bestehende Drüse.
Ihre Zellen sind rundlich, tinctionsfähig und 0,006 mm gross.
Auch sie scheinen eines Kerns zu entbehren.
Zu beachten ist nun die Besonderheit, dass die Keimzellen nicht
wie bei den gewöhnlichen Tänien frei in Schläuchen zusammen-
liegen, sondern zu je fünf bis zehn einzelnen mehr oder weniger
unter einander zusammenhängenden Fächern zugeteilt sind, welche
durch das Parenchym gebildet und durchschnittlich0,025 mm gross
sind.
Die Vagina beschreibt im Allgemeinen den nämlichen Weg wie
das Vas deferens. Ihre Wand besteht zumeist aus Circulärmuskel
fasern, zu denen sich noch eine weniger starke Längsmuskulatur
gesellt. Vor ihrer Endigung im Genitalsinus wird sie, wie der
Cirrus vom Cirrusbeutel, von einem muskulösen Sack umgriffen.
Derselbe ist aufgebaut von äusseren Längs- und inneren Ring-
muskelfasern, 0,13 mm lang und 0,02 mm breit. Ueber seine Be-
deutung lässt sich nichts Bestimmtes aussagen; vielleicht spielt er
bei der Begattung eine Rolle und wäre somit als ein dem Cirrus-
beutel analoges Organ aufzufassen. —
Einen ebensolchen Vaginalbeutel haben Prof. F. Zschokke in
Idiogenes Otidis®) und Kraemer in Oyathocephalus truncatus (Pallas)
Kessler?) beschrieben. —
Im weiteren Verlaufe strebt die Vagina, zwischen den beiden
Flügeln des Keimstockes hindurchziehend, dem Dotterstocke zu.
Dabei gibt sie mehrere Gänge an den Keimstock ab, die sich aber
innerhalb desselben nicht weiter verfolgen liessen.
An ihrer Abzweigung von der Vagina besitzen diese Gänge
einen Durchmesser von 0,005 mm; als Inhalt erkennt man Sper-
matozoen.
Eier enthaltende Proglottiden waren nicht vorhanden. —
Unsere Tänie gehört zum Subgenus Davainea. Sie besitzt die
für diese Gattung von Blanchard und Raillet’) aufgestellten
characteristischen Merkmale: eine doppelte Reihe von Haken am
Rostellum, Hakenbewaffnung der Saugnäpfe, Mangel einer Schalen-
drüse — die Schalensubstanz wird von der Wand der Keimstöcke
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 95
produzirt — und schliesslich Eibildung in den Keimstöcken, sodass
die Eier nicht wie bei den eigentlichen Tänien im Uterus oder zer-
streut im Parenchym liegen, sondern in den Hüllen der Keimstöcke.
Blanchard führt siebenzehn unter das Subgenus Davainea fallende
Tänien, darunter auch Taenia wrogalli auf.
Schlussbemerkungen.
Auf Grund meiner im Vorhergehenden niedergelesten Beob-
achtungen und unter Berücksichtigung der einschlägigen Litteratur-
werke versuche ich die Hauptresultate, welche die anatomischen
Untersuchungen der Vogeltänien bis jetzt ergeben haben, in Kürze
folgendermassen zusammenzufassen:
1) Der Scolex. Seine Gestalt wird in den meisten Fällen als
rundlich angegeben, wechselt aber mehr oder weniger je nach dem
Contractionszustande der Muskulatur, was bei einigen Taenien, z. B.
Taenia setigera!), fasciata!) und compressa!®) ausdrücklich hervor-
gehoben wird. Einen birnförmigen Scolex besitzen Taenia circum-
vallata!!) und bothrioplitis Piana‘?) (= Davainea tetragona), einen
kurz cylindrischen Chapmania tauricollis (Taenia argentina)*); bei
Taenia compressa‘®) ist er von der Seite zusammengedrückt, oft
pyramidal, bei Tuenia fasciata!) viereckig oder birnförmig. Der
Scolex fehlt bei /diogenes Otidis®).
2) Die Zahl der Saugnäpfe beläuft sich auf vier, nur bei
Chapmania tauricollist), Taenia globifera (pg.88) und crenata (pg.84)
auf fünf. Am Aufbau der Saugnäpfe beteiligen sich regelmässig Cir-
eulär- und Radiärmuskelfasern; je nach der Masse derselben pro-
miniren sie mehr oder minder über die Conturen des Scolex.
3) Das Rostellum vieler Vogeltänien besteht nach Lühe®)
aus zwei in einander geschachtelten Muskelsäcken mit innerer Rings-
und äusserer Längsmuskelschicht. Bei manchen Species fehlt der
ganze äussere Sack. Ein Teil der Längsmuskelschicht soll als Re-
tractor functioniren. Bei Davainea soll das Rostellum ein ei- bis
linsenförmiger Körper sein (wenn zurückgezogen), „welcher im Wesent-
lichen aus in einem bindegowebigen Stratum eingebetteten Längs-
muskeln besteht“.
4) Mannigfaltig gestaltet sich die Art und Weise der Haken-
bewaffnung in Bezug auf Vorkommen, Sitz, Anordnung, Anzahl,
Grösse und Form.
Ich unterscheide daher Vogeltänien
I. ohne Haken: Taenia depressa!), erenata (pg. 84);
II. mit Häkchen am Rostellum ;
a) in einer Reihe: die Mehrzahl der Vogeltänien;
b) in zwei Reihen: Subgenus Davainea; ausgenommen
Davainea tetragona'?) mit einer Reihe.
96 Alexander Morell:
III. mit Hakenbewaffnung am Rostellum und zugleich an den
Saugnäpfen: Subgenus Davainea; nur bei Davainea Struthi-
onis?) sind die Saugnäpfe hakenlos. Tuenia echinobothrida >)
besitzt sieben Reihen von Haken an den Saugnäpfen.
Die Anzahl der Haken am Rostellum schwankt zwischen acht
(Taenia lanceolata!), fasciata!), gracilis!#), octacantha!®), macra-
canthos1%) und fragilis!%)) und ca. tausend (Davainea spinosissima‘”)).
Davainea wrogalli trägt nach Blanchard”’) hundert, Davainea
Struthionis?) zwei mal 82 Haken.
Bezüglich der Grösse der Haken stehen unten an diejenigen
von Taenia pluriuncinata !!) mit 0,005 bis 0,008 mm; die bedeutendste
Grösse erreichen die Haken bei Taenia macracanthos®), nämlich
0,108 mm.
5) Das Excretionssystem kehrt gewöhnlich in der Form von
vier Längsstämmen wieder. Die ventral gelegenen Excretionsgefässe
besitzen einen grösseren Durchmesser als die dorsalen und vereinigen
sich am Hinterrande jeder Proglottide vermittelst einerQueranastomose.
Die genauere Lage der Ringscommissur, zu welcher
die vier Exceretionsgefässe im Scolex zusammentreten, wird ver-
schieden bezeichnet: bei T'aenia fasciata!) um die Rüsselscheide; bei
Chapmania tauricollist) unter dem Frontalsaugnapf; bei Taenia
puncta‘®) am hinteren Rande der Saugnäpfe. |
In Idiogenes Otidis®) finden sich nur zwei Längsgefässstämme.
Da die Tänien nur selten in ganzer Länge dem Untersucher
zur Verfügung stehen, so liegen nur wenige Angaben über das
anatomische Verhalten des Excretionssystems in den Endgliedern vor.
In Chapmania tauricollist) vereinigen sich im letzten Gliede die
ventralen Excretionsgefässe — die dorsalen sind schon vorher obli-
terirt — zu einem kurzen, medianen Stamme, welcher durch einen
Porus nach aussen mündet; fehlt das Schlussglied, so sind die
Mündungen der beiden Gefässe getrennt.
Bei der Taenia puncta‘S) befindet sich am caudalen Rande des
letzten Gliedes eine halbkugelförmige Einstülpung, die nach hinten
und der Bauchseite geöffnet ist; in sie münden die vier Gefässe.
Ganz ähnlich verhalten sich die zwei Excretionsgefässe in der
Endproglottide von Taenia serpentulus?) (pg.90).
Bei Taenia bothrioplitis Piana!2) bilden die zwei absteigenden
Excretionsgefässe in allen Proglottiden Anastomosen und vereinigen
sich in dem Endgliede zur Bildung einer pulsirenden Blase. Die
beiden aufsteigenden Gefässe dagegen erreichen das Ende der
Strobila nicht und anastomosiren nicht regelmässig in jeder Pro-
glottide.
6) Die Kalkkörperchen werden meist als rundliche, ovale
Gebilde mit concentrischer Schichtung beschrieben, welche zerstreut
im Parenchym liegen.
Die kleinsten Kalkkörperchen weist Taenia constricta (pg. 82)
auf, 0,006 mm, die grössten Davainea Struthionis?) 0,015 mm.
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 97
Zweierlei Arten von Kalkkonkrementen finden sich in Chapmania
taurrcollis*) und Taenia globifera (pg. 89). Taenia serpentulus?) und
puncta‘®) entbehren der Kalkkörperchen.
7) Im Bau des Nervensystems tritt uns überall das nämliche
Schema entgegen. Zwei seitlich von den Excretionsgefässen ver-
laufende Nervenstäimme werden im Scolex durch eine Commissur
verbunden. Letztere ist bei Taenia puncta‘®) dicht hinter dem
Receptaculum rostelli gelegen, bei Taenia serpentulus?) und globifera
(pg. 90) am Hinterrande der Saugnäpfe, bei Chapmania tauricollis*)
unter dem Stirnsaugnapf.
8) Das Parenchym wird in der Regel als ein Gewebe zelliger
Natur bezeichnet. In Taenia bothrioplitis Piana!?) besteht es aus
sehr zarten Fibrillen, einer fein granulirten Grundmasse und zelligen
Elementen.
9) Die Anordnung des Muskelsystems weist nur wenige Ab-
weichungen auf. Ausser einer unter der Cuticula gelegenen Längs-
muskelschicht ist das Parenchym von Längs-, Rings- und dorsoven-
tralen Muskelfasern durchzogen. Die einzelnen Längsmuskelfibrillen
liegen öfter zu mehreren zusammen, mehr oder weniger umfangreiche
Bündel bildend. Die Ringmuskulatur legt sich um die Geschlechts-
organe und ist bei Taenia crenata (pg. 93) durch Längsmuskelfasern
ersetzt.
Die im Scolex vertretene Muskulatur lässt sich nur schwierig
analysiren, aber doch im Allgemeinen auf diejenige der übrigen
Strobila zurückführen.
10) Die Cuticula stellt in allen Fällen eine structurlose Mem-
bran dar. Niemals gelang der Nachweis der von Leuckart, Landois,
Sommer und andern bei einigen Tänien beobachteten Poren-
kanälchen. Dagegen war die Unterscheidung zweier Schichten, einer
inneren nicht färbbaren und einer äusseren tinctionsfähigen möglich
bei Chapmania tauricollist), Tuenia bothrioplitis!?2) und Davainea
urogalli (pg. 92).
Die Dicke der Cuticula schwankt nur innerhalb kleiner Grenzen.
Am dünnsten ist sie bei Tuenia constricta, 0,001 mm (pg. 82), am
dieksten bei Tuenia bothrioplitis 2), 0,004 bis 0,005 mm.
11) Bezüglich der Entwicklung der Geschlechtsapparate
finden wir, dass die männlichen Organe früher als die weiblichen
den Zeitpunkt der Reife erreichen. Als alleinige Ausnahme muss
Chapmania tauricollist) genannt werden.
12) Die Geschlechtsöffnungen fand Krabbe
bei 34 Vogeltänien im vorderen Drittel des Proglottidenrandes,
bei 65 Vogeltänien unimarginal,
bei 4 Vogeltänien regelmässig abwechselnd,
bei 2 Vogeltänien doppelseitig.
Bei dem Subgenus Davainea stehen die Geschlechtsöffnungen
einseitig, nur bei Davainea circumwallata!!) und pluriuncinata!!) un-
regelmässig abwechselnd.
Arch, f. Naturgesch. Jahrg.1895. Bd. I. H.1. 7
98 Alexander Morell:
13) Die Hoden bieten in Anzahl und Grösse äusserste Mannig-
faltigkeit.
1 Hoden besitzen Tiaenia microsoma?) und Chapman.
tauricollis*);
3 Hoden besitzen Taenia fasciata!), setigera‘), lanceo-
lata!), serpentulus?), constricta (pg. 84) ;
8—10 Hoden besitzt Taenia crenata (pg. 84);
10—15 Hoden besitzt Jdiogenes Otidis®);
15—20 Hoden besitzt Taenia circumvallata!!);
16—20 Hoden besitzt Taenia infundibuliformis'").
Bei den übrigen Tänien ist die Zahl der Hoden so bedeutend,
dass sie nur durch allgemeine Bezeichnungen angedeutet wird.
Am kleinsten bleiben die Hoden in Taenia bothrioplitis '?) : 0,027
—0,043 mm, und Taenia globifera : 0,04 mm (pg. 14); die grösste
Dimension erreichen sie in Taenia serpentulus?) : 0,152 mm, und in
Tuenia constricta : 0,26 mm (pg. 84). r
14) Einer Expulsionsblase, in welche das Vas deferens führt,
wird nur in Taenia serpentulus?) und Davainea Struthionis?) Er-
wähnung gethan.
15) Der aus Längs- und Ringsmuskulatur aufgebaute Cirrus-
beutel liegt immer am Rande der Proglottide und zwar vor der
Ausmündungsstelle der Vagina in den Genitalsinus.
Hiervon macht allein Taenia depressa‘) eine Ausnahme. Sie
hat nämlich den Cirrusbeutel („Vesicula seminalis superior“) inmitten
der Proglottide liegen und der Cirrus mündet hinter der Vagina
in den Geschlechtssinus. Eine Sonderstellung nimmt auch der
Cirrusbeutel der Taenia microsoma?) ein, indem er sich direkt mit
Sperma füllt, ohne dass sich ein Vas deferens in ihm verbreitet.
16) „Die Cirren der Vogeltänien zeichnen sich im Allgemeinen
durch ihre Grösse und Bedornung aus‘ 18),
Ein Cirrus fehlt Taenia circumvallata!!) und Taenia spheno-
cephala?),
17) Receptacula seminis der männlichen Geschlechtsapparate
wurden in folgenden Tänien vorgefunden: Taenia circumvallata‘!),
nigropunctata‘!) und constricta (pg. 84).
Bei weitem häufiger finden sich weibliche Receptacula semünis,
so in: Taenia puncta'®), depressa!*), bothrioplitis'2), serpentulus?),
globifera (pg. 91), Davarnea Struthionis?), spinosissima‘”); Chapmania
tauricollis*); Idiogenes Otidis?).
Mit zwei Receptacula, einem im männlichen und einem im
weiblichen Apparate, sind T'aenia fasciatat), setigera!) und lanceolata'!)
ausgerüstet.
Die umfangreichsten Samenbehälter kommen Taenia serpen-
tulus?) und constrieta (pg. 84) zu.
18) Die Lage der weiblichen Geschlechtsorgane befindet
sich in der Nähe des caudalen Gliedrandes, mit Ausnahme der
Taenia circumvallata!!) und infundibuliformis!!), wo sie den vorderen
Abschnitt der Proglottide einnehmen.
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 99
19) Der Dotterstock ist gewöhnlich in Gestalt einer rund-
lichen Drüse in der Einzahl vorhanden, doppelt dagegen bei Taenia
fasciata!), setigera!) und lanceolatat). Im Taenia microsoma?) soll
die Dotterdrüse fehlen.
20) Der Keimstock setzt sich zumeist aus zwei Seitenflügeln
zusammen, deren einzelne Schläuche gegen die Verbindungsstelle
zu convergiren.
Bei Taenia fasciata!), setigera!) und lanceolata!) stellt der Keim-
stock eine unpaare, bei /diogenes Otidis®) eine aus zwei birnförmigen
Teilen bestehende Drüse dar.
Bemerkt sei hier, dass v. Linstow!#) den flügelförmigen Keim-
stock der Taenia depressa mit dem Dotterstock verwechselte und
Letzteren als den Keimstock bezeichnete.
Bei dem Subgenus Davainea stellt der Keimstock gewöhnlich
kein einheitliches Organ dar. So ist er bei Davarnea Struthionis?)
„in Gruppen durch die Markschicht verteilt“; bei Davazinea urogalli
(pg. 94) hängen die einzelnen Keimfächer mehr oder weniger unter-
einander zusammen.
21) Die Schalendrüse besteht aus einem Complex von birn-
förmigen, concentrisch um den Ausführungsgang gestellten Zellen.
Ihre Lage ist bei Taenia depressa'*) und constricta (pg. 86) auf dem
Keimstock, bei /diogenes Otidis®) am Beginn des Uterus, bei Taenia
bothrioplitis!?) auf dem Dotterstock, bei T’aenia globifera (pg. 91)
um das Ootyp.
Keine Schalendrüse besitzen Taenia puncta 1%), mierosoma®°), fas-
cvata!), setigera!) lanceolata‘) und das Subgenus Davainea mit Aus-
nahme von Taenia bothrioplitis!?).
22) Ein Vaginalbeutel findet sich in /döogenes Otidis®) und
Davainea urogalli (pg. 94).
23) EmKlappenventilapparat der Vagina (wieer Taenia solium
und saginata‘?) eigentümlich ist) wird nur in T'aenia depressa!t) be-
schrieben.
24) Die Befruchtung geht bei den Vogeltänien auf dreierlei
Art vor sich:
I. In der Mehrzahl der Fälle wird die Vagina zum Befruchtungs-
kanal umgestaltet, indem sie einerseits das Sperma, andererseits die
Secrete der weiblichen Genitaldrüsen in sich aufnimmt. Die be-
fruchteten Eier treten dann in den Uterus resp. in das Parenchym,
um sich dort unregelmässig anzusammeln.
II. Bei dem Subgenus Davainea bleiben die Keimzellen an
ihrer Bildungsstätte liegen und bekommen das Sperma, sowie das
Dottermaterial zugeführt, während die Wand des Keimstocks die
Function der Schalendrüse übernimmt. Der Keimstock ist zum Uterus
geworden.
III. Merkwürdig gestaltet sich der Befruchtungsvorgang bei
Davainea tetragona?®). Es treten nämlich die Keimzellen in das
Vaginalrohr, um hier mit den Spermatozoen in Berührung zu kommen.
Hierauf wandern sie nach Aufnahme des in die Vagina ergossenen
7x
100 Alexander Morell:
Dottermaterials durch die Schalendrüse in den nun zum Uterus ge-
stempelten Keimstock zurück.
25) Die durchweg ovalen Eier messen bei Taenia pluriuncinata'!)
0,022 mm, bei Taenia puncta!®) 0,114 mm (Maximum). Die die
Eier umgebenden Schalen sind entweder zweifach oder häufiger
dreifach. Bei Taenia ovolaciniata>) und eitrus?) ist die äusserste
Eihülle mit einem langen Ausläufer versehen.
26) Die Zahl der bis jetzt bekannten, meist in Crustaceen, In-
secten und Molluscen parasitirenden CÜysticerkoide von Vogeltänien
beträgt 22.
Dieselben gehören zu: Tiuenia acanthorhyncha, affınis, Arionis,
anatina, Borseteri, bothrioplitis, brachgcephala, coronula, crassirostris,
cuneata, fasciata, gracilis, infundibuliformis, macropeos, microsoma,
perlata, proglottina, serpentulus, setigeru, sinuosa, tenwirostris, uni-
lateralis?).
Eine auf anatomisch-histologischer Basis gegründete Zusammen-
fassung der Vogeltänien lässt sich wegen des noch ungenügend vor-
handenen Erfahrungsmaterials zur Zeit nicht bewerkstelligen.
Beim Versuche, eine derartige Abgrenzung der Vogeltänien
gegen andere Cestoden vorzunehmen, wird man sein Augenmerk in
erster Linie auf die inneren Organisationsverhältnisse, insbesondere
auf die Geschlechtsorgane zu richten haben, deren Eigentümlichkeiten
die unterscheidenden Merkmale abgeben sollen.
Nun sind es aber gerade die Genitalorgane, welche innerhalb
der gesammten Vogeltäniengruppe bezüglich ihrer Formation und
Function in so auffälliger Weise bei den einzelnen Species differiren,
dass man sich zur Schaffung zweier völlig heterogener Subgenera
veranlasst sah.
Das schon mehrere Male erwähnte, von Blanchard’) und
Raillet aufgestellte Subgenus „Davainea“ zeichnet sich durch die
Anordnung der Häkchen am Rostellum in zwei Reihen, die Haken-
bewaffnung der Saugnäpfe und durch die Eibildung in den Keim-
stöcken aus. Da nun bei Davainea Struthionis die Saugnäpfe un-
bewaffnet sind, so glaubt v. Linstow?) dieses Merkmal streichen
zu müssen. — Uebrigens stehen bei Davainea tetragona die Rostellum-
haken in einer Reihe.
Für das von Diamare?'!) in Vorschlag gebrachte Subgenus
„Contugnia“ ist die Figuration der Haken, die Gegenwart doppelter
Geschlechtsorgane und die Lage der Eier in einem aus einzelnen
Fächern bestehenden Uterus characteristisch.
Zu Contugnia sind nach Diamare zu rechnen: Taenia digono-
pora, Oifaria Siebold, lamelligera, lanceolata Bloch, und crateri-
formis.
Basel, im November 1894.
Anatomisch-histologische Studien an Vogeltänien. 101
Litteraturverzeichniss.
1. J. Feuereisen. „Beiträge zur Kenntniss der Tänien.“ 1868.
Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoologie XVIH.
2. 0. v. Linstow. „Zur Anatomie u. Entwicklungsgeschichte
der Tänien“. Archiv f. mierosc. Anatomie XXXXI.
3. A. Pagenstecher. „Zur Kenntniss der Geschlechtsorgane
der Tänien“. 1858. Zeitschr. f. wissensch. Zoologie IX.
4. F. Zschokke. „Ein Beitrag zur Kenntniss der Vogeltänien“. _
Centralblatt f. Bacteriol. u. Parasitenk. 2. Jahrg. 1888, Bd. I.
5. OÖ. v. Linstow. „Helminthologica“. Arch. f. Naturg.
1877. pg. 16.
6. O. v. Linstow. „Beobacht. an neuen u. bekannten Hel-
minthen“. Arch. f. Naturg. 1875. pg. 183.
7. R. Blanchard. „Notices helminthol.“ Extrait du bulletin
et des mömoires de la Societ& Zoologique de France. Paris 1891.
8. F. Zschokke. „Recherches sur la structure anatomique et
histologique des Cestodes.“ Geneve 1888.
9. A. Kraemer. „Beiträge zur Anatomie und Histologie der
Cestoden der Süsswasserfische.*“ Leipzig 1892. pg. 26.
10. E. Linton. „Notes on avain entozoa.“ Proceedings
National-Museum. Vol. XV. Nr. 893.
11. C. Crety. „Cestodi della Coturnix communis Bonn“. Bollett.
dei Musei di Zoologia et Anatomia comparata della R. Universitä,
di Torino Nr. 88. Vol. V.
12. C. de Filippi. „Ricerche istolog. ed anatom. sulla Taenia
bothrioplitis Piana.“ Reale Accademia die Lincei 1892.
13. M. Lühe. „Beiträge zur Kenntniss des Rostellums und
der Scolexmuskulatur der Tänien.* (Vorläufige Mitteilung) Zoolog.
Anzeiger Nr. 453; 1894.
14. O. v. Linstow. „Beobachtungen an neuen und bekannten
Helminthen.“ Archiv f. Naturgesch. 1875.
15. P. Megnin. „De la caducit6 des crochets et du scolex
lu möme chez les Tenias.“ Journal de l’Anatomie et de la
Physiologie. Dix septienne annee. 1881.
16. O. v. Linstow. „Helminthologica.“ Archiv f. Natur-
geschichte. Berlin 1877.
17. ©. v. Linstow. „Helminthologische Studien.“ Jenaische
Zeitschr. f. Naturwiss. 1894. pg. 336—837.
18. ©. v. Linstow. „Beitrag zur Kenntniss der Vogeltänien.“
Archiv für Naturgesch. 1890. I.
102 Alexander Morell.
19. F. Sommer. „Ueber den Bau und die Entwicklung der
Geschlechtsorgane von Taenia mediocanellata und Taenia sohium.“
Zeitschr. f. w. Zoolog. XXIV. 1874.
20. V. Diamare. „Le Funzioni dell’ Ovario nella Davainea
tetragona Molin.“ Napoli 1893. Rend. della R. Accademia delle
Scienze Fisiche e Matematiche di Napoli. Fascicolo 8° & 12%. .
21. V. Diamare. „Note su’ Cestodi“. DBollett. della Societä
di Naturalisti in Napoli. Serie I. Vol. VII. 1893.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1. Scolex von Taenia constricta.
. Die männlichen Geschlechtsorgane von T. constrieta. (Flächenschnitt)
h = Hoden; rec —= Receptaculum seminis; ce = Cirrus; cb = Cirrus-
beutel.; vd = Einmündungsstelle des Vas deferens.
Fig. 3. Die weiblichen Geschlechtsorgane der T. constricta. (Flächenschnitt)
d = Dotterstock; k = Keimstock; s = Schalendrüse,; va = Vagina.
e
=
IS)
Fig. 4. Ewmbryohaken von T. constricta.
Fig. 5. Scolex von Taenia globifera.
Fig. 6. Haken der T. globifera.
Fig. 7. Die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane von T. globifera.
(Flächenschnitt) h = Hoden; vd — Vas deferens; e = Cirrus, cb =
Cirrusbeutel; d — Dotterstock; s — Schalendrüse; k = Keimstock;
dg = Dottergang; o = Ootyp; va = Vagina; rec = Receptaculum
seminis; u = Uterus; n = Nerv; g = ventrales Gefäss.
Fig. 8. Scolex von Taenia crenata Goeze.
Fig. 9. Scolex von Taenia urogalli Modeer.
Fig. 10. Haken vom Rostellum der T. urogalli.
Fig. 11. Die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane von T. urogalli.
h = Hoden; ve = Vas efferens; rec = Receptaculum seminis; vd =
Vas deferens; cb = Cirrusbeutel; e = Cirrus; d = Dotterstock; dg —
Dottergang; k — Keimstock; va = Vagina; vg = Vaginalbeutel;
z = Gang der Vagina zum Keimstock; g = Gefäss.
Die. Gattung Cylindrus Fitz.
Von
E. von Martens.
Hierzu Tafel VIII.
Einen kurzen Aufenthalt in Wien im September 1889 benutzte
ich unter Andern auch zu einer Exkursion auf den Schneeberg als
den altbekannten Fundort der so eigenthümlichen Pupa obtusa und
fand sie auch daselbst, Dank der freundlichen Anweisung, welche
mir Dr. Brauer in Wien dahin gegeben hatte, am sogenannten
Öchsenboden, in einer Höhe von etwa 1880 Meter, am Boden zwischen
Alpenpflanzen unter Steinen, namentlich gesellig in kleinen Ver-
tiefungen des Bodens, die mit Eisenhut bewachsen waren, übrigens
an verschiedenen Stellen, so dass es nicht ein ganz eng beschränkter
Standort ist, wo sie vorkommt; in ihrer Gesellschaft Clausilia dubia
var. tettelbachiana, eine ziemlich flache Form von Helix arbustorum
und H. hispida.
Pupa obtusa ist bis jetzt bekanntlich nur in den nördlichen
Kalkalpen des Erzherzogthums Oesterreich und der angrenzenden
Theile Steiermarks gefunden worden; sie ist zwar zuerst in Dra-
parnaud’s Hist. nat. d. Mollusques terr. et fluv. de la France 1801
beschrieben und abgebildet, aber die falsche Annahme des Heraus-
gebers, es sei eine in Frankreich vorkommende Art, weil sie sich
in Draparnaud’s Nachlass befand, ist zuerst von Ferussac in seinem
Essai d’une methode conchyliologique 1807 p. 111 widerlegt —
Draparnaud hatte seine Stücke von Ferussac’s Vater erhalten —
und seitdem allgemein aufgegeben; Lamarck taufte sie deshalb so-
gar zu Pupa germanica um. Die einzelnen Fundorte, von denen
ich Kenntniss erhielt, sind nun die folgenden:
1. Der (sog. Wiener-) Schneeberg, nördlich von derSemmering-
bahn, zunächst der Station Payerbach, zuerst genannt meines Wissens
von Charpentier in Steinmüller’s Neuer Alpina II. 1827 S. 261
und seitdem von vielen Andern.
2. Die Breiner Alpe, Fitzinger, Syst. Verzeichn. d. im Erz-
herz. Oesterreich vork. Weichthiere 1833 S. 107 und Rossmässler
Ikonogr. I. Heft 5, 6, S. 19 (Brein oder Prein, unweit Schottwien,
südlich vom Schneeberg, nahe der Grenze von Steiermark).
104 E. von Martens:
3. Der Windberg auf der Schnee-Alpe, von Dr. W. Kieser
1855 mir mitgetheilt und von Prof. Arthur Krause 1893 bestätigt,
in einer Höhe von etwa 1800 Met., westlich von der Rax-Alpe,
schon in Steiermark.
4. Der Oetscher, auch schon von Fitzinger und Ross-
mässler erwähnt, nordwestlich von den drei genannten Bergen,
wieder im Erzherzogthum Oesterreich, gegen Waidhofen hin. W.
Schleicher, Land- und Süssw. Conchylien des Oetschergebietes
in den Verhandl. d. zool. bot. Gesellschaft in Wien 1865 8. 84
sagt: „Alpen auf Kalkfelsen, häufig.“
5. Auf dem Plateau des Hochschwab’s, zwischen 1900 bis
2100 Met. Prof. Arth. Krause 1893, (südlich vom Oetscher, in
Steiermark). Auch im Wiener Museum Exemplare vom Hochschwab,
durch J. Kaufmann gesammelt.
6. Ein hoher Berg seitwärts von Linz, ein Ungenannter bei
Ferussae essai 1807, 8.111.
7. Der Dachstein, zwischen Radstadt und Hallstadt, in der Nähe
der Simony-Hütte, 2210 Met., Prof. Arth. Krause 189.
Fitzinger a. a. O. sagt: mindestens in einer Höhe von 6000 Fuss
über dem Meer, und die Stellen, wo A. Krause und ich sie sahen,
liegen entsprechend zwischen 1800 und 2210 Met. hoch, über der
Grenze des Hochwaldes, in der Region des Krummholzes.
Die erstgenannten fünf Berge liegen alle nicht weiter als 45
Kilometer (7'/, deutsche geogr. Meilen) von einander, der Dachstein
aber viel weiter westlich, da wo Oesterreich ob der Ens und Steier-
mark an Salzburg grenzt, und dieser Fundort lässt es als möglich
erscheiuen, dass diese Schnecke auch noch auf bairischem Gebiet,
also innerhalb des deutschen Reichs, gefunden werden könnte.
Diese in der europäischen Thierwelt isolirt stehende Schnecke
wurde von Draparnaud in die Gattung Pupa gestellt, offenbar
wegen der cylindrischen Gesammtform mit stumpfer Spitze, trotz
des Mangels der Zähne in der Mündung; Ferussac, prodr. p. 48
nro. 329 brachte sie ziemlich künstlich in seiner Untergattung
Cochlostyla neben den ächten philippinischen Arten dieses Namens
unter, Pfeiffer symbol. hist. helie. I. 1841 p. 26 und 84 und monogr.
hel. I. p. 163 führt sie in der Gattung Bulimus auf, an der ersten
Stelle nur mit B. bamboucha W. B. = subdiaphanus King eine
besondere Gruppe bildend. an der zweiten kommt dazu noch der
nordindische B. pullus Gray und einige andere südamerikanische,
afrikanische und polynesische Arten; diese Unterabtheilung wird hier,
mon. II. p. 2, als „pupoidei“ bezeichnet, also doch eine Aehnlich-
keit der Schale mit Pupa anerkannt. Fitzinger, 1837, hat einen
eigenen Gattungsnamen, Cylindrus, für sie aufgestellt, in der richtigen
Erkenntniss, dass sie weder zu Pupa, noch zu Bulimus recht
passe. Diese ist von Albers in der ersten und zweiten Ausgabe
seiuer „Heliceen nach natürlicher Verwandtschaft systematisch ge-
ordnet“ als Untergattung angenommen und nach der Schale charak-
terisirt worden, in der ersten 1850 S. 180 innerhalb der grossen
Die Gattung Cylindrus Fitz. 105
Gattung Bulimas, neben obtusus noch die Arten insularis Ehrbg.
und trochalus Alb. (= Gibbulina funicula Val.) enthaltend, in der
zweiten 1860 S. 297 wieder unter Pupa nach Pfeiffer’s Vorgang
neben obtusa noch pulla Grag, insularis Ehrbg., subdiaphana
King und einige andere indische Arten mit umfassend. Kiefer,
Radula und Weichtheile waren damals noch von keiner der ge-
nannten Arten bekannt; in den letzten Jahren ist es mir nun möglich
gewesen, dieselben an frischen Exemplaren von C. obtusus, von
mir und A. Krause gesammelt, und an Spiritus-Exemplaren von
insularis und pullus untersuchen zu lassen, und ich freue mich die
Beschreibungen und Abbildungen, welche Herr A. Protz, am Museum
für Naturkunde in Berlin beschäftigt, von denselben entworfen hat,
hier veröffentlichen zu können.
Cylindrus obtusus Drp.
Der braungefärbte kräftige Kiefer ist halbmondförmig, mit
kurzen, etwas flügelartig verbreiterten, abgerundeten Hörnern,
0,8 mm lang, 0,5 breit, nach dem freien Rande zu mit feilenartiger
Skulptur; er hat 3 erhabene Längsleisten, die den koncaven Rand
zahnartig überragen. Die Mittelleiste hebt sich sehr scharf vom
Kiefer ab, während die beiden seitlichen, meist unsymmetrisch ge-
bildeten, dies nur nach aussen thun und nach innen allmählich ab-
fallen.
Radula mit parallelen Seitenrändern, 2,5 mm lang, 0,9 breit.
Sie trägt die Zähne in 49 Längs- und 110 Querreihen. Der Mittel-
zahn ist wenig kleiner als die Nachbarzähne und ganz leicht nach
hinten gerückt, sodass seine Spitze mit derjenigen der angrenzenden
Zähne in gleicher Höhe steht; er ist symmetrisch gebildet mit breiter,
gerundeter Basis, seine Mittelspitze doppelt solang als breit, Seiten-
zacken klein, noch nicht die Mitte des ganzen Zahnes erreichend.
Seitenzähne mit breiter Basis, nach aussen in halber Höhe einen
kleinen Seitenzacken abgebend. Vom zehnten Seitenzahn an bildet
sich an der Mittelspitze nach innen ein winziger Seitenzacken aus,
der nach dem Zungenrande zu allmählige grösser wird, sodass die
Randzähne dreispitzig erscheinen, bis auf die 2—3 letzten, welche
ganz niedrig sind und nur undeutliche Zähnelung zeigen.
Der Genitalapparat besitzt eine schmale zungenförmige Eiweiss-
drüse, welche in den ca. dreimal längeren, faltigen, Uterus, der
zweimal um seine Achse gedreht ist, übergeht. Zwittergang ketten-
artig gewunden, erreicht fast die Länge der Eiweissdrüse. Prostata
fein, am Uterusende stärker werdend und hier bald das fadenförmige
vas deferens abgebend. Etwas unterhalb mündet in die Scheide
der Blasenstiel, der die Länge des Uterus besitzt, nach oben feiner
wird und ein scharf abgeritztes, kugliges Receptaculum seminis
trägt; 2 mm vor seiner Einmündung giebt er ein fadenförmiges
Divertikel ab, das seine halbe Länge erreicht. Unmittelbar unterhalb
106 E. von Martens:
der Blasenstielmündung nimmt die Scheide 2 schwach gekrümmte,
keulenförmige Blindsäcke auf, deren einer einen schwach gebogenen,
mit verbreiteter Spitze versehenen Kalkpfeil enthält, der 2 mm lang
ist. Der Penis verdickt sich nach oben bedeutend, wird dann
plötzlich dünner und verläuft so bis zum Eintritt des Vas deferens,
wo er ein peitschenförmiges flagellum abgiebt, das nicht ganz die
Länge des übrigen Penis erreicht. Ein Penisretraktor inseriert sich
in der Mitte zwischen Peniswulst und Insertionsstelle des vas deferens.
Stenogyra insularis Ehrenberg.
Kiefer hellhornfarben, flach, halbmondig; die Hörner kurz,
abgerundet, Vorder- und Hinterrand ziemlich parallel und nicht ge-
zähnt, aus ca. 70 ungleich breiten, einander parallelen Längsleistchen
gebildet, 0,15 mm lang, 0,7 breit.
Radula breit zungenförmig mit parallelen Seitenrändern, 1,5 mm
lang, 0,7 breit. Der Mittelzahn ist sehr klein, eiförmig mit stumpfer
Spitze, ganz wenig aus der Reihe nach hinten gerückt. Seitenzähne
mit breiter Mittelspitze und kleinem, tiefsitzendem Aussenzacken, der
bis zum zwölften Seitenzahn seine ursprüngliche Grösse bewahrt,
während die Hauptspitze allmählig kleiner wird und vom elften
Seitenzahn an einen kleinen Seitenzacken nach innen abgiebt, der
bei den Randzähnen grösser und schlanker wird, sodass der zwan-
zigste Seitenzahn zwei nahezu gleich grosse Hauptspitzen zeigt.
Die folgenden Randzähne werden niedrig, die Zacken häufiger, aber
undeutlich.
Stenogyra pulla Gray.
Kiefer hellhornfarben, flach, halbmondförmig, mit kurzen, ab-
gerundeten Hörnern; Vorder- und Hinterrand parallel und ganz-
randig, mit äusserst feinen, nur bei starker Vergrösserung erkenn-
baren Längsstreifen, 0,2 mm lang, 0,7 breit.
Radula zungenförmig, mit parallelen Seitenrändern, 1,3 mm
lang, 0,5 breit. Zähne in 39 Längs- und 88 Querreihen. Der
etwas aus der Reihe nach hinten gerückte Mittelzahn sehr klein,
eiförmig , schwach zugespitzt. Nebenzähne mit breiter gerundeter
Basis; Spitze breit, am Grunde stark ausgeschweift und daher mit
der Basis jederseits eine deutlich zugespitzte Ecke bildend, nach
aussen mit kurzem, breitem Zacken, der noch nicht bis zur Mitte
des ganzen Zahnes reicht; die ersten 6—7 Seitenzähne erscheinen
hierdurch wie vierzackig. Die Basisecken werden nun allmählig
stumpfer, die Mittelspitze kleiner, nur der Seitenzacken behält seine
ursprüngliche Grösse. Die Randzähne sind niedrig, breit und meist
mit 3 undeutlichen Spitzen; nur der vierzehnte, der auffallend breit
ist, trägt 5 etwas höhere Spitzen.
Die Gattung Cylindrus Fitz. 107
Es ergiebt sich daraus, dass auch diese drei Arten, in der
Schale einander einigermassen ähnlich, doch nicht in derselben
Gattung bei einander bleiben können. C. obtusus gehört nach
Kiefer, Radula und Geschlechtsorganen näher zu Helix, als zu
Buliminus oder Pupa, und giebt einen neuen Beweis dafür, dass
die alte Eintheilung der beschalten deckellosen Landschnecken in
niedrig gewundene und hochgewundene, Helix und Bulimus bei
Bruguiere, Helicoides und Cochloides bei Ferussac, welche ja so
lange noch wenigstens in der Reihenfolge der Gattungen beibehalten
wurde, in manchen Fällen unnatürlich ist.
Die bisherigen C. insularis und pullus dagegen müssen nach
der Kleinheit des Mittelzahns in die Unterfamilie der Stenogy-
riden (P. Fischer’s Miss. Mex. Moll. 1877 p. 581, Manuel p. 486)
kommen und erfordern daher einen andern Gattungsnamen. Wester-
lund hat neuestens einen solchen, Zootecus, Fauna d. palaearct.
Binnen - Conchylien IH. 1887 p. 3, für die Art insularis vor-
geschlagen, vermuthlich, weil sie wie manche andere Stenogyriden
lebendig gebärend ist; diese Benennung ist aber philologisch fehler-
haft, es muss nach den griechischen Sprachregeln Zootocus
heissen und in dieser Form kollidirt sie bedenklich mit dem älteren
Namen einer Eidechse, Zootoca, Wagler 1830.
Immerhin kann man aber gerade hier die männliche Namens-
form Zootocus insofern vertheidigen, als bei diesen Schnecken die
beiden Geschlechter in demselben Individuum vereinigt, nicht wie
bei den Eidechsen getrennt sind und so die Benennung Zootocus
als eben hierin von Zootoca verschieden annehmen, um nicht noch
einen neuen Namen schaffen zu müssen.
Die beiden Arten insularis und pullus dürften vorerst trotz
einiger Verschiedenheiten im Aussehen der Schale und im Einzelnen
der Zahnbildung in dieser Gattung beisammen bleiben und ver-
muthlich auch die anderen bisher zu ihnen gestellten indischen
Arten; nur für subdiaphanus von den capverdischen Inseln lässt
eben das Vaterland es zweifelhaft erscheinen und macht eine Unter-
suchung der Radula sehr wünschenswerth.
108 E. von Martens.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1-4. Cylindrus obtusus Drap.
Fig. 1. Geschlechtsorgan, zweimal vergrössert.
Fig. 2. Kalkpfeil, sechsmal vergrössert.
Fig. 3. Kiefer, zwanzigmal vergrössert.
Fig. 4. Zahnreihe, vom Mittelzahn (rechts) bis zum linken Rande, aus der
Mitte der Reibplatte genommen, fünfhundertmal vergrössert.
Fig.5 und 6. Stenogyra insularis Ehrbg.
Fig. 5. Kiefer, fünfundzwanzigmal vergrössert.
Fig. 6. Zahnreihe aus der Mitte der Reibplatte, fünfhundertmal vergrössert.
Fig.7 und 8. Stenogyra pulla Gray.
Fig. 7. Kiefer, fünfundzwanzigmal vergrössert.
Fig. 8. Zahnreihe aus der Mitte der Reibplatte, fünfhundertmal vergrössert.
Sorex Raddei Satunin, n. sp.
und
Meles taxus arenarius Satunin, n. subsp.
Zwei neue Säugethierarten aus dem Kaukasus und aus dem unteren
Wolgagebiete.
Von
K. Satunin.
Herr Konstantin Satunin, Konservator am Museum der
Seidenbaustation in Tiflis, untersuchte neuerdings die Spitzmäuse,
welche im kaukasischen Museum meistens in Spiritusexemplaren vor-
handen und grösstenteils auch bestimmt waren. Er fand darunter ein
Exemplar, welches er in Nachstehendem als eine neue Art folgender-
massen beschreibt. (Uebersetzung nach dem russischen Original-
Text.) Direktor Dr. G. Radde.
Sorex Raddei n. sp.
Das besagte Spitzmausexemplar hielt ich anfänglich für Sorex
-alpinus Schinz, wofür äusserlich auch die bedeutende Schwanzlänge
sprach. Die genauere Untersuchung desselben überzeugte mich in-
dessen davon, dass ich es mit einer neuen Art zu thun hatte. Da
diese der Alpenspitzmaus am nächsten steht, so gebe ich meine
Beschreibung im Vergleiche mit ihr. Zähne 38, ihre Spitzen roth-
bräunlich. Der hakenförmig gebogene obere Vorderzahn bedeutend
kürzer als bei S. alpinus, sein Basalhöcker bedeutend tiefer und
schmäler als der folgende einspitzige Zahn. Der zweite einspitzige
Zahn ist etwas länger und dicker als der erste; bei S. alp. findet
das Gegentheil statt. Der 3. einspitzige Zahn ist kaum halb so
hoch wie der zweite und nur wenig höher als der 4. Der 5. letzte
ist nur wenig niedriger und im Quermaass nicht dicker als der 4
110 K. Satunin:
Die Schneide des leicht eingebogenen unteren Vorderzahnes er-
scheint wellig grob-gesägt mit drei abgerundeten Höckern hinter
der stark aufwärts gebogenen Spitze. Im Vergleich zu S. alp. sind
die Höcker schärfer und die vordere Spitze stärker gekrümmt. Der
Schädel von Sorex Raddei Satun. n. sp. Vergrössert.
2. Höcker am ersten Backenzahne ist verkümmert und so klein,
dass man ohne starke Vergrösserung den Zahn nur als einspitzig
betrachten würde. Bei S. alp. ist dieser Höcker fast ebenso stark
entwickelt wie die Hauptspitze. Der zweite Backenzahn ist deutlich
zweispitzig. Der hintere Höcker desselben hat fast die gleiche
Höhe, wie der vordere Höcker des dann folgenden vielspitzigen
Zahnes.
Der Rüssel ist sehr stark und lang, an der Basis leicht auf-
gedunsen. Das Auge liegt gerade in der Mitte zwischen der Ohr-
und Nasenöffnung. Das Ohr ist auf der Aussenseite und am oberen
Rande lang behaart. Die Sohlen der Vorder- und Hinterfüsse sind
nackt und zeigen je sechs Knorpelwülste.. Auf der Vordersohle
vereinigt sich der Innenrand des mittleren Wulstes nicht mit dem
hinteren wie bei S. alp. Der Schwanz ist deutlich abgerundet
vierkantig, er ist ebenso lang wie der Körper sammt dem Kopfe,
seine Behaarung ist kurz und weich. Ueber die Färbung kann ich
nichts Bestimmtes sagen; das besprochene Exemplar wurde 1864
im Juli in Kutais von Herrn Abel gefangen und in Spiritus con-
servirt, es mag verblichen sein. Es trägt ein seidenweiches, gelb-
aschgraues, langes Haarkleid, Schwanz und Füsse sind mehr gelb-
weisslich. Ich nehme daran folgende Maasse:
Schrauzenspitze. bis. After... in: ans
Kopflänge . .. . 2
Schwanzlänge bis Ende der Behaarung. a Re
Länge der Endhaare des Schwanzes. . . .». 2.49
Länge der Haare auf dem Rücken . . 7
Länge des Rüssels von den Vorderzähnen angemessen 4
Vom. Auge bis zür\Nasenspitze ’...1 . 2 nein
Vom Auge bis zur anne ir ra ee A
OÖhrenhöhe . . . ya a an.
Sorex Raddei und Meles taxus arenarius. alal
Länge der vorderen Füssfläche mit Nagel. . . . 95
Länge des dritten Zehennagels. . . 2... .2
Länge der hinteren Fussfläche mit Nagel . . . . 14
Länge des dritten Zehennagels. . . ». 2 .2...2
Länge der Bartborsten . Lo NE
Die beigefügte Zeichnung erklärt den Zahnbau der Art zur
Genüge.
Meles taxus arenarius n. subsp.
Als ich mich im Jahre 1890 im zoologischen Museum der
Moskauer Universität mit der Bearbeitung der Säugethiere, welche
während der Expedition im Gebiete der Bukejewschen Ordi (Astra-
chanisches Gouvernement) von mir und Herrn Charusin gesammelt
wurden, beschäftigte, erhielt ich von Herrn Pluschewski einen Dachs
aus eben diesem Gebiete. Ich habe diesen Dachs mit einer grossen
Suite russischer Dachse verglichen und bin schliesslich zu der
Ueberzeugung gekommen, dass man ihn als wenigstens wohl-
begründete Subspecies von M. taxus trennen müsse, und das um so
mehr, als er nach meinem Dafürhalten viel bedeutendere Unter-
scheidungsmerkmale aufweist als M. canescens Blanf., den ich auch
nur als Subspecies des gewöhnlichen Dachses betrachten kann. Die
Beschreibung meiner Subspecies lasse ich folgen.
Meles affınis M. taxo, sed minor, statura graciliore, capite
albescente, utrimque vitta longitudinali per oculos (nec per aures)
supra auresque ducta, ad nucham non latiore, cauda longiore, dente
molare superiore angustiore.
Der Schädel ist bedeutend schmäler und feiner, als bei dem
typischen Dachs, sein Vordertheil verhältnissmässig länger und
weniger aufgetrieben, obwohl die Höcker an den Knochennähten
sehr deutlich hervortreten. An unserem Exemplare ist der Scheitel-
kamm wenig entwickelt. Die vorderen Verzweigungen desselben,
welche man bis zum Postorbital-Fortsatze als flache Leiste ver-
folgen kann, verzweigen sich unter spitzeren Winkeln und bedeutend
weiter nach hinten, als bei dem typischen Dachs. Die Jochbögen
sind dünn. Die Gelenkpfanne des Unterkiefers schliesst sich augen-
scheinlich sehr fest an zwischen dem vorderen und hinteren Fort-
satz des Oberkiefers, da man beide abgebrochen hatte um den
Unterkiefer zu trennen. Der hintere Theil des Gaumenbeines ist
stark eingebogen und sein Rand erhebt sich als scharfe Leiste.
Die Bullae osseae sind sehr dünnwandig und mehr gewölbt und
abgerundet als bei dem typischen Dachs.
34 Zähne, weil der erste Lückenzahn in beiden Kiefern nicht
mehr, auch keine Spur von ihm, vorhanden war. Die anderen
Lückenzähne weichen in der Form von denen des typischen Dachses
nicht ab, aber das Längenverhältniss des letzten Lückenzahnes im
Unterkiefer ist zu dem des Reisszahnes = 1: 3,20, d. h. der Reiss-
zahn übertrifft diesen Lückenzahn um mehr als das Doppelte. Bei
allen von mir untersuchten Dachsgebissen fand ich in beiden Ge-
112 K. Satunin.
schlechtern dieses Längenverhältniss schwankend von 1:2,14 bis
1:2,83. Die bedeutendste Abweichung bietet der Höckerzahn im
oberen Kiefer. Er hat 15mm Höhe bis 10 mm Breite; es ergiebt
sich also an ihm ein Verhältniss der beiden Dimensionen wie
1:1,50. Bei dem typischen Dachs schwanken diese Maasse zwischen
1:1,12 bis 1:1,27 und bei M. canescens Blanf 1:1,32. An Stelle
der 3—4 entlang am Aussenrande stehenden, allmählich niedriger
werdenden Höcker dieses Zahnes, zeigt unser Gebiss nur zwei fast
gleich hohe und dann eine Anzahl kleiner Zahnungen, von denen
die erste mehr nach hinten und innen steht, die anderen aber mehr
nach vorne in der Mitte des Zahnes einen kleinen Kamm bilden.
Eine solche Vertheilung der Höcker kommt bei dem gewöhnlichen
Dachs in keiner Alterstufe vor. Auch die Reisszähne sind an
unserem Schädel länger und dabei dünner, als bei dem gewöhnlichen
Dachs. Das Stärkeverhältniss an der Basis zur Länge ergiebt sich
als 1:3, bei M taxus ist es 1:1,80—1 : 2,50.
Die nachstehende Tabelle giebt Auskunft über die Schädel-
maasse; zum Vergleiche setze ich ihnen die gleichen Maasse bei
von zweien typischen Dachsen (Maximalwerthe) und von einem nicht
normal entwickelten Dachs, der im zoologischen Garten von Moskau
lebte. Im Ganzen untersuchte ich reichlich hundert Dachsschädel
beider Geschlechter und in allen Altersstufen, sowohl russische, als
auch westeuropäische.
M.arena-
2 Mel. taxus.
rius.
nm mm | mm | mm
Länge vom Vorderrande der incisores
zum hinteren Rande des for. magn. 127 125 133 118
Basilarlänge (von dem hinteren Alve-
olen-Rand der incisor. bis Vorderrand
des for. magn.) ee 116 113 125 106
Grösste Breite an den Jochbögen A 70 74,5 82 85
Grösste Breite zwischen den Baron
bitalen Fortsätzen. . AR 34 35 38,5 38
Grösste Breite des Oberkiefers . Na 41 42 43 45
Grösste Breite über den Ohröffnungen 51 53 53 61
Höhe des Schädels . . 50 52 55 61
Länge vom hinteren Rande der Vor-
derzähne bis zum Ausschnitt des
palatinum. . 67 64 71 66
Länge vom vorderen Rande der Vor-
derzähne bis zum vorderen Rande
der Augenhölle . . . lie: 46 48 50 44
Grösste Höhe der erista . 35 b} 10 12
Verhältniss der Höhe des Schädels
zur Länge . 1:72,54 | 12,21 9)0 17 2.4197 a7
Verhältniss der Höhe des "Schädels
zur Basilarlänge . . 1.232, 1328:17 1], 12,227, en
Verhältniss der grössten Breite der
Jochbögen zur Basilarlänge . . . | 1:1,65 | 1:1,51 | 1:1,52 | 1:1,24
Sorex Raddei und Meles taxus arenarius. 113
Dem Aeusseren nach unterscheidet sich dieser Dachs vom
typischen durch den längeren Schwanz und gestreckteren Körperbau.
Die Nägel sind seitlich stark zusammengedrückt, fast ihrer ganzen
Länge nach gleich breit, bedeutend länger als bei dem gewöhnlichen
Dachs, sie haben eine hellbräunliche Hornfarbe. Die Rückenhaare
sind von der Basis an von gelblich weisser Farbe, in der Mitte
schwarz, die Spitze wieder weiss, so dass das Gesammtcolorit hell-
gelb schwärzlich erscheint. Der schwärzliche Farbenton waltet auf
den vorderen Körpertheilen mehr vor.
Auf den Flanken ist jederseits ein etwas helleres Feld, da dort
die Haare im Mittelringe nicht schwarz, sondern braun gefärbt
sind. Kehle, Brust, die ganze Unterseite und Füsse sind tief
schwarz, zwischen den Hinterfüssen und dem Schwanz gelblich.
Der seitliche Kopfstrich ist dunkelbraun, er beginnt am Oberlippen-
rande und geht, immer in gleicher Breite durch das Auge über
das Ohr.
Ein recht umfangreicher, weisser Flecken bleibt vor dem Ohr-
räande und dem unteren Rande der schwarzen Binde sichtbar, und
zwar so, dass der dunkle Flecken an der vorderen Ohrenseite ganz
getrennt von der Binde ist. Da die langen Schwanzhaare gelblich-
weisse Basis und noch hellere Spitzen haben, in der Mitte aber
schwarzbraun sind, so erscheint der Schwanz als gemischt zwei-
farbig.
Am Balge, welcher dieser Beschreibung zu Grunde liegt, nehme
ich folgende Maasse.
Kopispitze bis Schwanzbasis".! IR. 73 cm
Schwanzlänge mit "Behaarung 4... .2.. N, 27,
Länge der Endhaare des Schwanzes . . . .12 „
Schnauzenspitze bis vorderen Augenrand. . . 6,5 „
Sehnauzenspitze bis!zum Ohr "N War, N rn,
Vordere Sohlenlänge mit Nagel. . . ...8 „
Nagellänge an dem 2. Zeh des Vorderfusses . 2,3 „
Dicke desselben . . h j 0,20. M
Das besprochene Exemplar, ein erwachsenes, aber nicht sehr
altes Weibchen, stammt von den Sanddünen bei Ryn-peski; es
wurde dem Moskauer Universitätsmuseum durch Herrn Pluschewski
zugestellt,
Tiflis, November 1894. K. Satunin.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg.1895. Bd.I. H.1. 8
Spongillidenstudien. II.
Katalog und Verbreitung der. bekannten Süsswasserschwämme.
Von
Dr. W. Weltner.
Die neueren Forschungen, welche man in verschiedenen Erd-
theilen über die Fauna der süssen Gewässer angestellt hat, haben
auch unsere Kenntniss der Systematik und der geographischen Ver-
breitung der Süsswasserschwämme ganz wesentlich bereichert.
Während Bowerbank 1863 einundzwanzig und Carter 1881 neun-
undzwanzig Arten kennt, beschreibt Potts 1887 in seiner Mono-
graphie der Spongilliden 57 Arten mit zahlreichen Varietäten, denen
noch als übersehen drei Formen (Tubella vesparium Mart., Ephy-
datia fluviatilis var. japonica Hilgd. und Spongilla stygia Joseph)
hinzuzufügen sind. Seit dem Erscheinen der Monographie von
Potts ist die Zahl der beschriebenen Arten auf 69 gestiegen. Wie
man aus der weiter unten folgenden Uebersicht ersehen wird, ver-
theilen sich diese 69 Arten auf verhältnissmässig wenige Länder,
nur in Deutschland, England, Frankreich, Oesterreich-Ungarn, Nord-
Amerika und Niederländisch-Ostindien sind eingehendere Unter-
suchungen über die Süsswasserschwammfauna gemacht worden.
Wenn ich in der nachfolgenden Arbeit manchen bisher unbekannten
Fundort beibringen und eine Anzahl neuer Arten kennzeichnen
kann, so verdanke ich dies den Herren, die mich auf meine Bitte
hin in freundlichster Weise durch Uebersendung von Material und
Notizen unterstützt haben. Folgenden Herren bin ich zu grossem
Danke verpflichtet: Alcock, Ballowitz, Brauer, Braun, Buck,
Bullemer, Carter, Jos. Clark, Collin, Eimer, Einhart, Fickert,
Garbini, Haeckel, Hanitsch, Hilgendorf, Hinde, Honnef, Keller, Kieffer,
Knauthe, Kraepelin, Levander, Lönnberg, von Martens, Meissner,
Möbius, Fritz Müller, W. Müller, Nitsche, Nobre, Noll, Nüsslin,
Poppe, Potts, Roemer, Rohde, Schmitz, F. E. Schulze, Semon,
Skrebitzky, Stadelmann, Traxler, Vejdovsky, Vosmaer, de Vries,
Wierzejski, Wolterstorff und Zacharias. Herr Dr. Traxler in
Munkasz in Ungarn hat ferner die grosse Freundlichkeit gehabt,
mir eine umfangreiche Liste der ungarischen Litteratur über Spon-
Dr. W. Weltner. 115
gilliden und andere Nachträge zu meiner Litteraturliste (Spon-
gillidenstud. L Arch. f.N., 1893, p. 209) zur Verfügung zu stellen,
beide Nachträge werde ich gelegentlich veröffentlichen.
Die älteren Autoren bis zu Meyen (1839) und Ehrenberg (1846)
haben die Arten der Süsswasserschwämme nach der äusseren
Gestalt unterschieden. Sie haben auch mit Ausnahme von Pallas,
der den Baikalschwamm (Spongia baicalensis) entdeckte, nur
europäische Formen behandelt. Vielleicht sind alle die aus jener
Periode bis 1839 als verzweigt geschilderten Spongilliden zu Spon-
gilla lacustris im heutigen Sinne zu rechnen, da diese Art die
einzige in Europa ist, welche Stöcke mit grösseren, selbst-
ständigen Verzweigungen bildet, indessen will ich das nur als
Vermuthung aussprechen, und eine Entscheidung über die Art ist
nicht möglich, ohne die Originale gesehen zu haben. Diesem
Zweifel haben auch Wierzejski und Vejdovsky!) in der von ihnen
angeführten Synonymie der Spongilla lacustris Ausdruck gegeben.
Ganz im Unklaren über die Speciesbezeichnung aber bleibt man,
wenn man die Beschreibungen der älteren Autoren liest, in denen
von unverzweigten krustigen oder massigen Spongilliden die Rede
ist. Ich habe daher die ältere Litteratur nur in sehr beschränktem
Maasse für eine Darstellung der geographischen Verbreitung dieser
Schwämme benutzen können und zwar ohne grossen Nachtheil, da
wir, wie angeführt, in neuerer Zeit manchen Beitrag über Süss-
wasserschwämme aus Deutschland, England, Frankreich, Oesterreich-
Ungarn und Russland erhalten haben, während aus den übrigen
europäischen Staaten keine oder nur vereinzelte Beiträge zur Süss-
wasserschwammfauna bekannt geworden sind.
Systematischer Katalog der Spongillidenarten.
Im folgenden gebe ich eine systematische Aufzählung aller be-
kannten recenten und fossilen Arten von Süsswasserschwämmen
mit Angabe der wichtigsten Litteratur und der Fundorte. In Be-
treff der Litteratur konnte ich in den meisten Fällen auf das oben
genannte Werk von Potts verweisen. Die Varietäten und Lokal-
fornen habe ich in meiner systematischen Aufzählung nicht be-
sonders genannt, soweit sie bei Potts und bei Dybowski (Varietäten
der Gattung Lubomirskia in M&m. Ac. Imp. Se. St. Petersbourg 7 s.
T. 27, 1880) besprochen sind, dagegen habe ich die Fundorte dieser
Varietäten bei den zugehörigen Arten aufgeführt. Bei den mir zu-
!) Wierzejski, Les eponges d’eau douce de Galicie. Arch. Slaves de Biologie
II. 1886,
Vejdovsky, Die Süsswasserschwämme Böhmens. Abh. Kön. Böhm. Ges.
Wiss. 6. Folge, 12. Bd. 1883 und in Potts, Contributions towards a Synopsis of
the American Forms of Fresh Water Sponges etc. Auch separat als: Fresh
Water Sponges. A. Monograph. Proc. Ac. Nat. Sc. Philadelphia 1887.
g*+
116 Dr. W. Weltner:
gesandten Species habe ich bisher noch nicht bekannte Fundorte
und den Namen des Sammlers angegeben. Die Diagnosen der
zwölf von mir neu aufgestellten Arten findet man am Ende dieser
Arbeit.
Familie Spongillidae Gray 1867.*)
Skelet aus einachsigen (monaxonen) zweistrahligen (diactinen)
Kieselnadeln bestehend, welche durch Spongiolin zu einem netz-
förmigen Gerüst verbunden sind. Bei vielen Arten unterscheidet
man an demselben Haupt- und Verbindungsfasern. Die Spongiolin-
substanz hüllt entweder die Nadelzüge vollständig ein oder sie ist
schwach entwickelt und verkittet nur die Enden der Nadeln mit
einander. Mikrosklere des Parenchyms vorhanden oder fehlend.
Die (soweit untersucht) kleinen, kugligen Geisselkammern münden
seitlich in ausführende Kanäle, welche nach ihrer Vereinigung zu
weiteren Bahnen endlich in eine einzige grosse Höhle, die Kloaken-
höhle, sich vereinigen oder getrennt von einander in einen un-
mittelbar unter der äusseren Haut liegenden Ausströmungsbezirk
von oft sternförmiger Gestalt sich ergiessen. Ausser der geschlecht-
lichen Fortpflanzung kommt noch eine ungeschlechtliche durch
innere Keime (Gemmulae) vor. Sie leben im süssen und im
brackischen Wasser, nur Lubomirskia baicalensis lebt im süssen
Wasser und im Meere. Kosmopolitisch.
A. Unterfamilie Spongillinae Carter 1881.
Gemmulae entweder einzeln oder in Gruppen vereinigt, ge-
wöhnlich mit einer Luftkammerschicht umgeben, in welcher stab-
förmige, fast stets gedornte Nadeln liegen.
Gattung Spongilla Lamarck 1816. |
Mit langen, spindelförmigen, spitz-spitzen (Amphioxe) oder an
beiden Enden gerundeten (Amphistrongyle), glatten oder rauhen
Gerüstnadeln und oft mit kurzen, geraden oder gekrümmten, glatten
oder rauhen Fleischnadeln (Microsclere). Bei einigen Arten kommen
als echte Fleischnadeln noch Amphidisce vor. Gemmulae entweder
nackt oder mit einer äusseren Luftkammerschicht, in welcher die
stabförmigen, glatten oder rauhen Belagsnadeln entweder tangential
oder radiär oder beides zugleich oder ganz unregelmässig liegen.
Spongilla alba Cart.
Litt.: Potts, Monogr. p. 193.
Fundort: Bombay.
Spongilla aspinosa Potts.
Litt.: Potts, Monogr. p. 184.
Fundort: New Jersey, Virginia, etc.
*) Gray schrieb Spongilladae.
Spongillidenstudien. III. Ka
Spongilla biseriata n. sp.
Fundort: Tümpel hinter Bulak-Dakrur bei Cairo, Stuhlmann leg.
Spongilla böhmi Hiled.
Litt.: Potts, Monogr. p. 205. Hilgendorf, Sitz ber. Ges. nat.
Fr. Berlin 1883 p. 87.
Fundort: Ugallafluss beim Tanganyikasee in Centralafrika. Von
Stuhlmann im Fluss Rukagura bei Mbusine in Deutsch -Ostafrika
gesammelt.
Spongilla bombayensis Cart.
Litt.: Potts, Monogr. p. 196.
Fundort: Bombay.
Spongilla botryoides Hasw.
Litt.: Potts, Monogr. p. 197.
Fundort: Bei Brisbane (Queensland).
Spongilla carteri Bwk.
Litt.: Potts, Monogr. p. 194.
Fundort: Bombay, Mauritius etc. (Potts), Plattensee in Ungarn
(Carter, Ann. Mag. N. H. (5.) X. p. 369 1882, France, Földtani
Közlöny 1894), Insel Madura (Nordostküste Javas) nach brieflicher
Mittheilung von Carter. Caleutta (Museum Caleutta, durch Prof.
A. Alcock mir übersandt).
Spongilla cerebellata Bwk.
Litt.: Potts, Monogr. p. 194.
Fundort: Aurungabad in Nizam (Central Ostindien) nach Bower-
bank 1863 p. 465.
Spongilla cinerea Cart.
Litt.: Potts, Monogr. p. 197. Weber, Zool. Ergebn. Reise
Niederl. Ost-Indien 1. p. 35. 1890.
Fundort: Bombay, Celebes, West Flores.
Spongilla decipiens Weber.
Litt.: Weber, zool. Ergebn. Reise Niederl. Ost-Indien. 1. p.40. 1890.
Fundort: Westküste von Süd Celebes (Weber), Oalcutta, (Museum
Caleutta, durch Prof. A. Alcock mir übersandt).
Spongilla fragilis Leidy.
Litt.: Potts, Monogr. p. 176. 197. Vejdovsky, Zool. Anz.
9. Jahrg. p. 713. 1886.
Fundort: Deutschland, Böhmen, Galizien, England, Frankreich,
Russland, Sibirien, Nordamerika vom atlantischen bis stillen Ocean
(Vejdovsky und Potts). Galizien (Wierzejski, Arch. Slaves Bio-
logie II. p. 37. 1886). Ungarn (Traxler, Termesz. Füzet. XII. p. 14
1889). England (Carter, Ann. Mag. N. H.(5) XV. p. 18. 1885 und
Priest, Quek. Mier. Club. N. S. II. p. 252. 1886). Frankreich
(Topsent, Bull. Soc. Zool. France 18. p. 176. 1893). Bodensee
(Lampert, Jahresh. Ver. vaterl. Naturk. Württemberg, 1893 p. CV).
Nordrussland bei Jaransk 62° N. Br. (Traxler, Zool. Anz. 17. Jahrg.
p- 363. 1894). Nurmijarvi See in Nyland, Finnland (Museum Berlin,
118 Dr. W. Weltner:
Stenross leg.) Tschaldyr See im Kaukasus (Dybowski, Mem. Ac.
Imp. Se. St. Petersbourg (7). 30. 1882). Pachabicha See, Südwest-
spitze des Baikalsees (Dybowski, 1. c.). Natschiki und Paratunka
See in Kamtschatka (Dybowski, Sitz ber. Naturf. Ges. 7. p. 64.
1884 Dorpat). Nordamerika (Mackay, Trans. Roy. Soc. Canada
Sect. 4. p. 88. 1889). Rocky Mountains U. S. (Imhof, Biol. Centralbl.
14. p. 287. 1894). Südamerika, Sao Paulo (Museum Berlin, v.
Jhering leg.).
Spongilla igloviformis Potts.
Litt.: Potts, Monogr. p. 202.
Fundort: New Jersey.
Spongilla lacustris Aut.
Litt.: Potts, Monogr. p. 172. 186.
Fundort: Europa (Vejdovsky in Potts). Die Art ist jedoch bis-
her nicht nachgewiesen aus Norwegen, Dänemark, Spanien, Griechen-
land und der Türkei. In der von Vejdovsky angeführten Litteratur
bis 1884 findet man die europäischen Fundorte. Ich füge noch
folgende hinzu: Galizien (Wierzejski, Arch. Slaves Biologie II. p. 37.
1886). Ungarn (Traxler, Termesz. Füzet. XII. p. 13. 1889). Utrecht
(Vosmaer, Nederl. Dierk. Vereen. 2 Reeks, Deel 4, p. 53. 1893).
Leiden und Utrecht (Museum Berlin, v. Martens u. Vosmaer leg.).
Schweiz (Du Plessis-Gouret, Essai sur la faune profonde des lacs
de la Suisse p. 13. 1885 erwähnt Sp. lacustris aus folgenden Seeen:
Leman, Lac de Neufchätel, Bienne, Morat, du Joux, des Brenets,
de Ter (Jura), Zürich, Katzensee, Hofwyl). Schweiz, Katzensee bei
Zürich (Museum Berlin, Keller leg.). Bodensee (Buck, Deutsche Fisch.
Zeit. 1892 p. 367. Lampert, Jahresh. vaterl. Naturk. Württemberg,
1893 p. CVII, Museum Berlin. Lago Maggiore (Pavesi, Rendic.
Reale Istit. Lombardo Sc. (2.) 14. p. 236. 1881 Milano). Garda
See, (Garbini, Bull. Soc. Entom. Ital. Anno 26. 1894 Firenze).
Seeen bei Verona (Garbini, Accad. Agricolt. Arti e Comm. Verona.
(3). 70. 1894)... Arcos de Val de Vez.(Nord Portugal) und Fluss
Vizella bei Porto (Museum Berlin, Nobre und Henriques leg.).
Schweden (Linns, Flora Lapponica 1737, Flora Suecica 1745, Syst.
nat. XII. 1767. Die hier beschriebenen Süsswasserschwämme sehe
ich als Sp. lacustris an. Seit Linn& scheint über schwedische Spon-
gilliden nicht geschrieben worden zu sein). Nurmijarvi See in
Nyland in Finnland (Museum Berlin Stenross leg... See Enara im
nördlichsten Finnland, Gemmulä pelagisch gefunden (Richard, Bull.
Soc. Zool. France 14. p. 100. 1889). Jaransk in Nordrussland,
62° N. Br. (Traxler, Zool. Anz. 17. Jahrg. p. 363. 1894). Eismeer-
gebiet: Süsswasserseeen der Solowetzkyschen Inseln und auf dem
Festlande im Kemfluss (Merejkowsky, Möm. Ac. Imp. Sc. St. Peters-
bourg (7) 26 p. 42. 1878). Pachabicha-See am Südwestende des
Baikalsees (Carter, Ann. Mag. N. H. (5) 7. p. 88. 104. 1881 nach
Dybowski). Chalaktirsee in Kamtschatka (Dybowski, M&m. Ac. Imp.
Sc, St. Pötersbourg, (7). 30. 1882). Goktschasee bei Eriwan in
Spongillidenstudien. III, 119
Transkaukasien (Dybowski, 1. ec. 27. 1880). Tschaldyrsee im Kau-
kasus (Dybowski 1. c. 30. 1882). Neu Fundland, Nova Scotia,
Britisch Columbien, Vancouver Insel (Mackay, Trans. Roy. Soc.
Canada, Sect. 4. p. 90. 1889). Nord-Amerika (Potts, Monogr. p. 186).
Brackisch: Finnischer Meerbusen bei Petersburg (Dybowski,
Mem. Ac. Imp. Sc. St. Petersbourg (7). 30. 1882). Finnischer Meer-
busen in 0—1 Faden Tiefe, in der Ostsee bisher nicht gefunden
(Dybowski, Sitzber. Naturf. Ges. 4. p. 527. 1878 Dorpat und Braun,
Arch. Naturk. Livl. Ehstl. Kurl. 2. Bd. 10. p. 116. 1884). Ausfluss
eines Baches bei Roscoff (ob hier zu Zeiten versalzt?) (Topsent,
Arch. Zool. exp. gen. (2) 9. p. 527. 1891).
Lendenfeld (Zool. Jahrb. 2. p. 90. 1887) hat aus brackischen
Tümpeln bei Cobar in N. S. Wales eine Spong. lacustris var.
sphaerica beschrieben. Die Stellung dieses Schwammes im System
scheint mir so lange eine unsichere, bis Gemmulä gefunden sind.
Das Berliner Museum besitzt eine Anzahl Original-Exemplare dieses
kleinen Schwammes, von denen ich drei genauer untersucht habe.
In keinem derselben fand ich die für lacustris charakteristischen
Mikrosclere. Lendenfeld hat solche allerdings gefunden und giebt
darüber an: „Fleischnadeln von schwankenden Dimensionen wurden
beobachtet, dieselben sind jedoch selten.“ Was ich von frei im
Parenchym liegenden kleinen Nadeln gesehen habe, kann ich nur
für junge Makrosclere halten. Eins der von mir zerfaserten Exem-
plare hatte Furchungsstadien. Es scheint mir noch unbewiesen,
dass der Schwamm zur Gattung Spongilla gehört.
Spongilla loricata n. sp.
Fundort: Afrika, auf Aetheria caillaudi Fer. (Museum Berlin,
Coll. Dunker).
Spongilla mackayi Cart.
Litt.: Potts, Monogr. p. 204. Mackay, Trans. Roy. Soc. Canada,
Sect. 4. p. 89. 1889.
Fundort: Nova Scotia, Neu Fundland.
Spongilla mackayi Cart. verwandt. Fossil!
Litt.: Carter, Ann. Mag. N. H. (5). 12. p. 329. 1883.
Fundort: Diluvium vom Altmühlthal in Bayern.
Spongilla navicella Cart.
Litt.: Potts, Monogr. p. 195.
Fundort: Amazonenstrom.
Spongilla nitens Cart.
Litt.: Potts, Monogr, p. 195.
Fundort: Vielleicht Südamerika (Carter). Ugallafluss beim
Tanganyikasee in Centralafrika (Hilgendorf, Sitz. Ber. Ges. Nat. Fr.
Berlin 1883 p. 87). Weisser Nil (Marshall, Zool. Anz. 6. p. 630.
. 1883). Weisser Nil oberhalb Gebel Njemati 12° 20° NBr. an
Ambatuhholz (Museum Berlin, Schweinfurth leg.).
Spongilla novae terrae Potts.
vide Ephydatia novae terrae (Potts).
120 Dr. W. Weltner:
Spongilla permixta n. sp.
Fundort: Ostafrika, im Bachbett Bibisande südost von Tabora,
Stuhlmann lese.
Spongilla purbeckensis Young Fossil!
Litt.: Young, Geol. Mag. N. S. V p. 220. 1878. Hinde, Catal.
foss, Spong. Brit. Mus. 1883. p. 21.
Fundort: Süsswasserkalk der Purbeck Schichten, Stare Cove,
Dorset in England (Oberster Jura).
Spongilla rhenana Retzer.
Ist synonym Sp. lacustris Autt., Wierzejski Verh. zool.-bot. Ges.
Wien 38. 1888 und Weltner, Thier u. Pflanzenwelt d. Süsswassers
v. O. Zacharias 1. 1891.
Spongilla sansibarica n. sp.
Fundort: Sumpf bei Sansibar, Stuhlmann leg.
Spongilla sceptroides Hasw.
Litt. Potts, Monogr. p. 197. Lendenfeld, Zool. Jahrb. II p. 89.
1887.
Fundort: Bei Brisbane, Queensland, (Potts, Lendenfeld). Bunne-
rong Road bei Port Jackson, N. S. Wales (Whitelegge, Journ. Proc.
Roy. Soc. N. S. Wales for 1889 p. 306).
Spongilla stygia Joseph.
Litt. Joseph, 59. Jahresb. Schles. Ges. Vaterl. Cultur 1881
p. 253. Breslau 1882.
Marshall, Jenaische Zeitschr. Naturw. 16. (N. F. 9.) p. 553. 1883.
Weltner, Archiv. Naturg. Jahrg. 1893. p. 273.
Fundort: Grotte Gurk in Krain (Joseph).
Die generische Stellung dieses Schwammes bleibt zweifelhaft,
da der Art die Gemmulä fehlen sollen.
Spongilla sumatrana Weber.
Litt.: Weber, Zool. Ergebn. Reise Niederl. Ost Indien, 1.
p- 38. 1890.
Fundort: See von Singkarah auf Sumatra (Weber), Nil (Varietät,
Museum Berlin, Coll. Dunker).
Spongilla wagneri Potts.
Litt.: Potts, Trans. Wagner Free Inst. Sc. II p. 3. 1889.
Fundort: Gewässer Südwestfloridas, die durch das eindringende
Meerwasser versalzt wurden, auf Lepas und Serpula. Rio de
Janeiro (Museum Berlin durch E. v. Beneden).
B. Unterfamilie Meyeninae Vejdovsky 1887.
Gemmulä gewöhnlich einzeln. Sie sind von einer Luftkammer-
schicht umgeben, in welcher Amphidisken oder schildförmig ge-
staltete Spicula in einer oder mehreren Lagen übereinander liegen.
Gattung Trochospongilla Vejdovsky 1883.
Die Ränder der Amphidiskenscheiben sind ganz, nicht gezackt
cf. Gattung Uruguaya.
Spongillidenstudien. ILI. 121
Potts (l. c.) hat diese Gattung nicht angenommen. Ich behalte
sie bei und scheide aus der Gattung Meyenia von Potts alle die
Formen aus, welche glattrandige Amphidisken haben. Darnach
umfasst das Genus Trochospongilla folgende Arten: horrida, leidyi,
gregaria und minuta.
Trochospongilla gregaria (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 217.
Fundort: Amazonenstrom, Villa Nova.
Trochospongilla horrida Weltn.
Litt.: Potts, Monogr. p. 177.
Weltner, Sitz. ber. Ges. Nat. Fr. Berlin 1893, p. 7.
Fundort: Deutschland, Böhmen, Galizien, Russland (Vejdovsky
in Potts 1. e.). Nordrussland, 62° n. Br. bei Jaransk (Traxler, Zool.
Anz. 17. p. 363. 1894). Auvergne, Frankreich (Girod, Trav. Laborat.
Zool. Girod Fac. Sc. Clermont Ferrand I, 1888).
Trochospongilla leidyi (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 212.
Fundort: New-Jersey, Pennsylvanien.
Trochospongilla minuta Potts.
Litt.: Potts, Monogr. p. 218.
Fundort: Beni-Fluss in Ost Bolivien.
Gattung Ephydatia Lamouroux 1816, Gray 1867.
syn. Meyenia Carter 1881, Potts 1887.
Die Ränder der Amphidiskenscheiben sind gezackt oder ge-
zähnt.e Die Amphidisken sind entweder alle von gleicher Länge
oder sie sind ungleich lang, ohne dass man indess zwei Sorten,
lange und kurze, unterscheiden könnte (s. Heteromeyenia).
Ich behalte auch hier den von Vejdovsky und Wierzejski ge-
wählten Namen Ephydatia bei. Es geschah dies aus folgenden
Gründen. Die Bezeichnung Ephydatia wurde von Lamouroux 1816
für alle Sässwasserschwämme gebraucht, in demselben Jahre be-
zeichnete Lamarck diese Organismen mit dem Namen Spongilla.
Gray unterschied 1867 acht Gattungen von Süsswasserschwämmen,
worunter auch Ephydatia und Spongilla, die er mit kurzen, treffenden
Diagnosen versah. Da Gray aber, wie Carter 1881 mittheilt, seine
Diagnosen nach der Monographie Bowerbanks (1863) aufstellte und
die Originale selbst nicht gesehen hatte, so schuf Carter, welchem
die Sammlung im britischen Museum zur Verfügung stand, für
Ephydatia den Namen Meyenia. Da jedoch Gray das wesentliche
Merkmal dieser Gattung erkannt hat, so sehe ich keinen Grund,
seine Bezeichnung Ephydatia aufzugeben.
Ephydatia anonyma (ÖCart.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 228.
Fundort: Amazonenstrom.
122 Dr. W. Weltner:
Ephydatia baileyi (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 227.
Fundort: A stream of Canterbury Road, West-Point, New-York
(Bowerbank 1863).
Ephydatia bogorensis Weber.
Litt.:Weber, Zool. Ergebn. Reise Niederl. Ost-Indien. 1 p.33. 1890.
Fundort: Buitenzorg, Java; Makassar, Celebes.
Ephydatia bohemica Petr.
Litt.: Potts, Monogr. p. 179.
Fundort: Kvasetice, Bezirk Deutschbrod in Böhmen (Petr.).
Galizien? (Wierzejski, Biol. Centralbl. Bd. 12 p. 142. 1892.)
Wie Petr selbst zugiebt (Sitz ber. kön. Böhm. Ges. Wiss. 1886
p-. 147), Vejdovsky (in Potts Monogr.) und Wierzejski (Biol. Cen-
tralbl. XII. 1892) wieder hervorheben, ist die Stellung dieses
Schwammes eine unsichere, da er auch zu Carterius gezogen
werden kann.
Ephydatia capewelli (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 228.
Fundort: Lake Hindmarsh, Victoria (Australien), 35 ° 30 S.Br.,
141 ° 40‘ Oe.L. (Carter, Ann. Mag. N. H. (5) 7. p. 93. 1881).
Ephydatia crateriformis (Potts)
Litt.: Potts, Monogr. p. 228.
Fundort: Pennsylvanien. ?Irland (Hanitsch, Nature 51, p. 511).
Ephydatia everetti (Mills)
Litt.: Potts, Monogr. p. 230.
Fundort: Massachusets, Nova Scotia.
Ephydatia facunda n. sp.
Fundort: Tümpel bei Rio Grande do Sul, Museum Berlin, v.
Jhering leg.
Ephydatia fluviatilis Autt.
Litt.: Potts, Monogr. p.178. (Nicht p. 219, da ich die hier von
Potts als Auviatilis beschriebenen Arten zu mülleri gestellt habe.)
Fundort: Deutschland, Böhmen, Galizien, England, Frankreich,
Russland (nach Vejdovski in Potts 1. c.). Ich füge weitere Fund-
orte hinzu. Ungarn (Daday, Mathem. Naturw. Ber. Ungarn 1.
p- 377: 1882/83. Traxler, Term. Füz. 12, p. 13. 1889). Graz in
Steiermark (Zool. Institut, Berlin, F. E. Schulze leg.). Auvergne in
Frankreich (Girod, Trav. Labor. Zool. Girod Fac. Sc. Clermont
Ferrand 1. 1888). Roscoff im Ausfluss eines Baches (ob zu Zeiten
versalzt?) (Topsent, Arch. Zool. exp. gen. (2) 9. 527. 1891).
Gardasee und Seeen bei Verona (Garbini, Bull. Soc. entom. ital.
Anno 26. Firenze 1894 und Accad. Agric. Arti e Comm. Verona.
(3) 70. 1894). Bei Kopenhagen (Museum Berlin durch Gundel).
See von Huleh in Syrien (Topsent, Revue biol. Nord. France, 5
p- 326. 1893). See von Manindjau auf Sumatra (Weber, Zool. Er-
gebn. Reise Niederl. Ost-Indien 1. p. 32. 1890). Yedo, Japan
Spongillidenstudien. IIT. 123
(Museum Berlin). Uwenosee in Yedo (var. japonica Hilgdf. Sitz.
ber. Ges. nat. Fr. Berlin 1882 p. 26. Museum Berlin Hilgendorf leg.).
Amerika und England (var. augustibirotulata Cart. Litteratur: Potts,
Monogr. p. 223). Florida (var. gracilis Cart. Litt.: Potts, Monogr.
. 224).
: Be Untertrave bei 0,34 %, Salzgehalt (Lenz, 4. Bericht
Komm. wiss. Untersuch. deutsch. Meere Kiel für 1877—81. p. 171.
1882). Hafen von Rostock, der von Zeit zu Zeit durch das ein-
dringende Ostseewasser brackisch wird (Goette, Untersuch. Ent-
wickel. Spongilla fluviat. Hamburg u. Leipzig 1886) Dievenow bei
Cammin in Pommern (Weltner, Sitz. ber. Ges. Nat. Fr. Berlin 1888
p. 176). Camper See bei Colberg in Pommern (Weltner, Arch.
Naturg. 1893 p. 247). Esbo bei Helsinsfors am Strande auf Fucus
(Museum Berlin, Levander leg.). Florida in Gewässern, die vom
Meere aus versalzt werden, an Lepas, Serpularöhren und Pflanzen-
stengeln (Potts, Trans. Wagner Free Inst. Sc. 2. p. 1. 1889, wenn
diese Meyenia fluviatilis nicht auch müilleri ist).
Unter der Bezeichnung Spongilla Mülleri beschrieb Lieberkühn
(Arch. An. Phys. 1856 p. 510) einen Süsswasserschwamm aus der
Spree innerhalb Berlins, von dem er sagt, dass die Nadeln höckerig
seien, aber die Höcker oder Stacheln kleiner als bei erinaceus
(= horrida) und dass der Schwamm die bekannten Amphidisken
mit gezackten Rändern besitze, Taf. 15, Fig. 30, und ein Gewebe
habe, das leichter zerreissbar als das von erinaceus sei. Diese Art
ist von Bowerbank (1863) und Carter (1881) in ihren Beschreibungen
der bekannten Spongilliden übersehen, von späteren Autoren an-
erkannt und genauer beschrieben worden, zuletzt von Vejdovsky in
Potts, Monogr. p. 178. Als charakteristisches sogar generisches
Merkmal dieser Art hat Wierzejski (Zool. Anz. 10. Jahrg. p. 122.
1887) noch das Vorhandensein von Blasenzellen im Parenchym an-
gegeben, worauf auch ich (Thier- und Pflanzenwelt des Süsswassers
v. Dr. O. Zacharias, Bd. 1. 1891 p. 217 und Naturw. Wochen-
schrift 1892 p. 446) Gewicht gelegt und eine solche Zelle später
(dieses Archiv 1893 Taf. 8 Fig. 14) abgebildet habe. An dieser
Stelle ist auch von mir darauf hingewiesen, dass das Fehlen oder
Vorhandensein einer äusseren Kutikula der Gemmulä und die ein
oder mehrreihige Lage der Amphidisken keine durchgreifenden
Unterschiede zwischen Ephyd. mülleri und fluviatilis sind.
Da nun Carter, als er seine Monographie der Süsswasser-
schwämme schrieb (1881), von Eph. mülleri noch keine Kenntniss
besass, so muss ich auf die von ihm als Meyenia fluviatilis be-
schriebenen Formen näher eingehen. Seine Meyenia fluv., Spon-
gilla Meyeni und Spong. fluviatilis var. Parfitti betrachtet Wier-
zejski (Arch. Slaves Biol. 2. 1886) als Ephydatia fluviatilis. Die
englische Meyenia fluv. Cart. identifizirt Vejdovsky (Sitz. ber. Kön.
Böhm. Ges. Wiss. 1883) auf Grund seiner Untersuchungen an
Material, das er von Carter erhalten hatte, mit Ephyd. fluviat. Ich
würde darnach diese von Carter beschriebenen Formen als Ephy-
124 Dr. W. Weltner:
datia fluviatilis aufgeführt haben, wenn ich nicht durch Beobach-
tungen an einem der von Carter als Spongilla Meyeni aus Bombay
beschriebenen Exemplare die Ueberzeugung gewonnen hätte, dass
diese Sp. meyeni zu Eph. mülleri gezogen werden muss.
Carter hat Spongilla Meyeni 1849 zuerst beschrieben und sie
in seiner Monographie der Süsswasserschwämme 1881 als var. zu
Meyenia fluviatilis gestellt. Später (Ann. Mag. N. H. (5) 13, p. 101.
1884) theilt er mit, dass diese Bombaysche Form auch 2—3 Lagen
von Amphidisken auf den Gemmulä trüge und macht (das. Bd. 15
p. 455. 1885) weitere Angaben über die Beschaffenheit der Amphi-
disken und der Gerüstnadeln. Potts führt in seiner Monographie
diese Form als Meyenia fluv. var. meyeni auf. Die Bemerkungen
von Carter und Potts treffen auf das mir vorliegende trockne Exemplar
von Bombay zu, das von Carter selbst als Meyenia fluviatilis
etiquettirt ist. Die Makrosklere dieses Schwammes sind spärlich
bedornt, die Amphidisken liegen in 2 bis 3 Reihen auf der Gemmula-
schale und haben theils die Form von fluviatilis, theils die von
mülleri; vielfach sind sie wie bei mülleri missgebildet (cf. Wier-
zejski 1888). Ich halte dieses Exemplar für Eph. mülleri und glaube,
dass die Meyenia fluv. Carter von Bombay (beschrieben 1849, 1884,
1885 1. ec.) auch zu dieser Art gehören.
Carter hat dann noch zwei Varietäten von Meyenia fluviatilis
beschrieben: angustibirotulata und gracilis, Litter. bei Potts, Monogr.
p. 223 u. 224), die ich beide unter Ephyd. fluv. oben aufgeführt
habe; möglicherweise ist die var. gracilis eine eigene Art.
Potts (Monogr.) und Mackay (Trans. Roy. Soc. Canada, Sect. 4.
1889) haben die Ephydatia fluv. und mülleri nicht auseinander ge-
halten. Potts ist im Irrthum, wenn er als Hauptunterschied zwischen
diesen beiden Arten die ein oder mehrreihige Anordnung der Amphi-
disken erblickt (l. ec. p. 211 und 224). Die von Potts beschriebenen
und abgebildeten Meyenia fluviatilis, M. fluv. var. acuminata und
astrosperma, und die von Mackay als Meyenia fluviat. gekennzeich-
nete Form sind nach meinem Vergleich mit der Eph. mülleri der
Spree und den Abbildungen der Autoren!) zu Eph. mülleri Liebk.
zu ziehen. In dieser Ansicht bin ich bestärkt, dadurch, dass ich
zwei von Potts als Meyenia fluv. bestimmte amerikanische Formen
habe untersuchen können. Leider war der Weichtheil dieser
Exemplare fast ganz zerfallen, so dass ich Blasenzellen nicht nach-
weisen konnte. Es bleibt mir jetzt von den bei Potts angeführten
Meyenia fluviatilis nur noch die var. mexicana zu deuten; über die
Stellung dieser Form kann ich indessen kein Urtheil fällen, ohne
den Schwamm untersucht zu haben.
1) Dybowski, Studien üb. die Süsswasserschwämme des russischen Reiches
1882. Meyenia Nr. 2 und 3. Vejdovsky, die Süsswasserschwämme Böhmens
1883. Retzer, die deutschen Süsswasserschwämme 1883. Petr, Spongilla fragilis
(Leidy) v Cechach 1885.
Spongillidenstudien. III. 125
Ephydatia fortis n. sp.
Fundort: Libmanafluss auf Luzon, Museum Berlin, Jagor leg.
Ephydatia fossilis Traxler
Litt.: Traxler, Földt. Közl. 24 p. 234. 1894.
Fundort: Ungarn, Klebschiefer von Dubrovieza und im Diato-
meenpelet von Bory.
Ephydatia millsi (Potts)
Litt.: Potts, Monogr. p. 225.
Fundort: Florida (Potts l. e.,, auch von E. Lönnberg im See
bei Oviedo, Orange County gesammelt, Museum Berlin).
Ephydatia mülleri (Liebk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 177.
Synon.: Meyenia mülleri bei Wierzejski 1885 und Petr (Evropsk&
houby sladkovodni 1894), Meyenia fluviatilis und fluv. var. acumi-
nata und astrosperma bei Potts 1887 und Mackay 1889 (Vergl.
oben bei Ephyd. fluviatilis).
Wierzejski hat für diese Art die Cartersche Gatt. Meyenia an-
genommen und begründet sie auf das Vorhandensein von Blasen-
zellen. Da ganz ähnliche Blasenzellen bei Tubella multidentata n.
sp. vorkommen, so kann ich dem Auftreten solcher Zellen keinen
generischen Charakter beilegen und habe die Spongilla mülleri
Liebk., wie es Vejdovsky gethan, in der Gattung Ephydatia belassen.
Fundort: Deutschland, Böhmen, Galizien, England, Russland
(Vejdovsky bei Potts 1. c.) Ungarn (Traxler, Termesz. Füz. 12. p. 14.
1889). Auvergne in Frankreich (Girod, Trav. Laborat. Zool. Girod
Fac. Sc. Clermont Ferrand 1. 1888). Bodensee (Buck, Deutsche
Fisch. Zeit. 1892 p. 366 u. Museum Berlin Einhart leg.). Katzen-
see bei Zürich (Museum Berlin Keller leg.). Wasserleitung Rotter-
dam (Museum Berlin, siehe De Vries, die Pflanzen und Thiere in
den dunklen Räumen der Rotterdamer Wasserleitung. Jena 1890
und Weltner Jahresber. Spong. Archiv Naturg. 1890. 2. p. 213).
River Brue in England (nach Präparaten mir von Mr. J. Clark ge-
sandt). Nordrussland bei Jaransk, 62° N.Br. (Traxler, Zool. Anz.
17. p. 363. 1894). Nurmijarvi See in Nyland und See Saimen bei
Lauritsala, Par. Lappvesi in Finnland (Museum Berlin, Stenross u.
Brotherus leg.). Chalaktirsee in Kamtschatka (Dybowski, Möm. Ac.
Imp. Se. St. Petersbourg, (7) 30. 1882). Oestliche und Mittlere
Vereinigte Staaten von Nordamerika (Potts, Monograph. p. 219.
Wie oben auseinandergesetzt, muss ich die meisten der von Potts
unter Meyenia fluviatilis beschriebenen Formen zu mülleri ziehen).
Nova Scotia, Neu Fundland, Vancouver Insel (Mackay, Trans. Roy.
Soc. Canada, Sect. 4. 1889 p. 92 als M. fluviatilis beschrieben).
Yedo in Japan (Museum Berlin Hilgendorf leg.). Bombay (Carter
1849, 1884 und 1885. S. meine Bemerkungeu bei Eph. fluviatilis).
Dybowski (M&m. Ac. Imp. Sc. St. P&tersb. (7). 30. 1882) erwähnt
unter anderen Fundorten aus Russland auch die Mündung des in
die Ostsee fliessenden Oroflusses. Ob hier brackisch?
126 Dr. W. Weltner:
Ephydatia novae terrae (Potts)
Synon.: Spongilla novae terrae Potts
Litt.: Potts Monogr. p. 206.
Fundort: Neu Fundland (Hearts Content unter 48 ° N.Br.)
Es ist von verschiedenen Autoren die Beobachtung gemacht
worden, dass im Parenchym der Süsswasserschwämme Spicula vor-
kommen, welche ganz den Belagsnadeln der Gemmulä gleichen.
Wierzejski (Verh. zool. bot. Ges. Wien 1888 p. 531) hat diese Er-
scheinung in richtiger Weise dahin erklärt, dass Gemmulabelags-
nadeln im Parenchym jeden Schwammes dann vorkommen, wenn
sich derselbe in Gemmulation befindet. Die grosse Aehnlichkeit,
welche solche lose im Parenchym liegenden Spicula mit den Belags-
nadeln der Gemmulä haben, lässt auch kaum den Gedanken auf-
kommen, dass man es hier mit eigenen Mikrokleren des Parenchyms
zu thun hat. Dybowski (Sitz. ber. Naturf. Ges. Dorpat. 7. p. 507.
1884) hat sogar bei Carterius stepanowi Amphidisken im Parenchym
gefunden, ohne dass in dem Schwamme Gemmulä vorhanden waren.
Anders liegt aber die Sache, wenn sich in einem Süsswasser-
schwamme im Parenchym Mikrosklere finden, die anders gestaltet
sind als die Belagsnadeln der Gemmula oder ihrer Entwickelungs-
zustände. Dies ist der Fall bei einigen wenigen Arten: Spongilla
novae terrae Potts, böhmi Hilgd., loricata n. sp., Ephydatia everetti
(Mills), plumosa (Cart.) und Heteromeyenia radiospiculata Mills.
Die fünf zuerst genannten Species habe ich an Originalexemplaren
untersuchen können. Die im Parenchym dieser Arten liegenden
Amphidisken, welche übrigens zum Theil auffallend den kleinen
Amphidisken der Hyalonematiden ähneln und die sternförmigen
Mikrosklere von Eph. plumosa und Heterom. radiosp. sind ganz
anders gestaltet als die Gemmulänadeln. Ich kann daher Wier-
zejski (l. c.) nicht beipflichten, wenn er der Spongilla novae terrae,
böhmi und Ephydatia everetti die Artberechtigung absprechen möchte.
Wierzejski hat freilich gezeigt, dass die Gemmulanadeln von Sp.
novae terrae Missbildungen von Amphidisken, wie sie so häufig bei
Ephydatia mülleri vorkommen, ausserordentlich ähneln; die Amphi-
disken im Parenchym von Sp. novae terrae sind aber in ihrer Ge-
stalt und Grösse ganz davon verschieden. Dagegen bin ich der
Meinung Wierzejski’s, dass die von Potts und Carter beschrie-
benen Belagsnadeln der Gemmulä dieser Art nur missgebildete
Amphidisken sind und glaube, dass wir die normalen Belagsnadeln
von Sp. novae terrae noch nicht kennen. Soviel wir jetzt wissen,
sind die verkrüppelten Amphidisken die einzigen Merkmale, welche
Sp. novae terrae und Ephydatia mülleri gemeinsam haben. Da ich
nun die Nadeln auf den Gemmulä von Sp. novae terrae für miss-
gebildete Amphidisken halte, so muss ich nach dem Vorgange von
Wierzejski die genannte Art in die Gattung Ephydatia verweisen.
Ephydatia plumosa (Cart.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 233.
Spongillidenstudien. III. 127
Fundort: Bombay (Carter). Nordwest-Mexiko (var. palmeri
Potts 1. c. p. 234).
Ephydatia ramsayi (Haswell)
Litt.: Potts, Monogr. p. 228. Lendenfeld, Zool. Jahrb. 2. p. 92.
1887 und Catal. Spong. Austral. Mus. 1888.
Fundort: Bei Wellington und Dubbo in Neu Süd Wales. Lenden-
feld hat diese Art als var. zu fluviatilis gezogen. Die von Lenden-
feld gefundenen Maasse der Gerüstnadeln, der Gemmulä und ihrer
Spikula stimmen gut mit den Maassen, die ich an verschiedenen
Eph. fluv. Deutschlands erhalten habe. Doch scheint mir, dass sich
die Spongilla ramsayi durch die Beschaffenheit ihrer Gerüstnadeln
und der Amphidisken genügend von fluviatilis unterscheidet, um sie
vorläufig als Art festzuhalten.
Ephydatia robusta (Potts)
Litt.: Potts, Monogr. p. 225.
Fundort: Kalifornien (Ver. Staat.)
Ephydatia subdivisa (Potts)
Litt.: Potts, Monogr. p. 226.
Fundort: Florida (Potts l.c. Auch von E. Lönnberg im Lake
Jessup gesammelt, Museum Berlin).
Ephydatia subtilis n. sp.
Fundort: Kissimmee See in Florida, Lönnberg leg. Museum Berlin.
Gattung Heteromeyenia Potts 1881.
Gemmulä mit Amphidisken von zweierlei Länge besetzt. Die
Ränder der Amphidiskenscheiben sind gezackt.
Heteromeyenia argyrosperma Potts
Litt.: Potts, Monogr. p. 239.
Fundort: Pennsylvanien, Neu England Staaten, Neu Jersey, Nova
Scotia etc.
Heteromeyenia insignis n. sp.
Fundort: Tümpel bei Blumenau, Prov. Sta. Catharina in Bra-
silien, Fr. Müller leg.
Heteromeyenia longistylis Mills
Litt.: Potts, Monogr. p. 242.
Fundort: Pennsylvanien ?
Heteromeyenia plumosa Potts M.S.
Eine der Het. radiosp. am nächsten stehende Art, welche Mr.
Potts demnächst beschreiben wird. Das Berliner Museum besitzt
ein Exemplar von Potts. Ich bemerke, dass diese Art alle die von
Mills bei Het. radiosp. beschriebenen Sorten Nadeln besitzt, sie
unterscheidet sich aber davon durch die Beschaffenheit der längeren
Amphidisken. Diese sind bei Het. plumosa von ungleicher Länge
(mit allen Uebergängen), die Zahl der Haken der Amphidisken-
scheiben varürt und die Haken sind verschieden stark ausgebildet.
Bei dem einen Amphidisk sind sie feiner, bei dem andern derber.
98 Dr. W. Weltner:
Bei einigen sehr langen Amphidisken fand ich nur sechs Haken,
diese aber von besonderer Dicke.
Fundort: Texas.
Heteromeyenia radiospiculata Mills
Litt.: Mills, The Microscope 1888 p. 52 Detroit. Auch Ann.
Mag. N. H. (6) 1. p. 313. 1888.
Fundort: Bei Cincinnati in Ohio.
Heteromeyenia repens Potts
Litt.: Potts, Monogr. p. 237.
Fundort: Pennsylvanien, Neu Jersey u. an anderen Stellen der
Ostküste der Vereinigten Staaten Nordamerikas. (Potts). Galizien
(Wierzejski, Biol. Centralbl. 12 p. 142. 1892).
Heteromeyenia ryderi Potts
Litt.: Potts, Monogr. p. 242.
Fundort: Vereinigte Staaten Nordamerikas von Florida bis Neu
Fundland und im Staate Jowa (Potts). Irland (Hanitsch, Nature
51, p.5ll. Museum Berlin durch Dr. Hanitsch).
Mackay (Trans. Roy. Soc. Canada. Sect. 4 p. 94 1889) be-
trachtet die var. pictouensis Potts als selbstständige Art. Fundort
Nova Scotia und Neu Fundland.
Gattung Tubella Carter 1881.
Gemmulä mit Amphidisken, deren beide Scheiben von ungleicher
Grösse sind (typische Amphidiskenform einer Trompete ähnlich).
Tubella multidentata n. sp.
Fundort: Burnett River in Queensland, Semon leg.
Tubella nigra Ldf.
Litt.: Lendenfeld, Zool. Jahrb. 2: p. 91. 1887. Whitelegge,
Journ. Proc. Roy. Soc. N. S. Wales for 1889 p. 306.
Fundort: Sydney. Victoria (Lendenfeld). Wooli Creek, Cook’s
River in der Umgebung von Port Jackson (Whitelegge). White-
legge bemerkt, dass: die Farbe des lebenden Schwammes schmutzig
gelb sei. Das von Lendenfeld beschriebene Exemplar sei durch
Schlamm gefärbt gewesen.
Tubella paulula (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 248.
Fundort: Villa Nova am Amazonenstrom (Bowerbank).
Tubella pennsylvanica Potts
Litt.: Potts, Monogr. p.251. Mackay, Trans. Roy. Soc. Canada,
Sect. 4 p. 95. 1889. Hanitsch, Nature 51, p. 511.
Fundort: Oestliche Vereinigte Staaten von Nordamerika (Potts).
Neufundland und Nova Scotia (Mackay). Irland (Hanitsch).
Tubella pottsi .n. sp.
Fundort: Chiloango im Norden vom Congo in Westafrika,
Museum Berlin, v. Mechow leg.
Spongillidenstudien. IH. 139
Tubella recurvata (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 250.
Fundort: Villa Nova am Amazonenstrom (Bowerbank). Beni-
fluss in Ost Bolivien (Potts).
Tubella reticulata (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 249.
Fundort: Amazonenstrom.
Tubella spinata Cart.
Litt.: Potts, Monogr. p. 249.
Fundort: Amazonenstrom.
Tubella vesparium (Marts.)
Litt.: v. Martens, Arch. Naturg. 34. Jahrg. p. 61. 1868.
Fundort: Insel Pulo Matjan im See Dana Sriang, Gebiet von
Sintang in Borneo. An den Zweigen einer Barringtonia, Museum
Berlin, v. Martens leg.
Gattung Parmula Carter 1881.
Gemmulä mit schildförmigen Spikula besetzt, die aus einer
unteren Scheibe mit davon ausgehendem Stabe ohne Endscheibe be-
stehen.
Parmula batesi (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 257.
Fundort: Tapajosfluss im Amazonenstromgebiet.
Parmula browni (Bwk.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 257. Marshall, Zool. Anz. 6. Jahrg.
p. 630. 1883,
Fundort: Amazonenstrom (Bowerbank). British Guayana (Potts).
Rio Negro, Nebenfluss des Amazonenstroms (Marshall). Var. tuber-
culata Potts 1. c. Benifluss in Ost-Bolivien.
Parmula cristata n. sp.
Fundort: Rio Tapajos in Brasilien, Ch. J. Hartt leg., mir von
Prof. Haeckel übersandt.
Parmula rusbyi Potts.
Litt.: Potts, Monogr. p. 259.
Fundort: Benifluss in Ost-Bolivien.
Gattung Carterius Potts 188?
Gemmulä mit langem Porusrohr, dessen freies Ende eine ver-
breiterte, unregelmässig gelappte Scheibe trägt oder mit langen
Filamenten versehen ist.
Carterius latitenta Potts.
Litt.: Potts, Monogr. p. 264.
Fundort: Pennsylvanien, New-York, etc.
Carterius stepanowi (Dyb.)
Litt.: Potts, Monogr. p. 179. 262. Dybowski, Sitz. Naturf.
Ges. Dorpat Bd. 7. p. 507. 1884. Dybowski, Arb. Naturf. Ges.
Univers. Charkow 17. Bd. p. 289. 1884. Petr, Sitz ber. Kön. böhm.
Ges. Wiss. 1886 p. 147. Wierzejski, Biol. Centralbl. 12 p. 142. 1892.
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1895, Bd.I. H.1. 9
130 Dr. W. Weltner:
Fundort: See Wielikoje bei Charkow in Russland, Deutschbrod
in Böhmen (Vejdovsky in Potts). Galizien (Wierzejskil. c.) Ungarn
(Traxler, Termesz. Füz. 12. p. 13. 1889).
Carterius tenosperma Potts
Litt.: Potts, Monogr. p. 265.
Fundort: Neu Jersey, Pennsylvanien.
Carterius tubisperma Potts
Litt.: Potts, Monogr. p. 263.
Fundort: Niagara in New-York, Massachusets. Mills beschrieb
diese Art zuerst, gab aber keinen Namen.
Gattung Uruguaya Carter 1881, Hinde 1888.
Schwämme von fester, spröder Struktur, mit ceylindrischen, an
beiden Enden abgerundeten Gerüstnadeln (Amphistrongyle), welche
zu Bündeln vereinigt, ein der Gattung eigenthümliches Gerüstwerk
bilden, z. T. mit Haupt- und Verbindungsfasern. Gemmulä mit
Amphidisken, deren Scheiben glatte Ränder haben.
Uruguaya corallioides (Bwk.)
Litt.: Hinde, Ann. Mag. N. H. (6) 2. p. 1. 1888.
Fundort: Uruguaystrom bei Salto (Hinde). Rivers Winguay
im Amazonenstromgebiet, Paraguay, Uruguay (Higgin, Proc. Lit.
Phil. Soc. Liverpool. 32, p. LVI—-LIX. 1877—78). Oberer Ama-
zonenstrom (Museum Berlin, Honnef leg.).
Uruguaya macandrewi Hinde
Litt.: Hinde 1. c.
Fundort: Paraguay.
Uruguaya amazonican. sp.
Fundort: Amazonenstrom, A. A. Derby leg., mir von Prof.
Haeckel übersandt.
Uruguaya pygmaea Hinde
Litt.: Hinderl: c.
Fundort: Paraguay.
Uruguaya repens Hinde
Litt.: Hinde |. c.
Fundort: Uruguaystrom (Hinde l. c.). Felsen im Itajahyfluss
bei Blumenau, Sta. Catharina in Brasilien, Fr. Müller leg.
Gattung Potamolepis Marshall 1883.
„Monactinellide Kieselschwämme des süssen Wassers von grosser
Sprödigkeit, mit gekrümmten stumpfen glatten Nadeln, die (trocken)
durch wenig organische Substanz dicht verkittet sind. Keine Gem-
mulä.“ Marshall.
Nach Marshalls Beschreibung der einzelnen Arten sind die
Skelettnadeln bei P. pechuelii zu einem Gerüst vereinigt, in dem
man Haupt und Verbindungsfasern unterscheidet und das dem Bau
eines Farreaskelettes ähnlich ist, Bei den andern Arten bildet
das Skelett ein Netzwerk ohne solche Anordnung in Haupt und
Querzügen.
Spongillidenstudien. III. 1621
Bei Uruguaya corallioides (Bwk.), die ich habe untersuchen
können, bilden die Nadeln ein Netzwerk, welches mehr oder weniger
deutlich Haupt und Verbindungsfasern erkennen lässt. Ich kann
in dem Bau des Gerüstes beider Gattungen keinen generischen
Unterschied finden. Da nun bei Uruguaya die Gemmulä bei einer
Art auch fehlen resp. noch nicht gefunden sind, so muss ich einst-
weilen mit Hinde (Ann. Mag. N.H. (6) 2. 1888) die Gattung Pota-
molepis mit Uruguaya vereinigen.
Topsent hat den Schwamm des Tiberiassee vorläufig zu Potam.
gestellt. Die Nadeln sind Amphioxe!), welche sich in Längs- und
Verbindungsfasern anordnen, daneben finden sich, wie bei Ephydatia
fluviatilis, in demselben Exemplar Stellen, an denen das Gerüst ein
wirres Maschenwerk bildet. Durch die Güte der Herren Topsent
und Barrois konnte ich eine Potamolepis barroisi des Tiberiassee
untersuchen. Will man diesen Schwamm zu Uruguaya (Potamo-
lepis) stellen, so muss die Diagnose erweitert werden: Nadeln aus
Amphistrongylen oder Amphioxen bestehend, welche entweder ein
Gerüst mit Haupt- und Verbindungsfasern oder ein enges Maschen-
werk ohne solche Fasern bilden.
Potamolepis barroisi Tops.
Litt.: Topsent, Revue Biol. Nord France 5 p. 85. Lille 1892.
Fundort: See Tiberias. Ein Exemplar auch im Museum Berlin.
Potamolepis chartaria W. Marsh.
Litt.: Marshall, Jenaische Zeitschr. Naturw. 16 (N. F. 9)
p- 553. 1883.
Fundort: Isangila und Kalubu am Kongo, 150 resp. 200 See-
meilen Wasserweg vom Meere entfernt.
Potamolepis leubnitziae W. Marsh.
Litt. und Fundort wie vorher.
Potamolepis pechueäli W. Marsh.
Litt. und Fundort wie vorher.
C. Unterfamilie Lubomirskinae neu.
Mit den Charakteren der einzigen Gattung Lubomirskia.
Gattung Lubomirskia Dybowski 1880.
Schwämme von baumförmiger, knolliger und krustenförmiger
Gestalt. Spongiolinsubstanz stark entwickelt. Das Skelettgerüst
besteht aus Längs- und Querfasern; in den Längsfasern liegen die
Nadeln zu 6 bis 14 in Bündeln beisammen, in den Querfasern zu
1—6 bündelweise. Die Nadeln sind entweder stäbchenförmig mit
beiderseits stumpfen abgerundeten Enden (Amphistrongyle) oder sie
sind spindelförmig (Amphioxe); sie sind entweder ganz mit Stacheln
oder Dornen besetzt oder nur an den Enden bedornt. Mikrosklere
glatt, meist ebenso gestaltet wie die Makrosklere, stets aber viel
kleiner. Gemmulä fehlen. Bewohner des Baikalsees, nur L. baica-
lensis lebt auch im Behringsmeer.
1) Topsent gebraucht für amphiox und amphistrongyl die Bezeichnungen
ox und strongyl. Die ersteren Namen sind besser, weil sie eindeutig sind.
9*
132 Dr. W. Weltner:
Lubomirskia bacillifera Dyb.
Litt.: Dybowski, Zool. Anz. 1. p. 31. 1878 und Mem. Ac. Imp.
Sc. St. Petersbourg (7) 27. 1880.
Fundort: Baikalsee.
Lubomirskia baicalensis Dyb.
Litt.: Pallas, Reise durch verschiedene Provinzen des russischen
Reichs. Deutsche Uebersetzung Vol. 1. p. 6. 1776 und Vol. 3.p. 235,
Anhang p. 22. 1778. Dybowski, Mem. Ac. Imp. Sc. St. Pötersbourg
(7) 27. 1880.
Fundort: Baikalsee (Pallas l. c. und Dybowski 1. c.) Behrings-
meer (Dybowski, Sitz. ber. Naturf. Ges. Dorpat, 7 p. 44. 1884).
Ein Exemplar im Museum Berlin, Pallas leg.
Lubomirskia intermedia Dyb.
Litt. und Fundort wie bei bacillifera.
Lubomirskia papyracea Dyb.
Litt. und Fundort wie bei bacillifera.
Dem vorstehenden systematischen Katalog lasse ich nunmehr die
Uebersicht über die Verbreitung der Süsswasserschwämme folgen.
Ueber die Verbreitung der Süsswasserschwämme.
Höhenverbreitung.
Die Höhen, in denen Spongilliden bisher gefunden sind, er-
strecken sich bis zu 7000 Fuss (= 2150 m.). In dieser Höhe wurde
eine Spongilla lacustris in einem Eissee in der Sierra Nevada ge-
funden, wie Potts in seiner Monographie p. 240 Anm. mittheilt.
Die in 1958 m Höhe in armenischen Alpenseeen (Kaukasus) gefun-
denen Schwämme gehören nach Dybowski, M&m. Ac. Imp. St. Peters-
bourg 7. T. 30. 1882 zu Spongilla fragilis und lacustris. In Europa
sind Süsswasserschwämme bis zu 1767 m über dem Meere beob-
achtet, wie ich der Angabe von Imhof, Jahresber. Naturf. Ges.
Graubündens, N. F. Jahrg. 30. Chur 1887 entnehme, der im St.
Morizer See in Graubünden eine Spongillide als Tiefenbewohner fand.
Bathymetrische Verbreitung.
Die Süsswasserschwämme sind vorwiegend Bewohner der Ufer-
zone. Nie kommen aber auch in grösseren Tiefen der Seeen vor,
soweit bekannt aber nur dann, wenn ihnen Gelegenheit gegeben ist,
sich auf festen Gegenständen anzusiedeln. In geringerer Tiefe der
Flüsse und Seeen finden sich wohl auch baumförmig verzweigte
Schwämme (Spongilla lacustris) im Schlammgrunde, der im Boden
steckende Theil ist dann abgestorben und fungirt als Wurzel. Aus
den grossen Tiefen der Alpenseeen ist bisher noch kein Schwamm
im Schlamme wachsend gefunden worden.
Die wenigen genaueren Angaben über Vorkommen von Spon-
gilliden in grösseren Tiefen sind die folgenden:
Spongillidenstudien. III. 133
Pavesi (1881), Spongilla lacustris an Holztheilen in 10—20 m
im Lago Maggiore.
Forel und Du Plessis-Gouret (1885) Spong. lacustris im Lac de
Joux in 20 m an Paludicella ehrenbergi v. Ben.
Imhof (1885) fand „Spongilla sp.“ in Seeen des Salzkammer-
guts bis zu 100 m Tiefe.
Buck (1892) erwähnt Ephydatia mülleri aus 80 Fuss Tiefe aus
dem Bodensee, wo sie auf „Wassermoos“ lebt.
Die von Topsent (1892) aus dem Tiberias See beschriebene
Potamolepis barroisi lebt hier in 5—8 m Tiefe.
Im Baikalsee sind die Schwämme (Lubomirskia) nach Dybowski
in 2—6 m Tiefe rasenförmig, in 6—25 m baum- oder strauchförmig
und in 25—100 m wieder rasenförmig.
Die Tiefen, in denen Süsswasserschwämme leben, sind natürlich
auch von den Niveauverhältnissen der Gewässer abhängig. Schwämme,
die im Frühjahr kaum mit der Hand erreichbar waren, können im
Hochsommer trocken liegen, wie man es häufig in Flüssen wahr-
nimmt. Interessant ist hier eine Beobachtung, die Carter (1881)
mittheilt. Im Uruguaystrom wurde Uruguaya corallioides Cart. im
flachen Wasser gefunden, wo später der Fluss eine Tiefe von 40 Fuss
erreichte.
Da die Gemmulä der Süsswasserschwämme auch in der ge-
mässigten Zone längere Zeit trocken liegen können, ohne ihr Leben
einzubüssen (s. dieses Archiv 1893 p. 271), so habe ich bei den in
der Spree und in Seeen bei Berlin lebenden Schwämmen, die im
Juli und August nach dem Fallen des Wassers oft im Trockenen
liegen, nach Gemmulä gesucht, habe aber bisher solche nicht ge-
funden.
Geographische Verbreitung.
Europa.
Portugal: Spongilla lacustris.
Frankreich: Spong. fragilis, lacustris, Trochospong. horrida, Ephy-
datia fluviatilis, mülleri.
Grossbritannien: Spongilla fragilis, lacustris, Ephyd. fluviatilis, fluv.
var. angustibirotulata, Ephyd. mülleri, ? erateriformis,
Heteromeyenia ryderi. Tubella pennsylvanica.
Italien: Spong. lacustris, Ephyd. fluviatilis.
Schweiz: Spong. lacustris, Ephyd. mülleri.
Bodensee: Spong. fragilis, lacustris, Ephyd. mülleri.
Deutschland: Spong. fragilis, lacustris, Trochospongilla horrida,
Ephyd. fluviatilis, mülleri.
Holland: Spong. lacustris, Ephyd. müilleri.
Dänemark: Ephyd. fluviatilis.
Schweden: Spong. lacustris (s. meine Bemerkungen p. 118).
Böhmen: Spong. fragilis, lacustris, Trochospong. horrida, Ephy-
datia bohemica, fluviatilis, mülleri, Carterius stepanowi.
Krain: Spong. stygia (unterirdisch).
Steiermark: Ephyd. fluviatilis.
134 Dr. W. Weltner:
Ungarn: Spong. carteri, fragilis, lacustris, Ephyd. fluviatilis, mülleri,
Carterius stepanowi.
Galizien: Spong. fragilis, lacustris, Trochospong. horrida, Ephyd.
bohemica?, fluviatilis, mülleri, Heteromeyenia repens,
Carterius stepanowi.
Russland: Spong. fragilis, lacustris, Trochospong. horrida, Ephyd.
fluviatilis, mülleri, Carterius stepanowi. Im Kaukasus:
Spong. fragilis, lacustris.
Asien.
Baikalsee: Spong. fragilis, lacustris, Lubomirskia bacillifera, baica-
lensis, intermedia, papyracea.
Kamtschatka: Spong. fragilis, lacustris, Ephyd. mülleri.
Syrien: Ephyd. fluviatilis, Potamolepis barroisi (s. meine Bemer-
kungen p. 131).
Armenische Alpenseeen: s. Russland Kaukasus,
Bombay: Spong. alba, bombayensis, carteri, einerea, Ephyd. mülleri
(s. meine Bemerkungen p. 123), plumosa.
Caleutta: Spongilla carteri und decipiens.
Centralostindien: Spong. cerebellata.
Sundainseln: Spong. carteri, cinerea, decipiens, sumatrana, Ephyd.
bogorensis, fluviatilis, Tubella vesparium.
Philippinen (Luzon): Ephydatia fortis.
Japan: Ephyd. fluviatilis, fluv. var. japonica, Ephyd. mülleri.
Afrika.
Aegypten: Spong. biseriata.
Nil: Spong. sumatrana var.
Sansibar: Spong. sansibarica.
Deutsch-Ostafrika: Spong. böhmi, nitens, permixta.
Kongo: Potamolepis (Uruguaya) chartaria, leubnitziae, pechußli.
Chiloango im Norden vom Kongo: Tubella pottsi.
Mauritius: Spong. carteri.
. Näherer Fundort nicht bekannt: Spongilla loricata.
Amerika.
Nova Scotia: Spong. fragilis, lacustris, mackayi, Ephyd. everetti,
mülleri, Heteromeyenia argyrosperma, pictouensis, Tubella
pennsylvanica.
Neu Fundland: Spong. lacustris, mackayi, Ephyd. mülleri, novae
terrae, Heteromeyenia pictouensis, ryderi, Tubella penn-
sylvanica.
Britisch Columbien: Spong. lacustris.
Neu England Staaten: Heteromeyenia argyrosperma.
Vancouver Insel: Spong. lacustris, Ephyd. mülleri.
Mexiko: Ephyd. plumosa var. palmeri, fluviatilis var. mexicana.
Vereinigte Staaten von Nordamerika: Spong. aspinosa, fragilis, iglovi-
formis, lacustris, wagneri, Trochospong. leidyi, Ephyd.
baileyi, crateriformis, everetti, fluviatilis (s. hierzu meine
Bemerk. p. 122) fluv. var. angustibirotulata, var. gracilis,
Ephyd. millsi, mülleri, robusta, subdivisa, subtilis. Hetero-
Spongillidenstudien. III. 135
meyenia argyrosperma, longistylis, plumosa, radiospiculata,
repens, ryderi. Tubella pennsylvanica, Carterius latitenta,
tenosperma, tubisperma.
Britisch Guayana: Parmula browni.
Brasilien, Amazonenstrom und Zuflüsse: Spong. navicella, Trocho-
spong. gregaria, Ephyd. anonyma, Tubella paulula, recur-
vata, reticulata, spinata, Parmula batesi, browni, cristata,
Uruguaya corallioides, amazonica. Rio de Janeiro: Spon-
gilla wagneri. Sao Paulo: Spong. fragilis. Sta. Catha-
rina, Blumenau: Heteromeyenia insignis, Uruguaya repens.
Rio Grande do Sul: Ephydatia facunda.
Paraguay: Uruguaya corallioides, macandrewi, pygmaea.
Uruguay: Uruguaya corallioides, repens.
Ost-Bolivien, Benifluss: Trochospong. minuta. Tubella recurvata.
Parmula browni var. tuberculata, Parmula rusbyi.
Australien:
Queensland: Spong. botryoides, sceptroides. Tubella multidentata.
Neu Süd Wales: Spong. sceptroides, lacustris var. sphaerica (s. meine
Bemerk. dazu p. 119) Ephyd. ramsayi. Tubella nigra.
Victoria: Ephyd. capewelli. Tubella nigra.
Brackische und marine Südwasserschwämme.
Im Brackwasser sind folgende Spongilliden gefunden worden:
Spong. lacustris im finnischen Meerbusen und bei Roscoff (s. meine
Bemerk. p. 119.).
Spong. lacustris var. sphaerica in Tümpeln bei Cobar in Neusüd-
wales (s. meine Bemerk. p. 119).
Spong. wagneri Küste von Florida.
Ephyd. fluviatilis in Deutschland in Gewässern, die mit der Ostsee
in Verbindung stehen. Bei Roscoff (s. meine Bemerk. p. 122).
Auf Fucus am Strande von Esbo bei Helsingfors. Küste
von Florida (s. meine Bemerk. p. 123.).
Ephyd. mülleri in der Mündung des Oroflusses in Estland, brackisch’?
Als wirklich marin (Behringsmeer) wird von Dybowski das
en des Baikalseeschwammes, Lubomirskia baicalensis be-
zeichnet.
Angaben über systematisch nicht näher bestimmte Formen.
Es finden sich in der Litteratur manche Angaben über Vor-
kommen recenter Spongilliden in verschiedenen Ländern der Erde,
ohne dass die Art angegeben werden konnte. Ich habe diese No-
tizen für meine Darstellung nicht verwerthen können, da sich
Süsswasserschwämme wohl überall auf der Erde finden und
nur auf verschiedenen Inseln der Oceane zu fehlen scheinen.
So theilt mir Herr Director E. Schmitz in Funchal mit, dass lang-
Jährige Bemühungen, Spongilliden in Madeira zu erbeuten, ein nega-
tives Ergebniss gehabt haben. Herr Dr. Steinbach, der sich mehrere
136 Dr. W. Weltner:
Jahre in Jaluit aufgehalten hat und dem Vorkommen der Süss-
wasserschwämme ein besonderes Interesse widmete, theilt mir gütigst
mit, dass auf den Marshalls-Inseln diese Schwämme nicht vor-
kommen und hat auch auf den Carolinen vergeblich darnach gesucht.
Der Vollständigkeit halber lasse ich hier die Angaben über
Vorkommen von Süsswasserspongien, deren spezifische Benennung
von den Autoren nicht gegeben werden konnte, folgen:
Europa: Titisee (Baden), Imhof 1891.1) Salzkammergut, Im-
hof 1885. Graubünden, Imhof 1887. Pogebiet, Imhof 1886. Sar-
dinien, Costa 1882. Dniepr, Sovinsky (M&m. Soc. Natural. Kiew,
T. 10. Pl. 2 und 3 Fig. 22 und 23 1889) bildet Amphidisken ab,
wie sie bisher von keinem Süsswasserschwamme gekannt geworden
sind.
Asien: Central Celebes, Weber 1890. Java, Weber 1890
Ephydatia sp., Spongilla sp. Sumatra, Weber 1890 Spongilla sp.
Afrika: Ostafrika, Stuhlmann 1888, 1889. Die von Stuhlmann
in seinen beiden Berichten (Sitzungsber. Kön. Preuss. Akad. Wiss.
Berlin 1888 und 1889) erwähnten Süsswasserschwämme liegen mir
vor. Es sind Spongilla böhmi Hilgd., biseriata n. sp., permixta
n.sp. und sansibarica n. sp. — Nossibe, Keller 1886. Madagaskar,
Keller 1887, Völtzkow 1891.
Australien: Port Jackson, Whitelegge 1889.
Neu Seeland: Chilton erwähnt 1883 von hier einen Süss-
wasserschwamm. Leider habe ich die betr. Arbeit in Berlin nicht
erlangen können.
Neu Guinea: Miklukho-Maclay theilt 1883 mit, dass sich in
dem 31°C warmen Kamaka-Vallarsee eine „Halichondride“ fände.
(Ob eine Spongillide?).
Südamerika: Unter den Schwämmen, die Herr Dr. Fr. Müller
an Felsen des Itajahyflusses bei Blumenau gesammelt hat, finde ich
eine nicht näher bestimmbare Spongillide, deren Gerüst aus glatten
Amphioxen besteht und welche keine Parenchymnadel besitzt.
Fossile Spongilliden.
Bisher sind bekannt geworden: Eine der Spongilla mackayı
nahestehende Form aus dem Diluvium vom Altmühlthal in Bayern;
ferner Spong. purbeckensis aus dem Süsswasserkalk der Purbeck-
schichten (oberster Jura) Stare Cove, Dorset in England und Ephy-
datia fossilis aus Ungarn im Klebschiefer von Dubrovieza und im
Diatomeenpelet von Bory.
Verbreitung der Süsswasserschwämme nach zoogeographischen
Regionen.
In dem Kapitel Geographische Verbreitung der Spongilliden
habe ich alle diejenigen Länder nach den Erdtheilen genannt, in
!) Unter dieser Jahreszahl findet man die betreffende Arbeit in meinem
Litteraturverzeichniss über Spongilliden, dieses Arch. 1893.
Spongillidenstudien. ILI. Bau
denen bisher Süsswasserschwämme gefunden worden sind und habe
überall die betreffenden Species namhaft gemacht. Es schien mir
eine solche Uebersicht zweckmässig, weil sie uns zeigt, aus welchen
Ländern wir überhaupt Spongilliden kennen und welchen Arten
diese angehören.
Es bliebe mir jetzt noch übrig, ein Bild von der Verbreitung
dieser Organismen nach zoogeographischen Gebieten zu geben. Ich
möchte mich hier aber nur auf die Gattungen beschränken, denn
es scheint mir aus folgenden Gründen nicht zeitgemäss, für die Arten
der Süsswasserschwämme bestimmte Regionen abgrenzen zu wollen
oder diese Arten in die bekannten zoogeographischen Gebiete ein-
zureihen. Man muss sich vergegenwärtigen, dass nur von einem
sehr kleinen Theil der Erde die Süsswasserschwammfauna genauer
bekannt ist, es betrifft das Deutschland, England, Frankreich, Oester-
reich-Ungarn, Russland, den Baikalsee, Sumatra, Celebes und Nord-
amerika. Von andern Ländern hat man angefangen, einzelne Theile
auf die Süsswasserschwammfauna zu untersuchen, Indien (Bombay
und Kalkutta), Japan, Deutschostafrika, Südamerika und Australien.
Wenn unter den 82 bisher beschriebenen Arten (die von mir auf-
gestellten mitgerechnet) von Süsswasserschwämmen allein 38!) von
je einem einzigen Fundorte bekannt sind und wenn weitere 32
Arten!) nur ein beschränktes, zum Theil sehr kleines Verbreitungs-
gebiet haben, so lässt sich wohl daraus folgern, wie unvollkommen
unsere Kenntniss der Süsswasserschwammfauna und ihrer Verbrei-
tung ist. Während man noch vor wenigen Jahren nur einige Arten
kannte, denen eine weitere Verbreitung zukommt, hat sich diese
Zahl jetzt auf 12 erhöht?). Von einigen dieser weit verbreiteten
Arten wissen wir, dass ihre Spicula eine grosse Variationsfähigkeit
besitzen, infolge dessen man früher aufgestellte Species jetzt allen-
falls nur noch als Varietäten betrachtet. Von allen anderen Arten
kennen wir aber den Grad der Variabilität der Nadeln, nach denen
die Arten ja unterschieden werden, nicht, so dass es sehr wohl
!) es sind: Spongilla alba, biseriata, bombayensis, botryoides, cerebellata,
igloviformis, loricata, navicella, permixta, sansibarica, stygia. Trochospongilla
gregaria, minuta. Ephydatia anonyma, baileyi, bohemica, capewelli, facunda,
fortis, novae terrae, robusta, subtilis. Heteromeyenia insignis, radiospiculata.
Tubella multidentata, paulula, pottsi, reticulata, spinata, vesparium. Parmula
batesi, cristata, rusbyi. Uruguaya amazonica. Potamolepis barroisi. Lubomirskia
bacillifera, intermedia, papyracea.
*) nämlich: Spongilla aspinosa, böhmi, einerea, decipiens, mackayi, nitens,
sceptroides. Trochospongilla horrida, leydyi. Ephydatia bogorensis, crateriformis,
everetti, millsi, ramsayi, subdivisa. Heteromeyenia argyrosperma, longistylis,
plumosa. Tubella nigra, recurvata. Parmula browni. Carterius latitenta, ste-
panowi, tenosperma, tubisperma. Uruguaya corallioides, macandrewi, pygmaea,
repens. Potamolepis chartaria, leubnitziae, pechu&li.
°) und zwar; Spongilla carteri, fragilis, lacustris, sumatrana, wagneri.
Ephydatia fluviatilis, mülleri, plumosa. Heteromeyenia repens, ryderi. Tubella
pennsylvanica. Lubomirskia baicalensis.
138 Dr. W. Weltner:
möglich ist, dass manche der jetzt als Art geltenden Formen heute
oder morgen als Begriff niederer Ordnung aufgefasst werden.
Der nachfolgenden Uebersicht über die zoogeographische Ver-
breitung der Gattungen liegt die im Berliner Museum angenommene
Karte (dieses Archiv 1891) zu Grunde. Ich habe noch zu bemerken,
dass ich die Potamolepis barroisi Tops. des Tiberiassee bei dieser
Eintheilung nicht berücksichtigt habe, da ich, wie schon oben an-
gegeben, über die generische Zugehörigkeit ganz im Zweifel bin.
Diagnosen der neuen Arten.
Ich gebe hier nur kurze Diagnosen, die ausführlichen Be-
schreibungen mit Abbildungen erfolgen später. Alle Maasse sind in
mm angegeben.
Spongilla biseriata n. sp.
Schwamm massig, faustgrosse Klumpen an Grasstengeln bildend,
mit grossen Löchern und weiten Kanälen, einem Pferdeschwamme
ähnlich. An dem mir vorliegenden Exemplare ist keine Oberhaut
vorhanden. Farbe schmutzig weiss. Skelet aus Haupt und Ver-
bindungsfasern bestehend. Die Gerüstnadeln sind derbe, glatte, all-
mählich zugespitzte Amphioxe. Spongiolinsubstanz gering entwickelt.
Parenchymnadeln fehlen. Die grossen, kugeligen, gelblichen Gemmulä
sind durch den ganzen Schwamm zerstreut und besitzen eine dicke
Kruste von schlanken, etwas gekrümmten, bedornten Belagsnadeln,
die in zweifacher Anordnung in der deutlich zelligen Luftkammer-
schicht vertheilt sind. Die innere Lage wird aus radiär auf der
inneren Kutikula stehenden Nadeln gebildet, die äussere Lage be-
steht aus zerstreut (radiär, schief und tangential) liegenden Spikula.
Maasse: Gerüstnadeln lang im Mittel 0,309, dick 0,012. Gemmulä
Durchmesser 0,5—0,68. Belagsnadeln lang 0,08—0,096, dick ohne
Dornen 0,004.
Fundort: Tümpel bei Cairo hinter Bulak-Dakrur, Stuhlmann leg.
Spongilla loricata n. sp.
Schwamm mir unbekannt, nur in der Form krustenbildender
Gemmulä, denen Reste des Skeletgerüstes anhaften, vorliegend. Ge-
rüstnadeln von zweierlei Art: grosse, glatte, schwach gekrümmte
Amphistrongyle und schwächere, schlanke, an beiden Enden kolbig
verdickte, fein rauhe, seltener ganz glatte Nadeln. Parenchymnadeln
in Gestalt von amphidiskenähnlichen Spikula, denen von Spongilla
böhmi sehr ähnlich gestaltet. Die kugeligen Gemmulä sind wie bei
Spongilla fragilis ganz in einer Nadelkruste eingebettet, durch welche
das kurze Porusrohr nach aussen tritt. Eine Luftkammerschichte
fehlt. Die Spikula der genannten Kruste sind kleine, gekrümmte,
mit derben Dornen nicht allzu dicht besetzte Amphistrongyle von
sehr ungleicher Grösse.
Maasse: Grosse Amphistrongyle lang 0,22—0,26, dick 0,02. Die
kolbig angeschwollenen Spikula lang im Mittel 0,124, dick 0,007
Spongillidenstudien. III. 139
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140 Dr. W. Weltner:
bis 0,008. Amphidiskenähnliche Nadeln lang 0,02—0,04, Durch-
messer der Scheibe 0,002—0,012. Gemmulä Durchmesser 0,5 bis
fast Imm. Nadeln der die Gemmulä einschliessenden Kruste im
Mittel 0,067, dick 0,008—0,014.
Fundort: Unbekannt; auf Aetheria, Afrika.
Spongilla permixta n. sp.
Schwamm und Gerüstnadeln mir unbekannt. Gemmulä klein,
kugelig, mit kurzem über die Luftkammerschichte verlängerten
Porusrohr. Luftkammerschichte deutlich zellig; äussere Kutikula
vorhanden. In der Luftkammerschichte liegen, zum Theil radiär,
zum Theil schief stehend, schwach gekrümmte Amphistrongyle,
welche an den Enden stark, in dem mittleren Theile nicht oder
schwach bedornt sind. Diese Dornen sind ungleich lang, enden
spitz oder stumpf und stehen senkrecht zur Längsaxe der Nadel.
Sie sind meist gerade, an den Enden der Nadeln manchmal haken-
förmig gebogen.
Maasse: Gemmuladurchmesser 0,32—0,39. Länge des Porus-
rohres 0,003—0,005. Belagsnadeln lang 0,07 im Mittel, dick (ohne
die Dornen) 0,005—0,004.
Fundort: Im Schlamme eines Tümpels des Bachbettes bei
Bibisande (Südosten von Tabora, Deutsch-Ostafrika), Stuhlmann leg.
Spongilla sansibarica n. sp.
Schwamm krustenförmig auf Stengeln von Cyperaceen, weich,
elastisch, mit deutlicher Oberhaut. Oberfläche durch die hervor-
stehenden Nadeln rauh. Gerüstnadeln schlanke, schwachgekrümmte,
ganz allmählich zugespitzte, spärlich bedornte Amphioxe. Die
Dornen sind nur kurz und haben eine breite Basis. Keine Fleisch-
nadeln. Gemmulä fast kugelig, besetzt mit einer Kruste radiär und
schief stehender, schwach gekrümmter Nadeln besetzt, welche in
ihrem zentralen Theile nicht oder nur schwach, an den beiden
Enden aber stark bedornt sind und so die Gestalt von Doppelkeulen
erhalten. Die Dornen sind z. Th. spitz, z. Th. stumpf. Die Luft-
kammerschichte zeigt kleine rundliche Zellen und erreicht fast die
Dicke der Belagsnadelschicht. Aeussere Kutikula dünn. Gemmulä
mit Porusrohr, welches länger ist als die Belagsnadelschichte, doch
ragt das Porusrohr nicht frei vor, sondern ist in seinem äusseren
Theile von schief oder unregelmässig gestellten Belagsnadeln um-
geben.
Maasse: Gerüstnadeln lang 0,2—0,3, dick 0,008. Gemmulä-
durchmesser 0,34—0,39. Belagsnadeln im Mittel 0,06 lang, Dicke
in der Mitte 0,004, am Ende 0,01.
Fundort: Sumpf bei der Stadt Sansibar, Stuhlmann leg.
Ephydatia facunda n. sp.
Es liegen nur Bruchstücke eines wahrscheinlich zylindrischen
oder kegelförmig gestalteten Schwammes vor. Gerüst aus Haupt-
und Verbindungsfasern bestehend, Nadeln schlanke, spärlich mit
Spongillidenstudien. III. 141
kleinen Dornen versehene Amphioxe von sehr verschiedener Grösse.
Spongiolinsubstanz mässig entwickelt. Fleischnadeln fehlen. Gemmulä
kugelig, Porus ein wenig in die feinblasig erscheinende Luftkammer-
schichte eingesenkt. Aeussere Kutikula dünn, wellig hin und her
gebogen. Amphidisken meist von sehr ungleicher Länge mit allen
Zwischenstufen, mit stark dornigen Schäften, die kräftigen Dornen
so lang, länger oder bis doppelt so lang als die Dicke der Schäfte
beträgt; die Anzahl der Dornen varürt von 4—12. Die Scheiben
der Amphidisken verschieden gestaltet, bei den kräftigeren Amphi-
disken sind sie bis zu ihrer Mitte eingeschnitten, die so entstehenden
Zähne sind gross und stets ungleich, indem einige breiter sind und
an ihrem Ende wieder in 2—4 kleine Zähne gespalten sind. Die
Anzahl der Zähne dieser Amphidiskenscheiben beträgt 8—15, in
der Regel mehr als 10. Bei den Amphidisken mit dünneren Schäften
reichen die Zähne der Scheiben entweder nicht bis zur Mitte der
Scheibe oder sie sind dünn und lang, indem die Scheibe tiefer als
bis zur Mitte eingeschnitten ist.
Maasse: Gerüstnadeln 0,25—0,36 lang, im Mittel 0,3, dick 0,008
bis 0,01. Gemmulä Durchmesser im Mittel 0,466. Amphidisken
hoch 0,036—0,052, im Mittel 0,044; Durchmesser des Schaftes 0,004
bis 0,0053 und der Scheibe 0,024—0,028.
Fundort: Tümpel bei Rio Grande do Sul, Brasilien; von
Jhering leg.
Ephydatia fortis n. sp.
Schwamm als dünner Ueberzug auf einem Valisneriablatte.
Die Gerüstnadeln sind denen von Ephyd. mülleri sehr ähnlich: rauhe,
schwach gekrümmte Amphioxe. Fleischnadeln fehlen. Gemmulä
gross, kugelig oder länglich, einzeln in den Maschen des Gerüstes.
Porus etwas in die blasig erscheinende, kleinzellige Luftkammer-
schichte eingesenkt. Aeussere Kutikula dünn, wellig hin und her
gebogen. Amphidisken von sehr ungleicher Länge mit allen Zwischen-
stufen; Schaft mit vielen, grossen Dornen besetzt, welche meist
wieder Dörnchen tragen. Die Scheiben sind stark gezähnt, Zähne un-
gleich gross bei ein und derselben Scheibe. Die Anzahl der Zähne
an den Scheiben beträgt 12—20, die der Dornen an den Schäften
der grösseren Amphidisken 20—40.
Maasse. Gerüstnadeln 0,27—0,36 im Mittel 0,3 lang, und
0,014—0,016 dick. Gemmulä Durchmesser 0,48 im Mittel. Amphi-
disken hoch 0,036—0,068, Durchmesser der Scheiben 0,02—0,024.
Fundort: Libmananfluss auf Luzon, Jagor leg.
Ephydatia subtilis n. sp.
Schwamm in Gestalt eines dünnen Ueberzuges auf einem
Stengel. Gerüst aus Haupt und Verbindungsfasern bestehend, in
den basalen Teilen des Gerüstes ist die Spongiolinsubstanz mächtig
entwickelt, die Nadelbündel als dicke Scheide einhüllend. Die
Nadeln sind auffallend schlanke, spärlich mit kurzen Dornen be-
setzte Amphioxe. Fleischnadeln fehlen. Gemmulä klein, kugelig,
142 Dr. W. Weltner.
Porus ein einfaches Loch oder als sehr kurze Röhre über die klein-
zellige Luftkammerschichte vorragend. Letztere so dick wie die
Amphidisken hoch sind. Aeussere Kutikula dünn, hin und her-
gebogen. Amphidisken zierlich, schlank, von verschiedenen "Längen.
Der Schaft ist lang, dünn, glatt, die Scheibe klein und bis zur
Mitte in 10-20 stumpfe Strahlen gespalten.
Maasse: (Gerüstnadeln im Mittel 0,158 lang, 0,0026 dick.
Gemmulä Durchmesser im Mittel nur 0,176. Amphidisken hoch im
Mittel 0,023 mm, Durchmesser des Schaftes 0,0017, der Scheibe im
Mittel 0,0095.
Fundort: Kissimmee See in Florida. E. Lönnberg leg.
Heteromeyenia insignis n. Sp.
Schwamm in Gestalt dünner weicher Krusten auf Blättern.
Gerüstnadeln aus Haupt- und Verbindungsfasern bestehend, die
Nadeln sind schlanke, glatte, schwach gekrümmte Amphioxe.
Parenchymnadeln kleine schwach gebogene, mit starken, stumpfen
Dornen versehene Amphioxe, deren Dornen nach der Mitte zu
grösser werden und hier mit einem Knopf enden. Gemmulä läng-
lich rund, mit dicker kleinzelliger Luftkammerschichte und äusserer
Kutikula. Die längeren wie die kürzeren Amphidisken sind je
unter sich wieder verschieden lang. Die Schäfte aller Amphidisken
sind mit kurzen, dicken, zahlreichen Dornen besetzt, die Scheiben
gleichen denen von Het. repens Potts.
Maasse: Gerüstnadeln lang 0,23—0,29, dick 0,004 —.0,008.
Parenchymnadeln lang 0,03—0,08. Gemmulä Durchmesser 0,56.
Amphidisken der längeren Sorte 0,09—0,11 lang, Dicke des Schaftes
0,006--0,008, Durchmesser der Scheibe 0,02—0,03. Amphidisken
der kürzeren Sorte 0,076—0,08 lang, Dicke des Schaftes 0,006,
Durchmesser der Scheibe 0,02—0,024.
Fundort: Tümpel bei Blumenau, Sta Catharina in Brasilien,
Fritz Müller leg.
Tubella multidentata n. sp.
Schwamm krustenförmig, bis !/; cm Dicke, hart, spröde. Ober-
fläche uneben,, stark löcherig.. Farbe in Spiritus dunkelgrau.
Gemmulä in grosser Anzahl an der Basis liegend. Im Weichtheil
Blasenzellen, ähnlich denen von Ephydatia mülleri. Gerüstnadeln
dicke, leicht gebogene Amphioxe fein und spärlich bedornt, die
Enden der Nadeln dornenfrei, zu Haupt und Verbindungsfasern zu-
sammentretend. Fleischnadeln fehlend. Gemmulä kugelig bis läng-
lich rund mit unregelmässiger Oberfläche. Porus ein einfaches Loch.
Die Luftkammerschichte hat an ein und derselben Gemmula eine
verschiedene Dicke, sie ist an einer Stelle kaum so dick wie die
Höhe der Amphidisken, an einer andern bis vier mal so dick; sie
ist meist viel dicker als die Höhe der Amphidisken beträgt. Amphi-
disken ungleich lang, mit allen Zwischenstufen in der Länge, voll-
ständig rauh durch kleine Dörnchen, Scheiben gerade mit fein ge-
Spongillidenstudien. III. 143
zackten Rändern, die Zähne ungleich gross. Der Durchmesser der
beiden Scheiben differirt nur wenig.
Maasse: Gerüstnadeln im Mittel 0,34 lang, 0,018 dick. Gemmulä
im Mittel 0,56 Durchmesser. Amphidisken 0,028—0,056 hoch,
Schaft 0,004 dick, Durchmesser der unteren Scheibe 0,022-—-0,026,
der kleinen oberen Scheibe 0,02—0,022. Luftkammerschichte 0,03
bis 0,12.
Fundort: Burnett River in Queensland, R. Semon leg.
Tubella pottsi n. sp.
Bildet dünne krustige Ueberzüge auf Aetheria caillaudi. Die
unebene Oberfläche lässt ein feines Netzwerk von rundlichen und
eckigen Maschen erkennen, deren Durchmesser !/,;—1 mm beträgt.
Gerüstnadeln derbe glatte schwach gekrümmte Amphistrongyle.
Fleischnadeln schlanke bedornte Amphioxe. Die Dornen sind in
der Mitte am grössten, enden stumpf und tragen meist eine kleine
Anschwellung am Ende. Sie stehen senkrecht zur Längsaxe der
Nadel und nehmen nach den Enden der Nadel an Grösse ab; die
Enden der Nadel selbst tragen keine grösseren Dornen, sondern
sind stark rauh. Gemmulä bräunlich, kugelig, wie bei allen Süss-
wasserschwämmen von recht verschiedener Grösse. Luftkammer-
schicht deutlich zellig, die Zellen eckig und ungleich gross. Porus
ein wenig über die Luftkammerschichte vorragend. Aeussere Kutikula
dünn, hin und her gebogen. Amphidisken dicht neben einander
stehend, so dass sich die Ränder berühren oder schneiden. Sie
sind von sehr ungleicher Höhe, die längeren ragen mit ihrem oberen
Ende ein wenig über die äussere Kutikula hervor. Die untere
Scheibe ist nach oben gebogen, die obere ist knopfförmig gestaltet
und trägt an ihrem Rande bis zu 12 kleine nach unten gebogene
Dornen. Die untere Scheibe zeigt vielfach helle radiäre Streifen.
Der Schaft ist meist mit einigen kleinen Dornen besetzt.
Maasse: Gerüstnadeln im Mittel 0,2 lang; 0,02 dick. Fleisch-
nadeln im Mittel 0,08 lang; 0,003 - 0,004 dick. Gemmulae 0,4—0,5
Durchmesser, Luftkammerschichte 0,024—0,032 dick. Amphidisken
0,02—0,044 hoch, Durchmesser der unteren Scheibe 0,02 der oberen
0,006 — 0,008.
Fundort: Chiloango im Norden vom Kongo, von Mechow leg).
Parmula ceristata n. sp.
Schwamm halbkugelig, 7 cm breit, 4cm hoch. Auf der dunkel-
braunen Oberfläche mit vielen tiefen Löchern und breiten Firsten,
die seitlich Zacken und Dornen tragen, wodurch eine gewisse Aehn-
lichkeit mit einer Astraeide, deren Oberfläche mäandrisch gewunden
ist, entsteht. Konsistenz hart, spröde. Gerüstnadeln glatte, derbe
Amphistrongyle, wie bei Uruguaya, zu einem Maschenwerk ver-
einigt, in dem sich hier und da Längs- und Querzüge erkennen lassen.
Spongiolinsubstanz gering. Parenchymnadeln kleine, schlanke,
1) Abbild. des Schwammes in: Anleitung zum Sammeln von Süsswasser-
schwämmen v. W. Weltner, Fig. 5. Berlin, R. Friedländer & Sohn. 1894.
144 Dr. W. Weltner.
Amphioxe, die durch sehr kleine Dornen vollständig rauh er-
scheinen. Ausserdem trägt jede Nadel in ihrem mittleren Theil
einige grosse am Ende stark abgerundete senkrecht zur Längsaxe
stehende Dornen.
Gemmulae kugelrund, ohne besondere aus Spikula gebildete
Kruste. Die schildförmigen Belagsnadeln stehen dicht nebeneinander
auf der Kutikula und berühren sich entweder nicht oder ihre
Scheiben decken sich zum Theil. Die Scheiben sind am Rande
aufwärts gebogen, der Schaft erhebt sich mit breiter Basis aus der
Scheibe und endet stumpf.
Maasse: Gerüstnadeln im Mittel 0,43 lang, 0,037 dick. Paren-
chymnadeln im Mittel 0,06 lang, 0,002—-0,003 dick (ohne die grossen
Dornen), Gemmulä 0,34 Durchmesser, Belagsnadeln 0,006 hoch,
Scheibendurchmesser 0,012.
Fundort: Rio Tapajos in Brasilien.
Uruguaya amazonica n. Sp.
Schwamm bildet verzweigte Stöcke, die Zweige in Gestalt
kurzer, dicker, abgerundeter Fortsätze, oder er ist lamellenförmig
mit einigen ebenso gestalteten Fortsätzen. Konsistenz hart, Farbe
aussen gelblich bis dunkelbraun, innen heller. Gerüstnadeln in drei
Sorten: glatte, gekrümmte Amphistrongyle, glatte, gekrümmteschlanke
Amphioxe und glatte, gekrümmte an beiden Enden sanft abgerundete
spindelförmige Nadeln. Unter den Amphistrongylen lassen sich
dicke und dünne unterscheiden. Parenchymnadeln fehlen. Gemmulä
fast kugelig, mit sehr kleinen Amphidisken besetzt. Diese stehen
so weit von einander, dass sich die Ränder ihrer Scheiben nicht
berühren. Luftkammerschicht fehlt, statt deren eine solide Spon-
giolinschichte. Die Scheiben der Amphidisken zeigen eine Anzahl
radiärer heller Streifen.
Maasse: Die dicken Amphistrongyle sind 0,16—0,2 lang und
0,02—-0,022 dick, die dünnen Amphistrongyle 0,18—0,2 lang, 0,014
bis 0,016 dick. Die Amphioxe 0,13—0,26 lang, 0,004—0,008 dick.
Die spindelförmigen, abgerundeten Spikula sind 0,18—0,2 lang und
0,01—0,012 dick. Gemmulä Durchmesser 0,43—0,48. Amphidisken
hoch 0,008 --0,012. Dicke des Schaftes 0,002, Durchmesser der
Scheibe 0,009—0,01.
Fundort: Amazonenstrom.
Die in dieser Arbeit gegebene Uebersicht der geographischen
Verbreitung der Spongilliden würde sicher an Vollständigkeit ge-
wonnen haben, wenn ich die Sammlungen der Süsswasserschwämme
in den verschiedenen zoologischen Museen hätte benutzen können.
Ich spreche am Schlusse die Bitte aus, mich durch Uebersendung
von Material an Süsswasserschwämmen für eine spätere Arbeit zu
unterstützen. W. Weltner
Museum für Naturkunde Berlin N. 4,
Invalidenstr. 43.
Zur Anatomie
von Echinorhynchus clavula Du).
Von
Dr. von Linstow
in Göttingen.
Hierzu Tafel IX.
Bei der Untersuchung von Echinorhynchus clavula fand ich
mehrfache Abweichungen von dem sonst bei den Echinorhynchen
gewöhnlichen Bau, welche mir der Mittheilung werth zu sein
scheinen, obgleich auch Hamann in seiner ausgezeichneten Arbeit
über die Nemathelminthen diese Art, wenn auch nur nebensächlich,
in den Kreis seiner Beobachtungen gezogen hat.
Dujardin hat die Art zuerst beschrieben und nennt als Wohn-
thiere Abramis brama, Cyprinus carpio, Esox lucius, Anguilla vul-
garis, Trutta fario, Gobius niger und Lepadogaster gouani, Hamann
Trutta fario, während meine Exemplare aus Thymallus vulgaris und
Trutta fario stammen.
Das Vaterland ist Deutschland, meine Exemplare kommen aus
der Ilmenau, einem Nebenfluss der Elbe, und der Nethe, einem
Zufluss der Weser; ferner Frankreich nach Dujardin und Russland
nach Kessler, der den Parasiten in Fischen des Onega-See’s fand.
Die Körperform ist cylindrisch, nach hinten verjüngt, der vor-
gestreckte Rüssel steht nicht in der Verlängerung der Mittelachse
des Körpers, sondern ist etwas nach der Bauchseite gerichtet.
Das Männchen hat eine durchschnittliche Länge von 9 mm und
eine Breite von 0,55 mm, während das Weibchen etwa 15 mm lang
und 0,79 mm breit ist.
Die Hautschicht besteht aus einer homogenen Cuticula,
welche 0,0016 mm dick ist (Fig. 2, c), und einer sehr mächtigen,
darunter liegenden Schicht, deren äussere Lage von Kaiser Filz-
faserschicht oder Subeutieula, die innere aber Hypodermis ge-
nannt wird.
Behalten wir diese Bezeichnung bei, so wird die Subceuticula!)
1) Hamann, ].c. tab. VII, Fig. 10, 14, 15.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.I. H.2. 10
146 Dr. von Linstow.
bis 0,029 mm dick; sie besteht aus Ring-, Längs- und Radiärfasern
und enthält weder Lacunen noch Kerne (Fig. 2, s.).
“ Die Hypodermis!) erreicht, besonders vorn im Körper, eine
Mächtigkeit von 0,16 mm; sie besteht aus Radiärfasern, welche
vielfach grosse Lücken lässt, die in der Längsrichtung verlaufen
und früher als Gefässe bezeichnet wurden, aber besser Lacunen ge-
nannt werden, da sie völlig wandungslos sind. Die Hypodermis
(Fig. 2,h) ist besonders bei jungen Thieren mächtig entwickelt, bei
älteren atrophirt sie mehr und mehr; sie enthält massenhaft spindel-
förmige Kerne (Fig. 2), welche in der Mitte der Schicht gelagert
sind, während die Lacunen an die die Innenseite berührende Ring-
muskelschicht grenzen; die Hypodermis besteht übrigens nicht
lediglich aus Radiärfibrillen, denn an der Innengrenze, der er-
wähnten Ringmuskelschicht anliegend, findet sich eine feine Lage
von Längsfibrillen (Fig. 2). Die Lacunen sind von wechselnder
Grösse, beständig findet man aber zwei besonders grosse in den
Laterallinien, (Fig. 2), welche, besonders bei Männchen immer mehr
nach der Bauchlinie rücken, bis sie ganz hinten an dem ventralen
Schlitz, der als Durchtrittsöffnung der Bursa copulatrix dient, dicht
neben einander liegen; in den Lacunen finden sich grosse Kerne,
Die beiden Hauptlacunen liegen nach Kaiser bei Ech. gigas
dorsal und ventral. Die grossen Kerne in den Lacunen der Hypo-
dermis nennt Knüpffer „besondere Körper“.
Am äussersten Schwanzende des Männchens erweitern sich die
Lacunen kleineren Calibers, bis sie ebenso gross, wie die beiden
Hauptlacunen geworden sind, so dass man hier in der Regel 10
radiär gestellte, gleichgrosse, weite, im Kreise gestellte Lacunen
findet.
Schon Schneider fand, dass das Gefäss- oder Lacunensystem
des Körpers von dem der Lemniscen und des Rüssels getrennt ist,
und Kaiser lieferte den experimentellen Beweis für die Richtigkeit
dieser Beobachtung, denn er tauchte den hinteren Körpertheil von
Echinorhynchen in eine Färbeflüssigkeit und fand, dass der Körper
sich färbte, während Rüssel und Lemnisken völlig ungefärbt blieben;
dann wieder durchtrennte er ringförmig die Haut in der Halsgegend
und tauchte nun die Lemisken in eine Färbeflüssigkeit, wobei nur
Lemisken und Rüssel sich färbten.
Der Innenwand der Hypodermis liegt eine Ringmuskelschicht
an (Fig. 2,mr), welche durchschnittlich 0,0078 mm dick ist; die
contractile Substanz liegt aussen, die mit zahlreichen Kernen aus-
gestattete Marksubstanz innen, bei älteren Exemplaren ist die Mus-
kulatur der Körperwendung nıehr oder weniger atrophirt; nach
innen von der Ringmuskulatur liegen Längsmuskeln, die meistens
rinnenförmig sind und ebenfalls an ihrer Innenseite eine mit Kernen
versehene Marksubstanz zeigen (Fig. 2, ml); besonders vorn im
Körper sind diese Muskeln mächtig entwickelt bei jüngeren Thieren.
Die Lemnisken sind eine Fortsetzung der Hypodermis und
ragen frei in die Leibeshöhle hinein; Dujardin nennt sie sacs
Zur Anatomie von Echinorhychus clavula Du). 147
salivaires, während Leuckart und Hamann!) sie als Reservoire er-
kennen, die bei eingezogenem Rüssel dessen Lacunenflüssigkeit in
sich aufzunehmen haben, Hamann sah auch den grossen Kern in
ihnen, der sich fast durch ihre ganze Länge hinzieht. Während
bei den Echinorhynchen die Lemnisken in der Regel in den Lateral-
linien liegen, findet man sie bei Ech. clavula einander genähert
links und rechts von der Ventrallinie (Fig. 2, Im); sie sind im
Querschnitt nierenförmig, sind 1,42 mm lang und erscheinen bei
jungen Thieren oft kernlos, bei älteren aber erstreckt sich ein
langer Kern durch die ganze Länge, welcher, wenn auch nicht
immer, von einem breiten, strahligen Hofe umgeben ist (Fig. 2, k);
mitunter wird er auf eine kurze, 0,12 mm lange Strecke auf die
Seite gedrängt durch einen Nebenkern, so dass man auf Quer-
schnitten nun zwei Kerne sieht (Fig. 2, k.).
Lacunen liegen in der Längsrichtung bei Ech. haeruca an jeder
Seite eine, oder wie bei Ech. gigas nur eine in der Mittelachse,
von der jederseits Nebenäste abgehen; bei Ech. clavula findet man
sie in unbestimmter Zahl in der schmalen Randzone, welche der
Hof des Kerns übrig gelassen hat (Fig. 2, Im).
Vom vorderen Körpertheil, wo der Rüssel wurzelt, entspringt
ein auf Querschnitten ringförmiger Muskel, der aus lauter an ein-
ander liegenden Muskelröhren gebildet ist; die kontraktile Substanz
liegt aussen, die Marksubstanz im Innern; der Muskel wird Retraetor
colli (Fig. 2,re) genannt und hat die Form eines Cylindermantels,
der vorn vom Hals an der Innenseite der Hautmuskulatur ent-
springt, in der Gegend der Lemnisken aber sich verdoppelt und
diese in sich einschliesst, wo sie aber aufhören, wieder einfach
wird, so dass der Querschnitt wieder ringförmig erscheint, weiter
nach hinten einen immer grösseren Radius bekommt oder sich der
Körperwendung immer mehr nähert und 0,42 hinter dem Hinter-
ende der Lemnisken mit der Längsmuskulatur der Körperwand ver-
schmilzt.
Der Theil des Muskels, welcher die Lemnisken einschliesst,
wird Lemniskenmantel oder Compressor lemniscorum genannt; ein
Compressor lemniscorum aber müsste ein Ringmuskel sein, während
dieser Muskel augenscheinlich die Funktion hat, mit dem Hals die
Lemnisken in veränderter Form nach hinten zu ziehen, und ich be-
zeichne ihn daher als Retraetor lemniscorum (Fig. 2, rl).
Der Rüssel oder das Rostellum ist cylindrisch und in vor-
gestrecktem Zustande etwas nach der Bauchfläche geneigt; er ist
lediglich Haftorgan und als solcher mit Haken besetzt; aussen liegt
die Cuticula, darunter eine Fortsetzung der Subcuticula und unter
dieser eine starke Sarcolemm-Schicht; im Innern lässt er eine
Höhlung, in welcher ein Längsmuskel, der Retraetor rostelli
verläuft. Die Haken stehen in 26, seltner 30 und 32 Reihen hinter
einander und auf jedem Querschnitt findet man 10; der Hakenast
1) l.e. pag. 34, tab. VII Fig.7 u. 10.
10*
148 Dr. von Linstow.
ist 0,068, der Wurzelast 0,062 mm lang, ersterer ist doppelt con-
tourirt und Hamann!) hat sie genau abgebildet und beschrieben;
die Innenseite des Wurzelastes ist fast gerade. Wenn Dujardin
angiebt, dass der Rüssel 30—32 Hakenreihen trage und in jedem
Querschnitt 16—18 stehen, so ist das wohl ein Irrthum, da er die
Gesammtzahl auf 256, 270 und 288 angiebt.
Ganz vorn nach innen vom zweiten Hakenkranz liegen 10
kleine Kerne, je einem Haken genähert (Fig. 1,a), 0,021 mm vom
Vorderende des Rüssels entfernt; 0,09 mm hinter letzterem aber
liegen neben einander 2 grosse Kerne (Fig. 1,b), Saefftigen be-
zeichnet sie als Zellen, auch Baltzer nennt sie so und meint, ein
Tastorgan in ihnen zu erkennen, das vorgedrängt werden könne,
es handelt sich aber in unserem Falle um Kerne des Retractor
rostelli; bei Ech. trichocephalus fand Kaiser 4 solcher Kerne.
Mitunter findet man bei Ech. clavula diese Ringe von 10 Kernen
längs des ganzen Rüssels.
Bekanntlich kann der Rüssel durch einen langen Muskel, den
Retractor rostelli, in einen Muskelsack, das Receptaculum rostelli
zurückgezogen werden.
Dasselbe?) ist 1,54mm lang und 0,35 mm breit und besteht
aus 2 in einander liegenden Muskelröhren; beide besitzen an ihrer
Innenwand eine Lage Marksubstanz; die äussere ist von Ringmuskeln
gebildet (Fig. 2, re), während die innere aus 2 in der Rücken- und
Banchlinie zusammentretenden Hälften besteht (Fig. 2, ri); die
Muskelfasern verlaufen in ihr schräg in zwei sich unter einem
spitzen Winkel kreuzenden, parallelen Fasersystemen, wie man es
ähnlich bei den Hautfibrillen von Mermis findet. Aehnlich ist nach
Kaiser die Rüsselscheide bei Ech. proteus gebildet.
Der Retractor rostelli verläuft von der Rüsselspitze bis zum
Hinterende der Rüsselscheide und hat die Function, den Rüssel von
der Spitze her in die Scheide zurückzustülpen; er wird von langen
Muskelröhren gebildet (Fig. 2,rr); in seinem Verlauf innerhalb des
küssels liegen 3 längliche Kerne, am hintersten Ende aber, im
Grunde der Rüsselscheide 2 grosse, runde; Leuckart findet hier
bei Ech. gigas 4 Kerne.
Schon von Siebold hat das hinten im Receptaculum rostelli
vom Retractor rostelli eingeschlossene @anglion gesehen, und
Pachinger giebt an, dass es bei Ech. haeruca aus zwei durch
eine Quercommissur verbundenen Hälften bestehe; es liegt in der
Regel am hintersten Ende der Rüsselscheide, bei unserer Art aber
auffallender Weise in der Mitte derselben, wie schon Hamann?)
fand, und Kaiser hat bei Ech. strumosus dasselbe gefunden.
Theilt man die Rüsselscheide von vorn nach hinten in 100
gleiche Theile, so liegt das Ganglion in den Abtheilungen 35—59,
1) ].c. pag. 99, tab. XII Fig. 12.
?) Hamann tab. VII Fig. 6.
®) ].c. pag. 99, tab. VII, Fig. 10.
Zur Anatomie von Echinorhynehus clavula Duj. 149
also sogar mehr dem Vorder- als dem Hinterende genähert; die
Form ist spindelförmig, die Länge beträgt 0,237 mm, die Breite
0,053 mm bei vorgestrecktem Rüssel; die grossen Ganglienzellen
sind sehr gleichmässig gebildet, die in der Mitte des Zellhaufens
scheinen alle apolar zu sein, die meisten haben eine Länge von
0,034mm und eine Breite von 0,017 mm, der grosse, granulirte
Kern von 0,018 mm Länge und 0,016 mm Breite ist von einem hellen
Hof umgeben.
Auf Querschnitten sieht man, dass das Ganglion (Fig. 2, g)
nicht eigentlich vom Retractor rostelli eingeschlossen wird wie von
einem Ringe, sondern in einer Rinne an der Dorsalseite liest.
Betrachtet man den vorgestreckten Rüssel und die leere Rüssel-
scheide, so sieht man, dass beide annähernd gleich lang sind und
da man die Vermuthung hegen muss, -dass der nach innen in die
Scheide eingestülpte Rüssel die Scheide annähernd ausfüllen wird,
fragt man sich, wo denn in diesem Zustande der Verbleib des
Ganglion sei, das in der Mitte und etwas vor derselben liest; da
auch der hinter dem Ganglion liegende Theil des Retractor rostelli
sich bei der Einstülpung des Rüssels kontrahirt, wird ja zwar das
Ganglion hierdurch noch um etwas nach hinten gezogen.
Die Länge des vorgestreckten Rüssels beträgt 1,07 mm und die
Breite 0,32 mm; misst man aber einen eingestülpten Rüssel im Re-
captaculum, so findet man ihn 0,83 mm lang und 0,16 mm breit;
beide als Cylinder betrachtet lassen ihren Rauminhalt berechnen,
und zwar findet man, dass der vorgestreckte Rüssel einen Inhalt
von 0,086 cubmm, der eingezogene nur von 0,017 cubmm hat, also
letzterer nur !/, Rauminhalt des ersteren besitzt; die Differenz, der
flüssige Lacunen-Inhalt, wird beim Einziehen in die Lemisken ge-
drängt, die also nichts weiter sind, als die Flüssigkeits-Reservoire
für den eingestülpten Rüssel; einen activen Antheil an dem Vor-
stülpen desselben nehmen sie offenbar nicht.
Der Ausgleich der Differenz des räumlichen Inhalts zwischen
ausgestrecktem und eingezogenem Rüssel vollzieht sich aber ausser
durch die verschiedene Vertheilung der Lacunen-Flüssigkeit noch in
einer anderen Weise.
Die Marksubstanz des inneren Muskelschlauches der Rüssel-
scheide tritt in der Dorsallinie zu einem oft sehr auffallenden Längs-
wulst vor und enthält mehrere grosse Kerne, in anderen Fällen er-
scheint er kleiner (Fig. 2, dw); immer aber setzt sich dieser Wulst
nach vorn in den Hohlraum des Rüssels fort und bildet hier einen
grossen, die Dorsalseite der hinteren Rüsselhälfte einnehmenden
Markbeutel, welche an der Dorsalseite des Retractor rostelli liegt
(Fig. 19, rm).
Zieht der Retractor rostelli den Rüssel zurück, so wird der
Inhalt dieses Markbeutels in die Marksubstanz des inneren Muskel-
rohrs der Rüsselscheide gedrängt, nur der inhaltlose, leere Beutel
bleibt im Rüssel zurück; das Ganglion aber wird mit dem Retractor
weit nach hinten zurückgezogen und bleibt vom zuhinterst liegenden
150 Dr. von Linstow.
Theil des zurückgezogenen Rüssels noch durch einen grossen Zwischen-
raum getrennt.
Soll der Rüssel herausgedrängt werden, so contrahirt sich die
Rüsselscheidenmuskulatur vom hinteren Theil des Receptaculum be-
ginnend; zunächst wirkt sie auf den Retractor rostelli und drängt
diesen mit dem Ganglion nach vorn; der Retractor rostelli aber
umfasst becher- oder trichterförmig die zuhinterst liegende ein-
gestülpte Rüsselspitze und schiebt dieselbe, sich zwischen Rüssel
und Rüsselscheide drängend nach vorn.
Der Rüssel tritt aus einem an der Ventralseite liegenden vom
Scheitelpunkt beginnenden 0,15 mm langen Schlitz und macht mit
der Verlängerung der Körperachse dann einen Winkel von etwa 40°.
Zwei starke Nervenstämme treten, von einer Muskelscheide um-
geben, die doppelte Muskelhülle des Receptaculum rostelli durch-
brechend, aus dieser heraus, die sogenannten Retinacula; bei
unserer Art sind sie nicht, wie man sie sonst in der Regel sieht,
drehrund, sondern platte Bänder (Fig. 3) von 0,062 mm Breite und
0,010 mm Dicke, die nicht am Hinterende des Receptaculum ent-
springen, sondern da, wo das Hinterende des Ganglion liegt, also
etwas hinter der Mitte der Rüsselscheide; die Hülle besteht aus
einem glatten Muskel mit quer verlaufenden Fasern, der sich um
den Nerven legt, so dass die Ränder etwas über einander greifen
(Fig.3); im Innern verläuft ein aus 15—20 Fasern bestehender
Nerv (Fig. 3,n).
An das Hinterende des Receptaculum setzen sich 2 Röhren-
muskeln, die Retraetores receptaculi, welche anfangs parallel
dicht neben einander verlaufen, dann aber divergiren und 0,84 mm
hinter der Ursprungsstelle an die Längsmuskulatur der Körperwand
treten.
Am selben Orte entspringt ein Sarcolemm-Strang, welcher sich
bis zum Schwanzende verfolgen lässt, das Ligamentum suspen-
sorium.
In beiden Geschlechtern umfasst es die Geschlechtsorgane, hat
aber für beide eine ganz verschiedene Bedeutung. Beim Männchen
wird es nach hinten muskulös und umschliesst die beiden Hoden,
dann die 6 Kittdrüsen, hierauf deren Ausführungsgänge und den
Markbeutel; an dieser Stelle ist es zu einem mächtigen Ringmuskel
geworden.
Beim Weibchen bringt es in jugendlichen Thieren, wie schon
Pagenstecher fand, an seiner Innenwand die Zellen zur Ent-
wickelung, aus denen sich die freien Zellhaufen entwickeln, in denen
sich die Eier bilden, müsste also eigentlich als Ovarium bezeichnet
werden; weiter hinten bekommt es in der Längsrichtung verlaufende
Hohlräume und tritt so als spongiöser Sarcolemmstrang an die
Innenwand der Glocke, um diese in ihrer Lage zu erhalten.
Die männlichen Geschlechtsorgane sind so gelagert, dass,
wenn man den Körper von vorn nach hinten in 100 gleiche Theile
theilt, die Hoden in der Abtheilung 49—68 liegen, also etwa bis
Zur Anatomie von Echinorhynchus clavula Duj. 151
zum Beginn der hinteren Hälfte reichen, die Kittdrüsen in der Ab-
theilung 69—87 und der Maıkbeutel in 88—93.
Die eiförmigen Hoden liegen hinter einander und sind 0,79
bis 0,84mm lang und 0,43—0,48 mm breit; aussen liegt eine Tunica
propria und das Parenchym theilt Kaiser in Ursamenzellen oder
Spermatagonien 1. und 2. Ordnung, aus denen Samenmutterzellen
oder Spermatocyten oder Spermatomeren werden, aus diesen Sper-
matiden 1. und 2. Ordnung oder Spermatosomen.
Der Same ergiesst sich in die Vasa deferentia, die nach
kurzem Verlauf zu einer 0,26 mm breiten und 0,18 mm hohen Samen-
blase anschwellen.
Beide vereinigen sich zu dem Vas efferens, das anfangs
0,062 mm breit und 0,031 mm hoch ist, dann aber an der hinteren
Hälfte des Markbeutels, an dessen Ventralseite es verläuft, zu einer
neuen, umfangreichen Samenblase anschwillt, die 0,15 mm breit und
0,21 mm hoch wird, während der Markbeutel hier nur einen Durch-
messer von 0,053 mm hat.
Hinter den Hoden liegen 6 eiförmige Kittdrüsen von 0,44 mm
Länge und 0,31 mm Breite; sie enthalten 0,036 mm lange und
0,021mm breite Zellen mit sehr zahlreichen, dichtgedrängten, runden
Kernen, aus deren Degeneration die Kittmasse entsteht, welche bei
der Copula nach dem Erguss des Samens über die Caudalgegend
des Weibchens verbreitet wird, wodurch die Vulva verstopft wird,
so dass der Same im weiblichen Körper bleiben muss.
Die Ausführungsgänge der 6 Kittdrüsen vereinigen sich zu
je 3 und 3, welche sich links und rechts an einander legen, an
der Mitte des Markbeutels erweitern sie sich stark und bilden Re-
servoire für die Kittmasse; auf Durchschnitten sieht man das zu
einem starken Ringmuskel gewordene Ligament, der etwa kreis-
förmig erscheint; im Innern liegt nach der Dorsalseite der Mark-
beutel, rechts und links legen sich an ihn die eng an einander
gedrängten 3 Erweiterungen der Kittdrüsengänge, an der Ventral-
seite liegt das Vas efferens, wie Kaiser!) es für Ech. gigas und
angustatus abbildet. Alle 6 Gänge münden dicht neben einander
in das Vas efferens 0,18 mm von dem Hinterende des Penis ent-
fernt, und kurz vor ihrem Ende sind beide Gruppen von Aus-
führungsgängen von einem gemeinschaftlichen Ringmuskel umgeben.
Hinter den Kittdrüsen liegt ein sehr merkwürdiges Organ, das
früher als Samenblase oder helle Drüse, jetzt als Markbeutel be-
zeichnet wird; die wahre Natur erkannte wohl zuerst Saefftigen.
Der Markbeutel ist 0,48 mm lang und vorn 0,18, hinten 0,053 mm
breit; im vorderen Drittel liegt in der Mittelachse ein Kern mit
einigen Nebenkernen, mitunter findet man auch zwei grössere Kerne
neben einander. Umgeben ist der Beutel von einem sehr kräftigen
Ringmuskel (Fig. 4 und 7, mr), unter dem eine einfache Schicht von
1) 1.c. tab. II Fig.1, 3, 9, 11.
152 Dr. von Linstow.
Längsmuskeln liegt (Fig. 4 und 7, ml); an der Innenseite der
Muskeln findet man eine Markschicht mit Kernen (Fig. 7, k).
Von dieser durch eine besondere Hülle gesondert ist aber der
eigentliche Markbeutel, der nach dem aboralen Ende hin radiäre
Septen zeigt (Fig. 7), und hier in der Mittelachse einen Ausführungs-
gang bildet, welcher nach kurzem Verlauf sich an das Ende des
Vas efferens inserirt und hier eine Oeffnung besitzt (Fig. 4, 0);
Kaiser hat gewiss Recht, wenn er sagt, dass durch Contraction
des den Markbeutel umgebenden Muskels dessen flüssiger Inhalt
durch diese Oeffnung in die Marksubstanz des Bursalmuskels ge-
drängt wird, wodurch dieser prall mit Flüssigkeit erfüllt wird.
Ein mächtiger, glockenförmiger Muskelapparat ist für gewöhn-
lich in das Schwanzende zurückgezogen und kann aus einem an
der Bauchseite gelegenen, 0,183 mm vor dem äussersten Schwänz-
ende beginnenden und bis zu diesem reichenden Schlitz heraus-
gedrängt werden. Die Muskulatur dieses glockenförmigen Apparates,
der Bursa copulatrix. ist sehr kräftig entwickelt, am oralen Ende
finden sich zwei taschenförmige Erweiterungen (Fig. 4, t); an der
Innenfläche stehen, concentrisch um den Penis angeordnet, doppelt
contourirte, 0,0078 mm grosse, kreisförmige Organe, welche mehrere
Ringe bilden und wohl als Tastorgane anzusehen sind.
Da die Bursa ganz in den Körper zurückgezogen werden
kann, muss es ein Bindeglied zwischen ihrem Vorderende und dem
Rande des Schlitzes geben, aus welchem sie heraustritt; dieser Ver-
bindungstheil entspricht in seinem Bau ganz der Körperwandung;
ist die Bursa vorgestülpt, so liegt zu äusserst die Cuticula, darunter
folgt die Subeuticula, dann die Hypodermis mit Lacunen und Kernen,
dann eine Ring- und endlich eine Längsmuskulatur; bei eingezogener
Bursa ist die Reihenfolge natürlich umgekehrt.
Ein grosses @anglion, bei anderen Arten schon von v. Siebold
gesehen, liegt am Hinterende des Markbeutels; die Ganglienzellen,
welche 0,036 mm lang und 0,021 mm breit sind (Fig. 4, gz), haben
wie die des in der Rüsselscheide liegenden Ganglion, einen grossen
Kern, der von einem hellen Hof umgeben ist.
Retraetor bursae möchte ich einen starken Muskel nennen,
welcher die Form eines halben Cylindermantels hat; die Convexität
ist nach der Ventralseite gekehrt, er liegt an der Ventralseite des
Ligamentmuskels, welcher den Markbeutel und die Ausführungs-
gänge der Geschlechtsorgane umgiebt; er ist ein Längsmuskel, der
aus lauter in einer Reihe an einander liegenden Muskelröhren be-
steht, wie der Retractor colli und lemniscorum und entspringt von
der Längsmuskulatur der Körperwandung da, wo das Vorderende
des Markbeutels liest, um hinten mit dem Ligament-Muskel an
dessen Hinterende zu verwachsen, wo die Bursa beginnt, die er
nach vorn zieht.
Ausserhalb des Ligament-Muskels und an seiner Ventralseite
verläuft parallel mit ihm ein Strang, den man bei anderen Arten
als ventrales Ligament geschildert sieht, der aber hier muskulös
Zur Anatomie von Echinorhynchus clavula Duj. 153
ist; es ist ein kräftiger Röhrenmuskel, welcher 0,36 mm vom
Schwanzende von der ventralen Längsmuskulatur der Körperwandung
entspringt, frei in der Leibeshöhle nach vorn verläuft und 1,14 mm
vom Schwanzende in der Gegend des Markbeutels an die Ventral-
seite des Ligament-Muskels tritt; er hat die Function, den letzteren
mit seinem gesammten Inhalt zurückzuziehen und nenne ich ihn
Retractor genitalis.
An der Innenfläche des Ligament-Muskels in der Gegend des
Vorderendes des Markbeutels entspringen seitlich und mehr nach
der Ventralseite zwei Längsmuskeln, dem Röhrenmuskel Retractor
genitalis gleichend, aber nicht wie dieser ausserhalb, sondern inner-
halb des Ligament-Muskels verlaufend, welche nach hinten ziehen
und sich an den Ductus ejaculatorius oder das Ende des Vas
efferens setzen kurz vor dem Uebergang in den Penis; sie müssen
denselben nach vorn ziehen und nenne ich sie Retractor ductus
ejaculatorii.
In dem kreisförmigen Querschnitt des Ligament-Muskels liegen
demnach 6 Organe, in der Dorsalgegend der Markbeutel mit den
ihn umgebenden Muskeln, in der Ventralgegend das Vas efferens,
seitlich-dorsal jederseits 3 Ausführungsgänge der Kittdrüsen, seitlich
ventral je ein Längsmuskel, der Retractor ductus ejaculatorii. 0,15 mm
von der Spitze des Penis entfernt erweitert sich das Vas efferens
und in der dorsalen Hälfte des Lumens treten zwei grosse Zellen
auf (Fig. 5,n).
Der Penis ist kurz und kegelförmige und ragt bei vorgestülpter
Bursa frei in deren Mitte in die Höhlung hinein; seine äussere
Cutieularhülle ist sehr dick (Fig. 6); auf diese folgt eine Ringmus-
kulatur, dann eine granulirte Schicht, während die innere Aus-
kleidung wieder sehr derbe ist.
Kaiser beschreibt am oberen Rande des Ductus ejacutatorius
dorsal links und rechts Nephridien bei Ech. gigas, welche Wimper-
flammen besitzen und als Excretionsorgane auszuscheidende Stoffe
in den Ausführungsgang der Geschlechtsorgane leiten; bei allen
kleineren Arten scheinen solche Organe aber zu fehlen, wie sie auch
bei Ech. clavula nicht vorkommen.
Die Geschlechtsorgane des Weibehens sind ebenso wie die
des Männchens an einem Ligamentum suspensorium befestigt;
schon weit vor dem Beginn der Glocke wird es maschig, auf
Querschnitten sieht man grosse Lücken, und so tritt es in die
Rückenhälfte der Glocke hinein.
In jugendlichen Exemplaren entstehen an der Innenseite des
Ligaments, wie Pagenstecher fand, die Keimzellen der später frei
in der Leibeshöhle flottirenden Eiballen, nachdem das Ligament
geborsten ist und seinen Inhalt in die Leibeshöhle ergossen hat;
ersteres verdiente daher eigentlich als Ovarium bezeichnet zu
werden.
Die Glocke ist ein sehr merkwürdiges Organ (Fig. 17); bei
unserer Art beträgt die Länge 0,48 mm, die Breite vorn 0,23 mm;
154 Dr. von Linstow.
weiter nach hinten aber, über den beiden taschenförmigen Diver-
tikeln gemessen 0,37 mm.
Vorn ist das Organ nach der Kopfseite hin geöffnet (Fig. 17a),
und das Ligament (fig. 17,1) tritt zur Stütze hinein, dessen Gewebe
maschig ist und nach dem Rande zu an der Ventralseite 2 grosse
Zellen zeigt (Fig. 8); nach dem hinteren Ende hin liegt eine vier-
eckige Oeffnung (Fig. 17, b) an der Ventralseite; Saefftigen,
Knüpffer und Hamann beobachten bei anderen Arten eine dorsale
hintere Glockenöffnung, Saefftigen bei Ech. angustatus eine vordere
dorsale und eine hintere ventrale Glockenöffnung, von denen Kaiser
nur die letztere gelten lässt.
Seitlich an der hinteren Hälfte der Glocke finden sich 2 grosse
Ausbuchtungen oder Divertikel, die nach vorn mit dem Hohlraum
in Verbindung stehen, nach hinten aber in je einen Gang führen,
der sich mehr und mehr verengt, weiter nach hinten von einer
kräftigen Ringmuskulatur mit Marksubstanz ausgekleidet wird und
nun Glockenschlundgang genannt wird (Fig. 11,a). Die Wandung
der beiden seitlichen Divertikel wird aussen von Ringmuskeln, innen
von Marksubstanz gebildet (Fig.9, d); auch der Haupttheil der
Glocke zeigt vorn Ringmuskeln (Fig. 9), weiter hinten schwinden
dieselben (Fig. 10 u. 11), überall aber finden sich im Gewebe grosse
Zellen (Fig. 8—11). Die Glocke macht beständig Schluckbewegungen,
durch die sie die massenhaft in der Körperflüssigkeit flottirenden
sogenannten freien Ovarien, unreife und reife Eier aufnimmt; die
ersteren sind viel zu gross, um in die Glockenschlundgänge und in
die Eileiter gelangen zu können und treten durch die grosse hintere
Glockenöffnung wieder in die Leibeshöhle. Soweit ist der Vorgang
lange bekannt und ziemlich einfach; aber in dem Eileiter findet
man nur die grösseren, reifen Eier und nicht die kleineren, unreifen,
und wie es möglich ist, dass die Glocke die grossen freien Ovarien
und die kleinen unreifen Eier wieder in die Leibeshöhle zurück-
bringt, während sie die mittelgrossen reifen Eier nach aussen be-
fördert, hat Kaiser gezeigt. Die unreifen wie die reifen Eier finden
an den vorspringenden Rändern der Eitrichter ein Hinderniss und
gelangen in die beiden Seitentaschen oder Divertikel; diese aber
sind gerade so gross, dass sie die grösseren, reifen Eier an ihren
beiden Endpolen festhalten und bei der nächsten Contraction in die
Glockenschlundgänge oder Eiröhren schieben, während die kleineren
unreifen Eier von der Wandung der Divertikel nicht gefasst werden
können und nun mit dem Flüssigkeitsstrome wieder aus der hinteren
Glockenöffnung in die Leibeshöhle gespült werden.
Kaiser nennt daher die Glocke Eisortirapparat, doch halte
diese Bezeichnung für ebenso wenig gut, wie etwa die Aenderung
der Bezeichnung Hoden in Samenbereitungsorgane.
Den nach hinten auf die Glocke folgenden Gang (Fig. 17, e),
nennen manche Forscher wie Saefftigen und Kaiser Uterus;
unter Uterus stellen wir uns aber ein Organ vor, in welchem die
Befruchtung und Entwickelung der Eier sich vollzieht, während
Zur Anatomie von Echinorhynchus clavula Duj. 155
wir es hier mit einem Rohr zu thun haben, in welchem die mit
einem völlig entwickelten Embryo versehenen Eier nach aussen ge-
führt werden, daher ich das Organ Eileiter nenne.
Zuerst finden wir 2 mit Ringmuskulatur versehene Röhren, die
im Innern grosse Markbeutel zeigen und von einer gemeinsamen
Hülle umgeben sind, die auch ihrerseits aus einer Ringmuskulatur
besteht, die an der Innenseite Marksubstanz zeigt (Fig. 12); nach
einem Verlauf von nur 0,12 mm Länge verschmelzen beide Röhren
zu einer; zunächst ist der Querschnitt kreisrund, weiter nach hinten
aber wird der dorsoventrale Durchmesser grösser als der quere
(Fig. 13); die Sarcolemmschicht der inneren Auskleidung ist hier
viel grösser an der Ventralseite als an den übrigen Orten.
Die hinterste Strecke wird bei anderen Arten von 4 vorn und
hinten verdickten Zellen ausgefüllt, von Leuckert sanduhrförmig
genannt; hier aber handelt es sich nicht um Zellen, sondern um
einen Körper von fibrillärem Bau (Fig. 18, a), welche in der Mittel-
achse den Eiern einen Raum zum Durchpassiren lässt.
Das hinterste Ende des weiblichen Geschlechtsrohrs, die Vagina,
wird von den Autoren als von 2 bald hinter, bald in einander
liegenden Sphincteren umgeben geschildert; Saefftigen hält die an
der Innenseite der Ringmuskulatur liegende radiäre Masse für
Radiärmuskelfibrillen, was von Kaiser für eine irrthümliche Deutung
angesehen wird.
Bei Ech. clavula liegen 2 kugelförmige Körper hinter einander,
vor dem vorderen, kleineren (Fig. 18,b) aber ein @enitalganglion
(Fig. 18, g).
Der vordere Körper besteht aussen aus einem Ringmuskel
mit reich entwickelter Marksubstanz, darunter folgt eine Scheide
und in ihr liegen an der Ventralseite 2 grosse Zellen (Fig. 14,n),
an der Dorsalseite der Eiergang, welcher aus einer Tunica propria,
einer Auskleidungsmembran des Lumen und einer Zwischensubstanz
besteht, die ich für Radiärmuskeln halte; das Lumen ist, wie das
der drüsigen Ausführungsgänge bei den höheren Thieren, wenn
kein Inhalt hindurchtritt, verstrichen, und muss durch Muskel-
contraction geöffnet werden, wie das für den hinteren Körper
(Fig. 18,c und 15) noch viel deutlicher ist.
Der hintere Körper besteht ebenfalls aussen aus einem Ring-
muskel, den man Sphincter nennen kann; im Innern findet sich der
Eileiter, dessen Lumen von einem kräftigen Dilatator erweitert
werden kann (Fig. 15); zwischen beiden liegen Kerne an der Dor-
salseite, an der Ventralseite aber findet man 2 grosse, von einer
gemeinsamen Hülle umgebene Zellen dicht vor der weiblichen Ge-
schlechtsöffnung, der Vulva, welche von aussen gesehen als querer
Schlitz erscheint, der von einem Saum umgeben ist (Fig. 16).
Die Eier, von denen Dujardin angiebt, dass sie 0,12 mm
lang sind, fand ich 0,136—0,140 mm lang und 0,023—0,026 mm
156 Dr. von Linstow.
breit; ich!) habe sie in meiner früheren, kurzen Beschreibung der
Art geschildert und abgebildet mit ihrer dreifachen Hülle, von
denen die mittlere an den beiden Endpolen fingerförmig aus-
gezogen ist.
Auch beim Weibchen von Ech. gigas findet Kaiser Nephridien,
welche an den Seitentheilen des oberen Glockenrandes ihren Sitz
haben; bei Ech. clavula fehlen solche Organe.
Benutzte Litteratur.
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1821.
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losen Thiere, Berlin 1848, pag. 111—-160.
Wagener. Helminthologische Bemerkungen. Zeitschr. für
wissenschaftl. Zoolog. Bd. IX, Leipzig 1858, pag. 77—83, tab. VI
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Pagenstecher. Zur Anatomie von Echinorhynchus proteus.
Zeitschr. für wissenschaftl. Zoolog. Bd. XIII, Leipzig 1863, pag. 413
bis 421, tab. XXII—XXIV.
Greeff. Bemerkungen über den Bau und die Naturgeschichte
v. Echinorhynchus miliarius Zenker (E. polymorphus). Archiv für
Naturgesch. Berlin 1864, pag. 98—140, tab. I—II.
Schneider. Ueber den Bau der Acanthocephalen. Archiv für
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Kessler. Abhandl. d. Petersburg. Naturforschergesellsch. 1868.
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hynchus angustatus) russisch., Verhandl. d. Russ. Naturf. Vers.
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Pachinger. Echinorhynchus haeruca. Rud. Koloszvar 1884,
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) l.c. pag. 338, tab. XXIII Fig. 15.
Zur Anatomie von Echinorhynchus clavula Du). 157
Koehler. Documents pour servir a l’histoire des Echinor-
hynques. Journ. anat. et physiol, t. XXIII, Paris 1887.
Knüpffer. Beitrag zur Anatomie des Ausführungsganges der
weiblichen Geschlechtsprodukte einiger Acanthocephalen. M&m. Acad.
Imper. sc. St. Petersbourg, VII. ser., t. XXXVI, No. 12, 1888,
pag. 1—18, tab. I—1l.
Borgström. Ueber Echinorhynchus turbinella, brevicollis und
und porrigens.. PBihang. Svensk. Vet.-Akad. Handling. Bd. 17,
Afd. IV, No. 10, Stockholm 1892, pag. 1—60, tab. I—V.
Kaiser. Die Acanthocephalen und ihre Entwickelung. Biblio-
theca zoologica, Heft VO, Stuttgart 1892—93, I pag. 1—136; II
pag. 1—148, tab. I—X.
v. Linstow. Jenaische Zeitschr. für Naturgesch. Bd. XXVIIL,
n. f. Bd. XXI, 1894, pag. 337—338, tab. XXI Fig. 15.
Hamann. Die Nemathelminthen. I. Jena 1891, pag. 1—119,
tab. I—X; II Jena 1895, pag. 1—42, tab. I—IV.
Die vollständige Litteratur über die Acanthocephalen findet sich
in Kaiser’s Werk.
158
Fig.
Fig.
Dr. von Linstow.
Erklärung der Abbildungen.
Es sind nur solche Theile abgebildet, welche etwas von dem bisher be-
kannten Bau der Echinorhynchus abweichendes bieten.
il
2,
E21
ie. 16.
ie. 17.
ig. 18.
ie. 19,
Querschnitt durch den Rüssel nahe der Spitze. a einer der 10 Haken-
Kerne, b 2 Muskelkerne des Retractor rostelli.
Querschnitt durch den Halstheil. ce Cuticula, s Subeuticula, h Hypo-
dermis, 1 Lacune, mr Ringmuskulatur, ml Längsmuskulatur, Im Lem-
niske, k ihr Kem, rl Retraetor lemniscorum, rc Retractor colli, re
äusserer, ri innerer Muskelschlauch des Receptaculum rostelli, dw
Dorsalwulst der Marksubstanz des letzteren, rr Retractor rostelli, g
Ganglion.
Querschnitt durch das Receptaculum, n. Nerv.
Querschnitt durch die eingezogene männliche Bursa vorn; k Mark-
beutel, mr Ring-, m] Längsmuskel, o ihre Oeffnung, gz Ganglienzellen
t vordere Seitenausbuchtungen der Bursa, ve Vas efferens,
Querschnitt durch den hintersten Theil des Vas efferens, n Zellen.
Querschnitt durch den Penis.
Querschnitt durch den unteren Theil des Marktbeutels.. mr Ring-, ml
Längsmuskulatur, g Lumen im beginnenden Stiel, m Marksubstanz,
k Kern.
8-11. Querschnitte durch die Glocke, 8 vor, 9—11 hinter der hinteren
Oeffnung. d Divertikel, a Glockenschlundgang, n Nerv.
. 12—15. Querschnitt durch Eileiter und Vagina. 12 Eileiter mit zwei
Gängen, 13 mit einfachem Lumen, 14 vorderer Vaginal-Körper, n. Zelle;
15 hinterer Körper.
Vulva von hinten.
Glocke, Totalansicht. 1 Ligament, a Glockeneingang, b Ausgang, d
Divertikel, e Eileiter.
Hinterende von Eileiter und Vagina. a Füllkörper, b vorderer, c
hinterer Vaginal-Körper, & Ganglienzelle.
Dorsoventralschnitt durch den Rüssel. mk Muskelkern, hk Haken-
kern, rs Rüsselscheide, rr Retractor rostelli, rm Rüsselmarkbeutel.
Das männliche Geschlechtsorgan von
Vespa germanica.
Von
Max Hermann Edmund Kluge
aus Magdeburg.
Hierzu Tafel X.
Geschichtlicher Theil.
Die älteste eingehende Arbeit, die wir über die Genitalanhänge
der männlichen Hymenopteren besitzen, findet sich in der Litteratur
des vorigen Jahrhunderts und zwar in Swammerdam’s grossem
Sammelwerk „‚Biblia naturae sive historia insectorum‘‘. (Leyden 1737.)
Swammerdam giebt eine eingehende Beschreibung und Deutung der
einzelnen Theile des männlichen Genitalorgans unserer Honigbiene
und schildert auch die Veränderungen, welche die einzelnen Stücke
des komplicirten Begattungsapparates in actu eingehen. Die Angaben
Swammerdam’s, die bei der Einfachheit der Hülfsmittel, welche
ihm zu Gebote standen, in hohem Grade Bewunderung verdienen,
werden durch eine ganze Reihe vortrefflicher Kupferstiche ergänzt.
Auffallend ist es, dass es Swammerdam nicht gelang, eine Oeffnung
des Geschlechtstraktus in der Endparthie des Penis zu entdecken.
Er giebt auch selbst seiner Verwunderung hierüber Ausdruck, hilft
sich aber auf einfache Weise aus diesem Dilemma. Da eine ejaculatio
seminis nach seinen Befunden nicht möglich ist, so nimmt er an,
dass bei dem Bienenweibchen der Geruch des nahen Männchens
allein die Befruchtung bewirke. Schon Swammerdam vermuthete
also, wenn auch auf Grund falscher Beobachtungen eine Art conceptio
immaculata der Bienenkönigin, einen Vorgang, der bekanntlich gegen
Mitte unseres Jahrhunderts durch die vereinten Beobachtungen von
Bienenzüchtern und Zoologen (Dzierzon, v. Siebold, Leuckart)
über die Fortpflanzungsweise der Biene ausser Zweifel gesetzt wurde.
Waren es bei Svammerdam allein die Genitalien der Biene, die
er zum besonderen Gegenstand seiner Untersuchung gemacht, so
beschrieb wenige Jahre darauf Reaumur in seinen „Memoires
pour servir & l’histoire des Insectes (Paris 1742), unter Anderem
auch die Genitalanhänge der Hummeln und Wespen, besonders von
Vespa gallica und V.crabro.. Nach Röaumur besteht das derb-
160 Max Hermann Edmund Kluge.
chitinisirte Geschlechtsorgan des Männchens unserer Wespen aus
drei Theilen; den paarigen, schuppenartigen Zangen, den zwischen
diesen gelegenen „langen weissen und behaarten Körpern“ und dem
eigentlichen median gelegenen Zeugungsglied. Das oral gelegene
Chitinstück, in welchem die Zangen ihre Insertion finden, hält er
für das letzte Abdominalsegment der Wespe und nicht für ein Stück
des Genitalorgans selbst.
In der Behandlung unseres Stoffes tritt darauf in der Litteratur,
soweit sie uns vorliegt, eine längere Pause ein. Erst 1831 ver-
öffentlichte wiederum ein französischer Forscher, Dufour, in seinem
viel angezogenen Werk: „Recherches anatomiques et physiologiques
sur les Orthopteres, les Hyme&nopteres et les Neuropteres‘ eine Be-
schreibung der Genitalanhänge der Hymenopteren. Dufour’s Arbeit
ist weit eingehender, als die der beiden vorhergehenden Autoren.
Sein Verdienst ist es, zuerst eine Nomenklatur für die einzelnen
chitinösen Theile des Copulationsorgans in die Wissenschaft ein-
geführt zu haben. Nach ihm setzt sich die von zahlreichen Muskeln
an den letzten Abdominalsegmenten befestigte „armure copulatrice‘
bei allen Hymenopteren aus folgenden vier resp. fünf Stücken zu-
sammen: 1. piece basilaire, 2. le forceps, 3. le fourreau de la verge,
4. la volselle und eventuell, 5. ’hypotome. Die einzelnen Stücke
seien zwar bei den einzelnen Arten verschieden entwickelt, für ein
geübtes Auge aber immer auf ihren Typus zurückzuführen. Dufour
giebt dann die Erklärungen der Namen dieser einzelnen Theile, be-
spricht die letzteren vergleichsweise und bringt zum Schluss auch
eine Beschreibung der Genitalorgane einzelner Hymenopterenfamilien.
Hierbei führt er die von mir zum Gegenstand meiner Untersuchung
gemachte Vespa germ. nicht an; von den nächsten Verwandten be-
spricht er nur Polistes und Vespa crabro, erstere vergleichsweise,
letztere in einer besonderen Abhandlung, in der er auch die nicht-
chitinisirten Theile des Genitalorgans darstellt.
Nach der Redaktion dieser Artikel bekam Dufour ein Schreiben,
worin ihm Audouin mittheilte, dass auch er zusammen mit Lachat
der Akademie im Jahre 1821 Untersuchungen über diesen Gegen-
stand ungedruckt eingereicht habe Dufour ging auf die Nomen-
klatur dieser beiden Forscher ein, obwohl ihm selbst eine Rück-
führung auf seine Benennungen nicht ganz leicht erscheint. Die
piece basilaire ist bei Audouin und Lachat: la cupule; die forceps
benennen sie: d’helotes; jeder Arm der Zange besteht aus drei
Theilen: 1. le spathe, 2. l’entospathe, 3. la harpide. Dufour nimmt
an, dass eins dieser drei Stücke seine volselle sei, wagt aber nicht
zu entscheiden, welches. Das hypotome kennen Audouin und
Lachat nicht. Das Futteral (le fourreau de la verge) nennen sie:
paramese, die Stäbe (les baguettes) dieses Futterals: thyrses.
Der einzige zeitgenössische deutsche Bearbeiter dieser Materie
ist Burmeister. In seinem „Handbuch der Entomologie‘' (Berlin 1832)
liefert er unter Anderem auch eine kurze Beschreibung des Penis
von Vespa und giebt eine Skizze desselben mit den Anhangsgebilden,
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 161
Er benennt die forceps Dufour: äussere Scheide, die volselle: innere
Scheide, die chitinöse Umhüllung des Penisrohrs, den fourreau de
la verge Dufour: penis. Die piece basilaire hat er entweder über-
sehen oder nicht als zugehörig zum Penis betrachtet, in Folge dessen
lässt er auf der Abbildung fälschlich die beiden Samenleiter in eine
weite Oeffnung sich ergiessen, die sich in der Mitte der grossen
Klammern befindet. Die Skizze selbst ist nicht genau ausgeführt
und die Beschreibung sehr kurz gehalten; beides ist allerdings zu
entschuldigen, da Burmeister die Genitalien nicht zum besonderen
Gegenstand seiner Untersuchung in diesem Buche macht. Die
anatomischen Detailverhältnisse wurden von ihm ebensowenig be-
rücksichtigt als von den vorhergehenden Forschern.
Daneben ist aus der Litteratur der Mitte dieses Jahrhunderts noch
weiterzu erwähnen eine Arbeit Stein’s über die weiblichen Geschlechts-
organe der Käfer in „Vergleichende Anatomie und Physiologie der
Insekten‘ (Berlin 1847). Stein’s Thema ist zwar ein dem hier ge-
wählten Stoffe ziemlich fernliegendes, es ist jedoch Stein’s Verdienst,
in dieser Arbeit zuerst die morphologischen Beziehungen der Segment-
stücke mit den Genitalien der Insekten erkannt zu haben.
Der Nächste in der Reihe der Autoren, die über die Genital-
anhänge der Hymenopteren veröffentlichten, ist Lacaze-Duthiers.
In seinen „Recherches sur l’armure genitale des Insectes‘“ (Annales
des sciences naturelles, Tome XI et XII. Paris 1849) führt derselbe
für armure copulatrice Dufour den Namen armure genitale ein und
stellt zuerst die Frage auf: Herrscht ein einheitlicher Plan in der
Zusammensetzung der männlichen und der weiblichen Zeugungs-
organe? Er untersucht zuerst die Weibchen, beantwortet aber die
von ihm gestellte Frage selbst nicht, da er aus irgend welchen
Gründen zu einer Untersuchung der männlichen Geschlechtsorgane
nicht gelangt. Lacaze-Duthiers führt in seinem Werke eine
Reihe von Forschern auf, die er mehr oder weniger abfällig kritisirt,
so: Westwood, der Zeichnungen ohne Erklärungen geliefert, und
Curtis, der nur beschrieben habe. Leider sind mir die Arbeiten
der beiden letzten Autoren nicht zugänglich gewesen.
In der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts war es zunächst
Leuckart, der in dem v. Berlep’schen Buche „Die Biene und
die Bienenzucht“ (1. Auflage 1860) die Copulationsorgane der Drohne
näher beschrieb!). Ebenso hat unter Leuckart’s Leitung Kraepelin
(„Bau, Mechanismus und Entwickelungsgeschichte des Stachels der
bienenartigen Thiere“. Leipzig1873) die Hauptstücke des Copulations-
organs unserer Drohne morphologisch analysirt und auf die ent-
sprechenden Theile des Stachels bei dem Weibchen zurückgeführt.
Neuerdings veröffentlichte auch Koschewnikoff eine russisch
geschriebene Abhandlung: „Bau der Geschlechtsorgane der Drohne‘‘
(Moskau 1891), in der er die älteren Arbeiten der Autoren, welche
!) Vergleiche hierzu auch die 1885 herausgegebene „Anatomie der Biene“
nebst Wandtafel.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. I. H.2. 11
162 Max Hermann Edmund Kluge.
auf diesem Gebiet thätig waren, zusammenfasste und speciell die
innere Auskleidung des Genitalorgans anatomisch näher beschrieb.
Bekanntlich aber liegen die bezüglichen Verhältnisse bei diesem
Insekt so ganz anders, als bei den anderen Hymenopteren, ja bei
allen andern Insekten. Die einzelnen Theile des Copulationsapparates
sind so eigenartig, fast nur als Auswüchse eines langen Schlauchs
anzusehen, dass eine Zurückführung auf die Genitalien der anderen
Hymenopteren kaum zulässig erscheint.
Ueber die männlichen Begattungsorgane unserer Wespe, wie
auch der nahe verwandten Hummeln ist seit den Abhandlungen
Dufour’s und Burmeister’s lange Zeit hindurch nichts ver-
öffentlicht worden. Das Interesse der Entomologen wandte sich
mehr der Erforschung anderer Stücke zu, besonders der Mundtheile,
die ein praktisches Interesse für die Olassifizirung boten. Erst ın der
letzten Zeit begann man wieder dieCopulationsorgane der Hymenopteren
näher zu untersuchen. Hoffer (die Hummeln Steiermarks) und
Schmiedeknecht (Apidae Europaeae Berlin 1885—1887) studirten
die Geschlechtsorgane der Bombiden. Sie fanden, dass die Ver-
schiedenheiten in der Bildung der einzelnen Hartgebilde auch bei
der Charakteristik und Unterscheidung der Arten in Betracht zu
ziehen seien. Auf Grund der darin sich aussprechenden Verschieden-
heiten hat besonders Schmiedeknecht die einschlägige Litteratur
um eine ausserordentliche Anzahl von Arten bereichert. In ver-
gleichend anatomischer Hinsicht haben beide Autoren die Copulations-
organe nicht behandelt. Abstrahirt man von den ziemlich zahl-
reichen Arbeiten, welche über das Begattungsorgan von Apis mell.
erschienen sind, über Gebilde, die, wie bemerkt, in der äusseren
wie inneren Struktur von denen der andern Hymenopteren gänzlich
verschieden sind, so kann man wohl behaupten, dass über die
Details in der Zusammensetzung dieser Apparate, speciell der Chitin-
stücke und den Mechanismus der letzteren bei den Hymenopteren
überhaupt, keine einzige anatomisch eingehende und erschöpfende
Abhandlung existirt. Es war mir deshalb eine sehr willkommene
Aufgabe, als mich mein hochverehrter Lehrer, Herr Geheimrath
Leuckart auf dieses so wenig bekannte Organ aufmerksam machte
und mir eine nähere Untersuchung empfahl. Ich untersuchte zu-
erst makroskopisch die Genitalien unserer einheimischen Hummel-
arten, bis ich von der Arbeit Schmiedeknecht’s Kenntniss erhielt,
der die Einzeltheile des chitinösen Apparates bei denselben bereits genau
festgestellt und eine neue Benennung eingeführt hatte. Er nennt
das oralwärts gelegene Stück: Cardo, die grossen äusseren appendices
derselben: Stipites oder grosse Klammern; an letzteren sitzen an:
die Sagittae oder kleine Klammern und eine Anzahl von kleineren
Auswüchsen, die er Squamae und Laciniae benennt. Das Mittel-
stück, welches das Penisrohr umgiebt, heisst bei ihm: Spatha.
Dieser Nomenklatur schloss ich mich bei der Untersuchung
des Genitalorgans von Vespa germ. an. Ich richtete mein Haupt-
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 163
augenmerk, neben der Beschreibung des Ektoskeletts, auf den inneren
Mechanismus und die Fixation des Genitalorgans im Abdomen.
Die Untersuchungen boten insofern gewisse Schwierigkeiten,
als das Ektoskelett des Genitalorgans überaus hart und widerstands-
fähig ist, eine Mikrotombehandlung deshalb nur unter Zuhülfenahme
ganz bestimmter, auszuprobirender Mittel möglich war. Ich werde
deshalb in einem Schlusskapitel die hierbei von mir beobachte
Methode einer kurzen Besprechung unterziehen.
An dieser Stelle sei es mir vergönnt, meinem hochverehrten
Lehrer, Herrn Geheimrath Leuckart, für die Anregung, die er mir
jederzeit zu Theil werden liess, für die Benutzung seiner reich-
haltigen Bibliothek, sowie überhaupt für sein freundliches Wohl-
wollen meinen aufrichtigen Dank auszusprechen.
Die Hartgebilde des männlichen Begattungsorgans
von Vespa germanica.
I. Spatha.
Das wichtigste Stück des gesammten chitinösen Copulations-
apparates (Fig.1 u.2) ist die median gelegene, unpaare Spatha. Sie
umschliesst in grösster Länge die beiden Vasa deferentia, die Ver-
einigung derselben und den Ductus ejaculatorius mit der Auswurfs-
öffnung. Ausser diesen, auf den ersten Blick nicht sogleich erkenn-
baren Thatsachen, ist es aber vor allem schon die mediane Lage
und die elegante Gestalt, die das Auge des Beschauers fesselt und
eine besondere Wichtigkeit gerade dieses Organs deutlich er-
kennen lässt.
Das Chitin ist dünner als das der umgebenden Theile und in
Folge dessen auch entsprechend heller und gelblicher. Beim lebenden
oder frisch abgetödteten Thier lässt sich die spatha leicht nach
oben und unten biegen und zeigt dabei eine ausgesprochene Elasticität.
Die Durchschnittslänge beträgt bei Vespa g. 4 mm, bald etwas
mehr, bald weniger, je nach der Grösse des betreffenden Individuums.
Die Breite schwankt in den einzelnen Abschnitten zwischen 0,28
und 0,9mm. Die Höhe beträgt zwischen 0,21 und 0,71 mm. Höhe und
Breite derSpatha schwanken also, vom minimum zum maximum, durch-
schnittlich im Verhältniss von 1:3. Diese seitlichen Erweiterungen und
Verengerungen zusammen mit den Höhendifferenzen, bedingen die, auf
mikroskopischen Querschnitten so ausserordentlich verschiedenen
und doch immer eleganten symmetrischen Formen, die ich später
des Näheren besprechen werde. Die Bezeichnung Spatha, Spatel,
Degen, die nun einmal in der neueren Hymenopterenlitteratur ein-
geführt ist, trifft eigentlich die äussere Gestalt dieses Organtheils
bei Vespa g. sehr wenig. Da aber bereits beim nächsten Verwandten,
der Hornisse, die Spatha eine ganz bedeutende Umgestaltung er-
fahren, und bei andern Aculeaten, z.B. den Hummeln, die Abweichung
noch weiter geht, so möchte ich die einmal eingeführte generelle
11*
164 Max Hermann Edmund Kluge.
Bezeichnung beibehalten. Besser liesse sich schon bei der Wespe
dies Organ mit einem Löffel, oder noch treffender vielleicht, wenn
man von den Grössendifferenzen absieht, mit einem, im Knie sanft
gebogenen, menschlichen Bein vergleichen, dessen Fusstheil im
breiten, mittelalterlich abgestumpften Schuh steckt (Fig. 2... Bei
letzteren Vergleich würde dann das Basalstück den breiten Ober-
schenkel, die erste Einbuchtung den Uebergang zum Knie darstellen.
Darauf würde dieses selbst in breiter, kräftiger Entwickelung folgen,
hierauf nach abermaliger sanfter Einschnürung die Wadenparthie,
welche schliesslich nach feiner Verschmälerung in den abwärts ge-
bogenen, breit entwickelten Fuss übergeht. Dieser würde dann in
der Hackenparthie von einem Paar flügelartiger Auswüchse flankirt sein.
In dieser, soeben geschilderten Gestalt zeigt sich die Spatha
dem Beobachter bei Lupenvergrösserung von der dorsalen Seite aus
und im Zusammenhang mit den übrigen Hartgebilden des Genital-
organs. Trennt man jedoch vorsichtig mit Pincette und Skalpell
die Spatha von ihrem festen Ansatzpunkt an dem Cardo; dem am
meisten oralwärts gelegenen, unpaaren Anfangsstück des Begattungs-
apparates, so bemerkt man, dass die untere Parthie um ein be-
trächtliches in den Cardo hineinragt. Ein paariges, ausserordentlich
hartes Chitingebilde geht in divergirender Richtung bis dicht an die
Ventralseite des Cardo und ist hier durch ein Paar kurze, aber sehr
massige Muskeln festgehalten. Entfernt man dieselben und betrachtet
man mit einfacher Lupenvergösserung die isolirte Spatha von der
Ventralseite, so fällt hier zunächst eine breite, sich aboral all-
mählich verschmälernde Furche auf, welche die Spatha fast in ganzer
Länge in der Medianlinie, vom Ansatzpunkte bis zur weiten löffel-
artigen Endverbreiterung durchrieft. Hierdurch wird der Höhen-
durchschnitt der Spatha in der Mittellinie ein geringerer und das
Organ dadurch hellglänzender und durchleuchtender. Die Furche
selbst ist, wie man bei näherer Untersuchung bald erkennt, nicht
sehr tief. Ihr Untergrnnd lässt sich etwas gegen die Rückenfläche
drücken und ist mit feinen Membranen an den Seitenwänden be-
festigt. Diese Verbindungshäutchen lassen sich jedoch, wegen ihrer
ausserordentlichen Zartheit gut nur an mikroskopischen Querschnitten
beobachten. Bei schwacher Vergrösserung, in der Längsrichtung
der Spatha gesehen, können sie, namentlich in den letzten Theilen
leicht zu irrigen Anschauungen verführen. Die breite, fast kreis-
runde Erweiterung am Ende der Spatha (Fig. 1 Sp.) nämlich trägt
auf der Unterseite rechts wie links zwei dünnhäutige Säckchen,
welche in ihrem äusseren Habitus und bei der sehr exponirten
Lage am äussersten Ende des gesammten Begattungsapparates leicht
den Glauben erwecken, dass man es hier mit drüsigen Gebilden zu
thun habe. Die beiden Säckchen lassen sich mit der Nadel von
der Spatha abheben, der sie leicht aufliegen. Sie sind circa 0,4 mm
lang und in ihrer Gestalt ziemlich kurz und rundlich. Ihre Farbe
ist sehr hell, in Flüssigkeiten gesehen fast weiss und sticht scharf
von dem Untergrunde der Spatha ab. Bisweilen legen sie sich mit
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 165
den Innenseiten leicht aneinander, so dass die sonst runden Körper
an der Berührungsfläche abgeplattet erscheinen. Längere Zeit war
ich der Meinung, dass sie mit dem Ductus ejaculatorius in engster
Beziehung ständen, sei es, dass sie, wie der Anschein es vermuthen
liess, drüsigen Charakters seien oder gar das äusserste Ende des
Ductus selbst darstellten, der dann am Ende seiner, in der Spatha
eingeschlossenen Parthie, vielleicht ähnliche Gebilde verberge, wie
der Penis der Biene. Sprach doch auch die äussere Aehnlichkeit
und Lage dieser Anhänge für ein Homologon der Widderhörner
bei Apis. Dazu kam, dass Dufour, bei der generellen Besprechung
der Geschlechtsorgane der Hymenopteren, angab, es zeige sich am
Ende des fleischigen und konsistenten Penis „eine Spur von aus-
geschnittener Eichel.“ Um so nothwendiger war es also, gute
Querschnittsbilder herzustellen, die allein die Natur der fraglichen
Gebilde genügend aufklären konnten. Und dabei stellte sich denn
auch heraus, dass diese Wülste nichts weiter sind, als sackartige
Auftreibungen der ventralen Chitinwand der Spatha. Sie entspringen
innerhalb der Spatha, etwas oralwärts vor dem Auftreten der beiden
Alae, wie ich die beiden Widerhaken der Spatha bezeichnen möchte,
und zeigen sich, von hier an bis zu dem Punkte, wo die beiden
Wülste auf der Bauchfläche der Spatha deutlich sichtbar werden, in
links- wie rechtsseitiger Verdoppelung (Fig. 1 Sp.). Auf Querschnitten
bemerkt man demnach zwei grössere und zwei kleinere äussere Er-
hebungen, welche lefzenartig von der Bauchseite der Spatha hus-
gehen und ungefähr die gleiche Querschittshöhe erreichen wie die
Alae. Mit dem Verschwinden der letzteren geht auch gemeinsam
das Kleinerwerden und die allmähliche Rückbildung der äusseren
Wülste, sodass auf Schnitten, welche nur die unterste Region der
Spatha treffen, das Lumen der beiden inneren Säckchen allein übrig
bleibt. Das Chitin der beiden Wülste, welches, wie die ganze
ventrale Begrenzung der Spatha, ausserordentlich fein und gewellt
erscheint, ist an der Stelle, wo sich die beiden Säckchen auf dem
Ende der Spatha berühren, etwas verdickt und schwach gelblich
gefärbt.
Nach dieser Abschweifung über das Anhangsgebilde der Spatha
will ich auf die Beschreibung der Spatha selbst wieder zurückkommen,
die in den einzelnen Theilen ausserordentlich variabel ist. Ihr
letztes Viertel, das distale Ende ist stark abgeplattet und rundlich
verbreitert. An der breitesten Stelle dieser Scheibe bilden Quer-
schnitte eine kahnförmige Figur, deren seitliche Ränder 0,86 mm
von einander entfernt sind, während die Höhe des Schnitts 0,29 mm
beträgt. Sehr bald treten dann in Schnittserien die beiden oben
beschriebenen Wülste auf; zuerst paarig mit eigenem Lumen, dann
in vierfacher Anzahl mit der Ventralwand der Spatha ein Lumen
bildend, bis sich schliesslich das äusserste Ende des ringsumschlossenen
Duetus ejaculatorius dazwischen schiebt, an einer Stelle, wo die
beiden äusseren, kleineren Säckchen bereits fast verschwunden
sind und an der Aussenseite der Spatha die Alae sich sanft abwärts
166 Max Hermann Edmund Kluge.
und nach den Seiten biegen. Hier misst die Spatha von rechts
nach links 0,64 mm und dorso-ventral 0,42 mm. Es folgt nach vorn,
plötzlich abgesetzt die schmalste Stelle der Spatha, von nur 0,28 mm
Breite und auch nur geringer Höhe (0,36 mm). Auf ungefähr halber
Länge der Spatha haben wir im Querschnitt die elegante Lyraform,
wie sie Fig. 3 nach einer Photographie zeigt. Das Chitin ist hier
bereits, gegen die Anfangsschnitte betrachtet, stärker geworden, er-
reicht aber bei weitem nicht die kolossale Dicke, wie sie andere
Stücke des Begattungsapparates, z. B. die grossen Klammern zeigen.
Diese Figur des Spathaquerschnittes bleibt mit geringen Modifikationen
eine Zeitlang ungefähr gleich, in der ganzen Gegend, die wir in
unserem Bilde als Wadenparthie bezeichnet haben; sie verschmälert
sich schliesslich etwas, namentlich in der unteren, ventralwärts ge-
legenen Parthie, während sie dorsalwärts breiter, bauchiger wird.
Plötzlich jedoch, in der Gegend des Kniees, tritt an Stelle der bisher
beobachteten, schön geschwungenen Linien eine starre, stark ge-
brochene Figuration auf. (Fig.5.) Die Dorsalseite wird gebildet durch
den Scheitelpunkt eines spitzen Winkels, dessen beide Schenkel an
ihrem Ende 0,43 mm klaffen; von hieraus gehen in stumpfem
Winkel der Medianlinie zu zwei andere Chitinstücke, die direkten
Fortsetzungen der ersteren, und lassen nur einen schmalen Raum
an ihren Enden zwischen sich, welcher durch die stets vorhandene
dünne Verbindungshaut ventral geschlossen wird. Die Höhe beträgt
hier 0,65 mm.
Ueber die im Innern befindlichen Gebilde wird bei einer späteren
Gelegenheit (s. Genitaltractus) gehandelt werden.
Aber nicht bloss äusserlich ist diese Stelle ausgezeichnet, sondern
auch dadurch, dass hier die ursprünglich getrennten beiden Vasa
deferentia zu dem, die hintere Hälfte der Spatha bis ans Ende durch-
setzenden unpaaren Ductus ejaculatorius, zusammentreten. Es liegt
nahe zu vermuthen, dass die ‚eigenthümliche Bildung des Kniees mit
diesem Verhalten einen gewissen Zusammenhang habe. Dieses Knie
der Spatha ist übrigens, wenn man das Gesammtstück des Penis
betrachtet, am meisten dorsal gerichtet, entbehrt also seitlich des
Schutzes der Stipites; es muss also hierfür Ersatz geschafft werden,
und dies geschieht/ einestheils durch eine lokale Verdickung des
Chitins, anderntheils durch die spitze, dachförmige Form der Dorsal-
seite, welche hierdurch widerstandsfähiger gemacht wird.
Das vordere Viertel der Spatha zeigt auf Querschnitten wieder
ähnliche Formen, wie die aborale, letzte Hälfte. Die Linien sind
wieder gewellt oder geschwungen, die äussere Gestalt erinnert, je
näher dem Ende, durch ihre Breite und geringe Höhe etwas an die
Schnitte durch das Endstück, die Löffelschaufel oder den Fuss in
unserem Bilde. In der Mitte ist auch hier die grösste Breite er-
reicht, die Maximalbreite der Spatha überhaupt (0,9 mm). Der
Höhendurchmesser wird, je näher dem Vorderende zu, immer flacher;
während er in der mittleren Parthie noch 0,72 mm misst, nimmt er
schnell ab; ja man kann eigentlich in dem proximalen Theile über-
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 167
haupt nicht mehr von der Höhe der Spatha sprechen, da die feine
Membran, welche sonst das Lumen auf der Ventralseite schloss, ver-
schwindet und Muskeln aus den peripheren Theilen der anderen
Stücke frei in das Innere hineindringen. Zugleich geht die feine
Verbindungshaut auf der Bauchseite der Spatha nach den beiden
grossen Klammern hinüber, diese an ihrem Rückentheil locker mit
der Spatha verbindend.
Wie schon bemerkt, ist die Spatha in der Medianlinie mit den
beiden grosssen Klammern durch chitinöse Verwachsung elastisch
verbunden. Die andere Fixation, im Innern der Klammern ver-
steckt, ist auch bereits flüchtig erwähnt. Es sind dies die beiden,
von der Ventralseite der Spatha ausgehenden, ausserordentlich starren
Chitinstäbe, die, nach ungefähr !/;, mm Länge in einer kurzen,
derben Verdickung (Fig. 6 Sp.), ähnlich einem Kugelgelenkkopf,
endigen. Diese Stäbe sind solide, ohne Matrix im Innern und dem-
nach starre Fortsetzungen der Ventralwand der Spatha, aus deren
Matrix sie ihren Ursprung genommen haben müssen. Ihre Richtung
ist ein wenig schräg abwärts und zugleich nach vorn, sodass sie
um ein Geringes den in der Medianlinie gelegenen Fixationspunkt
der Spatha überragen. Für die Bewegungsfähigkeit der Spatha ist
dies ein wichtiges Moment, auf das ich später, bei Besprechung der
Muskulatur und ihrer Wirkungen, zurückkommen werde.
II. Sagiittae.
Die inneren Appendices der grossen Klammern werden in der
Nomenclatur der Geschlechtsorgane von Schmiedeknecht Sagittae
genannt. So passend dieser Name auch für einzelne Hummelarten
gewählt sein mag, so trifft seine Bezeichnung doch für Vespa in
keiner Weise zu. Trotzdem möchte ich die einmal eingeführte Be-
nennung beibehalten, da ja auch dieses Stück in der Reihe der
Hymenopteren unzählige Veränderungen eingeht und eine ander-
weitige, einseitige Benennung bei Vespa in der durch Schmiede-
knecht, vermuthlich für sämmtliche Hymenopteren, festgestellten
Bezeichnung nur Verwirrung herbeiführen könnte. Die Sagittae sind
ein paariges Gebilde, welches mit der jederseitigen, inneren Wand
der grossen Klammern eng verbunden ist (Fig. 1 Sa.). Bei aus-
gewachsenen Exemplaren ist ihre Grösse etwas über 3 mm, wovon
etwas mehr als die Hälfte auf das freie Ende zu rechnen ist. Im
Gegensatze zur Spatha, die gänzlich unbehaart ist, umgiebt sie
theilweise ein dichtes Haarkleid. Das aborale Ende ist bei alten
Exemplaren so vollständig von einem förmlichen Pelz von Haaren
umkleidet, dass man die Öonturen des Hartgebildes überhaupt nicht
mehr zu erkennen vermag. Auf Querschnitten jedoch, die auch
hier bei diesem langestreckten Organ sich nothwendig machen, um
die genauere Struktur kennen zu lernen, bemerkt man, dass allein
die ventrale, etwas nach innen gewandte Fläche die Trägerin des
168 Max Hermann Edmund Kluge.
Haarkleides ist; nur die ausserordentliche Länge der Haare — drei-
viertel mm — in der untersten Parthie und die Dichtigkeit derselben
täuschen eine allseitige Umkleidung bei der Betrachtung in toto vor.
Nach dem Cardo zu nimmt die Menge der Haare ziemlich schnell
ab, sodass auf der Seitenplatte (Fig. 1 Sa.) nur noch sporadisch
einige wenige auftreten, während sie auf der mehr einwärts ge-
legenen Parthie schon um ein Geringes eher verschwinden.
Das Chitin ist an diesem Theile bedeutend stärker und dem
entsprechend dunkler, als an der Spatha; ja die der letzteren ab-
gewandte Aussenfläche zeigt stellenweise eine solche Dicke, wie sie
kein anderer Theil des Geschlechtsapparates aufweist; dazu kommt,
dass die ganze dorsalwärts gelegene Parthie mit zahllosen dicken
Tüpfeln besetzt ist, welche die Stärke des Chitins nicht unwesentlich
vermehren. Es ist daher nicht zu verwundern, wenn das Durch-
ziehen des Mikrotommessers an dieser Stelle durch das Präparat
auf 15— 20 Schritt deutlich, als sägeartiges Geräusch vernehmbar ist.
Es ist keine seltene Erscheinung, die Einem bei der Betrachtung
dieses oder jenes Organs bei einem Thiere entgegentritt, dass einzelne
Theile desselben bald mehr bald weniger ausgebildet erscheinen.
So ist es auch beim Geschlechtsapparat unserer Vespa. Spatha sowohl
wie Sagittae wechseln in ihren Grössenverhältnissen bei den einzelnen
Thieren recht häufig. Bald ist die Spatha länger und wird daher
auf Querschnitten, die vom aboralen Pol beginnen, zuerst getroffen,
bald die Sagittae. Es beruht diese Erscheinung vielleicht auf einer
ungleichen Ernährung der hier angezogenen ÖOrgantheile während
der Entwickelungsperiode unserer Thiere. Diesem Umstand glaubte
ich Rechnung tragen zu müssen, und deshalb erlaubte ich mir die
Querschnitte von solchen Exemplaren abzubilden, bei denen die
Spatha der am weitesten hervorstehende Theil des Geschlechtsorgans
bildete. Andererseits benutzte ich zur dorso- und ventral-Total-
ansicht unseres Organs (Fig. 1 u. 2) Individuen, deren Sagittae die
Spatha an Länge überragten. Ein anderer Umstand, den ich bei
Anfertigung der Zeichnungen zu berücksichtigen hatte, war der,
dass beide Theile vermöge der Wirkungen ihrer Muskulatur im
Stande sind, sich bald über, bald untereinander zu lagern. Die
dichtbehaarten Enden der Sagittae bedecken nicht selten mit ihrer
Breite und Länge die ganze Unterparthie der Spatha. Andernfalls
lassen sie durch Auseinanderklaffen die Spatha frei nach oben treten
und bedecken dann die Genitalöffnung und die Unterseite des
Löffels mit den beiden Säckchen. Ich habe, bei der Fülle des
Materials, das ich mir in drei Sommern beschaffte, bei der Ver-
gleichung in 59 Fällen gefunden, dass die Spatha 32 mal über den
Sagittis gelegen, 27 mal unter denselben gelagert war. Bei un-
gefähr zwei Drittel der Individuen war die Spatha länger als die
Sagittae. Ich gehe auf diesen Gegenstand hier etwas breiter ein,
weil man neuerdings in der Classifikation beliebt, hauptsächlich auf
Grund von Verschiedenheiten im Bau der chitinösen Geschlechts-
organe, zahllose neue Arten in dem Hymenopterensystem aufzustellen.
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 169
Die anscheinend so starren Chitinskeletttheile gehen aber auch bei
Individuen derselben Art häufig solche Veränderungen ein, dass
eifrige Systematiker, von denen vielleicht nur ein wenig ausgiebiges
Material und dieses oft todt untersucht wird, durch derartige Ver-
schiedenheiten nur zu leicht zu der Annahme verschiedener Arten
verführt werden. Ich kann mich jedenfalls dem Gedanken nicht
verschliessen, dass die von mir beobachteten Veränderungen in der
Grösse und Lagerung einzelner Theile der Geschlechtsorgane von
Vespa, auch bei anderen Arten, z. B. Bombiden, ebenso häufig vor-
kommen werden. Die von mir untersuchten Männchen entstammten
übrigens sämmtlich ein und demselben Jahresbau, waren also un-
zweifelhaft Verwandte engster Art, obwohl sie, wie gesagt, so auf-
fallende Differenzen in der Bildung ihrer Copulationsorgane zeigten.
Betrachten wir in Folgendem die Struktur der Sagittae, wie sie
sich auf Querschnitten präsentirt. Die zuerst getroffene terminale
Parthie zeigt zwei auf der Rückenfläche einander leicht zugeneigte
Figuren, welche eine mehr oder weniger dreieckige Gestalt besitzen.
Ihre Grösse (Fig. 4) bleibt sich ziemlich gleich, so lange das freie
Ende getroffen wird, die trianguläre Form wird gleichfalls bewahrt,
nur treten Modifikationen der einzelnen Theile unserer Dreiecke auf,
so, dass bald die dorsal gelegene, bald die dem Bauche zugewandte
Parthie Ausbuchtungen resp. Verschmälerungen erfährt. In der
Gegend jedoch, wo die Lyraform der Spatha sich mehr in die
Länge zieht, also kurz vor der Kniebildung der Spatha, nehmen
auch die Querschnitte der Sagittae eine andere Form an. Die vor-
her einander zugeneigten Rückenflächen treten auseinander, dafür
nähern sich die ventral gelegenen Enden der nun schon bedeutend
massiger (Fig. 5) gewordenen Organe. Das Haarkleid, welches die
innere Seite der Dreiecke dicht umgab, ist verschwunden, an ihrer
Stelle ist das Chitin bedeutend stärker geworden; beide Sagittae
haben sich der Spatha mehr genähert. In dem darauf folgenden
scharfkantigen Abschnitte der Spatha, dem Knie, umgeben sie das
Mittelorgan, das sie auf unseren Querschnitten vorher ventral be-
grenzten, schon auf beiden Seiten. Sie werden immer mehr zu
langgestreckten Gebilden, die mit ihrer ventralen Seite dem Innern
der grossen Klammern näher und näher rücken, bis sie, ungefähr
in halber Höhe der Stipites, ziemlich schnell mit deren Innenwand
verschmelzen.
III. Cardo. (Fig. 1u. 2.)
Das Chitinstück, welches die grossen Klammern oralwärts be-
grenzt, wird in der Hymenopterenlitteratur der letzten Jahre nach
dem Vorbilde von Schmiedeknecht Cardo genannt.
Cardo-Angel, Drehpunkt ist in der That eine treffende Be-
zeichnung für dieses den Bewegungsmechanismus der Stipites zum
Theil bedingende und regelnde Ansatzstück. Schmiedeknecht
170 Max Hermann Edmund Kluge.
und Hoffer gebrauchen auch gelegentlich den deutschen Ausdruck
„Kapsel“ für dasselbe Gebilde. In neuester Zeit hat Verhoeff
beide Bezeichnungen für wenig passend gefunden und diesem Theil
den Namen „Ringstück“ gegeben. Verhoeff motivirt diese Namens-
änderung damit, dals der Ausdruck Cardo bereits bei den Mund-
theilen in Anwendung gekommen und schon darum zu verwerfen
sei; ferner würden als „Kapsel“ „gewisse verwachsene Parameren-
typen“ bezeichnet, also sei auch dieser Name zu eliminiren.
Was den ersten Einwurf anbelangt, so ist dieser wohl zu-
treffend, doch kommt eben bei einer distinkten Benennung einzelner
Theile von bestimmten Organen überhaupt recht häufig dieselbe
Bezeichnung für ganz entfernt liegende Organe vor; aulserdem kann
ich kaum glauben, dals Jemand, der den Namen Cardo als unter-
schiedliches Merkmal in der Systematik vorfindet, hierbei sogleich
an die Mundwerkzeuge denken würde, da doch in diesem Falle
der Ausdruck ‚Cardo‘ wohl immer nur im Zusammenhang mit
anderen Genitaltheilen angezogen werden wird. Den zweiten Ein-
wurf gegen die Benennung unseres Stückes als „Kapsel“ möchte
ich unterstützen. Deutsche Namen für Gebilde, die eine so aulser-
ordentlich wechselnde Form annehmen, haben immer etwas miss-
liches. Die eigene Bezeichnung Verhoeff’s „Ringstück“ oder
„lamina annularis“ möchte ich deshalb nicht acceptiren, weil dieses
Stück, wie Verhoeff selbst zugiebt, nur „meist“ einen Ring vor-
stellt. Ferner würde der deutsche Name „Ringstück“ in der ana-
tomischen Bezeichnung der einzelnen Theile des Penis auch gänzlich
allein stehen, da diese ihre Worte ja sämmtlich der lateinischen
Sprache entnimmt oder mixta composita bildet. Ferner klafft dieses
“Ringstück“ bei dem Hauptvertreter, unserer Vespa, ganz bedeutend,
ungefähr auf ein Drittel seiner Peripherie. Es würde also die von
Verhoeff empfohlene Bezeichnung mindestens ebenso leicht zu
falschen Deutungen Ursache geben können, wie die Benennung
Cardo. Dazu kommt, dals letztere, ohne auf die möglichen Gestaltungs-
differenzen bei den einzelnen Ordnungen, Familien u. s. w. einzugehen,
die physiologische Bedeutung recht treffend wiedergiebt. Im Gegen-
satz zu den anderen Chitingebilden des Copulationsapparates, die
sämmtlich mehr oder weniger lang gestreckt sind, ist der Cardo
von mehr breiter als langer Gestalt. Einfach in der Form, zeigt er
dennoch in den Einzelheiten eine deutliche bilaterale Anlage. Be-
trachtet man den Cardo, nachdem man ihn von den fixirenden
Muskeln und Tracheen befreit hat, von der Rückseite, so bemerkt
man nur zwei schwach halbmondförmige, dorsalwärts einander zu-
geneigte Chitinlächen an beiden Seiten (Fig. 2). Diese gehen
plötzlich in eine feine Membran über und bedecken mit dieser eine
vollkommen durchschimmernde, überaus kräftige Muskelmasse. Nach
der Medianlinie zu ist diese dünne Haut von beiden Seiten her ein
wenig vertieft, so dass demnach die zwischen den beiden flankirenden
Chitinstücken gelegene Parthie des Genitalorgans eine geringe,
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 171
grubenartige Ausbuchtung zeigt. Ganz anders beschaffen ist die
ventrale Seite.
In der Mittellinie von einer schwachen Rille (Fig. 1) durchfurcht,
treten auf jeder Seite drei buckelartige Erhebungen hervor, welche
sich bedeutend weiter nach abwärts erstrecken als die Stipites und
auf dem letzten Abdominalsterniten aufliegen. Die Differenz, um
welche die Stipites auf der Dorsalseite länger sind als auf der
Bauchfläche, wird durch umgekehrte Länge des Cardo wieder
gleich gemacht. Während die Länge des Cardo auf der
Dorsalseite nur ungefähr ein Sechstel der Gesammtlänge des
Zeugungsapparates beträgt, macht dieselbe ventral gemessen fast
ein Drittel des gesammten Penis aus, da der Cardo hier hauben-
artig den obersten Theil der Stipites umschliesst und bis in die
Höhe der breitesten Region der Spatha hinabreicht. An Quer-
schnitten zeigt sich im Innern eine Criste, welche der starken Mus-
kulatur einen besseren Ansatz gewährt und in der Medianlinie der
Ventralseite verläuft. Diese Criste setzt zuerst als einfache, zapfen-
artige Verdickung der Wand an, bis sie, schnell wachsend, an den
letzten Querschnitten bedeutende Grösse erreicht und bis beinahe
in die Mitte des Cardo, vom Kopfe aus gesehen, hineinragt. Das
oberste, am meisten oralwärts gelegene Ende des Cardo zeigt, von
der darunter liegenden Muskulatur befreit, in der Mitte deutlich
eine, von beiden Seiten auf die besprochene Criste zulaufende
Chitinverdickung.
Verhoeff’s Angabe, dass das „Ringstück* bei den Wespen
ventralwärts klaffe, trifft bei dem Hauptvertreter, bei Vespa, nicht
zu. Hier verhält sich die Sache, wie oben geschildert, gerade um-
gekehrt. Bei dem nächsthäufigsten Vertreter, der Hornisse, ist der
Cardo überhaupt nur sehr wenig entwickelt. Das Chitin ist hier
verhältnissmässig dünn, etwas elastisch und auf der Dorsalseite fast
weiss. Nur die Ventralparthie zeigt schwachbraune Färbung, am
deutlichsten an ihrer Ansatzstelle an den Stipites, wo überhaupt
nur eine helle Bernsteinfärbung den Cardo erkennbar macht. Will
man die dünne Haut, die seitlich und dorsal von der festeren
Ventralseite ausgeht und im direkten Zusammenhang mit ihr steht,
zum Cardo mit hinzurechnen und nicht als blosse Verbindungshaut
ansehen, wie ich es bei Vespa thue, so erhält man bei Vespa crabro
in der That einen vollständig geschlossenen Ring, der auch äusserlich
diese Form zeigt; bei Vespa germ. ist jedoch der Ring theilweise
abgeplattet und dorsal eingedrückt.
IV. Stipites. (Fig.1 u. 2.)
Die gesammte äussere Gestalt des Copulationsapparates wird
wesentlich durch den Bau der die Spatha und Sagittae äusserlich
begrenzenden beiden Chitinstücke bedingt. Schmiedeknecht be-
nennt dieses besonders in die Augen springende paarige Gebilde
172 Max Hermann Edmund Kluge.
Stipes, Stamm, Stock; vermuthlich weil es zwar nicht das wichtigste,
aber doch das am massigsten entwickelte Stück des Gesammt-
gebildes repräsentirt. An diesem Stück setzen sich sämmtliche
anderen Theile fest an, indem sie es gewissermassen als Stütze
benutzen. Ferner bedingt seine Lage zu den übrigen Chitinstücken
allein deren Motionsfähigkeit und regelt durch seine im Innern ver-
borgene Muskulatur die auszuführenden Bewegungen. Die äussere
Gestalt der Stipites ist bei den einzelnen Hymenopterenfamilien
eine recht wechselnde; immer aber richten sich die Verhältnisse
zwischen Länge und Breite nach dem Bau des Abdomens, wobei
allerdings die Penisbildung das bedingende Moment ist für die
äusserlich wahrnehmbare, morphologische Differenzirung. Unsere
einheimischen Hummeln besitzen Stipites, welche in ihrem ganzen
Bau abgerundeter, plumper erscheinen als die der Wespen; dabei
sind sie jedoch nicht weniger differenzirt, sie besitzen im Gegentheil
Stücke, welche bei den Wespen gar nicht oder nur andeutungsweise
vorkommen. Auch die äulsere Gestalt des Abdomens der Hornisse
lässt im Vergleiche zur gemeinen Wespe ein plumperes Copulations-
organ vermuthen. In der That sind die Stipites bei Vespa crabro
relativ viel kürzer und runder gebaut als die von Vespa germanica.
Betrachtet man einen isolirten Stipes der Hornisse von der äusseren
Seite, so erscheint die orale Begrenzungslinie, welche von der
Bauchseite schräg nach der Rückenseite aufsteigt, fast genau so
lang als die Gesammtlänge des Stipes auf der Bauchseite gemessen.
Auch seitlich sind die Stipites von Vespa crabro etwas ausgebuchtet,
wodurch ihre rundliche Form noch mehr hervortritt.
Anders der Stipes unserer Vespa germanica. Gleicht das
äussere Bild eines isolirten Stipes von Vespa crabro im grossen
Umriss, abgesehen von der Grössendifferenz und der feineren Ge-
staltung, etwa der Schale unserer einheimischen Teichmuschel, so
würde der Stipes von Vespa g. mehr mit jener der schmäleren und
längeren Flussmuschel sich vergleichen lassen.
Die Länge der Stipites ist auch bei ausgewachsenen Exemplaren
eine wechselnde. Im Durchschnitt ist jede Hälfte 4,5 mm lang auf
der Dorsalseite gemessen, ventral nur 3,9 mm. Vorder- und Hinter-
seite entsprechen sich ebenso wenig, wie in der Grösse so auch in
der Gestaltung der einzelnen Parthien. Von der Rückenseite mit
Lupenvergrösserung betrachtet, zeigt jeder Stipes an der Grenz-
linie, mit welcher er an den Cardo ansetzt, eine sanfte Erhebung.
Diese verläuft ungefähr in der Mittellinie eines jeden Stipes, bis sie
sich im letzten aboralen Drittel etwas verflacht, um darauf nach
Innen in einem starken konvergirenden Dorn auszulaufen. Von
dieser Stelle an nimmt die Breite schnell ab. Zwei weitere, dies-
mal divergirende und kleinere Dornen bilden das eigentliche End-
stück des Stipes, obwohl zwei Chitinstäbe, welche, mehr der Bauch-
wand zu, auf der Innenseite entspringen und sich einander ein
wenig nähern, darüber hinausragen. Die Farbe dieser Stäbe ist
bei allen, jungen wie alten Thieren stets heller als die der Stipites
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 173
selbst, so dass man vermuthen möchte, dieselben möchten einst ein
selbstständiges Stück gewesen sein. Dieses ganze letzte Viertel,
welches bei den Bombiden ähnliche Gestalt besitzt, nennt Schmiede-
knecht Lacinia, Zipfel; ein mehr oralwärts gelegenes, zum Theil
der Innenfläche aufliegendes Stück Squama. Von letzterem ist bei
Vespa g. nichts zu bemerken; höchstens könnte man denjenigen
Theil der Innenwand, welcher die Sagittae in der oberen Parthie
umkleidet, hiermit identifiziren. Wahrscheinlicher aber ist, dass
dieses Stück, welches ja auch nicht einmal bei allen Hummelarten
sich erkennen lässt, bei Vespa einfach in Fortfall gekommen ist,
während dafür andere Parthien wie die Spatha und die Sagittae zu
ungleich grösserer Vollkommenheit gelangten.
Während die Rückenseiten der Stipites die Spatha fast in
ganzer Länge frei lassen — nur die obere Verbreiterung wird ein
wenig seitlich verdeckt — treten ventral die oberen Ränder mehr
zusammen und gewähren einen Einblick nur in den medianen Theil
des Endstückes der Spatha.
Auch die Ventralseite endigt in einem Paar etwas divergirender
Dornen; dicht über denen die beiden oben erwähnten helleren Stäbe
sich ansetzen, welche die Stipites jederseits in eine Spitze auslaufen
lassen.
Der Höhendurchmesser bleibt von Anfang bis zum Beginn des
letzten Viertels ungefähr der gleiche, durchschnittlich eine Kleinigkeit
weniger als 2 mm. Die Farbe des Chitins der Stipites ist tief
dunkelbraun; in der untersten Parthie, mit Ausnahme der stab-
förmigen Verlängerungen, bei alten Thieren vollkommen schwarz.
Die innere Fläche ist auf der bauch- und rückenständigen Be-
grenzungslinie mit Haaren besetzt, welche einen dichten Kamm
bilden; ebenso sind die stabförmigen Verlängerungen mit Haaren
umkleidet. Die drei Paar Dornfortsätze jedoch bleiben, ebenso wie
die ganze äussere Parthie der Stipites, gänzlich frei.
Um die specielleren Details in der Figuration der Stipites und
namentlich die innere Wandung genauer kennen zu lernen, bediente
ich mich hauptsächlich der Querschnittsbilder. Die ersten Schnitte
— ich begann fast immer vom aboralen Ende — zeigen keine
wesentlich charakteristische Form. Es werden zunächst der Reihe
nach nur die drei Auswüchse getroffen; erst in jener Ebene, welche
die Spatha in der ausgesprochenen Lyraform schneidet, trifft man
den eigentlichen Körper der beiden Stipites (Fig. 4). Die äussere
Fläche zeigt sich konvex gebuchtet; das Chitin ist an dieser Stelle
bedeutend stärker und dunkler als an der Innenwand, welche nur
in der Mittellinie eine leichte Verdickung erkennen lässt. Diese
innere Begrenzung trifft dorsal durch eine dünne, etwas gefaltete
Conjunctiva mit der, ein wenig nach innen umgreifenden, Aussen-
seite zusammen. Auf der Ventralseite wird die Aussenwand durch
ein ausgesprochenes Gelenk (Fig. 4. G.) und ein von hier schräg
abwärts gerichtetes Chitinstück mit der Innenwand verbunden. Un-
gefähr in der Höhe der Mitte der Spatha (Fig. 5) gabelt sich
174 Max Hermann Edmund Kluge.
plötzlich die dorsale, etwas nach innen umgebogene Aussenseite.
Der untere, neu auftretende Theil hat auf Schnitten ungefähr dieselbe
Zipfelform, wie der ihn oben bedeckende; eine feine ÖConjunctiva
verbindet beide. An manchen Querschnitten übertrifft der untere
Zipfel den oberen an Grösse, wie denn auch die konvergirende
Form nicht selten ausgesprochener ist. Bald jedoch wird dieses
Stück wieder schmäler, dann auch kürzer, bis es, immer mehr
zurückweichend, ziemlich schnell in die Mitte der Innenwand auf-
seht. Das geschieht ungefähr an derselben Stelle, an welcher die
Sagittae ebenfalls mit der Innenwand des Stipes verschmelzen und die
beiden Stipites selbst auf der Dorsalseite am weitesten nach innen
ragen, also an der breitesten Stelle der Spatha. Bei Schnitten
durch diese Region zeigt die Innenwand des Stipes drei buckel-
artige Erhebungen. Die grösste, mehr dorsal gelegene wird ge-
bildet durch das Schlussstück der Sagittae. Die beiden kleineren
folgenden sind einestheils der letzte Rest der Duplikatur, andern-
theils eine kleine Erhebung in der Mittellinie der Innenwand. Bis
hierher war die innere Begrenzung des Stipes deutlich sichtbar und
wurde aus mittelstarkem Chitin gebildet. Von hieran geht das
Chitin jedoch schnell in eine dünne, elastische und etwas gefaltete
Haut über, welche von nun an die Innenwand, vom Rücken bis
halb zur Bauchseite hin, bildet. Zu gleicher Zeit ist aber auch die
Ventralseite unseres Stipes eine Umbildung eingegangen, die ihre
Gestalt ziemlich verändert hat. Die ganze ventral gelegene Parthie
ist breiter geworden und die beiden sich entsprechenden einwärts
gebogenen Wände haben sich mehr und mehr genähert, bis sie
schliesslich einander in derselben Ebene, welche die drei Buckel
der mehr dorsal gelegenen Parthie der Mittelwand zeigte, mit ihren
Flächen breit berühren. Auch das Haarkleid, welches die gesammte
Innenfläche oder doch wenigstens einzelne einander entsprechende
Theile der Stipes-Innenwände umgiebt, ist verschwunden.
Diese soeben geschilderten Veränderungen bilden aber erst
die Einleitung zu einer gänzlichen Umwandlung der beiden Innen-
flächen der Stipites. Während bisher die Querschnitte fünf Lumina
zeigten resp. drei (nach der Verschmelzung der beiden Sagittae mit
den Stipites), verändert sich plötzlich das Bild und der gesammte
Copulationsapparat bildet weiterhin nur noch ein einziges Lumen
(Fig. 6). Die Entstehungsweise ist folgende: Die Ventralseiten der
beiden Stipites, die sich in breiter Fläche einander genähert hatten,
lassen plötzlich eine feine Haut zwischen sich sichtbar werden,
welche die einander zunächst liegenden zwei Berührungsflächen ver-
bindet. Diese Verbindungshaut ist leicht gefaltet, schwach chitinös,
aber ziemlich derb. Gleichzeitig hat auch die Spatha eine Ver-
bindungshaut an ihren seitlichen Flächen mit der mehr dorsal ge-
legenen Parthie der Innenseite unserer Stipites gebildet. Die Spatha
hängt also jetzt in zwei elastischen Häuten an der inneren Dorsal-
seite der beiden Stipites fest. Zu gleicher Zeit verschwindet ferner
die ventrale Begrenzungshaut der Spatha, und somit haben wir
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 175
jetzt nur noch ein einziges Lumen. Die Haut, welche die Spatha
ventral begrenzte, konnte jetzt in Fortfall kommen, da die beiden
in der Spatha freiliegenden Vasa deferentia auf die neu gebildete
untere Conjunktiva der grossen Klammern sinken würden, falls eine
Lockerung in ihrem Gefüge eintreten würde. Sie vermögen also
nicht aus der schützenden Umhüllung herauszutreten. Von hier an
hat man es also nur noch mit einem unpaaren Stipes zu thun, der,
beiderseits symmetrisch, eine Zeit lang noch als ein verhältniss-
mässig einfaches Gebilde persistirt. Sehr bald verschwindet das
Endstück der Spatha auf den Schnitten (Fig. 6); nur die beiden
nach der Bauchseite zugerichteten stabförmigen Verlängerungen
derselben sind noch fast bis zum Vorderende des Stipes sichtbar.
Der Stipes, der bis hierher so ziemlich dieselbe Breite zeigt, behält
diese auch auf der Endparthie bei. Der Höhendurchmesser nimmt
schnell ab, doch wird dadurch die Gesammthöhe des Penis nicht
vermindert, sondern eher durch den jetzt im Bogen die Ventralseite
des Stipes umschliessende Cardo vergrössert (Fig. 6). An der Stelle,
genau in der Medianlinie, wo die letzten Reste der hier befestigten
Spatha sichtbar waren, zeigt sich an Schnitten, ziemlich am Ende,
eine dreizackige, nach innen gerichtete Criste. Ferner wird auf
der höchsten (Fig. 6) jederseitigen Erhebung eine lokale Verdickung
in Punktform sichtbar. Die Ventralwand hat ebenfalls örtliche
Verdickungen, welche auf Schnitten in Zapfenform gegen den Cardo
gerichtet sind und daher im Organe wallartise Erhebungen
repräsentiren, die aber schnell wieder verschwinden. Die End-
schnitte durch den jetzt bedeutend verkleinerten Stipes zeigen noch
eine leichte Aufwärtsbiegung der Ventralwand, die also körperlich
ebenfalls einen wallartigen, nach innen gerichteten Vorsprung darstellt.
Die Muskulatur der Hartgebilde.
Bisher reichten zum Verständniss der Grösse und Lagerung
der einzelnen Theile des Copulationsapparates gut erhaltene Quer-
schnittsbilder vollkommen aus, da ja die Einzelstücke sämmtlich
eine mehr oder weniger gestreckte Form besassen. Um aber die
Muskeln, deren Ansatzstellen und Grösse, sowie die durch sie be-
dingte Bewegungsfähigkeit der Theilstücke kennen zu lernen, machte
sich fortan eine weitere Behandlung der Hartgebilde durch Schnitte
in den beiden anderen Ebenen nöthig. Die Einzelheiten in der
Muskulatur werde ich in der Weise zu schildern versuchen, dass
ich dieselben in derselben Reihenfolge betrachten werde, wie sie
an den einzelnen Skelettstücken inseriren. Ich wende mich zunächst
zu dem Bewegungsmechanismus der Spatha.
I. Spatha.
Es ist von vornherein, auch ohne Schnittmethode, klar er-
sichtlich, dass dieses Organ, welches rechts und links von den
grossen und kleinen Klammern ziemlich eng begrenzt wird, seitlich
176 Max Hermann Edmund Kluge.
keine oder doch nur eine geringe Bewegungsfähigkeit besitzen kann.
Man kann sich auch leicht überzeugen, dass die Spatha, die ja in
der Medianlinie der grossen Klammer fixirt ist, nur eine Auf- und
Abwärtsbewegung zulässt. Lebendes Material, welches ich mir zu-
erst Ende September 1892 verschaffen konnte, liess darüber keinen
Zweifel. Die Thiere, welche ich mit einer Feder an den letzten Ab-
dominalringen reizte, liessen bald den Penis theilweise hervortreten —
den hierbei wirkenden Mechanismus werde ich später beschreiben —
und bewegten die Spatha innerhalb der klaffenden Klammern hammer-
artig auf und nieder. Die Hebung war die energischere Bewegung,
sie ging schneller vor sich als die Senkung; die Spatha stand dann
in einem Winkel von über 45° über dem Niveau der Klammern
starr eine Zeit lang nach oben empor, um sich später wieder zu
senken. Dies Spiel wiederholte sich noch oft, auch nach dem Nach-
lassen des Reizes. Diese Bewegung ist überhaupt die am meisten
hervortretende in der Aktion des Copulationsapparates; die Be-
weglichkeit der grossen und kleinen Klammern ist dieser gegenüber
eine viel beschränktere.
Das Muskelpaar, welches die Hebung der Spatha hervorzurufen
vermag, liegt im Innern der Stipites. Ich erlaubte mir bei der
Schilderung der stabförmigen Chitinfortsätze, die am proximalen
Ende der Spatha von der Ventralseite abgehen, zu bemerken, dass
diese Verlängerungen ein wichtiges Moment für die Bewegung der
Spatha seien. Von dem verdickten Ende dieser Fortsätze, welche
über den medianen Fixationspunkt an den grossen Klammern etwas
hinausragen, gehen nun genau in der Querschnittsebene ein paar
Muskeln (Fig. 6 1. Sp.) schräg ventralwärts nach dem jederseitigen
inneren Rand der Stipites. Diese beiden Muskeln sind zwar nur
sehr kurz, aber durch die enge Aneinanderlagerung der einzelnen
Fibrillen besonders ausgezeichnet. An Schnitten sind sie als die
am intensivsten gefärbten vor allen kenntlich. Die Mechanik der
Spatha ist hiernach kurz folgende: Die Spatha stellt einen zwei-
armigen Hebel dar. Der kurze Arm, der Kraftarm, ist gabelig ge-
theilt; an ihm sitzen die Gewichte, unsere beiden Muskeln. Der
lange Arm, der Lastarm, ist das Gros des Körpers unserer Spatha,
von dem, die beiden Hebelarme trennenden Fixationspunkte an bis
zum aboralen Ende. Contrahirt sich unser Muskelpaar, so zwingt
die Starrheit des Chitins der Fortsätze die Spatha, dorsal sich zu
erheben. Der Mechanismus ist bei aller Einfachheit seiner Wirkung
doch überraschend sinnig. So lässt z. B. die Gabelung des Kraft-
armes an ihren beiden Enden durch ihre Flächenvergrösserung eine
massigere Muskulaturentwicklung zu als an einem, wenn auch doppelt
so dicken Endpunkt, der dann median liegen müsste. Ferner setzt
die Muskulatur fast ausschliesslich am hintersten Ende des Kraft-
hebels an und steht genau im rechten Winkel von dem Lasthebel
ab. Unser Doppelmuskel braucht also einen verhältnissmässig nur
sehr kleinen Weg zu beschreiben, eine nur geringe Contraktion zu
bewirken, um den Lastarm und namentlich das hinterste Ende des-
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. rer
selben hoch emporschnellen zu lassen. Ferner können auch bei
dieser Konstruktion, da der Krafthebel so ausserordentlich kurz ist,
die Hebungen viel schneller auf einander folgen, als wenn der
Drehpunkt mehr nach der Mitte zu gelegen wäre. Wäre der Ver-
gleich wegen der kolossalen Massendifferenzen nicht etwas gewagt,
so möchte ich das Dampfhammerwerk als nach demselben Princip
erbaut und funktionirend hier heranziehen. Der einzige Unterschied
wäre wohl, dass bei der Spatha der Hammerklotz zwar sehr breit,
aber verhältnissmässig sehr leicht sein würde. Dieser Umstand,
die Leichtigkeit des Spathakörpers überhaupt, lässt auch einen
stark entwickelten Antagonisten, der ein zu weites Abwärtssinken
beim Nachlassen der Anspannung seitens unseres besprochenen
Muskelpaares verhindern sollte, nicht sehr nothwendig erscheinen.
Da jedoch die Spatha auch noch über ihre Ruhelage hinaus sich
nach unten unter das Niveau der Stipites zu biegen vermag, so sind
solche und zwar in dreifacher Anzahl vorhanden.
Ein Paar dieser Muskeln setzt ebenfalls an derselben Ver-
dickung der Stabfortsätze unserer Spatha an und geht dem Dorsal-
theil der grossen Klammern zu (Fig. 6 d. Sp.), wo er sich bis weit
nach hinten verfolgen lässt und ziemlich breit endet. Diese Muskeln
sind bedeutend schwächer entwickelt als die Hebemuskeln unserer
Spatha und bei Schnitten oft nur andeutungsweise zu bemerken.
Ihr Hauptzweck ist wohl eher eine Entlastung des ersten Paares,
beim Sinkenlassen der Spatha als eine diesem entgegengesetzte
Wirkung. Nun wäre die Möglichkeit ja von vornherein nicht aus-
geschlossen, dass es die Spatha nach unten zu drücken im Stande
wäre, wenn die Hebemuskeln in der Anspannung nachlassen. Für
diese Bewegung ist jedoch durch die folgenden stärker entwickelten
Muskelpaare hinreichend gesorgt.
Die Spatha, deren freier Körper vom aboralen Ende bis über
das Knie hinaus gänzlich frei von Muskulatur ist, zeigt auf Quer-
schnitten, in der Höhe des Anfangs der Endverbreiterung zunächst
auf der Ventralseite rechts und links den Ansatz eines Muskels,
welcher schräg nach vorn und oben verläuft, und in der Median-
linie der Spatha seine andere Insertion besitzt. Er geht also von
hieraus dachförmig nach beiden Seiten abwärts. Der Zweck dieses
Muskelpaares kann einzig der sein, die beiden Seiten der Spatha-
Verbreiterung einander zu nähern. Hierdurch wird der Querschnitt
schmaler und die grossen Klammern können dann ebenfalls, bei
der etwaigen Einführung in die Vagina, sich einander entsprechend
nähern; der Gesammtdurchschnitt des Copulationsapparates kann
also hierdurch verschmälert werden.
Dieses Muskelpaar setzt sich aber ausserdem, wie Sagittalschnitte
deutlich zeigen, in das Innere der Stipites fort. Die chitinöse Be-
festigung unserer Spatha liegt etwas vertieft im Verhältniss zu der
vorhergehenden gewölbten Parthie. Auch innerlich markiert sich
dies dadurch, dass die Fixationsstelle sich durch zwei halbmond-
förmige Chitinauswüchse, deren konvexe Seiten einander zugekehrt
Arch. f. Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd.I. H.2. 12
178 Max Hermann Edmund Kluge.
sind, nach unten fortsetz. Um diese Knickung herum setzt sich
nun unser dachförmiges Muskelpaar in die Region der Stipites fort;
es beschreibt also auf beiden Seiten einen leichten Bogen und setzt
sich am beiderseitigen äussersten Ende der Dorsalseite der Stipites
an. Contrahirt sich dies Muskelpaar, so wird nothwendigerweise
die Spatha sich nach unten senken müssen. Diese Muskeln sind
also Antagonisten des zuerst geschilderten, überaus massigen Muskel-
paares, der levatores spathae.
Die Wirkung dieses eben geschilderten Muskelpaares wird ge-
steigert durch ein dazukommendes ferneres Paar, welches ebenfalls
die Spatha nach unten zu biegen berufen ist. Das orale Schluss-
stück der Ventralseite der Stipites, die aber hier nur noch ein
Lumen bilden, biegt sich, wie schon geschildert, verdeckt von dem
Cardo, etwas nach oben um. An dieser Stelle inserirt jederseits
ein Paar Muskeln, welche schräg abwärts auf die Ventralseite der
Spatha zulaufen. Diese sind also gleichfalls als Antagonisten des
ersten Muskelpaares anzusprechen. In Summa basirt also die Be-
wegungsfähigkeit der Spatha, und somit auch des eingeschlossenen
Penisrohres, auf vier Muskelpaaren. Die Gesammtwirkung dieser
Muskeln ist insofern als eine beschränkte anzusehen, als die Spatha
allein dorsoventral bewegt werden kann, hier allerdings in einem
Winkel, der fast 90° erreicht. Eine seitliche Bewegungsfähigkeit
der Spatha ist bei der medianen Lage der Vaginalöffnung durchaus
nicht nothwendig.
II. Sagittae.
Da der grösste Theil der paarigen Sagitta, die gesammte von den
Stipites frei abstehende Parthie, massiv, ohne Zwischenhäute und
Gelenke ist und das Chitin ringsherum eine gleiche Consistenz zeigt,
so befindet sich demzufolge auch in dem gesammten freien Theile
keine Muskulatur. Erst an jener Stelle, wo die Sagitta jederseits
mit der inneren Wandung der Stipites verschmilzt, ist ein Ansatz
derselben bemerkbar. Die Richtung dieses Muskelpaares ist schräg
nach vorn und aussen, dem Cardo zugewandt. Es endet mit starker
Verbreiterung an der Aussenwand der Stipites und lässt sich bis
zum proximalen Ende derselben verfolgen. Das beste Bild geben
Transversalschnitte von ihm. Auf Querschnitten (Fig. 6 ad Sa.) zeigt
es ungefähr in der Höhe des Ansatzpunktes der Spatha die grösste
Entwickelung. Die Aufgabe dieses paarigen Muskels ist die Sagitta
jederseits nach vorn, nach dem Cardo zu, heranzuziehen. Diese
Bewegung wird dadurch ermöglicht, dass an der Insertionsstelle
unseres Muskels, an der Innenseite des Stipes, das Chitin eine
Strecke lang in Form eines elastischen Bandes sich mit dem Rücken-
theils verbindet. Die Contraktion bewirkt ferner jederseits eine
seitliche Verschiebung der Sagittae. Sie klaffen auseinander und
gestatten der Spatha eine freie senkrechte Bewegung.
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 179
Ein zweites Muskelpaar, das unsere Sagittae zu heben vermag,
inserirt kurz nach der Verschmelzung derselben mit den Stipites.
Dieser jederseitige Muskel ist ziemlich kurz, die breite Endfläche
ist auf der Ventralwand der Stipites und zwar mehr auf der inneren
Seite. Das andere Ende des Muskels inserirt an einer verdickten
Stelle der Innenfläche der Stipites. Unser Muskel gehört also
eigentlich eher den Stipites an, da er die oben erwähnten Wände
einander zu nähern vermag. Mit der inneren Wand der Stipites
ist aber das Schlussstück der Sagitta ventralwärts fest verbunden
und so ist die Sagitta gezwungen auf den Zug des Muskels durch
eine Hebung ihres Körpers am deutlichsten am distalen Theile zu
reagiren. Man kann diesen Muskel daher wohl als einen der
paarigen Sagitta zugehörigen in Anspruch nehmen.
III. Stipites.
Was die Muskulatur der Stipites anbetrifft, so kann es sich,
abgesehen von den bis jetzt erwähnten sechs Muskelpaaren, die ja
zum grössten Theile innerhalb der Stipites liegen, nur um solche
handeln, die einestheils die Artikulation an dem Cardo und andern-
theils die Verengerung des Querschnittslumens eines einzelnen Stipes
zu bewirken vermögen. Ich will letztere zuerst besprechen.
Vom aboralen Ende an gesehen zeigen Querschnittsbilder, sobald
der eigentliche Körper des Stipites getroffen wird, also nach
Passirung der drei Dornfortsätze, einen quer verlaufenden Muskel
(Fig. 4 cp. St. 1), welcher etwas schräg von der oberen Seite der
äusseren festen Wand nach der inneren, unteren Seite verläuft.
Die innere Parthie der Stipites ist, wie bei der Besprechung der
Skeletttheile erwähnt wurde, nicht starr, sondern aus einzelnen
Stücken zusammengesetzt, welche entweder durch lockere Häute
wie an der Ansatzstelle der Sagitta oder durch Gelenke, wie auf
der Ventralseite (Fig. 4), miteinander verbunden sind. Unser Muskel
bewirkt nun bei Contraktion eine Heranziehung und zu gleicher Zeit
eine leichte dorsale Verschiebung des Schlusstheils der inneren
Wand eines jeden Stipes. Dieser Muskel ist sehr breit (Fig. 5 cp.
St. 2); auf Querschnitten lassen sich die letzten Spuren bis in die
Region der Endverbreiterung der Spatha verfolgen. Der Ausdehnung
nach ist er also der grösste des Copulationsapparates überhaupt.
Seine Kraft kann aber verhältnissmässig nur eine geringe sein, da
die einzelnen Fasern ziemlich weit auseinander liegen; so kann man
an Schnitten auf einem gleichen Raumtheil, wo der Levator spathae
12—15 Einzelfasern zeigt, hier höchstens 5—6, allerdings etwas
dickere Fasern zählen.
Ein zweiter Muskel, der die weiter oralwärts gelegene Region
der Innenwand des Stipes nach aussen zu ziehen vermag, ist der
an zweiter Stelle erwähnte Heranzieher (Adductor) der Sagitta.
Dieser Muskel vermag bei Contraktion das Querschnittslumen des
12*
180 Max Hermann Edmund Kluge.
Stipes in der mittleren Parthie zu verengern; da aber seine Haupt-
funktion die Annäherung der Sagittae an die Stipites und eine nach
vorn gerichtete Bewegung der Sagittae zu sein scheint, so habe ich
ihn bereits vorher aufgezählt. Es verbleibt für den Stipes als eigener
Bewegungsmuskel nur der einzige vorher besprochene siebente
Muskel. Im Uebrigen zeigen sich die Stipites reichlich von Tracheen
durchzogen, welche ihren Ursprung aus dem Cardo nehmen.
IV. Cardo.
Der Cardo umschliesst in seiner Conkavität einen grossen Teil
des Bewegungsmechanismus der grossen Klammern. In der dor-
salen Parthie, wo das Chitin bekanntlich fehlt, sieht man schon
unter Lupenvergrösserung rechts und links zwei Muskeln schräg von
oben und aussen nach der Medianlinie hin verlaufen (Fig. 2). Diese
beiden setzen ziemlich massig an dem ganzen oberen Rand des
Cardo und auch eine Strecke weit im Innern desselben an und
gehen jederseits auf die etwas nach innen gelegene Stipeswand, die
nicht zu Tage tritt, schräg zu. Hier zeigt, wie bei der Schilderung
des Skeletts erwähnt, die mediane Stelle, wo die beiden Stipites
zusammentreffen, eine nach innen gehende dreifache dornige Flächen-
vergrösserung. Innerhalb dieser Fortsätze endigen unsere Muskeln.
Bei Contraktion ziehen sie also die beiden Stipites leicht nach oben
und bringen dabei in geringem Grade die Klammern zur Verengerung.
Unter diesen Muskeln ventralwärts, verlaufen ebenfalls in schräger
Richtung nach innen zunächst zwei Tracheenhauptäste, welche mit
ihren Verzweigungen den gesammten Copulationsapparat versorgen.
Ebenso erstrecken sich weiter ventralwärts, unter ihnen die beiden
Vasa deferentia, welche dieselbe Richtung wie die Muskeln schräg
nach innen einhalten.
Ferner verläuft von der Ventralwand des Cardo, in seiner
Richtung jedoch nicht schräg, sondern gerade nach hinten, ein
doppeltes Muskelpaar an die Bauchwand der Stipites. Letztere
zeigt zum besseren Ansatz unserer Muskelpaare ebenfalls eine
Flächenvergrösserung durch chitinöse Auswüchse (Fig. 6 ch. W.).
Die beiden inneren Paare gehen auf die Mitte der Stipites-Wände
zu; die äusseren setzen sich an jeder Seitenwand der beiden grossen
Klammern an. Abgesehen von einer durch beide Paare bewirkten
Annäherung der Stipites, vermögen die äussersten seitlichen Enden
unserer Muskeln, die Klammern zum geringen Auseinanderweichen
zu zwingen. Diese ventral verlaufenden Muskeln sind also in ge-
wissem Sinne Antagonisten des ersten dorsalen, schräg nach innen
gehenden Paares. Zugleich vermögen die drei Muskelpaare aber
auch die Stipites, die ja wie in einem Kugelgelenk in dem Cardo
gehalten werden, bei abwechselnder Contraktion zu dorsalem und
ventralem Heben und Senken zu veranlassen.
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica, 181
Die Hauptaktion der Stipites, das abwechselnde Auseinander-
klaffen und die darauf folgende Annäherung wird durch Faktoren
bedingt, welche ich wegen ihrer komplicirten Zusammenwirkung
erst bei der Besprechung der Gesammtaktion des Genitalorgans
näher ausführen werde.
Der Genitaltractus.
I. Ductus ejaculatorius.
Querschnitte, welche durch die Endparthie der Spatha gelegt
werden, treffen ungefähr in der Höhe der beiden seitlichen Wider-
haken die Ausmündung des Ductus ejaculatorius. Die Wanduug
des Ductus ist hier eine dreiseitige. Die ventrale Seite liegt wage-
recht auf der Oberhaut der beiden Säckchen, während die beiden
andern in einem Winkel von ungefähr 45° schräg nach oben
ziehen. Die Hypotenuse misst 0,16 mm. Die Gewebe färben sich
zwar bei intensiver Anwendung von Tinktionsmitteln, lassen aber
keine deutliche Struktur erkennen. Demnach hat man es wohl hier
am Ausgang des Ductus mit einer Chitinisirung der inneren Parthie,
mit deren Matrix und einer diese beiden äusserlich umkleidenden
Haut zu thun. Dorsalwärts ist der Ductus durch eine dünne Haut
mit dem Rücken der Spatha verbunden, jedoch nicht aufgehängt,
da die Ventralseite fest auf der Oberseite der beiden Säckchen auf-
liegt. Spätere Schnitte zeigen dann den beginnenden Schwund
dieser Membran, bis sie kurz nach dem Auftreten der Widerhaken
gänzlich verloren geht.
