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ARCSITr
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN
FORTGESETZT VON W. F. ER ICH SO N.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR. LEUCKARTIN GIESSEN
HERAUSGEGEBEN
Db f. E[. troschei.,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH- WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
EIN UND DREISSiaSTER JÄHJRaANa.
Tinveiter Band.
Berlin,
Nicolaische Verlagsbuchhandlung.
(G, Parthey.)
1865.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschiclite der Vögel
während des Jahres 1864. Von Dr. G. Hartlaub in
Bremen ..... . .
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säu-
gethiere während des Jahres 1864. Von Troschel .
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während
des Jahres 1864. Von Troschel
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während
des Jahres 1864. Von Troschel
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1864. Von Troschel
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niederen Thiere während der Jahre
1864 und 1865. Von Prof. R. Leuckart. (Erste Hälfte)
Vermes
Annelides
Chaetopodes
Gephyrea
Nematodes
Acanthocephala
Piatodes
Hirudinei
Trematodes
Cestodes
Turbellarii
Bryozoa
29
57
79
119
228
236
241
241
214
218
242
245
246
250
251
261
265
IV
Inhalt.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1864.
Von
Dr. G. Hartiaub
in Bremen.
Die Thätigkeit auf dem Gebiete der ornithologischen
Litteratur blieb auch im verflossenen Jahre eine erfreu-
liche. Den Vögeln Afrika's ward vielseitiger und reich-
licher Zuwachs zu Theil, als im Jahre 1863. Sollen wir
unter den bedeutenderen Beiträgen schon hier auf einige
der wichtigsten aufmerksam machen, so wären es dieses-
mal Tristram's Arbeiten über die Ornithologie Palästi-
nas und Baird's Mittheilungen über die amerikanischen
Vögel in der Sammlung der Smithsonian Institution zu
Washington_, welche beide ein hervorragendes Interesse
in Anspruch nehmen. Unter den afrikanischen Bereiche-
rungen ist Dr. Kirks Arbeit über die Vögel des Zam-
bese die wichtigste.
Gern und anerkennend gedenkt dieser Bericht eines
Verstorbenen. Constantin Glo ger war bekanntlich seit
langer Zeit der Wissenschaft fremd geworden, welche
an ihm wenn auch nur kurze Zeit einen enthusiastischen
Verehrer und erfolgreichen Förderer gehabt hatte. Wir
wollen nicht vergessen, dass, was er einst geleistet, epo-
chemachend gewesen ist und, wenn gleich durch neuere
Forschung zum Theil in Frage gestellt, zum Theil als
irrthümlich erkannt, doch seiner Zeit in hohem Grade
anregend gewirkt hat.
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. ^
2 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Das «lusgezcicbnotc ornithologische Journal „The
Ibis" bat mit dem 6ten Jahrgange den ersten Abschnitt
seiner Existenz ruhmvoll beschlossen. Die Redaktion
desselben geht aus den Händen Pbil. Lutley Sclaters
in die Alfred Newton's über.
Tb. Holland: ^Pterologiscbc Untersuchungen."
Inauguraldissertation vom 22ten Dec. 1863. Greifswald.
Ein weitläuftiger Auszug in Gab. Journ. p. 194.
A. R. Wallace: Remarks on the value of osteolo-
glcal characters is the Classification of Birds." Ibis Jan.
1864. In dieser gegen Blancbard's „Recherches sur
les cliaracteres osteologiques des oiseaux" gerichteten Ar-
beit sucht dör berühmte Reisende zu beweisen, dass die
exclusive Verwerthung osteologischer Kennzeichen für
die Classification der Vögel sehr verkehrt sei.
Bianconi: ^^Studii sul Tarso-metatarso degli uc-
celli, ed in particolare su quello dell' Aepyornis maxi-
mus." Bologna 1863. Es erstrecken sich diese Unter-
suchungen hauptsächlich auf die Ordnungen Scansores und
Grallae.
J. Gassin: ^Fasti Ornithologici." Proceed. iVcad.
Nat. Sc. of Philad. p. 234; Antiquarische Untersuchun-
gen, welche bezwecken, einer Anzahl von älteren mehr
oder weniger in Vergessenheit gerathenen Autoren über
Ornithologie die ihnen gebührende Beachtung zuzuwenden.
Der Anfang wird gemacht mit Phil. Ludw. Statins
Müller, dem Herausgeber eines Linne'schen Systema
Naturae nach der 12ten Ausgabe. (Nürnberg 1773 — 1776)
so wie verschiedener anderer Werke und Abhandlungen.
In einem Supplementbande werden gewissen von ande-
ren Autoren beschriebenen Arten systematische Namen
nach dem binominalen Vorgange L in ne's beigelegt Ver-
dienstlich müssen diese litterarhistorischen Forschungen
in jedem Falle genannt werden. Ob praktisch nützlich?
— die moderne Wissenschaft wird sich schwer dazu ver-
stehen, den verblichenen Gestalten jener alten Gompila-
der Vögel während des Jahres 1864. 3
toren bei ihrer Wiederauferstehung behülflich zu sein.
Requiescant in pace !
Die vortreffliche ornithologische Zeitschrift Scla-
t e r's ;,The Ibis'^ beendet, wie gesagt, mit dem 6. Bande
den ersten Hauptabsclinitt ihres Bestehens. Alfred
Newton übernimmt mit dem Jahre 1865 die Redaction
derselben und es steht zu hoffen, dass es dem Eifer und
der Sachkenntniss dieses talentvollen Forschers gelingen
werde, die Theilnahme für den „Ibis^ nicht nur zu erhal-
ten, sondern, namentlich dem Auslande gegenüber, noch
zu steigern. Wir können jedem für ornithologischen Fort-
schritt Empfänglichen das reichhaltige bisher mit Critik
und Geschmack redigirte englische Journal in der That
nicht warm genug empfehlen.
' Cabanis „Journal für Ornithologie'^ erfreut sich
gedeihlichen Fortgangs und scheint lebenskräftig genug
zu sein, um gelegentlichen Schwierigkeiten und Hemmnis-
sen siegreich Trotz zu bieten. Auf den Inhalt des Jahr-
gangs 1864 wird dieser Bericht vielfach zurückkommen.
Dr. W^einland's Zeitschrift „der zoologische Gar-
ten^ giT^g in die Hände Dr. C. Bruch's über. Die er-
sten Nummern enthalten verschiedene gute Notizen über
exotische Vögel in der Gefangenschaft, über verschlagene
Fremdlinge auf deutschem Boden u. s. w.
H.Schlegel: „De Diertuin van het koningl. zoo-
log. Genootschap, Natura Artis Magistrat te Amsterdam.
Erste und zweite Lieferung in Lexiconformat mit je zwei
sehr hübschen grösseren Kupfertafeln, Ansichten aus dem
zoologischen Garten darstellend, und zahlreichen in den
Text eingedruckten Abbildungen seltnerer Vögelarten in
Holzschnitt. Wir nennen beispielsweise als solche Ha-
liaetos pelagicus, Meropogon Forsteni, Tanysiptera su-
brina, Gypohierax angolensis, Nasiterna pygmaea, Platy-
cercus cornutns. Der erläuternde Text in holländischer
Sprache bleibt natürlich der grossen Mehrzahl gebildeter
Europäer unverständlich. Er scheint uns die einzelnen
Klassen mehr übersichtlich zu behandeln, bespricht kurz
die wichtigeren Arten und bekundet durchweg die ge-
4 Hartlaub: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
niale wissenschaftliche Auffnssnng seines Urhebers. Es
sollen etwa 12 Lieferungen erscheinen, jede zu nur einem
Gulden! In Holland kann diesem Werke eine umfang-
reiche populäre Verbreitung nicht fehlen.
Von Schlegel's ;,Mus^e d'histoire naturelle des
Pays Bas" erschienen neue Lieferungen mit den wichti-
gen Familien der Cuculiden und Psittaciden. Von letztern
finden sich in der Leydner Sammlung nicht weniger als
1113 Exemplare nebst 53 Skeletten! Im Einzelnen sind
Schlegel's Ansichten nicht immer die unsrigen. So z.B.
sind Platycercus hysginus, den wir aus der Münchner
Sammlung genau kennen und Platycercus splendens Peale's
(im Mus. Brem.) positiv zwei verschiedene Arten und an
die Gleichartigkeit dieses letzteren mit PI. personatus
(Mus. Brem.) glauben wir ebenfalls nicht. Leider giebt
Schlegel nicht immer die Maasse bei den einzelnen
Arten an.
L. J. Fitzinger: ^Wissenschaftlich populäre Na-
turgeschichte der Vögel in ihren sämmtlichen Hauptfor-
men.'^ Bis jetzt zwei starke Bände Text und ein starker
Quartband Kupfertafeln mit 347 chromolithographirten
Abbildungen einzelner Arten. Bei unverkennbarer Sorg-
falt in der Ausführung: scheint uns die Manier des Far-
bendrucks bei ornithologischen Darstellungen keine glück-
liche zu sein. Manche derselben in vorliegendem Buche
sind recht gut gerathen, so z. B. Goura coronata, Parotia
aurea, Megalaema versicolor, andere total verfehlt, z. B.
Leiothrix sinensis, Galbula tridactyla, Alectrurus tricolor,
noch andere sind geradezu horribel, so z. B. Pauxi ga-
leata. Der ausführliche Text verdient Lob. Aber die
auf die geographische Verbreitung bezüglichen Angaben
scheinen nicht frei von Irrthümern zu sein. Bei Muso-
phaga gigantea heisst es z. B. sehr irrthümlich : Inneres
5 üdafrika ! und einen Pogonias dubius aus Marocco möch-
ten wir doch sehen!
M. d'Es t e r n 0 : „Du vol des oiseaux; indication des
sept lois du vol ram6 et des huit lois du vol ä voile^
2 pl. Paris 8. 63 S.
der Vögel während des Jahres 1864. 5
Edw. Stanley: ^A familiär history of Birds. edit 7.^
458 S. mit zahlreichen Holzschnitten.
^Birds and Bird-life. Papers contributed by E. F.
Buckland and other Naturalists." London (Religious-
tracts-Society.)
In dem Buche von Carl Cornelius: „Zug- und
Wanderthiere^ handeln S. 65 bis 140 ganz hübsch von
den Vögeln.
V. Frauenfeld schreibt sehr anziehend über den
Zug und das Wandern der Yögel. Caban. Journ. für
Ornith. p. 117. Die Schwalben v^erden eingehender be-
rücksichtigt. Die grösste Schnelligkeit im Fluge wird
diesen , die grösste Ausdauer den Procellarien zuge-
schrieben.
L. Brehm: ^Einige Vögelarten, welche sich da-
durch, dass ihre Männchen ein dem Weibchen ähnliches
Kleid tragen, von den Verwandten unterscheiden.^ Verh.
Kais. Leop. Carolin. Acad. Naturf. Bd. 31.
Dr. John Davy: „Some observations on thc Eggs
of Birds" im Edinb. New Philosoph. Journ. Oct. 63. Es
handelt sich in dieser Arbeit hauptsächlich um „the colou-
ring matter'^, und die Ansichten Dr. Davy's stimmen
darin so ziemlich mit Ch. Leconte. (Rev. et Mag, de
Zool. 1860. p. 199.)
Dr. Alt um schrieb instructiv und beachtenswerth
„über die spirale Anlage in der Zeichnung vieler Vo-
geleier." Cab. Journ. für Ornith. p. 103.
„Ootheca Wolleyana" an illustrated and descriptive
Catalogue of the collection of Birds-eggs formed by the
late John Wolle y. Edited from the original notes by
A. Newton. Parti. Accipitres. London (v. Voorst).
Wir haben dieses nach deutschem Maassstabe etwas kost-
spielige Werk noch nicht gesehen, können aber in des-
sen wissenschaftlichen Werth um so weniger Zweifel set-
zen, als die Veröffentlichung von A. Newton ausging,
dessen Befähigung zu dieser Aufgabe eben keine Zweifel
zulässt.
6 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Europa.
Fr. Grässner: ;,Die Yögel Deutschlands und Ihre
Eier/ Eine vollständige Naturgeschichte säramtllcher
Vögel Deutschlands und der benachbarten Länder, mit
besonderer Berücksichtigung Ihrer Fortpflanzung. (Zweite
Auflage von Buhle's Eierwerk). Mit 10 Kupfertafeln In
gr. 4. Halle. — An diesem Orte nur als recht brauchbare
populäre Schrift zu erwähnen.
Von C. G. Friedrichs „Vollständiger Naturge-
schichte der deutschen Zimmer-, Haus- und Jagdvögel
sammt allen übrigen In Deutschland vorkommenden Vö-
geln, bearbeitet nach eigenen Erfahrungen und den be-
sten Quellen u. s. w. erschien eine zweite sehr vermehrte
und verbesserte Auflage.^ Mit 200 colorlrten xlbbildun-
gen. Stuttg. 3 Fl, lONgr.
Th. Conrad Baldenstein: „Beobachtungen über
die in Tschudi's „Thierleben der x\.lpenwelt^ beschrie-
benen Vögel. '^ Jahresber. der naturforsch. Gesellsch. Grau-
bündtens. Jahrg. 9.
Ornithologischer Jahresbericht über die Ankunft und
den Herbstzug der Vögel, mit Bemerkungen über ihre
Brütezeit im Jahre 1862 In der Umgegend von Cöslin In
Pommern. Caban. Journ. p. 33. Fleissige ausführliche
Arbeit.
A. J. Jäckel: „Die Vögel Mlttelfrankens^ ein Bei-
trag zur Kenntniss der geographisch - statistischen Ver-
breitung der deutschen Vögel. Abhandl. d. naturhist.
Gesellsch. zu Nürnberg. Bd. 3. p. 74—136.
E. Seidensacher: „Einige ornithologlsche Beob-
achtungen In Croatlen" (Umgegend von Moslarina und
Kutina). Verh. d. zool.-botan. Gesellsch. In Wien 1864.
Gute physlographlsche Einleitung.
E. Seidensacher: „Beobachtungen in der Vögel-
welt, gemacht in der Umgend von Cilli In Steiermark
im Jahre 1863." Verhandl. d. zool.-botan. Gesellsch. In
Wien 1864.
der Vögel wälirend des Jahres 1864. 7
E. Seidensacher: ;,Die Vögel von Cilli.*^ Bro-
chüre von 84 S.^ Separatabdr. aus denMittheil. des natur-
wiss. Vereins für Steiermark. 206 Arten. Mit kurzen No-
tizen über Lebensweise und Verbreitung.
Lieutn. R. M. Sperling: „Some account of an or-
nitbological cruise in the Mediterranean.^ Ibis p. 268.
Mehr allgemein gehalten, aber ganz instructiv. Behandelt
113 Arten und unter diesen auch den Frankolin, welchen
Sperling nicht mehr als europäischen Vogel gelten
lassen will. Er beobachtete dagegen diese elegante Hüh-
nerart in Myrthengebüschen der Flussufer Syriens.
Der „Ibis'^ bringt einen interessanten Brief von J.
Traherne Moggridge an P. L. Sclater, enthaltend
Ornithologisches aus der Umgegend von Mentone. p. 416.
Ch. A. Wright: „The Birds of the islands of Malta
and Gozzo.^ 253 Arten mit kurzen Bemerkungen über
einzelne derselben. Ibis p.42. Gute Einleitung. Viele
Seltenheiten auf dem Zuge.'
laubert et Bart helemy Lapo mmeraye: ,,Ri-
chesses ornithologiques du midi de la France on descri-
ption methodique de tous les oiseaux observes en Pro-
vence et dans les departements circonvoisins.^ Livr. 6 — 7.
Schluss. Bildet einen Quartband von 518 S. mit Abbil-
dungen seltnerer Arten.
J. Bland in: ,jCatalogue des oiseaux observes dans
la departement de la Loire inferieure, indiquant leur ha-
bitat, l'epoque du passage on du sejour de ceux qui ne
sont pas sedentaires etc. Nantes 8. 86 S. (Separatabdr.
aus den Annales de la Soc. academ. de Nantes.)
P. Salvador!: Catalogo degli uccelli di Sardegna,
con note ed osservazioni." Milano 8. Kenne ich nicht selbst.
V. Homeyer bringt willkommene Nachträge zu
seinen Vögeln der Balearen. Caban. Journ. für Orni-
thologie p. 321.
A. V. Pelz ein: „Ueber die ornithologische Aus-
beute von Herrn Zelebor's Reise in das Banat, die Mi-
litärgrenze und die Dobrudscha. ^ Caban. Journ. p. 69.
Darin viel über seltnere Eier.
8 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Von Dubois ^Planches colories des oiseaux de la
Belglque et de leurs oeufs*^ erschienen die Lieferungen
101—115.
Edw. H. Rodd: „A list of British Birds as a guide
to the Ornithology of Cornwall, especially in the Lands
end district, with remarks on the capture, habits etc. of
some of the rarer species." Penzanze. Brochüre von
42 Seiten.
Von Gould's Prachtwerke: ;,The Birds of Great-
Britain^ erschienen das dritte und vierte Heft.
C h. H. Jo h n : ^Natural history and -sport in Moray.'*
1 Vol. Edinb. Enthält auch einen guten Abschnitt über
die Vögel Moray's.
C. SundevaU's schönes Werk „SvenskaFoglarna^
eilt seiner Vollendung entgegen. Text bis S. 176. Die
hübschen chromolithographischen Abbildungen von Peter
Akerlund werden immer besser. Bis jetzt 60 Platten.
Ueber die von M. W. Mewes in seinen Beiträgen
zur Ornithologie Jemtlands beschriebenen Nestjungen vgl.
Rev. et Mag. de Zool. p. 97.
Abbildungen von Astur nisus , Buteo vulgaris. B. lagopus,
Circus cyaneus, Strix aluco, Tetrao bonasia, T. urogallus, T. tetrix,
Lagopus vulgaris, L. alpinus, Charadrius apricarius, Numenius phaeo-
pus, Totanus hypoleucus, Scolopax rusticola, Larus canus, L. fuscus,
Anser segetum, Anas bosclias, A. penelope , A. fusca, A. nigra, A,
clangula, Mergus serrator, Colymbus arcticus und C. septentrionalis.
A. V. Nordman: ^Uebersicht der bis jetzt in Finn-
land und Lappland vorkommenden Vögelarten von Ar-
thur V. Nordman mitgetheilt u. s. w." Nicht unwicli-
tige Bemerkungen über manche Arten. Etwas ungleich
in der Behandlung.
A. J. Ma Imgren: „Anteckningar tili Spetsbergen's
Fogelfauna*' in Ofvers. Kongl. Vetensk. Acad. Förhandl.
1863. p. 57—126.
Asien.
Von Gould's „Birds of Asia^ erschien part 16 mit
den vortrefflichen Abbildungen von Urocissa caerulea,
der Tögel während des Jahres 1 Sf'4. 9
Euplocamus Swinhoei , Bambusicola sonorivox, Pomato-
rhinus erythrocnemys, Gecinus tancola , Picus insularis,
Garrulax riificeps, Garrulax poecilorhynchus, Myiopho-
neus insularls, Megalaema nuchalis, Pericrocotus griseo-
gularis, Garrulus taivanus, Niimenius rufescens, Hypsipe-
tes nigerrimus, Passer castaneoventris und Alcippe brunnea.
Von Jerdon's Werke ;,The BIrd of India" erschien
der zweite Band in zwei starken Abtheilungen von 440
und 470 S. Den Schluss des ausgezeichneten Buches bil-
det ein sehr specieller Index, der die Benutzung desselben
im hohen Grade erleichtert. Ein Appendix bringt Zu-
thaten und Verbesserungen. Nicht weniger als 1008 Arten
werden beschrieben und in ihrer Lebensweise und geogra-
phischen Verbreitung geschildert. Dass die indochinesi-
schen Territorien ausgeschlossen blieben, bedauern wir
nochmals auf das lebhafteste. Möchte es Jerdon ge-
fallen, die Vögel dieser Gebiete in einem dritten Bande
beizufügen. Dieses Werk über die Vögel Indiens ist
und bleibt die remarkabelste Erscheinung auf dem Ge-
biete der modernen ornithologischen Litteratur und ein
unvergängliches Denkmal für seinen Verfasser.
H. V. Rosenberg: „Biydragen tot de Ornithologie
van Nieuw-Guinea.'^ 8. Brochüre von 36 S. Ambon. Juli
1862. Von Martens übertrug diese Abhandlung ins
Deutsche für Caban. Journ. p. 111. Dieselbe ist wichtig
genug und begreift die Inseln Neuguinea , Gobi , Ceram,
Waigiou, Salwattie und Mysol. Es werden 302 Arten
aufgezählt und zum Theil selbst ausführlicher behandelt,
als z. B. die Paradiesvögel und die Calaos.
In der guten Schrift von Otto Finsch: „Neu-
guinea und seine Bewohner^ (Bremen 1. Bd. 182 S.) fin-
det sich auf S. 154 ein Namensverzeichniss sämmtlicher
bis jetzt auf Neuguinea und den Molukken beobachteten
Vögel, einschliesslich Timors und der Nordküste Austra-
liens bis etwa zum 20. Grade S. Br. Es werden 920 Arten
aufgezählt : Rapaces 53, Scansores 106, Psittaci 76, Pas-
seres 455, Columbae 85, Gallinae 20, Struthiones 6, Gral-
lae 75 und Natatores 40. Die genaueste Bekanntschaft
10 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d.Naturgescbiclite
mit der Leydner Saramlnng so wie mit der auf jene Län-
der bezüglichen holländischen Litteratur konnte zu einer
solchen Arbeit befähigen. Wir halten dieses sehr zweck-
mässig tabellarisch geordnete Verzeichniss für sehr
wichtig.
Sir Robert Schomburgk: ^Cursory notes on
some of the Birds of Siam." Ibis p. 246. Ganz hübsch.
132 Arten werden genannt und über einige wenige wird
etwas ausführlicher berichtet; so über Gracula interme-
dia, Sturnopastor nigricoUis, Cymbirhynchus nasutus, Eu-
plocamus praelatus, Palaeornis Alexandri.
R. Swinhoe schreibt ausführlich über seine Reise
von England nach Formosa anSclater. Ibis p. 413. Er
berührte Aegypten, Bombay, Galle, Colombo , Pinang,
China. In Amoy traf er Fringilla montifringilla im
Käfig. Zwischen Malta und Alexandrien, etwa 100 Mei-
len von der Küste Afrika's entfernt, flog Regulus cristatus
an Bord.
Unter dem Titel : „Ornithologische Skizzen aus Nord-
asien^ bringt A. Petermann in seinen „Geographischen
Mittheilungen" Auszüge aus G. Radde's Reisen in Süd-
ostsibirien. S. 342.
H. B. Tristram's „Report on the Birds of Pale-
stine.'' Proceed. Zool. Soc. Nov. 1864. (Separatabdruck)
ist eine der wichtigsten für diesesmal zu besprechenden
Arbeiten. Aus dieser ausführlichen und beinahe erschö-
pfenden Mitthellung wird erst klar, wie wenig wir bisher
von der Ornithologie Palästina's wussten. Die von Tri-
stram gewonnenen Resultate sind zum Theil sehr über-
raschende. Von den 322 Arten , deren gedacht wird,
sind 260 bekannte europäische, 31 zugleich in Ostafrika
einheimisch, 7 sind ostasiatische, 4 nordasiatische und 27
scheinen Palästina eigenthümlich anzugehören. Sämmt-
liche Arten Ehrenberg's und Hemprich's wurden
identificirt. Der Lebensweise und Verbreitung wurde die
grösste Beachtung geschenkt. Buteo rufinus ist gemein;
Falco Eleonorae brütet in den waldigen Theilen Coelesy-
riens ; Nisus sphenurus ; Ketupa ceylonensis in zwei Tagen
der Vögel während des Jahres 1864. 11
4 Exemplare in einer waldigen Schlucht nach Accra zu;
Bubo ascalaphus überall gemein ; Caprimulgus tamaricis
n. sp. resident im Bassin des todten Meers ; Cypselus ga-
lilaeensis {— abyssinicus Str.) permanent im Jordanthale ;
Cuculus libanoticus n. sp.; Halcyon smyrnensis überall
längs des Jordan ; Merops viridis desgleichen ; Calandrella
reboudia in der Wildniss von Bersheeba; C. hermonensis
n. sp. ; Ammomanes fraterculus und Galerida brachyura,
neue Lerchen des Jordanthaies; Crateropus chalybeus,
Bassin des todten Meeres ; Bessonornis albigularis v. Pelz,
bewohnt die höher gelegenen Abhänge des Hermon und
wetteifert an Gesangkunst mit der Nachtigal ; Oorvus
agrioola n. sp. ; Nectarinia osea ; Pterocles senegalensis,
gemein ; Carpodacus phoenicopterus Bp. ; Caccabis Heyi,
gemein im Bassin des todten Meeres; Pluvianus aegyp-
tius; Charadrius asiaticus und mongolicus u. s. w.
Afrika.
Dr. R. Hartman^ uns aus Cabanis' Journal bereits
als tüchtiger Ornitholog und geistreicher Forscher be-
kannt, gedenkt in seinem Buche ^Naturgeschichtlich-me-
dicinische Skizze der Nilländer^ auf S. 198 auch kurz der
Vögel der von ihm bereisten Länder.
Dr. A. Leith-Adams: ^Notes and observations
on the ßirds ofEgyps andNubia." Ibis p. 1. Sehr hübsch.
Die Reise ging in den Monaten November, December
und Januar den Nil aufwärts bis zu den zweiten Cata-
racten. Gypaetos barbatus auf dem Gipfel der grossen
Pyramide; Pycnonotus arsinoe und Pterocles coronatus
erst am zweiten Cataract ; Ammoperdix Heyi in Nubien.
Stafford Allen: „Remarks on Dr. Leith-Adam's
Notes and Observation on the Birds of Egypt and Nu-
bia.^ Ibis p. 233. Ebenfalls sehr der Beachtung werth.
O. Antinori: „Catalogo descrittivo di una colle-
lezione di Uccelli, fatta nell interno dell' Africa cen-
trale etc.^ 1 Vol. 8. Mailand 1864. Es werden 250 Arten
namhaft gemacht. Ausführliches über Lebensweise. Ver-
12 Hartlauh: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgechichte
schiedene neue Arten fallen, da die Forschungsgebiete
dieselben waren, mit II euglin'schen Entdeckungen zu-
sammen. Die Diagnosen der für die neu beschriebenen
Arten sind lateinisch gegeben.
Th. V. Heuglin: „Ornithologische Miscellen aus
Centralafrika.^ Caban. Journ. p. 211. Jedenfalls sehr
-werthvoll und des Guten viel enthaltend, wenn auch nicht
jede der genannten neuen Arten wirklich neu ist. Fort-
pflanzung, Zug, Wandern, Stimme, Verbreitung, das alles
ist für Heuglin Gegenstand speciellcr Beobachtung.
Wunderbar bleibt die Uebcrcinstimmung der Vögelfauna
des Ghazalflusses und des Djur mit der westafrikanischen.
Th. Y. Heuglin's Ornithologische Beobachtungen
während der denkwürdigen Expedition der Damen Tinne
finden sich zusammengestellt im 15. Ergänzungshefte der
Peter m an'schen Geogr. Mittheilungen.
Dr. J. Kirk: „On the Birds of the Zambese Re-
gion.^' Ibis p. 307. Ebenso reichhaltig als wichtig. Aus-
führlich physicalisch-geographische Einleitung. Zahlreiche
kleinere biographische Notizen. Scotopelia Peli sehr
selten im Shire-Thal; Blas musicus, Tchitrea holosericea,
Cosmetornis vexlllarius ; Coracias caudata; Buceros cri-
status, Corythaix Livingstoni ; Pionus fuscicapillus ; Fran-
colinus Humboldtii; Numida cristata, Chettusia crassiro-
stris, Herodias calceolata u. s. w.
P. L. Sclater: „On the Birds of the Comoro-islands."
Ibis p. 292. Es sind diese Inseln gewissermaassen als
neues Gebiet für Ornithologie zu betrachten. Die vier
Inseln der Gruppe sind Gross-Comoro, Mobilia, Majotta
und Johanna. Auf ersterer wurde noch nicht gesammelt.
Sclater zählt 23 Arten auf nach den Sammlungen der
Reisenden Kirk, Dicki nson und P ete rs. Fast ohne
Ausnahme auch auf Madagascar heimisch. Nectarinia
comorensis und Coracopsis comorensis scheinen der Gruppe
eigenthümlich zu sein. Sclater scheint — sehr mit
Unrecht — zu zweifeln an der Verschiedenheit von Nu-
mida mitrata und tiarata ! Falco minor und Turtur semi-
torquatus sind continental-afrikanische Arten.
der Vögel während des Jahres 1864. 13
Dr. Ch. Coquerel: ^Catalogue des Oiseaux qui
se rencontrent a la Reunion.'^ Bullet. Sog. d'Academ.
de la Reun Janv. 1864.
P. L. Sclater: „On the Mammals and Birds col-
lected and observed by Capt. Speke dnring the East-
African Expedition.''' Proceed. Zool. Soc. p. 106. Mit kur-
zen Original notizen des Sammlers. 62 Arten. Schon der
Lokalitäten halber von grossem Interesse. Die Tchitrea-
Art^ von Sclater ohne Speciesnamen gelassen, ist neu.
Fünf neue Arten unter 74 Exemplaren. Bradyornis Spekei
ist ein trefflicher Sänger.
J. H. Gurney: ,,List of Birds collected in Da-
mara-Land by Mr. C. J. Anders so n.^ Proceed. Zool.
Soc. p. 1. Mit zahlreichen guten Anmerkungen des ge-
nannten Reisenden über Verbreitung, Lebensweise u. s. w.
— Falco vespertinus und Phyllopneuste trochilus ! Kein
Zweifel an der völligen Gleichartigkeit mit europäischen
Exemplaren.
J. H. Gurney: „Additional list of Birds from Na-
tal.'^ Ibis p. 346. Thamnolaea cinnamomeiventris Lafr.,
Lioptilus nigricapillus, Campephaga nigra, Poliospiza gu-
laris, Barbatula minuta, Avicida Verreauxii, Astur mela-
noleucus, Dicrurus musicus, Gallinula pumila Sclat. Mit
zahlreichen und sehr interessanten biologischen Beobach-
tungen von Th. Ayres.
J. F. Victor in: „Resa i Kaplandet (1853—1855).
Jagt- och Naturbilder ar den aflidne unge Naturforska-
rens brev och Dagböcker af J. W. Grill. 1 Vol. 8.
Stockh. Ein hübsch ausgestattetes Büchlein mit zahlrei-
chen ornithologischen Notizen. Es wurden 153 Arten
beobachtet. Tafel 1 giebt eine niedliche Abbildung von
Corythaix albocristatus.
Amerika.
Spencer F. Baird hat die Veröffentlichung einer
neuen grossartigen Arbeit unternommen unter dem Titel :
„Review of American Birds in the Museum of the Smith-
14 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
sonian Institution.'^ Part I. North- and Middle-Anierfca.
Mit wenigen Ausnahmen werden die einzelnen Arten aus-
führlich und kritisch behandelt. Beschreibung und Mes-
sung lassen nichts zu wünschen übrig. Für die Vögel-
kunde Nord- und Mittel-Amcrika's hat in der That mit
Baird's Werken eine neue und 'sehr glückliche Aera
begonnen.
E. A. Samuel: ^A description Catalogue of the
Birds of Massachusetts. Boston 1864. Brochüre von 14 S.
Die Notizen über die Lebensweise, über Fortpflanzungu.s.w\
sind etwas dürftig.
In Baron J. W. v. Mülle r's dreibändigem Werke
über Mexiko findet sich im dritten Bande ein Namens-
verzeichniss der Wirbelthiere. Die hier zusammengestellte
Liste der mexikanischen Vögel ist jedenfalls die vollstän-
digste unter den bis jetzt publicirten. 621 Arten.
P. L. Sclater: ^List of a collection of Birds pro-
cured by Mr. G. H. V/hite in the vicinitj of the city
of Mexico."" Proceed. Zool. Soc, p. 172. Es werden 179
Arten aufgezählt, mit Beifügung einiger wenigen Notizen
des Sammlers.
O. Salvin: „A fortnight amongst the seabirds of
Honduras."" Ibis. Ebenso unterhaltend als belehrend. Sula
piscator, Pelecanus fuscus, Sterna- Arten, Tachjpetes u. s. w.
E. Cavendish -Taylor: ;,Fife month's in the
West-Indies."" Ibis. Es erstreckt sich diese eingehende
und im hohen Grade interessante Arbeit über die Inseln
Trinidad, Martinique, Dominika, Tobago und Portorico.
Die physicalisch-geographischen Verhältnisse dieser Inseln
werden anziehend geschildert. Viel Uebereinstimmung
mit der Avifauna des benachbarten Festlandes. Tobago
steht Trinidad zoologisch weit näher als den übrigen west-
indischen Inseln. Der Reichthum an Arten ist auf Tri-
nidad ein ausserordentlicher, entspricht aber der überaus
üppigen und formenreichen Vegetation. Saroorhamphus
papa, Steatornis caripensis, zahlreiche Trochiliden, Rham-
phastos vitellinus als einziger Tukan der Insel ; Urochroma
der Vögel während des Jahres 1864. 15
melanoptera und Psittacula cyanoptera sind die gemein-
sten Papageien der Insel.
G. N. Lawrence: „Catalogue of Birds collected
by A. A. Julien at the island of Sombrero, with ob-
servations etc/ Ann. Lyc. N. H. New- York VII. Juni
1864. (Separatabdruck.) Nicht weniger als 34 Arten wer-
den als auf dem nackten nicht eine Meile langen Felsen
angetroffen und unter ihnen 11 Landvögel, als Margarops
fuscatus, Vireosylvia atripennis, Yireosylvia altiloqua, Eu-
lampis chlorolaemus, Coccyziis lulieni n. sp., Orthorhyn-
chus exilis u. s. w. Lawrence theilt die auf Sombrero
beobachteten Vögel in Seevögel zur Brutzeit, Vögel des
Septemberzuges und Landvögel als „stragglers.^ Ueber
einige Seevögel wird ausführlicher berichtet.
Philip pi und Landbeck fahren fort in Troschel's
Archiv Beiträge zur Naturgeschichte der Vögel Chile's
zu liefern.
Australien.
P. L. Sclater berichtet über eine Sammlung von
Vögeln der Societätsinsel Huaheine. Proceed. Zool. Soc.
p. 8. Es werden 10 Arten namhaft gemacht : Tatare ota-
hidiensis, Todirhamphus tutus, Eudynamis tahitensis, Pti-
linopus chrysogaster, Herodias jugularis, Totanus oceani-
cus, Anas superciliosa, Sterna poliocerca, Anous stolidus,
Tachypetes Palmerstoni.
Psittaci.
Schon im nächsten Jahresberichte hoffen wir den Leser auf
das Erscheinen einer monographischen Arbeit über die Papageien
aufmerksam machen zu können, welche das vorhandene Material in
befriedigendster Weise zu verarbeiten gewusst hat und über die
ungeheure Artenmenge dieser höchststehenden ornithologischen Form
erschöpfende Auskunft bringen wird. Der Verfasser dieser Arbeit ist
Herr Otto Finsch. zur Zeit Conservator an der naturgeschichtli-
chen Sammlung zu Bremen, der Verleger Herr E. J. B r i 1 1 in Leyden.
Mehrjährige Studien in den Museen von Leyden und London waren
16 Hartlaiib: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
erforderlich, um zu einem solchen Unternehmen die nöthige Spe-
cialkenntniss zu erwerben.
lieber die Papageien Neuguinea's und der benachbarten In-
seln vergl. V. Rosenberg Gab. Jomn. p. 112. Es werden 38 Ar-
ten genannt. Etwas ausführlicher über Plyctolophus triton, Micro -
glossus aterrimus, Chalcopsitta leucopijgialis n. sp., Charmosina pe-
rtoralis n. sp., Lorivs speciosKs n. pj). von den Inseln der Geelvinks-
bay. Eos rubiginosa lebt nur auf Waigion, Chalcopsitta atra auf
Mysol u. s. w.
A. R. Wallace: „On the Parrots of the Malayan Region,
with remarks on their habits, distribution and affinities." Proceed.
Zool. Soc. p. 272. Sehr wichtig und durchweg auf eigenen Beob-
achtungen beruhend. Dreizehn Gattungen und 92 Arten.
Neue Arten: Cacatua cristatella Wall. 1. c. Gilolo. — Cyclo-
psitla Bhjthi Wall. ib. Mysol. — Conurus rhodogastei' Natt. Sclat.
Proc. Z. S. pl, 24. p. 298. — Brotogevys chrtjsosema Natt. Sclat. ib.
— Chnjsotis Finschi Sclat. Proceed. p. 298. Mexiko. — Cacatua
ophlhalmica Sclat. Proceed. p. 188. pl. 14.
Abbild. Cacatua Durorpsii. Proceed. Z. S. pl. 17.
Agapornis xanlhops Heugl, ist puilaria jr. av.
J. Haast's interessante Arbeit über Strigops übersetzt der
Ibis p. 340.
Rapaces.
J. H. Gurney: „A descriptive Catalogue of the Raptorial
Birds in the Norfolk- and Norwich - Museum, compiled and arran-
ged etc." Parti. Serpentariidae, Polyboiidae, Valturidae. In Le-
xiconformat. Lond. Yan Voorst. Sämmtliche 157 Exemplare werden
einzeln besprochen. Keine ausführlichen Beschreibungen, wohl aber
ein reiches Material an Bemerkungen über geographische Verbrei-
tung, Lebensweise. Eier, Abbildungen u. s. w. Es ist jedenfalls
von grossem wissenschaftlichen Interesse, die Ansichten des ausge-
zeichnetsten Kenners der Raubvögel hier publicirt zu sehen. Die
zum Grunde liegende Privatsammlung kann sich dreist mit jeder
öffentlichen messen. Hoffentlich lässt die Fortsetzung dieser Arbeit
G u r n e y's nicht auf sich warten.
P. L. Sclater: „On the Rapacious Birds coUected
by the late Dr. Dickinson in the Zambese-region/ Ibis
p. 301. Von Falconiden wurden 17, von Eulen 5 eingesam-
melt. Spizaetos Ayresii Gm'n. ist av. jun. von spilogaster.
Falconidae. Dr. Krüper liefert in Gab. Journ. p. 1 sehr
der Vögel während des Jahres 1864. 17
reiche Beiträge zur Naturgeschichte des Falco Eleonorae auf den
Cycladen. Auch über das Ei,
Dr. Altum schreibt in Caban. Journ. p. 23 sehr ausführlich
über die Eier von Buteo vulgaris.
J. H. Gurney über Aquila Barthelemei Jaub. Ibis p. 339.
Buteo poliogenys Schleg. wurde auch auf Formosa ange-
troffen.
Schlegel's Falco Boschii scheint gleichartig zu sein mit
F. Cuvieri Sm. South Afr. Journ. p. 392.
Eine Notiz über Astur macrourus bringt Schlegel in
Tijdschr. voor Dierk. II. p. 155. Das alte Männchen wird zuerst aus-
führlich beschrieben.
E, Seidensacher: „Ueber das Ei des kurzbeinigen Sperber's
(Aster brevipes = Dussumieri und Falco badius). Verh. d. Zool.
Botan. Vereins zu Wien. c. fig.
. Th. Conr. Bai den st ein: „Beobachtungen über einen Läm-
mergeier." Jahresber, naturforsch. Gesellsch. Graubündens. Jahrg. 9.
Vergl. A. R. Wallace: .,Ueber Astur griseiceps Schleg. Ibis
p. 184. pl. 5. Nur auf Celebes.
Neu sollen sein : Accipiter chilensis Philippi Trosch. Arch.
p. 43. Chile. — Falco Dickinsoni Sclat. Proceed. Z. S. p. 248.
Am Shire.
Abbild. Eier von Falco sacer. Ibis pl. 4. Aegypten. — Falco
subbuteo pull. Rev. zool. pl. 8.
Strigidaß. Vergl. R. Swinhoe über Babo caligatus auf For-
mosa. Ibis p. 429.
Abbild. Slrix noctua pnllns Rev. et Mag. Zool. pl. 24.
Ueber Ketupa ceylonensis in Palästina berichtete, wie schon
erwähnt. Tristram 1. c. p. 6.
Piisseres.
Fissirostres.
■ ■' ■ Caprimulgidae. Ueber Cosmetornis vexillarius von Speke
in Uganda gesammelt, vergl. P. L. Sclater Ibis p. 114. pl. 2.
fig. opt.
Neu : Caprir/itilgus tamaricis Tristr. Proceed. Z. S. p. 170. Pa-
lästina. — macjodipleryx conrJylopterus Heugl. Gab. Journ. p. 243.
Wird sich schliesslich wohl ala longipennis ausweisen.
Heugl in stellt 1. c. zusammen, was er über die Caprimul-
giden Nordostafrika's ermitteln konnte.
Cypseidae. Ueber Cypselus galilaeensis vergl. Antin. Catal.
descrittivo p. 24. (Ist eins mit abyssinicus Streub.).
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. B
18 Hartlaub: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
Neue Arten: Cypsehts duhius A\xiin. 1. c. p. 25 ,,Murario valde
affinis — Psalidoprocne albiceps Sclat. Proceed. Zool. Soc. pl. 14.
Uzinza. — Cypselns aculicauda B\yih. in Jerd. Birds of Ind. II. p. 890.
Hirondinidae. Neu: Uirundo Tylleri Jerd. Birds of Ind. II.
p. 870. Dacca.
Trochilidae. Neue Arten : Urochroa leucura Lawr. Ann. Lyc.
N. Y. Nr. 9. Juni 18G4. Ecuador, — Uroslicie rupcrisla Id. ib. Ecua-
dor. — lihamphomicron olivaceus Id. ib. La Paz in Bolivien.
Lawrence beschreibt ebendaselbst das Weibchen von Pan-
terpe insiguis Caban.
TrOgOnidae. Ob neu? Trogon erylhronotus v. Müll. Reise in
Mexiko I. p. 229.
BuCCOnidae. Neue Arten : Telragonops Frantzii Baird in Sclat.
Ibis p. 370. pl. 10. Costarica. Möglicherweise das Weibchen einer
Art, deren unbekanntes Männchen reich gefärbt ist? — Monasa
pallescens Cass. Proceed. Acad. Philad. pl. 4. Rio Truando.
Alcedioidae. H. Schlegel: ..Les Oiseaux des Indes Neerlan-
daises, decrits et figures etc." Aflev. 2. Tysvogels. 16 Tafeln. Ich
sah diese zweite Lieferung noch nicht.
lieber die Lebensweise von Dacelo gigantea in der Gefangen-
schaft vgL Bruch Zool. Garten p. 18.
üeber die Alcediniden und Meropiden Nordostafrika's schrieb
Heu gl in in Gab. Journ. p. 329. Gute Uebersicht. Die meisten
Arten dieser Gruppen brüten in hohlen Bäumen, nur einzelne in*
seibstgegrabenen Höhlungen steiler Flussufer. Die Hauptnahrung
sind Heuschrecken, Libellen, Gryllen. Von Eisvögeln werden 12,
von Meropiden 10 Arten besprochen. Merops collaris scheint bis-
weilen seine Eier in fremde Nester zu legen. Alle Meropiden wan-
dern und brüten in grösseren Gesellschaften.
Tenuirostres.
Promeropidae. Ucber die Epimachus-Arten der Papualänder
vergl. v. Rosenberg. Epimachus superbus scheint beschränkt
zu sein auf den so wenig bekannten nördlichen Theil Neuguinea's.
Man findet ihn auf keiner der benachbarten Inseln. Dasselbe gilt
von Craspcdophora magnifica, und beide Arten sind sehr selten.
Ueber Seleucides resplendens wird ausführlich berichtet. Er findet
sich nur auf Salawattie. v. Rosenberg konnte die Art selbst er-
legen und beobachten. Genaue Beschreibung.
Ausführlicher spricht von Nectarinia natalensis Antinori
Catal. dcscritt. p. 33. Diese Art kam am Djurflusse vor. Eben-
daselbst schien die uns als am Gambia nicht selten vorkommende
Anthreptes Lougucmarii häufig zu sein.
der Vögel wäkrend des Jahres 1864. 19
Sehr instructiv berichtet Heuglin über die Nectarinien
Nordostafrika's 1. c.
P. Harting: ,De Nestbouw van Arachnothera longirostris"
cum flg.
Neue Arten: Cinnyris com orensis Peters Caban. Journ. p. 161.
Insel Anjuan. — ^eclarinia Gonzenbachii Antin. 1. c. Vom weissen
Nil unter 8° N. Br. Mit N. Jardinei nahe verwandt.
Coerebidae. „Notes of an examination of the Birds of the
subfamily Coerebinae" by John Ca s sin. Proc. As. N. Sc. Philad.
p. 265. Wichtig. Alle Arten werden kritisch beleuchtet. Gas sin
scheint geneigt „conspecies" anzunehmen. Diglossa 13 Arten, Coe-
reba 6, Chlorophanes 1 Art mit 4 constanten conspecies, Dacnis 12,
Certhiola 7, Conirostrum 4.
Neue Arten: Certhiola dominicana Tayl. Ibis p. 167. — Dacnis
Ultramarina Lawr. Proc. A. N. Sc. Philad. p. 106. Istmus von Pa-
nama. — Chlorophanes caerulescens Cap. 1. c. p. 263. Yurakares. —
Chlorophanes melanops Cap. ib. Rio-Negro.
Melliphagidae. E.P.Ramsay: „Ueber die Fortpflanzung von
Ptilotis auricomis. Ibis p. 243.
Neu: Zosterops pallescens Heugl. Caban. Journ. p. 259. Bongo.
Certhiadae. Ueber die Campylorhynchus-Arten Mittelamerikas
vergl, Baird Rev. of Am. Birds p. 100. Ausführlicher über C. brun-
neicapillus , affinis, pallescens, capistratus, rufinucha, jocosus, hu-
milis etc.
Ebendaselbst manches Neue über die Troglodytinen Nord-
und Centralamerika's ; z. B. über Syphorinus Lawrencii, Solat. auf
S. 113, von Panama über die Heterorhina -Arten , über Thryophilus
poliopleura p. 128, über Troglodytes Galbraithi auf S. 131, über
Troglod. inquietus Lawr. p. 143 u. s. w.
Neue Arten: Thryophilus sinaloa Baird 1. c. p. 130. Westlich.
Mexiko. — Thryophilus Schotlii Baird 1. c. p. 133. — Troglodytes
azlekus Baird (aedon var. ?) p. 139. Oestl. Mexiko. — Troglodytes
pacificus Baird (hiemalis var.?) p. 145. Puget- Sound. — Cistothorus
paludicola B. (palustris var. ?) p. 148. Washington Territ.
Dentirostres.
. Lnsciniadae- — (Malurinae). Neue Arten: Malurus sericya-
neus V. Rosenb. Gab. Journ. p. 119. I2V2" lang! Neuguinea. Karufa-
fluss. — Drymoica troglodytes Antin. Catal. p. 38. Djur. (= Cisticola
ferruginea Heugl. ?) — Eremomela canescens Antin. ib. p. 38. Djur.
(= Eremomela elegans Heugl. Cab. Journ. p. 259). — Drymoica ta-
lida Heugl. 1. c. p. 258. Bonjo. Kosanga. — Drymoica jodoptera Heugl,
1. c. ibid.
20 Hartlaub: Bericht üb. d Leist. in tl. Naturgeschichte
(Sylviinae). lieber Acrocephalus stentorius Ehrenb. be-
richtet Stafford Allen. Ibis p. 97. pl. 1. fig. opt. Von Damietta.
E. P. E. Saint-Martin : ,.La Gorpfc-bleue. Observations
faites sur cet oiseaux dans le departcinent de la Gironde. Bordeaux.
7 S. (Auszug aus den Mem. Soc. Sc. phys. et nat. de Bord.)
Neue Arten: Jlippolais Upcheri Tristr. 1. c. p. 14. Palästina. —
Calamoherpe gracitiroslris Hartl. Ibis p. 348. Natal.
(Saxicolinae.) Jerdon besclireibt auf p. 873 des zweiten
Bandes seiner Birds of India das Weibchen seiner lihodoptila mela-
noleuca, die er für congenerisch mit Pratincola ferrea erklärt.
V. Pelzeln's Saxicola albigularis wurde von Tristram im
Jordanthale gefunden, 1. c. p. 17. Wir können nach Untersuchung
eines schönen Exemplares der Bremer Sammlung diesen interes-
santen Vogel weder für eine Saxicola noch für eine Cossypha
halten.
Neue Arten: Kittacincla anrictilaiis Swinh. Ibis p. 361. For-
mosa. — Myiomela monlium Swinh. ib. 362. Formosa.
(Accentori nae.) „Note sur une particularite de l'appareil
reproducteur male chez l'Accentor alpinus, par M. Victor Fatio.
Rev. et Mag. de Zool. p. 65.
(Parinae). Ob neu: Aegilhalus parvulas Heugl. Caban. J.
p. 261. Bongo.
(Sy Ivi c olinae). Dendroica atricnpillaIjB,ndh. (Troch. x\rch.
p. 56) scheint mir kaum verschieden von striata zu sein.
TurdidaO. — (Form icari nae). Neue Art: Pitta oreas Swinh.
Ibis p. 428. Formosa, Gebirge des Innern.
Abbild. Pitiasoma Michleri Cass. Proceed. Acad. N. Sc. Phil,
pl. 3. Sehr interessante Form.
A. R. W a 1 1 a c e schreibt sehr instructiv und anziehend über
die indischen Pitta's: ,.Reraarks on the habits, distribution and af-
fmities of the genus Pitta.' Ibis p. 100. Die Pitta's sind überall
seltene, schwer zu beobachtende und schwer zu erlangende Vögel.
Am besten konnte Wallace Pitta concinna auf Lombock beobach-
ten. Er belehrt uns über die Fortpflanzung von Pitta strepitans,
cucullata, cyanura und venusta. Von 13 Arten wird die Farbe der
Iris angegeben. Wallace unterscheidet 4 Gruppen mit 33 Arten.
Borneo hat deren am meisten, 5 — 6 , Sumatra 5, Java eine. Ver-
wandtschaft zu Myiophoneus, Brachypteryx und Pnoepyga.
(Turdinae). IL Bryant: ,.I^emarks on the genus Galeos-
coptes Gab. with characters of 2 new genera and a description of
Turdus plumbeus, L. Darnach wäre Turdus plumbens ganz ver-
schieden von T. ardesiacus Vieill. (Gen. Mimocitta Br.)
der Vögel während des Jahres 1864. 21
0. Salvin über Melanoptila glabriroatris Sclat. Ibis p. 380.
Honduras. (Outer-kays, Glover-reefs).
Neue Arten : Turdus confinis Baird Rev. Am. Birds. p. 29.
(Cap St. Lucas.) — Turdns albiceps Swinh. Ibis p. 363. Formosa. —
Turdus Gurneyi Hartl. Ibis p. 345. c. fig. opt. Natal. — Mimocichla
schistacea Baird 1. c. p. 37. Cuba, Monte Verde. — Platycichla bre-
vipes Baird 1. c. p. 32. — Cicliladusa arquata Peters Caban. Journ.
p. 353. Bei Sena in Mossambique. Congenerisch mit Heuglin's
Crateropus guttatus.
(Timaliinae). Neue Art: Hypsipetes niveiceps Swinh. Ibis
p. 424. Swatow an der Nordgrenze der Provinz Kwang-tung.
Musicicapidae. — (Tyranninae). Neue Arten: Tyrannus ro~
stratus Sclat. Ibis p. 78. Trinidad. — Pitanyvs Taylori Sclat. Ibis
p. 169. Portorico (dem caudifasciatus verw^andt). — Arundinicola
citreola Landb. Trosch. Arch. p. 58. Chile.
(Muscicapinae). Ausführlich über Tchitrea Ferreti bei
Antinori Cat. p. 46. Djur. Beschreibung zahlreicher Kleider.
Neue Arten: Cyornis vivida Swanh. Ibis p. 363. Formosa. —
Smitkornis rufolateralis Gray, Ann. and Mag. p. 457. Formosa. —
Ehninia teresita Antin. Catal. p. 50. Djur. (ist = Elm. Alexinae
Heugl. vom Wan-Fluss). — Muscicapa aquatica Heugl. 1. c. p. 256.
Wan-Fluss.
(Vi r CO ni n ae). Vireosyhia atripennis Lawr. Sombrero-island.
Proc. Acad. N. Sc. Philad. p. 106.
Ampelidae. Neue Arten: Carpodectes nitidus Salv. Proceed.
Zool. Sog. Nr. 8. Costarica.
Ampelis phoenicoptera ist von Swinhoe auch auf Formosa
angetroffen.
Laniidae. — (Campephaginae). Neue Art : Graucalus
frenatus Heugl. 1. c. p. 255. Djur und Bongo. Scheint von Gr. pe-
ctoralis verschieden zu sein.
(D icrurinae). Ueber Dicrurus musicus vergl. Th. Ayres
Ibis p. 358. Lebensweise.
Artamus cucuUatus Nichols. wurde Blyth zufolge nach einer
schlechten Abbildung von Sjdvia orpha aufgestellt. Jerd. Birds of
Ind. II. p. 872.
(Laniinae). Ob neu: Lanins pallidus Antin. Catal. descr.
p. 56 Kedaref. — Neu: Prionops tricolor Gray, Ann. and Mag. N. H.
p. 379. Zambese. Bestimmt verschieden von Pr. Retzii. Proceed.
Z. S. p.45.
Lanius personatus ist Wandervogel in Palästina : Tristram 1. c.
Corvidae. Neue Arten: Cortus colonorutn Swinh. Ibis p. 427.
22 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Formosa. — Corvus agricola Tristram 1. c. p.20. Cultivirte Theile
Centralpalästina's.
Corvus umbrinus Hedenb, ist die gewöhnliche Rabenart um
Jerusalem,
Paradisidae. Ueber diese Gruppe schrieb hübsch und instructiv
von Rosenberg: Caban. Journ. f. Ornith. p. 125. Ausführlich
wird berichtet über Paradisea papuana, regia und rubra. Ueber
Astrapia gularis heisst es auf S. 131, dass diese prachtvolle bisher
nur nach den fusslosen von den Eingebornen erhandelten Häuten
bekannte Art auf die grosse vor der Geelvinksbay liegende Insel
Jobie beschränkt sei. Die ausserordentlich seltene Paradigalla ca-
runculata bewohnt die Nordostküste von Neuguinea.
Eine höchst interessante neue Paradiesvogelart ist Schlegelia
calva Bernst. von Waigion. Zunächst Diphyllodes speciosa und
fWilsoni.
GoDirostres.
Stnrnidae. — (Lamprothorninae). Heuglin veröffent-
lichte Bemerkenswerthes über die Glanzstaare Nordostafrika's. Lam-
prothornis Burchelli komme am Djur und Bongo, Lamprothornis
Eytoni am Bongoflusse vor. — Lamprocolius araethystinus halte ich
für eine gute Art nach Vergleichung mehrerer Originalexemplare
Heuglin's mit den verwandten Arten der Bremer Sammlung.
(Q ui sculinae). Neue Art: Cassicus vitellinus Lawr. Proc,
Aead. N. Sc. of Philad. p. 107. Istmus von Panama. Früher ,.icte-
ronotus Vieill."
Fringillidae. — (Ploceinae), Ueber sanguinirostris in der
Gefangenschaft vergl. Bruch Zool. Garten p. 17.
Neue Arten : Texlor castaneoanralus Antin. Catal. p. 65. Wadi
Medina. — Hahropyga rara Antin. ibid. p. 72. Bahr-el-Ghazal. —
Texlor alrogularis Heugl. Gab. Journ. p. 245. Meschra- el-rey. —
Texlor chnjsopycfius Heugl. ib. Bongo. — Sycobius pyrrhocephalus
Heugl. (halte ich mit melanotis des Gambia für gleichartig.) —
Foudia haematocephnla Heugl. 1. c. p. 250. Bongo. — EsheUla tne-
lanopygia Heugl. ib. Bongo. — Lngonosticla lalerilia Heugl. 1. c. p.251.
Bongo Kosanga.
( Tanagr ina e). Neue Arten: Tachyphonvs albispecnlaris
Leotaud. Trinidad. Aehnlich T. luctuosus, aber grösser. — Sallalor
inlermedins Lawr. Proc. Ac. N. Sc. Philad. p. 106. Panama. Dem
S. magnoides ähnlich. — Tachyphonus Schlayinhceitii v. Müll. Wir-
belth. Mexiko's. p. 13. — Tachyphonus tibialis Lawr. 1. c. St. Jose
in Costarica. — Tachyphonus napenüs Lawr. ibid. Rio Napo. — Cal-
liste Laviniae Cass. Proc. Acad. N. Sc. Philad. p. 286. pl. 1. fig. 1.
der Vögel während des Jahres 1864. 23
Neugranada. — CaUisle Hannahiae Cass. il3id. p. 287. pl. 1. fig. 2.
Meridaberge in Venezuela.
Abbild. Orthogonxjs olivaceus ibid. pl. 2.
(Fringillinae). Ueber die b alearische Varietät des Kreuz-
schnabels (Crucirostra balearica) vergl. v. Homeyer in Caban.
Journ. p. 224 und p. 323. Gleicht am meisten dem ochotskischen
Kreuzschnabel.
Ueber Corythus enucleator in der Provinz Posen. Caban.
Journ. p. 239.
Neue Arten: Sycalis anreiventris Landb. Trosch. Arch. p. 49.
Chile. — Crithaipa harhata Heugl. Caban. Journ. p. 248. Bongo. Ko-
sanga. — Xanlhodina pyrgita Heugl. ib. p. 252. Bogosländer. —
Passer moahilicvs Tristr. 1. c. p. 23. — Scrinus aurifrons Tristr. ib.
p. 23. Libanon Herrn on.
(Emb e ri ziuae). Neue Arten: Chlorospizn pUimbea Phil, et
Landb. Trosch. Arch. p. 47. Chile. — Melosp'na pectoralis v. Müll.
Reise in Mexiko Bd. 3. p. 19. Beschreibung ohne Maasse.
Emberiza Stracheyi ist das Sommerkleid von Cia. Jerd. Birds
of Ind. H. p. 874.
(Alaudinae). Melanocorypha tatarica wurde von Dr. Ja-
meson an der Grenze von Gildoung auf der indischen Seite des
Niti-Passes geschossen.
Neue Arten : Melanocorypha infuscata Heugl. Gab. Journ. p. 273.
Bongo. — Galerida modesta Heugl. ibid. Bongo. — Calandrella har-
monensis Tristr. Birds of Palest, p. 10. — Ammomanes fraterculus
Tristram ibid. Steht isabellinus zunächst. — Galerida brachyura
Tristram ib.
Scaiisores.
Bucerotidae. Lieutn. Colonal S. Pt. Tick eil: „On the Horn-
bills of India andBurmah." Ibis p. 163. Sehr interessante Mitthei-
lungen. Ausführlicher über Tockus Tickelli Bl. (p. 173. pl. 3), Bu-
ceros cavatus Hodgs., Buceros pica. Buceros pusaran und Aceros
nipalensis. Lebensweise, Fortpflanzung.
Masophagidde. Eine neue Art ist Corylhaix Livingstoni Gray,
Proceed. Zool. Soc. Febr. 9. 1864. (Ann. Mag. N. H. p. 240). Man-
ganja-Hochland in Ostafrika.
(Cuculidae). P.L. Sclater: „On the species of the Ame-
rican genus Coccyzus." Ibis p. 119. Acht Arten. Gelbschnäblig sind
Coccyzns Bairdi n. sp. (= dominicus Baird), nesiotes und seniculus,
schwarzschnäblig : americanus, erythrophthalmus, melanocoryphus,
pumilus und Lansbergi.
24 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
P. L. Sclatcr über die beiden Cultrides-Arten Geofiroyi und
rufipennis (Demewara). Proceed. Zool. Sog. p. 249.
Neue Arten : Corcyzus Jnlieni Lawr. Ann. Lyc. N. Y. Insel
Conibrero. — Cuculus neglectus Schleg-. Mus. P. B. Cucul. p, 35.
Borneo. — Cbnjsococttjx Schombnighii Gould. Proceed. Z. S. p. 73.
Siam. — Meliguolhcs pachyrhynchus^exxgl. Gab. Journ. p. 266. Bongo.
— Indicator pallidiroslris Ileugl. p. 267. foem. — Cuculus libanoti-
cns Tristr. 1. c. Libanon.
Columbae.
E. P. Ramsay: „Ueber Didunculus strigirostris.-' Ibis p. 98.
Nur noch sehr selten aufUpolu und Sawai. Auch Dr. G. Bennete
berichtet über diesen dem Aussterben nahen Vogel in der Gefan-
genschaft. Jetzt lebend im zoologischen Garten zu London. Proc.
Zool. Soc. p. 139. Ein für 60 Thaler käufliches Exemplar des Di-
dunculus in Spiritus ist jetzt durch die Herrn Cesar Godeffroy
und Sohn nach Hamburg gelangt.
Ueber Turtur risorius als europäischer Vogel schrieb E. C a-
yendisch-Tay lor. Ibis p. 410.
Ueber Goura, coronata auf Neuguinea vergl. v. Rosenberg
in Caban. Journ. p. 133. Dieser Naturforscher kennt 35 Tauben-
arten als dort vorkommend.
Ob neu? Streptopelia larhara Antin. Catal. descritt. p. 89.
Gallinae.
Ueber das Steppenhuhn (Syrrhaptes paradoxus) in Europa
schrieben A. v. Homeyer: Zool. Gart. V. p. 170 mit Abbild., fer-
ner Altum: Ueber SjTrhaptes auf Borkum in Caban. Journ. p. 97,
sodann Prof. J. Reinhardt: ,.0m den Kirgisiske Steppehönes Fo-
rekomst her i Landet i indevaerende Aar" inNaturh. Vidensk. Med-
delels. und Victor Fatio über Syrrhaptes; gute Zusammenstel-
lung in Rev. et Mag. de Zool. p. 122 und A. Newton: „On the
irruption of Syrrhaptes paradoxus in 1863." Ibis p. 1B5. mit nied-
licher übersichtlicher Karte der bisher bekannt gewordenen Loka-
litäten. Schöne ausführliche Mittheilung. — W. Hintz über Syrrh:
paradoxus in Gab. Journ. p. 194. — v. Preen: über dieselbe Art
ibid. p. 218. — Und L. Holtz ib. p. 52. In der Gefangenschaft viel
Taubenartiges. Das Ei dem von Pterocles alchata ähnlich. Ein
Flug von 150 — 200 Stück auf Rügen u. s. w.
Dr. G. E 1 1 i 0 1 : „Remarks upon a proposed arrangement of
the family of Grouse" für 16 Arten werden 9 Gattungen angenom-
der Vögel während des Jahres 1864. 25
men. Unser Tetras falcipennis wird zur Gattung erhoben (F. Hart-
laubii). Für Bonasa werden die vier Arten umbellus, umbelloides,
sylvestris und Sabinei vereinigt.
Dr. Elliot beabsichtigt ein grosses monographisches Werk
über die Tetraoniden zu publiciren mit Abbildungen aller Arten in
Lebensgrösse. Die erste Lieferung ist erschienen, uns aber noch
nicht zu Gesicht gekommen.
Neue Arten : Pucrasia xanthospila G. Pt. Gray Proceed. Zool.
Soc. p. 258. pl. 20. Nordchina. — Oreoperdix crvdigiilaris Swinh.
Ibis p. 245. Formosa. Ist nach einer brieflichen Mittheilung Scla-
ters eine typische Arborophila. — Megapodivs Pritchardi Gould.
Jüngerer Vogel von der Insel Nina-Fou zwischen der Feejee- und
Samoa- Gruppe. Proceed. Zool. Soc. p. 41. pl. 6.
Abbild. Tetrao bonasia pull. Rev. et Mag. de Zool. p. 9.
Schlegel: Ueber eine conspecies des Goldfasans. Nederl.
Tijdschr. voor de Dierk. II. p. 152. (Phasianus pictus obscurus.)
Strnthioues.
„A paper upon the Qgg of Epyornis maximus by George
Dawson Rowley. Zwei Eier dieses ausgestorbenen Riesenvogels
sind bekanntlich in Paris. Ein drittes, das grösste und schönste,
gelangte kürzlich nach London und in den Besitz des Herrn R o w-
ley. ' Der grosse Durchmesser desselben beträgt 12 V4. der kleine Q^/g,
der Umfang 347i6 Zoll. Es wurde dieses Ei gefunden bei Manan-
zari an der Ostküste, 45 Fuss tief beim nach Eisen graben in einem
Hügel eisenhaltigen Thons. Die Schaale ist sehr dick.
V. Rosenberg berichtet interessant über Casuarius Kaupi
auf Neuguinea. Lebensweise. Caban. Journ. p. 134. Das Original-
exemplar V. R o s e n b e r g's befindet sich in Darmstadt. Man kennt
jetzt 6 unzweifelhaft gute Kasur- Arten.
(Otidinae). Ueber eine Otis Denhami verwandte aber wahr-
scheinlich neue Trappe berichtet Heuglin in Gab. Journ. p. 272.
Grallae.
Charadriadae. Abbild. Charadrius pluvialis pull, in Rev. et
Mag. de Zool. pl. 7.
Ardcidae. v. Rosenberg berichtet eingehender über Ibis
strictipennis Gould auf Ceram und Salawattia. Caban. Journ. für
Ornith. p. 137.
Näheres über Ciconia Pruyssenarii bei Heuglin in Caban.
Journ. p. 275. Ausführliche Beschreibung. Gebiet der Reg-Neger.
(Soviel uns bekannt, noch kein Exemplar in Europa. Ref.)
B*
26 Hartlaiib: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
W. K.Parke r: „On the Osteology of the Kagu (Rhinochetos
jubatus). Proceed. Zool. Soc. p. 70. Die bestimmteste Affinität zu
Psophia und Eurypyga.
Dass Platalea major und Platalea minor Schlegel nur eine
Art sei, sucht Schwinhoc in einer Arbeit zu beweisen, welche
bedeutende ornithologische Virtuosität verräth. Ibis p. 365.
Eugen V. Jlonieycr: über die Rückenfärbung des brüten-
den Kranichs. Caban. Juurn. p. 337.
Palaeniceps rex nistet am obern weissen Nil im Dickicht von
Hcrminiera elaphroxyloii. R. Hartman Naturg. Skizze der Niel-
länder p. 198.
Abbild. Cicotria alba pull, in Bruch Zool. Gart. 5. p. 3ii9.
mit Abbild.
Scolopacidae. Neue Art : Erevveles occic'cvtalis Lawr. Proc.
Acad. N. Sc. Phil ad. p. 107. Panama.
Abbild. Scnlopax (jaUinago pull. Rev. zool. pl. 2.
Palamedeidae. P. L. Sclater: ,.0n the species of the genus
Chauna.- Proceed. Zool. Soc. p. 74. Eine neue Art ist Cliauna
nigiicollis Sclat. ib. p. 75. pl. 11. fig. o^Dt. Vom Dekkeflusse iu Neu-
granada.
E. Crisp: ,,0n the anatomy of Chauna chavaria.'' Proceed.
Z. S. p. 14.
Rallidae. lieber Gallinula pumila vergl. J. H. GurneyJbis
p. 361. Anderson sammelte diese Art im Damaralande am Oka-
vango-Flusse.
Eine gute Notiz über die Nahrung von Fulica atra in Caban.
Journ. p. 393. (Thiere von Anodonta ponderosa, Unio tumidus.)
Neue Arten: Curelknn-a gualemaleyisis Lawr. Proceed. Acad.
N. Sc. of Philad. p. 106. — Aramides axillaris Lawr. ibid. Ba-
ranquilla.
Anseres.
A. V. Homeyer: ..Beitrag zur Mauser einiger Wasservögel."
Caban. Journ. f. Ornith.
Anatidae. J. W. Grill: ,.Ueber einen Cygnus musicus in der
Gefangenschaft.-" Öfvers. Kongl. Veteusk. Acad. Förh.
P. L. Sclater: „Ueber die Tadorna- Arten in der Menagerie
der Zoological Society." Proceed. p. 189. Handelt von Tadorna
vulpanser. radjah. rutila. cana, tadornoides und variegata.
P. L. Sclater: ..Ueber die geographische Verbreitung von
Dendrocygna." Proceed. Zool. Soc. p. 299. Zehn Arten : D. autum-
der Vögel während des Jahres 1864. 27
nalis, viduata, arborea, guttulata, arcuata, major, vagans, Eytoni.
Dendrocygua fulva and virgata sah Sclater nicht selbst.
Dr. R. Hartman meint, die afrikanischen Exemplare von
Dendrocygna viduata zeigten stets eine rostfarbene Stirn, seien also
doch wohl specifisch abzutrennen.
Neue Arten : Anas Mellerl Sclat. Prooeed. Zool. Soc. Nor. 8.
Madagascar. — Mergus squamalus Gould, Proc. Z. S. p. 184. China.
Abbild. Tadovna tadomoides in Illust. Proceed. Zool. Soc.
pl. 18, — Tadorna variegata ibid. pl. 19. — Anas fusca pull. Rev.
et Magas. de Zool. pl. 10. — FuUgula glacialis pull. ibid. pl. 26.
Golymbidae. Elliot Coues vergleicht die Schädel von Co-
lymbus torquatus und Colymbus Adamsi. Proceed. Acad. N. Sc.
Philad. p. 21. Sehr instructive Messungen. Kein Zweifel an der
Verschiedenheit dieser beiden Arten. Ein sehr schönes männliches
Exemplar von Colymbus Adamsi in der Bremer Sammhmg zeigt
durchweg stärkere Dimensionen als torquatus.
J. W. Grill: lieber Colymbus arcticus." Öfvers. Kongl. Ve-
tensk. Acad. Förh. 1862.
Abbild. Podiceps minor pull. Rev. et Mag. de Zool. pl. 1.
Alcidae. Robert Champley schrieb an den Herausgeber der
Annais and Magazine of Nat. Hist. p. 235 ,,a list of the present pos-
sessors of the birds, skeletons and eggs of the Alca impennis." Er
kennt 27 Vögel, 6 Skelette und 53 Eier. Es ist dieses Verzeichniss
indessen sehr unvollständig. So z. B. geschieht des schönen Exem-
plares der Bremer Sammlung so wie des prachtvollen Ei's im Mu-
seum zvi Oldenbung keine Erwähnung.
Procellaridae. Eine wichtige Arbeit ist die von Elliot Coues:
.,A critical Review of the family Procellaridae.-' Proceed. Acad.
Nat. Sc. of Philad. p. 72. Als neue Arten werden namhaft gemacht :
Cymoi'horea homochroa Coues 1. c. p. 77. Farallone-Island N.-W. -Ame-
rika. — Halicypfema microsoma Coues p. 79. Südpacifische Küste
Nordamerika's („cauda cuneata.") — Nectris amaxirisoma Coues 1. c.
p. 124. Cap. St. Lucas, Californien. — Puffinus creatopus Coues 1. c.
p. 131. St. Nicolas in Californien. — Pufßnus opisthomelas Coues 1. c.
p. 139, Südpacifische Küste Nordamerika's.
Rev. John Ambro se: „Some account of the PetreP' in Trans-
act. of the Nova Scotian Institution of Nat. Sc. Halifax. Vol. II.
p. 34 — 37. Sah die Thalassidroma mit Hülfe des Schnabels und der
Füsse sich Höhlen graben. Stimmt ganz mit anders eitigen Angaben
über die Fortpflanzung dieser kleinen Sturmvögel.
Laridae. J. W. Grill über Larus canus. Öfvers, Kongl. Ve-
tensk. Acad. Förhandl. 1862. Nr. 6.
28 llar tlaub: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgesch. u. s. w.
Elliot Coues: „Notes on certain Central-amcrican Laridae
coUected byO. Salviii and Fr. Godman" behandeln Sterna antil-
larum Less., Ilaliplana panaja , Anous tenuirostris und Blasipus
Heermanni.
In den Proceedings of the Nat. Hist. Society of Dublin finden
sich zahlreiche Notizen über seltnere Vögel Irlands von M. Ro-
bert Warren, unter anderni auch über die vier dort vorkom-
menden Lestris-Arten.
A. V. Homeyer schildert in Caban. Journ. p, 225 seine Jagd
auf Sterna loucoparcia an den Küsten Algeriens.
„Larus Rossii paa Färoerne" von J. C. H. Fischer, Naturh.
Tijdskr. 3. ser. Yol. 3. 1864.
Neue Arten: Chroicocephalus lihetanus Gould, Proceed. Zool.
Soc. p. 54. Zu ridibundns gehörig. — Sterna Bernsteinii Schleg.
Mus. P. B. Stern, p. 9. Halmahera.
Bericht über die Leistuugeii in der Naturgeschichte
der Säugethiere Wcährend des Jahres 18ö4.
Von
Troschel.
James D. Dana hat seine Ansichten über die Clas-
sification der Thiere auf Grund des Princips der Cephali-
sation auf die Classification der herbivoren Säugethiere
angewendet. Silliman Amer. Journ. 37. p. 157. Ein kur-
zer Auszug würde nicht genügen um die Idee des Yerf.
zum Verständniss zu bringen. Daher begnüge ich mich
hier die von dem Verf. vorgeschlagene Synopsis wieder-
zugeben. Die Herbivoren zerfallen in drei Abtheilungen :
I. Bienorltine s. Sie sind pr ostenisch, die Schnauze
ist ein Greiforgan, meist verlängert; dick, selten lang-
streckig bei fossilen Formen. 1. Prohoscidea. Schnauze
ein digitales und brachiales Greiforgan , mit unpaari-
gen Zehen. Elephanten und Dinotherien. 2. Tapiridea.
Schnauze unvollständiges Greiforgan, mit unpaarigen Ze-
hen. Rhinoceros, Tapir, Hyrax. 3. Suidea. Schnauze ver-
längert aber nicht Greiforgan , mit paarigen Zehen.
Schweine und Hippopotamus. II. ßtenomer es. Meta-
sthenisch, langstreckig, Schnauze kein Greiforgan. 1.
Solipedia. Ohne Hörner, mit unpaarigen Zehen. Equus,
Macrauchenia. 2. Ruminantia. Hörner bei den typischen
Gruppen, oft mit Ausnahme der Weibchen, mit paarigen
Zehen. Cornigera (Hirsche, Antilopen, Giraffe), Nudi-
frontia (Kameele, Moschus, Anoplotherium). III. Sire-
nia. ürostenisch, schwimmend, mit grosser Schwanzflosse,
keine Hintergliedmassen. Manatus, Halicore, Rytina. —
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. C
30 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Dieses Resultat der Betrachtungen ist nach des Ref. An-
sicht kein naturgemässes. So giebt sich ein Festhalten
an der Ordnung Pachydermata zu erkennen, die wohl die
schlechteste unter den Säugethieren ist; auch diese Glie-
derung der Wiederkäuer erscheint sehr künstlich.
Seit 18G2 erscheint eine neue Zeitschrift : The intel-
lectual observer, Review of natural history, microscopic
research, and recreative science, die bisher in unseren
Berichten übergangen ist. Ich verfehle nicht im Folgen-
den den Inhalt zu berücksichtigen, wenn gleich die Zeit-
schrift einen mehr populären Charakter einhält.
Hermann Pösche: Das Leben derHausthiere und
ihre Stellung zur Familie, Staat und der Landwirthschaft.
Ein Familienbuch Glogau 1864. 8. Hund, Katze, Pferd,
Esel, Rind, Schwein, Ziege, Schaf, — Taube, Haushuhn,
Gans, Ente, — Honigbiene und Seidenraupe bilden den
Stoff, der hier vorgelegt wird, natürlich in populärer
Form.
lieber die Anatomie der olfactorischen Lappen bei
gewissen Säugethieren schrieb James Rorie in The na-
tural history Review 1863. p. 287 mit Rücksichtnahme auf
die Mittheilungen von Owsj anmkow in Medico-Chirurgi-
cal Review No. 54.
Gegenbau r stellte Untersuchungen über die epi-
sternalen Skelettheile und ihr Vorkommen bei den Säu-
gethieren und beim Menschen an. Jenaische Zeitschr. I.
p. 175.
Nach des Verf. Untersuchungen finden sich Episternalia in viel
grösserer Verbreitung vor, als man bisher anzunehmen pflegte. Er
wies sie nach bei Didelphys, Coelogenys, Cavia, Hystrix, Mus, Hy-
pudaeus, Sorex, Aretomys, Cricetus, Erinaceus, Lepus, — Talpa,
Sciurus, Tamias, Meles, Lutra, Mustela, Felis, Hyaena, Myrmeco-
phaga, Chlamydophorus, Chiropteren [und Quadrumanen. Das Epi-
steruale tritt in dreierlei Zuständen auf: 1) es stellt ein mittleres
Skeletstück mit zwei seitlichen Querästen dar. wie bei den Eidechsen ;
so haben es die Monotremen und Beutelratten, bei Coelogenys und
Cavia. 2) es besteht nur aus dem Mittelstücke, wie bei Fröschen
und Crocodilen ; so auch bei den Pinnipedien. 3) das Mittelstück
felilt, und es finden sich nur die beiden Seitenstücke vor, diese Ein-
richtung ist also vom Vorhandensein der Schlüsselbeine abhängig
der Säugethiere während des Jahres 1864. 31
und erscheint als ein Verbindungsglied zwischen Brust- und Schlüs-
selbein. Sie ist entweder durch ein ossificirendes Knorpelstück dar-
gestellt (Mus, Sorex), oder durch einen Knochen, der sich mittelst
Bandmasse der Clavicula verbindet (Gürtelthiere) , oder durch ein
blosses Knorpelstück, oder durch ein Ligament.
Ueber Haarbällc^ Magen- imd Darmsteine, Concre-
mente (Bezoare), die sich bei Wiederkäuern^ beim Schweine
und HundC; auch beim Pferde finden, berichtet v. Koch
in Mittheilungen des naturw. Vereines für Steiermark I.
1863. p.24.
Aus dem Bericht der zoologischen Gesellschaft in
London über das Jahr 1863 entnehmen wir, dass 24 Säu-
gethiere geworfen haben, nämlich :
Cynocephalus hamadryas L., Canis lupus L., Canis mesomelas
Schreb., Felis leo L.-, Felis tigrisL.. Bastard von Felis onga und Felis
Hernandesii, Cervus Wallichii Cuv., Cervus sika Temm., Cervus Ari-
stotelis Cuv., Cervus moluccensis Müll., Cervus porcinus Zimm., Ca-
melopardalis giraffa Gmel., Ovis tragelaphus Desm., Capra ibex L.,
Oreas canna Fall., Bos grannieus L., Bos indicus L., Bos taurus L.,
Bos americanus L., Dicotyles tajacu L., Hyrax capensis Schreb., Ha-
palotis Mitchellii Ogilb., Dasyprocta Aguti L., Bastard von Phalan-
gista vulpina Shaw und fuliginosa Ogilb.
Europa. Von Alfred Newton erhielten wir
Bemerkungen über die Zoologie von Spitzbergen. Proc.
zool. soc. p. 494. Ergiebt Nachricht über die dortigen
Rennthiere, Polarfüchse und zwei Robben, Callocephalus
foetidus und Phoca barbata, und erwähnt die Wallfische,
die er gesehen hat.
The natural history of Tutbury by Sir Oswald
Mosley; together with the fauna and flora ofthe district
surrounding Tutbury and Burton-on-Trent, be Edwin Brown.
London 1863, ist mir nur aus der Anzeige in Annais nat.
hist. XIII. p. 245 bekannt geworden.
Wahlgren fand auf Schonen eine für die skandi-
navische Fauna neue Fledermaus VespertUio ßechsteinn.
Ofversigt kongl. vet. Akad. Förhandlingar 1864. p. 77.
In einem Verzeichnisse der Wirbelthiere der Ober-
lausitz von Tobias, welches im 12. Bande der Abhandl.
der Gesellsch. zu Görlitz p. 57 abgedruckt ist, sind 11
32 Troschel: Beiiclit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Fledermäuse, G Insectivoren, 9 Carnivoren, 15 Nagethiere,
3 Wiederkäuer und 1 Vielliufer , zusammen 45 Säuge-
thiere enthalten.
AI tum gab ein Verzeichniss der Kleinsäuger der
nächsten Umgebung von Münster. Es enthält 8 Fleder-
mäuse, 5 Spitzmäuse, ö Mäuse, 5 Wühlmäuse. Die Myo-
xini und Hamster scheinen nicht vorzukommen. Zoolog.
Garten p. 200.
In einem Verzeichniss der Säugethiere des Herzog-
thums Nassau, insbesondere der Umgegend von Wiesba-
den (Nassauische naturw. Jahrbücher) 51 Arten auf: 2
Cervus, 1 8us, 2 Lepus, o Arvicola, 1 Cricetus, 6 Mus,
3 Myoxus, 1 iSciurus, 5 Vesperugo, 6 Vespertilio, 1 Ple-
cotus, 1 Synotus, 2 Rhinolophus, 1 Talpa, 5 Sorex, 1 Eri-
naceus, 1 Felis, 2 Canis, 1 Meles, 2 Mustela, 3 Foetorius,
1 Lutra.
Kornhub er's Bemerkungen über das Vorkommen
einiger Säugethiere in Ungarn, Correspondenzblatt des
Vereins in PresbnrglL p. 227 beziehen sich auf den Nörz,
dessen gänzliches Verschwinden aus der Fauna Ungarns
als wahrscheinlich bezeichnet wird , Bären und Wölfe,
die im Schwarzwasserthal und sonst vorkommen, Mur-
melthiere, Edelmarder, ferner auf die Nager, deren Kennt-
niss für die Fauna Ungarns unvollständig genannt wird,
die Insectivoren und die Fledermäuse.
Strobel und Pigorini haben in einem zweiten
Bericht über die Pfahlbauten bei Parma (Le Terremare
e Ic palafitte del Parmense — Atti della Societä italiana
di Scienze naturali. Milano 1864) auch die daselbst auf-
gefundenen Thiere verzeichnet. Ueber die bereits früher
(vgl. d. Bericht über 1862. p. 603) genannten Säugethiere
finden sich weitere Notizen. — In „Avanzi preromani
raccolti neue terremare e nelle palafitte dell' Emilia, illu-
strati popolarmente per cura del Cavaliere Pellegrino
Strobel Fascicolo secondo. Parma 18G4. tav. V u. VI.^
sind Knochen des Torfschweins und des wilden Schweins,
des Esels und Pferdes, des Hirsches, des Rindes, Schafes
und der Ziege abgebildet.
der Säugethiere während des Jahres 1864. 33
Afrika. Desor berichtet nach einer Reise in die
Wüste Sahara über das dortige Thierleben. Bulletin de
la Soc. de NeuchatelVI. p.527. Er fand daselbst von
Säugethieren Psammomys minntiis und zwei Antilopen,
Antilope dorcas und Corinna. Die Farbe der dort leben-
den Thiere ist meist gelb, wie die Wüste selbst.
In Brehm's „Ergebnisse einer Reise nach Habesch
im Gefolge Sr. Hoheit des regierenden Herzogs von Sach-
sen-Koburg-Gotha Ernst II. Hamburg 1863" ist. 55 — 68
ein Yerzeichniss der gesehenen Säugethiere gegeben.
Es enthält folgende Thiere : Cercopithecus griseo-viridis. Cy-
nocephalus Hamadryas ; — Leo gambianus sive senegalensis, Leopardus
antiquorum, Cynailurus guttatus, Felis maniculata domestica, Canis
anthus, Canis mesomelas, Vulpes famelica, Canis Grajus africanus,
Hyaena crocuta, Herpestes fasciatus, gracilis, Ratelus capensis ; Eri-
naceus platyotis; — Sciurus multicolor, Xerus rutilus, Bathyergus
splendens, Rattus decumanus, albipes, Mus orientalis, Mus variega-
tus, Lepus habessinicus ; — Equus caballus domesticns, Asinus afri-
canus; — Camelus Dromedarius, Gazella Soemmeringii, Dorcas, Ce-
phalophns Hemprichiana , Oreotragus saltatrix, Strepsiceros Kuda,
Oryx Beisa , Hircus aethiopicus, Ovis pachycerca persica, Bos afri-
canus Sanga ; — Elephas africanus, Hyrax abyssinicus, Phacochoerus
africanus ; — Tursio Ahusalam.
Darauf folgt p. 69 — 202 ein Abschnitt zur Lebens-
kunde einiger Säugethiere, in welchem die Beobachtun-
gen des Reisenden niedergelegt sind und der sich zur
anmuthigen Leetüre empfiehlt.
Beiträge zur Säugthierfauna Nordost - und Central-
Afrika's von Th. v. Heuglin finden sich im 30. u. 31.
Bande der Verhandl. der Leopold. Carol. Akademie.
Sclater schrieb über die von Capt. Speke wäh-
rend der ostafrikanischen Expedition beobachteten Säuge-
thiere. Proc. zool. soc. p. 98. Danach leben In Ostafrika,
zwischen Zanzibar und Gondokoro : 1 Quadrumane, 2 Chi-
ropteren, 6 Carnivoren, 6 Nage thiere, 19 Wiederkäuer,
4 Pachydermen und 1 Elephant. Mit Berücksichtigung der
Antilopen scheint diese Region eine grössere Ueberein-
stimmung mit Mossambique als mit Abyssinlen zu haben.
Ein Verzeichniss der Säugethiere, Avelche Kirk in
34 Troschel: Bericht üb. d. Leist. iu d. Naturgeschichte
Zambesien im östlichen tropischen Afrika angetroffen hat,
enthält 67 wild lebeade Arten, nämlich 3 Affen, 2 Halb-
affen, 7 Fledermäuse, 3 Insecti voren , 15 Carnivoren, 8
Nager, 2 Edentaten, 2 Solldungula, 7 Pachydermen, 18
Wiederkäuer. Eine Fledermaus und eine Antilope sind
als neu beschrieben. Proc. zool. soc. p. 049.
Nach MaiUard Notes sur l'ile de la Reunion (Bour-
bon) 2. edition. IL p. 9. 1863 kommen auf dieser Insel
folgende Säugethicre vor: Lemur mongoz, Pteropus Ed-
wardsii, Dysopes natalensis, Nycticejus borbonicus, Ves-
pertilio lanosus, Felis catus ferus, Centetes setosus, Mus
rattus, Mus indicus, Mus decumanus, Mus musculus, Mus
sylvaticus, Lepus nigricollis, Capra hircus. Sciurus tri-
striatus ist seit einigen Jahren von Indien eingeführt und
fängt an sich zu vermehren.
Asien. Nach Unger und Kotschy: ;,Die Insel
Cypern, ihrer physischen und organischen Natur nach
mit Rücksicht auf ihre frühere Geschichte. Wien 1865.^
p. 570 leben auf der Insel Cypern folgende Säugethiere :
Vespertilio raurinus, Pteropus aegyptiacus ; Erinaceus euro-
paeus ; Felis domestica, Canis familiaris, vulpes ; Mus de-
cumanus, musculus, Lepus timidus; Ovis Aries, cyprius,
Capra hircus, Bos bubalus, taurus, Camelus dromedarius ;
Equus caballus, mulus, asinus ; Sus scrofa, zusammen 18
Arten und 1 Bastard.
Catalogue of the Mammalia in the Museum of the Asiatic So-
ciety of Bengal. By E. Blyth. Calcutta 1863. 8. Ist mir nicht
zur Ansicht gekommen.
Zu Mouat's Adventures and rescarches amoug the
Andaman Islanders London 18G3 hat Blyth p. 345 einen
Anhang über die Zoologie der Andamanen geliefert. Affen
sind noch nicht beobachtet, doch ist Macacus cynomolgus
gemein auf den Nicobaren, und eine dunkele Art von
Presbytis lebt ebenda, Lori tardigradus ist auf der Insel
Preparis gesehen. Ebenso kommt kein Pteropus auf den
Andamanen vor, während eine Art auf den Nicobaren
gemein ist. Cynopterus marginatus Ham. lebt auf den
Andamanen. Eine wilde Katze, vielleicht Felis chaus und
der Säugetliiere während des Jahres 1864. 35
Paradoxnrus irmsanga sind die Raubthiere. Von Sorex
und Tnpaia wird das Vorkommen vermuthet, doch sind
sie noch nicht gefunden. Einige Mäuse^ Mus andamanen-
sis Bljth und Manei Gray, kommen vor. Von Pachyder-
men nur Sus andamanensis. Edentaten und Cetaceen
sind noch nicht gefunden.
In einem Appendix zu Travels in the Central parts
of Indo-China (Siam) Cambodia and Laos during the years
1858, 1859 and 1860 by the late M.Henry Mouhot Lon-
don 1864 hat Günther Voh II. p. 165 eine Anzahl neuer
Arten von Säugethieren aus Cambodia und Siam beschrie-
ben : Hylobates pileatus auf einer kleinen Insel bei Cam-
bodia, Plerpestes rutilus Cambodia, Sciurus Mouhotii,
splendens, siamensis, Tragulus affinis, Cervulus cambo-
jensis, sämmtlich von Gray benannt und 1859 — 61 in den
Proc. zool. soc. beschrieben.
Swinhoe machte in einem Briefe an Dr. J. E. Gray
Proc. zool. soc. p. 381 einige Hinzufügungen zu der Säu-
gethierfauna der Insel Formosa : Lutra nair, Manis bra-
chyurus, Sorex myosurus, Sorex spec, Mus decumanus,
musculus, coninga und noch zwei anderen Arten Mus.
Australien. Gould's berühmtes Werk: ,,The
Mammals of Australia ist im Jahre 1863 mit drei Bänden
vollendet worden. Nach der üebersicht in der Einlei-
tung enthält diese Fauna 166 Säugethiere, nämlich 3 Mo-
tremen, 108 Beutelthiere, 29 Nagethiere (Hapalotis, Mus
und Hydromys), 23 Fledermäuse, 2 Seehunde und 1 Ca-
nis dingo.
George Windsor Earl a Handbook for Colo-
nists in tropical Australia. London 1863. In diesem Buche
findet sich p. 81 — 93 ein Abschnitt mit der Ueberschrift
Fauna, ein anderer p. 94 — 106 Marine productions. Es
werden in ersterem einige Säugethiere genannt, in letz-
terem ist die Rede von Austern, Trepang, einigen Fi-
schen, Schildkröten, dem Dügong und den Süsswasser-
fischen. Die Angaben sind jedoch der Art, dass wir nicht
weiter darauf zurückzukommen brauchen.
Amerika, lieber die Säugethiere des Mackenzie-
3ü Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
River-Distriktes berichtete Ross in The natural history
Review 1862. p. 269. Er zählt 48 Arten auf, nämlich 22
Raubthiere, 18 !Nager, 7 Wiederkäuer und 1 Fledermaus.
Hitchcock verzeichnete Proc. Portland Soc. I. 1862.
p. 65 die Säugethiere von Maine. Es sind 3 Fledermäuse,
,8 Insectivoren, 21 Raubthiere, 20 Nagethiere, 3 Wieder-
käuer und 7 Cetaceen, zusammen 62 Arten.
Quadrumana.
Sclater gab Proc. zool. soc. p. 709 ein Verzeichniss
der im Londoner zoologischen Garten lebenden Affen,
welches 42 Arten enthält. Hierbei ist Macacus cyclopis
Swinhoe in Holzschnitt p. 711, Galago Garnettii auf Taf. 40,
und eine junge Pithecia satanas auf Taf. 41 abgebildet.
Embleton schrieb über einige Theile der Anatomie eines
jungen Chimpanse in The natural history Review 1864. p. 250 — 258.
Simiae. Auz^oux zeigt an, dass er nach einem Exemplare
des Gorilla sehr vollkommene Modelle von folgenden Theilen dieses
Thieres angefertigt hat : vom vollständigen Skelett, von der Myologie
und allen Eingeweiden in den drei grösseren Höhlen, Diese Theile
sind so eingerichtet, dass sie in natürlicher Lage studirt und einzeln
herausgenommen werden können. Er beabsichtigt auch die Gefässe
und die Nerven darzustellen. Les Mondes 26. May ; Silliman Amer.
Journal 38. p. 293.
K. Meyer hat wieder (vergl. vor, Bericht p. 188) Bemerkun-
gen über ein altes Männchen vom Gorilla gemacht und dazu eine
Abbildung geliefert. Das Exemplar ist 167 Cm, hoch und hat einen
Brustumfang von 115 Cm. Zugleich wird ein sehr alter Schädel
beschrieben. Fünfter Bericht des Offenbacher Vereins 1864. p. 58.
S ch aaf fhau sen hielt einen Vortrag über den Gorilla. Er
ist sehr geneigt, den Menschen von ihm abzuleiten. Verhandl. des
Vereins der Rheinlande u. Westphalens 1864. Correspondensbl. p. 95.
Gratiolet hatte Gelegenheit, einen grossen Chimpanse aus
dem äquatorialen Afrika zu zerlegen, den er wegen der bestialische-
ren Physiognomie, der kräftigeren Formen, einer gefalteten Ober-
lippe anstatt einer regelmässig von oben nach unten gefurchten, we-
gen eines ganz schwarzen Gesichtes, und ausserdem wegen eines
deutlichen Höckeransatzes an dem hinteren Theile des letzten unte-
ren Backenzahnes, für eine neue Species Trofilochfles Aubryi erklärt.
Die Bildung der Hand hat nichts, was auf einen Uebergang zu den
der Säugethiere während des Jahres 1864. 37
menschlichen Formen hinwiese. Comptes rendus 59. p. 321 ; Revue
et mag. de Zoologie XVI. p. 266.
Ueber die Myologie des Orang-Utang chrieb Church in Na-
tural history Review 1862. p. 82 — 94 Fortsetzung.
Tic kell machte Bemerkungen über Hylobates lar aus Tenas-
serim und lieferte dazu eine Abbildung. Journal Asiat, suc. of Ben-
gal 1864. p. 196 und Annais nat. hist. XIV. p. 360.
Das Gehirn vom Siamang, Hylobates syndactylus, beschrieb
Fl 0 wer in The natural history Review 1863. p. 279. mit Abbil-
dungen.
Hutton bemerkt Journal Asiatic Soc. of Bengal 1864. Ap-
pendix p. XIII, dass Inuus Assamensis McClell. und Jnuus pelops
Hodgs., dieBlyth für identisch hält, ganz verschiedene Arten seien.
Ersterer lebt in Assam, letzterer ist auf die nördlichen Waldungen
an der Schneegrenze in Nipal, Kumaon, Mussooree und Simla be-
schränkt. Er behauptet, Blyth habe niemals ein Exemplar von
Inuus pelops gesehen.
Theropithecus oiscwrws Heuglin Verhandl. d. Leop. Carol. Akad.
Bd. 30 lebt in grossen Rudeln an den Gehängen des Djidda und
Bäschlo und wird von den Eingeborenen Tokur-Sindjero, d. h. schwar-
zer Pavian genannt.
Fl 0 wer beschreibt Proc. zool. soc. p. 335. pl. 29 das Gehirn
von Mycetes seniculus, und hebt die Differenzen desselben von den
übrigen Gattungen der Affen hervor.
Bruch erzählt von einem schwarzstiruigen Klammeraffen, der
einen Sperling fing und ihn verzehrte. Zool. Garten p. 234.
Adolphi beobachtete lebende Seidenäffchen. Er schätzt ihre
Tragezeit ungefähr auf 4 Monate. Zool. Garten p. 19. Vergl. vorj.
Bericht p. 189.
Prosimii. George Mivart hat Studien über die Schädel und
das Gebiss der Lemuriden gemacht und dieselben Proc. zool. soc.
p. 611 veröffentlicht. Die Zähne sind von Hapalemur, IVI^crocebus
minor, M. furcifer, Galago (Otolemur) monteiri, Allenii abgebildet.
Schliesslich giebt er eine Uebersicht der Gattungen. 1. Subfamilie
Indrisinae. Gatt. Indris Geoffr., Propithecus Benn., Microrhynchus
Jourd. 2. Subfamilie L eimirinae Gatt. Lemur Geoffr., Hapalemur
Geoffr., Microcebus Geoffr. mit 6 Arten, Cheirogaleus Geoffr. mit
1 Art. Lepilemur Geoffr. mit 1 Art. 3. Subfamilie Ny c ticebinae.
Gatt. Nycticebus Geoffr., Loris Geoffr., Perodicticus Benn., Arcto-
cebus Gray. 4. Subfamilie G al agini na e. Gatt. Galago zerfällt in
4 Subgenera, Otolemur Coquerel mit 4 Arten, Otogale Gray mit 2
Arten, Otolicnus Illiger mit 6 Arten und Hemigalago Dahlbom mit
1 Art.
38 Troschel: Berieht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Vom Angwantibo, einem Halbafifen, den Gray als eigene Gat-
tung von Perodicticus trennte, und den er Arctocebus calabarensis
nannte, gab Huxley eine genauere Beschreibung und theiltc man-
ches über seine Anatomie mit, nach einem Exemplare, welches er
von Old-Calabar erhielt. Das Gebiss ist in Holzschnitt abgebildet,
ebenso zur Verglcichung des von Perodicticus potto, Galago sennaa-
rensis, Lemur catta und Lichanotus indri. Ferner ist der Magen
mit dem Paucreas und der Milz , das Coecum, die Leber und die
männlichen Geschlechtsorgane mit den uropoetischen Organen beschrie-
ben und abgebildet. Verf. hält die generische Trennung für gerecht-
fertigt. Die Gattung ist durch folgende Charaktere von allen Le-
muriden verschieden : Schwanz rudimentär, Ohrmuschel mit zwei vor-
stehenden Lamellen über dem Gehörgange, Zeigefinger rudimentär
q q 1 zt Q £J
und nagellos, Zahnformel — '- '- '- '—, die vorderen oberen
3.3.1.4.3.3
Backenzähne haben schiefe Leisten und sind vierhöckerig, der letzte
ist dreihöckerig, der letzte untere Backenzahn ist fünfhöckerig.
Gray beschrieb eine Varietät von Otogale crassicaudata, die
er Var. Kirkii nannte in Proc. zool. soc. p. 456. Es scheint, dass
die Farbe des Pelzes nach der Jahreszeit beträchtlichem Wechsel
unterworfen ist.
C a 1 1 e n b u r c h berichtet Natu urk. Tijdschr. voor Nederlandsch
Indie 27. p. 383 über Tarsius spectrum; die Bewohner von Larapong
nennen ihn Krabuku. Er hatte ein Weibchen mit ihren Jungen.
Das Junge starb nach einigen Stunden. Das alte Thier weigerte
sich Nahrung zu nehmen , wurde es gereizt , dann zeigte es die
Zähne ; in sitzender Stellung hängen die Arme vor dem Körper herab.
Eine Stimme Hess das Thier nicht hören. Das Thier wird selten ge-
fangen, und war allen unbekannt, die es sahen.
Peters fand das Milchzahngebiss von Chiromys madagasca-
riensis '- '- '- — '—. In Betreff der systematischen Stel-
2.0 1—1 0,2
lung dieses Thieres äussert er sich dahin: wenn man nicht nach
Brandt's Vorschlage eine besondere zwischen den Afi'en und Nagern
stehende Ordnung bilden will, so dürfte es wohl am richtigsten sein,
diese Gattung als eine aberrante Form der Halbaffen zu betrachten.
Berliner Monatsber. p. 243.
Eine Notiz über Chiromys madagascariensis Cuv. mit Abbil-
dung des Schädels und der Vorderhand gab Tegetmeier. The in-
tellectual observer I. 1862. p. 130. — Desgleichen über die Lebens-
weise ib. II. 1862. p. 379.
der Säugethiere während des Jahres 1864. 39
Yolitaiitia.
Three days among the bats in Cläre, by Kinahan. The Du-
blin Quarterly Journal of science III. p. 1. Schilderung des Besuches
einiger Höhlen.
Heu gl in beschrieb zwei neue Fledermäuse aus Central- Afrika
in den Akten der Leop. Carol. Akad. Bd. 31: Epoinophoms anurus
ganz ohne Schwanz, Dysopes hepaticns.
Nycticejus nidicola Kirk ist als neu beschrieben von Shupanga
am Zambezeflusse. Proc. zool. soc. p. 651.
Eine Monographie der Nordamerikanischen Fledermäuse von
Allen (Monograph of the bats of North -America) ist durch die
Smithsonian Institution veröffentlicht worden. Es werden im Ganzen
20 Arten beschrieben und durch Abbildungen in Holzschnitt erläu-
tert: Macrotus californicus Baird; Nyctinomus nasutus Tomes ; Ny-
cticejus crepuscularis Allen; Lasiurus noveboracensis Tomes, L. ci-
nereus Allen, L. intermedius Allen; Scotophilus carolinensis, fuscus,
georgianus, noctivagus und hesperus n. sp. aus Californien; Vesper-
tilio evotis n. sp. aus Californien, subidatus, offinis n. sp. aus Arkan-
sas, lucifagus, yumanensis n. sp. aus Californien, nitidus ; Synotus ma-
crotis, Townsendi; Antrozous pallidus. — In einem Anhange sind
die Beschreibungen der früheren Schriftsteller über Fledermäuse ab-
gedruckt.
Peters tauft die früher von ihm Mormops Blainvillii ge-
nannte Fledermaus in Mormops mecjalophylla um, und hält es für
wahrscheinlich, dass die frühere Vaterlandsangabe Cuba falsch sei,
dass die Art vielmehr in Mexiko lebe. Ferner werden Macrottis
minor Gundlach von Cuba, Vesperus Segethii von Chili und Dysopes
(Molossifs) giyas von Cuba als neue Arten beschrieben. Berliner
Monatsber. p. 381.
Figanierre e Morao schildert die übermässige Menge von
Fledermäusen, die sich in einem seit mehreren Jahren unbewohnten
Landhause bei Charleston in Maryland angesiedelt hatten.» Es wur-
den 9640 Fledermäuse getödtet. Annual Report of the Board of
Regents of the Smithsonian Institution for 1863. Washington 1864.
p.407.
Gray machte einige Angaben über Sphyrocephalus labrosus
Murray, bildete auch den Kopf in Holzschnitt ab, und über Epo-
mophorus Whitei Benn. Proc. zool. soc. p. 56.
Unter dem Namen Vesper tilio pygmaeus beschrieb Becker
Transactions of Victoria III. 1858. p. 38 eine neue Fledermaus, die
nebst den Details des Gebisses bildlich dargestellt ist. — Ebenso
wird ib. IV. 1859. p. 41 eine zweite Art Vespertilio Mülleri von
demselben Verf. beschrieben und abgebildet.
40 Troschel; Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Insectivora.
Die Abhandlung über die Gattung Solenodon, die Peters be-
reits im Jahr 1861 vorgetragen hatte (vergl. den entspr. Bericht
p. 125) ist in den Abhandl. der Berliner Akademie für das Jahr 1863
p. 1 mit drei Tafeln erschienen. Am Schluss erklärt Verf. die bis-
her aufgestellten Familien der Insectivoren für sehr wenig natürlich.
Er giebt eine andere Gruppirung, wobei er die mehr bekannten
äusseren Merkmale übergeht und nur einige der wichtigsten anato-
mischen hervorhebt :
A. Darmkanal mit einem grossen Blinddarm, a. Unterschen-
kelknochen getrennt, Jochbogen vollständig. « Ulna unvollständig.
1. Oaleopi theci. Gatt. Galeopithecus Pall. ß. Ulna vollstän-
dig. 2. Tupayae. Gatt. Cladobates Cuv., Ptilocercus Gray, Hylo-
gale Schi., Müll. b. Unterschenkelkuochen verwachsen, Jochbogen
vollständig. 3. M ac r ose elid es. Gatt. Rhynchocyon Pet., Macro-
scelides Smith. — B. Darmkanal einfach, ohne Blinddarm, a. Un-
terschenkelknochen getrennt, kein Jochbogen, keine Bullae osseae,
Os tympanicum einfach ringförmig. 4. C en l e tinae. Gatt. Sole-
nodon Brandt, Centetes 111., ? Ericulus Geoffr., ?Echinogale Martin.
b. Unterschenkelknochen verwachsen, Jochbogen vollständig, Gehör-
bullen mehr oder weniger entwickelt, Schädelhöhle vollständig. «.
Aeussere Ohren wohl entwickelt. 5. Erinacei. Gatt. Erinaceus L.,
Gymnura Vig. Horsf. ß. Aeussere Ohren verkümmert oder fehlend.
6. Talpina. Gatt. Myogale Cuv., Urotrichus Temm., Condylura 111.
(Rhinaster Wagl.), Scalops Cuv., Talpa L., Chrysochloris Lacep. c.
Unterschenkelknochen verwachsen, kein Jochbogen, Schädelhöhle an
der Basis zum Theil häutig, Ossa tympanica einfach ringförmig. 7.
Sorices. Gatt. Sorex L.
In Betreff einer Spitzmaus, welche Pastor Rudolphi in Fried -
land in den nützlichen Beitr. zu dem Strel. Anz. 1810. St. 40 be-
schrieben hat, fragt BoU im Meklenburger Archiv 18. p. 187, ob dies
eine Varietät von Sorex exilis L. = pygmaeus Pall. gewesen sein
sollte.
Murray's Rhinomus soricoides hält Gray für sehr nahe ver-
wandt, wenn nicht identisch mit Sorex myosurus, so dass der Name
Rhinomus als Synonym von Sorex eingehen niuss. Proceed. zool.
soc. p. 57.
Lord schilderte Proc. zool. soc. p. 161 die Lebensweise von
Urotrichus Gibsii Baird nach Beobachtungen in den Cascade Moun-
tains. Er hält die Nordamcrikanischen und die Japanischen Urotri-
chus für specifisch übereinstimmend.
Wood beobachtete einen lebenden Maulwurf. The intellectual
observer IV. 1864. p. 21.
der Säugethiere während des Jahres 1864. 41
Yoigtlaender theilte mit. dass er in einem Maulwurfsneste
21 Junge von gleicher Grösse und gleicher Entwickelung gesehen
habe. Sitzungsber. der Gesellsch. Isis in Dresden 1864. p. 231.
CaruiTora.
Ursina. Von den Gattungen und Arten der Bärenfamilie giebt
J. E. Gray Proc. zool. soc. p. 677 folgende Uebersicht: Sectio I.
Brachypoda. Zehen gerade, Krallen vorstehend. A. Ursina.
Schwanz sehr kurz, Körper plump, Beine kurz, Nase kurz, 42 Zähne,
a. Seebären. Fusssohlen behaart, mit einigen nackten Wülsten,
Höckerzahn länger als der Fleischzahn, Lippen schwach ausdehn-
bar, Schneidezähne | , Ohren rund behaart. 1. Gatt. Thalassarctos
mit 1 Art. b. Landbären. Fusssohlen nackt, schwielig, Schneide-
zähne f. Lippen schwach ausdehnbar, Nasendecken massig. Ohren
rund, behaart, Unterseite der Zehenbasis behaart. 2. Gatt. Ursus.
Nase des Schädels länger als breit, oben rund, Stirn convex, von
der Nase durch eine Querlinie getrennt, Lückenzähne entfernt, klein,
Gaumen flach, Schädelhöhle geschwollen, Unterkiefer massig, mit 11
Arten. 3. Gatt. Mijrmarctos. Nase des Schädels viel länger als
breit, oben flach, Nase, Stirn und Scheitel in einer Linie, Lücken-
zähne entfernt, klein, Gaumen concav, Schädelhöhle comprimirt, Un-
terkiefer gross, lang, mit 1 Art i)/. Eversmanni. 4. Gatt. Helarctos.
Nase des Schädels sehr kurz, so breit wie lang, in einer Linie mit
der Stirn, Lückenzähne gedrängt, gross, Gaumen breit flach, mit 4
Arten, c. Honigbären. Fusssohlen nackt, schwielig, Schneide-
zähne I, Lippen sehr ausdehnbar, Naslöcher gross mit grosser Na-
sendecke, Vordergaumen aufgebogen, Ohren buschig, Unterseite der
Zehenbasis nackt. 5. Gatt. Melursns. Nase des Schädels länger
als breit, oben rund, Lückenzähne entfernt, oberer hinterer Höcker-
zahn kurz, mit 1 Art. B. Schwanz lang, Körper imd Beine massig,
Zähne 40. a. IS asuina. Kopf lang, Nase vorstehend, beweglich,
Unterseite convex, ziemlich nackt, ohne mittlere Längsfurche. 6.
Gatt. i\rtSMa mit 3 Arten, b. Procyonina. Kopf oval, Nase kurz,
Unterseite flach, behaart, mit einer mittleren Längsfurche. 7. Gatt.
Procyon mit 2- Arten. — Sectio II. Dendropoda. Zehen kurz,
gebogen , Krallen retractil. A. Cercoleptina. Greifschwanz,
Sohlen nackt. 8. Gatt. Cercoleptes mit 1 Art. B. Ailur ina.
Schwanz buschig, Sohlen behaart. 9. Gatt. Ailurus mit 1 Art.
Nach Fitzinger Zool. Garten p. 336 warf eine Nasua socia-
lis im Münchner zoologischen Garten nach einer Tragezeit von 96
Tagen sechs Junge.
Mastelina. Giebel bringt Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss. 24.
42 Troscliel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. 470 einige Bemerkungen bei über Schädel- und sonstige osteolo-
gische Eigenthümlichkeiten von Mustela putorius, furo, vulgaris,
foina, alpina und vison.
lieber das Vorkommen des Nörz in der Umgegend von Lübeck
berichtet Claudius in der Lübecker Zeitung 1864 No. 53 und dar-
aus Meklenburger Archiv 18. p. 184.
Gray beschreibt eine neue Mustela aureoventris von Quito.
Proc. zool. soc. p. 55. pl. 8.
Blyth machte Bemerkungen über die Varietäten von Hartes
flavigula Boddaert. Proc. zool. soc. p. 485.
G r a y beschrieb als neu Zorilla albinucka, ohne Angabe des
Vaterlandes. Proc. zool. soc. p. 69. pl. 10.
Eine Notiz über die Ranz- und Wurfzeit der Fischotter von
Ja ekel findet sich Zool. Garten p. 155. Gewöhnlich ranzt sie im
Februar und wirft nach 9 Wochen. Verf. zeigt aber an, dass am
4. Febr. 1864 eine 8 Tage alte Otter erschlagen wurde.
Gray erklärt die Gattung Anahyster, nachdem er die Ori-
ginalexemplare von Murray untersuchen konnte, für synonym mit
Aonyx. Proc. zool. soc. p. 56.
Viverrina. J. E. Gray veröffentlichte Proc. zool. soc. p. 502
— 579 eine Revision der Genera und Species der Familie Viverridae
nach der Sammlung des Britischen Museums. Verf. nimmt nicht
weniger als 36 Gattungen an, die er in folgender Weise gruppirt.
I. K a t z e n f ü s s i g e Ael ur op od a. Zehen gekrümmt und
behaart, durch Haut verbunden, Krallen scharf, retractil. A. Digi-
tigrade; oberer Fleischzahn länglich, obere Höckerzähne klein,
quer ; Nase kurz , Unterseite flach , mit einer mittleren Furche.
a. V iver rin a. Körper kräftig, Höckerzähne f, Unterseite des
Tarsus behaart. 1. Gatt. Proteles. Beine Iing , die vorderen sehr
lang, Kopf kurz, breit, Ohren lang; Schwanz kurz, buschig; ano-
male Gattung verwandt mit Hyäna , mit 1 Art; 2. Gatt. Viverra.
Beine massig, gleich, Kopf lang, Schwanz konisch, geringelt, Rücken
mit Mähne, Augenrand des Schädels unvollständig, mit 3 Arten;
3. Gatt. Bassaris. Schwanz cylindrisch , geringelt, Beine gleich,
massig, Rücken ohne Mähne, Augenrand des Schädels unvollständig,
mit 1 Art; 4. Gatt. Vivenicula. Beine massig, gleich, Schwanz
konisch, geringelt, Rücken ohne Mähne, Ferse mit einem klei-
nen nackten Fleck, Augenrand des Schädels vollständig, mit 1 Art.
b. G enet tin a. Körper kräftig, Höckerzähne f, Unterseite des
Tarsus mit schmalem nackten Streifen. 5. Gatt. Genetta. Rücken
mit einem schwarzen suberectilen Streifen , mit 5 Arten ; 6. Gatt.
Fossa. Rücken ohne mittleren Streifen, mit 1 Art. c. Priono d on-
tina. Körper schlank, langstreckig, Backenzähne ^. 7. Gatt. foiaMcr.
der Säugethiere während des Jahres 1864. 43
Tarsus mit einem schmalen nackten Streifen, mit 1 Art; 8. Gatt.
Pvionodon. Tarsus behaart mit 2 Arten. — B. Subp lantigr ade.
Fleischzahn stark, obere Höckerzähne gross, breit, a. Cynogalina.
Nase vorstehend, Unterseite convex , haarig, ohne mittlere Längs-
furche, Hintertheil des Tarsus nackt, schwielig, Gesicht vorgestreckt.
9. Gatt. Cynogalc. Schwanz kurz, cylindrisch, mit 1 Art. b. Nase
kurz, Unterseite flach, mit mittler Furche. «. G al i diina. Hin-
terer Theil des Tarsus haarig bis zur Fusssohle, Schwanz buschig.
10. Gatt. Galidia mit 3 Arten. ß. Hemigalina. Oberer Theil
des hinteren Theils des Tarsus behaart, Schwanz geringelt. 11. Gatt,
Hemigalea mit 1 Art. y. Hinterer Theil des Tarsus nackt, schwie-
lig. * Ar ctict i dina. Dicker, kräftiger Greifschwanz. 12. Gatt.
Arctictis mit 1 Art. ** Par ado xnrina. Schwanz sehr lang, sub-
convolut, Frenum nackt, drüsig, Kopf länglich. 13. Gatt. Parodo-
xurus. Fleischzahn länglich, dreieckig, Höckerzahn länglich, Augen-
höhlenrand sehr unvollständig, mit 9 Arten, wovon P. macrodus neu.
14. Gatt. Pagtwia. Fleischzahn kurz, dreieckig, gross. Augenhöh-
lenrand sehr unvollständig, mit 3 Arten; 15. Gatt. Arctogale Pe-
ters MS. Fleischzahn dreieckig, klein, Augenhöhlenrand fast voll-
ständig , Gaumen sehr schmal, länglich, mit 1 Art; 16. Gatt.
Nandinia. Fleischzahn länglich, dreieckig, Höckerzähne dreieckig,
quer, Augenhöhlenrand ziemlich unvollständig. Gaumen schmal, kurz,
mit 1 Art. *** C ryp t o pr oc t ina. Schwanz lang, buschig, Kopf
kurz breit, Frenum behaart. 17. Gatt. Cryptoprocta mit 1 Art.
II. Hunde füs sige , Cynopoda. Zehen verlängert, ge-
trennt, mehr oder weniger behaart, Krallen vorstehend, stumpf,
Füsse schmal, Unterseite nackt oder nur mit kurzen Haaren bedeckt,
Augenhöhlenrand vollständig oder fast vollständig. A. Nase kurz,
Unterseite flach mit einer mittleren Furche, a. Her pestin a. Kopf
länglich, konisch, Schwanz konisch oder cylindrisch. a. Vordere
Krallen verlängert, comprimirt, Rücken gestreift. 18. Gatt. Gali-
dictis. Zehen 5 — 5, Schwanz subcylindrisch, mit langen Haaren be-
deckt, Rücken gestreift, mit 2 Arten, ß. Vordere Krallen kurz,
comprimirt, Rücken gesprenkelt, Fleischzahn lang, schmal. 19. Gatt.
Herpesies. Zehen 5 — 5, Schwanz konisch, mit langen Haaren, Zähne
massig, mit 22 Arten, wovon neu : H. Jerdonii von Madras, persicns
aus Persien ; 20. Gatt. Athylax. Zehen 5 — 5, Schwanz konisch mit lan-
gen Haaren , Zähne sehr gross , mit 3 Arten, wovon A. robttstus
vom weissen Nil neu ; 21. Gatt. Calogdle. Zehen 5 — 5 , Schwanz
cylindrisch , lang , mit kurzen Haaren bedeckt , Spitze pinselig,
mit 14 Arten, wovon C. venatica neu; 22. Gatt. Galerella. Ze-
hen 5 — 4, Schwanz cylindrisch, lang, mit kurzen Haaren bedeckt,
mit 1 Art. y. Vordere Krallen kurz, comprimirt, Fleischzahn breit,
dreieckig. 23. Gatt. Calictis. Zehen 5 — 5. Schwanz konisch mit
44 Troschel: Bericht üb. cl. Lcist. in d. Naturgeschichte
langen Haaren, Rücken gesprenkelt, Pupille länglich, quer, mit 1
Art; 24. Gatt, Ariela. Zehen 5 — 5, Schwanz lang, subcylindrisch,
Rücken quergebändert, mit 1 Art; 25. Gatt. Jchneumonia. Zehen
5 — 5, Beine ziemlich hoch, Schwanz konisch, buschig, Rücken ge-
sprenkelt, mit 4 Arten; 26. Gatt, Udeoqale. Zehen 4 — 4, Beine
massig, Schwanz konisch, buschig, Rücken gesprenkelt. Sohlen be-
haart, mit 3 Alten. J. Vordere Krallen lang, vorstehend, Schwanz
konisch mit langen Haaren, Rücken gesprenkelt. 27, Gatt. Urva.
Zehen 5 — 5, Kopf länglich. Sohlen der Hinterfüsse behaart, Lücken-
zähne f , mit 1 Art; 28. Gatt. TaeiiiogaU. Zehen 5 — 5, Kopf läng-
lich, Sohlen der Hinterfüsse nackt, Lückenzähne |, mit 1 Art; 29.
Gatt. Onycliocjale, Zehen 5 — 5, Kopf länglich, Sohlen der Hinter-
füsse behaart, vordere Krallen sehr lang, Lückenzähne |, mit 1 Art ;
30. Gatt. Helogale. Zehen 5 — 5, Nase kurz, Lückenzähne |, Körper
schlank. Sohlen nackt, mit 2 Arten, b. C yniclidina. Kopf kurz,
rundlich, Schwanz buschig, seitlich ausgebreitet, Krallen lang. 31.