Der Ductus tritt nun in das Innere der Spatha hinein. Sein
Durchmesser, der bei der allgemeinen Einschnürung der Spatha
auch geringer wurde — er fiel auf 0,9 mm — hat wieder zu-
genommen. Die dreieckige Gestalt des Lumens ist in eine rundere,
oben und unten etwas abgeplattete Form übergegangen. Während er
vorher frei auf der Ventralseite des Löffels endete, ist jetzt, wo er
gänzlich im Innern der Spatha liegt, auch ventral eine feinchitinöse
Verbindungshaut vorhanden, die ein Herausfallen verhindert. Der
Breiten-Durchmesser — hier der grössere — beträgt 0,11 mm.
Diese ventrale Verbindungshaut der Spatha zeigt gelegentlich eine
Verlängerung an den beiden Seiten nach oben. Die obere Membran
der Conjunctiva kommt sehr bald in Fortfall, während dafür die
ventral gelegene stärker erscheint und auch häufig sich doppelt
(Fig. 3).
An Querschnitten durch diese Gegend wird zuerst die Muskulatur
deutlich erkennbar. Der Ductus hat von hieran bis zur Spaltung
in die beiden Vasa deferentia kreisrunde Gestalt. Die äussere Schicht
wird gebildet durch eine nur schwach entwickelte Längsmuskulatur.
Diese Muskeln sind, in Folge der Einwirkung der Reagentien, aus-
einandergetreten; man erkennt sie deshalb an Schnitten nur stellen-
182 Max Hermann Edmund Kluge.
weise. Am lebenden Thier umgeben sie das Penisrohr ringsherum
in einfacher ‚Schicht. Dicht an diese schliesst sich ventralwärts
eine stark entwickelte Ringmuskulatur an. Man vermag deutlich
vier bis fünf nebeneinander verlaufende Schichten zu unterscheiden,
die über- und untereinander greifen und so einen geschlossenen
Ring bilden. Innerhalb dieser Muskelmasse findet sich Bindegewebe
eingelagert. Die innere Muskulatur ist ungefähr dreimal so dick
wie die äussere; ihr fällt demnach die Hauptfunktion, die Durch-
pressung der Spermatophore zu, in welcher Thätigkeit sie von der
sich verkürzenden Längsmuskulatur noch wesentlich unterstützt wird.
Diese beiden Schichten sind bis zu den Anhangsdrüsen und den
Hoden hinauf an Schnitten zu verfolgen. Bei manchen Individuen
tritt eine innere Auskleidung in Gestalt darmzottenähnlicher Aus-
läufer in das Lumen hinein und schiesst es fast ganz, so dass nur
noch eine kleine Oeffnung übrig bleibt. Jedenfalls ist diese Bildung
das Resultat einer späteren Veränderung, wie das später noch be-
sonders erwähnt werden wird, da ich gelegentlich auch vollkommen
erhaltene Schnitte von Thieren bekam, die nicht die geringste Spur
dieser Hervorragungen zeigten. Wahrscheinlich sind diese zotten-
artigen in das Lumen hineinragenden Massen weiter nichts, als die
Produkte der Innenwand der beide Vasa auskleidenden, einzelligen,
secernirenden Drüsen (vgl. Cap. II. Vasa deferentia). Bei jenem
Individuum, dessen Ductus ausser dem Epithel allein die beiden
Muskelschichten zeigte, fand sich an Querschnitten im Lumen ein
Klumpen von Absonderungsstoffen; die Geschlechtsdrüsen waren
also bei diesem Thiere bereits sekretionsfähig, also ausgebildet.
Häufig werden an Schnitten in dieser Höhe Fettzellen sichtbar,
welche in der Höhlung der Spatha hauptsächlich über den Ductus
liegen. Diese Zellen kommen stets in mehrfacher Anzahl vor, sie
liegen an und übereinander und zeigen im Innern häufig Vakuolen,
welche wohl auf die Behandlung mit Alkohol und Benzol zurück-
zuführen sind. Gelegentlich sieht man auch den Ductus in ein
Gerinnsel von Blütmasse eingeschlossen (Fig. 3), welches dann fast
das gesammte Lumen der Spatha erfüllt.
Verfolgen wir den Ductus in seiner Gestaltung oralwärts weiter,
so zeigt sich zunächst ein Grössenwachthum. Der Durchmesser
beträgt jetzt 0,13 mm. Die Muskulatur ist bei den einzelnen
Individuen verschieden dick, und auf Schnitten nicht immer gleich
deutlich zu sehen. So bleiben die Verhältnisse, mit den eben ge-
schilderten Modifikationen, bis zur Gabelung des Ductus in die
beiden Samenleiter.
II. Vasa deferentia.
Wie schon oben erwähnt, gabelt sich der Ductus ejaculatorius
in der Höhe des Kniees unserer Spatha in die beiden Vasa deferentia.
Auch an diesen zeigen die Querschnitte, je nach den Serien vielfach
verschiedene Bilder. Immer ist die Längsmuskulatur an dieser Stelle
Das männliche Geschlechtsorgan der Vespa germanica. 183
fast gänzlich verschwunden, dafür aber die Ringmuskuslatur noch
massiger geworden. Letztere bildet auch die feine, median ver-
laufende Scheidewand, welche die beiden Vasa an der Gabelungs-
stelle von einander trennt.
Zu den bisher besprochenen Geweben tritt nun aber noch ein
drittes. An der Stelle, wo im Ductus ejaculatorius die zottenartigen,
in das Lumen hineinragenden Sekretmassen auftreten, zeigen die
Vasa eine nur wenig gefärbte, blasse, von den Muskeln abstechende
Schicht, welche ungefähr den doppelten Durchmesser der beiden
äusseren Muskelpartieen zeigt. Dieser Innenbelag wird durch
dünne, radiär verlaufende, ziemlich regelmässig von einander ent-
fernt stehende Lamellen in ein vielkammeriges Ringstück gegliedert.
Die koncentrische innere Wand (Fig. 7), die also das Lumen des
Einzelvas umschliesst, ist durch lokalen Zufluss des Zellinhalts
stärker gefärbt und bildet einen dunklen Kranz. Jede der Kammern
zeigt mehr oder minder deutlich einen dunkel gefärbten Kern,
welcher meist an der dem Centrum entfernten Wandung anliegt.
Die Existenz dieser Kerne lässt über die Natur dieser Schicht keinen
Zweifel. Sie stellt ein einzelliges Cylinderepithel dar, welches mit
seinem polyedrischen, meist sechseckigen Innenbelag die innere
Wandung des Einzelvas bildet. Diesen Innenbelag bemerkte ich
besonders deutlich an einer Serie von sagittal geführten Schnitten,
welche die Innenwand des einen, etwas gekrümmten Vas schräg
trafen (Fig. 9).
Auch an dieser Serie folgten wieder von aussen nach innen
die Längsmuskelschicht, hier etwas stärker entwickelt; auf diese,
im Bindegewebe eingeschlossen, die Ringmuskulatur. Dann folgt
die oben besprochene Zellenschicht, welche ungefähr den doppelten
Durchmesser der beiden vorhergehenden Schichten besitzt und sich
ebenfalls, wie in dem oben geschilderten Fall, aus einzelnen, im
Kreis stehenden Zellen zusammensetzt. Während aber bei den vor-
her erwähnten Befunden deutlich die Zellkerne sichtbar waren,
vermochte ich in diesen Zellen letztere nicht mit Sicherheit zu er-
kennen; dagegen zeigen sie sich fast sämmtlich von einer intensiv
gefärbten Masse gefüllt, welche beinahe das ganze Lumen der
einzelnen Zellen ausfüllt. Die Zellen haben durchweg eine flaschen-
förmige Gestalt und stehen, radiär nach innen, mit der Basis auf
einer feinen Limitans, welche sie von der Ringmuskulatur trennt.
Die Ausmündungsstelle, der Hals der flaschenförmigen Zelle zeigt
überall eine lokale Verdickung der Zellwandung. Bei diesen Be-
funden zeigt also diese dritte, innere Schicht des Vas deutlich den
Charakter von einzelligen Drüsen. Man kann wohl mit Sicherheit
annehmen, dass diese Bildung eine spätere ist, als die vorher be-
schriebene. Das Thier, von dem dieser Befund herrührte, ist älter
gewesen, und die sämmtlichen Zellen der Epithelschicht haben sich
hier während des freien Lebens in einzellige Drüsen umgewandelt.
Nun gelang es mir aber auch Serien anzufertigen, welche, ab-
gesehen von der hier gleichfalls vorhandenen Ring- und Längs-
184 Max Hermann Edmund Kluge.
muskulatur, ein gänzlich anderes Bild boten (Fig. 8). Die dritte
Schicht ist bei diesen Schnitten besonders stark entwickelt. Dicke,
intensiv gefärbte Stränge laufen radiär von der Ringmuskulatur
centralwärts und lassen zwischen sich je ein gleich langes Lumen
frei. Diese Stränge setzen an der Ringmuskulatur etwas breiter an,
um sich, dem Lumen des Vas zu, langsam zu verschmälern. An
diesen breiten Enden bemerkte ich bisweilen deutlich einen Kern
innerhalb des Stranges eingelagert. Wir haben es also bei diesen
Befunden mit den nunmehr kollabirten und lang ausgestreckten
Drüsenzellen zu thun, die, in dem vorher geschilderten Fall noch
prall gefüllt, die Innenwand eines jeden Vas deferens bildeten.
Hier in diesem dritten Entwickelungsstadium haben sich die Zellen
entleert; die Sekretmasse bildet ein ringförmig sich einlagerndes
Band von dunklerer Färbung und ziemlicher Breite, durch welches
hindurch die feinen Ausläufer der kollabirten Zellen in das Lumen
des Vas hineinragen. —
Verfolgen wir die Vasa in ihrem Verlauf weiter oralwärts, so
zeigen sie sich, umgeben von den oben beschriebenen Muskeln, in
schräger nach vorn divergirender Richtung ungefähr in der Mitte
des Cardo gelagert. Bald verlassen sie auch letzteren und ragen
nun ein kurzes Stück frei in die Leibeshöhle hinein, um sich dann
sehr schnell mit den dicht über dem Cardo gelegenen Anhangsdrüsen
zu verbinden, aus denen sie, morphologisch, ihren Ursprung nehmen.
Anhangsdrüsen und Hoden.
Die Anhangsdrüsen (Fig. 1 u. 2) stellen bei Vespa je eine fast
ringförmig geschlossene Schlinge dar, welche mit der Unterseite
theilweise auf dem Chitin des Cardo aufliest. Die Drüsen sind
ziemlich voluminös, bei frisch getödteten und gut konservirten Thieren
prall gefüllt, schwach durchsichtig und von gelblich weisser Farbe.
Anfangs an der Verbindungsstelle mit den Vasa ziemlich eng, er-
weitern sie sich schnell und treffen mit ihren stumpfen Enden auf
der Dorsalseite des Cardo fast zusammen. Bisweilen ist dieses Ende
leicht nach oben gerichtet, oft hängen aber auch beide Drüsen nach
unten über den ventralen Theil des Cardo herab. Betrachtet man
die Anhangsdrüsen in ihrer natürlichen Lage von vorn oder hinten,
so sieht man, dass ihre äussere Begrenzung so ziemlich den Umfang
der Peniskapsel entspricht; nur seitlich ragen sie bisweilen über
das Niveau der Stipites hinaus. Im natürlichen Zustand liegen sie,
von dem Enddarm verdeckt, in einem dichten Gespinnst von
Tracheen, welche auch schwache Aeste bis an die Wand derselben
senden. Ein Herauspräpariren der Drüsen muss deshalb mit grosser
Vorsicht geschehen, da sonst die Vasa leicht an der Mündungsstelle
in den Cardo abreissen. Auch der Fettkörper, der ja alle inneren
Organe umgiebt, erschwert die Untersuchung bei frischen Exem-
plaren. Bei konservirten Thieren hat der Alkohol in dieser Be-
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 185
ziehung günstig eingewirkt. Die Muskulatur ist, wie gewöhnlich
an den Anhangsdrüsen der Insekten, vorhanden. Besonders stark
ist die Ringmuskulatur an der trichterförmigen Uebergangsstelle in
das Vas deferens. Nach innen folgt die einzellige Drüsenschicht,
deren Epithelzellenbelag das ganze Organ auskleidet.
Ueber die Bedeutung dieser Anhangsdrüsen ist man lange Zeit
im Unklaren gewesen. Recht vage Ideen tauchten auf, so sollte
z. B. durch dieselben eine Parfümirung des Samens (!) besorgt
werden. Mehr Wahrscheinlichkeit hatte die Annahme, dass die
Anhangsdrüsen eine Verdünnung des Sperma zu besorgen hätten.
Auch diese Ansicht ist heute wohl ziemlich allgemein aufgegeben.
Dagegen sprachen vor allen Dingen die Untersuchungen Leuckart’s,
der bei der Biene nachwies, dass das Receptaculum bei der Königin
mit einer dicht gedrängten unverdünnten Masse von Samenfäden, die er
auf 30 Mill. schätzte, gefüllt sei. Leuckart war es auch, der zuerst.
die Meinung aussprach, dass die Drüsen eine Kittmasse absonderten,
welche zur Bildung der Spermatophoren diene. Zu dieser Ansicht
bekennt sich heutzutage wohl die überwiegende Mehrzahl der
Forscher.
Im letzten Abschnitt der Anhangsdrüsen mischt sich deren
Sekret mit dem Sperma der Hoden (Fig. 1 u. 2). Die letzteren sind
von fast derselben Grösse wie die Anhangsdrüsen. Ihre Farbe ist
weiss, noch ausgesprochener als die der Nervenganglien, welche
dicht benachbart jederseits einen ansehnlichen Ast in den Cardo
senden. Die Hoden liegen fast in ganzer Länge auf der Oberseite
der Drüsen auf; auch zeigen sie ungefähr die gleiche, halbmond-
förmig gebogene plumpe Cylinderform. Während aber die Anhangs-
drüsen, dorsal gesehen, zuerst sich nach unten und dann im Bogen
nach aussen und oben wenden, steigen die Hoden von den beiden
Vasa aus nach oben, um sich dann ebenfalls in halbmondförmigem
Bogen nach unten zu wenden. Oefters bemerkte ich an dem ver-
dickten, nach innen gerichteten Theil der Hoden auf jeder Seite,
ziemlich am Ende, ein kleines Hörnchen, welches oralwärts empor-
steht. Dieser kleine Anhang ist etwas zugespitzt, von ganz ge-
ringem, immer gleich bleibendem Durchmesser und zeigt im Innern
das gleiche Epithel wie die Hoden. Manchmal sind diese Gebilde
auch stärker entwickelt, so dass ihre Länge fast der Hälfte des
gestreckten Hodens gleichkommt. In diesem Falle sind sie auf-
gerollt und bilden eine doppelte Schneckenwindung; die Spitze ist
im Körper stets nach vorn gerichtet.
Oefters ist einer der beiden Hoden stärker entwickelt als der
andere, bald der rechte, bald der linke; in diesem Falle sind auch
die Anhangsdrüsen auf derselben Seite massiger entwickelt. Dieses
einseitige Grössenwachsthum lässt sich auf Querschnitten dann auch
an den Samenleitern bis in die Spatha hinein verfolgen. In einem
Falle fand ich das Lumen des einen Vas fast doppelt so gross als
das des anderen. Die Hoden sah ich stets dicht mit Sperma ge-
füllt; auch dann, wenn die Wespen eine Reihe von Tagen lebend
186 Max Hermann Edmund Kluge.
blieben. So sah ich unter Andern bei einem 6 Tage isolirt ge-
haltenen, dass die Spermatozoen sich in drei Bündeln eng an-
einander gelagert hatten. In den Anhangsdrüsen befanden sich nur
wenige, und auch diese konnten wohl bei der Präparation durch
die unvermeidliche Compression aus den Hoden herausgedrückt
worden sein. Die Verhältnisse liegen also hier anders als bei der
Biene, wo nach Leuckart’s Untersuchungen das Sperma bereits
im Puppenstadium gebildet wird und die Hoden beim freilebenden
Thier kollabirt sind. Das Sperma hat sich dann in dem mächtig
erweiterten unteren Ende der Samenleiter wie in einer Samenblase
gesammelt.
Ruhelage und Funktion des Genitalorgans.
Der gesammte Copulationsapparat unserer Wespe ist, wie der
der Biene im Gegensatze zu dem Verhalten anderer Ordnungen der
Hymenopteren, gänzlich im Abdomen eingeschlossen. Während die
Blatt- und Gallwespen, so wie die Ichneumoniden im männlichen
Geschlecht einen Theil der Genitalorgane auch in der Ruhelage
hervortreten lassen, bemerkte ich letzteres nur selten bei frei im
aufgedeckten Bau herumkriechenden Thieren. Fast allgemein sind
selbst die terminal gelegenen Theile soweit in das Innere des
Abdomens eingezogen, dass man, von oben, unten und den Seiten
aus, nichts mehr davon zu bemerken im Stande ist. Nur aboral
gesehen, zeigen sich tief im Innern der stets etwas klaffenden Ge-
schlechtsöffnung, die fünf dunklen, untereinander sich bewegenden
Chitinstücke, welche die letzte Parthie des Genitalorgans bilden.
Bei der verhältnissmässig beträchtlichen Grösse, welche die Genitalien
zeigen, gewinnt es somit den Anschein, als wenn die Anheftung
derselben im Abdomen, die doch nothwendig ist, an einer weit nach
vorn gerückten Stelle stattfindee Dadurch aber würde die Be-
weglichkeit des Organs in actu bedeutend herabgesetzt werden und
ein weites Hervorstülpen der Chitinmasse aus dem Körper nicht
gut möglich sein. Letzteres aus dem einfachen Grunde, weil die
Segmente, an denen die Fixation stattfindet, sich nur in beschränkter
Weise ventral krümmen könnten. Nun bemerkt man aber beim
lebenden Männchen, dass es bei Reiz an der Geschlechtsöffnung
oder bei Berührung des Abdomens, die Genitalien, bis zum Cardo
hin frei hervortreten lässt. Schon dieser Umstand zwingt zu der
Annahme, dass die Fixation bei unserer Vespa gewisse Besonder-
heiten zeigen werde. In der That ist dem so. Der Copulations-
apparat unserer Thiere ist an dem letzten Sterniten des Abdomens
in einer Weise befestigt, die eine nähere Beschreibung erfordert.
Beim Freipräpariren der Genitalien bemerkt man, dass unter
den Chitinstücken, über der letzteren äusserlich sichtbaren Ventral-
schiene des Abdomens noch ein sonst fast gänzlich verdecktes
Bauchstück verborgen liegt. Diese Platte bewahrt im grossen
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 187
Ganzen dieselbe äussere Gestalt, wie sie den anderen Stermniten zu-
kommt. Sie ist abwechselnd gelb und schwarz gezeichnet und
zeigt die gewöhnliche Krümmung der anderen Bauchschienen. Bei
näherer Betrachtung fällt es jedoch auf, dass der hintere, grössere
Theil derselben in Gestalt und Farbe der vorderen Parthie auf-
fallend ähnelt. Während die anderen Schienen schwarz und gelb
gezeichnet sind, zeigt unser letztes Sternit diese Farben in doppelter
Reihenfolge hintereinander. Auch bemerkt man jederseits seitlich
eine Duplikatur der Muskeln, welche bei anderen Bauchschildern
die Verbindung mit den Seiten- und Rückenschienen vermitteln.
Dazu kommt, dass man mit der Nadel deutlich eine querverlaufende
Criste wahrnimmt und zwar an der Stelle, welche die vordere und
hintere Parthie von einander trennt. Es gelang mir nun, indem
ich die beiden, durch diese Criste getrennten Theile, mit Pincetten
fasste und auseinanderzog, genau in dieser Linie die beiden an-
scheinend fest verwachsenen Theile von einander zu trennen. Wir
haben es also bei dieser letzten Ventralschiene mit einer Doppel-
bildung zu thun, die auf das Zusammenwachsen zweier, ursprünglich
getrennter Sterniten zurückzuführen ist. Von der Mitte der Hinter-
platte nun geht ein ziemlich schmales, aber langes und allmählich
sich verdünnendes Spiculum nach vorn. Es überragt im Ruhe-
zustand des Thieres das vorhergehende Bauchsegment und wird,
wenn man das Abdomen nach unten krümmt, wie es doch bei der
Begattung geschehen muss, bis in die Höhe des dritten Segments
nach vorn geschoben. Der dreieckig begrenzte freie Raum, welcher
von dieser Stange und der Vorderseite der zu ihr gehörigen Bauch-
platte jederseits gebildet wird, ist durch eine glashelle feine
Membran ausgefüllt, welche auch den Zwischenraum zwischen den
letzten beiden zusammengewachsenen Bauchplatten füllt.
Das Spieulum ist der eigentliche Stützpunkt des Genitalorgans;
auf ihm und natürlich auch auf der Doppelschiene, der es entspringt
(der verschmolzenen siebenten und achten Ventralplatte) gleitet der
Copulationsapparat in actu auf und nieder. Die Stange selbst ist
- gehöhlt und fast so hoch als breit; an ihrem Ende zeigt sie eine
pfeilspitzenähnliche schwache Verdickung, welche zum Ansatz zweier
ausserordentlich flächenhaft entwickelter Muskeln dient.
Wie ich bei der Beschreibung der Hartgebilde anführte, zeigt
der Cardo auf seiner Ventralseite, in der Mittellinie eine leichte
Conkavität. Mittels dieser Rinne liegt im Ruhezustand der Cardo
auf dem Körper des Spieulum. Festgehalten wird der Cardo durch
die zwei oben erwähnten fächerförmig ausgebreiteten Muskeln,
welche an den beiden ventralen Buckeln des Cardo inseriren. Diese
Muskeln wenden sich also seitlich und auch etwas nach vorn. Sie
fixiren demnach nicht nur das Genitalorgan im Abdomen, sondern
zwingen auch bei eintretender Contraktion den Cardo und die an
ihm haftenden Stücke nach hinten zu treten. Diese Muskeln würden
also, auch ohne Dazukommen der anderen Faktoren, welche die
Genitalien aus dem Abdomen heraustreiben, bereits eine geringe
188 Max Hermann Edmund Kluge.
aborale Verschiebung des gesammten Genitalorgans bewirken können.
Die hauptsächliche Aufgabe dieser Muskeln ist jedoch, da sie den
Cardo dem Spiculum nähern, ihn also nach unten biegen, die End-
stücke des Genitalorgans nach oben sich erheben zu lassen.
Ein zweites Muskelpaar inserirt seitlich an den Cardo-Wänden.
Dieses Paar, bedeutend schwächer entwickelt als das eben ge-
schilderte, geht von den beiden seitlichen Ausbuchtungen des achten
Segmentes aus direkt nach oben und inserirt seitlich an den Cardo-
Wänden, etwas weiter nach hinten, als die dem Spiculum angehörige
Muskulatur. Dieses Paar zieht also bei Contraktion den Cardo
ebenfalls nach der Ventralseite des Abdomens herab; hierdurch
werden sämmtliche dem Cardo anhängende Stücke gezwungen, sich
nach oben zu erheben. Die Muskeln wirken demnach der Krümmung
des Abdomens, die das Geschlechtsorgan ja ebenfalls nach unten
herumdrückt, entgegen.
Zu der Fixation des Genitalorganes sind ausser diesen zwei
Muskelpaaren noch zwei andere Faktoren hinzuzuzählen. Die
Genitalien werden durch eine feine, locker gefaltete Haut mit der
Leibeswand verbunden. Diese Conjunctiva geht von den letzten
Sterniten und Tergiten auf den Cardo zu und setzt sich hier an
der Rinne, welche zwischen dem Cardo und den Stipites gebildet
wird, ringsherum fest an.
Eine zweite Verbindung mit dem Körper, freilich eine solche
ohne mechanischen Werth, wird durch die Innervation hergestellt.
Das letzte Ganglienpaar befindet sich dicht an dem oralen Ende
des Cardo. Von hier aus gehen zwei dicke Nervenstränge in das
Innere des Cardo hinein. Sie liegen direkt unter den oben er-
wähnten ebenfalls doppelten Tracheenhauptästen. Wäre nun dem
in der Ruhelage schräg nach vorn gerichteten Muskelpaare des
Spiculum, wie es zuerst den Anschein hat, die Aufgabe zugewiesen,
den Penis herauszustülpen, so würden nothwendigerweise diese
beiden Nervenstränge, bei gestreckter Lage des Abdomens, dicht an
dem Cardo abreissen müssen. In der That fand ich auch zweimal
im aufgedeckten Nest Männchen herumkriechen, deren Copulations-
apparat weit heraushing und nachgeschleift wurde. Bei der Sektion
erwies sich, dass die äusseren Muskeln, welche das Genitalorgan
festhalten, zum Theil intakt waren; das letzte Ganglienpaar haftete
jedoch an dem Cardo, der Zusammenhang der Genitalnerven mit
dem Körper und damit zugleich die Innervation des Copulations-
apparates vom Bauchstrang aus, war unterbrochen. Ich glaube
übrigens annehmen zu können, dass in diesen beiden Fällen die
Genitalien einfach durch äussere Eingriffe irgend welcher Art los-
getrennt wurden. Bei dem bunten Durcheinander, welches bei der
Aufdeckung eines Nestes eintritt, ist es leicht möglich, dass die
Genitalien, die in Folge der Reizung hervortreten, von anderen
Thieren erfasst und bei dem verhältnissmässig nur lockeren Zusammen-
As mit dem übrigen Körper herausgerissen, resp. verstümmelt
werden.
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 189
Mit den oben geschilderten beiden Muskelpaaren ist übrigens
die Zahl der das Copulationsorgan direkt bewegenden Faktoren s®
ziemlich erschöpft. Es erübrigt nur noch diejenige Muskulatur zu
erwähnen, welche die Verengerung der Genitalöffnung bewirkt, in
gewisser Hinsicht also gleichfalls den Bewegungsmechanismus der
(Genitalien vermittelt. Bei der Hervorpressung des Copulations-
organes drücken diese Muskeln nämlich die seitlichen Ränder des
dorsal-klaffenden Cardo zusammen und zwingen hierdurch die
Stipites dem Druck in entgegengesetzter Richtung zu folgen. Durch
diese äussere, nicht direkt dem Geschlechtsapparate angehörige
Muskulatur wird also zum grössten Theil die Hauptaktion der
Stipites, das abwechselnde Oeffnen und Schliessen bewirkt, zumal
die in dem Cardo eingeschlossene Muskulatur in der Hauptsache
nur eine dorsoventrale Bewegung der Stipites auszuführen im
Stande ist.
Hiernach sind es also drei Paar äusserlich herantretende
Muskeln, welche den Copulationsapparat in toto bewegen, wogegen
die Zahl der im Innern der Hartgebilde verborgenen Muskelpaare
sich auf 10 beläuft.
Bei der Aktion des Copulationsorgans ist jedoch die Mitwirkung
der Muskeln nur von nebensächlicher, untergeordneter Bedeutung.
Das Hervortreten der Chitinmassen wird durch einen anderen,
äusserlich weniger bemerkbaren und nur am lebenden Thier sicht-
baren Faktor bewirkt. Es ist dies der Blutdruck. Bringt man ein
Männchen, welches das Genitalorgan eben herausstreckt — und das
thun auf Reiz sämmtliche — unter die Lupe, so bemerkt man, wie
sich die Seitenwände des Abdomens, namentlich in der vorderen
Parthie, zu gleicher Zeit einander nähern; ohne dass der Höhen-
durchmesser sich merklich verändert. Die Blutmasse, welche aus
der vorderen Parthie des Abdomens herausgepresst wird, ergiesst
sich nach hinten in das die Genitalien umgebende, rings geschlossene
Abdominalende Der hierdurch hervorgerufene Druck, zugleich
wohl auch eine damit Hand in Hand gehende Füllung der weiten
Tracheen des Genitalorgans, zwingt letzteres, aus dem Körper
herauszutreten. Das Thier hat es übrigens in seiner Gewalt, den
Druck beliebig nachzulassen, da es nur die dorsoventral verlaufenden
Muskeln, welche Tergiten und Sterniten verbinden, zu kontrahiren
braucht, um den Durchmesser des Abdomens wieder in der früheren
Weise zu gestalten. Geschieht solches, so gleitet auch das Genital-
organ unter gleichzeitiger Beihilfe der Muskulatur wieder in die
Ruhelage zurück.
Soweit ich die Verhältnisse bei der Aktion der Genitalien bis
jetzt zu schildern versucht habe, lassen sie sich durch Beobachtungen
am lebenden Thier oder durch Befunde am todten konstatiren. Ich
hielt es jedoch von Anfang an für sehr wünschenswerth, möglichst
ein in Copula verhängtes Paar zu erlangen, um mit Sicherheit auf
die Thätigkeit der einzelnen Theile der Chitingebilde schliessen zu
können.
190 Max Hermann Edmund Kluge.
Leider ist es mir trotz vielfacher Beobachtungen in der
Nähe stark beflogener Nester während dreier Septembermonate
niemals gelungen, eine Wespenkopula zu bemerken oder gar der
verhängten Thiere habhaft zu werden. Ich muss mich bei diesem
Missgeschick mit den Erfahrungen von Boas trösten, der die Geni-
talien des d Maikäfers untersuchte. Wohl fand Boas kopulirte Thiere
in ungezählter Menge, wie es ja natürlich ist; er musste aber trotz-
dem eingestehen, dass es ihm trotz wochenlanger Beobachtung nie-
mals gelungen ist, die Einleitung der Copula und das Einführen
des Penis in die Vagina zu sehen. Seine Angaben über die Aktion
des Penis in Coitu sind daher blosse Vermuthungen, die er mit
seinen sonstigen Beobachtungen und namentlich auch mit seinen
Befunden bei Trennung der kopulirten Pärchen begründet.
Auch sonst sind die Berichte über die Copula der Wespen
überaus dürftig und nur gelegentlich in entomologischen Zeitschriften
niedergelegt. Vielfach wiedersprechen sich auch die Mittheilungen
in wichtigen Punkten. Nach Gravenhorst reitet das Weibchen
während der Copula auf dem Männchen. Die Verhängung ist sehr
innig und andauernd. Das endlich abgestreifte Männchen zeigt in
der klaffenden Geschlechtsöffnung einen feinen weissen Faden; es
kommt dem Verfasser vor, als wenn Theile aus dem Innern heraus-
gerissen seien!). Trotzdem lebte das Männchen nach der Trennung
der Copula noch elf Tage. Nach der Ansicht Gravenhorst’s be-
steigt das Weibchen das Männchen im Fluge. Nach anderen Ver-
fassern ist die Haltung der kopulirten Thiere die gerade entgegen-
gesetzte. So lässt Scholz das Männchen bewegungslos während
des Fluges auf dem Weibchen sitzen,
Petrich lässt die Copula nicht während des Fluges, sondern
auf der Erde stattfinden. Die Königin öffnet und schliesst ab-
wechselnd die Geschlechtsöffnung. „Kaum berühren sich die beiden
Hinterleibsspitzen, so drückt die plattaufliegende Königin die letzten
Hinterleibsringe ein wenig nach links, während das angreifende
Männchen dieselben nach rechts bog, und die Verhängung war
fertig.“ Mir ist es am wahrscheinlichsten, dass die Begattung analog
der der Hummeln, welche ja sehr ähnlich gebaute Copulations-
organe besitzen, zuerst auf fester Grundlage, auf einem Holzstamm
oder Stein im Freien eingeleitet wird. Hierbei reitet das Männchen
auf dem Weibchen. Nach Einführung der Chitinstücke in die
Vagina beginnt der Hochzeitsflug, und die Verkettung hält dann
!) Ob dieser Angabe nicht die vermeintliche Analogie mit dem Verhalten
der & Biene, deren Begattungsapparat während der Verhängung abreisst, zu
Grunde liest, dürfte a priore schwer zu entscheiden sein. Jedenfalls aber ist
Bau und Mechanismus der Genitalien bei der männlichen Biene so abweichend,
lass das Verhalten unserer Wespen in coitu ein ganz anderes sein muss,
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 191
stundenlang an). Nach erfolgter ejaculatio seminis verendet das
Männchen, da es seinen Lebenszweck erfüllt hat, wie alle anderen
männlichen Insekten sehr bald. Wieweit bei der Verhängung das
Genitalorgan des Männchens in die Vagina eingeführt wird und
wieweit die besonders angewiesene Funktion der einzelnen Theile
geht, dafür existiren in der Litteratur überhaupt keine Nachrichten.
Die Genitalwege des Weibchens geben hierüber auch nur bedingten
Aufschluss. Zwar hat schon seit längerer Zeit die Ansicht besonders
Anklang unter den Entomologen gefunden, dass die weiblichen
Genitalien, z. B. der Bombiden immer im Bau durchaus ähnlich
denen der Männchen sein müssten. Der Hauptvertreter dieser
Ansicht ist unter den Neueren Hoffer; er glaubt mit dieser An-
nahme beweisen zu können, dass durch die Analogie der Genitalien
beider Geschlechter einer Vermischung der Arten vorgebeugt werde.
Hoffer behauptet sogar, dass überhaupt ein Barstardiren in Folge
dessen gänzlich ausgeschlossen sei. Dem widersprechen aber die
Befunde zahlreicher anderer Forscher wie Smith, Gerstaecker,
Schmiedeknecht, v. Aigner etc., die man doch wohl nicht von
der Hand weisen kann. Nach meinen Befunden an lebenden Wespen-
königinnen und Hummelweibehen halte auch ich die Meinung, dass
eine Copula zwischen nahe verwandten Arten stattfinden kann, für
sehr wahrscheinlich; ob freilich eine solche stets erfolgreich sein
wird, steht dahin. Das nach vielen Autoren gar nicht seltene Vor-
kommen von Bastarden möchte jedoch immerhin dafür sprechen.
Das Endstück der weiblichen Genitalien ist übrigens bei Bombus
und Vespa den äusseren Grössenverhältnissen des männlichen
Copulationsapparates ungefähr entsprechend. Nimmt man freilich an,
dass das männliche Genitalorgan auch in der Vagina noch lebhafte
Bewegungen vornimmt — und wozu wäre denn sonst die ausgiebige
Extensionsfähigkeit der Stipites und die Beweglichkeit der Spatha
da, falls etwa alle diese Theile eingeführt werden — so muss man
auch zugeben, dass die Vaginalhäute den Bewegungen des Penis
nachgeben müssen, also dehnbar sind. Nun sind aber bei den
einzelnen Arten die Genitalien oft nur wenig von einander ver-
schieden, vielleicht nur in Betreff der Grösse und Lagerung der
einzelnen Theile, so dass ich mich fast zu der Annahme berechtigt
glaube, man habe in der Entomologie eine viel zu reichliche Arten-
unterscheidung auf Grund des Genitalbefundes eingeführt. Wieweit
man aber in der Aufstellung neuer Arten gegangen, beweist allein
schon der Umstand, dass von der kleinen Blumenbienengattung
Sphecodes ein Autor, Dr. Sichel 3 Arten, Prof. Förster dagegen
deren 232 unterschied.
!) Geh. Rath Leuckart theilt mir mit, dass er auf der Insel Seeland einst
ein Hornissenpaar von einem Buchenstamm auffliegen und nach kurzer Zeit auf
einem weiteren sich niederlassen sah. "Leider liess das Pärchen sich nicht haschen.
Es wurde auch nicht konstatirt, in welcher Haltung die Thiere aneinander
hafteten.
192 Max Hermann Edmund Kluge.
Für viele Entomologen spielt bei der Aufstellung neuer Arten
die Vagina in ihren Differenzirungen genau dieselbe massgebende
Rolle wie der Penis. Hier herrscht immer die Annahme vor, dass die
weibliche Geschlechtsöffnung durch Ausbuchtungen in ihrer Figuration
genau der Form und den Grössenverhältnissen des männlichen
(Genitalorgans angepasst sei. Nun ist aber die Scheide der weib-
lichen Hymenopteren muskulös, und wo Muskeln sind, kann auch
beliebige Ausdehnung und Zusammenziehung, also Grössenveränderung
eintreten. Auch ist selbstverständlich je nach Grösse des Individuums,
und diese schwankt bei derselben Art recht erheblich, auch die
Vagina denselben Grössenveränderungen unterworfen. Vor allen
Dingen ist es aber ein Umstand, der bei dieser Theorie von den
Systematikern vollständig übersehen ist. Die Vagina dient nicht
nur zur Aufnahme des Penis, sondern muss auch zur Eiablage ge-
eignet sein; sie muss bei diesen beiderlei Funktionen auch ihr
Lumen bedeutend verändern können und dies besonders dann, wenn
nicht blos die Spatha, sondern der ganze Copulationsapparat ein-
geführt werden sollte. Schon aus diesem Grunde allein kann sie
unmöglich eine dem männlichen Geschlechtsglied allein entsprechende
Form zeigen. Wie sehr aber die männlichen Genitalien bei der-
selben Art, hier unserer Vespa germ. schwanken, das habe ich be-
reits bei der Schilderung der Hartgebilde erwähnt. Hier lag bald
die Spatha über, bald unter den Sagittae. Die Letzteren waren
bald länger, bald kürzer als das Mittelstück. Dazu kommt, dass
die innere Begrenzungswand der Stipites gelegentlich durch Laxation
der Muskeln nach innen heraus tritt und so ein gänzlich verändertes
(resammtbild der Genitalien vortäuscht. Ebenso ist bei älteren
Thieren die sonst feine Haut, welche den Cardo auf der Dorsalseite
umkleidet, stark verdickt; es sind ferner die Spitzen der Stipites
am aboralen Ende fast niemals gleich lang; kurz es finden ausser-
ordentliche Mannigfaltigkeiten in der Figuration des männlichen
Zeugungsgliedes statt.
Wenn ich hier auf die angeblich genau sich entsprechende
Analogie der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane etwas
breiter eingegangen bin, so war mein Zweck der, einer Arten-
distinktion entgegenzutreten, die sich allein oder doch fast allein
auf der Basis der Genitalbildung aufbaut. Dabei liegt es mir
gänzlich fern verkennen zu wollen, dass die Verschiedenheiten im
Bau der Copulationsorgane eine Vermischung nicht allzunaher Arten
zu verhindern im Stande sind. Ob es aber allein die Geschlechts-
organe sind, die hier massgebend erscheinen und nicht noch mancherlei
andere, weniger auffallende und leicht erkennbare Faktoren dabei
konkurriren, ist eine andere Frage. Ich erinnere nur an die Be-
obachtung Eimer’s, der zufolge die Samenfäden der nahe ver-
wandten rana temporaria und viridis eine gänzliche Verschiedenheit
besitzen. Warum sollte nicht auch bei den, mit so hoher Voll-
kommenheit organisirten Insekten eine gleiche Differenzirung bis
ins Kleinste möglich sein? Ebenso sprechen auch die Untersuchungen
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 193
Leuckart’s über den Bau der Mikropylen bei den Insekteneiern
für eine derartige Ansicht, da diese so ausserordentlich verschiedene
Strukturen auch bei nahe verwandten Arten zu erkennen gaben.
Was aber in dem einen Geschlecht stattfindet, ist im anderen, bei
dem entsprechenden Organ mindestens als möglich vorauszusetzen.
Jedenfalls lässt sich, um es kurz zu wiederholen, aus den
Verschiedenheiten im Bau der äusseren Geschlechtsorgane allein,
nicht die Aufstellung und Absonderung neuer Arten bei den
Hymenopteren begründen. Ebensowenig bieten die Differenzirungen
der Genitalien, wie fast sämmtliche Systematiker seit den letzten
Jahren annehmen, ein sicheres Entscheidungsmittel bei Streitigkeiten,
über die specifische Natur zweifelhafter Formen. Belehrten mich
doch meine Untersuchungen über den Bau des Copulationsorgans
unserer Vespa, dass selbst bei Verwandten allerengster Art in diesem
Fall bei Brüdern, die äusseren wie inneren Copulationsorgane eine
vielfach wechselnde Form annehmen können. Auf Grund dieses
Umstandes aber glaube ich zu der Annahme berechtigt zu sein,
dass auch andere Hymenopteren wie besonders die Bombiden, welche
im äusseren Bau der Genitalien eine ausgesprochene Aehnlichkeit
mit unserer Wespe erkennen lassen, untereinander mindestens in
gleichem Grade derartigen Verschiedenheiten unterliegen.
Technik.
Bei der ausserordentlichen Stärke und Widerstandsfähigkeit,
welche das Chitin unserer Wespe der Conservirung und Mikrotom-
behandlung entgegenstellte, machte sich eine specielle und etwas
komplicirtere Behandlung nothwendig, als sie bei anderen Objekten
üblich ist. Es sei mir deshalb erlaubt, in Folgendem kurz die
Methode zu erläutern, die ich für die Mikrotombehandlung stark
chitinisirter Insekten überhaupt als die am meisten empfehlens-
werthe halte.
Um jederzeit ein für mikroskopische Zwecke brauchbares
Material zu besitzen, empfiehlt es sich schon bei der Conservirung,
die Objekte einer besonderen Behandlung zu unterziehen. Als beste
Abtödtungsflüssigkeit glaube ich einen mittelstarken, etwa 60° Alkohol
ohne jeden Zusatz am meisten empfehlen zu können. Wirft man
ein Insekt in diese auf circa 40 C. erwärmte Flüssigkeit, so lässt
es in schneller Folge die im Körper befindliche Luft aus den
Tracheen entweichen und sinkt nach 5—10 Sekunden währender
Agonie auf den Boden des Gefässes. Falls einzelne Thiere dieses
Verhalten nicht zeigen und auf der Oberfläche des Alkohols
schwimmen oder in demselben schweben, wie es in seltenen Fällen
vorkommt, so sind diese Thiere auszumerzen, da sie der weiteren
Behandlung durch die Luft, die sie im Innern der Organe behalten
haben, grosse Schwierigkeiten entgegensetzen. Aus diesem Grunde
ist auch die bei allen zarthäutigen Thieren so überaus empfehlens-
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.I. H.2, 13
194 Max Hermann Edmund Kluge.
werthe Sublimatbehandlung gänzlich zu verwerfen. Das Sublimat
tödtet die Thiere augenblicklich, sie vermögen deshalb nicht die
Luft aus den Tracheen heraustreten zu lassen. In lufthaltige Ob-
jekte dringen aber die Reagentien, deren man zur weiteren Be-
handlung benöthigt, überaus schwer. Hat man jedoch einmal den
Fehler mit der Sublimatabtödtung begangen, so vermag man
wenigstens zum Theil die Luft zu entfernen, wenn man die Objekte,
eingeschlossen in der Oonservirungsflüssigkeit, der Behandlung unter
der Luftpumpe aussetzt. Ein vorhergehendes manuelles Drücken
und Pressen der lufthaltigen Objekte war bei mir stets erfolglos
geblieben. Die Behandlung mit der Luftpumpe macht sich jedoch
durch ihre zweischneidige Wirkung wenig empfehlenswerth. Be-
trachtet man nämlich den Recipienten mit dem in ihm eingeschlossenen
Objekt, so bemerkt man, dass erst bei sehr hoher Anspannung die
Luft das Präparat verlässt. Das Entweichen der Blasen geschieht
aber nicht allmählich, sondern in heftiger, das ganze Objekt er-
schütternder Weise. Die Vehemenz der Bewegung, mit welcher die
Luftblase nach oben schiesst, reisst aber auch Theile aus dem
Innern des Objekts mit sich fort, wie ich des Oefteren zu beobachten
leider Gelegenheit hatte. Diese Uebelstände werden durch eine
langsame Abtödtung in 60 ° Alkohol gänzlich vermieden. Aus dieser
Flüssigkeit überführte ich die Objekte sehr bald in 80° Alkohol,
in dem ich sie beliebig lange beliess, bis ich ihrer einzeln zu
weiterer Vorbereitung für das Eimbettungsverfahren bedurfte.
Um die Objekte vollständig zu entwässern, liess ich absoluten
Alkohol bei oftmaliger Erneuerung gegen 48 Stunden einwirken, bei
älteren Exemplaren, welche durch eine dunklere Färbung des Chitins
kenntlich waren, auch wohl bis zu drei Tagen. Das Gefäss, in
dem die Objekte eingeschlossen waren, stellte ich hierbei in den
auf circa 35 ° erwärmten Schmelzofen, um eine möglichst schnelle
Entwässerung und vollständige Durchtränkung zu erzielen. Dann
führte ich in üblicher Weise allmählich gereinigtes Xylol hinzu und
liess hierin die Objekte bis zu 24 Stunden. Ein längeres Belassen
in letzterer Flüssigkeit ist sehr nachtheilig, da, abgesehen von einer
erheblichen Schrumpfung der Weichtheile, auch das Chitin noch
starrer und spröder wird und sich später unter dem Messer, bei
langsamer sowohl wie schneller Schnittführung, als im hohen Grade
brüchig erweist.
Um die Sprödigkeit und Härte des Chitins zu vermeiden, hat
man sich neuerdings recht häufig des Eau de Javelle bedient.
Dieses vielgerühmte und vielangefochtene Mittel habe ich auch zeit-
weilig versucht, jedoch keinen rechten Erfolg damit erzielt. Ent-
weder wendet man es zu lange Zeit und zu konzentrirt an, so zer-
stört es durch seinen starken Chlorgehalt die Muskulatur und die
anderen Gewebe, oder man wendet es nur kürzere Zeit an, so er-
reicht man seinen Zweck, die Chitinerweichung nicht. Den richtigen
Mittelweg hierbei zu finden, ist mir nicht gelungen, zumal da der
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 195
Chlorgehalt des Eau de Javelle je nach den Bezugsquellen ver-
schieden ist.
Um Verschiebungen einzelner Theile des chitinösen Hartgebildes
zu verhindern, war ich gezwungen, einen möglichst harten Einbettungs-
stoff zu verwenden. Auf Empfehlung des Herrn Geheimrath Leuckart
benutzte ich während der warmen Jahreszeit weisses gereinigtes
Bienenwachs von 70 ° Schmelzpunkt, dem ich ein gleiches Quantum
Paraffin von 48° Schmelzpunkt beimischte. Während der Winter-
monate genügte schon eine Mischung, deren Schmelzpunkt bei
56° lag. Sehr Acht zu geben hat man bei der Benutzung eines
so harten Einbettungsmaterials, dass der Wärmegrad, dem man
das Objekt im Schmelzofen aussetzt, möglichst konstant derselbe
bleibe. Die Verschiedenheit des Gaskonsums und der dadurch be-
dinete Druck in dem Leitungsrohr lässt aber die Flamme, namentlich
in den Dämmerungsstunden bis zu 10°C. schwanken. Es ist des-
halb, da ja bekanntlich eine Erhitzung des Präparats über 62°C,
das Eiweiss koarguliren lässt, und das Objekt somit verdirbt, die
Benutzung eines Thermostaten nicht zu umgehen. Nach 48 Stunden
waren meine Objekte von der Wachsmischung stets vollkommen
durchtränkt; ich überführte sie dann in der gebräuchlichen Weise
schnell auf den Kork des Mikrotoms, liess plötzlich stark abkühlen
und schnitt den Block mit dem eingeschlossenen Präparat zurecht.
Der Schnitt durch das Objekt muls gleichmässig, ohne Unter-
brechung und verhältnissmässig schnell durch das ganze Präparat
hindurchgeführt werden. Nicht ganz gleichgültig ist hierbei die
Stellung des Messers zum Objekte. Ich halte es für sehr empfehlens-
werth, bei stark chitinisirten Objekten von der sonst gebräuchlichen
schrägen Schneidemethode abzusehen. Das Messer ist, wenn auch
frisch geschliffen, nie ganz ohne Scharten. Lässt man es nun
schräg auf das Objekt wirken, so wird auch eine grössere Anzahl
Scharten durch letzteres sägeartig hindurchgezogen, und das spröde
Chitin zersplittert und verdeckt die leidlich intakt gebliebenen
Stellen. Schneidet man jedoch bei gerader Messerstellung im ge-
streckten Winkel zum Objekt, so ist es leichter, schartenlose Stellen
des Messers aufzusuchen, da ja die Schnittfläche eine kürzere ist,
und ferner ist ein öfteres Wechseln der Schnittstelle nach einigem Ge-
brauch möglich gemacht.
Gelegentlich machte sich im Winter bei niedriger Zimmer-
temperatur oder starker Zugluft‘ vom Fenster her der Härtegrad
des Einbettungsstoffes allzuübel bemerkbar. In diesem Fall er-
wärmte ich das Messer an der dem Präparat entferntesten Stelle
leicht mit der Alkoholflamme, deren Wärme sich alsbald der
Schnittstelle mittheilte und dann ein glattes Schneiden möglich
machte.
Die Widerstandsfähigkeit und Härte des Chitins zeigt sich am
meisten, wenn man es mit Objekten zu thun hat, die bereits längere
Zeit in starkprocentigem Alkohol konservirt waren, oder wenn man
bei der Einbettung derselben das Xylol zu lange Zeit hatte ein-
13*
196 Max Hermann Edmund Kluge.
wırken lassen. In diesem Fall bediente ich mich einer ziemlich
dünnflüssigen Aether-Collodiumlösung, welche ich in möglicht ge-
ringer Menge, aber so, dass die ganze Schnittfläche des Blocks be-
deckt wurde, mit einem feinen Pinsel auftrug. Ein leichtes An-
hauchen unterstützte bei kalter Witterung die Verflüchtigung des
Aethers. Leider dauert aber die Anfertigung und das Auftragen
eines Schnittes auf den Objektträger einige Minuten, das Schneiden
eines so ansehnlichen Organs, wie der Genitalien von Vespa, ein
bis zwei Tage, wobei man mit der unangenehmen Thatsache zu
rechnen hat, dass sich das Präparat in den dazwischenliegenden
Pausen senkt und der jedesmalige erste Schnitt ungleichmässig
dicker wird. Trotz dieses Nachtheils möchte ich aber die Be-
handlung der Schnittfläche mit einer Collodiumlösung recht em-
pfehlen. Ich verdanke ihr, was Intaktheit anbelangt, meine besten
Schnittserien.
Ganz besonders werthvoll ist diese Methode aber, wenn man
weniger auf eine komplizirte Färbungstechnik einzugehen braucht
und mehr Uebersichtsbilder von vielleicht !/,,mm Dicke herstellen will,
sei es zur Rekonstruktion oder auch nur, um sich ein allgemeines
Situationsbild zu verschaffen. Will man sich des Collodiums be-
dienen, so muss man bei der Behandlung des Präparats von vorn-
herein darüber klar sein, da eine Färbung in toto sich notwendig
macht. Das Collodiumhäutchen, welches so gute Dienste leistet
beim Zusammenhalten der einzelnen Stücke des Schnittes, nimmt
nämlich beim Färben der Schnitte auf dem Objektträger nur zu
leicht die Farbe mit auf und trübt dadurch das Bild. Gänzlich aus-
geschlossen sind gute Doppelfärbungen nach dem Aufkleben mit
Hülfe des Collodiums.
In Fällen also, wo es sich um Schwierigkeiten in der Deutung
einzelner Gewebsparthien , handelt, muss man von der sonst so
empfehlenswerthen Collodiumbehandlung der Schnitte absehen;; ebenso
bei Präparaten, welche im Innern viel Fettgewebe oder dünne
Membranen enthalten, da diese sich nicht genügend von der be-
deckenden Schicht abheben. Beide Schwierigkeiten ergeben sich
nun aber mehr oder weniger bei allen Untersuchungen, und so war
auch ich denn genöthigt, nach der Feststellung des Situs der ein-
zelnen Theile mit Hülfe des Collodiums, auch ohne dieses Mittel
brauchbare Schnittserien herzustellen. Letzteres gelang denn auch
leidlich nach Anwendung der vorher auseinandergesetzten Conser-
virungs-Methode.
Beim Färben in toto bediente ich mich meistentheils der Car-
mine. Ich gebrauchte alkoholisches Boraxcarmin nach Grenacher
bei 3—4tägigem Einwirken, und überführte dann in absoluten Al-
kohol + 1 pro mille Salzsäure, bis keine Färbung des Alkohol
mehr eintrat. Die Schnitte zeigten dann eine besonders gute Kern-
färbung. Von einfachen Färbemitteln bediente ich mich ferner des
Lithioncarmins nach Orth; bei dieser Methode ist jedoch ein Auf-
Das männliche Geschlechtsorgan von Vespa germanica. 197
kleben der Schnitte mit einem Theil Collodium + drei Theilen
Nelkenöl nothwendig, da das Lithion bei Benutzung des Eiweiss-
glycerins als Klebemittel letzteres auflöst und die Schnitte leicht
fortschwimmen. Von Doppelfärbungen benutzte ich allein das im
zoologischen Institut gebräuchliche Pikrocarmin, welches die Zell-
kerne stark roth, die übrigen Theile ausser dem Bindegewebe
schwach gelb färbte. Wurde das Pikrin bei der späteren Alkohol-
behandlung zu stark ausgezogen, so färbte ich mit einfacher Pikrin-
lösung auf dem Objektträger noch einmal nach. Als Aufklebemittel
benutzte ich meistentheils die gewöhnliche Eiweissglycerinmischung,
beides zu gleichen Theilen + geringes Quantum Camphor als des-
inficiens.
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Erklärung der Abbildungen auf Tafel X.
Die folgenden Buchstaben bezeichnen gleiche Theile in den Figuren und
zwar bedeutet:
Ad == Anhangsdrüsen. Lm = Längsmuskel.
ad. Sa. = adductor Sagittae. l. Sp. = levator Spathae.
C= Cardo. Rm = Ringmuskel.
ce. Pp. = compressor Stipitis. Sa = Nagitta.
D e = Ductus ejaculatorius. Sp = Spatha.
d. Sp. = depressor Spathae. St = Stipes.
G = Gelenk. Vd= Vas deferens.
H= Hoden. ch. W. = chitinöse Wucherung.
I B= Innere Begrenzungsschicht.
Fig. 1. Totalansicht des Genitalorgans von der Ventralseite gesehen. 12fache
lin. Vergr.
Fig. 2. Totalansicht des Genitalorgans von der Dorsalseite gesehen. 12fache
lin. Vergr.
ig. 3. Querschnitt durch die Mitte der Spatha. Im Innern eingeschlossen:
Der ductus ejaculatorius mit Inhalt. 130fache lin. Vergr.
Fig. 4. Querschnitt durch das letzte, aborale Drittel des Copulationsapparates.
30fache lin. Vergr.
Fig.5. Querschnitt aus der Gegend der Mitte des Copulationsapparates.
30fache lin. Vergr.
Fig. 6. Querschnitt in der Höhe des oral gelegenen ersten Drittels des
Copulationsapparates. 30fache lin. Vergr.
Fig. 7, 8, 9. Schnitte durch je ein Vas deferens mit den verschiedenen
anatomischen Befunden. 290fache lin. Vergr.
Fig. 7. Querschnitt. Es folgen von aussen nach innen: 1. Längsmuskulatur.
2. Ringmuskulatur mit eingelagertem Bindegewebe. 3. Vielkammerige
Gewebeschicht mit Zellkernen an der dem Centrum entfernten Seite.
Die dem Lumen zunächst liegende Parthie ist intensiver gefärbt.
Epithelschicht.
Fig. 8. Querschnitt. Es folgen von aussen nach innen: 1. Längsmuskulatur.
2. Ringmuskulatur mit eingelagertem Bindegewebe. 3. Eine Schicht,
gebildet von centripetal verlaufenden Strängen, welche sich central-
wärts vereinigen und durch Einlagerung von Sekreten zu einem intensiv
gefärbten ringförmigen Band verschmolzen sind. Aus letzterem ragen
Zotten in das Lumen der Vas hinein. Zerfallene Drüsenzellen.
Fig 9. Etwas schräg gerichteter Längsschnitt. Die dritte Schicht wird durch
eine feine aber deutlich sichtbare Limitans von der Ringmuskulatur
getrennt. Die Schicht besteht aus flaschenförmigen, meist gefüllten
Drüsenzellen. Durch die schräge Richtung des Schnittes wird ein
Theil des polyedrischen Innenbelags des Vas sichtbar.
Mitteilungen
über einige wenig bekannte bez. neue südamerikanische
Taenien des k. k. naturhistorischen Hof- Museums in Wien.
Von
Dr. M. Lühe,
Assistent am Zoologischen Museum in Königsberg i. Pr.
Hierzu Tafel XI.
Gelegentlich meiner Untersuchungen über die Morphologie des
Taenienscolex hatte Herr Dr. E. v. Marenzeller die grosse Liebens-
würdigkeit, mir Material aus den Sammlungen des k. k. natur-
historischen Hofmuseums zur Verfügung zu stellen, und zwar einige der
von Natterer in Brasilien gesammelten und zum Teil von Diesing
benannten Arten,sowie ferner Taenien, welche kürzlich Herr Dr.
Paul Jordan aus Tetschen während eines Aufenthaltes in Paraguay
gesammelt und im Herbst 1893 dem k. k. Hofmuseum übergeben
hat. Da die letztgenannten grösstenteils neue Arten darstellen,
welche sehr interessante Verhältnisse zeigen, und da ferner auch
von den Diesing’schen Arten ausser einer kurzen, durchaus un-
genügenden Diagnose so gut wie nichts bekannt ist, so habe ich
Gelegenheit genommen, die Anatomie der fraglichen Taenien näher
zu untersuchen. Diese Arbeit zerfällt auf Grund des Materials
naturgemäss in zwei Teile und der erste dieser Teile ist auf den
folgenden Seiten enthalten, während der zweite, die Beschreibung
der von Jordan gesammelten Taenien, demnächst nachfolgen soll.
Herrn Dr. v. Marenzeller, der mir durch die freundliche Ueber-
lassung des wertvollen Materials die Gelegenheit zu diesen Unter-
suchungen gegeben hat, gestatte ich mir auch an dieser Stelle noch-
mals meinen verbindlichsten Dank auszusprechen.
I. Ueber einige von Natterer gesammelte und von
Diesing benannte brasilianische Taenien.
Bevor ich auf die einzelnen Arten näher eingehe, möchte ich
einige allgemeine Bemerkungen über den Erhaltungszustand der
alten Diesing’schen Exemplare, welche mir zur Verfügung standen,
vorausschicken.
2300 Dr. M. Lühe: Mitteilungen über einige
Dieselben hatten grösstenteils eine weissliche zum Teil durch-
scheinende Farbe. Ihr Tinktionsvermögen war im allgemeinen noch
ein verhältnissmässig gutes, indem z. B. bei Boraxcarmin-Färbung
die üblichen 24 Stunden genügten. Von histologischen Elementen
trat allerdings auch nach der Färbung nur ausserordentlich wenig
hervor und war z. B. die Maceration soweit vorgeschritten, dass ich
bei den meisten der unten zu besprechenden Arten keinerlei Angaben
über die weiblichen Keimdrüsen machen kann, da von denselben,
auch auf gefärbten Schnitten, keine deutlichen Reste mehr er-
kennbar waren. Verhältnismässig am besten erhalten war bei allen
Arten noch die Muskulatur, welche jedoch keinerlei Abweichungen
von dem gewöhnlichen Verhalten zeigte. Ebenso waren, mit allei-
niger Ausnahme von Taenia rugosa Dies., die Hodenbläschen noch
sehr gut erhalten, nicht freilich ihre histologischen Elemente, sondern
nur die sich dafür aber um so schärfer abhebende structurlose
Membran, welche die Bläschen umhüllt.
Wenn demnach die Angaben, welche ich in folgendem über
die in Rede stehenden Taenien mache, auch ausserordentlich lücken-
haft und stellenweise unsicher bleiben, so glaube ich doch immerhin,
dass dieselben geeignet sind, die so ungenügend bekannten Arten
besser zu kennzeichnen und zum Teil auch über ihre Stellung im
System einiges Licht zu verbreiten).
Die von mir angewandten Methoden, um auch diese noch kurz
zu erwähnen, bestanden darin, dass ich vorerst die ganzen Pro-
glottiden mit Glycerin (teilweise unter Zusatz einiger Tropfen Essig-
säure) durchsichtig machte; als sich dies als wünschenswerth heraus-
stellte, machte ich alsdann noch nach vorheriger Durchfärbung mit
Boraxcarmin continuirliche Schnittserien durch einzelne Proglottiden.
Taenia (Monieza) rugosa Dies.
(Taf. XT, Fig. 13.)
Auf Seite 96 meiner Dissertation habe ich eine von Herrn Dr.
Paul Jordan (Tetschen) in Mycetes niger Wagn. gefundene Taenie
als Taenia rugosa Dies. (?) bezeichnet, da die kurze von Diesing
gegebene Diagnose eine artliche Identität durchaus im Bereich der
Möglichkeit liess. Der Vergleich mit einem von Herrn Dr. Maren-
zeller mir gütigst übersandten Originalexemplar der fraglichen Art
!) Gleichwohl sind die nachstehend beschriebenen Arten auch noch weiterhin
als species inquirendae zu bezeichnen und habe ich deshalb davon Abstand ge-
nommen, auf diejenigen von Natterer gesammelten Taenien näher einzugehen,
welche Diesing nicht in die Litteratur eingeführt hat (darunter z. B. eine
Taenie mit doppelten Geschlechtsöffnungen aus Podiceps dominicensis). Dieselben
würden nur die Zahl der ungenügend bekannten Arten vergrössern ohne unsere
Erkenntniss zu fördern.
wenig bekannte bez. neue südamerikanische Taenien 201
ergab indessen sofort die beträchtliche Verschiedenheit der Jordan-
schen Taenie, welche demzufolge als eine neue Art anzusehen ist
und deren ausführliche Beschreibung ich demnächst liefern werde').
Diesings Diagnose lautet wie folgt (Syst. Helm. I., p. 502):
Taenia rugosa Diesing.
Caput tetragonum truncatum, acetabulis angularibus antieis oblongis.
Collum longum. Articuli supremi brevissimi angusti angulis acutis, sub-
sequentes dense plicati latissimi. Aperturae genitalium ..... Long. 1 bis
1!/,‘, latit. 5—6“ et ultra.
Habitaculum: Cebus hypoxanthus in intestinis tenuibus, in Brasilia
(Natterer).
Ueber die Länge des Wurmes vermag ich keine genauen An-
gaben zu machen, da mir nur Bruchstücke zur Verfügung standen,
Das längste derselben war 65 mm lang und bestand aus Scolex,
Hals und ca. 250 Proglottiden, während die übrigen, kleineren
Bruchstücke zusammen 70 mm lang waren und aus ungefähr
150 Proglottiden bestanden.
Der Scolex (Fig. 1) ist von mittlerer Grösse, ca. 0,7 mm breit und
ca. 0,3 mm dick. Er ist am Scheitel abgestutzt, wogegen er sich nach
hinten allmählich in den Hals verschmälert. Die Saugnäpfe stehen
nur wenig nach vorn gewandt, zu je zweien auf den breiteren
Flächen des Scolex, welche in der Richtung den Flächen der Pro-
glottiden entsprechen. Der Scolex erinnert in seiner ganzen Er-
scheinung etwas an den von T'aenia (Moniezia) eepansa Rud.
Auf ihn folgt ein dünner, mässig langer Hals und in ca. 5 mm
Entfernung vom Scolex beginnen die Proglottiden deutlich zu werden.
Dieselben verbreitern sich sehr allmählig nach hinten zu, bleiben
jedoch ansserordentlich kurz; die ca. 150.—250. Proglottis hat eine
ızgelähr constante Breite von 4,0 mm bei einer Länge von 0,3 mm.
Aeltere Proglottiden mit entwickeltem Uterus sind 6,0 mm breit und
0,8 mm lang. Habe ich schon beim Scolex eine gewisse Aehnlich-
keit mit demjenigen von Taenia (Moniezia) expansa Rud. con-
statieren können (die übrigens bei einem Organ von so wechselnden
Contractionszuständen, wie dies der Scolex der unbewaffneten Taenien
ist, wohl kaum sehr viel besagen will), so ist die Aehnlichkeit der
Proglottidenkette mit der genannten Art jund ihren Verwandten,
sowie mit den kurzgliedrigen Taenien des Hasen und Kaninchen noch
!) Anmerkung bei der Correetur: Soeben erhalte ich durch die
Liebenswürdigkeit des Herrn Prof. Braun Kenntniss von einer Arbeit
von Dr. Richard Meyner, Zwei neue Taenien aus Affen, ein Beitrag
zur Kenntniss der Cestoden (Zeitschrift f. Naturwiss. Bd. LXVIL], in welcher
die in meiner Dissertation als Taenia rugosa (2) bezeichnete Art unter dem
Namen Taenia mucronata als,neu beschrieben wir. Auch Meyner hebt die
Aehnlichkeit der Art mit den von Blanchard in seiner Gattung Bertia ver-
einigten Affentaenien hervor (vergl. Lühe, Zur Morphologie des Taenienscolex,
pg. 96—98).
202 Dr. M. Lühe: Mitteilungen über einige
viel auffallender, abgesehen natürlich von den kleineren Dimensions-
verhältnissen bei Taenia rugosa Dies.
Was nun den Bau der Proglottiden anlangt, so kann ich hier-
über nur sehr dürftige Angaben machen, da Schnitte, welche ich
nach Boraxcarminfärbung angefertigt habe, mich vollständig im Stich
gelassen haben: es war so gut wie nichts mehr auf ihnen zu er-
kennen. Ich bin also vollständig auf Totalpräparate angewiesen
und auch auf diesen war nicht viel zu sehen (vergl. Fig. 2).
Die Geschlechtsöffnungen sind randständig und zwar in jedem
Gliede doppelt vorhanden. Sie halbieren ziemlich genau den seitlichen
Rand der Proglottis. Ein Cirrhusbeutel ist nicht vorhanden oder
wenigstens nicht mehr erkennbar. Die Oeffnung der Vagina ist
in älteren Proglottiden, welche schon einen entwickelten Uterus be-
sitzen, ziemlich weit; die Vagina selbst verläuft, sich trichterförmig
verengernd, nach dem Innern der Proglottis zu, indem sie sich
gleichzeitig schräg nach vorne wendet, um einen sehr deutlich aus-
gesprochenen, nach hinten offenen Bogen zu beschreiben.
In ca. 0,6—0,7 mm Entfernung vom Rande der Proglottis ver-
läuft sehr deutlich hervortretend das Längsgefäss der Kette und
abermals ca. 0,6 mm weiter nach innen erkennt man in der ca. 150.
bis 250. Proglottis, sowie in einem anderen Bruchstück zwei durch
grössere Undurchsichtigkeit hervortretende Organe, ein grösseres und
ein kleineres, welche ich nach Analogie mit den verschiedenen Arten
der Gattung Moniezia als weibliche Geschlechtsdrüsen in Anspruch
nehmen zu dürfen glaube. Die Hodenbläschen scheinen den ganzen
übrigen Zwischenraum zwischen den beiden Längsgefässen zu erfüllen,
treten jedoch nicht deutlich hervor.
Die beiden (?) Uteri der Proglottis habe ich erst auf einem
Stadium beobachten können, wo dieselben schon mit einander ver-
schmolzen sind und zahlreiche anastomosierende Seitenäste gebildet
haben. Besonders auffallend ist, dass Schlingen des Uterus auch
lateral von den Gefässen, vor und hinter den Geschlechtswegen, liegen.
Die Eier sind zum Teil in deutlich gesonderten Packeten angeordnet,
ob jedoch diese Sonderung soweit geht, wie bei 7'awenia ( Moniezia)
ecpansa Rud., habe ich nicht feststellen können, da mir Proglottiden
mit reifen Embryonen nicht zur Verfügung standen.
Nach dem Gesagten halte ich mich, so unvollständig die Be-
schreibung bei dem schlechten Erhaltungszustand auch bleibt, für
berechtigt die Taenia rugosa Dies. zu der Gattung Moniezia zu
stellen, und scheint es mir von besonderem Interesse zu sein, dass
ein Vertreter dieser Gattung in Affen vorkommt. (Der Wirth ist
wie oben schon gesagt Ateles hypoxanthus Kuhl).
Taenia (Anoplocephala) globiceps Dies.
(Taf. XI, Fig. 4—8.)
Diesing’s Diagnose der von Natterer nur zweimal, beide-
mal jedoch in vielen Exemplaren gesammelten Art lautet wie folgt
(20 Arten von Cephalocotyleen, pg. 13):
wenig bekannte bez. neue südamerikanische Taenien. 203
Taenia globiceps.
Caput globosum, oris limbo calloso, acetabulis lateralibus subeireularibus.
Collum nullum. Artieuli depressi, supremi rugaeformes, subsequentes bre-
vissimi, plus duplo latiores quam longi, ultimi parum latiores quam longi.
Aperturae genitalium masculae marginales secundae, penibus filiformibus,
femineae ..... Longit. 9" —1!/,“, latit. ad 2,
Habitaculum: Tapirus americanus, Aprili et Augusto, in intestinis
tenuibus; in Brasilia (Natterer).
Die beigegebenen Abbildungen (Taf. VI, 10—14) stellen den
ganzen Wurm, den Scolex in Seitenansicht und einzelne Proglot-
tiden dar.
Blanchard stellt die Art, ohne weitere Bemerkung zur Gattung
Anoplocephala (Notices helminthologiques, II. serie, pg. 448 = 34
des Sep.-Abdr.)
Die Länge der mir zur Verfügung stehenden Exemplare schwankt
zwischen 25 und 40 mm bei einer Breite von ca. 3 mm (vgl. Fig. 4).
Der Scolex misst 0,8 mm im Durchmesser und ist ungefähr
würfelförmig mit abgerundeten Ecken und Kanten. Diesings Fig. 12
stellt ihn zu kugelig dar, entsprechend dem „globosum“ der
Diagnose und entspricht insofern nicht ganz den natürlichen Ver-
hältnissen; vor allem aber sind auf ihr die ersten Proglottiden ganz
falsch dargestellt. Diese sind nämlich bei vollständigem Fehlen
eines Halses mit ihren seitlichen Theilen stark nach vorne gekrümmt,
sodass der Scolex in die dadurch entstehende halbkreisförmige
Concavität mit seinem hinteren Theile eingesenkt ist, ähnlich, wie
dies bei Taenia (Anoplocephala) perfoliata Goeze nnd Taenia
(Anoplocephala) mamillana Mehlis der Fall ist (Fig.5). Erst die 8. bis
10. Proglottis ungefähr 1,5 mm hinter dem Scolex hat diese Krümmung
vollständig verloren. Die Proglottidenkette nimmt zu Beginn ausser-
ordentlich rasch an Breite zu (ebenso wie bei den beiden anderen
eben erwähnten Arten) und hat bei einem meiner Exemplare 1,0 mm
hinter dem Scolex schon ihre grösste Breite, 3,2 mm, erreicht, bei
den anderen geschieht dies einige Zehntel Millimeter später. Die
Proglottiden, welche auf der Höhe der Geschlechtsentwickelung
stehen, sind ungefähr 0,3 mm lang und 2,8—3,2 mm breit, während
diejenigen mit voll entwickeltem Uterus eine Länge von 2,0 mm
erreichen; doch sind diese letzteren auch nur noch 2,0 mm breit.
Die Gesammtzahl der Proglottiden beträgt 30—40.
Die Geschlechtsöffnungen sind streng einseitig und zwar liegen
das männliche und das weibliche Ostium neben einander auf einer
schwach gewölbten Papille, welche etwas in das Genitalatrium vor-
springt. Dieses ist eine verhältnissmässig geräumige Höhlung,
welche mit einer verengten Oeffnung nach aussen mündet (vgl. Fig. 6).
Die Cirrhusblase ist verhältnissmässig gross; sie erreicht in
maximo eine Länge von 1,0 mm und eine Breite von 0,15 mm. Sie
erscheint, ebenso wie bei Tuenia (Anoplocephala) perfoliata Goeze
und Taenia (Anoplocephala) mammillana Mehlis, ausserordentlich
204 Dr. M. Lühe: Mitteilungen über einige
früh, indem sie schon in der 5. Proglottis deutlich ist und zwei
Proglottiden weiter schon den Cirrhus erigiert zeigt. Sie wird ge-
bildet von einer mächtig entwickelten inneren Ring- und äusseren
Längsmuskulatur. Der mit feinen Cutieularborsten bekleidete Cirrhus
selbst ist verhältnissmässig klein, seine Maximallänge beträgt, wenn
erigiert, 0,2 mm. Das Vas deferens verläuft von dem inneren Ende
der Cirrhusblase schräg gegen den Vorderrand der Proglottis auf-
steigend und scheinen die Hodenbläschen, um einen transversal
verlaufenden Sammelkanal angeordnet, die vordere Hälfte der Pro-
glottis zu erfüllen. Mit Sicherheit kann ich dies jedoch bei dem
schlechten Erhaltungszustand der mir vorliegenden Exemplare nicht
behaupten.
Von den in der Mitte der hinteren Hälfte der Proglottis ge-
legenen (?) weiblichen Geschlechtsorganen ist noch weniger erkenn-
bar. Ich halte es deshalb für rathsam darauf zu verzichten, Angaben
zu machen, die doch kaum etwas anderes als Vermuthungen
darstellen können und beschränke mich auf die Bemerkung, dass
das verhältnissmässig grosse Receptaculum seminis hinter dem
inneren Ende des Cirrhusbeutels liest. In der 10.—12. Proglottis
beginnt der transversal verlaufende Uterus deutlich zu werden, in-
dem sich das blinde Ende desselben, welches von dem die Geschlechts-
öffnung tragenden Rande abgewandt ist, mit Eiern füllt. Diese
Füllung mit Eiern schreitet nun ausserordentlich rasch vorwärts,
indem gleichzeitig die Vorder- und Hinterwand des Uterus Aus-
buchtungen bildet, welche sich schliesslich zu vollständigen Seiten-
sprossen entwickeln. In den reifen Proglottiden sind diese Seiten-
sprossen mitunter nicht mehr scharf gegen einander abzugrenzen, in-
folge der Dünnheit der sie trennenden Scheidewände (vergl. Fig. 6
und 7).
Die reifen Eier (Fig. 8) haben im allgemeinen denselben Bau wie
bei den anderen Anoplocephalinen. Sie besitzen wie diese drei Schalen.
Die äusserste derselben stellt eine structurlose, im optischen Quer-
schnitt doppelt contourierte Membran dar, welche ihre ursprüngliche
Gestalt durch Schrumpfung verloren hat. In den meisten Fällen
erscheint dieselbe oval, mit einer starken Längsfalte (Länge 0,043 mm,
grösste Breite 0,025 mm), in anderen dagegen ist sie vollständig
polygonal. Die von ihr eingschlossene zweite Eihülle ist noch
wesentlicher dünner und erscheint selbst bei der stärksten Ver-
grösserung nicht mehr doppelt contouriert. Sie ist ausserordentlich
stark und unregelmässig hin- und hergefältelt und enthält etwas
Detritus (Dotterreste). Durch beide Umstände wird das genaue
Erkennen der Form des birnförmigen Apparates der dritten Eihülle,
der eigentlichen Embryonalschale, erschwert, obwohl das Vorhanden-
sein eines solchen in Gestalt zweier hornartiger Fortsätze deutlich
hervortritt. Die im übrigen structurlose Embryonalschale ist ziemlich
dünn; ihr Durchmesser beträgt, den birnförmigen Apparat un-
gerechnet, 0,01 mm und wird ihr Binnenraum von der Oncosphaere
nicht vollständig ausgefüllt.
wenig bekannte bez. neue südamerikanische Taenien. 205
Ich glaube, dass aus dem Gesagten, trotz der durch den
Erhaltungszustand bedingten Unvollständigkeit der Beschreibung,
die nahe Verwandschaft unserer Art mit Tuenia (Anoplocephala)
perfoliata Goeze und mamillana Mehlis deutlich hervorgeht.
Taenia decrescens Dies.
(Taf. 11, Fig. 9—11.)
Diesing’s Diagnose dieser Art lautet wie folgt (20 Arten von
Cephalocotyleen, p. 12):
Caput ellipsoideum apice deplanatum, ore exiguo, acetabulis lateralibus
limbo sübelliptico. Collum nullum. Articulidepressi, supremi angustirugaeformes,
subsequentes plus duplo latiores quam longi, retrorsum parum dilatati, demum
latitudine decerescentes, subquadrati. Aperturae genitalium masculae marginales
alternae, penibus filiformibus protractis, femineae ...... Longit. ultra 1’;
latit. antrors. 1/,“, medio 43/,, retrors. 2”,
Habitaculum: Dicotyles albirostris, Julio — D. torquatus, Augusto: in
intestinis tenuibus; in Brasilia (Natterer).
Die beigegebenen Abbildungen (Taf. VI. Fig. 6—9) stellen den
ganzen Wurm, den Scolex in Seitenansicht und einzelne Proslotti-
den dar.
Mir stand ein Exemplar behufs Untersuchung zur Verfügung.
Dasselbe hatte eine Länge von 296 mm und bestand aus ca. 250
Proglottiden.
Den Scolex habe ich schon in meiner Dissertation (p. 90ff.) be-
schrieben. Derselbe zeigte tiefe, die Saugnäpfe von einander trennende
Furchen, welche sich auf dem Scheitel unter rechtem Winkel
kreuzten. Hierdurch schienen die Saugnäpfe verhältnissmässig weit
hervorzuragen, während sie gleichzeitig nicht rein seitlich blickten,
wie in Diesing’s Abbildung, sondern in einem Winkel von ca. 45°
nach vorn. Ferner ist noch hervorzuheben, dass auf dem Scheitel
die dorsoventral verlaufende Furche wesentlich tiefer einschnitt, als
die transversal verlaufende, was sich namentlich auf einer Quer-
schnittserie zeigte; die ersterwähnte war hier auf Schnitten, die
schon die Saugnäpfe angeschnitten zeigten, in dem mittelsten Theile
ihres Verlaufes noch als feiner Spalt sichtbar.
Diese ganze, von Diesing’s Abbildung und Beschreibung ab-
weichende Kopfform beruhte natürlich auf speziellen Contractions-
zuständen, wie ja wohl überhaupt der Form des Scolex
bei den unbewaffneten Taenien, wegen der wechselnden Contractions-
verhältnisse nur ein sehr geringer systematischer Werth beizu-
messen ist.
Dagegen möchte ich noch einige Maasse geben!). Der Durch-
messer des Scolex beträgt in dorsoventraler Richtung 1,3 mm (von
!) Ich brauche wohl nicht besonders hervorzuheben, dass der Wert der-
artiger Maassangaben bei der grossen Contractilität des Cestodenkörpers nur
206 Dr. M. Lühe: Mitteilungen über einige
Furche zu Furche gemessen), in transversaler 1,1 mm (obwohl die
Furche hier wesentlich flacher ist) und in diagonaler, durch zwei
sich schräg gegenüberliegende Saugnäpfe 1,8 mm. Die Saugnäpfe
sind elliptisch mit einem längsten Durchmesser von 0,75 mm und
einem kürzesten von 0,55 mm. Die Dicke der muskulösen Wandung
beträgt 0,25 mm.
Die Maasse der Proglottiden sind folgende:
Die ca. 50. Proglottis ist 0,5 mm lang und 3,6 mm breit.
„ „ 75. „ „ 0,8 ” ” » 4,1 ”„ ”„
„ „ 100. „ „ 0,9 „ „ 2) 4,9 „ ”
” ” 125. » » 1,0 „ ” ” 5,1 ”„ ”
„ ” 150. ” ” 1,2 ” ” „ 5,5 „ ”
» ” 175. „ „ 1,4 ” „ ” 6,0 „ ”
„ ” 200. „ ” 1,6 „ ”„ „ 6,5 ” »
» ” 225. ”„ ” 2,0 ” „ ”„ 5,5 ” „
„ „ 250. ”„ „ 2,0 „ „ ”„ 5,0 ” „
Die Muskulatur schliesst sich durchaus dem Verhalten bei
anderen Anoplocephalinen an und verweise ich bezüglich des näheren
auf meine Dissertation.
Bei dem Wassergefässsystem ist eine ringförmige Anastomose
bemerkenswerth, welche im Scolex vor dem axialen Muskelzapfen
liegt, entsprechend dem kranzförmigen Gefässplexus bei Taenia
(Anoplocephala) perfoliata (roeze. Allerdings ist bei dem mir
zur Verfügung stehenden Exemplar dieser Ring in der dorsoven-
tralen Mittellinie durch die hier tief einschneidende Furche, welche
schon oben erwähnt wurde, weit nach hinten gedrängt, derart dass
die Betrachtung der weiter vorn gelegenen Querschnitte für sich
den Eindruck erweckt, als handele es sich um zwei U-förmige
(Gefässschleifen, welche durch die erwähnte Furche von einander
getrennt sind.
Die Geschlechtsöffnungen sind randständig (oder doch fast rand-
ständig), unregelmässig abwechselnd und liegen dem hinteren Rande
der Proglottis genähert, derart, dass sie die Seitenkante etwa im
Verhältniss von 2:1 teilen. In denjenigen Proglottiden, in welchen
die weiblichen Keimdrüsen (über diese siehe weiter unten) zuerst
in ihrer characteristischen Form deutlich hervortreten, liegen sie
bei einer Breite der Proglottis von 4,0 mm 0,5 mm von dem seit-
lichen Rande entfernt (Fig.9). In den älteren Proglottiden rücken sie
dem Rande allmählich immer näher und erreichen ihn schon in den-
jenigen, welche die Geschlechtsorgane auf der Höhe ihrer Ent-
wickelung zeigen (Breite 5,0 mm).
ein sehr geringer ist. Gleichwohl ist es nur durch sie möglich einen ungefähren
Begriff der Grössenverhältnisse zu geben und können sie deshalb kaum entbehrt
werden,
wenig bekannte bez. neue südamerikanische Taenien. 207
Das Genitalatrium ist verhältnissmässig klein, trichterförmig.
Männlicher und weiblicher Genitalporus liegen schräg vor und neben
einander auf einer kleinen Papille.
Die Hodenbläschen liegen am Hinterende der Proglottis, von
einer Seite bis zur andern reichend und zu 2—3 vor einander.
Die Vereinigungsstelle der Vasa efferentia zum Vas deferens
liegt ein wenig vor der Mitte der Proglottis, demjenigen Rande,
welcher die Geschlechtsöffnung trägt, etwas genähert. Von hier
aus verläuft das Vas deferens, von seinen Schlängelungen abgesehen,
in einem sehr flachen, nach hinten offenen Bogen nach dem Rande
zu, um in den Cirrhusbeutel einzumünden. Dieser ist lang gestreckt
und von mittlerer Grösse; seine grösste Länge beträgt 7,5 mm, seine
grösste Breite 3,3 mm; gebildet wird derselbe von einer verhältniss-
mässig starken äusseren Längs- und inneren Ringmuskelschicht.
Die Vagina verläuft gleichfalls in einem sehr flachen, nach
hinten offenen Bogen von der Geschlechtsöffnung aus nach der Mitte
der Proglottis zu. Ihr Endpunkt liegt neben der Vereinigungsstelle
der Vasa efferentia, nach dem Inneren der Proglottis zu: in jüngeren
Proglottiden genau in mittlerer Breite der Proglottis, in etwas
älteren dagegen ein wenig dem die Geschlechtsöffnung tragenden
Rande genähert, in jedem Falle jedoch näher dem Vorder- als dem
Hinterrande der Proglottis. Von diesem Endpunkte der Vagina aus
verläuft ein kurzer Kanal, genau senkrecht zur Fläche der Pro-
glottis, auf Flächenschnitten als kreisrundes Lumen erscheinend. In
der unmittelbaren Umgebung dieses Kanales sind sternförmig an-
geordnete, ein wenig stärker gefärbte Zellen sichtbar, welche wohl
als Schalendrüse gedeutet werden müssen. Vor sowohl wie hinter
diesen nun findet sich je ein grösseres zellenreicheres Organ, welches
schon auf mit Glycerin aufgehellten Totalpraeparaten als undurch-
sichtige Masse deutlich hervortritt, wogegen gefärbte Schnitte noch
weitere Einzelheiten lehren. Während das vordere, grössere, un-
gefähr nierenförmige (vergl. Fig. 9) einen acinösen oder folliculären
Bau zu besitzen und aus verhältnissmässig grösseren Elementen
zu bestehen scheint, macht das hintere, kleinere, rundliche einen
mehr compacten Eindruck, es erscheint fein granuliert, seine Elemente
scheinen wesentlich kleiner zu sein. Ob das erste den Keimstock
und das andere den Dotterstock darstellt, wage ich nicht mit Be-
stimmtheit zu entscheiden.
Sehr eigentümlich verhält sich bei unserer Art der Uterus,
dessen erste Anlage zu beobachten mir allerdings nicht gelungen
ist, welcher jedoch, sobald er sich mit Eiern zu füllen beginnt, ent-
sprechend der Kürze der Proglottiden in transversaler Richtung
verläuft. In denjenigen Proglottiden nun, wo derselbe vollständig
mit Eiern gefüllt ist, jedoch mit noch ungefurchten, zeigt es sich
auf Schnittserien, dass von den Wänden des Uterus in das Innere
desselben Trabekel (vielleicht zum Teil auch Septen) vorspringen.
Diese Trabekel gewähren besonders dann einen merkwürdigen An-
blick, wenn sie quer geschnitten sind und alsdann gewissermassen wie
208 Dr. M. Lühe: Mitteilungen über einige
Inseln innerhalb des Uteruslumens erscheinen (Fig. 10). Sie sind
ausserordentlich zahlreich vorhanden, schwinden jedoch später, in-
dem in den ganz reifen Proglottiden der Uterus einen Sack darstellt,
welcher fast die ganze Proglottis einnimmt.
Die Embryonen selbst sind in eine dreifache Schale einge-
schlossen, welche allerdings meist etwas geschrumpft erscheint. Die
äusserste erscheint doppelt contouriert und hat einen Durchmesser
von ca. 0,07 mm. Die nächste, 0,033 mm im Durchmesser haltend,
ist wesentlich dünner und zarter. Sie erscheint auch am meisten
geschrumpft und gefaltet. Die innerste endlich, die eigentliche
Embryonalschale, bietet auf meinen Präparaten ein sehr sonder-
bares Aussehen. Sie ist nämlich annähernd kugelig (Durchmesser
0,015 mm), wenn man von einem Fortsatz absieht. Dieser scheint
in gewisser Weise dem birnförmigen Apparat der Anoplocephalinen
homolog zu sein, ist jedoch in ganz anderer Weise ausgebildet,
nämlich als ein solider Knopf von Halbkugel-Form und ca. 0,0066 mm
Durchmesser (Fig. 11).
In meiner Dissertation habe ich Taenia decrescens provisorisch
zu der Gattung Anoplocephala gestellt und wollte nach Untersuchung
der Proglottiden auf die systematische Stellung der Art wieder
zurückkommen. Aus vorstehenden Angaben geht hervor, dass man
wohl berechtigt ist, die Art zu der Unterfamilie der Anoplocepha-
linen zu rechnen, wenn auch der birnförmige Apparat der innersten
Embryonalschale abweichend gestaltet ist. Nähere Beziehungen zu
der Gattung (oder Untergattung, wenn man will) Anoplocephala
bestehen dagegen ebenso wenig, wie zu einer der anderen bisher auf-
gestellten Anoplocephalinen-Gattungen.
Taenia megastoma Dies.
(Taf. XI, Fig. 12—15.)
Die Art ist von Diesing in seinem „Systema helminthum*,
Vol. I., pag. 503, aufgestellt worden auf Grund von Exemplaren,
welche Natterer in einer grösseren Zahl brasilianischer Affen ge-
funden hatte, und mit folgender Diagnose versehen:
Caput obtuse tetragonum, oris limbo amplo calloso, acetabulis hemi-
sphaericis angularibus antieis. Collum longum angustum. Articuli quadruplo
latiores quam longi plani, ultimi tam longi quam lati depressiusculi. Aper-
turae genitalium marginales alternae. Longit. ad 2‘; latit. 21/,‘“, ultimi 1.
In seiner Abhandlung über „20 Arten von Cephalocotyleen“ hat
Diesing dieselbe Diagnose fast unverändert beibehalten (nur
das Wort antieis hinter acetabulis ist gestrichen) und durch einige
Abbildungen erläutert (Taf. V., Fig. 16—20; der ganze Wurm, Scolex
in Seiten- und Scheitelansicht und einzelne Proglottiden). Hierbei
findet sich auch die Erklärung des Namens „megastoma*, indem
nach Diesing am Scheitel des Scolex ein „grosser, napfförmiger
Mund“ hervorragen soll.
wenig bekannte bez. neue südamerikanische Taenien. 209
Hierauf beschränkt sich das, was über die in Rede stehende
Art bisher bekannt ist.
Mir standen zwei Gläser, welche Originalexemplare von 7. me-
gastoma enthielten, behufs Untersuchung der Art zur Verfügung.
Das eine derselben enthielt eine grössere Zahl meist kleiner und
wenig gut erhaltener Bruchstücke (darunter zwei Scoleces) aus
Callithric personata (v. Humb.), das andere drei grössere, etwas
besser erhaltene aus Cebus caraya Fisch. Diese letzteren drei
Bruchstücke bildeten zusammen offenbar ein ganzes Exemplar von
65 cm Länge.
Auf Grund dieses Materiales bin ich nun in der Lage über die
in Rede stehende Art folgende Angaben zu machen:
Die Länge der Taenie beträgt mindestens bis zu 650 mm, und
besteht dieselbe alsdann aus ca. 700— 800 Proglottiden.
Der Scolex (Fig. 12) ist klein (Durchmesser 0,66 mm), rundlich,
mit vier seitlich stehenden Saugnäpfen versehen, unbewaffnet.
Einen scheitelständigen Saugnapf, wie Diesing einen solchen ab-
bildet und in der zugehörigen Figurenerklärung besonders hervor-
hebt, oder auch nur eine entfernt an einen Saugnapf erinnernde
Bildung (wie z. B. das rudimentäre Rostellum von Taenia saginata)
habe ich nicht gefunden.
Der Hals ist lang und dünn; deutliche Proglottidenbildung be-
ginnt erst in ca. 4 mm Entfernung vom Scolex. Nach hinten zu
verbreitert sich der Wurm nur sehr allmählich, noch ausserordent-
lich viel allmählicher, als Diesing’s Abbildung (a. a. O., Taf. V.,
Fig. 16) dies darstellt. Während eine Breite von 1 mm erst in
35 mm Entfernung vom Scolex erreicht wird, ist die Proglottiden-
kette bei 100 mm Länge 2 mm, bei 170 mm Länge 3 mm breit
u.8s. w. Die einzelnen Proglottiden sind kurz, das Verhältniss
zwischen ihrer Länge und Breite ist fast durchgängig ungefähr 1:3.
Die Geschlechtsorgane (Fig. 13) treten zuerst deutlich hervor
in den Proglottiden, welche bei einer Länge von 1,0 mm 3,3 mm breit
sind. Die Geschlechtsöffnungen sind randständig, unregelmälsig ab-
wechselnd und ungefähr an der Grenze des vorderen und mittleren
Drittels des seitlichen Proglottidenrandes gelegen. Das Vaginalos-
tium liegt schräg hinter und neben der Cirrhusöffnung am Ende
des ziemlich flachen, ungefähr trichterförmigen Genitalatriums.
Die Hodenbläschen füllen fast die ganze Proglottis aus, mit
der Massgabe jedoch, dass sie auf der Seite der Geschlechtsöffnung
durch die Vagina und das Vas deferens von dem vorderen Rande
der Proglottis getrennt sind, welchen sie auf der anderen Seite er-
reichen; und ferner lassen sie auch in der Mitte der Proglottis einen
Raum frei, dergestalt, dass die beiden seitlichen Hauptmassen nur
durch eine verhältnissmässig schmale, an dem Hinterrande der
Proglottis gelegene Brücke mit einander verbunden sind. Dieser
von Hodenbläschen freie Raum, dessen hintere und seitliche Be-
grenzung einen ziemlich regelmässigen Halbkreis bildet, enthält
Arch. f. Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd.I. H.2, 14
310 Dr. M. Lühe: Mitteilungen über einige
offenbar die weiblichen Geschlechtsdrüsen, welche allerdings weder
auf Total- noch auf Schnittpräparaten deutlich hervortreten.
Ungefähr in der Mitte dieses Raumes liegt ein kleines, annähernd
eiförmiges Gebilde, welches ich als Receptaculum seminis deuten zu
dürfen glaube. Dasselbe steht durch einen feinen Gang in Ver-
bindung mit der Vagina, welche mehr oder weniger dem vorderen
Rande der Proglottis parallel verläuft. In älteren Proglottiden ist
sie prall mit Sperma gefüllt und stellt nur an der Mündung eine
kurze Strecke weit einen engen Kanal dar.
Zwischen ihr und dem Vorderrande der Proglottis verläuft das
geschlängelte Vas deferens, welches in einen kleinen, ovalen Cirrhus-
beutel von 0,225 mm Länge und 0,15 mm Breite (Fig. 14c) mündet.
In den reifen Proglottiden sind immer eine gewisse Zahl von
Embryonen gemeinsam in Uterinkapseln eingeschlossen, welche selbst
durch parenchymatisches Gewebe von einander getrennt sind (Fig. 15).
Es ist dies also ein ganz ähnliches Verhalten, wie es beispielsweise bei
Taenia (Dipylidium) canina L. oder bei Taenia (Moniezia) expansa
Rud. beobachtet ist. Ueber die Structur der Embryonen _ selbst,
insbesondere über das Verhalten der Embryonalhüllen, vermag ich
bei dem schlechten Erhaltungszustand der mir zur Verfügung
stehenden Exemplare sichere Angaben nicht zu machen.
Taenia tetragonocephala Dies.
(Taf. XT, Fig. 16 - 19.)
Die Art ist von Diesing in seiner Arbeit über „20 Arten von
Cephalocotyleen* aufgestellt mit folgender Diagnose:
Caput tetragonum subquadratum, ore exiguo, acetabulis hemisphaerieis
angularibus. Collum nullum. Articuli depressi, supremi angusti rugaeformes,
subsequentes duplo latiores quam longi, demum latitudine decrescentes, sub-
quadrati, angulis postieis parum exstantibus. Aperturae genitalium ......
Longit. 21/,"—1}/,’ et ultra; latit. adult. antrors. 1/,‘“, medio 4'/,“‘, retrors. 1?/,".
Habitaculum: Myrmecophaga bivittata, Tunio et Augusto -- M. jubata,
Februario, Martio, Aprili et Octobri, in intestinis tenuibus; in Brasilia (Natterer),
Die beigegebenen Abbildungen (Taf. VI, Fig. 1—5) stellen den
ganzen Wurm, den Scolex in Seiten- und Scheitelansicht, sowie ein
ganz junges Exemplar in natürlicher Grösse und vergrössert dar.
Weitere Angaben sind mir aus der Litteratur nicht bekannt.
Mir standen zwei Gläser mit Diesing’schen Originalexemplaren
zur Verfügung, das eine enthaltend zwei kleine Exemplare von ca.
50mm Länge, das andere, ausser mehreren kleineren Bruchstücken,
ein ganzes Exemplar von 440 mm Länge. Auf die beiden erster-
wähnten Exemplare passt die Diesing’sche Diagnose insofern nicht,
als dieselben einen langen Hals besitzen und die Proglottidenbildung
erst 2 mm hinter dem Scolex beginnt (Fig.19). Bei der Jugend beider
Exemplare, und da der Scolex keine besonders characteristischen
Eigenthümlichkeiten besitzt, verzichte ich auf ein näheres Eingehen
wenig bekannte bez. neue südamerikanische Taenien. 211
auf dieselben und beschränke mich im Folgenden auf den Inhalt
des anderen Glases.
Das vollständige Exemplar besitzt ca. 140 Proglottiden, die
einen ausserordentlich wechselnden Contractionszustand zeigen, wie
aus folgenden Maassen hervorgeht;
Die ca. 30. Proglottis ist 0,3 mm lang und 2,5 mm breit.
”„ 2,0 ” ”„ P)) 2,0 ” ”»
222093 50. » ” 0,6 „ „ ”» 3,0 ” ”
„ ”„ 60. ” » 2,2 ”„ „ „ 2,2 „ „
» » 70. „ » 3,5 „ „ ” 1,8 „ »
» ” 80. ”„ ”„ 3,5 „ kh} „ 2,0 „ »
» „ %. 2] „ 3,0 ”„ » „ 3,0 » „
„ „ 100. „ „ 2,5 ”„ » ”„ 4,5 ” „
» „ 110. „ ” 8,0 „ » „ 2,8 ”„ „
„ „ 120. „ » 5,0 ”„ „ ”„ 3,5 „ „
„ „ 130. ” ”„ 5,2 „ „ „ 4,0 „ ”
„ „ 140. ” „ 7,0 „ „ ” 4,0 „ »
Der Scolex (Fig. 16) ist verhältnismässig gross und eher als
rundlich, denn als viereckig (tetragonum) zu bezeichnen; sein Durch-
messer beträgt ungefähr 1,5 mm.
Die Geschlechtsöffnungen sind randständig, unregelmässig ab-
wechselnd; sie liegen an der Grenze des vorderen und mittleren
Drittels der Proglottidenlänge. Der männliche und der weibliche
Genitalporus liegen neben einander am Grunde eines 0,15 mm langen
und 0,01 mm breiten Kanales, welcher das stark verlängerte Genital-
atrium darstellt. Dasselbe mündet, sich trichterförmig erweiternd
auf einer Papille von 0,16 mm Durchmesser, welche selbst wiederum
überragt wird von einer eine weite kreisförmige Oeffnung frei-
lassenden Ringfalte. Die Frage, inwieweit besondere Contractions-
verhältnisse bei dieser eigenthümlichen Gestaltung des Genitalatriums
betheiligt sind, muss ich offenlassen.
Der Cirrhusbeutel ist klein, oval, 0,225 mm lang und 0,08 mm
breit; er besitzt eine äussere Längs- und eine innere Ringmuskel-
schicht. Die Vagina verläuft etwas neben und vor ihm, um weiter
nach innen zu das sich windende Vas deferens zu kreuzen und sich
in einem leichten Bogen etwas nach hinten zu wenden. Ueber die
weiblichen Keimdrüsen vermag ich keine Angaben zu machen, da die-
selben nicht mehr deutlich erhalten waren. Die Hodenbläschen sind
in der ganzen hinteren Hälfte der Proglottis verstreut und reichen
an den beiden Seiten etwas weiter nach vorn als in der Mitte (Fig.17).
In den reifen Proglottiden sind die Embryonen einzeln in das
Parenchym eingebettet, wie dies nach Diamare ja auch bei Taenia
(Dipylidium) Pasquale: Diam. und T'rinches! Diam. der Fall ist. Die
Embryonen selbst besitzen nur zwei Schalen, welche der ersten und
dritten der Anoplocephalinen homolog sind. Einen birnförmigen
Apparat oder etwas dem ähnliches habe ich nicht wahrgenommen,
14*
212
Dr. M. Lühe.
Erklärung der Abbildungen auf Tafel XI.
Mit Ausnahme von Fig. 4, welche in natürlicher Grösse gezeichnet ist, sind
sämmtliche Abbildungen mit der Oberhäuser’schen Camera skizziert.
Gemeinsame Bezeichnung.
c = Cirrhusbeutel ut = Uterus
ds — Dotterstock vd = Vas deferens
h = Hoden vg — Vagina
ks = Keimstock wg = Wassergefäss
rs = Receptaculum seminis
w
en
ig. 18.
„19,
Fig. 1—3. Taenia rugosa Dies.
Sceolex, Vergr. 17.
Geschlechtsreife Proglottiden, Vergr.11. h? Hoden?, ks? Keimstock ?,
ds? Dotterstock?
Seitlicher Theil einer Proglottis mit sich entwickelndem Uterus,
Vergr. 33.
Fig. 4-8. Taenia globiceps Dies.
Der ganze Wurm, nat. Gr.
Scolex und erste Proglottiden, Vergr. 11.
Geschlechtsreife Proglottiden, Vergr.11. Das Längsgefäss des Wasser-
gefässsystemes ist nur auf der von den Geschlechtsöffnungen abge-
wandten Seite eingezeichnet.
Uterus, Vergr. 11.
Reifer Embryo, Vergr. 390. Die punctierte Linie stellt die Grösse
der etwas geschrumpften äussersten Eischale dar.
Fig. 9—11. Taenia decrescens Dies.
Junge Proglottiden, Vergr. 11.
Mittlerer Theil eines sich entwickelnden Uterus, Flächenschnitt,
Vergr. 33. Die (noch ungefurchten) Eier sind fortgelassen, um die
Septen und Trabekeln des Uterus, tr, deutlicher hervortreten zu lassen.
Embryonalhüllen, Vergr. 390.
Fig. 12—15. Taenia megastoma Dies.
Scolex, Vergr. 33.
Geschlechtsreife Proglottis, Vergr. 11.
Geschlechtsöffnungen, Flächenschnitt, Vergr. 66.
Proglottis mit vollentwickelten Uterinkapseln, Vergr. 11.
Fig. 16—18. Taenia tetragonocephala Dies.
Scolex, Vergr. 17.
Geschlechtsreife Proglottis mit den Hodenbläschen, Vergr. 11. ks?
Lage des Keimstocks?
Geschlechtsöffnungen, aus einer Flächenschnittserie. A. Vaginalostium;
man sieht vom Cirrhusbeutel die äussere, longitudinale Muskelschicht.
B. Medianschnitt durch den Cirrbusbeutel. Vergr. 66.
Scolex einer als Zetragonocephala Dies. bezeichneten Taenie aus Myr-
mecophaga jubata, welche jedoch von der in Fig. 16-18 abgebildeten
abweicht, Vergr. 17.
——R
Vergleichend-morphologische Untersuchungen
über
das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und
Languriiden (im alten Sinne)
und
über die Muskulatur des Copulationsapparates von Triplax.
Von
Dr. phil. Carl Verhoeff,
Bonn a.Rh.
Hierzu Tafel XII und XIII.
I. Vorbemerkungen.
Das Abdomen der Coleopteren habe ich zunächst in zwei
allgemeiner gehaltenen Vorarbeiten behandelt, welche hauptsäch-
lich eine vorläufige, allgemeine, vergleichend-morphologische Klar-
stellung der Hinterleibssegmente und ihrer Annexa durchzuführen
bestimmt waren. Diese Abhandlungen lauten:
1. Vergleichende Untersuchungen über die Abdominalsegmente
und die Copulationsorgane der männlichen Üoleoptera, ein
Beitrag zur Kenntniss der natürlichen Verwandtschaft derselben. —
Deutsche entomol. Zeitschr. 1893, Berlin, Heft I S. 113—170, mit
4 Tafeln.
2. Vergleichende Untersuchungen über die Abdominalsegmente,
insbesondere die Legeapparate der weiblichen Coleoptera, ein
Beitrag zur Kenntniss der Phylogenie derselben. Ebenda, 1893,
Heft IE S. 209—260, mit 2 Taf.
Ungefähr gleichzeitig erschien mein Artikel:
3. Bemerkungen zu C. Escherich „die biologische Bedeutung
der Genitalanhänge der Insecten“. Entomol. Nachrichten 1893,
S. 33—45. Escherich antwortet darauf in ders. Zeitschr. 1893,
Ss. 129—133.
Meine zweite Erwiderung steht ebenda S. 227—234. Kurze
Bemerkung über die Bedeutung der Genitalanhänge in der Phylo-
genie S. 283—285. Zur vergleichenden Morphologie der Abdominal-
anhänge der Coleopteren 1894 S. 93—96. Zur Kenntniss des
Hinterleibes der Cleriden S. 155—157. Ueber primäre und secun-
214 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
däre Sexualcharaktere der Insecten, eine Antwort an Dr.K.Escherich,
S. 101—109. — Ich lieferte
4. einen Beitrag zur Kenntniss des Abdomens der männlichen
Elateriden im Zool. Anzeiger 1894 N. 443, 7 S. und 7 Fig.
Fortgesetzte Studien, welche mir lehrten, dass meine anfäng-
liche Auffassung der 9. und 10. Ventralplatte der weiblichen
Coleopteren nicht richtig sei, verursachten
5. einen Aufsatz: Zur Kenntniss der vergleichenden Morpho-
logie des Abdomens der weiblichen Coleoptera. Deutsche entomol.
Zeitschr. 1894, Heft I, S. 177—188, mit 1 Fig. Auf einen Artikel
an gleicher Stelle antwortete ich ebendort durch Betrachtungen:
6. Ueber den Copulationsapparat männlicher Coleopteren: Er-
widerung auf die Bemerkungen der Herren O. Schwarz und J. Weise
auf S. 153 der D. E. Z. 1895, Heft I S. 65—78, mit 3 Fig.
7. Ein wunderliches Referat des Dr. C. Hilger im Zoolog. Central-
blatt N. 10/11 1894 über meine beiden ersten obigen Arbeiten zwang
mich zu „einigen Worten“ an diesen Herrn in N. 460 des Zoolog.
Anzeigers.
Erwähnen will ich auch, dass K.Escherich meine Arbeit N. 1
in einem Aufsatz streift, welcher lautet:
Ueber die verwandschaftlichen Beziehungen zwischen den Luca-
niden und Scarabaeiden. Wiener entomol. Zeit. 1893, S. 265—269,
mit 1 Fig. — Wichtiger ist die Arbeit desselben Verfassers:
Anatomische Studien über das männliche Genitalsystem der
Coleopteren. Zeitschr. für wiss. Zoologie 1894, S. 620—41, 1. Taf.
und 3 Textfig.
Ich gebe schliesslich die Titel meiner beiden Hauptarbeiten
über den Hinterleib bestimmter Gruppen der Coleopteren an:
8. Vergleichende Morphologie des Abdomens der
männlichen und weiblichen Lampyriden, Canthariden und
Malachiiden, untersucht auf Grund der Abdominalseg-
mente, Copulationsorgane, Legeapparate und Dorsal-
drüsen. Ein Beitrag zur Kenntniss der Phylogenie der
Coleopteren. Archiv für Naturgesch. 1894, Bd. I. S. 129—210,
mit 4 Tafeln.
9. Vergleichend-morphologische Untersuchungen über
das Abdomen der Coceinelliden und über die Hinterleibs-
muskulatur von Coccinella, zugleich ein Versuch die Cocei-
nelliden anatomisch zu begründen und natürlich zu
gruppiren. Ebendort 1895, Bd. I. S. 1—80, mit 6 Tafeln und
1 Textfig.. — N. 8 und 9 schliesst sich die nachfolgende Abhandlung
als dritte an.
Ich habe schon in N. 9 erwähnt, das unter den Endomy-
chiden, Erotyliden und Languriiden keine Uebergangsformen
zu den Coccinelliden existiren. Da man nun seit langer Zeit
nur diese Familien mit den Coeccinelliden in mehr oder weniger nahe
verwandtschaftliche Beziehungen bringen zu können geglaubt hat,
so existiren wahrscheinlich überhaupt keine Formen mehr, welche
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 215
zu den Siphonophoren überleiten. Daher wird diese Arbeit unter
Anderm auch ein weiterer Beleg sein für die scharfe Abgrenzung
der Coccinelliden.
Mit den Erotyliden und den Endomychiden haben die
Autoren viel hin- und herrangirt. Imhoff!) stellt sie neben
die Coccinelliden, wobei die Endomychiden die Mitte einnehmen.
Lacordaire (Chapuis)?) macht es genau ebenso, desgleichen
Gemminger und Harold3). Chapuis behandelt im letzten
(XH.) Bande bekanntlich die Erotyliden, Endomychiden und
Coceinelliden. Gefolgt ist den Genannten v. Fricken in seiner
Naturgeschichte der Käfer Deutschlands. Redtenbachert) dagegen
beliess als Nachbarn der Coceinelliden nur die Endomychiden; die
Erotyliden verstärkten seine buntscheckigen Cryptophagiden. Weise’)
endlich lässt die Coccinelliden unmittelbar auf die Chrysomeliden
folgen, wärend wir die Endomychiden und Erotyliden wieder
brüderlich benachbart finden und zwischen Phalacriden und Crypto-
phagiden eingeschoben. — Nach wissenschaftlich brauchbaren
Gründen für solche odysseeische Irrfahrten habe ich mich ver-
geblich umgeschaut.
Erwähnt sei noch, dass F. Stein in seinem Werk über „die
weiblichen Geschlechtsorgane der Käfer“, Berlin 1847, die Endo-
mychiden in die nächste Nähe der Coccinelliden gestellt hat.
Ersteren gehen die Erotyliden voran. Dieser Autor hatte Gründe
für seine Gruppirung. Bei der geringen Beachtung, welche sein
so wichtiges Buch bei den artsystematischen Entomologen gefunden
hat, ist es mir jedoch zweifelhaft, ob diese Mittheilungen F. Steins
auf obige Autoren von Einfluss gewesen sind. Ich komme am
Schlusse darauf zurück.
Folgende Formen habe ich in dieser Arbeit untersucht:
1. Dapsa denticollis 32.
2. Lycoperdina bovistae d2.
3. Endomychus coccineus d?.
4. Myrmecoxenus subterraneus 2.
5. Mycetaea hirta d?.
6. Alexia globosa 2.
Tlivunda sopilosa 62.
8. Amphix 1. sp. 42.
9. 5 2. sp. 82.
10. Dacne (Engis) humeralis 32.
11. X rufifrons 82.
12. Cyrtotriplax bipustulata S2.
13. Triplax russica 82.
1!) Einführung in das Studium der Coleopteren. Basel 1856.
2) Genera des Colöopteres. Paris 1876. Bd. XL.
») Catalogus Coleopterorum. Tom. XII. Monachii 1876.
*) Fauna Austriaca, Wien 1874, 3. Auflage.
5) Catalogus Coleopterorum Europae et Oaucasi. Berolini 1883.
216 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
14, Aegithus Andreae d.
15; N brunneipennis 9.
16. Erotylus aegrotus 8%.
17. Morphoides amabilis 32.
18. Megalodacne heros 9.
19. h Audouini d.
20. Episcaphula australis 3%.
21. Languria nigrina S%.
22. Teretilanguria Panamae d2.
Ich verweise hier auf die in der Figurenerklärung angegebenen
Abkürzungen und füge noch folgende bei, welche zusammen mit
jenen auch im Texte Anwendung finden: Hh. = Häutungshaare;
Dpo. = Drüsenporen; Tb. — Sinnesborsten, Tastborsten.
Die Macerationspraeparate wurden theils von Alkohol-, theils
von Trocken-Material hergestellt, die nicht macerirten Praeparate
nur nach gut in Alkohol conservirten Exemplaren. Alle wurden
nach Behandlung mit Wasser und Alkohol in Glycerin eingebettet.
II. Speecieller Theil.
1. Dapsa denticollis.
ö Die 1. V. fehlt. Auch von der 2. V. sind nur noch Rudi-
mente vorhanden, welche die Vorderecken der im Allgemeinen wie
bei den Coceinelliden beschaffenen 3. V. einnehmen und keine
scharfe Begrenzung zeigen. Für die Hinterwand der Coxae III
bildet die 3. V. jederseits vom breiten und vorne abgestutzten Pro-
cessus ventralis ein Ventralphragma. Die begrenzende Kante des-
selben biegt eine kurze Strecke vor den Seiten in rechtem Winkel
um und verläuft dann nach hinten, wo sie sich kurz vor dem
Hinterrande nach innen einbiegt. Eine ähnliche vom Vorderrande
beginnende Bogenlinie findet man auch an den Seiten der 4.7. V.,
eine besonders starke auf der 7., wo sie auch stärker nach innen ab-
biegt. Die 3.—7. V.sind durch starke Zwischenhautfalten getrennt,
daher alle gegen einander beweglich. Sie besitzen sämmtlich Tb.,
am reichlichsten die 7. Dpo. bemerkt man nur an der Basis der
Tb., also auch am meisten noch auf der 7. V. Hh. fehlen. Zellige
Struktur des Chitinskelettes zeigen alle diese Platten. Die 3.—6. V.
greifen über die abdominale Seitenkante dorsalwärts noch in einem
schmalen und etwas mehr häutigen Streifen über, aber auf ihm
stehen wenige kleine Tb. und Dpo. zerstreut. Gegen die eigentlichen
Pleuren sind diese Streifen durch eine helle Linie scharf abgesetzt.
Echte Pleurenplatten sind am 3.—6. S. vorhanden, aber schwach
ausgebildet. Neben der 3. V. findet sich ein längliches Feld auf
der Pleurenplatte, welches äusserst dicht mit papillösen Hh. besetzt
ist. Nach hinten zu gehen diese allmählig in gewöhnliche Hh. über.
Dieses Feld bewirkt einen leichten und doch dichten Anschluss
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 217
der Flügeldecken an die Hinterleibsseite, die ersteren ruhen wie
auf einem Polster. Auf den übrigen Pleurenplatten finden sich
nur spärliche Hh., aber auf allen auch einige kleine Tb. — Die 1.
bis 7. D. sind als solche fast ganz verloren, indem sie zu hyalinen
Häuten reducirt sind, auf welchen sich nur noch sehr zarte Zellen-
struktur bemerken lässt. Hh., Dpo., Tb. und Pigmentirung fehlen
an der Rückenseite des 1.—6. Segmentes gänzlich, am 6. und 7. ist
die D. noch deutlich begrenzt, aber nur hinten auf der 7. D. findet
man spärliche, schwache Tb. und dort sowie an den Seiten auch
gelbliche Pigmentirung als Zeichen der bedeutenderen Chitindicke.
Am Hinterrande der 6. und 7. D. steht sogar ein Wimpersaum und
an der 7. D. vor demselben viele Hh. in Kammanordnung an den
hinteren, welligen Begrenzungslinien der zelligen Felder.
Besonders zu erwähnen ist der völlige Mangel von Haarfeldern
auf den D. und das Vorspringen der 6. und 7. D. am Vorderrande
jederseits in starke, dreieckige, vorn abgerundete Endoskelett-
lappen, welche den Contractionsmuskeln zum Ansatz dienen (cf.
analoge Verhältnisse bei Coccinelliden). Schwächere Lappen gehören
der 6.D.an. Man kann auf diesen auch sehr blasse Muskelein-
drücke wahrnehmen. Die Seiten der 7. D. sind kräftig verdickt.
Die Pleurenhäute enden am 7. Segmente, sodass auch hier, wie bei
so vielen Coleopteren, die 8.D. und V. direkt gelenkig zusammen-
hängen.
Stigmen giebt esin fünf Paaren am 1.——5. Abdominalsegment
in der Pleurenhaut, wie bei den Coccinelliden. Am 6. S. bemerkt
man auch wieder ein kleines gelbliches Knötchen in der Pleuren-
haut an der Stelle, wo sonst das St. zu stehen pflegt. An den
Wänden der Stigmengrube stehen nur wenige und sehr kleine Hh.
Die 8.D. (vomCharakter der obigen V.) ist fast halbkreisförmig
und wie gewöhnlich vorne einfach plattenförmig, hinten eine Dupli-
catur. Fast ausschliesslich im Bereiche dieser letzteren stehen
zahlreiche Tb. Es fehlen die Hh., aber die zellige Struktur ist be-
sonders schön ausgebildet. Am Vorderrande klafft die Platte in
der Mediane etwas. Jederseits springt sie (ähnlich wie ihre Vor-
gängerinnen) in einen grossen, dreieckigen Endoskelettlappen
vor, der durch ein Käntchen gegen die übrige 8. D. abgesetzt ist.
In ihm sieht man viele blasse Muskeleindrücke. Beide Lappen
zusammen sind an ihrer Basis fast so breit als ihre Mutterplatte.
Die 8. V. hat die Gestalt einer halbkreisförmigen, schmalen
Sichel. Sie ist im mittleren Drittel des Hinterrandes eingebuchtet
und dadurch hier noch schmaler, im Uebrigen am Hinterrande
reichlich mit Tastborsten bewehrt. Am Vorderrande gehen viele
feine Chitinfasern des zugehörigen Longitudinalmuskels ab. Die
Vorderecken sind etwas verdickt und durch ein elastisches Band
mit denen der 8. D. eng verknüpft.
Am Genitalsegment fehlen Tb. und Hh., nur am Hinterrande
der 9. V. stehen einige grössere Tb., wenige winzige zu Seiten der
9.D. Dpo. stehen reichlich in gleichmässiger Vertheilung auf den
218 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Hauptstücken der 9. D., spärlicher auf der 9. V. Diese letztere
ist viel breiter als lang, am Hinterrande sehr tief eingebuchtet,
(Fig. 1). sodass sie in der Mitte am kürzesten und jederseits in
zwei dreieckige, hinten abgerundete Lappen abgesetzt ist. Von den
Vorderecken entspringen stark convergirende, endoskelettale Spangen,
welche schliesslich ungefähr unter rechtem Winkel auf einander
treffen, verschmelzen und zusammen eine dreieckige am Ende um-
gekrümmte Platte bilden. Diese mit den Spangen zusammen stellt
einen ventralen Bogen (Arcus) dar, wie ich ihn schon von
andern Formen beschrieben habe. Man findet besonders am Vorder-
ende die zarten Fäden von Sehnen der Muskelfasern. Von den
Hinterecken der 9. V. entspringen ebenfalls Chitinspangen (S.d.Fig.1),
die Nebengräten, welche aber viel dünner sind als diejenigen
des ventralen Bogens. Sie laufen zunächst dem Seitenrande der
9. V. entlang und gelangen dann mit schwacher Biegung an
die innere Unterseite der Processus dorsales der 9.D. und
heften sich an dieselben fest. Das ist also die elastische
Gelenkverbindung zwischen 9. V.undD. Die 9.D.ist an den Seiten
zugerundet, nach hinten verschmälert, am Hinterrande fast gerade
begrenzt, vorne in dor Mitte eingebuchtet. Jederseits greift sie mit
einem Lappen nach unten herab und schickt nach vorne einen sich
allmählich verschmälernden Lappen aus, den schon erwähnten,
endoskelettalen Processus dorsalis.
Die nach unten umgreifenden Seiten der 9. D. umfassen die
quere, nierenförmige, hinten reichlich mit Tb. besetzte 10.D., welche
gegen die innere Concavität der Seitentheile der 9. D. Sehnenfasern
ausstrahlt, dem Depressormuskel der 10. D. zugehörig. (cf. Cocei-
nelliden). Sehr lange Sehnenfasern sind auch aussen am Ende der
Processus dorsales der 9. D. bemerkbar, sie gehören dem Ver-
bindungsmuskel zwischen 8. und 9. D. zu.
Die Copulationsorgane (Fig.2, 3 und 6) sind asymmetrisch
gelagert und auch theilweise asymmetrisch gebaut. Der Penis von
sehr starker Entwickelung nimmt einen bedeutenden Theil des
Abdomens ein. Er ist fast dreimal so lang wie am Ende breit,
cylindrisch und vorne abgerundet. Am Hinterende findet sich eine
asymmetrische Bildung. Es hat sich nämlich ein Theil der
distalen Wandung und zwar der in situ nach rechts gelegenen,
zu einem gekrümmten, am Ende abgerundeten Horn ausgestülpt.
(a Fig. 2). Dieses Horn ist aber gleichzeitig nach der Ventralseite
zu verschoben, indem an seiner Basis nur seine ventrale Wandung
direkt in die des übrigen P. übergeht, während dorsalwärts die
Wandung des übrigen P. gerade nach hinten verläuft (Fig. 2). Da-
zwischen ist eine häutige Parthie ausgespannt. Am Hinterende ist
der P. und sein Horn stark eingebuchtet. Es fehlen ihm Tb. und
Hh., dagegen stehen feine Dpo. besonders reichlich auf dem Horn
und in dessen Nachbarschaft (Fig. 3). Vor der Hornbasis mündet
der Praeputialsack, der im eingestülpten Zustande noch beinahe
ebenso weit nach vorne (kopfwärts!) über den P. hinausragt als er
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 219
in diesem verläuft. Seine Wandung trägt in dem im P. befindlichen
Gebiete und noch etwas weiter nach vorne hinaus zahlreiche sehr
kräftige, lange und spitze, braune Stacheln (Fig. 3 xy Austülpungs-
stelle des Pr... Der chitinöse Ductus ejaculatorius hat einen sehr
langen Verlauf und zerfällt als solcher in drei Abschnitte. Im
ersten, welcher bis zum Punkte x der Fig. 2 reicht, macht er etwa
6 Windungen und bleibt dabei ein feines, einfaches Rohr. Bei x
macht sich der zweite Abschnitt durch eine Zunahme der Rohr-
weite bemerklich und gleichzeitig sieht man im Innern des Ductus-
Rohres ein zweites, kleineres Rohr frei enden. Dieses Innenrohr
konnte ich bis zum Punkte y verfolgen, bis wohin der D. ej. all-
mählich an Weite etwas zunimmt und dabei in seiner Wandung
verworrene, krumme Verzweigungslinien aufweist. Bei y beginnt
der dritte und letzte Abschnitt, welcher zugleich der kürzeste ist.
Er ist weniger durchsichtig, noch etwas dicker, zeigt nicht die
vorige Structur, sondern dicht gedrängte Faltenlinien, (y) welche
auf eine sehr faltige und mit dicken Zotten versehene Innenfläche
hinweisen. Bei y geht ferner das Innenrohr mit seiner Wandung
in diejenige des D. ej. über. Das Ende des 3. Abschnittes ist
plötzlich dunkler pigmentirt, verschmälert sich wieder und läuft
schliesslich in eine braunschwarze, vom D. ej. durchbohrte, lang
zitzenförmige Papille aus, die ein wenig in den Pr. vorspringt (Pp.)
und unter ihrem Ende durch eine mit sehr kleinen Hh. besetzte
Haut in die Wand des Pr. übergeht.
Von den Parameren sind hauptsächlich die Basalplatten
ausgebildet (Fig.2). Sie sind zu einem das Vorderende des P. voll-
ständig umhüllenden Ring verwachsen und in der Mediane ist nur
eine schwache Naht bemerkbar. Da dieser Ring vorne tief winkelig
ausgeschnitten ist, hinten ausgebuchtet, bleibt die Mitte am kürzesten,
was besonders für die Dorsalseite gilt. Hinter der dorsalen Winkel-
bucht beobachtet man drei bogenförmige Verdickungslinien. Weiter
hinten stehen jederseits Dpo. und am Hinterrande feine Hh. wie
Wimpern.
Die Parameren (s.str.) fehlen als solche vollständig. Es findet sich
aber eine hufeisenförmige, unpaare Chitinspange (Pa. Rd.
Fig. 1) unter der 9.D. und oberhalb des Penis, welche ich als Rudi-
ment derselben ansehe.
2 Die 7 ersten Segmente stimmen mit denen des 8 überein,
nur fehlen an der 6. und 7. D. die endoskelettalen Fortsatzlappen.
Auch die 8. D. ähnelt der des 3, ist aber noch stärker in die Quere
gestreckt und die Lappenfortsätze sind rudimentär. Die 8. V. ist
ebenfalls mehr quer gestreckt und die Ausbuchtung am Hinterrande
ist tiefer als beim d. Vor dem Vorderrande stehen ziemlich viele
Dpo. Die 9. V. fehlen mit ihren Styli zusammen vollständig.
Es ist aber eine secundäre, unpaare 9. V. zur Ausbildung
gelangt, (Fig. 4) analog und homodynam derjenigen, welche ich von
den Epilachnini (der Coccinelliden) bekannt gemacht habe. Sie
stellt eine Ausstülpung der Zwischenhaut hinter der 8.V. und unter
220 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
der Vulva vor, ist also eine Duplicatur. Von beinahe halbkreis-
förmiger Gestalt, mit abgerundetem Ende, zeigt sie ungefähr die
gleiche Stärke wie die übrigen V. und die bekannte chitingelbe
Färbung, wodurch sie scharf gegen die blasse Zwischenhaut abge-
setzt ist. In der Endhälfte finden sich feine Hh., in der Basal-
hälfte ziemlich viel Dpo. aber auch einige vereinzelte Tastbörstchen.
(ef. dagegen die secundäre 9. V. der Epilachnen.) Nach vorne
schickt die Duplicaturplatte jederseits einen endoskelettalen
Lappen ab, an den sich offenbar die Suspensoren anheften. Die
Bursa copulatrix, ein länglicher Sack, etwa so breit wie die Dupli-
caturplatte, besitzt eine kräftige aber structurlose Intima und diese
setzt sich noch eine kurze Strecke in den Uterus fort. Vorne
mündet (wie bei den Coccinelliden) in die Bursa der kurze,
häutige Ductus Receptaculi und um seine Einmündungsstelle be-
merkt man ein sehr schwaches Infundibulum. (Fig.5). (Ueber
die Gestalt des Rec. sem. kann ich keine genaue Mittheilung machen,
da mir weiteres Material fehlt.)
Die 9. D. ist zweitheilig, die kleinen, länglichen, innen concaven
Theilstücke sind um mehr als die Länge eines jeden von ihnen
auseinander gerückt. Sie besitzen einige Tb. und Dpo. Grösser
als diese beiden Theilplatten zusammen ist die halbkreisförmige
10. D., welche mit kurzen, endoskelettalen Lappen in die Con-
cavität der 9. D. gerichtet ist und gegen diese die Sehnenfasern
des Depressormuskels ausstrahlt. Im Uebrigen ist sie, wie ge-
wöhnlich, eine Duplicaturplatte und besonders hinten reichlich mit
Tb. besetzt. Dpo. sind nur spärlich vorhanden, Hh. fehlen.
2. Lycoperdina bovistae.
d Für die V. gilt in den meisten Punkten dasselbe wie beim
Vorigen. Die 2. V.aber ist weniger rudimentär, vielmehr zieht sie
als ein durch eine Nahtlinie deutlich begrenztes, ziemlich breites
und ungefähr gleich breit bleibendes Band vor dem ganzen Vorder-
rande der 3. V. her, ist aber structurlos. Die Bogenlinien an den
Seiten der 3.—7. V. fehlen auch hier nicht. Sie repräsentiren die
eigentlichen Seitenkanten des Abdomens. Gleich neben ihnen nach
innen zu findet sich an derselben Platte eine Gruppe glasiger Flecke,
das sind Muskeleindrücke. Solche stehen ausserdem auch auf der
3. V., zu Seiten der von vielen Dpo. durchsetzten Mitte, aber mehr
nach hinten zu. Die V. greifen jederseits noch eine ziemlich be-
deutende Strecke auf die Flanken über. Am 3.—7. Segment
sind Pleurenplatten vorhanden. Den Papillenfeldern, welche
zu den Pleurenplatten des 3. S. gehören, folgen in der Pleurenhaut
nach hinten zu ohne Grenze viele Hh. und diese stehen auf den
Pleuren in ziemlicher Dichtigkeit auch am 4.—7.S. Die einzelnen
Pleuren werden getrennt durch die structurlosen Zwischenhäute.
Am Aussenrande sind sie besonders an der Vorderecke etwas ver-
dickt (Pleurenmuskel). Da die Pleuren scharf begrenzt sind und
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriden. 221
auch einige kleine Tb., zerstreute Dpo. und gelbbraune Pigmentirung
besitzen, erscheinen sie als echte Pleurenplatten.
Die D. ähneln in ihrer hautartigen Beschaffenheit sehr denen
des Vorigen, sind aber reichlich mit Hh. besetzt, welche nach hinten
zu an Dichtigkeit noch zunehmen und besonders auf der 7. D. sehr
gedrängt stehen. Dpo. und kleine Tb. finden sich auf allen diesen
Platten nur sehr vereinzelt, nehmen aber auch von vorne nach
hinten an Zahl zu. Haarfelder fehlen. Einen Wimpersaum besitzt
wieder die 6. und 7.D. Es fehlen aber den ersteren die Fortsatz-
lappen und an der letzteren sind sie rudimentär. Die 8.D. gleicht
der des Vorigen, besitzt aber nur kleine, kurze Fortsatzlappen, einen
geraden Vorderrand und jederseits eine grosse Gruppe glasiger
Muskeleindrücke. Die 8. V. ist, wie häufig, halbmondförmig. —
Genital- und Aftersegment wurden in Fig. 18 abgebildet. Die
sichelförmige, vorne tief eingebuchtete, an den Seiten stärker ver-
dickte 9. V. ist am Hinterrande mit Tb. besetzt und in der Mitte
dort schwach ausgebuchtet. Ihre Vorderecken legen sich an eine
untere, vorspringende Ecke der 9.D.an. Vor der 9. V. liegt, durch
Haut davon getrennt, ein sehr langes, etwas gekrümmtes Spiculum
gastrale, das sich am Hinterende in zwei divergirende nach aussen
gekrümmte und gegen die Vorderecken der 9. V. gerichtete Aeste
abelt.
- Letzterer Umstand und die entsprechenden Verhältnisse bei
den verwandten Dapsa lehren, dass dieses Spiculum gastrale
aus einem ventralen Bogen umgebildet (comprimirt) ist, daher
ein falsches Spice. gastr. vorstellt.
Die Hälften der 9. D. sind um die halbe Breite einer jeden
von ihnen getrennt und haben zusammen etwa die Gestalt zweier
Muschelschalen. Oben springen sie schräg nach innen in einen
am Ende stumpfen Lappen vor, unten in ein Zähnchen, an das sich
die 9. V. (wie schon gesagt) anlehnt. Es giebt auf ihnen nur wenige
Dpo. und vor dem Hinterrande einige Tb. Die 10. D. ist der von
Dapsa ähnlich, nur vorne tiefer ausgebuchtet und die höckerartigen
Vorderecken lehnen sich gegen ein Knötchen der 9. D., mit denen
sie im Uebrigen natürlich auch durch eine Zwischenhaut verbunden
sind. Hh. fehlen auf den beiden letzten S. vollständig. Für die
Stigmen gilt dasselbe wie bei Dapsa, doch fehlen in den Stigmen-
gruben die Hh. bis auf winzige Spitzchen.
Die Copulationsorgane erinnern im Allgemeinen an die-
jenigen von Dapsa, unterscheiden sich aber in mehreren Punkten
doch beträchtlich.
Die Paramerenendtheile fehlen vollständig, auch von Rudi-
menten ist nichts zu sehen. Der P. ist ein einfaches, stark ge-
krümmtes Rohr, das sich erst kurz vor dem Ende verschmälert
und dann ziemlich spitz ausläuft, im Uebrigen gleichbreit bleibt
und eine starke Wandung besitzt. Er ist am Vorderende einfach
zugerundet. Seine Dpo. finden sich nur im Enddrittel, besonders
an der Spitze. Der Pr. mündet an der convexen Seite an der Stelle,
222 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
wo die Endverschmälerung beginnt, also eine kurze Strecke vor
dem Ende. Es fehlt ihm jegliche Bestachelung, die Intima ist
vollständig structurlos. Im eingestülpten Zustande ragt er nach
vorne nicht aus dem P. heraus, vielmehr tritt in denselben dort
das einfache, hyaline Rohr des D.ej. ein, welches nur ganz kurzen
Verlauf hat, sogleich aber nach seinem Eintritt in den P. in den
Pr. mündet. Mit dem Eintritt in den Pr. hört der D. ej. als solcher
auf, es findet sich aber als seine Fortsetzung ein mit der Wand
des Pr. verwachsenes Rohr, das bis fast zur Mündung jenes vor
dem P.-Ende reicht. Während dieses Verlaufens an der Pr.-Wand
hat das Spermarohr aber die häutige Consistenz nicht behalten,
sondern ist eine dickwandigere, braune Kanüle geworden, welche
gleichwohl noch so dünn und elastisch ist, dass sie die Biegungen
des Pr. leicht mitmachen kann. Ich bezeichne diese Fortsetzung des
D. ej. im Praeputialsacke als Gerte oder Virga. Die Ba. ist unpaar,
indem von einer früheren Trennung nichts mehr zu sehen ist. Sie
umgiebt auch hier ringartig den vorderen Theil des P., besitzt
einige Dpo. und ist etwas asymmetrisch, indem sie an der Seite,
wo die Concavität des P. liegt, in einen Fortsatz nach vorne vortritt.
2 Die 7 ersten Segmente und die 8. D. stimmen mit denen des
& überein, auch die 8.V. ist der des d sehr ähnlich, an den Vorder-
ecken springt sie in spitze Fortsätze vor und diese verbinden sich
direkt mit den entsprechenden der 8. D. Die 9. D. (Fig. 10) ist
zweitheilig, die Hälften sind fast so weit aus einander gewichen als
jede von ihnen lang ist. Ihr vorderes Drittel ist endoskelettal,
auf der Endhälfte stehen zerstreut Dpo. und kleine Tb. Die sichel-
förmige 10. D. springt in der Mitte des Hinterrandes in einen zahn-
artigen Höcker vor und ist an den Vorderecken in lange, endo-
skelettale Lappen ausgezogen, welche unter den Hälften der 9. D.
stecken. Die Tb. am Hinterrande der 10.D.sind klein und spärlich,
noch vereinzelter Dpo.
Die 9. V.fehlen mit ihren Styli zusammen vollständig.
Die secundäre 9. V. (Fig. 9) bildet mehr als einen Halbkreis,
tritt vorne jederseits. in einen Lappen vor und ist mit vielen,
mittelgrossen Tb. bewehrt, an deren Basis sich häufig Dpo. befinden.
Die Bursa copulatrix mit faltiger Intima ähnelt der von Dapsa.
Am Vorderende mündet der ziemlich lange Ductus Receptaculi ein,
ohne dass es zur Bildung eines Infundibulums käme. Vorne ent-
springt er aus dem häutigen, aber sehr langen, wurmförmigen,
geringelten Receptaculum seminis, unweit von dessen Hinter-
ende. Die Ringelung rührt von vielen ringartigen Einschnürungen her,
etwas ähnlich denen eines Regenwurmes. Das Rec. ist noch etwas
länger als die 4.—7. V. zusammen. Ungefähr in seiner Mitte,
aber der Einmündungsstelle des Duct. Rec. etwas mehr genähert,
mündet der kurze Ausführungsgang der Anhangdrüse ein, deren
Intima einen grossen Sack darstellt, noch umfangreicher als die
Bursa.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 223
3. Endomychus cocecineus.
ö Für die 2.—7. V. gilt dasselbe wie bei Lycoperdina, nur
ist der Ueberrest der 2. V. viel schwächer, nach vorne nicht scharf
begrenzt und die Dpo. auf der Mitte der 3. V. fehlen. Tastborsten
stehen auf der 3.—7. V. reichlich. Die gebogenen Seitenlinien
fehlen auf diesen Platten ebensowenig wie die zugehörigen Pleuren
und nach den Seiten sind die V. wieder eine gute Strecke ausser-
halb der Bogenlinien umgeschlagen.
Die 1.—7.D. gleichen ebenfalls im Uebrigen denen von Lyco-
perdina, doch besitzen die 7., 6.und 5. Wimperränder und auf
eben diesen findet man wohlausgebildete Haarfelder. Auf jeder
sind deren zwei vorhanden, welche in der Mitte durch einen Zwischen-
raum getrennt werden, der an der 5. D. am breitesten ist. Die
Haarfelder sind in die Quere gestreckt, nehmen auf der 7. D. un-
gefähr die Mitte ein, während sie auf der 6. und 5. dicht vor dem
Hinterrande stehen. Die einzelnen Hh. sind nach aussen gerichtet.
Auf der 5. und 6. D. stehen am Hinterrande der Haarfelder Dpo.
in einer unregelmässigen Reihe. Andeutungen zu Haarfeldern be-
merkt man auch auf der 4. D.
Das 8. Segment stimmt mit dem von Lycoperdina im Wesent-
lichen überein, doch sind die Lappen schwächer und Muskeleindrücke
kaum wahrnehmbar. Hh.sind auf 8. D. und V. zahlreich aber höchst
fein. Auch die 9. und 10. D. erinnern sehr an die von Lyc. Die
9. D. ist in zwei weit auseinanderliegende Stücke getheilt, welche
etwa doppelt so lang als breit sind, nur mit einigen Dpo. versehen.
Innen besitzen sie eine Concavität, am Ende entsenden sie schräg
nach innen einen Lappen und bilden so am Hinterrande eine flache
Bucht, in welcher sich die halbmondförmige 10. D. mit den Vorder-
ecken anlehnt. Letztere besitzt spärlich Tb. und Dpo. Die Vorder-
ecken sind abgerundet, wulstig verdickt und die Verdickungslinie
biegt eine kleine Strecke nach innen ab.
Die 9. V. ist halbkreisförmig gebogen, vorne tief eingebuchtet,
hinten mit Tb. und Dpo. versehen und an den Vorderecken in
Spangen ausgezogen, welche einen Bogen bilden, der länger
ist als die Platte. Der Bogen ist zart, nach innen wenig scharf
‚gegen die in ihm ausgespannte und grösstentheils mit winzigen Hh.
bekleidete Haut abgesetzt und vorne in einen Zapfen ausgezogen.
Die 9. V. springt an den Stellen, wo aus ihr der Bogen hervorgeht,
jederseits in einen Lappen nach vorne vor.
Stigmen in fünf Paaren vorhanden, wie bei Lyc., auch die
Rudimente derselben am 6. S. sind deutlich. Die Copulations-
organe (Fig. 24) erinnern sehr an diejenigen von Lycoperdina.
Die P.-Form ist im Allgemeinen dieselbe, doch krümmt er sich
stärker, ist vor dem Ende erheblich verbreitert und am Ende selbst
schräg abgestutzt. Den D.ej. kann man durch den P. hindurch be-
merken, er reicht aber als chitinöses Rohr nicht über ihn hinaus (?),
vielmehr bleibt er noch eine kurze Strecke vor dem P.-Ende zurück.
Der Pr. ist relativ klein, er beginnt erst da, wo die Endver-
294 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
breiterung des P. anfängt (x). Seine Wand zeigt Streifenfalten, ist
aber sonst ohne alle Armatur.
Der. D. ej. durchläuft als häutiger Gang den grössten Theil des
P., nimmt aber nach hinten allmählich an Dicke zu. Aehnlich wie
bei Lyc. setzt er sich an der Wand des Pr. als deutlicher Streifen
fort, doch konnte ich hier keinen eigentlichen Kanal bemerken. Es
scheint mir, dass er hier als Rinne allmählig ausläuft. Dieser
Streifen nimmt nach hinten an Dicke zu und läuft als stark ge-
krümmte, braunschwarze Virga (R) zur Mündungsgegend («) des
Pr. und verschmälert sich dabei wieder gegen das Ende, indem er
haarfein ausläuft. Im Gegensatze zum Vorigen ist die Virga also
hier ein compacter (nicht zu einem Gange geschlossener) Chitin-
streifen. Der hinter der Pr.-Mündung gelegene P.-Theil ist nur
ganz kurz. Die Ba., von einigen Dpo. durchsetzt, umgiebt ringartig
den P., ist auf dessen convexer Seite breit, an der concaven schmal
und in der Mediane am schmälsten; nach vorne geht ein asym-
metrischer Fortsatz ab (p). Die sich zunächst an die Ba. an-
schliessende Partie der Genitalhaut ist reichlich mit Hh. besetzt. —
Paramerenendtheile fehlen vollständig.
2 Die 8 ersten Segmente stimmen ganz mit denen des S überein,
nur ist die 8. V. ein wenig kürzer, also etwas mehr in die Quere
gestreckt.
Die 9.D.ist in zwei sehr weit auseinander gerückte und auffallend
kleine, structurlose Theile getrennt (Fig. 23). Nach unten greifen
dieselben mit einem schmalen Fortsatz (x) herab, welcher der ver-
dickten, vorderen Aussenecke der hier wohl ausgebildeten und
wie gewöhnlich zweitheiligen, primären 9. V. zur Stütze dient.
Jede Hälfte der 9. V. ist ein cylindrischer, am Ende abgerundeter
Kegel, welcher vorne schräg abgestutzt, aussen convex.und innen
concav ist. Die Aussenseite besitzt eine vorne vorspringende und
dort an den genannten Fortsatz der 9. D. angelehnte Verdickungs-
kante. Auf dem Hinterrande stehen viele Tastborsten, im übrigen
finden sich über die ganze Ober- und Unterfläche zerstreut spärliche
Dpo. Innen ist das Hinterende schräg abgestutzt, und in einer
häutigen Grube sitzt ein kurzer, fast runder Stylus, von vielen,
starken Tb. bewehrt. Eine deutliche, secundäre 9. V. ist nicht
vorhanden, aber es findet sich schon die Anlage zu einer solchen,
nämlich eine häutige, structurlose Ausstülpung, in Form eines ab-
gerundeten Lappens unter der Vulva. — Die sichelförmige 10. D.
lehnt sich mit ihrer knotigen Vorderecke an die 9. D. und ist mit
Tb. und Dpo. versehen.
Die Bursa copulatrix ist fast so breit wie die 10. D. und
besitzt eine structurlose Intima. Ein Infundibulum fehlt. Der vorne
in die Bursa einmündende, hyaline, ziemlich kurze Ductus Recepta-
culi kommt aus einer häutigen Samenblase, welche noch viel
länger und schmäler ist als bei Lycoperdina. Die Wandung der-
selben entbehrt der Ringelung und überhaupt jeder Structur und
der Schlauch macht in seinem vorderen Theile etwa 12 Windungen.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriden. 325
4. Myrmecoxenus subterraneus.
ö Der Processus ventralis ist weniger breit als bei den vorigen
Formen und vorne nicht abgestutzt, sondern abgerundet. Der Rest
der 2. V. ist ein structurloser, schmaler und nach innen an Länge
abnehmender Streifen. Die 3.—7. V. sind deutlich gegen einander
abgesetzt und beweglich. Tb. und Dpo. finden sich auf der 3.—6. V.
reichlich zerstreut, Hh. fehlen, an den Seiten bemerkt man eine
Gruppe glasiger Muskeleindrücke. Solche stehen auch der Quere
nach in einer Gruppe über die Mitte der 5. V.und schwächer über
der 6. Ausserhalb der seitlichen Muskeleindrücke sieht man nur
schwache Bogenlinien. Nur neben der 3. V. giebt es eine Pleuren-
platte und diese ist ein äusserst dicht mit Papillen besetztes Feld.
Neben den folgenden V. finden sich nur vereinzelte Dpo. in der
Haut aber keine bestimmt umgrenzte Pleurenplatten. Die 7. V. ist
ausserordentlich in die Quere gezogen, der Vorderrand gerade, der
Hinterrand fast ebenso und nur ganz schwach im mittleren Drittel
vorgebogen. Von Dpo. ist sie reichlich durchsetzt, aber Tb. giebt
es nur vereinzelt. In der Mitte jeder Seitenpartie bemerkt man
ein kleines Knötchen und eine helle, ziemlich lange, davon aus-
gehende Sehne. Die 1.—6. D. sind hellbraun pigmentirt, aber sonst
mehr hautartig, ohne Tb. und Dpo. Hh. bilden auf der 6.D. ein
einziges, zusammenhängendes, grosses Haarfeld. Sie stehen nämlich
jederseits der Mediane wie gewöhnlich in nach aussen gerichteter
Anordnung, aber auch die ganze nach aussen und dahinter liegende
Region der Platte ist dicht mit Hh. besetzt, welche mehr nach
hinten &erichtet sind. Die Hh. am Hinterrande lassen auch die
Mediane nicht frei. Ein kleiner Saum von Hh. zieht sich auch am
Hinterrande der 5.D. hin. Die 7.D. von beinahe halbkreisförmiger
Gestalt ist so kräftig wie die V., besitzt viele Dpo., am Hinterrande
einige Tb. und jederseits eine Gruppe von Muskeleindrücken. Der
Vorderrand ist gerade, die Vorderecken springen seitlich in kurze
Zapfen vor, welche eine direkte, gelenkige Anlehnung an die
7. V.ermöglichen, während sich am 1.—6. S. natürlich auch hier
zwischen D. und V. Pleurenhaut zwischenschiebt.
Die Stigmen liegen in dieser Pleurenhaut, sie sind aber in
sechs Paaren vorhanden, am 1.—6. Abd.-S. Die St. des 6. Seg-
mentes sind ebenso gross wie die des 2.—5. Schutzhaare in den
Stigmengruben habe ich nicht bemerkt.
Vom 8.8. habe ich als Reste gefunden einen dorsalen, abge-
rundeten und am Rande mit einigen winzigen Tb. besetzten, hyalinen
Lappen, welcher sich jederseits nach unten in schmale, kleine
Chitinspangen fortsetzt und einen ebenfalls hyalinen ventralen
Querstreifen, dessen Seitenecken auch zu den Enden jener Spangen
gehen.
Das 9. und 10. Segment sind reducirt.
Die winzigen Copulationsorgane sind von recht einfachem Bau
(Fig. 15). Der P. ist fingerförmig und allmählig verschmälert, vor
vor ihm ein blattartiger Anhang. Der D. ej. mündet an seiner
Arch,f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. I. H.2, 15
226 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Spitze und ragt vorne als chitinöses Rohr noch um mehr als die
eigene Länge des P. aus ihm hervor. Ein Praep. fehlt vollständig.
Ebenso fehlen Tb., Dpo. und Hh. — Die Pa. umgeben ihn als dünne
Stäbe (Fig. 15), welche vorne im Bogen unter spitzem Winkel in
einander verschmelzen. In der Mitte sind diese Stäbe in stumpfem
Winkel eingeknickt, am Hinterende stehen wenige, höchst winzige
Poren. Die ganzen Copulationsorgane machen einen etwas rudi-
mentären Eindruck. Die Ba. fehlen.
2 Die 7 ersten Segmente stimmen vollkommen mit denen des d
überein. Die 8. V. ist flach sichelförmig, häutig und rudimentärer
Natur (Fig. 12 und 14), nur die seitlichen Spitzenecken sind etwas
kräftiger ausgebildet. Der Vorderrand geht direkt in ein Spiculum
ventrale über, welches 1!/, mal länger ist als die 7. V.und am
Vorderende schwach verdickt. Der Hinterrand der 8. V. ist mit
wenigen, kleinen Tb. besetzt. Die 8. D. ist ähnlich gestaltet wie die
8. V.nur noch schwächer ausgebildet und mit ihren Eckenspitzen an
diejenigen der 8. V. gelenkig angesetzt. Die 9. D. (Fig. 13) hat
längliche, weit auseinander gerückte Hälften, ist von wenigen Dpo.
durchsetzt und entsendet einen ihr an Länge gleichen, etwas nach innen
sekrümmten Chitinstab, welcher unter ihrem Vorderende beginnt (b),
gegen ein Querbälkchen am Vorderende jeder länglichen 9. V. (a) und
bietet dieser eine gelenkige Stütze.
Das Querbälkchen springt an der Gelenkstelle mit einem Knötchen
vor. Auch auf den blassen Hälften der 9. V. finden sich einige Dpo.
und am Ende wenige Tb., letztere stehen auch auf den länglichen,
das Ende der 9. V. krönenden Styli. Die 10. D. ist zu einer häutigen
Klappe reducirt. — Die Bursa besitzt eine einfache, hyaline Intima.
(Ueber das Receptaculum vermag ich keine sichere Mittheilung zu
machen.)
5. Mycetaea hirta.
ö Der das mittlere Drittel der Hinterleibsbreite ausmachende
Processus ventralis ist vorne abgestutzt. Der Rest der 2. V. zieht
als ein blass chitingelbes, structurloses Band in beinahe gleicher
Breite vor der 3. V.her und verschmälert sich nur wenig nach der
Mitte. Auf der 3.—7. V. stehen Tb. in gewohnter Weise, vor dem
Hinterrande der 7. V. in der Mitte eine Gruppe etwas diekerer und
kürzerer Tb. Muskeleindrücke sind nur zu Seiten der 3. V.und in
einer schmalen Quergruppe auf deren Mitte vorhanden. Helle,
glasige, runde Fleckchen, welche sich ganz vereinzelt zerstreut über
die 3.—7. V. finden, haben weder mit Muskeln noch Tb. etwas zu
thun. Auf denselben Platten fehlen die Hh. und Dpo. giebt es nur
sehr vereinzelt. Von den Hinterecken der 3. V. entspringt schräg nach
vorne ein endoskelettaler, kurzer Fortsatz. Nur neben der3.V\V.
liegt eine deutliche Pleurenplatte und diese ist wieder dicht mit
Papillen besetzt. Neben den folgenden V. sind keine deutlichen
Pleurenplatten vorhanden, nur eine längliche Chitinverdickung. Die
1.—7.D. sind häutig geworden und entbehren der Hh., Dpo. und Tb.,
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 227
ebenso wie der Pigmentirung. Wenige Dpo. durchsetzen noch die
7. D. und deren Hinterrand zeigt einen Wimpersaum, einen
schwächeren auch die 6. Haarfelder fehlen vollständig.
Die kleinen, blassen Stigmen sind in fünf Paaren vorhanden,
am 1.—5.S., liegen in der Pleurenhaut und sind schwer zu sehen.
Am 6. $. giebt es winzige, rudimentäre Stigmenknötchen. — 8.D.
fast halbkreisförmig, mit deutlicher Zellenstructur, vorne mit kurzen
Fortsatzlappen, hinten von einigen Tb. besetzt. Hh. fehlen.
Die 8. V.ist ähnlich beschaffen, ebenso breit, aber viel kürzer,
sichelartig, schmal, mit ihren Vorderecken direkt an die der 8. D.
angelehnt. Die 9. V. ist recht blass, fast structurlos (Fig. 19), aber
mit dreieckigen, vor den Hinterecken gelegenen, ziemlich kräftigen
Lappen greift sie nach oben und schliesst sich gelenkig an die
Vorderecken der 9. D., welche in eine sehr kleine Bucht dieser
Lappen eingreifen. Der vordere Theil der 9. V. ist endoskelettal,
nicht scharf von ihr abgesetzt, aber als ventraler Bogen zu be-
trachten, dieser tritt in der Mitte in einen ziemlich langen Fortsatz
vor. Die 9. D. ist am Hinterrande mit kurzen Tb. besetzt, vorne
tief ausgebuchtet und springt mit den Vorderecken in Fortsätze vor,
deren Anlehnung an die 9. V. schon erwähnt wurde. Die 10. D.
ähnelt sehr der 9. nur ist sie um 1/, weniger breit und ihre Fort-
sätze sind kürzer.
Die Copulationsorgane (Fig. 17) erinnern etwas an die von
Myrmecoxenus. Der P. ist ein ziemlich gleich dick bleibender, stark
gekrümmter Cylinder, welcher vorne abgerundet ist und hinten sich
keulenartig erweitert. Die Keule ist am Ende tief eingebuchtet.
Das Enddrittel des P. wird von zerstreuten, feinen Dpo. durchsetzt.
Ein Pr. fehlt vollständig. Der einfache, hyaline D. ej. scheint in
der terminalen Bucht des P. zu münden. Als chitinöses Rohr reicht er
vorne aus dem P.-Cylinder nicht (?) heraus, sondern endet etwas vor
dessen Krümmungsstelle..e — Die Pa. sind sehr asymmetrisch.
Sie flankiren die Endanschwellung des P. und stellen zwei ungefähr
dreieckige, am Ende abgerundete, abgeplattete Hohlgebilde vor,
deren linkes breiter ist als das rechte. Auf beiden stehen einige
Tb., zahlreicher sind sie aber auf dem linken. Aus der unteren
Vorderecke der Pa. entspringen Chitinstäbe. Der am linken Pa. ist
breit und dünn, der am rechten schmal und kräftig. Beide ver-
schmelzen vorne in spitzem Winkel mit einander und reichen fast
bis zum Vorderende des P. — Es fehlen also die Basalplatten.
oO Die 8 ersten Segmente ganz wie beim d. Jede 9. V. (Fig. 20)
ist länglich, von sparsam zerstreuten, sehr feinen Dpo. durchsetzt
und hinten mit einigen Tb. bewehrt. Auf ihrem Hinterende steht
innen der ziemlich kurze, von 2 Tastborsten gekrönte Stylus. Das
Vorderende der 9. V. läuft in einen Fortsatz aus, der unmittelbar
in die kleine, structurlose Theilhälfte der 9. D. übergeht. Letztere
dient kurzen, endoskelettalen Processus an den Vorderecken der
ungefähr halbkreisförmigen und hinten mit Tastborsten besetzten
15*
238 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
10. D. zur Stütze. — (Im Rectum finde ich bei d und 2 die braunen
Fäden von Schimmelpilzen in dichten Knäueln.)
Die Intima der sackartigen Bursa copulatrix ist structurlos.
Von vorne mündet in sie der häutige Ductus Receptaculi, beinahe
halb so lang als die Bursa. Ein Infundibulum fehlt. Das häutige
Rec. sem. ist nur doppelt so lang als breit, am Ende abgerundet,
in der Mitte mit einigen ringartigen Einschnürungen. Seitwärts
mündet die Anhangdrüse nahe am Hinterende ein.
6. Alexia globosa. 2
Erinnert etwas an Mycetaea, doch sind die Stigmen be-
deutend grösser, mit kräftigem Peritrema, die Stigmengrube ist
unbehaart. Sie kommen in sieben Paaren, am 1.—7. Abdominal-
segment vor, liegen am 1.—6. in der Pleurenhaut, am 7. im Seiten-
rande der 7. D. Von den Vorderecken der 4., 5., 6. und 7. V. springt
nach innen ein kräftiger endoskelettaler Lappen vor, der gegen
sein abgerundetes Ende noch verbreitert ist, hier aber dünner. (Seiten-
muskeln) Von vorne nach hinten nehmen diese endoskelettalen Lappen
an Grösse ab. Von winzigenHh. abgesehen sind die 1.—7.D. zu blassen
Häuten reducirt; Tb. und Dpo. fehlen ebenso wie Wimperränder
und Haarfelder vollständig.) Die 8. V. ist noch rudimentärer als
bei Myrmecoxenus; das Spiculum ventrale ist mit dem
Hinterrande der 7. V. verlötet, denn die $. wurde reducirt und
bot daher keine genügende Stütze mehr (Fig. 21... Die 8. D. ist
dagegen gut ausgebildet, quer, hinten abgerundet, vorne eingebuchtet.
Auf der Vorderhälfte finden sich einige Dpo., am Hinterrande Tbo.
Die Ränder sind verdickt, die Vorderecken springen in kurze
Fortsätze vor. Die rundlichen Hälften der 9. D. berühren sich
fast in der Mediane, sind sehr blass und von einigen schwachen,
glasigen Muskeleindrücken abgesehen, strukturlos.. Ihr Innenrand
(Fig. 22) ist zu einer nach hinten allmählig stärker werdenden
Chitinspange verdickt, deren Ende der 9. V. zur Stütze dient.
Letztere ist ebenfalls sehr blass und hinten mit einigen Tb. be-
setzt. Ihre Theilhälften, von länglich dreieckiger, am Ende abge-
rundeter Gestalt, berühren sich in der Mediane, springen an den
inneren Vorderecken in eine Spitze vor und tragen am Hinterende
die länglichen, von zwei Tb. gekrönten Styli. Ueber deren Ende
hinweg greift die hinten abgerundete, hyaline 10. D., welche nur
seitlich etwas verdickt ist und ausser einigen Muskeleindrücken nur
wenige, winzige Tb. aufweist. — Die Bursalintima ist hyalin. (Ueber
das Rec. sem. vermag ich keine sichere Notiz zu geben.)
7. Alexia pilosa.
ö Die sieben ersten S. stimmen mit denen des Vorigen über-
ein. Die halbkreisförmige 8. D. ist gut ausgebildet, an den Seiten
verdickt und diese Verdickungen springen nach vorne in kurze aber
!) Man beachte, dass diese Thiere ungeflügelt sind!
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 229
kräftige Processus vor. Auf der 8.D. sind hinten Tb., vorne
wenige Dpo. zerstreut. Beide finden sich auch an der sichelförmigen,
kleineren 8. V., die sich mit ihren Ecken an die Processus der
Vorigen anlehnt. Die 9. V. ist zart, fast quadratisch, hinten ab-
gerundet und tritt in der Mitte etwas vor. Jederseits am Hinter-
rande steht nur eine einzige Tb., an den Vorderecken einige blasse
Muskeleindrücke. Dpo. und Hh. fehlen. Vom Vorderrande geht
ein mit ihm verschmolzenes, etwas zur Seite geschobenes und
also asymmetrisch angebrachtes, die Platte um das Vierfache
ihrer Länge übertreffendes, Spiculum gastrale aus. Ueber der
9. V. lagert die kräftige 10. D., deren Hinterrand leicht und deren
Vorderrand tief eingebuchtet ist. Ihre Vorderecken springen in
dreieckige Zipfel vor. Am Hinterrande besitzt sie einige Tb., sonst
nur wenige Dpo. Die 9. D. ist in zwei längliche Hälften getheilt,
welche zwischen der 9. V. und 10.D. die Flanken einnehmen, in
welche sie durch letztere gedrängt sind. Es sind schmale, von
hinten nach vorne allmählig verschmälerte und vorne in einen
Fortsatz, (der mit der 10. D. verbunden ist,) verlaufende Streifen.
Sie besitzen nur eine einzige Tb. auf der hinteren Aussenkante und
wenige blasse Muskeleindrücke.
Die Parameren fehlen vollständig. Auch Reste habe ich
nicht gefunden. Der P. ist eine längliche, gelbliche, ungefähr wie
ein Vogelschnabel gestaltete Röhre, welche sich nach hinten ver-
schmälert und in eine Spitze ausläuft. Vorne geht die untere Wand
in einen kräftigen, unpaaren, gegen den übrigen P. in stumpfem
Winkel nach oben gekrümmten und halb so langen Processus
über, der vor seinem Vorderende selbst wieder etwas gekrümmt ist
und sich allmählich gegen dasselbe verschmälert. Er ist gegen den
P. aber nicht durch ein Gelenk abgesetzt. Ein zarter Pr. mit
unbezahnter Wand, dessen Vorderende etwas über das Ende des
Processus hinausragt, mündet an der Dorsalseite des P. rinnenartig.
Die Rinne wird von zwei verdickten, nach hinten zu convergirenden
und schliesslich wieder divergirenden Wulsträndern flankirt. Die
Rinne reicht nicht ganz bis zur Spitze, unter und vor derselben
befindet sich ein winkeliger Einschnitt in der Wand dem Rinnenende
gegenüber. An der Seite des P. stehen vor dessen Spitze einige
kräftige Tb., aber Dpo. bemerke ich nicht. — Vom D. ej. ist
vorne am Pr. als chitiniges Röhrchen nur ein ganz winziges Stück
zu bemerken.
2 Die sieben ersten S. stimmen mit denen des d und denen
von globosa ? überein. Das Spiculum ventrale ist aber nicht
mit dem Hinterrande der 7. V. verklebt, sondern in einem Gusse
mit der hier ganz deutlich ausgebildeten 8. V. verschmolzen.
Auf letzterer bemerkt man jederseits einige glasige Muskeleindrücke.
Am Hinterrande des 7. D. steht ein Wimpersaum. Die 8. D. ähnelt
sehr derjenigen des 3, (es fehlt ihr die vorspringende Kante von
globosa 2). Die 9. V. ist zweitheilig und jede Theilhälfte in
zwei Abschnitte differencirt, (wie wir das auch bei Erotyliden
330 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
kennen lernen werden) einen vorderen muschelartigen, innen
concaven, und einen hinteren hohlkörperförmigen, cylindrischen.t)
Auf dem Ende des letzteren steht der längliche, mit 2 Tb. besetzte
Stylus. Der ceylindrische Theil hat im Grossen die Form, welche
der Stylus im Kleinen besitzt. Auf ihm finden sich einige wenige
Dpo. und am Ende 4—5 Tb. Auf seiner Unterfläche stehen ebenso
wie vor dem hinteren Aussenwinkel des muschelartigen Theiles und
vereinzelt über dessen Fläche zerstreut Muskeleindrücke. Die
Vorderkante ist wulstig verdickt und ein kleines Knötchen springt
da vor, wo der zur 9. D. gehörige Chitinstab endet. Dieser bildet
an jeder der muschelförmigen Hälften der zweitheiligen 9. D. die
verdickte Unterkante und artikuliert gegen das eben genannte
Knötchen. Weniger verdickt ist die Oberkante. Tb. und Dpo.
fehlen der 9. D., aber auf der hinteren Hälfte stehen viele glasige
Muskeleindrücke. Die 10. D. ist rudimentär, häutig und strukturlos,
nur die Vorderecken sind als braune Spitzchen angelegt. —
8. Amphix 1. sp.
ö Processus ventralis breit, vorne abgestutz. Rudiment
der 2. V. blass, häutig, nach der Mitte zu verschmälert, neben der
Seitenecke mit einer Gruppe kleiner Tb. Auf der 3.—7. V. längere
Tb. vorhanden wie gewöhnlich, aber auf der 3. und 4. ziemlich
spärlich. Neben ihrer Basis meist ein Drüsenporus. Hh. fehlen.
Zellige Struktur sehr zierlich. Ausserdem stehen auf der 3.—7. V.
sehr viele gelbliche Knötchen, welche zu rundlichen Gruppen
gruppirt, vielfach eine Tb. in ihrer Mitte nehmen und am Vorder-
und Seitenrande der 3.—6. V. in grossen Massen dicht gedrängt bei-
sammen stehen. Am Seitenrande werden sie aussen durch die Seiten-
linien begrenzt. Pleurenplatten stehen neben der 3.—7.V. Die
neben der 3. V. aussen in der Vorderhälfte mit Papillenpolster, im
Uebrigen spärlich mit Hh. und einigen kleinen Tb. besetzt. Viel
dichter stehen die Hh. auf den übrigen Pleuren und auf diesen
auch vereinzelte Tb. und Dpo. Die 1.—7. D. sind zu Häuten
reducirt, besonders die 1.—4., welche glasig sind und auf denen
nur sehr winzige Hh. und ganz wenige Tb. stehen. Weniger häutig
sind die 5.—7. D., auf denen grössere nach aussen gerichtete Hh.
die bekannten Haarfelder bilden, welche dicht vor dem hinteren
Wimperrande stehen; die Vorderhälften der 5. und 6. besitzen auch
noch die kleinen Hh. Zerstreut giebt es kleine Tb. und besonders auf
der 7. D. Dpo. vor den Haarfeldern.
Stigmen sind in fünf Paaren vorhanden, am 1.—5. 8. und
liegen in der Pleurenhaut. Das 1. ist bedeutend grösser als die
übrigen, das 3.—5. an Grösse gleich, das 2. wenig grösser als diese.
Die Stigmengrube ist tief und auf ihren Wandspiralen sitzen feine
Haarspitzchen, längere Hh, auf dem Peritrema des 1. St. Der
1) Angedeutet ist das auch bei A. globosa, aber wegen der Zartheit der
Theile schwer deutlich zu erkennen. (cf. Fig. 22.)
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 231
Tracheenverschlussapparat ist ein hufeisenförmiger Bügel, der mit
seinen Enden vorspringt.
Die 8. D. ist hinten abgerundet, seitlich mit Tb. besetzt, an
deren Basis Dpo. stehen. Lappen fehlen. Die welligenLinien der Zellen-
structur tragen vielfach sehr winzige Hh. Die 8. V. (Fig. 16), ist
ein sehr schmales, hinten mit wenigen Tb. besetztes Querband.
Die 9. V. trägt am Hinterrande, wo sie in der Mitte eingebuchtet
ist, sehr lange Tb. und ist an den Vorderecken in schmale, winzige
Fortsätze ausgezogen, welche vorne nach innen einbiegen und sich
dort an die Hinterenden eines zu einem falschen Spiculum
gastrale comprimirten, ventralen Bogens anheften, der etwas
hinter seiner Mitte sich in zwei Aeste theilt, welche divergiren und
und schliesslich unter beinahe rechtem Winkel nach aussen abbiegen.
Die 9. D. ist in zwei annähernd dreieckige, hinten von einigen Dpo.
und wenigen Tb. besetzte Hälften auseinandergewichen (Fig. 11).
An der queren 10. D. stehen besonders auf der Hinterhälfte viele
Dpo. und Tb., letztere sind z. Th. sehr stark und lang.
Die Copulationsorgane (Fig. 7) erinnern sehr an diejenigen
von Dapsa. Der P. ist langgestreckt, leicht gekrümmt, am Ende
etwas eckig, ausser seiner Basis fast allenthalben von zerstreuten,
feinen Dpo. durchsetzt. Er ist asymmetrisch, indem (ähnlich wie
bei Dapsa) von der Stelle, wo der Pr. mündet — und diese Stelle
liegt noch proximal von der Mitte des P. — eine faltige Kante (x)
auf der dorsalen Seite fast bis zur gegenüberliegenden Wand ver-
läuft, während sich auf der andern, ventralen Seite eine Einbuch-
tung befindet. Zwischen der Kante und der Einbuchtung ist die
P.-Wand häutig und in dieser Haut mündet der Pr. Der D. ej.
und Pr. durchziehen also noch nicht die Hälfte der P.-Länge.
Vorne besitzt der P. keinerlei Auszeichnungen und keine scharfe
Grenze, er geht vielmehr allmählig in eine Hautröhre über, welche
ihn eine beträchtliche Strecke von der weiter vorne liegenden Ba.
trennt. Letztere umgiebt ringartig das Rohr, in dem der D. ej.
hinzieht. Sie ist unpaar, zeigt keinerlei Mediannähte, ist seitlich
von einer Gruppe Dpo. durchsetzt, neben denen auch wenige kleine
Tb. stehen und läuft an der Ventralseite vorne in einen krummen,
für die Retractoren bestimmten, unpaaren Processus aus (F).
Die im ausgestülpten Zustande vor der Ba. gelegene Genitalhaut
ist etwa ?/, so lang als der P. und structurlos.. Der D. ej. ist so
lang, dass er als chitinöses Rohr noch um ca. !/; der Länge der
vor der Ba. gelegenen Genitalhaut aus dieser nach vorne vorragt.
Gerade in dieser letzteren Partie ist er am dicksten, verschmälert
sich aber sehr bald nach vorne zu. Seine Wandung ist fein quer-
gestrichelt, im Innern sieht man deutlich den Kanal. Wenn man
als vordere Grenze des P. die Stelle ansehen will, wo die hinter
der Ba. gelegene Haut eingeschnürt ist, so beginnt hier ungefähr
der grosse Pr. Der D. ej. mündet in ihm in einer dunkeln, vor-
gestülpten Papille ein. Die Intima des Pr. ist vorne zunächst fein
wellig skulpturirt, dann folgt eine Partie mit kleinen Papillen und
232 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
die ganze Hinterhälfte zeigt starke Längsfalten. "Zahn- oder Stachel-
bildungen fehlen aber vollständig. Von Paramerenendtheilen ist
nichts zu sehen. Im Rectum fand ich die Schalen zahlloser Pollen-
körner; das Thier ist also Blumenbesucher.
2? Die 7 ersten $. stimmen mit denen des & überein, die
8. D. ebenfalls, nur ist sie kürzer. Die 8. V. ist der des d ganz
unähnlich, erinnert aber sehr an dessen 9. Sie ist relativ klein
aber kräftig, von vielen Dpo. durchsetzt, am Hinterrande mit starken
langen Tb. bewehrt, die Vorderecken springen in Lappen vor. Die
9. D. ist in zwei weit getrennte Hälften zerlegt (Fig. 8), welche
etwa dreieckige, hinten abgerundete Gestalt haben und vorne in
einen Lappen vortreten. Von zerstreuten Dpo. durchsetzt tragen
sie hinten einige Tb. und flankiren die Ecken der relativ grossen,
hinten abgerundeten und vorne ebenfalls in kurze Lappen vor-
tretenden 10. D. Diese ist sehr reich mit starken Tb. bewehrt,
zwischen und hinter denen Dpo. stehen. Die primäre 9. V. fehlt
sammt ihren Styli vollständig.
Eine secundäre 9. V. ist auch nicht ausgebildet. Die Bursa
besitzt eine einfache Intima.t)
0 Amphix2 Sp
Ist der vorigen Art sehr ähnlich. Die Knötchen auf den V.
sind weniger zahlreich, zu Seiten der 3.—7. V. glasige Muskelein-
drücke sehr deutlich. Das P.-Ende ist anders gekrümmt, weniger
lang, der Pr. mündet in der Mitte, die Basalhälfte des P. ist dick-
wandiger. An der Ba. befindet sich statt des krummen Processus
ein dunkler Knotenhöcker. Der D. ej. ist an seinem Vorderende
nicht angeschwollen. Das 9. und 10. Segment sind denen des
Vorigen sehr ähnlich.?)
10. Dacne (Engis) humeralis.
8 Die 3.—7. V. bieten nichts besonderes. Die 2. V. ist der
von Amphix ähnlich, auch stehen auf ihr einige winzige Tb. Die
Tb. der 3.—7. V. sind gleichmässig zerstreut, mässig lang und
kräftig. Neben diesen V. finden sich Pleuren, welche dicht mit
Hh. besetzt sind, die des 3. S. mit Papillen. Ausserdem kommen
wenige Dpo. vor. Nur die 1. D. ist eine glasige Haut, aber dicht
besetzt mit spitzen, ziemlich grossen Hh. Die 2.—7.D. sind alle
braun pigmentirt und gut abgesetzt. Der 2.—5. D. fehlen ausser
!) Diese Art vom Amazonenstrom ist gelb mit schwarzer Antennenkeule
die Elytren sind stahlblau, die Ränder und eine Querbinde, welche die Naht
nicht ganz erreicht, gelb.
2) Auch diese Art stammt vom Amazonenstrom, ist rothbraun mit schwarzen
Antennen (ausser Wurzelglied) und Tibien (ausser dem Ende). Auf den schwärz-
lichen Elytren sind die Ränder und 2 Querbinden rothbraun, auch ein mit der
hinteren Binde und zwei mit der Schulter zusammenhängende Längsstiche. Die
Mitte des Prothorax (ausser der Mediane) ist ebenfalls verdunkelt.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Langurüden. 233
dem Hinterrande der 5. die Hh. vollständig, sie besitzen nur wenige
Dpo. und winzige Tb., auf der 6. D. ist ausserdem die hinterste
Randpartie dicht mit Hh. besetzt und am Ende steht ein Wimper-
saum. So weit die Hh. reichen, entbehrt die 6. D. des Pigmentes.
Am Vorderrande der 3.—6.D. sieht man auffallend deutlich die
Sehnenfasern der Longitudinalmuskeln. Die 7. D. ist fast halbkreis-
förmig, hinten etwas abgestutzt, am Vorderrande eingebuchtet. Sie
ist von vielen Dpo. durchbohrt, besitzt aber nur wenige Tb. Die
hinteren 2/, sind dicht mit Hh. versehen, aber gleichzeitig braun
pigmentirt, erst das hinterste Viertel ist heller und der Hinterrand
besitzt einen Wimpersaum von Hh. Letztere stehen seitlich der
Plattenmitte nach aussen gerichtet, dort sind die Haarfelder nicht
scharf begrenzt. Die Platten des 8. S. sind mit den Seiten direkt
verbunden. Die 8.D. ist der 7. ziemlich ähnlich, entbehrt aber
der Hh. mit Ausnahme des Hinterrandes. Auch auf ihr giebt es
nur schwache Tb. Die 8. V. ist vorne jederseits der Mediane,
hinten in der Mitte eingebuchtet. Die Vorderecken springen als
spitze Fortsätze vor. Tb. stehen nur in einer Gruppe jederseits
am Hinterrande.
Stigmen sind in sieben Paaren vorhanden, am 1.—7. 8.
Am 1.—6. liegen sie in der Pleurenhaut, am 7. in den Seiten der
7.D., den Rand berührend. Die Gruben der St. sind unbehaart,
die Peritremen fein behaart.
Die 9. D. (Fig. 32) ist zweitheilig. Die Hälften sind um die
Breite einer jeden von einander entfernt, hinten abgerundet, innen
concav, etwas muschelförmig. Nach vorne springen sie vor. Hinten
stehen besonders Tb., vorne Dpo. Vor der vorderen Aussenecke
biegt die Platte nach innen ein und ist an diesem Rande wulstig
verdickt und die Verdickung setzt sich nach vorne in eine lange
Chitinspange fort. Diese convergirt mit der gegenüberliegenden
und verschmilzt schliesslich mit ihr, sodass ein dorsaler, compri-
mirter Bogen gebildet wird. Derselbe ist mehr als viermal länger
wie die 9. D. und dadurch besonders bemerkenswerth, dass
sich an ihn nicht (wie bei einem Theil der Malacodermen)
Spangen der 9. V. anschliessen. Die 9. V. ist vielmehr ein
schmales, längliches, hinten mit Tb., vorne mit wenigen Dpo. ver-
sehenes Gebilde, das keine Endoskelettstücke aussendet. Die fast
quadratische, hinten abgerundete 10. D. besitzt am Hinterrande Tb.
und vorne einige Dpo.; die Vorderecken sind in Processus dor-
sales ausgezogen, welche ungefähr die Länge dieser Platte erreichen.
In der Rectalintima findet sich in einiger Entfernung vor dem Anus
ein kreisförmiger, gelblicher, starker Chitinring. Rectaldrüsen sind
nicht ausgebildet. (cf. Carabiciden, wo es mehrere derartige
Ringe giebt, welche jedoch nur einen Theil der Rectalwand ein-
nehmen, da sie quer stehen.)
Die Copulationsorgane weichen beträchtlich von denen aller
bisher erörterten Gattungen ab (Fig. 27... Der P. ist unten ge-
bogen, aber gerade begrenzt und an der Spitze abgerundet, seine
234 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Wand fast allenthalben von ziemlich gleichmässig zerstreuten Dpo.
durchbohrt. Hh. und Tb. fehlen. Seine dorsale Wand ist am
stärksten verdickt, nach vorne krümmt sie sich etwas nach oben
um, ebenso geschieht es mit der dünneren, ventralen Wand und
diese reicht etwas weiter nach vorne mit einem Fortsatz, der durch
eine Knickung gegen ein sehr grosses, keulenförmiges Endo-
skelettstück, die Trabes, abgesetzt ist. Diese Trabes ent-
spricht durchaus derjenigen, welche ich bereits von den Coleoptera-
Siphonophora bekannt gemacht habe. Sie ist hier bei Dacne
mehr als doppelt so lang wie der P., (in der Zeichnung wegen
Raummangel kürzer angegeben) schwach S-förmig geschwungen
und nach vorne zu allmählig keulenförmig verdickt. An der ventralen
Seite d. P., etwas vor dem Ende, mündet der grosse Pr. Er ist
so lang, dass er in situ noch um die ganze Länge des P. vorne über
diesen vorragt. Grade an der Wand dieses vorderen Theiles stehen
viele Hh., der hintere besitzt eine faltige Wandung. Vorne mündet
in den Pr. der häutige D. ej., der als chinitöses Rohr nur eine
kurze Strecke zu verfolgen ist (Fig. 26 und 27.). An seiner Ein-
trittsstelle in den Pr. liegt ein braunes Querknötchen (k), (für den
Pr.-Retractor) dann läuft als seine erweiterte Fortsetzung ein sehr
dickwandiges, mit dem Pr. verschmolzenes Rohr (i) bis fast zu der
hinteren Hälfte des vorderen Theiles, wobei es vorne eine starke
Krümmung macht und hinten ganz plötzlich als dickeres Rohr
aufhört und sich als feinere Rinne (r) an der Wand des Pr. fort-
setzt bis in die Gegend, wo die Hh. aufhören (x).
Die Parameren sind im Allgemeinen in Form einer Ellipse
ventralwärts um den P. gelagert. Hinten liegen sie als zwei griffel-
förmige Kegel (d Fig. 27) neben einander, sind hier von ziemlich
vielen Dpo. durchbohrt und tragen auch einige Tb. Diese Endtheile
reichen als cylinderartige Hohlgebilde etwa bis zur Gegend x und
sind bis hier als die eigentlichen Paramerenendtheile zu
betrachten, denn die weiter nach vorne gelegenen Partieen sind
spangenartig und einwandig, indem die Innenwandflächen der
Endtheile bei x aufhören und in eine hyaline Haut übergehen.
Und während hier bei Daene die Endtheile mit den weiter vorne
befindlichen Spangen in einem Guss verschmolzen sind, wird
man sehen, dass sie bei allen folgenden Gattungen als selbstständige
Glieder erscheinen. Von x an setzt sich die Aussenwand der Pa.
noch eine kurze Strecke fort (bis y) und enthält hier eine Gruppe
von Muskeleindrücken (m), dann wird sie hyalin und nur der schon
früher verdickte Ober- und Unterrand laufen als gelbe Spangen
weiter, die ich als Oberspange (c) und Unterspange (e) be-
zeichne. In der Oberspange (c) münden zunächst in einer Reihe,
wie die Löcher an einer Flöte, einige Dpo. Weiter nach vorne
(bei w) ist sie durch eine Knickung abgesetzt und das sich an-
schliessende, vorderste Chitinband ist hier etwas schief angelöthet.
Dieses vorderste Stück, das ich Arm nenne (a), ist strukturlos, ver-
breitert sich alsbald stark und wird dreimal so breit wie die Ober-
über das Abdomen der, Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 235
spange. Es greift vorne um den P. herum und heftet sich vor dem-
selben an den Arm der andern Seite. Die Unterspange (e) ist
strukturlos und verbreitert sich vorne plötzlich zu einer ungefähr
dreieckigen Platte (b), welche etwa bis zur Anlöthungsstelle des
Armes an die Oberspange reicht.
Sowohl zwischen den Ober- wie Unterspangen ist eine mulden-
förmige Haut ausgespannt. Die zwischen den Oberspangen reicht
bis zum Beginn der Arme und geht von dort an die Basis des P.
Die Arme sind also endoskelettal. Von ihrer Anlöthungsstelle
und dem Vorderrande der Unterspangenplatten beginnt die Ge-
nitalhaut.
Man vermisst hier die Basalplatten, und allerdings ist kein
morphologischer Anklang an dieselben zu finden. Gleichwohl müssen
die Ober- und Unterspangen nebst den zwischen ihnen
ausgespannten Häuten als stark umgebildete Reste von Ba.
angegesehen werden.
Die 7 ersten $S. stimmen mit denen des d überein, nur
ist der Vorderrand der 7. D. noch tiefer eingebuchtet und die Lappen
springen weiter vor. Auch die 8. D. gleicht sehr der des d, springt
aber ebenfalls in stärkere Fortsätze vor, sie ist direkt an die vordere
Partie der Seiten der 8. V. angeheftet. “Dpo. sind ziemlich reich-
lich über die 8. D. zerstreut, mittellange und kl. Tb. stehen am
Hinterrande. Die 8. V. weicht von der des & viel mehr ab.
Sie hat ungefähr dieselbe Gestalt und Grösse wie die 8. D.,
nur fehlt vorne die tiefe Einbuchtung und daher auch die Fortsätze
an den Vorderecken. Dpo. sind etwas sparsamer vertreten, die Tb.
am Hinterrande kräftiger.
Von der Mitte des Vorderrandes erstreckt sich nach vorne ein
mit der Platte innig verschmolzenes, 1!/;—2 mal so langes,
gerades und kräftiges Spiculum ventrale.
In der Zwischensegmenthaut zwischen dem 8. und 9. S. trifft
man aufGebilde, welche mir bisher noch beikeiner anderen Coleopteren-
Gattung vorgekommen sind. Es handelt sich um sechs Längsreihen
von kamm- oder krönchenartigen Stachelgruppen, welche in den
Zwischenhäuten so angeordnet sind, das zwei unter der 8. D.,
zwei über der 8. V. und zwei (kleinere) in den Seiten stehen,
also giebt es ein dorsales, ein ventrales und ein pleurales Paar.
Die beiden ersteren stehen so, dass jede Kammreihe von der andern
so weit entfernt ist wie von der Seite der 8. D. und V. Diese
beiden Paare beginnen am Hinterrande der beiden Platten (Fig. 29),
convergiren anfangs etwas und divergiren hernach wieder stärker.
Die dorsalen und ventralen Kammreihen reichen in der Zwischen-
haut noch um mehr als die Hälfte der Länge des 8. S. über
den Vorderrand nach vorne. Damit das möglich ist, macht die
Zwischenhaut jederseits für eine dorsale und ventrale Kammreihe
eine trichterartige Einstülpung nach vorne mit und in dieser Ge-
gend ist sie mit vielen Papillen besetzt, zwischen den Kammreihen
dieser beiden Paare mit Hh. ’
236 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
An jedem einzelnen Kamme unterscheidet man eine meist
nierenförmig gebogene Basalverdickung und auf dieser mehrere
spitze, gelbe Zähne, deren Zahl von 3—9 schwankt (Fig. 30.).
In jeder der dorsalen und ventralen Kammreihen zählte ich 20 Kämme,
von denen der erste und zweite (vorne) etwas rudimentär sind.
In den pleuralen Kammreihen, welche noch nicht bis zum Vorder-
rande des 8. S. reichen, fand ich 9 Kämme, deren 1. und letzter
rudimentär sind. Die 6 Kammreihen zusammen glaube ich in phy-
siologischer Hinsicht als weiblichen Copulationsapparat
bezeichnen zu müssen, da er offenbar dazu dient die Parameren
des 8 bei der Copula festzuhalten. Die beiden Hauptreihen der
Kämme entsprechen den beiden Seiten der Pa.
Die 9. D. ist zweitheilig, zwischen den Theilhälften liegt
die 10. D. (Fig. 31.) Tb. fehlen. der 9. D. bis 'aufeinige
winzige, Dpo. aber sind reichlich vorhanden. Innen ist sie
muschelartig concav, mit der oberen, abgerundeten Hinterecke
springt sie etwas vor und ist daneben tief eingebuchtet. In diese
Bucht greift ein Lappen der 9. V. Unter- und ausserhalb der Bucht
tritt die 9. D. höckerartig nach hinten vor (a); in der Spitze des
Höckers findet sich eine kleine Gelenkgrube und in und um diese
greift die 9. V. Von der hinteren, oberen, verdickten Innenecke der
9. D. erstreckt sich nach vorne ein verdickter, gelber Chitinstab,
(t) der bis zum Vorderrande reicht. Auch von dem unteren Höcker
an der Hinterseite der 9. D. läuft ein gelber Chitinstab (t I) nach
vorne ab.
An die Vorderenden der oberen Stäbe (t) heften sich die Vorder-
enden der Processus dorsales der 10.D. Diese sind stark nach
aussen gekrümmt, die Platte selbst ist ziemlich häutig und ist nur
in der Gegend der Hinterenden der Processus jederseits von einer
Gruppe Dpo. durchbohrt. Der Vorderrand jeder Theilhälfte der
9. V. greift, wie schon gesagt, in eine Bucht der 9. D. ein und ist
wulstig verdickt. Im Uebrigen repräsentiren die Theile der 9. V.
längliche, stark nach hinten verschmälerte und dort zugespitzte
Hohlkegel, durchbohrt von zerstreuten Dpo., am Ende von wenigen
kleinen Tb. besetzt. Die Styli fehlen vollständig.
Wir haben es hier also mit ähnlichen Grabklauen zu thun,
wie ich sie insbesondere schon von Carabiciden, Cicindeliden
und Melanosomaten bekannt machte. Die Chitinstäbe t und
t I dienen den Adductoren und Abductoren der Grabklauen
zum Ansatz.
In situ befinden sich die Hälften der 9. V. (Grabklauen) zwischen
den Kammreihen des dorsalen und ventralen Paares.
Das Receptaculum seminis ist eine längliche, abgerundete,
hellbraune, dickwandige Kapsel, von deren einem Ende ein eben-
falls diekwandiger Fortsatz von etwa rabenschnabelartiger Ge-
stalt unter rechtem Winkel abliegt. Der Fortsatz erreicht °/; der
Länge des Rec. und biegt gegen das Ende allmählig etwas ein.
An diesem spitzen Ende strahlen einige Sehnenfasern aus, welche
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 237
dem Expansionsmuskel der Kapsel angehören. Dieser spannt
sich zwischen dem Schnabelfortsatz und der Kapsel aus und
ersterer ist lediglich für diesen Muskel bestimmt, ich nenne ihn da-
her Muskelzapfen. Das Lumen im Innern desselben hört vor dem
Ende auf. Von vorne mündet in die Kapsel neben der Basis des
Muskelzapfens der zarte, häutige Ausführungsgang der Anhangdrüse
ein, deren Intima-Sack etwa halb so gross ist wie die Kapsel. Da-
neben, an der Basis des Zapfens selbst, beginnt der Ductus
Receptaculi, der anfangs auf ziemlich langer Strecke eine sehr glatte
und starke Wandung besitzt und so mehrere Spiralwindungen be-
schreibt, erst später in der der Bursa zugelegenen Strecke häutig wird.
1l. Dacne (Engis) rufifrons.
Ist der vorigen Art äusserst ähnlich gebaut.
ö Die Segmentplatten stimmen mit denen des Vorigen überein,
auch findet sich im Rectum wieder die Ringverdickung. Der Pr. ist
ebenfalls wie beim Vorigen beschaffen, desgleichen der P., nur ist er
etwas länglicher. An den Pa. fehlen vorne bei den Unterspangen die
Endplatten und die Paramerenendtheile sind nur mit den Oberspangen
verschmolzen, von der übrigen Aussenwand durch einen feinen, hellen
Hautstreifen abgesetzt. (Rest eines Gelenkes!) Sonst sind sie ganz
wie bei dem Vorigen bewehrt und gestaltet.
2 Dieses stimmt mit der vorigen Art so sehr in allen Theilen
überein, dass ich ausser einer etwas stärkeren Krümmung des
Schnabelfortsatzes und grösserer Länge des Spiraltheiles des Ductus
Receptaculi keinen Unterschied aufgefunden habe. — Ob die an-
gegebenen, geringen Unterschiede constant sind, wäre noch weiter
zu untersuchen; wenn nicht, könnte das Artrecht von rufifrons in
Frage gestellt werden!
12. Cyrtotriplax bipustulata.
ö Die 7 ersten S. sind denen von Dacne sehr ähnlich, doch
nehmen die Hh. auf der vielmehr in die Quere gestreckten 7. D.
ausser dem Vorderrande die ganze Fläche ein, die Seitenrändern
sind stark verdickt. An der 2.—6. D. nehmen die Hh. einen Saum
am Hinterrande ein, welcher an der 6 D. fast die ganze hintere
Hälfte erfüllt.
Stigmen sind in sieben Paaren vorhanden und die des 7.8.
finden sich auch wieder seitlich an der 7. D. wie bei Dacne, aber
ausserhalb und vor den seitlichen Verdickungswülsten. In den
St.-Gruben stehen Hh. Die 8. D. ist hinten abgerundet, am Vorder-
rande fast gerade begrenzt, ohne Lappen. Dpo. und kleine Tb.
stehen zerstreut, letztere dichter am Hinterrande. Die 8. V. hat
eine ähnliche Gestalt wie bei Dacne, springt aber in der Mitte des
Vorderrandes stark vor und entsendet ein kurzes Spiculum
ventrale, das etwa die Länge dieser Platte erreicht und innig mit
ihr verschmolzen ist. Genital- und Aftersegment zeigen denselben
Typus wie beim vorigen. Auf der Hinterhälfte der 9. V. stehen
238 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
die Tb. sehr dicht. Der von den Hälften der 9. D. ausgehende,
dorsale Bogen ist vorne breit und abgerundet, abgestutzt, so dass
er an jeder Seite eine Krümmung beschreibt. Das Vorderstück
ist nicht dicker als die Seitenspangen, aber merklich durch Naht
davon abgesetzt. Rectalintima mit wenigen, zerstreuten Dpo.
Die Parameren (Fig. 25) zeigen stylus-artige, in einer
Gelenkgrube inserirte, mithin von den übrigen Gebilden scharf
abgesetzte Endtheile (d). Ihre Wand ist reichlich von Dp. durch-
setzt und am Ende stehen einige kräftige Tb. Die übrigen Be-
standtheile der Pa. erinnern zwar beträchtlich an die von Dacne,
zeigen aber doch bemerkenswerthe Unterschiede. Man kann drei
paarige Abschnitte an den vor den Endtheilen gelegenen Pa. unter-
scheiden, deren beide hintere ich zusammengenommen als Basal-
plattenmulde bezeichne.
Der hinterste, langgestreckte, schmale Abschnitt (c) ist innen
concav, oben und seitwärts von vielen Dpo. durchsetzt und trägt
am Ende in einer Einbuchtung und Grube die beschriebenen Partes
finales.. Das Paar der Abschnitte e nenne ich Partes secundae.
Diese verschmälern sich allmählig nach vorne und sind durch Haut
von den beiden andern Abschnitten getrennt. Ich nenne die mittleren
die Partes tertiae (b), die vordersten (a) sind die Arme. Die
Partes tertiae sind gebogene, strukturlose Spangen, welche sich
zwischen die Partes secundae und die Arme so einschieben, dass
sie hinten die Partes secundae von innen, vorne die Arme von
aussen flankiren.
In dieser vorderen Aussenpartie sind sie, ganz ähnlich wie bei
Dacne die Unterspangen, zu einer Platte erweitert. Da nun ausser-
dem die Partes tertiae mehr unter den secundae liegen, so ist es
klar, dass
dieOberspangen von Dacne=Partes secundae von Üyrtotriplax
„ Unterspangen „ Hd ik haben 5 B
sind.
Die Arme sind wie immer endoscelettaler Natur, laufen hinten
spitz aus, und diese Spitze ist mit dem Vorderende der Partes secun-
dae durch einen häutigen Strang verbunden.
Nach vorne nehmen die Arme an Stärke zu, divergiren an-
fänglich, um dann desto stärker zu convergiren und schliesslich
vorne im Bogen aufeinander zu stossen, wobei sie aber durch eine
Naht getrennt sind. Der Raum zwischen den Partes secundae und
tertiae wird nun oben und unten von einer Haut quer überspannt.
Diese Häute sind muldenartig nach unten gekrümmt und in dieser
Mulde liest der Penis. In ihn tritt vorne der Pr. ventralwärts von
den Armen ein. Die Häute zwischen den verschiedenen Partes,
welche hinten in einem abgerundeten Lappen zwischen die Para-
merenendtheile vorspringen, sind auf diesem mit einfachen, weiter
vorne, zwischen den Partes secundae und tertiae, mit kammartigen
Hh. besetzt. — Der P. ist im Allgemeinen wie bei Dacne gebaut,
aber bedeutend länger, und die Dpo. stehen an der Spitze auf-
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 239
fallend gedrängt. Der Pr. ist stark entwickelt und reicht nach
vorne ebensoweit aus dem P. heraus als er in diesem verläuft. Er
mündet nicht weit vor dessen Spitze an der unteren, convexen Seite
und enthält in der hinteren Hälfte nur Papillen und sehr kurze Hh.
Vor der Stelle, wo er aus dem P. vorne austritt, ist er etwas einge-
schnürt und erweitert sich dann zu einem länglichen Sack. Dessen
Wandung ist mit spitzen, kräftigen und gelben Hh. reichlich besetzt,
jederseits findet sich eine dunkelbraune Partie. Vorne tritt der
sehr zarte, hyaline D. ej. ein, der als, chitinöses, feines Rohr noch
fast so weit zu verfolgen ist wie der Pr. lang ist. Die dunkeln
Streifen im Pr. reichen nicht bis zu dessen Vorderende; auch die
spitzen Hh. nehmen gegen das Vorderende hin ab. Dieses ist etwas
abgestutzt und verdickt. Nach vorne strahlen einige blasse Fasern
aus, wie sie von den Ansatzstellen vieler Muskeln bekannt sind.
(Praeputialsackretractor.. Dass der D. ej. im Innern des Pr. noch
eine Fortsetzung besässe, habe ich nicht bemerkt.
9 Die 8 ersten S. stimmen mit denen des d überein, doch ist
das Spiculum ventrale an der 8. V. doppelt so lang als
beim d, mit der Platte übrigens auch in einem Guss verschmolzen.
Die Tb. an deren Hinterrand sind zahlreicher und länger. Die
Hälften der 9. V. (Fig. 34) sind in der Mitte durch einen tiefen Ein-
schnitt (3) in zwei Theile abgesetzt. Der hintere Theil, auf
dessen Ende in einer häutigen Grube der Stylus sitzt, ist ein Hohl-
körper, dessen innere und untere Wandung in der Gegend «
aufhören.
Die äussere Wandung ist eingeschnürt und nur die obere geht
in einer Flucht weiter auf den vorderen Theil (y). Dieser ist
muschelartig gekrümmt, innen concav und springt mit seiner
Unterfläche in einem grossen Lappen nach innen vor (6). Mit seinem
unteren Hinterrande reicht der vordere Theil nicht ganz bis zum
unteren Vorderrande des hinteren Theiles. Auf beiden finden sich
zerstreute Dpo., grössere und kleinere Tb. nur auf dem hinteren.
Der braune Stylus, der 1?/;, mal länger als breit ist,‘ wird vorne
von einigen Dpo. durchbohrt, hinten ist er mit Tb. besetzt.
Die muschelförmigen Hälften der 9. D. sind ganz auseinander
gedrängt durch die 10. D. und in die Seiten gerückt. Sie besitzen
zerstreute Dpo. und hinten eine kräftige Tb. Die 10. D. ist ziemlich
häutig, mit zerstreuten Dpo. und hinten einer Reihe Tb. versehen.
Jederseits geht von ihr ein breiter und säbelartig nach aussen ge-
krümmter Processus dorsalis nach vorne ab. Diese biegen sich
über der oberen Begrenzungslinie der 9. D. auch nach unten herab
und laufen zu deren Vorderrand, wo sie sich anheften.
Die Wandung der sackartigen Bursa copulatrix ist einfach. In
sie mündet von vorne her der hyaline Ductus Receptaculi (Fig. 33),
der nach kurzem Verlauf in die fast kugelrunde, starkwandige
und braune Samenkapsel eintritt, nicht aber in sie selbst, sondern
in die Seite des kräftigen, aber schmalen, braunen Muskelzapfens
(t), welcher dem von Dacne entspricht. Seine Endhälfte ist aber
240 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
nieht hohl sondern massiv. An seinem Ende bemerkt man einige
Fäserchen. Neben der Basis des Muskelzapfens, wo das Rec. eine
Delle besitzt, mündet auch der hyaline Ausführungsgang der läng-
lichen Anhangdrüse ein; sie ist viel schmäler aber 1'/; mal länger
als das Rec.
13. Triplax russica.
ö Kräftige Tb. stehen auf den V. sehr reichlich. Die Demar-
kationslinie zwischen der rudimentären 2. V. und der 3. ist wellig
gekerbt.. Im Uebrigen bieten die 7 ersten Segmente nichts besonderes.
Pleuren und D. wie bei den Vorigen. Hh. stehen in einem Saume
am Hinterrande der 6.D. Auf der 7.D. finden sie sich ausser der
Vorderhälfte der Seitenpartien allenthalben. Die Tb. vor dem
Hinterrande sind meist klein. Eigentliche Haarfelder fehlen.
Stigmen sind in 7 Paaren vorhanden, die des 7. S. stehen neben
der 7.D. in der Pleurenhaut (wie auch die übrigen). Das 8. S.
gleicht dem von Cyrtotriplax, doch ist das Spiculum ventrale
kurz und schwach. Auch Genital- und Analsegment sind nach
dem Typus der beiden vorigen Gatt. gebaut. Die Processus
dorsales der 10.D. reichen nach vorne bis über den Vorder-
rand der 9.D. und V. Die 9. V. erweitert sich vorne und springt
in divergirende, zarte Lappen vor. Der dorsale Bogen ist an
seiner Basis nach innen geknickt, am Vorderende wie bei Cyrto-
triplax abgestutzt, aber gleichzeitig zu einem queren Plättchen
verdickt, das gegen die Seitenspangen deutlich abgesetzt ist; er
ist etwa 21/,; mal so lang wie die 9. D. Rectum ohne Drüsen.
Auch der Copulationsapparat schliesst sich eng an den-
jenigen des Vorigen an. Der P. verschmälert sich nicht gegen das
Ende, ist aber stark nach aufwärts gekrümmt, auch hier oben dick-
wandig und braungelb, unten dünnwandig und hyalin. Unten vor
der Spitze mündet der Pr. Viele Dpo. durchsetzen die P.-Wandung
in der Hinterhälfte. Die untere Wand geht vorne in die lange,
schwach S-förmig gekrümmte Trabes über, deren Vorderhälfte
durch eine Längsfurche in zwei Hälften abgesetzt ist. (Paarige
Muskel.) Der Pr. reicht vorne weit aus dem P. heraus und ist sehr
blass und dünnwandig, in der Vorderhälfte mit kleinen, stacheligen
Hh. besetzt. Der vorne eintretende D. ej. ist als zartes, chitinöses
Rohr nur eine kurze Strecke zu verfolgen. Da wo er in den Pr.
eintritt, besitzt dieser eine braune, knotige Verdickung (cf. Dacne)
und von dieser aus zieht nach hinten eine stabartige braune Ver-
diekung, die Virga, welche nicht oder nur unbedeutend rinnen-
artig ausgehöhlt ist, nach hinten allmählig dünner und blasser wird
und spitz grannenartig endigt, ohne mit der Wand des Praep.
verwachsen zu sein.t) Vorne unter der Einmündungsstelle des D. ej.
bildet der Pr. einen kurzen Nebensack. — Die Pa. erinnern sehr
an die von Cyrtotriplax, insbesondere stimmen die Partes finales
mit denen jener Gatt. überein.
!) Dies kann man leicht nach Zerzupfen des Praep. feststellen.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 241
Die Arme sind endoskelettal, sehr zart und blass und hängen
durch eine gelbliche Spange unmittelbar mit dem Oberrande der
Partes secundae zusammen.
Die Partes tertiae sind hinten ein wenig verdickte, sonst ziemlich
gleich schmale Spangen, welche sich in der Seitenwand der Basal-
plattenmulde befinden, vorne allmählich in der Haut auslaufen
und nicht gut mehr als besondere Theile angesprochen werden
können. Am kräftigsten ausgebildet erscheinen noch die Partes
secundae, deren untere und hintere Aussenwand zellige Structur
besitzt und die oben und in den Flanken von Dpo. durchbohrt
werden. Auf den Muldenhäuten sind Hh. kaum wahrzunehmen.
2 Die 7 ersten $. stimmen mit denen des & überein. Der
Hinterrand der 8.D. und V. trägt viele, starke Tb., welche be-
sonders an der 8.D. sehr gedrängt stehen. Die 8. V. ist quer
gestreckt, hinten nicht, vorne jederseits nur schwach eingebuchtet,
in der Mitte in ein mit der Platte zusamenhängendes und sie an
Länge viermal übertreffendes Spiculum ventrale fortgesetzt. Die
hinter dem 8. 5. gelegenen Theile bilden durch ihre Verlängerung
und insbesondere durch die der Zwischenhaut zwischen 8. und 9. S.,
eine übrigens nicht sehr lange Legeröhre. An dieser unterscheide
ich, (wie bei vielen andern Coleopteren) durch die Ringfalte von
einander abgesetzt, die Vorder- und Hinterröhre. Die Vorder-
röhre ist dicht mit papillenartigen Hh. besetzt. Die die Spitze der
Legeröhre einnehmenden und ziemlich weit von einander entfernten
Theilhälften der 9. V. sind nach dem in zwei Theile differen-
cirten Typus gebaut, wie ich ihn bei Cyrtotriplax beschrieb,
hier aber viel mehr in die Länge gestreckt. Der distale eylin-
drische Theil, 5 mal länger als breit, ist (besonders unten) reich-
lich mit Tb. besetzt und trägt am Ende den ebenfalls schlanken
Stylus, der im Kleinen den Bau des cylindrischen Theiles
wiederholt. Der proximale, muschelartige Theil, der hier
auch oben gegen den cylindrischen durch Haut abgesetzt ist, sodass
jede Hälfte der 9. V. in zwei Theile getheilt wurde, springt
unten in den bekannten starken Lappen nach innen vor und der
Vorderrand dieses Lappens ist ein bogenförmiger dicker Wulst,
an welchen sich das Vorderende der Radii ventrales anlehnt.
Die Bogenwülste besitzen den Radii gegenüber ein kleines Knötchen.
Die Radii ventrales sind Abkömmlinge der 9. D. und gehen von
deren unterem Vorderrande ab; sie erreichen fast die Länge der
9. V., bleiben aber etwas hinter der Ringfalte zurück. Die Hälften
der 9. D. sind schon recht häutig geworden, doch tragen sie noch
zerstreute Dpo. und einige kleine Tb., auch ist ihre Begrenzungs-
linie noch deutlich zu erkennen. Sie nehmen die Flanke der vorderen
Hälfte der Hinterröhre ein, sind also muschelförmig und liegen zugleich
so nach unten geschoben, dass ihre Unterränder sich innen in der
Mediane theilweise berühren. Die von der 10. D. aus entstandenen
Radii dorsales übertreffen an Länge die R. ventrales, denn sie
reichen von vorne bis zur Ringfalte. Hinten gehen sie in einen
Arch, f, Naturgesch, Jahrg.1895. Bd. I. H.2, 16
249 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
länglichen Lappen mit wenigen kleinen Tb. über. Diese Lappen
sind die einzigen Reste der 10. D.
Die Vulva wird oben und unten von einer häntigen, längs-
gestrichelten, hinten abgerundeten Klappe bedeckt. Unter der oberen
dieser Klappen liegt auch der Anus.
Die Bursa copulatrix ist dem Legeapparat entsprechend in die
Länge gestreckt, die Intima faltig, aber sonst einfach. Ihre hintere
Hälfte ist schmal, kanalartig, die vordere erweitert in Form eines
länglichen Sackes. Das Receptaculum (Fig. 44) ist rechteckig-
rundlich, gelblich und dickwandig, die Wand etwas gestrichelt. Am
schmaleren Pol mündet die Anhangdrüse (dr) ein, welche 1!/, mal
länger ist als die Kapsel und wie bei dem Vorigen recht länglich,
allmählich gegen die Ausmündungsstelle verschmälert. Neben dieser,
mehr nach der Längsseite zu liegt die Basis des Muskelzapfens (t),
der hier aber gegen sein Ende nicht nur nicht zugespitzt, sondern
keulig verdickt ist. Die Oberfläche der Keule zeigt Papillenstructur.
Das Innere des Muskelzapfens stellt einen Nebenraum der Samen-
blase dar und der Ductus Receptaculi beginnt an der Mitte der
Aussenseite des Muskelzapfens, nicht an der Kapsel selbst.
Er macht als glattwandiger aber ziemlich starker, hyaliner Schlauch
viele spiralige Krümmungen und mündet in die Bursa nicht an
deren Ende ein, sondern noch hinter der Mitte des vorderen sack-
artigen Theiles von der Seite.
* #
*
Die jetzt noch folgenden Gattungen schliessen sich in den
meisten Organisationsverhältnissen mehr oder weniger so eng an
Cyrtotriplax und Triplax an, dass ich mich bei ihrer Besprechung
etwas kürzer fassen kann.
14. Aegithus Andreae d.
2. V. als schmaler Reststreifen vor der 3. erhalten. Processus
ventralis vorne abgerundet. Alle D. braun pigmentirt und deutlich
von der hyalinen Pleurenhaut abgesetzt. Hh. und Zellenstructur auf
der 1.—7. D. vorhanden, aber die ersteren nach hinten an Zahl
zunehmend, besonders dicht gedrängt auf der 7. D. Tb. fehlen auf
der 1. D., auf 2.—7. D. vorhanden und allmählig an Zahl zunehmend,
am zahlreichsten auf der 7. D., besonders am Hinterrande, dort
auch längere Dpo. zerstreut vorne auf der 2.—7.D., auf der
7. auch neben den Basen mancher Tb. An der 1.—7. D. jederseits
in der Mitte ein helles Fleckchen, welches an die Dorsaldrüsen-
poren der Canthariden erinnert, doch befindet sich thatsächlich
an diesen Stellen keine Oeffnung.
Auf der Pleurenhaut stehen nach den V. zu dicht gedrängt
starke, stachelartige Hh. ebenso nach den D. zu. Das mittlere Ge-
biet, in dem die St. liegen, entbehrt der Hh. ganz oder fast ganz
und ist hyalin.
Stigmen sind in 7 Paaren am 1.—7. S. vorhanden in der
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 243
Pleurenhaut, die St. des 1. S. übertreffen die Uebrigen bedeutend
an Grösse, die des 2. S. sind grösser als die des 3.—7., aber kleiner
als die des 1. 8.
Die Stigmenhöhlenwände reichlich mit einfachen, getheilten und
auch mit bäumchenartigen Hh. bekleidet. — 8. D. ungefähr
halbkreisförmig, am Hinterrande mit einer Bürste von kräftigen Tb.,
im Uebrigen sehr reich an umwallten Dpo. Aehnlich ausgerüstet
ist die viel kleinere, zweilappige 8. V. deren Tb. am abgerundeten
Hinterrande jedes Lappens ganz besondere Länge haben.
Anal- und Genitalsegment nach dem Typus von Triplax und
Cyrtotriplax gebaut. 9. V. hinten mit starker Tb.-Gruppe, davor
mit umwallten Dpo. fast rechteckig, nach vorne etwas erweitert.
Auf den Hälften der 9. D. nur wenige Dpo. und sehr kleine
Tb., der dorsale Bogen wie bei Triplax, nur an der Basis nicht
eingeschnürt. Die 10. D. etwas sichelförmig, an den Vorderecken
in ziemlich lange, etwas gekrümmte Processus ausgezogen. Am
Hinterrande lange, starke Tb., vorne kleinere und zerstreute Dpo.
Rectum mit zerstreuten, deutlichen Dpo.
Copulationsorgane gleichfalls vom Typus der Vorigen.
Stylus-artige Paramerenendtheile gelenkig am Ende der Basal-
plattenmulde inserirt. Letztere besteht aus einem Gusse. Die
lateralen Hinterpartieen zeigen zellige Struktur; Dpo. fehlen. Der
Oberrand jeder Seitenwand ist nur schwach verdickt. Unter der
Mitte zieht jederseits eine kräftige Chitinspange, (den Partes tertiae
von Cyrtotriplax entsprechend), welche nicht ganz bis zur vorderen
Knickungsstelle der Ba.-Mulde reicht. Diese Knickung, welche
unter scharfem, rechten Winkel erfolgt, liegt wenig vor der unteren
Vorderdecke des P., wo die Tr. beginnt. Von ihr geht nach oben
jederseits em breiter aber ziemlich blasser, endoskelettaler Arm ab,
der sich nach oben allmählich verschmälert. Weit oberhalb des
P. treffen beide Arme zusammen und verschmelzen miteinander.
Die in der Ba.-Mulde ausgespannten Häute sind reichlich mit
feinen Hh. bekleidet. -— P. wie bei den Vorigen gebaut, nach oben
gekrümmt, in der Endhälfte von vielen, umwallten Dpo. durchsetzt.
Hinter der Mündungsstelle des Pr. ist er plötzlich verschmälert,
die Spitze ist als starker Haken nach oben gekrümmt. Pr. sehr
langgestreckt, vorne fast so weit vorragend als er sich im P. er-
streckt. Der D. ej. tritt vorne als hyaliner Gang ein und ist als
chitiniges Rohr noch so weit zu verfolgen, wie der Pr. lang ist.
Vor letzterem findet sich an der Eintrittsstelle des D. ej. eine sehr
starke Chitinverdickung, (Praeputialsackretractor!) von Gestalt eines
zweiwurzeligen Backenzahnes oder einer Gabel. Zwischen den
Wurzeln mündet der D. ej. in den Pr. und bildet in seiner Fort-
setzung in demselben eine sehr kräftige, starkwandige Röhren-
Virga. Zunächst erweitert sich diese zu einer länglichen Blase,
welche gleich auf der backzahnartigen Gabel sitzt und geht dann
als brauner, dickwandiger und mit dem Praep. verkitteter Gang bis
zur Gegend der Mündungsstelle derselben,
16*
244 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Der innere Kanal in der Virga ist auf der ganzen Strecke
deutlich als solcher zu erkennen, obwohl die Virga nach hinten zu
dunkler wird und die Wandung fein quergerieft ist. Im Uebrigen
zeigt die Hinterhälfte des Pr. ausser Falten keine Struktur. Im
vordersten Theile finden sich kleine, braune Papillen. Die Trabes
schwillt nach vorne an und ist durch eine Längs-Furche abgesetzt
in zwei Wölbungen. Sie überragt nach vorne noch bedeutend
den Pr.
15. Aegithus brunnipennis $.
Reststreifen der 2. V. noch schwächer als beim Vorigen. Die
7 ersten Segm. stimmen im Wesentlichen mit denen jenes überein.
Seitlich in der 2.—-7. D. finden sich auch wieder die hellen Flecke.
Die Stigmen des 7. Segments liegen hart an den Vorderecken der
7.D. — Die 8.D. und V. gut ausgebildet, doppelt so breit als lang.
Die 8.D. trapezisch, die 8. V. an den Hinterecken mehr abgerundet,
beide reichlich beborstet, besonders am Hinterrande. In den häutigen
Vorderrand der 8. V. ist ein Spiculum ventrale eingeschmolzen,
das diese Platte an Länge um das Vierfache übertrifft, etwas ge-
krümmt ist und am Ende kaum verdickt.
Die Legeröhre ist relativ kurz. Aeusserst dicht ist die Vorder-
röhre mit Hh. bepelzt, welche genau bis zur Ringfalte reichen,
dann plötzlich aufhören. Die Hinterröhre entbehrt der Hh. voll-
ständig.
In ihr findet man dorsalwärts, direkt vor dem Anus, die braune,
mit wenigen, kleinen Tb. und einigen Dpo. versehene 10. D., die
von ihren Vorderecken Radii dorsales bis zur Ringfalte ent-
sendet. Die 9. D. ist zweitheilig, nimmt die Flanke der Ventral-
seite ein und ist im Uebrigen ähnlich beschaffen wie die 10. D,
Ihre Unterränder erscheinen als verdickte Kanten, welche aber
über die Platte selbst nicht hinausragen. Die Hälften der 9. V.,
sind wieder je in zwei Hälften differencir. Der proximale,
muschelartige Theil, vorne durch Haut gegen die 9. D. abgesetzt,
ist hellbraun und besitzt wenige, winzige Tb. und einige Dpo.
Aus ihm erhebt sich der längliche, dunkelschwarze, cylindrische
Theil, welcher 4—5 mal länger ist als breit, zerstreute, kräftige Tb.
und am Ende in einer häutigen Grube den schwarzen Stylus trägt,
dessen Endhälfte reichlich beborstet ist.
Rectalintima von zerstreuten Dpo. durchsetzt.
Die Intima der Bursa copulatrix ist faltig, sonst strukturlos.
Ein Infundibulum fehlt. Von vorne her mündet in die Bursa der
Ductus Receptaculi, welcher mehrere Schlangenwindungen beschreibt.
Das Receptaculum seminis (Fig. 42) ist sehr merkwürdig ge-
staltet. Seine Wandung ist allenthalben chitingelblich, ziemlich
stark. Es wird durch einen spiraligen Schlingengang (Sp.)
in zwei Kapseln zerlegt, eine vordere, ovale, welche vor dem
Ende auch noch einmal eingeschnürt ist (Rs. I) und eine hintere
(Rs.), welche sich der Bursa zu allmählig verbreitert und in der
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 245
Vorderhälfte schwach mehrmals eingeschnürt ist. Sie hört mit
einer plötzlichen Knickung auf und geht dann in den Duct. Receptaculi
über, dessen gleichfalls kräftige Chitinisirung die Constanz der Ge-
stalt bewirkt. Kurz vor dem Beginn des D. Rec. ist eine verdünnte,
quere Ringstelle zu bemerken («). Ihr gegenüber, auf der andern
Seite, mündet in das Rec. ein kurzer, häutiger Gang ein, der aus
einer kleinen, rundlichen, gelblichen Blase (Rd.) kommt. Da in
diese von der andern Seite die Anhangdrüse einmündet, ist sie als
Drüsensecretkapsel zu bezeichnen.
16. Erotylus aegrotus.
ö Stigmen des 1. S. sehr gross, die des 2., 3. und 4. nur vom
halben Durchmesser, das 5.—7. nur halb so gross als die vorher-
gehenden. Die St. des 7. S. lagern dicht neben den Vorderecken
der 7. D., am 8. S. fehlen die St. An der Wand der Stigmen-
höhle springen bei allen St. mit Hh. besetzte und häufig verzweigte
Schutzzapfen vor, welche einen Luftseiapparat vorstellen. Die
Haare der gegenüber befindlichen Zapfen greifen durcheinander,
so dass der Haarwald das ganze Stigmenlumen erfüllt. Die D.
sind alle gut ausgebildet; es fehlen die hellen Flecken.
Die 8. V. ist ungetheilt, am Hinterrande winkelig eingebuchtet.
Genital- und Analsegment stimmen im Wesentlichen mit denen von
Aegithus überein. Rectum mit Längsfalten, aber ohne Dpo.
Auch die Pa. zeigen den Typus der vor. Gattung. So besteht
die Basalplattenmulde wieder aus einem Guss.
Sie trägt am Ende in Gelenkgruben die länglich-kegeligen,
dunkelbraunen, stylusartigen Paramerenendtheile. Die Seitenwände
der Mulde nehmen an Dicke und Pigmentirung distalwärts zu und
auf ihnen münden, besonders dorsalwärts, viele umwallte Dpo.
Vorne läuft die Mulde auch wieder in die beiden endoskelettalen,
blassen Arme aus, welche in der Mediane vor und über der
Penisbasis verwachsen und durch Schichtung gestreift erscheinen.
Pe. vom Typus der vorigen Gattungen. Er ist leicht nach oben
gekrümmt, daher oben concav, unten convex, bleibt ziemlich gleich-
breit und ist an der Spitze schräg abgestutzt. Die Unterwand zeigt
an der Stelle, welche dem Hinterende der Trabes gegenüber liegt,
eine knotige Verdickung.
Die Trabes ist am Vorderende angeschwollen und in zwei
Lappen gespalten. Dpo. in der Peniswandung reichlich zerstreut,
besonders in der Endhälfte.
Wie sonst mündet der Praep. kurz vor der Spitze des P. an
dessen Unterseite; er ragt vorne noch fast so weit heraus, als er
im P. hinzieht. Am Vorderende des Praep. liegt in dessen Wand
eine graubraune, kräftige Verdickung, welche in zwei parallele
Aeste gespalten ist, die nur am Hinterende zusammenhängen. Sie
bilden also eine zweizinkige Gabel. Zwischen den Aesten tritt der
D. ej. in den Praep. ein. Die Haut im Umkreis der Vorderhälfte
der Verdickung ist von vielen, hellen Dpo. durchsetzt. Weiter
246 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
nach hinten, wo die Aeste zusammengeschmolzen sind, setzen sie
sich noch weiter als eine zunächst helle, dann plötzlich dunkelbraune
Verdickungsleiste fort, die bis zur Mündungsgegend des Pr. reicht
und welche auch hier als Virga zu bezeichnen ist. Die Virga
besitzt nur auf kurzer Strecke, nämlich gleich hinter der Gabel,
eine schwache Rinne, die sich nach hinten stark verschmälert und
bald verschwindet. Im Uebrigen ist es ein massiver, elastischer,
mit der Wand des Pr. verkitteter Stab, der ungefähr in der Mitte
stumpfwinkelig geknickt ist (die Concavität nach oben gerichtet),
gegen das Ende sich stark aber allmählig verschmälert und zuge-
spitzt ausläuft. Auch die Spitze ist noch an die Wand des Pr. ge-
kittet. Derselbe ist im Uebrigen hyalin, ohne Auszeichnungen
2 Spice. ventrale 3!/, mal länger als die 8. V., in die Haut
vor dersellben eingeschmolzen.
Die Legeröhre stimmt im Wesentlichen mit der von Aegithus
überein. An der Basis der bepelzten Vorderröhre findet sich jeder-
seits ein Gebiet, auf dem die Hh. fehlen, so dass sie auf die
Mediangegend beschränkt sind, es durchsetzen die Röhre aber in
ziemlich grosser Anzahl zerstreute, umwallte Dpo. — Innen springt
von der Basis des stark beborsteten, cylindrischen Theiles jeder
Hälfte der 9. V. eine dicht mit Hh. besetzte Ecke spitz nach hinten
als dreieckiger Dorn vor. Die Dornen sind wahrscheinlich bei
der Eiablage in irgend einer Weise betheiligt. Die Bursalintima
ist sehr kraus gefaltet, aber sonst ohne Auszeichnung. Ein Infundi-
bulum fehlt. Der vorne in die Bursa eintretende Duct. Receptaculi
ist wie bei Aegithus kräftig chitinisirt, gelblich, von bestimmter
Gestalt, aber nur schwach geschlängelt, ausgenommen eine starke,
knieartige Biegung, die kurz nach seinem Austritt aus dem Rec.
erfolgt.
Die Wandung des Rec. (Fig. 43) ist noch viel dicker als bei
Aegithus. Wir müssen auch hier zwei Kapseln unterscheiden,
doch sind dieselben denen von Aegithus nicht gleichwerthig.
Die vordere, quere Kapsel ist länglich-oval, (Rd.), z. Th. undurch-
sichtig und fast schwarz. Nicht weit vom Beginne des Zwischen-
ganges mündet die Anhangdrüse ein, weshalb diese vordere Kapsel
als Drüsenkapsel zu bezeichnen ist. Der Verbindungsgang krümmt
sich ein wenig und tritt dann in die dunkelbraune, z. Th. schwärzliche,
fast nierenförmige, eigentliche Samenkapsel. Nach vorne springt
ein Kegel (x) vor, aus dem dann der Duct. Receptaculi weiter ab-
geht und zwar anfangs dem Verbindungsgang (Vb.) fast parallel,
aber in entgegengesetzter Richtung.
17. Morphoides amabilis.
& Steht Aegithus sehr nahe D. zarter, blass gelblich.
7 Stigmenpaare, die St. des 7. S. dicht neben den Vorderecken der
7.D. Die Wände der Stigmengruben sind reichlich mit Hh. besetzt,
es fehlen aber die Schutzzapfen wie sie bei Erotylus vorkommen.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 247
Die quere, hinten zugerundete 8. V. ist durch einen hellen Median-
streifen in zwei Hälften abgesetzt.
Der dorsale Bogen der 9. D. ist vorne abgestutzt. Die
Vorderecken der 10. D. sind in lange Processus dorsales ausge-
zogen, die Platte selbst ist am Hinterrande eingebuchtet und lang
beborste. Im Rectum bemerkt man, ca. 2 mm vor dem Anus,
eine feine ringartige Verdieckung, und in der Wand des Rectums,
hinter derselben bis fast zum Anus, finden sich allenthalben zer-
streute, umwallte Dpo. von verschiedener Grösse. Der P. ist dem
von Aegithus Andreae sehr ähnlich gestaltet, nur läuft er am
Ende nicht in einen gekrümmten Haken aus, sondern verschmälert
sich ganz allmählig. Die Virga ist deutlich ausgebildet, reicht im
P. aber kaum bis zu seiner Mitte und bleibt daher von der Mündungs-
stelle des Pr. eine Strecke entfernt. Vorne am Pr. ist nur eine
rudimentäre Gabel vorhanden. Gegenüber steht eine dichtgedrängte
Gruppe von Dpo. Die Virga enthält auf der ganzen Länge
einen deutlichen Kanal. Sie ist anfangs sehr dick- und glattwandig,
nimmt später eine Querstrichelung an und diese geht in der End-
hälfte in eine dichte, regelmässige, spiralige Wandverdickung über.
Das Ende der Virgaröhre ist (wie bei Aegithus) abgestutzt.
Die Seitenwände der Ba.-Mulde sind distalwärts geschwärzt,
proximalwärts werden sie bald hell und man bemerkt zwei deutliche,
braune Spangen, deren obere schliesslich in die endoskelettale
Partie übergehen, welche sich über die P.-Basis erhebt (Arme),
während die unteren in das abgestutzte Ende der Mulde auslaufen.
Die stylusartigen Pa.-Endtheile wie bei den vorigen Gattungen.
2 Im vorderen Abschnitt der Vorderröhre, wo die Hh. noch
ziemlich spärlich sind, stehen dorsal- und ventralwärts in der Haut,
welche gerade hinter der 8. D. und 8. V. liest und welche etwas stärker
chitinisirt ist, (wie auch bei den vor. Erotyliden-Gattungen), zerstreute,
feine Dpo. Der längere, hintere Abschnitt der Vorderröhre ist dicht
mit Hh. besetzt. An der Hinterröhre ist die 10.D. ganz häutig
geworden, aber als solche durch zerstreute Dpo. und einige kurze
Tb. noch angedeutet. Von ihren Seiten aus ziehen zur Ringfalte
die Radii dorsales. Die die Flanken einnehmenden Hälften der
9.D. sind muschelförmig, gleichfalls mit zerstreuten Dpo. und
kurzen Tb. versehen und die innere Unterkante ist zu einem
Chitinstab verdickt, der auch hier über die Platte selbst nicht
hinausragt. Diese Verdickungen sind Radii ventrales. Mit ihrem
Hinterende artikuliren sie gegen die verdickte Vorderkante
(Hinterspange) des muschelartigen, vorderen Theiles jeder 9. V.
Der eylindrische Theil ist wie ein selbständiges Skelettstück gegen
den muschelartigen abgesetzt, 5—6 mal länger als breit, schwarz,
innen ohne Dorn, am Ende mit länglichem Stylus.
Das eigentliche Receptaculum (Rs Fig. 41) ist nicht (wie bei
Erotylus) durch einen besonderen Zwischengang von der Secret-
kapsel getrennt, sondern sitzt mit breiter Basis (x) derselben an,
sodass hier bei Erotyliden eine ähnliche phylogenetische Ent-
248 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
wickelung der Samenblase vorliegt, wie ich sie l.c. schon für
Coccinelliden nachwies. Am Ende biegt die Samenkapsel um und
läuft dann weiter in den Ductus Receptaculi aus (d. R), hat daher
eine ungefähr pfeifenkopfartige Gestalt. Der Duct. Rec. (Fig. 28),
ist wie bei den Vorigen kräftig chitinisirt, macht aber nur wenige
Biegungen und tritt schliesslich unter mehreren Einschnürungen von
vorne her in die Bursa. Ein Infundibulum fehlt. Die Bursaintima
ist faltig, sonst einfach. — Dpo. durchsetzen das Rectum wie
beim d. Die Ringverdickung liegt noch etwas vor der Ringfalte
(bei ausgestülpter Legeröhre).
18. Megalodacne heros 2.
Auch hier besitzt das Rectum eine gelbliche Ringverdickung
fast 2 mm vor dem Anus. Die Strecke hinter derselben ist allent-
halben von Dpo. durchsetzt, vor dem Ring finden sich gar keine.
Auch ist (wie beim Vorigen), die Rectalintima hinter dem Ring
längsfaltig, davor mehr unregelmässig gefaltet. Die Legeröhre
ist der des Vorigen sehr ähnlich. Das Spic. ventrale ist stark
gekrümmt.
19. Megalodaene Audouini d.
St. wie bei Morphoides. — P. kurz, am Ende stumpf abgerundet,
oben concav, unten convex. Pr. sehr lang, sodass er um mehr als
die doppelte Länge des P. nach vorne aus diesem hervorragt. P.
reich an umwallten Dpo. Der Pr. mündet unter dem Ende des P.
— Eine sehr dünne und sehr lange, peitschenartige Virga zieht
vom Vorderende des Pr. fast bis zur Mündung desselben. Sie ist
höchst elastisch und macht leicht alle Krümmungen der Pr.-Wandung
mit. Sie ist im Innern der ganzen Länge nach von einem feinen
Kanal durchzogen, also eine Röhren-Virga. Eine gabelige Ver-
diekung findet sich am Vorderende des Pr. nicht, auch ist die
Virga am Vorderende gleich dünn und hier tritt in sie der sehr
zarte, hyaline D. ej. ein, den ich als chitinigen Gang nur eine kurze
Strecke verfolgen konnte. Die Wand der vorderen Hälfte des Pr.
ist mit feinen Hh. besetzt und auf der Oberseite findet sich noch
eine sackartige Nebentasche, in der die Hh. äusserst dicht ge-
drängt stehen. Diese Tasche liegt noch ganz ausserhalb des P.
und vor ihm, über dem hintersten Drittel des vorn!) vorragenden Theiles
des Pr. und ist breiter als dieser, in der Mitte von einer Längs-
rinne eingeschnürt. Unter der hinteren Hälfte des vorragenden
Abschnittes des Pr. bemerkt man ein hyalines, streifiges, an den
Rändern gelbliches und mit gelben Körnchen versehenes Band,
das nur an seinem Vorder- und Hinterende an den Praep. angeheftet
ist. Ich habe es bei den bisher betrachteten Erotyliden nicht
bemerkt. Die sehr lange Tr. ragt vorne noch etwas über das Ende
des Pr. hinaus und ist mehr als doppelt so lang wie der P., am
!) Das heisst also nach dem Innern des Körpers zu!
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 249
Vorderende eingeschnürt. Die Paramerenendtheile sitzen gelenkig
auf dem Ende der Ba.-Mulde, berühren sich mit den Innenflächen
und tragen starke Tb. und an der Basis umwallte Dpo.
20. Episcaphula australis. |
ö Rectum wie bei Megalodacne. 10. D. mit kurzen Processus
dorsales. Genitalsegment wie bei dem Vorigen. Bogen sehr blass,
vorne verdickt.
Wand der Stigmengruben schwach behaart. _
Stylusartige Pa.-Endtheile von einander getrennt. Zwischen
ihnen ist der Muldenendrand dicht mit feinen Hh. besetzt. Die
Seitenwände der Mulde sind der ganzen Länge nach in einen oberen
und unteren Abschnitt differeneirt. Der obere ist eine Spange
mit wenigen Dpo., die distalwärts am Ende anschwillt aber auch
hier von der ventralen Partie abgesetzt bleibt, vorne, nach einer
Knickung, in die endoskelettalen Arme übergeht. Der untere Ab-
schnitt enthält ebenfalls eine verdickte Spange und ist vorne abge-
rundet, seine Wandung im Uebrigen ohne Auszeichnung. Der P.
hat ungefähr die Form wie der von Erotylus aegrotus. Der Pr.
steht dem von Megalodacne am nächsten.
Die sackartige Nebentasche verdient diesen Namen in noch
erhöhtem Maasse, da sie als langgestreckter Sack seitlich absteht
und nur auf ziemlich schmaler Strecke mit dem übrigen Pr. zu-
sammenhängt. Ihr Inneres ist reichlich mit langen, dünnen Hh.
bekleidet, während der übrige Pr. derselben entbehrt. Am Vorder-
ende des letzteren fehlt sowohl die Dpo.-Gruppe als auch die Ver-
dickung. Die Virga ist sehr schlank und dünn, eine Röhre von
gleicher Dicke, welche sich nach hinten zu aber in der Gegend ver-
liert, wo der P. ventralwärts am stärksten gekrümmt ist. Das
merkwürdige Band, das nur mit seinem Vorder- und Hinterende
an den Praep. gewachsen (und wahrscheinlich für die Muskulatur
derselben von Bedeutung; ist, hat auch hier Längsstreifung, gelbliche
verdickte und gekörnelte Ränder und seine vordere Verwachsungs-
stelle mit dem Pr. liegt ungefähr in der Mitte zwischen Vorderende
des Pr. und Einmündungsstelle der Nebentasche. [Vielleicht ersetzt
das Band bei dieser und der vorigen Form die am Vorderende
des Pr. mangelnde Verdickung!]| Die Tr. ist doppelt so lang als
der P. und am Vorderende verdickt und gespalten.
9 Legeapparat dem der beiden Vorigen sehr ähnlich. An der
Basis der Vorderröhre jederseits ein längliches Feld, auf dem sehr
dichtgedrängt sehr feine Dpo. stehen. Radii dorsales kräftig und
bis zur Ringfalte reichend, Radii ventrales nicht über den
Vorderrand der 9. D. vorragend. Gestreckte Styli sitzen in einer
Grube auf dem Ende der cylindrischen Theile der 9. V. — Die
langgestreckte Bursa copulatrix ist mit faltiger, aber sonst ein-
facher Intima versehen. In sie mündet der sehr lange, kräftig
chitinisirte und viele Spiralwindungen beschreibende Ductus
Receptaculi (Fig. 39) etwas hinter dem stark verschmälerten Vorder-
3250 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog, Untersuchungen
ende ein. Das Receptaculum stellt eine länglich-runde, braune
Kapsel von fester und an der inneren Fläche etwas gestrichelter
Wandung dar. Am hinteren Pole mündet der Gang der Anhang-
drüse ein und daneben erhebt sich (Fig. 40 t) ein kräftiges, nach
aussen gerichtetes, krummes Horn, der Muskelzapfen, von der
halben Länge der Kapsel. Er ist im Innern hohl, also eine Aus-
stülpung derselben, und ungefähr in der Mitte der convexen Seite
entspringt aus ihm der Duct. Rec. Das Horn dient dem Samen-
blasenmuskel zum Ansatz.
21. Languria nigrina.
3. Im Allgemeinen den vorigen Gattungen sehr ähnlich. Pro-
cessus ventralis dreieckig, vorne eng. Von der 2. V. sind keine
deutlichen Reste mehr vorhanden. Genital- und Analsegment im
Wesentlichen ganz wie bei den vorhergehenden Erotyliden. Der
dorsale Bogen ist deutlich ausgebildet, aber stark zusammenge-
drängt. Die 10. sichelförmige, schmale D. springt in Processus
dorsales vor, am Hinterrande in der Mitte in einen Lappen und
auf diesem stehen jederseits 2—3 starke Tb. Im Rectum fehlen
die Dpo. und auch die Ringverdickung, nur die Längsfaltung ist
deutlich. Die Copulationsorgane (Fig. 38) schliessen sich gleichfalls
eng an die der andern Erotyliden. Der P. ist leicht gekrümmt,
oben concav, unten convex, gegen die Spitze allmählig aber gleich-
mässig verschmälert, die Spitze etwas nach oben gekrümmt. Die
Wandung der Endhälfte wird von zerstreuten, feinen Dpo. durch-
setzt, welche nur an der Spitze selbst zahlreicher stehen. Die
ventrale Vorderwand des P. setzt sich unmittelbar in die endoske-
lettale Tr. fort, welche beinahe doppelt so lang ist wie der P. Der
Pr. mündet auch hier kurz vor dem Ende des P. an der Ventral-
seite. Er ragt vorne nur um ein Drittel seiner Länge aus dem P.
hervor, ist schmal und der ganzen Länge nach von einer schlanken,
gelblichen, gleich dick bleibenden Virga durchzogen. Diese Virga
enthält nirgends eine Rinne oder Röhre sondern ist massiv. Am
Vorderende des Pr. finden sich weder Dpo. noch Verdickungen, die
Wand ist im Uebrigen sparsam mit sehr feinen Hh. bekleidet und
nur das hinterste Viertel ist reichlicher damit besetzt. Die Neben-
tasche fehlt. Der D.ej. ist als feines, häutiges Rohr noch um die
doppelte Länge des P. nach vorne hin zu verfolgen. — Die endos-
kelettalen Arme (a) vor und über der P.-Basis sind blass aber
gross.
Die Seiten der Ba.-Mulde zeigen zellige Struktur aber keine
Dpo., im Innern nur eine spangenartige Verdickung, welche gegen
die Arme zieht. Auf dem Ende der Mulde sitzen gelenkig, mit
ihren inneren Basen sich berührend, die stylusartigen End-
theile (d), welche sich allmählig gegen die abgerundete Spitze
verschmälern. An der Basis schicken sie ins Innere der Mulde
kurze, abgerundete, endoskelettale Lappen, tragen in der End-
über das Abdomen der Endomycehiden, Erotyliden und Languriden. 251
hälfte, besonders an der Spitze, Tb. und sind von zerstreuten Dpo.
durchbohrt.
2. Spieulum ventrale 5mal länger als die 8. V. und am
Vorderrande in diese eingeschmolzen. ‚Jederseits in der Seiten-
haut des 8. S. mündet der lange Sammelschlauch einer Seiten-
drüse. (Sdr. Fig. 35.) Derselbe ist mehr als dreimal so lang wie
die 8. V. und bleibt überall gleich schmal. Nur am Vorderende
verengert er sich allmählig. In der Wandung der Drüsenschläuche
sieht man viele, feine, runde Poren (Fig. 36), das sind die Ein-
mündungsstellen der Kanäle der einzelnen Drüsenzellen. Gegen
das Vorderende der Schläuche zu sind die Poren weniger zahl-
reicher, aber an ihrer Stelle findet man hier und da dünnere Stellen
in der Schlauchwandung, wo die einzelnen Drüsenzellen dann in
grösserer Zahl eintreten. (Fig. 37.)
Die Legeröhre zeigt verschiedene Differenzen von denen der
vorhergehenden Erotyliden. Die Vorderröhre besitzt keine Hh.,
statt dessen aber eine feine und dichte Struktur von ziemlich
kurzen Quer- und Längsstricheln. (Vielleicht sind aber die Längs-
strichel feine und sehr dicht anliegende Hh.) Der Anus liegt nicht
über der Vulva sondern viel mehr nach vorne geschoben, nicht
sehr weit von der Ringfalte. Daher sind auch die bis zur
Ringfalte reichenden Radii dorsales sehr kurz (Pro. d. Fig. 35)
und die eigentliche 10. D. ist reducirt. Die Hälften der 9. D.
nehmen die Flanken der Hinterröhre ein, sind sehr gestreckt und
reichen bis zur Ringfalte.e Ebenso die sehr starken, dunkel-
braunen Radii ventrales, welche hinten an die 9. V. stossen.
In der 9. D. stehen spärliche, zerstreute, umwallte Dpo. Die
Hälften der 9. V. sind nicht so deutlich wie bei den Vorigen in
zwei Theile differencirt. Sie stellen sehr gestreckte, am Ende
spitz auslaufende Kegel dar, deren Wand in den hinteren ?/,
von einfachen, im vorderen Drittel von umwallten Dpo. durchsetzt
wird. Von der oberen, inneren Basis des Kegels zieht sich nach
vorne, durch Haut von ihm abgesetzt, eine längliche Platte, welche
den Kegel vorne um !/, seiner Länge überragt und wohl als
Homologon des bei den vorigen Gattungen vorkommenden, muschel-
artigen Theiles der 9. V. angesehen werden muss. Es finden sich
auch in ihr einige umwallte Dpo.. An der Aussenseite der
hinteren Kegelhälfte findet sich eine längliche, beulenartige Ver-
tiefung, in welcher ein kurzer, mit mehreren kräftigen Tb. be-
wehrter Stylus sitzt. In der vorderen Hälfte der Kegel steht eine
vorne concave, scharfe, winkelige Nathlinie. Wahrscheinlich gehört
daher die vor ihr gelegene Plattenpartie auch noch zum muschel-
artigen Abschnitt. Die beiden Haupttracheen der Legeröhre
machen in der Hinterröhre hinter dem Anus eine starke, S-förmige
Schleife (x). — Die Rectaldrüsen fehlen.
Das Receptaculum seminis ist relativ klein, einfach rund-
lich, graugelblich, mit parallel gestrichelter Wandung. Da wo der
Duct. Rec. austritt, springt es in einen von diesem durchzogenen
352 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Kegel vor, an dem sich dann weiterhin der eigentliche Duct. Rec,
in vielen spiraligen, blassen Windungen anschliesst. In der Nähe
des Blasenkegels tritt auch der kurze, blasse Ausführungsgang der
Anhangdrüse ein.
22. Teretilanguria Panamae.
ö Rectaldrüsen sind vorhanden, wenn auch nur spärlich
vertheilt. Die Abdominalsegmente stimmen im Wesentlichen mit
denen der anderen Erotyliden überein. Der dorsale Bogen ist
deutlich und lang, aber er klafft vorne, indem die seitlichen Spangen
mit den Vorderenden nicht verkittet sind. Die 10. D. besitzt deut-
liche Processus dorsales und am Hinterrande starke Tb. Die
8. V.ist vorne etwas trapezisch erweitert. Die Wände der Stigmen-
höhlen besitzen einen starken Besatz von Hh., aber keine Schutz-
zapfen. Die St. des 1. S. sind sehr gross, aber sehr stark schlitz-
artig comprimirt. Das 2.—7. St. an Grösse einander ungefähr gleich,
länglich rund, viel kleiner als das 1.; am 8. S. fehlen die St.
Die starke Streckung des Körpers macht sich auch an den
Copulationsorganen bemerklich: Die Tr. ist so lang als der
recht gestreckte, cylindrische P. Dieser bleibt grösstentheils gerade,
macht aber vorne eine starke Krümmung und neigt sich hinten mit
der länglich-dreieckigen Spitze allmählig nach oben. Dpo. stehen
nur an der Spitze und hier reichlich. Im Allgemeinen behält der
P. ziemlich gleichen Durchmesser, verbreitert sich aber stark vorne
vor der Krümmung. Im Innern des P. zieht zu jeder Seite des
Praep. eine Haupttrachee. Der Praep. mündet an der Ventralseite
des P., etwas vor der Spitze desselben. Er ist sehr schmal und
ragt vorne noch um ?/, der Länge des P. aus demselben hervor.
Der D. ej. mündet vorne in das Vorderende des Praep. als feines,
hyalines Rohr und ist als chitiniger Gang noch auf sehr langer
Strecke zu verfolgen, nämlich um ungefähr zwei P.-Längen. Er
endet schliesslich unverzweigt. Im Praep. entspringt an der Stelle,
wo in ihn der D.ej. eintritt eine Virgaröhre. An dieser haben
wir vier Abschnitte zu unterscheiden. Der vorderste, der mit
einer braun pigmentirten, kleinen Verdickung beginnt, ist der weiteste
u. macht an Länge etwa !/, des vorragenden Theiles d.Pr. aus, hat eine
nicht sehr dicke, aber stark quer geriefte Wandungsstructur und
erfüllt vorne fast das ganze Lumen des Pr. Der 2. Abschnitt ist
dadurch markirt, dass auch die starke Querriefelung aufhört. Mit
dieser engen Röhre verläuft die Virga weiter bis an ihr Ende.
Die Wandung nimmt jetzt aber eine viel bedeutendere Dicke an,
ist dabei aber merkwürdigerweise doch ganz hyalin, durchsichtig.
In diesem 2. Abschnitt behält das enge Rohr einen geraden Verlauf.
Den 3. Abschnitt nenne ich den Spiralabschnitt. Die Virga
beginnt nämlich plötzlich sich zu winden und macht dicht nach ein-
ander fünf eng auf einander gedrückte Spiraltouren, in denen allen
man den engen Kanal sehr gut durchschimmernd erkennt. In
diesem Abschnitt bleibt die dicke, aber hyaline Wandung, doch wird
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 253
sie von vorne nach hinten von Windung zu Windung schwächer.
Man sieht hier auch deutlich, dass die Virgaröhre mit der Pr.-
Wandung nicht verwachsen ist. Der 2. Abschnitt ist etwas länger
als der 1., der 3. ungefähr ebenso lang als der 1. Der 4. und letzte
Abschnitt der Virga zeigt das Rohr wie es nach der letzten Spiral-
krümmung plötzlich wieder gerade nach hinten vorläuft, wobei die
hyaline Wandverdickung mehr und mehr abnimmt. Es scheint mir,
dass die Virgaröhre schliesslich bis in die Mündungsgegend des Pr.
verläuft und dort endet.
Die Pa. sind auch sehr in die Länge gestreckt. Die Endtheile
insbesondere sind ausserordentlich schlank, gegen die Endhälfte
dunkel pigmentirt und im letzten Viertel mit sehr langen und starken
Tb. bewehrt. Gegen die Ba.-Mulde sind sie deutlich abgesetzt,
sitzen aber nicht in eigentlichen Gelenkgruben, sondern sind durch
ein Chitinband mit den Endhöckern der Seitenwände der Mulde
verbunden. Zwischen ihren basalen Dritttheilen ist eine hyaline,
mit Hh. besetzte Haut ausgespannt, die eine Fortsetzung der Mulden-
haut darstellt. Die Ba.-Mulde enthält in jeder Seitenwand eine
stabartige Verdickung und ventralwärts greift die zellige Structur
vorne und hinten in einem bandartigen Gürtel quer über die Mulden-
haut. Dpo. und Tb. fehlen. Vorne ragen starke, endoskelettale,
etwas S-förmig geschwungene und an der Verwachsungsstelle ver-
breiterte Arme empor, die eine Fortsetzung der stabartigen Ver-
dieckungen bilden.
2 Der Legeapparat schliesst sich eng an den von Languria
an, denn auch hier ist der Anus nach vorne geschoben und die
Styli sind auf die Seiten der in spitze Fortsätze ausge-
zogenen Hälften der 9. V. gerückt.
Das in die Haut am Vorderrande der 8. V. eingescholzene
Spiculum ventrale ist sehr kräftig und 5 mal länger als die 8. V.
— Die Vorderröhre ist allenthalben sehr dicht und regelmässig mit
Hh. besetzt, welche die Form gelber, spitziger Zähnchen haben.
Der Anus liegt an der Dorsalseite der Hinterröhre ungefähr in der
Mitte zwischen Ringfalte und Styli. Die 10. D. ist noch gut ange-
deutet durch eine Gruppe kleiner Tb. und zwei durch einen hyalinen
Mittelraum getrennte, gelbliche Streifen, an welche sich vorne die
kräftigen, rothbraunen, nach vorne zu divergirenden und bis zur
Ringfalte reichenden Radii dorsales anschliessen. In den die
Flanken einnehmenden Hälften der 9. D. münden einige Dpo., auch
finden sich wenige, kurze Tb. Die vorderen Oberränder der 9. D.
sind rothbraun und verdickt. Die kräftigen, rothbraunen Radii
ventrales sind von der 9. D. etwas durch Haut getrennt und reichen
von der 9. V. bis fast zur Ringfalte, bleiben nur ein wenig hinter
derselben zurück. Die Hälften der 9. V. sind sehr lang gestreckte
Kegel. Die Spitzen, in welche sie auslaufen, krümmen sich anfangs
ein wenig nach aussen, dann wieder nach innen, sodass sie
etwas zangenartig erscheinen. An der Basis dieser Spitzen sitzen
in Gelenkgruben aussen die länglichen, am Ende abgerundeten
954 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
und mit Tb. reichlich bewehrten Styli. Im Innern der Hinter-
röhre bemerkt man ausserhalb der Radii ventrales jederseits vier
grosse Haupttracheen. Diese entspringen aus zwei grossen Tracheen-
ästen in der Vorderröhre und weiter vorne vereinigen sich auch
diese beiden zu einer mächtigen Tracheenblase. An dem hinter
dem Anus gelegenen Theil der Hinterröhre findet sich auch in der
ventralen Mediane eine kräftige, stabartige Verdiekung, welche
nach hinten bis zur Vulva reicht.
Der letzte, mit kräftigen Längsfalten versehene Theil des
Rectums ist nach vorne nicht durch eine Ringverdickung begrenzt.
Es finden sich in ihm nur spärliche Dpo. Das Receptac. sem. er-
innert sehr an dasjenige von Languria, es ist aber länglich oval.
An einem Pole ist es auch hier in einen kräftigen, unter rechtem
Winkel abstehenden Zapfen ausgezogen, an dessen Spitze sich
der Duct. Receptaculi als spiraliger Gang fortsetzt, welcher von vorne
in die Bursa einmündet, deren Intima sehr faltig, aber im Uebrigen
einfach ist. Genau von vorne mündet neben der Zapfenbasis in das
Receptac. sem. auch die Anhangdrüse, deren Ausführungsgang häutig
und kurz und deren Lumen länglich-oval ist. Die Bursa besitzt
einen seitlich in sie einmündenden grossen Nebensack mit faltiger
Intima.
Die Muskulatur des Gopulationsapparates der Erotyliden
ist für das Verständniss desselben in morphologischer und physio-
logischer Hinsicht von solcher Wichtigkeit, dass ich es für noth-
wendig erachte sie an der Hand einer Gattung derselben genau
auseinanderzusetzen. Es wird sich gleichzeitig hieraus, für den Ver-
gleich des Copulationsapparates der Erotyliden mit dem der Coc-
cinelliden, eine noch klarere Einsicht in die vorhandenen grossen
Differenzen ergeben. Als Untersuchungsobject habe ich
Triplax russica
gewählt, von welcher mir besonders durch Herrn Custos Ludwig
Ganglbaur (Wien) gutes Alcoholmaterial zur Verfügung gestellt
wurde. Ich spreche ihm auch an dieser Stelle meinen wärmsten
Dank dafür aus.
Ehe ich näher auf mein Thema eingehe, sei die nochmalige
Lectüre des obigen Abschnittes in dieser Arbeit über Triplax
russica empfohlen.
Aus den zu Seiten der Trabes gelegenen Hoden laufen gegen
die Körpermediane die mehrfach gewundenen Vasa deferentia.
Sie münden von vorne und den Seiten her in zwei sich in der
Mediane berührende, rundlich-viereckige Knoten ein, welche den
Beginn des Ductus ejaculatorius bezeichnen. Zwischen diesen
Einmündungsstellen der Vasa deferentia münden von vorne in die
Knoten zwei lange, schlauchartige, vielfach gewundene Anhang-
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 255
drüsen, deren Lumen weiter ist als das der Vasa def. und un-
gekammert. Gegen die Knoten sind die Einmündungsstellen der
Vasa def. durch Einschnürungen deutlich abgesetzt. Vorne zwischen
den in die Knoten einmündenden, letzten Strecken der Anhang-
drüsen liegt ein längliches Genitalganglion und vor diesem, nur
durch eine schwache Einschnürung davon getrennt, ein kleineres,
rundliches Ganglion. Die weiter vor diesem wieder liegenden
Ganglien sind durch je zwei, dicht an einander gedrängte Längs-
commissuren mit einander verbunden. — Aus den zwei den Beginn
des Duct. ejac. bezeichnenden Knoten entspringen nun zwei Duct.
ejaculatorii, welche in der Mediane von einander getrennt sind,
übrigens jedoch convergiren und nach kurzem Verlaufe in einander
münden und sich so zum unpaaren Ductus ejaeulatorius vereinigen.
Dieser läuft nach einer starken Krümmung wieder nach vorne
(Fig. 45) und gelangt fast bis zum Vorderende der Trabes. Er
macht aber eine kurze Strecke hinter demselben plötzlich eine zu
vollkommener Umbiegung führende Schleife und läuft nun wieder
nach hinten. Bis zur Schleife hin besitzt der D.ej. nur eine Ring-
muskelschichte, an der ich keine Querstreifung bemerken kann.
Hinter der Schleife aber, bis zu seinem Eintritt in den Praeputial-
sack, kommt noch eine ihn umhüllende, starke und auch deutlich
quergestreifte Längmuskulatur hinzu. Innerhalb dieser, den
D. ej. eylindrisch umhüllenden Muskelmasse, die ich Praeputial-
sackretractor (m 4) nenne, sieht man durchschimmernd ganz
deutlich, dass derselbe verschiedene Windungen und Spiralen be-
schreibt (Fig. 45). Das hintere Ende des Retractors heftet sich am
Vorderende des Praeputialsackes an die knotige Verdickung, von
welcher oben die Rede gewesen ist und strahlt in dessen Umgebung
aus. Ein anderer Muskel, der Ductus-Retractor (m) fasst im
Halbkreise um das Ende der Trabes und läuft zur geschilderten
Schleife. Er ist kurz, aber sehr compact.
Ich wies schon oben darauf hin, dass das Vorderende der
Trabes durch mediane Rinnen in zwei Lappen abgesetzt ist. Jeder-
seits gehen nun von jedem der Lappen zwei Muskeln nach hinten
zu ab, die Trabesmuskeln. Anfangs laufen dieselben eine Strecke
gemeinschaftlich, dann trennen sie sich. Der obere Trabesmuskel
(m 2) begiebt sich jederseits an das Vorderende des endoskelettalen
Armes (a) der Parameren, der untere Trabesmuskel (m 1) zieht
ebenfalls zum Arme, aber er nimmt seinen Ansatz weiter nach
hinten zu an der abfallenden Seite und in der Gegend des convexen
Buckels (Fig. 44—48). Es wurde auch bereits erwähnt, dass der
Praeputialsack unten einen kleinen Nebensack besitzt (N Fig. 45).
An diesen geht auch ein kleiner Praeputialsackretractor (m 3)
heran, welcher erst von der Stelle deutlich bemerkbar wird, wo
die beiden grösseren Trabesmuskeln auseinandergehen. Die
beiden Paare der Trabesmuskeln sind Paramerenretractoren. Da
nun die Trabes mit dem Penis zusammenhängt, muss die Contraction
dieser Muskeln eine Verschiebung der Parameren gegen den Penis
256 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
und ein „Hervorstossen“ des letzteren bewirken. Es besteht aber
auch eine direkte muskulöse Verbindung zwischen Parameren-Armen
und Penis. Diese bewerkstelligt der (obere) Winkelmuskel (m 5),
welcher aus dem inneren Winkel am Vorderende der verwachsenen
Paramerenarme zum oberen Vorderende des Penis hinzieht. Ein
Paar kleinerer, unterer Winkelmuskel (m 13) gehen von dem-
selben Winkel ab und begeben sich in die Gegend des unteren
Vorderendes des Penis.
Der von den Hälften der 9. Dorsalplatte aus entstandene
dorsale Bogen (Fig. 48) liegt gleichwohl mit seiner vorderen
Hälfte ventral von den Copulationsorganen. An seinem abgerundet-
zugestutzten Vorderende befindet sich ein quer-oblonges, die seitlichen
Spangen zu einem geschlossenen Bogen verbindendes Plättchen (x).
Durch diesen dorsalen Bogen wird die muskulöse Verbindung der
Copulationsorgane und zwar der Parameren mit dem Genitalsegment
vermittelt. Es geschieht jederseits durch drei Armmuskeln.
Die vorderen Armmuskeln (m 7) verbinden das Vorderende der
Arme und den dahinter liegenden Theil mit den Seiten des vorderen
Plättchens (x Fig. 48) am dorsalen Bogen. Die hinteren Arm-
muskeln (m 6 Fig. 48) gehen ebenfalls vom Vorderende der Arme
aus und endigen hinter der Mitte des Bogens an dessen seitlichen
Spangen. Sie haben also eine bedeutende Länge. Viel kürzer sind
die mittleren oder kleinen Armmuskel (m 8), welche von der
convexen Stelle (a) an den Seiten der Arme abgehen und hinten an
den Seiten des Bogenplättchens endigen. Alle drei Armmuskel-
paare sind gleichfalls Retractoren der Parameren und damit auch
des Copulationsapparates im Allgemeinen, weil Penis und Parameren
muskulös verbunden sind. In demselben Sinne wirkt auch noch ein
viertes Paar von Retractoren. Dieses (m 10 Fig. 46) geht aber
nicht von den Armen aus, sondern vom Vorderende der in den
Seitenwänden der Parameren-Mulde befindlichen stabartigen Ver-
dickungen (e), ich nenne es die Mulden-Muskeln. Diese gehen
mit ihrem Vorderende innen an das Bogenplättchen (x).
Zwischen der verdickten, wulstigen Oberkante (c) der Parameren-
mulde und der Stabverdickung in der Seitenwand (e) spannt sich
jederseits ein kurzer aber sehr breiter Muskel aus (m 9 Fig. 46).
Ich nenne ihn den Wandmuskel. Durch seine Contraction wird
die Seitenwand der Mulde verflacht, die oberen Muldenränder neigen
mehr nach der Mitte zusammen, die innere Muldenfläche wird enger
an die Penisfläche gepresst und eine festere Führung des Penis von
Seiten der Mulde bei der Copula ermöglicht. In der hinteren
Hälfte der Paramerenmulde, welche frei von Muskeln ist, sieht man
deutlich jederseits zwei parallel laufende Nervenfasern (n Fig. 46),
welche sich in den Paramerenendtheilen verzweigen und an die
Tastborsten herantreten. Muskeln gehen zu den Paramerenend-
theilen nicht. Aussen an der Basis der Hälften der 9. D. geht
nach vorne, aussen und oben ein kräftiger Muskel ab (m 11).
Genitalhautmuskeln (m 12) kommen auch vom Hinterrande des
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 257
queren Bogenplättchens, welcher diese Platten mit der 8.D. ver-
knüpft.
Die Muskeln des Copulationsapparates bestehen, wie alle ab-
dominalen Hautmuskeln, aus grossen Fasern und sind deutlich quer-
gestreift.
Vergleicht man die hier erörterte Muskulatur mit der ent-
sprechenden der Coceinelliden, so stellt sich heraus, dass die
Unterschiede eben so grosse sind, wie bei den Copulations-
organen selbst. Die Wandmuskeln der Erotyliden sind als den
Paramerenmuskeln der Coccinelliden homolog zu betrachten, aber
sie erfuhren einen Functionswechsel. Vom dorsalen Bogen, welcher
dem Spieulum gastrale der Coccinelliden physiologisch entspricht,
geht bei den Erotyliden auch eine muskulöse Verbindung zu den
Parameren und der Genitalhaut, nicht aber zur Trabes (wie bei
Coccinelliden). Die Verbindung mit den Parameren ist jedoch eine
vierfache. Da die Siphonalhaut dem Praeputialsack homolog ist,
lässt sich der Praeputialsackretractor der Erotyliden mit den
hinteren Kapselmuskeln der Coccinelliden vergleichen, wenn
man sich vorstellt, dass ein solches Muskelbündel, nachdem sich
allmählig ein Sipho und eine Siphonalkapsel ausbildete, auch
allmählig auf letztere mit hinüberwanderte Für die
vorderen Kapselmuskeln der Coccinelliden lässt sich dagegen
bei Erotyliden kein Vergleichsobject finden, ebenso wenig für die
Winkelmuskel der Erotyliden ein solches bei Coccinelliden.
Wahrscheinlich sind entsprechende Muskeln bei den Vorläufern der
Coccinelliden in Wegfall gekommen.
Der Ductusretractor der Erotyliden lässt sich mit den Trabes-
muskeln der Coccinelliden vergleichen, denn beide gehen vom
Ende des Trabes aus, und während der Ductusretractor da endigt,
wo der Praeputialsackretractor anfängt, liegen die Insertionsstellen
der Trabesmuskeln der Coccinelliden zwischen und neben den beiden
Insertionsstellen der hinteren Kapselmuskeln derselben. Ebenso wie
bei den letzteren kann man sich aber auch bei den ersteren, den
Trabesmuskeln, vorstellen, dass sie mit der allmähligen Ausbildung
einer Siphonalkapsel vom Ductus ejac. und Praep. weg auf diese
gerückt sind. Gleichzeitig muss man hierbei aber auch annehmen,
dass die Entstehungsstelle für eine Sipho und eine Siphonalkapsel
sich in der Gegend der Schleife des D. ej., wie sie bei Erotyliden
vorkommt, befand. Muskeln, welche den beiden Paaren des Trabes-
muskeln der Erotyliden entsprächen, kommen bei Coccinelliden
nicht vor. Das über die Musculaturdes CopulationsapparatesderEroty-
liden Mitgetheilte ist aber ein weiterer Beweis dafür, dass die
Trabes der Erotyliden der der Coccinelliden nicht homolog,
sondern nur homodynam ist.!)
1) Diese Muskelhomologieen kann man natürlich nur dann verstehen, wenn
man die Zeichnungen beider bezüglichen Arbeiten genau vergleicht oder im
Kopfe hat, ebenso sind alle einschlägigen Mittheilungen der Coceinelliden-
Arbeit als bekannt vorausgesetzt. j
Arch, f. Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd. I. H.2, a;
358 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
III. Allgemeiner Theil.
A. Vergleichend-morphologische Ergebnisse.
1. Die 1.—7.D. sind stets gut durch Zwischenhäute von ein-
ander abgesetzt. Sie sind immer schwächer ausgebildet als die
entsprechenden V. Die7.D.ist unter den genannten immer die kräftigste.
Die 1.D. ist immer kürzer als die nachfolgenden. Bei Dapsa,
Mycetaea und Alexia sind die 1.—6.D. zu glasigen Häuten
reducirt, etwas weniger ist das bei Lycoperdina, Endomychus
und Amphix der Fall. Häutig sind sie auch bei Myrmecoxenus,
aber doch hellbraun pigmentirt. Noch dunkler pigmentirt und
deutlicher ausgeprägt findet man sie beiDacne und den Erotyliden.
Sowohl Drüsenporen als Tastborsten besitzen die 1.—7. D. im
Allgemeinen spärlich, sie nehmen auf ihnen aber in der Richtung
von der 1. nach der 7. an Zahl zu, sind also auf der 7.D. am
reichlichsten vertreten.
2. Häutungshaare finden sich auf den Pleurenhäuten, auf der
1.—7. D. und (selten) auf der 8. D. Sie fehlen auf den V. und fast
immer auch auf der 9. und 10.D.
3. Grössere Häutungshaare, welche bestimmt begrenzte Haar-
felder bilden, kann man an der 5., 6.und 7. D. von Endomychus
in je einem Paare beobachten (Andeutungen auch an der 4. D.)
An denselben Platten kommen sie bei Amphix vor, bei Myrme-
coxenus ein einziges grosses Haarfeld an der 6.D., ein rudi-
mentäres auch an der 5. Dacne besitzt nur an der 7.D. 2 Haar-
felder und diese sind wenig scharf ausgeprägt. Bei Dapsa,
Lycoperdina, Mycetaea und Alexia fehlen die Haarfelder, bei
den Erotyliden ist die 7. D. zwar reich an Häutungshaaren, aber
eigentliche Haarfelder fehlen ebenfalls. Wimperränder finden sich
am Hinterrande der 6. und 7.D. von Dapsa, Lycoperdina,
Mycetaea und Dacne, bei Endomychus an der 5., 6. und 7. D.t)
4. Endoskelettale Fortsatzlappen kommen vor am Vorderrande
der 6. und 7.D., z. B. von Dapsa, rudimentäre Lappen auch bei
Lycoperdina und Endomychus an der 7.D.
5. Die 8.D. ist in beiden Geschlechtern fast stets mehr oder
weniger reichlich mit Tastborsten und Drüsenporen versehen, fast
immer kräftig chitinisirt. Bei Myrmecoxenus aber ist sie zu einem
hyalinen Lappen reducirt, der nur wenige Tb. trägt. Ein endo-
skelettaler Lappen jederseits am Vorderrande findet sich in mehr
weniger starker Ausbildung bei Dapsa, Lycoperdina, Endo-
mychus, Mycetaea, Dacne und Alexia. Häutungshaare kommen
auf der 8.D. viel spärlicher und seltener vor als auf der 7. Die
8. D. ist in beiden Geschlechtern immer ungetheilt.
6. Die 1. V. fehlt immer vollständig.
\) ef, auch meine Coccinelliden-Arbeit 1. c. „Allgemeiner Theil“ N. 2
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 259
7. Die 2. V. ist nie typisch, überhaupt nie als deutliche Platte
ausgebildet. Sie zieht vielmehr als ein mehr weniger schmaler,
rudimentärer Streifen, der nach der Mitte meist verschmälert ist,
vor dem Vorderrande der phragmatischen Theile der 3. V. her.
Gegen die 3. V. ist dieses Rudiment durch eine Naht abgesetzt,
aber mit ihr verwachsen (cf. auch in meiner Coceinelliden-Arbeit
S. 57 No. 6.).
8. Ein Processus abdominalis (ventralis) auf der Mitte der
3. V., welcher zwischen die Metacoxen eingreift, ist immer vor-
handen. Er ist entweder breit und vorne abgestutzt (Dapsa, Endo-
mychus, Lycoperdina, Amphix, Alexia, Mycetaea) oder breit und
vorne abgerundet (Myrmecoxenus) oder endlich dreieckig und vorne
zugespitzt. Bei den Erotyliden finden sich alle diese Formen und
sind durch Uebergänge verbunden. (Cyrtotriplax abgestutzt, Tereti-
languria zugespitzt.) Nach der Breite des Processus abdom. richtet
sich natürlich auch die Stellung der Metacoxen. Da er nie fehlt,
ist das die Hinterwand der Acetabula der Metacoxen bildende
Ventralphragma stets ein doppeltes.
9. Die 3. V., die grösste Platte des Abdomens überhaupt, zer-
fällt also in Processus abdom., den ephragmatischen und die beiden
phragmatischen Plattentheile.
10. Die 3.—7. V. sind immer kräftig chitinisirt, gut ausgebildet
und immer fast alle mit Tastborsten besetzt. Sind Dpo. vorhanden,
so stehen sie an der Basis der Tastborsten. Hh. fehlen. Die
3.—7.V. sind, wie auch die beiden nachfolgenden, unter einander
alle durch Zwischenhäute verbunden, also abgesetzt und gegen
einander beweglich. Zusammengenommen erscheinen sie auch hier
als ein Ganzes und sind als Ventralbecken zu bezeichnen.
11. Die Pleurenhäute, welche die D. und V. trennen, reichen
in der Regel bis zum 7. Segment, indem die 8.D. und V. sich
mit ihren Vorderecken direkt an einander heften. Nur bei Myr-
mecoxenus hören die Pleurenhäute schon am 6. Segmente auf,
wobei die 7. D. und V. sich mit ihren Vorderecken direkt an
einander heften. (Das 8. Segment hat dabei nur noch häutige
Platten.)
12. Da die V. des 3.—7. Segmentes über die Seitenkanten des
Abdomens noch etwas auf die Dorsalseite übergreifen, so erscheinen
diese Kanten bei mikrosk. Betrachtung seitwärts als mehr weniger
deutliche Bogenlinien.
13. Wenn Pleurenplatten vorhanden sind, werden sie durch
eine häutige Linie gegen die auf die Dorsalseite umgreifenden
Streifen der V. abgesetzt. Auf den Pleurenplatten finden sich am
reichlichsten Häutungshaare, spärlicher Tastborsten und Drüsen-
poren. In der Regel kommen sie am 3.—7. Segment vor, wobei sie
von vorne nach hinten, von S. zu S. an Grösse abnehmen. Am
grössten sind also immer die Pleuren des 3. Segments und bei
Myrmecoxenus, Mycetaea und Alexia kommen solche über-
haupt nur am 3.8. vor. Auf diesen Pleuren des 3. S. findet sich
178
960 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
immer ein entweder die ganze Platte, oder einen mehr weniger
grossen vorderen Bezirk einnehmendes Papillenfeld, auf dem die
Elytren ruhen. Die Papillen sind veränderte Häutungshaare und
stehen ausserordentlich dicht. Pleuren und Dorsalplatten sind immer
durch einen breiten Pleurenhautstreifen getrennt.
14. Bei Alexia gehen von den Vorderecken der 4., 5., 6. und
7. V. endoskelettale, schräg nach innen gerichtete und am Ende
verbreiterte Lappen aus, welche Seitenmuskeln zum Ansatz dienen.
15. Aegithus besitzt in beiden Geschlechtern an der dunkeln
1. (2.)—7. D. jederseits im Innern einen hellen Fleck, welcher
seiner Lage nach sehr an die Dorsaldrüsenporen der Canthariden
erinnert. Thatsächlich sind aber keine Pori vorhanden. Ueberhaupt
fehlen die Dorsaldrüsen.
16. Die 8. V. zeigt am Hinterrande durch verschiedene Biegung
bisweilen sexuelle Differenzen, aber auch in Bezug auf die ganze
Gestalt. Sie ist von sehr verschiedener Stärke der Ausbildung.
Bei Myrmecoxenus ist sie zu einer häutigen Klappe reducirt,
meistens aber gut chitinisirt und deutlich ausgeprägt, bald von mehr
querer, bald mehr sichelförmiger Gestalt. Nur bei Alexia globosa 2
ist die 8. V. als solche in Wegfall gekommen, (bei Alexia pilosa
& und 2 noch deutlich ausgebildet, wenngleich klein). Died Amphix
besitzen eine quere, sehr schmale, die 2? Amphix eine gedrungene 8.V.
17. Ein Spiculum ventrale kommt bei 2 Dacne und allen
2 Erotyliden vor. Es ist mit dem Vorderrande der 8. V. immer
in der Mitte verschmolzen und stets sehr stark ausgebildet. Es
übertrifft die 8. V. an Länge nicht selten um das Vierfache und
mehr. Bei d Dacne fehlt das Spie. ventrale. Unter den S Ero-
tyliden ist es bei Cyrtotriplax und Triplax gut ausgebildet
aber viel kürzer als bei den 22. Es fehlt bei Languria,
Teretilanguria, Megalodacne, Morphoides und Aegithus.
Bei Erotylus und Episcaphula springt der Vorderrand der 8. V.
in der Mitte deutlich vor und zeigt so den Beginn zu einem
Spiculum. (Aehnliches gilt für Dacne.)
Dapsa entbehrt des Spieulum ventrale in beiden Geschlechtern
vollständig, ebenso Lycoperdina, Endomychus, Mycetaea und
Amphix. Bei Myrmecoxenus und Alexia gilt dies nur für das
& Geschlecht, die 22? besitzen ein gut ausgebildetes Spiculum ven-
trale, das mit der 8. V. (soweit sie nicht reducirt wurde) ver-
schmolzen ist.
Das Spic. ventr. kommt mithin in beiden Geschlechtern vor,
im weiblichen aber bedeutend häufiger und in stärkerer Aus-
bildung.
18. Von wenigen unbedeutenden Ausnahmen!) abgesehen,
!) Als eine solche Ausnahme will ich die 7.V. von Teretilanguria
Panamae erwähnen: Beim & ist der Hinterrand derselben stark beborstet,
jederseits stark eingebuchtet und springt in der Mitte in Form einer dreieckigen
Spitze vor. Beim 2 ist die Beborstung schwach und die Einbuchtungen fehlen.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 261
weisen die sieben ersten Abdominalsegmente keine sexuellen
Differenzen auf. Solche kommen aber reichlich vor am 8., 9. und
10. Abdominalsesment. Besonders gross sind die sexuellen
Unterschiede am 9. oder Genitalsegment.
19. Ausstülpungen in der ventralen Zwischenhaut zwischen
8. und 9. Segment führen bei den 2? von Dapsa und Lycoper-
dina zur Bildung einer unpaaren, secundären 9. V., wie ich sie
l. ec. schon für Epilachna nachgewiesen habe. Während sie bei
dieser Gatt. aber ein structurloses Gebilde vorstellt, ist sie bei
Dapsa und Lycoperdina mit Drüsenporen, Häutungshaaren und
Tastborsten versehen, hat also ganz den Charakter einer wohlaus-
gebildeten Segmentplatte. Bei beiden springen die Vorderecken in
endoskelettale Lappen vor. Die primären 9.V. der$? fehlen diesen
beiden Gattungen, ohne dass Reste vorhanden wären. Bei Endo-
mychus aber, wo sie vorkommen, ist gleichzeitig eine zarte, der
secundären 9. V. entsprechende, häutige Falte vorhanden.
20. Stigmen kommen in 7 Paaren, am 1.—7. Abdominal-
segment, bei Alexia, Dacne und den Erotyliden vor, in 6 Paaren
am 1.—6.S., nur bei Myrmecoxenus, in 5 Paaren, am 1.—5. S.,
bei Amphix, Dapsa, Lycoperdina, Endomychus und Mycetaea.
Bei der letzten Gruppe beobachtet man in der Pleurenhaut, an der
Stelle wo eigentlich das 6. Stigma stehen sollte (so wie bei Cocei-
nelliden), ein rudimentäres Knötchen. — Die Stigmen liegen
immer in der Pleurenhaut, am 7. Segmente bisweilen am oder
im Seitenrande der 7.D. Das erste Stigmenpaar ist stets grösser
als die andern, das 2. stets kleiner als das 1., aber bisweilen grösser
als die folgenden. Seltener sind das 2.—4. noch etwas grösser als
das 5.—7. Am 8. Segment fehlen die St. immer.
Die Schutzvorrichtungen am Peritrema und der Wand der
Stigmenhöhle bestehen meist aus Häutungshaaren. So bei Amphix,
Dapsa, Lycoperdina, Endomychus, Dacne, Cyrtotriplax
und Triplax. Schwächer sind sie bei Mycetaea ausgebildet, bei
Alexia und Myrmecoxenus fehlen sie. Unter den übrigen Ero-
tyliden ist die Haarbekleidung bei Episcaphula mässig dicht, bei
Teretilanguria, Megalodacne und Morphoides schon sehr
reichlich und bei Aegithus treten, ausser den einfachen Haaren,
auch verzweigte und besonders bäumchenartige Schutzzapfen auf.
Letztere sind vorwiegend bei Erotylus und gelangen hier zur
grössten Entfaltung. — Es ist nicht zu verkennen, dass zwischen
Behaarung der Stigmengruben und Grösse des Körpers der
Arten eine Beziehung besteht, so zwar, dass die Stärke der
Behaarung mit der Grösse der Formen zunimmt. Die
bäumchenartigen Schutzzapfen der Stigmen trifft man bei den grössten
Formen an (Erotylus), während die kleinsten entweder nur eine
spärliche Stigmenhöhlenbehaarung aufweisen, oder derselben gänzlich
entbehren. Physiologisch ist das sehr wohl verständlich. Die
Einathmung winziger Staubpartikelchen, wie sie die leicht bewegte
Luft normalerweise mit sich trägt, ist nicht schädlich, weil
2362 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
dieselben aus den Tracheen auch wieder ausgeblasen werden können.
Viel gefährlicher ist die Aufnahme von Körnchen und grösseren
Schmutzpartikelchen, welche sich in den Tracheen festsetzen können.