Gatt. Cynictis. Zehen 5 — 4, mit 3 Arten. — B. Nase vorstehend,
Unterseite convex, behaart, ohne nackte mittlere Furche, a, Mun-
go sina. Kopf länglich, Nase kurz, Zähne 40, Lückenzähne f. 32.
Gatt. Rhinogale. Schwanz konisch, Zehen 5 — 5, vordere Krallen
kurz, mit 1 neuen Art, Rh. Melleri aus Ostafrika ; 33. Gatt. Mungos.
Schwanz konisch, Zehen 5 — 5, vordere Krallen lang, mit 3 Arten.
b. Cr 0 s sarchin a. Kopf rundlich, Nase lang, Zähne 36, Lücken-
zähne f. 34. Gatt. Eupleres. Zehen 5 — 5, Krallen kurz, hakig,
Hintersohlen behaart, mit 1 Art; 36. Gatt. Crossarchus. Zähne 5 — 5,
Krallen hakig, Hintersohlen nackt, mit 1 Art; 36. Gatt. Suricata.
Zehen 5 — 4, Krallen lang, dünn, Hintersohlen behaart, mit 1 Art.
üeber die Asiatischen Zibethkatzen Viverra zibetha von Ben-
galen, V. civettina von Süd-Malabar, V. megaspila aus Pegu, V,
tanggalunga von der Malayischen Halbinsel vergl. Blyth Proc. zool.
soc. p, 484,
Viverra Ashtoni Swinhoe Proc. zool. soc. p. 379 von der Insel
Foochow im Kanal von Formosa ; ist in Holzschnitt abgebildet. Das
Exemplar war 4 Fuss lang, Schwanz 16 Zoll.
Tytler beschrieb eine neue A.vi Vav ad oxnrus Tylleri von den
Andamanen. Journal Asiat, soc. of Bengal 1864. p. 188.
Ganina. Giebel äussert sich über die Schädel von Fuchs
und Wolf. "Wenn ich den Verf. recht verstehe, so erkennt er die
Hunderassen als verschiedene Arten an, worin ihm freilich nicht
viele Zoologen zustimmen werden. Zeitschr. für die ges. Naturwis-
sensch. 24. p. 466.
Einen Hund, der auf den höchsten Gipfeln Semien's am Guna
in Begemeder und wahrscheinlich auch am Kollo im WoUo-Land,
der Säugethiere während des Jahres 1864. 45
wohl nicht unter 10,000' Meereshöhe lebt, hält v. Heuglin für
neu und nennt ihn Canis Walf/ie. Verhandl. der Leop. Carol. Aka-
demie Bd. 30.
Feiina. Giebel hält, nach Untersuchung einiger Schädel,
die von den Zähnen, den Incisivlöchern und der relativen Länge
der Nasenbeine entlehnten Unterschiede der wilden Katze und der
Hauskatze für nicht constant. Zeitschr. für die ges. Naturwissen-
schaften 24. p. 465.
Aus dem Tagebuche seiner ostasiatischen Reise theilte E. v.
Märten s Einiges über den Tiger auf Singapore, Java und Sumatra
mit. Zool. Garten p. 382 und 418.
Meyer hat Felis variegata Wagn. und Felis Irbis Müll, be-
schrieben und abgebildet. Zool. Garten p. 40. — Fitzinger be-
richtigt "ib. p. 200, dass beide Katzen zu derselben Art gehören,
und F. Irbis seien. — E. v. Märten s kam ib. p. 229 zu einem
ganz ähnlichen Resultate. — Vgl. auch die Erwiederung von Meyer
ib. p:231.
Bemerkungen über Panther- Arten von E. v. Martens fin-
den sich ib. p. 279.
Piuiiipedia.
Gray beschrieb nach einem Skelett vom Fraser-River und einem
Schädel von Vancouver - Island einen neuen Seehund H alicy on
Richardii, den er zugleich für eine neue Gattung hält. Der Gaumen des
Schädels ist hinten ausgebogen, f Schneidezähne, Backenzähne 3- bis
5-lappig, comprimirt; Unterkiefer kräftig, an den Seiten ausgebogen,
vorn dick und mit einer niedrigen Leiste an der Innenseite des Un-
terrandes,; der Ast des Unterkiefers aufrecht, mit einem höckrigen
Vorsprunge unter dem Ausschnitte am Winkel.
Bei dieser Gelegenheit giebt Verf. eine Eintheilung der Tri-
bus Phocina in folgender Weise :
1. Unterkieferäste divergirend, mit abgerundetem einfachen
Unterrande, Gaumen hinten winklig gebogen; Winkel des Unter-
kiefers stumpf, hinten abschüssig. C alloce phalns. C. vitulinus.
2. Unterkieferäste divergirend , mit nach innen erweitertem
Unterrande, a. Gaumen hinten winklig eingeschnitten, Winkel des
Unterkiefers stumpf, hinten abschüssig. P a g omy s, P. foetidus.
P.? nummularis, b. Gaumen hinten abgestutzt, Winkel des Unter-
kiefers spitz hinten aufrecht, mit einem Einschnitt über dem Basal-
höcker, P agophilns. P. groenlandicus.
3. Unterkieferäste seitlich gebogen und weit entfernt, mit nach
innen vorgezogenem Unterrande hinter der Symphyse, Gaumen ge-
bogen, a. Höcker am Innenrande des vordem Theils des Unterkie-
Archiv für Naturg. XXXI. Jiihrg 2. Bd. D
46 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
fers länglich, scharfrandig, Zähne massig, Winkel des Unterkiefers
einfach mit einem deutlichen Einschnitt darüber. U alicyon. H.
Richardii. b. Höcker am Innenrande des vorderen Theils des Un-
terkiefers stumpf, runzlig, Zähne klein, Winkel des Unterkiefers mit
einem rundlichen Lappen an der Innenseite über dem Basalhöcker.
Phuca. P. barbata. Proc. zool. soc. p. 27.
Van Beneden sagt von einer lebenden Otaria von Buenos-
Ayres, die er in Paris gesehen, dass sie gelehrig und zahm gewesen
sei. Beim Gehen setzt sie die Füsse eigenthümlich ; vorn und hin-
ten tritt sie mit der Sohle auf, ist also plantigrad. Bulletins de l'acad.
de Belgique 16. p. 331.
Peters bildet das Gebiss eines jungen Walrosses, Odobaenus
Rosmarus, ab, um Wiegmann's Angabe von fünf oberen Backen-
zähnen zu bestätigen, die Malmgren für unrichtig erklärt hatte.
Berliner Monatsber.
Rodentia.
Claas Mulder schrieb über das ungewöhnliche Wachsthum
der Schneidezähne bei verschiedenen Nagethieren Versl. Med. Kon.
Akad. XVI; Ned. Tijschr. voor de Dierkunde IL p. 86. In dieser
Abhandlung sind die Beispiele von der übermässigen Ausbildung
der Vorderzähne, wie sie von den verschiedenen Schriftstellern an-
geführt sind, zusammengetragen. So vom Hasen, vom Biber, Meer-
schweinchen, EUobius talpinus, Eichhörnchen, Murmelthier, Coelo-
genys subniger, Acanthion javanicum.
Sciuromorpha. Sciums omalus Gray Proc. zool. soc. p. 13.
pl. 1 von Natal.
Von Haplodon leporinus Richards, beschreibt Peters eine
Varietät von Californien, und schliesst sich der Ansicht Brand's
an, der diese Gattung als ünterfamilie der Sciurini betrachtet. Ber-
liner Monatsber. p. 177.
Myomorpha. A 1 1 u m gab Nachricht über das Vorkommen
von Mus rattus an verschiedenen Orten Deutschlands , bestätigt
jedoch, dass sie immer seltener wird. Zool. Garten p. 58.
Ueber Ratten und Mäuse als lästige Thiere in zoologischen
Gärten und die Art, sie zu vermindern, spricht sich Schmidt ib.
p. 151 aus.
Referent meldete, dass bei Bonn drei Ratten-Arten vor-
kämen : 1) Mus rattus ; die Foramina incisiva überragen nach hinten
den Anfang der Backenzähne, Nasenbeine genau so lang wie die
Stirnbeine und betragen Vg der Schädellänge. 2) Mus decumanus ;
die Foramia incisiva reichen nach hinten genau bis zum Anfange
der Backenzähne, die Nasenbeine sind viel länger als die Stirnbeine
der Säugethiere während des Jahres 1864. 47
und betragen ^s der Schädellänge. 3) Mus alexandriuus ? die Fo-
ramina incisiva erreichen den Anfang der Backenzähne nicht, die
Nasenbeine sind länger als die Stirnbeine und betragen y^ der
Schädellänge. Verhandl. d. Naturhist. Vereins der Rheinlande und
Westphalens 1864. Sitzungsber. p. 111. — Ich habe mich später durch
Untersuchung eines sicheren Schädels von M. alexandriuus, den ich
der Güte des Hrn. Herrn, v. Nathusius verdankte, überzeugen
können, dass die dritte Rattenart keinesweges Mus alexandrinus ist.
Weitere Studien werden anzustellen sein.
Eine neue Ratte von Formosa M«s coninga beschreibt Swin-
hoe Proc, zool. soc. p. 185. Sie ist oben rothbraun mit schwarzen
Borsten untermischt, unten weiss, Füsse weiss, 8" lang.
Mus z-ehra Heu gl in Akten der Leop. Carol. Akad. Bd. 31
aus Central-Afrika : 3" 3'" lang, Schwanz 4"; ocherfarbig mit 12 —
14 Längsstreifen.
V. Frauenfeld beobachtete am Ohr und Kopf einer Haus-
maus eine Epidermalwucherung, die sich abstiess, dann von Neuem
an einer anderen Stelle rasch entwickelte. Verf. glaubt darin einen
Pilz zu erkennen. Verhandl. d. zool. -bot. Gesellsch. in Wien XIV.
p. 387.
In Beziehung auf eine Angabe von Guyon (vergl. vorj. Be-
richt p. 196) über die Wanderungen der Lemmiugs fragt Gillett
Annais nat. hist. XIV. p. 78, ob dieselben nicht durch übermässiges
Insekten-Ungeziefer veranlasst werden könnten.
Geomys helerodus Peters Berliner Monatsberichte p. 177 aus
Costa Rica.
Dendrotnys mystacalis Heuglin Verhandl. der Leop. Carol. Aka-
demie Bd. 30 aus Abyssinien. Auf 5 — 8000' Meereshöhe gefunden.
Meriones macropus Heuglin Akten der Leop. Carol. Akad.
Bd. 31 aus Central-Afrika.
Golunda pnlchello wird von Gray Proc. zool. soc. p. 57 als
neue Art von Westafrika und Centralafrika beschrieben. Sie ist
ähnlich mit G. barbara, aber die Streifen von fast verschmolzenen
Flecken sind viel kleiner und enger.
Fitzin ger schilderte zool. Garten p. 273 die Lebensweise
des europäischen Bibers, Castor fiber. Die Ranzzeit beginnt Ende
Februar, die Tragzeit dauert sechs Wochen.
J. E. Gray hat die im Britischen Museum befindlichen Arten
der Gattung Georychus einer Revision unterworfen. Proc. zool. soc.
p. 123. Er theilt die Gattung in vier Subgenera: 1. Georychus.
f Backenzähne, die Kronen der oberen und unteren fast viereckig,
mit einer Falte oder Grube am Innen - und Aussenrande. Dahin
G. capensis und albifrons n. sp. von Ostafrika. 2. Heliophobius
Peters. ^ Backenzähne, Krone des ersten oberen klein, länglich,
48 T rose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
quer, einfach ; des zweiten, dritten und vierten fast dreieckig mit
einer deutlichen Falte oder Grube an der breiteren Innenseite, der
zweite Zahn der kleinste; der erste untere länglich klein, der zweite
viereckig, der dritte dreieckig, die Hinterseite die kleinste mit einer
fast dreiblättrigen Krone ; der hintere Flügel des Unterkiefers breit,
fast so hoch wie breit, unten mit stark gebogenem Umfange. Dahin
G. pallidus (Heliophobius argenteo-cinereus Pet.). 3. C r ypiomy s.
^ Backenzähne, alle sehr ähnlich und fast gleich gross, der hintere
nur wenig kleiner; die Krone der oberen ist länglich, rundlich und
mit einer mittleren Falte an der Aussenseite ; die Krone der unteren
mit einer Falte in der Mitte jeder Seite, die äussere Falte des
letzten fast obsolet; der Flügel des Hintertheils des Unterkiefers
länger als hoch mit einem fast geraden ünterrande. Dahin G. ho-
losericeus Wagn. 4. C o elomy s. | Backenzähne, die oberen läng-
lich, quer, breiter als lang, der vordere der grösste, der hintere
sehr klein, fast kreisförmig; die unteren länglich, viel breiter als
lang, die drei vorderen fast gleich, der hintere kleiner fast kreis-
förmig; der hintere Flügel des Unterkiefers länger als hoch, mit
fast geradem Unterrande. Dahin G. coecutiens und Damarensis. '
Heuglin beschreibt als neue Art Georychus ochvaceo -einer eus
aus dem Gebiete der Quellflüsse des Bahr-el-ghasal. Akten der Leo-
pold. Carol. Akad. Bd. 31.
Hystrichomorpha. Capromys melanuius Poey Berliner Monats-
ber. p. 384 von Cuba.
Aulacodus semipalmalns Heuglin Akten der Leop. Carol. Aka-
demie Bd. 31, aus Central- Afrika, unterscheidet sich von A. Swinde-
ranus Temm. durch Schwimmhäute an den Hinterfüssen.
Eine Notiz über das Familienleben der Agutis gab Schmidt
Zool. Garten p. 406.
Eine anziehende Schilderung von dem Leben des Capybara
(Hydrochoerus Capybara) in Südamerika lieferte A. Boecking in
unserem Archiv p. 32.
Lagomorpha. Trevelyan berichtet Annais nat. bist. XIV.
p. 461, dass Lepus variabilis im Jahre 1854 aus Norwegen auf den
Faroer-Inseln eingeführt ist, und sich dort stark vermehrt hat.
Edentata.
H. Welcker schrieb über die Entwickelung und den Bau
der Haut und der Haare bei Bradypus, nebst Mittheilungen über
eine im Innern des Faulthierhaares lebende Alge (Abhandl. derNa-
turf. Ges. zu Halle IX). Verf. fand, dass die nahezu reifen Embryo-
nen des Faulthieres eine Haut eng überzieht, und überzeugte sich,
der Säugethiere während des Jahres 1864, 49
dass dieselbe durch die darnnter wachsenden Haare von der Epider-
mis abgehoben sei, während sie an den Nägeln und am Nabel noch
befestigt ist. Verf. nennt diese Haut Epitrichium. Ein solches
Epitrichium kommt bei Bradypus, Choloepus, Myrmecophaga, Dico-
tyles, Sus und wahrscheinlich auch beim Pferde vor; es fehlt bei
Dasypus, Coelogenys, Dasyprocta, Hydrochoerus, Cervus, Ovis, Bos,
Didelphys, ürsus, Felis und beim Menschen. Ferner wird das Haar
von Bradypus cuculliger und Choloepus didactylus histologisch un-
tersucht und beschrieben. In den Haaren der Faulthiere wurden
Zellen gefunden, die Kühn als schmarotzende Algen nachwies.
Dieselben scheinen bei diesen Thieren fast allgemein vorzukommen.
Endlich wird die bereits von Leydig gemachte Entdeckung auch
vom Verf. ausgeführt, dass manche Thiere verzweigte Haarbälge be-
sitzen, so dass eine Gruppe von Haaren aus einem einzigen Porus
zu Tage tritt. Solche Bildung fand Verf. bei allen Edentaten aus-
ser Dasypus und Myrmecophaga jubata und beim Goldmaulwurf,
Hausmaus, Kaninchen, Hamster, Wiesel , Lemur.
Nach Peters hat Choloepus Hoffmanni normal nur sechs Hals-
wirbel. Berliner Monatsber. p. 678.
Nach Peters Berliner Monatsber. p. 179 ist Dasypus Kapp-
leri Krauss = Dasypus Peba Burmeister. Ferner werden zwei neue
Arten D. pentadactylus aus Guiana und fenestratus aus Costa Rica
beschi'ieben. Erstere möchte Verf. mit D. Peba unter dem Namen
Syper oambon zusammenfassen.
Solidungttla.
Helmsdörfer erklärt die bei uns in Deutschland so gewöhn-
liche Esel-Race, die so weit den Eseln Aegyptens und Italiens nach-
steht, durch schlechte Behandlung und Erziehung und macht dar-
auf aufmerksam, wie man die Esel-Race verbessern könnte. Zool.
Garten p. 365.
Nultungula.
Schmidt schildert den Elephanten des Gartens in Frank-
furt am M. und stellt die Maasse aus den Jahren 1863 und 1864
zusammen, woraus sich ein bedeutendes Wachsthum ergiebt. Zool.
Garten p. 320 und 360.
Ueber Rhinoceros Indiens Cuv. vgl. Beavan. The intellectual
observer VI. p. 170.
Middleton, über den Hyrax von Syrien mit Abbildung des
Skeletes. The intellectual observer IV. p. 134.
Vorstudien für Geschichte und Zucht der Hausthiere zunächst
50 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
am Schweincschädel von Hermann v. Nathusius. Mit einem
Atlas. Berlin 1864. Verf. weist durch gründliche und vielfache Un-
tersuchungen und Experimente nach, dass durcli den Ilausthierstand,
und namentlich durch reichliche Ernährung der Schädel des Wild-
schweines abgeändert werde, dass er kürzer und breiter werde, und
ein concaves Profil bekomme, während andererseits durch Verwil-
derung zahmer Schweine der Schädel wieder zurück geht. Das so ge-
nannte indische Schwein ist eine Hasse, die sich constant durch an-
ders gestaltete Thränenbeine auszeichnet. Bei unserem Wildschwein
ist das Thränenbein länger als hoch, beim indischen Schwein ist es
höher als lang. Man kann durch viele Generationen wissen, ob in-
disches Blut in einem Schweine steckt, da selbst ein geringer Antheil
indischen Blutes sich unverkennbar im Schädel ausprägt; und wir
erfahren, dass diese indische Rasse durch Kreuzung in der europäi-
schen Schweinezucht sich so geltend gemacht hat, dass nachweisbar
der bei weitem grösste Theil aller jetzt in den westlichen Culturländern
lebenden Schweine wesentlich umgestaltet ist. Alle bis jetzt be-
kannten und näher untersuchten Hausschweine gehören zu einer der
beiden Rassen, oder bilden eine Mittelform zwischen beiden. — Das
Buch ist nicht bloss für praktische Zwecke, sondern auch rein wis-
senschaftlich hochwichtig, und bildet einen Beitrag, der für die Ta-
gesfrage über die Entstehung der Arten sehr zu beachten ist.
Struckmann: Ueber die englischen Schweineracen und deren
Werth für Verbesserung der vaterländischen Schweinezucht. Zeitschr.
des landwirthsch. Vereins für Rheinpreussen 1864. p. 16.
Eine neue Afrikanische Schweine - Gattung Nyctoc ho er n s
gründet v. Heuglin im 30. Bande der Verhandl. der Leopold. Ca-
rd. Akademie. Füsse vierzehig, Schwanz ziemlich lang, nicht ge-
ringelt, mit Quaste verschen und der ganze Körper dicht mit lan-
gen steifen Haaren bekleidet; Kopf weniger breit als bei Phacochoe-
rus, aber stumpfer als bei Sus ; ein Paar wie das ganze Gesicht be-
haarter Fleischwülste unter den Augen, faustgross; die auf der
Aussenseite S-förmig ausgeschnittenen Ohren spitz und namentlich
A 1 P 1 fi
am Rande sehr laug behaart. Gebiss : — '. '- '- '- — IS. Uassama
^ 6.1.6.1.0
lebt in Rudeln in Abyssinien auf 4 — 9000' Meereshöhe, frisst Aas.
Riiminantia.
Rutherford sagt, Journal of the Proceedings of the Lin-
nean Soc. VIH. p. 53, alle bisherigen Beschreibungen des Verlaufs
der Muskeln im Oesophagus der Wiederkäuer seien falsch. Die
Muskeln bestehen aus zwei Lagen von schiefen Fasern, die sich
X -förmig kreuzen. Beide Lagen sind überall trennbar mit Ausnahme
der Säugethiere während des Jahres 1864. 51
zweier gegenüber liegender Linien, in denen sie sich so kreuzen,
dass die innere Lage der einen Seite auf der anderen zur äusseren
wird , und umgekehrt. Die feineren Details sind a. a. 0. nach-
zusehen.
Tylopoda. Nachricht über ein im Frankfurter Garten gebo-
renes weibliches Cameel (Camelus bactrianus) ertheilte Schmidt
und gab auch die Maasse an. Zool. Garten p. 83.
Mittheilungen über die Dromedare (Camelus Dromedarius L.)
machte Aucapitaine Revue et mag. de zool. XVI. p. 369.
Devexa. Crisp lieferte einen Beitrag zur Anatomie der Gi-
raffe. Namentlich interessirte ihn die Länge des Darmkanales, die
er Vergleichungsweise von einer ganzen Reihe von Wiederkäuern an-
gab. Proc. zool. soc. p. 63. Einen späteren Zusatz vgl. ib. p. 269.
Spencer Cobbold spricht sich 'dahin aus, dass die alte
männliche Giraffe drei Hörner besitze. The intellectual observer IL
1862. p. 12.
lieber die Giraffenkrankheit schrieb Bru eh. Zoologischer Gar-
ten p. 129.
Gervina. Schmidt gab eine Notiz über das Abwerfen des
Geweihes beim Axishirsche. Zool. Garten p. 60.
Von Pu eher an erhielten wir die Nachricht, dass Cervus Pe-
roniij als dessen Vaterland Fr. Cuvier Timor angegeben hatte, nach
der eigenen Aussage des Reisenden Dussumier, der das Thier 1833
nach Paris brachte, vielmehr vom Indischen Festlande stamme. Verf.
glaubt ihn identisch mit dem Bengalischen Cervus hippelaphus. Re-
vue et mag. de zool. XVI. p. 376.
S winhoe zählt Proc. zool. soc. p. 169 die chinesischen Hirsche
auf: C. dama, axis , elaphus, Wallichii, Swinhoei, hortulorum (C.
pseudaxis Gray?), taivanus, sika und mantschnricus. Letztere Art
hat einen rothen Fleck am Hinterhaupt, an jeder Schulter und an
der Seite des Nackens ; längs dem Rücken eine undeutliche schwarze
Linie, Mähne von Seite und Rücken des Nackens lang, zottig und
dunkel gefärbt, Bauch röthlich weiss, Schenkel hell rothbraun.
Ueber die Deutung des Equus bisulcus von Molina handelt
Claraz Revue et mag. de zool. XVI. p. 241. Ich erinnere an Phi-
lippi's Angaben (vgl. unser Archiv 1857. I. p. 135), der den Gue-
mul Molina's für Cervus antisensis d'Orb. = Cervus chilensis Gay-
erklärt. Dem Verf. ist jedoch P h i 1 i p p i's Arbeit unbekannt geblieben.
Alphonse Milne Edwards zeigt Comtes rendus 59. p. 287,
dass die Moschusthiere eine nicht natürliche Gruppe bilden. Nach
ihm soll Moschus moschiferus eine besondere kleine Gruppe neben
den Hirschen bilden, während die Tragulini eine Uebergangsgruppe
unter den Wiederkäuern seien, die zu den Pachydermen führe.
52 T rose hei: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
Bemerkungen über die Arten der Zwerghirsche, Tragulus, von
Blyth siehe Proc. zool. soc. p. 482; 5 Arten.
Cavicornia. Ein Verzeichniss der Antilopen Nordost -Africa's
gab V. Heuglin in dem 30. Bande der Acten der Leopoldino-
Carolinischen Akademie mit 3 Tafeln. Es enthält folgende 34 Arten:
1) Subgen. Antilope Dorcas Licht., arabica Elirbg., laevipes Sund.,
melanura n. sp, Dama Licht., Soerameriugii Kupp., leptoceros F. Cuv.
— 2) Subgen. Calotragus montanus Rüpp., saltatrix Sund. — 3)
Subgen. Nanotragns Hemprichianus Ehrbg. — 4) Subgen. Cephalo-
lophus Smith. — 5) Subgen. Redunca arundinacea Gray., redunca
Pall., (Adenota) Kul n. sp. am Sobat, leucotis Licht. Pet., Wuil n. sp.
am Sobat, Lechee Gray, megaceros Heugl., defassa Rüpp., ellipsi-
prymnus Ogilby. — G) Subgen. Hippotragus niger Harr., (Aegoceros)
Bakeri n. sp. Taf. 2. Fig. 6., Beisa Rüpp., ensicornis Ehrbg., naso-
maculatus Gray. — 7) Subgen. Taurotragus Oreas Pall., (Boselaphus;
qigas n. sp. Taf. 1. Fig. 2 nur nach den Hörnern aufgestellt. — 8)
Subgen. Tragelaphus excelsus Sund., sylvaticus Sparr., DeculaRüpp.,
— 9) Subgen. Bubalis bubalis Cuv., Caama Cuv., senegalensis Smith,
Hang n. sp. Taf. 1. Fig. 1. Kopf, tiany-riel n. sp. Taf. 2. Fig. 9 nach
den Hörnern aufgestellt. Schliesslich noch zehn zweifelhafte Arten.
— Der Verf. fügt endlich noch einen Abschnitt über die Gazellen-
Jagd hinzu, und preist die mittels Falken.
Martin sagt, dass die Art wie die Hörner bei der Mazama-
Antilope (Antilope furcifera) sich bildet, diesen Thieren eine mitt-
lere Stellung zwischen Hohlhörnern und Hirschen gebe. Er fand
nämlich bei einem jugendlichen Kopfe, dass sich etwa zwei Zoll
hohe Stirnzapfen mit umschliessendem Bast gebildet hatten, auf
deren Spitze die beginnende Hornscheide gleich einem Fingerhut
aufsass und schon die spätere Gabelung erkennen Hess. Verf. ver-
muthet nun, dass ein Wachsthum nach unten und nach oben statt-
finde, wobei die Haut mit den Haaren von der neuen Bildung über-
wuchert, und so die Rauhheit und Borkenähnlichkeit der unteren
Hornhälfte hervorgebracht wird. Zool. Garten p. 254.
Von Kobus singsing Bean. und Tragelophus Spekii n. sp. hat
Sclater Proc. zool. soc. p. 102 und 104 die Hörner und die Hufe
in Holzschnitt, die neue Art auch pl. 12 ganz abgebildet. Ausserdem
wird eine neue Oreas Livingstunii aufgestellt.
ISesülragus Livingsloiiianus Kirk Proc. zool. soc. j). 657 von
Shupanga und Lupata am Zambezeflusse in Afrika.
Blyth spricht Proc. zool. soc. p. 485 von Ziegenschädeln,
bei denen die Hörner zu einem einzigen verwachsen sind.
Schmidt erwähnt eines Bastards z^vischen Steinbock und
Ziege, dessen Maasse auch angegeben sind. Zool. Garten p. 150.
der Säugethiere während des Jahres 1864. 53
Von wilden Büffeln in Nordost- Afrika unterscheidet v. Heug-
lin Leopoldiner Acten Bd. 30 bestimmt zwei Arten. Die vom weis-
sen Nil, die er für Bos caffer hält, haben die Hörner bis auf 9
Linien genähret , während sie bei denen vom Atbara und Setit,
Bos brachyceros, 3 Zoll von einander entfernt sind. Nach Versi-
cherung der Homron-Araber sollen sogar zwei Arten am Atbara
leben.
Die Bemerkung von Campell, im Journal of the Royal geo-
graphical Soc. XXX. 1860. p. 197, dass in Cambodia drei Rinder
vorkommen, erklärt Blyth The natural history Review 1863. p. 546
dahin, dass der Ngiia kating Bos gaurus, der Ngua deng Bos son-
daicus sei, während er aus dem Ngua dam nichts zu machen weiss.
Hibbert bildete die Stirnhöhlen von Bos buffalus ab, The
intellectual observer I. 1862. p. 457.
Cetacea,
In den Annales des sciences naturelles I. p. 201 — 224 veröf-
fentlichte Milne Edwards einen Abschnitt aus einem unvollendet
gebliebenen Werke von Esch rieht über die Cetaceen, der über
die Verbreitung der Cetaceen in den nördlichen Meeren handelt.
v. Baer sprach noch ein Wort über das Blasen der Cetaceen.
Er weist überzeugend nach, dass kein Wasserstrahl, sondern nur
Athem ausgestossen wird, und giebt ein Paar Abbildungen in Holz-
schnitt. Bulletin de St. Petersburg VII. p. 333.
Das Leben der Walle in seiner Beziehung zum Athmen und zum
Blutlauf. Nebst Bemerkungen über die Benennung der Finnwalle. Von
Barkow. Breslau 1862. fol. Bei der Beschreibung des Skeletes der
Walle sind auch die Beckenknochen in Holzschnitt abgebildet. Was
die Classification betrifft so nimmt Verf. die Eintheilung der Barten-
Walle in Glattwalle und Röhrenwalle an, erstere werden mit dem
Namen Balaena, letztere mit dem Namen Pterobalaena bezeichnet.
Zu Balaena gehören zwei Species, Balaena Mysticetus arctica s. bo-
realis und B. M. antarctica s. australis. In der Gattung Pteroba-
laena werden zwei Untergattungen unterschieden, Zwerg- Walle Pte-
robalaena nana und Riesenwalle Pterobalaena gigantea; erstere
werden etwa 30 Fuss, letztere über 60 Fuss lang. Pt. Nana um-
fasst 2 Arten Pt. N. pentadactyla n. sp. und tetradactyla (Pter.
minor Eschr.) ; Pt. Gigantea umfasst ebenfalls 2 Arten Pt. G. lon-
gimana (Bai. longimana Rud. Brandt, Boops Fabr. L.) und Pt. G.
microchira s. brevimana (Bai. physalus Soor. Fabr. L., Bai. arctica
Schleg.). In Hinsicht auf die Athmung weist Verf. nach, dass die
Walle, sowohl die Zahn- wie die Bartenwalle die Expiration so
lange fortsetzen und bis zu einem solchen Grade steigern können,
54 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
dass ihre bereits vollkommen entwickelten Lungen wieder luftleer
werden und in den fötalen Zustand zurückkehren. In Betreff ihres
Gefässbaues unterscheiden sich die Zahn- und Bartenwalle wesent-
lich dadurch, dass den Zahnwallen die grossen Darmwundernetze
fehlen. Von dem Vorhandensein derselben hängt, obgleich nicht
allein , doch vorzugsweise mit das grössere Tauchvermögen der
Bartenwalle ab. Das Sommerleben der Bartenwalle ist vorzugsweise
das atmosphärische Lungenleben der Säiigethiere, ihr Winterleben
vorzugsweise submarines Darmgefässleben.
J. E. Gray veröffentlichte Proc. zool. soc. p. 195 — 248 eine
Abhandlung über die Cetaceen, welche in den britischen Meeren
beobachtet worden sind. Verf. bringt hier die Cetaceen in folgende
Uebersicht. I. Cete. Sect. 1. Mysticele. 1. Fam. ßctiaemt/ae Gatt.
Balaena , Eubalaena, Caperea. 2. Fam. Balaenopteridae Gatt. Mega-
ptera, Benedenia, Physalus, Sibbaldus, Balaenoptera. Sect. 2. Den-
ticete. 3. Fam. Catodonlidae Gatt. Catodon, Physeter. 4. Fam.
Delphinidae Gatt. Steno , Delphinus , Lagenorhynchus, Hyperodon,
Lagenocetus, Ziphius, Globiocephalus, Orca, Grampus, Phocaena,
Beluga, Monodon. IL Sirenia Fam. Manatidae. Gatt. Manatus.
Flower hat die in den grösseren Museen Hollands und
Belgiens enthaltenen Walfisch-Skelete untersucht und darüber in den
Proc. zool. soc. p. 384 —420 seine Bemerkungen bekannt gemacht. Er
fand folgende Arten vertreten : Balaena mysticetus Skelett in Brüs-
sel, Schädel in Leyden, Eubalaena australis Skelett in Leyden,
Schädel in Leyden und Löwen, Megaptera longimana , Skelett in
Leyden, Brüssel und Löw^en, Physalus antiquorum, Skelette in Ant-
werpen und im Haag, Schädel in Leyden und Löwen , Physalus lati-
rostris Skelett in Utrecht, Sibbaldius laticeps Skelette in Leyden
und Brüssel, Sibbaldius Schlegelii Skelett in Leyden, Balaenoptera
rostrata Skelette in Leyden, Brüssel und Löwen; — Hyperoodon
rostratum Skelette in Leyden , Brüssel und Löwen, Mesoplodon so-
werbiensis Skelet in Brüssel, Ziphius indicus Schädel in Löwen,
Globiocephalus svineval Skelette in Leyden, Brüssel und Löwen,
Orca gladiator Skelette in Leyden, Brüssel und Löw^en, Beluga leu-
cas Skelette in Leyden, Brüssel und Löwen , Monodon monoceros
Skelette in Leyden, Brüssel und Löwen. Die Stücke von Delphinus,
Lagenorh3mchus und Phocaena sind nicht aufgezählt.
Paul Gervais giebt Comptes rendus 59. p. 876, Rev. et
mag. de zool. XVI. p. 357 an, dass die Knochen von Walfischen,
welche er an den französischen Küsten des Mittelmeers hat unter-
suchen können, von neun Species herstammen : Physeter macroce-
phalus, Ziphius cavirostris Cuv., Orca gladiator, Delphinus globiceps,
Grampus rissoanus, Tursiops tursio, Delphinus delphis, Delphinus
tethyos, Rorqualus antiquorum.
der Säiigethiere während des Jahres 1864. 55
Sirenia. Indem Latimer dem zoologischen Garten in London
Manatis anbietet, erwähnt er, dass er einen von 8V2 Fuss Länge be-
sitzt, und dass sein Fleisch Aehnlichkeit mit Rindfleisch oder Kalb-
fleisch habe, und von der niederen Volksklasse gern gegessen werde.
Proc, zool. soc. p. 167.
Fl 0 wer machte Bermerkungen über die Zahl der Halswirbel
bei den Sirenen, namentlich beim Manati. The natural history Re-
view 1864. p. 259.
Delphinidae. Vanbeneden beschrieb eine neue Art Ziphius
Indiens aus dem Indischen Ocean und bildete den Kopf und die
Kiefer ab. Mem. couronnes de l'acad. de Belgique. Coli, in 8. XVI.
p. 1—24.
Derselbe beschrieb ib. einen neuen Delphin Delphinns guia-
nensis mit Abbildung des Skeletes, und ein weibliches Exemplar
von Mesoplodon Sowerbiensis gleichfalls mit Abbildung des Skeletes.
. In der Scheide bei Antwerpen strandete ein Grindewall, Del-
phinus melas, im April 1864, wovon V a n b e n e d e n Nachricht giebt.
Bulletins de l'Acad. de Belgique 17. p. 439. Er mass 3,65 Meter.
Poelman gab ib. p. 604 eine Abbildung eines Delphinus
Eschrichtii (D. leucopleurus Rasch) von 2,37 Meter Länge, der lebend
von einem Fischer bei Fiessingen gefangen, und ausgestopft an
mehreren Orten Belgiens gezeigt worden war.
Duguid bildete einen bei den Orkney Inseln gefangenen
Delphin ab, und beschrieb denselben, den Gray für Lagenorhyn-
chus leucopleurus erklärt. Annais nat. hist. XIV. p. 133.
Flower beschrieb Proc. zool. soc. p. 420 eine neue Art Orca
meridionalis vom Vandiemensland mit Abbildungen des Schädels in
Holzschnitt.
Crisp machte einige Angaben über die Anatomie von Pho-
caena communis. Das Thier hat 4 Magen und einen sehr langen
Darmkanal mit sehr ausgebildeten Längsfalten. Verf. glaubt nach
dem Bau des Nahrungs Schlauches schliessen zu dürfen, dass es
reichliche und häufige Nahrung bedarf und daher nicht lange Zeit
ausser dem Salzwasser zu leben vermag. Proc. zool. soc. p. 17.
lieber den Versuch einen lebenden Delphin (wahrscheinlich
Delphinus phooaena L.) im zoologischen Garten zu London zu er-
halten berichtet Bruch zool. Garten p. 22.
Balaenidae. Gray schrieb auch Annais nat. hist. p. 345 über
die Fischbeinwalle, mit einer Synopsis der Species. Die Zusammen-
stellung der Genera entspricht ganz der obigen Uebersicht in den
Proceed. zool. soc, nur dass zwischen Eubalaena und Caperea die
Gattung Hunterus eingefügt ist.
Bei Pekalongan strandete ein Wallfisch von 45 Fuss Länge,
56 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte etc.
wahrscheinlich Balaenoptera longiraana. Natuurk. Tijdschr. voor
Nederlandsch Indie 26. p. 423 und 445.
Vanbeneden hat von Neuem den Rorqual vom Cap und
den Keporkak von Grönland, die mehrere Zoologen fiir identisch
gehalten haben, verglichen, und ist zu dem Resultat gekommen,
dass hinreichende Differenzen, namentlich in der Nackengegend und
im Schulterblatt bestehen, um sie specifisch zu trennen, er unter-
scheidet also mit Gray Megaptera longimana und Megaptera poeskop.
Bulletins de l'acad. de Belgique XVIII. p. 389.
Einen an der Norfolk - Küste gestrandeten Finnfisch, Balae-
noptera rostrata Fabr., beschrieb Flow er Proc. zool. soc. p. 252.
August Müller hat in den Schriften der physikalisch-öco-
nomischen Gesellschaft zu Königsberg IV. p. 38 das Bruchstück vom
Schädel eines Finnwales, Balaenoptera syncondylvs, welches im Jahre
1860 von der Ostsee an die kurische Nehrung geworfen wurde, be-
schrieben. Der Name ist von der charakteristischen Verschmelzung
der beiden Gelenkfortsätze des Hinterhauptbeines zu einem einfa-
chen nierenförmigen Gelenkhöcker hergenommen.
J. E. Gray erhielt Photographien von Wallfischknochen aus
dem Museum in Syd ney, von denen er einen Atlas und die übrigen
Halswirbel einer neu en Gattung angehorig erkannte, die M acle-
ayius genannt wird. Der Atlas ist frei, getrennt von den übrigen
Halswirbeln, mit kurzen breiten abgestutzten Seitenfortsätzen, die
die obern zwei Drittel der Seite des Wirbelkörpers einnehmen, die
untere Seite des Körpers bildet einen Kreisabschnitt; der Neural-
Bogen kräftig, mit einer hohen mittleren Leiste, die einen deutlichen
Kiel bildet, Dass der Atlis frei ist, hat diese Gattung mit Catodon
gemein ; die obere Leiste und dass die Seitenfortsätze oberhalb
liegen mit Balaena und Eubalaena. Proc. zool. soc. p. 587.
Gray beschreibt einen Hautauswuchs des Wallfisches, Balaena
mysticetus, von 11 Zoll Länge, der aus mehreren Hornlagen besteht.
Proc. zool. soc. p. 170.
Honotremata.
Eine Notiz über das Skelett eines Schnabelthieres von Voigt-
laender findet sich in den Sitzungsber. der Gesellsch. Isis in
Dresden 1864. p. 203.
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1864.
Von
Troschel.
Dana spricht sich (Silllman Amer. Journ. 37. p. 184)
dahin auS; dass die Amphibien nicht als eine besondere
Thierklasse von den Reptilien zu trennen seien. Sie hätten
zwar in ihrem jugendlichen Alter ein fischähnliches Leben,
aber im Alter wären sie in allen Beziehungen Reptilien.
Auch bei den Säugethieren gäbe es eine niedere Abthei-
lung, die Ootocoiden, die eine Mittelstufe zwischen den
gewöhnlichen Säugethieren und den Eier legenden Wir-
belthierklassen bilden ; bei den Vögeln die Erpetoiden ;
ebenso auch bei den Reptilien die Amphibien.
V. Harting's Leerboek van de Grondbeginselen
der Dierkunde in hären geheelen omvang enthält das
dritte Stück die Reptilien.
Die Classification des Verf. ist folgende: I. Reptilia mo-
no pnoa. Ordo 1. Che lonii. Farn. Testudinina, Emydae, Triony-
chidae, Ordo 2. Sauri. Subordo 1. Thecodontes. Farn. Loricati,
Dinosauri, Palaeosauri, Pterosauri, Enaliosanri. Subordo 2. Anomo-
dontes. Fam. Cryptodontes, Dicynodontes. Subordo 3. Athecodontes.
a. Schistoglossi. Fam. Monitores, Ameivinae, Lacertinae; b. Pachy-
glossi. Fam. Iguanoidei, Ascalabotae ; c. Spendonoglossi. Fam.
Cbamaeleonidei; d. Brachyglossi. Fam. Zonosauri, Scincoidei, Gly-
ptodermi. Ordo 3. Ophidii, Subordo 1. Aglyphodontes. a. Steno-
stomi. Fam. Typhlopina, Uropeltina, Calamarina, Tortricina. b,
Eurystomi. Fam. Peropodes, Acrochordina, Plagiodontina, Lepto-
gnathina, Isodontina, Lycodontina, Colubrina. Subordo 2. Glypho-
dontes. Fam, Oxycephalina, Stenocephalina, Anisodontina, Platy-
rhina, Scytalina, Dipsadina. Subordo 3. Toxodontes. a. Proteroglypha.
58 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Farn. Conicerci, Platycerci. b. Solenoglyplia. Farn. Viperina, Cro-
talina. II. lieptilia äipnoa. Ordo 4. B atr achii. Farn. Pi-
paeformes, Ranaeformes, Hylacformes, Bufoniformes. Ordo 5. Sau-
r ob atr achii. Farn, Salamandrida, Siredonta, Cordulina, Proteida,
Labyrinthodontes. Ordo G. Ophiomo rp ka. Farn. Coecilida.
Gegenbaur hat ein erstes Heft von „Untersu-
chungen zur vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere,
Leipzig 1864" herausgegeben. Dieses Heft liandelt vom
Carpus und Tarsus, und einer Vergleichung beider. Neben
den Vögeln und Säugethieren wurden namentlich die
Amphibien für die Untersuchung werthvoll.
H. Müller schrieb in den Abhandl. der Sencken-
bergischen Gesellsch. V. p. 113 — 136 über die Regenera-
tion der Wirbelsäule und des Rückenmarkes bei Tritonen
und Eidechsen.
Hyrtl fand Wirbelassimilation bei Sauriern , Ba-
trachiern und Cheloniern. Wiener Sitzungsber. 49. p. 264.
Die Beckengürtel von Lophura amboinensis, Grammato-
phora barbata, Ctenodon nigropunctatus und Menopoma
alleghanense sind abgebildet, in denen sich monströse
Schiefheiten der Kreuzwirbel ausgebildet haben.
Europa. Tobias führt als in der Obcrlausitz
lebend 3 Eidechsen, 3 Schlangen, und 12 Batrachier auf.
Abhandl. der Gesellsch. zu Görlitz XII. p. 92.
Erb er hat Verhandl. zool. bot. Gesellsch. in Wien
XIV. p. 697 die Amphibien der österreichischen Monarchie
verzeichnet, mit Anführung der Beobachtungen, die an den
in der Gefangenschaft gehaltenen Arten gemacht wurden.
Es sind 4 Schildkröten, 11 Eidechsen, 13 Schlangen und 14
Batrachier, zusammen 42 Arten. Die Bemerkungen über
die einzelnen Arten beziehen sich hauptsächlich auf die
Fundorte und die Lebensweise.
Victor Fatio fand im Ober-Engadin nur sechs
Amphibien : Lacerta vivipara, Anguis fragilis, Pelias berus,
Rana temporaria, Bufo vulgaris und Triton alpestris. Er
glaubt aus einer Beobachtung auf das Lebendiggebären
von Triton alpestris schliessen zu können, und meint die
Natur könne vielleicht solchen Thieren, die sich in den
Alpen erheben, das Lebendiggebäreu gewähren, um ihrer
während des Jahres 1864. 59
Nachkommenschaft in der kurzen günstigen Jahreszeit
eine vollständige Entwickelung zu gestatten. Verh. der
Schweiz, naturf. Ges. Zürich 1864. p. 522.
Afrika. Von Reptilien kommen nach Desorin
der Wüste Sahara zwei Eidechsen, Acanthodactylus bos-
kianus und Uromastix acanthinurus, sowie eine Schlange
Yipera cerastes, vor. Bull, de la Soc. de Neuchatel VI.
p. 528.
Der Begleiter Livingstones, Dr. Kirt, brachte eine
Sammlung von Reptilien heim, die in den Gegenden des
Zambeze und des See's Nyassa zusammengebracht war.
lieber dieselbe berichtet Günther Proc. zool. soc. p. 303.
Sie enthält 1 Schildkröte, 15 Eidechsen, 14 Schlangen,
11 Batrachier. Einige neue Arten sind unten namhaft
gemacht.
J. E. Gray beschrieb Proc. zool. soc. p. 58 einige
neue Eidechsen aus dem südwestlichen Afrika.
Maillard Notes sur l'ile de la Reunion (Bourbon)
2. edit. 1863. IL p. 17 verzeichnet folgende Reptilien von
dieser Insel: Chelonia midas, Platydactylus Cepedianus
und ocellatus, Hemidactylus Peronii, mutilatus, frenatus,
Gongylus Bojeri, Ablepharus Peronii, Typhlops brami-
nus, Lycodon aulicum ; Rana cutipora und mascariensis.
Asien. In Unger und Kotschy „die Insel Cy-
pern ihrer physischen und organischen Natur nach mit
Rücksicht auf ihre frühere Geschichte. Wien 1865^ hat
p. 572 Steindachner das Verzeichniss der Reptilien
bestimmt. Es enthält 2 Schildkröten, 3 Batrachier, 7
Schlangen, 15 Eidechsen, zusammen 27 Arten.
Ueber eine Sammlung von Reptilien von Palaestina
berichtet Günther Proc. zool. soc. p.488. Daselbst wer-
den verzeichnet 2 Schildkröten, 19 Eidechsen, 16 Schlan-
gen, 3 Batrachier. Darunter 2 neue Eidechsen und 1
neue Schlange.
Günther hat ein Werk „The Reptiles of British
India. London 1864^^ für die Ray Society ausgearbeitet.
Es bildet einen Quartband von 452 Seiten Text und 26
Tafeln. Nach einer Einleitung über die geographische
60 Troscbel: Bericht üb. d. lioist. in d. Herpetologie
Verbreitung der Reptilien über den indischen Continent,
in welcher die südwestliche Ecke mit Einschluss von
Ceylon, Dcccan, Sindh, Bengalen, Himalaja', die Ma-
layische Halbinsel, Cochinchina, Südchina und Nordchina
als herpetologische Provinzen bezeichnet und kurz cha-
rakterisirt werden, folgt ein systematisches Verzeichniss
der Arten, welches zugleich als Index des Buches dient.
Es werden 47 Schildkröten, 145 Eidechsen, 203 giftlose
und 79 Giftschlangen, 52 Batrachier aufgezählt, also zu-
sammen 522 Arten. Alle Ordnungen, Familien und Gat-
tungen sind charakterisirt, die Gattungen der einzelnen
Familien sowie die Arten der einzelnen Gattungen durch
eine Synopsis unterschieden. Die Arten sind beschrieben
und viele von ihnen abgebildet. Die neuen Arten sind
unten namhaft gemacht.
In Mouat's Adventures and researches among the
Andaman Islanders. London 1863. p. 364 hat Blyth der
den zoologischen Anhang bearbeitete, 3 Seeschildkröten,
6 Eidechsen, 8 Schlangen, von denen 6 unschädlich 2
giftig sind, und 1 Batrachier Bufo melanostictus Sehn,
verzeichnet.
In einem Appendix zu Travels in the Central parts
of Indo -China (Siam) Cambodia and Laos during the
years 1858, 59 and 60 by the late M. Henry Mouhot Lon-
don 1864 gab Günther p. 169 ein Verzeichniss der neuen
Arten von Reptilien: Geoclemys macrocephala, Cyclemys
Mouhotii, Trionyx ornatus ; Draco taeniopterus, Acantho-
saura coronata, capra, Physognathus mentager, Tropido-
phorus microlepis ; Simotes taeniatus ; Plethodon persimi-
lis — sämmtlich bereits in den letzteren Jahren durch
Gray und Günther veröffentlicht.
Edeling gab in Natuurk. Tijdschr. voor Neder-
landsch Indie Deel XXVI. eine Reihe von Notizen über
das Vorkommen von Reptilien auf den Inseln des Indi-
schen Archipels. So kommt Lygosoma brachypoda im
Lampongschen District vor (p. 408) ; — von ebendaher
verzeichnet er: Platydactylus guttatus, Branchocela jubata?
Draco Daudinii, Oligodon subquadratum, Dcndrophis picta,
während des Jahres 18G4. 61
Tropidonotus vittatus^ Gonyosoma oxycephalum, Tragops
prasinus, Psammophfs piüverulentiis, Clnysopelea ornata,
Triglyphodon dendrophilum^ Bungarus semifasciatus, Naja
tripudians (p. 425); — von Java Cylindrophis rufa (p. 425);
von Sambas : Crocodilus biporcatuS; Cylindrophis rufa,
Dendrophis picta (p. 433) ; — von Martapura : Cylindrophis
rufa, Dendrophis picta, Eurostus plumbeus, Elaps furca-
tus, Elaps tetrataenia, Naja tripudians, Tropidolaemus
Wagleri. Ebenso im 27. Bande derselben Zeitschrift: von
Lahat auf Sumatra: 1 Schildkröte, 5 Eidechsen, 16 Schlan-
gen (p. 388) ; — von Barabel auf Borneo : Chrysopelea
ornata, Calamaria martapurensis Edeling, Triglyphodon
dendrophilum, Bufo asper (p. 388) ; — von Buitenzorg :
Bronchocela jubata, Calamaria Linnaei, Amphiesma chry-
sargum (p. 434); — von Gedong-Kebo: Typhlops Braminus,
Ophites subcinctus, Oligodon subquadratum, Dendrophis
picta, Compsosoma radiatum, Amphiesma subminiatum und
chrysargum, Tropidonotus vittatus, Bungarus annularis
und semifasciatus, Bothrops viridis.
Edeling hatte ferner (ib. 26. p. 482) Gelegenheit
zur herpetologischen Fauna von Borneo 2 Eidechsen, 9
Schlangen und 1 Bufo hinzuzufügen, und ausserdem eine
neue Eidechse und vier neue Schlangen zu beschreiben,
die unten namhaft gemacht sind.
Australien. Einen dritten Beitrag zur Kenntniss
der Batrachier von Australien lieferte Günther in Proc.
zool. soc. p. 46. Taf. VII.
Amerika. Nach Fogg Proc. Portland Soc I.
p. 86 leben in Maine 6 Schildkröten, 11 Schlangen, 8 un-
geschwänzte und 11 geschwänzte Batrachier, zusammen
36 Arten.
Als Beitrag zur Herpetologie des Tropischen Ame-
rika beschrieb Cope eine Reihe neuer Schlangen, Ei-
dechsen und Batrachier. Proc. Philadelphia p. 166.
Chelonii.
Ein Beispiel von Muskelkraft einer Schildkröte (Kinosternum
Archiv f. Naturg-. XXXI. Jahrg. 2. Bd. E
62 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leist. iu d. Herpetologie
clausuni) erzählt Schiel Zool. Garten p. 160. Sie hing einen gan-
zen Tag an einem Stabe, in den sie gebissen hatte.
Gray hat einige Schildkröten von dem Indischen Archipel,
welche B leek er dem Britischen Museum einverleibte, verglichen
und bestimmt. Demnach ist Cistudo bankanensis Blkr. = Geoemyda
grandis Gray; Cistudo Diardii Blkr. wahrscheinlich = Cyclemys
ovata; Cistudo amboinensis Blkr., Emys melanogaster Blkr., Emys
hypselonotus, alle drei = Cuora amboinensis ; Chelonia dubia Blkr.
und Chelonia polyaspis waren nicht bestimmbar. Proceed. zool.
soc. p. 11.
Günther beschrieb als neu Reptiles of british India p. 13.
pl. V. fig. A. Cuora jlatomarginala von China und Formosa, p. 15.
pl. y. fig. B. Cyclemys Oldhami von Mergui und Gamboja, p. 35
Pangshura flaviventer und Smithii aus dem continentalen Indien.
Die Gattung Staurotypus wird von Gray bei Gelegenheit der
Beschreibung einer neuen Art in zwei Untergattungen getheilt, näm-
lich 1. Staurotypus mit breitem vorn abgestutzten Brustschilde.
St. triporcatus. 2. Stauremys mit schmalem , vorn spitzen Brust-
schilde. St. Salvinii n. sp. von Guatemala. Proc. zool. soc. p. 127.
Gray beschreibt Proc. zool. soc. p. 125 von Dermatemys,
welche Emyden-Gattung er 1847 nach einem blossen Schilde aufge-
stellt hatte, nun auch das Thier.
Gray glaubt durch das Studium der Schädel der Schidkröten
aus der Familie Chelydidae die Gattungen sicherer unterscheiden zu
können. Proc. zool. soc. p. 128. Er bringt danach die Gattungen
in folgende Uebersicht : A. C helydidae. a. Chelydina. Gatt. Chelys
Daud. mit 1 Art. b. Hydraspidina. Gatt. Hydraspis Gray mit 3 Ar-
ten, Chelodina Gray mit 4 Arten, Hydromedusa Wagl. mit 2 Arten,
c. Gatt. Plotemys Wagl. mit 1 Art, Chelymys Gray mit 2 Arten.
B. a. Emydoid Chelydidae Gatt. Sternothaerus Gray mit 4 Arten,
Pelomedusa Gray mit 3 Arten, b. Chelonoid Chelydidae. Gatt. Po-
docnemis Gray mit 2 Arten, Peltocephalus Dum. Bibr. mit 1 Art.
Sternothaerus Adansonii wurde nachträglich ib. p. 296 nach
einem Exemplare von West-Afrika beschrieben.
Bei Gelegenheit der Beschreibung einer neuen Art revidirte
Gray die Arten der Trionychidae Asiens und Afrikas. Proc. zool.
soc. p. 76. Er zählt auf 1 Trionyx, 1 Rafetus, 2 Dogania, 3 Aspi-
lus, 5 Pomatochelys mit einer neuen Art P. microcephalus von
Sarawak, 1 Tyrse, 3 Pelochelys, 1 Chitra, 2 Heptathyra, 1 Cycla-
nosteus, 2 Emyda. Die Gattungen sind charakterisirt.
Saurii.
Cope hat seine Ansichten über die höheren Gruppen der
während des Jahres 1864. 63
Reptilia squamata in Proc. Philad. p. 224 niedergeleg-t. Die Charak-
tere der Lacertilia sind hauptsächlich den Schädeltheilen entnom-
men. Er unterscheidet I. Acr o d oni a. 1. Rkiptoglossa. Farn. Cha-
maeleontidae. 2. Pachyglossa. Farn. Agamidae, Halleriidae. II. N yr
ctisaura. Farn. Nyctisaura. III. F le ur o dont a. 1. Igtiania. Fam.
Anolidae, Iguanidae. 9. Diploglossa. Fam. Anguidae, Gerrhonotidae,
Helodermidae. 3. Thecaglossa. Fam. Varanidae. 4. Leptoglossa. Fam.
Teidae, Lacertidae, Chalcididae. Ecpleopidae, Scincidae, Sepsidae. 5.
Typhlophthalmi. Fam. Anelytropidae, Acontiidae, Aniellidae. IV.
Ophios aiiri. Fam. Amphisbaenia. Ausser den Charakteren dieser
Abtheilungen sind auch die Familien der Diploglossa und der Lepto-
glossa schematisch unterschieden.
Sumichrast hat über die Lebensweise einiger Mexikanischen
Eidechsen Beobachtungen mitgetheilt. Bibliotheque universelle 1864,
Arch. des sc. phys. et nat. p. 45; Annais nat. hist. XIII. p. 497. He-
loderma horridum ist ein nächtliches Thier, verbirgt sich bei Tage,
frisst ungeflügelte Insekten, Erdwürmer, Myriapoden und eine kleine
Art Frösche , auch zuweilen faulende thierische Substanzen, und
liebt die Eier der Leguane. Es lebt ausschliesslich auf dem Lande,
hat einen starken Geruch, besonders in der Brunstzeit. Verf. ist
ist nicht abgeneigt, den Speichel für schädlich zu halten, auch soll
der Genuss seines Fleisches nachtheilig sein. Die übrigen Bemer-
kungen beziehen sich auf Cyclura acanthura Wiegm., Basiliscus vit-
tatus Wiegm., Corythophanes chamaeleopsis Dum. und Phrynosoma
orbiculare Wiegm.
Grocodilini. E b e r t h berichtigte Würzburger naturwiss. Zeit-
schrift V. p. 40, dass das von Owen als Lymphdrüse bei den Kro-
kodilen beschriebene Organ die Milz, und das als Milz bezeichnete
Organ ein Fettkörper sei.
T 0 o t theilte Notizen über die Section eines Alligator lucius
und einer Boa mit. Dublin quarterly Journal of science IV. p. 38.
Ghamaeleontes. In einer Revision der Genera und Species der
Chamaeleoniden nimmt Gray Proc. zool. soc. j). 465 folgende 14
Gattungen an: A. Nase und Augenrand einfach, nicht gehörnt. 1.
C kam ela eo n. Ptücken und Bauch mit einer Reihe comprimirter
verlängerter Schuppen, mit 14 Arten, wovon neu: Ch. auratns aus
Arabien, Petersii von Mozambique, monachus (cucullatus A. Dum.)
von Madagascar ; 2. Apola. Rückenrand breit, mit zwei Reihen
kleiner Schuppen, Bauch gezähnelt, mit 1 Art; 3. Pterosaurus.
Rücken und Schwanz mit einer hohen I'losse durch Knochenstrah-
len gestützt, glattrandig. Bauch gezähnelt, mit 1 Art ; 4. iU i c r o-
saura. Rücken und Kinn mit Crista, Occiput gekielt, comprimirt,
seitlich glatt, in zwei viereckige Scheiben getheilt, mit 1 neuen Art
64 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
M. mclanocephala von Port Natal; 5. rhvmanola. Rücken rund,
mit einer Reihe grosser mit Schuppen bedeckter Höcker, mit 1 Art;
6. Lophosanra. Kinn mit einer Reihe mit Schuppen bedeckter
verlängerter Fortsätze, mit 3 Arten; 7. Ca tum na. Augenrand mit
grossen Lappen, hinten mit Schuppen bedeckt, Bauch und Kinn rund,
nicht gezähnelt, mit 1 Art. B. Nase einfach, Augenrand vorn winklig
vorgezogen ; 8. Br ookesia mit 1 Art. C. Nase und Augenrand
mit cylindrischen Hörnern, mit einer Scheide bedeckt ; 9. Triceras,
mit 1 Art. D. Nase mit einem oder zwei knochigen Vorsprüngen,
mit Schuppen bedeckt; 10. Crassonota. Nase vorn comprimirt,
mit einem biegsamen comprimirten mit Schuppen bedeckten Lap-
pen, Rücken mit einer Reihe schlanker verlängerter Schuppen, mit
1 Art; 11. Ensir 0 s Iris , ein Nasenhorn, knochig, mitten, oben
scharf randig, Occiput hinten gelappt, Rücken mit einer gelappten,
aufrechten Flosse, mit 1 neuen Art, E. Melleri aus Ostafrika; 12.
S aur 0 c er as, ein Nasenhorn, knochig, mitten, unten scharfrandig,
oben gefurcht, Occiput hinten einfach, Rücken gezähnelt, mit 1 Art;
13. Dicr ano säur a, zwei comprimirte Nasenhörner, Rücken com-
primirt, Bauch und Kinn rund, mit 2 Arten; 14. C yneo s aur a,
Nase erweitert und vorn jederseits gezähnt, Rücken, Kinn und
Bauch gezähnelt, mit 1 Art.
Geckones. Tytler hat einige Arten aus der Geckonenfamilie
lebend in der Gefangenschaft beobachtet, und schildert ihr Verhal-
ten. Der Farbenwechsel, die Häutungen, Regenerirung des Schwan-
zes in der Zeit von drei Wochen, ihre Nahrung, ihre Eier u. dergl.
erregten des Verfassers Aufmerksamkeit besonders. Dann beschreibt
er die Exemplare einzeln, da ihm die Mittel fehlten sie zu bestim-
men, und unterscheidet 9 Arten: Gecko verus, Verreauxi n. sp.,
tigris (Puellula rubida Blyth) , Tytleri n. sp., chaus (Hemidactylus
frenatus), caracal n. sp., pardus, Harrieti n. sp. , chameleon (Phel-
suma Andamanense Blyth). Journal of the Asiatic Soc. of Bengal.
1864. p. 535.
Günther beschrieb Reptiles of British India p. 104 folgende
neue Arten dieser Familie: Gecko Swinkoensis von Nordchina, G.
subplanatus von Chiaking in China, Hemidactylus Sykesii aus Dec-
can, Periplia Cantoris (Platydactylus lugubris Cantor non Dum. Bibr.),
Gymnodactylus friedrus von Ceylon, G. frenatus von Ceylon, decca-
nensis aus Deccan, Pentadactylus felinus von Singapore. Fast alle
sind auf pl. 12 abgebildet.
Von Platydactylus (Tarentola) americanus Gray wird von
Gundlach und Peters eine Varietät cubamis beschrieben. Ber-
liner Monatsber. p. 384.
Eublepharis fasciolalus Günther Annais nat. hist. XIV. p. 429
von Hydrabad, Sindh.
während des Jahres 1864. 65
Die neue Eidechse, welche Gray nach einem trockenen Exem-
plare unter dem Namen Spatalura Carteri aufgestellt hat (vgl. vorj.
Bericht p. 211) wird nun von Carter Proc. zool. soc. p. 135 nach
dem Leben mit Beziehung auf die Färbung beschrieben.
Lycjodactylns n. gen. Gray Proc. zool. soc. p. 59 unter-
scheidet sich von Thecadactylus durch freiere Zehen und dünnere,
subcylindrische Basen der Zehen. L. strigatus von Südwestafrika.
Homodactylns n. gen. Gray Proc. zool. soc. p. 59 gleicht
Phelsuma in Form der Zehen, aber der Daumen am Ende erweitert
wie die Zehen, der Rücken ist höckerig und der Schwanz geringelt
und höckerig. H. Turneri pl. 9. fig. 2 von Südwest- Afrika.
Aus Stenodactylus caudicinctus A. Dumeril bildet Gray Proc.
zool. soc. p. 61 eine eigene Gattung P silodact ylus, die Euble-
pharis sehr ähnlich ist, aber sich durch kürzere, dickere, cylindri-
sche Zehen auszeichnet, deren untere Fläche mit kleinen rauhen
Körnchen bedeckt ist; auch sind die Höcker des Rückens aus Grup-
pen von drei Schuppen gebildet.
Lacertae. Bruch erweist durch einen Vorfall, dass die Ei-
dechsen Gedächtniss haben. Er pflegte sie mit Regenwürmern zu
füttern. Als er einst eine kleine Natter zu ihnen setzte, wollten sie
dieselbe wie die Regenwürmer behandeln, dieselbe setzte sich jedoch
zur Wehre. Darauf wollten sie sich einige Tage auch nicht mehr
an Regenwürmer wagen. Zool. Garten p. 421.
De rselbe schilderte das Winterleben der Eidechsen in der
Gefangenschaft. Zool. Garten p. 60, und giebt ib. p. 127 Anleitung
sie am Leben zu erhalten.
Von einer doppelschwänzigen Eidechse (Lacerta agilis) giebt
G i e b e 1 ' Nachricht. Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 24. p. 28.
Lacerta viridis soll bei Neu-Brandenburg in Meklenburg vor-
kommen. Meklenburger Archiv 18. p. 188.
Zootoca Tristrami Günther 'Proc. zool. soc. p. 491 vom Libanon.
Teira ornala Gray Proc. zool. soc. p. 58 aus Südwest-Afrika.
Tackyclromvs meridionalU aus Südchina und septentrionalis von
Ningpo Günther Reptiles of British India p. 70. pl. 8.
Acanthodactylus Cantoris Günther ib. p. 73 von Hindostan.
Ägamae. Otocryptis (Japalura) nigrilahris von Borneo , 0.
(Aphaniotis') fnsca von Malacca-, 0. (PiyctolaemusJ giilaris von Cal-
cutta Peters Berliner Monatsber. p. 385.
Günther hat in der Agamenfamilie Reptiles of British India
p. 125 sq. von einigen Gattungen die Grenzen geändert und einige
neue Gattungen gegründet: so vereinigt er Japalura und Biancia
Gray unter dem Namen Japalura, Calotes minor Gray trennt er
als eigene Gattung Orio calotes, ebenso Tiaris EUiotti Gthr. als
66 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
eigene Gattung Or ioliar i s. — An neuen Arten wurden ebenda
aufgestellt: Draco reliculalus Philippinen, cornutus Borneo, bimacu-
latus Philippinen, rostratus Borneo, Ceralophora aspera pl. 13 Cey-
lon, Japalura Sicinhonis pl. 14 Formosa, Bronchocela smaragdina
Gamboja, Trapehis me(jalonijx pl. 14 Afghanistan.
IgUäQäO. Laemanclus serratus Mexiko, Chatnaeleolis porcus
Cuba , Eupristis lalealus St. Domingo , Xiphosurus ferreus Guade-
loupe und X. homolepis Westindien, Sceloporus uliformis, pijrocepha-
lus, oligoporus alle drei aus Mexiko, malachilicus Costa Rica, Uta
nigricatida Nieder - Californien, Phrynosoma asio Mexico sind neue
Arten von Cope Proc, Philadelphia p. 168 — 178.
Cope beschrieb ib. p. 169 folgende neue Arten der Gattung
Anolis. a) Schwanz comprimirt, oder mit einer mittleren Reihe
grösserer SchujDpen, Bauchschilder glatt A. damulus, gingivinus von
Anguilla Rock bei Trinidad, citrinellus von Haiti, b) Schwanz cy-
lindrisch oder mit gleichen vertebralen und seitlichen Schuppen,
Bauchschilder gekielt A. cavfietis von Vera Paz, similineatus von
Hayti, bitectus von Ecuador, scyphens, ustus, heliactin von Mexiko,
nannot/es von Vera Paz, crassulus ebendaher, cymbops von Vera Cruz,
c) Schwanz cylindrisch ohne Kamm oder oben mit gleichen Schup-
pen bedeckt, Bauchschilder glatt A. iinpetigosns, gibbiceps von Ca-
raccas, d) Schwanz comprimirt, oder mit einem Kamm von com-
primirten Vertebralschuppen, Bauchschilder gekielt, A. ordinatus von
Westindien, alliaceus.
Ptychoplearae. Gerrhonotus gr amineu s Coi^e Proc. Philadelphia
p. 179 aus Mexiko.
Scincoidei. Peters las (Monatsber. der Berliner Akad. p. 44)
über die Familie der Scincoiden, insbesondere über die Schneider'-
schen, Wiegmann'schen und neue Arten des Berliner Museums. Aus-
ser vielen synonymischen Berichtigungen werden folgende neue Ar-
ten beschrieben: Scincopus fasciatus aus Algerien, Euprepis Li-
banolicns vom Libanon, aeneofuscns aus Westafrika , pleiiroslictus
aus Oberguinea, bilaeniatus von Luzou, Lygosoma (Hinulia) Jagorii
und acutum von der Insel Samar, Heteropus Schlegelii von Timor.
Lampropholis assatus Cope Proc Philadelphia p. 179 von Gua-
timala. Den von Fitzinger gebildeten Gattungsnamen zieht Verf.
dem Gray'scheu Mocoa vor.
Oligosoma Gemmingeri Cope ib. p. 180 aus Mexiko.
In der Scinoidenfamilie stellte Günther eine neue Gattung
Mochlus auf. Proc. zool. soc. p. 308. Körper und Schwanz lang-
streckig, Beine schwach, vorn und hinten fünf Zehen, Schnauze de-
primirt , keilförmig , Rostralschild breiter als hoch mit scharfem
Vorderrande, ein Paar Suprauasalia, Nasenluch in der INIitte eines
während des Jahres 1864- 67
besonderen Nasenschildes, Schuppen völlig glatt, Augenlied schup-
pig, Ohröffnung klein, Gaumen zahnlos. M. punctulatus vom Zambesi.
Gray beschrieb Proc. zool. soc. p. 296 eine Varietät von Rho-
dona punctata Var. Gerrardi vom Swan-River.
Eumeces himalayanus Himalaya, modestus Ningpo, ladacensis
Tibet, siamensis Siam, Boicringii Hongkong, isodactylus Gamboja
sind neue Arten von Günther Reptiles of british India p. 86 — 93.
Enprepis gularis von Südwest- Afrika, E, Kirkii von Tette,
E. Grantii von Südwestafrika Gray Proc. zool. soc. p. 61. E. mon-
licola Günther Reptiles of British India p. 80. pl. 10 aus Sikkim
8000' üb. d. M. — E. Samoensis Dum. Yar. mohtccensis Peters Ber-
liner Monatsber. p. 386.'
Diploglossus Steindachneri Cope Proc. Philadelphia p. 179 aus
Mexiko.
Seps monodactylus Günther Proc. zool. soc. p. 491 aus Galilaea.
Typhi oscincus n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 271
vie Dibamus aber ohne Extremitäten. T, Martensii von Ternate.
Serpentes.
Günther, denwir'als eine der ersten Autoritäten der Schlan-
genkunde ansehen müssen, bringt in seinem Werke »The Reptiles
of British India« die Schlangen in drei Unterordnungen I. Ophi-
dii colubriformes oder Giftlose, vorn ohne Furchen- oder Gift-
zähne. IL 0 phidii colubriformes v enenosi mit einem auf-
rechten, unbeweglichen Furchen- oder Giftzahn vorn im Oberkiefer.
III. Ophi dii viperiformes mit einem langen erectilen Giftzahn
in dem kurzen Oberkiefer, ohne andere Zähne. — Die erste Unter-
ordnung zerfällt dann in 6 Gruppen: 1) Körper cylindrisch, steif,
mit grossen glatten fest anhängenden Schuppen, Kopf nicht vom
Nacken abgesetzt, kein Zahn ist grösser. Fam. Typhlopidae, Tor-
tricidae, Xenopeltidae, 'Uropeltidae, Calamaridae. 2) Körper ziem-
lich steif, mit runden glatten Schuppen, Bauchschilder entwickelt,
Kopf kurz nicht vom Nacken abgesetzt , wenige Zähne im Ober-
kiefer, der letzte gross , nicht gefurcht. Fam. Oligodontidae. 3)
Körper ganz biegsam, Bauchschilder entwickelt, Kopf mehr oder
weniger deutlich abgesetzt, eine Kinnfurche, keine Rudimente der
Hintergliedmassen. Fam. Colubridae, Homalopsidae, Psammophidae,
Dendrophidae, Dryiophidae, Dipsadidae, Lycodontidae. 4j Körper
biegsam, Bauchschilder entwickelt, Kopf dick sehr deutlich abgesetzt,
keine Kinnfurche. Fam. Amblycephalidae. 5) Körper cylindrisch,
biegsam, vordere Oberkieferzähne von ungleicher Länge, keiner der
hinteren gross, Rudimente der Hintergliedmassen. Fam. Pythoni-
68 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ilcrpetologie
dae, Erycidae. 6) Körper, Kopf und Schwanz mit kleinen warzen-
artigen Schuppen. Farn. Acrochordidae. — Die zweite Unterordnung
enthält die bekannten Familien ElapiJae und Hydropliidae, — die
dritte die Familien Crotalidae und Viperidae.
C o p e giebt die Uebersicht seiner Eintheilung der Schlangen
Proc. Philadelphia p. 230 wie folgt: A. Das Mastoideum nimmt Theil
an den Schädclwänden, Coronoideum vorhanden. I. Scolecophi-
dia. Kein Ectopterygoideum, kein Praefrontale, Kiefer ohne Alveo-
larleiste oder Malarfortsatz, Rudimente des Beckens ohne Pubis.
IL C atod onta. Kein Ectopterygoideum, Praefrontale vorhanden,
Kiefer mit Alveolarleiste und Malarfortsatz, Rudimente von Becken
mit Pubis. III. Toriricina. Ein Ectopterygoideum und Prae-
frontale, Kiefer mit Alveolarleisten und Zähnen, horizontal, in Berüh-
rung mit dem Praefrontale. a, Tortricidae. Rudimentäre Hinter-
extremitäten, b. Uropeltidae. Keine Rudimente der Extremitäten.
B. Das Mastoideum nicht an den Schädelwänden theilnehmend, vor-
stehend, Ectopterygoideum vorhanden. IV, Asinea. Das Os ma-
xillare horizontal, bis zum Praemaxillare reichend, mit festen Zäh-
nen versehen, keine Becken-Rudimente. 1. Coronoideum vorhanden,
rudimentäre Hinterextremitäten, a. Xenopellidae. Coronoideum und
Articulare sehr langstreckig, dünn, keine Postorbitale oder Supra-
orbitalia, Zwischenkieferzähne, b. Pijlhonidac. Coronoideum und Ar-
ticulare kurz, Postorbitale und Supraorbitalia und Zwischenkiefer-
zähne, c. Boidae. Coronoideum und Articulare kurz, Postorbitalia,
keine Supraorbitalia oder Zwischenkieferzähne. 2. Coronoideum
fehlend , keine rudimentäre Extremitäten, a. Acrochordidae. Post-
orbitale über die Supraciliargegend verlängert, b. Postorbitale bil-
det nur den hinteren Rand der Augenhöhle ; die Familien dieser
Gruppe sind noch nicht festgestellt. V. Pr oter o fj lypha. Das Os
maxillare horizontal, dick, erreicht das Praemaxillare nicht, berührt
das Praefrontale, trägt einen durchbohrten und gewöhnlich gefurch-
ten Zahn. 1. Caudalhypapophysen gabiig. Neural-Dornen und Pleu-
rapophysen kurz. a. Elapidae, keine Postorbitalia, keine Splenio-
mental-Gruppe. b. Najidae. Postorbitalia vorhanden. 2. Caudal-
Ilypapophysen einfach. Hydropliidae. Neuraldornen und Pleurapo-
physen verlängert, ein Postfrontalbein. VI. Solenofjlypha. Os
maxillare vertical an das Praefrontale durch einen Ginglymus ge-
heftet, Fangzahn sehr selten gefurcht. Fam. Alractaspidae, Causi-
dae, Viperidae und Crotalidae.
Eine Bemerkung von Cope über die verschiedene Entwicke-
lung der Ilypapophysen der Wirbel bei den Schlangen, als Kenn-
zeichen für Familien und Subfamilien Proc. Philadelphia p. 167 ist
wohl zu beachten.
Typhlopidae. Zu Jan's Iconographie generale des Ophidiens
während des Jahres 1864. 69
erschien eine Lieferung Text (1864), welche die erste Familie der
Typhlopiuen enthält. Es werden 63 Arten beschrieben, die Gat-
tung Anomalepis Jan mit 1 Art, Typhlops Schneid, mit 46 Arten,
Idiotyphlops Jan (Helminthophis Pet.) mit 1 Art, Cephalolepis Dum.
Bibr. mit 1 Art, Stenostoma Wagl. mit 14 Arten. Von diesen 63
Arten ist eine europäisch, 14 asiatisch, 7 ooeanisch, 18 afrikanisch,
15 amerikanisch, von 8 ist das Vaterland nicht bekannt — Die Gat-
tung Typhlops zerfällt Jan in SSubgenera: 1) Typhlina mit 2 Ar-
ten, 2) Diaphor ofy plilop s mit 2 neuen Arten T. cUsparilü un-
bekannten Vaterlandes und mirns von Ceylon, 3) Typhlops mit
24 Arten, wovon neu T. caecatus von der Goldküste, exiguus aus
Ostindien, tenuis ohne Vaterlandsangabe, Rüppelli von Sydney, Tem-
minckii woher?, syriacus aus Syrien, Preissi aus Südost- Australien,
accedens aus Ostindien, Schneideri aus Siam, dichromatus von Kho-
dus; 4) Ophthalmidion mit 8 Arten, wovon neu T. Bianconii
unbekannten Vaterlandes, lineolatus von Sierra Leone, Kraussi von
der Goldküste, 5) Ony ch o cep kalus mit 10 Arten, darunter neu
T. Smithi unbek., excipiens aus Indien.
Typhlops jlaviventer von Ternate und Onychocephalus (Ophthal-
midion) temiicollis aus dem Himalaya Peters Berliner Monatsbe-
richte p. 271.
Typhlops bothriorhynchns von Pinang, siamensis Siam, tenuis
später p. 444 in pammeces umgetauft Madras Günther Reptiles of
British India p.l74. pl. 16.
Uropeltidae. SHybura bicatenata Günther Reptiles of British
India p. 191. pl. 17. von Deccan.
Auf Plectrurus wynandensis Beddome hat Günther ib. p. 193
eine neue Gattung M elan oph t diu m gegründet.
Peropodes. Krefft beschrieb aus der Familie Boidae eine
neue Gattung Asp idiot es. Proc. zool. soc. p. 20. Annais nat. hist.
XIV. p. 225. A. meJanocephaltts von Port Denison in Nordostaustra-
lien. Der Kopf ist von der Seite und von oben in Holzschnitt ab-
gebildet.
Shi.rley Hibberd schildert einen Besuch der Riesenschlange
(Python) im zoologischen Garten zu London, welche ihre Eier brü-
tete. The intellectual observer I. 1862. p, 123.
Calamaridae. Calamaria BenJaminsU und martapurensis Ede-
ling Natuurk. Tijdschr. Nederl. Indie 26. p. 485 ; Ned. Tijdschr. voor
de Dierkundell. p. 262 von Borneo. — C. siamensis Günther Repti-
les of British India p. 196. pl. 18 aus Cochinchina.
Macr ocalamus n. gen. Günther ib. p. 198 unterscheidet sich
durch acht obere Lippenschilder von Calamaria, die deren nur 4
oder 5 besitzt. 3J. lateralis pl. 18 vom indischen Continent.
70 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Oxycalamus n. gen. Günther ib. p. 199, auf Calamaria lon-
giceps gegründet, hat 2 Paar Frontal schilder und kein Zügelschild,
ersetzt durch das hintere Stirnschild, ein Präoculare,
Aspidura Copei Günther ib. p. 203. pl. 18 von Ceylon.
Rhynch oc alamu s nov. gen. Günther Proc. zool. sog. p. 491.
Körper ziemlich langstreckig, cylindrisch, Kopf klein, nicht vom Nak-
ken abgesetzt; Schwanz massig; Schnauzenschild breit ohne Längs-
kiel, nach hinten zwischen die vorderen Stirnschilder reichend, zwei
Paar Stirnschilder, ein Nasale ; Schuppen glatt in 15 Reihen, untere
Schwanzschilder zweireihig; wenige Kieferzähne, stark, ungleich, der
hintere breit an der Basis, mit einem Eindruck, aber ohne Längs-
furche; keine Gaumenzähne. Rh. melanocephalus aus Palästina.
OligOdontidao. OUgodon spUonotus Madras, Elliotti Madras,
fasciatns Deccan, modestus Ceylon Günther Reptiles of British India
p. 207. pl. 19.
Simotes albiventer Ceylon, cinereus Gamboja, Stcinhonis Amoy,
bicatenaius von indischen Continent, cochinchinensis Lao - Gebirge
Günther ib. p. 214.
Simotes australis Krefft Proc. zool. soc. p. 180 aus Australien.
GolubridäB- Zufolge der Anzeige Bartlett's ist die glatte
Natter (Coronella laevis) in England gefunden worden, wo sie bis
dahin unbekannt war. The intellectual observer IL 1862. p. 149.
Diese Angabe ist von einer colorirten Abbildung begleitet.
Coronella nototaenia Günther Proc. zool. soc. p. 309 vom Zam-
besi. — C. Orientalis Günther Reptiles British India p. 236 aus
Deccan.
Cyclophis nnsalis Günther ib. p. 231. pl. 17 ohne nähere Va-
terlandsangabe.
Odontomvs gracilis Günther ib. p. 234 vom Anamallay-Gebirge.
Ny mphophi di 117)1 n. gen. Günther ib. p. 235 von Odontomus
durch die drei starken schneidenden hinteren Oberkieferzähne un-
terschieden. N. inaculalum aus Indien.
Auf Coluber hexagonatus Cantor (Coryphodon hexagonatus
Gthr.) gründete Günther ib. p. 250 eine eigene Gattung Xene-
laphis; sie hat glatte Schuppen in 17 Reihen, die der Vertebral-
reihe sind hexagonal.
Xenodon angustiroslris Peters Berliner Monatsber. p. 390 aus
Veragua.
Tomodon 7iasutus Cope Proc. Philadelphia p. 166 aus Mexiko.
Tohica frontalis Cope ib. p. 167 aus Mexiko.
Tropidonotus vielanognsler Wiegmann. An diese Art erinnert
Peters Berliner Monatber. p. 389. — Tr. maculatus Edeling Na-
tuurk. Tijdschr. Nederl. Indie 26. p. 488; Ned. Tijdschr. voor de
während des Jahres 1864. 71
Dierkunde II. p. 203 von Borneo. — Tr. himalayanus von Sikkim
und leucomelas von Pinang Günther Reptiles British India p. 265.
pl. 22.
Aus Tropidonotus ceratogaster Cantor bildete Günther ib.
p. 273 eine eigene Gattung Xenochrophis.
Steindachner beschreibt Verhandl. zool.-bot. GescUsch.
in Wien XIV. p. 233 eine Varietät von Heterodon histricus Jan,
bildet sie auch ab.
Amphiesvia rufotorqualum Edeling Natuurk. Tijdschr. Nederl.
Indie 26. p. 489 ; Ned. Tijdschr. voor de Dierkunde II. p. 204 von
Borneo.
Dromicus clavatus Peters Berliner Monatsberichte p. 388 aus
Mexiko. — Daselbst ist eine Var. adspersa Gundlach und Peters von
Dr. (Alsophis) angulifer unterschieden.
RachiOdontidae. Reinhardt stellte Oversigt over k. vid.
Selsk., Forhandl. Dec. 1863 eine neue Gattung aus der Familie Ra-
chiodontidaeauf: Elackistodon opistoglyphum, naribus in sutura
duorum scutorum, squamis laevibus rhomboidalibus, serie squama-
rum hexagonarum in spina dorsi. E. Westermanni aus Rungpore m
Bengalen.
Dendrophidae. Gonyosoma gramineum Günther Reptiles Brit.
India p. 293. pl. 19 von Khasya.
Phyllophis n. gen. Günther ib. p. 295. pl. 21 mit nicht
grösseren Vertebralschuppeu, keine Furchenzähne, zwei Präocular-
schilder, ein Nasenschild. Ph. carinata aus China.
Günther taufte seine Gattung Rhamnophis (vergl. Bericht
über 1862. p. 636) in Crypsidomus um. Proc. zool. soc. p. 309.
Atheris po/y^epis Peters Berliner Monatsber. p. 642 von Liberia.
Dryophidae. Tragops dlspar Günther Reptiles Brit India p. 303.
pl. 23 vom Anamallay-Gebirge.
LyCOdontidae. Lycodon Laoetisis vom Laogebirge und anamal-
lensis vom Anamallaygebirge. Günther Reptiles Brit. India p. 317.
Dipsadidae. Astheiiodipsas TL. gen. Peters Berliner Mo-
natsber. p. 273 von Dipsadomorus durch die Beschildung des Kopfes,
das kleine Auge, die wenig zahlreichen Zähne des Oberkiefers und
die gleich langen Unterkieferzähne unterschieden. A. malaccana
von Malacca.
Ch amaet or t US n. gen. Dipsadidarum Günther Proc. zool.
soc. p. 310. Körper und Schwanz massig, etwas comprimirt; Kopf
deprimirt, hinten breit, vom Nacken abgesetzt, mit ziemlich kurzer
Schnauze; Rostralschild massig, Nasloch zwischen zwei Schildern,
Zügelschild mit dem unteren Anteocularschilde vereinigt, darüber
noch ein Anteocularschild; Schuppen glatt, mit sehr kleiner oder
72 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
ohne Grube, die der Vertebralreihe nicht grösser ; Subcaudalschil-
der zweireihig; hinterer Oberkieferzahu länger, gefurcht. Cli. aulicus
pl. 2G. fig.2.
Eläpsidäe. lloplocephaliis Rnmsnyi aus Neu-Südwales und ni-
groslrialus aas Nordost-Australien Kretft Proc. zool. soc. p. 180.
Auf Naja elaps Schi. (Hamadryas ophiophagus Cantor) grün-
dete Günther Reptiles Brit. India p. 341 eine Gattung Ophio-
phagus, die wie Naja ihren Nacken verbreitern kann und drei Paar
sehr grosse Schilder um die Occipitalschilder hat; ebenso p. 345 auf
Elaps bungaroides die Gattung X ennr el ap s mit nicht erweiterba-
rem Nacken, hexagonalen Vertebralschuppen, getheilten Subcaudal-
schildern.
Callophis annularis Günther ib. p. 350. pl. 24 aus Indien.
Elaps ccrasinus Beddome Proc. zool. soc. p. 179 von Malabar.
Dendraspis polylepis Günther Proceed. zool. soc. p. 310 vom
Zambeze.
Ogmodon n. gen- Peters Berliner Monatsber. p. 274 mit dem
Habitus der Calamarien, hat aber im Oberkiefer zwei lange durch-
bohrte Giftzähne, denen sich unmittelbar eine Reihe gefurchter, all-
mählich an Grösse abnehmender Zähne anschliesst, Nasenloch in dem
vorderen mit dem ersten Supraorbitale verwachsenen Nasale gelegen
O. Vitianus von den Fidschi-Inseln.
Causus (Heterophis) rostratus Gthr. (vergl. vorj. Ber. p. 218)
ist von Günther Proc. zool. soc. p. 115 wiederholt beschrieben
und pl. 15 abgebildet worden.
Hydrophidae. Günther stellte Reptiles Brit. India p. 367 sq.
mehrere neue Arten auf: Hydrophis melanosoma ohne Yaterlandsan-
gabe, atriceps Siam, latifasciata Mergui, diadema unbek. Vaterlan-
des, longiceps (Chitulia fasciata Gray) aus dem indischen Ocean,
stricticollis Indien, Ellioti (Aturia ornata Var. 2 Gray) von Madras
und Ceylon.
Yiperidae. Eiue Beobachtung von Norman sollte die Er-
zählungen bestätigen , dass junge Vipern im Munde der Mutter
Schutz suchen. The natural history Review 1862. p, 118. Eine
Viper wurde erlegt und man fand 11 Junge in ihr. Drei davon
untersuchte Davy, der sie als ungeborene, also aus dem Uterus
entnommene erkannte. Ib. p. 231.
Crotalidae. Nach Schmidt Zool. Garten p. 258 verspeist
Crotalus durissus Vögel , ohne sie zuvor mittelst ihres Bisses zu
tödten.
Trimeresuriis anamallensis vom Anamallay-Gebirge und T. mon-
ticola von Sikkim Günther Reptiles Brit. India p. 387. j)l. 25.
Trimesurus macrolopis Beddome ward von Günther ib.
während des Jahres 1864. 73
p. 389 als eigene Gattung Peltopelor abgetrennt, weil die Ober-
seite des Kopfes mit grossen schildartigen Schuppen bedeckt ist.
Halys himalayanus (Trigonocephalus affinis Gthr, non Gray)
Günther ib. p. 393. pl. 24.
Caudisona basilisca Cope Proceed. Philadelphia p. 166 aus
Mexiko.
Batraciiii.
Von Ecker erschien die erste Abtheilung einer Schrift: »die
Anatomie des Frosches.« Ein Handbuch für Physiologen, Aerzte und
Studirende. Braunschweig 1864. Das erste Heft enthält die Kno-
chen- und Muskellehre. Zahlreiche Holzschnitte sind in den Text
gedruckt.
Cope sagt Proc. Philad. p. 181 in Rücksicht auf die Grenzen
und die Verwandtschaft der Raniformes unter den Batrachiern, ähnlich
wie sieh die Implacentalia zu den übrigen Säugethieren verhielten, so
sonderten sich die Pleuroderen von den übrigen Schildkröten, die Acro-
donta von den Lacertilien, und die Baniformes seien in mancher
Hinsicht den Acrodonten zu vergleichen. Die Structur des Sternums
trennt sie und zeigt weniger Veränderlichkeit als in den übrigen
Ordnungen. Die Ossa coracoidea sind unmässig stark horizontal
entwickelt, besonders vorn und berühren sich in der Mittellinie, ihre
Axe ist quer. Die Ossa epicoracoidea sind auch quer, und gewöhn-
lich mitten sich berührend, immer gegen die vorderen Winkel der
Coracoidea anlehnend. Die Manubrial- und Episternalstücke sind
erweitert und werden cylindrisch und endigen in eine Knorpel-
scheibe. Frösche mit solchem Brustbein haben immer cylindrische
Sacralfortsätze und niemals eine Frontoparietal-Fontanelle. In dem
gewöhnlichen Typus des Sternum sind die Coracoidea wenig oder
gar nicht erweitert und convergiren hinten ohne sich zu erreichen,
während die Epicoracoidea vorn convergiren und mit den ersteren
durch longitudinale gebogene Knorpel verbunden sind ; deshalb nennt
er sie Arciferi. Folgende Parallele wird dann aufgestellt:
Raniformes. Arciferi.
Aeussere Zehe frei
Im Wasser lebend Rana Pseudis
Halbgrabend Hoplobatrachus Myxophyes
Aeussere Zehe angeheftet
Füsse mit Schwimmhäuten.
Grabende Pyxicephalus Tomopterna
Kletternde Leptopelis Hyla
Hyperolius Hylella
Halbkletternde Hylambates Nototrema
74 Troschel: Bericht ül). d. Leist. in d. Ilerpetologie
Füsse ohne Schwimmhäute.
Raniformes. Arciferi.
Auf dem Lande Cassina Cystignathus
Hemimantis Gomphobates.
Unter dem Titel: »Batrachologische Mittlieilungcn« hat Stein-
dachner Verhandl. d. zool.-bot. Gcsellsch. in Wien p. 239 ausser
den unten angegebenen neuen Arten auch die folgenden Arten kri-
tisch besprochen, beschrieben und abgebildet : Hyla pulchella D. B.,
leucophyllata Beiris , Trachycephalus marmoratus D. B. , Hylodes
griseus, Polypedates quadrilineatus Gthr., Goudotii I). B., Hylaeda-
ctylus (Ilolonectus) conjunctus Pet., Dendrobates nigerrimus Wagl.,
tinctorius Schneid, , Pseudis minuta Gthr. , Cystignathus ocellatus
Tschudi, Eupemphix Nattereri Steind., Engystoma ovale D. B., mi-
crops D. B. — Ebenda p. 550 giebt Verf. za Vorstehendem einige
Zusätze und Berichtigungen, die besonders aus der nachträglichen
Kenutnissnahme von Reinhardt und Lütken Bidrag til kund-
skab om Brasiliens Padder og Krybdyr hervorgegangen sind.
Bambeke hat Untersuchungen über den Bau des Mundes
bei den Larven der ungeschwänzten Frösche angestellt. Bulletins
de l'Acad. de Belgique 16. p. 339. Er hat vier Arten untersucht :
Rana viridis, Rana temporaria, Bufo vulgaris und Pelobates fuscus.
Die Papillen , welche den Mund umgeben, scheinen Tastorgane zu
sein. Zwischen ihnen und dem Schnabel liegen Falten der Schleim-
haut mit kleinen Hornzähnen besetzt, die Verf. Kammlamellen (Lames
pectinees) nennt. Ihrer sind eine obere und eine untere mittlere
und meist zwei obere und drei untere seitliche Paare. Die Zähn-
chen unterscheiden sich nach den Species. Jeder Zahn besteht aus
einem Körper, und einem Trichter, in welchem letzteren der Körper
des dahinter folgenden Ersatzzahnes liegt. Verf. glaubt, dass diese
Zähne zur Anheftung an die Beute dienen, zu der Zeit, wo sie von
animalischer Nahrung leben. Der hornige Schnabel erscheint schon
früher und zeigt sich schon wenn die Kiemen noch in Function sind.
Mit einer Schrift von Reissner: »Der Bau des centralen
Nervensystems der ungeschwänzten Batrachier« beglückwünschte die
Dorpater Universität Karl Ernst von B a e r zu seinem fünfzig-
jährigen Doctorjubiläum. Zu der Schrift gehört ein Atlas von 12
Tafeln. Zu den Untersuchungen haben dem Verf. Rana temporaria,
Rana esculenta, Bufo cinereus und Bufo variabilis zu Gebote ge-
standen; sie wurden an in Chromsäure erhärteten Präparaten ge-
macht. Der erste Abschnitt p. 1 — 40 behandelt das Rückenmark,
der zweite p. 41 — 104 das Gehirn. Den Schluss bildet p. 105 — 110
ein Bericht über die bisherigen Leistungen in der mikroskopischen
Anatomie des Gehirns der ungeschwänzten Batrachier.
während des Jahres 1864. 75
lieber das erste Erscheinen der Frösche in den Jahren 1851
— 1859 finden sich Notizen tabellarisch zusammengestellt für 146
Stationen in Nordamerika. Die Anordnung ist von Franklin
Hough. Results of meteorological observations II. 1. p. 209. Das
früheste Auftreten der Frösche, was hier verzeichnet wird, ist im
Jahr 1858, wo sie zu Goliad, Texas, bereits am 10. Januar, zu Crich-
ton's Store, Virginia, am 11. Januar sich hören Hessen; am spätesten
machten sie sich bemerklich zu Lawrence in Massachusetts 1857
am 29. Mai.
Bruch hat Zool. Garten p. 349 über Riesen- und Zwergfor-
men bei den Batrachiern geschrieben. Er schiebt die Grössenver-
hältnisse auf die durch die Localität bedingte reichlichere oder
knappere Ernährung in gewissen Entwickelungsstadien.
ÄglOSSa. Gray beschrieb Annais nat. bist. XIV. p. 315 eine
neue Batrachier - Gattung Silur an a , die sich durch zwei lange
Bartfäden am Mundwinkel auszeichnet, und einen Sporn an der Ba-
sis der ersten Zehe besitzt, sonst mit Dactylethra übereinstimmt.
Die Art S. tropicalis ist von Lagos in Westafrika. — In Proc. zool.
soc. p. 458 erklärt derselbe Verf. Dactylethra laevis Gthr. und Mül-
leri Pet. für identisch mit D. capensis Cuv. Möglicherweise sind
die S. tropicalis die Larven von Dactylethra, vielleicht aber auch
von einer noch unbekannten Art. Vorläufig hält sie Gray als
eigene Gattung aufrecht.
Ranae. Rana coertileopunctata unbekannten Fundortes, Idae
und nigrescens von Madagascar Steindachner Verhandl. d. zool. -bot.
Gesellsch. in Wien XIV. p. 264. Taf. 15 und 12. — Rana hragantina
Barbosa du Bocage Revue et mag de zool. XVI. p. 253.
Cystignathus Boccagii Günther Proc. zool. soc. p. 481. pl. 33.
fig. 2 aus Angola.
Günther berichtigt die Synonymie von Phrynobatrachus na-
talensis Proc. zool. soc. p. 480. Er ist identisch mit Stenorhynchus
natalensis Smith, Dicroglossus angustirostris Cope, Leptoparius na-
talensis Peters, hat aber die Priorität vor letzteren.
Plerophrynus affinis von Westaustralieu, tasmaniensis und lae-
vis von Vandiemensland Günther Proc. zool. soc. p. 47. pl. 7. fig. 2 — 4.
Mixophyes nov. gen. Ranidarum Günther Proc. zool. soc.
p. 46. Habitus von Rana, Kopf breit und gross, Beine massig lang;
Zunge rund, hinten nicht eingeschnitten , Vomerzähne in zwei Rei-
hen, Unterkiefer ohne zahnähnliche Apophysen; Oeffnungen der
eustachischen Röhren kleiner als die Choanen, Trommelfell deutlich ;
Finger frei, nicht entgegengesetzt, Schwimmhaut zwischen den Ze-
hen wohl entwickelt, 5te Zehe beweglich am Grunde, ein langer,
comprimirter, halbcirkelförmiger Höcker am Metatarsus; Männchen
76 Troschcl: Bericht üb. d. Leiat. in d. Ilerpetologie
mit einem Kehlsack, der äusserlich nicht sichtbar ist. M. fasciola-
tus aus dem Clarence-lliver in Australien, pl. 7. fig. 1.
Stein dachncr zeigt , dass Physalaemus Fitz, zum Theil
identisch mit Leiuperus D. B. ist, und beschreibt L. notatus (Gom-
phobates notatus Reinh.) und ephippifer aus Brasilien. Verhandl. d.
zool.-bot. Gesellsch. in Wien XIV. p. 275. Taf. IG. — Auf eine an-
dere Fitzinger'sche Art der Gattung Physalaemus gründet Verf.
ib. p. 279 eine neue Gattung N aller er ia, die sich durch weit hin-
ter dem Paukenfell hervorstehende Parotiden, kaum sichtbares Pau-
keufell und erweiterte Fortsätze des Sakralwirbels auszeichnet. iV.
laleristriga Taf. 14. fig. 2 aus Brasilien.
Ftjxicephalus rngostis Günther Proc. zool. soc. p. 479. pl. 33.
fig. 1. aus Angola.
Evpemphix fuscomaculahis Steindachner Verhandl. d. zool.-bot.
Gesellsch. in Wien XIV. p. 277. Taf. 13. Fig. 3 aus Brasilien.
Edeling beschrieb eine neue Art Megaloplirys Chysii, die
oberhalb duukelgrau ist und einen Schild auf dem Kopf und auf
dem Kücken hat. Sumatra. Natuurk. Tijdschr. voor Nedcrl. Indie.
27. p. 265 ; Ned. Tijdschr. voor de Dierkunde II. p. 205.
Bemerkungen über die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)
von Bruch finden sich im 5. Bericht des Ofienbacher Vereins 1864.
p. 51. Verf. hebt hervor, dass die Pupille ein senkrechter Spalt,
nicht dreieckig, ist, und dass beide Geschlechter eine grosse Un-
terschenkeldrüse besitzen.
Gervais beobachtete einen Pelobates cultripes, dessen linkes
Vorderbein doppelt vorhanden war. Comptes rendus 59. p. 801 :
Revue et magasin de Zoologie XVI. p. 356.
Telmaiobius brasiliensis Steindachner Verhandl. d. zool.-bot.
Gesellsch. in Wien XIV. p. 282. Taf. 16. fig. 3.
Xenophrys n. gen. Günther Reptiles Brit. India p. 414 mit
spitzen Zehen, Kieferzähnen, breiten Sacralfortsätzen, ohne Paroti-
den, freien Zehen, nicht verlängerten Augeuliedern. X. monlicola
von Sikkim und Khasya.
Hylae. HyperoHus Henglini Steindachner Verhandl. d. zool.-
bot. Gesellsch. in Wien XIV. p. 244 aus Abyssinien. — H. flavoma-
culatus und inicrops von der Rovuma-Bay, citrinus vom Zambeze
Günther Proc. zool. soc. p. 310. pl. 27. — H. nasntvs aus Angola
und reliculalns von Westafrika Günther ib. p. 482. pl. 33. fig. 3 u. 4.
Polypedates pleuroslictus von Madras und reliculalus von Cey-
lon Günther Reptiles Brit. India p. 430. pl. 26.
Ixalus lemporalis und femoralis Günther ib. p. 434. pl. 26 von
Ceylon.
Hyludes Günthevi, truncatus und feneslialus Steindachner Ver-
während des Jahres 1864. 77
handl. d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien XIV. p. 246. Taf. XYII aus
Brasilien. — //. varians Gundlach n. Peters Berliner Monatsber. p. 390
von Cuba.
Platymantis Petersii Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien
XIV. p. 254. Taf. 16. fig. 2 ohne Angabe des Vaterlandes.
Halophila plalydactyla Günther Proc. zool. soc. p. 49, wahr-
scheinlich von den Fidschi-Inseln.
Litoria Wilcoxii Günther Proc. zool. soc. p. 48 aus dem. Cla-
rence-River in Australien. Verf. zieht auch Hyla aurea in die Gat-
tung Litorea.
Hyla spinosa Steindachner Verband, d. zool.-bot. Gesellsch. in
Wien XIV. p. 239 aus Brasilien. Daselbst finden sich kritische Be-
merkungen über H. pulchella D. B. und leucophylla Beiris.
Phyllomedusa dacnicolor Cope Proc. Philadelphia p. 181 aus
Mexiko.
Günther schreibt Reptiles Brit. India p. 437 den Namen
Kaloiila Gray in C allul a um und fügt eine neue Art C. obscura
von Ceylon hinzu.
Bufones. Bufo calamita, welche auch in Irland vorkommt, ist
von Ward unter dem Namen Natterjack Toad abgebildet und ge-
schildert. The intellectual observer V. p. 227.
Bnfo galeatus Günther Reptiles of Brit. India p. 421. pl. 26
von Gamboja.
Paludicola pustulosa Cope Proc. Philadelphia p. 180 von Neu-
Granada. Verf. bringt diese übersehene Wagler'sche Gattung in
Erinnerung.
C op ea nov. gen. Steindachner Verhandl. d. zool.-bot. Ge-
sellsch. in Wien XIV. p. 286 ist nahe verwandt mit Atelopus D. B.
und unterscheidet sich durch das Vorhandensein zweier grosser
schneidiger Schwielen an der Fusswurzel, hoher Gelenkballen an den
Fingern und stark entwickelter Schwielen an der Handwurzel. C.
fuha Taf. 17. fig. 4 aus Brasilien.
Günther tauft Uperodon in C a copus um, was wohl nicht
nothwendig gewesen wäre, und fügt eine neue Art C. globulosus von
Madras hinzu. Reptiles Brit. India p. 415. pl. 26.
Gaudata. lieber in der Gefangenschaft geborne Jungen von
Salamandra maculosa berichtete v. Frauenfeld nach Mittheilungen
von Richter und Steindachner. Verhandl. d. zool.-bot. Ge-
sellsch. in Wien XIV. p. 121.
Barboza duBocage gründete eine neue Gattung von ge-
schwänzten Batrachiern unter dem Namen Chio glo s s a Proc. zool.
soc. p. 264. pl. 21 ; Revue et mag. de zool. XVI. p. 248. pl. 21. Die
Zunge ist gross, länglich, vorn mit langem Stiele angeheftet, seit-
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. F
78 Troschel: Bericht ü1). d. Leist. in d. Hei'petolooie etc.
lieh und hinten frei, zwei Längsreihen Gaumenzähne, die vorn fast
zusammenstossen, hinten divergirend, mitten parallel ; vorn 4, hinten
5 Zehen, Daumen vorn und hinten sehr kurz ; keine Parotiden ; Haut
^ehr fein cLagrinirt, fast glatt. Ch. tusilanira von Coimbra.
Nauck beobachtete die Begattung eines Tritonenpaares. Cor-
respondeuzb. des naturforschenden Vereins zu Riga XIV. 18G4. p. 85.
Fischer hat ein erstes Heft:' »Anatomische Abhandlungen
über die Perennibranchiateu und Derotremen« Hamburg 1864 her-
ausgegeben. Es enthält: die Visceralbogen und deren Muskeln und
die Gehirnnerven in ausführlicher Darstellung. Untersucht wurden
Siren lacertiua , Siredon pisciformis, Hypochthon Laurenti, Meno-
branchus lateralis, Amphiuma tridactylum, Menopoma Alleghaniense,
Cryptobranchus japonicus, Siphonops annulatus. — Der erste Theil
der ersten Abhandlung behandelt die Visceralbogen, der zweite die
Muskeln der Kiemenbüschel und der Visceralbogen , der dritte das
Athmen der Perennibranchiateu und Derotremen. In der zweiten
Abhandlung sind die Gehirnnerven dieser Thiere eingehend ge-
schildert.
Apoda. Peters legte eine junge Caecilia glutinosa (Epicrium
hypocyaneum) mit Kiemenlöchern aus Malacca vor. Berliner Monats-
ber. p. 303.
Bei Günther Reptiles Brit. India p. 441 finden sich einige
anatomische Bemerkungen über Epicrium glutinosum.
Bericht über die Leistiiugeii in der Ichthyologie
während des Jahres 1864.
Von
Troschel.
Mit Freude begrüssen wir den fünften Band von
Güntlier's Catalogne of the fishes in the British Mu-
seum, in welchem Verf. seine Untersuchungen auch auf
die Physostomen ausdehnt, und uns die Hoffnung giebt,
dass sein Werk, dessen Vollendung bei dem ausdauernden
Fleisse des Yerf. mit Sicherheit zu erwarten ist, sämmt-
liche Abtheilungen der Fische umfassen und so das ichthyo-
logische Hauptwerk sein werde. Der Reichthum der
ihm zu Gebote stehenden Sammlung und die Stellung
des Verf., die ihn von anderweitigen Berufsgeschäften,
wie sie die meisten deutschen Gelehrten zeitraubend in
Anspruch nehmen, frei hält, kommen so der Wissenschaft
vortrefflich zu Gute. Der vorliegende Band enthält die
Familien Siluridae, Characinidae, Haplochltonidae, Ster-
noptychidae, Scopelidae und Stomatiadae, auf die wir
unten zurückkommen werden.
Das vierte Stück des Leerboek van de Grondbe-
ginselen der Dierkunde doorHarting. Tiel 1864 enthält
die Fische. Da das vom Verf. zu Grunde gelegte System
manches Eigenthümliche enthält, so theile ich es nach
den Hauptzügen mit:
A. Cystophori. Fische in deren Bauplan eine Schwimmblase begrif-
fen ist. I. Dipnoi. — IL Teleoslei. 1. Anarthropterygii. a. Acan-
tliopterygii. Farn. Percoidei, Sciaenoidei, Sparoidei, Mugiloidei, Cata-
pbracti, Labyrinthici, Scomberoidei, Notacanthoidei, Sphyraenoidei,
Teutliyoidei, Squamipennes, Labroidei, Pomacentroidei, Chromidoidei,
Pseudocliromidoidei, Etheostomatoidei. — b. Haplopterygii. Farn. Go-
80 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
bioidei, Blennoidei, Batrachoidei, Aulostomoidei, Taenioidei, Helmich-
thyoidei, — 2. Arlkroptenjdil s. Malacoplerytjii. a. Anacanthini.
Farn. Pleuroncctoidei, Gadoidei. — b. Physostomi. Farn. Gymno-
toidei, Anguilloidci , lleteropygii, Moruiyroidei , Esocoidei, Clupeoi-
dei, Salmonoidei, Cyprinodontoidei, Cyprinoidei, Siluroidei. — 3. Pe-
ctucjnaihi. a. Sclerodcrmi. Farn. Balisteini, Ostracionides. — b. Gym-
nodontes. Farn. Gastrophysini, Orthragoriscini. — 4, Lophobranchii.
Farn. Syngnathoidei, Solenostomatoidei, Pegasoidei. — III. Ganoi-
dei. I. Cijclolepidoli. Fam. Amiini, Coelacanthini, Holoptychini.
— 2. lihombolepidoli. Fam. Polypterini, Lepidosteini, Acanthodini,
Dipterini, Pycuodontini. — 3. Uoplupleurides. Fam. Dercetini. —
4. Placoganoidei. Fam. Coccosteini. — 5. Sluriunes. Fam. Acipen-
serini. Spatulariini.
B. Acystici. Fische in deren Bauplan keine Schwimmblase
begrilien ist. IV. Selackii. 1. llolucephali. Fam. Chimaeroidei.
— 2.ria(jioslumi. a. Squali. Fam. Scyllioidei, Carcharioidei, Zygaenoi-
dei, Galeoidei, Musteloidei, Lamnoidei, Alopecoidei, Hybodontoidei,
Cestraciontoidei, Rhinodontoidei, Notidanoidei, Spinacoidei, Scymnoi-
dei, öquatinoidei, Prisliophoroidei. — b. Rajidie. Fam. Pristoidei,
Rhinobatioideij Torpedoidei, Rajoidei, Trygonoidei, Myliobatoidei, Ce-
phalopteroidei. — V. C y cl osto mi. Fam. Petromyzontoidei, Myxi-
noidei — VI. Leptocar dii. Fam. Amphioxini.
Mayer hat eine Abhandlung über den Bau des
Gehirns der Fische in Beziehung auf eine darauf gegrün-
dete Eintheilung dieser Thierklasse mit 7 Steintafeln im
30. Bande der Verhandlungen der Leopoldinischen Aea-
demie veröffentlicht. Er giebt folgende Eintheilung der
Fische :
Ordo I. Pisces proencephali. Der Lobus olfactorius ist zu
einem Hemisphaerium (Cerebrum) olfactorium entwickelt, der Lobus
olfactorius ist 2 — 4mal grösser als des Lobus opticus. Subordo 1.
MacroepiencepliaU. Squali, Rajae. Subordo 2. Hemiepiencephali.
Acipenser, Lepidosteus, Polypterus, Amia, Protopterus, Lepidosiren,
Polyodon. Subord. 3. Microcpicncephali. Hyperotreta, Hyperoartia,
Leptocardii. — IL Pisoes mosencephäli. Der Lobus opticus ist zu
einer Hemisphäre entwickelt, der Lobus olfactorius ist nur etwas
grösser als der Lobus opticus oder viel kleiner. Subordo 1. Uemi-
proencephali. Der L. olfactorius noch relativ gross. Siluroidei, Go-
bioidei, Cottoidei, Trigloidei, Lophioidei, Labyrinthici, Aulostomi,
Lophobranchii, Gymnodontes, Sclerodermi, Squamipennes, Labroidei.
et Sparoidei, Mormyrini, Gymnotini. Subordo 2. Micr opvoencephali ,
Der Lobus olfactorius sehr klein. Scomberoidei, Taenioidei, Sciae-
während des Jahres 1864. 81
iioidei, Percoidei, Cyprinoidei, Clupeoidei , Rhomboidei , Gadoidei
Salmones, Lucioidei, Muraenoidei.
ßaudelot hat an Stichlingen Experimente über
die Functionen des Gehirns angestellt, deren Resultate
Verf. auf alle Fische anwenden zu können meint. Der
Verlust der Hirnlappen hat keine merkliche Folge ; die
Zerstörung des kleinen Gehirns scheint keinen Einfluss
auf die Coordination der willkürlichen Bewegungen, wie
bei den Säugethieren zu haben; nach der Abtragung des
Gewölbes der Lobi optici ist das Sehvermögen aufge-
hoben; die Verletzung der Basis der Lobi optici und des
verlängerten Markes bringen rotirende Bewegungen her-
vor, im ersteren Falle nach der unverletzten, im zweiten
nach der verletzten Seite hin. Annales des sciences na-
turelles 5. Serie I. p. 105.
Ofsianik berichtete Bull, de St. Petersburg p. 137
über eine Dissertation des Herrn Kutschi n, die Structur
des Rückenmarkes der Neunaugen betreffend, und fügte
einige Beobachtungen über das Rückenmark der Kno-
chenfische und anderer Thiere bei. — Derselbe sprach
ib. p. 157 über die feine Structur des Kleinhirns der Fische.
Du Bois-Reymond las über die räumliche Aus-
breitung des Schlages der Zitterfische. Berliner Monats-
ber. p. 317—354.
Von Hollard erschienen in den Annales des
sciences naturelles 5. serie I. p. 5 Untersuchungen über
die Bedeutung einiger Gesichtsknochen der Knochenfische,
p. 242 über die anatomische Bedeutung des Deckelappa-
rates der Fische und einiger anderen Theile ihres Kno-
chensystems, p. 359 über das Temporale und die Stücke,
welche seine Elemente in der Reihe der Wirbelthiere
darstellen. Schon im vorigen Jahre hat der Verf. mit
derartigen Untersuchungen begonnen (vgl. vor. Ber. p. 225).
Einen völlige Einsicht verschaffenden Auszug zu geben,
ist nicht wohl thunlich, daher wird um so eher auf die
Abhandlungen selbst verw^iesen, als die Annales des scien-
ces eine sehr weit verbreitete Zeitschrift sind. Vergl.
auch Rev. et mag. de zool. XVI. p. 90.
Theophil Lotz hat Zeitschr. für wiss. Zoologie
82 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
XIV. p. 80—106. Taf. X— XIII eine Abhandlung über den
Bau der Schwanzwirbelsäule der Salmoniden, Cyprinoi-
den, Percoidcn und Cataphracten verüffcntlicht. Das Ende
der Wirbelsäule wird beschrieben von Salmo salar^ fario
und Thymallus vexillifer; Barbus fluviatilis, Cottus gobio
und Gasterosteus aculeatus; Perca fluviatilis. Auffallend
ist die Aehnlichkeit zwischen Cottus und Gasterosteus, die
doch nach den Ansichten der Neueren nicht mehr dersel-
ben Familie zugezählt werden. Es folgt dann die Ent-
wickelungsgeschichte der Schwanzwirbclsäule von Salmo
salar, und schliesslich handelt Verf. über die Bedeutung
der in der Schwanzwirbelsäule von Salmo sich findenden
oigenthümlichen Gebilde.
Kner macht darauf aufmerksam, dass die Schwimm-
blase sich bei allen Fischen auf gleiche Weise durch eine
Aussackung des Darmkanales bildet, und dass also auch
zeitweise wenigstens ein Ausführungsgang vorhanden sein
werde. Er erinnert an die Beobachtung v. Baer's an
Barsch-Embryonen vom Jahre 1836. Er selbst fand auch
bei einigen Stachelflossern, Ilolocentrum, Priacantlms und
Caesio, den ehemaligen Ductus nicht völlig obliterirt, son-
dern als feinen Kanal wegsam geblieben. In vielen an-
deren Fällen verwandelt sich der Ductus in ein Ligamen-
tum. Wiener Sitzungsber. 9. p. 457.
Kner spricht seine Vermuthungen über die Folliculi
branchiales, die manche Forscher für identisch mit einer
Thymusdrüse gehalten haben, aus. Er hält es nicht für
unwahrscheinlich, dass die Folliculi branchiales den Pori
pectorales gleichzusetzen seien. Wiener Sitzungsberichte
49. p.455.
Ueber giftige Organe bei Fischen machte Henry
Wo od ward eine Mittheilung. The intellectuel obser-
ver V. p. 253.
Halbe rtsma stellte in Verslagen der Koninkl.
Akad. XVI. p. 1()5 und Ned. Tijdschr. voor de Dierkunde
IL p. 80. die bisher bekannt gewordenen Beobachtungen
über den normalen und anormalen Hermaphroditismus bei
den Fischen zusammen, namentlich wird genau der Her-
während des Jahres 1864. 83
maphroditismus bei SerrannS; wie ilin Diifosse darge-
stellt hat , geschildert. Verf. macht schliesslich darauf
aufmerksam^ dass der normale Hermaphroditismns bei Ser-
ranus immer symmetrisch ist, während dies bei dem ab-
normalen nicht der Fall ist, auch ist das Verhältniss der
Milch zu dem Roggen ein ganz anderes. Während sich
bei Serranus der Hode zwischen den Hüllen des Ova^
rium's entwickelt, entwickelt sich bei der abnormalen Bil-
dung jedes Organ für sich. Ein hermaphroditischer Barsch
ist abgebildet.
R. Molin's Schrift „die rationelle Zucht der Süss-
wasserfische und einiger in der Volkswirthschaft wichti-
ger Wasserthiere. Wien 1864^^ wird hier nicht bloss als
eine der vielen Schriften über künstliche Fischzucht er-
wähnt, wie sie alljährlich mehrfach erscheinen, sondern
weil sie auch einen längeren Abschnitt p. 18 — 142 über
die Naturgeschichte der Fische enthält. In diesem wer-
den die meisten österreichischen Süsswasserfische nach
ihren wesentlichen Merkmalen unterschieden , meist in
Holzschnitt abgebildet, und bei vielen sind interessante
Notizen über die Lebensweise beigebracht. Auch die
Beschreibung der am zweckmässigsten construirten Fi-
schereiwerkzeuge und der bewährtesten Fangmethoden
ist bei vielen wichtigeren Arten eingeschaltet. Daher
ist das Buch nicht bloss den Landwirthen und Fischern,
für die es ursprünglich bestimmt ist, zu empfehlen, son-
dern auch dem Zoologen von Fach, der sich nicht bloss
für trockene Systematik, sondern auch für das Leben der
Thiere interessirt. — Was die Abschnitte über die Me-
thode der künstlichen Fischzucht p. 143 — 209 und über
die Grundzüge der Fischerei - Gesetzgebung betrifft, so
muss auf die Lektüre des Buches selbst verwiesen
werden.
In einem fünften Berichte über die Fischkultur in
Finnland , Bulletin de Moscou Tome 37. p. 494 bringt
Holmberg einige Beobachtungen über die Lachse bei.
Diese Fische erlangen in vier Jahren eine hinreichende
Grösse um gefangen zu werden. Zuweilen treten in den
84 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Flüssen Nachfluthen ein, welche die querübergespannten
Wehren zerstören , wodurch der Lachsfang in solchen
Jahren gering wird. Dies hält A^erf. für sehr günstig für
die Lachsfischerei überhaupt, weil hierdurch die allzu-
grosse Abnahme der Fische verhindert wird. Er findet
dies dadurch bestätigt, dass immer vier Jahre nach sol-
cher Nachfluth ein reicher Lachsfang eintritt.
In The Canadian Naturalist I. 1864. p. 124 findet
sich ein Bericht über die Resultate der Piscicultur wie
sie in England (nach Frank Buckland) und in Norwe-
gen (nach Barnard) gewonnen sind. Daran schliesst
sich der Abdruck eines Abschnittes aus Pennell's The
Angler-Naturalist über die Naturgeschichte des Salm.
Vouga empfiehlt für die Fischzucht die tägliche Füt-
terung mit gekochter Ochsenlunge oder Milz, woran sich
die Fische bald gewöhnen und schnell wachsen, auch
einen guten Geschmack erhalten. Verh. der Schweizeri-
schen naturf. Gesellschaft in Zürich 1864. p. 536.