Da nun grössere Formen auch entsprechend grössere Stigmenlöcher
besitzen, ist bei diesen die Gefahr der Aufnahme schädlicher Fremd-
körper in die Tracheen erhöht und es muss deshalb auch ein
bedeutenderer filziger Verschluss vorhanden sein als bei kleineren
Formen, die schon durch die Kleinheit ihrer Athemöffnungen vor
einer solchen Gefahr mehr bewahrt sind. Daher versteht man auch
leicht, weshalb gerade die grossen Stigmen des 1. Abdominal-
segmentes so sehr dazu neigen eine quere, schlitzartige Form an-
zunehmen. Es können nämlich auf diese Weise die Haare oder
Haarbäumchen sich am leichtesten in einander verfilzen.
21. Die 9. V. der SS ist nur bei Myrmecoxenus in Wegfall
gekommen, sonst immer erhalten, häufig von querer Gestalt, niemals
zweitheilig. An ihrem Hinterrande steht meist eine Gruppe von
Tastborsten. Von den Vorderecken gehen bei Dapsa, Lycoper-
dina, Endomychus, Mycetaea und Amphix endoskelettale
Spangen aus, welche weiter nach vorne zu sich vereinigen und so
einen ventralen Bogen bilden. Derselbe kann an seinem Vorder-
ende verdickt sein (Dapsa) oder mehr weniger comprimirt und
vorne in eine unpaare Gräte auslaufen, sodass er einem Spiculum
gastrale ähnelt und dann als falsches Spic. gastr. bezeichnet
werden kann. (Lycoperdina, Amphix.) Vom echten Spie.
gastr. unterscheidet sich nämlich das falsche immer durch seine
Zweitheiligkeit in der hinteren Partie, denn die Ursprungstellen
liegen immer an den Seitenecken, während das echte Spic.
gastr. stets von der Mitte des Vorderrandes der 9. V. entsteht.
Ein solches, mit der 9. V. in einem Gusse verschmolzenes und in
seiner ganzen Länge unpaares, echtes Spiculum gastrale wurde
nur bei Alexia constatirt.
Bei Dacne und den Erotyliden ist die 9. V. zwischen die
Hälften der 9. D. eingekeilt und von länglicher Gestalt, vorne oft
verbreitert. Sie trägt hier weder einen Bogen noch ein Spieulum.
22. Die 9. D. der SS fehlt ebenfalls nur bei Myrmecoxenus.
Sonst besteht sie fast immer aus zwei, in der Regel weit getrennten,
gut ausgebildeten Theilhälften. Dapsa und Mycetaea aber haben
eine ungetheilte 9. D. bewahrt. Drüsenporen und Tastborsten
kommen sowohl auf der getheilten als ungetheilten Platte vor,
doch treten die letzteren viel spärlicher auf als an der 9. V. und
sind auch durchgehends kürzer. Bei Daecne und den Erotyliden
gehen von den äusseren Vorderecken der Theilhälften der die Flanken
einnehmenden 9. D. endoskelettale Spangen aus, welche oft sehr
weit nach vorne reichen, dort durch ein Mittelstück, das Quer-
plättchen, das bald schmal bald breit ist, verbunden sein können
und zusammen einen dorsalen Bogen bilden. Seine Länge har-
monirt mit der Längenausdehnung des ganzen Körpers der einzelnen
Formen. Das Mittelstück vorne am Bogen ist als die vorderste,
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 263
stark verdickte Partie der zwischen den seitlichen Spangen aus-
gespannten ventralen Haut anzusehen, da es gegen die Spangen jeder-
seits deutlich abgesetzt ist und mithin ein Intercalarstück vorstellt.
Dasselbe ist aber nicht immer vorhanden und dann berühren sich
die seitlichen Spangen am Vorderende und verschmelzen (Dacne).
Die vordere Partie des dorsalen Bogens liegt gleichwohl
ventral von den Copulationsorganen. — Den andern Formen fehlt
ein dorsaler Bogen. Bei Dapsa gehen zwar auch endoskelettale
Spangen von den Vorderecken des 9. D. aus, aber sie übertreffen
diese selbst nicht an Länge und werden nicht durch ein Intercalar-
stück verbunden, sondern schliessen sich an Nebengräten an,
welche vor den Hinterecken der 9. V. entspringen. Die 9.D. von
Mycetaea springt vorne in Lappen vor und diese befestigen sich
an seitliche Läppchen der 9. V. Bei Lycoperdina umfassen die
Theile der 9. D. unten die Seiten der 9. V.
23. Die 10. D. der d& fehlt wieder bei Myrmecoxenus, bei
anderen Formen ist sie in deutlicher Ausbildung erhalten. Sie ist
immer ungetheilt, an und vor dem Hinterrande mehr oder weniger
reichlich mit Tastborsten besetzt, an Gestalt bald quer, bald sichel-
und bald nierenförmig. Die Vorderecken sind manchmal abgerundet,
bisweilen aber springen sie in Lappen oder schmale Spangen (Pro-
cessus) vor. Letztere sind bei Dacene z.B. so lang als die Platte
selbst, bei manchen Erotyliden noch länger. Unter der 10. D. liegt
der Anus.
24. Eine 10. V. und Cerci kommen weder bei SS noch 22 vor.
25. Die 9. D. der 22 ist immer zweitheilig und immer vor-
handen. Allerdings sind die Theilhälften bei Endomychus und
Mycetaea sehr klein und structurlos und stellen nur noch ein
Bindestück vor zwischen 9. V. und 10.D. Bei Alexia sind sie
grösser aber (von Muskeleindrücken abgesehen) auch structurlos.
Sonst findet man auf ihnen immer Tastborsten und Drüsenporen
in grösserer oder geringerer Anzahl. Die 9. D. der Erotyliden
nimmt am Aufbau der Legeröhre theil, diejenige von Dacne stützt
die Grabklauen und entsendet von ihren Hinterecken endoskelettale,
nach vorne verlaufende Stäbe für die Motoren der Grabklauen. Die
Hälften der 9.D. von Amphix, Lycoperdina und Dapsa sind
weit von einander abgerückt in die Flanken und umfassen die
Vorderecken der 10. D.
26. Die primäre 9. V. der 22 ist bei Dapsa, Lycoperdina
und Amphix mit den Styli zusammen vollständig in Wegfall
gekommen. Bei allen andern Gatt. aber sind sowohl die 9. V. als
die Styli deutlich ausgebildet. Letztere allein fehlen jedoch bei
Dacne. Die 9. V. ist immer zweitheilig. Jede Theilhälfte hat
eine mehr oder weniger hohlkörperartige, längliche Gestalt und
trägt am abgerundeten Ende in einer Gelenkgrube den kurzen,
stets ungegliederten aber auch stets mit Tastborsten besetzten
Stylus. Nur bei den Languriini ist das Ende der 9. V. nicht
abgerundet sondern zugespitzt und der Stylus ist von diesem Ende
264 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
weg auf die äussere Seitenfläche gerückt. Die 9. V. von Dacne
zeigen die Form länglicher Kegel, sind am Ende spitz und entbehren
der Styli vollkommen. Vorne greifen sie gelenkig in eine Bucht
am Hinterrande der 9. D. Bei den Erotylinen ist merkwürdiger-
weise jede Theilhälfte der 9. V. durch eine mehr oder weniger
vollständige Einschnürung wieder in 2 hinter einander liegende
Theile abgesetzt, deren vorderer muschelartig, deren hinterer
cylinderartig gebildet ist. Auf dem Hinterende des letzteren sitzt
der Stylus und beide sind stets mit Tastborsten bewehrt. Diese
9. V. der Erotylinen nehmen auch am Aufbau der Legeröhre
theil. — Sowohl von den Nachbarplatten als unter einander sind
die 9. V. immer durch Haut getrennt. Der Vorderrand oder das
vordere Ende des Seitenrandes sind nicht selten verdickt und gegen
diese Verdickung lagert sich dann entweder ein von der 9. D. aus
entstandener Stab (Alexia und Myrmecoxenus) oder sie ist in
einen Fortsatz ausgezogen, der sich direkt mit der dann sehr
schwachen 9. D. verknüpft (Mycetaea und Endomychus).
27. Es giebt drei Typen von Legeapparaten. Einer derselben
ist eine ausgesprochene Legeröhre und findet sich allgemein bei
den Erotyliden: Vorder- und Hinterröhre werden durch die Ring-
falte gegen einander abgesetzt. Die Vorderröhre ist die enorm
vergrösserte Zwischenhaut zwischen dem 8. und 9. Abd.-Segment,
die Hinterröhre wird durch die Elemente des 9. S., die 10.D.
und die Zwischenhäute derselben gebildet. Dabei nehmen die 9.D.
die Flanken, die 10. D. den Rücken derselben ein. Die 9. V. liegen
stark nach hinten verschoben. Meist befindet sich der Anus am
Ende gleich über der Vulva, bei den Languriinen ist er nach
vorne geschoben und liegt mehr der Ringfalte genähert. Es kommen
stets 2 Paare von Radien vor, die Radii ventrales und dorsales.
Letztere sind von den Vorderecken der 10. D. aus entstanden und
reichen immer bis zur Ringfalte. Dabei sind sie je nach der
Lage des Anus entweder lang oder kurz. Die Radii ventrales ent-
stehen als stabartige Verdickungen des Unterrandes der Theil-
hälften der 9.D. Mit dem Hinterende lehnen sie sich an den zu
einem Wulste verdickten Vorderrand der 9. V. Häufig ragen sie
nach vorne nicht über die 9. D. hinaus, (so bei Triplax, Aegithus,
Erotylus, Morphoides, Megalodacne, Episcaphula) während
sie bei den Languriini sowohl besonders stark ausgebildet und
mehr von der 9. D. abgesetzt sind als auch nach vorne über dieselbe
.hinausragen, sodass sie die Ringfalte fast oder ganz erreichen.
Niemals ragen Radien vorne über die Ringfalte oder gar die
Vorderröhre hinaus. Bei Erotylus aegrotus springt innen von
der Basis des cylindrischen Theiles der 9. V. ein spitzer, drei-
eckiger Dorn vor. Lateralwärts an der Basis der Vorderröhre
findet sich jederseits eine bald dichte, bald zerstreute Gruppe von
Hautdrüsenporen. Die vordere, plattenartig chitinisirte Partie der
Vorderröhre ist bisweilen stärker. Bei Cyrtotriplax ist die Lege-
röhre noch am kürzesten und die Vorderröhre sehr klein,
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 265
gleichwohl schliesst sich diese Form in allen Hauptpunkten an ihre
Verwandten an und repräsentirt eine Vorstufe. — Ein Grabapparat
wurde nur bei Dacne beobachtet. Auch hier sind die Vorderecken
der 10. D. in kräftige, den Radii dorsales der Vorigen homologe
Processus ausgezogen. An der 9. D. finden sich aber zwei Muskel-
stäbe und in der Bucht am Hinterrande articulirt die klauenartige,
des Stylus völlig verlustig gegangene 9. V. (Ein Spie. ventr. giebt
es hier so gut wie bei den Erotyliden.) Eine starke Verlängerung
der Haut zwischen 8. und 9. Segment existirt nicht, doch finden
sich in derselben und zwar in der Vorderpartie 3 Paare von
Longitudinal-Reihen kammartiger Stacheln, ein dorsales,
ein ventrales und ein pleurales Paar, welche wahrscheinlich
bei der Copula von Bedeutung sind.
Der Legeapparat von Alexia könnte als Vorstufe für den der
Erotyliden angesehen werden, wenn nicht die 8. V. rudimentären
Characters wäre, was bei Erotyliden nicht vorkommt. Es fehlt
die verlängerte Hautröhre und die endoskelettalen Fortsätze zur 10.D.
— Aehnlich verhält es sich mit Myrmecoxenus.
28. Die 10. D. der 22 ist am stärksten ausgebildet bei den-
jenigen Formen, welchen ein Legeapparat fehlt, also bei Dapsa,
Lycoperdina, Amphix, Endomychus und Mycetaea. (Bei
Lycoperdina springt die Hinterrandsmitte in einen Höcker vor.)
Im entgegengesetzten Falle geht sie zwar auch nie vollkommen zu
Grunde, wird aber bisweilen sehr rudimentär, so z. B. bei Myrme-
coxenus. Fast immer trägt sie wenigstens am Hinterrande Tast-
borsten. Seltener sind Drüsenporen. Eine vollständige Zweitheilig-
keit wurde nicht beobachtet.
29. Seitendrüsen wurden nur bei Languria 2 nachgewiesen.
Es handelt sich um sehr lange, schlanke Schläuche, in welche
zahlreiche Einzeldrüsen ihr Secret ergiessen. Dieselben münden
jederseits in der Seitenhaut, hinten am 8. Segment.
30. Ein Sipho und eine Siphonalkapsel kommen bei keiner
der hier untersuchten Formen auch nur andeutungsweise vor.
31. Parameren fehlen vollständig nur bei Alexia. Bei
Dapsa, Lycoperdina, Endomychus und Amphix giebt es eine
unpaare, ringartige, vor dem Penis gelegene Basalplatte, aber
die Paramerenendtheile fehlen vollständig. (Eine bogenförmige Spange
bei Dapsa ist als Rudiment verwachsener Paramerenendtheile an-
zusehen.) Mycetaea und Myrmecoxenus besitzen nur rudi-
mentäre Parameren, welche sich übrigens weder als Endtheile noch
Basalplatten bezeichnen lassen. Es sind kleine, längliche, bei My-
cetaea auch noch mit einigen Tb. besetzte Gebilde zu Seiten des
Penis, welche nach vorne allmählig in endoskelettale Spangen über-
gehen und am Vorderende verschmelzen, sodass sie einen V-förmigen
Bogen bilden. Die Basalplatte von Dapsa ete. besitzt Drüsenporen
und zeigt noch mehr oder weniger deutliche Spuren ursprünglicher
Zweitheilung. Bisweilen trägt sie einen unpaaren Processus für
Retractoren (Amphix, Lycoperdina, Endomychus.)
266 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Ganz anders gebildete Parameren treffen wir bei den Ero-
tyliden und Dacne: Bei Erotyliden sind stets getrennte und
bewegliche Paramerenendtheile von stylus-artiger Form vor-
handen, welche in einer häutigen Grube auf dem Ende der Basal-
plattenmulde sitzen. Letztere ist nämlich dorsalwärts in der
Mitte zu einer länglichen Mulde vertieft, in welcher der
Penis ruht, oben und unten von einer Haut und nur an den hinteren
Seiten von einer festen Wand gebildet. Sie ist entstanden zu denken
durch Verschmelzung zweier Basalplatten in der Mediane,
wobei ein Theil der Wände häutig wurde und die Häute
sich in der Mediane ausdehnten. Die vorderen Seiten sind
auch mehr häutig, aber sie enthalten eine verdickte Spange,
welche längs verläuft in der Mitte und auch der Oberrand ist wulstig
verdickt. Am Vorderende setzt sich letzterer jederseits über der
Penisbasis als endoskelettale, schräg nach innen, vorne und oben
gerichtete Spange fort, welche beiden schliesslich mit einander ver-
schmelzen. Sie wurden als Arme bezeichnet. Die Endtheile sind
stets mit Tastborsten besetzt, die hinteren Partieen der Mulden-
seiten in der Regel von Drüsenporen durchbohrt. — Bei Dacne,
sind die Parameren ähnlich gebaut, doch verwachsen die End-
theile fest mit der Mulde. Die untere Spange in der seitlichen
Muldenwand verbreitert sich vorne zu einer Platte. Vergleicht man
mit diesen Vorkommnissen die Parameren von Mycetaea und
Myrmecoxenus, so kann man sich leicht vorstellen, dass wenn
die Parameren von Dacne mehr und mehr einen rudimentären
Charakter annehmen würden, sie denen jener beiden Gattungen
schliesslich sehr ähnlich werden müssten. Man kann die Pa.
von Mycetaea und Myrmecoxenus daher als Rudimente des
von Dacne repräsentirten Typus ansehen.
32. Ein Penis ist immer vorhanden und zwar erscheint er
allgemein als eine cylindrische Röhre von verschiedenartiger
Krümmung. Sehr schwach ausgebildet ist er nur bei Myrme-
coxenus, wo gleichzeitig die Drüsenporen fehlen. In allen anderen
Fällen sind solche bald spärlich bald reichlich vorhanden und zwar
namentlich in der distalen Hälfte. Bei Alexia allein finden sich
statt der Dpo. einige Tastborsten. Bei Dacne und den Erotyliden
ist der Penis stets unten convex und oben concav. Der Prae-
putialsack mündet bei ihnen immer an der ventralen Seite etwas
vor dem Hinterende. Myrmecoxenus besitzt gar keinen Praeputial-
sack und der D. ej. mündet am Ende des Penis; dasselbe gilt für
Mycetaea. Bei Alexia ist die Mündung des Pr. eine etwas rinnen-
artige und an der Dorsalseite gelegen. Gleichzeitig ist dieser Gattung
ein langer Processus eigenthümlich, welcher von dem unteren
Vorderende des Penis beginnt, aber fest mit demselben verschmolzen
ist. Der Penis von Amphix, Dapsa, Lycoperdina und Endo-
mychus lagert asymmetrisch und ist auch etwas asymmetrisch
gestaltet. Der Praeputialsack mündet bei ihnen mehr oder
weniger weit vor dem Ende, sodass dasselbe nicht mehr von ihm
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 267
durchzogen wird. Ein solches Endstück ist besonders lang bei
Amphix (1. sp.).
33. Abgesehen von den beiden schon genannten Ausnahmen
kommt ein Praeputialsacık immer vor. Seine Mannigfaltigkeit ist
sehr gross. Bei Alexia ist er sehr zart und ohne Auszeichnung,
reicht aber vorne weit aus dem Penis hervor. Letzteres gilt
auch für Daene und alle Erotyliden. Bisweilen besitzt er bei
diesen eine Ausbuchtung oder sogar eine Nebentasche. Häutungshaare
kommen besonders in der Vorderhälfte vor. Durch eine mittlere Ein-
schnürung ist der Pr. von Cyrtopriplax in zwei hinter einander
gelegene Abschnitte abgesetzt, deren vorderer besonders reich ist
an Hh. Von vorne her tritt stets der D. ej. ein und nahe an
dieser Stelle findet sich bei Erotylus eine Gruppe von Drüsenporen,
ebenso bei Morphoides. Ein eigenthümliches, häutiges Band am
Pr. wurde bei Megalodacne und Episcaphula beobachtet. Um
die Eintrittsstelle des D. ej. in den Pr. bemerkt man meist
eine stärkere oder schwächere, bald knotige, bald gabelige Ver-
dickung, an welche sich der Praeputialsackretractor ansetzt. Eine
Virga-Bildung geht immer von der Eintrittsstelle des D. ej. aus.
Es ist entweder ein Virgastab oder eine Virgaröhre. In letzterem
Falle stellt die Virga eine Verlängerung des D.ej. über seine
Mündungsstelle hinaus im Innern des Pr. vor. Bei Dacne ist
die Virgaröhre kurz aber weit und setzt sich plötzlich in eine
Rinne fort. Länger und enger ist sie bei Episcaphula, erreicht
aber noch nicht die Mündungsgegend des Pr. Bis dahin ausgedehnt
ist sie jedoch bei Morphoides, Aegithus, Megalodacne und
Teretilanguria. Das Ende der Virgaröhre ist bei den beiden
ersteren abgestutzt. Teretilanguria weist die differencirteste, in
vier Abschnitte zerlegte Virgaröhre auf. Der Spiralabschnitt macht
5 Windungen. Cyrtotriplax fehlt eine Virgabildung. Ein Virga-
stab kommt vor bei Triplax, wo er nur kurz ist, sowie Erotylus
und Languria, wo er sich bis in die Mündungsgegend des Praep.
erstreckt. — Die Virgabildungen von Triplax und Teretilanguria
sind von der Wandung des Pr. getrennt, bei mehreren andern Gatt.
fand ich sie damit verkittet.
Endomychus besitzt eine rinnenartige Virgabildung, aber der
Pr. ist klein und reicht noch nicht bis zur Mitte des Penis. Eine
Virgaröhre trifft man wieder bei Lycoperdina, wo sie bis zur
Mündung des Pr. reicht, mit dem sie verwachsen ist. Der Pr. ist
ebenso wie bei Endomychus structurlos, aber etwas grösser
als bei diesem; er ragt vorne auch nicht aus dem Penis vor. Der
Pr. von Amphix reicht bis zum Vorderende des Penis, besitzt
wellige Structur und feine Papillen und nimmt vorne auf einer Er-
höhung den D. ej. auf. Eine Virgabildung fehlt. Letzteres gilt
auch für Dapsa, wo die Wand des Pr. mit langen und spitzen
Stacheln bewehrt ist. Bei allen anderen Formen wurde weder
Stachel- noch Dornen-Armatur beobachtet.
268 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
34. Der Ductus ejaculatorius mündet in den Praeputialsack
stets von vorne her ein. Als chitiniges Rohr ist er sehr ver-
schieden lang. Bisweilen ragt er vorne nicht (?) über den Penis hinaus,
manchmal übertrifft er ihn mehrfach an Länge. Eine Dichotomirung
habe ich an seinem Vorderende nie wahrgenommen. Die Intima
ist immer zart und hautartig, im Gegensatze zu der immer mehr
oder weniger dunklen und starkwandigen Virgaröhre. — Bei
Triplax ist der der Intima entbehrende Anfangstheil des D. ej.
auf kurzer Strecke dichotomirt. — Dapsa ist ausgezeichnet durch
eine starke Anschwellung des hintersten Theiles des chitinigen D.
ej., der mit einer zitzenartigen Papille in den Pr. vorspringt. Vor
dem Hinterende des angeschwollenen Abschnittes beginnend, hängt
in den davor befindlichen, dünneren Bezirk ein langes, enges Rohr
frei hinein.
35. Eine Trabes kommt bei Dacne und allen Erotyliden
vor. Es ist ein vom unteren Vorderende der Peniswand beginnendes
und den Penis selbst an Länge mehr oder weniger übertreffendes
Endoskelettstück von stabartiger Form, -das sich nach vorne
allmählich etwas verdickt und im vordersten Bezirk durch Längs-
furchen in zwei Abschnitte eingeschnürt ist. Gegen den Penis ist
die Trabes drehbar aber durch Haut fest damit verbunden.
Der Penisprocessus von Alexia ist eine Vorstufe der Trabes.
36. Die Verbindung von Parameren und Penis ist bei allen
in dieser Arbeit behandelten Formen eine häutige und lose, nie
eine festere, daher am Penis auch nie Femora vorkommen. Pa.
und P. sind wegen der guten Entwickelung der Verbindungshaut
sogar immer mehr weniger gegen einander verschiebbar.
37. Die Genitalhautröhre verbindet auch hier die Para-
meren mit dem Genitalsegment und setzt sich bei Dacne und
den Erotyliden vorne an die Basalplattenmulde, sonst an den
Vorderrand des Basalplattenringes, bei Alexia natürlich direct an
den Penis. In der Regel ist sie structurlos-hyalin.
38. Die Bursa copulatrix ist von sehr verschiedener Länge,
am längsten bei den Formen mit langer Legeröhre. Ihre Intima
mehr weniger faltig, aber sonst immer structurlos. Sie setzt sich
bisweilen noch eine kurze Strecke in den Uterus fort. Gegen die
Vagina ist die Bursa nicht scharf abgesetzt. Der Ductus Recep-
taculi mündet meistens von vorne in die Bursa, bei Episcaphula
dagegen etwas hinter dem verschmälerten Vorderende und bei
Triplax sogar hinter der Mitte des vorderen sackartigen Theiles
von der Seite.
39. Ein Infundibulum fehlt, nur Dapsa besitzt ein sehr
schwaches.
40. Das Receptaculum seminis ist bei Lycoperdina,
Endomychus und Mycetaea von häutiger Beschaffenheit; dabei
doppelt so lang als breit bei Mycetaea, bei Lycoperdina lang
wurmförmig und geringelt, bei Endomychus noch länger schlauch-
artig, vorne mit vielen Windungen, aber ungeringel. Dacne und
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 269
die Erotyliden besitzen starkwandigere, kräftiger chitinisirte
Samenkapseln von mehr gedrungener Form. Häufig findet sich an
einem Pole eine Ausstülpung (Muskelzapfen), welche dem
Expansionsmuskel zum Ansatz dient, so eine stielförmige oder
schnabelförmige bei Dacne, Teretilanguria und Cyrtotriplax,
eine ähnliche, aber keulenförmige bei Triplax, eine ziemlich gleich
breite bei Episcaphula, ein kurzer Kegel bei Languria. Der
Ductus Receptaculi mündet bald an der Basis des Muskelzapfens
aus (Dacne), bald in der Mitte der convexen Seiten des Zapfens
selbst (Triplax, Episcaphula), bald an dessen Ende als Fort-
setzung (Teretilanguria und Languria). Selten ist seine End-
hälfte hinter der Einmündung des Duct. R. nicht hohl sondern
solide (Cyrtotriplax).
Sehr grosse und merkwürdige Samenbehälter besitzen Mor-
phoides, Aegithus und Erotylus. Bei Aegithus wird durch
einen Spiralgang von mehreren Windungen der Samenbehälter in
zwei Kapseln zerlegt, welche aber beide zur Aufnahme des Sperma
dienen. In das Hinterende des hinteren- mündet jedoch noch eine
kleine besondere Secretkapsel der Anhangdrüse, durch einen kurzen,
häutigen Gang davon getrennt, während das Hinterende selbst
allmählich in den Duc. Rec. übergeht.
Morphoides und Erotylus zeigen uns aber im Vergleich mit
den Obigen eine ähnliche Stufenleiter der allmähligen Diffe-
rencirung des Receptaculum in eine Samenblase und Secretblase,
wie ich sie unter den Coccinelliden nachwies. Stellt man sich
nämlich vor, dass sich der Muskelzapfen der obigen Formen bedeutend
vergrössere, sodass er wie eine 2.Blase an der ursprüng-
lichen Blase erscheint, so kommen wir zu einer Form, wie sie
durch Morphoides repräsentirt wird: Eine pfeifenkopfartige Samen-
kapsel im engeren Sinne sitzt mit breiter Basis an einer länglichen
Secretkapsel, in welche am hinteren Pole die Anhangdrüse einmündet.
Bei Erotylus ist die Differencirung vollendet, indem Samenkapsel
und Secretkapsel durch einen besonderen Zwischengang scharf von
einander getrennt sind.
Der Ductus Receptaculi ist kurz und häutig bei Cyrto-
triplax, sehr lang und starkwandig bei Episcaphula. Dazwischen
giebt es Uebergangsstufen. Die langen Ductus pflegen spiralige oder
schlangenartige Windungen zu machen. — Bei den Endomychiden
kommen Muskelzapfen und Differenceirungen des Receptaculum nicht
vor, die Ductus Receptaculi sind häutig. Ihr Befruchtungsapparat
ist also primitiver wie der der Erotyliden. — Eine Anhangdrüse
fehlt niemals und ihr Sammelraum besitzt stets eine zarte Intima.
41. Dem längsfaltigen Rectum vielerErotyliden eigenthümlich
sind Hautdrüsen. Die die Rectalintima durchsetzenden Poren
sind häufig umwallt und kommen besonders zahlreich vor bei
Morphoides, Megalodacne und Episcaphula. Diese Gattungen
besitzen auch in einiger Entfernung vom Anus eine gelbliche Ring-
verdickung in der Rectalintima und die Drüsen finden sich stets
370 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
zwischen dieser und dem Anus, nie weiter nach vorne. Spärlicher
treten die Drüsen auch bei Aegithus, Teretilanguria und Cyr-
totriplax auf. Sie fehlen bei Triplax, Erotylus und Lan-
guria. Bei Dacne ist die Ringverdickung zwar vorhanden, aber
die Drüsen fehlen.
42. Bei Triplax bildet der Ductus ejaculatorius eine kurze
Strecke vor dem Vorderende der Trabes eine Schleife. Von dieser
zum Trabesende zieht sich der Ductus-Retractor. Ein anderer
Muskel, der Praeputialsackretractor, umgiebt scheidenartig den
Ductus ejac. und zieht ebenfalls von der Schleife ab zum Vorder-
ende des Praeputialsackes.. Zwei Paare von Trabesmuskeln
verbinden das Ende der Trabes mit den Armen der Parameren.
Ein oberer und zwei untere Winkelmuskel verknüpfen das Vorder-
ende der Arme mit dem des Penis. DreiPaare von Armmuskeln
laufen von den Paramerenarmen ab und gehen zu dem vorne ventral
von den Copulationsorganen gelegenen, dorsalen Bogen. An das
Querplättchen desselben befestigt sich auch ein an die Muldenseiten
laufendes und als Retractoren wirkendes Paar von Muldenmuskeln.
Ein Wandmuskel contrahirt jederseits die Paramerenmulde. [Hin-
sichtlich der Homologie dieser Muskeln der Erotyliden und der des
Copulationsapparates der Coccinelliden, sehe man den letzten
Abschnitt des speciellen Theiles nach.] — An die Paramerenend-
theile von Triplax gehen keine Muskeln heran.
B. Systematisch-phylogenetische Ergebnisse.
Die vorigen Untersuchungen führen sogleich zu dem Resultat,
dass wir die betrachteten Formen, hauptsächlich nach den Stigmen,
den Copulationsorganen, dem Genitalsegment und dem 2
Befruchtungsapparat in zwei grosse Gruppen theilen können.
I. Ordnung Erotyloidea.
1. V. fehlt. 2. V. rudimentär. Alle folgenden V.gegen einander
beweglich, die 3.—7. V. bilden zusammen ein Ventralbecken, Pro-
cessus abdominalis vorne meist breit, bisweilen schmal. Zarte
Pleurenplatten kommen wenigstens am 3. Segmente vor. Die
1.—10.D. sind immer vorhanden, die 9. und 10. bisweilen recht zart.
Ein Spiculum ventrale kommt bei den 2? immer in sehr
guter Ausbildung vor, bei den dd nur in einigen Gattungen und
ist dann stets kürzer als bei den 22. Die 9. D. der SS ist immer
zweitheilig. Von diesen Theilhälften geht in der Regel ein dor-
saler Bogen aus, während ein Spiculum gastrale fehlt. (Nur bei
Alexia ist es umgekehrt.) Die 9. V.der SS ist immer vorhanden.
Die 9. V. der £2 ist immer zweitheilig, gleichfalls immer vor-
handen und in der Regel mit Styli besetzt. (1 Ausnahme.) 9.D.
der 22 immer zweitheilig.
Pleurenhaut neben dem 1.—7. Abdominalsegment, in derselben
stets 7 Paare von Stigmen, deren 1. immer das grösste ist.
Parameren meist vorhanden und meist auch in eine Basal-
plattenmulde und stylusartige Endtheile gegliedert. Bisweilen
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 271
beide verwachsen. (Bei Alexia fehlen die Parameren vollständig.)
Parameren und Penis dureh Haut getrennt.
Penis stets vorhanden, symmetrisch, eylindroidisch, oben
concav, unten convex. Sein unteres Vorderende immer in ein
Endoskelettstück verlängert. Dasselbe ist nur bei Alexia fest
mit dem Penis verschmolzen, sonst immer eine drehbare Trabes.
Penis dorsal von den Parameren gelegen. Ein Sipho kommt
niemals vor. Stets ist ein vorne aus dem Penis ragender Prae-
putialsack vorhanden, in welchen der Duct. ejac. von vorne
einmündet.
Receptaculum seminis eine starkwandige Kapsel, welche
entweder durch einen Muskelzapfen oder durch Differencirung
in Samen- und Secretblase ausgezeichnet ist.
1. Familie Erotylidae.
dd stets mit von den Hälften der 9. D. ausgehendem dorsalen
Bogen, welcher vorne häufig durch ein Querplättchen geschlossen
wird. Spiculum gastrale fehlt immer.
Es ist immer eine Legeröhre ausgebildet, an deren Aufbau
die Postsegmenthaut des 8.S., sowie das Genital- und Analsegment
betheilist sind. Reihen von Kammstacheln kommen nicht vor.
Die Theile der 9. V. der 22 sind immer in Muschel- und Cylinder-
theil differeneirt. Styli sind immer vorhanden.
Parameren immer vorhanden und immer in stylus-artige
Endtheile nnd Basalplattenmulde gegliedert. Vor der Mulde
finden sich endoskelettale Arme. Trabes immer gut ausgebildet.
a. Unterfamilie Erotylini.
Die Theilhälften der 9. V. der 22 sind am Ende abgerundet
und tragen dort die Styli. Die Radii ventrales sind nur mässig
stark und ragen nicht über den Vorderrand der 9. D. hinaus. Der
Anus liegt über der Vulva.
[Cyrtotriplax, Triplax, Aegithus, Erotylus, Morpho-
ides, Megalodacne, Episcaphula®)]
b. Unterfamilie Languriini.
Die Theilhälften der 9. V. der 2? sind am Ende zugespitzt.
Die Styli sind auf die seitlichen Flanken gerückt. Die Radii ven-
trales sind recht stark entwickelt und ragen über den Vorderrand
der 9. D. hinaus. Der Anus ist der Ringfalte genähert.
[Languria, Teretilanguria.]
2. Familie Dacnidae.
dd mit von den Hälften der 9. D. ausgehendem dorsalen
Bogen, welcher vorne zusammengedrängt ist und kein Querplättchen
enthält. Spiculum gastrale fehlt. Es ist keine Legeröhre aus-
gebildet, sondern ein Grabapparat. Die Styli fehlen und die
Theile der 9. V. bilden die Grabklauen. Zwei vom Hinterrande
jeder Hälfte der 9. D. ausgehende Stäbe dienen den Klauenmotoren
1) Ueber die Verwandtschaftsverhältnisse dieser Gatt. unter einander
ist im Vorigen Mancherlei angegeben worden.
272 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
zum Ansatz. In der Postsegmentalhaut des 8. S. der 22 finden sich
3 Paare von Kammstachelreihen, ein dorsales, ein ventrales
und ein pleurales Paar.
Die stylus-artigen Endtheile der Parameren sind als solche
vorhanden, aber mit der Basalplattenmulde verschmolzen.
Vor der Mulde finden sich endoskelettale Arme. Trabes gut
ausgebildet.
[Hierhin nur Dacne.]
3. Familie Alexiidae.
Kein dorsaler Bogen. 9. V.der dS mit langem, mit der Platte
verschmolzenen Spiculum gastrale.
Der Legeapparat ist dem der Erotyliden ähnlich, aber viel
schwächer ausgebildet. Die Haut zwischen dem 8. und 9. S. ist
nicht stärker als gewöhnlich gestreckt. Radii dorsales fehlen.
Die Radii ventrales reichen nicht über die 9. D. hinaus. Die Styli
sind vorhanden und sitzen auf dem abgerundeten Ende der in zwei
Theile differeneirten Hälften der 9. V. Kammstachelreihen fehlen.
Parameren fehlen vollständig.
Der Penis ist vorne in einen langen Processus ausgezogen,
dessen Lage der der Trabes entspricht.
[Alexia.]
Anmerkung. Alexia erscheint als eine den Vorfahren der
Erotyliden und Dacniden ziemlich nahe stehende Form mit
theilweise reducirten Characteren.
II. Ordnung Endomychoidea.
1. V. fehlt. 2. V. rudimentär. Alle folgenden V. gegen ein-
ander beweglich, die 3.—7. V. bilden zusammen ein Ventralbecken.
Processus abdominalis vorne breit. Zarte Pleurenplatten kommen
wenigstens am 3. Segmente vor. Die 1.—8. D. sind vorhanden, aber
die vorderen bisweilen zu glasigen Häuten reducirt. Die 9. und
10. D. fehlen nur selten (Myrmecoxenus d), meist sind sie sehr
deutlich ausgeprägt. Den SS fehlt ein Spiculum ventrale immer,
unter den 2? kommt es nur bei Myrmecoxenus vor. Die 9.D.
der SS fehlt selten (Myrmecoxenus), bisweilen ist sie ungetheilt
(Dapsa, Mycetaea), sonst zweitheilig. Selten gehen von ihr Pro-
cessus dorsales ab (Dapsa), aber ein dorsaler Bogen kommt nie
vor. Die 9. V. der SS fehlt nur selten (Myrmecoxenus), in der
Regel ist sie deutlich ausgebildet, unpaar und mit ihren Vorder-
ecken hängt ein ventraler Bogen zusammen, der nicht selten zu
einem falschen Spic. gastr. comprimirt wird.
Wenn die 9. V. der 22 vorhanden ist, ist sie immer zwei-
theilig und trägt Styli. Häufig aber fehlt sie mit diesen zu-
sammen vollständig. In letzterem Falle ist meist eine secundäre,
unpaare 9. V. zur Ausbildung gelangt. 9. D. der 2? immer zwei-
theilig.
Pleurenhaut neben dem 1.—7. Abdominalsegment, selten
(Myrmecoxenus) nur bis zum 6. reichend. In ihr liegen immer
die Stigmen, in der Regel in fünf Paaren, selten (Myrmecoxenus)
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 273
in 6 Paaren vorhanden. Legeröhren und Grabapparate kommen
nicht vor.
Abgesetzte Paramerenendtheile fehlen immer.
Meist findet sich eine unpaare, vom Penis durch Haut getrennte,
vor ihm gelegene, ringförmige Basalplatte, bisweilen giebt es
laterale, mehr weniger rudimentäre Ueberbleibsel von Para-
meren, die eine Verschmelzung von Endtheilen und Basalplatten
repräsentiren (Mycetaea, Myrmecoxenus). Auch diese sind
durch Haut von dem Penis getrennt. Der Penis ist von cylin-
drischer Gestalt, meist von asymmetrischer Lage und Form (aus-
genommen Myrmecox.). An ihm kommt vorne weder ein Pro-
cessus noch eine Trabes vor. Ein Sipho kommt auch nie vor.
Der Praeputialsack, (welcher nur bei Myrm. u. Mycetaea fehlt,
wo der D. ej. am Penisende mündet,) ist von verschiedener Grösse
und Beschaffenheit, hat seine Mündungsstelle aber stets vor dem
Ende des Penis. In ihn tritt der Duct. ejacul. stets von vorne her
ein. Receptaculum seminis von häutiger Beschaffenheit und
weder durch einen Muskelzapfen noch sonstige Differeneirungen
ausgezeichnet.
1. Familie Lycoperdinidae.
Ein Spiculum ventrale fehlt in beiden Geschlechtern voll-
ständig. 9. und 10. D. sind immer vorhanden. Von der 9. V. der
SS geht immer ein ventraler Bogen aus. Die 9. V. der 22
fehlt mit ihren Styli zusammen vollständig. Eine secundäre,
unpaare 9. V. kann vorhanden sein oder fehlen. In der Pleuren-
haut, welche vom 1.—7.S. reicht, ‘finden sich stets fünf Paare
von Stigmen. Unpaare, ringförmige Basalplatte. Penis
von etwas asymmetrischer Form und Lage. Praeputialsack
vorhanden und gut ausgebildet.
[Dapsa, Lycoperdina, Amphix.]
Anmerkung. Wenn man die übrigen Gatt., welche noch hierher
gehören werden, untersucht, wird eine Gruppirung in Unterfamilien
uicht schwer sein.
2. Familie Endomychidae.
En Spieulum ventrale fehlt in beiden Geschlechtern vollständig.
9. undi 10.D. sind immer vorhanden, doch ist die 9.D. der $2
rudimentärer Natur. Von der 9. V. der d& geht immer ein
ventraler Bogen aus. Die 9. V. der ?2 ist immer vorhanden
und zweiteilig, auf dem Ende tragen die Hälften die Styli. Eine
secundäre 9. V. giebt es nicht. In der Pleurenhaut, welche
vom 1.—7.S. reicht, finden sich stets fünf Paare von Stigmen.
Entweder kommt eine unpaare, ringförmige Basalplatte vor
(Endomychus), oder laterale und zugleich asymmetrische, aus Basal-
platten und Endtheilen verschmolzene Parameren (Mycetaea). Penis
von etwas asymmetrischer Form und Lage. Praeputialsack klein
oder fehlend.
[Endomychus, Mycetaea.]
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.I. H,2, 18
274 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
3. Familie Myrmecoxenidae.
Das 8. Segment ist in beiden Geschlechtern häutiger Natur.
Die 22 besitzen ein Spiculum ventrale, den dd fehlt es. Das
9. und 10. S. fehlt den SS ebenso wie der ventrale Bogen.
Die 9.D. und V.der 22 sind vorhanden und zweitheilig, recht zart.
Eine zur 9. D. gehörige Spange lehnt sich jederseits an eine wulstige
Verdickung vorn an der 9. V. Letztere trägt deutliche Styli.
Keine secundäre 9. V. Pleurenhaut vom 1.—6. S. reichend, indem die
kräftige 7. D. und V. sich direct mit einander verbinden. Stigmen
in sechs Paaren in der Pleurenhaut.
Parameren von rudimentärer Natur umgeben lateral liegend
den Penis, welcher ebenfalls sehr klein ist, in Form einer hinten
offenen Ellipse. Kein Praeputialsack. Der Duct. ejac. am Ende
des symmetrischen, cylindrischen Penis.
[Myrmecoxenus.]
Anmerkung. Aehnlich wie Alexia unter den Erotyloidea ist
Myrmecoxenus unter den Endomychoidea eine Form mit theil-
weise reducirten Organen. Bei beiden ist das z. Th. wahrschein-
lich auf Rechnung der geringen Körpergrösse zu setzen. Obwohl
Myrm. in mancher Hinsicht von andern Endomychoideen stark
abweicht, nähert er sich doch Mycetaea ganz auffallend im Bau
der Copulationsorgane.
Es hat sich aus dem Vorigen mit Evidenz ergeben, dass einer-
seits die Familie der Languriiden als solche unhaltbar ist und
dass andererseits eine Unterfamilie, wie die bisherigen Mycetaeini,!)
ein „Mixtum compositum“ vorstellt, wie man es sich „schöner“
gar nicht denken kann. Es finden sich dort Angehörige von 3
verschiedenen Ordnungen und 4 verschiedenen Familien!!
Gerade bei den Endomychoidea wird eine Untersuchung noch
anderer Gattungen von grossem Interesse sein. Gleichzeitig ist es
ziemlich wahrscheinlich, dass auch noch in andern der jetzigen
Familien der Öoleopteren Formen enthalten sind, welche in den
Kreis meiner Endomychoidea hineinfallen.
Die fünf bisher genauer von mir hinsichtlich der Abdominal-
Morphologie bearbeiteten Coleopteren-Ordnungen der Malacoder-
mata, Malachioidea, Siphonophora, Erotyloidea und Endo-
mychoidea sind von einander so gut unterscheidbar, dass ich in
dieser Hinsicht keine Worte zu verlieren brauche.
—__.
!) ef. Catalogus Coleopterorum Europae et Caucasi. v. Heiden, Reitter
u. Weise, Berlin 1883.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 275
IV. Historisch-kritischer Theil.
F. Stein hat im seiner schönen und noch lange nicht genug
gewürdigten Arbeit über „die weiblichen Geschlechtsorgane der
Käfer“!) auch verschiedene uns interessirende Formen untersucht.
Ich citire aus seinem Kapitel über die „Formen der Befruchtungs-
organe“ den bezüglichen Abschnitt:
„Engiden. Bei Byturus tomentosus ist das abgerundete
Ende der Scheide mit einem engen, keulenförmigen Anhang ver-
sehen, in dem ich Spermatozoen, aber mit dem Umhüllungsstoff
vermischt, antraf. Neben der Basis desselben ist der ziemlich kurze
Samengang eingefügt; die Samenkapsel ist länglich spindelförmig,
sehr schmal, mit quergefalteter, zarter Epithelialhaut. In ihrer
Mitte mündet mit einem kurzen Ausführungsgange die bandförmige
Anhangsdrüse, die so lang ist als der ganze Samenbehälter.
Bei Engis humeralis ist die Form der Scheide und die Ein-
fügung des Befruchtungsapparates wie bei den Nitidularien; der
Samengang ist länger und die ebenfalls hornige, ovale Samenkapsel
schickt an der Basis fast rechtwinkelig einen hohlen, ebenfalls
hornigen Stiel aus, der sich bald nach vorne umbiegt und der
Samenkapsel parallel läuft. Zwischen diesem Stiel und der Samen-
kapsel breitet sich der kräftige Compressionsmuskel aus. Der
Samengang mündet in den Grund des Stiels, die sitzende eiförmige
Anhangdrüse aber in den Grund der Samenkapsel. — Erotylenen.
Tritoma bipustulatum hat einen sehr ähnlichen Befruchtungs-
apparat, der Samengang ist aber viel kürzer, der Stiel der ei-
förmigen, nicht verhornten Samenkapsel grade und der Compressions-
muskel fehlt.“
Dies unter seiner Gruppe 20.
Unter Gruppe 21, wo zugleich(!) auch die Coccinelliden stehen,
findet man Folgendes:
„Lycoperdinen. Bei Lycoperdina suckincta entspringt aus der
Spitze der graden, sackförmigen Scheide ein überaus kurzer Samen-
gang, welcher in eine nierenförmig gekrümmte Samenkapsel mit
farbloser Epithelialhaut übergeht. Die sitzende, blasenartige Anhang-
drüse mündet in die Mitte der concaven Seite der Samenkapsel.“
Ueber verschiedene von St. gebrauchte Ausdrücke habe ich
mich bereits in meiner Coceinelliden-Arbeit ausgesprochen. Was
er „Stiel“ nennt (Engis) entspricht meinem Muskelzapfen; im
Uebrigen deckt sich seine Mittheilung über das Receptaculum von
Engis hum. vollständig mit der meinigen. Mit der „quergefurchten
Epithelialhaut* bei Byturus ist wahrscheinlich die Ringelung
der Wand des Receptaculum seminis gemeint. Ob Byturus und
die Nitiduliden wirklich mit den Erotyloidea in näherer Verwandt-
schaft stehen, kann ich zur Zeit noch nicht entscheiden, das muss
‘) Berlin 1847, S. 131 und 132.
18*
276 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Gegenstand einer weiteren Abhandlung werden. Dass die Vereini-
ung der Coceinelliden mit den „Lycoperdinen“ zu einer
on eine widernatürliche ist, habe ich bewiesen.
Zu Tritoma bip. hat Stein eine gute Abbildung geliefert.
(Tat. VILNFig&19))
Chapuis'!) hat in den „Genera des Col&opteres“, nur Weniges
mitgetheilt, was hier in Betracht zu ziehen ist. So heisst es von
den Erotyliden auf S. 5: „L’abdomen est constamment compos&
en dessous de 5 segments apparents, parfois on observe des vesti-
ges d’un sixiöme arceau. Le premier est un peu plus grand que
les autres et le dernier est arrondi. A cause de son uniformit6
cette partie du corps n’est d’aucun secours dans la classification*.
Das Letztere ist falsch. Das Erstere ist eine kurze Beschreibung
der von aussen sichtbaren Ventralplatten. Weiter wird mitgetheilt
(S. 6), dass: „Les differences sexuelles’ sont nulles dans la trös
grande majorite des especes; elles sont faibles dans quelques grou-
pes seulement (Encaustes, Erotylus) et portent presque unique-
ment sur la conformation des pattes anterieures.“
„L’anatomie des Erotyliens, qui aurait pu jeter quelque
:our sur les affinit6ös de ses insectes, est restee tout-A-fait
.nconnue.“
Bei den ‚Endomychides‘“ theilt Ch. Einiges über äussere
Geschlechtscharaktere mit, was erwähnt werden soll, es heisst auf
S. 80: „Si l’importance des difförences sexuelles devait ötre prise
en considöration pour determiner le degr6ö de perfection de l’orga-
nisme, il faudrait assigner un rang assez &lev& aux Endomychides,
car chez eux ces differences sont plus accentuees que chez les
Coceinellides, que chez les Erotyliens et möme la plupart des Phy-
thophages. Les antennes, qui si souvent sont le siege de ces diff6-
rences, varient A peine dans la famille actuelle, parfois les articles
sont un peu plus longs chez le mäle, la massue parfois plus large.
Rappelons cependant, que nous n’avons en ce moment en vue que
les Endomychides vrais; des differences sensibles dans ces organes
nous seront r6veldes chez les Leiestites. Le prothorax et les &ly-
tres prösentent, prineipalement chez les Eumorphides, des differen-
ces sexuelles plus marquees; les angles lateraux posterieures du
premier sont souvent prolonges en arriere; les bords marginaux
des secondes presentent dans certaines esp&öces une expansion Con-
sid6rable, ou bien la convexit& du disque prend une forme pyrami-
dale. Mais ce sont surtout les pattes et en premier lieu les tibias
qui prösentent chez les mäles les differences les plus remarquables.
Tantöt c’est la premiere paire seule, tantöt les deux premieres
paires (Eumorphus), tantöt les trois (Spathomelus) qui se trouvent
modifises. es modifications consistent dans l’allongement et la
courbure de ces organes, dans le renflement, dans la prösence de
dents on d’echrancrures variees. Il est rare, que les cuisses, les
!) Paris, 1876, Tome douzieme.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 277
trochanters prösentent des differences sexuelles, comme cela a lieu
cependant dans les genres Amphisternus, Spathomelus, Cymbachus.“
S. 84 wird auf die Arbeit von M. Gerstaecker, Monographie
der Endomychiden verwiesen und es heisst:
„lout ce que nous connaissons de l’organisation interne des
Endomychides, est dü aux recherches de M. Gerstaecker.‘
Seine Untersuchungen wurden an der Hand von Eumorphus
4-notatus vorgenommen. Weil Gerstaecker nur diese eine Form
untersuchte, so fehlen ihm natürlich die aus der vergleichenden
Morphologie zu gewinnenden Gesichtspunkte vollständig. Auch
habe ich den Eindruck gewonnen, dass er das Microskop wenig
oder gar nicht benutzt hat. In seinen Anschauungen über das
Abdomen folgt er durchaus F. Stein, über dessen Theorie ich
schon in früheren Arbeiten gesprochen habe),
G. verkennt daher auch die 10. D., von welcher er als einer
„dreieckigen Mittelplatte* (S. 18) spricht. Die Hälften der 9.D.
nennt er „die Seitenplatten“. Im Uebrigen hat er 9 Dorsal- und
8 Ventralplatten angegeben. Er beobachtete schon die ver-
steckte, rudimentäre 2. Ventralplatte, welche er jedoch fälschlich
für die „l.“ hält. Charakteristisch für seine Anschauungsweise ist
der Satz S. 19: „dass der Analring, in dessen Centrum die After-
mündung liegt, von der letzten (achten) Abdominal- und der neunten
Dorsalplatte zusammengesetzt werde, und ebenso, dass der 7. Ab-
dominal- die 8. Dorsalplatte entspreche“. Wenn man nun bedenkt,
dass selbst noch heute, 1895, die meisten (auch wissenschaftlichen)
Entomologen einen falschen Grundbegriff vom Wesen eines
Segmentes haben, so darf man es G. nicht verargen, dass bei
ihm im Jahre 1858 eine Vorstellung herrschte, wie sie im eben
eitirten Satze zum Ausdruck kommt.
[Zwei zu einem Segmente gehörige Platten können eben un-
möglich mit verschiedenen Zahlen benannt werden!]
Auf Taf.I Fig.2—4 giebt G. verschiedene Ansichten des £ Hinter-
leibsendes, woraus ich (mir selbst liegt Eumorphus zur Nach-
untersuchung nicht vor) schliessen muss, dass z. B. in Fig. 4 die
Platten — 7 +6a — das 7. und die Platten — 8-+ 17a — das
8. Abdominalseg ment darstellen, sodass correcterweise entweder noch
die 6. D. hätte mitgezeichnet werden sollen oder „5a“ fortgelassen
werden. Die Platte „Sa“ ist zweifellos eine secundäre 9.V. Da
G. weder von Griffelträgern noch Styli spricht, so darf ich wohl
annehmen, dass dieselben bei Eumorphus fehlen und diese
Gattung in den Bereich meiner Lycoperdinidae hineinfällt. Dafür
spricht auch die Beschaffenheit des Praeputialsackes und noch
andere Angaben. Ueber Endoskelettstäbe theilt G. nichts mit. Für
Eumorphus hat auch er fünf Paare abdominaler Stigmen nach-
gewiesen, welche in den Pleurenhäuten liegen und er giebt ganz
richtig an, dass das erste, besonders grosse Paar derselben wirklich
zum 1. Abdominalsegment gehört.
1) Deutsche entom. Zeitschr. 1893.
278 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Auf S.22 und 23 behandelt er die „männlichen“ und „weib-
lichen Geschlechtsorgane“ und giebt mehrere Figuren auf Taf. I.
Darnach münden beim d Eumorphus die Anhangdrüsen nicht in
die Anfangsstelle des Ductus ejaculatorius, sondern ungefähr in die
Mitte der Vasa deferentia. Dass G. den männlichen Copulations-
apparat seiner vergleichend-morphologischen Natur nach nicht
richtig erkannt hat, wird ihm derjenige, welcher weiss, wie weit-
gehende Untersuchungen nöthig sind, um hier eine klare Einsicht
zu gewinnen, am wenigsten zum Vorwurf machen. G. erkannte die
Basalplatte nicht, beschreibt auch die Asymmetrie des Copulations-
apparates nicht, giebt dagegen richtig an, dass der Processus der
Basalplatte (die er offenbar. für einen Theil des Penis hielt) starken
Muskeln zum Ansatz dient.
Auch über die Grenze von Praeputialsack und Penis ist er
sich nicht klar geworden, da er einen Theil des ersteren (p Fig. 11)
als den „eigentlichen durchbohrten Penis“ bezeichnet. Immerhin
ist seine Darstellung in sofern von Interesse, als sie zeigt, dass bei
Eumorphus qu. das ausgestülpte Praeputialsackende in drei
starke Zipfel zertheilt ist, in deren einem, offenbar am Ende, der
Ductus ejac. mündet. — Das Receptaculum seminis wird als
„eine aus zwei ovalen Kapseln bestehende, blasenartige Anschwellung
des Ausführungsganges an seinem äussersten Ende“ beschrieben und
zwar auch als „dickwandig“ bezeichnet. Um „zwei Kapseln“ handelt
es sich, nach Fig. 12, aber garnicht, sondern nur um eine, welche
am Ende bis ungefähr zur Mitte eingeschnürt ist. Eine kleine, mit
einem engen Ausführungsgang in die Vagina mündende Kittdrüse
wird fälschlich als Bursa copulatrix bezeichnet (cf. Fig. 12b).
Letztere ist in Wahrheit jener angeschwollene, mit „v“ bezeichnete
Raum, in welchen der Ductus Rec. mündet. Merkwürdig ist die
Kammform der Anhangdrüse, welche ungefähr in die Mitte des
Duct. Rec. mündet.
Erwähnt sei hier auch, dass Gerstaecker in der Einleitung
seiner Monographie sich über die Unterschiede der Endomychiden
und Coccinelliden ausgesprochen hat, welche nach ihm haupt-
sächlich in der Form des Endgliedes der Maxillenpalpen, in der
Form der Mesepimeren und Metepisternen, sowie in der Beschaffen-
heit der Innenseite der Schenkel bestehen. Letztere sind bei den
Coccinelliden „zu einer tiefen Furche zum Einlegen der Schienen
ausgehöhlt“, während die Endomychiden hierfür nur Andeutungen
aufweisen.
Als Nachtrag zu meiner Coccinelliden-Arbeit!) muss ich
hervorheben, dass sich G. in seiner Endomychiden-Monographie
bereits eingehend (S. 15—16) darüber geäussert hat, dass die Gattung
Lithophilus zu den Coceinelliden gehöre. Er sagt darüber:
1) ist der Clypeus, wie bei Coccinella, nicht von der Stirn ab-
gesetzt, sehr kurz und gerade abgestutzt.
U) Archiv f, Naturgeschichte, Berlin 1895 I.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 279
2) die Mundtheile sind bei beiden Gattungen so ähnlich, dass
man sie miteinander verwechseln könnte, besonders die Mandibeln,
das Kinn, die Zunge und die Lippentaster; die Maxillen sind bei
Lithophilus etwas schmaler und länglicher, die beiden Laden aber
in Form und Ansatz am Stamm ganz entsprechend; an den Kiefer-
tastern ist nur das 2. Glied durch seine grössere Länge abweichend,
das Endglied dagegen noch stärker beilförmig als bei Coceinella.“
3) Aehnliche Fühlerbildung und Insertion.
4) „Alle drei Schenkelpaare sind an der Innenseite zum Ein-
legen der Schienen in ihrer ganzen Länge furchenartig ausgehöhlt,
ein für die Coccinelliden besonders bezeichnender Charakter.“
5) Zähnung der Fussklauen, 6) Schenkelgruben übereinstimmend.
7) „die Episternen des Metathorax sind vorn gerade abge-
schnitten und die Epimeren des Mesothorax dreieckig.“
8) „der Käfer giebt bei der Berührung einen röthlichen Saft
(wo?) von gleichem Geruch wie der derjenige von Coceinella von sich.“
9) Formähnlichkeit mit Coceidula.
Trotz dieser Darlegung findet man, wie 1. c. bereits erwähnt,
im „Catalogus Coleopterorum Europae et Caucasi“, Berlin 1883,
Lithophilus unter den Endomychiden. J. Weise hat also diese
Auseinandersetzungen Gerstaeckers entweder nicht gekannt oder
nicht eingesehen. Meine Untersuchungen über die Hinterleibsanatomie
haben die Sache nun definitiv entschieden und gezeigt, dass Ger-
staecker Recht hatte.
In demselben Buche hat Gerstaecker auch so beherzigens-
werthe Worte über die Tarsengliederung gesprochen, dass ich sie
allen empfehle, welche aus Trägheit etc. noch immer am Tarsen-
system kleben. Besonders sei auf S 14 etc. verwiesen.
Was endlich seine Gliederung der Endomychiden in vier
Hauptgruppen betrifft, so sei nur bemerkt, dass die angewandten
Merkmale gewiss zu praktischem „Bestimmen“ nützlich sind, zu
wissenschaftlicher Erkenntniss der natürlichen Verwandtschaftsver-
hältnisse aber nur nebenbei in Betracht kommen können.
Ich habe jetzt noch zwei Arbeiten zu berühren, welche zwar
nicht in das Bereich der hier behandelten Gruppen fallen, aber
doch die Hinterleibsmorphologie der Coleopteren betreffen und z.
Th. zu früheren Mittheilungen meinerseits in Beziehung stehen:
I. C. Escherich publicirte in den Verh. d. zool. bot. Ges. Wien
1894, S. 251 &te. eine Arbeit, betitelt „Beiträge zur Naturgeschichte
der Meloidengattung Lytta.* Da dieselbe in Bezug auf den morpho-
logischen Theil (2. Cap.) entschieden besser ausgefallen ist als
gewisse frühere Arbeiten dieses Autors, so habe ich es um so mehr
bedauert, dass derselbe mit der Litteratur, so weit sie meine
Person betrifft, in tadelnswerther Weise umgegangen ist.
Er hat sich nämlich jetzt selbst überzeugt, dass „nicht nur für
den vergleichenden Anatomen, sondern auch für den Systema-
tiker das Studium des Insectenabdomens und der Genitalanhänge
unbedingte Forderung geworden ist.* Aber anzugeben, dass
280 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
insbesondere durch meine Arbeiten diese Ansicht bei ihm durch-
gedrungen ist, hält er für überflüssige. Er meint immer noch,
das bisherige Coleopteren-System sei „keineswegs so gekünstelt,
wie es jüngst von einem Autor(!) hingestellt wurde.“ Diesem Autor
(Verhoeff), den er übrigens nicht hat nennen wollen, wird
er aber auch in dieser Hinsicht in Zukunft nicht mehr
widersprechen, wenn er dessen Arbeiten über die genannten
fünf Coleopteren-Ordnungen gelesen hat, welche doch zur Genüge
beweisen, dass das bisherige System in der That „gekünstelt“
ist, wenn auch nicht gerade allenthalben. Aus meinen Arbeiten wird
E. gleichfalls ersehen, dass „die Praecisirung der Grenzen des
systematischen Werthes“ der Abdominaltheile keineswegs mehr
„ein Ding der Unmöglichkeit“ ist, wie er meint. Allerdings werden
wir nur ungemein langsam vorwärts kommen, wenn nur jedesmal
eine einzige Gattung untersucht wird, wie das Escherich bisher
vorwiegend gethan hat. Es muss meiner Ansicht nach zunächst in jeder
Arbeit eine Familie oder Familiengruppe in Angriff genommen
werden, damit in einer solchen ein Bearbeiter selbst alles sieht
und vergleicht. Soll dagegen nach einem Zeitraum von vielleicht
10—20 Jahren ein Autor auf Grund einer Reihe einzelner Gattungs-
Arbeiten verschiedener Autoren über eine Familie zum Schluss
kommen, so wird er sich, selbst wenn er an den einzelnen Arbeiten
z. Th. mit betheiligt war, nicht so leicht einen Ueberblick verschaffen
können wie jener, weil er das Wichtigste nur mit Mühe und stellen-
weise Unsicherheit aus den einzelnen Gattungsarbeiten zu-
sammenzubringen vermag, beideren Abfassung dieleitenden
Gesichtspunktez.T.fehlten, welchenur dergründlich erhält,
der in einer Hand gleich eine grössere Gruppe bearbeitet.
Bei der Untersuchung einer einzelnen Gattung vermag eben die
vergleichende Morphologie nur an wenige ÖOrgandifferenzen
anzuknüpfen, bei Untersuchung einer Reihe von Gattungen
dagegen ist die Zahl der differirenden Organe viel grösser. Wer
aber andererseits zu sehr differente Formen, z. B. Vertreter ver-
schiedener Insectenclassen mit einander vergleicht, ohne vorher
sich in jeder einzelnen solcher Classen an einer Reihe von Formen
besonders orientirt zu haben, der geräth sehr in Gefahr Homo-
logieen und Analogieen zu confundiren. Es gilt also auch
hier, die richtige Mitte zu treffen und Ueberstürzungen zu ver-
meiden.
Escherich hat ganz Recht wenn er behauptete, dass Unter-
suchungen, wie meine allgemeinen Vorarbeiten über das Abdomen
der Coleopteren keine definitiven Aenderungen des bisherigen
Systems erlauben. Ich muss aber nochmals darauf hinweisen, dass
es damals (1893) durchaus nicht meine Absicht war ein definitives
System vorzutragen, das habe ich selbst ausgesprochen und das
war doch auch selbstverständlich. Aber die Erkenntnisse,
welche ich gewann, mussten doch mit Worten ausgedrückt und in
übersichtlicher Weise zusammengestellt werden, um zu weiteren
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 281
Untersuchungen anzuregen! Wie solche für die einzelnen Familien
auszuführen sind, habe ich jetzt mehrfach gezeigt.
Escherich bespricht bei Lytta für seine Person zum ersten
Male auch das Abdomen. Dabei wären freilich einige Mittheilungen
über die mikroskopische Beschaffenheit der Segmentplatten
von Nutzen gewesen. Dass solche mangeln, erklärt, weshalb er
„die Gabel“ des Genitalsegmentes für die 9. V. hält, während sie
in Wirklichkeit ein von der 9.V. aus entstandenes Endoskelett-
stück, nach Fig. 10 zu schliessen, einen zu einem falschen Spiculum
gastrale comprimirten ventralen Bogen vorstellt. Die 9. V. der
&8& scheint also zu fehlen. Es ist aber überhaupt gar nicht er-
sichtlich, wie er dazu kommt jene „Gabel“ zum 9. Segment zu
rechnen. Wenn er es aber auf Grund meiner vergleichenden
Untersuchungen bei andern Formen that, so war es seine Pflicht
darauf hinzuweisen. Ebenso sprichter schlangweg von Styli, ohne die
verschiedenen Arbeiten anzugeben, in denen ich die Stylusfrage
behandelt und insbesondere die Cercustheorie von Kolbe und
meine ausführlichere eigene zurückwies. Ob das was E. bei den
3S 10. V. nennt, wirklich eine solche ist, muss ich vorläufig be-
zweifeln. Dass Kolbe „die Zehngliedrigkeit des Insectenabdomens
zuerst näher begründet“ haben soll, ist unrichtig, denn für die
Coleopteren hat er sie in keiner Weise begründet, da keines
seiner Beispiele vollständig oder richtig ist und für andere Insecten-
classen waren andere Autoren massgebend, für die Orthopteren
z.B. Brunner von Wattenwyl.
Meine Mittheilungen über das Melo&abdomen (1893) sollen
nach E. den „Thatsachen nicht entsprechen“, warum, das giebt
er in keiner Weise an.
Sollten die 8. D. und V. wirklich so weit und vollständig
häutig getrennt sein, wie es E. in Fig. 1 angiebt, so müsste das
besonders hervorgehoben werden! Aus der Darlegung Escherichs
auf S. 261 geht hervor, dass er Praeputialsack und Ductus
ejaculatorius noch nicht unterschieden hat. Der grosse „Wider-
haken“ des Praeputialsackes ist jedenfalls ein interessantes Gegen-
stück zu dem, was ich von einigen Malachiiden, z. B. Dasytes
nachwies. Morphologisch sind beide aber nicht zu parallelisiren.
Hinsichtlich der „Mechanik“ des Praeputialsackes, über welche man
nach E. „noch gar nichts“ weiss, habe ich inzwischen in der Haupt-
sache auch Klarheit geschafft. (Vergl. meine Malacodermen-Arbeit
etc.) Der Ausspruch Escherichs von der „Oeffnung (Ostium penis)
durch (!?) die der Ductus ejaculatorius nach aussen mündet“, deutet
darauf hin, dass er in dieser Richtung noch derselben Ansicht
huldigt, wie die Herren O. Schwarz und J. Weise (Berlin).
Von „Bindegewebe“ kann bei der Verbindung von Basalplatte
und Paramerendtheilen keine Rede sein, ein „Gewebe“ giebt es da
gar nicht, sondern chitinige Bindehaut; (abgesehen natürlich von
Muskeln, über deren Situation eine genauere Mittheitung ganz er-
wünscht wäre.)
282 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Das, was E. über das Heraustreten des Penis „aus den Para-
meren‘‘ schreibt, hat er vermuthlich aus der Erinnerung notirt,
während es sich faktisch um den ausgestülpten Praeputialsack
gehandelt haben wird.
Ich muss hier auch noch einmal auf (die schon früher von mir
charakterisirte Arbeit Escherichs über ‚die biologische Bedeutung
der Genitalanhänge der Insecten‘“!) zurückkommen. E. behauptet
darin nähmlich (S. 233), dass „sich die Genitalanhänge der beiden
Geschlechter genau ergänzen müssen, um bei der Copula ein com-
pactes Ganzes zu bilden.“
Das lautet ja im Allgemeinen sehr einleuchtend. Sehen wir
uns aber einmal bei Coleopteren die Verhältnisse an, wie sie wirklich
liegen, so lässt sich, abgesehen davon, dass hier die 29 überhaupt
keine Genitalanhänge besitzen, in den weiblichen Geschlechtswegen
nichts finden, was den männlichen Copulationsorganen so entspräche,
dass eben deshalb deren specifische Charaktere nothwendig
wären, oder anders ausgedrückt, die specifischen Merkmale der
Copulationsorgane der dd werden durch die Beschaffenheit der
weiblichen Geschlechtswege nicht erklärt. In Grösse (Länge und
Breite) muss natürlich zwischen Copulationsorganen einerseits und
Bursa copulatrix sowie Vagina andererseits eine Harmonie bestehen,
aber das erklärt in keiner Weise die mannigfachen Formver-
schiedenheiten bei den Genitalanhängen verwandter Species.
Wie ich hier und in andern Arbeiten mittheilte ist das Cole-
opterenabdomen im Allgemeinen reich an Drüsen und es liegt die
Annahme nahe, dass die einzelnen Species durch solche Drüsen
einen bestimmten Geruch verbreiten, vermittelst dessen sich auch
die Geschlechter solcher Species leicht erkennen, welche äusserlich
verwandten Arten höchst ähnlich sind. Solche specifischen Gerüche
werden viel dazu beitragen, die Copula zwischen Individuen ver-
schiedener, nahe verwandter Species auszuschliessen.
Nach meinen bisherigen Untersuchungen kann ich die Ansicht,
dass die specifischen Merkmale der Copulationsorgane ein me-
chanischer „Riegel“ zur Reinhaltung der Species seien, nicht
theilen. Ein Beweis dafür ist bis jetzt wenigstens in keiner
Weise erbracht. Ich möchte aber auch sehr auf die grossen
Formverschiedenheiten der Receptacula seminis hinweisen. Was
sollen die für eine Bedeutung haben? Für das Bewahren des
Sperma ist es jedenfalls ganz gleichgiltig, ob eine Receptaculum-
Wand geringelt ist oder nicht, ob der Muskelzapfen spitz oder
keulenförmig ist etc. Vorläufig wenigstens müssen uns diese
Differenzen lediglich als ‚‚morphologische Charaktere“ erscheinen.
Schliesslich noch Folgendes:
!) Verh.d. zool. bot. Ges. i. Wien 1892.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 283
Ich habe 1893 (Entomol. Nachr.) in meiner Kritik der ge-
nannten Arbeit Escherichs erklärt, dass die Carabiciden in
ihrem Cop. App. phylogenetisch nicht secundär sondern primär
einfach seien. Da ich früher das Vorkommen von Basalplatten
für etwas Secundäres hielt, jetzt aber gezeigt habe, dass es etwas
Primäres ist, da es sich um die Basalglieder von ventralen
Anhängen handelt, welche bei entlegenen, myriopodenartigen
Ahnen wahrscheinlich als echte Beine functionirten, so könnte, da
die Carabiciden nur rudimentäre Basalplatten besitzen (so weit
sie überhaupt vorkommen) meine obige Aeusserung ganz falsch er-
scheinen. Und theilweise ist sie es auch. Man erinnere sich aber
daran, dass E. den Copulationsapparat der Carabiciden aus dem
sogenannten quadri-tri- und bivalvulären Typus allmählig
entstanden sein wissen wollte (und die Parameren nicht kannte),
eine Ansicht, die nun glücklich überwunden ist.
II. A. Peytoureau veröffentlichte eine „Contribution & l’&tude
de la Morphologie de l’armure genitale des Insectes.“ Paris 1895.
[Eine kurze Besprechung derselben veröffentlichte ich bereits
im Zoolog. Centralblatt 1895 No. 7, Seite 208—213.]
Der über Coleopteren handelnde Theil findet sich auf S. 154
bis 172. Er bleibt (kurz gesagt) noch hinter den Mittheilungen
H. J. Kolbes!) zurück, weshalb ich es für überflüssig halte,
weiter darauf einzugehen. Ich will hier nur, um die „Sorgfalt“
des Autors zu charakterisiren, mittheilen, dass er in der historischen
Einleitung meine Hemipteren-Arbeit 1893?) als eine Fortsetzung
meiner Malacodermen-Arbeit 1894 bezeichnet und in dem Auszug
aus dieser Hemipteren-Arbeit noch nicht einmal die von ihm
berührten Sätze meiner Resultate richtig abgeschrieben hat!
Ganz dasselbe begegnet uns bei seiner Untersuchung über
Velia ecurrens d, wo es heisst S. 173: „Verhoeff prötend, que
le tergite des H&mipteres est toujours (!) divise en deux
regions lat@rales et le stermite @galement.“ In meiner Arbeit
dagegen steht Folgendes:
Resultate S. 50 etec.:
„9. Das 1. S. besitzt niemals Pl.3) wohl aber das 2., doch
können sie auch diesem häufig fehlen.“
12. Die 8. Pl. sind meistens vorhanden; in Bezug auf Stärke
der Ausbildung sehr mannigfaltig. Sie fehlen aber auch nicht
!) Einführung in die Kenntniss der Insecten. Berlin 1890.
2) Verhandl. d. naturhist. Vereins f. Rheinl. u. Westfalen 1893,
®) Pl. = Pleuren = regions lat£rales.
284 Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
selten, so den Notonectiden, Hydrometriden und Homopteren mit
Ausnahme der Membraciden.“
15. „Von allen Pl. sind relativ die 9. im Ganzen am stärksten
entwickelt.‘ etc.
Man sieht hieraus zur Genüge, dass jene Behauptung des
französischen Autors eine Erfindung ist.
Für mich sind aber solche Erlebnisse keine Freude und
sie könnten mich wahrlich entmuthigen auf diesem ausgedehnten
und mühevollen Gebiete weiter zu arbeiten, wenn ich nicht die
feste Zuversicht hätte, dass das Wahre doch allemal siegen muss.
22. April 1895.
über das Abdomen der Endnmychiden, Erotyliden und Languriiden 285
Erklärung der Abbildungen.
Abkürzungen.
D. = Dorsalplatte. Sty. = Stylus.
V. = Ventralplatte. dr. = Ausführungsgang der Anhang-
Pro. d. = Processus dorsalis. drüse.
B.v. = Ventraler Bogen. Rs. — Receptaculum seminis, Samen-
B.d. = Dorsaler Bogen. kapsel.
S.v. = Spiculum ventrale. Rd. = Drüsensekretkapsel.
S.g. = Spiculum gastrale. d.R. = Ductus Receptaculi.
Pa. = Parameren (Endtheile). B.c. = Bursa copulatrix.
Ba. = Basalplatte. VR = Vorderröhre.
Pr... — Treabes: HR. = Hinterröhre.
RB. — Penis. Rf. = Ringfalte.
d.e. = Ductus ejaculatorius. tr. = Tracheen.
Pr. = Praeputialsack. Re. = Rectum.
GH. = Genitalhaut.
Fig. 1.
S)
Fig.
Fig. 3.
>
Fig.
Fig.
Fig. 6.
a
a
Fig.
Fig. 8.
Fig. 9.
Fig. 12,
Fig. 15.
Fig. 17.
Fig. 18.
Fig. 1—6. Dapsa denticollis!).
Genital- und Analsegment des & von oben gesehen. Pa. Rd. = Para-
merenrudiment. S.a. — endoskelettale Nebengräten der 9. V. Die
10. D. ist nach vorne und unten umgeklappt.
Copulationsorgane und Duetus ejaculatorius. Pp. = Papille, welche
von der Einmündungsstelle des d.e. in den Pr. aus in letzteren hin-
einragt.
Endpartie des Penis mit einem stark bestachelten Theile des aus-
gestülpten Praeputialsackes von unten gesehen.
Unpaare, secundäre 9. V. des 9.
Winziges Infundibulum.
Ansicht von oben auf das 8. Segment des & und den P., um dessen
asymmetrische Lage zu zeigen. (Schematisch!)
Fig. 7-8. Amphix sp.
Copulationsorgane.
Die 10.D. des 2 von oben nebst der rechten Hälfte der 9. D.
Fig. 9 und 10. Lycoperdina bovistae 9.
Unpaare, secundäre 9. V,
Fig. 11. Amphix sp. d.
Fig. 12—15. Myrmecoxenus subterraneus.
13, 118:
Copulationsorgane.
Fig. 16. Amphix sp. Ö&.
Fig. 17. Mycetaea hirta d.
Copulationsorgane.
Fig.18. Lycoperdina bovistae {.
Ansicht von unten auf Genital- und Analsegment.
1) Fig. 1—44 sind nach Macerationspraeparaten, Fig. 45—48 nach nicht
macerirten Praep. entworfen.
286
Fig. 19.
Fig. 20.
Fig. 22.
Fig. 24.
Fig. 25.
Fig. 26.
Fig. 27.
Fig. 30.
Dr. Carl Verhoeff: Vergleichend-morpholog. Untersuchungen
Fig. 19 und 20. Mycetaea hirta.
d.
S:
Fig. 21 und 22. Alexia’ globosa 9.
Ansicht von oben auf Genital- und Analsegment. Die 10. D. ist
durchsichtig,
Fig. 23 und 24. Endomychus coccineus.
Copulationsorgane.e & = Mündungsstelle des Pr. R. = elastische
Chitingerte desselben (Virga).
Fig. 25. Cyrtotriplax bipustulata.
Parameren.
Fig. 26—27. und 29—32. Dacne (Engis) humeralis.
Der grösste Theil des Praep. k == Querknoten, i = Röhrenstück,
r = feinere Rinne, welche deren Fortsetzung bildet und bei x endet.
Copulationsorgane von der Seite ges. m = Muskeleindrücke, a, b, ce,
d = Theile der Parameren.
Theil der 8.D. des Q von unten ges. Kr. = eine der in der Zwischen-
segmenthaut zwischen 8. und 9. Metamer gelegenen Krönchenreihen.
Die andere Kr.1I ist nur angedeutet.
Ein einzelnes Krönchen oder Kämmchen, stark vergrössert.
Ansicht von oben auf Genital- und Analsegment des 9.
Dasselbe, nebst der 8. D. vom S, nicht so stark vergrössert.
Fig. 23. Morphoides amabilis 9.
Ductus Receptaculi. « = Einmündungsstelle in die Bursa. x gehört
an y der Fig. 41.
Fig. 33 und 34. Cyrtotriplax bipustulata 9.
Rec. sem. mit einem Stücke der Bursa. t = Muskelzapfen.
Fig. 35—38. Languria nigrina.
Legeröhre ausgestülpt, nebst 8. V., Spieulum ventrale und Seiten-
drüsenschläuchen. « = Mündung der letzteren, x = Schleife der Haupt-
tracheen, r = Radii der 9. D.
Ein Theil aus dem Seitendrüsenschlauche, welcher mehr nach hinten
gelegen ist, stark vergrössert.
Vorderende eines solchen, ebenso.
Seitenansicht der Copulationsorgane. R = Chitingerte (Virga) des
Praep., a und d Theile der Pa.
Fig. 39 und 40. Episcaphula australis 9.
Receptaculum sem. und vielgewundener Duct. Receptac. Die Stellen
x und y gehören an einander. t = Zapfen für den Samenblasenmuskel,
aus dessen Seite der Duct. Rec. entspringt.
Fig. 41. Morphoides amabilis 9.
Fig. 42. Aegithus brunnipennis 9.
« = häutige Stelle des Rec. sem. Sp. = Spiraltreppe.
Fig. 43. Erotylus aegrotus 9.
Vb. = Verbindungskanal zwischen Samenblase und Drüsensekretblase.
Fig. 44. Triplax russica 9.
= hohler Muskelzapfen, aus dessen Seite der Ductus Rec. beginnt.
über das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden. 287
Fig. 45—48,. Triplax russica {.
Muskulatur der Copulationsorgane.
m = Ductusretractor.
ml = unterer Trabesmuskel.
m2 = oberer Trabesmuskel.
m3 = kleiner Nebensackretractor.
= grosser Praeputialsackretractor.
m5 = Winkelmuskel.
= hinterer Armmuskel.
m 7 = vorderer Armmuskel.
m8 = kleiner Armmuskel.
m9 = Wandmuskel.
m 10 = Muldenmuskel.
m 11 = Verbindungsmuskel der 8. und 9. D.
m 12 = Genitalhautmuskel.
m 13 = unterer Winkelmuskel.
R = Virga, N = Praeputialnebensack.
a — endoskelettale Arme der Pa.
= obere wulstige Kante :
= stabartige Verdiekung | in der Mulde.
= Paramerenendtheile.
n = zwei Nervenfasern.
x = queres Vorderplättehen am dorsalen Bogen.
Fig. 45. Seitenansicht der vorderen zwei Drittel der Copulationsorgane.
Fig. 46. Seitenansicht der linken Hälfte der Parameren von innen aus.
Fig. 47. Vorderhälfte des P., des dorsalen Bogens und des linken Parameren-
armes mit der verbindenden Muskulatur.
Fig. 48. Dorsaler Bogen von unten und die zur Seite geschlagene Vorderhälfte
der Pa.
zoo
Die Cirripedien von Patagonien, Chile und
Juan Fernandez.
Von
Dr. W. Weltner.
Die Herren Dr. Michaelsen und Dr. Plate haben während
ihres Aufenthalts 1892—94 in Südamerika auch ein grösseres
Material von Cirripedien zusammengebracht, deren Bestimmung mir
überlassen wurde. Die von Dr. Michaelsen an der Küste Pata-
goniens gesammelten zahlreichen Stücke sind Balanus laevis, die
von Dr. Plate erbeuteten Arten stammen von der Küste Chiles
und Juan Fernandez und gehören den Genera Conchoderma,
Lepas, Coronula, Balanus, Chthamalus und Verruca an. Die Anzahl
aller gesammelten Arten beträgt 13. Unter ihnen befindet sich eine
neue Varietät von Balanus tintinnabulum und eine von der ge-
wöhnlichen Form abweichende Lepas australis; beide Formen,
welche unten näher beschrieben werden, sind für das untersuchte
Gebiet (Chile) neu; auch die an einem unbenannten Wale in der
Bai von Talcahuano gefundenen Coronula diadema ist von der
Küste Chile’s bisher nicht bekannt geworden.
Ich gebe zunächst eine Aufzählung aller gesammelten Arten:
Conchoderma auritum (L.)
N „ Virgatum (Spengl.)
Lepas anatifera (L.)
„ australis Darw.
Coronula diadema (L.)
Balanus tintinnabulum (L) var.
5 psittacus (Mol.)
5 laevis Brug.
5 flosculus Darw.
Die Cirripedien von Patagonien, Chile und Juan Fernandez. 289
Chthamalus stellatus (Poli)
eirratus Darw.
5 scabrosus Darw.
Verruca laevigata Sow.
N
Ausserdem sind mir von der Küste Patagoniens und Chile’s
bekannt:
Cryptophialus minutus Darw. 1854 Süd-Chile.
Chelonobia testudinaria (L.) Valparaiso, im Mus. Berlin.
Balanus improvisus Darw. 1854 Rio Plata, Süd-Patagonien.
Elminius kingi Gray bei Darw. 1854. Feuerland und Falk-
land-Inseln. Auch Chile im Mus. Berlin.
Balanus vinaceus Darw. und poecilus Darw. 1854 werden als
fraglich von der Westküste Südamerikas angegeben.
Von der übrigen Küste Südamerikas und aus entfernter liegen-
den Gebieten des südlichen atlantischen und stillen Oceans sind
noch folgende Arten nachgewiesen:
Scalpellum gibberum C. W. Aur. 1892, Südl. von La Plata.
galea C. W. Aur. 1892, Südl. von La Plata.
parallelogramma Hoek 1883, Oestlich von La
Plata.
triangulare Hoek 1883, das.
velutinum Hoek 1883, Tristan da Cunha.
eximium Hoek 1883, das.
carinatum Hoek 1883, das.
elongatum Hoek 1883, das.
africanum Hoek 1883, das.
minutum Hoek 1883, W. von Süd-Chile.
darwini Hoek 1883, Zwischen Juan Fernandez
und Valparaiso.
Poecilasma carinatum Hoek 1883, Ascension.
Balanus armatus Fr. Müll. 1867, Desterro.
Tetraclita porosa Gm. bei Darw. 1854, Brasilien.
Verruca quadrangularis Hoek 1883, Ost von La Plata.
= gibbosa Hoek 1883, Ost von Patagonien.
5 incerta Hoek 1883, Nord von Tristan da Cunha.
Im Museum zu Berlin und Hamburg finden sich auch noch
zwei neue Arten von Scalpellum (vulgare nahe stehend) gedredscht
im Osten von Patagonien.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.I. H.2, 19
290 Dr. W. Weltner.
Von Herrn Dr. Plate wurden gesammelt:
Conchoderma auritum (L.) an Coronula diadema L. von der
Haut eines jungen Wales, Tumbes an der Bai von Talcahuano. —
Museum Berlin, Generalkatalog Crustacea 8989.
Conchoderma virgatum (Spengl.) von einer grossen Schild-
kröte, Iquique. 8990.
Lepas anatifera L. an einer Boje im Cumberlandhafen von
Juan Fernandez. Grosse Exemplare, die Ränder der Schalentheile
im Leben mit gelbrothem Anfluge. Ein anderer Satz von einem
Stück Holz stammt ebenfalls von Juan Fernandez und enthält grosse
und kleine Exemplare. 8991. 8992.
Lepas australis Darw. an der Wurzel und an der Basis
der Blätter von Macrocystis, Talcahuano. Im Leben war der Stiel
grau, die Schalen erschienen glasartig mit dickeren weisslichen
Randparthien und die Füsse waren gelblich grau gefärbt. 8993.
Beschreibung: Die vorliegenden zahlreichen Stücke erreichen
nur eine Länge von 15 mm (inel. Stiel) und haben dünne, unvoll-
kommen verkalkte Schalentheile, die ziemlich weit von einander
abstehen, darin an L. hilli Leach. und testudinata C. W. Auriv.
erinnernd. Der Stiel ist meist länger als das Capitulum, bei vier
der grössten Exemplare verhält sich die Länge des Stiels zum
Capitulum wie 7:7, 7:6, 9:7 und 91:51. Alle Schalentheile
sind glatt und beide Seuta ohne umbonale Zähne. Die Carina ist
im oberen Theile breit, vor der Gabel unten nur mässig verdünnt,
die 2 Zinken der Gabel sind breit und kurz. Nur 2 Filamente
vorhanden. Mandibeln mit 5 Zähnen, Maxillen mit 3 grossen Borsten
am oberen Winkel. Die Segmente des ersten Cirrenpaares sind
fast halbkuglig, die des vorderen Astes des zweiten Paares springen
dick vor. Bei den hinteren Cirren tragen einzelne Glieder auf
beiden Seiten einige Dornen, bei anderen Gliedern stehen nur auf
der einen Seite 1—2 Dornen, bei den meisten Segmenten sind über-
haupt keine Dornen vorhanden.
Man könnte die hier beschriebene Form für eine neue Art
halten, wenn nicht die unvollständige Verkalkung der Schalentheile
und der Mangel der Eierlamellen darauf hinwiese, dass hier abnorm
gebildete (in den Schalentheilen) und noch nicht ausgewachsene
Exemplare vorliegen, die ich zu Lepas australis Darw. stelle. Sie
weichen von dieser Art in folgendem ab: Scuta ohne Zähne, Carina
mit schwach entwickelter Gabel, die Glieder der hinteren Cirren
schwach oder nicht bedornt.
Die von mir (Dies. Archiv 1887 p. 100) von Capstadt erwähnten
Exemplare haben dasselbe Aussehen und zeigen dieselben Merk-
male wie die von Talcahuano, nur liessen sich hier und da An-
deutungen der umbonalen Zähne an den Scuta nachweisen.
Die Cirripedien von Patagonien, Chile und Juan Fernandez. 291
Coronula diadema (L.) s. Conchod. aurit.
Balanus tintinnabulum (L.) an Balanus psittacus (Mol.)
Cavancha bei Iquique. 8994.
Balanus tintinnabulum (L.) var. Cavancha bei Iquique bis
50 m tief. Mehrere ausgewachsene Exemplare bis zu 30 mm Schalen-
höhe und junge von 0,5 mm Höhe. Die Schale ist aussen ziemlich
stark gerippt, ähnlich porcatus; die Farbe ist weiss. Die Scheide
ist entweder farblos oder hellrosa. Die Radien sind sehr schräge,
daher erscheint die Mündung der Schale stark gezähnt. Das Scutum
trägt einen Hakenbesatz wie bei var. occator Darw. und ist innen
farblos. Die Spitze der Tergums ist aussen rosa, die Innenfläche
desselben ist theilweise rosa gefärbt. Der Sporn des Tergums liegt
dem basiskutalen Winkel näher als dem basikarinalen. In der
Liste der Varietäten von Bal. tint. an occator anzureihen. 899.
Balanus psittacus (Mol.) liegt von mehreren Fundorten und
meist in sehr grossen Exemplaren vor. Die von Calbuco, 8996, und
Puerto Montt, 8997, haben die bekannte becherförmige Basis und
erreichen 12 cm Höhe. Die von Coquimbo, 8998, haben eine flache
Basis und sind nur bis 3cm hoch; auf ihnen sitzt Bal. flosculus
Darw. Grosse Exemplare stammen auch von Cavancha bei Iquique,
8994, sie sind zum Theil mit Bal. tintinnabulum (L.), var., Bal.
laevis Brug., flosculus Darw. und Chthamalus scabrosus Darw. besetzt.
Balanus laevis Brug. Tumbes an der Bai von Talcahuano,
Strandform. Von zusammengesetzten Ascidien überzogen. Die Terga
haben sehr schmale Längsfurchen. Kleine Exemplare. 8999. —
Andere kleine Stücke auf Bal. psittacus von Cavancha bei Iquique.
Balanus flosculus Darw. auf Bal. psittacus von Cavancha
und Coquimbo.
Balanus flosculus Darw. var. sordidus Darw. Calbuco, Strand-
form; darunter sehr grosse, bis 4 cm Höhe erreichende Exemplare.
Besetzt mit Chthamalus scabrosus Darw. 9000.
Chthamalus stellatus (Poli) Coquimbo. 9001.
Chthamus cirratus Darw. Gemeinste Art an den Felsen von
Cavancha bei Iquique. 9002. — Auch an Steinen der Küste von
Juan Fernandez. 9003.
Chthamalus scabrosus Darw. auf Bal. psittacus (Mol.) von
Cavancha. 9004. Auch auf Bal. floseulus Darw. von Calbuco.
Verruca laevigata Sow. Tumbes an der Bai von Talca-
huanö, Strandform. Zusammen mit Bal. laevis, von zusammenge-
setzten Ascidien überwachsen. 9005.
19*
292 Dr. W. Weltner.
Herr Dr. Michaelsen sammelte:
Balanus laevis Brug. in der Magelhaens-Strasse an der
Elisabet-Insel, der Dungeness point, bei Punta arenas, ferner im
Beagle-Kanal bei Uschuaia und Puerto Bridges und im Smyth-Kanal
zu Puerto bueno und Long Island. Die Tiefen, in denen die Art
vorkam, schwankten zwischen 11 und 24m, bei Punta arenas fand
sie sich auch als Strandform.
Darwin hat zwei var. von Bal. laevis unterschieden, nitidus und
coquimbensis. Die erstere var. befindet sich nicht unter den von
Michaelsen mitgebrachten Stücken und kommt auch nach Darwin
im Feuerlande nicht vor. Die mir vorliegenden Exemplare sind
sämmtlich mit einer gelblichen oder bräunlichen Membran bedeckt,
das Scutum zeigt nur eine Furche, die Basis ist entweder nur dünn
und flach oder bei solchen Exemplaren, die sehr eng aneinander
sitzen, dicker und nach unten vorgewölbt, so dass ein kurzer basaler
Becher entsteht, an dem ich hier und da eine Ausfüllung mit lockerer
Kalkmasse gefunden habe (var. coquimbensis Darw.)
Balanus laevis tritt in zwei Formen auf, die ich auch in
den zahlreichen Sätzen von Dr. Michaelsen wieder finde. Der
eine Theil der Sätze enthält fast nur ausgesprochen flachere Exem-
plare, die mit breiter Basis sich erheben und niedergedrückte Kegel
bilden. Ihre Schale hat ein ziemlich regelmässiges Aussehen, die
Oeffnung ist kaum oder wenig gezähnt und die Schalentheile sind
aussen wenig uneben. Diese Exemplare ähneln der Fig. 2 Taf. 4
Darwin, sind aber flacher. Die Individuen der andern Sätze sind
freier in die Höhe gewachsen, oft sehr steil empor strebend, sie
sind daher schlanker als die erstere Form, ihre Schale ist unregel-
mässig gestaltet, ihre Oberfläche ist uneben und die Schalenöffnung
ist stärker gezähnt. Hierher gehören Stücke, die ich oben als var.
coquimbensis bezeichnet habe.
Die Ursache der Verschiedenheit dieser Formen ist in der Art
des Wachsthums zu suchen. Sitzen viele junge Exemplare auf einer
kleinen Unterlage, so können sie bei fortschreitendem Wachsthum
nur in die Höhe gehen, wenn jedes Individuum seinen Platz be-
haupten will. Einen gleichen Fall, wie den von Balanus laevis, hat
Darwin schon bei andern Arten, z. B. bei Balanus crenatus Brug.
1854 beschrieben.
Auf einigen Exemplaren derjenigen Sätze, die ich als die zweite
Form gekennzeichnet habe, finden sich auch Individuen von der
ersten Sorte und diese würden, sobald ihnen das Feld zu eng wird,
eine gestrecktere Gestalt anzunehmen gezwungen sein.
ARCHIV
NATURGESCHICHTE,
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
DUB ER KOIRSON.. Er! TROSCHEL
UND Er EN MARTENS:
HERAUSGEGEBEN
VON
Prof. Dr. F. HILGENDORF,
CUSTOS DES K. ZOOLOG,. MUSEUMS ZU BERLIN.
EINUNDSECHZIGSTER JAHRGANG.
I. Band. 3. Heft.
Berlin 1895.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
R. STRICKER.
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3
KAG InUE:M % E Noah
La We 5% Earl RATE“ 4 RER DEN une
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Inhalt des ersten Bandes.
Dr Carl Verhoefj. Beiträge zur vergleichenden Morphologie des Ab-
domens der Coceinelliden und über die Hinterleibsmuskulatur von
Coceinella, zugleich ein Versuch die Coceinelliden anatomisch zu be-
gründen und natürlich zu gruppiren. Hierzu Tafel I-VI und
2 NIEREN 1 er RL IE RE RR Rp
Alexander Morell. Es ae Studien an Vogeltänien.
Hierzu Tafel VII . ER) SR Re
E.von Martens. Die Gattung Gylindrus Fitz. Hierzu Tafel VII.
K. Satunin. Sorex Raddei Satunin, n. sp. und Meles taxus arenarius
Satunin, n. subsp. Hierzu 1 Textfigur
Dr. W. Weltner. Spongillidenstudien III. A Re
Dr. von Linstow. Zur Anatomie von Echinorhynchus clavula Duj.
Hierzu Tafel IX. EEE Te WER Seele
Max Hermann Edmund Klug. Das männliche Geschlechtsorgan von
Vespa germanica. Hierzu Tafel X. RE NEE
Dr. M. Lühe. Mitteilungen über einige bekannte bezw. neue süd-
amerikanische Taenien des k. k. naturhistorischen Hof-Museums in
Wien. Hierzu Tafel XI. RE) ad LEN
Dr. Carl Verhoeff. Vergleichend - morphologische Ukenehnnen über
das Abdomen der Endomychiden, Erotyliden und Languriiden (im
alten Sinne) und über die Muskulatur des Copulationsapparates von
Triplax. Hierzu Tafel XII und XIH. USE IE
Dr W. Weltner. Die Cirripedien von Patagonien, Chile und Juan Hemalider
Arnold Jacobi. Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken
(Amphidromus chloris und Amphidromus interruptus). Hierzu
Tafel XIV. . \ ı \ Bee uw.
A. Jaworowski. Neue Arten der Brunnenfauna von Krakau und a
Hierzu Tafel XV—XX . TE de ‘
Dr. Carl Verhoeff. Beiträge zur Kenntniss ans ae Mit
4 Textfiguren . : : RR. DE er : >
Dr. Carl Verhoeff. enerkugen zu einer „Supplement Note« nn
Herrn R. J. Pocock f : EEE
Regeln für die wissenschaftliche eh der Thiere
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Mittheilung.
Wir bitten die Herren Autoren ihre für das Archiv bestimmten
Arbeiten an den Herausgeber, Prof. Dr. Hilgendorf, Berlin NW. 23,
Olaudiusstr. 17, einsenden zu wollen. Es werden vom 62. Jahrgang
an den Mitarbeitern 40 Exemplare ihrer Abhandlungen gratis
geliefert werden, weitere gegen Erstattung der Herstellungskosten.
Nicolaische Verlags-Buchhandlung Der Herausgeber:
a nz Dr. F. Hilgendorf.
Anatomische Untersuchungen
malayischen Landschnecken
(Amphidromus chloris und Amphidromus interruptus).
Von
Arnold Jacobi, in Leipzig.
Hierzu Tafel XIV.
Das Material zu der vorliegenden Arbeit boten eine Anzahl in
Alkohol konservierter Exemplare des Amphidromus chloris Reeve
und Amphidromus interruptus Müll., Angehörige einer Gattung,
welche der Regellosigkeit ihrer Windungsrichtung halber seit den
Zeiten der Raritätenkabinette die Teilnahme der Conchyliensammler
gefesselt hat. Herr Professor Simroth hatte die Güte, mir dieselben
zur Verfügung zu stellen. Wenngleich Semper schon vor Jahren
einige Mitteilungen über den anatomischen Bau mehrerer Arten der
Gattung gegeben hat, so hielt ich doch eine genauere Untersuchung
nicht für überflüssig, da, wie jener in der Einleitung zu seinem
Reisewerke (XIV, 1!) sich auslässt, nur eine gründliche Durch-
arbeitung möglichst vieler Arten in Bezug auf ihre äusseren Teile
und inneren Organe die Mittel an die Hand giebt, zur Aufstellung
eines natürlichen, d. i. genealogischen Systems der Weichtiere zu
gelangen. Dabei dürfe man eine erneute Untersuchung schon bekannter
Formen nicht verschmähen, weil sie uns entweder neue Beziehungen
anzudeuten vermag oder die schon gewonnenen Verallgemeinerungen
noch sicherer stellen wird. Wie ich glaube, ist es mir in der That
gelungen, manchen in den erschienenen Vorarbeiten behandelten
Punkt zu berichtigen und die Kenntnis des Baues jener Schaltiere
durch einige nicht unwichtige neue Beobachtungen zu vermehren.
Die Arbeit, welche ich im Leipziger zootomischen Laboratorium
vom April 1894 bis Juni 1895 mit mehrmonatlichen Unterbrechungen
vornahm, hat sich der gewohnten fördernden Unterstützung des Herrn
Geheimrat Leuckart zu erfreuen gehabt, wofür ich dem hochverehrten
Lehrer hiermit meinen herzlichsten Dank aussprechen möchte.
An Vorarbeiten über unsere Arten besitzen wir nur zwei.
!) Die römischen Zahlen verweisen auf das Litteraturverzeichnis,
294 Arnold Jacobi:
Semper hat in der Bearbeitung seiner auf den Philippinen ge-
sammelten Landschnecken sehr knappe Notizen über die Genitalien,
den Kiefer und die Zungenbewaffnung einiger Amphidromusarten
gegeben, wobei A. chloris und interruptus gestreift werden; einigemal
wird das Genus auch in seinem von Simroth jüngst herausgegebenen
litterarischen Nachlass genannt (XV). Eine wertvolle Arbeit aus
der Feder Fr. Wiegmanns, welche mir erst im Verlaufe meiner
Untersuchung zu Gesichte kam, enthält der 3. Band von Max Webers
„zoologischen Ergebnissen einer Reise in Niederländisch Ostindien“
1894 (XXD. Dieselbe enthält besonders gründliche Beobachtungen
über die Radula, die Muskulatur und das Nervensystem von A.
Adamsi, porcellanus und contrarius, wobei der Verfasser in weit-
gehender Ausnutzung eines einzigen Exemplares ein kleines Meister-
stück der Zergliederungskunft geliefert hat.
Unsere Objekte gehören einer in der orientalischen Region, ins-
besondere in deren indo-malayischer Subregion verbreiteten Land-
schneckengattung an und zwar stammten!) sie von einer in den
jüngst vergangenen Jahren zum ersten Male zoologisch durch-
forschten?2) Inselgruppe, den Natuna oder Natunat zwischen
Borneo und der malayischen Halbinsel. A. interruptus war auf
Natunat im August 1892, A. chloris im Juli desselben Jahres auf
Djemadja, einem zur westlich gelegenen Untergruppe der Anumbas
gehörigen Inselchen gesammelt, und zwar standen mir 10—15 Exem-
plare beider Species zur Verfügung. Obwohl in einem abscheulich
nach Fusel duftenden überseeischen Reisbranntwein aufbewahrt,
war der Erhaltungszustand doch ein leidlicher, sodass an einzelnen
Stücken sogar eine mikroskopische Untersuchung der Gewebe
möglich war und ausreichende Bilder lieferte. Es wurde zu diesem
Zwecke eine Nachhärtung mit Alkohol von 70°/, an vorgenommen
und daran die gewöhnliche Paraffineinbettungsmethode angeschlossen.
Die Färbung erfolgte meist mit Hämalaun + Eosin. Der makros-
kopischen Präparation musste ein Aufweichen in Wasser bis zu
vierzehntägiger Dauer vorhergehen, worauf die Organe den ur-
sprünglichen Tumor wiedergewonnen hatten.
Richten wir zuerst unsere Aufmerksamkeit auf die äussere
Form und das Integument. Die Höhe des Gehäuses betrug bei
A. interruptus 4,5—5 cm, der Durchmesser 2,5, die Höhe der
Mündung 2,3, die Breite derselben 1—-1,4 cm, und die Zahl der
Windungen war 6 bei 4 Umgängen des Weichkörpers, der sich bis
!) Nach Albers-Martens „Die Heliceen“ ist das Vaterland von A. in-
terruptus Java, von A. chloris die Philippinen.
?) Vg. eine Reihe von Aufsätzen in „Novitates zoologieae. A.Journal
of zoology in connection with the Tringmuseum. Edited by W. Rothschild,
E. Hartert & Dr. K. Jordan. Vol. I, 1894.
Anatomische Untersuchungen an malayischen TLaandschnecken. 295
in die oberste Spitze des Gehäuses erstreckte, sodass eine Bildung
von Querwänden nicht hatte stattfinden können. Die Masse waren
bei A. chloris entsprechend 5,5, 2,8—3,0, 2,3, 1,7 bei 7 Gehäuse-
windungen.
Was die Windungsrichtung anbelangt, so wirft Semper (XIV)
die Frage auf, ob A. chloris, eine Varietät des weitverbreiteten
A. perversus (Linne’s „Bulimus perversus“) ausschliesslich links-
gewunden sei im Gegensatze zu der typisch amphidromen Stamm-
art. Ich kann die Antwort dahingeben, dass unter meinen Exem-
plaren etwa vier Fünftel sinistrors waren; bei A. interruptus war
das Verhältniss der nach links umlaufenden zu den andern ungefähr
wie 3:2. Die Schalen waren hart und schwer zu zertrümmern.
Die Struktur der Schale wurde an einem Schliffe von 0,13 mm
Dicke untersucht, welcher durch die unterste Windung von A. inter-
ruptus nahe der Mündung geführt war. Ziehen wir die neueste
ausführlichere Arbeit von Tullberg über den Bau der Mollusken-
schale zu Rathe (IX), eine der wenigen, welche nicht ausschliesslich
die Zweischaler behandelt, so finden wir auf Taf. XII, Fig. 1 eine
bildliche Darstellung der Gehäusestruktur von Duceinum undatum,
welcher die uns angehenden Verhältnisse ziemlich entsprechen
(Fig. 1). Tullberg unterscheidet drei deutlich von einander ge-
trennte Schichten, welche er erste, zweite und dritte Schicht nennt.
Die äussere oder erste scheint aus unregelmässigen, schräg ge-
stellten, säulenähnlichen Bildungen zu bestehen. Die innerhalb
dieser liegende zweite Schicht zeigt sich aus viel regelmässigeren,
winkelrecht gegen die innere Fläche gestellten Säulen zusammen-
gesetzt, und die dritte zeigt eine doppelte Streifung schräg laufender
Linien, welche durch zwei Systeme krystallinischer Flächen gebildet
wird. Unser Bild ergiebt Abweichungen nach der Richtung, dass
in der äussersten Schicht (Fig. 1a) nicht jene dendritischen Säulen
vorkommen, welche Tullberg an derselben Stelle einzeichnet, viel-
mehr ein ähnliches System von sich schiefwinklig kreuzenden
Streifen, wie es die dritte Schicht (c) aufbaut. Die zweite oder
Prismenschicht (b) ist auch der Träger der Pigmenteinlagerung.
Die Frage der Schalenbildung, seit Carpenter’s und Bowerbank’s
Arbeiten (1848) bis heute ein Gegenstand mehr von Spekulationen
als von exakter Forschung, werde ich bei der Behandlung des
Mantelrandes streifen.
Der Körper zeigte eine schmutzige Fleischfarbe, welche am
Kopfe in Bläulichweiss, an der Sohle in Braungrau überging, während
der Mantel aussen bleiblau pigmentiert war. Die Abbildung des
lebenden Tieres in Hombron und Jaquinots Zoologie des „Voyage
de la Coquille* war mir nicht zugänglich. Ich will nicht unerwähnt
lassen, dass die vom Gehäuse befreiten Tiere sowohl in der äusseren
Bedeckung des Eingeweidesackes als auch in den inneren Organen
Einlagerungen von Conchyolin aufzuweisen hatten, welche
Flächen von 2—30 qumm einnahmen. Dieselben traten besonders
in der Gegend der Verdauungsdrüse, der Niere, des Enddarms auf,
996 Arnold Jacobi:
doch waren auch Pericard, Copulationsorgane und selbst das Öentral-
nervensystem nicht davon verschont. Es scheint mir nicht angängig,
das zerstreute Auftreten dieser Substanzmasse als blosse Nieder-
schläge oder Gerinnungsvorgänge hervorgerufen durch das Conser-
vierungsmittel zu deuten, doch würden Erklärungsversuche, die sich
zum Theil auf von anderer Seite gemachte und noch nicht ver-
öffentlichte Beobachtungen stützen, uns zu weit führen.
Die ungemein in die Länge gezogene Mantelhöhle oder der
von ihr umschlossene palliale Organcomplex wird vorn durch
den wulstigen Mantelrand begrenzt, welcher durch die Mantel-
öffnung oder das Pneumostom mit der Lungen(Atem-)höhle in
Verbindung steht. Die Terminologie der Lageverhältnisse dieses
Organs lässt zu wünschen übrig und hat z. B. in Sempers uns
hinterlassener „Morphologie der Pulmonatenniere* zu einigen Un-
klarheiten geführt weshalb ich vorausbemerke, dass ich unter
Atemloch denjenigen Teil des Pneumostoms verstehe, durch
welchen die Lungenhöhle und bisweilen der Harnleiter mit der
Aussenwelt in Verbindung treten, After dagegen die vom Atemloch
unabhängige äussere Oeffnung des Enddarms in das Pneumostom
nenne. Dies letztere ist also eine Grube von Trichterform, eine
Art Kloake, welcher Atemloch, After und gegebenenfalls die
Nephridialöffnung als einzelne Teile untergeordnet sind. Die
schematische Darstellung in Fig. 2 mag zur Verdeutlichung dienen.
Die Umgebung des Pneumostoms ist mit den von Semper (XIV, 5)
zuerst unterschiedenen und benannten Nacken- und Schalen-
lappen besetzt. Dieselben weisen bei unseren Formen eigenartige
Differenzierungen auf, die bisher keine genügende Beachtung ge-
funden haben, was hiermit nachgeholt sei. Es lässt sich erwarten,
dass die Ausmündungen der für die Erhaltung des Lebens thätigen
Organe, Atemhöhle und Darmkanal, bei Thieren, welche so starken
Einwirkungen der Aussenwelt, wie Feuchtigkeitsüberfluss und hohe
Grade von Trockenheit es sind, so zähen Widerstand zu leisten in
der Lage sein müssen, wie eine tropische Baumschnecke, — dass
diese Organe mit geeigneten Hilfsmitteln zu einer möglichst voll-
ständigen Abschliessung ausgestattet sein werden. Wir finden diese
in den erwähnten Nacken- und Schalenlappen wieder. Fig. 3 giebt
eine Uebersicht der in Frage kommenden Gebilde Dem Mantel-
rande ungefähr parallel zieht eine fleischige Leiste (Sl), die das
Atemloch aussen begrenzt, ihr gegenüber eine zweite bedeutend
längere (Ne), welche dieses und den nachbarlichen Ausgang des
Enddarmes gegen die Rückenfläche des Fusses abschliesst. Erstere
stellt den Schalenlappen (fig. 3, SD), letztere den Nackenlappen (N])
vor. Beide gliedern verschieden grosse Teile von sich ab, welche
die genannten Oeffnungen umschliessen und Leisten in das Innere
derselben entsenden. So entspringen aus dem Schalenlappen zwei
parallele Leisten (l,, 1), die im Verein mit einer mehr innen liegenden
schräg zu ihnen verlaufenden dritten (1,) eine ziemlich tiefe seitliche
Ausbuchtung des Atemloches abgrenzen (t), welche an die Mor-
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 297
gagnische Tasche unseres Kehlkopfes erinnern könnte. Den oberen
Rand des Atemloches bildet der untere Nebenwulst (un) des Nacken-
lappens, welcher ebenfalls ein Septum in dasselbe schickt und zu-
gleich als unterer Abschluss des Afters dient. Ihm gegenüber
erblicken wir den oberen Nebenwulst (on) dessen Verbindung
mit den Schalenlappen eine nur eben sichtbare Erhebung vermittelt,
und der wie sein Gegenüber Falten in den Enddarm ausstrahlen
lässt, welche demselben ein besonderes Gepräge aufdrücken. Während
der Schalenlappen sich steil aus dem Integument der inneren (d.h.
der dem Körper zugekehrten) Seite des Mantelrandes erhebt, ver-
streicht der Nackenlappen allmählich bis zur Tiefe der Furche
zwischen Mantel und Fuss — So liegen die Verhältnisse bei A.
interruptus, bei A. chloris weichen sie insoweit ab, als der untere
Teil des Schalenlappens segelartie vergrössert ist; ferner bleibt der
Nackenlappen vom unteren Nebenwulst getrennt, welcher sich dafür
nach unten zieht, geht dagegen in den oberen über und erhebt sich
sodann als viereckiges Läppchen aus dem Raume zwischen unteren
Mantelrand und Nacken.
Um nochmals auf jene Ausbuchtung t des Atemloches zurück-
zukommen, so glaube ich, dass es nahe läge, hier den Sitz eines
(reruchorganes, eines Osphradiums zu suchen, das an ähnlichem
Platze, nämlich in einer Einstülpung des Mantelintegumentes in
der Nähe der Atmungswerkzeuge, seltener auf Leisten in der
Atemhöhle selbst, als Spengelsches und Lacaze-Duthiersches
Organ bei Basommatophoren auftritt, aber schon früher von
Leuckart als „Wimperorgan“ der Heteropoden beschrieben und
auch als Geruchsorgan gedeutet wurde (Ill, 33). Bei Limax-
embryonen ist es von Henchmann!) und von P. B. Sarasin?) bei
der erwachsenen Helix personata entdeckt. Wenn es mir nicht
glückte, trotz Zuhilfenahme der Reaktion von Metallsalzen auf
Schnitten Nervenendigungen in jener Ausbuchtung zu finden, so
darf die Schwierigkeit des Nachweises nervöser Elemente an kon-
servirtem Material als Erklärung dienen, während das Vorhanden-
sein jener Einstülpung überhaupt auf eine Analogie zu den eben
genannten Formen schliessen lässt,
Öffnet man die Mantelhöhle durch einen auf dem Eingeweide-
sacke neben dem Enddarm verlaufenden Schnitt, so liegen die
Organe derselben vor uns (Fig. 4). Die Lungendecke ist infolge
ihrer bedeutenden Länge stark konkav, sodass das Flächenbild auf
der Figur (A. interruptus sinistr.) sie mehrfach gefaltet und stark
verkürzt darstellt. Die Farbe der Lunge ist sehr dunkel und
schwankt zwischen Sepiabraun und einem fast schwarzen Tone.
Letzteren hatte besonders A. chloris aufzuweisen. In der Benennung
der Mantelorgane folge ich Sempers einfacher und verständlicher
Bezeichnungsweise (XV, 50).
!) Bull. Mus. Comp. Zool. Harv. Coll. vol. XX., pp. 188, 139, 198.
?) Arb. Zool.-Zoot. Inst. Würzburg, Bd. VI, p. 91.
Arnold Jacobi:
[8
eo)
je e)
Inmitten der respiratorischen Fläche zieht der Länge nach die
Niere. In unserer Gattung ungemein gestreckt, schmal und band-
förmig, misst sie bei A. chloris 4,5— 5, bei A. interruptus 3,5 —4 cm,
was der 6—7fachen, bezw. 5fachen Länge des Perikards entspricht.
Auf der einen Seite vom Nierenharnleiter, auf der andern von der
Lungenvene begleitet verläuft sie gleich breit bis zum Herzbeutel,
welcher halb auf ihr gelagert sie um die Hälfte verschmälert,
während das dahinter liegende Stück als Nierenbasis sich dem
Diaphragma entlang verbreitert. Die Spitze des Excretionsorganes
liegt frei in dem etwas blasig erweiterten Anfangsteil des Uretors,
dessen Lumen im weiteren Verlaufe der Niere seitlich aufliegt und
und sich durch die hellere Farbe deutlich abhebt. Bei A. macu-
liferus ist dagegen der Nierenharnleiter nach Semper auf seiner
ganzen Länge vom Nierensacke verdeckt. Zwischen Ureter und
vena pulmonalis liegt die mit starker Muskelwand umkleidete
Nierenvene.
Der secernierende Hohlraum der Niere ist, soweit ich fest-
stellen konnte, vollständig von den das absondernde Epithel
tragenden Lamellen ausgefüllt, ohne wie bei manchen Pulmonaten
eine Seite freizulassen. Die Verästelung dieser Lamellen durch
sekundäre Blätter ist weit vorgeschritten, sodass nicht selten kürzere
oder längere Gänge entstehen (fig. 5). Die Drüsenlamellen sind
faseriger Natur und erweitern sich hier und da zu Bindesubstanz-
räumen mit deutlichen wandständigen Kernen, wie dies zuerst von
Nüsslin (XVI, 9) beschrieben wurde (fig. 5,1) Die Epithelial-
auskleidung bilden dicht aneinander gekeilte Zellen von wechselnder
Höhe und Breite. Ausser einem wandständigen Kern enthält jede
ein bis zwei runde Concretionen!), welche meist von einem Secret-
bläschen umhüllt sind. In den Hohlräumen der Niere sind Massen
solcher Concretionen abgelagert.
Die Niere der Gastropoden steht bekanntlich mit dem Herz-
beutel&in Verbindung; dieser Verbindungsweg, der Nierentrichter
(Renopericardialtrichter, Nierenspritze) — schon früher bei anderen
Gastropoden, so durch Leuckart und Gegenbauer bei den
Heteropoden aufgefunden — ist seit dem Nachweis desselben durch
Nüsslin und zwar bei Helix pomatia, ein Gegenstand der An-
ziehung für die Forscher gewesen, denn abgesehen davon, dass uns
die Funktion des Organs noch unbekannt ist, liegt, wie schon
anderweit mehrfach bemerkt worden ist, die Frage nach einer
etwaigen Homologie mit den Nephridialkanälen anderer Wirbellosen
und Wirbelthiere (das Perikard der Mollusken ist ein Rest der
Leibeshöhle!) und die Verwertung derselben für Schlüsse phylo-
genetischer Art recht nahe. Leider habe ich über das Vorkommen
des Nierentrichters bei meinen Objekten nichts sicheres ermitteln
können. Die äussere Betrachtung zeigte ein oder zwei Mal bei
!) Nach Nalepa (VIII) aus reiner Harnsäure mit harnsaurem Ammonium
und Spuren von Guanin bestehend.
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 299
A.chloris im hinteren, der Nierenbasis zugewendeten Abschnitte
der Herzbeutelwand ein feines Pünktchen von einem helleren Hofe
umgeben, welches vielleicht der Trichteröffnung entsprach. Zum
mikroskopischen Nachweis habe ich wohl ein Dutzend Nieren in
Schnittserien zerlegt, ohne jedoch bei dem hier gerade sehr fühl-
baren schlechten Erhaltungszustande zu befriedigenden Ergebnissen
gelangt zu sein. Nur einmal gelang mir folgender Befund (Fig. 6).
Die dem Nierenparenchym anliegende Wand des Perikards zeigte
eine Anschwellung, in welche ein trichterförmiges Rohr sich
hineinsenkte und mit dem Herzbeutel mittelst einer durchbohrten
Membran in Verbindung stand. Aehnliche klappenförmige Vor-
sprünge ragten in regelmässigen Abständen in das Lumen des
räthselhaften Gebildes hinein; wahrscheinlich entsprachen dieselben
in der Wirklichkeit einem System von Ringfalten. Einen Durch-
bruch in den Nierensack vermochte ich allerdings nicht aufzufinden,
doch kann mir dieser bei der notwendigen Dicke der Schnitte
(0,02 mm) entgangen sein. Freilich möchte ich daran erinnern,
dass nach allen bisherigen Befunden (Leydig, Bütschli, Nüss-
lin, Buchner) der Nierentrichter der Pulmonaten ein in der
Rückbildung begriffenes Organ ist. Semper (XV,60) will ihn
(doch „nicht ganz sicher“) bei A. maculiferus ganz im Vordereck
des Herzbeutels aufgefunden haben. Nebenbei fand ich einmal ein
breites sehniges Verbindungsband zwischen Vorhof und Nieren-
wand des Perikards, eine pathologische Bildung, welche vielleicht
der früheren Anwesenheit eines Parasiten ihr Dasein verdankte.
Der Harnleiter beginnt mit einer Erweiterung, in welche
die Nierenspitze ausmündet, zieht sich als Nierenharnleiter
längs der Niere hin, wendet sich dann am Diaphragma in schiefem
Winkel zum Enddarm, um unter diesem (von aussen gesehen
natürlich über ihm) als Darmharnleiter zum Mantelrande zu
laufen. Er ist einfach, d. h. mit glatter Innenfläche wie bei
A. maculiferus und contrarius. Was die Art der Ausmündung des
Urators angeht, so leidet Semper’s Darstellung (XV, 54) wie be-
reits gesagt an einiger Unklarheit, welcher auch nicht die künst-
lerisch vollendeten Abbildungen abzuhelfen in der Lage sind, und
zwar ist dies eine Folge nicht genauen Auseinanderhaltens der
Begriffe „Atemloch, After, innerer und äusserer Mantelrand“ etc.
Wenn Semper z. B. angiebt, dass bei A. maculiferus der Harn-
leiter sich ausserhalb der Lungenhöhle öffne, so lässt diese Angabe
die Frage zu, ob die Oeffnung innerhalb oder ausserhalb des
Atemloches liegt ); seine späteren? "Ausführungen lassen wenigstens
den Schluss ziehen, dass letzteres der Fall ist, es müsste denn
auch der After noch innerhalb des eigentlichen Atemloches ge-
legen sein. A. maculiferus weicht hierin wieder erheblich von den
beiden Arten ab, welchen meine Untersuchungen galten. Ihr
y Die Me ıben über Pomatia pomatia widersprechen sogar direkt der
Wirklichkeit.
300 Arnold Jacobi:
Darmharnleiter verläuft nämlich (Fig. 2 dh) unter dem Enddarm
(ed) bis dicht an den inneren Mantelrand, biegt dann nach innen
in die Lungenhöhle aus und öffnet sich frei in dieselbe, während
der Enddarm jenen durchbohrt, um durch den After (a) in das
Pneumostom (pst) zu münden. Die Weiterleitung des Harnes ge-
schieht durch eine Rinne (hr), von parallelen Falten gebildet,
welche am inneren Mantelrande sich bis zum Atemloche (al) hin-
zieht und an der unteren (in der. Figur linken) Seite etwas er-
weitert ausmündet (hrm). Die Austrittsöffnungen des Enddarmes
und Ureters sind also weit von einander gelegen und durch den
unteren Nebenwulst des Nackenlappens (Fig. 3, un) getrennt.
Die Lunge ist wie schon bemerkt durch ihre tiefbraune Farbe,
die sich bis zum Schwarz steigert, merkwürdig. Sie zeichnet sich
ferner durch starke Trabekelbildung im vorderen Teile zur Ver-
grösserung der respiratorischen Fläche aus, welche Trabekeln zur
Umhüllung der Gefässe dienen und der Lunge ein schwammiges
Aussehen verleihen: eine Mittelstellung zwischen der gefässlosen
Chilinalunge (Plate) und der sich hierin den Säugetieren nähernden
Limax und vollends Parmacella.
Die dendritischen Gefässe der Vorderlunge, um Sempers Aus-
druck zu gebrauchen, vereinigen sich zur allmählig hellfarbig
werdenden Lungenvene. Weiteres arterielles Blut erhält diese
aus den Gefässen der heller gefärbten Spindelfläche. Zwischen je
zwei Aeste derselben schiebt sich nämlich ein Seitenzweig der grossen
rechten Randvene (in Fig. 4 mitsamt dem Spindelrande abgetragen)
und giebt das oxydierte Blut durch feinste Uebergangsgefässe an
jene Zuleitungen der vena pulmonalis ab. Das arteriell gewordene
Blut der linken Randvene tritt über den Harnleiter durch die Niere
hindurch, um sich in der Nierenvene zu sammeln und erst jetzt
der Lungenvene zugeführt zu werden. Die Darmlunge ist bedeutend
schmäler als die Spindellunge; die ebenerwähnten Nierengefässe
heben sich meist und besonders bei dem tief pigmentirten A. chlorts
scharf auf der hellen Fläche der Niere ab.
Nach Besprechung des Pallialkomplexes wollen wir uns zur
feineren Anatomie des Mantelrandes wenden. Wenngleich kein
Freund von „historischen Uebersichten“, welche so manche wissen-
schaftliche Arbeit auf das Mehrfache des nötigen Umfanges an-
schwellen lassen, ohne dem nachuntersuchenden Forscher die Mühe
litterarischer Studien zu ersparen, sehe ich mich doch veranlasst,
an dieser Stelle etwas weiter auszuholen, da ich die Ueberzeugung
gewonnen habe, dass trotz zahlreicher und gründlicher Arbeiten,
welche wir seit einem halben Jahrbundert über diesen Gegenstand
besitzen, einige Punkte von nicht geringem Interesse die genügende
un beziehungsweise ihre richtige Deutung nicht gefunden
aben.
Der Mantelrand hat wie die gesamte Körperbedeckung Schleim
zu liefern und zwar thut er dies in erhöhtem Masse, andererseits
ist er an der Bildung der Schale beteiligt. Als absondernde Organe
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken 301
dienen einzellige Drüsen, die Schleim-, Farb- und Kalkdrüsen.
Alle liegen unter der eigentlichen Haut, dem Körperepithel, in ein
schwammiges Maschenwerk von eigentümlichen grossen Zellen ein-
sebettet, welche den Uebergang von dem Cylinderepithel des In-
tegumentes zur muskulösen Körpermasse bilden und von Leydig
(I, 151) Bindesubstanzzellen genannt wurden. Eine bemerkenswerte
Abart des Bindesubstanzgewebes beschrieb wenige Jahre später
Leuckart in dem Glas- oder Gallertgewebe der Heteropoden (II).
Bekanntlich ist der Begriff „Haut“ bei den Mollusken ein etwas
schwankender, da man, wie Flemming (VI, 442) sagt, darunter
entweder nur das Epithel oder die ganze Leibeswandung mit der
gesamten peripherischen Muskulatur, also auch Mantel und Fuss
verstehen kann. Mit letzterem Begriffe deckt sich die Bezeichnung
Cutis. -— Endlich glaubt Semper (XHI, 342) noch „homogenes
Bindegewebe mit freien Kernen“ unterscheiden zu können. Die
Schleimdrüsen, recte Schleimdrüsenzellen sind birnförmige
Säckchen, welche eine helle, stark lichtbrechende Substanz und am
Grunde einen Kern von wandständigem, nach aussen sich ver-
schmälerndem Protoplasma umgeben, enthalten. Semper (a.a. 0.)
glaubte irrtümlich einzelnen grösseren Schleimdrüsen mit geteiltem
Inhalt mehrzelligen Bau zusprechen zu dürfen, und in neuerer Zeit
hat auch Simroth (XI, 9) die Einzelligkeit der Schleimdrüsen ge-
leugnet, was Nalepa (VIII, 240) dem Vorkommen von Zerreissungen
der Tunica bei allzufeinen Schnitten zuschiebt. Die Vermutung
Leydigs (II, 225), dass einzelne der in Rede stehenden Gebilde
mit Nervenendigungen ausgestattet, somit vielleicht Organe eines
sechsten Sinnes seien, hat bislang keine Bestätigung gefunden. Die
dem Epithel nahe gerückten Drüsen entsenden einen Ausführungs-
gang zwischen den Cylinderzellen desselben hindurch. Semper
entdeckte ferner in manchen Schleimzellen Ansammlungen kleiner
blasser Körperchen von Schleifsteinform, die sich im Hautschleim
wiederfanden und Leydig verzeichnete ihr Vorkommen bei den
verschiedensten Arten der Gattungen Helix, Arion und Limax.
Das Bestehen von Farbdrüsen wies zuerst Gray nach (London
medical gazette I, 830); Semper teilte ihnen die Aufgabe zu, die
bunte Streifung der Schale zu erzeugen und liess die ebenfalls ein-
zelligen Kalkdrüsen ihren Inhalt nur dem Hautschleim beimischen,
während das Wachstum der Schale seine Ursache in einer durch
das Mantelepithel diffundierenden, Kalk in Lösung führenden
Flüssigkeit haben sollte. Dagegen gaben Leydig seine ausgedehnten
Untersuchungen Grund zu der Annahme, dass Farb- und Kalk-
drüsen gleichwertige Bildungen seien, deren Sekret nur die ver-
schiedenartige Zusammensetzung des Schleimes bedinge, nicht aber
der Entstehung des Gehäuses zu Gute komme. Mit gewichtigen
Gründen stützt er ferner seine Ansicht, dass der Reichtum des sub-
epithelialen Gewebes an kalkführenden Zellen ein Reservoir ver-
gleichbar dem Fettkörper der Arthropoden darstelle. Und in der
That, wenn man bedenkt, wie arm an Fettmaterial der Leib eines
302 Arnold Jacobi:
Molluskes entgegen unserem Ausdrucke „schneckenfett“ ist, da
eigentlich nur das Darmepithel Fetttröpfchen birgt, so darf man die
Deutung des Altmeisters tierischer Gewebelehre wohl für beachtens-
wert halten.
Was den Ursprung aller drei Arten von Hautdrüsen, der Schleim-,
Farb- und Kalkdrüsen betrifft, so spricht sich Leydig dahin aus,
dass die beiden letzteren umgewandelte Bindesubstanzzellen seien,
mithin der sogenannten Lederhaut genetisch und morphologisch
angehören, und erklärt sich mit F. Boll dafür, dass die Schleim-
drüsen umgebildete, vergrösserte und nach einwärts gewachsene
Epithelzellen seien, ohne uns diese Ansicht zu beweisen. Flemming
(VI, 462 sq.) dagegen hält die Schleimdrüsen für nichts Anderes
als die bekannten grossblasigen Zellen des Bindesubstanzgewebes.
Ich muss diese Deutung Flemmings durchaus zu der meinigen
machen, zumal mich meine Wahrnehmungen, noch ehe ich seine
Arbeit hierüber kannte, zu demselben Ergebnis kommen liessen.
Der Mantelrand einer Helix zeigt nämlich auf Sagittalschnitten die
Schleimzellen in allen Stadien und Lagerungsverhältnissen, bald in
der Tiefe liegend und von einer Bindesubstanzzelle kaum zu unter-
scheiden, bald mit randständigem Kern und Plasma und nach dem
Epithel hin vorlagert, wobei die ursprünglich runde oder eiförmige
Gestalt allmählich in die birn- oder becherförmige einer echten
einzelligen Schleimdrüse übergeht und zuletzt der zipfelförmig aus-
gezogene Hals sich zwischen die Öylinderzellen drängt. Demgegen-
über verschwindet die Zahl derjenigen Epithelzellen, welche an-
scheinend eine Formveränderung zu Gunsten einer schleimführenden
Becherzelle eingehen.
Nachdem wir uns den histiologischen Bau des Mantelrandes in
grossen Zügen klar gemacht haben, gehen wir an die Betrachtung
der Verhältnisse, wie sie bei Amphidromus vorliegen. Der Quer-
schnitt des Mantelrandes (fig. 7) zeigt nicht die wulstige Form wie
bei einer typischen /lelix, sondern ist keil- oder messerförmig. Das
Integument ist in zahlreiche grössere und kleinere Furchen und
Wälle gefaltet, die, wie. schon Flemming (VI, 446) bei der Schilderung
der Landschneckententakel hervorzuheben für nötig fand, keine
Folge von Schrumpfung oder Muskelzug, sondern eine ursprüngliche
Erscheinung sind. An der Oberseite, welche in die Atemdecke
übergeht, ist es derber und für Farbstoffe empfänglicher als auf der
dem Nacken zugekehrten Seite. Unter ihr liegt das körnig ver-
ästelte Pigment, welches den bleiblauen Farbton des Eingeweide-
sackes hervorruft. Von Muskeln überwiegen der Richtung nach
die auf der Längsaxe des Mantelrandes senkrechtstehenden Fasern.
Der Spitze desselben zunächst scheint freier Kalk in kleinen Con-
cretionen abgelagert zu werden, wie dies auch Semper (XIII, 342)
verzeichnet.
In reicher Zahl sehen wir der Innenseite zugekehrt die grossen,
schleimhaltenden Bindesubstanzzellen, dem Epithel zustrebend und
als Schleimdrüsenzellen ihre Ausführungsgänge zwischen dieses
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 303
schiebend (fig. 7 sd), ebenso die uns bekannten Farb- und Kalk-
drüsen (fh). Längs- und Querstämme von Blutgefässen (bl, bq)
führen dem schwammigen Gewebe die Hämolymphe zu. An der
Oberseite des Mantelrandes liegt endlich ein Gebilde, das meiner
Ansicht nach bisher nicht die richtige Deutung erfahren hat und
bei dem ich daher etwas verweilen möchte. Eine Besprechung
desselben bei den verwandten Heliceen finden wir in den Unter-
suchungen Longes und Mers (X). Sie beschreiben eine Furche
(„sillon palleal“), die dem Mantelrande parallel läuft und an deren
Grunde sich zahlreiche Drüsensäckchen öffnen. Hinter der Furche
dringt ein Keil von epithelialen Becherzellen in das Gewebe des
Mantels ein („organe &pithelial“). Beide Gebilde sollen als „appareil
cutogene* die Bildung der Schalencuticula zu besorgen haben.
Während das organe £pithelial sich nur beim jungen Tiere und
zwar bereits in den Eihüllen findet, nach der Wachstumsperiode
aber schwindet, bleibt der sillon palleal und verliert nur allmählich
die am Grunde gelegenen Drüsensäckchen. Die Verfasser ver-
muten, dass dieser sillon Schleim, vielleicht mit Conchyolin gemischt,
absondert, dem die Becherzellen des organe £&pithelial ihren körnigen
Inhalt beimengen.
Ein Decennium später veröffentlichte ein anderer französischer
Forscher, Moynier de Villepoix, ohne von der Arbeit seiner
Vorgänger in derselben Zeitschrift Kenntnis zu haben, die Er-
gebnisse seiner Untersuchungen über die Bildung der Schnecken-
schale (XXIII), worüber er bereits vorher Mitteilungen in einer
„These“ und einem „Mömoire“ gemacht hatte; beide waren mir
nicht zugänglich. Er nennt die Mantelfurche „gouttiere .‚pall&ale“,
den hinter ihr liegenden Drüsenkomplex „bandelette palleale* und
lässt jene die Bildung der Cuticula, diese die Absonderung des
Schalenkalkes bewirken, behauptet aber im Gegensatze zu Longe
und Mer, dass die beiden Organe nach Erreichung der Wachstums-
grenze zu gleicher Zeit dem Schwunde anheimfielen. Seine zweite
Veröffentlichung (XXIV) stellt die Priorität der Herren Longe und
Mer fest und erweitert die früheren Mitteilungen dahin, dass die
bandelette auch Kalk in Lösung abscheide.
Wenngleich die drei französischen Forscher zuerst eine genauere
Untersuchung unseres Gebildes vorgenommen haben, dürfen sie
sich doch nicht als die ersten Beobachter desselben ansehen, denn
schon Meckel sagt in seiner oft zitierten „Micrographie etc.“
(VII): „In dem Mantelsaume der Heli öffnen sich durch feine
Poren unzählige Drüschen, welche bei feindlicher Berührung schnell
einen weissen, schleimigen Saft durch Contraction entleeren. Der
Saft enthält viel Kalk in kleinen Körnchen und dient namentlich
zur Bildung und Ausbesserung der Schale. Die Kalkdrüschen sind
kurze, mit sackigen Erweiterungen versehene Schläuche, am Ende
angeschwollen. Ihr Epithelium besteht aus grossen Zellen, in deren
Substanz mehr oder weniger solche Körnchen abgelagert sind, wie
sie im Sekret vorkommen, oft die Zellen ganz erfüllend. Bei
304 Arnold Jacobi:
Zusatz von Säure verschwinden die Körnchen unter Entwicklung
von Kohlensäure, durch Kali werden sie nicht verändert.“
Endlich beschäftigt sich Nalepa in seiner inhaltreichen Arbeit
über Zonites, Helix und Limax (VIII) mit dem interessanten Gegen-
stande. Er führt die Darlegungen Longes und Mers an und fährt
fort: „An Querschnitten zeigt sich, dass die oben erwähnte Mantel-
furche eine ziemlich tiefe Rinne ist, die auf ihrem Grunde blind-
sackartige Ausstülpungen zeigt, so dass man an Flächenschnitten
ein Bild erhält, als hätte man es hier mit aneinander gereihten
tubulösen Drüsen zu thun. Das Epithel unterscheidet sich nicht
von jenem der äusseren Partien des Mantelsaumes. .... Sowohl
von den Drüsenzellen der Mantelfurche als auch von den (hinter
dieser liegenden) Becherzellen wird die Cuticula der Schale ge-
bildet.“
Ich für meine Person kann den Schlussfolgerungen aller der
genannten Forscher nicht beistimmen. Nalepa scheint der fraglichen
Furche nur eine gewisse Aehnlichkeit mit einer tubulösen Drüse
zuzugestehen und bildet sie ohne jede Ausgliederung ab, hält auch
das auskleidende Epithel von dem des übrigen Mantelrandes für
nicht verschieden. Demgegenüber möchte ich auf meine Figuren
8—11 verweisen, die, etwas schematisirt, einige Drüsensäckchen
aus dem Mantelrande von Helix pomatia auf dem Sagittal-, Frontal-
und Flächenschnitte vorstellen — das Bild „einfach zusammen-
gesetzter“ tubulöser Drüsen, wie man es typischer nicht leicht finden
dürfte. Das Epithel der Furche ist meiner Meinung nach durch
seine plötzlich auftretende Mächtigkeit und die Formveränderung
der Kerne recht wohl von dem der übrigen Theile des Mantelrandes
unterschieden (Fig. 8 und 9). Ebensowenig kann ich zugeben, dass
mit dem zunehmenden Alter des Thieres eine Reduktion der Aus-
sackungen stattfände, wie Longe und Mer behaupten. Wäre die
Mantelfurche eine Bildungsstätte des die Schale ganz oder theil-
weise aufbauenden Materials, wofür man den physiologischen und
chemischen Beweis bisher schuldig geblieben ist, denn der ganze
Hautschleim ist reich an Kalktheilchen, so liesse sich erwarten, dass
die Jahreszeit Unterschiede in der Ausbildung des Organs bedingte.
Wie wenig dies jedoch der Fall, lehren Fig. 8 und 9: jene stammt
von einer Helix, welche im April während des lebhaften Wachs-
thums des Gehäuses getötet wurde, diese zeigt die Verhältnisse,
wie sie Anfang Dezember im tiefen Winterschlafe bestanden, ohne
dass beide Stadien einen Unterschied wahrnehmen lassen. Vielmehr
glaube ich, dass die Absonderung der Baumaterialien durch die in
so mächtiger Verbreitung dem Mantelrande eigenen Hautdrüsen,
nenne man sie nun Farb-, Kalk- oder Schleimdrüsen, insbesondere
aber durch die von Nalepa hervorgehobenen und von den fran-
zösischen Zoologen ausdrücklich dafür in Anspruch genommenen
flaschenförmigen Epithelzellen stattfindet. Nicht übergehen möchte
ich endlich eine Beobachtung Tullberg’s am Mantelrande von
Buceinum wundatum. Ex sagt (IX, 43): „Innerhalb des grössten
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 305
Teiles des inneren Mantelsaumes läuft eine erhöhte, scharf begrenzte
Falte und der ausserhalb derselben befindliche Teil des Mantels ist
mit ziemlich langen, gelblich pigmentierten Cylinderzellen besetzt.
Nach aussen, gerade an dem Mantelrande, grenzen diese an das
Flimmerepithel, welches die innere Seite des Mantels bekleidet, und
auf der äusseren Seite der obengenannten Falte nehmen sie schnell
an Länge ab... Ausserhalb dieses pigmentierten Epithels liegt
längs des äusseren Mantelsaumes eine höchst eigentümliche Drüsen-
masse. Diese Drüsenmasse liegt in dem Bindegewebe des Mantel-
randes eingesenkt und besteht aus einer Menge kolbenähnlicher an
einander gehäufter Zellen. Nach aussen schmälern sie sich zu
fadenähnlichen Ausführungsgängen ab,... und scheint es, als ob
die Mündungen der Drüsenzellen ein breiteres oder schmäleres Band
von der Fläche des erwähnten Randes allein einnehmen; wenigstens
habe ich zwischen diesen fadenähnlichen Ausführungsgängen keine
Epithelzellen entdecken können.“ — Die zugehörigen Figuren lassen,
was das erstangeführte stark verlängerte und pigmentierte Epithel
angeht, eine gewisse Aehnlichkeit mit der, freilich höchst reducierten,
Mantelfurche einer Helix erkennen, während die sonderbare Drüsen-
masse sehr den oft genannten flaschenförmigen Becherzellen, der
bandelette palleale, gleichen. Tullberg hält es wenigstens nicht
für unmöglich, dass hier die Bildung des Periostracums stattfinde,
wennschon es eigentümlich sei, dass dieses durch eine besondere
Drüse abgesondert werden solle, da im Uebrigen die ganze
Schale durch das Epithel des Mantels gebildet werde.
Nach all diesen Erörterungen treten wir vor die Frage, welche
Bestimmung hat nunmehr die Mantelfurche, der sillon palleal? Ich
habe mir darüber folgende Ansicht gebildet.
Die ganze äussere Haut einer Landschnecke ist mit einer
Schleimschicht bedeckt, welche von besonders organisierten Geweben
unablässig abgesondert das Tier vor den Einflüssen der Athmosphärilien
schützt, ihm seine absonderliche und immer gleichmässige Bewegung
über die verschiedenartigsten Unterlagen ermöglicht, Fremdkörper
entfernt, als Ekelstoff oft eine wirksame Schutzwaffe ist. Nur eine
so grosse Anzahl winziger Apparate, wie es die einzelligen Haut-
drüsen sind, kann diesen Stoffin der gleichbleibenden Menge liefern,
welche die Lebensbethätigungen der Schnecke verbrauchen. Woher
aber stammen die kolossalen Schleimmassen, welche ein plötzlicher
mechanischer und noch mehr ein chemischer Reiz mit einem Male
zur Absonderung gelangen lässt? Nirgend anders her als aus der
Tiefe der Mantelfurche, der Schleimsäckchenrinne, wie man sie
ihrer Funktion nach nennen könnte. Schon. die einfachste Beob-
achtung lehrt, dass die Entstehung solcher heftiger Secretionen am
Mantelrande platzgreift, und das grausame Experiment einer Ab-
tragung und Zerstörung dieses Körperteils würde sicher den Beweis
e contrario liefern. Nur ein voluminöses, in Muskelstränge ein-
gebettetes Organ wie das in Rede stehende ist zu solcher Leistung,
die sich oft wiederholen kann, befähigt; dabei braucht man die
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.I. H.3. 20
306 Arnold Jacobi:
Möglichkeit des Austretens von wässriger oder seröser Flüssigkeit
bei heftigen Reizen durch Gefässrupturen nach den Versuchen
Nalepas nicht ausser Acht zu lassen. Ich stütze meine Ansicht
auf keinen geringeren als Meckel, der, wie oben mitgeteilt, ähnliche
Gedanken über die Thätigkeit der „Kalkdrüschen‘“ hatte, wenngleich
ihm andere Abscheidungsprodukte vorschwebten.
Nach dieser Vorbesprechung kann ich mich über die Verhält-
nisse bei Amphidromus kurz fassen. Auch er besitzt die Schleim-
säckchenrinne und zwar liegt sie auf der Oberseite des Mantel-
randes etwas entfernt von seiner Kante und stellt eine tiefe Ein-
buchtung des Epithels vor, das sich in die Tubuli der Drüsensäckchen
fortsetzt (fig. 7, sr.). Figur 12 zeigt eine Reihe derselben auf dem
Frontalschnitte und korrespondiert mit Figur 10 von Helix pomatia.
Ein Sagittalschnitt lässt die Drüsen dem blossen Auge als dunkle
Flecken von !/,—1l mm Grösse erscheinen. Wenn die Verzweigung
der tubulösen Drüsen keine so reiche Ausbildung zeigt wie bei
Helix, so mag die Schuld an der starken Einwirkung des mangel-
haften Fixierungsmittels liegen, welcher der Mantelrand unter allen
Weichteilen natürlich am ersten ausgesetzt ist.
Ueber das System der grossen Körpermuskeln habe ich
Folgendes in Erfahrung gebracht; als Beispiel diene ein links-
gewundenes Exemplar von A. interruptus (fig. 13). Der Columellar-
muskel (sp) entsendet ziemlich in gleicher Höhe die beiden Seiten-
retraktoren (rd, rs) und den massigen, perlmutterglänzenden Rück-
zieher des Schwanzteiles (re). Vom rechten Seitenretraktor zweigt
der retractor pharyngis (rph) ab, unterhält aber die Verbindung
mit ihm durch ein schräges bindegewebiges Band mit eingelagerten
Muskelfasern (sb), das bei dem ersteren ungefähr die Hälfte, bei
dem letzteren ein Drittel seiner Länge einnimmt. Schon auf halben
Wege geht von jedem Seitenretraktor der Ommatophorenretraktor
(t,) ab, bleibt aber durch Bindegewebe und einzelne Muskelzüge
mit ihm verbunden und giebt beim Beginne seiner braunen Pig-
mentierung den Rückzieher des kleinen Tentakels (t;) ab. Beide
Seitenretraktoren zweigen halbwegs einen Sohlenretraktor ab (srd,
srs), der gleich zu Anfang sich teilend einen starken Arm zum
anderen Teile des Fusses unterhalb der Mundmasse entsendet,
während vier bis fünf schmälere Bänder sich rückwärts biegend in
die Sohlenmuskulatur verlaufen. Einige schwache Stränge verbinden
endlich die Ursprungsstelle der Seitenretraktoren mit dem Rück-
zieher des Schwanzteils. Bei A. chloris sind die Verhältnisse fast
ebenso wie die geschilderten, jedoch zweigt sich das Schrägband
sb noch früher vom retractor pharyngis ab als bei A. interruptus.
Verdauungsorgane. Die Mundöffnung wird von zwei
fleischigen Mundlappen oder Lippen gebildet, deren unterer von
dreieckiger Form ist und in einen vom oberen gebildeten Winkel
hinein passt. Hinter ihnen folgt der unter einer fensterartig durch-
scheinenden Stelle des Schlunddaches gelagerte schwach odon-
tognathe Kiefer (Fig. 14). In hohem Grade spröde und brüchig
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 307
besitzt er bei oben kastanienbrauner, unten sämischgelber Farbe
eine flache Bogenform mit schwacher Verjüngung an den Seiten
und einer mässigen Einschnürung in der Mitte, welche durch
stärkere Krümmung der unteren Kante entsteht. Er ist aus flachen
verschieden breiten Plättchen zusammengesetzt, welche von deut-
lichen Furchen getrennt dem Rande eine kaum wahrnehmbare
Zähnelung verleihen. Die Zahl der Platten ist bei A. chloris 7 bis
13 und zwar liegen schmälere Mittelplatten zwischen zwei breiten
Endgliedern, bei A. interruptus 26—27 von beinahe gleicher Breite,
wogegen Semper bei letzterer Art „etwa 30 sehr verschieden
breite Leisten“ notierte. Eine jede Platte wird in der Quere von
feinen parallelen Linien überzogen, die sich an den Grenzkanten
der Platten nach einwärts biegen wie die Isohypsen auf einer
topographischen Karte. Die Länge des Kiefers ist 7 mm, die
Breite 2-——2,5 mm. Die Zähne der Radula sind in Querreihen von
der Form eines nach hinten offenen steilen Winkels mit etwas ge-
schweiften Schenkeln angeordnet — eine Eigenheit der Gattung.
Die Zahl der Glieder einer Querreihe beträgt bei A. interruptus
ausser dem Mittelzahn jederseits 102—112 Seitenzähne; bei A.chloris
war die Feststellung des Zahlenverhältnisses nicht möglich. Bei
der ersteren Art (vgl. fig. 24) decken sich die ersten 3—20 Seiten-
glieder teilweise und zwar auf der einen Seite gewöhnlich mehr
als auf der andern. Der Rhachiszahn besitzt eine äussere und
eine innere Seitenspitze, an den Seitenplatten tritt sogleich eine
äussere Seitenspitze auf, welche sich mit der wachsenden Reihen-
zahl verkleinert. Bei den ersten Seitenplatten ist der Mesodont
breit und kurz, der Entodont nach innen gerichtet, bereits von der
4. an biegt sich dieser aber nach unten und endlich nach aussen,
während der Mesodont sich verschmälert und in den letzten Reihen
bei gleichzeitiger Axendrehung nach aussen länger wird.
Der linke und der rechte 1. Seitenzahn von A. chloris ist (un-
symmetrisch) verschieden gestaltet, in der Art, dass bei jenem der
Mesodont seitlich nach aussen gerichtet und grösser als der Ento-
dont ist, bei diesem aber eine den Längsreihen parallele Richtung
einnimmt und an Grösse den Entodonten gleichkommt (fig. 25, 11,
Ir). Jene centrifugale Richtung der Zahnspitzen tritt allmählich
bei den übrigen Seitenplatten auf und erstreckt sich auch auf den
Entodonten. Ausserdem besitzen alle Seitenzähne eine winzige
kegelförmige innere und eine grosse hakenförmige äussere Neben-
spitze, welche auf den äusseren Reihen sich etwas verbreitert und
über den Mesodonten hinausragt. Die Breite des Mittelzahnes be-
trägt bei A. interruptus 0,017, bei chloris 0,039 mm, die der Seiten-
zähne bei jenem 0,024, bei diesem, 0,054—0,06 mm; die Zähne
der letzteren Art sind demnach unverhältnissmässig grösser.
Die Unterlage der Reibeplatte bildet der Zungenknorpel!) oder
!) Die häufige Verwendung des historischen Begriffes „Knorpel“ müsste
in der Malacozoologie vermieden werden, da seither so manches dem Auge oder
20*
308 Arnold Jacobi:
Stützbalken, ein schöpflöffelartiges Gebilde, dessen Hinterenden
divergieren und mit der Innenwand des Pharynx verwachsen. Die
oberen Ränder des Löffels sind durch parallele Furchen etwas ge-
zähnelt; unterhalb des Randes läuft eine tief pigmentierte Zone (fig. 15).
Zwischen die Wände des Organes erstreckt sich eine messerförmige
Verlängerung der hinteren Pharynxwand, welche Plate bei Oncdium
eingehend beschreibt (XXII, 106) und „Kolben der Zungenscheide*
nennt. Sie wird von den hinteren Mittelpartien der Radula bedeckt.
Derselbe Forscher unterscheidet nach dem histiologischen Verhalten
drei verschiedene Arten von Stützbalken der Raspel bei den Gastro-
poden: den bindegewebigen, den aus blasigen Bindegewebszellen
und Muskeln gemischten, und den rein muskulösen, von welchen für
Amphidromus der letztere Typus von mir festgestellt wurde, und
zwar bestand der Stützbalken auskurzen und starken, meist palissaden-
artig neben einander gestellten Muskelfasern.
Der Schlundkopf (fig. 16, ph) hat die Form einer plumpen
Birne, zeigt beiderseits hinten die an den Spiritusexemplarer meist
etwas geschrumpften blasigen Erweiterungen — von Plate „Hinter-
backen“ genannt — an welche sich je ein Arm des Pharynxretrak-
tors ansetzt, und verschmälert sich hinten zu der scharf keilförmig
heraustretenden Radulascheide (rs). In das erste Drittel der Ober-
seite mündet der sehr kurze und enge Oesophagus, dessen er-
weiterte Fortsetzung der Magens bildet. Schon oft hat man sich
gegen die Uebertragung eines Begriffes physiologischer Natur wie
„Magen“ auf diesen Teil des Darmkanales ausgesprochen, der doch
nur ein geräumiges Behältnis ohne zerkleinernde oder umsetzende
Thätigkeit seiner Wandungen darstellt, vielmehr nur die Bezeichnung
„Kropf“ verdient. Zumal unsere Gattung lässt bei den von mir
untersuchten Arten bei prall mit Nahrungsstoffen gefülltem Darm
jedwede Gliederung vermissen; vom Ende des Oesophagus bis zum
Blindsacke oder Pylorus ist die Weite des Rohres nahezu die gleiche,
wie es Fig. 16 darstellt. Die weisslichen Speicheldrüsen (spd)
sind in zwei durch eine schmälere Brücke verbundenen Complexen
durch fingerförmige Ausläufer an die obere Wand des Vorderdarmes
angeheftet und ergiessen ihren Saft durch zwei fadenförmige Gänge
vor der Einmündung des Oesophagus in die Mundhöhle.
Der Magenabschnitt des Darmrohres endigt mit einer Er-
weiterung, dem bekannten Blindsacke (bls), welcher die Mündungen
der beiden Leberlappen unter noch zu besprechenden Verhältnissen
aufnimmt. Alsdann schmiegt er sich ungefähr 10 mm lang dicht
an die Basis an, um in den vorderen Teil des grösseren Leber-
abschnittes. eintretend die gewöhnliche Sförmige Krümmung zu
Tastgefühl knorpelartig erscheinende Gebilde der mikroskopischen Prüfung
andere Gewebsformen offenbarte; vergl. die „Knorpelelemente‘‘ des Penis.
Dasselbe gilt, wie weiterhin bemerkt werden wird, von jenem Organe, und
dürfte deshalb die Bezeichnung „Stützbalken der Reibeplatte‘“ (Plate) vor-
zuziehen sein.
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 309
machen, worauf er das Diaphragma durchbricht, am oberen Rande
der Atemhöhle mit gerunzelter Oberfläche und vom Ureter begleitet
verläuft (fig. 4), endlich mit der Afteröffnung durch den Mantelrand
nach aussen sich öffnet.
Die Leber (Verdauungsdrüse, Mitteldarmdrüse, Hepatopancreas)
zeigt nicht die massiven, scharf begrenzten Formen der Verdauungs-
drüse einer typischen Helicide, welche darin an die anderen
Vertebraten erinnert. Die Gliederung in besondere Abschnitte ist
nicht so deutlich, die Verbindung mit der Wand des Eingeweide-
bruchsackes eine äusserst innige und die Lage zur Zwitterdrüse
keine so dominierende wie bei den Nachbarformen. Näheres dar-
über beim Geschlechtsapparat. Im Übrigen weist die Drüse
eine Differenzirung in zwei Abschnitte, einen grösseren unteren und
einen kleinen oberen auf (fig. 161g und Ih), ersterer vom Dia-
phragma aus durch einen Umgang sich erstreckend, letzterer vom
Blindsacke ab die letzten Windungen bis zur äussersten Spitze be-
gleitend. Obgleich der grössere Abschnitt die lappige Zerteilung
der Helixleber vermissen lässt, zeigt doch die Figur zwei Teile:
den vorderen oblongen und hinteren zungenförmigen, die an der
Berührungsstelle mit dem Bindsacke verschmelzen. Die beiden
Gallengänge sind kurz, eng, dünnwandig. Die Dicke der Mittel-
darmdrüse ist im Verhältnis zu ihrer Flächenausbreitung eine
geringe: im ersten Abschnitte mag sie 2—3, an der Spitze 0,5 mm
betragen. Auch erscheint das Gefüge vorn noch einigermassen
dicht, wird aber hinten, d.h. der Spitze zu, schnell schwammig
und zeigt endlich einen Bau ähnlich dem Profil einer Bienenwabe.
Was die innere Reliefbildung des Pulmonatendarmes anlangt,
so stützen sich unsere Kenntnisse hiervon hauptsächlich auf die
kleine Arbeit Gartenauers (XX), welcher u. a. das Verdienst
hat, verschiedene ältere aber angezweifelte Beobachtungen Cuviers
und R. Leuckarts als richtig nachgewiesen zu haben.
Beide Amphidromus zeigen in der Speiseröhre und im
Magendarm jenes System langverlaufender Parallelfalten mit feiner
Zieckzackkrümmung, wobei eine schwächere mit einer stärkeren ab-
wechselt, und das neben muskulösen Elementen ein zierliches
Schwellnetz von Blutgefässen dem bewaffneten Auge darbietet,
welch letzteres Simroth (XIla, 11) ahnte und Nalepa (VIII, 246)
fast gleichzeitig durch kunstvolle Injektionsversuche an einheimischen
Stylommatophoren nachwies. Vor dem Blindsacke verstreichen die
Falten, und es treten zwei Wülste auf, die der Innenfläche des-
selben ein besonderes Gepräge verleihen, nicht zu vergessen ihrer
physiologischen Bedeutung, nämlich der Leitung des Lebersecretes.
Die erste genaue Beschreibung und Abbildung dieser Wülste bei
Helv lieferte Gartenauer, welcher aus der Anordnung der Gallen-
gang-Mündungen den Schluss zog, die Säfte des grösseren Leber-
lappens ergössen sich in den Magen, die des kleineren in den
Dünndarm, und Nalepa (VIII, 246) hält die von den Wülsten ge-
310 Arnold Jacobi:
bildete Rinne für nötig, um bereits den Magencontentis die ver-
dauenden Säfte zukommen zu lassen.
Der geöffnete Blindsack von Amphidromus (fig. 17, links-
gewundenes Exemplar) zeigt die beiden Falten, aber mit bedeut-
samen Abweichungen. Während nämlich bei /leliw, Arion und
Limax dieselben sich vor den Mündungen der Gallengänge schroff
absetzen, diese selbst aber räumlich ziemlich getrennt sind, liegen
letztere bei den von mir untersuchten Species sich fast gegenüber
an der Innenseite der beiden Wülste, welche sich im Winkel um
das zugehörige orificium ducti choledochi herumbiegen, ohne Ver-
längerungen in den Mitteldarm zu senden. Die Einrichtung wie sie
hier ist scheint geradezu darauf hinzuzielen, nur dem „Magendarm‘“
den hepatopancreatischen Saft zu spenden, denn es ist leicht er-
sichtlich, dass bei geschlossenem Blindsack die umgebogenen Enden
der Wülste sich aneinanderlegen und jener Flüssigkeit den Weiterweg
versperren werden. Wie die beiden Typen und die von ihnen ge-
schaffenen Verhältnisse mit ihrer gemeinsamen Bestimmung in Ein-
klang zu bringen sind, ist eine Frage, die der Beantwortung harrt.
Im weiteren Verlaufe zeigt der Mitteldarm nur schwache Relief-
bildung; ganz vermisst wird das zierliche Netzwerk von Strängen
dicht vor dem Eintritt des Darmes in die Lungenhöhle (//elix u. a.),
ebenso die darunter liegenden von Gartenauer!) beschriebenen Drüsen
(XX, 32). Der Enddarm schliesslich ist in seinem Verlaufe voll-
ständig glatt, bis erst die Ausmündung wieder auf ca. 6 mm starke
Längsfalten aufzuweisen hat. Die Muskulatur wird von äusseren
Ring- und inneren Längsfasern gebildet; in der Wand des End-
darmes liegt ein starker Längsmuskelschlauch, dessen einzelne Bündel
von dünnen Fascien umhüllt sind, zwischen zwei schwachen Ring-
muskelschichten.
Geschlechtsorgane. Die Untersuchungen Sempers und
Wiegmanns ergaben für die Morphologie des Geschlechtsapparates
der Gattung Amphidromus mancherlei Verschiedenheiten, und soweit
sie sich auf A. interruptus beziehen, auch Abweichungen von meinen
Befunden. Dies mag sich zum Teil daraus erklären, dass oben-
genannten Forschern junge oder geschlechtsunreife Exemplare vor-
lagen, doch reicht eine solche Annahme nicht hin, um den beträcht-
lichen Unterschieden im Bau z. B. des Penis und der weiblichen
Leitungswege Bedeutung abzusprechen. Vielmehr brauchen wir
nur an die neuerdings (von v. Jhering u. a.) wieder nachdrücklich
!) Die ihm unbekannt gebliebenen Aeusserungen Leuckarts über die
Darmdrüsen lauten: ‚Auf die Muskelschicht folgt eine dieke Drüsenschicht, die
aus eylindrischen, mitunter sehr langgestreckten und oft mit einem Haufen von
Fettkörnern anstatt eines Kernes versehenen Zellen besteht. Durch eine innere,
meist nur zarte Epithelschicht werden die letzteren zusammengehalten und
(z. B. bei Helix) zu kleinen Häufchen vereinigt, die nebeneinander liegen und
ziemlich regelmässig sich gegeneinander abgrenzen. In anderen Fällen scheinen
auch wirkliche Darmdrüschen vorhanden zu sein (XXV, 425).
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 311
hervorgehobene Wichtigkeit des vergleichenden morphologischen
Studiums der Genitalien an den einzelnen Arten grosser Gattungen oder
Unterabteilungen zu denken, welche ein ausgiebigeres Hilfsmittel
zur Gliederung derselben in natürliche Gruppen hergiebt als es die
Betrachtung der Schale und der Reibeplatte bisher zu liefern ver-
mochte. Da beide Arten zur Zeit vollkommener Entwicklung der
Genitalien gesammelt waren, so darf angenommen werden, dass die
vorgefundenen Verhältnisse den normalen Zuständen der Species
entsprechen, und dass hiervon ein Vergleich mit den uns durch
Semper und Wiegmann mitgeteilten Befunden auszugehen Berechtigung
hat. Auch zeigen A. chloris und interruptus im Bau dieser Organe
so geringe, nur auf schwache Grössendifferenzen bezügliche Ab-
weichungen, dass ich im Folgenden beide Arten gemeinsam be-
handeln kann.
Ein Blick auf die Darstellung des gesamten Geschlechts-
apparates (fig. 18) zeigt zunächst den Mangel distaler Anhangs-
drüsen bis auf das Flagellum des Penis. Die Zwitterdrüse (Zd)
ist verhältnismässig gross und ihr Zusammenhang mit dem oberen
kleinen Leberlappen kein so inniger, um der Freilegung der Drüse
durch das Messer Schwierigkeiten zu bereiten; die Farbe ist ein
schmutziges Graugelb. Sie berührt sich mit der inneren oder
Spindelseite der Bruchsackwandung und reicht auf einen dünnen
Boden von Lebersubstanz gebettet bis in die äusserste Spitze des
Gewindes. Von ähnlicher, wenn auch nicht ebenso erheblicher Aus-
dehnung scheint sich nach Wiegmann das Organ bei A. porcellanus
zu präsentieren, doch ist es ungeteilt. Charakteristisch ist nämlich
eine bei der Gattung bisher noch nicht beobachtete Teilung in drei
verschieden grosse Lappen, wovon die beiden unteren trapezoide,
der dritte obere aber langgestreckte Dreieckform aufweisen; das
Organ bekommt infolgedessen die Figur eines schmalen und spitzen
Kegels. Während der erste Lappen von seinem Nachbar voll-
ständig unabhängig ist, sind die beiden anderen weniger scharf,
aber immerhin deutlich wahrnehmbar getrennt. Mehrere feine Gänge,
auf welche die Acini konvergieren, verschmelzen innerhalb eines
jeden Lappens zu einem grösseren, und diese in der Dreizahl vor-
handenen Röhren vereinigen sich in einer aus der Figur ersicht-
lichen Weise zu dem Zwittergange, welcher kurze Zeit dünn-
wandig und gestreckt bald in die bekannte Mäanderform übergeht.
Beim Eintritt in die Eiweissdrüse findet sich bei unseren wie bei
Wiegmann’s Arten ein winziges Seitendivertikel, von v. Jhering,
dem Entdecker desselben bei Swccinea, als vesicula seminalis
gedeutet.
Die Eiweissdrüse (Ed) ist zungenförmig, weisslich, nicht
selten noch bedeutend gestreckter als auf der Figur und auf der
Innenseite eingebuchtet. An sie schliesst sich der Ovispermatodukt
(Osd), welchen eine graugelbe Prostata begleitet. Das Innere des
Uterus baut sich aus vielfach geknäuelten Gängen auf, deren
schwache Muskel- und Bindesubstanzmembran einen Belag von
312 Arnold Jacobi:
hohen ceylindrischen Eiweissdrüsenzellen bildet. Ihre Kerne lagern
am distalen Ende und nehmen Farbstoffe begierig auf. Der Ovi-
spermatodukt vereinfacht am Ende seines Verlaufes die Krausen-
form zu einer buchtigen drüsenarmen Röhre, welche scharf abgesetzt
in die Vagina (Vag) einmündet. Denn wohlgemerkt, es tritt die
Scheide als eigener, deutlich ausgeprägter Teil des Genitalapparates
auf, nicht als blosse Fortsetzung oder Erweiterung des Uterus, wie
die Abbildungen Semper’s und Wiegmann’s andeuten. Besonders
eindringlich macht sich diese Thatsache geltend, wenn man die
Vagina der Länge nach aufschlitzt, worauf die enge kreisförmige
Mündung des Eileiters in das weite Lumen des ersteren Organes
auffällt. Auch spricht der unten zu erörternde innere Bau für die
Auffassung als Scheide; sie hat nichts zu thun mit Simroth’s
„bursa copulatrix“ von Parmacella (Xlla, 32). Nach oben, nämlich
vom Genitalporus sich entfernend, verläuft die Vagina als Stiel des
receptaculum seminis, wobei sie jedoch in mehrere wichtige, unter
sich verschiedene Abschnitte zerfällt — Abschnitte, zu deren
Würdigung die Arbeiten der Vorgänger nichts beigetragen haben;
insbesondere ist Semper’s Abbildung und Beschreibung der Geni-
talien von A. interruptus (l ce. tab. XV, fig. 18) oberflächlich und
selbst unrichtie. Die Partie unmittelbar über der Uterusmündung
ist äusserlich nur eine Verlängerung der Scheide, sie besitzt den
gleichen Durchmesser, wennschon nicht mehr die gleiche Consistenz
ihrer derb-sehnigen Waldungen; bei einzelnen Exemplaren begegnete
ich vor der Verschmälerung zum Stiele des Receptaculums einer
seitlichen Erweiterung, wie sie die Figur darstellt. Haben wir
darin eine Spur des bekannten Divertikels der Heliciden zu er-
blicken, jenes Restes (Semper, v. Jhering) eines alten ductus
vesiculo-uterinus? Da eine Bezeichnung für den Abschnitt vom
orifiium uteri bis zum Ursprunge des Stieles fehlt, so nenne ich
denselben im Folgenden portio vaginalis receptaculi. Aeusser-
lich überzieht diese Partie eine reichliche Verästelung von Gefässen,
welche als Seitenstämme der arteria uterina die breite Mesenterial-
falte zwischen Spermovidukt und Receptaculum durchlaufen. Die
portio vaginalis verengert sich nunmehr zum eigentlichen dünnen
Stiel der Samenblase — unähnlich den Gattungsverwandten, deren
Stiel vom Ende der Vagina an bis zur Blase ganz oder nahezu
oleichmässig verläuft. Dicht vor der Einmündung in dieselbe ist er
mit dem Diaphragma verwachsen und zwar der Nierenbasis gegen-
über. Das Receptaculum ist meist sehr langgestreckt: Längs-
durchmesser von 18—20 mm wurden beobachtet. Fast immer und
besonders deutlich bei A. chloris ist das Ende der prall gefüllten
Blase in einen kleinen Zipfel ausgezogen, welchen auch Semper’s
Abbildung von A. maculiferus zeigt; Samenfäden habe ich nie in
dem Behältnis entdecken können, vielmehr nur jene geheimnisvolle
braune Krümelmasse, von der Simroth (XL, 215 tab. VIII, fig. 18
Ve) nach einem Exemplare von Lima variegatus annimmt, sie
stamme aus dem Epithel des unteren Oviduktes und sei eine Sub-
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 313
stanz, welche die Lebensfähigkeit des aufgenommenen Spermas zu
erhalten bezweckt.
Ein glücklicher Zufall mischte unter die mir vorliegenden
Exemplare von A. chloris ein Stück, welches sich augenscheinlich
im Stadium der weiblichen Brunst befunden hatte, da sein Ge-
schlechtsapparat folgende Veränderungen wahrnehmen liess. An
die ihrer kräftigen Muskelwandungen wegen nicht sehr nachgiebige
Scheide schloss sich eine mächtig, nämlich auf mehr als das Doppelte
des gewöhnlichen Umfanges erweiterte portio vaginalis; ihre strotzend
gefüllten Gefässe bildeten eine Art Schwellnetz, das dem Inneren
ein schwammiges Relief von tiefbrauner Farbe gab; die ganze Er-
scheinung erinnerte an den schwangeren Uterus eines Säugetieres.
Das Organ enthielt eine Spermatophore, die leider sehr bröcklich
und deshalb nur stückweise herauszunehmen war. Andeutungen
über die wahre Form mag Fig. 19 geben. Die Patrone war hell-
hornfarbig und von klebrigem Schleim umhüllt, ihren Inhalt bildeten
zahlreiche Samenfäden mit langem Kopf und ungefähr doppelt so
grossem Schwanzanhang (fig. 20), welche meist büschelweise zu-
sammenhingen.
Ueber die Vorgänge, welche bei der Aufnahme der Samen-
patrone in das Receptaculum s. i. platzgreifen, und über die Rolle,
welche sie dort spielt, könnte man sich vielleicht folgende Annahme
bilden. Der Penis des befruchtenden Individuums dringt möglichst
tief in die Vagina ein und giebt seine Spermatophore ab, welche
von den hochgradig gereizten Wänden der Portio, vielleicht unter
Nachhilfe der kräftigen Scheidenmuskulatur, in die Cavität der ersteren
hineingezogen wird. Hier mag zufolge von andauernden Reflex-
bewegungen, welche durch die Reizstacheln (denn auch als solche,
nicht blos als Haftapparate möchte ich die Spitzen der Spermato-
phore betrachten) der Patrone ausgelöst werden, ein Druck auf
dieselbe stattfinden, welcher früher oder später zur explosionsartigen
Entladung führt. Dabei wird ihr Inhalt, das Sperma, gegen die
Öeffnung des Stieles geschleudert und durch die Zusammenziehung
der Portiowandungen, welche zum Teil auch wohl die Folge von
Blutabfluss aus deren Schwellgeflechten sein dürfte, weiter aufwärts
in die Blase befördert, wobei vielleicht ein Flimmerepithel des Stieles
mitwirken mag. Ein Rückgleiten der Spermatophore in oder gar
aus der Vagina würden die gleich zu besprechenden geschlängelten
Falten des Organs zu verhindern wissen. Dass endlich die Hüll-
substanz der entleerten Spermatophore nicht wieder ausgestossen,
sondern an Ort und Stelle von Drüsenabsonderungen aufgelöst wird,
ist durch Beobachtungen so gut wie sicher festgestellt.
Die innere Oberfläche des weiblichen Leitungsappares ist
mannigfaltig gegliedert. Es verlaufen vom Beginn des rudimentären
Divertikels an sechs dicke und krausgewundene Wülste, die in der
et geradliniger und massiger werden, auch zwischen sich
niedrigere Falten aufnehmen, bis kurz vor der Einmündung in die
Geschlechtskloake jene Schlängelung wieder auftritt.
314 Arnold Jacobi:
Werfen wir nunmehr einen Blick auf den Bau des männ-
lichen Apparates. Kurz vor der Einmündung des Uterus in die
Scheide zweigt sich das vas deferens (Vd) ab und verläuft faden-
förmig unter dem jeweiligen Ömmatophorenretraktor (Or) zum Penis,
wo sich nach oben ein langes Flagellum (Fl) anschliesst. Die
Abmessungen dieses letzteren zeigen beträchtliche Verschiedenheiten
innerhalb des Genus. Ein verhältnismässig langes Flagellum be-
sitzen A. maculiferus (Semper), chloris und ?nterruptus (nach meinen
Befunden), ein sehr kurzes dagegen die von Wiegmann untersuchten
A. Adamsi, porcellanus und contrarius; die grossen Arten scheinen
demnach einen längeren Anhang zu besitzen. Es folgt sodann der
Abschnitt des eigentlichen Penis (P), welchen Simroth mangels
eines kürzeren Ausdrucks „Patronen- oder Spermatophorenstrecke*,
v. Jhering später „Epiphallus“ nannte, Seine Länge übertrifft
die des Flagellums noch um einiges, die Weite nimmt kurz vor der
Ansatzstelle des Rückziehmuskels beträchtlich zu. Dieser (Rp) ist
sehr kurz (ca. 4 mm), breit und kräftig und heftet sich weit vorn
an das Epiphragma an. Der Penis erweitert sich sodann zu einem
kugelig aufgetriebenen scheidenartigen Teil, welcher in die Ge-
schlechtskloake mündet. Die Anatomie des Geschlechtsgliedes
macht uns noch mit folgenden Erscheinungen bekannt. Innerhalb
des Flagellums treten 4— 5 feine Längswülste auf, welche beim
Uebergang in die „Patronenstrecke* sich mehr aufwölben und
einen geschlängelten Verlauf nehmen, wobei jede Windung nach
der Seite eine feine Querfalte entsendet (fig. 21), sodass das System
dieser Faltenbildungen bei starker Lupenvergrösserung ein sehr
zierliches Reliefbild bietet. Unterhalb der Ansatzstelle des Retraktors
verschmälern sich die Wülste bedeutend. Semper verzeichnet
eine ähnliche Faltenbildung bei A. maculiferus und Wiegmann bei
A. porcellanus. Beim Auseinanderlegen der Penisscheide erblickt
man ein Organ, welches die Spitze des ganzen Penis darstellt, von
Semper (XIV, 5) etwas vieldeutig als „Penispapille“ bezeichnet.
Nach Lage, Bau und Aufgabe wäre eine Deutung als „Glans“ wohl
am Platze. Die Betrachtung zeigt uns (fig. 22) einen bei den
stark kontrahirten Spiritusobjekten knapp 5 mm langen kräftigen,
drehrunden Zapfen, auf dessen Aussenfläche eine Anzahl Ring-
furchen sich mit sehr feinen Längslinien rechtwinklig kreuzen. An
der Spitze mündet der ductus ejaculatorius von drei zipfelförmigen
Fortsätzen umschlossen, welche in die oben beschriebenen inneren
Längsfalten auslaufen — ein „pyxicauler“ Penis im Sinne v.
Jhering’s. Es erinnert an diese Bildungsform eine Abbildung der
Penispapille von Helix (T'helydromus) ima bei Semper (l. c. tab.XV,
fig. 22), bei der die Glans ebenfalls dreiteilig mit medianer Oeff-
nung des Samenleiters, aber bedeutend breiter ist als der hinter
ihr liegende Teil des Gliedes. Was uns von den übrigen Arten der
Gattung Amphidromus bekannt ist, zeigt in Bezug auf die Form
der Penispapille, die Lage der Ausmündung des Leitungsweges,
die verschiedentlichen Anhangsgebilde (Wiegmann!) u. a. m. recht
Anatomische Untersuchungen an malayischen Landschnecken. 315
beträchtliche Abweichungen!) — derart, dass wir unter Berück-
sichtigung der Verschiedenheiten in der Bildung der Geschlechts-
drüse, des Receptaculums, des Flagellums, anderer Organsysteme
nicht zu gedenken, vor die Frage gestellt werden, ob die einzelnen
Arten der Gattung wirklich untereinander gleichwertig sind.
Die Innenfläche der Penisscheide ist mit sehr charakteristischen
Längswülsten (fig. 22° W) ausgekleidet, welche in der Zahl acht dicht
unter dem Ursprunge der Glans fast unvermittelt sich emporwölben,
etwas gewunden ca. 7mm weit verlaufen und mit den Enden meist
paarweise in Verbindung treten, dabei tiefe Buchten zwischen sich
bildend. Da beim Hervortreten des erigierten Penis die Penisscheide
mitsamt diesen Wülsten nach aussen umgestülpt wird, so dürften
diese als Reizorgane gegenüber den Nervenendigungen der Vagina
zu betrachten sein und eine Aufgabe übernehmen, welche anderswo
die Knorpel- und Chondroidpapillen des eigentlichen Penis erfüllen.
Die Gewebe der Reizwülste setzen sich überwiegend aus starken
Längsmuskelbündeln zusammen, in deren Zwischenräume sich zarte
Quermuskeln schieben. Diese umschliessen am Rande jedes Wulstes
Bindesubstanzgewebe mit eingestreuten Farbdrüsen. Im Epithel
sind ferner Schleimbecher eingelagert, was alles für die Eigenschaft
der Penisscheide als einer Einstülpung der äusseren Körperhaut
spricht, sie mithin nach Lage und Funktion als ein Präputium auf-
fassen lässt. Der Analogie halber sei an den „Schlauch“ unserer
Huftiere erinnert.
Ich will noch mit einigen Worten auf den histiologischen Bau
des Penis eingehen. Die Papille umgiebt ein starkes Epithel
(fig. 23, Ep) aus schmalen Cylinderzellen am Grunde jeder Zelle.
An das Epithel schliesst sich dicht ein schmaler Längsmuskelschlauch
aus feinen Fasern (Lm,), dem eine breite Lage kräftiger Ring-
muskeln mit sehr sparsamer Einlagerung von Längsfasern folgt
(Rm). In den Längsfalten des Lumens reiht sich eine zweite derbere
Längsmuskelschicht (Lm;) an, die von Abzweigungen der Ring-
muskulatur durchzogen wird. Eben dieselben drängen sich durch
eine Schicht von Kalkablagerungen (K) bis an das innere Epithel
heran. Jene Kalkmassen sind an ein organisches Gerüst gebunden,
wie sich nach Einwirkung von Salzsäure zeigt, und nicht etwa der
Inhalt von Kalkdrüsen, sondern lediglich bestimmt, dem Penis die
nötige Steife zu geben. Sie sind auf dem Querschnitte schon dem
unbewaffneten Auge als grosse schwarzbraune Punkte sichtbar. —
Innerhalb der Patronenstrecke wechseln starke Längsbündel mit
Ringfasern in ziemlich regelmässiger Folge ab, wobei die Falten
fast nur letztere führen. Die Kalkeinlagerungen sind sparsamer.
Ueber das Körpergefässsystem bin ich nicht in der Lage
ein Näheres anzugeben, da die Beschaffenheit des Materiales der
Untersuchung im Wege war. Ich verweise darüber auf Wiegmanns
Angaben. Wenn ich auch das Nervensystem ausser Betracht
!) Bei A. maculiferus fehlt die Papille sogar ganz.
316 Arnold Jacobi:
lasse, so geschieht dies, weil ich ausser Stande sein würde, den
äusserst eingehenden Mitteilungen des genannten Forschers Neues
hinzuzufügen. Dieselben ermöglichen jedenfalls, der Gattung Am-
phidromus die früher behauptete nahe Verwandtschaft mit den
Bulimiden abzusprechen, da deren archaistische Eigenheit, die
Trennung der Visceralganglien durch ziemlich lange Commissuren,
bei ihr in das Gegenteil umgeschlagen ist, ein Umstand, der sie, wie
auch Wiegmann bemerkt, den Helieiden nahebringt.
Litteraturverzeichnis.
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XVI. Nüsslin. Beiträge zur Anatomie und Physiologie der Pulmo-
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. 192 sq.
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XXIV. Derselbe. De la formation de la coquille dans les
mollusques. Ebend. t. 120 (1895), p. 105.
XXV. Frey und Leuckart. Lehrbuch der Anatomie der wirbel-
losen Tiere. 2. Teil von Rudolf Wagners Lehrbuch der
Zootomie 1847.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Querschliff durch die Schale von A. interruptus.
a äussere oder erste Schicht. b zweite oder Prismenschicht mit
Farbband. e dritte Schicht. ä
Fig. 2. Schema der Lagerung der Pneumostomöffnungen.
dh Darmharnleiter. ed Enddarm. a After. pst Pneumostom.
al Atemloch. hrm Harnrinnenmündung. hr Harnrinne,
Das Pneumostom eines linksgewundenen A. interruptus.
Mr Mantelrand: Innenseite. Sl Schalenlappen. nl Naekenlappen.
n Integument des Nackens. 1,, 1, 1, Leisten des Schalenlappens.
t seitliche Ausbuchtung des Atemloches. un unterer, on oberer Neben-
wulst des Nackenlappens.
Fig. 4. Die Mantelorgane desselben Tieres.
Fig. 5. Teil eines Querschnittes durch die Niere.
np Nierenparenchym. 1 Erweiterungen der Drüsenlamellen.
Fig. 6. Schematisierte Darstellung des ?Nierentrichters.
p Einmündung in das Pericard. pw Wandung des Pericards.
Fig. 7. Schnitt quer durch den Mantelrand.
bq Querschnitt, bl Längsschnitt eines Blutgefässes. sd Schleim-
drüsenzellen. fk Farb und Kalkdrüsen. sr Schleimsäckchenrinne,
fe
7
wu
8
FALL
15,
ig. 18.
Arnold Jacobi.
. \ Sagitalschnitt durch die Schleimsäckchen des Mantelrandes von Helix
0:
ig. 10.
A
ig. 12
RN
f pomatia.
Frontalschnitt und
Flächenschnitt durch dieselbe Gegend. Die Drüsenlumina sind schraffiert.
.!) von Amphidromus entspricht Fig. 10.
Hauptretraktorensystem eines linksgewundenen A. interruptus.
sp Spindel- oder Columellarmuskel. rph retraetor pharyngis.
sb Schrägband. re retractor caudae. rd, rs rechter und linker Seiten-
retraktor. srd, srs rechter und linker Sohlenretraktor. t, Rückzieher
des grossen, t, des kleinen Ommatophoren.
Kiefer
Stützbalken der Reibeplatte.
m Muskelansatz.
Verdauungssystem. Natürliche Grösse.
ph Pharynx. hb Hinterbacken. rs Radulascheide. phr Pharynx-
retraktor. oes Oesophagus. spd Speicheldrüse. bls Blindsack. 1g
grosser, Ik kleiner Leberlappen. ed Enddarm.. a After.
Der Blindsack geöffnet (linksgewunden). Vergrösserung ca. 3X.
Mr Magenrinne. Gg, Gk Mündung des grossen, bezw. kleinen
Gallenganges.
Der Geschlechtsapparat. Vergrösserung 1!/, X.
Zd Zwitterdrüse. Ed Eiweissdrüse. Osd Ovispermatodukt. vag
Vagina. pvr portio vaginalis receptaculi. dv Divertikel. Rs recep-
taculum seminis. Vd vas deferens.. Fl Flagellum. P Penis. Rp
retractor penis. Or Ommatophorenretraktor.
Bruchstück einer Spermatophore von A. chloris. Vergrösserung ca. 15X.
Spermatozoen daraus.
Teil einer Falte der Innenwand des Penis. Stark vergrössert.
Die Penispapille. Penisscheide aufgeschlitzt und zurückgeklappt.
Vergrösserung ca. 6 X.
z Zipfel der Glans. De duetus ejaculatorius. W Wülste der
Penisscheide.
Querschnitt durch die Penispapille.
Ep Epithel. Lm, äusserer Längsmuskelschlauch. Lm, innere
Längsmuskeln. Rm Ringmuskulatur. K Kalkeinlagerungen.
Radulaplatten von A. interruptus.
Desgleichen von A. chloris.
M Mittelplatte. P Profilansicht.
ı) Fig. 8—12 halbschematisch.
Neue Arten der Brunnenfauna
von Krakau und Lemberg).
Von
A. Jaworowski.
Hierzu Tafel XV—XX.
Wie die aus verschieden organisirten Thieren bestehende Meeres-
fauna den Forscher zu neuen Entdeckungen in den Meerestiefen an-
lockt, ebenso sind für ihn in den letzten Zeiten die Landseen zum
Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen geworden, deren wichtige
Resultate in der Zusammenstellung neuer Gattungen und Arten,
bereits zu sehen sind. Der von der Wassermenge abhängige
Reichthum der Organismenwelt dürfte jedoch wohl der Grund sein,
dass man den grösseren Gewässern in der Durchforschung eine be-
deutende Sorgfalt zuwandte, die Brunnen und die kleinen unter-
irdischen Gewässer hingegen nur sporadisch untersuchte. Doch
auch in diesen Bodenvertiefungen, die eine geringere oder grössere
Lichtmenge eindringen liessen, haben sich ihre Bewohner, ähnlich
wie die in den Meeres- und Seetiefen nach gewissen (Gesetzen
accomodiren, und dadurch im Laufe der Zeit zu selbständigen Arten
entwickeln können. Erwähnt sei es nur, dass unter anderen
Vejdovsky2) auf Grund der Forschungen der Prager Brunnen zu
verdienstvollen wissenschaftlichen Resultaten gelangte und auch
Braun®) durch Entdeckung neuer Brunnenplanarien die Turbellarien-
fauna bereichert hat. Nun habe auch ich mich mit der Erforschung
der Brunnenfauna von Krakau und Lemberg beschäftigt, und ge-
langte zu den Resultaten, die ich hier zum Theil veröffentliche.
Die Brunnen von Krakau besitzen bisweilen einen doppelten
Boden (Diaphragmen), sind je nach der Lage des Stadttheils 4—14 m
1) Ueber die polnische Bearbeitung, erschienen in Lemberg 1893, 8°, 55 8.
und 8 Tfln., mit deutschem Resume, vergleiche unten.
2) Vejdovsky, F. Thierische Organismen der Brunnenwässer von Prag,
Prag. 1882.
3) Braun, M. Ueber Dorpater Brunnenplanarien. Arch. f. d. Naturkunde
Liv-, Ehst- und Kurlands. Bd. IX. 1881.
320 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
tief, dabei wasserarm (ihr Wasserstand beträgt '/,—1!/; m Höhe);
die Brunnen von Lemberg 6—16 m tief, sind wasserreich (Wasser-
stand 1—5 m), was wohl der Grund ist, dass die Brunnenfauna von
Krakau und Lemberg eine ziemlich verschiedene ist.
In meiner diesbezüglichen faunistischen Arbeit!) werden die
Protozoen als stark vertreten angeführt, denn es sind 30 Rhizo-
poden- und 46 Infusorienarten als Brunnenbewohner vorhanden.
Von den aufgefundenen Würmern wurden noch nicht alle bestimmt.
Von Anneliden werden 5, von Nematoden 1, Rotatorien 6, Turbel-
larien 6 (Rhabdocoela 4, Dendrocoela 2) Arten erwähnt. Von den
Arthropoden kommen 5 Arten Crustaceen, 2 Arten Arachniden und
zwei die der Insecten vor. Von Vertebraten ist nur Triton taeni-
atus in einem weiten Wasserleitungsbassin in Lemberg gefunden
worden. Im allgemeinen dürfte der Formenreichthum der Brunnen-
fauna von Krakau und Lemberg, auch die noch nicht bestimmten
Arten mit eingerechnet, auf 150—160 anzuschlagen sein.
Die neuen Arten, die ich in den Brunnen von Krakau und
Lemberg auffand, sind die folgenden’).
Rhizopoda.
Monostomata.
Quadrula acolis n. sp.
Taf.XV. Fig. 15—20
Die Schale flach, rund, durchsichtig, farblos, aus
dünnen viereckigen Chitinplättchen zusammengesetzt,
deren in der Längs- und Querrichtung sieben vorhanden
sind. Die Schalenöffnung undeutlich, oval, bisweilen
deutlich gekerbt. Der Protoplasmakörper farblos.
Diesen Rhizopoden, einen stark verbreiteten Brunnenbewohner
von Krakau und Lemberg, habe ich schon vor einigen Jahren
zuerst?) zur Kenntniss gebracht. Von Quadrula symmetrica unter-
scheidet er sich in der Grösse und Gestalt, so dass hier ähnliche
!) Fauna studzienna miast Krakowa i Lwowa. (Die Brunnenfauna von
Krakau und Lemberg). Polnisch. In: Berichte der physiografischen Kommission
der Akad. d. Wiss. zu Krakau. Bd. XXVIII. 1893. — Ein kurzes deutsches
Resume in: Anzeiger der Akad. der Wiss. in Krakau. 1894.
2) Im Jahre 1893 habe ich neue Arten in polnischer Sprache unter dem
Titel: „Nowe gatunki fauny studziennej miast Krakowa i Lwowa“ im Jahresbericht
des IV. Gymnasiums zu Lemberg veröffentlicht und daselbst eine grössere Anzahl
von bestimmten und noch nicht näher bestimmten Arten angeführt und ab-
gebildet. — Der Mangel an Gesammtlitteratur ist der Grund, dass ich hier ge-
wisse Arten ausgelassen habe, — die Einsicht des künftigen Forschers auch in
die frühere Arbeit dürfte jedoch wünschenswerth sein.
®) Rozprawy i Sprawozdania Wydz. mat. przyr. Akad. umiej. w Krakowie.
TI, XVII DEN
von Krakau und Lemberg. 32]
Artunterschiede auftreten wie zwischen Difflugia globulosa und D.
pyriformis. Quadrula acolis ist 0,037 — 0,039 mm gross, erreicht
hiermit etwa die Hälfte der Körpergrösse von Q. symmetrica, deren
Länge 0,08—0,14 mm und Breite 0,04—0,06 mm beträgt. Q. sym-
metrica ist nach Leidy’s!) Beschreibung und Zeichnung stets in den
sog. Hals ausgezogen, die Brunnenart Q. acolis entbehrt dessen und
dies ist wohl der Grund, dass seine Länge der Breite von Q. sym-
metrica fast gleichkommt. Die Chitinplättchen der Schale sind vier-
eckig und in Reihen geordnet, von denen die mittlere in der Längs-
und Breitenrichtung je sieben enthalten, die übrigen hingegen in
der Anzahl zu schwanken scheinen. Bald liegen sie sehr regel-
mässig einander an und können sich, insbesondere von todten
Exemplaren, Fig. 16, von einander loslösen, bald wieder ist ihre
Anordnung unregelmässig und in gewissen Fällen hat es den An-
schein, als ob sie aus den Reihen herausgeschoben wären, Fig. 19
u.20. Der sich innerhalb der Schale befindliche Protoplasma-
körper entsendet selten ähnliche wie bei Q. symmetrica Protoplasma-
fortsätze, öfters ist er daselbst durch eine grobkörnige Masse
repräsentirt, Fig. 17.
Die Fortpflanzung der Quadrula ist bis jetzt wenig bekannt.
Meine darauf gerichteten Beobachtungen führten mich auch nicht
zu den erwünschten Resultaten, da mir nur gewisse Entwicklungs-
momente vorliegen und die ich hier mittheile.. Sie nimmt ihren
Verlauf im Sommer, stärker im Herbst. Die erste Veränderung
bildete ein grobkörniges, fast in der Mitte der Schale befindliches
Kügelchen, dessen Durchmesser einem Drittel der Körper- resp.
Schalenlänge gleichkam. Es betrug nämlich die Schalenlänge
0,0378 mm und die Breite 0,0336 mm, hingegen das in Rede stehende
Protoplasmakügelchen nur 0,013 mm. Die Schalenplättchen waren
in diesem Falle nicht rechteckig, sondern rhombisch. Hiermit will
ich jedoch nicht behaupten, dass das Grössenverhältniss des Kügel-
chens und der Schale constant wäre; denn ich fand kugelige Proto-
plasmakörper in den Schalen bis 0,0210 mm gross, die somit einen
bedeutend grösseren Raum einnehmen. Das kugelige Protoplasma
scheidet bald eine homogene chitinartige Haut aus, die anfangs hell
und glatt ist, später aber gelb und braun wird, dabei eine höckerige
Oberfläche annimmt, Fig. 15 u. 20, wobei sie in Form eines Säckchens
mit dem einen Ende zur Mundöffnung gewendet, sich an die
Chitinplättehen anschmiegt. Diese Encystirungshaut unterliegt im
Laufe weiterer Entwickelung keinen weiteren merklichen Ver-
änderungen, ausser dass in gewissen Fällen der breite Hals an
der Anheftungsstelle gekerbt erscheint, Fig. 19, oder verengt und
geschlossen ist, Fig. 15, oder auch andere Formen wie Fig. 18, an-
nimmt. Charakteristisch ist die flaschenförmige Form des chitinigen,
dabei höckerigen Encystirungshäutchens in der Fig. 20. Während die
Fig. 15 die Protoplasmakugel aus groben Körnchen, ohne irgend welcher
!) Leidy, J. Fresh-water Rhizopods. Washington 1879, S.142—145. Taf. 24.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.I. H.3 21
322 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
Anordnung vorstellt, ist in der Fig. 18 u. 20 ihre periphere ein-
schichtige Lagerung bereits ersichtlich. Insbesondere in der letzten
Figur sind die Körnchen in der Peripherie der Encystirungskugel
der Art angesammelt, dass sie in Folge des gegenseitigen Druckes
im Durchmesser sogar länger als breit und ‘dabei deutlich von den
Innenkörnchen abgegrenzt erscheinen.
Unerklärt bleibt mir die Erscheinung, dass zwei Individuen,
ähnlich wie bei Difflugia mit ihren Oeffnungen einander dicht an-
geschlossen ausschliesslich nur einmal anzutreffen waren, Fig. 15.
Das kleinere Individuum, das 0,0312 mm lang und 0,0294 mm
breit war und Protoplasmaklümpchen von der beiläufigen Grösse
der Schalenplättchen etwa 0,0063 mm im Durchmesser ent-
hielt, war ganz durchsichtig, das grössere hingegen, das 0,0378 mm
lang war, beherbergte eine Encystirungskugel von der Grösse
0,0147 mm. Diesen eigenthümlichen Sachverhalt glaube ich so
erklären zu dürfen: Im ursprünglichen grösseren Individuum ist der
Kern in zwei Theile zerfallen, der eine von ihnen blieb ‘in der
Schale zurück, um sammt Protoplasma die Encystirungskugel zu
bilden; der andere Theil gelangte vielleicht unter ähnlichen Ent-
wickelungserscheinungen, wie dies Gruber!) für Euglypha schildert,
nach Aussen, und obgleich die Individuen mit ihren Oeffnungen
einander noch angeschmiegt waren, schritt das Protoplasma sofort
zur Bildung der Schwärmsporen, die sich hier in Form von Ballen
repräsentiren. Aehnliche Vorgänge beobachtete ich?) seinerzeit bei
Ditflugia globulosa.
Amphistomata.
Diplophrys elongata n. sp.
Fig.1. Taf. XV.
Die Schale eiförmig, dem Körper dicht anliegend,
0,0114—0,013 mm lang und 0,0038—0,005 mm breit, an beiden
Enden mit je einer Oeffnung. Die Körperfarbe schwach
grünlich, ins bläuliche übergehend, mit einem fettglänzen-
den bis 0,002—0,003 mm grossen Körper oder mehreren
kleineren von grüner Farbe. Der Kern daneben bez.
zwischen denselben verborgen. Die Pseudopodien ent-
springen in zwei Büscheln aus den Oeffnungen der Schale,
anastomeosiren aber mit einander nicht.
Diese Art fand ich in einen Brunnen zu Krakau, Szlakgasse
Nr. 15 den 25. April 1887 zwischen verschiedenen organischen
Resten. Unter den Deckgläschen schwammen sie zur Innenfläche
desselben auf und bedeckten sie manchesmal ziemlich dicht, doch in
!) Gruber, Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 35. 1881.
?) Jaworowski, A. Przyezynek do znajomosci rozmnazania roznözek
(Rhizopoda) stodkowodnych. (Beitrag zur Kenntniss der Vermehrung der Süss-
wasserrhizopoden.) Mit einem deutschen Resume. Kosmos. Lemberg 1892.
von Krakau und Lemberg. 323
gewissen Distanzen von einander. Die Gattung Diplophrys wird
bis heutzutage nur durch die von Barker!) im Jahre 1867 entdeckte
einzige und als D. Archeri beschriebene Art repräsentirt. — D.
elongata unterscheidet sich von ihr erstens in Gestalt, welche bei
D. Archeri im Allgemeinen kugelig, bei D. elongata hingegen
elliptisch ist, — zweitens in der Grösse. D. Archeri ist 0,02 mm
im Durchmesser, D. elongata hingegen merklich kleiner, nämlich
nur 0,0114—0,013 mm lang. Ausserdem besitzt D. Archeri einen
pomeranzgelben Fettkörper im Innern des Körpers, der durch die
Grösse 0,005—0,01 mm sich gleichfalls von dem bei D. elongata
unterscheidet, bei der er kleiner und von grüner Farbe ist. Diese
sog. Fettkörper sind rund, hierin stimme ich Hertwig und Lesser?)
bei, bestehen von einer gewissen mit Fett imprägnirten Substanz
und sind an der Oberfläche glatt, und wenn zerfallen, an den Ecken
scharfrandig. Von einer Haut ist keine Spur vorhanden. Ausser
den angeführten Unterscheidungsmerkmalen füge ich noch hinzu,
dass ich pulsirende Vacuolen, wie sie Hertwig und Lesser bei D.
Archeri fanden, bei der neu entdeckten Art nicht beobachten konnte.
Auch die Pseudopodien scheinen sich anders zu verhalten als die
von D. Archeri. Sie treten aus den schief gestellten Oeffnungen in
verschiedenen Richtungen heraus, und trotz eigens darauf gerichteter
Beobachtungen liessen sie keine Anastomosen, sowie den körnigen
Bau der Protoplasma wahrnehmen. Mit Bezug auf die schief ge-
stellten Oeffnungen kann man an dem bilateralen Thiere die Unter-
seite, die etwas flach ist, und die Oberseite, die convex ist, unter-
scheiden. Die Vermehrungsweise dieser Art konnte ich nicht be-
obachten, doch glaube ich, dass sie auf gleichen Entwicklungs-
processen beruhen dürfte, wie bei D. Archeri und D. Graberi.
Diplophrys Graberi n, sp.
Fig.2 u.3. Taf XV.
Die Schale rundlich, durchsichtig, 0,006 —0,0126 mm
gross. Die Körperfarbe schwach grünlich mit einem
grösseren oder mehreren kleineren fettglänzenden saft-
grünen Körperchen. Der Kern gleicht etwa !/,—!/, der
Körpergrösse, liegt daneben bzw. zwischen den genannten
Körperchen. Die Schalenöffnungen sind polar, aus ihnen
entspringen mittelst eigener Stiele in zwei Büscheln mit
einander nicht amstomosirende Pseudopodien.
Diese Art ist kleiner als D. elongata, und am kleinsten von
allen bis jetzt bekannten. Zwischen den organischen Resten, ins-
besondere im Sommer und Herbst ist sie in den Krakauerbrunnen
ziemlich stark verbreitet. Im Jahre 1887 fand ich diese Art in
!) Barker. Quaterly Journal of mier. Seience. Vol. XVI.
2) Hertwig und Lesser. Arch f. mier. Anatomie. X. Bd. Suplementheft
S. 140—141.
21*
324 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
folgenden Brunnen: Dlugagasse No. 34, Florianygasse No. 43, Ring-
platz No. 25, Slawkowskagasse No. 25 und Spitalsgasse No. 18.
Die Vermehrungsweise ist ähnlich wie bei D. Archeri. Den 29. Sep-
tember 1887 beobachtete ich am Matejkoplatz No. 6 4 durch
Theilung entstehende Individuen. Ein jedes von ihnen hatte schon
fast gleiche Gestalt und Grösse wie ein erwachsenes, und befand
sich schon in derselben Ebene wie die übrigen. Die Theilungs-
ebenen standen senkrecht zu einander. Fig. 3. Eine tiefere Furche
trennte dieses Häufchen in zwei Theile; einen rechten und linken,
wonach ein weiterer Zerfall zu Stande kam. Eine grössere Anzahl
von Individuen, wie sie Hertwig und Lesser bei D. Archeri an-
trafen, fand ich bei D. Graberi nie, doch hebe ich hervor, dass die
Individuen bei dieser Art sehr oft nach Tetraederecken geordnet
waren. Den letzten Fall, die Anordnung der Individuen nach
Tetraederecken, sehe ich als den ursprünglichen an, und dies scheint
mir um so wahrscheinlicher, als ich dies bei Actinophrys sol!) sehr
oft beobachtete, übrigens auch bei D. Archeri, wenn die durch
Theilung entstandenen Individuen sich in einer Ebene, aber mit
anderen im Zusammenhang lagern würden, könnten derartige
Häuflein nicht entstehen, wie sie Hertwig und Lesser schildern.
Ich gelange hiernach zum Schluss, dass eine unvollständige Theilung
der Individuen von D. Archeri der anderen vorangeht, und bevor
sie einzeln auseinandertreten, schon ein Haufen gebildet ist. Die
Bewegung einzelner Individuen von D. Graberi sowie ganzer Haufen
ist sehr langsam. Ein in Theilung begriffenes Häuflein von 4 In-
dividuen passirte in einer Minute nur einen 0,147—0,168 mm
langen Weg.
Diplophrys Graberi unterscheidet sich von D. Archeri 1. durch
die Grösse. Es ist 0,006—0,0126 mm, das letztere hingegen 0,02 mm
2. durch die saftgrüne Farbe des fettartigen Körperchens, das bei
D. Archeri pomeranzengelb ist. 3. durch die geringere Anzahl der
Theilindividuen in einem Häuflein. Von D. elongata hingegen. 1.
durch die kugelige Gestalt im Allgemeinen und 2. durch die ge-
ringere Grösse.
Infusoria.
Cothurnia puteana n. sp.
Fig. 4—12. Taf. XV.
Die Scheide walzenförmig, oval, unten abgerundet,
oben allmählich verengt und wagrecht abgeschnitten,
etwas flach, daher mit einer ovalen Oeffnung, — aufgesetzt
auf ein dünnes Füsschen, welches, mit Ausnahme der
Basis, überall gleich dick ist. Das Thier wird nach unten
allmählich dünner, während der obere Theil eine be-
1) Rozwöj skupien przez podzial u Actinophrys sol Ehrbg. (Die. Ent-
wiekelung der Actinophryshaufen durch Theilung). Kosmos. Lemberg. 1891.
von Krakau und Lemberg. 325
deutende, nach aussen umgeschlagene Anschwellung be-
sitzt, unter welcher etwas nach unten die pulsirende Va-
cuole sich vorfindet. Die Höhe der Scheide beträgt 0,0504
bis 0,0516 mm, ihre untere Breite 0,0252—0,0285 mm, die
obere hingegen im Durchschnitt nur 0,019 mm.
Die durchsichtige farblose Scheide ist unten abgerundet und
sitzt mit der basalen Vertiefung dem sog. Füsschen auf, Fig. 5a u. b.
Das Basalende des Füsschens ist nahe der Spitze tellerartig er-
weitert, und ich glaube, dass durch eine solche Einrichtung das
Thierchen um so sicherer an die organischen Reste sich befestigen
kann. Im späteren Alter wird die Scheide nicht mehr glatt. Ge-
wöhnlich beginnt in der Mitte die Runzelung, die später auch auf
weitere Regionen, zuweilen ziemlich unregelmässig übergreift.
Fig. 7. Fast gleichzeitig nimmt auch der Grad ihrer hohen
Durchsichtigkeit ab, stufenweise wird sie und zwar zuerst
die untere Scheidenhälfte, gelb und geht durch verschiedene
Nüangen bis in ein gelbbraunes Colorit über.
Das Thierchen, Fig. 4 und 6, überragt, wenn es aus-
gezogen ist, die Schalenöffnung um den fünften, höchstens vierten
Theil seiner Körperlänge, ist länglich, nach unten trichterförmig
verengt. Die Verengung des Körpers tritt um so stärker auf, je
weniger die Vacuolen functioniren und je geringer die Anzahl der
Nahrungsballen ist. Der obere Körperrand ist stark aufgetrieben
und nach Aussen umgeschlagen, weshalb bei den im contrahirten
Zustande verweilenden Thierchen dieser Theil im optischen Schnitte
Fortsätze zu bilden scheint, die bei hohem Contractionsgrad derselben
ihrerseits sogar gegen die Mitte geneigt sein können. Gegen die
Rückenseite zu hebt sich das Wimperschild ab, welches während
der Thätigkeit des Thierchens schief abwärts, gegen die Rücken-
seite geneigt, sonst convex ist. Die an ihm sich vorfindenden
Wimpern sind ziemlich lang. Der Schlund ist gleichfalls von be-
deutender Länge, er reicht ziemlich tief unter die pulsirende Vacuole
hinab und ist an seiner Innenseite mit zahlreichen Wimpern aus-
gestattet, Fig. 12. Ausser der bis 0,0063 mm grossen pulsirenden
Vacuole auf der linken Seite unterhalb des Schlundes befinden sich
im Körper noch andere Vacuolen von verschiedener Grösse und bei
verschiedenen Individuen in verschiedener Anzahl, 7—9. Der Kern
bei lebenden Thieren unsichtbar. Das Thier erreicht eine Länge
von 0,0588 mm und oben, im Peristomium, eine Breite von 0,0126 mm.
Da das Untersuchungsmaterial mir reichlich zur Verfügung
stand, so konnte ich das Augenmerk auf die Vermehrungsweise
dieser Infusorien richten. Wrzesniowski!) erwähnt, dass die Fort-
pflanzung bei Cothurnia pusilla sehr oft durch Längstheilung ge-
schieht, wonach ein durch diesen Prozess entstandenes Individuum
in der Scheide zurückbleibt, das andere den hinteren Wimperkranz
1) Wrzesniowski, A. Beobachtungen über Infusorien aus der Umgebung
von Warschau. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 20. 8.470.
326 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
ad
schnell entwickelt und in’s Freie gelangt. .Auch Vejdovsky'!), bei
einer Brunnen-Cothurnia y, nimmt die Fortpflanzungsweise durch
Längstheilung an. Meine speziell darauf gerichteten Untersuchungen
obgleich ich sehr oft zwei Individuen in einer Scheide vorfand,
lieferten mir keine Anhaltspunkte dafür, dass C. puteana sich durch
Längstheilung fortpflanze, obgleich die Individuen an der Körper-
basis, wo sie sich an die Scheide anheften, miteinander verwachsen
angetroffen wurden. Nach längeren Untersuchungen fand ich eine
Cothurnia, deren Peristomium fast in gleicher Linie mit der der
Scheidenöffnung stand, die unten neben der Anheftungsstelle eine
kleine körnige Knospe von ovaler Form besass und deren Grösse
fast der der pulsirenden Vacuole gleich war, also 0,0105 mm,
Fig. 8. Sie war an ihrer ganzen Oberfläche glatt und besass
nirgends auch nur eine Spur von Wimpern. Es gelang mir
auch niemals, wie ich erwähnen will, zu beobachten, das dass
Thier weit über die Scheidenöffnung sich ausstreckte. Die Knospe
wurde immer grösser und streckte sich zuweilen in die Länge und
in ihrem Innern nahmen Entwicklungserscheinungen überhand,
welche für die spätere Existenz ihres Trägers von Bedeutung sind.
Es sammelten sich nämlich die Protoplasmakörnchen am vorderen
Pol stärker an, und es zeigte sich die pulsirende Vacuole, an der
ein Schwinden jedoch nicht eintrat, d. h. sie war noch functionslos.
Eine weitere Entwicklungsphase stellt Fig. 9 vor. Der vordere
Theil der Knospe ist abgestumpft, breiter als das Mutterthier
im Peristomium, reicht aber bis zur Mitte der Scheide. Unten
an der Knospe, etwa am dritten Theil ihrer Länge, erschien ein
Kranz von langen Wimpern. In diesem Zustande verbleibt sie mit
dem Mutterthier noch ziemlich lange, wächst weiter in die Länge,
wobei der über dem Wimperkranz stark ausgebildete Vordertheil
nach und nach kleiner wird und die Vacuole sich dem Wimperkranz
nähert, bis sie endlich unter denselben herabsinkt, Fig. 10. In
diesem Stadium besitzt sie weder das Wimperschild noch den
Schlund, die sich erst später ausbilden und über deren Entwickelung
ich weiteres nicht ermitteln konnte. Gewöhnlich sitzt dann in der
Scheide ein Thierchen im contrahirten Zustande, oder wie es Fig.11
darstellt, spiralförmig zusammengerollt, bis der Augenblick eintritt,
dass eines dem anderen Platz macht.
Cothurnia puteana findet sich in den Krakauer Brunnen ziemlich
selten, doch dann immer in grösserer Menge vor. Im Brunnen in
der Szlakgasse No.15 fand ich sie das ganze Jahr hindurch.
Andere Fundstellen dieser Art sind: Florianygasse No. 43 und
Dluga(Lange)gasse No. 34.
Cothurnia cyathus n. sp.
Fig. 13 und 14. Taf. XV.
Die Scheide krugförmig, unten etwas zugespitzt und
auf ein langes Füsschen aufgesetzt, oben hingegen wag-
!) Vejdovsky, F. l.c. 8.49.
von Krakau und Lemberg. 327
recht abgeschnitten. Das Thier fast von gleicher Gestalt
wie die Scheide, doch länger. Die Verengungsstelle (der
Hals) liegt mit der der Scheide in derselben Höhe. Unter
dem nach auswärts umgeschlagenen Rand des Vorder-
theiles liegt die pulsirende Vacuole. Der Kern ist un-
sichtbar.
Die Scheide ist farblos und durchsichtig, unten in einen Fort-
satz ausgezogen, der besonders bei den älteren gefärbten Individuen
dort, wo sich die Scheide an das Füsschen anschliesst, sichtbar ist.
Fig. 13 und 14. Das Füsschen wird von der Ansatzstelle des
Scheidenfortsatzes ab merklich enger, und recht lang, 2—3mal
länger als bei C. puteana. Wenn wir den Scheidenboden dieser
Art mit der vorhergehenden vergleichen, so sehen wir, dass der-
selbe bei Cothurniaarten überhaupt sich etwas ein- oder ausstülpen
kann, und dies erklärt uns, warum Wrzesniowski!) bei Cothurnia
pusilla eine Art vom Knöpfchen, an das sich das Thierchen fest-
setzt, beschrieb. Im späteren Alter wird die Scheide braungelb,
zuweilen schwach ins Röthliche ziehend, und dabei unregelmässig,
doch stark gerunzelt. Das Thierchen überragt die Scheidenöffnung
viel weniger als bei C. puteana, besitzt auch die allgemeine Gestalt
der Scheide selbst, wobei der untere, ovale Theil bis zum Hals
2!/,mal so hoch ist als der obere, und in seinem Inneren ein
dunkleres Körperchen von Gestalt eines Kernes einschliesst. Im
oberen Theil auf der linken Seite über dem Schlund befindet sich
die pulsirende Vacuole. Das Wimperschild ist ähnlich wie bei
C. puteana, unterscheidet sich aber durch die geringere Oberflächen-
convexität. Der Schlund besitzt im Inneren zahlreiche kleine
Wimpern und reicht mit seinem Ende unter die pulsirende Vacuole
hinab. Die Vermehrungsweise habe ich nicht beobachtet. — Diese
Cothurniaart habe ich nur einmal im Brunnen, Spitalsgasse No. 18
zu Krakau gefunden, — sie ist somit recht selten.
Turbellaria.
Rhabdocoela.
Mesostoma Vejdovskyi n. sp.
Fig. 21-23. Taf. XVI.
Diese 2—3 mm lange Turbellarie ist vorne und binten
abgerundet, in der Mitte breiter und geschwollen. Die
Farbe des Thieres schneeweiss. Die fast viereckige Mund-
öffnung und der Pharynx befindet sich in der hinteren
Körperhälftee Der Darm bei jungen und erwachsenen
Individuen undeutlich. Die Augen fehlen. Das Nerven-
system besteht aus zwei symmetrischen, in der Quere
ı) Wrzesniowski A. Przyczynek do historyi naturalnej wymoczköw. Rocznik
Tow. nauk. Krak. T. XII. p. 334.
328 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
miteinander verschmolzenen Ganglien, die nach vorn und
hinten Nervenäste aussenden.
Den ersten Bericht über die Existenz dieser Turbellarie in den
Krakauer-Brunnen erstattete ich!) den 10. Dezember 1887, und hob
hervor, dass sie sich von M. Hallezianum Vejd., das in den Prager
Brunnen entdeckt wurde, insbesondere durch die Gestalt unterscheidet.
Die durch Vejdovsky entdeckte Art ist zwar in der Mitte breit und
geschwollen, vom Schlund angefangen aber wird sie immer enger
und endet spitz. Die Krakauer Art ist zwar auch in der Mitte ge-
schwollen, das hintere Körperende ist aber bei Lebzeiten breit, und
endet nicht spitz, sondern mehr abgestumpft zu. Von mir unab-
hängige Umstände und meine Uebersiedelung nach Ostgalizien
hinderten mich, die Anatomie dieser Turbellarie, insbesondere die
der Geschlechtsorgane, zu ermitteln, es bleibt somit noch vieles zu
wünschen übrig; ich führe hier nur das an, was sich an lebenden,
oder an nicht besonders conservirten Exemplaren constatiren liess.
— Die den ganzen Leib fast gleichmässig bedeckende Epidermis-
haut ist im Durchschnitt 0,008—0,009 mm dick, neben dem
Pharynx aber, dort wo sie nach Innen einbiegt und den Vorraum
bildet, dessen Wände gleichfalls mit Wimpern bedeckt sind, nimmt
ihre Höhendimension bedeutend ab, — sie wird flach. Die
Epidermiszellen junger Exemplare sind gleichfalls stark ab-
geflacht, so dass sie meist gar nicht wahrgenommen werden
können, bei einem contrahirten Individuum indess im optischen
Längsschnitt in der Zahl 32 zu zählen sind, Fig. 22 und 23.
Eine jede dieser Zellen war hier normal entwickelt und besass einen
0,003—0,004 mm grossen Kern. An conservirten Individuen waren
die Zellen bedeutend kleiner. Die Muskeln des lebenden Wurmes
waren verzüglich an den Rändern vorne und hinten und zu beiden
Seiten sichtbar, ihre histologische Natur an den conservirten Exem-
plaren fiel schwer näher zu ermitteln. Am deutlichsten traten sie
am Pharynx auf. Die Runzelung der Haut wird hauptsächlich durch
sie herbeigeführt. Das Gehirn (m) befindet sich vorne und besteht
aus zwei Hälften, die ihre Nerven nach vorne und hinten aus-
senden, welche im Körperparenchym allmählich verschwinden. Bei
den am 10. August 1887 gefundenen jungen Individuen war das
Gehirn sehr stark entwickelt und nahm den dritten Theil der
Körperlänge ein, Fig. 22 und 23, ohne irgend welchen näheren
Bau zu verrathen, ausser dass es aus körniger Masse zu
bestehen schien. — Die Stäbchen, durchschnittlich 0,0042 mm lang,
waren vorzüglich im Vordertheil des Körpers zu sehen. Sie sind
hier förmlich (Fig. 21 ]) in vier Reihen, eine Zahl, die jedoch bisweilen
wechselt, nach vorn divergirend angeordnet. — Das Excretions-
system endet im Vorhof über dem Pharynx, ähnlich also wie bei
den übrigen Mesostomiden. Die Hauptgefässe biegen sich jedoch
aus, und man sieht sie in einem Punkt (w) aus der Vereinigung
‘; Rozprawy i Spraw. Akad. Umiej. w Krakowie. Bd. XVII, S. LXIX
und LXX.
von Krakau und Lemberg. 329
zweier grösserer Aeste entstehen, je einem vorderen (ng) und einem
hinteren (nt). Die vorderen Aeste (ng) gelangen unter fortwährenden
Biegungen nach rechts und links bis zum Gehirnganglion, wo sie
sich nach Abgabe kleiner Seitenäste nach vorne, wieder zum Pharynx
umbiegen. Die hinteren Aeste (nt) sind im Allgemeinen schwächer
entwickelt, verlaufen parallel den Körperrändern, bis sie zuletzt
durch Verästelung verschwinden. — Das Verdauungssystem besteht
aus dem Pharynx und dem Darm. Der erstere findet sich bei ganz
jungen Individuen Fig. 22 im hinteren Theil, fast am Ende des
Körpers. Mit fortschreitender Entwickelung rückt er nach vorne,
ähnlich also wie bei Mes, personatum O. Schm., wie ich!) es seiner
Zeit zuerst zur Kenntniss brachte. Der Bau der Pharynx ist ähn-
lich wie bei den andern Mesostomiden. Er besteht nämlich aus
zwei Muskellagen, einer äusseren und einer innern, die durch einen
Innenraum von einander getrennt sind, jedoch oben und unten in
einander übergehen. Beide Lagen bestehen aus Längs- und Quer-
fasern ohne deutlicher Querstreifung, und sind durch die Fasern
des Innenraumes, die an der Innenlage sich anheften und gegen die
Peripherie der zweiten Lage zerspalten, mit einander verbunden.
Dazwischen finden sich grosse, einzellige Drüsen, die mit ihren
Ausführungsgängen in der Innenwand des Pharynx münden. Der
Darm ändert seine Länge während der Entwickelung im Verhältniss
zu der des Körpers. Bei ganz jungen Exemplaren, Fig. 22, reicht
seine Länge bis zum Gehirn und übertrifft die Hälfte der Körper-
länge, während er bei den Erwachsenen fast den ganzen Körper
einnimmt. Das Innere des Darmes war mit kleinen Thierchen z. B.
Rotatorien ausgefüllt, die frei flottirten, ohne die Darmwand zu
berühren. — Neben dem Pharynx vorne und hinten sind noch eigen-
thümliche Drüsenbündel symmetrisch gelagert. Ihre einzelnen
Drüsen sind birnförmig, grobkörnig, mit Ausführungsgängen gegen
den Pharynx geneigt. Es sind ihrer 20—30 vorhanden, und ihre
Function dürfte die der Speichelabsonderung sein. — Unvollständig,
und dies wegen Mangels an Untersuchungsmaterial, kenne ich das
Fortpflanzungssystem. Hier führe ich nur das an, was in optischen
Schnitten an lebenden Exemplaren zu finden war. Am stärksten
sind die Dotterstöcke entwickelt, die parallel den Seitenwänden
vorne bis zum Gehirn, hinten bis zum Körperende reichen, Fig. 21,
und den Raum zwischen der Muskulatur und den Gefässen des
Excretionssystems einnehmen. Der Eierstock (j) ist in der Mitte
stark geschwollen, endet spitz und liegt schief gegen die Längs-
achse des Körpers. Als Hoden erachte ich zwei säckchenartige
symmetrisch gelagerte Drüsen (jd), die hinter dem Pharynx liegen,
und von grobkörniger Beschaffenheit sind. Ein Ausführungsgang (p)
war noch zu sehen, dessen Zusammenhang noch weiterer Ermittelung
bedarf. Bei ganz jungen Exemplaren war vom Genitalsystem nichts
zu sehen.
1) Zool. Anz. IX 8.84. Gleichfalls polnisch in: Rozpr. i. Spraw. Akad.
Umiej. w Krakowie. T. XIX. 8. XIX.
330 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
Crustacea.
Amphipoda.
Gammaridae.
Niphargus leopoliensis n. sp.
Fig. 24—71. Taf. XVII-XX.
Der Kopf breiter alslang, dieoberen Antennen fast der
halben Körperlänge gleich, mit einem aus 24—26 Gliedern
bestehenden Flagellum, das 3—4 mal länger als das erste
Glied des Stieles ist. Das Nebenflagellum zweigliedrig.
Die unteren Antennen sind kürzer, ihr Flagellum besteht
aus 9—10 Gliedern. Die Grösse der Coxae der vier ersten
Paare ist verschieden. Die erste Coxa ist immer am
niedrigsten, die zweite höher als diese, doch niedriger als
die dritte, die immer noch höhere vierte hat entweder
gleiche oder etwas grössere Höhe als das entsprechende
Segment. Die hinteren und unteren Winkel der drei ersten
Abdominalsegmente sind abgerundet. Die Hände der Gna-
thopoden beider Paare deltoidförmig. Die Schenkel des
5—7 Fusspaares verhältnissmässig schmal. Die Perei-
opoden des ersten Paares (Thorakalfüsse des dritten
Paares) sind etwas länger als die des zweiten Paares, doch
kürzer als die des dritten, und diese wieder bedeutend
kürzer als die des vierten, welche von denen des fünften,
längsten Paares in der Länge sich wenig unterscheiden.
Die Uropoden des dritten Paares gleichen fast dem vierten
Theil der Körperlänge und haben einen langen zwei-
gliedrigen Aussenast (Exopodit), dessen erstes Glied 3 bis
4 mal länger ist, als das apicale, und einen eingliedrigen
Innenast (Endopodit). Die Schwanzplatte bis drei Viertel
ihrer Länge geschlitzt. Die Körperlänge beträgt 13,5 mm
im Durchschnitt.
Diese Art, die ich!) im Jahre 1890 in einem Lemberger Brunnen
entdeckt habe, kommt selten, dafür aber in grösserer Menge vor.
Sie ist von weisser bis schwach gelber Farbe und lichtscheu, kann
aber in den mit einem Deckel bedeckten Gefässe auch Monate lang
leben, — zuletzt gehen die Krebschen dennoch zu Grunde; die
Jungen scheinen widerstandsfähiger zu sein.
Die Kopfbreite bei jungen 4,5 mm langen Individuen gleicht ihrer
Länge, bei 10,5 mm langen besteht ein Verhältniss wie 11:9. Die
Vertiefung, in der die Antenne befestigt ist, ist klein und fast ziemlich
flach. Zwischen den oberen Antennen befindet sich die nach vorne
gerichtete Kopfplatte, zwischen den oberen und unteren Antennen hin-
gegen je ein merklich entwickelter knopfartiger Fortsatz, an dessen
Rande bis 8 fiederförmige Borsten aufsitzen. Vom grösseren Fortsatz
') Kosmos, Lemberg, Bd. XV, 8. 514.
von Krakau und Lemberg. 331
zieht sich der Rand der Kopfplatte, indem er sich nach hinten und unten
biegt, bis zur Ansatzstelle des Mandibeltasters. Mehr unten und
von der Seite, doch vorne ist ein viereckiges Feld, das ich praean-
tennales nenne. Hier endet die Antennendrüse, welche mit einem
dem vorderen Rand parallelen, dicht unter der Oberfläche gelegenen,
stark erweiterten Schlauch beginnt, der sich verengt und direkt
nach oben aufsteigt, daselbst wenigstens zweimal einbiegt um nach
Bildung mehrerer Windungen, wie aus der Zeichnung Fig. 26 er-
sichtlich ist, wieder hinaufzusteigen, und von oben schief abwärts
in einer conischen Ausstülpung Fig. 27 zu münden. In der Mittel-
linie vorne ist noch ein Fortsatz, der nach unten gerichtet ist und
die Oberlippe vertritt.
Die Körpersegmente vom ersten bis zum fünften nehmen wenig,
das sechste bis zum achten stark an Höhe zu, das neunte ist am
höchsten, das zehnte wie das achte, das elfte niedriger als das
zehnte, das zwölfte um ein Drittel niedriger als das elfte, das drei-
zehnte um die Hälfte niedriger als das vorhergehende. Das vier-
zehnte verkümmert. — Der untere und hintere Winkel vom achten
bis zum zehnten Segment ist abgerundet, der hintere Rand zu beiden
Seiten des Körpers vor der Bauchseite convex. Der hintere Rand
des ersten bis fünften Segments hat mit Ausnahme der Fiederborste
weder Stacheln noch Borsten, hingegen befinden sich am sechsten
Segment auf der gegen die Coxa gewendeten Seite eine, auf dem
siebenten zwei, am achten, von der Rückenseite bis zu den Leisten,
fünf, auf der Unterseite, von der Leiste gerechnet, sechs (5+ 1,
eine am abgerundeten Winkel), am neunten Segment oben fünf,
unten 8 Borsten, am zehnten oben und unten fünf, am elften auf
der Rückenseite je eine lange und neben ihr eine sehr kleine Borste
und am zwölften Segment ein ziemlich stark entwickelter Stachel
und neben ihm mehrere schwach entwickelte Borsten. Die Anzahl
der Borsten, die ich hier anführte, ist gleich der, die man auf der
einen Körperseite zählen kann, und es ist ersichtlich, das sie am
neunten Segment ihren Höhepunkt erreicht. Uebrigens sind noch
auf dem Rücken wie auf den Seiten annähernd, in Reihen ange-
ordnete Fiederhaare, auf allen Segmenten, mit Ausnahme der letzten,
durchschnittlich zu je vier, vorhanden.
Die oberen Antennen (Fig. 28) sind fast der halben Körper-
länge gleich. Das erste Basalglied ist am grössten, das zweite etwa um
ein Viertel kürzer, das dritte etwas länger als die Hälfte des vor-
hergehenden. Das Flagellum besteht bei den jungen aus 16, bei
den älteren Exemplaren aus 26 Gliedern, im letzterem Falle ist es
viermal länger als das Basalglied, welches Verhältniss es nicht
erreicht, wenn es nur aus 19 Gliedern besteht. Bei den jungen
Exemplaren mit 16 Flagellumgliedern ist es nur dreimal so lang
als das Basalglied. Die Länge der Flagellumglieder und zwar bis
zum Endglied nimmt vom vierten angefangen, allmählich zu. Erwähnt
sei es noch, dass das dritte Glied des Flagellums manchmal im
Verhältniss zu den zwei ersten viel kürzer ausfallen kann, und
332 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
es ist möglich, dass es vielleicht an der Bildung der weiteren
Glieder participirt. Ich besitze ein Präparat, bei dem an der linken
Antenne dieses Glied recht lang, hingegen an der rechten kurz ist.
— Das Nebenflagellum Fig. 29 besteht aus zwei Gliedern. Das
erste derselben erreicht (bei einem Exemplar mit 16 Gliedern im
Flagellum) die dreifache Grösse des zweiten, das die Spitze bildet,
und ein gleiches Verhältniss findet auch bei den Individuen mit
26 Flagellumgliedern statt. Das Verhältniss der Länge des Neben-
fiagellum zu der des dritten Gliedes der Antenne ist nicht constant.
Bei den Antennen mit 16 Flagellumgliedern ist das Nebenflagellum
bedeutend länger als die Hälfte des dritten Gliedes, hingegen bei
denen mit 26 Gliedern ist es kürzer als diese.
Die unteren Antennen (Fig. 24 und 28). Die Spitze des letzten
Basalgliedes der unteren Antennen reicht weiter nach vorne als die
der oberen. Das vorletzte und das letzte Basalglied sind fast gleich
gross, das letzte jedoch dünner. Das Flagellum besteht aus 9 bis
10 Gliedern und reicht nach vorne über die Mitte der oberen
Antennen.
Die Leydig’schen Riechkolben (Fig. 30 und 31) und die Humbert-
schen hyalinen Stäbchen (Fig. 32—34) befinden sich auf dem Flagellum
beider Antennenpaare, auch auf dem Nebenflagellum, doch mit
dem Unterschiede, dass auf den oberen Antennen beide Arten
vorkommen, auf dem unteren hingegen, an den unpaaren
Gliedern, nur die Humbert’schen Stäbchen. Die Riechkolben unten
zur Bildung des Füsschens verengt, verbreiten sich oben sehr stark
und besitzen an der Spitze ein hyalines glänzendes Knöpfchen. Die
Humbert’schen Stäbchen sind gleichfalls sehr durchsichtig, zeigen
aber eine doppelte Erweiterung, eine grössere untere und eine
kleinere obere. Auch auf ihrer Spitze befindet sich wie bei den
Leydig’schen Riechkolben ein hyaliner Kropf. Auf der Spitze der
Flagellum- und Nebenflagellumendglieder sind diese der Riechfunetion
dienenden Organe stets von einer anderen Gestalt (Fig. 29, 33 u. 35).
In Anbetracht dessen, dass an den jungen Humbert’schen Stäbchen
manchmal auch das Füsschen zur Ausbildung gelangt, und an
beiden Organen ein, zuweilen mit einer kleinen Wimper versehenes
Knöpfehen vorhanden ist, glaube ich diese Gebilde der Anlage
nach als identisch ansehen zu dürfen, wenigstens finde ich ent-
sprechende Uebergangsformen vor.
Die Stelle der Oberlippe vertritt ein in der Mittellinie befindlicher,
auch seitlich über den Mandibeln sich erstreckender Fortsatz, der
an der Mundseite concav und an den Rändern mit zahlreichen, sehr
feinen Borsten besetzt ist (Fig. 41).
Der Bau der Mandibeln ist asymmetrisch. Die stark entwickelten
Zähne in der Anzahl 6—8 (Fig. 36—39) sind bei entsprechender
Einstellung des Mikroskopes gekerbt (Fig. 43), und da hinter ihnen
verschieden entwickelte, gefiederte und gesägte Borsten sich vor-
finden, liegt die Vermuthung nahe, dass sie aus diesen entstanden
sind. Die Plättchen des Molarfortsatzes sind in concentrischen
von Krakau und Lemberg. 333
Reihen geordnet, an den Ränden mehr nach aussen umgeschlagen,
und da sie im letzten Fall in grösserer und geringerer Anzahl bei
verschiedenen Individuen erscheinen, so schliesse ich, dass die Mitte
des Molarfortsatzes etwas aus- und eingestülpt werden kann. Die
am Molarfortfortsatz sich vorfindende lange Borste (Fig. 40) ist,
wie bis jetzt nur von Humbert angegeben, mit äusserst feinen schwer
zu entdeckenden Wimpern versehen. Die Behauptung Rougemont’s!),
dass diese Borste gegliedert sei, weisen Humbert?) und Wrzesniowski?)
mit Recht zurück.
Der Mandibeltaster (Fig. 36) besteht aus 3 Gliedern. Das
Basalglied ist am kürzesten und ohne Borsten, das zweite mittlere
doppelt so lang als das vorhergehende und mit 7--9 Borsten an
der Innenseite. Das Endglied, gegen die Spitze immer dünner,
besitzt an dem schwach concaven Innenrand eine Reihe fast gleich
grosser, oder gegen die Spitze zu etwas längerer Borsten, am api-
calen, etwas abgerundeten Ende 4—5 lange, verschieden grosse
Borsten und an der Aussenseite 3—4 Gruppen je mit 2—3 Borsten.
Der Hypopharynx (Labium) Fig. 42 scheint den Namen einer
Unterlippe mit Unrecht zu führen, denn abgesehen von seiner nicht
entsprechenden Lage gegen die auf ihn folgenden Maxillen ist aus
seinen Bau zu schliessen, dass er eher für ein Extremitätenpaar
anzusehen ist. Sein Bau erscheint asymmetrisch, besonders bezüg-
lich der Seitenflügel, in die er ausgezogen ist. Der vordere, tief
eingeschnittene Hypopharynx-Rand besteht aus zwei abgerundeten
Plättchen, deren Ränder wie auf der unteren (aboralen) Seite mit
kleinen Härchen besetzt sind. Am Aussenrand des Flügeltheiles ist
unten bisweilen eine Borste anzutreffen.
Die Maxillen des ersten Paares (Fig. 48). Ihre Palpen (Fig. 47)
sind unsymmetrisch, und zwar ist der linke Palpus schlanker und
länger, der rechte hingegen breiter und kürzer. Versehen sind sie
auf der Spitze mit 4—5 und etwas unterhalb davon mit 2 fast
gleichlangen Borsten. Dass diese jedoch befiedert sind, wie dies
Wrzesniowski bei Niphargus tatrensis fand, konnte ich an meinen
Exemplaren nicht constatiren. Die Bewaffnung des Aussenlappens
(Fig. 49, 50) besteht aus sieben, in zwei Reihen (in der unteren vier,
in der oberen drei) geordneten, stachelartigen Borsten; in beiden
Reihen ist die mittelste an der Spitze dichotomisch gegabelt, die
übrigen hingegen sind kamm- und sägeförmig gezähnt. Die Innen-
borste der unteren Reihe besitzt 5—8, die Aussenborste nur 2
mächtige und an der Spitze abgerundete Zähne. — Der Innenlappen
dieses Maxillenpaares ist conisch gegen die Spitze verschmälert,
e den Rändern glatt, und trägt 2—3, und etwas niedriger eine
orste.
1) Rougemont. Etude de la faune des eaux privees de lumiere. Neu-
chatel 1876. Taf. I, 5, 6.
2) Humbert, A. Description du Niphargus puteanus var. Forelii. Materiaux
pour servier & l’ötude de la faune profonde du lace Leman. 1876. S. 361 u. 363.
Bulletin de la Soc. vaudoise de Se, nat. T. IV. S. 327, 329.
®) Wrzesniowski. Otrzech kielzach podziemnych. Warszawa. T. VIII. 1888.
334 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
Die Maxillen des zweiten Paares (Fig. 52) bestehen aus einem
Aussen- und einem Innenlappen. Der Aussenlappen (Fig. 58) ist
an der Spitze mit circa 15 säbelförmigen und nach innen ge-
krümmten Borsten versehen. Davon, dass einige derselben mit je
einem inneren, am Gipfel mündenden Kanale versehen sind, wie es
nach Wrzesniowski bei N. tatrensis statthaben soll, konnte ich mich
an meinem Exemplare nicht überzeugen. Auf dem kleineren und
schmäleren Innenlappen (Fig. 61) befinden sich am Innenrand fünf
Borsten, von denen die letzte am kleinsten ist, und die sich an die
circa 14, an der Spitze befindlichen und denen des Aussenlappens
gleichenden direct anschliessen. Der Rest des Innenrandes ist frei.
Die Kieferfüsse (Fig. 44—46, 51, 53) sind asymmetrisch ent-
wickelt. Am Innenrande des Aussenlappens (Fig. 44) befinden sich
zahlreiche zahnartige Borstenplättchen, welche am Spitzentheil nach
unten zu an Länge abnehmen, an Breite aber eine grössere Di-
mension erreichen, basalwärts aber im weiteren Verlauf ähnlich wie
bei N. tatrensis allmählich kürzer und schmaler werden. Auf der
Spitze (Fig. 53) sind 10 verschieden ausgebildete Borsten entwickelt.
Von diesen sind die ersten (äusseren) sieben auf zwei Drittel oder
der halben Länge befiedert, die achte an den Rändern kammartig,
die neunte und zehnte gezähnt; die nächst folgende Borste ist an
den Rändern gekerbt. Es sind hier verschiedene Uebergangsstadien.
Auf dem apicalen Rand des Innenlappens (Fig. 51) befinden sich,
ähnlich wie bei N. tatrensis, drei zahnartige Plättchen von be-
deutender Länge und sind von 5—6 Fiederborsten umgeben. Unter
dem Gipfel dieses Lappens stehen noch zwei Borsten, die aber nicht
befiedert sind. Der übrige Lappenrand ist frei. — Die Taster der
Kieferfüsse sind wieder asymmetrisch und auf entgegengesetzten
Seiten (Fig. 45 und 46) mit verschieden langen und spitzen Borsten
bewaffnet.
Die Füsse. Die Coxae der vier ersten Fusspaare entsprechen
in ihrer Höhe nicht der Höhe der zugehörigen Segmente. Die
Messungen an drei 7”—10 mm langen, aber durchscheinenden
Exemplaren ergeben ‚folgendes Verhältniss, welches auch bei den
13,5 mm langen Individuen ein gleiches ist:
Exemplar A: 1 Coxa 0,3332 mm, 1 Segment 0,4153 mm hoch.
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von Krakau und Lemberg. 335
Aus dieser Tabelle folgt, für die Höhe der Coxa verglichen
mit der des zugehörigen Segments, dass die Coxa des ersten Paares
in allen Fällen niedriger, die Coxa des zweiten niedriger oder höher,
die Coxa des dritten Paares in allen Fällen bedeutend höher, und
die des vierten Paares von gleicher Höhe, oder noch höher ist. Die
Coxenhöhe an einem Individuum nimmt von der ersten bis zur
dritten zu, die der vierten ist etwas kleiner als am vorhergehenden.
Die Coxa des fünften Fusspaares ist immer niedriger als das ent-
sprechende Körpersegment, und ihre hintere Hälfte ist um die
Hälfte kleiner (Fig. 24); gleiches gilt von der Coxa des sechsten
Fusspaares, und die des siebenten Paares ist am niedrigsten.
Die Gestalt der Coxae von N. leopoliensis ist characteristisch.
Die Coxa des ersten Fusspaares ist vorne schwach convex, hinten
concav mit einem unteren stumpfen, und oberen spitzen Winkel.
Die Coxa des zweiten Paares ist vorne convex, hinten schwach
concav, mit abgerundeten unteren Winkeln, und einem spitzen, der
schon 90° nahe ist, oberen und hinteren Winkel. Der Vorderrand
des dritten Paares ist convex, an ihm der untere Winkel stark ab-
gerundet, der Unterrand fast gerade, er bildet mit dem geraden
oder sehr schwach concaven Hinterrand einen Winkel, den unteren
von 900, Die Coxa des vierten Fusspaares ähnlich wie des dritten,
doch ist der Hinterrand mehr concav. Die Coxa des fünften und
sechsten Paares besteht aus einem vorderen grösseren Theil, dessen
Vorderrand convex, dessen unterer hingegen abgerundet ist, und
einen um die Hälfte kleineren Hintertheil, dessen hinterer und unterer
Rand von gleicher Form wie der vordere ist. Die Coxa des siebenten
Fusspaares ist von halbkreisförmiger Gestalt, deren oberer Rand
schwach convex, der untere hingegen rückwärts mehr abge-
stumpft ist.
Auf der Coxa des ersten Fusspaares stehen acht Borsten, unten
drei, von denen die vordere am längsten ist und vorne fünf, von
denen die proximalen an Grösse abnehmen. Die Coxa des zweiten
Paares besitzt sieben Borsten, von denen eine am längsten ist, —
auf der Coxa des dritten Paares sind neun Borsten von verschiedener
Länge vorhanden, — auf der des vierten Paares fünf Borsten, von
denen die zweite und die letzte aber die übrigen etwas an Länge
übertreffen, — auf der des fünften Paares auf dem grösseren Vorder-
theil vier Borsten, von denen die zweite hintere am längsten ist,
und auf dem kleineren Hintertheil drei Borsten, von denen die
untere die grösste ist, — auf der des sechsten Paares auf dem
grösseren Vordertheil fehlen die Borsten, auf dem kleineren Hinter-
theil fünf Borsten, von denen vier kleiner sind, — auf der des
siebenten Paares zwei Borsten von ungleicher Länge.
Die Gmnathopoden (Fig. 54—57) beider Paare sind einander
ähnlich, doch sind die des hinteren stärker entwickelt. Die Hand
im allgemeinen Umriss ist viereckig, deltoidförmig, in der Jugend
mehr birnförmig. Die Borstenanzahl am Vorderrand ist grösser
als bei N. tatrensis, und zwar befinden sich hier auf der Innenseite
336 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
drei Borstenreihen. Auf dem ersten Paar der Gnathopoden zählt
die unterste Reihe 5, die nächste 10 und die letzte 8 Borsten, auf
dem nächsten Gnathopodenpaar ist die erste Reihe nur durch eine,
die zweite und dritte durch vier Borsten repräsentirt. Der Hinter-
rand besitzt eine ganze Reihe von Borstenbündeln, aber nirgends
Stacheln. Die Anzahl der Borstenbündel ist vom Alter abhängig.
Bei den jungen 3,5 mm langen Individuen waren in beiden Gnatho-
podenpaaren nur je vier Bündel (Fig. 56, 57), bei den 7—10 mm
langen Exemplaren auf der Hand des ersten Gnathopodenpaares 6
bis 8 Bündel (Fig. 55), auf der des zweiten 10 Bündel, und bei
13,5 mm grossen, also erwachsenen Thieren am ersten Paar 6—8,
am zweiten 11 Bündel vorhanden. Vorne im Endwinkel einer
jeden Hand, neben der Ansatzstelle des sog. Fingers befindet sich
ein Schopf von verschieden langen, säbelartig gekrümmte Borsten.
Der Finger endet mit einer zugeschärften, bogenförmig gekrümmten
Klaue, deren Ansatzstelle mit einem dreieckigen Fortsatz versehen
ist. Zwischen der Klaue und dem letzteren sind zwei kleine Härchen
eingebettet, auf dem unteren 7—8 kleinere, schwach entwickelte
Borsten eingepflanzt. Die Anzahl der letzteren schwankt jedoch,
da sie von dem Alter abhängig ist, und bei ganz jungen Exemplaren
ist sie auf zwei reducirt. Am hinteren unteren Winkel, wohin die
Fingerspitze beim Zuklappen trifft, erhebt sich ein stark entwickelter
Stachel (Fig. 54—57, 59), ebenfalls mit einem klauenartigen Fort-
satz, so dass er dadurch an den Bau des Fingers, vielleicht auch
an seine Genesis, erinnert, doch fehlen zu seiner Bewegung die
Muskeln). In Anbetracht dessen stimme ich mit Wrzesniowski
überein, der diese Füsse auf Grund des fehlenden zweiten Fort-
satzes (Stachels) halbzangenartig nennt, nicht aber mit der Diagnose
Humberts, der ihnen das zangenartige Aussehen zuspricht.
Unterhalb dieses Stachels befinden sich etwa 5 unten stark er-
weiterte, an der Spitze verdünnte stachelartige Borsten, die beider-
seits gezähnt sind. Auf der entgegengesetzten Seite, unterhalb der
Ansatzstelle dieses Stachels, befinden sich auf dem ersten, zwei ver-
schieden grosse (Fig. 59), und auf dem zweiten Gnathopodenpaar
1 kleine, doch stark abgeglattete stachelartige Borste. Auf dem
unteren Rand der Gnathopodenhand befinden sich Borsten von ver-
schiedener Länge, zuweilen abwechselnd nebem einander geordnet.
Auf der Innenfläche der Hand des zweiten Paares, oberhalb des
unteren Randes, und näher dem Stachel (dem unentwickelten Finger)
sind noch fünf Borsten, zwei kürzere und zwei längere, und noch
weiter eine kleinere, — auf der des ersten Paares sieben, und zwar
zuerst vier, dann drei, und ausser diesen zuletzt noch zwei Borsten.
Bei den jungen Individuen besitzen die Gnathopodenhände im all-
gemeinen eine geringere Anzahl von Borsten.
Die Füsse des dritten Paares sind etwas länger, als die des
!) Durch Anpassung ist er aus einer ähnlichen zweispitzigen Borste ent-
standen, wie solche an Pereio- und Uropoden vorkommen.
-
von Krakau und Lemberg. 337
vierten. Es besteht hier das Verhältniss wie 25:27. Auf den drei
letzten Gliedern sind die stachelartigen Borsten gekerbt oder mit
einem zahnartigen Fortsatz versehen. Die letzten drei Paar Thorax-
füsse sind mit schmalen, aber langen Schenkeln versehen. Die Länge
des Schenkels zu seiner Breite am fünften Paar wie 3: 2, am sechsten
und siebenten Paar wie 5:3. Der vordere und hintere Schenkel-
rand ist schwach convex, der obere in der Mitte eingeschnitten, der
untere schwach concav. Das Dünnerwerden findet oben schwächer
als unten statt. Am Vorderrand des fünften Fusspaares sind sechs,
des sechsten fünf, des siebenten ebenfalls sechs Einschnitte, an
deren Grunde je eine Borste angeheftet ist. Der hintere Schenkel-
rand besitzt eine grössere Anzahl von Einschnitten, daher auch
Borsten, am fünften Fusspaar sind ihrer neun, am sechsten elf und
am siebenten zehn. Die Füsse des fünften Paares sind etwas länger,
als die des dritten, die des sechsten Paares um ein Viertel länger,
als die des fünften, und die des siebenten Paares sind noch um
etwas länger. Das Verhältniss der Länge des 3—7 Fusspaares ist
28:27:30:40:42.
Die Schwimmfüsse sind gegabelt. Die Exo- und Endopoditen
des ersten und zweiten Paares besitzen je 11 (Fig. 69), die des
dritten Paares nur 10 Glieder. Ein Präparat vom letzten Fusspaar
besitze ich mit nur 8 Gliedern. Der Exopodit ist kürzer als der
Endopodit, und reicht mit der Spitze bis zu dessen 9. Glied. Am
längsten sind die Schwimmfüsse des zweiten Paares, am kürzesten
die des dritten, daher die Coxa und die Länge der Aeste im ähn-
lichen Verhältnis ausgebildet. Die Länge der Schwimmfüsse, die
Exopoditen mit eingezogen, steht im Verhältniss von 102: 103: 87,
oder die Endopoditen eingerechnet, im Verhältniss 110:113:95. Die
Aeste aller Schwimmfüsse sind mit langen Fiederborsten bedeckt;
die Borsten an dem ersten Glied, das sich an die Coxa ansetzt,
sind an der Basis stark erweitert und dabei kürzer, die andern
hingegen, die sich dem apicalen Ende nähern, sind immer länger.
Das Glied endet immer mit zwei langen Borsten.
Die Uropoden des ersten Paares reichen abwärts mit ihrer
Ansatzstelle deutlich über die des zweiten (Fig. 71), und sind mit
diesen nach hinten gewendet. Die Coxa des ersten Paares befestigt
sich mit einer schief abwärts gerichteten Basis, die des zweiten
Paares in einer zur vorhergehenden Coxa senkrechten Richtung und
die des dritten Paares ist schief aufwärts gerichtet. Die Uropoden
der ersten drei Paare sind gleichfalls gegabelt, die Endopoditen des
dritten Paares sind jedoch verkümmert. Das erste Uropodenpaar
greift mit der Spitze über das Ende des zweiten hinüber und dieses
reicht bis über die Mitte der Coxa des dritten Paares. Das dritte
Paar der Uropoden ist am längsten und gleicht fast dem vierten
Theil der Körperlänge. Das Längeverhältniss der Uropoden des 1.
bis 3. Paares ist 20:10:29, also beinahe 2:1:3. Das Länge-
verhältniss des 12 Körpersegments zur Länge des ersten Uropoden-
paares ist 1:4, des zweiten Paares 1:2, und des dritten beinahe
Arch. f. Naturgesch. Jahrg.1895. Bd. I. H.3. 2
338 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
1:6. Die Coxa des ersten Paares greift mit ihrer Spitze nicht
über die des zweiten Paares (sie ist länger als diese) und besitzt
auf der Innen- bezw. Oberseite sechs stachelartige Borsten. Auf der
Coxa des zweiten Uropodenpaares in der Mitte nur eine kleine
Stachelborste, und auf der Spitze zwei, doch mehr vom borsten-
artigen Character. Am Coxaende des 3. Paares sind zwei Gruppen
von Borsten in der Anzahl 5—6. Das Längenverhältniss der Uro-
podencoxae des ersten bis dritten Paares ist 5:2:2. An dem
Exopodit des ersten Paares an zwei Stellen je eine Stachelborste
und daneben zwei längere Borsten, an der Spitze aber 4—5 stachel-
artige Borsten, von denen eine am stärksten entwickelt ist, — am
Endopodit an drei Punkten der Oberseite je eine Stachelborste und
an der Spitze je vier, von denen zwei mächtiger hervorragen, und
neben ihnen an der Exopoditseite noch fünf sehr lange Borsten.
An den Aesten des zweiten Paares in der Mitte eine kleine Stachel-
borste, auf der Spitze je vier, von denen zwei kleiner sind. Während
die Aeste des ersten und zweiten Uropodenpaares eingliedrig sind,
ist der Exopodit des dritten Paares zweigliedrig. Das Längen-
verhältniss der Coxa zu dem ersten und zweiten Gliede des Exo-
podits ist bei 10 mm langen Exemplaren 4:15:4. Am ersten,
längeren Gliede des Exopits des 3. Paares befinden sich beiderseits
an drei Stellen, zu drei Borsten, an der Spitze gleichfalls drei doch
daneben eine Fiederborste. Das zweite Exopoditglied ist sehr dünn und
trägt in seiner Mitte, sodann in ?/, und ?/, seiner Länge je drei, endlich
an der Spitze 3—4 verschieden lange Borsten. Das Längenver-
hältniss des ersten und zweiten Gliedes ist bei den jungen Exem-
plaren 15:4, und bei den 13,5 mm grossen 3:1. Der Endopodit
dieses letzten Paares ist verkümmert und besteht nur aus einem
einzigen Glied, in Gestalt einer an der Basis breiten Schuppe, die
sich an den Exopodit anschmiegt. An der Spitze ist sie mit mehreren
Borsten, von denen eine fiederförmig ist, bewaffnet. Meines Wissens
wird dieAnzahl der Uropodenpaare bei Niphargus auf drei beschränkt;
doch finden sich in dem tiefen Einschnitt der Schwanzplatte noch
zwei Anhänge (Fig. 71), die auch Wrzesniowski bei N. tatrensis
und N. puteanus var. Vejdovskyi zeichnet, wo hingegen ich sie als
ein viertes, doch wenig entwickeltes Uropodenpaar anspreche. Diese
Annahme glaube ich dadurch begründen zu dürfen, dass an die
Basis dieser Anhänge, ähnlich wie bei den anderen Uropodenpaaren
sich je zwei Muskeln a und b (Fig. 66) anheften und ausserdem befinden
sie sich an einem besonderen schwach entwickelten (14.) Körper-
segment. Uebrigens finde ich ähnliches in der Litteratur, ja auch in
Hayek’s Zoologie bei Amphithoe Jurinüi M. Edw., woähnliche Anhänge
mit o bezeichnet sind, und es in der Erklärung heisst: „o kleiner
Schwanzanhang, das siebente Postabdominal-Segment reprägentirend.“
Bemerkt sei noch, dass die Borsten an den Pereiopoden und Uro-
poden, wenn sie bei starken Vergrösserungen beobachtet werden,
am apicalen Ende in zwei Spitzen ausgehen, von denen die äussere
dünner und gewöhnlich länger ist, die innere klein und dicker er-
von Krakau und Lembere. 339
scheint, ein Fall, der lebhaft an den Finger sammt Klaue der
Gnathopodenhand erinnert, es somit auch wahrscheinlich macht,
dass dieser durch Anpassung aus einer solchen entstanden ist. Dass
der Uropode des vierten Paares als ein dem Finger gleichwerthiges,
zur Bewegung mit Muskeln versehenes Gebilde nicht anzusehen
ist, beweist auch die Thatsache, dass an der Spitze desselben gleich-
falls derartige mit zwei Spitzen versehene Borsten vorhanden sind.
DieLänge dieser Anhänge gleich der der Coxae des dritten Uropoden-
paares. Ihr Längenverhältniss zu den 3 Paaren der Uropodenfüsse,
und zwar vom ersten Paar angefangen, ist 20:10:29:4,5. Be-
waffnet ist dieser Anhang an der Spitze und an der Seite mit je
zwei ziemlich starken, aber kurzen Stachelborsten und in der Mitte,
auf der entgegengesetzten Seite hingegen mit zwei Fiederborsten.
Der untere Theil dieses Anhanges ist von der Seite durch die
Schwanzplatte verdeckt.
Die Schwanzplatte (Fig. 70) besitzt fast die Länge des vor-
letzten d. i. dreizehnten Segments. Der Einschnitt ist sehr tief und
beträgt drei Viertel ihrer Länge. Die Hälften der Schwanzplatte
sind etwas schmal und gegen die Spitze verjüngt, wo sie zu je
fünf, und fast in der Mitte des Aussenrandes je zwei gleich grosse
Borsten tragen.
Kiemen finden sich am zweiten bis einschliesslich sechsten
Fusspaar. Sie sind von elliptischer Gestalt mit vorn mehr, hinten
weniger convexem Rand und sind zweimal so lang als breit. Die
Kiemen des zweiten Fusspaares reichen nicht bis zum Trochanter,
ebenso die des dritten Paares, wo sie am stärksten entwickelt sind.
Die Kiemen des vierten Fusspaares greifen das apicale Ende des
Trochanter hinaus, die des fünften Fusspaares reichen bis zu dessen
Mitte, die des sechsten bis drei Viertel Schenkellänge. Am kleinsten
sind die Kiemen an den Gnathopodenpaaren. Das Längenverhältniss
der Kiemen vom zweiten Fusspaar angefangen ist 6:10:9:8:7.
Im oberen Winkel zwischen zwei auf einander folgenden Coxae be-
findet sich ein kleiner Anhang, welcher bei den abgetrennten Füssen
immer an die Coxa angeheftet ist, und den ich, wie Wrzesniowski
für Boruta tenebrarum, als verkümmerte Kieme anspreche. Den-
jenigen Füssen, an welchem die Kiemen nicht entwickelt sind,
fehlen auch diese Anhänge.
Indem ich hier die mustergiltigen Arbeiten von Wrzesniowski!),
dem die Gesammtlitteratur zu Gebote stand, zu Grunde lege, und
mich seiner Kritik bezüglich der Anzahl der Niphargusarten an-
schliesse, finde ich nun weiter folgendes vor:
Niphargus leopoliensis unterscheidet sich von N. ratisbonensis
durch die vier ersten Coxae und die Uropoden, übrigens auch durch
!) Wrzesniowski A. O trzech kielzach podziemnych (De tribus erustaceis
amphipodis subterraneis).. Physiografische Denkschriften. 8 Bd. Warszawa.
1888. — Ueber drei unterirdische Gammariden. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 50.
1390.
29*
340 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
die Farbe. Bei N. ratisbonensis sind die Coxae tiefer als die ent-
sprechenden Körpersegmente, die Uropoden verhältnissmässig kurz,
und die Farbe ockergelb.
Von N. puteanus unterscheidet sich die Lemberger Art durch
die Coxae, Gnathopodenhände und die Länge des 5.—7. Fusspaares.
Bei N. puteanus sind von den vier ersten Coxae drei niedriger als
die entsprechenden Körpersegmente, wobei die erste Coxa die Aus-
nahme bildet. Die Gnathopodenhände sind von dreieckiger Gestalt
nach oben zu verjüngt, dabei länger als breit, und die Füsse des
5—7. Fusspaares sind fast gleich lang.
Von N. puteanus var. Vejdovskyi unterscheidet sie sich durch
den hinteren Rand des 8—10. Segments, durch die Coxae der
ersten vier Fusspaare, die Gnathopodenhände, die Uropoden und
die Kiemen. N. puteanus var. Vejdovskyi hat am 8. — 10. Körper-
segment den hinteren Rand bogenförmig convex; die Coxae der vier
ersten Fusspaare sind niedriger als die entsprechenden Körper-
segmente, der untere hintere Winkel eines jeden von den drei ersten
Abdominalsegmenten ist abgerundet, die Gnathopodenhände sind von
dreieckiger Gestalt, und die Glieder des Exopodits des dritten
Uropodenpaares fast gleich gross. Die Kiemen reichen nicht bis
an das apicale Schenkelende.
Von N. longicaudatus anierscheidet sich N. leopoliensis durch
die vier ersten Coxae, Länge des dritten Uropodenpaares, Gnatho-
podenhände und Winkel der drei ersten Abdominalsegmente. Bei
N. longicaudatus sind die vier ersten Coxae niedriger als die ent-
sprechenden Körpersegmente, die Uropoden des dritten Fusspaares
sehr lang und mit einem langen apicalen Glied des Exopodits, die
Gnathopodenhände sind von dreieckiger Gestalt, und die Winkel
der drei ersten Abdominalsegmente spitz, nach hinten ausgezogen
und an der Spitze abgerundet.
Von N. stygius unterscheidet sich N. leopoliensis durch die vier
ersten Coxae, Gnathopodenhände und Höhe des zweiten Abdominal-
segments d. i. des neunten Körpersegments. Bei N. stygius sind
die vier ersten Coxae höher als die entsprechenden Körpersegmente,
die Coxa vom fünften und sechsten Fusspaar hat am unteren Rand
zwei Einschnitte, die Gnathopodenhände ähnlich wie bei N. puteanus,
wenn auch von etwas abweichender Gestalt. Das zweite Abdominal-
segment ist bei ihm am höchsten.
Von N. fontanus unterscheidet sich meine Art durch die drei
ersten Abdominalsegmente, die Coxae und die Gnathopodenhände.
N. fontanus besitzt am 1—3. Abdominalsegment einen unteren und
hinteren, aber zugeschärften Winkel, die Coxae der vier ersten
Fusspaare von gleicher Höhe mit den entsprechenden Körper-
segmenten, und die Gnathopodenhände auch im reifen Zustande von
birnförmiger Gestalt.
Von N. kochianus unterscheidet sich N. leopoliensis durch den
unteren und hinteren Winkel des zweiten und dritten Abdominal-
seements, durch die Coxae der vier ersten Fusspaare, die Uropoden
von Krakau und Lemberg. 341
des dritten Paares und die Gnathopodenhände Bei N. kochianus
geht das zweite und dritte Abdominalsegment in einen scharfen
unteren und hinteren Winkel über. Die Coxae haben die gleiche
Höhe mit den entsprechenden Körpersegmenten, die Uropoden des
dritten Paares sind wenig verlängert und die Gnathopodenhände
länglich viereckig, oben mehr verjüngt.
Von N. Godeti unterscheidet sich die in Rede stehende Art durch
die Coxae der vier ersten Fusspaare, Länge der Antennen, die
Gnathopodenhände, die Thoraxfüsse und die Uropoden N. Godeti
besitzt die ersten zwei Coxae niedriger, die dritte von gleicher
Höhe wie das Körpersegment, und die vierte höher und länger als
die dritte. Die oberen Antennen haben Körperlänge, ein aus
51 Gliedern bestehendes Flagellum, das sechsmal so lang wie das
Basalglied ist. Die Gnathopodenhände von dreieckiger Gestalt. Die
Thoraxfüsse des fünften Paares sind kürzer als die der zwei nächst
folgenden Paare, die gleich lang sind. Die Uropoden des letzten
Paares sind bedeutend länger als die halbe Körperlänge, und mit
einem sehr langen apicalen Endglied des Exopodits versehen.
Von N. Forelii unterscheidet sich N. leopoliensis durch den
hinteren Rand der ersten drei Abdominalsegmente, den unteren und
hinteren Winkel des dritten Abdominalsegmentes, durch die Coxae,
die Gnathopodenhände, die Länge des 3.--7. Fusspaares, die
Schenkel des 5.—7. Paares und die Kiemen. Bei N. Forelii ist der
Hinterrand der ersten drei Abdominalsesmente gerade, der untere
und hintere Winkel des zweiten Abdominalsesments abgerundet und
der des dritten zugespitzt. Die vier ersten Coxa stehen den ent-
sprechenden Körpersegmenten bedeutend an Höhe nach. Die Gna-
thopodenhände sind länger als breit, dreieckig. Die Füsse des
dritten, vierten und fünften Fusspaares ziemlich gleich lang, und
bedeutend kürzer als die des 6. und 7. Fusspaares, welche beide
gleich lang sind. Die Schenkel des 5—7. Paares bedeutend breit, vorn
und hinten mit einem convexen Rand. Die Kiemen sind schmal
und kurz, an den sechs letzten Fusspaaren vorhanden.
Von N. oreinus unterscheidet sich N. leopoliensis durch Grösse,
Schwanzplatte, Gnathopodenhände und Nebenflagellum. N. oreinus
ist 47,5—5l mm lang. Die Gnathopodenhand ist durch vier bogen-
förmige Seitenränder umgrenzt. Ihr hinterer Rand ist fein behaart
und ist vom unteren Rand durch einen nach unten gerichteten, aber
stark entwickelten Zahn getrennt. Der untere Rand bildet eine an
den Seiten gezähnte Rinne, in der das letzte, klauenartige Glied
angeheftet ist. Die Klauenspitze und der Stachel sind fleischfarben.
Die Schwanzplatte besteht aus zwei conischen, beweglichen und
mit Stacheln besetzten Auswüchsen, — da sie bis zur Basis ein-
geschlitzt ist. Das Nebenflagellum zeigt die Gestalt eines mit einer
Borste versehenen Knopfes.
Von N. croaticus unterscheidet sich N. leopoliensis durch das
neunte Körpersegment als höchstes, die Coxae der vier ersten Fuss-
paare, die unteren und hinteren Winkel der drei ersten Abdominal-
342 A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnenfauna
segmente, Borsten an den Abdominalsegmenten, die Länge der
Antennen, die Gnathopodenhände des ersten Paares, die Länge des
1—3 Fusspaares, die Schenkel der drei letzten Thoraxfusspaare und
die Uropoden. N. croaticus besitzt das zehnte Körpersegment als
höchstes, die Coxa der vier ersten Paare etwas niedriger als die
entsprechenden Segmente, und zwar nimmt die Coxa des ersten
Paares bis zu der des dritten stetig zu, die des vierten ist kleiner als die
der dritten, und ohne Borsten. Die unteren und hinteren Winkel
der drei ersten Abdominalsegmente stark zugeschärft. Die hinteren
Ränder der Abdominalsegmente sind mit einer Reihe von dicken
Borsten versehen. Die oberen Antennen sind länger als der Körper
und ihr Flagellum besteht aus 73, hingegen das der unteren An-
tennen aus 28 Gliedern. Die Gnathopodenhände des ersten Paares
sind mehr oval, die des zweiten Paares viereckig. Die Füsse des
dritten Paares sind länger als die des ersten und zweiten, die unter
sich gleich lang sind, die Schenkel der drei letzten Thoraxfusspaare
sind schmal und grob gesägt, dabei recht lang. Die Uropoden des
dritten Paares von minder bedeutender Grösse,
Von der zweifelhaften Art N. casparianus unterscheidet sich
die neue Art durch die Abrundung der drei ersten Abdominal-
segmente, die Gnathopodenhände und die Grösse. N. casparianus
besitzt die unteren und hinteren Winkel der drei Abdominal-
segmente breit abgerundet, lange Gnathopodenhände und eine Grösse
von 4,5—5,6 mm.
Von der zweifelhaften Art N. Casparyi unterscheidet sie sich
durch die Gnathopodenhände und die Uropoden. N. Casparyi besitzt
Gnathopodenhände von dreieckiger Gestalt, und der Exopodit des
dritten Uropodenpaares ist bei dem Männchen zwei, bei dem Weibchen
eingliedrig.
Von der zweifelhaften Art N. Moniezi unterscheidet sich N.
leopoliensis durch die Gnathopodenhände, die Uropoden und die
Schwanzplatte. N. Moniezi hat ovale Gnathopodenhände, die Uro-
poden des dritten Paares sind sehr kurz, und während das Endo-
podit dieses Paares in ein stachelartiges Plättchen umgewandelt
erscheint, das mit keiner Borste versehen ist, bleibt das Exopodit
eingliedrig. Die Schwanzplatte ist in zwei Theile getheilt.
Von N. tatrensis unterscheidet sich diese Art durch den unteren
und hinteren Winkel des 8—10. Segments, den hinteren Rand des
8. und 9. Segments, — die Coxae der vier ersten Paare und die
Gnathopodenhände. N. tatrensis besitzt den unteren und hinteren
Winkel des 8—10. Segments zugeschärft; der hintere Rand des
8. und 9. Segments ist convex, und das des 10. fast gerade, — die
Coxae sind etwas tiefer als die entsprechenden Körpersegmente, und
die Gnathopodenhände von dreieckiger Gestalt.
Nach diesen systematischen Eigenthümlichkeiten bestimmt sich
die Stellung, welche N. leopoliensis zwischen den bisher genügend
beschriebenen Arten einzunehmen hat.
A.
von Krakau und Lemberg. 343
Schlüssel zur Bestimmung der sichergestellten
Niphargusarten.
I. Die Körperlänge beträgt 3051 mm.
Die oberen Antennen der Körperlänge gleich N. Godeti Wrzesn.
B. Die oberen Antennen kürzer und dem dritten oder vierten Theil
8
der Körperlänge gleich . . . . . „ N.orcinus Joseph.
II. Die Körperlänge beträgt 10— 15 mm.
Der hintere untere Winkel der drei ersten Abdominal-
segmente abgerundet.
a. die Öoxae niedriger als die entsprechenden Körpersegmente.
«. Die oberen Antennen unter Körperlänge, im Verhältniss
36:100; die Länge der Uropoden des dritten Paares be-
trägt mehr als den dritten Theil der Körperlänge. N. pu-
teanus de la Valette.
8. Die oberen Antennen kürzer, etwa ?/, der Körperlänge gleich,
die Länge der Uropoden des dritten Paares beträgt mehr
als den dritten Theil der Körperlänge N. puteanus var.
Vejdovskyi Wrzesn.
b. Die 4. Coxae im Vergleich zu den Körpersegmenten von ver-
schiedener Grösse.
a. Die erste Coxa klein, die zweite und dritte grösser, die
vierte gleichmässig oder etwas höher als das entsprechende
Körpersegment . . N. leopoliensis Jaw.
c. Die Coxae höher als die entsprechenden Körpersegmente.
a. DieGnathopodenhände viereckig N. ratisbonensis Wrzesn.
8. Die Gnathopodenhände dreieckig . N. stygius Schiödte.
B. Der hintere Winkel der drei ersten Abdominalsegmente,
oder wenigstens der Winkel des zweiten und dritten
oder nur des dritten Abdominalsegments zugeschärft
und nach hinten ausgezogen.
a. Die hinteren Winkel aller drei ersten Abdominalsegmente
zugeschärft.
a. Die Coxae der vier ersten Paare sind niedriger als die
entsprechenden Körpersegmente.
*) Die oberen Antennen kürzer als die Körperlänge, die
Gnathopodenhände dreieckig N. longicaudatus Costa.
##) Die oberen Antennen länger als der Körper, die Gna-
thopodenhände oval. . . N. croaticus A. Jurinac.
ß. Die Coxae sind von gleicher Höhe wie die entsprechenden
Körpersegmente. . . N. fontanus S. Bate.
y. Die Coxae höher als die entsprechenden Segmente N. ta-
trensis Wrzesn.
b. Die hinteren Winkel des zweiten und dritten Abdominal-
segments zugeschärfft . ....... N.kochianus S. Bate.
c. Der hintere Winkel nur am dritten Abdominalsegment zu-
geschärft, der des ersten und zweiten abgerundet N. Forelii
Humbert.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
A. Jaworowski: Neue Arten der Brunnentauna
Erklärung der Abbildungen.
Tafel XVY- XX.
1. Diplophrys elongata. Die sog. Fettkörper in verschiedener Anzahl
und Grösse.
2 u.3. Diplophrys Graberi. Aehnlich wie bei der vorhergehenden Art,
die Vermehrung durch Viertheilung.
4-12. Cothurnia puteana. Die Vermehrung durch Knospung. Fig. 5a u.
b, das Füsschen der Scheide und die Einbiegung durch Einstülpung
derselben. Fig. 12, vorderer Theil mit Schlund und Vacuolen.
13 u.14. Cothurnia cyathus. Die Scheide gefaltet, das Thier im aus-
gestreckten und contrahirten Zustande.
15—20. Quadrula acolis. Fig. 16 stellt die Schale allein vor, die übrigen
Figuren dienen zur Demonstration der Eneystirung.
21—23. Mesostoma Vejdovskyi. Z die Stäbchen, m Gehirnganglion, p Pharynx,
mi Parenchymgewebe, ng, nw, nt u. ew die Hauptäste des Excretions-
systems, g Speicheldrüsen, jd Hoden (?), j Eierstock, p Ausführungsgang,
x Dotterstöcke. Fig. 22 u. 23, junge Exemplare im ausgestreckten und
contrahirten Zustande.
Fig. 24—71. Niphargus leopoliensis n.sp.
.24. Niph.leopoliensis. (Die Pereiopoden des ersten Paares in der Zeichnung
etwas kürzer ausgefallen.) Vergr. Zeiss A:2.21),
25. Die vier ersten Ooxae. Die Reihenfolge von rechts nach links.
Zeiss A.2.
26 u.27. Die Antennendrüse Zeiss D.1.
28. Die oberen und unteren Antennen. Zeiss A. 2.
29. Das Nebenflagellum. Zeiss D. 4.
30 u. 31. Die Leydig’schen Kolben. Zeiss F.1.
32 u.34. Die Humbert’schen Stäbchen. Zeiss F.1.
33. Der Endkolben des Nebenflagellums Zeiss F. 2.
35. Das Ende der unteren Antennen. Zeiss F.1.
36. Die Mandibel mit dem Taster. Zeiss A.3.
37—39. Die Mandibel, der Molarfortsatz und die fiederförmigen Borsten
an derselben Zeiss D.1.
40. Die an den Molarfortsatz angeheftete Borste. Zeiss F.1.
41. Die sog. Oberlippe (der obere Fortsatz der Mundöffnung). Zeiss D. 1.
42. Die sog. Unterlippe. Zeiss C.1.
43. Die Spitze der Mandibel, die Zähne gekerbt. Zeiss D.1.
44. Der Innen- und Aussenlappen des Kieferfusses. Zeiss D.1.
45. Der Kieferfuss von unten gesehen. Zeiss A. 3.
46. Die Kieferfüsse von oben gesehen. Zeiss A.3.
47. Die Palpen des ersten Maxillenpaares von beiden Seiten. Zeiss D.1.
48. Die Maxille des ersten Paares. Zeiss C.1.
!) Der grosse Buchstabe bezeichnet das System, A:2 bedeutet, dass die
untere Linse von A abgeschraubt war. — Die anderen Ziffern bezeichnen das Ocular.
von Krakau und Lemberg. 345
Fig. 49 u. 50. Die Borsten des Aussenlappens der Maxillen des ersten Paares.
Zeiss F.1.
Fig.51. Die Borsten des Innenlappens der vorherigen Maxillen. Zeiss F. 1.
Fig. 52. Die Maxillen des zweiten Paares. Zeiss O.1.
Fig. 53. Die Borsten des Aussenlappens des Maxillenfusses. Zeiss F.1.
Fig. 54. Der Gnathopode des ersten Paares. Zeiss A.2.
Fig. 55. Der Gnathopode des zweiten Paares. Zeiss A.2.
Fig. 56. Der Gnathopode des ersten Paares bei den jungen Exemplaren.
Zeiss A.3.
Fig. 57. Der Gmnathopode des zweiten Paares bei den jungen Exemplaren.
Zeiss A.3.
Fig. 58. Die Borsten des Aussenlappens der Maxillen des zweiten Paares.
Zeiss F.1.
Fig. 59 u. 60. Der Stachel der Gnathopodenhand nebst anderen schwächer ent-
wickelten. Zeiss D.1 u. F.1.
Fig. 61. Die Borsten des Innenlappens der Maxillen des zweiten Paares.
Zeiss F.1.
Fig. 62. Der Fuss des vierten Paares mit der Kieme. Zeis A: 2.2.
Fig. 63. Der Fuss des dritten Paares mit der Kieme. Zeiss A.2.
Fig. 64. Der Fuss des fünften Paares mit der Kieme. Zeiss A.1.
Fig. 65. Der Fuss des letzten Paares am 7. Segment. Zeiss A: 2.1.
Fig. 66. Der Uropod des vierten Paares, verkümmert, am 14. Körpersegment,
u. die Muskel a und b, die sich ihm anheften. Zeiss C. 1.
Fig. 67. Der Uropod des ersten Paares. Zeiss A.1.
Fig. 68. Der Uropod des dritten Paares. Zeiss A.3.
Fig. 69. Der Schwimmfuss (2. Paar) des neunten Körpersegments. Zeiss A.1.
Fig. 70. Die Schwanzplatte. Zeiss A.1.
Fig. 71. Das Körperende des N. leopoliensis. Zeiss A.1.
Beiträge
Kenntniss paläarktischer Myriopoden.
H. Aufsatz: Ueber mitteleuropäische Geophiliden!).
Von
Dr. phil. Carl Verhoeff, Bonn a. Rh.
Mit 4 Textfiguren.
In den folgenden Mittheilungen habe ich auf Merkmale, welche
bei mikroskopischer Betrachtung nicht zur Erscheinung kommen,
so gewisse Bauchgruben bei Geophilus, keine Rücksicht genommen,
dagegen andere wichtigere, so den Bau der Ventralplatten und das
Vorkommen der Porenfelder, besonders beachtet. Alle Nova sind
an der Hand mikroskop. Präparate beschrieben. — Unter der
Litteratur befinden sich manche schlechte Diagnosen, die ich nicht
berücksichtigen konnte, leider auch noch unter der neueren. Als
Beispiel erwähne ich nur „Chilopodi e Diplopodi‘ von F. Silvestri,
April 1895 in Boll. d. Mus. d. Zool. e Anat compar. Torino.
Gatt. Geophilus.
I. Geophilus insculptus Attems = (?) proximus C.K.
Von dieser Art, welche der Autor in den „Myriopoden Steier-
marks“ Wien 1895, p. 47 bekannt machte, sammelte ich 1 2
mit 5l Beinpaaren bei Graz, 2 & mit 47 und 49 Beinpaaren bei
Semriach, 1 mit 47 und ! Adolescens mit 49 B. in den Koralpen,
15 mit 51 B. auf der Raxalpe.
Da die Art nicht die bekannten Tasterlappen der Geophilus
besitzt, was sowohl aus der Diagnose wie Fig. 9 des Autors hervor-
geht, so passt sie nicht vollkommen in den alten Rahmen dieser
Gattung. Statt des äusseren Tasterlappens soll sie aber nach Text und
Fig. 9 einen anderen breiteren, am Ende „gefranzten“ Anhanglappen
gesitzen. Von diesem kann ich jedoch bei meinen Thieren nichts
sehen, obwohl sie im Uebrigen ganz auf die Angaben des Autors
passen und auch aus demselben Lande stammen. Ich habe vier Prä-
') Der 1. Aufsatz: „Ueber einige neue Myriopoden der oesterreichisch-
ungarischen Monarchie“ cf. Verh. d. zool.-botan. Ges. i. Wien. 1895.
Dr. Carl Verhoeff. 347
parate verglichen und in keinem die von Attems erwähnten Anhang-
lappen gefunden. Diese ähneln so sehr den Mandibeln, dass ich glaube,
der Autor hat diese oder Stücke derselben vor Augen gehabt, denn
auch in einem meiner Präparate ist einseitig ein Stück einer Mandibel
bei der Präparation abgerissen und erinnert so auffällig an Fig. 9.
Es spricht hierfür ferner noch der Umstand, dass Attems die
Anhanglappen als scharf vom Stamm der 1. Unterkiefer abgesetzt
darstellt, während die bekannten äusseren Tasterlappen mit dem-
selben in einem Gusse verschmolzen sind, daher als Fortsätze
desselben (oder Ausstülpungen) erscheinen, wie es z.B. auch |. c.
in Fig. 10 (G. sodalis) zu sehen ist. — Wenn nun die genannten
Anhanglappen dieser Art wirklich nicht existiren, so würde sie in
die Gattung Orinomus Att. fallen, welche ich übrigens als
Untergatt. von Geophilus betrachten muss.
In jedem Fall weicht diese Art von den typischen Geophilus
ebenso ab, wie Orinomus oligopus Attems, denn die geringe
Beinzahl (37) des letzteren ist allein kein Merkmal, welches be-
sonders ins Gewicht fällt, zumal A. von dieser Art nur sehr wenige
Stücke und anscheinend nur von einem Fundorte („Hochschwab‘‘)
besitzt. Im Texte giebt er bei Orinomus überhaupt keinen Fundort
an. Es steht somit durchaus noch nicht fest, wie weit die Beinzahl
bei Orinomus schwankt. Andererseits giebt Attems an, dass G.
insculptus in der Segmentzahl des Rumpfes von 43—63 schwanke.
Nun sind bei einigen Geophilus schon weniger als37 Beinpaare constatirt
(Minimum 31). Wahrscheinlich aber besitzt Orinomus manchmal
noch mehr als 37 Beinpaare. Diese Zahl kann mithin durchaus nicht
als etwas generisch wichtiges für Orinomus angesehen .werden.
Meine Exemplare des G. insculptus Att. besitzen folgende
Pleuraldrüsenzahlen; 8+9, 6 +7, 7 +7,7 +6. Die beiden Anal-
poren sind immer sehr deutlich.
DieDrüsenporenfelder kommen an fast allen Rumpfsegmenten
vor. Es fehlt ein solches an den Kiel
1. Ventralplatte, an der 2. ist es schon +
gut ausgebildet als querer, ungefähr
rechteckiger Porenhaufen, der etwa um ! ER SE
die Hälfte seiner Breite von den Seiten U LE A:
der Ventralplatte entfernt bleibt.
Aehnlich steht es auf den weiter
folgenden Ventralplatten, wo mit diesen
in Correlation auch die Porenfelder
sich noch mehr in dieQuere ausdehnen,
aber immer von den Seitenrändern die
angegebene Entfernung behalten. Die
Porenfelder selbst sind scharf gegen
die Umgebung abgegrenzt. Erst von
der 21. Ventralplatte an wird das
Porenfeld schwächer, die Poren in
der Mitte verschwinden mehr und |
mehr und so wird das unpaare grosse ®
Di Sal. tg $
348 Dr. Carl Verhoeff:
Porenfeld in zwei kleine Häuflein zerlegt. Diese rücken um so mehr
auseinander, und werden um so kleiner je mehr man sich dem
Hinterende des Körpers nähert. Während z.B. in einem Poren-
felde der 8. Ventralplatte (cf. Fig. 1) über 80 Poren zu zählen sind,
enthält jedes Teilhäuflein auf den letzten Ventralplatten nur noch
5—10 Poren und diese sind bedeutend kleiner als jene. Die letzten
Poren finde ich auf der 3. V. vor dem Genitalsegment. Auf der
letzten und vorletzten V. fehlen die Poren vollständig.
Attems spricht l. ec. S. 48 auch von einer „Chitingrube“ am
„Vorderrand der vorderen Bauchschilde“. Er meint damit diejenige
Ventralplattenpartie, welche ich in Fig. 1 dunkel schattirte (g).
Auch spricht er davon, dass „Grube und Zapfen“ (mit letzterem ist
der Höcker h Fig. 1 gemeint) „von braungelbem Chitin bekleidet“
sind. Diese Ausdrücke sind doch nicht zu billigen, denn der ganze
Körper der Geophiliden ist von einem Chitinskelett bekleidet, sodass
solches nicht weiter von besonderen Körperstellen gesagt zu werden
braucht. A. wollte offenbar sagen, dass hier die Ventralplatte be-
sonders dickwandig sei. Dann musste er aber von stärkerer
Chitinisirung sprechen und nicht von einem „Bekleiden“ des
„Zapfens“ durch „Chitin“, weil doch der Zapfen selbst aus Chitin
besteht und nicht erst davon „bekleidet“ zu werden braucht. Ich
schlage für die in Rede stehenden Vertiefungen in der Vorderpartie
der vorderen Ventralplatten den Ausdruck Vordergruben vor.
Diese Vordergruben (cf. g Fig. 1) sind Theile der Ventral-
platten und zwar deren vordere, vertiefte Parthie, welche durch
eine deutliche Demarkationslinie (x y) gegen die übrige Ventral-
platte abgesezt ist. Der Vorderrand der Vordergruben, deren
Böden nach dem Gesagten auch zweckmässig Grubenplatten
genannt werden können, ist bogenförmig abgerundet, springt
in der Mitte etwas vor und trennt die Vorstreifen (s) im Verein
mit dem vom Hinterrande der vorher gehenden Ventralplatte
nach hinten vorspringenden Höcker (h) in zwei Hälften. —
An der 3., 4. und 5. V. sind die Vordergruben undeutlich,
von der 6. V. an sind sie deutlich und bleiben es bis zur
17. 18., nehmen von da aber wieder an Deutlichkeit ab. Ins-
besondere verflachen sich die Gruben, während die Grubenplatten
als solche noch an der 22. Ventralplatte durch eine Demarkation
abgesetzt sind. Von der 23. V. an hört auch diese Abgrenzung der
Grubenplatten auf.
Ausser den Vordergruben giebt es noch andere Vertiefungen.
Ich nenne sie Hintergruben. Auch im Bereiche dieser ist
das Hautskelett etwas stärker chitinisirt, daher etwas gelb-
licher. Die Hintergruben beobachte ich am hinteren Gebiet
der Ventralplatten, eine kleine Strecke hinter dem Porenfeld
und zwar am 10.—16. oder 9.—-16. Segment. Andeutungen
zu dieser Bildung bemerkt man schon vom 5. S. an. Am Vorder-
rande sind sie jederseits einmal stumpfwinklig eingebuchtet und zer-
fallen in einen grösseren Mittel-, und jederseits einen kleinen Seiten-
Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 349
theil. In ihrem Bereich ist die zellige oder Mosaikstruktur der
Haut besonders deutlich ausgebildet. —
Erwähnt sei auch, dass ich 1 8 des proximus (insculptus)
aus Tholey im Saargebiet (Rheinpreussen) besitze, welches im Wesent-
lichen mit den Steiermärkern übereinstimmt, nur sind die Seitentheile
der Hintergruben unterdrückt. Pleuralporen: 7--7, der hinterste steht
von den übrigen ab. Analporen deutlich. Mundtheile ohne Taster-
lappen und ebenfalls ohne den von Attems angegebenen Lappen.
Das Thier besitzt 47 Beinpaare.
la. Geoph. proximus C.K. subsp. rhenanus mihi. Körper
mit 61 Beinpaaren.
Die vorderen Segmente entbehren der Hintergruben. Vorder-
gruben kommen ebenso wie scharfbegrenzte
Grubenplatten in derselben Weise vor wie bei
der Grundform. Ebenso die Porenfelder. Dieselben
sind aber noch schärfer begrenzt und die Grenz-
linien erreichen seitwärts fast den Rand der
Ventralplatte. Die Porenfelder spitzen sich seit-
wärts etwas zu. Am Hinterrande springen sie ein
wenig vor. (cf. Fig. la. p.) Die Beborstung der
Ventralplatten ist entschieden schwächer. — Die
Tasterlappen der 1. Unterkiefer fehlen. Analporen
deutlich, Pleuralporen 7 4-7.
Vorkommen: 1% fand ich in einem Steinbruche bei Ober-
kassel, Kreis Bonn a./Rh.
2. Geophilus electricus (L.) Latzel var. alpestris mihi 2.
Lg. 32—33 mm. Körper mit 69 Beinpaaren. An den 1. Unter-
kiefern sind die Tasterlappen in typischer Weise vorhanden, aber
sehr zart. Die Klaue der 2. Unterkiefer ist kräftig, das 2. und 3.
Glied derselben kräftig beborstet. Oberkiefer mit einem Kammblatte,
ohne Zahnblatt. Ventralplatte des Praegenitalsegmentes breit,
trapezisch. Analbeine 6-gliedrig, behaart, am Ende mit kräftiger
Klaue. 1-+-1 Analporen, gross.
Pleurenporen des Praegenitalsegmentes von sehr charak-
teristischer Gruppirung: 7--8 Poren münden unter den Rändern
der Ventralplatte, ein einzelner Porus jederseits in der Mitte der
hinteren, unteren Hälfte der Pleure. 9-+ 9 Poren aussen auf
der oberen Fläche der Pleuren. Mithin sind jederseits im
Ganzen 17—18 Poren vorhanden. Ein Drüsenporenfeld fehlt
nur der Ventralplatte des Praegenitalsegmentes, an allen andern
ist es vorhanden, auf der 1. und der vorletzten allerdings
schwächer als auf den übrigen. Es stellt meist einen queren,
um etwa 1/,; der eigenen Breite vom Seitenrande der Ventral-
platte entfernten Bezirk dar, in welchem ich auf der 12.V. z. B.
62 Poren zähle (cf. Fig. 2 p). Die bedeutendste Länge ist in der
Mitte, der Vorderrand tritt stärker, der Hinterrand schwächer convex
vor. Die Porenfelder der mittleren Körpersegmente sind dagegen
in 2 kleine Häuflein zerlegt. Am 2.—20. Rumpfsegmente springt
Fig. 1a.
350 Dr. Carl Verhoeff:
der Hinterrand der Ventralplatte in der Mitte in einen stumpfen
Höcker vor (h). Vom 7.—20. Segment kommt eine Vordergrube
vor. Am 7. und 8. ist
Fig. 2. dieselbe noch schwach,
12. V. wird vom9.aber deutlich
F und hat eine etwas
nierenförmige Gestalt,
springt aber an der
concaven Hinterseite
noch in der Mitte in
einem Lappen vor, so-
dass der Hinterrand
jederseits eine Ein-
buchtung besitzt (g Fg.2.)
Hüften der Kieferfüsse
am Vorderrande ohne
Zähnchen, mit kräftigen
Chitinlinien, welche von
einem braunen Gelenk-
höcker ausgehen. Das
z Klauenglied besitzt innen
an der Basis ein deutliches Zähnchen, die andern Glieder nicht.
Das Reservoir der Giftdrüse ist doppelt so lang als breit und reicht
bis in das proximale der beiden kleinen Zwischenglieder der Gift-
füsse. Kopfschild deutlich länger als breit.
Antennen ziemlich lang, fast 2 mm.
Körper im Ganzen spärlich beborstet.
Vorkommen: 1? fand ich im Juni 94 auf dem Gaisberge
bei Salzburg. —
Anmerkung: Obwohl hier an den vorderen Segmenten Vorder-
gruben vorkommen, sind doch keine Grubenplatten abgesetzt, denn
der Rand der Vordergruben geht ohne scharfe Grenze in die Ventral-
platte über. Es fehlt also die Demarkationslinie. —
3. Geophilus pannonicus n. sp. d
Le. 13'/,—14 mm. Körper mit 67 Beinpaaren. Tasterlappen
an den 1. Unterkiefern vorhanden, aber zart. Klaue der 2. Unter-
kiefer spitz, nur das 3. Glied derselben mit einigen
Borsten besetzt. Mittlerer Teil der Oberlippe fein
gefranst. Kopfschild so lang als breit, quadratisch.
— Giftklauen an der Basis mit einem Zähnchen. Der
Innenrand der Giftbeine sonst noch mit mehreren
langen Borsten. Vorderrand der Hüften mit
2 braunen, vorspringenden Knötchen. Chitinlinien
rudimentär. — Weder Vorder- noch Hintergruben
kommen an den Ventralplatten vor, ebenso wenig
ist deren Hinterrand irgendwo in einen Höcker
vorgezogen. Auch Grubenplatten sind nicht
differeneirt und es ist keine stärker chitinisirte Vorderparthie vor-
Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 351
handen. Porenfelder sind klein und ein schmaler, querer Streifen
vor dem Hinterrande der Ventralplatten. Auf der 1. V. finde ich
nur 6 Poren quergestellt, auf der 2. V. schon 12 Poren, an der
12. V. (ef. Fig. 3p) besteht der quere Zug schon aus 23 Poren. Er
bleibt in ziemlicher Stärke bis zur 21. V. erhalten, auf der 22. V.
ist er sehr blass und enthält nur noch 12—13 Poren. An den
folgenden Ventralplatten nehmen die Poren noch mehr ab, sodass
ich an der 26. V. nichts mehr von ihnen sehe. Erst an der 53.
bis 65. V. sieht man wieder einige kleine Poren vor dem Hinter-
rande, z. B. 10 Poren an der 65. V. Die 66. und 67. V. er-
mangeln der Poren vollständig. — Die Beborstung der Ventral-
platten ersehe man aus Fig. 3, sie ist aber im Allgemeinen in der
hinteren Körperhälfte schwächer als in der vorderen.
Die Ventralplatte des Praegenitalsegmentes ist ziemlich breit,
trapezisch. Jederseits mündet nur 1 Pleuralporus, welcher frei
liegt, etwas vom Seitenrande der Ventralplatte entfernt. Die Be-
borstung des Praegenitalsegmentes, der Analbeine und des Genital-
segmentes ist spärlich, aber lang. 1-+ 1 grosse Analporen sind
deutlich ausgeprägt.
Die Analbeine sind 6gliedrig, stark verdickt, klauenlos.
Auch die Laufbeine sind ziemlich dick. Genitalanhänge des 3 zwei-
gliedrig. —
Vorkommen: 1& sammelte ich Ende August 94 in einem
Laubwalde bei Agram.
Anmerkung: Die Art steht dem flavidus ©. Koch am nächsten.
Man könnte geneigt sein anzunehmen, dass es sich um eine Form
Adolescens derselben handle. Dagegen sprechen jedoch die ver-
dickten Analbeine. Auch liegen die Pleuralporen vom typischen
flavidus nicht frei, sondern unter dem Rande der Ventralplatte
versteckt, ferner ist die Behaarung an den Beinen des & flavidus
eine äusserst dichte, hier dagegen eine sehr spärliche. Das 2
des flavidus hat auch im erwachsenen Zustande an den Analbeinen
nur wenig von der kürzeren, dichten Behaarung, das d des panno-
nicus hat also eine Behaarung wie das 2 des flavidus. Bei letzterem
habe ich ferner noch nie gesehen, dass den beiden der Venträl-
platte des Praegenitalsegmentes vorangehenden Ventralplatten
die Drüsenporen fehlten, vielmehr bemerke ich sie auch bei einem
Adolescens des flavidus sehr deutlich, nämlich auf der vor-
letzten V. 12, auf der drittletzten V. 24 Poren. —
4. Geophilus flavidus ©. Koch.
Die Drüsenporen auf der der Ventralplatte des Praegenital-
segmentes vorangehenden V. stehen gewöhnlich am Hinterrande
zerstreut und vereinzelter auch noch weiter nach vorne über die
Platte hin. Bei andern Individuengruppen, welche ich kurz als
Form « bezeichnen will, ist die Zahl der Drüsenporen beträchtlicher
und sie stehen auf den genannten Ventralplatten in einem be-
stimmteren, dreieckigen Haufen zusammen, dessen Spitze nach
vorn gerichtet ist. Normalerweise sind ferner die Mündungen der
352 Dr. Carl Verhoeff:
Pleuraldrüsen unter dem Seitenrande der letzten Ventralplatte
versteckt. Eine Form ß aus Bosnien zeichnet sich durch grosse
Zahl dieser Pleuraldrüsen aus und dadurch, dass dieselben frei
neben dem Seitenrande der Ventralplatte münden. Ich zähle der-
selben 46 +51. Ein grosser Haufe steht vorne, ein anderer
solcher hinten zusammengedrängt, dazwischen eine mehr aufgelöste
Gruppe. —
Vorkommen: Ich habe die Art an folgenden Orten im Jahre
1892 und 94 gesammelt: Balaton-Füred 1 ?, Promontor b. Budapest
2 &, Budapest 18 69, 12.73 B., Voloska 1 8, Velden a. Wörther-
see 12 63B., Laibach 12 67 B., Karlstadt 23 63 und 65 B,,
Sarajevo 10%, 10&, 1 Adolescens, 65 B., Zara 12 69B., Mt.
Maggiore (Istrien) 15, 1%, 63B., Marburg 12 65 B., Abbazia
22, 1&, bei Pola recht häufig, Fiume 22. Also nach meinen
Funden Beinpaare: 653—73. Die Form « wurde besonders bei
Pola gefunden, ausserdem vereinzelt auf dem Monte Maggiore und
bei Zara. —
5. Geophilus bosniensis n. sp.
Körper mit 75 Beinpaaren, 30 mm lang.
1. Unterkiefer mit blassen, aber deutlichen Tasterlappen.
Mandibeln typisch, mit einem breiten Kammblatte. Innere und
äussere Laden der 1. Unterkiefer mit mehreren langen Tastborsten.
2. Unterkiefer mit kräftiger, spitzer Endklaue, 1. und 2. Glied
mit weniger kurzen, 3. mit mehreren langen Tastborsten. Stamm-
platte (stipites coaliti) mit einer Kranzreihe kurzer Tastborsten.
Giftbeine und ihre Hüftplatten mit sehr langen Tastborsten besetzt.
Giftklauen am ganzen Innenrande mit feiner Kerbsägung. Das
Secretreservoir der Giftdrüse ist rundlich und reicht nur bis in das
distale der beiden kurzen Zwischenglieder. Chitinlinien der Hüft-
platten deutlich. Am Vorderende dieser fehlt jede Spur von
Zähnen. Auch an der Basis der Klauen ist das Zähnchen rudimentär.
Kopfschild so lang als breit oder nur sehr wenig länger.
Mittlerer Theil der Oberlippe mit feinen Grannen. Antennen
mässig lang.
Ventralplatte des Prägenitalsegmentes breiter als lang, tra-
pezisch, hinten abgestutzt, Analbeine 6-gliedrig, beim 2 ziemlich
schlank mit einer sehr winzigen Endklaue, neben welcher noch
4 Borsten stehen, im Uebrigen ausser den zerstreuten langen Borsten
noch ziemlich dicht kurz behaart.
1+ 1 Analporen sind deutlich. Pleuralporen 15 + 14,
von verschiedener Grösse, z. Th. unter der Ventralplatte versteckt,
z. Th. frei auf den Pleuren mündend. Der hinterste Porus, welcher
der grösste ist, liegt frei und nicht weit vom Innenwinkel. —
Der ganze Körper, sowohl Segmentplatten als Beine sind
reichlich und stark beborstet. (Bei der Präparation des
einzigen Ex. sind leider ca. 30 vordere Rumpfsegmente ver-
loren gegangen, so dass ich über deren Beschaffenheit nichts an-
geben kann.) Im Uebrigen fehlen den meisten Körpersegmenten
Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 353
die Porenfelder vollständig. Auf den 4 (vielleicht auch 5 oder 6)
dem Prägenitalsegment vorangehenden Ventralplatten aber kommen
grosse Porenfelder vor. Dieselben haben ungefähr die Gestalt
eines gleichseitigen Dreiecks, dessen Spitze nach vorne gerichtet
ist. Am grössten sind diese Felder auf den beiden vorletzten Ventral-
platten, wo sie fast ?/, der Plattenlänge einnehmen und nur das
vordere ganz freilassen. An den beiden andern Segmenten, weiter
nach vorne, nehmen die Drüsenporenfelder an Grösse schnell ab.
Die ventralen Zwischenschilde sind in der Mediane nicht
getrennt, sondern stossen breit an einander, es findet sich aber
in der Mediane eine Nahtlinie.
Vorkommen: Unter meinen im Frühjahr 1894 in Sarajevo
gesammelten Chilopoden fand sich nur J $ dieser Art vor.
Anmerkung: G. strictus Latzel unterscheidet sich von bos-
niensis durch schwächere Behaarung, durch längerem Kopfschild,
mangelnde Analbeinklauen und die Pleuraldrüsen, welche „in einer
vom letzten Bauchschilde bedeckten Grube ausmünden“.
G. hirsutus Porath!), der mit bosniensis in der starken
Beborstung übereinstimmt, unterscheidet sich von ihm leicht durch
den sehr langen Kopfschild, die schmale, letzte Analplatte und die
grosse Zahl (ca. 50) der Pleuraldrüsen.
G. austriacus Meinert?) besitzt eine „lamina ultima ventralis
angustiuscula, pedes anales inermes“ und eine „lamina cephalica
multo longior quam latior“.
6. Geophilus pygmaeus Latzel?) besitzt nach dem Autor 41
bis 43, nach Attems (Myriopoden Steiermarks, S. 49) auch 45 Bein-
paare. Ich selbst fand die Art in der Koschinluka-Doline bei Adels-
berg mit 41 Beinpaaren.
Ich unterscheide von ihr.
Subsp. styricus mihi durch folgende Merkmale:
1. besitzt sie 51 Beinpaare. * ,
2. ist der Innenrand der Giftklauen fein gekerbt-gesägt.
3. tragen an den Beinen (der vorderen Körperhälfte besonders)
die 3 mittleren Glieder an der Innenseite je 1 Tastborste von ganz
auffallender Grösse. Dieselben übertreffen noch um mehr als
die Hälfte die zugehörigen Beinglieder an Länge. Alle anderen
Borsten sind gegen diese Langborsten winzig.
In ‚den sonstigen Charakteren herrscht Uebereinstimmung mit
pygmaeus.
Vorkommen: 1& vom I3mm Länge fand ich in der Nähe
von Graz, (wahrscheinlich im Walde bei Schloss Eggenberg).
!) Om nagra Myriopoder fran Azorerma. Stockholm 1870.
2) Myriapoda Musaei Hauniensis” III. Chilopoda. 1884, p. 144.
3) Bei diesem sind die Tasterlappen schon recht klein und schwach, sodass
er einen Uebergang zu Orinomus bildet!
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. T. H. 3. . 23
354 Dr. Carl Verhoeff:
Gatt. Scolioplanes.
Sc. variabilis mihi.
Man hat bisher als 2 getrennte Arten die Formen crassipes
C.K. und acuminatus Leach aufgeführt. Ich muss aber erklären,
dass, wenn auch zwei Individuengruppen von meist verschiedener
Zahl der Beinpaare und Pleuraldrüsen nicht zu verkennen sind, es
zwischen beiden doch zu unverkennbare und vollständige Ueber-
gänge giebt, als dass man zwei getrennte Species aufrecht erhalten
könnte. Ich fasse daher beide als Sc. variabilis zusammen und
schlage vor die beiden bisherigen Formen als Subspecies auf-
zuführen.
Sc. acuminatus besitzt nach Latzel 39—43, nach Meinert aber
bis 47 Beinpaare und die Zahl der Pleuraldrüsen wird auf 8—18
angegeben. i
Sc. crassipes kommt nach L. mit 47 (manchmal auch 45)
bis 59 Beinpaaren vor, Pleuraldrüsen giebt es 16—40, manchmal
aber nur 9 „bei grossen Männchen“. — Beide Unterschiede sind
also nicht durchgreifend und andere Unterscheidungsmerkmale
sind auch aus den guten Diagnosen Latzels nicht herauszufinden.
Er sagt in einer Anmerkung am Schlusse selbst; 1. c. p. 196 Bd. TI:
„Es giebt Formen, welche durch die Anzahl der Füsse und theil-
weise auch durch Skulptur und Färbung die Mitte halten zwischen
crassipes und acuminatus.“
Attems l.c. p. 53 giebt für acuminatus 39—41 B. an, auch
fand er „2 2 des crassipes vom Schöckel‘“ mit „jederseits nur
7 Pleuralporen“. — Ich selbst machte folgende Funde, wobei ich
die Unterarten gemeinschaftlich angebe:
Vorkommen: Graz 1% mit 5l B. und 9 + 10 Poren, Gleiss-
dorf 12 mit 51 B, Laibach 12 49 B., 1 Adol. 47 B., St. Michael
(Adelsberg) 1 2 51 B., Mönchsberg (Salzburg) 1% 49 B., Gaisberg
18 47 B., Königssee 1 & 47 B., Monte Maggiore (Istrien) 258 51,
1& 49 B. — Gleissdorf a. Raab 12 41 B. mit 14 +- 11 Pleural-
poren (cf. oben!), Agram 1% 41 B,, Laibach 25 39 B., Ogulin
(Dobraschlucht) 12 41 B. — In der Nähe von Bonn (Endenich)
habe auch ich den acuminatus constant mit 41 B. beim 2 und
39 B. beim & angetroffen, auch im Siebengebirge (Oelberg) das &
mit 39 B., wie es Latzel und Attems angeben. Letzterer erwähnt
jedoch auch 18 mit 41 B. Ich selbst fand ein solches auf der
Raxalpe, es ist 25 mm lang.
Aus Bremen erhielt ich ebenfalls 1$ des acuminatus mit
39 B. und 7 +9 Poren, 12 des crassipes mit 49 B. und 13 +13
Poren. Von Bonn liegt 1 d mit 53 B. und nur 6-!-7 Poren vor,
es wurde in einem Garten leuchtend angetroffen.
Aus dem Gesagten ergiebt sich, dass die Zahlen 43 und 45
der Beinpaare am seltensten sind, sie wurden aber doch aufgefunden.
Wir haben es also mit zwei in der Entstehung begriffenen
Arten zu thun, deren eine sich um die Beinpaarzahlen 39 und 41,
Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 355
deren andere sieh um die Beinpaarzahlen 47, 49, 5l und 53 con-
solidirt. Ich selbst kann das Vorkommen von nur 45 B. bei cras-
sipes constatiren, da ich ein solches & aus Portugal besitze, bei
welchem 12 + 13 Pleuralporen vorkommen.
Als subsp. carniolensis mihi verdient eine dritte Unterart des
variabilis hervorgehoben zu werden, welche sich durch auffallende
"Grösse, (mindestens 36 mm Länge) auszeichnet. Die Farbe ist eine
röthlichbraune, die Bauchplatten sind grau, jederseits der Mitte mit
einem rundlichen Fleck. Besonders auffallend ist die Gestalt der
Ventralplatte des Praegenitalsegmentes. Dieselbe verschmälert sich
nämlich bei den beiden anderen Unterarten nach hinten, ist also drei-
eckig, indem die Seiten convergiren. Hier hat dieselbe eine läng-
liche, ellipsenförmige Gestalt, ihre Seiten sind grösstentheils parallel.
Die zugehörigen Pleuren erscheinen stark aufgetrieben, ich zähle
32 + 40 und 37 + 38 Pleuralporen. Dieselben sind von recht ver-
schiedener Grösse, einer der grössten, zugleich der hinterste, liegt
etwas isolir. Ausser wenigen der vordersten, welche sich unter
dem Hinterrande der vorletzten Ventralplatte befinden, liegen alle
Poren frei. Die Klauen der Analbeine sind kräftig und spitz.
Die mittleren Fühlerglieder sind etwas länger als breit. Das
Drüsenreservoir der Giftdrüsen, welches weit ins Femoralglied
hineinreicht, ist 1!/; mal so breit als der Drüsengang und 2'/, mal
so lang als breit. Die Drüsenporenbahn am Hinterrande der Ven-
tralplatten ist sehr breit und porenreich. — Alle Exemplare; welche
ich von crassipes und acuminatus besitze, sind entschieden
kleiner als diese carniolensis, die bedeutenden Grössenangaben
Latzels sind zweifellos auf diese Form zu beziehen, auch wohl
die höheren Zahlen der Pleuralporen. Die drei mir vorliegenden
Exemplare (22) besitzen alle 51 Beinpaare.
Vorkommen: Umgebung von Adelsberg und Monte Maggiore
(Istrien).
Gatt. Schendyla.
Schendyla nemorensis C. Koch besitzt nach Meinert!)
39—55, nach Latzel 39—47 Beinpaare.
Attems, welcher von nemorensis mit Recht die montana
abtrennte, sagt über die Beinzahlen nichts. Ich selbst habe nemo-
rensis in Rheinpreussen, wo die Art häufig ist, mit 39, 41 und
43 Paaren von Beinen angetroffen, aber auch ein d von 37 B. in
einem Birkenwalde bei Bonn.
Schendyla montana Att. fand ich in der Koralpe bei Gra
und zwar auch ein d mit”37 B. Es stimmt mit den Angaben von
C. Attems überein, doch muss ich das Fehlen eines Basalzähnchens
der Giftklauen von nemorensis berichtigen, da ein solches
thatsächlich vorkommt.
!) Myriapoda Musaei Hauniensis. I. Geophiliden. Koppenhagen. 1871. p. 56.
23*
356 Dr. Carl Verhoeff.
Gatt. Stigmatogaster.
St. gracilis Mein. fand ich in je einem Stück mit 111 Bein-
paaren bei Abbazia und auf dem Monte Carban (Spalato). Latzel
giebt 93—109 B. an.
Beide mir vorliegenden Stücke sind auffällig durch verhältniss-
mässig schwache und blasse Giftklauen. Die Drüsenreservoire
sind ebenso eng und dünn wie der übrige Giftkanal und erstrecken
sich bis in die Mitte der Femoralglieder. Die Giftsecretion
scheint hiernach eine ziemich schwache zu sein. Dagegen sind
die Laufbeine auffallend dick und stark, fast borstenlos,
ebenso deren Endkrallen sehr kräftig, bräunlich, etwas gebogen,
auch die Sehnen, welche an die Endkrallen gehen, sind stark
entwickelt.
Wahrscheinlich ersetzen die starken Beine dieser
Thiere, indem sie die Beutestücke, z. B. Regenwürmer, be-
sonders fest zu umklammern vermögen, die geringere
Leistungsfähigkeit der Giftdrüsen.
& *
*
Dignathodon microcephalum Lucas fand ich bei Abbazia,
Castua und Fiume nicht selten, auch 1 8 bei Pola, mehrere Stücke
um Spalato und 1 d auf dem Monte Carban.
Scotophilus bicarinatus Mein. Pola 1%277B,2&6B,
Castua 258 71, 18 75 B., Voloska 4 d& 67 B., mehrere Ex. auch
von Abbazia und Fiume.
Scot. illyricus Mein. 4 d mit 75 B. aus Sarajevo.
Chaetechelyne vesuviana Newp. Pola 1 2, Voloska 2 2
4 8, Fiume 16.
Himantarium Gabrielis L. ist in der Umgebung von Pola
besonders häufig, aber auch bei Abbazia und Fiume gar nicht selten.
Mecistocephalus carniolensis C. K. findet sich besonders
häufig auf dem istrischen Monte Maggiore. Dort traf ich im Sept.
94 auch 1 $, welches ungefähr 30 Junge bewachte; als ich den
Schlupfwinkel öffnete, suchten die letzteren nach allen Richtungen
zu entfliehen. Auch bei Graz war die Art nicht selten, Alte und
Junge. — In Krain und Bosnien fand ich sie ebenfalls.
Bemerkungen
„Supplementary Note“ des Herrn R. J. Pocock.
Von
Dr. phil. Carl Verhoeff, Bonn a. Rh.*)
In seinem Aufsatz „Chilopoda and Diplopoda from the Chinese
Seas“, Ann. and Mag. of Natural History, Ser. 6, Vol XV., April 1895, giebt
J. Pocock auf S. 369—371 eine „Supplementary Note“ zu meiner Eintheilung
der alten Gattung Julus, wie ich sie in den Verhandl. d. zool.-botan. Ges. in
Wien auseinandergesetzt habe.
*, Anmerkung desHerausgebers. Ich habe geglaubt, dem Herrn Verf.
die Gelegenheit zu einer Abwehr und zur Darlegung seiner Ansichten nicht
verschliessen zu sollen. Für eine Opposition gegen die Regeln im Grossen ist
die Zeit meines Erachtens vielleicht vorüber. Sich für einzelne Bestimmungen
selbständig zu halten, ist natürlich jedem Autor unverwehrt, hat jedoch bei
einer ausgedehnteren Annahme der Regeln durch die Zoologen auf keinen grossen
practischen Erfolg zu rechnen. Für die Uebergangszeit ist nach be-
stimmten Richtungen hin die strikte Befolgung der neuern Regeln, glaube ich,
noch unmöglich, so für populäre und Schulzoologie. Eine altgewöhnte Benennung,
wie dies oft geschehen müsste, eigens für ein Schulbuch, eine öffentliche Samm-
lung u. dergl. umzuändern und damit dem Leser jeden Faden in die frühere
Litteratur abzuschneiden, ist zweckwidrig. Bei strittigen Fällen wäre eine
Uebereinkunft der Specialisten vielleicht durchführbar, die für den Einzelfall
ja ebenso viel werth ist, als die doch auch nur durch Convention angenommene
Regel. Das andauernde Schwanken der Gattungsbezeichnung für die gewöhn-
lichsten und bestbekannten Thiere (ich erinnere an Thynnus, Labrax, Chromis,
Palaemon, Astacus) ist ausserordentlich störend und ein wirkliches Ende ist
oft so wenig abzusehen wie es bei einem gerichtlichen Process ohne begrenzte
Instanzenzahl der Fall sein würde. Zu einem Gesetz gehört stets noch ein
Richter. Ueber die einzelnen Regeln ist unendlich viel hin und her disputirt
worden; es geht hier vielleicht Einheitlichkeit über die grössere Richtigkeit.
Bezüglich der oben vom Vf. behandelten Punkte würde ich z. Th. für, z. Th.
gegen seine Ansicht Partei nehmen, was zu erörtern aber hier zu weit führen
dürfte. F. Hf.
358 Dr. Carl Verhoeff: Bemerkungen zu einer
Es geht daraus hervor, dass ihm mein Artikel im Zool. Anz. 1894, N. 457
„Bemerkungen über A. Berleses Gruppirung der Juliden“, ganz unbekannt ge-
blieben ist.
Was den Inhalt der „S. Note“ betrifft, so sei von vornherein hervorgehoben,
dass sie keine sachlichen sondern nur nomenklatorische Fragen betrifft.
Wenn Herr Pocock von meiner „vollständigen Unkenntniss oder höchsten
Missachtung der einfachsten Grundsätze zoologischer Namengebung‘“ spricht, so
muss ich dies für eine beleidigende Anmaassung erklären, zu der er durch
Unkenntniss der Sachlage verführt worden sein mag. — Es handelt sich hier um
nomenklatorische Regeln, wie sie auch unter bestimmten Paragraphen 1894
von der „Deutschen zoologischen Gesellschaft“ in Vorschlag gebracht, aber
erst in diesem Jahre (1895) publieirt wurden. Es ist sehr zu bedauern,
dass die Zoologen zu denselben bisher noch so wenig öffentlich Stellung
genommen haben. Bei den einen liegt das daran, dass sie überhaupt
nicht in systematischer Richtung arbeiten, andere haben keine Zeit oder
scheuen die „Scheerereien“, bei einigen endlich mögen noch andere rein äusserliche
Gründe hindernd gewesen sein. — Soviel steht fest, dass die „Regeln“ der
„Deutschen zoologischen Gesellschaft“, welche grösstentheils wohl von allen
Zoologen gebilligt werden, ausnahmslos noch lange nicht von allen
Zoologen anerkannt und befolgt werden. Mir persönlich daher den Vor-
wurf zu machen, (wie R. J. Pocock es thut), dass ich eine „vollständige
Unkennntniss der einfachsten(!) Grundsätze zoologischer Namengebung‘“ an
den Tag lege, wenn ich „Regeln“ wie $5b, e und $26 der D. Z. G. nicht
beistimmen kann, ist um so mehr eine ungehörige und beleidigende Ausdrucks-
weise, als kaum Pocock selbst meinen wird, dass gerade diese Sätze zu den
„einfachsten“ „Regeln“ gehören. — „Gedankenvollste systematische Arbeiter“
wüıde Herr Pocock ohne Mühe auch bei der Gegenpartei finden können.
Statt $ 26 der „Regeln“ halte ich mich nach wie vor an folgenden Grundsatz:
Wird eine Gattung in mehrere neue Gattungen aufgelöst, so ist es praktisch,
den alten Namen für eine der neuen Theilgattungen der früheren Gattung
beizubehalten; für welche, liegt ganz im Belieben desjenigen, der die Gründe
für die Theilung der Gattung in mehrere Gattungen aufgefunden hat oder
praktisch durchführt. Wählt aber der Autor, welcher die alte Gattung theilt,
für eine der neuen Gattungen den alten Namen, so wird er ihn praktischer-
weise derjenigen beilegen, welche den grössten Bruchtheil der alten
Gattung ausmacht. — [Es können aber auch noch andere practische Gesichts-
punkte in Betracht kommen, z. B. das besonders gute Bekanntsein irgend
einer Species, was dafür spricht, diejenige Theilgattung mit dem alten Namen
zu belegen, welche diese Species enthält. ]
Dem Dictaturparagraphödec, dass ein Name nicht geändert werden soll,
wenn er aus irgend einem Grunde sachlich falsch ist, kann ich mich eben-
falls nicht anschliessen. Wenn Latzel z. B. ein Thier ‚scandinavius“ nannte,
was in Scandinavien gar nicht vorkommt, so musste das geändert werden
und ist auch geändert worden in ligulifer Latzel, von mir selbst. Es sollte
nämlich als Regel aufgestellt werden, dass in solchen Aenderungsfällen hinter den
neuen Namen doch der alte Autor gesetzt werden muss, oder besser dieser
und der neue Autor zusammen, also z. B. ligulifer Latzel, (Verh.).
Damit kann jeder Autor einverstanden sein. — Das Extrem in der Tendenz
„Supplementary Note“ des Herrn R. J. Pocock. 399
des S 5ec ist der Vorschlag, einen gleichklingenden Gattungs- und Artnamen bei
derselben Form zu dulden, also z. B. Buteo buteo zu schreiben. Auch diesem
Verfahren werde ich mich nie anschliessen. Ebenso wenig dem $5b, wonach
das Prioritätsgesetz sogar auf mehrere Namen ausgedehnt werden soll, welche
einem Thiere von ein und demselben Autor gegeben werden. Ich setze da-
gegen den Satz:
Der Autor hat das Recht, ein von ihm zuerst beschriebenes Thier später
umzutaufen, wenn er einen stichhaltigen Grund dafür besitzt. Die Anwendung
des Prioritätsgesetzes ist in diesem Falle zwecklos, weil dessen eigentliche
Bedeutung darauf geht, dem ältesten Autor sein Entdeckerrecht zu wahren,
was durch die Anführung seines Namens geschieht.
Nach diesen Grundsätzen habe ich bei Myriopoden und insbesondere auch
in den Arbeiten über Juliden verfahren. — Herr Pocock hat nun auch den
Satz aufgestellt: „Für nomenklatorische Zwecke sind die Ausdrücke Genus und
Subgenus gleichwerthig.‘“ Damit ist Verschiedenes gesagt, jedenfalls aber auch
das, man könne in Gattungen, welche Subgenera enthalten, den Species nur
den Subgenusnamen vorsetzen. Beispiele dafür bringt er durch seine Arbeiten.
So sagt er in dem Aufsatz: „Diplopoda of Liguria“, Gerua Sept. 94: „Ophi-
iulus trilineatus“ und „Brachyiulus pusillus“ &te. neben „Craspedo-
soma mutabile‘“ öte. Er hat also Berlesesche Untergattungen ebenso
aufgeführt wie anerkannte Gattungen. Er ignorirt damit sachliche Diffe-
renzen. Allerdings ist es bequemer stets nach einer nomenklatorischen Schablone
zu verfahren als eine Reihe sachlicher Arbeiten sorgfältig durchzustudiren und
sich über die Gründe von Gattungen und Untergattungen zu orientiren. —
Pocock befindet sich in dieser Angelegenheit aber nicht nur in Widerspruch zu
822 der D.Z.G. sondern auch zu myriopodologischen Autoren wie v. Porat,
Berlese, Latzel u. a.
Satz 3 Pocock’s, welcher lautet: „Wenn ein Genus in 2 oder mehrere
Subgenera gespalten wird, so muss das Subgenus den Genusnamen er-
halten, welches die Typusspecies des Genus enthält“, ist verwandt mit $ 26
der D. Z. G., über welchen ich bereits sprach. Ich bemerke noch, dass auch
nach diesem überflüssigen Satze Pocock's die andern Myriopodenforscher mit
Recht nicht verfahren haben, denn weder Berlese noch Latzel haben eine
Untergattung Julus aufgestellt. Abgesehen von den sonstigen Vorschriften,
namentlich für die richtige Verbalbildung, ist es doch dem Autor ganz an-
heimgegeben, wie er seine Untergattungen nennen will. —
Das einzig Berechtigte und Richtige an dem ganzen Artikel Pocock’s be-
steht darin, dass meine Subgenera Mesoiulus und Acanthoiulus bereits
nominell ver“eben sind, daher:
Subg. Hemipodoiulus Verh. = Mesoiulus Verh.
Subg. Oxyiulus mihi = Acanthoiulus Verh.
Uebrigens heisst die ältere Gruppe Acanthiulus und ausserdem sagt
Latzel in seinem bekannten Werke Bd. II. S. 65 von Trachyiulus: „Vielleicht
identisch mit Acanthiulus Gervais.“
Neuerdings theilt v. Porat!) mit, „dass Pocock's Acanthiulus Mur-
ray i der Typus einer neuen Gattung ist.“ Das passt merkwürdig gut (2) zu
!) Zur Myriopodenfauna Kameruns 1895 S. 52.
360 Dr. Carl Verhoeff: Bemerkungen zu einer
Pocock’s Ausspruch, dass Acanthiulus ‚für das am besten markirte Genus“
unter den Juliden angesehen werden könne.
Wenn Pocock von „Irrthümern“ und „Verwirrung“ spricht, die ich an-
gerichtet haben soll, so fällt das in der Hauptsache auf ihn selbst zurück, da
er beides produeirt hat, wie seine Synonymik 1. c. pg. 371 lehrt, schon weil er
nach seinem Schema 2) Gattungen und Untergattungen wie „Kraut und Rüben“
durcheinander wirft. Für ihn scheint meine Arbeit „Beiträge zur Anatomie
und Systematik der Juliden“ gar nicht geschrieben zu sein. Dass Uneiger
Brandt = Oncoiulus Verh. ist, habe ich selbst 1. c. bereits angegeben, denn
es heisst auf S. 2: „Brandt gründete für den Julus foetidus ©. Koch die
Untergatt. Uneiger“ und auf S. 17 gab ich dieselbe Art allein bei Oneoiulus
an. Dass ich den Namen umänderte geschah einmal, damit alle Subgenera von
Julus durch Composition mit diesem Worte (-iulus) gebildet würden, sodann
auch weil im Allgemeinen darauf gesehen wird, dass die Genusnamen grie-
hischen Stammes sind. Meinetwegen mag man Oncoiulus Brandt schreiben.
Pocock setzt ferner:
Julus L. = Ommatoiulus Latz., Archiiulus Berl. und Bothroiulus
Verh., sowie
Allaiulus Koch = Leucoiulus Verh. — Ich weiss nicht, was ich hierzu
sagen soll!
„Julus L.“ ist für den heutigen Myriopodenforscher doch nichts anderes
als Julidae im weitesten Sinne. Und das soll gleich Bothroiulus Verh. etc.
sein?!! Ich verliere kein weiteres Wort darüber, Man sieht an den Gleich-
stellungen am besten, zu welchem Unsinn das Schema Pocock’s führt!
Ommatoiulus Latz. = Archiiulus Berl. Herr Pocock?
Archiiulus Berl. enthält nämlich nur Formen ohne Flagellum,
während Ommatoiulus Latz. die verschiedensten Elemente umfasst, theils mit,
theils ohne Flagellum,- theils mit, theils ohne secundäre Hinterblätter!
Und Allaiulus = Leueoiulus??
Darnach ist alles von mir über J.nanus Latz. Gesagte nicht zur Kennt-
niss des Herın Pocock gelangt! Diese Art nämlich sowohl wie pelidnus Latz.
und styricus Verh. fallen in den Bereich von Allaiulus C. K. und Latzel,
sind von mir neuerdings (Zool. Anz. N. 476—478), aber mit gutem Grunde zu
der neuen Gatt. Leptophyllum erhoben worden. Demnach ist die wahre
Synonymik folgende:
Subg. Leucoiulus Verh. (zu Julus Verh.) = Allaiulus C. K. und
Latzel (e. p.)
Gatt. Leptophyllum Verh. = Allaiulus C. K. und Latzel (e. p.).
Um weiter die von Pocock gelieferte Synonymik der Berleseschen
Subgenera richtig zu beurtheilen, ist es nützlich, einen Blick in seine eitirte
Arbeit zu thun. Da heisst es nämlich S. 12: „Ophiiulus unilineatus C.K.“
und „Ophiiulus trilineatus ©. Koch.“ Also beide Arten stellt er in eine
Gattung. Ich habe dagegen, weil mein College C. Attems in N. 458 des Zool.
Anz. nachwies, dass unilineatus C.K., sowie podabrus und austriacus
Latzel noch keine secundären Hinterblätter besitzen, und ich diese Angaben
bestätigen konnte, auf diese Arten sowie projectum Verh. die Gatt. Me ga-
phyllum gegründet. Andererseits ist trilineatus ein typischer Vertreter von
Julus Verh. Jene beiden von Pocock gebrauchten Namen beweisen nun einer-
„Supplementary Note“ des Herrn R. J. Pocock. 361
seits, dass ihm diese Verhältnisse gänzlich unbekannt waren, andererseits zeigen
sie, dass er unmöglich in der Lage sein konnte, eine Synonymik der Gruppen
Berlese’s zu geben, denn dazu gehört eine gründliche Kenntniss des Baues der
Copulationsorgane, welche Pocock gar nicht besitzt! (Beweis: Seine
Arbeiten.) Uebrigens hat auch Berlese in den „Julidi del Museo di Firenze“
den unilineatus gar nicht aufgeführt. Es entspricht also einmal gar nicht
dem Sinne der Berlese’schen Gruppe, den unilineatus als Ophiiulus auf-
zuführen, sodann konnte Pocock nur dadurch zu dem Rechte kommen den
unilineatus als Ophiiulus zu bezeichnen, wenn er dessen Copulations-
organe untersuchte. Entweder hat er das nun nicht gethan und dann be-
ging er mit der Bezeichnung Ophiiulus eine grobe Willkür, oder er that es
und dann hat er diese Organe falsch untersucht.
Ich mnss jetzt darauf aufmerksam machen, dass der „Julus“ pusillus
Leach ebenfalls in meine Gatt. Megaphyllum einzustellen ist, wie ich
durch genaue Untersuchung der Copulationsorgane festgestellt habe. Latzel
giebt in seinem Werke S. 283 eine so kurze Beschreibnng dieser Organe, dass
ich daraus weder das Fehlen noch Vorhandensein secundärer Hinterblätter ent-
nehmen kann. Der TImstand, dass er ihn in die Gruppe „I.“ seiner Untergatt.
Ommatoiulus stellt, für welche er angiebt, dass das „hintere Klammerblatt
vielgestaltig“ sei, spricht eher für als gegen den Besitz secundärer Hinter-
blätter. Attems scheint ebenso wie ich bisher noch kein geeignetes Unter-
suchungsmaterial gehabt zu haben, daher giebt er ihn bei seiner austriacus-
Gruppe nicht an und in den „Myriopoden Steiermarks“ stellt er ihn ausdrücklich
unter IA: „Mittleres Klammerblatt scharf vom hinteren gesondert.“ Augen-
scheinlich hat er also Latzel’s Angaben ebenso aufgefasst wie ich.
Berlese hat l. c. die Copulationsorgane von pusillus zwar nicht ab-
gebildet, aber da er von Brachyiulus sagt: „esiste il flagello“ und „L’epian-
drio & composto di un pezzo unico“ und unter Brachyiulus den pusillus auf-
führt, so kann, trotz seines Fehlers ‚Proandrio duplice“, die Uebereinstimmung
von Brachyiulus und Megaphyllum nicht mehr verkannt werden; dass
das vorher geschah, ist durch die genannten Angaben Latzels verursacht
worden. —
Abgesehen von Blaniulus und Isobates erhalten wir sonach folgende
Synonymie der europäischen Juliden-Genera:
Julus Linne = Julidae.
1. Julus Verh. = Julus Brandt und Latzel e. p.
er = Typhloiulus + Diploiulus + Ophiiulus Berl.
2. Mieropodoiulus Verh. = Julus Latzel e. p.
. Tachypodoiulus Verh. = Julus ©. Koch e. p.
. Pachyiulus Berl. = Pachyiulus Verh.
. Brachyiulus Berl. = Megaphyllum Verh.
{ = Palaioiulus Verh.
„„ehlaoph um VER: \ = Julus autorum e. p. (non Archiulus Berl.)
. Leptophyllum Verh. = Allaiulus (Subg.) C. K. und Latzel e. p.
. Mesoiulus Berl. (ob Genus?) ;
On 9 tr w
Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere
im Auftrage der
Deutschen Zoologischen Gesellschaft
zusammengestellt von
0. Bütschli; J. V. Carus; L. Döderlein; E. Ehlers; H. Ludwig;
Heidelberg. Leipzig. Strassburg i. E.E Göttingen. Bonn.
K. Möbius; F. E. Schulze; J. W. Spengel.
Berlin. Berlin. Giessen.
Abgedruckt aus den Verhandlungen der Deutschen Zoologischen Gesellschaft.
3. Jahresveıs. 1893. Leipzig 1894. 8°. 8.89--98*).
A. Allgemeine Regeln.
$1. ($4,1 des zweiten Entwurfes.)
Die zoologische Namengebung umfasst ausser den lebenden
auch die fossilen Thiere, erfolgt jedoch ohne Rücksicht auf die in
der Botanik verwendeten Namen.
Immerhin ist zu empfehlen, bekannte botanische Namen nicht als neue
Bezeichnungen in die Zoologie einzuführen **).
52. (8 3.)
Als wissenschaftlicher Name ist nur derjenige zulässig, welcher
in Begleitung einer in Worten oder Abbildungen bestehenden und
nicht misszudeutenden Kennzeichnung durch den Druck veröffent-
licht wurde.
*) Die Publikation dieser Nomenklaturregeln als dritter Entwurf datirt
Anfang Februar 1894. Sie wurden darauf in obiger Form von der D. Zool. Ges-
angenommen in der Versammlung vom 10. April 1894. (Vergl. Verh. der 4. Jahr.-
Vers. p. 37.) Dem Vorsitzenden der D. Z. G., Herrn Geh.-R. Ehlers, so wie
dem Herrn Verleger W. Engelmann statte ich hierdurch für die freundliche
Erlaubniss des Abdrucks meinen verbindlichen Dank ab.
Auf der letzten internationalen Zoologen- Versammlung in Leyden hat
Herr Geh.-R. Fr. Eilh. Schulze Schritte gethan, um die noch bestehenden
Differenzen zwischen obigen Regeln und den von anderen Seiten aufgestellten
auszugleichen. F. Hilgendorf.
**) Die kleiner gedruckten Sätze enthalten Erläuterungen, Beispiele
und Rathschläge.
Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere. 363
a. Namen, welche nur auf einem unentwickelten Zustand oder einem
Körpertheil basiren, sind zulässig, falls die Kennzeichnung zur Wiedererkennung
der betreffenden systematischen Einheit ausreicht.
Beispiele: Paludina contecta Millet 1813, basirend auf der Jugendform,
ist gültig und hat daher die Priorität vor Puludina Wsteri Forbes et Hanley
1853, welcher Name auf erwachsenen Exemplaren basirt. Der nur auf die Be-
schreibung des Schädels gegründete Gattungsname Sphenodon Gray 1831 hat
die Priorität vor dem auf der Beschreibung des ganzen Thieres basirenden
Namen Hatteria Gray 1842.
b. Als genügend gekennzeichnet ist ein Name auch dann anzusehen, wenn
er an Stelle eines bereits genügend gekennzeichneten, aber aus anderen Gründen
ungültigen Namens aufgestellt wird.
c. Die Beifügung nur des Vulgärnamens oder des Wohnortes resp. Wirthes
ist unter keinen Umständen als genügende Kennzeichnung eines wissenschaft-
lichen Namens anzusehen.
d. Manuseript- (‚in litt.“), Museums-, Katalog-Namen und sonstige Nomina
nuda oder seminuda sind unzulässig.
e. Als „durch den Druck veröffentlicht“ gelten diejenigen durch irgend
ein Druckverfahren vervielfältigten. Beschreibungen oder Abbildungen, welche
allgemein zugänglich sind oder doch zur Zeit ihrer Veröffentlichung waren.
Separatabdrücke aus Zeitschriften und dergl. gelten erst von dem Tage der
Ausgabe des betreffenden Heftes oder Bandes der Zeitschrift und dergl. an
als veröffentlicht.
$3. ($1.)
Die wissenschaftlichen Namen gelten als lateinische Wörter.
a. Bei den aus der griechischen Sprache stammenden Wörtern müssen stets
folgende Umschreibungen angewendet werden:
ov wird u yy wird nch cı wird ae
U y Y YI203 ng ei 9, %
Va 7) BR TR Dunn oe
DENN oe „ ırh 0 „um
wa NH im h a N
Bu ce
b. Beim Umschreiben von Wörtern aus Sprachen, welche keine feststehende
lateinische Schreibweise haben, sollte ein phonetisches Alphabet zur Anwendung
kommen, bei welchem im Wesentlichen die Vokale wie in der deutschen oder
italienischen Sprache, die Consonanten wie in der englischen Sprache benutzt
werden, also a, e, i, 0, u, ae, oe, ue, ai, oi, ui, au, eu, nach deutscher Aus-
sprache; b, d, f, g (nur wie bei good), h, j, k, I, m, n, p, r, s, t, v, y (nur wie
bei year), z, ng, ch, kh, sh, th nach englischer Aussprache, z. B. metshnikovi,
pjevalskii, kagoshimana, luchuensis.
c. Werden künftig moderne Familiennamen bei der Namenbildung ver-
wendet, so ist eine passende Endung an den unverändert bleibenden Namen zu
hängen. z. B. Schmidtia; moebiusi, Edwardsia,
364 Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere.
$4. ($ 4c.)
Etymologisch gleich abgeleitete und nur in der Schreibweise
von einander abweichende Namen gelten als gleich.
Beispiele: sülwestris = syWwestris; coeruleus = caeruleus; linnaei = linnei;
Fischeria = Fisheria, Astracanthus = Asteracanthus.
a. Dagegen können neben einander verwendet werden Picus und Pica;
Polyodon, Polyodonta und Polyodontes; fluvialis, luviatilis, fluviaticus, fuviorum ;
moluecensis und moluccanus.
b. Bei Neubildung von Namen möge man solche vermeiden, welche leicht
mit schon vorhandenen verwechselt werden können.
85. ($9.)
Aenderungen an einem sonst zulässigen Namen dürfen nur
stattfinden, so weit es die $$ 13 und 22 erfordern, sowie zu rein
orthographischer Berichtigung der Schreibweise, wenn das Wort
zweifellos falsch geschrieben, bezw. in fehlerhafter Weise trans-
scribirt ist. Die hierdurch veranlassten Aenderungen berühren die
Autorschaft des Namens nicht.
Zu ändern ist z. B. eurimedes, Acrophtalmia, pyrronothus, Dichorragia,
Rabdophaga, Oudenodon, macrourus, Oplophorus, Jeracidea, Uperodon, Iresia in
eurymedes, Acrophthalmia, pyrrhonotus, Dichorrhagia, Rhabdophaga, Udenodon,
macrurus, Hoplophorus, Hieracidea, Hyperoodon, Hiresia.
a. Innerhalb ein und derselben Schrift ausgeführte Verbesserungen anfangs
untergelaufener Fehler beseitigen diese; doch ist ein später erscheinendes Heft
oder Lieferung desselben Werkes nicht unter dem Ausdrucke: „dieselbe Schrift“
zu verstehen.
b. Einem einmal veröffentlichten Namen gegenüber steht dem Autor nur
dasselbe Recht zu wie jedem anderen Zoologen. So hat z. B. Ponera coarctata
Latreille 1799, von ihrem Autor selbst 1802 unnöthiger Weise umgetauft in
Ponera contracta, die Priorität vor letzterem Namen.
c. Ein Name darf nicht verworfen oder geändert werden etwa aus dem
Grunde, weil er „nicht. bezeichnend“ ist oder weil seine Bildung „unter Miss-
achtung philologischer Sprachregeln“ erfolgte oder „weil er zu lang ist, schlecht
klingt“ und so weiter; doch sind fortan derartige fehlerhafte Wortbildungen, z. B.
hybride Wörter, zu vermeiden.
Es darf z. B. der Name Oriolus persicus L. nicht etwa deshalb geändert
werden, weil es ein amerikanischer, in Persien nicht vorkommender Vogel ist,
oder Voluta lapponica L., weil es eine indische, in Lappland nicht vorkommende
Schnecke ist. Auch Artbezeichnungen mit gleichem Art- und Gattungsnamen
sind daher zulässig z. B. Buteo buteo, Arctus arctus.
d. Synonyme dürfen nicht mehr von Neuem verwandt werden.
$ 6. ($ 6a.)
Von verschiedenen, für den gleichen Begriff zulässigen Namen
ist nur der zuerst veröffentlichte gültig — Prioritätsgesetz.
Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere. 365
a. (86,3.) Von verschiedenen, in ein und derselben Schrift für den gleichen
Begriff veröffentlichten zulässigen Namen ist nur der zuerst veröffentlichte gültig.
b. (86,4.) Es ist unzulässig, einen älteren Namen, der nicht mit unbe-
dingter Sicherheit auf eine bestimmte Form oder andere systematische Einheit
bezogen werden kann, an Stelle eines in Gebrauch befindlichen zu setzen (vgl. $ 2).
87. (8 6b.)
Die Anwendung des Prioritätsgesetzes beginnt mit der zehnten
Ausgabe von Linne@’s „Systema Naturae‘ (1758).
a. ($ 2b.) Unzulässig sind Art- und Genusnamen aus solchen Druck-
schriften, in welchen die binäre Nomenclatur nicht prineipiell zur Anwendung
kommt.
b. ($2b. Anm.) Von Zoologen, welche der binären Nomenclatur nicht
folgten, aufgestellte Namen werden nur dann zulässig, wenn sie von Linn& oder
einem späteren Zoologen aufgenommen und charakterisirt worden sind (vgl.$ 9b).
88. ($7.)
Wird durch einen späteren Autor ein systematischer Begriff
erweitert oder beschränkt, so ist trotzdem der bis dahin gültige
Name auch ferner als zulässig anzusehen.
Werden schon benannte systematische Begriffe später vereinigt, so gilt für
den so erweiterten Begriff der älteste Name.
89. (8 21.)
Als Autor eines wissenschaftlichen Namens gilt derjenige,
welcher ihn zuerst in zuverlässiger Weise aufgestellt hat. An die
Stelle eines persönlichen Autornamens tritt der Titel der Veröffent-
lichung, falls der Autor nicht bekannt ist.
a. Wenn aus dem Inhalte einer Druckschrift deutlich hervorgeht, wer der
eigentliche Beschreiber einer darin enthaltenen Thierform ist, so hat dieser allein
als der Autor zu gelten, auch wenn er nicht identisch ist mit dem auf dem Titel
des Werkes verzeichneten Herausgeber. Beispiele: Pedaria picea Fahraeus
beschrieben in „Bohemans Ins. Caffrariae“, Acanthocerus stietieus Erichson
beschrieben in „Germar’s Zeitschrift für die Entomologie“, Neoditrema ranso-
netti Steindachner und Oypselichthys japonieus Döderlein, beide beschrieben
in „Fische Japans von Steindachner und Döderlein“.
b. Als Autor eines vorlinneischen Namens oder eines bei seiner ersten Auf-
stellung ungenügend charakterisirten Namens gilt derjenige, welcher ihn nach
1758 zuerst mit einer nicht misszudeutenden Kennzeichnung versehen hat.
$10. ($ 22).
Wird der Name des Autors beigefügt, so folgt er ohne Zwischen-
zeichen unmittelbar dem von ihm aufgestellten wissenschaftlichen
Namen. In allen Fällen, in denen die Beifügung eines zweiten
Autornamens erwünscht ist, muss vor diesem ein Komma stehen,
366 Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere.
a. ($22,2.) Der Autorname ist entweder vollständig und unverändert (ohne
Punkt) oder in unzweideutiger Abkürzung (mit Beifügung eines Punktes) zu
schreiben. Am besten sind die Autornamen in der für das Berliner Zoologische
Museum vorgeschlagenen Weise abkürzen („Liste der Autoren zoologischer Art-
begriffe, zusammengestellt für die Zoologische Sammlung des Königlichen Museums
für Naturkunde in Berlin“).
b. (8 22,3.) Von einem aus mehreren getrennten Wörtern bestehenden
Autornamen ist in der Regel nur einer als Autorname zu verwenden, z.B.
d’Audebard de Ferussae nur als Ferussaec (resp. Fer.) oder Megerle
von Mühlfeld ais Megerle (resp. Meg.).
e. ($ 22,1.) In allen Fällen, wo über den Namen einer Form oder einer
Gruppe ein Zweifel oder die Möglichkeit einer mehrfachen Auffassung besteht,
ist durch Beifügung des Autornamens, eventuell auch noch der Jahreszahl der
ersten Veröffentlichung, der Sinn, in welchem ein Name benutzt wird, anzugeben.
d. ($22,4.) Die Anführung eines zweiten Autornamens kann wünschens-
werth sein, wenn ausgedrückt werden soll, dass der wissenschaftliche Name in
dem Sinne dieses zweiten Autors aufgefasst werden soll, welcher den Begriff
vielleicht besser definirt hat als der eigentliche Autor, z. B. Farrea occa Bower-
bank, Carter. Hat der zweite Autor den Begriff merklich modifieirt (beschränkt
oder erweitert), so kann vor seinem Namen ein „em.‘“ (emendavit) oder „pp.“
(pro parte) eingeschaltet werden, z. B. Taenia solium L., em. Rudolphi.
e. ($ 22,5.) Wird vor den zweiten Autornamen „non“ oder ‚nec“ gesetzt,
so soll dadurch ausgedrückt werden, dass es sich nicht um die gleichnamige
Form dieses zweiten Autors handelt; z.B Turbo tridens Pult., non Müller oder
Bulimus maculatus Lea, non Brug.
$ 11. (Anm. zu $ 20.)
Classe (classis), Ordnung (ordo), Familie (familia), Gattung
(genus), Art (species) sind in der genannten Reihenfolge einander
untergeordnete Begriffe und dürfen nicht in umgekehrter oder be-
liebiger Beziehung oder Reihenfolge verwendet werden.
a. Dagegen können Ausdrücke wie tribus, sectio, legio ete., mit welchen
kein Gedanke an eine bestimmte systematische Stellung, sondern nur der allge-
meine Begriff der Eintheilung verbunden ist, bei weiteren wie bei engeren
Gruppen angewendet werden.
B. Regeln über die Artbezeichnung.
$12. ($ 2.)
Jede Art wird mit einem Gattungs- und darauf folgenden Art-
namen bezeichnet (binäre Nomenclatur).
2130 (810)
Der stets als ein Wort zu behandelnde Artname steht gram-
matisch im Abhängigskeitsverhältnisse zum Gattungsnamen.
Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere. 367
a. (810c.) Besteht der Artname aus mehreren einzelnen Wörtern, so sind
dieselben als ein einziges Wort zu schreiben, mit oder ohne Verwendung von
Bindestrichen, z. B. Buteo sanetijohannis; Vanessa c-album; Ostrea cerista-galli:
Conus cedonulli.
b. (Anhang 7.) Moderne Familiennamen sollten bei ihrer Verwendung zu
neuen Artnamen im Genetiv stehen und nicht als Adjectiva auftreten, z. B. bal-
damusi, danai, schulzei, rissoi. (Anhang 9.) Zusammensetzungen mit anderen
Wörtern wie z. B. subwilsoni, schmidtiformis u. dergl. sind zu vermeiden.
c. (Anhang 10.) Geographische Artnamen sind womöglich in Adjeetivform
anzuwenden.
d. (Anm. zu $10,) Es empfiehlt sich, die Artnamen nach dem Vorgange
der englischen und amerikanischen Zoologen stets mit kleinen Anfangsbuch-
staben zu schreiben.
814. (8 4a.)
Innerhalb einer Gattung ist ein Artname nur einmal zulässig.
a. Werden in ein und dieselbe Gattung zwei oder mehrere verschiedene
Arten mit gleichem Artnamen zusammengebracht, entweder dadurch, dass eine
oder mehrere Arten in eine andere Gattung versetzt werden, oder dass durch
Vereinigung vorher getrennter Gattungen mehrere gleich benannte ungleiche
Arten zusammenkommen, so behält nach dem Prioritätsgesetze nur diejenige
Art den ursprünglichen, sonst mehrfach vorkommenden Namen, welche zuerst
damit belegt ist.
($11,8.) Ein zum Synonym gewordener Artname kann nach dem Pri-
oritätsgesetze wieder gültig werden, wenn er früher nur deswegen ungültig
war, weil in derselben Gattung bereits eine gleichnamige Art vorhanden war,
und dieser Grund bei Auflösung der Gattung bezw. Vertheilung der Arten in
andere Gattungen wegfällt.
Beispiele: Wenn Procellaria cinerea Gmelin 1788 zur Gekkunz Adamastor
gezogen wird, erhält Procellaria kuhli wieder den älteren Namen Procellaria
einerea Kuhl 1822. Da /lelix bidens Müll. 1774 eine Clausilia ist, kann Helıx
bidens Chemnitz 1798 unverändert bleiben.
$15. ($ 13.)
Wird eine Art in mehrere Arten getheilt, so ist der ursprüng-
liche Name derjenigen neu definirten Art zu belassen, welche die
ursprünglich so benannte Form enthält. In zweifelhaften Fällen
ist die Entscheidung des die Trennung vornehmenden Autors mass-
gebend.
a. ($11.) Unzulässig ist ein Artname, der zweifellos auf irrthümlicher Iden-
tifieirung mit einer gleichnamigen älteren Art beruht, auch wenn beide Arten zu
verschiedenen Gattungen gehören. Z. B. Cancer arctus Herbst, von diesem
Autor fälschlich mit Cancer arcetus L. (jetzt Arctus arctus) identificirt, heisst
daher Thenus orientalis Fabr. und nicht etwa Thenus arctus (Herbst).
368 Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere.
$ 16. ($ 12.)
Sind für die gleiche Art verschiedene zulässige Namen an-
nähernd gleichzeitig aufgestellt worden, so dass die Priorität nicht
festzustellen ist, so ist die Entscheidung des ersten Autors, welcher
die Synonymie der verschiedenen Namen nachweist, massgebend.
$17. (85.)
Bei Arten, in deren Generationscyclus verschiedene Formen
auftreten, ist als Artbezeichnung nur ein zur Bezeichnung einer
entwickelten fortpflanzungsfähigen Form vorgeschlagener Name zu-
lässig. In diesen Fällen, sowie bei Arten mit Polymorphie oder
mit mehreren Geschlechtsgenerationen entscheidet über die Be-
nennung die Priorität.
-
Beispiele: Es muss heissen:
a. Syncoryne sarsi und nicht Sarsia tubulosa, weil Syncoryne (von Loven
schon im Jahre 1834, Sarsıa aber erst 1843 (von Lesson) aufgestellt ist und
beide entwickelte, fortpflanzungsfähige Formen sind.
b. Papilio euthus 1.1767 und nicht Papilio wuthulus Brem. 1861, weil beide
saisondimorphe Formen entwickelt und fortpflanzungfähig sind, aber der Name
für die erstere die Priorität hat.
ce. Doliolum müller Krohn 1852 und nicht Doholum nordmanni Krohn
1852, weil von beiden entwickelten fortpflanzungsfähigen Formen Krohn die
erstere in derselben Arbeit früher beschrieben hat als die letztere.
Paptlio glaucus L. 1758 und nicht Papilio turnus L. 1771, weil auch das
unter ersterem Namen beschriebene heteromorphe Q entwickelt und fortpflanzungs-
fähig ist und der Name älter ist als Zurnus, der Name ler normalen Form.
d. Wo zur Bezeichnung einer bestimmten Form inn :rhalb eines Generations-
eyelus oder bei polymorphen Arten ausser der Artbezeichnung noch ein besonderer
Name wünschenswerth ist, folgt derselbe der Artbezeichnnng unter Einfügung der
Abkürzung st: (stadium bei Larvenformen) oder f: (forma bei entwickelten Formen),
2. B. Synecoryne tubulosa f: Sarsia tubulosa;
Aurelia aurita st: Sceyphostoma ;
Taenia solium st: Cysticereus cellulosae;
Papilio glaueus 2 f: glaucus;
y Be 2 f: turnus.
e. Ist bei Larvenformen die entwickelte fortpflanzungsfähige Form nicht
bekannt, so empfiehlt es sich statt des sonst allein anzuwendenden binären Art-
namens die nächst höhere bekannte Systemgruppe im Genetiv vorauszuschicken,
z. B. Distomi st: ÜOercaria villoti Montic£lli; Penaeidarum st: Cerataspis.
818. (821b.)
Als Autor einer Art gilt der Autor des Artnamens.
Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere. 369
819. (8 22b.)
Der Name des Autors einer Art wird in Klammern gestellt,
wenn der von ihm ursprünglich gebrauchte Gattungsname durch
einen anderen ersetzt ist.
Beispiel: Pernis apivorus (Linne), von Linne& selbst Falco apivorus genannt.
820. (814 Anm. 3.)
Bastarde sind entweder mit den durch ein liegendes Kreuz (x)
verbundenen oder durch einen Bruchstrich getrennten Namen der
elterlichen Arten zu bezeichnen, deren Geschlecht, falls bekannt,
durch mas., fem., oder d, $ anzugeben ist. Der Name des ersten
Beschreibers der Bastardform ist mit vorgesetztem Komma anzufügen.
Beispiele:
Saturnia pavonia Borkh. & x Sat. pyri Borkh. 2, Standfuss,
Saturnia pavonia Borkh. &
Saturnia pyri Borkh. 2 NSeandluss
Tetrao tetrix (L.) x Tetrao urogallus (L.)
Tetrao gallinaceus (Pallas).
oder
‚ Schwarzenberg.
6. Regeln über die Namen der Unterarten sowie der Ab-
weichungen von typischen Art- oder Unterart-Begriffen.
$21. ($ 14.)
Sollen constante Localformen, Varietäten, Zuchtrassen etc.
besonders benannt werden, so hat dem Artnamen ein diese Formen
bezeichnender Name zu folgen. Für solche Namen von Unterarten
gelten die für die Artnamen aufgestellten Regeln.
a. (8$14,1.) Es ist unzulässig, beim Gebrauche eines besonderen Namens für
die Unterart den Artnamen wegzulassen. Also Corvus corax camtschaticus und
nicht: Corvus camtschaticus; denn letzteres müsste nach $12 als Artbezeichnung
gelten.
b. ($14 Anm.1.) Um geringe Abweichungen von der typischen Art oder
Unterart zu bezeichnen, bedient man sich des Ausdruckes Varietät (varietas), Ab-
irrung (aberratio) oder Missbildung (monstrositas). Das betreffende Wort wird in
kenntlicher Abkürzung (var., aberr., monstr.) zwischen den Artnamen resp. Unter-
artnamen und dem als ein Wort zu behandelnden und von dem gewählten Worte
(varietas etc.) grammatisch abhängigen Namen der Abweichung eingeschoben.
Beispiele: Cervus capreolus L. var. alba.
Oyprinus carpio L. var. nuda.
Papilio machaon L. aberr. aurantiaca Spr.
Sphinz ligustri L. aberr. spiraeae Esp.
Taenia solium L. monstr. fenestrata Brems.
Arch. f, Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.I, H.3. 24
370 Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere.
c. Ist eine Abweichung durch Cultureinfluss oder künstlich herbeigeführt,
so hat man dies durch die an entsprechender Stelle einzufügenden Worte varietas
eulta (abgekürzt var. cult.) oder aberratio culta (aberr. cult.) oder monstrositas
eulta (monstr. eult.) auszudrücken; z. B.:;
Carassius auratus L. var. cult. macrophthalma.
Columba livia L. var. cult. gyratrix.
d. Innerhalb einer Art darf ein zur Bezeichnung einer Unterart oder einer
Abweichung benutzter Name nur einmal vorkommen; ebenso darf innerhalb
einer Unterart ein zur Bezeichnung einer Abweichung verwandter Name nur
einmal vorkommen.
D. Regeln über die Gattungsnamen.
822. (8 15.)
Gattungsnamen sollen Substantiva sein und erfordern eine
Singularendung. Sie sind als ein Wort und mit grossen Anfangs-
buchstaben zu schreiben. Soll der (den nämlichen Regeln wie der
Gattungsname unterliegende) Name einer Untergattung beige-
fügt werden, so steht derselbe in Klammern hinter dem Gattungs-
namen.
Beispiele:
Vanessa (Pyrameis) cardui L.
Hirudo (Haemopis) sanguisuga.
823. (8 16.)
Ein Gattungsname ist nur dann zulässig, wenn eine bekannte
oder hinreichend gekennzeichnete Art (resp. mehrere) auf ihn be-
zogen werden kann oder wenn eine nicht misszudeutende Diagnose
ihm beigegeben ist.
824. (8 4b.)
Innerhalb des Thierreiches darf der gleiche Gattungsname nur
einmal vorkommen. Unzulässig ist auch ein Gattungsname, der
schon als Name einer Untergattung eingeführt ist.
825. (817)
Sind für eine Gattung verschiedene zulässige Namen annähernd
gleichzeitig aufgestellt worden, so dass die Priorität nicht festzustellen
ist, so ist derjenige Name zu wählen, für welchen eine „typische
Art“ aufgeführt war. In allen dadurch nicht zu erledigenden
Fällen ist die Entscheidung des ersten Autors, welcher die Synony-
mie der verschiedenen Namen nachweist, massgebend.
Regeln für die wissenschaftliche Benennung der Thiere. 371
826. (8 18.)
Wird eine Gattung in mehrere neue Gattungen aufgelöst, so
verbleibt der alte Gattungsname der als Typus anzusehenden Art.
Ist eine solche nicht mit Sicherheit festzustellen, so hat der die
Auflösung vornehmende Autor eine der ursprünglich in dieser
Gattung enthalten gewesenen Arten als Typus zu bestimmen. Wer-
den Untergattungen zu Gattungen erhoben, so wird der Unter-
gattungsname zum Gattungsnamen.
E. Regeln über die Namen höherer systematischer Gruppen.
8 27. (8 20.)
Die Namen von höheren Thiergruppen erfordern eine Plural-
endung.
828. (8 20.)
Die Namen von Familien und Unterfamilien werden fortan von
dem gültigen Namen einer zu diesen Gruppen gehörigen Gattung
gebildet, und zwar die der Familien durch Anhängen der Endung
due (Plural von ödes [gr. eudns] masc. gen.), die der Unterfamilien
durch Anhängen der Endung inae (fem. gen.) an den Stamm des
betreffenden Gattungsnamens.
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NATURGESCHICHTE,
GEGRÜNDET VON A. F.A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
DR BER PEN DONZ EB TROSCHEL
UND E voN MARTENS.
HERAUSGEGEBEN
VON
Prof. Dr. F. HILGENDORF,
CUSTOS DES K. ZOOLOG. MUSEUMS ZU BERLIN.
EINUNDSECHZIGSTER JAHRGANG.
II. BAND.
Berlin 1895.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
R. STRIOKER.
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V ro au Ar ua
Inhalt des zweiten Bandes.
Erstes Heft.
(Ausgegeben im Dezember 1902.)
Anton Reichenow. Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1894.
I. Allgemeines, Geschichte, Museologie, Taxidermie
II. Anatomie, Physiologie, Entwicklung .
III. Fuss- und Schnabelform, Federn, Farben, Mauser, Flug
IV. Spielarten, Bastarde, Halınfedrigkeit, Missbildungen
V. Palaeontologie 3 a Pa RE
VI. Verbreitung, Wanderung, Thiergebiete
VII. Lebensweise . Br: abs ir,
VIII Jagd, Schutz
IX. Systematik BR al Tre Re
Dr. Franz Werner in Wien. Bericht über die Leistungen in der
Hieerpetologie im Jahre 1893.
Ciasse Reptilia
Allgemeines, Anatomie, One, ee u. Palees
ontologie (vergl. hierzu auch die einzelnen system. Abtheil.)
Faunistisches (desg].)
Einzelne Abtheilungen:
Squamata (Lacertilia, Rhiptoglossa, Da en,
Ornithosauria, Dinosauria 1 SEES EN EN
Crocodilia .
Chelonia
Ichthyosauria s r
Plesiosauria, Tee, Werdenuiie A
Rhynehocephalia
Anomodontia .
Classe Batrachia.
Anatomie, Entwicklung, Bralesı Be una die einz. Rinne
Faunistisches (desgleichen) .
Einzelne Abtheilungen:
Ecaudata . Pe
Caudata
Apoda .
Stegocephala .
Paul Matschie. Bericht über die een en in de
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893.
a
Seite
108
109
111
114
115
116
10%
117
117
120
123
133
139
140
IV
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen
II. Uebersicht nach dem Stoff .
Wr DEIDErZ
ei
ıR
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
sen Go
Bibliographien
Lebensweise ;
Nutzen und Schaden
Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen, Varietäten,
Bastarde
Gefangene und aeelimdtisirte Thiere
Hausthiere .
Vulgär-Namen ;
Jagd und Jagdschutz .
Nomenclatur ;
Faunistische Arbeiten .
Europa .
Afrika .
Asien
Amerika
Australien .
Phylogenetische Entwickelung i
Ontogenetische Entwickelung .
Muskeln, Bänder und Gelenke .
Haut und Hautgebilde
Schädel . Br
Gebiss
Rumpf und Ghedmaasseht
Nervensystem .
Sinnesorgane .
Athmungsorgane .
Blut- und ee
Verdauungsorgane und Teibeshöhle £
Drüsen .
Harn- und Beschlech&orbeneh,
III. Uebersicht nach den Arten .
Primates .
Prosimiae .
Chiroptera .
Insectivora
Oreodontia
Carnivora .
Pinnipedia
Rodentia .
Ungulata .
Sirenia .
Cetacea .
kdentata .
Marsupialia .
Multituberculata
Monotremata .
Seite
141
187
137
188
189
189
190
190
190
191
191
191
191
193
194
195
197
197
198
198
199
199
200
201
201
202
203
203
203
204
205
205
205
209
209
217
218
218
223
224
241
251
251
253
254
255
256
Seite
Dr. F. Hilgendorf. Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1892.
Allgemeines 3 IE I ehrt 259
Anatomie und Een a u a le KOST A 2
Entwicklung a RE EEE N:
Biologie . ea er Ba BE EIER
Nutzen und Solace Fischerei und Eischzucht.Y nv u iinE)- „ 207
Faunen NESHI TEL. ara
Systematik Alesmenen, euere Pharyngognathi, Anacan-
thini, Physostomi, Lophobranchii, Plectognathi, Be Dipnoi,
eraneh, Cyelostomi, Leptocardii) . . . . Hr: 286
Fossile Fische (alphabetisch nach den Autoren- Namenjı ch 304
Dr. W. Kobelt. Bericht über die geographische Verbreitung, die
Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre
1394.
Verzeichniss..der-Boblikabionen ! . using) Th erknarte Ve 310
I Geographisches Werhreitufen. 2.22 2a, an aan. Zaluaker:” (322
II. Systematik .. +. lee en Sl
III. Biologie, Verwendung ed eu ’ 354
Dr. J. F. Babor. Bericht über die eben an im
Gebiete der Malakozoologie im Jahre 189.
Bericht über Anatomie, Physiologie u. Entwicklung der Weichthiere.
A. Allgemeine Morphologie und Physiologie . . . . 2... 355
B2 Bionomie und‘; Parasiten. Va br Ai 387
0.7 Praktisehe Verwendung Mala. 2 BERN. men 800
Ba SpecrellersEheal 00 Ss 3 sn ver ARTE A en a
I &ephalopadar A 0Tn) ARBEO N ER A aA En AIRD: 358
IE Seaphopodaz... muy anillsL meh sad al. 30.027, 362
EIG aRtropOa. a e eelee n 30
HK "Prosohranchats 1.11.04) U an Riesige aM. 86
2. Opisthohranehiatast sit. ch Biel 5 u 807
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EV... Lamellipramehüdtel 44 J/L.24 ar Sandunnaaı HD. 376
VasAmphmenrat.3 nid Ml.muraistananchunet.t 381
Zweites Heft.
(Ausgegeben im April 1897.)
Philipp Bertkau. Nachruf von Dr. F. Hilgendorf.
S. I-IV.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Entomologie
während des Jahres 1894.
Allgemeines von Dr. Robert Lucas.
Debersicht nachdem? Stormarn ar 1
Verzeiehniss der Publieationen . . . . . 2 2 2 2 2 2. 2
Arachnoidea von Dr. H. Stadelmann.
Verzeichniss der Publleationen: . 77°. Mes 2 2 51
Bebersicht Nachdem" Stof: ; ..:.0.,7, 2 Wr I et
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VI
Seite
Systematik
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(Solifugae vacat)
Myriapoda von Dr. Carl Verhoeff.
Verzeiehniss der Publieationen . . . . » 2 2...0...10
(Peripatina vacat.)
Chilopoda! Ri 22 mh Feel od Ei
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Insecta.
Apterygogenea (Thysanurau.Collembola)
von Dr. Robert Lucas.
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Systematik... “u. 48 00-8. 00a DAMEN Er u
Pterygota.
Rhynchota von Dr. Robert Lucas.
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Phytophthires . . - BE EI N; ln
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Homoptera und Hemiptera.
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Orthoptera von Dr. Wobert re,
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Systematik . . .. DLTTREHE A E
Neuroptera von Dr. Rohent oe
Verzeiehniss der. Publieationen '% zen. sr 2... Re
Systematik . . . N 9
Thysanoptera von Dr. en: a NEE N AO. 2).
Pseudoneuroptera von Dr. Robert Lucas.
Verzeichniss der Publiecationen . . . » 2 2 2.2.0... 214
Systematik . . . aha 1 a a ee
Trichoptera von Dr. Robert wer
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Systematik . . a
Lepidoptera von Dr. Beben: Ma
Verzeichniss der Publieationen . .. . . . 2 u. „un 7283
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Mierolepidopiera. . .-_ iekner um ann, a
Macrolepidoptera . . . EN
Diptera von Dr. Benno an
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OyelorapRa, 2. Te mE Be Rene Boa RN re ee
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Seite
Aphaniptera von Dr. Benno Wandolleck . . . ...2...449
Coleoptera von H. J. Kolbe.
Verzeiehniss; der Publieationen u... - . » 2 00... 458
Litterarische Hülfsmittel ete,.. ins. . = 00 “un u 494
Anatomie, Physiologie, Embryologie . . . . 2 ..2..2....49
Metamorphose, Copulation etc. . . . . 2» 2... 50
Biologie . . . Bald een al
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Phaenologie . . . N, ee a er 5‘
Zoogeographie und Peniik RE BE pe DE
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Gieindelidae . . . 537 | Colydiidae . . . . 567
Garabidae . . . = 542 | Thorictidae. . . . 570
Amphizoidae . . . 549 | Lathrididae . . . 570
Pelobiidae O Derodontidae 0
Haliplidae . . . . 549 | Cryptophagidae . . 571
Dytiseidae . . . . 549 | Catopochrotidae . . 571
Palaeogyrinidae . . 550 | Erotylidae . . . . 571
Gyrinide . . . . 550 | Languriidae O
Paussidae . . . . 551 | Endomychidae. . . 571
Gnostidae . . . . 551 | Coceinellidae . 571
Rhysodidae. . . . 556 Bytoridae (Trizagidae)O
Silphidae . . . . 551 | Dermestidae . . „. 574
Anisotomidae . . . 5b1L | Byrrhidae „u. ı. 574
Platypsyllidae. . . 552 | Georyssidae 0
Eueinetidae 0 Cyathoceridae 0
Clambidae 0 Hydrophilidae . 574
Scaphidiidae 552 | Parnidae. 575
Hydroscaphidae 0 Heteroceridae . 575
Corylophidae 552 ! Passalidae 575
Trichopterygidae . 553 | Lucanidae 576
Eetrephidae 553 , Scarabaeidae 576
Sceydmaenidae . 553 | Buprestidae . .. 590
Pselaphidae 555 | Trixagidae(Throseidae) 593
Clavigeridae 558 | Eucnemidae. 593
Staphylinidae . 558 | Elateridae 593
Histeridae 561 | Cebrionidae. 599
Synteliidae O Rhipiceridae 600
Nitidulidae . 562 | Dascillidae . 600
Trogositidae 563 | Malacodermata 600
Helotidae 5 564 | Cleridae . 603
Mycetophagidae . 564 | Lymexylonidae 607
Phalacridae . 564 | Bostrychidae 607
Monotomidae 0 Anobiidae 608
Cucujidae 566 Ptinidae . 608
Adimeridae , 566 | Sphindidae 0
VII
Lyetidae .
Cupesidae 0
Cioidae
Tenebrionidae .
Aegialitidae 0
Alleculidae .
Othniidae 0
Lagriidae
Monommatidae
Pyrochroidae
Melandryidae .
Pythidae .
Mordellidae .
Rhipiphoridae .
Stylopidae
Hymenoptera von Dr. H. Stadelmann.
Seite
609
609
609
619
620
621
621
621
621
621
621
622
Verzeichniss der Publieationen .
Uebersicht nach dem Stoff
Systematik
Meloidae .
Petriidae 0
Pedilidae
Anthieidae .
Xylophilidae
Cephaloidea 0
Oedemeridae
Cureulionidae .
Tomicidae
Brenthidae .
Aglyeideridae 0
Anthribidae.
Bruchidae
Cerambyecidae .
Chrysomelidae .
‚rustacea von Dr. F. Hilgendorf und Dr. J. Vosseler.
Malacostraca (von Dr. F. Hilgendorf).
Entomostraca (von Dr. 3. Yoskelen) :
Verzeiehniss der Publikationen .
Fossile Crustaceen .
Uebersieht nach dem Stoff.
Systematik
Dekapoda. Brachyura
Anomura .
Macrura
Schizopoda.
Stomatopoda .
Cumacea.
Leptostraca
Amphipoda
Isopoda
Phyllopoda.
Cladocera
Ostracoda
Branchiura.
Copepoda
Cirripedia .
Xiphosura und Meokostoms
Trilobiten .
Seite
622
624
624
626
626
628
645
647
648
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651
665
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721
723
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827
349
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867
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890
894
895
895
896
900
900
910
3
911
IX
Drittes Heft.
(Ausgegeben im Dezember 1901.)
Seite
Dr. ven Linstow. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1894.
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Dr. von Linstow. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1895.
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Dr. von Linstow. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der HMelminthen im Jahre 1896.
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Dr. Carl Matzdorff. Jahresbericht über die Tumicaten für 1897 und
1898.
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Osehysiplogierund. Biologie... 3%. nid a de 192
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ENULOROTIVERZEICHNISB En Hl en een Se Fake eu ner, 122
Dr. Carl Matzdorff. Jahresbericht über die Bryozoen für 1897 und
1898.
Au Allsemeinesgund, Vermischtes. ne ut va ar. 228
B.-Anatomiegund Entwickelung eu 0 2 a arten
GC Physiologie-und. Biologe ee el
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Bi-Paunistik, A ee ae rin aa BO
Autorenverzeichnis . . . 198
Dr. E. Vanhöffen. Jahresbericht für 1894/95 über die Coelente-
raten mit Aussehluss der Spongien und Anthozven.
Verzeielmiss- der. Publieationen „N. sU.-l22 ar. a re ne.
BRIISBINBINES.-. 3 N. 00ER EEE Rn Le TE Esche 20
Hydromedusen
Hydrocorallina
Siphonophoren
Scyphomedusen
Ctenophoren
Fossilia . 2 VE ED AURRN der Aa tar ar) Ser He ee
Dr. Oskar Carlgren Jahresberichte für 1889, 1890 und 1891 über die
Anthozoen.
Liste der Arbeiten . :
Entwicklung, Regeneration .
Morphologie, Anatomie, Histologie
Biologie, Physiologie
Systematik und Faunistik
Fossilia .
Riffbildung . Se Ba a a es
Dr. Ant. Collin. Bericht über die Rotatorien- und Gastro-
trichen-Litteratur im Jahre 1894.
I. Verzeichniss der Publikationen mit Inhaltsangabe
U. Faunistik .
III, Systematik
Seite
212
221
222
223
225
271
235
247
262
275
277
288
291
298
306
312
Bericht
über
die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1894.
Von
Ant. Reichenow.
I. Allgemeines, Geschichte, Museologie, Taxidermie.
Ch. S. Allen, Nachruf; Auk XI. 8. 86—87.
3 American Ornithologists’ Union. Eleventh Congress; Auk XI,
.51—56.
H. Arrigoni degli Oddi und P. Leverkühn, Die ornitho-
logische Litteratur Italiens während der Jahre 1891 bis 1893;
Journ. Orn. XLII. S. 280—290.
W. C. Avery. Nachruf; Auk XI. S. 263.
S. W. Baker. Nachruf; Nat. Sc. IV. 8. 228—229; Orn.
Mntsb. II. S. 31.
A. C. Eduard Baldamus. Nachruf von R. Blasius; Orn.
Jahrb. V. S. 161—175; s. auch Ibis (6.) VI. S. 148.
G. Bennett, Todesanzeige und Nachruf; Ibis (6.) VI. S. 147
—148.
Brehm-Schlegel Denkmal in Altenburg; Journ. Orn. XL.
S. 109; Orn. Mntsb. II. S. 32.
British Ornithologists’ Union. Anniversary Meeting; Ibis
(6.) VI. 8. 455457.
J. Büttikofer’s Reise nach Borneo; Orn. Mntsb. II. S. 152.
Caroli Linnaei Systema Naturae. Regnum Animale. HEditio
decima, 1758, cura Societatis Zoologicae Germanicae iterum edita.
MDCCCXCIV. Lipsiae sumptibus Guilielmi Engelmann. 1894. —
Facsimile-Wiederdruck der zehnten Ausgabe von Linne’s Systema
Naturae.
F. M. Chapmann, Visitor’s guide to the local collection of
birds in the American Museum of Natural History, New York City;
with an annotated list of the birds known to occur within fifty
miles of New York City. New York 1894.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. II. H. 1. al
> Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Derselbe. Reise nach Trinidad; Auk XI. S. 90.
M. Christi, On an early Notice and Figure of the Great Auk;
Zoologist XVII. S. 142—145. Mit Abbildung.
Coryndon’s Reise nach Mashonaland; Orn. Mntsb. I. S. 152.
L. Coulon, Nachruf; Ibis (6.) VI. S. 581.
Deutsche Ornithologische Gesellschaft. Jahresversammlung
1893; Journ. Orn. XL. S.96; Bericht von H. Schalow, Ormn.
Mntsb. II. S. 182— 185.
A. Dubois, Sur quelques oiseaux nouveaux ou peu connus;
Mem. Soc. Zool. Fr. VII. S.399—404. — Neu: Spermophila ar-
desiacea, Drepanorhynchus schistaceus, Catamenia inornata var. aequa-
torialis, Oryzoborus torridus var. maior, Nemosia fuscicapila.
W. Dutcher. The Labrador Duck. — Another Specimen,
with Additional Data respecting Extant Specimens; Auk XI. S. 4—12
u. 176. — Berichtet über ein neuerdings im Museum der Naturhist.
Gesellschaft in Montreal, Canada, aufgefundenes Stück des Campto-
laimus labradorius. Die Anzahl der bekannten Exemplare stellt
sich damit auf 41. Verf. giebt einige Daten über das frühere Vor-
kommen und Notizen über die neuesten vergeblichen Nachforschungen
nach der jetzt wohl zweifellos als ausgestorben zu betrachtenden
Entenart.
D. 6. Elliot, The life and services of J. J. Audubon; Trans.
N. York Ac. XII 438.
Emin Pascha. Todesanzeige und Lebensabriss; Ibis (6.) VI.
8. 142— 147.
S. Fenichel, Nachruf von O0. Herman; Aquila ]. S. 69—71.
Field Columbian Museum. An Historical and Descriptive
Account. Field Col. Mus. Pub. 1 Vol. 1 1894. — Die erste An-
regung zur Gründung eines Museums in Chicago war bereits im
Jahre 1890 gegeben worden, aber erst im August 1893 bildete sich
ein Komitee mit dem bestimmten Zweck, den Plan zur Ausführung
zu bringen, und schon am 2. Juni 1894 konnte das vollständig ein-
gerichtete Museum der Oeffentlichkeit übergeben werden, welches
zu Ehren des Hauptstifters, Mr. Field, benannt worden ist. Die
Räume hat ein Gebäude der Weltausstellung geliefert. Ein grosser
Theil der Gegenstände besteht ebenso in Geschenken seitens der
auf der Weltausstellung vertretenen Aussteller. Anderes ist durch
Kauf erworben. Die ornithologische Abtheilung enthält u. a. die
von C.B. Cory auf den westindischen Inseln zusammengebrachte
Sammlung und als Glanzstücke ein Paar der ausgestorbenen Labrador-
Ente (Camptolaimus labradorius). — Ansichten des Museumgebäudes
sowie einzelner Säle in Lichtdruck und Pläne sind dem Berichte
beigegeben.
C. Floericke, Ueber das Versenden frisch geschossener Vögel
im Fleisch; Orn. Mntsb. II. S. 155—157.
W. H. Flower, On a collection arranged to illustrate the
General Charakters of the Eggs of Birds; Ibis (6.) VI. S. 351 361.
— Giebt eine Beschreibung der Eiersammlung, die in der Schau-
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 3
sammlung des Britischen Museums aufgestellt ist. Sie erläutert 1.
die Struktur der Eier (durch eine diagrammatische Darstellung mit
kurzgefasster Beschreibung), 2. die Zahl der Eier im Gelege (ein
Ei: Alk, zwei Eier: Ringeltaube, drei Eier: Austernfischer u. s. w.),
3. die Form des Eies (Zwergeule, Bienenfresser, Ziegenmelker, Rep-
huhn u. s. w.), 4. Grösse (Auswahl, vom Ei des Kolibri bis zum
Strauss), 5. Textur der Oberfläche (Tinamu, Eisvogel, Ibis, Mega-
podius, Ani, Kormoran u. s. w.). Diese Abtheilungen sind in dem
ersten Kasten untergebracht. Der zweite dient allein zur Illustration
der Darstellung der (6.) Färbung der Eier (weisse Eier, einfarbige
Eier, gefleckte Eier u. s. w.).
Derselbe. Letter and Journal of the late Dr. Emin Pascha
and remarks thereon; Pr. Z. S. London 1894 S. 596—60°.
M.S. Foster, A Consideration of Some Ornithological Literature,
with Extracts from Current Criticism. I. 1876 to 1883; Proc. Linn.
Soc. New York 1894 S.47—99. Eine Uebersicht der im Bulletin
Nutt. Ornith. Club während des genannten Zeitraums besprochenen
Litteratur nach den Jahren geordnet mit Auszügen der betreffenden
kritischen Bemerkungen.
G. Garlepp’s Reise nach Bolivien; Ibis (6.) VI. S. 140—141;
Orn. Mntsb. II. S. 66.
A. Granger, Recherche et Preparation des Oiseaux; Le Natura-
liste XV. 8. 248-251, 263—265, XVI. 8.9—10, 26—27, 33— 36,
45—47. — Anweisungen zum Sammeln und Präparieren von Vögeln.
Auf S.263 und 264 sind die nothwendigen Instrumente zum Ab-
balgen abgebildet, auf S. 26—27 erläuternde Figuren über Einführen
der Drähte in die Haut zum Aufstellen des Objektes. Es wird
ferner die Grösse und Farbe der Augen für eine grössere Anzahl
Arten aus den verschiedensten Gruppen angegeben und endlich die
Einrichtung ornithologischer Sammlungen besprochen.
J. H. Gurney, Catalogue of the birds of prey (Accipitres and
Striges), with the number of specimens in the Norwich Museum.
London 1894.
J. E. Harting, Choughs, Crows, and Rooks; Zoologist XVII.
S. 47—53. — Verschiedener Gebrauch der angegebenen Namen.
C. Hartlaub, Ueber die Gätke’sche Vogelsammlung; Orn.
Mntsb. II. S. 143 —145.
F. Heine, Nachruf; Orn. Mntsb. I. S. 83—84; Zool. Garten
XXXV. 8.155; Ibis (6.) VI. S. 459-460.
Derselbe Nachruf von P. Leverkühn; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 240—243.
B. H. Hodgson. Nachruf; Ibis (6.) VI. S. 580; Orn. Mntsb. II,
S. 166; Nat. Science V. S.151—153.
3 The Jackson-Harmsworth Polar-Expedition; Ibis (6.) VI.
Se
F. A. Jentink, Catalogue systematique de la collection d’oiseaux
de la Faune Neerlandaise de J. P. van Wickevoort-Crommelin;
Mus. d’Hist. Nat. Pays Bas XIV. Leyden 1894.
1*
4 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
P. L. Jouy, Nachruf; Ibis (6.) VI. S. 581-582; Auk XI.
S. 262— 263.
E. Kretschmer. Reise nach Östafrika; Orn. Mntsb. I.
S. 151, 4.86:
Derselbe. Todesanzeige; Orn. Mntsb. II. S. 203.
Derselbe. Nachruf von P. Leverkühn; Mntssch. d. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. 19. S. 383.
P. Leverkühn, Baldamus’ Schriften; Mntssch. d. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. 19. S. 102—108.
K. Th. Liebe. Biographie von M. Fürbringer; Leopoldina
XXX. 1894. — Erörterung der wissenschaftlichen Thätigkeit des
Verstorbenen, Verzeichniss seiner Schriften.
Derselbe. Nachruf mit Bildniss. Von C. R. Hennicke; Mntssch.
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S.183—193; Zool. Garten XXXV.
S.213—215; Orn. Jahrb. V. 8. 175—188.
Derselbe. Nachruf von J. P. Prazäk; Mitth. Orn. Ver. Wien
AZNIN. 8.119.
Derselbe. Nachruf von H. Schalow; Orn. Mntsb. D. S. 119
--120.
A. Th. v. Middendorff. Nachruf von R. Blasius; Orn.
Jahrb. V. 8. 221—233.
Derselbe. Nachruf von H. Schalow; Orn. Mntsb. II. S. 50—51.
Derselbe. Nachruf; Auk XI. S. 264; Nat. Sc. IV. S. 229—230;
Ibis (6.) VI. S. 458.
Derselbe. Nachruf von P. Leverkühn; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 99—100.
0. Neumann’s Reise nach Ostafrika; Orn. Mntsb. II. S. 49—50,
147—151, 185—186.
P. Neumann’s Reise nach Argentinien; Orn. Mntsb. II. S. 66.
A. Newton, A Dictionary of Birds. Assisted by H. Gadow,
with Contributions from R. Lydekker, Ch. S. Roy and R. W.
Shufeldt. Part. II. London 1894. — Der vorliegende dritte
Theil des Werkes behandelt die Stichworte der Buchstaben Mo bis Sh.
H. A. Nicholson, Text book of Zoology. V. Edition. Re-
written and enlarged. Edinburgh and London 1894.
The Nidiologist; Orn. Mntsb. II. S. 48.
Ornithologists on their Travels; Ibis (6.) VI. S. 454—455. —
Ueber Büttikofer, Trevor-Battye, Stuhlmann, Neumann,
Bohndorff, Kretschmer, Whyte, Sc. Elliot, Coryndon.
Rev. R. Owen, The Life of Richard Owen. With the
scientific portions revised by C. D. Sherborn. Also an Essay on
Owen’s position in Anatomical Science by the Right Hon. T. H.
Huxley. With Portraits and Illustrations. 2 vols. London 1894.
R. C. L. Perkins. Reise nach den Sandwichsinseln; Ibis (6.)
VE.:8,5928.
L. Plate’s Reise nach Chile; Orn. Mntsb. I. S. 66.
E. Proft, Ein neuer Eierausblase-Apparat; Orn. Mntsb, II. S. 89
--92; Mitth. Orn. Ver. Wien. XVII. S. 98—100.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 5
@. Radde, Bericht über das Kaukasische Museum und die
öffentliche Bibliothek in Tiflis für das Jahr 1893. Tiflis 1894.
Rare Birds in the Museo Civico, Milan; Ibis (6.) VI. S. 457.
A. Reichenow, Ueber die Reise O. Neumanns von der Küste
Ostafrikas nach Irangi; Journ. Orn. XLII. S. 229—230.
Report of the British Museum for 1892; Ibis (6.) VI. S. 137
— 140.
H. Schalow, Darf die Erforschung der Deutschen Vogelwelt
als abgeschlossen betrachtet werden?; Journ. Orn. XL. 8. 270— 279.
Derselbe. Emin Paschas ornithologische Arbeit; Orn. Mntsb.
II. S. 69—74.
L. v. Schrenek. Nachruf von H. Schalow; Orn. Mntsb.
1E.,.8..90.
Derselbe. Nachruf; Ibis (6.) VI. S.459; Auk XI. S. 264.
Derselbe. Nachruf von P. Leverkühn; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 98—99.
P. L. Selater, Ornithology at Munich, Stuttgart, Darmstadt,
Frankfort and Cassel; Ibis (6.) VI. S. 106—108. — Bericht über
die ornithologischen Sammlungen in den genannten Städten.
C. D. Sherborn, Dates of Publication of Jardine and Selby’s
Illustrations of Ornithology; Ibis (6.) VI. S. 326.
Sale of a Great Auk’s Egg; Ibis (6.) VI. S. 327.
Derselbe The ornithological writings of Victor Lopez
Seoane. Ann. Nat. Hist. (6.) XIV. S. 154—155. — Vergl. Seoane
unter Spanien.
R. W. Shufeldt, Scientific Taxidermy for Museums (based on
a Study of the United States Government collections); Report of
the U. S. Nat. Museum for 1892. S.369—436 T. XV—XCVI
Washington 1894. — Bespricht die Fortschritte der Taxidermie seit
Begründung der Museen in Washington und New York bis zur
Gegenwart und giebt in zahlreichen Lichtdrucken Abbildungen von
Präparaten aus den genannten Instituten und dem British Museum,
zum Vergleich auch einige von missratenen Objekten älterer Zeit.
R. W. Shufeldt and Miss M. R. Audubon, The last Portrait
of Audubon, together with a Letter to his Son; Auk XI. 5. 309
—313 T.X.
R A. B. Trevor-Battye’s Reise nach Kolgujew; Orn. Mntsb. II.
. 152.
V. v. Tschusi zu Schmidhoffen, Meine bisherige literarische
Thätigkeit. 1865—1893. Seinen ornithologischen Freunden ge-
widmet. Hallein 1894 (Verlag des Herausgebers). — Dieses Ver-
zeichniss der Schriften des Verfassers weist 269 Titel auf, unter
welchen 258 ornithologischen Inhalts.
Ungarisches Central- Bureau für ornithologische Beob-
achtungen; Orn. Jahrb. V. S. 38.
Ueber die in Sammlungen bekannten Stücke und Preise der
Eier von Alca impennis; Zool. Garten XXXV. 8,153.
6 Ant. Reiehenow: Bericht über die Leistungen
Ueber Tödten fliegender Vögel durch Blitzstrahl; Orn. Mntsb,
11.2 SR
Zuwachs der Vogelsammlung des Zoologischen Museums in
Berlin; Orn. Mntsb. I. S. 119.
II. Anatomie, Physiologie, Entwicklung.
A. Ascarelli, Haematologische Untersuchungen über den
Hühnerembryo. Giessen 1894.
R. W. Bauer, Ueber das Verhältniss von Eiweiss zu Dotter
und Schale in den Vogeleiern; Biol. Centralbl. XIV. S. 560.
F. E. Beddard and P. Ch. Mitchell, On the Anatomy of
Palamedea cornuta; P. Z. S. London 1894 S. 536—557. — Die ein-
gehenden Untersuchungen der Anatomie von Palamedea ergeben
sehr bedeutende Unterschiede zwischen dieser Form und der Gattung
Chauna.
RB. Degen, On some of the main features in the evolution of
the bird’s wing; Bull. Brit. ©. Cl. II. London 1894.
C. Engel, Die Blutkörperchen im bebrüteten Hühnerei; Arch.
Mikrosk. Anat. Bonn 1894.
F. Finn, The Significance of the Bird’s Foot; Natur. Science
IV. S.453 - 456. — Sucht an den Fussformen nachzuweisen, dass
die Vorfahren unserer Vögel von Reptilien abstammen, welche
einem Baumleben sich angepasst hatten Der Baumfuss mit nach
hinten gerichteter erster Zehe wäre danach die älteste Form des
Vogelfusses, welche einerseits zum Schwimmfuss der Wasservögel,
andererseits zum Lauffuss der Erdbewohner (Hühner, Stelzvögel)
sich modifizirte.
E. Giacomini, Sur le mecanisme de reception du sac vitellin
dans la cavite abdominale des oiseaux, compare & celui des reptiles;
Arch. Ital. Biol. XXI. Fasc. I. S. 154—155.
6. Grönberg, Beiträge zur Kenntniss der polydactylen Hühner-
rassen. Mit 4 Abbildungen; Anat. Anz. IX. S. 509—516. — Unter-
suchungen an Houdanhühnern. Es liegt kein Atavismus, sondern
nur Verdoppelung der ersten Zehe vor.
F. Helm u. M. Fürbringer, Untersuchungen zur Morphologie
und Systematik der Vögel; zugleich ein Beitrag zur Anatomie der
Stütz- und Bewegungsorgane; Biol. Centralbl. XIV. S. 399-408,
434—443, 593—598, 647—651.
C. J. Herrick, Illustrations of the Surface Anatomy of the
Brain of Certain Birds. With 1 pl.; Journ. Compar. Neurol. Vol. III.
S. 171—176. — Ueber das Gehirn von Philomela, Pelecanus erythro-
rhynchus, Hydrochelidon nigra, Aquwila chrysaötos. ' Mit Abbildungen.
S. Hirota, On the sero-amniotic connection and the foetal
membranes in the chick; Journ. Coll. Se. of Tokio 1894. w. 3 col.
pl. and 10 figures.
6. B. Howes and J. P. Hill, On the pedal skeleton of the
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 7
Dorking fowl, with remarks on hexadactylism and phalangeal va-
riation in the amniota; Journ. Anat. XXVI. S. 397—403.
W. Krause, Die Retina der Vögel; Internat. Monatsschr. Anat.
Phys. II. 1894. S. 69—93.
A. Langer, Zur Entwicklungsgeschichte des Bulbus cordis bei
Vögeln und Säugethieren; Morph. Jahrb. 1894.
V. L. Leighton, The Development of the Wing of Sterna
welsonii; Amer. Nat. XXVII. 8. 761—774 T.XXV.
F. A. Lucas, Notes on the Anatomy and Affinities of the
Coerebidae and other American Birds; Pr. U. St. Nat. Mus. XVII.
S. 299—312. — Die (oerebidae sind von den Drepanididae zu
sondern, zeigen aber nahe Beziehungen zu den letzteren wie zu
den Mniotiltidae und Tanagridae. Certhidea ist von den Üoerebidae
auszuschliessen und unter die Mniotiltidae zu stellen. Mwyadestes
und Phaeornis zeigen mehr Verwandtschaft mit den Turdidae als
mit den Ampelidae.
Derselbe. The Tongue of the Cape May Warbler; Auk XI.
S. 141—144. — Bespricht das Variieren der Zungenform bei nahe
verwandten Vogelformen im Gegensatz zu ähnlicher Bildung dieser
bei Arten einander fern stehender Gruppen nebst Betrachtungen
über die Ursachen. Die Zungen von Dendroica tigrina u. maculosa,
Grlossoptila campestris, Acanthorhynchus tenuirostris, Coereba cyanea
u. caerulea sind abgebildet.
Derselbe. Note on the Air-Sacs and Hollow-Bones of Birds;
Nat. Science IV. 1894 S. 36—37. — Bezugnehmend auf den Auf-
satz von Headley (ebenda III. S. 346), in welchem darauf hingewiesen
ist, dass Pelikane grosse Luftsäcke und sehr stark pneumatische
Knochen haben, während diese beim Kormoran mit Ausnahme des
Humerus markführend sind und Luftsäcke fehlen, glaubt Verf. eine
Erklärung für diesen Umstand in der Lebensweise dieser Vögel zu
finden. Der Kormoran taucht und schwimmt unter dem Wasser
der Beute nach. Die Erleichterung des Gewichts durch ein System
von Luftsäcken und Pneumaticität der Knochen würde dieser
Thätigkeit hinderlich sein; daher fehlt ihm wie anderen Tauchern
beides. Der braune Pelikan (P. fuscus) dagegen stürzt sich aus
hoher Luft in das Wasser auf die Beute; ın diesem Falle wirken
die Luftsäcke auf der Brust als Puffer und mildern den Stoss, den
der schwere Körper beim Aufschlagen auf die Wasserfläche empfängt.
Es wäre von Interesse zu untersuchen, ob der weisse Pelikan,
welcher in anderer Weise jagt, entsprechende Abweichung in der
Ausdehnung der Luftsäcke von seinem braunen Verwandten zeigt.
P. Ch. Mitchell, On the Perforated Flexor Muscles in some
Birds; Pr. Z. S. London 1894 S. 495—498.
S. Pembrey, H. Gordon and R. Warren, On the response
of the Chick, before and after hatching, to changes of external
temperature; Journ. Phys. XVII. No.5 8. 318—337.
6. Saint Remy, Sur les relations de la corde dorsale et de
8 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
l’hypophyse chez les oiseaux; Compt. Rend. Paris CXVIII. S. 1283
— 1285.
Schenkling-Prevöt, Anatomische Betrachtungen von Vogel-
zungen; Zool. Garten XXXV. S.321--328. Mit Tafel.
R. W. Shufeldt, On the osteology of certain Crakes, Rails,
and their allies, with remarks on their affınities; Journ. Anat.
Physiol. XXIX. S. 21—34. — Verf. hält die Aramidae für näher
verwandt mit den Grurdae als mit anderen Rallen und vereinigt
erstere beiden Familien in der Superfam. Gruoidea gegenüber den
Ralloidea (Rallidae).
Derselbe. On the affınities of the Steganopodes; Pr. Z. S,
London 1894 S. 160—162, 608. — Auf Grund anatomischer Kenn-
zeichen theilt Verf. die Ordnung in drei Superfamilien: Pelecanoidea:
Fam. Pelecanidae, Phalacrocoracidae, Anhingidae, Sulidae; Phaethon-
toidea und F’regatoidea.
Derselbe. On cases of Complete Fibulae in existing Birds;
Ibis (6.) VI. S. 361—366. — Als Arten mit vollständiger Fibula
führt Verf. an: Plotus anhinga, Phalacrocorax biceristatus, Sula
piscator, Fregata aquila.
Derselbe. Notes on the Steganopodes, and on Fossil Birds’
Eggs; Auk XI. 8. 337—339. — Ueber Systematik der Steganopodes
auf Grund anatomischer Kennzeichen. Verf. ist der Ansicht, dass
die Eier der Vögel der Vorzeit alle farblos gewesen seien.
0. Taschenberg, „Die Entstehung der Färbung der Vogel-
eier‘‘. Einige Bemerkungen gegen Herrn Dr. Heinrich Wickmann;
Zool. Anz. No. 455. 1894. — Verf. hatte in einer vorläufigen Mit-
theilung im Zool. Anz. 1885 S. 243 auf Grund eingehender Unter-
suchungen die Ansicht ausgesprochen, dass die Pigmentpartikelchen,
welche die Färbung der Vogeleier bedingen, höchst wahrscheinlich
dem Blute des geplatzten Graaf’schen Follikels entstammen, und
wahrt in der vorliegenden Schrift die Priorität seiner Entdeckung
gegenüber Wickmann, welcher jetzt zum gleichen Ergebniss gelangt
ist und des Verfassers frühere Mittheilung als reine Vermuthung
ohne positive Grundlage bezeichnet. Es wird sodann nochmals die
Ansicht betont, dass die Grundfarbe der Eier nicht derselben Quelle
entstamme wie die Fleckenzeichnung. Ferner ist Verf. durch seine
Untersuchungen zu dem Ergebniss gelangt, dass das Ei in der
Regel mit dem stumpfen Pole dem Oviduct zugekehrt im
Uterus liege. Im Ausnahmefall zeigen Eier, welche für gewöhnlich
in der Gegend des stumpfen Endes durch einen dunkleren Flecken-
kranz ausgezeichnet sind, die gleiche Zeichnung am spitzen Pole:
„Mehrere Eier von Corvus fruglegus, welche ich dem Uterus ent-
nommen habe, lagen mit dem spitzen Pol dem Oviduct zugewandt
und haben an eben diesem Pole eine kranzartige Anhäufung von
Pigment. Jeder Oologe weiss, dass eine solche Anordnung des
Farbstoffes nicht die Regel ist, mancher wird aber die Beobachtung
gemacht haben, dass sie, wenn sie einmal auftritt, gar nicht selten
an mehreren Eiern desselben Geleges zum Ausdruck kommt.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 9
Daraus darf vielleicht der Schluss gezogen werden, dass manche
Vogelweibchen aus irgend welchen Gründen dazu disponiren, die
Eier in abnormer Lage im Uterus zu tragen.‘
V. Wilson, Primitive streak and blastopore of the bird embryo;
Journ. Elisha Mitchell Sc. Soc. X. Pt.2 1894 8. 49—52.
The Birds foot. I. by F. A. Lucas, Il. by F. Finn, IH.
by P. Ch. Mitchell; Nat. Sc. V. S. 208—213. — Anatomisch.
III. Fuss- und Schnabelform, Federn, Farben, Mauser, Flug.
F. E. Blaauw: Casarca tadornoides hat doppelte Mauser; Ibis
(6.) VI. S.317—318.
H. L. Clark, The Pterylography of certain American Goat-
suckers and Owls; Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. S. 551—572. Pterylo-
graphie von Phalaenoptilus, Antrostomus, Nyctidromus, Chordeiles,
Speotyto, Glaucidium, Asio, Megascops, Gymnoglaus und Striw.
Der Vergleich der Pterylographie der Caprimulgidae und Strigidae
zeigt, dass beide Gruppen in sehr nahen Beziehungen zu einander
stehen.
F. Finn siehe oben S. 6.
E. Hartert, Wie hält der fliegende Raubvogel seine Beine?;
Orn. Mntsb. II. S.5—6. — Die Beine werden nicht an den Körper
angezogen, sondern nach hinten weggestreckt.
F. W. Headley, Wind and Flisht; Nat. Sc. IV. S. 344—346.
L. Kenessey von Kenese, Wie hält der fliegende Raubvogel
seine Beine; Orn. Mntsb. II. S. 53—54.
Ch. Labrousse, Une rögle du vol des oiseaux; Compt. Rend.
Soc. Biol. (X.) I. 8.189.
K. Müllenhoff, Fliegen der Vögel ohne Flügelschlag; Journ.Orn.
XLII. S. 349. — Ueber Gleiten, Schweben, Segeln und Kreisen
und die festgestellten oder vermuthlichen Vorbedingungen für diese
Flugweisen (Referat).
Derselbe. Schweben und Kreisen der Vögel; Journ. Orn.
XLH. S. 426—442.
W. Nauwerck, Zur Frage der Fängehaltung des fliegenden
Raubvogels; Orn. Mntsb. II. S. 171.
Ant. Reichenow, (Ueber das Variiren der weissen und roten
Zeichnung an den Enden der Schwingen von Bombyeilla japonica);
Journ. Ornith. XLII. S. 102.
R. Schlegel, Bemerkung zur Plättehenbildung bei Ampelis
garrula; Mitth. Orn. Ver. Wien XVII. S. 62—63.
A. Voigt, Wie hält der fliegende Raubvogel seine Beine?;
Orn. Mntsb. II. S. 172.
“ E. Ziemer, Wie hält der fliegende Raubvogel seine Beine?;
Orn. Mntsb. II. S. 121—124,
10 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
IV. Spielarten, Bastarde, Hahnfedrigkeit, Missbildungen.
6. Arrighi-Griffoli, Una rara varietä melanica del Circus
cineraceus in Val di Chiana (Arezzo); Bol. Soc. Roma St. Zool. III.
S. 110—113.
E. Arrigoni degli Oddi, Anomalie nel colorito del piumaggio
osservate in 216 individui della mia collezione ornitologica italiana;
Atti Soc. Ital. XXXV. Fasc. 2. S. 193—253.
A. Fiori, Alcuni casi di melanismo in due specie di uccelli;
Atti Soc. Modena (3.) XIII. Fasc. I. S. 87—92.
H. Fischer-Sigwart, Vollständige Albinos der Amsel (Turdus
merula L.); Orn. Jahrb. V. S. 151—153.
J. H. Gurney, On the Partial Assumption by Female Birds
of Male Plumage; Zoologist (3.) XVII S. 15—18, 153—154. — In
„Ihe Ibis“ 1888 S. 229 hat Verf. 24 Arten aufgeführt, bei welchen
weibliche Individuen in männlichem Gefieder nachgewiesen worden
sind. Dieser Liste sind 9 weitere Arten hinzuzufügen: Circus
cineraceus, Panurus biarmicus, Emberiza cirlus, E. melanocephala,
Loaia curvirostra, Pyranga aestiva, Ara sp. (?), Pyranga rubra,
Fuligula eristata.
R. Hänisch, Hochgradiger Albinismus bei /lörundo rustica L.;
Ornith. Jahrb. V. S. 27—28.
J. E. Harting, Hybrid Sparrows; Zoologist XVII. S. 111
—112, 154. -—— Beschreibung eines vermuthlichen Bastards von
Passer domesticus und montanus.
Ch. van Kempen, Mammiferes et Oiseaux presentant des
Varietes de Coloration, des Cas d’Hybridite, ou des Anomalies.
Troisitme Sörie. Oiseaux; Bull. Soc. Zool. France XIX. S. 77—835.
— Unter den Bastardformen werden aufgeführt, 1. aus der Freiheit:
Tetrao tetrix 9 x Lagopus scoticus 2, Tetrao tetrie S X Lagopus
albus 2, Anas acuta J x Anas boscas 9; 2. aus Gefangenschaft:
Phasianus torquatus SZ x Gennaeus nycthemerus 2, Thaumalea
pieta S X Syrmaticus reewesi 2, Syrmaticus reewesi S x Pha-
stanus colchicus albus 2, Phasianus torquatus X Thaumalea am-
herstiae, (srammatiphilus lineatus S x (Gennaeus nycthemerus 9,
Phasianus colchicus X (Gallus domesticus, Anas sponsa S x Anus
penelope 2.
A. v. Klein berichtet über einen Bastard von Grünling und
Stieglitz im Zoologischen Garten in Kopenhagen; Zool. Garten
XXXV. 8. 127.
Th. Lorenz, Wiederum Einiges über Rackelwild und Hahnen-
fedrigkeit; Journ. Orn. XLU, S. 416—425.
J. C. Me Lean, On the Interbreeding of Rhipidura fuliginosa
with R. flabellifera; Ibis (6) VI. S. 100—102. — Verf. fand die
genannten beiden Arten gepaart und brütend; das Nest enthielt
zwei stark bebrütete Eier.
M. Menzbier beschreibt einen vermuthlichen Bastard von
Lanius dichrourus und Otomela karelini; Ibis (6.) VI. 8. 383.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 11
A. B. Meyer, Ein hennenfedriger (thelyider) Auerhahn; Abh.
Mus. Dresden 1894/95 No.3. Mit Tafel.
Derselbe. Melanismus bei Paroaria cucullata; Orn. Mntsb.
II. 8.25, 56. |
H. J. Pearson, W. E. de Winton, J. Backhouse, Notes
on the hybrids between the Black Grouse [Willow Grouse] and
Capercailie); Ibis (6.) VI. 5. 447—448.
E. C. F. Rzehak, Abnorm gefärbte Nebelkrähen, Corvus cornix
L.; Ornith. Jahrb. V. S. 37—38.
Derselbe. Zwei interessante Schnabelmonstrositäten ; Mntssch.
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 239—290. Mit Abbildung.
W.v. Rothschild, On Albino Swallows and Wheatears; Nov.
Zool. I. S. 667.
0. Stucke bespricht Fälle von Albinismus; Zool. Garten XXXV.
S. 118—121.
A. Suchetet, Histoire du Bimaculated Duck de Pennant con-
fondu longtemps avec l’Anas glocitans de Pallas et Notes sur
plusieurs autres Oiseaux du möme genre. Lille 1894. — Weist
nach, dass Pennants Bimaculated Duck nicht auf Querquedula
glocitans bezogen werden kann, vielmehr auf einen Bastard von
Anas crecca und boschas.. Am Schlusse der Arbeit werden ver-
schiedene Bastarde des „Bimaculated - Duck-Typus“ beschrieben.
Abgebildet sind: Taf. I Bimaculated Duck, T. II. Anas glocitans,
T. III. Bastard von Anas boschas u. crecca, T.IV. Bastard von
A. boschas u. strepera.
E. Thompson, Hybrid Prnicola enucleator X Carpodacus pur-
pureus; Auk XI. S.1—3 T.1. — Beschreibung und Abbildung
eines im Januar 1890 bei Toronto erlegten anscheinenden Bastards
der oben genannten Arten.
Vergl. auch Menzbier unter Mittelasien.
V. Palaeontologie.
C. W. Andrews, On some Remains of Aepyornis in the British
Museum; Proc. Z. S. London 1894 S. 108—123 T. XIV u. XV. —
Beschreibung von Resten der Gattung Aepyornis aus dem mittleren
und südwestlichen Madagaskar.
Derselbe. Note on a new Species of Aepyornis; Geol. Mag.
1894 8.18. — Aepyornis titan n. sp. foss. von SW. Madagaskar.
W. Colenso, Notes and observations on M, A. de Quatrefages’
paper „On Moas and Moa-hunters“; Trans. N. Zeal. Inst. XXVI.
S. 498—513.
A. Hamilton, Result of a further exploration of the bone-
fissure at the Castle Rocks, Southland; Trans. N. Zeal. Inst. XXVI.
S. 226—229 T. XXI. u. XXIV. — Materials for a bibliography
of the Dinornithidae the great extinct birds of New Zealand, usually
called Moas; ebenda S. 229—257.
12 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
R. Lydekker, Los Pajaros Misteriosos de la Patagonia; Revista
Mus. La Plata VI. S. 105—107.
J. T. Last, On the Bones of the Aepyornis, and on the Loca-
lities and Conditions in which they are found; Proc. Zool. Soc.
London Part 1 1894 8. 123 —129. —- Beschreibung der Fundorte
von Aepyornis und anderer Fossilien auf Madagascar. Nach dem
Vorkommen der Reste zu schliessen, haben die Aepyornisformen
hauptsächlich den Südwesten und Süden der Insel bewohnt.
0. C. Marsh, A gigantic bird from the Eocene of New Jersey;
Amer. Journ. Sc. XLVII. S. 344.
A. Milne-Edwards et A. Grandidier, Observations sur les
Aepyornis de Madagascar; Compt. Rend. CXVIII. Jan. 15 1894. —
Ueber Aepyornis ingens, cursor, mülleri u. lentus nn. spsp. Müller-
ornis n. g. mit drei Arten: M. betsilei, agilis und rudis.
J. S. Parker, Notes on three Moa-Skulls, probably referable to
the genus Pachyornis; Trans. N. Zeal. Inst. XXVI. S. 223—225.
W. P. Pyeraft, The Wing of Archaeopteryx; Nat. Sc. V.
S. 350360, 437—448. — Mit Abbildungen. — S. auch Journ,
Oxford Univ. Jun. Scient. Club 1894 8. 172.
VI. Verbreitung, Wanderung, Thiergebiete.
A. v. Buda, Ein interessantes Bild aus dem Vogelzuge vom
Jahre 1892; Aquila I. S. 51—54.
6. H. Carpenter, Nearctic or Sonoran region?; Nat. Sc. V.
Ss. 53—57.
F. M. Chapmann, Remarks on the Origin of Bird Migration.
— Auk XI. S. 12—17.
St. v. Chernel hat die Ankunftszeiten der Zugvögel in Köszeg
(Ungarn) und Christiania in Vergleich gestellt; Aquila I. S. 45.
G. v. Gaal, Die Ungarische Ornithologische Centrale, ihre
Organisation, ihre Mittel und ihre Einrichtung, mit besonderer Be-
rücksichtigung des Zuges der Vögel; Aquila I. S.3—7.
Derselbe. Eine vergleichende Bearbeitung der Frühjahrs-
Ankunfts-Datenreihen des Gr. Karl Forgäch von Ghymes und Ernst
von Middendorff von Livland; Aquila I. S. 106—123.
Grasnick, Massendurchzug in Pommern; Orn. Jahrb. V. 8.116
— 117.
: E. Hartert, The Migration of Partridges; Zoologist XVII.
.18—19.
0. Herman, Der Frühlingszug der Rauchschwalbe, AHirundo
rustica L. Eine Skizze der Gesammterscheinung; Aquila I. 5. 9—27.
Derselbe. Erste Ankunftszeiten der Zugvögel in Braunschweig
nach Dr. R. Blasius; Aquila I. S. 36—44.
Derselbe. E. v. Middendorff’s Daten und Serien über den
Zug der Vögel; Aquila I. S. 28—36.
J. Jablonowski, Ueber das ungarische systematische Beob-
achtungsnetz; Aquila I. S. 7—9.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 13
A. R. Wallace, The Palaearctic and Nearctic Regions compared
as regards the Families and Genera of their Mammalia and Birds;
Nat. Science IV. 8. 433—445. — Verf. zieht an Säugethieren und
Vögeln einen Vergleich zwischen der palaearktischen und nearkti-
schen Region. Die paläarktische Region hat unter 36 Familien von
Landvögeln 12, welche in der nearktischen nicht vertreten sind, die
nearktische von 32 Familien 8, welche der palaearktischen fehlen.
Unter 174 Gattungen mit 767 Arten von Landvögeln der palae-
arktischen Region kommen 120 Gattungen mit 472 Arten nicht in
der nearktischen vor, so dass also unter fünf palaearktischen Arten
3 zu Gattungen gehören, welche im nearktischen Gebiet nicht ver-
treten sind. Andererseits sind unter 167 Gattungen mit 417 Arten
der nearktischen Region 113 Gattungen mit 282 Species nicht im
palaearktischen Gebiet, also zwei Drittel der nearktischen Arten
in der palaearktischen Region nicht vertreten. Auf Grund solcher
Verschiedenheiten hält Ver. die Vereinigung der beiden Gebiete in
einer holarktischen Region für unthunlich.
Es sei hierbei darauf hingewiesen, dass der gleiche Beweis
bereits vom Referenten im Jahre 1888 geführt und der viel engere
faunistische Zusammenhang Nord- und Südamerikas gegenüber dem-
jenigen Europa - Asiens; Afrikas und Indiens nachgewiesen ist.
Vergl. Reichenow, Die Begrenzung zoologischer Regionen vom
ornithologischen Standpunkt; Zool. Jahrb. 3. S. 671—704,
Die Ankunftszeiten des Mauerseglers (Cypselus apus) in Nagy-
Rocze; Aquila I. S.47—48.
Europäisch-Sibirisches Gebiet.
Deutschland.
v. Besserer, Ueber das Vorkommen von Anas marmorata
Tem. in Bayern. Ornith. Jahrb. V. S. 215—216. — Ein Paar der
vorgenannten Ente wurde Ende Juni 1892 bei Wasserburg erlegt.
C. Bieber, Aus Thüringen. Orn. Jahrb. V. S. 117--118.
arena murarıa am 15. Jan. 94 (und 23. Dez. 90) bei Eisenach
erlegt.
R. Blasius, Seltene Vögel in Deutschland; Zool. Garten XXXV.
S. 191. — Ueber Anas angustirostris.
Derselbe. Bericht über Vorkommen von Marmaronetta mar-
morata am Lech; vergl. Ibis (6.) VI. S. 453.
L. Buxbaum, Die Ueberwinterung unserer Vögel in 1893/94;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 203—205.
Derselbe. Der Vogelzug im Frühjahre 1894; ebenda $. 322
— 324.
C. Flörieke, Neue Bereicherungen der Ornis Ostpreussens;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S.10—12. — Ueber
Ephvaltes scops, Parus borealis, Cannabina flavirostris, Oedienemus
crepitans u. Harelda histrionica.
Derselbe. Ornithologische Berichte von der Kurischen Nehrung
14 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
I; Journ. Ornith. XLII. S. 136— 155. — Phänologische Beob-
achtungen vom August 1890 bis zum Dezember 1893.
H. Gätke, The Birds of Heligoland. Record of 50 years’
ornithological observations on the island, with chapters on migration
and changes of colour in the plumage of birds. Translated from
the German by R. Rosenstock. Edinburgh 1894.
E. Hartert, Ueber Häufigkeit des Ortolans in Ostpreussen,
Orn. Mntsb. II. S. 39—40, 67.
F. Heller, Von der Uferschwalben-Kolonie bei Zwötzen a. d.
Elster; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 129—130.
Derselbe. Ankunftszeit einiger Vogelarten in Ostthüringen
1893 und 1894; ebenda S. 266 - 267.
F. Helm, Der Rauchfusskauz (Nyetale tengmalmi) im König-
reich Sachsen; ebenda S. 3—10.
Derselbe. Beobachtungen über Ankunft und Abzug des
Mauerseglers im Königreich Sachsen; ebenda S. 376—382.
C. R. Hennicke, Ein Beitrag zur Avifauna der Umgegend von
Leipzig; Ornith. Jahrb. V. S. 121—132, 189—196. — Die Arbeit
behandelt die nordwestlichen Theile des Königreichs Sachsen. Auf-
geführt werden 155 sp., von denen 104 sicher als Brutvögel fest-
gestellt wurden.
H. Hocke, Die Rohrsänger der Mark Brandenburg; Mntssch.
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 130—133.
Derselbe. Ein Vogelbild aus der Mark Brandenburg; ebenda
S. 372--376.
A. v. Homeyer, Ornithologischer Jahresbericht über Pommern
und Rügen; Zeitschr. f. Orn. u. prakt. Geflügelzucht XVII. No. 1
—4. — Beobachtungsnotizen, gesammelt während des Jahres 1893,
nach den Monaten geordnet.
R. Junghans, Ornithologisches aus Hessen: Unsere Wasser-
vögel; Mitth. Orn. Ver. Wien XVIII. S.49—51. — Uebersicht der
in der Umgebung von Cassel beobachteten, am Wasser lebenden
Vögel. Notizen über Sylvia (Calamoherpe) horticola Naum.
J. Kiefer, Phänologisches aus Saarbrücken; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 264 - 265.
0. Kleinschmidt, Ein weiterer Beitrag zur Ornis des Gross-
herzogthums Hessen; Journ. Ornith. XLII. S. 117—130. — Er-
gänzungen zu der 1892 veröffentlichten Arbeit. 87 sp. werden
behandelt, von denen 12 in der ersten Veröffentlichung fehlen. Bei
den einzelnen Arten genaue Notizen über das Vorkommen wie
biologische Beobachtungen.
Acanthis linaria exilipes (Dresser) in Deutschland; Orn. Mntsb.
IL. 85.189.
K. Knauthe, Die Richtung des Vogelzuges am Zobten im
Herbste 1893; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 29 —34.
Derselbe. Ueber den Krähenzug im Herbste 1893 am Zobten;
ebenda S. 137—140.
R. Koenig-Warthausen, Naturwissenschaftlicher Jahresbericht
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 15
1891; Jahresh. Ver. f. vaterl. Naturk. Württemberg 1894 8. 170
-— 202. — Siebenter Jahresbericht über die ornithologischen Beob-
achtungen in Württemberg. Von seltenen Vorkommnissen ist er-
wähnt: Puffinus kuhli, welcher am 29. Oktober auf dem Güter-
bahnhof in Stuttgart gefangen wurde; T’ringa alpina, am 13. Sept.
bei Langenschemmern an der Riss geschossen.
P. Kollibay, Emberiza leucocephala Gm. im Isergebirge; Orn.
Jahrb. V. S. 266 — 267.
F. Koske, Verbreitung der Wachtel in Pommern; Zeitschr. f,
Ornith. u. pract. Geflügelz. Stettin XVII. S. 57—59. — Statistischer
Nachweis über Beobachtung der Wachtel in der Umgebung Stettins
im Jahre 1895. Es konnte eine auffällige Vermehrung der Wachtel
gegenüber dem Vorjahre festgestellt werden.
H. Kreye, Mittheilungen aus Hannover; Orn. Jahrb. V. S. 116.
— Nucifraga caryocatuctes leptorhynchus, Fuligula hiemalis, Nyctea
scandvaca.
P. Kromer, Besuch der Niepolomicer Wälder im Frühjahr
1893; Mntssch. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. 8. 233— 237.
K. Th. Liebe, Unsere Schwirle; ebenda S. 301— 303.
F. Lindner, Ornithologisches und Anderes von der Preussischen
Wüste; ebenda 8. 53—60, 316—321.
A. Market, Beobachtungen im sächsischen Obererzgebirge;
ebenda S. 177-178.
Graf Alph. Mirbach-Geldern, Ueber den Tannenheher (Nauci-
fraga caryocatacte) in Baiern; Ornith. Jahrb. V. S. 114—115. —
Vermuthetes Brutvorkommen in der Oberpfalz.
W. Nauwerck, Charadrius cwronicus Gm.; Orn. Mntsb. II.
>. Las. r
Derselbe. Tetrao medius bei Sonnenfeld in der Mark erlegt;
ebenda S. 109— 110.
A. Nehring, Eudytes arcticus als Brutvogel in Westpreussen
und Hinterpommern; Orn. Mntsb. II. S. 17—22.
G. Norman Douglass, Contributions to an Avifauna of Baden;
Zoologist XVII. S. 166—177.
C. Parrot, Zur Verbreitung des Girlitz in Süddeutschland;
Orn. Mntsb. II. S. 105—109.
E. C. F. Rzehak, Beiträge zur Ornis von Preussisch Schlesien;
ebenda S. 124—125.
Aufzeichnungen über deutsche Vögel; Orn. Mntsb. II. S.8, 58,
76, 93, 128, 146, 158, 173, 194; Mntssch. D. Ver. z. Schutze d.
Vogelw. 19. S.35—36, 68—70, 96, 237—239, 298 - 300.
Oesterreich-Ungarn.
F. Anzinger, Kenntniss der Vogelnamen im Volke; Mitth. Orn.
Ver. Wien XVII. S. 94—97.
S. Brusina, Alca torda bei Fiume; Orn. Jahrb. V. 8.78.
Derselbe. Ornithologisches aus Kroatien; ebenda S. 153—154.
16 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
W. Capek, Beiträge zur Ornithologie Mährens (1893); ebenda
S.139—141. — Mittheilungen über 14 sp. Locustella fluviatilis
Brutvogel. Desgl. Rallus aquaticus L..
St. Chernel v. Chernelhäza, Beobachtungen aus Ungarn; Orn.
Mntsb. II. 8. 57—58.
J. v. Csato, Tetrao tetriv L. und Anser brachyrhynchus in
Siebenbürgen; Aquila I. S. 50—51.
Ed. von Czynk, Die Fliegenschnäpper (Muscicapidae) in Sieben-
bürgen; Ornith. Jahrb. V. S.13—19. — Enthält vornehmlich bio-
logische Notizen über Muscicapa parva.
K. W. v. Dalla-Torre, Die volksthümlichen Thiernamen in
Tirol und Vorarlberg; Beitr. z. Anthrop. v. Tirol. Innsbruck 1894.
Rob. Eder, Notizen aus Neustadtl bei Friedland in Böhmen;
Ornith. Jahrb. V. S. 33—36, 155. — Beobachtungen über
einige im Gebiet seltenere Arten, Notizen über Albinismen und
Abnormitäten.
Derselbe. Ein Beitrag zu Avifauna von Teplitz und Um-
gebung; ebenda S. 254—266.
H. Glück, Die Vogelwelt des Praters; Mitth. Sect. f. Naturk.
d. öst. Tour. Club VI. 1894, No. 4.
A. Grunack, Der Nachtigallen-Rohrsänger, Locustella lusci-
nionides; Orn. Mntsb. II. S.153—154. — Verbreitung in Ungarn.
E. Hartert, Locustella luscinioides in Ungarn; Orn. Mntsb. II.
Ss. 172—173.
A. Hauptvogel, Ornithologische Beobachtungen; Mitth. Orn.
Ver. Wien XVII. 8. 77—78, 107—109.
E. von Hetzendorf, Massenauftreten von Bombyecilla garrula
L.; Ornith. Jahrb. V. S. 36—37. — Der Seidenschwanz trat vom
Dez. 92 bis Febr. 1893 im Gömörer Comitat in ungeheuren Mengen
auf. Täglich kamen über 1000 Stück auf den Markt.
Derselbe. Steinadler in Ober-Ungarn; Orn. Jahrb. V. S. 77—78.
Derselbe. Aus Torna (Gömörer Comitat); ebenda S. 118.
H. Hüttenbacher, Picus leuconotus in Rentsch (Böhmen);
ebenda S. 78.
Derselbe. Urinator glacialis in Böhmen erlegt; ebenda S. 118.
K. Knezourek und J.P. Prazäk, Ornithologische Beobachtungen
aus der Umgebung von Caslau und dem Eisengebirge in Ostböhmen;
Mitth. Orn. Ver. Wien XVII. S.137—139, 153—156, 169—174,
185— 188.
J. Knotek, Ornithologisches aus der Umgegend von Olmütz;
Ornith. Jahrb. V. S. 108—114. — Berichtet u. a. über das Erlegen
von Phalaropus lobatus (L.) am 3. IX. 93 bei Olmütz. Ferner über
das Vorkommen seltener sp. in demselben Gebiet: Somateria mollis-
sima, Mergus albellus, Ortygometra parva, Charadrius morinellus,
Syrrhaptes paradoxus, Monticola sawatilis, Merops apiaster.
P. Kollibay, Ein Beitrag zur Kenntniss der Vogelwelt des mähr.
schles. Sudetengebirges; Altvater XI. No.1, 3, 4.
G. Loos, Loxia bifasciata in Böhmen; Orn. Jahrb. V. S. 267.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 17
0. J. Luzecki, Mittheilungen aus Glitt (Bukovina); ebenda
S. 141—145.
Jul. Michel, Ueber das Vordringen des Gartenammers (Eimberiza
hortulana) im Elbthale bei Tetschen-Bodenbach; ebenda S. 24—26.
Derselbe. Beitrag zur Verbreitung unserer einheimischen
Schwanzmeisen-Varietäten; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw.
19. 8.249—250. Mit Abbildung.
A. von Mojsisovies, Aguila imperialis (Bechst.) in Steiermark ;
Ornith. Jahrb. V. S. 26—27; Orn. Mntsb. II. S. 23. — Im Jahre 1881
wurde ein Exemplar bei Graz gefangen.
A. Pohl, Einiges aus Oesterr. Schlesien; Ornith. Jahrb. V.
8. 215.
J. Prok. Prazäk, Kritische Uebersicht aller bisher in Böhmen
nachgewiesenen Vögel; Mitth. Orn. Ver. Wien XVIII. S.3—4, 20
— 22, 36—38 und 52—53. — 358 sp. werden in der Liste aufgeführt,
von denen 205 als Brutvögel bezeichnet werden. Auch die Sub-
species, ternär benannt, werden erwähnt. In kurzen Anmerkungen
wird auf das Vorkommen seltenerer Arten hingewiesen, ferner werden
Notizen über die L. Brehm’schen Subspecies gegeben.
Derselbe. Zur Ornis Nord-Ost-Böhmens; Ornith. Jahrb, V.
S. 41—77, 81—108. — Eine umfassende Arbeit, die 123 sp. auf-
führt. Raubvögel, Scharr- und Girrvögel, Laufvögel und Zahn-
schnäbler werden nicht abgehandelt. Sorgfältige und eingehende
Angaben über die Verbreitung und das Vorkommen im Gebiet, über
den Zug, Richtung desselben und dergl. Auf Grund eines grossen
Materials — Verf. untersuchte z. B. 42 Parus cristatus, 54 Galerita
cristata, 48 Motacilla alba, 50 Emberiza calandra, 94 F'ringilla
coelebs, 56 Alcedo ispida u. Ss. w. — eine kritische Würdigung vieler
von Brehm aufgestellten Subspecies, von denen Verf. einzelne an-
erkannt sehen möchte. Phylloscopus superciliosus (Gm.), Ph. rufus
pleskei Flör., Ph. bonellis (Vieill.), Zocustella luscinioides (Savi), Sita
europaea homeyeri Seeb., Zichodroma muraria (L.) u. a. werden
zum ersten Mal für Nordostböhmen mit Sicherheit nachgewiesen.
Bei einzelnen Arten mannigfache biologische Mittheilungen.
Derselbe. Bwuteo ferox (Gm.) in Böhmen; Orn. Jahrb. V. S.214.
A. Pohl, Einiges aus Oesterr. Schlesien; Orn. Jahrb. V. S, 215.
R. Puschnik, Kärntnerische Vogelnamen; Mitth. Orn. Ver.
Wien XVII. S. 139—141.
0. Reiser, Materialien zu eine Ornis balcanica. I. Theil; Wissen-
schaftliche Mittheilungen aus Bosnien und der Herzegovina. Heraus-
gegeben vom Bosnisch-Herzegovinischen Landesmuseum in Sarajevo.
Redigirt von Dr. Moritz Hoernes. Zweiter Band. Wien 1894.
S. 662—668. — Es sind zunächst nur die Eulen und ein Theil der
Falconiden des Gebiets abgehandelt. Neben eingehenden Angaben
über das Vorkommen werden auch biologische Notizen gegeben.
Nisaetus fasciatus, welcher früher auf Grund mehrerer anscheinend
dieser Art angehörenden Eier vom Verf. als Brutvogel des Gebiets
aufgeführt war (Vogelsamm. d. Bosn.-Herzeg. Landesmus. Sarajewo.
Arch. f, Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. II. H.1. 2
18 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
1891 8. XIV.), wird wieder eingezogen; dagegen konnte der Fisch-
adler neu festgestellt werden. Astur brevipes ist wiederholentlich
erlegt, Falco feldeggi bei Mostar mehrfach vorgekommen. Das
Vorkommen des Falco lanarius im Lande erscheint noch zweifelhaft.
C. Riha, Larus minutus in Süd-Böhmen erlegt; Orn. Jahrk.
V. 8.267.
E. C. F. Rzehak, Zum Vorkommen der Uria brünnichi Sab.
in Oesterreich; Orn. Mntsb. II. S. 55.
Derselbe. Einige locale Seltenheiten der österr. schlesischen
Ornis im Troppauer Gymnasial-Museum; Ornith. Jahrb. V. S. 21
—24. — Berichtet über 29 sp., darunter Alauda calandra L.
Syrnium uralense (Pall). Plegadis faleinellus (L.), Charadrius mori-
nellus (L.), Mergus serrator (L.), Uria brünnichii (Sab.) u. a.
Derselbe. Das Horsten des Rauhfussbussards (Archibuteo
lagopus Brünn.) in Oesterr. Schlesien; Orn. Jahrb. V. S. 148—151.
Derselbe. Das Vorkommen und die Verbreitung des Zwerg-
fliegenfängers (Muscicapa parva Bchst.) in Oesterreich-Ungarn; Mitth.
Orn. Ver. Wien XVII. S.1—3, 18—20, 35—36, 53—56, 118.
Derselbe. Vom Wanderzuge des schlankschnäbeligen Tannen-
hehers (Nucifraga caryocatactes var. leptorhyncha R. Bl.); ebenda S. 33
— 34. — Auftreten bei Troppau und in den Sudeten im Herbst
und Winter 1893.
Derselbe. Der Zwergfliegenfänger (Museicapa parva Bchst.)
Brutvogel in den Niepolomicer Wäldern in Galizien; ebenda 8.161.
Derselbe. Die Sammlung palaearktischer Vögel im Troppauer
Gymnasial-Museum; ebenda S. 190—194.
Schollmayer, Beiträge zur Ornis Krains; Orn. Jahrb. V. S, 133
— 139. — Ergänzungen zu einer früheren Arbeit (Jahrb. II. S. 81).
Notizen über das Vorkommen von 39 sp. Mittheilungen über
Ankunft u. Abzug. Von 7 sp. werden eingehende Körpermessungen,
Angaben über Färbung der Iris, etc. gegeben.
Ferd. Schulz, Ornithologisches aus Krain; ebenda S.37. —
Am 26. Sept. 1893 wurde ein Exemplar von Recurvirostra avosetta
bei Zircklach erbeutet. Urinator arcticus war im Nov. 1893 sehr
häufig in Krain.
N. Graf Strassoldo, Ein Beitrag zur Vogelwelt des öster-
reichichen Friaul; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19.
8. 347—355.
J. Talsky, der Grosse oder Raubwürger (Lanius excubitor L.)
Brutvogel in Mähren; Aus unser. heim. Wäldern VI. 8.126. — Lanius
excubitor war bisher nur im Frühjahr und Herbst in Mähren erlegt
worden. Von Herrn Oberförster R. Klettenhofer in Neu-Serowitz
ist nun kürzlich ein junges Exemplar geschossen und damit das
Brüten der Art in Mähren zum ersten Male sicher nachgewiesen.
V. v. Tsehusi, Ormnithologische Collectaneen; Mitth. Ornith.
Ver. Wien XVIN. S. 73—76. — Veröffentlicht einzelne Daten über
das Vorkommen seltener Vögel in Oesterreich-Ungarn nach den
Mittheilungen verschiedener Jagdzeitschriften.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 19
Derselbe. Ormnithologische Collectaneen; Orn. Mntsb. II.
S. 137—148; Mitth. Orn. Ver. Wien XVII. S. 65— 76, 89—92.
Derselbe. (ypaetus barbatus in Siebenbürgen erbeutet; Orn.
Jahrb. V. S. 156.
Derselbe. Erstes Exemplar des östlichen Eistauchers (Co-
lymbus glacialis adamsıi Gr.) aus Oesterreich-Ungarn; ebenda S. 145
— 147.
Derselbe. Ornithologisches aus Hallein (1891—1893); ebenda
S.196—202. — Notizen über 29 Arten. Darunter solche über
Parus palustris montanus (Bald.), Picoides tridactylus alpinus (Brehm).
Derselbe. Ornithologisches aus der Bukowina. 1893; Ornith.
Jahrb. V. S. 206—210. — Mittheilungen über 13 sp. Syrnium
uralense (Pall.) mehrere Male erlegt. Am 15. Dez. wurden elf
Exemplare von Pelecanus onocrotalus bei Gurahumora beobachtet.
Derselbe. Firundo rustica savignii (Steph.) in Böhmen; ebenda
S. 213—214. — Bestätigt nach Untersuchung des bezügl. Exemplars
die Mittheilungen Prazäks über das Vorkommen der genannten Art
in Böhmen.
G. Tzikla, Buteo ferox in Ungarn; Orn. Jahrb. V. 8.77.
N. Wang, Zur Charakteristik der für den Waidmann wichtigsten,
in Oesterreich-Ungarn vorkommenden Vogelarten; Mitth. öst. Jagd-
schutz-Ver. 1894. — Kennzeichen der Raub-, Hühner-, Enten- und
Schnepfenvögel, mit biologischen und Verbreitungsangaben.
5 Aufzeichnungen über ungarische Vögel; Aquila I. S. 61—63,
157—170.
Europäisches Russland.
Herm. Johansen, Die Vogelwelt des Gouvernements Twer;
Ornith. Jahrbuch V. 1894, S. 1—13. — 184 sp. Bei den einzelnen
Arten Angaben über das Vorkommen im Gouvernement.
0. v. Löwis, Ornithologische Notizen aus Livland 1893;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. 8. 65—-68.
Th. Lorenz, Die Vögel des Moskauer Gouvernements; Bull. Soc.
Moscou 1894 S. 325—350.
6. Schweder, Die Wirbelthiere des Baltischen Gouvernements;
Korrespbl. Nat. Ver, Riga XXXVIL. Vögel S. 6—26.
Dänemark, Island.
K. Andersen, Diomedea melanophrys, boende paa Faeroerne;
Vidensk. Medd. Kjbhvn. 1894 S. 241 —264.
Derselbe. Ligurinus sinicus L. in Dänemark; Orn. Mntsb.
II. S. 74—75; 93.
A. C. Chapman, A Contribution towards the Ornithology of
West-Jutland; Ibis (6.) VI. S. 339—351. — Ueber Nistweise ver-
schiedener Strandvögel.
J. Cordeaux, Bird Life in Arctic Norway; Zoologist XVIH.
S. 120—128.
2*
20 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
H. T. Hagerup, Vorkommen der Seeschwalben und Möven in
Jütland; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 149—150.
F. v. Schaeck, Ornithologische Notizen von meiner Reise nach
Island; Mitth. Orn. Ver. Wien XVII 8.34, 76—77, 111—112,
156—158.
Schweden und Norwegen.
R. Collett, Mindre Meddelelser vedrorende Norges Fuglefauna
is Aarene 1881—1892; Nyt. Mag. f. Naturv. XXXV No.U u. DI
1893—94. — Fortsetzung und Schluss der Arbeit. Von besonderem
Interesse sind u. v. a. die Notizen über die Aberrationen von
Lagopus lagopus und mutus sowie über die Bastarde von Lagopus
lagopus und Tetrao urugallus nnd L. lagopus und T. tetrix sowie
die Nachrichten über Colymbus adamsi, von welcher Art Beschreibung
gegeben wird und 23 in Norwegen erlangte Exemplare mit den
genauen Fundorten und Daten angeführt werden. Ein sorgfältig
gearbeitetes Register am Schlusse der Arbeit gewährt eine bequeme
Uebersicht über die behandelten Arten und die betreffenden Stellen
in den drei, den Gegenstand behandelnden Veröffentlichungen des
Verfassers.
Derselbe. On the occurrence of Colymbus adamsi in Norway.
Ibis (6.) VI. S. 269—283. pl. 8. — Verf. giebt eine Uebersicht der
in Norwegen erlegten Stücke, beschreibt die einzelnen Kleider und
untersucht eingehend die Beziehungen der Art zu C. glacialis. Eine
Liste giebt Maasse und Notizen über 23 in norwegischen Museen
befindliche Exemplare.
Derselbe. Bird Life in Arctic Norway. Translated by A.H.
Cocks. London.
H. J. Pearson and Edw. Bidwell, On a birds’-nesting ex-
cursion to the North of Norway in 1893; Ibis (6.) VI. S. 226—238.
— Nido- und oologische Beobachtungen über 69 Arten. Darunter
solche über Anthus cervinus, Strepsilas interpres, Phalaropus hyper-
boreus, T’ringa temmincki. Von 47 sp. wurden die Eier gesammelt.
Grossbritannien.
0. V. Aplin, Notes on the Ornithology of Oxfordshire; 1892
and 1893; Zoologist XVIIL. S. 91—99.
W. E. Blanford, Bird Life on the Farne Islands; Nat. Hist.
Trans. Northumb. XI. S. 357—360.
A. Briggs, Some further bird notes from North Ronaldshay;
Ann. Scott. N. H. III. 8. 82—87.
L. Buttress, Ornithological notes from North Notts for 1893;
Naturalist 1894 8. 345—348.
D. C. Campbell, Notes on the breeding birds of Inch, Lough
Swilly; Irish Natural. 1894 S. 185—189.
W. E. Clarke, On the probable Breeding of the Hawfinsch
(Coccothraustes vulgaris) in Midlothian; Ann. Scott. Nat. H. 1894
8. 195— 197.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 21
J. Cordeaux, Bird-Notes from the Humber Distriet; Naturalist
1894 S. 39—43, 205—208.
S. A. Davies, Ornithological Notes from Mid-Hants; Zoologist
XVII. S. 295—303.
W. H. Dobie, Birds of West Cheshire, Denbighshire, and
Flintshire: being a List of Species occurring in the Distriet of the
Chester Society of Natural Science; Proc. Chester Soc. Nat. Sc.
and Lit. No.IV. 1894 S. 282.
F. W. Frohawk, A List of Birds observed at Touting-Beck
common, near London; Zoologist XVII. S. 178—179.
J. H. Gurney, Ornithological Notes from Norfolk; Zoologist
.(3.) XVIIL 8. 83—90. — Beobachtungsnotizen aus dem Jahre 1892.
J. A. Harvie Brown and Th. E. Buckley, The Vertebrate
Fauna of Scotland. Vol.5. Vertebrate Fauna of Argyll and the
Inner Hebrides. Edinburgh 1894.
L. W. Hinxman, Report on the movements and occurrence
of birds in Scotland during 1893; Ann. Scott. Nat. Hist. III. S. 146
— 153, 212—224.
L. W. Hinxman and W. E. Clarke, A contribution to the
vertebrate fauna of West Ross-shire; Proc. Phys. Soc. Edinb. XII.
S. 395 —414.
W. H. Hudson, Lost British Birds. With Illustrations. 8.
32 p. 1894.
H. Lewis, Notes on birds observed in Hertfordshire during
the year 1893; Trans. Hertfordshire Soc. VIII. S. 49—56.
Lord Lilford, Coloured figures of the birds of the British
Islands. London 1894. Pt. XXVIII—XXIX.
Derselbe. Notes on the Ornithology of Northamptonshire
and Neighbourhood for 1893; Zoologist XVII. S. 210—221.
J. Mackury, The birds of the Island of Barra; Ann. Scott.
Nat. Hist. III. S. 140—145, 203—211.
H. A. Macpherson, The Ptarmigan in Lakeland; Zoologist
XVII. S. 326—328.
M. A. Mathew, The Birds of Pembrokeshire and its Islands.
With Illustrations and Maps. London 1894.
A. Me Aldowie, The Birds of Staffordshire: with illustrations
of local Bird-haunts. Printed for Private Distribution 1893. 8. 150 p.
R. Newstead, The Herons and Heronries of Chesshire and
North Wales; Pr. Chester Soc. IV. S. 226—233.
H. L. Popham, Albatross at the Faeroe Isles; Zoologist XVII.
S. 337—338.
W. Prentis, Notes on the Birds of Rainham: including the
Distriet between Chatham and Sittingbourne. London 1894.
H. Raeburn, Birds observed in Mid-Wales; Zoologist XVII.
S. 406—410.
P. Ralfe, A Naturalist’s Visit to the Calf of Man; Zoologist
XV. S. 161—166.
92 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Derselbe. Sea-Bird Colonies in the Isle of Man; Zoologist
XVII. S. 386—394.
F. C. Rawlings, A List of Birds observed in the District of
Barmouth; Zoologist XVII. S. 323—335.
P. Robinson, Birds of the wave and woodland. London 1894,
w. 50 illustr.
H. Seebohm, Address to the Yorkshire Naturalist’s Union,
Skipton 1893. London 1893. — Behandelt die geographische Ver-
breitung der Vögel Grossbritanniens. Zunächst werden die Be-
ziehungen der britischen Vogelfauna zu anderen Gebieten der öst-
lichen Erdhälfte besprochen, sodann ist die Verbreitung innerhalb der
britischen Inseln behandelt. Die Zahl der Arten beläuft sich auf
rund 400. Die Fauna Schottlands steht derjenigen Englands nur
wenig nach, während Irland ein bedeutend ärmeres Vogelleben auf-
zuweisen hat.
R. B. Sharpe, A Hand Book to the Birds of Great Britain.
London (W. H. Allen u. Co.) 1894 Vol.1. (Allen’s Naturalist’s
Library, ed. by R. B. Sharpe). — Der verliegende, 22 Bogen in
Oktavformat umfassende Theil beginnt mit den Raben und enthält
den grössten Theil der Singvögel. Die Nomenclatur entspricht den
gegenwärtig geltenden Regeln. Ausser dem wissenschaftlichen und
englischen Namen werden die wichtigsten Synonyme und Litteratur-
nachweise bei jeder Art gegeben. Es folgt eine kurze, aber treffende
Beschreibung der beiden Geschlechter und der Jugendform, sodann
Verbreitung der Art in Grossbritannien und ausserhalb der britischen
Inseln, ein kurzer Abriss der Lebensweise, endlich Beschreibung
des Nestes und der Eier. Auch die Gattungen sind kurz gekenn-
zeichnet. Von einer grösseren Anzahl von Arten sind wohlgelungene
Abbildungen in Farbendruck gegeben, 31 Tafeln, auf dreien der-
selben auch Abbildungen von Eiern.
R. J. Ussher, The birds of County Cork. Contributed to the
Journal of the Cork Historical and Archaeological Society. 4°.
238. Cork 1894.
Derselbe. Report on the breeding-range of birds in Ireland
Pr. Irish Ac. (3.) III. No. 3 S. 401—414.
€. W. Wyatt, British birds: being coloured illustrations of all
the species of Passerine birds resident in the British Isles, with
some notes in reference to their plumage. Folio. London 1894.
— In dem vorliegenden Bande werden 50 finkenartige Vögel, welche
Grossbritannien als Standvögel bewohnen, abgebildet.
F. B. Whitlock, Birds notes from the Mid-Trent valley in
1893; Naturalist 1894 8. 1—6.
Beobachtungen über Vögel Grossbritanniens; Zoologist XVIH.
S. 20—25, 55—64, 110—116, 150—153, 187—191, 224— 229, 261
— 270, 304—311, 340— 346, 395—396, 426—430, 459 —460.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 23
Schweiz.
V. Fatio, Passer rufipectus Bp. et Perdix saxatılis var. melano-
cephala Fatio; Bull. Soc. Zool. France XIX. 1894 No. 4 8. 72—74.
— Vier Exemplare des von Bonaparte unter dem Namen Passer
rufipectus beschriebenen Sperlings, bei welchem das Schwarz am
Vorderhalse mit Rothbraun gemischt ist, wurden von G. Hummel
bei Schaffhausen erbeutet. Verf. hält die Form für individuelle
Abweichung des Haussperlingss. Von seiner 1890 beschriebenen
Varietät der Perdix sawatilis erhielt Verf. wiederum zwei Exemplare
von Sion en Valais (Schweiz).
H. Fischer-Sigwart, Biologische Gruppirung der Ornis der
Schweiz; Mitth. Orn. Ver. Wien XVII. S. 7—8, 24—25, 38—39,
56—57, 78—81, 93—94, 112—114, 128—130, 143—145, 159—161,
176—178, 194 —196.
A. Leuticchia, Bibliografia sulla fauna della Svizzera italiana.
Bern 1894,
Th. Studer und V. Fatio, Katalog der schweizerischen Vögel,
bearbeitet im Auftrage des eidgen. Departements für Industrie und
Landwirthschaft. II. Lief.: Eulen und Spaltschnäbler. Bern 1894.
— Die vorliegende zweite Lieferung behandelt die Verbreitung der
Enten und Spaltschnäbler in der Schweiz auf Grund der von den
Verfassern mit Unterstützung von etwa 30 Mitarbeitern gesammelten
Beobachtungen. Für 8 Arten wird die Verbreitung auf beigegebenen
Karten durch farbige Markirung angegeben. Auch biologische
Beobachtungen sind dem Text eingefügt; insbesondere sei die
Schilderung des Nistens der Alpensegler hervorgehoben. Neben
den wichtigsten Synonymen werden bei jeder Art auch die schweize-
rischen Lokalnamen angeführt.
Holland.
H. Albarda, Ornithologie in Nederland. Waarnemingen van
1. Mai 1893 tot en met 30. April 1894 gedaan; Tijdschr. Nederl.
Dierk. Ver. (2) Deel IV Afl. 4 1894 S. 289—295. — U. a. Pastor
roseus am 24. Okt. 93 in Holland erlegt, Motacilla lugubris am
21. März 1894, Plectrophanes lapponicus am 4. Nov. 1893, Linaria
holbölli häufig im Winter beobachtet, Thalassidroma leucorrhoa ein
Pärchen im Nov. 93 gefangen.
F. E. Blaauw berichtet über Auftreten von Nucifraga caryo-
catactes in Holland; Ibis (6.) VI. S. 136.
Belgien.
A. Dubois, Faune des Vertebres de la Belgique. Oiseaux.
Tome Il. Bruxelles 1894.
Frankreich.
d’Hamonville, Note sur la migration de l’'hirondelle de cheminse
en France; Aquila I. S. 160—162.
34 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
P. Parmentier, Ornithologie de la Franche-comts; Compt.
Rend. Ass. Fr. XXI. Pt. I. S. 601—607.
H. 6. Playne, Ornithological Notes from France; Zoologist
XVII. S.309—311.
X. Raspail, La Hochequeue d’Yarrel comme espece et sa re-
production dans l!’Oise; Bull. Soc. Zool. France XIX. S. 102—105.
-—— Motacilla yarrelli (lugubris) ist am 8. Mai 94 bei Chantilly
a. d. Oise nistend gefunden worden. Die Unterschiede der Eier
von Motacilla alba und yarrelli werden besprochen, letztere sind
insbesondere kleiner.
R. Regnier, Les Oiseaux de Provence: &nume£ration alpha-
betique en francais et en provencal, classification, description. Avec
une introduction de M. Louis-Adrien Levat. Aix 1894.
Italien.
E. Arrigoni degli Oddi, Materiali per la fauna Padovana
degli animali vertebrati. Ueccelli; Atti Soc. Ital. XXXV Fasec. 2
S. 367—432.
A. Carruceio, Sull’ esistenza della Rissa tridactyla in Sardegna;
Bol. Soc. Roma St. Zool. II. S.1—5.
G. Falconieri di Carpegna, Sopra un esemplare di Aguzla
nana 0 minore uccisa nel territorio di Spoleto (Umbria); Boll. Soc.
Roma St. Zool. II. S. 35—38.
Derselbe. Osservazioni ornitologiche sul Montefeltro; ebenda
S. 203 —205. — Ueber eine im Oktober erlegte Einberiza pusilla u. a.
A. Garbini, Primi Materiali per una Monografia Limnologica
del Lago di Garda; Bollet. Soc. Entom. Italiana XXVI. Trim. 1.
1894. — Auf S.23 und 24 sind die am Gardasee beobachteten
Vogelarten aufgeführt. |
V. Gasparini, Avifauna Marchigiana. Descrizioni e Ricerche
con cenni diagnostici su tutte le altre specie dell’ Avifauna Italica.
Manuale di Ornitologia sistematica ad uso specialmente dei Caccia-
tori, Dilettanti, Imbalsamatori, Collezionisti ece. Fano 1894. —
Uebersicht der Vögel der Marken in Mittel-Italien (Ancora, Pesaro
und Umbrien) mit Hinzuziehung aller für Italien nachgewiesenen
Arten. Mit Anführung der Vulgärnamen, kurzen Beschreibungen
und Angaben über Verbreitung.
Giglioli berichtet über Vorkommen von Pelecanus cerispus in
Italien; Ibis (6.) VI. S. 453.
&. Lepri, Osservazioni ornitologiche per la provincia di Roma;
Boll. Soc. Roma St. Zool. III. S. 172—174.
L. Paolucei, Nuovi contributi all’ Avifauna migratrice delle
Marche raccolti nell’ ultimo ventennio; ebenda S. 19—34, 95—109.
6. Riggio e T. de Stefani, Appunti e note di ornitologia
Siciliana; Nat. Sieil. XIV. S. 1—13, 29—39.
6. Vallon, Phylloscopus supereiliosus (Gm.) in Italien; Ornith.
Jahrb. V. S. 202—205. — Verf. fand am 8. Okt. 1893 auf dem
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 95
Markt ein bei Udine erlegtes Exemplar, das zweite aus Italien
bekannt gewordene Stück.
Vergl. auch Arrigoni u. Leverkühn 8.1.
Spanien und Portugal.
V. L. Seoane, Aves nuevas de Galicia. La Coruna 1870
11 S. (). — (Vergl. C. D. Sherborn, Ann. Mag. M. H. (6.) XIV.
S. 154— 155). — Der Verf. beschreibt als neu: Caccabis rufa his-
panica, Perdix cinerea charrela und (recinus viridis gallieiensis. C.D.
Sherborn weist nach, dass die jetzt mit der Jahreszahl 1870 in
Verkehr gekommene Abhandlung nicht in dem angegebenen Jahre
gedruckt, sondern erst neuerdings verfasst und vom Verf. vordatirt
ist, um sich nachträglich das Vorrecht für die von ihm neu auf-
gestellten Namen zu sichern. Ein Verfahren, das in der Wissen-
schaft bisher wohl einzig dasteht.
Derselbe. Revision del catalogo de los Aves de Andalucia.
La Coruna 1870 (!) 188.
Derselbe. Examen critico de las Perdices de Europa. La
Coruna 1891 (!). — Vergl. wie vorher C. D. Sherborn.
Derselbe. Sur deux nouvelles formes de Perdrix d’Espagne;
Mem. Soc. Zool. Fr. VII. S.92—97. — Ueber Caccabis rufa his-
panica und Perdix cinerea charrela.
W.cC. Tait, Aves de Portugal; Annaes de Sc. Natur. I. 1894.
S. 21—30, 67—74, 115—122, 187—192. — Uebersicht der Vögel
Pertugals, nebst den portugiesischen Namen und Notizen über die
Vorbreitung. |
Nordafrika.
C. v. Erlanger und P. W. H. Spatz, Reisenotizen aus Tunis;
Orn. Mntsb. II. S. 1—3.
A. Reichenow, Micropus koenigi n. sp.; Orn. Mntsb. I. 5.191
—192.
Spatz, Notizen über Tunis; Journ. Orn. XLH. 8. 350. — Cir-
caetus gallicus, Falco peregrinus, Tadorna casarca, Haematopus ostri-
legus in Tunis erlegt.
J. S. Whitaker, Notes on some Tunisian Birds; Ibis (6.) VI.
S. 78—100 mit einer Karte. — Verf. reiste im Frühjahr 1893 von
Tunis aus nach Kasrin, Gafsa und Negrine. 62 Arten werden
behandelt.
Madeira, Kanaren.
W. Hartwig, Bemerkungen über Madeira-Vögel; Orn. Mntsb.
IS 57,.98..198.
W. v. Rothschild and E. Hartert, On a new Bustard from
the Palaearctice Region; Nov. Zool. I. S.689. — Houbara fuertaven-
turae von den Kanaren.
E. Schmitz, Ueber die gabelschwänzige Sturmschwalbe (Thalas-
sidroma leachi Tem.) auf Madeira; Ornith. Jahrb. V, S. 205—206.
36 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
— Brutvogel auf der Felseninsel Baixo der Porto-Santo Gruppe.
Brutzeit Mitte Juni. Beschreibung der Eier.
Derselbe. Die Puffinen-Jagd auf den Selvagens. Nachtrag;
ebenda S, 19—20. — Bespricht die Ausbeute des Jahres 1893. Es
wurden ferner beobachtet: Motacilla melanope Pall. M. alba L.
Turtur turtur (L.), Ceeropis rustica (L.), Ardea sp. und Erithacus
rubeculus (?).
Derselbe. Neues über die Madeirataube (Columba trocaz);
Orn. Mntsb. H. S. 190—191. — Nistweise, legt nur 1 Ei; Eiermasse.
Derselbe. Tagebuchnotizen aus Madeira; ebenda S. 35—39, 195.
Südwestliches Asien.
E. Festa, Viaggio ın Palsstina, nel Libano e regioni vicine.
1. Parte narrativa. IX. Ueccelli; Boll. Mus. Zool. An. Torino IX.
No. 172 u. 174. — Der erste Theil enthält einen allgemeinen Reise-
bericht mit besonderer Berücksichtigung der Fauna. Der neunte
Theil giebt eine Liste der beobachteten Vögel. Unter den auf-
geführten Arten ist Parus coeruleus L., die bisher für Palästina
noch nicht nachgewiesen war, ferner Petronia stulta puteicola n.
subsp. und Alauda ceristata deserticolor n. subsp.
E. Hartert, On a desert Form of Turtur turtur (L.); Novit.
Zool. I. 8.42. — Turtur turtur arenicola n. subsp. von Fao am
Persischen Meerbusen.
M. Menzbier, Ornithologie du Turkestan et des pays adjacents,
par N. A. Sewertzow, IV. livr. Moscou 1894. — Die vorliegende
vierte Lieferung behandelt die Eulen und schliesst damit den ersten,
die Raubvögel enthaltenden Theil des Werkes &b. Es sind im
ganzen 70 Raubvogelarten aus Turkestan und den angrenzenden
Gebieten beschrieben. Abgebildet sind: Gyps himalayensis T. ],
Bubo turcomanus T. Vllla, Bubo ignavus sibiricus T. IX, Syrnium
biddulphi T. IXa.
Mittelasien.
Hamilton Bower, Diary of a Journey across Tibet. London
1894. — Eine grosse Reihe von ornithologischen Beobachtungen:
über Syrrhaptes tibetanus, Crossoptilon tibetanum, C. leucurum, Pha-
stanus elegans, Tetraophasis szechenyi, Tetrastes severtzowi u. a.
H. E. Dresser, Remarks on some specimens of central-asiatic
shrikes; Ibis (6.) VI. S. 334—385. — Kritische Notizen über Lanzus
funereus Menzb. u. L. mollis Eversm. Die Vermuthung wird aus-
gesprochen, dass Z. dichrourus Menzb. identisch sein könne mit
L. bogdanowi Bianci (= L. raddei Dress.).
M. Menzbier, On some new or little-known shrikes from
Central Asia; Ibis (6.) VI. 8.378—384. — Lanius funereus (= L.
mollis auct.) n. sp. vom Tian-schangebiet, L. dichrourus n. sp. vom
Saissansee. Ferner wird eine eingehende Beschreibung des der
ersteren Art nahestehenden L. mollis Eversm., der auf das Altai-
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. Hi
gebiet beschränkt sein soll, wie von einem hybriden Würger Z.
dichrourus X Otomela karelini Bogd. gegeben.
E. Oustalet, Catalogue des oiseaux provenant du voyage de
M. Bonvalot et du Prinze Henri d’Orlöans & travers Le Turkestan,
Le Tibet et La Chine occidentale; Nouv. Archives du Museum
d’Hist. Nat. Paris (III) VI. 1894. S. 1120. — Fortsetzung und
Schluss der Arbeit. Neu: Carpodacus dubius var. minor und Chryso-
mitris biett.
Th. Pleske, Wissenschaftliche Resultate der von N. M. Prze-
walski nach Central-Asien unternommenen Reisen. Zoologischer
Theil. Band II. Vögel. Lief. 3. St. Petersburg 1894. — Diese
dritte Lieferung des Werkes behandelt ausser Accentor-Arten die
Meisen, Baumläufer, Stelzen und Piper. Auf den von Keulemans
gemalten, prächtigen Tafeln sind abgebildet: Poeeile songara ?, P.
affinis 2, P. superciliosa, Winter u. jung (Taf. VII); Periparus
ater var. rufipectus 9, Lophophanes dichroides, Sitta caesia var.
amurensis 2, 8. przewalskiü 2 (Taf. IX).
Japan, Nordchina.
A. Fritze, Die Fauna der Liu-kiu Insel Okinawa. Vögel;
Zool. Jahrb. VI. S. 855—859.
E.Trutat, Faune ornithologique de Pekin (Chine). Toulouse 1894,
Afrikanisches Gebiet.
J. V. Barboza du Bocage, Mammiferos, aves e reptils da
Iha Anno Bom; Jorn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa IX. S. 44—45.
Derselbe. (On a new species of Bradyornis); Ibis (6.) VI.
S. 435. — B. sharpü.
Emin, Bruchstücke aus seinem letztem Tagebuch; Journ. Orn.
XLIO. S. 162—171. — Uebersetzung (Original ist englisch ge-
schrieben) der von Kpt. Ponthier am Kongo aufgefundenen Blätter
aus Emin’s Tagebuch. Die Aufzeichnungen betreffen das Gebiet
im Südwesten des Albert Niansa, zwischen diesem See und dem
Ituri, und enthalten insbesondere Notizen über Verbreitung und
Lebensweise der beobachteten Arten. Baza emini Rcehw. n. sp.;
Abändern der Färbung von Wachshaut und Füssen bei Treron calvus.
Ed. Fleck, Das Vogelleben Deutsch-Südwestafrikas und dessen
Schauplatz; Journ. Orn. XL. S.291—347 Taf. IV. — Der vor-
liegende erste Theil der Arbeit schildert das Land in geognostischer,
botanischer und physikalischer Beziehung und liefert eine allgemeine
Skizze seines Vogellebens, wobei auf die Lebensweise einzelner
Arten insbesondere näher eingegangen wird. Auf Tafel IV ist
Oentropus flecki abgebildet.
W. R. Ogilvie Grant, On a new Species of guinea-fowl; Ibis
(6.) VI. 8.535. — Numida reichenowi n. sp. von Ostafrika.
E. Hartert, On a Specimen of Caprimulgus eximius Tem.;
Novit. Zool. I. S.42. — Berichtet über ein von Schimper in Nubien
28 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
gesammeltes, jetzt im Tring-Museum befindliches Exemplar dieser
seltenen Art.
P. Matschie, (Ueber die Verbreitung der Pternistes-Arten);
Journ. Ornith. XLII. S. 234.
A. Reichenow, Die Vögel Deutsch-Ost-Afrikas. Berlin 1894.
— Enthält einen geschichtlichen Abriss der ornithologischen Ent-
deckungen in Deutsch-Ost-Afrika nebst Litteratur-Uebersicht, All-
gemeines über den Stand und die ferneren Aufgaben der Forschung
und Anweisung zum ornithologischen Sammeln und Beobachten,
sodann eine systematische Uebersicht sämmtlicher bis jetzt aus dem
Schutzgebiet bekannten Arten nebst kurzen Beschreibungen der-
selben sowie ‚Schlüssel zum Bestimmen der Familien und Arten.
728 Arten werden beschrieben. Ueber 100 in den Text gedruckte,
schwarze und farbige Abbildungen dienen zur Erleichterung des
Bestimmens.
Derselbe. Ueber afrikanische Nashornvögel; Journ. Orn.
XLH. S. 94— 96.
Derselbe. Zur Vogelfauna von Kamerun. Zweiter Nachtrag;
Journ. Orn. XLII. S.29—43. — Nach Sammlungen von Sjöstedt,
Preuss und Zenker. Besprechung von 111 Arten.
Derselbe. Bibliographia Ornithologiae Aethiopicae; Journ.
Orn. XLU. S. 172—226. — Führt 752 Titel von Arbeiten über die
Vogelfauna der Aethiopischen Region in alphabetischer Folge auf.
Am Schlusse eine Uebersicht der Arbeiten nach geographischen
Gebieten.
Derselbe. Neue Arten aus Kamerun; Orn. Mntsb. II. S. 125
— 126.
Derselbe. Das Helmperlhuhn von Damaraland; ebenda S. 145.
— Numida papillosa n. sp.
Derselbe. Eremomela baumanni n.sp.; ebenda S. 157.
W. v. Rothschild, On Turturoena sharpei Salvad. and ÖOs-
motreron everetti sp. n.; Novit. Zool. 1. 1894 S.40—41 T. III. —
Beschreibung und Abbildung von Turturoena sharpei nach einem
Exemplar von Nguru (Ost-Afrika).
T. Salvadori, Uccelli del Somali, raccolti da D. Eugenio dei
Principi Ruspoli; Mem. R. Accad. Sc. Torino (I.) XLIV. 1894
S. 547—564. — Behandelt eine Sammlung von 77 Arten aus dem
Somaliland, unter welchen vier neue Species: Trachyphonus uro-
pygialis, nahe F. boehmi; Lagonosticta somaliensis, ähnlich L. brunnei-
ceps; Dienemellia ruspolü, ähnlich D. dienemelli; Lamprotornis vi-
ridipectus, ähnlich ZL. purpuropterus, (hierbei möge bemerkt sein,
dass die Vermuthung des Verf., die von Cabanis, Fischer und dem
Referenten unter dem Namen ZL. purpuropterus aus dem tropischen
Ostafrika aufgeführten Exemplare seien auf die neue Art wiridipeetus
zu beziehen, nicht zutrifft). In der Einleitung hat Verf. die Litte-
ratur über die Vogelfauna des Somalilandes zusammengestellt.
6. E. Shelley, Second List of Birds collected by Mr. Alexander
Whyte in Nyasaland; Ibis (6.) VI. p.1—28 T.I u. II. — Die vor-
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 39
liegende zweite Liste (Bericht 1893 S. 38) führt 205 Arten auf.
Von diesen waren 102 in dem ersten Verzeichniss nicht vorhanden,
darunter 9 Arten, welche Verf. als neu beschreibt: Prodotiscus
zambesiae, nahe P. insignis (p. 8); Xenocichla milanjensis, ähnlich
X. tephrolaema (8.9, abgeb. T.D); Phyllostrephus cerviniventris, nahe
Ph. fulviventris (S. 10, abgeb. T. ID); Andropadus zombensis, sehr
ähnlich A. virens (8.10); Sylviella whytii, nahe S. rufescens (S. 13);
Laniarius bertrandi, ähnlich L. rubiginosus (S.15, T.2); Hyphan-
tornis nyassae, ähnlich H. melanocephalus (5.20); Pyrenestes minor,
sehr nahe P. coccineus (8. 20); Francolinus johnstoni, sehr nahe
F. hildebrandti (8. 24). Auf Taf. I ist noch Xenocichla fusciceps
abgebildet. — (Sylnella whytiüi dürfte identisch sein mit S. leu-
copsis Rchw.).
Derselbe. Third List of the Birds collected by Mr. Alexander
Whyte in Nyasaland; Ibis (6.) VI. 8. 461—478 T. XII. — Die
Arbeit bespricht 44 Arten; im Ganzen sind nunmehr 287 Arten
aus dem Gebiet nachgewiesen. Agapornis lilianae wird neu be-
schrieben und abgebildet. Eine Uebersichtskarte des Gebiets ist
der Arbeit beigegeben.
Derselbe. (Remarks on African Birds); ebenda S. 434.
Derselbe. Poeoptera kenricki n.sp., Bocagia n.g., Enneoctonus
reichenowi und Laniarius gabonensis neue Namen.
Y. Sjöstedt, Ueber Campothera permista und maculosa; Orn.
Mntsb. II. S. 33—35, 164—171. — Kennzeichen beider Arten,
©. p. pumidla n. subsp.
Madagassisches Gebiet.
Ch. Bendire, Description of Nests and Eggs of some new
Birds, collected on the Islands of Aldabra, North-West of Mada-
gascar, by Dr. W.L. Abbott; Proc. U. St. Nat. Mus. XVII. S. 39
—41. — Beschreibungen der Nester und Eier von Jxocincla mada-
gascariensis rostrata, Buchanga aldabrana, Foudia aldabrana, Rouge-
tius aldabranus.
R. Ridgway, Descriptions of some new Birds from Aldabra,
Assumption, and Glorioso Islands, collected by Dr. W. Abbot, Pr.
U. St. Nat. Mus. XVII. 8. 371—373. — Neu: Zosterops aldabrensis
u. madagascariensis gloriosae, Cinnyrıs aldabrensis u. abboti, Centropus
insularıs, Caprimulgus aldabrensis.
Derselbe. Note on Rougetius aldabranus; Auk XI. 8.74. —
Neben einer berichtigenden Notiz zu seinem früheren Artikel über
neue Vögel von Aldabra etc. beschreibt Verf. eine neue Art: Rou-
getius abboti, von Assumption. 5
G. E. Shelley, (On a new Species of Artamia from Great
Comoro); Ibis (6.) VI. 8.434. — A. comorensis n. Sp.
Indisches Gebiet.
E. €. St. Baker, The Birds of North Cachar. Part I; Journ.
Bombay Soc. IX. S.1—24, 111—146. Mit Tafeln.
30 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
W. T. Blanford, Notes on the Indian Owls; Ibis (6.) VI.
S. 524—531.
F. S. Bourns and D. C. Worcester, Preliminary Notes on
the birds and Mammals collected by the Menage Scientific Expedition
to the Philippine Islands; Minnesota Academy of Nat. Sc. Occas.
Pap. Vol.I. No. 1. — Die Verfasser, die bereits im den Jahren
1887—88 Dr. Steere auf dessen Reisen nach den Philippinen be-
gleitet hatten, unternahmen behufs Vervollständigung dieser For-
schungen 1890 eine neue selbstständige Reise. Während einer
2!/,jährigen Dauer sammelten sie auf den Inseln Luzon, Samar,
Mindanao, Basilan, Sulu, Tawi Tawi, Palawan, Culion, Busuanga,
Mindoro, Tablas, Romblon, Sibuyan, Panay, Guimaras, Negros, Cebu,
Siquijor. In der vorliegenden Arbeit wird ein vorläufiger Bericht
über die Ausbeute gegeben. Zunächst werden 36 neue Arten aus
den Familien der Strigidae, Columbidae, Podargidae, Alcedinidae,
Cuculidae, Picidae, Dieruridae, Oriolidae, Nectariniidae, Dicaeidae,
Zosteropidae, Laniidae, Muscicapidae, Timeliidae, Pyenonotidae und
Sylviidae beschrieben. Sodann sind 226 Arten aufgeführt, für die
von den Verfassern neue Verbreitungsgebiete innerhalb der Insel-
gruppe nachgewiesen sind. Ferner sind Caprimulgus jotaka und
Prionochilus modestus für die Philippinen neu nachgewiesen. Ein
ferneres Kapitel enthält kritische Bemerkungen über einzelne Arten,
wobei eine grössere Anzahl bisher unterschiedener Formen wieder
eingezogen und deren Gleichartigkeit mit älter bekannten Species
nachgewiesen wird.
W. Cordeaux, List of Birds observed in Dras and Suru; Ibis
(6.) VI. S. 367—374. — Bemerkungen über 35 Arten. — Be-
richtigungen dazu von W. T. Blanford; ebenda S. 572—575.
W. E. Clarke, On some Birds from the Island of Negros,
Philippines; Ibis (6.) VI. 8. 531—535. — Von den aufgeführten
25 Arten war etwa ein Drittel bisher für die Insel noch nicht
nachgewiesen, eine, Chuetura celebensis, ist überhaupt neu für die
Philippinen-Fauna.
W. R. Ogilvie Grant, On the Birds of the Philippine Islands.
Part I. Mont Arajat, Central Luzon. Part II. The Highlands of
North Luzon, 5000 feet. With Fild-Notes by J. Whitehead; Ibis
(6.) VI. S. 406—411, 501—522 T. XIV. u. XV. — Neu beschrieben:
Museicapula luzoniensis und Üettia seebohmi, abgebildet Cinnyris
whiteheadi, Stoparola nigrimentalis, Zosterornis whiteheadi und Chr-
marrhornis bicolor.
»Derselbe. (On new species of Philippine birds); Ibis (6.) VI.
S. 550-552. — Neu Chimarrhornis bicolor, Oriolus albiloris, Lanzus
validirostris, Hyloterpe albiventris, Dendrophila mesoleuca, Aethopyga
Havipectus, Kudrepanis jefferyi, Cinnyris obscurior, ©. whiteheadi,
Dicaeum luzoniense, D. obscurum, Zosterornis whiteheadi, Stoparola
nigrimentalis, Chlorura brunneiventris, Lozia luzoniensis, Scops
longicornis.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 31
Derselbe. (On a new Garrulax from Sikkim); ebenda S. 424.
— Garrulax waddelli n. sp.
E. Hartert, List of the first collection of birds from the
Natuna Islands; Novit. Zoolog. I. S. 469—483. — Die ornithologisch
bisher nicht erforschten Natuna-Inseln liegen im Nordwesten von
Borneo, von dem Nordwest-Cap dieser Insel nordwärts sich hin-
ziehend, und bestehen aus den einzelnen Inseln: Marundum, Sir-
hassen, Subi, Bunguran und Pulo Laut. Die in der vorliegenden
Arbeit behandelte erste Sammlung von den Natunas wurde von
A. Everett auf Sirhassen und Bunguran zusammengebracht und
umfasst 66 Arten, unter welchen 5 neue: Malacopterum cinereum
bungurense; Stachyris natunensis, am nächsten St. davisoni; Mixornüs
everetti, nahe M. gularis; Graucalus bungurensis, am nächsten @.
sumatrensis, Philentoma dubium, nahe Ph. pyrrhopterum. Im all-
gemeinen zeigt die Vogelfauna mehr den Charakter von Malacca
als von Borneo.
0. Kleinschmidt, Alcedo ıspida var. taprobana; Orn. Mntsb.
II. S. 126—127.
Ph. W. Munn, On the Birds of the Calcutta District; Ibis (6.)
VI. S.39—77. — Beobachtungen, welche während eines mehr-
jährigen Aufenthalts in Titaghur, 12 Meilen nördlich von Caleutta,
gesammelt worden sind. 152 Arten sind aufgeführt nebst Notizen
über Verbreitung, Zug- und Brutdaten und Beschreibung der Eier
vieler Species. Nebst einer Karte des Gebiets und Abbildungen
der Nestjungen von Pelargopsis gurial und Turnix taigoor in
Holzschnitt.
W. E. Oates, (On a new Species of /xulus from the Shan States);
Ibis (6.) VI. S.433. — Neu: /xulus clarkı.
Derselbe. On some Birds collected on Byingyi Mountain,
Shan States, Burma; Ibis (6.) VI. S. 478—484 T. XIII. — 61 Arten
sind aufgeführt. Abgebildet sind /xulus clarki und humilıs,
C. B. Rickett, On some birds collected in the vieinity of
Foochow. With notes by H.H. Slater; The Ibis (VL) VI. S. 215
— 226. — Ergänzungen zu der Arbeit de la Touches über die Vögel
von Foochow (Ibis 1892). Notizen über 39 sp., die in der vor-
genannten Veröffentlichung fehlen. Biologische Beobachtungen und
solche über das Vorkommen im Gebiet.
i ki v. Rothschild, On Osmotreron everetti sp. n.; Novit. Zool.
T. Salvadori, Catalogo di una Collezione di Uccelli di Si-Pora.
Viaggio del Dr. Elio Modigliani nelle Isole Mantawei; Ann. Mus.
Genova XIV. 8. 588—601. — Si-Pora ist eine kleine Insel der
Mentaweigruppe im Westen von Sumatra. 34 Arten sind von
Dr. Modigliani gesammelt, darunter drei neue: Graucalus crissalis,
Dieruropsis viridinitens und Buchanga periophthalmica,
G. Schneider, Naturschauspiel im Urwald von Sumatra;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 60—63.
H. Seebohm, On the Chinese Species of the Genus Suthora;
33 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Ibis (6.) VI. 8. 338—339. — Suthora suffusa Swinh. identisch mit
S. bulomachus Swinh. 1866. S. longicauda Campb. identisch mit
S. webbiana Gray.
R. B. Sharpe, Bornean Notes. No. II u. III; Ibis (6.) VI.
S. 421—422 u. 538—546. — Ergänzungsliste der Vögel vom Berg
Kalulong; über den Gattungsnamen Micropus; Ergänzungen zur
Vogelfauna vom Kina Balu; Notizen über Vögel von Nord-Borneo;
über eine Sammlung vom Berg Mulu in Sarawak; Ergänzungen
zur Fauna des Berges Dulit. Neu: Falco ernesti.
Derselbe. On a Collection of Birds sent by M. Alfred H.
Everett from the Sulu Archipelago; ebenda S. 238—259 T.VI u.
VI. — Behandelt 78 von A. H. Everett auf den Inseln Bongao,
Sibutu und Tawi-Tawi gesammelte Arten, darunter neu: Pröoniturus
verticalis (T. VI) nahe P. flavicans, und einige andere, welche vom
Verf. bereits im Bull. B. O0. ©. XII. beschrieben worden sind. Am
Schlusse wird eine Liste der bisher auf den Sulu-Inseln nach-
gewiesenen Arten gegeben. Es sind 109. Die Avifauna schliesst
sich ihrem Charakter nach eng an die Philippinen an; auf Sibutu
macht sich die Beimischung von Borneo-Formen bemerklich. Auf
T. VIL ist Dicaeum sibutuense und hypoleucum abgebildet, auf S. 239
eine Kartenskizze des Sulu-Archipels gegeben.
J. B. Steere, The Distribution of Genera and Species of Non-
Migratory Land Birds in the Philippines; Auk XI. S. 231—240,
mit einer Karte u. Ibis (6.) VI. S. 411—420. — Die von der Uni-
versität in Michigan 1887 u. 88 ausgesandte Expedition nach den
. Philippinen hat 17 Inseln des Archipels besucht und etwa 400
Vogelarten in ca. 5000 Exemplaren zusammengebracht, welche ein
sehr instruktives Bild der Verbreitung der Philippinenvögel und
Belegstücke dafür geben, wie durch Isolierung besondere Formen
entstehen. Ein besonders anschauliches Bild solcher, auf ver-
schiedenen Eilanden einander vertretenden Formen liefern die 7 Arten
der Gattung Loriculus auf den Philippinen, deren lokale Verbreitung
auf der beigegebenen Karte der vorliegenden Arbeit dargestellt ist.
F. W. Styan, Notes on the Ornithology of China; Ibis (6.).
S. 329—337 T.IX. — Behandelt Sammlungen vom oberen und
unteren Yangtsekian, von Formosa und Hainan. P’ycnonotus tat-
vanus von Formosa ist abgebildet.
A. G. Vorderman, Over eene collectie Vogels afkomstig van
de Lampongs (Zuid-Sumatra); Natuurk. Tijdschr. Need. Indie (8.)
XH. S. 201—249.
Derselbe. Java Vogels; ebenda S. 375—416.
Derselbe. Bijdrage tot de Kennis der Avifauna van het Ei-
land Bawean; ebenda $. 417—422.
Australisches Gebiet.
J. Büttikofer, On two new Birds of Paradise; Not. Leyden
Mus. XVI. S.161—165. — Craspedophora bruyni n. sp. u. Jantho-
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 33
thorax bensbachi n. g. et sp. vom Arfakgebirge im nordwestlichen
Neuguinea.
J. Forest, Contributions ornithologiques de la Nouvelle-Guince
ou Papouasie dans l’industrie de la mode; Revue Sc. Nat. Appl.
41. I. S.49—60, 199—213, 289—296, 352—360, 441—450; 11.
S. 14— 27, 109—117, 160—171.
C. Fristedt, List of birds from Northern Australia, New
Zealand, Southern Pacific and Southern Atlantik oceans; Oevf. Vet.
Ak. Förh. Stockh. 1894 S. 525—331.
R. Hall, Notes on the swimming birds of Australia; Vietorian
Natural. XI. S. 35—44.
J. v. Madaräsz, (On new birds from the Finisterre Mountains
in Eastern New Guinea); Ibis (6.) VI. S. 548. — Neu: Poeeslodryas
hermani u. Donacicola sharpit.
Derselbe. Samuel Fenichel’s Ornithologische Ergebnisse aus
dem Finisterre-Gebirge in Neuguinea (1892 - 93); Aquila I. S. 72
—106. — Behandelt eine Sammlung von 95 Arten, darunter 3
neue: Arses fenicheli und die beiden vorher genannten.
6. S. Mead, The Ornithology of New Guinea; Amer. Nat.
XXVIN. S. 389— 394.
Derselbe. Some birds of Paradise from New Guinea; Amer.
Nat. XXVII. S. 915—920 T. XXIX—XXXI
A. B. Meyer, Zwei neue Paradiesvögel; Abh. Mus. Dresden
1894/95 No.5. — Beschreibung und Abbildung von Pfteridophora
alberti und Parotia carolae.
Derselbe. Beschreibung einiger neuen Vögel aus dem Ost-
indischen Archipel; Journ. Orn. XLIIL. S. 89—93. — Neu: Zliera-
eidea novaeguineae von Ost-Neuguinea, ähnlich A. orientalıs;
Terpsiphone sumbaönsis von Sumba, ähnlich 7. affinis; Khectes
ferrugineus clarus von Ost-Neuguinea; Dicueum flaviventer von Cebu,
Philippinen, ähnlich D. rubriventer; Peilotis flavirietus orientalis von
Südost-Neuguinea.
Derselbe. Neue Vögel aus dem Östindischen Archipel; Ab-
handl. Mus. Dresden 1894/95 No. 2. — Neu: Bastlornis galeatus
von Südwest-Neu Guinea, ähnlich D. celebensis, Lamprothorax (n. @.
Paradiseidarum) welhelminae von den Arfak Bergen, Neu Guinea
(mit Abbild.).
A. B. Meyer und L. W. Wiglesworth, Beschreibung einiger
neuen Vögel der Cel&bes-Region; Journ. Orn. XLII. S. 113—116.
— Neu: Tanygnathus muelleri sangirensis; Zosterops sarasınorum von
Nord-Celebes, ähnlich Z. atrifrons; Nyeticorax minahassae von Nord-
Celebes, ähnlich N. manillensis. Unterschiede von Nycticoraw griseus,
obscurus, crassirostris, caledonicus, mandibularıs, manillensis und
minahassae.
Dieselben. Ueber eine erste Sammlung von Vögeln von den
Talaut Inseln; Journ. Orn. XL. S. 237—253 T. III, — Behandelt
48 Arten von den Inseln Kabruang und Salibabu der Talaut Gruppe,
darunter 6 neue Species: Eos histrio talautensis; Zeocephus talau-
Arch. f, Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd. II. H.1 3
34 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
tensis, ähnlich Z. rufus; Hermotimia talautensis, sehr ähnlich 4.
sangirensis; Pitta inspeculata, ähnlich P. cyanonota (abgebildet T. IL);
Oriolus melanisticus, ähnlich ©. formosus; Carpophaga intermedia,
ähnlich C. concinna. Unterschiede zwischen Carpophaga intermedia,
coneinna und geelvinkiana.
Dieselben. Neue Vögel von Celebes; Abhandl. u. Ber. Kg].
Zool. u. Anthrop. Ethnogr. Mus. Dresden 1894/95 No.4. — Neu
beschrieben von Nord-Celebes: Malia recondita, Pachycephala bo-
nensis; Arachnothera? celebensis; Ardetta riedeli, Aegialitis mongolica,
Ardea novaehollandiae und Herodias immaculata sind für Celebes
neu nachgewiesen. Podiceps tricolor war im Journ. Ornith. 1894
S. 253 irrtümlich für Gross Sangi und Talaut angeführt, es muss
dafür P. gularis stehen.
A. Nehrkorn, Zur Avifauna Batjan’s; Journ. Orn. XL. S. 156
— 161. — Ueber eine Sammlung Dr. Platen’s. Unter den auf-
gezählten Arten 9, welche für Batjan noch nicht nachgewiesen
waren. Von Üinnyris auriceps und €. frenatus, Griniger chloris und
Pitta rufiventris werden die Eier beschrieben.
A. J. North, Note on the Habitat of the Naked-eyed Cockatoo
(Cacatua gymnopis Scel.); Proc. Linn. Soc. N. S. Wales IX. S. 37
— 38. — Heimath von ©. gymnopis ist Nordqueensland.
E. P. Ramsay, Catalogue of the Australian Birds in the
Australian Museum at Sydney. Pt. IV. Picariae. Suborder Hal-
cyones. Sydney 1894. — Uebersicht der australischen Eisvögel
nebst genauen Beschreibungen, Synonymie, Angabe des spezielleren
Vorkommens und Anführung der im „Australian Museum“ vor-
handenen Exemplare. 13 Arten sind behandelt.
A. Reichenow beschreibt Paradisea maria n. sp. vom Finisterre-
gebirge in Neuguinea; Orn. Mntsb. II. S. 22—23.
Derselbe. Semon’s Zool. Forschungsreisen in Australien und
dem Malayischen Archipel. Liste der Vögel. Jena 1894 S. 147
— 148.
W. v. Rotschild, Salvadorina waigiuensis g.n. et sp. n.; Nov.
Zool. I. S. 683—684.
T. Salvadori, Caratteri di cinque specie nuove di uccelli della
Nuova Guinea Orientale-Meridionale, raccolti da L. Loria; Ann.
Mus. Civ. St. Nat. Genova Ser. 2, Vol. XIV S. 150—152. — Neu:
Melanocharis striativentris, Ptilotis plumbea, Sericornis nigro-rufo,
Loria (n. g. Paradiseidarum) loriae, Symoecus plumbeus.
R. B. Sharpe, Birds from Damma Island; in: J. Walker, A
Visit to Damma Islands, East Indian Archipelago. With Notes
on the Fauna; Ann. Mag. N. H. 14. S. 56—58. — Die Fauna
der Insel schliesst sich in ihrem Gepräge an die von Timorlaut an.
10 Arten sind besprochen, darunter neu: Zosterops bassetti. Bigen-
thümlich der Insel ist ferner die bereits 1892 beschriebene Rhipr-
dura büttikofert.
Derselbe. (On a new species of Ardeirallus from Duke of
York); Ibis (6.) VI. 8.427. — Ardeirallus nesophelus n. sp.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 35
D. Le Souöf, A Trip to North Queensland; Vietorian Natural.
XI. S. 3—29.
C. W. De Vis, Report on ornithological specimens collected in
British New Guinea. Blue-book 30 th. June 1894 S, 1—7. — Neu:
Aleyone laeta, Peltops minor, Rhipidura maneaoensis, Monachella
viridis, Poecilodryas armiti, P. modesta, Microeca griseoceps, M.
punctata, Acanthiza papuensis, Symmorphus nigripatus, Eulacestoma,
nigropectus, Pittella griseiceps, Melirrhophetes ornatus, M. collaris,
Peelotis quısei, Drymoedus brevicauda, Anthus gutturalis, Unemophilus
mariae, Merula cunescens, Paradisea intermedia.
H. B. Tristram, On some Birds from Bugotu, Solomon Islands,
and Santa Cruz; Ibis (6.) VI. S.28—31 T. III. — Behandelt zwei
kleine Sammlungen der Herren Forrest und Welchman. Neu:
Zosterops metcalfi von Bugotu, nahe Z. griseiventer und Z. novae-
guineae (8.29, abgeb. T. III); Macrocorax vegetus von Bugotu, sehr
ähnlich M. woodfordi (8. 50); Zosterops sanctae-crucis von Santa
Cruz (S. 31). Abgebildet ist noch Zosterops rendovae auf T. Il.
S. B. Wilson and A. H. Evans, Aves Hawaiienses: The Birds
of the Sandwich Islands. Part V. London 1894. — Abgebildet
und beschrieben sind Palmeria dolü, Hemignatus lichtensteini, H.
lucidus, Rhodacanthis palmeri, Drepanis funered, Acrulocereus bi-
shopi, A. apıcalis, Oestrelata phaeopygia, Pennula ecaudata, Numenius
tahitiensis.
Neuseeländisches Gebiet.
W. L. Buller, On a new Species of Fern-bird (Spenoeacus)
from the Snares Islands; Ibis (6.) VI. S. 522—523. — Sphenoeacus
caudatus n. Sp.
W. v. Rothschild, On a new Miro from the New Zealand
Region; Nov. Zool. I. S. 668. — Alöro dannefaerdi n. sp.
Nordamerikanisches Gebiet.
C. ©. Abbott, The birds about us. Philadelphia 1894. 290 S.
w. illustr. |
J. A. Allen, First Plumages; Auk XL 8.91—-93. T.II. —
Das Nestkleid von Serurus aurocapillus beschrieben und abgebildet.
E. Bagg, Birds of Oneida County, New York; Auk XI. p. 162
—164. — Nachträge zu der im Auk 1890 veröffentlichten Ueber-
sicht über die Vogelfauna von Oneida County.
A. W. Butler, The Range of Crossbills in the Ohio Valley
with Notes on their unusual Öccurrence in Summer; Amer. Nat.
XXVIO. S. 136—146.
H. Garman, A Preliminary List of the Vertebrate-Animals of
Kentucky; Bull. Essex Inst. XXVI. 1894 S. 1—63. — 8.7—33 Vögel.
F. H. Kennard, The Habits and Individualities of the Red-
shouldered Hawk (Buteo lineatus) in the Vicinity of Brookline,
Mass; Auk XI. S. 197—200 mit Karte. — Verbreitung und Lebens-
3*
36 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
weise von Buteo lineatus. Auf der beigegebenen Karte ist die Ver-
breitung und der Standort der einzelnen Horste genau angegeben.
A. Koch, Eine Skizze des Vogellebens im Mai oder Morgens
und am Abend im Vorsommer in der Nähe von Williamsport, Pa.;
Mitth. Orn. Ver. XVII. S. 97—98, 130—132.
E. Lönnberg, Kurze Notizen über die höhere Fauna Floridas;
Oefv. Vetensk. Akad. Förhandl. Stockholm 1894. S.93- 107. —
Auf S. 103—107 wird in kurzen Zügen ein Bild des Vogellebens
Floridas unter Anführung der wichtigsten Repräsentanten entworfen.
L. M. Loomis, A Further Review of the Avian Fauna of South
Carolina; Auk XI. S. 26—39, 94--117. — Allgemeine Betrachtungen
über Vorkommen und Verbreitung im (Gebiet und über die Ursachen
der Wanderung.
W. P. Lowe, A List of the Birds of the West Mountains,
Huerfano County, Colorado; Auk XI. S. 266—270.
6. H. Mackay, Habits of the Double-crested Cormorant (Pha-
lacrocorax dilophus) in Rhode Island; Auk XI. S. 18—25.
Derselbe. Notes on certain Water Birds in Massachusetts;
Auk XI. S. 223—228. — Notizen über lokale Verbreitung und
Lebensweise.
Th. Me Ilwraith, The Birds of Ontario, being a concise
account of every Species of Bird known to have been found in
Ontario with a Description of their Nests and Eggs. Second Edition.
Toronto 1894.
0. Th. Miller, A Bird-Lover in the West. Boston and New
York. 1894.
Th. Nuttall, A Popular Handbook of the Ornithology of Eastern
North America. Revised and Annotated by M. Chamberlain, 2 Vol.
London 1894. — Die einzelnen Arten sind kurz gekennzeichnet,
auch Nest und Eier werden beschrieben, eingehender ist die Biologie
behandelt. Von vielen Arten recht gelungene schwarze Textbilder,
6. Ord, North American Zoology. A reprint. New Jersey
1894. With an appendix by S. Rhoads.
Ch. W. Richmond and F. H. Knowlton, Birds of South-
Central Montana; Auk XI. S. 298—308.
W. Stone, Summer Birds of the Pine Barrens of New Jersey ;
Auk XI. S. 133—140.
General Notes; Auk XI. S. 73—85, 175—183, 250—261,
321—335.
Sixt Supplement to the American Ornithologists’ Union Check-
List of North American Birds; Auk XI. S. 46—51.
Südamerikanisches Gebiet.
0. V. Aplin, On the Birds of Uruguay. With an Introduction
and Notes by P. L. Sclater; Ibis (6.) VI. 8.149—215 T.V. —
Verf. hat vom Oktober 1892 bis Mai 1893 in Uruguay ornithologisch
gesammelt und eine Kollektion von 216 Exemplaren in 93 Arten
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 37
zusammengebracht, dazu eine grössere Anzahl Arten beobachtet,
so dass die Zahl der festgestellten Species sich auf 139 beläuft,
Unter diesen ist nur eine, Conurus leucophthalmus, welche in Argen-
tinien noch nicht nachgewiesen wurde. Es ist zunächst eine Dt
sicht der Reise gegeben nebst Kartenskizze, sodann werden die
einzelnen Arten nebst biologischen Beobachtungen aufgeführt. Auch
Eier sind beschrieben. Auf Taf. V. werden die Eier von Anthus
correndera, Atticora fuscata, Taenioptera nengeta, Hydropsalis furei-
fera, Colaptes agricola, Podager nacunda und (rallinago paraguaiae
abgebildet.
H. v. Berlepsch, Beschreibung einer neuen Merganetta aus
Bolivia; Orn. Mntsb. II. S. 110—111. — M. garleppi.
H. v. Berlepsch and J. Stolzmann, Description of a new
pe of Grebe from Central-Peru; Ibis (6.) VI. S. 109—112. —
eu: Podiceps taczanowskii von Oentral-Peru, am meisten verwandt
mit P. calliparaeus.
Dieselben. Descriptions de quelques Esp&ces nouvelles d’Oiseaux
du Perou central; Ibis (6.) VI. 5. 385—406. — Neu: Dubusia sticto-
cephala, Pseudochloris sharpei, Spinus olivaceus, Orchilus albiventris,
T'yranniscus frontalis, Mitrephanes olivaceus, Pipra comata, Siptornis
taczanowskii, Dysithamnus dubius, Myrmotherula longicauda, M. so-
roria, NMyrmeciza spodiogastra, Spathura annae, Macropsalis kali-
nowskii, Dendrobates valdizani, Leptosittaca (n. g.), branickii, ab-
gebildet T. XI. T'heristieus branickii.
F. M. Chapman, On the Birds of the Island Trinidad; Bull.
Amer. Mus. Nat. Hist. VI. S. 1—86. — Bespricht 306 Arten, dar-
unter sind neu für Trinidad: Dysithamnus mentalis spondionotus,
Selerurus albigularis, Sublegatus glaber, Myiozetetes sulphureus, Chloro-
spingus leotaudi, Basileuterus vermivorus olivascens, Myrmeciza lon-
gipes albiventris und Kmpidochanes cabanisi camescens n. subsp.
Faunistisch schliesst sich "Trinidad näher an Columbien als an das
Amazonengebiet an. 12 Arten sind Trinidad oder. Trinidad und
Tobago eigenthümlich. 10 nordamerikanische Landvögel besuchen
die Insel auf dem Zuge. Neben kritischen Bemerkungen über
einzelne Arten enthält die Arbeit auch biologische Notizen.
H. K. Coale, Ornithological Notes on a Flying Trip through
Kansas, New Mexico, Arizona and Texas; Auk XI. $S. 215 — 222.
U. 0. Cox, Description of a new Species of Pipilo from Mount
Orizaba, Mexico; Auk XI. 8. 161—162. — Neu: Pipilo orizabae.
6. W. Field, Notes on the Birds of Port Henderson, Jamaica,
West Indies; Auk XI. S. 117—127. — 74 Arten werden aufgeführt
nebst Notizen über Vorkommen, Nester und Eier. In den letzten
Jahren sind Mangusten (//erpestes mungo) auf Jamaica eingeführt,
welche unter den Schlangen, insbesondere der gelben Boa, und den
Leguanen stark aufgeräumt, aber ebenso auch die auf der Erde
nistenden Vögel decimirt haben. Interessant ist, dass infolge
dessen die Erdtaube, Columbigallina passerina, ihre Lebensweise
verändert hat und jetzt nicht mehr auf der Erde, sondern auf
38 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Kakteen und niedrigen Bäumen nistet. Verf. fand auch Sterna
anaestheta, Spiza americana und Mimus hillii auf Jamaica.
E. Goeldi, As Aves do Brasil. Primeira parte. (Monographias
Brasileiras II). Rio Janeiro 1894. — Eine Uebersicht der Vögel
Brasiliens mit kurzen Beschreibungen der einzelnen Arten, manchen
biologischen Notizen und Bemerkungen über die Verbreitung. Der
vorliegende erste Theil behandelt die Raptatores, Psittaci, Picariue
und von den Passeres die Turdoides, Tanagroides und Sturnoides.
E. Hartert, (On a new species of Eupsychorty& from Venezuela):
Ibis (6.) VI. S.430. — Eu. mocquerysi.
Derselbe. On two new Venezuelan Birds; Nov. Zool. 1.
S. 674—675 T. XV. — Dysithamnus tucuyensis und Eupsychortyx
mocqueryst.
E. and Cl. Hartert, On a Collection of Humming-Birds from
Ecuador and Mexico; Nov. Zool. I. S.43—64 T.IV. — 86 Arten
werden aus Ecuador aufgeführt, darunter neu: Chalybura intermedia,
nahe Ch. cueruleogaster; KEutoxeres baroni, (E. aquila-Gruppe);
Phaetornis berlepschi, nahe Ph. syrmatophorus,; Eriocnemis evelinae,
ähnlich F. godini. — 25 Arten von Mexiko und Kalifornien.
Metallura atrigularis und baroni sind in beiden Geschlechtern ab-
gebildet.
P. L. Jouy, Notes on Birds in Central Mexico, with Des-
criptions of Forms believed to be new; Proc. U. St. Nat. Mus.
XVI. 8. 771—791. — Neu: Catharus melpomene clarus von W.
Mexiko, Psaltröparus melanotis iulus von W .-Mexiko, Spinus psaltria
croceus von Panama.
E. Lönnberg, Kurze Notizen über die höhere Fauna Floridas;
Oefv. Vet. Ak. Förh. Stockholm 1894 S. 103—107.
6. S. Miller jr., The Ground Cuckoo of Andros Island; Auk
XI. S. 164—165. — Saurothera andria n. sp. von Andros (Bahama
Inseln), nahe S. bahamensis.
E. W. Nelson and T. S. Palmer, Descriptions of five new
Birds from Mexico; Auk XI. S. 39—45. — Neu: Megascops pinosus
von Vera Cruz, Mexiko; Megascops ridgwayti von Michoacan, Mexiko;
Glaucidium jisheri von Puebla, Mexiko, ähnlich 7. cobanense; Aimo-
phila rufescens pallida von Jalisco, Mexiko; und Sitta carolinensıs
mexicana von Puebla.
R. Ridgway, On Geographical Variation in Stialia mexicana
Swainson; Auk XI. S. 145—160. — Ausser der Stammform, Sialia
mexicana Sws., von der höchsten Bergregion Süd-Mexikos, unter-
scheidet Verf. S. m. occidentalis (Town.) in den westlichen Ver-
einigten Staaten, von British Columbia südlich bis Unter-Kalifornien,
S. m. bairdi n. subsp. in den Rocky-Mountains und $. m. anabelae
Anthony in den Bergen von Unter-Kalifornien.
Derselbe. Geographical, versus Sexual, Variation in Oreor Ya
pictus; Auk XI. S. 193—197 T. VI. — Wendet sich gegen Osilvie-
Grant, welcher eine Anzahl der von den Ornithologen der Ver-
einigten Staaten aufgestellten Subspecies im Catalogue of Birds
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 39
in the British Museum Bd. XXII eingezogen und für individuelle
Abweichungen erklärt hat, und weist insbesondere die Unterschiede
von Oreortya pietus und O. p. plumiferus sowie die geographische
Begründung dieser Unterschiede nach. Beide Formen sind abgebildet.
Derselbe. Descriptions of twenty-two new Species of Birds
from the Galapagos Islands; Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. S. 357
—370. — Ueber Sammlungen von G. Baur und C. F. Adams.
S. Timeliidae, Mniotiltidae, Fringillidae, Tanagridae.
T. Salvadori, Intorno alla Pyrrhura chiripepe (Vieill.) e des-
crizione di una nuova specie del genere Pyrrhura. Viaggio dell
dott. A. Borelli nella Republica Argentina e nel Paraguay; Boll.
Mus. Zool. Anat. Torino IX. 1894 No. 190. — P. chiripepe ist eine
von P., vittata gut unterschiedene Art. P. borellvi n. sp. vom oberen
Paraguay.
0. Salvin and F. D. Godman, Biologia Centrali-Americana.
Aves Vol. Il. — Die im Oktober 1894 ausgegebene Lieferung ent-
hält Bogen 48—50 S. 377—400 der Vögel, Schluss der Macroptery-
gidae und Anfang der Caprimulgidae. Abgebildet sind Antrostomus
saturatus, Caprimulgus yucatanicus und ©. salvini.
E. Waugh et F. Lataste, Quelques jours de chasse & Penaflor
durant les mois de janvier et de mars; Act. Soc. Chili III. S. LXXXII
—LXAXXIX.
Nordpolargebiet.
E. Bay, Hvirveldyr. Aus der „Danske Expedition til Ost-
sronland 1891 — 1892“; Meddelelser om Gronland XIX. 1894. Sonder-
abdruck 58 S. — 32 Arten wurden von der Reise heimgebracht,
von denen 1 neu für Grönland ist, Anser segetum, und 5 neu für
Ostgrönland: Tringa alpina u. canutus, Phalaropus hyperboreus,
Anas boschas und Mergus serrator. Bei einzelnen Arten werden
Maasse gesammelter Eier gegeben. Das Vorkommen von Anser
segetum findet eingehendere Besprechung. Der Aufzählung der
einzelnen Arten folgt eine Uebersicht der Verbreitung der längs
der Ostküste von Grönland beobachteten Vögel.
& A. T. Hagerup, Notes from Greenland; Zoologist XVIIL.
.96—97.
0. Helms, Fortsatte ornithologiske Jagttagelser (1893) fra
Arsukfjorden, Sydgronland; Vidensk. Medd. Kjbhvn. 1894 S. 213
36.
Südpolargebiet.
C. W. Donald, The Penguins of Erebus and Terror Golf;
Proc. R. Phys. Soc. Session 1893—94 S. 329—335. — Während
der Expedition der „Dundee whalers“ wurden vier Arten von Pinguinen
beobachtet: Aptenodytes forsteri, adeliae, antarctica und taeniata.
Verf. giebt interessante biologische Notizen über diese Arten. „Un-
glaublich“, sagt er, „ist die Kraft der Königspinguine. Beim Fange
eines sehr grossen Exemplars versuchten fünf Mann, den Vogel auf
40 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
dem Eis niederzuhalten, aber vergeblich, sie wurden herumgeworfen
wie ebensoviele Kegel. Zwei Ledergürtel, welche dem Vogel um-
gelegt wurden, zerriss er. Es wurde dann ein starkes Tau um ihn
geschlungen, welches Beine, Flügel und Hals einschnürte. Trotz-
dem machte er sich im Boot wieder frei. Als er an Bord gebracht
war, betäubte er beinahe den Schiffshund durch einen Schlag mit
dem flossenartigen Flügel.“
P. L. Selater, Remarks on the Birds of Antarctica; Ibis (6.)
VI. Ss.494—501. — Bespricht die ornithologische Ausbeute der
Expedition der „Dundee whalers“ in die Antarktischen Meere
während der Jahre 1892 und 93. Ausser Chiunis alba sind ge-
sammelt: 4 Möven, darunter Larus scoresbyi, 7 Sturmvögel und
4 Pinguine. Verf. giebt einige biologische Notizen wieder, welche
in einem Bericht über die Expedition im Geogr. Journ. Jan. 1894
veröffentlicht worden sind, und ergänzt die Liste der gesammelten
Arten durch die s. Z. von der Challenger Expedition nachgewiesenen
Species.
VII. Lebensweise.
Lebensweise im Allgemeinen.
0. V. Aplin, Östriches taking to the water voluntarily; Zoologist
XxVM. 8.62.
F. A. Cerva, Panurus biarmicus im Freien und in Gefangen-
schaft; Aquila I. S. 55—61.
St. Chernel v. Chernelhäza, Bemerkungen über die Varietät
des Sumpfrohrsängers, Acrocephalus palustris Behst.; Aquila 1.
Ss. 123—129. — Ueber Acrocephalus palustris horticolus Naum.
&. Clodius, Zwei Fälle von Bigamie bei der Nachtigall (Zus-
cinta vera); Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 136— 137,
E. v. Czynk, Der Bart- oder Lämmergeier (Gypaetus barbatus);
Aquila I. S. 156-151.
GC. G. Danford, Notes on Nucifraga caryocatactes; Aquila 1.
S. 155—156.
W. T. Davis, Staten Island Crows and their Roosts; Auk XI.
S. 228—231. — Ueber die Rastplätze von Corvus americanus auf
Staten Island.
C. Floericke, Ueber das Balzen des grossen Brachvogels;
Orn. Mntsb. I. S. 170.
F. W. Hanke, Beobachtungen am Neuntödter; Mntsschr. D, Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 133—135.
F. Heller, Der Haussperling als Brutzerstörer; ebenda S. 321
— 322.
0. Kleinschmidt, Noch Einiges über den Baumfalken (Falco
subbuteo L.); ebenda S. 109—121.
Derselbe. Einiges vom Berliner Sperling; ebenda S. 304—308.
V. Krones, Eingemauerter Sperling; Orn. Jahrb. V. S. 117.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 41
K. Th. Liebe, Die Ueberzahl der Männchen; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 74 - 82.
K. Loos, Zur Lebensweise der Leinfinken; ebenda S. 121—123.
Magaud d’Aubusson, Sur l’hibernation des hirondelles; Revue
Sc Nat. Appl. 41. II. S. 302—311.
J. A. Matthews, Swimming Powers of the Water Ouzel;
Zoologist XVII. S.23. — S. auch J. S. Elliott, ebenda S. 59.
J. Rohweder, Massentod von Nordseevögeln während des
letzten Sturmes; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19.
S. 82 - 84.
A. v. Treskow, Ueber das Rütteln eines Falco subbuteo; Orn.
Mntsb. II. S. 56.
F. Valentinitsch, Zur Kenntnis des Haselhuhns; Zool. Gart.
XXXV. S. 129—134. — Verf. hat in der immer noch streitigen Frage,
ob die Haselhenne allein ihre Jungen führt, bis sie erwachsen sind,
oder ob der Hahn nach Ausschlüpfen der Jungen bei der Familie
sich wieder einfindet und dieser als Führer und Beschützer dient,
zwei Beobachtungen gemacht, welche unzweifelhaft das letztere
beweisen.
A. Walter, Ein sonderbarer Staar; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. 19. S. 92—95.
L. W. Watkins, Prairie Chicken and Wild Pigeon in Jackson
County, Michigam, 1894; Amer. Nat. XXVIIIL. S. 934—936.
K. Wenzel, Ornithologische Mittheilungen; Zeitschr. f. Ornith.
u. prakt. Geflügelzucht. Stettin 1894. No. 1 u. 2. — In der Haupt-
sache biologische Beobachtungen. Das Vorkommen des Girlitz bei
Halle a. S. ist vom Verf. (wie es scheint hiermit zum ersten Male)
festgestellt worden. Es wurden Exemplare am 20. April 1891, am
13. und 24. März beobachtet.
H. F. Witherby, Forest birds: their haunts and habits; short
studies from nature. London 1894.
Ueber überwinternde Schwalben; Orn. Mntsb. II. S. 76, 159.
Nisten, Eier.
Ch. F. Archibald, Ring Dove pairing with Domestic Pigeon;
Zoologist XVIM. S. 23.
E. Bidwell, Note on some newly-discovered eggs of the great
auk; Ibis (6.) VI. 8.422—424. — Notizen über zwei jüngst in
London zur Auktion gekommene, aus einer Provinzialsammlung
stammende Eier des Riesenalk. Das eine erwarb Herbert Massey
für 5200 Mark, das andere, defekte, H. Munt für 3500 Mark. Bid-
well giebt Maasse und Beschreibung der beiden Exemplare.
H. Burstert, Zähes Festhalten eines Storchpaares (Ciconia
alba) an der einmal gewählten Niststelle; Mntsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. 19. S. 312—314.
A. G. Butler, Breeding of the Saffron Finch (Syealis Haveol«)
in Confinement; Zoologist XVII. S. 460-461.
43 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
A. Gollin, Ein merkwürdiger Einschluss im Hühnerei; Orn.
Mntsb. U. 8. 3 -4.
C. Dixon, The nests and eggs of British Birds, when and
where to find them. Being a handbook to the oology of the British
Isles. London 1894.
E. A. Goldi, On the Nesting of Phibalura flavirostris and
Lochmias nematura; Ibis (6.) VI. S. 484—494. — Neben eingehender
Beschreibung auch Abbildungen der Nester und Eier beider Arten
in Lichtdruck.
D’Hamonville, A quelles causes attribuer les pontes anormales
constat6es chez certains Oiseaux; Mem. Soc. Zool. France VII.
S. 175—180. — Auf dem Schlosse des Verfassers haben Thurm-
falken und Schleiereulen im vergangenen Jahre viel zeitiger als in
früheren Jahren mit dem Nisten begonnen und einzelne Paare so-
gar zweimal genistet. Auch wiesen die Gelege eine grössere Eier-
zahl auf als sonst. Die Ursache dieser Erscheinung sucht Verf.
in der starken, zur Plage gewordenen Vermehrung der Mäuse in
den Jahren 1892 und 93, welche jenen Vögeln überreiche Nahrung
lieferten.
E. Hartert, On little-known and undescribed eggs from the
Kuku-noor; Nov. Zool. I. S. 669—673.
Derselbe. Nest and Eggs of Micropus subfurcatus (Blyth);
Nov. Zool. I. S. 674.
R. 6. Hazard, Breeding Habits of the King Penguin (Apte-
nodytes longirostris); Auk XI. S. 280 - 282 T. VII.
P. Leverkühn s. J. Reinhardt.
Lilford, Pheasant nesting in a Tree; Zoologist XVIIL. S. 266.
J. v Madarasz, Die Nester des Nusshähers (Nucifraga cary-
ocatactes); Aquila I. S.48. — Berichtet über Nester des Nusshehers,
welche gleich Elsternestern überdacht waren: „Jedoch bedeckt das
Dach, welches mit dem Neste zusammenhängt, bloss die halbe Mulde.
Es hat den Anschein, als ob das Dach erst gebaut würde, wenn
die Jungen schon ausgeschlüpft sind. Das Dach ist aus dem
gleichen Material wie das Nest.“ — Es werden auch Maasse der
Eier gegeben.
W. v. Nathusius, Ueber Farben der Vogeleier; Zool. Anz. No.463
1894 S. 440-445 und No. 464 S. 449— 452. — Verf. untersuchte
die Färbung eines sogenannten „schwarzen“ Enteneies. Das abnorm
dicke Oberhäutchen zeigte sich dunkelgrün gefärbt, aussen bräunlich-
gelb, innen intensiver blaugrün abgetönt und hatte rundliche Ein-
schlüsse von dunkelrothbrauner Farbe. Hieraus entsteht der braun-
grüne Gesammteindruck der Färbung. Gegen die von Taschenberg
und Wickmann gegebene Erklärung der Entstehung der Färbung
der Vogeleier spricht nach Ansicht des Verfassers die meistens
diffuse Beschaffenheit der Färbung, welche vielmehr innerhalb des
Schalenkörpers sich entwickelt.
Derselbe. Zur Lage des Vogeleies im Eileiter; Zool. Anz.
No. 464 1894 S.452—455. — Führt unter Bezugnahme auf die
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 453
Darlegungen Taschenbergs über den Gegenstand eine grössere An-
zahl Fälle aus der Litteratur an, wonach Eier sowohl mit dem
stumpfen als dem spitzen Pol nach der Kloake zu liegend gefunden
sind. Die stärkere Fleckenzeichnung am Pol lasse keine Erklärung
für die Lage des Eies im Uterus zu, da meistens die Flecken-
zeichnung gleichmässig über das ganze Ei vertheilt, oft aber in der
Gürtelzone stärker als an den Polen angehäuft sei.
C. L. Morgan, Instinct and Intelligence in Chicks and Ducklings;
Nat. Sc. IV. S. 207—213.
A. J. North berichtet über die Fortpflanzung australischer
parasitischer Kuckucke; Orn. Mntsb. II. S. 25— 26.
Derselbe. Note on the Breeding Seasons of Meliornis novae-
hollandiae; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales IX. S. 186.
Derselbe. Oological Notes; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
IX. S. 39—42. — Beschreibung der Eier von Ptilotis analoga und
Lamprococcy& malayanus.
Derselbe. Descriptions of the Eags of three Species of South
Australian Parrakeets; Ibis (6.) VI. S. 259—261. — Beschreibung
der Eier von Polytelis melanura, Neophema splendida und (Glosso-
psittacus porphyrocephalus.
B. Osmaston, Notes on the nidification of certain birds, the
nests of which have not been previously recorded, in India; Journ.
Bombay Soc. IX. S. 190 —192.
X. Raspail, Recherches et considerations sur l’adoption par
les passereaux de l’oeuf du coucou; M&m. Soc. Zool. France VI.
8. 79-85. Verf. hat durch verschiedene Versuche festgestellt,
dass kleine Sänger, welchen er ein fremdes Ei an Stelle eines der
ihrigen unterschob, dieses nach Verlauf einiger Tage entfernten.
Er fand — um eines der Beispiele zu erwähnen — am 20. Juni
ein Nest von Emberiza eitrinella mit drei Eiern, welche bereits
bebrütet wurden. Eines der Eier wurde mit einem fremden der-
selben Art, welches vorher bezeichnet war, vertauscht. Bis zum
29. waren alle 3 Eier im Nest, am 30. aber befanden sich nur die
zwei rechtmässigen darin, das fremde war entfernt. Am 10. Tage
also wurde es herausgeworfen. Verf. glaubt, dass Andere bei
ähnlichen Versuchen nur deshalb zu entgegengesetzten Schlüssen
gelangt seien, weil sie die Anwesenheit untergeschobener Eier nur
in den nächsten Tagen feststellten, aber nicht den schliesslichen
Verlauf abwarteten. Dass die Vögel mit dem Kukuksei nicht in
gleicher Weise verfahren, glaubt Verf. auf einen Suggestions-Ein-
fluss des Kukuks auf die Pflegeeltern zurückführen zu müssen,
welchem diese sich nicht zu entziehen vermögen, obwohl die An-
nahme des untergeschobenen Eies der sichere Verlust ihrer eigenen
Brut ist.
3. Reinardt, Ueber das Brutgeschäft der Crotophagiden. In
deutscher Uebersetzung von Julius Moesmang, zusammengestellt
von Paul Leverkühn; Journ. Ornith. XLII. S. 44-80. — Eine
Uebersetzung der bekannten von Reinhardt 1860 veröffentlichten
44 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Arbeit (Overs. Kgl. Dansk. Vidensk. Forhandlg.) über Nestbau und
Brüten beim Genus Crotophaga. Leverkühn fügt am Schluss der
Arbeit noch einige nach 1860 erschienene Beobachtungen hinzu
und giebt in der Uebersetzung eine Anzahl von Mittheilungen über
den Gegenstand, die Reinhardt 1870 in seinen Beiträgen zur Vogel-
fauna der brasilianischen Campos veröffentlicht hat.
H. 3. Pearson u. E. Bidwell s. oben S. 20.
E. Rey, Beobachtungen über den Kukuk bei Leipzig aus dem
Jahre 1893; Monatsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XIX. $. 159
—168. — Die „Kukuksfrage*“ nimmt unter den ornithologischen
Problemen noch immer eine hervorragende Stellung ein. Wir geben
deshalb den Inhalt des vorstehenden Artikels in einem ausführ-
licheren Auszuge wieder: Es wurden im Jahre 1893 in der nächsten
Umgebung von Leipzig 70 mit Kukukseiern belegte Nester gefunden
und zwar 58 von Lanius collurio, dem bevorzugten Brutpfleger der
Leipziger Gegend, 1 Sylvia nisoria,. 3 Sylvia hortensis, 1 Sylvia
cinerea, 1 Fringilla chloris, 2 Sylvia atricapilla, 4 Sylvia curruca
und (später gefunden) Aypolais hortensis. Die vier letzteren sind
als Brutpfleger des Kukuks neu für Leipzig; die Kukukseier in
diesen Nestern stammen auch bis auf eine Ausnahme von neuen,
bisher nicht im Gebiet beobachteten Kukuksweibchen her. Die
ersten Eier wurden am 11. Mai gefunden, die meisten (Höhepunkt
der Legezeit) zwischen 26. und 30. Mai; die dann folgende all-
mähliche Abnahme des Legens erfuhr eine vorübergehende Steigerung
am 15.--19. Juni und am 5.--9. Juli. Es war sonach gegen frühere
Jahre eine Verspätung der Legezeit um 5 bis 10 Tage zu ver-
zeichnen. Die Beobachtung, dass die Ablage der Eier beim Kukuk
einen Tag um den andern erfolgt, konnte mehrfach bestätigt werden.
Bei einem Weibchen wurde sogar festgestellt, dass ausnahmsweise
auch jeden Tag einmal ein Ei gelegt werden kann. Von besonderen
Vorkommnissen wird erwähnt, dass in einem Falle das Würger-
weibchen todt auf den Eiern gefunden wurde. Einmal war das
Kukuksei im Nest angeschlagen, zweimal die Nesteier. Sechsmal
lag das Kukuksei unverletzt oder zerbrochen unter dem Nest, und
in einem Fall wurden Nesteier nach Ablage des Kukukseies aus
dem Neste geworfen. Höchst wahrscheinlich handelt es sich in
allen diesen Fällen um Eingriffe eines zweiten Kukuksweibchens,
welches sein Ei in dem bereits mit einem Kukuksei belegten Nest
unterbringen wollte, dabei aber gestört wurde. Die Anzahl der
Weibchen, von welchen in diesem Jahre in dem engen Gebiet von
2 Kilometern Eier entdeckt wurden, betrug 18. Von 8 Weibchen
wurde je 1 Ei gefunden, 3 Weibchen lieferten je 2 Eier, 2 je
3 Eier, und von 5 weiteren Weibchen wurden 5, 7, 9, 13 und
16 Eier gefunden.
Derselbe. Einige Worte der Erwiderung auf Herrn Walters
Aufsatz: „Warum brütet der Kuckuck nicht?“; Journ. Ornith. XL.
S. 131-135. — Entgegnung auf die Arbeit Walters (cf. Bericht 1893.
S. 56). Der Verf. erörtert eingehend die „Missverständnisse und
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 45
Irrtümer,“ die Walter in seiner Arbeit gerügt hat und führt eine
Anzahl von Beobachtungen an, die die von ihm gegebenen That-
sachen unterstützen.
E. R. Rzehak, Zur Charakteristik der Eier des Steppenadlers,
Aquwila orientalis; Ann. Naturh. Hofmus. 1874 8.395 —398.
Derselbe. Fremde Eier im Nest; Mntschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. XIX. S.41—45. — Verf. vertauschte die Eier ver-
schiedener Singvögel und beobachtete, dass einige Individuen (Turdus
musicus u. merula, Sylvia hortensis u. cinerea) die fremden Eier
erbrüteten und gross zogen, andere dagegen die Nester verliessen.
Das Verhalten in dieser Beziehung ergab sich als rein individuell.
Auch nackte Junge wurden mit Erfolg vertauscht und zwar Junge
der Auticilla phoenicura von Muscicapa grisola und umgekehrt
aufgezogen.
Derselbe. Leucitische Raubvogeleier; Orn. Mntsb. II. S. 24—25.
Derselbe. Die Eier der Brandseeschwalbe (Sterna cantiaca);
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 147 — 148.
Derselbe. Besondere Leistungen eines Rauchschwalben-
weibchens im Eierlegen; ebenda S. 353 — 354.
H. Schalow, Beiträge zur Oologie der recenten Ratiten; Journ.
Orn. XLH. S. 1—28. — Beschreibungen von 15 Arten von Strauss-
vögeln.
Schönland, Nisten des Lophoceros melanoleucus; Orn. Mntsb.
II. S. 111— 112.
R. W. Shufeldt, Comparative Oology of North American Birds;
Rep. U. S. Nat. Mus. for 1892. 1894 S8.491—493. — Versucht,
eine zusammenfassende Uebersicht des gegenwärtigen Standes der
Oologie der nordamerikanischen Vögel zu liefern. Im besonderen
werden die Eier von Familien, Gattungen und einzelnen Arten nach
den Angaben verschiedener Schriftsteller, vorzugsweise nach Coues
und Ridgway, gekennzeichnet, wobei auch Nist- und Brutweise
und die Anzahl der Eier des Geleges berücksichtigt sind.
D. de Souef, Description of some Australian birds’ eggs and
nests collected at Bloomfield, near Cooktown, Queensland; Pr. Soc.
Victoria 1894 S.19—24. — U. a. über gesellschaftliches Nisten
von Pirolen (Mimetae) und Höckerschnäbeln (Tropidorhynchi).
V. v. Tschusi, Fremde Vögel im Nest; Mntsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. 19. S. 263 — 264.
Derselbe. Ueber das Nest der Nucifraga; Aquila I. 3.156;
s. auch ebenda 8. 48—50.
A. v. Treskow, Thurmfalken- und Kräheneier in demselben
Horst; Orn. Mntsb. II. S. 192.
Derselbe. Weisse Grasmückeneier; ebenda $. 193.
An Egg of the Great Auk; Zoologist XVII. S. 108.
Ei von Aca impennis auf der Auktion; Orn. Mntsb. II. S. 66.
46 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Stimme, Gesang.
0. V. Aplin, The Autumn Song of Birds; Zoologist XVII.
S. 410—413.
v. Berg, Zum Meckern der Bekassine; Mntsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. 19. S. 267—269.
W. Brewster, Notes and Song-Flight of the Woodcock ( Philo-
hela minor); Auk XI. S. 291—298.
H. Bünger, Bemerkungen in dem F. Anzinger’schen Aufsatz
über die Verschlechterung des Gesanges von Sylvia atricapilla; Mitt.
Orn. Ver. Wien XVII. S. 8-9.
K. Deditius, Bemerkungen zu dem Aufsatz des Herrn Dr.
Alwin Voigt: „Die schriftliche Darstellung von Vogelstimmen,“
Journ. Ornith. XLII. S. 227—228. — Wendet sich gegen die Aus-
führungen und Darstellungen Voigts bezüglich der Wiedergabe der
Vogelstimmen durch besondere Zeichen.
H. C. Playne, Cuckoo calling on the Wing; Zoologist XVII.
8. 306—308. — S. auch E. A. Butler u. H. Ch. Hart, ebenda
S. 338 u. 340.
A. Voigt, Die schriftliche Darstellung von Vogelstimmen; Journ.
Ornith. XLII. S. 81—88.
Derselbe. Exkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen.
Praktische Anleitung zum Bestimmen der Vögel nach ihrem Gesange.
Berlin (R. Oppenheim) 1894. — Die ornithologische Litteratur
enthält seit lange treffliche Schilderungen der charakteristischen
Eigenthümlichkeiten in den verschiedenen Lebenserscheinungen
unserer einheimischen Vögel, ihres Betragens, der Bewegungen, des
Fluges u. a., welche es ermöglichen, nach der Beschreibung die
betreffenden Eigenschaften wiederzuerkennen. Nur die schriftliche
Darstellung der Stimme, des Gesanges, ist eine sehr mangelhafte
geblieben; denn nur selten lässt sich der Lockruf durch Worte
treffend wiedergeben, wie dies beispielsweise bezüglich des Kukuks-
rufs der Fall ist. Besonders die Darstellung von Gesangsstrophen
ist schwierig, auch die Notenschrift der Musiker reicht dazu nicht
aus. Herr Dr. Voigt hat sich nun bemüht, eine leicht verständliche
Notenschrift zu konstruiren zur schriftlichen Fixirung von Lock-
rufen und Gesangsstrophen, indem er die gewöhnliche Notenschrift
durch bestimmte Zeichen ergänzt und geeigneten Falles mit Worten
verbindet. Die Ergebnisse seiner diesbezüglichen Studien hat Ver-
fasser bereits in einer früheren Arbeit: „Anleitung zum Studium
der Vogelstimmen* (Programm d. Realschule I in Leipzig 1892)
behandelt und seine Methode in einem im Journal für Ornithologie
XLH. Jahrg. veröffentlichten Artikel dargelegt. Das vorliegende
„Exkursionsbuch“ behandelt den Gegenstand in ausführlicher Form.
Dem Haupttheil ist eine Uebersicht der verbreitetsten einheimischen
Vögel nach der Zeit ihrer Ankunft und der Jahresvögel nach der
Zeit, wo sie sich am meisten hören lassen, beigefügt, ferner ein
„Führer zu ornithologischen Ausflügen“, in welchem der Besuch
des Laubwaldes im März und Mai geschildert wird, der Besuch des
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 47
Nadelwaldes, der Felder, Wiesen, Brachen, Teiche und Sümpfe.
Am Schlusse wird eine Tabelle zum Bestimmen der gewöhnlicheren
Vogelstimmen gegeben.
Nahrung.
C. Loos, Acredula caudata (L.) und Acanthis linaria (L.) als
Vertilger der im Larvenstadium überwinternden, auf dem Schlucken-
auer Domänengebiete epidemisch auftretenden Doleophora laricella
(Hbn.); Ornith. Jahrb. V., S. 28—29.
A. Nehring, Mageninhalt eines rothhalsigen Lappentauchers;
Mitth. Orn. Ver. Wien XVII. S. 134.
E. Rey, Inhalt eines Kukuksmagens; Orn. Mntsb. II. S. 173.
E. €. ®. Rzehak, Vom Rothrückenwürger, Lanius collurio
Mitth. Orn. Ver. Wien XVII. S.51—52. -—- Verf. führt aus, dass
der Dorndreher die Nahrung nicht aufspiesst, um bei nasskalter
Witterung der Futternoth zu steuern, sondern dass das massenhafte
Aufspiessen des ihm zur Nahrung dienenden Gethiers nur seinem
arteigenthümlichen Triebe zuzuschreiben ist.
Derselbe. Spatzenfressende Enten; Mntsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. 19. S.13 —15.
Derselbe Das Gewölle des Rothrückenwürgers; ebenda
S. 314—316.
Staats von Wacquant-Geozelles, Vogelfressendes Hofgeflügel ;
ebenda S. 89—92.
VII. Jagd, Schutz.
F. E. L. Beal, The Crow Blackbirds and their food; Bull.
Dep. Agric. Ornithol. 1894 S. 233— 248.
W. Berry, On the Introduction of Grouse to the Tentsmuir
in Fife; Ann. Scott. Nat. H. 1894 S. 197—203.
M. Bräss, Zum Vogelschutz; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d.
Vogelw. 19. S. 276 —289.
W. Eagle Clarke, The persecution of the great skua (Sterco-
rarius catarrhactes), Ann. Scott. Nat. Hist. 1894 8.8. — Weist auf
die Zerstörung der Brutkolonien der Schmarotzerraubmöve auf
Foula und den Faröer hin. 1890 und 1891 kam thatsächlich auf
der erstgenannten Insel kein junger Vogel aus.
J. Clarte, Protection aux oiseaux insectivores et leurs nids;
Revue Sc. Nat. Appl. 41. I. S. 504—510.
0. Finsch, Zum Schutz des Wasserschmätzers (Cinclus aquatı-
cus), Mitth. Orn. Ver. Wien XVII. S.124—125; Aquila I. S. 129
— 132; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. 8.209—211.
A. K. Fisher, The Hawks and Owls of the United States in
their relation to Agriculture. Prepared under the direction of
Dr. H. Merriam; U. St. Dep. Agric. Bulletin No. 3.
Derselbe. Hawks and Owls from the standpoint of the farmer;
Yearbook Dep. Agric. Ornith. 1894 S. 215—232 T. I—IIl.
48 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
J. Forest, Les oiseaux dans la mode; Revue Sc. Nat. Appl. 41.
Il. S. 343— 365.
J. L. Hancock, Ornithophilus Pollination; Amer. Nat. XXVII.
8.679—683 T. XXL.
C. R. Hennicke, Einige Worte über Wachtelfang und Wachtel-
handel; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. 3. 274— 276.
W. H. Hudson, Society for the Protection of Birds No. 14,
Lost British Bird. With 15 drawings by A. D. Me. Cormick.
London 1894. — Berichtet über diejenigen Vögel, die früher als
Brutvögel Grossbritannien bewohnt haben, jetzt aber nicht mehr
oder nur noch als seltene Gäste vorkommen.
0. Kleinschmidt, Künstliche Nistgelegenheit auch für Offen-
brüter; Monatsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 212— 214.
P. Leverkühn, Vogelschutz in England; ebenda S. 15—29, 45
—53, 84—88, 123—129, 168—175, 199 — 202, 228—233, 257— 262,
291—297, 308—312, 341—346.
K. Th. Liebe, Lernet erst das Leben der Vögel genau kennen,
wenn Ihr sie mit rechtem Erfolge schützen wollt; ebenda S. 250—257.
Derselbe. Schutz dem Wasserstare!; ebenda S. 330—341,
397 — 372.
J. Michel, Sektionsbefunde. Ein Beitrag zur Diskussion der
Nützlichkeits- und Schädlichkeitsfrage; ebenda S. 37—41.
J. G. Millais, Game birds and Shooting Sketches: Ilustrating
the Habits, mode of Capture, stages of Plumage, and the Hybrids
and Varieties which occur amongst them. Second Edition. 4°. With
numerous Illustrations.. London 1894.
X. Raspail, La Protection des Oiseaux utiles; Bull. Soc. Zool.
France 19. S. 142 —148.
R. Regnier, Zoologie populaire: Les oiseaux utiles & l’agri-
eulture. Aix 1893 8%. 748.
Rheinen, Der Krammetsvogelherd; Orn. Mntsb. II. S. 35—89.
Staats v. Wacquant-Geozelles, Vogelmord!; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 19. S. 193—199, 217 - 227.
J. Watson, Ornithology in relation to Agriculture and Horti-
culture. London. 8. 220 8.
The Grouse. Natural History by the Rev. H. A. Macpherson;
Shooting by A. J Stuart Wortley; Cookery by George Saints-
bury. 8%. 293 S. With Illustrations. London 1894 —- Eine
erschöpfende Monographie des Schneehuhns, seiner Jagd und Zu-
bereitung für die Tafel.
The Partridge. Natural History by the Rev. H. A. Macpher-
son; Shooting by A. J. Stuart Wortley; Cookery by George
Saintsbury. 8. 276 S. With Illustrations.. London 189.
Die Sperlingsplage in Australien; Zool. Garten XXXV. S. 319.
Introduetion of Red Grouse into NW. Germany; Zoologist
XVII. S. 55—56.
The new Act for the Protection of Birds’ Eggs; Zoologist
XVII. S. 321 -- 326.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 49
Ueber verwilderte Pfauen; Zool. Garten XXXV. S. 254.
Wild Birds Protection Act (1880) Amendment; Zoologist XVIH.
S. 179—184.
IX. Pflege, Hausgeflügel, Krankheiten.
F. Anzinger, Der Kreuzschnabel im Dienste der Vogel-
liebhaberei und des Aberglaubens; Ornith. Jahrb. V. S. 29—32.
E. Bade, Der Graupapagei, seine Naturgeschichte, seine Er-
haltung, Pflege und Zucht in der Gefangenschaft. Berlin 1894. 8°.
77 S. mit Abbild.
Derselbe. Die Kakadus; ihre Naturgeschichte, Erhaltung,
Pflege und Zucht in der Gefangenschaft. Berlin 1894. 8°. 95 S.
mit 1 Farbendrucktafel.
W. Beivinkler, Das Brahma-Huhn; Mitth. Orn. Ver. Wien
XVII. S. 11—13, 26—28, 43—44. Mit Abbildungen.
Derselbe. Die Emdener Gans; ebenda S. 147—148, 182
—183. Mit Abbildung.
F. E. Blaauw, Remarks on Cyynus americanus and ©. bucei-
nator,; Pr. Z. S. London 1894, 606.
Derselbe. Ueber einige fremdländische Thiere in s’Graveland,
Holland; Zoolog. Gart. XXXV. S. 161—165. — Auf S. 163—165
berichtet Verf. über die Zucht von Rhea darwini in seinem Thier-
parke. Der Hahn zog im Neste sitzend die Eier, welche vom
Weibchen ausserhalb des Nestes gelegt wurden, mit dem Schnabel
unter sich. Nachdem 7 Eier gelegt waren, begann der Hahn zu
brüten, während die Henne sich weder um den Gatten, noch um
die Eier weiter kümmerte. Nach 38 tägiger Bebrütung schlüpften
drei Junge aus. Die übrigen Eier enthielten todte Embryonen in
verschiedenen Entwicklungsstadien oder waren faul. Einige dieser
Eier hatten blaugrüne, andere weissliche Schale, während die frisch
gelegten Eier grünlichgelb und sehr glänzend waren. Das Daunen-
gefieder der Jungen war nicht braun und gelb wie bei Rh. umeri-
cana, sondern schwarz und weiss, das ganze Kleid auch viel dichter,
wolliger und glänzender, einem Maulwurfspelz ähnlich. Die Daunen-
befiederung reichte an den Beinen etwas über das Tarsalgelenk
herab. Nach kurzer Zeit blasste das Weiss und Schwarz des
Daunenkleides merklich ab, das Schwarz wurde bräunlich, das
Weiss graulich, und bald erhielten die Vögel ein einfarbig graues
Jugendgefieder mit ein paar weisslichen Streifen über die Schultern.
Nach sieben Monaten zeigten sich einige weiss getüpfelte Federn,
besonders im Nacken.
Derselbe. Educations au Parc de s’Graveland; Revue Se.
Nat. Appl. 41. I. S. 10—20.
W. Boecker, Der Kanarienvogel. Beiträge zur Kenntnis der
Kanarien mit besonderer Berücksichtigung der Zucht und Pflege
der Harzer Edelroller. 9. Auflage. Ilmenau i. Thür. 1894.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. II. H.1. 4
50 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
H. Bolau, Der Riesen-Seeadler und der Korea-Seeadler im
Zoologischen Garten in Hamburg; Zool. Gart. XXXV. S. 193—194.
— Beschreibung und Abbildung von HHaliaetus palagieus und bra-
nickii nebst Angaben ihrer Verbreitung.
L. Brechemin, Elevage moderne des animaux de basse-cour.
Poules et Poulaillers: Elevage naturel et artificiel; Monographie de
toutes les races. Avec fig. Paris 1894. 4°. 3838.
M. Bröse, Die Kanarienvogelzucht mit besonderer Rücksicht
auf Harzer Gesangs-Kanarien und Gestalt- und Farben-Kanarien.
Mit Abbildungen und 2 farb. Tafeln. Berlin 1894.
J. Bungartz, Neue Taubenrassen. Illustrirtes Handbuch zur
Beurtheilung der Taubenrassen, welche in neuester Zeit in Aufnahme
gekommen sind. 10 Taf. Leipzig 1894.
Derselbe. Neue Hühnerrassen. lIllustrirtes Handbuch zur
Beurtheilung der Rassen des Haushuhnes, welche in neuester Zeit
in Aufnahme gekommen sind. M. 10 Taf. Leipzig 1894.
CGordier, Communication concernant un nouveau traitement du
Syngamus trachealis ou ver rouge des faisans; Revue Sc. Nat.
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A. F. Griffith, On the attitudes of the Littie Bittern observed
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F. H. Kennard, The Young of the Red-shouldered Hawk
(Buteo lineatus); Auk XI. S. 270—280. — Ueber Aufzucht junger
B. lineatus und deren Wachsthum.
Kruse, Ueber das Vorkommen der sogen. Hühnertuberkulose
bei Menschen und Säugethieren; Zieglers Beiträge zur pathol. Ana-
tomie u. allg. Pathol. XII. Heft 3 S. 544.
E. Leclainche, Sur une nouvelle septisemie hömorragique: la
maladie des palombes; Ann. l’inst. Pasteur 1894 No. 7.
W. Liebeskind, Die Truthühner und Perlhühner, deren Haltung
und Züchtung. Nach eigenen Erfahrungen und besten Quellen neu
bearbeitet. 3. Aufl. Weimar 1894.
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Revue Sc. Nat. Appl. 41. I. S. 385—388.
J. Müller-Liebenwalde, Der Thierbestand des Berliner zoo-
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 51
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K. Russ, Die fremdländischen Stubenvögel. Band II. Weich-
futterfresser.. Magdeburg.
F. de Schaeck, Les Palamödeides; Le Naturaliste 16. S. 159
— 161. — Ueber das Betragen von Chauna chavaria und Palamedea
cornuta nach Beobachtungen im Jardin d’Acclimatation in Paris.
Mit zwei Holzschnitten.
M. Schwarzlose, Die künstliche Geflügelzucht. Praktisches
Lehrbuch zum rationellen Betrieb der Hühner- und Schlachtküken-
zucht. Auf Grund praktischer Erfahrungen dargestellt. Mit 19
Abbild. Magdeburg 1894.
R. W. Shufeldt, Random notes on some of the parasits of
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E. Trouessart, Note sur les Acariens parasites des fosses
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0. Stucke, Hochnisten der Graugans, Anser anser (L.); Orn.
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Mitt. Orn. Ver. Wien XVIL. S. 178—181.
P. Wacquez, Pigeons volants et culbutants; Revue Sc. Nat.
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V. Wiese, Tropefuglenes Liv, Fangenskab. Haandbog i Fuglenes
röst, pleje og opdraet. Aarhuus 1894. Mit col. Tafeln.
H. Zaoralek, Wiener Hochflugtaubensport; Mitth. Orn. Ver.
Wien XVII. S.132—133, 148, 161—163.
Verzeichniss der Thierarten und Spielarten, die 1893 zum
ersten Male im Hamburger zoologischen Garten ausgestellt wurden.
Vögel; Zool. Garten XXXV. S. 286— 287.
X. Systematik.
Aepyornithidae.
Vergl. oben Palaeontologie S. 11.
Aepyornis ingens, lentus u. mülleri nn. spp. foss. von Madagaskar; Milne-
Edwards et Grandidier, Compt. Rend. Ac. Paris CXVII. 8. 122— 127. — Ae. titan
n. sp. foss. von Madagaskar; C. W. Andrews, Geol. Mag. S. 303.
Müllerornis betsilei, agilis u. rudis n.g. et spp. foss.; Milne- Edwards et
Grandidier, Compt. Rend. Ac. Paris OX VIII. S. 122—127.
Struthionidae.
Rhea nana n. sp. foss. von Patagonien, auf ein Ei begründet; R. Lydekker,
Rev. Mus. La Plata VI. S. 103—107 mit Tafel.
4*
; Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
ar
R
Apterygidae.
Apterye haasti eine gut unterschiedene Art; W. Rothschild, Ibis (6.)
VI. S. 429,
Spheniscidae.
Vergl. ©. W. Donald S.39 und R.R. Hazard 8. 42,
Alcidae.
Alca impennis. Aeltere Nachricht über den Vogel; M. Christy, Zoologist
XVII. S. 142—145.
Colymbidae.
Colymbus für Podiceps anzuwenden; A. Reichenow, Orn. Mntsb. II. S. 154
— 155. — C. adamsi, Kennzeichen, Abbildung; R. Collett, Ibis (6.) VI. S. 269
T. VIII. — C. a. in Oesterreich-Ungarn; V. v. Tschusi, Orn. Jahrb. V. S. 145.
Podiceps taczanowski n. sp. von Peru, ähnlich P. caliparaeus; H. v. Ber-
lepsch u. J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 109 T. IV.
Tachybaptes capensis n. sp. von Afrika u. T. albipennis n. sp. von Indien;
R. B. Sharpe, Bull. Br. O. C. IV. S.IV.
Procellariiddäe.
Oestrelata leucophrys zurückzuführen auf Oe. neglecta; W. A. Buller; Pr.
Z.8. London 1894 8.653. — Oe. phaeopygia; 8. B. Wilson u. A. H. Evans, Aves
Hawaiienses Theil V.
Laridae.
Anous. Die Arten sind in zwei Gruppen zu sondern. I. grössere, dunkel
gefärbte Arten: stolidus, galapagensis, atrofuscus, tenuirostris und leucocapillus.
II. kleinere, heil gefärbte Arten (Procelsterna): caeruleus und cinereus; W. Stone,
Proc. Ac. Philad. 1894 8. 115—118.
Larus argentatus, cachinnans, schistisagus, fuscus, affınis, occidentalis und
dominicus, Verbreitung der Arten; H. Saunders, Ibis (6.) VI. S. 300.
Steganopodes.
Siehe R. W. Shufeldt oben 8.8.
Anatidae.
Anas oustaleti n. sp. von den Mariannen, ähnlich A. superciliosa; T. Salva-
dori, Bull. Br. O. ©. IV. 8.1.
Camptolaimus labradorius, über ein neuerdings aufgefundenes Stück, Ge-
schichtliches; W. Dutcher, Auk XI. $.4-—12, 176.
Casarca tadornoides hat Sommer un! Winterkleid; F. E. Blaauw, Ibis (6.)
VES.S12
Merganetta garleppi n. sp. von Bolivia, ähnlich M. leucogenys; H. v. Berlepsch,
Orn. Mntsb, IT. S. 110.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 53
Nyroca innotata n. sp. von Madagaskar, ähnlich N. leucophthalma; T. Salva-
dori, Bull. Br. O. ©. IV. S.I.
Oidemia nigra, Schnabelfärbung; J.H. Gurney, Zoologist XVILI. S.292—295.
Salvadorina waigiuensis n.g. et sp. von Waigiu; W. v. Rothschild, Nov.
Zool. I. 8.683.
Palamedeidae.
Chauna chavaria, Lebensweise; R. Lydekker, Ibis (6.) VI. S. 268—269.
Palamedea cornuta. Anatomie; F.E. Beddard u. P. Ch. Mitchell, P.Z.S
1894 8. 536557.
Charadriidae.
Charadrius. Unterscheidende Merkmale deutscher Begenpfeifer; O. Klein-
schmidt, Journ. Ormn. XLII. S. 232—233.
Defilippia burrowsii n.sp. von Niassaland; R. B. Sharpe, Bull. Br. O. C. IV.
S.IV. (Fällt mit D. leucoptera Rehw. zusammen).
Oedicnemus oedienemus saharae n. subsp. von Tunis; A. Reichenow, Journ.
Orn. XLLH. S. 102.
Scolopacidae.
Gallinago aucklandica, huegeli, pusilla und tristrami, Verbreitung der vier
Arten; W. Rothschild, Ibis (6.) VI. S. 294. — @. paraguaiae. Abbildung des Eies;
O. V. Aplin, Ibis (6.) V1. T.V.
Macrorhamphus scolopaceus in England erlegt; G. E. H. Barrett-Hamilton,
Ibis (6.) VI. S. 296.
Numenius tahitiensis abgebildet; S.B. Wilson u. A.H. Evans, Aves Haw. pt.V.
Querquedula glocitans. Pennant’s u. Bimaculated Duck ist nicht auf diese
Art, sondern vermuthlich auf einen Bastard von Anas crecca u. boschas zu be-
ziehen. Abbildungen der Bimaculated Duck und mehrerer Bastarde; A. Suchetet,
Histoire du Bimaculated Duck de Penn. Lille 1894.
Turnieidae.
Turnix taigoor, Abbildung des Küken; P. W. Munn; Ibis (6.) VI. 8.75.
Otididae.
Vergl. R. B. Sharpe unter Rallidae.
Heterotetrac nom. nov. für Heterotis; R.B. Sharpe, Cat. Br. Mus. XXIL.
S. 296.
Houbara fuertaventurae n. sp. von Fuertaventura (Kanaren), ähnlich A.
undulata; W. v. Rothschild and E. Hartert, Nov. Zool. I. S. 689.
Gruidae.
Vergl. R. B. Sharpe unter Rallidae.
Grus lilfordi n. sp. vom nordwestlichen Indien; R.B. Sharpe, Cat. B. Brit,
Mus. XXI. S. 254,
54 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Rallidae.
R. B. Sharpe, Catalogue of the Fulicariae (Rallidae and Heliornithidae)
and Alectorides (Aramidae, Eurypygidae, Mesitidae, Rhinochetidae, Gruidae,
Psophiidae and Otididae) in the Colleetion of the British Museum London 1894.
(Cat. Birds Brit. Mus. Vol. XXIII). — Die Rallidae sind in 59 Gattungen ge-
sondert, die Gruidae in 9, die Otididae in 12. Unter den Rallen sind folgende
Arten und Abarten neu beschrieben: Rallus aequatorialis von Columbien und
Peru, ähnlich R. virginianus, Limnopardalus vigilantis von der Magelhanstrasse,
ähnlich L. rytirhynchus, Aramides gutturalis von Lima (?) (Fulica ruficollis Gm.?),
Porzana galapagoensis von den Galapagosinseln, ähnlich P. tabuensis, Corethrura
reichenowi von Kamerun, ähnlich C. elegans, Amaurornis insularis von den
Andamanen, ähnlich A. phoenicura. Abgebildet sind: Rallus suturatus T.I, R.
aequatorialis und virginianus T.1II, R. semiplumbeus T. II, Limnopardalus vigi-
lantis T.IV, Aramides gutturalis T. V, Cabalus dieffenbachii iuv. T. VI, Eula-
beornis woodfordi T. VII, Rallina euryzonoides und minahasa T. VIII, Core-
thrura pulchra T. IX.
W. Stone, A Review of the Old World Rallinae; Pr. Ac. Philadelphia
1894 S.130—149.
Vergl. auch R. W. Shufeldt oben 8.8,
Pennula ecaudata abgebildet; S. B. Wilson u. A.H. Evans, Aves Haw. T. V.
Rallina formosana n. sp. von Formosa, ähnlich R. sepiaria u. euryzonoides;
H. Seebohm, Bull. Br. ©. C. III. S. VII.
Rougetius abbotti n.sp. von Assumption; R. Ridgway, Auk XI S 74.
Ibidae.
Theristicus branickii n. sp. von Peru, ähnlich Th. caudatus, H. v. Berlepsch
und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 404.
Ardeidae.
Ardea purpurea u. manillensis, Verbreitung; R. B. Sharpe, Ibis (6.) VI. S.427.
Ardeirallus nesophilus n. sp. von Neulauenburg, ähnlich A. melas; R. B.
Sharpe, Ibis (6.) VI. S. 427.
Ardetta, Arten und Verbreitung der Gattung; R. B. Sharpe, Ibis (6.) VI.
S. 425-426. — A. riedeli n. sp. vom nördlichen Celebes, ähnlich A. maculata; A.B.
Meyer u. L. W. Wiglesworth, Abh. Mus. Dresden 1894/95 No.4 8.2.
Butorides spodiogaster n. subsp. von den Andamanen und Nicobaren, äbnlich
B. javanica, R. B. Sharpe, Ibis (6.) VI. S. 296.
Erythroenus n.g. Typus: A. rufiventris,; R. B. Sharpe, ebenda S. 432.
Erythrophoye n g. Typus: E, woodfordi; R. B. Sharpe, ebenda S.431.
Leucophoyxe n.g. Typus: A. candidissima;, R. B. Sharpe, ebenda S. 432.
Melanophoye n.g. Typus: A. calceolata; R. B. Sharpe, ebenda S. 431.
Mesophoyx n.g. Typus: A. intermedia, R. B. Sharpe, ebenda S. 432.
Nyeticorax nyeticorax u. eyanocephalus, Verbreitung; R. B. Sharpe, ebenda
S.426. — N.minahassae n. sp. von Celebes, ähnlich N. manillensis; A. B. Meyer
u. L. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLIL. 8.115.
Xanthoenus n.g. Typus: X. flavieollis; R. B. Sharpe, Ibis (6.) VI. 8.431.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 55
Columbidae.
Carpophaga intermedia n. sp. von den Talautinseln, ähnlich C. concinna;
A. B. Meyer und L. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLII. S. 249.
Osmotreron everetti n.sp. von den Suluinseln, ähnlich O. axillaris; W.v. Roth-
schild, Nov. Zool. I. S. 41.
Phabotreron cinereiceps von Tawi Tawi, PR. brunneiceps von Basilan, Ph.
maculipectus von Negros u. PR. frontalis von Cebu nn. spp.; F. S. Bourns and
D. C. Worcester, Minnes. Acad. N. Se. I. S.3-10.
Phlogoenas menagei n. sp. von Tawi Tawi; F. S. Bourns and D.C. Worcester,
Minnes. Acad. N. Se. I. S.10.
Ptilopus bellus var. orientalis n. var. vom südöstlichen Neuguinea; C. W.
de Vis, Rep. Orn. Spec. 1894 8.6.
Treron calvus, Abändern der Färbung von Wachshaut uud Füssen; Emin,
Journ. Orn. XL. S. 165.
Turtur turtur arenicola n. subsp. von Fao; E. Hartert, Nov. Zool. I. S. 42.
Turturoena sharpei beschrieben und abgebildet; W. v. Rothschild, Nov. Zool.
T S-41 7. II.
Orypturidae.
Tinamus blasiusi u. peruvianus; über die Typen beider Arten; A. Dubois,
Mem. Soc. Zool. Fr. VII. S. 404.
Cracidae.
Crax hecki n.sp., Vaterland unbekannt; A. Reichenow, Journ. Orn. XLII.
8.231 TI.
Phasianidae.
Caccabis rufa hispanica n. subsp. von Galicien in Spanien; L. V. Seoane,
Mem. Soc. Zool. Fr. VII. S. 93.
Callipepla gambeli, photogr. Abbildungen; Auk XI. T. HI—V.
Eupsychortyc mocquerysi n.sp. von Venezuela, nahe E. sonninv; E. Hartert,
Ibis (6.) VI. S. 430.
‚Francolinus johmstoni n. sp. von Niassaland, ähnlich F. johnstoni; G. E.
Shelley, Ibis (6.) VI. S. 24.
Gallus violaceus n. sp. von Borneo; H. J. Kelsall, Journ. As. Soc. XXIV
1891, 167; XXV. 8.173.
Haematorty& sanguiniceps, Beschreibung und Abbildung des d; W.R.
Ogilvie Grant, Ibis (6.) VI. S. 374—378 T.X.
Numida papillosa n. sp. von Damaraland; A. Reichenow, Orn. Mntsb. LI.
S.145, abgeb. S.390. — N. reichenowi n. sp. von Ostafrika, Abbildung der Köpfe
von N. reichenowi und N. coronata;, O. Grant, Ibis (6.) VI. S.535—538.
Oreortyx pictus, geographische Abänderung, Unterschiede von O0. pietus
und O. p. plumiferus; R. Ridgway, Auk XI. S. 193—197 T. VI.
Perdix cinerea charrola n. subsp. von Galizien in Spanien; ©. V. Seoane,
Mem. Soc. Zool. Fr. VII. S.94. (Fällt mit P. hispaniensis Rehw. zusammen,
s. Ber. 1892 S.49). — P. hispaniensis, Verbreitung, Vergleich mit P. cinerea;
56 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
H. Saunders, Ibis (6.) VI. 8.575—577. — P.sawatılis var. melanocephala in Sion
en Valais (Schweiz); V. Fatio, Bull. S. Z. France XIX, 8.72.
Starna cinerea, Abänderung der Färbung und Abarten. St. c. robusta,
St. c. sphagnetorum, St. c. scanica, St. c. lucida, St. barbata; B. Altum, Journ,
Orn. XLII. 8. 254—269.
Synoecus plumbeus n.sp. vom südöstlichen Neuguinea; T. Salvadori, Ann.
Mus. Genova 12. XIV. S.152.
Teiraonidae.
Bonasa umbellus. Abänderung; J. H. Bowles, Science 1894, 16.
Tympanuchus americanus attwateri n. subsp. von Luisiana und Texas; Ch,
E. Bendire, Forest and Stream XL. 1893 S. 425 u. Auk XI. S. 130-132.
Vulturidae.
Cathartes papa iuv. abgebildet; P. L. Sclater, P. Z. S. London 1894
S. 162— 164.
Gyps himalayensis abgebildet; Menzbier, Orn. Turkestan IV. T.I.
Falconidae.
Vergl. J. H. Gurney oben 8.3.
Aceipiter zenkeri n. sp. von Kamerun, ähnlich A. erythropus; A. Reichenow,
Orn. Mntsb. II. 8. 125.
Aquila naevia Briss. und Falco naevius Gm. sind auf Buteo buteo (L.) zu
beziehen, Falco maculatus Gm. auf den Schreiadler; W.T. Blanford, Ibis (6.)
VI. S. 286.
Baza emini n.sp.; Reichenow, Journ. Orn. XLII. S. 163.
Buteo lineatus, Verbreitung; F. H. Kennard, Auk XI. S. 197—210, mit
Verbreitungskarte.
Buteo zimmermannae, Kennzeichen; Ehmeke, Journ. Orn. XLIL. $. 104.
Circus rufus. Spielarten; O. Kleinschmidt, Mntsschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. 19. S.12—13.
Eutolmaetus ist der Gattungsname für Nisaetus bonellii oder Hieraaetus,
wenn A. pennata mit dem Habichtsadler vereinigt wird; W. T. Blanford. Ibis
(6.) VI. 8. 288.
Falco ernesti n.sp. vom Dulit auf Borneo, ähnlich F\ melanogenys; R. B.
Sharpe, Ibis (6.) VI. 8.545. — F. mogiünik Gm. ist mit Sicherheit weder auf
Aquila bifasciata Gray, noch auf A. imperialis zu deuten; W. T. Blanford,
Ibis (6.) VI. 8.283.
Haliaetws bramickii und pelagicus abgebildet; H. Bolau, Zool. Garten
XXXV. No.7.
Hieracidew novaegwinea n. sp. vom östl. Neuguinea, ähnlich H. orientalis;
A. B. Meyer, Journ. Orn. XL. S. 89.
Ictinaetus ist der Gattungsname für Falco malayensis Reinw.; W.T. Blan-
ford, Ibis (6.) VI. 8.289.
Strigidae.
Vergl. H. L. Clark oben 8.9 und J. H. Gurney 8.3.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 57
Bubo ignavus sibirieus und turcomanus abgebildet; Menzbier, Orn. Turkest.
IV. T.IX u. VIHa.
Carine pulchra zu vereinigen mit C. brama; W. T. Blanford, Ibis (6.)
VI. S. 526.
Glaucidium fisheri n. sp. von Mexiko; E. W. Nelson und T. S. Palmer, Auk
XI. S.41. — @. radiatum und malabaricum nicht verschieden; W. T. Blanford,
Ibis (6.) VI. S. 526.
Huhua von Bubo zu sondern; W. T. Blanford, Ibis (6.) VI. S.530.
Megascops pinosus n. sp. von Mexiko; E. W. Nelson und T. S. Palmer, Auk
XI. 8.39. — M.ridgwayi n. sp. von Mexiko; E. W. Nelson und T. S. Palmer,
Auk XI. S.40.
Ninox lugubris, burmanica und scutulata zu vereinigen; W. T. Blanford,
Ibis (6.) VI. S.526. — N. spilonotus n. sp. von den Philippinen; F. S. Bourns
u. D.C. Worcester, Minnes. Ac. N. Sc. I. S.8.
Scops longicornis n. sp. von Luzon, ähnlich $. pennatus; O. Grant, Ibis (6.)
VI. 8.552. — S. modestus der junge Vogel von 8. balli; W. T. Blanford, Ibis
(6.) VI. 8.526. — S$. pennata zu vereinigen mit S. giu; W.T. Blanford, ebenda
S. 524. — S$. plumipes zu vereinigen mit S. semitorques; W. T. Blanford, eben-
da 8.524.
Syrnium biddulphi abgebildet; Menzbier, Orn. Turkest. IV. T. IXa.
Psittacidae,
Agapornis lilianae n. sp. von Niassaland; G. E. Shelley, Ibis (6.) VI.
S. 466 T. XII.
Cacatua gymnopis, Verbreitung; A. North, Nature 1894 S.96 u. Ibis (6.)
v1. 8. 454.
Chalcopsittacus duivenbodei, Vaterland Deutsch-Neuguinea; W. v. Roth-
schild, Nov. Zool. I. S. 677.
Chrysotis canifrons identisch mit ©. ochroptera; E. Hartert, Ibis (6.) VI. S.102.
Eos histrio talautensis n. subsp. von den Talautinseln; A. B. Meyer und
S. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLL. 8.240,
Leptosittaca branickiü n.g. et sp. von Peru; H. v. Berlepsch u. J. Stolz-
mann, Ibis (6.) VI. S.402 T.XI.
Microglossus aterrimus, Beschreibung des Jugend-Kleides; J. Büttikofer,
Not. Leyden Mus. XVI. S. 166. — M. salvadorii n. sp. vom Arfakgebirge, ähnlich
M. aterrimus; A. B. Meyer, Bull. Br. O. ©. IV. S. VI.
Prioniturus verticalis abgebildet; R. B. Sharpe, Ibis (6.) VI. S.248 T.VI.