Kner hat angefangen, in den Wiener Sitzungsber. 49.
p. 481 ein specielles Verzeichniss der während der Reise
der k. Fregatte Novara gesammelten Fische zu veröffent-
lichen. Diese erste Mittheilung umfasst die Berycidae
mit 8 Arten, die Percidae mit 42 Arten, Pristipomatidae
mit 28 Arten, Mullidae mit 9 Arten, Sparidae mit 19 Ar-
ten, Cirrhitidae mit 4 Arten, Squamipennes mit 16 Arten.
Die neuen Arten s. unten.
Aus einer kleinen Schrift von Möbius, das Aqua-
rium des zoologischen Gartens in Hamburg 1864 ersehen
wir, dass in den dortigen Aquarien 37 Fische aufbewahi't
werden, über welche Bemerkungen beigefügt sind, die
sich auf ihre Lebenserscheinungen beziehen.
Europa. Malmgren schrieb Ofversigt kongl.
Vetensk. Akad.P'örhandlingar 1864. p. 489 über die Fisch-
fauna von Spitzbergen.
Daselbst kommen folgende 23 Arten vor : Cottus scorpius L.
(einschl. C. groenlandicus C. V., porosus C. V., Acanthocottus va-
riabilis und labradoricus Girard, ocellatiis Storer und Cottus glacia-
lis Richards.), Phobetor tricuspis Kr. (einschl. Acanthocottus patris
Storer und Cottus ventralis C. V.) . Icelus hamatus Kr. , Triglops
während des Jahres 1864. 80
Pingelii Eeinh., Sebastes norvegicus Müll., Cyclopterus spinosus Müll.,
Liparis barbatus Ekstr., Uronectes Parryi Ross, Gymnelis viridis
Fabr., Lycodes Rossi n. sp. (Blennius polaris Ross), Liimpenus me-
dius Reinh., Fabricii Reinh. , nubilus Richards., nebusosus Fries,
Drepanopsetta platessoides Fabr., Hippoglossus vulgaris Flem., Ga-
dus morrhua L.. Gadus aeglefinus L., Boreogadus polaris Sab.,
Salmo alpinusL., Clupea harengus L., Scymnns microcephalus Bloch.
Dazu noch drei zweifelhafte. Von diesen 23 Arten kommen 12 im
nördlichen Europa vor, aber die meisten spitzbergischen Arten fin-
den sich auch in Grönland.
A history of fishes of the British Islands by Jona-
than Couch Vol. I. 1862 Ist mir nicht zu Gesicht ge-
kommen.
Nach Andrews kommt Merlangus albus auch an der Irischen
Küste vor. Dublin, quarterly Journal of science IV. p.7.
Tob las nennt 27 Fische als in der Oberlausitz vor-
kommend. Abhandl. der Gesellsch. zu Görlitz XII. p. 94.
J ä c k e 1 veröffentlichte In den Abhandlungen des
zool.-mlner. Vereins in Regensburg IX. 1864 eine längere
Abhandlung über die Fische Baierns. Er hat vorzüglich
V. Siebold's Werk ,,die Süsswasserfische von Mitteleuropa"
benutzt, und zählt 68 Arten auf, über die er allerhand
Notizen beibringt, namentlich auch ihre oft zahlreichen Lo-
kalnamen anglebt. Ueber zwei neue Bastardformen vgl.
unten bei den Cyprlnolden.
Von Jeltteles erschien In dem Jahresberichte des
Olmützer Gymnasiums für das Schuljahr 1864 die zweite
Abtheilung seiner Arbelt; „Die Fische der March bei
Olmütz." In derselben werden weitere 13 Cyprlnolden
beschrieben (Rhodeus amarus, Alburnus lucldus, bipuncta-
tus und dobuloides, Asplus rapax, Idus melanotus, Scar-
dinlus erythrophthalmus , Leuciscus rutilus und virgo,
Squalius cephalus und lepusculus, Phoxinus laevis, Chon-
drostoma nasus), ferner Trutta fario, Esox lucius, Sllurus
glanis, Lota vulgaris, Petroroyzon fluviatilis und Planeri.
Ausser den bei Olmütz selbst vorkommenden 38 Arten
werden dann noch aus der oberen March Thymal-
lus vexlllifer, Acepenser huso und ruthenus , Lucioperca
Sandra und volgensis hinzugefügt. Sollte sich die Ver-
86 Troschcl: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
muthung bestätigen, dass in der unteren March noch
Abramis ballerus, ßlicca argyroleuca, Pelecus cultratus
und Salmo hucho gefunden werden, dann Vv'ürde sich die
Fauna des Mährischen llauptflusses auf 47 Vertreter be-
laufen. — Die häufigsten und als Nahrungsmittel wich-
tigsten Fische sind Chondrostoma nasus , Abramis vimba
und Squalius ccphalus, die etwa SOJ aller Fische ausmachen.
Verf. glaubt die March unter die fischreichsten Flüsse
unseres Erdtheils rechnen zu dürfen. Von allen grossen
Nebenflüssen europäischer Ströme übertrifft nur die Theis
in Beziehung auf die Zahl der in ihr lebenden Fisch-
arten die March. Schliesslich macht Verf. darauf aufmerk-
sam, dass die Fische viel mehr für den Nutzen des Men-
schen verwerthet werden könnten, als es bisher geschieht.
Er möchte sie einsalzen, Hausenblase aus ihren Schwimm-
blasen bereiten, das Eiweiss aus ihren Eiern benutzen,
aus den Schuppen Perlen machen, und mit den Gräten
düngen.
Kornhuber veröffentlichte im Correspoudenzblatt
des Vereins zu Presburg IL p. 205 Bemerkungen über
das Vorkommen der Fische um Presburg und an einigen
anderen Orten Ungarns. Zunächst w^erden die Fische
aufgezählt, welche um Presburg vorkommen und dort
auf den Markt gebracht werden. Dies sind 1 Perca, 1
Lucioperca, 2 Aspro, 2 Acerina, 1 Cottus, 2 Cyprinus, 1
Carpio, 1 Carassius, 1 Tinea, 1 Barbus, 1 Gobio, 1 Rho-
deus, 5 Abramis, 1 Blicca, 1 Pelecus, 2 Alburnus, 1 Aspius,
1 Idus, 1 Scardinius, 2 Leuciscus, 2 Squalius, 1 Phoxinus,
1 Chondrostoma, 1 Thymallus, 1 Salar (Ausonii), 1 Salmo
(hucho), 1 Esox, 1 Umbra, 3 Cobitis, 1 Silurus, 1 Lota,
6 Acipenser, 2 Petromyzon (auch Ammocoetes wird noch
als besondere Art gezählt), zusammen 51 Arten. Daran
schliessen sich Bemerkungen über Vorkommnisse im übri-
gen Ungarn, PLattensee, Neusiedlersee, Theis u. s. w. Im
Stromgebiete der Weichsel kommen Arten vor, die im
ganzen Donaugebiet fehlen, wie Salmo salar, Anguilla
fluviatilis. Auch hier wird wieder erwähnt, dass Gaste-
rosteus aculeatus in der Donau nicht vorkommt. Im
während des Jahres 1864. 87
Allgemeinen stimmen diese Angaben so ziemlich mit de-
nen von Jeitteles (vergl. Bericht 1862. p. 646) überein;
nur verzeichnet unser Verf. einige Arten mehr^
Kner hat in Verhandl. zool. bot. Ges. in Wien XIV.
p. 75 die Fauna der österreichischen Süsswasserfische um
einige Arten vermehrt, die im Dniester und Pruth vor-
kommen, nämlich Acerina rossica Cuv., und drei Gobius-
Arten G. melanostomus PalL, fluviatiiis Fall, und G. gym-
notrachelus. — Im Anschluss an diese Mittheilung be-
spricht Verf. die durch v. Sieboid's Arbeit die ,,Süss-
wasserfische von Mitteleuropa^ herbeigeführte Verminde-
rung der Arten, und lässt ihr einige Kritik angedeihen.
St ein dachner verfasste einen „Catalogue preli-
minaire des poissons d'eau douce de Portugal conserves
au Museum d'histoire naturelle de Lisbonne. Lisbonne
1864. Derselbe enthält 9 Arten: 1 Cjprinus, 2 Barbus,
1 Leuciscus, 1 Squalius, 1 Chondrostoma, 1 Alosa, 1 Trutta,
1 Anguilla^ unter denen drei neue Arten, s. unten.
Heller verzeichnete 58 Arten Fische, die er im
südlichen Theil des adriatischen Meeres gesammelt hatte.
Verhandl. zool. bot. Gesellsch. in Wien XIV. p. 62.
Afrika. Die Fische der Sahara sind nach Desor
Bull, de la Soc. de Neuchatel VI. p. 530 nur in geringer
Zahl vertreten. Er glaubt , dass sie aus den artesischen
Brunnen hervorkommen, und dass sie in einem unterir-
dischen Meere leben. Cyprinodon cyanogaster und do-
liatus Guich. gehören derselben Art an, und sind nur
Geschlechtsverschiedenheiten, erstere ist das Weibchen,
letztere das Männchen. Verf. will ihnen den Namen des
Weibchens erhalten. Die Identität von Tellia apoda bleibt
zweifelhaft. In der Oase Ourlana und bei Tuggurt kommt
Coptodon Zillii Gerv. zahlreich vor. Der Reisende fand
diesen Fisch von abscheulichem Geschmack.
Günther berichtete über eine Sammlung von Fi-
schen des Dr. Kirk vom Zambezefluss und aus dem See
Nyassa in Afrika. Die Sammlung enthielt 30 Arten, un-
ter denen einige Chromiden und eine Cyprinengattung
neu. Proc. zool. soc. p. 303.
88 Troschcl: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
In Maillard's Notes siir l'ile de la Reunion (Bour-
bon) 2. edit. Paris 1863 hat Guichenot den Abschnitt
über die Fische bearbeitet. Annexe C. p. 1 — 32. Es sind
60 Percoiden, 1 Sphyraena, 1 Polyncmus, 6 Upeneus, 13
Cataphracten, 14 Sciacnoiden (einschliesslich 11 Poma-
centroiden), 5 Sparoiden, 6 Maeniden, 20 Sqnamipenucn,
1 Labyrinthfisch, 20 Scomberoiden, 16 Teuthyer, 1 Athe-
rina, 4 Mugiloiden, 6 Blennioiden, 16 Gobioiden, 5 Pe-
diculaten , 42 Labroiden, 2 Aulostomen, 1 Siluroiden, 2
Cyprinoiden, 6 Scomberesoces, 10 Clupeoiden, 3 Saurus,
3 Pleuronecten, 4 Echeneis, 13 Aale, 5 Lophobranchier,
32 Plectognathen, 8 Plagiostoraen — zusammen 326 Arten.
Eine Anzahl neuer Arten s. unten.
Asien. Das Verzeichniss der Fische, wie es in
Unger und Kots chy „die Insel Cypern ct. Wien 1865."
p. 573 gegeben ist, enthält nur 29 Arten, und ist daher
wohl ziemlich unvollständig.
Günthe» fand zufolge einer Sammlung von Fi-
schen aus Palästina eine Verwandtschaft des Jordan mit
dem Nil und anderen Flüssen des tropischen Africa.
Cbromis und Hemichromis sind echt afrikanische Formen,
während fast alle anderen Arten identisch mit Fischen
aus Syrien sind. Das Verzeichniss enthält 17 Arten, un-
ter denen 4 neue.
Bleeker's Atlas ichthyologique des Indes orien-
tales wurde im Jahr 1864 mit den Lieferungen 12 bis 16
fortgesetzt. In ihnen wurden die Cyprini vom 13 — 38
Bogen Text fortgesetzt und beendet ; sie sind im Ganzen
auf 55 Tafeln abgebildet und bilden den dritten Band
des Werkes. Demnächst erschienen die ersten 18 Bogen
Text der Aale, Muraenae, nebst 48 Tafeln , die den vier-
ten Band bilden werden. Ueber den Inhalt der beiden
Gruppen vergleiche unten weitere Mittheilungen.
Verslagen en Mededeelingen der koninkl. Akad. van
Wetenschapen (abgedruckt in Ned. Tijdschr. voor de Dier-
kunde IL p. 96) enthält folgende ichthyologische Mitthei-
lungen von Bleekcr:
p. 352. Notice sur la Faune ichthyologique de Siam.
während des Jahres 1864. 89
Daselbst wird eine neue Welsgattung beschrieben und
abgebildet. Yerf. kennt von Siam 22 Siluroiden.
p. 359. Deuxieme notice sur la Faune ichthyologique
de risle de Saparoua. In der ersten Notiz verzeichnete
Verf. 18 Arten von dieser Molukken -Insel. In gegen-
wärtiger Mittheilung fügt Yerf. dieser Fauna 19 Arten
hinzu.
p. 362. Notice sur quelques poissons de l'ile Grand-
Key. Verf. nennt 6 Arten von dieser Inselgruppe, welche
westlich von den Aru-Inseln liegt.
p. 364. Notice sur quelques poissons de l'ile de
Noussa-Laut. Von dieser Insel; welche mit Saparoua und
Haroukou die Uliassers-Inseln bildet, werden 19 Arten
aufgezählt.
p. 366. Notice sur la Faune ichthyologique des iles
Arou. Die Zahl der hier verzeichneten Arten beläuft
sich auf 47.
B 1 e ek er bestimmte eine Sammlung von 26 Fischen
von Manila für das Pariser Museum und fand darunter
einen neuen Aal. Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde
11. p. 30.
In einer Notiz über die ichthyologische Fauna von
Siam verzeichnete Bleeker ib. p. 33 im Ganzen 116
Arten von dort.
Ebendaselbst p. 38 beschreibt Derselbe eine An-
zahl neuer Aale des Indischen Archipels, s. unten.
Ferner fand Derselbe ib. p. 55 unter einer Samm-
lung von 63 Arten von Amoy in China, die Gustav
Schlegel an das Reichsmuseum in Leiden einsandte,
drei neue Arten, einen Diapterus und zwei Aale.
Bleeker verzeichnete auch ib. p. 62 von der Insel
Haruko 24 Arten Fische.
In Tijdschr. voor de Dierkunde IL p. 141 bringt
Bleeker eine vierte Notiz über die ichthyologische Fauna
von der Insel Büro. Danach kennt er von dort 337
Species.
Ib. p. 171 werden von Siam 177 Fische aufgezählt.
Ebenso ib. p. 182 von der Insel Ceram 394 Arten.
90 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Ueber chinesische Cyprinoiden berichtete Bleeker
nach einer Sendung von B a c o u r t an das Pariser Museum.
Nederl. Tijdschr. voor de Dierkundc II. p. 18. Es werden
13 Arten verzeichnet, worunter acht neue Arten und drei
neue Gattungen.
In dem Appendix zu Travels in tlie Central parts
of Indo- China (Slam), Cambodia and Laos during the
Years 1858, 1859 and 1860 by the late M. Henri Mouhot
London 1864 hat Günther IL p. 174 einige neue Süss-
wasserfische verzeichnet, die fast alle schon in Günther's
Catalogue aufgeführt sind.
Australien. Ueber die Süsswasserfische Austra-
liens berichtet Krefft Proc. zool. soc. p. 182. In den
Flüssen welche in Port Jackson und Botany-Bay münden
sind nur 4 Arten gefangen worden , nämlich Eleotris
australis, Mugil dobula Gthr., Anguilla australis Rieh, und
Galaxias scriba. Verf. vermuthet, dass in den Bächen an
der Nordküste von Pore Jackson auch ein Therapon vor-
komme. — In dem Nepean oder Hawkesbury und* seinen
Zuflüssen kommen vor: Mullus dobula und compressus
Gthr., Anguilla australis Rieh., Lates colonorum Gthr.,
und Dertropogon robustus Gthr., wahrscheinlich Beryx af-
finis, ferner Platycephalus tasmanius Rieh., Galaxias scriba
Rieh., Megalops setipinnis Rieh., endlich vier neue Eleotris.
Amerika. In Results of meteorological observations
IL 1. p. 212 sind einige Notizen über den ersten Fang
des Störes, des Maifisches und des Herings von einer
Anzahl Stationen Nordamerika's aus den Jahren 1851 — 59
durch Franklin Hough zusammengestellt. Am frühsten
wurde der Stör 1859 den 15. März zu Crichtons Store
in Virginien gefangen; der Maifisch 1856 zu Savannah
in Georgia bereits am 31. Dec. ; der Hering 1858 den 20.
Februar zu Rose Hill in Virginien.
Leider ist in diesen Berichten eine Geschichte der
Fische von Massachusetts von Stör er übersehen worden,
welche in mehreren Abschnitten in Memoirs of the Ame-
rican Academy of Arts and sciences erschien:
Yol. V. 1855. p. 49. — C Percoiden, 15 Trigloiden ; ib. p. 122.
während des Jahres 1864. 91
2 Sciaenoiden, 2 Sparoiden, 15 Scomberoiden, 1 Atherinoid, 1 Mu-
giloid ; ib. p. 257. 6 Blennioiden, 3 Lophioiden, 2 Labriden, 1 Silu-
roid, 8 Cyprinoiden, 3 Cyprinodonten. — Vol. VI. 1858. p. 309. 1
Cyprinodont, 4 Esocideu (einschl. Scomberesocces), 1 Fistularid, 4
Salmoniden, 7 Clupeoiden, 10 Gadoiden, 1 Pleuronectoid); p. 3G7.
r/tijcis ßlamentosus n. sp. pl. XXIX. fig. 4. — Vol. VIII. 18G3. p. 389.
8 Pleuronectoiden, 1 Cyclopteroid, 2 Echeneiden, 2 Anguilloiden, 2
Lophobranchier, 8 Plectognathen, 1 Acipenser.
Cope stellte ein Verzeichniss der kaltblütigen Wir-
belthiere von Michigan zusammen, zunächst die Fische.
Proc. Philadelphia p. 276. Das Verzeichniss enthält 1 Cy-
clostomen , 3 Ganoiden , 3 iSiliiroiden , 27 Cyprinoiden.
Unter letztern sind einige neueArten; die unten namhaft
gemacht sind.
Günther fand unter z^Yei Sendungen von Central-
Amerika, 26 Arten von der Westküste von Panama, 3
Arten von Colon, 1 Art aus dem See Managua in Nica-
ragua, mehrere neue Species. Proc. zool. soc. p. 24; Annais
nat. hist. XIV. p. 227.
Günther berichtet über eine Sammlung von Fi-
schen, "welche von Dow, Godman und Salvin aus Gua-
temala gebracht war. Er beschreibt hier vorläufig die
neuen Arten, welche in dem 3. 4. und 5. Bande seines
Catalogue nicht enthalten sind. Ausführliche Beschrei-
bungen, begleitet von Abbildungen sollen in den Trans-
actions of the zool. soc. folgen. Proc. zool. soc. p. 144.
Von Poey wurden in Memorias sobre la historia
natural de la Isla de Cuba IL p. 418 — 427, wie hier nach-
träglich bemerkt wird, 21 neue Arten beschrieben: 1 Lio-
propoma, 1 Serranus, 3 Haemulon, 1 Lampugus, 1 Tra-
chypterus , 1 Julis, 7 Scarus , 1 Gobius, 1 Chonophorus,
1 Blennius, 1 Ophidium, 1 Myctophum, 1 Muraena.
Dipnoi.
Kraus s schildert in den Würtemb ergischen Jahresheften XX.
p. 126 einen lebendigen Lungenfisch, Lepidosiren annectens, den er
in London umgeben von eingetrocknetem Schlamme gekauft hatte.
Er war nicht von Blättern sondern von einer hautartigen Hülle um-
geben, die Aetzkali widerstand, lebte vom Juni bis zum December
und frass Gammarus und Wasserkäfer.
92 Troschel: Bericht üb. cl. Leist. in d. Ichthyologie
Dasselbe Exemplar wurde vou v. Klein anatomisch unter-
sucht, ib. p. 134 — 144, und dadurch die Kenntniss dieses merkwür-
digen Fisches vermehrt.
Tcleostci.
Acauthoptcri.
PerCOidei- Ambassis robustus Schlg. Günth. ist von Stein-
dachner Archivio per la zoologia III. p. 196 Taf. IV. fig. 1 abge-
bildet.
"Percopsis Ilammondii Gill Proc. Philadelphia p. 151 aus Kansas.
Ceiilropomns medius, nigrescens und irevis Günther Proc. zool.
soc. p. 144, die beiden ersteren von Chiapam, letztere von Central-
Amerika. — C affmis Steindachner Wiener Sitzungsber. 49. p. 200.
Taf. 1. fig. 1 von Rio -Janeiro.
Cenlroprislis macvopoma Günther Proc. zool. soc. p. 145 von
der Westküste Panama's.
Seiranus angusUfrons Steindachner Verhandl. d. zool. -bot.
Gesellsch. in Wien XIY. p. 230. Taf. 7. fig. 2. 3, vielleicht identisch
mit S. (Cernua) ongus Bl. — S. longispinis von Madras und novem-
cinclus vom Cap. Steindachner Wiener Sitzungsber. 49. p. 483.
P l ecti'üp erca n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 121 soll
sich zunächst an Trachypoma anschliessen, hat aber einen nackten
Kopf und kleinere Cycloidschuppen. PL Berendiii aus Japan.
Mesoprion aratus Günther Proc. zool. soc. p. 145 von Chia-
pam. — M. griseoides Guichenot bei Mailard 1. c. p. 2 vou Isle de
Bourbon.
Nach Steindachner ist Acerina rossica Cuv. nur eine Far-
benvarietät von A. Schraetzer L. Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch.
in Wien XIV. p. 231.
Glyphodes n. gen. Guichenot bei Maillard 1. c. p. 3 verwandt
mit Aprion, mit einer Reihe Zähne , j)latt, ausgeschnitten, sammtar-
tige Zähne am Vomer und Gaumen. G. aprionoides Isle de Bourbon.
Gnjsies lunulalus Guichenot ib. p. 4 ebendaher.
EteostOmacea. PoecUichthys mcsacus aus dem Platte-River, Ne-
brasca und llololepis crochrous von New-Jersey Cope Proc. Phila-
delphia p. 232.
Berycidae. IJolocenimm ^AÄtficMw Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 49. p.482 aus Tahiti.
Den Lowe'scheu Gattungsnamen Metopias ändert Günther
CatalogueV. p. 433 in M elamphaes um und stellt sie in die Nähe
von Beryx.
während des Jahres 1864. 93
Pristipomatidae. Therapon percoides Günther Annais nat. hist.
XIV. p. 374 aus dem Fitzroy-River in Queensland.
Datnia plnmbea Steindachner Wiener Sitzungsber. 49. p. 484
vom Cap oder der Insel S. Paul.
Pristipoma brasiliense Steindachner (vergl. vorj. Ber. p. 239)
wird von Steindachner Verband, d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien
XIV. p.231 für identisch mit Pr. bicolor Casteln. erklärt. — Pr.
Dovii Günther Proc. zool. soc. p. 23. pl. 3. fig. 1 von der Westküste
Panama's. — Pr, chalcevm, macracanthum und leuciscus Günther ib.
p. 146 von der Westküste Panama's.
Conodon pacifici Günther Proc. zool. soc. p. 147 von Chiapam.
Haemulon margaritiferum Günther ib. p. 147 von West-Panama.
Diagramnia citrmellum Günther Annais nat. hist. XIV. p. 374
von den Cap Verdischen Inseln.
Meter ognathodon Peter sii Steindachner Wiener Sitzungsber. 49.
p. 203 von Zanzebar.
Trachinidae. SUlago SchomhurgkU Peters Berliner Monatsber.
p. 391 von Adelaide.
Cirrithidae. Mendosoma elongatum Steindachner Wiener Siz-
zungsber. 49. p. 485 von S. Paul.
Polynemidae. Polynemus melanopoma Günther Proc. zool. scc.
p. 148 von San Jose.
Nandidae- Catopm malabarica Günther Annais nat. hist. XIV.
p. 375 von Malabar.
Cataphracti- Armand Moreau machte Versuche über die
Erzeugung der Töne bei Trigla hirundo, um zu zeigen, dass sie von
dem Einflüsse der Nerven abhängen. Comptes rendus 59. p.436;
Revue et mag. de Zoologie XVI. p. 291.
In der Gruppe der Scorpaenoiden stellte Bleeker eine neue
Gattung Paraploactis auf. Ned. Tijdschr. voor de Dierkunde 11.
p. 168 : corpore capiteque compressis, ore mediocri, cute capite cor-
poreque tuberculis spinaeformibus obsita squamis veris nullis ; osse
suborbitali anteriore mobili postice spinis 3 obtusis divergentibus,
praeoperculo margine libero processubus osseis liberis obtusiusculis
armatis; apertura post branchiam quartam nulla; dentibus maxillis
pluriseriatis minimis, palatinis et vomerinis nullis; pinnis radiis
Omnibus simplicibus; pinnis verticalibus non confluentibus, dorsali
13-spinosa parte spinosa bipartita, parte anteriore vertice sita; pinnis
pectoralibus radio libro nuUo, anali spina unica. B. 6; V. 1.3. P.
trachyderma aus Australien.
Gill macht Proc. Philadelphia p. 145 kritische Bemerkungen
über die Gattungen Sebastes und Sebastodes Ayres.
Archiv f. Naturg-. XXXI. Jahrg. 2. Bd. G
94 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Sehastes meleagris Peters Berliner Monatsber. p. 392 aus dem
Rothen Meere.
Gasterosteidae. Ueber Eier und Brut des Stichlings Gastero-
steus aculeatus vergl. Ho rs fall in The intellectual obscrver V.
1864. p. 4. Ein Junges, 8 Tage alt, ist abgebildet.
Steindachner hält Wiener Sitzungsber. 49. p. 205 Günther's
Corvina stellifera nicht für identisch mit Bloch's Bodiauus stellifer
und nennt sie Corvina mivrops; sie ist Taf. 2. Fig. 2 abgebildet.
Derselbe zieht ib. p. 206 Corvina biloba Cuv. Val. zur Gat-
tung Pachypops und nennt sie Fackypops biloba.
Otolithus albus und reticulatus Günther Proc. zool. soc. p. 149
von Chiapam.
Umbrina elongata Günther ib. p. 148 von Chiapam.
Micropagon altipinnis Günther ib. p. 149 von Chiapam und
Sab Jose.
Sparoidei. Pentapns curtus Guichenot bei Maillard 1. c. p. 5
von Isle de Bourbon.
Gerres axillaris und brevimanus Günther Proc. zool. soc. p. 152
von Chiapam.
Diapterus (Gerres) decacanthvs Bleeker Ned. Tijdschr. voor de
Dierkunde IL p. 58 von Amoy in China.
Caesio diagramma Bleeker ib. p. 180 von Amboina.
MuUidae. Upeneus (MuUoides) letraspilus Günther Proc. zool.
soc. p. 148 von West-Panama.
Sqoamipennes. Chaetodon melaptervs Guichenot bei Maillard
1. c. p. 6 von Isle de Bourbon.
Fimelepterus altipinnoidcs Guichenot ib. p. 7 ebendaher.
Labyrinthici. Jesse Mitchell behauptet wieder die viel-
fach bezweifelte Thatsache, dass Anabas scandeus auf Palmyra-Bäume
klettere, und führt dafür das Zeugniss seines Assistenten Mr. Run-
gasawny Moodeliar an. Annais nat. bist. XIII. p. 117. — Ib.
p. 523 wird in einem Briefe Mitchell's an Brisbane Neill die
Thatsache bestätigt. Er beobachtete drei lebende Exemplare in
einem Aquarium. Beim Klettern bedienen sie sich vorzüglich des
Kiemendeckels und der Brustflossen.
Ctenopoma Pelherici Günther Annais nat. bist. XIII. p. 211
aus dem Nil.
Channa ocellata Peters Berliner Monatsber. p. 392 unbekann-
ten Fundortes.
Mugilidae. illugil Güntkeri Steindachner Wiener Sitzungsber.
49. p. 211 von British Guiana.
Atherinichlhys pacliylepis Günther Proc. zool. soc. p. 25 von
während des Jahres 1864. 9
der Westküste von Panama. — A. guatemalensis Günther ib. p. 151
aus dem See Huamuchal.
Garangidae. Coranx lencums Günther Proc. zool. soc. p. 24
von der Westküste von Panama.
Trachynotus glmicoides Günther ib. p. 150 von San Jose.
Steindachner beschreibt mit einigem Zweifel einen Fisch
des Wiener Museums für Pempheris Schomburgkii Müll. Trosch.
Wiener Sitzungsber. 49. p. 208. Auch das Bonner Museum besitzt
diesen Fisch aus Surinam, und ich zweifle nicht an der richtigen
Bestimmung. Einen Vergleich mit dem in Berlin befindlichen Ori-
ginalexempare kann ich nicht anstellen. Ob ich früher bei Abfas-
sung des Manuscriptes für die History of Barbados keine Beschrei-
bung beigefügt habe, oder ob Hob. Schomburgk sie weggelassen
hat, erinnere ich mich nicht mehr.
Echeneidae. Gill will die Nomenclatur der Familie Echenei-
doidae reformiren. Zu der Abtheilung Rem ov ae gehören die Gat-
tungen Echeneis L. (Typus Echeneis remora L.) , Remoropsis Gill
(E. brachyptera Lowe), Rhom b ochirus Gill (E. osteochir Cuv.),
Remilegia Gill (E. australis Benn.) ; zu der Abtheilung Lepte-
cheneides gehören die Gattungen Leptecheneis Gill (E. nau-
crates L.) und Ph t hei rieht hy s Gill (E. lineatus Menz). Proc.
Philadelphia p. 59.
Echeneis remeligo A. Dum., borbonicus und lophioides Guiche-
not bei Maillard 1. c. p. 17 von der Insel Bourbon.
Trichiruridaö. Gill sucht nachzuweisen, dass die beiden Fi-
sche, welche Hoy als Trichiurus lepturus L. beschrieben hat, ver-
schieden seien, dass der erstere ein Trachypterus gewesen sei bleibt
zweifelhaft, in dem zweiten wird Evoxymetopoa taeniatus vermuthet.
Proc. Philadelphia p. 205.
Taenioidei. Jonathan Couch schrieb über die Bandfische
der Gattung Gymnetrus. The intellectual observerll. 1862. p. 1 mit
einigen Abbildungen.
Teuthyes. Acanthurus gahmoides Guichenot bei Maillard 1. c.
p. 8 von Isle de Bourbon.
Gobioidei. Gobius ptmctatissimus Canestrini Archivio per la
zoologia III. p. 101. Italien im süssen Wasser.
Cotylopus n. gen. Guichenot bei Maillard 1. c. p. 9. Zahl-
reiche, biegsame Zähne im Oberkiefer, ebenso feine kürzere am Un-
terkiefer, mit einer Reihe stärkerer dahinter. Verwandt mit Sicy-
dium. C. acutipinnis und pavtipinnis von der Insel Bourbon,
Eleotris seminudus Günther Proc. zool. soc. p. 24. pl. 4. fig. 2
von der Westküste von Panama. — E. longipes Günther ib. p. 151
aus dem See Nicaragua. — E, Coxii, australis, grandiceps und com-
96 Troschel: Bericht üb. d Leist. in d. Ichthyologie
pressus Krefft ib. p. 183 aus den Zuflüssen des Hawkesbury -River in
Australien.
Amblyopus brevis Günther Proc. zool. soc. p. 151 von West-
Panama.
Callionymus papilio Günther Annais nat. hist. XIV. p. 197 von
Melbourne.
Discoboli. Gill gab Proc. Philadelphia p. 189 eine Synopsis
der Cyclopteroiden des östlichen Nordamerika. Er unterscheidet
zwei Gruppen : 1. Cyclopterinae mit Cycl. lumpus und Eumi c roiie-
mus spinosus (Cycl. spinosus Fabr.). 2. Liparidinae mit den Gat-
tungen Liparis, 4 Arten worunter L. arctica von Port Foulke in
Grönland neu, und Careproctus Reinhardi Kr.
Von Henrik Kroyer erhielten wir weitere Bemerkungen
über Liparis lineata. Naturhistorisk Tidsskrift I. p. 539 — 553.
Gobiesox rliodospilus Günther Proc. zool. soc. p. 25 von der
Westküste Panama's.
Canestrini hat Archivio per la zoologia III. p. 177 Studien
über Lepadogaster gemacht. Er unterscheidet nach der Verwach-
sung der Dorsale und Anale mit der Caudale drei Gattungen. 1.
Gouania Nardo. Flossen ganz verwachsen mit 1 Art G. prototypus
(Lep. Wildenowii Risso, Leptopterygius Troschel). 2. Lepadoga-
ster Gouan Flossen verwachsen, aber doch abgesetzt mit 3 Arten
L. Gouanii Lac, Brownii Risso, acutus n. sp. 3. Mir bei ia Cane-
strini. Flossen getrennt, mit 3 Arten Lep. Decandollii Risso, Des-
fontainii Risso und iU. gracilis n. sp. Mehrere sind auf Taf. III.
abgebildet.
Blennioidei. B lecker erklärt sich dahin, dass Xiphasia Swns.
= Xiphogadus Gthr. und Nemophis Kp. ihre natürliche Stellung
neben Petroskirtes in der Blennioidenfamilie einnehmen müssen und
beschreibt eine neue Art Xiphasia trachypareia unbekannten Fund-
ortes. Verslagen Koni. Akad. van Wetensch. Deel XVII ; Ned. Tijd-
schr. voor de Dierkunde II. p. 194.
Cristiceps filifer Steindachner Archivio per la zoologia III.
p. 199 von den Philippinen.
Von einer neuen Gattung Mi er ode smu s Günther Proc. zool,
soc. p.26 lässt es Verf. zweifelhaft, ob dieselbe zu den Blennioiden
oder Gadoiden gehört. Der Körper ist aalförmig mit rudimentären
Schuppen, Kopf kurz, Schnauze stumpf, Mundspalte klein mit vorste-
hendem Unterkiefer; Augen klein, kleine Zähne in beiden Kiefern,
Gaumen zahnlos ; Kiemenöffnung ein kleiner Spalt vor der Brust-
flosse. Verticale Flossen durch eine Membran vereinigt, Rücken-
und Afterflosse mit ungetheilten Strahlen, Brustflossen kurz, Bauch-
flossen thoracisch mit einem Strahl; After in der Mitte der ganzen
Länge. M. dipus pl. 3. fig. 2 von der Westküste von Panama.
währeud des Jahres 1864. 97
G i 1 1 trennt Proc. Philadelphia p. 208 von den Blennioiden als
eigene Familie S t icha eoidae die Gattungen Centrobleunius, Lep-
toblennius, Lumpenus, Anisarchus, Leptoclinus, Stichaeus und Eu-
mesogrammus, die an Gunnellus erinnern, aber deren Körper nach
hinten mehr verschmälert und mit Schuppen bedeckt ist, mit ver-
längertem Kopfe, hinter den Augen deprimirtem Schädel, vorgezo-
genen Kiemenöffnungen, dorniger Rückenflosse und mit Appendices
pyloricae.
PediCUlati. In der Familie der Armflosser stellte Günther
Proc. zool. soc. p. 301 eine neue Gattung Melanocelus auf. Kopf
und Körper comprimirt, Kopf sehr gross, Körper klein, die Bauch-
höhle bildet einen vom Rumpfe herabhängenden Sack; Mundspalte
sehr weit; Kiefer- und Gaumenzähne lang, spitz, von ungleicher
Grösse; Kaut glatt: die stachlige Rückenflosse ist auf ein auf dem
Kopfe stehendes Filament reducirt ; weiche Dorsale und Anale kurz ;
keine Bauchflossen ; Kiemenspalte massig, unter den Brustflossen.
M. Johnsonii pl. 25 von Madeira.
Antennarins f/oramensh von Goram und ?tor/erm« von Amboina
Bleeker Ned. Tijdschr. voor de Dierkunde IL p. 177. — A. leopardi-
tius Günther Proc. zool. soc. p. 151 von West-Panama.
Thalassopkryne reticulata Günther Proc. zool. soc. p. 150 von
West-Panama. Bei dieser Gattung entdeckte Günther ib. p. 155
ein wirkliches Giftorgan. Der kleine sehr bewegliche Kiemendeckel
ist hinten mit einem langen durchbohrten Dorn bewaffnet; an des-
sen Grunde ein Säckchen mit weisser Flüssigkeit erfüllt.
Anacauthini.
Gadoidei. Atwood hält denKabliau von Neufundland für ver-
schieden von dem aus der Massachusetts-Bay; ersterer laicht im April
und Mai, letzterer im December. — Putnam ist der Ansicht, dass
der Kabliau von Neufundland und nordwärts zu der Europäischen
Species gehöre, während der Amerikanische Kabliau nur in den Ge-
wässern von Massachusetts gefunden werde. Proceed. Boston Soc.
IX. p. 318.
Cobbold schilderte den feineren Bau des Kabliau (Cod fish)
The intellectual observer I. 1862. p. 199.
Die Gattung Chiasmodus Johnson setzt Günther CatalogueV.
p. 435 in die Gadoidenfamilie, wo sie wegen des nackten Körpers
eine eigene Gruppe bilden müsse.
Ophidini- Ueber Ophidium imberbe und seine Synonymie vgl.
G i 1 1 Proc. Philadelphia p. 200.
Fleuronectae. Steenstrup hat über die Schiefheit der Flun-
98 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
dem und namentlich ülDer die Wanderung des oberen Auges von
der Blindseite nach der Augenseite quer durch den Körper geschrie-
ben. Oversigt overVid. Selsk. Forhaudl. p. 145. Verf. bildet durch-
sichtige junge Plagusien ab, bei deren einer die Augen noch sym-
metrisch liegen, eines an jeder Seite, während bei der zweiten das
obere Auge im Durchbruch quer durch den Kopf begriffen ist, und
bei der dritten schon die beiden Augen auf einer Seite liegen und
also die Eigenthümlichkeit der Pleuronecten ausgebildet haben.
Diese Formen geben den sprechendsten Beweis, dass das Auge
wirklich von der einen Seite quer durch den Kopf auf die andere
Seite übergeht, mit anderen Worten, dass der symmetrische Fisch
allmählich sein Auge in den Kopf hinein und durch den Kopf hin-
durch auf die andere Seite schielt, und sich schliesslich zu einer
vollständigen Flunder schielt. Die gleiche Schädelbildung bei allen
Pleuronecten spricht für eine gleiche Durchgangsweise bei allen.
Damit wird denn auch die frühere Anschauungsweise, dass durch
Drehung des Kopfes die Augen auf eine Seite kommen, für unrich-
tig erklärt.
In derselben Abhandlung p. 168 macht Steenstrup das Prio-
ritätsrecht des Artnamens Rhombus barbatus Clocq. vor Rhombus
vulgaris Yarrell's geltend.
Gill zählt Proc. Philadelphia p. 214 die Pleuronectoiden der
Ostküste Nordamerika's auf. Es sind 16 Arten. Unter ihnen eine
neue Gattung Euchalar odus Putnami und eine neue Art Citka-
richthys niicrostomus, die ib. y. 220 beschrieben werden.
Gill stellte die Pleuronectoiden Californiens und des nord-
westlichen Amerika's zusammen. Proc. Philadelphia p. 194. Es sind
3 Arten Pleuronectes, 2 Parophrys, 2 Lepidospetta, 1 Platichthys,
2 Hypsopsetta, 1 Pleuronichthys ; 1 Psettichthys , 1 Paralichthys ;
1 Uropsetta, 1 Hippoglossus ; 1 Orthopsetta, IMetoponops n. gen.
Diese neue Gattung Metoponops ist nahe verwandt mit
Orthopsetta, unterscheidet sich aber von ihr durch den comprimir-
ten Kopf, die hervorstehende schmale Interorbitalleiste. M. Cooperi
von Santa Barbara in Californien.
Hemirhombus ovalis Günther Proc. zool. soc. p. 154 von der
Westküste Panama's.
Pharyngognathi.
Labroidei. lieber den Nestbau von Crenilabrus massa machte
Gerbe seine Beobachtungen bekannt. Revue et Mag. de zool. XVI.
p. 255, 273, 337. Die Nester sind in kleinen Höhlungen angebracht,
haben die Gestalt von Maulwurfshaufen, 12 — 15 Centimetres breit,
bestehen hauptsächlich aus Clatluphoreu-Stämmeu untermischt mit
während des Jahres 1864. 99
Conferven und Zosteren, und bilden ohne durch eine klebende Ma-
terie verbunden zu sein, feste Massen, die den Wellen Widerstand
leisten können. Sie sind durch zahlreiche Conchylien verschiedener
Art beschwert, beispielsweise fand Verf. in einem Neste gegen 600
Cerithium lima. Die Pflanzenstofife sind zu Ballen vereinigt, die an
Grösse der Mundhöhle des Fisches entsprechen, worin sie auch nach
Ansicht des Verf. bereitet sind. Zwischen diesen liegen die Eier
ohne unter einander oder mit dem Neste befestigt zu sein; sie sind
meist von derselben Entwickelungsstufe. Verf. hält es für w^ahr-
scheinlich, dass die Eier auf ein zuvor bereitetes Bett gelegt, und
dann mit einem Haufen anderen Materials geschützt werden. Die
Nester sind meist an der Grenze der Ebbe angebracht. Beide Ge-
schlechter bauen gemeinschaftlich. Auch von Crenilabrus melops
wird beschrieben. Verf. macht es wahrscheinlich, dass die Phycis
des Aristoteles ein Crenilabrus gewesen sei.
Cossyphvs spilotes Guichenot bei Maillard 1. c. p. 13 von Isle
de Bourbon.
G i 1 1 gründete auf Labrus pulcher Ayres von Californien und
Cossyphus Darwinii Jenyns eine neue Gattung Pimelometopon.
Sie soll sich von Trochocopus Gthr. durch eine grössere Zahl von
Schuppen und die Form des Kopfes unterscheiden. Proc. Philadel-
phia p. 58.
Plalyglossvs fHspilus Günther Proc. zool. soc. p. 25 von der
Westküste Panama's. — PL (Leptojulis) dubius Steindachner Wiener
Sitzungsber. 49. p. 210. Taf. 2. Fig. 1 von Zanzebar.
Steindachner erklärt seinen Platyglossus (Halichoeres) Do-
leschalli für identisch mit Halichoeres Schwarzii Bleeker = Platy-
glossus Schwarzii Gthr. Verhandl. d. zool. -bot. Gesellsch. in Wien
XIV. p.231.
Psendojulis notospilus Günther Proc. zool. soc. p. 26 von der
Westküste von Panama.
Chromides. In den Wiener Denkschriften Band 23. p. 57 be-
schrieb Steindachner als Beitrag zur Kenntniss der Chromiden
Mexiko's und Central-Amerika's folgende Arten: Acara rectangularis
aus Mexiko, tetracantha (Centrarchus tetracanthus C. V., Chromis
fusco-maculatus Guich., Acara fusco-maculata Gthr.) aus Cuba, Heros
bifasciatus Mexiko, lentiginosns Mexiko, Helleri Mexiko, urophfhalmus
Gthr. Centralamerika, gibbiceps Mexiko, fenestratus Gthr. Mexiko,
nificulipinnis Mexiko, triagramma Centralamerika, melanopogon Cen-
tralamerika, Petenia splendida Gthr. Centralamerika. Sie sind auf 5
Tafeln abgebildet.
Derselbe hat in Verhandl. d. zool. -bot. Gesellsch. in Wien
XIV. p. 225 Chromis Dumerilii, lalus Gthr., Güntheri, aureus, öiÄmmt-
100 Troschcl: Bericht üb. d. Leist, in d. Ichthyologie
lieh aus Westafrika, beschrieben und abgebildet. Chromis galilaeus
Gthr. wird für identisch mit Chr. niloticus erklärt.
Günther beschreibt Proc. zool. soc. p. 311 aus dem See
Nyassa in Afrika : Chromis sqvamipinnis und lalcristriga, Hemichro-
tnis intermedius, robuslus, longiceps, dimidialus. — Ferner ib. p. 492
aus dem See von Galilaea: Chromis Simonis, Andreae und Hemi-
chromis sacra.
Heros labialns Günther Proc. zool. soc. p. 27. pl. 4. fig. 1 aus
dem See Managua in Nicaragua. — //. quttulatus Westküste von
Guatemala, macracanihus von Chiapam und Huamuchal, citrinellus,
nigaragucnsis und Dovii aus dem See Nicaragua Günther ib. p. 152.
Physostomi.
Siloroidei. Günther handelt die Welsfamilie im 5. Bande
seines Catalogue p. 1 — 277 ab, und beschreibt darin 1005 Arten in
114 Gattungen. Die P''amilie w^ird in 8 Subfamilien getheilt.
1. Homalopterae. Rücken- und Afterflosse sehr lang. a. Cla-
riina. Gatt. Ciarias mit 19 Arten, neu Cl. parvimanus Nil, macra-
canihus Nil, xenodon Senegal, macromyslax Gambia, macrocephalus
Siam, brachysoma Ceylon und Heterobranchus mit 6 Arten, neu H.
inlermedius Nil. b. P lo to sin a. Gatt. Plotosus mit 3 Arten, C o-
pido glanis n. gen. 3 Arten, neu C. obscurus Australien, Cnido-
glanis n. gen. 3 Arten, neu Cn. lepturus Neu-Südwales. c. Cha-
cina. Gatt. Chaca 3 Arten.
2. Heteropterae. Strahlige Rückenflosse wenig entwickelt, und
wenn vorhanden zum Abdomin altheil der Wirbelsäule gehörig ; Fett -
flosse sehr klein oder fehlt; Afterflosse sehr lang; Kiemenhäute be-
decken den Isthmus, bleiben mehr oder weniger getrennt, d. Siln-
rina Gatt. Saccobranchus 4 Arten, neu S. microps Ceylon, viicro-
cephalvs Ceylon, Silurus 6 Arten, neu S. afghana, Silurichthys 3 Ar-
ten, Wallago 2 Arten, Belodontichthys 1 Art, Eutropiichthys 1 Art,
Cryptopterus 14 Arten, neu C. amboinensis, Callichrous 10 Arten,
neu C. cetjlotiensis, Schübe 5 Arten, neu S. dispila Nil, Eutropius 6
Arten, neu E. obtusiroslris Indien, Hemisilurus 2 Arten. Siluranodon
1 Art, Ailia 2 Arten, neu A. afßnis Assam, Scliilbichthys 1 Art,
Lais 1 Art, Pseudeutropius 6 Arten, neu Ps. Milchelii Madras, lon-
gimanus Indien, Pangasius 7 A., Helicophagus 2 A., Silondia 1 A.
3. AnomalOptera. Strahlige Rückenflosse vorhanden aber klein,
dem Schwanztheile der Wirbelsäule angehörig ; Fettflosse sehr klein ;
Afterflosse sehr lang, Kiemenhäute bedecken den Isthmus, bleiben
getrennt bis zum Kinn. e. Hypophl halmin a. Gatt. Helogenes
1 A. und Hypophthalmus 4 A.
während des Jahres 1864. 101
4. Proteropterae. Strahlige Rückenflosse vorhanden, kurz,
mit nicht mehr als 11 Strahlen, dem Abdominaltheile der Wirbel-
säule angehörig, vor den Ventralen ; Fettflosse vorhanden , wohl
entwickelt, obgleich häufig kurz ; Afterflosse viel kürzer als der
Schwanz ; Kiemenhäute nicht mit der Haut des Isthmus verschmol-
zen, ihr Hinterand frei, selbst wenn sie mit einander verwachsen
sind; wenn ein Nasalfaden vorhanden ist, gehört er zu dem hinte-
ren Nasloch. f. Bagrina. Naslöcher entfernt, das hintere mit
einem Faden. Gatt. Bagrus 2 A., Chrysichthys 5 A., neu Chr. für-
catus und acutirostris Westafrika p. 430. Ciarotes 1 A. *), Macrones
19 A., neu M. elongatus Singapore, Pseudobagrus 4 A., neu Fs. bra~
chysoma Cochinchina, Liocassis 5 A., neu L. longiroslris Japan,
crassilabris China, Bagroides 3 A. , Bagrichthys 1 A. , Rita 5 A.,
Acrochordonichthys 6 A., Akysis 3 A., Olyra 1 A., Branchiosteus lA.,
Amiurus 13 A. neu A. meridionalis Guatemala, Hopladelus, Noturus
4 A. neu N. flatycephalus Nordamerika, g. Pimelodina. Naslö-
cher entfernt, ohne Faden, Gatt. Sorubim 1 A., Platystoma 11 A.,
Hemisorubim 1 A., Platystomatichthys 1 A., Phractocephalus 1 A.,
Piramutana 2 A., Platynematichthys 1 A., Piratinga 3 A., Sciades
2 A., Pimelodus 42 A. neu P. holomelas Essequibo, guatcmalensis
Guatemala, Wtichereri Bahia, Godmanni Mexiko, nicaraguensls Nica-
ragua, petenensisTeten, kypselurus 'Mexiko, motague?isis Rio-Motagua,
humilis Venezuela, Salvini Guatemala, polycmilns Guatemala, platy-
chir Westafrika, Pirinampus 1 A., Conorhynchus 1 A., Notoglanis
n. gen. I.A., Callophysus 3 A., Auchenaspis 1 A. h. Ariina,
Naslöcher genähert, ohne Faden, das hintere mit einer Klappe. Gatt.
Arius 68 A, neu A. guatcmalensis, assimilis, platypogo7i, Seemanni,
*) Anmerkung. Herr K n e r theilte mir hierzu brieflich mit :
Von seinem Ciarotes Heuglini sage Dr. Günther Catal. V. p. 74:
»is certainly but a deformed specimen of the Ciarotes laticeps,« zu
welchem Günther den Pimelodus laticeps Rüpp. macht. Sein
Exemplar sei aber entschieden kein missgestaltetes. Vergleiche man
Rüppel's Beschreibung und Abbildung des Pimelodus laticeps in
dessen »Neuen Nilfischen p. 6. Taf. I. fig. 2«, so gew^ahre man, dass
nicht nur die Bildung des Kopfes wesentlich von jener bei Ciarotes
abweiche, sondern auch die fast aller Flossen, indem die tiefgablige
Caudale in spitze Lappen endet und auch die Verhältnisse der Kno-
chenstrahlen der Rücken- und Brustflossen völlig verschieden sind.
Wenn Günther ferner meine, dass die Gatt. Chrysichthys Blkr.
von Ciarotes kaum verschieden sein dürfte, so beruht dies wohl nur
auf der Annahme, dass der Charakter von Ciarotes auf der strah-
ligen Fettflosse beruhe, während er doch in der Kopf beuge liege.
102 Troschel: Bericht üb. d. Lcist. in d. Ichthyologie
coerttlescens alle von Guatemala laliscutalns Westafrika, Parkii Ni-
pfer , (Jasycephfilus Sandwichinscln , Kirkii Zambeze , macracanlhus
Siam, cochinchincnsis Cochinchina, nuchnlis Guiana, laticeps Guiana,
meUinopus Rio-Motagua, Galeichthys 1 A., Genidens 1 A., Hemipi-
melodus 3 A. , Ketengus 1 A. , Aelurichthys 4 A. neu lonfiispinis
Mexiko, nuchalis Panama, Paradiplomystax 1 A., Diplomystax 1 A.,
Osteogeniosus 3 A., ßatrachocephalus 1 A. i. Bagaiina. Naslö-
cher genähert, mit einem Faden zwischen ihnen, Gatt. Pagarius
1 A., Euclyptosternum 1 A., Glyptosternum 8 A. neu Gl. cpacile
Nepal, (hccanense Dcccan, Hara 3 A., Amblycops 3 A.
5. Stenobranchiae. Strahlige Rückenflosse kurz, wenn vorhan-
den, dem Abdominaltheil der Wirbelsäule angehörig, Ventralen hin-
ter ihr; Kiemenhäute mit der Haut des Isthmus verwachsen, k.
Doradina. Strahlige Rückenflosse vorhanden, Naslöcher entfernt.
Gatt. Ageniosus 4 A. neu A, axillaris Surinam p. 431, Tetranema-
tichthys 1 A., Euanemus 1 A., Auchenipterus 9 A. neu A, ohscurus
Essequibo, loMiimanus Para, robuslus Demerara, Centromochlus 2 A.,
Trachelypterus 2 A., Cetopsis 3 A., Asterophysus 1 A., Doras 13 A.,
Oxydoras 7 A. , Rhinodoras 3 A. , Synodontis 12 A. neu S. sorex
Nil, nebidosus Mozambique, omias Westafrika, gambiensis Gambia,
zambesensis Zambeze, xiphias Westafrika. 1. liliin o glanina. Nas-
löcher genähert. Gatt. Rhinogl anis n. gen. 1 A. Rh, lypus Nil,
Mochochus 1 A., C a II o my s t ax n. gen. 1 A. m. Malapteru-
rina. Keine strahlige Rückenflosse, Naslöcher entfernt. Gatt. Ma-
lapterus 3 A. neu M. afßnis Old-Calabar.
6. Proteropodes. Strahlige Rückenflosse vorhanden und ziem-
lich kurz ; Bauchflossen unter oder vor der Rückenflosse ; Kiemen-
häute mit dem Isthmus verwachsen , Kiemenöffnungen eine kurze
Sx^alte; Brust- und Bauchflossen horizontal; After vor oder nicht
viel hinter der Mitte der Körperlänge, n. Hypo st omatina. Nas-
löcher genähert, Unterlippe mit einem Segel. Gatt. Arges 2 A.,
Stygogenes n. gen. 2 A. neu Sr. Ihnnholdfii, Brontes 1 A., Astro-
blepus 1 A., Callichthys 11 A. neu C. afßnis Rio-Grande, Plecosto-
mus 15 A. neu PI. Wuchereri Brasilien, hrevicauda Brasilien, Lipo-
sarcos n. gen. 3 A. neu L, allipinnis River Cupai, Chaetostomus
25 A. neu Ch. olifjospilus River Capin, Schombnrgkii Guiana, hoplo-
genys Para, lencostictvs Essequibo, Pterygoplichthys 4 A., Rhinele-
pis 1 A., Acanthicus 2 A., Loricaria 17 A., Acestra 4 A. neu A.
amazonnm Amazonenstrom, gladiolus Rio-Cupai, Sisor 1 A., Erethi-
stes 1 A., Preudecaeneis 1 A., Exostoma 2 A. o. As pr edinino,
Naslöcher entfernt, ohne Faden, Unterlippe ohne Lappen. Gatt.
Bunocephalus 2 A., Bunocephalichthys 1 A., Aspredo 6 A.
7. Opisthopterae. Strahlige Rückenflosse vorhanden, kurz
über oder hinter der Korperlänge, über oder hinter den Bauchflos-
während des Jahres 1864- 103
sen, welche in einer Gattimg fehlen, Afterflosse kurz; Naslöcher
entfernt, Faden , wenn vorhanden , am hinteren Nasloch; Kiemen-
häute nicht an den Isthmus angewachsen; p. IS eniat o g en yi na.
Rückenflosse über den Bauchflosseu. Gatt. Heptapterus 2 A., Nema-
togenys 1 Art. q. Trichomycter in a. Rückenflosse hinter den
Bauchflossen, wenn diese vorhanden sind. Gatt. Trichomycterus 7 A.,
Eremophilus 1 A., Pariodon 1 A.
8. BrancbiCOlae. Rückenflosse vorhanden, kurz , hinter den
Bauchflossen; Afterflosse kurz; After hinter der Mitte der Körper-
länge ; Kiemenhäute mit der Haut des Isthmus verwachsen, r. S t e-
gophilina. Ein Bartfaden jederseits. Gatt. Stegophilus 1 A.,
Vandellia 2 A.
Die Societe hoUandaise des sciences ä Harlem veröffentlichte
eine Arbeit von Bleeker Description des especes de Silures de
Suriname conservees aux Musees de Leide et d'Amsterdam.
Die bereits bekannten Wels -Arten von Guyana belaufen sich
auf 80, von ihnen sind jedoch nur 34 als das Niederländische Guyana
bewohnend bezeichnet. Durch Arten der genannten Museen wird
die Zahl der Siluren von Surinam auf 55 gebracht. Davon beschreibt
Verf. als neu: Parahemiodon lypus, An'iis Dieperinhi, Netinrut dubia,
Hexanematichthys surinamensis , Heptapterus snrinamensis und Pla-
tystacus nematophorus. 36 Arten sind auf 16 Tafeln abgebildet.
Alle Familien und Gattungen sind charakterisirt, die Arten ausführ-
lich beschrieben.
Pimelodus altipinnis Steindachner Wiener Sitzungsberichte 49.
p. 213. Taf. 2. Fig. 3. 4 aus Britisch-Guiana.
In der Gruppe Bagrus stellte Bleeker Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde II. p. 7 zwei neue Gattungen auf:
Rhino b agr US capite dej)resso, scuto gracili granoso, crista
interparietali gracili granoso os interspinosum subattiugente; rostro
carnoso acuto squaloideo apice longo ante rictum producto; cirris
inframaxillaribus rectui approximatis ; rictu transverso infero ; den-
tibus vomero-palatinis in vittam curvatam indivisam dispositis ; oculis
Velatis; dorso lato carnoso; spinis dorsali et pectoralibas validis
dentatis ; pinna dorsali adiposa quam anali longiore ; cauda elon-
gata; caudali biloba. B. 8; D. 1. 7. Rh. Dunierili aus China.
Pelteobagi-us capite depresso , scuto granoso fonticulis la-
teralibus nullis ; crista interparietali granosa os interspinosum at-
tingente; dentibus maxillis et vomero-palatinis pluriseriatis parvis
acutis, vomero-palatinis in vittam semilunarem continuam dispositis ;
cirris inframaxillaribus margini maxillae anteriori approximatis;
oculis liberis subverticalibus ; dorso carnoso rotundato; spinis, dor-
sali postice edentula, pectoralibus serratis: pinna adiposa mediocri
104 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
mediac anali elongata opposita; prima anali elongata convexa ob-
tusa adiposa duplo longiore; piima caudali biloba. B. 9; D. 1. 6;
A. 4. 18. GegrÜDdet auf Silurus calvarius Basilewski.
H el er obafiru s Bleekcr Verslagen koninkl. Akad. XVI. p. 355.
Dentes maxillis et vomero-palatini pluriseriati parvi acuti, vomero-
palatini in vittam semilunarem continuam dispositi; cirri inframaxil-
lares margiui maxillae anteriori approximati; oculi liberi subvcrti-
cales ; caput compressum, scuto grauoso, rostro conico ; crista inter-
parietalis granosa os interspinosum attingens; dorsum valde com-
pressum; pinna adiposa elongata; Spinae osseae , dorsalis gracilis
longissima edentula, pectorales crassae postice serratae ; pinna analis
brevis mediae adiposae circiter opposita ; radii pinnarum seraipin-
nati; cauda elongata; caudalis biloba. B. 8, D. 1. 7. H. Bocourti
von Siam ist abgebildet. Die Gattung hält die Mitte zwischen Ilyp-
selobagrus, Pseudobagrichthys und Bagrichthys.
Cope beschreibt einen blinden Siluroideu vonPennsylvanien.
Proc. Philadelphia p. 231, der eine neue Gattung Gronias bildet:
Kopf breit, deprimirt, Supraoccipitalbein hinten frei, 10 Kiemen -
hautstrahlen, erster Rückendorn stark, hintere Flosse von der Cau-
dale getrennt, Ventralen mit 8 Strahlen, Augen rudimentär, von
der Haut bedeckt, Schwimmblase vorhanden. G, nigrilabris aus dem
Conestoga, Nebenflüsschen des Susquehannah.
Gyprinoidei. Die Abtheilung Cyprini zerfällt bei B 1 e e k e r
Atlas ichthyologique in folgende Familien: 1. Cobitioides mit
12 Gattungen, vertreten im indischen Archipel durch 11 Arten.
2. H omal opt er 0 i de s mit 2 Gattungen, vertreten durch 9 Arten.
3. Cyprinoides a. Catastomini mit 10 Gattungen keine indische
Art, b. Carpionini 2 Gatt, zwei ind. Arten, c. Labeonini 17. Gatt,
vertreten durch 41 ind. Arten, d. Chondrostomini 7 Gatt, keine
ind. Art, e. Barbini 26 Gatt, mit 71 ind. Arten, f. Paralabeonini 16
Gatt, nicht vertreten, g. Aulopygini 2 Gatt, nicht vertreten, h. Len-
ciscini mit 24 Gatt, nicht vertreten, i. Acheilor/naihini 6 Gatt, keine
ind. Art, k. Smiliofjastrini 5 Gatt, vertreten durch 5 Arten; zusam-
men 119 ind. Arten. — 4. Cyprinodontoides a. Cypritiodotili-
formes 15 Gatt, nicht vertreten, b. Aplocheiliformes 3 Gatt, mit 2
ind. Arten, c. Orestiasiformes 1 Gatt., nicht vertreten, d. Anablepi-
formes 1 Gatt, nicht vertreten. — Demnach kennt Verf. im Ganzen
141 Arten des indischen Archipels der Abtheilung Cyprini.
Bleekar beschrieb einige Arten von Cobitioiden und Cypri-
noiden aus Ceylon in den Acten der Holländischen Societät der Wis-
senschaften zullarlem. Man kannte bisher nur 1 Cobitioiden und 7
Cyprinoiden von dieser Insel, diesen fügte Verf. neun Arten hinzu,
von denen sechs neu sind. Es werden dann 2 Cobitioiden Nema-
cheilus notosligma Blkr und Lepidocephalichthys therinalis (Cobitis
während des Jahres 1864. 105
thermalis Val.) und 9 Cyprinoiden Garra ceylonensis , Labeobarbus
tor (Cyprinus tor Buchan.), Ptmtitts phutuiiio Buchan., Puntius (Bar-
bo(les) pleurotaeiiiaj Pnntins {Barbodes) chvijsopoma (Barbas chryso-
poma Val.), G?mthopogon biniacuJatus, Rasbora dandia (Leuciscus
dandia Val.), Danio lineolatus (Leuciscus lineolatus Blyth) und Danio
micronema beschrieben und sämmtlich sehr hübsch abgebildet.
Cobitis galilaea Günther Proc. zool. soc. p. 492 aus dem See
von Galilaea.
Botia modesla von Slam und Nemacheilus nudus aus Mongolien
Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde II. p. 11.
Puntius proctozijsron Bleeker Versl. kon. Akad. von Wetensch.
Deal XVII. Ned. Tijdschr. voor de Dierkunde II. p. 196.
Unter den von Bleeker aufgezählten Cyprinoiden aus China,
Nederl. Tijdschr. voor de Dierkurde II. p. 18 sind folgende als neu
beschrieben. Carpiodcs asiaticits, Parabramis n. gen. auf Abra-
mis pekinensis gegründet, P ar acanlhobr ama Guichenoti, Acan-
ihobrama Simoni, Gobio lieterodon , P s eud ol aiibuc a sinensis. —
Die Charaktere der neuen Gattungen lauten :
P ar ab r a m i s Gruppe Osteobramae , corpore oblonge valde
compresso, squamis magnis vestito ; rostrum convexum ; os parvum
symphysi nee hamatum nee tuberculatum ; os suborbitale anterius
subpentagonum apice sursum spectans ; oculi subposteri ; linea la-
teralis leviter curvata; pinna dorsalis brevis post ventrales rejecta
basi alepidota spinis 2 osseis edentulis armata spina posteriore
magna crassa; pinna analis valde elongata multiradiata; dentes
pharyngeales compressorii 2. 5. 3 - 3. 5. 2. Vesica natatoria triloba.
P aracanthobr ama, Gruppe Acanthobramae ; corpore ob-
longe - elongato compresso , squamis mediocribus vestito ; rostrum
convexum ; rictus parvus subhorizontalis ; maxilla inferior symphysi
nee hamata nee tuberculata; os suborbitale anterius pentagonum
apice sursum spectans ; oculi superi ; cirri 2, supramaxillares ; linea
lateralis recta; pinnae dorsalis et analis breves pauciradiatae, dorsalis
basi alepidota ventralibus opposita spina ossea edentula armata ;
dentes pharyngeales raptatorii biseriati 4 . 5 — 5 . 4.
P s eu d olaubuc a. Gruppe Smiliogastrini ; corpore elongato
squamis mediocribus vestito; capite convexo, oculis posteris, rictu
obliquo, maxilla superiore symphysi emarginata, maxilla inferiore
symphysi subuncinata ; linea gulo-ventralis valde angulata post axil-
lam concava ; pinna dorsalis brevis anacantha tota ante analem sita ;
linea lateralis valde curvata ; dentes pharyngeales triseriati compres-
sorii uncinati.
Cope beschrieb Proc. Philadelphia p. 277 folgende neue Cy-
prinoiden aus Michigan: Ceralicklkys cyclolis, stiymalicus ; Ükinich-
106 Troschcl: ßericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
ihys lu7}ahis; Sfiunlius prorifjer ; Albvrnops plumbeolus; Pimephales
Milesii; Hyho^ttalhus slra7nineus, volucelliis ; Camposloma callipleryx,
monnyruf, ffobioninvm. — In Noten unter dem Text füjyt Verf. not-li
einiofo neue Arten dieser Familie von anderen Localitäten hinzu :
Fofjnnirhilrys (ßdoncUvs p. 277 von Bridger's Pass, Ceralichlhy& vii-
cropogon p. 277 aus dem Conestoga, Nebenfluss des Susquehannah,
Rhiiüvhlhys inaxillosns p. 278 aus Kansas, llybopsis phaenna p. 279
aus Zuflüssen des Delaware, Squalius pholofienis p. 280 aus dem
Youghwgheny-River Pa., Squalius hyalope p. 280 aus dem Conestoga,
Alburnus oligaspis p.282 von Kansas, Algansea anlica p. 282 aus
Texas, llybognallms procne p. 283 aus dem Conestoga, Camposloma
hippops p. 284 aus Kansas.
Hyrtl beschrieb eine Eigenthümlichkeit des Schlundes bei
Catla Buchanani. Wiener Sitzungsber. 49. p. 161. Die Verbindungs-
stelle der Schlundknochen ist weit von dem vierten Kiemenbo-
gen entfernt, die Schlundkuochen sehr kurz, mit kleinen dreireihi-
gen Schlundzähnen versehen. Die Verbindungsleiste der Schlund-
knochen mit dem vierten Kiemenbogen ist mit zwei Reihen Horn-
fäden besetzt, und zwischen ihr und dem vierten Kiemenbogen ist
eine lange Spalte. Der Oesophagus ist sehr verengt. Verf. macht
darauf aufmerksam, dass die Schlundzähne beim Wiederkäuen thätig
sind, wie schon Owen angegeben hatte. Fische, bei denen ein Zu-
rückbringen des Mageninhaltes nicht gestattet ist, haben keine
Schlundzähne.
Nach Böckh kommen Verkrüppelungen des Karpfens (Cy-
prinus Carpio), die man Hundsköpfe nennt, häufig im Neusiedlersee
vor. Correspondenzbl. des Vereins zu Presburg II. 1863. p. 107.
Cyprinus Maillavdi Guichenot bei Maillard l. c. p. 14 von der
Insel Bourbon.
Peters beschreibt eine Var. capensis von Carassius vulgaris,
so wie zwei neue Arten Barbus sena und B. (Capoela) afer alle
drei vom Cap. Berliner Monatsber. p. 394.
Pelotrophus Günther n. gen. Proc. zool. soc. p. 314, von
Leuciscus durch die Form der Afterflosse unterschieden, deren vor-
derer Theil sehr hoch ist, während der hintere Theil plötzlich abge-
setzt, sehr niedrig ist. P. microlepis uud microcephalns aus dem
See Nyassa.
Psilouotns amhoUtcnsis Bleeker Ned. Tijdschr. voor de Dier-
kunde IL p. 180 von Amboina.
Paralanbnca Blecker Neder. Tijdschr. voor de Dierkunde
II. p. 15, neue Gattung aus der Gruppe Smiiiogastrini der Cyprinoi-
denfamilie : corpore oblonge valde compresso, squamis mediocribus ;
piunis ventralibus latcraliter sat longo supra carinam ventris regu-
i
während des Jahres 1864. 107
lariter convexam insertis: squamae nuchales post oculum incipien-
tes ; pinna dorsalis brevis anacantha vix ante analem elongatam
sita; pinnae pectorales capite longiores; maxillae, superior symphysi
emarginata, inferior symphysi subiincinata; iinea lateralis valde
ciirvata; dentes pharyngeales triseriati vora torii. F. typus von Siam.
Gnathopoyon jaranicvs und Rasbora macrocephalvs Bleeker
Ned. Tijdschr. vöor de Dierkunde IL p. 137 von Java.
Bai bus Bocafjei Steindachner Poiss. de Portugal 1. c. aus Spa-
nien und Portugal, B. Coinizo ib. aus dem Tajo.
Bliccopsis abramo-rutilus, welchen v. Siebold als Bastard-
fisch nachgewiesen hat, theilt Jäckel Abhandl. d. zool. -miner. Ver-
eins zu Regensburg IX. p. 49 in zwei Formen, die er Bliccopsis ery-
thropkthalmoides und alramo-vulilus nennt, und erstere als Bastard
von Blicca Björkna mit Scardinius erythrophthalmus, letztere als
Bastard von Blicca Björkna mit Leuciscus rutilus ansieht. — Einen
Bastard von Scardinius erythrophthalmus mit Leuciscus rutilus nennt
Verf. Scarciiniopsis anceps ib. p. 64.
Canestrini beschrieb eine Varietät von Alburnus alborella
De Fil. von Castelfranco im Modenesischen. Archivio per la zoolo-
gia IIL p. 103.
Canestrini hält Scardinius erythrophthalmus, macrophthal-
mus Heckel Kner, scardafa Bonap. und plotizza Heckel Kner nicht
für specifisch verschieden. Ai'chivio -per la zoologia IIL p. 105. —
Ebenso hält er ib. p. 108 Telestes Agassizi Heck., Savignyi Bonap.
und muticellus Bonap. für identisch. — Auch Barbus plebejus und
eques Bonap. erklärt er für synonym ib. p. 110.
Alburnus Kolschiji Steindachner Wiener Sitzungsber. 48. p. 193
aus Syrien ist im vor. Berichte übersehen worden.
Scaphiodon Capoeta nud socialis Heck, werden von Stein-
dachner Verhandl. d. zool. -bot. Gesellsch. in Wien XIV. p. 223
vereinigt; ihnen wird der erstere Name gelassen. Sc. Sieboldü Stein-
dachner ib. p. 224 aus Kleinasien.
Chondrostoma polylepis Steindachner Poiss. de Portugal.
Gyprinodontes. FoedUa BensonH und sexfasciata Peters Ber-
liner Monatsber. p. 395.
Characini. Günther bringt Catalogue V. p. 278 — 380 die
Familie der Characinen mit 47 Gattungen in folgende Uebersicht:
I. Ery thrinina. Keine Fettflosse. Gatt. Macrodon mit 4 Arten
neu /¥. inlermedins Cipo-River, microlepis Guatemala, Erythrinus 5 A.
neu E. longipinnis Essequibo und brevicanda, Lebiasina 1 A., Pir-
rhulina 1 A., Corynopoma 4 A. IL Fettflosse vorhanden. A. Be-
zahnung unvollständig, a. Curimatina. Rückenflosse kurz. Gatt.
Curimatus 15 A. neu C. spilurus Essequibo, Schumbunjkii Guiana,
108 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Prochilodus 12 A., Caenotropus (so wird hier Chilodus umgetauft)
2 A., Ilemiodus 8A., neu H. microcephalus River Capin , gracilis
lliver Cupai, Saccodon 1 A. , Parodon 1 A. b. Citharinina.
Rückenflosse ziemlich lang. Gatt. Citharinus 2 A. B. Zähne in
beiden Kiefern wohl entwickelt, a. Rückenflosse kurz. aa. Ana-
sioinutiiia. Kiemenöffnung ziemlich eng, Kiemenhäute an den
Isthmus angewachsen, Naslöcher entfernt. Gatt. Anostomus SA.,
Rhytiodus 2 A., Leporinus 14., neu L. afßnis Para, margarituceus
Guiana, melanopleiira Brasilien, bb. Kiemenöfifnungen w^eit, Kiemen-
häute nicht an den Isthmus angewachsen, Naslöcher genähert. «.
Telrufi onop l erina. Zähne comprimirt. eingeschnitten oder ge-
zähnelt. Gatt. Piabucina 2 A. neu L\ taülaeniata Guiana, Alestes
4 A., Br ac ky ul e s l es n. gen. 5 A. neu B. Rüppellii Nil, longi-
phinis Westafrika, Tetragonopterus 32 A. neu T. compressns Guiana,
poUjlepis Guiaua, micropluliahnus Peru, panainensis Panama, brevi-
munus Guatemala, peltnensis See Peten, humilis Guatemala, uligolepis
Guiana, chrysargyreus Essequibo, afßnis Guiana, caudumaculalus Süd-
amerika, pulyoiion Guayaquil, Scissor nov. gen. 1 A. Sc. macroce-
phalus Surinam, Pseudochalceus 1 A., Chirodon 2 A., Chalceus 1 A.,
Brycon 10 A. neu B. bahiensis Bahia, orlkolaenia Brasilien, brevi-
cauda River Capin, Chalcinopsis 4 A., Bryconops 2 A., Cr eagru-
tus TU. gen. l A. , Chalcinus 4 A. neu Ch. elunyatus, Gastropelecus
3 A. neu G. strigatus, Piabuca 2 A. neu F. spilnrtis Amazon, Ago-
niates 1 A. ß. Hy dr ocyunina. Alle Zähne konisch. Gatt. Ana,-
cyrtus (Epicyrtus Müll. Tr.) 7 A. neu A. pauciradiatus Para, guale-
inalensis Guatemala, Hystricodon n. gen. 1 A., Salminus 3 A.,
Hydrocyon 3 A. neu H. brems Nil, Sarcodaces n. gen. 1 A.,
Oligosarcus n, gen. 1 A., 0. argenteus Brasilien, Xiphorhamphus
7 A. , Xiphostoma 5 A. , Cynodon 3 A. b. Rückenflosse ziemlich
lang. aa. D is tichodontina. Kiemenspalten massig, Kiemenhäute
an den Isthmus angeheftet. Gatt. Distichodus 7 A. neu D. rostratus
engycepkahis, brevipinnis alle drei aus dem Nil, macrolcpis Ostafrika,
bb. Kiemenspalten weit, Kiemenhäute nicht an den Isthmus ange-
heftet, u. Icklhyborina. Bauch rund, Kiefer mit konischen
Hundszähnen. Gatt. Ichlhyborus n. gen. 2 A. neu /. microlepis
Nil. ß. Cr ctiuc hina. Bauch rund, keine Hundszähne. Gatt. Cre-
nuchus 1 A. y. S err asalmonina. Bauch gesägt. Gatt. Mylesi-
nus 1 A., Serrasalmo 13 A. neu S. scapnlaris Essequibo, Myletes
ISA. neu M. parmal^arB,, ellipticus Guiana, Catoprion 1 A. — Somit
kennt Günther 229 Arten in dieser Familie.
K u e r stellte eine neue Gattung der Characinen P sali do-
st o m a auf, die durch die sehr beweglichen Kiefer an Hemiramphus
erinnert, von langstreckiger Gestalt ist und die in der Mitte kräf-
tige Hundszähne, seitlich einreihige gelappte Zähne hat, dahinter in
während des Jahres 1864. 109
beiden Kiefern eine mittlere dreieckige Binde sammetartiger Zähne.
Ps. caudimacvlainni aus dem weissen Nil. Wiener Sitzungsber. Juni
1864. p. 110; Annais nat. bist. XIV. p. 399. — Yerf. hatte die Güte
mir brieflich mitziitheileu, dass diese Gattung dem Ichthyborus Gün-
ther entspreche, wahrscheinlich auch der Art I. microlepis Gthr.
Cat. V. p. 362. Es sei Günther's Verdienst den Characinus besse
Joannis zuerst als seiner Gatt. Ichthyborus angehörig erkannt zu
haben, was vom Verf. übersehen war. Er erkannte später die Iden-
tität der Gattung, hält aber die Species für verschieden. Die Prio-
rität des Gattungsnamen, worauf Kner keinen Werth zu legen er-
klärt, möchte doch zu seinen Gunsten sprechen. Kner's Exemplare
weichen in einigen Punkten von Günther's Angaben ab : die Kör-
perhöhe misst genau Vs der Länge ohne Caudale, die Stirnbreite
zwischen den Augen 1^2 Augendurchmesser, im Unterkiefer stehen
jederseits 16 — 17 lappige Zähne, die Caudale endet in zwei Gabel-
spitzen, Dorsale ohne dunklere Flecken, Zahl der Schuppen längs
der Seitenlinie beträgt nicht mehr als 93. Doch dürften diese Ab-
weichungen nicht specifische sein.
Salmonoidei. Widegren lieferte einen neuen Beitrag zur
Kenntniss der Schwedischen Salmonen (vergl. Bericht 1862. p. 673)
in Öf versigt af k. Vetensk. Akad. Förhandlingar 1864. p. 279 mit
7 Tafeln. Verf. berücksichtigt die Sterilität, welche nach v. Sie-
bold bei den Fischen häufig vorkommt, ist aber der Ansicht, dass
dieselbe nicht das ganze Leben hindurch andauere, sondern dass die
Männchen früher oder später geschlechtsreif werden.
Reeves machte Mittheilungen über die Irischen Salmfische-
reien. Dublin quarterly Journal of science III. p. 130 — 142. — Des-
gleichen Andrews ib. p. 152 — 171.
Andrews machte ferner ib. IV. p. 49 Bemerkungen über
die Salmoniden. Er will zeigen, wie Grösse und sonstige Eigen-
thümlichkeiten mit ihrem Wohnorte zusammenhängen.
Buckland äusserte sich über Lachszucht. Report of the Bri-
tish Association held at Bath 1864. p. 90. — Desgleichen Davy
ib. p.93.
lieber den Versuch Lachs-Eier nach Australien zu übertragen
sprach Johnson ib. p. 99.
Crisp fand unter den gewöhnlichen Forellen (Salmo fario)
auch solche von sehr dunkler Farbe, und er glaubt, dass gerade
diese an dunklen und tiefen Stellen des Stromes gefangen waren
(dies mag wohl mit dem Farbenwechsel zusammenhängen, auf den
V. Siebold aufmerksam gemacht hat; vergl. vorj. Ber. p. 228). In
dem Magen fand er viele Insekten. Proc. zooL soc. p. 166.
HaplOChitonidae. Zu der Gattung Haplochiton Jenyns , die
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. H
110 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Vallenciennes Farionella nannte, stellte Günther CatalogueV.
p. 381 eine neue Gattung Prototrocles mit einer neuen Art Pr.
inavaenn aus Südaustralien und gründete auf sie eine eigene Fa-
milie, die die Salmonoiden der nördlichen Hemisphäre in Südame-
rika und Australien vertritt. Die Charaktere der Familie sind:
Körper nackt (Haplochiton) oder beschuppt (Prototroctes) ; der Zwi-
schenkiefer bildet allein den Mundrand, Kiemendeckelapparat voll-
ständig ; keine Bartfäden ; Kiemenspalten weit, Pseudobranchien
wohl entwickelt ; Schwimmblase einfach ; Fettflosse vorhanden ; Eier-
stöcke blättrig, die Eier fallen in die Bauchhöhle, kein Eileiter;
keine Appendices pyloricae.
Sternoptychidae. Einen Theil der MüUer'schen Scopelini trennt
Günther Catalogue V. p.384 als eigene Familie ab. Sie unter-
scheidet sich von den Scopelidae durch die Theilnahme des Ober-
kiefers am Mundrande; diese Familie zerfällt in drei Gruppen: 1.
St er no p tychina. Körper ohne Schuppen, Pseudobranchien vor-
handen, eine rudimentäre stachlige Rückenflosse. Gatt. Argyrope-
lecus mit 4 Arten, Sternoptyx 1 A. 2. C oc ciin o. Körper ohne
Schuppen, Pseudobranchien vorhanden, keine rudimentäre stachlige
Rückenflosse. Gatt. Coccia (statt des verworfenen Namens Ichthyo-
coccus Bonap.) 1 A. und Maurolicus 4 A. 3. C haul iod o ntina.
Körper mit abfallenden Schuppen, keine Pseudobranchien. Gatt.
Gonostoma 1 A. und Chauliodus 1 A,
Scopelidae. Diese Familie, die nach Abzug der Sternoptychi-
dae aus dem Reste der Scopelini MüUer's besteht, theilt Günther
CatalogueV. p. 393 in drei Gruppen. 1) Saurina. Rückenflosse
in der Mitte der Körperlänge, kurz oder massig lang. a. Beschuppt
ohne phosphorescirende Flecke. Gatt. Saurus 9 Arten, neu 8. alti-
pinnis China, Saurida 5 Arten, neu S. grandisqunniis Louisiade Ar-
chipel, Harpodon 1 A., Aulopus 2 A., Chlorophthalmus 1 A. b. Be-
schuppt, mit phosphorescirenden Flecken. Gatt. Scopelus 20 A.
neu Sc. parvimanns Südsee, machrochir, subasper Stiller Ocean, Sco-
pelosaurus 1 A. c. Körper nackt. Gatt. Odontostomus 1 A. 2)
F aral epidina. Rückenflosse auf dem hinteren Theile des Kör-
pers. Gatt. Paralepis 3 A., Sudis 1 A. 3) Alepid o s attri na.
Rückenflosse nimmt fast die ganze Länge des Rückens ein. Gatt.
Alepidosaurus 3 A.
G i 1 1 erklärt Proc. Philadelphia p. 187 nach Untersuchung der
Gattungen Paralepis und Sudis die Alepidosauroiden und Paralepi-
doiden für nahe verwandt. Letztere theilt er in drei Gattungen,
Arctozenus, Paralepis und Sudis, indem er Paralepis borealis Reinh.,
weil die Rückenflosse vor den Bauchflossen liegt, als neue Gattung
Arctozenus abtrennt.
während des Jahres 1864. 111
Myctophum megalops Peters Berliner Monatsber. p. 383 vom
Cap Hörn.
Stomatiadae. Günther giebt Catalogue Y. p. 424 von dieser
Familie folgende Charaktere : Nackt oder mit sehr feinen Schuppen,
Zwischenkiefer und Oberkiefer bilden den Mundrand, beide gezähnt,
Kiemendeckel - Apparat nur wenig entwickelt , Kiemenspalte sehr
weit, keine Pseudobranchien, keine Schwimmblase? Fettflosse vor-
handen oder fehlt, Eileiter vorhanden. Sie zerfällt in zwei Grup-
pen: 1) Astronesthina. Zwei Rückenflossen, die vordere zwi-
schen Bauch- und Afterflosse , die hintere Fettflosse. Gatt. Astro-
nesthes 3 A. 2) Stomiaiiiia. Eine Rückenflosse über der After-
flosse. Gatt. Stomias 3 A., Echiostoma 1 A., Malacosteus 1 A.
Glupeacei. The herring its natural history and national im-
portance by John M.Mitchell. Edinburgh 1864. 8. Eine schöne
Abbildung des frisch gefangenen Herings und einige Tafeln, welche
die zur Heringsfischerei bestimmten Boote darstellen, zieren das
Buch. Auch dieser Verf. ist der Ansicht (p. 85), dass der Hering
nicht vom arctischen Meere komme, sondern nur aus grossen Tie-
fen an die Küsten komme um zu laichen. Das Werk zerfällt in
drei Bücher: 1) Naturgeschichte des Herings, worin dann in ein-
zelnen Abschnitten über das Ercheinen an den Küsten, seine Feinde,
Nahrung, Wanderung geschrieben ist; 2) der Fischfang in den ver-
schiedenen Ländern und die Zubereitung; 3) die chronologische Ge-
schichte der Heringsfischerei.
Eine Notiz über den Hering von Maccartney s. the intel-
lectual observer V. p. 368.
Harengula spilura Guichenot bei Maillard 1. c. p. 16 von
Bourbon.
Scleropages n. gen. Günther Annais nat. hist. XIV. p. 196
ist, wie Verf. in einer Note bemerkt, nahe verwandt oder identisch
mit Osteoglossum. Die Art S. Leichardti aus Queensland ist ab-
gebildet.
Galaxiae. Mesites gradlHmus Canestrini Archivio per la zoo-
logia HI. p. 100 von Chili.
Esoces. Eine zweite Abhandlung der Recherches sur les mon-
struosites du brechet observees dans l'oeuf ct. von Lereboullet
erschien in den Annales des sciences naturelles I. p. 113 — 199. Sie
enthält den experimentellen Theil, und im Verfolge p. 257 — 320 das
Resume und die Schlüsse aus den Experimenten.
Mormyri. In einer grösseren Arbeit über die Familie der
Mormyren (Memoires de l'acad. de St. Petersbourg VII. 1864) hat
Marcusen im ersten Theile eine sehr ausführliche und gründli-
che Anatomie der Mormyren gegeben, im zweiten Theile die Zoo-
112 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Tchthyoloofie
logie dieser Fische bearbeitet. Er unterscheidet vier Genera, indem
er den beiden Müller'schen Mormyrus und Mormyrops zwei neue
Phag-rus und Pctrocephalus hinzufügt. Sie werden durch folgende
Diagnosen unterschieden :
M 0 r Dl y V v s Müll. Caput elongatum, rostro longo, tenui, os
parvum, in apice anteriore situm. dentes ossis intermaxillaris et
maxillae inferioris emarginati, dentes partis anterioris ossis spheno-
basilaris et linguae acuti, conici; organon peculiare ccrebri maxime
evolutum, lobis tribus; vomer processu anteriore ossis palatini tectus.
9 Arten mit langer, 3 mit kurzer Rückenflosse.
M V r m yrops Müll. Caput minus elongatum, parte anteriore
parva, os in apice anteriore situm, dentes ossis intermaxillaris, ma-
xillae inferioris partisque anterioris ossis sphenobasilaris et linguae
acuti; organon peculiare cerebri lobis duobus ornatum: vomer osse
Palatino non tectus. 4 Arten.
Phagrus Marcusen. Caput antice rotundatum, os in parte
anteriore situm, dentes ossis intermaxillaris et maxillae inferioris
emarginati, dentes partis anterioris ossis sphenobasilaris et linguae
globosi, hemisphaerici ; vertriculus crassus; organon peculiare cere-
bri lobis duobus ornatum, Mormyrus dorsalis Geofifr.
Fe troce p ha Ins Marc. Caput obtusum, superficie superiore
fere quadrilatera. prominentia frontali cum osse nasali angulum rectum
efficiente, dentes ossis intermaxillaris et maxillae inferioris emargi-
nati et acuti, dentes partis anterioris ossis sphenobasilaris et lin-
guae acuti ; organon peculiare cerebri minime evolutum ; os orbito-
sphenoideum impar; os sphenoideum anterius. Mormyrus bane Lacep.
und 7 andere Arten.
Mormyrus tamandua Günther Proc. zool. soc. p. 22. pl. 2. fig. 1 ;
Annais nat. bist. XIV. p. 226 von Westafrika. Zur Vergleichung ist
in Fig. 2 derselben Tafel M. Petersii abgebildet.
Apodes. Bleeker theilt in seinem grossen Werke über die
Fische des Indischen Archipels die Gruppe der aalartigen Fische in
sechs Familien:
1. Anyu illoidei. Corpore cylindrico squamato, sqnamis
tessellatis, dentibus palatinis, inframaxillaribus, nasalibus, vomeriuis,
pharyngealibus pluriseriatis parvis subaequalibus ; apertura branehiali
externa utroque latere ante pinnas pectorales sita ; rostro non ante
maxillam inferiorem prominente; pinnis bene evolutis, dorsali, cau-
dali et anali continuis radiis sufifultis ; membrana • branchiostega
radiis tenuibus flexilibus 10 ad 13. Nur eine Gattung, deren ge-
bräuchlicher Name Anguilla verworfen, und dafür Muraena einge-
führt wird, mit 7 ostindischen Arten.
2. Synap h ohrancho i d e i. Corpore compresso squamato.
während des Jahres 1864. 113
squamis tessellatis, dentibus palatinis, inframaxillaribus, pharyngea-
libusque pluriseriatis inaequalibus, nasaHbus parcis caninis, vomeri-
nis in seriem eiongatum dispositis; rostro ante maxillam inferiorem
prominente ; apertura branchiaU externa unica infera ; pinnis pecto-
ralibus bene evolutis ; dorsali post anum incipieiate, caudali et anali
continuis. Nur eine Gatt. Synaphobranchus Johnson, keine ostindi-
sche Art.
3. P ty ob r auch aide i. Corpore vermiformi alepidoto ; nari-
bus posterioribus rostro ante oculum perforatis ; pinna dorsali post
anum reiecta vulgo rudimentaria cum caudali et anali continua;
apertura branchiali externa duplice , utroque latere unica infera ;
corde longe post branchias reiecto ; cauda trunco multo breviore ;
dentibus maxillis palatoque uniseriatis ;• vesica natatoria nulla. Gatt.
Moringua mit 3 Arten, x\phthalmichthys 3 A. und Pseudomoringua,
keine indische Art.
, 4. C on gro idei. Corpore alepidoto; naribus posterioribus
supra marginem labii superioris perforatis; pinnis dorsali, caudali
et anali continuis membranaceis ; apertura branchiali utroque latere
semilunari, non cum apertura lateris oppositi confluente; cor bran-
chiis opproximatum. 1 . Subfam. ^ e mich tkyi form es. Gatt. Ne-
michthys Rieh. — 2. Subfam. N et last omi form es. Gatt. Netta-
stoma Raf. — 3. Subfam. C ongrif orm es. Gatt. Hoplunnis Kp.,
Oxyconger Blkr., Muraenesox McCl. mit 4 indischen Arten, Brachy-
conger Blkr. — Conger Klein 2 Arten, Ophisoma Swains. 2 A.,
Uroconger Kp. 1 A., Neoconger Gir. — 4. Subfam. Myri form es.
Gatt. Myrophis Lütk., Echelus Raf. 1 indische Art, Muraenichthys
Blkr. 6 Arten.
5.. 0 phisur oidei. Corpore anguilloideo vel vermiformi,
alepidoto ; naribus posterioribus facie interna vel inferior! labii su-
perioris perforatis ; cauda apice aptera ; apertura branchiali utroque
latere unica semilunari; corde aperturae branchiali approximata.
1. Gruppe L eptognathi. Gatt. Leptognathus Swns. — 2. Gruppe
Brachysomophides. Gatt. Brachysomophis Kp. 1 A., Achirophich-
thys Blkr. 1 A. , Mystriophis Kp. , Crotalopsis Kp. — 3. Gruppe
0 phisuri. Gatt- Cirrhimuraena Kp. 3 A., Leiuranus Blkr. 1 A.,
Ophichthys Ahl. 21 A. neu 0. singapvrensis, Pisoodonophis Kp. 10 A.
neu F. moluccensis , Ophisurus Lac. 2 A., Callechelys Kp. 2 A. neu
C. melanotaenia. — 4. Gruppe Sphag ehr anchi. Gatt. Sphage-
branchus 7 A., Apterichthys Dum.
6. G ymjiothor acoid ei. Corpore anguilloideo - compresso,
alepidoto ; naribus posterioribus supra oculi marginem anteriorem
perforatis; cauda apice pinnata; pinnis pectoralibus nullis ; maxillis
subaequalibus ; corde aperturae branchiali approximato ; apertura
114 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
branchiali utroque latere unica parva a linea ventrali remota. Der
Inhalt dieser Familie gehört dem nächsten Berichte an.
Schon vor dem Erscheinen dieser Lieferungen des grossen
Werkes veröffentlichte Bleeker ein Systeraa Muraenarum revisum
in Ned. Tijdschr. voor de Dierkunde II. p. 113, welches ganz mit
dem obigen übereinstimmt. Danach gehören in die Familie der
Gymnothoracoidei die Genera p]chidna Forst., Gymnothorax Blkr.,
Priodonophis Kp., StrophidonMcCL, Thyrsoidea Kp., Gymnomuraena
Lac, Channomuraena Rieh.
In derselben Zeitschrift p. 123 verzeichnete Bleeker die Ar-
ten der Aale des Indischen Archipels : Synonyma Muraenarum indo-
archipelagicarum hucusque observatarum revisa, adiectis habitatio-
nibus citationibusque ubi descriptiones figuraeque earum recentiores
reperiuntur. Das Verzeichniss enthält 132 Arten.
Bleeker beschrieb Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde II.
p. 38 folgende neue Aale: Muraenichthys macrostomus von Amboina,
tnicrostomus von Celebes, Eckelus microchir von Celebes, Achiro-
phichthys typus n. gen. von Brachysomophis Kaup durch den völ-
ligen Mangel der Brustflossen verschieden, die Art von Celebes,
Ophichthys polyophlkalmvs, meJanochir und amhoinensis von Amboina,
Sphagebranchis Inmhricoides von Timor , Strophidon poiyodon von
Amboina, Priodonophis moluccensis von Amboina, Gymnolhorax rho-
docephalus von Amboina, formosus von Ceram. chilopsilus von Su-
matra, margaritophorus von Amboina. Gymnomuraena macrocephaliis
von Amboina.
Pisoodonophis oligodon und Oplichthys amoyensis Bleeker ib.
p. 59 von Amoy in China.
Muraena manillensis Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de Dier-
kunde II. p. 31 von Manila.
S aur enchely s nov. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 397.
Gestalt wie bei Nettastoma, keine Brustflossen, 5 Reihen Zähne im
Zwischenkiefer, am Vomer eine Mittelreihe und jederseits drei Rei-
hen kleinerer Zähne, Gaumenbeine mit 3 Reihen, Ober- und Unter-
kiefer mit 3 bis 4 Reihen ; Körper schuppenlos mit einfacher Seiten-
linie; in der Kiemenhaut 8 Strahlen, 3V<j Kiemen. S. cancrivora
ohne sichere Vaterlandsangabe.
Gill nimmt den Namen Gymnotus für Carapus in Anspruch,
weil er von Artedi ursprünglich für Gymnotus carapus allein an-
gewendet wurde, und hält es danach für geboten für die Gattung
Gymnotus einen neuen Namen einzuführen. Er wählt dazu El ec-
tr ophorus. Proc. Philadelphia p. 151.
In Quarterly Review 115. p. 173 — 200 ist eine Abhandlung
über Aale enthalten, auf die wir hier verweisen, obgleich sie eigent-
ich nur ein Bericht aus mehreren älteren Schriften ist.
während des Jahres 1864. 115
HolmichthOidCi. Leptocepknlus ( Diapha7iichthys) brevicavdus
Peters Berliner Monatsber. p. 399 von Luzon. Verf. spricht sich
bei dieser Gelegenheit gegen die Ansicht ans, dass die Leptocephali
nur Larvenzustände von Cepola oder anderen Bandüschen seien;
ganz junge Exemplare von Cepola Hessen ihn schon wenigstens die
Gattung erkennen.
Gill stimmt Proc. Philadelphia p. 207 der Ansicht von Ca-
rus bei, dass die Leptocephali Larven von anderen Fischen seien.
Er glaubt sicher zu sein, dass Leptocephalus Morrisii der junge
Conger vulgaris sei; Hyoproprus Messinensis Köll. hält er für die
Larvenform von dem Congroiden Nettastoma raelanura Raf., Esun-
culus Costai und Stomiasunculus könnten vielleicht junge Clupeoi-
den sein, und Porobranchus Kaup sei vielleicht zu Fierasfer zu
bringen.
Plectognatbi.
■ GymnodO&tes. Die Abhandlung über die Anatomie des Mond-
fisches von Cleland (vergl. Bericht über 1862. p. 675) ist in The
natural history Review 1862. p. 170 abgedruckt, begleitet von zwei
Tafeln. — Ihr folgt ib. p. 185 ein Aufsatz von Turner über die
Structur und Zusammensetzung der Bedeckungen des Orthragoris-
cus mola.
Sclerodermi. Nach Jonathan Couch kommt Ostracion qua-
dricornis in England vor. The intellectual observerV. p. 407. Der
Fisch ist in Holzschnitt abgebildet.
Ganoidei.
HolOStei. Winchell beschrieb Proc. Philadelphia p. 183 eine
neue Art Lepidosteos (Cylindrosteus) oculatus aus Michigan, und
zählt dabei die beschriebenen Arten auf, die in drei Gattungen ver-
theilt sind : 6 Lepidosteus, 5 Cylindrosteus und 4 Atractosteus.
Chondrostei- Nach Boll soll in der Tollense bei Treptow im
Jahr 1858 ein Stör gefangen worden sein. Meklenburger Archiv
18. p. 188.
Selachii.
Von Kölliker erschienen in den Abhandlungen der Senken-
bergischen Gesellschaft Bd. V. p. 51 — 99 »Weitere Beobachtungen
über die Wirbel der Selachier, insbesondere über die Wirbel der
Lamnoidei, nebst allgemeinen Bemerkungen über die Bildung der
Wirbel bei den Plagiostomen, mit 5 Tafeln«, Eine Abhandlung,
auf deren Leetüre selbst verwiesen werden muss, da einen verständ-
lichen Auszug des Inhaltes zu geben, unser Raum nicht genügt.
116 Troschel: Bericht üb, d. Leist. in d. Ichthyologie
G i 1 1 machte eine fernere Mittheihmg über die Selachologie
Californiens. Proc. Philadelphia p. 147. Er bespricht die neueren
Entdeckungen von Ayres, will Mustehis laevis als Typus für eine
neue Gattung betrachten, die er P l eu racr o mylo n nennt, und
beschreibt eine neue Art Mustehis califomicvs.
Squali. Barboza du Bocage und de Brito Capello
beschrieben einige neue Haifische von der Küste Portugals. Proc.
zool. soc. p. 260. Ausser Centrophorus squamosus und granulosus
Müll. Henl. kommen daselbst drei neue Arten dieser Gattung vor:
C. lusitanicusj crefidalbus und crepidatev. Ferner zwei neue Gattungen :
C entr oscyninv s. Dentes maxillae superioris dentibus Scym-
norum valde similes; dentes maxillae inferioris Centrophororum den-
tibus non discrepantes ; pinnae dorsales angustae, breves, spinis fere
inconspicuis instructae. C\ coelolepis.
Scymnodon. Dentes maxillae superioris ut in genere Scymno,
maxilla inferiore dens medianus impar, post eum dentes primum
erecti, deinde versus angulum oris magis ac magis decumbentes;
pinnae dorsales angustae, breves, spinis minutis. Sc. ringens. Alle
5 neue Arten sind in Holzschnitt im Umriss abgebildet.
Von Gill erhielten wir Proc. Philadelphia p, 258 eine Synopsis
der Ostamerikanischen Haifische, ein Verzeichniss von 18 Arten.
Strüver fand Gelegenheit den Heterodontus Phillipii Bl.
(Cestracion Phillipii Cuv.) mit Rücksicht auf seine fossilen Verwand-
ten näher zu untersuchen und zu beschreiben. Verhandl. der Leo-
poldinischen Akad. Bd. 31. Dresden 1864. Der Fisch ist abgebil-
det. Verf. erkennt die Fs^milie der Heterodontoiden an, ebenso
hält er die Abtrennung des C. Quoyi und C. Francisci, deren jede
Gill zur eigenen Gattung erhebt; Verf. vereinigt die letzteren wie-
der zu einer Gattung Tropidodus. Somit enthält die Gatt. Hetero-
dontus Bl., deren Kiemengegend höher als lang, Länge der Spalten
von vorn nach hinten schnell abnehmend, zwei Arten, H. Phillipii
und Zebra, die Gattung Tropidodus Gill, deren Kiemengegend län-
ger als hoch, Spalten wenig verlängert, gleichfalls zwei Arten Tr.
Quoyii und Francisci.
Crossorhinus tenfaculatus Peters Berliner Monatsber. p. 123
von Adelaide.
Rajae. Wyman machte Beobachtungen über die Entwicke-
lung von Raja Batis. Memoirs Amer. Acad. IX. p. 31 — 44 mit einer
Tafel. Der Embryo ist zuerst aalförmig und dann haifischförmig ;
es sind erst sieben Kiemcnspalten vorhanden, von denen die erste
in das Spritzloch umgewandelt wird, welches der eustachischen Röhre
und dem äusseren Gehörgange entspricht, die letzte schliesst sich
völlig; am ersten und siebenten Bogen finden sich keine temporä-
ren Kiemenfranzen, an den übrigen entwickeln sich die Frauzen
während des Jahres 1864. 117
von dem äussern und convexen Theile des Bogens und sind nicht
zuerst Verlängerungen der inneren Kiemen; die Knorpel an den
Seiten der Nasengruben werden den Kiefern und Zwischenkiefern
verglichen; zwei Afterflossen, eine grosse und eine kleine werden
entwickelt, aber später ganz absorbirt. Vergl. auch Annais nat. bist.
XIV. p 399.
Paul Gervais berichtet über eine Raja clavata, welche am
Nacken ein Paar Brustflossen trug. Comptes rendus 59. p. 802.
Rev. et mag. de Zoologie XVI. p. 356.
Trygonoptera javamca v. Martens Berliner Monatsber. p. 260
von Java.
lieber einen Teufelsfisch von Jamaica Cephaloptera massenoi-
dea berichtete Richard Hill. The intellectual observer II. 1862.
p. 167.
Cyclostomi.
Hyperoartia. Heinrich Müller hat weitere Untersuchun-
gen über die eigenthümlichen Zellen in der Epidermis von Petromy-
zon angestellt, die schon früher die Aufmerksamkeit Leuckart 's
Köllikers (Ber. 1860. p. 158, und M. Schultze's (Ber. 1861. p. 223)
erregt hatten. "Würzburger naturw. Zeitschr. V. p. 42.
Ueber die Lamprete (Petromyzon marinus) vergl. Jonathan
Couch The intellectual observer II. 1862. p. 411 mit 1 Abbildung.
Hyperotreta. Bei der Gelegenheit, dass die Dänische Akade-
mie eine Preisaufgabe über Myxine glutinosa, namentlich die Ge-
schlechtsverhältnisse, stellte, hat Steenstrup in Oversigt over
det kgl. Danske Vidensk. Selsk. Forhandl. Dec. 1863 Bemerkungen
über diesen Gegenstand gegeben. Er sagt, es scheine, dass man
bisher die Männchen noch gar nicht kenne, auch von dem weibli-
chen Geschlechte nur solche Individuen, welche bereits Eier besitzen
und länger als acht Zoll sind. Die Individuen mit den grössten
Eiern hielt man für Weibchen mit vollständig entwickelten Ge-
schlechtsstofi"en. Bei einem Individuum fand aber Steenstrup
grössere und mehr elliptische Eier, die mit einer festeren fast horn-
artigen Eischale umgeben, und deren Enden mit einer grossen Zahl
S-förmiger Hornfäden versehen sind. Jeder Hornfaden endet in einen
Kopf mit drei oder vier vorstehenden Zipfeln oder Widerhaken. Diese
Eier werden daher wohl an anderen Gegenständen mittels der Wi-
derhaken angeheftet oder vielleicht an einander. Diese Entdeckung
möchte \äelleicht auf weitere Erfolge in der Entwickelungsgeschichte
dieser Fische führen. In einer Schlussbemerkuug macht Verf. dar-
auf aufmerksam, dass in der dritten Ausgabe von Yarrel's British
fishes durch Richardson ein 7 Zoll lanoes Branchiostoma lan-
118 Troschcl: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie etc.
ceolatura erwähnt wird. Da ein Branchiostoma nicht so gross wer-
den kann , so müsse eine Verwechselung mit einem anderen See-
fische vorliegen , und dies könne entweder ein Leptocephalus Mor-
risii oder ein jüngeres Stadium von Myxine gewesen sein.
Leptocardii.
Marcusen brachte in den Comptes rendus der Pariser
Acaderaie Bd. 58 und 59 eine Notiz über die Anatomie und Histo-
logie des Branchiostoma lubricum. Besonders berücksichtigt er das
Nervensystem, Muskelsystem und Gefässsystem. Vergl. auch Annais
nat. bist. XIV. p. 151 u. 319 und Revue et mag. de zool. XVI. p. 79.
Bericht über die Leistiiugeii in der Naturgeschichte
der Mollusken während des Jahres 1864,
Von
Troschel.
Von Bronn's Klassen und Ordnungen des Thier-
reichs, fortgesetzt von Keferstei n erschienen im Jahr
1864 die Lieferungen 32—38, welche die Prosobranchier
und die Pulmonaten enthalten.
Verf. tbeilt die Prosobranchier in fünf Unterordnungen: 1)
Chitonidae. Schale flach, symmetrisch, in 8 Stücke getheilt,
Kiemen an der Fusswurzel; keine Tentakeln und Augen ; Geschlechts-
theile symmetrisch auf beiden Seiten; After am Hinterende. Fam.
Chitonidae. 2) Cyclobr anchia. Schale napfförmig symmetrisch;
Kiemen an der Fusswurzel. Fam. Patellidae. 3) A spidobr anchi a.
Schale gewunden oder napjfförmig ; zwei Kiemen in der Mantelhöhle
auf dem Rücken ; Männchen ohne Begattungswerkzeuge ; Zungen-
bewaffnung Rhipidoglossa. Fam. Fissurellidae, Haliotidae, Pleuro-
tomaridae, Trochidae, Neritidae. 4:) C t e nobranchi a. Schale ge-
wunden oder napfförmig; eine ausgebildete Kieme in der Mantel-
höhle auf dem Rücken; Männchen mit Begattungswerkzeugen, a)
Siphonostomata. a. Taenioglossa. Fam. Strombidae, Aporrhai-
dae, Pedicularidae, Dolidae, Tritonidae, Cypraeidae. ß. Toxiglossa.
Fam. Conidae, Terebridae, Pleurotomidae, Cancellaridae. y. Rachi-
glossa. Fam. Muricidae, Buccinidae, Mitridae, Olividae, Volutidae.
b) U olöst 0 ma t a. «. Ptenoglossa. Fam. Scalaridae , Solaridae,
Janthinidae. ß. Taenioglossa. Fam. Cerithidae, Melanidae, Pyrami-
dellidae, Xenophoridae, Naticidae, Entoconchidae, Marsenidae, Ac-
maeidae, Capulidae, Littorinidae, Paludinidae, Valvatidae, Ampullari-
dae. 5) Neur obr anchia. Schale gewunden, Lungen, Männchen
mit Begattungswerkzeugen, Fam. Cyclostomidae, Helicinidae, Aci-
culidae. — Die Pulmonaten, von denen die Operculata ausgeschlos-
sen werden, zerfallen dann in zwei Unterordnungen. 1) Stylomma-
tophora. a. Mit retractilen Tentakeln. «, Vier Tentakeln. Fam.
120 Troschcl: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Helicidae, Tcstacellidae, Limacidae. ß. Zwei Tentakeln. Fam. Ja-
neliidae. b) Mit contractilen Tentakeln. «. Vier Tentakeln. Fam.
Veronicellidae. ß. Zwei Tentakeln. P'am. Peroniadae. 2) Basom-
mato p It 0 r a. Fam. Limnaeidae, Auriculidae.
Der 23. Theil von G. B. Sowerby's Thesaurus Con-
cbyliorum or figures aud descriptions of recent shells,
welcher im Jahre 1864 erschien, bringt die Monographien
der Gattungen Cyclostreraa, Adeorbis und Teinostoma
bearbeitet von Arthur Adams, Argonauta und Poma-
tias von G. B. Sowerby, die Ergänzung der Gattungen
Voluta, Cymba und Melo, so wie drei Tafeln zur Familie
Pupinidae von Adams und Sowerby, die im folgenden
Theile erscheinen soll. Weiteres wird unten entsprechen-
den Ortes mitgctheilt.
Ueber Reeve's Conchologia iconica bedaure ich dies-
mal nicht berichten zu können, werde aber die Anzeige
über die erschienenen Lieferungen im nächsten Berichte
nachholen.
Von P fei fers Novitates conchologicae brachte die
21. Lieferung die Abbildungen und Beschreibungen von
Arten der Gattung Plelix, Chondropoma und Cylindrella.
Nur eine Helix ist neu.
Die T.Lieferung der zweiten von D unk er heraus-
gegebenen , die Meeresconchylien enthaltenden Abthei-
lung der Novitates conchologicae, welche zwar ohne Jah-
reszahl erschien, von der ich jedoch vermuthe, dass sie
dem Jahre 1864 ihr Dasein verdankt, sind einige Arten
der Gattung Bursa, nämlich B. fusoo-costata j asperriuia,
Grayana und Cumingiana Dkr., Mactra Lühdorfii Dkr.
n. sp. und Peoten yessoensis Jay abgebildet. Ausserdem
bringt der Text auch * noch Voluta Kaupii Dkr., Murex
iongiGornis Dkr. n. sp. und Murex irigomdus Lam. Var?,
zu denen die Abbildungen auf Taf. 22 in der folgenden
Lieferung enthalten sind.
Von Bourguignat sind drei Hefte erschienen,
unter dem Titel „Mollusques nouveaux, litigieux ou peu
connus. Paris 1863.'^ Dieselben sind vortrefflich ausge-
stattet und mit 11 Tafeln zierlicher Abbildungen beglei-
tet. Das erste Heft enthält 8 Arten Helix und 2 Clau-
der Mollusken während des Jahres 1864. 121
silia ; das zweite 1 Limax, 8 Helix^ 1 Pnpa; das dritte
1 Zonites, 7 Helix , 1 Pnpa und 1 AmpuUaria, die alle
unten namhaft gemacht werden.
Photographic Conchology, a second or Photographie
series of the Conchological Miscellany of Sylvanus
Hanlej. London 1863. Dieses Werk habe ich noch nicht
gesehen. Es soll in den ersten drei Lieferungen die
Gattungen Unio , Mycetopus, Anodonta und Cyrena ent-
halten.
Binney undTryon haben die conchyliologischen
Schriften von Rafinesque herausgegeben: The complete
writings of Constantine Schmaltz - Rafinesque on recent
and fossil conchology. New-York 1864. 8. 104 Seiten mit
3 Tafeln.
Indem Dawson seine iVnsichten über die Classifi-
cation der Thiere entwickelt (The Canadian Naturalist I.
1864. p. 241) theilt er jede der vier grossen Abtheilungen
in vier Klassen, die er Nerven-Klassen, Bewegungs-Klas-
sen, Ernährungs-Klassen und Reproductions-Klassen nennt.
Dieselben sind bei den Mollusken 1) die Cephalopoden,
2) Gasteropoden mit Einschluss der Pteropoden, 3) La-
mellibranchiaten und 4) Molluskoiden einschliesslich der
Tunicaten, Brachiopoden und Bryozoen. Die ganze Auf-
fassung und die Resultate erinnern lebhaft an einen Auf-
satz des Referenten in den Verhandlungen des naturh.
Vereins von Rheinland und Westphalen vom Jahr 1849,
der begreiflicherweise dem Verf. unbekannt geblieben war.
Carpenter spricht Annais nat. bist. XIV. p. 155
über den gegenwärtigen Stand der malacologischen No-
menclatur. Er macht auf manche Inconvenienzen auf-
merksam und wünscht einen Congress malakologischer
Schriftsteller, um zu einer Einheit zu gelangen. Es scheint
dem Verf. als würde ein solcher Conffress auch nicht
viel helfen, da die Macht fehlt, die Befolgung der zu ge-
benden Gesetze durchzusetzen. Auch v. M arten s äus-
sert sich Malak. Bl. p. 165 gegen die Anwendung älterer
Namen, wodurch die seit Lamarck gangbar gewordenen
Namen verdrängt v^erden.
122 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
In Annual report of thc board of regents of the
Sraithsonian Institution for the Year ]'S63. Washington
1864. p. 385 ist eine Abhandlung über die Purpur - Fär-
berei bei den Alten und Neueren enthalten, übersetzt
aus der Zeitschrift ^Aus der Natur.'^ Hauptsächlich ist
darin das Historische gegeben.
Mac c artney schrieb über ankernde Mollusken. The
inteilectual observer V. 1864. p. 215-
True meint, die Localitäten hätten einen bedeuten-
den Einfluss auf das Wachsthum der Schalen. Er zeigt
dies an Lymnaea desidiosa Say, Mya arenaria, Purpura
lapillus, Unio und Physa und ist der Ansicht, man müsse
den Boden, die besondere Nahrung, die chemische Be-
schaffenheit und Temperatur des Wassers und dergl. ge-
nau untersuchen, um daraus die Einflüsse auf das Wachs-
thum zu vermitteln. Proc. Portland Soc. I. p. 126.
Auch Au c apit aine bringt eine Beobachtung über
das Wachsthum der Mollusken im Meerbusen von Toulon
bei. Journal de Conchyl. XII. p. 314.
Das Aquarium in Hamburg beherbergt 14 ßchnek-
ken, 9 Muscheln und 4 Tunicaten. Das Aquarium des
zoologischen Gartens in Hamburg von Möbius 1864.
In Hinsicht auf die geographische Verbreitung sind
diesmal folgende Arbeiten zu nennen :
Keferstein machte erläuternde Bemerkungen zu
einer Karte, auf der die Verbreitung der Prosobranchier
dargestellt ist, und die zum dritten Bande von Bronn's
Classen und Ordnungen des Thierreichs gehört. Göttin-
ger Nachrichten 1864. p. 103.
In einer Abhandlung von Sars „Bemerkungen über
die Verbreitung des thierischen Lebens in der Tiefe des
Meeres," welche in Vid. Selsk. Förhandlinger for 1864
abgedruckt ist, sind auch die Mollusken verzeichnet,
welche in einer Tiefe von 200—300 Klafter an der Norwe-
gischen Küste gefunden worden sind. Abgesehen von
den Bryozoen, die hier mit zu den Mollusken gezählt
werdcQ, sind es 1 Ascidia, 3 Brachiopoden, 13 Muscheln
und 2 Schnecken.
der Mollusken während des Jahres 1864. 123
Zetterstedt zeigte Riilfmus montanus als neue
Landschnecke für die scandinavische Fauna an. Sie lebt
bei Jönköping am Vettersee. Ofversigt kongl. Vetensk.
Akad. Förhandlingar 1864. p. 339.
In einem Schulprogramme „Indbydelsesskrift ved
Viborg Kathedralskoles aarlige Examina i 1863, Kopen-
hagen 1863," schrieb Feddersen über die Mollusken-
fauna der Umgegend von Viborg. Er verzeichnet 4 Arion,
5 Limax, 1 Vitrina, 3 Succinea, 8 Zonites, 10 Helix, 2
Bulimus, 2 Clausilia, 2 Pupa, 4 Vertigo, 1 Carychium, 7
Planorbis, 2 Physa, 5 Limnaea, 2 Ancylus , 1 Hydrobia,
2 Bythinia, 1 Paludina, 2 Valvata, 1 Neritina, 6 Anodonta,
3 Unio, 5 Pisidium, 2 Cyclas. Bei jeder Art sind Anga-
ben über die Fundorte gemacht.
Jeffreys berichtete über seinen Schleppnetzfang
an den Shetland-lnseln. Report of the British Association
held at Bath 1864. p. 327. Daselbst wird eine neue Am-
phisphyra beschrieben und Verf. äussert sich ausführlich
über die Gattung Stylifer.
Von Gwyn Jeff reys British Conchology erschien
der zweite Band, welcher die marinen Mollusken enthält.
London 8. 1863.
In einem kleinen Aufsatze „Notizen über Ostsee-
Mollusken von Job. O. öemper werden 39 Arten als
dem westlichen Theile der Ostsee angehörig aufgezählt.
Dabei sind jedoch die Nacktkiemer übergangen. Mitthei-
lungen des Vereins nördlich der Elbe zur Verbreitung
naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 5. Heft p. 77.
Hensche lieferte zu seiner Molluskenfauna Preus-
sens (vergl. Bericht 1861) einen Nachtrag. Schriften der
phys. ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg III. p. 195.
Verf. spricht über Skalaridenbildung bei Helix pomatia
und fügt der preussischen Fauna eine Cyclas und ein Pi-
sidium hinzu. Dieselbe umfasst nunmehr 114 Arten, wovon
59 Landschnecken, 35 Süsswasserschnecken, 15 Süsswas-
sermuscheln; der Rest gehört dem Meere allein an.
Peck hat in den Abhandl. der Gesellsch. zu Gör-
litz XII. p. 126 ein Verzeichniss der in der Preussischen
124 Troschel: Bericht üb cl. Leist. in d. Naturgeschichte
Oberlausitz vorkommenden Land- und Wasserraollusken
gegeben. Es enthält 4 Arion, 2 Limax, 3 Vitrina, 1 Daii-
debardia, 3 Succinea, 7 Zenites, 18 Helix, 2 Bulimus, 1
Glandina, 3 Pnpa, 1 Balea, 8 Clansilia, 1 Auricula, 2
Physa, 6 Limnaeus, 9 Pianorbis, 2 AncyluS; 4 Anodonta,
4 Unio, 4 Cyclas, 4 Pisidlum, zusammen 89 Arten. —
Durch Hinzufügung von zwei Arten Helix strigella und
Paludina vivipara wird ib. p. 200 die Zahl der Arten auf
91 erhöht.
Nachträglich mag erwähnt werden, dass Küster
bereits 1861 die Binnenmollusken Bambcrg's um 13 Spe-
cies vermehrte und dadurch die dortige Fauna auf 128
Arten brachte. Auch Tichogonia Chcmnitzii ist bei Bam-
berg gefunden, und ihr ist der Weg durch den Main-
Donau - Kanal auch in das Gebiet der Donau gebahnt.
Fünfter Bericht der Ges. in Bamberg. 1861.
Bianchet fragt, ob Helix aspersa bei Lausanne
einheimisch oder eingeführt sei, wne die dortigen üeber-
liefcrungen sprechen. Er zeigt zugleich einige Monstro-
sitäten dieser Art und anderer Helices an, sowie auch
eine Scalaridenform, die zugleich links gewunden ist, von
Valvata obtusa. Bulletins des seances de la Soc. Vaudoise
des sciences naturelles. VII. p. 233.