Pyrrhura borellii n.sp. von Paraguay, ähnlich P. chiripepe, T. Salvadori,
Boll. Mus. Torino IX. No.190 8.3. — P. chiripepe von Paraguay verschieden
von P. vittata vom nordöstlichen Brasilien; ebenda 8.2.
Tanygnathus muelleri sangirensis n. subsp. von Sangi; A. B. Meyer und
L. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLL. S. 113.
Musophagidae.
Das angeblich der Corythaeola cristata angehörende Ei (Baumann, O. M. I
8.159) bezieht sich auf Himantornis haematopus.
58 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Cuculidae.
Centropus flecki abgebildet; Reichenow, Journ. Orm. XLII. T.IV. — C.
insularis n. sp. von Aldabra und Assumption, ähnlich €. toulou; R. Ridgway,
Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. S. 373.
Cuculus canorus, Abändern; O. Grabham, Zoologist XVII. 8. 225.
Saurothera andria n.sp. von Andros (Bahamainseln), ähnlich $. bahamensis;
G. S. Miller ir., Auk XI. S. 164—165.
Indicatoridae.
Prodotiscus zambesiae n.sp. vom Somba; G. E. Shelley, Ibis (6.) VI. 8.8.
Capitonidae.
Trachyphonus uropygialis n. sp. von Somali, ähnlich T. böhmi; T. Salvadori,
Mem. Acc. Torino (2.) XLIV. S. 551.
Picidae.
DBlax gymnophthalmus n.g. et sp. von Kamerun; A. Reichenow, Orn. Mntsb.
II. S.126. — Ist Verreanxia africana.
Campothera permista u. maculosa, Kennzeichen und Verbreitung; (©. per-
mista pumila n. subsp. von Kamerun; Y. Sjöstedt, Orn. Mntsb. II. S. 33-35,
169—171.
Colaptes agricola Abbildung des Eies; O. V. Aplin, Ibis (6.) VI. T.V.
Dendrobates valdizani n. sp. von Peru, ähnlich D. dignus; H. v. Berlepsch
u. J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 401—402.
Eleopicus nom. nov. für Dendrobates; C. W. Richmond, Pr. U. St. Nat. Mus.
XVII. S.519 Anm.
Gecinus viridis galliciensis n. subsp. von Galizien in Spanien; V.L. Seoane,
Aves Nuev. Galicia S.7.
Iyngipicus menagei n. sp. von Sibuyan; F. S. Bourns u. D. ©. Worcester,
Minnesota Ac. N. Se. I. 8.14.
Alcedinidae.
Vergl. E. P. Ramsay, Catalogue of birds in the Australian Museum at
Sydney, N.S.W. Part IV. Halcyones. Sydney 1894.
Alcedo ispida var. taprobana n. subsp. von Ceylon; ©. Kleinschmidt, Orn.
Mntsb. II. S. 126.
Alcyone laeta n. sp. vom südöstlichen Neuguinea; C. W. de Vis, Rep. Orn.
Sp. 1894 8.2.
(eyx nigrirostris n. sp. von den Philippinen; F. S. Bourns u. D. C. Wor-
cester, Minnesota Ac. N. Sc. I. S.13. — Ueber die Arten der Gattung Ceyx
auf den Philippinen; ebenda S. 45.
Pelargopsis gurial, Abbildung des Nestjungen; P. W.Munn, Ibis (6.) VI. 8.57.
Bucerotidae.
Buceros leucopygus Gieb. fällt mit B. skarpei und B. leucopygius Dub. zu-
sammen; A, Reichenow, Journ. Orn. XLII. 8.94. — B. subeylindricus und
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 59
subquadratus verschiedene Geschlechter derselben Art; A. Reichenow, Journ.
Orn. XLII. S.9.
Lophoceros neumanni n. sp. vom Massailande, ähnlich A. pallidirostr’s;
A. Reichenow, Journ. Orn. XLIl. S.230. — L. somaliensis n. sp. von Somali,
ähnlich L. flavirostris; A. Reichenow, Journ. Orn. XLII. S 96.
Coraciidae.
Coracias spatulata und weigalki verschieden; H.B.Tristram, Ibis 6.) VI. S.320.
Eurystomus glaucurus von Niassaland; G.E. Shelley, Ibis (6.) VI. 8. 467,
Podargidae.
Batrachostomus menagei n. sp. von den Philippinen; F.S. Bourns u. D. C.
Worcester, Minnesota Ac. N. Sec. I. S. 11.
Caprimulgidae.
Vergl. H. L. Clark oben 8.9.
Caprimulgus aldabrensis n.sp. von Aldabra, ähnlich C. madagascariensis;
R. Ridgway, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. 8.373. — C. celebensis n. sp. von
Celebes, ähnlich ©. andamanicus; ©. Grant, Ibis (6.) VI. S.519. — C. eximius
Bemerkung zur Kennzeichnung der Art; E. Hartert, Nov. Zool I. 8.42. — C.
salvini u. yucatanicus abgebildet; O. Salvin u. D. Godman, Biol. Centr. Amer.
Ayveslis DDVTT, au. b.
Hydropsalis fureifera. Abbildung des Eies; O. V. Aplin, Ibis (6.) VI. T.V.
Macropsalis kalinowskii n. sp. von Peru, ähnlich M. lyrura u. M. segmentata;
H. v. Berlepsch u. J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 399.
Podager nacunda Abbildung des Eies; O. V. Aplin, Ibis (6.) VI. T.V.
Maecropterygidae.
Vergl. R. W. Shufeldt unter Trochilidae.
Micropus koenigi n. sp. von Tunis; A. Reichenow, Orn. Mntsb. II. S.191—192°
Trochilidae.
R. W. Shufeldt, On the Taxonomy of the Swifts and Hummingbirds: a
Rejoinder; Ibis (6.) VI. S. 32—39.
A. Boucard, Genera of Humming Birds; The Humming Bird IV. S. 107
— 202. — In der Fortsetzung der Uebersicht der Kolibris beschreibt der Verf.
folgende neue Gattungen und Arten: Thalurania boliviana n. sp. von Bolivien,
nahe T. jelskii (S.107); Gmelinius n. g., Typus: Ornismyia bicolor Gm. (S. 108),
Chlorostilbon wiedi n. sp. von Brasilien, nahe Ch. pucherani (S.120); Lawrencius
n.g., Typus: Thaumatias ceupreiceps Sel. Salv. (S. 173). .
Adelomyia maculata und melanogenys, Abbildungen der Schwänze; Nov-
Zool. I. S. 55.
Chalybura intermedia n. sp. von Ecuador, ähnlich Ch. caeruleogaster; E. and
Cl. Hartert, Nov. Zool. I. 8. 44.
Eriocnemis evelinae n. sp. von Ecuador, ähnlich E. godini; E. and Cl.
Hartert, Nov. Zool. I. S.59,
60 Ant. Reichenow: Bexicht über die Leistungen
Eutoxeres aquila, heterura, baroni, Abbildungen der Schwänze; Nov. Zool.
I. 8.55. — F. baroni n. sp. von Ecuador; E. and Cl. Hartert, Nov. Zool. I. S. 54.
Metallura atrigularis abgebildet; Nov. Zool. I. T.IV. Fig.1 u. 2. — M.
baroni abgebildet; Nov. Zool. I. T.IV. Fig.3 u. 4.
Phaethornis berlepschi n. sp. von Ecuador, ähnlich PR. syrmatophorus; E.
and Cl. Hartert, Nov. Zool. I. S. 56.
Spathura annae n.sp. von Peru, ähnlich Sp. addae; H. v. Berlepsch u.
J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 398.
Tyrannidae.
Empidochanes cabanisi canescens n. subsp. von Trinidad; F. M. Chapman,
Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. VI. S. 1—86.
Mitrephanes olivaceus n. sp. von Peru, ähnlich M. aurantiiventris; H. v.
Berlepsch u. J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 391.
Orchilus albiventris n. sp. von Peru, ähnlich O, auricularis; H. v. Berlepsch
u. J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. 8.389.
Pipra comata n.sp. von Peru, ähnlich P. leucocilla coracina; H. v. Berlepsch
und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 392.
Pyrocephalus abingdoni n.sp. von den Galapagosinseln, ähnlich P. carolensis;
R. Ridgway, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII 8.367. — P. carolensis n. sp. eben-
daher, ähnlich P. nanus; ebenda 8.365. — P. intercedens n. sp. ebendaher, ähn-
lich P. nanus; ebenda S.366. — P. minimus ist auf P. dubius J. Gd. zurück-
zuführen; ebenda S. 368. :
Taenioptera nengeta Abbildung des Eies; O. V. Aplin, Ibis (6.) VI. T.V.
Tyranniscus frontalis n. sp. von Peru, ähnlich T. gracilipes; H.v. Berlepsch
und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 390.
Eriodoridae.
Dysithamnus dubius n. sp. von Peru, ähnlich D. schistaceus; H. v. Ber-
lepsch und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. 8.393. — D. tucuyensis n. sp. von Vene-
zuela, ähnlich D. leucostictus; E. Hartert, Nov. Zool. I. 8.674 T.XV.
Formicarius. A revision of the Genus; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat.
Mus. XVI. S. 667—686. — Monographie der Gattung. 12 Arten werden
unterschieden, darunter drei neue: Formicarius nigricapillus Cherrie Ms. (S. 675)
von Costa Rica bis West Ecuador, ähnlich F\. analis; F. satwratus (S. 677) von
Trinidad, Venezuela und Nordost Columbien, zwischen F. crissalis und hoffmanni;
F. umbrosus (S.681) von der atlantischen Küste von Costa Rica und Nicaragua,
ähnlich F. hoffmanni.
Myrmeeiza spodiogastra n.sp. von Peru, ähnlich M. hemimelaena; H. v.
Berlepsch und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 397.
Myrmotherula longicauda n. sp. von Peru, ähnlich M. surinamensis; H. v.
Berlepsch und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S.394. — M. sororia n. sp. von Peru,
ähnlich M. gutturalis; ebenda S. 396.
Anabatidae.
Siptornis taczanowskii n. sp. von Peru, ähnlich S. lammulata; H. v. Ber-
lepsch und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 393.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 61
Pittidae.
D. &. Elliot, A Monograph of the Pittidae or Family of Ant-Thrushes.
Second Edition, revised and enlarged. London Pt. II u. III. — Die vorliegenden
beiden Theile enthalten Abbildungen nebst Text von Eueichla ellioti u. guiana,
Pitta caerulea, rufiventris, wris, ussheri, coronata, megarhyncha, cucullata, loriae,
steerii, concinna, rubrinucha, nepalensis, koeki u. celebensis.
Pitta inspeculata n. sp. von den Talautinseln, ähnlich P. cyanonota; A. B.
Meyer und L. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLII. 8.245 T. IL.
Xenicidae.
Traversia lyalli n. g. et sp. von Stephens Island, Neuseeland; W. v. Roth-
schild, Bull. Br. ©. C. IV. S.X..
Hirundinidae.
R. B. Sharpe and C. W. Wyatt, A Monograph of the Hirundinidae, or
family of Swallows. London. — Theil XVIII—XX. Schluss des Werkes. —
Psalidoprocne orientalis ist abgebildet.
Atticora fucata Abbildung des Eies; O. V. Aplin, Ibis (6.) VI. T.V.
Museicapidae.
Arses fenicheli n. sp. von Deutsch-Neuguinea, ähnlich A. aruensis; J. v.
Madaräsz, Aquila I. S.92. — A. terraereginae n. sp. von Queensland; A.J.Camp-
bell, Pr. Soc. Victoria 1894 S.25.
Bradyornis sharpii n.sp. von Angola, ähnlich B. böhmi; Barboza du Bocage,
Ibis (6.) VI. S, 435.
Cryptolopha flavigularis n.sp. von den Philippinen; F. S. Bourns und D.C.
Worcester, Minnesota Ac. N. Se. I. 8.23.
Hemichelidon cinereiceps fällt mit H. ferruginea zusammen; R. B. Sharpe,
Ibis 1894, 541.
Microeca griseoceps und punctata nn. spp. vom südöstlichen Neu-Guinea;
C. W. De Vis, Rep. Orn. Spec. 1894 S.3.
Miro dannefordi n. sp. von den Snares Inseln; W. v. Rothschild, Nov. Zool.
I. S. 688.
Monachella viridis n.sp. vom südöstlichen Neuguinea; ©. W. De Vis, Rep.
Om. Spec. 1894 8.3.
Muscicapula luzoniensis n. sp. von Luzon, ähnlich M. hyperythra; O. Grant,
Ibis (6.) VI. S.505. — M. samarensis n. sp. von den Philippinen; F. S. Bourns
und D. ©, Worcester, Minnesota Ac. N. Se. I. S.26.
Peltops minor n. sp. vom südöstlichen Neuguinea; C. W. De Vis, Rep. Orn.
Spec. 1894 8.2.
Philentoma dubium n. sp. von Bunguran, ähnlich PR. pyrrhopterum; E.
Hartert, Nov. Zool. I. S. 477.
Poeeilodryas armiti und modesta nn. spp. vom südöstlichen Neuguinea;
C. W. De Vis, Rep. Orn. Sp. 1894 S.3. — P. hermani n. sp. von Deutsch-Neu-
guinea, ähnlich P. %ypoleuca; J. v. Madaräsz, Bull. Brit. O. €, II. S.XLVIJ;
Aquila I. 8.94.
62° Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Rhinomyias albigularis und ocularis nn. spp. von den Philippinen; F. 8.
Bourns u. D. C. Worcester, Minnesota Ac. N. Sec. I. S. 27—28.
Rhipidura manayoensis n. sp. vom südöstlichen Neuguinea; C, W. De Vis,
Rep. Orn. Spec. 1894 S.2. — Rh. sauli n. sp. von den Philippinen; F.S. Bourns
u. D. ©, Worcester, Minnesota Ac. N. Se. I. S.26.
Stoparola nigrimentalis n. sp. von Luzon, ähnlich $. sordida; O. Grant, Ibis
(6): VENS.DSLIT XIV. Rie’ 2
Terpsiphone floris, Kennzeichen der Art; A. B. Meyer, Journ. Orn. XLI.
3.93. — T. sumbaensis n. sp. von Sumba, ähnlich 7. affinis; A. R. Meyer, Journ.
Om. XLO. S.90.
Zeocephus talautensis n. sp. von den Talautinseln, ähnlich Z. rufus; A. B.
Meyer und L. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLII. 8. 243.
Campephagidae.
Graucalus bungurensis n. sp. von Bunguran, Natunainseln, ähnlich @r.
sumatrensis; E. Hartert, Nov. Zool. I. S. 477. — @. crissalis n. sp. von Mentawei
b. Sumatra, ähnlich @. sumatrensis; T. Salvadori, Ann. Mus. Genova (2.)
XIV. S. 592.
Symmorphus nigripectus n. sp. vom südöstlichen Neuguinea; ©. W. De Vis,
Rep. Orn. Spec. 1894 S.4.
Bombyeillidae.
Phainopepla hat nahe Beziehungen zu Ampelis; F. A. Lucas, Pr. U, St.
Nat. Mus. XVL. S. 312.
Laniidae.
Bocagia n.g. Typus: Telephonus minutus; G.E. Shelley, Ibis (6.) VI. S.434.
Dryoscopus messambicus; Synonymie, Unterschiede von D. aethiopicus,
mossambicus, maior und guttatus; Shell. Ibis (6.) VI. 8.16.
Enneoctonus reichenowi nom. nov, für Lanius affinis Rchw.; G. E. Shelley,
Ibis (6.) VI. S. 434.
Eulacestoma nigropectus n.g. et sp., C.W.De Vis, Rep. Orn. Spec. 1894 8.4.
Hyloterpe albiventris n. sp. von Luzon, ähnlich ZH. philippinensis; O. Grant,
Ibis (6.) VI. 8.550. — H. mindorensis und winchelli nn. spp. von den Philippinen;
F. S. Bourns u. D. C. Worcester, Minnesota Ac. N. Sec. I. S. 21—22.
Laniarius bertrandi n.sp. von Niassaland, ähnlich L. rubiginosus; G. E.
Shelley, Ibis (6.) VI. S.15 T. II. — L. bocagei n. sp. von Kamerun; A. Reichenow,
Orn. Mntsb. U. S. 125. — L. perspicillatus n. sp. von Kamerun, ähnlich L. polio-
cephalus und monteiri, A. Reichenow. Journ. Orn. XLI. S.36.
Lanius dichrourus n. sp. vom Saissansee, nahe Z. collurio; M. Menzbier,
Ibis (6.) VI. S.382. — L. funereus n sp. vom Tianschan, Ähnlich L. mollis; M.
Menzbier, Ibis (6.) VI. S.379. — L. funereus und mollis verglichen, L. dichrourus
vielleicht gleich L. raddei und bogdanowi; H.E. Dresser, Ibis (6.) VI. S. 384. —
L. validirostris n. sp. von Luzen, ähnlich L. tephronotus; O. Grant, Ibis (6.)
VI. 8. 550.
Dlalaconotus gabonensis nom. nov. für Lamiarius hypopyrrhus Gadow nec
Hartl.; G. E. Shelley, Ibis (6.) VI. S. 434.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 63
Pachycephala bonensis n. sp. vom nördlichen Celebes, ähnlich P. teysmanni;
A. B. Meyer u. L. W. Wiglesworth, Abh. Mus. Dresden 1894—95 No.4 8.2.
Rhectes ferrugineus elarus n. sp. vom östlichen Neuguinea; A. B. Meyer,
Journ. Orn. XLIL 8.91.
Corvidae,
Macerocorax vegetus n. sp. von Bugotu, Salomons Inseln, ähnlich M. wood-
fordi, H. B. Tristram, Ibis (6.) VI. 8.30.
Nucifraga caryocatactes leptorhynchus, Zug; A.v. Homeyer, Orn. Mntsb. II. S.7.
Paradiseidae.
R. B. Sharpe, Monograph of the Paradiseidae or Birds of Paradise and
Ptilonorhynchidae or Bower Birds. Part III. Imp. Fol. London 1894. — Ent-
hält Abbildungen und Beschreibungen von Piilorhis victoriae, Epimachus spe-
ciosus, Astrarchia stephaniae, Paradisea augustae-victoride, Schlegelia respublica,
Manucodia comrü, Phonygama purpureo-violacea, Aeluroedus viridis, Chlamy-
dodera occipitalis, Amblyornis subalaris.
Derselbe. List of the species of Birds of Paradise; Bull. Br. O. ©. IV.
S.XII-XIV.
CUnemophilus mariae n. sp. vom südöstlichen Neuguinea; ©. W. De Vis,
Rep. Orn. Spec. 1894 8.6.
Craspedophora bruyni n. sp. vom Arfakgebirge, Neuguinea, ähnlich €.
magnifica; J. Büttikofer, Not. Leyden Mus. XVI. S.161. — Fällt mit C. man-
towi zusammen; W. v. Rothschild, Bull. Br. O. C. IV. S.XI.
Drepananax n. g. Typus: D. bruijni (Oust.); R. B. Sharpe, Bull. Br. O,
EsTIVyS.AV.
Eucorax n. g. Typus: E. comrii (Sel.); R. B. Sharpe, ebenda.
Ianthothorax bensbachi n.g. et sp. vom Arfakgebirge; J. Büttikofer, Not.
Leyden Mus. XVI. S. 163.
Lamprothorax wilhelminae n. g. et sp. vom Arfakgebirge in Neuguinea;
A. B. Meyer, Abh. Mus. Dresden 1894/95 No.3 S.3. Mit Abbildung. Pr
Loria loriae n.g. et sp. von Neuguinea; T. Salvadori, Ann. Mus. Genova
(2.) XIV. S.151.
Paradisea intermedia n. sp. vom nordöstlichen Neuguinea; ©. W. De Vis,
Rep. Orn. Spec. S.7. — P. maria n. sp. vom Finisterregebirge in Neuguinea;
A. Reichenow, Orn. Mntsb. II. 8.23.
Parotia carolae n.sp. vom Ambernofluss in Neuguinea; A. B. Meyer, Bull.
Br. ©. C. IV. S. VI u. VII u. Abh. Mus. Dresden 1894/95 No.5. Mit Tafel.
Pteridophora alberti n. g. et sp. vom Ambernofluss in Neuguinea; A. B.
Meyer, Bull. Br. 0. C. IV. 8.XI u. XII und Abh. Mus. Dresden 1894/95 No.5.
Mit Tafel.
Xanthochlamys n.g. Typus: X. subalaris (Sharpe); R. B. Sharpe, Bull. Br.
O>CHTIV. 8. XV.
Oriolidae.
Oriolus albiloris n. sp. von Luzon, ähnlich O. samarensis; O©. Grant, Ibis
(6.) VI. 8.550. — 0. einereogenys n. sp. von Tawi Tawi; F.S. Bourns u. D.C.
Woreester, Minnesota Ac. N. Se. I. S.16. — O. nigrostriatus n. sp. von Negros;
64 Ant, Reichenow: Bericht über die Leistungen
ebenda. — O. isabellae n. sp. von Luzon, ähnlich O. albiloris; O. Grant, Bull. Br.
O. ©. IV. No.XX Oct. 1894. — O. melanisticus n. sp. von den Talautinseln,
ähnlich O. formosus,; A. B. Meyer und A. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLII.
S. 247.
Dieruridae.
Buchanga periophthalmica n. sp. von Mentawei b. Sumatra, ähnlich B.
leucophaea; T. Salvadori, Ann. Mus. Genova (2.) XIV. 8.594.
Chibia menagei n.sp. von Tablas; F. S. Bourns u. Worcester, Minnesota
AcuN..Se. I: 8.15.
Dicruropsis viridinitens n. sp. von Mentawei b. Sumatra, ähnlich D. suma-
trana; T. Salvadori, Ann. Mus. Genova (2.) XIV. S. 593.
Artamidae.
Artamia comorensis n. sp. von Gross-Comoro, ähnlich A. bicolor; G. E,
Shelley, Ibis (6.) VI. S. 434.
Sturnidae.
Bastlornis galeatus n. sp. vom südwestlichen Neuguinea; A. B. Meyer, Abh.
Mus. Dresden 1894/95 No.2 8.1.
Lamprotornis viridipectus n. sp. von Somali, ähnlich L. purpuropterus; T.
Salvadori, Mem. Acc. Torino (2.) XLIV. 8.560.
Poeoptera kenricki n.sp. von Usambara; G.E. Shelley, Ibis (6.) VI. S. 434.
Pleceidae.
Chlorura brunneiwentris n.sp. Luzon, ähnlich C©. borneensis; O. Grant, Ibis
(6.) VI. 8.551.
Donacicola sharpii n. sp. von Deutsch-Neuguinea, ähnlich D. castaneithorax ;
J. v. Madaräsz, Bull. Brit. O. C. II. S.XLVII; Aquila I. S. 96.
Lagonosticta somaliensis n. sp. von Somali, ähnlich L. brunneiceps; T. Salva-
dorf Mem. Acc. Torino (2.) XLIV. S. 557.
Pyrenestes minor n. sp. von Niassaland, ähnlich P. coceineus; G.E. Shelley,
Ibis (6.) VI. 8.20.
Hyphantornis nyassae n.sp. von Niassaland, ähnlich HZ. melanocephala;
G. E. Shelley, Ibis (6.) VI. 8.20.
Dinemellia ruspolii n. sp. von Somali, ähnlich D, dienemelli; T. Salvadori,
Mem. Acc. Torino (2.) XLIV. 8.558.
Malimbus scutopartitus n. sp. von Kamerun, sehr ähnlich M. seutatus;
Reichenow, Journ. Orn. XLII. 8.38.
Ploceus duboisi. Unterschiede von P. melanocephalus, A. Dubois, Mem.
Soc. Z. Fr. VII. S. 402.
Fringillidae.
Aimophila rufescens pallida n. subsp. von Mexiko; E. W. Nelson und T. S.
Palmer, Auk XI. S. 43.
Camarhynchus affinis n. sp. von den Galapagosinseln, ähnlich C. psittaculus;
R. Ridgway, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. 8.365. — C. productus n. sp. eben-
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 65
daher, ähnlich C. pauper; ebenda 8.364. — C. rostratus n. sp. ebendaher, ähnlich
C. habeli; ebenda 8.363. — C. salvini n. sp. ebendaher, ähnlich C. prosthemelas;
ebenda S. 364.
Carpodacus dubius var. minor n. var. von Tibet; E. Oustalet, N. Arch. Ibis
(3.) VI. S. 31.
Catamenia inornata aequatorialis n. var, von Ecuador; A. Dubois, Mem.
Soc. Zool. Fr. VII. S. 401.
Chrysomitris bieti n. sp. von Tatsien-lou, ähnlich CR. tribetana; E. Oustalet
N. Arch. Mus. (3.) VI. S.41.
Drepanorhynchus schistaceus n.g. et sp. von Brasilien; A. Dubois, Mem.
Soc. Zool. Fr. VII. S.400 T.X. F.2.
Geospiza acutirostris n. sp. von den Galapagosinseln, ähnlich @. parvula ;
R. Ridgway, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. 8.363. — @. albemarlei n. sp. eben-
daher, ähnlich @. media; ebenda S.362. — @. assimilis. Bemerkungen über die
Art, ebenda S.361. — @. barringtoni n.sp. von den Galapagosinseln, ähnlich
@G. abingdoni; ebenda S.361. — @. bauri n. sp. ebendaher, ähnlich @. media;
ebenda S. 362. — @. debilirostris n. sp. ebendaher, ähnlich @. fortis; ebenda S. 363.
— @. fratercula n. sp. ebendaher, ähnlich @. fortis; ebenda S.363, — @. pro-
pinqua n. sp. ebendaher, ähnlich @. conirostris; ebenda S. 361.
Junco hyemalis pinosus. Verbreitung und Abbildung; L. M. Loomis, Auk
XI. S. 265 —266 T. VII.
Loxia curvirostra u. leucoptera, Verbreitung in Amerika; A. W. Butler,
Amer. Nat. XXVIIL. S.136—146. — L. luzoniensis n. sp. von Luzon, ähnlich
L. curvirostra; O. Grant, Ibis (6.) VI. S. 551.
Oryzoborus torridus maior n. var. von Ecuador?; A. Dubois, Mem. Soc.
Zool. Fr. VO. S. 402.
Passer rufipectus Bp. bei Schaffhausen erlegt; V. Fatio, Bull. Soc. Zool.
France XIX. S.72.
Petronia stulta puteicola n. subsp. von Palaestina; E. Festa, Boll. Z. An.
Torino IX. No. 174.
Pipilo orizabae n. sp. vom Orizaba in Mexiko, ähnlich P. maculatus; R.
Ridgway, Auk XI. S. 161—162.,
Pseudochloris sharpei n. sp. von Peru, ähnlich £. uropygialis; H. v. Ber-
lepsch und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 386.
Pseudonestor s. unter Dicaeidae.
Rhodacanthis palmeri abgebildet; S. B. Wilson u. A. H. Evans, Aves
Haw. T.V. ;
Spermophila ardesiaca n. sp. von Brasilien; A. Dubois, Mem. Soc. Zool.
Fr. VII SIT F.1.
Spinus olivaceus n. sp. von Peru, ähnlich $. capitalis; H. v. Berlepsch und
J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. 8.387. — $. psaltria croceus n. subsp. von Mexiko;
P. L. Jouy, Proe. U. St. Nat. Mus. XVI. S. 780.
Tanagridae.
Dubusia stictocephala n. sp. von Peru, ähnlich D. taeniata; H. v. Berlepsch
und J. Stolzmann, Ibis (6.) VI. S. 386.
Nemosia fusicapilla n. sp. von Brasilien; A. Dubois, Mem. Soc. Zool. Fr.
VII. S. 403.
Arch, f. Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd. 1I. H,1. 5
66 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Mniotiltidae.
Certhidea ist zu den Mniotiltidae zu stellen; F. A. Lucas, Pr. U. St. Nat.
Mus. XVII. S.309. — C. albemarlei n. sp. von den Galapagosinseln, ähnlich
O. olivacea; R. Ridgway, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. S.360. — (0. bifasciata
n. sp. ebendaher, ähnlich CO. cinerascens; ebenda S.359. — C. luteola n. sp. eben-
daher, ähnlich C. olivaces ebenda S. 360. — C. mentalis n. sp. ebendaher, ähnlich
C. fusca; ebenda S. 359. — C. salvini n. sp. ebendaher, ähnlich C. olivacea;
ebenda 8. 358.
Seiurus aurocapillus, Nestkleid beschrieben und abgebildet; Auk XI.
S. 91-93 T.D.
Sylvania mitrata. Beschreibung des Jugendkleides; Veränderung der
Färbung mit zunehmendem Alter; W. Palmer, Auk XI. S. 282 —291.
Motacillidae.
Anthus correndera, Abbildung des Eies; O. V. Aplin, Ibis (6) VI. T.V.
— A. guttuwralis n. sp. vom südöstlichen Neuguinea; ©. W. De Vis, Rep. Orn.
Spec. 1894, S. 5.
Alandidae.
Alauda cristata deserticolor n. subsp. von Palaestina; E. Festa, Boll. Z.
An. Torino IX. No. 174.
Pyenonotidae.
Andropadus zombensis n. sp. von Niassaland, ähnlich A. virens; G. E.
Shelley, Ibis (6.) VI. S.10.
Iole cinereiceps n. sp. von Tablas; F. S. Bourns u. D. C. Worcester, Minne-
sota Ac. N. Sc. I. 8.25. — I. monticola n. sp. von Cebu; ebenda.
Micropus nehrkorni ist ein Melaniparus; R. B. Sharpe, Bull. Br. O. C.
VI S.1).
Microtarsus anzuwenden für Micropus Sw. nec. M. W.; L. W. Wiglesworth,
Ibis (6.) VI. S. 318.
Phyllostrephus cerviniventris n. sp. von Niassaland, ähnlich P. fulwiwentris ;
G. E. Shelley, Ibis (6.) VI. S.10 T.L.
Pyenonotus taivanus abgebildet; F. W. Styan, Ibis (6.) VI. T.IX.
Xenoeichla fusciceps abgebildet Ibis (6.) VI. T.I Fig.2. — X. milanjensis
von Niassaland, ähnlich X. tephrolaema; G. E. Shelley, Ibis (6.) VI. S.9 T.I
Meliphagidae.
Acrulocercus apicalis u. bishopi abgebildet; S. B. Wilson u. A. H. Evans T.V.
Melirrophetes collaris u. ornatus nn. spp. vom südöstlichen Neuguinea; C.W.
De Vis, Rep. Orn. Spec. 1894 8.5 u. 4.
Palmeria doli abgebildet; S. B. Wilson u. A. H. Evans, Aves Haw. T. V.
Ptilotis flavirictus orientalis n. subsp. vom südöstlichen Neuguinea; A. B.
Meyer, Journ. Om XLI. 8.92. — P. guisei n. sp. vom südöstlichen Neuguinea,
ähnlich P, erythropleura; C. W. De Vis, Rep. Orn. Spec. 1894 8.5. — P. plum-
bea n.sp. von Neuguinea; T. Salvadori, Ann. Mus. Genova (2.) XIV. 8.151.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 67
Zosteropidae.
Zosterops aldabrensis n.sp. von Aldabra, ähnlich Z. palpebrosa; R. Ridgway,
Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. 8.371. — Z. madagascariensis glorioszıe n. subsp.
von Gloriosa; ebenda 8.372. — Z. bassetti n. sp. von Damma; R. B. Sharpe,
Ann. Nat. H. (6.) XIV. 8.57. — Z. metcalfii n. sp. von Bugotu, Salomons
Inseln, ähnlich Z. griseiventer und novaeguineae, H. B. Tristram, Ibis (6.) VI.
S.29 T.III. — Z. rendovae abgebildet; H. B. Tristram, Ibis (6.) VI. T. III. —
Z. sanctaecrucis n. sp. von Santa Cruz, Salomons Inseln; H. B. Tristram, Ibis
(6.) VI. S.31. — Z. sarasinorum n. sp. von Celebes, ähnlich Z. atrifrons; A. B.
Meyer u. ©. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLHO. 8.114. — Z. siquijorensis
n. sp. von den Philippinen; F. S. Bourns u. D. C. Worcester, Minnesota Ac. N.
Sc. 18.21.
Nectariniidae.
Aethopyga arolasi n. sp. von Tawi Tawi; F.S. Bourns u. D. C. Worcester,
Minnesota Ac. N. Sc. I. S.17. — Ae. bonita n. sp. von Negros u. Cebu; ebenda.
— Ae. minuta n.sp. von Mindoro ebenda 8.18. — Ae. flavipectus n. sp. von
Luzon, ähnlich Ae. bella; O. Grant, Ibis (6.) VI. S. 550.
Arachnothera celebensis n. sp. vom nördlichen Celebes; A. B. Meyer u.
L. W. Wiglesworth, Abh. Mus. Dresden 1895/95 No.4 S.2.
Cinnyris abboti n. sp. von Assumption, ähnlich C. aldabrensis; R. Ridgway,
Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. S. 372. — C. aldabrensis n. sp. von Aldabra, ähnlich
C. souimanga; ebenda. — (. obscurior n.sp. von Luzon, ähnlich ©, jugularis;
O. Grant, Ibis (6.) VI. S.551. — C. purpureiventris abgebildet; Reichenow,
Journ. Orn. XLII. T.1. Fig.2. — C.regia abgebildet; Reichenow, Journ. Orn.
XLH. T.I Fig.1. — C. whiteheadi n.sp. Luzon, ähnlich C. sperata; O. Grant,
Ibis (6.) VL 8. 551. — C. whiteheadi abgebildet; O. Grant, Ibis (6.) VI.
T.XIV F.1.
Hermotimia talautensis n. sp. von den Talautinseln, ähnlich H. sangirensis;
A. B. Meyer und L. W. Wiglesworth, Journ. Orn. XLII. S. 244.
Nectarinia deckeni n.sp. vom Kenia; L. v. Lorenz, Höhnel zum Rudolph-
und Stephaniesee S. 409. Ist N.johnstoni; P. L. Sclater, Ibis (6.) VI. S. 452.
Dacnididae.
Vergl. F. A, Lucas oben 8.7.
Certhidea s. Mniotiltidae.
Eudrepanis jefferyi n. sp. von Luzon, ähnlich E. pulcherrima; O. Grant,
Ibis (6.) VI. S.550.
Dicaeidae.
Dicaeum assimilis n. sp. von Sulu; F. S. Bourns u. D. C. Worcester,
Minnesota Ac. N. Se. I. S. 20. — D. intermedia n. sp. von 'Tablas; ebenda
S. 19. — D. pallidior n. sp. von Cebu; ebenda S. 18. — D. sibuyanica n. sp.
von Sibuyan; ebenda. — D. flaviventer n. sp. von Cebu, ähnlich D. rubriventer;
A. B. Meyer, Journ. Oın. XLII. S 91. — D. hypoleucum und sibutuense ab-
gebildet; R. B. Sharpe, Ibis (6.) VI. T. VII. — D. luzoniense n. sp. von Luzon,
ähnlich D. ignipectus; O. Grant, Ibis (6.) 8.551. — D obscurum n. sp. von
Luzon, ähnlich D. concolor; O. Grant, Ibis (6.) VI. S. 551.
B’%*
68 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Hemignathus lichtensteini und H. lueidus abgebildet; S. B. Wilson u. A. H.
Evans, Aves Haw. T.V.
Drepanis funerea abgebildet; S. B. Wilson u. A.H. Evans, Aves Haw. T. V.
Melanocharis striativentris n. sp. von Neuguinea; T. Salvadori, Ann. Mus.
Genova (2.) XIV. S. 150.
Palmeria s. unter Meliphagidae.
Prionochilus aeruginosus n. sp. von Cebu; F. S. Bourns u. D. C. Worcester,
Minnesota Ac. N. Se. I. S.20. — P. bicolor n. sp. von Mindanao; ebenda.
Pseudonestor xanthophrys gehört zu den Drepanidae; W. v. Rothschild
Nov. Zool. I. S. 692.
Paridae.
Lophophanes dichroides abgebildet; Th. Pleske, Wissensch. Result. Prze-
walski’s Reisen. Lief.3 T. IX.
Melaniparus nehrkorni s. Micropus nehrkorni unter Pyenonotidae.
Parus ater und deren Abarten; J. P. Prazäk, Mitth. Orn. Ver. Wien
XVII. S. 105—107, 121—124, 141—143, 158—159, 174—176, 188—199. — P.
coeruleus in Palaestina; E. Festa, Boll. Z. An. Torino IX. No. 174. — P. caeru-
leus, cristatus und maior. Abändern der drei Arten; P. maior newtoni n.subsp.
von Grossbritannien; A. maior blanfordi n. subsp. von Persien; Orn. Jahrb. V.
S.233—253. — P. coeruleus obscurus n. subsp. von Grossbritannien; J. P. Prazäk,
Orn. Jahrb. V. S.246. — P. maior newtoni n. subsp. von Grossbritannien; J.P.
Prazäk, Orn. Jahrb. V. S.239. — P. holsti n. sp. von Formosa; H. Seebohm,
Bull. Br. ©. C. IV. S. VII.
Periparus ater var. rufipectus Z\ abgebildet; Th. Pleske, Wissensch. Result.
Przewalski’s Reisen. Lief.3 T.IX.
Poecile songara 9, P. affinis 2 und P. superciliosa Winterkl. u. iuv. ab-
gebildet; The Pleske, Wissensch. Result. Przewalski's Reisen. Lief.3 T. VII.
Psaltriparus melanotis iulus n. subsp. von Mexiko; P. L. Jouy, Proc. U.
St. Nat. Mus. XVI. S. 776.
Suthora longicauda Campb. identisch mit $. webbiana Gr., S. suffusa Swinh.
identisch mit $. bulomachus Sw.; H. Seebohm, Ibis (6.) VI. S. 338—339.
Certhiidae.
Certhia familiaris und brachydactyla, Unterschiede; O. Kleinschmidt, Journ.
Orn. XLI. S. 122.
Sittidae.
Dendrophila mesoleuca n. sp. von Luzon, ähnlich D. aenochlamys; O. Grant,
Ibis (6.) VI. 8.550.
Sitta caesia var. amurensis Q und S. przewalskii Q abgebildet; T. Pleske,
wissensch. Result. Przewalski’s Reisen. Lief.3 T. IX. — $. carolinensis mexi-
cana n. subsp. von Mexiko; E. W. Nelson und T. S. Palmer, Auk XI. 8.45.
Sittella griseiceps n. sp. vom südöstlichen Neuguinea; C. W. De Vis, Rep.
Orn. Spec. 1894 S.4.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1894. 69
Timeliidae.
Acanthiza papuensis n. sp. vom südöstlichen Neuguinea; C. W. De Vis,
Rep. Orn. Spec. 1894 8.3.
Camaroptera asxillaris abgeb. Journ. Orn. XLU. T.1. — C. flavigularis
n.sp. von Kamerun; A. Reichenow, Orn. Mntsb. II. S. 126.
Chimarrhornis bicolor n.sp. von Luzon; O. Grant, Ibis (6.) VI. S. 550, ebenda
abgebildet; T. XIV F.2.
Drymoedus brevicauda n. sp. vom südöstlichen Neuguinea. C. W. De Vi»
Rep. Orn. Spec. 8.5.
Eremomela baumanni n. sp. von Togo, am nächsten E. hypoxantha; A.
Reichenow, Orn. Mntsb. II. S. 157.
Garrulax waddelli n. sp. von Sikhim, ähnlich @. pectoralis; W. R. Ogilvie
Grant, Ibis (6.) VI. S. 424,
Heleodytes, Bemerkungen über die Gattung; H. brunneicapillus bryanti n.
subsp. von Unter-Kalifornien; A. W. Anthony, Auk XI. S. 211—214.
Ixulus clarki n. sp. von den Shan-Staaten, ähnlich I. Aumilis; W.E. Oates,
Ibis (6.) VI. S.433. — I. clarki und Aumilis abgebildet; E. W. Oates, Ibis (6.)
NT..T. XIU.
Malacopterum cinereum bungurense n. subsp. von Bunguran, Natunainseln;
E. Hartert, Nov. Zool. I. 8.470.
Malia recondita n.sp. vom nördlichen Celebes, ähnlich M.grata, A. B. Meyer
u. L. W. Wiglesworth, Abh. Mus. Dresden 1894/95 No.4 8.1.
Mixornis everetti n.sp. von Bunguran, Natunainseln, ähnlich M. gularis;
E. Hartert, Nov. Zool. I. S. 472.
Nesomimus adamsi n. sp. von den Galapagosinseln, ähnlich N. macdonaldi;
R. Ridgway, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. S.358. — N. bauri n. sp. von den
Galapagosinseln, ähnlich N. personatus; R. Ridgway, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII.
8.357. — N. bindloei n. sp. von den Galapagosinseln, ähnlich N. bauri;, R. Ridg-
way, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. S. 358.
Prinia socialis abgebildet; E. C. St. Baker, Journ. Bombay Soc. IX. Taf. B.
Ptilocichla minuta n. sp. von Samar; F. S. Bourns u. D. C. Worcester,
Minnesota Ac. N. Sc. I. S. 24.
Sericornis nigrorufa n. sp. von Neuguinea; T. Salvadori, Ann. Mus. Genova
(2.) XIV. 8.151.
Sphenoeacus caudatus n. sp. von den Snares Inseln (nee Sph. fulvas Bull.
Birds N. Zeal. z. ed. II. S.61), ähnlich $. punctatus; W. L. Buller, Ibis (6.)
VL 8. 523.
Stachyris natunensis n. sp. von Bunguran, Natunainseln; E. Hartert, Nov.
Zool. I. 8.470.
Sylviella whytii n. sp. vom Somba, ähnlich S. rufescens; G. E. Shelley, Ibis
(6.) VI. 8.13.
Trochalopterum ellioti verschieden von T. prjevalskü; E. Hartert, Nov.
Zool. I. 8.668.
Trochalopteron przewalskii u. ellioti unterschieden; E. Hartert, Nov. Zool-
I. S. 668.
Zosterornis striatus n. sp. von Luzon; O. Grant, Bull. Br. O. C. IV. S. II.
— Z. whiteheadi n. g. et sp. von Luzon; O. Grant, Ibis (6.) VI, S.551. — Z,
whiteheadi abgebildet; O. Grant, Ibis (6.) VI. T.XIV F.1,
70 Ant. Reichenow.
Sylviidae.
Acrocephalus palustris horticolus, Beschreibung der Form und ihrer Lebens-
weise; St. Chernel v. Chernelhäza, Aquila I. S. 123—129.
Calliope tschebaiewi abgebildet; E. S. Baker, J. Bombay Soc. IX. T.C.
Catharus melpomene clarus n. subsp. von Jalisco in Mexiko; P. L. Jouy,
Pr. Un. St. N. Mus. XVI. S. 773.
Cettia seebohmi n. sp. von Luzon, ähnlich C. minuta; O. Grant, Ibis (6.)
V1./8.507.
Cittocincla superciliaris n. sp. von Masbate; F. S. Bourns u. D. C. Wor’
cester, Minnesota Ac. N. Sc. I, S.23.
Erithacus rubeculus, Abändern; E. C. F. Rzehak, Orn. Mntsb. II. S. 54—55.
Geocichla cinerea n. sp. von Mindoro; F. S. Bourns u. D. C. Worcester,
Minnesota Ac. N. S. I. 8.23.
Locustella hondoensis zurückzuführen auf L. pleskei Tacz.; L. Stejneger
Pr. U. St. Nat. Mus. XVII. S. 205—206.
Merula canescens n.sp. von Goodenough Island; C. W. De Vis, Rep. Orn.
Spec. 1894. S.7. — M. thomassoni n. sp. von Luzon, ähnlich M. papuensis;
O Grant, Ibis (6.) VI. S. 552.
Myadestes ist unter die Turdidae zu stellen; F. A. Lucas, Pr. U. St. Nat.
Mus. XVI. S.310.
Phaeornis ist unter die Turdidae zu stellen; F. A. Lucas, Pr. U. St. Nat.
Mus. XVIL S. 310.
Phylloscopus borealis, plumbeitarsus, scindianus, tristis, viridanus, aantho-
dryas, Kennzeichen dieser Arten; W. E. Brooks, Ibis (6.) VI. S.261—268.
Sialia mexicana, S. m. occidentalhs, 5. m. bairdi n. subsp. von den Rocky-
Mountains, S. m. anabelae; Kennzeichen und Verbreitung; R. Ridgway, Auk XI,
S. 145—160.
Bericht
über
die Leistungen in der Herpetologie im Jahre 189.
Von
Dr. Franz Werner
in Wien,
Reptilia.
Litteratur. Den Bericht über Wirbelthiere im „Zoologischen
Jahresbericht für 1893, herausgegeben von der Zool. Station in
Neapel, redigirt von Paul Mayer, Berlin 1894, R. Friedländer & Sohn,“
221 pgg. lieferten M. v. Davidoff, C. Emery und E. Schoebel.
Den Bericht in S. Sharp’s Zool. Record for 1893, London 8°, Bd. 30
des „Record of Zool. Litterature“ (Reptilia and Batrachia p. 1—38)
erstattete G. A. Boulenger, dessen synonymische Bemerkungen
(übrigens auch schon solche aus späteren Jahren) der Ref. benutzen
konnte.
Museen. 0. Boettger zählt im Katalog der Reptilien-
Sammlung im Museum der Senckenbergischen Naturforschenden
Gesellschaft in Frankfurt am Main (I. Theil: Rhynchocephalen,
Schildkröten, Eidechsen, Chamaeleons), Frankfurt am Main 1893, 8°,
140 pp., 1 Rhynchocephalen, 74 Arten Schildkröten, 9 Krokodile,
458 Eidechsen und 26 Chamaeleons auf. Die Typen von 46 Arten
sind im Museum aufbewahrt. 3 neue Gattungen, 8 neue Arten,
eine neue Varietät werden beschrieben (siehe Geckonidae, Agamidae,
Iguanidae, Varanidae, Tejidae, Anelytropsidae, Rhiptoglossa, Pelo-
medusidae).
Anatomisches: Integument. F. Werner setzt seine Unter-
suchungen über die Zeichnung der Wirbelthiere fort. Er revidirt
seine Befunde bei den Schlangen auf Grund des neuen Boulenger-
schen Systems, wobei die Boiden besonders ausführlich behandelt
und giebt auf p. 380—382 eine Zusammenfassung seiner Ergebnisse.
— Zool. Jahrb. Syst. VIII. 1893 p. 365—382, Taf. 14—15.
Ueber Albinismus und Melanismus handelt ein Vortrag von
F. Werner. Albinos von Reptilien sind nur wenig bekannt (Co-
luber aesculapii — longissimus Laur: 2 Fälle aus Nieder-Oesterreich;
72 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Coronella austriaca, T’rropidonotus natrıx, Lacerta muralis); vielleicht
sind auch viele Amphisbänen Albinos. Melanismus tritt viel häufiger
auf; in vielen Fällen sind die Jungen noch normal gefärbt (Zamenis
gemonensis, Vipera berus) die dunkle Färbung nimmt mit dem Alter
zu; die abgestreifte Epidermis melanotischer Reptilien erscheint
unter dem Mikroskop schwarz oder schwarzgrau, fast undurch-
sichtig, bei normalen hell- bis dunkelbraun, durchsichtig bis
durchscheinend. Als Ursachen der Isolirung werden angegeben:
Isolirung auf kleinen (speziell vulkanischen) Felsinseln: Lacerta
mellissellensis auf Mellissello, Z. faraglionensis auf den Fara-
glionefelsen bei Capri, L. jilfolensis auf dem Filfolafelsen bei
Malta; vielleicht auch die grossen Saurier und Schildkröten der
Galapagos-Inseln; ferner: feuchtes, kaltes Klima: (Hochgebirgsthiere:
Lacerta vivipara var. nigra, L. oxycephala var. tammasini, Vipera
berus var. prester, Tropidonotus natrix var. minax) wahrscheinlich
Anpassung an den schwarzen Moorboden der Hochgebirgswälder
(richtiger aber wohl mit der Erscheinung in Zusammhang zu bringen,
dass die schwarze Farbe mehr Licht- und Wärmestrahlen aufnimmt
als die normale, was für die Hochgebirgsreptilien von grösster Be-
deutung ist). Andere Fälle von Melanismus sind nicht wohl er-
klärlich, wie Zamenis gemonensis var. carbonarius und viele me-
lanotische Formen tropischer Arten (Xenodon Neuwiedü, Liophis
reginae, Dispholidus typus, Dryophis mycterizans u. a. — Vielfach tritt
Melanismus im Alter normal auf: Coluber obsoletus (alleghaniensis),
Zamenis constrictor u.8.w. Leucomelanismus kommt bei Lacerta agilis
und Fipera berus, wohl auch bei T'ropidonotus natrıx vor. — Sitz. Ber.
Zool. bot. Ges. Wien XLII 1. Febr. 1893, 3 pp.
Skelettsystem. Howes bemerkt, dass das Coracoid der
Reptilien und Amphibien dem Coracoid u. Metacoracoid Lydekkers
bei den Monotremen entspricht und daher den Namen Coracoid
(Cuvier) behalten muss; wo es in zwei Stücke differenzirt ist, wie
bei Monotremen, manchen Anomodonten, Ichthyosauriern (und Notho-
sauriern?) schlägt er vor, das vordere Stück Epicoracoid (Howes),
das hintere Metacoracoid (Lydekker) zu benennen. Das Foramen
coraco-scapulare mancher Säugethiere ist von dem ähnlichen Loch
bei den Dieynodonten nicht ableitbar, sondern durch Verknöcherung
eines Ligamentes entstanden. — Proc. Zool. Soc. London 1893
pp. 585—592, figg.
„Ueber Rippen und ähnliche Gebilde und deren Nomen-
clatur“ äussert sich G. Baur. Er schliesst sich im Gegensatze zu
Dollo der Ansicht Hatscheks an, dass bei Polypterus Fisch-
und Amphibienrippen gleichzeitig vorhanden sind, dass also die
Rippen der Fische von denen der Amphibien und Amnioten ver-
schieden sind, erwähnt, dass diese Ansicht schon von August
Müller 1853 ausgesprochen wurde, führt die Ergebnisse Müller’s
in einer kurzen Zusammenfassung an, deren erste drei Punkte:
1. Die unteren Bogen im Schwanze der Wirbelthiere sind einander
homolog. 2. Bei den Fischen sind die unteren Rippen, die direkt
in der Herpetologie im Jahre 1893. 13
am peritonealen Bindegewebe liegen, homolog den unteren Bögen.
3. Die Rippen der Stapedifera (Amphibia und Amniota) sind den
Seitengräten der Fische homolog — hier wiedergegeben sein mögen.
Als Neurapophysis Owen bezeichnet der Autor die oberen Wirbel-
bogen, als Haemapophysis Owen die unteren, als Pleurapophysen
Owen die Rippen aller Amphibien und Amnioten, als Diapophyse
Owen die Fortsätze welche das Capitulum, als Epapophyse (nom.
nov.) die Fortsätze welche das Tuberculum der Pleurapophysen
bei den Stapediferen tragen. Anatom. Anz. IX. 1893 No. 4, p. 116
—120.
Boulenger stellt gegen Dollo fest, dass die unteren (haemalen)
Bögen bei den Wirbelthieren nicht durchweg homolog sind, da sie
entweder von den Rippen allein (Amia), von den Rippen und Para-
pophysen oder Parapophysen allein (Teleostier) oder durch blosse
ventrale Fortsätze der Centra oder Intercentra gebildet sein können
und dass seine Auslegung der „Chevrons* bei den Reptilien korrekt
ist. — Ann. Mag. Nat. Hist. (6) X. 1893 p. 60—61.
Muskelsystem. J. Schaffer untersuchte in seinen Beiträgen
zur Histogenese der quergestreiften Muskelfasern auch Uromastix,
Anguis, Pseudopus, Lacerta, Tropidonotus, Coronella und Rana. —
Sitz. Ber. Ak. Wiss. Wien 102. Bd. 3. Abth. p. 7—148, 6 Taf.
Thanhoffer untersuchte die Nervenendigungen an quergestreiften
Muskeln auch an ZLacerta, Rana, Hyla und T’riton. — Math. Nat.
Ber. Ungarn XI. p. 22—65, Taf. I—IX.
Nervensystem. Herrick beschreibt die Topographie und
Histologie einiger Hirntheile an Reptilien (Phrynosoma, T'ropidonotus,
Coluber, Cistudo). Journ. Comp. Neur. Cincinnati Vol. 3. p. 77—106,
Taf. 5—10.
Marracino untersuchte die Hirnrinde von T'estudo und Rana.
— Giorn. Ass. Med. Natural. Napoli IV. p. 1-30, 3 Taf.
Sinnesorgane. Die Frage: „Besteht eine Beziehung zwischen
Hautsinnesorganen und Haaren“ welche Leydig aufwirft, wird von
ihm verneint, dagegen eher die Hautdrüsen der Batrachier mit
den Hautsinnesorganen in Beziehung gebracht. Besonders aber
glaubt der Verf., dass neben den Perlorganen gewisser Fische die
aus den Schenkelporen der Eidechsen hervorragenden Körper für
Anfangsstadien der Haarbildungen bei Säugethieren angesehen
werden können, wofür der Umstand spricht, dass dieselben in der Tiefe
der Oberhaut der Zellenbezirke keimen und sich abgrenzen, ganz
ähnlich den Haaranlagen und alsdann hervorwuchernd zu Knötchen,
Stacheln, Dornen sich vergrössern. — Biol. Centr. Blatt Bd. 13,
1893 p. 359—375.
Maurer hält seine Auffassung der Haare aufrecht. Er stützt
seine Ableitung des einzelnen Haares von einem Hautsinnesorgan
weder auf die Entwicklung, noch auf das Verhalten der Nerven
oder der Papillen, noch auf den Bau der Wurzelscheiden oder des
Haarschaftes allein, sondern begründet sie durch das Zusammen-
wirken aller dieser Verhältnisse. In der Sinnesknospe sind alle
74 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Theile des Haares in einfacher Weise vorgebildet. — Morphol.
Jahrb. XX. 1893 p. 429—448.
Athmungsorgane. F. Werner bespricht in einem Aufsatz
„die Athmungsvorrichtungen gepanzerter Thiere“ kurz die Athmungs-
bewegungen bei Schildkröten (durch Bewegung der Vorderbeine
und der Kehlhaut) und bei den Eidechsen mit Seitenfalten, speziell
Ophrsaurus. — Biol. Centr. Blatt XIII. 1893 No.3 p. 83—85.
Urogenitalorgane. Giacomini studirte die Aufnahme des
Dottersackes in die Leibeshöhle bei Zacerta und Tropidonotus. Bei
Lacerta gelangt mit dem Dottersack stets auch ein Theil der
Allantois und des Amnions in die Leibeshöhle. Der Vorgang hier-
bei wird eingehend beschrieben; bei Tropidonotus wird nur bei
manchen Embryonen ein Stück der Allantois in die Bauchhöhle
gezogen. — Monit. Zool. Ital. IV. 1893 p. 124—136, fig.
Derselbe untersuchte den Mechanismus der Aufnahme des
Dottersacks in die Bauchhöhle bei den Vögeln im Vergleich zu den
Reptilien. Ebenda p. 146—156, 5 figg.
Derselbe behandelt den histologischen Bau des Oviductes bei
den Sauropsiden. Ebeuda p. 202—265, Taf. I. u. I.
P. Mingazzini hat eine ausführliche Arbeit über wahre und
falsche Corpora lutea bei Reptilien; hauptsächlich ist Seps chaleidica
(Chaleides tridactylus) zuGrunde gelegt, aber auch Lacerta, Platydactylus,
Coluber u. Testudo. — Ric.Lab. Anat. Roma Vol.3 p.105—26, Taf.5—6.
Ontogenie. Gegen Mitsukuri hebt L. Will den Unterschied
zwischen Mesodermbildung durch Coelombildung und der durch Darm-
falten hervor; die Mesodermbildung der Reptilien kann nicht durch
Abflachung von Coelomdivertikeln erklärt werden, was Verf. durch
mehrfache Gründe belegt. Anat. Anz. VIII. 1893. pp. 677—683, figg.
Sluiter fand den Eizahn bei Gecko verticillatus nnd anderen
Geckos paarig; seine Anlage unterscheidet sich anfangs nicht von
der der übrigen Zähne, später ändert sich die Richtung. Bei Ma-
buia multifasciata und Lygosoma olivaceum wird er paarig angelegt,
später entwickelt sich aber der rechte Zahn stärker und wird, ob-
wohl er immer im rechten Zwischenkiefer verbleibt, scheinbar
median. Der linke Eizahn ist klein und nicht nach vorn gerichtet.
Dasselbe ist bei Lacerta agilis und Anguis der Fall. Dagegen ist
er bei Calotes jubatus und Schlangen genau median und unpaar.
Die Eischwiele von Crocodilus porosus wird doppelt angelegt. —
Morphol. Jahrb. XX. p. 75—89. T. VI.
Phylogenie. W. Haacke behandelt in seinem grossen
Werke „Die Schöpfung der Thierwelt“ (Leipzig u. Wien 1893) auf
p- 391—401 auch die Kriechthierschöpfung. Abbildungen auf p. 392,
396, 399, 400, die Habitusbilder im Verhältniss zu den höheren
Wirbelthieren meist recht schlecht.
Biologie. F. Werner beschreibt die Krankheiten der Rep-
tilien und Amphibien, mit besonderer Berücksichtigung der Mund-
fäule der Schlangen. Auch Krankheiten der Respirationsorgane,
Krämpfe, Hautkrankheiten verschiedener Art wurden beobachtet,
in der Herpetologie im Jahre 1893. 75
ebenso Starrkrampf bei Amphibien. — Zool. Garten XXXIV. 1893
.65—11.
. J. Berg bringt eine Mittheilung über das Verhalten einiger
exotischer Reptilien gegenüber der Kälte. In zwei Terrarien des
Verf. war die Temperatur auf —1!/,—2° R. gesunken, infolge des
Umstandes, weil die Heizung während eines kalten Wintertages
(—17° R.) seit 20 Stunden ausgegangen war. Trotzdem die Be-
wohner dieser Terrarien, eine Rautenschlange (Morelia argus =
Python spilotes), zwei Riesengürtelschwänze (Zonurus giganteus) und
zwei Leguane (/guana tuberculata) vollständig erfroren schienen
und kein Lebenszeichen gaben, konnten sie alle wieder zum Leben
erweckt werden und nahmen in kurzer Zeit nach ihrer Erholung
wieder Nahrung zu sich (/guana am spätesten). (Blätter f. Aq. u.
Terr. Fr. IV. 1893 p. 25—29.)
A. Schiöttz fand in Spanien im Winter bei Sonnenschein junge
Lacerta ocellata, Psammodromus algirus und hispanicus, Mauerei-
dechsen, T’ropidonotus viperinus, Macroprotodon, Mauergeckos und
Clemmys leprosa im Freien sich bewegend und sogar dem Nahrungs-
erwerb nachgehend; diese Arten halten also keinen eigentlichen
Winterschlaf. — Blätter f. Aq. Terr. Fr. IV. 1893 p. 251—252.
B. Dürigen beschreibt neu- oder selten eingeführte Reptilien
für Terrarien, nämlich Macroscincus Coctai, Trachysaurus rugosus,
Platemys planiceps (?), Cinivys Homeana, Testudo elegans und tabu-
lata, sowie Zonurus giganteus. — Blätter f. Ag. u. Terr. Fr. IV.
1893 p. 283 — 284.
Allgemeines. In einem Aufsatz „Kosmopolitische Thiere“
bespricht Dr. C. Müller auf p. 146—148 die Reptilien und p. 148
—149 die Amphibien. — Zool. Garten XXXIV. 1893.
F. Werner zieht in einem Aufsatze über Konvergenz-Erschei-
nungen im Thierreich namentlich die Reptilien in den Kreis seiner
Betrachtungen und erwähnt die grüne Färbung speziell bei den
grünen Coluber- und Trimeresurus-Arten, die Kopfschuppen von
Boiden und Viperiden, die Hörnerbildungen, Schwimm- und Flug-
häute, die Körperform (kompress bei Baum- und Wasserthieren,
vielfach mit Querstreifung in Zusammenhang) Rückenkämme, Wickel-
schwänze, Lage der Nasenlöcher bei Wasserthieren, flossenförmige
Extremitäten, die Konvergenzerscheinungen im Zusammenhang mit
der subterranen Lebensweise (Rückbildung der Gliedmassen, des
Schwanzes, der Augen, Aufhören des Unterschiedes der Beschuppung
der Ober- und Unterseite, Vergrösserung und keilförmige Gestalt
des Rostrale), Schuppenkränze um das Auge (Boiden, Zamenıs,
Eteirodipsas, Naja, Vipera), Glasfenster im unteren Augenlied
(Lacerta perspicillata, Mabuia, Lygosoma) oder Verwachsung der
Augenlider (Schlangen, Geckoniden, Ophiops, Ablepharus) »Spalt-
pupillen, Differenzierung des Gebisses (Agamiden), Darmlänge bei
Fleisch- und Pflanzenfressern, Cycloidschuppen bei Geckoniden,
(Geckolepis, Teratoscincus), Tejiden (T’retioscincus) und Scinciden, Haft-
lamellen auf der Zehenunterseite (Geckos, Anolis), zurückziehbare
76 Dr. Franz Werner: Bericht über -die Leistungen
Krallen (Aeluroscalabotes, Aeluronyx), gegenüberstellbare Daumen
an Vorder- und Hinterbeinen (P’Ayllomedusa), stachelige Aussen-
seite (Moloch, Phrynosoma, Zonurus giganteus, Egernia stokesii) etc.
— Biol. Centr. Blatt XIII. 1893 No. 15/16 und 16/17 p. 471—476,
571—576.
Palaeontologisches.
Boulenger bespricht einige neu beschriebene Eidechsen und
Rhynchocephalier aus dem Jura und der Kreide. Er hält gegen
Baur, welcher Hydrosaurus lesinensis Kornhuber zu den Varaniden
rechnet, seine Annahme, diese Form gehöre in die Nähe von Do-
lichosaurus, aufrecht und widerlegt die Einwürfe Baur’s ausführlich.
Gorjanovid-Kramberger’s Aegialiosaurus, der Beziehungen zu
den Dolichosauriern, Pythonomorphen und Varaniden aufweist und
der vom Autor als Vertreter einer eigenen Familie Aegialiosauridae
neben die Dolichosauridae gestellt und mit ihnen zu einer Gruppe
Ophrosauria (nach Boulenger = Dolichosauria) vereinigt wird, wird
mit Bezug auf einige von Kramberger unbeachtet gelassen, in der
Abbildung aber ersichtliche Merkmale eingehender behandelt. Der
Name Pontosaurus für Hydrosaurus lesinensis wird vorläufig acceptirt,
obwohl B. bemerkt, dass die in Rede stehende nicht 7—9, sondern
etwa 15 Cervicalwirbel besitzt und sich demnach kaum von Dolicho-
saurus unterscheidet. Auch Aegialiosaurus hat nach B. 9 oder gar
10 Cervicalwirbel, nicht 7, wie Kramberger angiebt. Die starke Ent-
wicklung der Hypapophysen an den Cervicalwirbeln wird von dem-
selben in ihrer Bedeutung überschätzt, da sie auch bei recenten Ei-
dechsen (z. B. Physignathus Lesueurü) in gleicher Länge auftreten.
Hervorzuheben ist, was Kramberger im Text nicht erwähnt hat,
das Vorkommen von Lymphapophysen am 2. Sacralwirbel und an
den ersten zwei Caudalwirbeln. Bei dieser Gelegenheit bemerkt B.
auch gegen Dollo, dass Lymphapophysen neben paarigen Hypapo-
physen an einem und demselben Wirbel vorkommen können, dass
es also unrichtig ist, anzunehmen, dass die Lymphapophysen der
Schlangen und fusslosen Eidechsen, die combinirten Rippen und
Haemapophysen vorstellen. Zuposaurus Thiolliere Lortet ist nach
B. kein Rhynchocephalier, sondern den Anguiden nahe zu stellen.
Pleurosaurus Goldfussi, von Lortet gleichfalls zu den Rhyncho-
cephalen gestellt, ist der Repräsentant einer besonderen Gruppe, für
welche der H. v. Meyer’sche Name Acrosauria beizubehalten wäre.
Auch bei Pleurosaurus nimmt B. mehr Halswirbel an als von Lortet
angegeben werden, nämlich 8 statt 5. Nach einigen kritischen Be-
merkungen über Zlomaeosaurus und Sauranodon (vor welchem
letzteren Namen Saphaeosaurus die Priorität hat) giebt B. ein revi-
dirtes System der Rhynchocephalier:
Ordnung Rhynchocephalia.
Unterordnung I. Proterosauria.
Jedes Quersegment des Bauchpanzers aus zahlreichen, paarigen Stücken
bestehend. Pubis und Ischium plattenförmig. Fünftes Metatarsale nicht modi-
ficiert.
in der Herpetologie im Jahre 1893. 77
A. Nasenöffnungen getrennt.
Wirbel beiderseits kegelförmig ausgehöhlt, mit persistenter Chorda,
alle mit intervertebralen Hypapophysen. Knochen der Gliedmassen
ohne Gelenke; Oberarm mit Foramen entepicondylare.
1. Palaeohatteriidae.
Wirbel vollständig verknöchert, Nackenwirbel opistho coel, Rücken-
wirbel biconcav. Keine Hypapophysen zwischen den Rückenwirbeln
Extremitätenknochen mit Gelenken. Oberarm mit Foramen ectepicon-
dylare (oder entsprechender Grube). 2. Proterosauridae.
B. Nasenöffnung unpaar. Wirbel vollständig verknöchert, schwach biconcav.
Keine Hypapophysen zwischen den Rückenwirbeln. Oberarm mit Ecte-
picondylar-Grube. 3. Champsosauridae.
Unterordnung II. Rhynchocephalia vera.
Jedes Quersegment des Bauchpanzers aus drei Stücken bestehend, einem
medianen, winkligen und einem Paar seitlicher. Pubis und Ischium länglich und
fünftes Metatarsale wie bei den Lacertiliern modifieirt.
A. Kiefer bezahnt, Wirbel amphieöl.
a. Nasenöffnungen getrennt; Unterkiefer mit Coronoidfortsatz, seine
Aeste nicht durch Sutur verbunden. Wirbel tief biconcav.
Humerus mitentepicondylärem und entepicondylärem Foramen; Rippen
mit Hakenfortsätzen; alle Wirbel mit intercentralen Hypapophysen.
4. Hatteriidae.
Humerus nur mit entepicondylärem Foramen; Rippen ohne Haken-
fortsätze; keine Hypapophysen zwischen den Rückenwirbeln.
5. Homoeosauridae.
b. Nasenöffnung unpaar. Unterkiefer ohne Coronoidfortsatz, die Aeste
zu einer soliden Symphyse vereinigt. Wirbel schwach biconcav;
keine Hypapophysen zwischen den Rückenwirbeln. Oberarm mit
ectepycondylärem Foramen (oder entsprechender Grube).
6. Rhynchosauridae.
B. Kiefer zahnlos; Wirbel procoel; Unterkiefer ohne Coronoidfortsatz, die
Aeste in einer soliden Sympbyse vereinigt Oberarm mit Eetepicondylar-
Foramen. 7. Sauranodontidae.
Ann. Mag.N.H. (IV) 11. 1893 p. 204—210, (Vergl. auch Ber. f. 1891
p- 143).
Faunistisches.
Europa. Wolterstorff bringt eine eingehende faunistische
Arbeit über die Reptilien und Amphibien der nordwestdeutschen
Berglande, mit Berücksichtigung der Bodenbeschaffenheit und des
Klimas in dem behandelten Gebiete. Die Abhandlung enthält eine
Einleitung (p. 1—8), Litteraturnachweis (p. 9—11) treffliche Be-
stimmungstabelle (p. 12—20) und schliesslich den Haupttheil, der
sich in die Fauna des Harzes, der nördlichen und östlichen Vor-
lande desselben, des Kyffhäusergebirges, des Weser- und Leineberg-
landes, und des westfälischen Gebietes glieder. Das Werk ist
infolge der exakten Bestimmungen und Fundortsangaben, sowie
der steten Bezugnahme auf die oro- und hydrographischen, klima-
tischen, geologischen und phytologischen Verhältnisse geradezu
718 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
mustergiltig und eines der besten dieser Art über die Reptilien-
und DBatrachierfauna Deutschlands. — Jahrb. Abh. Naturw. Ver.
Magdeburg 1893 p. 1—242.
G. Möllmann giebt eine Zusammenstellung der Reptilien und
Amphibien, welche bis jetzt im Artlande und den angrenzenden
Gebieten beobachtet wurden. Es sind die folgenden: Emys lutaria
(ausgesetzt), (Koppelgräben bei Quackenbrück), Lacerta agilis (Börstel),
Anguis fragilis (p. 225); Pelias berus (fraglich), Tropidonotus natrix
(Hahnenmoor und bei Börstel) (p. 226.) — Jahresber. Ver. Osna-
brück, 1891—92 (1893).
F. Werner erwähnt aus Baden in Niederösterreich Lacerta
agilis (fehlt bei Vöslau), Tropidonotus tessellatus (häufig, wird fast
meterlang; auch im Kampflusse bei Horn, in der Thaya, bei Möd-
ling [Laxenburg-Ref.]); ferner von Thayathal bei Hardegg eine ganz
schwarze Lacerta viridis und Tropidonotus natrix var. bilineatus,
letztere auch von Bruck a./Leitha (auch bei Laxenburg und Grammat-
Neusiedl, sowie bei Mürzzuschlag, N.-Steiermark;; Ref.); aus Laxenburg
Vipera berus var. (= ursinü Bp.; Ref.) und Zamenis gemonensis aus
Mödling (daselbst auch Tarbophis fallax; Ref... — Jahrb. Abh.
Naturw. Ver. Magdeburg 1893 p. 243— 247.
Derselbe erwähnt aus Bosnien folgende Reptilien: Lacerta
agılis, viridis, vivipara, muralis, subsp. fusca, Anguis fragılis, Tropi-
donotus natrix mit var. persa, T. tessellatus, Coronella austriaca,
Coluber aesculapü, Vipera berus (das Exemplar vom Gipfel der
Dinara gehört aber zu V. ursinü Bp.), V. ammodytes und macht
bei einigen derselben systematische Bemerkungen. — Zool. Anz.
1893 p. 421—424.
G.Kolombatovid macht in den „Novi Nadodatei Kraljesnjacima
Dalmacije“: Spalato 1893. 8°, 27 pp. Bemerkungen über einige
dalmatinische Reptilien. Von Coelopeltis monspessulana Herm. giebt der
Verf. an, dass er wie Katuri6 bei allen den zahlreichen untersuchten Ex-
emplaren nur 17 Schuppenreihen gefunden habe; von der Insel Solta
werden fast vollständig schwarze Exemplare erwähnt; Coronella austri-
aca wird aus Dalmatien nur vom Bezirk von Imotski (Katuric) und
vom nördlichen Theile des Mte. Mossor angegeben; die C. girondica
wird aus der dalmatinischen Fauna eliminirt; von Lacerta mossorensis
Kolomb. wird ein drittes dalmatinisches Exemplar vom Berg Biokovo
aufgeführt; Algiroides nigropunctatus kommt in Dalmatien vor, aber
nur bei Verlika (ohne dunkle Punkte) auch die L. oxycephala var.
tommasinii Schreiber wird aus Dalmatien erwähnt.
C. Lopez, Cenni sulla Fauna dell’Abruzzo Teramano, wo (nach
Boulenger, Zool. Rec. p. 16) auf p.32 und 33 die vom Verf. in den
Abruzzen gefundenen Reptilien und Batrachier aufgezählt werden,
ist dem Ref. nicht zugänglich gewesen.
Minä-Palumbo behandelt von den „Rettili ed Anfibi Nebrodensi“
Elaphis quaterradiatus Gmel. (p. 52), Zamenis gemonensis Laur.
(p. 55, 75), Periops hippocrepis (p. 80) (noch nicht auf Sicilien aber
in der Herpetologie im Jahre 1893. 79
auf Sardinien und Pantelleria gefunden), Callopeltis quadrilineatus
(p. 127), C. longissimus Laur. (p. 129), Coronella austriaca Laur.
subsp. /itzingeri Bp. (p. 148), Coronella (Macroprotodon) cucullata
Geoffr. (noch nicht auf Sicilien, wohl aber auf Lampedusa gefunden)
(p. 152), Coronella girondiea Daud. (p. 152, 227). — Naturalista
Sieillano XII. 1893.
M. Christy giebt einen Katalog der Localfaunen der britischen
Reptilien. — Zoologist 1893 p. 241 —252.
Asien. F. Werner zählt von der Sinai-Halbinsel auf: Acantho-
dactylus boskianus, Hemidactylus turcieus, Agama sinaita, Uromastiw
ornatus Heyd., Coelopeltis lacertina (ist Psammophis schokari) Cerastes
cornutus. — Verh. Zool. bot. Ges. XLIII, 1893 p. 359.
P. Matchie erwähnt von Aden folgende von O. Neumann ge-
sammelte Reptilien: Hemidactylus flavoviridis Rüpp., Chalcides ocel-
latus Forsk., Acanthodactylus boskianus Daud., Zythorhynchus dia-
dema D.B. und 3 nn. spp., eine davon einem n. g. angehörig (s.
Lacertidae, Scincidae, Chamaeleontidae), — SB. Ges. naturf. Fr.
Berlin 1893 p. 27—31.
F. Werner erwähnt von Ceylon Nicoria trijuga var. therminalis,
Typhlops: braminus, Cylindrophis maculatus, Rhinophis planiceps,
Rh. blythii, Aspidura brachyorrhos, guentheri, trachyprocta, Lycodon
aulicus, Polyodontophis subpunctatus, Simotes arnensis, Oligodon sub-
lineatus und subgriseus, Coluber helena, Macropistodon plumbicolor (als
Tropidonotus), T. stolatus, asperrimus (als pescator), Helicops schistosus,
Dipsas ceylonensis, Dryophis myeterizans, Chrysopelea ornata, Callo-
phis trimaculatus (neu für Ceylon — Ref.), Bungarus coeruleus (wohl
ceylonensis, obwohl beide Arten bis auf den Fundort keine wesent-
lichen Unterschiede aufweisen. — Ref.), Vipera Russellü, Ancistrodon
hypnale, Trimeresurus trigonvcephalus; Hemidactylus triedrus, Varanus
bengalensis, Mabuia macularia (wohl carinata), carinata; von Sumatra
Python reticulatus, Xenopeltis unieolor, Ablabes tricolor und baliodirus,
Simotes subcarinatıs (wohl signatus), Coluber melanurus, ox@ycephalus,
Dendrophis pietus, Psammodynastes pulverulentus, Dryophis prasinus,
Homalopsis buccata, Hypsirhına enhydris, plumbea, Adeniophis bivir-
gatus, Naia tripudians var. atra, Trrimeresurus wagleri, Varanus salvator,
Dactylocalotes etisa (errore; — dem centralamerikanischen Basiliscus
vittatus Wiegm. juv.); von Borneo: Cylindrophis rufus, Xenopeltis
unicolor, die seltene (onyophis margaritatus, Xenelaphis hexagonotus,
Dendrophis ptetus, Dipsas dendrophila, Acrochordus javanicus, Acan-
tophis antarctica (neu für die Sunda-Inseln). — Verh. Zool. bot. Ges.
Wien XLIlI. 1893 p. 349—358.
Boettger beschreibt einige neue Reptilien und Batrachier von
West-Java. Zool. Anzeiger Bd. XVI. 1893 p. 334 - 340.
F. Werner erwähnt von der Insel Nias (westl. von Sumatra)
Hemidactylus frenatus, garnoti, Gehyra mutilata, (Gecko stentor, mo-
narchus, Calotes cristatellus, Mabuia multifasciata, Typhlops nigro-
albus, Uhrysopelea ornata var. hasselti (= Ch. chrysochlora Reinw.),
Dendrelaphis caudolineatus, Coluber melanurus, Dryophis prasinus,
80 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Adeniophis bivirgatus, T'rrimeresurus formosus. — Jahresber. Ver.
Magdeburg 1892 p. 248—252. (1893).
G. Boulenger beschreibt einige neue Reptilien von Borneo.
Proc. Zool. Soc. London 1893 p. 522—528 Taf. 42—44.
Th. W.van Lidth de Jeude führt aus der Umgebung der
Sandakan-Bai, Nord-Borneo, folgende von Prakke gesammelte Rep-
tilien an: Gymnodactylus consobrinus, Hemidactylus frenatus, Draco
cornutus und lineatus, (fonyocephalus miotympanum und borneensis,
Calotes cristatellus, Mabuia multifasciata, Lygosoma smaragdinum,
olivaceum und vittatum, Python reticulatus, Simotes octolineatus, Co-
luber (Compsosoma) melanurus, Tropidonotus trianguligerus, conspi-
cillatus und (Amphiesma) chrysargus, Cerberus rhynchops, Hypsirhina
(Homalophis) doriae, Coluber (Gonyosoma) oxycephalum, Dendrophis
(Leptophis) formösus, D. pietus, Dendrelaphis (Dendrophis) caudo-
lineatus), Dryophis prasinus, Psammodynastes pietus, Haplopeltura
(Amblycephalus) boa, Dipsadomorphus (Dipsas) dendrophilus und
boops, Doliophis (Adeniophis) intestinalis und macht bei einigen
systematische Bemerkungen. 3 nn. spp. (s. Agamidae, Colubrinae,
Crotalinae). — Notes Leyden Museum XV. 1893 p. 250—257, fig.
Boettger zählt die von Kapt. Storm auf Borneo gesammelten
Reptilien auf und macht bei den meisten Bemerkungen über Be-
schuppung und Färbung. Von Eidechsen erwähnt er Calotes crista-
tellus (Kuhl) von Bandjermassin, Tachydromus sexlineatus Daud.
und Mabuwia multifasciata Kuhl ebendaher; von Schlangen Python
reticulatus (Schneid.) vom Fluss Bulangan, Uylindrophis rufus (Laur.)
von Bandjermassin, Xenopeltis unicolor Reinw. (Fluss Bulangan),
Calamaria benjaminsi Edeling (Bandjermassin und Fluss Bulangan),
Lycodon subcinctus Boie (Fl. Bulangan), Polyodontophis melanocephalus
(Gray) (Fl. Pontianak), Coluber melanurus Schleeg. (Fluss Bulangan),
Dendrophis pictus (Gmel.) (Bandjermassin und Fl. Bulangan), Dipsas
dendrophila Wagl. (Fluss Bulangan und Pontianak), Dryoplis prasinus
Boie (Fl. Bulangan), Chrysopeleu ornata (Shaw), (Bandjermassin und
Fluss Bulangan), Homalopsis buccata L. (Fl. Bulangan), Cerberus rhyn-
chops (Schn.) (Fl. Bulangan und Pontianak), Fordonia leucobalia
(Schleg.) var. unicolor Gray (Bandjermassin), Naja bungarus Schleg.
(Fl. Bulangan), Distira jerdoni (Gray) (Fl. Pontianak). — Mt. Geogr.
Ges. Lübeck Ser. I. Heft 5. 1893 p. 1—3 (8. A.)
Boulenger setzt seine Bemerkungen über die Reptilien- und
Batrachier-Ausbeute L. Fea’s in Burma fort, und behandelt speziell
von Pegu und den Karin-Hügeln mitgebrachten Arten, eine voll-
ständige Liste aller von Fea in Burma gesammelten Arten voraus-
schickend, welche nicht weniger als 10 Schildkröten, 53 Eidechsen,
112 Schlangen und 53 Batrachier umfasst. Speciell erwähnt werden
von Schildkröten: Platysternum megacephalum (Karin-Hügel), Ni-
coria trjuga (vom Fuss der Karin-Hügel), Testwdo emys (Thao in
den Karin-Hügeln 3200—4500°), 7. elongata (Palon in Pegu), Emy-
da scutata (Palon), von Eidechsen: Hemidactylus frenatus (zahl-
reiche Fundorte) 4. bowringi (Palon), H. garnoti (Palon, Thao,
in der Herpetologie im Jahre 1893. 81
Distrikt der Karin Bia-po), FH. platyurus (Malewon, S. Tenasserim),
Lepidodactylus ceylonensis (Malewon), (fecko verticillatus (Rangun),
Ptychozoon homalocephalum (Palon), Draco maculatus (Malewon,
Thao, Distrikt der Karin-Bia-po); Acanthosaura lamnidentata (Yado,
Thao, Cobapo), A. Vakhienensis (Yado, Thao), Calotes ceristatellus
(Malewon), ©. versicolor (von zahlreichen Fundorten), ©. emma (Male-
won, Yado, Thao, Karin-Bia-po), ©. mystaceus (Chialla), Varanus
nebulosus (Malewon, Palon, Karin-Bia-po), Mabuia macularia (Palon,
Thao, Karin-Bia-po), M. multifasciatu« (Malewon, Thao, Bia-pn),
Lygosoma indicum (Yado, Thao, Bia-po), 7. maculatum (Malewon,
Palon, Bia-po), Z. olivaceum (Malewon), L. melanostietum (Palon,
Thao, Yado, Bia-po), L. bowringi (Malewon), Z. cyanellum (Rangun,
Malewon), L. anguinum (Rangun, Palon), Tropidophorus yunnanensis
(Karin-Bia-po); von Schlangen: 7'yphlops diardi (Malewon, Bia-po),
Python molurus (Bia-po), Polyodontophis collaris (Bia-po), Tropi-
donotus khasiensis (Thao), 7. modestus (Thao, Bia-po), T. pescator
(Yado), 7. nigrocinctus (Thao, Bia-po), T. subminiatus (Tungu,
Thao, Biapo), FPseudoxenodon macrops (Bia-po), Trirhinopholis
nuchalis (Bia-po), Lycodon aulicus (Rangun, Palon, Malewon),
Dinodon septentrionalis (Bia-po, Cobapo), Zaocys carinatus (Bia-po),
Zamenis Korros (Malewon), Simotes cyclurus (Palon, Bia-po), 8.
violaceus (Yado, Bia-po, Thao), S. cerwentatus (Taykkyi in Pegu,
Palon), Ablabes stoliczkae (Bia-po), Coluber porphyraceus (Bia-
po), ©. radintus (Malewon, Bia-po), C. prasinus (Bia-po, Thao),
Dendrophis pictus (Malewon, Chialla, Thao), Dipsas cynodon (Palon),
D. eyanea (Palon), Psammodynastes pulverulentus (Palon, Bia-po,
Thao), Dryophis prasinus (Bia-po), Chryopelea ornata (Malewon),
Homalopsis buccata (Rangun), Callophis macclellandi (Bia-po), Adeni-
ophis bivirgatus (Rangun), Bungarus coeruleus (Bia-po), Naia tri-
pudians (Malewon), N. bungarus (Bia-po), Hydrophis gracilis (Ma-
lewon), T'rimeresurus monticola (Bia-po), 7. gramineus (Palon, Bia-
po, Yado, Thao). — Ausserdem 3 nn. spp. (s. Geckonidae, Sein-
cidae). — Ann. Mus. Genova Serie 2a XIII (XXXIT) 1893 p. 324
— 328, Taf. VII.
Afrika. G. Pfeffer beschreibt die von Stuhlmann 1888/89
gesammelten ostafrikanischen Reptilien und Amphibien. Er erwähnt
von Eidechsen: Piyodactylus lobatus Geoffr. von Cairo, Hemidactylus
mabuy« Mor. von verschiedenen Punkten D.-O.-Afrika’s, Lygodactylus
pieturatus Ptrs. von Korogwe aus Rufu und von Lewa in Usambaä,
L. capensis Smith von Quilimane, Tarentola annularıs Geoffr. von
Cairo, Agama mossambica Ptrs. von Mbusini (Usegua) und Mossam-
bique, A. armata Gray von Kihengo (Unguu) A. planiceps Ptrs.
von Mhonda, Ungüu, Varanus niloticus L. von Sansibar, Kibueni,
Acanthodactylus boskianus Daud. von Cairo, Eremias Spekei Gthr.
von Mbusini, Zonurus frenatus Pfeffer (mit ausführlicher Beschreibung ;
nach Boulenger und Tornier = Z. tropidosternum Cope) von Mhonda,
Gerrhosaurus maior A. Dum. von Sansibar, (7. nigrolineatus Hall.
von Pongue, Usegua, (r. flavigularis Wiegm. von Quilimane, Ma-
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. 11, H.1. 6
892 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
buia striata Ptrs. von Sansibar, Lewa in Usambäa, Mhonda,
Lygosoma sundevalli Ptrs. von Sansibar, Kokotoni, Pangani und
Bagamoyo, Ablepharus boutoni Desj. von Sansibar, Insel Changu,
A. Wahlbergi Smith von Mhonda und Quilimane, Scincus offieinalis
Laur., Chaleides ocellatus Forsk. und sepoides Aud. von Cairo,
Chamaeleon dilepis Leach von Sansibar, Mbasi, Pongue, Quilimane,
Sansibar und Bagomoyo, Rhampholeon Kerstenii Ptrs. von Mbusini,
und eine neue Art von Rhampholeon (s. Chamaeleontidae); von
Schlangen: Onychocephalus caecus A. Dum., Stenostoma conjunetum
Jan von Korogwe, Calamelaps unicolor Reinh. von Bagamoyo, Coro-
nella olivaceo Ptrs. von Quilimane und Sansibar, Phiulothamnus
heterolepidotus Gthr. von Njama, Kette, Quilimane, PA. punctatus
Ptrs. von Lewa, Usambäaa und Quilimane, Bucephalus typus Smith
von Quilimane, Dryophis Kirtlandi Hall. von Quilimane, Psammophıs
sibilans L. von Msere in Usegua und von Sansibar, Kumbani; var.
intermedius Fisch. von Quilimane und Bagamoyo, Simocephalus poensis
Smith von Lewa in Usambäa und Kokotoni, Boodon quadrilineatus
DB. von verschiedenen Fundorten D.-O.-Afrika’s, Lycophidium ca-
pense Smith von Mhonda, Bagamoyo und Usambäa, Crotaphopeltis
rufescens Gmel. von Matamondo, Ungüu, Quilimana und Usambaä,
Atractaspis irregularis Reinh. (welche von Verf. in viel weiterem
Sinne aufgefasst wird, als von Boulenger und den grössten Theil
der von letzterem in seinem Katalog unterschiedenen Arten um-
fasst) von Bagamoyo und Quilimane, die seltene Vipera superciliaris
Ptrs. von Quilimane, Echis frenata DB. vom Atak-Berg bei Suez,
Bitis arietans Merr. von Usambäa und 2 nn. sp. (s. Colubridae).
— Jahrb. Hamb. wiss. Anst. X. 1893 p.71—89, Taf. 1.
Stejneger erwähnt von Aldabra Hemidactylus mabouia, Able-
pharus boutoni poecilopleurus und eine neue Phelsuma-Art (8.
Geckonidae), von Gloriosa Hemidactylus mabowia, Zonosaurus mada-
gascariensis und eine neue Subspecies von Ablepharus boutoni
(s. Scincidae), von den Seychellen: Sternothaerus nigricans, Hemi-
dactylus mabouia, Phelsuma madagascariense, Aeluronyx seychellensis,
Mabouia seychellensis, Chaemaeleon tigris, Lycognathophis seychel-
lensis, Boodon geometricus und einen neuen Diplodactylus (s. Geckoni-
dae) schliesslich vom ÖOstafrikanischen Festland: Crocodilus mi-
lotieus (Tana-Fluss), Hemidactylus mabouia (Tana-Fluss, Kilima-
Njaro), Agama colonorum, Varanus saurus, Latastia spinalis,
Eremias brenneri, Riopa sundevalli, Chamaeleon dilepis (alle
sechs Arten vom Tana-Fluss), Ch. roperi (Fuss d. Kilima-Njaro
und Tana-Fluss), 7'yphlops Schlegelii (Insel Manda bei Lamu),
Boodon lineatus (Lamu und Kilima-Njaro), Crotaphopeltis ho-
tamboeia (Tana-Fluss), Phelothamnus semivariegatus (Tana-Fluss
und Insel Manda bei Lamu), Hemirhagerrhis Kelleri (Tana-
Fluss), Hemörhagerrhis hildebrandti (Ptrs.) (von Peters als Ablabes
beschrieben, von Boulenger mit Amphiophis nototaenia vereinigt,
vom Verf. aber für verschieden gehalten), Psammophis sibilans
(Wange und Tana), P. biseriatus (Tana), Thelotornis Kirtlandi (Tana),
in der Herpetologie im Jahre 1893. 83
Rhamphiophis rostratus (Tana), Dasypeltis palmarum und abyssina
(Kilima-Njaro), Naja nigricollis (Tana), Atractaspis rostrata (Wange,
Insel Manda), Causus rhombeatus (Kilima-Njaro). Viele Arten mit
wichtigen systematischen Bemerkungen. — Proc. U. S. Nat. Mus. 1894.
Eine Uebersicht der von Prof. C. Keller anlässlich der
Ruspoli’schen Expedition nach den Somaliländern ge-
sammelten Reptilien und Batrachier giebt O. Boettger. Er
erwähnt von Schildkröten Testrdo pardalis Bell und Pelomedusa
galeata Schpff., beide neu für Somaliland, p. 113, von Eidechsen
Hemidactylus homoeolepis Blfd. (bisher nur von Sokotra bekannt)
Agama spinosa Gray (neu für Somaliland), Agama rueppellii Vaill.
und cyanogastra Ruepp. p. 114, Varanus albigularıs Daud., Eremias
mucronata Blfd. p. 118, Mabuwia varia Ptrs. (neu für Somaliland),
hildebrandti Ptrs., Chalcides ocellatus Forsk., Chamaeleon gracilis
Hall. p. 116, Calamelaps vaillanti Mocq. p. 117, Zamenis laducensis
Anders. var. n. p. 115, Leptodira rufescens Gmel., Dipsas (Teles-
crdus) obtusus Rss., Psammophis sibilans L., Psammophis punctu-
lalus DB., biseriatus Ptrs. p. 119, Bucephalus typus Smith, Naja
haje L., Vipera arietans Merr. (letztere beide neu für Somaliland)
p. 130. Neu sind 2 Eidechsen (ein neues Genus Holodactylus) ein
Chamaeleon, 2 Schlangen nebst einer Schlangenvarietät, (S. auch
Eublepharidae, Lacertidae, Chamaeleontidae, Colubridae Aglyphae
et Proteroglyphae). Am Schlusse giebt der Verf. eine Uebersicht
der Reptilien des Somalilandes woraus sich ergiebt, dass das Gebiet
von 2 Schildkröten, 34 Eidechsen, 3 Chamaeleons und 55 Schlangen
(s. p. 193) bewohnt ist. Zool. Anz. XVI. 1893 p. 113—119, 129
—132, 193.
Günther zählt von Britisch-Centralafrika und vom Tanganyika-
See folgende Reptilien auf: Üyeloderma frenatum, Sternothaerus
sinuatus, Lygosoma sundevalli, (errhosaurus flavigularıs, Hemidactylus
mabouwia, Chamaeleon dilepis, Chamaeleon melleri, Rhampholeon
brachyurus, Coronella (T'ropidonotus) olivacea var. dumerilüi (Gfhr.),
Daeypeltis scabra, Psammophis sibilans, mit var. intermedia, Psam-
mophylax (Trimerorhinus) variabilis, Ahaetulla (Chlorophis) neglecta,
Dryiophis oatesii (= Thelotornis Kirtlandi), Naja nigrieollis, Causus
rhombeatus, Clotho (Bitis) rhinoceros. Proc. Zool. Soc. London
1893 p. 616--620.
Matschie bringt eine Zusammenstellung der Reptilien und
Amphibien des Togogebietes mit einem sehr bemerkenswerthen
Vorworte und kurzen, populär gehaltenen Beschreibungen der
einzelnen Arten. Er zählt auf von Schildkröten: Ciniwys belliana
Gray (Bismarckburg), Sternothaerus derbianus Gray (Bismarckburg);
von Eidechsen: Varanus exanthematicus Bosc. und neloticus L.,
Agama pieticauda Ptrs. (= colonorum Daud.), Mabwia perroteti DB.,
maculilabris Gray, büttneri Mtsch., Gophoscincus ssmulans (Vaill.),
Hemidactylus platycephalus Ptrs., brookii Gray, Chamaeleon lio-
‚cephalus Gray (nach der Angabe, „Helm hinten ohne Spur von
Lappen“ — Ch. senegalensis Daud.), sömoni Bittgr., Monopeltis sp.;
6*
84 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
von Schlangen: T'yphlops punctatus Schleg., Stenostoma bicolor Jan,
Tropidonotus variegatus Ptrs., Hormonotus modestus DB., Goniono-
tophis klingi Mtsch., Simocephalus poensis A. Smith, Boodon lineatus
DB., virgatus Hall., fuliginosus Bosc., Lycophidium irroratum Leach,
fasciatum Gthr., Philothamnus nigrofasciatus Ptrs., heterodermus Hall.,
Chrysidomus aethiops Gthr., Hadsidophrys coeruleus Fisch., Thelo-
tornis Kirtlandi Hall., Psammsphis irregularis Fisch., notosticta Ptrs.,
elegans Shaw., togoensis Mtsch. (= Rhamphiophis), Dasypeltis fas-
ciata A. Smith, Urobelus acanthias (Kroyer), Elapops modestes
Gthr., Meizodon regularıs Fisch., bitorquatus Gthr., Dipsadoboa
assimilis Mtsch. (= unicolor Gthr.), Leptodira rufescens Gm., Cau-
sus rhombeatus Licht., Atractaspis irregularis Reinh., Dendraspis
jamesonü Traill (ist D. viuidis), Naja nigricollis Reinh., melanoleuca
Hall., Echis carinata Schn., Vipera arietans Merr., rhinoceros Schleg.
— Mitth. Deutsch. Schutzgeb. Bd. VI. 1893, Heft 3, S. A p. 1-8.
(Die noch nicht von Togo nachgewiesenen, aber aufgezählten Arten
sind hier weggelassen!).
Barboza du Bocage zählt (p. 45—46) von der Insel Anno-Bom
(Golf von Guinea) folgende Reptilien auf: Aemidactylus mabowia
Mor. (?), Lygodactylus thomensis Ptrs., Lygosoma africanum (Gray)
und zwei nn. spp. die auf den p. 47—48 beschrieben sind (s. Sein-
cidae, Colubridae). — Jorn. Sci. Lisboa (2) IX. 1893.
Derselbe berichtigt in einer polemischen Schrift gegen von
Bedriaga einige Irrthümer desselben betreffend Reptilien von
S. Thome. — Jorn. Sei. Lisboa (2) X 1893 p. 1—4.
A.D. Del Prato. Le Raccolte Zoologiche fatte nel Congo dal
Cav. Giuseppe Corona. Parma 1893, 8°, 14pp. Genauere Fundorts-
angaben sind nicht gegeben. Es werden erwähnt p. 8: Crocodilus
nilotieus Laur (vulgaris Cuv.), cataphractus Cuv., p.9: Agame colonorum
Daud. var. congica Pts., Varanus niloticus L., Gerrhosaurus nigrolineatus
Hall., Mabuia raddoni Gray, Chamaleon gracilis Hall., p. 10: Elapops
Petersii Schleg., Helicops lineofasciatus Sauv., p. 11: Psammophis
inregularis Fisch., Phölothamnus heterodermus Hall., p.12: Holuropholis
olivaceus A. Dum., Leptodira rufescens Gmel., Python Sebae Gmel.,
Hapsidophrys smaragdına Boie, Bucephalus capensıs Smith, p.13: Drryo-
phis Kirtlandi Hall., Boodon lineatus D. B. var. caj'ensis D. B., und var.
nigraFisch., Naia haie L. var. melanoleuca Hall.,p. 14: nigricollis Reinh.,
Dendraspis jamesonii Traill, Vipera (Echidna) nasicornis Shaw, rhino-
ceros Schlg. Bei den meisten Arten sind auch systematische Be-
merkungen gemacht. —
Eine Skizze der herpetologischen Fauna Südafrika’s giebt G.
Trimen in Noble, Illustr. Official Handbook of the Cape and South
Africa. London 1893; 8° p. 78—88. (Dem Ref. nicht vorgelegen,
nach Boulenger).
Neue oder wenig bekannte Arten von Madagaskar beschreibt
Peracca in Boll. Mus. Torino VIII. 1893 No. 156.
Amerika. E.D.Cope bringt einen Beitrag zur Herpetologie
von British Columbien. Er erwähnt von Schlangen Prtyophis sayı
in der Herpetologie im Jahre 1893. 85
bellona, Eutaenia le;tocephala, E. sirtalis trilineata, E. sirtalıs parie-
talis, E. elegans lineolata, E. elegans vagrans und Ürotalus con-
fluentus lucifer. — P. Ac. Philad. 1893, p. 181—182.
Derselbe verzeichnet von S. W. Missouri (Ozark-Gebirge)
Sceleporus undulatus, Crotayhytus collaris, Ophisaurus ventralis,
Eumeces fasciatus, Carphophiops vermis, Ophibolus doliatus, Ophi-
bolus getulus sayt, Coluber confinis, ©. obsoletus, Bascanium flagelli-
forme, Storeria dekayi, Natrix fasciata sipedon, Eutaenia sirtalis,
Ancistrodon contortrix, Crotalus horridus, Crotaphytus und Bascanium
sind neu für Missouri. — P.Ac. Philad. 1893 p. 384— 385.
Derselbe zählt die Reptilien auf, die von A. P. Brown in
den Ebenen in 36° 30° n. Br. (Oklahoma und N. Texas) gefunden
wurden: Üistudo ornata, Cinosternum flavescens, Chelydra serpen-
ina, Crotaphytus collaris, Holbrookia maculata, Phrynosoma cor-
nutum, Cnemidophorus sexlineatus, Ophisaurus ventralis, Ophibolus
doliatus sysputus, O. getulus Sayı, Pityophis Sayi Sayi, Coluber
spiloides, Dascanium flagelliforme testaceum, Diadophrs amabilis
docilis, Heterodon nasicus nasicus, Trojidoclonium linea.um, Eu-
taenia elegans marciana, Crotalophorus catenatus edwardsü, Crotalus
confluentus. — P. Ac. Philad. 1893 p. 386—387.
0. P: Hay beschreibt die Reptilien und Batrachier des Staates
Indiana. Indianopolis 1893. 8°, 204 pp., 3 Taf. (Dem Ref. nicht
zugänglich gewesen).
Von F. Bocourt; Mission Scientifique du Mexique et dans
l’Amerique Centrale, III, Etudes sur les Reptiles ist im Jahre 1893
die 13. Lieferung erschienen. Paris 4°, p. 733—780, Taf. LI
—LVI.
Blatchley erwähnt vom Mt. Orizaba, Mexico Sceloporus varia-
bilis (bis 14000‘), aeneus (12—14 000‘) und microlepidotus (9
—14 000°), Phrynosoma orbieulare (7500 —9000°), Gerrhonotus im-
bricatus (11000°). — Proc. U. S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 40—42.
L. Stejneger hat die Ausbeute der „Dead Valley Expedition“
bearbeitet. Er beschreibt folgende Arten aus diesem interessanten
Gebiete Kaliforniens: Gopherus agassızii (Cooper), Clemmys marmo-
rata (B. & G.), Coleonyx variegatus (Baird) (Verf. zieht alle ameri-
kanischen Eublephariden zu Coleonyx und betrachtet Euble) hanıs
fasciatus als identisch mit C. variegatus, während er für ©. variegatus
Blngr. nec Baird den Namen (. brevis einführt), Dipsosaurus dor-
salis (B. & G.) (ist ein Pflanzenfresser), Crotaphytus bajleyi Stejn.
wislizenii (B. & G.) (im Magen eines ?-Exemplares dieser Art wurden
ausser Resten von Thieren der eigenen Art auch ein Exemplar von
Phrynosoma jplatyrhinos, in einem jungen d' 2 grosse Uta stans-
buryana gefunden), C. silus Stejn., Callisaurus ventralis (Hall.),
Sauromalus ater Dum. (nächst Heloderma die grösste Eidechse des
Gebietes, wird von den Indianern gegessen), Uta stansburiana (B.
& G.), Uta graciosa (Hall.), Sceleporus magister (Hall.), graciosus
(B. & G.), biseriatus (Hall.), occidentalis (B. & G.), Phrynosoma
blainwllii Gray, platyrhinos Girard (= Ph. m’calli Blngr.. nec Hall.),
86 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Heloderma suspectum Cope (neu für Nevada), Gerrhonotus scinci-
cauda (Skilton) und subsp. palmeri n., @. burnetti Gray, Xanthusia
vigilis Baird, Cnemidophorus tigris (B. & G.), tigris undulatus (Hall.),
Eumeces skiltonianus (B. & G.); Rena (Glauconia) humilis (B. & G.),
Charina plumbea (B. & G.), Diadophis pulchellus (B. & G.), Lampro-
peltis boylüi (B. & G.), HAypsiglenia ochrorhynchus Cope, Salvadora
grahamiae hewalepis Cope, FPituophis cutenifer Bfainv., catenifer
deserticola subsp. n., Bascanion flagellum frenatum subsp. n., Bas-
canion laterale (Hall.), taeniatum (Hall), Thumnophis infernalis
(Blainv.), elegans (B. & G.), hammondi (Kenn.), vagrans (B. & G.),
parietalis (Say), Crotalus tigris (Kenn.), cerastes Hall. und lxcifer
(B. & G.). — North American Fauna (7.) 1893 p. 159—219.
Von A. Günther, Biologia Centrali-Americana, Reptilia, wurde
1893 p. 81—112, Taf. XXXI—XL ausgegeben
Boettger erwähnt von Venezuela an Eidechsen: Gonatodes
caudiscutatus (Gthr.) auf p. 35, Thecadactylus rupicaudus (Houtt.),
Polychrus marmoratus (L.), Tupinambis nigropunctatus Spix, Ameiva
surinamensis (Laur.), T'retioscincus bifasciatus A. Dum.; von Schlangen:
Streptophorus Sebae DB., Liophis merremii (Wied), Xenodon se-
verus (L.) auf p. 36, Dromicus plei DB. var. tristriatus Jan, Dro-
micus lineatus (L.), Herpetodryas dendrophis Schleg., Ahaetulla
liocercus (Wied.), Leptodira annulata (L.) und T’hamnodynastes
punctatissimus (Spix) auf p. 37. — Ber. Senckenbg. Naturf. Ges. 1893.
Boulenger erwähnt aus Asuncion, Paraguay folgende von
J. Bohls gesammelte Reptilien: Polychrus acutirostris Spix, Lio-
cephalus caducus Cope, Tropidurus spinulosus Cope, Tupinambis
teguixin L., Ameiva surinamensis Laur., Amphisbaena Darwinil DB.,
camura Cope, Mabuia agilis Raddi, aurata Gravh., frenata Cope,
Typhlops reticulatus L., Glauconia albifrens Wagl., Drymobius
bifossatus Raddi, Herpetodryas sexcarinatus Wagl., Leptophis lio-
cercus Wied, Liophis poeciogyrus Wied, Xenodon rhabdocephalus
Wied, Aporophis lineatus L., Rhadinaea fusca Cope, genimaculata
Bttgr., oceipitalis Jan, Oxyrhopus plumbeus Wied, petalarius L.,
Rhinostoma nasuum Wagl., Leptodica annulata L., Philodryas
Schottii Schleg., Olfersii Licht, Thamnodynastes nattereri Mik.,
Homalocranium melanacephalum L., Apostolepis dorbignyi DB.,
Elaps lemniscatus L., Leptognathus ventrimaculatus Blngr., Bothrops
diporus Cope, alternatus DB., Crotalus horridns L., Caiman sclerops
Schn.; und 5 nn. spp. (s. Anguidae, Tejidae, Amphisbaenidae, Colu-
bridae). — Ann. Mag. Nat. Hist. (6.) XII. p. 342—347.
Australien. A. H. S. Lucas und ©. Frost haben die in
Vietoria einheimischen Eidechsen bearbeitet. Es werden bei den
Familien äussere Form, Hautbedeckung, Skelett nnd Fortpflanzungs-
weise beschrieben, ebenso ausführliche Gattungs- und Artdiagnose
(theilweise nach Boulenger, mehr weniger modificirt), die wichtigste
Synonymie der Arten, Lebensweise und schliesslich Dimensionen
und geographische Verbreitung in und ausserhalb Victoria gegeben.
Es werden von Victoria erwähnt: Gymnodactylus miliusit Bory,
in der Herpetologie im Jahre 1893. 87
Phyllodactylus marmoratus Gray, Diplodactylus strophurus DB.,
vittatus Gray, tessellatus Gthr., Gehyra variegata DB., Pygopus
lepidopus Lac., Delma fraseri Gray, impar Fisch., Aprasıia pulchella
Gray, Lialis burtoni Gray, Amphrbolurus adelaidensis Gray, pietus
Ptrs., angulifer Gray, muricatus White, barbatus Cuv., T’ympano-
eryptis lineata Ptrs., Physignathus lesueuri Gray, Varanus varius
Shaw., gouldi Gray, Egernia whitii Lac., striolata Ptrs., cunning-
hami Gray, Trachysaurus rugosus Gray, Tiliqua scincoides White,
nigrolutea Gray, occipitalis Ptrs., Lygosoma (Hinulia) lesueuri DB.,
taeniolatum White, quoyi DB., L. (Liolepisma) mustelinum O’Shaughn.,
entrecasteauxü DB., trilineatum Gray, metallicum O’Shaughn., gui-
chenoti DB., pretioum O’Shaughn., teradactylum O’Shaughn., /.
(Hemiergis) peronii Fitz., decresiense Gray, L. (Rhodona) bougain-
villii Gray, punctatovittatum Gthr., Ablepharus boutoni Desj., lineo-
ocellatus DB. und 2 nn. spp. (s. Scineidae). — Proc. R. Soc. Victoria
VI. 1893 p. 24—92, Taf. I.
Stirling und Zietz beschreiben die von der Elder’schen
Forschungsreise nach dem Innern von Australien gesammelten Rep-
tilien. Es sind die folgenden Arten und zwar Eidechsen: Nephrurus
platyurus Blngr. (Victoria Springs; zwischen den Everard und Fraser
Ranges; der Fundort „Adelaide“ im Brit. Mus. Catalog ist ungenau,
die Art bewohnt die trockenen wasserlosen Gebiete des Innern von
Australien), Rhynchoedura ornata Gthr. (Everard Range), Gymno-
dactylus milıusıı Bory (zwischen Frazer Range und Southern Cross);
Heteronota bynoei Gray (zwischen Frazer Range und Southern Cross,
Barrow Range), Diplodactylus spinigerus Gray (Frazer Range), D.
tessellatus Gthr. (Everard Range), (Gehyra variegata D. B. (Barrow
Range; zwischen B. R. und Everard R.; Frazer R.; Queen Victoria
Springs), Pygopus lepidopus Lac. (zwischen Q. V. S. und Frazer R.);
Delma impar Fisch. (Everard R.), Lialis burtoni Gray (Everard R.),
Amphibulurus maculatus Gray (Barrow R.; Victoria Desert, Queen
Victoria Springs), A. eristatus Gray (zwischen Queen Victoria Springs
und Frazer R.), A. pictus Ptrs. (zwischen Frazer R. und Southern
Cross und zwischen F.R. und Victoria Springs), A. reticulatus Gray
(Queen Vietoria Springs), A. adelaidensis Gray (zwischen Q. V.S.
und F.R.), A. barbatus Cuv. (von allen obigen Fundorten), 7'ym-
panoeryptis lineatus Ptrs. (Farina), T. cephalus Gthr. (Murchison
Distriet), Physignathus longirostris Blngr. (Murchison District) (wird
meterlang), Moloch horridus Gray (Ackaringa Creek, Everard R.,
Barrow R.), Varanus gouldi Gray (Frazer R.), V. püunctatus Gray
(F. R.), Zgernia whitii Lac. (zwischen Frazer R. und VictoriaSprings),
E. depressa Gthr. (Murchison District; 2 mit einem 50 mm langen,
vollständig entwickelten Jungen in jeden Oviduct), E. striolata Ptrs.
(zwischen Frazer R. und Southern Cross), Trachysaurus rugosus
Gray (zwischen Frazer R. und Hampton Plains), Trligua oceipitalis
Ptrs. (Frazer Range), Lygosoma leae Blngr. (Barrow R.), Fisheri
Blngr. (Barrow und Everard R.), monotropis Blngr. (Yardanie,
zwischen Frazer R, und Jilgam), fragile Gthr. (zwschen Everard
28 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
und Barrow R.), gerrardi Gthr. (Frazer R.), bipes Fischer (Barrow
R.), Ablepharus greyi Gray (Everard R.): und 4 nn. spp. (s. Gecko-
midae, Agamidae, Scincidae). — Von Schlangen werden nur auf-
gezählt: T’yphlops sp., Pseudechis australis (zwischen Frazer Range
und Jilgarn) 1 n. sp. (s. Elapinae). — Trans. R. Soc. S. Austral'
XVI. 1892—1896 p. 159— 176.
Squamata.
Laecertilia.
Nervensystem. Löwenthal findet, dass der Lobus olfac-
torius bei der Eidechse (Zacerta) im Wesentlichen mit dem der
Säugethiere im Bau übereinstimmt. Bibl. Univ. (3) XXX. 1893
pp. 636 —637.
Die erste Entwicklung des Pinealauges, der Epiphyse und des
Parietalnervs bei /guana tuberculata behandelt A. v. Klinkowström.
Er findet, dass sich das Parietalorgan abhängig von der Epiphyse,
nicht aber parallel zu ihr entwickelt; es ist ein Divertikel, oder
vielmehr das Ende der Pinealdrüse. Das Pinealauge wird bei Anguis
von einem Nervenbündel versorgt, welches nicht von der Epiphyse
abzuleiten ist und bei Anguis vergänglich, bei /guana mehr weniger
dauernd ist. Es geht von einer kleinen Zellanhäufung, dem Parietal-
kern hervor, der vor und rechts von der Basis des proximalen
Epiphysenendes gelegen ist. Die Epiphyse stellt in einem gewissen
Stadium bei /guana, Anguis und Lacerta den Stiel der Augenblase
des Pinealauges vor; sie wird dann später von demselben getrennt
und persistirt als ein fingerförmiger Fortsatz am Hirndach. — Anat.
Anz. VIII. 1893 p. 289—299, 4 figg.
Ueber die Anlage der Hypophyse bei Sauriern hat E. Gaupp
Studien gemacht. Sie ist bei ZLacerta dreitheilig und besteht aus
einer grösseren rundlichen Mittelknospe und zwei länglichen Seiten-
knospen, die sich vom Mundhöhlenepithel aus einstülpen. Die
Veränderungen, welche die Mittelknospe erleidet, stimmen in allen
wesentlichen Punkten mit denen überein, die Mihalkowics bei
Säugern beschrieben hat. Die lateralen Knospen treten zuerst in
Verbindung mit dem Medianorgan, dann aber in selbstständige
Beziehungen zum Gehirn und lösen sich von der Hauptmasse des
Gehirns als solide Epithelmassen ab, die auch bei der erwachsenen
Lacerta persistiren dürften. — Arch. mikr. Anat. XLIII. 1893 p. 569
—580, T. XXXHU—XXXIl.
Verdauungssystem. Die Zähne von Embryonen und Jungen
von Iguana tuberculata wurden von Leche untersucht; nach ihm
legt sich die Schmelzleiste als Epithelverdickung beim l4tägigen
Embryo an; der 24tägige Embryo zeigt die ersten Zahnanlagen;
sie liegen oberflächlich, sind funktionslos und verschwinden bereits
vor der Geburt. Die Zähne der folgenden Reihen trennen sich
viel später als bei den Säugethieren von der Schmelzleiste, so dass
man Zahnanlagen von zwei Dentitionen im Zusammenhang antreffen
kann, Bei Jungen von 77 mm Länge trifft man auf demselben
in der Herpetologie im Jahre 1893. 89
Schnitt Zähne der 2., 3. und 4. Dentition an. — Anat. Anz. VII.
1893 p. 793800, fige.
Urogenitalapparat. A. Ostroumoff bemerkt in einer Arbeit,
betitelt „Studien zur Phylogenie der äusseren Geschlechtsorgane
bei Wirbelthieren, „dass der Schwanzdarm der Selachier der Allantois-
anlage der Eidechsen homolog ist und bei letzteren der Urachus
und die definitive Allantois nur einen vergrösserten Theil der
Selachier-Cloake vorstellen. Eine Cloakalnaht ist auch bei den
Eidechsen zu finden. Bei ihnen entstehen an der Grenze des Hinter-
darms in das Lumen einspringende Seitenfalten, welche weiter
vorn ein vollständiges Septum bilden und das Darmlumen in eine
obere (Rectum) und eine untere (Urachus) Abtheilung zerlegen.
Im weiteren Verlaufe des Entwicklung bildet sich auf Kosten dieser
Hautfalten eine neue Abtheilung der Cloake. Die Stelle der ur-
sprünglichen Cloake scheidet die „Selachoidcloake* von dem neu
entstandenen Vestibulum cloacae. Die diese Abtheilung begrenzenden
Hautfalten werden Cloakalfalten genannt und sind die unmittelbare
Fortsetzung der lateralen Hautfalten, aus denen die Extremitäten
ihren Ursprung nehmen. Sie bilden den Uebergang von den
paarigen Extremitätenanlagen zur unpaaren Schwanzflosse und
liefern bei den Eidechsen ein Paar der Copulationsorgane, sowie
die vordere und hintere Cloakenlippe. — Mitth. Zool. Stat. Neapel
XI. 1893 pp. 46—55, T. HI—IV.
Ontogenie. C. Bersch hat die Rückbildung des Dottersacks
bei Lacerta agilis untersucht. Er wird vor dem Ausschlüpfen des
Thieres in die Bauchhöhlen aufgenommen, wenn er schon beträchtlich
verkleinert ist; er lässt in diesem Stadium aber noch deutlich
Epithel und Bindegewebe unterscheiden, ist also wohl noch nicht
ausser Funktion. Sein Bau ist, abgesehen von der Grösse, ganz
wie in der zweiten Hälfte der Entwicklung. Mit der Harnblase
ist er nach seiner Aufnahme in die Bauchhöhle durch einen Strang
verbunden, der ihm distal ansitzt, während das proximale Ende
am Mesenterium befestigt ist. Ausführliches Referat im Jahresber.
Zool. Stat. Neapel für 1893 p. 72. — Anat. Hefte 1. Abth. 1. Bd.
p. 475—503, Taf. XXIX—XXX.
Mitsukuri hält dafür, dass Will mit Unrecht für Platydactylus
einen anderen als die Hertwig’schen Modus der Coelom-Divertikel-
bildung annimmt und versucht seine Befunde auf die typische Form
zurückzuführen. — Anat. Anz. VII. 1893 pp. 431—434, fig.
Geckonidae.
Gymnodactylus feae n. sp. von Puepoli, Burma, 3200—3400° — Boulenger
in: Ann. Mus. Genova Serie 2a XIlI (XXXIIL.) 1893 p. 313, Taf. VII. Fig.1.
Gymnodactylus peguensis n. sp. von Palon, Pegu. — Boulenger in: Ann. Mus.
Genova Serie 2a, XIII (XXXIIL) 1893 p.314, Taf. VII, fig. 2.
Diplodactylus inespectatus n. sp. von Mahe, Seychellen. — Stejneger, Proc. U,
S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 714.
90 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungeu
Diplodactylus elderi n. sp. von Central-Australien (Barrow Range). — Stirling
& Zietz, Tr. R. Soc. S. Australia XVI. 1893 p. 161, Taf. VI, fig.1.
Piyodactylus bischoffsheimi n. sp. p. 340, Taf. III, flg.1; montmahoni n. sp. p. 369,
Taf. III. fig. 2; darroisi p. 375, Taf. Ill. fig. 3; puiseuxi n. sp. p. 379, Taf. III.
fig. 4. (alle aus Syrien, nach Peracca alle 4 identisch mit Pt. lobatus syri-
acus). — Boutan in: Rev. Biol. Nord France V. 1893. (p. 329—345, 369
—384, 444—448, Taf. III).
Hemidactylus benguellensis u. bayoni nn. spp. von Angola. — Barboza du Bocage,
Jorn. Sci. Lisboa (2) III. 1893 p.115 u. 116.
Blaesodactylus n.g. für Hemidactylus Sakalava Grand. (= boivini A. Dum.). —
Boettger in: Cat. Rept. Sammlg. Senckenbg. Mus. p. 32.
Geckolepis polylepis n. sp. von West-Madagaskar. — Boettger in: Cat. Rept.
Sammlg. Senckenbg. Museum p. 35.
Tarentola americana Gray, neu beschrieben, und in einen neuen Bestimmungs-
schlüssel der 9 Tarentola-Arten eingereiht von Boulenger, — Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XII. p. 204.
Phelsuma abbotti n. sp. von Aldabra. — Stejneger, Proc. U. S. Nat. Mus.
XV1. 1893 p. 716.
Phelsuma dubium (Bttgr.) Diagnose vervollständigt von Boettger in: Cat. Rept
Sammlg. Senckenbg. Mus. p. 38.
Eublepharidae.
Coleonyx elegans Gray, ausführlich beschrieben und farbig abgebildet von
A. Duges in: La Naturaleza (2) II. 1893, p. 296, tab. XII.
Eublepharis: amerikanische Arten gehören zu Coleonyx. Stejneger, North
American Fauna (7) 1893 p. 162.
Coleonyx fasciatus Blngr. = C. variegatus (Baird). — Stejneger ].c. p. 164.
Coleonyx variegatus Blngr. nec Baird = C. brevis n.sp. — Stejneger, 1.c. p.164.
Eublepharis dovii Blngr. und fasciatus Bingr. abgebildet bei Günther. Biologia
Centrali-Americana, Rept. Taf. XXT. fig. A. u. B. (1893).
Hemithecony® n.n. für Psilodactylus Gray nec Oken. Stejneger, N. Am.
Fauna (7) 1893 p. 163.
Holodactylus n. g. (p. 113) für H. africanus n.sp. (p.114) aus Somaliland. —
Boettger, Zool. Anz. XVI. 1893 (als Geckonidengattung beschrieben).
Uroplatidae.
Skelettsystem. F. Siebenrock giebt eine ausführliche Be-
schreibung des Skelettes von Uroplates fimbriatus, welches sowohl im
Bezug auf den Schädel als auch im Schultergürtel und Sternocostal-
apparat wesentliche Verschiedenheiten von dem der Geckoniden auf-
weist. Wegen der vielen Details muss im Uebrigen auf die Arbeit
selbst verwiesen werden. — Ann. naturhistor. Hofmus. Wien 1893
p. 517— 536, fig. 1, Taf. XIV.
Uroplastes phantasticus Blngr., g' beschrieben von Peracca, Boll, Mus. Torino
v1. 1893 No.156 p.1.
in der Herpetologie im Jahre 1893. 91
Agamidae.
Urogenitalapparat. J. P. Hill beschreibt einen erwachsenen
männlichen Amphibolurus muricatus, bei welchem der Müller’scheGang
beiderseits in rudimentären Zustande erhalten war. Beide Gänge waren
29 mm lang, 2 mm im Durchmesser, der linke war in seiner ganzen
Länge continuirlich und endigte hinten blind vor der linken Niere;
der vor dem Hoden gelegene Theil bildete einen stumpfen Winkel mit
dem hinteren Abschnitt. Der entsprechende Theil des (ein wenig
längeren) rechten Ganges hing mit dem hinteren Abschnitt nur
durch einen zarten Faden zusammen. — Proc. Linn. Soc. N.-S.-
Wales VIII. 1894 p. 325—326.
Draco haasei Boettger n. sp. (verw. maculatus Gray) p. 429, Chantaboon, Siam.
Zool. Anz. XVI. 1893.
Draco maximus n. sp. Mt. Dulit, 2000° Borneo. — Boulenger, P. Z. S. London
1893 p.522, Taf. XLII. fig. 1.
Dacro microlepis n. sp. Merabah, N. Borneo. — Boulenger, P. Z. S. London
1893 p.523, Taf. XL. fig. 2.
Draco quadrasi n. sp. von Sibuyan, Philippinen. — Boettger in: Cat. Rept.
Sammlg. Senckenbg. Mus. p.41.
Japalura ornata n. sp. von der Sandakan-Bai, N. Borneo. — van Lidth de
Jeude, Notes Leyden Museum XV. 1893 p. 251.
Diptychodera n. g. (verw. Gonyocephalus) für D. lobata n. sp. von Neubritannien.
— Boettger in: Cat. Rept. Sammlg. Senckenbg. Mus. p.45.
Dendragama fruhstorferi n. sp. p. 335, Vulkan Tjisurupan, West-Java. — Boett-
ger, Zool. Anz. XVI. 1893.
Calotes feae Blngr. 1887 ist das Q zu Oriocalotes kakhienensis Anderson 1879
= Acanthosaura kakhienensis Boulenger 1887 (Cat. Liz.). — Boulenger,
Ann. Mus. Genova 1893 p. 317.
Agama aspera n. sp. (= A. inermis Rss. var.); Ostalgerische Sahara. — Werner,
Zool. Anz. 1893 p. 359.
Amphibolurus rufescens n. sp. von Central-Australien (Mt. Sir Thomas, Birks-
gate Range). — Stirling & Zietz, Tr. R. Soc. S. Australia XVI. 1893
p. 164, Taf. VI. fig. 2.
Amphibolurus scutulatus n. sp. von Central-Australien (zwischen Fraser Range
und Queen Vietoria Range). — Stirling & Zietz, l.c. p.165, Taf. VII,
fig. 1—2.
Uromastix spinipes Daud. für Biskra (Ost-Algerische Sahara) neu erwähnt von
E. Olivier. — Bull. Soc. Zool. France 1893 p.63. (Andererseits ist nun
auch der nordwestafrikanische U. acanthinurus Bell in Aegypten gefunden
worden — Ref.).
Iguanidae.
Anatomisches. Evans bestätigt Herricks Ansicht, dass das
Cerebellum der Reptilien eine Umwälzung erfahren habe, so dass
Theile der Oberfläche an die Ventralseite gekommen sind, durch
Befunde bei /guana, Sceleporus und Phrynosoma. Herrick, in Journ.
Comp. Neur. Cincinnati Vol. 3 p. 45—60 Taf. 12.
92 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Sörensen untersuchte das Parietalorgan von Phrynosoma coro-
natum; es besteht aus Epiphysenbläschen, Epiphysenstiel, Nerv,
2 Blutsinus, einem Plexus. Auch das von Ritter als vordere stark
gefaltete Epithelwand des proximalen Epiphysenabschnittes be-
trachtete Gebilde ist ein Plexus. Herrick in: Journ. Comp. Neur.
Cineinnati Vol. 3 p. 45—60 Taf. 12.
Systematisches. Anolis brevipes n. sp. von Costa Rica. — Boettger in: Cat.
Rept. Sammilg. Senckenbg. Mus. p. 57.
Basiliscus vittatus Wiegın. beschrieben jals Dactylocalotes elisa (n. g. n. sp.) von
Werner, Zool. Anz. 1893 p. 361 (berichtigt auf p. 426).
Ueber Crotaphytus bajleyi Stejn., sius Stejn. und wislicenü B. & G. macht
Stejneger Bemerkungen. — N. Amer. Fauna (7) 1893 p. 170.
Callisaurus ventralis Hall. wird von Stejneger als von C. draconoides Blainv.
verschieden betrachtet. (l. c. p. 170). i
Sauromalus ater A. Dum. Zwei kleine Bilder dieser Art in natürlicher Um-
gebung giebt Stejneger l.c. Taf. IV.
Holbrookia propingua B.& G. abgebildet bei Günther. (Biologia Centrali-Ameri-
cana, Rept. Taf. XXXI. fig. C. (1893).
Uta lateralis Blngr. abgebildet ebenda, Taf. XXXT. fig. D.
Sceleporus omiltemanus Gthr., pleurolepis Gthr. und rubriventris Gthr. abgebildet
ebenda (Taf. XXXII).
Ueber Sceleporus biseriatus Hall. (p. 184), graciosus B. & G. (p. 183) und magister
Hall. (p. 178). Bemerkungen von Stejneger, N. American Fauna (6) 1893.
Sceleporus boulengeri n.sp., Westküste von Mexico von Mazatlan bis Guaymas.
— Stejneger in: North American Fauna (7) 1893 p. 180, Taf. I, fig. 5a—ec.
Sceleporus orcutti n. sp. von Milquatay Valley, San Diego C., California. —
Stejneger in: North American Fauna (7) 1893 p.181, Taf. I, fig. 4a—c.
Phrynosoma cerroense n. sp. von Cerros Islands, pacifische Küste von .Unter-
Californien. — Stejneger in: North American Fauna (7) 1893 p. 187.
Phrynosoma goodei n. sp. von Sonora, Mexico. — Stejneger in: North American
Fauna (7) 1893 p.191 Taf. II, fig. 3a-ec.
Zonuridae.
Zoururus frenatus Pfeffer (=tropidosternum Cope nach Boulenger und Tornier)
ausführlich beschrieben und abgeb. von Pfeffer in: Jahrb. Hambg. wiss. Anst.
X. 1893 p. 73 Taf. I, fig. 1=und 2.
Anguidae.
Anatomisches. Das Vorkommen eines accessorischen Parietal-
organes wird von Prenant für Anguis bestätigt und zwar nur beim
Embryo; von 4 Embryonen aber 3 nur in der Einzahl. Vorkommen
und Bau unterliegen grossen Schwankungen. — Anat. Anz. IX.
1893 p. 103—112, figg.
Biologisches: W. Rattgen beobachtete mehrmals, dass ein
Scheltopusik (Ophisaurus apus) verschiedene Schlangen (Ringel- und
Würfelnattern) auf die auch seinen gewöhnlichen Beutelthieren ge-
in der Herpetologie im Jahre 1893. 93:
genüber gebrauchte Weise durch Drehen getödtet habe, ohne sie
aber zu verzehren. — Blätter f. Aq. u. Terr. Fr. IV 1893 p. 197.
Systematisches: L. Stejnejer restituirt den Genusnamen Shelto-
pusik Latr. für Lacerta apus Pall., der auch vor Ophisaurus Daud.
Priorität habe und spricht sich gegen die Vereinigung der nord-
amerikanischen Ophisaurus-Arten mit der eurasischen Art im selben
Genus, wie es Boulenger gethan hat, aus. — Science XXI. 1893 p. 157.
Ophiodes intermedius n. sp. zwischen striatus und vertebralis. Asuncion, Para-
guay. — Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist. p. 343, (6) XIII. 1894.
A. Duges bespricht die Farbenvariationen von (errhonotus
imbricatus Wiegm. und giebt farbige Abbildungen derselben. — La
Naturaleza 1893 p. 294, tab. XII.
Gerrhonotus scincicauda Skilt. und burnetti Gray werden von Stejneger als
von coeruleus verschieden betrachtet. — North American Fauna (7) 1893
p. 195 und 197.
Gerrhonotus scincicauda palmeri n. subsp. vom South Fork Kings River, Cali-
fornien. — Stejneger, North American Fauna (7) 1893 p. 196.
Helodermatidae.
C. Stejneger erwähnt Heloderma suspectum Cope aus dem
östlichen Nevada. — N. Am. Fauna (7) 1893 p. 194.
Varanidae.
Varanus microstictus Rüpp. n. sp. von Abessynien. — Publieirt von Boettger
in: Cat. Rept. Sammlg. Senckenbg. Mus. p. 72.
Xanthusiidae.
Xanthusia henshawi n. sp. von Witch Creek, San Diego County, Californien. —
Stejneger, Proc. U. $. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 467.
Xanthusia vigilis Baird, beschrieben und abgebildet bei Stejneger, in: N. Am.
Fauna (7) 1893 Taf. III, fig. 1.
Teiidae.
Centropyz paulensis n. sp, von 8. Paulo, Brasilien. — Boettger in: Cat. Rept.
Sammlg. Senckenbg. Mus. p. 73.
Centropyx viridistriga n. sp. Asuncion Paraguay. — Boulenger, Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XIII. 1894 p. 343.
Amphisbaenidae.
L. Stejnejer bemerkt, dass der Latreille’sche Name Bipes
für B. canalieulatus die Priorität vor Chärotes Cuv. habe. — Science
XXI. 1893 p. 157.
Amphisbaena bohlsii n.sp., Asuncion, Paraguay. — Boulenger, Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XIII. 1894 p. 344.
Amphisbaena camura Cope, neu beschrieben von Boulenger, l.c. p. 344.
Monopeltis semipunctata n. sp. von Kamerun. — Boettger in: Mt. Geogr. Ges.
Lübeck (2) V. 1893, p.5—6. (8. A.).
94 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Lepidosternum latifrontale n. sp. Asuncion, Paraguay. — Boulenger, Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) XIII. 1894 p. 345.
Rhineura hatcherii n. sp. (foss.) Miocän von S. Dakota. Baur, Amer.
Natural. XX VI. 1893 p. 989.
Hyporhinidae n. fam., Hyporhina n. gen. antiqua n. sp. (foss.) Miocän von
S. Dakota. — Baur, Amer. Natural. XXVII. 1893 p.999. Verschieden von
allen lebenden Amphisbaeniden durch den Besitz eines Postorbitalbogens.
Lacertidae.
Anatomisches. Van der Stricht untersuchte die Bedeutung
der Epithelialzellen in Nebenhoden von Lacerta vivipara. — C. R.
Soc Biol. Paris (9) V. p. 799—801, fig. — Siehe auch V. Schmidt
(p. 133) und B. Lwoff (p. 138).
Physiologisches. H. Martin bespricht die Bewegungen des
Schwanzes bei der anästhesirten Lacerta. — C.R. Soc. Biol. Paris (9)
5 p. 854—856. — Desgleichen auch Dubois, ebenda p. 915—917.
Faunistisches. Ueber Lacerta serpa Raf. (gute Art, = tiliguerta
Gmel.) bringt J. Berg biologische Mittheilungen. Er eitirt Camerano,
eine briefliche. Mittheilung von Graf Nini an denselben über die Ei-
dechsen des Lido bei Venedig, ferner die Verbreitungsangaben Bedriaga’s
(die übrigens bezüglich der nichtitalienischen Fundorte theilweise in-
correct sind, da sie sich auf andere Arten beziehen) und die Angaben
Camerano’s über die Verbreitung der serpa in Italien, und schliesst
einige eigene Beobachtungen über die von ihm selbst in Terrarien
gepflegten Exemplare an. — (Blätter f. Aq. u. Terr. Fr. IV 1893
p- 122—126.)
P. M. C. Kermode erwähnt an Reptilien für die Insel Man
Lacerta vivipara und agılıs. — Zoologist, 1893 p 64.
Ueber eine auffallend grosse Lacerta agilis aus der Hamburger
Gegend (22 cm) berichtet S. Schenkling. (Blätter f. Agq. u. Terr. Fr.
IV 1893 p. 213.)
Philochortus n. g. (= Latastia Bedr.) für PR. neumanni n. sp. von Scadi bei
Lahadsch (nächst Aden). — Matschie, S. B. Ges. naturf. Fr. Berlin 1893 p. 30.
Latastia (err. Eremias) heterolepis n. sp. von Somaliland. -—- Boettger,
Zool. Anz. XVI. 1893 p.115 (=L. hardeggeri Steindacher nach Boulenger).
Eremias hoehneli n.sp. vom Tana-Fluss, O.-Afrika. — Stejneger, Proc.
U. S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 719.
Eremias sextaeniata n. sp. vom Tana-Fluss, O.-Afrika. — Stejneger, Proc.
U. S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 718.
Gerrhosauridae.
Zonosaurus laticaudatus (Grand.). Diagnose vervollständigt von Boettger
in: Cat. Rept. Sammlg. Senckenbg. Mus. p. 95.
Seineidae.
Ontogenie. F.Todaro beschreibt die Entwicklung von Seps
chaleidica (‚Chalcides tridactylus)). Ric. Lab. Anat. Roma Vol. 3,
p- 87—103, Taf. 4. — Ref. in Jahresber. Stat. Neapel 1893 p. 72.
in der Herpetologie im Jahre 1893. 95
Egernia Kintorei n. sp. von Central-Australien. — Stirling & Zietz,
Fr. R. Soc. S. Austral. XVI. 1893 p. 171.
Hemisphaeriodon tasmanicum n. sp. von Lake St. Clair, Tasmanien (= Ly-
gosoma casuarinae? Ref.). — Lucas & Frost, Proc. Linn. Soc. N.S. Wales VII.
1894 p. 227—-228.
Mabuwia ozoriü n. sp, von Anno Bom, Golf v. Guinea. — Barboza du
Bocage, Jorn. Sei. Lisboa (2) III. 1893 p. 47.
Mabuia wrightü Blngr. = M. seychellensis DB. — Stejneger, Proc. U. S.
Nat. Mus. XVI 1899 p. 720.
Mabuia büttneri n.sp. (verw. megalura Ptrs. und affinis Blngr.) von Bismarck-
burg, Togo, W.-Afrika. — Matschie, SB. Ges. naturf. Fr Berlin 1893 p. 170.
Mabuia chanleri n.sp. vom Tana-Fluss, O.-Afrika. — Stejneger, Proc.
U. S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 721.
Mabwia pulchra n. sp. von Scadi bei Lahadsch (nächst Aden). — Matschie,
SB. Ges. naturf. Fr. Berlin 1893 p. 29.
Lygosoma feae Blngr. =L. ceyanellum Stol. — Boulenger, Ann. Mus.
Genova 1893 p. 320.
Lygosoma zebratum Blngr. = L. indieum var. — Boulenger, Ann. Mus.
Genova 1893 p. 319.
Lygosoma (Homolepida) punctatolineatum n.sp. von Karin Bia-po, Burma.
— Boulenger in: Ann. Mus. Genova Serie 2a XII. (XXXII.) 1893 p. 321.
Lygosoma (Emoa) spenceri n. sp. von Victoria, Australien. — Lucas u.
Frost, Proc. R. Soc. Vietoria VI. 1893 p.81, Taf. I fig. 1--1a.
Lygosoma (Siaphos) maccoyi n. sp. von Victoria, Australien. — Lucas u.
Frost, Proc. R. Soc. Victoria VI. 1893 p.85, Taf. 2—2a.
Lygosoma melanops n. sp. von Central-Australien (zwischen Everard und
Barrow Gauge). — Stirling & Zietz, Tr.R. Soc. S.-Austral. XVI 1893 p. 173,
Taf. VI fig. 3.
Ablepharus boutoni gloriosus n. subsp., von der Insel Gloriosa. — Stejneger,
Proe. U.S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 723.
Eumeces rovirosae n. sp. von Santa Fe, Chiapao, Mexico. — A. Dug®s in:
La Naturaleza, 1893 p. 298, tab. XIII. (= E.Iynxe nach Boulenger).
Didosaurus mauritianus weitere Reste beschrieben und abgebildet von
Gadow in: Transaet. Zool. Soc. London p. 323, Taf. XLIV. fig. 1—16.
Anelytropsidae.
Typhlosaurus meyeri n.sp. von Angra Pequena, Deutsch-Südwestafrika. —
Boettger in: Abh. Mus. Dresden 1892/93 No.5 (1894) 1p.
Voeltzkowia n.g. für V. mira n. sp. von W.-Madagascar. — Boettger in:
Cat. Rept. Sammlg. Senckenbg. Mus. p. 116.
Rhiptoglossa.
Anatomisches. F. Siebenrock giebt eine ausführliche
Beschreibung des Skelettes von Brookesia superciliaris Kuhl (ist
aber B. stumpffiü Bttgr. Ref.). Es bestehen sehr wesentliche Unter-
schiede vom Skelett von Chamaeleon: 1. Die Canales semicirculares
haben keine Innenwände 2. Ein Parietalkamm fehlt. 3. Das
Parietale entsendet jederseits einen starken knöchernen Fortsatz
96 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
zur Verbindung mit dem Squamosum. 4. Eigenthümliche Ver-
bindungsweise des Parietale durch Processus descendentes mit dem
Otosphenoid. 5. Anlenkung des Quadratums am Otosphenoid.
6. Verbindungsweise des sehr kleinen Supratemporale mit dem
Squamosum durch Einkeilung. 7. Getrenntsein des Squamosums
vom Jugale durch das Postfrontale. 8. Verbindung des Prae-
maxillare mit dem Nasale und den beiden Palatina 9. Unpaarig-
keit des Nasale und deren Verbindung mit den beiden Palatina.
10. Begrenzung der Apertura narium externa durch das Nasale.
ll. Mangel des Lacrymale. 12. Mangel der Fontanellen am
Schädeldache zwischen Praefrontalia und Nasale. 13. Mangel des
Vomer und 14. Vorhandensein der Sacci endolymphatici. Die
Wirbelsäule besteht aus 16 praesacralen, 2 sacralen und 28 post-
sacralen (Caudal-)Wirbeln, welche mit Ausnahme der ersten zwei
Cervicalwirbel procoel sind. Von den praesacralen Wirbeln sind
5 Cervical-, 9 Dorsal- und 2 Lumbar-Wirbel. Ein merkwürdiges
Sparrenwerk baut sich über den Wirbelbogen auf, wodurch 2 Längs-
kanäle entstehen, welche über dem Rückenmarkskanal neben ein-
ander liegen. Die vorderen und hinteren Gelenksfortsätze sind an
den zwei letzten Cervicalwirbeln und am ersten Dorsalwirbel durch
Knochenspangen verbunden. An acht Dorsalwirbeln und am ersten
Lumbarwirbel befinden sich die schon vorhin erwähnten, accessorischen
Bögen über den eigentlichen Wirbelbogen, setzen sich einerseits
an den Neuraldornen fest, andererseits entsenden sie distalwärts
horizontale accessorische Querfortsätze, deren Enden am Rücken
des Thieres als Stacheln sichtbar sind („Rückensäge“ Boettgers).
Die beiden Sacralwirbel sind vollständig zu einem Sacrum ver-
schmolzen, deren dreikantige seitliche Knochenplatten mit der
äussersten Spitze beiderseits den letzten Rückenstachel bilden und
nach unten einen Canal abschliessen. Die vorderen und hinteren
(elenkfortsätze verbinden sich auch am 1.—18. Caudalwirbel durch
Knochenspangen hintereinander. Haemapophysen fehlen an der
ganzen Caudalwirbelsäule. Ein Mesosternum fehlt bei Brookesia.
Das Becken ist breiter als bei Chamaeleon nnd die Ischia und
Pubica stossen unter stumpfen Winkel in der Mittellinie aneinander,
Der Bau der Extremitäten ist dagegen kaum verschieden von dem
von Chamaeleon. SB. Ak. Wiss. Wien CII. 1893 p. 71, 3 Taf.
C. Röse findet, dass bei Chamaeleon vulgaris kein Zahnwechsel
zu bemerken ist, dass aber am Hinterrande der Kiefer neue Zähne
gebildet werden, deren Zahl demnach mit dem Alter zunimmt. Die
Zähne verwachsen derart mit den Kiefern, dass die Odontoblasten
ohne Grenzen in die Knochenzellen übergeben. Von den drei-
spitzigen molarenartigen Zähnen wird jede Spitze separat angelegt
und nur dort wird das Epithel der Zahnleiste zu cylindrischem
Schmelzepithel, wo es einem Dentinscheibchen anliegt. Die Molaren
von Chamaeleon sind demnach zusammengesetzte Zähne. Da das
Dentin ohne Epitheltiberzug mit dem Knochen in Berührung kommt,
kann eine Verwachsung mit dem Kiefer eintreten. Diese Epithel-
in der Herpetologie im Jahre 1893. 97
umkleidung ist bestimmend für den Begriff und die Gestalt des
Einzelzahnes. Die Zahnleiste ist nur ein eingestülpter Theil des
Mundhöhlenepithels. — Anat. Anz. VIII. 1893 pp. 566—577, 8 figg.
E. Mocquard beschreibt eine tiefe Einstülpung der Haut in
der Achselhöhle gewisser Chamaeleons. Diese Vertiefung ist mit
sehr feinen Granulaschuppen bekleidet und nicht pigmentirt. Sie
findet sich nur bei einigen madagassischen Arten (der Verf.
zählt 9 Arten auf), sowie bei dem westafrikanischen Rhampholeon
spectrum; fehlt dagegen bei den Brookesia-Arten und den fest-
ländisch-afrikanischen Arten von Chamaeleon (mit Ausnahme von
Ch. vulgaris, wo sie schwach entwickelt ist) vollständig. Ihre
Bedeutung ist unbekannt. — CR. Soc. Philom. Paris 1893
No. 19 p. 4—6.
Systematisches. F. Mocquard identificirt in einer Anm.
Ch. antimena Grand. mit Ch. rhinoceratus Gray, ferner Ch. cal-
carifer Ptrs. (als JS) mit Ch. calyptratus A. Dum. (als 2).
(Letzteres hat sich als unrichtig erwiesen, da man mittlerweile von
beiden Arten des andere Geschlecht kennen gelernt hat. —- Ref.). —
CR. Soc. Philom. Paris 1893 No. 19 p.5.
Chamaeleon arabicum n. sp. (=Ch. calyptratus A. Dum. nach Tornier [in
litt.]), Gärten bei Lahadsch nächst Aden. — Matschie, SB. Ges. naturf. Fr,
Berlin 1893 p. 27.
Chamaeleon gastrotaenia Blngr., 2 beschrieben von Peracca, Boll. Mus-
Torino, VIII. 1893 No.156 p.3.
Chamaeleon voeltzkowi n. sp. von West-Madagascar. — Boettger in: Cat’
Rept. Sammlg. Senckenbg. Mus. p. 120,
Brookesia minima n.sp. von Nossi Be. — Boettger in: Cat. Rept. Sammig,
Senckenbg. Mus. p. 123.
Rhampholeon boettgeri n. sp. von Bagamoyo (= Rh. brevicaudatus Mtsch. —
Ref.). Pfeffer, Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X. 1893 p. 76, Taf. I. fig.6 u. 7.
Rhampholeon yplatyceps Gthr. $ aus Tshiromo, Brit. Centr.-Afrika be-
schrieben von Günther, P. Z. S. London 1893 p. 619.
Doliehosauria.
(nur fossil).
C. Gorjanovi6d-Kramberger beschreibt unter dem Namen
Aegialosaurus eine neue Eidechse aus den Kreideschichten der Insel
Lesina, mit Rücksicht auf die bereits beschriebenen Lacertiden aus
Comen und Lissa. — Glasnik Soc. H.N. Croat. VII. 1892 p. 74—106,
T. 3—4 (s. p. 76).
Carsosaurus n. g. für C. marcheseitii n. sp. aus der oberen Kreide des
istrianischen Karstes.. — Kornhuber, Abh. geol. Reichsanst. XVII. 1893
No. 3, 2 Taf.
Pythonomorpha.
(nur fossil).
S. W. Williston giebt unter dem Titel „Kansas Mosasaurs,
Part II.“ eine Beschreibung der Restauration von Clidastes velox
Marsh. — Kansas Univ. Quart. Lawrence Vol. II. 1893 pp. 83—84,
Tat Ill.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895, Bd. II. H.1. 7
98 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Ophidia.
Anatomie. Nach G. Saint-Remy zeigt das Pankreas von Em-
bryonen von Tropidonotus natrix und Vipera berus wie bei den übrigen
Wirbelthieren eine dreifache Anlage; die dorsale entsteht viel früher
als die beiden ventralen. Der Ductus hepaticus geht quer durch
das Pankreas hindurch und tritt in (wahrscheinlich bleibende) Be-
ziehung zu ihm. — CR. Ac. Sci. CXVII 1893 pp. 405—406 und
J. Anat. Phys. XXIX. 1893 pp. 730—734, T. XIV.
Biologie. Bougon erwähnt zwei Fälle von Schlangen, die auf
einer glatten verticalen Fläche hinaufgeklettert waren, das eine Mal an
einer Glas-, das andere Mal an einer mit Oelfarbe ziemlich frisch
gestrichenen (daher noch klebrigen) Holzwand. Er erklärt den ersten
Fall durch die Wirkung eines vom Rachen abgesonderten Schleimes
und einer saugenden Wirkung der Zwischenräume zwischen den
Bauchschildern. (Ref. findet aber in der Beschreibung nicht den
geringsten Beweis eines wirklichen Kletterns, sondern nur eines
Aufrichtens an der Glaswand, was doch ein beträchtlicher Unter-
schied ist; die Schleimabsonderung aus dem Rachen mag ein patho-
logischer Zustand gewesen sein. Ein Klettern an glatten Glas-
wänden dürfte auch für die gewandtesten Schlangen ein Ding der
Unmöglichkeit sein). — La Naturaliste XV. 1893 p. p. 188.
Quelch führt einen selbst erlebten Bissfall mit nachfolgenden
Vergiftungserscheinungen, verursacht durch Zrythrolamprus venus-
tissimus und einen anderen, durch Xenodon severus, ebenfalls mit
Vergiftungserscheinungen an. — Zoologist 1893 p. 31—32.
A, Stradling giebt eine Darstellung der verschiedenen Me-
thoden, durch welche Schlangen ihre Beute bewältigen und er unter-
scheidet solche Schlangen, welche ihre Opfer einfach lebend hin-
unterwürgen oder durch das Verschlingen selbst ersticken (also
solche, die Fische, Frösche, Eidechsen oder andere Schlangen ver-
zehren), ferner solche, welche sie durch Gift tödten oder lähmen
und schliesslich solche, welche sie durch Umschlingung ersticken.
Zur letzteren Kategorie gehören die Boa- und Python-Schlangen
der Tropen und auch viele Natterarten an (jedenfalls dieser und
der vorigen Gruppe weit mehr als der Verf. annimmt; unter unseren
europäischen Schlangen sind, wenn wir von den Tropidonotus-Arten
und Viperiden absehen, wohl alle Schlinger. — Ref.). Verf. glaubt
dass die Eigenschaft des Umschlingens der Beute eine erworbene
ist und dass manche Nattern, wie Coronella triangulum (Milk-Snake)
und Coluber mandarinus, die ersten Anzeichen dieser Eigenthümlich-
keit zeigen. (Ref. glaubt aber im Gegentheile, dass die bei den
ältesten Formen der Schlangen, den Boiden, ausnahmslos ver-
breitete Eigenthümlichkeit des Schlingens eine schon sehr alte ist
und dass sie bei den vorerwähnten Nattern (auch bei Tropidonotus)
noch gelegentlich atavistisch auftritt; da auch Eidechsen, nicht nur
höhere Wirbelthiere so umschlungen werden, fällt der etwaige Ein-
in der Herpetologie im Jahre 1893. 99
wand, die ältesten Schlangen hätten noch gar keine Gelegenheit
gehabt, Thiere durch Umschlingen zu tödten, von selbst. — Ref.).
— Science XXI. 1893 p. 223—229.
Lachmann bespricht empfehlenswerthe Schlangen für zoo-
logische Gärten und giebt seiner Verwunderung Ausdruck warum
in den letzteren immer nur die grossen Boa- oder Python-Schlangen
gezeigt werden, die viel kostspieliger und dabei schwieriger zu
erhalten sind als die europäischen. (Letzteres ist ganz unrichtig.
— Ref.). Er beschreibt nun die Vierstreifennatter („Elaphis quadri-
lineatus Bp.“ richtig guatuorlineatus Gmel.), die Zornnatter (Za-
menis virıdıflavus), Aesculapnatter (Callopeltis Aesculapii), die
Eidechsennatter (Coelopeltis lacertina) und die Sprossennatter (Rix-
nechis scalaris) in biologischer Beziehung. Die Abbildungen, soweit
sie nicht aus anderen Werken stammen, sind recht schlecht. —
Zool. Garten XXXIV. 1893, p. 33—48.
Systematisches. Arthur Erwin Brown giebt Schuppen-
zahlen, Längenangaben und Beschreibungen der Färbung von
mehreren tropisch-amerikanischen Reptilien, die eine Zeit lang in
der Sammlung der Zoological Society in Philadelphia lebten. Es
sind beschrieben Boa divinilogua von St. Kitts, imperator von Vera
Cruz (?), Ungalia melanura von Cuba, Epicrates cupreus von Vene-
zuela, Xiphosoma hortulana von Trinidad, ruschenbergeri von Trinidad,
annulata von Jamaica und Bocas del Toro, Columbien, Dipsas
cenchoa von Columbia, Leptophis liocercus von Venezuela, Herpeto-
dryas carinatus von Trinidad, Sprlotes pullatus von Trinidad, corars
melanurus von Mexico, corais wanthurus n. subsp. von Vera Cruz (?),
Alsophis angulifer caymanus (Garm.) von Isle of Pines (W.-Indien),
Helicops angulatus von Trinidad, Scytale neuwiedii von Guyana,
Bothrops atrox von Brit. Guiana, lanceolatus von Martinique, jara-
raca von Brasilien. Verf. kommt bezüglich letzterer drei Arten
zu der von Boulenger inzwischen ebenfalls vertretenen Ansicht, dass
sie nur Formen des weit verbreiteten B. atrox (L.) sind. — P. Ac.
Philad. 1893 p. 429—435.
F. Werner macht weitere Bemerkungen über die Correlation
zwischen Schilder- und Schuppenzahlen bei Schlangen, namentlich
bei Zumenis. Biol. Central. Blatt. XIII. 1893 No.3, p. 91—93.
Typhlopidae.
Typhlops bisubocularis n. sp. verw. T. andamanensis Stol., West-Java. —
Boettger, Zool. Anz. XVI. 1893 p. 336.
Typhlops curtus Ogilby = T.ligatus Ptrs. — Waite in: Rec. Austral.
Museum Vol II. No.5 p. 57-58.
Typhlops mandensis n. sp. von Wange, Insel Manda, nördl. von Lamu,
O.-Afrika. — Stejneger, Proc. U. S. Nat. Mus. XVI. 1894 p. 725.
Typhlops praeocularis n. sp. von Stanley Pool, Congostaat. — Stejneger,
Proe U. S. Nat. Mus. XVI. 1894 p. 709—710.
7x
100 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Typhlops proximus n. sp. von N.-S.-Wales und Victoria. — Waite in: Ree.
Austral. Museum Vol. II. No.5 p. 60, Taf. XV. fig. 3—4.
Typhlops rüppellii Jan: gute Art; Waite in: Rec. Austral. Mus. Vol. II.
No.5 p.59, Taf. XV. fig. 5—6.
Typhlops boulengeri und hottentottus nn. spp. von Angola. — Barboza du
Bocage, Journ. Sei. Lisboa (2) III. 1893 p. 117.
Boidae.
Die Arbeit von G.B. Torossi. „L’embrione del Boa constrietor“
Memoria. Vicenza 1893—94, 11 pgg., Taf. ist dem Ref. unbekannt
geblieben. Ebenso L. Redon-Neyreneuf, Le Boa constricteur,
in: L’Echange IX. 1893 p. 53.
Biologie. Ueber ein brütendes Exemplar von Python mo-
lurus im Leipziger zoologischen Garten wird berichtet, dass die
beiden Mutterthiere (über 20‘ lang) sehr reizbar und bissig waren,
dass aber die eine beim Transport von Hamburg nach Leipzig die
Eier verliess und nicht mehr zur Ausübung der Brutpflege ver-
anlasst werden konnte. Die Temperatur wurde von Prof. W.
Marshall zwischen den Ringen des noch brütenden 2 um 8.25° C.
höher als die der Umgebung gefunden. Am 4. Juli wurden die
ersten den Eiern entschlüpfenden Jungen beobachtet. Bis das 2
seinen Platz verliess, waren etwa 30 Junge von 60—70 cm Länge
ausgekrochen. — Zool. Garten XXXIV. 1893 p. 319.
Die Beschreibung eines Kampfes zwischen Python molurus und
Boa constrictor, wobei letztere von ersterem verschlungen wurde, im
Breslauer Zoologischen Garten, findet sich in den „Blättern f. Ag.
ü. Lerr, Er. IV ,1893 np. 109.
Boa imperator Daud. beschrieben und Kopf abgebildet von A. Duge£s, in:
La Naturaleza 1893 p. 300, tab. XIII.
Uropeltidae.
Rhinophis travancoricus Blngr. abgebildet von Boulenger in: J. Bombay.
Soc. VII. 1893, Taf.
Colubridae.,
Systematisches. E. D. Cope entwickelt ein neues System
der giftlosen Schlangen, welches auf die Beschaffenheit der männ-
lichen Copulationsorgane gegründet ist, die je nach der Bestachelung
oder Unbewehrtheit, glatten oder gerunzelten, gefalteten oder reti-
culirten Oberfläche des Hemipenis, nach dem Umstande, ob der
Sulcus spermaticus gegabelt oder ungetheilt ist, zur Gruppierung
der Familien benützt werden. Abgesehen von den Tortricinen und
Peropoden unterscheidet er folgende Familien:
in der Herpetologie im Jahre 1893. 101
Keine Stacheln; Oberfläche
längsgefaltet. . . Calamariidae
I. Aglyphodont: Suleus spermatieus
ungetheilt. Keine Palatin- oder
Pterygoidzähne (Hemipenis mit
zwei starken Papillen an der
Spitze) . . . . Oligodontinae
Palatin- und Pterygoidzähne vor-
Oberfläche mehr oder weniger handen; Hemipenis einfach .
quergerunzelt . . Lycodontidae Lycodontinae
II. Aglyphadont; Sulceus spermaticus
und gewöhnlich auch der Hemi-
penis gegabelt. . . Boodontinae
III, Glyphodont: Sulcus und Hemi-
penis gegabelt. . . Cantoriinae
IV. Glyphodont; Sulcus einfach
Uriechinae
Oberfläche mehr weniger reti-
eulirt, Suleus spermaticus un- Aglyphodont; Hemipenis reticulirt
getheilt. (Hypapophysen nur Colubridae
N Glyphodont; retieulirtt . . Dipsadinae
Glyphodont; längsgefaltet Chrysopeleinae
Oberfläche reticulirt oder längs-
gefaltet, Sulcus getheilt;
(Eiypapophysen nur vorn) . .... SAplyphodont . . . . . Xenodontinae
Xenodontidae \GIyphodont . . . . . . Seytalinae
Oberfläche weder retieulirt noch
gerunzelt, und die Stacheln,
wenn vorhanden, ausser Zu- Glyphodont; Stacheln besser ent-
sammenhang; Hypapophysen wickelt; keine Haken an der
auf die Schwanzwirbel fort- Basis . . . . . Homalopsinae
gesetzt... . . . . Natrieidae Aglyphodont; Stacheln rudimentär;
keine Basalhaken . Pseudaspidinae
Aglyphodont; Stacheln rudimentär;
ein Basalhaken . . Natrieinae
Einige neue Genera werden auf Grund der abweichenden Form des
Hemipenis abgetrennt; (s. Colubrinae). Die Begründung des Systems
auf einen Sexualcharakter lässt es nicht wahrscheinlich scheinen,
dass es allgemein durchdringen wird, umsomehr als der Verf. selbst
manchen Charakteren ungleichen Werth beilegt; so hebt er die
Bifurcation des Sulcus bei den ersten vier Familien besonders her-
vor, während bei Natricidae nur erwähnt wird, dass er manchmal
einfach, manchmal gegabelt ist. Als accessorischer Genus-Charakter
ist aber die Beschaffenheit der männlichen Begattungsorgane nicht
zu verwerfen. — Amer. Natural, 1893 p. 477—484,
102 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Aglyphae.
Anatomisches. Herrick bringt Notizen über die Ent-
wicklung des Nervensystems bei Eutaenia und Coluber und über
die Neuromerenbildung bei Schlangenembryonen. — Journ. Comp.
Neur. Cineinnati Vol. 2 p. 160—176, Taf. 15—19.
Derselbe untersuchte auch die Entwicklung der Nervenfasern
bei denselben Gattungen. Ebenda Vol. 3, p. 11—16, Taf. 2.
Ontogenie. Die Eier von Pityophis melanoleucus werden von
J. P. Moore beschrieben, ebenso die Art der Eiablage und die
Embryonen. Das 2 gräbt mit der Schnauze (die durch das grosse
Schnauzenschild sehr dazu geeignet ist — Ref.) eine Art Tunnel
im Erdboden, aus den er die Erde mit Hilfe des Schwanzes heraus-
schafft; die Schlange bleibt im Tunnel schliesslich ganz verborgen,
legt daselbst die Eier ab, verschliesst nach dem Verlassen des
Nestes die Oeffnung und macht den Ort unkenntlich. Die Eier
wurden in einem Klumpen fest zusammengeklebt, und in der Zahl
10 gefunden; ihre Dimensionen werden angegeben, die im Mittel
59x41 mm betragen. Die Struktur der Eischale wird ausführlich
auseinander gesetzt und ebenso das Resultat der chemischen Analyse
derselben gegeben. Höchst bemerkenswerth ist die Thatsache, dass
beim Embryo die Praefrontalschilder nur in der Zweizahl vorhanden
sind, sich also erst postembryal halbiren, was mit den Erfahrungen
des Ref. im Gegensatz zu Zacharias vollständig übereinstimmt. —
Amer. Natural. 1893 p. 878—885, Taf. XIX—XX.
Biologisches. F. Werner bemerkte, dass zwei Exemplare von
Tropidonotus viperinus in grossen Mengen Regenwürmer verschlangen.
— Zool. Garten XXXIV. 1893 p. 348.
A. Schiöttz beobachtete gleichfalls, das Troprdonotus viperinus
Regenwürmer verzehrt und fand sogar, dass diese Schlange und
Macroprotodon cucullatus grosse Küchenschaben annahm. — Blätter
R. Ag, u; Terr.sfr..IV..,.1893 D. zo.
Systematisches. Bocourt beschreibt die central-amerikanischen
Arten der Gattung Trropidonotus Kuhl unter den Gattungsnamen Regina
B.&G., Tropidonotus Kuhl (part.) Thamnophis Fitz. (s. unten) und
Eutaenia B.&G. — Miss. Scientif. Mex. III. 13. Livr. Paris 1893 4°.
Bocourt bildet die Arten der Gattung Tretanorhinus B. & G.
auf Taf, LH und LIV, fig. 1 ab und beschreibt die central-ameri-
kanischen Arten von Ischnognathus DB. unter den Gattungs-
namen Adelophis Cope, Storeria B. &G. und T’ropidonotus Kuhl
art.).
r IR nuchalis Blngr.; weitere Bemerkungen von Boulenger. —
Ann. Mus. Genova (2) XIII. 1893 p. 323.
Lycognathophis seychellensis Schleg.; Bemerkungen von Stejneger. —
P. U. S. Nat. Mus. XVI 1894 p. 726.
Lianthera n.g. für Herpetodryas bernieri DB. -- Cope, Amer. Natural.
XXVL. 1893 p.484 (= Dromicodryas Blngr.).
Tropidonotus olivaceus Ptrs. (als Coronella) ausführlich beschrieben von
Pfeffer im: Jahrb. Hambg. wiss. Anat, X. 1893 p.79,
in der Herpetologie im Jahre 1893. 103
Tropidonotus anomalus n. sp. (=T. faseiatus L. var.?) von Texas. —
Werner, Zool. Anz. 1893 p. 362.
Eutaenia cyrtopsis var. fulvus n. von Guatemala. — Bocourt l.c. p. 777
Taf. LVII. fig.2 (= ordinatus var. eques: Boulenger 1896).
Thamnophis Fitzinger 1843 hat für Eutaenia Baird & Girard zu stehen. —
Stejneger in: N.-Am. Fauna (7) 1893 p. 210.
Diplophallus.n.g. für Tropidonotus piscator Schn. — Cope, Amer. Natural.
XXVI. 1893 p. 483.
Ceratophallus n.g. für Tropidonotus vittatus L. — Cope, ].c. p. 483.
Gonionotophis klingt n. sp. von Bismarckburg, Togo, W.-Afrika. — Matschie,
SB. Ges. naturf, Fr. Berlin 1893 p. 172.
Simocephalus chanleri n.sp. von Wange, Insel Manda, nördlich von Lamu,
O.-Afrika. — Stejneger, Proc. U. S. Nat. Mus. X VI. 1893 p. 726.
Theleus n.g. für Boodon virgatus Hall. — Cope, Amer. Natural. XX VII.
1893 p. 482.
Glypholyeus n. g., verwandt Boodon, mit Bezahnung von Lamprophis,
für @. bicolor n. sp. vom Tanganyika-See. — Günther in: P. Z. S. London
1893 p. 629, figg.
Bascanion (Zamenis) flagellum frenatum n.subsp. von S. Arizona, Utah, Nevada,
Californien und Unter-Californien. — Stejneger in: N.-Am. Fauna (7) 1893 p. 208.
Salvadora (Zamenis) grahamiae hexalepis Cope abgebildet bei Stejneger
in: N.-Am. Fauna (7) 1893 Taf. III fig. 2a—e.
Zamenis rogersi n. sp. verwandt Z. rhodorhachis Jan., von Heluan, Beltim
und Shaloof in Egypten. — Anderson, Ann. Mag. N.H. (6) XII. 1893 p. 439.
Zamenis ladacensis And. var. suwbnigra n. aus Somaliland. — Boettger,
Zool. Anz. XVI. 1893 p. 118.
Crossanthera n.g. für Dendrophidium melanotropis Cope. — Cope, Amer
Natural. XX VI. 1893 p. 481.
Spilotes (Coluber) corais wanthurus n subsp. von Vera Cruz (2). — A. E.
Brown, P. Ac. Philad. 1893 p. 433.
Coluber chlorosoma n. sp. von Mexico. — Günther, Biol. Centr.-Amer.
Rept. p. 115, Taf. XLI. 1894.
Sarauw bringt Mittheilungen über das frühere Vorkommen
von Coluber longissimus Laur. in Dänemark (Seeland), welche Art
in einer früheren Mittheilung (X. 1893 p. 216) als Coronella austri-
aca aufgeführt ist. — Naturen og Mennesk (Kopenhagen) XI 1894
p- 258.
Pityophis melanolewcus D. B.; über Eier, Embryo und Brutpflege. — J.P.
Moore Amer. Natural. XXVII 1893, Taf. 878, Taf. XIX.
Pituophis catenifer deserticola n. subsp. für P. sayi bellona autt. nec. B. & G.
(Churchillia bellona B. & G. = P. sayi typica). — Stejneger in: N. Am. Fauna
(7) 1893 p. 206.
Gonyophis margaritatus (Ptrs.) nach einem grossen Exemplar von Borneo
ausführlich beschrieben von Werner in: Verh. Zool. bot. Ges. Wien XLIII 1893
p- 357.
Dendrophis helena n.sp (= Dendrelaphis tristis Daud.) von Ceylon. — Werner,
Zool. Anz. 1893 p. 81.
104 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Philothamnus heterolepidotus Gthr.; ausführliche Bemerkungen darüber von
Pfeffer in: Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X 1893 p. 82.
Philothamnus punctatus Ptrs. var. sansibaricus n. von Sansibar. — Pfeffer
in: Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X 1893 p. 83.
Philothamnus guentheri n. sp. von Quilimane. — Pfeffer in: Jahrbg.
Hambg. wiss. Anst. X 1893 p. 85 (nach Boulenger = irregularis Leach.)
Philothamnus gerardi n. sp. von der Insel Anno Bom, Golf von Guinea. —
Barboza du Bocage, J. Sei. Lisb. (2) III 1893 p. 47.
Philothamnus thomensis Boc. hat 15 (nicht wie v. Bedriaga angiebt 14)
Schuppenreihen. Barboza du Bocage, Jorn. Sci. Lisboa (2) X. 1893 p. 3.
Acanthophallus.n.g. für Xenodon colubrinus Gthr. — Cope, Amer. Natu-
ral. XX VII 1893 p. 482,
Ablabes decipiens n. sp. von Costa Rica. -- Günther, Biol. Centr. Amer.
Rept. p.105, Taf. XXXVLU fig. A (1893) — (Nach Boulenger = Liophis lateri-
striga Berth.)
Elapochrous aequalis Salv. abgebildet von Günther, Biol. Centr.-Amer.
Taf. XXXVI fig. A.
Liophis epinephelus Cope, abgebildet von Günther, ebenda Taf. XXX VII
fig. B.
Rhadinaea godmani Gthr. und laureata Gthr. abgebildet von Günther,
ebenda Taf. XXXIX fig. B und Taf. XL fig. A.
Dromicus omiltemanus n. sp. von Omilteme, Guerrero, — Günther Biol,
Centr.-Amer. p. 113. Taf. XL fig. B (1894) (= Rhadinaea vittata Jan, Cope).
Aporophis coralliventris n. sp. Insel nördlich von Concepeion, bei San Sal-
vador, N. Paraguay. Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XIII 1894 p. 346.
Boulenger behandelte die Variationen der Coronella austriaca,
und bemerkt, dass die var. Fitzingeri nicht nur in Italien, Portugal,
N. Spanien und bei Wien, sondern auch in England vorkommt. —
Zoologist XVII. 1891, p. 10—15.
Fisch beschreibt einen Fall von Drehung des Herzens um
180°, (so dass die Vorhöfe nach hinten gekehrt waren) und die
dadurch verursachten Abweichungen im Verlauf der Gefässe, bei
Ophibolus (Coronella) doliutus var. triangulus. — Amer. Natural.
Vol. 27 p. 860—864, fig.
Die Färbungsvariationen von Coronella (Ophibolus) doliatus L.
werden von E. D. Cope besprochen. An der Hand schöner Ab-
bildungen weist der Verf. die zahlreichen, allmählichen Uebergänge
von der gefleckten Form triangulus durch var. clericus, collaris, tem-
poralis, syspilus, coccineus, conjunctus zu der geringelten Form poly-
zonus nach, wobei zwei Seitenzweige existiren, von denen der eine
von collaris zu doliatus s. str., der andere von syspilus über paral-
lelus und annulatus zur Form gentilis führt. Die Verschmelzung der
Flecken zu Querbänden und completen Ringen geht parallel mit
dem Vordringen der Art von Norden (triangulus in Neu-England,
New York) nach Süden (polyzonus in Mexico und Oentral-Amerika).
Der Uebergang der gefleckten in die geringelte Form bei dieser
Art wurde vom Ref. bereits 1891, wenngleich kürzer, dargestellt.
— Amer. Natural. 1893 p. 1066—1071, Taf. XXIV-XXVII
in der Herpetologie im Jahre 1893. 105
Coluber dumfrisiensis Sowerby — Coronella doliata L. — Boulenger, in
Zoologist XVIII 1891 p. 10.
Diadophis (Coronella) punctatus L. von Prince's Lodge, Bedford Basin,
Neu-Schottland erwähnt und ausführlich beschrieben von H. Piers, P. N. Sco-
tia Inst. (2) I 1892 p. 181—182.
Coronella leonis n. sp. von Nuevo Leon — Günther, Biol. Centr.-Amer.
Rept., p. 110, Taf. XXXIX fig. A.
Coronella annulata Kenn. Varietäten abgebildet von Günther, |. c. Taf.
XXXVII 1893.
Coronella plumbiceps n.sp. von Somaliland. — Boettger, Zool. Anz. XVI.
1893 p. 117 (nach Boulenger = semiornata Ptrs.).
Hypsiglena texana n. sp. von Texas. — Stejneger, N. Amer. Fauna No. 7
(1893) p. 205 (nach Boulenger = ochrophaea Cope).
Dicraulaz n. g. für Simotes trinotatus D.B. — Cope, Amer. Natural.
XXVI 1893 p. 480.
Simotes annulifer n. sp. N. Borneo. — Boulenger, P. Z. S. London 1893
p- 524.
Oligodon everetti n. sp. Mt. Kina Balu, Borneo. — Boulenger, P. Z. S.
London 1893 p. 524.
Ligonirostra stuhlmanni n.sp. von Usambäa (= Prosymna ambigua Boc
nach Boulenger). — Pfeffer, Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X. 1893 p. 78, Taf. I
fig. 8, 9, 10.
Coluber tetragonus Latr. = Homalosoma lutrie L. — Boulenger in „Zoo-
logist“, XVIII 1894 p. 10 (Anm.).
Ablabes stoliczkae W. Selater. Bemerkungen von Boulenger in Ann.
Mus. Genoya (2) XIII 1893 p. 325.
Ficimia quadrangularis n. sp. W. Mexico. — Günther Biol. Centr.-Amer.
Rept. p. 99, Taf. XXXV fig. A. (1893).
Geophis fasciata Günther, Biol. Centr. Amer., Rept. p. 93, Taf. XXXIV
fig. A und Tropidoclonium annulatum Bocourt, Miss. Seientif. Mexique p. 738,
Taf. LV. fig. 3 = Virginia fasciata Fisch. (Tropidodipsas Gthr. = Tropidodipsas
fischeri Blngr. 1894.
Geophis chalybaeus Wgl. var. quadrangularis n. — Günther, Biol. Centr.
Amer., Rept. (1893) p.89, Taf. XXXIIL fig. B. (nach Boulenger=@. dolichocephalus
Cope) fig. ©. (= chalybaeus Wagl.).
Geophis maesta Gthr. — Günther, l.c., Taf. XXXIIL fig. (=hoffmanni Ptrs.).
Geophis omiltemana n.sp. von Omilteme, Guerrero. — Günther, 1. c. p. 3,
Taf. XXXII fig. A.
Calamaria benjaminsi Edeling. beschrieben von Boettger in: Mt. Geogr.
Ges. Lübeck (II) 5. 1893.
Calamaria baluensis n. sp. Mt. Kina Balu, Borneo. — Boulenger, P. 2.
S. London 1893 p. 524.
Calamaria everetti n. sp. Sarawak, Borneo. — Boulenger, P. Z. S. Lou-
don 1893 p. 525.
Calamaria prakkei n. sp. von der Sandakan-Bai, N. Borneo. — van Lidth
de Jeude, Notes Leyden Museum XV. 1893 p. 252.
Anoplophallusn.n. für Megalops Hall.nec Lacep. — Cope, Amer. Natural.
XXVIL 1893 p. 480.
106 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Dasypeltis scabra L.: Bemerkungen über Kilimandjaro-Exemplare macht
Stejneger in: P. U. S. Nat. Mus. XVI 1894 p. 733.
Opistoglyphae, Dipsadomorphinae.
Dipsadoboa assimilis n. sp. von Bismarkburg, Togo, W. Afrika. (= D. uni-
color Gthr. Ref.). — Matschie, S.B. Ges. naturf. Fr. Berlin 1893 p. 173.
Hemirhagerrhis n. g. für H. Kelleri n. sp. von Somaliland. — Boettger,
Zool. Anz. XVI 1893 p.119. — H. Kelleri Bttg. und hildebrandti Ptrs.: Be-
merkungen hierzu von Stejneger, P.U S. Nat. Mus. XVI. 1894 p. 729 (s. pag.82).
Coelopeltis producta Gerr. für Ain-Oumach bei Biskra (ostalgerische Sa-
hara) erwähnt von E. Olivier. Bull. Soc. Zool. France 1893 p. 64.
Psammophis togoensis n. sp., verw. P. acuta Gray, von Bismarckburg, Togo,
Westafrika. — Matschie, S.B. Ges. naturf. Fr. Berlin 1893 p. 171.
Uriechis anomala n. sp., (verw. U. lineata Ptrs.) Goldküste. — Boulenger,
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 273.
Proteroglyphae, Elapinae.
Naia nigricollis var. crawshayi n. von Britisch-Central-Afrika. — Günther,
Proc. Zool. Soc. London 1893 p. 620.
Vermicella fasciata n. sp. von Barrow Range, Central-Australien. — Stir-
ling & Zietz, Tr. R. Soc. S. Austral. XVI 1893 p. 175, Taf. VI fig. 4.
Dendraspis jamesoniv Traill (nicht D. angusticeps Smith, wie v.Bedriaga
angiebt) lebt aufS. Thome. — Barboza du Bocage,Jorn.Sei.Lisboa (2) X.1893p.3.
Ueber die Nahrung der Korallenschlangen (Zlaps) berichtet
Boettger nach brieflichen Mittheilungen von Urich und Mole
in Port of Spain auf Trinidad; demnach frisst Hlaps rüsei Jan nicht
nur Erdschlangen (Calamarien, speziell Geophis lineatus DB.), sondern
auch andere Natterarten wie Liophis melanotus und Coluber bod-
daerti. Die Schlange wartet den Tod des gebissenen Opfers ab,
und zwar hält sie es entweder bei Biss zugleich fest, bis der Tod
eintritt; das Verschlingen geht trotz der lebhafteren Schling-
bewegungen langsamer vor sich als bei allen anderen Schlangen,
die von den beiden Forschern beobachtet wurden; ein 171/, Zoll
langer Liophis melanotus, 8 Minuten nach dem Biss todt, braucht
1!/, Stunden, bis seine Schwanzspitze ganz im Rachen der Schlange
verschwunden ist. — Zool. Garten XXXIV. 1893 p. 317.
Viperidae.
Viperinae: Atractaspis irregularis Reinh.: Pfeffer betrachtet fast alle
bisher beschriebenen Arten als Formen dieser einen, sehr veränderlichen Art. —
Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X 1893 p. 87.
Causus nasalis n. sp. (Trop. Afrika, Curga in W. Afrika, Tana, O. Afrika)
— Stejneger, Proc. U.S. Nat. Mus. X VI. 1893 p.735 (nach Boulenger =resimus Ptıs.).
v. Mehely giebt eine wertvolle Beschreibung der ungarischen
Kreuzotter, von welcher er drei Formen (£ypica, var. prester und
var. rakosiensis n., letztere nach Boulenger = V. ursinii Bp.) unter-
scheidet. Es wird die Grösse (J' stets bedeutend kleiner als das 9,
ersteres bis 550, letzteres bis 680 mm lang) Kopfform (3' schmal-,
2 breitköpfig), Verhältnis der Schwanz- und Körperlänge (erstere
beim 3‘ den 7.1—8.dten, beim 2 den 8.5—12.4ten Theil der Ge-
in der Herpetologie im Jahre 1893. 107
sammitlänge betragend), das Schuppenkleid, Farbenkleid, und schliess-
lich die Verbreitung besprochen. Stammform und var. prester sind
Gebirgsformen (bis 2000 m.), die ein ziemlich rauhes, feucht kaltes
Klima beanspruchen, rakosiensis ist eine mehr wärmeliebende, am
Westrande der ungarischen Tiefebene, die eine Durchschnittstem-
peratur von weit über 20° C. aufweist, vorkommende Form. Die
Immunität des Igels gegen Kreuzottergift wird bestätigt und die
Angabe von Notthaft, derzufolge Coronella austriaca und Vipera berus
in ihrem Verbreitungsgebiete einander ausschliessen, als unbegründet
zurückgewiesen. -—— Zool. Anzeiger XVI. No. 420, 1893 p. 186—192.
C. Phisalix und G. Bertrand haben eine Abhandlung über
die Giftigkeit des Blutes bei Vipera aspis. — CR. Ac. Sei. CXVIL
1893 p. 1893—1102 und CR. Soc. Biol. (9) V 1893 p. 996—999.
In den Blättern f. Aquarien- und Terrarienfreunde, Magdeburg,
IV 1893 finden sich p. 150 und 197 zwei Artikel, deren erster einen
Beleg dafür bringt, dass der Igel durch den Biss der Kreuzotter
und Sandotter getödtet wird, im letzten aber wieder ein Fall be-
richtet wird, wo der Igel trotz des Kreuzotterbisses keinerlei Schaden
erlitt. In beiden Artikeln ist auch die Angriffsweise des Igels be-
schrieben und in beiden wird auch das Lebendiggebären der Kreuz-
otter erwähnt. — Blätter f. Aq. u. Terr. Fr. IV 1893.
Vipera ursinii Bp. (Nieder-Oesterreich, Ungarn, Abruzzen) neu diagnostieirt
und nach einem Exemplar aus Laxenburg, Nieder-Österreich abgebildet von
Boulenger. P.Z.S. London 1893 p. 596, Taf. LI.
Vipera ursinii Bp. wird von Boulenger für Frankreich (Basses-Alpes)
angeführt, ihre Unterscheidungsmerkmale von V. berus und aspis hervorgehoben
und die Ansicht des Kopfes von oben und von der Seite gegeben. — Feuille des
jeunes Naturalistes XXV 1893 p. 8.
Vipera renardi Christoph, (Süd-Russland und Russisch-Centralasien) neu
diagnostieirt und abgebildet von Boulenger, P. Z. S. London 1893 p. 757,
Taf. LXIV.
M. Kaufmann, Les Viperes de France, Morsures, Traitement.
Paris 1893, 16° 180 pp., 1 Taf. ist dem Ref. unbekannt geblieben.
Nach Boulenger ist der Kopf von Vipera aspis L. und als „V. berus“
der von Coronella austriaca abgebildet.
Crotalinae: Crotalus tigris Kenn. und cerastes Hall. beschrieben von Stej-
neger, N. Amer. Fauna (7) 1893 p. 214 und 216.
E. S. Holden berichtet über eine, im Lick-Observatorium ge-
fangene Klapperschlange, welche, in ein Gefäss mit Wasser gebracht,
um darin ertränkt zu werden, nach vergeblichen Versuchen, zu
entrinnen, schliesslich tief in den eigenen Körper biss. Er deutet
diesen Vorfall als Selbstmord der Schlange. (Nature 1893, p. 342).
— Dieser Auffassung widerspricht mit Recht Ray Lankester
(ebenda p. 369) und W. H. Wood (ebenda p. 392). Ersterer weist
darauf hin, dass der Verf. nicht, wie er angiebt, den „Selbstmord“
der Schlange gesehen habe, sondern nur, den im Todeskampfe er-
folgten Beissakt; und Letzterer bemerkt, dass nach den Versuchen
von Weir Mitchell das Gift der Klapperschlange für sie selbst un-
108 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
wirksam sei; der Tod sei aber durch Ertränken, nicht durch Selbst-
vergiftung eingetreten.
P. H. Rolfs bringt eine Notiz über eine bei 9 Zoll Umfang
fünf Fuss 10 Zoll lange Klapperschlange (Crotalus adamanteus),
welche bei Lake City, Florida geschossen worden war und erwähnt,
dass infolge der grossen Nachfrage nach Häuten und Klappern
Klapperschlangen in Florida schon selten geworden sind. — Science
XXII 1893 p. 82.
Bothrops sandakanensis n. sp. von der Sandakan-Bai, N. Bornee. — van
Lidth de Jeude, Notes Leyden Museum XV 1893, p. 256, 3 figg. (nach Bou-
lenger = borneensis Ptrs.).
Ornithosauria.
(nur fossil.)
S. W. Williston beschreibt unter dem Titel „Kansas Ptero-
dactyls Part II* Reste von Pterodactylen und giebt eine Abbildung
von dem restaurirten Becken und Hinterbein von Ornithostoma in-
gens. Die amerikanischen Arten lassen eine Sutur zwischen Wirbel-
körper und Bogen deutlich erkennen. — Kansas Univ. Quart. La-
wrence Vol. II 1893 pp. 79—81, fig.
Dinosauria.
(nur fossil.)
Lydekker beschreibt Dinosaurierzähne von Aylesbury, die er
zu Hoplosaurus und Pelorosaurus gehörig betrachtet. Quart. Journ.
Geol. Soc. XLIX, 1893 p. 566, fig.
Derselbe giebt Abbildungen und kurze Beschreibungen
von restaurirten, sehr vollständigen Dinosaurierskeletten und zwar
Brontosaurus ewcelsus, Üeratosaurus nasicornis (Name nicht ge-
nannt), Stegosaurus („Hypsirhophus“) ungulatus, Triceratops („Aga-
thaumas“) prorsus und Igwanodon bernissartensis; letztere Abbildung
nach Dollo, die übrigen nach Marsh. — „Nature“ Bd.48 1893,
p. 302— 304 5 figg.
O.C. Marsh bemängelt den Aufsatz Lydekker’s in mancher
Beziehung sehr scharf; es existire schon eine bessere und vollstän-
digerere Restauration des Brontosaurus (Marsh 1891); der Name
des carnivoren Dinosauriers, welcher nach einer Abbildung von
Marsh sein soll, aber nach einem, ohne Ermächtigung des Autors
benützten Clich& dargestellt sei, wäre garnicht genannt, die An-
nahme, Megalosaurus und Ceratosaurus seien identisch, wäre ganz
unberechtigt. Stegosaurus habe die Priorität vor Aypsirhophus und
Triceratops sei weder ein Synonym von Ceratops noch von Aga-
thaumas. Die neuen Restaurationen von Claosaurus und Anchisau-
rus durch den Verf. seien nicht erwähnt, ebenso Lydekker’s eigene
Restauration Megalosaurus. — Nature Bd. 48, 1893 p. 437—438.
Sarcoleptesn.g. (Anchisauridae) für S.leedsi n. g., auf ein Mandibelstück
aus dem Oxford-Lehm von Peterborough gegründet. — Lydekker, Quart. Journ,
Geol. Soc. XLIX. 1893 p. 284, Taf. XL.
in der Herpetologie im Jahre 1893. 109
Morosaurus brevis Owen (=M. becklesi Marsh). Ueber einen hierher ge-
rechneten Wirbel: Lyddeker, Quart. Journ. Geol. Soc. XLIX. 1893 p. 276, fig.
Titanosaurus australis n. sp. aus der Kreide von Patagonien. — Lydekker,
An. Mus. La Plata II. 1893 No.1 p. 3, Taf. I, I. — T. nanus n. sp. ebendaher
l.c. p. 8, Taf. III fig. 1u.3.
Argyrosaurus superbus n. sp. aus der Kreide von Patagonien. — Lydekker,
An. Mus. La Plata I. 1893, p.9, Taf. IV, V.
Microcoelusn.g. (Stellung unsicher) für M. patagonicus n.sp. Kreide von
Patagonien. — Lydekker, An. Mus. La Plata I. 1893 p.12, Taf. II —-IV.
Seeley beschreibt einen fossilen zweiwurzeligen Zahn eines
Sauriers der Gattung Nuthetes, die er den Saurischia zurechnet und
mit Aristosuchus und Megalosaurus vergleicht. Er hält diesen Zahn
für abnorm, immerhin aber insofern bedeutungsvoll, dass er die
Möglichkeit des Vorkommens zweiwurzeliger Zähne bei Reptilien
beweist. — Ann. Mag. nat. Hist. (6) XII p. 227—230, fig.
Derselbe discutirt die Möglichkeit, dass der fragliche Zahn
einem Säugethiere angehören könnte, kommt aber zu dem Schlusse,
dass zu einer solchen Annahme kein triftiger Grund vorliegt, will
aber doch die endgiltige Lösung der Frage bis zur Auffindung
weiteren Materials verschoben wissen. Ebenda p. 274—276, fig.
Emydosauria.
Crocodilidae.
Anatomisches. C. Röse fand, dass bei Crocodilen während
der Embryonalentwicklung ein Jacobsonsches Organ zwar angelegt
wird, aber stets rudimentär bleibt. Die den Boden der vorderen
Nasenhöhle bildenden Basalknorpel reichen niemals bis zu der Stelle,
wo das Organ liegt. Die von Meek beschriebene Grube hat nichts
damit zu thun und Sluiter hat kein Krokodil, sondern irgendeinen
ir vor sich gehabt. — Anat. Anz. VIII, 1893 p. 458—472,
16 figg.
Derselbe fand bei Crocodılus porosus eine Nasendrüse, eine
grosse acinöse Drüse, welche mit 1—2 Ausführungsgängen jederseits
im Septum am. Hinterrande der äusseren Nasenlöcher ausmündet.
Sie erstreckt sich von hier nach rückwärts, wo sie zwischen dem
knorpligen Nasenhöhlendache und den Deckknochen (Praemaxillare,
Maxillare und Nasale) eingebettet liegt. Sie entsteht als solider
Epithelzapfen vom Ausführungsgang aus. Bei Embryonen von 9.5 mm
Länge, wo das Jacobson’sche Organ am höchsten entwickelt ist,
ist die Nasendrüse noch nicht angelegt, beim reifen Embryo hat
sie schon ihre volle Entwicklung erlangt. — Anat. Anz. VIII. 1893
p- 745— 75], 3 figg.
Derselbe stellte bei Crocodilus porosus in der die Knochen-
grube des Oberkiefers, in welche die Zähne des Unterkiefers beim
Schliessen des Rachens zu liegen kommen, auskleidenden Schleim-
haut eine bis mehrere acinöse Gaumendrüsen fest, deren Secret dazu
dient, die von den Zahnspitzen getroffene Schleimhaut feucht und
110 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
schlüpfrig zu erhalten. Im Unterkiefer fehlen entsprechende Drüsen;
hier ist die Schleimhaut am der Stelle, wo die Oberkieferzähne über
sie hinweggleiten, verdickt und liegt einem lockeren Unterhautbinde-
gewebe auf. — Ebenda.
Meek konnte bei Crocodilus porosus weder Harder’sche Drüse
noch Thränendrüse finden; Thränennasengang soll wie nach Born
bei Zacerta beschaffen sein. — Journ. Anat. Phys. London Vol. 27
p. 151—160, Taf. 10.
C. B. Davenport fand bei einem Alligator mississipiensis auch
die Arteria anonyma dextra durch einen Ast mit der A. subverte-
bralis colli (Carotis dorsalis Rathke) verbunden, das System der
Carotiden also vollkommen symmetrisch entwickelt. In zwei Fällen
konnte auch noch Persistenz des Ductus Botalli nachgewiesen
werden, so dass also der 6. Aortenbogen in seinem ganzen Um-
fange erhalten war. — Bull. Mus. Harvard Coll. XXIV p. 45—48,
Taf. —
Biologisches. A. Voeltzkow berichtet über die Biologie und
Embryonalentwickelung des madagassischen Krokodils (Crocodilus
niloticus var. madagascariensis Bttgr.). Er beschreibt den Fang, der
auf dreierlei Weise geschieht; entweder mit kreuzweise übereinander-
gebundenen, an den Enden zugespitzten Hölzern, die mit einem
Strick am Ufer befestigt werden und an welchen der Köder an-
gebracht wird. Dass den Köder erfassende Krokodil treibt sich die
Spitzen der Hölzer beim Einschnappen in den Rachen oder Hals
und kann, da es den Rachen krampfhaft geschlossen hält und da-
durch die Spitzen immer tiefer in die Rachenwand eindringen, am
Strick ans Ufer gezogen werden. Eine zweite Art des Fanges ge-
schieht mit einer mit einem Köder versehenen und durch ein Holz
ausgebreitet erhaltenen Schlinge, die sich, wenn das Krokodil nach
dem Köder schnappt und dadurch das Holz herauswirft, um Ober-
oder Unterkiefer des Thieres legt. Eine dritte Methode besteht
darin, dass man das Krokodil mit Netzen fängt, die aber sehr oft
gänzlich dabei ruinirt werden, so dass diese Art des Fanges sehr
kostspielig ist. Schliesslich können die Thiere auch noch in den
Gängen, die sie sich landeinwärts graben und die unter der Wasser-
linie beginnen und sich langsam heben, getödtet werden. Diese
Gänge sind am Ende erweitert, damit sich das Krokodil bequem
umdrehen kann und oben mit zwei bis drei Luftlöchern versehen,
die es mit seiner Schnauze durch die Decke stösst. Die J'g' scheinen
häufiger zu sein als die 2%. — Furchungsstadien und die allerersten
Organanlagen konnten nicht beobachtet werden, weil zur geeigneten
Zeit keine Krokodile erlangt werden konnten. Es werden ver-
schiedene Stadien beschrieben, bei deren jüngstem das Blastoderm
noch wenig entwickelt, etwa 7 mm im Durchmesser, erschien bei
einem Durchmesser des Dotters von 45—47 mm; der helle Fruchthof
ist in der Ansicht von oben als fast kreisrunde Scheibe von fast
3 mm Durchmesser dem Dotter aufgelagert. Die Medullarfalten
zeigten sich mässig erhaben, sich etwas nach links biegend und
in der Herpetologie im Jahre 1893. 711
sich vorn vereinigend, nach hinten fast unter rechtem Winkel zur
Längachse verstreichend. Primitivstreif nur schwach sichtbar am
hinteren Ende. Am Ende der zweiten Woche ist der Embryo so-
weit entwickelt, dass er sich ganz zusammenrollt, gleichzeitig Be-
ginn der Kopfbeuge; mit 3. Wochen ist er 10 mm lang, etwas später
beginnen die Gliedmassen als kurze Stummel hervorzusprossen.
Nach 1!/, Monaten bildet sich die definitive Gestalt, die mit 2 Mo-
naten erreicht ist. Eiablage, durch einige Regengüsse angeregt, bei
Nacht, nicht aber zu bestimmter Stunde, meist aber kurz vor Tages-
anbruch. Nach Ablage der Eier des einen Eileiters in die selbst-
gegrabene Grube wird dieselbe mit Sand zugeschüttet und nach
einer Ruhepause die andere Hälfte gelegt und dann erst die Grube
definitiv mit Sand zugescharrt. Die Eier werden aber sämmtlich in
einer Nacht gelegt. Die im Sande auskriechenden Jungen werden
von der Mutter ausgegraben und zum Wasser geführt. Auffallend
ist der Mangel von Parasiten am Zahnfleisch der Krokodile, ob-
wohl in ihren Wohngewässern z. B. Hirndineen massenhaft vor-
kommen. Dagegen enthält der Magen stets Steine, 4- 8 Stück von
2—3 cm Seitenlänge, bei einem grösseren Exemplar von 13 Fuss
aber 25 Stück. Die Thiere werden nicht vor dem 20. Jahre ge-
schlechtsreif und sollen sich nach Angabe der Eingeborenen auf
dem Lande begatten. Ein eigenthümliches Organ, eine Moschus-
drüse, findet sich am inneren hinteren Rande des Unterkiefers, und
wird von den Eingeborenen für ein zweites nach unten gerichtetes
Augenpaar gehalten. Der Autor konnte nicht angeben, ob dieses
Organ ausstülpbar ist. (Es ist ausstülpbar, wie der Ref. mehrfach
bei Alligator und Crocodilus beobachten konnte.) Sitz.-Ber. Ak.
Wiss. Berlin 1893 p. 231— 237.
Battersby hat eine Notiz über ein Krokodil-Ei von Kantaley,
Ceylon, ohne wissenschaftlichen Werth. — „Nature* XLVIII 1893
p- 248.
Systematisches. Jacaretinga Spie als Gattungspame restituirt für die
Caimans mit knöchernem Bauchpanzer (Caiman Blngr.) — Vaillant, Bull. Soc.
Zool. France 1893 p. 217-219.
Steneosaurus baroni n.sp. (fossil) aus dem Jura von Madagascar. — R. B.
Newton, Geol. Mag. (3) X 1893 p. 193, Taf. IX.
Chelonia.
Skelettsystem. R.Saint-Loup behandelt die Beziehungen
des Gehörgangs zum Quadratum bei den Cheloniern; er findet hier
einen Uebergang von dem freien Quadratum der Saurier zu den
mit dem Styloidfortsatz versehenen Tympanalring der Säuger. Das
Y-förmige Quadratum der Amphibien ist mit dem Hyomandibulare
der Selachier identisch; dieses bildet bei den Sauriern den Rand
des Trommelfelles, bei den Cheloniern die ganze Wand der Trommel-
höhle. C. R. Soc. Biol. Paris (9) 5 p. 301--303, 927-928.
Ontogenie. L. Will bringt eine ausführliche Arbeit über die
112 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Entwicklungsgeschichte der Keimblätter bei der menorquinischen
Sumpfschildkröte (Üistudo lutaria Gesn. = Emys orbicularis L.)
Die Processe verlaufen im Wesentlichen wie bei Platydactylus, den
der Verf. in seinen ersten Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der
Reptilien behandelte. Nur spaltet sich bei Emys das Entoderm als
zusammenhängende Zellschicht vom Dotter, während das zur Bildung
des Entoderms dienende Zellenmaterial beim Gecko einzeln vom
Dotter abgeschnürt wird. Das prostomiale Mesoderm entsteht durch
Abspaltung aus dem Entoderm in der Umgebung des Blastoporus,
das gastrale wie bei Platydactylus. Zool. Jahrb. Anat. VI 1893
pp. 529—615 T. XXX—XXXVI.
Mitsukuri bespricht den Gastrulationsvorgang bei Ühelonia
caouana (= Thalassochelys caretta L.). Das Blastoderm ist überall
zweischichtig; nur am Hinterende des künftigen Embryos, wo die
Primitivplatte entsteht, hängen beide Schichten zusammen. Die
Primitivplatte stülpt sich ein und liefert Blastoporus und Urdarm;
aus dem Dach des letzteren bildet sich die Chorda und der gastrale
Mesoblast. Aus dem Epiblast des Embryonalschildes entwickelt sich
der Epiblast und seine Derivate beim künftigen Thiere. In der
Gegend der Primitivplatte und seiner vorderen Verbreiterung werden
Urdarm, Dotterpfropf, Chorda, Mesoblast und definitiver Hypoblast
sammt Derivaten gebildet. Da der Aufsatz ohnehin von gedrängter
Kürze ist, so muss im übrigen auf denselben verwiesen werden.
Anatom. Anz. XIII 1893 p. 427—431, 3 figg.
L. Will hebt die Uebereinstimmung seiner Befunde mit denen
von Mitsukuri über die Gastrulation der Schildkröten hervor. Nur
bricht bei Öhelonia caouana (Thalassochelys) der Urdarm durch, be-
vor er seine definitive Länge erreicht hat, so dass nur seine dorsale
Wand an seiner weiteren Ausbreitung betheiligt ist. — Anat. Anz.
VI. 1893. p. 653—654.
Ueber die Entwicklung der Kiementaschen und der
A ortabogen beiden Seeschildkröten, untersucht an Embry-
onen von Chelonia viridis schreibt J. F. van Bemmelen. Der
Inhalt kann seiner ohnehin knappen Fassung wegen nicht auszugs-
weise wiedergegeben werden und muss daher auf die Originalarbeit
verwiesen werden. Anatom. Anz. VIII 1893 No. 23/24 p. 801 —803.
— Ann. Mag. N. H.(6) XI p. 477—478. — Versl. Akad. Amster-
dam 1892/93 p. 204—206.
Atheca.
Dermochelys coriacea L. wird für die Küsten Neuseelands erwähnt von T. G.
Cheeseman, Tr. N. Zealand Inst. XXV. 1893 p. 108,
Thecophora.
Cryptodira.
Systematisches. G. Baur giebt eine neue Eintheilung der
Cryptodira. Er unterscheidet I. Chelonioidea (1. Chelonidae, 2. Der-
mochelydae), II. Chelydroidea (1. Dermatemydae 2. Chelydridae
'in der Herpetologie im Jahre 1893. 113
3. Staurotypidae 4. Kinosternidae), III. Platysternoidea (einzige
Familie: Platysternidae), IV. Testudinoidea (1. Emydidae, 2. Testu-
dinidae) und führt die osteologischen Charaktere aller dieser Gruppen
an. — Amer. Natural. XXVI. 1893 p. 672—675.
Cinosternidae.
Systematisches. Kinosternon lowisianae n. sp. New-Orleans.. Baur, Amer.
Natural. XXVII. 1893 p. 676.
Testudinidae.
Biologisches. H. Fischer-Sigwart giebt eine sehr ausführ-
liche Beschreibung des Lebens der europäischen Sumpfschildkröte,
Emys lutaria, im Aquarium und Terrarium und ihres Vorkommens
in der schweizerischen Hochebene. Die überaus eingehenden Be-
obachtungen des Verf. können an dieser Stelle nicht einmal aus-
zugsweise wiedergegeben werden und muss wegen der vielen
Einzelheiten auf das Original verwiesen werden. Zool. Garten
XXXIV. 1893, p. 162—174, 195—200, 235— 244, 257—267 (auch
separat, bei Mahlau & Waldschmidt, Frankfurt a. M.).
Eine interessante Schilderung der nun aussterbenden Schild-
kröten der märkischen Seen (Emys orbicularis L. = lutaria Marsigli)
findet sich im „Zool. Garten XXXIV. 1893 p. 221.
Systematisches. Emys orbicularis (L.). Anomalie mit vorn und hinten auf-
gekrämpeltem Carapax aus der Umgebung von Mign& (Indre) beschrieben und
abgebildet von R. Blanchard Bull. Soc. Zool. France XVIII. 1893 p. 120—122,
figg. (Auch im östl. Europa nicht selten — Ref.)
Graptemys pulchra n. sp. Montgomery Alabama. Baur, Amer. Natural.
XXVII. 1893. p. 675.
Emys orbicularis L. Ueber Entwicklungsgeschichte siehe Will, über Bio-
logie und Vorkommen in der Schweiz: Fischer-Sigwart; über ein Exemplar
mit abnormem Rückenpanzer: R. Blanchard.
Terrapene (Cistudo Flem.) major Ag., carolina L, mexicana Gray, p. 677,
triunguis Ag., ornata Ag., p. 678 neu charakterisirt von Baur, Amer. Natural.
XX VII. 189.
Testudo Strauchi n.sp. vom Cap d. g. Hoffg. — Van Lidth de Jeude,
Notes Leyden Museum, XV. 1893 p. 312—313, Taf. IX.
Die ausgestorbenen Testudo-Arten der Mascarenen behandelt
Sauzier in dem Werke: Tortues de terre gigantesques des Masca-
reignes etc. Paris 1893, 8° 32 pp.
Auch Gadow hat eine Abhandlung über Reste von ausge-
storbenen Riesen-Landschildkröten aus Mauritius. Es werden solche
Reste von sumeirei, indica, triserrata, inepta und 2 nn. spp. be-
schrieben und abgebildet und auf das Vorkommen von Merkmalen
von Aldabra- und Galapagos-Schildkröten bei der mauritianischen
T. sumeirei hingewiesen. Transact. Zool. Soc. London XI. p. 313
—321, Taf. XLII—-XLIN.
Schliesslich bringt auch L. Vaillant Mittheilungen über aus-
gestorbene Riesenlandschildkröten von Rodriguez und bildet Tes-
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. II. H.1. 8
114 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
tudo vosmaeri Fitz. und peltastes D. B. ab. — Centenn. Mus. d’hist.
nat. 1893 p. 255—288, 3 Taf.
Testudo grandidieri Vaill. (von Madagascar) ausführlich beschrieben und
abgebildet von Boulenger in: Transact. Zool. Soc. London XIII, 1894, p. 305 — 311,
Taf. XXXIX (Panzer des $) XL (Panzer des 2) XLI (Schädel des 2).
Testudo sumeirei n. sp. von Mauritius (ein einziges Exemplar noch lebend.)
— Sauzierl.c.
Testudo sauzieri und gwentheri nn. spp. von Mauritius (ausgestorben). —
Gadow.l. ce.
Testudo emys Schleg. & Müll. Bemerkungen über junge Exemplare, welche
die Richtigkeit der Identification von Geoemyda impressa mit dieser Art be-
stätigen, bei Boulenger in Ann. Mus. Genoya 1893 p. 312.
Hubbard giebt eine anziehende Schilderung der floridanischen
Testudo (Gopherus) polyphemus die in selbstgegrabenen Höhlen lebt,
denen sie bei Gefahr zueilt und die sie im Allgemeinen nur zur
heissesten Tageszeit verlässt, im Sommer täglich, im Winter sehr
selten, höchstens um Mittag; sie hält aber keinen Winterschlaf. Die
Eier werden im Mai oder Juni in den Sand gelegt, in der Zahl 12—20;
sie sind im Durchschnitt vollkommen kreisrund, rein weiss und von 15/3
Zoll Durchmesser. Die ausgewachsene Gopher-Schildkröte kann
10 Zoll Länge und 6 Pfund Gewicht erreichen. Die Höhle des
Thieres ist zwischen 12 und 18 Fuss lang, geht unter einem Winkel
von 35° nach abwärts und endigt gewöhnlich an einer härteren
Schicht des Bodens. Die Temperatur darin ist sehr constant, nicht
unter 74° F. im Winter und nicht über 79° im Sommer. Eine von
der Schildkröte einmal ausgegrabene Höhle dient ihr zur dauernden
Wohnung und sie kann nur schwer dazu gebracht werden, dieselbe
zu räumen und eine neue zu graben; benützt sie auch ausserordent-
lich lange Zeit. Eine Menge Thiere machen zeitweilig von der
Schildkrötenhöhle als Wohnstätte Gebrauch; eine Eulenart, die
Klapperschlange, Kaninchen, Opossums gelegentlich, ein Frosch
(Rana areolata aesopus) und eine grosse Anzahl von Insekten und
andern Gliederthieren als dauernden Aufenthaltsort. Science XXL.
1893 p. 57—58.
A. H. Pilliet beschreibt die juxtamaxillaren Speicheldrüsen
von Testudo graeca. — Bull. Soc. Anat. Paris (5) 7 p. 293—294.
Pleurodira.
Pelomedusidae.
Podocnemis madagascariensis var. bifilaris n. var. Mojanga, W.-Madagascar.
— Boettger in: Cat. Rept. Samnlg. Senckenbg. Mus. p. 14.
Sternothaerus nigricans Donnd. Bemerkungen über Exemplare von den
Seychellen macht L. Stejneger in: Proe. U.S. Nat. Mus. XVI. 1894 p. 713.
Ichthyosauria.
Seeley macht weitere Bemerkungen über den Schultergürtel
und Schlüsselbeinbogen der /chthyopterygier und Sauropterygier, wo-
in der Herpetologie im Jahre 1893. 115
rin er seine Anschauungen gegen Hulke vertheidigt. — P. R. Soc.
London Vol. 54 p. 149—168, 7 fige.
Gaudry wiederholt die Beschreibung seines /chthyosaurus bur-
gundiae in Bull. Soc..Yonne XLVII 1893 p. 35.
L. Dollo behandelt den Ursprung der Schwimmflosse der Ich-
thosaurier. — Bull. Soc. Belge G&ol. 6. 1892 8 pp. 8 figg.
Ichthyosaurus bodenbenderi n.sp. aus dem Tithon von Argentinien. —
Dames in: Zeitschr. Geol. Ges. XLV. 1893 p. 23 Taf. I.
Plesiosauria.
Anatomisches. Ueber den Brustschulterapparat s. Seeley,
Proc. R. Soc. London Vol. 54 p. 149—168, 7 figg.
Systematisches. F. Koken behandelt den Bau von Notho-
saurus in der Zeitschr. Geolog. Ges. XLV. 1893, p. 337 —377, figg.
Taf. VIO—XI und beschreibt eine n. sp. (s. unten).
Boulenger beschreibt einen Nothosaurier aus dem Trias der
Lombardei, anscheinend zu Lariosaurus gehörig. Er hält die Lario-
sauriden für intermediär zwischen den Mesosauridae und N otho-
sauridae, obwohl letzteren näherstehend, so dass erstere eine, letz-
tere mit den Lariosauriden zusammen eine zweite Unterordnung
der Plesiosaurier bilden. — P.Z.S. London 1893 p. 616.
Skuphos beschreibt Partanosaurus Zitteli Skuph. neu (p. 3),
bildet ihn auf 3 Tafeln ab, und beschreibt zwei neue Genera der
Plesiosaurier. Abh. geol. Reichsanst. Wien XV. 1893 No. 5.
Nothosaurus marchicus n.sp. aus dem Muschelkalk von Reidersdorf. —
Koken, l.c., Taf.X.
Microleptosaurus n.g. für M. schlosseri n. sp. aus der Trias von Vorarl-
berg. — Skuphos l.c.p. 12, Taf. III fig. 5—7.
Kolposaurus.n.g. für K. dichthadius n. sp. aus dem Muschelkalk von Ober-
schlesien. — Skuphos, l.c. p. 14.
G. Ritter. Sur une vertebre de Plesiosaure trouvee dans les
marnes neocommiennes de Neuchätel. —- Bull. Soc. Sc. Nat. Neu-
chatel, tome 18 p. 47—52, Taf.
Thecodontia.
Systematisches. Erpetosuchus.n.g. (verw. Stagonolepis) für P.granti n.sp.
aus der Trias von Elgin. — E. T. Newton in Proc. R. Soc. London LIV.
1894 p. 436.
Ornithosuchusn g. steht zwischen Krokodilen und Dinosauriern, und wird
provisorisch zu den thecopoden Dinosauriern gestellt; für O. woodwardi n. sp.
aus der Trias von Elgin. — E.T. Newton |. ce. p. 437.
Acrosauria.
(nur fossil.)
Systematisches. A. Andreae giebt eine ausführliche Be-
schreibung von Acrosaurus Frischmanni H. v. Mey., besonders nach
einem wohl erhaltenen Exemplar aus dem lithographischen Kalk-
stein von Eichstätt bei Solenhofen, das sich in der Strassburger
8*+
116 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
palaeontologischen Sammlung befindet. Das Thier ist durch den
langen, spitzen Kopf, den langgestreckten Körper mit kurzen, zum
Schwimmen eher als zum Laufen geeigneten Extremitäten und den
langen Schwanz ausgezeichnet. Es ist 200 mm lang, wovon auf den
Kopf 20, auf den Schwanz 123 entfallen; die Vorderbeine sind 13,
die Hinterbeine 16 mm lang. Der Acrosaurus ist dem weit grösseren
Pleurosaurus H. v. Mey. nahe verwandt. Wirbelsäule, Rippen, Ab-
dominalskelett, Schädel, Bezahnung, Brust- und Beckengürtel, Ex-
tremitäten und Hautbedeckung werden genau beschrieben und in
zwei Tafeln das ganze Thier, sowie einige Skeletttheile (theilweise
auch von Plewrosaurus) und Schuppen abgebildet. — Ber. Sencken-
bg. naturf. Ges. Frankfurt a/Main 1893 p. 21-34, Taf. I—-II.
Rhynchocephalia.
Anatomisches. F.Siebenrock giebt eine eingehende Be-
schreibung des Schädels von Sphenodon (Hatteria)., Im Interorbital-
septum sind discrete Knorpel vorhanden, deren Hauptknorpel dem
Praesphenoid entspricht. Das Orbitosphenoid ist knorplig, aber deut-
lich abgegrenzt; sein oberer Fortsatz zieht zum Postfrontale, sein
unterer tritt in Verbindung mit dem ÖOtosphenoid. Das Parocci-
pitale ist ein besonderer Knochen und darin, sowie im Mangel eines
Foramen canalis Vidiani anterius zeigt sich eine Uebereinstimmung
mit den Schildkröten. Das Parietale ist noch im Alter als paariger
Knochen erkennbar; ebenso ist das Parasphenoid deutlich erkenn-
bar. Die Exemplare ohne Vomerzähne sind wahrscheinlich alle 2.
— Sitz. Ber. Akad. Wiss. Wien CH. p. 250—268, Taf. — Vorl. Mitth.
Anzeiger Akad. Wiss. Wien XXX. p. 44—45. — Uebersetzung in
Ann. Mag. N. H. (6) XIII. 1894 pp. 297 —311.
Ueber das Verhalten von Sphenodon punctatus in Gefangenschaft
giebt F. Werner folgendes an: Das Thier ist, namentlich bei Sonnen-
schein und in den Abendstunden recht lebhaft, züngelt aber
niemals und trägt beim Laufen den Bauch über den Boden erhoben.
Die Nahrung ist ausschliesslich animalisch; es wurden ausser rohem
Rindfleisch und Rindsleber grosse Nachtfalter (Saturnia pyri), W asser-
molche (Molge vulgaris), Springfrösche (Rana agilıs), Zauneidechsen
und Mehlwürmer gefressen. Es wird der Vorgang bei der Fütterung
geschildert, und die Bemerkung gemacht, dass bei Sphenodon längeres
Offensein des Rachens durchaus kein Zeichen von Uebelbefinden,
(N. B. eher das Gegentheil — auch bei Krokodilen) und dass das
Thier gegen Kälte nicht sehr empfindlich war, sogar bei einer
Temperatur noch Nahrung annahm, der einheimische Eidechsen die
Nahrungsannahme verweigerten. Die Nahrungsannahme ist an keine
bestimmte Tageszeit gebunden. Mit anderen grösseren Reptilien
verträgt sich Sphenodon sehr gut. — Zool. Garten XXXIV. 1893
p. 335—338. Ueber Heilung der Mundfäule bei demselben Exemplar
ebenda p. 347.
in der Herpetelogie im Jahre 1893. alt
Boule und Glangeaud beschreiben unter dem Namen Calli-
brachion einen echten Lacertilier aus dem Perm von Autun, der
nur in wenigen Punkten, wie z. B. in der Persistenz der Chorda,
alterthümlich erscheint. ©. R. Ac. Sci., CXVIL p. 646 —648, Bull.
Soc. Autun VI. 1893 19 pp., T. IH.
Callibrachium n.g. für C. gaudryi n. sp. (foss.). Boule & Glangeaud,
OR. Ac. Sci. CXVII. 1893 p. 646 und Bull. Soc. Autun VI. 1893, T. IL.
Anomodontia.
E. F. Newton beschreibt aus den „Elgin Sandstones“ folgende
neue Anomodonten: (rordonia traquairi, huxleyana, duffiana, juddiana ;
Greikia elginensis, Elginia mirabilis. — Philos. Transact. CLXXXIV B.
1893 pp. 4#31—503, Taf. XXVI—XLI.
Seeley hält Deuterosaurus, Rhopalodon und Dinosaurus nicht
für Labyrinthodonten, sondern schliesst sie als eigene Ordnung der
Deuterosauria den T’heriodonten an, zwischen denen und den Placo-
dontia sie in mancher Beziehung zu stehen scheinen, während der
Schädelbau an Nothosaurier und Plesiosaurier erinnert. — P. R.
Soc. London Vol. 54 p. 168—169 und Ann. Mag. N. 14 (6) X.
p. 74—75 und Geol. Mag. (2) Vol. X p. 360—361.
Glangeaud bildet das restaurirte Skelett von Pureiasaurus Bairiv
ab und giebt eine Beschreibung derselben (nach Seeley). — Le
Naturaliste XV. 1893, p. 65, fig.
Batrachia.
Integument. F. Lastaste vergleicht die Mucosa der Epi-
dermis der Batrachier, der ein Stratum corneum fehlt, derjenigen
der Vagina von Homo und der übrigen Säuger, welche ebenfalls
periodisch abgestossen wird. Actes Soc. Sc. Chili Santiago 3.
Anne Proc. Verb. p. 49—51.
Bei Besprechung des Albinismus und Melanismus erwähnt
F. Werner albinotische Kaulquappen von Pelobates fuscus und
cultripes, die Albinos des Axolotls, den gelben Triton sctericus
Reichenbachs (Triton eristatus) und als Höhlen-Albino den Grotten-
olm; von Nigrinos Salamandra atra und melanotische Triton cristatus.
— Sitz. Ber. Zool. bot. Ges. Wien XLII. 1. Febr. 1893.
Dissard bespricht die Hautverdunstung und Athmung bei den
Batrachiern; erstere steht in umgekehrten Verhältniss zu letzterer,
woraus sich die Wanderungen aus dem Wasser zur Luft und zu-
rück bei diesen Thieren ergeben. CR. Ac. Sci. CXVIIL p. 741
— 743.
Nach Schuberg ist nur die äusserste Zellschicht der Amphibien-
Epidermis als Stratum corneum aufzufassen, während die darunter
gelegene als Ersatzschicht betrachtet wird; nur die erstere wird
bei der Häutung abgeworfen. Ausser den Zellgrenzen wird auch
öfters noch eine polygonale Zeichnung sichtbar, welche auf Leisten
118 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
an der Unterseite der Hornschicht zurückzuführen ist. — Zool.
Jahrb. Anat. VI. 1893 p. 481—490, Taf. XXV.
Skelett. Howes beschreibt unter dem Titel: „Bemerkungen
über Variation und Entwicklung der Wirbelsäule und des Extremitäten-
skelettes der Amphibien“ folgende Abweichungen, die sich meist
auf Anuren beziehen: 1) Bildung eines Sacrums bei Rana esculenta
durch Verschmelzung zweier Wirbel. 2) Vorkommen von Quer-
fortsätzen am Atlas bei verschiedenen Rana-Arten, nebst dem einen
Loches welches einem Nerven zum Durchtritt dient, welcher dem
N. suboceipitalis gewisser Urodelen zu vergleichen ist. Diese Er-
scheinung deutet darauf hin, dass bei den Fröschen der Atlas aus
zwei Wirbeln besteht. 3) Spuren segmentaler Verknöcherung beim
Urostyl von jungen /elobates. 4) Einen Fuss bei Salamandra
maculosa mit 4 Zehen (normal bei Salamandrina. Ref.). — Proc.
Zool. Soc. London 1893 p. 268—278, figg.
Muskelsystem. Schuberg erwähnt in seinen Arbeiten über
den Zusammenhang der Gewebszellen im thierischen Organismus als
Beispiel von Zusammenhang zwischen Bindegewebs- und Epithel-
zellen die Haut von Salamandra und Bombinator, Zunge, Harnblase
und Pharynx bei Bombinator; es verbinden sich spitze Ausläufer
der Epithelzellen mit dem Netz der Bindegewebszellen. Zwischen
Epithelzellen und glatten Muskelfasern ist ein Zusammenhang in
der Bauchhaut von Hyla nachweisbar, wo die feingetheilten Enden
der Muskelzellen direkt in die spitz nach unten eindringenden Fort-
sätze der untersten epidermalen Zellschicht übergehen; ähnlich ver-
binden sich Bindegewebszellen mit den Ausläufern quergestreifter
Muskeln in der Amphibienzunge; quergestreifte Muskelfasern können
(am Hinterende der Bombinatorzunge) im direkten Zusammenhang
mit den in die Schleimhaut vordringenden Basaltheilen der Epithel-
zellen stehen. — Sitz. Ber. Phys. Med. Ges. Würzburg 1893 p. 44
—)l.
Nervensystem. Retzius fand bei Rana und Salamandra
bei Färbung nach der Golgi’schen Methoden auch Nerven gefärbt,
welche die Zähne aussen umspinnen und hält sie für sensible Fasern
derselben Kategorie wie diejenigen des Epithels, — Biol. Unters.
Retzius p. 39—42, Taf. 17—19.
Nach Rouget entsteht die häufige Zunahme des Durchmessers
der Endverzweigungen an den motorischen Nervenendigungen im
quergestreiften Muskel der Batrachier (Triton, Rana) nicht durch
Verdickung, sondern durch eigenthümlichen zieckzack- oder eng
spiralförmigen Verlauf. Geschieht dies bei einer Faser mehrmals
hintereinander, so erhält sie ein charakteristisches perlschnurartiges
Aussehen. — CR. Ac. Sci. CXVI. 1893 pp. 802—804.
Sinnesorgane. A. C. Eycleshymer zeigt, dass bei Necturus
und Rana palustris die primitive Augenblase schon sehr früh angelegt
wird. Schon zur Zeit, da die Neuralrinne noch vollständig offen
ist, lässt sich am vorderen, verbreiterten Theile derselben schon
in der Herpetologie im Jahre 1893. 19
deren Stelle erkennen, die dann durch Pigment noch deutlicher
wird. — Journ. Morph. Boston VIII p. 189—193, 5 fige.
Urogenitalapparat. Jungersen bemerkt, dass bei Rana
platyrhinus (temporaria), Bufo vulgaris und Triton cristatus der
Müller’sche Gang unabhängig vom Wolff’schen aus dem Peritoneal-
Epithel hervorgeht; sein vorderes Ende entsteht zuerst; das übrige
wird entweder durch selbständiges Weiterwachsen nach hinten oder
aus Elementen der Müller’schen Leiste gebildet. — Vid. Medd. Nat.
For. Kjebenhavn (5) 4 pag. 32—72, Taf. I—III.
Ontogenie. „Versuche über die Regeneration der Keim-
blätter bei den Amphibien“ beschreibt Barfurth., Er kommt
zu folgenden Ergebnissen: 1. Die Keimblätter der Amphibien
sind der Regeneration bezw. Postgeneration fähig. 2. Die Re-
generation erfolgt in der Regel auf dem Umwege über das „Extra-
ovat“ (bei Verletzungen austretendes Eimaterial in Form von Dotter
oder Zellen, das knollenförmig dem Ei anhaftet), vorzugsweise durch
„Umordnung und Umdifferenzierung der Zellen (Roux).“ 3. Die
regenerative Potenz ist am grössten beim Ektoderm. 4. Die Keim-
blätter und grössere Complexe ihrer Elemente verhalten sich speecifisch
in Bezug auf die Regeneration. 5. Durch mechanische Verletzung
der Gastrula lassen sich typische Missbildungen (Roux) und Ge-
schwülste von bestimmter Struktur erzeugen. Eine Doppelmissbildung
infolge solcher Operationen durch regenerative Einwirkung des
Extraovats wurde nicht beobachtet. Verh. Anatom. Ges. 1893
p. 4#3—50 und Anat. Hefte 1. Abth. 3. Bd. p. 309—389 Taf. 15—18.
Unter dem Titel „Ueber den Werth der ersten Furchungs-
zellen für die Organbildung des Embryo. Experimentelle Studien
am Frosch- und Tritonei“, bringt O. Hertwig eine grössere Arbeit,
die im Wesentlichen nicht viel mehr Neues enthält, als schon in
der Arbeit: Experimentelle Untersuchungen über die ersten Theilungen
des Froscheies und ihre Beziehungen zur Organbildung des Embryo
(Sitz. Ber. Ak. Wiss. Berlin 1893 p. 385—392) enthalten ist und
schwer auszugsweise wiederzugeben ist. (Ein sehr ausführliches
Referat findet sich im Zool. Jahresber. Stat. Neapel 1893, Vertebr.
p. 45). — Arch. mikr. Anat. XLII p. 662—807, T. XXXIX—XLIV.
Phylogenie. Die Entstehung der Lurche wird in W. Haacke’s
Werke „Die Schöpfung der Thierwelt“ (Leipzig & Wien 1893) auf
p- 382—391 behandelt. Abbildungen auf p. 388 und p. 390. Auf
einer Farbentafel zum Kapitel „die Verbreitungsverhältnisse der
Thiere* ist Bombinator igneus und pachypus (p. 211) abgebildet.
Ob Rhacophorus Reinwardti zu den eigentlichen Nachtthieren zu
rechnen ist, unter denen er auf einer Tafel (p. 151) figurirt, möchte
vorderhand noch zu bezweifeln sein, umsomehr als die Pupille nicht
vertical, sondern in Wirklichkeit horizontal ist.
Biologisches. L. Cuönot bringt einen Aufsatz über die An-
passung an Wassermangel und terrestrische Lebensweise bei Ba-
trachiern und giebt damit zugleich eine Uebersicht über die bisher
120 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
bekannten Formen der Brutpflege bei ihn. Er unterscheidet zwei
Hauptgruppen:
A. Die Eier werden frei abgelegt:
1. Die Eier werden in natürlichen Aquarien, hohlen Baum-
stämmen oder in Blattwinkeln abgelegt: Ayla luteola.
2. Die Eier werden in der Nähe von Sümpfen abgelegt und
durch Regengüsse die entwickelten Larven in die ersteren
hineingeschwemmt (Leptodactylus ocellatus u. mystacinus,
Paludicola gracilis).
3. Die Eier werden an Blätter oder Felsen gelegt, die über
das Wasser hängen, in welche die freiwerdenden Larven
von selbst hineinfallen (Phyllomedusa Jheringiü, Chiro-
mantis rufescens, Rhacophorus eques und maculatus).
4. Die Eier werden aufs Trockne gelegt und die Jungen
kriechen ins Wasser (Ichthyophis glutinosus).
5. Die ganze Entwicklung vollzieht sich ausserhalb des
Wassers: Hylodes martinicensis, Rana opisthodon.
B. Die Eier werden von den Eltern herumgetragen:
1. in Schnüren um die Hinterbeine des Männchens gewickelt,
bis zum Auskriechen der Larven: Alytes obstetricans;
auf der Bauchseite des Weibchens befestigt: Rhacophorus
reticeulatus;
machen ihre Entwicklung in zellenartigen Räumen auf
dem Rücken des Weibchens durch: Pipa americana; -
machen ihre Entwicklung in der Schallblase des Männ-
chens durch: Rhinoderma darwinii;
5. werden in einer grossen Einstülpung der Rückenhaut
(Brutsack) vom Weibchen herumgetragen: Nototrema;
6. bleiben im Ovidukt bis zum Ausschlüpfen der Larven:
Salamandra maculosa ;
7. bleiben im Ovidukt bis zum Ausschlüpfen des völlig
verwandelten jungen Thieres: Salamandra atra.
Die Fig. 3 (p. 150) stellt aber nicht, wie angegeben, Ichthyophis,
sondern Salamandra atra vor. — Le Naturaliste XV. 1894 p. 149
—153, 8 figg.
>
Faunistisches.
Europa. P.M.C.Kermode führt Rana temporaria für die
Insel Man an und bestreitet das Vorkommen von Molge eristata
und vulgaris (Triton palustris und punctatus) auf dieser Insel. —
Zoologist 1893 p. 63—64.
F. Werner kennt von Bosnien Rana esculenta var. ridibunda,
R.temporaria, agilis, Bufo vulgaris u. viridis, Bombinator pachypus,
Molge vulgaris und alpestris, Salamandra muculosa. — Zool. Anz.
1893 p. 424—425.
W. Wolterstorff, Reptilien und Amphibien der nordwest-
deutschen Berglande. (s. Reptilien).
Minä-Palumbo beschreibt in den „Rettili ed Anfibi Nebrodensi“
in der Herpetologie im Jahre 1893. 121
von Batrachiern: Ayla viridis Laur. (arborca L.) (p. 229), Aylaria
variegata Raf. (= H. arborea var. savignyi Aud.) (p. 230), Rana es-
culenta L., (p. 231), Rana temporaria L. (nicht für Sicilien nach-
gewiesen, dürfte dort auch keineswegs vorkommen, sondern durch
agilis oder graeca ersetzt sein, wenn überhaupt ein brauner Frosch
auf Sicilien vorkommt. — Ref.), Discoglossus pietus Otth. (p. 282),
Bombinator pachypus Bp. (p. 282), Bufo vulgaris Laur. (p. 282),
Bufo viridis Laur. (p. 284), Bufo calamıta Laur. (nicht in Sicilien
gefunden; auch nicht wahrscheinlich — Ref.), Salamandra maculosa
Laur. (p. 286), Triton cristatus Laur. (p. 286) und Proteus anguineus
Laur. (höchst zweifelhaft! Ref.). — Naturalista Sieiliano 1893.
Asien. Von Lahadsch bei Aden erwähnt Matschie Bufo ara-
bicus Rüpp. und Runa ehrenbergi Ptrs. (= R. cyanophlyctis Schn.).
— 8.B. Ges. naturf. Fr. Berlin 1893, p. 31.
F.Werner erwähnt von Ceylon p. 352: Rana limnocharis Wiegm.,
tigrina Daud. var. ceylanica Gthr., Rhacophorus maculatus Gray,
p. 353: cruciger Blyth., Microhyla rubraderd., p. 354, Callula ob-
scura Gthr., Bufo microtympanum Blngr. (wohl nur melanostictus
Schn. juv., Ichthyophis glutinosus L.; von Borneo p. 357: Rana ery-
thraea Schleg., Rana Schlüteri Wern. (= tigrina Daud.?). — Verh
Zool. bot. Ges. XLIII. 1893.
Derselbe erwähnt von der Insel Nias (westl. von Sumatra)
Rana macrodon, erythraea, mit var. elongata n., (= nicobariensis)
Rhacophorus leucomystax, Microhyla achatina, Bufo claviger, Ich-
thyophis glutinosus. — Jahresber. Ver. Magdeburg 1892 p. 252—254
(1893).
Th. W. van Lidth de Jeude erwähnt Rana macrodon und
tigrina, sowie Rhacophorus pardalis von der Sandakan-Bai, N. Bor-
neo. — Notes Leyden Museum XV. 1893 p. 257.
Boettger erwähnt von Borneo Rana tigrina Daud. (Bandjermassin
und Fluss Pontianak), whiteheadi Blngr. (Fl. Pontianak), erythraea
(Schleg.) (Bandjermassin), Nectes pleurotaenia (Blkr.) (Bandjermassin
und Fl. Pontianak), Bufo melanostictus Schneid. (Bandjermassin und
Fl. Pontianak), biporcatus Grach. (Bandjermassin) und asper Grach.
0 ai — MT. Geogr. Ges. Lübeck, Ser. II Heft 5 1893 p. 4
—5 (8. A.).
Boulenger erwähnt aus Burma folgende Batrachier : Oxwyglossus
lima Gravh. (Palon), laevis Gthr. (Palon), Rana Kuhlü D. B. (Yado,
Thao, Karin-Bia-po), Rana doriae Blngr. (Palon, Karin-Hügel 13—
1600‘, Yado, Bia-po), Rana limborgii W. Sclater (Karin-Bia-po,
Yado, Thao), Rana macrodon D. B. (Karin-Hügel, 13—1600°), ti-
grina Daud. (Palon), limnocharis Wiegm. (zahlr. Fundorte), tenasseri-
mensis W. Schlater (Karin-Bia-po), guentheri Blngr. (Yado, Thao),
lateralis Blngr. (Palon, Rangun), macrodactyla Gthr. (Rangun), ery-
thraea Schleg. (Malewon), granulosa Anders. (Palon, Karin-Bia-po),
nigrovittata Blyth (Yado, Karin-Bia-po), jerboa Gthr. (Thao, Karin-
Bia-po), vida Blyth (Karin-Hügel 13—1600‘, Yado, Bia-po), lato-
122 Dr. Franz Werner: Baricht über die Leistungen
palmata Blngr. (afghana Gthr.) (Karin-Bia-po, Thao), Rhacophorus
leucomystas Gravh. (Ragun, Malewon, Yado, Thao, bimaculatus Blngr.
(Karin-Bia-po), /xalus vittatus Blngr. (Palon), asper Blngr. (Thao),
Calophrynus pleurostigma Tsch. (Palon), Microhyla inornata Blngr.
(Palon), ornata D. B. (Palon, Karin-Bia-po), bedmorei Blyth (Bia-po),
Callula pulchra Gray (Rangun, Palon), Bufo maerotis Blngr.(Palon),
melanostictus Schn. (Rangun, Palon, Malewon, Bia-po), parvus Blngr.
(Malewon), asper Gravh. (Karin-Hügel 13—1600°), Ayla annectens
Jerd. (Thao), Leptobrachium monticola Gthr. (Thao, Karin-Bia-po),
hasselti Tsch. (Karin-Bia-po), carinense Blngr. (Westabhänge der
Karin-Hügel), Ichthyophis glutinosus L. (Karin-Bia-po), (ausserdem
8 nn. spp. und 2 nn. gen. (s. Ranidae, Pelobatidae). — Ann. Mus.
Genova (2) XII. 1893 p. 328—345.
Afrika. Von den Somaliländern erwähnt O. Boettger fünf
- Arten von Batrachiern, Rana mascariensis D. B. und delalandii
Tschudi p. 130, Bufo regularis Rss. und Chiromantis petersi Blngr.
und eine neue Art (s. Ranidae). Die drei Raniden wurden von Prof.
C. Keller anlässlich der Ruspoli’schen Expedition gesammelt. Zool.
Anz. XVI. 1893 p. 130—131.
L. Stejneger erwähnt Phrynomantis bifasciäta vom Tana-Fluss,
Bufo regularis ebendaher und vom Kilima-Njaro, Hyperolius eineti-
ventris und Phrynobatrachus acridoides vom Tana-Fluss, Rana mas-
careniensis und Hypogeophis rostratus von den Seychellen, eben-
daher auch eine neue Hypogeoplis-Art (s. Apoda). — Proe. U. 8.
Nat. Mus. XVI. 1893 p. 737— 741.
G. Pfeffer beschreibt die von Stuhlmann 1888/89 gesammelten
ostafrikanischen Amphibien und nennt Rana mascariensis D. B.
von Alexandrien, Sansibar, Korowge am Rufu, R. owyrhyncha Sun-
devall von Kikoko in Useramo und Korogwe am Rufu, Rana ads-
persa Tschudi von Quilimane, Rana trinodis Bttgr. var. von Quili-
mane, Chiromantis xerampelina Ptrs. von Quilimane und Lewa in
Usambäa, Phrynobatrachus acridoides Cope von Sansibar, Rappia
marmorata Rapp von Quilimane, R. flavoxiridis Ptrs. von Korogwe
am Rufu und von Quilimane, Megalixalus fornasinii Bianc. von
Kingani und Mhonda in Ungüu, Hylambates maculatus A. Dum. von
Sansibar, Phrynomantis bifasciatd Smith von Kokotoni, Hemisus
sudanensis Steind. von Kihengo, Ost-Ungüu und von Quilimane,
Bufo viridis Laur. von Alexandria, B. regularis Rss. von Usegua,
Quilimane und Mhonda, Xenopus Muelleri Ptrs. von Sansibar und
Quilimane; ausserdem g nn. spp. und 1.n.g. (8.
A. Günther erwähnt von Britisch-Oentralafrika Arthroleptis
macrodactyla, Rappia nasuta und eine neue Rana (s. Ranidae).
P. Matschie erwähnt vom Togogebiet Xenopus calcaratus Buchh.,
Bufo reqularis Rss, Rana albolabris Hall., oxyrhyncha Sundev.,
oceipitalis Gthr., Rappia picturata Ptrs., concolor Hall., Arthroleptis
poecilonotus Ptrs. — Mitth. deutsch. Schutzgeb. Bd. VI 1893, Heft 3
.8—9.
E Amerika. E. D. Cope verzeichnet von Britisch-Columbien
in der Herpetologie im Jahre 1893. 123
Amblystoma macrodactylum, Diemyctylus torosus, Bufo columbiensıis,
Hyla regilla, Rana agilis aurora, Rana temporaria pretiosa, Rana
virescons und Spea hammondi intermontana. — Proc. Acad. Philad.
1893 p. 182—183.
Derselbe erwähnt von den Ebenen in 36° 30° n. Br. (Okla-
homa und N. Texas) Amblystoma tigrinum, Bufo lentiginosus amert-
canus und Chorophilus triseriatus Clarkü. — P. Ac. Philad. 1893
. 386.
E L. Stejneger beschreibt folgende Batrachier, welche von deı
Death Valley Expedition mitgebracht wurden: Bufo punctatus B. &
G., halophilus B. & G., B. boreas nelsoni n. subsp., B. lentiginosus
woodhousii (Gir.), Scaphiopus hammondi Baird, Hyla regilla B. &
G., Rana draytonü B. & G., aurora B. & G., pretiosa B. & G., boylai
Baird, pipiens brachycephala Cope und eine n.sp. Die Identification
der R. boylii mit draytoni durch Boulenger und der Name verescens
Kalm für R. pipiens Schrb. wird verworfen. — North American
Fauna (7) 1893 p. 219—228.
- Blatchley erwähnt vom Mt. Orizaba, Mexico, Spelerpes bellii
Gray, (bis 14000 Fuss), Bufo intermedius Gthr., Hyla eximia Baird,
miotympanum Cope und 2 nn. spp. (s. Plethodontinae). — Proc. U.
S. Nat. Mus. XVI 1893 p. 37—40.
Boettger erwähnt von Venezuela: Phryniscus bibroni (Schmidt)
p: 38, Paludicola brachyops (Cope), Leptodactylus ocellatus (L.),
Eupemphix pustulosus (Cope), Bufo marinus (L.), Hyla crepitans
Wied., venulosa (Laur.) p. 40 und 3 nn spp. (s. Ranidae, Cystig-
nathidae, Hylidae). — Ber. Senckenbg. naturf. Ges. 1893.
Boulenger erwähnt aus Asuncion, Paraguay folgende von
Bohls gesammelte Batrachier: P’hryniscus nigricans Wiegm., En-
gystoma ovale Schn., albopunctatum Bttgr., Muelleri Bttgr., Pseudis
paraoowa L., (im Leben schön grün), limellum Cope (J' beider Arten
mit äusserer Schallblase), Ceratophrys americana D. B., Paludicola
fuscomaculata Stdchr., gracilis Blngr., Leptodactulus ocellatus L.,
caliginosis Gir. (= Cystignathus podieipinus Cope = L. ocellatus
part., Bttgr.), Bufo marinus L., granulosus Spix, Hyla Spegazzinii
Blngr., granosa Blngr., venulosa Laur., nasica Cope, nana Blngr.,
Phyllomedusa hypochondrialis Daud. — 1.n. sp. (s. Leptodactylidae).
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XIII p. 347—348.
Australien. Fletcher macht Bemerkungen über verschiedene
Frösche von N. S. Wales theils systematischen, theils biologischen
Inhalts. — Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VIII. 1899 p. 229.
Ecaudata.
Skeletsystem: siehe Nervensystem (Adolphi).
Nervensystem. Ueber die Spinalganglien der Am-
phibien berichtet J. Disse. Er hat bei Froschlarven ausser bi-
polaren und pseudo-unipolaren auch multipolare Ganglienzellen ge-
funden, während man bei erwachsenen Fröschen nur die beiden
ersteren Formen kennt. — In der darauf folgenden Diskussion
124 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
glaubt Lenhossek die richtige Erklärung dieser Erscheinung darin
zu finden, dass wegen der Grösse und gedrängten Lagerung der
Elemente bei Froschlarven an manchen Spinalganglienzellen die
ersten Theilungen der Achsencylinder auf die Zelle selbst gerückt
sind, wodurch eine vorübergehende Vermehrung der Ausläuferzahl
veranlasst wird. Er hält diese Erscheinung demnach für eine bloss
embryonale. Den von Disse gefundenen Dendriten hält er nicht
für einen solchen.
Adolphi berichtet über die Variation der Spinalnerven und der
Wirbelsäule bei Rana esculenta, Bufo viridis und Pelobates fuscus.
Die Plexus brachialis und sacralis sind bestrebt, ihren Schwerpunkt
nach dem Kopf hin zu verlegen; daher wandern Arme und Beine
nach dem Kopf zu. Bei Pelobates f. ist in 20°/, aller Fälle der
Spinalnerv V noch beim Plexus brachialis, was sonst bei keinem
Anuren vorkommt, aber bei den Urodelen Regel ist. Der 9. Wirbel
ist wahrscheinlich bei allen Anuren Kreuzbeinwirbel (bei einigen
Aglossen aber der 8. — Ref.); bei Pelobates aber nimmt der 10.
an der Bildung des Kreuzbeines Antheil. Bei allen Anuren finden
Verwachsungen von 2 und mehr Wirbeln theils als Regel, theils
als Variation vor. — SB. Ges. Dorpat X. 1893 p. 45—46 (vergl. auch
Ber. f. 1892 p. 153).
„Beiträge zur Embryogenie der Pinealdrüse der Amphibien“
bringt E. Böraneck. Er studirte ihre Entwicklung speciell
bei Rana und Bufo und fand wesentliche Unterschiede in der Art
und Weise der Differenzirung des Frontalorganes vom primären
Epiphysen-Divertikel, in welcher Beziehung Bufo ursprünglicheren
Charakter aufweist als Rana. Verf. glaubt, dass das Organ ein
rückgebildetes Auge vorstellt, welches aber nicht dem Parietalorgan
der Saurier homolog sei, sondern der Epiphyse dieser Reptilien.
Die Vorfahren der Vertebraten besassen zwei Sehorgane dorsal vom
Zwischenhirn, das pineale und das parietale, von welchen bei den
Amphibien das erstere allein noch erhalten, aber schon degenerirt
ist, während bei den Sauriern das Parietalauge noch deutlich er-
halten und das Pinealauge zur Epiphyse rückgebildet ist. — Rev.
Suisse. Zool. I. 1893 p. 255 —288, T.IX—XI. (Vorl. Mitth. in C. R.
Trav. 76. Sess. Soc. Helvet Sc. Nat. p. 138—140.
Blutgefässsystem. J.P. Hill beschreibt ein junges männ-
liches Exemplar von Limnodynastes peronii, bei welchen die Nieren-
pfortadern beider Seiten direkt in die Cava posterior einmündeten.
Die rechte war auffallend stark entwickelt, während die linke mehr
normale Dimensionen besass. Venae afferentes fehlten bei der rechten
Niere vollständig. Diese Erscheinung ist als Hemmungsbildung auf-
zufassen. — Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales XIII. 1894 p. 222—224, fig.
Heymans zeigt an Schnittpräparaten durch das ganze Frosch-
herz, dass daselbst überall ein reiches Nervenfasergeflecht vorhanden
ist, welches jeden Muskelstrang begleitet und durchdringt, jede
Muskelfaser umschlingt und so zahlreiche Erdfibrillen entsendet,
dass man “annehmen muss, dass jede Muskelzelle direkt innervirt
in der Herpetologie im Jahre 1893. 125
wird. In jedem Muskelbündel sind sich kreuzende, aber unabhängige
nervöse Fasernetze vorhanden, dass die Annahme direkter Ueber-
tragung von Erregungen von einer Muskelfaser zur andern über-
flüssig macht. — Arch. f. Anat. und Physiol. Phys. Abth. 1893
p. 391 (Verh. Berl. phys. Ges.).
Ontogenie. Roux hält gegen Hertwig in seiner Arbeit über
die ersten Theilungen des Froscheies und ihre Beziehungen zu der
Organbildung des Embryo an seinen früheren Anschauungen, die durch
neuere Versuche bestätigt werden, fest. Bei Compression der Eier
zwischen zwei horizontalen Platten kommt die dritte, normaler
Weise aequatoriale Furche nicht in Wegfall, wie Hertwig angiebt,
sondern sie wird um eine Furchung verschoben, indem als 3. Furche
eine vertikale, annähernd radiäre Theilung stattfindet, während als
4. eine vertikale, aber tangentiale (circuläre) Furchung auftritt, die
der sonst horizontalen 3. Furchung des Froscheies im Wesentlichen
entspricht Werden die Eier zwischen vertikalen Platten stark ge-
presst, so kann das seitliche Herabwachgen der Urmundlippen ganz
verhindert werden und die Medullarwülste bilden dann einen Gürtel
rings um den Aequator des Eies. — Anat. Anz. VIII. 1893 p. 605
—609.
Camerano hat gefunden, dass die Larven von Rana temporaria
L., welche in alpinen Tümpeln mit fliessendem Wasser lebten, einen
viel längeren Schwanz besassen, (bis 0,012 m länger als der übrige
Körper) als diejenigen aus stehenden Gewässern, wo diese Zahl
nur 0,0025 betrug. — Boll. Mus. Torino VIII. 1893 No. 140.
Derselbe beschreibt Larven von Rana esculenta var. ridıbunda,
Bufo viridis, Hyla arborea subsp. Savignyi und Pelobates syriacus,
alle von Syrien. Er findet in der Form des Schnabels Unterschiede
zwischen den Larven von P. syriacus und P. fuscus. — Boll. Mus.
Torino VIII. 1893 No. 162, 6 pp.
Biologisches. M. M. Lund behandelt das Verhalten der
Frösche während der Winterkälte. — Vid. Medd. 1893 pp. 125--165.
Ranidae.
A.M. Marshall’s „Vertebrate Embryology“, A Textbook for
Students and Practitioners, London 1893, 8%, XXIII 640 ppg., figg.
behandelt auf p. 696 in Capital III den Frosch.
Muskelsystem. Kaestner untersuchte die Entwicklung der
Extremitäten und Bauchmuskulatur bei den anuren Amphibien (Rana).
Nach ihm sind die Myotome bei einer Larve von l cm Länge, bei
der auch die Extremitäten angelegt werden, schon vollständig
differenzirt. Die aus ihnen hervorgegangene Muskulatur bildet einen
paarigen Streifen, der von der Gehörblase bis zur Schwanzspitze
reicht. Ausserdem existirt noch ein paariger, segmentirter Bauch-
muskel, der in der Cloakengegend vom ventralen Theile der vorhin
erwähnten („Stamm“-) Muskulatur abzweigt und ebenfalls bis zur
Gehörblase, dem Ventraltheil der Leibeshöhlenwand anliegend, hin-
zieht. Er ist aber weder an der Bildung der Muskulatur der vor-
126 Dr Franz Werner: Bericht über die Leistungen
deren, noch der der hinteren Extremität betheiligt, obwohl er an
letzterer dorsal sehr nahe verläuft. Die aus der Extremitätenanlage
sich differenzirende Muskulatur ist bei den Anuren histologisch
so scharf von der Stammmuskulatur und von dem zweiterwähnten
(„ältesten Bauch-*) Muskel differenzirt, dass man genau feststellen
kann, wieviel von der Muskulatur des erwachsenen Frosches aus
der Extremitätenanlage herstammt; es sind dies alle Muskeln, die
sowohl Ansatz, als auch Ursprung am Extremitätenskelett haben,
ferner alle, die von der Wirbelsäule entspringen und sich am Ex-
tremitätenskelett ansetzen. Nur der M. ilio-coceygeus geht aus der
Stammmuskulatur, der M. levator ani aus der Muskelanlage der
Hinterextremität hervor. Der älteste Bauchmuskel bleibt unverändert
bis zur Bildung der Beckensymphyse, zerfällt aber da, wo er am
innigsten dem Becken anliegt, in ein vorderes und ein hinteres
Stück, welches letztere vollständig rückgebildet wird, während das
vordere zum Rectus abdominis wird, der lange Zeit der alleinige
Bauchmuskel bleibt, da erst bei einer Länge der Larve von 18 mm
der Obliquus int. und dann der Obl. ext. erscheint, die beide nicht
segmentirt und unabhängig vom Rectus und der Stammmuskulatur
auftreten. — Arch. Anat. Phys., Anat. Abth. p. 257—292, T. XIV.
Eine Arbeit von H. Ayers über einige Nerven-Muskel-Experi-
mente am Frosche (Aana catesbiana) ist rein physiologischen Inhalts.
— Journ. Morphol. Boston VIII p. 379—392.
Dasselbe gilt von der Arbeit von H.E. Hering: „Ueber die
nach Durchschneidung der hinteren Wurzeln auftretende Bewegungs-
losigkeit des Rückenmarkfrosches“. — Pflüger’s Archiv für die ge-
sammte Physiologie LIV 1893 p. 614—636.
Smirnow untersuchte die Nervenendigungen im Oesophagus
von Rana. — Internat. Monatsschr. Anat. Phys. X. p. 241—247,
TXE
Blutgefässsystem. Ueber die Entwicklung der ersten em-
bryonalen Lebergefässe und deren Blutkörperchen bei den Anuren
bringt J. Nusbaum einen Beitrag. Nach ihm geht die Bildung der
Lebergefässe bei ARana temporaria sowohl im Innern als auch an
der Oberfläche der Leberanlage vor sich. Die Zellen des Dotter-
entoblasts (mehrschichtige verdickte Wand der Leberanlage) lockern
sich allmählich, grenzen sich immer schärfer ab und lösen sich
schliesslich als freie Blutkörperchen ab und zwar in der Richtung
von aussen nach innen, so dass in dem Maasse, als Blutkörperchen
sich bilden, tiefe Einbuchtungen an der Oberfläche der Leberanlage
sich bilden, die schliesslich in kanalartige Gefässlichtungen über-
gehen. Ebenso bildet sich das Capillarnetz im Innern der Leber.
Das Endothel der inneren Gefässe entsteht ebenfalls aus den Zellen
des Dotterentoblasts. In den oberflächlichen, mit den Dottervenen
communicirenden Gefässen entsteht die Endothelwandung aus dem
Dottervenen-Endothel, welche die Leberanlage zum Theil umgeben
und an der, an diese angrenzenden Seite nur eine Endothelwand
besitzen. Verf. nimmt für die Blutelemente und das Gefässendothel
in der Herpetelogie im Jahre 1893. 127
für entodermalen Ursprung an. — Biol. Centr. Blatt XIII. 1893
p- 356—359.
Alice L. Gaule hat die Milz bei Rana temporaria und escu-
lenta in Bezug auf die Veränderungen durch die Lebensweise unter-
sucht. Sie ist im Sommer grösser, ebenso grösser bei esculenta
als bei temporaria. Im Juni und Juli nimmt die Zahl der weissen
Blutkörperchen (im weiteren Sinne), im August und September die
der rothen zu; die Zahl der ersteren, sowie der der Pigment- und
Follikelzellen nimmt nach dem Ende der Nahrungsperiode abermals
zu, rückt aber im Winter beträchtlich, steigt dann wieder in den
Monaten vor der Paarung. Die Milz der J' enthält mehr eosinophile,
mehr Follikelzellen, mehr Cytozoen und Protoplasma, die der 2
mehr Pigment und Blut. — Journ. Morph. Boston VIII. p. 303—414.
Ontogenie. „Ueber Druckversuche an Froscheiern“ be-
richtet P. Born. Eier von Rana fusca wurden parallel zu ihrer
Axe oder senkrecht dazu zwischen zwei Glasplatten gepresst. Bei
ersterem Versuche (axiale Compression) sind die beiden ersten
Furchen normal, die 3. horizontale treten aber 2 Vertikalfurchen
auf, welche parallel zur 1. Furche zu beiden Seiten derselben ver-
laufen. Die Furchen 4. Ordnung sind wieder Vertikalfurchen und
zwar parallel zur 2. Furchungsebene Urmund und Rückenwülste
entwickeln sich auf der Unterseite des Eies und bleiben daselbst;
der Bauch ist also nicht nach aufwärts gerichtet. Bei dem Ver-
suche mit seitlicher Compression, war die 1. Furche meridional vom
dunklen zum hellen Pol, die 2. durchweg horizontal, die Furchen
3. Ordnung meist vertikal, parallel zur 1. Furche, und ihr genähert;
die Furchen 4. Ordnung je nach der Richtung der 3. Furchen ver-
schieden. Bei stark gepressten Eiern tritt der Urmund fast regel-
mässig an einer Kante auf, bei schwächer gepressten in der Nähe
der Kante, mehr weniger auf eine der beiden Flächen verschoben.
— Anatom. Anz. VIII. 1893 No. 18/19 p. 609—627, figg.
Anatomisches. R. Wlassak beschreibt den optischen
Leitungsapparat von Rana, der, soweit die mit der Retina direkt in
Verbindung stehenden Bahnen in Betracht kommen, aus 3 Septen
bestehen (das Achsen, Rand- und basale Bündel), die alle bis ins
Mittelhirn sich erstrecken. Das Achsenbündel endigt frei in tieferen
Schichten des Mittelhirns, dürfte demnach seine Ursprungszellen
in der Retina haben. Das Randbündel entspringt aus Ganglien-
zellen des Mittelhirndaches, der Ursprung des Basalbündels konnte
nicht festgestellt werden. Ein viertes System zieht vom Mittelhirn-
dach zum Zwischenhirn zieht und geht aus einem, dem Randbündel
ganz analogen Plexus hervor; es besitzt eine grosse morphologische
Anatomie mit den Opticusfasern, dringt aber nicht bis zur Retina,
sondern nur bis zum Zwischenhirn vor. Die Fasern des Achsen-
bündels des Opticus erhalten beim Durchtritt durch das Zwischen-
hirn die Marksubstanz geliefert. Die Umhüllung der Nervenfasern
durch das Myelin geschieht durch das „Hineinfliessen“ des Myelins
128 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
in dieselben. — Arch. Anat. Physiol. Phys. Abth. Suppl. Bd. p.1
— 28, Taf. 1—4.
Gruenhagen weist nach, dass seine Ansichten über den
Sphincter pupillae des Frosches in keinem wesentlichen Punkte
von denen Steinach’s (s. Bericht f. 1892 p. 143) abweichen und
giebt die Abbildung eines Tangentialschnittes vom Froschsphincter.
— Arch. ges. Phys. LIU. 1893 p. 421—427 Taf. XII.
P. Gruetzner hat die Wirkung chemischer Reizung von
motorischen Nerven bei Rana esculenta und temdoraria untersucht.
— Ebenda p. 83—139.
W. Nahmmacher hat eine Arbeit über den Einfluss reflek-
torischer und centraler Opticus-Reizung auf die Stellnng der Zapfen
in der Froschnetzhaut. — Ebenda p. 377—387.
Kronthal fixirte den gereizten Nervus ischiadicus von Rana
durch Dämpfe von Ueberosmiumsäure, um Aufschluss über die
Histologie des arbeitenden Nerven zu erhalten. — Centralbl. Physiol.
VII. p. 5—7, fig.
Nikolajeff bringt einen Beitrag zur Kenntniss der Innervation
des Herzens von Rana. Arch. Anat. Physiol., Phys. Abth. Suppl.
Bd. p. 67—73, Taf. 6.
H. Martin fand bei Rana esculenta eine eigene Arteria nutritia
des Herzmuskels, welche in Ursprung und Verlauf der A. coronaria
der höheren Wirbelthiere entspricht. — CR. Soc. Biol. Paris (9)
5. p. 754— 756.
Die Blutkörperchen von Rana untersuchte mit einer neuen
Methode Laodowsky (Zeitschr. wiss. Mikr. X. p. 4—35, Taf. 1—2)
die Einwirkung der gebräuchlichsten Conservirungs- und Fixations-
methoden auf die Grösse der Blutkörperchen von Rana Kaiserling
und Germer. (Arch. Path. Anat. 133. Bd. p. 79— 104).
Schuberg berichtet, dass bei Rhacophorus leucomystax auf der
Plantarseite der Phalangen ausser den gewöhnlichen sackförmigen
auch noch verästelte alveoläre Drüsen sich finden. — Zool. Morph.
VI. p. 481—490, Taf. 25.
Biologisches. Hubbard (p. 57) und Test (p. 75) bringen bio-
logische Mittheilungen über den „Gopher-Frog* (Rana areolata aesopus
Cope), der in den Höhlen der „Gopher-Tortoise“, T'estudo polyphemus
lebt, welche ihm Schutz und in den dort vorkommenden Insekten
auch Nahrung gewähren. Man sieht manchmal bis drei Exemplare
dieses Frosches vor einer solchen Höhle sitzen, die bei Annäherung
einer verdächtigen Erscheinung schleunigst die Tiefe derselben auf-
suchen. — Science XII. 1893.
Faunistisches. Rana temporaria von Helenenthal bei Baden, Rana arvalis
vom „Franz-Josefsland“ an der Donau bei Wien (erster Fundort in Nieder-
Oesterreich) und Rana esculenta var. ridibunda Pall. von den Ziegelgruben von
Steinhof bei Inzersdorf nächst Wien erwähnt von F. Werner in: Jahrb. Abh.
Naturw. Ver. Magdeburg 1893 p. 243--277.
Rana agilis Thomas, für Jersey (Canal-Inseln) erwähnt von Boulenger
in der Herpetologie im Jahre 1893. 129
(Nördlichster Fundort der Art in Europa). Zoologist 1893 p. 355; für Linz am
Rhein von Melsheimer, Verh. Ver. Rheinland I. 1893, Korr. p. 44.
Systematisches. Rana temporaria aus Schottland, die durch ihre auf-
fallende Grösse (& 80, 2 93-95 mm) und auffallende, bunte Färbung hervor-
ragen und zu der Form gehören, die Bell unter dem Namen Rana scotica als
besondere Art unterschied, beschreibt Boulenger. Die Exemplare stammen
von Cannisbay, Caithness. — Ann. Scottish Nat. Hist. 1893 p. 202—203.
Rana eseulenta var. ridibunda Pall.; syrische Larven beschrieben von L
Camerano in: Boll. Mus. Torino VIII. No. 162 p. 2.
Rana aurora B. & G., boylii Baird und draytoni B.& G.; Bemerkungen
darüber von L. Stejneger in: N. Amer. Fauna (7) 1893 p. 225—227.
Rana fisheri n. sp. von Vegas Valley, Nevada. — Stejneger in: N. Am.
Fauna (7) 1893 p. 227, Taf. III fig. 5a—c.
Rana doriae Blngr. (p. 328, Taf. VII. fig. 1), imborgi W. Sel. (p. 329,
Taf.X, fig.1), gwentheri (Boulenger (p. 331), granulosa Anders. (p. 333, Taf. VII.
fig. 2), nigrovittata Blyth (p. 337, Taf. VILL fig. 4), jerboa Gthr. (p. 335), latopalmata
Bingr. (p. 337) ausführlich beschrieben von Boulenger. — Ann. Mus. Genova
(2) XIII. 1893
Hylorana tytleri Theobald = Rana erythraea Schleg. — Boulenger |. c.
p. 332. :
Rana erythraea var. elongata n. (nach Boulenger = R.nicobariensis Stol.)
von Nias. — Werner, Jahresber. Ver. Magdeburg 1892 p. 253 (1893).
Rana lemniscata n. sp. (verw. R. gracilis Gravh.) p. 337 Vulkan Tjisurupan,
W. Java, Boettger, Zool. Anz. XVI. 1893.
Rana moellendorffi n. sp. p. 363, Insel Culion, Calamianes-Gruppe, Philip-
pinen. — Boettger, Zool. Anz. XVI. 1893.
Rana sanguinea n.sp. (verw. malabarica Tschudi und temporalis Blngr.)
p. 364, Insel Culion, Calamianes-Gruppe, Philippinen. — Boettger, Zool. Anz.
xVI. 1893.
Rana leytensis n. sp. (verw. microdisca Btter.) p. 365; Insel Leyte, Philip-
pinen. — Boettger, Zool. Anz. XVI 1893.
Rana cavitympanum n.sp. Mt. Kina Balu, Borneo. — Boulenger, P.Z,
S. London 1893 p. 525, Taf. XLII fig. 1. (auf p. 526-527 Beschreibung der
Larve und ihrer Unterscheidungsmale von den 4 anderen bekannten Rana-Larven
mit ventraler Saugscheibe.)
Larven von Rana mit ventraler Saugscheibe beschreibt Boulenger. Proc.
Zo0l. Soc. London 1893 p. 526, Taf. XLII. fig. 2—4.
Rana trinodis Bttgr. nach Exemplaren von Quilimane ausführlich beschrieben
von Pfeffer in: Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X. 1893 p. 90.
Rana johnstoni n. sp. Tschiromo, Brit. Centr. Afrika. — Günther, P.Z.
S. London 1893 p. 620.
Rana plicifera n.sp. von Angola. — Barboza du Bocage, Journ. Se.
Lisb. (2) III. 1893 p. 118.
Rana aspera Blngr. (p. 4), femoralis Blingr. (p. 5), cowani Blngr. (p. 6) neu
beschrieben von Peracca in: Boll. Mus. Torina VIII. 1893 No. 156.
Rana aluta n. sp. von Andrangolaka, Madagascar. — Peracca, Boll. Mus.
Torino VIII. 1893 No. 156 p. 12.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. !1. H.1. 9
130 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
Rana aerumnalis n.sp. von Andrangolaka, Madagascar. — Peracca, Boll.
Mus. Torino VIII. 1893 No. 156 p.11.
Rana inaudax n.sp. aus der Umgebung von Andrangolaka, Madagascar. —
Peraeca, Boll. Mus. Torino VIII. 1893 No. 156 p. 7.
Rana opiparis n.sp. von Andrangolaka, Madagascar. — Peracca, Boll.
Mus. Torino VIII. 1893 No. 156 p. 9.
Rana schlüteri n.sp. (= R. tigrina Daud.?) von Borneo. — Werner,
Zool. Anz. 1893 p. 84.
Rana latopalmata Blngr. Larvenmund abgeb. bei Boulenger in: P.ZS.
London 1893 Taf. XLII.
Rana whiteheadi Blngr. Larve abgeb. bei Boulenger in: P. Z. S. London
1893, Taf. XLII.
Rhacophorus femoralis Blngr. Beschreibung von Peracca in Boll. Mus.
Torino VILL. 1893 No. 156 p. 13.
Rhacophorus javanus n. sp. (verw. R. appendiculatus Gthr.) p. 338. Vulkan
Tjisurupan, W. Java. — Boettger, Zool. Anz. XVI 1893. *
Rhacophorus liber n. sp. von Andrangolaka, Madagascar. — Peracca, Boll.
Mus. Torino VIII. 1893 No. 156 p 14.
Rhacophorus otilophus n. sp. Bongon, N. Borneo. — Boulenger, P.Z.S.
London 1893 p. 527, Taf. XLIV. (Auch Larve abgebildet.)
Rhacophorus verrucosus p. 337, Taf. X fig. 2; p. 338, Taf. IX. und feae nn,
spp. von den Karin-Hügeln in Burma. — Boulenger, Ann. Mus. Genova (2)
XIII. 1893.
Chiromantis xerampelina Ptrs. ausführlich beschrieben von Pfeffer in
Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X. 1893 p. 91. (= rufescens Gthr. nach Boulenger).
Chiromantis kelleri n. sp. von Somaliland. — Boettger, Zool. Anz. XVI.
1893 p. 131.
Ixalus flavosignatus n. sp. (verw. I. tuberculatus And. und pictus Ptrs.) p. 339,
Vulkan Tjisurupan, W. Java. — Boettger, Zool. Anz. XVI. 1893.
Ixalus carinensis und parvulus nn. spp. von den Karin-Hügeln, Burma. —
Boulenger, Ann. Mus. Genova (2) XIII. 1893 p. 339, Taf. X. fig.3 und 4.
Chirizalus n.g.p.340 (verwandt Ixcalus, aber die beiden Innenfinger den
beiden äusseren opponirbar) für C7. doriae n. sp. von den Karin-Hügeln, Burma.
— Boulenger, Ann. Mus. Genova (2) XIII. 1893 p. 341 Taf. X fig. 5.
Phrynoderman.g.p.341 (verwandt Rhacophorus, aber Zunge hinten sehr
seicht eingekerbt und keine Gaumenzähne) für Ph. asperum n. sp. von den Ka-
rin-Hügeln, Burma. — Boulenger, Ann. Mus. Genova (2) XIII. 1893 p. 342,
T. XI: 62.1:
Rappia benguellensis n. sp. von Angola. — Barboza du Bocage, I. Sci.
Lisb. (2) III. 1893 p. 119.
Rappia cinctiventris Cope. Bemerkungen von Stejneger in: Proc. U. S. Nat.
Mus. X VI. 1894 p. 737.
Rappia flavoviridis Peters. Bemerkungen von Pfeffer ].c. p. 8.
Rappia marmorata Rapp. ausführlich beschrieben von Pfeffer in: Jahrb.
Hambg. wiss. Anst. X. 1893 p. 94.
Rappia platycephala n.sp. von Quilimane, D.-O.-Afrika. — Pfeffer in
Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X. 1893 p. 96 Tab. II. fig. 1.
in der Herpetologie im Jahre 1893. 131
Rappia puncticulata n. sp. von Sansibar. — Pfeffer, Jahrb. Hambg. wiss.
Anst. X. 1893 p. 99, Taf. II. fig. 2.
Rappia sansibarica n. sp. von Sansibar. — Pfeffer, Jahrb. Hambg. wiss.
Anst. X. 1893 p. 97, Taf. I. fig. 4.
Rappia vermiculata n. sp. von Sansibar. — Pfeffer, Jahrb. Hambg. wiss.
Anst. X. 1893 p. 98, Taf. I. fig. 12.
Megalixalus stuhlmanni n. sp. von Sansibar. — Pfeffer, Jahrb. Hambg.
wiss. Anst. X. 1893 p. 99.
Hylambates argenteus n. sp. von Bagamoyo. — Pfeffer, Jahrb. Hambg.
wiss. Anst X. 1893 p. 100, Taf. II. fig. 3.
Hylambates angolensis und cinnamomeus nn. spp. von Angola. — Barboza
du Bocage, I. Sei. Lisb. (2) III. 1893 pp. 119 und 120.
Arthroleptis stenodactylus n, sp. von Kihengo, D.-O. Afrika. — Pfeffer in:
Hambg. Wiss. Anst. X, 1893 p. 93, Taf. 1. fig. 11.
Arthroleptis variabilis n. sp. von Buea und Barombi, Kamerun. — Matschie,
S. B. Ges. naturf. Fr. Berlin 1893 p. 173.
Phrynopsis n. g. (verwandt Rana, aber äussere Metatarsalia fest ver-
bunden, Omosternum und Sternum knorplig, Gestalt krötenartig) für Ph. bou-
Zengeri n. sp. von Quilimane, D.-O.-Afrika. — Pfeffer in: Jahrb. Hambg. wiss.
Anst. X. 1893 p. 101, Taf. I. fig. 5, 6, 7.
Prostherapis herminae n. sp. von Puerto Cabello, Venezuela. — Boettger,
in Ber. Senckenbg. naturf. Ges. 1893 p. 37 (nach Boulenger = Phyllobates trini-
tatis Garm.).
Leptodactylidae (Cystignathidae).
Hylodes maussi n. sp. (verw. sulcatus Cope und cornutus Esp.) von Puerto
Cabello. — Boettger in: Ber. Senckenbg. naturf. Ges. 1893 p. 38.
Leptodactylus ocellatus L. irrthümlich beschrieben als Rana octoplicata n. sp.
von Werner, Zool. Anz. 1893 p. 83.
Leptodactylus bufonius n. sp. Asuncion, Paraguay, Boulenger, Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XIH. p. 348.
Orinia haswelli n. sp. von der Umgebung der Jervis-Bai, N.-S.-Wales. —
Fletscher, Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales VIII. 1894 p. 522 - 523.
Philocryphus n. gen. Cystignathidarum (verwandt Heleioporus und Ohiro-
leptes, vom ersteren durch das deutliche Tympanum, vom letzteren durch die
vertikale Pupille und dadurch, dass der erste Finger den übrigen nicht opponirbar
ist, verschieden; Diapophysen der Sacralwirbel wie bei diesen beiden Gattungen
schwach erweitert) für PA. flavoguttatus n. sp. von N.-S.-Wales. — Fletcher,
Proe. Linn. Soc. N.-S.-Wales VIII. 1894 p. 229—-236.
Bufonidae.
C. Phisalix und G. Bertrand weisen im Blute der gemeinen
Kröte (Bufo vulgaris) das Vorhandensein eines Stoffes nach, welcher
dieselben physiologischen Eigenschaften wie das Gift derselben be-
sitzt, aber in sehr geringen Mengen vorhanden ist. Die Verf. nehmen
an, dass dieses Gift durch „interne Secretion* aus den Hautdrüsen
in das Blut gelangt, woraus sich die Immunität der Art gegen ihr
eigenes Gift erklärt. — Arch. Phys. norm. et path. XXV. 1893.
9*
132 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
p. 511—517, CR. Ac. Sei. CXVI. 1893 p. 1080—1082 und CR.
Soc. Biol. (9) V. 1893 p. 477—419.
Pseudophryne australis Gthr. aus Central-Australien (40 Meilen N.W. von
Fraser Range) erwähnt von Stierling und Zietz, Trans. R. Soc. S. Australia
XVI 1892-1896 p. 176.
Bufo vulgaris (67 mm lang), ein erwachsenes Exemplar mit wohl erhaltenem
Schwanzanhang von 5l mm Länge wird von E. Olivier erwähnt; dasselbe stammt
von Jaligny (Allier) und ist im übrigen ganz normal. — Bull. Soc. Zool. France
1893 p. 62. — Auch Rev. Sc. Bourbonnais VI. 1893 p. 105, Taf. I.
Bufo viridis; syrische Larven beschrieben von Camerano in: Boll. Mus.
Torino VIII. 1893 No. 162, p. 3.
Bufo intermedius Gthr. Bemerkungen bei Blatchley, Proc. U. S. Nat.
Mus. XVI. 1893 p. 39.
Bufo fergusonii Blngr. abgebildet von Boulenger in: J. Bombay Soc.
VII. 1893, Taf.
Bufo boreas nelsoni n. subsp. von S.-O.-Californien und W.-Nevada. —
Stejneger in: North American Fauna (7) 1893 p. 220, Taf. III. fig. 4a—b.
Bufo halophilus B. & G. abgebildet bei Stejneger in: N.-Am. Fauna (7)
1893, Taf. III fig. 3a—b.
Bufo pentoni n. sp. verwandt B. regularis Reuss, von Suakin. Anderson,
Ann. Mag. N. H. (6) XII. 1893 p. 440.
Bufo preussi n.sp. von Buea, Kamerun. — Matschie, SB. Ges. naturf.
Fr. Berlin 1893 p. 175.
Bufo Steindachneri n. sp. von Kihengo, D.-O.-Afrika. - Pfeffer in:
Jahrb. Hambg. wiss. Anst. X. 1893 p.103, Taf II. fig. 8.
Hylidae.
Hyla arborea var. savignyi Aud. Larven beschrieben von Camerano in:
Boll. Mus, Torino VIII. 1893 No.162, p.4.
Hyla (Trachycephalus) angustifrons n. sp. (= H. ovata Cope) angeblich von
Brasilien. — Werner, Zool. Anz. 1893 p. 83.
Hyla aurea Less. irrthümlich als Fanchonia elegans (n. gen. n. sp.) be-
schrieben von Werner, Zool. Anz. 1893 p. 82.
Hylella fleischmanni n. sp. von Costa-Rica. — Boettger in: Ber. Sencken-
berg Ges. 1893 p. 251.
Nototrema pygmaeum n. sp. von Puerto Cabello. — Boettger in: Ber.
Senckenbg. naturf. Ges. 1893 p. 40.
OÖ. Boettger beschreibt ausführlich die Art und Weise der
Brutpflege des von ihm beschriebenen venezolanischen Beutelfrosches
"Nototrema pygmaeum. Das 2 ist sehr klein (25 cm), ebenso die
Zahl der Eier gering (4—7), diese selbst aber sehr gross, so dass
ein mit ihnen beladenes $ dieser Art aussieht, als ob es einen mit
riesigen Kugeln unregelmässig vollgestopften Sack auf den Rücken
trage. Die Oeffnung des Brutsackes ist nicht rund, sondern ein
Längsschlitz, der nach vorn in eine feine erhabene Längsfalte über-
geht, die in der Mittellinie des Rückens bis zum Hinterkopf zieht.
Längs dieser Rückenfalte reisst vermuthlich bei den Bewegungen
in der Herpetologie im Jahre 1893. 133
der Jungen von hinten nach vorn der Brutbeutel auseinander und
gestattet diesen den freien Austritt. Vermuthlich geht dann die
Haut des Brutsackes ab und seine untere Wand wird zur definitiven
Rückenhaut; ob aber eine solche Bruttasche zum zweiten Male
entstehen kann und ob sie nach jeder „Geburt“ erneuert wird oder
ob der Frosch nur einmal in seinem Leben fortpflanzungsfähig ist,
ebenso die Art und Weise wie die Eier in den Rückenbeutel des
2 gebracht werden, und wer sie einschiebt, entzieht sich vorläufig
noch unserer Kenntniss. — Zool. Garten XXXIV. 1893 p. 129—132.
Ueber den Farbenwechsel von Ayla arborea bringt E. Budde
eınen Aufsatz. Das Wesentlichste in demselben dürfte die Beob-
achtung sein, das beim Laubfrosch der Tastreiz des frischen Laubes
die Grünfärbung hervorruft, dass dieselbe aber nicht eintritt, wenn
der Käfig mit demselben umgeben wird, wohl aber auch dann,
wenn der Frosch das Laub nicht sehen kann. — Blätter f. Ag. u.
Terr. Fr. IV 1893 p. 111—114.
FPelobatidae.
Pelobates syriacus Bttgr. Larven aus Damaskus werden von Boulenger
beschrieben, der kein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von denen des P.
fuscus finden kann; er erwähnt die Art auch von Smyrma. — Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XII. p. 61. — Auch Camerano giebt Beschreibungen syrischer Larven,
findet aber Unterschiede von P. fuscus. Boll. Mus. Torino VIII. 1893 No. 162 p.5.
Leptobrachium carinense Blngr. abgebildet von Boulenger in: Ann. Mus.
Genova (2) XIII. 1893, Taf. XI.
Leptobrachium parvum p. 344, Taf. XT. fig. 2 und pelodytoides p. 345 Taf. XI.
fig. 3. nn. spp. von den Karin-Hügeln, Burma. — Boulenger, Ann. Mus.
Genova (2) XIII. 1893.
Discoglossidae.
Bombinator igneus Laur. und pachypus Bp. abgebildet bei Haacke,
Schöpfung der Thierwelt, Heft 2 (1893).
Alytes obstetricans. Weitere ausführliche Mittheilungen über sein Vor-
kommen in Thüringen (Salzungen an der Werra). — Wolterstorff, Zool. Anz.
1893 p. 151—153.
Caudata.
Muskelsystem. In drei Arbeiten bespricht Perrin die
Fxtremitätenmuskulatur der Batrachier, speciell der Urodelen. Es
werden Salamandra maculosa, Molge vulgaris, Amblystoma mexicanum
(auch Siredon-Form), Rana esculenta, Bufo vulgarıs, pantherinus (?)
Discoglossus pietus, Bombinator igneus untersucht. Die erste Arbeit
(in Bull. Soc. Zool. France XXIV. p. 372—552, T. XVI— XXIII)
behandelt die Hinterextremität, die zweite (CR. Ac. Se. CXVI.
1893 p. 243—245), die Beziehung zwischen Vorder- und Hinter-
134 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
extremität bei den Urodelen, die dritte (C. R. Soc. Philom. 1893
No. 18 pp. 2—3) (vorläuf. Mitth.) die vordere Extremität der Urodelen.