„Malacologie d'Aix-les-bains par Bourguignat,
Paris 1864.^ Aix-les-bains in Savoyen liegt 258 Metres
ü. M. in der Nähe des See's Bourget und einige Meilen
nördlich von Chambery. Es sind in dieser Schrift auf-
gezählt : 2 Arion, 3 Limax, 1 Milax, 1 Vitrina, 3 Succi-
nea, 13 Zenites, 24 Helix, wovon 1 neu, 5 Bulimus, 1 Fe-
russacia, 1 Balia, 6 Clausilia, 8 Pupa, 1 Vertigo, 2 Cae-
cilianella, wovon 1 neu, 1 Carychium, 5 Planorbis, 6 Lim-
naea, 2 Ancylus, 1 Cyclostoma, 3 Pomatias, wovon 1 neu,
1 Bythinia, 4 Valvata, 1 Neritina, 1 Sphaerium, 5 Pisi-
dium, 10 Unio, 3 Anodonta, also 95 Schnecken und 19
Muscheln, zusammen 114 Arten.
Grognot, Mollusques testaces (fluviatiles et terre-
stres) du departement de Saone-et-Loire, avec des ta-
bleaux synoptiques. Autun 1863. 8. Nach einer Anzeige
der Mollusken während des Jahres 1864. 125
in den Malak. Bl. Litteratur p. 13 enthält diese Arbeit
100 Arten.
Catalogue des Mollusques observes dans le depar-
tement du Morbihan par M. Tasle Vannes 1864. 8. aus
dem Bulletin de la Sog. polymathique du Morbiban. Verf.
zäblt 327 Arten auf, nämlich 227 marine (111 Schnecken,
116 Muscbeln), 39 Süsswasser - Arten (22 Scbnecken, 17
Muscheln), und 61 Landschnecken.
M'Andrew und Woodward verzeichneten An-
nais nat. bist. XIV. p. 232 die Mollusken der Corunna-
Bay, nämlich 2 Cepbalopoden, 78 Gasteropoden und 72
Muscheln, zusammen 152 Arten.
Im 6. Bande der Atti della Societä di Scienze Na-
turali, Mailand 1864 ist eine grössere Abhandlung mit 2
Tafeln von Stabile über die lebenden Landschnecken
von Piemont enthalten: Mollusques terrestres vivants du
Piemont. Im Jahre 1853 hatte Strobel 64 Piemonte-
sische Landschnecken verzeichnet, denen Stabile 42 an-
dere Arten hinzufügt, von denen einige neu sind, bereits
1859 vom Verf. veröffentlicht, mehrere selten; von allen
sind die Localitäten und manche interessante malacologi-
sche Thatsachen angezeigt. Die Arten vertheilen sich
folgendermassen nach Gattungen: 3 Arion, 6 Limax, 5
Vitrina, 5 Succinea, 10 Hyalina, 35 Helix, 6 Bulimus, 2
Caecilianella, 10 Clausilia wovon eine neu, 1 Balia, 12
Pupa von denen eine neu, 7 Vertigo, 2 Carychium, 1 Acme,
1 Cyclostomus. — Die angehängten Noten beziehen sich
auf die Eintheilung der Heliceen nach den Kiefern und
Zungenzähnen, auf das Gebiss der Arten von Vitrina,
über die Gattungen Tennentia , Parmarion , Helicarion
und Camptonyx, ferner auf das Gehörorgan bei den
Mollusken, und auf eine Eintheilung der Taenioglossen
u. s. w.
An Mollusken fanden Strobel und Pigorini in
den Pfahlbauten bei Parma, Atti della Soc. ital. di Scienze
naturali, Milano 1864. p. 35 folgende Molluskenarten : 5
Muscheln Pisidium sp., Cyclas sp., Unio pictorum Var.
Requienii, Alasmodonta compressa und Anodonta sp. ; 5
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. I
126 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Wasserschnecken Paludina vivipara und achatina, Lim-
naeus stagnalis, miniitus und pcreger; — 13 Landschnek-
ken Cyclostoma clegans, xVchatina acicula, Helix lucorum,
nemoralis, neglccta^ candidula, obvoluta, hispida, strigella,
fruticum, carthuslanclia, Zonites olivetorum^ Draparnaudi.
Weinkau ff machte Journal de Conchyl. p. 11 Be-
merkungen über einige mittelmeerische Arten: Triton
succinctum Lam., Cancellaria cancellata, Natica millepunc-
tata (Verf. zieht noch maculata Desh. als Var. hierher,
während Ref. Gebiss der Schnecken I. p. 176 über jeden
Zweifel erhoben hat, dass dies eigene Art sei), Latiaxis
tectum-sinense, Pleurotoma undatiruga.
Einige berichtigende Bestimmungen zu Dohrn's
und Heyneman n's Aufzählung der balearischen Schnek-,
ken in Malak. Bl. IX. p. 99 machte v. Martens in der-
selben Zeitschrift p. 161.
iVucapitaine behauptet Helix Carae sei erst seit
wenigen Jahren in Corsica eingeführt worden, ebenso
Helix Raspaillii in Sardinien. Annales des sciences natu-
relles I. p. 30.
Fauna adriatica. Pars I. Index MoUuscorum quac
usque adhuc reperit P. R. A. Stossich Series I. Gaste-
ropoda. Triest 1862. Soll ein einfaches Vcrzeichniss der
Schnecken enthalten.
Grube verzeichnet in seiner Schrift „die Insel
Lussin und ihre Meeresfauna. Breslau 1864." p. 39 folgende
bei Lussin gesammelte Mollusken:
1 Cephalopoden Sepiola Rondeletii, — von CeiDhalophoren :
1 Conus, 5 Pleurotoma, 5 Murex, 5 Fusus, 5 Buccinum, 1 Colum-
l)ella , 1 Mitra, 1 Dolium , 1 Cassidaria, 1 Aporrhais, 3 Cypraoa.
1 Ovula, 4 Cerithiura, 1 Turritella, 1 Littorina, 13 Rissoa, 2 Eulima,
1 Chemnitzia, 3 Natica, 1 Marsenia, 1 Crepidula, 1 Scalaria, 2 Turbo,
9 Trochus ', 1 Delphinula , 1 Phasianella , 1 Haliotis , 3 Fissurella,
1 Emarginula, 7 Chiton, 1 Patella, 2 Dentalium, 2 Pleurobranchus,
1 Aplysia, 2 Bulla, 1 Tornatella, 7 Doris, 1 Idalia, 1 Aeolis ; von
Muscheln : 1 Anomia, 3 Ostrea, 7 Pecten, 3 Lima, 1 Pinna, 4 Mo-
diola , 3 Area , 1 Pectunculus , 1 Nucula , 6 Cardium , 3 Lucina,
1 Galeomma, 1 Coralliophagn n. sp., 5 Venus, 1 Cytherea, 1 Artemis,
1 Petricola, 1 Venerupis, 1 Saxicava , 2 Tellina , 2 Psammobia,
1 Solen, 1 Syndesmya, 1 Scrobicularia , 3 Thracia, 1 Pandora,
der Mollusken während des Jahres 1864. 127
1 Corbula, 1 Gastrochaena ; — von Tunicaten 4 Cynthia, 1 Ascidia,
9 Phallusia mit einer neuen Art, 1 Clavellina, 2 Amarucium, 2 Apli-
dium, G Leptoclinum, 3 Didemnium mit zwei neuen Arten, 1 En-
coelium, 2 Botryllus mit einer neuen Art und 1 Botrylloides — also
zusammen 1 Cephalopoden, 101 Schnecken, 58 Muscheln und 34 Tu-
nicaten, Auf letztere hat "Yerf. besonders seine Aufmerksamkeit
gerichtet, und alle mit Diagnosen und Beschreibungen versehen.
Heller hat im südlichen Theile des adriatischen
Meeres 100 Muscheln, 137 Schnecken nnd 8 Cephalopo-
den, die er nebst Angabe des Tiefen-Vorkommens und
der Fundorte verzeichnete. Verhandl. zool. bot. Gesellsch.
in Wien XIV. p.51.
Graf Walderdorff stellte Verhandl. zool. bot.
Gesellsch. in Wien XIV. p. 503 ein systematisches Ver-
zeichniss der im Kreise Cattaro (Süd - Dalmatien) mit
Ausnahme der Biela-Gora und in einigen angrenzenden
Theilen von Montenegro und türkisch Albanien vorkom-
menden Land- und Süsswasser-Mollusken zusammen. Es
enthält 59 Heliceen, 1 Auriculacee, 7 Limnaeaceen mit
Eiiischluss von Ancylus, 7 Cyclostomaceen mit Einschluss
von Truncatella und Hydrocena, 14 Paludinaceen mit
Einschluss von Melania und Melanopsis , 1 Neritacee mit
3 Varietäten, 2 Cycladeen, 3 Najaden mit Einschluss von
Dreissena, zusammen 94 Arten. Die neuen Arten sind
beschrieben.
Ueber das 3. und 4. Heft von B o urguignat's
Malacologie de FAlgerie (vergl. vor. Ber. p. 266) berich-
tet Crosse Journ. de Conchyl. p. 77 und 296. Das dritte
Heft enthält den Schluss der Gattung Helix mit vielen
neuen Arten, deren Namen unten genannt werden; das
vierte bildet den Anfang des zweiten Bandes und bringt
9 Bulimus, 1 Azeca, 24 Ferussacia, 3 Clausilia, 12 Pupa,
8 Vertigo, 4 Caecilianella, 2 Glandina, 2 Carychium und
4 Alexia. Von mehreren dieser Gattungen ist eine Sy-
nopsis aller bekannten europäischen Arten gegeben, so
sind aufgezählt 16 Azeca, 51 Ferussacia, 5 Glandina, 21
Caecilianella; 25 Carychium und 21 Alexia.
Weinkau ff fügte seinem Verzeichnisse Algier'-
128 Ti'oschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
scher Mollusken 12 Arten hinzu, während er deren sechs
als falsch bestimmt streicht. Journ. de Conchyl. p. 7.
Dohrn, welcher Proc. zool. soc. p. 116 die von
Capt. Speke in Central- Afrika gesammelten Conchylien
verzeichnet hat, sagt, dass eine gewisse Gleichförmigkeit
der Formen in diesem Erdtheile herrsche, und dass die-
selben Arten nahe der Ostküste vorkommen , welche
auch an den Küsten des Meerbusens von Guinea leben.
Das folgende Verzeichniss enthält 1 Vitrina, 1 Nanina, 3
Limicolaria, 1 neue Achatina., 1 Cyclostoma, 1 Limnaea,
1 Planorbis, 1 Physopsis, 3 Lanistcs, 1 Ampullaria, 1 Na-
vicella, 2 Paludina, 1 Melania, 1 Corbicula, 3 Unio, 4
Spatha, 1 Etheria — zusammen 27 Arten.
lieber das vonDeshayes bearbeitete Verzeichniss
der Mollusken in Maillard's Notes sur File de la Reunion
(Bourbon) 2. edit. Paris 1863. Bd. IL Annexe E p. 1—144
ist schon im vorigen Berichte p. 267 das Resultat ange-
geben, dass dasselbe 560 Arten enthalte. Jetzt kann ich
nach eigener Einsicht des Buches auch die neuen Arten
nachtragen, s. unten.
In ünger und Kotschy „die Insel Cypern ct.
Wien 1865" p. 591 hat Celebor die von Unger gesam-
melten Land- und Süsswassermollusken bestimmt. Das
Verzeichniss enthält 17 Helix , 2 Bulimus, 1 Stenogyra,
3 Clausilia, 1 Melanopsis, 1 Neritina, zusammen nur 25
Arten, und also w^ohl unvollständig.
In Mouat's Adventures and researches among the
Andaman Islanders p. 366 hat Blyth 6 Landschnecken
von den Andamanen genannt, die B e n s o n 1860 besckrie-
ben hatte.
Catalogue of the recent shells in the Museum of the
Asiatic Society of Bengal. By W. Thobald. Ist mir
nicht zu Händen gekommen.
Theobald machte Bemerkungen über einige In-
dische und Burmesische Heliciden und beschrieb mehrere
neue Schnecken , die unten namhaft gemacht w^erden.
Journal of the Asiatic Soc. of Bengal 1864. p. 238.
In einem Appendix zu Travels in the central parts
der Mollusken während des Jahres 1864. 129
of Indo - China (Slam), Cambodia and Laos during the
years 1858, 1859 and 1860 by the late M. Henri Mouhot,
London 1864 ist auch p. 184 von neuen Landschnecken
die Rede. Helix carabojiensis und Bulimus cambojiensis
Lovell Reeve, die schon Annais nat. hist. VL p. 203 ver-
öffentlicht sind; erstere ist in Holzschnitt abgebildet.
Beigefügt ist eine Tafel mit Abbildungen von Arten, die
von Pfeiffer schon anderen Orts beschrieben sind,
Aljcaeus Mouhoti, Helix deliciosa u. s. w.
Crosse et Fischer gaben ein erstes Supplement
zu ihrer Malacologischen Fauna von Cochinchina (vergl.
vorj. Bericht p. 268). Sie verzeichnen hier 53 Arten, und
bringen dadurch die Fauna auf 119 Arten.
Arthur Adams machte wieder mehrere Mitthei-
lungen über neue Gattungen und Arten chinesischer und
japanischer Mollusken in den Annais nat. hist. XIII. p. 39,
140, 206, 307.
Gassie s hat eine „Faune conchyliologique terre-
stre et fluvio-lacustre de la Nouvelle-Caledonie" zusam-
mengestellt, Paris 1863. 8. mit 8 Tafeln. Vergl. Journal
de Conchyl. XII. p. 195. Jede Insel hat ihre eigenen
Arten nebst einigen, die der ganzen Inselgruppe gemein-
sam sind. Das Verzeichniss enthält 1 Suecinea, 23 Helix,
17 Bulimus, 1 Pupa, 4 Scarabus, U Melampus, 2 Planor-
bis, 7 Physa, 9 Melanopsis, 9 Melania, 21 Neritina, 1 Pe-
dipes, 2 Plecotrema, 4 Auricula, 2 Truncatella, 3 Cycio-
stoma, 3 Helicina, 4 Navicella, 4 Hydrocaena, 1 Ampul-
laria, 1 Amphibola, 1 Cyrena, 3 Batissa. Die 21 neuen
Arten sind unten namhaft gemacht.
Jouan erzählt Mem, de la soc. de Cherbourg X.
p. 303 in einem Nachtrage zu der Fauna von Neu Cale-
donien, dass die Bewohner grosse Massen von Conchylien
speisen, namentlich eine grosse Art Trochus, Pterocera,
Pecten, Spondylus gaederopus, Pinna, Malleus, Venus ct.
Man findet grosse Anhäufungen der Schalen oft fern vom
Meere.
Pease beschreibt Proc. zool. soc. p. 668 von den
Sandwichinseln ol neue Arten Landschnecken. Carpen-
130 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ter giebt als Anhang dazu ein Verzcichniss Pcase'scher
Arten mit den Bestimmungen, wie sie sich aus Vergleich
mit der Cuming'schen Sammlung ergaben, was für die-
jenigen Interesse haben wird, welche Conchylien mitPea-
se'schen Manuscript-Namen erhalten haben.
Von Carpenter erhielten wir Annais nat. bist. XIII.
p. 311 und 474 Diagnosen neuer Formen von Mollusken,
die durch Xantus am Cap St. Lucas gesammelt waren.
Eine Bemerkung darüber von L ovell Reeve findet sich
ib. p. 440. — Eine Fortsetzung ist ib. XIV. p. 45 gegeben.
— Derselbe Verf. gab ib. p. 423 Diagnosen neuer Mollusken
vom Vancouver District.
Von Morelet erschienen S^ries conchyliologiques
comprenant l'enumeration des Mollusques terrestrcs et
fluviatiles recueillis pendant le cours de difförents voya-
ges, ainsi que la descriptlon de plusieurs especes nou-
velles. Die 3. Lieferung, welche 1863 erschien (vergl.
Journal de Conchyl. XII. p. 182), ist den Land- und Süss-
wasser-Mollusken von Peru gewidmet. Diese Fauna ent-
hält danach 2 Succinea, 25 Helix, 148 Bulimus, 3 Clau-
silia, 1 Balea, 1 Pupa, 3 Glandina, 3 Achatina, 1 Torna-
tellina, 2 Auricula, 2 Limnaea, 4 Physa, 7 Planorbis, 1
Ancylus, 3 Helicina, 5 Ampullaria, 2 Melania, 3 Palude-
strina, 3 Anodonta, 2 Unio, zusammen 221 Arten. Da-
runter sind als neu beschrieben 4 Helix, 26 Bulimus, 2
Clausilia und 2 Helicina (s. unten). Die überwiegende
Anzahl der Bulimus, die geringe Zahl der Helix, der
gänzliche Mangel der Cyclostoma sind charakteristisch
für die Fauna von Peru. Verf. unterscheidet vier Zonen
mit eigenthümlicher malakologischer Bevölkerung: 1) von
0 — 1500 Meter mit den Succinea, Achatina, Pupa, den
meisten Helix und zahlreichen Bulimus, 2) von 1500 — 2500
Meter mit den Balea, Clausilia und Helicina nebst meh-
reren Helix und vielen Bulimus , 3) von 2500 — 3500
Meter, wo nur noch 2 Helix und zahlreiche Bulimus
leben, 4) von 3500 — 5000 Meter wo nur noch einige Bu-
limus gefunden werden, B. calmineus steigt am höchsten.
Morse hat Journal of the Portland Societv of na-
I
der Mollusken während des Jahres 1864. 131
tiiral liistory I. p. 1 — 60 Bemerkungen über die Mollusken
des Staates Maine mit Einschluss eines Verzeichnisses
aller ans diesem Staate bekannten Land- und Süsswas-
ser-Mollnsken veröfFentllcht. Dieses Verzeichniss enthält
4 Limaeiden, 2 Philomyceniden, 30 Heliciden, 10 Pupa-
den, 3 Auriculiden, 26 Limnaiden mit Einschlnss von 5
Ancylus, 1 Viviparidae, 3 Amnicolidae, 3 Valvatidae, 10
Unionidae, 12 Corbiculadae, zusammen 104 Arten. — Von
vielen Arten der Landschnecken sind die Schalen, Kiefer
und Zungenzähne beschrieben und abgebildet. Die neuen
Genera und Species sind unten namhaft gemacht. Zum
Schluss sind p. 51 einige geographische Bemerkungen
hinzugefügt.
Mehrere neue Beiträge zur conchjliologischen Fauna
von Cuba lieferte Pfeiffer in den Malakozoologischen
Blättern.
Cephalopoda.
Ueber den Bau der Cephalopodenretina machte Ba-
hn chin vergleichend histologische Studien. Würzburger
naturw. Zeitschrift Y. p. 127. Taf. III. Verf. fand, dass die
Stäbchenschicht nicht aus einfachen, denen der Wirbel-
thiere ähnlichen Cylindern, sondern aus einer eigenthüm-
lichenForm von Röhren, deren Inhalt pigmentirt ist, besteht.
Sie durchbohren mit ihren Enden die Pigmentschichte
nicht, sondern es ist an den inneren Enden ihr Inhalt
nur intensiver pigmentirt, und weil diese Enden alle in
gleicher Höhe liegen, so machen sie den Eindruck einer
Pigmentschicht. Die Stäbchen der Cephalopoden weichen
von solchen der Wirbelthiere ab, sind aber als ihre Aequi-
valente zu betrachten. Sie stehen in Verbindung mit
den Zellen und durch diese mit den Fasern des Seh-
nerven, und deshalb sieht in ihnen Verf. einen unter-
stützenden Beweis für die Auffassung der Stäbchen der
Wirbelthiere als ein Licht percipirendes Organ.
Ueber die Bedeutung der Septa der Cephalopoden-
schalen machte S e e 1 e y Betrachtungen. Report of the
British Association held at ßath 1864. p. 100.
132 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
In Beziehung auf eine Mittlieilung von Crosse
(vergl. vor. ßer. p. 274) über den Ursprung der Ambra,
in welcher Serval Marel (1593) als der erste bezeichnet
wird, der die Entstehung dieser Substanz erkannt habe,
zeigt Bianc oni, dass Marco Polo schon 1298 gewusst
habe, dass die Ambra von den Pottfischen und Balaenen
herstamme. Er erinnert ferner, dass schon mehrfach das
Vorkommen von Cephalopodenkicfern in der Ambra er-
wähnt sei. Journal de Conchyl. XII. p. 245.
Die Monographie der Gattung Argonauta in So-
werby's Thesaurus stellt 6 Arten auf zwei Tafeln dar.
Cephalophora.
Gouriet sprach Comptes rendus Nov. 1863 und
daraus Annais nat. bist. XIII. p. 183 seine Ansichten über
die Classification der Mollusken aus. Er verwirft die Be-
rücksichtigung der Generationsorgane, weil dadurch die
Helices und Cyclostomata auseinandergerissen würden,
obgleich sie ofi'enbar nahe verwandt wären (!). Er be-
harrt noch bei der Auffassung, dass die Athmungsorgane
die ersten Charaktere geben müssen, und hält die Lage
der Kiemen für das wichtigste. Ref. hält es für einen
keineswegs glücklichen Griff, wenn Verf. nach Abtren-
nung der Pulmonaten folgende Abtheilungen unterscheidet:
1. Exohr a nchia mit äusseren Kiemen, a. Epibranchia.
Kiemen auf dem Rücken, Doris, Glabellina ct. b. Perihranchia. Kie-
men rund um den Mantel, Tritonia, Glaucus, Scyllaea, Plocamo-
cera ct. C. Hypobranchia. d. Vleurobranchia.
2. S t egib ranchi rt. Kiemen von einer unvollkommenen
Schale bedeckt, a. Steqibranchia entsprechen den Tectibranches und
Scutibranches Cuv. b. Cxjclobranchia Cuv. c. Heteropoila Cuv. d.
Janthinae.
3. End obranchia. Kiemen in einer Nackenliöhle. a. Tur-
binata, entsprechen den Cuvier'schen Pectinibranches. b. Tvbtdata,
sind Cuvier's Tubulibranches.
Es muss hier einer Note aus der oben besprochenen
Schrift von Stabile Mollusques terrestres vivants du
Pi^mont p. 132 Erwähnung geschehen, in welcher Verf.
sich über die Eintheilung der gedeckclten Lungenschnek-
der Mollusken während des Jahres 1864. 13B
ken äussert. Er theilt sie mTaeniog los sa simp licicij
Fseudo-rhipidoglossa und Uhipi do g los sa. Zu
ersterer Gruppe gehören die Pomatiaceen , Cyclotaceen
und Truncatellaceen ; zu der zweiten die Cyclostomaceen;
zur dritten die Hydrocaeniden, Heliciniden und Proserpi-
niden. Neu und dem Verf. eigenthümlicli ist der Name
Pseudo-rhipidoglossa.
Von Arthur Adams erhielten wir Notizen über die
Thiere einiger Schnecken von China und Japan^ nament-
lich über Serpulus Adamsi Mörch, Pilidium commodum
Midd., Eburna japonica Reeve, Cancellaria spengleriana
Desh., Turcica instricta Gould, Glyphis quadrilineata Sow.
Annais nat. bist. XIII. p. 140.
. R 0 w e hat in The intellectual observer V. p. 67 die Mund-
bewaffnung britischer Schnecken abgebildet: Patella vulgata und
pellucida ; Acmaea virginea und testudinalis ; Trochus ziziphinus,
granulatus, helicinus, cinerarius ; Neritina fluviatilis , Cyclostoma
elegans; Paludina Listeri, Bithynia tentaculata, Littorina littorea
und litoralis, Lameilaria tentaculata, Purpura lapillus, Nassa incras-
sata, Fusus islandicus, Natica monilifera, Cypraea europaea, Ovula
patula, Eolis papulosa, coronata, Doris aspera, Goniodoris nodosa,
Physa fontinalis, Arion empiricorum, Zonites cellarius, Planorbis
corneus. Mehrere der Abbildungen sind ganz brauchbar.
Um zu zeigen , dass Landschnecken durch Meeres-
strömungen zu fernen Gestaden geführt werden können,
ohne zu sterben, und um so sich verbreiten zu können,
hat Darwin in seinem bekannten Werke über den Ur-
sprung der Arten Versuche beschrieben, wie lange sie im
Meerwasser getaucht leben können. Aucapitaine hat
ähnliche Versuche angestellt , indem er 100 Landschnek-
ken, verschlossen von ihren Deckeln in einer Kiste ins
Meer tauchte. Nach 14 Tagen zog er sie hervor, legte
sie auf die Erde und beobachtete, dass nach 48 Stunden
1 Clausilia rugosa, 1 Bulimus decollatus, 3 Bulimus ven-
tricosus, 5 Pupa cinerea und 3 Achatina follicula Lebens-
zeichen gaben; ebenso am dritten Tage 1 Bulimus decol-
latas, 2 Bulimus ventricosus und 3 Cyclostoma elegans ;
am vierten Tage 7 Cyclostoma elegans; am fünften 1
Cyclostoma elegans. Alle Helix waren todt. Verf. will
134 Troschcl: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgfeschichte
die Versuche fortsetzen, und empfiehlt ähnliche mit Eiern
von Land- und Süsswasserschnecken. Revue et mag. de
zool. XVI. p. 130 aus den Memoiren der Akad. zu Turin;
Journal de Conchyl. XII. p. 302.
Sem per verkündigt Zcitschr. f. v^^iss. Zoologie XIV.
p. 423 vorläufig als Resultat seiner Untersuchungen über
Entwickelung von Schnecken, dass embryonale dem Stoö-
umsatz dienende Organe nur bei solchen Larven sich
finden, die bei längerem Eileben schon während dessel-
ben ihre Metamorphose durchmachen; \Yährend sie allen
solchen Larven fehlen, die frühzeitig ihre Eihülle ver-
lassend nun als echte Larven im Meere umherschwimmen.
Das erste findet statt bei Plelix, Limax, Clausilia, Buli-
mus, AmpuUaria, Paludina, Buccinum, Purpura, Murex,
Cypraea, Ovulum und wahrscheinlich Neritina; das zweite
gilt für Stylifer, Eulima, Melania, Solarium, Hermaea, Ca-
pulus, Placobranchus, Scarabus u. s. w. Die Embryonal-
organe, welche die erste Gruppe auszeichnen, sind zwei-
erlei Art, eine Embryonalniere und Embryonalherzen,
die pulsirenden Blasen der früheren Beobachter. Das em-
bryonale Herz tritt als Nackenblase (Purpura, Buccinum,
Murex, x\mpullaria), als Schwanzblase (Limax), oder selbst
als Fühlerblase (bei einer Paludina) auf. Von Scarabus
wird vcrmuthet, dass die Larven ins Meer wandern.
Taeuioglossa.
W. T. Blanford "lässt sich über die Classification der ost-
asiatischen Cyclostomaceen aus. Amials nat. hist. XIII. p. 441. Es
werden die Gattungen der gedeckelten Landschuccken aus Indien
und Burma in folgende Reihenfolge gebracht: I. Cyclostomidae.
Gatt. Cyclotopsis, Otopoma. II. Cyclo phoridae. 1. Cyclopkorinae.
Gatt. Cyclophorus (Leptopoma, Lagocheilus. Craspedotropis), Aulo-
poma, Pterocyclos, Rhiostoma, Spiracuhiin (Opisthoporus), Cyclotus,
Cyathopoma, Jerdonia ; 2. Alycaeinae. Gatt. Alycaeus (Dioryx); 3.
Vupininae. Gatt. Raphaulus (Streptaulus), Pupina, Hybocystis; 4.
Megalomaslomitiae. Gatt. Megalomastoma, Cataulus; 5. Pomatiasi-
nae. Gatt. Pomatias; 6. Diploinviatininae. Gatt. Diplommatina,
Opisthostoma, Clostophis. III. H elicinidae. l. Helicininae. Gatt.
Helicina; 2. Georissinne. Gatt. Georissa. IV. Aciculidae. Gatt.
der Mollusken während des Jahres 1864. 135
Truncatella. — Von diesen Gattungen sind neu, oder vollständiger
characterisirt :
Cyclo t opsis. Testa late umbilicata, depressa v. turbinato-
depressa, spiraliter lirata. apertura subcirculari ; operculum concen-
tricum, multispirum, duplex, interne membranaceum, externe testa-
ceum, marginibus anfractuum externis elevatis. Animal Cyclosto-
matis haud Cyclophori Typus: C. semistriatus Sow.
Jerdonia (vergl. Bericht 1862. p. 691). Testa umbilicata.
pyramidata , cornea; operculum concentricum , arctisi^irum, sulco
marginali circumdatum, duplex , interne membranaceum , externe
testaceum, et ex anfractibus vittaeformibus compositum, quoque
proximi interioris marginem externum tegente. Typus: J. troch-
lea Bens.
Cy athopom a. Testa umbilicata, turbinata v. turbinato-de-
pressa, epidermide crassa, saepe hispidula induta, plerumque spira-
liter, lirata; operculum truncate conoideum, concentricum, multispi-
rum e duabus laminis compositum , interna membranacea, externa
testacea perconcava, anfractuum marginibus externis in lamellam
testaceam versus medium incurvatam, interdum pulchre sculptam,
elevatis. Animal Cyclophori, Typus : C. filocinctum Bens.
Layoc heilus Theobald MS. Subgenus Cyclophori-. Testa
anguste umbilicata, turbinato-conica, parva, spiraliter lirata, epider-
mide fusca induta ; peristoma incrassatum, superne ad angulum rima
transversa breviter incisum ; operculum planum, tenue, albidum.
Typus: C. scissimargo Bens.
C r aspc d otr opis , Subg. Cyclophori. Testa acuminato-co-
noidea, carinata, epidermide fusca crassa ümbriam carinae prae-
bente induta; operculum arctissime spiratum. Typus: C. cuspida-
tus Bens.
Geori SS a. Testa imperforata v. vix perforata, minima, co-
nica, succinea v. rubella, plerumque spiraliter sulcata v. striata.
Operculum semiovale, sine ullo vestigio structurae spiralis, excen-
trice striatum, testaceum, transparens. Animal parvum, lobis herai-
sphaericis in loco tentaculorum munitum ; oculi normales ; pes bre-
visj rotundatus. Dahin Hydrocaena pyxis, ilex, Rawesiana und sar-
rita Bens.
E. V. Martens gab »Bemerkungen über natürliche Gruppi-
rung und geographische Vertheilung der gedeckelten Landschnecken
in Malak, Bl. p. 131. Verf. unterscheidet vier Hauptreihen für sie:
das tropisch-amerikanische, das europäisch-afrikanische, das indische
und das pacifische. Die Arten der Gattungen Cyclophorus und Cy-
clotus werden gnippirt. Die Gattung Otopoma wird mit Cyclosto-
mus vereinigt. Von Hydrocena wird gesagt, sie bedürfe einer durch-
13G Troschcl: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
greifenden Revision und enthalte sehr verschiedene Elemente; der
Name müsse der Ilydrocena cattaroensis verbleiben.
Pomatiacea. Von der Gattung Tomatias sind in Sowerby's
Thesaurus auf pl.259 elf Arten dargestellt. — Uei Gelegenheit der
Beschreibung einer neuen Art P. Huhilgoi Journ. de Conchyl. p. 24
pl. 2. fig. 3 aus Spanien verzeichnet Crosse 20 Arten dieser Gat-
tung, nebst 2 fossilen.
Pomatias sabaxtdinns Bourguignat Malacologie d'Aix-les-bains
p. 64. pl.2. flg. 11 — 14. — P. /?/rrif?is Waldcrdorff Verhandl. d. zool-
bot. Gesellsch. in Wien XIV. p. 511 aus Dalmatien bei Ledenize und
am Monte Falcone. — P. Perjuense Theobald Journal Asiat. Soc. of
Bengal 1864. p. 238 aus Pegu.
Cyclotaoea. Cyclotns latistrigus von Borneo, fasciatus Celebes,
reticulatus Timor, succinctus Timor, ptychoraphe Borneo, liratulus
Molukken, hicarinalus Ceram, carinulahts Buru v. Martens Berliner
Monatsber. p, 116. — C. trinitensis und rygalus Guppy Annais nat.
bist. XIV. p. 245 von Trinidad. — C. bisinuatus v. Martens Malak.
Bl. p. 113. Taf. IIL fig. 1. 2. von Costarica.
Alycaens longituba v. Martens Berliner Monatsberichte p. 120
von Sumatra.
Opisthoporus Sui7iairanus v. Martens Berliner Monatsber. p. 116
aus Sumatra.
Pterocylos sumatranus v. Martens Berliner Monatsber. p. 116
aus Sumatra.
Cyclophorus Gaymansi v. Martens Berliner Monatsber. p. 118
von Sumatra, — C. Debeauxi Crosse Journ. de Conchyl. p. 42 und
p. 321. pl. 12. fig. 1 von Singapore. — C. arthriticus Theobald Jour-
nal Asiat, soc. of Bengal 1864. p. 246 aus Pegu.
Leptopoma Dohrni Adams et Angas Proc. zool. soc. p. 38 von
Neu-Irland.
Rhapaulus ceramicus v. Martens Berliner Monatsber. p. 118
von den Molukken.
Pupinella Macgillivrayi und yVhartoni Cox Annals nat. bist.
XIV. p. 184 aus Australien.
Pnpina difficilis Semper Proc. zool. SOC. p. 252 von den Pa-
laos-Inseln. — P. Wilcoxi Cox Annals nat. bist. XIV. p. 183. — P-
Coxi Morelet Journ. de Conchyl. XII. p. 289. — P. Blanfordi Theo-
bald Journ. Asiat, soc. of Bengal 1864. p. 247 aus Pegu.
Registoma ambigmim Sera-per VroG. zool. soc. p. 251 von Luzon.
Von Helix problematica Pfeiffer zeigte v. Martens Malak.
Bl. p. 109, dass sie der Jugendzustand von Rhegistoma sei, und
konnte er unter den auf den Philippinen gesammelten Exemplaren
der Mollusken während des Jahres 1864. 137
zwei Arten unterscheiden, deren eine Rh. fuscum, die andere Rh.
grande entspricht.
Diplommatinacoa. DiplovimaHna constricta v. Martens Berli-
ner Monatsber. p. 119 von Ternate; dürfte wegen der Verengung
der letzten Windungen eine eigene Gruppe Diane ta bilden.
Paxillus rubicundus V. Martens Berliner Monatsberichte p. 119
von Borneo.
GyClOStOmacea- Cydostomus Romeri und Heynemanni Pfeiffer
Malak. Bl. p. 105 von Cuba.
Choanopoma echinus Wright und Troscheli Pfeiffer Malak. Bl.
p. 102 von Cuba.
Ctenopoma pulverulentuni Wright und biifo Pfeiffer Malak. Bl.
p. 103 von Cuba.
Cistula Jimenoi Arango Malak. Bl. p. 160 aus Cuba.
Licina percrassa Wright Malak. Bl. p. 157 aus Cuba.
■ Adamsiella aripensis Guppy Annais nat. bist. XIV. p. 246 von
Trinidad.
Realia producta und abbreviata Pease Proc. zool. soc. p. 673
von den Sandwichinseln.
Cyclostoma biangulatum (verwandt mit C. obligatum Gld.) und
partum (wird von H. Adams für eine junge Realia gehalten). Pease
Proc. zool. soc. p. 674 von den Saudwichinseln.
Cyclostoma Bocageanum Gassies Faune conch. de la Nouvelle
Caledonie 1. c.
Omphalotropis bicarinala v. Martens Berliner Monatsber. p. 118
von Amboina und Buru.
Trancatellacea- Trmicatella scallaroides v. Martens Berliner
Monatsber. p. 119 von Amboina.
Ampallariacea. Ampullaria Raymondi Bourguignat MoUusques
nouveaux Heft 8. p. 76. pl. 9. fig.4 aus dem See Ballat in Aegypten.
Zur Vergleichung sind auch A. ovata und Kordofana abgebildet. —
A. purpurascens Lechmere Guppy Annais nat. hist. XIV. p. 243 von
Trinidad. — A. palustris Morelet Journ. de Conchyl. XII. p. 158 aus
dem See Ebrie in Senegal.
Valvatacea. Vahata ayylutlnans Lechmere Guppy Annais nat.
hist. XIV. p. 245 von Trinidad ist offenbar keine Schnecke.
Palndinacea. v. Frauenfeld lieferte Verhandl. d. zool.-bot.
Gesellsch. in Wien XIV. p. 560— 672 ein Verzeichniss der Namen der
fossilen und lebenden ilrten der Gattung Paludina Lam. nebst jenen
der nächststehenden und Einreihung derselben in die verschiedenen
neueren Gattungen. Das Verzeichniss enthält 933 Nummern und wird
wohl annähernd vollständig sein. Voraussichtlich ist es eine Vor-
138 Troschel: Bericht üb. cl. Leist. in d. Naturgeschichte
ar])eit für eine Monographie der Paludinacccn, der wir demnächst
entgegensehen dürfen.
Vivipara eximin v. Fraucnfcld Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch.
in Wien XIV. p. 149. Taf. 5. fig. 2 aus dem nördlichen China.
Gill hebt hervor, dass die Gattung Melantho Bowd bereits
von Rafinesque unter dem Namen Campeloma beschrieben war.
Proc. Philadelphia p. 152.
Eine Berichtigung v. Frauenfeld's über Paludinella brc-
vis s. Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien XIV. p. 151.
Paludomus cyatiostomus Morelet Journal de Conchyl. XII. p. 288.
Hydrobia compacta Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 478 vom
Cap St. Lucas.
Moitessieridae. Die Begründung einer eigenen Familie mit
der Gattung Moitessieria, wie sie B ourguigna t vorgenommen hat
(vergl. vorj. Ber. p. 278) findet v. Martens wohl mit Recht etwas
voreilig, da weder die Athmungsorgane noch die Zungenzähne be-
kannt sind. Er wird durch einige Eigenthümlichkeiten der Schale
auffallend an die Gattung Melania erinnert. Malak. Bl. p. 162.
MeläDiacea. Stimpson hat die Organisations-Verhältnisse
zweier nordamerkanischen Melanien, Melania virginica Say und Mu-
dalia dissimilis Haldeman studirt und geschildert. Silliman Amcr.
Journal 38. p. 41. Vor allem interessirten den Verf. die Geschlechts-
Organe. Sie sind getrennten Geschlechts. Aeusserlich unterschei-
den sie sich dadurch, dass die Weibchen rechts am Fuss einen Schlitz
haben, mitten zwischen Tentakel und Deckel. Die Männchen haben
denselben nicht, sie entbehren auch eines Penis, wie Verraetus, und
Verf. ist geneigt für die Kammkiemer ohne Penis eine eigene Ab-
theilung zu begründen, die er An and via nennt. Er vermuthet,
dass auch die Turritellen und einige Cerithien dahin gehören. Zum
Schluss wird zusammengestellt, was bisher über die amerikanischen
Melanien bekannt gemacht worden war.
Melania plumbea Brot Journ. de Conchyl. p. 19. pl. 2. fig. 1 aus
Neu-Guinea. — M. psorica aus Madagaskar und soriculala von Grand
Bassam in Afrika Morelet ib. p.287. — M. Droueti, Mageni nnd Ma-
iheroni Gassies Faune conch. de la Nouvelle Caledonie 1. c.
IJemisinus Wesseli Brot ib. p. 20. pl. 2. fig. 2, wahrscheinlich aus
Brasilien.
Tryon giebt Proc. Philadelphia p. 24 die Synonymie der Gat-
tung Goniobasis, von der er 216 Arten annimmt. Er unterscheidet
a) Spiral gestreifte 1 Art, b) höckerige oder knotige 21 Arten, c)
faltige 85 Arten, d) winklige 16 Arten, e) stark gekielte 4 Arten,
f) zwei- bis vielwinklige 11 Arten, g) keulenförmige glatte 27 Ar-
ten, h) glatte langstreckige 43 Arten, i) gestreifte mit langstreckiger
der Mollusken während des Jahres 1864. 139
Spira 8 Arten. — Ferner p. 92 ebenso von der Gattung Schizostoma
mit 26 Arten und Anculosa mit 33 Arten. Von Anculosa sind 2
Arten knotig, 2 gefurcht, 3 gestreift, 4 winklig, die übrigen glatt.
Goniobasis Emcryensis Tennessee, ?*7/i/>o«o/a Tennessee, aliamjen-
sis Georgia, viridostriata Georgia. Lea Proc. Philadephia p. 3. —
G. subrhombica Nord-Georgia, fraterna Alabama, Ilomae Nord-Geor-
gia, qnadricincta Alabama , Smith soninna Georgia und Tennessee,
pulla Tennessee, ptipaeformis Alabama. Lea ib. p. 111.
Trypanostomd subrobvstum, Roanense, Lesleyi, affine, cylindra-
ceum, carinatum Lea Proc. Philadelphia p. 4, sämmtlich aus Tennes-
see. — T. vemtstufv, cinlvm und tiniciltatuin aus Alabama, corneum
und napoideiim aus Tennessee Lea ib. p. 112.
Schizostoma Shoivalterii Lea Proc. Philadelphia p. 112 aus
Alabama.
Strephobasis Lyonii Lea Proc. Philadelphia p. 5 aus Tennessee.
,Mesesclii za Lea nov. gen. Proc. Philadelphia p. 2 aus der
Melanienfamilie, ausgezeichnet durch einen mittleren Einschnitt im
Labrum. M» Grosvenorii aus dem Wabash
Melanopsis tingitana Morelet Journal de Conchjd. p. 155 von
Marocco. — M. carinata, aperta, Deskayesiana, Retouliana Gassies
Faune conch. de la Nouvelle Caledonie 1. c.
Rissoacea. Die zweite Abtheilung der Abhandlung über die
Familie der Rissoiden von Schwärt z von Mo hr enstern, die
Gattung Rissoa behandelnd, ist im 23. Bande der Wiener Denkschrif-
ten mit 4 Tafeln erschienen. Die Gattung wird, wie schon im
vorj. Bericht p. 281 mitgetheilt ist, in drei Gruppen zerfällt, mit
11, 16 und 16 Arten. Die sämmtlichen 43 Arten nebst noch 4 fos-
silen sind . auf vier Tafeln abgebildet.
Alvania reticvlata und filosa Carpenter Annais nat. bist. XIV.
p. 429 Vancouver-Distrikt.
Rissoa albolirata Carpenter ib. XIIL p. 477 von Cap St. Lu-
cas. — R. Jeffreysi Waller ib. XIV. p. 136 von den Shetland-Inseln.
— R. rosea Deshayes bei Maillard p. 61. Insel Bourbon.
Rissoina Mohrensternii und insolita Deshayes ib. p. 62.
Hyala rotmidata Carpenter Annais nat. bist. XIII. p. 478 von
Cap St. Lucas.
Arthur Adams vereinigte seine Gattungen Dunkeria und
Finella zu einer Gattung Fenella, die er zu den Rissoiden stellt
und zunächst verwandt ist mit Alvania Risso. Proc. zool. soc. p. 42.
Fenella crystallina C^iri^Gnier Annais nat. bist. XIII. p.477 von
Cap St. Lucas.
Littorinacea. Litlorina pnllata und penicillala Carpenter An-
nais nat. bist. XIII. p. 477 von Cap St. Lucas. — L. aurea Bonnet
140 Troschel: Bericht üb d Leist. in d. Naturgeschichte
Rev. et mag. de zool. XVI. p. 281. pl. 22. fig. 4 ohne Vaterlands-
Angabe.
Lacuna porrecta, compacta, variegata Carpenter Annais nat.
hist. XIV. p. 428 Vancouver-Distrikt.
Von Crosse erschien in Journal de Conchyl. XII. p. 224 eine
MonograjDhie der Gattung Risella mit 9 Arten, von denen R. melano-
stoma Gmcl., plana Quoy Gaim. und eine neue Art ii. Ihuni abge-
bildet sind.
Cerithiacea. Ceritkivm monockvs Crosse et Fischer Journ. de
Conchyl. XII. p. 347 aus Südaustralien. — C. Cwssei. Menkei, nsper-
sum Deshayes bei Maillard p. 96. Taf. 11.
Bittium nitens Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 478 von Cap
St. Lucas.
Triphoris Hindsi, crenulatus, Adainsi, lieevei^ triliratns, formo-
sns, distinctns , mirißcus, angustissimus , pupaeformis Deshayes bei
Maillard p.98, alle abgebildet.
Diala electrina Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 478 von
Cap St. Lucas.
Pyramidellidae. Obeliscvs variegalns Carpenter Annais nat.
hist. XIV. p. 46 von Cap St. Lucas.
Chrysatlida angusta Carpenter ib. p. 47 von Cap St. Lucas.
Odostomia (Evalea) aeqiiisculpla und delicatula Carpenter An-
nais nat. hist. XIV. p. 46 von Cap St. Lucas. — 0. Moulinsiana Fi-
scher Journ. de Conchyl. p, 70 von der französischen Küste.
Sc aleno Stoma carinatum n. gen. Deshayes bei Maillard 1. c.
p. 58. pl. 7. flg. 26—28.
Eulimidae. EuUma fuscostrigata Carpenter Annais nat. hist.
XIV. p. 47 von Cap St. Lucas.
Styliferidae. Jeffreys hat das Thier von Stilifer Turtonii,
vvelches auf Echinus Drobachiensis lebt, beobachtet. Der Mangel
einer Mundbewaffnung wird bestätigt; ihre Fruchtbarkeit soll sehr
gross sein. Was die systematische Stellung betrifft, so stimmt Verf.
den Gebr. Adams bei, die sie als Typus einer eigenen Familie be-
trachten, und möchte sie in die Nähe der Pyramidellidae stellen.
Es werden 16 Arten der Gattung genannt. Annais nat. hist. XIV.
p. 321. Vergl. auch Report of the British Association held at Bath
1864. p. 332.
Fischer giebt eine Monographie der Gattung Stylifer, Journ.
de Conchyl. XII. p. 91, worin das Historische enthalten ist. Die auf-
gezählten 16 Arten werden in drei Gruppen gebracht: 1) mit kur-
zer Spira und kugliger letzter Windung, 4 Arten; 2) Spira massig,
Schale ziemlich dick, 5 Arten ; 3) Spira sehr lang, Schale schmal,
vom Ansehen einer Eulima, 7 Arten, unter denen St. Paulucciae
der Mollusken während des Jahres 1864. 141
pl, 7. flg. 3 aus dem Rothen Meere neu. Hieran schliesst Verf. die
Entoconcha mirabilis J. Müll.
Stylifer eburnens Deshayes bei Maillard 1. c. p. 57. pl. 7. fig. 25,
Turritellacea. Tnrrilella spina Crosse et Fischer Journal de
Conchyl. XII. p. 347 aus Südaustralien.
Fossari. Recluz machte Journal de Conchyl. XII. p. 247 Be-
merkungen über die Thiere einiger Arten der Gattung Fossarus, wo-
bei er Differenzen fand, die ihn veranlassen die Gattung in zwei
Sectionen zu theilen. Bei den einen, Fossarvs, ist der Mantel
ganzrandig und zwischen den Tentakeln ragt ein bandförmiges Stirn-
segel hervor ; bei den andern, C l a i hr el l a, ist der Mantelrand
crenulirt, und das Stirnsegel fehlt.
Im Anschlüsse hieran spricht Fischer ib. p. 252 gleichfalls
über diese Gattung und zählt ihr 41 lebende und 4 fossile Arten
zu. Den Adams'schen Gattungen Isapis, Conradia, Conthouyia, Cithna
und Gottoina fügt er eine neue Ariadna, auf Trichotropis borea-
lis gegründet, hinzu.
Fossftnis parcipictus und purtis Carpenter nat. hist. XIII p. 476
von Cap St. Lucas.
isa])is feneslrata Carpenter ib. XIV. p.429 Vancouver-Distrikt.
Cijthnia asleriapliila Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 478
von Cap St. Lucas. Fand sich in einen Seestern eingebettet.
Vermetacea. Blvonia compactn Carpenter Annais nat. hist. XIV.
p. 427 Vancouver-Distrikt.
Hipponicidae. Hipponyx cranioides Carpenter Annais nat. hist.
XIV. p. 427 Vancouver-Distrikt.
Marseniadae. Marseniu BergkiDeshsyes beiMaillard I.e. p.77
pl. 9. flg. 18— 20 Bourbon.
VaniCOridae. Vanicnro dispariUs Deshayes ib. p. 77. pl. 9. fig.
15—17 Bourbon.
ISaiica nperta Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 476 von
Cap St. Lucas.
Pediculariacea. Pedicnlaria elegantissima Deshayes bei Mail-
lard l. c. p. 50. pl. 6. fig. 23—26.
Gypraeacea. Cypraea Menkeann Deshayes bei Maillard p. 139
pl. 13. fig. 21—22 Bourbon.
Ämphiperasidae. Oiw/a 6 orionicß Deshayes bei Maillard p. 136.
pl. 13. fig. 18—20 Bourbon.
TritOQiacea. Trimn WalerhousH von Port Lincoln und T.
Straiiqei von Moreton-Bay Adams et Angas Proc. zool. soc. p. 35.
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2 lid. K
142 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Toxoglossa.
Conoidea. Conus »«/»esce;*« Bonnet Revue et mag. de zool. XVI.
p. 282. pl. 22, fig. 6 von der Insel Anain. — C. consul, daphne aus
dem Indischen Ocean, lictor, dolium, 7niser vom grünen Vorgebirge
Boivin Journal de Conchyl. p. 33. pl. I. — C. planaxis und spiro-
gloxns Deshayes bei Maillard 1. c. p. 134. pl. 13. Bourbon.
Pleurotomacea. Fleurotoma apicnlata Montrouzier Journal de
Conchyl, XII. p, 2G4, pl. 10. fig. 2 Insel Art. — Fi. lieereaua, <yem-
mulala, mediocris, scalarina, clandeslino, alba, cijcluphora Deshayes
bei Maillard 1. c. p. 106. pl. 12 von der Insel Bourbon.
Mongelia snbdiaphcaia, Drillia appressa und Cithara fusconotala
sind neue Arten von Carpenter von Cap St. Lucas. Annais nat.
bist, XIV. p. 45.
Rhacbiglossa.
Volutacea. Angas machte Proc, zool, soc. p. 50 Bemerkun-
gen über die geographische Verbreitung der Arten von Voluta und
Cymbium in Australien. Er bespricht die Fundorte von 35 Arten.
Die bereits früher in dem Thesaurus conchyliorum enthaltene
Monographie von Voluta und Melo ist in dem 23. Theile mit drei
Tafeln vervollständigt. Auf ihnen sind abgebildet: Voluta guttata
Keeve, columbella Sow., abyssicola Ad. et Reeve. j^raetexta Reeve,
Ellioti Sow., pallida Gray Var., Turneri Gray, cassidula Reeve, deliciosa
Montr., Sophia Gray, Maria-Emma Gray, Deshayesii Reeve, Rossi-
niana Bern., exoptanda Sow., innexa Reeve, Loroisi Val., — Melo
regius Sehr, et Wagn., umbilicatus, aethiopicus, Georginae Gray.
Voluta Ellioti Sowerby Journal de Conchyl. XII. p. 338 von
Australien.
Gray giebt die Differenzen der 5 Arten der Gattung Amoria
aus der Familie der Voluten, und unterscheidet 6 Varietäten von A.
Turneri die er Jnmvacliii, Broderipi, Damonii, Cumingii, rnaculata
und pallida nennt. Annais nat. bist. XIV. p. 236.
Mitracea. Mitra Umorensis DohmM^dak.Bl. p. 56 von Timor.
Fusacea. Pisa7iia elnla Carpenter Annals nat. bist. XIV. p.49
von Cap St. Lucas. — P. Billeheusti Petit und /)esn»0M/»w«t Montrou-
zier Journal de Conchyl, XII. p. 265. pl. 10. fig. 3 Insel Art.
Maricea. Murex lonqicomis Dunker Malak. Bl. p. 99; Novita-
tes conch. p. 64. tab. 22. fig. 5. 6. von Amboina.
Trophon Paivae Crosse Journal de Conchyl. XII. p. 278. pl. 11.
fig. 7 von Südaustralien.
Golumbellacea. Columbella pumilaSouv. et Montr. wird Journ.
de Conchyl. p. 41 in Col. regulus umgetauft. — C (Pisania?) snblae-
der Mollusken während des Jahres 1864. 143
vis Montrouzier und articvlala Souverbie ib. p. 270. pl. 10. fig. 4, 5.
Insel Art. — C. Sainl-Pairinna Caillet ib. p. 279. pl. 11. fig. 4 von
den Antillen. — C. //rtn/eyi Deshayes bei Maillard 1. c. p. 131. pl. 13.
fig. 8 — 10 von Bourbon.
JSitidella millepnnctata und densilineata Carpenter Annais nat.
hist. XIV. p. 48 von Cap St. Lucas.
Annchis tincta und fuscosfrigata Carpenter Annais nat. hist.
XIY. p 48 von Cap St. Lucas.
BuCCioaceä. Bnccimim Ancjnsi und Adelaidcnse Crosse Journal
de Conchyl. XII. p. 275. pl. 11. fig. 5, 6 aus Südaustralien. — ß. fili-
ceiim Crosse et Fischer ib. p. 346 aus Südaustralien.
?\'assa Iriyuja Souverbie und acvticosta Montrouzier Journal de
Conchyl. XII. p. 272. pl. 10. fig. 7, 8 von der Insel x\rt. — JS. Mu-
nieriarui Crosse ib. p. 345. pl. 13. fig. 6 aus Südaustralien. — A'. one-
raia Deshayes bei Maillard 1. c. p. 130. pl. 12. fig. 24 ~25 von Isle
de Bourbon.
Trnncaria eurytoides Carpenter Annais nat. hist. XIV. p. 47
von Cap St. Lucas.
Nerihila (CallomphalaJ /«cü/« Adams et Angas Proc. zool. soc.
p. 35 von Xeu-Süd-Wales.
Purpura variabilia und leucosloma Lesbares bei Maillard 1. c.
p. 115. pl. 12. fig. 22, 23 von Bourbon.
Sistriim rufonotalum Carpenter Annais nat. hist. XIV. p. 48 von
Cap St. Lucas.
Leptocoticfnis roslratus A. Adams Annais nat. hist. XIII. p. 310
von Kino-0-Sima. — L. Maillardi, Cuniingii, Rüppelii, Lamarchii, Cu-
vieri Deshayes bei Maillard 1. c. p. 117. pl. 12, nebst einigen anato-
mischen Bemerkungen.
Ptenoglossa.
Scalärinä. Scafaria delicatula und consors Crosse et Fischer
Journal de Conchyl. XII. p. 347 aus Südaustralien. — Sc. perplexa
Deshayes bei Maillard 1. c. p. 60. pl. 8. fig. 1 von der Insel Bourbon.
Opalia exquisila A. Adams Annais nat. hist. XIII. p. 310 von
den Gotto -Inseln. — 0. crenatoides Carpenter ib. p. 47 von Cap
St. Lucas.
Arirsa Menesthoides Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 478 von
Cap St. Lucas.
Solariacea. Solarimn (/i7ec<«m Deshayes bei Maillard I.e. p. 68
von Isle de Pjourbon.
Janthinacea. Jamkma Vinsoni Deshayes ib. p. 94 ebendaher.
144 Troschel: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
Rhipitloglossa.
Proserpinacea. Mit einer Uebersicht der Arten der Proserpi-
naceen verbindet Bland die Beschreibung einer neuen Art Proser-
pina Sirifti von Venezuela. Annais Lyceum New- York VIII, p. 13.
HGliCinacea- Helidna solifla und corrugata Pease Proc. zool.
SOG. p. 673 von den Sandwichinseln. - //. sculpta von Timor, svturalis
Amboina, Borneensis Borneo v. Martens Berliner Monatsber. p. 120.
— H. Glodslonetisis Cox Annais nat. bist. XIV. p. 184 aus Australien.
— H. zonala. und barbaln Guppy ib. p. 247 von Trinidad. — H.
Primennn Gassies Faune conch. de la Nouvelle Caledonie 1. c. —
//, albor iridis Wright Malak. Bl. p. 108. von Cuba. — //. montana
Wrio-ht und granuhnn Gundlach ib. p. 160 von Cuba.
Hydrocaenacea. Hydrocena nitida und ovata Pease Proc. zool.
soc. p. 674 von den Sandwichinseln. Erstere hält H, Adams für eine
Assiniinea. — //. diaphana und Fischeriana Gassies Faune conch. de
la Xouvelle Caledonie 1. c. — H. Moreleti Deshayes bei Maillard 1. c.
p. 84. pl. 10. fig. 7, 8.
Neritacea. ISeritina Nonleliana Gassies Faune conch. de la
Nouvelle Caledonie 1. c. — N. crislala Morelet Journal de Conchyl.
XII. p. 288 von Gabon. — N. modicella und fnlgurata Deshayes bei
Maillard 1. c. p. 79. pl. 10 von Bourbon.
NerileJla (Dostia) Lifuensis Adams et Angas Proc. zool. soc,
p, 36 von den Fidschi-Inseln,
NariceUa Hnpeiann Gassies Faune conch. de la Nouvelle Ca-
ledonie 1. c.
Catillus ornafiis Adams et Angas Proc. zool. soc. p. 36 von den
Fidschi-Inseln.
TrOChoidea. Phasianella Angasi Crosse Journal de Conchyl. XII.
p. 344. pl. 13. flg. 5 aus Sudaustralien. — Ph. ritrea Deshayes bei
Maillard 1. c. p. 76. pl. 8. fig. 8 von der Insel Bourbon.
Eucosmia nov. subgen. Carpenter Annais nat. bist. XIII.
p. 475 testa solida, nitida, variegata, hand nacrea, apertura et an-
fractus rotundati. conspicue umbilicata, peritrema vix continuum,
haud callosum. Verwandt mit Phasianella. E. variegata, substriata,
punctata, cyclosloma von Cap St. Lucas.
Turbo naninus Souverbie Journ. de Conchyl. XII. p. 263. pl. 10.
fig. 6 Insel Art. — T. semilugnbris, purpuralus, filifer, phasianellus
Deshayes bei Maillard 1. c. p. 72 von Bourbon, alle abgebildet.
Liotia Angasi Crosse Journal de Conchyl. XII. p. 343, pl, 13.
fig, 4 aus Südaustralien,
Die Monographien der Gattungen Cyclostrema, Adeorbis und
der Mollusken während des Jahres 1864. 145
Teinostoma in Sowerby's Thesaurus füllen die Tafeln 255 und 256.
Die Gattung Cyclostrema Marryatt enthält 16 Arten, an sie schlies-
sen sich die Subgenera Daronia mit 2, Tubiola mit 3, Microt heca
mit 1, Mörchia mit 1 Art, — Die Gattung Adeorbis hat 21 Arten.
— Die Gattung Teinostoma umfast 7 Arten, ihr Subgenus Calceo-
lina 1 Art. Die Figuren dieser beiden Tafeln sind nicht colorirt.
Haplocochlias nov. gen. Carpenter Annais nat. hist. XIII.
p.476 testa CoUoniam simulans, sed haud margaritacea, apertura
circularis, varicosa, columella haud collosa. Thier und Deckel un-
bekannt. Verwandt mit Ethalia. //. cyclnphoreus von Cap St. Lucas.
Trochits Blandiamis, abnormis, Ramhxiri Crosse Journal de Con-
chyl. XII. p. 339. pl. 13. fig. 1 — 3 aus Süd-Australien. — T. sartorius
Deshayes bei Maillard 1. c. p. 72. pl. 9. fig. 7, 8 von Bourbon.
Trochus (Monodotita) mille-linealns Bonnet Rev. et mag. de
zool. XVI. p. 281. pl. 22. fig. 5 von der Jorris-Strasse.
, Thalotia mundnla Adams et Angas Proc. zool. soc. p- 37 von
Westaustralien.
Cantharidus decoralus Adaras et Angas ib. p. 37 von Süd-
Australien.
Trochocochha excavata Adams et Angas ib. p. 37 von Neu-
seeland.
Photinula quaesila A. Adams Annais nat. hist. XIII. p. 141
von China.
Ompkalius Ffefferi Dohrn Malak. Bl. p. 56 von den neuen
Hebriden.
Gibbula nitida von Neuseeland und picturata von Port Jack-
son Adams et Angas Proc. zool. soc. p. 36. — G. parcipicta, suc-
cinctn, lucunnta, funiculala Carpenter Annais nat. hist. XIV. p. 426.
Vancouver-Distrikt.
Margarita rw/ar/s Carpenter Annais nat. hist. XIV. p. 426 Van-
couver-Distrikt. — M. Endeli Deshayes bei Maillard 1. c. p. 75. pl. 8.
fig. 9, 10 von Isle de Bourbon.
Broderipia nitidissima Deshayes ib. p. 69. pl. 6. fig. 20 — 22
ebendaher.
HaliOtidae. Haliolis rere/r/^« Deshayes ib. p. 70. pl. 9. fig. 1 — 2
ebendaher.
FiSSnrellacea. Fissurella lasmaniensis Bonnet Rev. et mag. de
zool. XVI. p. 72. pl. 6. fig. 5 aus Vandimensland. — F. omicron und
concatenata Crosse et Fischer Journal de Conchyl. XII. p. 348 aus
Südaustralien.
Glypkis saturnalis Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 475 von
Cap St. Lucas.
146 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Emarginiila Thomasi Crosse Journ. de Conchyl. p. 43 aus dem
Rothen Meere, ist ib. p. 152. pl. 7, fig. 1 abgebildet. — E. scutetlafa,
brerhimala , cosfuhita, ilecoratf', spitiasa , fenestrella Deshayes bei
Maillard 1. c. p. 45 von Bourl)on, alle abgebildet.
Oocoglossa,
Patellina. Fischer beschrieb eine Monstrosität bei Patella
vulgata, wo links zwei Fühler und zwei Augen vorhanden waren.
Journ. de Conchyl. XII. p. 89. pl. 8. fig. 8.
Patella ca l am us Crosse et Fischer ib. p. 348 aus Südaustralien.
— P. Garqoni, Itloreli, levata, fvofimda Deshayes bei Maillard 1. c.
p. 42. pl. 6 von Isle de Bourbon.
ISacella peUoidcs Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 474 von
Cap St. Lucas.
ÄCmaeacea. AcDiaea alrala und strigalella Carpenter Annais
nat. hist. XIII. p. 474 von Cap St. Lucas.
Chitonidae. Eine von Prescott in Silliman's Amer. Journ.
XXXVIII. p. 185 beschriebene neue Art Chiton cnlifomirns von rie-
siger Grösse , ist, wie später p. 432 berichtigt wird, Cryptochiton
Stelleri Midd.
Adams und An gas beschreiben Proc. zool. soc. p. 192 zehn
neue Chitonen aus den australischen Meeren: Leptcioplevrus variegatus
von York's Peninsula, L. speciosns von Port Lincoln, L. liratus von
York's Peninsula Stenochilon n. gen. juloides von Holdfast-Bay,
Chaetopleura conspersti von Port Lincoln, Lorica Angasi von Eapid-
Bay, Microplnx n. gen. Giayi von Sydney Harbour, Uanlega va-
riabilis York's Peninsula, Acanthochiles carinatus Sydney, A. cosla-
ins Sydney. Die Charaktere der neuen Gattungen lauten:
S t eno c h i t on. Testa elongata , angusta, convexa; valvae
longiores quam latae, non carinatae, apex posterioris valvae subcen-
tralis ; laminae insertionis parvae. valvarum terminalium multis fis-
suris, mtermediarum utrinque 5 fissuris; limbus squamulis minutis-
sirais, politis, imbricatis obtectus.
Micruplax. Testa elongata; valvae partibus externis par-
vis, cordiformes, disjunctae, laminae insertionis magnae; limbus
nudus.
Chiton horhonicus, Maillardi, i'usticus, sanguineiis, penicillatus
Deshayes bei Maillard 1. c. p. 37, mit Abbildungen von Bourbon.
Ischnochilon parallelus, prasinafus und scrratus Carpenter An-
nais nat. hist. XIII. p. 314 von Cap St. Lucas.
Mnpnlia Stcannii Carpenter Annais nat. hist. XIV. p. 426 Van-
couver-Distrikt.
der Mollusken während des Jahres 1864. 14 7
Dentaliacea. Lord brachte aus Vancouvers-Island einen Gürtel
aus Dentalium pretiosum Nutt. mit. Er bemerkt, dass früher in
jenen Gegenden Dentalium als Geld benutzt wurde. Solche Stücke,
deren 25 einen Faden =' 6 Fuss lang waren hiessen Hi-qua, und
hatten einen Werth von über 50 Pfund Sterling. Gray ist der
Ansicht, dass sowohl diese Art, wie D. striolatum Stimps. von Neu-
fundland nur Varietäten von D. entalis wären. Proc. zool. soc. p. 136.
Pulmouata.
üeber die Untersuchungen von S a 1 v a t o r e T r i n-
chese, die sich auf die Structur der Nervensystems der
lungenatlimenden Schnecken beziehen, erstattete ßlan-
chard der französischen Akademie einen rühmenden
Bericht. Comptes rendus 58; Revue et mag. de Zoologie
XVLp.50.
Limacea. Dubrueil schlägt vor die Limaces trocken zu prä-
pariren , um sie mit den Farben aufzubewahren. Er lässt sie in
Wasser ersticken und setzt zuletzt etwas Seesalz zu; dann werden
die Eingeweide heravisgenommen und die Leibeswand aufgeklebt
und getrocknet. Journal de Conchyl. XII. p. 243. Das Verfahren
scheint der Vervollkommnung zu bedürfen.
Lawson hat Limax maximus anatomisch untersucht, On the
General anatomy, histology and physiology cf Limax maximus. Du-
blin quarterly Journal of science III. p. 48 — 71. Taf. 1 — 2. Die
Zwitterdrüse nimmt Verf. für das Ovarium, von dem der Oviduct
zu der Eiweissdrüse und dem Uterus führt ; längs dem letzteren
liegt der Hoden, der sich durch seine weisslichgelbe Farbe von dem
Uterus unterscheidet. Eine Auffassung, welche sich von der allge-
mein angenommenen, wesentlich unterscheidet.
Lawson über den Verdauungsapparat von Limax maximus.
The intellectual observer IE. 1863. p. 276. — Ueber die Respira-
tions- und Circulationsorgane ib. IV. p. 105.
Nach anatomischer Untersuchung von Limax (Amalia) mar-
ginatus möchte Lehmann Malak. Bl. p. 149 die Gattung Amalia
nicht als verschieden von Limax gelten lassen.
Limax Companyoi Bourguignat Moll, nouveaux Heft 2. p. 25.
pl. 7 nebst Kiefer und Schale. — L. Schwabi v. Frauenfeld Verhandl.
d. zool.-bot. Gesellsch. XIV. p. 681. Taf. 20 nebst Kiefer- und Zun-
genzähnen. — I. viridis Theobald Journal Asiat. Soc. of Bengal 1864.
p. 244 aus Pegu.
Urocyclus n. gen. Gray Proc. zool. soc. p. 250 unterschei-
det sich von Limax und Arien durch die Grösse der Drüsengrube
148 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
an der Oberseite der Schwanzspitze, die umgeben ist von einem
breiten, glatten, quergefurchten aufgeworfenen Rande. U. Kirhii
vom Zambesi-Fluss in Centralafrika.
Lima CVS n. gen. Lehmann Malak. Bl. p. 145. Rücken und
Schwanzende nicht gekielt, keine Schwanzdrüse; Mantel ohne Wel-
lenringe gekörnt, Athenilooh hinter der Mitte des Manlelrandes ;
unter dem Mantel Kalkmasse in Plättchen abgelagert, Runzeln des
Rückens perlschnurartig gekörnt. Kiefer, Zunge, Verdauungs- und
Genitalapparat nach Art des Limax gebildet. L. Brcchicorihianus
aus Victoria in Australien.
Vayinalus Uinnanicus Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal
1864. p. 243 von Rangoon.
Philomycenidae. In dieser Familie hat Morse Journal Port-
land Soc. 1. p. 8 eine neue Gattung Fallifera auf Tebennophorus
dorsalis Bmney gegründet, deren gekrümmter Kiefer 7 Leisten trägt,
und deren Mittelplatten der Radula dreizähnig, die seitlichen zwei-
zähnig. die Höcker gezähnelt sind.
Helicea. Lehmann untersuchte einige Schneckenthiere und
bildete ihre Geschlechtsorgane und ihre Zähne der Radula ab, na-
mentlich von Helix thyroides Say. albolabris Say, BuUmus (Limico-
lariaj Adansoni Pfr., Bulimus undatus Brug. Malak. Bl. p. 44. Taf. 1.
lestacellea. Cylinclrella striuleila, arcustriatu, Viynalensis
Wright , dccolurata , forlis , fumosu , Artemisiae Gundlach, soluta
Pfeiffer, albucrenala, vinctn, brunnescens, concrela Gundlach, capil-
laceti Pfeiffer, sexdevimalis Jimeno, nolata Gundlach, ohliqva Pfeiffer,
Guirensis Gundlach, fitsiformis Wright. litala Jimeno, Covonadoi
Arango, Bluiniana Gundlach sind neue Arten von Cuba. Malak. Bl.
p. 2. — C. affinis Pfeiffer, violacea Wright, trilatnellata Pfeiffer,
p/wm/zea Wright, af/naf« Pfeiffer, ^^w^Msa'or Wright, illamellala Wright
ib. p. 127 von Cuba.
Vitrinea. Vi Irina peguetisis aus Pegu und Chi istiaiiae von
den Andamanen Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal 1864. p. 244.
JSanina sulfni ala Molukken, parcijjila Adenare bei Flores, Rie-
deln Celebes, amphidronui Sumatra, Albcrsi Malakka, — A. (Oiobia)
hytdina Borneo, fulrocainea Manado, (iuieoÜi\xm.Siiia, v. Marteiis Ber-
liner Monatsber. p. 2':4. — A'. rugata v. Martens ib. p. 528 von Ce-
lebes. — A. paiieialis v. Martens Malak. Bl. p. 167 aus Bengalen.
In einer Kote ist bemerkt, dass diese Art mit Helix Laidlayana Bens.
z usammenzufallen scheine.
Trochomorpha appropitiquata Borneo, lardea Molukken, biculor
Sumatra v. Martens Berliner Monatsber. p. 267.
Zoniies Lawleyanus Bourguignat Moll, nouveaux Heft 3. p. 53.
pl. 8. fig. 11 - 14 bei Florenz.
i
der Mollusken während des Jahres 1864. 149
Hyalina Binneijana Morse Journ. Portland Soc. I. p. 13 aus
Maine. — //. amboinensis v. Mai tens Berliner Monatsber. p. 266 von
den Molukken.
Morse bildete Journ. Portland Soc. I. p 15 aus Helix exigua
Stimpson und H. minuscula Binney eine neue Gattung Pseudo hya-
lina, die nahe verwandt mit Hyalina ist, aber eine gerippte oder
gestreifte Schale hat und sich durch Kiefer- und Zungenbewaffnung
unterscheidet.
Helicacea. Helix (Corusia) anadyomene Adams Proc. zool.
soc. p. 38 von den Salomons-Inseln. — //. Forhesit Cox ib. p. 40 von
Queensland, ist in Holzschnitt abgebildet. — H. Macleayi Cox ib.
p. 486 von Port Denison, Queensland. — //. Mariae , assimilans,
Wilcoxi und clarencensis Cox ib. p. 594 vom Clarence-Eiver in Au-
stralien. — H. Peaseona von Timor und zonella von Creta Pfeiffer
ib. p. 603. — H. obconica, normalis, simillima, fabrefacla, ßcta, sciil-
ptilis, retu7isa, dvpressiformis, prostrata Pease ib. p. 669 von den
Sandwichinseln. — //. pahnaria ßenson von Mysore und //. conltncta
Hutton von Malwa Annais nat. bist. XIII. p. 137. — //. neherensis
Benson ib. p. 210 von dem Mahabaleshwar - Gebirge im westlichen
Indien. — //. Amotli, pkytostyius, Capsula, Hudsoniae, Prianacis,
Browningii, Omphalion Benson ib. p. 491 von der Cap-Colonie. — //.
quadrispira, lutea, endoptycha^ instricta, aurita^ anuzona v. Martens
Berliner Monatsber. p. 267 von den Molukken. — H. Fridetiana von
Nangasaki, sumatrana Sumatra, conulus Sumatra, miliuni Amboina,
mendax Timor, vnguiculastra Amboina und Buru, calcar Halmahera,
flaxeola Celebes, mersispira Molukken, biconvexa Molukken v. Mar-
tens ib. p. 523. — //. Blomfieldi , Belli, conoidea, Lyndhorstensis,
Milchellae, Mastersi, microscopica, Morti, Kreß'ti, Stroudensis, mar-
morata, Sti-angeoidcs, Panamattensis Cox Annais nat. hist. XIV. p. 180
aus Australien. — H, coslulata Cox ib. p. 184 von Sydney. — //.
Brotii und sinistra yoiiBorneo, vitrea aus Südamerika Bonnet Revue
et mag. de zool. XVI. p. 67. pl. V. fig. 1 — 3. — //. Brovheri Gutierrez
MS. in Pfeiffer's Novitates conchologicae p. 237. Taf. 61. Fig. 7, 8 von
Cuba (vergl. auch Malak. Bl. p. 124). — //. Ihimberti Brot Journal
de Conchyl. p. 21. pl. 2. fig. 5, 6 von Ceylon. — H. Coltyi Morelet
ib. p. 155 aus Algerien. — H. Paivana, qnadricivcta und gowerensis
Morelet ib. p. 156 von den Canarischen Inseln, Gomera. — //. incr-
mis Morelet ib. p. 157 von Sierra Leone. — H. gyrclla, lorlilis, po-
lycycla und Angvandi Morelet Series conchyliologiques 1. c. aus
Peru. — H. Baynali und Inteolina Gassies Faune conch. de la Nou-
velle Caledonie 1 c. — R. Lienavdiana, Ridalgoiana, CaiUeti, Dia-
bellei sämmtlich aus Oceanien, Primeana und Bocageana wahr-
scheinlich aus China Crosse Journal de Conchyl. XII. p. 282. — H.
seminigra Morelet ib. p. 289 von Queensland in Australien. — H. Eil-
150 Troschel: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
heusti Crosse et Fischer ib. p. 327. pl. 13. fig. 8 aus Cochinchina. —
H. lieiniana und (Nscrepans Pfeiffer Malak. Bl. p. 1 von Bermuda.
— U. galeatn Paiva ib. p. 51 von Lissabon. — H. plectolropis und
Semenowi v. Martens ib. p. 114 vom Thianchan- Gebirge. — II.
SchicarZ'ianaVieiffer ib. p. 125 von Cuba. — II. exul Theobald Journ«
Asiat. Soc. of Bengal 18G4. p. 245 von den Andamanen. — H. bor-
honicn, Mnillardi Frappieri, Eudeli, Vinsoni, imperfecta Deshayes bei
Maillard 1. c. p. 85. jjI. 10 von der Insel Bourbon.
In B o u r g u i g n a t's Mollusques nouveaux finden sich folgende
neue Helix - Arten im ersten Hefte : H. embia Insel Habibas an der
Algerischen Küste, Burini Süden der Provinz Oran, Dastvgiei Süd-
Oran, ßotulnelUana Provinz Oran, Asteia bei Madrid, Aucapitainiana
Algerien, niloiica Aegypten. Auch H, Genezarethana Roth ist be-
schrieben und abgebildet; — im zweiten Hefte : H. Mossoti von Per-
pignan in den Pyrenäen, elachiu von Angers (zur Vergleichung sind
auch H. pygmaea und micropleuros abgebildet und beschrieben),
Helix Berytensis, mchodia und Fonrousi aus Syrien w^urden früher
unter Berytensis confundirt, //. Arrouxii von Beyruth. colUniana aus
Schv^'eden; — im dritten Hefte: Helix Lavamhdae bei Briangon, Ma-
dagorensis von Magador in Marocco, pkilammia Syrien, ptychodia
Nord-Aegypten. Davidiana Jerusalem. Auch H. tuberculosa Conr.
und Ledereri Pfeiffer sind abgebildet und beschrieben. — H. Jnri-
niana Bourguignat Malacologie d'Aix-les-bains p. 32. pl. 1. fig. 1 — 5.
Bouguigna[t spricht Revue et mag. de zool. XVI. p. 161
über einige neue zweifelhafte oder wenig bekannte Helices: H.
Ehrenbergi Var. chilembia, Kurdistana, Michoniana, guttata [Oliv.,
caesareana Parr., spiriplana Oliv. - Im 3. Hefte der Malacologie
de l'Algerie bereibt Bourguignat als neu: H. psara, Letournett-
xiana, euslricla, suhcostulata , agrioicn , Geryvillensis , lacertarum,
Lallemantiana , Roboudiana, subnieridionalis, acompsia, evphorca, are-
narvm. chorcln, Colomiesiona, Dvveyrieriana, calopsis.
Helix Arcasiana, Yantaiensis, Tchefouensis und Frilleyi Crosse
und Debeaux, die im vorigen Jahre beschrieben waren, sind aus
Journal de Conchyl. XII. p. 316. pl. 12 abgebildet. — Ebenso H.
Weinkauffiana ib. p. 326. pl. 12. fig. 7.
Bemerkungen über einige Arten von Madeira, Helix galeata
Paiva, tetrica Paiva, delphinuloides Lowe und coronula Lowe machte
Pfeiffer Malak. Bl. p. 52 und bildete sie ab.
B e n s 0 n erklärt Helix titanica Pfeiffer für identisch mit seiner
H. Basileus. Annais nat. bist. XIII. p. 496.
Auf Helix alternata Say gründete Morse Journ. Portland Soc.
I. p. 11 eine eigene Gattung An guispir a.
Stria turn Morse n. gen. Journ. Portland Soc. I. p. 17 ist
der Mollusken während des Jahres 1864. 151
o-es?ründet auf Helix milium Morse und eine neue Art St. ferrea
aus Maine wegen des mitten eigenthümlicli eingeschnittenen Kiefers
und der sehr grossen Mittelplatten der Radula.
Fun et 11771 Morse n. gen. Journ. Portland Sog. I. p. 27, auf
Helix minutissima Lea gegründet, hat einen Kiefer, der in 16 deut-
liche Stücke getheilt ist, und ihre Zungenbewaffnung ist sehr ähn-
lich mit der von Carychium exiguura. Verf. sieht sogar diese Gat-
tung als den Typus einer eigenen Subfamilie an, die er Punclinae
nennt.
AufBulimus harpa Say gründete Morse Journ. Portland Soc.
p. 32 eine neue Gattung Zoo cj enet es. Sie ist lebendig gebärend,
der Rand des Fusses ist crenulirt, die Schale ist hoch, gerippt,
fast hornig. Einige innere Theile, Geschlechtsorgane, Nervensystem,
Mundtheile, sind durch iVbbildungen Taf. I. erläutert.
Cochlostyla pubicepa und svlcocincta v. Martens Berliner Mo-
natsber. p. 269, beide von Halmahera.
Bulimus turgidvs^ argnlns und annectens Pease Proc. zool.
soc. \). 670 von den Sandwichinseln. — B. leucoxarithus ohne siche-
res Vaterland , suspectus von Timor und siimalranus von Sumatra
V. Martens Berliner Monatsber. p. 526. — ß. iValli, Onslowi und
Jacksonensis Cox Annais nat. bist. XIV. p. 185 aus Australien. — B.
pictus und amoenus Bonnet Revue et mag. de zool. XVI. p. 69. pl. V
et VI aus Peru. — B. Wairgeirensis Bonnet ib. p. 279. pl. XXH. fig. 2.
von Wairgeir. — B. aelhiops von Guinea, obsoletus Sierra Leone und
electrinus Guinea Morelet Journal de Conchyl. XII. p. 157. — B.
viriatxis, Yanetmetisis, Anfjraruh, ochracens, jaspideus, Efhcardsi, ru-
sticellus, papillatus, radiatus, orophilvs, Baisanus, cereicola, virgul-
toruw, longinfjuus, Andoicus, nlbicolor, Lesiteureanus, emaaatus, acro-
melas, spiculatus, tubnhttns, scalaricosfa, denuritis, serolinus, cuspi-
datus, veruculum Morelet Series conchyliologiques 1. c. aus Peru. —
B. Edwardsianns und Blanchardianus Gassies Faune conch. de la
Nouvelle Caledonie 1. c. — B. inqennus Insel Mayotte und spinula
vom Gabon Morelet Journal de Conchyl. XII. p. 286. — B. Lelour-
nettxi, nvmidicus, Brondeliamts Bourguignat Malacologie de l'Algerie
Heft 4. — B. Moestai Dunker Malak. ßl. p. 156 aus der Wüste
Atacama in Chili.
Crosse richtete seine Aufmerksamkeit auf die Auricula-för-
raigen Bulimus aus Neu-Caledonien und den benachbarten Ländern.
Er betpricht Journ. de Conchyl. XII. p. 105 von ihnen 23 Arten.
Bulimus annamiticus Crosse und Fischer ist ib. p. 329. pl. 12-
flg. 8 abgebildet.
Achatina Spehei Dohrn Proc. zool. soc. p. 117 vom See Victo-
ria N'yanza in Afrika. — A. Arthuri Benson Annais nat. bist. XIII.
152 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. 209 von dem Mahabaleshwar-Gebirge im westlichen Indien. — A.
Loriüli Bonnet Rev. et mag. de zool. XVI. p. 279. pl. 22. fig. 1 aus
Brasilien.
Pupacea. Hnliminus (Cliondiula) lepidula Adams et Angas
Proc. zool. soc. p. 38 von Nordwest-Australien. — B. spilozonus v.
Martens Berliner Monatsber. p. 527 von Celebes und Timor.
Pailnla producia, liffnaria^ clara, adcnuala, planilabrum, lu-
gubris, Garreliii Vea.Sc Proceed. zool. soc. p. 671 von den Sandwich-
Inseln.
Cionella sumalrana v. Martens Berliner Monatsber. p. 527 von
Sumatra.
Bourguignat schrieb über die Arten der Gattung Ferussa-
cia. Nachdem er als neue Arten beschrieben und abgebildet hatte :
Feiussacia llutlii von Jerusalem, Moussoniana von Jerusalem, Saulcyi
von Sayda (welche alle drei schon in des Verf. Malacologie alge-
rienne aufgestellt sind) und F. Michoniana von Jerusalem, stellt er
die Synonymie von 51 Arten der Gattung zusammen. — F. proechia,
abromia, agraecia, charopia, celosia. abia, eiicharisia und ihamnophila
Bourguignat Malacologie de l'Algerie Heft 4.
Lamellina laetis Pease Proc. zool. soc. p 672 von den Sand-
wichinseln.
Tovnalellina operla, oblonga, simplex Pease Proc. zool. soc.
p, 673 von den Sandwichinseln.
Caecilianella uniplicatn Bourguignat Malacologie d'Aix-les-bains
p. 55. pl. 2. fig. 3 — 5. — C Letourneuxi Bourguignat Malacologie de
l'Algerie Heft 4.
Macroceranius pvpoides, variabilif Pfeiffer, crenaltis, costellaris,
(lenticitlatusy nigropictuSy latus, elegans, Palenquensis Gundlach, sim-
plex Pfeiffer Malak. Bl. p. 15, sämmtlich aus Cuba. — M. Poeyi Pfeif-
fer und infradenticulatvs Wright ib. p. 126 von Cuba.
Clausilia Cedrelorvm und Raymondi Bourguignat Moll, nou-
veaux 1. p. 17. pl. 4. Cl. proximo Walderdorff Verhandl. d. zool.-
bot. Gesellsch. XIV. p. 598 von Cattaro. — Cl, glabella, extenso,
lenuicoslatr,, ludis , dislans Pfeiffer Proc. zool. SOC. p. 604, sämmt-
lich von Greta. — Cl. sumalrana von Sumatra und moluccensis von
Halmahera v. Martens Berliner Monatsber. p. 270. — Cl. exvurrens
V. Martens ib. p. 527 von Sumatra. — Cl. Angrandi und Andecola
Morelet Series conchyliologiques 1. c. aus Peru. — Cl. Letourneuxi
Bourguignat Malacologie de l'Algerie Heft 4. — Cl. Masoni Theo-
bald Journal Asiat. Soc. of Bengal 1864. p. 246 aus Pegu.
Pupa Raymondi Bourguignat Moll, nouveaux Heft 2. p. 48. pL6
aus Syrien. — P. eudolicha ib. Heft 3. p. 74. pl. 8 aus den Pyrenäen.
— P. thibetica aus Thibet, gutta aus dem Spiti - Thale, Eurina vom
der Mollusken während des Jahres 1864. 153
Gograflusse, ofella aus Liberia Benson Annais nat. hist. XIII. p. 138.
— P. Ramsayi Cox ib. XIY. p. 184 aus Australien. — P. fryana,
pamphoro(lo7i, dadion Benson ib. j). 495 von der Cap - Colonie. — F-
Kingi Cox ib. XIV, p. 183 aus Australien. — P. rtscewrfens v. Martens
Berliner Monatsber. p. 528 von Amboina. — P. tarius{^\c\) Bonnet
Revue et mag. de zool. XVI. p. 71. pl. 6. fig. 3 — 4 aus Tagnrianien.
— P. Leloufjieuxi, Lallemantiana, Brnndeli , Povpillieri, Aucapitai-
niiina, Bourguignat Malacologie de l'x\lgerie Heft 4. — P. Bonrguig-
nali, intersecta, pupula, ucula, lurgidula Deshayes bei Maillard 1. c.
p. 90 mit Abbildungen.
Vertigo numidica, aprica, codia, inicrolena, discheilia, Maresi
(die beiden letzteren bisher nur fossil bekannt, nun aber auch le-
bend gefunden) Bourguignat Malacologie de l'Algerie Heft 4.
Streptaxis Johswichi v. Martens Berliner Monatsber. p. 528 aus
Slam. — S/. Blanfordi und Birv^anica Theobald Journal Asiat, Sog.
of Bengal 1864. p. 245 aus Pegu.
-S u c c i n e a. Succinea Haieana Louisiana , Grosvenorii Loui-
siana, Mooresiana vom Platte-River, WUsonii Georgia, Forsheyi Te-
xas, pellucida Vereinigte Staaten Lea Proc. Philadelphia p. 109. —
S. strigillata Adams et Angas Proc. zool. soc. p. 38 von Nordwest-
Australien. — S. eucalypti Cox ib. p. 486 von den Blue Mountains
in Australien. — S. Psortoni, Macgillivrayi und rkodostoma Cox An-
nais nat. hist. XIV. p. 183 aus Australien.
Von den 9 Arten Succinea. welche von dem Tahiti-Archipel
beschrieben sind, nämlich: S. procera, infundibuliformis, humerosa,
pudorina und modesta Gould, tahitensis, pallida, gouldiana und pa-
pillata Pfr. hält Pease Proc. zool. soc. p. 676 humerosa und tahi-
tensis für identisch; pallida stammt nach ihm nicht von Tahiti und
pudorina ist ihm auch eine zweifelhafte Art. Eme neue Art S. co-
stulosa wnrd hinzugefügt.
Auricnlacea. Melampus bvevis und tariabilis Gassies Faune
conch. de la Nouvelle Caledonie 1. c. — M. tetricus Morelet Journ.
de Conchyl. XII. p. 290 Nouvelle-Galles du Sud. '
Marinula (an Pedipes?) Forestieri Montrouzier Journal de
Conchyl. p, 41 und p. 261. pl. 10. fig. 1 aus dem Caledonischen
Archipel.
Scarabus minor Gassies Faune conch. de la Nouvelle Cale-
donie 1. c.
Alexia algerica Bourguignat Malacologie de l'Algerie Heft 4.
Carychium Boysianumlßenson Annais nat. hist. XIII. p. 210 von
der Stadt Agra am Jumna.
C oilo siele n. gen. Benson Annais nat. hist. XIII. p. 136.
Testa imperforata, elongato- cylindrica, axis columellaris interna
154 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturj^eschichte
spirae obsoleta; apertura semiovata, margine columellari superne
oblique subspiraliter uniplicata. C. smlaris bei Humeerpore, Bun-
delkhund an den Flüssen Jumna und Betwa.
Limnaeacea. l'hyso niagat ensis Niagara, nUunensis Illinois,
crocala Georgia, Forsheyl Texas, lenuissima Louisiana, Halei Loui-
siana, Febigerii Ohio, iMchlinii Alletrhany, Orostenorii Kansas, Wliilei
Georgia, Saffordii Tennessee und Kansas, Hawuii Kansas, analina
Kansas, parra Kansas, Skownlteiii Alabama, Sniiilisnni(inaV\siiie-Ri-
ver, yVarreniftnn Platte-River, Wisconsin und Michigan, Tinskii Ca-
lifornien, striata Californien, ßlandii Californien, ISullaUii Oregon.
reuiisia Oregon, hordacva Vancouver - Island, i/-er/s/>/rfl Canada Lea
Proc. Philadelphia p. 114. — l^h. inflala Adams et Angas Proc. zool.
soc. p. 39 aus dem Wakefield-River in Süd-Australien.
Planorbis Billingsii Lea Proc. Philadelphia p. 111 aus Canada.
— /'/. sinuosus Bonnet R,ev. et mag. de zool. XYI. p. 280. pl. 22.
flg. 3 aus Neu-Mexiko. — PL Schrammi Crosse Journ. de Conchyl.
XIL p. 153. pl. 7. fig. 2 von Gouadeloupe. — PI. Hlonlrouzieri Gas-
sies Faune couch. de la Nouvelle Caledonie 1, c.
Lea vermuthet Proc, Philadelphia p. 5 in seiner Planorbis
Newberryi aus Californien eine neue Gattung, die er iMerjasy-
s tr opha nennt.
Lyinnea Snnlliso}iiaHa vom Platte-River, Traahii von San An-
tonio Arroya, Jamesii Ohio, Lecontii Georgia, arciira Moose-River
der Hudsonsbay Lea Proc. Philadelphia p. 113. — L. ohiiqvatus v.
Martens Malak. Bl. p. 116. Taf. 3. Fig. 9, 10 aus dem See Issyk-kul
am Nordabhange des Thianschan-Gebirges.
Notobrauchiata.
Angas hat eine grosse Zahl nacktkiemiger Mollusken aus
der Umgegend von Port Jackson beschrieben und abgebildet. Das
englische Manuscript ist von Crosse übersetzt und im Journal de
Conchyl. p. 43 abgedruckt. Die neuen Arten folgen bei den ein-
zelnen Familien.
DoridaC. Doris variaLiliSf Dctiisotri , cltrysoderma , arlmtus,
pantherina , nodulosa, carneola Angas Journ. de Conchyl. p. 44.
Aclinodoris auslralis Angas ib. p. 49. pl. 4. fig. 8.
An ya siel In Edvardsi Angas ib. p. 49. pl 4. fig. 9. Diese
Gattung wird von Crosse charakterisirt: Corpus elongatum, antice
rotundatum, postice attenuatum et in caudam acuminatam desinens;
pallium Caput et pedem omnino tegens ; tentacula dorsalia 2 sub-
clavata; branchiae plumosae, parum numerosae, ante anum et in
parte media dorsi paululum retro positae.
Goniodoris Bcnuelli, Lurinyi, feslito, Daphtte, Crossei, splen-
dida, verrucosa^ erinaceus Angas ib. p. 51. pl. 4 und 5.
der Mollusken während des Jahres 1864. 155
Polycera Cooki Angas ib. p. 58. pl 5. fig. 6.
Plocamophorns imperialis Angas ib. p. 59. pl. 5. fig. 7.
Triopidae. Triopa Yatesi Angas Journal de Conchyl. p. 69.
pl. 5. fig. 8.
TritO&iidäO. Bornella Hermanni und Melibaea australis Angas
ib. p. 61. pl. 6.
Äeolidiaß. Von Bergh erhielten wir wieder eine grössere
Arbeit Anatomiske Bidrag til kundskab om Aeolidierne im 7. Bande
der Kongelige Danske Yidenskabernes Selskabs Skrifter. Kiöben-
havn 1864 mit 9 Tafeln. Nach einer allgemeinen üebersicht der
anatomischen Verhältnisse (p. 1 — 69) folgt die anatomische Unter-
suchung der folgenden Arten: Aeolidia papulosa L., Soemmeringii
Leuck., Spurilla neapolitana Chiaje, Facelina Drummondi Thomps.,
Cratenn hirsuta Bergh n. sp., Olrikki Mörch, Galvina rupium Moll.,
Coryphella salraonacea Couth., Scacchiana Phil., bostoniensis Couth.,
Glaucus atlanticus Forster, gracilis Bergh n. sp., lineatus Reinh.,
longicirrus Reinh., Glaucilla marginata Reinh. n. sp, , briareus
Reinh. n. sp.
Bergh giebt in der eben erwähnten Schrift p. 59 folgende
systematische Üebersicht der Anolidier. 1. Fam. Aeoli dia e no-
t oproctae. Anus dorsalis, bursa cnidophora nulla, Saccus coecus
ventriculi infra gl. herraaphrod. situs, ductuli biliferi glandulosi,
magnopere ramificati. a. Radula dentibus pluriserialibus. Gatt. Pro-
ctonotus und Janus. b. Radula dentibus uniseriatis. Gatt. Hermaea,
Stiliger, Alderia, Fiona. — 2. Fam. Aeoli diae pl enr o pr o c t ae.
Anus laterilis, bursa cnidophora, ductuli biliferi vix glandulosi. paul-
lum ramificati. 1. Saccus coecus ventriculi infra gl. hermaphrod.
situs, radula dentibus uniseriatis. Gatt. Glaucus. 2. Saccus coecus
ventriculi supra gl. hermaphrod. situs, a. Radula dentibus unise-
riatis. Gatt. Calma, Favorinus, Facelina, Phidiana, Spurilla, Aeoli-
dia, Phyllodesmium, Cuthona, Cratena, Tergipes. Erabletonia. b.
Radula dentibus triseriatis. Gatt. Coryphella, Flabellina, Galvina.
Angas beschrieb Journal de Conchyl, p. 63 als neue Arten:
Janus sangiiineus, Aeolis Fuulisi, Macleayi, Flabellina ianthina, or-
nata, Neiccornbi von Port Jackson.
Elysiadae. Elysia Coodgeensis Angas Journal de Conchyl. p. 69.
pl. 6. fig. 9 von Port Jackson.
Phyllirhoidea. Costa las in der Academie zu Neapel, Ren-
diconto dell Accademia delle scienze fisiche e malematiche II. 1863 .
p. 110 über Phyllirhoe bucephala. Er bestätigt 1) dass sie Zwitter
sind ; 2) man könne nicht mehr der Ansicht von P h i 1 i p p i und
Leuckart beistimmen, dass die vier kleinen Anhänge, welche man
Saugnäpfe nennt, den Männchen eigenthümlich seien; 3j ausser den
156 Troschel: Bericht üb. d. Leist. iu d. Naturgeschichte
vier grossen Schlundganglien haben sie noch zwei wohlentwickelte
an der Basis der Tentakeln und zwei unten am Pharynx , beide
durch starke Nerven mit den oberen Ganglien vereinigt; -4) sie ha-
ben zwei wohl entwickelte Speicheldrüsen ; 5) Verf. hat deutlich
beobachtet, dass ausser dem Herzen der erste Tlieil der Aorta er-
weitert ist und Pulsationen macht, die regelmässig mit denen des
Herzens alterniren , so dass sie genau die Functionen einer Herz-
kammer und Vorkammer darstellen; aber da es sich auf dem arte-
riellen Blutwege findet, müsse es als Analogon des Bulbus arteriosus
anderer Thiere betrachtet werden. 6) Die vier Blindsäcke zeigen
innen viele Drüsen, sie scheinen Lebern zu sein; die Ausfühiungs-
gänge der beiden -unteren vereinigen sich, die der oberen bleiben
getrennt; alle drei münden in der Gegend des Pylorus ; 7j von der
sogenannten Niere ist dem Verf. die Deutung ganz dunkel geblieben.
EntOCOnchae. Albert Baur hat in seinen »Beiträgen zur
Naturgeschichte der Synapta digitata.« welche in drei Abhandlungen
im 31. Bande der Verhandlungen der Leopoldinischen Akademie er-
schienen , sich mit dem Schnecken erzeugenden Schlauche und der
MüUer'schen Entoconcba mirabilis beschäftigt, und die wahre Deu-
tung dieses räthselhaften Wesens festzustellen gesucht. Verf. er-
weist, dass der sogenannte Schneckenschlauch ein ganzes Thier sei,
welches in der Holothurie parasitisch lebt , eine schlauchförmige
Nacktschnecke. Da die Entoconcha mirabilis die Larve dieses Thie-
res ist, so kann das geschlechtsreife Thier diesen Namen nicht bei-
behalten, lind erhält dafür den Namen H eli c o s yr inx parasita.
Dieses Thier hängt an dem Blutgefässe der Synapta und ernährt
sich parasitisch, nämlich mittelst seiner Mundöffnung und seiner
Darmhöhle von der Blutflüssigkeit der Synapta; es pflanzt sich
selbst, und unabhängig von der Synapta fort. In Beziehung auf die
systematische Stellung dieses Thieres kommt Verf. zu dem Resultat,
dass es ein Gasteropode ohne Fuss. ohne Schale, ohne Kiemen ist,
ein Thier, dessen innerer Bau auf das äusserste vereinfacht, das
aber seinen Geschlechtsorganen und seiner Larve nach zu den Abran-
chiaten oder zu den Nudibranchiern Cuvier's zu stellen ist. Ein
Kopf, Herz, Gefäss- und Nervensystem sollen dem Thiere völlig man-
geln. Die Constanz der Anheftungsstelle erklärt Verf. durch die
hübsche Hypothese, dass die Einwanderung des Parasiten bei jugend-
lichen Holothurien geschehe, wo der Darmkanal noch sehr kurz ist.
Obgleich diese Arbeit noch keineswegs die Kenntniss des interes-
santen Parasiten erschöpft, so ist sie doch als ein höchst werthvol-
1er Beitrag zu bezeichnen.
Acera. Amphispkyra expansa Jeffreys Report of the British
association held at Bath p. 330 von den Shetland -Inseln.
der Mollusken während des Jahres 1864, 221
Btdla exitnia Deshayes bei Maillard p. 55. pl. 7. fig. 23, 24 von
der Insel Bourbon.
Alys casta Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 314 von Cap
St. Lucas,
Sniaragdinella Sieboldi A, Adams Annais nat. hist. XIII. p. 310
von Takano-Sima,
Cylindrobulia Fischeri Adams et Angas Proc. zool, soc, p. 37
von Südaustralien.
Äplysiacea. Dolabrifera Maillardi Deshayes bei Maillard 1. c.
p. 53, pl.7, fig-, 20— 22, Insel Bourbon.
nionopleurobraiichiata.
Pleurobranchidae. Umbrella CmnhKji Deshayes bei Maillard 1. c,
p. 52, pl. 8. fig. 4, 5 von Bourbon.
Ancyloidea. Ancyhis ovalis und borealis Morse Journ. Port-
land Soc. I. p. 44 aus Maine, — A. ceylanicus Benson Annais nat.
hist. XIII. p. 139.
Siphonariacea, Siphonaria ThersUes Carpenter Annais nat, hist.
XIV. p, 425 Vancouver-District. — S. incerta xm^A. 'parcicostata Des-
hayes bei Maillard 1. c. p. 81. pl. 7.
Brachiopoda.
Eine Abhandlung von Endes -Deslongchamps »Recher-
ches sur l'organisation du manteau chez les Brachiopodes articules,
et principalement sur les spicules calcaires contenus dans son Inte-
rieur. Caen 1864. 4.« ist mir nur aus einer Anzeige im Journal de
Conchyl. XII. p. 393 bekannt geworden. Das erste Kapitel handelt
von dem Bau des Mantels, das zweite beschäftigt sich mit den Kalk-
nadeln in der inneren Lamelle des Mantels im Allgemeinen , die
nach den Gattungen verschieden sind, und deren Function zu sein
scheint, die Circulationsorgane zu schützen. In der Gattung Thecidea
sind die Kalknadeln am entwickeltsten, sie fehlen ganz in den Fa-
milien Lingulidae und Rhj'nchonellidae ; in den Gattungen Terebra-
tella und Waldheimia sind sie durch eine amorphe Kalkmasse er-
setzt, die den Mantel schwängert. Das dritte Kapitel ist der Ver-
gleichung des Mantels und der Spicula in den verschiedenen Gat-
tungen der Terebratulidae gewidmet.
Bei einer Notiz über das Gefässsystem von Lingula (Zeitschr.
f. wiss. Zoologie XIV. p. 424) erwähnt Semper, dass sich in sei-
nem Aquarium mehrere junge Lingula festsetzten und mehrere Wo-
chen lebten. Die Arme wurden niemals zur Schale hervorgestreckt
und entrollten sich niemals. Wenn das Thier die Schalen öffnen
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2 Bd. L
222 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
will, verschiebt es die beiden Schalen seitlich, niemals ruckweise ;
sie werden ein paarmal übereinander liergeschoben, bis sie endlich
weitklaffend zur Ruhe kommen.
Moriisia giganlen Deshayes bei Maillard 1. c. p. 37 von
ßourbon.
Lamel li braiichiata,
R. Molin giebt in seinem Buche: »Die rationelle Zucht der
Süss wasserfische und einiger in der Volks wirthschaft wichtigen Was-
serthiere, Wien 1864.« p. 227 — 271 eine Schilderung der künstlichen
Austernzucht , so wie p. 275 — 291 von der künstlichen Zucht der
Miesmuscheln. Recht interessant zu lesen. — Im Anhange p. 292
macht Yerft. auf die Möglichkeit fremde essbare Muscheln zu accli-
matisiren aufmerksam. Er erwähnt der Versuche, welche dafür in
Frankreich gemacht werden , und hofft , die österreichische Volks-
wirthschaft werde berufen sein in diesem Zweige die grösste Rolle
zu spielen, und namentlich auch die Perlmuscheln acclimatisiren.
Warum will er aber dazu auf die Durchschneidung der Meerenge
von Suez warten?
Buckland hielt einen Vortrag über die Naturgeschichte und
Zucht der Austern. Report of the British x\ssociation held at Bath
1864. p. 89.
Um zu zeigen, dass man schon vor hundert Jahren an die
Austernzucht gedacht hat , erinnert Guerin Meneville Revue
et mag. de zool. XVI. p. 155 an ein Buch von Tiphaigne, wel-
ches 1760 erschienen ist : Essai sur l'histoire economique des mers
occidentales de France. — Derselbe macht auf die Beobachtungen
aufmerksam, welche in demselben Buche über die Wanderungen der
Mytilus und Anomia niedergelegt sind. Ib. p. 362.
Ostreac^ä- S e m p e r s Untersuchungen über das Gefässsystem
der Placuna placeuta ergeben , dass ein grosser Theil des Blutes
dem Stoffwechsel in den Kiemen gar nicht unterworfen wird, und
scheinen die Ansicht Leydig's zu bestätigen, dass in vielen Fällen
bei Lamellibranchiern die Kiemen gar nicht als solche functioniren.
Das Herz ist einfach, nicht in einem Pericardium eingeschlossen,
und zwei accessorische Mantelherzen sind vorhanden. Zeitschr. für
wiss. Zoologie XIV. p. 417.
Oslrea violacea und cucnllina Deshayes bei Maillard 1. c. p. 35.
Insel Bourbon.
Pectinea. Aus dieser Familie beschrieb Deshayes ib. p. 30
folgende Arten : Lima bnllifera^ Peclcn elegantissiniiis, Plicnlula com-
planala und multiplicata und Spondylus concavus.
der Mollusken während des Jahres 1864. 223
Pecten multisquainatus Dunker Malak. Bl. p. 100 von Cuba.
Malleacea. Munier - Chalmas hat Bulletin de la societe
Linneenne de Normandie VIII. p. 97 ausser den fossilen auch die 18
lebenden Arten der Gattung Vulsella aufgezählt.
Perna Maillavdi Deshayes bei Maillard 1. c. p. 29. Insel
Bourbon.
AviCQlacea. Die Bemerkungen von Meek über die Familie
Pteriidae = Aviculidae mit Beschreibung einiger fossilen Genera in
Silliman Amer. Journ, 37. p. 212 bezieht sich zwar nicht ausschliess-
lich, doch vorzugsweise auf fossile Formen,
B r y 0 phil a nov. gen. Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 314,
animal Aviculidaeum, viviparum, inter' algas habitans ; testa pinnae-
formis, extus prismatica, intus subnacrea, ligamentum solidum, um-
bones extantes , terminales , intus concavi. Br. setosa von Cap
St. Lucas.
Ärcacea. Area dichotoma und revelala Deshayes bei Maillard
1. c. p. 22. Insel Bourbon.
Axinaea snbobsoleta Carpenter Annais nat. hist. XIV. p. 425.
Vancouver-District.
NuCOlacea. Nucnla Hartvlgiana Dohrn Malak. Bl, p, 57 von
Neuseeland.
Najades. Unio KiihU, Nyassaensis und n fernin Lea Proceed.
Philadelphia p. 108 aus dem See Nyassa in Central- Afrika. — U. na-
talensis Lea ib. p. 113 von Port Natal. — U. Homsensis aus Nord-
Syrien, Kulleiliensis aus dem Kulleth, einem Nebenflüsse des Tigris
Orphae?isis aus dem Tigris, Mardinensis aus dem Tigris, Emesaensis
aus Nord- Syrien Lea ib. p, 285. — U. megapterus und mandarinus
Morelet Journal de Conchyl. XII. p. 159 aus Cochinchina. — U. Mas-
sini Morelet ib. p. 288 aus Cochinchina.
Mojiocondylaea Mardinensis Lea Proc. Philadelphia p. 286 aus
einem Nebenflusse des Tigris.
Alasmodonfa Efrtnsi Adams et Angas Proc zool. soc. p. 39 aus
Lagunen des unteren Murray-River.
Spatha alala, Nyassaensis, modesta Lea Proceed. Philadelphia
p. 109, die ersten beiden aus dem See Nyassa in Central-Afrika, die
letztere von Mozambique. — Sp. nainlcnsis Lea ib. p. 113 von
Port Natal.
Anodonfa Tunizana Morelet Journ. de Conchyl. XU. p. 156
aus dem nördlichen Afrika.
Mylilacea. Fischer beobachtete, dass Mytilus edulis in einem
Jahre eine Länge von 100 Mm. bei einer Breite von 48 Mm. erlangte
224 Troschel: Bericht üb. d. Loist. in d. Naturgeschichte
Journal de Conchyl. p. 5; abgedruckt Revue et mag. de zool. XVT.
p. 192.
Crenella inflala Carpcnter Aiinals uat. bist. XIII. p. 313 von
Cap St. Lucas.
Aihila slijlina Carpenter Annais nat. bist. XIV. p. 424 Vancou-
ver-Distrikt.
Moüiola (lifftcilis und paraiilira Desbayes bei Maillard 1. c.
p. 23 Insel Bourbon.
Dreissenacea. Nach Noll Zool. Garten p. 29 soll Dreissena
polymorpha sich erst neuerlich im Main anjresiedelt haben. Man-
del datirt das erste Vorkommen im Main ib. p. 89 auf 1855 zurück.
Fischer erhielt Exemplare aus der Loire. Journal de Conchyl.
XII. p. 3(i9.
Astartidae. Miodon n. Subgen. (Astarte) Carpenter Annais
nat. bist. XIV. p. 424 testa lucinoidea, dentibus cardinalibus. ut in
Cardita, elongatis, laterali antico parvo instructa. M. prolongalus
Vancouver-Distrikt.
Cardita caliculaeformis Desbayes bei Maillard 1. c. p. 21 von
der Insel Bourbon.
Thecalia viacroiheca Adams et Angas Proc. zool. soc. p. 39
von Süd-Australien.
Solemyidae. Solemya vahulns Carpenter Annais nat. bist. XIII.
p. 311 vom Cap St. Lucas.
Galeommidae. Galeommn dcntirufala Desbayes bei Maillard 1. c.
p. 18 Insel Bourbon.
Scintilla incerta Desbayes ib. p. 17. Insel Bourbon.
Laseidae. Therodonla n. gen. A. Adams Annais nat bist.
XIII. p. 308. Testa oblonga, aequivalvis, valde inaequilateralis, con-
centrice sulcata. latere antico breviore ; cardo in valva sinistra den-
tibus duobus divaricatis, cum dentc thecaeformi prominente inter-
posito munitus, dente antico crasso, arcuato, antice tuberculiformi,
dente postico lamelliformi, tenui, dente laterali antico nullo, postico
conspicao elongato; pallii liuea simplex, valde impressa et radiatim
sulcata, cicatricula musculari antica triangulari profunda, postica
elongato-ovata. Th. Sieboldi von den Gotto-Inseln.
LuCinacea. Lucina lingualis Carpenter Annais nat. bist. XIII.
p. 313 von Cap St. Lucas. — L. lieevei und viinuta Desbayes bei
Maillard 1. c.
BüOardiaCCa. linrnrdin (Meiocardia) Cvmingi A. Adams Annais
nat. bist. XIII. p. 309 von China.
Callocarditi n. gen. A. Adams Annais nat. bist. XIII. p. 307.
Testa cordata, tenuis, laevis, inflata, umbonibus parvis, subspirali-
der Mollusken während des Jahres 1864. 225
bus, approximatis ; cardo in valva sinistra dentibus duobus inaequa-
libus, cum foveola angusta ar(3uata interposita, munitus, dente antico
valde prominente, in medio angulatim flexo cum fossula antica et
postica instructo, margine quadricuspidato, dente postico obliquo,
arcuato, angusto, elongato, margine denticulis duobus vix elevatis
instructo; dentibus lateralibus nullis; pallii linea simplex, impres-
siones musculares semilunares. Verwandt mit Bucardia. C. guttata
von der Insel Quelpaert in China.
Cardiacea. CanUum duhe Deshayes bei Maillard 1. c. p. 12
von der Insel Bourbon.
Levicardium apicinnm Carpenter Annais nat. hist. XIII. p. 313
von Cap St. Lucas,
Gyrenacea. Temple Prime hat in Annais Lyceum New-
York VIII. p. 57 Beschreibungen und Abbildungen in Holzschnitt
von zahlreichen Muscheln aus der Familie Corbiculadae gegeben.
Es sind 29 Corbicula, 1 Batissa, 6 Cyrena und 1 Pisidium. Davon
sind neu: Corbicula pexala a.ns Chins-, ]\]ülltiiuna Chinsi, Cliemnitziana
China, difficilis Nord-Afrika, leviuscula Cochinchina, Kirkii Mozam-
bique, Leana Japan, jt/ponica Japan, Lamarckiana Kambodscha, Lin-
neana Kambodscha, Blandiana Kambodscha , Sayana Philippinen,
Crosseana Philippinen, venitstula Manilla, pinpurea Tigris; Cyrena
proxhna Slam.
Corbicula Angasi Prime Journal de Conchyl. XII. p. 151. pl. 7.
fig. 6 aus Süd-Australien.
B e n s 0 n erklärt seine Cyrena quilonica für identisch mit Cy-
rena (Batissa) cochinensis Hanley. Annais nat. hist. XIII. p. 497.
Veneracea. E. Römer hat eine Monographie der Mollusken-
gattung Venus L. herauszugeben begonnen. Die im Jahre 1864 er-
schienene erste Lieferung enthält den Anfang des Subgenus Cythe-
rea 1 Section Tivela mit 19 Arten. Die drei Tafeln mit Abbildun-
gen sind in Farbendruck vortrefflich ausgeführt.
Kritische Uebersicht sämmtlicher Arten der zur Gattung Ve-
nus gehörenden Untergattung Tapes von E. Römer Malak. Bl. p. 19.
Die erste Section Textrix Rom. enthält 17, die zweite Parembola
Rom. 34 Arten, die dritte Araygdala Rom. 23, die vierte Hemitapes
Rom, 20, zusammen 94 Arten.
Die kritische Uebersicht sämmtlicher zur Gattung Venus ge-
hörenden Arten des Subgenus Katelysia von demselben Verf. ent-
hält 10 Arten. Malak. Bl. p. 169.
Callista pollicaris und puella Carpenter Annais nat. hist. XIII.
p. 312 von Cap St. Lucas. — C. accincta Römer Malak. Bl. p. 121
von den Philippinen.
Tivela (Trigona) subglohosa und natalensis Dunker Malak. Bl.
226 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. 100. — T. Cora und Dunkcri Römer ib. p. 119 unbekannten Va-
terlandes.
Lioconchn sphragitis Römer Malak. Bl. p. 122 aus dem Indi-
schen Ocean.
Dosinia minor Deshayes bei Maillard 1. c. p. 12 von Bourbon.
Hemitapes Apaluria Römer Malaie. Bl. p. 123 von den Phi-
lippinen.
Cypricordia dolosa und moilesta Deshayes bei Maillard 1. c. p- 13
Insel Bourbon-
CoralHophaga setosa Dunker bei Grube. Die Insel Lussin
p. 48. ffg. 6.
Fischer giebt Journ. de Conchyl. p. 79 Nachricht, dass Bre-
tagne Werth darauf legt Venus verrucosa L. , die vortrefflich
schmecken soll, an den französischen Küsten zu verbreiten. — Nach
Lallemant ist sie auch bei Algier acclimatisirt ; Verf. glaubt sich
versichert zu haben, dass 8 Monate zur vollständigen Entwickelung
dieser Art genügen. Bulletin de la Soc. de Climatologie algerienne I.
und daraus Journal de Conchyl. XII. p. 306.
TellinäCed. Psammobia (? Amphichaena) regularis Carpenter
Annais nat. bist. XIII. p. 312 von Cap St. Lucas. — Ps. Weinkauffi,
Crosse Journ. de Conchyl. p. 16. pl. 2. fig. 4 von Algerien. — Ps-
contraria Deshayes bei Maillard 1. c. p. 11 von der Insel Bourbon.
Teilina (Peronaeodenna) ochracea Carpenter Annais nat. bist.
XIII. p. 311 von Cap St. Lucas.
Maera salmonea Carpenter Annais nat. bist. XIV. p. 423. Van-
couver-Distrikt.
Angulus variegatus Carpenter Annais nat. bist. XIV. p. 423.
Vancouver-Distrikt.
Donax Saigonensis Crosse et Fischer Journ. de Conchyl. XII.
p. 323. pl. 13. fig. 7 aus Cochinchina.
Jacra japonica A. Adams Annais nat. bist. XIII. p. 308 von
Kino-0-Sima.
Erycina puslula und approximala Deshayes bei Maillard l. c.
p. 16. Insel Bourbon.
Amphidesma ofcscM/v/ und iorÄowua Deshayes ib. p. 9 ebendaher.
Mesodesma obfusa Crosse et Fischer Journal de. Conchyl. XII.
p. 350 aus Süd-Australien.
Hactracea. Maclra Lahdorß Dunker Malak. Bl. p. 99 ; Novi-
tates conch. p. 60. Taf. 20. von Japan. — M. amygdala und M. (Mu-
linia) pinguis Crosse et Fischer Journal de Conchyl. XII. p. 349 aus
Süd-Australien.
Anatinacea- Periploma Angasi Crosse et Fischer Journal de
Conchyl. XII. p. 349 aus Süd-Australien.
der Mollusken während des Jahres 1864. 227
Asthenothnervs nov. gen. Carpenter Annais nat. hist. XIII,
p. 311. Testa extus Thraciae similis, intus cardine edentulo, haud
spathulato , cartilagine infra umbones sita. A. villosior von Cap
St. Lucas.
Eticharis liecluzi von Yobuko, Goiildi von Mososeki und Stirn-
psoni von Akasi A. Adams Annais nat. hist. XIII. p. 309.
Arthur Adams beschränkt die Gattung Neaera, indem er
einige Arten als besondere Gattungen abtrennt: Genus JSeaera
Gray ungleichschalig, mit blättriger Oberfläche, Schloss mit einer
vorspringenden napfförmigen Ligamentgrube , rechte Schale mit
einem hinteren Seitenzahn. Dahin N. elegans und drei neue japa-
nische Arten N. nobilis, Hindsiana, nasiita. Subgenus lihitiomya
Ad. Oberfläche blättrig, Schloss mit kleiner dreieckiger Ligament-
grube und zwei Seitenzähnen in der rechten Schale. Dahin Neaera
philippinensis Hinds und eine neue japanische Art Bh. rugata. Sub-
genus Cardiomya Ad. Oberfläche strahlig gerippt, rechte Schale
mit einem vorspringenden hinteren Seitenzahn. Dahin Neaera Goul-
diana Hinds. — Genus Le pt omy a. Schale dünn bauchig, hinten
geschnäbelt, Oberfläche blättrig, Schloss mit einer schiefen Ligament-
grube in jeder Schale, rechte Schale mit zwei vorderen Schlo szäh-
nen, linke Schale mit einem Zahn, keine Seitenzähne, Mantelbucht
tief. Gehört zu den Telliniden in die Nähe von Scrobicularia. Da-
hin Neaera cochlearis Hinds und Scrob. adunca Gould. Subgenus
Leiomya Ad. Dünn, bauchig, durchsichtig, hinten geschnäbelt,
Schloss mit einer inneren Ligamentgrube in jeder Schale, rechte
Schale mit zwei, linke mit einem Schlosszahn, zwei starke vorsprin-
gende Seitenzähne. Dahin Neaera adunca Gould. — Genus Theora
H. et A. Adams. Dünn, glatt, durchsichtig, an beiden Enden klaf-
fend, Schloss mit einer schiefen Ligamentgrube in jeder Schale,
keine Schlosszähne. Gehört zu den Telliniden. Dahin Neaera iri-
descens, fragilis und Th. nitida Gould. Subgenus Endopleura.
Schloss mit zweitheiligem Schlosszahn vor der schiefen Ligament-
grube, eine innere Leiste von den Wirbeln nach dem Yorderrande.
Dahin Theora lubrica Gould. Annais nat. hist. XIII. p. 206
Carpenter theilte Proc- zool. soc. p. 596 die Gattung Pan-
dora in drei Genera: Clidiofhora. Testa pandoriformis, ventra-
liter expansa, valva dextra tridentata, dente postico elongato, valva
sinistra saepius bidentata, dente antico simplici, cartilagine ossiculo
firmata, sinu pallii nuUo, mit 7 Arten, wovon neu Cl. criatata von
Californien und acutedentnta von Panama. — C o el o d on. Testa
pandoriformis, valva sinistra dentibus duobus, cicatricem adductoris
anticam versus radiantibus, lamina infra cavernosa junctis, ossiculo
nullo, sinu pallii nuUo mit 4 Arten, wovon C. elongatus von China
und Borneo neu. — Pandora Lam. wird auf 7 Arten beschränkt
228 T roschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgesch. etc.
und von ihr Kenn er Ha als Subgenus getrennt, Pandora cartila-
gine ossiculo tenuiore instructa, lamina exteriore prismatica valvae
planatae radiis plerumque insculpta, mit 3 Arten, unter denen K.
filosa von Puget Sound und bicarinata von Californien neu.
Saxicavacea. Saximva simiUs Deshayes bei Maillard 1. c. p. 9
von der Insel Bourbon.
GastrOChaenacea. Gastt ochaenn HelzU Deshayes bei Maillard
1. c. p. 7 von der Insel Bourbon.
PhOladäCea- Teredo brevis und afßnis Deshayes bei Maillard
1. 0. von Bourbon ; vier andere neue Arten sind nicht beschrieben,
weil Schalen und Platten durcheinander gekommen waren.
Tuiiicata.
Grube hat in seinem Buche: »Die Insel Lussin und ihre
Meeresfauna« p. 50 die von ihm beobachteten Tunicaten aufgezählt
und durch Diagnosen bezeichnet. Unter ihnen unterscheidet er auch
eine Anzahl neuer Arten: Phalktsia fumigala fig. 5, Dideiunium va-
riolosum fig. 4, gyrosutn fig. 3, Botryllus Baeri fig. 1.
Stirn pson beschrieb Proc. Philadelphia p. 159 folgende neue
Tunicaten von Puget Sound: Cynthia haustor, Gibbsii^ coriacea, vil-
losa und Chelysoma producta.
Beriebt über die wissensebaftliebeii Leistungen in der
Naturgescbicbte der niederen Tbiere wäbrend der
Jabre 1864 und 1865.
Von
Br. Rud. Leuckart,
Professor der Zoologie und vergl. Anatomie in Giessen.
(Erste Hälfte.)
Die gewaltigen Fortschritte, die unsere Kenntnisse
von dem Bau und den Lebensverhältnissen der niederen
Thiere in den letzten Decennien gemacht haben, ver-
danken w^ir zum grossen Theile der allgemeinen Ver-
breitung, die das Mikroskop inzwischen auch unter den
Zoologen gefunden hat. Gerade das Studium der nie-
deren Thiere zeigt uns in eclatanter Weise die hervor-
ragende Stellung, die dieses Instrument unter den Hülfs-
mitteln der zoologischen Forschung einnimmt. Wir wollen
hier nicht der fast zahllosen Entdeckungen gedenken,
mit denen dasselbe unsere Wissenschaft bereichert hat —
geben uns doch unsere Jahresberichte fast auf jeder Seite
davon hinreichende Kunde, — aber die Thatsachen müs-
sen wir hier hervorheben, dass es eigentlich erst der
Anwendung des Mikroskopes auf dem Gebiete des nie>
deren Thierlebens gelungen ist, die früher so vielfach
isolirten Disciplinen der Anatomie und Histologie in eine
einzige Wissenschaft zu vereinigen und den natürlichen
Zusammenhang derselben mit unserer Zoologie zu einer
allgemeinen Geltung zu bringen. Die heutige Zoologie,
die sich die Erforschung der Thiere — nicht der blossen
Thier formen — zur wissenschaftlichen Aufgabe gemacht
hat, kann der anatomisch-histologischen Analyse eben so
230 Leuckart: Bericht üb d. Leist. ip-d. Naturgeschichte
wenig entbehren, wie der Beobachtung des lebendigen
Geschöpfes. Aus diesem Grunde müssen wir es denn
auch als ein besonders erfreuliches Ereigniss begrüssen,
dass sich zwei unserer bedeutendsten Zootomen entschlos-
sen haben, ihre reichen Erfahrungen über den Gesamrat-
bau des thierischen Körpers durch eine detaillirte Dar-
stellung zum Gemeingut unserer Wissenschaft zu machen.
Der eine dieser beiden Forscher ist Kölliker,
dessen „Tcones histiologicae^ dazu bestimmt sin<l, einen
möglichst vollständigen Atlas der vergleichenden Ge-
webslehre zu liefern, und die Flauptergebnisse der bis-
herigen eignen und fremden Leistungen auf diesem Ge-
biete in übersichtlicher Form zusammenzustellen. Die
erste Abtheilung, die uns hier zum Referate vorliegt
(Leipzig 1864. 84 S. in hoch Quart, mit 9 Kupfertafeln
u. 15 Holzschnitten), schildert ^den feineren Bau der Pro-
tozoen'^, deren Leib sich wegen der mangelnden DifFe-
renzirung des Körperparenchyms nicht in einzelne Ge-
websformen zerlegen lässt und desshalb denn auch als
ein Ganzes behandelt werden musste, während in den
spätem Abtheilungen die einzelnen Gewebe selbst (die
Bindesubstanz mit ihren w^eichen und festen Formen, das
Epidermoidal- und Drüsengewebe, das Muskelgewebe und
das Nervengewebe) zu Grunde gelegt und durch die ver-
schiedenen Abtheilungen der Thierwelt hindurch ver-
folgt werden sollen.
Etwas abweichend ist der Plan des hier in Betracht
kommenden zweiten Werkes von Le yd ig, das sich unter
dem Titel .,vom Bau des thierischen Körpers" als ein
unsern heutigen Bedürfnissen entsprechendes „Handbuch
der vergleichenden Anatomie" ankündigt und nach einer
Schilderung der Formelemente des thierischen Körpers
(Zellen und Gewebe) im Allgemeinen eine ausführliche
Darstellung des gröbern und feinern Baues der einzelnen
Organe zu geben verspricht. Ein gleichzeitig publicirter
„Atlas der vergleichenden Anatomie*^ soll dabei den ico-
nographischen Bedürfnissen genügen. Das Werk ist auf
drei Bände berechnet, von denen der erste, soweit er bis
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 231
jetzt vorliegt (278 S. in Octav, Leipzig 1864), in seinem
speciellen Theile das Nervensystem der Strahlthiere, Wür-
mer und Arthropoden behandelt. Wir werden auf die Ein-
zelnheiten der Darstellung späterhin zurückkommen.
Huxley beginnt die Herausgabe der schon früher
einmal in den Medical times and gazette veröflfentlichten
und damals auch in unserm Berichte gebührend gewürdig-
ten (J. B. 1856. S. 165) Lectures on the Clements of com-
parative anatomy. Da das Werk in seiner gegenwärtigen
Form Jedermann zugänglich ist und durch passende Nach-
träge und Ueberarbeitu ng eine zeltgemässe Veränderung
erlitten hat, wird es nicht verfehlen, eine allgemeine Auf-
merksamkeit zu erregen. Der bis jetzt (London 1864)
publicirte erste Band handelt über die Classification der
Thiere im Ganzen (p. 1 — 86) und über den Schädel der
Wirbelthiere. Uns interessirt zunächst nur der erstere
Theil dieses Bandes, dem wir die Thatsache entnehmen,
dass Huxley gegenwärtig acht Hauptabtheilungen des
Thierreiches unterscheidet, die sich von den Protozoen —
mit Ausschluss der Infusorien — aus in zwei Reihen son-
dern, von denen die eine die Coelenteraten, MoUuscoiden
und Mollusken, die andere die Infusorien, Annuloiden
und Annulosen enthält, während die oberste Abtheilung,
die der Vertebrata, wieder allein steht, ücbrigens be-
merkt Verf. ausdrücklich (p.85), dass er die Infusorien
nur mit einem gewissen Zweifel als eine Hauptabtheilung
betrachte und eben so auch eine spätere Vereinigung
der Molluskoiden mit den Mollusken, so wie der Annu-
loiden mit den Annulosen für wahrscheinlich halte, ob-
wohl bis jetzt der richtige Ausdruck für die systematische
Verwandtschaft dieser Gruppen noch nicht gefunden sei.
Der Aufstellung dieser Abtheilungen wird eine Schilde-
rung der einzelnen Classen und ein kurzer Rückblick auf
das Cuvier'sche System vorausgeschickt.
Agassiz wiederholt in seinen Methods of study in
natural history (Boston 1863. 319 S. in kl. Octav) die in
dem bekannten Essay on Classification niedergelegten An-
sichten und Ideen über die Classification der Thiere und
232 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
deren Beziehungen zur Morphologie und Entwickelungs-
geschichte. Hinzugefügt i^t ein Excurs über die Homo-
logieen der Echinodernien (p. 201—232) und über die Co-
rallenriife (p. 148 — 2UÜ), deren holies Alter als ein wich-
tiger (jrund gegen die Darwin'sche Annahme der Trans-
mutation der Species geltend gemacht wird.
Von O. Schmidt,'» ^vergleichender-Anatomie" (Jena
1865. 367 8. in Octav) erschien eine neue Auflage, in
der das Material nicht mehr nach den einzelnen Organen,
sondern nach den einzelnen Thiergruppen geordnet ist,
so dass das Werk in der vorliegenden Form auch zu-
gleich ein Lehrbuch der allgemeinen Zoologie darstellt.
Auch das vortreffliche Werk von van der Hoeven
^Philosophia zoologica" (Lugd. Bat. 1864. 401 S. in Octav)
darf hier nicht unerwähnt bleiben. Es ist eine gedrängte
Zusammenstellung unserer heutigen Kenntnisse über Bau,
Leben, Entwickelung und geographische Verbreitung der
Thiere, in Methode und Form an die alten classischen
Lehrbücher von Haller und Blumenbach erinnernd.
Der inzwischen (1863) erschienene achte Band der
LcQons sur la physiologie et Fanat. comparee parMilne
Edwards enthält (p. 237 — 29^, abgedruckt in den Annal.
des sc. nat. Zool. 1865. T. HL p. 11— 51) eine vortrefflich
geschriebene historisch- kritische Darstellung der Lehre
von der Generatio aequivoca, der der Verf. sodann
(p. 290 fF.) eine Schilderung der Fortpflanzungs- und Ent-
wickelungsverhältnisse in der Thierwelt folgen lässt.
Angesichts unserer heutigen Kenntnisse von der Fortpflanzung
der Thiere und namentlich von den Erscheinungen des Generations-
wechsels hält der Verf. eine Modification der über die Natur der
Entwickelungsvorgänge bisher üblichen Anschauungsweise für drin-
gend geboten. Die Entwickelung eines Thieres ist nach den hier
dargelegten Ansichten nicht als eine Metamorphose von Keimen
aufzufassen , deren Continuität gelegentlich (bei den Thieren mit
Generationswechsel) durch die selbstständige "Weiterbildung ein-
zelner Theilstücke unterbrochen würde, sondern in allen Fällen als
eine Reihenfolge von Generationen , die aus einander hervorge-
hen und mehr oder minder scharf gegen einander sich absetzen.
Das Ei, der sog. Protoblast, repräsentirt die erste dieser Genera-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865 233
tionen. Es ist ein vollständiges, wenn auch gewöhnlich nur sehr
einfach gebautes Wesen, das nach längerer oder kürzerer Zeit die
sog. Keimhaut als neuen Organismus (Metazoaire) erzeugt, aus dem
dann schliesslich durch eine Art Knospung- das definitive Thier
(Typozoaire) hervorgeht. Je nach den äusseren Lebensverhältnissen
zeigt die Zwischengeneration (das Metazoaire) eine mehr oder min-
der selbstständige Organisation. Das Product der Knospung, das
bei den höheren Thieren in der Regel nur ein einziges Individuum
ist, erscheint in anderen Fällen als eine bisweilen sogar sehr zahl-
reiche Brut von Individuen, und solche Fälle eben sind es, die wir
nach Steenstrup gewöhnlich dem Begriffe des Generationswech-
sels unterordnen.
Clark veröffentlicht unter dem Titel: min in na-
ture or the origin and the mode of development of ani-
mals (New-York, 322 Seiten in Oetav mit etwa 200 Holz-
schnitten) eine wie es scheint populäre, aber auf eigene
Untersuchungen gestützte Entwickelungsgeschichte. Ne-
ben den vier Cuvier'schen Abtheilungen des Thierreiches
unterscheidet Verf. noch eine besondere Gruppe der
Protozoen.
S a r s knüpft an W a 1 1 i c h's Beobachtungen und An-
gaben über das Vorkommen lebender Thiere in bedeu-
tenden Meerestiefen (von nahezu 3000 Faden oder 18,000
Fuss), die seither auch in einem grösseren Werke über
den Nord-Atlantischen Meeresboden (the north Atlantic
Sea-bed, London 1862) wiederholt sind, eine Reihe von
Fragen und Bemerkungen, welche trotz ihres theil weise
kritischen Charakters — namentlich in Betreff der zoolo-
gischen Bestimmung der beobachteten Thiere — die Ueber-
einstimmung unseres Verf.'s mit den dort ausgesproche-
nen Ansichten erkennen lassen. Sars hebt bei dieser
Gelegenheit hervor, dass er zuerst unter allen Forschern
der Behauptung von Forbes entgegengetreten sei, nach
der in einer Tiefe von 300 Faden das thierische Leben
aufhöre, und vervollständigt seine früheren Mittheilungen
über die in solchen Tiefen lebenden Thiere durch Auf-
zählung aller derjenigen Arten, die er in den Nordischen
Gewässern zwischen 200 und 300 Faden beobachtet hat.
Unter ihnen befinden sich 2 Schwämme, 17 Foraminife-
ren, 15 Polypen, 10 Echinodermen, 13 Chätopoden, zum
234 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Theil sogar Arten, die ausschliesslich in solchen Tiefen
vorkommen. Bemaerkningen over det dyriske Livs Ud-
bredning in Havets Dybner, Yid. Selk. Forhandl. 1864.
16 Seiten.
Während in anderen Ländern, besonders England
und Skandinavien, die Bestrebungen der Zoologen vor-
zugsweise darauf gerichtet sind, die einheimische Thier-
weltzu erforschen und späteren thiergeographischen Arbei-
ten dadurch vorzubereiten, haben die deutschen Zoologen
diesen Zweig unserer Wissenschaft bis jetzt noch über
Gebühr vernachlässigt. Es gilt das wenigstens für die-
jenigen unter ihnen, die sich das Studium des marinen
Lebens zur Aufgabe gesetzt haben. Doch der Anfang ist
gemacht und zwar in einer so erspriesslichen und glän-
zenden Weise, dass wir uns davon w^ohl mit Recht eine
wichtige Förderung unserer faunistischen Studien ver-
sprechen dürfen. Das Werk, welches wir hier im Auge
haben, ist die „Fauna der Kieler Bucht^ von Meyer
und Möbius. Obwohl der bis jetzt allein vorliegende
erste Band (Leipzig 1865. XXX S. in gross Folio mit 26
grösstentheils colorirten prächtigen Tafeln) zunächst den
Opisthobranchiern gewidmet ist, also ausserhalb des Rah-
mens unseres Berichtes liegt, so haben wir doch allen
Grund, dasselbe hier zu erwähnen, nicht bloss wegen
seiner allgemeinen Bedeutung, sondern auch desshalb,
weil es in seinem zweiten Capitel, das von der „Beschaf-
fenheit des Bodens und der Vertheilung der Thiere^ in
der Kieler Bucht handelt, auch den uns hier interessiren-
den Geschöpfen gebührende Aufmerksamkeit schenkt.
Wir erfahren aus den Mittheilungen unserer Verff. , dass
die so allgemein verbreitete Annahme von der Armuth
der Ostsee an niederen Thieren völlig grundlos ist, und
sehen zu unserem Erstaunen zahlreiche sonst aus anderen
Gewässern bekannte und zum Theil ganz seltene Formen
eine Bucht bewohnen , die uns bisher nur andere als
zoologische Interessen darbot. Auch über die bathyergi-
sche Vertheilung besonders der Würmer enthält das treff-
liche Werk manche Mittheilung. Unter den interessan-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 235
teren Bewohnern der Kieler Bucht erwähnen wir Sipho-
nostomum plumosum, Amphitrite auricoma, Sabellides sp.,
Terebellides Stroemi und Haiicryptus spinulosus; von de-
nen die beiden letztern (mit Antinoe Sarsi) nach Loven's
Mittheilungen (om ostersjön) in der Skandinavischen Na-
turforscherversammlung 1863 auch noch auf der Höhe
von Stockholm angetroffen werden.
Die Seaside studies in natural history by Elisabeth
C. Agassiz and Alex. Agas siz (Boston 1865. 158 S. in
Octav mit 186 Holzschnitten) entwerfen in anmuthiger Form
ein lebendiges Bild der Radlatenfauna von Massachusetts.
Die Beobachtungen^ die den Schilderungen zu Grunde lie-
gen, rühren von A. Agassiz her, während der Text
nach den dabei entworfenen Noten von der Mitherausgebe-
rin, der Gemalin von A. Agassiz, gefertigt ist.
Grube berichtet in seiner Abhandlung über „die
Insel Lussin und ihre Meeresfauna" (Breslau 1864. 116 S.
in gross Octav mit 2 Tafeln Abbildungen) über einen
zoologischen Ausflug nach Lussin und den benachbarten
Inseln (S. 1 — 37) und liefert sodann ein Verzeichniss der
dabei gesammelten Evertebraten (S. 38 — 113), in dem 114
Würmer (Anneliden und Turbellarien), 19 Bryozoen, 30
Echinodermen, 16 Coelenteraten und 28 Spongien aufge-
führt und theilw^eise auch beschrieben sind. Das Werk
ist in derselben Weise gehalten, wie des Verf.'s Arbeit
über den Quarnero (J. B. 1861. S. 71) und bietet gewis-
sermassen eine Fortsetzung der damals begonnenen Unter-
suchungen über die Fauna des adriatischen Meeres.
KöUiker's „kurzer Bericht über einige im Herbst
1864 an der Westküste von Schottland angestellte ver-
gleichend-anatomische Untersuchungen" (Würzb. natur-
wissensch. Zeitschrift Bd. V. 20 S. mit einer Tafel) be-
trifft Anneliden und Coelenteraten und wird bei Gelegen-
heit unseres Berichtes über diese Thiere noch specieller
von uns angezogen werden.
In Heller's „Uebersicht der im südlichen Theile
des adriatischen Meeres gesammelten Thiere" (Verhandl.
der k. k zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien Bd. 14. S. 47)
236 Leuckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
werden 20 Spongicn, 21 Polypen und 15 Echinodermen
aufgezählt.
Die Fortsetzung der S e m p er'schen „Reiseberichte''
(Zeitschrift für wiss. Zool. Bd. XIV. S. 417 — 424) enthält
Beobachtungen über Mollusken, Sipunculiden und Coel-
enteraten. Sie wird an den betreftenden Stellen von uns
noch besonders berücksichtigt werden.
Mecznikow's Mittheilungen „über einige wenig
bekannte niedere Thierformen" (Zeitschrift für wissensch.
Zool. Bd. XV. S. 450— 463. Taf. XXXV) handeln von den
sog. Ichthydinen, die Verf. für die nächsten Verwandten
der Rotiferen hält, über Echinoderes und Desmoscolex.
Wir werden bei Gelegenheit der Würmer darauf zurück-
kommen.
Unter dem Titel: Bulletin of the Museum of com-
parative Zoology of Cambridge werden von Agassiz
seit einiger Zeit zur Erleichterung und Anbahnung eines
grossartigen Tauschverkehrs raisonnirende Cataloge her-
ausgegeben, die von Specialisten bearbeitet sind und durch
Aufstellung zahlreicher neuer Arten und Genera auch in
weiteren wissenschaftlichen Kreisen Beachtung verdienen.
Dem Ref. liegen bis jetzt drei solcher Cataloge vor, über
Fische, Echinodermen und Polypen, von denen die zwei
letztern später noch besondere Berücksichtigung finden
sollen. Die neuen Formen sind kurz charakterisirt, ebenso
auch die neuen Genera, falls diese nicht auf bereits be-
kannte Arten hin aufgestellt^ sind. Die letztem sollen in
einem besonderen illustrirtcn Museumscataloge, von dem
wir (bei Gelegenheit der Echinodermen und Akalephen)
gleichfalls schon ein paar Hefte zu erwähnen haben, ihre
ausführliche Begründung finden.
I. V e r m e s.
Ehlers definirt (die ßorstenwürmer, Einleitung 8. 5)
die Würmer als skeletlose, bilateral gebaute Thiere, de-
ren Körperwandung ein selbstständiger, die gesammten
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 237
Eingeweide bergender Hautsclilauch ist, welcher im We-
sentlichen aus einer Cutis und darunter gelegenen Mus-
kelschicht besteht und als hauptsächlichstes Werkzeug
der Bewegung dient.
Dagegen ist indessen einzuwenden, dass der Muskelapparat in
seiner typischen Form bei allen Thieren ein Schlauch ist, der die
Eino-eweide in sich einschliesst. das Auftreten eines Hautmuskel-
Schlauches bei den Würmern also durchaus nichts Charakteristisches
darbietet. Wir kennen sogar »skeletlose, bilaterale« Thiere, die
keine Würmer sind und sich doch A^orzugsweise oder selbst aus-
schliesslich (Philirrhoe) mit Hülfe dieses Hautmuskelschlauches bewe-
gen, wie wir andererseits auch Würmer kennen (Tomopteris, Typhto-
scolex), bei denen die locomotorische Bedeutung des Hautmuskel-
schlauches den Anhängen gegenüber beträchtlich zurücktritt. Dass
der Ehler s'sche Charakter auch in praxi nicht ausreicht, beweist
u. a. die Thatsache, dass Verf. zweifelhaft bleibt, ob er das Gen.
Peripatus den Würmern zurechnen soll oder — wozu er am meisten
geneigt ist — den Arthropoden (Tardigraden).
Die Systematik der Würmer betreffend, so unter-
scheidet Ehlers acht Classen (?) : Cestoda, Acanthoce-
phala, Trematoda, Turbellaria s. st., Nemertina, ISiema-
toda (mit Einschluss der Sagitten), Gephyrea und An-
nelida (mit Einschluss der Ilirudineen). Die Rotatorien
hält Verfasser für eine kleine gesonderte Anhangsgruppe
der Gliederthiere, die Ichthydinen (mit Echinoderes) aber
für Würmer, „die sich am besten den Nematoden an-
schliessend.
Huxley betrachtet die Echinodermen nach wie vor
als Würmer (Annuloida) und glaubt die Abtheilung die-
ser Thiere am besten in drei Classen zertheilen zu kön-
nen, die Annelida, Scolecida (mit den Rotiferen, Turbel-
larien, Trematoden, Taeniaden, Nematoiden, Acanthoce-
phalen und Gordiaceen) und Echinodermata. Lectures
u. s. w. p.42.
Aehnlich der anonyme Referent in Nat. hist. review
1865 (p. 333, recent works on the Entozoa), nur dass die
drei Gruppen von demselben als die der Annulata, An-
nuloida und Echinodermata bezeichnet werden. Die erste
repräsentirt die Classe der Anneliden mit den Ordnungen
der Oesthelmintha, Hirudinea, Malacopoda (Peripatus),
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. JVI
238 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Oligochaeta, Gephyrea und Polychaeta, von denen die
beiden letzten diöciscbe^ die andern aber monöcischc For-
men enthalten. Die zweite Provinz umfasst die Classe
der Rotiferen mit der Natantia und Sessilia, so wie die
der Scoleciden mit den Turbellaria, Trematoda, Cestoi-
dea (den sog. Platyhelmia) und den Acanthocephala, Gor-
dia cea, Nematoiden (den sog. Nemathelmia).
Nach O. Schmidt (vergl. Anat. S. 146) zerfallen
die Würmer in vier Classen: Platyhelminthes (mit den
Cestoden, Trematoden und Turbellarien), Nemathelminthes
(mit den Acanthocephalen, Gordiaceen, Nematoden), Ge-
phyrea und Annulata (mit den Discophoren, Oligochaeten
und Polychaeten). Die Rotatorien werden als besondere
Abtheilung zwischen die Würmer und Arthropoden ein-
geschoben.
Schneider ordnet die Würmer nach dem Bau und
der Anordnung ihrer Muskulatur in drei Gruppen : Ne-
mathelminthes (mit den Nematoiden, Chaetognathen, Chae-
tophoren), Rhynchhelminthes (mit den Acanthocephalen
und Gephyreen) und Platyhelminthes (mit den Tremato-
den, Hirudineen, Onychophoren, Cestoiden, Dendrocoelen,
Rhabdocoelen). Archiv für Anatomie und Physiol. 1864.
S. 590—597.
Der erste Typus charakterisirt sich durch Anwesenheit einer
einfachen Längsfaserschicht , die in vier streifenförmige Felder
zerlegt ist und zwei leere Seitenfelder in sich aufnimmt. Die Mehr-
zahl der Arten gehört zu den sog. Coelomyariern, auch die Chäto-
poden, bei denen die Muskelzellen zu einer so colossalen Grösse
heranwachsen, dass man die einzelne Fibrillen bisher als die echten
Muskelzellen betrachten konnte. Die Muskeln des zweiten Typus
bestehen aus röhrenförmigen Rings- und Längsfasern, die in den
einzelnen Schichten durch mehr oder minder häufige spitz- und
rechtwinklige Anastomosen unter sich zusammenhängen. Bei den
Thieren der letzten Gruppe sind die Muskelfasern am coraplicirte-
sten angeordnet, und in eine bindegewebige Zwischensubstanz ein-
gelagert. Man unterscheidet ausser Rings- und Längsmuskeln ver-
schiedener Anordnung namentlich noch dorso - ventrale und radiäre
Fasern. Verf. verspricht die hier nur kurz und aphoristisch mit-
getheilten Beobachtungen später ausführlich darzulegen.
Ueber den Bau des Nervensystems bei den Wür-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 239
mcrn vervv^eisen wir auf die vielen selbstständigen Unter-
suchungen Leydig's, Bau des thierischen Körpers I.
S. 130—178.
Joiinston ^catalogue of the british non parasitical
Worms, in the colleQtion of the british museum'^. (Lon-
don 1865. 365 S. in Octav, mit 23 Tafeln und 50 PIolz-
schnitten) umfasst nicht bloss die Chätopoden, sondern
auch die Blutegel, Octobothrien (Bdellomorphen) und
Turbellarien. Da das Werk bereits vor länger als 12 Jah-
ren vollendet und auch grossentheils bereits gedruckt
war, ist begreiflich, dass es, trotz den von Baird gelie-
ferten Zusätzen und Verbesserungen, keineswegs auf der
Höhe der heutigen Zoologie steht. Es wäre wohl kaum
ein Verlust für unsere Wissenschaft gewesen, wenn das
Werk nach so langer Zeit auch unedirt geblieben wäre.
Spencer Cobbold veröffentlicht ein umfangrei-
ches Werk über die menschliche Helminthen: Entozoa, an
introduction to the study of helminthology, with refe-
rence, more particularly, to the internal parasites of man
(London 1864. 480 S. in gross Octav mit Tafeln und
eingedruckten Holzschnitten), in denen, nach einer syste-
matischen Uebersicht und nach Beschreibung der einzelnen
Ordnungen und Familien (p. 1 — 141), die bei dem Men-
schen vorkommenden Arten einer speciellern Darstellung
unterzogen werden. Das Werk ist eine vollständige, mit
Critik und Sachkenntniss geschriebenen Zusammenstellung
des Bekannten, grösstcntheils mit genauem Anschluss an
die Arbeiten des Ref.
Verf. betrachtet die Helminthen als eine eigene Classe, der
von frei lebenden Würmern nur die Turbellarien zugehörten, und
theilt dieselbe in drei Unterklassen, die Sterhelmintha (mit den Tur-
bellarien und Trematoden), die Coelhelmintha (mit den Nematoden)
und die Anenterhelmintha (mit den Acanthocephalen und Cestoden).
Krabbe handelt in seinen „helminthologiske Un-
dersoegelser in Danmark og paa Island" (kongl. Danske
Vidensk. Selsk. Skrift. Bd. VH). Kjoebcnhavn 1865.
64 S. in Quarto mit 7 Kupfertafeln, über die von ihm
bei Hunden und Katzen beobachteten Eingeweidewürmer,
deren Vorkommen, Häufigkeit und charakteristische Be-
240 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Sonderheiten. Da der Verf. in Dänemark und Island beob-
achtete, so liefern seine Angaben auch mancherlei inter-
essante Materialien zur Kenntniss der geographischen Ver-
breitung der Helminthen. Weiteres in unserem Berichte
über die Cestoden, die — von einigen wenigen Bemer-
kungen über Nematoden abgesehen — hier ausschliesslich
in Betracht kommen.
Die „helminthologischen Studien und Beobachtungen^
von M Osler (Berlin 1864, SOS. in Octav), die sich auf
Trichinen und Cestoden beziehen, haben ein mehr klini-
sches; als zoologisches Interesse, werden aber nichts de-
stowenIger später, bei Gelegenheit der Cestoden, noch-
mals von uns angezogen werden.
Thudichum's Bericht on the parasitlc diseases of
Quadrupeds used food (seventh rep. med. offic. privy couns.
1864. Appendix p. 303 — 467) betrifft den Cysticercus cellu-
losae, C. Taenia medlocanellatae, C. tenuicoUis, Coenurus
cerebralis, Echinococcus veterinorum, das Distomum hepati-
cum, den Strongylus filaria und die Trichina spiralis. Der
letzte Abschnitt, der die Naturgeschichte und klinische Be-
deutung der Trichina spiralis zum Gegenstande hat, ist bei
Weitem der ausführlichste (p. 348-467). Wir werden später
darauf zurückkommen. Was über die anderen Parasiten
gesagt wird, geht nirgends über das Jberelts Bekannte
hinaus. Die Arbeit ist übrigens mit Eleganz geschrieben
und durch zahlreiche Holzschnitte erläutert.
Ausgehend von der in England herrschenden An-
sicht (von Carp enter und Huxley), nach der Alles,
was dem Entwickelungskreise eines Eies zugehört, zu-
sammengenommen erst das „Individuum'' ausmacht, be-
handelt Spencer Cobbold die Frage nach der Indi-
vidualität der Entozoen (Journal LInnaean Society Vol.
VIII. p. 163 — 169, on animal individuality from an ento-
zoological point of view).
Verf. macht den Vorschlag die einzelnen Lebensphasen des In-
dividuums mit dem Namen »Biotome« zu bezeichnen, mit einem
Namen, durch den der Begriff des Zoids (Huxley) auf die frei
lebenden Theilstücke eines Biotoms beschränkt würde. Bei den
Tänien unterscheidet Verf. hiernach zwei Biotomes, von denen das
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 241
erste bis zum Cysticercuszustande reicht, das andere aber die spätem
Entwickelungsstadieri begreift. Das Individuum bei den Egeln soll
sich dagegen aus drei Biotomes zusammensetzen, dem Embryo, der
Sporocyste und der Cercarie resp. dem Distomum. Zum Schlüsse macht
Verf. auf die immense Fruchtbarkeit bei den einzelnen »Individuen«
der Helminthenformen aufmerksam. Bei Taenia serrata producirt
das »Individuum« mit seinen Biotomen nach unserem Verf. etwa
IV2 Million Eier, bei T. Coenurus deren 7500 Millionen, bei T. Echi-
nococcus sogar 150,000 Millionen.
1. Annelides.
Chaetopodes.
Von Quatrefages wird die Herausgabe eines
grösseren Werkes über Bau und Systematik der Anne-
liden vorbereitet. Wir dürfen uns davon eine werthvolle
Bereicherung unserer zoologischen Litteratur verspre-
chen, da der Verf. die Organisation der Würmer be-
kanntlich , wie kaum ein anderer Zoolog , in umfas-
sendster Weise studirt hat und die reichen Schätze des
Pariser Pflanzengartens für die Zwecke seines Unterneh-
mens vollständig durcharbeiten konnte. Die Zahl der
Genera, die von Grube in der bekannten Abhandlung
über die Familien der Anneliden (1851) auf 86 gebracht
wurde, ist bei unserem Verf. — allerdings mit Inbegriff
der seitdem von andern Forschern aufgestellten — auf
nicht weniger als 245 angewachsen! Trotzdem sind es
aber nur die marinen Anneliden, die Q ua t r ef a ges be-
rücksichtigt. DieLumbricinen (Erythremesj wurden ausge-
schlossen, da sie mit den echten Anneliden — schon ihres
Hermaphroditismus wegen — kaum mehr Gemeinschaft hät-
ten, als die Hirudineen. Was uns übrigens bis jetzt über
die Untersuchungen des Verf. vorliegt, beschränkt sich,
von einer kurzen Abhandlung über die geographische
Verbreitung unserer Thiere abgesehen (Mem. sur la dis-
tribution geograph. des Annelides in den nouv. archives
du Museum 1865. 14 S. in Quarto), auf eine Note sur la
Classification des Ann^lides, die in den Compt. rend. 1865.
T. LX. p. 586—601 und in den Annal. des sc. natur. T. III.
242 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. 253 — 296 publicirt ist. An letztcrem Orte nimmt Verf.
auch Gelegenheit, cauf die vonClaparöde in dem April-
hcfte der Biblioth. univ. de G6n6ve 1865 verÖfFentliclite
Critik seines Annelidensystemes einzugehen und die Ein-
würfe, die dieser treffliche Forscher und ausgezeichnete
Annelidenkenner dagegen geltend zu machen versucht
hat, zurückzuweisen. Zur vollständigen, richtigen Beur-
theilung des Q u atr e f ag e s'schen Systems wird aller-
dings die Publikation des Werkes abzuwarten sein. Die
synoptischen Tabellen, die bis jetzt allein bekannt gewor-
den sind, dürften dazu nicht ausreichen. Im Uebrigen
muss Ref. gestehen, dass er gar manche der Claparede'-
schen Einwürfe für wohl begründet hält, wie es denn auch
auf ihn den Eindruck gemacht hat, als wenn die fremde
(namentlich deutsche und skandinavische) Litteratur nicht
überall von dem Verf. in gebührender Weise berück-
sichtigt sei.
Zur Charakteristik der bei der systematischen Eintheilung in
Anwendung gebrachten Principien lassen wir hier die Uebersicht
der von unserem Verf. unterschiedenen Familien folgen:
I. Regions du corps similaires. Ordo I. Erraticae.
1. Anneaux dissimilaires. Sous-ordre I. Erraticae aberrantes.
* Des elytres Aphroditiens.
** Pas d'elytres Palmyriens.
2. Anneaux similaires ou subsimilaires. Sous-ord. IL Erra-
ticae propriae.
A. Pas d'appareil rotateur.
2(. Armature buccale compliquee.
* Des branchies Euniciens.
** Pas de branchies Lumbrinereidiens.
33. Armature buccale simple ou nulle.
a. Tete de forme ordinaire.
a. Des branchies propement dites.
aa. Branchies somatiques.
t arborescentes . . . Araphinomiens.
ff cirriformes,
§ courtes.
* Pas de vrais tentacules
Nephthydiens.
** Des tentacules vrais
Neriniens.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 243
§§ allonges, filiformes Cirratuliens.
Bb. Branchies cephaliques Chloremiens.
b. Pas de branchies proprement
dites.
f Une paire de mächoires et des denticules
Nereidiens.
ff Presque toujours pas de mächoires et des dents.
* Cirres simples.
§ Trompe non exsertile Syllidiens.
§§ Trompe exsertile . . Hesioniens.
** Cirres lamelleux . . . Phyllodociens.
c. Tete conique et composee d'anneaux distincts
Glyceriens.
B. Un appareil rotateur Polyophthalmiens.
II. Regions du corps dissimilaires. Ord. IL Sedentariae.
1. Anneaux d'une ou de plusieurs regions tres-dissemblables
entre eux. Sous-Ord. III. Sedentariae aberrantes.
Chetopteriens.
2. Anneaux toujours similaires ou subsimilaires entre eux.
Sous-Ord. IV. Sedentariae propriae.
A. Pas de branchies.
f Pas de soies aux pieds . . . Tomopteridiens.
ff Des soies ä tous ou presque ä tous les pieds.
Clymeniens.
B. Des branchies.
21. Branchies somatiques,
a. thoraciques et abdominales ou seulement abdo-
minales,
aa. arborescentes Arenicoliens.
bb. cirriformes ou laciniees.
a. Pas de cirres prehensiles.
f Pas de tentacules.
* Rames peu marquees Opheliens.
** Rames tres marquees Ariciens.
ff Des tentacules . . . Leucodoriens.
b. Cirres prehensiles . . Hermelliens.
b. exclusivement thoraciques.
f Opercule forme de soies . Pectinairiens.
ff Point d'opercule .... Terebelliens.
53. Branchies cephaliques . . . Serpuliens.
In ähnlicher Weise hat Verf. auch den Inhalt der einzelnen Fa-
244 Leuckart: Bericht üb. d. Tjeist. in cl. Naturgeschichte
milien in tabellarischer Uebersicht zusammengestellt. Es sind nicht we-
niger als 181 Gattungen, die er in diesen 26 Familien unterbringt. Gegen
40 Galtungen mögen davon neu sein. Die Familie derSyllideen wird
u. a. um fast ein Viertheil ihrer Geschlechter {Br ani a, Ehler si a,
Gruben, Kefersteinia, G o s s i a , Claparedia, Seh mar diu,
D nj ar dini a) bereichert. 64 Gattungen Hessen sich nicht einreihen.
Darunter Zygolobus, Spinther, Sphaerodorum , Oxydromus, Spio-
chaetopterus, Capitella, Notomastus, Spio, Amphicteis, Polycirrus —
Formen, die wir im Laufe der Zeit doch ziemlich vollständig erkannt
zu haben glaubten.
Auch Ehlers beginnt die Herausgabe eines um-
fangreichen Werkes „über die Borstenwürmer (Annelida
chaetopoda)", in dem diese Thiere in systematischer Rei-
henfolge nach ihrem äusseren und inneren Bau geschil-
dert werden sollen. Das Material hat der Verf. während
eines längeren Aufenthaltes in Fiume selbst herbeige-
schafft und zum grossen Theil an Ort und Stelle unter-
sucht, wodurch es ihm möglich wurde, manche Organi-
sationsverhältnisse vollständiger und richtiger als seine
Vorgänger zu erkennen. Ebenso hat auch die systema-
tische Vertheilung und Anordnung der Würmer durch
die vorliegende Arbeit mehrfache Veränderung erlitten.
Einzelne Familien sind mit vollständiger Berücksichtigung
des vorhandenen Materials^ fast monographisch behandelt.
Die bis jetzt allein vorliegende erste Abtheilung (Leipzig
1864. 290 S. in grossem Quart mit XI Tafeln Abbildungen)
umfasst ausser der Einleitung über die Würmer im All-
gemeinen (8. 1 — 14) und die Borstenwürmer im Speciel-
len (S. 15 — 58) die Familie der Amphinomeen (S. 64 — 80);
Chrysopetaleen (S. 80— 92), Aphroditeen (S. 92 — 135),
Phyllodoceen (8.135—176), Alciopeen (S. 176— 181), He-
sioneen (S. 181—202) und Syllideen (S. 203—268). Sie
bereichert unsere Specialkenntniss um nicht weniger als
24 neue Arten, die zum Theil (6) Repräsentanten neuer
Gattungen sind, und bis in die Einzelnheiten von unse-
rem Verf. sorgfältig und genau beschrieben werden.
Auch die Familiencharaktere finden eine ausführliche
Darstellung. Der Schilderung des Gesammtkörpers ent-
nehmen wir u. a. die Angabe, dass die Flimmerhaare, die
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 245
bekanntlich nicht selten an der Oberfläche der Chätopo-
den (an Kiemen, Ko23flappen, Seitenwandimgen der Seg-
mente, mitunter auch an Rücken- und Bauchfläche) vor-
kommen, niemals auf besondern Zellen aufsitzen, sondern
unmittelbar der Ciiitindecke aufgewachsen sind. Unter-
halb der Chitindecke ist statt einer Zellenschicht ge-
wöhnlich nur eine continuirliche Körneriage vorhanden.
Die Flüssigkeit in der Leibeshöhle der Chätopoden (und
Gephyreen) möchte der Verf. nicht als Blut gelten lassen,
sondern entweder als einen Excretionsstoff (?) oder noch
lieber als eine physiologisch ziemlich indifferente Ge-
websmasse betrachten, die vorzugsweise zur Füllung diene
und das bei den Hirudineen (die Verf. bekanntlich mit
den Chätopoden derselben Classe zurechnet) hier vor-
kommende lockere Bindegewebe ersetze. Was über die
keimbereitenden Organe, die unser Verf. einer besondern
Prüfung unterzogen hat, mitgetheilt wird, schliesst sich
im Wesentlichen an die Angaben. an, die Referent schon
mehrfach (und namentlich auch in diesen Berichten 1862.
S. 97) entwickelt hat. Die Behauptung, dass die Zeu-
gungsstoffe der Chätopoden zum grossen Theil frei in
der Leibeshöhle ihren Ursprung nehmen, wird mit Recht
als eine irrthümliche bezeichnet. In allen Fällen ist die
Bildung dieser Stoffe an Organe gebunden, die in einer
mehr oder minder grossen Anzahl von Segmenten an der
innern Oberfläche der Körperwand befestigt sind, je nach
ihrer Entwickelung aber bald nur während der Zeit der
geschlechtlichen Thätigkeit vorhanden sind, bald auch
beständig persistiren. Die einfachste Form dieser Ge-
schlechtsorgane erscheint als ein Zellenhaufen, dessen
Elemente durch einen Kitt zusammengehalten werden
und sich von einander trennen, um dann in der Leibes-
höhle zu Samenfäden oder Eiern auszureifen. Auch sonst
werden die reifenden Zeugungsstoffe sehr allgemein bei
den Chätopoden frei in der Leibeshöhle gefunden, eine
Thatsache, die auch die ältere Auffassung von den Ge-
schlechtsverhältnissen derselben zur Genüge erklären dürfte.
Neben diesen keimbereitenden Organen finden sich nach
246 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
den Untersuchungen unseres Verf.'s nun aber bekannt-
lich (J. B. 1863. ö. 42) immer noch Apparate, welche die
Geschlechtsproductc aus der Leibeshöhle in sich aufneh-
men, mitunter auch erst zur völligen Entwickelung bringen
(bei den Eiern z. B. die äussere Hülle bilden) und dann nach
Aussen entleeren. Es sind — mit Ausnahme der echten
Lumbricinen, deren Geschlechtsdrüsen mit besondern con-
tinuirlich damit zusammenhängenden Ausführungsgängen
versehen und durch Anwesenheit eigener Receptacula
seminis ausgezeichnet sind — die sog. Segmentalorgane,
die diese Function zu vollziehen haben. Die Grundform
derselben ist die Form einer Röhre mit zwei endständigen
OefFnungen, aber diese Form ist in Länge, Haltung, hi-
stologischer Beschaffenheit (Flimmerübung, Muskulatur,
Umhüllung mit Drüsenelcmenten) auf das Mannichfaltigste
modificirt. Auch die Vertheilung und Ausbildung der-
selben in den einzelnen Segmenten zeigt Verschieden-
heiten. Die abweichendste Bildung findet sich bei den ely-
trentragenden Borstenwürmern , bei denen der mittlere
Theil zu einem sackförmigen Behälter erweitert ist, des-
sen dicke Wandungen eine deutliche Contractilität zeigen.
In den Sack hinein führt ein kurzer Gang, dessen Ende
die flimmernde innere Mündung trägt. Die Ausführungs-
öffnung ist bald durch eine einfache Röhre, bald auch
(Polynoe) durch eine ganze Anzahl von Gängen gebil-
det, die nach verschiedenen Richtungen gegen die Kör-
peroberfläche hinlaufen.
Die Eintheilung betreffend, glaubt Verf. am besten vier Ord-
nungen bei den borstentragenden Anneliden unterscheiden zu kön-
nen : die Nereiden, Aricinen, Serpuleen und Lumbricinen. Die erste
dieser Ordnungen umfasst ausser den oben aufgezählten — unter
denen die Chrysopetaleen (= Palmyreen), Alciopeen und Hesioneen
hier zum ersten Male aufgestellt (resp. von den Aphroditeen und
Phyllodoceen abgetrennt) sind, noch die Euniceen, Lycorideen, Neph-
thydeen und Glycereen, deren Behandlung Verf. für eine spätere
Zeit sich vorbehalten hat. Die Amytideen kann derselbe nicht als
besondere Familie anerkennen , da zu ihnen meistens Thiere ge-
rechnet werden, die durch Knospung an Syllideen entstanden sind.
Das Gen. Euphrosyne glaubt Verf. von den Amphinomeen nicht
abtrennen zu dürfen (Kinberg). Die veränderte Reihenfolge zeigt die
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 247
unserem Verf. eigene Auffassung der verwandtschaftlichen Verhält-
nisse. Wollte man die Familie noch weiter in Grux^pen vereinigen,
so möchte Verf. die Amphinomeen gesondert lassen, von den Chry-
sopetaleen bis zu den Lycorideen aber alle Familie vereinigen und
zuletzt die Nephthydeen vielleicht an die Glycereen anschliessen.
Aus der Familie der Amphinomeen beschreibt Verf. eine neue
Euphrosyne {A. racemosa), die sich vonE. mediterranea Gr. vorzugs-
weise durch die starke Verästelung der Kiemenstämme und Anwe-
senheit von Borsten neben allen Kiemen unterscheidet. Der Be-
schreibung ist eine tabellarische Uebersicht der bis jetzt bekannten
Euphrosynearten mit den Hauptmerkmalen vorausgeschickt.
Die Famile der Chysopetaleen trägt als Charaktere: Kopflap-
pe^ deutlich abgesetzt mit Augen und Fühleranhängen, das fol-
gende Segment mit Fühlercirren ; die Segmente mit gleichmässigen
Anhängen ausgestattet, auf dem Rücken jedes Segmentes Paleen.
(Die von Gl aparede inzwischen beschriebene Palmyra Portus Ve-
neris trägt an den ersten Segmenten statt der Paleen ein gewöhn-
liches Borstenbüschel. Die letzte Angabe des Verf.'s bedarf dar-
nach einer Aenderung. Uebrigens beweist die hervorgehobene That,-
sache, dass die Deutung des Paleenfächers als Borstenbüschel durch-
aus gerechtfertigt ist. Die Paleen bilden die Rückenborsten der
Chrysopetaleen, wesshalb denn auch die Angabe, dass Palmyra Sav.
zwei Borstenbüschel unter den Paleen trage, nichts weniger als
sicher sein dürfte.) Das neue Gen. Chrysopetalum unterscheidet
sich von Palmyra durch den Bau der Kopfanhänge und die gleich-
massige Bildung der sog. Rückencirren. Die Genusdiagnose wird
folgendermassen festgestellt: Körper aus wenig Segmenten zusam-
mengesetzt, kurz, fast gleich breit. Die gleichmässig ausgestatteten
Segmente tragen jederseits auf dem Rücken einen Fächer von Pa-
leen; Rücken mit einem Borstenbündel; Kopflappen mit 3 Fühlern
und zwei Palpen ; erstes Segment mit vier Fühlercirren jederseits.
Chr. fragile n. sp. dürfte vielleicht mit Palmyra debilis Gr. zusam-
menfallen.
In Betreff der Aphroditeen betont Verf. die morphologische
Identität der Elytren mit den Rückencirren. Die Behauptung, dass
beiderlei Gebilde neben einander an demselben Segmente vorkämen
(Sigalion) wird dadurch natürlich sehr unwahrscheinlich und er-
giebt sich bei näherer Untersuchung auch wirklich als falsch, da
der neben dem Träger der Elytren gelegentlich vorkommende Fort-
satz mit einem Rückencirrus Nichts zu thun hat. Als neu beschreibt
Verf. Polynoe spinifera (mit 36 Segmenten und 15 Elytrenpaaren),
P. pellucida (mit 22 Segmenten und 10 Elytrenpaaren) und Sigalion
limicola (mit 128 Segmenten und Elytren, die am 2*, 4., 5., 7. . . . 25.
Segmente, später aber an allen stehen). Die Nerven, die in die
248 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
Elytren eintreten, endigen überall in besonderen Anhangs-Organen,
deren Form und Stellang auf das Mannichfachste wechselt. Die den
unveränderten Rückeucirren aufsitzenden analogen Bildungen sollen
dagegen ohne Nerven sein. Als Bildungsstätte der Geschlechtspro-
dukte werden gewisse sackförmige Organe in Anspruch genommen
(worin sich denn freilich ein auffallender Unterschied von Aphrodite
ergiebt). Die Polynoen sind fleischfressend.
Die Gebilde, welche den Girren der Phyllodoceen das gefurchte
Aussehen geben, sind nach unserem Verf. keine Nesselzellen, son-
dern Drüsenschläuche, die den oft massenhaft von diesen Thieren
producirten Schleim erzeugen. In einigen Fällen zeigen die Girren
an der ünterfläche eine Flimmerrinne. Beschrieben werden: Phyl-
lodoce lamelligera Johnst. (verschieden von Ph. laminosa Sav.), Ph.
vittata n. sp., Vli. lugens n. sp., Eulalia virens n. sp., Eid. tolucris
n. sp., obtecta n. sp., Eteone pterophora n. sp.
Die Bemerkungen über die Familie der Alciopiden enthalten
nichts Neues.
Die Gattungen der Hesioniden werden von unserem Verf. fol-
gendermassen übersichtlich zusammengestellt.
A. Kopflappen nur mit Fühlern.
I. Vier Fühler.
1. Hinter dem Kopflappen mehrere Fühlercirren ohne Ru-
der. Hesione Sav.
2. Das 1. und 2. Segment mit rudimentärem Ruder, Rüssel
mit vier grossen Kiefern. Pisione Gr.
II. Fünf Fühler.
1. Nur das erste Segment jederseits mit einem Paar Fühler-
cirren. Orseis n. gen.
2. Die drei ersten Segmente jederseits mit Fühlercirren.
Podark e n. gen.
3. Die vier ersten Segmente jederseits mit einem Paar Füh-
lercirren. Oxydromus Gr.
B. Kopflappen mit Fühlern und Palpen.
I. Palpen zweigliedrig.
1. Ruder mit zwei fast gleich grossen Aesten, drei Fühler.
Ophiodromus Sars.
2. Ruder mit nur einem oder einem zweiten obern tuber-
kelförmigen Aste ; zwei Fühler. Castalia Sars (mit Ein-
schluss von Halimede und Psamathe).
II. Palpen dreigliedrig, länger als die zwei Fühler.
Erstes Segment jederseits mit drei, 2. und 3. Segment je-
derseits mit zwei Fühlercirren. Perihoea n. gen.
(Das Gen. Cirrosyllis Schmarda enthält sehr verschiedene
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 249
Thiere, theils Hesioneen, theils Syllideen, theils solche von unsiche-
rer Verwandtschaft.)
Die vom Verf. beschriebenen Hesioneen sind: Orseis puUan.s'p.,
Podarke albocincta n. sp., P. viridescens n. sp., P. agilis n. sp., Pe-
riboea longicirrata n. sp.
Die Systematik der Syllideen machtwegen des hier bekanntlich so
häufigen Generationswechsels und der so mannichfach variirendenForm
der Geschlechtsthiere (Polybostrichus und Sacconereis, Tetraglene,
loida, wahrscheinlich auch Trichosyllis, Photocharis, Polynice, Amy-
tis, Macrochaeta) besondere Schwierigkeiten. Der Verf. hat dieselben
dadurch zu umgehen gesucht, dass er bei der Aufstellung und Grup-
pirung der Gattungen überall die mit Rüssel und Drüsenmagen
versehenen Ammen zu Grunde legte. Dabei scheint er übrigens der
Ansicht zu sein, dass alle Syllideen einen Generationswechsel besäs-
sen, nur mit der Einschränkung, dass (namentlich bei den Arten
mit Quertheilung) gelegentlich auch schon die Ammen zur Ge-
schlechtsreife gelangten und dann statt der Geschlechtsthiere fun-
girten. »Ist doch bei diesen Thieren das Geschlechtsthier überhaupt
oft nichts Weiteres , als ein abgelöstes Stück des Stamrathieres,
welches durch die Bildung eines neuen Kopfes selbstständig, durch
das Hervorwachsen eines die Schwimmbewegungen unterstützenden
Borstenbündels beweglicher geworden ist und damit die Aufgabe
übernimmt, die — bereits vorher — entwickelten Eier oder den
Samen abzusetzen.« Ob neben der Theilung und axillaren Knospung
bei gewissen Arten, wie Pagenstecher wollte (J. B. 1862. S. 94)
eine laterale vorkomme, lässt Verf. zweifelhaft, doch ist er geneigt,
die seitlichen »Knospensprösslinge« als Embryonen zu betrachten, die
sich aus angeklebten Eiern entwickelt hätten. Die von unserem
Verf. zur Uebersicht aufgestellte Synopsis generum ist folgende:
A. Syllideen mit Palpen.
I. Erstes Segment ohne Borsten.
1. Erstes Segment mit mehr als zwei Fühlercirren jeder-
seits. Procome n. gen. (Pr. polycera Schmarda).
2. Erstes Segment mit zwei Fühlercirren jederseits.
a. Im Rüssel zwei Kiefer. Gnathosyllis Schmarda.
b. Am Eingang der Schlundröhre zwei Querreihen zahn-
artiger Verdickungen; Palpen verwachsen. Odon-
tosyllis Clpr.
c. Am Eingange der sehr langen Schlundröhre vier Zähne
am hinteren Rande des Kopflappens zwei flügel-
artige Fortsätze. Pterosyllis Clpr.
d. Am Eingange der Schlundröhre nur weiche Papillen,
Bewaffnung höchstens ein Zahn.
250 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
«. Palpen ganz oder zum Theil getrennt; Baucheir-
ren vorhanden. Mit ungegliederten und geglie-
derten, fadenförmigen oder gedrungenen Girren.
Syllis Sav. (Gh. emend.)
ß. Palpen verwachsen; Baucheirren fehlen, Rücken-
cirren gegliedert oder ungegliedert. Sylline Gr.
3. Erstes Segment mit einem Fühlercirrus jederseits. Bauch-
eirren fehlen.
a. Zwei Stirnfühler. Microsyllis Glpr.
b. Drei Stirnfühler. Ex ol o c as n. gen. (Exogone Kefer-
steinii Glpr., Ex. gemmifera Pagenstech.)
4. Erstes Segment ohne Fühlercirren, Baucheirren vorhan-
den. Exogone Oerst.
II. Erstes Segment mit Borsten.
1. Drei Stirnfühler. Isostjllis n. gen. (Syllis maculosa
M. Edw., S. armoricana Glpr.)
2. Vier Stirnfühler. 0 ophtjl axc^n. gen. (Exogone Oerstedi
Köllk., Ex. cirrata KöUk.)
3. Fünf Stirnfühler. Sphaerosyllis Glpr.
4. Acht Stirnfühler. Gystonereis Köllk.
B. Syllideen ohne Palpen.
I. An allen Segmenten verlängerte Girren.
1. Girren fadenförmig. Amblyosyllis Gr.
2. Girren keulenförmig verdickt.
a. Mit drei Stirnfühlern. Myrianida M. Edw.
b. Mit vier Stirnfühlern. Eucerastes n. gen. (Myrianida
clavigera Schmarda.)
II. Nur die ersten Segmente mit verlängerten Girren.
1. Erstes, zweites und drittes Segment. Proceraea n. g.
2. Erstes und zweites Segment. Autolytus Gr.
3. Nur das zweite Segment. Heterosyllis Glpr.
III. Alle Segmente ohne verlängerte Girren. Eur y sxjllis n. g.
Als neu beschreibt Verf. Syllis fiumensis, S. Krohnii, S. pel-
lucida (ohne Zahn, mit gegliederten Girren), S. sexoculata, S. scabra
(ohne Zahn, mit gedrungenem Körper, dessen Oberfläche von Körn-
chen rauh ist), SphaerosylUs Claparedii, Proceraea picta, Eurysyllis
luherculata (ein plumper Wurm mit vier Reihen knopfartiger Rük-
kenfortsätze). Zur Vergleichung mit dem hier vorliegenden Systeme
verweisen wir auf die von Claparede — nach anderen Principien
— aufgestellte Synopsis , die uns nachher beschäftigen wird und
auch — unter anderen Namen — manche der hier neu aufgestellten
Formen enthält,
Claparede berichtet in den ^Glanures zootomiques
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 251
parmi les Annelides de Port-Vendres (Pyr^nees orienta-
les)^. Geneve 1864. 140 S. in Quart mit 8 Tafeln (Mem.
Soc. Phys. et d'hist. nat. de Geneve T. XVII. P.2) von
Chätopoden-Untersuchungen; die er im Jahre 1863 wäh-
rend eines Aufenthaltes im südlichen Frankreich an den
Küsten des Mittelmeeres anzustellen Gelegenheit fand.
Dieselben betreffen die Polyophthalmeen (p. 5 — 22), die
Aphlebinen (p.23 — 30), Serpulaceen (p. 31 — 41, mit Zu-
satz p. 128), Aricinen fp. 42— 48), Capitellen (p,49— 60),
Oxydromen (p. 61 u. 62), Syllideen (p. 63—111), Euniceen
(p. 112—121), Micronereiden (p. 122) und Palmyren (p. 123
— 128), Formen also, die sehr verschiedenen Gruppen
unseres Chätopodensystemes angehören. Aus dem rei-
chen Inhalte des Werkes heben wir das Nachstehende
hervor.
Die Untersuchungen über Polyophthalmeen knüpfen an D u-
jardin's Nais picta an, die, wie schon Quatrefages vermuthet
hat, wirklich eine Art des Gen. Polyophthalmus ist, das trotz der
Anwesenheit einfacher Haarborsten und des Mangels besonderer
Segmentanhänge den Polychäten zugerechnet werden muss. Die
Hauptcharaktere dieser Thierß sucht Yerf. in der Anwesenheit be-
sonderer lateraler Kopfgruben, die fast an die Flimmergruben der
Nemertinen erinnern, und der eigenthümlichen Bildung des Muskel-
apparates, durch welche von der Leibeshöhle, die den Darm in sich
einschliesst, noch zwei Seitenräume abgetrennt werden. Die segmen-
talen Muskeldissepimente sind ausschliesslich auf die letztern be-
schränkt, wie denn auch die Geschlechtsstoffe anfangs nur in ihnen
angetroffen werden. Die Schwanzanhänge sind fast blutlos, also
wohl schwerlich als Kiemen in Function. Die drei Kopfaugen ent-
halten je nur eine einzige Linse. Der grosseste Theil der Haut-
oberfläche ist mit Flimmerhaaren besetzt. Zahl der Segmente 28
(nicht, wie Duj ardin irrthümlich angab, mehr als 200).
Das Gen. Aphlebina Quatref. glaubt Verf. in den kiemenlosen
Terebellen wiederzuerkennen, für die Grube den Gattungsnamen
Polycirrus in Anwendung gebracht hat. Darüber kann jedenfalls
nach den Untersuchungen des Verf.'s kein Zweifel sein, dass diese
Thiere nicht bloss der Kiemen, sondern auch der Blutgefässe ent-
behren. Wie iDei den übrigen gefässlosen Chätopoden ist die Peri-
visceralflüssigkeit mit grossen, bei ^. ligiematodes n. s-p. (mit 21 Haar-
borstenpaaren) rothgefärbten, bei .^4. pallida n. sp. (mit nur 19 Haar-
borstenpaaren) farblosen Körperchen durchsetzt.
252 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Unter dem Namen Amp h ig lena (n. gen.) Annandi besehreibt
Verf. eine mit zwei terminalen Augenpaaren versehene, hermaphrodi-
tische Serpulacce, in der er aber nachtiäglich (p. 128) die Ley-
dig'sche Amphicora mediterranea erkannte. Die Verschiedenheiten
von der echten Amphicora s. Fabricia rechtfertigen jedoch die Auf-
stellung eines besonderen Genus, für das folgende Diagnose aufge-
stellt wird: »Serpulaces ornes de branchies semblables ä celles des
Sabelles, mais depourvus de collerette comnie les Myxicoles. liour-
relets uneinigeres portants une double rangee de soies dissemblables.
Taches pigmentaires oculiformes sur le premier et le dernier Seg-
ments. Hermaphrodites.« Im Gegensatze hierzu lautet die Diagnose
des Gen. Fabricia: »Corps vermiforme, aplati ou cannele sur le dos,
depourvu de bourrelets uneinigeres saillants. Crochets ventraux des
Segments anterieurs d'une seule espece. Interversion des soies dans
la partie posterieure du corps. Branchies depourvues de pinnules
dorsales et de palmure interbranchiale Filaments branchiaux se
prolongeant jusqu'au niveau de l'extremite de l'axe principal. Deux
tentacules.« Je nach der Abwesenheit und der Existenz des Hals-
kragens zerfällt diese Gattung dann in zwei Untergeschlechter Fa-
bricia s. st. und Amphicorina (de Quatref.), welcher letztern die
vom Verf. als neu beschriebene F. Anmuuli zugehört. Ausser den
Augen trägt dieselbe ferner (im 2. Segmente) ein Gehörorgan mit
einfachem Otholithen, während Amphiglene deren zahlreiche in ihren
(innen mit Cilien bekleideten) Gehörkapseln einschliesst. Die Eier
scheinen im sechsten und siebenten Segmente ihren Ursprung zu
nehmen. Bei der hermaphroditischen Amphiglena finden sich Eier und
Samenkörperchen in demselben Segmente durch einander.
Der Abschnitt über die Aricinen bringt Beschreibungen eini-
ger neuer Arten: Aricia Oerstedii (von nur 13 — 14 Mm., sonst aber
der Ar. 4-cuspidata Oerst. ähnlich), Tkeodisca anserinn (ob derAehn-
lichkeit des vorgestülpten Rüssels mit einem Gäusefusse also geheis-
sen), Aü indes (n. gen.) auricniaris (mit sehr merkwürdigen Zeu-
gungsstoffen, Samenkörperchen, deren flaschenförmiger Kopf gewisse
Texturverschiedenheiten zeigt, und Eiern, deren dickes Chorion von
einem äquatorialen Kranze von 18 — 23 Oefifnungen durchbrochen
ist, die je in eine helle Ampulle hineinführen und wohl als Mi-
cropylen fungiren möchten). Für Theodisca Fr. Müll, wird dabei
folgende Diagnose aufgestellt: i^Ariciens ä branchies ligulees; pieds
distiques, a rames inferieures bilabiees. Trompe susceptible de s'etaler
en une membrane digitee ou ramifiee. Tete depourvue de tentacules.«
Das neue Gen. A onid es Cl. charakterisirt sich vorzugsweise durch
den Mangel des unpaaren Kopftentakels und Beschränkung der Kie-
men auf das vordere Körperende: »Tete couique, pourvüe de deux
antennes occipitales rudimentaires ; pas de tentacules buccaux ; pieds
der niederen Tliiere während der J. 1864 — 1865. 189
birames, la rame dorsale munie d'un lobe lamelleux; partie ante-
rieure du corps seul portant des branchies ligulees.
Auch die Gruppe der Capitellen, die bisher nur in den nordi-
schen Meeren vertreten schien, wird durch Arten bereichert: Ca-
pitella filiformis, Nolomaslus Sarsn nnd N.Vanbenede7iii (zwei Arten, die
alle beide, wie N. rubicundus Kef. mit zwei retactilen Nackenten.
takeln versehen sind, mit Organen, die wahrscheinlich allen Noto-
mastusarten zukommen). Das Gen. Dasybranchus Gr. ist — auch
durch Mangel der Blutgefässe — mit Notomastus verwandt und mit
diesen der Familie der Capitellen einzureihen, muss aber schon
desshalb als ein selbstständiges Geschlecht betrachtet werden, weil
die liauchhöcker nicht, wie bei Notomastus. nach der Rückenfläche
zu emporgedrängt sind. Dazu kommt die Anwesenheit von bauch-
ständigen Kiemen . die sonderbarer Weise nach innen eingestülpt
werden können, wie ein Handschuhfinger. (Notomastus besitzt übri-
gens an derselben Stelle, wo Dasybranchus diese Kiemen trägt, an
den Seitentheilen der Segmente eine flimmernde Oeffnung, die mög-
licher Weise gleichfalls einer eingestülpten Kieme entsprechen
dürfte.)
Das Gen. Oxydromus glaubt Verf. am natürlichsten neben Psam-
mathe unterbringen zu können. Durch Anwesenheit von feinen Bor-
sten an der Basis der Riickencirren nähert es sich auch dem Gen.
Castalia. Als neu beschreibt Verf. 0. fallidus Gl, (Ist nach der Vier-
zahl der Fühlercirren ein Orseis Ehl.)
Unter den Syllideen giebt es ausser den Arten mit Genera-
tionswechsel auch solche, die eine bloss geschlechtliche Fortpflan-
zung besitzen, sich also auf direktem Wege entwickeln. Die letzten
haben — im Ammenzustande — gewöhnlich eine nur beschränkte
Zahl von Segmenten (meist nur 20 — 40), während die Formen mit
Generationswechsel meist eine grössere Menge aufzuweisen haben.
In der Regel erscheint die ungeschlechtliche Vermehrung als eine
einfache Theilung. Nur bei Autolytus und Myrianide wird dieselbe
durch eine Knospung vermittelt, die zwischen dem letzen und vor-
letzten Körpersegmente stattfindet. Bei den Arten mit Generations-
wechsel (Syllis s. st.. Trypanosyllis, Autolytus) sind die Geschlechts-
thiere stets ohne Rüssel und Vormagen, dafür aber oftmals mit lan-
gen Haarborsten versehen, die den Ammen abgehen. Die Systematik
glaubt Verf. am besten nach folgendem Schema übersichtlich dar-
stellen zu können.
A. Stirnlappen stark vorspringend. Pharynx
a. mit einem einzigen Zahne.
«. Tentakelcirren verbanden.
1. Baucheirren. Stirnlappeu
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. N
190 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
t getrennt. Antennen und Rückencirren
* stets geringelt . . . Syllis Sav. (Ch. em.)
** niemals geringelt . . Syllides Oerst. (Ch era.)
tt in der Mittellinie verwachsen. Rückencirren nicht
geringelt, an der Basis verdickt,
Sphaerosyllis Cl. (Ch. em.)
2. Ohne Baucheirren. Stirnlappen verwachsen. Cirren
ohne Ringel ung. Antennen
t in dreifacher Zahl . . Sylline Gr. (Ch. ein.)
ff in einfacher Zahl . . . Spermo sijlli s n. gen.
ß. Ohne Tentakelcirren. Baucheirren vorhanden. Rücken-
cirren ungeringelt . . Exogone Oerst.
b. mit mehreren Zähnen. Stirnlappen nicht verwachsen. Bauch-
eirren vorhanden. Die Zähne des Pharynx bilden
a. einen Halbkreis. Cirren ohne deutliche Gliederung.
Odontosyllis Cl. (Ch. em.)
ß. einen vollständigen Kreis. Cirren geringelt,
f Ohne Flimmerlappen am Hinterkopfe.
Try p a n 0 s y llis n. gen.
ff Mit Flimmerlax^pen am Hinterkopfe.
Pterosyllis Cl.
B. fehlend oder doch wenigstens nicht vorspringend. Cirren ohne
Gliederung. Pharyngealbewaffnung
a. vorhanden,
«. mit einfachem Zahne und zwei Antennen.
Microsyllis Cl. (Ch. em.)
ß. mit einem Kreise von Zähnen. Autolytus Gr. (Ch. em.)
y. mit gestricheltem Randwulste. Heterosyllis Cl. (Ch. em.)
b. abwesend. Rücken mit kugligen Zapfen.
Polymastus n. gen.
(= Eurysyllis Ehl.)
Von Arten beschreibt Verf. Syllis Armandi n. sp. (die Ge-
schlechtsthiere mit Zeugungsstofien, die sich bereits zu einer Zeit
entwickeln, in der noch keine Spur der späteren Abtrennung auf-
zufinden ist. Die Männchen mit paarigen Hoden, wie so häufig bei
Sylliden), S. hexagonifera n. sp. (Geschlechtsthiere, wie bei andern Syl-
lisarten, unter der Form von Tetraglene s. Joida), S. gracilis Gr., S.
simillima n. sp., 8. aurita n. sp. , Syllides pulliger Kr. (trägt, wie
die nahe verwandte Exogone gemmifera Pagenst.. ihre Embryonen
einzeln an den Rückencirren, aber immer nur an den alternirenden
Segmenten. Die Embryonen trennen sich ab, wenn sie sechs Seg-
mente haben, und entstehen — wohl auch bei S. gemmifera — nicht
aus Knospen, sondern aus Eiern), Sphaerosyllis hystrix Cl, (mit Nes-
selkapseln, die vom fünften Segmente an in der Basis der Bauch-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 191
füsse gefunden werden), Sph. tenvicirrata n. sp., Sph, pusilla Duj.
(die Nesselkapseln hier von Dujardin für Samenfäden gehalten),
Sylline brevipes n. sp. (mit 3 Paar Augen, von denen das letzte dem
ersten Körpersegmente angehört), Spermosyllis torulosa n. sp., Odon-
tosyllis fulgurans Cl. (phophorescirt so stark, dass man selbst an
hellem Tage die Lichtentwickelung beobachtet), 0. Dvgesiana n. sp,,
Trypanosyllis Krohnii n. sp. . Pterosyllis dorsigera n. sp. (die flim-
mernden Kopfanhänge sind wahrscheinlich auf eine Persistenz von
Larvenorganen zurückzuführen) , Antolytus rubrorittalus n. sp., A.
roseus n. sp., A. scapnloris n. sp. (= Proceraea picta Ehl. , —
auch Cl. bildet aus dieser Art eine besondere Gruppe, das Subgen.
Slephanosyllis, das sich namentlich durch den Mangel des Genera-
tionswechsels von Autolytus s. st. unterscheiden soll), Folj/mashts pa-
radoxus n. sp. (= Eurysyllis tuberculata Ehl., mit Rückenanhän-
gen., die durch Form und Inhalt den kugelförmigen Anhängen von
Sphaerodorum gleichen).
Von Euniceen beschreibt Verf. ausser Lumbriconereis uni-
cornis Gr. noch Zygolobus — ein Gen., das sich am besten durch
den Mangel wahrer Antennen charakterisirt und auch die Lumbri-
conereis Edwardsii Cl., sowie L. tingens Keferst. enthält — Lau-
rentianus Gr., Z. Gr^bianus n. sp., Lysidice Mahngony n. sp., Eunice
Harassii M. Ed. et Aud., E. taenia n. sp. (ein Wurm, der bei einer
Breite von 6 — 7 Mm. eine Länge von nicht weniger als 65 Ctra.
besitzt).
Das interessante Gen. Palmyra wird durch zwei neue Arten
bereichert, f*. Fortus Veneris (ein kleiner Wurm von nur IV2 Mm.,
mit zwei Kiefern in dem Pharynx und tascheuförmigen Aussackungen
am. Chylusdarme , auch mit Nesselkapseln an der Bauchfläche der
Fusshöcker), und P. Etelinae (10 — 12 Mm. lang, trotz der bedeu-
tendem Grösse wohl identisch mit Chrysopetalum fragile Ehl.). Beide
glaubt Verf. am besten als Repräsentanten eines besonderen Unter-
geschlechts betrachten zu können, die letztere wegen der Vielzahl der
Tentakel — mit Einschluss der Fühlercirren — {Falmyrides =^ Chry-
sopotalum Ehi), die andere wegen des Mangels der Paleen am
ersten Körpersegmente, an dem blosse Haarborsten stehen {Fal-
myropsis).
Kölliker liefert (Bericht u.s. w. a. a. O. Ö. 9— 12)
ein Verzeichniss der von ihm an der Westküste Schott-
lands im Firth of the Clyde beobachteten Chätopoden
und knüpft daran eine Reihe von Bemerkungen, denen
wir das Folgende entnehmen.
Der sog. Rückencirrus von Sphaerodorum ist ein hohler An-
192 Leuckart: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgeschichte
hang der Haut, welcher eine gewisse Anzahl schlauchförmiger Drü-
sen, die je einzeln in der Nähe des Endzapfens ausmünden, in sich
eiuschliesst, während die kleinen Papillen keine Drüsen, sondern
Nervenenden enthalten. Bei einem grösseren Thiere wurden ausser
Eiern in der Bauchhöhle mit Fäden besetzte körnige Kugeln gefun-
den, die vielleicht als Entwickelungsstufen von Samenfäden zu be-
trachten sind und unsere Thiere dann als Zwitter erweisen würden.
Die zwei am Kopfe von Siphonostomum ausmündenden schlauchför-
migen Drüsen enthalten zahllose mit einer weissen Concretion ge-
füllte Zellen, die den Gedanken an harnbereitende Organe rege
machen. Bei S. plumosum sind die Epithelzellen der Schläuche mit
je 1 — 3 ungemein langen Cilien besetzt. Von Ammochares beschreibt
Verf. die Borsten und schlauchförmigen langen Drüsen, die je paar-
weise in den einzelnen Segmenten liegen und mit einer hellen Gal-
lerte gefüllt sind, wahrscheinlich zur Abscheidung des Gehäuses.
Phoronis ist nicht bloss an den Kiemen, sondern auf dem ganzen
Leibe mit Flimmerhaaren besetzt. Die Gefässe, die (wie bei Tere-
bella sp., Glycinde. Glycera sp.) Blut mit rothen Körperchen ent-
halten, bestehen aus zwei Medianstämmen, welche im hinteren Lei-
besende durch viele Anastomosen zusammenhängen. Der Darm ist
gerade und ohne Afteröfifnung am Kopfe. In der unteren Mittel-
linie findet sich ein rosenkranzförmig eingeschnürter Längskanal
von unbekannter Bedeutung , der im Kopfe blind endigt und einen
hellen Inhalt hat.
Ebendaselbst (S. 12—18) handelt Kölliker auch
über die stabförmigen Körperchen und die Tastapparate der
Anneliden, die nach den hier mitgetheilten Beobachtungen
beide eine grosse Verbreitung haben. Die ersten entste-
hen beständig in Zellen, die sich nach vollständiger Ent-
wickelung ihres Inhaltes, einzelligen Drüsen vergleichbar,
nach Aussen öffnen und in der Regel in die Girren ein-
gelagert sind, bald in die oberen, bald auch in die un-
teren (Phyllodoce, Aonis, Scalibregma, Nereis, Psammathe,
Polynoe u. a.). Ein Faden konnte niemals im Innern
der Stäbchen beobachtet werden. Die Tastwerkzeuge er-
scheinen bald als starre Fäden, die in der Kopfgegend
angebracht sind, bald als lange und schmale helle Pa-
pillen, wie namentlich bei Polynoe, wo sie am Rande der
Elytren stehen, und bei Siphonostomum, wo sie den gan-
zen Leib bekleiden und die schon lange bekannten haar-
förmigen Anhänge darstellen.
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 193
Mecznikoff beschreibt (Amtlicher Ber. über die
39. Versammlung d. Naturf. ii. Aerzte zu Giessen 1864.
S. 160 mit Abbild.) elgenthümliclie napfFörmige Organe,
die mit Ausschluss der ersten Segmente an den Fussstum-
meln des geschlechtsreifen Auiolytus unter dem Rücken-
cirrus angebracht sind und zwei Reihen blattartiger Haare
tragen. Yerf. glaubt dieselben im Zusammenhange mit
Nervenausläufern gesehen zu haben und erklärt sie darauf
hin für eigenthümlich modificirte Tastorgane. Gleich-
zeitig hebt derselbe hervor, dass er bei einer (nicht näher
bestimmten) Sabella von Helgoland ausser den Augen der
Kiemenfäden auch an den einzelnen Segmenten w^enig
entwickelte Augen beobachtet habe, die an den vorderen
Segmenten bauchständig und linsenlos wären, später aber
den Rücken einnehmen und dann auch mit lichtbrechen-
der Cornea versehen seien. Es giebt bekanntlich auch
noch andere Chätopoden mit segmentalen Augen, und zu
diesen gehören ausser Polyophthalmus und Myxicola, wie
Ref. hier beiläufig erwähnen will, auch die bis jetzt nur
bruchstückweise bekannten sog. Palolowürmer der Fit-
schie-Inseln, die auf ihren Segmenten je ein medianes
Rückenauge tragen.
Nach den Beobachtungen von Ehlers entstehen
die Borsten der Chätopoden im Innern von besondern
taschenförmigen Einsackungen der Cuticula , die bereits
zu einer Zeit, in der die späteren Fussstummel noch nicht
vorhanden sind, dicht neben den Anlagen der Gliedfäden
gefunden werden. Wo Stützborsten vorkommen, da bil-
den sich diese in der Tiefe der Tasche, während die
übrigen Borsten mehr nach Aussen hervorsprossen. Das
Erste, was entsteht, ist die Endspitze der Borste, die sich
dann durch Auswachsen des Schaftes immer mehr empor-
hebt. Auch im ausgebildeten Thiere lässt sich diese Aus-
stülpung noch nachweisen, wie sie es denn auch ist, die
den zur Bewegung dienenden Muskelfasern zum Inser-
(ionspunkte dient. Bei jungen Thieren (Eunice) sind die
Borsten nicht selten einfacher gebaut, als später. „Ueber
die Bildung der Borsten und Ruderfortsätze bei den Bor-
194 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturj>-eschichte
sten Würmern" , Nachrichten von der Königl. Gesellsch.
der Wissensch. zu Göttingen 1865. N. 14.
Damit stimmen auch die Beobachtungen Leydig's
über die Bildung der Borsten bei Phreoryctes, nur dass
derselbe die Säcke als Drüsen zu betrachten geneigt ist
und die Production der Borsten im Innern derselben als
ein neues belehrendes Beispiel der von ihm -^ viel frü-
her aber schon von Ref., Archiv für Naturgesch. 1852. L
S. 28 — vorgetragenen Ansicht betrachtet, dass zwischen
eigentlichem Drüsensecrete imd den festen erstarrten Cu-
ticularbildungen kein wirklicher Unterschied stattfinde.
Nach den bis jetzt erst sehr aphoristisch (Tagcbl.
der Hannover'schen Naturforschervcrsammlung 1865. S. 70)
mitgetheilten Beobachtungen M eczn ik off s gleicht der
Embryo des sonderbaren, bisher den Nemertinen ange-
reihten Balanoglossum einer mesotrochen Annelidlarve
in einem solchen Grade, dass darauf hin die Zusammen-
stellung dieses merkwürdigen Wurmes mit den Borsten-
würmern empfohlen wurde.
Fr. Müller berichtet in seinem interessanten Büch-
lein „Für Darwin" (Leipzig 1864. 91 S. mit zahlrei-
chen Holzschnitten), dessen Inhalt sonst carcinologischer
Natur ist, von einem kleinen Capitibranchiaten, der An-
fangs drei Paar bärtige Kiemenfäden trug und des Deckels
entbehrte (also Protula- artig war), dann an den Enden
des immer noch (wie bei Filograna) mit Barteln versehe-
nen eines Kiemenfadens einen keulenförmigen Deckel
entwickelte und schliesslich durch den Verlust der An-
hänge am Deckelstiele und Vermehrung der Kiemen zu
einer Serpula wurde.
Vaillant beschreibt eine neue Form von Knospen-
bildung bei einem Chätopoden, den er für eine Syllidee
hält (Annales des scienc. natur. 1865. T. III. p. 243 — 250.
Tab. III, Cpt. rend. T. 6ü, p. 441). Die Knospenspröss-
linge sitzen mit ihrem Hinterende auf dem lippenartigen
Kopfzapfen und haben auffallender Weise eine grössere
Aehnlichkeit mit einer Nemertine, als mit einem Borsten-
wurme. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass Verf.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 195
bei seiner Beobachtung das Opfer eines argen Irrtlinms
geworden ist, wie das auch schon von Ehlers auf der
Naturforscherversammlung in Hannover (Tageblatt S. 37)
mit Recht hervorgehoben worden. Die vermeintliche SyUidee
ist otfenbar eine Terebellenform, deren Tentakel als Kno-
spensprösslinge gedeutet wurden. Wahrscheinlich sind
die Augenpunkte^ die auch Ehlers an den Enden der
Tentakel mehrfach bei Terebella beobachtete, nicht ohne
Einfluss auf die Deutung des Verf.'s gewesen.
Mecznikoff handelt (Zeitschrift für wiss. Zool.
Bd. XY. S. 328-334. Tab. XXIV) „über die Gattung Fa-
bricia^ und spricht sich auf Grund einer dctaillirten Ver-
gleichung der zwei bis jetzt bekannten Arten dieses Genus
(F. quadripunctata und F. mediterranea) dahin aus, dass
diese zweien verschiedenen Geschlechtern zugehören, von
denen das eine (mit F. 4 -punctata) nach w^ie vor als
Fabricia, das andere als Amphicora zu bezeichnen sei.
Während die Fabricia 4 - punctata auf der Eückenseite der
vordem Segmente Höckerborsten, auf der Bauchseite dagegen Linear-
borsten trägt und für die drei hinteren Segmente einen Borstenwechsel
eintreten lässt, besitzt Amph. mediterranea an den acht ersten Seg-
menten oben Pfriemenborsten, unten — mit Ausschluss des ersten Seg-
mentes — Haken, an den folgenden Segmenten aber die umgekehrte
Anordnung. lieber die Natur der neben den vordem Augen bei den
Weibchen der Fabr. 4-punctata vorkommenden flaschenförmigen Sin-
nesorgane ist Verf. in Zweifel geblieben. Er hält sie ebenso wenig
für Gehörapparate (Eef) wie für Augen (Schmidt), giebt aber an,
dass sie einige stark lichtbrechende und in Säuren unlösliche Kör-
perchen in sich einschliessen. Das Bauchgefäss der Fabricia ist in
der Mitte des Körpers lacunär. Die Zahl der Segmentalorgane ist
auf ein Paar reducirt, neben denen in den Männchen ein eigenes
Vas deferens existirt.
Ray Lankaster handelt über „die Anatomie des
Regenwurmes" und liefert in dem vorliegenden ersten
Theile (Quarterly Journal microscop, science 1864. p. 258
— 268. Tab. VIII) eine Beschreibung der äusseren Kör-
perhüllen und des Verdauungsapparates. Die Borsten sol-
len nach unserem Verf. in besonderen Drüsen (d. h. Bor-
stentaschen) ihren Ursprung nehmen. Dem Oesophagus
hängen (im 12 — 14. Segmente) drei Paar runder Drüsen an,
196 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Gebilde, von denen die vorderen mit Concretionen von
kohlensaurem Kalke gefüllt sind, während die beiden
hinteren eine milchige Flüssigkeit enthalten. Der Zu-
sammenhang mit dem Innenraume des Tractus konnte
nicht constatirt werden.
Leydig's Abhandhing „über den Phreoryctes Men-
keanus, nebst Bemerkungen über den Bau anderer An-
neliden" (Arch. für mikr. Anat. Bd. 1. S. 249—294. Tab.
XVI— XVIII) enthält eine genaue und sorgfältige Dar-
stellung der Organisationsverhältnisse dieses bisher noch
so wenig gekannten Thieres.
Im Wesentlichen schliesst sich der Bau von Phreoryctes an
die bekannten Verhältnisse der übrigen Lumbricinen an. Die Bor-
sten stehen in vier Reihen am Körper, in jeder Reihe je eine an
den einzelnen Segmenten. Unterhalb der Cuticula liegen zahlreiche
einzellige Drüsensäckchen, an die je ein Nervenfaden hinantritt, so
dass Yerf. an die Möglichkeit denkt, dass unter dem Bilde der
Drüsen hier besondere Sinnesorgane auftreten. Die Tunica propria
der Darmhaut ist, wie bei allen Ringelwürmern, durch einen unge-
meinen Gefassreichthum ausgezeichnet. Die sog. Leberzellen, die
auch hier nicht fehlen, werden jetzt als eine Art Bindesubstanz in
Anspruch genommen. Im Innern des Rückengefässes finden sich
Gebilde, die offenbar die Homologa der Klappen im Rückengefässe
gewisser Hirudineen darstellen. Dem Bauchgefässe fehlt die Mus-
kelhaut. Am Anfangstheile des Magendarmes liegt ein eigenthüm-
liches sackartiges Organ, dessen Wände von Rings- und Längsmus-
keln durchzogen sind und zahlreiche Gefässschlingen in sich ein-
schliessen. Manche Lumbricinen (Lumbriculus, Enchytraeus, auch Nais
proboscidea) tragen auf dem Scheitel — der letztgenannte Wurm
an der Rüsselspitze — eine Oeffnung, durch welche Wasser in das
Innere der Leibeshöhle eintritt. Die Schleifenkanäle sind von einer
dicken Zellenmasse umhüllt und nehmen dadurch eine eigenthüm-
liche Bildung an. Die innere Oeffnung ist schwierig zu beobach-
ten. (Bei Chaetogaster ist dieselbe abwesend.) Von Geschlechts-
organen wurden bloss die Samentaschen, die im 6., 7. und 8. Ringe
liegen, so wie die nach hinten darauf (im 9., 10. und 11. Segmente)
folgenden Hoden beobachtet.
Nicht minder willkommen sind d e ss e Ibe n Verf.'s
Mittheilungen ^über die Annelidengattung Aeolosoma^
(Archiv für Anat. und Physiol. 1865. S. 360-366. Tab.
VIII. B) mit Beschreibung und Abbildung von Aeol.
quaternarium Ehrbg. und Notizen über Aeol, niveum n.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 197
Die Aolosomen, bekanntlich die kleinsten aller Naiden,
leben wahrscheinlich in Röhren auf der Oberfläche von
Steinen und sind — von der geringen Zahl der Kör-
persegraente (9 u. resp. 6) und der zarten Beschaffenheit
ihrer Borsten abgesehen — namentlich durch die Anwe-
senheit zahlreicher bald gefäbter, bald auch farbloser Oel-
tropfen in der Unterhaut ausgezeichnet. Die Flimmerung
des Kopfes beschränkt sich auf die Bauchseite und er-
streckt sich nach innen bis zum Magen. Das farblose
Blut wird durch die Contraktionen des Rückengefässes
nach vorn bewegt. Die Schleifenkanäle sind jederseits
in vierfacher Zahl vorhanden. Das Nervensystem konnte
nur unvollkommen, der Geschlechtsapparat gar nicht be-
obachtet werden ; dagegen aber constatirte Verf. die Fort-
pflanzung durch Theiluug.
lieber den Bau des Nervensystems bei den Lumbri-
cinen vergleiche ferner die anatomisch-histologischen Be-
merkungen von Leydig in dem ersten Bande seines
Werkes vom Bau des thierischen Körpers S. 168 ff.
Mecznikoffs ^Bemerkungen über die Chätopoden-
fauna von Helgoland'^ (Zeitschrift für wissensch. Zool.
Bd. XV. S. 336—340) enthalten eine Aufzählung der vom
Verf. daselbst aufgefundenen Arten mit systematischen
und anatomischen Excursen.
Wir heben daraus u. a. hervor, dass Kef ers te in's Colobran-
chiis ciliatus (J. B. 1863. S. 51) mit Spio crenaticornis Mont. (=
Aonis Wagneri Lt.) und Syllis oblonga Keferst. mit S. armillaris
Müll, identisch ist. Nerilla antennata hält Verf. mit Ref. für eine
Syllidee. Leucodöre ciliata lebt, wie es Ref. (J. B. 1862. S. 81)
für L. exigua angegeben, auf Kalk und Sandstein in selbstgegrabe-
nen Canälen, in denen auch die Eier abgelegt werden. Die jungen
Embryonen sind von birnförmiger Gestalt, an der Bauchfläche ein-
gekrümmt und am Vorderende mit Flimmerhaaren besetzt. Sphae-
rodorum flavum, das wahrscheinlich ebenso wenig den Syllideen, wie
den Aricineeu zugehört, hat keine zusammengesetzte, sondern ein-
fache Borsten. Die der Haut aufsitzenden Papillen sind keine Drüsen,
sondern Vorsprünge der Unterhaut. Neben den Fussstummeln ha-
ben die Papillen eine abweichende mehr zusammengesetzte Gestalt.
Im Innern des gefäss- und dissepimentenlosen Körpers flottiren Ge-
bilde (Samenzellen Claparede), die der Leibesflüssigkeit angehören
198 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
und dieselbe Rolle spielen , wie bei den gleichfalls gefässlosen Gly-
cera und Capitella.
Grubc's Vcrzeichniss der bei Lussin gesammelten
Chätopoden (a. a. 0. S. 77 — 92) enthält gleichfalls man-
cherlei Notizen zur Kenntniss und Charakteristik der ein-
zelnen Species. Die neuen Arten sind im Archiv für
Naturgesch. 1863. ßd. I. beschrieben und schon im vori-
gen J. B. berücksichtigt.
Sars liefert einen ^jferneren Beitrag zur Kenntniss
norwegischer Anneliden" (Vid.-Selsk. Forhandlingar for
1864. 15 S.) und beschreibt darin ausser Amphicteis Gun-
neri Sars noch Ä. finmarchica n. sp. (mit 40 — 50 Tenta-
keln und 8 Kiemen, die sämmtlich demselben zweiten
Segmente ansitzen), Folycirrus arcticus n. sp. (mit nur
46 — 47 Segmenten) und Terebella ebrancinata n. sp. (die
trotz aller sonstigen Ucbereinstimmung mit Terebella keine
Spur von Kiemen hat).
Malmgren bearbeitet (Ofvers. k. Vet.-Akad. For-
handlingar 1865. p. 51-100. Tab. VIII— XV. p. 181—192.
p. 355-410. Tab. XVIII XXIX) die von Loven, Tho-
rell, Smitt u. A. in Spitzbergen, Grönland, Island und
Skandinavien gesammelten Chätopoden aus dem Reichs-
museum zu Stockholm. Es sind nicht weniger als 130
Arten (61 nn. sp.), die zu 14 verschiedenen Familien gehö-
ren. Alle diese Arten sind von unserem Verf. genau
untersucht und mit beständiger Rücksicht auf die ver-
wandten Formen sorgfältig beschrieben. Diagnose und
Synonymie haben dabei vielfache Berichtigung erfahren,
wie denn auch die Genera zum grossen Theile anders
und schärfer begränzt sind, als es früher zu geschehen
pflegte. Ob unser Verf. hierbei nicht gelegentlich (wie
Kinberg) etwas zu weit gegangen ist, will Ref. nicht
entscheiden, doch hegt er die Ueberzeugung, dass P'or-
scher, wie Sars und Grube, nicht alle die hier neu auf-
gestellten — 52 — Genera gut heissen werden. Doch dem
sei, wie ihm wolle, jedenfalls hat sich unser Verf. durch
seine Arbeit um die Kenntniss sowohl der Nordseefauna,
wie auch der Chätopoden überhaupt ein grosses und blei-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865 199
bendes Verdienst erworben. Wie umfangreich und wichtig
die Bereicherungen sind, welche unser Chätopodensystera
durch die Untersuchungen des Verf.'s (besonders über
die Famih'en der Polynoineen, Maldanieen, Amphictenecn,
Amphareteen (n.), Terebellaceen, die vorzugsweise nordi-
schen Gruppen) erfahren hat, wird am besten aus der
nachfolgenden Uebersicht der neuen Gattungen und Ar-
ten hervorgehen,
Farn. Polynoinea. Um Raum zu ersparen, geben wir in Fol-
gendem die von unserem Verf. (S. 56) aufgestellte Synopsis:
I. Corpus ovato-oblongum vel lineare, haud anguste elongatum.
Elytra paria 12 — 18, totum dorsum omnino aut maxima parte
tegentia. Segmenta pauciora quam 45.
1. Antennae sub basi tentaculi Orientes, incisuram lobi cepha-
lici occupante.
A. Elytra paria 15 (13—15).
a. Setae rami inferioris apice haud bidentato.
21. Setae rami superioris tenuiores quam setae rami
inferioris, corpus breve lineare. Gen. u. N y c h i rt
Mgr. (Aphr. cirrosa Pall. =- Aphr. scabra Fabr.
und Aph. punctata Fbr.\
53. Setae rami superioris crassiores quam setae r. i,
f Elytra dorsum medium anterioris partis corpo-
ris haud tegentia ; setae rami superioris paucae,
admodum crassae, subulatae, laevissimae. Gen.
n. M el a eni s Mgr. (^/. Loveni n. Spitzbergen),
ff Elytra totum dorsum perfecte tegentia; setae
r. s. numerosae, seriatim transverse spinulosae.
* Setae r. i. apice leviter curvato, haud tenue
elongato, paullo tenuiores quam setae r. s.
Gen. n. Eunoe Mgr. (Pol. nodosa Sars).
** Setae r. i. apice elongato, tenuissime attenuato,
multo tenuiores, quam setae r. s. Gen. An-
tinoe Kirbg. (A. Sarsi Kbg. aus dem Balti-
schen Meere.)
b. Setae r. i. apice conspicue vel obsolete bidentato vel angu-
stissime fisso.
2(. Corpus ovato-oblongum; setae r. i. apice plus minusve
curvato.
f Elytra totum dorsum ultimis segmentis decem exceptis
tegentia; setae r. i. apice haud vel obsolete bidentato.
Gen. n. Lagisca Mgr. (Pol. rarispina Sars).
200 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
tf Elytra totum dorsum perfecte tegentia.
* Elytra granulosa vel scabriuscula ; setae r. i. pleriim-
que apice bidentato, dente longiore valde curvato.
§ Setae r. i. paullo tenuiores quam setae r. s., omnes
apice semper bidentato. Gen. Harmothoe Kirbg.
(Ch. emend. H. imbricata L. = Pol. cirrata Auct.).
§§ Setae r. i. multo tenuiores quam setae r. s., infimis
exceptis apice bidentato. Gen. n. Ev ar ne Mgr.
(Pol. impar Johnst.).
** Elytra laevia; setae r. i. apice integro vel bidentato,
dente longiori perpauUum curvato. Gen. n. L ae -
nilla Mgr. (L. glabra n. sp., L. alba n. sp. Fin-
marken).
93. Corpus lineare, setae r. i. apice recto, angustissime fisso.
Gen. n. Eucranta Mgr. {E. villosa Bahus.).
B. Elytra paria 16 — 18.
a. Elytra paria 18 (Pol. asperrima Sars).
b. Elytra paria 16 (Pol. nivea Sars).
2. Antennae e margine anteriore lobi cephalici produetae.
f Elytra paria 12, totum dorsum omnino tegentia; setae
r. i. apice haud bidentato. Gen. Lepidonotus Leach
(Ch. emend. L. squamatus L. = Aphr. punctata Müll.)
ff Elytra paria 18, dorsum medium haud perfecte tegen-
tia ; setae r. i. apice bidentato. Gen. n. Alentin Mgr.
(Pol. gelatinosa Sars.)
II. Corpus elongatum lineare vel postice attenuatum. Elytra pa-
ria 15, solum in anteriore parte dorsi obvia. Segmenta nu-
merosa, plus quam 45.
1. Setae r. i. apice acuminato , haud bidentato, cirri ana-
les duo.
a. Corpus lineare, haud angustum; lobus cephalicus sub-
quadrangularis, antice in pröminentias conicas productus,
oculi haud conspicui (vel nuUi ?) Gen. n. ISemidia Mgr.
(A'. Thor ein n. sp. Spitzbergen.)
b. Corpus valde angustum, postice attenuatum; lobus ce-
phalicus rotundatus; oculi 4 conspicui. Gen. n. Enipo
Mgr. (E. Kinbeigi n. sp. Christiania.)
2. Corpus lineare ; setae r. i. apioe bidentato ; cirrus analis
unus. Gen. Polynoe Sav. (Ch. em. P. scolopendrina Sav.)
Die Familie der Phyllodoceen wird (p. 93— 108) bereichert
mit Gen. n. Genelyllis Mlgr. Corpus depressum, lineare, antice
posticeque paullo attenuatum. Lobus cephalicus ovato-rotundatus,
oculis duobus mediocribus. Tentacula 5 brevia, e basi ovata bre-
der niederen Thiere während des J. 1864—1865. 201
viter subulata, utrinque bina, alter supra alterum, de apice capitis
prominentia, unum impar in vertice. Cirri tentaculares utrimque 4.
antici posticis breviores. Appendix superior lamellaeformis vertica-
lis. Setae compositae, capillares, articulo terminali tenuissime atte-
nuato margine altero, concavo, obsolete et subtilissime denticulato.
Sp. n. G. lutea Bahus. (Notophyllum viride ? Oerst.)
Gen. n. Anaiti s Mlgr. Corpus depressum, sublineare, antice
posticeque pauUo angustatum, dorso convexo, ventre piano. Lobus
cephalicus latus , antice rotundatus, postice utrimque leviter sinua-
tus (basi haud cordato), sulco haud profundo e primo segmento
(collare) tumido , longo lateque separatus. Tentaculis 4 brevi-
bus, Oculi 2 mediocres. Cirri tentaculares utrimque 4, par pri-
mum, secundum et tertium in segmento primo (collare), par quar-
tum in secundo affixum. Appendices superiores lamellaeformes,
magnae, retrorsum imbricatae. Appendix inferior compressa, paullo
longior quam setigera pars pedis. Haec ovata extrorsum attenuata,
apice obtuso leviter inciso. Setae numerosae capillares compositae,
articulo terminali longe attenuato, obsolete et subtiliter denticulato.
Cirri duo anales subglobosi. Sp. n. A. Wahlbergi von Spitzbergen.
Phyllodoce citrina sp. n. (Ph. maculata Oerst. ?) Spitzbergen.
Fh. teres sp. n. Finmarken.
Gen. n. Eumida Mlgr. Corpus lineare, antice posticeque
paullo attenuatum, subteres, ventre planiusculo. Lobus cephalicus
subrotundatus, basi cordata. Tentacula 5 brevia, subulata; 4 in
apice lobi cephalici, bina utrimque alter supra alterum, unum impar
in vertice. Oculi duo mediocres, conspicui. Cirri tentaculares su-
bulati utrimque 4, par primum sub basi lobi cephalici, secundum et
tertium in segmento primo et par quartum in segmento secundo
affixum. Proboscis exserta sat longa, subglabra, subcylindrica, an-
trorsum sensim paullo incrassata, apice truncato mamillis uniseria-
libus coronato. Setae capillares compositae, articulo terminali longe
attenuato, leviter curvato, margine concavo subtiliter denticulato.
Appendix superior lamellaeformis. Pars setigera pedis apice rotun-
dato leviter inciso. Cirri anales duo. Eum. sanguinea Oerst.
Eulalia problema n. sp. Grönland.
Gen. n. S i g e Mlgr. Corpus lineare, utrimque pauUum atte-
nuatum, postice magis notabiliter, quam antice, depressiusculum,
ventre piano. Lobus cephalicus latus, a basi subcordata rotundatus.
Tentacula 5 brevia, subulata, 4 in apice lobi cephalici, bina utrim-
que alter supra alterum, unum impar in vertice. Oculi duo medio-
cres conspicui. Cirri tentaculares subulati utrimque 4 : par primum
sub basi lobi cephalici, secundum et tertium in segmento primo, et
par quartum in segmento secundo affixum. Proboscis exserta longa,
202 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
cylindrica, glabra, apice papillis haud coronato, infra apicem sulco
transversal! praedita. Setae capillares, compositae articulo termi-
nali longe attenuato leviter curvato, margine concavo subtilissime
denticulato. Appendix superior fusiforniis , extrorsum porrecta,
plus minusve compressa. Appendix inferior eadem forma ac ap-
pendix superior. Pars setigera pedis in apicem acuminatum exte-
nuata. Cirri anales duo ? S. fusigera n. sp. Bahus,
Gen. n. Mysta Mlgr. Corpus lineare antice posticeque paul-
lum attenuatum , subdepressum. Lobus cephalicus e basi lata
angustatus. Tentacula 4 brevia, subulata, in apice truncato lobi
cephalici affixa. bina utrimque alter supra alterum. Oculi duo con-
spicui, medicores. Cirri tentaculares duo inaequales. subulati in
segmento pvimo affixi. Proboscis exserta, longa, subcylindrica, an-
trorsum incrassata, versus apicem papillis numerosis, ovato-fusifor-
mibus brevibus. utrimque in ordine longitudinali dispositis ornata.
Setae capillares compositae, articulo terminali longe attenuato, levi-
ter curvato, margine concavo subtilissime denticulato. Appendix
superior mediocris lamellaeformis, subverticalis, extrorsum porrecta.
Appendix inferior compressa ovalis. Pars setigera pedis apice ro-
tundato leviter inciso. Cirri duo anales. M. barbata n, sp. Bahus.
Eteone Spilzbergensis n. sp.. Et. depressa n. sp. ebendah.
Aus der Familie der Nephthydeen beschreibt Verf. ISeplilhys
incisa n. sp. Bahus.
Fam, Lycoridae,
Das Oersted'sche Genus Heteronereis wird von unserem
Verf. mit Rücksicht auf die in Pharyngealbewafifnung und Borsten-
bildung vorkommenden Verschiedenheiten in drei Gen. zerfällt: He-
teronereis s. st. (H. grandifolia Rathke, //. glaucopis n. sp. Bahus.),
Iphincr ei s n. (H. fucicola Oerst. ) und Enner ei s n. ( Ner. lon-
gissima Johnst. = Het. paradoxa Oerst.). Ebenso beidet die Ne-
reis virens Sars — non Gr., die eine neue Form ist. fs. Brandtii
Mgr., — den Typus für ein von Kinberg neu aufgestelltes Gen.
Alit ta.
Die Gruppe der Staurocephaliden, die Verf. als eine besondere
Familie betrachtet, wird durch Slanrocephalus erucaeformis aus
Finmarken bereichert.
Fam. Maldaniea.
Das Gen. Maldane Gr. wird auf die Arten mit 23 Segmenten
und mit einer unteren Borstenreihe in den borstentragenden Seg-
menten (19, von denen das erste freilich keine untern Borsten hat)
beschränkt. Hierher ausser M. biceps Sars als neu nach iW. Sarsi
von Spitzbergen. Von weiteren Gattungen wird sodann unter-
schieden :
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 203
Rhodine Mlgr. Corpus subcylindricum. Numerus segmento-
rum ignotus , setigerorum autem plus quam 19. Lobus cephalicus
cum segmento buccali et primo setigero prorsus connatus, inclina-
tus, haud limbatus, antice pauUo angustatus, convexus. Setae su-
periores capillares laeves, longiores anguste, breviores late limbatae.
Setae inferiores in segmentis 4, anticis setigeris nuUae, in ceteris
vero uncini numerosi biseriales, rostrati. vertice rostri uni-vel ob-
soletissime bidentato, sine fasciculo setularum sub rostro, manubrio
elongato superne valde dilatato, sub rostro in angulum apice si-
nuato-incisum mucronatumque producto. (Segmenta postr. ignota.)
Sp. n. Rh. Loveni. Bahus.
Nicomache Mlgr. Corpus subcylindricum postice sensim
attenuatum, segmentis 26, quorum 22 setigera, duo brevia anteanalia
nuda. Lobus cephalicus cum segmento buccali nudo prorsus coali-
tus, ovalis, convexus, inclinatus, haud limbatus. Setae superiores
capillares : aliae crassiores, laeves, limbatae, apice longe attenuato,
alias tenuiores breviores haud limbatae inferne laeves, superne spi-
nulis minimis adpressis biseriatis obsitae. Setae inferiores in seg-
mentis 3 anticis setigeris seta solummodo unica, valde conica, in
ceteris uncini multi minuti uniseriales, vertice rostri 3-dentata, infra
rostrum fasciculo capillarum sursum flexarum. Segmentum anale
infundibuliforme margine cirris brevibus cincto. Anus terminalis in
fundo infundibuli. Hieher Sab. lumbricalis Fabr.
Axiolhea Mgr. Corpus subcylindricum, segmentis 24, quorum
18 setigera et 4 anteanalia nuda. Lobus cephalicus, cum segmento
primo nudo prorsus coalitus, inclinatus, limbatus, antice in proces-
sum brevem desinens. Setae superiores capillares, aliae longiores
limbatae laeves, aliae breviores et tenuiores, apicem versus utrim-
que subtilissime pennatae. Setae inferiores uncini uniseriales in
Omnibus segmentis setigeris numerosi, in 3 anterioribus tarnen pau-
cioribus quam in sequentibus, vertice rostri 4-dentato, dente 5-ta
minima obsoleta et evanida interdum praedito, sub rostro fasciculo
setarum sursum flexarum. Segmentum ultimum infundibuliforme,
margine ciliato. Anus terminalis in fundo infundibuli. Sp. n. A.
catenala Spitzbergen.
Praxilla Mlgr. Corpus subcylindricum postice sensim tenuius,
segmentis 26, quorum 19 setigera et 5 anteanalia nuda. Lobus
cephalicus cum segmento buccali nudo prorsus connatus, inclinatus,
ovalis, plerumque limbatus, antice in processum brevem subglobo-
sum aut conico-acuminatum desinens. Setae superiores capillares,
laeves, limbatae. Setae inferiores uncini: in segmentis 3—4 anticis
setigeris pauciores quam in sequentibus, interdum solummodo uni-
cus validus subconicus obvius, in ceteris numerosi uniseriales ro-
strati, vertice rostri 4 — 6-dentati. sub rostro fasciculo capillarum
204 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturg'eschichte
sursum reflexarum. Segmentum ultimum subinfundibuliforme, mar-
triue cirris tenuibus cincto. Anus in fundo infundibuli conico-eleva-
tus. Ausser Pr. gracilis Sars = 4-lobata Sars noch als sp. n. P.
praetermissa Fiumarken u. s. w.
In der Fam. der Amphicteneen unterscheidet Verf. an Gat-
tungen: Pectinaria Lam. (mit 17 Paar Pfriemenborstenbüscheln, 13
Hakeuborstenbüscheln, 7—8 grossen Zähnen an den Haken und ge-
rader Röhrej P. belgica Pall.
Amphicteue Sav. (Durch die Sechszahl der grossen Zähne an
den Haken und die gekrümmte Röhre von der sonst sehr ähnlichen
Pectinaria verschieden) A. auricoma Oerst.
Gen. n. Cislenides Mlgr. Area pone palmulas subplana
leviter excavata sub margine integro. Limbus areae oris sub pal-
mulis cirrato-lacerus. Fasciculi setarum capillarium utrimque 17,
duo paria ultima minima a pinnula non prominentia, pari ultimo
interdum toto evanido. Pinnulae uncinigerae utrimque 12, a seg-
mento quarto setigero incipientes. Uncini pectiniformes ; dentibus
maioribas validis curvatis inaequalibus 3 , minoribus mediocribus
saepe inconspicuis c. 3 — 4. Spinulae scaphae apice geniculatim curvato.
Tubus arenarius leviter curvatus. Hieher ausser C. granulata L. (=
Amph. auricoma Fabr. et Müll., A. Eschrichtii Rathke, Pect, grön-
landica Gr.) noch C. hyperborea Mlgr. (= Pect. Eschrichtii Sars).
Gen. n. Lagis Mlgr. Area pone palmulas subj)lana leviter
excavata, margine integro prominente. Limbus areae oris sub pal-
mulis cirrato-lacerus. Fasciculi setarum capillarium utrimque 15,
omnes subaequales conspicui. Setae: aliae longiores tenuiores lim-
batae apice subrecto attenuato, aliae breviores crassiores limbatae,
limbo apicis curvati striato-serrulato. Pinnulae uncinigerae a seg-
mento quarto setigero incipientes utrimque 12. Uncini pectinifor-
mes fere eadem forma ac in Amphictene, dentibus maioribus c. 6 — 7
aequalibus curvatis, minoribus nuUis vel admodum inconspicuis. Spi-
nulae scaphae apice arcuato-curvato. Tubus arenarius leviter cur-
vatus. Sp. n. L. Koreni (Amph. auricoma M. Edw. ?j Finmarken.
Gen. n. Petta Mlgr. Area pone palmulas margine integro.
Limbus areae oris sub palmulis integer, margine haud laciniato.
Margo anticus inferior segmenti primi late emarginatus et utrim-
que crenulato -dentatus. Margo anticus inferior segmenti secundi
medio ter incisus, lobulis binis aequalibus subrotundatis, Fasciculi
setarum capillarium 17, Pinnulae uncinigerae 14, a segmento tertio
setigero incipientes. Uncini pectiniformes : dentibus validis curvatis
subaequalibus tantummodo 2, dente minore unica. Spinulae ad ba-
sin scaphae apice vix vel pauUo curvato. Tubus leviter curvatus e
conchyliis minutis in sola specie cognita confectus. Sp. n. F. pusilla
Mlgr. Bahus.
dÄ' niederen Thiere während der .T. 1864 — 1865. 205
Die von unserem Verf. neu aufgestellte Familie der Amphareteen
umfasst ausser Amphicteis Gr. (s. st.) und Sabellides M. Edw. (s. st.)
noch sechs andere — hier zum ersten Male characterisirte — nahe ver-
wandte Gattungen, deren gegenseitige Beziehungen am besten aus
folgender Synopsis erhellen :
I. Segmenta corporis circa 20 — 40. Pars frontalis lobi cephalici
conspicua.
A. Palmulis praedita.
a. Fasciculi setarutn capillar. 14, tentacula ciliata. Gen. n.
Amp har e t e Mlgr. mit A. Grubei n. (= Amphicteis acu-
tilrons Gr.?), A. Goesi n. Spitzbergen, A. arctica n. eben-
daher., A. graciiis n. Bahus.
b. Fasciculi set. cap. 1^, tentacula laevia. Gen. u. Lysippe
Mlgr. Sp. n. L. labiata Spitzbergen.
c. Fase. set. cap. 17, tentac. laevia. Amphicteis Gr. (=
Crossostoma Gosse) mit A. Gunneri Sars und A. Sunde-
valli n. von Spitzbergen.
d. Fase. set. cap. 15, tent. laevia. Gen. n. Sosane Mlgr.
mit S. svlcata n. Bahus.
B. Palmulis destituta.
a. Fasciculi set. cap. 14. tent. ciliata, brauchiae utrimque4.
Sabellides M. Edw. mit S. horealis n. von Spitzbergen.
b. Fase. set. cap. 14, tent. laevia. branchiae utrimque 4.
Gen. n. Amage Mlgr. Sp. n. A. auricula Bahus.
c. Fase. set. cap. 17, tent. laevia, br. 3. Gen. n. Samytha
Mlgr. mit Sab. 6-cirrata Sars.
II. Segmenta corporis circa 70. Pars frontalis lobi cephalici nulla.
Fase. set. cap. 18, tent. laevia, br. 4. Gen. n. Melitt na Mlgr.
mit Sab. cristata Sars.
Die Familie der Terebellaceen zerfällt Verf. nach der Bildung
des Kopflappens , der Kiemen und der Hakenform in eine Anzahl
von Untergruppen.
Subfam, Amphitritea. Lobus cephalicus brevis, tentaculis nu-
merosis praeditus. Vasa sanguifera conspicua. Setae capill. plus
minusve limbatae, uncini aviculares vel rarius pectiniformes. Die
Genera werden nach folgenden Gesichtspunkten unterschieden.
I. Faciculi setarum capillarium in sola anteriori parte corporis.
1. Branchiae ramosae.
A. paria tria, ^
a. fere aequales subfruticosae. Oculi nulli. Uncini avicula-
res. Acies apicis setarum striato-serrulata. Hieher Am-
phitrite Müll, mit A. cirrata Müll., A. affinis n. sp, Spitz-
bergen, A, intermedia u. Bahusien, A. palmata n. eben-
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. 0
206 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
dah., A. grönlandica n., A. Grayi n. Bahusie, A. John-
stoni 11. (= Tereb. nebulosa Johnst.) Norwegen, A. vi-
miiialis Gr.
b. arborescente8, postice sensim breviores. IJncini
Q. pectiniformes. Gen. n. Loimia Mlgr. mit Tereb.
Medusa Sav.
b. aviculares. Segmentum buccale
f in labium magnum latumque productum. Gen. n.
Lanice Mlgr. mit Ter. conchilega Pall.
•|-|- labium angustum breveque formans. Setae apice
integerrimo. Terebella L. Hieher T. debilis n. (= Ter.
nebulosa Mont. ?) und T. Danielssem n. Finmarken.
B. paria duo vel par unum.
a. Paria duo. Fasciculi set. cap.
0. in 15 segmentis. Branchiae arborescentes. Gen. n.
iSicolea Mlgr. mit N. zostericola Gr. und i\'. arctica
n. von Spitzbergen,
b. in 17 segmentis. Branchiae subclaviformes. Gen. n.
Pista Mlgr. mit P. cristata Müll.
b. Par unum. Fase. set. capill.
a. in 16 segmentis. Gen. n. Scione Mlgr. Sp. n. Sc.
lob ata Spitzbergen.
b. in 15 segmentis. Gen. n. Axiouice Mlgr. mit A.
flexuosa Gr.
2. Branchiae nullae. Fase. set. capiil.
A. in 10 segmentis. Gen. n. Leaena Mlgr. Sp. n. L. abrnn-
chiala Spitzbergen.
B. in 15 segmentis. Gen. n. Lanass o Mlgr. Sp. n. L. Nor-
denskiöldi Sitzbergen.
C. in 17 segmentis. Gen. n. La p/t a« ia Mlgr. Sp. n. L. Boecki
Norwegen.
II. Fasciculi setarum cap. per totum corpus obvii. Branchiae
1. ramosae, arborescentes, paria plerumque tria. Gen. n. Le-
pra ea Mlgr. mit L. dextrix Johnst.
2. filiformes, numerosae in segmentis
A. duobus. seriem transversam contiguam utrimque forman-
tes. Thelepus Lt. mit Th. circinnata Fbr. (ein Genus, dem
ausser Ter. pustulosa Gr. auch der von Ref. ohne Kopfstück
beschriebene Thelepus Bergmanni zugerechnet wird.)
B. tribus. Fase. set. incipientes a segmento
a. secundo branchifero. Gen. n. iSeottis Mlgr. mit Tereb.
triserialis Gr.
b. primo branchifero. Gen. n. Grymaea Mlgr. Sp. n. Gr.
Bairdi Bahusien.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 207
Subfam. Polycirridea. Lobus ceph. labium magnum integrum
vel tripartitum formans, tentaculis numerosissimis obsitum. Setae
capillares haud limbatae. Uncini ant hamati aut elongati sublinea-
res aut nulli. Branchiae nullae. Oculi nulli. Vasa sanguifera nuila
conspicua.
A. Uncini nulli. Fase. set. in 6 segmentis. Gen. n.. L y s il t a Mlgr.
Sp. n. L. Loveni Babus.
B. Uncini hamati. Fase. set. cap.
a. in 13 segmentis. Gen. n. Er etil ho Mlgr. Sp. n. E. Smithi
Spitzbergen.
b. in 19 — 22 segmentis. Gen. n. Leucariste Mlgr. Sp. n. L.
albicans. Spitzbergen.
c. in 40 segmentis vel ultra. Polycirrus Gr.
C. Uncini elongati sublineares aciculiformes. Fase. set. in 10
segmentis. Gen. n. Amaea Mlgr. mit Polyc. 3-lobatus Sars.
Subf. Artacamacea. Segmentum buccale antice in probosci-
dem magnam papillosam productum.
Gen. n. Ariacama Mlgr. Sp. n. A. ■proboscidea Spitzbergen.
Subf. Trichobranchidea. Lobus cephalicus ut in Amphitri-
teis. Branchiae filiformes. Uncini in anteriore parte corporis ro-
strati, in posteriore aviculares.
Gen. n. Tr ic h obranchtis Mlgr. Sp. n. Tr. glacialis. Spitz-
bergen.
Subf. Canephoridea. Branchia sola quadripartita pectinata.
Uncini in anteriore parte corporis rostrati, in posteriore pectini-
formes.
Terebellides Sars.
Die Unterschiede der von unserem Yerf. in der Fam. der Sa-
bellaceen aufgestellten Genera lassen sich ungefähr folgendermassen
veran s chaulichen .
I. Tentacula duo.
1. Tubercula setigera a segmento postcoilari incipientia. Gen.
n. Laonowe Mlgr. mit L. Kröyeri n. sp. Spitzbergen.
2. Tubercula set. a segmento coUari incipientia. Setae
a. eadem fere forma. Uncini in anteriore corporis parte
t uniformes. Dasychone Sars mit D. infarcta Kr. (= D.
decora Sars ?) und D. Argus Sars.
tf biformes. Sabella L. Hieher ausser S. pavonia Sav. und
S. crassicornis Sars noch 8. spelsbergensis n.
b. in anteriore corporis parte biformes. Gen. n. F o l a vi i 1 1 a
Mgr. mit Pot. neglecta Sars und P. Thorelli n. Irland
IL Cirri tentaculares teretes plus minusve numerosi (2 — 10).
1. Rima ventrali nuUa. Ghone Kr., Ch. infundibuliformis Kr.
(=i Tubularia penicillus Fbr.).
208 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
2. Rima ventrali beue couspicua. Gen. n. Euchone analis
Kr., Eu. rubrocincta Sars.
Aus der zum ersten Male hier aufgestellten Farn, der Erio-
graphideen beschreibt Verf.
Myxicola Steenstrupi K..
und aus der der Goniadeen
Gen. n. Eone Mlgr. (Corpus e duabus partibu« difformibus
compositum: pars antica teres antrorsum aequaliter attenuata, pedi-
bus anticis unireuiibus lingulis tribus ; pars postica latior. sublineare
depressa, postice angustior, pedibus biremibus. rarais distantibus
lingulis binis. Setae rami superioris paucae, parum prominentes,
infra mucronem brevem diaphanum tuberculo minuto rotundato. Se-
tae ceterae capillares. numerosae, compositae, spinulosae, articulo
termiali elongato, recto, acie subtilissime et CJ'ebre serrulata. Lobus
cephalicus conico-acuminatus ex c. 10 annulis constans, apice ten-
taculis 4 brevissimis, ad basin oculis duobus minutis, uno utrimque
in latere annuli primi sito. Maxillae numerosae c. 22, apicem pha-
rynois band exsertilis coronantes, duo maiores inferiores 5-dentatae
et utrimque c. 10 minores 3— 4-dentatae. Maxillae angulatae late-
rales nullae. Cirri duo anales sub ano. Sp. n. E. ISotuhunnni
Bahusien.