Skelettsystem. Schmidt untersuchte die Chorda dorsalis
und ihr Verhalten zur Wirbelsäule im Schwanzende unter Anderen
bei Urodelen und auch bei Lacerta. SB. Ges. Dorpat X. 1893
p. 142—152.
Sinnesorgane. Die Entwicklnng der Retina bei Amblystoma
und Necturus studirte Mall. Bei einer Länge von 3,5 mm besitzt
der Amblystoma-Embryo voll ausgebildete primäre Augenblasen, die
vor der Einstülpung aus einer einzigen Zellschicht bestehen, wobei
die Kerne am distalen Ende gelegen sind. Näheres muss. im
Original nachgelesen werden. Journ. Morphol. VIII. 1893 p. 415
—432, figg.
Urogenitalapparat. Die de- und regenerativen Prozesse im
Hoden von Triton und Siredon studirte D’Anna. — Ric. Labor. Anat.
Roma Vol. 3 p. 127—171, fig. Taf. 7. — Ref. in Jahresber. Zool.
Stat. Neapel 1893 Vertebr. p. 61.
Faunistisches. E. D. Cope erwähnt von S. W. Missouri
(Ozark-Gebirge) Amblystoma punctatum, Spelerpes maculicaudus,
T'yphlotriton spelaeus und einen neuen Spelerpes (s. Plethodontinae).
— P. Ac. Philad. 1893 p. 383—384.
Salamandridae.
a. Salamandrinae.
Histologisches. Ueber das Vorkommen von Intercellular-
brücken zwischen glatten Muskelzellen und Epithelzellen des äusseren
Keimblattes und deren theoretische Bedeutung belehrt uns M.
Heidenhain. Er fand solche bei T’riton alpestris zwischen den
glatten Muskelzellen der Giftdrüsen und dem sogenannten Schalt-
stück zwischen Drüsenkörper und Ausführungsgang (s. Nikoglu).
Diese Muskelzellen dürften demnach genetisch zum Ectoderm ge-
hören. Verf. meint, dass auch in den sogenannten Vorsteherdrüsen
der Tritonen derartige Muskelzellen ektodermaler und entodermaler
Abkunft sich finden werden. — Anat. Anz. VIII. 1893 p. 404
—410, fig.
Nach Vollmer bewirkt schwache Reizung der Hautdrüsen von
Molge alpestris Secretion ohne Schädigung der Drüsenzellen. Mässig
starke Reize bringen dagegen in den Giftdrüsen viele Riesenzellen
zur Auflösung. Die kräftigsten und jüngsten Drüsenelemente wieder
stehen auch starken Strömen und können auch Ersatz schaffen.
Die neuen Drüsenanlagen brauchen mehrere Monate bis zur Reife,
sowohl die normal vorkommenden als die durch starke elektrische
Reizung in ihrer Bildung beschleunigten; sie entwickeln sich aus
dem Keimlager der Malpighi’schen Schicht und enthalten Drüsen-
zellen und glatte Muskelfasern, so dass also glatte Muskeln vom
Rete Malpighii noch postembryonal gebildet werden können. —
Arch. mier. Anat. Bd. XLII. p. 405 —423, T. XXIV—XXV.
in der Herpetologie im Jahre 1893. 135
Die Hautdrüsen der Amphibien, speciell von Molge alpestris,
untersuchte Nikoglu. Er unterscheidet 1. Drüsen, die mit Thionin
meist deutliche Mucinreaction geben, 2. Drüsen, welche eine solche
Reaction unter keinen Umständen erkennen lassen und 3. solche,
die in einem gemeinsamen Balge Elemente der beiden vorigen ent-
halten. Die Drüsen des 1. Typus entsprechen grösstentheils den
Schleimdrüsen oder hellen Drüsen der Autoren; sie wurden bei
Salamandra und Molge cristata, nicht aber bei alpestris, helveticus
und vulgaris (taeniatus) gefunden. Die Drüsen des 2. Typus ent-
sprechen im Allgemeinen den Giftdrüsen der Autoren. Sie werden
besonders eingehend besprochen. Zeitschr. wiss. Zool. LVI. pp. 409
—487, T. XXI-XXOIL — Ausf. Referat in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel 1895, p. 104 —105.
Ueber „Zellstrukturen und Zelltheilungen des Salamander-
hodens* berichtet Benda. Wegen der zahlreichen Details muss
auf die Originalarbeit verwiesen werden. Verh. Anatom. Ges. 1893
p- 161—165.
OÖ. vom Rath hat Beiträge zur Kenntnis der Spermatogenese
von Salamandra maculosa. Der I. Theil behandelt die Reduktions-
frage, der II. Theil die Bedeutung der Amitose in Sexualzellen und
ihr Vorkommen im Genitalapparat von Salamandra maculosa. —
Zeitschr. Wissensch. Zool. LVII. pp. 9’—185, T. VII. Ausf. Referat
in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1893, Verh. p. 41—42.
„Ueber die Struktur des Keimbläschens im Ovarialei
von Triton taeniatus* macht G. Born ausführliche Mittheilungen,
welche sich in 4 Theile (Material und Methoden; Darstellung der
Beobachtungen, Uebersicht und Besprechung der Litteratur, Zusammen-
fassung und Erörterung der Ergebnisse) gliedern. Arch mikr. Anat.
XLII. 1894 p. 1—79, T. I—IV.
F. Meves beschreibt die Entstehung von Ringkernen in den
Spermogonien von Salamandra maculosa, wobei das Ohromatin zu-
erst noch radiär um das Kernloch angeordnet ist. Die reconstruirte
Attraktionssphase liegt meist polarwärts vom Kern, nicht selten im
Kernloch selbst. Dissert. Kiel 22 pp. Taf.
Tettenhamer untersuchte die Degeneration der Spermatocyten-
kerne bei Salamandra. — Anat. Anz. VIII, 1893, p. 223—228.
Ontogenie. V.v. Ebner findet beim Ei von Molge (Triton)
cristata, dass, obwohl die Furchungen nicht regellos geschehen,
doch kein für alle Fälle gültiges Schema sich aufstellen lässt.
Festschrift Rollett Jena, 26 pp, 2 Taf. — Ausf. Ref. in Jahresber.
Zool. Stat. Neapel, Vertebr. p. 44.
Van Bambeke bemerkt, dass die Rückenrinne der Urodelen,
der Gastrularaphe Hatscheks (der Naht, längs welcher die Blasto-
poruslippen sich von vorne nach hinten schliessen) entspricht und
dass sie continuirlich in den noch persistirenden Theil des Blasto-
porus übergeht. Bei der untersuchten Form (Molge alpestris) sind
die Rände der Rückenrinne oft mit einander verklebt und die Chorda-
anlage ist darunter nach innen leistenartig vorgestülpt, was Verf,
136 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen
auf die Derbheit der Eihaut zurückführt. — Bull. Acad. Belg. (3)
XXV. p. 710—726, Taf.
Nervensystem. Ueber das Gehirn von Diemyctylus (Molge)
viridescens vom Larvenstadium bis zum erwachsenen Zustande berichtet
Susanna P. Gage. Der Bau desselben stimmt dem anderer Urodelen
in entsprechendem Alter überein. Es zeigt schon vor dem Aus-
schlüpfen seinen ursprünglichen Bauplan und erleidet während der
Metamorphose keine wesentliche Veränderung. Das Gehirn von
Petromyzon und Amia wird damit verglichen. — Wilders Quartert.-
Century-Book, Ithaka 1893 p. 259—313, 8 Taf.
Biologisches. Die Lebensweise und Entwicklung des ge-
meinen nordamerikanischen Wassermolches (Molge vüridescens) be-
handelt Edwin O. Jordan. Biologisch wäre hervorzuheben, dass
die Art in der Umgebung von Worcester Mass. in grosser Menge
vorkommt und zwar sowohl in kleinen seichten Sümpfen und Seen.
Sie ziehen Orte mit weichem, schlammigem Grunde vor, die mit
Wasserflanzen reichlich gefüllt sind, wo sie sich unter abgefallenen
Blättern und im Gewirr der Wasserpflanzen verbergen. An warmen,
sonnigen Tagen im ersten Frühling sieht man sie im seichten
Wasser nahe dem Ufer sich sonnen. Sie leben nicht in schnell
fliessenden Gewässern; auch in grossen stehenden Gewässern ziehen
sie kleine windgeschützte Buchten vor. Die J'ö' sind viel häufiger
als die 22; unter 426 Exemplaren zählte Verf. 280 J'd'. Die 29
sind grösser als die J'S' und ebenso Exemplare aus grösseren Ge-
wässern grösser als die aus kleinen Wasseransammlungen. Sie sind
äusserst gefrässig und ihre Nahrung besteht vorzugsweise aus klei-
nen Insektenlarven und Wassermollusken (Bythinella, Valvata, Pla-
norbis, Cyclas.) Eingehende Beobachtungen über das Leben in
(Gefangenschaft, in der sie sich bei richtiger Pflege sehr ausdauernd
erwiesen, sowie über die Fortpflanzung führen zu dem Hauptthema
der Arbeit, über die Entwicklung, über welche ein ausführliches
Referat in Jahresber. Stat. Neapel 1894 Vert. p. 69 vorliegt. —
Journ. Morphol. VIII. 1893 p. 269—366, T. XIV— XVII.
Staats von Wacquant-Goezelles bringt höchst bemerkens-
werthe Beobachtungen über Salamandra maculosa. Er fand in zahl-
reichen Fällen, dass die 22 dieses Salamanders nach dem Absetzen
der Jungen zuGrunde gehen (was Ref, aus eigener Erfahrung bestätigen
kann), dass sie zum Laichen ganz bestimmte Gewässer aufsuchen
und mit Hilfe eines ausserordentlich feinen Witterungsvermögens zu
finden im Stande sind. — Zool. Garten XXXIV. 1893 p. 137—144.
W.Schlesinger beobachtete am 20. Februar bei Moorbach i./B.
Larven der Salamandra maculosa von 4—5!/, cm Länge und knüpft
daran die Fragen, ob dieselben erst im Herbst geboren sein können,
oder ob eine Entwicklungshemmung vorliege, oder ob schliesslich
die Thiere im selben Jahre schon zur Welt gekommen seien; kann
sich aber für keine der drei Annahmen entscheiden. (Punkt 3 we-
gen der Grösse der Larven sehr unwahrscheinlich. — Ref.), —
Blätter f, Aq. u. Terr. Fr. IV 1893 p. 114—115.
in der Herpetologie im Jahre 1893. 137
S. Schenkling macht Bemerkungen über Vorkommen, Fort-
pflanzung, Seltenheit junger, eben verwandelter Individuen, Stimme
und Intelligenz von Salamandra maculosa aus Stolberg (Harz). —
Blätter f. Ag. u. Terr. Fr. IV 1893 p. 87—88.
Ueber die Einbürgerung von Salamandra maculosa bei Laucha
a./Unstrut (Thüringen) berichtet derselbe. — Blätter f. Aq. u. Terr.
Fr. IV 1893 p. 213.
M. Kruel beobachtete die Paarung von Salamandra atra. —
Blätter f. Ag. u. Terr. Fr. IV 1893 p. 219-—221.
Systematisches. Eine Synopsis der europäischen Molgen
giebt J. v. Bedriaga- Der Autor weist darauf hin, dass die bisher
üblichen, vielfach von secundären Geschlechtscharacteren und perio-
disch wechselnden Eigenthümlichkeiten genommenen Kennzeichen der
Molge-Arten eine sichere Unterscheidung nicht gestatten und Merk-
male, die beiden Geschlechtern zukommen und jederzeit constatir-
bar sind, bisher nicht gefunden worden. Er legt das Hauptgewicht
auf die osteologischen Charactere, welche es erlauben, die 12 be-
kannten europäischen Molge-Arten jederzeit scharf zu unterscheiden.
Zool. Anz. XVI. 1893 No. 421 p. 214—216. — Uebersetzt ins Eng-
lische in Ann. Mag. N. H. (6) XII. 1893 p. 338— 340.
Boulenger hat einen Aufsatz über die Grössenverhältnisse der
. britischen Molche. Er fand die grössten Exemplare von Nolge eris-
tata bei Hampton, Middlesex (3! 144, 2 162 mm), die grössten von
M. vulgaris bei Knockholt in Kent (3' 104, 2 94 mm), die grössten
von M. palmata bei Fowey in Cornwall (3! 80, 285 mm). Es er-
giebt sich daraus, dass die angegebenen Längen (mit Ausnahme der
des palmata-g') alle bisher bekannten übertreffen. --- Zoologist
XVII. 1894 p. 145 —147.
Triton taeniatus Laur. (Molge vulgaris L.) Geschlechtsreife Q Larve be-
schrieben von Fr. Westhoff; Zool. Anz. 1893 p. 256—258.
Triton palmatus Schn. Weitere ausführliche Mittheilungen über sein Vor-
kommen in Thüringen (Gegend von Blankenburg); Wolterstorff, Zool. Anz.
1893 p. 150 151.
Molge montandoni Bingr. und palmata Schn. ausführlich beschrieben und auch
in anatomischer Bezieliung genau miteinander verglichen von Möhely Math. und
Naturw. Ber. aus Ungarn XT. 1893 p. 333—357, Taf. XXI-XXII. (Ungarisch
„A Nyugat. Palaearetikus Götek ket Verrokonäröl‘“ (Molge montandoni Blngr
es Molge palmata Schneid.) in ‚„Mathematikai 6s Termöszettudomanyi Kösle-
menyek Magyar. Tudom. Akad. XXV. 1893 p. 455483, 2 Taf.)
Molge (Diemyetylus) viridescens Raf. aus Bayer’s Lake, Neu-Schottland,
von H. Piers erwähnt und ausführlich beschrieben. P. N. Scotia Inst. (2) I.
1892 p. 183—184. — Lebensweise und Entwicklung, s. Jordan p. 155.
Molge (Euproctus) rusconii Gene, Begattung, beschrieben von J. v. Bedri-
aga. — Zool. Anz. 1893 p. 102—104.
b. Amblystomatinae.
Ontogenie. „Ueber die Reifung und Befruchtung des
Axolotleies“ handelt ein Aufsatz von R. Fick. Die wichtigsten
138 Dr. Franz Werner Bericht über die Leistungen
Ergebnisse desselben sind: Vor der Bildung der ersten Richtungs-
spindel scheint beim Axolotl eine Reduktion der Chromosomenzahl,
nicht aber der Chromatinmasse stattzufinden. Die Boveri’sche Hypo-
these über die Bedeutung der Richtungskörperchenbildung wird
durch den Nachweis, dass bei der Abschnürung der rudimentären
Eier, der Richtungszellen auch die Eimembran betheiligt ist, die
die Richtungszellen ebenfalls von einer Zellmembran überzogen sind
und nach der Abschnürung ausserhalb des Haupteies, zwischen ihm
und der sog. Dotterhaut liegen, zur Thatsache erhoben. Es wird
eine zweite Richtungszelle erhoben, welche kaum halb so gross ist
wie die erste und erst nach der Befruchtung abgeschnürt wird.
— In den Spermatozoen färbt sich mit dem Reagens auf Centro-
somen (Metallhämatoxylinfärbung) bloss das Verbindungsstück
schwarz, die Färbung gelingt mit verschiedenen Eisensalzen, ja
auch mit Kupfersalzen. Die Samenfäden können auf jeder Seite in
das Ei eindringen; eine Mikropyle existirt nicht; es dringen fast
immer mehrere Samenfäden ein und zwar vollständige, sammt den
Schwanz. Wenn das Spermatozoon eine Strecke weit in das Ei
eingedrungen ist, biegt es plötzlich um, so dass der Kopf schliesslich
wieder der Peripherie zugekehrt ist. Aus dem Verbindungsstück
(nicht aus der Spitze des Kopfes) entwickelt sich eine Attraktions-
sphäre. Der Eikern besitzt keine Sphäre. Eikern und Samenkern
sind bei ihrer Bildung gleich gross und wachsen bei ihrer Wanderung
zur Eimitte auf circa das 27fache ihres Anfangsvolumens an. —
Zeitschr. Wiss. Zool. LVI. 1893 pp. 529—614, T. XXVII-XXX.
Auszug in: Verh. Anat. Ges. 1893 pp. 120—122.
Für seine Arbeit über die Keimblätterbildung bei den Wirbel-
thieren hat Lwoff Siredon (und auch Lacerta) untersucht. -- Biol.
Centr. Blatt Bd. 13, 1893 p. 40—50, 76—81. — Uebersetzung in
Ann. Mag. N.H. (6) XI. 1893 pp. 360—377.
Skelettsystem. W.Zykoff findet bei Söredon, dass von den
Chordazellen kein Knorpel gebildet wird, sondern es findet eine
Durchbrechung der Chordascheide statt, und die in die Chorda ein-
gewanderten Mesodermzellen gehen in Knorpelzellen über, während
die Chordazellen selbst eine Rückbildung durch Schrumpfung er-
leiden. — Bull. Soc. Moscou 1893 pp. 30 — 36.
Blutgefässsystem. Houssay bringt eine eingehende Arbeit
über die Entwicklung und Morphologie des Parablasts und des
Cireulationsapparates beim Axolotl. Arch. Zool. Exp. (3) I., 1893,
pp. 1—94, T. I—-V. — Ausführliches Referat in Zool. Jahresbericht
Stat. Neapel 1893, Vertebr. p. 195 —197.
In einer Arbeit über den embryonalen Blutkreislauf im Kopfe
des Axolotl bestreitet H.H. Field die Angabe von Houssay (8. d.)
dass die Carotis mit der V. jugularis durch Querzweige verbunden
sei, ebensowenig als die Annahme, die V. jugularis externa (Goette)
sei eine vordere V. lateralis, Wahrscheinlichkeit für sich habe.
Amblystoma besitzt ausser den hinteren Cardinalvenen noch zwei
Lateralvenen, welche der Seitenlinie entlang ziehen und durch die
in der Herpetologie im Jahre 1893. 139
Lacune der Urniere mit dem System der Cardinalvenen in Verbindung
stehen. Von ihnen gehen dorsal und ventral intermetamerale Zweige
ab. Sie fehlen bei Rana, wo die beiden Cardinalvenen sich gabeln
und den Wolff’schen Gang zwischen sich nehmen. Die intermeta-
meralen Gefässe, welche vom Aussenaste der Cardinalvenen ent-
springen, hängen durch zahlreiche Anastomosen miteinander zu-
sammen, welche eventuell für ein laterales Gefäss gehalten werden
können. — Anat. Anz. VII. 1895 p. 634—638, figg.
c. Plethodontinae.
Biologisches. Ueber das Leben von Spelerpes fuscus im
Terrarium macht Johannes Berg ausführliche Mittheilungen. Der
Erdtriton wird selten über 10 cm lang; die Jungen sind verkleinerte
Ebenbilder der Erwachsenen; die Weibchen werden grösser als
die Männchen. Er hält sich ausschliesslich im Gebirge auf, wo er
ähnliche Schlupfwinkel wie unser Feuersalamander bewohnt. Im
Hochsommer zieht er sich tief dahin zurück und ist daher ebenso
wie bei strenger Kälte nicht zu erlangen, kommt dagegen im
Frühling und Herbst namentlich bei regnerischem Wetter in grosser
Menge zum Vorschein, ebenso auch noch an milden, trüben Winter-
tagen. Der Erdtriton besitzt eine grosse Lebenszähigkeit, ist aber
wehrlos gegen seine Feinde, von denen ihn alle drei italienischen
Tropidonotus-Arten mit Vorliebe fressen. Seine versteckte Lebens-
weise, die unscheinbare Färbung und das ätzende Hautsekret ge-
währen ihm aber Schutz. — Der Verf. beschreibt nun die Ein-
richtung eines für diese Art geeigneten Terrariums und das Fliegen-
fangen des Erdtritons, welches mit noch viel grösserer Schnelligkeit
geschieht, wie beim Chamaeleon. Ausser Fliegen werden auch
andere kleine Insekten, Asseln, Tausendfüsser, Spinnen und sogar
Skorpione gefressen. Die Thiere klettern sehr gerne an den Scheiben
des Terrariums in die Höhe, was ihnen infolge der klebrigen Haut
durch Adhäsion des Bauches und der Fussflächen ermöglicht wird.
Das Klettern geschieht sehr langsam und darf auf keine Weise mit
der Kletterfähigkeit der Geckonen verglichen werden. Verletzungen
heilen bei kühler Temperatur recht gut. Der beim Schliessen der
Terrarienthür gelegentlich abgeklemmte Schwanz heilt wieder zu
und wächst auch wieder nach, wenn das gequetschte Stück amputirt
wird, andernfalls tritt der Tod ein. Der Fuss wird nicht reprodueirt,
die Wundfläche aber beim Gehen nach oben gedreht, so dass eine
Berührung mit dem Boden nicht stattfindet; nach erfolgter Heilung
nimmt das Bein wieder seine natürliche Lage an. — Zool. Garten
XXXIV. 1893 p. 367—375.
Systematisches. sSpelerpes gibbicaudus n. sp. verw. leprosus Cope, von
Orizaba, Mexico. — Blatchley, Proc. U. S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 38.
Spelerpes melanopleurus n. sp. vom Raleys’s Creek, Ozark Gebirge, J. W.
Missouri. — Cope, P. Ac. Philad. 1893 p. 383.
Spelerpes orizabensis n. Sp. verw. leprosus Cope, von Mt. Orizaba, Mexico
11 000°. — Blatchley, Proc. U. S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 38.
40 Dr. Franz Werner.
Amphiumidae.
Chapmann findet, dass Cryptobranchus japonicus in allen
wesentlichen Punkten mit Menopoma alleghaniense übereinstimmt,
so dass die Aufstellung eines besonderen Genus überflüssig ist. Im
Unterkiefer besitzt CUryptobranchus )j. (Megalobatrachus maximus
Schleg.) verästelte Drüsen, die nach Bau und Lage Speicheldrüsen
sind. Auch über das Blutgefässsystem werden Mittheilungen ge-
macht. P. Ac. Philad. 1893 p. 227—233, figg., T. V-VI.
Proteidae.
Julia Platt giebt in einer vorläufigen Mittheilung Notizen über
die Entwicklung und das Schicksal der Ganglienleisten von Necturus,
die sich in zwei Abschnitten anlegen, deren jeder direkt zur Bildung
von Nervengewebe beiträgt. Die aus der Ganglienleiste und dem
axialen Mesoderm ausgewanderten Zellen bilden kein homogenes
Gewebe, da ihre Elemente bis auf späte Stadien scharf unterschieden
bleiben; dagegen. tragen solche ausgewanderte Zellen zur Bildung
der Kopfknorpel bei. — Anat. Anz. IX. 1893 p. 51—56, figg.
Apoda.
Hypogeophis alternans n. sp. von den Seychellen. — Stejneger, Proc,
U. S. Nat. Mus. XVI. 1893 p. 739.
Stegocephala.
(Nur fossil.)
Credner beschreibt ausführlich die Faltenzähne eines paläo-
zoischen Stegocephalen, Sc/erocephalus labyrinthicus nach ihrem
histologischen Aufbau. Faltenzähne sind nur auf den Kieferknochen
und ein Paar auf dem Vomer vorhanden; auch auf dem Palatinum
scheinen solche Zähne vorgekommen zu sein. Kegelzähne befinden
sich auf dem Pterygoid und Vomer. Ein Zahnwechsel fand nicht
statt, dagegen wurden neue Zähne am Hinterende der Zahnreihe
gebildet. Die kleinen Stachelzähne des Vomers und Pterygoids
entsprechen je einem Element der zusammengesetzten Kieferzähne,
bezw. den Zähnchen der Placoidschuppen der Fische. Den Falten-
zähnen entsprechen die jetzt einfach aussehenden Kegelzähne der
Reptilien. Die mehrspitzigen Molaren der Säugethiere stellen einen
Complex von Reptilienzähnen vor, sind demnach polysynthetische
Zähne 2. Ordnung. — Abh. Math. Phys. Cl. Sächs. Ges. Wiss.
20. Bd. p. 475—552, 5 figg., 4 Tff.
Bericht
über
die wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschiehte
der Säugethiere während des Jahres 189.
Von
Paul Matschie.
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen*).
[Alle Arbeiten, bei welchen eine Jahreszahl nicht angegeben ist, sind im
Jahre 1893 erschienen. ]
Aby, F. S. Observations on the Development of the Hypo-
physis Cerebri and Processus Infundibuli in the Domestic Cat.
Bull. Lab. N. H. Jowa II p. 295—310 Taf. 1—4.
Agababow, (A.). Die Innervation des Ciliarkörpers. Anat.
Anz. VIII p. 555—561.
Alessandrini, &. (1). Prime Notizie Anatomiche di un T’ra-
gulus, morto in Roma. Boll. Soc. Romana Stud Zool., II p. 141
— 149.
Ein Exemplar von Meminna meminna angeblich von Java (! Ref.)
wird beschrieben. Maasse, genaue Beschreibung des Felles, der
Mundhöhle, der Zähne, der Zunge und des Verdauungstractus.
Alessandrini, @. (2). Notizie Anatomiche sulle Glandole an-
nesse all’ Apparato Digerente. Boll. Soc. Romana Stud. Zool. II
p. 269— 271.
Es werden die Leber, Gallenblase, Pancreas und Milz von Me-
minna meminna beschrieben.
Allen, H. (1). A Monograph of the Bats of North America.
Bull. U. S. Nat. Mus. 43 p. 1—198 Taf. I-XXXVM.
Ausführliche Monographie der nordamerikanischen Arten.
Allen, H. (2). Note on the mechanism of the act of the ex-
pulsion of secretion from the anal sac in Mephitis. Proc. Acad.
N. Sc. Philadelphia, p. 280 - 281.
Allen, H. (3). Introduction to a Monograph of the North
American Bats. Proc. U. St. Mus. XVI, p. 1—28.
Allen, H. (4). Notes on the Genera of Vespertilionidae. Proc.
U. St. Mus. XV], p. 29—31.
*) Inhaltsübersicht siehe am Schluss dieses Berichtes.
142 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Allen, J. A. (1). List of Mammals and Birds collected in
Northeastern Sonora and Northwestern Chihuahua, Mexico, on the
Lumholtz Archaeological Expedition 1890—92. Bull. American
Museum of Nat. History V p. 27—42.
17 Arten werden erwähnt, darunter 11 Nager, 1 Hirsch, 5 Raub-
thiere. Neu beschrieben wird Sciurus apache aus der Gruppe der
Parasciurus aff. Sc. arizonensis und nayaritensis, welche ebenfalls
mit Sc. niger verwandt sind. Ein mit (©. virginianus verwandter
Hirsch vom Bavispee River wird beschrieben und mit CC. leweurus
verglichen; zu welcher Art er gehört, bleibt unentschieden. Auch
eine Art der Canis latrans-Gruppe und ein Luchs werden genauer
gekennzeichnet. Allen vermutet, dass es mehrere noch zu be-
nennende Formen des Luchses und Prairiewolfes in Amerika giebt.
Allen, J. A. (2). Descriptions of four new Species of Thomo-
‚mys with Remarks on other Species of the Genus. Bull. Am. Mus.
Nat. Hist. V p. 47—68 Plate I.
Neu beschrieben werden: T’homomys monticolus von Mt. Tallac,
El Dorado Co., Californien, 7’%. aureus von Bluff City, Utah, 7%.
fossor von Florida, La Plata Co., Colorado, Th. toltecus von Juarez,
Nord-Chihuahua.
Allen giebt ausführliche Bemerkungen über die Nomenklatur
der Arten von Thomomys und über ihre Schädelmerkmale; am
Schlusse der Arbeit werden 14 Arten mit ihren Fundorten auf-
gezählt. Die Schädel von 10 Arten sind auf Taf. I abgebildet.
Allen, J. A. (3). List of Mammals collected by Mr. Charles P.
Rowley in the San Juan Region of Colorado, New Mexico and Utah,
with Descriptions of new Species. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 69
34 Arten werden besprochen, darunter 27 Nager, 5 Fledermäuse,
2 Raubtiere. Neu beschrieben werden: Zapus princeps von Florida,
La Plata Co, Colorado, Arvicola (Mynomes) aztecus von Aztec, New-
Mexico, Sıtomys auripectus von Bluff City, Utah, Sitomys rowleyi
von Nolan’s Ranch, Utah, Reithrodontomys aztecıs von La Plata,
New-Mexico.
Allen, J. A. (4%). On a Collection of Mammals from the San
Pedro Martir Region of Lower California, with Notes on other
Species, particularly of the Genus Sitomys. — Bull. Am. Mus. Nat.
Hist. V p. 181.
20 Arten werden besprochen, darunter 6 Fledermäuse, 1 Maul-
wurf und 13 Nager. Neu beschrieben sind Sitomys americanus
thurberi, S. martirensis und Scapanus anthonyi von den San Pedro
Martir Bergen, Sitomys gilberti vom Bear Valley, San Benito Co,
Californien, Tamias leucurus peninsulae von San Telmo, Lower-
California.
Allen, J. A. (5). Description of a new Species of Opossum
from the Isthmus of Tehuantepec, Mexico. Bull. Am. Mus. Nat. Hist.
V p. 235—236.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 143
Micoureus canescens spec. nov. von Santo Domingo de Guzman,
aff. M. murinus.
Allen, J. A. (6). Further Notes on Costa Rica Mammals,
with Description of a new Species of Oryzomys. Bull. Am. Mus. Nat.
Hist. V p. 237—240.
18 Arten werden aufgezählt, darunter 9 Fledermäuse, 1 Spitz-
maus, 7 Nager und 1 Opossum.
Oryzomys costaricensis von El General wird neu beschrieben.
Allen, J. A. (7). Description of a new Mouse from Lake
County, California. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 335—336.
Sitomys robustus spec. nov. von Lakeport.
Allen, J. A. (8). Description of a new Species of Geomys
from Costa Rica. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 337 —338.
Geomys cherriei spec. nov. von Santa Clara.
Allen, J. A. and Chapman, Frank M. On a Collection of
Mammals from the Island of Trinidad, with Descriptions of new
Species. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 203— 234.
34 Arten, darunter 9 neue, werden besprochen. Die neu be-
schriebenen sind: Choeronycteris intermedia, Nectomys palmipes, T'y-
lomys couesi, Oryzomys speciosus, Oryzomys trinitatis, Oryzomys velu-
tinus, (ryzomys brevicauda, Loncheres castaneus, Echimys trinitatis.
Eine Liste aller 65 von Trinidad bekannten Arten ist beigefügt.
Ameghino, Fl. (1). Apuntes Preliminares sobre el Genere
Theosodon. Rev. Jard. Zool. Buenos Ayres I p. 20—29 Abb.
Theosodon lydekkeri, Vertreter einer besonderen Familie, die
sich an die Macrauchenidae anschliesst. Abbildung des Schädels.
Ameghino (2). Les Premiers Mammiferes (Relations entre les
Mammiferes Diprotodontes Eocenes de ’Amörique du Nord et ceux
de la Republique Argentine). Rev. Gen. Sc. IV p. 77—81. Mit Ab-
bildungen.
Bolodon und Plagiaulax gehören zu derselben Gattung. Be-
ziehungen der Multituberculata zu argentinischen Gattungen.
Ameghino (3). Les Mammiferes Fossiles de la Patagonie
Australe. Rev. Scientif. LI p. 13—17, 731.
Mittheilungen über T’heosodon, Homalodontotherium, Ribodon
und zahlreiche andere Gatttungen.
Ameghino (4). Sobre la Presencia de Vertebrados de Aspecto
Mesozoico en la Formacion Santacruc6na de la Patagonia Austral.
Rev. Jard. Zool. Buenos Ayres I p. 76—89,
Adiastaltus habilis gen. et spec. nov., Anathitus revelator gen. et
spec. nov. sollen zu den Monotremata gehören.
Ameghino (5). New Discoveries of Fossil Mammalia of Southern
Patagonia. Amer. Natural. XXVII p. 439—449.
Anderson, R. J. The Lens in an Albino Rat. Internation.
Monatsschr. Anat. Phys. X p. 65—67.
Andriezen, W. LI. On a system of fibre-cells surrounding the
blood-vessels of the Brain of Man and Mammals, and its Physio-
144 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
logical Significance. Internation. Monatsschr. Anat. Phys. X
p. 532—540 Taf. 21.
Anonym. The Nearctic Region and its Mammals. Nat. Science
III p. 288—292.
Armistead, J. J. (1). Food of the Squirrel. The Zoologist
(3) XVII p. 354.
Das Eichhörnchen frisst Pflaumen.
Armistead, J. J. (2). Swimming Cats. The Zoologist (3)
XVII p. 353.
Hauskatzen schwimmen und fischen, auch Mus decumanus frisst
gelegentlich Fische.
Arnstein, ©. Die Nervenendigungen in den Schmeckbechern
der Säuger. Arch. Mikr. Anat. (41) p. 195—218 Taf. 14.
Ascherson, P. Ueber den metallglänzenden Weinstein der
Zähne von Wiederkäuern und das Goldkraut. Sitzb. Ges. naturf.
Fr. Berlin p. 79—84.
Hartmann hat metallglänzenden Weinstein an den Zähnen
eines Berber-Esels, Jaeckel an solchen von Hyaenodon gefunden.
Bach, Ludwig. Ueber die Gefässe des Pferde-Auges mit be-
sonderer Berücksichtigung der Gefässversorgung der Aderhaut. Sitz.
Ber. Physik. Med. Ges. Würzburg p. 161—168.
Bärner, M. Ueber die Backendrüsen der Haussäugethiere.
Arch. Wiss. Prakt. Thierheilk. (19) p. 149—179 Fig. Taf.
Bailey, V. The Prairie Ground-Squirrels, or Spermophiles of
the Mississippi Valley Bull. Dep. Agric. Ornith. No. 4 70 Seiten
3 Tafeln 4 Karten.
Es werden besprochen Sp. tridecimlineatus (Abb. des Thieres),
Sp. mewicanus, franklini (Abb. des Thieres), spilosoma, obsoletus und
richardsoni (Abb. des Thieres). Verbreitungskarten dieser Arten
sind beigefügt. Die Weise, sie zu vernichten, wird ausführlich erörtert.
Ball, V. Lion-Tiger and Tiger-Lion Hybrids.. Nature XLVII
p- 390—391, 607— 608. j
Bericht über derartige Bastarde aus den Menagerieen von At-
kins in Windsor und von Mathur.
Ballet. Notes sur les Caracteres, qui distinguent les Races
dans les Animaux Domestiques. Mem. Ac. Sc. Toulouse (2) IV 1892
.102—121.
3 Barrett, W. C. A brief Study of the Molar Teeth of the
Proboscidea. Trans. 2. Amer. Dental Ass. Philadelphia 1892 p. 83
—105.
Barrett-Hamilton, 6. E. H. Marten in Lincolnshire. The
Zoologist (3) XVII p. 354.
Martes martes bei Sleaford.
Barrington, E. €. Hairy-armed Bat in Co Dublin. The Zoo-
logist (3) XVII p. 426—427.
Vesperugo leisleri bei Buckley’s Hill in der Nähe von Carrickmines.
Bateson, W. Exhibition of, and remarks upon, an abnormal
food of a Calf. P. Z. S. London p. 530—531.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 145
Anatomische Beschreibung des dreizehigen Vorderfusses eines
Kalbes.
Baur, &. Ueber Rippen und ähnliche Gebilde und deren
Nomenclatur. Anat. Anzeiger IX p. 116—120.
Beauregard, H. (1). Note sur une Balaenoptera sibbaldü
&choude & Ouessant. ©. R. Soc. Biol. (2) V p. 274.
Beauregard (2). Note sur deux Lois qui fait ressortir l’Etude
Morphologique du Systeme Dentaire des Carnivores. Ü. R. Soc.
Biol. (2) V p. 784—785.
Im Unterkiefer zeigen sich immer am deutlichsten die eigen-
thümlichen Merkmale der Gattung. Bei dem reinen Fleischfressern
findet sich zwischen dem Reisszahn und dem folgenden Molaren eine
tiefe Grube zur Aufnahme für den grössten Höcker des unteren
Reisszahnes. Diese Grube verschwindet bei den Schädeln derjenigen
Raubthiere, welche gemischte Nahrung bevorzugen.
Beauregard (3). Recherches sur l’Appareil auditif chez les
Mammiferes. J. Anat. Physiol. XXIX p. 180—222 Taf. IV—VI.
Beauregard s. Pouchet.
Beddard, F. E. (1). Contributions to the Anatomy of the
Anthropoid Apes. Transact. Zool. Soc. London vol. XIII part V
p. 177—218 Taf. XX—XXVI.
Referat in Natural Science II p. 387.
Beddard (2). On the Brain of African Elephant. P. Z. S.
London p. 311—815 Taf. XXII und XXI.
Genaue Beschreibung mit Abbildungen des Gehirns in drei
Ansichten.
Berkley, H. J. (1). The Nerves and Nerve Endings of the
Mucous Layer of the Ileum, as shown by the rapid Golgi Method.
With 4 Figures. Anat. Anz. VIII p. 12—19.
Berkley (2). Studies in the Histology of the Liver: Anat.
Anz. VIII p. 769—792.
Bianchi, St. (1). Sopra alcune varietä del cranio osservate in
feti umani ed in altri Mammiferi. Monitore Zool. Ital. IV p. 11
—17, 2 Abbildungen.
Bianchi (2). Sul nodulo kerckringiano e sua relazione con la
fossetta occeipitale mediana. Ricerche anatome-comparative. Mon.
Zool. Ital. IV p. 43—59 4 Abbildungen.
Blane, L. (1). Les anomalies chez l’homme et les Mammi-
feres. Paris 324 Seiten 127 Abb.
Blane (2). Sur la valeur morphologique des cornes chez le
Cheyal. C. R. Soc. Biol. Paris (2) V p. 725—726.
Blanford, W. T. On a Stag, Cervus thoroldi, from Tibet, and
on the Mammals of the Tibetan Plateau. P. Z. S. London p. 444
—449 Taf. XXXIV.
Beschreibung und Abbildung von (. thoroldi spec. nov. = Ü.
nariyanus Hodgs, welcher Name unnöthigerweise verworfen wird.
©. thoroldi ist übrigens wahrscheinlich = (. albirostris Przewalski.
Ferner wird eine revidirte Liste tibetanischer Säugethiere gegeben,
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. II. H.1. 10
146 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
welche mit derjenigen übereinstimmt, welche ich im Berichte für
1892 p. 206 aufgezählt habe. Ausgelassen ist Mus limnophilus, da-
gegen neu aufgeführt: Ovis vignei var.
Bolau, H. Die ältesten Thiere des zoologischen Gartens in
Hamburg. Der Zoologische Garten XXXIV p. 281--282.
Es waren u. a. Camelus bactrianus, Bos zebu indicus und Ursus
maritimus über 18 Jahre, Elephas indicus über 21 Jahre, Rhinoceros
indicus über 22 Jahre, manche Hirsche, Antilope cervicapra und
Iyaena crocuta über 14 Jahre im Hamburger Zoologischen Garten.
Bole, E. s. Debierre.
‚. Bole, E. Le lobe limbique dans la serie des Mammiferes.
Etude de morphologie et d’histologie cer&brales. Lille 88 Seiten 4 Taf.
Bonnet, R. (1). Ueber den feineren Bau der Magenschleim-
haut des Menschen und einiger Hausthiere. 29. Ber. Oberhess. Ges.
Giessen p. 193—199.
Bonnet (2). Die Mammarorgane im Lichte der Ontogenie und
Phylogenie. Anat. Hefte 2. Abth. 2. Bd. p. 604—658 9 Textbilder.
Borrer, Wm. The Serotine Bat in Sussex. The Zoologist (3)
XVI p. 223—224.
Vesperugo serotinus bei Burpham nahe Arundel.
Boule, Marcellin. Description de l’Hyaena brevirostris du
Pliocene de Sainzelles pres le Puy (Haute-Loire). Ann. Sc. Nat.
XV p. 85—97 Taf. 1.
Aus dem oberen Pliocaen von Sainzelles werden genannt: Ma-
chairodus cf. crenatidens, Hyaena brevirostris, Felis spec., Canis spec.,
Elephas meridionalis, Rhinoceros etruscus, Equus stenonis, Hippo-
potamus major, ÜCervus pardinensis, Cervus spec., Cervus spec., Bos
elatus. Beschreibung und Abbildung des Schädels von Hyaena brevi-
rostris. H. robusta muss mit H. brewirostris vereinigt werden, H.
perrieri ist gleich MH. topariensis und H. brevirostris sehr ähnlich.
H. felina und H. colvini gehören in dieselbe Gruppe, auch 7. brun-
nea zeigt im Gebiss Aehnlichkeiten.
Bradshaw, 6. W. (1). Otter in Sussex. The Zoologist (3)
XVII p. 102.
Lutra bei Rye.
Bradshaw (2). Variation in the Colour of Field Voles. The
Zoologist (3) VII p. 302,
Arvicola agrestis, weisse Varietät mit schwarzen Augen, bei
Hollington.
Broom, R. On the Structure of the Root-Sheath in Hedgehog-
Spines. — Transact. Nat. Hist. Soc. Glasgow III (New Series) Part I
1889—90 p. 127—130.
Brooks, W. K. On the Origin of the Thyroid Gland. Bull.
J. Hopkins Hosp. Vol. 4 p. 47—49.
Bryden, H. A. Gun and Camera in Southern Africa. A Year
of Wanderings in Bechuanaland, the Kalahari Desert and the Lake
River Country, Ngamiland. With notes on Colonisation, Natives,
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 147
Natural History and Sport, Ilustrated. London, Stanford 1893 8°
XIV und 544 Seiten.
Zahlreiche Mittheilungen über Säugethiere.
Buck, W. J. siehe Chapman, A. and Buck, W. J.
Büchner, E. (1). Ueber das Vorkommen der Mellivora in-
dica Kerr im Transcaspi-Gebiet. Notes Leyden Museum XV p. 99
— 102 (October 1892).
Mellivora aus der Tedshen Oase bei Kara-Bend. Beschreibung.
Büchner (2). Ueber eine neue Katzen-Art (Felis pällida) aus
China. Bull. Ac. St. Petersb,. (2) III p. 433—435.
Felis pallida spec. nov. von Ganssu.
Bulman, 6. W. The Effect of the Glacial Period on the
Fauna and Flora of the British Isles.. Natural Science III p. 261
— 266.
Burr, M. Black Rats. The Zoologist (3) XVII p.71.
Mus rattus von Wordsworth, Bellagio, East Grinstead.
Capellini, &. Nuovi Resti di Zifioidi in Calabria e in Toscana.
Rend. Acc. Lincei II p. 283—288.
Mesoplodon tenuirostris und Placoziphius duboisi! aus dem Tertiär.
Carlier, E. W. (1). Note on the Structure of the supra-renal
Body. Anat. Anzeiger 8. Jahrg. p. 443—445 Fig.
Carlier (2). On the Structure of the so-called Hibernating
Gland in the Hedgehog. Rep. 62. Med. Brit. Ass. Adv. Sc. p. 752
— 1753.
Carlier (3). On the Skin of the Hedgehog. ibid. p. 773—774.
Garlier (4). Contributions to the Histology of the Hedgehog
(Erinaceus europaeus). Journ. Anat. Phys. London Vol. 27 p. 168
—178 Taf. 11, p. 354—360 Taf. 21, p. 508—518 Taf. 26, 27.
Caruceio, A. Su di un Pelagius monachus 2 adul. e del suo
feto, presi a Capo Teulada nel Mediterraneo. Boll. Soc. Romana
Stud. Zool. I p. 201—211.
Bericht über Pelagius 2 mit Foetus von der sardinischen Küste.
Aufzählung der dort früher gefangenen Exemplare. Erwähnung
eines Delphinus tursio aus der Adria und eines Pelagius von der
Insel Gallitone an der tunesischen Küste.
Ausführliche Beschreibung des am Cap Teulada gefangenen
Stückes und seines Foetus.
Cary, Austin. A study in Foot Structure. Am. Journ. of
Morph. 1892 p. 305.
Cattaneo, G. siehe Parona, (Ü.
Cattaneo, &. Sull’ anatomia dello stomaco del Pteropus me-
dius. Boll. Mus. Zool. Anat. Comp. Genova No. 10, 8 Seiten, Fig.; auch
Atti Soc. Ligust. Sc. N. Anno 4 p. 142—149 Fig. und Arch. Ital. Biol.
Tome 19 p. 344—350 Fig.
Cavazzani, A. Contrattilitä delle emazie dei Mammiferi. Arch.
Sc. Med. Torino vol. 17 p. 57—74.
Chapman, A. and Buck, W. J. Wild Spain (Espana agreste):
Records of Sport with Rifle, Rod and Gun, Natural History and
10*
148 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Exploration. London, Gurney and Jackson 1893. — Besprechung
in Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 67—69.
Angaben über die Verbreitung von Capra pyrenaica und his-
panica, sowie über andere Arten aus Spanien.
Chapman, Frank M. (1). Description of a new Subspecies of
Oryzomys from the Gulf States. Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. V
.43—46.
: Oryzomys palustris natator spec. nov. von Florida.
Chapman, Frank M. (2). Description of two new Races of
Mammals from Florida, with Remarks on Sitomys niveiventris Chap-
man. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 339— 341.
Scalops aquaticus australis und Sitomys niveiventris subgriseus
von Gainesville.
Chapman, Frank M. s. Allen, J. A. und Chapman, F.M. _
Chapman F. R. Notes on the Depletion of the Fur Seal in
the Southern Seas. Canad. Rec. V p. 446-459.
Chapman, H. C. Notes on Choeropsis liberiensis (Morton).
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 481—483.
Abgedruckt aus Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia p. 185—187.
Christy, M. A Catalogue of Local Lists of British Mammals,
Reptiles and Fishes, arranged under Counties. T’he Zoologist (3)
XVII p. 174-186, 209216.
Aufzählung des Titels von 193 Arbeiten über die Säugethierfaunen
einzelner Grafschaften in England mit Angabe der Anzahl der in
jeder Arbeit erwähnten Arten.
Coke, J. H. and Woodward, A. S. The Har Dalam Cavern,
Malta, and its Fossiliferous Contents. Proc. Royal Soc. London LIV
p. 274— 289.
Es werden Reste von Zlippopotamus, Cervus, Ursus und Canıs
beschrieben.
Colenso, W. Observations on Mr. T. White’s paper, „On the
Native Dog of New Zealand“. Trans. New Zealand Inst. XXVI
p-. 495—503.
Condorelli, Francaviglia M. Notizie Anatomiche sul Brady-
pus tridactylus L. var. ustus Lesson. Boll. Soc. Romana Stud. Zool.
II p. 126 - 137.
Genaue Beschreibung des Thieres und seiner Verdauungsorgane.
Contejean, Ch. Contributions A l’e&tude de la physiologie de
l’estomac. Journ. Anat. Phys. Paris (29) p. 94—136, 370—423 Abb.
Cope, E. D. (1). A Remarkable Artiodactyle from the White
River Epoch. Amer. Natural. XXVIL, p. 147—148 Taf. 1, 2.
Nachrichten über Protoceras celer.
Cope (2). Earle on the Species of Coryphodontidae. ibid.
p- 250—252.
CGope (3). A new Plistocene Sabre-Tooth. ibid. p. 896—897.
[Smilodon].
Cope (4). Forsyth Major and Roese on the Theory of Dental
Evolution. ibid. p. 1014—1016.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 149
Cope (5). Description of a Lower Jaw of Tetrabelodon She-
pardir. ibid. f. 1893 p. 202—204.
Cope (6). Cn the Phylogeny of the Vertebrata. Proc. Amer.
Phil. Soc. Philadelphia p. 278—282 2 Abbildungen.
Cope (7). Preliminary Report of the Vertebrate Palaeontology
of the Llano Estacado. Rep. Geol. Surv. Texas for 1892 p. 1—87,
Plates I- XXIII; Referat in Am. Natural. XXVII p. 811—812;
Es werden u. a. neu beschrieben: Felis hillanus spec. nov.,
Dinobastis serus, Borophagus diversidens, Canimartes cumminsi spec.
nov., Procamelus leptognathus spec. nov., Pliauchenis spatula, Holo-
meniscus sulcatus spec. nov., H. macrocephalus spec. nov., Platygonus
bicalcaratus spec. nov., Dibelodon praecursor spec. nov., Protohippus
pachyops, fossulatus und lenticularıs spec. nov., Hippidium inter-
polatum, Equus cumminsi, minutus und semiplicatus sp. nov.
Cope (8). The Genealogy of Man. — Amer. Natural. XXVII
p. 316—525 Plate IX.
Cope (9). Cary on the Evolution of Foot Struktur. Am. Na-
_ tural. XXVII p. 248-250.
Cordeaux, J. Food of Squirrel. The Zoologist (3) XVI p. 301.
Das Eichhörnchen frisst unreife Aprikosen und verschmäht
deren Kerne.
Gordier, J. A. (1). Observations d’Anatomie comparee sur
l’Estomac des Camöliens. Bull. Soc. Zool. France XVIIL p. 75—78.
Der Magen von Camelus erinnert an denjenigen von Dicotyles.
Vergleich der Wassertaschen von Camelus mit der Drüsengegend
des Rumen bei Dicotyles; zur Aufbewahrung von Wasser können
sie nicht dienen.
Cordier (2). Observations sur la Vascularisation stomacale
chez les Ruminants et sur une Fonction probable des Papilles du
Rumen et des Cloisons cellulaires du R&seau. Bull. Soc. Philoma-
tique V No.1 p. 31-33, C. R. No.4 p. 1—2.
Wahrscheinlich dienen die Falten des Netzmagens zur schnellen
Erwärmung der kalten, flüssigen Nahrungsmittel. Die obere Arterie
des Netzmagens hat bei den verschiedenen Hufthieren einen ver-
. schiedenen Verlauf.
Cordier (3). Observations anatomiques sur la Gouttiere dite
oesophagienne de l’Estomac de quelques Mammiferes. Bull. Soc.
Philom. V-No. 1 p.59—61. Mit schematischen Abbildungen. — C.R.
No.5 2.1.
Struktur der Rinne.
Gordier (4). Sur l’Estomac du Cerf de David. ©. R. Soc. Philom.
No.3 p. 4—5'
CGordier (5). Des modifications subies avec l’äge par les for-
mations de la muqueuse du rumen chez les Ruminants. Bull. Soc.
Zool. France XVII p. 229— 230.
Cordier (6). Recherches sur l’anatomie comparee de l’estomac
des Ruminants. Ann. Sc. Nat. (7) Tome 16 p. 1—128 Textbilder und
Taf. 1—6.
150 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Cordier (7). Considerations anatomiques sur l’assimilation des
cavites de l’estomac compos& des Ruminants. C. R. Soc. Philomath.
Paris No.7 p. 6—8.
Cordier (8). Sur l’anatomie comparde du rumen et du röseau
chez les Ruminants. ibid. No. 10 p.6—8 2 Fig.
Crety, Ces. Sulla degenerazione fisiologica primitiva del vi-
tello delle ova dei Mammiferi. Ricerche Lab. Anat. Roma Vol. 3
p- 173—183 Taf. 8.
Cristiani, H. (1). Remarques sur l’anatomie et la physiologie
des glandes et glandules thyroidiennes chez le Rat. Arch. Physiol.
Paris XXV p. 164—168 Taf. 2.
Gristiani (2). Des glandules thyroidiennes accessoires chez la
Souris et le Campagnol. ibid. p. 279—284 Taf. 3.
Cristiani (3). Nouvelles recherches sur les organes thyroidiens
des Rongeurs. Ü. R. Soc. Biol. Paris (9) Tome 5 p. 4—5.
Dames, W. Ueber Zeuglodonten aus Aegypten und die Be-
ziehungen der Archaeoceten zu den übrigen Üetaceen. Palaeont.
Abhandl. (2) I p. 189—222 Taf. XXX—XXXVI
Zeuglodon osiris spec. nov. aus dem Eocaen von Aegypten. Ab-
trennung der Zeuglodontidae als Archaeoceti von den Squalodontidae,
welche als Mesocet! den unter der Unterordnung Hrodontoceti zu-
sammengefassten Platanistidae, Physeteridae und Delphinidae gegen-
übergestellt werden. Nachweis der Panzerbekleidung bei Zeuglodon.
Danyez, J. Les Campagnols. Rev. Scient. LII p. 338—340.
Periodisch auftretende Feldmausplagen.
Dareste, C. siehe Guinard, L.
Davatz, F. Mus poschiavinus Fatio (Puschlaver oder auch
Tabakmaus genannt). Jahresb. Ges. Graubündten (2) XXXVI p. 95
— 103.
Debierre, Ch. & E. Bole. Essai sur la Morphologie compar&e
des Circonvolutions cerebrales de quelques Carnassiers. Journ. Anat.
Phys. Paris XXIX p. 637—662 17 Abbildungen.
De Meijere, J. ©. H. Over de haren der Zoogdieren; in’t bij-
zonder over hunne wijze van rangschikking. Dissert. Leiden 132.
66 Fig. und Taf.
Deniker s. Ellenberger & Baum.
Deperet, ©. Sur l’Age absolu des Faunes de Mammiferes
Pliocenes du Plateau central et des Eruptions volcaniques contem-
poraines. C.R. Soc. Geol. France p. XCIV—XCVI.
Annahme von zwei verschiedenen pliocaenen Faunen, einer
älteren und einer jüngeren.
De Vis, € W. Note on the Upper Incisor of Phascolonus,
Proc. Linn. Soc. New South Wales (2) Vol.8 p. 11—12 Taf. 1.
Sceparnodon verschieden von Phascolonus.
Dixey, F. A. Preliminary Note on the Relation of the Ungual
Corium to the Periosteum of the Ungual Phalanx. Proc. R. Soc.
London LII p. 392—393.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 151
Dogiel, A. S. Die Nervenendigungen in der Thränendrüse der
Säugethiere. Arch. Mikr. Anat. 42. Bd. p. 632—647 Taf. 37.
Donnezan, A. Decouverte du Mastodon Borsoni en Roussillon.
Compt. Rend. Acad. Scienc. Tome 116 p. 538—539.
Draispul, ... (1). Zur Entwickelungsgeschichte des Hammer-
Amboss-Gelenkes. Verh. 10. Intern. Med. Congr. 4. Bd. 11. Abth.
. 62—64.
: Draispul (2). Ueber die Membrana propria des Trommelfells.
ibid. p. 64—67.
Dreyfuss, Robert. Beiträge zur Entwickelungsgeschichte des
Mittelohres und des Trommelfells des Menschen und der Säuge-
thiere. Morph. Arb. v. G. Schwalbe 2. Bd. p. 607—662 Taf. 20, 21.
Druebin, S. Ueber Blutplättchen des Säugethieres und Blut-
körperchen des Frosches. Arch. Anat. Phys. Phys. Abth. Suppl. Bd.
p- 211—216 Fig.
Duclert, L._ Etude histologique de la seeretion du lait.
Montpellier 79 Seiten 3 Taf.
Duval, M. La placenta des Carnassiers. Journ. Anat. Phys.
Paris XXIX p. 249 - 340, 425—465, 663 — 729 25 Fig. Taf. ”—11, 13.
Earle, Ch. (1). The Evolution of the American Tapir. Geol.
Mag. (2) Dec. 3 Vol. 10 p. 391—396.
Earle (2). Some Points in the Comparative Osteology of the
Tapir. Science XXI p. 118.
Earle (3). On the Systematic Position of the Genus Proto-
gonodon. Am. Natural. XXVI p. 377—379.
Protogonodon wird zu den Pantolestidae gestellt.
Euprotogonia nom. nov. für Protogonia.
Earle (4) s. Wortman & Earle.
Ebner, V. v. Erwiderung auf Herrn Docent Dr. Weil’s Be-
merkungen zur Histologie der Zahnpulpa. Oester. Ungar. Viertel-
jahrschr. Zahnheilk. 7. Jahrg. 1. Heft 6 Seiten.
Eichholz, Alfr. Morphology of Limb Arteries in Vertebrates
with especial reference to the disposition in the Human Subject.
Journ. Anat. Phys. London XXVII p. 377—401 11 Fig.
Eliasberg, Miron. Experimentelle Untersuchungen über die Blut-
bildung in der Milz der Säugethiere. Dissert. Dorpat 102 Seiten Taf.
*Ellenberger, W. & Baum, H. (1). Anatomie descriptive et
topographique du Chien. Trad. de l’allem. par J. Deniker; 1. et
2. Part. 320 pg.
Ellenberger, W. & Baum. H. (2). Topographische Anatomie
des Pferdes; mit besonderer Berücksichtigung der thierärztlichen
Praxis. Theil I. Die Gliedmaassen. 290 Seiten und 82 Abbildungen.
Berlin 8°.
Elliot, J. S. Daubenton’s Bat in Bedfordshire. The Zoologist
(3) XVII p. 354—355.
Vespertilio daubentoni am Ouse-Fluss bei Cardington Mill.
Ellis, W. B. Serotine in Sussex. The Zoologist (3) XVII p. 458,
152 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
| Vesperugo noctula sehr gewöhnlich, Vesperugo serotinus grau-
braun gefärbt, in 3 Exemplaren bei Arundel, Sussex.
Emery, 6. (1). Ueber die Verhalnin der Säugethierhaare
zu schuppenartigen Hautgebilden. Anat. Anzeiger VIII p. 731—738
4 Abb.
Emery (2). Sur les poils des Mammiföres et leurs rapports
morphologiques avec d’autres organes cutanes. ©. R. Trav. 76. Sess.
Soc. Helvet. Sc. N. p. 147—150.
Endres, Herm. Ueber ein Zwischenmuskelbündel im Gebiete
des M. pectoralis maior und latissimus dorsi. Anat. Anzeiger,
8. Jahrg. p. 387—397 3 Fig.
Evans, W. Black Rats. The Zoologist (3) XVII p. 71.
Verfasser hält die von Garnett erwähnte Colonie schwarzer
Ratten für Arvcola ater.
Everett, A. H. A Nominal List of the Mammals inhabiting
the Bornean Group of Islands. P. Z. S. London p. 492—496.
Die zur Borneo-Fauna gehörigen Gebiete werden bezeichnet.
Everett ist der Ansicht, dass der Büffel, Elefant und Sambur-Hirsch
auf Borneo eingeführt worden sind. Für Borneo eigenthümlich sind
3 Gattungen: Nasalis, Rhithrosciurus und Trichys. Die für die Pa-
lawan-Gruppe eigenthümlichen 6 Arten sind durch zwei Sterne,
die von Borneo aufgezählten 45 endemischen Formen durch einen
Stern besonders bezeichnet.
Ewart, J. ©. The Development of the Skeleton of the Limbs
of the Horse, with Observations on Polydactyly. Journ. Anat. Physiol.
norm. path. XX VIII p. 236—256.
Falsan, A. Les Alpes Francaises; la flore et la faune, le röle
de ’homme dans les Alpes, latrans-humance. Mit 77Figuren. Paris,
J. B. Bailliere et Fils, 1893 8° VIII und 356 Seiten.
Feilden, H. W. Animal Life in East Greenland. The Zoo-
logist (3) XVII p. 42—44.
Verbreitung von Övibos; Empfehlung, ihn in Schottland ein-
zubürgern.
Feist, A. Verzeichniss der naturgeschichtlichen Sammlung des
herzoglichen Realgymnasiums zu Braunschweig. Programm. 1892.
No. 688.
Nachrichten über Säugethiere.
Fickel, Johannes. Die Litteratur über die Thierwelt des
Königreichs Sachsen. Programm des Wettiner Gymnasiums zu
Dresden, p. 1—41.
Litteratur über Säugethiere p. 4—9.
Filhol s. Grandidier.
Filhol, H. Observations concernant quelques Mammiferes
fossiles nouveaux de Quercy. Ann. Scienc. Nat. (7) XVI p. 129—150
21 Fig.
Schizotherium priscum wird zu den Ühalicotheridae gestellt;
Necrodasypus galliae spec. nov., Leptomanis edwardsi gen, et spec.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 153
nov., Necromanis quereyi gen. et spec. nov., Palaeorycteropus quer-
cyi gen. et spec. nov.
Fisher, W. H. Investigations of the Burrows of the American
Marmot (Arctomys monaw). Journ. Cincinnati Soc. XVI p. 105—123
Taf. VI—X.
Fleischmann, A. Embryologische Untersuchungen. 3. Heft.
Die Morphologie der Placenta bei Nagern und Raubthieren. Wies-
baden p. 153 -213 Taf. 9—13.
Fleury, Ch. Essai sur l’anatomie de la rate. Dissert. Paris
1892 98 Seiten Abb.
Forbes, H. 0. Observations on the Development of the Ro-
strum in the Cetacean Genus Mesoplodon, with Remarks on some of
the Species. P. Z. S. London p. 216--236 Taf. XII—-XV.
Durch die Untersuchung eines ansehnlichen Materials hat es
sich ergeben, dass die Arten von Mesoplodon je nach Alter und
Geschlecht in der Form des Schnabels ausserordentlich variiren
und dass deshalb mehrere der bis jetzt beschriebenen Species mit
anderen zusammengezogen werden müssen. Verfasser nimmt 6 Arten
an: M. bidens Sowerby; M. europaeus Gervais; M. hectori, womit M.
knoxi Hector vereinigt wird; M. layardi Gray = M:longirostris Kreftt,
M. guentheri Krefft, Dolichodon traversü Gray, M. floweri Haast; M.
densirostris Blainville = Ziphius sechellensis Gray; M. grayi Haast =
M. kno.xü juv. Haast, M. hectori Haast, M.australis Flower und
M. haastii Flower. Zahlreiche Messungen von Mesoplodon-Schädeln
werden gegeben.
Fraas,E. Die Irpfelhöhle im Brenzthale(Württemberg). Zeitschr.
deutsch. geolog. Ges. XLV p. 1—14.
Nachrichten über Thierknochen, welche von Menschen bearbeitet
waren. Rangifer aus gleichen Schichten wie Klephas, Rhinoceros
und HAyaena.
Francaviglia, M. siehe Condorelli Franeaviglia, M.
Franck, L. Handbuch der Anatomie der Hausthiere mit be-
sonderer Berücksichtigung des Pferdes. 3. Aufl. von Paul Martin.
Stuttgart 2. Bd. Schluss p. 161—508 Fig.
Frenkel, M. (1). Sur des modifications du tissu conjonctif des
glandes et en particulier de la glande sousmaxillaire. Anat. An-
zeiger 8. Jahrg. p. 538—543.
Frenkel (2). Sur quelques elements observes dans la glande
sousmaxillaire, excitee par un courant electrique. ibid. p. 577
—978.
Freund, P. Contributions to the Development of the Tooth-
Rudiments in Rodents. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 301—327.
Uebersetzung aus dem Arch. mikrosk. Anat. XXIX 1892 p. 525
—556, cf. Bericht f. 1892 p. 100 und 220.
Friedel, E.E Wolf und Wolfsjagd in Deutsch-Lothringen. Nach-
richten über das Vorkommen des Wolfes in Lothringen. Der Zoo-
logische Garten XXXIV p.5—10.
154 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Friedrich, H. Die Biber in der Elbaue. Blätter für Handel,
Gewerbe und soziales Leben. Magdeburg 1892 No. 8 p. 60—62.
Fusari, R. Sur le mode de se distribuer des fibres nerveuses
dans le parenchyme de la rate. Arch. Ital. Biol. XIX p. 288—292
4 Fig.
Gadow, H. Note on the Fauna of North Western Spain. Zool.
Jahrb. Syst. VII p. 329—340 Taf. XII und 1 Textfigur.
Nachrichten über Säugethiere, welche in den Museen von Co-
imbra, Santiago, Lugo und Ponferrada aufbewahrt werden. Beob-
achtungen über die Fauna des Vierzo Distriktes in West-Leon. Ab-
bildung des Gehörns und eines 2 juv. von Capra pyrenaica. Zahl-
reiche Angaben über die Verbreituug und die Vulgärnamen der ein-
zelnen Arten.
Garnett, Ch. Old English Black Rat at Bristol. The Zoo-
logist (3) XVII p. 19—20.
Mus rattus von Bristol und Donside (Aberdeenshire).
Gaudry, A. L’Elephant de Durfort. Volume Centenaire de
la Fondation du Muscum d’Hist. Nat. 25 Seiten 1 Tafel.
Geberg, A. (1). Ueber die Endigung der Gehörnerven in der
Schnecke der Säugethiere. Anat. Anz. VIII p. 20—22.
Geberg (2). Ueber die Gallengänge in der Säugerleber. Inter-
nation. Monatschr. Anat. Phys. X p. 85—92 Taf. 4.
Gehuchten, A. van. (1). Les terminaisons nerveuses intra-&pi-
dermiques chez quelques Mammiferes. La Cellule, IX p. 299—8331
2 Taf.
Gehuchten, van (2). Les elöments nerveux moteurs des ra-
cines posterieures. Anat. Anzeiger VIII p. 215—223; 5 Fig.
Gehuchten, van (3). Le systeme nerveux de !’Homme. Lierre
724 pg. 525 Fig.
Gley, E. Glande et glandule thyroides du Chien. C.R. Soc.
Biol. Paris (9) V p. 217—218.
Gley, E. & €. Phisalix. Sur la nature des glandules thyroi-
diennes du Chien. ibid. p. 219.
Göhre s. Selenka.
Golgi, €. (1). Sulla fina organizzazione delle glandole peptiche
dei Mammiferi. Gazz. Med. Pavia Anno 2 p. 241—247 Fig.; auch
in: Arch. Ital. Biol. Tome 19 p. 448—453 Fig.
Golgi (2). Intorno all’ origine del quarto nervo cerebrale (pa-
tetico o trocleare) e di una questione di Isto-fisiologia generale che
a questo argomento si collega. Atti Accad. Lincei Rend. (5) Vol. 2
Sem.1 p.379—389, 443—440; 2Fig.; auch in: Arch. Ital. Biol. Tome19
p. 456—474 2 Fig.
Golgi (3). Nervensystem. Anat. Hefte 2. Abth. 2. Bd. p. 288
—402.
Golubew, W. Z. Ueber die Blutgefässe in der Niere der Säuge-
thiere und des Menschen. Internation. Monatschr. Anat. Phys. X
p. 541-598 Taf. 22—24.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 155
Golz, Sig. Untersuchungen über die Blutgefässe der Milz.
Dissert. Dorpat. 34 Seiten Tafel.
Gordon, €. J. The Black Rat in Portugal. The Zoologist (3)
XVII p. 146.
Mus rattus in Oporto. Vulgärname.
Gow s. Harris.
Grandidier, A. & Filhol, H. Observations relatives aux
Össements d’Hippopotames trouves dans le Marais d’Ambolisatra &
Madagascar. Ann. Sc. Nat. (7) XVI p. 150—176.
Greve, C. (1). Ein Beispiel von Vererbung mechanischer Ver-
letzungen. Der Zoologische Garten XXXIV p. 132—134.
Vererbung einer Wucherung am Auge bei einer Dachshündin.
Greve (2). Beobachtungen über das Leben des Dachses. Der
Zoologische Garten XXXIV p. 299—303.
Beschreibung seiner Baue.
Guinard, L. Precis de Teratologie, Anomalies et Monstruo-
sites chez ’Homme et chez les Animaux. Preced& d’une preface
par M. le Dr. Camille Dareste. Mit 272 Figuren. Paris, J. B.
Bailliere et Fils, 1893, 512 Seiten.
Guldberg, 6. Zur Kenntniss des Nordkapers (Kubalaena bis-
cayensıs Eschr.). Zool. Jahrb. Syst. VII p. 1—22 Taf. 1, 2.
Gulland s. Hart.
Gürich. Ueber die quartäre Säugethierfauna von Venezuela
und über nordamerikanische Mastodonten. Jahresber. Schles. Ges.
Naturk. 1892 p. 8—10.
Haacke, W. (ll. Gestaltung und Vererbung. Eine Ent-
wicklungsmechanik der Organismen. Mit 26 Abbildungen im Text.
Leipzig, T. ©. Weigel Nachfolger.
Haacke (2). Die Schöpfung der Thierwelt. Leipzig, Biblio-
graphisches Institut.
Haacke (3). Ueber die Entstehung des Säugethieres. Biol.
Centralbl. XIII p. 719— 732.
Haeckel, E. Zur Phylogenie der australischen Fauna. Syste-
matische Einleitung. Denkschr. Med. Nat. Ges, Jena 4. Bd. Zool.
Forschungen von R. Semon 1. Bd. p. I-XXIV.
Haigh, G. H. Caton. Bottle-nosed Whale on Lincolnshire Coast.
The Zoologist (3) XVII p. 20.
Hyperoodon bei Skegness. Maasse. Gewicht.
Harle, E. (1). Restes de Saiga du Sud - Ouest de la France.
C. R. Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Janvier p. 11—13.
Aufzählung aller Fundstellen im südwestlichen Frankreich und
der mit Saigaresten zusammen gefundenen Arten.
Harle (2). Restes de divers rongeurs quaternaires du sud-
ouest de la France et sur le Climat de cette r&gion & la fin du
quaternaire. Ü. R. Soc. d’Hist. Nat. Toulouse. Fevrier, p. 14—18.
Die Angaben von Philippe über das Vorkommen von Aystriüx
im Diluvium von Südwest-Frankreich sind der Bestätigung bedürftig;
vielleicht handelt es sich um Arctomys. Lagomys ist dort noch
156 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
nicht aufgefunden worden, ebensowenig wie Alactaga und Lemmus.
Es werden Reste von Spermophilus aff. erythrogenys und Sp. rufescens
von verschiedenen Fundstätten aufgezählt.
Harle (3). La Grotte de Tarte, pres de Salier-du-Salat (Haute
Garonne). C.R. de la Soc. d’Hist. Nat. de Toulouse, Juin.
Es werden erwähnt Reste von Ursus spec., Lupus spee., Hyaena
spelaea, Leopardus (?), Rangıfer, Bos, Rhinoceros tichorhinus, Equus,
Uncia, Sus.
Harle (4). Succession de diverses faunes, & la fin du quater-
naire, dans le sud-ouest de la France C.R. de la Soc. d’Hist.
Nat. de Toulouse, Juillet.
Lemmus, Leucocyon lagopus und Ovibos sind nur je einmal in
der Dordogne nachgewiesen. Nach den jetzigen Kenntnissen ist die
Fauna der Polarregion nicht bis Südwest - Frankreich verbreitet
gewesen.
Harle (5). La presence du Castor dans la grotte de Montfort
a Saint-Girons. — C.R. Soc. d’Hist. Nat. de Toulouse, 19. April 1893.
Ein Humerus und ein drittes Metatarsale von Castor zusammen
mit Resten von Cervus elaphus und Cervus capreolus.
Harle (6). Restes d’Elöphants du sud-ouest de la France.
C. R. de la Soc. d’Hist. Nat. de Toulouse, 5. Juillet.
. Elephas meridionalis, Unterkiefer bei Le Gurp in der Nähe von
Soulac (Gironde); E. antiguus, Aufzählung der südfranzösischen
Fundorte für beide Arten. Alippopotamus von Landes, Saiga von
Cognac (Charente).
Harmer, S. F. Lion - Tiger Hybrids. Nature, XLVII, p. 413
—414.
Bericht über einen solchen Bastard.
Harris, V.D. & W. J. Gow. Note upon one or two points in
the Comparative Histology of the Pancreas. Journ. Phys. Cam-
bridge, XV, p. 349—360, 6 Fie.
Harrison, J. s. Howes.
Hart, B. & 6. L. Gulland. The Anatomy of advanced
Pregnancy in Macacus rhesus studied by frozen sections, by casts
and miceroscopically. Journ. Anat. Phys. London, XXVII, p. 361
—376 Taf. 22.
Harting, J. E. s. Service, R.
Harting, J. E. (1). Mortality amongst Rabbits in Tasmania.
The Zoologist (3) XVII, p. 102. .
Seuche unter den Kaninchen, verursacht durch Coccideum
oviforme.
Harting (2). The Plague of Field Voles in Scotland. Report
of the Committee appointed by the Board of Agriculture The
Zoologist (3) XVLL, p. 121—138.
Schädigungen durch Arvwcola agrestis; Aufzählung von Mäuse-
plagen in anderen Ländern. Arvicola arvalis in Galizien und Ungarn,
Arvicola güntheri in Thessalien, Hesperomys spec. in Argentinien.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 157
Harting (3). Aristotle on Plagues of Field Mice. The
Zoologist (3) XVLH, p. 187—188.
Angaben über Stellen bei alten Schriftstellern, welche diesen
Gegenstand behandeln.
Harting (4). The British Marten, Martes sylvatica Nilsson.
(Continued from Zool. 1892 p. 138). The Zoologist (3) XVII,
p. 161—163.
Nachrichten über die Verbreitung in England.
Harting (5). Observations on the Common Field Vole in
Thessaly. The Zoologist (3) XVII, p. 139—145.
Nachrichten über Arvicola güntheri in Thessalien.
Harting (6). The Vole Plague in Scotland. The Zoologist
(3) XVII, p. 353.
Löffler’s Bacillus typhi murium hilft gegen kräftige Mäuse nicht.
In Schottland sind nun die Mäuse verschwunden. Merkwürdiger-
weise sind die Felder vorzüglich gerathen, wo die meisten Mäuse
vorhanden gewesen sind.
Harting (7). Whiskered Bat in Scotland. The Zoologist (3)
XVH, p. 426.
Vespertilio mystacinus bei East-Lothian und bei Rannoch.
Harting (8). European Beavers at the Zoological Gardens,
The Zoologist (3) XVII, p. 457.
Eine Familie von Rhone-Bibern ist in dem Londoner Zoologischen
Garten ausgestellt.
Hartmann, R. (1). Die Verbreitung der Hyaenen in Afrika.
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 74—76.
Nachrichten über die gestreifte Hyaene von Chartum. Ein-
geborenen-Bezeichnungen derselben.
Hartmann (2). Ueber einen interessanten Bastard zwischen
männlichem australischen Känguruhund und weiblicher deutscher
Dogge. Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 76—79.
Beschreibung des australischen Känguruhundes und eines
Bastardes von diesem mit einer Dogge.
Hartmann (3). Ueber die Feliden - Gattung Machairodus
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 88—94.
Beschreibung des Skelettes, Beziehungen zu Felis macroscelis,
Variation in der Färbung bei letzterer Art.
Hasse, ©. Bemerkungen über die Athmung, über den Bau der
Lungen und über die Form des Brustkorbes bei dem Menschen und
bei den Säugethieren. Arch. Anat. Phys. Anat. Abth. p. 293—307
4 Fig.
Hatcher, J. B. The Titanotherium Beds. Am. Natural. XXVI
p- 204—221 Fig. 1—3.
Die Titanotherium-Beds sind gleich den Brontotherium-Beds von
Marsh. Die Titanotherien der ältesten Schichten waren kleiner als
die der folgenden; auch in der Zahl und Gestalt der Zähne sowie
in dem Fussskelett sind Verschiedenheiten zwischen den Schädeln
158 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
aus älteren und jüngeren Lagen nachzuweisen. Drei Schädel aus
verschiedenen Horizonten sind abgebildet.
Hayeraft, J. B. Development of the Wolffian Body in the
Chick and Rabbit. (Preliminary Notice). Anat. Anzeiger, IX, p. 75
—79 6 Fig.
Heape, W. The Menstruation of Semnopithecus entellus. Proc.
R. Soc. London, LIV, p. 169—172.
Heidenhain, M. Ueber die Centralkörpergruppe in den Lym-
phocyten der Säugethiere während der Zellenruhe und der Zellen-
theilung. Verh. Deutsch. Anat. Ges. 7. Vers. p. 54—70.
Henneguy, L. F. Sur la fragmentation parthenogenetique des
ovules des Mammiferes pendant l’atrösie des follicules de Graaf.
Compt. Rend. Acad. Sc. Tome 116 p. 1157 -1159; auch in: C.R.
Soc. Biol. Paris (9) Tome 5 p. 500 —502.
Hennicke, C. R. Ein Beitrag zur Anpassungstheorie. Mit
18 Abbildungen. Der Zoologische Garten, XXXIV, p. 97—107.
Betrachtung über die Gehörknöchelchen und ihre Wirksamkeit,
Tabellen über ihr Gewicht bei verschiedenen Arten, über ihre
Modificationen bei Thieren, die im Wasser leben.
Hepburn, David. The Mammary Gland in a Gravid Porpoise
(Phocaena communis). Journ. Anat. Phys. London, XXVIIL, p. 19
—24, 2 Fig.
Hertwig, 0. Text-Book of the Embryology of Man and
Mammals. Translated from the third German edition by Edward
L. Mark. Ph. D., Hersey Professor of Anatomy in Harvard University.
670 Seiten mit 339 Textfiguren und 2 lithographischen Tafeln.
London: Swan Sonnenschein & Co. 1892.
Hill, Alex. The Cerebrum of Ornithorhynchus paradoxus.
Phil. Trans. Vol. 184B p. 367 —387 Taf. 20—22.
His, W. Ueber das frontale Ende und über die natürliche
Eintheilung des Gehirnrohres. Verh. Anat. Ges. 7. Vers. p. 95 —100
[Diskussion p. 100—104].
Hoffmann, .. Ueber die Abstammung des Pferdes. Jahr.
Hft. Ver. Vat. Naturk. Stuttgart 49. Jahrg. Sitz. Ber. p. 65—72.
Hofmann, A. Die Fauna von Göriach. Abh. geol. Reichsanstalt
Wien, XV, Heft 6, 87 Seiten, 17 Tafeln.
Unter den 35 besprochenen Arten sind 6 für die Wissenschaft
neu: Rhinolophus schlosseri, Sciurus göriachensis, Sc. gübberosus,
Myoxus zitteli, Tapirus telleri, Palaeomeryx meyert.
Holl, M. (1). Ueber Reifung der Eizelle bei den Säugethieren.
Verh. D. Anat. Ges. 7. Vers. p. 122—124. Discussion von Sobotta,
Benda, Born, Fick und van der Stricht. ibid. p. 124—125.
Holl (2). Ueber das Foramen caecum des Schädels. Anzeiger
Akad. Wien 30. Jahrg. p. 250— 251.
Horiuchi, Kenkitzi. Beobachtungen über den Genitalapparat
eines zweijährigen Weibchens von Chimpanse. Ber. Nat. Ges. Frei-
burg 7. Bd. p. 153—168, 10 Fig.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 159
Hose, Ch. (1). Description of a new Deer from Mount Dulit,
Eastern Sarawak. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 206.
Beschreibung von Üervus brookei spec. nov. vom Mount Dulit,
Borneo, aff. eguinus, nach einem jungen Thier.
Hose (2). A Descriptive Account on the Mammals of Borneo.
Mit 3 Tafeln. Diss. Norfolk. Edward Abbot. 78 Seiten.
Howes, 6. B. (1). Exhibition of, and remarks upon, an ab-
normal sternum of the Common Marmoset. P. Z. S. London p. 168
Fig. 1 und 2.
Mesosternum mit fünf Paaren von Knochenelementen, welche
sich an einander alternirend anschliessen.
Howes (2). On the Coracoid of the Terrestrial Vertebrata. P.
Z. S. London p. 585—592 Fig. 1 und 2.
Verfasser betrachtet als Coracoideum die gesammten unteren
Elemente des Schultergürtels und nennt den vorderen Theil Epi-
coracoideum, den hinteren Theil Metacoracoideum. Eine Liste
von solchen Arten, bei welchen er ein Metacoracoid gefunden hat,
wird gegeben. Abbildungen der Schultergürtel von Seiurus, Bra-
dypus, Choloepus, Tamandua, Tatusia, Ateles, Celus, Homo und
Oyeloturus.
Das Epicoraeoid ist an der Bildung des Foramen coraco-
scapulare betheiligt bei gewissen Edentaten und den Cebidae (Ateles
marginatus, aber nicht Ateles melanochir, Brachyteles und Lagothrıx)
und zuweilen bei Homo.
Howes (3). On the Mammalian Pelvis, with especial reference
to the Young of Ornithorhynchus anatinus. Journ. Anat. Phys. London
XXVI p. 543 -556 Taf. 28.
Howes, 6. B. & J. Harrison. On the Skeleton and Teeth
of the Australian Dugong. Rep. 62. Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. p. 790.
Howorth, H. H. The true Horizon of the Mammuth. Geol.
Mag. (3) X p. 161—163, 353 — 359.
Hoyer, H. Ueber den Bau der Milz. Morph. Arb. von G@.
Schwalbe 3. Bd. p. 2293—300 2 Taf.
Hubert, A. B. Black Variety of the Brown Rat. The Zoo-
logist (3) XVII p. 103.
Hubrecht, A. A. W. De placentatie van de Spitsmuis (Sorex
ne L.). Verh. Akad. Amsterdam (2) Deel 3 No.6, 56 Seiten,
9 Tat.
Hudson, W. H. Idle Days in Patagonia. London: Chapman
and Hall 1893, 8° VIII und 256 Seiten.
Nachrichten über patagonische Säugethiere.
Ihering, H. von. Os Mammiferos do Rio Grande do Sul. Rio
Grande do Sul. Annuario do Dr. Graciano de Azambuga (?) p. 96
—123.
Didelphis coseriti spec. nov.
Jack, R. L. The Geology and Palaeontology of Queensland
and New Guinea, with 68 plates and a geological map of Queens-
160 Paul Matschie: Bericht über die wissenschattl. Leistungen
land. Brisbane: James Charles Beal; London, Dulan & Co. 1892 4°
XXX und 768 Seiten.
Jentink, F. A. (1). On the Dates of Publication of the Parts
of Sir Andrew Smith’s Illustrations of the Zoology of South Africa.
Notes Leyden Museum XV p. 182.
In Smith’s Werke fehlen nicht die Tafeln XXIII und XXXVIL,
sondern XVII und XXX VII, welche nicht veröffentlicht worden sind.
Jentink (2). On some Mammals from Cahama. Notes Leyden
Museum XV p. 262—265 Tafel 4—6.
Bericht über 9 Arten von Cahama am Kakulovar-Flusse, einem
nördlichen Nebenflusse des Cunene: Cercopithecus cynosurus (Ab-
bildung des Schädels auf Taf. 4), Vulpes mesomelas (Abbildung des
Schädels auf Taf. 5), @Genetta felina (Abb. des Schädels auf Taf. 6),
Ratelus leuconotus, Aulacodus swinderianus, Sciurus congicus, P’haco-
choerus aethiopieus, (Grimmia mergens und Pediotragus tragulus.
Jentink (3). On a collection of Bats from the West-Indies.
Notes Leyden Museum XV p. 278—283.
Bericht über 17 Arten von Chiroptera aus Berbice, Neu-Amster-
dam, British Guiana: Atalapha intermedia (Abweichungen in den
Maassen und der Ohrbildung), Vespertilio nigricans (Färbung, Maasse),
Natalus stramineus (Maase, Schwanzlänge), Saccopteryx leptura, Noc-
tilio leporinus, Molossus planirostris, Molossus obscurus, Molossus abra-
sus, Vampyrus spectrum, Phyllostoma hastatum, Carollia brevicauda,
Rhinophylla pumilio, Glossophaga soricina, Artibeus planirostris, Artı-
beus quadrivittatus, Desmodus rufus, Desmodus youngii spec. nov. aff.
D. rufus.
Jolyet, F. Recherches sur la respiration des Oetaces. Arch.
Phys. Paris 25. Annee p. 610—614, 4 Fig.; auch in C. R. Soc. Biol.
(2) V p. 655—656.
Johnson, 6. L. Observations on the Refraction and Vision of
the Seal’s Eye. Proc. Zool. Soc. London p. 719—723.
Joyeux-Laffuie, J. Sur un cas interessant d’atavisme chez le
Cheval. Bull. Soc. Linn. Normandie (4) Vol.ö Fasc. 3, 7 Seiten.
Keibel, Fr. (1). Studien zur Entwickelungsgeschichte des
Schweines (Sus scrofa domesticus). Morph. Arb. v. G. Schwalbe, III
p. 1—139 29 Fig. Taf. 1—6.
Keibel (2). Zur Entwickelungsgeschichte und vergleichenden
Anatomie der Nase und des oberen Mundrandes (Oberlippe) bei
Vertebraten. Anat. Anzeiger VIII p. 473—487 2 Fig.
Keibel (3). Ueber den Nabelstrang des Nilpferdes. ibid. p. 497
—504 9 Fig.
Keibel (4). Ueber die Harnblase und die Allantois des Meer-
schweinchens nebst einer Bemerkung über die Entstehung des Nieren-
ganges (Ureters) bei Säugern. ibid. p. 545—554 8 Fig.
Keith, A. The Ligaments of the Catarhine Monkeys, with
references to corresponding Structures in Man. Journ. Anat. Physiol.
norm.-path. XXVIII p. 149—168.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 161
Keller-Zschokke, J. Zum „Kapitel Hausratte“. Der Zoolo-
gische Garten XXXIV p. 30.
Mus rattus in Läufelfingen zwischen Basel und Olten.
Kelsall, J. E. Polecat in Cheshire. The Zoologist (3) XVII
p. 102.
Putorius bei Mobberley.
Kennedy. Sporting Sketches in South America. With map
and illustrations. London: R. H. Porter 1892 8° 269 Seiten.
Kent, A. F. S. Researches on the Structure and Function of
the Mammalian Heart. Journ. Phys. Cambridge XIV p. 233—254
Taf. 12.
Kent, M. S. The Great Barrier Riff of Australia; its products
and potentialities. With 48 photographs and 16 chromo-lithographs.
London, W.H. Allen & Co. 1893 4° 387 Seiten.
Nachrichten über die Lebensweise von Halicore australis mit
einer photographischen Abbildung dieses Thieres. Referat in The
Zoologist (3), XVII p. 321—331.
Kermode, P. M. ©. Contributions to a Vertebrate Fauna of
the Isle of Man. The Zoologist (3) XVII p. 61—70.
Erwähnt werden Cervus megaceros von Ballaugh, Vespertilio pipr-
strellus (Lebensweise), Plecotus auritus, Erinaceus europaeus (viel-
leicht eingeführt, Winterschlaf), Sorex araneus, Mustela erminea,
Phoca vitulina, Mus sylvaticus, musculus, rattus?, decumanus, Lepus
timidus, L. cuniculus, Phocaena communis, Dalaenoptera spec. Von
vielen Arten werden Vulgärnamen angegeben.
Klaatsch, H. (1). Neues über Mammartaschen. Morph. Jahrb.
XX p. 112.
Klaatsch (2). Ueber Marsupialrudimente bei Placentaliern.
ibid. p. 276—288. 2 Fig.
Klein, Gustav. Entstehung des Hymen. Sitz. Ber. Ges. Morph.
Phys. München IX p. 59—60. Discussion von Amann, ibid. p. 60—61.
Klinckowström, A. Quelques recherches morphologiques sur
les arteres du cerveau des Vertöebröes. Bih. Svenska Vet. Akad.
Handl. 15. Bd. Afd.4 No.10 1890 26 Seiten 2 Taf.
Klingberg, A. Die Oerter der Cardinalpunkte des Fuchsauges.
Arch. Ver. Fr. Naturg. Mecklenburg 46. Jahrg. p. 118—-124.
Klodt, J. Zur vergleichenden Anatomie der Lidmusculatur.
Arch. Mikr. Anat. 41. Bd. p. 1—18 Taf. 1—4.
Koepert, 0. Die Forstwirschaft im Herzogthume Sachsen-
Altenburg. Arch. Landes- und Volkskunde, Prov.Sachsen V, 2 (Mitth.
Ver. Erdk. Halle 1902) p. 197—199.
Mittheilungen über das jagdbare Wild.
Kölliker, A. v. Handbuch der Gewebelehre des Menschen.
6. Aufl. 2.Bd. 1. Hälfte: Elemente des Nervensystems, Rückenmark
des Menschen und der Thiere, Verlängertes Mark, Ursprünge der
Hirnnerven, Brücke, Hirnstiele und Kleines Gehirn. Leipzig p.1
—372 Taf. 330—548.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.IL H.1. al
162 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Koken, E. Beiträge zur Kenntniss der Gattung Nothosaurus.
Zeitschr. Deutsch. Geol. Ges. XLV p. 337—377 Taf. VI—XI.
Bemerkungen über die Homologien des Schultergürtels der
Monotremen.
Krause, Rudolf. Beiträge zur Histologie der Wirbelthierleber.
1. Abhandlung: Ueber den Bau der Gallencapillaren. Arch. Mikr.
Anat. XLII p. 53—82 Taf. 5, 6.
Kromayer, .. Oberhautpigment der Säugethiere. Arch. Mikr.
Anat. XLII p. 1—17 Taf. 1, 2.
Kükenthal, W. (1). Entwickelungsgeschichtliche Untersuchun-
gen am Pinnipediergebisse. Jena. Zeitschr. Naturw. (2) XXVIII
p. 76—118 Taf. 3, 4.
Kükenthal (2). Vergleichend-anatomische und entwickelungs-
geschichtliche Untersuchungen an Walthieren. 2. Theil. 4. Die Ent-
wickelung der äusseren Körperform; 5. Bau und Entwickelung der
äusseren Organe; 6. Die Bezahnung. Denkschr. Med. Nat. Ges Jena
3. Bd. p. 221—448 15 Fig. Taf. 14—25.
Kulezycki, Wlad. Ein neuer Fall eines abnormen Zweiges
der Art. maxillaris externa beim Pferde. Anat. Anzeiger VIII p. 425
—426.
Kusnezow, J. Obsor rabot po soogeografii Rosii i ssopre.
deljnych ss neju sstran sa 1890 god. Jezegodnik J. R.G.O. II.
p. 230— 293.
Langheinrich, Alfr. Ueber die Membrana orbitalis der Säuge-
thiere. Dissert. Jena 33 Seiten.
Langkavel, B. (1). Bubalis Licht. Der Zoologische Garten
XXIV p. 200— 206.
Eine grosse Menge von Litteratur-Angaben über die Verbrei-
tung der Arten von Bubalis und Damaliscus.
Langkavel (2). Die Gemse. Der Zoologische Garten XXXIV
p. 267 — 277.
Nachrichten über Haarkleid, Krickeln, Albinos, Lebensweise.
Langkavel (3). Bison americanus. Verbreitung und Ausrottung.
Der Zoologische Garten XXXIV p. 353—363.
Zahlreiche Nachrichten aus der Litteratur.
Langkavel (4). Das Alpenmurmelthier. Der Zoologische
Garten XXXIV p. 1—4.
Mittheilungen über den Winterschlaf, über die Verbreitung des
Thieres in den Alpen und in der Tatra.
Langley, 3. N. (1). On an „Accessory“ Oervical Ganglion in
the Cat and Notes on the Rami of the Superior Cervical Ganglion.
Journ. Phys. Cambridge XIV, Proc. Phys. Soc. 1893 p. 1—2.
Langley (2). Notes on the Cervical Sympathetic and chiefly
on its vaso-motor fibres. 1. c. p. 1—2.
Langley (3). Erection of quills in the Hedgehog. 1. c. p. 1—2.
Langley (4). The Arrangement of the Sympathetic Nervous
System, based chiefly on Observations upon Pilomotor Nerves. 1. c.
p. 1—2.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 163
Langley (5). Medullated Fibres in Grey Rami. 1. c. p. 1—2.
Langley (6). Preliminary Account of the Arrangement of the
Sympathetic Nervous System, based chiefly on Observations upon
Pilo-motor Nerves. Proc. R. Soc. London LII p. 547—556 2 Fig.
Taf. 14.
Lataste, F. (1). Le Systeme dentaire du Daman ä& propos du
Memoire de M. F. Woodward, intitule: „On the Milk-Dentition
of Procavia (Hyraz) capensis, and of the Rabbit, with Remarks on
the Relation of the Milk- and Permanent Dentitions of the Mam-
malia. Act. Soc. Chili II p. CLXX—CLXXIL.
Lataste (2). Rhythme vaginal des Mammiferes. Act. Soc.
Chili II p. 34—46; C. R. Soc. Biol. Paris (9) Tome 5 Möm. p. 135
— 146.
Lataste (3). Les „Recherches sur la fecondation et la gesta-
tion des Mammiferes“ de J. Onanoff, et la theorie de la gestation
extrauterine. CO. R. Soc. Biol. Paris (9) Tome 5 p. 977—980.
Lavocat, A. (1). Systeme dentaire des Animaux Vertebres.
Men. Ac. Sc. Toulouse (2) V p. 1—21.
Lavoeat (2). Discussion sur quelques Muscles des Mammiferes.
M&m. Ac. Sc. Toulouse (2) V p. 542—559.
Leche, W. (1). Nachträge zu „Studien über die Entwickelung
des Zahnsystems bei den Säugethieren“. Morph. Jahrb. 20.Bd. p.113
—142 12 Fig.
Leche (2). Säugethiere. Bronn, Class. Ordn. 6. Bd. 5. Abth.
Lief. 40 u. 41 p. 817—864 Taf. 105—107.
Lee, R. B. A History and Description of the Modern Dogs
(Sporting Division) of Great Britain and Ireland. Illustrated. London,
Horace Cox. 1893 8° XIV und 584 Seiten.
Lee, Stewart. Zur Kenntniss des Olfactorius. Ber. Nat. Ges.
Freiburg 7. Bd. p. 179—192 9 Fig.
Lenhossek, M. von (1). Die Nervenendigungen im Gehörorgan.
Verh. Deutsch. Anat. Ges. 7. Vers. p. 199— 200.
Lenhossek (2). Der feinere Bau und die Nervenendigungen
der Geschmacksknospen. Anat. Anz. VIII p. 121—127 Fig. 1—3.
Lenhossek (3). Die Geschmacksknospen in den blattförmigen
Papillen der Kaninchenzunge. Eine histologische Studie. Verh.
Physik. Med. Ges. Würzburg XXVII p. 199—266 2 Taf.
Lesbre, F. H. Considerations sur la premiöre prömolaire de
quelques Mammiföres domestiques. C. R. Soc. Biol. Paris (9) Tome 5
p- 65—68.
Leydig, F. (1). Besteht eine Beziehung zwtschen Hautsinnes-
organen und Haaren? Biol. Centralbl. 13. Bd. p. 359 — 375.
Leydig (2). Einiges zum Bau der Netzhaut des Auges. Zool.
Jahrb. Morph. Abth. 7. Bd. p. 309—330 Taf. 18.
Lim Boon Keng, .. On the Nervous Supply of the Dog’s
Heart. Journ. Phys. Cambridge XIV p. 467—482 Taf. 25.
Littledale, H. Notes on Wild Dogs etc. Journ. Bombay Soe.
VII p. 494—511.
11*
164 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Lübben, Ed. Oldenburger Gestütsbuch. Mittheilungen über
den jetzigen Stand der Oldenburger Pferdezucht, nebst Stammregister.
Nach authentischen Quellen zusammengestellt. Mit nach der Natur
gezeichneten Bildern Oldenburger Pferde von E. Volkers in Düssel-
dorf. Herausgegeben von der Gesellschaft der Züchter Oldenburger
Pferde. Bremen, Rühle und Schlenker 8° 51 + 664p. 8 Tafeln
vol.I 1891, vol. II 1893.
Lydekker, R. (1). Note on the Coracoid Element in Adult
Sloths with Remarks on its Homology. P. Z. S. London p. 172—174,
mit 3 Figuren.
Der Epicoracoidum genannte Knochen bei Monotremeu und
Dicynodonten ist als Coracoideum aufzufassen, und der bei diesen
Gruppen bisher als Coracoideum betrachtete Knochen ist vielmehr
ein Metacoracoideum.
Lydekker (2). The Royal Natural History. London 8° I. Th. 1
—2. Mammals.
Lydekker (3). Horns and Hoofs; being Chapters on Hoofed
Mammals. London 8° 411 Seiten mit Abbildungen.
Lydekker (4). On a Mammalian Incisor from the Wealden of
Hastings. Quart. Journ. Geol. Soc. XLIX p. 281—283.
Macalister, A. Notes on the Development and Variations of
the Atlas. Journ. Anat. Phys. London XXVII p. 519—542.
Maggi, L. Intorno al Foro Pituitario Entocranio nei Mammiferi.
Rend. Ist. Lombardo (2) XXVI, p. 703—722.
Major, ©. J. Forsyth (1). On some Miocene Squirrels, with
Remarks on the Dentition and Classification of the Sciuridae. P.
Z. 8. London p. 179—215, Tafel VIII—X.
Ausführliche Bemerkungen über die Form der Molaren bei den
Seiuridae. Eintheilung derselben in Sciurinae, Pteromyinae und
Nannosciurinae. Die Arctomyinae werden mit den Sceiurinae vereinigt.
Die Sciurinae werden in 6 Gattungen getheilt: Rhuthrosciurus,
Xerus, Sciurus, Spermophilus, Arctomys, Cynomys. Xerus zerfällt in
die Untergattungen: Protoxerus, Xerus, Atlantoxerus, Paraxerus,
Eoxerus; Seiurus wird in drei Untergattungen gespalten: Kosciurus,
Sciurus und Tamias.
Der Trituberculismus ist nicht der primitive Typus der Molaren
der Hutheria, sondern Brachyodontie ist das primitivste Stadium,
auf welche Bunodontie und endlich Lophodontie folgt. Je mehr
brachyodont ein Zahn ist, desto mehr ist er multituberculat oder
polybun. Die Reduktion geht von der Innenseite nach aussen bei
den oberen Molaren, von der Aussenseite nach innen bei den unteren
Molaren. Die heute vorwiegende quere Anordnung der Höcker und
Falten (Chiastotaxis) ist nicht der primitive Zustand, sondern die
Anordnung in Längsreihen (Tinotaxis), welche durch Längsgruben
oder Längsthäler getrennt werden. Microlestes ist ein Vorfahre der
Eutheria.
Major, €. J. Forsyth (2). Exhibition of and remarks upon, a
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 165
tooth of an Ant-bear (Orycteropus) from the Upper-Miocene of
Maragha (Persia). P.Z, S. London p. 239—240, 3 Fig.
Ein Zahn von Oryeteropus gaudryi von Maragha wird beschrieben;
die Unterschiede zwischen O. gaudryi und OÖ. capensis im Schädelbau
werden aufgezählt.
Major, €. J. Forsyth (3). Exhibition of and remarks upon a
subfossil Lemuroid skull from Madagaskar. P.Z. S. London p. 532
—535, Fig. 1—3.
Beschreibung eines Schädelrestes von Nossi-Vey (S.W. Ma-
dagaskar), welcher Hapalemur nahe steht, sich aber erheblich von
dieser Gattung unterscheidet. Abbildung dieses Fundes in drei
Ansichten.
Major, €. J. Forsyth (4). On Megaladapsis madagascariensis an
Extinet Gigantic Lemuroid from Madagascar. Proc. R. Soc. London
Vol. 54 p. 176—179.
Enthält u. a. eine Classifikation der Lemuridae.
Mark, E. L. siehe Hertwig, ©.
Marsden, H. W. (1). Albino Squirrel. The Zoologist (3) XVII
. 426.
ö Echter Albino von Sciurus bei Tetbury und nach einer An-
merkung von J. E. Harting bei Holt, Norfolk.
Marsden (2). Albino Squirrel. The Zoologist (3) XVII, p. 457.
Noch ein weisses Eichhörnchen von Westonbirt bei Tetbury.
Marsh, 0.C. (1). Restoration of Coryphodon. Amer. Journ.
Sc. (3) XLVI, p. 321—326, Fig. Taf. 5, 6; auch in: Geol. Mag. (2) Dec.
3 Vol. 10 p. 481—487, 6 Fig. Taf.
Marsh (2). Description of miocene Mammalia. Amer. Journ.
Sc. (3) XLVI, p. 407—412 Taf. 7—10.
Unter anderem werden Hlotherium clavum, Ammodon leydyanum
und potens beschrieben.
Martin, €. J. s. Wilson und Martin.
Martin, Paul (1). Zur Entwickelung des Gehirnbalkens bei
der Katze. Anat. Anzeiger, IX, p. 156—162 5 Fig.
Martin (2). Zur Endigung des Nervus acusticus im Gehirn
der Katze. 1.c. p. 156—162.
Matschie, P. (1). Einige von Herrn Oscar Neumann bei Aden
gesammelte und beobachtete Säugethiere, Reptilien und Amphibien.
Sitzb. Ges. naturf. Freunde Berlin, p. 24—31.
4 Arten von Lahadsch und Aden: Papio hamadıyas, Cyno-
nycteris straminea, Scotophilus schlieffeni, Hystrie africae- australis.
Nachrichten über die Verbreitung von Papio hamadryas und seine
Lebensweise, ebenso solche über das Aufklopfen von Fruchtkernen
vermittelst eines Steines durch den Pavian von Dar Fertit. Auch
über Oynonycteris werden biologische Mittheilungen gemacht. An-
gaben über die Färbung von g' und 2 bei Scotophilus schlieffeni,
Unterschiede von Sc. pallidus. Sc. minimus Noack wird zu Se.
schlieffeni gezogen. Unterschiede im Bau der Stacheln zwischen Hystrix
166 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
eristata und africae-australis. Arabische Namen für einige Säuge-
thiere von Aden.
Matschie, P. (2). Ueber zwei von Schreber beschriebene Affen
und über einige anscheinend neue Säugethiere von Afrika. Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 60.
Hylobates javanicus nom. nov. für A. leueiscus autorum von Java.
H. leuciscus Schreb. wird auf den Gibbon von Nordwest-Borneo
bezogen. Üercopithecus fantiensis nom. nov. für C. petaurista autorum
von der Goldküste; der echte ©. petaurista Schreb. wird beschrieben.
Antilope soemmeringi berberana spec. nov. von Berbera und
Rhynchocyon stuhlmanni spec. nov. vom Ssemliki - Issango Flusse;
seine Bezeichnung bei den Eingeborenen und Nachrichten über seine
Lebensweise.
Matschie, P. (3). Ueber die weissnasigen Meerkatzen. Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 94—101.
Uebersicht über die Synonymie, die charakteristischen Merkmale
und die mit Sicherheit festgestellten Fundorte der weissnasigen
Meerkatzen.
Matschie, P. (4). Ueber die Verbreitung der zur Gattung
„Oryz“ Blainv. gehörigen Antilopen. Sitzb. Ges. naturfr. Freunde
Berlin p. 101—104.
Beschreibung der bekannten Arten. Nachrichten über ihre
Verbreitung, über Abbildungen von ihnen und ihre Vulgärnamen.
Matschie, P. (5). Ueber anscheinend neue afrikanische Säuge-
thiere (Leimacomys n. g.). Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p 107—114.
Beschreibung von Leimacomys büttneri gen. et spec. nov. Dendro-
myinarum aus Bismarckburg, Togo, von Felis (Serval) togoensis spec.
nov. ebendaher, Galago zanzibaricus spec. nov. von Zanzibar, Pro-
cavia neumanni spec. nov. ebendaher. Unterschiede der geo-
graphischen Abarten des Serval.
Matschie, P. (6). Einige afrikanische Säugethiere. Sitzb. Ges.
naturf. Fr. Berlin p. 175—178.
Colobus vellerosus Ptrs. von Kamerun ist ein junger C. satanas
Die Unterschiede im Schädelbau von C. satanas und Ü. vellerosus
werden angegeben. Neu beschrieben wird Myosorex preussi von
Buea, Kamerun.
Matschie, P. (7). Bemerkungen über asiatische Wildesel.
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 206—208, 231.
Beschreibung eines Eguus onager. Synopsis der 6 bekannten
Abarten des Wildesels aus Asien.
Matschie, P. (8). Die unterscheidenden Merkmale der Aylo-
bates-Arten. Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 209—212.
Bestimmungstabelle der bekannten Arten; Angaben über die
Synonymie und Verbreitung. Hylobates hainanus wird zu H. con-
color gezogen. Alle Arten ausser H. gibbon werden als geo-
graphische Abarten einer Art betrachtet.
Matschie, P. (9). Einige Ergänzungen zu P. L. Sclater’s Arbeit
über Cercopithecus (On a new Afrikan Monkey of the Genus Cerco-
in der Naturgeschichte der Sängethiere während des Jahres 1893. 167
pithecus with a List of the known species). Sitzb. Ges. naturf. Fr.
erlin p. 212— 216.
Cercopithecus flavidus Ptrs. ist = Ü. rufoviridis pullus; C. grayi
— (, erxlebeni; C. labiatus = U. samango; Ü. monoides ist von C.
albigularis verschieden. Ü. erythrarchus gehört zu C. albigularis;
©. palatinus = C. roloway ist ein junger Ü. diana; C. picturatus =
©. melanogenys; C. signatus ist von Sclater abgebildet worden als
©. martin, C. martini gehört in die Nähe von C. nictitans; C.
stampflüi = C. ludio; ©. ochraceus ist = Papio cynocephalus juv.; ©.
rufoviridis ist der nächste Verwandte von C. pygerythrus; C. tantalus
steht C. sabaeus sehr nahe; ©. werneri wird beschrieben.
Matschie, P. (10). Zwei neue Affen (Cercopithecus stuhlmanni
und Hapale santaremensis). Sitzb. Ges. naturf. Freunde Berlin p. 225
— 228.
Beschreibung von Üercopithecus stuhlmanni spec. nov. aff. leu-
campys von Kinjawanga und von Hapale santaremensis spec. nov.
aff. chrysoleuca von Paricatüba und Santarem, Amazonas.
Cercopithecus erythrogaster gehört in die petaurista-Gruppe.
Matschie, P. (11). Beitrag zur Kenntniss der Lebensweise von
Procavia. Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 2283—231.
Briefliche Mittheilungen von O. Neumann über die Lebens-
weise von Procavia neumanni und Procavia mossambica.
Matschie, P. (12). Einige westafrikanische Säugethiere des
Senckenbergischen Museums. Sitzb. Ges. naturf. Ges. Freunde Berlin
p- 2592— 257.
Faunistische Unterschiede zwischen Ober- und Nieder-Guinea.
Cercopithecus campbelli Noack (Zool. Jahrb. IV p. 54ff.) von Banana
ist Cerc. talapoin; C. werneri Noack von Benguela wahrscheinlich
©. cynosurus, Üephalolophus maxwelli Noack von Banana ist C.
melanorheus, Epomophorus macrocephalus Noack vom Congo ist E.
gambranus.
Nachrichten über die Verbreitung von ÜCercopithecus campbell,
mona, erxlebeni, talapoin, cephus, cynosurus; Schädelmaasse von
Öephalolophus masxwelli und melanorheus; Verbreitung von Epomo-
phorus macrocephalus, Unterschiede dieser Art von E. gambianus.
Matschie, P. (13). Die Säugethiere des Togogebietes. Mit-
theilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den Deutsch.
Schutzgebieten. VI, p. 162—180.
Kurze Uebersicht mit Beschreibungen von 116 Arten, die für
Togo zu erwarten sind, 46 von ihnen und 8 Haussäugethiere sind
bereits sicher für Togo nachgewiesen. Abbildungen von Pero-
dieticus potto und Procavia dorsalis, sowie von Gehörnen.
Maurer, F. (1). Zur Phylogenie der Säugethierhaare. Morph.
Jahrb. XX, p. 260—275.
Maurer (2). Zur Frage von den Beziehungen der Haare der
Säugethiere zu den Hautsinnesorganen niederer Wirbelthiere. 1. c.
p- 260— 275.
Merriam, €. H. (1). Description of a new Genus and Species
168 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
of Murine Rodent (Xenomys nelsoni) from the State of Colima,
Western Mexico. Proc. Biolog. Soc. Washington VII 1892 p. 159
—163.
Beschreibung von Xenomys gen. nov. aff. Neotoma mit der neuen
Art X. nelsoni von Hacienda Magdalena bei Colima, West-Mexiko,
welche in hohlen Bäumen gefunden wurde.
Merriam (2). The Occurrence of Coopers Lemming Mouse
(Synaptomys cooperi) in the Atlantic States. Proc. Biol. Soc. Washing-
ton VII 1892 p. 175—177.
Nachrichten über die Verbreitung.
Merriam (3). The Yellow Bear of Louisiana, Ursus luteolus
Griffith. Proc. Biol. Soc. Washington VIII p. 147—152.
Ursus luteolus ist verschieden von U. americanus, lebt in Loui-
siana und ist vielleicht in Süd-Missouri verbreitet. ZL. cinnamonum
bezieht sich auf einen Bären der nördlichen Rocky-Mountains.
Merriam (4). Preliminary Descriptions of four new Mammals
from Southern Mexico, collected by E. W. Nelson. Proc. Biol. Soc.
Washington VIII p. 143—146.
Lepus orizabae sp. nov. von Orizaba, Puebla, Mexiko; Seiurus
nelsoni sp. nov. von Hiitzilac, Morelos, Mexiko; Thomomys orizabae
sp. nov. von Orizaba; Th. peregrinus sp. nov. von Salazar, Mexico.
Merriam (5). Rediscovery of the Mexican Kangaroo Rat, Dipo-
domys phillipsi Gray, with Field Notes by E. W. Nelson. Proc.
Biol. Soc. Washington VIII p. 88—96.
Zahlreiche Nachrichten über die Verbreitung und Lebensweise,
Synonymie und Merkmale, Variation; Macrocolus halticus Wagner
ist Synonym zu D. phillips”. Unterschiede zwischen D. phillipsi,
spectabilis und merriamt.
Merriam (6). Description of a new Kangaroo-Rat from Lower
California (Dipodomys merriami melanurus). Proc. Californ. Ac. (2)
III p. 345—346.
Merriam (7). Two New Wood-Rats from the Plateau-Region
of Arizona (Neotoma pinetorum and N. arizonae) with Remarks
on the validity of the Genus 7eonoma. Proc. Biol. Soc. Washington
VII p. 109—112.
Merriam (8). Descriptions of Eight new Ground-Squirrels of
the Genera Spermophilus and Tamias, from California, Texas and
Mexico. Proc. Biol. Soc. Washington VIII p. 129—138.
Spermophilus nelsoni sp. nov. von Californien, Sp. perotensis Sp,
nov. von Mexico, Sp. spilosoma annectens subsp. nov. von Texas.
Sp. beecheyi fisheri subsp. nov. von Californien, Sp. chrysodeirus
brevicaudus sp. nov. von Californien, Tamias panamintinus, callipe-
plus und alpinus spec. novae von Californien.
Merriam (9). The Geographic Distribution of Life in North
America. Rep. Smithson. Inst. for 1891 p. 365—415. Nachdruck
aus Proc. Biol. Soc. Washington VII p. 1—64.
Miller, G. 8. jr. (1). A Jumping Mouse (Zapus insignis Miller)
new to the United States. Proc. Biol. Soc. Washington VIII p. 1—8.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 169
Unterschiede von Z. hudsonius, synonym zu Meriones labra-
dorius Dawson, Edinburgh New Phil. Journ. III 1856 p. 2, nachge-
wiesen für die östlichen Vereinigten Staaten; Lebensweise, Maasse
von 83 Exemplaren. Vergleichende Schädelmaasse für Z. insignis
und hudsonius.
Miller (2). Description of a new Mouse from Southern New
Mexico and Arizona. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 331—334.
Sitomys rowleyi pinalis spec. nov. von Grant Co, New Mexico
und Pinal Co, Arizona.
Miller (3). Description of a White-Footed Mouse from the
Eastern United States. Proc. Biol. Soc. Washington VIII p. 55—70.
Sitomys americanus canadensis subsp. nov. wird von S. americanus
abgetrennt. Betrachtungen über alle vermuthlich hierher gehörigen,
in der Litteratur beschriebenen Species.
Miller (4). Notes of Thomomys bulbivorus. Proc. Biol. Soc.
Washington VIII p. 113—116.
Unterschiede der Th. bulbivorus und Th. bottae.
Mills, J. The Life of a Foxhound. Third Edition. Illustrated.
London: Simpkin, Marshall & Co, 1892 8° 222 Seiten.
Milne-Edwards, Alphonse (1). Une nouvelle Espece de Micro-
gale de Madagascar. Ann. Sc. Nat. XV p. 98.
M. crassipes spec. nov,. von Tananarivo aff. M. cowani.
Milne-Edwards (2). Extract of a letter from, concerning the
female of Lemur nigerrimus. P. Z. S. London p. 177—178.
L. nigerrimus ist 9 zu L. rufipes (Gray); diese Art stammt von
Cap d’Ambre, Nord-Madagaskar. Irisfärbung blau mit grünem
Schein.
Mingazzini, @. Intorno alla morfologia dell „Affenspalte“.
Anat. Anzeiger VIII p. 191—202, 3 Fig.
Mivart, St. George. Types of Animal Life. London 8°
374 Seiten mit Abbildungen.
Möbius, K. Ueber den Fang und die Verwertung der Wal-
fische in Japan. Sitzb. Akad. Berlin p. 10535 —1072. Monatsb. Akad.
Berlin p. 649—668 mit Abbildungen.
Monticelli, Frane. Sav. Sui cuseinetti glandolari perianali
dell’ Eonycteris spelaea Dobson. Atti Accad. Napoli (2) Vol.6 No.3
14 pag. Taf.; vorl. Mitth. in: Rend. Accad. Napoli Anno 32 p. 113.
Moore, J. The Recently Found Castoroides in Randolph
County, Indiana. Amer. Geol. XII p. 67—74 Taf. I.
Moore, J. E.S. Mammalian Spermatogenesis. Anat. Anz. VIII
p. 683 —688, 4 Figuren.
Müller, ©. Kosmopolitische Thiere. Der Zoologische Garten
XXXIV p. 885—87.
Populärer Aufsatz, der auch die angeblich kosmopolitischen
Säugethiere behandelt.
Müller - Liebenwalde, J. Aus dem Berliner Zoologischen
Garten. Der Zoologische Garten XXXIV p. 363—367.
170 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Krankheiten bei Menschenaffen, Leopardus und Hippopotamus.
Nathusius, W. v. Ueber Strukturverhältnisse von Wollhaaren
[ete.]. Landwirthsch. Jahrb. XXII p. 469—502.
Nehring, A. (1). Die Trächtigkeitsdauer des Dachses. Der
Zoologische Garten XXXIV p. 107—109.
Die Trächtigkeitsdauer des Dachses beträgt mindestens ein
halbes Jahr. Zahlreiche wichtige Angaben über Litteratur. Ruhe-
stadium in der Entwicklung. Die Jungen öffnen erst nach mehr
als 18 Tagen die Augen.
Nehring (2). Ueber Kreuzungen von Cavia aperea und Cavia
cobaya. Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 249—252.
Cavia aperea von Rosario und S. Nicolas in Argentinien pflanzte
sich im Berliner Zoologischen Garten in einem Jahre 2—3 Mal fort.
Würfe von 3 Jungen sind nicht selten, solche von zweien die Regel.
Ein Junges hatte ein weisses Abzeichen am Rumpfe. C. aperea
paart sich mit ©. cobaya, die Bastarde sind fruchtbar, sowohl bei
Anpaarung als bei Paarung unter einander. Die Trächtigkeit der
Bastarde dauert durchschnittlich 63 Tage. Die Haarfarbe von C.
aperea wird mit auffallender Zähigkeit vererbt. C. cutleri ist die
Stammform von ©. cobaya, Ü. aperea als geographische Abart von
©. cutleri aufzufassen. Melanismus ist häufiger bei Bastarden als
die Färbung des Hausmeerschweinchen.
Auch bei Lepus cuniculus findet leicht ein Rückschlag auf die
Haarfarbe der wilden Stammform statt.
Nehring (3). Ueber pleistocäne Hamster-Reste aus Mittel- und
Westeuropa. Jahrb. k. k. geol. Reichsanstalt. (43) Heft 2 p. 179-—198.
Eintheilung der Arten von COricetus in zwei Gruppen, Cr. melano-
stern‘ und leucosterni,; Angabe über die Verbreitung und die Schädel-
länge der einzelnen Arten. Ausführliche Nachrichten über die Ver-
breitung von Cricetus vulgaris im Pleistocaen, Nachweis von Or.
phaeus im Pleistocaen von Europa. Zahlreiche Messungen der Unter-
kiefer von Uricetus-Arten. Nachweis, dass zeitweise in Deutschland
die Vegetation der Tundra, zeitweise die der subarktischen Steppe
die Vorherrschaft gehabt hat.
Nehring (4). Die Verbreitung des Hamsters in Deutschland.
Deutsch. Landwirthsch. Presse No. 93.
Nehring (5). Ueber die Gleichzeitigkeit des Menschen mit
Hyaena spelaea. Mitth. Anthropol. Ges. Wien p. 204—211, 13 Text-
bilder.
Nehring (6). Ueber die Gleichzeitigkeit des Menschen mit der
Mammuthfauna. Naturw. Wochenschr. 31. Dec.
Nehring (7). Wurden Bären-Unterkiefer in der Vorzeit wirk-
lich zum Zerschlagen von Knochen benutzt? Verh. Berl. Anthropol.
Ges. p. 573 ff.
Nehring (8). Ueber die Tundren-, Steppen- und Waldfauna
aus der Grotte „zum Schweizerbild* bei Schaffhausen. Naturw.
Wochenschr. No. 10.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 171
Nehring (9). Die Verbreitung des Hamsters (Uricetus vulgaris)
in der Provinz Brandenburg. Monatsbl. Ver. f. Heimathkunde Prov.
Brandenburg zu Berlin, II, p. 173—174.
Nelson, E. W. Description of a New Species of Lagomys from
Alaska. Proc. Biol. Soc. Washington VII p. 117--120.
Lagomys collarıs spec. noV.
Nelson, E. W. siehe Merriam, C. Hart (5).
Neumann, ©. s. Matschie, P. (11).
Nicholson, L. Letter from, concerning the present condition
of the Barbary Apes on the Rock of Gibraltar. P. Z. S. London
. 325.
i Auf Gibraltar leben jetzt mindestens 60 Affen, ein Aussterben
ist nicht zu befürchten.
Nicolas, A. Glande et glandules thyroides (parathyroides)
chez les Cheiropteres. Bull. Soc. Sc. Nancy Anne 5.
Noack, Th. (1. Das Quagga. Mit einer Abbildung. Der
Zoologische Garten XXXIV p. 289—297.
Nachrichten über die Verbreitung, Färbung und Lebensweise.
Noack (2). Ein neues Gnu. Zool. Anz. p. 153—156.
Catoblepas reichei spec. nov. aus Transvaal.
Ohlin, Axel. Some Remarks on the Bottlenose-Whale (Fype-
roodon). Acta Univ. Lund XXIX No.8 13 Seiten, Taf.
Oldham, Ch. (1). Daubenton’s Bat in Cheshire. The Zoo-
logist (3) XVII p. 103.
Plecotus, Vespertilio mystacinus und daubentoni von Alderley.
Oldham (2). Natterer’s Bat in South Lancashire. The Zoo-
logist (3) XVII p. 457.
Vespertilio natiereri bei Cheetham Hill, Manchester.
Onanoff, J. Recherches sur la fecondation et la gestation des
Mammiferes. C.R. Soc. Biol. Paris (9) Tome 5 p. 719.
Osborn, H. F. (1). The Ancylopoda, Chalicotherium and Arti-
onyx. Amer. Natural. XXVII p. 118—133 4 Fig.
Die Ancylopoda werden in Perissonychia and Artionychia ein-
getheilt.
Osborn (2). Protoceras, the new Artiodactyle. Nature XLVII
p. 321—322 3 Fig.
DuEn (3). Artionye, a Clawed Artiodactyle 1. c. p. 610
—611 Fig.
Osborn (4). The Rise of the Mammalia in North America.
Stud. Biol. Lab. Columbia Coll. Zool. I No.2 45 Seiten; Auszug in:
Amer. Journ. Sc. (3) Vol. 46 p. 379—406, 448 —466 5 Fig.
Osborn (5). Fossil Mammals of the Upper Cretaceous Beds.
Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 311—330 Fig. 1—4, Plate VI
und VII,
Ausführliche Beschreibung der Gattungen Piilodus und Menis-
coessus, Hinweise auf ihre Beziehungen zu den von Marsh beschrie-
benen Multituberceulaten. Darstellung der Unterschiede der einzelnen
Typen bei Trituberculaten, die zum Theil mit Pediomys, Didelphops
1472 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
und Crmolestes übereinstimmen. Die Laramie-Fauna steht der Pu-
erco-Fauna näher als derjenigen des mittleren Jura aus den Purbeck-
Schichten.
Osborn (6). Sur la decouverte du Palaeonictis en Amerique.
Bull. Soc. Geol. France (3) XX p. 434—436 Fig.
Osborn (7). Aceratherium tridactylum from the Lower Mio-
cene of Dakota. Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. V p. 85—86.
Neue Art aus den White River Beds.
Osborn (8). Recent Researches upon the Succession of the
Teeth in Mammals. Amer. Natural. XXVII p. 493—504.
Osborn, H. F. and Wortman, J. L. Artionyx, a new Genus
of Ancylopoda. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 1—18 Fig. 1—5.
Beschreibung, Beziehungen zu Chalicotherium. Unterschiede
der Artionychia, Artiodactyla, Perissodactyla und Perissonychia.
Mechanik des Tarsus der Artiodactyla und Perissodactyla.
Oudemans, A. C. The Great Sea-Serpent: An Historical and
Critical Treatise. With the reports of 187 appearances (including
those of the appendix) the suppositions and suggestions of scientific
and non-scientific persons, and the Author’s conclusions. With
82 illustrations. Published by the Author, 1892. London, Luyac
and Co.
Die Seeschlange ist eine grosse Robbe, Megophias megophias
(Raf.). |
Oustalet, E. (1). Notes pour servir & la Faune du Döparte-
ment du Doubs (Mammiferes). Bull. Soc. Zool. XVII p. 237—242.
Ursus bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts in den Vogesen,
der letzte bei Gebweiler wenige Jahre vor der Revolution erlegt.
Angaben über das Vorkommen von Ursus in der Franche-Comte,
1826 wurde bei Saint-Hippolyte der letzte getödtet.
Von Lynx wird berichtet, dass er noch 1834 im Jura vorkam
und dass er 1893 noch bei Guillestre (Hautes-Alpes) lebte.
Oustalet (2). Notice preliminaire sur les Collections zoolo-
giques recueillies par M. Jean Dybowski. Premiere Partie. Mammi-
feres. Le Naturaliste (2) No. 140 p. 5—8.
Vorläufiger Bericht. Abbildungen von Hypsignathus monstrosus,
Potamogale velox und Anomalurus erythronotus.
Parker, W.N. On an Abnormality in the Veins of the Rabbit.
Nature XLVI p. 270.
Parona, C. e Cattaneo, &. _Note Anatomiche e Zoologiche
sull’ Heterocephalus Rüppell. Ann. Mus. Civico di Stor. Nat. di Genova
ser.2 vol. XII (XXXIL) p. 419—447 Taf. XII.
Ausführliche Monographie.
Pavlow, M. Note sur un nouveau cräne d’Amynodon. Bull.
Soc. Natural. Moscou (2) VII p. 37—42 Taf. 3.
Penzo, R. Ueber das Ganglion geniculi und die mit demselben
zusammenhängenden Nerven. Anat. Anz. VIII p. 738—744 mit einer
Abbildung.
Peschel, Max. Ueber das Orbital-Nervensystem des Kanin-
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 173
chens mit specieller Berücksichtigung der Ciliarnerven. Arch. Oph-
thalm. XXXIX. Bd. 2. Abth. p! 1—44 Fig. Taf. 1—3.
Pfaundler, Meinhard. Zur Anatomie der Nebenniere. Sitz.
Ber. Akad. Wien 101. Bd. 3. Abth. 1892 p. 515—553 2 Taf.
Philippi, R. A. Ein neues Beutelthier aus Chile. Der Zoo-
logische Garten XXXIV p. 29.
Didelphis valdiviana spec. nov. aff. D. elegans aus dem mittleren
Chile. Vorläufige Beschreibung. ;
Piana, 6. P. Di una speciale disposizione della museulatura
nelle radici della vena porta del Cavallo e nelle radici delle vene
pulmonari del Bue. Monitore Zool. Ital. IV p. 60—62 4 Fig.
Pohlig, H. (1). Eine Elephantenhöhle Siciliens und der erste
Nachweis des Cranialdomes von Zlephas antiquus. Akh. K. bay.
Akad. Wissensch. math. phys. Klasse XVII p. 73—109 4 Fig. 5 Taf.
Pohlig (2). Le Premier Crane Complet du Rähinoceros (Caeno-
pus) occidentalis Leidy. Bull. Soc. belge Geol. VII p. 41—44 Taf. III.
Pollard, E. ©. The Succession of Teeth in Mammals. Na-
tural. Science II p. 360—363.
Populärer Bericht über den jetzigen Stand der Frage.
Pomel, A. (1). Paleontologie. Monographies. Camöliens et
Cervides. (Carte geol. d’Algerie). Alger. 52 Seiten, 8 Taf.
Pomel (2). Idem. Bubalus antiquus. 94 Seiten, 10 Taf.
Popowsky, J. Phylogenesis des Arteriensystems der unteren
Extremitäten bei den Primaten. Anat. Anzeiger VIII p. 657—666
6 Fig.
Post, H. Ueber normale und pathologische Pigmentirung der
Oberhautgebilde. Vorläufige Mittheilung. ibid. p. 579—580.
Pouchet, 6. Anciens Echouages de Cetaces du X° au XVII®
Siecle. Mem. Soc. Biol. p. 97—104.
Pouchet, @. & H. Beauregard Recherches sur le Cachalot
(Suite). Nouv. Arch. Mus. Paris (3) IV p. 1—90 12 Taf.
Pousargues, E. de (1). Notes sur deux Especes nouvelles de
Mammiferes rapportees par M. Jean Dybowski de la Rögion de
/’Oubangui. Bull. Soc. Zool. XVII p. 51—54.
(ralago (Hemigalago) anomurus spec. nov. und Crossarchus dy-
bowsküi spec. nov. vom oberen Kemo, einem rechten Nebenflusse des
Ubangi.
Pousargues (2). Diagnose d’une Espece nouvelle de Rongeur
du Genre (Golunda de la ÜOollection de M. J. Dybowski. Bull. Soc.
Zoo. XVII p. 163—167.
. Golunda dybowskil spec. nov. vom Kemo, 6° 17’ n. Br., 75° 15°‘
östl. L., vergleichende Maasse zu @. fallax, campanai und ellioti.
Pousargues (3). Details anatomiques sur l’Appareil g£nitale
mäle du Cavia cobaya. Ann. Sc. Nat. XV p. 343-352 Taf. 9 Fig. 1
—10.
Genaue Beschreibung der Drüsen des männlichen Geschlechts-
apparates von Cavia mit guten Abbildungen.
174 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Pousargues (4). Contributions a l’Etude de l’Appareil Genital
Mäle de l’Ecureuil (Sciurus vulgaris L.). C. R. Soc. Philomath. Paris
No. 12 p.1—8 8 Fig.
Prato, A. del. J Vertebrati raccolti nella Colonia Eritrea dal
capitano Vittorio Bottego. Museo Zoologico Eritreo Bottego in Parma.
Guida. Parma. DBattei 1891.
Purpus, €. A. (1). Die Bergziege, Aplocerus montanus. Der
Zoologische Garten XXXIV p. 79—82.
Beschreibung, Lebensweise, Verbreitung.
Purpus (2). Silvertip- und Cinnamon-Bär. Der Zoologische
Garten XXXIV p. 113—117.
Lebensweise und Fang.
Purpus (3). Beiträge zur Naturgeschichte von Mephitis oceiden-
talıs. Der Zoologische Garten XXXIV p. 134— 137.
Lebensweise von M. occidentalis und bicolor.
Purpus (4). Neotoma cinerea. Der Zoologische Garten XXXIV
p. 225— 227,
Nachrichten über die Lebensweise.
Quelch, J. J. The Deer of British Guiana. The Zoologist (3)
XVI p. 19.
Kurze Besprechung von Cariacus savannarum, Üoassus rufus,
nemorivagus, simplicicornis und Blastocerus paludosus in Guiana.
Radde, 6. On the present Range of the European Bison in
the Caucasus. P. Z. S. London p. 175—177.
Nachrichten über die Lebensweise und Verbreitung des Bison
im Caucasus. Hinweis auf zwei im British Museum aufgestellte
Stücke.
Ramön y Cajal, $S. (1). Los ganglios y plexos nerviosos del
intestino de los Mamiferos. Madrid, 45 Seiten, 13 Fig.
Ramön y Cajal (2). Neue Darstellung vom histologischen Bau
des Centralnervensystems. Arch. Anat. Phys. Anat. Abth. p. 319
—428, 35 Fig.
Ramön y Cajal (3). Beiträge zur feineren Anatomie des
grossen Hirns. Zeit. Wiss. Zool. LVI, p. 615—672, Taf. 31 —34.
Ramön y Cajal (4). Estructura del asta di Ammon y fascia
dentata. Estructura de la corteza occipital inferior de los pequenos
Mamiferos. Ann. Soc. Espad. H. N. XXII, p. 1—125, 22 Fig.
Ramön y Cajal (5). La retine des Vertebres. La Cellule IX,
p. 119—255, 7 Taf.
Rauge, P. Anatomie macroscopique de l’organe de Jacobson
chez le Boeuf et le Mouton. Arch. Internation. Laryng. VI,
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Reh, Ludwig. Die Gliedmassen der Robben. Jena. Zeitschr.
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Reichel, Paul. Die Entwickelung der Harnblase und Harn-
röhre. Verh. Physik. Med. Ges. Würzburg (2) 27. Bd. p. 147—189,
Taf. 4—6; vorl. Mitth. in: Sitz.-Ber. Physik. Med. Ges. Würzburg
p. 147 —148.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 175
Retterer, Ed. (1). Sur la part que prend l’epithelium & la
formation de la bourse de Fabricius, des amygdales et des plaques
de Peyer. Journ. Anat. Phys. Paris XXIX, p. 137—142.
Retterer (2). Sur les rapports de l’artere hepatique chez
l’Homme et quelgues Mammiferes. 1. c. p. 137—142. 5 Fig.
Retterer (3). Des glandes closes derivees de l’&pithelium
digestif. 1. c. p. 137—142.
Retterer (4). Mode de cloisonnement du cloaque chez le
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Retterer, Ed. & H. Roger. Rein unique et utörus unique
chez une Lapine. C.R. Soc. Biol. Paris (9) Tome 5 p. 782—784.
Rhoads, S.N. Description of Four New Rodents from Cali-
fornia. Amer. Natural. XXVII, p. 831—836.
Sitomys major, S. herroniüi, Rhithrodontomys pallidus, Ony-
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Riggio, @. Arenamento di sette Capidogli (Physeter [| Catodon]
macrocephalus Lin.) nel mare di Marsala. Il Naturalista Siciliano,
p- 103—108.
Mittheilungen über das Auftreten von Physeter an den süd-
italienischen Küsten und die Lebensweise dieses Thieres.
Riviere, E. Dötermination par l’analyse chimique de la con-
temporaneit€E ou de la noncontemporaneäite des ossements humains
et des ossements d’animaux trouves dans un möme gisement. C,R.
Ass, Franc. 1892, II, p. 378—382.
Robertson, W.G@. A. On the Madder-Staining of Dentine,
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Cranial and Anterior Spinal Nerves in Mammals. Rep. 62. Meet.
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foetus A terme d’Otarie (Otaria Stelleri). C. R. Soc. Philomath. Paris
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wombat. Sitz.-Ber. Akad. Berlin p. 749—-755, 3 Fig. und Monatsb.
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Roger s. Retterer.
Rothschild, W. Note on Mesoplodon bidens. Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XI, p. 439.
Mesoplodon bidens 9‘ hat einen weissen Bauch, 2 einen dunklen
Bauch und weisse Flecke auf dem Rücken.
Ruge, &. Verschiebungen in den Endgebieten der Nerven des
Plexus lumbalis der Primaten. Zeugnisse für die metamere Ver-
kürzung des Rumpfes bei Säugethieren. Eine vergleichend - ana-
tomische Untersuchung. Morph. Jahrb. XX, p. 305—397, 31 Fig.,
Taf 45; Et.
Russell, J.S.R. An Experimental Investigation of the Nerve
Roots which enter into the formation of the Lumbo-sacral Plexus
of Macacus rhesus. Proc. R. Soc. London, LIV, p. 243—272 4 Fig. ;
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Saint-Loup, Remy (1). Sur la Vitesse de Croissance chez les
Souris. Bull. Soc. Zool. XVIII p. 242—245.
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Saint-Loup (4). Sur le Mouvement de Mandöge chez les
Souris. Bull. Soc. Zool. XVII, p. 85—87.
Beschreibung des Tanzes bei Mäusen; dieser wird auf eine
Nervenstörung zurückgeführt.
Sala, L. (1). Ueber den Ursprung des Nervus acusticus. Arch.
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Sala (2). Sur la fine anatomie des ganglions du sympathique.
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Salomon, Hugo. Beiträge zur Anatomie des Magens der
catarrhinen Affen (Cercopühecus und Inuus). Arch. Mikr. Anat.
XLI, p. 19—27, Taf. 5, 6. |
Schlosser, M. Ueber die Deutung des Milchgebisses der
Säugethiere. Verh. Deutsch. Odont. Ges. IV, p. 296—331.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1898. 177
Schottlaender, J. Ueber den Graaf’schen Follikel, seine Ent-
stehung beim Menschen und seine Schicksale bei Mensch und
Säugethieren. Arch. Mikr. Anat. XULI, p. 219
"Schroeder, J.H. Untersuchungen über das Blutgefässsystem
des äusseren Ohres. Dissert. Jena, 31 Seiten, Taf.
. Schultze, ®. Beitrag zur Entwickelungsgeschichte der Milch-
drüsen. Verh. Physik. Med. Ges. Würzburg (2) XXVI, p. 171--182,
Taf. 3, 4.
Schulze, Erwin. Fauna Saxoniae Mammalia. Zeitschr. Naturw.
V, 66, p. 135—179.
Aufzählung der betreff. Litteratur (p. 134—152). Zahlreiche
Fundortsangaben. Hinweis auf die von Schulze im Jahr 1890 neu
aufgestellten Gattungen: Campieola und Homalurus.
Schulze, F.E. Vorschläge zur Bezeichnung der Lage und
Richtung im Thierkörper. Mit 4 Abbildungen. Verh. Deutsch. Anat.
Ges. 7. Vers. p. 104—108.
Schwalbe, & Ueber den Farbenwechsel winterweisser Thiere.
Ein Beitrag zur Lehre vom Haarwechsel und der Frage nach der
Herkunft des Hautpigments. Morph. Arb. v. G. Schwalbe, II, p.483
— 606, Taf. 17—19.
Selater, J.W. Polecat near Aberystwith. The Zoologist (3)
XVII, p. 102.
Putorius bei Aberystwith.
Selater, P.L. (1). On a new African Monkey of the Genus
Cercopithecus, with a List of the known Species. P.Z. S. London
p. 243 —258, Taf. XVI—XVI.
31 Arten werden aufgezählt, für jede wird die Verbreitung an-
gegeben. Sclater nimmt 6 Gruppen an, Rrhinosticti, Chloronoti, Ery-
thronoti, Melanochiri, Auriculati und "Barbati. Eine Bestimmungs-
tabelle ist für jede Gruppe gegeben. ©erc. schmidti Mtsch. und eine
neue Art C. moloneyi vom Nyassa-See sind abgebildet. 15 Arten,
über welche Sclater keine eigenen Untersuchungen hat anstellen
können, werden in einem Anhange erwähnt.
Selater (2). Exhibition of and remarks upon, a skin of a
variety of the Pig-tailed Monkey, Macacus nemestrinus. P.Z. 8.
London p. 325.
Beschreibung von AM. nemestrinus vom Baram - Fluss in Nord-
Borneo.
Selater (3). Remarks upon the Zoological Gardens of Antwerp
and Amsterdam. P. Z. S. London p. 326.
Felis uncia im Zoologischen Garten von Antwerpen. Das 2
des dortigen Hrppopotamus ist wieder tragend.
Sclater (4). Additional Notes on the Monkeys of the Genus
Cercopithecus. P.Z. 8. London p. 441-444, Taf. XXXIH und Fig.
Beschreibung von dere. boutourlini und Abbildung dieses
Thieres in Schwarzdruck; Beschreibung und Abbildung von Cere.
brazzae (Taf. XXXIl). Ergänzung der Beschreibung von Cerc.
stairst.
Arch.f. Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd. I. H.1. 112
ad
178 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Sclater (5). Exhibition of and remarks upon, some skins of
Mammals from the Shire Highlands, British Central African Pro-
tectorate. P.Z. S. London p. 506—507.
Bericht über 8 Arten. Zahlreiche Nachrichten über ihre Ver-
breitung im Nyassalande. !
Selater (6). On some Horns belonging, apparently, to a new
Form of African Rhinoceros. P. Z. S. London p. 514—517, Fig. 1
und 2.
Beschreibung von Rhinoceros bicornis holmwoodi nach zwei
Hörnern von Udulia (Uturu), nordöstlich von Usukuma, 50 engl.
Meilen vom Speke Golf. RA. simus kommt 100 engl. Meilen nord-
westlich von Salisbury in Nord-Mashonaland vor.
Selater (7). The Mammals of Kilima-njaro. Natural Science
II, p. 257—268, Fig. 1—4.
Populäre Darstellung. Abbildungen von Gazella granti (Kopf
des I), Gazella thomsont, Orys callotis, Oephalolophus spadix.
Seott, W.B. (1). On a new Musteline from the John Day
Miocene. Amer. Natural. XXVII, p. 658—659.
Parietis princeous gen. et spec. nov. aff. Stephanodon.
Scott (2). The Mammals of the Deep River Beds. 1. c. p. 659
—662.
Cynodesmus thooides gen. et spec. nov., Canis anceps spec. nov.,
Steneofiber montanus spec. nov., Desmatippus crenidens gen. et spec.
nov., Anchitherium equwinum spec. nov., Mesoreodon chelonyx& spec.
nov., M. intermedius spec. nov., Üyclopidius incisivus spec. NOY.,
Blastomery& antilopınus spec. noV.
Selenka, E. Studien über Entwickelungsgeschichte der Thiere.
5. Heft 2. Hälfte: 4. Affen Ostindiens (Fortsetzung), 5. Keimbildung
des Kalong (Pteropus edulis), 6. Dottersack und Placenta des
Kalong von Dr. Rudolph Göhre. Wiesbaden, p. 207—233, Taf. 36,
39—42.
Selous, F. €. (1). Travel and Adventure in South-east Africa:
being the Narrative of the last eleven years spent by the Author
on the Zambesi and its Tributaries; with an Account of the Coloni-
zation of Mashunaland and the progress of the Gold Industry of
that Country. With numerous Illustrations and Map. London,
Rowland Ward & Co. Referat in Ann. Mae. Nat. Hist. (6) XII p. 406
—408.
Selous (2). Exhibition of, and Remarks upon, the skull of an
Antelope believed to be a hybrid between the Sassaby and the
Hartebeest. P. Z. S. London p. 1—2 Fig. (Schädel).
Bericht über einen vermuthlichen Bastard zwischen Bubalıs
caama und Damaliscus lunatus aus dem Gebiet zwischen dem Tatıi
und Sashi.
Service, R. (1). Variation in the Colour of Field Voles. Mit
Anmerkungen von J. E. Harting. The Zoologist (3) XVII p. 266
— 267.
Varietäten von Arvicola agrestis in England.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1895. 179
Service (2). Distribution of the Alpine Hare in S. W. Scot-
land. The Zoologist (3) XVII p. 265—266.
Nachrichten über Verbreitung.
Service (3). A Hare with one Ear. The Zoologist (3) XVII
425.
; Service (4). White Moles. The Zoologist (3) XVII p. 425—426.
Blassgelbe Talpa werden an manchen Orten häufig gefunden.
Service (5). Decadence of the Vole Plague in Scotland. The
Zoologist (3) XVII p. 426.
Simon, Alfons. Ueber die Beziehungen bestimmter Muskeln
zu bestimmten Abschnitten der grauen Substanz des Rückenmarks.
Dissert. Strassburg 1892 69 Seiten, Taf.
Sobotta, J. Mittheilungen über die Vorgänge bei der Reifung,
Befruchtung und ersten Furchung des Eies der Maus. Verh.
Deutsch. Anat. Ges. 7. Vers. p. 111—120, 9 Fig.
Southwell, Th. (1). Notes on a Specimen of Sowerby’s Whale
(Nesoplodon bidens), stranded on the Norfolk Coast. Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XI p. 275—284 Taf. XV.
Ausführlicher Bericht über ein bei Overstrand in der Nähe von
Cromer gestrandetes Exemplar mit einem Foetus. Nachrichten über
die Litteratur und die bisher bekannte Stücke. Abbildung des 2
und Foetus.
Southwell (2). Notes on the Seal and Whale Fishery, 1892.
The Zoologist (3) XVII p. 81—89.
Abnahme der Wale bei Grönland. Balaena biscayensis im Süden
von Island (p. 87).
Southwell (3). Occurrence of Sowerby’s Whale (Mesoplodon
bidens) on the Norfolk Coast. The Zoologist (3) XVII p. 41—42.
Kurzer Bericht.
Southwell (4). Swimming Cats. The Zoologist (3) XVII p. 302.
Nachricht über eine Katze, welche freiwillig durch einen Fluss
schwamm.
Staurenghi, Ces. Esistenza di parecchi centri ossificativi del
basioccipitale in alcuni feti di Sus scrofa e considerazioni sull’ osso
basiotico (P. Albrecht). Atti Ass. Med. Lomb. No.2 18 Seiten Taf.
Stehlin, H. 6. Zur Kenntniss der postembryonalen Schädel-
metamorphosen bei Wiederkäuern. Dissert. Basel 4° 81 pg. 4 Taf.
Steinach, Eugen. Die motorische Innervation des Darmtractus
durch die hinteren Spinalnervenwurzeln. Lotos, Prag (2) 14. Bd.
14 pg.
Stieda, L. (1). Ueber den Haarwechsel beim Menschen. Verh.
Deutsch. Anat. Ges. 7. Vers. p. 92—93. Discussion von Schwalbe
und Brunn p. 93—94.
Stieda (2). Ueber die Homologie der Gliedmaassen der Säuge-
thiere und des Menschen. Biol. Centralbl. 13. Bd. p. 476 —495.
Stirling, E. C. Extract from a letter concerning the discovery
of Diprotodon and other Mammalian Remains in South Australia.
P. Z. S. London p. 473—475,
12*
180 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Reste von Diprotodon und Phascolomys gigas am Mulligan See,
Süd-Australien.
Stirrup, M. The true Horizon of the Mammoth. Geol. Mag.
BVX BAT 1
Das Vorkommen von Elephas primigenius vor der Eiszeit ist
für England nicht bewiesen.
Stone, Witmer. Description of anew Species of Neotoma from
Pennsylvania. Proc. Ac. Nat. Sc. Philadelphia p. 16.
Neotoma pennsylvanica spec. nov. von South Mountain, Cumber-
land County, Pennsylvania; Unterschiede von N. floridana.
Stott, C. E. Water Shrew in S. W. Lancashire. The Zoolo-
gist (3) XVII p. 302.
Crossopus fodiens var. von Bolton-le-Moors. Beschreibung.
Stricht, 0. van der. Nature et division mitosique des glo-
bules blancs des Mammiferes. Verh. Deutsch. Anat. Ges. 7. Vers.
p. 8I—92, 11Fig. _
Struthers, J. (1). On the Rudimentary Hind-Limb of a great
Fin-Whale (Dalaenoptera musculus) in comparison with those of the
Humpback Whale. Journ. Anat. Phys. London XXVII p. 291—335
Taf. 17—20.
Struthers (2). On the Development of the Bones of the Foot
of the Horse, and of Digital Bones generally; and on a case of
Polydactyly in the Horse. 1. c. XXVII p. 51—62 Taf. 1.
Symington, J. On the Cerebral Commissures in the Marsu-
pialia and Monotremata. Rep. 62. Meet Brit. Ass. Adv. Sc. p. 787.
Tanzi, E. Sulla presenza di cellule gangliari nelle radiei spi-
nali anteriori del Gatto. Riv. Sper. Freniatria Med. Leg. Reggio XIX
p. 373— 377.
Tenderich, Heinr. Untersuchungen über genetische und bio-
logische Verhältnisse der Grundsubstanz des Hyalinknorpels. Arch.
Path. Anat. 131. Bd. p. 234—273 Taf. 7, 8.
Thomas, ©. (1). Exhibition of, and remarks upon, three spe-
cimens of the Borneo Monkey, recently described as Semnopithecus
cruciger. P. Z. S. London p. 3.
Maasse und Beschreibung dreier Individuen vom Batang Lupar-
Fluss in West-Sarawak.
Thomas (2). Exhibition of, and remarks upon a specimen of
Nanotragus livingstonianus from Northern Zululand. P.Z. S. London
p. 237—239 Fig.
Unterschiede von N. moschatus, Maasse, Abbildung des Schädels,
Verbreitung, Eingeborenen-Name, Beschreibung.
Thomas (3). Suggestions for the more definite use of the
word „Type“ and its compounds, as denoting Specimens of a
greater or less degree of Authentieity. P. Z. S. London p. 241
— 242.
Als Typus ist ein einziges Individuum anzusehen, welches
allein der Beschreibung zu Grunde gelegen hat oder als solches
durch den Autor besonders bezeichnet worden ist.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 181
Wenn kein Stück von mehreren einer Beschreibung zu Grunde
liegenden Exemplaren als „Typus“ bezeichnet ist, gelten alle als
„Co-Typen“.
„Para-Typen“ soll man diejenigen Exemplare nennen, welche
von dem Autor zusammen mit einem von ihm bezeichneten „Typus“
in seiner Originalbeschreibung erwähnt worden sind.
„Topo-Typen* sind Exemplare von demselben Fundorte wie
die Original-Exemplare,
„Meta-Typus“ heisst ein Exemplar von dem Original-Fund-
orte der Species, welches der Autor später als zu der von ihm be-
schriebenen Art gehörig bezeichnet hat.
Thomas (4). On some Mammals from Central Peru. P. Z. 8.
London p. 333—341 Taf. XXVII und XXIX.
Bericht über eine Anzahl von Säugethieren, welche Kalinowski
bei Chanchamayo in der Nähe von Tarma gesammelt.
Es werden folgende Arten behandelt: Nyetipithecus trivirgatus,
Vesperus fuscus, Saccopteryx leptura, Saccopteryx bilineata, Molossus
obscurus, Nyetinomus kalinowskii spec. nov., Phyllostoma hastatum,
Glossophaga soricina, Anura geoffroyi, Artibeus glaucus spec. nNOV.,
Sciurus variabilis, Scelurus chrysurus, Rhithrodon pietus, Ichthyomys
stolzemanni gen. et spec. nov., Lagidium pallipes, Dasyprocta variegata,
Cavia cutleri, Kerodon boliviense, Didelyhys marsupialis, Chironectes
minimus.
Choeronycteris peruana und (lossonycteris lasiopyga werden zu
Anura geoffroyi gezogen. Habrothriw hydrobates Winge wird zu
Ichthyomys gestellt.
Ichthyomys stolzmanni wird: auf Tafel XXVII abgebildet, auf
Taf. XXIX ist der Schädel von /chth. stolzmanni in vier Ansichten,
ihre Fusssohle und das Caecum in Fig. 1—6, der Schädel von Art-
beus glaucus in drei Ansichten in Fig. 7—9, der Kopf von Nyeti-
nomus kalinowskii in Fig. 10 dargestellt.
Thomas (5). On a Second Collection of Mammals sent by Mr.
H. H. Johnston, ©. B. from Nyassaland. P. Z. S. London p. 500
—504.
Bericht über 30 Arten von Zomba und Milanji.
Der Name „Ürossarchus mungo“ ist für Or. fasciatus nicht an-
wendbar. Mystromys gehört zu den Cricefinae, Steatomys in die
Nähe von Dendromys und Malacothrix; Lophuromys, Saccostomus
und Crzcetomys sind unter die Murinae zu stellen. Es wird frag-
lich gelassen, ob Dendromys pumilio und mesomelas zwei verschie-
dene Species sind. Ob Buhalis leucoprymnus und lichtensteini von
einander verschieden sind, bedarf weiterer Untersuchung.
Thomas (6). Description of a new Baboon from East Africa.
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 46—47.
Beschreibung von Papio thoth ibeunus spec. nov. von Lamu,
Ostafrika. Thomas hält P. thoth und P, doguera für synonym. Der
älteste Gattungsname für die Paviane ist Pa io, Cymocephalus ist
also zu verwerfen,
182 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Thomas (7). Ona Cephalolophus from Mount Kilima-njaro. Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 48—49.
Beschreibung von Cephalolophus harveyi spec. nov. vom Kilima-
njaro, Deutsch-Ost-Afrika, aff. ©. nigrüfrons.
Wahrscheinlich gehört das in den Proc. Zool. Soc. London 1892
p- 419 als C. natalensis von Malindi erwähnte Exemplar hierher;
dann müssen die Beschreibungen des Gehörns und die Schädel-
maasse des Jg’ auf Ü©. harveyi bezogen werden.
Thomas (8). On the Mexican Representative of Sciurus Aberti.
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 49—50.
Beschreibung von Sciurus aberti durangi subsp. nov. von Du-
rango in Mexiko.
Thomas (9). Description of a new Species of Sminthus from
Kashmir. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 184—186.
Beschreibung von Sminthus leathemi spec. nov. aus Kaschmir.
Thomas (10). Further Notes on the Genus Chiroderma. Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 186—187.
Vampyrops caraccioli nom. nov. für V. caraceioloe. Berichtigung
eines Druckfehlers bei den Maassen für Chiroderma doriae und Ch.
villosum in den Ann. Mus. Genova (2) X p. 881. Angabe der Syno-
nymie für Chiroderma doriae.
Thomas (11). Description of a New Porcupine from East
Africa. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 229—231.
Beschreibung von Hystrix galeata spec. nov. von Lamu. Gegen-
überstellung der Schädelmasse von Aystrix aus dem Gambia-Gebiet,
von Natal und Lamu.
Thomas (12). Description of a new Sciuropterus from the
Philippines. Anat. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 30-31.
Beschreibung von Sciuropterus nigripes spec. nov. aff. Sc. albo-
niger von Puerto Princesa, Palawan.
Thomas (13). Description of a new Bornean Tupaia. Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 53—54.
Beschreibung von Tupaia gracilis spec. nov. aff. T. minor von
Ost-Sarawak, Borneo.
Thomas (14). Description of a Second Species of the Carni-
vorous Genus Nandinia, from Southern Nyassaland. Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XII p. 209.
Beschreibung von Nandinia gerrardi spec. nov. vom unteren
Shire, Nyassaland.
Thomas (15). Descriptions of Two new North-Bornean Mam-
mals. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 230—232.
Beschreibungen von Semnopithecus sabanus spec. nov. und Maus
margarettae pusillus von Nord-Borneo.
Thomas (16). On Two new Members of the Genus Heteromys
and Two of Neotoma. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XIL p. 233— 233.
Beschreibungen von folgenden neuen Arten: Heteromys pectus
von Jalisco, Mexiko, H. salvini nigrescens von Costa Rica, Neotoma
maerotis von San Diego, Californien und Neotoma lepida von Utah.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 183
Thomas (17). Deseriptions of Two new Rodents from the
Vietoria Nyanza. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 267—269.
Beschreibung von Hliomys smüthli spec. nov. und Lepus victoriae
spec. nov. von Nassa am Speke Golf. Erwähnung von Helogale
undulata von demselben Fundorte.
Thomas (18). On some of the Larger Species of (reomys.
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 269 — 273.
Beschreibungen von (Geomys grandıs spec. nov. von Duenas,
Guatemala, ferner von Coban und Tehuantepec (?), Geomys merriami
. spec. nov. von Süd-Mexiko.
@. hispidus und heterodus gehören zu der Gruppe der grossen,
rauhhaarigen (Geomys, Saccophorus quachil Gray zu der kleineren
Form, @. gymnurus Merriam steht vielleicht @. grandis nahe.
Thomas (19). A Fish-Eating Rodent. Natural Science, II
. 286.
5 Populäre Mittheilung über /chthyomys.
Thomas (20). A Preliminary List of the Mammals of Trinidad.
Journal Trinidad Field Naturalist’s Club April I p. 158—168.
52 Arten werden aufgezählt.
Thomas (21). Description of Two new „Pocket-Mice“ of the
Genus Heteromys. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 329—332.
Eintheilung der Heteromys-Arten in 3 Gruppen: mit behaarten
Fusssohlen und fünf Sohlenwülsten: 7. erroratus, FH. albolimbatus,
HA. allen‘ und H. bulleri; wit nackten Sohlen und sechs Sohlen-
wülsten: /7. melanoleucus, H. longicaudatus, H. adspersus, H. ano-
malus und H. desmarestianus; mit behaarten Fusssohlen und sechs
Sohlenwülsten; F. salvini. FH. bulleri von Jalisco, Mexiko und MH.
salvini! von Dueüas, Guatemala werden neu beschrieben.
Thomas (22). On some new Bornean Mämmalia. Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XI p. 341— 347.
Folgende neue Arten werden beschrieben: Cynopterus maculatus,
Crocidura (Pachyura) hosei, Chiropodomys major und Mus marga-
rettae von Sarawak, Tupaja ferruginea longipes von Nordwest-Borneo
und Chiropodomys pusillus vom Kina-Balu.
Nachrichten über die Bezahnung von ÜUynopterus melanocephalus;
Crocidura monticola wird für Sarawak angegeben.
Mus margarettae gehört mit M. chiropus wahrscheinlich zu einer
neuen noch zu beschreibenden Gattung oder Untergattung.
Thomas (23). Notes on some Mexican Oryzomys. Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) X1 p. 402—405.
Salvin’s Spiritus-Exemplar von Coban, Guatemala, soll als
Typus von Hesperomys couesi gelten; eine Beschreibung dieses
Stückes wird gegeben. Oryzomys fulgens spec. nov. von Mexiko,
Specimen b. der Alston’schen Beschreibung von FH. cowesi, wird neu
benannt. Ferner beschreibt Thomas eine zweite neue Art von Ja-
lisco, Mexiko, als Oryzomys melanotis spec. nov.
Thomas (24). Description of a new Species of Perognathus
from Colorado. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 405—406,
184 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Beschreibung von Perognathus infraluteus spec. nov. von Colorado.
Töpper, Paul. Beiträge zur Anatomie der Säugethiernieren.
Berliner Thierärztl. Wochenschr. p. 548—552.
Toldt, ©. (1). Ueber die massgebenden Gesichtspunkte in der
Anatomie des Bauchfelles "und der Gekröse. Anzeiger Akad. Wien
30. Jahrg. p. 17—19; ausführlicher in: Denkschr. Akad. Wien
60. Bd.
Toidt (2). Ueber die Geschichte der Mesenterien. Verh. Deutsch.
Anat. Ges. 7. Vers. p. 12—40. Discussion von Klaatsch, Froriep,
Henke und Kollmann p. 12—40.
Tomarkin, E. Lieberkühn’sche Krypten und ihre Beziehungen
zu den Follikeln beim Meerschweinchen. Anat. Anzeiger VIII p. 202
— 205.
Toula, E. Zwei neue Säugethierfundorte auf der Balkanhalb-
insel. Sitzb. Akad. Wien 1892 p. 608—615 Taf.
Aceratherium spec. und Menodus rumelicus sp. nov.
Triesethau, Wilh. Die Thymusdrysen in normaler und patho-
logischer Beziehung. Dissert., Halle. 49 Seiten.
Trouessart, E. Reproduction de la Genette de France, @e-
netie vulgaris G. Cuv. Le Naturaliste (2) No. 145 p. 68.
Die Ginsterkatze, welche im Departement du Gard noch ziem-
lich häufig ist, wirft zwei Junge, welche blind geboren werden und
bei ihrer Geburt ziemlich gross sind. Ihre Färbung ist bläulich
grau mit glänzend schwarzer Zeichnung.
True, Frederick W. (1). Description of a new Species of
Fruit Bat, Pieropus aldabrensis, from Aldabra Island. Proc. U. S.
Nat. Museum XVI p. 533—534.
Pteropus aldabrensis spec. nov.
True (2). Notes on a small Collection of Mammals from the
Tana River, East Africa, with Descriptions of new Species. Proc.
U. S. Nat. Museum XVI p. 601—603.
Vom unteren Tana, südlich von Hameye, werden 5 Arten auf-
gezählt und beschrieben, darunter Hliomys parvus sp. nov.aff. E.
kelleni und Mus tana sp. nov. aff. M. musculus; ferner befanden sich
noch in der Sammlung Nannomys minimus von Wanga auf Manda.
Vesperus rendalli und Nycteris hispida.
Tuekermann, F. Note on the Structure of the Mammalian
Taste-Bulb. Anat. Anzeiger 8. Jahrg. p. 366—367.
Tuilberg, T. Ueber einige Muriden aus Kamerun. Nov. Acta
Reg. Soc. Ups. III p. 1--66 Taf. I—-IV.
In der Einleitung wird eine neue Eintheilung der Myognathi
vorgeschlagen (p.4) in Myomorpha und Anomaluromorpha. Die
Myomorpha umfassen folgende Familien: Myoaidae incl. Platacan-
thomys; Dipodidae incl. Sminthus; Spelacidae (Spalax, Siphneus, Rhi-
zomys); Arwveolidae incl. Ellobius, Hesperomyidae und Muridae (letztere
in die Oricelini mit Üricetus, Oricetulus und vielleicht Lophiomys,
(rerbillini und Murini getheilt). Zu den Anomaluromorpha werden
Anomalurus und Pedetes gerechnet.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 185
Eine Anzahl von Muriden ans Kamerun werden genau be-
schrieben, besondere Aufmerksamkeit wird auf den Bau des Schädels,
der Zähne, des Verdauungstraktus, der Lungen und auf die Bildung
des Magens und die Nahrungsverhältnisse gelegt. Zahlreiche Ab-
bildungen der Schädel, Zahnreihen, der Gaumenfalten, des Magens,
Darms, der Fusssohlen und der Anordnung der Saugwarzen.
Turner, Sir W. The Occurrence of Risso’s Dolphin in the
Shetland Seas. Proc. Phys. Soc. Edinb. XI, p. 192 - 197.
Grampus griseus an den schottischen Küsten.
Vogt, €. & E. Yung. Traite d’anatomie comparde pratique.
Paris. Livr. 21, 22, p. 721—880, Taf. 290—346 (Vögel, Säugethiere).
Volkens, E. siehe Lübben, Ed.
Waldeyer, W. Ein Fall von ektopischer Schwangerschaft bei
Cynocephalus hamadryas. Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 246.
Eine primäre Tuben-Schwangerschaft hat sich in eine graviditas
recessus ovarialis umgewandelt
Wallace, A. R. Australasia. I. Australia and New-Zealand.
Stanford’s Compendium of Geography and Travel (new issue).
London; Stanford 1893. XVI und 505 Seiten, Karten und Text-
bilder,
Ward, R. Horn Measurements and Weights of the Great
Game of the World; being a Record for the use of Sportsman and
Naturalists. With Illustrations. London: published ky the Author.
1892, 4°, 264 Seiten.
Unentbehrliches Handbuch mit vielen Massen und Fundorts-
angaben.
Warren, R. Hump-backed Whale on the Coast of Sligo. The
Zoologist (3) XVII, p. 188—189.
Megaptera longimana bei Enniscrone, Co Sligo. Beschreibung,
Masse, früheres Vorkommen an englischen Küsten.
Waser, P. Sport- und Schlacht-Kaninchenzucht. Ein Hand-
buch zur speciellen Beurtheilung der Pflege und Zucht aller einzelnen
Rassen der Sport- und Schlacht-Kaninchenzucht. Mit 30 Abbildg.
im Text. Magdeburg, Creutz’sche Verlagsbuchhandlung.
Weber, M. (1). Bemerkungen über den Ursprung der Haare
und über Schuppen bei Säugethieren. Anat. Anzeiger, VIII, p. 413
—423.
Weber (2). Observations on the Origin of Hair and on Scales
in Mammals. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII, p. 1—10.
Uebersetzt aus dem Anatomischen Anzeiger, VII, p. 413 —423.
Weber (3). Zur Frage nach dem Ursprung der Schuppen der
Säugethiere. Anat. Anzeiger VIII p. 649—651.
Weber (4). Notizen über Säugethiere des Indischen Archipels.
Weber’s Zool. Ergebn. Reise Niederl. Ost-Indien. III, p. 260—268.
Bemerkungen über Tarsius fuscomanus und T. spectrum, Acan-
thion javanicum und Sus vittatus.
Weil, L. A. Doppelseitige Zwillingsbildung der mittleren oberen
Schneidezähne. Anat. Anzeiger VIII, p. 285—288, 2 Fig.
186 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Whitaker, J. A Descriptive List of the Deer Parks and
Paddocks of England. With Illustrations. _ London, Ballantyne,
Hanson & Co. 1892. 8°. 204 Seiten.
Viele interessante Nachrichten über Cervus elaph.s. Variationen,
Gewicht, Geweih u. s. w.
Whitaker, J. R. Anatomy of the Brain and Spinal Cord.
2. Ed. Edinburgh 1892, 189 pg. 40 Taf.
White, Ph. J. Unusual Origin of Arteries in the Rabbit.
Nature, XLVIL, p. 365.
Wilson, 3. T. und €. J. Martin (1). Observations upon the
Anatomy of the Muzzle of the Ornithorhynchus. Macleay Mem.
Vol. Sydney p. 179—189, Taf. 22, 23.
Wilson und Martin (2). On the Peculiar Rod-like Tactile
Organs in the Integument and Mucous Membrane of the Muzzle of
the Ornithorhynchus. t. c. p. 179—189, Taf. 24—26.
Winge, H. Jordfundne og nulevende Pung dyr (Marsupialia)
fra Lagoa Santa, Minas Geraes, Brasilien. Med udsigt over Pung
dyrenes Slaegtskat. E Mus. Lundi, II, art. 2 p. 1—149, Taf. 1-4.
Sehr wichtige Arbeit.
Wiskott, Albert. Ueber das Epithel der Chorionzotten.
Würzburger Dissert. Stuttgart 1892. 23 pg.
Woodward, A.S. siehe Cooke, J. H.
Woodward, A. Smith. Sir Richard Owen’s Researches on
the Vertebrata. Natural Science. II, p. 129—134.
Kurze Erwähnung der hervorragendsten Arbeiten R. Owen’s
über Säugethiere.
Woodward M. F. Contribution to the Study of Mammalian
Dentition. — PartI. On the Development of the Teeth of the
Macropodidae. P. Z. S. London p. 450—473, Taf. XXXV—XXXVL.
Es sind untersucht worden: Macropus bennettü, giganteus,
eugenüt, brachyurus; Petrogale penicillata. (?); Bettongia lesueuri, Aepy-
prymnus rufescens.
Es sind 5—6 Ineisivi angelegt, von denen der erste, vierte und
sechste zur Entwicklung gelangen. Der Zahn, welcher gewöhnlich
als Vertreter des vierten Milchmolaren betrachtet wird, ist wahr-
scheinlich selbst ein vierter Praemolar und der sogenannte vierte
Praemolar in Wirklichkeit der fünfte Praemolar oder aber der erste
Molar. Eine Liste von hierher gehörigen Schriften wird gegeben.
Auf den Tafeln sind zahlreiche Schnitte und Zahnkeime abgebildet.
Wortman, J. L. (1). On the Divisions of the White River or
Lower Miocene of Dakota. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V, p. 95—105.
Beschreibung der 4 Schichten mit den darin vorkommenden
Gattungen.
Wortman (2). A new Theory of the mechanical Evolution of
the Metapodial Keels of Diplarthra. Am. Natural. XXVIL, p. 421
—434, 5 Abb.
Wortman J. L. s. Osborn.
Wortman. J. L. and Earle, Charles. Ancestors of the Tapir
in der Naturgesehichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 187
from the Lower Miocene of Dakota. Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V,
p. 159—180.
Protapirus wird für Amerika nachgewiesen in 2 neu be-
schriebenen Arten: Pr. obliqwidens und Pr. simplex. Ueber die
Phylogenie der Tapiridae, namentlich das Verhältniss von Syste-
modon, Heptodon, Isectolophus und Protapirus zu Tapirıs werden
ausführliche Mittheilungen gebracht. Die Familie Helaletidae wird
in die beiden Gruppen: /Zlelaletinae und Colodontinae eingetheilt.
Colodon oceidentalis wird eingehend beschrieben und mit Heptodon
verglichen. Ausführliche Bemerkungen über die Verwandtschaft
von Helaletes mit diesen Gattungen schliessen die Arbeit.
Yung, E. s. Vogt, C. i
Zipperlen, A. Die Schimpansen im Zoologischen Garten in
Cineinnati. Der Zoologische Garten, XXXIV, p. 251—252.
Gelehrigkeit zweier fünf Jahre im Käfig’ gehaltener Schimpansen.
Zittel, K. A. (1). Handbuch der Paläontologie [etc.]. 1. Abth.
4. Bd. 2. u. 3. Lief. p. 305—799, Fig. 246— 5%.
Zittel (2). Die geologische Entwickelung, Herkunft und Ver-
breitung der Säugethiere. Sitzb. Akad. München XXII, p.137—198.
Zollikofer, E. Farben - Aberrationen an Säugethieren und
Vögeln im St. Galler Museum. Ber. St. Gall. Ges. 1891 — 1892,
p. 295— 312.
Zondek, M. Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Gehör-
knöchelchen. Berlin. 34 Seiten. Dissertation.
Zuckerkandl, E. (1). Normale und pathologische Anatomie
der Nasenhöhle und ihrer pneumatischen Anhänge. Wien und
Leipzig. 2. Aufl. 1. Bd. 399 Seiten. 24 Taf.
Zuckerkandl (2). Ueber die Entstehung der Vorderarmgefässe
beim Kaninchen und bei der Katze. Verh. Deutsch. Anat Ges.
7. Versamml. p. 126-—129. Discussion von Leboucq, Stieda und
Pfitzner.
II. Uebersicht nach dem Stoff*).
1. Bibliographien.
H. Allen (1). Litteratur über nordamerikanische Fledermäuse. — Christy.
116 Titel von Arbeiten über englische Säugethiere: — Fiekel. Litteratur über
Sachsen. — Harting (2). Stellen aus älterer Litteratur über Mäuseplagen. —
Jentink (1). Taf. XVIlI und XXXVL von Sir A. Smith’s Illustrations of the
Zoology of South Africa sind nicht erschienen. — Kusnezow. Litteratur über
Zoogeographie Russlands. — Osborn (1). p.133, Litteratur über die Ancylo-
poda. — Schulze. Litteratur über Mitteldeutschland. — Smith Woodward.
Sir Richard Owen’s Researches on the Vertebrata. Natural. Science II p.129—134,
— Zittel. Palaeontologische Litteratur.
*) Inhaltsübersicht siehe am Schluss dieses Berichtes.
188 Paul Matschie: Bericht über. die wissenschaftl. Leistungen
2. Lebensweise,
Allgemeines: Lydekker. Natural History. — Mivart. Types of Ani-
mal Life. — Boiau. Lebensdauer bei 'Thieren des Hamburger Zoologischen
Gartens.
Primates: Anthropopithecus troglodytes. Gelehrigkeit zweier Schimpansen.
Zipperlen, Zool. Gart. XXXIV p. 251—252. — Inuus auf Gibraltar. Schiöttz,
Zool. Garten p. 183. — Papio, Sprache, klopft Früchte ‚mit Steinen auf,
Matschie (1), Sitzb. Ges. naturf. Fr.Berlin p. 25—26. — Papio porcarius als
Raubthier. Zool. Garten XXXIV p. 252.
Insectivora: Rhynchocyon stuhlmanni. Matschie (2).
Chiroptera: Adelonycteris fuscus. H. Allen (1) p.117—118. — Anthro-
zous pallidus. H. Allen (1) p.68. — Atalapha noveboracensis. H. Allen (1)
p. 150--151. — Oynonyrteris straminea, Lautäusserungen. Matschie (1). — Lasio-
nycteris noctivagans. H. Allen (1) p. 109—110. — Molossus rufus, Lebensweise.
Allen und Chapman p. 207. — Noctilio leporinus frisst Fische. Allen und
Chapman p. 206. — Nyctinomus brasiliensis. 4. Allen (1) p.169—170. — Ves-
pertilio chiloensis. H. Allen (1) p.98. — Vespertilio gryphus. H. Allen (1)
p- 84.
Carnivora: Canis famtliaris Pfleger einer kranken Katze. Zool. Gart.
XXXIV 9.59. — Canis familiaris Freundschaft mit gefangenen Füchsen. Zool.
Gart. XXXIV p.381. — Beweis von Ueberlegsung. Weir, Am. Natural. XX VII
p. 943. — Lupus in Nordwest-Spanien Gadow p. 334. — Katze schwimmt gut.
Southwell (4). — Felis domestica als Vegetarianerin. Zoolog. Gart. p. 381. —
Katze fischt und schwimmt. Armistead (2). — Genetta vulgaris, Wurf von
2 Jungen. Vorkommen in trockenem, höhlenreichen Bergterrain. Trouessart,
Le Naturaliste p. 69. — Helogale undulata. Thomas (17). — Meles taxus, Baue.
Greve (2). — Meles taxus, Trächtigkeitsdauer. Die Jungen sind mehr als
18 Tage blind. Nehring (1). — Mephitis oceidentalis und bicolor. Purpus (3).
— Nandinia gerrardi: Thomas (14). — Ursus in Nordwest-Spanien. Gadow
p. 331. — Silvertip- und Cinnamon-Bär. Purpus (2).
Pinnipedia: Pelagius, Lautäusserungen. Caruceio p. 207,
Rodentia: Sciurus frisst Pflaumen. Armistead (1). — Sciurus vulgaris
frisst Fleisch der Aprikosen. Cordeaux. — Sciurus hoffmanni von Trinidad.
Allen und Chapman p. 209. — Arctomys monax, Bauten. Fisher. — Arctomys
marmotta, Winterschlaf. Langkavel. — Castor fiber. Friedrich. — Abrothrix
von Trinidad. Allen und Chapman p.218. — Arvicola güntheri. Harting (5).
- Nahrung von Mus maurus (lose Pflanzenstämme), alleni, longipes (trockene
Früchte und Körner), barbarus, univittatus, rufocanus (Früchte und Insekten)
hypoxanthus (Blätter und wenige Insekten), dolichurus (Früchte), Dasymys
(Wurzeln), Lopkuromys (Wurzeln, Lumbrieiden, Insekten, Limaciden), Deomys
(wenige Pflanzenreste, viele Insekten und Limaciden), Hydromys (Fischgräten),
Cricetomys (Steinfrüchte). Tullberg (1) p.ö5fl. — Mus musculus, Schnellig-
keit des Wachsens. Saint-Loup (1). — Mus musculus frisst Wespen. Zool.
Gart. XXXIV p. 382. — Ichthyomys stolemanni. Thomas (4). — Nectomys
palmipes, Aufenthalt. Allen und Chapman p. 211. — Neotoma in West-
Colorado. Purpus (4). — Oryzomys von Trinidad, verschiedene Arten.
Allen und Chapman p. 213—218. — Sitomys rowleyi pinalis, Aufenthalts-
ort. 6. 8. Miller. p. 334. — Sitomys americanus und canadensis (p. 63).
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 189
6. 8. Miller jr. (3). — Synaptomys cooperi. Merriam (2). — Tylomys couesi,
Aufenthalt. Allen und Chapman p. 212. — Xenomys nelsoni. Merriam (1). —
Heteromys anomalus, Nahrung. Allen und Chapman p. 220. — Dipodomys
phillipsi. Merriam (5). — Zapus insignis und Audsonius. @. Miller jun. (1). —
Ctenomys, Dolichotis. Hudson. — Dasyprocta von Trinidad. Allen und Chap-
man p. 227. — Tirächtigkeitsdauer von Cavia cobaya X C. aperea. Nehring
(2). — Echimys trinitatis. Allen und Chapman p. 227. — Loncheres von Trini-
dad. Nahrung. Aufenthaltsort. Allen und Chapman p. 222, 223. — Syne-
theres von Trinidad, riecht stark. Allen und Chapman p. 227.
Unyulata: Equus quagga. Noack (1). — Procavia mossambica und neu-
manni. ©. Neumann bei Matschie (11). — Bison americanus. Langkavel (2).
— Bison im Caucasus. Radde. — Cervus capreolus in Livland. Waldtbier. R.
Blasius, Zool. Garten p.159. — Haplocerus montanus. Purpus (1). — Nano-
tragus livingstonianus. Thomas (2). — Nanotragus livingstonianus. A. H. Neu-
mann, Field LXXX. 1892 p. 368. — LBupicapra in Nordwest-Spanien. Gadow
p.337. — Rupicapra. Langkavel (2). — Taurotragus oreas livingstom und
Tragelaphus angasi. Selater (5).
Cetacea: (etacea von Japan. Möbius. — Delphinus spec. im Rothen
Meere, fressen Artgenossen. Knauthe, Zool. Garten p. 155. — Physeter macro-
cephalus. Riggio. — Halicore australis. Kent.
Edentata: Cyclothurus von Trinidad. Allen und Chapman p. 229.
3. Nutzen und Schaden.
. Allen und Chapman p. 223 Coassus nemorivagus schädigt auf Trinidad
Kakaopflanzungen. — Danysz. Arvicola, Mäuseplage. — Harting (2). Schaden
vou Arvicola agrestis in England, A. arvalis in Galizien und Ungarn, A. güntheri
in Thessalien. — Harting (5). Schaden von A. güntheri. — Harting (3). An-
gaben über Mäuseplagen bei alten Schriftstellern. — Harting (6). Reicher Er-
trag von Feldern, die unter der Plage zunächst gelitten hatten. — Nicholson.
Schaden durch Macacus inuus.
4. Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen,
Varietäten, Bastarde.
Oustalet. Ausrottung von Ursus und Lynx in Frankreich. — F. R. Chap-
man. Ausrottung der Otarüdae. — Harting (1). Seuche bei Cuniculus in
Tasmanien. — Müller-Liebenwalde. Krankheiten bei Anthropopithecus, Simia,
Leopardus und Hippopotamus in der Gefangenschaft. — Langkavel (3). Bison
americanıs. Kreuzungen mit Bos, Varietäten, Ausrottung. — Blanc Ano-
malien. — Joyeux-Laffuie. Atavismus bei Zquus caballus. — Zollikofer.
Färbungs-Aberrationen. — Guinard. Teratologie, Anomalies et Monstruosites.
— H. Allen (1) p.74, 98. Melanistische Varietäten bei Vespertilio. — H. Allen
(1) p. 73—74, 98. Pedomorphische Varietäten bei Vespertilio. — Service
(4). Talpa var. flava. — Stott. Crossopus fodiens var. Beschreibung. — Thomas
1). Semnopithecus cruciger Erythrismus (2) von 8. chrysomelas. -- Harting.
(Seiurus var. alba. — Marsden. Sciurus, echter Albino. — Hubert. Mus decu-
manus var, nigra aus Surrey, England. — Bradshaw. Arvicola ayrestis var.
190 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
alba mit schwarzen Augen. — Service und Harting. Varietäten von Arvicola
agrestis in England. — Langkavel (2). Albinos bei Rupicapra. — Chapman,
Bull. Am. Mus. V p.45 Standortsvarietäten von Sigmodon. — Weil. Zwillings-
bildungen bei Ineisiven. — Howes (1). Abnormes Sternum bei Hapale. — Wal-
deyer (1). Fall von ektopischer Schwangerschaft bei Papio hamadryas. —
Retterer und Roger. Nur eine Niere und ein Uterus bei Lepus cuniculus 2.
— Parker. Abnormität im Venensystem von Lepus cuniculus. — Service (3).
Lepus mit einem Ohr. — Saint-Loup (3). Tanzmäuse. — Bateson. Fuss von
Bos taurus mit drei Zehen. Anatomische Beschreibung. — Ewart. Polydaetylie
bei Equus. — Struthers (2). Polydactylie bei Eguis. — Kulezycki. Abnormer
Zweig der Arteria maxillaris externa bei Kquus. — Nehring (2). Fruchtbar-
keit der Bastarde von Cavia cobaya > C. aperea, Rückschläge in der Färbung
der Bastarde; Zähigkeit in der Vererbung der Merkmale von Cavia aperea. —
Harmer. Uncia leo x tigris. — Ball. Uncia leo X tigris. — Selous (2). Dama-
liscus x Bubalis. |
5. Gefangene und acclimatisirte Thiere.
Anonymus. Rangifer auf Unalaschka acclimatisirt. Zool. Gart XXXIV
p. 348-349. — Everett. Büffel, Elefant und Sambur-Hirsch sind auf Borneo
eingeführt. — Harting (8). Familie von Castor aus dem Rhone-Gebiet im
Londoner Zoologischen Garten. — Kermode. Elaphus und Erinaceus auf der
Insel Man eingeführt. — Langkavel (4). Einbürgerung von Arctomys in ein-
zelnen Theilen der Schweiz und im Riesengebirge. — Nehring (2). Auftreten
von weisser Zeichnung bei Cavia aperea, welche in Gefangenschaft geboren war.
— 0. Neumann bei Matschie (11). Procavia neumanni, Betragen in der Ge-
fangenschaft. — Sclater. Cobus ellipsiprymnus juv. im Londoner Garten ge-
boren, Proc. Zool. Soc. p. 505. — Sclater (3). Hippopotamus tragend, Felis un-
cia im Antwerpener Garten.
6. Hausthiere.
Ballet. Rassenunterschiede. — Matschie (13). Hausthiere von Togo. —
Lee, R. R. Canis familiaris, Rassen. — Hartmann. Kängeruhunde (Beschrei-
nung) und Bastard von einem solchen und einer Dogge. — Colenso. Canis
familiaris von Neu-Seeland. — Mills. Foxhound. — Southwell (4). Schwim-
mende Hauskatzen. — Lübben. Oldenburger Pferde. — Nehring (2). Cavıa
cutleri Stammform von Cavia cobaya. — Waser. Kaninchenzucht. — Franck.
Anatomie der Hausthiere. — Bonnet (1). Magenschleimhaut. — Bärner.
Backendrüsen. — von Nathusius. Struktur der Wollhaare. — Lesbre. Erster
Praemolar bei Hausthieren.
7. Vulgär-Namen.
Kermode. Säugethiere der Insel Man. Vespertilio pipistrellus, Erinaceus,
Sorex araneus, Mustela erminea, Phoca vitulina, Mus sylWwaticus, musculus, Lepus
timidus und cuniculus, Phocaena. — kadow. Ursus, Mustela vulgaris, Herpestes,
Meles, Lutra, Erinaceus, Myogale, Talpa, Vulpes, Lupus, Felis, Vespertilio.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 191
Seiurus, Cervus, Capreolus, Rupicapra, Capra pyrenaica, Sus in Nordwest-
Spanien. — Gordon. Mus rattus in Oporto. — Matschie (1). Thiere von Aden.
Papio, Cynonycteris, Scotophilus, Vulpes, Lupus, Leopardus, Uncia, Procavia,
Antilope, Gazella. — Matschie (10). Cercopithecus stuhlmanni. — Matschie (5).
Galago auf Zanzibar, Dendrohyrax auf Zanzibar. — Matschie (11). Procavia
mossambica in Deutsch-Ost-Afrika. -- Matschie (4). Oryx oryx, callotis, beisa,
leucoryx und gazella. — Matschie (2). Rhynchocyon stuhlmannı. — Thomas (2).
Nandinia gerrardi. — Hartmann (1). Hyaena in NO.Afrika. — Thomas (2).
Nanotragus livingstonianus. — Selater (3). Tragelaphus angasi. — Quelch.
Coassus nemorivagus. — Allen und Chapman p. 229. Oyclothurus von Trinidad.
— Allen und Chapman p. 227. Echimys von Trinidad. — Allen und Chapman
p. 223. Loncheres auf Trinidad.
8. Jagd und Jagdschutz.
Hartmann (2). Jagd auf Känguruhs mit Hunden. — Möbius. Fang der
Wale in Japan. — Purpus (2). Fang des Bären in Washington. — Robins.
Schonzeit für Halmaturus. — Ward. Maasse von Trophaeen. Viele Abbildgn.
9. Nomenclatur.
Cope. Am. Natural. XXVL, p. 134—135. Prioritätsgesetz. — Major (1).
Tinotaxis und Chiastotaxis. — F.E. Schulze. Bezeichnung der Lage und
Richtung im Thierkörper. — Thomas (3). Festlegung der Begriffe: Type,
Co-type, Para-type, Topo-type und Meta-type.
10. Faunistische Arbeiten.
Europa.
Allgemeines. Deperet. Zwei verschiedene Pliocaenfaunen. — Nehring
(3). Pleistocaene Hamsterreste.
Belgien: Pohlig (2). Rhinoceros occidentalis. Schädel.
Deutschland: Schulze, E. Litteratur und Verbreitung der mittel-
deutschen Arten. — Feist. Braunschweigische Säugethiere. — Fickel. Wichtige
Litteratur - Angaben über die Verbreitung der Säugethiere im Königreich
Sachsen. — Fraas. Reste aus der Irpfelhöhle im Brenzthale (Württemberg).
— Koepert. Jagdbares Wild von Sachsen-Altenburg, — Langkarvel (4).
Arctomys in Bayern. — Knauthe. Zool. Gart. p. 155. Spermophilus bei Grünberg.
— Friedrich. Castor fiber. — Nehring (4). Verbreitung von Oricetus. —
Nehring (3). Reste von Cricetus vulgaris und phaeus im Pleistocaen. Steppen
und Tundren. — Knauthe. Zool. Gart. p. 155. Mus rattus in Schlesien. —
Nehring (5) und (6). Homo gleichzeitig mit Zyaena. — Friedel. Lupus in
Lothringen. — Wolfram. Lupus in Lothringen, Globus LXIH, p.79. —
Nehring (7). Unterkiefer von Ursus als Werkzeug. — Nehring (1). Meles taxus
Trächtigkeitsdauer. Nachrichten über das Oeffnen der Augen bei jungen Meles
des Berliner Zoologischen Gartens.
England: Bulman. Eiszeit. — Christy. Litteratur über Lokalfaunen
193 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
(193 Arbeiten. — Kermode. 14 Arten von der Insel Man. — Oldham. (1)
Plecotus, Vesp. mystacinus und daubentoni bei Alderly, — Elliot. Vespertilio
daubentoni in Bedfordshire. — Oldham (2). Vespertilio nattereri bei Cheetham
Hill, Manchester. — Oldham (1) Plecotus, Vespertilio mystacinus und dauben-
toni von Sheshire. — Harting (7). Vespertilio mystacinus bei East Lothian und
Rannoch. — Ellis. Vesperugo noctula und Vesperus serotinus in Sussex. —
Barrington. Vesperugo leislert bei Buckley’s Hill, nahe Carrickmine, Co Dublin.
— Borrer. Vesperugo serotinus in Sussex. — Scott. Crossopus fodiens var. von
Bolton-le-Moors, SW. Lancashire. Beschreibung. — Service (4). Talpa var. flava
in England. — Armistead (1). Sciurus frisst Pflaumen. — Cordeaux. Seiurus
frisst Aprikosen. — Marsden. Sciurus, echter Albino, bei Tetbury. — Harting.
Sciurus var. alba & u. 2 bei Holt, Norfolk. — Garnett. Mus rattus in Bristol
und Donside (Aberdeenshire). — Burr. Mus rattus von Wordsworth. — Hubert.
Mus decumanus var. nigra in Surrey. — Service (5). Mäuseplage. — Harting
(2 und 6). Mäusefrass in Schottland. Reicher Ertrag auf Feldern, die erst
sehr von Mäusen zu leiden hatten. — Harting (4). Schaden von Arvicola
agrestis in Schottland. — Evans. Arvicola ater vermuthlich = Garnett's Mus
rattus von Aberdeenshire und Banffshire. — Service und Harting. Varietäten
von Arvicola agrestis in England. — Bradshaw. Arvicola agrestis var. alba bei
Hollington. — Service (2). Verbreitung von Lepus in Schottland. — Harting
(2). Verbreitung von Martes martes. — Barrett-Hamilten. Martes in Lincoln-
shire. — J. W. Sclater. Putorius in England. — Kelsall. Putorius in England.
— Howorth. Geologisches Alter von Elephas primigenius. — Stirrup. Geo-
logisches Alter von Elephas primigenius. — Whithaker. Cervus elaphus. —
Warren. Megaptera longimana bei Enniscevone, Co. Sligo. — Rothschild. Bauch-
färbung bei & und Q von Mesoplodon. — Southwell. Mesoplodon bidens 2
und Foetus. Beschreibung, Abbildung, Litteratur. — Southwell (2). Kurzer
Bericht darüber. — Haigh. Hyperoodon an der Küste von Lincolnshire. —
Turner. Grampus in den schottischen Seen.
Frankreich: Falsan. Fauna der französischen Alpen. — Filhol. Fossile
Formen aus dem Eocaen von Querey. — Harl& (2). Fehlen von Aystrix, Lagomys,
Alactaga und Lemmüs, Nachweis von Spermophilus, Rhinoceros tichorhinus und
Arctomys im Diluvium von Südwest-Frankreich. — Harle (3). 10 Arten aus dem
Diluvium von Salies-du-Salat (Haute Garonne). -- Harle (4). Ovibos, Leucocyon
und Lemmus aus der Dordogne erwähnt. — Oustalet (1). Ursus und Lynx
in Frankreich, Angaben über sein Vorkommen. — Boule. Hyaena brevi-
rostris bei Sainzelles. Pliocaen-Fauna dieser Fundstelle. — Treuessart. Genetta
im Departement du Gard. — Major (1). Sciuropterus albanensis, Xerus grivensis
und Sciurus spermophilinus von Grive-Saint-Alban. — Danysz. Arvicola.. —
Harle (5). Castor von Montfort diluvial. — Harle (1). Saiga an 12 Fundstellen
in Südwest - Frankreich. — Gaudry. Elephas meridionalis von Durfort. —
Donnezan. Mastodon borsoni bei Roussillon. — Beauregard. Balaenoptera
sibbaldii bei Ouessant. — Pouchet. Stranden von Cetaceen.
Griechenland und Balkanstaaten: Harting (5). Lebensweise,
Schaden von Arvicola güntheri in Thessalien. — Toula. Aceratherium und
Menodus vom Balkan.
Italien und Malta: Carucecie. Pelagius von der sardinischen Küste;
genaue Beschreibung. Delphinus tursio aus der Adria. — Riggio. Physeter an
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 193
den süditalienischen Küsten. — Capellini. Placoziphius duboisi und Mesoplodon
tenuirostris aus dem Tertiaer. — Pohlig (1). Elefantenhöhle in Sieilien. —
Woodward und Coke. Fossile Arten von Malta.
Oesterreich- Ungarn: Langkavel (4). Arctomys in Tyrol, Salzkammer-
gut und in der Tatra. — Hofmann, Fauna von Göriach,
Portugal: Gordon. Mus rattus in Oporto.
Russland: Radde. Bison. Verbreitung. — R. Blasius. Cervus capreolus
in Livland, Waldthier. — Greve (2). Meles bei Moskau, Baue.
Schweiz: Langkavel (4). Arctomys, Verbreitung. — Keller-Zschokke.
Mus rattus bei Läufelfingen. — Davatz. Mus poschiavinus. — Nehring (8).
Fauna der Grotte „zum Schweizerbild* bei Schaffhausen. — Langkavel (2).
Gemse, Verbreitung.
Spanien: Nicholson. Inuus auf Gibraltar. — A. Chapman und W.J.
Buck. Capra hispanica und pyrenaica, Verbreitung; auch über anderes Wild.
— Sehiöttz. Inuus auf Gibraltar, Lebensweise, — @adow. Fauna von Nordwest-
Spanien.
Afrika.
Allgemein: Sclater (1 u. 4). Alle Arten von Cercopithecus. — Lang-
kavel (1). Verbreitung von Bubalis und Damaliscus, zahlreiche Litteratur-
Nachweise. — Hartmann (1). Verbreitung von Hyaena.
Nord-Afrika: Caruceciv. Yelayius bei der Insel Gallitone an der tunesi-
schen Küste. — Dames. Zeuglodon aus Aegypten. — Pomel (1), (2) Cervidae,
Camelidae, Bubalus antiquus.
Nordost-Afrika, Somaliländer und Arabien: Selater. Erinaceus
albiventris vom Somaliland. — Sclater (4). Cercopithecus boutourlinii von Kaffa
und Gimma. — Del Prato. Bottego’s Sammlungen im Webi-Gebiet. — Parona
und Cattaneo. Monographie von Heterocephalus. — Matschie (1). 4 Arten von
Lahadsch und Aden. — Matschie (2). Antilope soemmeringi berberana subsp. nov.
von Berbera, A. soemmering: von der Erythraea. — Hartmann. Hyaena striata
von Chartum, Verbreitung in NO. Afrika. -- Matschie (4). Oryx beisa von
Suakin bis Berbera, O. leucoryx vom Ost-Sudan, Oryx beatrix von Arabien,
West-Afrika: Oustalet (2). Fauna des Ubangi. — Matschie (13).
Synopsis aller für Togo bekannten Arten und Beschreibung derjenigen, welche
für diese Gegend vermuthet werden. — Sclater (4). Cercopithecus brazzae aus
dem Congo Frangais. — Sclater (1). Cercopithecus ignitus angeblich vom Congo.
— Matschie (2) Cercopithecus fantiensis spec. nov. von der Goldküste, Rhyncho-
cyon stuhlmanni sp. nov. vom Ssemliki-Issango. — Matschie (3). Cercopithecus
fantiensis von der Goldküste, CO. büttikoferi von Liberia und Sierra Leone, C.
melanogenys von Bembe und Ambriz, CO. nictitans vom Ogowe, C. ludio von Liberia,
©. schmidti von Urua, Ukondjo und Uganda. — Matschie (6). Colobus satanas
und Myosorex preussi spec. nov. von Kamerun. — Matschie (9). Cercopithecus
monoides von der Goldküste. — Matschie (12), Unterschiede in der Fauna von
Ober- und Nieder - Guinea. Verbreitung von Cercopithecus campbelli, talapoin,
erxlebeni, cephus, cynosurus, mona, Epomophorus macrocephalus, Cephalolophus
maxwelli und melanorheus. — De Pousargues (1). Hemigalago anomurus und
Crossarchus dybowskii, neue Arten vom Kemo im System des Ubangi. — Tuli-
berg (1). Muridae von Nord- Kamerun; 14 Arten. Genaue Beschreibung. —
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. I. H.1. 13
194 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Matschie (5). Leimacomys büttneri gen. et spec. nov. und Felis (Serval) togoensis
spec. nov. von Togo. — De Pousargues (2). Golunda dybowskii spec, nov. vom
oberen Kemo, Ubangi. — Thomas (11). Aystryc vom Gambia. Schädelmaasse.
— Matschie (4). Oryx gazella vom Senegal und dem Nigerbogen.
Südafrika: Thomas (11). Aystrix von Natal. Schädelmaasse. — Jentink
(2). 9 Arten von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebiet. — Bryden. Fauna von
Bechuanaland, Kalahari und Ngamiland.. — Anonymus. Papio porcarius als
Raubthier. Zool. Gart. XXXIV. p. 252. — Noack (1). Eqguus quagga. Ver-
breitung, Färbung, Lebensweise, Abbildung. — Maitschie (4). Oryx oryx. Ver-
breitung. — Matschie (9). Cercopithecus labiatus = C. samango von Natal. —
Noack (2). Catoblepas reichei spec. nov. von Transvaal.
Südost- Afrika: Matschie (9). Cercopithecus flavidus = rufoviridis von
Mossambik, C. erythrarchus = (. albigularis, Oerc. ochraceus vom Cap Delgado
— Papio juv.; C. rufoviridis ähnlich €. pygerytkrus. — Selater (4). Cercopithe-
cus stairsi von Chindi, Zambesi. — Selater (1). Oercopithecus moloneyi spec.
nov. von Karonga, Konde-Land. — Matschie (10). Cercopithecus stuhlmanni sp.
nov. von Kinjawanga. — Matschie (3). Cercopithecus schmidti von Urua, Uganda
und Ukondjo. — Thomas (6). Papio thoth ibeanus spec. nov. von Lamu. —
Matschie (2). Rhynchocyon stuhlmanni spec. nov. vom Ssemliki-Issango. —
Thomas (14). Nandinia gerrardi spec. nov. vom Shire. — Thomas (11). Hystrix
galeata spec. nov. von Lamu. — Matschie (11). Procavia neumanni von Zanzibar,
Pr. mossambica von Irangi. — Matschie (4). Oryx callotis, Verbreitung. —
A. H. Neumann, The Field LXXX p.368 (1892). Nanotragus livingstonianus.
Verbreitung, Lebensweise. — Thomas (2). Nanotragus livingstonianus. Ver-
breitung, Lebensweise. — Selous (2). Bastard von Damaliscus und Bubalis vom
Tati-Fluss. — Thomas (7). Cephalolophus harveyi spec. nov. vom Kilima-njaro
und von Malindi. — Selater (6). Rhinocerus simus von Nord-Mashonaland. —
Rhinocerus holmwoodi spec. nov. von Uturu, nordöstl. von Usukuma. — Thomas
(5). 30 Arten von Zomba, Milanji, Tschiromo und Fort Johnston in Nyassaland.
— Sclater (5). 8 Arten von Nyassaland. — Selater (7). Fauna des Kilima-
njaro. — Selous (1). Fauna des Zambesi-Beckens. — Thomas (17). Helogale
undulata, Lepus victoriae spee. nov. und Ekomys smiühii spec. nov. von Nassa,
Victoria Nyansa; Lepus capensis vom Kilima-njaro. — True (2). Ekomys par-
vus sp. nov., Vesperus rendalli, Nycteris hispida, Mus tana sp. nov., Nannomys
minimus vom unteren Tana. — Matschie (5). Galago zanzibaricus und Procavia
neumanni spec. novae von Zanzibar.
Madagascar: Grandidier und Filhol. Reste von Hippopotamus von
Ambolisatra. — Major (3). Beschreibung und Abbildung eines Schädelrestes
von Nossi Vey (S. W. Madagascar), der Hapalemur nahe steht und wahrschein-
lich zu einer neuen Gattung zu rechnen ist. — Milne-Edwards. Microgale
crassipes spec. Nov. von Tananarivo. — True (1). Pieropus aldabrensis sp. noV.
von Aldabra.
Asien.
Südwest- Asien. Transcaspien: Büchner (1). Mellivora von der
Tedshen-Oase.
Syrien und Palästina: Matschie (7). Equus hemippus.
Persien: Major (2). Orycleropus gaudryi von Maragba. — Matschie (7).
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 195
Equus onager in Nord-Persien. P. hamar in Süd Persien.
Indus-Gebiet: Matschie (7). Equus indicus.
Mittel - Asien. Kaschmir: Thomas (9). Sminthus leathemi von
Wardwan.
Tibet: Blanford. Namenliste von 46 Arten. Cervus thoroldi spec. nov.;
Ovis vignei var. neu aufgeführt. — Matschie (7). Equus kiang.
Gobi: Matschie (7). Fquus hemionus.
Ost-Asien. China und Japan: Matschie (8). Hiylobates hainanus
— H. concolor. — Möbius. Cetacea von Japan.
Süd-Asien: Matschie (8). Synopsis, Verbreitung und Synonymie der
Hylobates- Arten. — Thomas (13). Tupaia gracilis spec. nov. von Baram und
Sarawak, Borneo. — Hose (1). Cervus brookei spec. nov. von Mount Dulit,
Borneo. — Thomas (15). Semnopithecus sabanus spec. nov. und Mus marga-
reitae pusillus subsp. nov. von Nord-Borneo. — Hose (2). Fauna von Borneo.
— Selater, P.Z.S. p. 435. Hylobates mälleri von Nord-Borneo. — Selater (2).
Maucacus nemestrinus var. von Nord-Borneo. — Thomas (22). Uynopterus macu-
latus, Tupaia longipes, Pachyura hosei, Chiropodomys major und pusillus, Mus
margareltae species novae von Nord-Borneo, Crocidura monticola von Sarawak.
— Matschie (2). Hylobates leuciscus von Nord-Borneo und H. javanicus spec.
nov. von Java. — Everett. Liste von 45 Borneo-Säugern und von 6 Arten aus
Palawan. — Thomas (12). Sciuropterus nigripes spec. nov. von Palawan. —
Weber (4). Verbreitung von Tarsius, Acanthion und Sus auf den Sunda-Inseln;
10 Arten von Timor.
Nord-Amerika.
Arktische und subarktische Zone inel. Grönland: H. Allen (9).
Monographie der Chiroptera. — Anonym. Thiergeographisches. — Feilden.
Ovibos, Verbreitung in Grönland. — Fisher. Arctomys, Bauten. — &. F. Miller
jun. (1). Zapus insignis spec. nov. und Zupus hudsonius, Verbreitung, Lebens-
weise, Schädelmaasse. — @. F. Miller jr. (3). Sitomys americanus und seine
Synonyme, 5. americanus canadensis. Verbreitung, Lebensweise. — Nelson.
Lagomys collaris spec. nov. von Alaska. — Nutting. Liste von Arten aus dem
Gebiete des Saskatchewan. Bull. Lab. Nat, Hist. Jowa State Univ. II No.3.
Gemässigte Zone incl. Mexiko: Osborn (4). Entstehung der Säuge-
thiere. — Merriam (9). Geographische Verbreitung der Säugethiere. — Anonym.
Thiergeographisches. — Marsh (1—3). Fossile Formen. — Osborn. Fossile
Arten aus der oberen Kreide. — Osborn (7). Aceratherium tridactylum aus
dem Miocän von Dakota. -- Osborn und Wortmann. Artionye gen. nov. der
Ancylopoda aus dem Miocän von Dakota, s. auch Osborn (1), (3). — Wortman
(1). Fauna der White River Beds von Dakota. — Scott (2). Canis anceps,
Oyclopidius incisivus, Anchitherium eqwinum, Cynodesmus thooides, Steneofiber
montanus spec. novae, Desmatippus cerenidens, Mesoreodon chelonyx gen. nov. et
sp. nov. aus dem Tertiär von Montana. — Scott (1). Parietis princeous gen. et
sp. nov. aus dem Miocän der John Day River Beds in Oregon. — Cope (3). Dino-
bastis serus gen. et sp. nov. aus dem Pleistocän von West-Oklahoma. — Moore.
Castoroides ohiohensis von Randolp County, Indiana. — Cope (7). Fossile Formen
von Texas — Pavlow. Amynodon aff. intermedius. — Osborn (2). Protoceras.
— Osborn (6). Palaeonictis. — Cope (1). Protoceras; (2). Coryphodontidae. —
13*
196 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Cope (3). Tetrabelodon shepardii. — Earle. Protogonodon. — Wortman und
Earle. Tapiridae und Helaletidae. —- Hatcher. Titanotherium-Beds. — Lang-
kavel (3). Bison americanus, Verbreitung, Bastarde mit Bos, Abarten, Varietäten,
Ausrottung. — H. Allen (1). Monographie der Chiroptera. (2) und (3). Chiro-
ptera. — Fisher. Arctomys monax, Bauten. — Bailey und Merriam. Spermo-
philus-Arten des Mississippi-Thales. — Stone. Neotoma pennsylvanica spec. Nov.
von Pennsylvanien. — Merriam (2). Synaptomys cooperi von Indiana, Virginia,
New York, Maryland und Nord-Carolina. — Merriam (8). Tamias alpinus, calli-
peplus und panamitinus spec. novae von Californien, Spermophilus nelsoni von
Californien und Sp. perotensis spec. nov. von Mexico, Spermophilus beecheyi fisheri
und Sp. chrysodeirus brevicaudus subsp. novae von Californien, Sp. spilosoma
annectens subsp. nova von Texas. — J. A. Allen (2). Thomomys monticolus,
aureus, fossor und toltecus spec. novae von Californien, Utah, Colorado
und Mexiko. — J. A. Allen (1). 18 Arten von Nordwest - Chihuahua,
Mexiko. — Merriam (4). Lepus orizabae, Sciurus nelsoni, Tho-
momys orizabae, Th. peregrinus von Mexiko. — Thomas (8). Seiurus aberti
durangi subsp. nov. von Durango, Mexiko. — Thomas (21). Heteromys bulleri
spec. nov. von Jalisco, Mexiko. — Thomas (23). Oryzomys fulgens von Mexiko
und O. melanotis von Jalisco, Mexiko. — Thomas (18). Geomys merriami spec.
nov. von Süd-Mexiko. —- Merriam (1). Xenomys nelsoni von Colima, West-
Mexiko. — J. A. Allen (5). Didelphrys (Micoureus) camescens spec. Nov. vom
Tehuantepec, Santo Domingo de Gazman. — Merriam (3). Ursus luteolus von
Louisiana, Ursus aus den nördlichen Rocky Mountains bei Omaha, Nebraska,
Ursus americanus von den Adirondaks, New York. — F. M. Chapman. Ory-
z0mys palustris natator subspec. nov. von Gainesville, Florida. — F. M. Chapman.
Sitomys niveiventris subgriseus und Scalops aquaticus australis subsp. novae von
Gainesville, Florida. — @. S. Miller (4). Unterschiede von Thomomys bulbi-
vorus aus Washington Co, Oregon gegenüber 7%. bottae aus Marin Co, Cali-
fornien. — Merriam (5). Dipodomys phillipsi, Verbeitung, Lebensweise. —
Merriam (6). Dipodomys merriami melanurus subsp. nov. von Untercalifornien.
— Rhoads. Sitomys herronü, major, Rhithrodontomys pallidus und Onychomys
ramona spec. novae aus Californien. — J. A. Allen (7). Sitomys robustus spec.
nov. von Californien. — J. A. Allen (4). 20 Arten aus der San Pedro Martir
Region von Unterealifornien und Bemerkungen über Sitomys. — Thomas (16).
Heteromys pictus spec. nov. von Jalisco, Mexico, Neotoma macrotis spec. NOV.
von San Diego, Californien und Neotoma lepida spec. nov. von Utah. — J. A.
Allen (3). 34 Arten von Colorado, Neu-Mexico und Utah. — 6. 8. Miller jr.
(2). Sitomys rowleyi pinalis subsp. nov. von New-Mexico und Arizona. — Merriam
(7). Neotoma pinetorum und fuscipes spec. novae von Arizona. — Thomas (24).
Perognathus infraluteus von Colorado. — Purpus (2). Silvertip- und Cinnamon-Bär.
Lebensweise, Verbreitung, Fang in West-Colorado. — Purpus (1). Haplocerus,
Beschreibung, Verbreitung, Lebensweise in West-Colorado. — Purpus (3). Me-
phitis occidentalis und M. bicolor in West-Colorado, Lebensweise. — Purpus (4).
Yeotoma in West-Colorado. Lebensweise.
Mittel-Amerika.
J. A. Allen (6). 18 Arten von Costarica, darunter eine neue Oryzomys.
-—- J. A. Allen (Si. Geomys cherriei spee. nov. von Costa Rica. — Thomas (16).
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 197
Heteromys salvini nigrescens subspec. nov. von Costa Rica. — Thomas (23).
Oryzomys couesi Typus von Coban, zweites Exemplar von der Hacienda Cubil-
guitz bei Coban. — Thomas (18). Geomys grandis spec. nov. von Guatemala.
— Thomas (21). Heteromys salvini von Dueüas, Guatemala und Costa-Rica.
Süd-Amerika.
Venezuela, Guiana und Westküste: Allen und Chapman. Be-
sprechung von 34 Arten, Liste von 65 Arten aus Trinidad. 9 Species werden
neu beschrieben. — Thomas (20). 52 Arten von Trinidad. — Gürich. Mega-
therium, @luptodon von Villa de Cura, Venezuela; Mastodon von San Juan de
los Morros. — Quelch. 5 Cervus-Arten von Guiana. — Thomas (19). Ich-
thyomys.
Amazonas- Gebiet und Brasilien: Thomas (4). 20 Arten von Oen-
tral-Peru. — Thomas (10). Chiroderma doriae von Lagoa Santa. Maasse.
Synonymie. — Matschie (10). Hapale santaremensis spec. nov. von Paricatüba
und Santarem, Amazonas. -— Winge. Marsupialia von Lagoa Santa. — Von
Ihering. Arten von Rio Grande do Sul.
Argentinien und Patagonien: Kennedy. Fauna. — Nehring (2).
Cavia aperea von Rosario und S. Nicolas, Zahl der Würfe in einem Jahr. —
Ameghino (1—4). Fossile Formen.
Chile: Philippi. Didelphys valdiviana aus Mittel-Chile.
Australien.
Stirling. Diprotodon und Phasolomys gigas in Süd-Australien. — Jack.
Palaeontologie von Queensland. — Wallace. Fauna von Australien und Neu-
seeland. — Kent. Lebensweise von Halicore. — Hartmann (1). Jagd der
Känguruhs mit Hunden, Beschreibung dieser Hunde. — F. R. Chapman. Aus-
rottung der Pelzrobben. — De Vis. Phascolonus verschieden von Sceparnodon. —
Haeckel. Phylogenie der Fauna.
11. Phylogenetische Entwickelung.
Haacke (1). Gestalt und Vererbung. — Haacke (2). Schöpfung der
Thierwelt. — Haacke (3). Enstehung des Säugethieres. — Osborn (4). Phylo-
genetische Entwickelung der Säuger. — Zittel (2). Geologische Entwickelung,
Herkunft und Verbreitung der Säugethiere. — Cope (8). Genealogie des Menschen.
— Major (1). Antarctischer Continent. — Haeckel. Phylogenie der austra-
lischen Fauna. — Deperet. 2 verschiedene Pliocänfaunen in Europa. — Bul-
man. Eiszeit in England. — Krause. Baumarme Gefilde im pleistocänen Wald-
gebiete Deutschland. — Nehring (3). Tundren- und Steppenfauna Deutsch-
lands. — Greve (1). Vererbung einer Wucherung am Auge einer Dachshündin.
— Römer (1). Panzer der Dasypodidae. — Römer (2), De Meijere, Emery (1)
(2), Maurer (1), Weber (1), (2). Phylogenetische Betrachtungen über Haare
und Schuppen. — Cary und Wortman (2). Betrachtungen über die Grlied-
maassen der Ungulaten. — Koken. Homologien der Theile des Schultergürtels
bei Monotremen. — Hennicke. Modifikationen der Gehörknöchelchen bei Thieren,
welche im Wasser leben; Ursache dieser Veränderungen. — Popowsky. Phylo-
198 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
genesis des Arteriensystems der unteren Extremitäten bei Primaten. — Osborn
(4), 8). Phylogenetische Betrachtungen über die Bezahnung. — Kükenthal (1).
Pinnipedier-Gebiss. — Cope, Am. Natural. XXVII p.1014—1015. Kritik der
Theorien über Zahnbildung. — Freund. Ansichten über die Zahnentwicklung
der Rodentia. — Major (1), P.Z S. London p.179. Phylogenetische Entwick-
lung der Gestalt der Molaren. — Earle (1), (2). Phylogenetische Entwicklung
von Tapirus. — Wortwan und Earle. Phylogenie der Tapiridae. — Hoffmann.
Phylogenie von Equus. — Kükenthal (2). Form, Organe, Bezahnung bei Wal-
thieren. — Osborn (1). Stellung der Artionychidae — Osborn & Wortman.
Stellung der Artionychidae zu den übrigen Ungulaten. — Dames. Phylogene-
tische Stellung der Zeuglodontidae. — Debierre & Bole. Verwandtschaft der
Familien der Carnivora auf Grund der Untersuchung der Gehirnwindungen.
12. Ontogenetische Entwickelung.
Handbuch der Embryologie. Hertwig. — Parthenogenetische Eitheilung.
Henneguy. — Befruchtung. Lataste (2), (3), Onanoff. — Mus musculus, Be-
fruchtung, Reifung, Furchung des Eies. Sobotta. — Spermatogenese. Moore. —
Bursa fabrieii, Peyer’sche Drüsen. Antheil des Epithels an ihnen. Retterer (1).
— Graaf’sche Follikel. Schottländer. — Genetische und biologische Verhältnisse
der Grundsubstanz des Hyalinknorpels. Tendrich. — Entwickelung der Gehör-
knöchelchen. Zondek. — Equus. Fussknochen. Struthers. — Sus scrofa, Ossi-
fikationscentren am Basioceipitale bei Foeten. Staurenghi. — Mittelohr und
Trommelfell. Dreyfuss. — Milchdrüsen-Entwickelung. 0. Schultze. — Hintere
Cranial- und vordere Spinalnerven, Entwickelung. Robinson (2). — Nase und
oberer Mundrand, Entwickelung. Keibel (2). — Harnblase und Harnröhre, Ent-
wickelung. Reichel. — Cavia, Harnblase und Allantois. Keibel (4) Fig. 1—8.
— Panzer der Dasypodidae, Entwickelung. Römer (1). — Hymen. Entstehung.
Klein. — Affen, Entwickelung. Selenka. — Anatomie eines trächtigen Macacus.
Hart u. G@ulland. — Pteropus edulis, Keimblattbildung. Selenka. — Pieropus
edulis, Dottersack und Placenta. Göhre. — Placenta von Sorex vulgaris.
Hubrecht. — Mustela furo, Entwickelung. Robinson (1, — Placenta der
Carnivora. Duval. — Placenta der Rodentia und Carnivora. Fleischmann. —
Mus musculus, erste Entwickelung. Sohbotta, Holl (1). — Otaria_ stelleri,
Foetus. Roche. — Sus scrofa, Entwickelung. Keibel (1). — Hippopotamus,
Struktur des Nabelstranges. Keibel (3) Fig. 1-9. — Foetus von Pelagius.
Caruceio. — Foetus von Mesoplodon. Southwell.
13. Muskeln, Bänder und Gelenke.
Heterocephalus. Kopf. Taf. XIII, Fig. 1. Angaben über Muskulatur.
Parona und Cattaneo. — Chiroptera. Muskelstränge in der Flughaut.2H. Allen
(1) und bei den Beschreibungen der einzelnen Arten. — Marsupialia. Mus-
kulatur. Winge. — Mephitis. Muskulatur des Analsackes. H. Allen (2). —
Zwischenmuskelbündel im Gebiete des M. pectoralis major und M. latissimus dorsi.
Endres. — Ligamente bei altweltlichen Affen. Keith. — Lidmuskulatur. Klodt.
— Muskulatur. Lavocat (2), Leche (2). — Beziehungen zwischen gewissen
Muskeln und dem Rückenmark. Simon,
in der. Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 199
14. Haut und Hautgebilde.
Pigment der Oberhaut. Kromayer, Post. — Mammartaschen. Klaatsch (1)
und (2). — Mephitis. Analsack. H. Allen (2). — Corium und Periost der Huf-
glieder. Dixey. — Heterocephalus. Parona und Cattaneo, Taf. XIII, Fig. 14
und 15. Schnitte. — Erinaceus, Carlier (3). -— Erheben der Stacheln bej
Erinaceus. Langley (3). — Chiroptera. Hautfalten. H. Allen (1) p.10—11;
Haar, 1. e. p. 12—13; Hautdrüsen, ]. c. p.13; Flughaut, 1. c. p.1—9 und l. c. hei
den Einzelbeschreibungen der nordamerikanischen Arten. — Clamydophorus
truncatus, Haare auf den Schuppen. Emery (1) Fig. 3 — Dasypus novemeinctus,
Haare auf den Schuppen. Emery (1) Fig.1. — Centetes, Andeutungen von
Schuppen, auf welchen Haare stehen. Emery (1) Fig. 2. — Castor. Haare auf
der caudalen Grenze der Schilder. Emery (1). — Hesperomys, Haare auf den
Querfalten des Schwanzes angeordnet, Emery (1) Fig. 4. — Struktur der Woll-
haare. von Nathusius. — Zeuglodon. Panzerbekleidung. Dames. — Dasypodidae.
Panzer. Römer (1). — Haare der Säugethiere. De Meijere, Emery (1), (2).
— Haare und Hautsinnesorgane. Leydig (1), Maurer (2). — Haarwechsel und
Hautpigment, winterweisse Thiere. @. Schwalbe. — Homo, Haarwechsel.
Stieda (1). — Phylogenie der Haare. Maurer (1). — Ursprung der Schuppen.
Römer (2). — Ursprung der Haare und Schuppen. Weber (1), (2), (3).
15. Schädel.
Variationen am Schädel. Bianchi (1). — Os quadratum. Saint-Loup (2).
— Foramen caecum. Holl (2). — Nodulus Kerckringianus. Bianchi (2). —
Semnopithecus sabanus. Thomas (15). — Colobus vellerosus und satanas. Matschie
(6). — Cercopithecus stuhlmanni. Matschie (10). — Papio ibeanus. Thomas (6).
— Hapale santaremensis. Matschie (10). — COhiroptera. H. Allen (1), p. 14--16
und bei den Beschreibungen der einzelnen Arten mit Abbildungen aller nord-
amerikanischen Species. — Pteropus aldabrensis von Aldabra. True (1). — Arti-
beus glaucus. Abbildungen. Thomas (4). — Carnivora: Grube im Palatum der
reinen Fleischfresser zur Aufnahme für den grössten Höcker des untern Reiss-
zahnes. Beauregard (2). — Felis (Serval) togoensis, Unterschiede von F. capen-
sis, Matschie (5). — Hyaena brevirostris. Boule, Taf. IL. — Ursus luteolus.
Merriam (3). — Sciuropterus nigripes. Thomas (12). — Sminthus leathemi.
Thomas (9). — Geomys grandis und merriami. Thomas (18). — Chiropodomys
major und pusillus. Thomas (22). — Perognathus infraluteus. Thomas (24).
— Heteromys pictus und nigrescens. Thomas (16). — Dipodomys phillipsi.
Merriam (5). — Heteromys bulleri und salvini. Thomas (21). — Thomomys.
Abb. der Schädel von 10 Arten. J. A. Allen (2). — Thomomys orizabae. Merriam
(4). — Thomomys fulvus. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 183—184. — Thomomys
peregrinus. Merriam (4). — Xenomys nelsoni.. Merriam (1). — Neotoma
pennsylvanica. Stone. — Neotoma lepida und macrotis. Thomas (16). — Ich-
thyomys stolzmanni, Abbildungen. Thomas (19). — Oryzomys fulgens und mela-
notis. Thomas (23). — Leimacomys. Unterschiede von Steatomys und Lophu-
romys. Matschie (5). — Dasymys. Tullberg (1) Taf. U. — Deomys. Tull-
berg (1) Taf.I. — Lophuromys. Tullberg (1) Taf, I. — Mus univittatus,
barbarus, dolichurus, hypoxanthus. Tullberg (1) Taf. II. — Mus maurus, longipes,
200 Dr. M. Lühe: Mitteilungen über einige
Dieselben hatten grösstenteils eine weissliche zum Teil durch-
scheinende Farbe. Ihr Tinktionsvermögen war im allgemeinen noch
ein verhältnissmässig gutes, indem z. B. bei Boraxcarmin-Färbung
die üblichen 24 Stunden genügten. Von histologischen Elementen
trat allerdings auch nach der Färbung nur ausserordentlich weni
hervor und war z. B. die Maceration soweit vorgeschritten, dass ich
bei den meisten der unten zu besprechenden Arten keinerlei Angaben
über die weiblichen Keimdrüsen machen kann, da von denselben,
auch auf gefärbten Schnitten, keine deutlichen Reste mehr er-
kennbar waren. Verhältnismässig am besten erhalten war bei allen
Arten noch die Muskulatur, welche jedoch keinerlei Abweichungen
von dem gewöhnlichen Verhalten zeigte. Ebenso waren, mit allei-
niger Ausnahme von Taenia rugosa Dies., die Hodenbläschen noch
sehr gut erhalten, nicht freilich ihre histologischen Elemente, sondern
nur die sich dafür aber um so schärfer abhebende structurlose
Membran, welche die Bläschen umhüllt.
Wenn demnach die Angaben, welche ich in folgendem über
die in Rede stehenden Taenien mache, auch ausserordentlich lücken-
haft und stellenweise unsicher bleiben, so glaube ich doch immerhin,
dass dieselben geeignet sind, die so ungenügend bekannten Arten
besser zu kennzeichnen und zum Teil auch über ihre Stellung im
System einiges Licht zu verbreiten).
Die von mir angewandten Methoden, um auch diese noch kurz
zu erwähnen, bestanden darin, dass ich vorerst die ganzen Pro-
glottiden mit Glycerin (teilweise unter Zusatz einiger Tropfen Essig-
säure) durchsichtig machte; als sich dies als wünschenswerth heraus-
stellte, machte ich alsdann noch nach vorheriger Durchfärbung mit
Boraxcarmin continuirliche Schnittserien durch einzelne Proglottiden.
Taenia (Monieza) rugosa Dies.
(Taf. XI, Fig. 1-3.)
Auf Seite 96 meiner Dissertation habe ich eine von Herrn Dr.
Paul Jordan (Tetschen) in Mycetes niger W agn. gefundene Taenie
als Taenia rugosa Dies. (?) bezeichnet, da die kurze von Diesin
gegebene Diagnose eine artliche Identität durchaus im Bereich der
Möglichkeit liess. Der Vergleich mit einem von Herrn Dr. Maren-
zeller mir gütigst übersandten Originalexemplar der fraglichen Art
1) Gleichwohl sind die nachstehend beschriebenen Arten auch noch weiterhin
als species inqwirendae zu bezeichnen und habe ich deshalb davon Abstand ge-
nommen, auf diejenigen von Natterer gesammelten Taenien näher einzugehen,
welche Diesing nicht in die Litteratur eingeführt hat (darunter z. B. eine
Taenie mit doppelten Geschlechtsöffnungen aus Podiceps dominicensis). Dieselben
würden nur die Zahl der ungenügend bekannten Arten vergrössern ohne unsere
Erkenntniss zu fördern,
wenig bekannte bez. neue südamerikanische Taenien 201
ergab indessen sofort die beträchtliche Verschiedenheit der Jordan-
schen Taenie, welche demzufolge als eine neue Art anzusehen ist
und deren ausführliche Beschreibung ich demnächst liefern werde').
Diesings Diagnose lautet wie folgt (Syst. Helm. I., p. 502):
Taenia rugosa Diesing.
Caput tetragonum truncatum, acetabulis angularibus antieis oblongis.
Collum longum, Articuli supremi brevissimi angusti angulis acutis, sub-
sequentes dense plicati latissimi. Aperturae genitalium ..... Long. 1 bis
1!/,‘, latit. 5-6’ et ultra.
Habitaculum: Cebus hypoxanthus in intestinis tenuibus, in Brasilia
(Natterer).
Ueber die Länge des Wurmes vermag ich keine genauen An-
aben zu machen, da mir nur Bruchstücke zur Verfügung standen,
as längste derselben war 65 mm lang und bestand aus Scolex,
Hals und ca. 250 Proglottiden, während die übrigen, kleineren
Bruchstücke zusammen 70 mm lang waren und aus ungefähr
150 Proglottiden bestanden.
Der Scolex (Fig. 1) ist von mittlerer Grösse, ca. 0,7 mm breit und
ca. 0,3 mm dick. Er ist am Scheitel abgestutzt, wogegen er sich nach
hinten allmählich in den Hals verschmälert. Die Saugnäpfe stehen
nur wenig nach vorn gewandt, zu je zweien auf den breiteren
Flächen des Scolex, welche in der Richtung den Flächen der Pro-
glottiden entsprechen. Der Scolex erinnert in seiner ganzen Er-
scheinung etwas an den von Tiaenia (Moniezia) expansa Rud.
Auf ihn folgt ein dünner, mässig langer Hals und in ca. 5 mm
Entfernung vom Scolex beginnen die Proglottiden deutlich zu werden.
Dieselben verbreitern sich sehr allmählig nach hinten zu, bleiben
jedoch ausserordentlich kurz; die ca. 150.—250. Proglottis hat eine
ungefähr constante Breite von 4,0 mm bei einer Länge von 0,3 mm.
Aeltere Proglottiden mit entwickeltem Uterus sind 6,0 mm breit und
0,8 mm lang. Habe ich schon beim Scolex eine gewisse Aehnlich-
keit mit demjenigen von Taenia (Moniezia) ewpansa Rud. con-
statieren können (die übrigens bei einem Organ von so wechselnden
Contractionszuständen, wie dies der Scolex der unbewaffneten Taenien
ist, wohl kaum sehr viel besagen will), so ist die Aehnlichkeit der
Proglottidenkette mit der genannten Art {und ihren Verwandten,
sowie mit den kurzgliedrigen Taenien des Hasen und Kaninchen noch
)) Anmerkung bei der Correetur: Soeben erhalte ich durch die
Liebenswürdigkeit des Herrn Prof. Braun Kenntniss von einer Arbeit
von Dr. Richard Meyner, Zwei neue Taenien aus Affen, ein Beitrag
zur Kenntniss der Oestoden (Zeitschrift f. Naturwiss. Bd. LXVII], in welcher
die in meiner Dissertation als Taenia rugosa (?) bezeichnete Art unter dem
Namen Taenia mucronata als,neu beschrieben wird. Auch Meyner hebt die
Aehnlichkeit der Art mit den von Blanchard in seiner Gattung Bertia ver-
einigten Affentaenien hervor (vergl, Lühe, Zur Morphologie des Taenienscolex,
pg. 96—98).
202 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
cus. Ursprung. Sala (1). — Orbitalnerven von Lepus cuniculus. Peschel. —
N. olfaetorius. Lil. Lee. — Nervus trochlearis. G@olgi (2). — Hintere Cranial-
und vordere Spinalnerven. Entwickelung. Robinson (2). — Morphologie der
Affenspalte. Mingazzini. — Nerven des Herzens. Lim Boon Keng. — Nerven-
fasern in der Milz. Fusari. — Nervenendigungen in der Haut. van Gehuch-
ten (1). — Nerven der Flughaut bei Ohiroptera. H. Allen (1) p.6—7 und bei
den Beschreibungen der einzelnen Arten. — Plexus lumbalis, Verschiebungen in
den Endgebieten. Ruge. — Nervenendigungen in der Thränendrüse. Dogiel.
— Motorische Innervation des Darmtractus. Steinach. — Lumbo-sacral-Plexus
von Macacus rhesus. Russel. — Nerven am Ileum des Hundes. Berkley (1). —
Lobe limbique. Bole (2). — Beziehungen des Rückenmarks zu gewissen Muskeln.
Simon. — Cervicalganglion. Langley (1), (2). — Ganglien des Sympathicus.
Sala (2). — Ganglion geniceuli und die mit ihm zusammenhängenden Nerven.
Penzo, Abb. — Nervenganglien der Eingeweide Ramon y Cajal (1). — Gan-
glienzellen in den Spinalnerven von Felis catus. — Gehirn uud Rückenmark,
Anatomie. Whithaker. — Motorische Nerven. van Gehuchten (2). — Pilo-
motor-Nerven. Langley (4), (5), (6).
19. Sinnesorgane.
Tastorgane im Schnabel von Ornithorhynchus. Wilson & Martin (2).
Auge: Netzhaut. Leydig (2), Ramon y Cajal (5). — Lidmuskulatur.
Klodt. — Membrana orbitalis. Langheinrieh. — Irisfärbung bei Lemur ru-
fipes Gray. Milne-Edwards. — Mus decumanus var. alba, Linse. Anderson
(4). — Heterocephalus. Parona und Cattaneo. — Oerter für die Cardinalpunkte
des Auges von Vulpes. Klingberg. — Felis catus, Innervation des Ciliarkör-
körpers. Agababow. — Otaria. Johnson. — Pelagius. Caruceio. — Equus
caballus, Gefässe. Bach. — Mesoplodon. Southwell. — Bradypus ustus. Condo-
relli Francaviglia.
Nase: Keibel (2). — Jacobson-Organ bei Phascolomys und Didelphys
opossum. Röse (1) Fig. 1—3. — Lasionycteris. Innere Nase. H. Allen (1)
p. 108. — Nase und oberer Mundrand. Entwickelung. Keibel (1). — Jacobson-
Organ bei Bos und Ovis. Rauge. — Anatomie der Nasenhöhle und ihrer pneu-
matischen Anhänge. Zuckerkandl (1). — Marsupialia. Geruchsorgan ver-
schiedener Arten. Winge.
Ohr: Anatomie. Beauregard (4). — Die Endfibrillen der Gehörnerven
hängen nicht mit den Haarzellen zusammen. Geberg (1). — Hammer-Amboss-
Gelenk und Membrana propria. Draispul (1) und (2). — Entwickelung des
Mittelohres und Trommelfelles. Dreyfuss. -—- Blutgefässe des äusseren Ohres.
Schroeder. — Gehörknöchelchen, Entwickelung. Zondek. — Chiroptera.
Aeusseres Ohr. H. Allen (1) p.9—10. — Macrotus californicus, Os petrosum.
H. Allen (1) p.37—38 Pl.I Fig.83. — Artibeus perspieillatus, Gehörorgan. H.
Allen (1) p.49 Pl. III Fig.7, os petrosum. — Corynorhinus macrotis, Bulla. H.
Allen (1) p.57. — Euderma maculata, Bulla. H. Allen (1) p. 63. — Anthrozous
pallidus, Bulla. H. Allen (1) p.68 Pl. VIII Fig. 8, os petrosum. — Nyctinomus
brasiliensis, Bulla. H. Allen (1) p.168 Pl. XXXII Fig.9, os petrosum. — Ge-
hörknöchelchen, deren Wirkungsweise und Modifikation bei Wasser-Säugethieren.
Abbildungen der Gehörknöchelchen von Homo, Equus, Ursus, Phoca, Balaeno-
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 203
ptera und Halicore. Hennicke. — Sus domestica, Gehörnerven und Haar-
zellen des Gehörorganes. Ayers, Journ. Morph. VIII, 3, p. 445—466. —
Mus musculus, Nervenendigungen im Gehörorgan. von Lenhossek (1). —
Marsupialia. Gehörorgan. Winge.
Zunge: Lepus cuniculus, Geschmackskrospen. von Lenhossek (2) Fig. 1,
a, b und (3). — Struktur der Geschmacksknospen. Tuekerman. — Nerven-
endigungen in den Schmeckbechern. Arnstein. — Zunge von Meminna. Ales-
sandrini (1). — Zunge von Mus maurus. Tullberg (1) p.9. — Zunge von
Cricetomys. Tullberg (1) p. 48 Taf. III Fig. 13. — Marsupialia. Zunge. Winge.
20. Athmungsorgane.
Mus maurus. Lunge. Tullberg (1) p.9 Taf. III Fig. 14, 15. — Deomys
Lunge. Tullberg (2) p. 63 Taf. III Fig. 16, 17. — Athmung, Bau der Lungen
Form des Brustkorbes. Hasse. — Tursiops. Athmung. Jolyet.
21. Blut- und Lymphgefässe.
Blutgefässe in der Milz. &olz. — Blutbildung in der Milz. Eliasberg. —
Blutgefässe in der Flughaut der Chiroptera. H. Allen (1) p. 7 und bei den Be-
schreibungen der einzelnen Arten. — Gefässe im Auge von Eguus caballus.
Bach. -— Blutgefässe des äusseren Ohres. Schroeder. — Entstehung der
Vorderarmgefässe bei Lepus cuniculus und Felis domestica. Zucekerkandl (2).
— Phylogenesis des Gefässsystems der unteren Extremitäten bei Hapale, Nyeti-
pithecus, (ebus, Ateles, COercopithecus, Papio, Macacus und Simia. Popowsky.
— Herz. Kent. — Herznerven. Lim Boon Keng. — Abnormer Zweig der
Arteria maxillaris externa bei Equus caballus. Kulezycki. — Arterien des
Gehirns. Klinckowström. — Arterien der Gliedmassen. Eichholz. — Un-
gewöhnlicher Ursprung von Arterien bei Cuniculus. White. — Arteria hepatica.
Retterer (2). — Vena porta und pulmonaris. Piana. — Abnormitäten im Venen-
system des Kaninchens. Parker. — Biutplättchen. Druebin. — Weisse
Blutkörperchen Van der Strieht. — Centralkörper in den Lymphoeyten.
Heidenhain.
22. Verdauungsorgane und Leibeshöhle.
Verschluss der Kloake bei Cavia. Retterer (4). — Imnervation des Darm-
tractus. Steinach. — Anatomie des Bauchfells und der Gekröse. Toldt (1). —
Geschichte der Mesenterien. Toldt (2). — Lieberkühn’sche Krypten und ihre
Beziehungen zu den Follikeln bei Cavia. Tomarkin. — Caecum von Ichthyomys.
Abbildung. Thomas (4). — Muridae von Kamerun. Darm, Gaumen. Tullberg
(1) p. 45—66. — Mus maurus, alleni, dolichurus, hypoxanthus, barbarus, uni-
vittatus, rattus, longipes, Gaumen. Tullberg (1) Taf. III Fig. 1-4, 6-9. —
Dasymys longicaudatus, Gaumen. Tullberg (1) Taf. III Fig.5. — Lophuromys
afer, Gaumen, Tullberg (1) Taf. III Fig. 10. — Deomys ferrugineus, Gaumen.
Tullberg (1) Taf. III Fig. 11. — Cricetomys, Gaumen. Tullberg (1) Taf. IH
Fig. 12. — Eingeweide von Heterocephalus. Taf. XIII Fig. 10 und 11. Parona
und Cattaneo. — Funktion der gefässreichen Falten des Netzmagens bei
204 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Wiederkäuern. Cordier (2). — Die Rinne zwischen Oesophagus und Psalter bei
Dicotyles, Tragulus und Wiederkäuern. Abbildung der Muskelschichten. Cordier
(3). — Feinerer Bau der Magenschleimhaut bei Hausthieren. Bonnet (1, —
Physiologie des Magens. Contejean. — Vergleichende Uebersicht der Mägen
bei Muriden aus Kamerun. Tullberg (1) p. 49, 66. — Dasymys longicaudatus
Magen. Tuliberg (1) p. 37 Taf. III Fig. 48. — Cricetomys gambianus. Magen.
Tuliberg (1) p.48 Taf. III Fig. 50—52. — Hwydromys, Magen. Tullberg (1)
p 64-65. — Mus maurus, Magen. Tullberg (1) p. 9 Taf. III Fig. 18, 19. —
Mus alleni, Magen. Tullberg (1) p. 13 Taf. III Fig. 21. — Mus longipes, Magen.
Tuliberg (1) p.16 Taf. III Fig. 23. — Mus setulosus, Magen. Tullberg (1)
Taf. III Fig. 25. — Mus rattus, Magen. Tullberg (1) p.20 Taf. II Fig. 27. —
Lophuromys afer, Magen. Tullberg (1) Taf. III Fig. 29, 31, 33, 34. — Deomys
ferrugineus, Magen. Tullberg (1) p. 43 Taf. III Fig. 35. — Mus barbarus, Magen.
Tullberg (1) p.25 Taf. III Fig. 37. — Mus univittatus, Magen. Tullberg (1)
p. 22 Taf. III Fig. 39. — Mus rufocanus, Magen. Tullberg (1) p. 23 Taf. III
Fig. 41. — Mus hypoxanthus, Magen. Tullberg (1) p. 23 Taf. III Fig. 43,44.
— Mus dolichurus. Magen. Tullberg (1) p. 33 Taf. III Fig. 46. — Camelus,
Magen. Cordier (1). — Pteropus medius, Magen. Cattaneo — Cervus [Elaphurus]
davidianus, Magen. Cordier (4). — Ruminantia, Magen. Cordier (5), (6), (7),
(8). — Cercopithecus und Inwus, Magen. Salomon. — Meminna, Magen.
Alessandrini. — Bradypus ustus, Magen. Condorelli Francaviglia. — Mus
maurus, alleni, longipes, setulosus, rattus, barbarus, univittatus, rufocanus, hypo-
xanthus, dolichurus. Darm. Tullberg (1) Taf. III Fig. 20, 22, 24, 26, 28, 38, 40,
42, 45, 47. — Lophuromys afer, Darm. Tullberg (1) Taf. III Fig. 30, 32. —
Deomys, Darm. Tullberg (1) Taf. III Fig. 36. — Dasymys longicandatus, Darm,
Tuliberg (1) Taf. III Fig. 49. — Cricetomys, Darm. Tuliberg (1) Taf. III
Fig. 53. — Meminna meminna (Oesophagus, Mundhöhle, Darm). Alessandrini
(1). — Verdauungsorgane von Bradypus ustus. Condorelli Francaviglia.
23. Drüsen.
Drüsen des Verdauungstraktus. Betterer (3). — Leber, Gallenblase, Milz
und Pancreas von Meminna. Allessandrini (2). — Chiroptera. Hautdrüsen.
H. Allen (1). — Nervenendigungen in der Thränendrüse Dogiel. — Backen-
drüsen der Hausthiere Bärner. — Bindegewebe besonders der Glandula sub-
maxillaris. Frenkel (2). — Erinaceus. Winterschlafdrüse. Carlier (2). —
Thymusdrüse. Triesethau. — Thyroidea Brooks. — Thyroidea bei Ohiroptera.
Nicolas. — Thyroidea bei Rodentia. Christiani, C. R. Soc. Biol. (2) V, p. 4
—5. — Arvicola, Thyroidea. Christiani (2). — Mus decumanus, Thyroidea.
Christiani (1). — Mus musculus. Thyroidea. Christiani (2). — Thyroidea bei
Canis. Gley (1) (2). — Gallengänge in der Leber. Geberg (2). — Leber.
Gallencapillaren. R. Krause. — Leber. Histologie. Berekley (2). — Nerven-
fasern in der Milz. Fusari. — Milz. Blutgefässe. @olz. — Milz. Anatomie.
Fleury. — Milz. Blutbildung. Eliasberg. — Milz. Hoyer. — Pancreas.
Harris. — Analdrüsen bei Eonycteris. Montieelli. — Mephitis. Analdrüsen.
H. Allen (2). — Mammarorgane, ontogenetisch und phyllogenetisch. Bonnet
(2). — Milchdrüsen. Entwickelung 0. Schultze. — Milchdrüsen. Ducelerf.
— Milchdrüsen bei trächtiger Phocaena. Hepburn. — Ichthyomys, Zitzen.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 205
Thomas (4). — Heteromys bulleri. Zitzen. Thomas (21). — Pelagius. Zitzen.
Caruceio (1) (p. 207). — Procavia neumanni. Zitzen. Matschie (5). — Mus
maurus. Zitzen. Tullberg (1) p. 10, Taf. IV, Fig. 17. — Mus alleni. Zitzen.
Tuliberg (1), p. 13, Taf. IV, Fig. 18. — Mus longipes. Zitzen. Tullberg (1),
p. 15, Taf. IV, Fig. 19. — Mus rattus. Zitzen. Tullberg (1), p.19, Taf. IV,
Fig. 20. — Lophuromys afer. Zitzen. Tullberg (1), p. 39, Taf. IV, Fig. 21. —
Mus hypoxanthus. Zitzen. Tullberg (1), p. 26, Taf. IV, Fig. 22. — Mus
dolichurus Zitzen. Tuliberg (1), p. 32, Taf. IV, Fig 23. — Atalapha. Zitzen.
H. Allen (1), p. 150.
24. Harn- und Geschlechtsorgane.
Nieren, Anatomie. Töpper. — Lieberkühn’sche Krypten und ihre Be-
ziehungen zu den Follikeln bei Cavia. Tomarkin. — Sciurus vulgaris.
Geschlechtsorgane. De Pousargues (4) 8 Abb. — Heterocephalus. Geschlechts-
organe. Taf. XIII, Fig. 12 und 13. Parona und Cattaneo. — Anthropopithecus
Genitalapparat eines Q, Horiuchi. — Menstruation von Semnopithecus entellus.
Heape. — Bursa fabrieii, Peyer’sche Drüsen. Antheil des Epithels an ihnen.
Retterer. — Cavia cobaya. Accessorische Geschlechtsdrüsen. De Pousargues
(3) Taf. 9, Fig. 1-10. — Erinaceus europaeus. Nebennieren. Carlier (1). —
Nebennieren. Pfaundler. — Nur eine Niere und ein Uterus bei Lepus cuni-
eulus 2. Retterer und Roger. — Entwickelung der Harnblase und Harnröhre.
Reichel. — Harnblase und Allantois von Cavia, Entstehung des Ureter. Keibel
(4). — Hymen. Entstehung. Klein. — Artibeus, Sturnira, Brachyphylla. Penis.
H. Allen (1), p. 49. — Anthrozous. Penis. H. Allen (1) p. 68.
iII. Uebersicht nach den Arten.
Die neuen Gattungen und Arten sind feit cursiv gedruckt.
Primates.
Primates. Phylogenesis des Arteriensystems der unteren Extremitäten.
Popowsky, Anat. Anz. VIII p. 657—665, 6 Abb. — Ligamente. Keith, Journ.
Anat. Physiol. norm.-path. XX VIII p. 276—288. — Nerven des Plexus lumbalis.
Ruge, Morph. Jahrb. XX. p. 305—397 Taf. XIII—XIV.
' Anthropopitheeidae: Anthropopithecus. Genitalapparat eines 2. Hori-
uchi, Ber. Nat. Ges. Freiburg VII p. 153—168, 10 Abb. — Gelehrigkeit in der
Gefangenschaft. Zipperlen, Zool. Gart. XXXIV p. 251—252.
Anthropopithecus niger, Abb. des Gehirns. Beddard, Trans. Zool. Soc. XIII
Taf. XXVIIH Fig. 2.
Anthropopithecus calvus. Unterschiede von A. niger, aubryi und tschego
p.180- 184. Beschreibung und Abbildung des Kopfes (Taf. XX, XXI), der
Hand und des Fusses (Taf. XXII), des Gehirns (p. 198—200 Taf. XXIU Fig. 1—4,
Taf. XXVII Fig. 1), der Muskulatur (p. 185—197), des Palatum (p. 197—198
Taf. XXV Fig.1—2), des Ohres (p.183 Taf. XXVIII Fig.3). Beddard, Trans.
Zool. Soc. London XIII p. 177—218 Taf. XX—XXVIL.
306 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Simia morio (2). Unterschiede vom gewöhnlichen Orang (p. 202—203), Be-
schreibung von Hand und Fuss (p. 203—204 Taf. XX VI), des Kopfes (Taf. XXIV
und XXV Fig.1), der Muskulatur (p. 204—216 Taf. XXVIII Fig.4, Brustmus-
keln), des Palatum (p. 216—217 Taf. XXV Fig.3), Beddard, Trans. Zool. Soc.
London XIII p. 202—218 Taf. XXI—XXVIL.
Hylobatidae: Hylobates. Bestimmungstabelle mit Angaben über die Ver-
breitung und Synonymie der bekannten Arten. Matschie, Sitzb. Ges. naturf.
Fr. Berlin p. 209—212.
Hylobates antiquus von Göriach, Geschichte dieser Art, Beschreibung des
Gebisses, vergleichende Maasse von Zähnen anderer Arten (A. syndactylus,
agilis, lar, leuciscus und mälleri), am ähnlichsten HZ. lar. Abb. zahlreicher Kiefer-
reste.e Hofmann, Abh. d K.K. Geol. Reichsanstalt XV Heft 6 p.6-—-18, 86,
Aa
Hylobates javanieus Mtsch. spec. nov. von Java. Matschie, Sitz. Ges.
naturf. Fr. Berlin p. 62.
Hylobates leuciscus Schreb. aus N. W. Borneo, Unterschiede von dem java-
nischen Hylobates. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 61—62.
Hylobates muelleri von Nord-Borneo im Londoner Zoologischen Garten.
Selater, P. Z. S. London p. 435.
Semnopitheeidae: Semnopithecus eruciger T’hos. vom Batang Lupar-Flusse
in West-Sarawak, Borneo. Maasse, Beschreibung dreier Indiyiduen. Thomas,
P. Z. S. London p. 3. — vielleicht Erythrismus von 8. chrysomelas; Hose, 1.
e D. 3.
Semnopithecus entellus, Menstruation. Heape, Proc. Royal Soc. LIV p. 169
—172.
Semnopithecus sabamus Thos. spec. nov. aff. 5. hosei, everetti und thomasi
von Paitan, Nord-Borneo. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 230—232.
Colobus vellerosus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 164—165.
Colobus vellerosus Ptrs. (Monatsb. Akad. Berlin 1876 p. 471) ist Colobus sata-
nas juv. Unterschiede im Schädelbau beider Arten. Matschie, Sitzb. Ges. na-
turf. Fr. Berlin p. 175—177.
Cereopitheeidae: Cercopithecus. Aufzählung aller bekannten Arten mit
Angaben über die Verbreitung und kritischen Bemerkungen. Eintheilung in
6 Gruppen. Bestimmungstabellen für 31 Arten. Selater, P. Z. S. London p. 243
—258.
Cercopithecus. Magen. Salomon, Arch. Mikr. Anat. XLI p.19--27 Taf.5, 6.
Cercopithecus albigularis von Blantyre, Nyassaland. Selater, P. Z. 8.
London p. 506.
Cercopithecus boutourlinti von Kaffa und Abugifar in Gimma. Ausführliche
Beschreibung. Abbildung. Unterschiede von Cerc. albogularis. Selater, P. Z.
S. London p. 441—443 Fig. (Thier).
Oercopithecus brazzae. Beschreibung und Abbildung. Beziehungen zu C.
neglectus. Selater, P. Z. S. London p. 443 Tafel XXXIL (Thier).
Cercopithecus campbelli, Verbreitung; von Nieder-Guinea durch Noack
fälschlich angegeben. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 253—254.
Cercopitheeus cephus vom Kuilu, Ogowe und von Yaunde. Maitschie, Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 255.
Cercopithecus cynosurus von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebiet. Abbil-
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 207
dung des Schädels. Irisfärbung. Jentink, Notes Leyden Museum XV p. 262
—263 Taf. 4.
Cercopithecus diana ignitus Gray. angeblich vom Congo, für eine kenntliche
Abart erklärt. Selater, P. Z. S. London p. 255.
Cercopithecus erxlebeni vom Ogowe, von Yaunde und Kakamoeka Matschie,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 254 - 255.
Oercopithecus erythrarchus = (. albigularis. Matschie, Sitzb. Ges. naturf.
Fr. Berlin p. 215.
Cercopithecus erythrogaster gehört in die Nähe von (. petaurista. Matschie,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 226.
Oercopithecus fantiensis Mtsch. nom. nov. für Ü. petawista autorum von
der Goldküste. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 64—65.
Cercopithecus flavidus = 0. rufoviridis. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin p. 213.
Oercopithecus grayi = 0. erxlebeni. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin p. 214.
Cercopithecus labiatus = C. samango. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin p. 214.
Cercopithecus martini Selater, P. Z. S. London 1884 Taf. XIV = (. signa-
tus. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 97, 215.
Cercopithecus melanogenys verschieden von C. nictitans, nächster Verwandter
von C. schmidti und synonym zu C. EIRERR, Matschie, Sitzb. Ges. naturf.
Fr. Berlin p. 96, 99, 100, 215.
Cercopithecus moloneyi Scelater spec. nov. von Karonga, Konde-Land,
nördl. vom Nyassa aff. C. albigularis. Abbildung. Selater, P. Z. S. London p. 252
Taf. XVII.
Cercopithecus mona von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p.165.
(ercopithecus monoides aff. C.albigularis, Unterschiede. Vaterland. Matschie,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 214—215.
Cercopithecus ochraceus Ptrs. = Papio cynocephalus pull. Matschie, Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 215—216.
Cercopithecus palatinus = Ü. roloway ist C. diana juv. Matschie, Sitzb. Ges.
naturf. Fr. Berlin p. 215.
(ercopithecus petaurista Schreb., Beschreibung eines typischen Exemplares.
Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 63—64.
Cercopithecus rufoviridis, nahe verwandt mit C. pygeryihrus. Matschie,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 216.
Cercopithecus sabaeus, Verbreitung der zu dieser Gruppe gehörigen Arten.
Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 255.
Cercopithecus schmidti, Abbildung. Selater, P. Z. S. London Taf. XVI.
Cercopithecus stairsi, Ergänzung der Beschreibung. Selater, P. Z. S.
London p. 443 —444,
Cercopithecus stampflü = C.ludio. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin
p. 97, 101, 215.
Cercopithecus stuhlmanni Mtsch. spec. nov. aff. C. leucampyx von Kinja-
wanga, Centrai-Afrika. Eingeborenen-Name. Unterschiede von allen verwandten
Formen. Matschie, Sitzb. Ges. naturf, Fr. Berlin p. 225—227.
Cercopithecus talapoin von Banana = C. campbelli bei Noack, Zool. Jahrb.
208 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
IV. Verbreitung; letzterer unterer Molar mit 4 Höckern. Matschie, Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 253— 255.
Cercopithecus tantalus, nahe verwandt mit Ü. sabaeus L. Matschie, Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 216.
Cercopithecus werneri, von Noack für Benguela angegeben, ist wahrschein-
lich ©. cynosurus. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 255—256.
Cercopithecus werneri, Beschreibung. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin p. 216.
Maeaeidae: Cercocebus cynomolgus von Flores. Weber in Weber’'s Reise
Niederl. Ostindien III p. 268.
Inuus. Magen. Salomon, Arch. Mikr. Anat. XLI p. 19- 27 Taf.5, 6.
Macacus inuus, Zahl dieser Affen auf Gibraltar. Nicholson, P. Z. S. Lon-
don p. 325. — Lebensweise auf Gibraltar. Sehiöttz, Zool. Gart. XXXIV p. 188.
Macacus nemestrinus var. vom Baram-Flusse, Nord-Borneo. Beschreibung.
Selater, P. Z. S. London p. 325.
. Macacus rhesus, Lumbo-sacral-Plexus. Russel, Proc. Royal Soc. London
LIV p. 243-272, 4 Fig.; l.c. LIII p. 459 —462.
Macacus rhesus, mikroskopische Anatomie eines trächtigenQ, Hart& Gulland,
Journ. Anat. Phys. London XXVI, p. 361—376, Taf. XXII.
Papio ältester Name für die Gattung der Paviane, hat vor Cynocephalus
die Priorität. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6), XI p. 40.
Papio von Dar Fertit gebraucht Sieine zum Aufklopfen von Früchten.
Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 26.
Papio doyuera synonym. zu P. thoth. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6),
XI, p.46.
Papio hamadryas. Fall von ektopischer Schwangerschaft. Waldeyer,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 246.
Papio hamadryas von Lahadsch und Aden. Vulgärname, Verbreitung,
Nahrung, Kämpfe. Neumann bei Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p 25 —26.
Papio thoth ibeanus Thos. subspee. nov. von Lamu, Ostafrika. Thomas,
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 47.
Papio olivaceus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 166.
Papio porcarius als Raubthier. Zool. Gart. XXXIV, p. 252,
Papio rubescens von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 166.
Platyrhini: Cebidae: Cebus. Schultergürtel. Howes, P. Z. S. London,
p. 589, Fig. 1i.
Cebus. Arterien der unteren Extremitäten. Popowsky. Anat. Anz. VLiI,
p. 657—658 Fig. 4.
Cebus spec. von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V, p.231.
Mycetes spec. von Trinidad. Alien und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 205, 231.
Ateles. Arterien der unteren Extremitäten. Popowsky, Anat. Anz. VIII,
p. 661—662, Fig. 5.
Ateles marginatus. Schultergürte. Howes. P. Z. S. London, p. 589,
Fig.1h.
Nyctipithecus, Arterien der unteren Extremitäten. Popowsky, Anat. Anz.
VIII, p. 663, Fig. 6.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 209
Nyetipithecus trivirgatus von Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P. Z.
S. London, p. 334.
Aretopitheeidae: Hapale. Arterien der unteren Extremitäten. Popowsky,
Anat. Anz. VIII, p. 664—668, Fig. 1—3, 6.
Hapale santaremensis Mtsch. spec. nov. aff. H. chrysoleucus von Pari-
catüba und Santarem, Amazonas-Gebiet. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin, p. 227—228.
Hapale jacchus. Abnormes Sternum. &. B. Howes. P. Z. S. London,
p. 168—170, Fig. 1 und 2.
Prosimiae.
Lemuridae: Klassifikation. Forsyth Major, Proc. Royal Soc. London,
LIV, p. 176—179.
Lemur rufipes (Gray) ist @ zu L. nigerrimus Selater, stammt vom Cap
d’Ambre, Nord-Madagaskar, und hat blaugrüne Iris. Milne-Edwards, P. Z. S.
London, p. 177—178.
Otogale kirkii von Nmasi, Nyassaland.. Thomas, P. Z. S. London, p. 501.
Galago demidoffi von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 167.
Galago zanzibariceus Mtsch. spec. nov. aff. @. mossambicus, von Zanzi-
bar. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 111—112,
Hemigalago anomurus Pousargues spec. nov. aff. A. demidoffi, vom
Kemo, Ubangi. De Pousargues, Bull. Soc. Zool. XVIII, p. 51—53.
Tarsiidae: Tarsius fuscomanus von Celebes, Sanghi, Saleyer und Savu.
Weber in Weber’s Reise Niederl. Ostindien, ILI, p. 260—266.
Tarsius spectrum von Bangka, Billiton, Borneo und Java. Weber in
Weber’s Reise Niederl. Ostindien, III; p. 260 — 266.
Megaladapidae: Megaladapis madagascariensis Major gen. nov.
et spec. nov. der Megalapidae aus dem Pleistocaen von Madagascar. Forsyth
Major, Proc. Royal Soc. London LIV, p. 176—179.
Chiroptera:
Chiroptera: Thyroidea. Nicolas. Bull. Soc. Sc. Nancy. Annee 5. —
Flughaut (makroskopisch), Ohr, Hautfalten, Haar, Drüsen, Färbung, Skelett,
Gebiss. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 1—31. — Milchgebiss. Leche.
Morph. Jahrb. XX, p. 113—142.
Megachiroptera: Cynopterus maculatus Thos. spec. nov. von Sarawak.
Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 341—342.
Cynopterus melanocephalus, Bezahnung. Thomas, -Ann. Mag. Nat. Hist.
(6) XI, p. 342.
Crmonycteris straminea von Lahadsch. Lebensweise, Ruf, Vulgärname.
Neumann bei Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 26, 27.
Oynonyeteris torquata von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 168.
Eonycteris spelaea, Analdrüsen. Monticelli, Rend. Acad. Napoli, XXXII,
pI.1413:
Epomophorus macrocephalus für das Congo-Gebiet von Noack (Zool. Jahrb.
Arch. f, Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. II. H.1. 14
210 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
IV (fälschlich angegeben. Unterschiede von E.gambianus. Verbreitung. Matschie,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 256—257.
Epomophorus pusillus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 167.
Hypsignathus monstrosus, Abbildung. Oustalet, Le Naturaliste, p. 6.
Pteropus aldabrensis True, sp. nov. von Aldabra. True, Proc. U. S.
Nat. Museum, XVI, p. 533—534.
Pteropus edulis, Keimblattbildung. Selenka, Studien über Entwickelungs-
geschichte, 5. Heft, 2. Hälfte. — Dottersack und Placenta. Göhre, ebenda.
Pteropus mackloti von Flores. Weber in Weber’s Reise Niederl. Ostindien,
II, p. 268.
Pteropus medius. Magen. Cattaneo, Boll. Mus. Zool. Anat. Comp. Genova
X. Abb.
Mierochiroptera: Rhinolophidae. Rhinolophus ferrum eqwinum in Nord-
west-Spanien, Vulgärname, Verbreitung. &adow, Zool. Jahrb. VII, p. 335.
Rhinolophus Schlosseri Hofmann spec. nov. aff. Rh. hipposideros nach
einem Kieferreste aus dem Braunkohlenflötz von Göriach bei Turnau, Steier-
mark. Beschreibung der Zähne. Hofmann. Abh. K. K, Geol. Reichsanstalt.
XV, Heft 6, p. 18—19, 86, Taf. II, Fig. 1, a—b (Unterkieferast).
Phyllorhina cyclops von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 168.
Phyliorhina fuliginosa von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 168.
Nyeteridae: Nycteris hispida von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb.
VI, p. 169.
Nycteris hispida vom unteren Tana. True, Proc. U. S. Nat. Mus. XVI,
p. 602.
Vespertilionidae: Adelonyeteris tür Vesperus. H. Allen, Bull. U. S.
Nat. Mus. No. 43 p. 111—112.
Adelonycteres fuscus. Wiedergabe der Originalbeschreibung. H. Allen.
Bull. U. S. Nat. Mus. No. 45 p. 185.
Adelonycteris fuscus. Beschreibung. Lebensweise. Unterschiede von A. sero-
tinus. H. Allen. Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 112—121, Pl. XV (Kopf und
Schädel von 2 Seiten, Ohr, Flughäute, Ineisiven) Pl. XVI (Thier in 2 Stellungen,
kriechend), Pl. XVII (Zahnreihe).
Anthrozous. Unterschiede von Nyetophilus, Beziehungen zu Corynorhinus
Atalapha und Dasypterus. H. Allen. Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43, p. 64
—66, 70.
Anthrozous pallidus. Beschreibung, Verbreitung, Maasse, Abbildungen des
Kopfes von 2 Seiten, des Ohres, der Flughäute, des Schädels von 2 Seiten,
des os petrosum (Pl. VIII), der Zähne (Pl. IX). H. Allen. Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 43 p. 66—70.
Anthrozous pallidus von Bluff City, Utah. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V,
p. 83.
Atalapha, Beziehungen zu den Phyllostomidae. H. Allen, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 43 p. 141—142.
Atalapha cinereus. Wiedergabe der Originalbeschreibung. H. Allen, Bull.
U. 8. Nat. Mus. No. 43 p. 185.
Atalapha cinerea. Beschreibung, Lebensweise, Maasse.. H. Allen, Bull.
U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 155—162. Pl. XXV (Kopf und Schädel von 2 Seiten,
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 211
Ohr, Os petrosum, Schwanzflughaut), Pl. XXX (Flughaut), Pl. XXXI (Zahn-
reihen).
Atalapha einerea von Carisso Creek, Salado Valley und San Pedro Martir,
Niedercalifornien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 201.
Atalapha frantzii von San Sebastian, Costa Rica. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V, p. 237.
Atalapha fuscata, kurze Beschreibung nach der Originaldiagnose. H. Allen,
Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 184.
Atalapha intermedia von Berbice, Guiana. Abweichende Merkmale. Jentink.
Not. Leyd. Mus. XV, p. 278—283.
Atalapha noveboracensis. Beschreibung. Beziehungen zu A. frantzii und
pfeifferi, Lebensweise. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 142—-153,
Pl. XXVI (Kopf und Schädel von 2 Seiten, Flughäute, Os petrosum), Pl. XX VII
(Hängendes Thier, Kopf mit vorgestreckter Schnauze), Pl. XX VIII (Zahnreihen).
Atalapha teliotis. Beschreibung. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43
p.153—155, PI.XXVII (Kopf und Schädel, letzterer von 2 Seiten), Pl. XX VIII
(Zähne).
Corynorhinus, Unterschiede von Anthrozous, bildet mit dieser Gattung so-
wie mit Thyroptera, Euderma und Noctilio eine besondere aberrante Gruppe der
Vespertilioninae. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 54—55, schliesst sich
an Euderma, 1. c. p. 55.
Corynorhinus macrotis, Beschreibung, Verbreitung, Maasse, Abbildung des
Kopfes von 2 Seiten, des Ohres, der Flughäute, des Schädels von 2 Seiten
(Pl. VI), der Zahnreihe (Pl. VII, Fig. 1). H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43
p. 55—58.
Corynorhinus townsendii, Beschreibung, Verbreitung, Maasse, Abbildung,
der Zähne (Pl. VO, Fig. 2—3). H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43,
p. 585—60.
Dasypterus intermedius. Beschreibung, Maasse. H. Allen, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 43 p. 137—140 Taf. XXIV (Kopf mit Schädel von 2 Seiten, Flughäute),
Taf. XX'V (Zahnreihen).
Eptesicus melanops und mydas, kurze Beschreibungen der Gattungs- und
Art-Merkmale nach den Originalbeschreibungen. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus.
No, 43 p. 184.
Euderma. Unterschiede von Corynorhinus, Plecotus und Synotus. H. Allen,
Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 61.
Euderma maculata, Beschreibung. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43,
p. 61—64.
Lasionycteris noctivagans. Beschreibung, Lebensweise, Maasse. H. Allen,
Bull. U. S. Nat. Mus. No.43 p. 104— 111, Pl. XIII (Kopf von 2 Seiten, Ohr,
Flughäute, Schädel von 2 Seiten), Pl. XIV (Zahnreihe).
Mycronycteris megalotis von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am,
Mus. V, p. 232.
Nycticejus, Unterschiede von Scotophilus. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus.
No. 43 p. 132.
Nycticejus humeralis, Beschreibung, Verbreitung, Maasse. H. Allen, Bull.
Nat. Mus. No. 43 p.132—136, Taf. XXII (Kopf von 3 Seiten und Schädel von
2 Seiten, Ohr, Flughäute), Taf. XXIII (Zahnreihen).
14*
212 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Plecotus von Alderley, Cheshire. Oldham, Zoologist, XVII p. 103.
Plecotus in Nordwest-Spanien, Vulgärname, Verbreitung. G@adow, Zool.
Jahrb. VII p.335. — Von der Insel Man Kermode, Zoologist XVII, p.62.
Rhogoessa parvula von Costa Rica. Pacifik-Küste. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V, p. 237.
Scotophilus minimus = Se. schlieffeni.. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin, p. 27.
Scotophilus schlieffeni von Lahadsch; Färbung von $ und 2, Vulgärname,
Unterschiede von Sc. pallidus, Neumann und Matschie, Sitzber. Ges. naturf.
Fr. Berlin, p. 26—27.
Vespertilio. Unterschiede von Kerivoula und Natalus. H. Allen, Bull. U.
S. Nat. Mus. No. 43 p. 71.
Vespertilio albescens, arquatus, brasiliensis, brevirostris, calcaratus, cali-
fornicus, carolinensis, caroli, crassus, creeks, cyanopterus, erythrodactylus, ferru-
gineus, georgianus, humeralis, leibei, lucifugus, megalotis, melanotus, monachus,
monticola, mystax, noctivagans, phaiops, pulwerulentus, salarüi, subflavus, subulatus,
tesselatus, ursinus, virginianus. Kurze Beschreibungen nach den Original-
diagnosen. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 183—193.
Vespertilio albescens. Beschreibung, Abarten (evotis, melanorhinus, velifer,
affinis). H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 87—94, Pl. XII Fig. 4-5
(Kopf von V. evotis).
Vespertilio daubentoni von Alderley, Cheshire. Oldham, Zoologist, XVII,
p. 103. — Am Ouse Fluss bei Cardington Mill, Bedfordshire. Elliot, Zoologist,
XVLD, p. 354—355.
Vespertilio evotis von San Pedro Martir, Niederealifornien. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V, p. 202.
Vespertilio gryphus, Beschreibung, Abarten. H. Allen, Bull. U. S. Nat Mus.
No. 43 p. 75—85 Pl. X (Kopf von 2 Seiten, Ohr, Flughäute, Schädel von 2 Seiten,
Incisiven), Pl. XI (Zahnreihe).
Vespertilio lucifugus von Bluff City, Utah. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
V,»p.833.
Vespertilio Iucifugus, pedomorphische Varietät von V. gryphus. H. Allen,
Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 73. — Beschreibung. H. Allen, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 43 p. 78—80.
Vespertilio muricola von Flores. Weber in Weber’s Reise Niederl. Ost-
indien III, p. 268.
Vespertilio muricola, Unterschiede von V. nattereri, capaceinii und mysta-
einus. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 71—72. 4
Vespertilio murinus in Nordwest-Spanien, Verbreitung, Vulgärname. Gadow,
Zool. Jahrb. VII, p. 335.
Vespertilio mystacinus von Alderley, Cheshire.. Oldham, Zoologist, XVII,
p. 103, — Bei East Lothian und Rannoch im Forth Distriet. Harting,
Zoologist, XVII, p. 426.
Vespertilio nattereri bei Cheetham Hill, Manchester. Oldham, Zoologist,
XVL, p. 457.
Vespertilio nigricans von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
II p.231. — Von Berbice, Guiana. Färbung, Maasse. Jentink, Not. Leyd.
Mus. XV p. 278—283.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 213
Vespertilio nitidus von San Pedro Martir, Niedercalifornien, J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V, p. 202.
Vespertilio nitidus. Beschreibung, Abarten (macropus, ciliolabrum, longicrus),
Beziehungen zu V. chiloensis, subulatus. MH. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus.
No. 43 p. 94—104, Pl. XII (Kopf von 2 Seiten, Ohr, Flughäute, Schädel von
nitidus, nitidus var. und cikiolabrum).
Vespertilio pipistrellus von der Insel Man. Lebensweise, Vulgärname.
Kermode, Zoologist, XVII, p. 62.
Vespertilio yumanensis, pedomorphische Varietät von V. nitidus. H. Allen,
Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 73.
Vesperugo carolinensis, Beschreibung. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No.43
p. 121—128, Pl. XVIII (Kopf und Schädel von 2 Seiten, Ohr, Flughäute, In-
eisiven), Pl. XIX (Zahnreihe).
Vesperugo hesperus, Beschreibung, Verbreitung. H. Allen, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 43 p. 128-131, Pl. XX (Kopf und Schädel von 2 Seiten, Ohr, Flug-
häute), Pl. XXI (Zahnreihen).
Vesperugo hesperus von Gato Creek und Guadeloupe Valley, Nieder-
ealifornien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 201. — Von Riverview, Utah.
J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V. p. 83.
Vesperugo hesperus, merriami, kurze Beschreibungen nach den Original-
diagnosen. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No.43 p. 191—192,
Vesperugo leislervi bei Buckleys Hill nahe Carrickmines, Co. Dublin.
Barrington, Zoologist, XVII, p. 426—427.
Vesperugo (Lasionycteris) noctivagans von Florida, La Plata Co,, Colorado.
J. A. Allen, Bull. Am. Mus V p. 83.
Vesperugo noctula bei Arundel, Sussex. Ellis, Zoologist, XVII, p. 458.
Vesperugo _pusillulus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 170.
Vesperus fuscus von Gato Creek und San Pedro Martir, erstere viel blasser
als letztere. J. A.. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 201. — Von Bluff City, Utah und
Florida, La Plata Co. Colorado. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p.83. — Von
Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P. Z. S. London p. 334.
Vesperus minutus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 170.
Vesperus rendalli vom unteren Tana. True, Proc. U. S. Nat. Mus. XVI,
p- 602.
Vesperus serotinus bei Arundel, Sussex. Ellis, Zoologist, XVII, p. 458.
— Borrer, Zoologist, XVII, p. 223 — 224.
Vesperus. tenuipinnis von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 170.
Emballonuridae. äMolossi, Familienmerkmale. H. Allen, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 43 p. 162—163.
Dichidurus albus von La Palma (San Jose), Costa Rica. J. A. Allen,
Bull. Am, Mus. V p. 237.
Molossus abrasus von Berbice, Guiana,. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV;
p. 278— 283. Be
Molossus obscurus von Central-Peru. Thomas, P. Z. S. London p. 334. —
Von Trinidad, Maasse. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V p. 207, 232. —
Von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV, p. 278—283.
Molossus planirostris von Berbice, Guiana, Jentink, Not. Leyd. Mus. XV
p. 278—283.
214 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Molossus rufus von Trinidad, Färbung, Maasse, Lebensweise. Allen und
Chapman, Bull, Am. Mus. V p. 206—207, 232.
Noctilio leporinus von Trinidad, Färbung, Lebensweise. Allen u. Chapman,
Bull. Am. Mus. V p. 206, 232, — Von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd.
Mus. XV p. 278-283.
Nyctinomus brasiliensis. Reduktion der Zahl der Ineisiven. .H. Allen,
Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 65.
Nyctinomus brasiliensis. Beschreibung, Beziehungen im Schädelbau zu N.
orthotis, norfolcensis, europs, Lebensweise. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. N0.43
p. 163—171, Pl. XXXII (Kopf und Schädel von 2 Seiten, Ohr, Flughäute, os
petrosum, Schwanzflughaut einer östlichen Abart), Pl. XXXIII (Zahnreihen).
Nyctinomus brasiliensis von San Jose, Costa Rica. J. A. Allen, Bull. Am,
Mus. V, p. 237.
Nyctinomus brasiliensis von Carriso Creek, San Telmo, Valladares, San
Pedro Martir (Niedercalifornien) heller und grösser als Florida- und Cuba-
Exemplare. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 201.
Nyctinomus crepuscularıs, eynocephala, noveboracensis, kurze Beschreibung
nach den Original-Diagnosen. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No.43 p. 185.
Nyctinomus kalinowskii Thos. spec. nov. von Central-Peru, kommt am
nächsten N. norfolcensis. Abbildung des Kopfes. Thomas, P. Z. S. London,
p. 334—3535, Taf. XXIX, Fig. 10.
Nyetinomus macrotis wevadensis H. Allen spec. nov. von Nevada. Be-
schreibung. H. Allen, Bull. U. St. Nat. Mus. No. 43 p. 171. Pl. XXXIV
(Kopf und Schädel von 2 Seiten, Flughäute, Ohr), Pl. XXXV (Zahnreihen).
Saccopteryxc bilineata von Jimenez, Costa Rica. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V, p. 237.
Saccoptery& bilineata von Trinidad. Maasse.. Allen und Chapman, Bull.
Am. Mus. V, p. 205, 232.
Saccoptery.« bilineata von Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P. Z. S.
London, p. 334.
Saccoptery& canina von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V, p. 232.
Saccoptery& leptura von Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P. Z. S.
London, p. 334. — Von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV, p. 278
—283.
Saccoptery& leptura von Trinidad. Maasse, Färbung. Allen und Chapman,
Bull. Am. Mus. V, p. 205, 232.
Phyllostomatidae: Anura geoffroyi von Central-Peru. Thomas, P. Z. S.
London, p. 335.
Anura geoffroyi von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 232.
Artibeus, Unterschiede von Macrotus. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus.
No. 43 p. 31.
Artibeus. Unterschiede von Uroderma, Dermanura uno Vampyrops. H.
Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43 p. 44, 48, 50, von Sturnira und Brachy-
phylla. 1. c. p. 49.
Artobius Winge zu verwerfen zu Gunsten von Artibius Leach. Thomas,
P, Z. 8. London, p. 337.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 215
Artibeus hartii von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 232.
Artibeus carpolegus von San Jose und Limon, Costa Rica. Färbung. J. A.
Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 238.
Artibeus cinereus von San Sebastian, San Jose, Costa Rica. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V, p. 238.
Artibeus glaucus Thos. spec. nov., Artibeus perspicillatus am nächsten
stehend, von Chanchamayo, Central-Peru. Abbildung des Schädels und Gebisses.
Thomas, P. Z. S. London, p. 336—337, Taf. XXIX, Fig. 7—9.
Artibeus perspieillatus. Beschreibung, Auftreten in Florida (p. 52—53),
Maasse, Abbildungen des Kopfes von 2 Seiten, des Ohres, des Schädels von
2 Seiten, des Os petrosum, der Interfemoralmembran (Pl. ID, der Flughaut
(Pl. IV), der Zähne (Pl. V). H. Allen. Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43,
p- 43—53.
Artibeus perspieillatus von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V, p. 232.
Artibeus planirostris von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p- 232. — Von Berbice, Guiana. Jentink. Not. Leyd. Mus. XV, p. 278—283.
Artibeus quadrivittatus von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus,
V, p. 232. — Von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV, p. 278—283.
Artibeus spec, von Trinidad. Maasse, Beschreibung. Allen und Chapman,
Bull. Am. Mus. V, p. 208.
Carollia brevicauda von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV,
p. 278—283.
Chilonycteris rubiginosa von Trinidad. Allen und Chapman. Bull. Am. Mus.
V, p. 232.
Chiroderma. Bemerkungen über diese Gattung. Thomas, Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XI, p. 186—187.
Chiroderma villosum von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V, p. 232.
Ohiroderma villosum = Phyllostoma dorsale Lund nom. nudum; Berichtigung
der Schädelmaasse für diese Art und Ch. villosum; Synonymie. Thomas, Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 187.
Choeronycteris intermedia. Allen und Chapman spec. nov. von Prince-
town, Trinidad, aff. Ch. minor und Oh. mexicana. Maasse. Allen und Chapman,
Bull. Am. Mus. V, p. 207—208, 232.
Choeronycteris peruana = Anura geoffroyi. Thomas. P. Z. S. London,
p. 335.
Dermanura cinerea. Nasenanhänge. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43
p. 44.
Desmodus rufus von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 232. — Von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV, p. 278—283.
Desmodus Youngii Jentink spec. nov. aff. D. rufus von Berbice, Guiana.
Jentink, Not. Leyd. Mus. XV, p. 232—283.
Furipterus horrens von 'Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 232.
Glossonycteris lasiopyga = Anura geoffroyi. Thomas, P, Z. S. London,
p. 335,
316 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Glossophaga sorieina von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V, p. 232. — Von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV, p. 278—283.
Glossophaga soricina von Central-Peru. Thomas, P. Z. S. London, p. 335.
Hemiderma brevicaudum von San Sebastian, San Jose, Costa Rica. J. A.
Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 238.
Hemiderma brevicaudum von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am.
Mus. V, p. 232.
Lonchorhina aurita von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V.
p. 232.
Macrotus, systematische Stellung. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43
p. 33—34.
Macrotus Gray für Otopterus Flower & Lydekker wieder hergestellt. True
bei H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43, p. 33.
Macrotus californicus, Beschreibung, Beziehungen zu M. waterhousiü, mexi-
canus und bulleri, zahlreiche Maasse. Abbildung des Kopfes von 2 Seiten, des
Ohres, der Flughäute, des Schädels, des os petrosum (Taf. I), der Zähne (Taf. II).
H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 43, p. 34—43.
Mormops megalophylla von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V, p. 232.
Natalus stramineus von Berbice, Guiana. Maasse, Schwanzlänge. Jentink,
Not. Leyd. Mus. XV, p. 278—283,
Phyllostoma hastatum von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p- 232. — Von Berbice, Guiana. Jentink. Not. Leyd. Mus. XV, p. 278—283.
Phyllostoma hastatum von Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P. Z. S.
London, p. 335.
Promops perotis californicus. Unterschiede von Pr. glaueinus. H. Allen,
Bull. U. S. Nat. Mus. No.43 p. 175—182, Pl. XXXVI (Kopf und Schädel von
2 Seiten, Ohr, Schwanzflughaut), Pl. XXXVI (Flughaut), Pl. XXX VIL (Zahn-
reihen).
Pteronotus davyi von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 232.
Rhinophylla pumilis von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV,
p. 278—2833.
Rhymchonyceteris naso von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. An. Mus.
V;+P:232.
Sturnira lilium von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 232.
Thyroptera tricolor von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 231.
Thyroptera ist Natalus ähnlich. H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 34,
p. 55.
Vampyrops caraccioli Thos. nom. nov. für V. caraccioloe. Thomas, Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 186.
Vampyrops caraceioli von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
23282, |
Vampyrops lineatus von Jimenez, Costa Rica. J. A. Allen, Bull. Am. Mus,
V, p. 238,
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 217
Vampyrus speetrum von Berbice, Guiana. Jentink, Not. Leyd. Mus. XV,
p. 278 —283.
Insectivora.
Sorieidae: Blarina mierura von San Isidro, San Jose, Costa Rica. J. A.
Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 238.
Blarina parva im Whitewater Valley, Indiana. Butler, Proc. Indiana
Acad. Sc. 1891, p. 163.
Crocidura bovei von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 171.
Crocidura (Pachyura) hosei Thos. spec.nov. aff. Cr. perotteti und hodgsont,
von Bakong in Baram, Ost-Sarawak, Borneo. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist.
(6) XI, p. 343— 344.
Crocidura monticola von Sarawak. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6)
XI, p. 344.
Crocidura 2 spec. inc. von Milanji, Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London,
p. 501.
Crossopus fodiens var. von Bolton-le-Moors, S. W. Lancashire. Beschreibung,
Stott, Zoologist. XVII, p. 302—303.
Homalurus für Sorex alpinus, vulgaris und pygmaeus. Schulze, Schr. Ntw.
Ver. Harz. 5. 28. 1890.
Myosorex preussi Mtsch. spec. nov. von Buea, Kamerun. Unterschiede von
M. varius, morio und johnstoni. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin,
p. 177 —178.
Sorex araneus von der Insel Man. Vulgärmame. Kermode, Zoologist,
XVII, p. 62—63.
Sorex vulgaris, Placenta. Hubrecht, Verh. Akad. Amsterdam, (2) III,
No. 6, 36 Seiten, 9 Tafeln.
Sorex spec. in Nordwest-Spanien, Vulgärname. Gadoew, Zool. Jahrb.
VL, p. 334. ’
Myogalidae: Myogale in Nordwest-Spanien. Verbreitung. &adow, Zool.
Jahrb. VII, p. 333.
Talpidae: Scalops aquaticus australis F. M. Chapman, subsp. nov. von
Gainesville, Florida. Chapman, Bull. Am. Mus. V, p. 339.
Scalops texanus von Sc. argentatus sehr verschieden; für Rockport, Aran-
sas Co, Texas nachgewiesen. J. A. Allen, Bull. Am, Mus. V p. 200—201.
Scapanus anthonyi J. A. Allen spec. nov. von San Pedro Martir aff. Se.
‚townsendi. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 200.
Talpa in Nordwest-Spanien. Verbreitung. &adow, Zool. Jahrb, VIlp. 333.
Talpa europaea var. flava in England. Service, Zoologist XVII p. 425
—-426.
Potamogalidae: Potamogale velox, Abbildung. Oustalet, Le Natura-
liste p. 7.
Centetidae: Centetes, Andeutungen von Schuppen, auf welchen Harre
stehen. Emery (1) Fig. 2
Microgale erassipes A. M.-E. spec. nov. aff. M. cowani von Tananarivo.
Milne-Edwards, Ann. Sc. Nat. XV p. 98.
218 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Erinaceidae: Erinaceus albiventris von Togo. Matschie, Mitth. Schutz-
geb. VI p. 170.
Erinaceus albiventris von Somali-Land im Londoner Zoologischen Garten.
Selater, P. Z. S. London p. 435.
Erinaceus europaeus, Aufrichten der Stacheln. Langley, Journ. Phys.
Cambridge p. 1—2.
Erinaceus europaeus. Histologie. Carlier, Journ. Anat. Phys. London
XXVII p. 168—178, 354—360, 508-518 Taf. 11, 21, 26, 27. — Winterschlafdrüse.
Carlier, Rep. 62. Med. Brit. Ass. Adv. Sc. p. 752—753. — Haut. Carlier, ibid.
p. 773— 774.
Erinaceus europaeus von der Insel Man, vielleicht eingeführt. Winter-
schlaf. Vulgärname. Kermode, Zoologist XVIL p. 62.
Erinaceus in Nordwest-Spanien. Vulgärname. Gadow, Zoolog. Jahrb.
VL p. 332.
Erinaceus europaeus, Struktur der Nebennieren. Carlier, Anät. Anz.
VIII, p. 443—445, Abb.
Erinaceus sansaniensis aus der Braunkohle von Göriach. Beschreibung
der Bezahnung, Vergleichung mit E. europaeus. Hofmann, Abh. K. K. Geol.
Reichsanstalt XV Heft 6 p. 19—21 86, Taf. III Fig. 1—3.
Tupajidae: Parasorex socialis aus der Braunkohle von Göriach. Verglei-
chung der Zähne mit solchen aus Steinheim. Hofmann, Abh. K.K. Geol. Reichs-
anstalt XV Heft 6 p. 21—22, 86 Taf. Il Fig 6a—c.
Tupaja graeilis Thos. spec. nov. aff. T. minor vom Apoh Fluss am Batu
Song, Baram, Borneo. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 53-54.
Tupaja ferruginea longipes Thos. subsp. nov. von Spitang, Baram und
Sarawak, Nordwest-Borneo. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 343.
Maeroseelididae: Petrodromus tetradactylus von Milanji, Nyassaland.
Thomas, P. Z. S. London p. 501.
Rhymchocyon stuhlmanni Mtsch. spec. nov. vom Ssemliki-Issango-Fluss.
Vulgärnamen. Lebensweise. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 67—68.
Creodontia.
Hyaenodon, Zähne mit Goldglanz. Jaeckel, Sitzb.Ges. naturf. Fr. Berlin p.84.
Palaeonictis von Amerika. Osborn, Bull. Soc. Geol. France (3) XX. p. 434
—436, Abb. eines Schädelrestes.
Carnivora.
Carnivora. Grube hinter dem oberen Reisszahn bei Arten, welche nur
Fleisch fressen. Beauregard, C. R. Soc. Biol. (2) V p. 784—785.
Carnivora. Placenta. Duval, Journ. Anat. Physiol. XXIX p. 249—340,
425—465, 663 -729, 25Fig. Taf. VO, XI, XIII. — Fleischmann, Embryol.
Unters. 3. Heft.
Carnivora. Gehirnwindungen, phylogenetische Schlüsse über die Verwandt-
schaft der Felidae, Canidae, Mustelidae und Viverridae. Debierre & Bole, Journ.
Anat. Physiol. XXIX p. 637—662 17 Fig.
Canidae von Indien. Littledale, Journ. Bombay Soc. VIL p. 494—511,
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 219
Amphicyon spec. aff. A. intermedius aus der Braunkohle von Göriach. Be-
schreibung von Zähnen. Hofmann. Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt XV Heft 6
p.23, 86 Taf. III Fig.5a,b Taf. IV Fig.5a,b.
Canimartes eumminsi Cope spec. nov. aus dem Tertiär von Texas. Cope,
Rep. Geol. Surv. Texas 1892 p. 52.
Canis anceps Scott sp. nov. aff. C. brachypus, aus den oberen Deep River
Beds, Montana. Seott, Am. Natural. XX VII p. 660.
Canis anthus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p.173.
Canis familiaris Rassen. Lee, A History and Description of the Modern
Dogs. — Känguruhund und sein Bastard mit deutscher Dogge. Hartmann,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 76-78. — von Togo. Matschie, Mitth. Schutz-
geb. VI p 173. — von Neu-Seeland. Colenso, Trans. New-Zealand Inst. XXVI
p. 495503. — Freundschaft mit gefangenen Füchsen. Zool. Gart. XXXIV p.381.
— pflegt eine Katze, welche Brandwunden an den Füssen hatte. Zool. Gart.
XXXIV p.59. — Anatomie. Ellenberger & Baum. — Nerven am Ileum.
Berkley, Anat. Anz. VIII p. 12—19. — Nerven des Herzens. Lim Boon Keng,
Journ. Phys. Cambridge XIV p. 467—482 Taf. 25. — Thyroidea. Gley, C. R. Soe.
Biol. (9) V p. 217—218; Gley & Phisalix, :bid. p. 219. — Beweis von Ueberlegung.
Weir, Am. Natural. XXVII p. 943.
Leucocyon lagopus für Raymonden bei Perigueux erwähnt. Harle, C.
R. Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Juillet.
Canis latrans von Nordwest-Chihuahua, Unterschiede von Montana-Exem-
plaren, Beschreibung des Winterkleides. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 31.
Canis lupus in Lothringen. Wolfram, Globus LXDIl p.79. — Vorkommen
in Deutsch-Lothringen. Friedel, Zool. Gart. XXXIV p.5—10. — von Salies-du-
Salat (Haute Garonne). Harle. C. R. Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Juin. — in
Nordwest-Spanien. Verbreitung. Gadow, Zool. Jahrb. VII p. 334.
Canis (Lupus) spec. von Aden. Vulgärname. Neumann bei Matschie,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 27.
Vulpes mesomelas von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebiet. Abbildung
des Schädels. Jentink, Notes Leyden Museum XV p.263 Taf. 5.
. Canis spec. aus Florida. Abb. des Unterkiefers. Moore, Am. Natural.
XXVII p. 612—614, Abb. p.613, Bemerkungen dazu von Cope.
Canis spec. aus dem Pliocän von Sainzelles (Haute-Loire). Boule, Ann.
Se. Nat. XV p.88.
Canıs spec. inc. vom oberen Shire. Thomas, P. Z. S. London p. 502.
Urocyon virginianus scottiüü von der Grenze zwischen Arizona und Mexico,
J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p.31.
Vulpes in Nordwest-Spanien. Vulgärname. @adow, Zool. Jahrb. VII p. 334.
Canis (Vulpes) spec. von Aden. Vulgärname. Neumann bei Matschie,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 27.
Vulpes vulpes. Oerter der Cardinalpunkte des Auges. Klingberg, Arch.
Ver. Fr. Naturg. Mecklenburg XLVI p. 118—124.
Oynodesmus thooides Scott gen. et spec. nov. der Canidae aff. Canis,
aus den Deep River Beds, Montana. Seott, Am. Natural. XXVII p. 660,
Dinocyon göriachensis aus der Braunkohle von Göriach. Schädel, Bezah-
nung, Vergleich mit Hemicyon sansaniensis, Amphiceyon, Canis lupus, Dinocyon
thenardi, Beziehungen zu Amphicyon ma,or und Hyaenarctos hemicyon. Hof-
220 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
mann, Abh. K.K. Geol. Reichsanstalt XV Heft6 p.24 -34, 186 Taf. IV Fig.1
—4, Taf. V Taf. VI Fig. 1—6.
Ursidae: Ursus, Unterkiefer als Werkzeug. Nehring, Verh. Berl. Anthrop.
Ges. p. 573#f.
Ursus, Vorkommen in Frankreich. Oustalet, Bull. Soc. Zool. XVII p. 237
— 242.
Ursus in Nordwest-Spanien. Verbreitung. Lebensweise. G@adow, Zool.
Jahrb. VII p. 330-331.
Ursus aus der Umgegend von Omaha, Nebraska. Beschreibung. A. E.
Brown, Forest and Stream p.518—519, Merriam, Proc. Biol. Soc. Washington
VILU p. 150-151.
Ursus americanus von den Adirondacks im nördlichen New York. Schädel-
merkmale. Merriam, Proc. Biol. Soc. Washington VIII p. 150.
Ursus cinnamomum von den nördlichen Rocky-Mountains, verschieden von
U. luteolus. Merriam, Proc. Biol. Soc. Washington VIII p. 151.
Ursus luteolus von Mer Rouge, Louisiana, ist verschieden von U, ameri-
canus und U. cinnamomum. Merriam, Proc. Biol. Soc. Washington VILL p. 147
—152.
Ursus maritimus, Abbildung der Gehörknöchelchen. Hennicke, Zool.
Gart. XXXIV, p. 101, Fig. 3.
Ursus spelaeus von Salies-du-Salat (Haute-Garonne). Harle, C. R. Soc.
d’Hist. Nat. Toulouse, Juin.
Proeyonidae: Cercoleptes caudivolvulus von Trinidad. Allen und Chap-
man, Bull. Am. Mus. V p. 233.
Procyon lotor hernandezii von der Grenze zwischen zus und Mexico.
J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p.31.
Procyon cancrivorus von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V p. 233.
Mustelidae: Galictis barbara von Trinidad. Allen und Chapman, Bull.
Am. Mus. V p. 233.
Lutreola vison von La Plata, New Mexico. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
V p.83.
Mustela erminea von der Insel Man. Vulgärname. Kermode, Zoologist
XVI p.63.
Mustela furo. Entwickelung. Robinson, Anat. Anz. VIII p. 116—120.
2 Abbild.
Martes martes, Verbreitung in England. Harting, Zoologist XVII p. 161
—163. — Bei Sleaford, Lincolnshire. Barrett-Hamilton, Zoologist XVIL p. 354.
Martes spec. aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann, Abh. K. K. Geol.
Reichsanstalt XV Heft6 p. 34—35, 86 Taf. III Fig. 6, 10.
Mustela putorius bei Aberystwith., J W. Selater, Zoologist XVII p. 102.
— In Cheshire. Kelsall, ]. c. p. 102.
Mustela vulgaris in Nordwest-Spanien. Vulgärname. Gadow, Zool. Jahrb.
VII p. 331.
Parietis princeous Scott (? Parictis princeps) Mustelidarum gen. et spec.
nov. aff. Stephanodon, von Silwer Wells, Oregon aus dem Miocaen der John Day
Beds, Scott, Am. Natural. XXVII p. 658—659,
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 221
Melidae: Meles in Nordwest-Spanien. Vulgärname. @adow, Zool. Jahrb.
VII p. 332.
Meles taxus. Trächtigkeitsdauer. Zahlreiche Angaben über die bezügliche
Litteratur. Oeffnen der Augen bei jungen Dachsen. Nehring, Zoolog. Garten
XXXIV p. 107-109, — Beschreibung der Baue. Greve, Zool. Gart. XXXIX
p- 299— 303.
Mellivora indica von der Tedshen Oase, nahe bei Kara Bend, in Trans-
caspien. Beschreibung. Büchner, Notes Leyden Museum XV p. 99—102
(October 1892).
Ratelus leuconotus von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebiet. Maasse des
Felles. Jentink, Notes Leyden Museum XV p. 263— 265.
Mephitis, Mechanismus des Drüsensacks. H. Allen, Proc. Acad. N. Se.
Philadelphia p. 230—231.
Mephitis bicolor von West-Colorado. Lebensweise. Purpus, Zool. Gart.
KEXIVD. 197.
Mephitis estor von San Diego, Nord-Chihuahua. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V p. 30-31.
Mephitis occeidentalis in West-Colorado. Lebensweise. Purpus, Zool. Gart.
XXX p. 134—137.
Lutra dubia aus der Braunkohle von Göriach, Unterschiede von Lutra vul-
garis, Amphicyon zibethoides und Trochictis hydrocyon. Hofmann, Abh. K.K.
Geol. Reichsanstalt XV Heft 6 p. 35—36, 86 Taf. III Fig. 7—9.
Lutra insularis von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V
p. 233.
Lutra lutra bei Great Knolle, Beckley bei Rye, Sussex. Bradshaw, Zoo-
logist XVII p. 102.
Lutra in Nordwest-Spanien. Vulgärname. @adow, Zool. Jahrb. VII p. 332.
Lutra spec. von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p.173.
Viverridae: Crossarchus dybowskii Pousargues spec. nov. aff. Or. obscu-
rus, vom Kemo, Ubangi. De Pousargues, Bull. Soc. Zool. XVIIL p. 55—54.
Crossarchus fasciatus von Tschiromo an der Mündung des Ruo in den Shire,
Synonymie. Thomas, P. Z. S. London p. 501—502.
Helogale undulata von Nassa, Speke Golf, Vietoria Nyansa. Lebensweise.
Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 267.
Herpestes in Nordwest - Spanien. Verbreitung. Vulgärname. Gadow,
Zool. Jahrb. VII p. 331-332.
Herpestes galera von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 172.
Herpestes gracilis von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London p. 501.
Nandinia gerrardi Thos. spec. nov. vom unteren Shire, Nyassaland.
Thomas, Ann Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 205.
Paradoxurus musanga von Flores. Weber in Weber’s Reise Niederl. Ost-
indien III p. 268.
Genetta felina von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebiet. Abbildung des
Schädels. Irisfärbung. Jentink, Notes Leyden Museum XV p.263 Taf. 6.
Viverra geneitoides aus Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 172.
Viverra leptorhyncha aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann, Abh.
K.K. Geol. Reichsanstalt XV Heft 6 p. 36—37, 86 Taf. II Fig. 2--5 (Unterkiefer,
Zahn, Humerus, Ulna, Radius).
222 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Genetta vulgaris im Departement du Gard. Aufenthaltsort. Wurf von
2 Jungen. Färbung derselben. Trouessart, Le Naturaliste p. 69.
Viverra orientalis von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 172.
Hyaenidae: Borophagus diversidens aff. Hyaenictis, Abb. Cope, Rep.
Geol. Surv. Texas 1892 p. 52—55 Taf. XIII Fig. 4.
Hyaena gleichzeitig mit Homo. Nehring, Mitth. Anthrop. Ges. Wien
p. 204—211, mit 13 Bildern. Naturw. Wochenschr. vom 31. Dee.
Hyaena brevirostris von SMainzelles (Haute-Loire). Beschreibung des
Schädels, Vergleichung mit anderen Arten. Abbildung des Schädels und der
Zahnreihen. Boule, Ann. Sc. Nat. XV p. 85—97 Taf. 1.
Hyaena crocuta von N. O. Afrika, Vulgärnamen. Hartmann, Sitzb. Ges..
naturf. Fr. Berlin p. 75.
Hyaena cerocuta von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 173.
Hyaena felina und H. colonii sind H. brevirostris ähnlich. Boule, Ann.
Sc. Nat. XV p.96.
Hyaena perrieri = H. topariensis. Boule, Ann. Sc. Nat. XV p. 9.
Hyaena robusta = H. brevirostris. Boule, Ann. Sc. Nat. XV p. 9.
Hyaena spelaea von Salies-du-Salat (Haute-Garonne). Harle, ©. R. Soc.
d’Hist. Nat. Toulouse, Juin.
Hyaena striata bei Chartum. Hartmann, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin
p. 74—76.
Felidae: Dinobastis serus Cope spec. nov. aff. Smilodon, aus West-Okla-
homa. Cope, Am. Natural. XX'VIl p. 896—897.
Felis catus in Nordwest-Spanien. Verbreitung. Gadow, Zool. Jahrb. VII
p. 334.
Felis domestica von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 171. — Vege-
tarianerin. Zool. Gart. XXXIV p.381—382. — schwimmt gut. Southwell,
Zoologist XVII p.302. — Armistead, ]. e. p.353. -— Accessorisches Cervical-
ganglion. Langley, Journ. Phys. Cambridge XIV; Proc. Phys. Soc. p. 1—2. —
Entwickelung des Gehirnbalkens. Martin, Anat. Anz IX p.156—162, 5 Ab-
bildungen. — Endigung des Nervus acusticus. Martin, 1. c. p. 156—162. —
Ganglienzellen. Tanzi, Riv. Sper. Freniatr. Med. Lag. Reggio XIX p. 373— 377.
— Hypophysis cerebri und Processus infundibuli. Aby, Bull. Lab. N.H. Jowa
II p. 295—810 Taf. I-IV. — Vorderarmgefässe, ihre Entstehung. Zuckerkandl,
Verh. Deutsch. Anat. Ges. 7. Versamml. p. 126—129.
Felis concolor von Florida Creek, La Plata Co, Colorado. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 83.
Felis chrysothrix von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 171.
Felis hillanus Cope spec. nov. aus dem Tertiär von Texas. Cope, Rep.
Geol. Surv. Texas 1892 p. 55.
Felis leo von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 171.
Felis leo von Aden. Vulgärname. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin p. 27. E
Uncia leo X tigris. Ball, Nature XLVII p. 390—391, 607—608. — Harmer,
l. c. p. 413—414.
Uncia spec. von Salies-du-Salat (Haute-Garonne). Harle, ©. R. Soc. d’Hist.
Nat. Toulouse, Juin.
Felis leopardus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 171.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 223
Leopardus? von Salies-du-Salat (Haute-Garonne). Harle, C. R. Soc. d’Hist.
Nat. Toulouse, Juin.
Leopardus von Aden. Vulgärname. Neumann bei Matschie, Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 27.
Lynx fehlt in Leon, Nordwest-Spanien. &adow, Zool. Jahrb. VII p. 335.
Lynx, Vorkommen in Frankreich. Oustalet, Bull. Soc. Zool. XVII p. 237
— 242.
Lynx rufus maculatus vom Bavispee River bei Chuchuichupa, Chihuahua,
Vergleich mit Exemplaren aus Arizona, Montana, Florida und dem Indian Terri-
tory. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 31—32.
Felis macroscelis, Beziehungen zu Machairodus, Variation in der Zeichnung.
Hartmann, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 91—94.
Felis aff. pardalis von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 232.
Felis spec. aus dem Pliocaen von Sainzelles (Haute-Loire), Boule, Ann. Sc.
Nat. XV, p. 88.
Felis tetraodon aus der Braunkohle von Göriach; vergleichende Maasse zu
Pseudaelurus quadridentatus. Hofmann, Abh. K.K. Geol. Reichsanstalt, XV,
Heft 6, p. 37—38, 86, Taf. VI, Fig. 7—9.
Felis (Serval) togoensis Mtsch. spec. nov. von Bismarckburg, Togo. Unter-
schiede von F. galeopardus und capensis. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin, p. 110—111.
Felis togoensis von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 171.
Felis turnauensis aus der Braunkohle von Göriach, Beziehungen zu F. !ynx
und F. catus. Maasse der Zähne. Hofmann, Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt,
XV, Heft 6, p. 39—40, 86, Taf. III, Fig. 11—14.
Felis uncia im Antwerpener Zoologischen Garten. Selater, P. Z. S. London,
p. 326.
Hoplophoneus occidentalis, Abb. der Zehen. Osborn und Wortman. Bull.
Am. Mus. Nat. Hist. V, p. 11, Fig. 5, C.
Machairodus cf. erenatidens von Sainzelles (Haute-Loire). Boule, Ann. Se,
Nat. XV, p. 88.
Machairodus, Beschreibung, Beziehungen zu Felis macroscelis. Hartmann,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 88—94.
Pinnipedia.
Phylogenetische Betrachtungen über das Gebiss. Kükenthal, Jena, Zeitschr.
Naturw. XX VII, (2), p. 76—118. Taf. III und IV. — Milchgebiss. Leche,
Morph. Jahrb. XX, p. 113—142. — Gliedmaassen. Reh, Jena. Zeitschr. Naturw.
XXVIII, p. 1—44, Taf. 1.
Otariidae: Ausrottung in den südlichen Meeren. F. R. Chapman, Canad.
Rep. V, p. 446-459.
Otaria, Auge. Johnson, Proc. Zool. Soc. London, p. 719—723.
Otaria stelleri. Foetus. Roche, C. R. Soc. Philom. Paris, No. 8, p. 2—4,
2 Abb.
Phoeidae: Ommatophoca rossi. Gebiss. Kükenthal, Jena. Zeitschr. (2)
XXVIL, p. 76—118, Taf. III und IV.
924 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Pelagius monachus von der sardinischen und tunesischen Küste, Genaue
anatomische Beschreibung von @ und Foetus. Caruccio, Boll. Soc. Romana
Stud. Zool. II, p. 201—211.
Phoca vitulina, Abbildung der Gehörknöchelchen. Hennicke, Zool. Gart.
XXXIV, p. 100, Fig. 4.
Phoca vitulina von der Insel Man. Vulgärname. Kermode, Zoologist,
XVII, p. 63.
Megophias megophias (Raf.) nach OQudeman’s Ansicht die Seeschlange.
Rodentia.
Placenta. Fleischmann, Embryol. Untersuch. 3. Heft. — Thyroidea.
Christiani, C. R. Soc. Biol. (2) V, p. 4—5.
Rodentia. Fossile Formen von Santa Cruz. Ameghino, Rev. Scient. LI,
p. 13—17.
Myognathi in Myomorpha und Anomaluromorpha getheilt. Tullberg, Nov.
Act. Reg. Soc. Ups. III, p. 4.
Myomorpha umfassen Myoxidae (incl. Platacanthomys), Dipodidae (inel.
Sminthus), Spalacidae, Arvicolidae, Hesperomyidae und Muridae. Tullberg, Nov.
Act. Reg. Soc. Ups. III, p. 4.
Plesiesthony& gehört zu den Rodentia. Major, P. Z. S. London, p. 183,
steht Sciuropterus nahe. Major, 1. c. p. 193.
Plesiadapis und Protoadapis gehören zu den Rodentia in die Nähe von
Sciuropterus. Major, P. Z. S. London, p. 183, 193.
Ailuravus gehört zu den Rodentia. Major, P. Z. S. London, p. 186.
Anomaluromorpha: Anomaluromorpha umfassen Anomalurus und Pedetes.
Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III, p. 4.
Anomaluridae: Anomalurus beekrofti, Abb. von m!. Major, P. Z. S.
London, Taf. VIII, Fig. 14. Abb. von m.. l. c. Taf. IX, Fig. 14.
Anomalurus erythronotus, Abbildung. Oustalet, Le Naturaliste, p. 8.
Anomalurus fraseri, Abb. von p!. Major, P. Z. S. London, Taf. VII,
Fig. 13. Abb. von p.. l. ec. Taf. IX, Fig. 13.
Sciuroides spec. von Roussillon (cf. diesen Bericht für 1892, p. 313) gehört
zu Sciuropterus. Major, P. Z. S. London, p. 192.
Myoxidae: Eliomys parvus True aff. E. kelleni sp. nov., vom unteren
Tana. True, Proc. U. S. Nat. Mus. XVI, p. 601—602.
Myoxus (Eliomys) smithii Thos. spec. nov. von Nassa, Speke Golf, Vic-
toria Nyansa. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII, p. 267—268.
Graphiurus coupei von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p 174.
Myoxus zitteli Hofmann spec. nov. aus der Braunkohle von Göriach af.
Muscardinus und @lis. Hofmann, Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt, XV, Heft 6,
p. 43—44, 86, Taf. III, Fig. 15, 16.
Platacanthomys zu den Myoxidae gestellt Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc.
Ups: DT..P.4
Dipodidae: Alactaga aus dem Diluvium Südwest-Frankreichs bisher nicht
nachgewiesen. Harle, C. R. Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Fevrier. p. 14—15.
Sminthus zu den Dipodidae gestellt. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups.
IT, nA.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 225
Sminthus leathemi Thos. spec. nov. vom Krishnye Valley, Wardwan,
Kashmir. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 184—186.
Zapus hudsonius Schädelmaasse. Vergleich mit Z. insignis. Lebensweise.
P. F. Miller jun., Proc. Biol. Soc. Washington VIII, p. 1-8.
Zapus insignis spec. nov. Miller jr. von New Brunswick. Miller,
American Naturalist, XXV, 1891, p. 472. — Verbreitung. Lebensweise = Meri-
ones labradorius, Dawson, Edinburgh. New. Phil. Journ. III, 1856, p.2. Miller
Proc. Biol. Soe. Washington, VIII, p. 1—8. n
Zapus princeps J. A. Allen spec. nov. von Florida, La Plata Co, Colo-
rado. Unterschiede von Z. insignis. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 71-72.
Spalaeidae: Sie umfassen Spalax, Siphneus und Rhizomys. Tullberg,
Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III, p. 4.
Myoscalops argenteo-cinereus von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z.S.
London, p 504.
Heterocephalus. Ausführliche Monographie. Parona und Cattaneo, Ann,
Mus. Genova XXXIII, p. 419—447, Taf. XIII.
Seiuromorpha: Seiuridae: Bezahnung, neue systematische Eintheilung.
Major, P. Z. S. London, p. 179—215.
Meniscomys ist Sciuropterus nahe verwandt. Major, P. Z. S. London, p. 193.
Sciuroides und Pseudosciurus nahe verwandt mit Sciuropterus horsfieldi und
pearsoni. Major, P. Z. S. London, p.193, 194.
Sciurodon ist Pteromys nahe verwandt. Major, P. Z. S. London, p. 193.
Pteromys leucogenys, Abb, von m!, Major, P. Z. S. London, Taf. VILL,
Fig. 19. Abb. von m.. l. ce. Taf. IX, Fig. 19.
Sciuropterus albanmensis Forsyth Major spec. nov. aus dem Mittel-Eocaen
von La Grive-Saint-Alban (Isere). Forsyth Major, P. Z. S. London, p. 191—
192, Taf. X, Fig. 1 (Oberer Incisivus von drei Seiten). Taf. XI, Fig. 3 (Unter-
kieferast von innen), Fig. 4 (Unterkieferast von aussen), Fig. 5 (Molar).
Sciuropterus horsfieldi, Abb. von m!. Major, P. Z. S. London, Taf. VILL,
Fig. 21. Abb. von m.. 1. ce. Taf. IX, Fig. 21.
Sciuropterus niyripes Thos. sjee. nov. aff. Sc. alboniger, von Puerta
Princesa, Palawan. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII, p. 30-31.
Sciurus sansaniensis gehört zu Sciuropterus. Major, P.Z. S. London, p. 192.
Sciuropterus tephromelas, Abb. eines Unterkieferastes Major, P.Z.S. Lon-
don, Taf. XI, Fig. 1; Abb. von m,. I. c. Taf. XI, Fig. 2.
Seiurus aberti vom oberen Bavispee River, Sierra Madre, Mexico. J. A.
Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 28.
Sciurus aberti von Florida, La Plata Co, Colorado. J. A. Allen. Bull. Am.
Mus. V, p. 83.
Seiurus aestuans hoffmanni aff., Maasse von Trinidad. Unterschiede von
Sc. aestuans, Lebensweise. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V, p. 209, 233.
Paraxerus anerythrus, Abb. von m!. Major, P. Z. S. London, Taf. VIII,
Fig. 23. Abb. von m.. 1. c. Taf. IX, Fig. 22.
Seiurus apache J. A. Ailen spec. nov. von Nord-Ohihuahua aff. Para-
sciurus arizonensis. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 29.
Sciurus arizonensis gehört zu Parasciurus, wird durch Se. nayaritensis iu
Zacatecas und durch Sc. niger melanonotus in Vera Cruz vertreten. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V, p. 30.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. I. H.1. 15
236 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Protoxerus aubinni, Abb. von m!. Major, P. Z. S. London, Taf. VIII
Fig. 8. Abb. von m.. l. c. Taf. IX, Fig. 8.
Sciurus auriculatus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 174.
Eoxerus berdmorei, Abb. von m!. (juv. med. ad.). Major, P. Z. S. London,,
Taf. VII, Fig. 16-18. Abb. von m,. (juv. ad. und med.), 1. ec. Taf. IX,
Fig. 16—18.
Paraxerus cepapi. Abb. von m!. Major, P. Z. S. London, Taf. VILL,
Fig. 22. Abb. von m.. ]l. c. Taf. IX, Fig. 23.
Seiurus chrysurus von Chanchamayo, Central-Peru Thomas, P. Z. 8.
London, p. 337.
Nannosciurus concinnus. Abb. der unteren Molarenreihe. Major, P. Z. S.
London, Taf. X, Fig. 10. Abb. der oberen Molaren, 1. e. Taf. XI. Fig. 7.
Sciurus congicus von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebiet. Jentink,
Notes Leyden Museum, XV, p. 265.
Sciurus aberti durangi Thos. subspee. nov. von Durango, Central-Mexiko,
Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p.50.
Xerus erythropus, Abb. von m!. Major, P.Z. S. London, Taf. VIIL, Fig. 10.
Abb. von m,. I. e. Taf. IX, Fig. 10.
Sciurus erythropus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 174.
Sciurus everetti, Abb. von m!. Major, P. Z. S. London, Taf. VIILL, Fig. 4.
Abb. von m,. 1. c. Taf. IX, Fig. 4.
Atlantoxerus getulus, Abb. von m!. Major, P. Z. S. London. Taf. VIII,
Rip, 9,.,-Abb./von:.m ,ı1.'e. Par DE zFig: 9.
Sciurus gibberosus Hofmann spec. nov. aus der Braunkohle von Göriach,
aff. Sc. indieus. Hofmann, Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt, XV, Heft 6, p. 42
—43, 86, Taf. II, Fig. 11, a—d,
Sciurus göriachensis Hofmann spec. nov. aus der Braunkohle von Göriach,
aff, Sc. vulgaris. Hofmann, Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt, XV, Heft 6, p. 41
— 42, 86, Taf la Bio) 12, 12 3,6.
Xerus grivensis Forsyth Major spec. nov. aff. X. berdmorei, aus dem Mittel-
Eocaen von La Grive-Saint-Alban (Isere). Forsyth Major, P. Z. S. London,
p.191 Taf. X Fig.2 (Unterkieferast).
Eoxerus hosei, Abb. von p!. Major, P. Z. S. London, Taf. VIIL, Fig.5, Abb.
von p,, I. ce. Taf.9, Fig.5.
Sciurus hudsonius californicus von San Pedro Martir. J. A. Allen, Bull.
Am. Mus. V p. 19.
Paraxerus isabella, Abb. von m?. Major, P. Z. S. London, Taf. VIII, Fig.24,
Abb. von m,, l. c. Taf. IX, Fig. 24.
Eosciurus indicus, Abb. von m!. Forsyth Major, P.Z S. London, Taf. VIII,
Fig.1, Abb. von m,, l.c. Taf. IX, Fig.1.
Eoxerus insignis, Abb. von m!. Major, P. Z. S. London, Taf. VIII, Fig. 6,
Abb. von m,, l. ec. TafIX, Fig. 6.
Eoxerus laticaudatus, Abb. von m! und p!. Major, P. Z. S. London,
Taf. VIII Fig. 11,12, Abb. von m, und p,, l. ce. Taf. IX, Fig.11 u. 12.
Seiurus limitis verschieden von Se. apache. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
V 2.29.
Sciurus lokroides, Abb. von m!. Major, P. 7. S. London, Taf. VIII, Fig. 3,
Abb. von m,, l.c. Taf. IX, Fig. 3.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 227
Rhithroseiurus macrotis, Abb. von m,. Major, P. Z. S. London, Taf. IX,
Fig. 2.
Nannosciurus minutus, Abb. der oberen Molaren. Major, P. Z S. London
Taf. XI Fig. 6.
Seiurus mutabilis von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London p. 502.
Sciurus nelsoni Merriam spec. nov. aff. Sc. cervicalis, von Huitzilae, Mo-
relos, Mexico Merriam, Proc. Biol. Washington VIII p. 144.
Sciuropterus pearsoni, Abb. von m?. Major, P. Z. S. London, Taf. VIII,
Fig. 20, Abb. von m,, ]. c. Taf. IX, Fig. 2.
Sciurus prevosti, Abb. von m!. Major, P. Z. S. London Taf. VIII, Fig. 2.
Sciurus puneiatus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 174.
Sciurus pyrrhopus von Togo. Matsehie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 174.
Paraxerus pyrrhopus, Abb. von m!. Major, P. Z. S London Taf. VIII,
Kjg. 15, Abb, von m,, 1. e. Taf. IX, Fig. 15.
Sciurus sansaniensis gehört zu Sciuropterus. Major, P. Z. S. London p. 192.
Sciurus spermophilinus von Grive-Saint-Alban (Isere), Beziehungen zu Se,
atrodorsalis, rosenbergi, caniceps und brookei. Major, P. Z. S. London p. 191.
Taf. X Fig. 3—9 (Molaren, Incisivus, Unterkieferäste).
Protoxerus stangeri, Abb. von m!. Major, P. Z. S. London, Taf. VIII,
Fig.7, Abb. von m,, l.-c. Taf.9 Fig. 7.
Sciurus variabilis von Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P. Z. S.
London p. 337.
Sciurus vulgaris. Schultergürtel. Howes, P. Z. S. London, p.589 Fig 1c.
— Geschlechtsorgane. de Pousargues, ©. R. Soc. Philomath. Paris No.12 p.1
—8, 8 Abb.
Sciurus vulgaris in England, Eaton Hall, Retford; frisst das Fleisch von
unreifen Aprikosen. Cordeaux, The Zoologist (3) XVI, p. 301, — Frisst
Pflaumen. Armistead, The Zoologist (3) XVII, p. 354.
Seiurus in Nordwest-Spanien. Vulgärname. @adow, Zool. Jahrb. VII p. 335.
Sciurus var. alba von Westonbirt bei Tetbury $& und @. Harting. Zoo-
logist XVII p. 426 und 457.
Spermophilus, 5 Arten des Mississippithales, Sp. tridecimlineatus, mexicanus,
franklini, spilosoma obsoletus und richardsoni,; Nahrung, Verbreitung, Feinde,
Fang und Vernichtung, Unterschiede. Bailey, Bull. U. S. Departm. Agrieult.
No.4, 59 Seiten, 2 Karten, 3 Farbentafeln.
Spermophilus grammurus beecheyi von San Pedro Martir, Unterealifornien
und Alhambra, San Diego Co, Californien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 197.
Spermoplulus beecheyi fisheri Merriam subsp.nov. von Californien. Merriam,
Proe. Biol. Soc. Washington VII p. 133 —134.
Sp. chrysodeirus Drevicaudus Merriam subsp. nov. von Californien,
Merriam, Proe. Biol. Soc. Washington VII p. 134.
Spermophilus eitillus bei Grünberg. Knauthe, Zool. Gart. XXXIV p.319.
Öpermophilus aff. erythrogenys von Eyzies, Dordogne. Harle, C. R. Soc.
d’Hist. Nat. Toulouse, Fevrier p. 16.
Spermophilus franklinii, Abb. des Thieres, Verbreitung, Lebensweise, Ein-
führung in New-Jersey, Nahrung. Bailey, Bull. U. S. Departm. Agricult. No.4,
p. 48—57, Taf. II, Karte.2.
15*
328 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Spermophiüus grammurus von Florida, La Plata Co, Colorado. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p.931.
Spermophilus mexicanus, Verbreitung, Lebensweise. Bailey, Bull. U. 8.
Departm. Agrieult. No.4, p. 46—48, Karte 3B.
Spermophilus nelsoni Merriam von Californien und Sp. perotensis Mer-
riam von Mexico, species novae. Merriam, Proc. Biol. Soc. Wahington VIII
p. 129—132.
Spermophilus richardsoni, Verbreitung, Lebensweise, Schaden, Nahrung.
Bailey, Bull. U. S. Departm. Agricult. No. 4 p. 59—67. Taf. III (Abb. d. Thieres)
Karte 4.
Spermophrlus rufescens von Bourg-sur-Gironde. Harle, C. R. Soc. d’Hist.
Nat. Toulouse, Fevrier p. 16.
Sp. spilosoma anmeetans Merriam subsp. nov. von Texas. Merriam, Proc.
Biol. Soc. Washington VIII p. 132—133.
Spermophilus spilosoma obsoletus, Lebensweise, Verbreitung. Bailey, Bull.
U. S. Departm. Agrieult. No.4, p. 58—59, Karte 3A.
“ Spermophilus spec. aus dem Diluvium von Südwest-Frankreich. Harle, C.
R. Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Föyrier p. 16—17.
Spermophilus tridecimlineatus, Abb. des Thieres, Verbreitung, Lebensweise,
Schaden, Nahrung. Bailey, Bull. U.S. Departm. Agrieult. No.4, p.31—46, Taf.I,
Kartell.
Tamias alpinus Merriam. T. callipeplus Merrian, T. panamintinus
Merriam species novae von Californien. Merriam, Proc. Biol. Soc. Washington
VIII p. 134—138.
Tamias leucurus cinnamomeus von Bluff City, Utah. J. A. Allen, Bull.
Am. Mus. V p. 82.
Tamias quadrivittatus gracilis von Bluff City, Utah und San Pedro, New
Mexico. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 82—83.
Tamias lateralis von Florida, La Plata Co, Colorado, Beschreibung ver-
schiedener Kleider. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 82.
Tamias obcurus von San Pedro Martir, Niedercalifornien, Beschreibung
des Winterkleides, südlicher Vertreter von T. merriami. J. A. Allen, Bull.
Am. Mus. V p. 198—199.
Tamias leucurus peninsulae J. A. Allen subsp. nov. von San Telmo,
Niedercalifornien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 197 - 198.
Tamias quadrivittatus von Florida, La Plata Co, Colorado. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 83.
Cynomys arizonensis von San Diego, Chihuahua. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V p.28.
Oynomys gunnisoni von Cortez in Colorado und Aztec in New Mexico. J.
A. Allen, Bull. Am. Mus. V p.81.
Arctomys, im Museum von Santiago, Spanien. Gadow, Zool. Jahrb. VII,
p. 336.
Arctomys aus dem Diluvium von Abri Pageyral, Dordogne. Harle, C. R.
Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Fevrier p. 18.
Arctomys flaviventer von Florida, La Plata Co, Colorado, verschieden von
Sierra Nevada-Exemplaren. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 81.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 2929
Arctomys marmotta, Winterschlaf, Verbreitung. Langkavel, Zool. Gart.
XXXIV p.1—4.
Arctomys monax, Bauten. Fisher, Journ. Cineinnati Soc. XVI p. 105—123,
Taf. VI—X.
Castoridae: Castor, Haare auf der caudalen Grenze des Schildes. Emery,
Anat. Anz. VIII, p. 731—738.
Oastor canadensis von Florida, Animas, Mancos und San Juan, Colorado.
J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p.931.
Castor fiber an der Elbe. Friedrich, Blätter f. Handel, Gewerbe und so-
ziales Leben, 1892, p. 60—62.
Castor fiber von der Rhone, eine Familie von &, 2 und 4 juv. im Londoner
Zoologischen Garten. Harting, Zoologist XVII p. 457.
Castor aus dem Diluvium von Montfort, Saint-Girons. Harle, C. R. Soc.
d’Hist. Nat. Toulouse, 19. Apr.
Steneofiber (Chalicomys) jaegeri aus der Braunkohle von Göriach. Hof-
mann, Abh. K.K. Geol. Reichsanstalt, XV, Heft6 p. 44—45, 86.
Steneofiber (Chalicomys) minutus aus der Braunkohle von Göriach, Hof-
mann, Abh. K. K.Geol. Reichsanstalt, XV, Heft 6 p. 45—46, 86, Taf. II Fig. 7”—10.
Steneofiber montamus Scott spec. nov. aff. St. peninsulatus aus den unteren
Deep River Beds. Scott, Am. Natural. XXVIL p. 660.
Geomyidae: Geomys cherriei, J. A. Allen spec. nov. von Santa Clara,
Costa Rica. aff. @. hispidus und heterodus. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 337
— 338.
Geomys fumosus Merriam = dem im Bericht für 1892 von mir fälschlich
angegebenen formosus von Jalisco, Mexiko Proc. Biol. Soc. Washington VII:
1892, p. 165—166 (Matschie).
Geomys grandis Thos. spec. nov. von Dueüas, Guatemala und von Coban
aff. @. gymnurus, vielleicht auch von Tehuantepec. Thomas, Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XII, p. 270—271, 273.
Geomys hispidus Le Conte steht @. heterodus Ptrs. sehr nahe, Saccophorus
quachil Gray ist eine kleinere Art mit räuher Behaarung. Thomas, Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XII, p. 269.
Geomys hispidus. Schädelmaasse. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII,
p. 273.
Geomys merriami Thos. spec. nov. von Süd-Mexiko, aff. @. mexicanus
Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII, p. 271—273.
Thomomys. Aufzählung von 14 Arten mit Fundortsangaben, Nomenclatur,
Schädelmerkmale der einzelnen Arten. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 53-67.
Thomomys aureus J. A. Allen sp. nov. von Bluff City, Utah. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V, p. 49—51, Taf. I, Fig. 6, 7 (Schädel), p. 71.
Thomomys bottae, Abb. des Schädels von Nicasio, California. J. A. Allen,
Bull: Am. Mus. V, Taf. ], Fig. 8, 9.
Thomomys bulbivorus, Abb. des Schädels von Beaverton, Oregon. J. A.
Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 65, Taf. I, Fig. 14.
Thomomys clusius, Abb. des Schädel von Birch Creek, Idaho. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V, p. 65, Taf. I, Fig. 2.
Thomomys douglasi, Abb. des Schädels von Ducks, British Columbia. J, A,
Allen, Bull. Am. Mus, V, Taf, I, Fig. 1,
230 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Thomomys fossor J. A. Allen spec. nov. von Florida, La Plata Co, Colo-
rado. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p.51-52, Taf.I, Fig.10,11 (Schädel), p. 71.
Thomomys fulvus, Abb. des Schädels von den San Francisco Mountains,
Arizona. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V. p. 65, Taf I, Fig. 5.
Thomomys fulvus von San Pedro Martir und Gato Creek bei Tia Juana,
Untercalifornien, Schädelmerkmale. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V. p. 183 — 184,
Thomomys monticolus, J. A Allen spec. nov. aff. Th. bottae von Mt.
Tallac, 2000—3000 m, EI Dorado Co, Californien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V,
p- 48—49, Taf. I, Fig. 3, 4 (Schädel).
Thomomys orizabae Merriam spec. nov. aff. Th. fulvus vom Mt. Orizaba,
Puebla, Mexico. Merriam, Proc. Biol. Soe. Washington, VIII. p. 145.
Thomomys peregrinus Merriam spec. nov. aff. Tr. fulvus und Th. ori-
zabae von Salazar, Mexico. Merriam, Proc. Biol. Soc. Washington, VIII, p.146.
Thomomys perpallidus, Abb. des Schädels von Baregas Springs, Colorado
“ Desert, Californien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 65, Taf. I. Fig. 12.
Thomomys tolteeus J. A. Allen spec. nov. von Juarez, Nord-Chihuahua.
J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 52—53, Taf. I, Fig. 13 (Schädel).
Thomomys umbrinus von Juarez. Nord-Chihuahua. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. Nat. Hist. V, p. 28.
Heteromyidae: Dipodomys merriami melamurus Merriam spec. nov.
von Untercalifornien. Merriam, Proc. Californ. Ac (2) III, p. 345 --346.
Macrocolus halticus = Dipodomys phillipsi. Merriam, Proc. Biol. Soc.
Washington, VIII, p. 99—97.
Dipodomys phillipsi, Verbreitung, Lebensweise, Synonymie, Merkmale, Va-
riation, Unterschiede von D. meriami und spectabilis. Merriam, Proc. Biol. Soc.
Washington, VIII p. 83—%.
Heteromys, Eintheilung in drei Gruppen nach der Zahl der Sohlenwülste
und der Sohlenbehaarung. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 330.
Heteromys anomalus von Trinidad. Beschreibung. Unterschiede von A. allenı.
Backentaschen. Nahrung. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V, p. 219
—220, 233. ‘
Heteromys bulleri 'Ühos spec. nov. aff. H. alleni und H. irroratus von
La Laguna, Sierra de Juanacatlan, Jalisco, Mexico. Thomas, Ann. Mag. Nat.
(6) XI, p. 330—331.
Heteromys longicaudatus Alston, Biol. Centr. Am. Mamm. 1880 p.167=H.
salvini. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 331.
Heteromys pietus Thos. spec. nov. von Jalisco, Mineral San Sebastian,
Mexiko, aff. H. salvini. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII, p. 233—234.
Heteromys salvini Thos. spec. nov. von Duenas, Guatemala und vielleicht
von Costarica. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 331—332.
Heteromys salvini nigrescens Thos. von Costa Rica. Thomas, Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XII, p. 234.
Perodipus agilis von Ensenada, Valladares und Gato Creek, Untercalifornien.
Längenmaasse. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 184.
Perodipus ordii von Bluff City, Utah. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 71.
Perognathus apache von Riverview, Utah; Variation. J. A. Allen, Bull.
Am, Mus. Vırpzzl,
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 231
Perognathus fallae von Cape Colnett, Guadeloupe Valley, Gato Creek in
Unterealifornien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 184.
Perognathus infralutens Thos. spec. nov. aff. P. fasciatus von Loveland,
Larimer County, Colorado. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 405-406.
Myomorpha: Muridae: Muridae, getheilt in Oricetini, Gerbillini und
Murini. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III, p. 4.
Mus alexandrinus von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 218, 233.
Mus alleni von Bonge und Ekundu, Nord-Kamerun, Unterschiede von M.
maurus. Beschreibung des Schädels, Gaumens, Magens, Darms. Tullberg, Nov.
Act. Reg. Soc. Ups. III, p.11—14, Taf. I, Fig. 29—36 (Schädel und Gebiss);
Taf. III Fig.9 (Gaumen), 21 (Magen), 22 (Darm); Taf. IV Fig.3 (Hinterfuss),
16 (Schwanzspitze), 18 (Bauchseite mit Saugwarzen).
Mus barbarus von der Goldküste. Beschreibung. Tullberg, Nov. Act. Reg.
Soc. Se. Ups. III, p. 24—25, Taf. II, Fig. 11—20 (Schädel und Gebiss), Taf. III
Fig. 3 (Gaumen), 37 (Magen), 38 (Darm); Taf. IV, Fig. 7 (Fusssohle).
Mus barbarus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 175.
Mus d’armandvillei von Flores. Weber in Weber’s Reise Niederl. Ostindien.
III, p. 268.
Mus decumanus fischt. Armistead, Zoologist XVII p. 353.
Mus decumanus. Thyroidea. Christiani, Arch. Physiol. XXV, p. 164—168,
Taf, LI.
Mus decumanus ia Nordwest-Spanien. @adow, Zool. Jahrb. VII, p. 336. —
von der Insel Man. Kermode, Zoologist XVII p. 63.
Mus decumanus von Flores. Weber in Weber’s Reise Niederl. Ostindien.
III, p. 268.
Mus decumanus, Albino, Linse des Auges. R. J. Anderson, Intern. Monats-
schr. Anat. Phys. X, p. 65-67.
Mus decumanus var. niger von Mitcham Grove, Surrey. Oldham, Zoologist
XVII, p. 103.
Mus dolichurus von Tschiromo und Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z.S8.
London, p. 502.
Mus dolichurus von Nord-Kamerun. Beschreibung: Schädel, Gaumen, Darm.
Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Sc. Ups. III, p. 32—35, Taf. II, Fig. 21-28
(Schädel und Gebiss), Taf. III Fig. 2 (Gaumen), 46 (Magen), 47 (Darm): Taf. IV,
Fig. 8 (Fusssohle), 23 (Bauchseite mit Saugwarzen).
Mus erythroleucus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 175.
Mus erythroleucus Peters auf M. alleni bezogen. M. erythroleucus Temm.
vielleicht davon verschieden. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III, p. 13—14.,
Mus hypoxanthus von Nord-Kamerun. Beschreibung der Färbung, des
Schädels, Gaumens, Magens, Darms, Unterschiede von M. marungensis, rufinus
und anchietae. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Sc. Ups. III, p. 26—32, Taf. II,
Fig. 29—38 (Schädel und Gebiss), Taf. III, Fig.1 (Gaumen), Fig. 43, 44 (Magen),
45 (Darm); Taf. IV, Fig.9 (Fusssohle), 22 (Bauchseite mit Saugwarzen),
Mus longipes von Nord-Kamerun. Beschreibung des Thieres, seines Schädels,
Gebisses, Gaumens, der Zunge. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III, p.14
—18, Taf. I, Fig. 19—26 (Schädel und Gebiss), Taf. III, Fig.7 (Gaumen), Fig. 23
232 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
(Magen), 24 (Darm); Taf.IV, Fig.4, 5 (Hinterfuss), 19 (Bauchseite mit Saug-
warzen). 5
Mus margarettae Thos. spec. nov. vielleicht subgenus novum, von den
Penrisen Hills in Sarawak, Borneoe. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI,
p. 346— 347.
Mus maurus Gray = morio Trouessart von Bonge und Ekundu, Nord-
Kamerun. Variation in den Maassen. Beschreibung des Thieres, seines Schädels,
der Zähne, des Gaumens, Magens, Zahl der Saugwarzen. Tullberg, Nov. Act.
Reg. Soc. Ups. IIL, p.5--11 Taf. I Fig. 1—18 (Schädel und Gebiss), Taf. III
Fig 8 (Gaumen), 14, 15 (Lungen), 18, 19 (Magen), 20 (Darm); Taf. IV Fig.1,2
(Hinterfuss), 15 (Schwansspitze), 17 (Bauchseite mit den Saugwarzen).
Mus (Legg«da) minutoides von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z. S.
London, p. 503.
Mus musculoides von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 176.
Mus musculus, Thyroidea. Christiani, Arch. Physiol. XX'V, p. 279—284,
Taf. 3. — Furchung des Eies, Reifung, Befruchtung. Sobotta, Verh. Deutsch.
Anat. Ges. 7. Vers. p. 110 —120 9 Abb. — Erste Entwickelungszustände. Holl,
Verh. Deutsch. Anat. Ges. 7. Vers. p. 122 —124. — Nervenendigungen im Gehör-
organ. von Lenhossek, Verh. Deutsch. Anat. Ges. 7. Vers. p. 199—200. —
Gewichtszunahme bei jungen Mäusen während des Heranwachsens. Saint-
Loup, Bull. Soc. Zool. XVIII, p. 242—245,
Mus musculus frisst Wespen. Zool. Gart. XXXIV, p.382. — Benehmen
der Tanzmäuse. Saint-Loup, Bull. Soc. Zool. XVIIL, p. 85-87.
Mus musculus in Nordwest-Spanien. &adow, Zool. Jahrb. VII, p. 336.
Mus musculus von der Insel Man. Vulgärname. Zoologist, XVII, p. 63.
Mus musculus von Zomba und Milanji, Nyassaland.. Thomas, P. Z. 8.
London, p. 503.
Mus musculus von Juarez, Nord-Chihuahua. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
W,P:"28. .
Mus musculus von La Plata Co, Colorado. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
Vv»2.8.
Mus musculus von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 218, 233.
Mus natalensis von Zomba, Tschiromo und Milanji, Nyassaland. Thomas,
P. Z. S. London, p. 502.
Mus poschiavinus, Varietät von M. musculus. BDavatz, Jahresber. Ges.
Graubündten. (2) XXX VL, p. 95—103. ;
Mus’ margaretta pusillus Thos. subsp. nov. vom Kina Balu, Nord-Borneo.
Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII, p. 232
Mus rattus von Läufelfingen, Nordschweiz. Keller-Zschokke, Zool. Gart.
XXXIV, p. 30. — bei Schlaupitz, Niederlangseifersdorf und Silsterwitz in
Schlesien. Knauthe, 1. c. p. 123.
Mus rattus von Bristol und Donside (Aberdeenshire). Garnett, Zoologist
X VI, p. 19-20. — Evans hält sie für Arvicola ater, 1. e. p. 71.
Mus rattus von Wordsworth. Burr, Zoologist XVII p. 71.
Mus rattus in Oporto. Vulgärname. Gordon, Zoologist XVII p. 146.
Mus rattus in Nordwest-Spanien. Gadow, Zool. Jahrb. VII, p. 336.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 233
Mus rattus var. von Zomba, Nyassaland und vom oberen Shire.. Thomas,
P. Z. S. London, p. 502.
Mus rattus von Nord-Kamerun. Färbung. Schwanzlänge, Gaumen, Magen,
Darm. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III, p. 19—20, Taf. I, Fig. 27, 28
(Zahnreihe), Taf. III Fig. 6 (Gaumen), 27 (Magen), 28 (Darm), Taf. IV. Fig. 11
(Fusssohle), 20 (Bauchseite mit Saugwarzen).
Mus rattuws von Trinidad. Allen und Chapman, Buli. Am. Mus. V,
p- 218, 233.
Mus rufocanus Tullberg spec. nov. aff. univittatus von Vevaka, Nord-Ka-
merun. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III, p. 23-24, Taf. II, Fig. 9, 10
(Zahnreihe), Taf. III, Fig. 41 (Magen), 42 (Darm).
Mus setulosus von Bonge, Nord-Kamerun. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc.
Ups. III, p. 183—19. Beschreibung der Unterseite, des Hinterfusses; Maasse des
Magens und Darms. Taf. III, Fig. 25 (Magen), 26 (Darm); Taf. IV, Fig. 12
(Fusssohle).
Mus syivaticus von der Insel Man. Vulgärname. Zoologist XVII p. 63.
Mus tana True sp. nov. aff. M. musculus vom unteren Tana. True, Proc.
U. S. Nat. Mus. XVI, p. 602—603.
Mus wunivittatus von Nord-Kamerun. Beschreibung des Thieres, seines
Schädels, des Gebisses, Gaumens, Magens, Darms. Tullberg, Nov. Act. Reg.
Soc. Ups. III, p. 20-23, Taf. II Fig. 1—8 (Schädel und Gebiss), Taf. III Fig. 4
(Gaumen), 39 (Magen), 40 (Darm), Taf. IV, Fig. 6 (Fusssohle).
Mus wichmanni von Flores. Weber in Weber's Reise Niederl, Ostindien.
III p. 268.
Chiropodomys major Thos. spec. nov. von Sadong, Sarawak, Borneo.
Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 344—345.
Chiropodomys pusillus Thos. spec. nov. = Ch. gliroides Thos. (P. Z. S.
London, 1889, p. 235) vom Kina Balu, Borneo. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist.
(6) XI, p. 345.
Oricetomys gehört zu den Murinae. Thomas, P. Z. S. London, p. 503.
Oricetomys gambianus von Nord-Kamerun. Schädel, Gebiss, Gaumen, Zunge,
Magen, Lungen, Darm. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Sc. Ups. III, p. 44—49,
Taf. II, Fig. 47”—51 (Jochbogen und Zahnreihe), Taf. III Fig. 12 (Gaumen) 50
—53 (Magen und Darm).
Cricetomys gambianus von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London,
p. 503.
Dasymys. Merkmale. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Se. Ups. III, p. 35—36.
Mus (Dasymys) incomtus vom oberen Shire ist Mus nudipes ähnlich.
Thomas, P. Z. S. London, p. 502.
Dasymys longicaudatus Tullberg spec. nov. von Nord-Kamerun. Tull-
berg, Nov. Act. Reg. Soc. Sc. Ups. III p. 36—38, Taf. II Fig. 39—46 (Schädel
und Gebiss), Taf. III Fig. 5 (Gaumen), 48 (Magen), 49 (Darm); Taf. IV, Fig. 10
(Fusssohle).
Deomys ferrugineus von Nord-Kamerun. Schädel, Gebiss, Gaumen, Zunge,
Magen, Darm, Lunge. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Sc. Ups. III, p. 41—44,
Taf.I, Fig. 37°—44 (Schädel und Gebiss), Taf. III, Fig. 11 (Gaumen), 16, 17
(Lungen), 35 (Magen), 36 (Darm).
Dendromys mesomelas von Zomba und Milanji, Nyassaland, ohne schwarzen
934 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Rückenstrich und kleiner als die gewöhnliche Form, vielleicht D. pumilio Wagner.
Thomas, P. Z. S. London, p. 503 — 504.
Gerbillus afer von Fort Johnston, Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London,
p. 502.
Golunda dybowskii Pousargues spec. nov. vom oberen Kemo, Ubangi,
Unterschiede von @. campanai, fallax und ellioti. De Pousargues, Bull. Soc.
Zool. XVII, p. 163 — 167.
Leimacomys Mtsch. gen. nov. der Dendromyidae, Unterschiede von
Steatomys und Lophuromys. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. p. 107—109.
Leimacomys büttneri Mtsch. spec. nov. von Bismarekburg, Togo. Matschie,
Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 109.
Leimacomys büttneri von Togo Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 175.
Lophuromys gehört zu den Murinae. Thomas. P. Z. S. London, p. 503.
Lophuromys Merkmale. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III p. 33—39
Lophuromys afer von Nord-Kamerun. Beschreibung der äusseren Merk-
male des Gaumens, der Zunge, des Magens, Darms; vielleicht von sikapusi ver-
schieden. Tuliberg, Nov. Act. Reg. Soc. Sc. Ups. III p. 39—41, Taf. I, Fig. 47
—56 (Schädel und Gebiss); Taf. III, Fig. 10 (Gaumen), 29—34 (Magen u. Darm);
Taf.IV, Fig.13, 14 (Fusssoblen), 21 (Bauchseite und Saugwarzen).
Mystromys gehört zu den Oricetinae Thomas, P. Z. S. London p. 503.
Nannomys minimus von Wanga, Manda bei Lamu. True, Proc. U. S. Nat.
Mus. XVI p. 603.
Saccostomus gehört zu den Murinae. Thomas, P. Z. S. London p. 503.
Saccostomus campestris von Fort Johnston, Nyassaland und vom oberen
Shire. Thomas, P.Z.S. London p. 593.
Steatomys ist Malacothrixe und Dendromys verwandt. Thomas, P. Z. S.
London p. 503.
Steatomys pratensis von Zomba und Milanji, Nyassaland. Thomas. P. Z. 8.
London p. 503.
Cricetidae: Cricetini umfassen Cricetus, Oricetulus und vielleicht Lophio-
mys. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups. III p. 4.
Abrothrix caliginosus, Beschreibung, Maasse, Lebensweise. Allen und
Chapman, Bull. Am. Mus. V p.217—218, 233.
Habrothrix hydrobates Winge gehört zu Ichthyomys. Thomas, P. Z. S.
London p. 338, Unterschiede von I. stolzmanni, 1. ce. p. 340.
Abrothrix teguina von La Carpintero, Costa Rica. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V p. 238.
Cricetus, Bemerkungen über Färbung, Maasse und Verbreitung aller Arten.
Nehring, Jahrb. K.K. geol. Reichsanstalt, (43), p. 179—198.
Oricetus cricetus Verbreitung in der Mark Brandenburg. Nehring, Monats-
blatt Ver. Heimathkunde Prov. Brandenburg II p. 173—174.
Cricetus, Verbreitung in Deutschland. Nehring, Deutsche Landw. Presse
No. 93.
Cricetus vulgaris, Abbildung eines Unterkiefers, Maasse, Verbreitung im
Pleistocaen Europas. Nehring, Jahrb. K.K. geol. Reichsanstalt, (43), p. 179—198.
Cricetus phaeus, pleistocaene Reste in Europa, Maasse von Unterkiefern,
Abbildung eines Unterkiefers. Nehring, Jahrb. K. K. geol. Reichsanstalt, (43),
p. 179—198.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 235
Cricetodon spec. aus der Braunkohle ven Göriach. Hofmann, Abh. K.K.
Geol. Reichsanstalt, XV, Heft 6 p.46, 86, Taf. III Fig. 17—18.
Hesperomys nasutus, Haare auf den Querfalten des Schwanzes angeordnet.
Emery, Anat. Anz. VIII p. 731-738, Fig. 4.
Holochilus squamipes von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am, Mus,
V 2: 233.
Ichthyomys Thos. gen. nov. Rodentium aff. Hydromys und im Gebiss an
Habrothrix erinnernd; frisst Fische. Thomas, P. Z.S London p. 337—339.
Ichthyomys stolzmanni Thos. spec. nov. von Chanchamayo, Central Peru.
Unterschiede von Ichth. hydrobates. Abbildungen des Thieres, seines Schädels,
Fusses und Caecums. Thomas, P.Z.S. London p. 339— 340, Taf. XX VIII (Thier),
XXIX, Fig. 1—6. — Natural. Science II p. 259.
Nectomys palmipes Allen und Chapman spec. nov. von Princestown, Trini-
dad, aff. N. apicalis, Unterschiede von N. squamipes. Allen und Chapman,
Bull. Am. Mus. V p. 210—211, 233.
Neotoma in West-Colorado, Lebensweise. Purpus, Zool. Gart. XXXIV
p. 225 — 227.
Neotoma arizonae Merriam spec. nov. von Arizona. Merriam, Proc. Biol.
Soc. Wasbington VILI p. 109—112,
Neotoma fuscipes von San Pedro Martir, Niedercalifornien, übereinstimmend
mit Exemplaren von San Diego und San Bernardino, Südcalifornien. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 185.
Neotoma lepida Thos. spec. nov. von Utah, aff. N. arizonae und N. ma-
crotis. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 235.
Neotoma macrotis Thos. spec. nov. von San Diego, Californien, aff. N.
floridana und N. mexicana. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 234—235.
Neotoma mexicana von La Plata, New Mexico. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
V.p:81.
Neotoma mezxicana von Cachuta, Nord-Sonora. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
V 2.28.
Neotoma pennsylvanica Stone spec. nov. aff. N. floridana vom South
Mountain in Cumberland Co. Stone, Proc. Phil. Acad. p. 16.
Neotoma pinetorum Merriam spec. nov. von Arizona aff. N. fuscipes.
Merriam, Proc. Biol. Soc. Washington VIII p. 109-112.
Teonoma von Neotoma nicht zu trennen. Merriam, Proc. Biol. Soc.
Washington VIII p. 109-112,
Onychomys leucogaster subsp.? von La Plata, New Mexico. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 74.
Onychomys ramona Rhoads spec, nov. aff. O.longicauda und torridus von
Californien, San Bernhardino Co., Cal. Rhoads, Amer. Natural. XXVII p. 833.
Onychomys spec. von Juarez, Nord-Chihuahua. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
VERF 28.0
Oryzomys aquaticus. Beziehungen zu O. natator. Chapman, Bull. Am.
Mus. V p. 45 —46.
Oryzomys dbrevicauda Allen und Chapman spec. nov. von Princestown,
Trinidad. Aufenthalt. Allen und Chapmann, Bull. Am. Mus. V p. 215—217, 233.
Oryzomys costaricensis J. A. Allen spec. nov, von El General, 700 m
236 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
hoch, Costa Rica, andere Exemplare von Cerro de Buena Vista (3400 m hoch)
und La Carpintera. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 239—240.
Oryzomys couesi Alston, Typus von Coban, Guatemala. Schädelmaasse
eines Exemplars von der Hacienda Cubilguitz bei Coban. Thomas, Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XI p. 403, 405.
Oryzomys couesi von Bahia de Salinas, Costa Riea, Pacifik-Küste, Maasse.
J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 240.
Oryzomys fulgens Thos. spec. nov. von Mexico, aff. O. couesi, Schädel-
maasse. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 403—405.
Oryzomys melanotis Thos. spec. nov. von Mineral San Sebastian, Jalisco,
Mexico. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (XI) p. 404—405.
Oryzomys palustris natator Chapman subspec.nov. von Gainesville, Florida,
gleich Texas-Exemplaren. Chapman, Bull. Am. Mus. V p. 43—46.
Oryzomys speciosus Allen und Chapman spec. nov. von Princestown, Trini-
dad, aff. Hesperomys concolor. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V p.212
—213, 233.
Oryzomys trinitatis Allen und Chapman spec. nov. von Princestown, Trini-
dad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V p. 213-214, 233.
Oryzomys velutinus Allen und Chapman spec. nov. von Princestown, Trini-
dad. Aufenthaltsort. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus V p.214—215, 233.
Reithrodontomys aztecus J. A. Allen spec. nov. von La Plata, New Mexico.
J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 79-80.
Reithrodontomys megalotis vielleicht subsp.? von La Plata und Aztee in
New Mexico, Riverview und Bluff City in Utah. J. A. Allen, Bull. Am. Mus,
Ven7a
Reithrodontomys montanus, gute Art, Verbreitung. J. A. Allen, Bull.
Am. Mus. V p. 80-81.
Rhithrodontomys pallidus Rhoads spec. nov. aff. Rh. longicaudus von
Santa Ysabel, Californien. Rhoads, Amer. Natural. XXVII p. 835.
Rhithrodon pietus von San Blas, Cordilleren von Oentral-Peru. Thomas,
P. Z. S. London’ p. 337.
Sigmodon von Corpus Christi, Texas; Standortsvarietäten. Chapman,
Bull. Am. Mus. V p. 45.
Sigmodon hispidus arizonae von Granades am Rio Yaqui, Nordwest-Chi-
huahua. J. A, Allen, Bull. Am. Mus V p.28.
Sigmodon hispidus toltecus von San Jose, Costa Rica. J. A Allen, Bull.
Am. Mus. V p. 238.
Sitomys americanus, Synonymie. Miller jr., Proe. Biol. Soc. Washington
VII p.59—70. — Verbreitung, verschiedene Lebensweise von L. canadensis.
Miller jr., Proc. Biol. Soc. Washington VIII p. 62-63. — Bemerkungen über
Exemplare von verschiedenen Fundorten. J A. Allen, Bull. Am. Mus. V p.194
—197.
Sitomys auripectus J. A. Allen spec. nov. von Bluff City, Utah. J. A.
Allen, Bull. Am. Mus. V p. 75—76.
Sitomys americanıs austerus vom ‚Puget Sound. Unterschiede von S. gam-
bei. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 192.
Sitomys boylü, Bemerkungen darüber, J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V,
p. 192 —194.
ın der Naturgeschiehte der Säugethiere während des Jahres 1893. 237
Sitomys californicus von Monterey und Glenwood, Californien. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 202.
Sitomys californicus von San Pedro Martir, Untercalifornie:, Unterschiede
von Exemplaren aus San Mateo, Santa Clara, Monterey, Santa Ysabel und Dul-
zura. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p 186 —187.
Sitomys americanus eanadensis G.S. Miller jr. subsp. nov. von Peterboro,
Madison Co, New York; Verbreitung, Unterschiede von $S. arcticus. Miller, Proc.
Biol. Soc. Washington VIII p.55 59.
Sitomys cherriei von La Carpintero, Costa Rica. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V p. 238.
Hesperomys crinitus Merriam synonym zu Vesperimus nasutus Allen, nahe
verwandt mit Stiiomys truei (Shufeldt). J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 78.
Sitomys eremicus von Pinal County. Arizona. J. A. Allen, Bull. Am. Mus.
N B277.
Sitomys fraterculus von San Pedro Martir, Untercalifornien. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 187.
Sitomys americanus gambeli, genaue Beschreibung. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V p. 190 - 191.
Sitomys gilberti J. A. Allen vom Bear Valley, San Benito Co, Cali-
fornien, aff. $. californicus und martirensis. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V
p. 188—189.
Sitomys herronii Rhoads spec. nov. aff. $S. eremicus von Californien, San
Bernardino Thal. Rhoads, Amer. Natural. XX VII, p. 832.
Sitomys major Rhoads spec. nov. afl. S. californicus von Californien,
Squirrel Jnn, San Bernardino Co. Rhoads, Amer. Natural. XXVII p. 831.
Sitomys martirensis von Sierra de la Laguna, Niedercalifornien. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 202.
Sıtomys martirensis J. A. Allen spec. nov. von San Pedro Martir,
Untercalifornien, aff. S. megalotis. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 187—188.
Hesperonys megalotis Merriam = Sitomyjs truei. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V p. 78.
Sıtomys nudipes von Santa Clara, Costa Rica, weichen in der Färbung von
einem mit den Typus übereinstimmenden Stücke aus San Jose ab. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 239.
Sitomys rowleyi pinalis G. S. Miller jr. subsp. nov. von Granite Gap,
Grant Co, New Mexico und Pinal Co, Arizona. Lebensweise. 6. S. Miller jun.
Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 331—334.
Sitomys robustus J. A. Allen spec. nov. von Lake Co, Lakeport, Cali-
fornien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 335—336.
Sitomys rowleyi J. A. Allen spec. nov. von Nolans Ranch, Utah und
auch von Pinal County und Bradsbaw City, Arizona. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V p. 76—78.
Sitomys sonoriensis von Durango, Aztec und La Plata (New Mexico),
Nolans Ranch und Riverview (Utah), Florida, La Plata Co (Colorado), fehlt bei
Bluff City (Utah); Variation. 3. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 74-75.
Sitomys spec. nov. aff. S. eremicus von Comondu und San Jose de Cabo,
Californien. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 202.
238 Paul Matschie: Bericht über dia wissenschaftl. Leistungen
Sitomys niweiventris subgriseus F. M. Chapman subsp. nov. von Gaines-
ville, Florida. Lebensweise. Chapman, Bull. Am. Mus. V p. 340—341.
Sithomys americanus thurberi J. A. Allen subsp. nov. von San Pedro
Martir. 3. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 185-186.
Sitomys truei von Aztec und La Plata, New Mexico. J. A. Allen, Bull.
Am. Mus. V p. 78.
Tylomys cowesi Allen und Chapman spec. nov. von Princestown, Trinidad
aff. T. nudicaudatus. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V p. 211—212, 233.
Xenomys Merriam gen. nov. Neotominarum. Merriam, Proc. Biol. Soe.
Washington VII 1892 p. 159—163
Xenomys nwelsoni Merriam spec. nov. von Colima, West-Mexico. Merriam,
Proe. Biol. Soc. Washington VII 1892 p. 161 - 163.
Arvieolidae: Arvicola, Thyroidea. Christiani, Arch. Physiol. XXV,
p. 279—284, Taf. 3.
Arvicola. Periodische Mäuseplagen. Danysz, Rev. Scient. LII p. 338 — 340.
Arvicola agrestis, Plage in Schottland. Harting, Zoologist XVIL p. 121—138.
Arvicola agrestis. Reicher Ertrag auf Feldern, die erst unter der Mäuse-
plage gelitten hatten. Harting, Zoologist XVII p. 353.
Arvicola agrestis Varietäten in England. Service und Harting, Zoologist
XVII p. 266—267.
Arvicola agrestis var. alba mit schwarzen Augen bei Hollington. Bradshaw,
Zoologist XVII p. 302.
Arvicola (Mynomes) alticolus von Florida, La Plata Co, Colorado, Unter-
schiede von Exemplaren aus den San Franeisco Mountains, Arizona. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. V p. 72—73.
Arvicola arvalis, Plage in Galizien und Ungarn. Harting, Zoologist XVII
p. 130.
Arvicola ater von Aberdeenshire und Banffshire. Ewans, Zoologist,
ROVER
Arvicola (Mynomes) aztecus J. A. Allen spec. nov. von Aztec, New
Mexico, gehört zur A. riparius-Gruppe; von Estes Park, Colorado ebenfalls an-
gegeben. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 73—74.
Arvicola edax von San Pedro Martir, Untercalifornien. Beschreibung der
Exemplare, Unterschiede von solchen aus Ysabel, San Diego Co, Californien.
3. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 184--155.
Arvicola güntheri, Plage in Thessalien. Harting, Zoologist XVII p. 130.
— Beschreibung, Lebensweise. Harting, ]. c. p. 139—145.
Arvicola modesta Baird vom Sawatch Pass, Colorado beruht auf einem
sehr jungen Thier. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p 73
Campieola für Arvicola subterraneus, arvalis, campestris. Schulze, Schr.
Naturw. Ver. Harz. 5, 24, 1890.
Ellobius zu den Arvicolidae gestellt. Tullberg, Nov. Act. Reg. Soc. Ups.
II p.4.
Lemmus für Eyzies, Dordogne, erwähnt. Harle, C. R. Soc. d’Hist. Nat.
Toulouse, Fevrier, Juillet.
Synaptomys stomei Rhoads spec. nov., aff. $. cooperi, von May’s Landing,
New Yersey. Rhoads, Am. Natural. XX VII p. 53—54.
Evotomys gapperi rhoadsi Stone subspec. nov. von May’s Landing, New
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 2339
Yersey. Aufenthaltsorte, Maasse im Vergleich mit solchen von E. gapperi.
Stone, Am. Natural. XXVIL p.54—56.
Hystrieomorpha: Capromyidae: Aulacodus swinderianus von Cahama
am Kakulovar, Cunene-Gebiet. Jentink, Notes Leyden Museum XV p. 269.
Oetodontidae: Echimys trinitatis Allen und Chapman spec. nov. von
Princestown, Trinidad, aff. E. cayennensis. Leichtes Abbrechen des Schwanzes.
Eingeborenenname, Lebensweise. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V p. 223
— 227, 232.
Lonchercs castaneus Allen und Chapman spec. nov. von Princestown, Trini-
dad. Unterschiede von L. guianae. Aufenthalt, Eingeborenen-Name. Allen
und Chapman, Bull. Am. Mus. V p. 222—223, 233.
Loncheres gwianae von Trinidad. Maasse. Unterschiede vom Typus, Nahrung.
Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V p. 220—222, 233.
Hystrieidae: Acanthion javanicum von Flores und Tana Djampaia. Weber
in Weber's Reise Niederl. Ostindien III p. 267.
Erethizon epizanthus bei La Plata, New Mexico. J. A. Alien, Bull. Am,
Mus. V p.70.
Hystris africae-australis von Lahadsch. Unterschiede im Bau der Stacheln
von H. cristata. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 27.
Hystrix africae-australis von Natal. Schädelmaasse. Thomas, Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XI p. 231.
Hystrixc cristata vom Gambia. Schädelmaasse. Thomas, Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XI p. 231.
Hystrie galeata Thos. spec. nov. von Lamu. Thomas, Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XI p. 230—231.
Iystrie aus dem Diluvium Südwest-Frankreichs bisher nicht nachgewiesen.
Harle, ©. R. Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Fevrier p. 14.
Synetheres prehensilis von Trinidad, strömen einen starken Geruch aus,
Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V p.227, 234.
Lagostomidae: Lagidium pallipes von Incapirca, Zezioro, Junin in Central-
Peru. Thomas, P. Z. S. London p. 340.
Caviidae: Cavia aperea als geographische Abart von (. cutleri aufzufassen;
von Rosario und S. Nicolas in Argentinien erwähnt. Fruchtbare Bastarde mit
©. cobaya. Zähigkeit in der Vererbung der Merkmale auf Bastarde, Auftreten
weisser Zeichnung bei Jungen, welche in der Gefangenschaft geboren sind; Zahl
der Würfe. Trächtigkeitsdauer der Bastarde. Nehring, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin p. 250-252.
Kerodon boliviensis von Oentral-Peru. Thomas, P. Z. S. London p. 341.
Cavia cutleri von Incapirca, Zezioro, Junin in Central-Peru. Thomas, P.
Z. S. London p. 340.
Cavia, - Lieberkühn’sche Krypten und ihre Beziehungen zu den Follikeln.
Tomarkin, Anat. Anz. VIII p. 202—205.
Cavia cobaya, Entstehung des Ureter, Verhältniss zwischen Harnblase und
Allantois. Keibel, Anat. Anz. VIII p. 545—554 8 Abb.
Cavia cobaya, Verschluss des Enddarmes. Retterer, Bibl. Anat. I p.184
—195, 13 Fig.
Cavia cobaya, Beschreibung und Abbildungen der Drüsen des Urogenital-
240 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
apparates mit Abbildungen. De Pousargues, Ann. Sc. Nat. XV p.343—352,
Taf. 9, Fig. 1—10.
Cavia cobaya. Harnblase, Allantois, Nabelstrang. Keibel (4) Fig. 1—8.
Castoroididae: (astoroides ohiohensis, Skelet von Randolph County, In-
diana. Moore, Amer. Geol. XII p. 67—74, Taf II.
Dasyproetidae: Coelogenys paca von Trinidad. Allen und Chapman,
Bull. Am. Mus. V p.228, 234. ]
Dasyprocta aguti von Trinidad. Lebensweise. Allen und Chapman, Bull.
Am. Mus. V p. 227, 234.
Dasyprocta variegata von Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P.Z.S8.
London p. 340.
Lagomorpha: Leporidae: Lepus. Schultergürte. Howes, P. Z.S.
London p. 588 —589, Fig. la und b.
Lepus europaeus und cuniculus, Schädel. Saint-Loup, C. R. Acad. Se.
CXVII p. 640—643.
Lepus alleni von Oputo am Rio Yaqui, Nordwest-Chihuahua. J. A. Allen,
Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 28.
Lepus arizonae von San Diego, Nordwest-Chihuahua. J3. A. Allen, Bull.
Am. Mus. Nat. Hist V p.28.
Lepus capensis vom Kilima-njaro. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII
p. 269.
Lepus cuniculus, ungewöhnlicher Urspruug von Arterien. White, Nature
XLVII p. 365. — Abnormität im Venensystem. Parker, Nature XLVII p. 270.
— ÖOrbitalnervensystem. Peschel, Arch. Ophthalm. XXXIX, 2. Abth. p. 1-44,
Fig. Taf. 1—3. — Geschmacksknospen. von Lenhossek, Verh. Phy. Med. Ges.
Würzburg XXVII p.191—266, 2 Taf. — Wolff’sche Körper. Haycraft. —
Vorderarmgefässe, ihre Entstehung. Zuekerkandl, Verh. Deutsch. Anat. Ges.
7. Versamml. p. 126—129. — Ab.ormes Vorkommen einer einzelnen Niere und
eines einzelnen Uterus. Retterer und Roger, C. R. Soc. Biol. Paris (9) V p. 782
— 784. — Von der Insel Man. Vulgärname Kermode, Zoologist XVII p.63.
— In Nordwest-Spanien. Gadow, Zool. Jahrb. VII p.336. — In Australien.
Loir, La Nature XXI p.186—188, Rev. Sc. LI p.513—518; Roedel, Natur,
XLII p.291—294. — Seuche in Tasmanien. Harting, Zoologist XVII p. 102.
Lepus gabbi von San Jose, Costa Rica. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V p. 240.
Lepus hibernicus in Schottland. Verbreitung. Service, Zoologist XVII,
p. 265— 266.
Lepus orizabae Merriam spec. nov. aff. L. arizonae vom Orizaba, Puebla,
Mexico. Merriam, Proc. Biol. Wahington VIII p. 143 —144.
Lepus sylvaticus subsp.? von Aztec, New-Mexico. J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. V p.70.
Lepus timidus von der Insel Man. Vulgärname. Kermode, Zoologist,
XVI p.63.
Lepus vietoriae Thos. spec. nov. von Nassa, Speke Golf, Victoria Nyansa.
Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII p. 268 - 269.
Lagomyidae: Lagomys nicht aus dem Diluvium von Südwest-Frankreich
nachgewiesen. Harle, C. R. Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Fevrier p. 14.
Lagomys collaris Nelson spec. nov. von Alaska. Nelson, Proc. Biol. Soc.
Washington VIII p. 117—120.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 941
Ungulata im allgemeinen.
Lydekker, Horns and Hoofs. — Corium und Periost der Hufglieder.
Dixey, Proc. Royal Soc. London LII p. 392—393. — Fossile Formen aus Süd-
argentinien. Ameghino, Rev. Scient. LI p. 13—17, 731.
Hyracoidea.
Proeaviidae: Procavia. Bezahnung. Lataste, Act. Soc. Chili Il p. CLXX
—CLXXIL
Hyrax dorsalis, Abbildung. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 177.
Procavia mossambica, Lebensweise. ©. Neumann bei Matschie, Sitzb. Ges.
naturf. Fr. Berlin p. 230—231.
Procavia weumannmi Mtsch. spec. nov. aus der Dendrohyrax-Gruppe, von
Zanzibar. Unterschiede im Schädelbau von D. arboreus, stuhlmanni und dorsalis.
Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 112 -114.
Dendrchyrax neumanni, Lebensweise. Betragen in der Gefangenschaft. 0.
Neumann bei Matschie. Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 228—230.
Hyrax von Aden. Vulgärname 0. Neumann bei Matschie, Sitzb. Ges.
naturf. Fr. Berlin, p. 27.
Proboscidea.
Elephantidae: Molaren. Barrett, Trans. 2 Amer. Dental Ass., Phila-
delphia 1892 p. 83—105.
Elephas africanus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 176.
Elephas africanus, Beschreibung und Abbildung des Gehirns. Beddard,
P. Z. S. London, p. 311—315 Taf. XXII und XXIL.
Elephas antiquus Schädel aus Sicilien, Nachweis des Cranialdomes. Pohlig,
Abh. Akad. München XVII p. 73—109, 4 Fig. 5 Taf.
Elephas indicus, Zahnbau und Zahnwechsel. Röse, Morph. Arb. Schwalbe
III p. 173—194, 11 Abb. Taf. 10.
Elephas meridionalis von Durfort. &audry, Vol. Centen. Fondation Mus.
d’Hist. Nat. 25 Seiten, 1 Tafel. — Von Sainzelles (Haut-Loire). Boule, Ann. Sc.
Nat. XV p. 88.
Elephas primigenius, palaeontologisches Alter. Howorth, Geol. Mag. (3)
X, p. 161—163, 353—355. — Stirrup, Geol. Mag. (3) X, p. 107—111.
Elephas primigenius von Boulder Clay. Bulman, Natural Science, III,
p. 263.
Dibelodon praecursor Cope spec. nov. aus dem Tertiaer von Texas,
Cope, Rep. Geol. Surv. Texas 1892 p. 64.
Mastodon americanus vestaurirt. Marsh, Geol. Mag. (8) X, ». 164,
Dar. VILLE.
Mastodon angustidens aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann, Abh.
K.K. Geol. Reichsanstalt XV, Heft 6, p. 47, 87.
Mastodon borson? bei Roussillon. Donnezan, C. R. Acad. Science. OXVI,
p. 538—539.
Tetrabelodon shepardiw Abb. des Unterkiefers. Cope, Am. Natural. XXVIL
p. 473 Taf. XII.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. I. H.1. 16
949 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Amblypoda.
Coryphodontidae: Coryphodon, Kritik der Arbeit von Earle. Cope,
Am. Natural. XX VII p. 250-252. — Restauriert. Marsh, Am. Journ. Se. (3)
XLVI, p. 321—326 Taf. V und VI; Geol. Mag. (3) X, p. 481—487 Taf. XVII.
.. Coryphodon, Metapodien, Abb. des Mittelfingers. Wortman, Am. Natural.
XXVL p. 426 Fig.1.
Artiodactyla.
Tarsus. Osborn & Wortman, Bull. Am. Mus. V p. 16—18.
Ruminantia: Magen. Cordier, C. R. Soc. Phil. No. 7, p. 6—8, No. 10, p. 6
—8, 2 Fig., Bull. Soc. Zool. France XVII, p. 229—230, Ann. Sc. Nat. (7) XVI
p. 1—128 Taf. 1—6.
Ruminantia. Postembryonale Schädelmetamorphosen. Stehlin, Dissertation.
4°, 81 Seiten, 4 Tafeln.
Pantolestidae.
Protogonodon zu den Pantolestidae gestellt. Earle, Amer. Natural. XXVII
p. 377—379.
Suidae.
Achaenodontinae: Elotherium elavum Marsh. spec. nov. aus dem Mio-
caen von Dakota. Marsh, Am. Journ. Se. (3) XLIV p. 409 Taf.
Ammodon leydianum Marsh. und A. potens Marsh. spec. novae aus dem
Miocaen von New Jersey und Colorado. Marsh, Am. Journ. Se. (3), XLIV
p.409—410.
Choeropotaminae: Cebochoerus suillus aus der Braunkohle von Göriach.
Hofmann, Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt XV, Theil 6 p. 82, 87, Taf. XVII
Fig. 14—15.
Hyotherium soemmeringi aus der Braunkohle von Göriach, Vergleich mit
Choeropotamus steinheimensis. Hofmann, Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt XV,
Theil 6 p. 77—82, 87, Taf XV, Fig. 13—17, Taf. XVI Fig. 1-12, Taf. XVII
Fig. 1-13.
Suinae: Sus scrofa. Ossifikationscentren des Bassioceipitale am Foetus.
Staurenghi, Atti Ass. Med. Lomb, No. 2, 18 Seiten, Tafel. — Entwickelung.
Keibel, Morph. Arb. Schwalbe III, p. 1—139 29 Abb. Taf. 1—6.
Sus scrofa von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 176.
Sus in Nordwest-Spanien. Verbreitung, Vulgärname. G@adow, Zool. Jahrb.
VI p. 340.
Sus spec. von Salies du Salat (Haute Garonne). Harle, ©. R. Soc. d’Hist.
Nat. Toulouse, Juin.
Sus vittatus aff. von Flores. Weber in Weber’s Reise Niederl. Ostindien,
III p. 268.
Perchoerus aus dem Miocaen von Nordamerika. Marsh, Am. Journ. Sec. (3)
XLIV p. 407—412 Taf. VII—X.
Phacochoerus aethiopicus von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebiet. Jen-
tink, Notes Leyden Museum XV p. 265.
Potamochoerus larvatus von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London
p. 504.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 943
Potamochoerus penicillatus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI,
p. 176.
Dieotylinae: Dicotyles labiatus von Trinidad. Allen und Chapman. Bull.
Am. Mus. V p. 229, 234.
Dieotylus tajacu von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V.
p. 229, 234.
Platygonus bicalcaratus Cope spec. nov. von aus dem Tertiaer von Texas.
Cope, Rep. Geol. Surv. Texas 1892 p. 68.
Hippopotamidae.
Hippopotamus, Nabelstrang. Keibel, Anat. Anz. VIII p. 497-504, 9 Abb.
Hippopotamus amphibius 2 im Zoologischen Garten von Antwerpen ist
tragend. Sclater, P. Z. S. London p. 326.
Hippopotamus, Maasse von Schädeln aus dem Gabun, von Zanzibar, aus
den holländischen Besitzungen, vom Nil und von Senegambien, Unterschiede im
Schädelbau. Abb. des Vorderschädels zweier Senegalexemplare. Grandidier und
Filhol, Ann. Sc. Nat. (8) XVI p. 151—190 Fig.1 und 2.
Hippopotamus lemerlei von Ambolisatra, Madagascar, ausführliche Mit-
theilungen über den Schädel, Vergleich mit Schädeln aus verschiedenen Gegenden
Afrikas. Zahlreiche vergleichende Messungen. Beziehungen zu H. madagascariensis
und leptorhynchus. Abb. des Schädels eines jungen H. lemerlei von oben, von der
Seite und von unten, eines alten Exemplares von oben, von unten; ferner Ab-
bildung der Schädel von hinten, des Femur und der Tibia. G@randidier und
Filhol, Ann. Sc. Nat. (8) XVI p. 151—190 Taf. VII-XV.
Hippopotamus liberiensis, Vertreter eines besonderen Genus Choeropsis.
Chapman, Proc. Ac. Philadelphia, p. 185—187.
Hippopotamus major von Sainzelles (Haute-Loire). Boule, Ann. Sc. Nat.
XV, p. 88.
Hippopotamus spec. von Togo. Matschie, Mitth. Schutsgeb. VI p. 176.
Oreodontidae.
Cyelopidius incisivus Scott. spec. nov. aff. O. simus aus den oberen Deep
River Beds, Montana. Scott, Am. Natural. XXVII p. 661—662.
Mesoreodon chelony& Scott gen. et spec. nov. aff. Eporeodon, aus den
Deep River Beds, Montana. Scott, Am. Natural. XXVII, p. 661.
Mesoreodon intermedius Scott spec. nov. aus den Deep River Beds,
Montana. Scott, Am. Natural. XXVII p. 661.
Oreodon in den White River Beds, Dakota. Wortman, Bull. Am. Mus. V,
p. 95—105.
Camelidae.
Pomel. Monographies, Carte geol. d’Algerie. 52 Seiten, 8 Taf.
Camelus, Magen. Cordier, Bull. Soc. Zool. XVIII, p. 75—78.
Holomeniscus sulcatus und macrocephalus Cope spec. novae aus dem
Tertiaer von Texas. Cope, Rep. Geol. Surv. Texas 1892 p. 84-85.
Pliauchenia spatula Cope spec. nov. aus dem Tertiaer von Texas. Cope,
Rep. Geol. Surv. Texas 1892 p. 70.
Procamelus leptognathus Cope spec. nov. aus dem Tertiaer von Texas.
Cope, Rep. Geol. Surv. Texas 1892 p. 37.
16*
244 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Protoceratidae.
Protoceras in den White River Beds, Dakota. Wortman, Bull. Am. Mus.
V p. 95—105. — Beschreibung. Osborn. Nature XX VII p. 321-322, 3 Fig. —
Reste abgebildet. Marsh, Am. Journ. Se. (3) XLIV, p. 407—408, Taf. VII.
Protoceras celer, Referat über die Entdeckung. Cope, Am. Natural. XX VII
p. 147-148, Taf. I (Schädel), II. Schädel von vorn, Beinknochen.
Tragulidae.
Bachitherium medium aus dem Oligocaen von Querey. Abb. des Vorder-
theils des Oberkiefers. Filhol, Ann. Sc. Nat. (8) XVI p. 149, Fig. 21.
Hyaemoschus crassus aus der Braunkohle von Göriach = Dorcatherium
vindobonense, Vergleich mit Dicroceros fallax und Dorcatherium naui. Hofmann,
Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt XV, Theil 6, p. 73—77, 87, Taf. XV, Fig. 1, 2,
4—12.
Meminna meminna, Beschreibung des Felles und der Verdauungsorgane.
Alessandrini, Boll. Soe. Romana Stud. Zool. II, p. 141—149.
Blastomeryc antilopinus Scott spec. nov. aff. Bl. borealis aus den oberen
Deep River Beds, Montana. Scott, Am. Natural. XXVII, p. 662,
Dicroceras elegans aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann, Abh. K.K.
Geol. Reichsanstalt, XV, Theil 6, p. 68—72, 87, Taf. XI Fig. 12—14, Taf. XII.
Fig. 1—9, 18, Taf. XIII, Fig. 7—11.
Dieroceras furcatus aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann, Abh. K.
K. Geol. Reichsanstalt XV, Theil 6, p. 68, 87, Taf. XII, Fig. 16-17.
Micromeryx flourensianus aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann,
Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt, XV, Theil 6, p. 66—68, 87, Taf. XIII,
Fig. 13—18,
Palaeomery& bojani aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann, Abh. K.
K. Geol. Reichsanstalt, X V,- Theil 6, p. 60, 87, Taf. XI, Fig. 9—11.
Palaeomery& eminens aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann, Abh.
K. K. Geol. Reichsanstalt XV, Theil 6, p. 58-59, 87, Taf. XI, Fig. 1-8, Taf.
XIIT, Rig 12, Taf XIV, Fig.
Palaeomery& escheri aus der Braunkohle von Göriach, Abb. eines Unter-
kiefers. Hofmann, Abh. K. K. Geol, Reichsanstalt, XV, Theil 6, p. 64—66, 87,
Taf. XII, Fig. 5, Taf. XV, Fig. 3.
Palaeomeryc meyeri Hofmann spec. nov. aus der Braunkohle von Göriach
= P. pygmaeus var. parva von Reisensburg. Hofmann, K. K. Geol. Reichs-
anstalt, XV, Heft 6, p. 61—64, 87, Taf. XII, Fig. 10—15, Taf. XIII, Fig. 1—4.
Cervidae.
Pomel. Monographies. Carte geol. d’Algerie. 52 Seiten 8 Taf.
Cervus brookei Hose spec. nov. vom Mount Dulit. Borneo aff. C. egquinus
von Borneo. Hose, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XII, p. 206.
Elaphus canadensis von Florida, La Plata Co, Colorado. J. A. Allen, Bull.
Am. Mus. V, p. 70.
Cervus capreolus in Nordwest-Spanien. Vulgärname. Gadow, Zool. Jahrb.
XVL, p. 337.
Cervus capreolus var. in Livland reines Waldthier. R. Blasius, Zool. Gart.
XXXIV, p. 159.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 245
Cervus dama fehlt in Nordwest-Spanien. @adow, Zool. Jahrb. VII p. 336.
Elaphurus davidianus Magen. Cordier, ©. R. Soc. Philom. No.3 p. 4—5.
Cervus elaphus in England. Withaker, A Descriptive List of the Deer
Parks and Paddocks of England.
Cervus elaphus var. in Nordwest-Spanien häufig in den Marismas. Vulgär-
name. Gadow, Zool. Jahrb. VII p. 336.
Cariacus macrotis von Florida, La Plata Co, Colorado. J. A. Allen, Bull.
Am. Mus. V p. 70.
Cervus megaceros von Ballangh, Insel Man. Kermode, Zoologist, XVIL p. 61.
Coassus nemorivagus von Trinidad. Maasse des Schädels. Schaden in den
Kakaopflanzungen. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V, p. 228, 234. —
Von Guiana. Vulgärname. Quelch, Zoologist, XVIL p. 19.
Blastocerus paludosus von Guiana. Queleh, Zoologist XVII, p. 19.
Cervus pardinensis von Sainzelles (Haute-Loire). Boule, Ann. Sc. Nat.
XV p. 38.
Coassus rufus von Essequibo, Guiana. Quelch, Zoologist XVII p. 19.
Russa russa von Flores. Weber in Weber’'s Reise Niederl. Ostindien.
III, p. 268.
Cariacus savannarum von Guiana. Quelch, Zoologist XVII, p. 19.
Coassus spec., simplicornis? von Guiana. Quelch, Zoologist XVII, p. 19.
Cervus spec, aus der Braunkohle von Göriach. Hofmann, Abh. K.K. Geol.
Reichsanstalt XV, Theil 6, p. 72, 87, Taf. XIII Fig. 21.
Cervus 2 spec. von Sainzelles (Haute Loire). Boule, Ann. Sc. Nat.
XV, p. 8.
Cervus tarandus von Salies- du Salat (Haute Garonne). Harle, C. R. Soc.
d’Hist. Nat. Toulouse. Juin.
Cervus thoroldi Blanf. spec. nov.—=(. nariyanus von Tibet. Beschreibung
und Abbildung. (wahrscheinlich — (. albirostris Przewalski. Ref.) Blanford,
P.Z.S. London, p. 444—448, Taf. XXXIV (Thier).
Ovibovidae.
Ovibus moschatus, Verbreitung in Ostgrönland. Feilden, Zoologist,
XVL, p. 43.
Ovibos für Enfer, Dordogne, erwähnt. Harle, ©. R. Soc. d’Hist. Nat.
Toulouse, Juillet.
Catoblepas reichei Noack spec. nov. aus Transvaal. Noack, Zool. Anz.
p. 153—156.
Connochaetes taurina von den Ebenen zwischen Milanji und Zomba und
von den Tochila Ebenen, Nyassaland. Selater, P.Z. S. London, p. 507.
Ovidae.
Ovis aries. Jacobson’sches Organ. Rauge, Arch. Intern. Laryng. VI, p. 206
—211, Taf.
Ovis domestica, Strukturverhältnisse von Wollhaaren. von Nathusius, Land-
wirthsch. Jahrb. XXII, p. 469—502.
Ovis aries von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 179.
Ovis canadensis sehr selten bei Florida; La Plata Co, Colorado, J, A, Allen,
Bull. Am. Mus. V, p. 70.
246 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Ovis vignei var., neu für Tibet aufgeführt. Blanford, P. Z. S. London,
p. 449.
Capra hircus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 179.
Capra pyrenaica in Nordwest Spanien. Vulgärname. Verbreitung. Ab-
bildung des Gehirns nnd eines @ juv. Gadow, Zool. Jahrb. VII, p. 338—340,
Taf. XI.
Bovidae.
Bos taurus, Venae pulmonares. Piana, Monit. Zool. Ital. IV, p. 60—62. —
Jacobson’sches Organ. Rauge, Arch. Intern. Laryng. VI, p. 206—211, Taf.
Bos taurus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI, p. 179.
Bos elatus von Sainzelles (Haute-Loire). Boule, Ann. Se. Nat. XV p. 88.
Bos spec. von Salies- du Salat (Haute Garonne). Harle, ©. R. Soc. d’Hist.
Nat. Toulouse. Juin.
Bison americanus, Verbreitung, Abarten, Kreuzungen mit Bos, Varietäten
und Ausrottung. Litteratur. Langkavel, Zool. Gart. XXXIV, p. 353—363.
Bison bonasus im Caucasus, Verbreitung. Lebensweise. Radde, P. Z. S.
London, p. 175—177.
Bubalus antiquus. Pomel. Monographies. Carte g6ol. d’Algerie. 94 Seiten.
10 Tafeln; C. R. Ac. Sc. CXVI, p. 1346—1349.
Bubalus brachyceros von Togo. Abbildung des Schädels von (als centralis)
und Q. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 180 Fig. 6 und 7 auf p. 179.
Antilopidae.
Antilopen. 13 asiatische Arten beschrieben. Zool. Gart. XXXIV,
p. 71-72.
Adenota kob von Togo. Abbildung des Gehörns. Matschie, Mitth. Schutz
geb. VI, p. 178, Fig. 2 auf p. 179.
Bubalis, Litteratur über Verbreitung der einzelnen Arten. Langkarvel,
Zool. Gart. XXXIV, p. 200—206.
Bubalis lichtensteini von Zomba, Nyassaland. Verhältnis zu leucoprymnus.
Thomas, P. Z. S. London, p. 504. — Vom Shire-Hochland. Selater. 1. c. p. 506.
Bubalis major von Togo. Abbildung des Gehörns. Matschie, Mitth. Schutz-
geb. VI, p. 178, Fig. 3 auf p. 179.
Bubalis lunata >x B. caama zwischen Tati und Shashi. F. C. Selous, P.
7. S. London, p. 1—2, Fig. (Schädel).
Catoblepas s. unter Ovibovidae.
Cephalolophus grimmius von Zomba. Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London.
p. 504.
Grimmia mergens von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebiet. Jentink,
Notes Leyden Museum XV p. 265.
Cephalolophus harveyi Thos. spec. nov. vom Kilima-njaro aff. ©. nigrifrons
Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI, p. 48—49.
Cephalolophus maxwelli, Verbreitung, für Banana von Noack (Zool. Jahrb.
IV) fälschlich angegeben. Schädelmaasse. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin p. 256.
Cephalolophus melanorheus von Landana. Schädelmaasse,. Matschie Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 256,
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 247
Cephalolophus natalensis Thos. P. Z. S. London 1892, p. 419 von Malindi
= (. harveyi Thos. Die Beschreibung der Hörner des und die Maasse des
Schädels in der Beschreibung von C. natalensis beziehen sich auf dieses Exem-
plar. Thomas, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 48.
Cephalalophus niger von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 179.
Cephalolophus rufilatus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 178.
Cobus ellipsiprymnus von Zomba. Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London
p. 504.
Cobus ellipsiprymnus var. mit Jungem, von British East Africa. Ab-
bildung. Selater, P. Z. S. London, p. 505, Taf. XXXIX. — Verbreitung in
Nyassaland. Selater, 1. c. p. 506.
Connochaetes 8. unter Ovibovidae.
Damaliscus, Litteratur über die Verbreitung der einzelnen Arten. Lang-
kavel, Zool. Gart. XXXIV, p. 204—205.
Gazella von Aden. Vulgärname. 0. Neumann bei Matschie, Sitzb. Ges.
naturf. Fr. Berlin, p. 27,
Antilope soemmeringi berberana Mtsch. subsp. nova vom nördlichen So-
maliland. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 65 —66. ?
Gazella granti, Abbildung des Kopfes eines $. Sclater, Natural. Science.
259, Hig.1.
Haplocerus montanus, Verbreitung, Lebensweise. Beschreibung. Purpus,
Zool. Gart. XXXIV p. 79—82. ;
Hippotragus koba von Togo. Abbildung des Schädels. Matschie, Mitth.
Schutzgeb. VI, p. 178, Fig. 5 auf p. 179.
Nanotragus livingstonianus, Verbreitung, Lebensweise. A. H. Neumann,
Field. LXXX 1892 p. 368. — Verbreitung, Eingeborenen-Name, Beschreibung,
Unterschiede von N. moschatus, Maasse, Abbildung des Schädels. Thomas, P.
Z. S. London, p. 237—239, Fig.
Nanotragus scoparius von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London,
p. 504.
ÖOreas canna von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z. S. London p. 504.
Taurotragus oreas livingstonii von Süd-Nyassaland. Lebensweise. Selater,
P. Z. S. London p. 507.
Oryz, Beschreibung, Verbreitung, Angaben über Abbildungen und Vulgär-
namen aller Arten. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 101—104.
Pediotragus tragulus von Cahama am Kakulovar, Cunene-Gebier. Jentink,
Notes Leyden Museum XV p. 265.
Rupicapra, Verbreitung. Langkavel, Natur XLII p. 426—429.
Rupicapra rupicapra, Lebensweise, Haarkleid, Krickeln, Albinos. Lang-
kavel, Zool. Gart. XXXIV p. 267—277.
Rupicapra in Nordwest-Spanien, Unterschiede von tyroler Exemplaren,
Vulgärname, Verbreitung, Lebensweise. @adow, Zool. Jahrb. VII p. 337—338.
Saiya saiga von 12 Fundstellen in Südwest-Frankreich. Harle, ©. R. Soc.
d’Hist. Nat. Toulouse, Janvier p. 11—13.
Tragelaphus angasi von Moanza am unteren Shire. Eingeborenen-Name.
Lebensweise. Selater, P. Z. S. London p. 507.
Tragelaphus euryceros von Togo. Abbildung des Gehörns. Matschie,
Mitth. Schutzgeb. VI p. 177—178, Fig.4 auf p. 179.
248 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Tragelaphus sceriptus roualeyni von Zomba, Nyassaland. Thomas, P. Z. S.
London p. 204. — Vom Shire-Hochland. Selater, 1. c. p. 507.
Tragelaphus scriptus von Togo. Abbildung des Gehörns. Matschie, Mitth.
Schutzgeb. VI p.177 Fig.1 auf p.179.
Antilope spec. von Aden, Vulgärname. 0. Neumann bei Matschie, Sitzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 27.
Antilope spec. aus der Braunkohle von Göriach, Zahnreihe verglichen mit
A. martiniana und clavata. Hofmann, Abh. K.K. Geol. Reichsanstalt XV Theil 6
p. 72—73, 87, Taf. XIII Fig. 19-20.
Ancylopoda.
Beziehungen der Ancylopoda zu den Protungulata und Condylarthra. 0S-
born, Am. Natural. XXVIL p. 118—133.
Chalieotheriidae: Chalicotherium. Beziehungen zu den Artionychidae.
Osborn, Nature XLVII p. 610—611, Amer. Natur. XX VII p. 118—133.
Chalicotherium, Vergleich mit Artiony&. Osborn und Wortman, Bull. Am
Mus. Nat. Hist, V p. 1-4, 11-15, Fig.2 (Fuss), 5A (Zehe).
Chalicotherium restaurirt. Abb. Osborn, Am. Natural. XXVII p. 119—120
Fig.1. -— Beziehungen zu Macrotherium, 1. c. p.122, zu anderen Ungulaten, 1.
e. p. 123—126, zu Meniscotherium, 1. ec. p. 127—130. — Abb. des Fussskeletts,
1. e; p. 1297 Big. 3:
Meniscotherium, Beziehungen zu Chalicotherium, Abb. der Fussskelette. Os-
born, Am. Natural. XX VII p. 127—130 Fig.2,
Meniscotherium Beziehungen zu Chalicotherium und Artionyx. Osborn
und Wortmann, Bull. Am. Mus. Nat. Hist. V p. 16.
Schizotherium priscum gehört zu den Chalicotheriidae, Abb. von Metacar-
palien aus dem Oligocaen von Quercy. Filhol, Ann. Sc. Nat. (8) XVI p.143
Fig.17, Abb. des unteren Endes eines Metatarsale, 1. c. p. 145 Fig.18; Abb. von
Metatarsalen ]. e. p.146 Fig.19; Abb. des oberen Endes des Metatarsale IL, 1. c.
p. 147 Fig. 20.
Artionychidae: Artionyx gaudryi Osborn & Wortman gen. nov. et spec.
nov, aus dem Miocaen von Dakota. Osborn und Wortman, Bull. Am. Mus. V
p. 1—18 mit Abb., Nature XLVII p. 610-611 mit Abb. — Systematische
Stellung. Osborn, 1. e. p. 118—133 mit Abbildung.
Artionyehia subordo nov. der Ancylopoda. Osborn und Wortman, Bull.
Am. Mus. Nat. Hist. V p.4, 5, 14.
Artionyx, Beziehungen zu den Ancylopoda, Abb. des Hinterfusses. Osborn,
Am. Natural. XXVII p. 131—132, Fig. 4.
Homalodontotherium gehört vielleicht zu den Ancylopoda. Osborn und
Wortman, Bull. Am. Mus. V p.1—18.
Perissonychia subordo noy. der Ancylopoda. Osborn und Wortman, Bull.
Am. Mus. Nat. Hist. V p.4, 5, 14.
Condylarthra.
Euprotogonia Cope nom. nov. für Protogonia, Earle, Am. Natural.
XXVII p. 378,
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 249
Perissodactyla.
Titanotheriidae.
Unterschiede der Arten aus verschiedenen Horizonten. Hatcher, Am. Na-
tural. XXVII p. 217—221.
Brachydiastematherium transsilvanieum gehört zu den Titanotheriidae. Toula,
Sitzb. Akad. Wien 1892 p. 622.
Titanotherium in den White River Beds, Dakota. Wortman, Bull. Am.
Mus. V p. 95—105.
Titanotherium acre, Abb. des Schädels.. Hatcher, Am. Natural. XXVII
p.219 Fig.l.
Titanotherium heloceras, Abb. des Schädels. Hatcher, Am. Natural. XXVII
p. 219 Fig.3.
Titanotherium ingens, Abb. des Schädels. Hatcher, Am. Natural. XXVII
p. 219 Fig. 2.
Titanotherium (Menodus) rwmelicus Toula spec. nov. von Kalina bei
Sophia aus dem Miocaen. Toula, Sitzber. Akad. Wien 1892 p. 622.
Helaletidae.
Eintheilung in Helaletinae und Colodontinae. Wortman und Earle, Bull.
Am. Mus. V p.173.
Colodon, Merkmale der Gattung. Wortman und Earle, Bull. Am. Mus. V
p. 173—174.
Colodon, Beschreibung von Resten. Marsh, Am. Journ. Sc. (3) XLIV p. 408
—412, Taf.
Colodon occidentalis, Bezahnung, Skelet, Phylogenie. Wortman und Earle,
Bull. Am. Mus. V p. 174-180, Fig. 5 (Molar), 6 (Unterkieferbezahnung), 7 (Hand).
Heptodon, Beziehungen zu Helaletes und Colodon. Wortman und Earle,
Bull. Am. Mus. V p. 178—180.
Tapiridae.
Eintheilung in Systemodontinae und Tapirinae. Phylogenie. Wortman
und Earle, Bull. Am. Mus. V p. 161, 169—172.
Protapirus, Merkmale der Gattung. Wortman und Earle, Bull. Am. Mus.
V p. 161—162.
Protapirus obliquidens Wortman und Earle spec. nov. aus dem Miocaen
des White River in Dakota. Wortman und Earle, Bull. Am. Mus. V p.162
—168, Fig.1B (Praemolaren), 2 (untere Zahnreihe), 3 (Unterkiefer), 4 (Hand).
Protapirus simplex Wortman uud Earle aus den Oreodon Beds des Mio-
caen von Dakota, White River. Wortman und Earle, Bull. Am. Mus. V p. 168
—169 Fig.1a (Praemolaren).
Systemodon, ältester Vertreter der Tapire.. Wortman und Earle, Bull.
Am. Mus. V p.169, 172.
Tapirus, phylogenetisehe Entwickelung. Earle, Geol. Mag. (3) X p.391
— 396, Science XXI p. 118.
Tapirus, Abbildung der Unterseite des Hinterfussskelettes. Wortman, Am
Natural. XXVII p.428, Fig.2; Abb. der Mittelzehe von der Seite, Il. c. p. 432,
Fig. 5.
350 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Tapirus americanus, Abb. des Praemolaren. Wortman und Earle, Bull.
Am. Mus. V p.163 Fig. 1C.
Tapirus telleri Hofmann spec. nov. aus der Braunkohle von Göriach, Be-
ziehungen zu T. priscus und T. hungaricus. Hofmann, Abh. K. K. Geol. Reichs-
anstalt XV, Theil 6 p. 47—52, 87, Taf. VII Fig. 1—3, Taf. VII Fig. 1—6, Taf. IX
Free
Rhinocerotidae.
Aceratherium incisivum aus der Braunkohle von Göriach; vergleichende
Maasse von Sansan- und Göriach-Exemplaren, Hofmann, Abh. K. K. Geol.
Reichsanstalt XV, Theil 6, p. 53—55, 87, Taf. X Fig. 1—8.
Aceratherium minutum aus der Braunkohle von Göriach, Beziehungen zu
Rh. austriacus. Hofmann, Abh. K. K. Geol. Reichsanstalt XV, Theil 6 p. 55—57,
87, Taf. IX Fig. 2—11, Taf.X Fig.9.
Aceratherium spec. aus dem Miocaen von Kajali bei Sophia. Toula, Sitzb.
Akad. Wien 1892 p. 608.
Aceratherium tridaetylum Osborn spec. nov. aus dem Untermiocaen von
Dakota. Osborn, Bull. Am. Mus. V p.85—86.
Amynodon aff. intermedius, Schädel. Pavlow, Bull. Soc. Moscou p. 37—42
Taf. III.
Rhinoceros, Beschreibung miocaener Reste. Marsh, Am. Journ. Se. (3)
XLIV p.410—412, Taf.
Rhinoceros bicornis holmwoodi Selater spec. nov. von Uturu, nordöstlich
von Usukuma, nach zwei Hörnern. Selater, P. Z. S. London p. 514—517.
Rhinoceros etruscus von Sainzelles (Haute-Loire). Boule, Ann. Sc. Nat. XV
p. 88.
Rhinoceros occidentalis, Schädel. Pohlig, Bull. Soc, belge Geol. VII p.41
—44, Taf. III.
Rhinoceros simus, Gestalt der Molaren. Natural Science II p.6,
Rhinoceros simus aus Nord-Mashonaland. Selater, P. Z. S. London p. 516.
Rhinoceros tichorhinus von Saint-Girons. Harle, C. R. Soc. d’Hist. Nat.
Toulouse, Fevrier p. 18.
Rhinoceros tichorhinus von Salies-du Salat (Haute-Garonne). Harle, C. R.
Soc. d’Hist. Nat. Toulouse, Juin.
Maeraucheniidae.
Thheosodon lydelkeri, Vertreter einer besonderen Familie aff. Macrauchenüidae.
Abbildung des Schädels. Ameghino, Rev. Jard. Zool. Buenos Ayres I p. 20-29.
Equidae.
Anchitherium, Unterschiede von Protohippus, Hipparion, Mesohippus, Mio-
hippus, Desmatippus. Scott, Am. Natural. XXVI p. 660—661.
Anchitherium aurelianense aus der Kohle von Turnau erwähnt. Hofmann,
Abh. K.K. Geol. Reichsanstalt XV Theil 6 p. 47, 87.
Anchitherium equinum Scott spec. nov. aff. A. aurelianense aus dem
oberen Deep River Beds, Montana. Scott, Am. Natural. XXVLIL p. 661.
Desmatippus erenideus Scott gen. et spec. nov. aff. Miohippus aus den
Deep River Beds, Montana. Scott, Am. Natural. XXVIL p. 661.
Equus. Beschreibung von E. hemionus, kiang, indicus, onager, hamar, he-
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 251
mippus. Verbreitung und Vulgärnamen dieser Formen. Matschie, Sitzb. Ges.
naturf. Fr. Berlin, p. 206—208.
Equus asinus, Zähne mit Goldglanz. Hartmann, Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin, p. 84. ;
Equus asinus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 180.
Equus caballus, Entwickelung der Fussknochen, Polydactylie. Struthers,
Journ. Anat. Phys. London XXVIIH, p.51—62 Taf.1. — Ewart, |. c. p. 236
—256. — Abb. eines mittleren Metatarsale. Wortman, Am. Natural. XXVII
p.431 Fig. 4. — Abbildung der Gehörknöchelchen. Hennicke, Zoolog. Garten
XXXTV, p.100 Fig.2. — Knöcherne Erhebungen auf den Frontalen. Blane,
C. R. Soc. Biol. (2) V p. 725—726. — Arteria maxillaris externa, abnormer Zweig
derselben. Kulezycki, Anat. Anz. VIII p. 425—426. — Vena portae. Piana,
Monit. Zool. Ital. IV p. 60—62. — Gefässe im Auge. Bach, Sitzber. Phys. Med.
Ges. Würzburg, p. 161—168. — Atavismus. Joyeux-Laffuie, Bull. Soc. Linn.
Normandie (4) Vol.5 Fase.3, 7 Seiten. — Phylogenie. Hoffmann, Ver. Vat.
Naturk. V 49. Jahrg. Sitz. Ber. p. 65—72. — Anatomie der Gliedmaassen.
Ellenberger & Baum. — Osteologie der Gliedmaassen und Bemerkungen über
Anatomie. Franck.
Equus caballus, Oldenburger Pferde. Lübben, Oldenburger Gestütsbuch.
Equus caballus von Togo. Matschie, Mitth. Schutzgeb. VI p. 180.
Equus eumminsi, minutus, semiplicatus Cope sp. novae aus dem
Tertiär von Texas. Cope, Rep. Geol. Surv. Texas 1892, p. 67 und 80.
Equus onager, Beschreibung. Matschie, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin,
p- 206—207.
Equus quagga, Verbreitung, Färbung, Lebensweise, Abbildung. Noack,
Zool. Gart. XXXIV p. 239—297.
Equus spec. von Salies-du Salat (Haute Garonne). Harle, C. R. Soc. d’Hist.
Nat. Toulouse, Juin.
Equus stenonis von Sainzelles (Haute-Loire). Boule, Am. Sc. Nat. XV p.88.
Hippidium interpolatum aus dem Tertiär von Texas. Cope, Rep. Geol.
Surv. Texas 1892, p. 42.
Mesohippus, Aussenansicht des linken Hinterfusses.. Wortman, Am. Na-
tural. XXVIL, p. 429 Fig. 3.
Protohippus pachyops, fossulatus und lenticularis Cope spec. novae
aus dem Tertiär von Texas. Cope, Rep. Geol. Surv. Texas, 1892, p. 26, 30, 41.
Sirenia.
Ribodon zu den Sirenia gestellt. Ameghino, Rev. Scient. LI p. 13—17.
Halicore australis vom Great Barrier Riff, Australien. Abbildung, Lebens-
weise. Kent, The Great Barrier Riff. — Abbildung der Gehörknöchelchen.
Hennicke, Zool. Gart. XXXIV p.100 Fig.6. — Skelet und Zähne. Howes &
Harrison, Rep. 62. Meet. Brit. Ass Adv. Sc. p. 790.
Cefacea.
Cetacea. Abnahme ihrer Zahl bei Grönland. Southwell, Zoologist XVII
p.83. — Nachrichten über das Stranden solcher an französischen Küsten in
älterer Zeit. M&m. Soc. Biol. p. 97—104.
252 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Cetacea von Japan. Möbius, Sitzb. Akad. Berlin, p. 1053—1072 mit Ab-
bildungen.
Cetacea. Entwickelung der äusseren Körperform, Bau und Entwickelung
der Organe, Bezahnung. Kükenthal, Denkschr. Med. Nat. Ges. Jena III p. 229
—448, 15 Abb. Taf. 14—25.
Odontoeeti: Eintheilung in Archweoceti (Zeuglodontidae), Mesoceti
(Squalodontidae) und Euodontoceti (Platanistidae, Delphinidae, Physeteridae).
Dames, Pal. Abh. (2) I p. 189—222.
Zeuglodontidae: Zeuglodon osiris Dames spec. nov. aus dem Eocaen von
Aegypten. Nachweis der Panzerbekleidung. Dames, Pal. Abh. (2) I p. 189—222
Taf. XXX —XXXVL
Delphinidae: Delphinus tursio aus der Adria. Caruceio. Boll. Soc. Ro-
mana Stud Zool. II, p. 205.
Tursiops tursio, Mechanismus der Athmung. Jolyet. C. R. Soc. Biol. (2)
V p.655-—656, Arch. Phys. Paris XXV, p. 610—614, 4 Abb.
Delphinus spec. im Rothen Meer bei Perim, fressen Artgenossen. Knauthe,
Zool. Gart. XXXIV, p. 156.
Grampus griseus von den Shetland’s Inseln. Turner, Proc. Phys. Soc.
Edinb. XI p. 192—197.
Phocaena communis von der Insel Man. Vulgärname. Kermode, Zoolo-
gist XVII p. 63. — Milchdrüse bei einem trächtigen Exemplar. Hepburn, Journ.
Anat. Physiol. norm.-path. XX VIII, p. 19—24, 2 Abb.
Physeteridae: Pryseter macrocephalus an den süditalienischen Küsten,
Lebensweise, Angaben über den aus den Spritzlöchern ausgestossenen Wasser-
dampf, Maasse. Riggio, Il Naturalista Sieiliano, p. 103—108.
Physeter macrocephalus, Anatomisches, Pouchet & Beauregard, Nouv.
Arch. Mus. (3) IV, p. 1—90, 62 Taf.
Placoziphius duboisi aus dem Tertiär von Italien. Capellini, Rend. Ac.
Lincei II, p. 233—288.
Hwyperoodon rostratus bei Skegness, Küste von Lincolnshire. Maasse, Ge-
wicht. Haigh, Zoologist XVII p. 20. :
Mesoplodon. Beschreibung des Schädels und seiner Variationen nach Alter
und Geschlecht. Reduction der beschriebenen Species auf sechs Formen. Nach-
weis, dass M. australis Flower, M.haasti Flower und M. hectori Hector nee Gray
mit M.grayi Haast zusammenfallen. Zahlreiche Messungen von Schädeln dieser
Art. Forbes, P. Z. S. London, p. 216 -236 Taf. XII-XV, Fig.1 auf Seite 221
(Schädel).
Micropteron für Mesoplodon nicht angewendet. Southwell, Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) XI p. 275.
Mesoplodon bidens von Overstrand bei Cromer, Norfolkküste, England. Ge-
naue Beschreibung und Abbildung von 2 und Foetus. Litteratur. Southwell,
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XI p. 275—284 Taf. XV. — Bauchfärbung bei & und 9.
Rothschild, 1. c. XI p.439. — Derselbe, Zoologist XVII p. 41—42
Dioplodon (Mesoplodon) tenwirostris aus dem Tertiaer von Italien. Capellini,
Rend. Ac. Lincei II, p. 283—288.
Mystaeoeeti: Balaenidae: Balaena biscayensis südlich von Island. South-
well, Zoologist XVII p. 87. — Abbildung, Beschreibung, Anatomie. @uldberg,
Zool. Jahrb. Syst. VII, p. 1-—-22, Taf. I und I.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 253
Balaenoptera boops von der Insel Man. Kermode, Zoologist, XVII,
p. 63—64.
Balaenoptera musculus, Hintergliedmaassen verglichen mit denjenigen
anderer Wale. Struthers, Journ. Anat. Phys. London XXVIII, p. 291—335.
Taf. 17-—20.
Balaenoptera rostrata, Abbildung der Gehörknöchelchen. Hennicke, Zool.
Gart. XXXIV, p. 100 Fig. 5.
Balaenoptera sibbaldii bei Ouessant, Frankreich. Beauregard, ©. R. Soc.
Biol. (2) V, p. 274.
Megaptera longimana bei Enniscrone, Co Sligo, England. Beschreibung.
Maasse. Angabe von weiteren Funden. Warren, Zoologist, XVII, p. 188-189.
Edentata.
Milchgebiss. Leche, Morph. Jahrb. XX, p. 113—142.
Manidae: Schuppen. Römer, Jena. Zeitschr. Naturw. XX VII, p. 513—558.
Leptomanis edwardsi Filhol gen. et spec. nov. aus dem Oligacaen von
Querey. Filhol, Ann. Se. Nat. (8) XVI, p. 134, Fig. 4 (Schädel).
Iianis Abb. des Humerus. Filhol, Ann. Sc. Nat. (8) XVI, p. 133, Fig. 3.
— Abb. einer Tibia aus den Oligocaen von Quercy (Fig. 12, 12 bis und 13 p. 140,
141), eines Femur (p. 141, Fig. 14) und von Phalangen (p. 142, Fig. 15). Filhol,
Ann. Se, Nat. (8) XVI, p. 140—142.
Necromanis quereyi Filhol gen. et spec. nov. aus dem Oligacaen von
Querey. Filhol, Ann. Sc. Nat. (8) XVI, p. 132, Fig. 1—2 (Humerus).
Bradypodidae: Bradypus. Abbildung des Schultergürtels. Deutung der
einzelnen Knochenelemente. Lydekker, P. Z. S. London, p. 172—174, Fig.1.
Bradypus cuceulliger. Schultergürtel. Howes, P. Z. S. London, p. 589,
Fig. 1d.
Choloepus didactylus von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V, p. 234.
Choloepus didactylus. Schultergürtel. Howes, P. Z. S. London, p.591 und
589, Fig. 1e.
Bradypus tridactylus var. ustus. Beschreibung. Anatomie. Condorelli
Francaviglia, Boll. Soc. Romana Stud. Zool. II, p. 126—137.
Myrmeeophagidae: COyelothurus didactylus von Trinidad. Maasse. Ein-
geborenen-Name. Lebensweise. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 229, 234.
Myrmecophaga jubata von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V, p. 234.
Tamandua tetradactyla. Scehultergürtel. Howes, P. Z. S. London, p. 589,
Fig. 1£.
Tamandua tetradactyla von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am.
Mus. V, p. 234.
Dasypodidae: Bau und Entwickelung des Panzers. Römer, Jena. Zeit-
schr. Naturw. XXVLI, p. 513—558, Taf. 24, 25.
Clamydophorus truncatus, Haare auf den Schuppen. Emery (1) Anat. Anz.
VIII p. 731—738, Fig. 3.
954 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistunge n
Oyeclothurus didactylus. Schultergürtel. Howes, P. Z. S. London, p. 590
und 591, Fig. 2a und b.
Dasypus, Durchschnitt durch den Panzer. Filhol, Ann. Sc. Nat. (8) XVI,
p. 138, Fig. 10.
Tatusia novemcincta von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V. p. 230, 234.
Dasypus novemeinctus, Haare auf den Schuppen. Emery (1), Anat. Anz.
VIII, p. 731—738. Fig. 1. — Schuppen. Römer, Jena. Zeitschr. Naturw. XX VII,
p. 531—558.
Tatusia novemcincta. Schultergürtel. Howes, P. Z. S. London, p. 589,
Fig. 1g.
Dasypus villosus. Schuppen. Römer, Jena. Zeitschr. Naturw. XXVII,
p. 531—538.
Necrodasypus galliae Filhol gen. et spec. nov. aus dem Oligocaen von
Quercey. Filhol Ann. Se. Nat. (8) XVI p. 136—137 Fig. 7 und 8 (Panzerstück).
p. 138 Fig. 9 und p.139 Fig. 11 (Durchschnitte durch den Panzer).
Megatheriidae: Megalonyc leptostomus Cope spec. nov. aus dem
Tertiaer von Texas. Cope, Rep. Geol. Surv. Texas 1892 p. 49.
Oryeteropodidae: Orycteropus. Abb. des Humerus. Filhol, Ann. Sc.
Nat. (8) XVI, p. 135 Fig.5.
Palaeorycteropus quercyi Filhol gen. et spec. nov. aus dem Oligocaen
von Querey. Filhol, Ann. Se. Nat. (8) XVI p. 135, Fig. 6 (Humerus).
Orycteropus gaudryi von Maragha, Persien. Abbildung eines Molaren in
drei Ansichten. Unterschiede in der Form des Schädels und in der Gestalt des
Lacrymale und der Beine zwischen recenten und fossilen Orycteropus. Major,
P. Z. S. London, p. 239—240, Fig.
Marsupialia.
Cerebral-Commissuren. Symington, Rep. 62 Meet. Brit. Ass. Adv. Sc.
p- 7837.
13 Arten von Lagoa Santa, Minas Geraes, Brasilien, recent und fossil.
Ausführliche Bemerkungen über Grymaeomys cinereus, griseus, microtarsus, pusil-
lus, velutinus, Philander laniger, Didelphys cancrivora, crassicaudata, albiventris,
opossum; Ohironectes variegatus, Hemiurus domesticus und tristriatus. Abbildungen
der Köpfe, Hände und Füsse. Ohren. Schädel und Skelettbeile. Mittheilungen
über die Beziehungen dieser Gattungen zueinander; über ihre Muskulatur,
ihr Skelett, Gehörorgan, Gehirn, Gebiss, ihre Zunge, Eingeweide, Winge, E.
Museo Lundi, 2 II, p. 1—149, Taf. I-IV. — Unterschiede der Marsupialia von
den Monotremata und den Trituberculata, Winge, 1.c. p. 75—87. — Eintheilung
der Marsupialia. Winge, 1. c. p. 88--105.
Marsupialia. Fossile Formen aus Südargentinien. Ameghino, Rey. Scient.
II, p. 13—17.
Myrmeecobiidae: Mwyrmecobius. Gebiss. ° Leche, Morph. Jahrb. XX,
p. 113—142.
Peramelidae: Macrotis Reid 1836 für Perameles lagotis älter als Pera-
gale. True bei H. Allen, Bull. U. S. Nat. Mus. No.43 p. 33.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893. 255
Didelphyidae: Monographie der Arten von Lagoa Santa, bei Winge, E.
Museo Lundi, 2 LI.
Chironectes minimus von Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P. Z. S.
London p. 341.
Didelphys, Jacobson-Organ. Röse, Anat. Anz. VIII. p. 766—768, 3 Abb.
Didelphys (Micoureus) eamescens J. A. Allen spec. nov. aff. D. water-
housei, von Santo Domingo de Guzman, Isthmus von Tehuactepec, Mexico.
Unterschiede von D. murina. J. A. Allen, Bull. Am. Mus. V, p. 235—36.
Didelphys koseriti von Jhering spec. nov. von Rio Grande do Sul. Von
Jhering, Os Mammiferos do Rio Grande do Sul.
Didelphys marsupialis von Trinidad. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus.
V, p. 234.
Didelphys marsupialıs von Chanchamayo, Central-Peru. Thomas, P. Z. S.
London, p. 341.
Didelphys (Micoureus) murina von Jimenez, Costa Rica. J. A. Allen, Bull.
Am. Mus. V, p. 240.
Didelphys (Micoureus) murinus von Trinidad. Maasse, Färbung. Allen
und Chapman, Bull. Am. Mus. V, p. 230—231, 234.
Didelphys (Philander) philander von Trinidad. Unterschiede von bra-
silianischen Exemplaren. Maasse. Allen und Chapman, Bull. Am. Mus. V,
p. 230, 234.
Didelphys valdiviana Philippi spec. nov. aff. D. elegans aus dem mitt-
leren Chile. Philippi, Zool. Gart. XXXIV, p. 29.
Phascolomys, Jacobson-Organ. Röse, Anat. Anz. VIII, p. 766—768, 3 Abb.
— Zahnentwickelung. Röse, Sitzb. Akad. Berlin, p. 749—755, 3 Abb.; Monats-
ber. Akad. Berlin, p. 449—454.
Phascolomys gigas, Reste in Süd-Australien. Stirling, P. Z. S. London,
p. 474.
Phascolonus, Abbildung eines Incisiven; Sceparnodon verschieden von Phas-
colonus. De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) VIII, p. 11—12, Taf. 1.
Diprotodon, Reste in Süd-Australien. Stirling, P. Z. S. London, p. 473— 475.
Halmaturus, Schonzeit. Robins, Zoologist, XVII, p. 301. — Jagd mit
Hunden. Hartmann, Sitzb. Ges. naturf. Fr. Berlin, p. 77. — Zahnentwickelung.
Woodward, Proc. Zool. Soc. London, p. 450—473, Taf. XXXV—XXXVL.
Tritubereulata: Schema des Baues der Molaren. Osborn, Bull. Am.
Mus. V, p. 321, Merkmale der Zähne. ibid. p. 321—322, Abbildungen verschiedener
Gattungen. ibid. p. 323. Analyse der Marsh’schen Typen. 1. ce. p. 322—324,
Unterschiede zwischen den Molaren der Trituberculata, 1. e. p. 324—326,
Taf. VII.
Multituberculata.
Vergleich der nordamerikanischen und argentinischen Gattungen. Ameg-
hino, Rev. Gen. Se. IV, p. 77—81.
Bolodon spec.?2 Zahn aus dem Wealden von Hastings. Lydekker, Quart.
Journ. Geol. Soc. XLIX, p. 281—283, Abb.
Bolodon mit Plagioaulax vereinigt. Ameghino, Rev. Gen. Sc. IV, p. 77—81.
Meniscoessus. Beschreibung. Zurückführung der Marsh’schen Arten auf
wenige Formen. Osborn, Bull. Am. Mus. V, p. 317—320, Taf. VIII.
256 Paul Matschie: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Ptilodus, Unterschiede von Meniscoessus. Beschreibung. Osborn, Bull. Am.
Mus. V, p. 314—317, Abbildung von Pt. trovesartianus (Fig. 9), von Praemolaren
(Fig. 2); zwei Arten werden angenommen: Pt. (Oymolomys) gracilis und digona,
Tara.
Paronychodon lacustris, von Cope als Reptil aufgestellt, stellt vielleicht
den ältesten Namen für Meniscoessus dar. Osborn, Bull. Am. Mus. V p. 320.
Monotremata.
Cerebral-Commissuren. Symington, Rep. 62. Meet. Brit, Ass. Adv. Se.
p. 787. — Homologie der Elemente des Schultergürtels. Koken, Zeitschr.
Deutsch. Geol. Ges. XLV p. 337—377 Taf. VOH—XI.
Echidna, Abbildung des Schultergürtels. Deutung der einzelnen Knochen-
elemente. Lydekker, P. Z. S. London, p. 174 Fig. 3.
Ornithorhynchus, Becken. Howes, Journ. Anat. Phys. London XXVIL,
p. 543—556 Taf. 28.
Ornithorhynchus, Anatomie des Schnabel. Wilson & Martin, Macleay
Memor. Vol. Sydney, p. 179—189 Taf. 22—23. — Tastorgane im Schnabel.
Wilson & Martin, t. c. p. 190—200, Taf. 24—26.
Ornithorhynchus paradoxus, Gehirn. Hill, Phil. Trans. 184, Bp. p. 367—387
Taf. 20—22.
Adiastaltus habilis Ameghino gen. nov. et spec. nov. der Monotremata
aus dem Tertiär von Santa Cruz. Ameghino, Rev. Jard. Zool. Buenos Ayres
T:p/77.
Anathitus revelator Ameghino gen. nov. et spec. nov. der Monotremata
aus dem Tertiär von Santa Cruz. Ameghino, Rev. Jard. Zool. Buenos Ayres
I p.78.
in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1893.
Inhaltsübersicht.
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen
II. Uebersicht nach dem Stoff .
N
12.
13.
14.
15.
16.
1
18.
19.
20.
21.
22,
23.
24.
Bibliographien
Lebensweise R
Nutzen und Schaden
Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen, Varietäten,
Bastarde
Gefangene und nen na)
Hausthiere .
Vulgär-Namen 5
Jagd und Jagdschutz .
. Nomenelatur
Faunistische Arbeiten .
Europa .
Afrika .
Asien
Amerika
Australien .
Phylogenetische eine
ÖOntogenetische Entwickelung .
Muskeln, Bänder und Gelenke .
Haut und Hautgebilde
Schädel .
Gebiss :
Rumpf und Eee
Nervensystem .
Sinnesorgane .
Athmungsorgane .
Blut- und nase ige
Verdauungsorgane und Leibeshöhle ;
Drüsen . .
Harn- und GO SOhlEche Dr ane :
III. Uebersicht nach den Arten .
Primates .
Prosimiae .
Chiroptera .
Insectivora
Oreodontia ;
Arch f. Naturgesch. Jahrg 1895. Bd I. H 1.
17
257
Seite
141
187
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203
203
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205
205
205
209
209
217
218
2
8
Carnivora .
Pinnipedia
Rodentia .
Ungulata .
Sirenia .
Cetacea .
Edenlalta .
Marsupialia .
Multituberculata
Monotremata .
Paul Matschie.
218
223
224
241
251
251
253
254
255
256
Bericht
über
die Leistungen in der Ichthyologie während des Jahres 1892.
Von
Dr. F. Hilgendorf.
Allgemeines.
A. E. Brehm. Thierleben. Allgemeine Kunde des Thierreichs,
Bd. VIII. Die Fische. Neubearb. von Pechuel-Lösche unter
Mitw. von W. Haacke Leipzig u. Wien 1892, 8°. 5178.
146 Textabb, 11 Taf. (meist. col.), 1 Karte. — In d. neuen Aufl.
ist die Systematik durch Einfügen der kleineren Fischfamilien mehr
zu ihrem Recht gekommen, für die meisten derselben auch eine
Abb. zugefügt, sodass für ca. 50 Spec. neue od. neugezeichnete
Abb. gegeben werden. Auch die Karte üb. geogr. Verbreitung ist
neu. Mehrfache Verbesserungen u. Ergänz. der alten Aufl.
G. Brown Goode. The published writings of Dr. Ch. Girard.
— Chronologisch 1849—91; system.: Fische 49 Schriften (p. 99
— 100), Gen. u. Spec. p. 116—137. — Bull. U. S. nat. mus. No. 41,
Wash. 91, 8°.
S. Garman, Dr.D. H. Storer’s work on the fishes. — Litte-
rarische Notiz über St.’s 7 Schriften. — Science (N.-York), XIX
p. 295 —6.
Fr. Heincke. Die biologische Anstalt auf Helgoland. — Im
Sommer 1892 eröffnet für zoolog. u bot. Untersuchungen ähnl, der
Neapeler zool. Stat. — Zool. Anz. XV p.290—2. Zool. Garten
pg. 33 p. 223.
O. Zacharias. Vorl. Ber. üb. die Thätigkeit der Biolog.
Station zu Plön. — Für Süssw.-Untersuch. im Plöner-See (Hol-
stein); dort 20 Fischarten. — Zool. Anz. XV 457 —460; Zool. Garten
Jg. 33 p. 223.
F. C. Noll. Biologische Meeresstation in Bergen. — Dieses
neue biolog. Institut unter J. Brunchorst’s Leitung, heisst „D.C.
Daniellsen-Station“. Ebd. 314.
17%
260 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Anatomie und Physiologie.
Allgemeines. C. Vogt u. E. Yung. Lehrbuch d. prakt.
vergl. Anatomie, Bd. II. — Tele (Amph. lane.), S. 335—379,
Fig. 138—161, Cyclostomata (Petrom. fluv.) S. 379—470, Fig. 162
— 194, Fische (470—543, Fig. 195-—222, Anat. v. Perca fluv.). —
Braunschweig 1889—1894 (die betreff. Liefr. 1891 u. 92 erschienen;
in der französ. Ausgabe schon früher).
W. E. Collinge. Preservation of Teleostean Ova. — Empfiehlt
besonders für das Abtödten Pikrin-Salzsäure u. Aufbewahrung in
e. Mischung v. Alkohol, Essigsäure u. Campherspiritus. — Ann. Mg.
(6) X p. 228 - 230.
H. B. Pollard. On the Anatomy and Phylogenetie Position
of Polypterus. — Osteologie p. 400—417 u. 418. Die Muskulatur
p- 388— 394, Peripherisches Nervensystem 394—400, Aorta 417,
Thymus u. Thyreoidea 419. Vergleiche mit Haien, besonders Chlamy-
doselachus u. mit Urodelen (Stegocephalen).. — Zoolog. Jahrb.
(Anat.) V p. 387—428, Tf. 27—30, 10 Xyl.
B. Hatschek. Die Metamerie des Amphioxus u, Ammocoetes.
— Verh. Anat. Ges., 6. Vers., S. 136—131 11 Fig.
B. Hatschek. Zur Metamerie der ‚arbellbierng Nachtr. ü.
Berichtig. — Anat. Anz. VIII p. 89—91.
Haut.
A. Agassiz. Prel. Note on some Modific. of the Chromato-
phores of Fishes and Crust. — Bull. Mus. Comp. Zool. XXIII p. 189
—193, 1 Tf.
J.F. Cunningham. The Evolution of Flat-Fishes. — Kritisirt
Agassiz u. Giard betreffs abnormer Färb. der Unterseite. — Natural
Science I, 191—199 (Vergl. dazu: Giard, weiter unten).
Cunningham. Prof. Giard on the Evol. of Flat-F. — Erwidr. -
gegen Giard, wobei haupts. betont wird, dass ältere Pleuronectiden
vertikal schwimmend nicht beobachtet sind und eine Einwirkung des
Tageslichts auf die Hautfärbung nicht constatirt wurde. — Ebd.
. 635—8.
} J. C. Ewart. The Lateral Sense Organs of Elasmobranchs.
1) The Sensory Canals of Laemargus. — Tr. Roy. Soc. Edinburgh,
Vol. 37, p. 59—85, 102—4, Tf. 1—2. Vorl. Mitth.: Zool. Anz. XV
p. 116—8.
Ewart and J. C. Mitchell. Lateral Sense Org. of Elasmobr.
2) Sens. Can. of Common Skate (R. batis). Ebd. Vol. 37, p. 87
—102 u. 104—5, Tf. 3; Vorl. M.: Z. Anz. XV p. 118—20.
A. Giard. The Evolution of Flat-Fish. — Antwort gg. Cun-
ningham (s. oben). — Natural Science I, p. 356—9.
K. Knauthe. Ueb. Melanismus bei F ischen (Cypriniden u.
Esox). Durch Hungern (in überfüllten Teichen) Melanismus erzeugt.
— Zool. Anz. Jg. XV p. 25.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 261
F. Leydig. (Blaufarb. Wasserfrosch); Leuchtflecken der EIl-
ritze. — Von Kner entdeckt. Leuchten mittelst der irisirenden
Plättchen in der Haut; diese in eontraktiler Substanz liegend, wo-
durch Wechsel der Leuchtkraft, je nach der Stellung. Auch die
Contractilität der Chromatophoren wirkt dabei mit. Das Licht ist aber
nur Reflex des Tageslichtes. Rhodeus zeigt ähnliche Lichteffekte,
besonders beim Sterben. — Zoolog. Garten, Jg. 33 p. 1—7 u. 325.
F. Leydig. Zum Integument der niedern Wirbelthiere aber-
mals, — Bei Discognathus auf der Haut, besonders an Flossen-
strahlen, Cutieularbildungen (Dörnchen) erkennbar (p. 445). Con-
tractilität der Chromatophoren auch nach dem Tode ‘bei Phoxinus)
beobacht=t (p. 455). — Biol. Centralbl. XII p. 444—467.
F. Leydig. Integument brünstiger Fische u. Amphibien. —
Auch die Lederhaut ist (bei Salmo, Petromyzon) betheiligt. Bei
Discognathus sind die Knötchen am Kopf ohne Cuticularbildungen
und Schleimzellen, nur Epitheldornen, welche durch Druckleitung
das Tastgefühl verstärken u. bei den Liebesspielen Bedeutung haben.
— Ebd. XII p. 205—221.
F.C.v. Maehrenthal. Vf. unters. die Hauthöcker auf d. Kopfe
von ÜCottus gobio; die Papillen der COutis sehr hoch, oben mit
dünner Grenzschicht, u. darüber eine Tastkörper-ähnliche Bildung;
ein Zutritt der Nervenfaser noch nicht zu demonstriren, aber im
Tastkörper durch Osmium schwärzbare „Tastscheiben* zwischen
den Zellen sichtbar. — Verh. Deutsch. Zool. Ges., 2. Vers. (Berlin),
S. 138—139.
F. Maurer. Haut-Sinnesorgane, Feder- u. Haaranlagen, u.
deren gegenseit. Beziehungen, e. Beitr. z. Phylog. der Säugthhaare.
— Morph. Jb. XVII p. 717—804, 2 Abb. u. Tf. 24—26.
Wilib. Nagel. Bemerk. über auffallend starke Einwirkung
gewisser Substanzen auf die Empfindungsorgane einiger Thiere. —
Vanillin, Cumarin, Napthalin, Creosot, selbst stark verdünnt, wirken
auf die Haut (von Scyllium) ein, das kräftig riechende Rosmarin-
wasser aber gar nicht. Es handelt sich wohl nur um chemischen
Reiz, nicht um Geruch. Die becherförm. Sinnesorg. kommen hier-
bei wohl nicht in Frage, weil die damit versehenen Süsswfische
diese Reize nicht empfinden (von Meeresfischen empfinden sie Lo-
phius u. Syngnathus, aber nicht Uranoscopus). — Biol. Centralbl.
XH p. 754—9.
H. B. Pollard. Lateral Line System in Siluroids. — Clarias,
Auchenaspis, Chaetost., Trichomyct. u. Callichthys. — Zool. Jb.
(Morph. Abth.) V p. 525—551, Tf. 35, 36.
G. Retzius. Die Nervenendigungen in den Endknospen, resp.
Nervenhügeln der Fische u. Amphib. — Bei jungen Gobius, Gaste-
rosteus u. Anguilla (Golgi’s Methode) Haut u. Lin. later. u. Mund
unters.; die Zellen der Endknospe nicht direkt mit Nervenfasern
verbunden. — Biolog. Untersuch. (2) IV p. 33—36, Tf. 10, 11.
J. A. Ryder. Ueber die mechanische Entstehung der Schuppen
der Fische. — Die Zahl u. Anordnung der Sch. (bei den primi-
262 F.Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
tiveren Gruppen) wird bedingt durch die Form u. Zahl der Muskel-
abtheilungen u. durch den Zug, welchen die Myocomata auf die
Haut ausüben. — Pr. Ac. nat. sci. Philad. 92, p. 219—224, 3 Xyl.
G. Pouchet. Rem. sur deux turbots ä face nadirale pigmentee.
— C.r. soc. biol. Paris (9) IV p. 200—202.
F. Werner. Unters. üb. d. Zeichnung der Wirbelthiere. —
Auch ein kurzer Abschnitt über Zeichn. der Selachier p. 220— 224,
Tf. 10. Ursprünglich waren die Sel. ohne Zeichnungen, wie auch
jetzt noch gewöhnlich die Jungen. Die primitive Z. bestand in
dunklen, ungeordneten Flecken. Ein interoculares Querband u. Qb.
des Rumpfes erscheinen bei Haien, aber kaum bei Rochen; diese
bildeten dagegen marmorirte Z. und Öcellen aus. Längsstr. sehr
selten (Scyll. afr.). Abb. von einzelnen Flecken (8 Raja-Sp., 1 Torp.,
1 Taeniura, 1 Urol.) u. Rückenansicht von Torp. narce u. Triacis
semif. — Zool. Jahrb. VI (Syst.), p. 155 - 229.
Fr. Werner. Zoolog. Miscellen. — Die Querstreifen zwischen
den Augen phylogenetisch älter als die Streifen hinter dem Auge.
— Biol. Centralblatt, XII p. 268— 280.
K. W. Zimmermann demonstrirt die Attractionssphaeren der
Pigmentzellen (Crenilabrus, Blennius). — Anat. Anzeiger VII; Verh.
Anat. Ges., 6. Vers., S. 274—5.
Skelett.
L. Dollo. Sur la morphologie des cötes. — Nach Vf. sind
(gg. Baur) die Rippen nicht intervertebral, und die Haemapophysen
sind bei allen Vertebraten homolog. Besonders Lepidosteus u. Poly-
pterus beachte. — Bull. sci. France Belg., T. 24, pg. 113—129
(T. 24 ersch. erst 5. Mai 93).
GC. Hasse. Die Entwickl. d. Wirbelsäule der Elasmobranchier.
3. Abh. üb. Entw. des Wirbels. — Zeitschr. f. wiss. Zool., Bd. 53,
Suppl. p. 519—531, Tf. 21. An Mustelus-Embr. (12—40 mm 1.) die
Bild. der Cuticula sceleti u. der Intereuticeularschicht verfolgt. —
Hatschek. Die Metamerie des Amphioxus u. des Ammocoetes.
— Schliesst sich meist an Gegenbaur u. weiter an van Wijhe u. Fro-
riep an. — Anat. Anz. VII (Ergänzhft.) S. 136—162. 11 Xyl. —
(Bezügl. der Ursprungstelle der Spinalnerven eine Corr. 1893 in:
Anat. Anz. VIII p. 89—91.
Rabl. Ueber die Metamerie des Wirbelthierkopfes. — Ueber-
sicht über die bisherigen Anschauungen. Die Entwickl. des Selachier-
kopfes brachte keine Lösung; viell. sind Ganoiden u. Petromyzonten
geeigneter. Abb. von 3 Stad. des Pristiurus mit 17, 22 u. 29 Ur-
wirbeln), Tf.2 u. 4 Xyl. nach Beard, Wiedersh., Dohrn, Killian. —
Anat. Anz. VII, Ergänzhft. (= Verh. d. Anat. Ges.) S. 104 —136.
C. Rabl. Theorie des Mesoderms. — Entwickl. der Wirbel
u. Rippen. Bei Selachiern entstehen die Rippen (ohne Zusammen-
hang mit den Wirbelbögen) aus den Myosepten in der Kreuzungs-
in der Ichtbyologie während des Jahres 1892. 263
linie der transvers. Muskelsepten mit dem horiz. Septum zw. Rücken-
u. Bauchmuskulatur, u. entsprechen den Rippen der höhern Vertebr.
Bei Knochenfischen ist die Umgebung des Peritoneums die Stelle
der Rippenbildung. Polypterus hat beide Rippen-Typen. (Bestätigung
von Hatschek’s Angaben). — Morph. Jahrb. Bd. XIX 65—144.
4 Abb. u. Tf. 4—7.
C. Rabl. Die erste Anlage der Extremit. durch die Längsfalte,
ist schon anfangs zweigetheilt (Scyll. u. Pristiu). Vf. schliesst nach
der Zahl der Muskelknospen im Vergleich mit der Z. d. Knorpel-
strahlen im erwachs. Thier (sie ist für beide gleich), dass die Mi-
vart-Thacher’sche Theorie gestützt werde. Dohrn’s Theorie der
Entst. der unpaar. Flossen ist nicht acceptirbar. Ebd.
L. Schmidt. Z. K. des Wirbelbaues von Amia calva. — Auch
die vordere Hälfte der Rumpfwirbel zeigt Rudimente oberer u. unt.
Bögen; in ihnen sind 2 Wirbel verschmolzen. Der embolomere
Typus der Schwanzwirbel ist der primitive. Fossile Amia-artige
Gatt. (Eurycormus, Euthynotus) bestätigen Vf.’s Ansicht. — Z f£.
wiss. Zool., Bd. 54, p. 748—764, 5 Abb. u. Taf. 34.
Spengel. Säge von Pristis. Verh. D. Zool. Ges. 1892.
R. Wiedersheim. Das Gliedmaassenskelett der Wirbelthiere.
Mit bes. Berücks. des Schulter- u. Beckengürtels bei Fischen, Amph.
u. Rept. — Fische, hintere Extremität p. 24—84, vordere Extr.
143—183. Vf. vertritt die Thacher-Mivart-Balfour’sche Auffassung
gegenüber der Archipterygium-Theorie. — Jena. 226 S.8°, 40 Abb.
u. Atlas von 17 Taf.
A. Sm. Woodward. The Evolution of Fins. —- Auf palaeontol.
Basis besprochen; Fig. 1, 2, 3, 7, 8 nach Fritsch; F. 5: Pect. von
Cladodus, 6: P. von Eusthenopteron. — Natural Science, London u.
N. York Vol. I, p. 28—35.
Vergl. üb. Osteologie auch: Pollard, oben bei Allg. Anat.
Muskeln u. elektrische Organe.
C. De Bruyne. L’union intime des fibres musculaires lisses. —
Arch. Biol, Tome XII 345—80, Tf. 13.
Th. Eimer. Entsteh. u. Ausbild. des Muskelgewebes.... . . als
Wirkung der Thätigkeit. — Der Plasmamantel an den Muskeln der
Seitenlinie von Cyprinus als eigenthümlich erwähnt. — Z. f. wiss.
Zool. LIII Suppl. p. 67—111.
S. Kaestner. Ueb. d. allgem. Entw. der Rumpf- u. Schwanz-
muskulatur bei Wirbth. Mit besond. Berücksichtigung der Selachier.
— Auch Amphioxus, Petrom. u. Knochenfische behandelt. — Arch.
f. Anat. u. Entwicklgesch. (= A. f. Anat. u. Physiol., anat. Abth.)
Jg. 1892, Hft. 3, 4, p. 153—222, Tf. 9—12.
Ph. Knoll. Ueber protoplasmaarme u. prot.-reiche Muskulatur.
— 33 Fische untersucht. Protplreich. sind besonders die M. für
Herz, Kauapparat, Flossen- u. Schwanz, wo der starke Verbrauch
264 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
der Musk. viel Wiederersatz erheischt. — Denkschr. Akad. Wien
(Math. Nat. C1.), Bd. 58, p. 685—700, 9 Taf.
E. Rohde. Muskel und Nerv. 2. Mermis u. Amphioxus. —
Behandelt die Querstreifung der motorischen Nerven (geg. Retzius).
Zool. Beitr. von A. Schneider, III p. 165—178 und Sitzb. Akad.
Berlin 92, p. 659-—664.
F. Gotch. The electric Organs of fishes. — Zusammenfassung
nach e. Vortrag. — Proc. Trans. Liverpool Biol. Soc. VI (91 -- 92),
p. 148—54.
J. C. Ewart. The Electric Organ of the Skate (Raja). Obs.
on Struct., Relat., Progr. Devel. and Growth of the El. Org. —
Phil. Trans. R. Soc. London, Vol. 183 B, p. 389—420, Tf. 26—-30;
vorl. Mitth. in Proc. R. Soc. Vol. 50 p. 474—6.
G. Fritsch. Weitere Beitr. z. K. der schwachelektrischen
Fische. Arch. Anat. Physiol., Supplbd. p. 221—242, 4 Fig.
Vergl. üb. Muskeln auch oben bei allg. Anat.: Pollard,
Polypterus.
Nerven.
J. Beard. The transient Ganglion Cells and their Nerves in
Raja batis. — Fortsetz. der Unters. von 1889 (an Lepidosteus). —
Anat. Anz. VII p. 191—206, 8 Abb.
J. Beard. The Histogenesis of Nerve. — Seine Resultate,
hauptsächl. an Raja gewonnen, mit Dohrn’s neueren Angaben ver-
glichen. — Anat. Anz. VII p. 290—302.
Beraneck. Nerf parietal ... et 3. «il des Vertebres. —
Fische nur kurz erwähnt. — Anat. Anz. VII p. 686.
H. Braus. Die Rami ventrales der vorderen Spinalnerven
einiger Selachier. — Dissertation, Jena, 35 S.
R. Burckhardt. Das Centralnervensystem von Protopterus
annectens. Eine vergl.-anat. Studie. — Dem Bau des Hirns nach
gehört Prot. zu den Amphibien u. zwar ist sein Gehirn das voll-
ständigste Amph.-Gehirn, das an Ausbildung nur noch bezügl. ein-
zelner Regionen (Mittel- u. Hinterhirn) von den Anuren übertroffen
wird. — Berlin, 64 8., 5 Tfl.; Verf. liefert Ausz. in: Verh. D. Zool.
Ges. II p. 92-95 und in Sitzb. Ges. natf. Fr. Jg. 92 p. 23—25.
B. Danilewsky. Zur Physiologie des Üentralnervensystems
von Amphioxus. — Im vordersten Abschnitt stecken die Centren für
die willkürl. Bewegungen. — Pflüger’s Arch. f. Phys. Bd. 52 p. 393
—400.
J. David. Histological-Structure of the Medulla of Petromyzon.
— Journ. of Compar. Neurology, V 2 (Sept. 92).
A. Dohrn. Die Schwannschen Kerne der Selachierembryonen.
— Die Nervenfasern doch nicht aus zusammengereihten Ganglienz.
entwickelt. — Anat. Anz. VII p. 348—351.
L. Edinger. Unters. üb. die vergl. Anatomie des Gehirns:
2. Das Zwischenhirn. 1. Theil: Das Zwh. der Selachier u. Amphi-
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 265
bien. — Aus der bei Sel. u. Amph. vorhandenen Grundform ent-
wickelt sich das Zwh. einerseits bei den Knochenfischen u. anders.
bei Rept. u. Vögeln eigenthümlich weiter. Bei Selachiern 12 Faser-
züge u. 6 Commissuren beschrieben. — Abh. Senckenberg. Ges.,
Frankfurt, 18. Bd. p. 1-55 Tf. 1-5. — Ausz. des Vf.’s in: Anat.
Anzeiger VII p. 472 --6.
J. C. Ewart. The lateral sense organs of Elasmobranchs.
1. The sensory canals of Laemargus. — Zoolog. Anz. XV p. 116
— 118. — J. C. Ewart and J. C. Mitchell. The lat. sense org.
of Elasm. 2. The sens. can. of the common Skate, Raja batis. —
Beide Notizen sind Ausz. aus den Mitth. in d. Edinb. R. Soc., Juli
bez. Dec. 1891. — Ebd. 118—120.
C. L. Herrick. Not. up. the anat. and histol. of the Prosen-
cephalon of Teleosts. — Untersuchung an Haplodinotus (Sciaenidae),
wo Corpus callosum deutlich. Die morphol. Verhältnisse entsprechen
genau denen der höh. Verbraten. — Amer. Natur. XXVI p. 112
—-120 Tf.7, 8. — Ausz. der gröss. Abh. in J. Comp. Neurol. Vol.I
pg. 211 u. 333; cf. Bericht 1891 p. 391.
C. L. Herrick. Addit: Notes on the Teleost Brain. — Vergl.
diesen Bericht 1891 S. 391—2. —- Histologische Einzelheiten (Aus-
führung soll im J. Comp. Neurol. geliefert werden). — Anat. Anz.
VNH, p. 422—431 10 Abb.
C. L. Herrick. N. up. the Histol. of the Central Nerv. Syst.
of Vertebrates. — Trutta u. Haploidonotus. — Festschr. Leuckart,
Leipzig, p. 278—288 Tf. 27 u. 28.
W. His sen. Allgemeine Morphologie des Gehirns. — Anat.
Anzeiger VII, Ergänzhft. (Verhandl. d. anat, Ges.), S.6—22 1Xyl.
(Erweitert in: Arch. Anat. Phys., Jg. 92, Anat. Abth., p. 346).
M. v. Lenhossek. Beob. an den Spinalganglien und dem
Rückenmark von Pristiurusembryonen. — Bestätigung der Kupffer-
His’schen Lehre, die Befunde ganz analog denen beim Hühnchen.
— Anat. Anz. VII, p. 519—539, 19 Abb.
G. 0. A. N. Malme. Studien üb. d. Gehirn der Knochenfische.
— Dissert. (Upsala) Stockholm, 60 8. 5 Tf.
Malme. Stud. üb. das Gehirn der Knochenfische. Bihang
Hand., Svenska Vetensk.-Akad., Bd. 17 No. 3, 60 Seiten, 5 Taf. (die
äuss. Hirn-Form von ca. 70 Spec. darstellend).
P. Mitrophanow. Signification metamörique des nerfs cräniens,.
— Congres Internat. Zool., 2. Sess. 1. Part p. 104—111.
G. Paladino. Della continuazione del nevroglio nello scheletro
mielinico delle fibre nervose e della costituzione pluricellulare del
cilindrasse. — Beob. an Trygon. — Rend. Accad. Napoli, Anno 31
p- 153—8 3 Abb.
Julia B. Platt. Fibres connecting the Central Nervous System
and Chorda in Amphioxus. — Diese Fasern sind wohl als motorische
Nfas. zu deuten. — Anat. Anz. VII, p. 282—4 3 Abb.
H. B. Pollard. The Lateral Line System in Siluroids. -—
Untersucht den Verlauf der Kopfkanäle und deren Innervation
266 F. Hilgendorf: Bericht üher die Leistungen
bei Clarias, Callichthys, Auchenaspis, Trichomycterus u. Chaeto-
stomus; Vf. vergleicht diese Genera u. auch Placodermen (Cocco-
steus), Selachier u. Ganoiden. — Zool. Jahrb. (Anat.) Bd. V p. 525
—551 Tf. 35, 36.
H. B. Pollard. Die periph. Nerven gebildet als Mittelstufe
ar Selach. u. Amphib. — Zool. Jb. (Morphol. Abth.) V, p. 387 —428
f. 27-30.
G. ©. Purvis. Pineal body of Lamna cornubica. —- Nicht ein
phylogenet. rückgebild. Auge. — Pr. R. Phys. Soc., Edinb. 1890/91
XI p. 62--67 Tf. 2.
G. Retzius. Zur K. der motorischen Nervenendigungen. —
Untersucht Amphioxus (Tf. 14), Myxine, Raja, Acanthias u. Gobius
(Tf. 15). Färbung durch Methylenblau. — Biolog. Unters, (2) III,
p. 41-52 Tf. 14 u. 15.
G. Retzius. Die sensib. Nervenendig. in der Haut des Petro-
myzon. — Chrom-Osmium-Silberfärbung. — Ebd., Bd. III p. 37—40
T£.413.
G. Retzius. Kleinere Mitth. v. d. Gebiete der Nervenhisto-
logie. — Nerven in den Zähnen von Anguilla, Gobius, Gasterosteus.
Enden frei unter d. Zahnbein. — Biol. Unters. Bd. IV, p. 57 —66
1 Abb. (Gobius, Spinalgangl.) u. Tf. 17 Fig. 7 u. 8 (Gob.-Zahn), Tf. 18
Fig. 1—5 (Myx., Esox, Ang., Gast., Riechepith.).
G. Retzius. Die Nerven-Endigungen in d. Geschmacksorgan
der Säugeth. u. Amphibien. — Papillen der Zunge u. des Gaumens
von Acanthias vulg. beschr. mit Abb. — Ebd., IV p. 32 Tf. IX8—10.
G. Retzius. Ueb. d. sensibeln Nervenendigungen in den Epi-
thelien bei den Wirbelthieren. — Die Endig. in der Haut v. Petro-
myzon, Myx., Gobius, Gasterost., Gunellus, Anguilla untersucht. —
Biolog. Unters. (2) Bd. 4 p. 37—44 Tf. XI Fig. 1—5 (Myx., Ammo-
coetes, Angu.).
G. Retzius. Die Nervenendigungen in den Endknospen, resp.
Nervenhügeln der Fische u. Amphibien. — Unters. Gobius, Gastero-
steus u. Anguilla (Haut u. Schleimh. des Maules). — Biol. Unters.
IV. 33.236. TEXT 6-0)
G. Retzius. Das hintere Ende des Rückenmarks u. der Chorda
dors. bei Petromyzon fluv. — Verhandl. Biol. Ver. Stockholm IV,
p- 36—41 5 Abb.
Fr. Eilh. Schulze. Freie Nervenenden in der Epidermis
der Knochenf. — Cobitis fossilis, hier durch Golgi’sche Gold-
färbung in der Lippenhaut freie Nervenendigungen nachweisbar,
die bisher bei Fischen nur im Cornealepithel bek. — Sitzb. Akad.
Berlin, phys. Cl. (Febr. 92) p. 87-88 Abb.
S. Trinchese. Ricerche sulla formaz. delle piastre motricı.
— Mem. Accad. Bologna (5) II, p. 279—286 6 Abk.
B. H. Waters. Primitive Segmentation of the Vertebrate
Brain. — Unters. Gadus (u. Amblystoma). Vorderhirn aus (2?)
3 Neuromeren, Mittelh. aus 2, Hinterh. aus 6 gebildet. — Q. Journ.
Micr. Sci. (2) XXXII p. 457—475 TE. 28.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892, 267
Vergl. über Nerven auch bei Pollard, oben, allg. Anat.
(Polypterus).
Sinnesorgane.
H. Ayers. Vertebrate Cephalogenesis. 2) A Contribution
to the Morphol. of the Vert. Ear, with a Reconsideration of its
Functions.. — Untersuchte Amphioxus, „Ammocoetes“ (Petro-
myzon autt ), 7 Haie, 3 Rochen u. Salmo, 3 Rept., 3 Vögel, 10 Mamm.
— Journ. Morph. VI p. 1—360, Tf. 1—12 u. 26 Abb.
C. Kohl. Rudimentäre Wirbelthieraugen. 1. Theil. — Von
Fischen: Petromyzon planeri, Myxine glut. u. Typhlichthys sub-
terraneus untersucht. — Bibl. Zool. (Chun u. Leuckart), Heft 13
140 S., 9 Taf.
A. Kreidl. Weitere Beitr. zur Physiol. des Ohrlabyrinths.
1. Mitth. — Zerstörung der Bogengänge u. Fortnahme der Otolithen
u. Rotationsversuche beweisen, dass diese Org. dem Orientierungs-
sinne dienen. — Anzeiger Akad. Wien; Jg. 29, p. 232—8.
M. v. Lenhossek. Die Nervenendigungen in den Endknospen
der Mundschleimhaut der Fische. (Vorl. Mitth.). — Mit Golgi’scher
Meth. bei Conger untersucht (Pristiurus-Embry. geben undeutlichere
Resultate). Die Nerven endigen stets frei, entweder innerhalb der
Knospen (hier am Knospenporus als Terminalknötchen endigend),
oder aussen an ihnen, hier unter Verästelung u. nur z. Th. mit
Terminalkn. — Verh. Naturf. Ges. Basel X, 9 S., 2 T£. (u. C. R.
Trav. Soc. Helvet. Sc. Nat., 75. Sess. p. 128—133).
W. Nagel. Bem. über auffallend starke Einwirkung gewisser
Substanzen auf die Empfindungsorgane einiger Thiere. — Gegen
Riechstoffe (Vanillin u. Cumarin, aber nicht Rosmarinöl) sind Scyllium,
Lophius, Syngnathus sehr empfindlich, aber Süsswf. u. Uranoscopus
nicht. Die becherförmigen Organe der Süsswf. reagiren nicht auf
schmeckende Substanzen. — Biol. Centralbl. XII p. 755—59.
W. Nagel. Beob. üb. das Verhalten einiger wirbellosen Thiere
gegen galvanische u. faradische Reizung. — Auch Beob. an Am-
phioxus. — Pflügers’s Arch. Physiol., Bd. 51, S. 644 u. 53, 8. 332.
S. Ramon y Cajal. La retina de los Teleösteos y algunas
observaciones sobre la de los vertebrados superiores. — Anal. Soc.
Espaäi. H. N. (2) I (92), p. 281—305, 5 Abb.
W. G. Ridewood. The Air-Bladder and Ear of British
Clupeoid Fisches. — Beschreibt Ohr u. Schwimmblase v. 5 Clupea-
Species u. Engraulis encr. — Journ. Anat. Phys. London, Vol. 26,
p. 26-42, Abb,
Eu. Steinach. Unters. zur vergl. Physiologie der Iris. 2. Mitth.:
Ueb. d. direkte motorische Wirkung des Lichtes auf den Sphincter
pupillae bei Amphib. u. Fischen u. üb. die denselben aufbauenden
pigm. glatten Muskelfasern. — Anguilla, Esox, Salmo u. Perca unters.
Die pigm. gl. Muskelfas. des Sphincter reagirten auch nach Be-
seitigung der betreff. Nerven auf Belichttun — Arch. Physiol,
Pflüger, Bd. 52, p. 495—525, Tf. 2.
268 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
G. Thilenius. Ueb. d. linsenförmigen Gefässkörper im Auge
einiger Cypriniden. — Aus e. arteriellen u. e. venösen Theile gebildet,
der arter. ist ein Wundernetz. — Arch: f. Mikr. Anatomie, Bd. 40,
p- 198—210, 6 Abb.
Gefässsystem.
Em. Cavazzani. L’ichthyotoxique chez le Petromyzon marinus.
— Apathischer Zustand durch das injieirte Blutserum des Petr.
bei Rana u. Oanis erzeugt. Wie beim Gift der Muraeniden (Mosso).
C. K. Hoffmann. Entstehung der endothelialen Anlage des
Herzens u. d. Gefässe bei Hai-Embryonen (Acanthias vulg.). — Anat.
Anz., VI p. 270—3, 3 Abb. !
H. Hoyer. Ueb. d. feineren Bau der Milz von Fischen,
Amphib. u. Vögeln. — Cyprinus unters. Bei Fischen (u. Amph.)
sind die Blutbahnen im reticulum weniger entwickelt als bei höh.
Vert. — Strassburg, Diss. 42 S.
A. Kolossow. Struktur des Endothels der Pleuroperitoneal-
höhle, der Blut- u. Lymphgefässe. — Biol. Centrbl. XIH, p. 87—94.
E. Laguesse. Bourrelets valvulaires arteriels chez les poissons
(Labrus, Crenilabrus). — Beschreibt Lippen, die bei der Abzweigung
eines Nebengefässes von diesem in das grössere Gefäss, immer zu
zweien, weit hineinragen u. den Bluteintritt zu reguliren vermögen.
Sie bestehen aus knorpelähnl. Bindegewebe. — C. R. Soc. Biol.
Paris, (9) IV p. 211—213. 2 Abb.
F, Mazza. Appunti anatomici sul cuore della Cephaloptera
siorna. Verglichen mit dem Herzen anderer Myliobatiden. — Boll.
Mus. Zool. Anat. Comp. Genova, Vol. I, Nr. 7; 5 Seiten, 1 Taf.
H. B. Pollard. Anat. and Phylogen. Position of Polypterus.
— Bem. üb. Gefässe der Kiemengegend, welche durch eine prä-
cardial sich fortsetzende Aorta den Selachiern u. Chlamydoselachus
ähnlich sind. — Zool Jb. (Morph. Abth.) V p. 387—428.
C. Rabl. Ueb. die Entwickl. des Venensystems der Selachier.
-— Unters. Pristiarus (auch Scyllium u. Torpedo). — Festschrift
zum 70. Geburtst. R. Leuckarts, p. 223—235, 3 Xyl. Leipzig 1892. 4°.
F. Raffaele. Ricerche sullo sviluppo del sistema vascolare
nei Selacei. — Unters. haupts. Torpedo u. besonders die Entw. der
Gefässe des Kopfes. -- Mitth. Z. Stat. Neapel, X p. 441—479,
Tf. 29—31.
H. E. Ziegler. Die embryonale Anlage des Blutes bei den
Wirbelthieren. — Die erste Entw. des Blutes findet im Mesoderm
(Mesenchym) statt (Selach., Teleost.), wenn bei Petromyzon (u.
Amphibien) das Entoderm dafür eintritt, dürfte eine Coenogenese
vorliegen. Amphioxus besitzt auch Blutkörp., aber sehr wenige. —
Verh. Deutsch. Zool. Ges., 2. Jahr (Berlin), p. 183—30.
Vergl. über Gefäss-S. auch: Pollard, oben bei allg. Anat.
(Polypterus).
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 269
Darmkanal (auch Zähne u. Schwimmblase).
Gr. Antipa. Ueb. d. Beziehungen der Thymus zu den sog.
Kiemenspaltorganen bei den Selachiern. — Die Thymusanlagen
haben nichts mit den Kiemspaltorg. zu thun. — Anat. Anz. VIl
p. 690—2, Abb.
J. Beard. Zähne bei jüngsten Myxine-Expl. noch ähnlich denen
der Gnathostomen. Anat. Anz. Jg. VIII p. 59.
G. Bizzozero. Sulle ghiandole tubulari del tubo gastro-ente-
rico etc. Nota 5. — Petromyzon planeri (Larve) untersucht. —
Atti Accad. Torino, Vol. 27, p. 988—1004, Taf.; Ausz. in: Arch.
Mikr. Anat., Bd. 40, p. 325—375.
Chr. Bohr. Secretion de l’oxygene dans la vessie natatoire
des poissons. — Exper. mit Gadus call. Die Schwimmblase se-
cernirt nach einer Entleerung durch Punction in ca. 12 Stunden
stark Oxygen. Die Durchschneidung der Rami intest. des Vagus
inhibirt die Abscheidung. Bei Esox waren die Wände der Schwbl.,
wenn das Epithel unverletzt, für Ox. nicht durchlässig. — C. r. ac.
Paris, T. 114 p. 1560—.2.
T. W. Bridge and A. C. Haddon. Contr. to the Anatomy
of Fishes. 2. Airbladder and Weberian Ossicles in the Siluroid F.
— Auszug aus der später 1893 ersch. ausführl. Arbeit. — Proc.
Roy. Soc. London. Vol. 52 p. 139—157.
G. Cattaneo. Sulle papille esofagee e gastriche del Luvarus
imper. (Fam. Coryphaenidae), — Boll. Mus. Zool. Anat. Comp.
Genova I Nr. 5, 6.
C. J. Eberth u. Kurt Müller. Unters. üb. das Pancreas.
— Unters. Esox (Salamandra u Rana) betreffs der Nebenkerne,
wovon 2 Gruppen unterschieden. — Zeitschr. f. wiss. Zool., Bd. 53,
Suppl. p. 173—203, 14 Abb. u. 'Tf. 11.
G. Hüfner. Zur physikalischen Chemie der Schwimmblasen-
gase. — Die Schwbl. enthält bei dem (Tiefenfische) Coregonus
acronius fast reinen Stickstoff; Sauerstoff u. Kohlensäure kann ganz
fehlen. Auch Perca fluv. hat hohen Stickst.-Gehalt, Lota aber 65°/,
Oxygen. Dass das Ox. mit der Wohntiefe zunimmt, ist also un-
richtig. Die Moreau’sehen Versuche bez. künstlicher Vermehr. des
Ox. in der Schwbl. werden (aber mit geringerer Ox.-Produktion)
bestätigt. Statt Cypriniden wird besser mit Esox experimentirt.
Der Austritt der Gase aus d. Blute in die Schwbl. geschieht erst
aus den Capillaren (nach Durchströmung der Wundernetze, nicht
durch diese) und unter Vermittlung des innern Schwbl.-Epithels.
Wenn eine schnelle Vermehrung der Luftmenge in d. Schwbl. (beim
Abstieg in die Tiefe, um das Volum der Blase zu erhalten) nöthig
ist, wird das lose gebundene Oxygen aus dem Oxyhaemoglobin des
Blutes verwerthet, welches die Epithelz. der Schwbl. nur trans-
portiren, nicht secerniren dürfen. — Arch. f. Anat. u. Phys. (Phys.
Abth.) 92, p. 54—80.
C. Kupffer. Ueb, d. Entwickl. von Milz u. Pancreas. — Beide
270 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Org. gehen aus einer gemeinsamen Anlage hervor. Am vollständigsten
zu beob. bei Acipenser (hier am 4. Tage entstehend), weniger bei
Lepidost. u. Teleost. — Sitzb. Ges. Morph. u. Physiol. München,
VIII p.27—41, 7 Abb. Auch in Münch. med. Abh. 7. Reihe, Hft. 4.
F. Mazza. Sul tubo gastro-enterico della Cephaloptera giorna.
Note. anatomo-istologiche. — Ann. mus. civ. Genova (2) X p.519
—586, Tf. 6, 7.
Ch. Morris. The origin of lungs, a chapter in evolution. —
Wesentlich Wiederholung seiner Ausführungen vom Jahre 1885 (8.
Bericht, Ichth. p. 345). — Amer. Natur. XXVI p. 975.
H. B. Pollard. Anatomy and Phylogen. Position of Polypterus.
— Eine Thymus findet sich jederseits über den Kiemenbogen, hinter
dem Flügel des Os parasphenoideum, die Thyreoidea neben dem
Basibranchiale beim 1. u. 2. Kiemenbogen. — Zool. Jb. (Morph.) V,
p. 387 —428.
G. Retzius. Weiteres üb. d. Gallenkapillaren u. den Drüsen-
bau der Leber. — Myxine Tf.XX p. 1—3, Ammocoetes Fg.4, Aal
Fe. 5, Esox Fg. 6. — Biol. Unters. IV, pg. 67—70.
C. Röse. Ueb. d. Zahnwechsel der Dipnoer. — Unters. Pro-
topterus; die Ansichten von Owen, Peters, Giebel, Günther,
Wiedersh., W.N. Parker vom Verf. ref. Er benennt die oberen
Kauplatten als Vomer u. Pterygopalatinum, die beide aus dem
Zusammenwachsen zahlreicher Einzelzähne hervorgingen; die
Unterkfr.-Platte ist ebenso der innere hintere Deckknochen, Oper-
culare (= Spleniale),. Schmelz (S. 833) findet Vf. nur als dünne
Lage auf der Oberfläche der ganzen Kauplatte. — Es wird ein
Zahnwechsel bei einem hier lebenden Ex. vor der Einkapselung
zum Sommerschlaf in seinen Anfängen beschrieben (S. 837), wobei
aber keine Einsenkung einer Zahnleiste stattfindet, sondern die
Kieferschleimhaut an der Oberfläche der Platte den neuen Zahn
entwickelt; ein Schmelzepithel wird auch hier angenommen. — Die
Labialknorpel des Ober- u. Untkfr. eines 8 cm I. Protopt., Fig. 4
—6, desgl. von e. halberwachsenen Öeratodus. — Anat. Anz. VI
p. 821—839, 10 Xyl.
J. W. Spengel, Demonstrirt Schnitte durch die Säge von
Pristis--Embryonen. Ein Schmelzkeim für die Zähne vorhanden,
producirt keinen Schmelz, beweist aber die Zahnnatur. — Verh.
Deutsch. Zool. Ges. 1892, p. 147.
Athmungsorgane.
C. Duncan u. F. Hoppe-Seyler. B. z. K. der Respiration
der Fische. — Zeitschr. f. Physiolog. Chemie XVII Heft 2, 3.
G. B. Howes. On the Customary Methode of Describing the
Gills of Fishes. — Die Kiemen des Marsipobranchen-Plagiostomen-
Typus sollen Cystobranchiae, die vom Teleostoiden-Typus Pectino-
branchiae heissen. Die einzelnen Kiemen nach den Visceraltaschen;
die Spritzlochk. der Elasm. „hyoid hemibranch“ (nicht mandibular
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 241
pseudobranch); die Operculark. der höh. F. „first branchial hemi-
branch“ (statt hyoid hemibr.). — Rep. Brit. Ass. Adv. Sci., 61.
Meet. 1891, p- 702.
Niere.
Th. Boveri. Die Nierencanälchen des Amphioxus. Ein Beitr.
z. Phylogenie des Urogenitalsyst. der Wirbth. — (Vergl. Ber. 1890
p- 194). Ausführlichere Publication. — Zoolog. Jahrb. V p. 429 —
504, Tf. 31—34 u. 5 Xyl.
Generationsorgane.
W. L. Calderwood. Contr. to our knowl. of the Ovary and
Intra-Ovarian Egg in Teleostians. — Beob. an Pleuron. limanda u.
Merlucius, auch Abb. von Conger u. Solea. Eier von 3 Laichperioden
zusammen im Ovar v. Pleur. u. Merl. Die Entwickl. und event.
Rückbildung der Eier. — J. Marine Biol. Ass., Lond. (2) II 298—
Btsith, 12:
E. T. Collinge. Preservation of Teleostean Ova. — Ann. Mag.
N.H. (6) X 228—30.
Fr. Guitel. Ovaire et oeuf du Gobius minutus. — C. r. acad.
Paris, T. 114, p. 612—6, 4 Abb.
T. P. ©. Hoek. Hermaphrodiete Kabeljauwen (Gadus). —
Tijdschr. Nederl. Dierk. Veren. (2), 3. Deel, Versl. p. 118,
G. B. Howes. On the Arrangement of the Living Fishes, as
based upon the Study of their Reproductive system. — Vergl. hier-
über Ber. Ichth. für 1891, p. 396. — Rep. 61. Meet. Brit. Ass. Adv.
of Sc. p. 694—5.
F. Leydig. ZurK. der Legeröhre des Bitterlings. — Geschicht-
“ liches. Die Wand der Röhre enthält ein Netz quergestreifter Mus-
keln, das den Durchgang der Eier befördert. — Zool. Garten, Jg.
33, p. 129—133.
Miescher. Constitution chimique des spermatozaires du Sau-
mon du Rhin. — C. r. trav. 75. sess. Soc. Helvet. Sc. N. p. 166—8.
Entwicklung.
Ontogenie. A. Alcock. On Utero-gestation in Trygon Bleekeri.
— Ann. Mag. N. HH. (6) IX, p. 417—427 Tf. 19.
A. Aleock. Some obs. on the Embryonie History of Ptero-
platea micrura. — Ann. Mag. N.H. (6) X 1-8 Tf. 4.
J. Beard. Supposed Law of Metazoon Development. — Anat.
Anz. VIII p. 22—29.
H. Blanc. Note prel. sur la maturation et f&cond. de l’oeuf
de la Truite. — Bull. Soc. Vaud. Sc. N., Vol. 27 p. 272--5.
H. Blanc. Matur. et f&c. de l’oeuf de la truite, — C.r. Trav.
74. Sess. Soc. Helv. Sc. N. p. 54—55.
372 F. Hilgendorft: Bericht über die Leistungen
A. A. Böhm. Die Befruchtung des Forelleneies. —- Sitzb. Ges. .
Morph. Physiol. München VII p. 63—73 13 Abb.
Th. Boveri. Ueb. d. Bildungsstätte der Geschlechtsdrüsen u.
die Entst. der Genitalkammern bei Amphioxus. — „Das Gonotom
des Amphioxus ist dem Gononephrotom der Cranioten homolog;
somit entsprechen die Urnierenkanälchen der letzteren den Genital-
kammern des Amph.“. Nach Unters. an Amphioxus von 4—12 mm
L. — Anat. Anz. VII 170—181 12 Fig.
Th. Boveri. Die Nierenkanälchen des Amphioxus. Ein Beitr.
z. Phylogenie des Urogenitalsystems d. Wirbth. — Zool. Jahrb.,
Morphol. Abth. V, p. 429—510 5 Fig. Tf. 31—34.
E. R. Boyer. The mesoderm in Teleosts, espec. its share in
the Formation of the Pectoral Fin. — Bull. Mus. Harvard. Coll.
XXI, p. 91--133 Taf. 2—8.
-C. Emery. Zur Morphol. der cyclopischen Missbildungen. —
Anat. Anz. VIII 52—57.
A. Froriep. Entwgesch. des Kopfes. — Anat. Hefte, 2. Abth.
Bd. 1, p. 561—605 11 Abb.
R. Fusari. Premieres phases de developp. des Tel&osteens.
Arch. Ital. Biol. XVII p. 204—239.
H. Gadeau de Kerville Descr. d’un Poisson ... mon-
strueux. — Junger Acanthias vulg. mit dopp. Vordertheil. — J.
Anat. Physiol. Paris, Ann. 28 p. 563—6 Tf. 18.
S. Hatta. Formation of Germinal Layers in Petromyzon. —
J. College Sci. Japan V p. 129 - 147 Tf. 13, 14.
OÖ. Hertwig. Urmund u. Spina bifidaa — Berührt auch die
Gastrulation der Fische. — Arch. f. mikr. Anat., Bd. 39 p. 353 —503.
W. His. Entwickl. der menschl. u. thier. Physiognomien. —
Arch. Anat. Phys. (Anat. Abth.) 1892, p. 384-424 51 Fig.
C. Kupffer. Studien zur vergl. Entwicklgesch. des Kopfes .
der Kranioten. 1) Die Entw. des Kopfes v. Acipenser sturio an
Medianschnitten untersucht. — Münch. u. Leipz. 1893, 9 Tf. 7 Abb.
C. Kupffer. Mitth. z. Entwgesch. des Kopfes bei Acip. sturio.
Ausz. aus Vorigem. — Sitzber. Ges. Morph. München VII, p. 107
—123, 1892.
B. Lwoff. Ueb. einige wichtige Punkte in der Entwickl. des
Amphioxus. — Die Gastrula des Amph. ist eher eine Amphig. als
eine Archig. Die Polzellen konnte Vf. nicht auffinden (wie auch
Kowalewski nicht), sie können also nicht die Mesodermbildner sein.
Die Leibeshöhle wird durch Auseinanderweichen der Zellen gebildet.
Die Chorda entsteht ektoblastisch. — Biol. Centralbl. XII 729—44
8 Abb.
W. C. M’Intosh. Further Observ. on the Life-Histories and
Devel. of the Food- and other Fishes. — 9. Ann. Rep. Fish. Board
Scotl., p. 317—342 Tf. 10-13.
W. C. M’Intosh. Contr. to the Life-Hist. and Dev. of the
Food- and other F. — 10. Ann. R. Fish. B. Scotl., p. 273—322
Tf. 14— 17,
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 273
M’Intosh. Eggs and young Stages of the Sandeels. — Notes
from St. Andrews Mar. Labor. No. 13.
S.Mollier. Zur Entwickelung der Selachierextremitäten. Vorl.
Mitth. — Unters. Torp., Pristiurus, Seyll., Must. Bei Torp. werden
Brust- u. Bauchfl. in einer gemeinschaftl. Seitenfalte angelegt, bei
Must., Prist. u. Sc. sind von Anfang an 2 Falten vorh. Die Con-
traction der Brustflosse bei T. ist nur scheinbar; der hinterliegende
Theil des Leibes wächst schneller. Die Ceratodus-Flosse entspricht
den ersten Stadien der Torpedofl. — Anat. Anzeiger VII, p. 3551—65.
C. Rabl. Theorie des Mesoderms (2. Theil). — Pristiurus,
Torpedo. — Morph. Jahrb. XIX, p. 65— 144 Tf. 4—7.
C. Rabl, Die Metamerie das Wirbelthierkopfes (Bemerk. von
Froriep, ebd.). — Verh. Anat. Ges. 6. Versamml., p. 104—135 (u.
Froriep p. 135—6).
J. Rückert. Zur Entwicklungsgeschichte des Ovarialeies bei
Selachiern. — Besonders Pristiurus untersucht. Theorie der Be-
fruchtung u. Vererbung. — Anatom.Anz., Jg. VII p. 107—158 6 Abb.
(die Rückbildung der Chromosomen darstellend).
J. Rückert. Ueb. physiolog. Polyspermie bei meroblastischen
Wirbelthiereiern. — Vergl. Bericht 1891 p. 411. Die Merocyten
haben eine Spindel mit weniger Chromosomen als die Furchungs-
spindel. — Anat. Anz. VII 320—333, 2 Abb.
J. Rückert. Verdoppelung der Chromosomen im Keimbläschen
des Selachiereies. Centrina für die Unters. günstiger als Pristiu. u.
Scyll. Ebd. VIII 44—52.
A. Sedgewick. Notes on Elasmobranch Development. — N.
Journ. Micr. Sci. (2) Vol. 33, p. 559—586, Tf. 35.
E. O0. Straehley. Die Karyomitose Bi abnormer Entwicklung
des Forelleneiess. — Dem Fehlen von Kernen in den ersten
Furchungskugeln folgt stets eine abnorme oder stillstehende Ent-
wicklung. — Mitth. Embr. Inst. Wien (2) 5. Hft. p. 20—22.
H. Virchow. Dotterzellen u. D.-Furchung bei Wirbelthieren.
— Erw. mehrfach auch Fische. — Anat. Anz. VII (Ergänzhft.),
p-. 209— 220.
E. B. Wilson. On multiple and partial development in Am-
phioxus. — Durch Schütteln von 2- u. 4-zelligen Furchungsstadien
des Eies isolirte Zellen entwickelten sich vollständig wie das ganze.
Ei, bis zur Gastrula u. wohl noch weiter; bei Zellen aus dem 8-
zelligen Ei wurde die Gastr. nicht mehr erreicht. Die Larven aus
dem unvollst. Ei bleiben entsprechend kleiner. — Beim 4. normalen
Furchungsakt treten 3 verschiedene Modificationen auf, die häufigste
ist aber nicht die, welche Hatschek als regelmässige schildert. —
Anat. Anz. VII p. 732—40, 11 Xyl.
J. Wood-Mason u. A. Aleock. Further obs. on the Gestation
of Indian Rays. — Uterindrüse nur zur Zeit d. Trächtigkeit ent-
wickelt. — Proc. R. Soc., London, Vol. 50, p. 202—9.
H. E. u. F. Ziegler. B. z. Entwicklgesch. von Torpedo. —
Arch. f. mikr. Anat., Bd. 39,\P.'56 -- 102, "TE. 3,4 u. 10 Eg.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. II. H.1. 18
274 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Phylogenie. E. Bordage. Les Vertebres descendent-ils des
Arthropodes? — Revue Sc. Paris, T. 49 p. 333—9, 9 Fig.
E. D. Cope. On the Phylogeny of Vertebrata. — Vf. will die
Batrachier lieber (mit Pollard u. Kingsley) von Polypterus-artigen
F. als von Dipnoern ableiten. Die Extremitäten-Basis u. die Reduction
der medianen Flossen bei Eusthenopteron weisen besonders auf
diesen Typus hin. Die ursprünglichsten Fische waren wohl die Ab-
theilung Ichthyomi der Elasmobr. — Pr. Amer. Philos. Soc., Philad,
XXX, p. 278—81, Abb.
L. Roule. Les affinites zoologiques des Vertebres. — Revue
Sc. Paris, T. 49, p. 588—594.
A. Sm. Woodward. The Evolution of Shark’s Teeth. —
Phylogenetische Verschmelzungen von (hintereinander stehenden)
Zähnen u. allmähliche Vermehrung der Spitzen im einzelnen Zahn.
— Nat. Science I, p. 671—5.
Biologie.
Allgemeines. W. L. Calderwood. Recent Investigations of
the Mar. Biolog. Association. — Künstl. Köder, Vorkommen v.
Engraulis bei SW. England; Abnahme der Nutzfische in der Nord-
see. — Rep. 61, Meet. Brit. Ass. for Adv. of Science, Cardiff, Aug.
91; Lond. 1892. 8° p. 685.
F. Lataste. Sur les poissons vomis par les puits artesiens. —
In Frankreich u. in der Sahara (Algier). — Actes Soc. Scient. Chili,
I, p. 38—39.
SUN Vaillant. Les poissons d’aquarium. — Ueber asiatische
Zierfische, üb. Nest von Gastrosteus, Schutz des Laichs durch
Schaumblasen bei Macropodus venustus, Brutpflege des Hippocampus
et. — Revue sci. natur. appliquses (Soc. nat. d’acclim. France),
1892, Ne, 10.
L. Vaillant. Sur la possibilite du transport des galets dans
l’appareil digestif des poissons. — Bei Pleuronectiden (Turbot) u.
bei Conger nachgewiesen. Geologisch wichtig. — Bull. Soc. geol.
de France (3) XX p. 111.
Nahrung.
Bewegung. E. Haase. Beob. über fliegende Fische. — Beim
Schweben sind auch die Bauchflossen ausgespannt. Ein langsames
Schlagen der Flossen nie beob. (gg. Seitz). Die Brustflossen führen
active schnelle Bewegungen während des Flugs aus. — Zool. An-
zeiger XV p. 26.
Fr. Dahl. Zur Frage der Bewegung fliegender Fische. —
Das Schwirren der Flossen wird nur durch die starke Beweg. des
Schwanzes erzeugt. — Ebd. p. 106—8.
W. Galloway. The flying-fish. — Beobachtete Febr. u. Aug.
89 im östl. Atl. Oc. und referirt auch in 3 Noten über die Litte-
ratur (Jullien, Dollo, Möbius). — Trans. Cardiff Naturalist’s Soc.
XXIII 1891 (S. Abdr., 88. 8°. [1892]).
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 2375
L. Buxbaum. „Der Wanderzug der Mainfische im Frühling
1892*. Aufwärts ziehend kommen zuerst (28. März) Alburnus, dann
Leuc. rut., Gobio, Aspius, Abr. brama, Perca (15. Mai), Barbus,
Chondrostoma, im Juni einzelne Anguilla u. Esox (Alosa jetzt durch
die Fischpässe ausgeschlossen). — Zool. Garten, Jg. 33, p. 184—8.
— Ueber Aufstieg der Aale 1891 s. bei Syst.
Stimme. Leuchten.
Mimiery. L. Cuenot. Les couleurs des poissons. — Defensive
u. offensive Homochromie, desgl. die „mobile“ H., d.h. der Farben-
wechsel, welcher bei Fischen sehr verbreitet, ferner die mimetique
der Lophobranchier nach Tang u. Seegras werden kurz aufgezählt.
— Le Naturaliste, 1892 p. 149—152, 14 Xyl.
Geistesleben. Schlaf.
Zusammenleben, Alcock. Minous mit Polypen commensal
(cf. Ber. 89 p. 242), Bestätig. der Beobachtung. — Natural. Science
I p. 575.
5 L. Cu¬. Les poissons commensaux et parasites. — Zu-
sammenstellung des Bekannten: Caranx in Medusen, desgl. Schedo-
philus, Stromateus, auch Clupeiden. Bei Actinien sind Trachichthys-
arten mehrfach beobachtet worden. Fierasfer u. Encheliophis in
Holothurien, desgl. Dorichthys, Rhodeus in Unio, wo vielleicht auch
Gobio fluv. Myxine in Gadiden, Pleuron., Acipenser u. Haien; ähn-
lich Bdellostoma. Vandellia in anderen, grösseren Siluriden. Auch
Sphagebranchus in Lophius, Cyclopt. auf Anarrhichas, Remora an
Haien, Naucrates bei Haien werden erwähnt. — Le Naturaliste
XIV p. 53—97, 5 Xyl.
Licht. H. Garman. Origin of Cave Fauna of Kentucky. —
Blindfische (Amblyopsis, Typhlichthys, Chologaster) nicht nur in
Höhlen, sondern auch in unterird. Wasserläufen. — Science (N.
York) XX 240.
Druck. Wärme. Salzgehalt.
Fortpfianzung, Laichen, Brutpflege, Larven u. Jugend-
formen.
F. Guitel. Sur les moeurs du Clinus argentatus. — Das 2
von Cl. (Cristiceps) arg. legt die Eier zwischen Algen, das g' be-
fruchtet u. bewacht die Eier, welche einen Fadenschopf tragen. —
G=r.ac, baris, Tr. 119 ‚p.,295—7.
C. H. Eigenmann. Fishes of S. Diego. — Bringt viele Be-
merk. u. Abb. über Fortpfl. Vergl. die Fam. Clupeidae, Ather.,
Sciaen., Gob., Scorp., Cott., Blenn., Ophid. Dagegen sollen die
Embiotoc. erst später behandelt werden. Die Eier von Sciaena
saturna bleiben lange Zeit ganz ähnl. denen von e. Scholle, Hyop-
setta (p. 155). Eine Tabelle zur Bestimmung der Eier (bei S. Diego)
für 26 Sp., p. 125—7. — Pr. n. mus. XV p. 123—178, T£. 10—18.
J. T. Cunningham. Ichthyol. Contrib. — J. Mar. Biol. Assoc.
(2) U p. 325.
J. T. Cunningham. Hippoglossus vulg. ebd. p. 399 (Eier).
J. T. Cunningham. Rhombus max. ebd. p. 399.
18*
276 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
J. T. Cunningham. The Evolution of Flat-Fishes. Natural
Science Vol. I 191—9, 635—8.
G. B. Grassi u. S. Calandruccio. Le Leptocefalide e la loro
trasformazione in Murenide. — Die Vf. züchten 150 Leptocephalus,
die nur durch die vorn fehlenden Punkte der L. 1. von L. morrisi
abweichen, u. die zunächst in den echten L. morr. übergehen, dann
aber in den L. punctatus sich verwandeln, endlich in echte Conger
vulg. (Delage, cf. Ber. 1886, konnte nur an 1 Expl. u. hier nur die
letzte Verwandlung erzielen). Bei der letzten Metamorphose ver-
kleinert sich der 12!/, cm lange Lept. auf 7'/,; cm. Vergl. auch üb.
die Larven von Congromuraena u. Ophichthys bei Syst. — Rendi-
conti Acc. dei Lincei, Cl. sc. fisiche, Juni-Sitz. 1892 (Vol. I, fasc.
11), p. 375—9.
J. T. Cunningham. Rate ofGrowth of some Sea Fishes, and
the Age and Size at which they begin to Breed. — Gadus morrhua,
Pleur. fles., microc., lim., Solea, Zeug. punct. (rectius norvegicus
p. 325), Cl. har., spratt., pilch., alosa, finta, Engr. encras. — J.
mar. biol. assoc. U. Kingd., (2. ser.) II Nr. 3, p. 222—64.
J. T. Cunningham. Growth of Foodfishes and their Distrib.
at Different ages. — Wachsthum u. Reife von Pleuronectes flesus,
plat. u. lim. Tiefezonen der Jungen dieser u. anderer Pleuronectiden
u. von Gadiden bei Plymouth. — Rep. 61. Meet. Brit. Ass. for
Adv. of Science, 1891; p. 6895 —6.
Variabilität. F. Heincke. Variabilität u. Bastardbildung bei
Cyprinoiden. — Studien an Schlundknochen, die überzähligen oder
fehlschlagenden Zähne, auch rudimentäre Zähne oft beobachtet.
Findet Darwin’s Ansicht bestätigt, wonach bei Kreuzung (Carpio
kollarii, Bezahnung) die gemeinsame Urform sich geltend macht.
Die „analogen“ Variationen (d. h. die nach den verwandten Species
hinüberweisenden) sind häufig. Mancher sog. Bastard mag auch ein
verspätetes Exemplar der ursprünglichen gemeinsamen Stammform
der betreffenden zwei Arten sein. — Festschr. zum 70. Geburtst.
R. Leuckarts, Leipzig 1892, 4°, pg. 65—73, Tf. 8.
Zwitter. Reproduetion verlorner Theile.
Monstrositäten, Riesen, Zwerge. J. E. Harting. Large
Carp in Sussex. —- Im J. 1858 ein Expl. 34 Zoll l. u. 24!/, Pf. schwer.
1892 ein Cyprinus carpio von 29 Pf. — Zoologist XVI p. 367.
Lönnberg. Ichthyolog. Notizen. — Schreibt über Mopsköpfe.
Bihang Handl. Nr. 17, Artikel Nr. 3.
Krankheiten, Schmarotzer. M. v. d. Borne. Kochsalz als
Mittel gegen Schimmelpilze (bei Forellenbrut). — Allg. Fisch.-Zeit.
XVI p. 62. Desgl. C. Fickert ebd. p. 82 u. Lattermann p. 182.
K. Knauthe. Ueb. Melanismus bei Fischen. -- Zool. Anz.
AVsDp: 28:
Prof. Scott. Note on the occurence of Cancer in Fish. Im
Schlund von neuseeländischen Salmo fontinalis Geschwülste mit
Careinom-Struktur. — Tr. N. Zeal. XXIV p. 201 Tfl. 18.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 277
P. Thelohan. Sur qq. Coceidies nouv. parasites des poissons.
— J. de l’anat. et physiol. 92, p. 152—171, Tfl. 12.
W. Weltner. Myxosporidiensporen in den Eiern von Esox
lueius. — Sitzb. Ges. natf. Fr. Berlin, 92, p. 28—36, 14 Abb.
Zacharias. Ichthyophthirius (eryptostomus) aus d. Aquarien d.
Biol. Station zu Plön. -—- Wahrsch. die 1869 von Hilgdf. u. Paulicki
beschriebene, aber nicht benannte Species. Festschrift zu Leuckart’s
70. Geburtstage, p. 289, Tfl. 29. (Vergl. auch Allg. Fischer-Zeit. XVII
. 317 —8.
N F. Zschokke. Die Parasitenfauna von Trutta salar. — 33 Sp.
von Helminthen. Im Rhein werden keine Parasiten aufgenommen,
aber im Tay (Engl.) zuweilen u. in der Ostsee u. deren Zuflüssen
häufig. Der Lachs scheint danach im Rhein keine Nahrung aufzu-
nehmen. — Centralbl. f. Parasitenk. 1891, Vol. X, Nr. 21—25.
Feinde. J. Ambrose. Our Fishes and their Enemies. —
Proc. Nov. Scot. Inst. 1890 p. 394—403. (Nach „Le Naturalist.“
1892 p. 75.)
Nutzen und Schaden für den Menschen.
Fischerei u. Fischzucht.
J. Braun. Katalog der 1820—91 in deutscher Sprache ersch.
Bücher, Schriften etc. üb. Fischerei, F.-Zucht u. -Recht. Nürnberg 92.
„Cireulare des Deutschen Fischerei-Vereins vomJ.1892“,
Berlin 4°. Letzterer Jg. dieser Circ. (erster 1870). Von 93 an
wird die „Alle. Fischerei-Z.“, München 8°, amtl. Organ des Vereins,
der daneben „Mittheilungen des D. Fisch.-Vereins“ gr. 8°, Berlin,
herausgeben wird. Ein „Hauptinhalts-Verzeichnis der Cire.“ aller
13 J. erschien 1894, 4%. — Tod des Präs. F. F. v. Behr, S.1—2
u. 91—102. — Neu in Deutschl. eingeführt: Amia calva, Centrarchus
hexac. u. aeneus, Pomotis vulg. u. auritus durch v. d. Borne.
v. d Wengen, 8. 236—7 u. 184. Acipenser ruthenus in die Oder
verpflanzt; v. d. W., p.185. G. Oesten, Fischzucht im Drainwasser
der Rieselfelder bei Berlin, p. 52. Verhandl. der 6. Deutschen
Fischzüchter-Oonferenz u. d. 4. D. Fischerei-Tages zu Friedrichs-
hafen am Bodensee etc,
. 6. B. Klunzinger. Bodenseefische, deren Pflege und Fang.
— Haupts. für praktische Bedürfnisse, aber die kurze Darstellung
der Fauna p. 5—44 beachtenswerth, „ein Beitrag zur Heimatskunde“.
— Stuttgart, 92. 8%. 232 S., 88 Xyl. (nur Abb. v. Fischereigeräth).
Fishery Board for Scotland, Annual report X (for 1901).
Part III. Scientific Investigations, B. Biolog. Invest.: W. Ramsay
Smith, On the food of fishes p. 211—231. T. W. Fulton, Obs.
on the reproduction, maturity and sexual relations of the food fishes,
p. 232—243. Th. Scott, Add. to the fauna (nur Crust.). M’Intosh,
278 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Contr. to the life-histories and devel. of the food and other fishes,
p- 273—322, Taf. 14—17. Prince and J.L. Steven. On 2 large
tumours in a haddock and a cod, p. 323—5, Tf.17. T.W. Fulton,
Contemporary scientific fishery investigations inthis and other countries,
p- 326—353.
Bull. U.S. Fish Commission, Vol. X for 1890; Wash. 1892.
— 1. W. P. Seal. Observ. on the Aquaria of Fish Comm. at
Central Station, Wash. Seite 1—12, Tf.1--4. (Das Laichen von
Boleosoma olmstedi u. Etheost. coerul. beschr., p. 9—10). 2. J. W.
Collins. The Fishing Vessels of the Pacific Coast, p. 13—48, Tf. 5
—17 u. 4 Xyl. 3. Bean. Obs. upon Fishes and Fish-Culture,
p. 49—61. 4. Hugh M. Smith. Notes on a Coll. of F. from the
Lower Potomac. R., Maryland. 24 Spec. notirt; davon 6 Cypri-
nodonten, Menidia beryll. u. Parali. dent. juv. abgebildet. 5. Collins
and H. M. Smith. Rep. on the Fisheries of the New England
States. S. 73—176. 6. H. M. Smith. Rep. on the Fisheries of
Lake Ontario. Die wichtigeren Nutz- u. Köderfische. S. 177—215,
Tfl. 21—50 (Copien). 7. S. E. Meek. Rep. F. of Jowa, obs.
1889/91. Enthält 18 Listen (die des Cedar-R. mit 87 Spee.) mit
kurzen Zusätzen (keine n. sp.). S. 217—248. 8. A. J. Woolman.
Rep. of the Rivers of Kentucky, with lists of Fishes obtained. Zahl-
reiche Listen mit ein. Bem., zus. 114 Spec. (keine neu). S. 249
—288, Tf. 51. 9. P. H. Kirsch. N. on Streams and F. of Clinton
Co., Kentucky, with deser. of a new Darter (Etheostoma). 33 Spec.
aufgezählt. S. 289—292. 10. A. J. Woolman. Rep. Rivers of
Central Florida tributary to the Golf of Mex., with lists of Fishes.
5 Listen (die höchste mit 20 Spec.). S. 289—302, Tfl. 52—53.
11. Battle, Austerncultur, S. Carolina. 12. Worth, Obs. on
Hatching of Yellow Perch. (Perca flav., sehr leicht u. sicher) Tfl. 61,
Laichmasse, S. 331—4. 13. B. Dean, Phys. and Biol. Charact.
of Oystergrounds S. Carolina. 14. Dean, Oyster-Cult. in France.
15. Kellog, Morphology of Lamellibr. Mollusks, Tf. 79—94, —
Bull. Fish. Comm. XI (pro 91) ersch. 1893, aber 3 Arbeiten
einzeln schon 92: Collins and Hugh M. Smith, Statistical Rep.
on the Fisheries of the Golf States, p. 93—184. B. W. Ever-
mann, A Reconnaissance of the Streams and Lakes of Western
Montana and N. W. Wyoming p. 3—60, Pl. 1—27 (vergl. bei
Faunen, N, Am.). B. W. Evermann, Rep. upon Investig. made in
Texas in 1891, p. 61—90, Pl. 28—36 (desgl.). (Diese 2 Abh. zus.
unter dem Titel: Rep. on the Establ. of Fish-Cultural Stations in
the Rocky Mt. Region and Gulf States, 1892).
U. S. Commission of fish and fisheries. Report XVI
(for 1888). — Bericht des Commissars M. Me Donald p. IX
—XXXIX. Ber. über Unters. bezüglich der essb. Fische u. der
Fischwässer von R. Rathbun, XLI—CVI. Ber. über Fischerei
v. J. W. Collins, CIX—CXXI. — Appendices: 1. Collins Ber.
üb. die Fischereien an der pacif. Küste der U. S., S.3—269. Taf. 1
—49 (Die 7 Tafeln mit Fischabb. sind Cop. von Goode’s Fisheries
in dor Ichthyologie während des Jahres 1892. 2379
U. S.). 2. W. Collins, Statistical review of the Coast Fisheries
of U. S. 3. Rep. of distrib. of fish and eggs. 4. Tanner, Rep.
upon investig. of the „Albatross“ 1888/89. 5.395—512. 5. Ryder,
Rep. of operations at the Laboratory Wood’s Holl (Sommer 88),
S. 513—522. 6. E. Linton, Notes on Entozoa of marine f., w.
deser, of n. sp. Pt. III S. 523—542, Tf. 53—60. 7. Linton, Ana-
tomy of Thysanocephalum crispum, a Parasite of Galeocerdo, S. 543
—555, Tf. 61—67. 8. C. H. Bollman, Review of the Centrar-
chidae, p. 557—579, Tf. 68—72 (Cop. v. Goode). 9. Jordan and
Davis, Review of Apodal Fishes, Amer. and Europe, S. 581—677,
Tf. 73—80, 897—9. 10. Atwater, Chemical composition and nu-
tritive values of food-fishes and aquatic invertebrates, S. 679—868,
Tfl. 81—89. 11. Collins, Partieipation of the U. S. Fish Comm.
in the Centennial Expos., Cincinnati 1888; p. 869—885. — Wa-
shington, 128 + 902 S., 90 Taf. 8°.
A. Frie u. J. Kafka. Kurze Anleitung zur Karpfenzucht. —
Prag 1892, 8226 8., 11Xyl.
P. Nitsche. „Die Zucht des Schleierschwanzes u. Teleskop-
fisches in Zimmer u. Garten.“ Zool. Garten, Jg. 33, p. 289—300,
336— 348.
Faunen.
Allgemeines. S. Garman. The distribution of Fishes, —
Die Discoboli, früher nur von Nord u. Süd bekannt, u. am Aequator
vermisst, wurden in 1700 Fd., westl. v. Centralamerika aufgefunden;
somit ist das Räthsel der Verbreitung gelöst. — Science (New York),
XIX p. 187.
Pelagische Fische.
Tiefsee.
Nordeuropa. W. Lilljeborg. Sveriges och Norges Fiskar,
3. Delen, Heft 7 u. 8 (= pg. 337—672, 673—830), Upsala (Hft. 8
erschien 1891) 8°. — Vergl. Ber. 1889 über Hft.6. Die beiden
das Werk schliessenden Hefte enthalten: Cobitis (Schluss), Siluridae
(1 Spec.), Muraen. (2), Plectogn. (2), Lophobr. (6), Acipenser (1),
Chimaera (1), Squali (11), Rajae (10), Petromyzon (3), Myx. (1),
Branchiostoma (1). Vergl. Syst. Nachtr. zu Bd. I, H u. III, p. 769
--797.
Bergendahl. Reise in Nordgrönl. — Scymnus microceph.,
einige biol. Bemerk. ohne Bedeut. — Handling. Bihang Nr. 17.
Mitteleuropa. Erwin Schulze. Fauna piscium Germaniae.
2. Aufl., Königsberg, 94 S. gr. 8° Abb.
H. Landois. Westfalens Thierleben. Bd. III: Die Rept., Amph.
u. Fische in Wort u. Bild. Herausg. v. d. zoolog. Sektion f. Westf.
u. Lippe unter Leit. v. Landois. Paderborn, 92, 8°. Fische von
Landois, E. Rade u. Fr. Westhoff, S. 161—434, 19 farbige Taf.,
48 Xyl. (Umrisse u. Anat.). — Sowohl Weser- als Rhein-Fische
hier lebend, zus. in 42 Sp., wozu noch einige unsichere u. importirte
280 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Sp. kommen. Als Einleit. Bem. über die Gewässer, Geschichte der
Fischerei Westf. u. Anatomisches (S. 163 —209).
C. B. Klunzinger. Bodenseefische, s. bei Fischerei (28 Sp.).
Hartmann. (Im IV. Ber. üb. die 8. Generalvers. des Westd.
Fish.-Verbandes [Worms]). Der Zander vermehrt sich stetig im
Rhein, seit 1886 (1 Expl.) bis 91 (848 Expl.).. — Allg. Fisch. Zeit.
XVII 246. (Vergl. auch ebd. p. 316 über Zander im Bodensee).
Sieglin. Einbürgerung fremder Nutzfische in Württemberg.
— Jahrh. Ver. f. vaterl. Natk. Württemberg Vol. 48 p. XXVII--XLI.
M. v. d. Borne. Der amerikanische Hundfisch (Dog fish [Um-
bra limi]) in Deutschland. — Neudamm, 92 8°.
O0. E. Imhof. Kennt für die „Pelagische Fauna der Süss-
wbecken“ der Schweiz: Coregonus fera, palea, Perca fluv., Alosa
finta u. Thymallus vulg. — Biol. Centralblatt, XII p. 201.
H. Gott. Madue-Maraenen im Genfer See (1881 u. 82 aus
Norddeutschl. eingeführt) gedeihen dort. — Journal Suisse (nach
Allg. Fisch.-Zeit., XVII p. 62).
Hoek. Raniceps raninus n. f. Holland. — Tijdsch. nederl. dierk.
veren., (2) III p. OXX1.
A. Daimeries. Notes ichthyologiques. — Bull. Soc. Malacol.
Belgique, (4) VI 1891, p. LXXIH—LXXVI.
Britische Inseln. „Notes and Memoranda“ in J. Mar. Biol.
Assoc. Plymouth, Vol. II Nr. 3 p. 280—6 geben folg. Notizen: Gadus
esmarkii auch an der Westküste Englands nach Holt, pg. 282. —
Phycis blenn. bei Plymouth (n. f. Engl.), Calderwood, p. 283. —
Crystallogobius u. Arnoglossus bei Flamborough Head, Holt, p. 283.
— Raja alba (1,75 m breit) u. 1 juv., Calderwood, p. 284.
J. T. Cunningham. Ichthyological Contributions. — 1) Zeugo-
pterus norveg., Verbreitung, Synon. 2) Ein Stadium in der Meta-
morphose von Solea, p. 327 Tf.14, 2. 3) Larvenstadium, 4 Tage
von Scomber scomber, p. 329 Taf. 14,1. 4) Wachsthum des jung.
Herings im Aestuarium der Themse. — J. Mar. Biol. Ass. II, Nr. 4
p. 325—32.
J. T. Cunningham. Rep. on the Probable Ages of Young
Fish coll. in the North Sea. — 6 Pleuronect., 4 Gad., 2 Olup., An-
guilla, Scomber scomber, Agonus, Cottus, Callion., Gobius, Syngna-
thus. — Ebd. p. 344—362.
„Not. and Memor.“ Ebd. Nr.4 p. 396-404. Polyprion cer-
nium, 2 Expl. bei Plymouth; Calderwood. — Scomber scomber,
späteres Larvenstad. (14—18 mm) u. zweifelh. jüngere; p. 396—7,
Holt. — Einjähriger Pilchard; Cunningham, p. 398. — Hippo-
glossus vulg., Eier; p. 399, Holt. — Rhombus max., Eier u. Larven;
bei 13 mm Länge entwickeln sich auf dem Kopfe gesägte Leisten;
p. 399 - 404, Holt.
Southwell. Greenland Shark at Lynn. — Laemargus borealis
14' 2° 1., 1!/, Tons schwer am 21. Jan. 91. — Zoologist XVI p. 158.
— Ein Expl. von 10° 3“ in Norfolk 12. Juli, Gurney, ebd. 312.
Barrett-Hamilton. Aequoreal Pipe-fish at Waterville (Co.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 281
Kerry). — Nerophis aequoreus im Dec. 91 gefangen. Zoologist XVI
77. — Vergl. auch denselben Fisch betr. Warren, ebd. p. 158,
der auch den Leptocephalus morrisii von der Kittala-Bay erwähnt.
ebd. p. 154.
Cornish. Bonito on the Cornish coast. Zool. XVI 36. —
Thynnus pelamys noch am 16. Nov. dort.
P. M. C. Kermode. Contrib. to a Vertebrate Fauna of the
Isle of Man. — Fische p. 65—70. — Zoologist (3) XV.
J.F. Cunningham. Recent Add. to our Kn. of the Nat. Hist.
of some Devonshire Sea-Fish. — Rep. Trans. Devonshire Ass. adv.
Sci., Plymouth XXIV (92) 470—5.
W.F. de V. Kane. Selache maxima bei Ireland gefangen. —
Field, 10. Dec. 1892 (nach Irish Natur. II p. 25, 1893).
Scharff. Controlophus pompilus, das 2. Expl. in Irland. —
Irish Naturalist I p. 146.
E. Holt. Surv. of fish. grounds, w. c. of Ireland: Prel. note
on fish of „Harlequin“* 1891. — 3 Sp. aus flachem W. (Raja mi-
eroc., Callion. mac., Rhombus norv.) neu f. Ireland. — Von 23 Sp.,
die unter 100 Fd. hinabgehen, 3 (Centrophorus squam. und Raja
oxyrh.) n. für Britannien; Scyll. can., Galeus v., Acanth. v. u. Gad.
aeglef. waren bisher nur aus flacherem W. bekannt. (Vergl. Syst.
bei Gobius friesi). — P. R. Dubl. Soc. (3) VII p. 218 -9. (Vergl.
Ber. 91).
E. Holt. S. of fish. gr., w. c. Ireland, 1890—91. Rep. on
results of fishing operations. — Liste der 107 von der Exped. ge-
fang. Sp. mit den einheim. irländ. Namen. Liste des Fangs für
jede der 242 Stationen p. 230—291. Liste nach den Spec., für die
wichtigeren Fische, Grösse, Reife, Mageninhalt (p. 293—381). Wirk-
samkeit verschied. Köder. — Pr. R. Dubl. Soc. (3) VII p. 225—387.
E. Holt. 8. of fish. gr., w. c. Ireland, p. 90—91; Rep. on
scientific evidence bearing on the economic aspects of f. collected.
— Laichzeit, Nahrung, Schutz der Brut ete. — Ebd. 388—477.
A. ©. Haddon. Introductory Note [zu den 2 vorhergeh. Ar-
beiten]; ebd. p. 221—4, Karte der Expedition.
Frankreich. E. Moreau. Manuel d’ichthyologie francaise.
— Paris, 6508. 8° 3 Taf.
C. Bellotti. Note al Manuale d’Ittiologia francese del Dott.
Moreau. — Atti Soc. Ital. XXXIV (1892) p. 19— 35.
A. Locard. Pöches et poissons des eaux douces. — Paris,
Bailliere 1891!, 352 S. 8° Textfigg.
A. Daguin et ©. Bardies. Faune du dep. de la Haute Marne.
Les Poissons. — Paris, 12° 898.
R. Martin et R. Rollinat. Catalogue des Rept., Batrac. et
Poissons du dep. de l’Indre. — P. fluv., A. cernua, Cott. gobio,
Gas. leiu. u. laev., Pleur. flesus (früher häufig in der Creuse); Lota
v., Cob. barb. u. taen., Gobio fl., Barb. fl., Tinca v., Cypr. carp.,
Cyprinopsis auratus, Rh. amar., Abr. brama, bj., Alb. Iuc.. u. bip.,
Sc. erythr., Leuc. rut, Sg. ceph. u. leuc., Ph. laevis, S. salar, Trutta
2382 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
arg. u. fario, Alosa vulg., E. luc., Ang. vulg., Petr. mar., fluv. u.
planeri. Mit kurzen biol. Not. — M&m. soc. zool. de France, V 92
p- 38—45.
Südeuropa, Mittelmeer. E. Festa. I pesci del Piemonte,
— Die Fauna, an sich wegen Seenmangels schon arm (30 Sp.), ist
durch Flussbauten bei Casale auch der aufwärtssteigenden 7 Arten
beraubt worden (4 Acip., Petrom. mar. u. fluv., Alosa), selbst Perca
fluv. daher jetzt selten. Vf. ist der Artzersplitterung abhold, schliesst
sich an Fatio an; er behandelt: 3 Petr., 4 Acip., Anguilla, Alosa,
Esox, Thymallus, S. fario, 15 Cyprinidae, Perca, Cottus gob., Gobius
mart. — Boll. mus. zool. ed anat. comp. Torino (No. 129), Vol. VII
125 8.
H. A. Hoffman and D. St. Jordan. A catalogue of the
fishes of Greece, with notes on the names now in use and those
employed by classical authors. — Die Samml. H.’s ergaben ca. 10 Sp.,
die noch nicht in Apostolides Liste enthalten; die Fauna zählt
216 Sp. — Pr. acad.n. sc. Philad. 1892, p. 230—285.
N. Apostolides. „Sur les Poissons d’eau douce de la Thes-
salie“. Analyse nach dem griech. Orig. von De Lacaze-Duthiers.
— 14 [15] Species: Anguilla vulg. u. var. latir., Esox, Coreg. lava-
retus, Trutta fario, Cypr. carpio, Carass. vulg., Tinca vulg., Barbus
fl., Abr. brama, Alb. lucidus, Sqal. apholus [sic! cephalus] u. agas-
sizi, Cobitis taenia, Sil. glanis, Lota vulg. — C.r. ac. sci. Paris,
Vol. 114 p. 794.
Vergl. auch Steindachner (2 Cyprinidae u. 1 Salmo von
Macedonien) unten bei Ostasien.
Osteuropa. G. Grimm. Fischerei u. Jagd in den russischen
Gewässern. Uebers. von G. Josephy. — Orig. in englischer Spr.
1883. Enthält e. Liste von 288 Species russ. Fische. — Archiv £f.
Naturg., Bd. 58 I p. 191—208.
Sundmann, Reuter u. Mela, Fische Finlands s. Bericht 1891.
Afrika. Connorton. List of common fishes, moll., erust. ot
the south-east coast of Madagascar. Antananarivo Annual IV, pt. 4,
pg. 459—63. — Einheim. Namen von ca. 70 Salz- u. Brackwf., mit
kurzen Bem. über Form, Farbe, Lebensweise ete., aber meist ohne
Andeutung der syst. Namen.
Vergl. Steindachner (2 Spee. von Ostafrika u. Mugil sp. n.
von Madagascar) unten bei Ostasien.
Asien. A. Östroumoff. Zoolog. Excursion nach Mangyschlack
u. Basatschi. — Bericht üb. zoologisches (in russ. Sprache) im
Appendix Nr. 113, 168. — Protokolui zasyed. obschestva estestvoisp.
pri imper. Kazamskom Univers. 1889—90. 8°.
G. A. Boulenger. 3. Account of the f. obt. by A. S. G. Jaya-
kar at. Muscat. (Vergl. Ber. 89). — 1 n. sp. (Box), Histiopt. typus
n. f. Ind. Oc., Bem. üb. Thynnus macropt., Caranx liogl., Carcharias
elli.; im Ganzen 17 Sp. — Pr. z. Soc. 92, p. 134—6.
A. Alcock. Bathybial fishes coll. 1891—2. (=Nat. hist. not. „In-
vestigator“, Ser II Nr. 5). — Fänge bei den Laccadiven, im Golf
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 283
v. Manaar u. in der Bay von Bengalen (16° 41’ bis 12° 50‘ N.
und 82° 33° bis 72° 41° Ost. Gr.), 27 Spee. (8 n.), .n. f. Indien:
Xenodermichthys, Leptoderma, Uroconger u. Chimaera (Ei). Vergl.
Syst. bei Chimaeridae, Pediculati, Ophidiidae (Hephthocara n. g.),
Macrur., Pleuronect. (Aphoristia wood-mas.), Sternoptych., Scopel.,
Halosaur., Muraen. Ueber Anat. des Darms u. Ovars wird des
Oefteren berichtet. — Ann. Mag. (6), X, p. 345—365, Tf. 18
u. 2Xyl.
4 Alcock. Ilustrations of the Zoology of „Investigator“, Part I,
Fishes, Plates I-VII. — Indische Tiefseefische, die 1889—1891
von Alcock in den Ann. Mag. beschr. sind. Vergl. bei Syst. unter:
Ophidiidae, Macrur., Ateleop., Pleuronect., Scopel., Stomiat., Alepoec.,
Halosaur., Muraen., Eurypharyngidae. — Calcutta 1892. 4°, 7 TA.
nebst Erklärung.
D. Vineiguerra. Enumerazione delle specie di Rett., Anf. e
Pesci racc. da Filipponi (Avviso „Rapido* 1886/7). — Vorl. Notiz
von Carruccio in „lo Spallanzani* Juli u. Aug. 88. Von den 34
Fischspecies stammen Pristis vom Persischen Meerb., Exocoetus von
den Seyschellen, Teuthis sp. u. Ostracion corn. vom Tartarischen
Golf, südlicher (bei Japan) Cottus polyacanthoc., Monacanthus mo-
destus, Tetrodon scel. u. pard., der Rest von Singapore; Chilos-
cyllium, Mesoprion, Priac., Therapon, Ambassis, 2 Sp. Chaet.,
Chelmon, Teuthis, Equula, Gazza, Echen., Gob., Callion., Mugil,
Fistul., Glyph., Platygl., Synapt., Hemirh., Engr., Clup., Duss.,
Syngn., Tetrodon. Ueber alle Spec. kürzere od. läng. Bem., keine
neue Sp. — Lo Spallanzani XXIX (1891) Fasc. 5—7.
A. Perugia. Deser. di 2 n. specie di pesci racc. in Saravak
dai Sig. Doria e Beccari. — Ann. Mus. Civ. Genova, Vol.32, p. 1009
— 10. — Vergl. Cobitid. u. Gobius.
L. Vaillant. Rem. sur qq. Poissons du haut Tonkin. — Durch
Pavie ges. an der Grenze von Yün-Nan 6 Spec., wovon Mastacem-
belus arm. u. Belone canc. weiter verbreitet; die 2 Siluriden weisen
nach Westen, die 2 Cyprin. nach China u. Formosa. — C. r. ac.
Paris, T. 104, p. 1028—9.
L. Vaillant. Sur qq. poiss. rapp. du Haut-Tonkin par M.
Pavie.e — Je 1Sp. von Macrones, Pseudecheneis, Chanodichthys
Acanthorodeus neu, vergl. oben u. bei Syst. — Bull. soc. philom.
Paris (8) IV p. 125—7.
A. E. Pratt. To the Snows of Tibet through China. London
1892. 3°, Appendix I. List. of Spec. of Rept. and Fishes coll. by
Pratt on the upper Yang-tze-Kiang and in the prov. Szechuen, w.
deser. of n. sp. By A. Günther, p. 238--250, Tf. 1—4. — Fische
(p. 224-—50) meist von Kiu-Kiang (5° W. von Shanghai) auch von
Kiatiangfu (Min-River 104° W. Gr.) u. Ichang, 111° W. Liste von
44 Sp.: Acip. dabryanus und sp., Psephurus, Eleotris n. sp. (publ
1888), Ophioc. argus, Polyac. operc., Mastac. chin., Sil. asotus, Ma-
erones 6 Sp., I n., Glyptost. conir., Exostoma davidi, Amblyceps n.
sp., Carass, aur., 3 Pseudogobio, 1 n., 1 Rhinog. n., Barbus sarana,
284 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Rhynchocypris (als n. g. publ. 89), Pseudorasb. parva, Xenoc. arg.,
Ctenophar. idellus, Rhod. sin., Ochet. elong., Squaliob. curr., Hy-
pophth. molitrix, Chanod. pekin., Culter ilishf., Hemiculter leuc,,
Lueiobr. typ., Homaloptera 2 n., Misg. ang. u. 1 n., Nemach. stol.
u. 1.n., Botia 3n. — Diese Spec. sind z. Th. schon in den Ann.
and Mag. 1888 u. 89 veröff. u. in unserm Ber. referirt worden.
Die Abb. sind aber neu.
F. Steindachner. Ueb. einige [26] neue u. seltene Fischarten
aus d. ichth. Samml. des k. k. naturhist. Hofmuseums. — Meist von
China u. Corea. Vergl. dafür bei Perceidae: Siniperca (1 n.), Perca-
labrax, Serranus; bei Sciaenidae: Sciaena; bei Cypridae: Achilo-
gnathus, Opsariichthys, Barbus, Crossochilus; bei Rajae: Trygon.
Ferner von Indien: 1 Haplochilus (Fam. Cyprinodont.). Von Mada-
gascar: Mugil n. sp. Von Westafrika: 1 Barbus u. 1 Trygon erw.
Von Europa (Macedonien): 2 Cyprinidae u. 1 Salmo, alle neu. Von
Südamerika: Characinidae (Brycon, Tetragonopt., Bergia) u. Chro-
mides (Crenicichla). — Auf pag. 370 werden 9 weitere Spec. von
Corea genannt. — Denksch. Akad. Wiss. Wien, math.-ntw. Cl.,
Bd. 59, p. 357—384, Tf. 1—6.
F. Steindachner. Unter gleichem Titel e. vorl. Mitth. zu
Vorigem für 10 Spec. (Sinip., Crossoch., Haploch., Leucos, Nemach.,
Salmo, Trygon nav. u. simensis (sic!), Mugil, Achilogn.). — Anzeiger
Ak. Wiss., Jg. 29, p. 130—134, Mai 92.
S. Herzenstein. lIchthyolog. Bemerkungen aus d. Zoolog.
Museum der Kais. Ak. d. Wiss. III. — 7 Spec. erwähnt: Argyro-
cottus (Cottidae) von Sachalin, Pungtungia (Öyprinidae) von Korea;
Acanthogobio u. Gymnodiptychus (Cyprinidae, Hochasien); Salanx
microdon (China); Balistes aureolus, Ind. Oc. — (Monströser Ma-
crurus von Madeira.) Melanges biol. Ac. sc. Pötersb., Tome XII,
8. 219—235, 1 Xyl.
C. Bellotti. Un nuove Siluroide giapponese. — Neobagrus. —
Atti Soc. Ital., Vol. 34, p. 99—101, Abb.
Australien. J. Douglas Ogilby. On some undescribed Rep-
tiles and Fishes from Australia. — (2 Rept. u.) 1 Clupea n. sp. aus
Süssw. — Rec. Australian Mus. U, Nr. 2, (Sidney, Aug. 92),
p. 23— 26.
A. H. S. Lucas. N. sp. of fresh-water fish from Lake Nigo-
thoruk, Mount Wellington, Victoria. —- Galaxias nigothoruk. —
Pr. R. soc. of Victoria, (n. ser.) IV pt. I, p. 27—28.
W. Baldwin Spencer. Note on the habits of Ceratodus fors-
teri. Ebd. p. 81—84.
G. M. Thomson. Notes on sea-fishes. — Erhielt durch Frage-
bogen von 30 neuseeländischen Lokalitäten Angaben über 40 Fisch-
arten. Tr. N. Zeal. Inst. XXIV 202—215.
Hector. Salmo salar, ein junges Ex. im Aparima-Fl., wonach
Hoffnung auf Acelimat. gestattet. — Tr. Proc. N. Zeal. Inst., Vol.
24, p. 688.
America. D. S. Jordan and Br. M. Davis. A preliminary
in der Ichthyologie während des Jahres 1892, 285
review of the Apodal Fishes or Eels inhabiting the waters of
America and Europe. — Alle Gruppen werden bis zu den Species
incl. durch Schlüssel charakterisirt und die Synonyme aufgeführt.
Von den 128 Sp. haben Vff. 53 selbst untersucht. Syst. Uebersicht
p. 673, alphab. Reg. p. 897. Neue Gen. u. Subg.: Rabula, Bascan-
ichthys, (Quassiremus, Seytalichthys, Ahlia, Gordüchthys, Venefica,
Avocettina. Die ohne Citat erwähnten Gilbert’schen 2 Gatt. u. 5
Sp. siehe im Ber. 91. — Rep. of Commissioner U. S. Commission
of Fish and Fisheries, Pt. XVI, p. 581—677, Tf. 73—80, (z: Th.
copirt).
Nordamerika. Eigenmann and Eigenmann. New Fishes
from Western Canada. — Vergl. Syst.: Coregonus, Etheostoma,
Cottus. — Amer. Natur. XXVI p. 961—4.
L. M. Me Cormick. Descriptive List of f. of Lorain county,
Ohio. — 89 Sp., neu: 1 Etheostoma. — Bull. Oberlin Coll. Labo-
ratory, No. 2, 34p., 14 Tfl. (Cop. aus Fish Comm.).
Ph. H. Kirsch. Fische in Kentucky (1 n. Etheostoma), Bull.
F. Comm. X, 269. Vergl. unten bei Fischerei.
S. E. Meek. Fische von Jowa, ebd. p. 217.
H. M. Smith. F. vom Potomac, ebd. p. 63 u. F. des Ontario-
Sees, p. 177.
A. J. Woolman. F. von Florida, ebd. p. 293 u. von Kentucky,
p- 249.
B. W. Evermann. Fische v. Texas, ebd. XI p. 28.
B. W. Evermann. Invest. in Texas 91. — Bem. über die
Gatt. der beob. Süsswf.; die 18 Spec. der Cyprinidae u. 13 Cyprino-
dontidae eingehender. Vf. sammelt: Campostoma, Dionda, Hybogn.,
Cliola, 10 Notropis (5 n.), Phenac., Hybopsis, Opsopoeodus (n.),
Notemigonus; Cyprinodon, 4 Fundulus (1 n.), 5 Zygon. (3 n.), Lu-
cania, Gamb., Mollien. — Bull. Fish Comm. XI, p. 61—90, Karte
Tfl..28; Landschaftsb. Tf. 29—34; Hyb. Fund. u. Zyg., Tf. 35, 36.
B. W. Evermann. Western Montana and N. W. Wyoming.
— Die Wasserscheide zw. Atl. u. Pac. Ocean ist südl. vom Yellow-
stone-Lake für Fische passirbar. Die Gewässer des Yell. Park und
der Gebirge N. W. bis 48° N. zählen (s. S. 41—52) 16 einheimische
Fischsp.: 4Catostomus; Rhinichthys, Mylocheilus, Ptychocheilus, 3Leu-
ciscus (1n. sp.); Coregonus, Thymallus, Salmo, Salvelinus, Cottus, Lota.
Dazu eingeführt 3 Salmo u. 1 Salvelinus; fast alle abgeb. — Bull.
Fish Comm. XI, p. 3—60, Tf. 1—17 (Landschaften) u. 18—25
(Fische), 2 Karten, Tf. 26—27.
. H. Eigenmann. The fishes of San Diego, California. —
Liste von 170 dort bek. Flachw.-Spec.; Angaben über praktisch
wichtige Verhältnisse, aber auch über Fortpflanzung (Eier, Entw.,
Larven), vergl. bei Olupeidae, Atherinidae, Gobiidae, Scorpaen., Cott.,
Blenn. Die Fauna besteht aus: 1 Branchiostoma, 12 Haie, 8 Rochen,
1 Cyprinide, 7 Clupeidae, 7 Scopel., 1 Salm., 2 Cyprinodont., 1 Mu-
raen., 4 Scombresoc., 4 Syngn., 1 Gasterost., 1 Mugil, 3 Ather.,
1 Sphyr., 10 Scombro-Carang., 1 Stromat., 4 Serran., 4 Spar., 8
286 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Sciaen., 15 Gerridae, 3 Labr., 2 Pomac., 1 Ephipp., 1 Latil., 6 Gob.,
2 Chiridae, 28 Scorpaen., 6 Cott., 1 Agon., 2 Gobies., 1 Batrach.,
6 Blenn., 1 Fierasfer, 1 Ophid., 1 Gad., 8 Pleuron., 1 Tetraod., 2
Diod., 1 Mola. — Proc. U. S. Nat. Mus. XV, p. 123—178, Tf.
10—18.
Vergl. auch Garman, Storer’s Werke bei Allgem. S. 259.
Mittelamerika. T. D. A. Cockerell. A provisional List of the
Fishes of Jamaica. — Inst. of Jamaica, Bull. Nr. 1, 16 S.
A. J. Woolman. New fishes from Chihuahua, Mexico. — 1
Notropis u. 1 Etheostoma. Vergl. System. (Cyprinidae u. Percidae).
— Amer. Natural. XXVI p. 259-—261.
MOHNBeanmeN.son Ksh. coll. in Mexico by Duges w. deser.
n. sp. — Vergl. bei Petromyzontidae (1 Sp.), Cyprinodont. (2 Sp.,
n.), Cyprinid. (2 Sp., 1 n.), Chromid. (1n.). — Proc. U. S. nat.
mus. XV, p. 283—7, Tf. 44.
Südamerika. G. A. Boulenger. New or little-known fishes
obt. by Evans and Moore, Exped. to Matto Grosso, Brazil. — 16
Spec.: Acara vir.; Pimelodus sp., Plecost. panther. u. cochliodon,
Loricaria evansı; Macr. trah., Erythr. unitaen., Pyrrhulina semifasc.,
Leporinus megalepis, Tetragon. moorz, orbic., lacustris, rivul., Brachy-
calcinus retrospina, a paran., Xiphorh. ferox. — Ann. "Mag. (6)
X, p. 9—12, Tf. 1,
E. L. on Sobre algunos peces nuevos 6 poco cono-
cidos de la Repüblica Argentina. — Revista Argent. de Hist. Na-
tural (Buen. Ayr.) I 1891, p. 180—193.
Vergl. Steindachner, (Fische von Guayaquil u. Bolivia) oben
bei Ostasien.
Anhang.
Systematische Arbeiten ohne faunistische Begrenzung.
L. Vaillant. Notes ichthyologiques. I Ecailles ct@noides chez
un Characinidee (cf. Nannaethiops). II Identit& probable des g.
Hemisilurus et Diastomycter (cf. Siluridae). III Remarques sur...
Synodontis (cf. Silur.). — Bull. soc. phil. Paris (8) V, p. 13—17,
IR.
Systematik.
Die Titel der nachstehend referirten Arbeiten sind sämmtlich im Vorher-
gehenden (meist unter „Faunen“) schon genauer angegeben.
Die Namen neuer Gattungen und Arten sind cursiv gedruckt.
Allgemeines. G. B. Howes. On the arrangement of the Living Fishes,
as based upon the Study of their Reproductive System. — Vergl. Ber. 91,
Fische, p. 396-7. — Rep. 61. Meet. Brit. Assoc. fortdvanc. of Sci., p. 694—5.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 287
L. Roule. Les affinites zoologiques des Vertebres. — Rev. Scientif. Paris,
T.49 (Nr. 19) p. 588—594.
Malme, Gehirn der Knochenf. (vergl. vorn bei Anat.), bespricht auch die
Ergebnisse für Systematik.
Acanthopteri.
Pereidae. Perca fluv., ausführl. Anat. mit 28 Abb, Vogt u. Yung,
Lehrbuch ete. s. obenS.... — Perca flavescens, Laichen, Worth, s. Fischerei
Lucioperca ©. 1817 hat Prior. (vor Stizost. 1820) (später v. Gill. bestritten);
Uebers. der 5 bek. Sp. Boulenger, On Lucioperca marina C. V., Pr. zool,
soe. 92 p. 411—413, Tf. XXV, nach Pallas Origexpl.
Siniperca scherzeri, im Yang-tse-kiang, wo auch die nahverwandte S. chu-
atsi u. Percalabrax jap. Steindachner, Denschr. Ak. W. Wien, Bd. 59,
pP: 357, TE 11.
Serranus dermopterus Schleg. aus d. Yang-tse-kiang, 42 cm., Steindachner,
p. 359, Tf. I 1.
Histiopterus typus, bisher nur japan., auch bei Arabien, Boulenger, Pr,
zool. soc, 92, p. 134.
Etheostoma obeyense, häufg in Kentucky. Kirsch, Bull. U. S. Fish.
Comm. X, p. 292, Abb. — Eth. güntheri, nahe E. onachitae u. aspro; West-
Canada bei Winnipeg. Eigenmann u. Eig., Amer. Natur. XXVI 962. Eth.
quappella, nahe iowae u. jessiae, bei Cu’Appelle, W. Can.; abd. 963. Früher nur E.
boreale von Canada bek. dort aber auch noch E. aspro, nigrum, iowae; ebd.
p. 962. — Eth. scovellii, Mexico; Woolman, Ebd. 260 (= fasc. Gir., australe
Jordan). — Eth. wrighti, Ohio, Mc Cormick, Bull. Oberlin Coll. Lab. Nr. 2
p. 30 (wird später syn. zu shumardi Gir.).
C. H. Bollman. A review of the Centrarchidae, or fresh-water Sunfishes,
of N. Amer. Nach d. Tode des Aut. edirt von Jordan. 10 Gatt., 27 Sp. Die 15
Abb. Copien nach Goode (ausg. Lep. megalotis). Rep. U. S. Comm. of fish and
fisheries. XVI p. 557-579 Tf. 68— 72.
Squamipinnes. Toxotes blytki für T. microlepis Blyth 1861 (nec Gthr.
1860) von Burma. Ann. Mag. (6) IX p. 143—4. Note on T. mierol. Gth. and
2m» Bi;
Sparidae. Box lineatus 1/4, "is; 70, ®/ıs. Nahe vulgaris, Muskat (Arabien),
25 cm. Boulenger, Pr. zool. soc. 92, p. 134.
Hoplegnathidae. Cirrhitidae (cf. Gnathacanthus bei Scorpaenidae).
Seorpaenidae. Sebastes vivip., bei Ostschottland, Sim., 8. viv. Kr. off
the East Coast of Scotland, Ann. of Scottish Nat. Hist,, Vol. I 1892, p. 76.
Seb. norvegicus Sim (ebd.) ist nach Boul. Rec. 92 Scorpaena dactyloptera.
Sebastodes auricul. (Tf. XV 1—3) u. rubrovinetus, Bem. über Fortpfl.; 8.
levis von rubrov. versch, Eigenmann, Pr. nat. mus. XV, p. 165—7.
Minous inermis Ale. 89 trägt constant e. Hydrozoen, Stylactis minoi, als
Commensalen, hptsächl. an Kehle u. Kiemenöffnung; der Fisch ähnelt dadurch
einem bewachsenen Felsen, wodurch die Beute angelockt wird. Die schwächere
Bewaffnung des M. inerinis mag mit d. Comm. zusammenhängen. Alcock, A
case of Commensalism ete. (= Nat. Hist. Not „Investigator“ XXIII); Ann.
Mag. (6) X p. 207—214.
288 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Gnathacanthus Blkr. (syn. Holoxenus u. Beridia) ist weder ein Scorpaenid
noch Cirritid sondern bildet wahrsch. mit Agriopus (Congiopcdus) u. Pataecus
zus. eine besondere Superfamilie. Gill, „On the g. Gnathac. of Blkr.“, Pr. U.
S. Nat. Mus. XIV p. 701—4 (Abb., Copie).
Nandidae. Polyeentridae. Teuthidae. Beryeidae. Kurtidae.
Seiaenidae. Sciaena (Corvina) albiflora, Se. amoyensis u. Sc. amblyceps,
alle 3 von Shanghai, beschr. Steindachner, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd.59,
p. 361—4.
(Corvina) Haplodinotus grunniens, das Gehirn lässt die morph. Gleichheit
mit höheren Vertebr. erkennen. „Notes upon anat. and histol. of the Prosen-
cephalon of Teleosts.“ C. L. Herrick, Amer. Natur. XXVI 112, Tfl.7, 8.
Polynemidae. Xiphiidae. Trichiuridae. Aeronuridae.
Carangidae. Caranx lioglossus, °/, m. l,, daher zahnlos, langer Untkfr.
u. beschupptere Brust; bei Muskat. Boulenger, Pr. z. soc. 92, p. 135.
Lichia vadigo, mehrere Ex.ander S. W. Küste Euglands gefangen, Günther,
Ann. Mag. (6) X 335—6.
Cyttidae.
Stromateidae. Centrolophus pompilus (Art.), on some Young Specimens,
from the Coast of Cornwall. — 6 Expl., 17 cm 1., dunkel, bei Seilly-Isl. — E.
W. L. Holt, J. mar. biol. assoc. U. Kingd. (2) II 265—7.
Coryphaenidae. v. Bemmelen; das 7. Exemplar von Lampris an der
holl. Küste gefangen. Tijdschr. Dierk. Veren. (2) III pg. CXL.
Nomeidae.
Seombridae. Thynnus albacora (syn. macropt.) neben Th. thynnus bei
Muskat; Boulenger, Pr. zool. soc., 92 p. 135.
Cybium, fossil, s. Storms, hinten bei foss. Fischen.
Trachinidae. Kathetostoma albigutta, 10, 12; weissfleckig, 16 cm 1., Golf
v. Mexico, 60 u. 80 Fd. die erste atlant. Sp. T. H. Bean, Pr. nat. mus. XV,
p. 121—2, „Deser. n. sp. of star-gazer from G. of Mex.“
Pseudoscopelus n.g. Etwa in der Nähe von Melamphaes. Körper
barschförmig, nackt, Maul über Körperhöhe u. Kiemenspalte zieml. weit, Augen
mässig. Gaumenz. nach innen zurückgeklappt. V. subthoraeisch. Scharf vor-
tretende Linien mit gedrängten Poren: längs Ober- u. Unterkfr., vom Isthmus
zum After, jederseits längs der A.; zw. den V. 1 Querlinie, auch auf den Innen-
strahl verlängert, ete. Ps. scriptus, D.8. 22; A. 22. Im Magen einer Acantho-
cybium aus dem Alten Bahama Canal. Lütken, Vidensk. Selsk. Skr. (6), natv.
math. Afd., VII 6 pg. 284—5, 297, Tf.I, 3,4,5. (Vergl. Scopelidae).
Malacanthidae. Lopholatilus chamaeleonticeps, der 1882 zu vielen Mil-
lionen gestorben u. nicht wieder gefunden, 1892 wieder östlich von N. Amer. bei
erneuter Erwärmung der Tiefsee gefangen. Amer. Natur. XXVI p.790, „First
Tile in ten years“.
Batrachidae. Psychrolutidae.
Pedieulati. Dibranchus mieropus, in 902 Fd., Golf v. Manaar; Alcock,
Ann. Mg. X. 348.
Cottidae. Cottus polyacanthocephalus, südl. bei Japan. Vineiguerra,
Spallanzani XXIX.
Cottus philonips für C. minutus Pall. u. Uran. mierostomus Lock.; West-
Canada in dem Schneewasser bei Kicking Horse nahe Field. Eigenmann u.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 289
Eig., Amer. Natur. XXVI p.963. C. onychus, nahe pollicaris. Calgary (W.
Canada); Eig. u. Eig, ebd. 963.
Oligocottus analis, Entwickl., Eigenmann, Pr. nat. mus. XV p.168—-170,
Tf. XVII 1-15.
Triglops murrayi Gthr. bei Ost-Schottland, Sim, Ann, Scott. Nat. Hist., I
26;
; Argyrocottus n. g. Wie Melletes Bean mit sehr langen V., aber ohne
Spalte hinter der letzen Kieme, ohne Palz. u. Haut nackt, A. zander:, 8/15,
13; 92 mm. Insel Sachalin. Herzenstein, Mel. biol., Bull. acad. sci., St. Petersb.
T. XIII 219.
Cataphraecti. Pegasidae.
Diseoboli. Monographie der Fam. „The Discoboli. Cyclopteridae, Liparo-
psidae and Liparididae“ von S. Garman, Mem. Mus. Compar. Zool. Harvard Coll.
XIV No.2 4° 968. 13 TA. — Nächst verwandt den Cottiden, versch. von den
Gobiiden wegen der Brücke vom Suborb. zum Praeop., auch die Saugscheibe von
der bei Gob. u. Gobiesoc. typisch versch. (p.15). In 3 Fam. getheilt: Cycelo-
pteridae (für Cyelopterus, Eumicrotremus u. Cyclopteroides), Liparopsidae
(Cyelopterichthys und Liparops), Liparididae (Liparis [mit subg. Carelip.],
Careproetus; Paralip. [ohne V. u. Saugsch.]). Pag. 19.
Cyel. Jumpus, Abb. Gehirn, Tf. VIII 1—3 Skelett (Schädel, Saugsch.),
Darmkanal und (Tf.12, 13) Jugendstadien. Garman, ].c. p. 21—33.
Eum. spinosus juv., Abb. XI 1—3 ebd.; orbis? = spin., p. 36.
Cycelopteroides n. g., durch Kinnbarteln und weiter hinten stehende
Saugscheibe von den 2 vorigen Gatt. verschieden. C. gyrinops, St. Paul’s J.,
Alaska. 5cm. 1., ebd., p.37 Tf. XI 4-6 u. (Viscera) 7—9.
Die Liparopsidae ohne D. I. Für Cyel. ventrie. u. amissus u. für Lipa-
rops n.g. (Haut mit Höckern, D. länger) stelleri, ebd. p. 40.
Die Liparididae nach Garman p. 43 von den andern Discoboli versch. durch
längern Schwanztheil, hohe Wirbelzahl, Flossenbau, Schmalheit der 3 hint. Oper-
cularstücke u. die Knochenbrücke, kürzern Riechnerv u. längliches Hirn.
Liparis montagui, Abb., jung & 9, Taf. VII 6—20; Gehirn VIII 8—11;
ebd. p. 47—51. — L. mucosus, Abb. Tf. V 1-5, IX 1 u.X A (Schädel), pg. 52.
— L. calliodon, Tf. VI 1—5 pg.54. —- L. liparis var. lineat., Tf. VII 1-5, u.
gefleckt Fig. 21, 22, 9.57. — L. antarctica, Tf. VI 6-10. — L. (Careliparis)
agassizi, l.c. Tf. I-I, Musk. u. Skel. III, pg. 62. — L. (Car.) tunic. u. steineni
pg. 65, 66. — L. (Car.) pulchellus, Tf.IV, V 6-7 (gestreifte Var.), VIII 4-7
(Hirn) u. 12—14 (Skel. d. Saugscheibe), p. 67. — L. (Car.) pallidus, pg. 70.
Careproetus (mieropus, major, gelat., reinh.); 1. ec. p. 70—78.
Paraliparis als subf. „Aıwitrinae“ von den andern Liparididae abgetrennt,
viell. eine besondre Fam.; enthält 4 Sp.: rosaceus, bathybius, liparinus, membrana-
ceus, Garman, ]. c. pg. 80—84.
S. Garman, The Distribution of Fishes, Science XIX p. 187, behandelt
nur die Verbreitung der Discoboli.
Gobiidae. Gobius macrolepis Scharff 91 ist (nach Colletts Vergleichung;)
syn. zu friesi, Holt, Pr. R. Dublin S. (3) VII 220. — @. beccarii D. 6—1/8,
A.8, L.1, 26; 6cm, Borneo; Perugia, Ann. mus. civ. stor. nat. Genova (2) XII
p. 1010.
G. minutus. „Observations sur les moeurs du G. min.“ Auch Geschlechts-
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. II. H, 1. 19
390 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
unterschiede, Var. der Flossen- und Schuppen-Zahlen u. Färbung; Guitel,
Arch. zool. exper. (2) X p. 499 Tf.12. — Derselbe: Sur l’ovaire et l’oeuf de G.
ın., ©. r. Acad. Paris, Vol. 114 p. 612-6, Xyl.
Crystallogobius nilssoni. Viele Expl. bei Eddystone in 27 Fd., ist wahrsch.
auch rings um Britannien in 20—30 Fd. nicht selten. — J. T. Cunningham,
„Distribution of Cryst.“ Rep. 61. Meet. Brit. Assoc. for Adv. of Sci. 1891 p. 637.
Typhlogobius californ., Ei, Embr., Junge u. Alte, Eigenmann, Pr. nat.
mus. XI 159—162 Tf. XV u. XVII.
Cepolidae Triehonotidae. Heterolepidotidae.
Blenniidae. Anarrhichas minor. „On A. min. Olafsen and its oceurrence
on the Aberdeenshire Coast“. M. Young and W. Eagle Clark, Ann. of Scott.
Nat. Hist., I p. 26—29 Taf. 1.
„Blennius zvonimiri n. sp.“ „Nova vrsta babice dalmatinskoga mora*. Glas-
nik [Soe. histor.-naturalis Croatica] Agram (Zagrzb), VII p. 107-112, Tf.5.
Blenniophidium n.g., nahe Oebedichthys; D. nur mit Stacheln, welche
aber erst hinten steif werden. Bl. petropauli, D. 41, XI, A. 37. Ganz der Ha-
bitus von Ophidium ocell. Tilesius. Boulenger, Deser. n. Blennioid F. from
Kamtschatka, Pr. zool. soc. 92 p.583—5, Xyl. [Die Gatt. später = Opistocen-
trus Kner 68, die Art für ocell. Til. erklärt].
Isesthes gilb., Entwickl., Eigenmann, Proc. nat. Mus. XV 171, T£. XVII
16—20.
Lumpenus lampetraeformis wieder im Bottnischen Meerbusen (63° N.), 1Expl.
in 20 Fd. u. zwar mit „Mopskopf“ (Abb.); auch von Gadus merl. u. Congromu-
raena? solcher Kopf abgebildet. Bem. über Reliktenfaunen u. über Theorie der
Mopskopfbild. (gegen Knauthe). E. Lönnberg, Bihang Svenska Vet.-Ak. Hand-
lingar, Bd.17 No.7. „Ichthyolog. Notizen“, 128. 1 Tf.
Acanthoclinidae.
Mastacembelidae. Mastacembelus armatus in Ober-Tonkin, Vaillant,
s. 8. 283.
Sphyraenidae.
Atherinidae. Atherinopsis, Entw. nach künstl. Befr., Eigenmann, Pr.
n.m. XV p.140, Tf.X Fig. 1—.
Mugilidae. Mugil alatus, Flossenform ähnl. faleipinnis, Zahl der Sq. u.
Strahlen ähnl. compressus; vert. Flossen lang, Fluss in Madagascar bei Anta-
nanarivo. Steindachner, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd.59 p. 364.
Myxus capurri, 4/,, 8°/,, L.1.44. A. Perugia, „Descriz. di una nuova
sp. di Myxus racc. nel Rio Senegal dal Cap. Capurro“. Ann. Mus. Civico di Stor.
nat. di Genova (2) XII p. 1007 —8.
Gastrosteidae. Fistulariidae. Centriseidae. Gobiesoeidae. Ophio-
eephalidae. Labyrinthiei. Lueiocephalidae. Lophotidae.
Trachypteridae. Regalecus glesne, Mai 91 bei Neuseeland, 18° 11“ 1,
ziemlich vollständig. H.O. Forbes, Species of Regal., cought in Okain’s Bay;
Tr. N. Zeal. Inst., Vol.24 p. 192—8.
Nothaeanthidae. 5
Acanthopteri Pharyngognathi.
Pomacentridae.
Labridae. Tautoga Mitch., der Name bleibt; er kann nicht durch Hia-
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 291
tula Lac. ersetzt werden, da H. durch Modeer 1793 für Mollusken praeocc. Gill,
N. on g. Hiatula Lac. or. Taut. M., Pr. U. S. Nat. Mus. XIV p. 695.
Embiotoeidae.
Chromididae. Acara bartoni 14/11, 4/9, L.1. 34, Luis Potosi (Mexico),
1Scm. Bean, Pr. nat. mus. XV, p. 286 Tf.44 Fig. 3.
Heros centralis, Santiago del Estero, Argentinien; Revista Argentina de
Hist. Natural., Buenos Aires I p. 183.
Crenieichla saxatilis, n. var. semicincta, Bolivia bei Puerto de San Mateo.
Steindachner, Denkschr. Ak. Wien, Bd.59 p. 376.
Anacanthini.
Gadopsidae. Cerdalidae. Lyeodidae. Gadidae.
Ophidiidae. Lamprogrammus fragilis. Ob J'zu L niger? 90, 75, B. v.
Bengalen, 15°43‘° N. 678Fd. Alcock, Ann Mag. (6) X 348.
Lamprogrammus niger, Alcock, Ill. Zool. „Investig.“, Pt.I Tf. 12.
Dermatorus trichiurus, Abb.; ebd. Tf. Ii
Bathyonus glutinosus, ebd. Tf. 13.
Glyptophidium argenteum, ebd. Tf. II 3.
Paradierolene multifilis, ebd. Tf. II 4.
Ei u. Larve von Fierasfer, Eisenmann, Proc. nat. mus. XV p. 173 Tf. XVI
Fig. 8—10.
Ammodytes. „On the Eggs and young Stages of the Sandeels.“ A. lan-
ceolatus, laicht Ende Mai u. später, Ei u. Sperma beschr.; A. tob. laicht später,
künstl. Befruchtung gelungen, Junge gefangen Febr. bis Aug. Nach Beob. in
ÖOst-Schottland. M’Intosh, Ann. Mag. X, p.97—101. (= Notes St. Andrews
Lab. Nr. XII).
Hephthocara n. g., Kopf gross, mit dünnen, glatten, kiellosen Knochen,
nackt und nur mit e. schwachen Op.dorn bewaffnet. Leib comp.aimirt, hinten
kleiner werdend, Sq. eycloid, abfallend. Auge nur 1/, Kopfl. Schnauze nicht
vorragend, Maul schräg, Untkf. länger, Sammetzähne in Kfr., Pal. u. Vomer;
Kinn- u. Hyoid-Anhang 0. Kiemöffn. weit, 4 Kiemen, Psdbr. 0, 8R. branchst.
L.1.0. Die D. C. u. A. verbunden, P. ganz, V. fehlen. — H. simum, braun,
Flossen schwarz, 20 cm. Golf v. Manaar, 902 Fd. Alcock, Ann. Mg (6) X 349,
T#.187Fig.1.
Maeruridae. Macrurus coelorhynchus v. Madeira, durch geringe Strahlenz.
auffällig, D. II 34, A.45 (monströs?). Herzensein, Mel. biol. Bull. ac. se.
Pötersb. XIII 223.
Macrurus macrolophus, Xyl. pg. 352; mit investigatoris u. semiquincunciatus
u. Bathygadus cottoides in Bay v. Bengalen, 16° N. 410 Fd.; M. hextii 880 Fd.,
Ovarium beschr., M. wood-masoni, 902Fd. Alcock, Ann. Mag. (8) X 351—3.
Macrurus (Coelorh.) 4-cristatus, Abb.; Alcock, Ill, zool. „Invest.“ Tf. III
Fig.1. Desgl. M. lophotes Fig. 2, heterolepis Fig. 3, investigatoris Fig. 4, peter-
sonü Fig.5.
Ateleopidae. Ateleopus indieus, Abb.; Alcock, Ill. z. „Invest.“, Pt.I
Tf.D 2.
Pleuroneetidae. Entwicklung, Cunningham, Nat. Sei. I 191—99, 635
—8, und Giard, ebd. 356 - 9.
19*
392 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
E. W.L. Holt. North Sea Investigations (Fortsetz.). — Relation of Size
to Sexual Maturity in Pleuronectids. — Journ. Mar. Biol. Assoc., Vol. II Nr. 4
p. 363 -379.
Hippoglossus. „Ova and Larvae of certain Pleuronectids“. Unbekannt war
bisher Ei von H. hippogl., hat 3,5—3,9 mm Dm.; desgl. v. Hippoglossoides pla-
tess., dies Ei früher als ‚‚Pleuronecetid B“ benannt. 3 Gruppen von Eiformen:
Dotter ohne Oelkugeln, mit 1 Oelk., mit zahlreichen Oelk. M’Intosh, Ann.
Mg. X p.102—3 (= Notes St. Andrews Lab. XIII).
G. Pouchet, Rem. sur deux turbots [Rhombus max.] & face nadirale pig-
mentee. Soc. de Biol. 1892, p. 200—202,
G. Duncker. Ein muthmasslicher Bastard zw. Pleuronectes platessa u.
limanda. — In der Ostsee (Neustädter Bucht). Kopfform, Zähne, Färbung, Form
der L.1. u. meist dornlose Schuppen wie plat.; in Körperform, Augen, Maul und
stellenweis ktenoiden Sch. ähnl. limanda. Pl. pseudoflesus wohl richtig von Day
als Bastard (plat. X fles.) erklärt. — Zool. Anz. XV p. 451-3.
Pleuronectes flesus L. var. leiurus, der „Elbbutt“ (Rh. laevis kommt kaum
bis Hamburg und heisst „Kleist“, aber nie Elbbutt), durch glattere Oberfläche,
geringere Grösse u. vorherrschende Linksäugigkeit von der Seeflunder (Rauh-
butt, var. trachurus) verschieden. G. Duncker, „Der Elbbutt, e. Varietät der
Flunder“, Schr. natw. Ver. Schleswig-Holst. IX Heft2,17S. (6 Fig., Zähne).
Aphoristia septemstriata, Abb.; Alcock, Ill. zool. „Invest.“, Pt. I Tf. II1.
Physostomi.
Siluridae. Bridge and Haddon, üb. Schwimmblase u. Weber’sche
Knöchelchen der Siluriden s. Anat. (Darmk.).
Pollard, Seitenliniensysteme einiger Siluriden, vergl. bei Haut.
10 Welsarten aus Südchina sammelte Pratt, s. Faunen.
Clariinae. Plotosinae. Chacinae.
Silurinae. „Die Verbreitung von Silurus glanis in den stehenden Ge-
wässern der europ. Alpen.“ O. E. Imhoff, Biol. Centralbl. XII p. 716—8. —
S. glanis, Lilljeborg, Sver. Norg. Fisk. III 358—372.
Diastomycter 91, dürfte syn. zu Hemisilurus sein, da H. heterorh. auch
das hintere Nasenloch über d. Auge besitzt; dann wohl D. chap. V. = H. scleron.
Blkr. Vaillant, Bull. s. phil. Paris, V p. 15.
Hypophthalminae.
Bagrinae. Pseudobagrus eupogon, A. 22, Kopf oben glatt; Shanghai, 25 cm.
Boulenger, Ann. Mg. (6) IX p. 247. Descr. n. Siluroid. f. from China.
Neobagrus n.g. Hat weniger (nur 13) A. Str. als der verw. Pseudob.,
eine gerandete C,, keine Palz. u. die Kiemenhaut ist am Isthmus befestigt. N.
fuscus Yokohama.‘ Belloti, Atti Soe. Ital. XXXIV p. 99 -101, Abb.
Macrones pluriradiatus D. !/;! 191 mm, Ober-Tonkin; Vaillant, Bull. soc,
philom. Paris, (8) IV 126.
Maerones pratti, !/,, 19, 22cm Ob = Liocassis torosilabris Sauv. 74? Kia-
tiangfu 1070 Fuss h. (Ebd. auch M. macropt. u. crassil.; diese nebst longir.,
taeniat, u. vach. bei Kiukiang.) Günther in Pratt, Snows of Tibet, p. 245,
Tf.T fg. B.
Pimelodinae. Ariinae.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892 293
Bagarinae. Amblyceps marginatus, '/;, 15; 12 cm. Bergflüsse am Min-
Fluss; Günther in Pratt, Snows of Tibet, p. 245, Tf. II fig. A.
Doradinae. Synodontis membranaceus Geoffr. (aus Unteregypten) hat keinen
weiten Spalt der Membr. branchiost. (nur eine Falte vorh.); dagegen sind bei den
Ex. des Brit. Mus. (aus Karthum). Einschnitte da; diese als $. yuentheri n. sp.
bezeichnet. Vaillant, Bull. s. phil. Paris V p. 16.
Chiloglanis dybowskü, Oubanghi (W. Afr.), Vaillant, C. r. soc. philom.,
12. Juni 1892, p. 2. [Wird 1900 ein Euchilichthys].
Hypostomatinae. Plecostomus seminudus nur var. zu bieirrh.; Pl. pan-
therinus beschr. Cochliodon ist nicht von Plec. zu trennen. Boulenger, Ann.
Mag.X p. 9, 10.
Loricaria evansii, nahe nudiv., aber 7-8 untere Schilder (statt 4), Matto
Grosso (Jangada), 205 mm. Boulenger, Ann. Mg. X p. 10, Tf. 1.
Pseudecheneis paviei, Schnauze ”/, d. Kpfl, 127 mm, Tonkin; Vaillant,
Bull. s. phil. IV 126
„Aspredinidae.“ „Presence of an Operculum in Aspr.“ Klein, aber vorh.
gg. Cope). Eigenmann, Am. Natur. XXVI p. 71, Tfl. 6.
Nematogenyinae. Triehomycterinae. Stegophilinae.
Seopelidae. Hierzu auch (mit J. Müller) die Stomiat. u. Sternopt.,
Lütken, vergl. unten.
Chr. Fr. Lütken. Spolia atlantica. Scopelini musei zool. universitatis
Hauniensis. — Beitr. z. K. über die Scopeliden der offnen See. Mit e. Zusatz
üb. eine andre pelag. Fischgatt., Pseudoscopelus (s. Trachinidae). — Historisches.
Aufzählung der Gatt. p. 229. Uebersicht über die 24 dem Vf. zugänglichen
Scopelus-Sp., haupts. nach den Leuchtorganen, u. kurze Bem. über die 18 sonst
beschr. Spec. Weitere Mitth. üb. Argyropel., Sternoptyx, Thaumast , Gonostoma,
Astron., Maurol. u. Diplophos. — Vidensk. Selsk. Skr. (6), VII 6, p. 221—297,
Tf. 1-3, 25 Xyl. 4°. Kopenhagen. Dänisch (mit franz. Auszug p. 287—297).
Scopelus. Liitken (vergl. oben) giebt e. Terminologie für die Gruppen
der Leuchtorgane, welche recht constant. Das 4. u. 5. Sbg. (Nyetophus u. Lam-
pan.) mit 4 Leuchtpunkten seitl. vor der C.; das 1.—3. (Dasyse., Rhinose. u.
Scop. s.s.) mit 2 Punkten. Dasyscopelus spinosus (Tfl. I 1,2) u. subasper (Fig.1
p. 241). — Rhinoscopelus sbg. n. Typus coccoi Fg.2, p. 243; Rh. andreae,
Atl. Oe., Bay v. Bengalen, China (=? nigroocellatus) Fg. 3, p. 245; rarus, Atl.
Oc., Fg. 4, p. 246.
Scop. (s. s.), 12 Sp.: rissoi Fg. 5, p. 248; arcticus, Fg.6, 249, Grönland;
colletti, Indischer u. südl. paeif. Oc., Fg. 7, 249; glacialis Fg. 8, 250; caninianus
Fg. 9, 251; affinis, wärm. Atl. M., Fg.10, 252; phengodes, südl. Atl. Oc., Fg. 11,
253; humboldti, syn. boops, Fg. 12, 254; gracilis, südl. Atl., Fg. 13, 255; benoiti
Fg. 14, 256; hygomi u. reinhardti, Atl. Oc., Fg. 15, 16, 256. — Sbg. Nyetophus
rafinesqui, Fg. 17 (u. 18 p. 234), pg. 259; warmingi Fg. 19, 260; coeruleus Fg. 20,
261. — Sbg. Lampanyctes maderensis, Fg. 21, 262; crocodilus, Fg. 22, 263; elon-
gatus, Fg.23, 264.
Seopelengys tristis, Abb.; Alcock, Ill. zool. „Invest.“, Pt. I, Tf. VII.
Fig. 7.
Bathypterois guentheri, Abb.; Alcock, Ill. zool. „Invest.“, Pt.I, Til. VII,
Fig.6. — B. insularum 12—13, 10, L. 1. 48—51, tr. 13. Laccadiven, 1140 Fd,,
14cm l. Alcock, Ann. Mg. (6) X 356.
294 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Alepocephalus blanfordi, 16, 17, L. 1.70. Anatomie des Darmkanals. Golt
v. Menaar, 902 Fd., 36 cml. Alcock, Ann. Mg. X, 357. A. edentulus, 29, 35,
L. 1. 50, tr. 15, Bay v. Bengalen, 12° N. 81!/,°O, 475 Fd., 18 cm l.; ebd. 358,
Tf. 18, Fg. 2.
Xenodermichthys guentheri, 15, 14. Eier gross 2-3 mm (Xyl.), Bay v.
Bengalen, 15° 43‘ N., 678 Fd., 15 m]. Alcock, Ann. Mg. X 359; Tf. 18, Fg. 2.
Leptoderma macrops (1888), Cutis schwarz, darüber ein leuchtendes graues
Epithel. Bay v. Bengalen 15° N, 81° O., 753 Fd. Alcock, 1. c. p. 361.
Cyprinidae. Ueber 18 Sp. in Texas s. Eversmann, Bull. Fish. Comm,
XI, p. 61—84 (vergl. bei Faunen).
Carpio cantonensis, Schlundz. 2.4—4.2; 4/19, 4/6, L. 1. 30—31, Canton
(Behn leg., Mus. Kiel), viell. ein Bastard (C. carpio x Carass. auratus), viell.
aber auch die urspr. Stammform v. Karpfen u. Karausche. Heincke, Festschr.
Leuckarts, p. 70, Tf. VIII, Fg. 8, 9.
Crossochilus fasciatus von Shanghai, Steindachner, Denksch. Ak. W,
Wien, Bd. 59, p. 372, Tf. IV 2.
Barbus schlegelii von Corea (Fluss Seoul) beschr., Steindachner, |. c.
p. 370.
Barbus (Puntius) camptacanthus Blkr., Färbngsvar. aus höherm Gebirge
auf Fernando Po. — Steindachner, p. 381.
Gymnodiptychus n. g., Typus: G. dybowskii Kssl. Von Dipt. zu trennen,
weil Seiten schuppenlos u. Unterlippe fleischig. @. pachycheilus, ähnl. dyb.,
aber Rechenz. des 1. Kmbg. zahlreicher; 285 mm, östliches Hochasien. Herzen-
stein, Mel. biol. ac. Pet. XIII 225.
Acanthogobio, 2. D-Strahl stachelartig, sonst ähnl. Gobio. A. guentheri
3/7, 3/6, L. 1. 42, Chuanche bei Gomi u. Sinin-Fl., Centralasien, 177 mm. Herzen-
stein, Mel. biol. ac. Pet. XIII 228.
Pseudogobio maculatus vom Yang-tse beschr., Steindachner, l.c. p. 370,
Tf.I 4 (Legeröhre des 9); desgl. rivularis $ (von Shanghai) p. 371, Tf.I 3,
(g' mit Laichornament). — Ps. maculatus, S. W.-China; Günther in Pratt,
Snows of Tibet, p. 246.
Rhinogobio eylindrieus, S. W.-China, Günther in Pratt, Snows of Tibet,
p. 246.
Rhynchocypris (1889) variegata. Günther in Pratt, Snows of Tibet,
p. 247, Tf. 2, 3.