Von Kinberg erhielten wir nach langer Unter-
brechung eine Fortsetzung der mit den Materialien der
Fregatte Eugenia angestellten Annelidenuntersuchungen,
zunächst — der Atlas mit den zugehörenden Beschrei-
bungen (Freg. Eugen, resa vgl. J. B. 1858. 8. 123) ist,
obwohl er mehrfach vom Verf. angezogen wird, dem Ref.
noch nicht zu Gesicht gekommen — in Form einer Reihe
kurzer Diagnosen, Annulata nova, Oversigt kongl. vetensk.
akad. förhand. 1864. p. 559— 574. Die Mittheilungen, die
sich übrigens nur auf die Gruppe der Euniceen beziehen,
bilden, gleich den früheren, eine wichtige Bereicherung
unserer Kenntnisse. Wir geben darüber folgende Ue-
bersicht:
Eunicea.
A. Partes labii inferiores coadnatae, longitudine maxillarum,
quarum par primum lamina praeditum est.
Fam. 1. Onuphidaea n. Maxillae 7, paris primi edentatae,
tentacula 5; antennae 2, palpi 2, segmentum buccale unicum.
Branohiae plumosae: Gen. Diopatra Aud. et Edw.
Sp. nn. D. Leucharlii Stille Südsee, V. viridis Atlant. Ocean.
der niederen Thiere während der J. 1864— 1665. 209
D. amoena ebendah., 7). brasiliensis Rio- Jan.. /). denfata Sidney. D.
longicoinis Atlant. Ocean, D. splendidissinia Centralamerika.
Branchiae pectiniformes 1. cirriformes : Gen. Onuphis
Aud. et Edw.
Sp. nn. 0. Vernqreni Atl. Oc, 0. intermedia Rio-Jan., O. fe-
tosa La Plata, 0. fraqilis ebendah.
Fam. 2. Eunicea. Maxillae 7 —9, paris primi edentatae ; ten-
tacula 5, nee antennae, nee palpi; segmenta buccalia bina.
Lübus cephalicus quadrilobatus ; maxillae 9: Gen. n. En-
r i p h y t e.
Sp. Eit. capensis si^.n., Eu. giganlea sp. n. Ind. Oc, E. aphro-
ditois (Pall.) ebendah., E. violacea Grube.
Lübus cephalicus biiobatus ; maxillae 7, cirri tentaculares 2,
branchiae pectiniformes : Gen. Eunice Cuv.
>>p. nn. E, indico, E. tentaculata Südsee, E. hnraica Honu-
lulu, E. pocifica Tahiti, E. pcllucida St. Thomas, E. tahitana, E.
lonyinqua Südsee, E. pruijensia Rio-Jau., E. allantica ebendah., E.
arenosn Tahiti, £. biasilie?tsis Fernambuco.
Lobus cephalicus biiobatus; maxillae 7, cirri tentaculares 2,
branchiae nullae : Gen. n. N ic i d Ion.
Sp nn. A. lontficirrnla Stilles Meer, A. cincla ebendah., A.
qnUopagensis ebendah.
Lobus cephalicus biiobatus ; maxillae 7 ; cirri tentaculares
nuUi; branchiae pectiniformes: Gen. n. IS au p haut a.
Sp. nn. A. norae HoJlandiae Sidney, A. coraUinn Honululu.
Lobus cephalicus biiobatus ; maxillae 7 ; cirri tantaculares
nulii; branchiae cirrosae: Gen. n. ^ansicaa.
Sp. n. A. slriana St. Jose.
Fam. Lycidicea. Maxillae 7, paris primi edentatae , tenta-
cula 8 ; nee antennae, nee palpi ; segmenta buccalia bina.
Branchiae pectiniformes: Gen. n. Amp hir o.
S}). u. A. allantica La Plata.
Branchiae nullae: Gen. Lycidice Sav.
Sp. L. robusta Stimps. '? Sidney, L. peclinifera n. Honululu,
L. nataJensis n. Natal, L. Innae n. Singapore.
P^am. 4. JSinoidea n. Maxillae 8; paris primi edentatae;
paris tertii et quarti fere aequales; tentacula nulla vel tuberculifor-
mia; segmenta buccalia bina; branchiae terminales.
Lobus cephalicus medio integer, conicus; radii branchia-
rum cirrosi, sessiles : setae limbatae acutae et obtusae :
Gen. n. ISino e.
Sp. nn. A. chilensis Valparaiso, A. brasiiiensis Rio-Jan., A.
oculata ebendah.
210 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
Fam. 5. Lumbriconereida. Maxillae 8, paris primi edentatae ;
tentacula tuberculiformia aut nulla ; branchiae verae nuUae.
Tentacula tuberculiformia, bina: Gen. n. E ratin o.
Sp. n. E. bifrons Atlant. Ocean.
Tentacula nulla vel obsoleta : Gen. Lumbriconereis Bl. (e. p.)-
«) Maxillae paris tertii unidentatae.
Sp. nu. L. mayulhanensis , L. virginis Atl. Ocean, L- burenlis
Norwegen, L. atlantica La Plata, L. mirabilis Port Jackson, L.
quinqueilentala Port Jackson, L. mudeirensis Funchal.
ß) Maxillae paris tertii bidentata.
Sp. nn. L. Jfuksoni, L. obtusa Valparaiso, L. funchalensis, L.
indicoj L. Sarsi Guajaquil, L. havaica Honululu, L. oceanica La
Plata, L. brasiliensis (? Grube) Rio-Jan., L. Dübeni Mossambique.
Farn. 6. L y s a r e i e a n. Maxillae 10, paris primi dentatae ;
tentacula tria.
Gen. unic. n. Ly saret e.
Sp. n. L. brasiliensis.
B. Partes labii inferioris coadnatae, maxillis breviores, qua-
rum par primum radicibus longissimis praeditum est.
Farn. 7. Oettonidea n. Maxillae 9 — 14; branchiae foliosae.
Maxillae 9, tentacula nulla : Gen. Oenone Sav.
Maxillae 9, tentacula tria: Gen. Aglaura Sav.
Maxillae 10 1. 11. tentacula 3: Gen. n. Danymene.
Sp. n. D. fouensis Südsee.
Maxillae 10, tentacula dua : Gen. n. A ndr o m ache (Oenone
Schmarda).
Sp. A. diphyllidea Schm.
Farn. 8, Laidea n. Maxillae 10; tentacula nulla; branchiae
cirrosae, mammillaeformes vel nullae.
Maxillae primi paris dentatae nee uncinatae ; oculi duo, bran-
chiae nullae: Gen. n. Luis.
Sp. n. L. acuta La Plata.
Maxillae xjrimi paris dentatae nee uncinatae, oculi nuUi; bran-
chiae mammillaeformes : Gen. Notocirrus Schmarda (e. p.).
Sp. N. chilensis Schm. (N. trigonocephalus Schm. ad Lum-
briconereida pertinet.)
Maxillae paris primi dentatae, uncinatae, inaequales: Gen. n.
L ar y mna.
Sp. n. L. cirrosu Mossambique.
Maxillae primi paris dentatae, uncinatae, aequales : Gen. Ara-
coda Schm.
Sp. A. caerulea Schm., A. capensis n., A. rirffinis n. Atl. Ocean.
C. Partes labii inferioris separatae, maxillis breviores; qua-
rum par primum radicibus longissimis praeditum est.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 211
Farn. 9. Larandicea n. Maxillae 8, paris primi dentatae.
Gen. n. L ar an d a,
Sp. n. L. gracilis Rio-Janeiro. L. sulcata Guajaquü.
D. Partes labii inferiores fissae, seriebus maxillarnm brevio-
res ; radices maxillares breves.
Farn. 10. St au ro c eph a I e a n. Maxillae numerosissimae,
series 4 laterales fingentes, dentatae.
Gen. unic. Staurocephalus Grube.
Sp. n. 8(. Loteni Port Jackson, Sl. Grvbei Brasilien.
Johnston's oben schon erwähnter Catalogue of the
br. non parasit. worms ist dem Ref. bis jetzt nur durch eine
Anzeige in dem quarterly rev. nat. sc. 1865. p. 511 be-
kannt geworden. Wir entnehmen derselben folgende
Notizen.
Die Gattung Onuphis wird je nach der kammförmigen oder
einfachen Bildung der Kiemen in Onuphis s. st. und ]S o r t hi a n.
gen. getheilt. Den Syllideen fügt Verf. eine neue Gattung G a i-
liola hinzu, die nach der Meinung des englischen Berichterstat-
ters vielleicht mit Cirrosyllis Schmarda (welche übrigens sehr ver-
schiedene Typen in sich fasst) zusammenfällt. Die Terebella con-
chilega Dal. wird zum Vertreter eines neuen Gen. V en^i s i a. Ebenso
gründet Verf. auf Amphitrite infundibulnm Mont. ein neues Gen.
Aiippasa (= Myxicolaj.
Mörch liefert (Naturhist. Tidsskrift Vol. I. Dritte
Reihe) eine Revisio critica Serpulidarum^ in der 144 Ar-
ten aufgeführt und — nach ihren Schalen — kurz cha-
rakterisirt werden. Ausser einigen neuen Arten hat Verf.
auch ein neues Gen. Fhr a gmatopoma aufgestellt, das
allerdings eigentlich den Hermellen zugehört, von unse-
rem Verf. aber als ein Uebcrgangsglied zu den Serpuli-
den betrachtet wird. Ref. hat bis jetzt noch keine Ge-
legenheit gehabt, die Abhandlung einzusehen.
Auch Baird, der Herausgeber des oben erwähnten
Jo hnst on'schen Catalogue beschreibt eine Anzahl neuer
Serpulideu i Procecd. Linn. Soc. 1864. T. VIII. p. 10—22.
Tab. I u. II) : Eupomaiiis Boltoni aus Neu -Seeland (mit ge-
zähneltem Deckelrande und 20 gezähnelten Lanzen auf der
Deckelfläche), Flacostegus carinifertes ebendah. (= PI.
caeruleus Schm.?, der nach der Schale früher von G ray als
ein Vermetus beschrieben wurde) mit einer Capenser Va-
212 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
rietät PL Kratiasü, Fl. latiligulatus^ FL Grayi^ die beiden
letzten von unbekanntem Fundorte, Cymospira tricornis
aus den Corallenriffen von Djedda, C. braohyoera von der
Ostküste Australiens (mit zwei kurzen Hörnern auf der
Deckelfläche), Mac Qülivrayi von den Corallenriffen der
Fidschi-Inseln, Fomaiosfegus Bowerhanki von Australien
(mit vier Etagen am Deckel), Serpula Jukesii ebendah.,
B, Narconuensis von der Insel Narcon, S. Zelandica von
Neu-Seeland.
Ebendas. (p. 9. Tab. I) beschreibt B aird eine neue
Ileteronereis, H. signataj aus Cornwallis, die sich von
H. arctica Auct. (H. renalis Johnst.) besonders durch die
unbedeutende Entwdckelung der vier ersten Körperseg-
mente unterscheidet.
Ueber Ainphinome didymohranchiata n. von der In-
sel Ascension und Chaetopterus insignis n. von der eng-
lichen Küste vgl. gleichfalls Baird, Transact. Linnaean
soc. T. XXIY.
Derselbe veröffentlicht auch Contributions towards
a monogr. of the species of Annelides belonging to the
Aphroditacea, contain. a list of the known species and
descriptions of some new species from the collection of
the british Museum, Proceed. Linnaean Soc. 1865 June.
Micr oplithalmus Sczelkowii (n. gen. et n. sp.) ist
der Name einer 2 — 3 Mm. langen Annelide aus der Fa-
milie der Hesioncen, die zumeist mit Podarke Ehlers ver-
wandt ist und von Mecznikoff (Zeitschrift für wiss.
zool. S. 334 mit Abb.) auf Helgoland beobachtet wurde.
Mit Podarke stimmt Microphthalmus durch die Dreizahl der
vordem borstenlosen Segmente, während er sich durch Borstenbe-
waffnuDg, Afterplatte. Rüsselpapillen und Augen sehr auflalleud da-
von unterscheidet.
Syllis ciliata Mecznikow. eine kurze und plumpe form aus
Helgoland ist dadurch interessant, dass die . Koj)fifühler, so wie die
Rückenfühler cirren und die Girren selbst an ihrem freien Ende eine
deutliche Segmentirung tragen, während die Bauchfühlercirren und
die dorsalen Fühlercirren der hinteren Segmente* ganz ohne Gliede-
rung sind. Man erTcennt daraus. dassEhler's Eintheilung der Gat-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 213
tung Syllis nach der An- und Abwesenheit der Gliederung nichts
weniger als natürlich ist. Zeitschrift für wissensch. Zool. Bd. XV.
S. 335.
Wie in dem vorjährigen Berichte, so erwähnen wir
auch dieses Mal am Schlüsse unserer Mittheilungen über
die Chätopoden der sonderbaren Gen. Echinoderes Duj.
und Desmoscolex Clap., ohne damit jedoch über deren na-
türliche Beziehungen irgend Etwas präjudiciren zu wollen.
Mecznikoff, dessen Untersuchungen (Zeitschr. f.
wiss. Zool. 1865, Bd. XV. S. 458—462 mit Abb.) wir hier
anzuziehen haben, hält dieselben beide für Larvenzustände
eines vielleicht jetzt noch unbekannten Gliedeithieres.
Uebrigens betreffen diese Untersuchungen fast ausschliess-
lich den äusseren Bau und die Bildung des in beiden
Fällen bekanntlich sehr festen Chitinskelets, in Bezug
auf welches die vorhandenen Angaben mehrfach berich-
tigt werden. Den Echinoderes raonoceros Clap. hält Verf.
für die unentwickelte Form des Ech. Dujardinii. Der
Fortsatz, welcher das letzte Segment desselben auszeichnet,
ist nicht der Furca zu vergleichen, sondern als eine un-
paare Borste zu betrachten, wie sie, mir kleiner, auch
den vorhergehenden Segmenten zukommt. Die Furca
ist mit dem ganzen zugehörigen Segmente bei Ech. mo-
noceros abw^esend. Ebenso fehlt auch bei Ech. monoce-
ros die Theilung des Exosceletes in vier Stücke. Die
Borsten von Desmoscolex minutus nimmt Verf. als inte-
grirende Theile des Chitinskelets in Anspruch. Auf diese
Weise verliert denn auch deren Anwesenheit an dem
Kopfsegmente das Auffallende, was sie so lange besitzen
musste, als man sie (nach Claparede) den Anneliden-
borsten an die Seite stellte. Die Vertheilung der Bor-
sten ist der Art, dass die eine in der Medianlinie des Kör-
pers, die andere aber an der Seite angebracht ist, ent-
weder in der Medianlinie des Bauches und links oder
(unregelmässig alternirend i in der Medianlinie des Rückens
und rechts.
214 Louckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
Oephyrea.
öemper's Mittbeilungen über Sipnnciiliden (Zeit-
schrift für wiss. Zool. Bd. XIV. p. 419) lassen keinen Zwei-
fel, dass das sog. Tentakiilargefässsystcm der Phascolo-
somen — vgl. J. B. 1862. 8.118 — bei sämmtlichcn Si-
pnnciiliden vorkommt und trotz der Anwesenheit von
Flimnierhaaren ein Blutgefässsystem darstellt, dessen
Zweige nicht bloss in die Kopftentakel (Kiemen), son-
dern auch in die Riisselwände und die äussere Haut ein-
treten. Der Centraltheil dieses Apparates besteht aus
einem Schlundringe, dem auf der Rückseite des Schlun-
des ein blindschlauchförmiger kurzer Gefässstamm an-
hängt. Bei zahlreichen Arten sitzen diesem Gefässstamme
noch besondere stark contractile Blindsäcke an , die in
anderen Fällen fehlen. Auch die Leibeshöhle gehört un-
streitig zu diesem Gefässapparate, doch konnte die Com-
munikation mit demselben bis jetzt noch nicht direkt
beobachtet werden. Die sog. Bauchdrüson dienen als
Samentaschen bei den männlichen, als Eier- oder Brut-
taschen bei den weiblichen Thieren, Sie tragen an ihrem
Innenende eine trichterfömige Oeffnung, durch welche sie
die frei in der Leibeshöhle enthaltenen Geschlcchtsstoffe
aufnehmen. Da sie nicht selten in mehrfacher Anzahl (bei
Thalassema zu 6 — 8 jedcrseits) hinter einander vorkom-
men, so darf man sie wohl den sog. Segmentalorganen
der Chätopoden vergleichen, zumal diese ja — nach Eh-
lers — gleichfalls zur Ausfuhr der GcschlechtsstofFe
dienen. Bei einigen in Schneckenschalcn lebenden Si-
punculiden beobachtete Verf. auf der Körperhaut, beson-
ders hinten, zahlreiche eigenthümliche Sinnesorgane : rund-
liche Blasen, die im Innern von einem Nerven durchzo-
gen werden und in der Peripherie desselben vier kleinere
Blasen erkennen lassen. Verf. ist geneigt, dieselben als
Tastorganc in Anspruch zu nehmen. Es sind dieselben
Gebilde, die Keferstein und Ehlers früher als Haut-
drüsen betrachteten.
Auch Jourdain (rech, sur l'anat. des Siponcles,
Cpt. rend. T. 60. p. 1024—1026) beschreibt bei zwei Si-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 215
punculiden das pharyngeale Gefässsjstem und dessen
Zusammenhang mit dem Tentakelapparate. Neben dem
Rückenstamme besitzt S. gigas noch an der Bauchfläche
des Oesophagus ein Längsgefäss. Die Leibeshöhle ent-
hält ausser zahlreichen gekernten Körperchen die männ-
lichen und weiblichen Geschlechtsprodukte auf verschie-
denen Entwickelungsstufen. Die mit der Leibeshöhle
communicirenden Bauchdrüsen werden als Harnwerkzeuge
gedeutet.
Lacaze Duthiers erinnert daran (Compt. rend.
T. 61. p. 1104), dass die Leibeshöhle von Bonellia eine
von dem Blute verschiedene Flüssigkeit in sich einschliesse
und diese sowohl durch die Geschlechtsöffnungen, wie
durch die becherförmigen Endorgane der Nieren nach
Aussen zu entleeren im Stande sei.
Unter dem Titel: ,, Beiträge zur anatomischen und
systematischen Kenntniss der Sipunculiden" veröffentlicht
Keferstein in der Zeitschrift für wiss. Zool. Bd. XV.
S. 404—445. Tab. XXXI— XXXIII (im Auszuge auch
Nachrichten von der Königl. Gesellsch. der Wissensch.
zu Göttingen 1865. No. 7) eine Zusammenstellung der
bisherigen Beobachtungen über den anatomischen Bau
dieser Thiere, um derselben dann weiter eine üebersicht
und Beschreibung der von ihm untersuchten (52) Arten
folgen zu lassen.
Aus dem anatomischen Tlieile lieben wir hervor, dass Verf.
die Entdeckungen und Deutungen Semper's überall acceptirt und
in Betreff des Blutsystems die Vermuthung ausspricht, dass die
Funktionen der Ernährung und Athmung, die sonst gewöhnlich der-
selben "Flüssigkeit übertragen seien, bei den Gephyreen, wie den
Chätopoden, auf zweierlei verschiedene Blutarten vertheilt wären.
Die Leibesflüssigkeit vollziehe die Funktion der Ernährung, wäh-
rend der Inhalt des Gefässsystems als Eespirationsflüssigkeit zu
bezeichnen sei und namentlich bei den Sipunculiden diese seine
Natur auf das Deutlichste documentire. Die Resultate der syste-
matischen Untersuchungen erkennt man am besten aus der nach-
folgenden üebersicht.
Ordo Sipuncu l i d a e. Würmer mit cylindrischem, ungeglieder-
tem Körper, mit grosser Körperhöhle und vollständigem Darmtractus.
mit vorderem umstülpbarem Rüssel , auf dessen Vordere^nde der
216 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Mund liegt. Kräftige subcutane Muskulatur. Bauchstrang ohne
Ganglien. Geschlechter getrennt. Bewohner der Meere aller Zonen.
1. Fam. Sij)unculacea. Mit Tentakel um den Mund, mit dem
After auf der Rückenseite an der Basis des meistens lansren Rüs-
sels. Darm spiralig zusammengewundtn Geschlechtsproducte frei
in der Leibeshöhle, vor dem After ein Paar Segmentalorgane mit
langer hinterer Aussackung als Ausführungsgänge. In allen Meeren.
Gen. Sipunculus L. Um den Mund eine vielfach blattförmig
zerschnittene Tentakelmembran. Hieher S. nudus L., S. tessellatus
Raf., S. phalloides Pall. S. indicus Pet., S. robustus n. sp. aus dem
stillen Ocean.
Gen. Phascolosoma Lt. Tentakel einfach, fadenförmig oder
blattförmig. Rüssel bis zum After einstülpbar. Darm nur eine spi-
ralig aufgewundene Schlinge bildend, nicht durch radiäre Muskeln
an der Körperwand befestigt. In der Hinterspitze keine porusartige
Bildung. Haut mehr oder weniger mit Papillen besetzt. In allen
Meeren, meistens in Steinritzen, oft auch in Stein oder Korallen
bohrend.
1. Sect. Mit Haken am Rüssel-
A. Mit gesonderten Längsmuskelsträngen. vier Retractoren,
einer durch einen vollständigen Spindelmuskel an die Körperwand
vom und hinten befestigten Darmspira, grossen Papillen auf der Haut,
besonders am Hinterende und der Rüsselbasis.
Hieher Ph. australe n. sp. Sidney, Ph. noduhferum Stimps..
Ph. nigrescens n. sp. Vitiinseln, Ph. rarians n. sp. St. Thomas (= Ph.
Puntarenae Keferst. non Grube) mit mehreren Varietäten, Ph. gra-
nulatum Lt., Ph. laeve (Cuv.) Keferst.
B. Ohne gesonderte Längsmuskelstränge, mit vier oder zwei
Retractoren, Darm nicht durch eiüen Spiralmuskel an die Körper-
wand befestigt, meistens mit geringen Papillen und irisirender Haut.
a. Vier Retractoren. Ph. cylindricum Kef.. Ph. elongatum
Keferst. , Ph. vulgare Bl. . Ph. raargaritaceum Sars , Ph. Strombi
Mont. (= Sip. capitatus Rathke; mit so eigenthümlicher Bildung
des Darmes und der Retractoren, dass man darauf vielleiftht mit
vollem Rechte eine neue Gattung gründen könnte. x\m Hinterende
fast immer mit langgestielten parasitischen Bryozoen besetzt.
b. Zwei (ventrale) Retractoren. Ph. coriaceum n. sp. St.
Thomas, Ph. pellncidum ii. sp. ebendah.. Ph. papilliferum n. sp.
ebendah.
2. Sect. Ohne Haken am Rüssel.
A. Mit gesonderten Längsmuskelsträngen, vier Retractoren
und einem vollständigen Spindelmuskel.
Ph. Gouldii Pourt.. Ph. Antillarum Gr. (Das nahe verwandte
Gen. Aspidosiphon Dies, unterscheidet sich nur durch eine besondere
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 217
Anordnung- der Hautpapillen am Hinterende und in der After-
gegend.;
B. Ohne gesonderte Längsmuskelstränge, Darmspira nicht
durch einen Spindelmuskel befestigt, mit gering entwickelten Haut-
papillen.
a. Vier Retractoren. Ph. Oerstedi n. sp. Grönland.
b. Zwei Retractoren. fh. Hiisei n. sp. St. Thomas, Pä. boreale
n. sp. Grönland.
Gen. n. Petalosloma. Mit zweigrossen, soliden, blattför-
migen Tentakeln über dem Munde, ohne Gefässsystem.
P. minutum Keferst.
Gen. Dendrostomuni Gr. Mit baumförmiu verzweigten oder
gefiederten Tentakeln.
D. pinnifoliuin u. sp St. Thomas.
2. Fam. Priapulacea. Sipunculiden ohne Tentakel um den
Mund, mit dem Aftei' im Hinterende, mit kurzem Rüssel, mit ge-
streckt verlaixfendem Darme. Geschlechtsorgane aus zwei neben dem
After ausmündenden Schläuchen bestehend. Keine Segmentalorgane,
In den kältern Meeren.
Hieher die Genera Priapulus Lam. (3 Spec), Halicryptus v.
Sieb., Chaetoderma Lov, je mit einer Species. Das nach Steen-
strup als Anoplosomahim (Gr. j antillejise beschriebene Gebilde
erscheint als ein einfacher cylindrischer Schlauch mit Längs wülsten.
im Innern, weitem Munde und wechselnder Körperform. Die An-
wesenheit von Nesselkapseln veranlasst den Verf. zu der Bemerkung,
dass man bei erster Untersuchung glauben möchte, das Anoploso-
matum wäre ein Stück irgend eines nesseltragenden Mollusken oder
Coelenteraten. Es unterliegt nach der Meinung des Ref. keinem
Zweifel, dass wir es hier mit den Ernährungsthieren einer grösse-
ren Siphonophore (Physophora?) zu thun haben.
Schmidt liefert (Mittheilungen des natnrwissensch.
Vereins für Steiermark 1864. Heft 3) den Nachweis, dass
die früher von ihm als Lesinia farcimen beschriebene Ge-
phyree mit dem Mülle r'schen Sipimculiis scntatiis = Aspi-
dosiphon Dies, identisch sei und auf Exemplare gegründet
wurde, die den Rüssel eingezogen hatten. Obwohl Verf.
glaubt, dass das Gen. Aspidosiphon immerhin neben Phas-
colosoma bestehen könne, lässt sich der Wurm doch
auch leicht in das letzte Genus — in der Kef er stein'-
schen Ausdehnung desselben — einreihen, aber nicht,
wie das K ef er stein thut, in dessen zweite Abtheilung,
218 Leuokart: Bericht üb. d.Loist. in d. Natursfeschichte
sondern in die erste, da die Haken am Rüssel eine sehr
starke Entwickeliing haben und nach unserem Verf. sogar
einzeln bewegt werden können. Die Anwesenheit eines
ansehnlichen Spindelmuskels neben zwei Retractoren
würde allerdings zur Aufstellung einer besonderen Gruppe
nöthlgen. Der Verf. fasst die Charaktere des Gen. Aspi-
dosiphon folgendermassen zusammen :
Genus e fam. Sipunculoideorum, Phascolosomatis generi pro-
ximum. Proboscis a corpore discreta, inde a basi et crassitie et
eolore a posteriori — nicht wie in Folge eines Druckfehlers gesagt
ist »ab anterior!« — corporis parte differens. Supra basin pro-
boscidis squamulae chitineae aggregatae scutelli speciem formant
eiusdemque generis scutellura ad apicem caudalem observatur. Anus
poue scutellum anterius.
Grube zählt in seinem Verzeichniss der bei Lussin
gesammelten Gephyren ausser Aspidosiphon Mülleri noch
vier Phascolosomen und Bonellia viridis auf. A. a. O.
S.93.
Nach den Mittheilungen Loven's lebt der, wie es
scheint (vergl. S. 172), in der Ostsee weit verbreitete
Halicryptus spinulosus v. Sieb, auch in der Nordsee an
den Küsten Spitzbergens. Ofvers. kongl. vetensk. akad.
Förhandl. 1863. N. 7. p. 383.
In der von Quatrefages (Note sur la classificat.
des Annelides, Annal. des sc. nat. 1865. T. III. p. 296) ge-
lieferten tabellarischen Uebersicht über die Familien und
Geschlechter der Gephyreen wird bei den Priapuliden
ein anscheinend neues Gen. Try ijania namhaft gemacht,
welches sich von (^haetoderma und Priapulus dadurch un-
terscheiden soll, dass die Kiemen auf einer Verlängerung
des Körpers aufsitzen.
Nematodes.
Bastian übergiebt der Royal Society eine Abhandlung
„on the anatomy and physiology of the Nematoids, pa-
rasitic and free ; with observations ön their zoological
Position and affinities to the echinodermes"^. Ref. kennt
dieselbe bis jetzt nur aus dem darüber in den Proceed.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 219
roy. Soc. 1865. Jiine (x\nn. and Mag. nat. bist. 1865.
Vol. XVI. p. 197) veröffentlichten Auszuge und ersieht dar-
aus, dass sie vorzugsweise den Bau der Längslinien, des
Nervensystems und Excretionsapparates zum Gegenstande
hat. In Betreff' des Nervensystems kann Verf. die Ent-
deckungen von Schneider vollständig bestätigen, weni-
ger aber, wie es scheint, in Betreff des sog. Wasser-
gefässsystems, das er in der Mehrzahl der Fälle auf die
durch den Porus excretorius nach Aussen mündenden Drü-
senschläuche beschränkt. Dass die Gefässe der Seitenlinien
durch denselben Porus nach Aussen ausmünden, scheint
ihm unbekannt geblieben zu sein. Wo der Bauchdrüsen-
schlauch fehlt, sollen zahlreiche Poren, die in die tiefern
Schichten der Cuticula eindringen, dessen Stelle ersetzen.
Ref. hat von solchen Poren niemals eine Spur gesehen
und wird auch durch die Angaben des Verf.'s um so we-
niger von der Anwesenheit derselben überzeugt, als Ba-
stian u. a. die bekannten Cuticularstäbe der Trichoce-
phalen (und Trichosomen), die offenbar bloss mechanisch
wirkende Gebilde sind , als solche Poren in Anspruch
nimmt. Die Aehnlichkeit, die Verf. zwischen diesen Poren
und den Ambulacralööhungen zu erkennen glaubt, sollen
mitsammt der Bildung des Nervensystems die Verwandt-
schaft der Nematoden mit den Echinodermen documen-
tiren.
Während die Existenz eines Nervensystems bei den
Nematoden durch die hier angezogenen Untersuchungen
eine neue Bestätigung findet, rechnet Leydig (Bau des
thier. Körpers I. S. 119 ff".) die Spulwürmer nach wie vor
zu den nervenlosen Thieren.
Marcet unterwirft den flüssigen Inhalt der Leibes-
höhle von Ascaris megalocephala einer chemischen Ana-
lyse und überzeugt sich davon, dass derselbe eine Art
Fleischbrühe darstellt, die so reich an Eiweiss ist, dass
sie beim Kochen gerinnt. Auffallend ist die völlige Ab-
wesenheit von Schwefel-, Chlor- und Kalkverbindungen,
wogegen phosphorsaure Salze mehrfach vertreten sind.
Proceed. roy. Soc. 1865. Febr.
220 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in <1. Natui'^eschichte
Macalister (on the presence of certaiii secreting
uigans in Nematoidea, Ann. and Mag. nat. hist. 1865.
T. XVI. p. 45 — 48j fand bei Ascaris dactyluris neben dem
Mastdarm vier birnförmige kleine Körpereben; die mit
einem dünnen Stiele dicht hinter der AfteröfFnung in den
Darm einmündeten. Verf. vergleicht sie den Malpighi-
sehen Gefässen der Insekten. (Es unterliegt keinem Zwei-
fel, dass diese Gebilde die bei uns längst bekannten ein-
zelligen Analdrüsen sind, die bei vielen Ascarisarten und
anderen Nematoden vorkommen.)
Von den zahlreichen den Trichinen und ihren ge-
fährlichen Einwirkungen auf den Menschen gewidmeten
Abhandlungen und Journalaufsätzen können wir hier nur
einige wenige hervorheben, da die grössere Mehrzahl
derselben für den Zoologen nur geringes Interesse hat
und zur Förderung unserer helminthologischen Kenntnisse
kaum etwas beiträgt. xAusser den schon im letzten Be-
richte genannten Arbeiten von Virchow und Fiedler
heben wir zunächst hervor J. Vogel „die Trichinen-
krankheit und deren Bekämpfung" (Archiv des Vereins
für wiss. Heilkunde 1864. S. 1^ — 55, mit einem Anhange
von R. Leuckart, S. 56 — 67), eine Abhandlung, in der
freilich mehr die medicinische und ökonomische Seite der
Trichinenfrage als die naturhistorische Berücksichtigung
findet, die letztere aber doch überall auf Grund sorgfältiger
eigener Untersuchungen behandelt wird. Der Anhang
enthält einige Notizen über die männlichen Begattungsor-
gane (Fehlen der Spicula, Umstülpung der Cloake, die
beide gegen die Behauptung von Davaine über die
verwandtschaftlichen Beziehungen der Trichinen zu Pseu-
dalius geltend gemacht werden), die (7rösse der Nach-
kommenschaft, die auf mindestens 1000 Embryonen für
die einzelnen Weibchen geschätzt wird, und das Vorkom-
men der Trichinen bei den verschiedenen Thierarten,
wobei namentlich der Rolle gedacht wird, welche die
Ratten und Mäuse bei der Emschleppung der Trichiniasis
in die Schweine zu spielen scheinen.
Aus Ha üb ner's Arbeit „über die Trichinen" (Berlin
'der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 221
1864, 51 S. in Octav) heben wir besonders die im Verein
mit andern Dresdener Gelehrten angestellten Versuche
über den Einflnss der cnlinarischen Behandlung des Flei-
sches auf die Lebcnsfäliigkeit der Trichinen hervor, die
nicht bloss von grosser praktischer Bedeutung sind, son-
dern durch den Nachweis einer ungewöhnlichen Lebens-
zähigkeit der Muskeltrichinen auch das Interesse der Zoolo-
gen in Anspruch nehmen. Fiedler (Archiv der Heil-
kunde V. S. 27 u. 468) und F ür s t e n b erg (Wochenblatt
der Annalen der Landwirthschaft 1864. N.30. S. 274) haben
diese Untersuchungen später aufgenommen und weiter
fortgeführt. Ebenso Kühn in den Mittheilungen des land-
wirthschaftlichen Institutes der Universität Halle 1865.
Wie wichtig die Thatsache ist, dass die Muskeltri-
chinen durch die gewöhnliche Zubereitungsweise unserer
Fleischspeisen keinesweges in allen Fällen getödtet werden,
davon haben die klinischen Erfahrungen der letzten Jahre
zahlreiche Belege geliefert. Wir verweisen in dieser Be-
ziehung namentlich auf Rupp recht's „Trichinenkrank-
heit im Spiegel der Hettstädter Endemie betrachtet^
(Hettstädt 1864. 170 S. in Octav) und die darin (S. 112 ff.)
enthaltenen Mittheilungen, auf eine Arbeit, die wir auch
allen denjenigen empfehlen können^ welche über die Natur
der durch den Parasitismus unserer Wüi-mer erzeugten
Gesundheitsstörungen einen nähern Aufschluss wünschen.
Als Coniplement dieser Monographie erwähnen wir noch
C o 1 b e r g's Mittheilungen „zur Trichinenkrankheit"
(deutsche Clinik 1864. N. 19), denen wii- auch weiter die
Thatsache entneiimen, dass Verf. bisw^eilen in den grös-
sern Muskelcapillaren Trichinenembrvonen auf der Wan-
derung antraf.
Ueber die pathologisch-anatomischen Veränderungen
der iniicirten Muskelbündel vergleiche ausser Colberg
auch Fiedler, Archiv für path. Anat. Bd. 28. S. 461.
Die beste und vollständigste der über unsere Thiere
Inzwischen erschienenen Abhandlungen ist die Monogra-
phie von AI. Pagenstecher „die Trichinen" (Leip-
zig 1865. 116 S. in hoch Quart mit zwei Kupfertafeln),
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. P
222 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. iu d. Naturgeschichte
die sich vorzugsweise auf Versuche stützt, welche der Verf.
gemeinschafth'ch mit Fuchs im Auftrage des Gr. Badcn-
schen Handelsministeriums am zoologischen Institute in
Heidelberg ausführte. Die specielle DarsteUung dieser Ver-
suche nimmt denn auch einen grossen Theil der Abhandlung
iS. r)3 — 79) in Anspruch. Sic bcreiclicrt unsere Kenntnisse
über das Vorkommen der Tiichinen mit vielen neuen
Thatsachen, und berechtigt uns mit dem schon früher
Bekannten /u der Annahme, dass die Bedingungen für
die Entwickelung der Muskeltrichincn nur bei den Säu-
gethieren gefunden werden und im Ganzen weit beschränk-
ter sind, als die Entwickelungsbedlngungen der Darmtri-
chinen, die auch bei vielen Vügeln z\ir Ausbildung kom-
men. Uebrigens gicbt es auch unter den Säugethieren
zahlreiche specifische und individuelle Unterschiede in
der Empfänglichkeit für die Trichineninfection. Die mehr
Omnivoren Thiere scheinen im Ganzen den günstigsten
Boden für unsere Parasiten abzugeben, doch gelingt die
Zucht der Muskeltrichincn bisweilen auch bei reinen Pfian-
zenfressern_, wie P a g e n s t e c h e r's Versuch bei einem
Kalbe (so wie der von Fiedler bei einem Schöpse) zur
Genüge nachweist. In dem historischen Theile (S. 1 — 52)
giebt Verf. eine üebersicht über die allmähliche Entwik-
kelung unserer Kenntnisse von den Trichinen, die auch
deren klinische und ökonomische Bedeutung nach (^ebühr
berücksichtigt, wie denn auch die Mittel zur Abhülfe der
Trichinengefahr (S. 1(^4 — 113) einer näheren Besprechung
unterzogen werden. Der zoologische Thcii (S. fSO — 100)
enthält eine Schilderung des äusseren und inneren Baues
der Trichinen auf den vcischiedenen Entwickelungsstadien,
die in fast allen l*nnkten mit den Angaben des Ref.
übereinstimmt.
Von Einzelnheitoii erwähnen wir die Angabe, dass das Sciten-
band (das Verf. für nmskulös zu halten geneigt ist) eine Doppel-
reihe alternirender Zellen einschliesst , zwischen denen bisweilen
eine gcschlängelte helle Linie (das Seiteugefäss Ref.) hinzieht. Die
Anwesenheit eines Nervencentrums wird bestätigt, und glaubt Verf.
sogar die davon ausstrahlenden Nerven beobachtet zu haben. Die
Kerne der Furohnngskugeln sollen durch Tlieihing ans dem nrsjnüng-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 223
Hellen Keimbläschen hervorgehen. Die von Ref. inzwischen (in der
2. Auflage seiner Untersuchungen über Trichina spiralis 1866) ge-
machte Angabe, dass Pagen Stecher das Endstück des Ovariums
durch ein eigenes Ligament an der Körperwand sich befestigen
lasse, beruht auf einem Irrthume, der durch die Missdeutung einer
Zeichnung veranlasst ist. Der Versuch, durch Verfütterung trichi-
nenhaltiger Därme eine neue Infection zu erzevigen, schlug unserem
Verf. trotz mehrmaliger "Wiederholung fehl, so dass derselbe geneigt
ist, den von Aussen importirten Embryonen eine jede Entwicke-
lungsfähigkeit abzusprechen und das positive Ergebniss des darüber
vorliegenden einmaligen Experimentes (von Ref.) durch dieVermu-
thung zu erhlären, es möchte in diesem Falle auch eine Fütterung
mit Trichichinenfleisch stattgefunden haben. Schon vor Kenntniss-
nahme der Pag ens tec her sehen Beobachtungen hat sich Refe-
rent auf dem Wege des Versuchs davon überzeugt, dass die Ver-
fütterung trächtiger Trichinen keineswegs in allen Fällen eine In-
fektion zur Folge hat, allein andererseits kann er die Schlussfolge-
runof unseres Verf. 's doch nicht für zulässigf halten und das um so
weniger, als er inzwischen bei einem neuen Versuche der Verfütte-
rung eines trichinenhaltigen Darmes eine (freilich nur massige) Ent-
wickelung von Muskeltrichinen folgen sah. Auch Fürstenberg
und M Osler beobachteten in einem derartigen Falle (Arch. f. pathol.
Anat. 1865. Bd. 3i». S. 424) ein gleich positives Resultat, doch glaubt
letzterer dabei ein grösseres Gewicht auf die im verfütterten Darme
noch rückständigen trichinenhaltigen Fleischreste, als auf die Em-
bryonen legen zu müssen.
Thudiclium stellt in seiner Abhandlung über die
Trichina spiralis (rep. paras. diseas. 1. c. p. 360) die Be-
hauptung auf, dass die Embryonen der Trichinen aus-
schliesslich durch das Blutgefässsystem wanderten, und
beruft sich dabei auf einen Fall, in dem er bei einem
jungen Schweine am siebenten Tage nach der Fütterung
mit trichinigem Fleische nicht bloss die Muskelmassen,
sondern auch das Herz, die Lungen, Thymus und Lymph-
gefässe reichlich mit Embryonen durchsetzt sah. Im Blute
selbst konnten freilich keine Würmer aufgefunden werden.
Ebenso wenig konnte sich Verf. davon überzeugen, dass
die jungen Trichinen in das Innere der Muskelbündel
eindringen (p. 365) ; er glaubt desshalb, dass die grössere
Mehrzahl der Kapseln in dem sog. intermediären Binde-
gewebe ihren Ursprung nehme.
224 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Im direkten Gegensatze zu diesen Angaben stehen
die Beobachtungen von Fürs tenb erg (Wochenblatt der
Annalen der Landwirthschaft in den K. Pr. Staaten 1865.
N. 21), welche, in völliger Ueberelnstimmung mit den
Untersuchungen des Ref., die liindesubstanz als den Weg
erkennen lassen, den die wandernden Embryonen ein-
schlagen. Die in Folge der Durchbohrung der Darm--
häute und Bauchwände eintretende peritonische Reizung
wird von unserm Verf., wie früher von dem Ref., als eine
ganz constante Erscheinung bezeichnet.
Neu ist die Mittheihmg, dass nicht alle Embryonen durch
die drei Darmhäute liindurchdringeu, ein Theil derselben vielmehr
nur bis auf den Bindegewebsübergug gelangt und dann zum Mesen-
terium aufsteigt, um zwischen dessen zwei Blättern nach der Wirbel-
säule empoizusteigen und von da aus dann die Wanderung in, das
Muskelgewebe fortzusetzen. (In der That trifft man bei jungen
Versuchsthieren in dem die Bauchiiäche der Wirbelsäule über-
ziehenden lockeren Bindegewebe fast regelmässig freie Embryo-
nen. Bef.)
Kühn's „Untersuchungen über die Trichinenkrank-
heit der Schweine" (Mittheilungen des landwirthschaftl.
Institutes der Universität Halle 1865. S. 1 — 84) betreffen
vorzugsweise die ökonomischen Seiten der Trichinenfrage,
enthalten aber auch sonst mancherlei interessante und
wichtige Mittheilungen. Von besonderem Werthe sind
die zahlreichen Zählungen von Trichinen aus den ver-
schiedenen Muskelgruppen, die über deren Vertheilung
im Thierkörper einen bestimmtem Aufschluss geben.
Die Infectionsfähigkeit übertragener Embryonen wird mit
Pagenstecher in Abiede gestellt; Verf. lässt die Tri-
chinen immer nur durch den Genuss trichinigen Flei-
sches ihren Ursprung nehmen und leitet die Trichinen-
krankheit der Schweine (mit Ref.) von Ratten ab, welche
dieselben gefressen hatten. Wie leicht aber diese Nager
trichinig werden könnten, beweist die Thatsache , dass
unter den Ratten des landwirthschaftlichen Institutes in
Halle zur Zeit der daselbst vom Verf. angestellten Un-
tersuchungen eine förmliche Trichinenepidemie gehaust
hat (wie das nach den Beobachtungen des Ref. auch
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865 225
unter den Ratten des Giessener Anatomiegebäudes eine
Zeit lang der P'all war).
Wie die Naturgeschichte und die praktischen Be-
ziehungen der Trichinen, so ist auch die Geschichte der
Entdeckungen, durch die wir im Jahre 1860 über diese
Thiere Aufschluss erhielten ^ vielfach Gegenstand der
Erörterungen gewesen. Jedermann weiss, dass diese Ent-
deckungen so ziemlich zu derselben Zeit an drei ver-
schiedenen Orten und von drei verschiedenen Beobachtern
gemacht sind, allein der specielle x\ntheil, den dieselben
an der Lösung der hier der Entscheidung entgegendrän-
genden Fragen hatten, ist nicht überall und von allen Seiten
auf die gleiche Weise aufgefasst und dargestellt worden.
Da die drei Beobachter, wenngleich mehrfach unter sich
in Communication, doch wesentlich selbstständig unter-
suchten und die Resultate ihrer Untersuchungen ziemlich
gleichzeitig veröffentlichten, ist eine solche Verschieden-
heit leicht begreiflich. Eine eingehende Darstellung der
Geschichte dieser Entdeckungen dürfte unter diesen Um-
ständen auch ganz am Platze gewesen sein, nur hätte man
erwarten sollen, dass dieselbe in einer etwas weniger
persönlichen Weise geführt worden wäre. Da Referent
selbst in dieser Sache nahe betheiligt ist, so darf er sich
auf die Bemerkung beschränken, dass es sich in jenen
Erörterungen wesentlich um Prioritätsreclamationen han-
delte, die von Seiten Vir ch o w's (Archiv für pathol. Anat.
Bd. 32. S. 329) und Z;enker's (Deutsches Archiv für kli-
nische Medicin Bd. I. S. 90) ihm gegenüber erhoben wur-
den. Virchow machte Ref. den Vorwurf, dass er die
Verdienste desselben um die Entdeckung der Darmtri-
chinen und das Eindringen der Embryonen in die Mus-
kelfasern nicht gebührend gewürdigt habe, und Zenker
behauptete sogar, dass Ref. ihn durch eine parteiische
Geschichtsdarstellung um den Ruhm gebracht hätte, die
Trichinenfrage allein zum Abschluss gebracht zu haben!
Ref. hat sich gegen beide Anschuldigungen (Archiv für
Heilkunde Bd. II. S. 57 und 235) vertheidigt, sein Verfah-
ren gerechtfertigt und auf Grund der hierbei festgestell-
226 Lcuckart: Bericht üb. d, Leist. in d. Naturgtschichte
ten Daten eine specificirtc Geschichtscrzählnng gegeben
(Untersuchungen über Trichina spiralis. 2. Aufl. 1866.
8. 15). Vgl. auch P ag e n .s t e ch e r, Archiv für Heilkunde
IL S.251.
Nachdem unsere Kenntnisse über die Lebensge-
schichte der Nematoden Lange Zeit hindurch auf die Auf-
schlüsse beschränkt geblieben waren^ die wir hauptsächlich
durch Ref. und Virchow über die Trichinen gewonnen
hatten, ist es endlich gelungen, das helminthologische
Experiment auch für andere Spulwürmer fruchtbar zu
machen und dadurch eine fühlbare Lücke unserer hel-
minthologischcn Disciplinen auszufüllen. Vgl. Leuckart,
zur Entwickelungsgeschichte der Nematoden im Archiv
für Heilkunde IL S. 196 — 235 (w^enigcr vollständig auch
in den Nachrichten von der k. Gesellsch. der Wissen-
schaften zu Göttingen LS65. N. 8., helminthol. Experimen-
taluntersuchungen. Vierte Reihe). Nach Analogie der
Trichinen durfte man bisher die Verniuthung hegen, dass
der Parasitismu^s der Nematoden im Wesentlichen die-
selben Erscheinungen darbiete, wie bei den übrigen Hel-
minthen, und namentlich insofern mit dem gewöhnlichen
Verhalten übereinstimme, als der üebergang in den ge-
schlechtlich entwickelten Zustand auch bei ihnen durch
Uebertragung aus einem Zwischenwirthe vermittelt werde.
Es hat sich bestätigt, dass diese Vermuthung für viele
Nematoden zutrifft, aber daneben hat sich für andere
Nematoden eine Reihe so abweichender und auffallender
Verhältnisse ergeben, dass unsere w^issenschaftlichen An-
schauungen von den Eigcnthümlichkelten des parasiti-
schen Lebens nach mehrfacher Richtung hin einer we-
sentlichen Moditication bedürfen. Es hat sich, um die
Hauptresultate dieser Untersuchungen in Kürze zu anti-
cipiren, hejausges teilt, dass es neben der Entwickelung
der Nematoden mit Zw^ischenwirth auch eine solche ohne
Zwischen wirth giebt , dass namentlich manche parasi-
tische {Spulwürmer ihre Jugend unter Rhabditisform
im Freien verleben und hier bis zu einem gewissen
Grade (einzelne sogar bis zur Geschlechtsreife und zur
der niederen Thiere während der J, 1864 — 1865. 227
Produotion einer zweiten — wiederum parasitischen —
Generation) sicii entwickeln, während andere nach der
Ausbildung der Embryonalform noch in ihrer Eihülle
wieder in den definitiven Wirth zurückkehren. Die hier
vorliegenden Untersuchungen beziehen sich auf mehr
als ein Dutzend verschiedener Arten aus den Familien der
Strongyliden, Ascariden und Trichotracheliden, also aus
den wichtigsten Gruppen unserer Würmer, hauptsäclilich
aber auf 0 1 in La nun iricuspi^ n, ^^x\. et n. sp. (eine
kleine kaum mehr als 1 Mm. grosse Strongylide aus der
Magenschleimhaut der Katze), CucuUanus elegans, Doch-
mius trigonocephalus , Ascaris nigrovenosa, Asc. acus,
Asc. raystax, Trichocephalus affinis, deren Metamorphose
und Lebensgeschichte meist lückenloss dargestellt werden
konnte.
Olliilanus tricus^is gebiert lebendige Jungen die theils in den
Körper ihres Trägers einwandern, theils auch mit dem Kothe dessel-
ben nach Aussen gelangen. Unter dem Pleuraüberzuge, in Zwerch-
fell, Leber und Lungen der inticirten Katzen tindet man zahlreiche
kleine Cysten mit den Embryonen unseres Parasiten, bisweilen in
solcher Menge, dass die Träger darüber zu Grunde gehen. Aber
diese Embryonen kommen nicht zur vollen Entwickelung. Sie zer-
fallen nach einiger Zeit zu einem Körnerhaufen, der fast dotterartig
aussieht und frühere Beobachter (Henle, Meissner) zu der
Annahme veranlasst hat, als enthielten die Lungen der Katze ge-
legentlich Nematodeneier , die dort zu Embryonen würden. Die
weitere Entwickelung unserer Thiere knüpft an die nach Aussen
auswandernden Embryonen an, die in den Darm der Mäuse gelangen,
von dort in das intermuskuläre Bindegewebe eindringen und hier
(binnen einigen Wochen) zu kleinen Kapselwürmren werden, welche
man bei oberflächlicher Untersuchung leicht für Muskeltrichinen
halten könnte. Nach Verfütterung an eine Katze fielen die Wür-
mer aus ihrer Kapsel aus, doch Hess sich aus Mangel an hinrei-
chendem Untersuchungsmaterial deren Umwandlung in die geschlechts-
reife Form noch nicht constatiren. Ebenso verhalten sich un-
streitig noch andere Strongyliden (Str. commutatus, Sfr. mfescens
n. sp. aus den Lungen des Schafes, Str. lilaria) mit sehr ähnlicher
Embryonalform, nur dass der Zwischenwirth hier wahrscheinlich
von einem Insekt oderMollusk gebildet wird. Für CucuUanus Hess
sich solches direkt beobachten, indem die hier lebendig geborenen
Jungen in Cyclopen- (und Agrionlarven) einwanderten und nach mehr-
fachen Häutungen sich in der Leibeshöhle dieser Thiere (des Som-
228 Leuckart: Bericht üb. d. Lei st. in d. Naturgeschichte
mers biunen kaum einer Woche. Winters erst nach drei Wochen) in
eine bisher noch unbekannte Larvenform verwandelten, die sich durch
den Besitz eines einlachen Mundnapfes und unentwickelter Geschlechts-
organe, auch dadurch, dass alle Exemplan; am Hinterleibseude die
später bloss bei den Weibchen vorkommenden drei Spitzen tragen,
von den ausgebildeten Thicren unterscheiden. Im Darme der Barsche
nahmen diese Larven durch eine neue Häutung in wenigen Tagen
die Form und Entwickelung der ausgebildeten Cucullanen an. Asc.
acus verlebt seiiie Jugend (als sog, Trichina cyprinorum) im Pe-
ritonäum und Mesenterium der Weissfische und anderer Karpfenar-
teu. Ihre Veränderungen in dem Zwischenwirthe sind sehr wenig
aujBfallend. Der Wurm behält seine Embryonalform, die durch An-
wesenheit eines Zahnvorsprunges neben dem Munde charakterisirt
ist. Andere Ascarisarten zeigen in den Zwäschenwirthen auch
schon die spätem Lippen, wie z. B. Ascaris incisa, die unstreitig bei
gewissen Raubvögeln ihre definitive Ausbildung erreicht. Die ein-
zige Veränderung, die der Wurm in seinem Zwischenwirthe erleidet,
besteht in einer Vergrösserung des Embryonalleibes. Bei noch an-
deren Ascarisarten behält der Wurm auch während des Aufenthaltes
im Zwischen wirthe seine embryonale Grösse. Zu diesen Formen ge-
hört u. a. die sog. Maulwarfstrichine , die ihrer ganzen Bildung
nach eine Ascaris ist und nach Verfütterung an Bussarde ohne
irgend welche Veränderung auch in diese (Lungen, Leber, wohl auch
Muskulatur) überwandert. Asc. mystax durchläuft gleichfalls seine
ganze Metamorphose im Darmkanale der Katze, in welchen dieselbe
aus irgend einem bis jetzt noch unbekannten Zwischenwirthe über-'
geht. Die Verfütterung von Eiern mit reifen Embryonen hat dem Verf.
trotz vielfach und unter verschiedenen Verhältnissen wiederholten
Experimenten immer nur ein negatives Besultat geliefert. Dass es
übrigens wirklich Nematoden giebt, die sich auf diese Weise, durch
direkte Uebertragung embryonenhaltiger Eier entwickeln, wird durch
die Lebensgeschichte von Trichocephalus bewiesen, der von unserem
Verf. mehrfach erzogen wurde. Die Embryonen und Jugendstadien
haben die grosseste Aehnlichkeit mit Trichinen. In anderen Fällen
leben die jungen Würmer im Freien, statt im Innern eines Z\N'ischen-
wirthes und zwar in einer Form, die man ohne Kenntniss ihrer
Abstammung geradezu für eine Rhabditis halten würde. Verf.
beobachtete diese Entwickclungsweise zuerst bei Dochmius trigono-
cephalus, der im Wasser aus seinen EihüUen auskriecht und binnen
acht Tagen etwa auf das Doppelte seiner ursprünglichen Grösse her-
anwächst, sich aber erst dann weiter entwickelt, wenn er (beim
Saufen) in den Darm des Hundes gelangt. Schon etwa 14 Tage
nach der Uebertragung hat derselbe die Gestalt und Bildung der
jungen Dochmien augenommeu. Die Umwandlung geschieht durch
der niederen Thiere wäluend der J. 1864 — 1865. 229
eine zwei Mal wiederholte Häutung-, die beide Male unseren Wurm
verändert. Vor der letzten Häutung und dem damit verbundenen
Abschluss der Metamorphose hat der junge Wurm (durch Anwesen-
heit eines einfachen hornigen Mundnapfes) einige Aehnlichkeit mit
CucuUanus. WieDochmius, so scheinen sich auch zahlreiche andere
Strongyliden zu verhalten, doch vermuthet Verf.. dass manche der-
selben (wie Sclerostomum hypostomum) noch einen Zwischenwirth
passiren, nachdem sie eine Zeitlang unter Khabditisform gelebt ha-
ben. Sclerostomum equinum erreicht als Larve die beträchtliche
Länge von 10 — 12 Mm. Es sind dieselben Thiere, die man früher
als kleine Varietät des Pallisadenwurmes beschrieben hat und in
den Aneurismen der Darmarterien des Pferdes antrifft. Ascaris acu-
minata wächst im Pihabditiszustande zu sehr agilen grossen Wür-
mern heran, die durch Anwesenheit einer Anzahl freier (fast lin-
senartig aussehender; Fetttropfen neben dem Pharynx ausgezeichnet
sind, bisher aber noch nicht in die ausgebildete Form übergeführt
werden konnten. Ascaris nigrovenosa endlich erzeugt Embryonen,
die in der Rhabditisform (Sommers) schon nach 24 Stunden im Freien
zur Geschlechtsreife kommen und sich begatten. Es sind kleine
Würmer, die oftmals einen halben Millimeter an Länge übertreffen
und einen sehr einfach gebildeten Generationsapparat besitzen. Schon
die neugeborenen Embryonen, die bekanntlich den Darm der Frösche
passiren und sich in der Kloake oftmals massenhaft ansammeln,
zeigen eine ansehnliche Genitalanlage mit deutlichen Zellen im In-
nern, während dieses Gebilde sonst bei den Embryonen der Spul-
würmer eine nur sehr unbedeutende Grösse besitzt und eine fast
homogene Beschaffenheit hat. Die befruchteten Eier dieser Rhabdi-
tiden (meist 2 od. 3), entwickeln sich im Innern der Mutter zu
schlanken Würmern, die gleichfalls Anfangs die Rhabditischaraktere
tragen. Kaum entwickelt strecken sich die jungen Thiere. Sie
zerstören den Geschlechtsapparat, zerstören schliesslich auch den
Darm und die übrigen EingeTveide ihrer Mutter und verwandeln
den Körj)er derselben in einen einfachen Chitinschlauch, in dessen
Innerm sie immer mehr heranwachsen. Fünf big sechs Tage nach
Einleitung des Versuches sieht man die Würmer frei im Schlamme,
wo sie mit grosser Geschwindigkeit sich umhertummelu. Die Schlund-
zähne sind verloren gegangen. Mit ihnen die Möglichkeit der
Nahrungsaufnahme und des weiteren Wachsthums. Die Würmer
müssen zum Zwecke ihrer weiteren Ausbildung in die Lungen der
Frösche übertreten, was vom Munde aus geschieht. Die Metamor-
phose ist mit mehrfachen Häutungen verbunden und besteht, von
der zunehmenden Grösse abgesehen, vornämlich in der Entwicke-
lung der Geschlechtsorgane. Gegen Ende der dritten Woche sieht
man die Würmer geschlechtsreif, mit völlig entwickelten Eiern. Auf-
230 Leuckart: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
fallender Weise entwickeln sich alle importirten Würmer zu Weib-
chen. Männliche Exemplare von Asc. ni<(rovenosa v/urden nicht
aufgefunden und sind auch sonst nicht beobachtet. Trotzdem aber
geht nach der Eibildung alsbald auch die Embryonalentwickelung
vor sich: unsere Asc. nigrovenosa hat also nicht bloss eine doppelte
Generation mit voller Geschlcchtsentwickelung aufzuweisen, sondern
gehört weiter auch — in ihrer definitiven Generation — zu ■ den
Thieren mit Parthenogenese.
Die hier niitgetlicilten Untersuchungen sind zum Theil unter
Beihülfe des Herrn Cand. Mecznikoff angestellt, der im Winter
1864 — 65 (bis Juni) auf dem Laboratorium des Ref. arbeitete und
von demselben die Erlaubniss erhalten hatte, bei seinen helmintho-
logischen Experimenten sich zu betheiligen. Namentlich war dieses
bei den Untersuchungen über Asc. nigrovenosa der Fall, bei deren
Embryonen Herr M. auch zuerst — in den auf Veranlassung des
Verf. 's hergerichteten Terrarien — die Thatsache der eintretenden
Geschlechtsentwickelung constatirte. Dieser Umstand hat Herrn
Mecznikoff Veranlassung geboten (Arch. für Anat. und Physiol.
1865. S. 409 — 420, »die Entwickelung der Ascaris nigrovenosa«)
nicht bloss seine eigenen Beobachtungen über den betreffenden
Wurm zu publiciren, sondern auch die Behauptung auszusprechen,
dass er dieselben »allein und selbstständig« gemacht habe. Ref.
sah sich dadurch genöthigt, den wahren Sachverhalt specieller dar-
zulegen und die Prätensionen des Herrn Mec zn ik off zurückzu-
weisen. Gleichzeitig benutzte er die Gelegenheit, einige Ungenauig-
keiten der Mecznikoff'schen Darstellung — die übrigens auch
unvollständiger ist, als die des Ref. und die Entwickelungsgeschichte
des importirten Wurmes nur so weit wiedergiebt, als sie sich bis
Juni 1865 durch die unter Theilnahme des Herrn M. von mir vor-
genommenen Experimente herausgestellt hatte — zu verbessern
und die Frage nach dem hier vorliegenden Generationswechsel mit
geschlechtlich entwickelter Zwischenform ihrer allgemeineren Bedeu-
tung nach zu erörtern. Ref. hob dabei hervor, dass diese Ent-
wickelungsart nicht isolirt stehe, sondern auch in anderen Grup-
pen des Thierreiches wiederkehre, hier auch — von Ref bei Chermes,
von Haeckel bei Cuniua (vergl, den Bericht über Akalephen) —
schon früher beobachtet sein, und knüpft daran den Vorschlag, die-
selbe fortan mit dem Namen »Heterogonie« zu bezeichnen.
Auch Colin liefert einen Beitrag zur Entwicke-
lungsgeschichte der Nematoden : Memoire sur le develop-
pement et les migrations des Sclerostomes (Paris 1864,
16 S. in Octav). Derselbe bezieht sich auf das bekannte
öclerostomum equinum, über das auch Ref. in der vor-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 18(-'5. 231
anstehend ausgezogenen Abhandlung einige Mittheilungen
gemacht hat. Die Ansichten unseres Verf.'s lauten frei-
lich in mehrfacher Beziehung anders, als man nach den
Mittheilungen des Ref. — namentlich auch über die ersten
Jugendformen des Sclerostomum hypostomum — vermuthen
sollte. Nach der Darstellung unseres Verf.'s sollen die
Eier des Wurmes auf eine bis jetzt unbekannte Weise
in die Schleimhaut des von demselben beAvohnten Blind-
darmes abgesetzt werden und sich hier in Embryonen
umbilden, die entweder an Ort und Stelle zu jungen
Sclerostomen heranreifen oder von dort in andere Organe
(Darmgefässe, Pankreas, Bindesubstanz der Nieren, Leber,
Pfortader oder des Zwerchfells) ttberwandern, um daselbst
die gleiche Entwickeln ng zu durchlaufen. Die volle Ge-
schlechtsreife erlangen aber nur diejenigen Würmer, die
in der DarmAvand verbleiben, und auch das erst dann,
wenn sie durch Aufbrechen der sie umschliessenden Cyste
in die Darmhöhle übergetreten sind. Die übrigen Würmer
bleiben steril, bisweilen auch ohne Geschlechtsorgane;
sie sind als verirrte und verkümmerte Geschöpfe zu be-
trachten. So weit unser Verf. Wenn der Ref. sich über
die Darstellung desselben einen Zweifel erlauben darf, so
betrifft dieser die Angaben, dass die Sclerostomen üire
Eier in die Darmhaut ablegen. Obwohl der Verf. be-
hauptet, an diesen Eiern eine Dottertheilung beobachtet zu
haben, so möchte Ref. dagegen — mit Rücksicht auf
die oben angeführten Beobachtungen über Ollulanus —
die Ansicht geltend machen, dass diese sog. Eier junge
im Zerfall begriffene Embryonen gewesen seien. Der
Verf. würde dann die Embryonalentwickelung überhaupt
nicht beobachtet haben. Nimmt man an, dass diese aus-
serhalb des spätem Trägers vor sich gehe und ein Pro-
dukt liefere, das wiederum zum Import in die Pferde
bestimmt sei, hier aber nicht direkt im Darme, sondern
erst nach vorheriger Wanderung in Darmwand und an
andern Orten sich entwickele, dann dürften sich die Anga-
ben des Verf.'s über die Lebensgeschichte des Sclerosto-
mum equinum mit den auf experimentellem Wege fest-
232 Leuckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
gestellten Thatsachen über die Entwickelung anderer Ne-
matoden leicht in Einklang bringen lassen. (Die Angaben
von Knox und Mi es eher über die in der Darrahaut
der Pferde eingekapselten jungen Spulwürmer scheinen
dem Verf. unbekannt geblieben zu sein^ obwohl diese
zum Theil schon von den früheren Beobachtern zu Öcle-
rostomum equinum gezogen worden sind. Auch in an-
derer Beziehung verräth Verf. eine mangelhafte Litera-
turkenntniss. 80 hat derselbe gleichzeitig mit der oben
erwähnten Arbeit eine kleine Abhandlung über Pentasto-
mum taenioides drucken lassen, in der die seit fast zehn
Jahren bis in die Einzelnheiten hinein bekannte Entwicke-
lungsgeschichte dieses Parasiten von Neuem entdeckt wird.)
Hannover beschreibt dreierlei verschiedene Ne-
matodenkapseln, die er bei den Fröschen (Rana temporaria
und R. esculenta) auffand, und liefert dazu Abbildungen.
Jagttagelser over indkapslede indvoldsorme hos froen, 15 S.
in Quart mit 2 Kupfortafeln, in den k. Danske Videnskab.
Selsk. Skriften 1864. Bd. 7).
Die eine Form, die unterhalb des Peritonäums vorkommt und
merkwürdigerweise je mit einem Nervenstämmchen zusammenhängt,
enthält Würmer mit abgerundeten Enden, die den Ref. fast an
Myoryctes erinnern, während die zweite grössere Art, die sehr häufig
ist und in den Unterleibseingeweiden, besonders der Darmwand ge-
funden wird, eine junge Ascaris in sich einschliesst. Die dritte
Form wurde vom Verf. an der Aussenfläehe des Darms beobachtet.
Schon im Jahresberichte für 1862 haben wir der in-
teressanten Entdeckungen Lubbock's über die Sphae-
rularia bombi Erwähnung gethan und unserem Referate
die Notiz anhängen können, dass der Verf. inzwischen
auch so glücklich gewesen sei, die Schmarotzer in voll-
ständig entwickeltem Zustande aufzufinden. Man findet
die jungen Schmarotzer immer nur Winters und zwar
zu gleicher Zeit auf verschiedener Entwickclungsstufe,
mitunter schon ganz ausgewachsen, nur dünner, als spä-
ter. (Alles das scheint zu beweisen, dass die Einwande-
rung im Herbst oder Spätherbst stattfinde, vielleicht im
Neste kurz vor der Auflösung der Kolonie, was denn auch
erklären würde, warum man die ausgewachsenen Sphae-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 233
rularia nur bei den Königinnen, die allein überwintern,
antrifft.) Die jüngsten Entwickelungsziistände findet man
immer in der Nähe des Vormagens. Das Männchen, wel-
ches 3Y' misst imd eine grosse Beweglichkeit besitzt, ist
stets mit dem Kopfende befestigt. Ebenso das Weibchen,
nur dass der Befestigungspunkt desselben nicht der Wirth,
sondern das Männchen ist, dem es in kurzer Entfernung
von dem zugespitzten Hinterleibsende anhängt. Obwohl
der Verf. W^eibchen von nur -^q'' beobachtete, sah er sie
doch niemals frei. Auch die kleinsten waren bereits mit
Höckern besetzt, die als Zellen mit Kern erkannt wurden,
plump und meist völlig bewegungslos. Der Uterus ent-
hielt überall eine strangformig zusammenhängende fein-
körnige Masse, die auch später noch nachweisbar ist und
von den daran hingleitenden Eiern zur Seite gedrängt
wird. Es liegt nahe, diese Masse für Sperma zu halten,
obwohl Verf. über deren Abstammung aus dem männli-
chen Körper keine bestimmten Mittheilungen zu machen
im Stande ist. Die Zellen des Fettkörpers lassen in die-
sem Zustande einen deutlichen Kern erkennen. (The na-
tural history revlew 1864. p. 265—270.)
Gegen die Angaben Joubert's (These sur le dra-
gonneau, Montpell. 1864), dass die Filaria medlnensis auch
im Freien heranwachse und als ein 18 Centim. langer
Wurm gelegentlich in der Erde gefunden werde, hebt
Gujon (Cpt. rend. 1865. T. 61. p. 475) wohl mit Recht
hervor, dass hier allem Vermuthen nach eine Verwechse-
lung mit Gordiaceen untergelaufen sei. Gleichzeitig wird
angegeben, dass man an der Westküste Afrika's, in Ober-
ägypten, Arabien und an anderen Orten sehr allgemein
an eine Einwanderung des Dracunculus vom Darmkanale
aus glaube.
Ob die Filaria siibconjunctivalls (Dracunculus loa
Cobb.), die nach den Beobachtungen und Zusammenstel-
lungen Guyon's an der Westküste Afrika's nichts we-
niger als selten vorkommt, mit der gewöhnlichen Filaria
medinensis identisch ist oder nicht , dürfte einstweilen
noch zweifelhaft sein. Die geringere Grösse kann kaum
234 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
entscheidend sein, da das Thier durch die von ihm
hervorgerufenen Entzündungserscheinungen schon frühe
seine Anwesenlieit vorräth und dann alsbald entfernt wird.
Auffallend ist die Schnelligkeit, mit der dasselbe in der
Unterbaut sich bewegt und seinen Standort von dem einen
Auge an das andere verlegt. Cpt. rend. T. 59. p. 745.
Krabbe hebt die Häufigkeit der Oxyuris vermicu-
eularis in Island' hervor. Ascaris marginata und A. my-
stax sind dagegen verhältnissmässlg nur selten. Helmin-
thol. undersögelser 1. c. p. 21, 38 u. a. a. O.
Unter der Benennung Sim ondsia jmradoxa erwähnt
Sp. Cobbold (Entozoa, p. 79) einen merkwürdigen, vor-
läufig den Spiropteriden zugerechneten Nematoden, der
in Menge encystirt am Magen eines Schw^eines gefunden
wurde und nicht bloss durch Kürze (V^'O und breite Kör-
perform , sondern auch durch Anwesenheit zahlreicher
tentakelartiger Anhänge am Nacken so auffallend sich
auszeichnet, dass man bis auf Weiteres fast geneigt sein
möchte, an eine Verwechselung mit gewissen Dipteren-
larven (vielleicht Anthomyia) zu denken, die bekanntlich
auch bei den P^röschen nicht selten eingekapselt in der
Leibeshöhle gefunden werden.
Leisering's Abhandlung „über Haematozoen der
Haussäugethiere" (Archiv für pathol. Anat. Bd. 33. S. 111
— 120. Tab. 11, im Auszuge Ber. über das Veterinärwesen
des K. Sachsen für 1864. S. 49) enthält ausser dem Histo-
rischen die Beschreibung eines kleinen viviparen Nema-
toden, der das eine Mal 2 Tage nach dem Tode in den
tuberkulösen Ablagerungen des Lungengewebes, das an-
dere Mal in ungeheurer Menge in der Vena dorsalis pe-
nis einer 10 Tnge nlten Hundeleiche aufgefunden wurde.
Leisering hält diese Thiere für genuine Parasiten, die
schon während des Lebens vorhanden gewesen wären,
während Schneider darin (Arch. für Anat. u. Physiol.
186f). S. 421 , 422) mit grösserem Rechte Würmer sieht,
die erst nach dem Tode cingewandei't seien und sich in
der Leiche rasch vermehrt hätten. Beschreibung und
Abbildung lässt keinen Zweifel, dass es sich dabei —
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 235
wenigstens in dem genauer beschriebenen zweiten Falle
— um eine Art des Gen. Rhabditis (Diplogaster M. Seh.)
handele.
Nach den Beobachtungen von Davaine (rech, snr
Tanguillnle de vinaigre, Cpt. rend. T. 61. p. 259— 262)
findet sich das Essigälchen nicht bloss im Essig, sondern
zu Myriaden auch in abgefallenen Früchten und süssen
Wurzeln. In feuchter Erde lassen sich die Würmchen
länger als drei Wochen ohne Nahrung am Leben erhal-
ten. Unter solchen Umständen dürfte die Häufigkeit die-
ser Thierchen nicht länger auffallend sein.
Greeff maclit einige vorläufige Mittheilungen über
die von ihm beobachteten frei lebenden Nematoden und
spricht sich dabei über die bei der Systematik derselben
maassgebenden Charaktere aus. Verhandl. des naturhist.
Vereins der pr. Rheinlande 1864. Bd. I. Abth. 2. S. 112.
Die Anwesenheit einer Schwanzdrüse, die Eberthals charak-
teristisch für die Abtheilung- der Urolaben ansah, findet sich auch
häutig bei Angailluliden, wesshalb dieselbe systematisch kaum ver-
werthet werden kann. Die Hauptangriffspunkte für eine systemati-
sche Behandlung glaubt Verf. in der Form der Mundwerkzeuge
suchen zu müssen. Daneben sei besonders zu berücksichtigen die
Gestalt des Oesophagus ohne und mitMagenanschwellung resp. Kau-
magen, ferner die Bildung der Spicula mit den darüber liegenden
Warzen und sonstigen Ausrüstungen und endlich die Beschaffenheit
der Schwanzspilze.,
Gleichzeitig erwähnt Yerf. einer Art Dorylaimus, die
an den Wurzelfasern der Gräser und anderer Pflanzen
in kleinen Knollen lebt und einen einfachen stiietartigen
Bohrstachel als MundbewafFnung hat.
Derselbe Beobachter findet in dem Salinenwasser
von Kreuznach und Münster am Stein zwei Anguillulinen-
Arten mit schönen rothen Augenpunkten, w^ie sie sonst
gewöhnlich nur bei den marinen Nematoden vorkommen.
Die eine dieser Arten stimmt bis auf die Augen mit einer
Süssw^asserform überein. Sitzungsber. der niederrh. Ge-
sellsch. in Bonn 1865. Jahrg. XXII. S. 87.
Auch Bastian ist der Ansicht, dass man bei der
Classification der frei lebenden Nematoden andere Prin-
236 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
cipien zu Grunde legen müsse, als Ebertli es gethan
hat. Die Bildung der Spicula und der Begattungswerk-
zeuge überhaupt, der Bau des Pharynx (Mundhöhle Ref.)
und Oesophagus, die Struktur der Chitinhülle und die
Lage des Bauchpoius (den Verf. übrigens nur für die
Mündung eijies anhängenden Drüscnbeutels hält), das Alles
müsse in gleicher Weise Berücksichtigung finden. Und das
Urtheil Bastian's Iiat um so grösseres Gewicht, als es
sich auf die Untersuchung einer sehr beträchtlichen Zahl
von Arten stützt. Ist es dem Verf. doch gelungen, in ver-
hältnissmässig kurzer Zelt mehr als ICX) Spccies neu zu
entdecken und dadurch den Nachweis zu liefern, dass
die Fauna der frei lebenden Nematoden an Artenreich-
thum und Mannichfaltigkeit der Formen dreist mit der
Schmarotzerfauna der Spulwürmer concurriren darf. Dass
man diese reiche Fauna bisher fast ohne Berücksichti-
gung gelassen, erklärt sich aus der versteckten Lebens-
weise der Würmer \md ihrer geringen Grösse, die bei
allen bekannten Arten beträchtlich unter einem Zolle
bleibt — die grossesten Arten, die bis zu J" messen, sind
Seebewohner — und nicht selten nur yL" beträgt, Ange-
sichts dieser unerwarteten Bereicherung unseres Thier-
cataloges erscheint es geradezu unmöglich , die früher
aufgestellten und überdies zum grossen Theil nur unzu-
reichend charakterisirten Genera beizubehalten. Und so
sehen wir denn durch die Bemühungen unseres Verfassers
die Zahl derselben auf einige 30 steigen^ um mehr als
das Dreifache der bisherigen „guten" Gattungen sich ver-
mehrend. Bevor w^ir indessen auf den descriptiven In-
halt der B äs tian'schen Arbeit (Monograph of the An-
guillulidae or free Nematolds, marine, land and freshwater,
with descriptions of lüO new species, Transact. Linnaean
Soc. VoLXXV. p. 72-180. Tab. IX-XlII) näher eingehen,
bemerken wir, dass der Verf. die frei lebenden Nemato-
den oder Anguilluliden, wie er dieselben heisst, als Re-
präsentanten einer besonderen Gruppe ansieht, die man im
System von den parasitischen Formen abtrennen müsse.
Ob diese Ansicht der oben erw^'ihnten Thatsache gegen-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 237
über, dass die Jugendformen gewisser parasitischer Spul-
würmer mit allen Charakteren des Gen. Rhabditis ein
freies Leben führen und als solche selbst (Asc. nigro-
venosa) zur Geschlechtsreife gelangen — Verf. selbst führt
die ^".Ehabditisform von Asc. nigrovenosa als Anguillula
ranae temporarae Perty in seinem Systeme auf — auf-
recht erhalten kann, will Ref. dahin gestellt sein lassen,
aber andererseits hat er einstweilen noch keinen Grund,
die Selbstständigkeit der sog. Anguilluliden im Grossen
in Zweifel zu ziehen. Die sog. Schwanzdrüse hält Verf.
für einen contractilen Sack, dessen Function auf den —
bis dahin irrthümlicher Weise als Porus gedeuteten —
Schwanzsaugnapf Bezug habe. Die Canäle der Seiten-
linien sollen durch feine Löcher nach Aussen ausmün-
den, die zum Theil schon von Eberth beobachtet seien.
Auch darin stimmt Verf. mit Eberth überein, dass er
die nervöse Natur des Oesophagealringes in Abrede stellt.
Das Auftreten der Girren ist so wechselnd, dass man
darauf kein grösseres Gewicht legen darf. Die Fähigkeit
der Trockenstarre ist keinesweges allen Arten eigen,
nicht einmal allen Landwürmern, und bei den marinen
Formen nirgends vorhanden. Einzelne marine Formen
(Chromadora) bauen aus Sand förmliche Gehäuse.
Die Hauptresultate der liier vorliegenden Untersuchungen sind
aus der nachfolgenden Uebersicht zu ersehen, der wir sämmtliche
vom Verf. beschriebenen Gattungen mit kurzer Charakteristik an-
reihen. (Die volle Wiedergabe der Diagnose würde zu viel Raum
in Anspruch nehmen.)
I, Land- und Süsswasserformen. Zwei gleiche Spicula, mit oder
ohne Nebenstück.
1. Chitinhülle glatt oder mit Längs streifen. Ohne Bauch-
drüse.
f Mit kleinem Schwanzsaugnapfe.
Monohystera n. gen. Jederseits neben dem Vorderende
eine kreisrunde Zeichnung (Papille? Ref.), öfter auch ein einfaches
Auge. Ohne Mundhöhle. Oesophagus cylindrisch. Uterus unsym-
metrisch. Mit 7 (sämmtlich neuen) Arten: M. stagnalis, M. dispar,
M. rivularis, M. longicaudala, IM. ßliformis, M. disjuncta, M. amhigua.
Trilobus n. gen. Mit becherförmiger Mundhöhle, ohne
Zahn. Oesophagus am unteren Ende dreilappig. Die Männchen tra-
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. Q
238 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gen kräftige Saugnäpfe in der Mittellinie des Bauches vor der
Afteröfinung. jfV. (jt-acilis n. sp. aus Brakwasser, jfV. pellucidus n.
sp., wahrscheinlich auch Ang. longa Leydig.
Monorchus n. gen. (Oncholaimus Duj. p. p.) Eine weite
Mundhöhle von ovaler Form, mit einem zahnartigen Vorsprunge.
Oesopagealkanal durch drei Linien bezeichnet (d. h. mit dicken Chi-
tinwandungen Ref.) , M. trnncatus n. sp., M. papillatus n. sp., iW.
macrostoma n. sp., M. Tunbridcjensis n. sp., M. cristutus n. sp., M.
fossarum Duj., M. muscorumDuj. , M.' (Enoplus) crassiusculus Duj.
ff Ohne Schwanzsaugnapf.
Ironus n. gen. Mundhöhle lang, schmal und eng. Oesopha-
gealkanal durch drei Linien bezeichnet. Sp. n. /. iynatns.
Dorylaimus Duj. (ürolabes Cart. p. p.). Am Anfange des durch
drei Linien bezeichneten Oesophagealkanales einen Zahn zum Vor-
stossen. Die Männchen haben am hinteren Leibesende Querstreifen
in der Chitinhülle (oblique integumental markings; wohl nur der
optische Ausdruck von Papillen) , auch bisw^eisen kleine mediane
Saugnäpfe vor dem After. Hieher 13 Arten, theils bekannte, theils
neue : D. stagnalis Duj., D. Carteri n. sp., i>. obtusicaudalus n. sp.,
D. tenuicaudatus n. sp., D. tritici n. sp. (zwischen den Wurzeln und
untern Blattscheiden des Weizens), D, filiformis n. sp., D. polyblastvs
n. sp., JJ. papillatus u. s^., D. torpidvs n. sp., /^. iwers n. sp., D. palu-
stris (Urol.) Cart., D. linea Dies., D. marinus Duj.
Anguillula Ehrbg. (= Rhabditis Duj. p. p.). Mit kleiner
Mundhöhle und einem dreiklappigen Zahnapparat in der hinteren
Oesophagealanschwellung. Uterus unsymmetrisch. Spicula lang und
schmal mit einem deutlichen Nebenstück. Bildet eine ziemlich bunte
Sammlung älterer Arten: A. aceti Ehrbg., A. glutinis Ehrbg., A.
fluviatilis Henpr. et Ehrbg., A. inflexa H. et E., A. recticauda H.
et E., A. Dongolana H. etE,, A. brassicae Gr., A. ministerialis Dies.,
A. faeculorum Dies., A. fossularis Leidy, A, ecaudis Ehrb., A. lon-
gicauda Ehrbg-, A. ranae temporariae Perty.
2. Chitinhülle mit Querstreifeu. Mit oder ohne Bauchdiüse.
f Mit Schwanzsaugnapf.
Tiipyla n. gen. Mit deutlichen Querstreifen. Mundhöhle
fehlt. Oesophagus mit abgeschnürtem Endstück. Drei weite Poren
an der Ventralfläche des Vorderleibes. T, glumeralis n. sp., T. salsa
n. sp. aus dem Brakwasser.
Diplogaster Seh. Mit Quer- und Längsstreifen. Eine becher-
förmige Mundhöhle mit kleinen Ilornplatten in der Tiefe. Der Oe-
sophagus zeigt in der Mitte eine starke Muskelanschwellung. Der
Saugnapf ist klein, das Nebenstück des Begattungsapparates wohl
entwickelt. D. ficlor n. sp., D. albus n. sp., D. filiformis n. sp., D.
micans Seh.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 239
Plectus n. gen. Mundhöhle lang und eng. Endstück des
Oesophagus bildet eine ovale Anschwellung mit einem complicirten
Klappenapparat. Der Ausführungsgang der Bauchdrüse bildet eine
Schlinge und öffnet sich ungefähr in der Mitte des Oesophagus.
Uterus asymmetrisch. Zählebig. P. parietimts n. sp., P. cirratus n.
sp., P. tenuis n. sp., P. velox n. sp., P. actiminntus n. sp., P. 'par-
vus n. sp., P. tritici n.. sp., P. grmiulosus n. sp. , P. fusiformis n. sp.,
P. (Enoplus) rivalis Duj.
Aphelenchus n. gen. Oesophagus vorn mit einem Dolche,
hinten mit einer dicken Anschwellung von runder Form. Oeffnung
der Bauchdrüse hinter dem Oesophagealende. Uterus asymmetrisch;
Ein einfaches Spiculum ohne Nebenstück. Zählebig. A.avenaen.sp.,
A. villosus n. sp., A. parielinns n. sp. (mit grossen hellen Körper-
chen in der Leibeshöhle, die Verf. für Gregarinen halten möchte.
\?ährend Ref. darin — bei Ascaris maculosa — einfache Plasmaschollen
sieht), A. pyri n. sp.
ff Ohne Schwanzsaugnapf.
C ep hal obns n. gen. Mit deutlichen Querstreifen und schwach
zweilappigem Kopfe. Mundhöhle klein oder gänzlich fehlend. Oe-
sophagus mit rundlicher Endanschwellung und einem einfachen Eläp-
penapparat. Ventralporus am hinteren Oesophagealende. Uterus
asymmetrisch. Zählebig. C. persegnis n. sp., C striatus n. sp.
Tylelenchus n. gen. (= Anguillula H. et Ehr. p. p.). Spiess
mit dreilappiger Basis. Oesophagus mit rundlicher Anschwellung in
der Mitte. Ventralporus am hinteren Oesophagealende. Uterus
asymmetrisch. Schwanzleisten der Männchen schmal, ohne Stäb-
chen. Zählebig. 7. Davaini n. sp., T. Iritici (Ang. tritici Needham),
T. terricola n. sp. , T. obtusus n. sp. , T. dipsaci Kühn, T. grami-
nis Steinb.
Rhabditis Duj. Mit Quer- und Längsstreifen. Mundhöhle cy-
lindrisch, Oesophagus mit einer länglichen Anschwellung in der
Mitte und einem kugligen Endstück, das einen dreiklappigen Zahn-
apparat in sich einschliesst. Uterus symmetrisch. Schwanzleisten
der Männchen breit mit stützenden Stäben. Rh. marina n. sp. aus
Seewasser, Rh, longicnndala n. sp., Rh. ornala n. sp., Rh. acris n. sp.,
Rh. terricola Duj., Rh. mucronata Gr.
IL Seewasserformen. Zwei gleiche Spicula, die bald allein blei-
ben, bald mit 1, 2 oder 4 Nebenstücken sich versehen. Bis-
weilen auch ein einfaches Nebenstück vor dem After. Schwanz-
saugnapf fehlt niemals.
1. Chitinhülle glatt oder mit Längsstreifen. Oesophagealring.
f Spicula höchstens mit einem einzigen hintern Nebenstück.
S y mpl oc o sto m u n. gen. (Enoplus Eb. p. p., Urolabes Gart.
240 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. p.). Mit länglich ovaler Mundhöhle, die von Linien oder Leisten
umlasst wird und in ihrem Grunde ein trichterförmiges Gebilde
trägt. Mit oder ohne Augen. Spicula lang, ohne Nebenstück. S.
loncficolUs n. sp., S. tenuicollis Eberth, i». vivipara n. sp., S. ornata
Eb., S. barbata Carter.
Oncholaimus Duj. Mit weiter ovaler Mundhöhle, die drei
zahnartige Vorsprünge in sich einschliesst. Meist ohne Augen. Uterus
symmetrisch oder asymmetrisch. Spicula mit oder ohne einfaches
Nebenstück. 0. vulgaris n. sp., 0. ylaber n. sp., 0, viscosus n. sp.,
0. fuscus n. sp., 0. albidus n. sp. , 0. viridis n. sp., 0. attenuatus
Duj., 0. papillosus Eb., 0. echini Leyd., 0. (?) rivalis Leyd. aus
dem Main.
Enchelidium Ehrbg. Ohne Mundhöhle. Ein grosses einfa-
ches Auge ; lange und schmale Spicula mit oder ohne Nebenstück.
E. marinum Ehrbg., E. tenuicolla Eb., E. acuminatum Eb., E. sub-
rotundum Eb.
Anticoma n. gen. (= Odontobius Eb.). Augenlose Arten,
die am Kücken und Bauche eine Reihe von Borsten tragen. Zwei
gleiche Vaginaldrüsen und Spicula mit einem kleinen vorderen Ne-
benstück. A, Eberthi n. sp. , A. limalis n. sp., A. pellucida n. sp.,
A. acuminata Eb.
P h an o derma n. gen. (Enoplus Eb. p.p.)- Mit kleiner
Mundhöhle und getrennten Seitenaugen. Lange Spicula mit einem
kleinen vorderen Nebenstück. ¥h. Cocksi n. sp., Fh. albidum n. sp.,
Ph. tuberculatum Eb.
ff Spicula mit zwei gleichen hinteren Nebenstücken.
Le jj to soviatum n. gen. (Phanoglene Eb. p. p., Enoplus p. p.).
Ohne Mundhöhle. Zwei mitunter zusammenschmelzende Rückenau-
gen. JederseitSj am Kopfende ein Drüsenschlauch.' Das vordere
Nebenstück bildet eine saugnapfartige kleine Hervorragung. L. elon-
gatuin n. Sp., L. punctatum Eb., L. gracile n. sp., L. bacillatum Eb.,
L. figuratum n. sp., L, longissimum Eb.
Enoplus Duj. (Lineola Köll.). Die undeutliche Mundhöhle wird
von drei kieferartigen Zähnen umfasst. Augen von dem anliegenden
Pigmente nicht zu unterscheiden. Oesophagealring fehlt. Chitin-
hülle mit zarten Quer- und Längsstreifen. En. communis n. sp.,
En. Dujardini n. sp., En. pigmentosus n, sp., En. inermis n. sp., E.
hrevis n. sp., En. tridentatus Duj., En. stenodon Duj., En. elonga-
tus Duj., En. microstomus Duj., En. macrophthalmus Eb., En. ob-
tusicaudatus Eb., En. striatas Eb., En. oculatus Dies., En. Leydigii
Eb., En. Sieboldii Köll., En. cirratus Eb., En. coeruleus Eb., En.
4-dentatus Berl., En. sp. innom. M. Seh.
Linliomoeus n. gen. Mit becherförmiger Mundhöhle und
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 241
einem an beiden Enden erweiterten Oesophagus. Grosse Analdrüsen.
Hintere Nebenstücke gekrümmt. L. hirsntus n. sp. , L. elonga-
tus n. sp.
2. Chitinhüllen mit queren Stricheln oder Punkten. Ohne
Oesophagealring.
f Ohne Augen.
* Mit asymmetrischem Uterus.
Tachyh Odiles n. gen. Mundhöhle fehlt. Auf der Eücken-
fläche des vorderen Körperendes zwei eigenthümliche farblose Kör-
perchen. Ohne Vaginal drüsen. Die hinteren Nebenstücke gekrümmt.
T. natans n. sp., T. parvus n. sp.
Theristus n. gen. Mit halbkugelförmiger Mundhöhle und
zwei ungleichen Vaginaldrüsen. Hintere Nebenstücke gekrümmt.
TA. acer n. sp., Th. velox n. sp.
Sphaerolaimus n. gen. Mit weiter, nahezu kugliger Mund-
höhle und einem durch drei Linien angedeuteten Oesophagealkanal.
Eine einzige hintere Vaginaldrüse. Lange, schmale Spicula mit einem
schildförmigen hinteren Nebenstücke. Sph. hirsntus n. sp.
** Mit symmetrischem Uterus.
Comes oma n. gen. Hinter dem Kopfe jederseits ein kreis-
förmiger Eindruck. Mundhöhle sehr klein. Lange und schmale
Spicula, bald allein, bald mit einem unbedeutenden Nebenstücke.
C vulgare n. sp., C. profnndi n. sp.
Spira n. gen. Mit einer kreisrunden uhrglasförmigen Her-
vorragung an den Seiten des Kopfes. Ohne Mundhöhle, Oesophagus
mit schwachem Bulbus. Spicula von plumper Form, gekrümmt und
mit zwei Nebenstücken. Sp. parasitifera n. sp. (mit Vorticellen be-
setzt), Sp. laevis n. sp., Sp. tenuicaudata n. sp.
Odontobius Koussel. Ohne Mundhöhle; Zähne zweifelhaft.
Spicula von plumper Form, gekrümmt und mit zwei Nebenstücken.
Od. Ceti Rons., 0. micans Eb., 0. filiformis Eb., 0. striatus Eb.
tt Mit oder ohne Augen.
Cy atkolaimus n. gen. Chitinhülle mit Querstreifung oder
Spitzen. Die becherförmige Mundhöhle mit Längsstreifen. Oeso-
phagus cyündrisch. Zwei Paar starker Nebenstücke. Schwanzsaug-
napf von cylindrischer Form. C. ocellatus n. sp., C. coecus n. sp.,
C. ornatus n. sp., C. punctatus n. sp., C. striatus n. sp., C. (Eno-
plus) gracilis Eb.
Spiliph era n. gen. Chitinhülle mit queren Stricheln oder
Spitzen. Mundhöhle becherförmig, mit Längsstreifen und drei nach
hinten zu gerichteten Fortsätzen. Zwei undeutliche Nebenstücke.
Schwanzsaugnapf cylindrisch. Oesophagus mit deutlich markirter
242 Leuckart: Bericht üb. cl. Leist, in d. Naturgeschichte
Endanschwellung. Sp, elcgans n, sp., Sp. inaequalis n. sp., Sp. ro-
busta n. sp., Sp. coslata n. sp.
Chr omad or a n. gen. Mit Längs- und Querstrichelung auf
der Chitinhaut. Die undeutliche Mundliohle trägt drei kegelförmige
Fortsätze, die nach hinten gerichtet sind und sich berühren. Zwei
hakenförmige Nebenstücke von ansehnlicher Grösse. Schwanzsaug-
napf verlängert, zugespitzt. Ch. vulgaris n. sp., Ch. nudicapilala n.
sp., Ch. natans Tl. sp., Ch. coeca n. sp., Ch. sabelloides n. sp., Ch.
papillata n. sp., Ch. (Rhabd.) bioculata Schnitze, Ch. (Urolab.) ocel-
lata Cart.
Als unvollständig beschrieben werden schliesslich noch nam-
haft gemacht die Arten der Gen. Amblyura H. et Ehr., Hemipsi-
lus Quatref., Phanoglene Nordm., Pontonema Leidy , Potamonema
Leidy, Nema Leidy, Urolabes Cart.
Acanthocephala.
Gr e ef f s ;, Untersuchungen über den Bau und die Ent-
wickelungsgeschichte von Ecliinorhynchus miliarius Zenk."
(Archiv für Naturgesch. 1864. Th. T. S- 98— 140. Taf. II u.
III) liefern den Experimentalbeweis, dass die genannte
Art, die, gleich der Jugendform von Ech. proteus be-
kanntlich den Gammarus pulex bewohnt, in dem Darm-
kanal der Enten u. a. Yögel (auch des Haushuhnes) in
den Ech. poljmorphus auswächst. Schon am siebenten
Tage nach der Verfütterung haben die jungen Parasiten
den Begattungsact vollzogen, so dass der Uebergang in
den geschlechtsreifen Zustand, wie schon das anatomische
Verhalten der Genitalien vermuthen liess und von Ref.
auch für den Ech. proteus experimentell festgestellt wor-
den ist, nur w^enige Tage in Anspruch nimmt. Was Verf.
über dieEntwickelungsgeschichte seines Parasiten mittheilt,
stimmt mit den Angaben, die Ref. schon früher über den
Ech. proteus mitgetheilt hat — (vgl. J. B. 1862. S. 137) — ,
doch findet sich insofern ein Unterschied zwischen beiden
Arten, als die Embryonen von Ech. miliarius sich weit
früher häuten und niemals in einem so langen und schlan-
ken Wurmkörper auswachsen, wie die von Ech. proteus.
Uebrigens ist der Ech. miliarius für das Studium der
Entwickelungsvorgänge weniger geeignet, als die vom
der niederen Thiere während der J. 1864— 1865 243
Ref. untersuchte Art, da der Erabryonalkörper durch
Ablagerung eines rothen Pigments seine Durchsichtigkeit
sehr frühe verliert. Die Lemnisken betrachtet Verf. als
Excretionsorgane , deren Gefässsystem nicht direct mit
dem des übrigen Körpers zusammenhänge und grobe
Secretkörner enthalte, die (durch Berstung der umge-
benden Wände) in die Leibeshöhle übertreten sollte.
Eine Ausmündung nach Aussen wird in Abrede ge-
stellt. Die Entwickelungsgeschichte des Gefässsystems
betreffend, so glaubt Verf., dass dasselbe aus den in die
Parenchymmasse älterer Embryonen zahlreich eingela-
gerten grossen Kernen hervorgehe (?). Andere, in die
Leitungskanäle der Geschlechtsorgane eingebettete grosse
Kerne werden als „einzellige Drüsen^ in Anspruch ge-
nommen. Im Uebrigen schliesst sich die Darstellung
vom Bau der Geschlechtsorgane eng an die zuerst von
V. Siebold consequent durchgeführten Ansichten an.
Die schon in dem letzten Berichte angezogenen
widersprechenden Angaben Pagenstechers ( J. B. 1863.
S. 81) veranlassten den Verf. später den Bau der weib-
lichen Genitalien von Ech. proteus einer neuen sorgfäl-
tigen Analyse zu unterwerfen (über die Uterusglocke
und das Ovarium der Echinorhynchen, ebendas. S. 361^-
374. Taf. VI). Das Resultat derselben führte zu der, Ue-
berzeugung, dass Pagenstecher im Irrthum sei, wenn
er die Existenz eines directen Zusammenhanges zwischen
dem im Inneren des Ligamentum Suspensorium gelegenen
Eierstocke und dem Leitungsapparate annimmt und die
Uterusglocke leugnet. Ref. muss mit dem Verf. vollkom-
men übereinstimmen und darf nach eigenen Untersuchun-
gen die Zeichnung, welche Greeff von den weiblichen
Genitalien des Ech. proteus liefert, nicht nur als eine
schöne, sondern auch völlig naturgetreue bezeichnen.
Gelegentlich dieser Arbeit erfahren wir auch die
interessante Thatsache, dass die Jugendform von Ech.
angustatus in der Wasserassel schmarotzt, deren Leibes-
höhle sie im ausgewachsenen Zustande fast völlig ausfüllt.
A. a. O. S. 370.
244 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Auch Lesp^s macht die Organisation und Ent-
wickelungsgescliichte der Echinorhynchen zum Gegen-
stande seiner Beobachtung, ohne jedoch die letztere zum
Abschluss bringen zu können: sur quelques points de l'or-
ganisation des echinorhynches (Revue des Soc. sav. Paris
1864. p. 370, Journal de l'anat. et de la physiol. 1864.
p. 683—686.
Der Küssei der Echinorhynchen (E. clavaeceps) soll vom, so
weit er mit Stacheln besetzt ist, einen kleinen birnförmigen Sack
in sich einschliessen, der auf der Spitze nach aussen ausmünde und
hinten mit einem soliden Haufen von Drüsenzellen in Verbindung
stehe. Verf. betrachtet denselben als einen Darmkanal. Auch die
Embryonen werden — in Uebereinstimmung mit G. Wagener —
mit einem derartigen Gebilde ausgestattet. Bei Fütterungsversuchen
mit den nach Aussen entleerten Eiern sah Verf. die Embryonen von
E. clavaeceps in Lymnaeen, so wie die von Ech. gigas in Helix und
Limax ausschlüpfen und sich kräftig bewegen. Ein Mal wurde ein
derartiger Embryo auch in der Leber angetroffen, doch gelang es
nicht, die späteren Phasen der Entwickelung zur Anschauung zu
bringen. Verf. vermuthet desshalb denn auch, dass die zum Expe-
rimente herbeigezogenen Mollusken nicht die rechten Zwischenwirthe
sein möchten. (Ref. hat übrigens bei Lymnaeus stagnalis gelegent-
lich die Jugendformen von Echinorhynchen aufgefunden.) Die Ex-
perimente und Beobachtungen des Ref. sind dem Verf. unbekannt
gebHeben.
In einem seltsamen Contraste mit den hier mitge-
theilten Untersuchungen stehen die Angaben von Lin-
demann, durch Vielehe wir über die wahre Natur und
den wirklichen Bau der Acanthocephalen belehrt werden
sollen (Bullet. Soc. imper. Moscou 1865. p. 184—408.
Tab, X — XII). Durch die Beobachtung von 29 schönen
Exemplaren des Echinorhynchus roseus ist letzterer näm-
lich zu der Ueberzeugung gekommen, dass die Akantho-
cephalen mehr den Plattwürmern als den Rundwürmern
verwandt sind! Die Verwandtschaft spricht sich besonders
in dem Bau der Geschlechtsw^erkzeuge aus. Unsere Würmer
sind nämlich Zwitter und keinesweges getrennten Ge-
schlechtes, obwohl sich insofern eine gewisse Aehnlich-
keit mit dem Verhalten der zweigeschlechtlichen Thiere
kund giebt, als bei den einen Individuen nur die mann-
der niederen Thiere wälirend der J. 1864 — 1865. 245
liehen Organe ihre volle Reife erlangen, die weiblichen
aber in verkümmertem Zustande, ohne alle reproductive
Thätigkeit dastehen, und umgekehrt. Dazu kommt, dass
die männlichen Exemplare auch noch einen „neben'^ der
Geschlechtsöffnung angebrachten glockenförmigen Anhang
besitzen.
Die Darstellung des Yerf.'s wimmelt von Fehlern und Irr-
thümern, die theils der flüchtigen Untersuchung, theils auch wohl
einer ungenügenden Untersuchungsmethode ihren Ursprung verdan-
ken. Der Hoden ist fast das einzige Organ, das Yerf. richtig er-
kannt und einigermassen richtig beschrieben hat. Die als »lose
Ova.rien« bekannten Eierhaufen lässtVerf. der Leibeswand aufsitzen
und jederseits durch einen Canal verbunden sein, dessen oberes
Ende eine »Eiweissdrüse« (die Lemnisken) trägt, während das un-
tere Ende in den gemeinschaftlichen Leitungsapparat überführt. Yon
der Uterusglocke und den Anhangsdrüsen hat Verf. keine Spur beob-
achtet; was als Prostata beschrieben wird, ist nichts Anderes, als
die unvollständig beobachtete Scheide oder resp. Penisglocke im
zurückgezogenen Zustande. Auf die Einzelnheiten braucht Ref.
nach diesen Bemerkungen kaum noch näher einzugehen. Ebenso
wenig verlohnt es sich der Mühe, den Nachweis zu liefern, dass die
Eigenthümlichkeiten des neu aufgestellten Gen. Paradoxites (P.
Renardi und F. taenioides nn, sp. aus dem Darmkanal von Strix pas-
serina) grösstentheils aus missverstandenen Organisationsverhältnissen
abgeleitet sind.
Obv7ohl die Ganglienkugeln und Nervenfasern der
Echinorhynchen weit entschiedener als bei zahlreichen
anderen niederen Thieren den charakteristischen Bau der
Nervenelemente besitzen, denkt Leydig (Bau des thier.
Körpers S. 131) an die Möglichkeit, dass „am Ende das
vermeintliche Ganglion doch nur eine Drüse sei!"
3. P 1 a 1 0 d e s.
Mörch ist der Ansicht, dass man die Plattwürmer
(mit Ausschluss der Hirudineen) am besten mit den Mol-
lusken vereinige, wie das Girard bekanntlich schon
vor längerer Zeit für die Planarien vorgeschlagen hat.
On the limits of the subkingdom Mollusks, x\nnals and
Mag. nat. bist. 1865. Vol. XVI. p. 412.
Dem ersten schon im vorigen J. Berichte erwähnten
246 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Nachtrabe von van Ben e den's und H esse's Monographie
über die Bdelloden und Trematoden haben die Verf. noch
drei andere folgen lassen (Mem. de l'Ac. roy. de Belg.
T. XXXIV\ die über Microcotyle chrysophrii, Malaco-
bdella cardil und Pseudocotyle squatinae handeln und den
früher beschriebenen neuen Formen noch drei andere hin-
zufügen.
llirudinoi.
Dorn er veröffentlicht (Zeitschrift für wissensch.
Zool. Bd. XV. S. 464— 493. Taf. XXXVI u. XXXVII) eine
monographische Abhandlung „über die Gattung Bran-
chiobdella"_, mit v^erthvollen Erweiterungen und Berich-
tigungen unserer bisherigen Kenntnisse.
Zunächst geht aus den Beobachtungen unseres Verf.'s mit
Sicherheit hervor, dass es wirklich, wie früher schon gelegentlich
behauptet wurde, zweierlei verschiedene Arten von Branchiobdella
giebt, eine Br. parasita Henle, die das ganze Jahr hindurch an der
unteren Schwanzfläche des Flusskrebses , so wie am Grunde der
Fühler und den Augen gefunden wird, und ein Br. Astaci Od., die auf
den Kiemen lebt und eine viel geringere Ausdauer besitzt. Die erstere
ist die grössere, fast doppelt so gross, als die andere und mit drei-
eckigen Kiefern ausgestattet, deren grösster Zahn in der Mitte an-
gebracht ist, während die zweite mehr viereckige Kiefer mit zwei
grossen Seitenzähnen besitzt. Auch in der anatomischen Bildung,
besonders der Geschlechtsorgane, zeigen beide Arten mancherlei
Unterschiede, die auffallendsten in der Form der Samentasche. Die
in die Körperwand eingelagerten birnförmigen Drüsen sind , wie
schon nach der Analoarie mit den übrigen Hirudineen zu vermuthen
war, einzellige Schläuche. Da dieselben im siebenten und achten
Segmente zur Zeit des Eierlegens beträchtlich angeschwollen sind,
80 darf man wohl eine ähnliche Theilnahme derselben an den Vor-
gängen der Schalenbildung vermuthen, wie solche sonst bei den
Egeln schon vielfach constatirt ist. Die Ganglien zeigen in der
Regel eine Zusammensetzung aus vier getrennten Haufen, und ent-
senden jederseits drei Nerven. Nur das letzte Ganglion, so wie die
untere Schlundganglienmasse zeigen eine grössere Zusammensetzung,
unstreitig, weil sie, nach Art der übrigen Hirudineen, aus einer
grösseren Menge verschmolzener Ganglien — Verf vermuthet in der
Unterschlundganglienmasse (wohl zu hoch) deren sieben — hervor-
gegangen sind. Am Innenrande der Lippen stehen bei beiden Arten
kleine papillenförmige Erhebungen. Das Gefässsystem ist nach un-
der niederen Tliiere während des J. 1864 — 1865. 247
serem Verf. von der Leibeshöhle völlig abgeschlossen, aus einem
Rücken- und Bauchgefässe bestehend , die an den Enden und
auch sonst durch bogenförmige Seitencommissuren unter sich in
Verbindung stehen. Der hintere Theil des Rückengefässes , der
dicht an der Darmwand anliegt, ist übrigens schwer zu erkennen
und ohne Contraktilität. Die Segmentalorgane sind Drüsen, die
unter Umständen feste Körner nach Aussen befördern. Die letztern
flottiren frei in der Leibeshöhle und stammen von Zellen ab, welche
die Aussenfläche des Darmes überkleiden. Eigentliche Hoden sind
nur in der Jugend aufzufinden. Sie erscheinen als Zellenanhäufun-
gen, die zu den Seiten des Darmes an der hinteren Fläche des fünf-
ten und sechsten Dissepimentes aufsitzen, ganz ebenso wie die er-
sten Anlagen der Ovarien dem achten. Die Samenfäden und Bil-
dungszellen trifft man stets frei im sechsten Hodensegmente, dessen
Innenraum davon vollständig erfüllt wird. Die Flimmertrichter, die
zur Ausführung der Samenfäden dienen, entwickeln sich aus zwei
ovalen Zellen, die sich rasch vergrössern und mit einem schlauch-
förmigen Drüsenapparate in Verbindung treten, der sich dann in
den muskulösen Penis fortsetzt. Die Eier gelangen durch zwei
Ovidukte nach Aussen, die im hinteren Theile des achten Segments
nahe den Seiten des Körpers ausmünden, ohne indessen mit den
Ovarien in direktem Zusammenhange zu stehen. Die harte Schale
entsteht erst nach dem Ablegen. Die Jungen (von Br. parasita)
kriechen im Oktober und November aus und zwar immer nur eines
aus einem Ei.
Leydig protestirt (Archiv für mikr. Anat. I. p. 273)
gegen die Angabe des Ref., dass die in der Tiefe des
Blutegelkörpers vorkommenden eigenthümliclien Drüsen
mit den Brandt'schen „Leberzellen^, die er als eine Art
Fettkörper betrachte, identisch wären. Die letztern seien
„die mit braunkörnigem Inhalt erfüllten Zellen, welche
den Blutgefässverzweigungen auf weite Strecke hin an-
sitzen könnten.^ Ref. muss diese Berichtigung natürlich
dankbar anerkennen, sieht sich dabei aber auch zugleich
in der Lage, die Zumuthung, diese beiderlei Dinge nicht
auseinander halten zu können , auf das Entschiedenste
zurückzuweisen. Er verweist auf S.639 seines Parasi-
tenwerkes, wo diese Pigmentzellen auch bereits (wie
jetzt von Leydig) als Bindegewebselemente in An-
spruch genommen sind. Ebenso ist Leydig's Angabe,
dass die Speicheldrüsen bei Hirudo auf den Kiefern aus-
248 Leuckart: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgeschichte
mündeten^ eine Bestätigung seiner eigenen Beobachtun-
gen. Auch die Abwesenheit einer inneren OefFnung an
den Schleifenkanälen von Hirudo ist schon vor Leydig
von Ref. hervorgehoben. Die früher behauptete Commu-
nication des hinteren Rückengefässendes von Clepsine mit
der Leibeshöhle wird auf Grund genauerer Untersuchun-
gen jetzt zurückgenommen. Was damals vom Verf. als
freie Mündung beschrieben wurde, sei der optische Quer-
schnitt des nach abwärts biegenden Gefässes, dessen hin-
terer klappenloser Abschnitt auf dem Darme aufliege
(ebendas. S. 232).
Die vordere Ganglienmasse des Bauchstranges bei
den Hirudineen erklärt Leydig, trotz der schönen Beob-
achtungen von Rathke, die über deren Natur keinen
Zweifel lassen, auch jetzt noch als „untere Hirnportion. '^
Vom Bau des thier. Körpers I. S. 142. (Da B udge — der
allerdings weiter auch die obere Schlundganglienmasse
übersah — diese untere Schlundganglienmasse gleichfalls
als Hirn bezeichnet, so hatte der Herausgeber des Rathke'-
schen Opus posthumum über die Entwickelung der Hi-
rudineen allen Grund, beide als Vertreter einer seiner
Meinung nach irrigen Meinung zu nennen. Dies zur Er-
widerung auf Leydig's pikante Bemerkung a. a. O.
S. 167. Anm.)
Ebendaselbst liefert L eydi g auch eine eingehende
Darstellung von dem anatomischen und histologischen
Verhalten des Nervensystems bei den Hirudineen.
Die Darstellung, die Baudelot von dem Bau des
Nervensystemes bei Clepsine giebt (Annal. des sc. natur.
1865. T. III. p. 127—136. Tab. II, Cpt. rend. 1864. T.59.
p. 825 — 828), enthält kaum etwas Neues.
Kupfer beschreibt (Zeitschrift für wiss. Zool. 1864.
S. 337 — 345) den Blutgefässapparat von Piscicola und
Clepsine in einer wesentlich mit Leydig übereinstim-
menden Weise und liefert den Nachweis, dass die im In-
nern des Rückengefässes bei diesen Würmern angebrach-
ten „Klappen^ keine mechanische Wirksamkeit entfalten,
scmdern als ., blutbereitende Organe^ zu fungiren haben.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 249
indem die Zellen^ ans welcLen sie bestehen, durch en-
dogene Bildung die späteren Blutkörperchen hervorbilden.
(Bei den Embryonen von Hirudo sah Pvef. die Blutkör-
perchen sich direkt von der animalischen Körperhülle ab-
lösen und der Blutflüssigkeit der Leibeshöhle sich bei-
mischen.)
Pagenstecher handelt über die durch Beer
in neuerer Zeit empfohlene sog. Bdellatomie^ durch de-
ren Anwendung (Einstich in einen der hinteren Magen-
schläuche) der Blutegel zu einer langen und vielfach
wiederholten medicinischen Benutzung befähigt wird, und
schildert dabei den Bau und Mechanismus des Darmap-
parates, so wie der Kiefer. Zum Schlüsse beschreibt Verf.
die drei in einer Heidelberger Ofhcine von ihm getrof-
fenen Blutegel- Sorten (namentlich auch mit Rücksicht auf
den Zahnbau), den Blutegel von Bordeaux, Algier und Un-
garn, „lieber den Blutegel in Rücksicht auf Bdellato-
mie." Verhandl. des naturhist. med.Vereins zu Heidelberg.
Bd. ni. Hft.3.
Nach den Beobachtungen von A g a s s i z (North Ame-
rican Acalephae p. 23) lebt an Mnemiopsis Leidyi fast
regelmässig ein blutegelartiger langer Wurm von 1 — 172'^
der auf seinem fleischfarbenen Körper fünf weisse Längs-
streifen zeigt und am Vorderende einen ausserordentlich
dehnbaren Mund hat, mit dem er, sonst fast bewegungs-
los, an seinem Wirthe festhängt.
Unter dem Namen Malacobdella cardii beschreiben
van Beneden und Hesse (Rech, sur les Bdellodes et
les Trematodes 3. Append. p. 153—160. PL XVI) eine in
Cardium aculeatum lebende neue Art des Gen. Mala-
cobdella, die eine colossale Grösse (5 Ctm.) erreicht und
an der Unterseite der Oberlippe mehrere Reihen conischer
Zähne trägt. Von inneren Organen erkennt man ausser
dem Nervensystem und dem sog. Vas deferens einen mehr-
fach geschlängelten Darm mit deutlicher Afteröffnung und
mächtig entwickelte Ovarien, die den grössten Theil des
Leibes ausfüllen und zahllose kleine bewegliche Körper-
chen (Embryonen?) in sich einschliessen.
250 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Trematodes.
Die Mittheilungen, welche Melnikow „über das
Distomum lorum" gemacht hat (Archiv für Natiirgesch.
1865. 1. fc). 49—55. Tab. III) lassen keinen Zweifel, dass
dieses bisher nur unvollkommen gekannte und früher oft-
mals als ein Mouostomum (M. ochraceum) In Anspruch
genommene Thier in Wirklichkeit ein Distomum ist. Die
cylindrische Körperform und die Ausmündung der Ge-
schlechtsorgane in der Nähe des hinteren Kürperendes
lassen dasselbe freilich als Typus einer besonderen klei-
nen Gruppe erscheinen. Das Receptaculum semlnis scheint
mit beiden Hoden in Verbindung zu stehen.
Hannover beschreibt zweierlei Trematodenkapseln,
die er beim Frosche auffand, das eine Mal im Mesente-
rium und an anderen Stellen, das andere Mal am Peri-
cardium. Beide Formen sind schon früher von Ga-
staldi (J. B. 1854. S.o67) beschrieben und benannt, die
zweite als Distoma tetracystis, die erste als D. diffuso-cal-
ciferum. Jagttagelser u. s. w. in konigl. danske Selsk.
Skrifter 1864. Bd. VH.
Harley berichtet von einer (als Haematuria be-
zeichneten) Krankeit im Kaplande und auf St. Moritz, die
durch die Anwesenheit eines Distomum (D. capense, das
Verf. nach den Eiern und Embryonen für neu hält) im
Blut bedingt sein soll. Cobbold glaubt, dass dem Wurm
mit Dist. haematobium identisch sei. Amer. Journ. 1864.
Vol. 38. p.293.
Die Angabe von Krabbe (Helminth. Undersögels.
p. 60) , dass das Distomum hepaticum in Island völlig
fehle, lässt darauf zurückschliessen , dass der Zwischen-
träger dieses gefährlichen Parasiten daselbst nicht vor-
komme.
van Beneden und Hesse liefern (rech, sur les
Bdellodes et Tr^madotes 4. Append. p. 16 1 —168. Tab. XVII)
eine Darstellung des inneren und äusseren Baues von
Fseudocoiyle aquatinae n. g^n. et n. sp. Der Wurm
gehört trotz des Mangels der Kopfsaugnäpfe zu den Tri-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 251
stomeen, an die er sicK cauch durch Grösse und Organi-
sation anscliliesst. Er lebt auf der Körperhaut von Squa-
tina angelus und wird folgendermassen charakterisirt :
Pseudocotyle n. gen. Point de ventouses ä cote
de la bouche et la ventouse posterieure d^ corps tres-va-
riable dans sa forme comme dans sa grandeur. Cette
ventouse na renferme ni rayons ni crochets. Le canal
intestinal est ramifie. La vesicule contractile de l'appa-
reil excretoire s'ouvre sur le cote, tandis que les orifices
sexuels sont situes sur la ligne mediane. Les oeufs sont
grands et sans filaments.
Die gleichfalls neue Microcotyle chrysojphrii van
Ben. et H. (ibid. 3. Append. p. 147—149. pl. XVI) hat am
meisten Aehnlichkeit mit M. canthari und lebt auf den
Kiemen des mittelmeerischen Chrysophrys vulgaris.
Cestodes.
Krabbe überzeugt sich (Helminthol. ündersögelser
etc. 1. c.) durch eigene Untersuchungen von der specifi-
schen Verschiedenheit der Taenia marginata, T. Coenurus,
T. serrata und erörtert die in Hakenform und Uterus-
bildung obwaltenden Unterschiede mittelst genauer Mes-
sungen und Zeichnungen. Die T. serrata ist übrigens in
Dänemark ausserordentlich selten und in Island allem
Anscheine nach gar nicht vorhanden, während die zwei
anderen Formen (^mitsammt der T. Echinococcus) dort
um so häufiger vorkommen. Von lÜO isländischen Hun-
den sind nicht weniger als 95 mit T. marginata versehen,
18 mit T. Coenurus und 28 mit T. Echinococcus, wäh-
rend sich in Dänemark diese Zahlen auf 20, 1 und 0,6
stellen. Je älter die Hunde werden, desto häufiger findet
man die T. marginata, während die T. cucumerina, so-
wohl in Dänemark, wie in Island, in jedem Lebensalter,
selbst in früher Jugend, gleich häufig gefunden wird. In
Island beherbergt Hund und Katze noch eine mit der — wie
Ref. bestätigen kann — beständig hakenlosen T. litterata
unserer Füchse nahe verwandte (vielleicht identische) Tä-
nienart, die Verf. auch bei Canis lagopus (und sogar bei
252 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Mäusen) auffand und unter dem Namen T. Canis lagopodis
einer detaillirten Darstellung unterzielit. Mit Recht wird
dabei hervorgehoben, dass diese x\rt mit den verwandten
(T. lineata Götze aus der Wildkatze, T. angustata aus
dem Dachs, Mesocestoides ambiguus Vaill. aus der Genett-
katze, so wie T. candelabrina aus dem Waldkauz und T.
perlata G. aus dem Bussard) eine besondere Gruppe re-
präsentiren, die durch flächenständige Geschlechtsötfnung
und kolbige Bildung des Uterus — eine nähere Analyse
der Geschlechtsorgane bleibt auch nach den Angaben
des Verf.'s immer noch ein Desiderat — zur Genüge
charakterisirt sei. Von einem noch grösseren Interesse
ist die Beobachtung, dass die Isländischen Hunde nicht
selten (5%) auch mit Bothriocephalen versehen sind. Schon
in Dänemark fand Verf. bei dem Hunde gelegentlich einen
Bothriocephalus, wahrscheinlich den Both. latus — auch
bei der Katze kommt daselbst ein Bothriocephalus vor
(F. felis Gr., der mit der von mir aus dem Leoparden
beschriebenen B. maculatus keineswegs identisch ist, wie
Diesing behauptet) — allein der Bothriocephalus der
Isländischen Hunde ist davon ebenso verschieden, wie
von dem B. cordatus der Grönländer. Er bildet eine
eigene Art, die Verf. als B. fuscus n. beschreibt (die als
zweifelhaft daneben aufgeführten B. rediculatus und B. du-
hius dürften davon nicht verschieden sein). Auch Canis
lagopus enthält in Island einen Bothriocephalus (B. aimi-
lis n.). Gleichzeitig macht Verf. Mittheilungen über die
Bothriocephalen der Grönländischen Seehunde,, von denen
er ausser B. cordatus Lt. als neu noch aufführt : B. lan-
ceolatus, B. eleganSj B. variahüis, B. fasciatus und B.
anthocephala Rud. (== B. Phocarum Fabr.), die letztere
mit einem so eigenthümlich gebildeten Kopfe, dass man
sie füglich als Typus eines besondern Genus betrachten
muss. Den Schluss der Abhandlung bildet eine Unter-
suchung über die von unserem Verf. bekanntlich an Ort
und Stelle studirte Echinococcuskrankheit der Isländer,
deren hauptsächlichste Resultate auch anderweitig von
unserem Verf. (deutsch im Archiv für Naturgesch. 1865.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 253
I. S. 110 — 127) mitgetheilt, zum Theil auch in früheren
Berichten von uns schon angezogen sind. Die Zahl der
Echinococcuskranken wird auf etwa 4 — 5% der Gesammt-
bevölkerung veranschlagt, doch giebt es Distrikte, in de-
nen dieselbe beträchtlicher ist. Dass es dem Verf. ge-
lungen ist, den menschlichen Echinococcus im Hunde-
darm zu der bekannten T. Echinococcus zu erziehen und
damit (gleich Naiinyn) den Experimentalbeweis zu lie-
fern, dass die Echinococcen des Menschen und der Haus-
säugethiere derselben Art zugehören resp. von demselben
Bandwurme abstammen, ist den Lesern unserer Berichte
bereits bekannt (J. B. 1^^63). In der vorliegenden Ab-
handlung kommt Verf. ausführlich auf die zu diesem
Zwecke von ihm angestellten Experimente zurück. Eine
genauere Analyse der Haken von T. Echinococcus hat
Krabbe übrigens davon überzeugt, dass die Formen
derselben resp. der W^urzelfortsätze noch weit mannichfal-
tiger sind, als man nach den bisher darüber vorliegenden
Angaben (des Ref.) vermuthen konnte.
Die Undersögelser angaande Forekomster af Involds-
orme i Hundens og Kattens Tarmkanal in Danmark og
paa Island 21 S. desselben Verf.'s (Tidssk. for Veterinai-
rer Bd. XH) enthalten einen Bericht über den ersten Theil
der hier angezogenen Abhandlung.
Unsere Kenntnisse über den Bau des Bothriocepha-
lus latus sind durch die Untersuchungen zweier Dorpater
Forscher vielfach bereichert und geklärt worden. Der
eine dieser Forscher ist der Prof. der pathologischen
Anatomie Böttcher, der seine „Studien^ über das ge-
nannte Thier in dem Virchow'schen Archiv für pathol.
Anat. und Phys. (1864. Bd. XXX. S. 97— 148. Taf. I— IV)
publicirte und darin u. a. zum ersten Male eine richtige
Darstellung von der Kopfbildung unseres Wurmes lieferte.
Die früheren Untersucher hatten dem Bothr. latus bekannt-
lich randständige Sauggruben zugeschrieben — mit Un-
recht, wie B. nachwies (und Ref , der unabhängig von B.
an dem ersten ihm zu Gesicht gekommenen Kopf dieselbe
Thatsache beobachtete, bestätigen kann), indem hier die-
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. R
254 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
selbe FlächenLage obwaltet, die auch für andere Arten
des Genus Bothri'occphalus charakteristisch ist. Ebenso
soll unser Thier auch nicht zwei, sondern vier Längsge-
fässe besitzen, wie die Tänien. Die sog. Hodenbläschen
will Verf. nicht als solche gelten lassen (auch nicht, ob-
wohl er darin bestimmt im Irrthum ist, bei den Tänia-
den). Er betrachtet sie als Convolutc zarter gewundener
Kanäle, die ohne gemeinsame Umhüllung in das Körper-
parenchym eingelagert seien. Die muskulöse Anschwel-
lung, die das Vas deferens vor seiner Einmündung in
den Cirrusbeutel zeigt, wird als Samenblase in Anspruch
genommen. Zwischen den einzelnen Schlingen des Ute-
rus glaubt Verf. eine in der Achse des (jliedes verlau-
fende direkte Communikation vermuthen zu dürfen. Die
sog. Knäueldrüse und die beiden Seitendrüsen hält Verf.
für verschiedene Theile eines gemeinschaftlichen Organes,
dem er die Bedeutung des Eierstocks vindicirt. Rücken-
und Bauch körnerhaufen werden als Schläuche beschrie-
ben, die ebensowohl einzeln nach Aussen mündeten, wie
auch unter sich durch ein System von x\usführungsgängen
(Eschricht's gelbe Gänge) zusammenhingen, das mittelst
eines gemeinschaftlichen Stammes in den Anfangstheil
des Fruchthälters einmünde. Der körnige Inhalt der
Schläuche nimmt während seines Aufenthaltes in den
Ausführungsgängen allmählich eine flüssige Beschaffen-
heit an und dient zur Incrustation der Eier.
Da auch die zweite Arbeit von Dr. Stieda (ein
Beitrag zur Anatomie des Bothriocephalus latus in dem
Archiv für Anatomie und Physiologie 1864. S. 174 — 212.
Tab. IV. u. V, übersetzt in Ann. des sc. nat. 1865. T. III.
p. 93 ff.) die Existenz der sog. gelben Gänge und deren
Einmündung in den Anfangstheil des Fruchthälters bestätigt,
so erhält die Annahme, dass dieselben mit den sog. Bauch-
und Rückenkörnern — deren Oeffnung nach Aussen nir-
gends von unserem Verf. erwähnt wird — dem Geschlechts-
apparate zugehören, ein neues Gewicht, das Ref. um so
bereitwilliger anerkennt, als er die Richtigkeit der That-
sache an den ihm vom Dr. Stieda freundlichst zugesen-
der niederen Thiere während der J. 1864— 1<^65. 255
deten Präparaten vollständig constatiren konnte. Ob frei-
lich die Deutung' als Dotterstöcke , die Verf. acceptirt,
die richtige sei, bleibt den Angaben ßöttcher's ge-
genüber einstweilen noch nnentschieden. Als Eierstöcke
betrachtet Verf. die beiden sog. Scitendrüsen, die Ref.
als Dotterstöcke in Anspruch nahm, die aber streng ge-
nommen nur die beiden Seitenflügel eines unpaarcn Or-
ganes seien. Die Funktion der sog. Knäueldrüse (Ova-
rium Ref. ) lässt Verfasser unentschieden ; er möchte
sie, nach einer nachträglichen Mittheilung an den Re-
ferent am liebsten als eine Eischalendrüse betrachten.
Die Entdeckung einer eigenen Vagina, die dicht unter-
halb des Cirrusbcutels in den Genitalporus ausmündet
und unter der ventralen Rindenschicht geraden Weges
zu dem x\nfangstlicile des Fruchthälters hinführt, rückt
die ßothriocephalen in einer unerwarteten Weise den Tä-
niaden näher, als man früher vermuthen konnte, obwohl
schon Eschricht (und auch Böttcher) von der Exi-
stenz dieses Kanales einige Kenntniss hatten. Man trifft
denselben, besonders im hinteren Abschnitte, gewöhnlich
mit Samen strotzend gefüllt und darf darnach wohl an-
nehmen, dass der Begattungsact von den Gliedern häufig
vollzogen werde. Ref. freuet sich , durch die Präparate
des Verfassers im Stande zu sein, auch diesen wichtigen
Punkt der ßothriocephalusanatomie vollständig bestätigen
zu können.
Die Speciesfrage betreffend, hebt Böttcher (a.
a. O.) die grosse Variabilität in dem Aussehen des Kopfes
und der Glieder hervor, die die Annahme mehrerer irr-
ten um so weniger zulässig erscheinen lasse, als diese
Verschiedenheiten gelegentlicli an demselben Bandwurm
zur Beobachtung kamen.
Knoch's Abhandlung über die Entwickelungsge-
schichte des Bothriocephalus proboscideus, als Beitrag zur
Embryologie des Bothr. latus (Bullet. Acad. imper. St.
Petersburg. IX. p. 280 — 314 mit 1 Taf.), ist Ref. noch nicht
zu Gesicht gekommen.
Rindfleisch untersucht (Schultze's Archiv für
256 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mikroskopische Anatomie I. S. 138 — 142, ;,zur Histologie
der Cestoden") die kSiibcuticularscliicht der Tänien, die
nach Aussen von dem bindegewebigen von Kalkkörper-
chen durchsetzten Parenchym gelegen ist, und überzeugte
sich davon, dass dieselbe zahllose spindelförmige Binde-
gewebskörperchen in sich einschliesst, also als eine Bin-
degewebsformation in Anspruch genommen werden muss.
Eine dicht unter der Cuticula gelegene continuirliche
Quermuskularis ist nicht vorhanden; was (von Ref.) dafür
genommen wurde, ist eine Lage von Bindegewebsfibrillen,
die in querer Richtung verlaufen. Die Kalkkörperchen
entstehen nach unserem Autor dadurch, dass organische
Gebilde von der gleichen Form und Grösse vom Centrum
aus durch Kalkaufnahme allmählich solidificiren.
Leisering beobachtet (Bericht über das Veteri-
närw^esen im Königr. Sachsen für 1864. S. 18) einen Fall
vom Vorkommen des — echten — Cysticercus cellulosae
beim Hunde. Die Finnen fanden sich nicht bloss in den
Muskeln, sondern auch in Lunge und Leber und zeichne-
ten sich durch eine aussergewöhnliche Grösse aus. An
den letztgenannten Localitäten waren dieselben zum Theil
verändert und der Art verkalkt, dass sie ein tuberkelar-
tiges Aussehen hatten. (Ich erwähne bei dieser Gelegen-
heit, dass ich auch bei der Katze einmal einen grossen
Cyst. cellulosae unter dem rechten Schulterblatt beobach-
tet habe. Ref.)
Die Yermuthung von Seidel (Jenaische Zeitschrift
für Med. und Naturwissensch. 1864. Th. L S.228), dass
sich die jungen Cysticercen des Schweines — vor Anlage
des Kopfzapfens — nach der Uebertragung in den Men-
schen zu vollständigen Finnen entwickeln sollten, ist im
höchsten Grade imwahrscheinlich, da die Grössenverhält-
nisse und die geringen Bewegungskräfte derselben eine
Wanderung aus dem Darm in die Muskeln kaum zulassen
dürften. Ein zur Prüfung dieser Vermuthung vom Ref.
angestelltes Experiment hat einen negativen Erfolg
gehabt.
Mosler fand bei einem 9 Tage vorher mit Taen.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 257
Solium inficirten Schweine zwischen den Muskelfasern
des Herzens ovale Bläschen von etwa 0,033 Mm., die einen
körnigen Inhalt besassen und als junge Finnen in An-
Anspnich genommen werden. Helminthologische Studien
u. Beobacht. S. 52.
Nach Chaillou sollen die Muskelfasern im Um-
kreis der Finnenblasen nicht bloss von Fett durchsetzt
sein, sondern auch ein missfarbenes Aussehen haben. Statt
der normalen Querstreifung war in dem beobachteten
Falle an den Fasern eine mehr körnige Struktur wahr-
zunehmen. Cpt. rend. Soc. biolog. 1862. p. 78.
Die Angabe von Thudichum (report par. dis.
1. c. p. 309), dass der Kopf des Cysticercus cellulosae im
Grunde des Receptaculum entstehe und gleich von vorn
herein seine spätere Haltung habe, ist entschieden un-
richtig und auf früheren Entwickelungsstadien, wie ich
solche in meinem Parasitenwerke dargestellt habe, leicht
zu widerlegen. Das Nackenband von Oyst. tenuicollis
wird (ebendas. p. 323) als ein baumartig verästelter Rück-
ziehmuskel in Anspruch genommen.
Mosler verfütterte die Proglottiden der Taenia me-
diocanellata an zwei Rinder und beobachtete die schon
von Ref. beschriebene „acute Cestoden-Tuberculose", die
in Folge des Versuches eintrat und in dem einen Falle
zum Tode führte. Die Todesursache sieht Verf. in dem
massenhaften Auftreten von Finnen im Herzen. (Helmin-
thol. Studien u. Beobachtungen S. 1 ff.)
Simonds und Cobbold wiederholen diesen Ver-
such gleichfalls mit positivem Erfolge. Das Rind genas
und enthielt in seinen Muskeln vielleicht 7 — 8000 Cysti-
cercen. (Proceed. roy. Soc. 1865. May.)
van Beneden bestätigt nach Mittheilungen eines
Capuziners, der 6 — 7 Jahre unter den Gallas lebte, dass
die Abyssinier, die meist schon im 5. u. 6. Jahre Bandwür-
mer haben, niemals Schweinefleisch gemessen , sondern
vorzugsweise von rohem Schaffleisch leben. Die Gallas,
die beides essen, sind weit weniger von Cestoden heim-
gesucht; van Beneden vermuthet, dass der betreffende
258 Lcuckart: Ik'iiclit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Bandwurm clio Taenia medlocanellata sei. Bullet, acad.
roy. Bolgc T.XVIII. No. 12.
Cobbold berichtet über den Fund eines Coenurus
aus den Eingeweiden eines amerikanisclien Eiclihürncliens
und stellt bei dieser Gelegenheit die früher bekannt ge-
wordenen Fälle zusammen, in denen vielköptige Cysticer-
cen in peiiplierischen Organen beobachtet wurden. (Von
diesen Fällen erwähnen wir hier namentlich den von
Rose, welcher schon 18o3 einen Coenurus bei dem Kanin-
chen auffand, so wie den Fall von Engel may er, der
einen solchen in der Leber der Katze gesehen haben will.
Uebersehen ist von Cobbold der Kall von Valentin,
der gleichfalls den Coenurus eines Kaninchens betraf.)
Nach Cobbold handelt es sich übrigens in diesen Fäl-
len um mehrere Arten, die freilich bis jetzt noch nicht ge-
hörig unterschieden sind. Was den Coenurus des ame-
rikanischen Eichhörnchens betrifft, so soll dieser eine
Art Zwischenform zwischen dem gewöhnlichen Coenurus
und dem Echinococcus bilden, indem die Köpfe nicht
gruppenweis standen, sondern zu knotigen, oft linear ge-
stellten Bündeln vereinigt waren. Brutkapseln schienen
zu fehlen, doch erinnerte die Anwesenheit äusserer Knos-
pen an Echinococcus. Proceed. Linnaean Soc. 1864. T.
VIII. p.23.
Ganz ähnlich verhält es sich, wie Ref. inzwischen
ersehen hat, mit dem „bisher noch unbekannten Blasen-
wurm", den Prof. Böttcher in Dorpat (Archiv für die
Naturkunde Liv-, Est-, und Kurlands 111. S. 363 mit Abb.)
aus den Rückenmuskeln eines Hasen beschrieben hat.
Derselbe gleicht einem Coenurus, dessen Köpfe je auf
einem mehr oder minder vollständig abgeschnürten gleich-
falls blasenartigen Theilstück der gemeinschaftlichen Mut-
terblase anhängen, so dass man eine Colonie von kleinen
Cysticercen vor sich zu haben glaubt, die mit ihren hin-
teren p]nden einem gemeinschaftlichen Mutterboden auf-
sitzen. Da die Grösse, Form und Zahl der Ilaken mit
denen des Coenurus ziemlich vollständig übereinstimmen,
so glaubt Ref., dass hier einstweilen noch kein Grund
der niederen Thiere während der J. 1864 — 18l;5. 259
für die Annahme einer neuen Species vorliegt. Auch
der Cjst longicollis erzeugt durch Abschnürung bekannt-
lich Tochterblasen und bei Cjst. tenuicollis geht dieser
Process so weit, dass man mitunter Exemplare findet —
wie Ref. ein solches der Freundlichkeit des Herrn Dr.
A. Schmidt in Frankfurt verdankt — die in ihrer
Schwanzblase eine Anzahl loser (steriler) Tochterblasen
in sich einschliessen.
Aus Fii r stenb er g's Beobachtungen und Mitthei-
lungen über ^die Drehkrankheit der Schafe" (Annal. der
Landwirthschaft in d. K. Pr. Staaten 1865. Jahrg. 23. S. 49
u. 166) heben wir die Angabe hervor, dass die Wande-
rungen der Embryonen auch hier durch das Bindegewebe
(und nicht den Blutstrom) geschehen. Der Eintritt in das
Hirn soll, wie schon Küchenmeister wollte, durch
das For. lacerum und F. rotundum stattfinden.
Friedreich's Mittheilungen „über den multiloculäreu
Leberechinococcus" (Arch. für pathol. Anat. Bd. XXXIII.
S. 16 — 48. Tab. I) haben mehr ein klinisches, als zoologi-
sches Interesse. Wir entnehmen daraus, dass der Echi-
nococcus in dem Falle des Verf.'s entschieden die Gallen-
wege inne hatte und durch Abschnürung resp. Ausstülpung
neue Blasen bildete. Die Anwesenheit eines besondern
netzartig verästelten Gefässsystems in der Parenchym-
schicht des Echinococcus (Virchow^) wird bestätigt. Verf.
glaubt sich auch davon überzeugt zu haben, dass die ge-
schichteten Concretionen in Erweiterungen dieses Ge-
fässsystemes eingelagert waren.
Durch die eingehenden, wichtigen Beobachtungen von
Rasmussen (Bidrag til kundskab om Echinococcernes
Udvikling, navnlig om Döttrebiäre danneisen, aus den
Naturhist. Foren. Viöenskab. Meddelelser 1865. 29 S. mit
Tab. I u. II) wird zunächst die Angabe des Ref. bestä-
tigt, dass die Echinococcusköpfchen sämmtlich in Keim-
kapseln ihren Ursprung nehmen und durch diese während
des Lebens mit der ^lutterblase in continuirlichem Zu-
sammenhange stehen Die Entwickelung der Echinococ-
cusköpfchen soll aber nicht in der von Ref. geschilderten
260 Lcuckai't: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Weise durch Ansstülpimg aus der Wand der Keira-
kapselii vor sich gehen, sondern (wie von Naunyn be-
schrieben worden) durch Knospung im Innern derselben,
so dass die Köpfchen von Anfang an solide wären (worin
Verf. entschieden im Irrthum ist). Die TocliterbLascn
leitet Verf. sämmtlich von einer Metamorphose der Keim-
kapseln her, die von vorn herein einen dünnen Cuticu-
larüberzug trügen, diesen aber nach der Abtrennung be-
deutend verdickten. Bisweilen entstehe die spätere Cu-
ticularbedeckung nur um einen Theil der Keimkapselmasse,
so dass ein anderer Theil (vielleicht mit Echinococcus-
köpfchen im Innern) neben der Tochterblase liegen bleibe,
um dann eventuell später die gleiche Metamorphose zu
durchlaufen. Dass sich, wieNaunyn beschrieben, auch
einzelne Echinococcusköpfchen in Tochterblasen umbilde-
ten, stellt Vei'f. in Abrede. Die Präparate, die dafür zu
sprechen scheinen, rühren nach seiner Ansicht von Brut-
kapseln mit nur einem Köpfchen im Innern her. Uebri-
gens findet sich neben dieser endogenen Fortpflanzung
auch eine exogene, bei der sich, wie Ref. geschildert, die
ersten Anlagen der neuen Blase in der Cuticularw^and der
Mutterblase bilden. Die oft beobachtete massenhafte
Verbreitung von Echinococcen im Innern desselben Trä-
gers rührt vielleicht von einer Verbreitung der Keimkap-
seln durch Hülfe des Blutsystems her, in das dieselben
unter gewissen Umständen nach Platzen des Mutterbodens
übertreten können.
Nach einer Mittheilung L ei s er ing's (ßer. über das
Veterinärwesen im Königr. Sachsen für 1864. S. 30) hat
es den Anschein, als wenn der Parasitismus der Taenia
Echinococcus bei den Hunden mancherlei Krankheitser-
scheinungen im Gefolge habe. Pillwax denkt sogar
(Vierteljahressch. f. Veterinärk. Bd. 18. S. 131) an einen
ursächlichen Zusammenhang mit der Wuthkrankheit.
Als neu erwähnen wir — ausser den schon oben angezoge-
nen Arten Krabbe's — Bolhridium (Solenophorus) arcnatnm n. sp.
aus dem Darme von Morelia spilotes, JBaird, Proceed. zool. soc.
Ib65. Jan., Annais and Mag. nat. hist. T. XVI. p. 52 mit Abbild.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865- 261
Turbellarii.
Mecznikoff liefert (Archiv für Naturgescli. 1865.
I. Ö. 174 — 181. Tab. IV) Beiträge ^ziir Naturgeschiciite der
Rhabdocoelen^ und handelt darin über den Bau von Pro-
stomum (Pr. lineare, Fr. helgolandicum n. sp. und Pr.
caledonicum), Aemostomwm dioecutii n. sp. und Alaurina
composita n. sp., welche letztere Verf. mit den von Busch
und Claparede beschriebenen verwandten Thieren als
Repräsentanten einer eigenen Familie betrachtet und ne-
ben die (nach unserem Verf. wahrscheinlich gleichfalls
after losen) Microstomeen stellen möchte.
Bei Prostomum lineare sollen nach unserem Verf. bald bloss
die männlichen, bald bloss die weiblichen Organe vollständig ent-
wickelt sein. In ersterem Falle fungirt der der Giftdrüse entbeh-
rende Stachelapparat als Penis, woraus folgt, dass unser Thier kei-
neswegs monopor ist, sondern zwei von einander verschiedene Ge-
schlechtsöffnungen 'besitzt. Was frühere Beobachter als gestieltes
Ei beschrieben haben, ist der Uterus, dessen Wand irrthümlich als
Schalenhaut gedeutet wurde. Pr. helgolandicum ist im Gegensatze
zu Pr. lineare vollkommen hermaphroditisch. Bei Acmostomum dioe-
cum sind männliche und weibliche Theile auf verschiedene Indivi-
duen vertheilt. Die Natur der bei Alaurina vorkommenden Segmente
betreffend, so entscheidet sich Verf. dahin, dass diese, trotz ihrer
gleichmässigen hermaphroditischen Geschlechtsentwickelung (Hoden,
Samenblase mit penisartig vorstehendem Stiele, neben der ein Ei
gelegen) keine sich später ablösende Sprösslinge sind. Es bezieht,
sich dabei auf die Thatsache, dass das ganze Thier einen gemein-
schaftlichen Rüssel, Mund und Darmkanal, so wie gemeinschaftli-
che Wassergefässe besitzt, auch keinerlei Spuren dieser Theile auf
den schon geschlechtsreifen Segmenten beobachtet werden konnten.
Nach einer vom Bef. ausgesprochenen Vermuthung dürften diese
Segmente vielleicht als Glieder einer cestodenartig gebauten Thier-
kolonie zu beobachten sein.
Einer beiläufigen Notiz von Claparede entnehmen
wir die Thatsache^ dass die zuerst von Müller beschrie-
benen Planarienlarven mit fingerförmigen Wimperlappen
einer Art angehören, die dem Stylochus macuiatus Quatref.
sehr nahe steht, wenn nicht damit identisch ist. Glanures
zootom. Avant-propos p. 1.
262 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
üeber das Nervensystem der einheimischen Plana-
ricn vgl. Leydig, zum Bau des thier. Körpers I. S. 136.
In Johnston's Catalogue of the british non-parasit
v^orms wird für die von Dalyell beschriebenen Pla-
narien mit Schwanzanhang ein eigenes Genus 6' ^2//?^ s auf
gestellt.
Ueber Proceros sanguinolentus vergl. Grube, Insel
Lussin u. s. w. 8. 97.
Zur Conservation der Nemcrtinen empfiehlt Grube
statt der Anwendung des heissen Wassers, die Thiere in
einem Schälchen mit nur wenigen Tropfen Wasser unter
Algen langsam absterben zu lassen. Die Insel Lussin u. s. w.
S. 94. Ebendas. giebt Grube auch eine Beschreibung
der von ihm aufgefundenen (9) Nemertinen, die bis auf
zwei nur unvollständig untersuchte Arten [Cerehi'aiulusf
Goroceus und C. f flavifrovs] schon bekannt sind.
3. C i 1 i a t i.
Rotiferi.
Weisse's Angaben ^über die Entwickelung der
Eier der Floscularia ornata" (Zeitschrift für wiss. Zool.
1864. S. 107, 108, mit Abb.) machen uns mit der Embryo-
nalform dieses Thieres bekannt, die, von den ausgebilde-
ten Geschöpfen sehr verschieden, einen einfach kegelförmi-
ger Leib besitzt, dessen Vorderende mit einem Flimmer-
scbopf versehen ist. Das Thier schlüpft — im August —
nach sieben Tagen aus den Eihüllen, nachdem schon am
fünften Tage nach dem Ablegen die zwei am Kopfende
angebrachten Augen sichtbar geworden waren. Die Eier
messen höchstens den sechsten Theil des Längendurch-
messers des mütterlichen Körpers. Da der Verf. bei sei-
nen Embryonen keinerlei Eingeweide zeichnet, so sollte
man fast vermuthen, dass er die Entwickelung männlicher
Eier beobachtete, zumal auch die beschriebenen „Embryo-
nen'^ den von Leydig abgebildeten Männchen von Ste-
phanoceros in hohem Grade ähneln. Weisse selbst hat
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 263
später (ebendas. 1865. S. 373) auf die Aebnlichkeit seiner
Embryonen mit dem Ehre n b^rg'schen Genus Monola-
bis aufmerksam gemacht und die Vermuthung ausgespro-
chen, dass diese Gattung aus dem Systeme gänzlich zu
streichen sei. iVn gleichem Orte reclamirt Weisse
Cephalosiphon Limnias, dessen Entdeckung in unseren
Ber. für 1861 u. 1862 irrthümllcher Weise William son
zugeschrieben wurde, als seine Limnias Meiicerta.
Die hier über Floscularia angezogenen Beobachtun-
gen sind auch in den von unserem Verf. gelieferten
,,zweiten Beitrag zur Oologie der Räderthiere^ (^Bullet.
Acad. imp. St. Petersb. T. VIII. p. 203—214. Tab. VIII)
übergegangen, in "vvelcheni ausserdem noch die Eier von
Philodina sp., Euchlanis iuna, Euchl. dilatata, Monostyla
cornuta, Scaridium longicaudatum, Monura colurus, Bra-
chionus Backeri, Br. pala, Metopidia lepadella beschrie-
ben und abgebildet werden. Die Eier von Scaridium
enthalten im Momente des Abganges aus dem Mutterleibe
einen Haarbesatz, wie er schon öfters gesehen, von E h-
renberg aber auf den Parasitismus einer kleinen Alge
zurückgeführt wurde.
Die treffli(?he Arbeit vonGreeff „über das Nerven-
system der Bärenthierchen" (Archiv für mikrosk. Anat.
I. S. 122) macht uns gelegentlich damit bekannt, dass bei
den Rotiferen, ganz wie bei den Bärenthierchen, ein con-
tinuirlicher Zusammenhang zwischen Nervenfäden und
Muskelbündelii besteht, der in beiden Fällen durch eine
förmliche Ganglienzelle (^den sog. Doyereschen Hügelj
vermittelt wird. Beiderlei Thiere lassen sich auch durch
Uebertragung in ein Wasser, dem durch mehrmaliges
Aufkochen die beigemischte atmosphärische Luft ge-
nommen ist, in einen Zustand der Erstarrung versetzen,
der für die mikroskopische Untersuchung, namentlich des
Nervensystemes, sehr günstig ist. Durch Zuführen von
Sauerstoff werden die erstarrten Thiere wieder in's Le-
ben zurückgerufen.
Moxon's „Notes on some points in Ihe Anatomy of
Rotatoria" (Transact. Linnaean Soc. T.XXIV) betreffen
264 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
vorzugsweise das Wassergcfässsystem, den Darmkanal
und die Tastorgane.
Der Flimmerapparat an den Seitenzweigen der Wassergefässe
besteht nach den Beobachtungen des Verf. 's nicht, wie früher an-
genommen, aus einem einzigen langen Haare, sondern aus zahlrei-
chen Cilien, die wahrscheinlicher Weise an den gegenüberliegenden
Flächen des Trichters angebracht sind. Das Gen. Floscularia besitzt
in seinem Vormagen einen gleichfalls im Innern flimmernden Bliud-
schlauch, der den Wandungen aufsitzt und allem Vermuthen nach
als eine Art Klappe (intestinal valve) zu betrachten ist.
Wenn wir an dieser Stelle der Meczniko ff sehen
Arbeit über Ichthydinen gedenken, so geschieht das na-
mentlich mit Rücksicht auf die Ansicht des Verf.'s, dass
diese Thiere die nächsten Verwandten der Rotiferen dar-
stellten und (als Gastrotrichae) mit denselben (als Cepha-
lotrichae) zusammen am besten zu einer einzigen Gruppe
(Ciliata Lt. — allerdings, nach unserem Verf., mit Aus-
schluss der Bryozoen) vereinigt würden. Die von M.
Schultz e vorgeschlagene Verbindung mit den Turbel-
larien hält Verf. für unnatürlich, da die mehr cylindri-
sche Form, die x\nwesenhelt einer ziemlich resistenten
Cuticula, das getrennte — nicht hermaphroditische — Ge-
schlecht, die Bildung des Darmes mit After u. a. damit
unvereinbar sei. Noch Weniger aber spricht für eine
Zusammenstellung mit den Nematoden (Ehlers), w^oge-
gvn die partielle Bewimperung, die bei dem neuen Gen.
Cephalidium auch auf den Kopf übergeht und anderer-
seits auch bei manchen Notommataarten von der sonst für
die Rotiferen so charakteristischen Anordnung beträchtlich
abweicht, die Entwickelung der Tastapparate, denen Verf.
auch die Rückenborsten von Chaetonotus zurechnet, die
bei Chaetonotus entdeckte Anwesenheit von zweierlei
Eiern (kleinen Sommereiern, die sich im mütterlichen
Körper entwickeln und grösseren, hartschaligen Winter-
eiern, aus denen die Embryonen bereits in späterer Form
hervorkommen), die Existenz von Furcalanhängen bei ge-
wissen Ichthydinen auf eine Verwandtschaft mit den Ro-
tiferen hinweisen. Die Hauptunterschiede von diesen Thie-
ren würden dann in dem Mangel der Kiefer und des
der niederen Tliiere wäLrend der J. 1864 — 1865. 265
ExcretionsapparateS; so wie in der Bauchwimperiing ge-
geben sein. Zeitschrift für wiss. Zool. 1865. S. 450 — 458
mit Abbild.
Die Untersuchungen desVerf.'s knüpfen an eine ganze Anzahl
von Arten an , die zum Theil neu sind. So Chaetonolns hyslrix
aus Giessen (der sich von den übrigen Arten — dem Ch. lar Edw.,
dem auch Ch. maximus Ehrbg. und Ch. brevis Ehrbg. zugehört,
während Ch. maximus Seh. als Ch. Schultzii Mcz. davon abgetrennt
wird, und dem Ch. tessellatus Duj. — durch eine besonderen Form
der Rückenborsten unterscheidet, Ichthydivni ocellalum mit zwei lin-
sentragenden Augen aus Charkow, Chaetiira (n. gen.) capricornia
aus Charkow nnd C eph ali dium (n, gen.) longisetosum ans Giessen.
Chaetura ist durch eine fast cylindrische Form, zwei starke Fur-
calanhänge und einen analen Borstenkranz ausgezeichnet, während
Cephalidium einen stark abgesetzten kugligenKopf mit langen Wim-
perhaaren trägt und am Leibe mit einer Anzahl äusserst langer Bor-
sten besetzt ist.
Bryozoa.
S m i 1 1 s Abhandlung om hafs-bryozoernas iitveckling
och fettkroppar (Ofvers. af k. akad. Förhandl. 1865. p. 5
— 50. Tab. I — VII) ist in gewisser Beziehung eine Fort-
setzung der schon im letzten J. B. angezogenen interes-
santen Untersuchungen desselben Verf.'s über den Po-
lymorphismus der Bryozoen. Sie handelt über die ver-
schiedenen Fortflanzungsformen dieser Thiere und schil-
dert dieselben an einer ganzen Reihe verschiedener Arten
aus der Gruppe der Chilostomeen so gut, wie der Cyclo-
stomeen. Es sind vier verschiedene Fortpflanzungsweisen,
die Verf. unterscheidet, die gewöhnliche Knospung zur
Vergrösserung des Thierstockes (p. 5 — 16), die Eibildung
durch innere Knospung, die vielleicht der Statoblasten-
bildung der Süsswasserbryozoen entspricht, jedenfalls,
wie diese, eine ungesclilechtliche Vermehrung repräsen-
tirt (p. 16 — 23), die Entwickelung aus Keimkapseln, die
nach der Zerstörung der übrigen Eingeweide im Innern
der älteren Thierzellen vor sich geht (p. 23 — 33), und die
geschlechtliche Fortpflanzung durch Eier und Samen
(p. 33 — 50). Bei allen diesen Fortpflanzungsformen spielt
nach der Ansicht des Verf.'s der Fettkörper eine grosse
266 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Rolle. Was aber mit diesem Namen bezeichnet wird,
scheint dem Ref. niclits weniger als ein Fettkörper nnd
nicht einmal überall das gleiche Gebilde zu sein. Die
snbcnticiilare Körnerlage, aus der sowohl die Geschlechts-
stofFe, wie auch die statoblastenartigen Eier hervorknospen,
lässt sich am Ende doch ebenso wenig mit Recht also be-
zeichnen, wie der dotterartige Körnerinhalt der äusseren
Knospen oder die durch Zerfall des eigentlichen Thierkör-
pers (Histolyse) entstandene Inhaltsmasse der älteren Zellen,
in denen die Entwickelung der sog. Keimkapseln vor sich
geht. Was übrigens den Ursprung der letzteren anbe-
trifft, so glaubt Verf. denselben auf die sog. Leberzellön
der absterbenden Thiere zurückführen zu können, die zu
Zeiten wenigstens mit ganz denselben dunkeln Pigmentkör-
nern gefüllt sind, wie die Keimkapseln, die von den frü-
heren Beobachtern desshalb denn auch gewöhnlich als
„schwarze Körper^ beschrieben wurden. Bei der Entwicke-
lung wachsen dieselben in einen neuen Thierleib mit
Darm und Tentakelkranz aus. Die statoblastenartigen
Eier entstehen einzeln und lösen sich nach voller Entwik-
kelung von der subcuticularen Körnermasse, der sie ihren
Ursprung verdanken, ab, um dann entweder in der Lei-
beshöhle ihrer Mutterthiere zu verweilen oder von da in
besondere sog. Eierbecher (Ovicellen) überzutreten. Die
Embryonaientwickelung in diesen — dünnhäutigen —
Eiern wird durch eine Furchung eingeleitet, die den
Dotter in einen Zellenballen verwandelt, der ausser dem
fast uniformen Flimmerkleide in der Aequatorialzone und
an dem einen Körperpole noch einen Besatz von stärke-
ren und längeren Wimperhaaren trägt. Die wahren Eier
entstehen mit den Samenfäden in derselben Thierzelle,
die letztern mehr im hintern, die andern mehr im vor-
dem Abschnitte derselben. Sie knospen gruppenweise
hervor, lösen sich aber nach vollendeter Reife — wobei
sie sich, wie die Ascidieneier, mit einem zelligon Chorion
bekleiden — einzeln ab und fallen dann in die Leibes-
höhle. Ihre Embryonaientwickelung wurde nicht beob-
achtet. Die äussern Knospen der Bryozoen, die zur Ver-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 267
grösserung der Kolonie dienen, sind bei den von unserem
Verf. beobachteten Arten keine Einzelknospen, sondern
Gesellschaftsknospen, die erst im Laufe der Entwicke-
lung — ganz eben so, wie wir das später auch, nach
K i r c h e n p a u e r's Untersuchungen , bei einer Anzahl
von Hydroidpolypen kennen lernen werden — in die
spätem Einzelzellen zerfallen. So z. B. bei Flustra mem-
branacea, deren ganzer Wachsthumsrand aus einer zu-
sammenhängenden Knospenmasse besteht, die durch Ent-
wicklung von Längsscheidewänden in Röhren sich ab-
theilt, welche dann durch Quergliederung in die einzelnen
Thierzeilen zerfallen. Die Eingeweidemasse entsteht erst
nach der Differenzirung der Thierzeilen durch eine Art
Knospiing von der vorderen Schmalseite. Die Gesell-
schaftsknospen der Scrupocellaria scruposa bilden auf die-
selbe Weise durch fortgesetzte x\btrennung zuerst ein
Avicularium, dann ein Vibracularium und erst zuletzt eine
Thierzelle, warauf die Reihe dann von Neuem anhebt.
Bei Crisia u. a. geschieht eine Längstheilung der Gesell-
schaftsknospen, durch welche sich die späteren Thierzei-
len von dem darüber hinauswachsenden Stamm oder Zweig
absetzen, der nach einiger Zeit abermals der Länge nach
sich abtheilt. Scrupocellaria und Bugula besitzen nach
den Beobachtungen unseres Verf.'s ein reich entwickeltes
Colonialnervensystem. (Ueber die zweierlei Eier der See-
brjozoen vergl. auch die dem Verf., wie es scheint,
unbekannt gebliebenen Beobachtungen von H i n c k s,
J. B. 1861).
Alders »Beschreibung neuer britischer Polyzoen mit Bemer-
kungen über einige nur unvollkommen bekannte Species« Journal
microscop. Sc. 1864. p. 95 — 109. PI. II — IV) handelt über folgende
Arten: Cellepora ramulosa L., C. dichotoma Hincks, C. attenuata
n. sp., C. cervicornis FL, Falmicellaria (n. gen.) elegans n. sp.,
Quadricellaria gracilis Sars, Eschara laevis Flem., E. lorea n. sp.,
E. Landsborovii Johnst. (= E. foliosa Aid.), E. pavonella Aid. (=
E. cribraria Busk), Scrupocellaria Delilii Aud. (= Cellularia scrupea
Aid.), Hornera borealis Busk.
F almicellaria n. gen. Polyzoary erect, calcareous, inar-
ticulate, cylindrical, smooth. branching dichotomously. Cells dispo-
268 L e u c k a r t : Bericht üb. d. Leist. in d. NaturgeschicMe
sed in four longitudinal alternate series, those in the two opposite
scries being on the same level, Aperture circular, opening verti-
cally, within a slight concavity with a broad projecting, palmate
expansion in front, bearing an avicnlarium.
Aetea arcjillacea n. sp. Smitt, 1. c. p. 29, von der nahe ver-
wandten Aet. ligulata Busk leicht durch die Existenz einer basalen
Einschnürung an den Thierzellen zu unterscheiden.
lieber Lepralia venusla, L. comjjlanala, L. laqtteala, L, divisa,
L. poiila, L. inicrostoma, L. crnenla, Memhrdnipora sacculala., Dia-
slopora Sarnicnsis, neue Arten der britischen Küste, vgl. Norman,
Annais and Mag. nat. hist. 1864. T. XIII. p. 84—90 mit Abb.
I
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im
Gebiete der Entomologie während der J. 1863^ — 64.
Von
A. Oerstaecker
in Berlin.
(Zweite Hälfte.)
Goleoptera.
Die vorzügliche, bereits im vorigen Jahresberichte
p. 54 erwähnte Abhandlung Seh ioedte's über die ersten
Stände der einheimischen Käfer ist im J. 1864 mit einem
zw^eiten Abschnitt (De metamorphosi Eleutheratorum ob-
servationes, Naturhist. Tidsskr. o. Raek. III. p. 131 — 224.
tab. 1 — 10) fortgesetzt worden, welcher sich ausser auf
die nochmals behandelten Gyrinen auf die Familien der
Histerinen, Dyticiden und Staphylinen erstreckt, von
denen jedoch die letzteren noch nicht abgeschlossen zu
sein scheinen. Die diesen Abschnitt illustrirenden Tafeln,
welche neben einer grösseren Anzahl von Larven und
Nymphen in ganzer Figur die Darstellungen zahlreicher
einzelner Körpertheile enthalten, sind in Zeichnung und
Stich wohl das Vollendetste, was bisher in diesem Genre
geleistet worden ist; die unübertroffene Ausführung der-
selben bis in das kleinste Detail harmonirt vollkommen
mit der alle früheren Untersuchungen an Genauigkeit
weit übertreffenden Charakteristik, welche Verf. von den
einzelnen Arten, Gattungen, Gruppen und Familien im
Texte entwirft. In wie umfassender Weise die Kenntniss
der ersten Stände unserer einheimischen Coleopteren
durch diese Arbeit von Schioedte gefördert wird, er-
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. Ud. 2. S
270 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
giebt sich schon ans der Zahl der von ihm bekannt ge-
machten Arten, gegen welche die der bisher publicirten
vollständig verschwindet. Während z. B. von Chapuis
und Candeze in der Familie der Dyticiden nur vier
Gattungen mit ebenso vielen Arten als bekannt aufgeführt
werden, erstreckt sich die Kenntniss des Vcrf.'s auf die
ersten Stände von 9 Gattungen mit 15 Arten, und unter die-
sen auch auf die bisher unbekannten der Haliplinen, welche
von sehr auffallender Gestalt und in wesentlichen Punk-
ten abweichend sind. Auf die spezielleren sich aus den
Untersuchungen des Verf.'s ergebenden Resultate werden
wir bei den betreffenden Familien zurückkommen.
Cornelius, „Entwickelungsgeschichten" (Stett. Ent.
Zeit. XXIV. p. 113— 125) erörterte gleichfalls die ersten
Stände und deren Lebensweise von sieben Coleopteren
verschiedener Familien. — Ebenso finden sich von Frauen-
feld (Verhandl. d. zoolog. botan. Gesellsch. zu Wien 1863
— 64) die Larven verschiedener einheimischer Arten, be-
sonders aus der Familie der Curculionen beschrieben.
Hagen, „Zusatz zu den von Chapuis und Can-
deze aufgeführten Larven von Coleopteren^ (Stett. Ent.
Zeit. XXIV. p. 298—309) stellte ein reichhaltiges Ver-
zeichniss literarischer Nachweise, die ersten Stände und
die Metamorphose der Käfer betreffend, zusammen. Das-
selbe umfasst neben den von Chapuis und Candeze
übersehenen älteren Arbeiten auch diejenigen, welche
seit dem Erscheinen ihres Werkes publicirt worden sind.
Von Lac or d ai r e's „Genera des Coleopt^res" ist
im J. 1863 der sechste Band (637 pag.) erschienen, welche
den ersten Theil der umfangreichsten aller Familien der
Coleopteren, nämlich der Curculionen behandelt. Verf.
hat dieselbe in der Weise abgränzen zu müssen geglaubt,
dass er abgesehen von den Bostrichiden auch die von
Schönherr mit der Familie noch vereinigten ßruchi-
den, Anthribiden, ßrenthiden und Uloceriden davon aus-
schliesst. Da schon die beiden vorhergehenden Bände
des Werkes fast auf jeder Seite den Bew^els geliefert
hatten, einen wie tiefgreifenden Einfluss die ausgedehnten
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 271
Untersuchungen des Verf.'s auf die bisherigen systemati-
schen Anschauungen ausübten, so war mit Sicherheit
vorauszusetzen, dass die den Anforderungen an ein natür-
liches System wenig entsprechende Arbeit S c h ö n h e r r's
die wesentlichsten Umgestaltungen würde erfahren müs-
sen. Die Mängel derselben waren so zahlreich und so
in die Augen springend, der Widersprüche in derselben so
viele, dass sie, abgesehen von ihrem bleibenden Werth als
Repertorium zahlreicher Arten, unmittelbar nach ihrem
Erscheinen als veraltet angesehen werden musste. Anstatt
einen Leitfaden durch das Labyrinth dieser überwälti-
genden Masse einander so ähnlicher Formen zu liefern,
erschwerte sie offenbar das Erkennen und Auffinden sol-
cher, welche fern von ihren unmittelbarsten Verwandten
untergebracht und möglichst heterogenen Formen zuge-
sellt worden waren. Ein Blick auf die von Schönherr
z. B. in seiner 4. bis 7. Gruppe der Brachyrrhynchi
vereinigten Formen musste leicht zu der Ansicht führen,
dass der Verf. sich weder über den systematischen Werth
der von ihm angezogenen Merkmale, noch über die Be-
ziehungen seiner Gruppen und Gattungen zu einander
irgendwie klar geworden war, dass er sich ebenso wenig
von der Haltlosigkeit einer Trennung in Orthoceri und
Gonatoceri Rechenschaft gegeben, als dieselbe auch nur
mit Consequenz durchgeführt hat. Dass unter solchen
Umständen von einem eigentlichen Systeme, welches nur
der einen oder anderen Verbesserung und Ausfeilung
bedurft hätte, nicht die Rede sein konnte, lag auf der
Hand ; dem von vorn herein morschen Bau waren nach
und nach bereits alle Stützen entzogen worden, ohne
dass freilich an seiner Stelle ein anderer, der Critik bes-
ser standhaltender aufgeführt worden war. Ueber die
Art, in welcher Weise dies geschehen müsse, lagen neben
vielfachen übereinstimmenden auch oft die divergirendsten
Ansichten vor; eine Einigung war vorzugsweise über
solche Merkmale erzielt worden, welche sich nicht in
der S c h ön h err'schen Weise systematisch verwerthen
Hessen. Dem bewährten Verf. des vorliegenden Werkes
I
272 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch, Ijeist. im Gebiete
boten sich daher im (J runde nur die bereits zusammen-
getragenen, zum Theil auch wohl mit dem Hinweis auf
ihre zw^eckmässige Yerwerthung versehenen Bausteine dar,
während er sich den Plan für eine erneuete Aneinander-
fügung derselben selbst zu entwerfen hatte. Die Schwie-
rigkeiten, welche hierbei zu überwinden waren, werden
]Siemandem, der sich mit der Familie der Curculionen
eingehender-beschäftigt hat, entgehen können: schon der
Umstand, dass es sich hierbei um die vergleichende Un-
tersuchung von 800 bis 900 Gattungen handelt, unter
welche sich das gewiss auf 20,000 Arten zu berechnende
Material vertheilt, lässt das Uebermaass der Arbeit zur
Genüge erkennen. Dieselbe in einer allen systematischen
Anforderungen genügenden Weise zu bewältigen, kann
selbstverständlich nicht das Werk einiger Jahre selbst un-
ausgesetzter Arbeit sein, sondern erfordert ein Lebensalter.
Das von Lacordaire Dargebotene würde daher auch
abgesehen von dem vielen Trefflichen, was sein System
im Allgemeinen sowohl als Speciellen aufzuweisen hat,
schon durch seine Ausdehnung als eminent gelten müs-
sen. Im Gegensatze zu Schönherr verkennt der Verf.
nirgends die Schwierigkeit seiner Aufgabe und noch we-
niger die schwächen Seiten, welche auch der durch ihn
versuchten Lösung derselben anhaften; indem er selbst
auf die Mängel seines Systems, welche an einzelnen, wie
überall sich störrisch erweisenden Formen zu Tage tre-
ten, hinweist, zeigt er gerade, wie eingehend er sich des
Gegenstandes bemeistert hat. Sein System ist in den Haupt-
zügen streng logisch, seine Eintheilungsmomente scharf,
klar und fasslich; in erster Linie soll es zur sicheren
Orientirung in der unentwirrbar erscheinenden Masse der
Einzelformen dienen. Diesen Zweck hat es nach der
Ansicht des Ref. in hohem Grade erreicht und damit ist
den späteren Forschungen, welchen die Darlegung der
spezielleren verwandtschaftlichen Beziehungen kleinerer
Gruppen und einzelner Gattungen obliegt, der Weg auf
das Beste geebnet.
In Betreff der für die Begründung grösserer Gruppen zu verwer-
der Entomologie während der J. ]86o — 64. 27ö
thenden Merkmale äussert sich Verf. zunächst dahin, dass weder der
Rüssel noch die Fühlhörner in Wirklichkeit derartige Dififereuzen
darböten, wie sie etwa aus den Schönher r'schen Bezeichnunofen
Brachyrrhynchi und Mecorhynchi, Orthoceri und Gonatoceri zu ver-
muthen seien. Kurz- und Langrüssler sei bei Schönherr ein
ebenso vager Begriff wie bei Linne, oder wie beiFabricius die
Gattungen Curculio und Rhynchaenus. Dass Schön herr auch die
Fühler in zweifelhaften Fällen willkührlich als gebrochen oder
gerade angesprochen habe, weist Verl', gleichfalls an mehreren, schon
von anderen Seiten her zur Sprache gebrachten Fällen nach; der
Vollständigkeit halber hätte er noch erwähnen können, dass in
manchen Gattungen mit (der Regel nach) geraden Fühlern (z. B.
Apion) einzelne Arten auftreten, deren Männchen der Schönher r'-
schen Anschauungsweise nach gebrochene Fühler besitzen (z. B.
Apion difforme). Nachdem sich diese Organe als für die Aufstel-
lung grösserer Gruppen nicht gut verwerthbar ergeben, hätte es
vielleicht zunächst gelegen . auf solche Körpertheile, welche, wie
z. B. die Beine mit der Lebensweise offenbar in naher Beziehung
stehen , wegen ihrer ansehnlichen Grössenentwickelung sich dem
System.tiker aber gleichsam von selbst aufdrängen, ein näheres
Augenmerk zu richten. Verf. macht uns keine Mittheilung darüber,
ob er dieselben in Betreff einer allgemeineren systematischen Ver-
werthung geprüft, oder ob sie sich dazu als nicht geeignet erwie-
sen haben. Vielmehr weist er uns sogleich auf die bisher bei
den Curculionen wenig beachteten, für die Systematik aber ganz
unverwerthet gebliebenen Mundtheile und zwar besonders auf das
Verhältniss zwischen Unterlippe und Maxillen hin, welches sich ihm
als zur Begründung zweier Abtheihingen ersten Ranges besonders
brauchbar erwiesen habe. Als Adelog natha bezeichnet er näm-
lich diejenigen Curculionen. bei denen die Maxillen ganz oder zum
grössten Theile vom Kinn bedeckt sind und als Phanerognatha
solche, wo sie vollständig frei liegen. Bei der im Verhältniss zu
allen übrigen Körpertheilen so geringen Entwickelung der Mund-
theile, wie sie die Curculionen darbieten, könnte man a priori ge-
neigt sein , einem solchen Unterschied gerade das geringste Maass
von Wichtigkeit beizulegen, nebenbei auch wohl praktische Beden-
ken gegen die systematische Verwerthung so schwierig zu erken-
nender Organe zu erheben sich veranlasst fühlen. Letztere würden
natürlich nicht in Betracht kommen können, wenn sonst nur die
Unterschiede sich als für bestimmte Abtheilungen constant und mass-
gebend erweisen: und dies scheint in der That der Fall zu sein.
Was wenigstens die Gruppe der Adelognatha Lacordaire's betrifft,
so glaubt Ref. die Abgränzung derselben seinerseits als eine ganz
274 G er staecker: Bericht üb. (1. wissensch. Leist. im Gebiete
besonders glückliche systematische Errungenschaft bezeichnen zu
müssen , da sie fast ohne Ausnahme Formen in sich vereinigt,
die auch sonst nach ihrem Gesammtbau in evident naher Beziehung
zu einander stehen. Eine andere Frage ist freilich die. ob die Pha-
nerognathen den Adelognathen als gleichwerthige Gruppe gegen-
übergestellt werden können: diese scheint dem Ref. eher verneint
werden zu müssen. Letztere stellen einen Complex von theilweise
sehr heterogenen Formen dar, welche ihrem Gesammtbau nach of-
fenbar unter einander viel verschiedener sind, als einige derselben
von den Adelognathen abweichen. Indessen muss man andererseits
dem Verf. wieder ohne Weiteres zugestehen, dass er gerade diese
sich den Adelognathen nahe anschliessenden Formen (Phanerogna-
thes synmerides, Sect. A) auch der Reihenfolge nach unmittelbar
auf jene hat folgen lassen. — Die weitere Eintheilung der Adelo-
ffnathen und Phanerognathen hat Verf. auf verschiedene Merkmale
begründet: die der ersteren zunächst auf die Form der Augen und
die nach seinem Nachweis damit in enger Beziehung stehende Bildung
des Prothorax, die der letzteren nach dem Zusammenstossen, resp.
der Trennung der Vorderhüften. Auch diese weitere Eintheilung
hat offenbar für die Adelognathen die befriedigenderen Resultate er-
zielt ; die unter denselben als Oxyophthalmen bezeichneten Formen
mit ihren Prothorax -Lappen ergeben sich den Cyclophthalmen ge-
genüber von selbst als eine naturgemässe Gruppe. Ob die Einthei-
lung der Phanerognathen in Synmerides und Apostasimerides und
die Anordnung der unter ersteren vereinigten Formen nach der
Bildung des Hinterleibs (Pygidium) und der Fussklauen einer na-
türlichen Verwandtschaft die gebührende Rechnung trägt, will Ref.
dahin gestellt sein lassen. Dass der Form der Fühler hier nur eine
geringere Bedeutung beigelegt wird und dass danach die Gruppen
mit geraden Fühlern inmitten solcher mit gebrochenen zu stehen
kommen, kann bei der in der That nicht zu verkennenden nahen
Verwandtschaft der Apioniden mit den Erirhiniden einer — und
den Anthonomiden andererseits im Princip gewiss keinem Beden-
ken unterliegen. Es wäre aber dabei doch nicht die Frage ausser Acht
zu lassen, ob auch die mit geraden Fühlern versehenen Gruppen in
der That in so naher Beziehung zu einander stehen, wie es ihre
unmittelbare Aufeinanderfolge anzudeuten scheint; für die Apoderi-
den und Attelabiden scheint dem Ref. eine nahe Verwandtschaft
weder mit den ihnen vorangehenden noch auf sie folgenden Grup-
pen keineswegs evident und schon ihrer eigenthümlichen Lebens-
weise nach sehr unwahrscheinlich.
Die Fortsetzimf? von Jacquelin duVal's Genera
des Coleopt^res d'Europe ist nach dem frühzeitigen Tode
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 275
des talentvollen Verf.'s von L. Faimaire übernommen
worden imd gegenwärtig bereits im rüstigsten Fortschritt
begriffen. Während d. J. 1863 — 64 sind 16 Lieferungen
(112. — 127.) publicirt worden, von denen die sechs ersten
den Rest der Heteromeren bis zum Schluss der Mordel-
linen enthalten und noch aus dem schriftlichen Nachlasse
du V a l's herrühren, die folgenden dagegen das Werk
des jetzigen Herausgebers sind. Mit der 120. Lief, wird
die Gruppe der Heteromeren und zugleich der dritte
Band des Werkes abgeschlossen , welcher ausser den
früher in diesen Berichten erwähnten Familien die Py-
rochroiden, Anthiciden, 8craptiiden, Melandryiden, Mor-
dellinen (mit welchen die Rhipiphoriden vereinigt werden),
Meloiden, Oedemeriden, Mycteriden und Pythiden um-
fasst. — Lief. 121. — 127. bilden sodann die Fortsetzung
des bereits vor Jahren von Jacq. du Val begonnenen
4. Bandes des Werkes und handeln die Familien der
Scolytiden und Cerambyciden, letztere fast bis zum Schluss
der Lamien-Gruppe gediehen, ab. Die Abbildungen der
einzelnen Gattungs-Repräsentanten sind von gleicher Sau-
berkeit in der Ausführung wie früher, in ihrer Naturtreue
jedoch von verschiedenem Werth.
Mulsant's Histoire naturelle des Coleopteres de
France ist in d. J. 1863 — 64 mit folgenden xAbschnitten
fortgesetzt worden: 1) Tribu des Mollipennes. Paris 1863.
(8. 438 pag. c. tab. 3. — Separatabdruck aus den Annales
d. l. soc. Linneenne de Lyon IX. p. 57 — 494). Enthält
eine Bearbeitung der Lampyriden, Lyciden und Telepho-
riden. — 2) Tribu des Angusticolles, in Verbindung mit
Rey herausgegeben. Paris 1863 — 64. (8. 134. pag. c. tab. 2.
— Separatabdruck aus den Annales d. 1. soc. Linneenne
de Lyon X. p. 247 — 380); eine Bearbeitung der Clerier.
— 3) Tribu des Diversipalpes, gleichfalls in Gemeinschaft
mit Rey. Paris 1S63 — 64. (8. 24 pag. — Separatabdruck
aus den Annales d. 1. soc. Linneenne de Lyon X. p. 381 —
404). Enhält nur die Beschreibung von 3 Lymexyliden.
— 4) Tribu des Longicornes. Eine Fortsetzung der vom
Verf. unternommenen neuen Bearbeitung dieser Familie,
276 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
das Ende der Cerambvces genuini und die erste Hälfte
der Lamien umfassend (AnnaJes d. scienc. phys. d. 1. sog.
d'agriculture de Lyon 3. ser. VIL p. 97— 320). -— ö) Tribu
des Terediles (Annales sog. Linneenne de Lyon XL p. 289
— 420). Eine in Verbindung mit Rey publieirte ßeselirei-
bung der Anobien, welche Verf. kurz vorher (Annal.
SOG. Linneenne X. und Opusc. entom. XIII) in nahe über-
einstimmender Weise schon einmal bearbeitet hat.
Sämmtliche genannte Gruppen sind mit bekannter Ausführ-
lichkeit und Sorgsamkeit und ganz nach dem Vorbilde der früheren
Arbeiten des Verf.'s abgehandelt ; überall ist die Literatur in gros-
ser Vollständigkeit beigebracht und verwerthet, auf Lebensweise,
Entwickelungsgeschichte u. s. w. in gebührender Weise Rücksicht
genommen. Der Reichthum der südfranzösischen Fauna bringt es
mit sich, dass wenigstens in den artenreicheren und bisher mit we-
niger Vorliebe bearbeiteten Familien, wie z. B. den Telephoriden
eine Reihe neuer Arten durch die Arbeit des Verf.'s zur Kenntniss
kommt; dies ist z. B. in den Gattungen Telephorus, Rhagonycha,
Malthinus und Malthodes der Fall, wo Verf. z. Th. auch noch einige
ausserhalb Frankreichs aufgefundene neue Arten beschreibt. Eine
neue Gattung Absidia wird auf den Telephorus pilosus Payk. be-
gründet. — Die Bearbeitung der Clerier umfasst dagegen nur hin-
reichend bekannte Arten und sucht dies dadurch aufzuwiegen, dass
auch der Corynetes rufipes ohne besondere Veranlassung zu einer
besonderen Gattung A g onoli a erhoben wird; von Interesse ist
eine in die Arbeit aufgenommene Beschreibung der Larve von De-
nops albofasciatus, durch Perris an den Verf. eingesandt. — Auch
in die vorliegende Fortsetzung der Longicornien sind Beschreibun-
gen verschiedener neuer Süd-Europäischer Arten z. B. aus Sicilien,
Etrurien u. a.) aufgenommen und die Zahl der Gattungen abermals
vermehrt worden. Auf Gracilia timida Menetr. wird eine neue Gat-
tung Exilia, eine andere Dolocems auf eine mit Molorchus
verwandte n. A. Dol. Reicliii aus Etrurien begründet, welche sich
durch nicht merklich ausgerandete Augen und gegen die Spitze hin
verdickte Fühler unterscheidet. Cerambyx fennicus Payk. wird zu
einer neuen Gattung 0 plasia, und Saperda phoca Froel. zu einer
gleichen Namens A m ilia erhoben.
Von C. G. Thomson's ^Skandinaviens Coleoptera,
synoptiskt bearbetade^ liegen aus denselben beiden Jahren
der 5. und 6. Band vor. Ersterer umfasst die Lamellicor-
nien, die Platysomen(Cucujiden, Prostomiden undTrogositi-
der Entomologie während der J. 1863— ()4. 277
den), die Xylophagcn (Rhyssodiden, Bothridcriden, Co-
lydier und Verwandte, Anobiiden, Ciofden imd Lyctiden)
und die Fnngicola Latr. (Lathridii, Cryptophagidae, En-
gldae, Endomychidae und Mycetophagidae, letztere mit
Einschluss von Tetratoma) : letzterer die Serricornes Latr.
(Biiprestidae, Encnemidae, Throscidae, Elateridae, Cypho-
nidae, Malacoderma, Glerii und Lymexylonidae) und die
Heteromeren. Wie schon früher erwähnt, sind es haupt-
sächlich die auf erneueten selbstständigen Untersuchungen
beruhenden systematischen Anschauungen, welche dem
Werke des Verf.'s eine besondere Beachtung zuwenden
müssen, wenngleich dieselben gewiss nicht überall an
Stelle des Früheren auch etwas Vollkommeneres setzen ;
wenigstens vermag Ref. weder in den grösseren Formen-
kreisen (Series des Verf.'s) noch in den zahlreichen, auf
wenige Gattungen beschränkten kleinen Familien einen
Ersatz für die bisher angenommenen und meist sehr na-
türlich umschriebenen grösseren Familien zu erkennen,
erstere in dem vom Verf. angenommenen Umfange auch
nicht für gleichw^erthig anzusehen. Den Lamellicornien
können unmöglich die gesamraten Heteromeren als ent-
sprechende Gruppe coordinirt w^erden, denn die Familien
der letzteren haben nur einen künstlichen Charakter,
nämlich die Tarsenbildung gemein, während sie sonst
durch die ersten Stände und die Lebensweise in ebenso
hohem Grade auseinander gehen wie in ihren zoologi-
schen Merkmalen ; bei den Lamellicornien lässt sich aber
das Entgegengesetzte nachw^eisen. Der präciseren Gat-
tungs- und Art-Unterscheidung hat Verf. auch in den
vorliegenden Bänden eine besondere Sorgfalt zugewandt.
Der vierte Band der „Naturgeschichte der Insecten
Deutschlands, die Käfer" (v. Kies enw e tt er) hat im J.
1863 mit dem vierten Hefte einen wohl etwas unerwar-
teten Abschluss gefunden, da ein unmittelbarer Anschluss
der Xylophagen an die das Ende des Bandes bildenden
Clerier und Lymexyiiden gewiss ebenso allgemein als
mit Recht gehofft worden ist. Während die beiden letzt-
genannten Familien nur eine kleine und genügend be-
278 r; e rs tacc ker: Bericht üb. d. wissenscli. Lcist. im Gebiele
kannte Artenzahl umfassen, boten die in dem 4. Heft
gleichzeitig behandelten Melyriden besonders in der Gruppe
der Dasytiden dem Verf. reiche Gelegenheit zur Sich-
tung eines ebenso schwierigen als in mehrfacher Bezie-
hung interessanten Materials. — Die Gattung Byturus
wird am Schlüsse des Bandes nochmals als Nitidularien-
Form ausgegeben.
Die Erfolge, welche der Systematik aus speziell fau-
nistischen Arbeiten erwachsen, sind vorwiegend intensive;
durch oft v^riederholte, sorgsame Bearbeitungen gleicher
oder nahe verwandter Faunengebiete wird die Arten-
kenntniss nach allen Seiten hin einer immer grösseren
Vollendung entgegengefiihrt. Dass über die Gränzen
der Gattungen, besonders aber der höheren Abtheilungen,
wie Gruppen und Familien die Ansichten der Faunisten
oft in auffälligster Weise auseinander gehen, ist eine täg-
liche Erfahrung und neben der Verschiedenheit des sub-
jektiven Standpunktes in der Sache selbst völlig be-
gründet. F'ür die Aufstellung einer allgemeineren Syste-
matik kann eine specicUe Fauna niemals irgend welchen
Anhalt gewähren und ein jeder darauf gerichtete Versuch
wird mehr oder weniger missglücken. Es tritt diese Auf-
gabe für den Faunisten auch durchaus in den Hinter-
grund, während sie eine der ersten des Monographen
sein muss. Auch dieser hat zunächst auf eine möglichst
genaue Kenntniss des Speziellen, d. h. der Arten hinzuar-
beiten, sie darf ihm aber nicht Endzweck, sondern nur
Mittel sein; sein Ziel ist ein vorwiegend extensives, näm-
lich die Beziehungen aller einzelnen Formen zu einander
abzuwägen, um sie nach ihren üebereinstimraungen mit-
einander gruppiren, nach ihren Abweichungen in ver-
schiedener Stufenfolge von einander sondern zu können;
sein Endzweck muss stets der sein, durch Prüfung der
Einzelforraen das Wesentliche , das Constante , das Ty-
pische von dem Accidentellen, dem Spezifischen zu un-
terscheiden, das Verhältniss des Speziellen zum Allge-
meinen zu ermitteln. Dass hiernach der Monograph, wenn
er ein Systematiker im wahren Sinne des Wortes sein
der Entomologie während der J. 1863—64. 279
soll, eine schwierigere Aufgabe als der Fannist hat, ist
zweifellos; dass sie zugleich aber auch lohnender sei,
diese Ansicht scheint sich nur sehr allmählich Bahn zu
brechen, obwohl besonders durch Burin ei ster und La-
cordalre der Beweis hierfür schon längst geliefert wor-
den ist. Noch immer treten monographische Arbeiten
gegen die Masse der faunistischen in der Entomologie
vollständig in den Hintergrund und viele, welche diesen
Namen tragen, sind weit davon entfernt, es in der That
zu sein; denn eine Reihe aufeinander folgender Artbe-
schreibungen kann an und für sich begreiflicher Weise
auf diese Benennung ebenso wenig Anspruch erheben
als die bekannten französischen Bilderwerke über Cetonien
und Buprestiden. Unter diesen Umständen müssen Werke,
welche sich in eminentem Sinne als Monographieen zu er-
kennen geben, mit um so grösserer Freude begrüsst wer-
den. Eine der vorzüglichsten, welche die coleopterolo-
gische Literatur aufzuweisen hat, liegt gegenwärtig in
der Monographie des Elaterides von E. Candeze mit
dem 4. Bande (Li^ge, 1863. p. 534 in 8. 6 pl. — Memoires
d. 1. soc. d. scienc. de Liege, Tome XVIL) vollendet vor
und giebt durch ihren Umfang ein ebenso vollgültiges
Zeugniss für den ausdauernden Fleiss, als durch ihre
Ausführung für die Befähigung des Verf.'s ab. — Eine
zweite sich der Candeze'schen Arbeit ebenbürtig zur
Seite stellende ist Andr. Murray's Monograph of the
family of Nitidulariae (Transact. Linnean soc. of London
XXIV. p. 211—414, tab. 32—36. — Separat: London 1864.
4.), deren erster vorliegender Theil neben der Sorgsam-
keit in der Untersuchung des Einzelnen ganz besonders
die acht philosophische Verwerthung ihrer Ergebnisse
hervortreten und den feinen Denker und Forscher in
gleicher Weise erkennen lässt. Der Reichthum des darin
niedergelegten Materials ist an derselben ebenso über-
raschend, als die Ausstattung mit vorzüglichen Abbildun-
gen ansprechend und lehrreich. — In ihrer ganzen An-
lage von den beiden vorhergehenden wesentlich ver-
schieden, aber gleichfalls unter der Categorie von Mono-
280 Gerstaecker: Bericht üh. d. wisseiisch. Leist. im (J (»biete
^r<aphleen zu begreifen ist eine Arbeit von J. Thomson:
Systema Cerambycidcarum oii Expose de tous les genres
compris dans la famille des Cerambycides et familles li-
mitrophes (Paris 1864. 8. 578 png.), in welcher es dem
Verf. vorwiegend um eine Systematik der Familie bis
auf die Gattungen herab zu thun ist.
Von faunistischen Beiträgen , welche sich zunächst
auf Europa und die angrenzenden Länder des Mittei-
m e e r b e c k e n s beziehen, sind folgende zu erwähnen :
Perris, Descriptions de quelques especes nouvelles
de Coleoptei'es et notes diverses (Annal. soc. entom. 4.
s6r. iV. p. 275 — 310). Der Beschreibung von 36 neuen
Arten verschiedener Familien aus Süd-Europa und Algier
werden biologische, synonymische und anderweitige No-
tizen über mehrere bereits bekannte angereiht.
de Sauicy, Faune frangaise et Europeenne , de-
scriptions et remarques (ebenda 4. ser. IV. p. 253 — 260 .
Neue Arten aus den Familien der Carabiden, Scydmaeni-
den und Pselaphiden.
Linder, Description de trois Coleopt^res Europeens
nouveaux (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 250 — 252).
Hampe, Neue Käfer- Arten (Wien. Ent. Monatsschr.
VIIL p. 190 ff.) und : Ein kleiner Beitrag zur Gross-
Oesterreichischen Käferfauna (ebenda VII. p. 285 — 289).
Beschreibung von im Ganzen 13 neuen Arten verschie-
dener Familien.
Reiche, Especes nouvelles de Coleopt^res appar-
tenant a la faune circa - mediterraneenne (Annnl. soc.
entom. 4. ser. III. p. 471 — 475). Sechs neue Süd -Euro-
päische Arten aus den Fan\ilien der Carabiden und i)y-
ticiden. — Description de trois especes nouvelles de
Coleopteres frangais (ebenda 4. ser. IV. p. 247 — 249). Letz-
tere zu den Elateren und Curculionen gehörend.
Catalogue des Coleopteres de France par le Dr. A.
Grenier et materiaux pour servir a la faime des Co-
16opteres Frani^ais. Paris, 1863. (8. 79 undl32pag.) Verf.
liefert zunächst (p. 1 — 70) ein systematisches Namensver-
zeichniss der in Frankreich (westlich bis zum Rhein und
der Entomologie während der J. 1863 64. 281
den Centraialpen, südlich bis zu den Pyrenäen) bisjetzt
aufgefundenen Käfer^ welches dem grösseren Theile nach
von ihm selbst, in einigen besonders umfangreichen Fa-
milien und Gattungen von speziellen Kennern und Bear-
beitern derselben redigirt worden ist. Sodann folgen
(p. 1 — 132) ausführliche Charakteristiken von 158 neuen,
in Frankreich entdeckten x\rten verschiedener Familien,
welche von verschiedenen französischen Entomologen, be-
sonders von Brisout de Barneville, Chevrolat,
Fairmaire, Aube, Reiche u. A. abgefasst sind; am
reichsten sind dabei die Familien der Carabiden, Staphy-
linen und Curculionen vertreten. — Zahlreiche Verbes-
serungen und Zusätze zu den in diesem Catalog aufge-
zählten Staphylinen, theilte Fau V el in seinen: Addenda
et Delenda au Catalogue des Coleopteres de France de
Mr. Grenier (Bullet, soc. Linneenne de Normandie IX.
p. 348— 361) mit.
Grenier, Description de trois nouvelles especes de
Coleopteres francais des genres Cionus, Rayniondia et
Anophthalmus (Annales soc. entom. 4. ser. IV. p. 13o-140).
de Saulcy, Descriptions de quatre nouvelles espe-
ces de Coleopteres propres a la faune Frangaise et re-
marques sur quelques autres especes (ebenda 4. ser. III.
p. 653—658).
Gautier des C ottes, Description de trois nou-
velles especes de Coleopteres propres a la faune Fran9aise
(ebenda 4. ser. III. p. 488—490).
Mulsant etRey, Description de quelques Coleo-
pteres nouveaux et peu connus (Annal. soc. Linneenne
de Lyon X. p. 4—29, Opusc. entom. XIII. p. 4—29). Be-
schreibung von 12 neuen Süd-Europäischen (meist Süd-
Französischen) Arten verschiedener Familien.
Fauvel, Enumeration des Insectes recueillis en
Savoye et en Dauphine (1861— 63) et description d'especes
nouvelles (Bullet, soc. Linneenne de Normandie IX. p. 253
— 321). Ein reichhaltiges Verzeichniss von Coleopteren,
welches sich bisjetzt auf die Familien der Carabiden,
Dyticiden, Gyriniden, Palpicornien und Staphylinen er-
282 (r erstae cker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
streckt, die einzelnen Arten mit Angaben über spezielle
Fundorte versieht und die Beschreibung einiger neuen
enthält.
Derselbe (ebenda VIII. p. 391 ff.) verzeichnete die
auf einer Exkursion nach Tronville-sui -mer (Normandie)
gesammelten Coleoptcren und besprach dabei die Syno-
nymie und Unterschiede einiger Bembidium-Arten (Bcmb.
Normannum Dej., pusiilum Gyll. und tenelluni Er.)
Norguet, Catalogue des Coleopteres du departe-
nient du Nord. (1863. 8.) wird in den Annal. soc. entom.
1863 angeführt.
Crotch, A catalogue of British Coleoptera. Cam-
bridge 1863. 8. (In Annal. soc. entom. 1864, Bullet, p. 60
angezeigt. ?
B la ck b u rn, Notes on Northern Coleoptera (Entom.
monthly magaz. I. p. 145 — 147). Verf. berichtet über die
von ihm auf einer Exkursion nach Nord - Cheshire in
England gesammelten Coleopteren, unter denen er die
bemerkenswerthesten Arten namentlich aufzählt.
Einige seltnere bei Lowestoft in England von ihm gesammelte
Arten verzeichnete auch E. Saunders (ebenda I. p. 75); andere
in England aufgefundene Coleopteren wurden von Rye, Water-
house, Power und Sharp (ebenda I. p. 21, 117, 167, 138, 168 ff.)
beschrieben.
C. Rye, New^ British species of Coleoptera^ correc-
tions of nomenclature etc., noticed since the publication
of the Entomologist's Annual 1861 (Entomol. Annual f.
1863. p. 65 — 115). Verf. giebt eine Aufzählung von 134
Britischen Coleopteren, welche in ihrer Synonymic erör-
tert und von denen die neu aufgefundenen Arten cha-
rakterisirt werden. Dasselbe ist im Jahrg. 1864 derselben
Zeitschrift p. 30 — 86 mit 47 ferneren Arten der Fall, von
denen zwei neu sind.
Snellen van Vollenhoven, Bijvoegselen tot
de naamlijst van Nederlandsche schildvleuglige Insecten
(Tijdschr.voorEntomol. VII. p. 145— 170. pl. 9— 12). Verf.
bereichert hier die früher von ihm gelieferte, sich auf
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 283
1185 Arten belaufende Zusammenstellung der Niederlän-
dischen Käfer um 164 seitdem neu aufgefundene.
Miede], Liste de Coleopteres nouveaux pour la
faune Beige, recueillls aux environs de Liege (Annal. soc.
entom. Beige VII. p. 137 ff.). Verzeichniss von 26 für Bel-
gien neuen Arten. — Auch de Borre (ebenda VIII.
p. 277 f.) lieferte einige hierauf bezügliche Beiträge.
Wilken, Zur Fauna des Oberharzes (Berl. Ent.
Zeitschr. VIII. p. 369 ff.) zählte diejenigen Käfer auf,
welche er bei Oderdrück, 2900' hoch, während des Juli
gesammelt und beobachtet hat; doch ist die bisher ge-
gebene Zusammenstellung zu ärmlich, um daraus eine
Ansicht über den Charakter der P'auna zu gewinnen.
Ad. Keller, Verzeichniss der bisher in Württem-
berg aufgefundenen Coleopteren (Jahresheft d. Ver. f.
Naturk. in Württemberg XX. S. 213—305). Verf. ersetzt
hier das im J. 1838 durch v. Roser zusammengestellte
Verzeichniss der Coleopteren Württembergs durch ein
neues und reichhaltigeres, obwohl dasselbe auch seiner-
seits wenigstens in manchen Familien (z. B. Staphvlinen)
einer bedeutenden Completirung bedürftig ist. Die Arten
sind mit Angaben über ihre Häufigkeit versehen; wegen
ihres Vorkommens bemerkenswerth ist besonders Deroplia
Genei unter den Cerambyciden.
Einio-e (elf) für Deutschland neue Käfer wurden auch von
Kraatz (ßerl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 47 f.) aufgezählt.
Die Käfer von Tyrol, verzeichnet von Prof. Vinc.
G red 1er. Bozen, 1863. (12. 234 pag.) In dieser mit vieler
Sorgfalt ausgearbeiteten Fauna, welche sich durch ebenso
grosse Reichhaltigkeit als durch genaue, kritische Bestim-
mung der Arten auszeichnet, sind vorläufig die Familien
der pentamerischen Käfer bis zum Schluss der Elateriden
abgehandelt. Besonders wird auf die vertikale Verbrei-
tung der Arten, welche zugleich in ihren Abänderungen
genau erörtert sind, Rücksicht genommen; mehrere neue
werden hier zum ersten Male charakterisirt.
D erselbe (Corresp. Blatt d- zoolog. mineralog. Ver.
in Regensburg XVII. p. 163—167) machte Mittheilungen
284 Gerstaecker: Bericht üb. die wissensch. Leist. im Gebiete
über eine coleopterologische Exkursion auf die Stamser
Alp im Ober-Innthal von Tyrol. Eine Aufzählung der
von ihm in einer Höhe von 7(\)0— 8000' gesammelten
Arten (darunter ein neuer Staphylin) wird angeschlossen.
v. Kiese nwett er (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 235 ff.
und VIII. p. 29r>ff.' entwarf Schilderungen von zwei en-
tomologischen Exkur.'sionen, dei-en eine in das Bayerische
(rebirge und in das Tyiol, die andere nach Krain und
dem Küstenlande gerichtet war; die bemerkenswerthesten
während derselben erbeuteten Coleopteren werden nam-
haft gemacht.
F. Storch, Grundzüge zu einer Käferfauna von
Salzburg (Mittheil. d. Gesellsch. f. Salzburger Landeskunde
III. p. 117 ff.). Eine Aufzählung von 1860 in Salzburg
aufgefundenen Arten, welche sich auf 572 Gattungen
vertheilen.
L. V. Hey de n (Jahresber. d. naturf. Gesellsch. Grau-
bündens IX. p. 1 — 16) gab Nachträge zu seinem vorjähri-
gen Verzeichniss der Coleopteren des Ober-Engadin. Es
werden demselben 45 neu aufgefundene Arten hinzuge-
fügt, darunter als Seltenheit Coryphium angusticolleSteph.;
andere bereits erwähnte sind in ihren Abweichungen
nochmals erörtert.
Derselbe: Fundorte einiger seltener Käfer der Schweiz
(Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1864. p. 193 f.). Die Anga-
ben des Verf.'s betreffen 42 Arten verschiedener Familien.
Derselbe (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 126—130,
Taf. 4) machte zwei neue Coleopteren-Gattungen aus dem
Mittelmeer-Gebiet, den Vesicantien und Longicornien an-
gehörig, bekannt.
Kleiner Beitrag zur Käferfauna Venedig's und des
Lido, von einem Süddeutschen Entomologen (Wien. Ent.
Monatschr. VIII. p. 105— 113). Verf. vervollständigt hier
in Bezug auf die Ordnung der Coleopteren seine frü-
heren Mittheilungen über die Insektenfauna Venedigs, in-
dem er die Lebensweise mehrerer Arten speziell erörtert
und schliesslich ein systematisches Verzeichniss von sämmt-
lichen bisher in Venedig aufgefundenen Arten zusam-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 265
menstellt; es befindet sich darunter eine (hier beschrie-
bene) neue.
F u s s ( Verhandl. d. Siebenbürg. Vereins, f. Natur-
wiss. in Hermannstadt XIV. p. 50, 67 u. 118 ff., XV. p. 146
u. 204 fF.) gab Berichtigungen und Beiträge zur Siebenbür-
gischen Käferfauna; dieselben betreffen 32 Arten verschie-
dener Familien, welche zum Theil neu aufgefunden, zum
Theil in den früheren Verzeichnissen des Verf.'s unrichtig
bestimmt sind und welche hier nochmals beschrieben und
in ihrer Synonymie erörtert werden. In einigen Gattun-
gen (Bolitochara , Paedrus , Elater) wird eine neue Auf-
zählung und Charakteristik sämmtlicher Siebenbürgischer
Arten gegeben.
Die Dalmatinische Grottenfauna bereicherte Schau-
f u s s (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. XIII. p. 1219 ff.)
mit fünf neuen Arten aus den Familien der Carabiden
und Silphiden.
Derselbe: Coleopteres nouveaux appartenant ä la
faune d'Espagne (Rev. et Magas. de Zool. XV. p. 120 f.)
diagnosticirte sechs neue Spanische Arten.
St i erlin, Ueber einige neue und wenig bekannte
Sicilianische Käfer-Arten ( Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 145
— 153). Neben einer Anzahl neuer Arten verschiedener
Familien beschreibt Verf. auch mehrere bemerkenswerthe
Varietäten bereits bekannter Käfer ; dieselben wurden
bei Palermo gesammelt.
Derselbe, Ueber einige neue oder wenig gekannte
Insekten der Gegend von Sarepta (Bullet, d. nat. de
Moscou 1863. II. p. 489 — 502). Beschreibung von 1 1 neuen
Coleopteren verschiedener Familien.
Fl. Baudi, Coleopterorum messis in insula Cypro
et Asia minore ab Eugenio Truqui congregatae recen-
sitio: de Europaeis notis quibusdam additis. (Berl. Ent.
Zeitschr. VIII. p. 195 — 233). Verf. giebt eine systemati-
sche Aufzählung der von Truqui auf Cypern und in
Klein- Asien gesammelten Coleopteren aus den Familien
der Carabiden, Dyticiden , Gyriniden, Palpicornien, Sil-
phiden, Trichopterygien, Scaphidien und Histeriden nebst
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. T
286 G er s taeckcr : Bericht üb. d, wissensch. Leist. im Gebiete
Beschreibungen der darunter befindlichen neuen und sy-
nonymischer Erörterung vieler bereits bekannter; anliangs-
wcise werden auch einige Süd-Europäische Arten be-
schrieben.
F. de S au 1 cy ^ Descriptions des especes de Coleop-
teres recueillies en Syrie, en Egyptc et en Palostine en
1863 par M. de Saulcy (Annal. soc. entoin. 4. ser. IV.
p. 421- 440 und p. 629 — 662). Beschreibungen zahlreicher
neuer Arten, von denen die Mehrzahl den Staphylinen
angehört; ausserdem werden Lathridicr und Silphiden be-
kannt gemacht.
Zur Kenntniss der Algerischen Käferfauna lieferten
Fairmaire: Coleopteres d'Algerie rapportes par M. Ogier
de Baulny (Annal. soc. ent. 4. ser. III. p. 637 — 648) und
Reiche: Especes nouvelles de Coleopteres d'Algerie
(ebenda 4. ser. IV. p. 233 — 246) Beiträge. Von Ersterem
werden 20, von Letzterem 21 neue Arten verschiedener
Familien beschrieben.
Coinde, Note sur la geographie entoraologique (Rev.etMag.
de Zool. 2. ser. XV. p. 336 £f.) machte einige Mittheilungen über
die geographische Verbreitung der Coleopteren in Oran und Tunis ;
er hebt eine Anzahl hervorragender Arten, welche beiden Lokalitä-
ten gemein sind, speciell hervor. — Derselbe: Note sur quelques
Coleopteres communs ä la faune de Kef et de Bone (Compt. rend.
de l'acad. LVI. p. 919).
Weitere auf das Festland Afrika's bezügliche fau-
nistische Beiträge sind aus d. J. 1863 — 64 nicht zu er-
wähnen; dagegen liegt aus d. J. 1864 ein ebenso um-
fangreiches als vorzügliches Werk über die zweite der
im Nordwesten Afrika's gelegenen Insel-Gruppe, die Ca-
narien vor, über deren Insektenfauna allerdings schon
vor Jahren Brüll 6 in Webb und Berthclot's bekanntem
Werk Mittheilungen gemacht hat, ohne dieselbe jedoch
nur im Entferntesten zu erschöpfen. Es ist dies V. Wol-
last on's „A Catalogue of the Coleopterous Insects from
the Canaries in the coUection of the British Museum*'
(published by order of the Trustees), ein starker Oktav-
band von 648 pag., dessen Publikation bereits durch zahl-
reiche, vom Verf. in verschiedenen Zeitschriften veröflPent-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 287
lichte kleinere Abhandinngen über einzelne Gattungen
und Gruppen vorbereitet worden war. (Eine solche findet
sich auch noch aus d. J. 1863 in den Annais of nat. hist.
3. ser. XI. p.214 — 221 unter dem Titel: Diagnostic notices
of new Canarian Coleoptera, in welcher 27 Arten be-
kannt gemacht werden , vor.) Wiewohl das Werk in
seiner Ausstattung hinter des Verf.'s Prachtwerk über
die Käfer der Madeira - Gruppe zurücksteht (dasselbe ist
in dem grösseren 8. Format der Cataloge des British Mu-
seum gedruckt), so stimmt es mit diesem doch in der
Anlage sowohl wie in der Ausarbeitung des Einzelnen
vollständig überein. Da dasselbe für die Canarische Co-
leopteren-Fauna ein unentbehrliches Repertorium abgiebt,
ohne welches eine Bestimmung der dort einheimischen
Formen nicht möglich ist, so glaubt Ref. sich der Mühe
eines spezielleren, auf die Gattungen und Arten einge-
henden Auszuges um so eher überheben zu können, als,
wie gesagt, eine grössere Anzahl früher vom Verf. pub-
licirter Arten in diesen Berichten schon erwähnt worden
ist. üeber den Umfang der den Canarischen Inseln
eigenen Coleopteren-Fauna ist zu bemerken, dass, wäh-
rend durch Webb und Berthelot nur 179 Arten zu-
sammengebracht werden sind , sich die Zahl der von
Wollaston verzeichneten auf 930 erhebt; von den ein-
zelnen Inseln besitzt TenerifPa deren 539, Canaria grande
325, Lanzarote 277, Fuerte Ventura 261, Palma 254, Go-
mera 222 und Hierro 165 Arten. Mit der Madeira-Gruppe
haben die Canarien nur 224 Arten gemein, stimmen mit
jener übrigens in dem Prädominiren der Staphylinen
und Curculionen, dagegen im Zurücktreten der Wasser-
käfer und Longicornien überein. Die westlichen Inseln
Lanzarote und Fuerteventura weisen mehr continental-
afrikanische Elemente als die übrigen auf. Von den 930
überhaupt bekannt gewordenen Arten erwiesen sich 540
als neu; auf eine Anzahl derselben sind vom Verf. neue
Gattungen begründet worden, welche den Familien der
Staphylinen, Pselaphiden, Histeriden, Nitidularien, Melaso-
men, Curculionen, Bostrichiden und Erotyliden angehören.
288 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Die Ost indische Coleopteren-Fauna erhält durch
Snellen von Vollen hoven's Dcscription de quelques
esp^ces nouvelles de Coleopteres (Tijdschr. voor Kntomol.
VIL p. 145-170. pl. 9— 12) eine Bereicherung durch 40
zum Theil sehr ausgezeichnete Arten aus den Familien
der Lamellicornien, Buprestiden, Curculionen u. A.; für
mehrere derselben sind colorirte Abbildungen beigegeben.
Dem Ostindischen Archipel, zum Theil aber auch
Australien und Süd -Amerika gehört eine Reihe neuer
Gattnngen und Arten verschiedener Familien an, -welche
abermals von Pascoe: Notices of new or littlc known
genera and species of Coleoptera, Part IV. (Journal of
Entomol. II. p. 26 — 56. pl. 2) durch Charakteristiken und
theilweise durch bildliche Darstellungen bekannt gemacht
worden sind.
Verschiedene und zum Theil umfangreichere Bei-
träge zur Kenntniss der Coleopteren Australiens ent-
halten die Transactions of the entom. soc. of New-South-
Wales (Vol. I. part 1. 2. 1863 — 64). Die meisten rühren
von dem jüngeren Mac Leay her, nämlich: Description
of twenty new species of Australian Coleoptera, belonging
to the families Cicindelidae and Cetoniidae (p. 9 — 21). —
Description of twenty new species of Buprestidae, belon-
ging to the genus Stigmodera, from the Northern parts of
Australia (p. 22 — 32). — On the Scaritidae of New-Hol-
land (p. 55 — 74 und p. 134 — 154). — On the Insects of
Australia allied to the Glaphyridae (p. 75 — 90). — De-
scriptions of new genera and species of Coleoptera from
Port Denison (p. 106 — 130); letzterer Artikel enthält die
Charakteristik von 50 neuen Arten verschiedener Fami-
lien, besonders der Carabiden und Lamellicornien. — Zur
Kenntnis» der Microcoleopteren lieferte L. King einige
Beiträge: On the Pselaphidae of Australia (p.37 — 54. pl.5
und p. 102 — 106). — On the Scydmaenides of New-South-
Walcs (p. 91—99. pl. 6 und 7).
Eine erneuete und vollständigere Uebersicht über
die Nord-Amerikanische Coleopteren - Fauna zu
geben, ist ein von der Smithsonian Institution herausge-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 289
gebener und von J. Le Conte bearbeiteter Catalog be-
stimmt, von welchem unter dem Titel: List of thc Co-
leoptera of North- America, prepared for the Smithsonian
Institution by J.L.Le Conte (Smithsonian Miscellaneous
Collections n. 140) der erste Theil im März des J. 1863
(Washington, 8. öOpag.) erschienen ist, der aber, da bis
zum Augenblick der Abfassung dieses Berichtes nur
einige weitere Druckbogen ausgegeben worden sind, nur
einen sehr langsamen Fortgang zu nehmen scheint. Für
denselben ist die von Erich so n eingeführte und von
Lacordaire beibehaltene Reihenfolge der Familien ein-
geführt worden. Das bis zum Ende der Cebrioniden fort-
geführte Verzeichniss beschränkt sich nach dem Muster
der Europäischen Cataloge auf Anführung der Gattungs-
und Artnamen mit ihren wesentlichsten Synonymen ; da-
gegen sind die in dem Mels heim er' sehen Cataloge
beigefügten Citate, welche die Benutzung offenbar un-
gemein erleichterten, fortgeblieben.
Gleichzeitig mit diesem Cataloge und als Ergänzung
desselben ist (Smithsonian Miscellaneous Collections, n. 167)
in demselben Format erschienen : New species of North-
American Coleoptera, prepared for the Smithsonian In-
stitution by J. L. Le Conte. Parti. Washington, 1863.
Die bisjetzt vorliegenden Druckbogen (p. 1 — 86) enthalten
Charakteristiken von 317 neuen Arten, gleichfalls den Fa-
milien der Carabiden bis Elateriden incl. angehörend.
Bland, Descriptions of a few supposed new species
of North- American Coleoptera (Proceed. entom. soc. of
Philadelphia l. p. 353 — 356). Beschreibung von sechs Ar-
ten verschiedener Familien.
Chevrolat, Description d'un nouveau genre et
diverses especes d'lnsectes Coleopteres de l'ile de Cuba
(Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVI. p. 179—182). Die
beschriebenen Arten gehören den Longicornien und Chry-
somelinen an.
Desselben „Coleopteres de l'ile de Cuba" sind
in den Annales soc. entom. 4. ser. III. p. 183, 427, 589
und IV. p. 405 ff. mit vier neuen Fortsetzungen weiter-
290 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
geführt worden. Die erste urafasst die Familien der Ca-
rabiden bis Palpicornien, die zweite (im Verein mitFau-
vel abgefasst) die der Stapliylinen, die dritte diejenigen
der Histeriden bis ßyrrhiden und Clielonariden, die vierte
die Parniden, Heteroceriden und einen Theil der Lamel-
licornien. Unter 237 aufgezählten und in ihrer Synony-
mie erörterten Arten werden 6ß als neu beschrieben.
R. A.Philip pi und Fr. Philippi, Beschreibung
einiger neuen Chilenischen Käfer (Stett. Ent. Zeit. 1864.
p. 266 und 313 ff.). Die Arbeit erstreckt sich auf 212
neue Arten der verschiedensten Familien, von denen vier
zu besonderen Gattungen erhoben werden.
Fairmaire et Germain, Revision des Coleopte-
res du Chili (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVI. p. 258,
283 und 385 ff. und Annales soc. entom. 4. s6r. III. p. 225
— 284). In ersterer Zeitschrift werden Nachträge zu der
bereits früher gelieferten Uebersicht der Buprestiden und
Longicornien gegeben, während in letzterer die Familien
der Cisteliden, Melandryiden, Lagriiden, Pediliden, An-
thiciden, Mordelliden, Rhipiphoriden, Meloiden, Oede-
meriden und Salpingiden abgehandelt werden. Die Zahl
der hier beschriebenen neuen Arten und der auf solche
gegründeten Gattungen ist eine sehr beträchtliche.
Fairmaire, Note sur quelques Coleopteres recueil-
lis par M. Ph. G e r m ain a Men d o za, dans les Cordille-
res (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 261— 274). Es wer-
den 15 neue Arten aus den Familien der Cerambyciden
und Buprestiden beschrieben.
lieber das Vorkommen und die Lebensweise einiger
der interessanteren Käferformen des Amazonenstrom-Di-
striktes hat Bat es (The naturalist on the Amazons, deut-
sche Üebersetzung p. 112 ff.) einige Mittheilungen ge-
macht; besonders über zwei Tetracha-Arten (vgl. Cara-
bidae!), über die unter Baumrinde und auf Blättern leben-
den Truncatipennen, ferner über Phanaeus lancifer, einige
Cerambyciden, Histeriden (Tryponaeus) u. A.
I V. Hagens machte In einem Aufsatz betitelt: „Die
Gastfreundschaft der Ameisen" (Jahresher. d. naturw.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 291
Ver. für Elberfeld und Barmen IV. p. 111—126) Mitthei-
lungen über die von ihm als Myrmecophilen beobachte-
ten Käfer. Dieselben ergänzen die früheren Märkel's
dadurch, dass eine genauere Bestimmung der Ameisen-Ar-
ten, bei denen sich Gäste finden, nach den neuesten
myrmecologischen Arbeiten stattgefunden hat. Verf. zählt
wenigstens in der Formicinen-Gruppe die einzelnen Ar-
ten mit den unter ihnen beobachteten Insassen auf.
Von M 0 c qu e r y s' Histoire naturelle des Coleoptö-
res anormaux ist im J. 1864 die 7. und 8. Lieferung er-
schienen, dem Ref. aber nicht zu Gesicht gekomm.en.
de Marseul's Catalogue des Coleopteres d'Europe
ist im J. 1863 in zweiter Auflage mit verändertem Um-
fang und Titel erschienen: Catalogue des Coleopteres
d'Europe et du bassin de la Mediterranee en Afrique et
en Asie, par S. A. de Marseul. Deuxieme Edition. Pa-
ris 1863. (12., 300 pag.). — Diese neue Auflage ist von
etwas grösserem Format als die i. J. 1857 erschienene erste
und um 100 Seiten stärker. Mit den Europäischen Arten
sind gleichzeitig diejenigen x\lgier's, Tunis', Nieder-Ae-
gypten's, Syriens, Klein- Asiens, des Caucasus und des
westlichen Sibiriens verzeichnet und wie in der ersten
Ausgabe mit Vaterlandsangabe und Citat der ersten Be-
schreibung (in Abbreviaturen) versehen. Der mühsamen
und fleissigen Arbeit wäre ein mehr ansprechendes und
übersichtlicheres Aeussere zu wünschen gewesen.
Der im vorigen Jahre von Schaum herausgegebene
Catalogus Coleopterorum Europae hat die Critik in mehr-
facher Weise herausgefordert: Reiche, Examen rapide
de quelques pages du catalogue des Coleopteres d'Europe
de M. Schaum (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 121 —
132). — Einige Bemerkungen eines Süddeutschen Ento-
mologen zum Catalogus Coleopterorum Europae (Wien.
Ent. Monatsschr. VII. p. 47— 53) u. A.
Von beiden Seiten werden Inconsequenzen, Irrthümer, Aus-
lassungen gerügt, von Reiche auch Einsprache gegen das unbe-
gründete Zusammenziehen wohl unterschiedener Arten erhoben.
Natürlich bat es an mehrfachen Entgegnungen, Rechthaberei en toutf
cas und Persönlichkeiten nicht gefehlt. Die Annales d. 1. soc. en-
292 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
tomol. (4. ser. III. p. 669 -686) haben dem Disput, der zwischen
Reiche und de Saulcy einer- und Schaum mit Beihülfe Kie-
seuwetter's andererseits ausgetragen worden ist, sogar achtzehn
volle Seiten gewidmet !
Die Synonymie verschiedener Coleopteren wurde
von Fauvel (Bullet, soc. entom. 1864. p. 23) , von Le
Co nte (ebenda p. H7 f.), von Ki es e n \ve tt er, K raatz,
Schaum und L. v. Hey den (Berl. Ent. Zeitschr. VII.
p. 442 ff. , VIII. p. 131 und 318 ff. erörtert. Auch ein
Pasquill von Schaufuss: ;,Diktator Schaum, Ein offe-
ner Brief an alle Entomologen^ enthält u. A. synonymi-
sche Berichtigungen.
Carabidae. de Chaudoir, Enumeration des Cicindeletes et
des Carabiques recueillis dans la Russie meridionale, dans la Fin-
lande septentrionale et dans la Siberie Orientale par Mm. Alex, et
Arth. de Nordmann (Bullet, d. natural, de Moscou XXXVI, 1.
p. 201 — 232). Die vom Verf. aufgezählten, mit einer Ausnahme be-
reits sämmtlich bekannten Arten werden in ihrer Synonymie und
ihren Varietäten erörtert; letztere, so weit sie noch nicht erwähnt
sind, werden kurz charakterisirt, wie z, B. bei Ciciudela hybrida eine
var. Tok(tte7isis (Kind. i. lit.) aus Anatolien und var. Japanensis aus
Japan. Ferner setzt Verf. anhangsweise die unterscheidenden Charak-
tere nahe verwandter Arten, wie diejenigen der blaugefärbten Pro-
cerus , der mit Carabus bosphoranus verwandten Species und die
der Nebria Gyllenhali zunächst stehenden auseinander.
Derselbe, Description de quelques nouvelles especes de Ci-
cindeletes et de Carabiques (Annal soc. ent. 4. ser. III. p. 447 — 450).
Beschreibung von sieben neuen Arten verschiedener Gattungen.
A. Morawitz, Beitrag zur Käferfauna der Insel Jesso. Iste
Lief. Cicindelidae et Carabici. (Memoires de l'acad. d. scienc. de St.
Petersbourg 7. ser. VI. n. 3. — Separat: St. Petersburg 1863. gr. 4.
84 pag.) Eine ebenso gründliche als in mehrfacher Hinsicht lehr-
reiche Abhandlung, in geographischer und systematischer Beziehung
für die gegenwärtige Familie gleich wichtig. Das Material für die-
selbe lieferte eine auf Jesso (Hakodate) veranstaltete Sammlung von
60 Arten, welche, so weit sie sich als neu herausstellten, der Mehr-
zahl nach bereits im Jahre 1862 vom Verf. vorläufig bekannt gemacht
wurden, in der vorliegenden Arbeit aber eine sehr viel speziellere
Behandlung erfahren. In Bezug auf den faunistischen Charakter der
bezeichneten Lokalität ist zu bemerken, dass unter den 60 verzeich-
ijieten Arten (darunter 1 Cicindela) 25 zugleich dem Europäisch-
Asiatischen Continent zukommen, während verschiedene andere, wenn-
gleich speziiisch verschieden, mit Arten des Amur-Gebietes in nach-
der Entomologie während der J. 1863—64. 293
ster Verwandtschaft stehen. Diese engen Beziehungen zu bereits
bekannten Formen hat Verf. vielfach benutzt, um einerseits die den
Japanischen Arten zunächst verwandten, meist von Russischen Au-
toren beschriebenen in Bezug auf ihre Artrechte und Synouymie zu
prüfen, andererseits aber auch auf die Abgränzung einer Reihe
von Gattungen näher einzugehen. Verf. zeigt bei diesen Untersu-
chungen eine ebenso gediegene Kenntniss der Literatur als ein auf
zahlreiche Spezialuntersuchungen begründetes, sicheres Urtheil, zwei
Vorzüge, welche gerade für Bearbeitung der Russischen und Sibi-
rischen Insektenfauna nicht hoch genug angeschlagen werden können.
Cicindelidae. — de Chaudoir, Note sur les genres Dromica,
Tricondyla et CoUyris (Revue et Magas. de Zool. 2. ser. XVI. p. 7,
37, 72 u. 104 ff.). Verf. vereinigt jetzt mit Dromica die früher von
ihm aufrecht erhaltene Gattung Myrmecoptera und beschreibt fol-
gende derselben angehörige Arten : Dr. gigantea de Breme , cla-
thrata Klug, bisbicarinata n. A. aus dem Zulu-Lande, sculpturata aus
dem Innern des Caffernlandes, quadricollis von Zulu und Pt. Natal,
octocostata Lagoa-Bay, tuberculata Dej.. carinulata und acuminata
n. A. von Port Natal, (CosmemaJ citreoffuttata aus dem Zulu-Lande
und sexmaculala von der Delagoa-Bay. (Im Ganzen sind dem Verf.
jetzt 23 Arten der Gattung bekannt, welche er sämmtlich zusam-
menstellt). — Tricondyla stricticeps n. A. Malacca CoUyris Mnis-
zechii Slam, insifinis Silhet, llaferAoi^sei Manilla ?, apicalis Malacca,
macrodera ebendaher, cylindripennis Slam, fasciata ebendaher.
Derselbe, (ebenda 2. ser. XV. p. 111 f.) machte Tricondyla
crebrepunctata und CoUyris svbtilis als n. A. aus Slam bekannt.
Derselbe (Annal. soc. entom, 4. ser. III. p. 447) beschrieb
Tricondyla rugosa als n. A. von Ceylon, der Tr. granuligera Motsch.
sehr nahe stehend.
Derselbe (ebenda 4. ser. IV. p. 483— 536. pl. 7— 9) lieferte
eine Monographie der Gattung CoUyris Fabr., welche auf die Be-
nutzung und den Vergleich eines sehr reichhaltigen Materials aus
den bedeutendsten öffentlichen und Privatsammlungen Englands,
Frankreichs. Deutschlands und der Niederlande begründet ist und
daher eine sehr ansehnliche Zahl von Arten, nämlich 72 umfasst.
Dieselben werden nach einer nochmaligen Feststellung der Gattungs-
charaktere und einer Besprechung der Geschlechtsdifferenzen in
zwei Hauptgruppen vertheilt : a) Eigentliche CoUyris : Aeussere Zähne
der Oberlippe sehr spitz, von den mittleren durch eine schmale und
tiefe Spalte getrennt; Kiefertaster mit stark gekeultem, in beiden
Geschlechtern länglichem dritten Gliede; Stirn zwischen den Augen
sehr weit gerundet ausgehöhlt, der Scheitel sehr kurz. Hierher nur
4 Arten: Col. Dohrnii und Mniszechii Chaud., longicollis Fab. und
caviceps Klug. — b) Uneigentliche CoUyris: Mittelzähne der Ober-
294 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
lippe stumpf, der äussere zu jeder Seite entfernt stehend, spitz ; an
den Kiefertastern das dritte Glied etwas kürzer als das letzte, dieses
etwas verlängert, fast eiförmig, an den Lippentastern das Endglied
beilförmig, beim Männchen stärker; Stirn zwischen den Augen mit
schmalem Eindruck, zweistreiüg, Scheitel l)rcit aufgetrieben. Die
68 hierher gehörenden Arten vertheilen sich nach der Bildung der
Fühler in drei Gruppen: a) Fühler kurz, gegen die Spitze hin
leicht gekeult: Col. crassicornis Dej., subclavata Chaud., Vollenhovii
n. A. Celebes und Sanndersii n, A. Ceylon. — b) Fühler etwas ver-
längert, nach der Spitze hin wenig dicker: 52 Arten, z. B. Col.
sapphyrina Chaud., emarginata Dej. u. a. ; neue, hierher gehörige
Arten sind: Coli. crassicoUis Ostindien, inipressifrons Cochinchina,
procera Bombay, tiriihila Timor, nißpalpis Nord-Indien, lerminalis
Malacca, eiongata Malacca, dolens Sarawak, palpatis Molukken, jWow-
hotii Laos, ingosa Vaterl, unbek., Schmithii Indien, dimidiata Malacca
und Laos, punctatella Ceylon, temiicomis Singapore, xanthoscetis Sin-
gapore. — c) Fühler lang, borstenförmig: 12 Arten, z. B. Coli. Ar-
noldi M. Leay, Horsfieldii M. Leay u. a. ; neu sind: Coli. Ceylonica
Ceylon, variicomis Sylhet, uisculor Sumatra, lissodera Sarawak und
plicaticollis Ceylon.
W. Mac Leay (Transact. entom. soc. of New-South-Wales I.
p. 9 fi.) beschrieb Telracha humeralis, scapnlaris und vrucitjera als
n. A. von Port Denison, Megacephala cylindrica Peak Downs, Di-
stipsidcra volitatis Port Deuison, und cursilans vom Clarence-River
in Australien, (ebenda, p. 107) Cicindela niyritia Port Denison.
Schaum, Contributions to the knowledge of the Cicindelidae
of tropical Asia, containing descriptions of new species. a list of
those hitherto described, and synonymical notes (Journ. of Ento -
mol. II. p. 57 — 74). Als n. A. werden in diesem Aufsatze beschrie-
ben : Cicindela lacrymans (Mus. Berol.) Ceylon, araneipes Borneo,
punctatissima Amoy (China), craspedota Menado, discreta und foveo-
lala Celebes, pupillala und placida Mysol , Tricondyla nematodes
(pl. 4. flg. 1) Ceylon, CoUyvis plicata und speciosa Philippinen. Ei-
nigen synonymischen Bemerkungen folgt sodann ein Verzeichniss
der bis jetzt bekannten Cicindeliden des tropischen Asiens, in wel-
chem 111 Arten der Gattung Cicindela, 23 Tricondyla und 55 Col-
lyris aufgeführt werden.
Derselbe (Berl. Ent. Zeitsch. VlI. p. 67 ff.) handelte über die
Synonymie von Therates coracinus Er. (= Ther. labiatus var.y und
Ther. fasciatus Fab. (zu welchem Ther. flavilabris Fab., Latreillei
Thoms. und vigilax Schaum als Varietäten gehören und beschrieb
Therates speclabilis als n. A. von Borneo.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1864. IL p. 171 ff.)
machte r<irvieius (nov. gen.) picius aus Ostindien (von der Ge-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 295
stalt und Färbung der Cicindela germanica), Cicindosa (nov. gen.)
obl'tquealba vom Amazonenstrom , inaequalis aus dem tropischen
Amerika und Distipsidera fosciata n. A. von Neu-Seeland bekannt.
Sodann setzt er die Unterschiede von 15 Collyris-Arten. darunter
mehrere von ihm selbst benannt, in einer Tabelle auseinander und
beschreibt Tricondyla ovicollis und brunni'pes von den Philippinen.
F. de Castelnau, Notice sur le genre Manticora (Rev. et
Mag. de Zool. 2. ser. XV. p. 64 — 73) machte Mittheilungen über die
von ihm beobachtete Lebensweise der Manticoren und gab eine
Aufzählung der ihm bekannten Arten. Verf. traf eine (nicht näher
bezeichnete) Art der Gattung in grösserer Individuenzahl am Olifant-
River im Caffernlande : die Käfer trieben sich an sandigen, sonnigen
Orten herum, flohen aber bei der Annäherung stets mit grosser
Schnelliffkeit, um sich in kreisrunde Löcher zurückzuziehen. Sie aus
diesen Gängen herauszugraben, gelang nicht. — Verf. glaubt jetzt
10 Arten von Manticora unterscheiden zu können, unter diesen drei
näher beschriebene neue : Mant. tuberculata de Geer, tibialis Boh.,
Dregei n. A. Caffernland, Sichelii Thoms., scabra und herculeana
Klug, Ludovici n. A. , zwischen dem Cap und Pt. Natal gefangen,
latipennis Waterh. , Livingslonii n. A. aus der Wüste Kalihari am
N'Gami-See und mygaloides Thoms. (latipennis Thoms. Monogr.).
Cicindela Thomsonii Perroud (Annal. soc. Linn. de Lyon XL
p. 48) ist als n. A, von Neu-Caledonien beschrieben worden; Disiip-
sidera medioiineata Lucas ebendaher (schon im J. 1862 als n.A. kurz
erwähnt) in den Annal. soc. entom. 4. ser. IIL p. 111. pl. 2 ausführ-
lich charakterisirt und abgebildet. — Eine kurze Notiz über diese
sowohl als die übrigen Arten der Gattung Distipsidera in Bezug auf
ihre Abänderungen gab Fauvel im Bullet, soc. entom. 1863. p. 43.
Cicindela hyperborea Le Conte (New species of North-m eric.
Coleopt. p. 1) n. A. von der Hudsons- Bay.
B a t e s (The naturalist on the Amazons, deutsche Uebersetzung
p. 112) beobachtete Tetracha nocturna Dej. und pallipes Klug im
Leben. Die Schnelligkeit, mit der sie im Zickzack über den wei-
chen Ufersand laufen, übertrifft jede Vorstellung. Sie halten sich
bei Tage in ihren mehrere Zolle tief gegrabenen Löchern auf und
kommen nur bei Nacht hervor. Die erste Art hat eine dem Sande,
auf dem sie lebt, gleichende blasse Körperfarbe, welche sie vor der
Nachstellung insektenfressender Vögel schützt ; bei der anderen ist
die Körperfarbe glänzend kupfrig und diese würde den sich in
Schaaren einfindenden Stromläufern, welche sowohl im Sonnen- als
Mondschein Insekten suchen , gewiss in weiter Ausdehnung zum
Opfer fallen, wenn sie nicht ein anderes Mittel besässe, dieselben
abzuwehren. Sie giebt nämlich bei der Berührung einen starken,
296 Gerstaecker: Bericht üb, d. wissensch. Leist. im Gebiete
widerlichen Moschusgeruch von sich, welchen die blassgefärbte Art
(T, nocturna) nicht besitzt.
Caral)ici. — de Chaudoir (Description de Cicindeletes et
de Carabiques nouveaux, Rev. et Magas. de Zool. XV, p, 112, 187 und
223 f,) machte folgende neue Arten bekannt : Carabus inviclvs aus
dem alpinen Armenien, coriaceipennis aus Nord- China, breviformis
aus der Songarei, Calosoma viridisulcafum aus dem Innern JVIexiko's,
Loricera rotundicollis von Oaxaca, Scariphites lucidus von Melbourne,
P assa lidin s (nov. gen., eine Scarites-Form mit grossem Kinn-
zahn, kurzen Mandibeln, verkürzten Fühlergliedem, einem auffal-
lenden Vorsprung der Backen unterhalb der Augen, fast senkrecht
abfallender Spitze der Flügeldecken und verschiedenen anderen Merk-
malen) af'er von Port Natal und Andersonii vom See NGami, Sca-
pterus sulcatus aus Ostindien, Dohmii aus Java, crenalus aus Cochin-
china, Listrupus discophorus aus Bolivia, Agridia Guyanensis aus dem
Französischen Guyana , rnbricollis aus Brasilien , Ayra tenuis von
Cayenne, chlorocera und varioliger a aus dem Französischen Guyana,
scrobipennis von Bahia, amabilis und strangulata aus dem Französi-
schen Guyana, Onypterygia Sallei und Iris von Cordova (Mexiko).
Derselbe (Bullet, d, natur. de Moscou 1863, I. p. 219) be-
schrieb Harpalus Ussuriensis als n. A. vom Ussuri.
Derselbe (Annal. soc. entom, 4. ser, III. p, 447 ff,) beschrieb
Carabus Bonvouloiri (pl, 9. fig. 8) n, A, von Trapezunt, mit C. cae-
latus verwandt, Carabus Bowringii n. A, aus Tchusan, careniger
aus der Mandschurei, Coptolabrus longipennis aus Nord-China, Opisthius
Indiens aus Nord-Indien und Eurysoma imperiale aus dem Innern
Brasiliens.
W. Mac Leay, On the Scaritidae of New-Holland (Transact,
entom, soc. of New-South-Wales I, p. 55—74). Die Scaritiden-Gruppe
ist in Neu-Holland durch 7 Gattungen vertreten: a) Maxillae apice
obtusae : Carenum Bon. und Scaraphites M. Leay. b) Maxillae apice
acute arcuatae : Scarites Fab., Gnathoxys Westw,, Ceratoglossa
nov. gen. und Clivina Latr, Verf. führt in vorstehender Arbeit die
bereits bekannten Arten mit den Diagnosen der betreffenden Auto-
ren auf und beschreibt die von ihm für neu gehaltenen: Carenum
laecipenne King George's Sound, qnadripunclatum und bipunclatum
Port Denison, splendidum und cnpripenne King George's Sound (mit
zweizähnigen Vorderschienen), Carenum luberculatum von Murrum-
bidgee (mit dreizähnigen Vorderschienen); im Ganzen 21 Arten. —
Scaraphites 7 A., neu: Scar. oiesws Swan-River? und lalipennisKing
George's Sound, — Scarites 3 A,, sämmtlich neu: Scar. Cacus Port
Denison, Geryon Upper Darling und Damastes Murrumbidgee. —
Gnathoxys Westw. 4A, — C er at ogl oss a nov. gen., von allen
übrigen Australischen Gattungen sehr abweichend, dagegen mit
der Entomologie während der J. 1863—64. 297
Oxystomus und Oxygnathus im Habitus übereinstimmend; von er-
sterer Gattung durch den Mittelzahn des Kinns, der. nicht so gross
wie die Seitenlappen ist, durch spindelförmiges Endglied der Kie-
fertaster, welches länger als das dritte ist, durch die den Kiefer-
tastern gleich langen Lippentaster u. s. w., von Oxygnathus durch
die Form des Kinnes, welches einen grossen stumpfen Mittelzahn
und fast abgerundete Seitenlappen besitzt, unterschieden. — Zwei
Arten : Cer. ritgiceps von Murrumbidgee und foveiceps vom Rich-
mond- River. — Die Arten der Gattung Clivina verspricht Verf.
später bekannt zu machen.
In einer zweiten Abhandlung über dieselbe Gruppe (ebenda I.
p. 134 — 154) giebt Verf. nachträgliche Beschreibungen neuer Arten
aus den Gattungen Carenum, Scaraphites und Gnathoxys : Carenum
(mit zweizähnigen Vorderschienen) laevigatum, antkracimim, puncti-
colle, gngatinnm, elongaturn, atroniten$^ ohlongum und tiolaceum, (mit
vielzähnigen Vorderschienen) rectangulare, (mit dreizähnigen Schie-
nen), deauratum, foveolatum, coruscum, affine, carinatum, punctu-
latum, variolosum^ scittilnm, elegans und distinctum. (Die zahlrei-
chen Arten , mit Einschluss der bereits bekannten : 40 , werden
am Schluss nach der Zahnung der Vorderschienen, der Form des
Thorax und der Sculptur der Flügeldecken in 11 Gruppen angeord-
net). Scaraphites Waterhousii, crenaticollis und liirlipes, Gnathoxys
insignitiis Kings George's Sound, humeralis, barbatus und submetal'
icus Süd-Australien, tessellalus von Paramatta.
Derselbe (ebenda I. p. 107 ff. pl. 9) machte folgende neue
Arten und Gattungen von Port Denison in Nord -Australien bekannt:
Odacanlha micans und latipennis, Helliio sulvatus und grandis. —
Acrogenys nov. gen. , mit Helluo verwandt. Fühler perlschnur-
förmig, mit dickem ersten und kleinem zweiten Gliede. Oberlippe
fast quadratisch, Mandibeln stark, kaum gezähnt, Kiefertaster kräf-
tig, mit kurzem, vorletztem und abgestutztem Endgliede, Lippen-
taster schlank mit leicht abgestutztem Endgliede; Unterlippe an
der Basis schmaler, an der Spitze abgestutzt, mit langen, nach in-
nen gekrümmten Paraglossen, Kinn mit zugespitzten Seiten- und
gelapptem Mitteltheile ; Thorax herzförmg , Körper abgeflacht. —
Art: Acrog. hirsuta. — Trigonothops, nov. gen., auf Calleida pa-
cifica Erichs, begründet, mit zwei neuen Arten: Trig. pallidicolUs
und nigricollis. — Sarothrocrepis minima, Cymindis longicollis und
angusticollis, Scopodes denticollis, Silphomorpha Mastersii, maculigera
und quadrimaculata, Adelotopus apicalis and bimaculatus , Craspe-
dophorns convexus, Chlaenius subcostatiis und bimacvlatns. — St o-
matocoelus, nov. gen., mit Licinus verwandt. Fühler ziemlich
kurz, fadenförmig, mit grossem Basal- und kleinem zweiten Gliede,
die folgenden vom vierten an länger und haarig; Oberlippe vier-
298 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
eckig, tief ausg'erandet, Mandibeln kräftig und ziemlich spitz, beide
Tasterpaare laiig und dünn, mit abgestutztem Endgliede : Unterlippe
mit zwei Borsten und langen freien Paraglossen, Kinn tief ausge-
randet, ohne Mittelzahn und mit innen einzähnigen Seitenlappen
Kopf flach, hinten kaum verengt, Clypeus leicht ausgerandet, Tho-
rax und Rumpf abgeflacht, Beine zart mit einfachen Tarsen. — Art:
Stom. iicinoides, 7 lin. — F ac hatte he niu s, nov. gen., der Gat-
tung Ancinopuo ähnlich, aber mehr mit den Cratoceriden verwandt
erscheinend. Fühler kurz, Oberlippe mit abgerundeten Ecken, Man-
dibeln stark , dreieckig , Maxillen mit scharfem Spitzenzahn, beide
Tasterpaare mit zugespitztem Endgliede, Unterlippe gross, häutig,
quadratisch, zweiborstig, Kinn tief ausgerandet mit kleinem, stum-
pfen Mittelzahn ; Kopf hinten verdickt mit ausgerandetem Clypeus,
Vorder- und Mitteltarsen gewimpert, mit langem Basal- und all-
mählich kürzeren 2.-4. Gliede. — Art: Fach laevieeps 9 Lin. —
Harpalus inier stitialis, pieipes und ßavipalpis.