Pungtungia durch (2 kurze) Barteln von Pseudorasbora versch. P. herzi
Sq. 40, 6/7; 63mm 1.; Pungtung (Korea). Herzenstein, Mel. biol. ac. Pet.
XIII 230, Xyl.
Leueiscus (Leucos) macedonicus, vertritt L. aula im See von Dojran.
Schlundz. 4/4 oder 4/5. Steindachner, Denkschr. Ak. Wiss. Wien, Bd. 59,
PX340, -EE 172,
Leueiseus gilli (1896 zu L, balteatus gezogen), Evermann, Bull. F. Comm,
XI p. 44, Tf. XX 2.
L. phoxinus, Leuchtflecke, s. Leydig (b. Haut).
Notropis chihuahua Mexico; Woolmann, Amer. Natur. XXVI 260.
Notropis cayuga atrocaudalis, var. n, Evermann. Bull. F. Comm. XI,
p-.76; N. nuwx, ebd. p. 77; nocomis p. 78, fumeus p. 81, notemigonoides p. 81, alle
von Texas, Eversmann, |. c.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 395
Hybopsis aestivalis marconis, Evermann, ]. c. 82, Tf. 35, Fig. 1.
Opsopoeodus osculus, Texas, Evermann, |. c., p. 8.
Algansea dugesi, 7, 6, Sq. 70, 18/13, Mexico (Guanajuato), 22cm; Bean,
Pr. nat. Mus. XV p. 283, Tf. 44 Fg. 1, ebd. lebt Hudsonius altus p. 284.
F. Leydig. Zur K. der Legeröhre des Bitterlings. — Die Muskulatur
(quergestreift) wird beschr. -- Zoolog. Garten, Jg. 33, p. 1—7.
Achilognathus coreanus, sehr nahe barbatulus, Fluss Seoul (Corea), Stein-
dachner, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 59, p. 366. — A. (Acanthorhodeus)
guichenoti, Shanghai, beschr.; ebd. p. 367.
Acanthorodeus tonkinensis, D. 3/15, 96 mm, Vaillant, Bull. soc. phil.
IV 127.
Chanodichthys affinis, Sq. 8/47/4, 123 mm, Tonkin; Vaillant, Bull. soc.
phil. Paris (8) IV 126.
Homaloptera fimbriata 1888, Ichang- u. Min-Fluss (S. W.-China); Günther,
in Pratt, Snows of Tibet, p. 248, Tfl. III Fig. A. H. abbreviata P.23, V. 14—
15, Sq. 75, P. bis üb. V.-Anfang; 10 cm Bergfl. am Min-Fl., Ebd. Fig. B.
Cobitis (Misg.) fossilis in Skandinavien, Lilljeborg, Sver. Norg. Fisk.
III 355.
Nemachilus sturanyi, mit grossen Papillen bedeckt (auch Flossen), Kopfl.
4 in Körpl., Schwanzstiel 1?/. mal so lang als hoch; sonst wie N. barbatula, See
Ochrida, Macedonien. Steindachner, Denkschr. Ak. Wiss. Wien, Bd. 59 p. 378
Dr. II 3.
Botia variegata 1889, Ichang, Günther in Pratt p. 249. — B. pratti, Kia-
tiang-fu, 1070 F. hoch, ebd. p. 250, Taf. 4, Fig. A und B. superciliaris, ebd. p. 250
Tf. 4, Fig. B.
Eweirrhichthys n. g., bei Acanthophth. u. Apua. Cylindrisch, schlank ,
Lippen gelappt, 8 Barteln am Ende der Schnauze, 6 davon maxillar. Kleiner
Dorn unter dem Auge. D. weit vorn, letzter Strahl über dem 1. der A. —
Eu. doriae, 7, 6; V. sehr klein; Borneo, 9cm, Perugia, Ann. mus. eiv. stor.
nat., Genova, (2) XII 1009.
Kneriidae.
Charaeinidae. Curimatus nitens und conspersus, Rio Paraguay; Holm-
berg, Revista Argentina Hist. Natural, Buenos Aires, I (1891) p. 184 u. 185.
Prochilodus platensis, Buenos Aires (Rio de la Plata), ebd. p. 186, Lepo-
rinus solarii, Bemerkungen; ebd. p.187.
Nanaethiops unitaen., Schuppen durch (eine Reihe bewegl.) Zähne von allen
Charac. abweichend. Vaillant, Bull. s. phil., Paris V p.13 (Abb.)
Tetragonopterus moorü, 1/10, 2/28; 37, 8/7; nahe maximus Std. (alosa
Gthr.) von Peru, der aber breitern Interorbitalraum hat; Chapala-Plateau (Matto
Grosso), 75mm. Boulenger, Ann. Mg.X p. 11, Taf. II 1.
Tetrag. (Hemibrycon) polyodon beschreibt Steindachner, Denkschr. Ak.
Wien, Bd. 59, p. 375; T. lineatus St. syn. mit lineatus Per., T. anomalus St.
syn. mit nigripinnis Per., Std. ebd. p. 376. Tetr. correntinus (R. Parana) u. ery-
thropterus (R. de la Plata), Holmberg, Rev. Arg. I p. 188 u. 189.
Brachycaleinus, zw. Tetragonopt. u. Lütkenia. Zähne wie Tetr.; hoch, mit
scharfer Bauchkante. Ein bewegl. vorwärtsgerichteter Dorn vor der D., der
(? beim g') hammerförmig ist, oder (beim 2) löffelf, in einen Kerb des Rückens
296 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
passend. Br. retrospina. 1/11, 2/31—34; 34, 9-10/10--11; Santa Cruz (Matto
Grosso), Scm. Boulenger, Ann. Mg.X 11, Tf. II 2.
Brycon (Chaleinopsis) alburnus u. dentex beschreibt von Guayaquil (Alters-
unterschiede notirt) Steindachner, Denksch. Ak. Wien, Bd. 59, pg. 374 -5.
Piabuca melanostom«, Argentinien, Holmberg, Rev. Arg.I p. 192.
Myletes mesopotamicus, beschrieben, Holmberg, ebd. p. 193.
Pseudocorynopoma doriae (April 91), dazu syn. Bergia altip. (Juli 91), (vergl.
Bericht 91); Boulenger, Ann. Mg.X 12.
Chalcinopelecus n.g. Ch. argentinus, Holmberg, Rev. Arg. I p. 190.
Die Gatt. ist nach Boulenger (Rec. für 1892) syn. mit Pseudocorynopoma 1891.
Desgl. (nach Steindachner, l.c. p.376) die G. Bergia.
Cyprinodontidae. Vergl. über 13 Species aus Texas Evermann, Bull.
F. Comm. XI p. 84—88 (oben bei Faunen).
Haplochilus (Panchax) dayi. Nahe lineatus, aber $ mit längerer A. als
2 u. (zur Laichzeit) mit wenigen Qb.; Ceylon. — Steindachner, Denkschr.
Ak. Wiss. Wien, Bd.59 p. 376 Tf.I Fig.2 (& u. 2).
Characodon (Goodea ist hiervon zu trennen), Ch. ferruginea ist ZI zu va-
riatus, Bean, Pr. n. mus. XV 286.
Fundulus robustus, 14, 16; L.1. 38 [Guanajuato] Mexico, 13cm l. Bean,
Pr. nat. Mus. XV p.285 Tf.44 Fig. 2.
Fundulus pallidus, Texas, Evermann, ]. c. p.84 Tf.35 F.2.
Zygonectes funduloides, p.85 Tf.35, 3; pulvereus, p.85 Tf.361 u. jenkinsi,
Evermann, p.86 Tf.36 2.
Heteropygii. Umbridae.
Seombresoeidae. Belone cancila in Ober-Tonkin. Vaillant, s.bei Faunen.
Esoeidae.
Galaxiidae. Galaxias nigothoruk, D. 10, A. 11—13, P.16; Scm |. See
Nigothoruk, Vietoria.. A.H.S. Lucas, Pr. r. soe. Victoria (n. s.) IV pt.I p. 27
—28.
Mormyridae.
Sternoptychidae bilden, da die Bildung des ob. Mundrands nicht ein
wesentl. Charakter ist, zus. mit den Stomiat. nur eine 2. Unterfam. der Scope-
liden. Lütken, Spolia atl., Vid. Selsk. Skr. (6) VII, 6 p. 229.
Argyropeleus u. Sternoptyx, Bemerk. über alle Sp.; Lütken, ]. c. p. 282
u. 297.
Maurolicus, zerfällt in 3 Abth.: 1) die des M. pennanti (syn.? ameth.-punct.);
2) M. tripunctnlatus Esm. (Tf.I Fg.6); 3) M. poweriae (wozu wohl syn. aktenne:
Lütken (s. ob.) p. 267—272 p. 295.
Diplophos taenia, Beschr. eines älteren (85 mm) Expl. von 20° N., 50° W.,
Lütken, l. c. 278 TA. III 1—3 u. p. 296.
Gonostoma (Cyelothone) microdon, Abb. eines grösseren Exp. u. Bem. üb.
e. junges (15mm); Lütken, |. c. p.280 u. 297 Tf. IL 4,5.
Gonostoma elongatum, hat keine Schuppen, Anatomie von Magen u. Ovar.,
Laccadiven; Alcock, Ann. Mg. X 354.
Chauliodus sloanii, Magen verdickt (durch Lymphdrüsen?) wie bei Gono-
stoma. Alcock, Ann. Mg. X 355. Ch. ee nahe sloanii, Laccadiven,
1370 Fd., 25 cm 1.; ebd.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 997
Stomiatidae. Mit dieser Abth. sind die Sternoptych. zu vereinen u. zu
den Scopel. als Subfam zu stellen. Lütken (s. oben) Vid. Selsk. Skr. (6) VII 6.
Astronesthes niger, Tf. III 3, 4,5; A. richardsoni, III 1,2; A, martensi.
III 6,7 u. Var.?, Xyl. 24; Bem. über diese Sp. Lütken, I. c. p.273—8, 2%.
Stomias nebulosus, Abb.; Alcock, Ill. zool. „Invest.“ Pt. I Tf. VII Fig.1.
Photostomias guernei, 1 Expl. 35 mm 1. (syn. Thaumst. atrox 1890), Lüt-
ken, |. c. p.280 Fig. 25 u. p. 297.
Salmonidae. S. trutta. In der früheren Litt. unsicher bez. des Vor-
kommens in den Niederlanden. Am Kralingsche Veer wurden aber 1886/91
durchschnittlich immerhin 594 Stück (haupts. Aug., Sept., Oct.) verkauft; ge-
wöhnlich noch nicht ganz geschlechtsreif, nicht üb. 2K u. 60cm, selten über
4K; heissen dort „schotje“, saumons &cossais, u. werden von den Fischern leicht
von salar unterschieden. Kopf des & 4,4 (4,1—-4,8) mal in Krpl. (0. C.), des 2
4,3 (4,4—5,2) mal, also Kopf grösser als bei S. salar (5,5)!, aber Kopf von S.
fario noch grösser (3,9). Auge von trutta grösser u. weniger weit hinten, Praeop.
hinten mit deutlicherer Bucht, in der Flossenstellung kein Unterschied, bei fario
aber stehen D., Fettfl. u. V. weiter hinten; Sq. zw. Fettfl. u. L.1. 14 (—16)
(bei salar 12—13), Schwanzstiel weniger schlank, Einschnitt der C. verschwindet
früher. Abb. der Vomerkuochen. App. pyl. viell. mit dem Alter steigend (40
—45), bei salar 58. Vf. hält es nicht für unmöglich, dass trutta eine natür-
liche Bastardrasse zw. salar und fariv. Ein Ex. mit vielen Caligus (Lepeophth.)
aff. salmonis. T.P.C. Hock, Sur la truite de Mer du Rhin, Tijd. nederl. dierk.
Vereen. (2) III Afl. 3,4, p. 243—266, Til. IX, X, (2 u.d Photogr.). [Dieser
Aufsatz ist vom Vf. Deutsch publieirt 1893 in: „Zeitschr. f. Fischerei“ 1. Jg.
p- 3—19.]
A. Landmark (bez. J. Hjort). Versuche Lachse u. Meerforellen künst-
lich zu zeichnen. — In Norwegen seit 1883 4000 u. 2000 S. trutta durch Num-
mern (Silberblech in der D.) gezeichnet. Sie kehrten aus dem Meere zu ihrem
Geburtsorte zurück; sie laichen jährlich; Bem. üb. Zuwachs. — Förhandl. 1. All-
männa Svenska Fiskerikonferensen, Göteburg 91. Ausz.: Allg. Fischerei-Zeit.,
München XVII p. 157—8.
Salmo ohridanus, nächst S. obtusirostris, aber Zähne stärker, Sq. grösser,
Schwanzstiel schlanker, Obkfr. schmäler. Sq. 100, tr. 15—16/14-15. Mace-
donien, Ochrida-See, 26cm 1. Steindachner, Denkschr. Ak. Wiss. Wien, Bd. 59
p. 379 Tf. III 1—3.
S. fario, monströses Expl., R. Traquair, Ann. of Scottish Nat. Hist., Vol. I
p.92 Tf.3-5: „On malformed Trout from Scottish waters“.
Coregonus coulteri, nahe kennicotti aber Sq. grösser, bei Field, West Ca-
nada; Eigenmann u. Eig., Amer. Natur., Vol.26 p. 961.
Salanx mierodon, von Tjanzsin (Chingan), Herzenstein, M&l. biol., Ac. sec,
Pet. XIII 225.
Pereopsidae. Percopsis, Verbreitung in Canada (nur bis 4500 Fuss). C.
H. Eigenmann, The Percopsidae on the Paeific Slope. Seience, XX 233.
Columbia n.g. (Eig. & Eig.),, Nahe Percopsis; die D- u. A-Stacheln
kräftiger, in der A. 2 (statt 1) Stach. Der Vorderleib mit kräftiger bestachel-
ten Schuppen (bei Perc. der Schwanzstiel); Präop. mit wenigen kräftigen
Dornen (statt Crenulirung). Körper höher. — C. transmontana E.etE. Ver-
tritt Percopsis auf dem Westabhang d. Anden (am Columbia-Fl.). Ebd. 233—4.
2398 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Haplochitonidae. Gonorhynchidae. Hyodontidae. Pantodonti-
dae. Osteogiossidae.
Clupeidae. Ueber Fortpflanz. schreibt Eigenmann. Clupea mirab.,
Entw. u. Ei, p.135 Tf. XI Fg.1—29; Stolephorus delic. (u. ringens), Eutw. bis
zur Larve, p. 138 Tf. XII 1—14; St. compressus, p.140 X 1-5. Pr.n. mus. XV.
Clupea pilehardus. „The Reproduction of the Pilchard“. Uebereinstim-
mung zu Cunningham u. Marion (gegen Pouchet) darüber, dass das Ei pelagisch
lebt. — Rep. 61. Meet. Brit. Assoc. for Advance of Sei., 1891 p. 686.
„The growth of the Pilchard or Sardine“, Vergleichung der Angaben für
Süd- und Westfrankreich mit den englischen Beobachtungen. J. F. Cunning-
ham, Nature, Vol. 45 p.255—6. Bemerkungen dazu von M. Dunn, ebd. p.511
—12 u. von Cunn., p. 558.
Clupea (Hyperlophus n. sbg.) sprattellides. 15, 19; Sq. 50, tr. 12—13.
Die V. ganz vor der D. Zw. Oceiput u. D. zieht eine Reihe Schilder (wie die
der Bauchkante), was als Char. des sbg. gilt. Süsswflüsse, N. S. Wales, 7-9cm
l. J. D. Ogilby, Rec. Austral. Mus. II (Nr. 2) p. 24—26.
A. Sm. Woodward hält Ogilby's n. g. Hyperlophus für ident. mit dem
foss. Diplomystus, dessen Vorkommen gerade in Australien interessant ist. Ann.
Mag. (6) X p. 412—3.
Bathythrissidae. Chirocentridae.
Alepocephalidae. Narcetes erimelas, Abb.; Alcock, Ill. z. „Invest.“,
Pt. 1- TE. IV ‚Fie-T.
Alepocephalus bieolor, ebd. Fe. 2.
Bathytroctes squamosus, ebd. Tf.V 1.
Aulastomatomorpha phosphorops, ebd. Tf. V 2.
Notopteridae.
Halosauridae. Halosaurus parvipennis, D.19, L. tr. 10/8. Laccadiven,
870 Fd., 33cm l. Aleock, Ann. Mag. (6) X p.362. — Halos. hoskynii, Abb.;
Alcock, Il. zool. „Invest.“, Pt.I Tfl. VII Fg.3.
Halosaurichthys carinicauda, Abb.; Alcock, ebd. Tfl. VII 2 u. 2a.
Gymnotidae. Derichthyidae. Symbranchidae.
Muraenidae. In u. bei Skandinavien nur Auguilla vulg. u. Conger vulg.,
Lilljeborg, Sver. Norg. Fisk. IT 373—417.
Entwicklung der Leptocephalen zu Muraena-Arten. Grassi u. Calan-
druccio, vergl. bei Conger, Congromuraena u. Ophichthys.
Jordan and Davis, Review of Apodal F. of Amer. and Europe. Rep.
U. S. Fish Comm. X VI p.581—677. Vergl.oben bei Faunen. Nach Abscheidung der
Gymnotidae, Monopter., Symbranch. u. Saccophar., welche je eine eigne Ordn.
oder Subordn. bilden, zerfällt die Ordn. der Apodes in 2 Subordines: Colocephali
(einzige Fam. Muraenidae = Mur. engyschistae Gthr.) und Enchelycephali mit
11 Fam.; event. könnten die Ench. auch in 2 Fam., Congridae u. Anguilidae mit
7 u. 4 Unferfam. gruppirt werden. Doch fehlen noch die anatom. Daten für eine
natürl. Theilung der 11 Abth., welche Ophisuridae, Echelidae, Muraenesoe.,
Nettastom., Nemichthii., Heterocongr., Congr., Anguill., Simenchel., Ilioph. und
Synaphobranchidae heissen, u. für die ein Schlüssel p. 583.
Die Fam. Nemichthyidae J. u. D. enth. 6 eur. u. amer. Gatt.: Serrivomer
(1 Sp.), Spinivomer (1), Cyema (1), Avocettina (n.g. 2). Labichthys (2), Nemich-
thys (2). Jordan u. D., p. 652.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 299
Avocettina.n.g. Nahe Nemi., aber Anus weiter hinten (3 Peet.-Längen
hinter der P.), für Nein. infans (u. ? N. richardi 88); Jordan u. Davis, Rep.
F. Comm. XVI 653, 655.
Gavialiceps mierops 1889, nach lebend. Expl. beschr.; viell. = Nemiehthys
infans Vaill. 1888 (nec Gthr.). Laccadiven 1370 Fd. und Golf v. Manaar 902 Fd.
Alcock, Ann. Mg. X 364.
Die Fam. Synaphobranchidae ist in Amer. vertreten durch Synaph, pinnatus u.
Histiobranchus bathybius (Bering-Str.) und infernalis (Nordpacif.), Jordan u,
Davis, le. p.671.
Die Fam. Ilyophidae mit 1 Speec., cf. Ber. 1891.
Die Simenchelidae mit nur 1 Sp., Sim. paras.; Jord. u. Dav. p. 669.
Die Fam. Anguillidae J.u. D. hat für Eur. u. Amer. nur 2 Sp.: Anguilla
anguilla in Eur. (u. Afrika) u. A. chrysypa in Amer., viell. nur var. von an-
guilla. Jordan u. Davis, 1. c. p. 666.
„Ein Zug Aale auf der Wanderschaft im Main“. Am 1. Juli 91 in grosser
Zahl, meist 20—30 cm ]., klettern Terrassen aufwärts (im Fischpass bei Raun-
heim). — L. Buxbaum, Zoolog. Garten, Jg.33 p.20—21.
Die Fam. Congridae J. u. D. enthält 3 G.: Uroconger (1 ostatl. Sp.), Ophi-
soma (5 Sp., 2 n.) u. Leptocephalus (für Conger autt., wovon 3 am. oder europ.
Sp.); auch die von Eur. u. Amer. bek. 34 Larven (Leptoe. autt.) aufgeführt.
Conger, nur 3 Sp.: multidens, conger u. caudilimbatus für Eur. u. Am. an-
erkannt; Jordan u. Davis, 1. c. 664.
Conger. Die Entwickl. aus e. Leptocephalus (unbeschr.), durch morrisi u.
punet. zum ©. vulg. beweisen experimentell Grassi u. Calandrucecio (s. oben
S. 276), Rend. acc. dei Lincei, Cl. fis.,, Juni 92 (Vol. I fasc. 11) p. 375.
Colcconger raniceps, Abb.; Alcock, Ill. Zool. „Invest.“ Tf. VII Fig. 4.
Congromuraena longicauda, Abb.; Alcock, 111. Zool. „Invest.“ Tf. VIL 5.
Congronraena balearica, dazu ist Larve Lept. diaphanus, u. zu Ö. mystax
der L. köllickeri (wohl auch L. haek., yarr., bibr., gegenb.) Grassi u. Calandr.,
Iae=p2378.
Ophisoma (= Congromur. Gthr.) balearicum (syn. mellissii, opistophth.,
microstomus) mystax, nitens u. 2 neuere, macr., pror. (vergl. Ber. 91) in Eur.
od. Amer. Jord. u. Dav., p. 659—662.
Uroconger vieinus (1888), 2 65cm I., Anatomie des Magens. Bay von
Bengalen 13° N., 475 Fd. Alcock, Ann. Mg. X p. 363.
Promyllantor purpureus, Abb.; Alcock, Il. zool. „Invest.“ Pt. I Taf. VI
Fig. 2.
Eine Fam. Heterocongridae (für 2 Sp., Het. polyz. u. longiss.) wegen
mangelnder P. von der F. Congridae abgetrennt. Jordan u. Davis, l.c,
p. 584, 657.
Die Fam. Muraenesoeidae zerfällt bei J. u. D. in 2 Subf.: Stilbiseinae
(deren D. u. A. vorn niedrig bleiben) mit 4 G.: Gordiichthys (1 Sp.), Stilb. (1),
Leptoconger (1), Neoc. (2); die Muraenesoeinae (deren D. u. A. vorn hoch) mit
3 G.: Hoplunnis (1), Muraenesox (2) und Xenomystax (1). Jordan u. Davis,
l. c. p. 643.
Gordiichthys n. g. von Stilbiscus versch. durch die D., welche dicht
hinter d. Nacken beginnt, Schwanz kaum über '/, der Totl, @, irretitus, aus
300 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
dem Magen eines Lutjanus bei Pensacola, 79cm 1. Jordan u. Davis, R.
Fish. ©. XVI p. 644.
Xenomystax Gilbert, s. Ber. 1891.
Sauromuraenesox vorax, Abb.; Alcock, Ill. zool. ec “Di VB!
Die Fam. Nettastomidae J. u. D. hat 3 Gen.: Chlopsis (2 Sp.) Nettast. (1),
Venefica (n., 2 Sp.). Jordan u. Davis, p. 649.
Venefica n. g., durch e. fleischigen Rüssel von Nettastoma versch.; für
procera 83 u. probose, 84; Jordan u. Davis, Rep. U. S. Fish Comm. XVI 650.
Als „Fam. Echelidae“ bezeichnen J. et D. die Myrinae autt.; europ. oder
amer. sind die Gatt. Chilorhinus (1 Sp.), Ahlia (1), Myrophis (3), Paramyrus (1)
u. Echelus (2).
Ahlia n.g. (für Myrophis egmontis 89), abw. v. Myro. durch: D. beginnt
hinter d. After, Vomz. 0, Z. meist einreihig, Leib schlank und rundlich. Jordan
u. Davis, Rep. Fish ©. XVI, 638.
Myrophis frio, durch rudim. P. von punct. u. vafer versch.; steht der ostind.
Gatt. Muraenichthys (welche ohne P.) nahe; Cap Frio (bei Rio Janeiro) 33 cm;
Jordan u. Davis, l.c. 640.
Die Ophisuridae von Amer. u. Eur. zerfallen nach Jord. u. Dav. in
11 Gatt.: Sphagebranchus (mit 6 Sp.), Letharchus (1), Myrichthys (4), Caile-
chelys (1), Bascanichthys n. (2), Caecula (1), Quassiremus n. (2), Ophichthus
mit 5 Subg. (18), Mystriophis (2 Subg. Myotalopsis u. Sceytalichthys n., für je
1 Sp.). Brachysomophis (1), Ophisurus (1).
Myrichthys tigrinus (syn. zysturus u. ?breviceps), Jordan u. Davis,
D-.618,.17. 76:
Callechelys muraena Jord. Ev., Abb. bei Jordan u. Davis p. 620 Tf. 77.
Bascanichthysn.g. durch deutliche P., langen, runden Körper, niedrigere
Flossen und einfache Färbung von Callechelys versch.; für seuticaris 79 und
bascanium 84; Jordan u. Davis, l. c. p. 621.
Quassiremus n.g. durch rudim. P. von Ophichthus versch., für evionthas
1839 (Abb. Tf. 78) u. nothochir 90. Jordan u. Davis, p. 622.
Ophichthys serpens, dazu als Larve der Leptoc. kefersteini. Grassi u.
Calandr., 1. c. p. 378.
Ophichthus, die 5 Subg., Cogrus, Cryptopterus, Ophichthus, Muraenopsis u.
Scytalophis, welche J. u. D. acceptiren, umfassen 18 Sp. u. entspr. Ophichthys-
Arten in Gthr.’s Cat. No. 5-38.
Seythalichthys sbg. n. von Mystriophis; vom Sbg. Echiopsis versch.
durch niederlegbare und einreihige Vomz. u. kurzen Schwanz, Typ.: M. (Sc.)
miurus J. G. 82.
Jordan u. Davis geben einen Schlüssel für die 7 Gatt. u. die Arten der
in Am. u. Eur. vorkommenden Colocephalen Apoden: Uropterygius (= Gymno-
muraena autt., 1 westam. Sp.), Channomuraena (1 westind. Sp.), Enchelycore
(1 westind. Sp.), Pythonichthys (1 westind.), Gymnothorax (28 am. u. eur. Sp.),
Muraena (7 amer. u. eur. Sp.), Echidna (2 am. Sp.). Rep. U. S. Fish Comm.
XVI p. 585 u. 674.
Channomuraena vittata, Jord. et Dav., l.c. p. 587, Tf. 73.
Rabula sbg. n. für die Sp. von Gymnothorax mit D.-Anfang erst über
oder hinter der Kiemenöffnung. G. aquae-duleis, marmoreus u. panam — Gymn.,
moringa, Abb. Tf. 74. Jordan et Davis, p. 590,
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 301
Muraena (Thunb. et Abl), M. insuarum, ähnl. helena, Färb. verschieden,
Galapagos-I.. Jordan u. Davis, Rep. Fish Comm. X'VI, p. 609, 49.
Eurypharyngidae. Dysomma bucephalus, Abb.; Alcock, Ill. zool.
Finvest.‘- Pt: IL, TE VI, Fes1.
Lophobranchii.
Solenostomatidae.
Syngnathidae. Lilljeborg behandelt als skandin. Sp.: Syngnathus
typhle, acus u. rostell., Nerophis aeg., ophidion u. lumbr.; Sver. Norg. Fisk. III
p. 434—481.
Plectognathi.
In Skandinavien sind (u. zwar nur als Irrgäste) 2 Sp. constatirt: Balistes
maculatus u. Orthag. mola. Lilljeborg, Sver. Norg. Fisk. III, 417—433.
Selerodermi. Balistes aureolus, Indischer Ocean, 4!/,° N., 52 mm |,
Beschr., Herzenstein, Mel. biol. ac. Pet. XIII 233.
Monacanthus modestus, südl. Japan, Bemerk.; Vinciguerra, in Spallanzani
XXIX.
Gymnodontes.
„Tetraodontoidea, Notes on the“. Gill, Pr. U. S. Nat. Mus. XIV,
p. 705-720, 'Tfl.34. Gill erkennt nach Wirbelzahl u. Schädelbau 3 Fam. an:
1. Chonerinidae (Vert. 12417, wogegen die 2 andern F. 7—-8-+8—13 haben),
2. Canthigastridae, bei denen die Postfrontalia in der Mitte zusammenstossen
u. die Medifrontines von dem Supraoceipitine völlig trennen, 3. Tetrardontidae
(Medifr. treffen das Supraoece.). Histor. Bemerk. über die bisher aufgestellten
Gattungen. Die Taf. giebt Cop. von 6 Schädeln (nach Hollard) und Abb. von
Chonerh. naritus. -
Xenopterus Bibron, zu ersetzen durch Chonerhinus Blkr., Gill, N. on the
g. Chonerh. or Xen., Pr. U. S. Nat. Mus. XIV p. 697 —9.
Mola. Alle holländ. Expl. Ende Nov. oder Anf. Dec. gefunden; 1891 bei
Callantsoog (Nordholland) 1 Ex. 90 K. schwer, 1,23m 1. hat e. vorstehende Schnauze
mit Knochenkern, Längsfalten an den Körperseiten u. keins nackten Vertical-
streifen vor der C., gehört also zu der Form „Orth. nasus Ranz., welche Verf.
als gute Art neben O. mola mit Steenstrup u. Lütken anerkennt. Diese Merk-
male können weder vom Alter noch vom Geschlecht herrühren. W. van
Lidth de Jeude, „üb. d. Vorkommen v. Orthagosiscus-Arten an der Nieder-
_ Jändischen Küst“, Tijd. ned. dierk. Ver. (2) III Afl. 3/4, S. 185—19%0, Tfl. XI.
Orthagoriscus nasus Ranz., grosses @ (68 kg) Ende Nov. 91 bei Callants-
oog (Nordholland), Maxlänge 2,23, Maxhöhe 2,80 m. Von dem ries. Ex. des O.
ozodura (Dec. 89 bei Ameland, 90 kgr) sicher specifisch versch. durch: Längs-
falten der Körpermitte, vortretende Nase (mit Knochenscheibe) u. Verticalrinne
vor der. C. undeutl. und ohne Falten. Th. van Lidth de Jeude, Tijd. nederl,
dierk. vereen. (2) III 185—190, Tf. XI: „Ueb. d. Vorkommen v. Orth.-Arten
an d. niederländischen Küste.“
303 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Ganoidei.
G. S. Hopkins. On the digestive tract of some North American Ganoids.
Abstraet. — Proc. Americ. Assoc. for the adv. of Sci., XLI, 1892, p. 197.
Amiidae.
Polypteridae. Polypterus. H. B. Pollard, On the Anatomy and Phylo-
genetic Position of P.; Zool. Jahrb., Morph., V 387—428, 20 Abb. u. Tf. 27—30.
Vergl. dazu die vorlf. Mitth. in unserm Ber. für 1891 (Fische) p. 377.
Lepidosteidae.
Aeipenseridae. Acipenser sturio als einziger in Skandinavien einheim.
Ganoide behandelt, Lilljeborg, Sver. Norg. Fisk. III, p. 482—509.
Acipenser ruthenus „üb. e. auffällige (neue) Var. des A. ruth.“ Besitzt
1 Reihe Schildehen neben den Dorsalschildern, (wie bei Ac. schypa angedeutet),
Pest (Fischmarkt). A.v. Mojsisovics, Szb. Ak. Wiss. Wien, ın.-n. Cl., Bd.101,
Abth.1, Febr. 92, p. 3233—30, 1 Tf.
Acipenser mikadoi, 30—31 Seitenschilder, D. 39—43, Nordjapan; Hilgen-
dorf, Sitzb. Ges. natf. Fr. 92 p. 98—100, Neue Stör-Art v. N. Jap.
Psephurus gladius, bis 2000 Pfund schwer bei Ischang, Pratt, Snows of
Tibet, p. 23.
Polyodontidae.
Dipnoi.
Sirenidae. Protopterus, Centralnervensystem, R. Burckhardt, Sitzb.
Ges. natf. Fr. Berlin, 92, p. 23—25.
Ceratodus forsteri, Lebensweise etc. Name „Burnett Salmon“ oder „Burra-
munda“ (missbräuchlich, weil für Osteoglossum). Fleisch schlecht. Bewohnt die
tieferen, sandigen Tümpel im Laufe der Bäche des Burnett-R. welche nicht
austrocknen. Auf dem Lande hilflos und nur, wenn in feuchter Verpackung,
längere Zeit ausdauernd. Athmet auch im Wasser atmosph. Luft; dies ist be-
sonders vortheilhaft für ihn, während der Zeit, wo durch Sand und faulende
Stoffe das Wasser schlecht wird. Nahrung Eucalyptus-Früchte. W.B. Spencer
Pr. r. soe. Viktoria (n. s.) IV pt. 1, pg. 81—84.
Spencer, On the habits of Ceratodus. Australian assoc. advance. science,
Meeting Jan 1892. Nature Vol.45 p. 425.
Elasmobranchii.
Chimaeridae. Chimaera monstrosa (die unvollständig ausgebildete Ei-
kapsel im Thier beobachtet), Lilljeborg, Sver. Nork. Fisk., III 527.
Chimaera, Eikapsel aus 410 Fd., Bengalen, 16°N., 81°0. Alcock, Ann.
Mag. (6) X 347.
Squali. A.Smith Woodward, The Evolution of Sharks’ Teeth. — Die
Zähne können phylogenetisch verschmelzen, u. zwar nebeneinander stehende (ontog.
gleichaltrige), woraus die Vermehrung der Spitzen resultirt (Diplodus), oder
hinter einand. steh. (ont. sich folgende), z. B. bei Cochliodus. Aber es können
die Spitzen sich auch phylogenetisch ohne Conerescenz vermehren an demselben
Zahn (bei den Notidanidae) — Natural Science I 671—5, 12 Xyl.
Lilljeborg behandelt als skandinavisch 11 Sp.: Carch. glaucus, Galeus
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 303
vulg., (Galeoe. arct.?), Lamna corn., Alop. vulpes, Sel. max., Seyllium can. u.
stell., Pristiurus catulus, Squalus acanthias, Spirax gunneri, Somn. mieroc.; Sver.
Norg. Fiskar III, p. 606 — 686.
Carcharias ellioti (Day, f. India Tf.189 Fig.1) bei Muskat, Boulenger,
Pr. 2. 8,,:9219.135.
Centrina salviani, 2 von N. W.-Spanien, 79 cm l., beschrieben mit Abb.
W.L. Calderwood, J. Mar. Biol. Assoc., II Nr.4 p. 322—4, Tf. 13.
Rajae. Lilljeborg führt 10 skandin. Rochenarten auf: Myliob. aquila,
Trygon. past., Raja rad., clav., eirc., full., nidrosiensis, lintea, batis, vomer.
Pteroplatea mierura, Embryo 29 mm ]., die Form sehr an Haifische er-
innernd, Abbild.; Kiemenfäden u. die uterinen Nährfilamente beschr. Die weitere
Entw. würde wohl Rhina-ähnl. Formen erzeugen u. danach Myliobatis-ähnliche.
Alcock, Ann. Mag. (6) X p.1—8, Tf.4. Embryonie history of Pt. mier. (= N.
Hist. notes „Investigator“ II Nr. 4).
Rhinoptera, abnorme Vermehrung der Längseiten der Zähne, u. zwar un-
symmetrisch nur auf einer Seite. Viell. ist Rh. polyodon nur eine monstrose
Form. W. Bateson, Numerical variation in theeth, Pr. z. soc. 92 p. 111—3, 3
Xyl. (2 copirt).
Trygon pastinaca var. marmorata, &, Gor&e (Senegambien), Notizen, Stein-
dachner, Denksch. Ak. Wiss. Wien, Bd. 59, p. 381, Tf. IV 1.
Tr. navarrae &, Shanghai; Steindachner, ebd. p.381 Tf. 5.
Tr. sinensis Z'\, bei T. walga, Shanghai; Steindachner, ebd. p. 382 Tf. 6.
Ueber Uterus-Trächtigkeit bei Trygon bleekeri vergl. Entw., Alcock,
obensipil..»
Cyelostomi.
Petromyzontidae. J. Beard. Notes on Lampreys and Hags (Myxine),
Anat, Anz., Jg. 7, p.59—60.
Petromyzon fluv., ausführliche Anat., Vogt u. Yung, Lehrbuch etc.
s. 8. 260).
G. B. Howes. On the affinities, Inter-relationships, and Systematie Po-
sition of the Marsiopobranchii. — Die Marsip. sind nach Vf. (mit Dohrn, Beard,
Huxley) gnathostome Vertebraten, wenn auch die Kalkzähne früh verschwinden
u. wohl nur den ausserhalb der Kiefer in der Mundhaut verbreiteten Zähnen von
Haien (Cestracion, Tfl.X 7), Stör-Larven ete. homolog sind. Sie sind nächst
verwandt mit den Teleostei, worauf die Pori abdominalis (auch bei Salmo etc.),
die Trennung des Hodens von der Niere (euthorchidischer Bau), die Rückbildung
der Genitalducte, der noch öfter hervortretende Hermaphroditismus, ferner Harn-
apparat und Hirnbau u. die Spur eines Spiracnlums hinweisen. Beide Abth. u.
die Dipnoi zus. bilden die euthorchidische Reihe, während Plagiostomen, Holo-
cephalen, Ganoiden, Amphibien nephrorchidisch sind. Die entgegengesetzte
Entw. der Hypophyse veranlasst den Vf. die Marsip. als Epibranchiata (Hypoph.
oben), allen übrigen F. den Hypobr. (Hypoph. unten) gegenüberzustellen. Ausser-
dem sind die Marsip. „Apterygia“, alle übr. F. Pterygophora. — Proc. and
Trans. Liverpool Biol. Soc. VI (Sess. 91—92) S. 122—147, Tf. 8—10.
Petromyzon fluviatilis, planeri u. marinus in Skandinavien, Lilljeborg,
Sver. Norg. Fiskar III p. 687—726.
504 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Lampetra spadicea, 27m l., von Tanganzieuaro (Mex.) beschr., Bean, Pr,
n. mus. XV p. 283.
Myxinidae. Lilljeborg behandelt Myxine glutinosa. Sver. Norg. Fis-
kar III, p. 727 — 744. \
R. H. Burne. Presence of branchial basket in Myxine glutinosa. Pr. z.
soc. London 92, p. 706-8 Tf. 45. — War von J. Müller noch nicht sicher nach-
gewiesen, ist aber vorhanden.
Leptocardii.
Amphioxus lanc., ausführl. Anatomie, Vogt u. Yung, Lehrb. ete. s.S....
Branchiostoma lanceolatum, vergl. Lilljeborg, Sver. och. Norg. Fiskar III
p. 744— 768.
„Branchiostoma elongatum at San Diego“ dort häufig, Eigenmann,
Amer. Natur. XXVI p. 70.
Fossile Fische.
Im Voraus mag erwähnt sein, dass inzwischen von dem Catalogue of the
Fossil Fishes Brit. Mus. der 3. (1895) und der 4. Theil (1901) erschienen sind,
womit dies Werk seinen Abschluss gefunden hat.
A. Andreae. Vorl. Mitth. üb. die Ganoiden (Lepidosteus u. Amia) des
Mainzer Beckens. — Amia kehreri. Liste der bek. Species von Amia u. Pappich-
thys. Verh. natw.-med. Ver. Heidelberg, (2) V (? 1893) p.7”—15, Abb.
F. Bassani, Ittioliti delle Marne di Salcedo e di Novale nel Vieentino.
—- Atti Ist. Veneto (7) III p. 1031— 45.
Fr. Bassani. Avanzi di Vertebrati inferiori nel calcare marnoso di Dogna
in Friuli. — Atti. Ace. Lincei Rendic. (5) I, 1. Sem. p. 284—7 Fig.
Montagu Browne. N. upon Colobodus, a Genus of Mesozoic Fossil Fishes.
— In den Rhaetic „bone-beds“ von Aust Cliff entdeckte Vf. Zähne u. Knochen
von Col. maximus (bisher nur aus tieferen Zonen in Engl. gefunden). — Rep.
Brit. Ass. Adv. Sci., 1891 p. 644—5.
E. W. Claypole. A new Gigantic Placoderm from Ohio. — Gorgonich-
thys clarki.n.g., nahe Dinichthys. Amer. Geol. X (1892) p.1—4, Abb.
E. W. Claypole. The Head of Dinichthys. Ebd. p. 199—207.
E. W. Claypole. A new Coccostean. — Üoccosteus cuyahogae, Abb.;
Devon, Ohio. Ebd. XI (1893) p. 167 —71.
E. W. Claypole. Structure of the American Pteraspidian, Palaeaspis
(Claypole); with Remarks on the Family. — Historisches über die Forschungen
inder Fam. Die G. Palaeaspis besitzt einen einfachen Rückenschild, einf. Bauch-
schild, einf. (oder. doppelte?) Lateralplatten und vielleicht Brustflossen (von
crossopterygischem Bau). — Qu. Journal Geol. Soc. London, Vol. 48 p. 542—561,
sXyl.
E. D. Cope. Syllabus of Lectures on Geol. and Paleont., Pt. III: Verte-
brata. Philadelphia 1891, 90 S., 60 Fig.
E. D. Cope. Vertebr. of the Tertiary and Cretac. Rocks of the N.-W-
in der Ichthyologie während des Jahres 1892, 305
Territory. — Rhineaster »Ahoeas (Silurid.) p.3. Amiurus cancellatus u. maconelli
p. 3—4 fig. 4—7 (Silurid.). Amia wAiteavesiana u. A. macrospondyla p.2 fig.1, 2.
— Contr. Canad. Palaeont. III 1891, 258. 14 Tf.
E.D.Cope. On anew Horizon of Fossil Fishes. — Abstr. Pr. Amer. Ass.
1891 (1892), p. 285. Süd-Dakota.
E. D. Cope. Contrib. to the Vertebrate Palaeontology of Texas. — Mi-
crodus dumbellii (Fam. Pyenodont.) p. 128. Proc. Amer. Philos. Soc. Philadelphia,
XXX 123—131.
E. D. Cope. On some new and little known Palaeozoic Vertebr. — Von
Catskill- u. Chemung-Ablagerungen. Ostracophori: Holonema Aorridum p. 222
Tf. VO Fg. 1 (Ventralplatte), H. rugosa (Fg. 2 desgl.), Bothriolepis minor. Dipnoi:
Ganorhynchus oblongus p. 225. Teleostomata: Coccosteus macromus p. 225, Mega-
lichthys macropomus p. 226 Tf. VIII (Schädel), (2) Holoptychius flosus p. 228
Tf. VII 3 (Schuppe). Ebd. p. 221—9 Tf.7, 8.
A.R. Crook. Ueb. einige foss. Knochenfische aus d. mittl. Kreide von
Kansas. — Beschr. des Materials d. Münch. Samml. Ichthyodectidae (nom. n.
für Saurodont. bez. Saurocephal.) nächst verwandt mit Clup., Osteogloss. u. be-
sonders Salmonidae. Ichthyodectes anaides p. 111 T£. 15 (Kopf, Brustfl.), I. poly-
microdus p.112 Tf.16. Portheus molossus p. 114, Kopf u. Wirbel Tf. 18, Schulter-
gürtel Tf.17 (u. von P. thaumas u. spec. Tf.18). Uebersicht aller Spec. der
3 bek. Gatt.: Porth. (8), Ichth,. (8) u. Daptinus (2) pg. 122—4. — Zittel, Palae-
ontographica, Bd.39 S. 107—124 Tf. 15-18, 1 Xyl.
A. Daimeries. Notes ichthyologiques. — Galeus lefevrei, Eocän, Brüssel.
— Bull. Soc. Malac, Belg. (4) VL, 1891 p. LXXV.
J. W. Davis. Fish-remains of the Coal Measures of Brit. Isl. Pt.1: Pleura-
canthidae. — Geschichtliches über die Erforschung der Fam. Pleuracanthus
laevissimus, ausf. Besch. u. Abb. (zu Pleura. auch Stemmatodus, als Dornen-
bildungen auf den Kiemenbögen); von 14 andren Spec. der Kopfstachel beschr.,
neu: undulatus, howsei, Ihomsoni, obtusus (für Phricacanthus biserialis 79), ser-
ratus, woodwardi; Anodontacanthus acutus u. obtusus (Kopfst.) beschr. Fast
alle abgebildet. — Sci. Trans. R. Dublin Soe. (2) IV, p. 703—748 Tf. 65—73. —
Ref. von A. Sm. Woodw.: Geol. Mag. (3) X p. 72.
R. Etheridge jun. and A. S. Woodward. On the oceurrence of the
g. Belonostomus in the Rolling Downs Formation (Cretaceous) of Central Queens-
land. — Bel. sweeti, Trans. Roy. Soc. Victoria. Melbourne, p. 1—1, Pl.I.
O0. Jaekel. Ueber Dichelodus Gieb. u. einige Ichthyodorulithen, e. Ent-
gegn. an Herrn A. Sm. Woodward. — Betrifft Missverständnisse W’s. betreffs
der J.schen 3 Dorsalstachel-Typen (Cestrac., Acrodont., Chimaer.), dazu Fig.1;
ferner das Vorkommen unsymmetrischer Stacheln bei Selachiern (Fig.2) und
endlich die Vereinigung der Cochliodonten mit den Trachyacanthiden durch
Jaekel. — N. Jahrb. für Min. Geol. u. Pal, Jg. 1892, Bd. I p. 145-151,
2 Fig.
O. Jaekel. Ueb. mikroskop. Untersuchungen im Gebiet der Palaeontolo-
gie. — Deren Werth für Bestimmung der Zähne, Stacheln etc, für Studium
der Phylogenie. Die Torpediniden u. Rajiden durch einfache Pulpahöhle der
Zähne nah verwandt, die Trygoniden dagegen wegen des maschigen Zahnkeims,
den Myliobat. anzuschliessen, so auch die Cestraciont. Ursprünglich nur netz-
förmige Zahnpulpa nebst Vasodentin. Die scharfe Scheidung zw. Dentin u.
Arch. f. Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd. II. H.1. 20
306 F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Schmelz bildet sich erst bei höheren Typen aus. — N. Jahrb. f. Min., Geol.,
Pal. 1891, I, 178—198.
O. Jaekel. Cladodus u, seine Bedeut. f. d. Phylogenie der Extremitäten.
— Ergänzung v. Newberry’s Beschr. des Cl. kepleri. Der Mangel eines Archi-
pterygium bei so alten Fischen (Unter-Carbon) spricht gg. die Entsteh. der Ex-
tremit. aus e. Arch, Abb. des verkalkten Sklerotal-Ringes, der ein atavist.
Merkmal darstellt, während sonst Clad. wesentlich ein Selachier ist. — Szb. Ges.
natf. Fr., Berlin, 92 p. 80— 29.
O. Jaekel. Bem. zu Reis’ Notiz.: „Zurechn. der Acanthod. zu d. Selach.“
u. über Chalcodus permianus. — Der Ch. p. ist das Gebiss zu Menaspis. — Ebd.
p. 156.
F. A. Lucas. On Carcharodon mortoni Gibbes. — Ist syn. zu C. megalodon
Ag. — Proc. Biol. Soc. Washington VII 151—2.
Newberry. In Lohest’s Sammlung constatirt Newb., dass belgische Funde
(2 Dinichthys, 2 Dipterus, Holoptychius, Bothriolepis) dieselben oder ähnliche
Species ergeben, wie sie aus America bekannt. — Ann. soc. Geol. Belg. T. XVI.
E. T. Newton. Note on a n. sp. of Onychodus from the Lower Old Red
Sandstone of Forfar, Scotland. — Onych. scoticus n. sp. (Orossopterygiü). — Geol.
Mag. (3) IX p. 51, 52, Abb.
T. J. Parker. Reste eines foss. Schwertfisches in Neuseeland. Tr. Pr.
N. Zeal. Inst. Vol. 24, p. 713 (3 Zeilen).
Hans Pohlig. Altpermische Saurierfährten, Fische u. Medusen, Friedrich-
roda. — Lepidopterus n.g., Vorläufer von Semionotus u. Lepidotus; L. crassus
TA. VII, 3, p.63. Amblypterus traguairi, VII 4, p. 63. — Festschrift zum 70.
Geburtstag Leuckarts, Leipzig, 1892, 4°.
O. M. Reis. Zur Osteologie u. System. der Belonorhynchiden u. Tetra-
gonolepiden. — Crossopterygier, Fam. Belonorh.: Sauwrorkynchus n. g. für
Belonorhynchus acutus Ag. (p. 145) (Abb. S. 149), Saurichthys gypsrp/.ilus p. 153
(Abb. p.149), S. striol., tenuir., gypsophilus, macroceph., gigas, gracilis etc.,
Merkmale für Saurorh. u. Saurichthys (p. 155). Stellung der Fam. Belon. im
System (Crossopt., nicht degener. Chondrostier), p. 157. Il. Lepidostei, Fam.
Tetragonolepidae (non Daped. aut Stylod.). Tetrag. semieinetus (Fig. 11) p. 164.
Anhaug über Dorypterus (Fig. 10) p. 167. — Geognost. Jahreshefte, Cassel IV,
1891 p. 143—171.
Reis. Zur Osteologie der Coelacantbinen. 1. Theil (Rumpfskel., Schädel u.
Wangen, Kiemenbogen, Schultergürtel, Becken, Integument u. innere Org.). —
Morphol. Betrachtungen über die dreitheilige Schwanzflosse, die gepanzerte
Schwimmblase ete. — Diss. München 1892 8° 39 S., 2 Tf.
Reis. Die Zurechn. der Acanthodier zu den Selachiern. — Stellt die 10
Gründe dafür zus, worunter aber nicht das Verhalten des Seleroticalrings.
Sitzb. Ges. ntf. Fr. Berlin, 92 p. 153—6.
J. V. Rohon. Die obersilurischen Fische von Oesel. 1. Theil. Thyestidae
u. Tremataspidae. — Tremataspis schmidti (p. 36), mickwitzi (p. 56), simonsoni
(p. 63). Thyestis verrucosus von Oesel, Beschr., Abb., p. 15, Tf. I, II. Mem,
Acad. Petersb., T.38 Nr.13, 88 S., 2 T£f.
J.V.Rohon. Ueber Pterichthys. — Verh. Russ. Min. Ges., Petersb., Bd. 28,
Taf. 7, p. 292—316.
in der Ichthyologie während des Jahres 1892. 307
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H. E. Sauvage. Rech. sur les Poissons du Lias Superieur de l’Yonne.
Zone ä Ciment de Vassy. — Caturus gigas (pg. 74, Tf. VII), retrodorsalis (pg. 79
Tf. IX); C. chaperi u. stenoura Abb. Tf.6 u.8. Leptolepis affinis p. 389 Tf. 16,
autissiodorensis p. 393 Tf. 16. Pholidophorus gaudryi p. 398, Tf. 17. — Bull.
Soc. d’Hist. d’Autun IV 1891, p. 59—81, Tf. 6-9 u. V 1892 p. 386—399,
IRRE; 7:
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Public. von Sm. Woodward. — Proces-verb. Soc. Belge de Ge£ologie V, p. 114
— 128 u. 142—157.
R. Storms. Sur le Cybium (Enchodus) Bleekeri du Terrain bruxellien.
— Ebd. VI, Memoires, pg. 3—14, Tf.I. Enthält auch Abb. des Schädels von
Cybium caballa u. regale.
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1 Asterolepis, 3 Pterichthys (statt 5 in 1888). Bothriolepis 5 Sp., wovon lepto-
chirus neu; giganteus wird zu major gebracht. Microbrachius 1 Sp. — Pr. Roy.
Physic. Soc. Edinb. Vol. XI 283—6. (Gelesen 1890, ersch. 1893).
R. H. Traquair. Notes on the Devonien Fishes of Campbelltown and
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Woodw.) p. 145. Bem. üb. Phlyctaenaspis acadida, p. 147 (Xyl.), Cephalaspis
exi n.sp., p. 147; Bem. üb. C. campbellt. p. 146. Protodus jexi n. sp. p. 145
(ef. Woodward). Cheiracanthus? costellatus p. 146. Geol. Mag. (3), X, p. 145—
149. 1893.
R H. Traquair. On a new Palaeoniscid Fish, Myriolepis hibernicus from
the Coal-Measures, Kilkenny, Ireland. Geol. Mag. (3) X 1893, p. 54—56, Pl. 3.
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Collection“ of Fossils. Ann. Scott. Nat. Hist. I 1892, p. 31—39.
R. H. Traquair. A new Fossil Fish from Dura Den. — Gyroptychius
heddlei, unt. roth. Sandstein. — Ann. Scott. N. H. I p. 233—)5.
L. Vaillant. Sur le genre Megapleuron. — Schuppen ähnlich wie Cera-
todus, wozu eher als zu Ütenodipt. gehörig. — C.r. Ac. Paris, T. 114, p. 1083
— 1084.
J.F. Whiteaves. Contr. to Canadian Palaeontology. Vol.I pt.4. The
Fossils of the Devonian Rocks of the Islands, Shores .... of Lakes Manitoba
and Winnipegosis. — Aspidichthys (?) nobilis p. 354, Tf. 47 fig. 1. — Dinichthys
canadensis p. 353, Tf. 46, fig. 12.
A.S. Woodward. The Fore-runners of the Backboned Animals. — Die
Marsipobranchier (Palaeospondylus) sind als alt erwiesen und die Ostracodermen
gleichfalls. Weiteres noch nicht erkennbar. Schilderung und Abb. von Palaeo
spondylus, Cyathasp., Pteraspis, Tremataspis, Cephalaspis, Pterichthys, Acan-
thaspis als primitive Chordaten. — Natural Seience I p. 596—602.
A.Sm. Woodward. On a skeleton of a Chimaeroid Fish (Ischyodus) from
the Oxford Clay of Christian Malford, Wiltshire. — Ein ziem]. vollst. Ex. von
Ischyodus egertoni. — Ann. Mg. (6) IX p. 94—9%.
A.Smith Woodward. On some Teeth of new Chimaeroid Fishes from
the Oxford and Kimmeridge Clays of England. — Pachymylus n.g. leedsi
20*
308 F. Hilgendorf.
p.13, Fig. 1,2; Brachymylus n.g. altidens p. 14, minor p. 15, Elasmodectes
secans p. 16, Fig. 3. — Ann. Mg. (6) X p. 13—16, Tf. III.
A. Smith Woodward. Remarks on the Lower Tertiary Fish Fauna of
Sardinia. — Als Ergänzungen zu Bassini’s Publ. (von 1891) üb. die Lager bei
Cagliari weist Vf. nach das Vorhandensein von Scymnus, Oxyrhina desori, Galeus,
Aprionodon u. (?) Physodon, durch Zahnfunde u. von Trygon durch Hautschilder.
Teleosteer-Reste schwer entzifferbar (Scomberoiden, Labroiden, Holocentrum n. sp.,
Zähne von Chrysophrys, Sargus etc. u. Balistes spec.). — Rep. 61. Meeting Brit.
Ass. for Advanc, of Science, Cardiff Aug. 91, Lond. 1892. 8°. p. 634—635.
A.S. Woodward. On the lower Devonian Fish-Fauna of Canıpbelltown,
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Cephalaspis campbelltownensis p.4, Tf.16; Diplodus problematicus p. 2, Tf.I2;
Acanthodes semistriatus p. 3, Tf. 13; Gyracanthus incurvus p. 2, Tf. 14,5. Geol.
Mag. (3) IX p.1—6, Tf. 1.
A.S. Woodward. Further Contrib. to know. of the Devonian Fish.-F,
of Canada. — Diplacanthus horridus p. 482, Tf. XIII1; Coccosteus canadensis
p. 483, Taf. XIII 2; Bothriolepis canadensis (üb. dessen Kiefer) p. 484 (Fig.).
Protodus n.g. für e. Elasmobranchier-Zahn p.2 Tf. Il (von Traquair darauf
als Pr. jexi benannt, s. ob.). — Geol. Mg. (3) IX p. 481—5, Tf. XIII.
A.S. Woodward. Descript. of the Saw-fish Sclerorhynchus atavus. Ebd.
529—34, Taf. 14.
A.S. Woodward. Supplementary observations on some Fossil Fishes
of the English Lower Oolites. — Ctenolepis cyclus, Abb. von Ag.'s Original.
Mesodon rugulosus Ag. p. 239, Tf. IV 2—4. Ischyodus emarginatus Eg. p. 238
Tf.IV1. — Proc. Geologists’ Assoc,, London, XII (1892) p. 238—241, P. IV,
Fig. 5—8.
Bericht
über
die geographische Verbreitung, die Systematik
und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894.
Von
Dr. W. Kobelt.
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ken, besonders über einige Varietäten von Odontostomus striatus.
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p- 9, 16, 29 u. 47.
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— Note on Liparus. Ibid. v. 8 p. 35.
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— Nachträge zu dem Aufsatze von F. Neumann: die Mollusken-
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— über einige von Herrn Dr. Sturany auf der Balkanhalbinsel
erbeutete Nacktschnecken. In: Ann. Hofmus. Wien, v.9 p. 391.
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894. 319
— über zwei neue Echinospira-Arten. In: Ber. Ges. Leipzig,
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Appendix, ibid. p. 366).
— a List of the Bornean Species of the Genus Opithostoma,
and Descriptions of four new Species. In: Ann. Nat. Hist., ser. 6
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— a list of the Land and Freshwater Mollusca collected by
Dr. J. W. Gregory in East Afrika during his Expedition to Mount
Kenia, with description of a few new species. In: P. malac. Soc.
London, v.1 p. 163—168.
— on some new species of shells from New Zealand and
Australia, and remarks upon some Atlantic forms occurring in deep
water off Sydney. In: P. malac. Soc. London, v.1 p. 57-60.
— on the Land Shells of Western Australia. Ibid. p. 84—99.
— Note on the variation and distribution of Bulimus oblongus
Müll. = Ipid. p. 131.
— on a small collection of Land and Freshwater Shells from
Oman, Arabia. Ibid. p. 141.
— on the Land Shells of the Sulu Archipelago. In: Ann,
nat. Hist., ser. 6 v.13 p. 48.
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the Indian Ocean. Ibid. p. 39.
— Description of twelve new species chiefly from Mauritius.
Ibid. p. 41.
320 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
— new Shells from Mauritius. Ibid. p. 45—47.
— Description of three new species of Ampullaria. Ibid, p. 48.
— Note on Voluta bednalli Braz. Ibid. p. 49.
— Descriptions of new Species of Marine Shells from Hong-
kong. Ibid. p. 153, 159, with pl.
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I. Geographische Verbreitung.
4A. Binnenconchylien.
1. Palaearktisches Gebiet.
Boettger wendet sich energisch gegen die Ansicht Pilsbry’s,
dass alle fossilen Heliciden Europas paläarktischen Gattungen an-
gehören; er hält besonders an dem Vorkommen von Chloritis fest
und sieht in Helix damnata und ihren eocänen Genossen entschiedene
Verwandte der westindischen Dentellaria und Caracolus.
Westerlund beschreibt zahlreiche neue Arten aus den ver-
schiedensten Theilen des Gebietes; sie sind unten namhaft ge-
macht.
Locard (3) giebt eine Revision der europäischen Bythinia und
beschreibt zahlreiche neue Arten. — Von des Referenten Fort-
setzung von Rossmässlers Ikonographie ist, die erste Doppellieferung
des siebenten Bandes der neuen Folge erschienen.
Scandinavien. Westerlund beschreibt neue Arten aus
Schweden und Finland.
England. Von Taylor’s Monographie der englischen Binnen-
conchylien ist der erste Band erschienen. Swanton giebt eine
Liste der englischen Pisidien und behandelt die Verbreitung der
Nacktschnecken in England. — Lokalfaunen geben: vom Lake
Distrikt Farrer, vom Bowdon Distrikt Milne & Oldham, von
Barra und den schottischen Inseln Scott, von Wychling in Kent
Swanton, von Cheshire Milne & Oldham, von East-Norfolk
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894. 3923
Pearce & Mayfield; — Bemerkungen über einzelne Arten machen
Swanton, Cockerell, Adams, Collinge, Daniel.
Deutschland. Goldfuss zählt die Molluskenfauna des Salz-
sees bei Mannsfeld auf. — Löns berichtet über eine Anzahl Funde
im hannoverschen Oberharz. — Pässler weist Pupa ronnebyensis
West. auch von Oderberg in der Mark und vom Öscher Walde im
Kreise Schwetz in Westpreussen nach, so dass sie nunmehr von
‘vier weit von einander getrennten Fundorten in Norddeutschland
bekannt ist. — Simroth giebt zahlreiche Nachträge zu Neumanns
Molluskenfauna von Sachsen. — Geyer giebt eine Uebersicht der
württembergischen Mollusken; — Merkel eine Fauna von Schlesien;
Kobelt einige Nachträge zur Molluskenfauna von Nassau. — Löns
giebt eine Zusammenstellung der Molluskenfauna Westfalens.
Böhmen. Ulicny veröffentlicht die dritte Abtheilung der
Mollusken von Böhmen; sie umfasst die Succinidae, Auriculidae,
Limnaeidae, Truncatellidae, Valvatidae und Paludinidae.
Frankreich. Locard (4) hat die Fauna von Frankreich
monographisch behandelt mit zahlreichen Abbildungen neuer Arten.
— Derselbe (5 u. 6) fügt einige neue Bivalven hinzu und beschreibt
(8) auch eine Anzahl neuer Arten aus der Pariser Wasserleitung.
— Coutagne erörtert die Synonymie der französischen Cyclosto-
midae. — Fagot beginnt die Veröffentlichung einer Fauna der
Mollusken des Dep. Aude. — Dumas behandelt in einer mir nicht
zugänglich gewordenen Arbeit die Mollusken des Allier. — Pie-
quenard erörtert die Frage nach der Herkunft der Helix quimperi-
ana in der Bretagne.
Luxemburg. Die Arbeiten von Ferrant und Reisen sind mir
nicht zugänglich geworden.
Alpen. Gallenstein giebt eine äusserst sorgsame Bearbeitung
der Bivalven Kärnthens und ihrer Verbreitung; er erklärt alle
Unionen für Varietäten von Unio pietorum und batavus, alle Ano-
donten für solche von cygnea und piscinalis, welche schon in ihren
Jugendformen gut zu trennen sind. — Derselbe hat auch die Naja-
deen des Isonzo-Gebietes monographisch bearbeitet und führt sämmt-
liche Wandelformen zurück auf Unio requienii, Microcondylaea
bonellii und Anodonta cygnea. — Martens erörtert das Vor-
kommen von Campylaea preslii, Clausilia bergeri, Pomatias septem-
spiralis, Pupa pagodula und Patula rupestris, welche sich in der
nördlichen und südlichen Kalkzone finden, aber in der Centralzone
fehlen. — Gredler giebt ein neues Verzeichniss der Mollusken von
Tirol und Vorarlberg. — Pfeiffer macht einige Bemerkungen über
neue Varietäten alpiner Mollusken. — Ulrich giebt eine Fauna
der Kantone Appenzell und St. Gallen.
Siebenbürgen. Kimakovicz behandelt in einem Nachtrag
zur siebenbürgischen Fauna die Ölausilien-Sektion Alopia mono-
graphisch; er bemüht sich überall den faktischen Mittelpunkt der
Formenkreise herauszufinden und an die Stelle des „historischen“
21*
324 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung
Typus zu stellen, wodurch sehr eigenthümliche Verschiebungen in
der Nomenclatur erfolgen.
Iberische Halbinsel. Drouöt behandelt in einer ausführlichen
Arbeit die Najadeen der Halbinsel, Nobre die des nördlichen
Portugal. Zwei neue Nacktschnecken beschreibt Simroth.Einzelne
neue Arten beschreiben Locard, Westerlund, Kobelt.
Italien. Monterosato zählt die Mollusken des Mte Pellegrino
bei Palermo und seiner nächsten Umgebung auf. — Picaglia giebt
Lokalverzeichnisse der Provinzen Modena und Reggio und der Um-
gebung von Frignano. — Meli erörtert das Vorkommen von Iberus
signatus in der Provinz Rom. — Caruana Gatto zählt die Nackt-
schnecken von Malta auf.
Nordafrika. Neue Helix aus Marocco beschreibt Dautzen-
berg, eine neue Hyaline aus Algier Westerlund.
Balkanhalbinsel. Sturany hat Gelegenheit gehabt, in einigen
noch nie erforschten Gegenden von Albanien zu sammeln und hat
namentlich in dem Quellsee des Drin eine sehr interessante Re-
liktenfauna gefunden. — Simroth beschreibt drei neue Agriolimax
von der Balkanhalbinsel.
Griechenland. Boettger zählt die Binnenconchylien von
Cerigo und Cerigotto nach den Sammlungen von Leonis auf. Cerigo
hat 17 sp., darunter 1 n. sp. und eine n. var. von Clausilia, Ceri-
gotto 12 sp., darunter auffallender Weise Leucochroa caudidissima
in einer eigenen Form, Cressa, Xerophila und Albinaria in je In.
sp. Nach der Aufzählung der Arten erscheint die Meeresstrasse
zwischen den beiden Inseln sehr alt, nur 4 weitverbreitete Arten
sind gemeinsam; jünger ist der Einbruch zwischen Cerigotto und
Kreta, am jüngsten die Strasse zwischen Cerigo und dem Pelopones.
— Chaper beschreibt einige neue griechische Unionen — Mehrere
neue griechische Arten hat Westerlund.
Vorderasien. Naegele zählt aus der Umgebung von Tokat
am oberen Jeschil-Jrmak 15 sp. auf (2 n. sp., In. var.) — Rolle
beschreibt drei neue Levantina von Cypern, eine Macularia aus
Lycien und einen Zonites von der Insel Meis. — Neue Süsswasser-
arten aus Syrien und Palästina beschreibt Dautzenberg. — Be-
merkungen über einige Arten aus der Gegend von Jerusalem macht
Knight.
CGanarische Inseln. Zwei neue Arten von Tenerife beschreiben
Ponsonby & Sykes. — Notizen über einige Nacktschnecken der-
selben Insel giebt Krause.
Centralasien. Clessin beschreibt 3n. sp. und 2 n. var. aus
dem Gebiet des Issikul-Sees. — Eine Anzahl neuer Arten ver-
öffentlicht Westerlund.
2. China und Japan.
China. Boettger & Schmacker beschreiben zahlreiche neue
Phaedusa. — Bachmann & Gredler zählen eine Anzahl neuer
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894. 325
Arten auf. — Schmacker & Böttger beschreiben eine Anzahl neuer
Landschnecken.
Korea. Martens (6) beschreibt 9 n. sp. Melania und 4 n. sp.
Unio von der Halbinsel.
Japan. Pilsbry giebt die Diagnosen einiger neuer Arten,
Martens die einer Helix.
3. Tropisches Asien.
Die vulkanische Insel Damma, ziemlich isolirt zwischen Timor
und Tenimber gelegen, ist von dem englischen Schiff Penguin be-
sucht und wenigstens im Küstengebiet zoologisch untersucht worden.
Smith (1) beschreibt von dort 7 Landschnecken, davon 4 (Macro-
chlamys, Xesta, Eulota und Chloritis) neu, eine Corasia mit Tenimber
gemeinsam; ferner je 1 Art von Cassidula, Neritina und Septaria.
— Sykes erörtert die Clausilien von Sangir und Tumbava (1n. sp.).
Vorderindien. Godwin-Austen & Beddome beschreiben
fünf neue Deckelschnecken; — Ponsonby eine Nanina aus den
Khasi-Hills.
CGeylon. Jousseaume giebt eine Zusammenstellung der von
Simon auf Ceylon gesammelten Land- und Süsswasserschnecken; die
neuen Arten werden unten aufgezählt. (Die Systematik ist nicht
überall einwandfrei.)
Hinterindien. Möllen dorf zählt die Fauna der Insel Samui
(politisch zu Siam, faunistisch zu Malacca gehörend) auf und be-
schreibt 18 n. sp.
Java. Martens (3) macht einige Bemerkungen über Land-
schnecken von Java.
Sumbava. Eine neue Clausilie beschreibt Sykes.
Borneo. Smith (3) zählt 15 Sp. Opisthostoma von der Insel
auf (4 n. sp.). — Einen neuen Amphidromus beschreibt Boettger.
— Brot beschreibt mehrere neue Melanien von Nordborneo, Labuan
und Palawan. — Smith (10) erörtert die Fauna der am Nordwest-
ende von Borneo gelegenen Natunas-Inseln; von 34 Arten sind 18 en-
demisch, 7 mit Borneo gemeinsam, 4 mit Malacca, 2 mit beiden. —
Derselbe behandelt die auf Borneo vorkommenden Paludomus
(ln. sp.). — Zwei neue Helix bei Kobelt (im Conchylien-Oabinet).
Sulu-Inseln. Umfassende Arbeiten über die Fauna dieses
wenig bekannten Gebietes mit zahlreichen neuen Arten geben Smith
(9) und Möllendorff.
Philippinen. Eine grosse Anzahl neuer Arten beschreiben
Quadras & Möllendorff. — Zwei neue Arten Cochlostyla giebt
Jousseaume.
Mariannen. Nach den von Quadras auf einer eigenen Sammel-
reise gewonnenen Resultaten beschreiben Quadras & Möllendorff
47 n.sp. aus diesem Archipel. Vertreten sind die Gattungen Lampro-
eystis, Patula, Endodonta, Partula, Tornatellina, Vertigo, Succinea,
Melampus, Palaina, Omphalotropis (14 n. sp.), Heteropoma (6 sp.),
Quadrasiella, Truncatella (6 sp.), Georissa (3 sp.)
326 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
4. Afrika.
Südafrika. Mellvill & Ponsonby beschreiben 15 n. sp. aus
Kapland, Natal und Transvaal. — Eine neue Melania (crawfordi)
von Middelburgh in Transvaal beschreibt Brot.
Ostafrika. Smith (4) zählt die von Dr. Gregory gesammelten
Arten auf (22 sp., 4n. sp.) — Sturany hat die von Baumann ge-
sammelten Arten aus Massailand und aus dem Gebiet des Victoria,
Tanganyika und Mangara bearbeitet, 30 Arten und Varietäten (3.n.
sp.). Der Arbeit angehängt ist ein vollständiges Literaturverzeich-
niss. — Ancey behandelt in drei verschiedenen Arbeiten die Aus-
beute des Mgr. Lechaptois vom Nyassa und Schire, sowie Mollusken
vom Tanganyika und vom Kilimandscharo. — Zahlreiche neue
Arten beschreibt Martens (1); zwei neue Nacktschnecken aus
Usambara Simroth.
Südarabien. Drei neue Arten von Oman beschreibt Smith
(8), einen neuen Buliminus Jousseaume.
Tropisches Westafrika. Einige neue Achatiniden beschreibt
Kobelt. — Ueber die Fauna der Guineainseln machen Girard
und Nobre wichtige Mittheilungen mit zahlreichen neuen Arten. —
Die Aetherien des unteren Kongo erörtert Simroth. — Eine neue
Nacktschnecke von Angola bei Nobre.
5. Madagascar.
Dautzenberg zählt die Mollusken auf, welche Alluaud um
Diego Suarez, an der Nordspitze von Madagaskar, gesammelt hat
(28 sp., davon 12.n. sp.).
6. Molukken & Melanesien.
Molukken. Martens (3) macht Bemerkungen über die Fauna
von Ambon; Kobelt (im Conchylien-Cabinet) beschreibt eine neue
Phania von Halmahera.
Neu-Guinea. Fünf neue Arten von der Insel Djimna beschreibt
Kobelt. — Einige Bemerkungen zur Fauna von Neu-Guinea machen
Hedley und Martens.
Neu-Caledonien. Crosse gibt eine vollständige Zusammen-
stellung der extramarinen Fauna von Neu-Caledonien, zunächst
eine historische Uebersicht der Erforschungsgeschichte, dann eine
Uebersicht der zu Unrecht aus Neu-Caledonien aufgeführten Arten,
nach welcher die Gattungen Helix, Amphidromus, Partula, Ampullaria,
Amphibola, Pirena, Batissa aus der neucaledonischen Fauna ver-
schwinden, und eine Aufzählung und Besprechung sämmtlicher Arten
(In.gen. Ougapia). Die Gesammtzahl der Arten beläuft sich auf
358, zu denen noch 3 eingeschleppte kommen. Die Molluskenfauna
hat sehr viel Eigenthümliches: Die ächten Placostylus, von denen
der Autor 35 sp. anerkennt, der Reichthum an Testacelliden (9 sp.
Diplomphalus, 20 sp. Rhytida), die Melanopsis. Die amerikanischen
Züge dürften auf falscher Auffassung der Verwandtschaft beruhen
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1894. 327
(Bulimulus, Amphicyelotus, Lyogyrus); die wirkliche Verwandtschaft
deutet auf Neu-Seeland, das auch Placostylus und Melanopsis be-
sitzt, doch beweist das völlige Fehlen von Latia und Unio eine
- sehr frühzeitige Abtrennung. Geringer sind die Beziehungen zu den
Neuen-Hebriden, noch geringer zu den Salomonen- und Viti-Inseln,
mit Süd-Australien sind nur einige Gattungen (Rhytida, Athoraco-
phorus, Ameria, Tornatellina, Diplommatina und Melania subg.
Plotiopsis) gemeinsam. — Drei neue Arten beschreibt Dupuy.
Tonga-Inseln. Eine neue Melania von Tongatabu beschreibt
Brot.
Neu-Seeland. Einige Bemerkungen zu seiner Aufzählung der
neuseeländischen Arten (cfr. Bericht 1393 p. 488) macht Suter in
verschiedenen Arbeiten. Derselbe erörtert ausführlich die Be-
ziehungen der neuseeländischen Fauna zu der tasmanischen und
südafrikanischen. — Üollinge beschreibt eine neue Janella von der
Nord-Insel.
7. Australien.
Tate hat die von der zur Erforschung des centralen Australiens
ausgesandten sogenanten Horn-Expedition gesammelten Mollusken
bearbeitet. Die von ihm auf botanische Gründe hin unterschiedene
Larapintine-Region ergab 25 Arten, von denen nur 4 weiter ver-
breitet, 5 mit solchen der Nachbargebiete eng verwandt, 16 im
strengsten Sinne endemisch sind. Sie schliessen sich viel enger an
die des tropischen Westaustralien an, als an die von Queensland.
Charakteristisch sind vier neue Angasella. Der Autor nimmt an,
dass das Centralgebiet schon vor der Kreideperiode Land war und
in der älteren Kreideperiode eine der Inseln bildete, aus denen
Australien entstand; im Pliocän war eine für Schnecken passierbare
Landverbindung vorhanden, während welcher die Badistes, Chloritis,
Angasella einwanderten, dann begann die heutige Wüstenperiode,
welche das Gebiet völlig abschloss und die Mollusken wie die
Pflanzen an die Südabhänge der Hochflächen und in die schattigen
Schluchten drängte, in denen sie sich bis auf unsere Zeit in isolierten,
durch weite Zwischenräume getrennten Kolonien erhalten haben.
Die neuen Arten werden unten namhaft gemacht. Ihre Anatomie
mit völliger Aenderung der Gattungsnamen gibt Hedley in einem
Anhang.
Hedley (2) versucht die australische Molluskenfauna in ihre
verschiedenen Bestandtheile nach dem Alter zu zerlegen. Der älteste
Theil, die autochthone Fauna, ist schon vor der Kreidezeit ein-
gewandert und hat ihren Weg wahrscheinlich über Timor genommen;
dann folgt die eurynotische, die auf eine südamerikanische (oder
wohl südliche) Quelle hinweist und Tasmanien vielleicht erst in der
Miocänperiode erreichte, nnd schliesslich wanderte in der späteren
Tertiärzeit das papuanische Element von Norden her nach Queens-
land ein.
E. Smith (6) zählt die Landschnecken von Westaustralien auf;
“
328 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
es sind hauptsächlich Arten von Rhagada, Hadra, Patula und Li-
parus; von Deckelschnecken sind nur 4 Arten vorhanden. Die Fauna
erscheint ungemein selbständig und hat sich offenbar schon seit
früherer Zeit selbständig entwickelt.
Martens beschreibt einen neuen Helicarion von Queensland.
— Hedley bespricht die australischen Grundlachia. — Derselbe
beschreibt zahlreiche neue Arten, eine neue Helix Bednall.
8. Amerika.
Nearktisches Gebiet. Sampson (1) führt 11 südliche Arten
an, welche dem Mississippi folgend bis Missouri vorgedrungen sind.
— Die Variation von Helix appressa erörtert Wetherby (1). —
Einige Bemerkungen über Schnecken aus Arkansas macht Samp-
son (2). — Wetherby (3) zählt 34 am Roan Mountain in der
Nähe von Cincinnati gesammelte Arten auf. — Call erörtert ein-
gehend unter Beigabe von Karten die Verbreitung der nordameri-
kanischen Vivipariden; er erkennt als Arten an 2 Tulotoma, 4 Vivi-
para, 2 Lioplax, 9 Campeloma. — Pilsbry (10) erörtert die nord-
amerikanischen Carychium. — Squyer gibt ein Verzeichniss der
Mollusken von Mingusalle in Montana (keine n. sp... — Prime
zählt die Fauna von Long Islands, N. Y., auf (keine n. sp.); Gar-
diner macht einige Zusätze zu dieser Liste. — Call (2) behandelt
die Mollusken von Indiana (58 Landschnecken, 47 Süsswasser-
schnecken, 102 Bivalven),. — Einen neuen Vertigo aus Michigan
beschreibt Sterki. — Walker zählt die Mollusken aus dem
Saginaw-Thal in Michigan auf; — Pilsbry die aus dem Potomac-
Thal; — Stupakoff die von Alleghany County. — Sargent gibt
einen Sammelbericht aus Alabama.
Canada. Taylor giebt eine vorläufige Liste der canadischen
Mollusken. — Hanham zählt die Arten von Ontario Cty. auf.
Californisches Gebiet. Pilsbry beschreibt eine neue Epi-
phragmophora von San Juan del Norte; — Cooper eine neue
Melaniella aus Unterkalifornien.
Jamaica. Henderson zählt 248 von ihm auf Jamaica ge-
sammelte Arten auf (keine n. sp.) — Cockerell& Larken haben
grösseres Material von Veronicella anatomisch untersuchen können,
und kommen zu der Ansicht, dass V. virgata Ckll. nur Varietät
von sloanei ist. — Simpson (2) behandelt in einer ausführlichen
Studie die Verbreitung der westindischen Pulmonaten und die
Schlüsse, welche sich aus derselben auf ehemalige Landzusammen-
hänge ziehen lassen. — Derselbe (3) giebt einen Sammelbericht
aus Jamaica.
Central-Amerika. Die in 1894 erschienene Abtheilung des
grossen Werkes von Fischer & Crosse behandelt die Pelecypoda.
Florida. Der floridanische Orthalicus gehört zu melanocheilus
Val, nicht zu undatus Brug. Pilsbry (9) p. 37.
Bahamas. Maynard giebt eine Monographie der Gattung
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894. 329
Strophia mit zahlreichen neuen Arten. — Auch Dall beschreibt eine
Anzahl neuer Arten.
Süd-Amerika. Die Binnenconchylien der Küstenzone von Rio
Grande do Sul zählt Jhering auf. — Einige von Borelli in Argen-
tinien und Paraguay gesammelte Arten beschreibt Paravicini. —
Bemerkungen über die Fauna von Paraguay macht Martens (5).
— Neue Arten von Chili und Peru beschreiben Plate und Sowerby.
B. Meeresconchylien.
1. Arktisches Reich.
Pfeffer zählt die von Kükenthal 1886 gesammelten Mollusken
von Spitzbergen auf. — Schneider hat sich eingehend mit der
Nahrung von Gadus aeglefinus beschäftigt und giebt ein Verzeich-
niss der in seinem Magen gefundenen schalentragenden Mollusken,
darunter mehrere sonst sehr seltene Arten.
2. Nordatlantisches Reich.
England. Marshall setzt sein Verzeichniss der Zusätze zur
britischen Fauna fort. — Chaster & Heathcote geben eine Liste
der um Oban in Schottland gesammelten Arten. — Garstang
macht faunistische Bemerkungen über die Nacktkiemer von Ply-
mouth.
Deutschland. Heincke zählt die bei Helgoland vorkommenden
Mollusken auf.
Lusitanische Provinz. Dautzenberg zählt die von ihm bei
St. Jean de Luz gesammelten Meeresmollusken auf. — Locard
beschreibt eine neue Patella von Portugal. — Girard bespricht die
Cephalopoden der makaronesischen Inseln.
Mittelmeer. Joubin zählt die Oephalopoden auf, welche in
dem Magen eines im Mittelmeer gefangenen Delphins gefunden
worden sind (1 n.sp.). — Mazzarelli behandelt monographisch die
Peltiden und Aplysüden des Golfs von Neapel. — Bergh beschreibt
einen neuen Nacktkiemer aus der Adria,
Schwarzes Meer. Ostroumoff giebt einige Nachträge zur
Fauna des Pontus und behandelt ausführlich die Verbreitung ein-
zelner Arten vom Asowschen Meere bis zum Archipel.
3. Südatlantisches Reich.
Capverden. Nobre macht Bemerkungen über ihre Fauna.
Guinea-Inseln. Nobre beschreibt zwei neue Tellinen von San
Thome.
4. Südafrikanisches Reich.
Sowerby beschreibt zahlreiche neue Arten von da. — Brazier
weist nach, dass Patella kermandecensis Psbry. nicht von den Ker-
mandec-Inseln, sondern vom Cap stammt.
330 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
5. Indischer Ocean.
Smith (2) zählt die im Golf von Bengalen und im arabischen
Meerbusen vom Investigator gedrakten Mollusken auf, die erste
Ausbeute aus dem Tiefwasser dieses Meerestheils (32 sp. 7 n. sp.).
Es finden sich Anklänge an die Fauna der Magellansstrasse (Lucina
bengalensis), an das mittelmeerische Tertiär (Cantrainea indica) und
an die Tiefwasserformen des atlantischen Oceans, aber keine eigene
Gattung. — Die häufigeren, dem Spaziergänger am Strande auf-
fallenden Arten stellt Abercrombie zusammen. — Einen neuen
Murex von Südafrika beschreibt Brazier. — Zahlreiche neue Arten
aus den Gewässern von Mauritius beschreibt Sowerby (3 u. 4) aus
dem Tiefwasser der Bai von Bengalen derselbe (2). — Joubin be-
schreibt neue ÜCephalopoden von Ambon. — Martens zählt die
von Semon an Ambon gesammelten Arten auf (ln. sp. Teredo); —
Sowerby die mit einer Xenophora an den Andamanen erbeuteten
Arten. — Brazier erörtert die Verbreitung einer Anzahl wenig be-
kannter Arten.
Rothes Meer. Jousseaume beschreibt zahlreiche neue Arten
von Aden, viele davon unter geradezu unmöglichen Namen.
6. Südaustralisches Reich.
E. Smith hat mit R. Boog Watson zusammen Mollusken
aus Schlammproben untersucht, welche von Station 104 des Chal-
lenger (vor Sydney) stammen, aber eine rein nordatlantische Fauna
enthalten; ein Irrthum in der Herkunft ist ausgeschlossen. Die
Arten sind: Rissoa deliciosa Jeffr., Dentalium capillosum Jeffr.,
Poromya neaeroides Seg. und weniger absolut sicher: Cadulus pro-
pingquus Sars, Cylichna ovata Jeffr., Dentalium capillosum Jeffr.,
Scaphander gracilis Wats., Scissurella crispata Flem. und Seguenzia
carinata Jeffr.
E. Smith beschreibt ebenda 4 n. sp. von Neuseeland und Syd-
ney; — Pilsbry einen neuen Murex von Südaustralien. — Henn
giebt ein Verzeichniss der bei Green Point in der Bai von Sydney
gesammelten Arten. — Zahlreiche neue Arten beschreibt Hedley
in verschiedenen Arbeiten.
7. Nordpacifisches Reich.
Neue Arten von Japan beschreiben Pilsbry (5), Martens (2)
und Jousseaume. — Zwei neue Nacktschnecken von den Aleuten
Bergh. — Einen Sammelausflug nach Vancouver Island schildert
Taylor.
8. Westamerikanisches Reich.
Dall zählt die Mactriden der amerikanischen Westküste von
Panama nördlich auf. — Derselbe beschreibt ein neues Doridium
von Puget Sound.
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894, 331
9, Westatlantisches Reich.
Dall zählt die Mactriden der Ostküste Amerikas auf (1 n. sp.).
— Wenkley macht einige Bemerkungen über die Strandfauna von
East Port, — Willcox über die von Florida.
II. Systematik.
A. Cephalopoda.
Schwarz schlägt an Stelle der gebräuchlichen Eintheilung nach den
Kiemen eine neue nach den Schalen vor. Er unterscheidet: Endocochlia (Be-
lemnitidae, Sepiadae, Teuthidae und Spirulidae) und Ectocochlia (Nautiloidea,
Ammonoidea und Octopoda).
Dibranchiata.
Octopoda.
Octopus (Lam.) diqueti n., Perrier & Rochebrune, p. 770, Nieder-Cali-
fornien,
Decapoda.
Chiroteuthis pieteti n. Amboina; Joubin (5) p. 40 ce. fig.
Chthenopteryx (Joub.) eyprinoides n. Mittelmeer; Joubin (2) p 64 (cum fig.).
Loligo (Lam.) pieteti n. Amboina; Joubin (5) p.60 ce. fig.
Sepia (L.) hercules n. Japan; Pilsbry (5) p. 144.
B. Gastropoda.
«. Prosobranchiata.
I. Pectinibranchia.
a. Proboscidifera.
Muricidae.
Ocinebra (Leach) erouchi n. mit var. rufescens, Mauritius; Sowerby (3)
p.41 t.4 £.9; — obtusus n. ibid., id. p.41 t.4 f.8.
Pseudomurex (Mtrs.) polypleurus n. Süd-Australien; Brazier p. 179.
Murex (L.) malabaricus n. Malabarküste; Smith (2) p. 162 t.3 f. 3.
Fasciolariidae.
Fusus (Lam.) barelayi n. Mauritius; Sowerby (3) p.41 t.4 f.13.
Pilsbry errichtet (6) p.67 eine neue Gattung Perostylus für Colina bra-
zieri Tryon und P. fordianus n. p.18, und zieht dieselbe (7) p.67 als auf die
Embryonalschale von Megalatraetus proboseidiferus gegründet wieder ein.
Latirus (Montf.) abnormis n. Natal; Sowerby (3) p. 369; — andamanicus
n. Andamanen; Smith (2) p. 164 t.3 f.9.
Peristernia (Mörch) rudolphi n. Sidney; Brazier-Henn p.166 t. 14 £.1.
332 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Buceinidae.
Tritonidea (Swains.) neglecta n. Philippinen; Sowerby (3) p.42 t.4 £. 7.
Siphonalia (A. Ad.) stearnsii n. Japan; Pilsbry (5) p.31.
Purpuridae.
Coralliophila (Lam.) latiaxidea n. Mauritius; Sowerby (3) p.42 t.4 f.6;
— curta n. ibid., id. p. 42 t.4 f.4.
Sistrum (Montf.) angulatum n. Mauritius; Sowerby (4) p.46 t.4 £.3.
Nassidae.
Nassa (Lam.) zailensis n. Persischer Meerbusen; Sowerby (8) p. 160 t.12
fig. 25.
Nassaria (Link) coromandelica n. Bay von Bengalen; Smith (2) p.163
a
Niothia (Ad.) voluptabilis n. Rothes Meer; Jousseaume p. 101.
Columbellidae.
Columbella (Lam.) robillardin. Mauritius; Sowerby (4) p. 46 t.4 £.15; —
(Amycla) planaxiformis n. Hongkong; Sowerby (7) p.153 t.12 f.1; — (Ana-
chis) sinensis n. Hongkong; id. p. 154 t.12 £. 5.
Engina {Gray) zatrieium n. Loyalty Islands; Melvill p.51 Textfig.; —
epidromidea n. Bombay; Melvill p.162 Textfig.
Mitrella (Risso) venulata n. Hongkong; Sowerby (7) p.153 t.12 f.4; —
pupa n. ibid., id. p.153 t.12 f.2; — semipicta n. ibid., id. p. 154 t.12 f.3.
Volutidae.
Voluta (Lam.) bednalli Braz. zuerst abgebildet bei Sowerby (6) t.5 £.1,2
Doliidae.
Pyrula (Lam.) investigatoris n. Ostindien; Smith (13) p. 64.
Naticidae.
Natica (Lam.) robillardi n. Mauritius; Sowerby (3) p.43 t.4 f.12,;, —
quecketti n. Natal; id. (9) p. 371; — tadjourensis n. Aden; Jousseaume p. 100
Sigaretus (Lam.) tener n. Bengalischer Meerbusen; Smith (2) p. 165 t.4
fig. 8.
Olividae.
Ancilla (Lam.) unidentata (Monoptygma) n. Persischer Meerbusen, Sowerby
(8) p. 160 t.12 f.20; — (Ancillaria) djiboutiana n. Aden, Jousseaume p. 104.
Marginellidae.
Marginella (Lam.) nympha n. Sydney; Brazier-Henn p.168 t.14 f.2; —
perminima n. Südafrika; Sowerby ( ) p. 370.
Scalidae.
Scala (Humph.) robillardi n. Mauritius; Sowerby (3) p.42 t.4 f.5; —
simplex n. Natal; id. (3) p. 42; — malhaensis n. Aden; Jousseaume p.103
die Systematik und die Biologie etc, der Mollusken im Jahre 1894, 333
— (Crisposcala) bouryi n., id. ibid. p. 103; — (Hyaloscala) amiea n. ibid., id.
p. 104; — (Crisposcala) audouini n. Suez; id. p.103; — (Nodiscala) bouryi n.
Rothes Meer, id. p. 104.
Aclidae.
Aclis (Loven) unilineata n. Port Elizabeth; Sowerby (9) p. 371.
Eulimidae.
Eulima (Risso) producta n. Hongkong; Sowerby (7) p.156 t.12 £. 13.
Pyramidellidae.
Turbonilla (Risso) sinensis n. Hongkong; Sowerby (7) p.157 t.12 £.9; —
tenuistriata n. ibid., id. p.157 t.12 f.10; — scalarina n. Brazier Mss., Sydney;
Henn p. 170 t.14 £.5.
Cingulina (A. Ad.) trisulcata n. Hongkong; Sowerby (7) p. 157 t.12 f. 6.
Odostomia (Flem.) subcarinata n. Hongkong; Sowerby (7) p.157 t 12
.11; — henni n. Braz. mss. Sydney; Henn p. 171 t.14 £.8.
Eulimella (Fbs.) tenuis n. Hongkong; Sowerby (7) p.157 t.12 f.8; —
pulchra n. Brazier mss., Sydney; Hedley p.170 t.14 £.6.
b. Toxoglossa.
Conidae.
Conus (L.) coromandelicus n. Küste Coromandel; Smith (2) p. 160 t.4 f.1,
2; — milne-edwardsi n. Aden: Jousseaume p. 99; — phoebeus n. Aden;
id. p. 99.
Cancellariidae.
Cancellaria (Lam.) paucicostata n. Persischer Meerbusen; Sowerby (8)
p. 160 t.12 f. 26.
Scalptia (Jouss.) macconkei n. Aden; Jousseaume (6) p.201 e. fig.
Terebridae.
Terebra (L.) cernica n. Mauritius; Sowerby (3) p. 43.
Pleurotomidae.
Clathurella (Carp.) edwini n. Sydney, Brazier & Henn, p. 168 t.14 f.13;
— ?rugidentata n. Bengalischer Meerbusen; Sowerby (1) p. 38.
Cythara (Schum.) artieulata n. Mauritius; Sowerby (4) p.46 t.4 £.19.
Mangilia (Leach) finter n. Mauritius; Sowerby (4) p.45 t.4 £.17; — vietor
n. ibid., id. p. 45 t.4 f.16: — louisensis n. ibid., id. p. 45 t.4 f. 18.
Pleurotoma (Lam.) congener n. Bengalischer Meerbusen; Smith (2) p. 161
t.3 f.4.
Sureula (Ad.) subcorpulenta n. Ceylon; Smith (2) p.161 t.3 £.6.
c. Rostrifera.
Cerithiidae.
Cerithiopsis (Fbs. & Hanl.) multilirata (Seila) n. Hongkong; Sowerby (7)
p 154 t. 12 £.7.
334 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Bittium (Gray) variegatum n. Sydney; Brazier-Henn p.172 t.14 £.9.
Potamides (Brogn.) tenerrimus (Terebralia) n. Roti-Insel; Schepman p. 133.
Triforis (Desh.) graniferus n. Sydney; Brazier-Henn p.173 t. 14 f. 10.
Caecidae.
Caecum (Flem.) amputatum n. Sydney; Hedley p. 504.
Amphiperasidae.
Amphiperas (Meusch.) smithi n. Mauritius; Sowerby (4) p.46 t.4 f.2.
Cypraeidae.
Triviia (Gray) mollerati n. Frankreich; Locard p.131.
Capulidae.
Plesiothyreus (Cossm.) newtoni n. Hongkong; Sowerby (7) p.156 t.12
f.27,; — cosmanni n. Aden; Jousseaume p. 102.
Capulus (Montf.) pulcherrimus n. Aden; Jousseaume p. 104 mit Fig.; --
lissus n. Bengalischer Meerbusen; Smith p. 166 t.4 f.4—6.
Naricidae.
Vanicoro (Quoy) gracilis n. Sydney; Brazier-Henn p. 169 t.14 f.4.
Adeorbidae.
Adeorbis (Wood) patula n. Hongkong; Sowerby (7) p. 156 t.12 f. 17.
Homalogyridae.
Homalogyra (Jeffr.) pulcherrima n. Sydney; Brazier-Henn p.172 t.14
fig. 13.
Littorinidae.
Lacuna (Turt.) indica n. Madras; Smith (2) p. 165 t.4 f.7.
Fossaridae.
Couthouyia (A. Ad.) acuta n. Hongkong; Sowerby (7) p.155 t.15 f. 16.
Melaniidae.
Melania (Lam) erawfordi n., Middelburgh in Transvaal; Brot p.473 t.9
f.5; — leefei n., Tongatabu, Tonga-Inseln; id. p. 474 1.9 f.6; — (Acrostoma)
sadongiensis n., Fluss Sadong in Sarawak, Borneo; Brot p. 175 Textfig. 4; —
(Striatella) fultoni n., Mangalun Island bei Labuan; id. p. 175 Textfig.3; —
(Str.) exserta n. Palawan; id. p. 176 Textfig. 1; — (Str.) pyramidella n. ibid.,
id. p. 176 Textfig. 2; -- (Str.) palawanica n. ibid., id. p. 176 Textfig. 6; —
(Str.) subplicatula n. ibid., id. p. 177 Textfig. 5; — nodiperda n. Korea;
Martens (6) p. 207; — graniperda n. ibid., id. p. 208; — quinaria n. ibid.,
id. p. 210; — tegulata n. ibid.; id. p.211; — multieineta n. ibid., id. p. 212; —
suceineta n. ibid., id. p.212; — extensa n. ibid., id. p.212; — paucieincta n.
ibid., id. p. 213; — ovulum n. ibid., id. p. 214; — (Melaniella) tastensis n. Unter-
Kalifornien; Cooper p. 141.
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894. 335
Lechaptoisia nom. nov. für Horea Smith nec Bourg.; Ancey p.29. Der-
selbe stellt die Gattung zu den Melaniidae anstatt zu den Rissoidae.
Pseudopotamis n. gen. (Brot Mt.) für Ps. finschi n., Prince of Wales Island,
Torresstrasse; Martens (in Semon) p.86; semoni n. Hammond Island, ibid.,
id. p. 86.
Rissoidae.
Rissoina (d’Orb.) illustris n. Hongkong; Sowerby (7) p. 155 t.12 £.15. —
savienyi n. Rothes Meer; Jousseaume p.101; — bouvieri n. ibid., id. p. 174.
Rissoa (Frem.) subeancellata (Alvania) n. Hongkong; Sowerby (7) p. 155
t. 12 f. 14; — (Apicularia) strangei n. Sydney; Brazier-Henn p.173t.14 f.11;
— (Alvinia) ochroleuca n. ibid., id. p. 174 t.14 f. 12.
Litiopidae.
Alaba (Ad.) hungerfordi n. Hongkong; Sowerby (7) p.155 t.12 £. 12.
Valvatidae.
Valvata (Müll.) piscinalis (Cineinna) var. scharffi n. Island; Westerlund
p. 198; — (C.) halopea n. See Kollawesi, Finnland; id. p.199; — rhabdota n.
Ochrida-See, Albanien; Sturany (1) p.381 t.19 f.18—20,
Ampullariidae.
Ampullaria (Lam.) castelloi n. Fluss Meta bei Santa F& de Bogota
Sowerby (5) p. 48 t.4 f 22; — pertusa n. unbekannten Fundortes; id. p. 48
t. 4 f. 23;— granulosa n. Cayenne; id. p. 49 t.4 f.24; — tenuissima n. Ecuador;
Jousseaume (3) p. 120.
Meladomus (Swains.) ovum var. ingens n. Nyassa-See; Ancey p.223.
Paludinidae.
Caspia (Cless,) issykkulensis n. Issykkulsee, Russisch - Turkestan,
Clessin p. 66.
Cleopatra (Troschel) carinulata n. Nordspitze von Madagascar; Dautzen-
berg p.105 t.4 f. 4.
Bithynia (Leach) tentaculata var. gemina n. Schweden und var. villae
(Sandri mss.) n. Kärnthen; Westerlund p. 198.
Bythinella (Mog. Tand.) contempta n. Palästina; Dautzenberg p. 348; —
palmyrae n. Palmyrene; id. p. 118.
Emmerieia (Brus.) munda n. Ochrida-See; Sturany p. 383 t. o £.18.
Hydrobia (Hartm.) steindachneri n. Ochrida-See;, Sturany p. 383 t. 18
128,20.
Petroglyphus n. gen., Möllendorff (T. solida, illi Lithoglyphi similis; oper-
culum testaceum, extus paullum convexum, medio subeoncavum, indistinete
spirale, intus superne et inferne recurvatum, ad columellam callo crasso granu-
loso munitum) apud Quadras & Möllendorff p. 101; — mindanavicus n.
See Mainit auf Mindanao; iid. p. 101. {
Pyrgula (Jan.) barroisi n. See von Tiberias; Dautzenberg p.345.
Paludomus (Swains.) quadrasi (Philopotamis) n. Busuanga, Philippinen;
Quadras & Möllendorff p.130.
336 Dr. W. Kobelt: Berieht über die geographische Verbreitung
Lithoglyphidae.
Lithoglyphus (Mühlf.) parvulus n. Tokat, Armenien; Naegele p. 106.
II. Seutibranchia.
a. Rhipidoglossa.
Trochidae.
Trochus (L.) schlueteri n. unbekannten Fundortes; Sowerby (3) p. 43
t.4 f. 10.
Calliostoma (Swains.) purpureoeinetum n. Neu-Süd-Wales; Hedley p. 55
mit Fig.
Gibbula (Risso) ineineta n. Hongkong; Sowerby (7) p. 372.
Minolia (A. Ad.) strigata (Conotrochus) n. Hongkong; Sowerby (7) p. 158
t.12 £. 18.
Monilea (Swains.) rotundata n. Hongkong; Sowerby (7) p.158 t.12 £.19.
Photinula (Ad.) suteri n. Neuseeland; E. Smith (5) p.58 t.7 f.13.
Turbo (L.) indicus (Cantrainea) n., Colombo, Ceylon, Smith (2) p. 166
t.4f. 13.
Cyclostrematidae.
Lippistes (Montf.) rollei n., Japan; Martens p. 135.
Scissurellidae.
Seissurella (d’Orb.) lytteltonensis n. Lyttelton Harbour, Neu-Seeland; E.
Smith (5) p. 57.7 1.1, 2.
Fissurellidae.
Glyphis (Carp.) watsoni n. Sydney; Brazier-Henn p. 177 t. 14 £. 15.
Macroschisma (Swains.) lischkei n. Boschiu, Japan; Stearns p. 29
Puncturella (Lowe) sinensis n. Hongkong; Sowerby (3) p.43 t.4 f. 14;
— henniana n. Sydney; Brazier-Henn p. 177 t.14 f. 14.
Zidora (A. Ad.) legrandi n. Südaustralien; Tate p. 118.
b. Dokoglossa.
Acmaeidae.
Acmaea (Eschsch.) helmsi n. Neuseeland; E. Smith (5) p.58 t.7 £.4,5.
Lepetidae.
Lepeta (Gray) alta n. Sydney in 800 m; E. Smith (5) p. 59 t.7 £.6, 7.
Patellidae.
Patella (L.) kermandecensis n. Kermandec-Inseln; Pilsbry (2) p.109; (3)
p. 208 = Seutellastra pilsbryi Brazier p. 183 Südafrika.
?. Opisthobranchiata.
I. Nudibranchiata.
Aeolidia (Cuv.) herculea n. Santa Barbara, Californien; Bergh (1) p. 128.
Chromodoris (Bergh) agassizii n. Panama; Bergh (1) p. 182.
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894. 337
Gargamella (n. gen.) immaculata n. Cap Delgado, Westafrika; Bergh (1)
Bald:
Geitodoris (n. gen.) immunda n., mexikanischer Meerbusen; Bergh (1) p. 167.
Greilarda (n. gen.) elegans n. Adria; Bergh (2) p.1.
Himatella (Bergh) trophina n. Alaska; Bergh (1) p. 134.
Thordisa (Bergh)? dubia n. Brasilien; Bergh (1) p. 178.
Tridachia (Bergh(? diomedea n. Golf von Californien; Bergh (1) p. 194.
Tritonia (Cuv.) diomedea n. Westküste von Nordamerika; Bergh (1) p. 146;
— exsultans n. Californien; id. p. 150.
II. Tectibranchiata.
Dactylus (Schum.) tripartitus n. Aden; Jousseaume p. 201.
Doridium (Meckel) adellae n. Puget Sound; Dall (7) p. 73.
Oscanius (Leach) hillei n. Port Jackson; Hedley p. 127.
Scaphander (Montf.) andamanicus n. Andamanen; Smith (2) p. 167 t.4 f 15,
Tornatina (A. Ad.) parviplica n. Bahamas; Dall (2) p 115,
Volvatella (Pease) laguncula n. Port Elizabeth; Sowerby (9) p. 337.
III. Pneumonopoma s. Neurobranchia.
a. Taenioglossa opisophthalmia.
Truncatellidae.
Truncatella (Risso) mariannarum n., Mariannen; Quadras & Möllendorf
p. 39; — subaurieulata n. ibid., iid. p. 40; — expansilabris n. ibid., iid. p. 40; —
(Taheitia) parvula n. ibid., iid. p. 41; — (T.) lamellieosta n. ibid., iid. p. 41; —
alata n. ibid., iid. p. 41.
Coxiella n. gen., E. Smith (6) p.98 (Schale wie bei Tomichia, aber der
Deckel concentrisch, nicht spiral gewunden; Typus Truncatella striatula Mke. =
pyrrhostoma Cox).
Aciculidae.
Acme (Hartm.) locardi n. Südfrankreich; Locard (4) p. 355.
b. Taenioglossa ectophthalma.
Cyeclophoridae.
Cyelophorus (Montf.) batanicus n. Batan; Philippinnen; Quadras &
Möllendorffp. 117, — serieinus n. Busuanga; iid. p. 117; — musprattin. Assam;
G. Austen & Beddome p.506; — nagaensis n. Assam; iid. p. 607; — poeci-
loneurus n. ibid., iid. p. 507; — fultoni n. ibid., iid. p. 508; — diplochilus n.
Samui; Möllendorff (2) p. 153 t.16 f.24; — eicatricosus n. China; Gredler
p. 424.
Lagochilus (Blfd.) gradatum n. Busuanga, Philippinen; Quadras& Möllen-
dorff p. 118; — solidulum n. Insel Panglajan bei Bohol; — compressum n. Bongao,
Sulu-Inseln; Möllendorff p. 213; — liratulum n. Samui; Möllendorff (2) p. 154
t. 16 f. 25, 26; — bunguranensis n. Natunas; Smith (10) p. 459 t.16 f.9; — sir-
hassenensis n. ibid., iid. p. 400 t.16 f.10; — natunensis n. ibid., id. p. 400 t. 16
f. 11; — exiguus n. ibid., id. p. 400 t. 16 f. 12.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd. I. H. 1. 22
338 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Leptopoma (L. Pf.) roseum n. Morong auf Luzon; Quadras & Möllendorf
p. 118; — polillanum n. Polillo, jid. p. 119; — pulchellum n. Busuanga und Tangat,
Calamianes, iid. p. 119: — euconus n. Coron, Oalamianes, iid. p. 120; — natunense n.
Natunas; Smith p. 459 t.16 £.8.
Ditropis (Blfd.) dimimuta n. Bongao, Sulu-Inseln; Möllendorff p. 213.
Ptychopoma (Mlldff.) humillimum n China; Gredler p. 424; — juvenile
n. ibid., id. p. 425.
faseiatum n. Nord-Neuseeland; Suter p. 132; — hedleyi n. ibid., id. p. 484;
— torquillum n. ibid., id. p. 485.
Spiraculum (Pears.) nagaönse n., Assam; G. Austen & Beddome p. 509.
Cyclotidae.
Platyrhaphe (Mlldff.) eurystoma n. Morong auf Luzon; Quadras&Möllen-
dorff p.116; — gradatum n. Coron, Calamianes; iid. p. 117,
Coelopoma (A. Ad.) barcheti n. Ningpo, China; Boettger & Schmacker
pe lwa tg
Cyelotus (Swains.) suluanus (Mlldff. mss.) n. Sulu-Inseln; E. Smith (4) p. 56
t.4 f.7; — bongaoensis n. Bongao, ibid., id. p.57 t.4 f 8; — natunensis n. Na-
tunas; Smith p.401 t. 16 f. 14; — minor n., ibid., id. p. 462 t.16 f.15.
Rhiostoma (Bens.) asiphon n. Samui; Möllendorff (2) p. 152 t. 16 £. 16,17.
Opisthoporus (Bens.) setosus n. Samui; Möllendorff (2) p.152 t.16 £. 14,15.
Cyathopomatidae.
Cyathopoma (Blfd.) mariae n. Ceylon; Jousseaume p. 307 1.4 f.4; —
triearinatum n. Natunas-Inseln; Smith p.401 t.16 £.13.
Neocyeclotidae.
Ptychoeochlis n. nov. für Platystoma Klein; Stimpson P. U. St. Nat.
Mus. v.17 p.431.
Rolleia Crosse ist nach der Radula zu Choanopoma zu stellen; Thiele,
p. 23.
Pupinidae.
Pupina (Vign.) josephi n. Balabac; Quadras & Möllendorff p.125; —
spectabilis n. Busuanga; iid. p. 125; — calamianica n. Busuanga; iid. p. 125; —
hyptiostoma n. Sibuyan, Tablas mit var. angustior n. Romblon; iid. p. 126; —
striatella n. Ilin bei Mindoro; iid. p. 126; — quadrasi n. Luban; iid. p. 127, —
pallens n. Samui; Möllendorff (2) p. 155 t.16 £.27,28; — everettin. Natunas;
Smith (10) p. 402.
Moulinsia (Grat.) perexigua n. Tablas; Quadras & Möllendorff p. 127;
— streptaxis n. Morong auf Luzon; iid. p. 127; — semiseissa n. Marinduque;
iid. p. 128; — perobliqua n. ibid., iid. p. 128.
Diplommatinidae.
Opisthostoma (Blfd.) cookei n. Sarawak, Borneo, Smith (3) p.271; — de-
pauperatum n. Barit Berge, Borneo; id. p.272; — austeni n., Rambong in
Sarawak; id. p. 272; — pumilio n. ibid., id. p. 273.
Palaina (0. Semper) taeniolata n. und hyalina n., Mariannen; Quadras &
Möllendorff p.18u. 19.
die Systematik und die Biologie ete, der Mollusken im Jahre 1894. 339
Helicomorpha (Mlldff.) conella n. Guimaras; Quadras & Möllendorff
p. 120; — costulata n. Busuanga; iid. p. 129.
Arinia (Ad.) cuspidata n. Coron, Calamianes; Quadras & Möllendorff
p. 120; — (Leucarinia) minutior n. Marinduque; iid. p. 121; — (L.) sinulabris n.,
Samal bei Mindanao; iid. p.121; — (L.) plagiostoma n., Samal; iid. p. 121.
Diplommatina (Bens.) turritella n. Morong auf Luzon; Quadras&Möllen-
dorff p.122; — aculus n. Marinduque; iid. p.122; — prostoma n. ibid., id.
p. 122; — gonostoma n. Guimaras; iid. p. 122; — rubella n. Negros; iid. p. 123;
— subecalecarata n. Samal bei Mindanao; iid. p. 123; — (Sinica) oligogyra n.
Coron, Calamianes; iid. p. 124; — (S.) megaloptyx n. Bulacan auf Luzon; iid.
p. 124; — (S.) concavospira n. Morong auf Luzon; iid. p. 124; — (S.) oostoma
n. Mindanao; iid. p. 124; — roebeleni Mlldff. zuerst abgebildet bei E. Smith (4)
t.4 f. 11; — samuiana n. Samui; Möllendorff (2) p.155 t. 16 £f. 18, 19; —
strubelli n. Natunas; Smith (10) p.403 t.16 f. 17; — congener n. ibid., id.
p. 404 t. 16 £. 18.
Pomatiasidae.
Pomatias (Stud.) diplestes (Auritus) n. Taygetos; Westerlund p. 197, —
‘daralli n. Südfrankreich; Locard (4) p. 344; — angustus n. ibid., id. p. 345; —
valcourtianus n. ibid., id. p. 350; — nevilli n. ibid., id. p. 352.
Cyelostomidae.
Tropidophora (Trosch.) alluaudi n.. Mont d’Ambre bei Diego Suarez, Nord-
spitze von Madagaskar; Dautzenberg p.111 t.4 £.7.
Chondropoma (L. Pf.) watlingense n. Bahamas; Dall (2) p. 118.
Otopoma (Gray) maegregoriae n. Britisch Neu Guinea; Hedley (11) p. 385
t.24 f.5,8 (sicher eine Realiide).
Realiidae.
Pseudoeyeclotus n. gen. für Oyelostoma novae hiberniae Quoy & Gaimard,
mit der Schale von Leptopoma, aber einem kalkigen vielgewundenen Deckel,
nach der Radula neben Omphalotropis zu stellen; Thiele p.23 [der Name muss
wegen des älteren Adelomorpha Tapp in die Synonymie wandern].
Omphalotropis (L. Pf.) elongatula n. mit var. brunnescens n., var. chryso-
stoma n. und var. contracta n. Mariannen; Quadras & Möllendorff p. 19;
— pieta n. ibid., iid. p.20; — ochthogyra n. mit var. attenuata n., ibid., iid.
p 20; — latilabris n. ibid, iid. p.21; — quadrasi n. mit var. dimidiata n., ibid.
id. p.21; — elegans n. ibid., iid. p. 22; —- suturalis n. ibid., iid. p. 22; — sub-
maritima n. ibid., iid. p. 33; — (Solenomphala) conica n. ibid. iid. p. 34; —
(Chalicopoma n.) semicostulata n. ibid., iid. p. 34; — (Ch.) laevigata n. ibid.,
id p. 35; — (Sealinella) gracilis n. ibid., iid. p.35; — (Se.) pilosa n. ibid., iid.
p- 35, mit var. pilosella p. 36; — denselirata n. Culion, Calamianes, Philippinen;
iid. p. 128.
Heteropoma n. gen. Möllendorff in: Quadras & Möllendorff p.36 (T.
umbilicata turbinata, parva, varie sculpta; opereulum subspirale anfractibus 4,
nucleo subexcentrico, Jamina interna tenuis, cornea, externa testacea, haud sulco
ab illa separata. — Typus H. quadrasi n.); — quadrasi n. Mariannen, iid. p. 36
— pyramis n. ibid., id. p.36; — tuberculatum n. ibid,, iid. p.37; — turritum
II
340 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
n. ibid., iid. p. 37; — fulvum n. ibid., iid. p.38; — glabratum n. ibid.,
iid. p. 38.
Quadrasiella (Mlldff.) mucronata n., Mariannen; Quadras & Möllendorff
p.38; — clathrata n. ibid., iid. p. 39.
c, Rhipidoglossa.
Hydrocaenidae.
Georissa (Blfd.) elegans n. Mariannen; Quadras & Möllendorff p. 42;
— biangulata n. ibid., iid. p. 42; — laevigata n. ibid., iid. p. 42; — denselirata
n. Marinduque; iid. p. 129; — elongatula n. Tangat, Calamianes; iid. p. 129; —
stylopyeta n. Coron, Calamianes; iid. p. 129.
Helieinidae.
Helieina (Lam.) walkerin. West-Australien; E. Smith (6) p. 99 t.7 £. 26;
— (Geophorus) pseudomphala n. Prov. Bulacan, Luzon; Quadras & Möllen-
dorff p.128; — contermina Semp. abgebildet bei E. Smith (4) t 4 £.6.
Die Gattung Hagenmülleria Bourguignat mit ihren zwei Arten H. letour-
neuxi Bgt. und pechaudi Bgt. hat nach Monterosato, der die Original-.
exemplare vergleichen konnte, weder mit Callia noch mit Hydrocena etwas zu
thun, sondern ist auf ans Land gewehte Exemplare von Rissoa (Pisinna)
puncetum Phil. gegründet.
IV. Pulmonata.
a. Stylommatophora.
Agnatha.
Ennea (Ad.) nonotiensis n. Nonoti in Natal; Melvill & Pousonby p. 9%
t.1 £.15; — (Huttonella) nitidula n. Catanduanes, Philippinen; Quadras &
Möllendorff p.81; — (H.) cardiostoma n. Marinduque, iid. p. 82; — (H.)
otostoma n. Catanduanes, iid. p.82; — (Diaphora) macrostoma n. Negros, iid.
p-82; — (D.) torta n. Ilin bei Mindoro, iid. p. 8; — (D.) strangulata n.
Busuanga, id. p.83; — (D.) unierista n. Coron, Calamianes, iid. p.34; —
(D.) bieristata n. Busuanga, iid. p. 84.
Ennea zanguebarica Morel, bulimiformis Grand. und grandidieri Bgt. =
obesa Taylor; E. Smith (4) p. 166.
Gibbus (Edentulina) alluaudi n. Mont d’Ambre bei Diego Suarez, Nord-
madagaskar; Dautzenberg p.91 t.3 f.1; — (E.) nitens n.,, ibid., id. p. 92
(2
Glyptoconus n. gen. Philippinen (T. minuta, subimperforata, multispira, glo-
bosa-conica, undique costulata, hyalino-alba) Möllendorff, apud Quadras &
Möllendorff p.90; — mirus n. Busuanga, id. p. 90.
Bocageia n. gen. Typus Streptostele lotophaga Morel; Girard p.100 mit
Abbildung der Radula.
Natalina (Psbry.) coerneyensis n. Coerney bei Port Elizabeth, Süd-Afrika;
Melvill & Ponsonby p. 91 t.1 £.2; — chaplini n. ibid., id. p. 91 t.1 £.3.
Zingis (Martens) gregorii n., Kenia, Ost - Afrika; E. Smith (4) p. 164,
Textfig. 4.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1894. 341
Streptaxis (Gray) kibweziensis n. Kibwezi, Ostafrika; E. Smith (4) p. 165
Textfig. 1.
Microphyura (Ancey) wird von Pilsbry, Manual v. 8. p. 84 als Sektion
Diplomphalus gestellt, von Tate zur Gattung erhoben; — hemiclausa (Plani-
spira var.!) Tate in: Transact. v.18 p. 192; Moll Horn p. 185 t.17 f.1, Central-
australien, weit verbreitet,
? Quagapia n. gen. Crosse p. 203 (Testa late et perspectiviter umbilicata,
discoidea, tenuis, supra spiraliter obscure striata, parum nitens, infra sublaevis,
nitida, olivaceo-viridula, maculis fuseis irregulariter guttata; spira subplanata;
sutura valde impressa, canaliculata; apertura subhorizontalis, ovato - lunaris;
peristoma simplex tenue, acutum; Typus Helix raynali Gass. von Neu-Caledonien.
Wird vom Autor auf die Grenze zwischen den Agnatha und den Zonitidae
gestellt; Anatomie noch unbekannt).
Limacidae.
Chorolimax n. subg. Agriolimacis (Corpus parvulum, molle, pallidum, uni-
color vel fuscomaculatum, forte carinatum, postice longe acuteque productum,
sudore lacteo. — Typus A. agrestis; Westerlund p. 103.
Arctolimax n. subg. Agriolimacis (Corpus parvum, firmum, dorso rotun-
datum, convexum, postice sat subito angustatum, cauda perbrevi compressa ac
supra subcarinata; — clypeus postice late rotundatus, antice crassus ac forte
dilatatus. Limacella oblonga, lateribus parallelis, antice truncata, postice oblique
in apicem obtusum produeta. — Typus A. hyperboreus; Westerlund p. 103.
Amalia °(Moqg. Tand.) myra? n, Mte Generoso; C. L. Pfeiffer p. 68.
Agriolimax (Heyn.) tureicus n. Albanien; Simroth in Sturany (2) p. 293;
— sturanyi n. ibid., id. p. 393; — murinus n. ibid., id. p. 393.
Elisolimax n. nov. für Elisa Heyn nee Reichenbach; Cockerell p. 205.
Heynemannia (Malm) primitiva n., Armenien; Klika & Simroth p. 8.
Vitrinidae.
Vitrina? (Lam.) baringo@ensis n. Kenia, Ostafrika; Smith (4) p. 163,
Textfig. 2u. 3; — bourguignati n. Frankreich; Locard ( ) p. 24; — maceanan.
ibid., id. p. 25.
Zonitidae.
Zonites (Montf.) megistus n., Castellorizo auf der Insel Meis, Südküste von
Kleinasien: Rolle p. 138.
Hyalina (Agass.) subplana (Polita) n. Oran; Westerlund p. 164; — (P.)
eoreyrensis n. Corfu; id. p. 104; — intermissa n. Frankreich; Locard (4) p. 41;
— barbozana n. ibid., id. p. 40; — subfarinesiana n. ibid., id. p. 41; — mago-
nensis n. ibid., id. p. 42; — reeta n. ibid., id. p.45; — amblyopa n. ibid., id.
p. 48; — apothecia n. ibid., id. p. 50; — sabaudina n. Savoyen, id. p.50; —
ollioulensis n. Frankreich; id. p. 51; — servain n. ibid., id. p. dl; — draecica n.
ibid., id. p. 51; — colliourensis n. ibid., id. p. 52; — stilpna n. ibid., id. p. 54;
— demiranda n. ibid., id. p. 54; — lenaploa n. ibid., id. p.55; — ceuzyensis n.
ibid., id. p. 55; — bourgetica n. ibid., id. p. 55; — atonolena n. ibid., id. p. 56;
— cheuveliana n. ibid., id. p. 57; — lenarrosta n. ibid., id. p. 59; — macralsobia
n. ibid., id. p. 60; —- alderi n. ibid,, id. p. 62; — radina n, ibid, id. p. 63; —
342 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
exaequata n. ibid., id. p. 63; — othonia n. ibid., id. p. 66; — vapineanensis n.
ibid., id. p. 66; — tarda n. ibid., id. p. 70.
Vitrea (Fitz.) tratanensis n. (?) Ceylon; Jousseaume p. 270.
Naninidae.
Bensonia (L. Pf.) exasperata (Glyptobensonia) n. Luzon; Quadras &
Möllendorff p. 93; — (Gl) euglypta n. Tablas; iid. p. 94.
Euplecta (C. Semp.) convexospira (Coneuplecta) n. Luzon; Quadras &
Möllendorff p. 87; — (C.) catanduanica n. Catanduanes; iid. p. 88; — (C.)
costulata n. Luzon; iid. p. 88; — (C.) roebeleni n. Mindanao, iid. p. 88; — (C.)
erystallus n. mit var. vitrea n. Calamianes; iid. p. 89.
Euplectella (? err.) trimeni n. Ceylon; Jousseaume p. 276 t.4 f.5.
Helicarion (Fer.) quadrasi n. Mindoro; Quadras & Möllendorf p. 8.
Hemitrichia (Mlldff.) consimilis n. Tablas; Quadras & Möllendorfp. 92;
— depressa n. Tablas; iid. p. 93.
Kaliella (Blfd.) dentifera n. Negros; Quadras & Möllendorff p.90; —
subseulpta n. Samui; Möllendorff (2) p. 149 t. 16 f£. 17.
Lamprocystis (Pfeff.) discoidea n. Balabac; Quadras & Möllendorf p.91;
— calamianica n. Busuanga, iid. p. 91; — arectispira n. Mindoro; id. p. 91; —
leucodiseus n. Luzon; iid. p. 91; — candida n. Catanduanes; iid. p. 92; — min-
doroana n. Mindoro; iid. p. 92; — denticeulata n. Mariannen; iid. p. 13; — pla-
norbis n. Linapacan, Calamianes; iid. p. 102; — lissa n. Westaustralien; E.
Smith (6) p. 86 t.7 f. 22,23; — (Vitrea) tratanensis n. Ceylon; Jousseaume
p. 271 t.4 £. 11; — (Microcystis) suavis n. ibid., id. p. 273 t. 4 £. 3.
Microcystis (Beck) bunguranensis n. Natunas; Smith (10) p. 454 t.16 £.1.
Macrochlamys (Bens.) pseudosuceinea n., Insel Damma zwischen Timor und
Tenimber; Smith (1) p.60; — suarezensis n., Diego Suarez, Madagaskar;
Dautzenberg p. 93 t.3 f. 3; — schmidti n., Ketviengebirge in Russisch-
Turkestan: Clessin p. 66; — (Pseudhelicarion) latitans n. Mindoro; Quadras
& Möllendorff p. 86; — (Ps.) compacta n. Luban, Philippinen; iid. p. 86; —
(Ps.) virescens n. Busuanga; id. p.86; — (Ps.) perforata n., Berg Tirac auf
Luzon; iid. p. 87; — sanchezi n. Mindanao; iid. p. 87; — (Macroceras) radiata
n. Ilin bei Mindoro; iid. p. 87; — angulata Mlldff. zuerst abgebildet bei Edg.
Smith (4) t.4 £.1.
Sesara (Alb.) episema n. Khasi Hills; Ponsonby p. 56, Textfig.
Sitala (Ad.) oxyconus n. Coron, Calamianes; Quadras & Möllendorff
p. 89; — fimbriosa n., Negros; iid. p. 89; — ditropis n. Mindanao; iid. p. 101.
Xesta (Alb.) dammaönsis n., Insel Damma zwischen Timor und Tenimber;
Smith (1) p. 60.
Vitrinoconus (©. Semp.) goniomphalus n. Catanduanes; Quadras & Möllen-
dorff p. 8.
Vitrinopsis (C. Semp.) quadrasi n. Mindoro, Iln; Quadras & Möllen-
dorff p. 84.
Tennentia (Humb.) carinata n. Sibuyan, Philippinen; Quadras & Möllen-
dorff p.85; — quadrasi n. Busuanga; iid. p. 85.
Trochonanina (Mousson) bongoensis n. Sulu-Inseln; Smith (4) p.52 t.4 f.2.
Nanina (Alb.) morrumbaliensis n., Mt. Morrumbala, Central-Ost-Afrika,
Melvill & Ponsonby p.90 t.1 f.1; — molieri n. San Thome; Nobre p.93.
die Systematik und die Biologie ete, der Mollusken im Jahre 1894, 343
Endodontidae.
Charopa (Alb.) aemula n. Oentral- Australien, Tate, Trans. p.192, Moll.
Horn p.186 t.17 £.2; — planorbulina n. ibid., id. Trans. p.193, Moll. Horn
p.187 t.17 £.3; — (Acanthoptyx) subacanthinula n. Neu-Caledonien, Crosse
p.238 t.8 £.2; — pseudocoma n. Neuseeland; Suter (1) p. 495; — segregata n.
ibid., id. p. 496.
Flammulina (Martens) retinodes n. Central-Australien; Tate, Trans. p.192,
Moll. Horn p. 187 t.17 f.4; — pilsbryi n. Neuseeland; Suter p. 133.
Endodonta (Alb.) mariannarum n. Mariannen; Quadras & Möllendorff
p. 14; — heptaptychia n. ibid., iid. p. 15.
Allodiseus (Pilsbry) wairoaensis n. Neuseeland; Suter (1) p. 488; — urquharti
n. ibid., id. p. 489; — smithi n. ibid., id. (2) p. 134; — rusticus n. ibid., id. p. 135.
Laoma (Gray) pirongiaönsis n. Neuseeland; Suter (1) p.491; — ciliata n.
ibid., id. (2) p. 136.
Phrixgnathus (Hutt.) murdochi n. Neuseeland; Suter (2) p. 136; — cheese-
mani n. ibid., id. p. 137.
Ptychodon (Ancey) hunaönsis n. Neuseeland‘ Suter (1) p. 494.
Pyrrha (Hutt.) subincarnata n. Neuseeland; Suter (2) p. 133.
Patulidae.
Patula (Held) fusca n. Mariannen; Quadras & Möllendorff p.13; —
rotula n. ibid., iid. p. 13, mit var. intercedens p. 14. — quadrasi n. ibid., iid. p. 14;
— persculpta n. Natunas; Smith (10) p.457 t.16 £.6.
Pilsbry beansprucht für Pyramidula Fitzinger die Priorität vor Patula
Held, obschon der Name nur für P. rupestris gegeben ist, deren Zugehörigkeit
zu Patula noch zu erweisen wäre.
Trochomorphidae.
Trochomorpha (Albers) morongensis (Videna) n. Morong auf Luzon; Qua-
dras & Möllendorff p.102; — (V.) alticola n. ibid., iid. p. 102; — (V.)
schmackeri n. Mindoro; iid. p. 102; — (V.) intermedia n. Polillo; iid. p. 103; —
(V.) gracilis n. Prov. Isabela, Luzon; iid. p. 103; — (V.) suturalis n. Balagnan
bei Mindanao; iid p. 104; — (V.) heptagyra n. Mindanao; iid. p. 104.
Helieidae.
Pilsbry gibt im neunten Bande der zweiten Abtheilung von Tryons Ma-
nual einen „Guide to the study of Helices“, eine vollständige Uebersicht der
früher zu Helix gerechneten Gattungen und Untergattungen, und erörtert ihre
wahrscheinliche Entwicklung und ihre geographische Verbreitung. Von den
vier grossen Familien, die Pilsbry anerkennt, werden die Selenitidae und Zoni-
tidae ausser Acht gelassen, und nur die Endodontidae und die Helieidae ein-
gehend behandelt. Das System der Helieidae ist im Wesentlichen das im vori-
gen Jahresbericht (S. 504) näher erörterte, doch mit einigen nicht unwichtigen
Aenderungen. Die amerikanischen Helieiden sind yon den Haplogona, die bei
den Endodontidae bleiben, getrennt und bilden eine eigene Abtheilung Protogona
mit den Gattungen Praticolella, Polygyra, Polygyrella in Nordamerika, den süd-
amerikanischen Polygyratia, den australischen Coxia und den südafrikanischen
Dorcasia, Statt Macroon finden wir die Untergruppe Macroogona, zu welcher
344 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
ausser den l. ce. genannten auch die madagassischen Ampelita, die australischen
Pedinogyra, Anoglypta, Caryodes und Panda, und Macrocyclis kommen. Die
Teleophalla heissen Teleophalloyona und umfassen die Gattungen Thysanophora,
Sagda und Zaphysema. Die Epiphallophora sind in Epiphallogona umgetauft
worden; ihr Umfang ist derselbe geblieben. Die Belogona zerfallen in Belogona
euadenia mit den Gattungen Cepolis, Polymita, Lysinoe, Oxychona, Epiphragmo-
phora, Glyptostoma in der neuen, Helicostyla, Eulota, Chloraea, Aulacospira,
Pupisoma, Leucochroa in der alten Welt; — und Belogona siphonadenia mit
Geomitra, Helicella (= Xerophila), Vallonia, Acanthinula, Helicodonta (= Gono-
stoma), Hygromia (= Fruticicola), Allognathus, Leptaxis, Helieigona und Helix.
Zweifelhaft bleiben Plectopylis, Corilla, Chalepotaxis und Solaropsis.
Phylogenetisch betrachtet Pilsbry die Protogona als die ältesten, die Belo-
gona und speziell die B. siphonadenia als die jüngsten; die Macroogona bilden
eine alte, von den Epiphallogona unabhängige Abzweigung. Pilsbry errichtet
folgende neue Untergattungen:
Anixa nom. nov. für Axina Albers (nec Kirby 1817); Pilsbry, Manual
p. 223.
Dendrotrochus n. sect. Papuinae, Pilsbry, Manual p.143, Typus P. heli-
cinoides Hombr. & Jacq. (Papuina with the shell imperforate trochiform, with
rhombic aperture, the lip thickened within; columellar lip not expanded nor
reflected).
Disculella nom. nov. für Ochtephila Beck (nee Ochtiphila Fallen 1823);
Pilsbry, Manual p. 243.
Klikia n. sect. Helicodontae (= Gonostomae), Pilsbry, Manual p. 289;
Typus Helix osculum Thomae (foss.) (Shell depressed globose, narrowly umbili-
cated, with convex, obtuse spire and round peripbery; surface costulate-striate
and minutely papillose in regular diamond pattern; last whort constrieted behind
the lip, which is well reflexed and thickened).
Oreobba nom. nov. für Janira, Albers (non Leach, nee Oken neque Schum.),
Pilsbry, Manual p. 109. }
Papustyla n. sect. Cochlostylae, Typus ©. translueida Quoy & Gaim., Pilsbry,
Manual (v. 8 1893) p. 243.
Platypetasus n. sect. Eulotae, Pilsbry, Manual p. 207, Typus E. innomi-
nata Heude (Shell lens-shaped, acutely keeled, thin, umbilicated; whorls 4!/,, the
last descending in front; surface smoothish; aperture subhorizontal, oval; peri-
stome expanded, reflexed below, the ends approaching and connected across the
parietal wall).
Platyytheba nom. nov. für Nummulina Kobelt (nec d’Orbigny 1826); Pilsbry,
Manual p. 268.
Tricheulota n. sect. Eulotae, Pilsbry, Manual p. 212; Typus Chloritis
spinosissima C. Semp. (Shell rather thin, umbilicated, depressed, all over hairy;
aperture nearly vertical, lunate, the lip well expanded).
Zaphysema n.gen., Pilsbry, Manual p.65, Typus Helix tenerrima ©. B.
Adams (Shell globose, thin, unicolor brownish, smooth except for slight growth-
wrinkles; imperforate, the axis solid; composed of 5—6 convex whorls, the em-
bryonie shell consisting of 2 whorls, its juncetion with the after-growth marked
by an indistinet oblique line; the last whorl much wider, large and inflated,
hardly deflexed in front; aperture large, round-lunate, moderately oblique, and
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894. 345
toothless; the lip thin, sbarp and simple, dilated and celosely appressed at the
white-calloused columella). Seither zu Cysticopsis gerechnet, aber anatomisch
total verschieden.
Ampelita (Beck) lamothei n. Dautzenberg p.94 t.3 f.4, Mont d’Ambre
bei Diego Suarez, Madagascar; — subatropos n. ibid., id. p. 97 t.3 f.5; — allu-
audi n. ibid., id. p.98 t.3 £.6.
Acusta (Alb.) plieosa n. Japan; Martens p. 135.
Arionta (Leach) arbustorum var. gotlandica n., Insel Gothland; Wester-
lund p.167; var. oelandica n. Insel Oeland; id. p. 168.
Angasella (Ad.) setigera n., Central-Australien; Tate Trans. p. 194, Moll.
Horn p. 189 t.17 £.6; — (Hadra) euzyga n. ibid., id. Trans, p. 194, Moll. Horn
p. 190 t.17 £.7; — (Hadra) ivinneckeana n. ibid., id. Trans. p.194, Moll. Horn
p.191 t.18 f.8; — (Hadra) papillosa n. ibid., id. Trans. p. 194. Moll. Horn p. 191
t.18 £.9; — (Hadra) arcigerens n. ibid., id. Trans. p.193, Moll. Horn p. 192
b219C6.27.
Armandia (Ancey) calymna n. Lochaba am Yangtse, China; Boettger &
Schmacker p.171t.8 £.8.
Camaena (Alb.) subnimbosa n. Japan; Kobelt, in Martini& Chemnitz
p. 672 t.192 £.7,8.
Campylaea (Beck) planospira var. ‘pavelii (Hazay mss.) n. Mehadia im
Banat; Westerlund p.165; — haeterea n. Oeta, Griechenland; id. p. 165.
Chloritis (Beck) squamulosa (Hadra) n., Central-Australien; Tate Trans.
p.193 t.18 f.10; — dammaönsis n., Insel Damma zwischen Timor und Tenimber;
Smith (1) p. 64; — subsulcata n. Culion, Calamianes; Quadras & Möllendorff
p-95; — suluana n. Sulu; Möllendorff p. 209; — millepunctata n. Baudin
Islands, West-Australien; E. Smith (6) p.88 t.7 f.11; var. cassiniensis n.,
Cassini Island ibid., id. p.88 t.7 f.14; — sibutuensis n. Sibutu, Sulu-Inseln; E.
Smith (4) p.53 t.4 f.4; — platytropis n. Samui; Möllendorff (2) p. 150 t.16
f.19; — latecostata n. Kinabalu auf Borneo; Kobelt (3) p. 700 t.200 f.3, 4; —
kinibaluensis n. ibid., id. p. 706 t. 201 £.5, 6.
Camaena (Alb.) stolidota n. Paragua; Quadras & Möllendorff p. 115.
Corasia (Alb.) aegrota Rve. var. n. Sulu-Inseln, abgebildet bei E. Smith
(4) t.4 £.5.
Dorcasia (Gray) inhluzana n. Inhluzan Mountain, Drakensberge, Südafrika;
Melvill& Ponsonby p.91 t.1 f.4.
Eulota (Hartm.) subcornea n. Insel Damma, zwischen Timor und Tenimber;
Smith (1) p.6]; — fruticum var. insularum n. Küsteninseln der Prov. Ble-
kinge, Schweden; Westerlund p. 166; — ?ariontiformis n. Insel Djamma;
Kobelt in Martini& Chemnitz p.707 t.201 f.9, 10.
Euhadra (Pilsbry) hemiclista n. Sy-tschuan, China; Boettger & Schmacker
p.172 t.9 f.7; — yaeyamensis n. Liukiu-Inseln; Pilsbry (5) p.10.
Cochlostyla (Fer.) globosula (Corasia) n. Prov. Nueva Ecija, Luzon; Qua-
dras & Möllendorff p. 96; — (Callicochlias) hidalgoi n. (= samarensis Hid.
nec Semper) Sibujan; iid. p.97; — (C.) triseulpta n. Simbuyan; iid. p.97; —
(Orustia) strigata n. Romblon; iid. p.97; — (O.) versicolor n. Nueva Ecija auf
Luzon; iid. p.98; — (Helicostyla) roebeleni n. ibid., iid. p. 98; — (Hypselostyla)
accedens n. ibid; iid. p.99; — (Prochilus) calamianica n. Busuanga: iid. p. 99;
— (Corasia) loheri n., Mariveles auf Luzon, iid. p. 115.
346 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Epiphragmophora (Doering) ellipsostoma n. San Juan del Norte (Unter-
californien?); Pilsbry p 81: — (Lysinos) pollonerae n. Argentinien, Para-
vieini p.3; — (L.) borellii n. ibid., id. p. 3=
Gonostoma (Held) parryi n. Tenerife, Kanaren; Ponsonby & Sykes p.55
Textfig.
Hadra (Thersites) clydonigera (Glyptorhagada) n. Central-Australien; Tate
Trans. p. 193, Moll. Horn p. 195 t.19 £.24; — sublevata n. ibid., id. Transact.
p. 192; Moll. Horn p.196 t.17 f.5; — adcockiana n. ibid. (Bednall mss.) Tate
Moll. Horn p. 196 t.19 f.26; — (Badistes) granditubereulatus n. ibid., id. Trans.
p.193, Moll. Horn p.200 t.18 f. 11; — (B.?) wattii n. ibid., id. Trans. p. 192,
Moll. Horn p.201 t.18 f.12; — obliquirugosa n. Parry Harbour, Nordwest-
Australien; E. Smith (6) p.90 t.7 £.17; — prudhoensis n. Prudhoe Island
ibid. id. p.91 t.7 £.9; — bumerensis n. Nordwest-Australien; id. p.91 t.7 £.18;
— montolivetensis n. Montolivet Island ibid., id. p.91 t.7 £.21; — sykesi n.
Parry Island ibid., id. p.92 t.7 £.8; — imitata n. ibid., id. p.92 t.7 f.15, mit
var. cassiniensis n. Cassini Island, id. p. 92 t.7 £.16.
Hygromia (Risso) britannica (Trichia) n. London; Westerlund p. 164; —
(Theba) dirphica var. diploa n. Pindus bei Takumerka; id. p.165; — (Triehia)
halyin. Ceylon; Jousseaume p. 271 t.4 f.2; — (H.) radleyi n. ibid., id. p. 284
t.4 f.6; — (Frutieicola) adaequata n. China; Gredler p. 422.
Helix (s. str.) — (Levantina) lapithoensis n. Cypern; Rolle p. 136; — (L.)
chrysostomi n. ibid., id. p. 137; — (Macularia) ceallirho® n, Lykien; id. p. 138; —
(Macularia) vermieulata var. pelagosana n. Pelagosa; Westerlund p.168; —
(Tachea) vicaria n. Türkenberg bei Athen; id. p. 168; — (Pomatia) nucula var.
cathara n. Suez,
Moellendorffia (Ancey) erdmanni n. China; Boettger & Schmacker p.173
a 3}
Obbina (C. Semper) viridiflava n. Luzon; Quadras & Möllendorf p. 94;
— subhorizontalis n. Sibuyan; iid. p. 94; — flavopieta n. Prov. Benguet, Luzon;
iid. p. 95.
Papuina (Marts.) secans n. Mount Manes, Nordaustralien; Hedley (11)
p. 389 t. 24 f.8, 9; — (Geotrochus) wiegmanni n. Salomonen; Martens (1) p. 10
— cerea n. Queensland; Hedley (3) p.136, Textfig.; — chondrodes Strub. zu-
erst abgebildet bei Kobelt in Martini & Chemnitz t.199 f.11, 12; — liutschu-
ana n. Insel Djamna; id. p. 701 t.200 f.5, 6.
Philina® brunonis n. Halmahera; Kobelt in: Martini & Chemnitz p. 681
t. 195 f.1—3; — pyrostoma v. lucernalis n. ibid., id. p. 686 t. 196 f.3,4; var.
nigrescens n. ibid., id. p.688 t.197 £.1,2; — divariecata n. ibid., id. p. 702
t. 200 f.7, 8.
Plectopylis (Bens.) coaretata n. Insel Panglao bei Bohol; Quadras &;
Möllendorf p. 113; — eugenü n. Ceylon; Jousseaume p. 277 t.4 f.1; —
lamcabensis n. ibid. id. p. 278 t.4 f.8 (beide Arten schwerlich zu Pl. gehörend).
Plectotropis (Marts.) luzonica n. Luzon, Quadras & Möllendorff p. 114;
— squamulifera Mlldff. zuerst abgebildet bei E. Smith (4) t.4 f.3.
Planispira (Beck) surrecta n. (Bttg. & Strub. Ms.) Halmahera; Kobelt in:
Martini & Chemnitz, p. 690 t.197 £.5—7; —- parthenia n. Insel Djamna; id.
p- 703 t. 200 f. 9, 10,
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1894. 347
Rhagada (Alb.) inconvieta n. Nordwest-Äustralien; E. Smith (6) p. 90
1901.10.
Satsuma (Ad.) poecilotrochus n. Morong auf Luzon;, Quadras&Möllen-
dorff p. 114.
Sphaerospira (Mörch) djamnensis n. Insel Djamna an Neu-Guinea; Kobelt
in Martini & Chemnitz p. 699 t. 200 f.1, 2.
Trachia (Alb.) derbyana n. Nordwest Australien; E. Smith (6) p. 92 t.7
f.19; — bathurstensis n. Inseln des King Sound ibid. id. p. 93 t.7 f.20; —
gascoynensis n. Gascoyne Distrikt, West-Australien; id. p. 93 t.7 f. 13.
Xerophila (Held) psammita (Bourg. nss.) n. Alexandria; Westerlund
p. 166; — emigrata n. Peristeri im Pindus, Griechenland, id. p. 166; — allophila
n. ibid., id. p.168; — (Jacosta) renati n., Maroceo; Dautzenberg p. 17; —
poecilodoma n. Oerigotto; Boettger (1) p. 7.
Synonymie. Papuina tommasinelliana Tapp Can. und P, agnocheilus Smith
— plurizonata, Ad. & Rve; Beddome apud Pilsbry, Manual, p. 344.
Bulimidae.
Amphidromus (Albers) martensi n. Borneo; Boettger p. 66; — roeseleri
n. Sulu; Möllendorf p. 210.
Beddomea simoni (Phengus) n. Ceylon,;, Jousseaume p. 296 t.4 £.7.
Buliminidae.
Buliminus (Pachnodes) (Alb.) nuptialis n., Somerset East, Südafrika; Mel-
vili& Ponsonby, p. 92 t.1 £.5; — (Chondrulopsis) costatus n., Semiretschye
Turkestan; Clessin p.64; — (Ch.) retrodens var. longulus n., var. schmidtii
n. ibid., id. p. 65; — (Amphiscopus) eudoxinus n. Tokat, Armenien; Naegele
p. 105; — (Chondrulopsis) retroplicatus (Marts. mss.) n. Semiretschinsk, Turkestan;
Westerlund p.169; — (Chondrulus) mygdonicus n. Saloniki; id. p. 170; —
(Ch.) munitus n., Taygetos; id. p. 170; — (Ch.) pindieus n. Pindus; id. p. 170;
— omanensis n. Oman, Südarabien. E. Smith (8) p.141 Textfig. 1; — jousse-
aumi n. ibid., id. p. 142 Textfig. 2; — perexilis n. Frankreich; Locard (4)
p. 242; — centralis n. ibid., id. p. 242; — (Chondrus) obesus n. ibid., id. p. 244.
Liparus (Albers) leeuwinensis n. Cope Leeuwin, Südwest-Australien; E.
Smith (6) p. 94 t.7 £.27; — baconi Bens. zuerst abgebildet, id. t.7 f.32; —
spenceri n. Zentral-Australien; Tate, Trans. p. 192; Moll. Horn p. 202 t.18 £. 13.
Bothriembryon n. nov. für Liparus Albers nee Olivier; Pilsbry (8) p. 35.
Pupidae.
Pupa ischna n., Zentral-Australien; Tate, Trans. p. 191, Moll. Horn p. 204
t.19 £. 16; — ficulnea n. ibid., id. Trans. p.191 Moll Horn p. 205 t. 19 f. 18;
— Jarapinta n. ibid., id. p. 205 t.19 f.19; — contraria n. ibid., E. A. Smith
in P. mal. Soc. p. 96; abg. bei Tate, Moll. Horn t. 19 f. 17; — mooreana n.
Smith p. 97 t.7 f.25 (auch Tate t. 19 f. 20); — psichion n. Pretoria; Trans-
vaal; Melvill& Ponsonby p.93 t.1 f.8; — ceustodita n., ibid., id. p. 93 t.1
f.9; — iota n. ibid., iid. p. 93 t.1 f. 10; — omieronaria n. ibid., üüd. p.93 t. 1
f. 11; — keraea n. ibid., iid. p. 94 t.1 f. 12; — charybdica n., Port Elizabeth,
Kapland üd. p. 94 t.1f.13; — frustellum n. ibid., iid. p. 94 t. 1 f. 14; — (Lauria)
fagoti (Chia mss.) n., Sarria bei Gerona, Catalonien, Westerlund p. 171; —
348 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
(Oreula) transversalis n. Tschumerka im Pindus; id. p. 171; — (Torquilla) ave-
nacea var. abundans n., Kylteni in Morea; id. p. 172; — (T.) pulchella var.
krueperi n., Kolokytha in Attika; id.p.172; — pyramidulan. Tenerife, Kanaren;
Ponsonby & Sykes p. 55, Textfig.; — contraria n. East Wallaby Island, West-
Australien; E. Smith (6) p 96; — wallabyensis n. ibid., id. p. 97; — mooreana
Ronbuck bei West-Australien; id. p. 97 t.7 f£.25; — olivetorum n. Frankreich ;
Locard (4) p. 295; — plagionixa n. ibid., id. p. 296; — speluncae n.id. p. 297;
— maritima n. id p. 298; — aureacensis n. ibid., id. p. 298; — baregiensis n.
ibid., id. p. 299; — ischurostoma n. ibid., id. p. 301; — ovulina n. ibid., id. p. 301;
— ebradunensis n. ibid., id. p. 302; — arctespira n. ibid., id. p. 302; — delphi-
nensis n. ibid., id. p. 303; — plagiostoma n. ibid., id. p. 303; — rhodanica n.
ibid., id. p. 304; — rustica n. ibid., id. p. 304; — erimoda n. ibid., id. p. 305; —
mea n. ibid., id. p. 305; — nova n. ibid., id. p.305; — oryzana n. ibid., id. p. 306
— costata n. ibid., id. p. 307; — fagorum n. ibid., id. p. 308; — lasallei n. ibid.,
id. p. 308; — ameliae n. ibid., id. p. 310; — columnella n. ibid., id. p. 317; —
oparea n. ibid., id. p. 317; — olearum n. ibid., id. p. 318; — magdalenae n. ibid.,
id. p. 318; — rusticula n. ibid., id. p. 318; — valcourtiana n. ibid., id. p. 318;
— (Orcula) corrugata n. ibid., id. p. 321; — (O.) eylindriformis n. ibid., id.
p. 321; — (O.) alpium n. ibid., id. p. 323; — (O.) sublaevis n. ibid., id. p. 323
— (O.) macei n. ibid., id. p. 323; — (O.) bourguignati n. ibid., id. p. 324; —
(O.) mactriodon n. ibid., id. p. 324; — (Coryna) curta n. ibid., id. p. 326; —
(Pupilla) saliniensis n. ibid., id. p. 329; — (P.) tardiensis n. ibid., id. p. 330; —
nobrei n. San Thome; Girard p. 111; — annobonensis n. Annoboni, Golf von
Guinea; id. p. 207.
Vertigo (Müll.) quadrasi (Ptychochilus) n. Mariannen; Quadras&Möllen-
dorff p. 17; — (Alaea) celatan., Schweden; Westerlund p. 173; — morsein.
Kent County, Michigan; Sterki p. 89.
Aulacospira (Mlldff.) porreeta (Micropetasus) n Ilin bei Mindoro, Quadras
& Möllendorff p. 9.
Hypselostoma (Bens.) roebeleni n. Coron; Calamianes; Quadras&Möllen-
dorff p. 100; — pusillum n. ibid,, üd. p.100; — edentulum n. Sangat, Cala-
mianes; iid. p. 100; — transitans n. Samui; Möllendorf (2) p. 151 t.16 f. 20;
striolatum n. ibid., id. p. 182 t. 16 £. 21.
Clausiliidae.
Clausilia (Drp.) cephalonica (Albinaria) n. Cephalonien; Westerlund
p. 173; — (A.) levisculpta n., Karponisi am Veluchi; id. p. 174; — (A.) profuga
var. collaris n. Myli bei Nauplia; id. p. 174; — (A.) refuga n. Tschumerka im
Pindus; id. p. 174; — (A.) argolina n. Argos; id. p. 175; — (A.) orina n. Koraki-
Besa am Oeta; id. p. 176; — (A.) cytherae var. petronella n., Cerigo; id. p. 176;
— (A.) heterochroa n. Attika; id. p. 176; -—- (A.)cathara n. Taygetos; id. p. 190;
— (A.) violascens n. Veluchigebirg; id. p. 191; — (A.) menelaos var. juncea
n. Taygetos; id. p. 191; — (Papillifera) livadica n. mit var. scoliostoma n., Li-
vadia in Böotien; id. p. 192; — (Delima) allophanta n. unbekannten Fundortes;
id. p. 192; — (Pseudonenia) suluana n. Sulu; Möllendorff; — (Euphaedusa)
tetsui n. Hupe, Boettger & Schmacker, p. 102 t.8 fig. 6 (= filippina Gred-
ler nec Heude); — (Eu.) faberi n. Berg Omi in Sy-tschuan, China; iid. p. 103
t.S £.7; — (Eu.) longurio n. Tschingping China; iid. p. 108 t.8 f,2; — (Eu,
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1894. 349
latilunellaris n. Tschingping; iid. p. 104 t.8 f.3; — (Eu.) belemnites n. Tang-
yang, Prov. Hupeh. China; iid. p. 105 t.8 f.1; — (Eu.) broderseni n. Hongkong;
iid. p. 106 t.8 f.5; — (Pseudonenia) recedens n. Prov. Sy-tschuan, China; iid.
p. 107 t.8 f.9; -— (Ps.) pseudobensoni n. ibid., iid. p. 108 (= bensoni Bttg. olin,
nec H. Ad.); — (Dextroformosana n.) antilopina var. unicornu n. Prov. Hupeh;
iid. p.111; — (Hemiphaedusa) möllendorffiana var. edentula n. Hangtschaufu;
iid. p. 112; — (H.) basilissa n. Sy-tschuan; iid. p. 113 t.9 f.6; — (H.) impe-
ratrix n. ibid., iid. p. 113 t.9 f. 4; — (H.) elamellata n. Berg Omi, Sy-tschuan;
iid. p. 114 t.9 £.5; — (H.) frankei n. Prov. Kiangsi; iid. p. 115 1.9 f.3; —
(Euphaedusa) erobylodes var. medioglabra n.. Ichang in Hupeh; iid. p. 109; —
(Eu.) microthyra n., Hupeh; iid. p. 170 t.8 f.4; — (Eu.) clavulus var. polytropa
n. und var. orthoceras n. Hupeh; iid. p. 170. 171; — (Alopia) binodis n. Osiker-
Gebirge, Siebenbürgen (glauca Rossm. Icon. no. 954); Kimakovicz p. 26; —
(A.) canescens var nefaria n., Bodzaer Gebirg; id. p. 28; var. derepens n. und
var. cesarea n. p. 30; var. alberti n., var. proxima n., var. ambigua n. p. 31;
var. costicollis n., var. mirabilis n. p. 32; var. permira n., var. striaticollis n.
p. 33; sämmtlich aus dem Bodzaer Gebirge; — subsp. valachiensis Bttg. p. 33;
— (Al) adventicia n. (= canescens var. glabriuseula autor.), Riesenstein; id.
p. 34; var. mutabilis n. ibid., id. p. 36; var. wagneri n. Kronstädter Gebirge; id.
p. 37; var. proclivis n., bellicosa n. ibid., id. p.38; var. mathildae n. ibid., id.
p-39; — (Al.) nixa n. Südseite des Bucsecs, id. p. 39; var. monacha n. (=
straminicollis Rossm. nec Charp.) und var. novalis n. ibid., id. p. 40; — (Al.)
straminicollis var. schmidti n. Schuler im Kronstädter Gebirge, id. p. 42; —
(Al.) intercedens var. boettgeri n. Königstein; id. p. 43; var. subita n. p. 46; —
(Al.) jickelii n. Vulkaner Gebirge; id. p 48; var. vieina n. p. 48, var. microstoma
p.50; — (Al.) nefasta n. Bratocia am Chukas; id. p.51; — (Al.) fussi n. mit
var. nubila n., nota n. bipalatalis n. Bucsecs; id. p. 52; — (Al.) maxima n. (=
livida var. maxima Ad.-Schm.) Mogura-Gebirge; id. p.53; var. eybaea n. ibid., id.
p. 53; — (Al.) livida var. potaissanensis n. (= bielzi var. clathrata) id. p. 58; —
(Stereophaedusa) stearnsii n. Okinata, Liu-kiu Inseln; Pilsbry in Nauwilus v.
8 p. 47; — (Nenia) milne-edwardsi n. Pyrenaeen; Locard (4) p. 258; — (N.)
atlantica n. ibid., id. p. 259; — (Phaedusa) recens n. China; Gredler p. 422,
Textfig.
Dextroformosana n. subg. Phaedusae, Boettger & Schmacker p. 111.
(T. dextrorsa, mnltispira, subelaviformis, in cervice non aut vix validius striata
quam in anfractibus ceteris; lamella superior marginalis, inferior oblique ascendens
subeolumellaris aut emersa aut subimmersa. Plica prineipalis distineta; loco
lunellae 4—5 plicae palatales aut longae aut modicae. — Typus Cl. semprinii
Gredl.)
Achatinidae.
Achatina (Lam.) ecinnamomea n. Standerton, Südafrika; Melvill & Pon-
sonby, p.92 t.1f.6; — oedigira n. ibid. Sommerset West, Südafrika; iid.
p- 92 t.1 f.7; — lechaptoisi n. Mozambique; Ancey p. 220; — mariei n.
Mündung des Lindi, Südost-Afrika; id. p. 221 Textfig. 1; — nitida n. Ostafrika;
Martens (l) p. 7.
Limicolaria (Schum.) togo@nsis n. Togo Land; Kobelt (in Martini &
Chemnitz) p. 70 t.23 £.1, 2; — rohlfsi (Mrts. mss.) n. Nigergebiet; id. p. 72
350 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
t.23 £.5,6; — wnicolor n. Westafrika, id. p. 73 t. 23 f. 7,8; — rectistrigata
var. minor, Umgebung des Victoriasees; Sturany p. 312 f. 36, 37.
Stenogyridae.
Stenogyra (Shuttl.) interioris n., Zentral-Australien; Tate, ‘Trans. p. 191;
Moll Horn p. 203 t. 18 f. 14.
Prosopeas (Mörch) rhodinaeformis n. Sibuyan, Philippmen; Quadras &
Möllendorff p 115.
Opeas (Albers) mariae n. Ceylon; Jousseaume p. 290 t. 4 f. 9; — filiforme
u. Samui; Möllendorff(2)p. 251 t. 16 f. 22; — crossei n. Prinzeninsel; Girard
p. 105; — greffi n. ibid., id. p. 106,
Glessula (Albers) simoni n., Ceylon; Jousseaume p. 293 t.4 f. 10.
Sphalerostoma n. gen. für Caeliaxis layardi Ad. & Ang.; Girard, p. 247,
Textfig.
Subulina (Beck) newtoni n., Prinzeninsel; Girard p. 104.
Thomea n. gen. für Th. newtoni n. San Thom, Golf von Guinea, Girard
p. 106.
Tornatellina (Beck) quadrasi n, Mariannen; Quadras & Möllendorff
p. 16; — (Lamellina) microstoma n. ibid., id. p. 16; — (L.) subeylindrica n. ibid.,
iid. p. 16; — natunensis n. Natunas; Smith (10) p. 458.
Partulidae,
Partula (Fer.) quadrasi n. Mariannen; Quadras & Möllendorff p. 15.
Suceineldae.
Suceinea (Lam.) interioris n. Zentral-Australien; Tate Trans. p. 191: Moll
Horn p. 207 t.19 £.21; — (Neritostoma) quadrasi n., Mariannen; Quadras &
Möllendorff, p. 17; — (Amphibina) piratarum n., ibid.; iid. p. 18; — (Amphi-
bina) pfeifferi var. subelegans n. Sassma in Finnland; Westerlund p. 193; —
baumanni n. Ost-Afrika; Sturany (2) p.313 t.24 f.1, 6, 11; — castroi n.
Portugal; Locard (1) p. 90; — silvai n. Oporto, id. p.90; — mimatensis n.
Locard (3) p. 27, — malafossi n. id. p. 29; — vitreola n. id. p. 35, sämmtlich
aus Frankreich.
Vaginulidae.
Vaginula (Fer.) simrothi n. Angola; Nobre p.160.
Oneidiidae,
Oneidiella (Carp.) coquimbensis n. Chile; Plate p. 218.
b. Basommatophora.
Jousseaume (1) p. 297) hält es für nöthig, für diese Abtheilung den neuen
Namen Limnophilidae einzuführen.
a. Terrestria.
Auriculacea.
Pythia (Bolten) gassiesi nom. nov. für P. leopardus Gass. nee Reeve;
Crosse p. 312.
die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1894. 351
Melampus (Montf.) quadrasi (Sigma) n., Mariannen; Quadras & Möllen-
dorff p. 18; — brachyspirus n. Cebu, Philippinen; id. p. 116.
Microtralia s. seet. für Auricula? minuscula Dall; Dall (2) p. 117 £.7.
Plecotrema (H. & A. Adams) mucronatum n. Bohol, Philippinen; Quadras
& Möllendorf p. 116.
Carychium (Müll.) exiguum var. mexicanum n. Orizaba; Pilsbry (10) p. 63
f. 7—9; — oceidentale n. Portland in Oregon; id. p. 63 f. 4—6; — exile var. ja-
maicensis n. Jamaica; id. p. 63 f. 15, 16.
b. Aquatilia.
Limnaeidae.
Limnaea (Drp.) suarezensis n. Diego Suarez, Nordspitze von Madagaskar;
Dautzenberg p.100 t 4 f.3; — (Lymnus) stagnalis var. gotlandica n. Got-
land, var. acieularis n Lenseli in Westsibirien, var. nordmanni n. Welamo in
Finnland, var. westerlundi (Locard mss.) n. Skeninge in Schweden; Westerlund
p. 194—196; — (Gulnaria) lagotis var. diploa n, Skane, Schweden; id. p. 196;
— (G.) subinflata n., weitverbreitet; var. raboti n. Norwegen; var. bulla n.
Finnmarken am Enare-See; id. p. 196, 197; — arabica n. Oman, Kdg. Smith
p. 114 Textfig. 3; — elmetritensis n. Elmetrita- u. Baringo-See, Ostafrika;
E. Smith (4) p. 107, Textfig.5; — subperegra n. China; Gredler (2) p. 423.
Planorbis (Guett.) simpliculus n. Diego Suarez, Nordspitze von Mada-
gaskar; Dautzenberg p. 101 t.4 f.1; — alluaudi n. ibid., id. p. 101 t.4 £.2;
— (Gyraulus) leptostoma n. Rautasalmi in Finnland; Westerlund p. 193, —
(Armiger) dilectus n. See von Kumandures bei Daphni, Griechenland; id. p. 194;
— supracarinatus n. Comer See; C.L. Pfeiffer p. 70; — tancredii n. Paraguay;
Paravicini p.8; — (Gyrorbis) macedonieus n. Ochridasee; Sturanv p. 579
t.18 f. 18-20; — homsensis n. Homs in Syrien; Dautzenberg p.337; —
sudanieus var. magna n. Mangarasee, Ostafrika; Sturany p.315.
Physidae.
Isidorella n. gen., Typus Physa newcombii Ad. & Ang., Tate Moll. Horn
p- 212 (Shell oval, last whorl much inflated; peritreme continuous, adnate to
the parietal wall, and forming a false umbilieus; no columella strietly, or colu-
mella without a fold. — Australia). — 9 sp. werden ibid. aufgezählt.
Pyrgophysa (Crosse) bavayi n. Prov. Autankara bei Diego Suarez, Ma-
dagaskar: Dautzenberg p. 103 t.3 f. 7.
Pulmobranchia n. gen., Typus Physa lamellata, Madagaskar; Pelseneer
p- 354.
Siphonariidae.
Siphonaria (Sow.) sirius n. Japan; Pilsbry p.9; — acmoides n. ibid.
id. p. 16.
C. Solenoconchae.
Schizodentalium n. gen, Sowerby (7) p.158 (T. dentaliiformis, latere
ventrali postice serie fissorum longitudinaliter excurvato instructo). — Typus:
S. plurifissuratum n. Hongkong; id. p. 158 t.12 f.24,
352 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Dentalium (L.) shoplandi n. Aden; Jousseaume p.102; — laugjeri n.
ibid., id. p.103; — profundorum n. Ceylon; Smith (2) p. 167 t.4 f.18; —
usitatum n. ibid., id. p. 108 t.14 f. 10; — insolitum n. Meerbusen von Bengalen ;
id. p.108 t.4 f.3, 4.
D. Pelecypoda.
a. Septibranchiata.
Cuspidariidae.
Cuspidaria (Nardo) caduca (Myonera) n. Andamanen; Smith (2) p. 170
t.5 £. 9,10; — (Cardiomya) aleocki n. Bai von Bengalen; id. p. 170 t.5 f. 8.
b. Eulamellibranchiata.
Anatinidae.
Pandora (Brug.) dissimilis n. Capstadt; Sowerby ( ) p. 374.
Verticordia (S. Wood) optima n. Andamanen, bei 550 m; Sjowerby (2) p. 39
t.5 f.3 (ibid. p.82 als Synonym von V.eburnea Wood Mason & Aleock wieder
eingezogen).
Pholadidae.
Teredo (L.) fureifera n. Amboina; Martens (1) p. 9.
Veneridae.
Dosinia (Scop.) parva n. Mauritius; Sowerby (3) p.44 t.4 f. 21; — spal-
dingi n. Rothes Meer; Jousseaume (3) p.131.
Caryatis (Römer) pudieissima n. Bucht von Bengalen; Smith (2) p. 169
1.0.1.3,
Cardiidae.
Cardium (L.) robillardi n. Mauritius; Sowerby (4) p.47 t.4 f.20; —
turtoni n. Port Elizabeth; Sowerby (9) p. 377.
Mactridae.
Mulinia (Gray) modesta n. Guyamas; Dall p.5 t.1; — coloradoensis n.
Mündung des Colorado, Golf von Californien, id. p. 6 t.1, mit var. acuta; —
bradleyi n. Panama; id. p. 6 t.1.
Mactra (L.) richmondi n. Greytown, Nicaragua; Dall p.28; — hemphilli
n. Californien, Dall p. 137, Textfig.; — crista n. Aden; Jousseaume (2)
p. 105; — zellwegeri n. Sansibar; Jousseaume (3) p.131, Textfig.; — aequi-
sulcata n. Natal; Sowerby (9) p. 378.
Mactroderma n. subg. für M. velata Phil.,;, Dall (6) p.39 (shell as in
Mactra, but rude, inaequilateral, with a coarse epidermis, pronounced pedal gape,
the ligament set of from the cartilage, but most sunken, concentrated dental
armature, and the anterior arm of the right cardinal in the plane of tlıe
adjacent ventral lamina).
Mactrotoma n. subg. für M. fragilis Gmel.; Dall (6) p. 26.
Tellinidae.
Psammobia (Lam.) simplex n. Hongkong; Sowerby (7) p.159 t. 12 f. 21;
— burnupi n. Natal; Sowerby (9) p. 375.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1894. 355
Tellina (L.) hungerfordi n. Hongkong; Sowerby (7) p. 159 t.12 f. 22, —
mariae n. San Thome, Golf von Guinea; Nobre p. 92 t.5 f. 1; — dautzenbergi
n. ibid., id. p. 92 t.8 f.2; — (Macoma) candidata n. Natal; Sowerby (9) p. 375.
Donacidae.
Donax (L.) townsendi n. Persischer Meerbusen; Sowerby (8) p. 161 t. 12
f.23; — burnupi n. Natal; Sowerby (9) p. 377.
Syndosmya (Recluz) maxima n., Bai von Bengalen, bei 1350 m; So-
werby (2) p. 40 t.5 £.5.
Najadea.
Spatha (Lea) baumanni n., östliche Zuflüsse des Vietoria-Sees; Sturany
p. 12 f. 38; — martensi n. ibid., id. p.12 f. 39.
Spathella (Bgt.) kirki n. Schire; Ancey p.229 Textfig. 4-6; — anceyi
n. Bourguignat mss.; id. p. 231, Textfig. 7.
Mutela (Scopoli) simpsoni n. Schire; Ancey p.233, Textfig. 8.
Pseudanodonta (Cless.) dumasi n. Allier; Locard (6) p.64; — berryacensis
n. ibid., id. p. 66.
Unio borellii n. Schire, Ostafrika; Ancey p. 227 Textfig. 2; — lechaptoisi
n. ibid,, id. p. 228 Textfig. 3; — acrorbynchus n. Korea; Martens (6) p. 214;
— gottschei n. ibid., id. p.215; — verrucifer n. ibid., id. p. 216; — plieulosus n.
ibid., id. p. 216.
Cyrenidae.
Corbieula (Mühlf.) ovalis n. Egypten; Westerlund p. 199.
Cyrena (Lam.) luchuana n. Yaeyma, Liukius; Pilsbry (5) p.30; — yae-
yamensis n. ibid., id. p. 30; — fissidens n. ibid., id. p. 30.
Sphaeriidae.
Pisidium (C. Pf.) hibernieum (Fossarina) n., Gleengarriff Cty. Cork, Irland;
Westerlund p. 205.
Glauconomidae.
Glauconome (Gray) sculpta n, Bai von Bengalen; Sowerby (2) p. 40
(De
e. Pseudolamellibranchiata.
Amussium (Klein) alcocki n. Lakhediven; Smith (2) p. 172 t.5 f.15,16;
— andamanicum n. Andamanen; id. p. 172 t.5 £.13,14; — solitarium n. Ben-
galischer Meerbusen; id. p. 173 t.5 £f. 11,12.
Malvufundus (Jouss.) irregularis n. Japan; Jousseaume Natural. p. 228.
Pinna (L.) epiea n. Japan; Jousseaume p. 229.
d. Filibranchiata.
Basterotia (Mayer) obtusa n, Natal; Sowerby (9) p. 374.
Limopsis (Sassi) indica n. Ceylon,; Smith (@) p. 171 t.5 f, 7.
Arch. f. Naturgesch, Jahrg. 1895. Bd. II. H.1. 23
354 Dr. W. Kobelt.
IV. Biologie, Verwendung etc.
Biologie. Amphibulima und Pellicula leben in Westindien mit
Vorliebe an den natürlichen Wasserbehältern, welche eine Art von
Tillandsia in den Blattachseln hat; Dall p. 55.
Auf dem Sandboden an der Küste von Long Island bleiben
nach Prime die grösseren Molluskenarten zwerghaft; so besonders
Mesodon albolabris und thyroides und die angesiedelte Tachea nemo-
ralis. — Zahlreiche biologische Bemerkungen über die Strandfauna
von Florida macht Willcox.
Helix appressa erreicht nach Hodgson ihre volle Grösse in
der Zeit von Mai bis November; Hel. alternata wächst kaum halb
so rasch.
Die bei Lexington in Virginien angesiedelte Colonie von Tachea
nemoralis hält zum Theil den ererbten Typus fest, zum Theil aber
zeigt sie eine merkwürdige Neigung zum Zerspalten der Bänder in
der mannigfachsten Weise; Cockerell.
Die Mollusken der Pariser Wasserleitung sind nach Locard
(8) kleiner als die Stammformen, heller gefärbt, glänzender und ge-
wöhnlich auch in der Gestalt verändert, gewöhnlich etwas länglicher,
letzteres in Folge der starken Strömung in den Röhren.
Nutzen und Schaden. Stearns berichtet über den grossen
Schaden, welchen der zufällig nach Californien verschleppte Drill
(Urosalpinx einereus Say) an den Austerbänken der Bai von San
Francisco anrichtet.
Perlen. Hamonville berichtet über das häufige Vorkommen
von Perlen in Mytilus edulis bei Billiers an der Mündung der Vi-
laine; dasselbe ist auf eine kurze Strecke beschränkt, obschon die
Muschel sich auch sonst in Unmassen findet, und nur die grössten
und namentlich die einigermaassen missbildeten Exemplare enthalten
Perlen, die übrigens den Perlen der Meleagrina margaritifera weit
nachstehen.
Verschleppung. Borus oblongus ist von Antigua nach St. Kitts
verschleppt worden: und dort recht häufig; Dall (in Nautilus, v. 8
p- 35).
Bericht
über
die wissensehaftlichen Leistungen im &ebiete der Malakozoologie
im Jahre 1893.
Bericht über Anatomie, Physiologie und Entwickelung
der Weichthiere.
Von
Dr. 3. F. Babor in Prag.
A. Allgemeine Morphologie und Physiologie.
E. @. Conklin. „Methods of preparing Molluscan ova.“
American Naturalist, Vol. XXVIL. p. 1026/7.
Zur deutlichen Plastik des Reliefs dient die Fixirung in
Kleinenberg’s Flüssigkeit, Conservirung in Alkohol, Beizung in
Salzsäure, Färbung in Delafield’s Haematoxylin, Aufhellung in
Cedern- oder Nelkenöl und Einschluss in Canadabalsam.
Joh. Frenzel. „Mikrographie der Mitteldarmdrüse (Leber)
der Mollusken. II. Theil. 1. Hälfte. Specielle Morphologie
des Drüsenepithels der Lamellibranchiaten, Prosobranchiaten und
Opisthobranchiaten.*“ Nova Acta Leopold.-Carol. Bd. LX p. 317
— 408, tab. XX— XXI.
Die Mitteldarmdrüse der Lamellibranchiaten ist grösstentheils
grün und von tubulösem Bau; die Asiphoniaten haben in der Regel
nur Körnerzellen (bei Pecten und Lima fehlen auch die Keulenzellen
nicht), bei den Siphoniaten sind beide Zellenarten vorhanden (bei
Venus decussata fehlen die Körnerzellen, bei Montacuta bidentata
und Solen ensis fehlen die Keulenzellen). Die Leber der Proso-
branchiaten ist gewöhnlich braun und schwammig im Aufbau; aus-
schliesslich Körnerzellen wurden gefunden bei Chiton, Patella,
Haliotis, Trochus, Clanculus, Mitra, Murex, Nassa, Conus und
Litorina, beide Zellenarten bei Fissurella, Turbo, Rissoa, Turitella,
Cerührum.
E. Korschelt. „Mollusca“ Lehrbuch der vergleichenden
23*
356 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Entwickelungsgeschichte der wirbellosen Thiere. Specieller Theil
3. Heft p. 909 —1177 fig. 541—697.
Die Trochophoren-Form der Mollusken-Larve ist keine Conver-
genzerscheinung, sondern ein Beweis für die einheitliche Abstammung
des Phylums und der Verwandtschaft der Weichthiere mit Mollus-
coiden, Annulaten und Rotatorien; die Larvenform lässt sich von
einer noch primitiveren ableiten, die dann auch den Plathelminthem
zum Ausgang dienen mag. Die secundäre Leibeshöhle ist als eine
Erweiterung der Gonaden aufzufassen. Die Urniere ist ursprünglich
entodermaler (später mesodermaler) Herkunft, diebleibenden Nephridien
sind mesodermale Gebilde, aber treten erst secundär mit dem Cölom
in Verbindung. Die ausserordentlich frühzeitige Anlage der
Schalendrüse und des Fusses ist nicht palingenetisch. Die Chitonen
stehen dem Urmolluk näher als ‚die Solenogastres, die Stachel- nnd
ähnliche Bildungen der Amphineuren sind den Borsten der Annulaten
nicht homolog. Der Oviseminalduct der Pulmonaten ist ektodermal.
Die Arme der Cephalopoden entwickeln sich von den ventralen an,
die Fangarme (der Decapoden) unterscheiden sich in der Anlage
nicht von den übrigen; der Trichter entsteht aus zwei Faltenpaaren.
An der Umhüllung des Dottersackes nehmen alle drei Keimblätter
theil; die relative Dotterarmuth des Grenacher’schen Embryos ist
secundär. Die Verwandtschaft der Spirula mit den Belemniten wird
angezweifelt, die der Argonauta mit den Ammoniten in Abrede ge-
stellt (gegen Steinmann).
A. Lang. „L’orgine des Mollusques.“ C. r. trav. 75. sess.
Soc. Helvet. des Sciences Natur. p. 109/10.
Die Mollusken werden von turbellarienähnlichen Platoden ab-
geleitet und die Ausbildung des Fusses sowie der Mantelhöhle mit
den Kiemen auf starke Cutieulisierung der Haut (= Schalenbildung;)
zurückgeführt.
P. Pelseneer. „La classification generale des Mollusques.“
Bull. Soc. France Belg. Tome XXIV p. 347—371.
Die Weichthiere sind ein einheitlicher, monophyletischer Typus
(gegen v. Jhering); die Gegenüberstellung der Amphineuren den
übrigen lässt sich nicht rechtfertigen (gegen Hatschek), höchstens
kommt den Cephalopoden eine Sonderstellung zu und zwar wegen
des zweiten Nephridienpaares (= Ausführungsgänge der Geschlechts-
organe). Die vordere Aorta der archaistischen Prosobranchiaten
endet in einen Sinus, der die ganze Pedalcommissur einschliesst;
das aus diesem hervorgegangene Gefäss kann entweder oberhalb
oder unterhalb der letzteren verlaufen, welches Verhältniss nicht von
fundamentaler Bedeutung ist (gegen die überweigende Meinung).
Die Weichthiere war ursprünglich metamerisch') gebaut, als die
nächsten Verwandten derselben sind die freibeweglichen Polychaeten,
!) Die Weichthiere sind von Haus aus ametamerisch (Anm. d. Ref.).
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 357
ja direkt die Kuniciden angeführt). Das Centralnervensystem
weist drei ursprüngliche Ganglienpaare und 2 von den Oberschlund-
ganglien ausgehende Nervenstrangringe auf. Das System: Amphi-
neura (Poly- und Aplacophora), Gastropoda (Strepto- und Euthy-
reura), Scaphoda, Lamellibranchiata und Cephalopoda; die Stepto-
neuren umschliessen die Gruppen Aspidobranchia (Rhipido- und
Docoglossa) und Ctenobranchia (Platy- und Heteropoda), die Euthy-
neuren enthalten die Opistobranchiaten und Pulmonaten.
C. Saint-Hilaire. „Sur la fonction du foie des Crustaces et
des Mollusques.“ Revue Sc. Nat. St.-Petersbourg. Annee IV. p. 114
— 117.
Die Vacuolen führenden Zellen in der Leber der Gastropoden
und Cephalopoden sind keine Fermentzellen, die Resorption der
Nahrung geht in den Leberschläuchen vor sich, das Leberpigment
entstammt den Nahrungsstoffen, nicht dem Blute.
S. Watase. „Homology of the Centrosome.“ Journ. of
Morphology. Boston. Vol. VII, p. 433 —443, 7 figg.
Das Oentrosom ist ein riesiges Mikrosom (untersucht wurden
Blastomeren von Loligo pealii und Margaritana complanata).
B. Bionomie.
E. Blasius & F. Schweizer. „Elektrotropismus und ver-
wandte Erscheinungen.“ Arch. Phys. Pflüger. Bd. LIII p. 493—543.
Muscheln und Schnecken sind nicht elektrotropisch.
A. Locard. „Les Mollusques des conduits d’eaux potables de
Paris.“ Revue sc. Paris. Tome LIl, p. 531—4.
Die Schnecken der Wasserleitungen sind kleiner und blasser
geworden, als im Freien; die Najaden kommen nicht vor (weil
Fische fehlen).
M. A. Norman. „A month on the Trondhjem Fjord.“ Ann.
Msz. Nat.-Hist. (VI) Vol. 12 p. 341 - 67.
Alle Weichthiere von Trondhjem-Fjord sind weiss oder oliven-
grün.
C. Praktische Verwendung.
W. ©. Atwater. „The chemical composition and nutritive
values of food-fishes and aquatic Invertebrates.“ Rep. U. S. Commiss.
Fisher. Vol. XVI. (1892/3) p. 679—868 tb. LXXXI—LXXXIX.
Durch das „Mästen“ (=Schwemmen mit Brack- und Süss-
wasser) verliert die Auster an Fett, Kohlenhydraten und besonders
Mineralsalzen, wobei sie nur durch Wasseraufnahme grösser wird;
das Verfahren bedingt einen angenehmeren Geschmack.
!) Unter so hoch organisirten Formen kann man unmöglich die Vorfahren
der stark specialisirten und geologisch uralten Grnppe der Weichthiere suchen,
(Ref., s. auch o. Korschelt).
358 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
D. Carazzi. „Ostricultura e mitilicultura.“ _Manuali Haepli,
Milano VIII 202 pp., 13 figg.
D. Carazzi. „Revisione del genere Polydora Bosc. e cenni
su due specie che vivono sulle Ostriche.“ Mitth. Zool. Stat. Neapel
Bd. XI p. 4-45 Tf. 2.
Polydora schadet den Austern, die sie unter Umständen bis
zum Absterben bringt. Die Schale der Auster wächst nur im Früh-
jahr und Herbst.
H. Crosse. Ref. über Saville-Kent (s. u.). Journ. Conchol.
Paris Vol. XLI p. 113—116.
Der Referent über den Artikel von S.-K. warnt vor Natica
vv.)
\ W. A. Herdmann. „Oyster culture and temperature.“ Nature.
Vol. HL p. 269.
Gleichmässige andauernd warme Temperatur begünstigt die
Entwickelung der Austerbrut.
H. de Lacaze-Duthiers. „Sur la reproductions des Huitres
dans le vivier de Roscoff.“ C. r. Ac. sc. Tome CXVII p. 428—34
und Arch. zool. exper. gener. (IlI.) tome 1. Notes p. 25—29.
Die Auster wird im 2. Lebensjahre geschlechtsreif, das Maximum
der Fortpflanzung fällt jedoch in das 5. Jahr.
K. Möbius. „Ueber die Thiere der Schleswig-Holsteinischen
Austerbänke, ihre physikalischen und biologischen Verhältnisse.“
Sb. Berl. Akad. Wiss. p. 67—92.
Aleyonium und Pomatoceros verderben den Wohlgeschmack der
Auster; Ostrea hippopus Lam. ist keine gute Art.
W. Saville-Kent. „ÖOysters and Oyster Fisheries of Queens-
land.“ Brisbane 1891. (Nachtrag zum Bericht f. d. J. 1891) 17 pg.
u. 9 Tin. (s. 0. d. Ref. v. Crosse).
Ostrea edulis und O. Angasi sind 3 und haben eine Brutpflege,
wogegen (0). glomerata, die in Queensland heimisch ist, getrennt-
geschlechtlich ist und ihre Befruchtung im Wasser stattfindet. Nach
Beobachtungen von Kelk wird die Natica (plumbea) gegen den den
Austern schädlichen Urosalpinx (Paivae) anempfohlen!).
D. Specieller Theil.
I. Cephalopoda.
A. Appellöf. „Teuthologische Beiträge. 3. Bemerkungen
über die auf der norwegischen Nordmeer-Expedition (1876—8) ge-
sammelten Cephalopoden. 4. Ueber einen Fall von doppelseitiger
Hektokotylisation bei Zledone cirrhosa (Lam.) d’Orb.“ Bergens Mus.
Aarbog. f. 1892 (ersch. 1893) 15 pp. 1 T£.
Bei Cirrhoteuthis und Octopus (arcticus und piscatorum) fehlt
) Die Natica durchbohrt die Schalen des Urosalpinx, dessen Weichtheile
sie dann verzehrt, kann aber dasselbe auch mit den Austern thun!
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 359
der Tintenbeutel. Der junge Gonatus Fabricii hat nur Chitinringe
an den Saugnäpfen (die sich im erwachsenen Zustand in Haken
umformen). Ein Individuum von Eledone cirrhosa wies doppelseitige
Hektokotylisirung auf, hat aber die Genitalien normal entwickelt
gehabt!).
V. Faussek. „Ueber den sog. „weissen Körper“, sowie über
die embryonale Entwickelung desselben, der Cerebralganglien und
des Knorpels bei Cephalopoden.“ Mem. Acad. St.-Petersbourg (VID
Tome 41 No.9 pp. 32, Tf. 3.
Der „weisse Körper“ besteht aus Nestern epithelioider Zellen
und bindegewebigen Septen; sein Bau entspricht dem einer Blut-
drüse und stellt kein Nervencentrum und kein Sinnesorgan dar.
Er entsteht aus dem Ektoderm und zwar wird von drei Anlagen
zusammengesetzt: einem Antheil des Augenstieles (Bestandtheil des
Centralnervensystems), einer Verdickung des Ektoderms, welche den
Sinnesplatten der Pulmonaten gleichzusetzen ist, und einer Ektoderm-
einstülpung, welche den Cerebraltuben homolog ist. Die Ganglien
entwickeln sich aus Ektodermverdickungen. Der Kopfknorpel hat
mesodermalen Ursprung, und wird zunächst in der Nähe der ÖOto-
cysten gebildet. Die Perikardialdrüse ist eine richtige Drüsenbildung
(mit Grobben gegen Cuönot), die in das Perikard einmündet.
G. Jatta. „Sopra l’organo dell’imbuto nei Cefalopodi.“ Bollet.
Soc. Natural. Napol. Vol. VII p. 45—60 4 tb.
Der Trichter besteht aus 2 dorsalen und 2 ventralen Antheilen,
welche in verschiedener Art und in verschiedenem Grade mit ein-
ander verschmelzen.) Nur bei Tremoctopus violaceus wird das
Trichterorgan aus zahlreichen Längsleisten zusammengestellt. Das
innere Organ im Trichter ist seinem histologischen Aufbau nach
eine Schleimdrüse, welche der Fussdrüse der Schnecken entspricht,
da der Trichter kein Epipodium darstellt, sondern (mit den Kopt-
armen zusammen) dem Fusse der Mollusken homolog ist.?)
L. Joubin. „Les chromatophores des Cephalopodes.“ Bull.
Soc. Sc. Med. Ouest Rennes Tome 1.
L. Joubin. „Reponses ä& quelques critiques au sujet des
chromatophores des Cephalopodes.“ Arch. zool. exper. gener, (III),
tome I, p. 99>—103.
L. Joubin. „Note sur une adaptation partuculiere des certains
chromatophores chez un Cephalopode (l’oeil thermoscopique de
t) Der Verfasser hat eine Reduplication der Genitalien erwartet, was nie
vorkommt, wenn auch zwei Arme hektokolisirt werden. Anm. d. Ref.
2) Korschelt (s. o.) hat auch embryologisch ein gesondertes vorderes und
ein hinteres Faltenpaar nachgewiesen. Anm. d. Ref.
®) Verf. erklärt die anders ausschauenden Bildungen des Trichters, wie sie
von Verrill, Weiss und Hoyle beschrieben wurden, für schlechte Conservirungs-
zustände; von Wichtigkeit bleibt doch eine Angabe von Verrill, wo eine Spur
oder Rest einer Kriechsohle vermuthet wird (das sog. „Verrill'sche Organ“),
welche Verf. ausser Acht lässt. D. Ref.
360 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Chiroteuthis Bonplandi Verany?).“ Bull. Soc. Zool. France Vol. XVII
p. 146—151 1 fig.
Gegen Phisalix (s. u.) werden alle Angaben (in früheren Ar-
beiten des Verf.) aufrecht erhalten; die Chromatophoren sind ein-
zellige Gebilde und können deshalb keine histologischen Elemente
in ihrem Innern enthalten. Chiroteuthis Bonplandi (wahrscheinlich
auch Loligopsis guttata, Taonius hyperboreus und Suhmii) hat eine
Modification der Chromatophoren in der Form von „thermos-
kopischen Augen“ (mit schwarzer Pigmentzelle anstatt der Linse)
entwickelt, welche der Wahrnehmung der Temperatur dienen; sie
liegen unter der Epidermis.
L. Joubin. „Voyage de la goelette. Melita sur les cötes
orientales de l’Ocean Atlantique et dans la Mediterrance. Cephalo-
podes.* Me&m. Soc. zool. France Tome VI, p. 214—25, 9 figg.
Ausser einigen Daten über die Systematik einer Anzahl der
Cephalopoden wird T’rremoctopus microstoma ausführlich beschrieben.
Derselbe ist keine Jugendform (gegen Carus); seine Arme (nicht
nur der hektokotylisirte) sind verhältnismässig sehr stark und ent-
halten eine auffallende Fortsetzung der Pedalganglien. Die von
Troschel beschriebenen Nematocystenschläuche sind Stücke von
Coelenteraten.
L. Joubin. „Note sur P’appareil photogene d’un Cephalopode
Histioteuthis Rüjpellü (Verany).“ C.r. Soc. Biol. Paris (IX), tome 5,
p. 142—6 1 fig.
L. Joubin. „Recherches sur l’appareil d’un Cephalopode
IMistioteuthis Rüppellü, Verany.“ Rennes pg. 32, figg. 10.
L. Joubin. „Note complementaire sur l’appareil lumineux d’un
Cephalopode: listioteuthis Rüppellii Verany.“ Bull. Soc. Se. Medic.
Ouest Rennes. Tome II, 9 pp.
Die leuchtenden Organe werden von einer Pigmentschicht, einer
reflectirenden Hülle, einer Lichterzeugenden Zellenmasse, einem
durchsichtigen Kegel und zwei Linsen zusammengesetzt. Die licht-
erzeugende Schicht führt ausser den Lichtzellen noch Bindegewebe,
zahlreiche Blutgefässe und besondere Nervenzellen; die Lichtzellen
sind grob granulirt. Die reflectirende Schicht stellt einen para-
boloidischen Spiegel dar, in dessen Brennpunkt die Lichtzellen liegen;
unter dem Spiegel liegt ein förmlicher Schirm aus Chromatophoren.
Die Thätigkeit der Leuchtorgane wird angeblich durch thermische
Einflüsse angereizt. Aehnliche Organe besitzt noch Histioteuthis
bonelliana und ocellata (welche nicht zu Loligopsis gehört), ferner
die Gattung Histiopsis und dann Calliteuthis reversa; alle leuchtenden
Cephalopoden leben, wenigstens facultativ, in grösseren Meerestiefen.
Das Licht kann farbig sein, wie Verany am lebenden Thiere sah.
L. Joubin. „Quelques organes colorös de la peau chez deux
Cephalopodes du genre Chiroteuthis.“ Mem. Soc. Zool. France.
Tome VI, p. 331—43, 12 figg.
Chiroteuthis Veranyi und Picteti (n. sp.) besitzt eine Reihe
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. al
eigenartiger farbiger Gebilde, welche die Beute anlocken sollen;
die letzte hat noch eigenthümliche Borsten unbekannter Funktion.)
E. Korschelt. „Ueber den Laich und die Embryonen von
Eledone.“ Sb. naturf. Freunde Berlin p. 68—73, 2 Textfigg.
Angeblich die erste Beschreibung des (vermeintlichen) Laiches
von Eledone moschata; die Eier sind sehr dotterreich.
N.P. Krawkow. „Ueber verschiedenartige Chitine.“ Zeitschr.
f. Biol. (II) Bd. 11 p. 176—98, Tf. 3.
In dem Kiefer der Cephalopoden giebt es keine Cellulose (gegen
Ambronn), sondern ein Chitin.
J. Loeb. „Ueber künstliche Umwandlung positiv heliotropischer
Thiere in negativ heliotropische und umgekehrt.“ Arch. Physiol.
Pilüger. Bd. LIV p. 81—107, 6 figg.
Die Larven von Loligo werden bei der Temperatur von 30°
selähmt.
C. Phisalix. „Sur un phenomene d’inhibition chez les O&phalo-
podes: Constrietion paralytigque des chromatophores.“ C. r. Soc.
Paris (IX) Tome 5 p. 887—9 und C. r. Ac. Sc. Paris. Tome OXVII,
p- 688 —40.
Die Centren für die Constriction der Chromatophoren liegen in
den Cerebralganglien, die Dilatationscentren, welche einer inhibi-
torischen Beherrschung der ersteren unterliegen, in den Unterschlund-
ganglien.
. M. Reis. „Untersuchungen über die Petrificierung der
Muskulatur.“ Arch. f. mikr. Anat. Bd. XLI, p. 492—584, Tf. XXIX
— XXX.
Die versteinerte Muskulatur (bei fossilen Reptilien, Fischen,
Cephalopoden und Annulaten) zeigt zwar die betreffenden histo-
logischen Details, aber die Masse wird in Apatit („Zoophosphorit“)
umgewandelt.
J. von Uexkühl. „Physiologische Untersuchungen an Kledone
moschata.“ Zeitschr. f. Biol. (ID) Bd. 12, p. 179—183, 3 figg.
Die Nervenstämme in den Armen von Eledone enthalten zwei
getrennte Nerven, welche durch eine bindegewebige Scheidewand
aus einander gehalten werden; unter den beiden Nerven liegt ein
Ganglienstrang, der die Ganglien der Saugnäpfe liefert.
H. de Varigny. „Recherches experimentales sur la contraction
rhythmique d’un organe ä fibres lisses. (Jabot de l’Eledone mo-
ee Journ. Anat. Physiol. Paris. Annee XXIX, p. 40-64,
16 figg.
Der ausgeschnittene Kropf (von Eledone moschata und Octopus
macropus) behält 24 Stunden seine Reizbarkeit (stirbt erst in 4 Tagen
ab); süsses Wasser tödtet ihn rasch. Seine glatten Muskelfasern
reagieren bei Weitem prompter auf thermische Reizung als die des
1) Eine embryonale Anlage von feinen Bürsten auf der Haut hat schon
Koelliker (in seiner alten Entwickelungsgeschichte der Cejhalopoden) be-
obachtet. D. Ref.
362 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hautmuskelschlauches. Der Inhalt des Kropfes löst rhythmische
Zusammenziehungen aus.
II. Scaphopoda.
S. u. Fischer.
III. Gastropoda.
a. Arbeiten über die Klasse im Allgemeinen.
C. L. Bouvier. „Sur la distorsion des Gastöropodes herma-
phrodites.“ C. r. Soc. Philomathique. Paris No. VI 3 pp.
Bei der Verschiebung der Kiemen nach rechts wird der Kiemen-
nerv entweder verlängert (Ampullaria), oder nach vorn in den
Mantelrand verlagert (bei Pulmonaten), oder nach hinten geführt
(bei Opisthobranchiaten); dementsprechend kommt das Supra-
intestinalganglion bei den Siphonarien in die Vorderparthie, bei
Steganobranchiaten sehr weit in die hintere Parthie des Körpers zu
liegen. Bei Gymnobranchiaten liegt es wieder vorne, weil bei diesen
alle Öentren zusammengedrängt sind.
H. Fischer. „Recherches sur la morphologie du foie des
Gasteropodes.*“ Bull. Sc. France Belg. Tome XXIV, p. 260—346,
Tf. IX—XV.
H. Fischer. „Sur quelques travaux recents relatifs ä la
morphologie des Mollusques univalves (Gasteropodes prosobranches
et opisthobranches, Scaphopodes).“ Journ. Conch. Paris (ID,
tome 33 = vol. XLI, p.1—15.
Die Leber wird bei Paludina als mediane unpaarige Macen-
ausstülpung angelegt, dann in zwei Lappen zertheilt, von denen der
linke nach ventralwärts verlagert wird und später zur bleibender
Leber heranwächst, wogegen der rechte nach oben kommt und dann
rückgebildet wird. Aehnlich bei Aeolis, wo die Leberzellen direkte
Nachkommen der Dotterzellen sind. Der larvale Schalenmuskel
ist hier quergestreift (Bestätigung einer Angabe von Trinchese).
Die Verdauungsthätigkeit beschränkt sich im erwachsenen Thiere
auf die Ausstülpungen, welche in die Rückenpapillen eindringen;
die letzteren werden paarweise und von vorne nach hinten schreitend
angelegt. — Bei Rhipidoglossen werden beide Leberlappen erhalten
und zwar mit 3 (Fissurella, Emarginula) oder 2 Mündungen (Mono-
donta, Neritina). Die Taenioglossen haben entweder 2 gleiche
Lebern (Valvata) oder 2 ungleiche laterale Lappen (Calyptraea,
Cyelostoma, Rissoa, Pachychilus, Paludina u. m.), oder endlich
2 Lappen, die hinter einander ausmünden (Ranella, Cassidaria,
Natica). Aehnlich auch die Rhachiglossen. Die Opisthobranchiaten
haben meistens 2 ungleiche Leberlappen (die Pteropoden inbegriffen).
Die Pulmonaten besitzen 2 annähernd gleiche Lappen (bei rechts-
gewundenen Formen ist der linke grösser und umgekehrt); Peronia
hat einen secundären dritten Lappen mit selbstständiger Mündung
(vom linken abgespalt.). Bei Muscheln sind mehrere gesonderte
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 363
Partien ausgebildet. Bei Scaphopoden wird eine metamere An-
ordnung der Leberläppchen angenommen. — Die bleibende Niere
der Opisthobranchiaten ist die rechte embryonale. Die Oxynoöidae
sind zwar den Ascoglossen nahe verwandt (mit v. Jhering), aber
auch mit Steganobranchiaten. Die Abstammung der Lamelli-
branchiaten von den Prorhipidoglossen hält der Verf. nicht für
wahrscheinlich (gegen Pelseneer, mit Wiren, s. u.).
H. Fischer. „Note sur l’enroulement de la coquille des em-
bryons des Gasteropodes.“ Journ. Conchol. Paris (III), tome 32,
p. 309—13.
Bei dem Arion hortensis persistirt die rechte embryonale Niere
mit ihrem Renopericardialgang, und bleibt rechts liegen, an der
linken Seite kommt es noch zur Anlage eines rudimentären Ganges.
— Bei Limnaea geht aus dem Blastoporus sowohl der Mund als
auch der After hervor.
P. Fischer & E. L. Bouvier. „Sur lenroulement des
Mollusques univalves.*“ Journ. Conchol. (III), tome XXXII, p. 234
—43.
Zwischen der Asymmetrie im anatomischen Bau und der
Windungsweise der Schale besteht keine bestimmte Correlation
(gegen Pelseneer); die Lehre von der Hyperstrophie darf, wenn
sie auch für einzelne Formen Gültigkeit hat, nicht generalisirt
werden. Die Aufrollung des Deckels ist immer umgekehrt, als die
des Eingeweidesackes (ohne Rücksicht auf das Gehäuse). Selbst
die Rechts- oder Linkswindung der Embryonalschale ist nicht maass-
gebend (nach Dall hat die im erwachsenen Zustand immer dextrose
Gattung Calliostoma bald rechts- bald linksgewundenen Nucleus).
G. Loisel. ‚Les cartilages linguaux et le tissu cartilagineux
chez les Gasteropodes.“ C. r. Soc. Biol. Paris (IX), tome 5,
p. 195 —6.
G. Loisel. „Les pieces de soutien de la radula chez les Ce-
phalopodes et le tissu cartilagineux des Mollusques.‘‘ Ibid. p. 244—6.
G. Loisel. „Les cartilages linguaux des Mollusques (structure
et developpement histogenique).“ Journ. Anat. Physiol. Paris. .
Annee XXIX, p. 466-522, 28 figg.
_ Der „Knorpel“ der Radula besteht aus Muskelfasern, Blasen-
zellen und fibröser Kapsel; die Muskelfasern sind ab und zu quer-
gestreift, die Blasenzellen sind modifieirte Fibroblasten, und haben
hie und da eine Membran. Das Stützgewebe (auch bei den Üe-
phalopoden) entspricht höchstens dem Vorknorpel der Wirbelthier-
embryonen.!) Die Radulapapille enthält ein zartes Schleimgewebe,
aber auch die Blasenzellen der Stützstücke unterliegen oft (besonders
im Winterschlaf bei Pulmonaten) einer schleimigen Degeneration
(in einigen Helices sind die Zellen in der Regel ganz liquificirt).
P. Pelseneer. ,A propos de l’Asymmetrie des Mollusques
!) Einen richtigen Radulaknorpel hat Garnault bei dem Cyelostoma
elegans entdeckt, und ist auch sonst zu finden. D, Ref,
364 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
univalves.‘“ Journ. Conchol. Paris (III), tome XXXUH, Vol. XL,
0. 229— 33.
Wenn auch die Aufrollung des Gehäuses manchmal der Asym-
metrie im anatomischen Bau nicht entspricht, so besteht doch immer
eine konstante Öorrelation zwischen der Windungsweise der Schale
und der Richtung, in welcher die die Asymmetrie der Organe be-
dingende Drehung des Körpers vor sich gegangen war; die schein-
baren Ausnahmen lassen sich alle durch Hyperstrophie erklären
(gegen Fischer).
E. Rohde. „Ganglienzelle und Neuroglia.‘“ Arch. f. mikr.
Anat. Bd. XLH, p. 423—42, Tf. XXVI.
Die Neuroglia bildet nicht nur eine durchlöcherte Hülle um
die Ganglienzellen, sondern dringt direkt auch in ihren Leib und
hängt innig mit ihrem Spongioplasma zusammen; das letztere wird
auch vom Neurogliagewebe neugebildet, Auch wo das Spongio-
plasma mit der intercellulären Glia nicht verbunden ist, stellt es
ein kernhaltiges Gliagewebe dar.
H. Simroth. „Pelagische Schnecken- und Muschellarven.“ Sb.
Natur. Ges. Leipzig 2 pp.
Die Larvenschalen der Meeresgastropoden sind streng nach
mechanischen Principien gebaut (Dauben- und Reifenbildungen). Die
Arragonitkrystalle folgen genau den Conchinrippen in ihrer Auf-
lagerung. — Schon die jüngste Janthina bildet das bekannte Floss.
J. Thiele. „Ueber das Kriechen der Schnecken.“ Abh. Ges.
Isis. Dresden, f. 1892 (ersch. 1893), No. 12, 4 pp.
Die Simroth’sche Annahme einer Extension der Muskelfasern
in der Kriechsohle der Pulmonaten ist nicht nöthig. Haliotis hat
eine ähnliche schreitende Bewegung wie Cyclostoma (freilich bei
ungetheiltem Fusse). Die Locomotion der Pulmonaten und Opistho-
branchiaten entspricht der Schlängelung der Blutegel, die der Ha-
liotis und Cycelostoma der Schlängelung der Ringelwürmer. Die
Gleitung und Anheftung des Fusses der Schnecken wird durch das
Secret der Fussdrüsen unterstützt (vorne Schleim-, hinten Klebe-
drüsen).
b. Arbeiten über die einzelnen Gruppen.
1. Prosobranehiata (mit Heteropoden).
L. Boutan: „Memoir sur le systeme nerveux de la Nerita
polita et de la Nuwvicella porcellana“. Arch. zool. experim. et gener.
(III) tome 1 p. 221—66 Tf.XV, XVI.
Die Mantelnerven bilden einen geschlossenen Ring. Das Epi-
podium wird beiderseits mit je 3 Nerven von dem Pleuralganglion
innervirt, von dem Cerebropleuralconnectiv geht ein Strang zu einem
Epipodialnerven.
W.H. Dall: „The Phylogeny of the Docoglossa“. Proceed.
Acad. Nat. Sc. Philadelphia p. 285—7 und Ann. Mgz. Nat. Hist. (VI)
Vol. 12 p. 412—4.
Die Lepetiden sind entartete Docoglossen (gegen Thiele). Die
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 365
Nackenkieme ist die ursprüngliche; Scurria besitzt eine Randkieme;
Acmaea ist ein typisches Docoglossum. Das palaeozoische Trybli-
dium hat eine andere Anordnung des Schalenmuskels als die (re-
centen) Docoglossen.
R. von Erlanger: „Beiträge zur Kenntniss des Baues und der
Entwickelung einiger marinen Prosobranchier. 2. Ueber einige ab-
norme Erscheinungen in der Entwickelung der Cassidaria echino-
phora“. Zool. Anz. XVI. Jhg. p. 1—6 3 figg.
Nur ein Bruchtheil der Eier in der Laichmasse kommt zur
Entwickelung, einige bilden Zwergembryonen.
R. von Erlanger: „Zur Entwickelung von Faludina vivipara“.
Habilitationsschrift, Heidelberg, 47 pp. 2 Tfn. 3 Textfigg.
Das Mesoderm wird als unpaare Ausstülpung aus dem Archen-
teron an der Bauchseite angelegt, entwickelt sich in der Form
paariger Coelomsäcke weiter, wird aber bald aus diesem Zusammen-
hange mesenchymatös gelöst. Aus dem Archenteron entsteht dorsal-
wärts das Gastrointestinalrohr, die ventrale Wand stülpt sich zur
Leber aus; der Blastoporus wird zum After. Das Pericard, welches
nicht die ganze secundäre Leibeshöhle ausmacht, entsteht aus
paarigen Aushöhlungen im Mesenchym ventral vom Enddarm; das
Herz entwickelt sich als Ausstülpung des Pericurdiums, die grossen
Gefässe danken embryonalen Lacunen ihren Ursprung und ihr Lumen
entspricht der Furchungshöhle. Die „Urniere“ wird als solider
Zellenstrang hinter dem Velarfeld angelegt und erhält dann eine
Höhlung und zwei Oeffnungen. Die Anlage der Niere ist paarig,
aber nur die rechte persistirt, nachdem sie nach der Torsion auf
die linke Seite kommt; die Niere hat einen einfachen Harnleiter.
Die Ganglien gehen aus Ektodermverdickungen hervor, und zwar
ursprünglich isolirt und in einer bestimmten Reihenfolge. Der Ge-
schlechtsapparat setzt sich aus der mesodermalen Gonade und einer
ektodermalen Einstülpung zusammen; die letztere bildet den Aus-
fuhrgang und entspricht wahrscheinlich dem rudimentären linken
Nierengange. Der Deckel wird von einer Drüse ausgeschieden.
A. Giard: „Sur une type nouveau et aberrant de la famille
des Sabelliddöes (Caobungia Billeti)*. C. r. Soc. Biol. Paris (IX) tome5
p. 475—6.
Caobangia bohrt Gänge in den Gehäusen von Melania.
B. von Haller: „Die Morphologie der Prosobranchier, ge-
sammelt auf einer Erdumsegelung durch die kel. italienische Cor-
vette „Vettor Pisani*. 4 Die longicommissuraten Neotaenioglossen“.
Morphol. Jahrb. Bd. XIX p. 553—91 Tf. XXVIII—XX1.
Ranella hat ein primitiveres Nervensystem als Tritonium (beim
letzteren sind 3 — gegen 2 bei der ersteren — Pedaleommissuren
vorhanden, die Pedalcentren sind schon mehr concentrirt). — Beim
Dolium sind beiderseits die Cerebral- mit den Pleuralganglien ab-
solut verschmolzen. — Die Speicheldrüsen der Tritoniiden und der
Doliiden sind in verschiedene Lappen zertheilt, von denen die
hinteren die Schwefelsäure absondern, dieselbe dient bei der Ver-
366 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dauung. Bei fleischfressenden Formen entsteht auch eine untere
Aussackung der Speiseröhre. — Aehnlich bei Strombiden. — Die
Cerebral- und Pleuralganglien sind bei den erwähnten Gruppen ge-
nähert, bei Chenopus weit entfernt. Die primitivsten von den
Familien sind die Tritoniiden. Xenophorus gehört zu den Strom-
biden.
Ph. Knoll: „Ueber die Herzthätigkeit bei enigen Evertebraten
und deren Beeinflussung durch die Temperatur“. Sb. d. kaiserl.
Akad. d. Wissensch. Wien Bd. CII 3. Abth. p. 387 — 405.
Die normale Pulsfrequenz bei Pterotrachea beträgt 50—80, in
der Regel 67 in einer Minute; bei Erwärmung auf 24—37° steigt
sie zu 160—180, dann sinkt sie und wird arhythmisch, bis sie bei
40° ausbleibt; Abkühlung kann dann noch eine Pulsbewegung er-
wecken. Contractionen der Fussmusculatur stehen noch früher
stille, die peristaltische Bewegung wird selbst durch höhere Tem-
peratur nicht gehemmt.
A. Oswald. „Der Rüsselapparat der Prosobranchier.“ Je-
naische Zeitschr. f. Naturw. u. Med. Bd. XX VIII, p. 119—162, Tf. V
u VL, 11: Textfig,
Es wird die Musculatur des pleurembolischen Rüssels von Nassa
reticulata und Buceinum undatum eingehend geschildert. Die
äussere Oeffnung des Rüssels heisst Rhynchostom (die Mundöffnung
Pharyngostom), der Raum zwischen der Rüsselscheide und der
inneren Schnauze Rhynchodaeum. Am Rhynchostom häufen sich
die Hautdrüsenzellen zu einer Lippendrüse (Schmierdrüse) an, die
Scheide führt zahlreiche Becherzellen und wenige Drüsenzellen; das
Rhynchodaeum wird von losen spindelförmigen gelben Zellen erfüllt.
Die Ausführgänge der Speicheldrüsen münden auf der ventralen
Seite in die Speiseröhre ein, nachdem sie sich von der dorsalen
Seite durch die Muskulatur durchgebohrt haben. Der ektodermale
Antheil des Oesophagus wird Gastrostom genannt. Die Ausstülpung
des Rüssels kommt durch Blutdruck und Thätigkeit der Muskeln,
die Einstülpung nur durch die letztere zu Stande. Die Muskel-
fasern enthalten die contractile Substanz in verschiedener An-
ordnung und manchmal auch Schollen von zerfallener Muskel-
substanz. — In der Rüsselhöhle leben parasitische Distomen. —
Der Rüssel von Columbella, Tritonium, Cassidaria, Fasciolaria,
Murex und Purpura wird im Allgemeinen nach demselben Typus
ebaut.
i J. Thiele. „Ueber die Kiemensinnesorgane der Patelliden.“
Zool. Anz. XVI. Jhg., p. 49-50 und Ann. Mgz. Nt. Hist. (VI),
Vol. 11, p. 413/4.
Bei Patina und wohl den meisten Patelliden (ohne die Acmaeinen
und Lepetinen) kommt ein bandförmiges Kiemensinnesorgan in Form
einer Krause in der Mantelhöhle vor.
F. W. Troschel. „Das Gebiss der Schnecken zur Begründung
einer natürlichen Classification untersucht.“ Berlin. Fortgesetzt
von J. Thiele. Bd. II (Schluss) p. 335—409, Tf. XXIX—XXXI
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 367
Scurria entbehrt der Mantelkiemen; die Radula der Acmaeen
hat sich aus der der Navicellen entwickelt. — Die äusseren Radula-
platten sind (auch die der Taenioglossen) den Seitenplatten der
Rhipidoglossen homolog. — Die Addisonien sind keine Capuliden
(gegen Fischer). — Die Chitonen werden als „Lepidoglossa“ in
viele neue Gattungen (nach der Radula) zertheilt.
J. H. Vanstone. ‚Some points in the Anatomy of Melongena
melongena.“ Journ. Linnean Soc. London. Vol. XXIV, p. 369—73,
pl. XXVII.
Bei M. m. ist der Magen sehr schmal und ein Blindsack fehlt
(bei Melongena tuba vorhanden). Die Speiseröhre und der Magen
sind mit harten Haken und Platten bewaffnet; die im Magen, so-
wie auch die Verdickungen im Magen von Crepidula, entsprechen
dem dreizackigen Pfeile des Krystallstieles der Muscheln.
A. Vayssiere. „Sur le genre //omalogyra, type de Mollusque
Gasteropode prosobranche.“ C. r. Ac. Sc. T.CXVI, p. 59/60.
A. Vayssiere. „ÜObservations zoologiques et anatomiques sur
l’Ammonicera, nouveau genre de Gasteropode prosobranche. C. r.
Ac. Sc. Tome CXVII, pg. 15, figg. 10.
(Homalogyra Fischeriana, H. rota und Truncatella atomos sind
Synonyme; für die Form wird die neue Gattung Ammonicera [mit
der Species Fischeriana] creirt; sie gehört zu den Skeneiden).
Es sind 2 Fühler vorhanden, die Augen sitzen auf einem Stumpf
an der Basis der Fühler; die Otocysten liegen hinten an den Pedal-
ganglien. Ein Kiefer fehlt; die Radulaplatte wird von Reihen zu-
sammengesetzt, in welchen je 1 kleiner Mittel- und 2 grosse Seiten-
zähne sich befinden. In die Speiseröhre münden paarige Speichel-
drüsen. Die Thiere sind getrenntgeschlechtlich.
A. Vayssiere. „Observations zoologiques sur le Crepidula
Moulinsü.“ CO. r. Ac. Sc. Tome CXVII, p. 97—105, 5 figg.
Die Schale wird mit dem fortschreitenden Alter immer mehr
und mehr dunkel.
2. Opisthobranehiata (mit Pteropoden).
R. Bergh: „Die Gattung Gastropteron“. Zool. Jahrb. Bd. VII
Abth. f. Anat. etc. p. 2831—308 Tf. XVI, XVII.
Das Spengel’sche Organ wurde nicht gefunden. Die Chromato-
phoren haben stark verzweigte Ausläufer. Ueber die Nierenverhält-
nisse und Geschlechtsorgane konnten keine sicheren Daten ermittelt
werden (s. u. Köhler).
R. Bergh: „Ueber einige verkannte und neue Dorididen“.
Verh. k. k. zool. botan. Ges. Wien Bd. XLIII p. 408—20 T£. IV.
R. Bergh: „Die Gruppe der Dorididen“. Mittheil. zool. Stat. zu
Neapel Bd. XI p. 107”—35 T£f. VII.
Die Gonade der Gattung Doridium ist zwar zwitterig, aber be-
stimmte Lappen sind eierbildend und andere wieder nur samen-
bildend. Das Uebrige von nur mehr systematischem Interesse.
R. Bergh: „Opisthobranches provenants des campagnes scienti-
368 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
fiques de l’„Hirondelle*. Result. Camp. seient. Prince Monaco Fasc.IV
35 pp. 4 Taf.
Cratena (fructuosa n. sp.) und Euplocamus (atlanticus n. sp.) hat
eine aus mehreren Lappen bestehende Gonade, von denen jeder
aus einem kleinen centralen spermabildenden und einigen peripheren
eibildenden Follikeln besteht. Bei Fiona (marina) fehlen die paarigen
. Speicheldrüsen: die ventrale unpaare ist dafür mächtiger geworden.
Den Wimpertrichter des Renopericardialganges hat Lacaze-Duthiers
für eine Communication zwischen den Kiemenvenen und der Aussen-
welt gehalten. Die Niere der Marsenien setzt sich aus zwei Loben
zusammen, deren rechter grösser und innen geblätterter ist, wogegen
der kleinere linke einige wenige gröbere Falten in seinem Hohl-
raum birgt.
E. L. Bouvier: „Sur l’organisation de l’Actaeon“. C.r. Soc.
Biol. Paris (IX) T. V p. 25—30.
Actaeon wird von den Diotocardien abgeleitet, und zwar für
ein Bindeglied zwischen den gonochoristischen Prosobranchiaten und
hermaphroditischen Opisthobranchiaten und Pulmonaten angesehen;
seine Chiastoneurie, seine prosobranchiale Lage des Herzens und
seine doppeltgekämmte frei endigende Kieme erinnert an Dioto-
cardier; die Raspel, die Genitalien, die Kopfscheibe, die subcere-
brale Commissur und die Gestaltung einzelner Kiemenblätter bringt
ihn den Bulliden nahe, und endlich der Aufbau der Kieme, der
dem bei Siphonaria gleicht, eine rudimentäre linke Kieme, wie bei
Amphibola (sowie auch der Deckel) und die Niere stellt ihn den
Basommatophoren zur Seite. — Die Cerebral- und Pleuralganglien
sind fast verschmolzen, die Pedalganglien haben zwei Commissuren
(aber keine parapodale), zwei Pallialganglien sind vorhanden; die
Orthoneurie der Pulmonaten ist secundärer Natur.
C. B. Davenport: .„On the development of the Cerata of
Aeolis“. Bull. Mut. Comp. Zool. Harvard Coll. Vol. XXIV p. 141
—8 2 Tf.
Die embryonale Anlage als auch die regenerative Neubildung
der Rückenanhänge geht vom Mesoderm aus (welches auch die
Gonade liefert!); erst nachträglich nimmt das Ektoderm mit einer
Epithelwucherung daran theil, und dann stülpen sich von dem Ento-
derm die Leberschläuche, die in die Papillen eindringen. Die Nemato-
cysten entstehen ebenfalls vom Entoderm (gegen Herdman, der
sie für ektodermal hält).
B. Griffiths: „Sur l’Achrooglobine, globuline respiratoire
contenue dans le sang des quelques Mollusques“. 0. r. Acad. Sci.
Paris Tome OXVI p. 1206—7.
!) In den Rückenpapillen spaltet sich dann di@ Mesodermlage in zwei La-
mellen, die der Splanchno- und Somatopleura eines Peritonaeums genau ent-
sprechen; damit stimmt auch das Verhältniss des Körpermesoderms zur Gonade
überein, zum Beweis, dass es sich hier um ein echtes Coelom handelt. Anm.
d. Ref.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893, 369
Das Achrooglobin des Blutes von Doris hat die Formel Cgss
Ho N 165 SO 155:
R. Heymons: „Zur Entwickelungsgeschichte der Umbrella
mediterranea Lam.*. Zeitschr. f. wissensch. Zool. Bd. LVI p. 245—98
Tf. XIV—XVL
Die erste Furche entspricht der Transversalebene, die zweite
der Mediane des Körpers. Das Rabl’sche Gesetz („die Theilung der
Blastomeren geht im dotterreichen Eie nach der arithmetischen, im
dotterarmen nach der geometrischen Progression vor sich“) hat keine
allgemeine Giltigkeit. Die bilaterale Architektonik kommt frühzeitig
zum Ausdruck. Die Gastrulation erfolgt nach einem Mischtypus
zwischen Embolie und Epibolie; der Blastoporus liefert sowohl die
Mund- als auch die Afteröffnung. Die larvale Niere (= „Analauge“),
manchmal paarig, ist rein ektodermal. Das Mesoderm bilden aus-
schliesslich die 2 Urmesodermzellen am Hinterrande des Blastoporus
J. ©. C. Loman: „Aanteekening over twee voor de Needer-
landsche fauna nieuwe Nudibranchiata“. Tijdschr. Neederland. Dierk.
Ser. II Deel 4 p. 35—7 2 Textfigg.
Acanthopsole coronata Forb. kann täuschend eine Aktinie nach-
ahmen.
G. Mazzarelli: „Ricerche sulle Peltidae del Golfo di Napoli“.
Atti Accad. Napoli (II) Vol. 6.Mem. No.4 18pp 1tb.
Nur ein Cerebropleuralconnectiv jederseits. Das linke Pleural-
mit dem Visceralganglion verschmolzen. Gesonderte Augenganglien
(neben Fühlerganglien); kein Kiemenganglion und kein Osphradium.
Das rechts liegende Nephridium entspricht dem linken der gedrehten
Gastropoden. Ausserdem noch zahlreiche histologische Details. —
Im Ganzen genommen sind die Peltinen vereinfachte Pleurobran-
chiden und keine primitive Gruppe (gegen von Jhering) und auch
keine Bindeform zwischen Bulliden und Pleurobranchiden (gegen
Vayssiere).
G. Mazzarelli: „Intorno alla Phyllaplysia Lafonti P. Fisher“.
Boll. Soc. Natur. Napoli, Vol. VI p.5—8 1 T.
G. Mazzarelli: „Monografia delle Aplysiidae del golfo di Na-
poli*. Mem. Soc. Ital. Se. (XL) 3. Tome IX No.4 222 pp. 13 tb.
Die Familie Aplysiidae zerfällt in 2 Unterfamilien: Aplysiinae,
mit langer Visceralcommissur (die Gattungen Aplysia [mit der Unter-
gattung Siphonota u. a.], Dolabella, Dolabrifer) und Notarchinen
(Notarchus, Phyllaplysia u. a.) mit kurzer Visceralcommissur. —
Die Nierenöffnung liegt links vom After (gegen Bourne). Die Zähne
der Radula entstehen nach der von Rössler angegebenen Bildungs-
weise und nehmen mit fortschreitendem Alter an der Anzahl zu.
Die Aplysien sind Pflanzenfresser. Die Lymphocyten sind von zweierlei
Grösse; alle Capillarenbildung fehlt (gegen die früheren Angaben
“ vom geschlossenen Blutgefässystem mit Capillaren). Die Nerven-
zellen haben ein granulirtes, nicht fibrillär structurirtes (gegen
Rohde) Protoplasma.. Nansen’s Hypothese von der Röhrennatur
der Nervenfasern ist irrig. Der optische Habitus der „Punktsub-
Arch £. Naturgesch. Jahrg. 1395. Bd. II. H 1. 24
370 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
stanz* wird durch Körner hervorgerufen. — Ausserdem noch eine
sehr eingehende histologische Beschreibung. — Bei der Reifung der
Eier werden nur zwei Polzellen abgeschnürt. Die Otocysten (mit
je einem Otolith) werden früher angelegt (ektodermale Einstülpung)
als das Nervensystem. Die Larvenniere ist mesodermal, desgleichen
die bleibende Niere, welche als ein paariges Qrgan angelegt wird.
Die Gonade entwickelt sich aus einem mesodermalen Schlauche,
dessen Zellen denen des Pericardiums vollständig gleichen!). Die
Larven sind nicht freischwimmend. — Das Mesoderm ist ein den
übrigen zwei gleichwerthes Keimblatt und kommt vom Entoderm
(durch vier Urmesodermzellen) her. Die „Kopfnieren“ der Urmol-
lusken (und der Larven) sind den Excretionsorganen der Platt-
würmer, die bleibenden den Nephridien, der Annulaten homolog.
Die Weichthiere sind nicht segmentirt, und haben in Folge dessen
ein stark beschränktes Coelom, welches bei metameren Thieren
mächtig entwickelt ist. Die Roule’sche Gruppe der „Trochozoen“
wird anerkannt. Die Geschlechtsöffnung gehört in den Bereich der
Mantelhöhle (gegen von Jhering), was auch seine embryonale
Anlage bestätigt. — Die Steganobranchiaten sind Nachkommen ge-
wisser Prosobranchiaten und Vorfahren der Gymnobranchiaten. Die
Zurechnung der Pteropoden zu den ÖOpisthobranchiaten ist noch
fraglich (gegen Pelseneer). Die Aplysien lassen sich nicht auf
kiemenlose Pleurobranchen reduciren (gegen Pelseneer); die Cerata
(Rückenpapillen) sind aber den Parapodien homolog (in Ueberein-
stimmung mit Clubb und Herdman). Die Notarchinen stehen den
Formen mit äusserer Schale näher als die Aplysiinen.
P. Pelseneer. ,Sur le genre Actaeon.‘‘ Proces verb. Soc.
Malac. Belg. Tome XXII, p. 7—9.
Die Mantelhöhle beherbergt eine typische Hypobranchialdrüse,
ist aber nebst dem mit einem langen hohlen drüsigen Anhang ver-
schaffen, der spiralig die Windungen befolgt. Der Nervenring liegt
vor der massa buccalis. Buccal- und Speicheldrüsen vorhanden.
Ein geschlossenes vas deferens (nicht bloss eine offene Samenrinne)
entwickelt. Actaeon verbindet die Prosobranchiaten, von denen er
abstammt, mit der Steganobranchiaten und Pulmonaten, die seine
Nachkommen sind (s. 0. Bouvier).
P. Pelsener. „La cavit& coquilliere des Philinidae.“ C. r.
Acad. Sc. Paris, Tome CXVII, p. 810/1.
Philine und Doridium haben eine linksseitige schlauchförmige
Ausstülpung der Mantelhöhle, die innerlich mit Flimmerzellen be-
setzt ist?).
P. Pelseneer. ,‚‚Les appareils excreteur et reproducteur de
l’Elysia.“ Zool. Anz. XVI. Jhg. p. 458—60.
!) Ein weiterer Beweis für eine echte secundäre Leibeshöhle. Anmerk.
des Ref.
2) Actaeon und Scaphander haben einen ähnlichen, aber drüsigen und
rechts liegenden Fortsatz. Anm. d. Ref.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 371
Elysia besitzt 12 Renopericardialgänge, welche durch Multi
plication secundär entstanden sind (der erste ist der ursprüngliche)
Die proterandische Gonade producirt im erwachsenen Zustande
Eier und Sperma promiscue. Die weiblichen Ausführgänge sind
gabelig verzweigt, zeigen also eine consequente Reduplication (auch
bei Limapontia, nicht aber bei Hermaea, so dass doch nicht alle
Elysiden triaul sind, wie v. Jhering behauptet).
L. H. Plate. „Mittheilungen über zoologische Studien an der
Chilenischen Küste.“ Sb. Akad. Wiss. Berlin p. 959—66.
Gadinia hat eine primitive Niere ohne Harnleiter und schliesst
sich mit anderen Merkmalen den Opisthobranchiaten an.
H. Prouho. ,„Observations sur les moeurs de l’/dalia elegans
(Leuck.).“ Arch. zool. exper. gener. (III), tome 1, p.105—11,
4 Textfige.
Idalia frisst Tunicaten.
K. Schönlein. ‚Ueber dss Herz der Aplysia limacina.“
Zeitschr. f. Biol. (IT) Bd. 12, p. 187—220, 1 Textfig.
Das Pelletierin (das Alkaloid des Granatapfels) wirkt auf die
Aplysia narkotisirend. Das blossgelegte und vom Thier entfernte
Herz schlägt eine ganze Woche (in einer feuchten Kammer). Die
höhere Temperatur beschleunigt den Puls, bis er bei 47° stillsteht.
Das Herz wird durch Blutdruck, nicht Nerveneinflüsse in der Thätig-
keit erhalten (wird durch Nervina nicht gereizt).
A. Strubell. „Süsswasserschnecken.‘“‘ Verh. Nat. Ver. Bonn.
Jgg. XLIX (Sb. Nat. Sect.) p. 62.
Eine neue Opisthobranchiaten-Gattung Acochlidium wird be-
schrieben, welche im süssen Wasser lebt (auf Amboina).t)
S. Trinchese. „Nuovi Ascoglossi del golfo di Napoli.“ Rendic.
Accad. Napoli. Anno XXXH, p. 154—5.
S. Trinchese. ,Nuove osservazioni sulla Placida viridis.“
Memor. Accad. Bologna. (V), Tomo 3, p. 539—47, 1 Tf.
Placida wird durch eine senkrechte Kopfscheibe gekennzeichnet,
welche lateralwärts direkt in die Rhinophoren übergeht. Die Arbeit
enthält eine detailirte anatomische und histologische Schilderung
über welche in einem kurzen Auszug nicht referirt werden kann.
A. Vayssiere. „Etude anatomique sur le Coleophysıs (Utri-
culus) truncatula Brug.“ Ann. Fac. Sc. Marseille. Tome III, 13 pp.,
7 fieg.
Der Pharynx mit allen seinen Anhangsorganen (Kiefer, Zungen-
raspel, Speicheldrüsen) fehlt. Die Ganglien des Centralnerven-
systems deutlich abgegrenzt, die Otocysten mit je einem grossen
Otolith und mehreren kleinen Otoconien. Der Geschlechtsapparat
sehr einfach.
3. Pulmonata (mit Siphonaria).
E. Andre. „Sur le teguments du Zonites cellarius.‘“ Zool.
Anz. Jgg. XVI, p. 39/40, 1 Textfig.
') Mit Bergh’s Hedyliden identisch. Anm. d. Ref,
24*
372 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
In der Haut von Hyalinia cellaria sind zahlreiche Schleim-
drüsen eingestreut. Auf der rechten Körperseite findet man tiefe
nicht drüsige Epidermisausstülpungen, deren Bedeutung nicht klar ist.
E. Andre. „Contribution a l’anatomie et la physiologie des
Ancylus lacustris und fliiviatilis.“ Revue Suisse de Zool: I. Tome
p- 427—61, Tf. XVI.
Die Leibeshöhle ist durch eine quere Scheidewand in zwei
Räume getheilt. Die Mantelhöhle dient nicht als Lunge, auch ist
keine richtige Kieme vorhanden (die Kieme Sharp’s ist keine
solche, sondern ein einfacher Hautlappen). Die Niere ausserordent-
lich einfach gebaut. Das Blutgefässsystem beschränkt sich auf die
Aorta mit einigen Arterien (Venen fehlen); das Pericard soll mit
Blut erfüllt sein und mit Lacunen in Verbindung stehen (welche
die Venen ersetzen). — Die anatomischen Unterschiede der beiden
Arten sind so gross, dass für den lacustris eine selbstständige Gattung
(Acroloxus) erhalten werden muss.
J. Babor & J. KoStäl: „Note sur une espece nouvelle d’Arion.“
Sb. d. kgl. böhm. Ges. d. Wissensch. Naturw.-mathem. Cl. III,
4pp. 111.
Die neue Art (Vejsdovkyi) besitzt im Oviduct sowohl eine
Copulationspapille (wie sie bei Heliciden vorkommt), als auch die
zungenförmige Falte der übrigen Arioniden.
J. Babor & J. Kostäl: „Piispevky ku poznani pohlavnich
pomörü u nökterych Limacidü.“ Sb. kgl. böhm. Ges. Wiss. Nat.-
math. Cl. LI 7 pp., 1 Tf. Deutsches Resume von Prof. Dr. F. Vej-
dovsky im Zool. Centr.-Bl. Jgg. I No. 4/5 2 pp. („Beiträge zur
Kenntniss der Geschlechtsverhältnisse einiger Limaciden.“)
Die Geschlechtsentwickelung einiger Limaeiden geht in einem
Cyclus successiver sexueller Metamorphose vor sich, in welchem
der hermaphroditische Zustand für einige Zeit erreicht wird, jedoch
nicht immer das letzte unüberschreitbare Stadium darstellt, da
die Thiere, wenigstens vorübergehend, auch eingeschlechtlich sein
können.
W.E.Collinge: „On the absence of the male reproductive
Organs in two hermaphrodite Molluses.“ Journ. Anat. Physical.
London, Vol. XXVII, p. 237/8.
Helix aspersa und Arion intermedius wurden je in einem rein
weiblichen Individuum gefunden.
W.E. Collinge: „Ihe morphology of the generative system
in the genus Testacella“. Ann. Mgz. Nt. Hist. (VI.) Vol. 12.,
p. 21—25, 1 Tf.
Die Befruchtung findet im Stiel des Receptaculums statt.
L. Cuönot: „Etudes physiologiques sur les Gasteropodes pul-
mones.“ Arch. Biol. Tome XII, p. 6893—740, Tf. XXI.
idem.: „La valeur respiratoire de l’hemocyanine.“ C.r. Ac. Sec.
Paris Tome CXV, p. 127—129.
Die Nieren der Pulmonaten bilden keine Harnsäure, sondern
ein Xanthin-Leucomain. Beim Limax dient auch ein Theil der Fuss-
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 373
drüse der Excretion; eine ähnliche Function übernehmen manchmal
auch die Keulenzellen der Leber und die Leydig’schen Z. im Binde-
gewebe (auch bei Schnirkelschnecken). Die Resorption der Nahrung
geschieht weder im Magen noch im Darm, sondern in der Leber.
In der Leber werden auch Gifte zurückgehalten. Als Phagocyten
dienen theils die Leydig’schen Zellen („Makrophagen“ genannt), die
die Eiweissstoffe aufnehmen, theils die Leucocyten („Mikrophagen“),
welche sich jedwelcher Fremdkörper bemächtigen. — Das Blut der
Weinbergschnecken führt einen Farbstoff, der Kupfer organisch
bindet, und Haemocyanin heisst. Seine Fähigkeit den Sauerstoff zu
absorbiren, ist zwar grösser als die des Wassers, aber kleiner als
die des Haemoglobins. —- Im Bindegewebe mancher Lungenschnecken
werden Mucoid- und Glycogenzellen gefunden, welche den Mast-
zellen der Wirbelthiere zur Seite zu stellen sind. Bei den Lungen-
schnecken des süssen Wassers wird im Bindegewebe auch kohlen-
sauren Kalk aufgespeichert (desgleichen auch in gewissen Leber-
zellen aller Pulmonaten).
P. Girod: „Recherches sur la eirculation bojanienne de l’Es-
cargot. (Helix pomatia L.)* Congres. Internat. Zool. 2 &me sess., II
part, p. 194—207.
Die Niere hat eine besondere Arterie, enthält aber auch sonst
nur arterielles Blut (die Nierenvene kommt von der Lunge her),
A.B. Griffiths: „On the olfactory Organs of Helix.“ Proc. R.
Soc. Edinburgh Vol. XIX., p. 198 - 9.
Die Fühler sind die wesentlichsten Organe des Geruchsinnes.
A. Köhler: „Beiträge zur Anatomie von Siphonaria Vorläuf.
Mitth.* XXIX. Ber. Oberhess. Ges. Giessen p. 107—12.
A.Köhler: „Beiträge zur Anatomie der Gattung Siphonaria.“* Zool.
Jahrb. Bd. VII Abth. f. Anat. & c. p.1—92, Tf. I—-VI, 13 Textfigg.
Der Verf. hat 6 Arten der Gattung Siphonaria!) untersucht
und einige Opisthobranchiaten zum Vergleich herangezogen (Bulla,
Scaphander, Acera, Gastropteron). — Eine Kieme?) kam zur Aus-
bildung, obzwar ein Theil der Mantelhöhle zur Lunge umgewandelt
ist. Ein einziges (unpaares), aber zweilappiges Nephridium vor-
handen; der Renopericardialgang fehlt nie. Das Wimperband v.
Haller’s?) zieht sich nicht nur am Boden der Mantelhöhle (ent-
lang der Kieme), sondern übersteigt auch auf die Decke derselben.
Durch die Niere kommt auch (venöses) Blut direct zum Herzen.
Ein Paar Leberlappen. Ein atrium genitale („Geschlechtscloake“)
!) Der Verf. kommt in seiner Arbeit zu dem Schlusse, das Siphonaria ein
Opisthobranchiat ist; es lässt sich aber selbst aus seiner Darstellung zeigen,
dass sie zu den Pulmonaten gehört, was Pelseneer später auch bewiesen hat.
Anm. d. Ref.
2) Die Kieme der Siphonaria hat mit der der Opisthobranchiaten (und
überhaupt mit dem echten Otenidium der Mollusken) nichts zu thun, sondern
ist eine secundäre Neubildung, innerhalb der Gattung erworben (Pelseneer),
®) = Osphradium (Pelseneer).'
374 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
entwickelt; auch der Penis wie bei Pulmonaten (= ein Endabschnitt
des vas deferens, kein Hautanhang, wie bei den Hinterkiemern). Eine
Parapodalcommissur angelegt. Die Pleuralganglien (v. Haller) sollen
als Pleuro-visceral („-intestinal“) gedeutet werden. Das Osphradium
am Mantelloch!); die Otocysten mit zahlreichen ÖOtoconien. —
Die Umbrella und die Bulliden sollen näher mit der Siph. ver-
wandt sein.
B. de Nabias: „Structure du systeme nerveux des Gastero-
podes“. C. r. soc. Biol. Paris (IX), tome 5 p. 155—63 4 Textfigg.
Grosse Nervenzellen sind in allen Ganglien bei Stylommato-
phoren verbreitet, kleine werden nur im vorderen Anhang?) der
Öerebralganglien angetroffen; ähnliche sind nur noch im Fühler-
ganglion zu finden. In den vorderen Lappen?) der Cerebral-
ganglien liegt die fibrilläre Punktsubstanz nicht in der Mitte, sondern
an der Seite (also zum Theil von den Ganglienzellen nicht um-
schlossen). Die Ganglienzellen entsenden Fortsätze, die sich in
Fibrillen auflösen, welche nie in Anastomosen eingehen. Die Neu-
roglia bildet eine Umhüllung der membranlosen Zellen. Eine
„fibrilläre Punktsubstanz“ im Sinne Leydig’s giebt es nicht: das
feine Geflecht im Innern der Ganglien wird theils durch die Glia,
theils durch Zersplitterung der aufgefaserten Zellenfortsätze ?) gebildet;
das letzerwähnte Maschenwerk wurde auch bei Aplysia näher unter-
sucht und die Befunde verallgemeinert.
R. Pictet: „De l’emploi möthodique des basses temperatures
en biologie.“ ©. r. trav. de la 76 &me session de la Soc. Helvet.
des Sc. Nat. p. 5—27.
Helix erträgt eine vorsichtige Apkithlune bis auf —120°.
H. A. Pilsbry: „Preliminary outline of a new classification of
the Helices“. Proceed. Acad. Nat. Sc. Philadelphia f. 1892 (ersch.
1893) p. 387—404.
Der Verf. theilt die Heliecinen nach den Genitalverhältnissen
folgendermassen ein: I. mit sehr grossen Eiern, Macroon; Il. mit
kleineren Eiern: 1. mit Pfeilsack und Schleimdrüse, Belogona, 2.
ohne accessorische Organe, Teleophalla, 3. die Patronenstrecke vor-
handen, Epiphallophora, 4. mit ganz einfachem Penis, Haplogona
(entweder mit einem Kiefer, oder mit zahlreichen Kieferstücken,
Polyplacognatha).
L. H. Plate: „Studien über opisthopneumone Lungenschnecken.
2. Die Oncidien. Ein Beitrag zur Stammesgeschichte der Pulmonaten.“
Zool. Jahrb. Bd. VII Abth. f. Anat. etc. p. 93 —234, Tf. VI—XU.
1) Der Verf. hat nur einen Theil des „Wimperbandes* als Osphradium
erkannt. Anmerk. des Ref.
2) Diese Gebilde entsprechen embryologisch den Resten der Nerventuben.
®) Es kommt noch ein karyogenes Element dazu, welches in der Litteratur
noch nicht bekannt ist (ausser Vejdovsky bei Annulaten). Anmerkungen
d, Ref,
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 375
Die Unterlage der Radula der Glossophoren lässt sich histo-
logisch in 5 Gruppen classifiziren: entweder besteht sie ausschliess-
lich aus plasmatischen!) Zellen (bei Scaphopoden), oder aus diesen
und Muskelfasern (Oncidien) oder nur aus den letzteren (bei einigen
Pulmonaten); die Oncidien haben ausserdem noch einen kolben-
förmigen Auswuchs der Radulapapille nach vorne zwischen den
beiden Stützkörpern der Zunge, der aus fibrillärem Bindegewebe
besteht. Die Bucca hat 4 Paare Protractoren und 2 Paare Retrac-
toren. Die Speicheldrüsen münden vor dem Schleimringe in den
Pharynx ein. Die Magenplatten sind musculöse Gebilde. Oneis, On-
cidium und ÖOncidina haben eine Rectaldrüse, bei Oncidiella und
Peronina fehlt eine solche. Bei Oncidiella ist die Lunge rückge-
bildet. Die Nephropneustentheorie v. Jhering’s ist falsch, da sie
auf irriger Beobachtung beruht; das Nephridium ist nicht paarig
(gegen v. Haller). Die Leitungswege der Genitalien sind nur
scheinbar triaul (weil das Receptaculum oben blind endet); die
Fussrinne, welche auf der rechten Seite des Körpers in der Haut
verläuft, kann der Selbstbefruchtung dienen. Das Peritonaeum wird
als „Pseudoperitonealmembran“ bezeichnet. Ausserdem noch eine
ausführliche Schilderung der übrigen Organsysteme, welche wenig
neues enthält (Bestätigung der Angaben von Joyeux-Laffuie.) —
Von den untersuchten Formen ist die Oncidina australis die ur-
sprünglichste. Zwischen den Oncidien und den Stylommatophoren
stehen die Vaginuliden in der Mitte, wobei die Simroth’sche
Gattung Atopos nicht als eine primitive, sondern als die specialisirteste
Form der Familie der Vaginuliden gedeutet wird (mit Unrecht, da
Atopos in seinen Pallialverhältnissen entschieden sehr primitiv ist,
Anm. d. Ref.)
H. Simroth: „Ein neuer Limax von Delizan in Armenien.“
St. Nat. Ges. Leipzig 5 pp. (Vorläufige Mittheilung.)
Auf unrichtiger Deutung einer anatomischen Beobachtung be-
ruht die irrige Auffassung der Endwege der Genitalien, welche den
Verfasser zu einer falschen Annahme über das Fehlen des Penis
verleitet hat; die weitgehenden Schlüsse, die auf dieser Unterlage
beruhen, sind naturgemäss hinfällig; näheres nach der definitiven
Arbeit.
H. Simroth: „Some remarks with respect to Ms. Wotton’s
paper on the life-history of Arion ater.“ Journ. of Conchol. Leeds.
Vol. VII p. 208/9.
Die angebliche Selbstbefruchtung (s. u. Wotton) ist eher als
Parthenogenesis auszulegen. Maltzan hielt Arion empiricorum
mehrere Jahre in der Gefangenschaft, ohne dass er grösser wurde.
H. Suter: „Communications conchyliologiques des Antipodes.“
Journ. de Conchyl. Paris (III) tome 32 p. 245 —255.
1) Es ist ein Knorpelgewebe mit zahlreichen grossen Zellen und spärlicher
kapselartiger Zwischensubstanz; ebenfalls das „Chondroidgewebe“ Plate’s in
den Penispapillen der Oncidien. D. Ref,
376 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Die Arioniden und Limaciden Neuseelands sind vom palaeark-
tischen Gebiet eingeschleppt worden. Die Janelliden fressen die
Farne nicht.
N. Treitel: „Lebensfähigkeit der Gartenschnecke.“ Arch. f.
Anat. u. Physiol. Abth. f. Physiol. p. 192.
Die Schnecke bilde das Epiphragma mit dem Pneumophragma
in 4 bis 10 Tagen. Ohne Nahrung bleibt sie über 4 Monate am
Leben.
E. Yung: „La psychologie del’Escargot.* Act. Soc. Helvet. Se.
Nat. 76. sess. p. 45—8 und C. r. 76 sess. Soc. Helv. Sc. Nat.
p. 128—131.
Die gesamte Haut kann mechanische, chemische und optische
Reize percipiren; das Gehör ist sehr schwach; Farben werden
(von den Augen) nicht unterschieden. Ein Ortssinn ist vorhanden,
F. W. Wotton: „The life-history of Arion ater and its
power of self-fertilisation.“ Journ. of Conchol. Leeds. Vol. VII,
p. 158—167.
Arion ater wächst 2 bis 3 Jahre. — Er kann lange unter
Wasser bleiben. — Die Färbung der jungen soll keine Beziehungen
zu den äusseren Existenzbedingungen haben. — Ein separirt ge-
haltenes Exemplar legte Eier, aus welchen normale Junge aus-
schlüpften (die Eiablage dauerte bei diesem Individuum 172 Tage,
während sie in der Regel nur 48 Tage in Anspruch nimmt).
IV. Lamellibranchiata.
H. Coupin: „Sur l’elimination des matieres etrangeres chez les
Acephales et, en particulier, chez les Pholades“. C.r. Acad. Sc.
Tome CXVII p. 373—6.
Gröbere Fremdkörper, welche in die Mantelhöhle eindringen
und nicht als Nahrung gebraucht werden können, werden in be-
sonderen Furchen entlang des Mantelrandes nach aussen befördert
(Mytilus und Cardium). Bei Pholas werden sie durch die flimmernden
Mundlappen beseitigt, welche aber durchaus nicht Nahrungsstoffe
zum Mund führen.
J. Chatin: „Nouvelles recherches sur les fibres nerveuses des
Lamellibranches“. C.r. Soc. Philomath. Paris No. XIV p. 2.
J. Chatin: „Sur les nerfs oculaires du Spondylus gaederopus“.
C. r. Acad. Sc. Paris Tome CXVI p. 1156/7.
Am Auge von Spondylus unterscheidet der Verf. ausser dem
optischen noch einen (nicht sensoriellen) „ophthalmischen* Nerven,
der nackte Fibrillen hat; der Augennerv soll myelinhaltige Mark-
scheiden besitzen. !)
!) Bei der ausnehmenden Seltenheit der markhaltigen Nervenfasern bei
Fvertebraten (? Leydig’sche u. ä. Fasern bei Lumbricus und Markscheiden bei
Palaemon, Retzius) ist diese Angabe von besonderer Wichtigkeit und bedarf
einer Nachprüfung. Anm. d. Ref.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 377
J. Chatin: „Du siöge de la coloration chez les Huitres vertes“.
©. r. Acad. Sc. Paris Tome CXVI p. 264—7,
Das blaugrüne Pigment der Auster und der Gryphaea in den
Mundlappen und Kiemen ist an besondere Elemente sehr grosse
Zellen „Macroblasten“ genannt) gebunden; es sind keine Algen.
F. W. Darnell-Smith: „A method of obtaining Glochidia“.
Nature, Vel. XLVIL p. 223.
Glochidien hefton sich auch auf Schwänze der Kaulquappen an.
C. de Bruyne: „De la phagocytose observee, sur le vivant.
dans les branchies des Mollusques Lamellibranches“. C. R. Acad.
Sc. Paris Tome CXVI p. 65—8 und Ann. Mgz. Nt. Hist. (VI) Vol. 11
p. 266—8.
Blutzellen der Muscheln (Auster, Miesmuschel, Najaden) können
schädliche Stoffe aus dem Körper durch das Epithel der Mundlappen
und Kiemen nach aussen transportiren.
A. Gruber: „Mikroskopische Vivisection“. Ber. Nat. Ges. Frei-
burg (im Breisgau) Bd. VII p. 47—67, 13 Textfige.
Der Wimperfortsatz der Kiemeneckzellen von Cyclas cornea
wird in derselben Art und Weise, wie bei den Membranellen des
Sientor, d.h. aus Kernelementen, zusammengesetzt.
A. d’Hardiviller: „Sur quelques faits qui permettent de
rapprocher le systeme nerveux central des Lamellibranches de celui
des Gastropodes“. C.r. Acad. Sc, Paris Tome CXVII p. 250—2.
Spondylus hat gesonderte Pleuralganglien, die übrigen Muscheln!)
verschmolzene Cerebropleuralganglien. Mactra (u. a.) besitzen auch
ein viscerales („sympathisches“) Nervensystem. Demnach ist das
Centralnervensystem der Lamellibranchiaten dem der Gastropoden
homolog?).
G. B. Howes: „Lima biuns with a byssus „nest“. Proceed.
Linnean Soc. London p. 30.
Lima baut ihr Nest in drei Wochen; sie kann dasselbe mehr-
mals nacheinander (nach Beschädigung) herstellen; sie bewegt sich
frei in seinem Innern.
H. v. Jhering: „Najaden von S. Paulo und die geographische -
Verbreitung der Süsswasserfaunen von Südamerika“. Arch. f. Na-
turgesch., Jgg. LIX p. 45—140 Tf. III, IV.
Castalina steht systematisch in der Mitte zwischen Castalia und
Unio. Die Embryonen der südamerikanischen Najaden werden nur
in den inneren Kiemen ausgetragen; die Glochidien leben nicht
parasitisch und dementsprechend fehlen ihnen auch alle Haftapparate.
Die Sculptur der Wirbel von Unio erinnert an die von Trigonia.
t) Pelseneer fand schon früher gesonderte Pleuralganglien bel Nucula.
Anm, d. Ref.
?) Die absolute Homologie der beiden Nervensysteme wurde später, durch
Babor’s Entdeckung der Parietalganglien bei Dreissensia, dargethan. Anmerk,
des Ref,
378 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Das Schloss der Najaden soll sich aus einem taxodonten Typus
entwickelt haben. Das erste Stadium des Muschelschlosses war
zahnlos mit einem äusseren Ligamente und einem anderen inneren
Bande („Desmos“), welches bei Mytilaceen und theilweise auch noch
unter Najaden (Iridina) erhalten ist; das dicke gelbe „Cement“ von
Glabaris mag auch hieher gehören. Die Castalia ist mit Trigonia
nicht so nahe verwandt, wie Neumayer annahm (wegen anatomischer
Unterschiede).
F. Janssens: „Les branchies des Acephales“. La Cellule,
Tome IX p. 1—91, 4pl.
Die Typen der Kiemen nach ihrem Bau, wie sie von Mitsu-
kuri und Pelseneer statuirt worden sind, sind richtig; der fili-
branchiate Typus ist der primitivste (bei Arca am besten erhalten).
In den Kiemenfäden (Arca, Pecten, Mytilus) circulirt das Blut in
langgestreckten Lacunen, welche innerhalb der röhrenförmigen La-
melle (der Stützsubstanz) liegen. In Kiemenblättchen (Najaden,
Östrea, Oyclas, Dreissensia), welche mannigfaltig verwachsenen Fila-
menten entsprechen, bilden die Lacunen ein unregelmässiges Netz;
die Stützsubstanz ist ein faseriges Bindegewebe mit reichlicher,
schleimiger Grundsubstanz, in welcher mitunter (bei Najaden) ver-
kalkte Stäbchen eingestreut sind. Die Innervirung der Kiemen-
blätter besorgen 4 Nerven: ein grober und ein feiner Strang an der
Innen- und 2 gleiche Stränge an der Aussenseite; sie sind mit zahl-
reichen Anastomosen unter einander verbunden und führen grössten-
teils auch Ganglienzellen. Die Kiemen besitzen auch eine compli-
cirte Muskulatur (aus quergestreiften Fusern bestehend), welche
durch ihre rhythmische ÖContraction den Kreislauf des Blutes in den
zu- und abführenden Gefässen, Sinusen und Lacunen der Filamente
unterstützen.
S. Jourdain: „Sur les causes de la viriditö des Huitres“. C.
r. Acad. Sc. Paris Tome CXVI p. 408—19.
Die grüne Färbung der Austern wird von den Chlorophyceen
verursacht, welche den Muscheln zur Nahrung dienen!').
J. L. Kellogg: „A contribution to our knowledge of the mor-
phology of lamellibranchiate Mollusks“. Bull. U. S. Fishery Commiss.
Vol.X (f. 1892, ersch. 1893) p. 389—436 Tf. LXXIX—XCIV.
Die Muskelfasern des Vorhofes am Herzen von Ostrea sind
quergestreift. Das Blut in den Kiemenfäden der Arca circulirt in
denselben Lacunen hin und her (in beiden Richtungen). In der
Nervenhöhle von Pecten soll auch Blut fliessen. Die Drüsen- und
Flimmerzellen der Kiemen werden eingehend beschrieben (ohne
') Die auffallend lebhaft grüne Farbe der Kiemen bei der Auster, die ab
und zu vorkommt, wird durch symbiotische grüne Algen (Diatomaceen, bes,
Navicula ostrearum) hervorgerufen; die blaugrüne Färbung der Kiemen und
Mundlappen bedingt ein organisches Pigment; die schmutzig grüne Verfärbung
des ganzen Thieres wird oft durch Kupferverbindungen in verdorbenem Wasse
veranlasst. Anm. d. Ref. E
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 379
wesentlich neue Mittheilungen). Die Kiemen sind ihrem Bau nach
sehr leicht veränderlich, so dass man darauf kein festes System
bauen darf (gegen Pelseneer),
F.R.Lillie: „Preliminary account of the embryology of Univ
complanata“. Journ. Morphol. Boston Vol. VILI p.569— 78, Tf.XX VI.
Die Furchung und Abspaltung der Urmesodermzelle erinnert an
die Verhältnisse bei Nereis. Die Gastrulation geschieht durch eine
Einstülpung auf der Rückenseite (wie bei Anodonta nach Goette,
die Entodermanlage Rabl’s ist die Schalendrüse); an der Stelle
des geschlossenen Blastoporus wird der After nachträglich einge-
stülpt, das Stomodaeum bricht sich in der Oralplatte durch.
J. P. Lotsy: „The food supply of the adult Oyster, Soft Clam,
Clam and Mussel“. John Hopkins University Circul., Vol. X
p. 104—5.
Ostrea, Mytilus und Mya ernähren sich ausschliesslich von Dia-
tomaceen.
E. von Martens: „Unio, an welchem ein Stück der Wirbel-
gegend abgesprengt war“. Sitzb. Ges. naturforsch. Freunde Berlin,
p3169.
Durch Hammerschläge kann man von dickschaligen Unionen
am Wirbel Stücke absprengen, welche genau den jungen Schalen
entsprechen!), zum Beweis des Wachsthums durch Apposition.
M. Meissner: „Das Einnisten von Crenella marmorata (Forb.)
in den Mantel der Ascidiella veirgines (Müll.)“. Sb. d. Ges. natur-
forsch. Freunde Berlin, p. 259—60.
Die Muschel dringt in die Ascidie durch ihren Mantel hindurch
und erhält mit ihrem Sipho die durchbohrte Oeffnung.
A. Olt: „Lebensweise und Entwickelung des Bitterlings
(Rhodeus)“. Zeitschr. für wissensch. Zool., Bd. LV p. 543—-75
Taf. XXI.
Die Eier des Bitterlings werden in den Analsipho der Muschel
gelegt, und von da gelangen sie auf mechanischem Wege (durch
Flimmerung) in die innere Kieme, wo später die Embryonen mit
dem Kopf nach unten sich stellen. Das Sperma wird durch den
Athemsipho eingespritzt und die Spermatozoen werden an den
Wimperzellen angehäuft. Die Dottermasse der jungen Fische bildet
einen queren Zapfen, der das Haften in der Kieme erleichtert.
E. Ray Lankester: „Phagocytes of green Oysters.“ Nature,
VolrXI, NIHP#75,
Die Pigmentzellen im Epithel der Kiemen von Östrea sind
Phagocyten.
!) Schon Rossmaessler hat beobachtet, dass die junge Schale auch bei
ältesten Individuen der Najaden in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten bleibt,
und dass man nach ibrer Form die Species immer richtig bestimmen kann,
wenn auch eine fragliche Varietät, verlarvte Form oder Deformation vorliegt.
Anm, d. Ref,
380 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
J. Ryder: „Diffuse Pigmentation of the epidermis of the Oyster
due to prolonged exposure to the light: regeneration of shell and
loss of adductor muscle.“ Proceed. Acad. Nat. Sc. Philadelphia
f. 1892 (ersch. 1893) p. 350/1 und Ann. Mgz. Nat. Hist. (VI.) Vol.
11 p. 261/2.
J. Ryder: „The hermaphroditisme and viviparity of the Oysters
of the north west coast of the United States.“ Ibidem p. 351/2 und
dito p. 262/8.
J. Ryder: „On the cause of greening of the Oyster and its
presumed algous endoparasites.“ ibid. p. 352.
Die Beobachtungen wurden gemeinschaftlich mit Schiedt oder
nur von dem letzteren Autor gemacht. Wenn man an einer leben-
digen Auster eine Schalenhäfte beseitigt, so wird die betreffende
Seite von Algen eingenommen und entsprechend verfärbt. Vielleicht
sind auch die dunkelgrünen Körnchen in den innerlichen Geweben
als „Endoparasiten‘“ aufzufassen. Unter dem Einflusse des Lichtes
wird die ihrer Schale beraubte Körperhälfte braun!) pigmentirt;
die Schale kann einigermaassen reparirt werden, der Adductor wurde
durch Bakterien nekrotisirt. Das Herz pulsirt normal (52 Schläge
in einer Minute), wenn auch das Pericard beschädigt wird. — Die
Austern der Nordwestküste der Vereinigten Staaten sind herma-
phroditisch und vivipar (Befruchtung in der Mantelhöhle).
H. Stauffacher: „Eibildung und Furchung bei Cyelas cornea
L.‘“ Jenaische Zeitschr. f. Naturw. u. Medic. Bd. XXVIII, p. 196—
246, Tf. XI—XV.
Die Gonade wird durch ein Epithel mit gut begrenzten Zellen
(nicht durch ein Syneytium) gebildet; ein Lappen erzeugt Eier, die
übrigen Spermatozoen. Die Ureier tingiren sich in anderer Art und
Weise als die indifferenten Epithelzellen, und scheiden auf ihrer
frei hervorragenden Fläche eine Zellmembran (= „Eihaut“) aus;
vorübergehend werden die Nucleolen verdoppelt oder verdreifacht.
Die Epithelzellen werden vom jungen Ei als Nahrung absorbirt.
Das frei gewordene Ei bildet an der früheren Anheftungsstelle die
Mikropyle; es enthält keinen Nebenkern, aber zwei Centrosomen.
Bei der Furchung entstehen zwischen einzelnen Blastomeren Spalt-
räume, welche aber mit der Furchungshöhle nichts zu thun haben;
diese datirt erst vom Stadium von 13 Zellen. Die beiden Urmeso-
dermzellen entstehen wie bei der Teichmuschel nach Rabl (aus
getheilter Makromere nach dem Stadium von 30 Zellen).
S. von Wöhrmann: ‚Ueber die systematische Stellung der
Trigoniiden und die Abstammung der Najaden.‘‘ Jahrb. d. geolog.
Reichsanstalt Wien. Bd. XL III p. 1—28 2 TE.
') Der Verfasser folgert daraus, dass auch das gewöhnliche Pigment des
Mantelrandes der Wirkung des Lichtes zuzusprechen ist; dem widerspricht die
Fähigkeit mancher amerikanischen Austern (die grossen hochgeschätzten „blue
points“), den Muskeleindruck an der Innenfläche der Schale tief blau oder violett
zu färben. Anm. d. Ref.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 381
Zu den Trigoniiden gehört Myophoria, Schizodus und Trigonia;
von der Myophoria stammt die marine Urform der Najaden, Trigo-
nodus, ab, der schon zu den letzteren zurechnen ist. Cardinia ist
ein rückgebildeter Trigonodus. — Die Gattungen Ütenodonta,
Nuculites, Tellimomya, Palaeoneilo und Palaeomutela bilden eine
neue Familie Ctenodontidae und gehören zu den Arcaceen.
B. B. Woodward: „Classification of the Pelecypoda: Fisher’s
families rearranged in accordance with Pelseneer’s scheme.“ Ann.
Mgz. Nat. Hist. (VI.) Vol. 11 p. 156—9, 335.
I. Protobranchia: Nuculidae, Solenomyidae, Lunulicardiidae,
Grammysiidae, Lyonsiidae, Praecardiidae.
II. Filibranchia: Anomiidae, Mytilidae, Arcidae, Trigoniidae,
Prasinidae.
III. Pseudolamellibranchia: Dimyidae, Spondylidae, Limidae,
Pectinidae, Aviculidae, Ostreidae.
IV. Eulamellibranchia: Modiolopsidae, Unionidae, Aetheriidae,
Cardiniidae, Carditidae, Astrartidae, Crassatellidae, Kellyellidae,
Erycinidae, Galeommidae, Tridacnidae, Cardiidae, Chamidae, Mono-
pleuridae, Hippuritidae, Radiolitidae, Megalodontidae, Cyprinidae,
Pachydomidae, Veneridae, Petricolidae, Glaucomyidae, Cyrenidae,
Rangiidae, Oyrenellidae, Ungulinidae, Unicardiidae, Tancrediidae,
Donacidae, Psammobiidae, Solenidae, Mesodermatidae, Mactridae,
Cardiliidae, Myidae, Glycimeridae, Gastrochaenidae, Pholadidae,
Terenididae, Luciniidae, Tellinidae, Scrobiculariidae, Pandoridae,
Chamostreidae, Verticordiidae, Ceromyidae, Arcomyidae, Anatinidae,
Clavagellidae.
V. Septibranchia: (Poromyidae,) Cuspidariidae.
Anm. d. Ref.: Die Gruppirung der Familien ist zum grossen
Theil nur provisorisch; das beste jetzige System der Lamellibran-
chiaten hat Grobben (s. diesen Bericht für 1892) ausgearbeitet,
und zwar auf derselben Grundlage.
V. Amphineura.
J. Heuscher: „Zur Anatomie und Histologie der Proneomenia
Sluiterve Hubrecht. „Jenaische Zeitschr. f. Naturw. u. Med., Bd.
XXVII p. 477—512, Tf. XX— XXI.
Die Spieula sind hohl. Die Epidermispapillen sind zweifacher
Natur: die einen bilden die Spicula und werden darnach rückge-
bildet, die anderen erzeugen die Cuticula. Die übrigen Epidermis-
zellen sind cubisch (nur in der Cloakengegend cylindrisch und
drüsig). Die dorsale Einstülpung in der Cloakengegend ist drüsig,
ohne Wimperzellen und kann nicht-als ein Sinnesorgan gelten; die
beiden ventralen Einstülpungen (Hubrecht’s Byssusorgane) bilden
Kalkspicula, die sich von den übrigen durch den Mangel der
Becherchen unter dem Schafte unterscheiden. Das ventrale Septum
ist blos eine Reihe von Muskelbündeln, die nicht zusammenhängen,
382 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Die Bauchfurche (=Fuss) besitzt zahlreiche Drüsenzellen ohne ge-
sonderten Ausführungsgang. Die Fussstränge des Centralnervensystems
haben nur 1 vordere und dann 14 hintere Querverbindungen, in
der Mitte fehlen solche; auch von den lateralen Strängen gehen
nur peripherische Nerven, keine Connective, ab. Die lateralen
Stränge schwellen hinten jederseits zu 3 Ganglien an, von denen
die zwei letzteren durch Öommissuren mit denen der anderen Seite
in Verbindung stehen. Ein Blutgefäss fehlt; die Aorta wird durch
eine Reihe nicht verschmolzener Lacunen vertreten. Selbst das Herz
ist nicht allseitig geschlossen. Die Blutkörperchen mit einem ex-
centrisch gelegenen Kerne; das von Hubrecht beschriebene cen-
trale Band in den Blutzellen wurde nicht gefunden. Die Respiration
findet im Verdauungsrohr besonders im Munde und in der Cloake,
statt. Die Radula entsteht nach dem T'ypus der Prosobranchiaten
(nach den Angaben Rössler’s). Der Darm hat eine dorsale- falten-
förmige und ziekzackf. verlaufende Ausstülpung, der die Scheidewand
der Gonade (nach oben) folgt. Die Oogenese folliculär. Ein echtes
Pericardium vorhanden (gegen Pruvot).
M. M. Metcalf: „Contributions to the Embryology of Chiton.“
Stud. Biol. Laborat. John Hopkins Univers. Vol. V p. 249—67, Tf.
XV oXVL
Eins von beiden Richtungskörperchen (Polzellen) kann sich noch
weiter theilen. Die Furchung geschieht radiär, aber die Blastomeren
ordnen sich spiralig ein (in der Regel linksgewunden); manchmal
ist jedoch die Theilung nicht meridional, sondern so verschoben,
dass die Blastomeren ohne nachträgliche Ortsveränderung in eine
Spirale zu liegen kommen. Der Blastoporus schliesst sich in der
Richtung von hinten nach vorne und der Mund bricht durch sein
geschlossenes Vorderende wieder hindurch (ähnlich wie bei Peripatus).
Die Anlage und Weiterentwickelung des Mesoderms geht in der
schon von Kowalewsky angegebenen Art und Weise vor sich.
L. H. Plate: „Mittheilungen über zoologische Studien an der
chinesischen Küste.“ Sb. Akad. d. Wissensch. Berlin p. 959—66.
Die beiden Vorhöfe am Herzen von Chiton sind untereinander,
aber nicht mit dem Ventrikel, durch Aussackungen verbunden. Die
Communication der Vorhöfe mit der Kammer stellen 2 Oeffnungen
her. Von der Aorta gehen Gefässe zum Keimorgan, und zwar in
1 Reihe beim 2, in 2 Reihen beim g'; andere Zweige versorgen die
Muskulatur des Rückens. Vorne endet die Aorta (unterhalb der
zweiten Schulpe) mit einer erweiterten Oeffnung ganz plötzlich, wie
abgeschnitten. Das venöse Blut sammelt sich in 3 Längslacunen
im Fusse und gelangt von diesen durch besondere Gefässe in die
Kiemen. Das Nephridium zerfällt in einen sackförmig erweiterten
Antheil und 5 in die Länge gestreckte Schläuche mit kurzen
blinden Anhängen; jederseits verläuft einer von den Schläuchen
lateral, und 2 Paare medial, je 1 Paar nach vorne und hinten. (Der
laterale wurde erst vom Verf. entdeckt).
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893. 383
H. Simroth: „Kritische Bemerkungen über die Systematik
der Neomeniden.“ Zeitschr. f. wissensch. Zool. Bd. LVI p. 310
—27.
H. Simroth: „Bronn, Klassen und Ordnungen des Thierreiches
wissenschaftlich dargestellt in Wort und Bild. Bd. III Mollusca
(Weichthiere).“ Neu bearb. Leipzig. Liefer. 3—9 p. 97—240, 15 Text-
figg. Tf. IV.
Die Weichthiere stammen von einer Zwischenstufe zwischen
Platoden und Annulaten ab. Die Neomeniiden werden folgender-
massen classificirt: Neomenia (carinata Dalyelli), Proneomenia
(Sluiteri), Solenopus (margaritaceus, Sarsii), Rhopalomenia n. g. (gor-
gonophila, vagans, desiderata, aglaopheniae, sopita), Macellomenia n.g.
(pallifera), Dondersia(flestiva), Nematomenian.g. (laveus), Myzomenia
n.g. (banyulensis), Paramenia (Pruvoti n. sp. [= Proneomenia vagans
Pruv.], impexa, sierra), Ismenia (ichthyodes), Lepidomenia (hystrix),
Echinomenia n.g. (coralliophila) und incertae sedis: Proneomenia?
Solenopus filiformis, Langi n. sp. (abgesp. von Sluiteri Lang), borealis,
inerustatus, Neomenia? affinis, Proneomenia? neapolitana. Die Neo-
meniiden kommen von Polyplacophoren her, wobei sie theils noch primi-
tivere Verhältnisse bewahrt habenalsselbstdiejetzigen Polyplacophoren
(in den Geschlechtsverhältnissen), theils besondere Anpassungen
(Körperform) in Folge der Lebensweise und Nahrung (Darm) er-
worben haben.
A. Wiren: Studien über die Solenogastren. 2. Chaetoderma
productum, Neomenia, Proneomenia, acuminata.“ Svenska Akad.
Handlingar. Bd. XXV, No. 6 100 pp. 7 Textfigg. Tf. I—X.
Chaetoderma productum sp. n. unterscheidet sich vom nitidulum
vornehmlich durch seine enorme Länge (durch verlängerten Meta-
thorax bedingt), so dass es bis l4cm lang wird. Im dorsalen
Sinnesorgane (auch von nitidulum) wurden nachträglich Sinnes-
zellen gefunden. Die Kiemen von Ühaetoderma entsprechen dem
letzten Kiemenpaare der Chitonen, nicht den Darmausstülpungen
der Neomenien, welche als Respirationsorgane fungiren. — Im Fusse
von Neomenia (carinata) fehlen Muskelfasern, so dass ein Kriechen
des Thieres wohl nicht denkbar ist. Die Cuticula wird von der
oberflächlichsten Schicht der Epidermis geliefert, wobei diejenigen
Zellen, welche nicht an der Cuticulisirung theilnehmen, die Pa-
pillen darstellen; dieselben bilden die Spicula und degeneriren
dann, so dass sie keine Sinnesorgane sein können (s. o. Heuscher).
Die Papillen sollen den Aestheten der Chitonen entsprechen, deren
Sinnesfunction!) desgleichen fraglich sein dürfte. Die Bauchrinne
hat (in der Mitte) einige muskellose Längsfalten mit Flimmerepithel,
und zwei Fussdrüsen (eine vordere und eine hintere) mit besonderen
t) Die Papillen entsprechen vielmehr den Zelleninseln im Integumente der
Chitonen, die Aestheten kann man doch nicht direkt als blosse Stachelbildner
bezeichnen; andererseits sind aber die Papillen der Neomenien freilich keine
Sinnesorgane. Anm. d. Ref.
384 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ausführungskanälen (gegen Pruvot, s. o.); das Sekret der hinteren
ist faserartig, was den Verf. zum Vergleich mit der Byssusdrüse
der Lamellibranchiaten leitet. Die Muskulatur hat Tullberg richtig
beschrieben. Eine Leibeshöhle fehlt (gegen Tullberg), die sog.
gefässähnlichen Lacunen sind nur Bindegewebslücken und haben
mit Blutsinusen nichts gemeinsam. Am Boden der Mundhöhle be-
findet sich eine bewimperte Querleiste, am Dache daselbst sind
fühlerartige Auswüchse. Die Schlundwand kann ein- und um-
gestülpt werden; sie enthält auch Zellen, welche einem Knorpel
sehr ähnlich sehen und möglicherweise einem Rest der Zunge ent-
sprechen. Eine Neomeniaart (Dalyelli) hat in der dorsalen Mund-
wand Ganglierzellen, welche Buccalganglien repräsentiren. Im
Mitteldarm sind dorsale und ventrale Längsfalten der Schleimhaut .
zur Vergrösserung der Fläche ausgebildet. Die Darmdivertikel .
wechseln regelmässig ab als kleinere und grössere kurze Üoeca.
Der Enddarm mit Flimmerepithel. Die Cloake durch ein muskulöses
Septum in einen oberen Kiemen- und einen unteren Copulations-
raum geschieden. Die Neomenien scheinen proterandrische Zwitter
zusein. Alle Arten haben 2 von einander abgeschlossene Perigonadial-
schläuche. Die Gonadenhöhle!) kommunicirt mittelst 1 Paar Röhren
mit dem Perikard; die Geschlechtsprodukte werden auf Keimfalten
in der Gonade gebildet und gelangen durch „Kloakengänge“ nach
aussen nachdem sie das Perikard passirt haben. Ein muskulöses
Copulationsorgan in der Kloake. Als Reizorgane dienen stabförmige
Gebilde, welche von besonderen Hauteinstülpungen in dem Copu-
lationsraum der Kloake als cuticuläre Elemente abgesondert werden
(also den Spieulis nicht vergleichbar). Von accessorischen Ge-
schlechtsorganen ist das receptaculum seminis und eine Drüse in
der Kloakenwand zu erwähnen. Das Herz ist muskulär geschlossen
(also nicht offen wie bei Chaetoderma); nur eine (unpaare) Kiemen-
vene. Die Kiemen sind denen von Chaetoderma und Chitonen
nicht homolog, sondern eine Neubildung und nur innerhalb der
Gruppe der Neomenien erworben, nachdem wahrscheinlich die echten
Molluskenktenidien rückgebildet worden waren. Blutkörperchen
zweierlei Form: farblose Leucocyten und rothe kleine ovale scheiben-
förmige Blutzellen. Die rothen Blutkörperchen entstehen aus den
farblosen und diese wieder werden in einer Blutdrüse gebildet,
welche an der Basis der Kiemen im oberen Abschnitt der Kloake
liegt (diese ist mit der „Praeanaldrüse“ von Kowelewsky & Marion
und mit dem „Excretionsorgan“ Pruvot’s identisch); bei Chaeto-
derma und Proneomenia fehlt die Blutdrüse. Die Kloakengänge
sind ein richtiges paariges Nephridium (gegen Pruvot). EinSublingual-
ganglion ausgebildet; die Längsstämme des Centralnervensystems
liegen in besonderen Lacunen und sind unter einander durch zahl-
reicheQuercommissuren eventuell Connective verbunden; der Enddarm
!) Die Gonadenhöhle kann demgemäss als Coelom aufgefasst werden; als
Keimorgan fungiren nur die Falten in derselben. Anm. d. Ref.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1893, 385
in einen Nervenring eingeschlossen. — Proneomenia (acuminata sp. n.
aus Westindien). Vielleicht sind 2 Paare Speicheldrüsen vorhanden;
ein dorsaler Blinddarm; die Radula entsteht wie bei den Proso-
branchiaten (nach Rössler). Die Perigonadialschläuche ohne Kern-
falten; Eier und Spermatozoen werden auf gesonderten Partien der
Röhren gebildet. Reiz- und Copulationsorgane fehlen. Kiemen
fehlen, aber eine Kiemenvene vorhanden. Neben LDeukocyten be-
stehen auch rothe Blutkörperchen, welche durch ein deutliches
Band in der Mitte gekennzeichnet sind (s. o. Heuscher). — Ver-
gleichendes: Die Radulazähne entwickeln sich in der von Rössler
angegebenen Art und Weise (d. Verf. hat selbst auch Prosobran-
‘chiaten und Pulmonaten untersucht), aber entstehen nicht als Ab-
sonderungsprodukte, sondern als Cuticulargebilde der Odontoblasten.
Die Radula der Solenogastres fällt einer Rudimentirung anheim.
Die Bauchfurche der letztgenannten Gruppe entspricht nicht dem
Fusse (gegen Thiele), sondern einem Theil der Mantelhöhle; die
Kloake ist eine hintere Partie derselben. Die Bauchrinne soll ur-
sprünglich der Athmung gedient haben. Der Fuss ist im Verlaufe
der phylogenetischen Entwickelung spurlos!) verschwunden; der
Hautmuskelschlauch weist keine primäre Conformirung auf. Eine
Schale wird den Solenogastren abgesprochen, da die Bedeutung der
embryonalen Rückenschalen von Dondersia als ein Homologon der
Rückenschulpen von Chitonen in Abrede gestellt wird2). Das Central-
nervensystem ist primitiver als das der Chitonen. Die untere Hälfte
des rectalen Nervenringes blieb bei Prosobranchiaten erhalten (die
obere schwand). und stellt die (eventuell gedrehte) Visceralcom-
missur dar. Die Solenogastres sind kein „missing link“ zwischen den
Mollusken und den Annulaten, sondern typische Weichthiere, und
zwar vom Stamm der Chitonen abgezweigt.
\) Die Längsfalten in der Bauchspalte lassen sich als Reste eines typischen
Molluskenfusses doch nicht so leicht abweisen. Anm. d. Ref.
?) Diese Ansicht ist nicht unanfechtbar. Anm. d. Ref.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1895. Bd.II. H.1. 95
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