W. Saunders, On the species of Catascopus found by Mr.
Wallace in the Malay Peninsular and East Indian Islands (Transact.
entom. soc. of London, 3. ser. 1. p. 455 — 469. pl. 17 u. 18) beschrieb
und bildete ab 11 neue und zum Theil sehr ausgezeichnete Arten
der Gattung Catascopus , nämlich : Cat. Schaumii von Sarawak,
Aruensis von Aru, laevigalus von Batchian, Ternate und Aru, splen-
ilidus Sarawak, Wallacei von Waigiou, Dorey und Mysol, versicolor
von Sumatra, najicullis von Macassar, puncHpennis von Singapore,
laetipennis von Tonda, elongatus von Dorey und acneus von Sara-
wak. — Mit Eischluss dieser Arten sind bis jetzt im Ganzen 42
bekannt, von denen 28 auf Ostindien und die benachbarten Inseln
(19 A.) kommen; von letzteren sind 19 Arten allein durch Wal-
lace entdeckt worden. Nach den von Saunders mitgetheilten
Angaben dieses Reisenden sind die Catascopus-Arten Nachtthiere,
welche sich am Tage unter der abgestorbenen Rinde gefallener Bäume
aufhalten und wegen ihrer grossen Behendigkeit schwer ohne Netz
zu fangen sind; die Arten von Malacca und Borneo sind viel häu-
figer als die der Molukken und Neu-Guinea's.
Zwei neue, auf exotische Arten begründete Gattungen machte
Westwood (Proceed. entom. soc. of London 1864. p. 3) bekannt:
D elinins , nov. gen., vom Habitus des Steropus madidus, sonst
nicht in ihren verwandtschaftlichen Beziehungen besprochen. Füh-
ler kurz, schlank, geknieet, das erste Glied einem Dritttheil der
Gesammtlänge gleichkommend: Kopf etwas hervorgestreckt, Ober-
lippe in der Mitte vorspringend, Mandibeln schlank, scharf, innen
nicht gezähnt, Maxillen an der Spitze der inneren Lade mit einem
Dorn, Kiefertaster mit etwas beilförmigem Endgliede, Lippentaster
gross, mit gleichem Endgliede; Prothorax fast quadratisch, Flügel-
der Entomologie während der J. 1803—64. 299
decken oval, Vorderschienen nicht gefingert, innen ausgerandet. —
Art: Del. Essingtonii von Port Essington in Australien, 8 Lin. —
Spanns, nov. gen., vom Habitus der Gattung Miscodera, mit Axi-
nidium und Disphaericus verwandt. Kopf klein, hervorgestreckt,
Prothorax kuglig, Flügeldecken oval, bucklig, an der Basis gestielt;
Oberlippe kurz , tief ausgerandet, Mandibeln spitz, innen mit klei-
nem Zahn vor der Spitze, Maxillen mit verlängerter, stumpfer und
lang gewimperter Innenlade , Kiefertaster gleich den Lippentastern
lang, mit grossem, aufgeschwollenem und an der Spitze abgestutz-
ten Endgliede. Kinn weit ausgerandet, Lippe klein, dreieckig, Pa-
raglossen lang und sehr dünn, beborstet; Vorderschienen nicht ge-
fingert, innen ausgerandet. Vorder- und Mitteltarsen mit vier brei-
ten und kurzen, herzförmigen Basalgliedern. — Art: Sp. Nalalicus
von Port Natal, 37^ Lin. (Ebenda p. 12 stellt Verf. die Möglichkeit
hin, dass letztere Gattung und Art mit Dyschiridium ebeninum
Chaud. identisch sei.)
Schaum (Beiträge zur Kenntniss einiger Carabicinen-Gat-
tungen. Berl. Ent. Zeitschr. VIL p. 67 — 92. Taf. 3) beschrieb Ozaena
angulicollis n. A. von Venezuela und Pasconis (d. h. Pascoei) von
Parä. — Einer Aufzählung der Amerikanischen Cychrus, Scaphi-
notus und Sphaeroderus-Arten schliesst Verf. die Charakteristik von
Cychrus dissulntus und sublilis n. A. von Sacramento an. — Hexa-
gonia ßowringii n. A. von Pulo - Penang, Ega longiceps n. A. Parä,
Rhombodera sutnraiis Hongkong (die Gattungen Pentagonica Schm.
Goeb, und Elliotia Nietn, hält Verf. für zusammenfallend mit Rhom-
bodera, ebenso Hystrichopus Boh. für generisch nicht von Ctenon-
cus Chaud. verschieden). — Einer Aufzählung von 23 beschriebenen
Masoreus-Arten folgt die Charakteristik von Mas. anthracinus n. A.
vom Gabon und rutilus aus Aagypten, verschiedenen synonymischen
Bemerkungen über einige Helluoniden-Gattungen die Beschreibung
Yon Acrmthogenius lugubris (grandis Boh.) n. A. von Sweakop, Helluo-
morpha rubricollis n. A. von Rosario und Planetes immaculatus n.
A. von Malacca. — Fernere neue Arten sind: Mastax poecilus von
Hongkong, Craspedophorus laevifrons, angularis und exaratus vom
Gabon, iongicor/iis aus den Neelgheries, Callistns niof/esfws von Hong-
kong und Westwoodii von Tranquebar. — Craspedonotus, nov.
gen., aus der Brosciden-Gruppe, von allen bisher bekannten Formen
durch den stark aufgebogenen Rand des Prothorax und die dicht
punctirten Flügeldecken unterschieden: Kopf schmaler als der Pro-
thorax, Fühler so lang als beide zusammengenommen , Prothorax
herzförmig , zusammengeschnürt , Kinn mit stumpfen, leicht zwei-
spitzigem Mittelzahn. — Art: Crasp. tibialis aus Japan. — Pericom-
psus hirsutus n. A. Rio-Janeiro, Tachys ISielneri Ceylon, marginicollis
Venezuela, turgidus Brasilien, monochrotis Neu -Holland. Unter 12
300 Gerstaecker: Bericht üb. d. vvissensch. Leist, im Gebiete
aus Aegypten und Nubien stammenden Bembidien, welche aufgezählt
werden, sind neu : Bembidium mixtum und Tachys fjilvus aus Ober-
Aegypten, lach, conspicuiis aus Nubien und soctws aasOber-Aegypten.
Derselbe (Beiträge zur Kenntniss der Carabicinen (ebenda
VIII. p. 114 — 126. Taf. 2) machte zunächst die Larven von Procerus
scabrosus , Eurygnathus Latreillei und Acanthogenius piceus be-
kannt. Erstere stimmt im Wesentlichen mit der Larve von Carabus
und Calosoma überein, ist aber sehr viel breiter und gedrungener,
gleich dem Käfer von schön violetblauer Färbung; besonders breit
sind die am Hinterrande beiderseits stark geschwungenen Abdomi-
nalsegmente, deren Rückenplatten mit flach abgesetztem Seitenrande
die Ventralplatten weit überragen. Das Endsegment ist gegabelt
und an den beiden Zinken mit zwei Zähnchen bezetzt. — Die Larve
von Eurygnathus Latreillei (von Wollast on aufMadera gefunden)
zeichnet sich durch auffallend kleinen Kopf, unregelmässig sechsecki-
gen Prothorax, seitlich gewinkelten Meso- und Metathorax, durch
abgesetzte Seitenlappen der Hinterleibsringe und ein in zwei sehr
lange und dünne Gabeläste endigendes letztes Segment aus ; der
Nachschieber ist lang, röhrenförmig. — Die Larve von Acanthoge-
nius piceus (Creagris labrosa Nietn.) hat sehr kurze Mandibeln, die
drei Thoraxringe verhornt, die Hinterleibssegmente mit einem mitt-
leren braunen Schilde und zwei kleinen Seitenschwielen versehen,
das Endsegment gabelförmig. — Sodann handelt Verf. über ver-
schiedene Carabiden-Gattungen, di*e er mit neuen Arten bereichert:
Physea latipes n. A. Mexiko , Carabus protensus n. A. Caucasus,
Disphaericus marginicolli$ n. A. Tranquebar; mit letzterer Gattung
hält Verf. Dyschiridium Chaud. für identisch. Von Carabus Lafertei
beschreibt Verf. eine aus dem Caucasus stammende Varietät und
führt Car. invictus Chaud. auf Car. Schamylii Hampe zurück. Die
Gattung Promecognathus Chaud. hält er für nahe verwandt mit Di-
sphaericus und Pelecium und möchte er alle drei (nebst Axinidium)
zu den Brosciden stellen. — P htjm a focephal u s , nov. gen., mit
Daptus verwandt, im Habitus an Acinopus erinnernd, aber mit län-
geren Mandibeln und ganz abgerundeten Hinterecken des kurzen,
hinten stark verschmälerten Halsschildes. Oberlippe tief ausgeran-
det, oberer Dorn der Vorderschienen verlängert, erstes Glied der
Vordertarsen erweitert und nebst den beiden folgenden jederseits
ausgezogen. — Art: Pkym. Hielili aus Mexiko.
Derselbe, Descriptions of four new genera of Carabidac ( Journ.
of Entomol. II. p. 74 — 78. pl. 4) machte folgende neue Gattungen be-
kannt: Ty l ono tus, nov. gen., mit den Ozaeniden und Pseudomor-
phiden in dem sehr schmalen Mesosternum und den fast zusam-
menstossenden Mittelhüften übereinstimmend, aber durch die ganz
einfachen Vorder schienen, den nicht unterbrochenen Rand der Flu-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 301
geldecken und die ganz verschmolzenen Epimeren und Epistemen
des Mesothorax abweichend; die Gattung soll hiernach eine beson-
dere Gruppe : Tylonotini ausmachen. — Art : Tyl. Fryi aus Brasilien,
4Lin. lang. — B o t hi/no p ter a, nov. gen., aus der Lebiiden-Gruppe,
mit Plochionus durch den an der Basis gerade abofestutzten Pro-
thorax übereinstimmend, doch ist derselbe schmal, quadratisch, in
der Mitte des Seitenrandes ausgebuchtet; die Flügeldecken sind an
der Spitze weit ausgebuchtet, oberhalb mit Gruben und die Fuss-
klauen mit auffallend grossen Kammzähnen versehen. — Art: Both.
dorsif/era aus Nord-Indien. — Acmastes, nov. gen., aus der Har-
paliden-Gruppe, in Grösse und Habitus einem Pasimachus gleichend,
von Heteracantha durch grossen Kopf und Prothorax, kurze und
stumpfe Mandibeln , gedrungenere Beine und die verschieden ge-
stalteten Schiensporen, deren innerer viel länger als der äussere
ist, unterschieden. — Art: Ac7n. Haroldi vonMogador. — Fhorti-
c 0 somit s, nov. gen., gleichfalls aus der Harpaliden- Gruppe, mit
Acinopus zunächst verwandt, von dieser Gattung durch abgestutzte
Oberlippe und den mangelnden Skutellarstreifen unterschieden. —
Art: Phort. felix aus Australien.
Derselbe (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 171— 194) veröffent-
lichte eine »Kevision der Zabroiden, in welcher er sowohl die von
Zimmermann als von späteren Autoren aufgestellten Arten unter
Beibehaltung der von ersterem aufgestellten Gattungen und Grup-
pen in Bezug auf ihre Charaktere und Synonymie erörtert und eine
Anzahl neue bekannt macht. Letztere sind: Zabrus Seidlitii (d. h.
Seidlitzi) aus Guadarrama, punciiventris aus Griechenland, seriatopo-
rus aus Armenien, corpulenius aus Vorderasien, riißpalpis aus Grie-
chenland, melancholictis aus Vorderasien, segnis (Er.) von Brussa,
transfuga aus Armenien, aetokis aus Griechenland, socialis von
Brussa, Pelor foveolatus aus Armenien, Polysitus Maroccamis und
puncticeps aus Algier. Mit Einschluss dieser Arten beläuft sich
die Zahl der bekannten Zabroiden gegenwärtig auf 63.
Wollaston (Diagnostic Notices of new Canarian Coleoptera,
Annais of nat. hist. 3. ser. XI. p. 214 ff.) diagnosticirte Metabletus
inaequalis, Tarus zargoides, Masoreus arenicola, Amara (LeiocnemisJ
versuta, Cratognathus solitarius, fortmiatus und micans, Trechus fla-
Toliinbatus und Perileptns nigritulus als n. A. von den Canarischen
Inseln.
Chevrolat (Annal. soc. entom. 4. ser, III. p. 186 ff.) beschrieb
als n. A. von Cuba: Galerita ve.tula, Cymindis coriacea, Masoreus
hrevicollis , Clivina simplex, Chlaenius Poeyi, Stenocrepis sulcatus,
Pogonus? rutilus, Lachnophortts leucopterus. Die übrigen bis jetzt
bekannt gewordenen Cubanischen Carabiden werden vom Verf. auf-
gezählt und nochmals diagnosticirt.
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. U
302 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Reiche, Espcces nouvelles de Coleopteres appartenant ä la
faime circainediterraneenne (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 471
— 475) beschrieb als n. A. Carobvs liosalesi und Govc/eletii aus
Südspanien, Cymindis cribricoUis aus Piemont, desicjnata aus Cor-
sica und Cumpostellann aus Galizien (Spanien).
Baudi (Berl. Ent. Zeitschr. VIll. p. 195 f.) beschrieb als n.
A. aus Süd-Europa: JSotiopInluf striyifrons aus den Alpen Piemonts,
Carabus depressas Bon. var. cychroides ebendaher, Clivina Sicula
aus Sicilieu, Amara palustris (Gene) aus Sardinien, Acorius Ghilianii
aus Spanien, Acupalpus dorsalis var. salimis aus Sardinien, Ambly-
stomus Sardous ebendaher. — Ebenda p. 195 ff. als n. A. aus Cypern
und Klein-Asien: Cicindela litoralis Fab. var. Aphrodisia, l^rocrustes
exsul (nach einer Anmerkung Schaum's gleich Pr. Anatolicus
Chaud., welcher Name auch gleich im Text substituirt wird), Clivina
rugicollis (= lernaea Schaum), Dyscltirius cariniceps, Blechrus stri-
cticollis xnn^ tittatus. Po(jonus fuivus, Amara (Celia) aberrans, C ym-
bionotum (nov. gen., nach Schaum identisch mit Coscinia)
collare , Amblystomus picinus, Tachys globosus (Chaud.), Tachys sex-
striatus var. diabrachys (KoL). Anhangsweise setzt Verf. die Unter-
schiede der von Dr. Kraatz zusammengezogenen, aber verschie-
dene Arten darstellenden Percus Oberleitneri und strictus Dej. aus-
einander; von letzterer Art hat Yerf. Hunderte von ganz überein-
stimmenden Exemplaren selbst gesammelt.
Motschulsky, Enumeration des nouvelles especes de Co-
leopteres rapportes de ses voyages (Bullet, des natural, de Moscou
1864. IT. p. 180 u. 297 ff.) handelte über eine grosse Anzahl dieser
Familie angehöriger Gattungen und Arten in ziemlich bunter Rei-
henfolge. Nach einer Eintheilung der Bembidien in zahlreiche, zum
Theil neue Untergattungen, unter welchen die dazu gehörigen Ar-
ten aufgezählt werden, beschreibt er Fachydesns (nov. gen.)
crassipes Cap, Fatrobus flavipes Japan, Pogotius ? hinduslanus Tran-
quebar, Diachila octonotata (= Americana Motsch.), Apototnus Ma~
dagascariensis, Dregus (nov. gen., aus der Ditomiden-Gruppe) ni-
tidus Algier, Graniger (nov. gen., aus der Siagoniden-Gruppe) Al-
girimis, Cyclosomus tnarginatns Ostindien. Sodann folgen analytische
Tabellen zur Unterscheidung der Stenolophus-, Egadroma- und Acu-
palpus-Arten, gleiche für Harpalus, Brachinus, Pachymorpha, Cor-
distes, Leptotrachelus, Ega, Lebia und Hispalis, für zahlreiche Gat-
tungen, in welche er Cymindis auflöst u. s, w. — Dyschirius rnfila-
bris n. A. Bannat, Aptinus cyaneus C&ip, Pachymorpha elliptica TrSkU^
quebar, Drypta dilutipes Cap , Apiodera longicoUis Amazon, trans-
paretis Central - Amerika , Casnonia haemorrhoidalis Tranquebar,
Stigmaphorus tessellatus Panama, Tetragonoderus Ame/zonus, disLigma
Tenessee, ?veltdinus Amazon , Coplodera spilola und fuscata Cap,
der Entomologie während der J. 1863—64. 303
deplanata Brasilia inter., aenescens und chloroptera Valdivia, Parena
plagiata Cap, Pentagonica Americana Südstaaten, Lamprias rufosu-
tura Nicaragua, chrysocephala Südfrankreich, crassicornis ebendaher,
Lebia picipennis Cap, sublimbala Nord- Amerika, Lebida subovata Kir-
gisen-Steppe, Lebidema spissicortiis Brasilien, Lobius (nov. gen.,
auf Dromius cyaneus Dej. und viridis Esch. gegründet) nigroviridis
Valdivia, Metabletus ßovo- axillaris Algier, Blechrus hispanicus An-
dalusien, Lionychus? vcrsicolor Aegypten, Charopterus flaviceps und
discipennis Cap, Microlestes Capensis ebendaher, Apristus tropicalis
Panama, aereus Algier, ftiscipennis Mexiko, Sericoda cicatricosa Buss.
Nord-Amerika, Singilis dimidialns Anatolien, Calleida caerulea Bra-
silien, maura und nigropicea Cap, subaerea Panama, obscurata Ama-
zon., anrata und sc wurw/"« Nicaragua, rufocincta und rufolimbata CBjp,
rubricata Ostindien, viridicincta Panama, iridea Valdivia, brevicollis
Venezuela, ? afigulicollis Ca^ undTrichis? lateripicta Cai^. — Ebenda
p. 297 ff.: Planesus laevigatus und fuscicollis Nord-Amerika, Tarus
mridipennis Caucasus, marginalis Ostsibirien, Catascopus subquadratus^
aeneus und excisus Ostindien, Tapkria sylvalis Bussland, Amblytelus
vittatus Neu -Holland, Metallosomus cuprascens St. Domingo, Omi-
astus (nov. gen., mit Colpodes verwandt) rutilans Caracas, aeneus
Venezuela, ? mauroaetieus Cap, Stenocnemus versicolor Nicaragua,
Ophryodactylus purpureovarius und bvevipennis Columbien, Loxocrc
pis cordicollis Venezuela, lugubris Neu-Holland, coelestinus Birman,
nigriceps Ostindien, Dyscolus aterrimus und Abropus semirufus Ni-
caragua , P r islosia (nov. gen. , aus der Calathus-Gruppe) picea
Ostindien, Calalhus orbicollis Caucasus, Cryptoxenus Koeppeni aus
der Höhle Kisilkoba auf der Krim, Dicrochile ovicollis Neu-Seeland,
Limodromus interstitialis Kadiak, acuticollis Nord-Amerika, Batenus
costulatus, borealis, aeneolus und fiavipes aus Sibirien, Dolichodes
geniculatus Brasilien, Europhilus iridipennis Neu-Orleans, dilutiperi'
nis Neu-Mexiko, Agonocyrthes orbicollis Insel Hongkong, rotundicollis
Amur, Tanystola tropica Nicaragua, Olisthopus ?insularis Neu-See-
land, Olisares (nov. gen., aus der Anchomeniden-Gruppe) picipes
Caracas und flav olimbatus Südsta,a.ien, Tric ho tarus (nov. gen., auf
Anchom. cymindoides Dej. begründet), P ene tretus nov. gen. (für
Patrobus rufipennis Hffsg.), Lorostema (nov. gen., mit Loricera
verwandt) alutacea Tranquebar, Trichisia (nov. gen., bei Pana-
gaeus) cyanescens Ostindien, Perunomus quadritiotatus Ostindien,
C allist oides (nov. gen., zwischen Callistus und Chlaenius ste-
hend) malachinus Ostindien, Airanus rirescens vom Euphrat, Chlae-
nius conßnis Persien, smaragdifer Pennsylvanien, viridanus Ostindien,
nigricoxis Hongkong, maculipennis Ostindien, quadrimaculatus Abys-
sinien, limbellus Aegypten, Po eciloist us (nov. gen.) prolongatus
Senegal und dilatatus Ostindien, Trigonomina (nov. gen.) polito-
804 Gerstaecker: Bericht iih, d. wissensch. Leist. im Gebiete
coUis Nord-Indien, Catadromus cordicollis Neu-Holland, Chi aemi-
nus (nov. gen.) biguttatus Ostindien, Oodinus (nov. gen.) piceus
Panama und ISepalensis Nepaul, D i st ri go d es (nov. gen.) Ilavogut'
latus und j'emoralis Ostindien, bipunctatus Ceylon.
Morawitz (Beitrag zur Käferfauna der Insel Jesso) machte
von dieser Lokalität folgende neue Arten bekannt : Omophron aequa-
lis , Cychrus convexvs, Carabus (CalosomaJ Maximoiciczi , Scariles
aterrimvs, Clivina humilis. — P ent opl o g enin s , nov. gen. aus der
Lebiiden-Gruppe. Oberlippe tief eingeschnitten, mit zwei gerunde-
ten Lappen , Kinn mit sehr spitzen Seitenlappen, scharfem Mittel-
und zwei stumpfen Seitenzähnen, Endglied der Taster kegelförmig,
zweites und drittes Fühlerglied gleich, schmaler und kürzer als
das vierte ; Flügeldecken mit abgerundeter Spitze, Tarsen mit ganz-
randigem vierten Gliede und einfachen Klauen. — Art : Fent. exiguus.
— Lehia ftisca, Lebidia biocnlato, Chlaenius variicornis, ßadister iiigri-
ceps, Dyscolus protensus, Amara (Bradylus) simplicidens (? = Acro-
don Uralensis Motsch.). — TrichoHcknus, nov. gen. aus der Har-
paliden - Gruppe. Oberlippe ausgerandet , Mittelzahn des Kinnes
stumpf, Ligula an der Spitze erweitert mit sie selbst überragenden
Nebenzungen , Endglied der Taster spindelförmig , an der Spitze
leicht gestutzt, dem vorhergehenden gleich; Taster schlank, an den
vorderen beim Männchen vier Glieder erweitert, diese unterhalb
in der Mitte nackt, an den Seiten mit langen Haaren besetzt. — Art :
Trick, longitarsis. — Anisodactylus tricuspidatus, Harpaluslucidus. —
Neben der Charakteristik dieser Arten verbreitet sich Verf. vielfach
auf verwandte Sibirische, über die er zahlreiche synonymische Be-
merkungen beibringt und unterwirft ausserdem ganz besonders fol-
gende Gattungen einer eingehenden Kritik: 1) Carabus und Ver-
wandte. Verf. glaubt nicht nur die auf Kosten der ersteren errich-
teten Gattungen, wie Eupachys, Coptolabrus und Cratocephalus ein-
ziehen zu müssen, sondern . (wie Damaster und Procrustes) auch
Procerus und Calosoraa nur als Gruppen von Carabus betrachten
zu können; den hierauf bezüglichen, von früheren Autoren ange-
führten Beispielen fügt er weitere, den allmählichen Uebergang noch
deutlicher nachweisende hinzu. 2) Physoloesthus Chaud. ist nach
dem Verf. auf eine Art begründet, welche die gleichen generischen
Merkmale wie Badister peltatus zeigt und, obwohl aus Neu-Holland
stammend, vielleicht sogar mit diesem identisch ist. 3) Catadromus
glaubt Verf. ebenso wenig von Pterostichus trennen zu können, wie
Eucamptügnathus ; Trigonognatha Motsch. zeigt keine wesentlichen
Unterschiede von Myas. 4) Harpalus und Verwandte. Verf. glaubt,
dass keine der von Schaum aufgestellten Harpaliden-Gattungen mit
schuppenartig bekleideter Sohle beim Männchen haltbar ist, sondern
dass Acinopus Dej., Pangus Schaum, Harpalus Latr., Stenolophus
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 305
Dej.j Acupalpus Latr., Tachycellus Mor. und Bradycellus Er. nur
als Gruppen einer und derselben Gattung, in ähnlicher Weise wie
bei Pterostichus, angesprochen werden können; als solche werden
sie vom Verf. in ihren wesentlichsten Merkmalen analysirt und er-
örtert.
Perroud und Montr o usier (Annal. soc. Linneenne de
Lyon XI. p. 49 ff.) machten als n. A. von Kanala (Neu-Caledonien)
bekannt: Calosoma oceaniciim (pl. 1. fig. 1), Dromidea (nov. gen.,
mit Demetrias zunächst verwandt und mit gezähnelten Fussklauen
versehen) Thomsonii , P aral lelom orp ha (nov. gen. aus der Hel-
luoniden- Gruppe, von auffallend langgestrecktem, schmalen, gleich-
breitem Körperbau, besonders auch durch die Form des Prothorax,
welcher länger als breit, länglich quadratisch ist, durch sehr lange
Fühlhörner und verdickte Vorder- und Mittelschenkel ausgezeichnet)
depresstdn (sie!), pl. 1. fig. 2 abgebildet. — Rinocheila (nov. gen.
aus der Lebiiden-Gruppe, nicht näher charakterisirt) Letrali, Agra?
austrocaledonica, Sph odr oso m a (nov. gen., mit Sphodrus verwandt,
von welcher Gattung Verf. die vorliegende schon durch die in bei-
den Geschlechtern einfachen Vordertarsen, falls nicht bloss Weib-
chen beobachtet sind, verschieden glaubt) Seisse ti, Dicrochile Ar-
tensis (pl. 1. fig. 3), Caledonicus (sic!j, Anchomenus leucomerus, Col~
podes cyaneus, Ecja? angusticoUis, Aviphibia (nov. gen. von der
Form eines Pogonus, aber durch spindelförmiges Endglied der Ta-
ster zur Bembidien-Gruppe gehörend) pallipes, Bradycellus bigutta-
tus, Trechus lilura und Bembidium Kanalense.
Neue Nord -Amerikanische Arten, von Le Conte (New spe-
cies etc. p. 1 — 21) beschrieben sind: Elaphrns olivacens , Blethisa
Julii, Diachila snbpolaris (Hudsons -Bay), Loricera Californica und
neoscotica, Nebria hudsonica und rudis, Cychrus violaceus, Dyschirius
hispidus, Clivina Texana, Schizocjenins planulatus, Lebia atriceps und
lobulata, Plochionus valens, Blechnis pnsio, Tetragonoderns undnlatus
(Californien), Cymindis planipennis (Neu-Mexiko), hudsonica (Labra-
dor) und borealis , Rhombodera bicolor, Platynus caudatns, dissectus,
opacuhis, Clemens, subsericeus, crenistriatus und perforatus, Evarthrus
iorvus, Pterostichus sphodrinus, laetulus, Texanus, splendidulus, desi-
diosus, hudsonicus, tumescens und protensus, Dicaelus turbulentus,
Chlaenius sparsus, Oodes fluvialis und Texanus^ Cratognalhus alter-
natus, Discoderus amoenus, Anisodactylus punctulatns, furvus, Har-
risii und rudis, Eurytrichus ßebilis (Californien), Gynandrotarsus
opaculus (Texas), Bradycellus linearis^ Stenophorus fatuus, Harpalus
innocuus, Stenolophus rotundatuSf hydropicus und carus, Patrobus ru-
ßpes, Anophthalmus angulalus (Mammouth-Höhle), Bembidium recti-
colle (Neu-Mexiko), Nebraskense, obtusangulum und morulum, Tachys
albipes, ventricosus und capax.
306 Ger sta ecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Cychrus Bidincfsii Bland n. A. aus Virginien (Proceed. entom.
80C. of Philadelphia I. p. 353), Silphomorpha speciosa Pascoe n. A.
aus Queensland (Journal of Entomol. IL p. 26).
Eine ausgezeichnete Entdeckung für die Europäische Fauna
ist die von Miller (Wien. Entom. Monatsschr. VII. p. 28. Taf. I.
fig. 15) beschriebene und abgebildete neue Gattung Spelae odij t es
aus der Scaritinen - Gruppe, welche in der Form des Kopfes und
Halsschildes der Gatt. Dyschirius gleicht, sich aber durch den nicht
walzigen Hinterleib, die weniger gewölbten Flügeldecken mit ver-
breitertem und abgesetzten Seitenrand und den Mangel der Augen
unterscheidet. Die Fühler sind lang und derb, behaart, das ^eite
Glied das längste von allen, doppelt so lang als das dritte; die
Vorderschienen innen ausgerandet, aussen zweizähnig, an der Spitze
gefingert, merklich breiter als die beiden hinteren Paare. — Art:
Spei, mirahilis , l^s Lin. lang, glänzend rostgelb, mit vereinzelten
langen und aufrechten Haaren besetzt, der Seitenrand der Flügel-
decken hinter den Schultern und an der Spitze scharf gesägt. Aus
einer Höhle der Herzegowina stammend.
Linder, Description d'un nouveau genre aveugle appartenant
aux Carabiques (Annal. soc. ent. 4. ser. HL p. 483. pl. 9. fig. 7) begrün-
dete auf Scotodipnus Schaumii Saulcy eine neue Gattung Microty-
phlus , welche sich von Scotodipnus durch die Erweiterung der
Vordertarsen beim Männchen und durch unbewehrte Mandibeln in
beiden Geschlechtern unterscheidet. Die augenlose Art ist nur V/^
Mill. lang und stammt aus den östlichen Pyrenäen. *
de Saulcy (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 254f.) machte
Anophthalmus Aeacus als n. A. aus der Grotte von Campan (Hautes-
Pyrenees) und Anilins convexns von Banyuls-sur-mer bekannt, —
Ebenda 4. ser. III. pl. 3. fig. 5 und 6 giebt er nachträgliche Abbil-
dungen von Anophthalmus Bkadamanthus und Minos.
Grenier (ebenda 4. ser. IV. p. 135) beschrieb Anophihalmus
Anherti als n. A. von Toulon, bei welcher er einen kleinen, aber
nicht pigmentirten Augenpunkt aufgefunden hat, der nach ihm übri-
gens auch bei den anderen Arten der Gattung vorkommt ; bei Anoph-
thalmus Milleri ist derselbe sogar schwarz gefärbt. Letztere Art
scheint dem Verf. den Uebergang zu bilden zu Arten mit wirkli-
chen, aber aufiallend klein gebliebenen Augen, wie sie bei Feronia
microphthalma vorkommen.
Anophthalmus S7ituralis und (Dnvalius) Erichsonii Schaufuss
n. A. von Montenegro (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. XIV.
p. 673 fiF.) , Anophthalmus amabilis , Sphodrus modestus und Erberii
Schaufuss n. A. aus Dalmatinischen Höhlen (ebenda XIII. p. 1219 f.).
Der Sphodr. modestus ist nach Angabe des Verf.'s nicht mit dem
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 307
gleichnamigen im J. 1862, welcher sich als identisch mit Sph. Aea-
cus herausgestellt hat, identisch (müsste dann aber einen anderen
Namen erhalten. Ref.)
In Grenier's Catalogue des Coleopteres de France werden
folgende neue Französische Arten bekannt gemacht: Notiophilus
Genninyi und Carahus Brisouli Fauvel aus den Pyrenäen, Argntor
nivalis Brisout aus den Alpen, Aiiophthalmvs Disconlifjiuji und Les-
pesii Fairmaire aus den Pyrenäen, Anillus frafer Aube von Frejus,
Scotodipmis Anbei und Schaumii de Saulcy, Tachys nigrifrons Fauvel
aus Sudfrankreich und Leistus Pyrenaeus Kraatz aus den Pyrenäen.
Dyschirivs viicans Gautier des Gottes (Annal. soc. entom. 4.
ser. III. p. 488) n. A. von Beziers, Harpalus (Oplionvs) Rayei Linder
(ebenda 4. ser. IV. p. 250) n. A. aus Ungarn, Bembidium Dufourii
und (Philochthus) Toletatium Perris (ebenda 4. ser. IV. p. 276 f.) aus
Central-Spanien, Nebria Lariollei de Germiny (ebenda p. 419) n. A.
von Bagnieres-de-Bigorre, Bembidivm Btdsanense Gredler (Käfer von
Tyrol p. 60) n. A. aus Tyrol, Licinus Dohmii Fairmaire (Stett. Ent.
Zeit. XXIV. p. 131) n. A. aus Albanien.
Buquet (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 115. pl. 1. fig. 4)
beschrieb mit Abbildung Casnonia Olivieri n. A. von Bona, Reiche
(ebenda p. 233) Amblytomus Solskyi n. A. aus Algier und Zabrus
(Polysilus) Mnroccanus n. A. aus Marocco.
Mors (Annal. soc. ent. Beige VII. p. 129. pl. 3. fig. 8) machte
eine schöne Varietät des Carabus auronitens I'ab. mit feurig kupfer-
rothem Halsschild und fast schwarzen Flügeldecken bekannt, welche
in der Nähe von Brüssel in Mehrzahl aufgefunden worden ist. —
Stierlin (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 146) charakterisirte Varietä-
ten von Anchomenus albipes, Amara nitida und Bembidium punctu-
latum aus der Umgegend Palermo's.
F u s s (Verhandl. d. Siebenbürg. Ver. f. Naturwiss. XV. p. 208)
gab eine nochmalige Charakteristik des Pterostichus Transsylvani-
cus Chaud.
Nach Gautier des Gottes (Annal. soc. entom. 4. ser. IIT.
p. 490) kommt Pristonychus barbarus Luc. auch auf Corsika vor.
Wilson, Notes on the South -Australian Calosoma Curtisii
(Proceed. entom. soc. of London 1863. p. 182 ff.). Verf. macht aus-
führliche Mittheilungen über das Vorkommen und die Lebensweise
dieser Art , welche bei Adelaide nur im November erscheint, auf
Fusswegen im Sonnenschein läuft und deren Larve sich gleichzeitig
ausgewachsen unter Kuhdünger vorfindet ; letztere nährt sich hier
vermuthlich von Noctuen-Raupen.
Nach Ferrari (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 235) wurde
der als aus Mogador stammend beschriebene Acmastes Haroldi Schaum
308 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Grebiete
von Natterer in Südspanien gefunden; ein Exemplar desselben
befindet sich im Naturalien - Cabinet zu Wien und wurde von dem
Autor der Gattung selbst determinirt.
Reiche, Note sur les Carabus latus, complanatus, brevis et
hcUuo Dej. (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 661) wies nach, dass
der Carabus latus Dej., welchen Kr aatz bereits endgültig mit den
drei übrigen Arten, die auch nach Reiche identisch sind, vereinigt
hatte, eine selbstständige und constante Art sei; Verf. hat eine
grössere Anzahl ganz übereinstimmender Exemplare vergleichen
können,
Aube (ebenda 4. ser. IV. p. 323) hält Apristus subaeneus
Chaud., striatipennis Luc, Propheti Reiche und reticulatus Schaum
nur für Varietäten einer und derselben Art.
Der langjährige Streit über die Form des Halsschildes von
Phloeozetaeus zwischen Reiche und Schaum ist schliesslich vor
ein Tribunal der Societe entomol. de France gebracht worden, wel-
ches (Annales 1863. p. 159) sich zur Entscheidung für incompetent
erklärt hat. Verständiger wäre es gewesen, dergleichen unnütze
Zänkereien überhaupt nicht zu drucken.
Dyticidae. Die Kenntniss der ersten Stände dieser Familie
ist durch Schioedte's Untersuchungen (Naturhist. Tidsskr. 3.
Raek. III. p. 154 ff. Taf. 2 — 8) in ausgezeichneter Weise vervoll-
kommnet worden. Ein Vergleich der Larven von neun verschie-
denen Gattungen hat folgende Charakteristik für die Familie im
Ganzen ergeben: »Tarsi exserti, ungulati. Instrumenta cibaria ex-
serta, libera, membrana articularia maxillari brevissima, cardines
non excedente. Mandibulae suctoriae. Maxillae mala unica, stipiti
maxillari inserta. Spiracula rotundata, hiantia.« Nach der Beschaf-
fenheit des Hinterleibes und der Beine zerfallen die Larven zunächst
in zwei Gruppen: a) Abdomen reptorium, pedes ambulatorii: Hali-
plini. b) Abdomen natatorium, pedes cursorii, saepissime natatorii:
die übrigen Dyticiden. Specieller werden die Larven der Haliplini (von
Halipl. ruficollis, variegatus und fulvus untersucht) folgendermassen
charakterisirt : »Antennae inter mandibulas fronti inserlae. Annulus
nonus abdominis exsertus. Annulus analis exsertus, valde produ-
ctus, acuminatus, corneus, apice fissus, caudam murinam referens,
orificium anale infra basi gerens. Spiracula abdominalia octavi pa-
ris lateralia. Tarsi nngula solida. Coxae basi vicinae. Pleurae
omnes expressae, membranaceae. Segmenta ventralia omnia cornea.«
Im Gegensatz hierzu sind bei den Larven der übrigen Dyticiden
die »Antennae laterales, supra mandibulas insertae. Annulus nonus
abdominis evanidus. Annulus analis evanidus. Spiracula abdominalia
octavi paris terminalia, elongata. Tarsi ungulis binis.« Unter diesen
der Entomologie während der J. 1863-64. 309
sondern sich zunächst die Larven der Hydroporini (nach Untersuchung
von Hydroporus parallelogrammus, palustris, depressus, Halensis und
Hyphydrus ovatus) durch folgende Merkmale ab: »Caput crassum,
cornutum , collo occipiti contiguo. Mandibulae sursum curvatae.
Stipites palporum maxillarium evanidi. Abdomen ciliis natatoriis
nullis.« (Bei der Larve von Hydroporus verengt sich der Kopf vor
den Fühlern allmählich und das Stirnhorn ist kürzer als der Kopf;
bei derjenigen von Hyphydrus dagegen ist der Kopf vor den Füh-
lern plötzlich verengt und das Stirnhorn ist von Kopflänge. — Die
Larven von Hydroporus parallelogrammus und palustris haben keine
Schwimmhaare an den Beinen, während diejenigen von Hydrop. de-
pressus und Halensis die Schenkel sparsam, die Schienen und Tar-
sen oberhalb dicht gewimpert haben.) Die Larven der übrig blei-
benden Gruppen haben ein »Caput lenticulare, depressum, collo con-
stricto, clypeo late rotundato. Mandibulae introrsum arcuatae. Sti-
pites palporum maxillarium distincti. Abdomen ciliis natatoriis
instructum.« Sie sondern sich in a) Colymbetini, welche nach Un-
tersuchung der Larven von Agabus macnlatus, Ilybius fenestratus,
Colymbetes fuscus und dolabratus folgende Merkmale zeigen: »Pro-
thorax transversus, nsargine laterali explanato. Abdomen ciliis na-
tatoriis parcis. Cerci producti, gracillimi. Antennae et palpi arti-
culis accessoriis nullis.« — und b) in Dytiscini, welche nach Unter-
suchung der Larven von Acilius sulcatus. Dytiscus marginalis und
Cybister Boeselii durch einen »Prothorax conicus, medio constrictus,
utrinque deflexus. Abdomen annulo septimo et octavo fimbriis na-
tatoriis utrinque. Cerci aut nulli, aut breves, stiliformes. Anten-
nae et palpi in larvis adultis articulis accessoriis aucti« ausgezeich-
net sind. — Auch die Nymphen sind dem Yerf. von sechs Gattun-
gen bekannt ^geworden; ihre Unterscheidungsmerkmale sind fol-
gende: a) Cerci evanidi, tubercula spiraculifera dentata: Haliplus.
— b; Cerci manifesti, tubercula spiraculifera obtusa. 1) Spiracula
tubulata: Hydroporus. 2) Spiracula immersa. «) Pleurae obtusae,
cerci acuminati: Agabus, Ilybius^ Colymbetes. ß) Pleurae angulatae,
cerci clavati: Dytiscus.
H. Clark, Catalogue of the Dytiscidae and Gyrinidae of Au-
stralasia, with descriptions of new species (Journ. of Entomol. H.
p. 14 — 23) setzte seine im vorigen Jahre begonnene Aufzählung und
Beschreibung der Australischen Arten dieser Familie mit den Grup-
pen der Hydroporiden, Colymbetiden und Dyticiden fort: Celina
anstralis, B a trachomatus (nov. gen. , mit stark abgeflachtem,
ovalem Körper, zweilappigem Kinn, breitem, hervorgestrecktem Kopf,
grossen, nicht auseinanderstehenden Augen u. s. w. — die Charak-
tere sind aus der Beschreibung nicht ersichtlich) Wingii, Colymbetes
lanceolatus, pulcher^ adumbralus, Agabus latissiwus, Tasmaniae^ Ba-
310 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
heicelli, reliculosus, Copelatus Australiae, acudhctus. sintplex und
Victoriae.
Derselbe, »Desciiptions of new East-Asiatic species of Ha-
liplidae andHydroporidae« (Transact. entom. soc. of London 3. ser.
I. p. 417 — 428) beschrieb als n. A, : Haliplus variabilis Amoy, pulchel-
lus Siam und Malacca, eximins und «mip/ea:r Korea, Hyphydrns orien-
talls und pulchellus Amoy, eximius China, nifjronotatus Vaterl. ?,
hisvlcalus Malacca, rufus China und rnfonirjer China. — Hijdroporus
(Thorax ohne Längsfurchen) carbonarins und badivs China, Malaccae
von Malacca, aberrans^ pudicus, ruhescens und leneUus von Java,
(Thorax mit Furchen, die sich aber nicht auf die Flügeldecken fort-
setzen) orienlalis aus China.
Derselbe »Notes on the genus Ilydaticus Leach, with descri-
ptions of new species« (ebenda 3. ser. IL p. 2(9— 222. pl. 14). Yerf.
beschreibt folgende neue Arten der Gattung : Hydaticus Bahewellei
Moreton-Bay, Ädamsii, aruspex China, verecundus Süd-Amerika oder
China?, Bowringii Moreton-Bay, Ussherii von Cap Coast Castle, pa-
ganus von der Goldküste, matruelis West-Afrika, parallelus Cap, ni-
gro-inarmoratus Angola, fulvo-notatus West-Afrika, histrio Nord-
Indien, nigroviltatns Japan. — Synon;7mische und andere Notizen
giebt Verf. ausserdem über Hyd. bihamatus Aube, quadrivittatus
Blanch., decorus Klug, Leander Rossi, grammicus Sturm, bivittatus
Lap., stagnalis Fab. , vittatas Fab. — Auf der beifolgenden Tafel
sind 6 Arten, darunter 4 neue in colorirten Abbildungen dargestellt.
Le Conte (New species of North-Americ. Coleopt. p. 21 ff.)
machte als neue Nord- Amerikanische Arten bekannt: Cnemidotus
muiicns und edejitnlns, Hydroponts rohtndatvs, Celina grossula. —
Colpius, nov. gen., mit rundlichem, gewölbtem, hinten zugespitz-
ten Körper. Fühler fadenförmig, Endglied der Kiefertaster spitz
spindelförmig, das der Lippentaster länglich dreieckig, mit ausge-
randeter Spitze ; Prosternum vorn gerundet, hinten abgestutzt, seit-
lich und an der Spitze scharf gerandet; Vorderschienen mit ver-
längertem Spitzenhaken , verbreitert, die hinteren lang gewimpert ;
an den Tarsen das erste Glied langgestreckt, das letzte den drei
vorhergehenden kurzen zusammen an Länge gleich , die Klauen
gleich und einfach. Beim Männchen die drei ersten Glieder der
Vordertarsen erweitert, das erste sehr gross. — Art: C. inßaius
Louisiana. — Hydrocanlhus nanulus, Laccophilus genlilis und Hyda-
ticus piceus.
Chevrolat (Annal. soc. entom, 4. ser. IIL p. 199 ff.) zählte
die bis jetzt aus Cuba bekannt gewordenen Dyticiden auf und be-
schrieb als n. A. : Hyphydrus obniger, Hydroporus Caraibus, Hydro-
canthus tenuicornif, Laccophilus bifascialus und venuslus, Copelatus
anguslatus und insolitiis.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 311
Schaum (Berl. Ent. Zeitschr. YIII. p. 105 fif.) verzeichnete 21
bis jetzt aus Aegypten bekannt gewordene Dyticiden, von denen
Haliplvs mnculipennis , Laccophilus lucidus , Hydroporus cribrosus
und penlagrammvs als n. A. beschrieben werden.
Derselbe (ebenda p. 109 ff.) beschrieb sechs »neue Hydro-
poren aus Europa und dem gemässigten Asien« : Hydroporus corpu-
lentus (saginatus var. Schaum ant.) aus der Krim, baeticus aus An-
dalusien, Scylhvs aus der Kirgisen -Steppe, nicfriceps von Malaga,
hicostalus aus Guadarrama und parvicollis aus Klein-Asien, Gleich-
zeitig werden die acht zur Gruppe der Hydrop. platynotus gehöri-
gen Arten mit Synonymie aufgezählt.
Perroud und Montrousier (Annal. soc. Linneenne de
Lyon XI. p. 74 ff.) machten als n. A. von Kanala (Neu-Caledonien)
bekannt: Hyphydrus austrocaledonicus, Illigeri, Colymbetes marmo-
ratus und himaculatus, Agabns intermptus und Hydaticus Rockasi.
Wollaston (Annais of nat. hist. 3. ser. XL p. 216) Haliplus
suffusus als n. A. von den Canarischen Inseln.
Eeiche (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p*234f.) Hydroporus
basinotatus als u. A. von Tanger und Leprieuri von Bona, (in Gre-
nier, Catalogue d. Coleopt. de France p. 127) Hydroporus Ypsilon
aus den Cevennen, (Annal. soc. entom. 4. ser. IIL p. 474), Agabus
Gougeletii n. A. von Corsika,
Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 277) Hydroporus
hypfiydroides als n. A. von Corsika, Fauvel (Bullet, soc. Linn. de
Normandie IX. p. 276) Hydroporus sabaudus n. A. aus Savoyen,
S t i er 1 i n (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 146) Agabus bipustulatus var.
aus Sicilien.
Nach Hampe (Wien. Ent. Monatsschr. VIL p. 290) kommt
Hydrocanthus diophthalmus Reiche auch auf Sicilien vor.
Gyrinidae- Nachdem Schioedte (Naturhist. Tidsskr. 3. Raek.
IIL p. 189 ff.) jetzt ausser der Larve des Gyrinus marinus auch die-
jenige des Orectochilus villosus näher kennen gelernt hat, stellt er
mit gleichzeitiger Berücksichtigung letzterer für die Gyriniden-Lar-
ven folgende Charakteristik auf: »Tarsi exserti, biungulati. Instru-
menta cibaria exserta, libera, membrana articularia maxillari nulla.
Mandibulae suctoriae. Maxilla malis binis, stipiti maxillari insertis,
exteriore biarticulata , palpiformi, interiore ampla , unco corneo,
cultriformi terminata. Abdomen annulo nono exserto, praetergis
brevissimis constrictis, moniliforme, natatorium. Pleurae abdo-
minis appendiculatae , appendicibus elongatis, acuminatis , ciliatis,
natatoriis, branchiis. Cerci elongati, acuminati, integri, ciliati,
natatorii, branchiae. Spiracula nulla, Annulus analis exser-
tus, hamulis armatus quattuor mobilibus, scansoris.«
312 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
H. Clark, Catalogue of the Dytiscidae and Gyrinidae of An-
stralasia, with descriptions of new species (Joiirn. of Entomol. II.
p. 214 — 219). Verf. erörtert das Verhältniss der Gattung Enhydrus
zu Gyrinus (von welch' letzterer sie sich hauptsächlich durch die
Körperform und die viel längeren Vorderbeine unterscheidet) und
beschreibt sechs Australische Arten derselben: Enhydrus Hoicittii
n. A. Moreton-Bay. Keichii Aube, assimilis n. A.. latior n. A. Mo-
reton-Bay, rindaris n. A.Victoria und oblongus Boisd. (= australis
Brülle).
Le Conte (New species of North - Americ. Coleopt. p. 23)
machte Gyreles conifressvs als n. A. aus Illinois bekannt.
V. Malinowski, Beiträge zur Naturgeschichte der Gyrinen
(Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIV. p. 677—680).
Verf. hatte sich eine zahlreiche Gesellschaft des Gyrinus strigipen-
nis aus der Donau gefischt, um sie in einem Glasgefässe lebend zu
beobachten. Bevor ihnen Nahrung in das Wasser gereicht wurde,
frassen sie sich unter einander auf, unterliessen dies aber auch
dann nicht, als ihnen ein Stück Fleisch hineingeworfen wurde, ob-
wohl sie dasselbe zuerst zu benagen schienen. Besser befanden sie
sich, nachdem Verf. ihnen Wurzeln von Schilf in das Wasser gesetzt
hatte. Ihr Verhalten auf der Oberfläche, unter und ausser dem
Wasser, die Art, wie sie beim Untertauchen eine Luftblase erzeu-
gen, die Vorbereitungen zum Fluge, ihre Springbewegungen auf
dem Trocknen u. s. w. werden vom Verf. speziell geschildert.
Palpicornia.- Le Conte (New species of North-Americ. Co-
leopt. p. 24f.) beschrieb Berosvs fugnax, Cyllidium atruin. Philhy-
drus Simplex und consors und Hydrohius despectus als n. A. aus
Nord-Amerika.
Chevrolat (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 204 f.) Hydro-
philvs (irrig steht Hydroporus gedruckt) picicornis, Philhydrus co-
riaceus^ Berosus quadridens, trilohtis und aculeatus, Hydrochus tnr-
salis und pnllipes und Cercyon insulare als n. A. von Cuba.
Motschulsky (Bullet, d. natur. d. Moscou 1863. L p. 444 ff.)
Trichopoda lineolala, Cercyon hitiigentm, niyriceps, ?rnfotestaceum,
?hydrophiloides, — Pachy s t er num , nov. gen., mit sehr breitem,
dreieckigem Mesosternum, welches gegen das abgeflachte, viereckige
und mit einem zweilappigen Vorsprung versehene Prosternum wink-
lig hervortritt. — Art: Fach, nigrovittatum. — Cryptopleurum sul-
catum, sämmtlich von Ceylon.
Perroud (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p.81) Spercheus
Mulsanti n. A. von Neu-Caledonien.
Neue Europäische Arten sind femer : Limnebius gyrinoides
Aube (in Grenier, Catal. d. Coleopt. p. 127) aus Frankreich und
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 313
Klein-Asien, Laccobius Revelieri Perris (Annal. soc. entora. 4. ser.
IV. p. 278) aus Corsica, PInlhydrus conrctatus Gredler (Käfer von
Tyrol, p. 75j aus Tyrol , Laccobius Sardens Baudi (Berl. Ent. Zeit*
sehr. VIII. p. 222 f.) aus Sardinien, Limnebius mundus und Calobius
brevicollis desselben von Cypern.
Gr. Ferrari, Einige Worte über die Coleopteren-Gattung
Calobius Woll. und die dazu gehörenden Arten (Wien. Ent. Mo-
natsschr. VIII. p. 473 £f.). Verf. weist nach, dass der von Schaum
mit Calobius notabilis Rosenh. als synonym vereinigte Calob. qua-
dricoUis Muls. eine davon ganz verschiedene Art sei und setzte die
Unterschiede der gegenwärtig bekannten vier Arten der Gattung
(neben den beiden erwähnten: Calobius subinteger Muls. und Heeri
Wollast.) auseinander. — Ebenda p. 478 wird die Charakteristik
einer fünften Art: Calob. Lejolisii Muls. hinzugefügt und von dieser
bemerkt, dass sie die Gattung Calobius direkt in Ochthebius über-
führe, so dass erstere einzuziehen ist.
Staphylinidae- Schioedte (Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. III.
p. 193 ff. Taf. 9—12) erörterte die Larven und zum Theil auch die
Nymphen von acht verschiedenen Gattungen aus den Gruppen
der Staphylinini (Staphylinus, Ocypus, Philonthus, Xantholinus und
Quedius) und Oxytelini (Oxyporus, Platystethus und Bledius). Die
Larven der Oxytelini unterscheiden sich von denjenigen der erstge-
nannten Gruppe durch die zurückgezogenen Mundtheile, vollstän-
dige und gefaltete Gelenkhaut der Maxillen, gezähnte Mandibeln,
grosse, gekämmte oder gedornte, mit dem Stipes verwachsene Ma-
xillarlade , breite und gerundete Zunge , den Mangel der Ligula,
seitlich oberhalb der Mandibeln eingefügte Antennen mit nur drei
Gliedern, nickenden und halslosen Kopf, imgezähnten Clypeus, un-
vollständige Rückenschilder des Thorax, häutige Sterna , durch
Wandel- oder Grabbeine mit eiförmigen Hüften und linearen oder
keulenförmigen Hinterleib mit nicht beschildeten Pleuren und Bauch-
halbringen. - Die Larve von Oxyporus hat jederseits sechs Ocellen,
au den Fühlern das erste Glied länger als die folgenden, zweispit-
zige Mandibeln, eine dreilappige Maxillarlade, Wandelbeine, zwei-
gliedrige Cerci und einen cylindrischen Analring mit ausstülpbaren
Haftwarzen. Die Larve von Bledius dagegen hat jederseits nur drei
Ocellen, das zweite Fühlerglied verlängert, doppelt dreispitzige Man-
dibeln, eine gekämmte, dreieckige Maxillarlade, Grabbeine, unge-
gliederte Cerci und einen kurzen, unbewehrten Analring. Bei der
Larve von Platystethus finden sich nur zwei Ocellen, dreispitzige
Mandibeln, Wandelbeine, gleichfalls ungegliederte Cerci und ein kur-
zer, dicker , gekeulter Analring mit ausstülpbaren Haftwarzen. —
Die Larven der Staphylininen-Gattungen zerfallen in zwei Categorieen:
a) Postterga thoracica cornea, setae ambulatoriae simplices: Staphy-
314 Gerstaecker: Bericlit üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
linus, Ocypus, Fhilonlhus und Xatüholinus. b) Postterga meso- et
metathoracis membrauacea, setae ambulatoriae abdominis praeter
setas annuli analis clavatae, apice multifidae : Quedius. — Während
die Nymphen der Oxytelini häutig und mit deutlichen Thoraxschil-
dern und Stigmenh Ockern des Hinterleibs versehen sind, fehlen bei
den hornigen, halbbedeckten Larven der Staphylininen sowohl die
Pleuren als die Stigmenhöcker des Hinterleibes. Sie differiren, bei
den vier Gattungen, von denen sie bekannt sind, folgendermassen :
a) Abdomen supra planiusculum, acie laterali acutissima, infra con-
vexum. Stili motorii marginem anticum pronoti coronantes, scapo
brevi, tuberculiformi , acuto. 1) Stili motorii setiformes, pronoti
numerosi : Slapkylinus, Vliilonthus. 2) Stili motorii filiformes, pro-
cessibus minutis, acutis, undique pilosi, pronoti circiter decem: Que-
dius. — b) Abdomen cylindricum, acie laterali nulla : stili motorii
omnino nulli: Xanlholinus.
Zahlreiche neue Nord - Amerikanische Arten wurden von Le
Conte (New species of North - Americ. Coleopt. p. 28ff.) bekannt
gemacht: FUylosus opacus (Californien), Tachyusa cavicullis, nigteUa,
baUifeia und yracillhna, Alemeles cata, Hypocyplus Z.ieyleri, testa-
ceus und ? deprcssus, Coproporus grossulus (Arizona), punctipennis
(Californien) und laevis, Boletobius gentiiis, rostratus und longiceps
(vom Oberen See) , Dryopoius ßavipes, rubidus (Californien), rufcs-
cens und leslaceus, Myceluporus ßavicoUis, lucidulus und consors,
Acylophoius Gilensis (Gila-River) und pratensis, Hetcrolhops fuscu-
Zws, fumigatus, Califoniicus und pusio, Trigonophorus svbcoeruleus
(Texas), Slaphylinus comcs, carbonalus^ badipes, cicalricosus und or-
naticauda, Plälonlhus lepidulus, terminalis, paederoides, gratus (Ca-
lifornien), umbripennis, lithocharinus (Californien), dubius (Califor-
nien), opacus, decipiens, sulcicollis und confertus, Leplacinus ßavipes
und lotigicollis, Leptolinus parcus (Californien), grandiceps (Califor-
nien), nigripennis und rvßcoUis, Lalhvobium gründe, punclulatum,
angulare, nigrum, Jacobinuvi (Californien), pedale, simile, concolor,
letiue, bretipenne, C alifornicum und serialum, Cryptobium pimeria-
num (Californien), sellalum, despeclum, pusillum, cribraium und ser-
pentinum, Slilicus rudisj Eckiaster opacus und nitidus^ D acnochi-
"itts (nov. gen. mit stark ausgerandeter und eingedrückter Ober-
lippe, fast unsichtbarem Endglied der Kiefertaster und an Länge
abnehmenden Tarsengliedern der Hinterbeine) laeius, Sunius mon-
strosus, Faederus compolens (Californien), Pinophilus parcus, densus
(Californien) und opacus, Palaminus palUpes, liiidus (Californien) und
larvalis, Dianous chalybeus, Stenus renifer (Californien), semicolon und
comma, Edaphus nitidus, Megalops rufipes, Oxyporus rufipennis und
5'maculatusj Bledius armatus (Californien), fumatus, semiferrugineus,
flavipennis (Californien), analis, nilidicollis, diagonalis (Californien),
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 315
ornatus (Californien), diiisus, annularis, ruficornis (San Francisco),
suiuralis, basalis, opaculus und forcipalus (Californien), Haploderus
linearis (Californien) und laticolUs, Lesleva biguihila, palUpes und
picescens, Acidola ieriata, lenuis und palruelis, Amphichroum jlori-
bunuuin (Californien). — Tr i g onod emus , nov. gen., Mandibeln
kurz, ungezähnt, Endglied der Kiefertaster fast doppelt so lang als
das vorletzte; 2. — 4. Fühlerglied dünn, das 3. länger, das 5.— 11.
abgesetzt grösser, gerundet ; Schienen sparsam gedörnelt, Hinter-
tarsen kürzer als die Schienen, das 1. Glied so lang wie die beiden
folgenden zusammen. — Art: irig. slriaius. — ülioalyinma Stimpsonii,
Coryphium paliidunt, guttaluni und notalum^ Froteinns parvulus, Me-
garlhrus excisus, homalus pallidus, fascialus und niyrellvs (Califor-
nien), Hypoielus picipennis^ Lispinus rufescens, obscurvs, Californicus
und tenuis, Micropeplus cribratus imd sculptus.
Chevrolat und F a u v e 1 (Annal. soc. ent. 4, ser. III. p. 428 fi'.)
zählten 40 auf Cuba einheimische Staphylinen auf und beschrieben
darunter als neu: Aleuchara dubia, Leptncinus leslaceipennis, Ocypus
Cubae, Belonucitus Chevi'olati, Philonthus obscurvs, Scopaeus illustris,
Lithocharis rubida, Holotroc'aus minor, Trogophloeus arcuatus, rubri-
pennis und fuhipennis, Lispinus insularis und nigrifroris.
Fauvel beabsichtigt eine Bearbeitung der seit dem Erschei-
nen von Erichson's berühmten Werke aufgefundenen exotischen
Staphylinen vorzunehmen und beginnt dieselbe in seinen: »Etudes
sur les Staphylinides de l'Amerique centrale, principalement du
Mexique« (Bullet, soc- Linneenne de NormandieIX. p. 8— 66. pl. 1)
mit einer Aufzählung und Beschreibung der Piestini des centralen
Amerika. Die daselbst einheimischen Arten gehören folgenden sie-
ben Gattungen an: 1) Leptochirus 6 A., darunter als neu beschrie-
ben: Lept. Froleus (maxillosus Er. pro parte) Mexiko, Columbien und
Brasilien, brunneoniger Perty (maxillosus Er. var. a), maxillosus Fab.
(idem Er. pro parte), bicomis n. A. Mexiko; anhangsweise wird
Lept., longicornis n. K. aus Ostindien charakterisirt. 2) Piestus 14 A.,
darunter neu: Piest. longipennis Columbien, niger Mexiko, pennicor-
nis Columbien, plagiahis Neu-Freiburg, Buquelii Cayenne, angularis
Sta. Catharina. 3) Isomalus 5 A., darunter neu : Is. adustus und ni-
gerrimus Neu-Freiburg. fraler Caraccas, pailidipennis Caraccas und
Mexiko, tenuis Venezuela. 4) Hypotelus 3 A., Hyp, .hostilis n. A.
Mexiko. 5) Lispinus 15 A., darunter neu : Lisp. sobrinus und qua-
dripnnctulus Caraccas, Granadensis Neu -Granada und Nicaragua,
anguinus Mexiko und St. Domingo, opacus Columbien, brevicollis
Mexiko, flatipennis Caraccas und Mexiko. 6) Ancaeus, nov. gen.,
(vergebener Name, Crustacea!) von Lispinus durch grossen Kopf, her-
vortretende Mandibeln, drittes Glied der Kiefertaster (^länger als das
2te;, ausgerandete Zunge, sichtbare Nebenzungen, drittes Glied der
316 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Lippentaster (etwas länger als das 2te), trapezoidalen Prothorax,
kurze Beine mit breiten Schenkeln, an der Spitze zweidornige Schienen
und gezähnelte Fussklanen unterschieden, — Art: Anc. mef/acephalus
Mexiko. 7) Glyptoma 5 A., (ihjpi. rußcoUe n. A. Mexiko. — Die
von Erichson u. A. beschriebenen Arten hat der Verf. in seine Ar-
beit mit aufgenommen und zugleich bei der Gattung eine Aufzählung
der bisher bekannt gewordenen der übrigen Erdtheile gegeben.
Derselbe (Annal. soc, entom, 4. ser. IV. p. 117 — 129) lieferte
kritische Bemerkungen über die von So Her in der Historia fisica
de Chile beschriebenen Staphylinen, denen er die Charakteristik
einiger ebenfalls aus Chile stammender neuer Arten hinzufügt : letz-
tere sind: Falagria Chiletisis, Foiylohus? lobiverUris und Bledius ir-
roratus. Im Ganzen geht der Verf. auf 46 Arten ein, von denen er
einige in synonymischer Beziehung erörtert, andere wiederholt cha-
rakterisirt.
D er se Ib e, Notice sur quelques Aleochariens nouveaux ou peu
connus (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 211 — 221. pl. 7. fig. 2 — 5).
Verf. setzt die Unterschiede der von Schaum als synonym zusam-
mengezogenen, nach ihm aber sehr von einander verschiedenen Aleo-
chara puberula Klug und decorata Aube auseinander, giebt sodann
eine nochmalige ausführliche Charakteristik seiner Gattung Arena,
welche nach ihm zwischen Leptusa und Phytosus in der Mitte steht,
widerlegt die Ansicht Kraatz's, wonach Ocalea procera und spa-
dicea Erichs, zur Gattung Aleochara gehören sollen, und begründet
auf Oxypoda curtula Er., welche näher mit Euryusa verwandt ist,
eine neue Gattung Cyphea, welche er eingehend charakterisirt.
Ausserdem verzeichnet Verf. verschiedene , den genannten sowohl
als anderen Gattungen angehörende Arten, welche neuerdings in
Frankreich aufgefunden worden sind.
Derselbe (Bullet, soc. Linneenne de Normandie IX. p. 2fc4 ff.)
machte Aleochara jvigida als n. A. vom Mont-Cenis , Calodera Bon-
nairei von Compiegne bekannt. Auch giebt Verf. an, dass Calodera
(Ilyobates) rufa Kraatz identisch mit C. propinqua Aube sei, ver-
wirft die Gattung Ilyobates als nicht verschieden von Calodera
und vereinigt auch Atemeies wieder mit Lomechusa. — Ebenda
p. 300 ff. wird Lathrobium Mauria?iense n. A. von St. Jean de Mau-
rienne, Latkr. Mamiell n. A. aus Piemont, Stenus ocellalus aus den
Pyrenäen und Portugal, nivciis aus Frankreich, Bledius Graellsii aus
Südfrankreich, Spanien und Algier, Troyophloeus Bvebissonii aus
Frankreich beschrieben.
Derselbe, Note synonymique sur quelques Paederus Euro-
peens (ebenda VIII. p. 12 ff.) hält nach den von Gautier des Got-
tes gegebenen Beschreibungen dessen Paederus minutus für P. lim-
nophilus Er. var., Corsicus Gaut. gleichfalls für P. limnophilus, P.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 317
longicollis Gaut. für L. riparius Lin. und P. ventricosus Gaut. für
P. brevipennis Er.
de Saulcy (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 429 ff.) machte
folgende neue Gattungen und Arten aus dem Orient bekannt: M y r-
mecopora, nov. gen., mit Falagria und Tachyusa zunächst ver-
wandt, von ersteier Gattung durch nicht hervortretende Paraglossen,
mehr gleich breiten Körper und längere Tarsen, von Tachyusa durch
letzteres Merkmal und die vorn abgerundete Oberlippe unterschieden ;
an den Lippentastern ist das zweite Glied das kürzeste. — Art:
Myrm. publicana unter Myrmica barbara bei Jerusalem. — Calli-
cents? tUerosolymitanus ebendaher, iHf/rmec/owt« £;jdorica von Endor.
— Dinusa, nov. gen., mit Oxysoma, Dinarda und Homoeusa zu-
nächst verwandt, mit ersteren in den fünfgliederigen Kiefertastern
übereinstimmend , aber durch deutlich viergliedrige Lippentaster
und lange, schmale, tief zweitheilige Ligula ohne Paraglossen un-
terschieden. — Arten: Din. Hierosolytnata, Davidica und Jebusaea
von Jerusalem. — Oxypoda Saloitionis, Homalota myrmicaria, Jeza-
bel, Athalia und Rebecca n. A. von Jerusalem. — Ebenda p. 629 ff. :
Falagria lata, Chilopoda Syriaca, Homalota Rachel, Judith, Oxypoda
fallaciosa, coUaris, Gaillaidoti und Judaea, Aleochara carinata, tu-
herculata, Tachyporus Abner, Bolitobius Cedronis, Quedius Josue^ Mac-
chabaeus, Islamita ^ Philonthus Libanicns , Pharao (Cairo), Putiphar
(vom Nil), Xantholinus Titns, Leptacinus Jebnsaevs, Leptacinus trian-
yulum, Berytensis, Doliraon Syriacus, Truquii, Aclienium Sennacherib,
Lathrobium Sisara , Galilaenm, Arabicum , Lithocharis Auranitica,
Pythonissa, Maronita, Dido^ Stilicus arabs, Sunius fallax, Thaboris und
platynolus, Mecoynathus Ammonila, Paederus Moses, Stenus piscator,
splendens, rntilans, ionyicornis, Arabiens, Bledius atomus, Omalium
Sahmanni, Escayraci n. A. aus Palästina, Syrien u. s, w. (Die
Mundtheile der beiden erwähnten neuen Gattungen sind auf pl. 10
abgebildet).
Perroud und Montrousi er (Annal, soc. Linneenne de Lyon
XI. p. 83 ff.) beschrieben Otkius pulchellus , Xantholinus holomelas,
Siaphylinus Chenui, Paederus Lacordairei, Stenus Thioni, Isomalus
praeuslus und ? ustulatipemiis als n. A. von Kanala (Neu-Caledonien).
Solsky, Description de quelques nouvelles especes de Sta-
phylinides (Bullet, d. natur. de Moscou 1864. I. p. 433—451) cha-
rakterisirte als n. A. : Placusa coronata St. Petersburg, Tachinus cin-
gulatus und nigerrimus Tiflis, Coproporus orientalis Celebes, Belo-
nuchus Mexicanus Mexiko, Leptacinus laeviuscvlus Sarepta. — N o-
tobium, nov. gen. aus der Paederiden-Gruppe, nach Ansicht des
Verf.'s zwischen Achenium und Scymbalium stehend; mit ersterer
Gattung in der Bildung der Mandibeln, Fühler, Schienen und Hin-
tertarsen , mit Lathrobium durch die ganz hornige, zweilappige
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. Y
318 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Oberlippe, die Form der Unterlippe und Lippentaster übereinstim-
mend, an Pinophilus durch den kräftigen Körperbau erinnernd. —
Art: ?kotob. Auslrulicwn aus Neu Holland, im Holzsclniitt abgebil-
det. — Slemds insidiosus n. A, aus den Pyrenäen.
In Grenier's Catalogue des Coleopteres de France p. 14 £f.
und p. 128 finden sich durch Brisout deBarneville, Aube,
de Saulcy, Fairmaire und Fauvel als neue P>anzösische
Arten beschrieben : Leplusa T)tontiva(ja, lapidicola , testacea^ nigra
und rurltpennis, Alcochara ruaculata, Myrmedonia hippocrepis, Oxy-
poda neglecta, parvnla, vliginosa und longula, itomalola elegantula,
Lindeii, laeviceps, minor, mi?iuta, ocaloides, sinualicollis und subca-
ricola, Hypociiptns apicalis, Quedius Bontouloiri, muscoruni und Py-
rcnaeus , Philonlhns ohscuripes, Lalhrobinm Pyrenaicum, Scimbaliutn
longipenne, Lithocharis maritima und alerrima, Euaesthetus dissimi-
lis, Stenus macrocephalus, politus und sali?ivs, Geodromicus anthraci-
nus, Thinobius Wenckeri, Anlhophagus Pyrenaeus, Pliilorimim Cado-
mense, Anthobium Kraalzii und Stenus Fanxelii.
Gr edler (Käfer von Tja-ol, p. 89 ff.) beschrieb Oxypoda Tiro-
lensis, Gyrophaena signatipennis und Anthobium puncticolle als n. A.
aus Tyrol und (Corresp. Blatt d. zoolog.-mineral. Ver. zu Regens-
burg XVII. p. 166) Anlhophagus picipennis n. A. aus den Alpen Tyrols.
Miller (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 200) Homalota gla-
cialis n. A. von den Kärnthner, Alpen, Hampe (ebenda VII. p. 285)
Leptusa puellaris als n. A. von Agram.
Quedius tomenloso-maculatus Cornelius (Stett. Ent. Zeit.
XXIV. p. 130) n. A. von Elberfeld, iF/yrmerfonirt erratica v. Hagens
(Jahresbericht d. naturwiss. Ver, f. Elberfeld und Barmen IV. p. 118)
n. A. ebendaher, unter Tapinoma erraticum aufgefunden, Philonthns
roripennis Scriba (= Ph, placidus Er, var, major) n. A. von Me-
hadia und Sterms calcaratus Scriba n, A. von der Elbe bei Ham-
burg (Berl, Ent. Zeitschr. VIII, p, 379 f.) , Oxypoda investigatorum
Kraatz n. A, Swinemünde (ebenda p. 130) , Ocypus Siculus Stierlin
(ebenda p, 146) n. A. aus Sicilien (Palermo), Myrmedonia cavifrons
Perris n. A, aus Algier und Coproporus Galliens Perris n. A. aus
Südfrankreich (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 279) , Myrmedonia
harbarit Fairmaire n, A. aus Algier (ebenda 4. ser. III. p. 638),
Homorocerus spinulosus Solsky n. A. von der Insel Gorea an der
Westküste Afrika's (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 374).
E. C. Rye, Descriptions of the British species of Stenus
(Entomol. monthly magaz, I. p, 6, 36, 59, 86 und 108 ff.) gab eine
Uebersicht und Charakteristik von 62 bis jetzt in England aufge-
fundenen Stenus -Arten, Verf. hat in der von Erichson angewand-
ten Nomenklatur vielfach eine Aenderung eintreten lassen, indem
er den älteren S t e p h e n s'schen Namen vor den Er ich son'schen
der Entomologie während der J. 1863—64. 319
den Vorzug gegeben und z. B. den Sten. flavipes Erichs»/, dessen
Name bereits von Stephens einer anderen Art beigelegt war, in
Sten. Ericlisonii umgetauft. Die Arbeit ist besonders in faunistischer
Beziehung von Belang.
Derselbe, Descriptions of the British species of Bolitobius
(ebenda I. p. 155). Es werden hier 8 in England einheimische Bo-
litobius-Arten charakterisirt.
Derselbe (Entomol. Annual f. 1864. p. 58) beschrieb Oma-
liuin ruyulipenne als n. A. aus der Umgegend Londons.
Waterhouse, Note upon certain British species of the genus
Quedius, in which the elytra are more or less aeneous and the
scutellum punctured (Transet. entomol. soc. of London 3. ser. I.
p. 438 ff.). Verf. giebt eine nähere Charakteristik von Quedius (Ra-
phirus) nitipennis (sie!) nebst seinen Varietäten 0. semiaeneus Steph.
und rufipennis Kirb. Steph. Er schlägt für die Art den Namen
Qued. semiaeneus vor ; mit derselben ist Qued. semiobscurus Er.
identisch, während Qued. semiobscurus Marsh. = rufipes Er. ist.
Derselbe, Notes on Omalium riparium, Homalota laevana,
H. dilaticornis and H. nigritula (ebenda 3. ser. I. p. 474 — 481) be-
schrieb das jetzt auch in England aufgefundene Omal. riparium Thoms.,
bestätigt auch seinerseits die Identität von Omal. fucicola Kraatz
mit 0. laeviusculum Gyll. und giebt nochmalige Charakteristiken der
genannten Homalota- Arten. Unter Hom. nigritula sind von Kraatz
zwei Arten vermengt worden, nämlich H. nigritula Grav. ferythro-
cera Heer) und pubescens Heer (boletobia Thoms.), deren Unterschiede
W^ a t e r h o u s e . erörtert.
Derselbe (Proceed. entomol. soc. 1862. p. 105) verbreitete
sich über die Unterschiede von Oxytelus piceus einer- und Ox. la-
queatus und sculptus andererseits , ebenso über die des Quedius
umbrinus und mauro-rufus. — Ebenda 1863. p. 136. p. 143 und
p. 1 50 f. verzeichnet Verf. sechs in England neu aufgefundene Ho-
malota-Arten, welche er synonymisch erörtert, giebt Notizen über
einige Mycetoporus- und Bolitobius-Arten, beschreibt eine in Eng-
land aufgefundene, von A. moesta und inconspicua wahrscheinlich
verschiedene Aleochara - Art und Ilomalolu platycephala n. A. aus
England.
Janson (Proceed. entom. soc. of London 1"^64. p. 38 f.) er-
wähnte vier für England neuer Staphylinen : Euryusa sinuata Er.,
Leptusa analis Gyll., Aleochara spadicea Er, und Homalota notha
Er. — Drei andere für Schottland neue Arten wurden (ebenda p. 45)
von Sharp aufgezählt und Aiitalia pu7icticollis aAsn.A. beschrieben.
Drei für Deutschland neue Staphylinen (Homalota alpestris Heer,
Quedius picipennis Heer und Stenus longitarsis Thoms.) wurden
von Scriba (Berl. ent. Zeitschr. VIII. p. 127 ff. nochmals beschrieben.
320 Gerstaeöker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Linder (Annal. soc. entom. 4, ser. III, p, 658) erörterte die
Unterschiede von Myrmedonia hippocrepis Saiilcy und physogastra
Fairm,
Paussidae. Westwood (Proceed. entomol. soc. of London
1864. p. 189 f.) machte Ceraplervs Kirbii als n. A. von Port Natal,
Paussus Spencii (Ostindien ?; und Pavssvs Curlisii n. A. von Port
Natal bekannt.
Glavigorini. Waterhouse, Description of a new species of
Articerus fiom Anstralia (Entom. monthly magaz. I. p. 149) machte
Articerus Dubonlaiji als n. A. vom Swan -River, in einem Ameisen-
Neste gefunden, durch Beschreibung und Abbildung im Holzschnitt
bekannt.
Hampe (Wien. Ent. Monatsschr, VIT. p, 287) beschrieb 67a-
viger nitidus als n. A. von Agram, de Saulcy (Annal. soc. entom.
4. ser. in. p. 83. pl. 2. fig. 4) Clavirjer Duvali als n. A. aus Süd-
frankreich, unter Formica brunnea Latr. aufgefunden.
Pselaphidae. de Saulcy. Description d'un nouveau genre
de Coleopteres hypoges propre ä la faune frangaise (Annal. soc. ent.
4. ser. III, p. 79. ^1.3. fig. 1 und 2) begründete auf Machaerites Ma-
riae Jacq. Duval eine eigene Gattung Linderia, welche sich von
Machaerites jedoch nur durch die Differenz der beiden Geschlechter
in Bezug auf die Ausbildung der Augen und Hinterflügel unter-
scheiden soll. Das Männchen hat deutliche Augen und ist geflü-
gelt, das Weibchen hat nur sehr kleine Augen und keine Hinterflü-
gel. — In einer späteren »Note au sujet de la Linderia Mariae«
(Bullet, soc. entom. 1863. p. 17 und Annales soc. entom. A. ser. III.
p. 649) weist Verf. die Ansicht Grenier's (Bulletin soc. entom.
1863. p. 33) , wonach die Anwesenheit oder der Mangel der Augen
bei den verschiedenen Exemplaren der Linderia Mariae daher rüh-
ren könne, dass die Hölile. in dor sie sich finden, stellenweise hel-
ler und dunkler sei, zurück und hält seine Ansicht, dass die beiden
Geschlechter in diesem Merkmal differiren, aufrecht. — Grenier
(Annal. soc. entom.- 4. ' ser. III. p. 650) entgegnet darauf, dass er 1)
Linderia nicht für generisch verschieden von Machaerites halte und
dass er 2) bei dem Vergleiche zahlreicher Exemplare des Machaeri-
tes Mariae solche mit grossen , mittleren, kleinen und kaum wahr-
nehmbaren Augen gefunden habe. Wo solle da die Gränze zwi-
schen Männchen und Weibchen sein, wenn der Charakter ein sexuel-
ler wäre. Verf. zieht als Analogie hierfür den Astatopteryx lati-
coUis Perris herbei , dessen mit Augen versehene Exemplare auch
nicht durchweg Männchen seien. Auch die Entwickelung, resp. der
Mangel der Flügel scheint ihm als sexueller Unterschied zweifelhaft;
er glaubt, dass die Ausbildung beider Organe von der verschiedenen
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 321
Entwickelung der Larven und diese wieder von dem Einflüsse des
Lichtes abhängen.
»Ein bewaffneter Blick in die Grotten von Villefranche in den
Ostpyrenäen« wurde sodann von Kraatz (Berl. Entom. Zeitschr.
Vn. p. 116 ff.) geworfen und die Gattung Machaerites Mill. näher
besprochen. Die kleinere deutsche Art derselben (Bythoxenus sub-
terraneus Motsch.) wird zuerst nach dem augenlosen Weibchen,
nachher auch nach dem mit Augen versehenen Männchen charakte-
risirt und letzteres wegen seiner zweifelhaften Zugehörigkeit mit
dem Namen Machaer. Aifjus belegt. Auch ein Vergleich der in den
Krainer Höhlen vorkommenden Art mit dem Machaerites Mariae
aus den Pyrenäen wird vorgenommen.
Schaufuss, »Diagnoses de Coleopteres nouveaux du genre
Machaerites Mill.« (Rev. et Magas. de Zool. XV.p. 293 f.) und »Mo-
uographie der Gattung Machaerites Mill.« (Verhandl. d. zoolog.-
botan. Gesellsch. zn Wien XIIL p. 1241 — 1250). Nachdem Verf. in
der ersten Notiz einige neue, der Gattung Machaerites angehörige
Arten durch Diagnosen bekannt gemacht giebt er in seiner Mono-
graphie eine nochmalige, durch das seitdem bekannt gewordene
Männchen modificirte Charakteristik der Gattung, mit welcher er
Bythoxenus Motsch. und Linderia de Saulcy vereinigt, letztere in-
dessen als Untergattung für bestimmte Arten verwendet. Unter
Machaerites sens. strict. werden M. spelaeus Mill. , subterraneus
Motsch. {(^ Argus Krtz.) und plicafulus n. A. aus einer Krainer
Grotte, unter Linderia ebenfalls drei Arten: M. Mariae Jacq. Duval,
armalus und Clarae n. A. aus Spanien beschrieben. Ausserdem
spricht Verf. zweimal von einem Mach, denticornis, der aber nicht
beschrieben wird , sondern nur ein Synonym von M. armatus zu
sein scheint. Die Abhandiang ist mit sauber ausgeführten Abbil-
dungen mehrerer Arten und einzelner Körpertheile (auf Taf. 25)
versehen.
Schliesslich ist noch kurz zu erwähnen, dass die merkwürdige
Tasterbildung von Machaerites zuerst zwischen Schaufuss (Wien.
Ent. Monatsschr. VII. p. 329) und Kraatz (ebenda VIII. p. 58 und
86), nachher auch zwischen diesem und Lederer (ebenda VIII.
p. 89ff.) heftigen Streit und Groll erregt hat; da jedoch durch die
mehrfachen Erwiderungen vorwiegend die interessirten Persönlich-
keiten in ein helles Licht gesetzt werden, so sind wir eines nähe-
ren Eingehens auf dieselben überhoben.
Fairmaire (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 637) charakte-
risirte eine neue Gattung C a m aldus , welche in der Form des
Kopfes mit Centrotoma übereinstimmt, deren Fühler aber lang und
schlank, übrigens seitlich am Stirnhöcker eingefügt sind; Kieferta-
ster verlängert, viergliedrig, das erste Glied sehr kurz, das zweite
322 G e rstaoc kcr: liericht üb. d. wissensch. Loist. im Gel)iete
verlängert, das dritte stark aufgetrieben, das letzte klein, kegel-
förmig, fast seitlich am vorhergehenden eingefügt. Tarsen drei-
gliedrig, mit sehr kurzem ersten Gliedc. — Art: Cnm. riUosvfvs von
Constantine, 2 Mill. lang.
R. L. King, »On the Pselaphidae of Australia« (Transact.
entom. soc. of New-Süuth-Wales I. p. 37—54. pl. 5) gab kurze Cha-
rakteristiken von 31 Australischen Pselaphiden, welche sich auf
sieben Gattungen : darunter eine neu aufgestellt) vcrtheilen und von
denen 17 bisher unbekannt waren. Verf. hat die Mehrzahl dieser
Arten in einer und derselben Gegend, jedoch bis jetzt nicht unter
Ameisen, sondern theils unter Steinen, theils des Abends im Fluge
gefangen. Na rc od es, nov. gen., mit Centrotoma zunächst ver-
wandt, doch durch viergliedrige Kiefertaster unterschieden, deren
Basalglied sehr klein , das zweite langgestreckt , gekrümmt und
jenseits der Mitte ampullenförmig erweitert, das dritte eiförmig mit
dünner, pfriemenförmiger Spitze, das Endglied birnförmig und auf
der Mitte der Länge des vorhergehenden inserirt ist, Fühler elf-
gliedrig, mit langgestrecktem Basalgliede, Tarsen kurz, mit zwei
gleichen Fussklauen. — Zwei Arten: Narc varia und pnlchia von
Parramatta. — Tiin-sivhorus (Le Conte) licsperi, venialh und Mac
Leaiji, Tyrus spinosus und humeralis Westw., foimosvs und palpalis
n. A., Pselaphus geminatus und antipodum Westw., Hneatus n. A.,
Batrisus australis Er,, angulatus Westw., barhrius und hamatus n. A.,
Biijaais linearis, scvipta n. A., strigicollis Westw\, liarlensis, Inna-
tica und electrica n. A. , quadriceps Westw. , atriventris Westw.,
poliia und exicßia n. A., Articerus Fortnumi Hope, curvicornis,
angusticollis, dilaticornis und setipes Westw. — Die Charaktere der
Arten werden ausserdem in einer angehängten Tabelle analysirt;
die beifolgende Tafel enthält die neue Gattung Narcodes dargestellt,
ausserdem einzelne Körpertheile von sechs anderen Arten.
In einem späteren Nachtrage zu dieser Arbeit (ebenda I.
p. 102 106) beschreibt King neben der Angabe, dass Tmesiphorus
hespcri als Weibchen zu Tmesiph. vernalis gehöre, noch folgende
neue Arten: Tmesiphorus Mac Leaiji, Tyrus subulatus und nigricolliss
Batrisus EJizahelhae, Brijaxis Arwifatjei, ilaralula und Elizabefhae.
Letztere Art zeichnet sich ebenso wie Tyrus nigricollis durch auf-
fallende Fühlerbildung aus.
Montrousicr (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 92) stellte
Tiehvs (sie! — Tychus?) Avhei als n, A. von Neu - Caledonien auf,
ohne sie jedoch kenntlich zu charakterisiren.
Le Conte (New species etc. p. 27 f.) beschrieb Circocerus
batrisniffes, Eupsenius rufus, Trimivm Americanutn, Euplectiis cavi-
frons und ruficeps als n. A, aus Nord-Amerika,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 328
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. I. p. 421 ff.)
als neue Arten und Gattungen von Ceylon: Metaxis? pilicollis und
Bryaxis cfigantea (trotz ihres Namens nur IY3 Lin. lang). — Fyxi-
dicerus, nov. gen., von langgestreckter Form wie Euplectus, aber
robuster und mehr flachgedrückt ; »Hinterkopf schmal , erhaben,
vorn plötzlich abgestutzt, so dass eine breite Aushöhlung mit fünf
Höckern auf dem vorderen Theile des Kopfes gebildet wird« (un-
verständlich). Fühler kürzer als Kopf und Thorax zusammenge-
nommen, 1. Glied gross, 2. um die Hälfte kürzer, quer, 3. — 8. etwas
schmaler, stark in die Quere gezogen, die drei letzten eine kurz
eiförmige Keule bildend, welche scheinbar nur zweigliedrig ist,
indem das kleine elfte Glied dem zehnten sich eng anschliesst.
Halsschild nach hinten verengt, mit mittlerem Längseindrucke und
zwei Seitengruben an der Basis ; Schildchen sehr klein, Schenkel
gekeult. — Art: Fyx. castaneus. — Euplectomorphus, nov. gen.,
ähnlich Trimium, aber abgeflacht wie Euplectus; Fühler kurz, ro-
buster als be: Trimium. die Keule nur durch das ovale elfte Glied
gebildet, welches dem übrigen Fühler an Grösse fast gleich kommt ;
Halsschild niedergedrückt, in der Mitte der Basis mit zwei Gruben.
— Art: Eupl. fygmaeus.
Als neue Europäische Arten wurden ferner beschrieben : Tri-
chonyx Bartievilhi, Bythinus Codes, Pyrenaeiis und Pandellei von
de Saulcy in Grenier's Catal. d. Coleopt. de France p. 12 f.),
Pselaphus longicornis und Bythinus hypogaeus aus den Pyrenäen von
demselben (Annal. soc. entomol. 4. ser. HI. p. 656), Centrotoma
rubra in Südfrankreich unter Myrmica caespitum gefunden, Cteni-
stes Vodarli aus Portugal, Tychus Fournieri von Draguignan und
Bythinus Massanae vom Pic Massana, gleichfalls von de Saulcy
(ebenda 4. ser. lY. p. 258 ff.), Bryaxis Fonnicariensis, nigricans und
ser rata aus Tyrol von G redler (Käfer von Tyrol p. 129 ff.), Tri-
chonyx adnexus und Bryaxis trislis aus Siebenbürgen, Bythinus cur-
vipes und 6a/»/ij<s^aus Agram von Hampe (Wien. Ent. Monatsschr.
VH. p. 285 ff.), Bythinus armalns Hampe (ebenda VIH. p. 336)
aus Agram.
Scydmaenidae. Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou
1863. I. p. 425 ff.) machte eine neue Gattung Pseudomicrus be-
kannt, von der Form der Gatt. Eumicrus, aber mit ausgebildeten
Flügeln; viertes Glied de: Kiefertaster sehr stumpf, kaum sichtbar,
die Fühlerglieder bis zum 6. länglich, 7. und 8. quer, 9.— 11. eine
stark abgesetzte Keule bildend; Mandibeln stark gekrümmt, spitz,
mit einem starken, zweisp^tzigen Zahn, Mesosternum gekielt, männ-
liche Tarsen an der Basis erweitert. — Art: Psend. pilipennis von
Ceylon. (Verf. rechnet zu iieser Gattung auch Scydmaenus alatus,
femoralis, Ceylanicus, intermedius und pselaphoides Nietn. — Neue
324 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissoiisch. Lcist. im Gebiete
Arten ebendaher: Scydmacnus Iransversicornis, ;')-fovcolatus, brunni-
pennis, glandulicornis und extensicomis.
L. King, »On the Scydmaenides of New-South-Wales« (Trans-
act. entora. soc. of New-South-Wales I. p. 91 — 99. pl. G und 7) gab
eine Uebersicht der von ihm in Neu-Süd-Wales beobachteten Scyd-
maeniden-Gattungen und Arten, welch' letztere gleich den Europäi-
schen theils unter Rinde, theils in Gesellschaft von Ameisen leben.
Die vom Verf. angenommenen und zum Theil neu aufgestellten Gat-
tungen werden folgendermassen 'unterschieden: ai Hinterbeine an-
einanderstossend: 1) Lippentaster zweigliedrig. «) Mandibeln mit
zwei Zähnen und häutigem Saume: V hay o nophana, nov. gen,
ß) Mandibeln mit einem Zahn: Scydmaenilla, nov. gen., 2) Lip-
pentaster dreigliedrig: Psepharobius, nov. gen. — b) Hinter-
beine aus einander stehend: 3) Viertes Glied der Maxillartaster ke-
gelförmig : Scydmaenus. 4) Vie^^tes Glied der Maxillartaster kug-
lig. y) Mandibeln gleich: Megaladems nov. gen. ö) Mandi-
beln ungleich : H et er otjua t hu s^ nov. gen. — Die vom Verf.
beschriebenen Arten sind sämmtlich neu : Phagonofhana Kingii,
Scyd7naenilla pusillti, Psepharobius elongattis, Scydmaenus gulosus, cor-
licis, Paramattensis und neglcctus, Megaladems inconspicuus, Hete-
%'ognathiis carinatus , gracilis, assiinilis , geniculalusj princeps , Ar-
mitngei und Hlnc Leayi. — Die beifolgenden Tafeln enthalten Dar-
stellungen von Fühlern, Mundtheilen, Beinen u. s. w. der verschie-
denen Gattungen.
de Saulcy (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 256 f.) begrün-
dete eine neue Gattung Geodyt es , welche mit Cephennium ver-
wandt ist, aber der Augen und Hinterflügel entbehrt; die Körper-
form ist schmaler, die Fühler sind stärker gekeult, der Hinterleib
überragt etwas die Flügeldecken, das Mesosternum ist gekielt. —
Art: Geod. caecus aus Südfrankreich (Banyuls), in der Erde unter
Steinen gefunden, nur ^g Mill. lang. — Scydmaenus chrysocomvs n. A.
von Cervera, unter Ameisen und Leplomastac liaymondi n. A. von
Frejus.
Brisout de Barneville (in Grenicr's Catal. d. Coleopt.
p. 10 f.) machte Eumicnis Delarouzei von Collioures, de Saulcy
(ebenda) Scydmaenus Raymondi und Linderi als n. A. aus Frankreich
bekannt.
Letzterer (Annales soc. entom. 4. 5er. HL p. 654) beschrieb
ausserdem Scydmaenus eomntns als n. A. von Frejus, berichtigte die
Charakteristik seines Scydm. Linderi und erörterte die Unterschiede
von Scydm. strictus Fairm. und niyrmeoophilus Aube. — Ebenda
pl. 3. fig. 7 giebt Verf. eine Abbildung d^ Leptomastax Delarouzei.
CUdicus for7nicariusVä.scoe (Journ. DfEntomol. H. p. 28) n. A.
von Sarawak, Microstemma grossa und Motschulskyi, Scydmaenus
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 325
pyramidalis Le Conte (New species etc. p. 26 f.) n. A. aus Nord-
Amerika.
Silphidae. In Grenier's Catalogue des Colcopt. de France
p. 7 if. wurden Choleva Sturmii aus der Umgegend von Paris und Acju-
Ihidinm confusum aus den Pyrenäen von B risout de Barneville,
Adelops Bruckii aus den Pyrenäen von Fairmaire beschrieben.
de Saulcy (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. G53) unterschied
Catopsimorphns liovfieli (von Delarouzee als das Weibchen des
Cat. Fairmairei beschrieben) als eigene Art und setzte die Unter-
schiede von Catopsimorphus Fairmairei und Marqueti auseinander.
— Ebenda 4. ser. IV. p. 423 ff. beschrieb derselbe Catopsimor-
phtis Judaeus , Samaritamis ^ Michonis und incisipennis, Choleva cri-
brata, conjungens und Mohamniedis als n. A. von Jerusalem.
Perris (ebenda 4. ser. IV. p. 281) Calops clalhralus als n. A.
aus Guadarrama, Keiche (ebenda p. 236) rÄo/en« snbcostala als n. A.
von Bona und Catops erro von Oran.
Baudi (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 226 ff.) Choleva ampli-
collis, notaticoUis und anomala als n. A. von Cypera, Schaufuss
(Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zuWienXIII. p. 1221 f.) Ade-
lops Erberii und pridnosus als n. A. aus Dalmatiner Höhlen.
Le Conte (New species etc. p. 25 f.) Catops brurhijderus,
Hydnobins substriatvs und Amphicyllis picipennis als n. A. aus Nord-
Amerika, Wollaston (Annais of nat. bist. o. ser. XI. p. 216) Aniso-
toma Canariense als n. A. von den Canarischen Inseln, Motschulsky
(Bullet, d. natur. de Moscou 1863. I. p. 437) Catopsimorphus? flavi-
cornis n. A. von Ceylon, Westwood (Proceed. entom. soc. of Lon-
don 1864, p. 11) Apatetica nitidnloidcs u. A. von Java.
Scriba (Berl. Ent. Zeitschr. III. p. 376) erörterte die Unter-
schiede von Necrophorus fossor Er., Galliens Duv. und microcepha-
lus Thoms., welche alle drei auch in Deutschland vorkommen.
Fauvel, Remarques sur le Leptinus testaceus (Annal. soc.
ent. 4. ser. III. p. 160) constatirt das Vorkommen dieses Käferchens auch
für die Normandie, glaubt aber nicht, dass dasselbe ein Parasit
von Mäusen und anderen kleinen Säugethieren sei ; er vermuthet
in den Gängen dieser Thiere Pilzbildungen , welchen der Käfer
nachgehe.
Norguet (Bullet, soc. entom. 1863. p. 41) fing eine Adelops-
Art (A. meridionalis) in grosser Menge an den verfaulten Wurzeln
verschiedener Pflanzen (Iris, weisse Lilien, Lupinen), ebenso an ein-
gegrabenen und bereits angegangenen Aepfeln. — B risout de
Barneville (ebenda) hält diese A rt für Adelops WoUastonii Waterh.
Laboulbene (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 91 f. pl. 2.
fig. 18 — 27; machte die in Trüffeln lebende Larve der Anisotoma
326 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
cinnamomea bekannt; dieselbe hat einen autfallend grossen, quadra-
tischen Küpf ohne Ocellen, ziemlich entwickelte viergliedrige Füh-
ler, starke Mandibeln, dreigliedrige Kiefer- und zweigliedrige Lip-
pentaster; Thorax- und Hinterleibsringe von gleicher Form bis auf
das schmalere, mit zwei Anhängseln versehene Endsegment; neun
Stigmenpaare.
Nach Perris (ebenda 4. ser. IV. p. 307) kommt auch Agari-
cophagus cephalotes häufig in Trüffeln vor; die Larve desselben ist
aber vom Verf. bis jetzt noch nicht darin aufgefunden worden.
Tournier, Uebersetzung von Kraatz's Monographie der
Europäischen Colon-Arten (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 133 ff.,
pl. 4— G).
Phalacridae. Pkalacrus seriepunctalus und brunnipes ^risoni
de Barneville (in Grenier's Catal. d. Coleopt. p.44f,) n. A. aus
Frankreich (CoUioure), Phalacms ßavangnlus und Olibnis erithacus
Chevrolat f Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 599 f.) n. A. von Cuba,
Phalacrus brunnipes Montrousier (Annal. soc. Linn. de Lyon XL
p. 219) n. A. von Neu-Caledonien, Ohbrus vittalus Le Conte (New
spccies etc. p. 63) n. A. aus Nord- Amerika.
Trichopterygidae. Le Conte (New species etc. p. 62 f.) be-
schrieb Plilium Canadense, fungi, testaceuni ^ baltealum, brunneum,
pinif quercus und nigrotitlis, Ptenidium foveicolle und linealvm als
n. A. aus Nord-Amerika.
Brisout de Barneville (in Grenier's Catalogue p. 43) Pte-
nidiiim nitiduin n. A. von Paris, Reiche (Annal. soc. ent. 4. ser. IV.
p. 237) Trichopteryx Lethierryi n. A. von Bona.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. I. p. 434)
begründete auf Ptilium subquadratuiii Nietn, eine neue Gattung
C amptot r i c h i s mit ungekieltem Mesosternum und einfachen Hin-
terhüften, zwischen Ptinella und Acratrichis stehend.
Fauvel, Observations sur quelques caractcres generiques du
Sphaerius acaroides Waltl (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 130 ff.
pl. 1) gab eine nochmalige Beschreibung und Abbildung der Mund-
theile, Fühler und Tarsen von Sphaerius acaroides; er glaubt, dass
die Gattung eine eigene Familie zwischen den Clambiden und Tri-
chopterygien bilden müsse.
Scapbidiidae. Pascoe (Journ. of Entomol. II. p. 27. pl. 2.
fig. 2) machte eine neue Gattung Diatelium bekannt, welche von
Scaphidium durch grosse, gerundete und hervortretende Augen und
habituell sehr auffallend durch einen langgestreckten, dünnen, stiel-
förmigen Hals abweicht. Fühler dünn, mit fünfgliedriger Keule,
Taster pfriemförmig spitz, Schildchen frei, Beine langgestreckt mit
zwei Sporen an den Schienen, Mesosternum gekielt. — Art: Diät.
Wallacei von Sumatra und Borneo.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 327
Eine zweite neue Gattung ist S r ^tph i corr n Motschulsky
(Bullet, d. natur, de Moscou 1863. I. p. 434 f.) von langgestreckter,
Anaspis-artiger Form, mit capiUäreu Fühlern, welche etwas länger
als Kopf und Halsschild zusammengenommen sind und ein langes
und dickes Basalglied haben, welches in Seitenrinnen unterhalb der
Augen einzuschlagen ist; die drei Endglieder der Kiefertaster sehr
langgestreckt, fast gleich, das letzte stark spindelförmig, Schildchen
verdeckt. Flügeldecken mehr denn doppelt so lang als das Hals-
schild. Schienen ohne Haare und Dornen, erstes Tarsenglied fast
so lang als die zwei folgenden zusammengenommen; Mesosternal-
Vorsprung deutlich. — Art: Scaph. ßavovitlatn von Ceylon. Eben-
daher als n. A. beschrieben : Scophisomo anale, pictum und oblique-
macul aluin.
Scaphidium himacvlahtm Mac Leay (Transact. entom. soc. of
New- Soutb -Wales I. p. 119j n.A. von Port Denison, Scaphisoma Pov-
pillieri Reiche (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 238) n. A, aus
Algier.
Histerini. Schioedte (Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. IH. p. 150;
begründete auf die Untersuchung der Larven von Hister unicolor
und Platysoma depressum folgende Charakteristik für die Larven
der gegenwärtigen Familie: »Tarsi unguliformes ; pedes brevissimi,
prospicientes, basi valde distantes, reptorii. Spiracula biforia, ab-
dominalia omnia lateralia. Instrumenta cibaria exserta, libera, mem-
brana articularia maxillari brevissima, cardines non excedente. Ma-
xillae inter mandibulas insertae, cardine brevissimo, cum scapo con-
creto, scapo elongato , setis laciniatis ciliato; mala interior nulla,
exterior pusilla, stipiti palporum inserta. Mandibulae falcatae, re-
tinaculo valido, penicillo rigido ante basin sito. Clypeus concretus,
labro nuUo. Ligula nulla. Mentum appendice utriusque membra-
nacea, setis laciniatis ciliata. Caput porrectum, collo nuUo. Ab-
domen rej)torium, annulo anali brevissimo, inermi. Ocelli nulli.«
Als neue Arten wurden besphrieben: Abraeus granosus, Hister
femoralis, Platysoma subcjuadratum, dissimile. Ceylonicum, semistria-
tnni, innpertvm, qiiinqnestrialnm, decemstrintum, minntvm und Farn-
malvs Ceiflanicus aus Ceylon von M o ts c hulsky (Bullet, d. natur.
de Moscou 1863. I. p. 449 ff.), Saprinns atev Mac Leay (Transact.
entom. soc. of New-South- Wales I. p. 118) Von Port Denison, Pla-
tysoma Montronsieii Perroud (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 92)
aus Neu-Caledonien, Hetaerius Marsevlii Schaufuss (Diagnose in
Rev. et Magas. de Zool. XV. p. 120; aus Centralspanien, Hister sub-
opacus, semiscnlptus, perplexus, acqnns und Saprinns seminitens Le
Conte (New species etc. p. 60 f.) aus Nord- Amerika.
Waterhouse, Notiz über die Unterschiede von Onthophi-
328 Gerstaecker: Bericht üb. cl. wissensch. Leist. im Gebiete
lus sulcatus, striatus und exaratus (Procecd. entom. soc. of London
1864. p. 4 f.)
Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 304; theilte eine
interessante Beobachtung von Reveliere auf Corsika mit, wonach
sich Hister pustulosus Gene von den Raupen einer Agrotis ernährt.
Derselbe dringt in die Erdlöcher derselben ein, zieht sie heraus
und frisst sie dann in Gemeinschaft mit anderen Individuen seiner
Art, welche herbeieilen, auf. Durch Ausgraben dieser Raupen ge-
lang es. den Hister, welcher sonst selten gefunden wird, in grös-
serer Anzahl herbeizulocken.
Nitidulariae. Der im J. 1864 publicirte erste Theil von A.
Murray's vorzüolichem »Monograph of the family of Nitidulariae«
(Transact. Linnean soc. of London XXIV.) beginnt nach einer kur-
zen einleitenden Uebersicht über die der Systematik dieser Familie
bisher gewidmeten Arbeiten mit einer umfassenden Charakteristik
des äusseren Körperbaues, iil welcher zugleich die wesentlichsten
Modifikationen , denen die einzelnen Theile je nach den Gruppen
und Gattungen unterworfen sind, eine eingehende Besprechung fin-
den und durch eingedruckte Holzschnitte veranschaulicht werden.
Einer kurzen Erwähnung der Larven folgt sodann eine Erörterung
des der Familie zu gebenden Umfang 's und ihrer Eintheilung in
grössere Gruppen. In ersterer Beziehung weicht Verf. sowohl von
Erichson, als von Lacordaire ab; nicht nur, dass er mit
Letzterem die Trogositiden und Peltideu von der Familie ausschliesst,
sondern er thut ein Gleiches mit den Gattungen Cybocephalus und
Rhizophagus. Gegen die Zugehörigkeit von Cybocephalus führt
Verf. die abweichende Bildung des Prothorax und der vorderen
Hüftpfannen und besonders auch die von D u v a 1 (gegen Erichson)
nachgewiesenen tetramerischen Tarsen, gegen diejenige von Rhizo-
phagus die von Erichson bestrittene, aber in der That vorhan-
dene äussere Maxillarlade, die von den Nitidularien überhaupt ab-
weichende und nach den Sexus verschiedene Tarsenbildung u. s. w.
an. (Dass die Gattung Byturus nicht in die Familie aufgenommen
wird , ist selbstverständlich ; es geschieht derselben gar keine Er-
wähnung). Durch diese Ausschliessungen hat Verf. natürlich eine
sehr viel homogenere Familie, als die früheren Systematiker herge-
stellt, welche nur noch in den mit doppelter Maxillarlade versehe-
nen Brachyptcriden eine etwas ausser der Reihe der übrigen ste-
hende Gruppe umfasst. Die vom Verf. angenommenen fünf Haupt-
gruppen entsprechen den fünf ersten E r i c h s o n'schen ; in dem
vorliegenden Theil der Arbeit sind die beiden ersten derselben: die
Brachyptcriden und Carpophiliden abgehandelt. Die denselben an-
gehörenden artenreichen Gattungen hat Verf. nach bestimmten pla-
stischen Merkmalen in mit besonderen Namen belegte Untergattun-
der Entomologie während der J. 1863—64. 329
gen eingetheilt und zur leichteren Bestimmung dieser sowohl als
der Arten analytische Tabellen beigefügt; jede Gattung wird aus-
serdem in ihren verwandtschaftlichen Beziehungen zu den nächst-
stehenden genau erörtert. Die Eeichhaltigkeit des dem Verf. bei
dieser Arbeit zugänglich gewesenen Materials ergiebt sich z. B. aus
den Gattungen Cer GUS (15 A.), Brachypterus (24 A.), Colastus (47 A.)>
Brachypeplus (31 A.) und Carpophilus (93 A.), obwohl mehrere der-
selben gegen die E r i c h s o n'sche Feststellung noch Einschränkun-
ofen erfahren haben. Die aus den verschiedenen öffentlichen und
den bedeutendsten Privatsammlungen beschriebeneu neuen Arten
sind sehr zahlreich und haben in der Gruppe der Carpophiliden auch
wesentlich zur Vermehrung der Gattungen beigetragen. Verf. theilt
letztere in: a) Late - fimbriata : Colastus Er., Brachypeplus Er.,
Gr ammo'phoru\s , nov. gen., Adocimus, nov. gen., Cillaeus Lap,,
Ithypheties, nov. gen., Or t ho g r amm a , nov. gen., H alep o pe-
plus, nov. gen., C a mpr o py g a, nov. gen., hypodetus, nov. gen.
Prosopeus, nov. gen., M acr os toi a, nov. gen. und Conotelus Er.
— b) Anguste-fimbriata: Ctilodes, nov. gen., Carpophilus Leach,
Stauroglossicus, nov. gen., Eid oc ola s tu s , nov. gen., Hap-
toncus, nov. gen., Tetrisvs, nov. gen., Tr im enus nov. gen.
Somaphorns, nov. gen., Ecnomaeus Er. undMystrops Er. — Die fünf
beifolgenden, von Westwoo d, Mur ray und einem Dritten (E.W. R.)
gezeichneten Tafeln sind von vorzüglicher Ausführung; sie enthalten
sauber colorirte x\bbildungen von 49 verschiedenen Gattungs- und
Untergattungs-Repräsentanten, ausserdem zahlreiche Detailzeichnun-
gen von Mundtheilen, Fühlern, Beinen, Brust- und Hinterleibstheilen.
Besonders zweckmässig erscheinen auch die mehrfach gegebenen
Profil-Ansichten ganzer Thiere.
Von zwei neuen, durch Pascoe (Journ. of Ent. II. p. 28 ff.)
aufgestellten Gattungen gehört die erste ISarcisa der Trogositi-
den-Gruppe an; sie unterscheidet sich von Anacypta durch die von
einander entfernten oberen Augenhälften so wie durch die gesägten
und theilweise erweiterten Seitenränder der Flügeldecken; von
Gymnochila durch die blattartigen Seiten des Prothorax und durch
die undeutlichere Seitenstellung der Fühlerkeule. — Art: ISarc. deci-
dua (pl. 3. fig. 5) von Batohian. — Leperina tnrbata n. A. aus Holland.
— Die zweite neue Gattung C r i n e steht Pihizophagus zunächst :
Kopf breit dreieckig , vor den Fühlern gefurcht , Fühler kurz,
12-gliedrig, mit dreigliedriger, eiförmiger Keule, Taster dick, cylin-
drisch, Schienen dreieckig, Tarsen vier- (oder fünf-?) gliedrig, die
drei ersten Glieder verbreitert und sehr kurz : Körper flachgedrückt.
— Art: Cr ine cephalotes vom Amazonenstrom.
Westwood (Proceed. entom. soc. of London 1864, p. 11)
machte eine neue Gattung Syntelia aus der Trogositen -Gruppe
330 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
bekannt, welche habituell dem Platycerus caraboides gleicht. Kör-
per etwas niedergedrückt, glatt, Kopf fast quadratiscli, Mandibeln
gross, innen gezähnt, Maxillen mit kurzer, ovaler innerer und ver-
längerter äusserer Lade, Kinn fast quadratisch, Unterlippe tief ein-
geschnitten ; Fühler in schräge Furchen der Unterseite einschlagbar,
kurz, elfgliedrig, leicht geknieet, mit grosser, flachgedrückter, eiför-
miger, dreigliedriger Keule. Prothorax etwas grösser als der Kopf,
fast quadratisch, mit gerundeten Vorderwinkeln ; alle Schienen aus-
sen gedornt, Prosternum vorn die Vorderhüfteu überragend, Hin-
terleib fünfringlig, die drei mittleren Ringe kürzer. — Zwei Arten :
Sytit. Indica aus Ostindien und Mexicana aus Mexiko.
Chevrolat (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 602 f.) charak-
terisirte eine neue Gattung 7' /< t/r eos owr?, welche er jedoch nur mit
Zweifel in die Familie der Nitidularien stellt und welche mit Lo-
biopa und Stelidota am meisten übereinstimmen soll. Fühler 9-glie-
d)ig, 1. Glied kurz, verdickt, 2. verkehrt kegelförmig, grösser als
alle übrigen, 2V2mal so lang als das erste, 8. und 4. dreieckig, 5. — 8.
klein, gleich, perlschnurförmig , Keule länglich, behaart. Tarsen
dreigliedrig, die hinteren verlängert, nur z w e i gliedrig, Fussklauen
ungleich, schlank ; Vorderhüften gross, quer, vorn zweilappig, aussen
winklig. - Art : TUijr. circulare von Cuba. — Ebendaher, als n. A.
beschrieben: Carpuphilus ochropterns (== tempestivus Jacq. Duv.,
nee Erichs.) und Rhizophngus Cubensis.
Motschulsky (Bullet, d. natur. deMoscou 1863. I. p. 438 ff.)
führt hinter Pocadius eine neue Gattung C ame t is mit kreisrun-
dem, massig gewölbtem, behaartem Körper, ohne Prosternalfortsatz
hinter den Vorderhüften und mit Fühlerfurchen versehen, auf. —
Art: Cam. picea von Ceylon. — Ebendaher als n. A. beschrieben:
Kpuraea? parallelopipeda, rejlexicollis. anffvstafa, Prometopia qnadri-
maculala , Meligelkes? poltius, Camplodes ornohia und Cryplarchn
Rajah ; p. 506 f. Osloina lanuginosa und snbrotmiuala, p. 478 f. Cy-
bucephalus major, (latipes, nigripe?mis und snbquadratus.,
Le Conte (New «pecies etc. p. 63) beschrieb Lobiopa setulosa
und gullulata, Psilopyga tiigriptnnisy nigritulns, ips cylindricus, tie-
sperobaenus rvßpes, Nemosoma cylindricum und Teninochila barbala
n. A. aus Nord-Amerika.
"Bris out de Barneville (in Grenier's Catalogue p, 46ff.)
machte fÜpMraea diffusa, Sorotiia oblonga, Meligethes gracilis, anthra-
cüiM.s, fulvipesj aler, niger, snlculus, bidens, villosus, marrvbii, casla-
neus, rolundicollis, punclatus, menihae^ acicularis, Erichsonii^ minu-
tus und bidenla'us als n. A. aus Frankreich, Mulsant und Hey
(Annal. soc. Linn. de Lyon X. p. 4 f. , Opusc. entom. XIII. p. 4 f.)
Meliqethes rnbripcs n. A. von Marseille und picipennis von Hyeres,
Ilampc (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 193) I^emosoma fascicolle
I
der Entomologie während der J. 1863—64. 331
als n. A. von Kasan, Reiche (Annal. sog. entom, 4. ser. IV. p, 237)
Cybocephalus aeneus n. A. aus Algier, Wollaston (Annais of nat.
hist. 3. ser, XI. p. 217) Brachypterus velahis von den Canarischen
Inseln.
Cornelius (Stett. Ent. Zeit. XXIV. p. 113 ff.) machte die
ersten Stände von Brachypterus linariae, einer hier beschriebenen
neuen Art, und von Meligethes symphyti Heer bekannt. Die Lar-
ven beider finden sich in den Blüthen von Linaria vulgaris, resp.
Symphytum officinale, wo sie sich vermuthlich vom Blüthenstaube
ernähren ; die Verpuppung findet unter der Erde statt.
Nach einer Mittheilung von Westwood und Smith (Pro-
ceed. entom. soc. of London 1863. p. 171) wurde von Woodbury
in dem Neste einer Australischen Trigona (Tr. carbonaria) der sich
vom Wachs der Waben nährende Brachypeplus auritus Murray
gefunden.
Colydii. Die Gattungs- und Artkenntniss dieser Familie ist
abermals durch Pascoe, welcher die von Bat es im Thal des Ama-
zonenstromes und von Wallace auf aem Indischen Archipel ge-
sammelten Formen neb^a einigen anderen in den Englischen Samm-
lungen existirenden beschrieben und zum Theil abgebildet hat, be»
trächtlich erweitert worden.
In seinen »Notices of new or little known genera and species
of Coleoptera« (Journ. of Entomol. II. p. 31 ff.) beschreibt Verf. :
P hör mes a, nov. gen., von Bitoma hauptsächlich durch die Anwe-
senheit kurzer Fühlerfurchen und erweiterte Prothorax-Seiten un-
terschieden; Kopf fast quadratisch, vor den Augen erweitert, Kinn
quadratisch ; Maxillarladen schmal, Prothorax quer, vorn ausge-
buchtet. Schienen linear, kurz gedornt. — Arten : Ph. lunaris (pl. 3.
fig. 6) und inornala von Dorey auf Neu-Guinea, demissa aus Ma-
labar; auch Bitoma prolata des Verf.'s gehört der Gattung an. —
Illestvs, nov. gen., mit Lasconotus nahe verwandt, durch hervor-
tretende Augen unterschieden; die beiden ersten Fühlerglieder ver-
dickt, die Keule dreigliedrig, Endglied der Lippentaster stumpf
eiförmig; Prothorax fast quadratisch, gefurcht, mit gerandeten und
gesägten Seiten, Flügeldecken gerippt, Beine schlank, mit schmal
dreieckigen Schienen. — Art : ///. terrenus aus Mexiko (pl. 3. fig. 4).
— ISematidium muslela (pl. 3. fig. 10) n. A. von Bio und Parä, Bo-
thrideres? rhysodoides (pl. 3. fig. 11) und ? noctnrnus (pl. 3. fig. 12)
aus Neu-Guinea. — M achl o tes, nov. gen., nach der Hüft- und
Hinterleibsbildung zu den Bothriderinen gehörend, von diesen aber
anderweitig sehr abweichend ; Kopf dreieckig, mit Fühlerfurchen,
Fühler kurz, mit zweigliedriger Keule und freiliegendem, verdicktem
Basalgliede. Prothorax gefurcht, hinten quer gespalten, Flügeldek-
ken oval, gerippt, Beine kräftig. Vorderschienen leicht dreieckig. —
332 Gerstaecker: Bericht üb. die wissensch. Leist. im Gebiete
Art: MacJil. porcatus (pl, 3. p. 13) von Penang. — Petalophoru bre-
vimana n, A. Sarawak. — Melopiestes, nov. gen., mit Petalophora
zunächst verwandt, aber durch den Prothorax, die Fühler u. s. w.
abweichend. Kopf fast vertikal, P'ühler kurz, frei, mit zweigliedri-
ger, zusammengedrückter, gerundeter Keule ; Fühlerfurche seitlich,
Prothorax fast oval, glatt, Flügeldecken gleich breit, gekielt, Schie-
nen kurz, Tarsen verlängert, mit langgestrecktem Basalgliede. -
Art: Mel. hirlifrons (pl. 3. fig. 2) aus Neu - Guinea, — Venlkelispa
Tiuquii n. A. aus Mexiko.
Im »List of the Colydiidae collected in the Amazons valley by
H.W. Bat es and descriptions of new species« (Journ.ofEntom.il.
p. 79— 99. pl. 5) macht Verf. folgende bekannt: Zanclla, nov. gen.
aus der Synchitinen - Gruppe, mit kurzem Basalgliede der Tarsen,
von Ditoma durch zwölfgliedrige Fühler und breit ovalen, schildför-
migen Körper (an Discoloma erinnernd) unterschieden. — Art :
Zancl. testudinea von Ega. — ßitonia sucialis und pauxilla, Phloeoda-
lis raucus, Dislapliyla manimiUaris Balesii und specuiifera n. A. von
Ega. — Irenytha, nov. gen., aus der Colydiinen-Gruppe ; in die-
ser zur Abtheilung mit an der Basis verdeckten Fühlern, deren
Keule dreigleidrig ist und plattem Prothorax gehörend ; im Habitus
mit Sosylus übereinstimmend, die Flügeldecken gekielt. — Art:
Irert. sosyloides von Ega. — Ocholissa, nov. gen., von der vori-
gen Gattung durch glatte Flügeldecken, von Aulonium durch nicht
gefurchten , schlanken Prothorax , einfache Schienen und kürzere
Tarsen unterschieden. — Art: Och. laeta von Ega. — Aulonium
angustalum, oblitum , ignotum , sublueve , proposilum , hebes , egens,
Anarmostes laticollis und bicolor n. A. von Ega. — F hr e atu s,
nov. gen., von den vorhergehenden durch nur zweigliedrige Füh-
lerkeule, von der folgenden Gattung durch verlängerten, mit zwei
eingedrückten Linien versehenen Prothorax unterschieden. — Art:
Pkr. rigidus von Ega. — Coniophaea, nov. gen., gleichfalls mit
zweigliedriger Fühlerkeule, der Prothorax aber quer und unregel-
mässig gerippt. — Art: Cott. exarata von Ega. — Endest es, nov.
gen., ebenfalls noch mit an der Basis verdeckten Fühlern, an denen
aber keine abgesetzte Keule hervortritt, welche sich vielmehr all-
mählich gegen die Spitze hin verdicken. — Art: End. incilis von
Ega. — JSematidium filiforme, Sosylus exnlvs, duplicatus, cursoriuSf
vastnnetis, terebrans, exilis und crassus n. A. von St. Paul und Ega,
Sosylus Squirei als n. A. von Rio anhangsweise beschrieben. —
Minthea, nov. gen. aus der Bothriderinen-Gruppe, von Bothrideres
durch nicht gekielte Flügeldecken abweichend ; Fühler frei, verhält-
nissmässig lang, besonders durch sehr langgestrecktes Endglied der
zweigliedrigen Keule ausgezeichnet. Prothorax quadratisch, vorn etwas
gerundet, gleich breit mit den Flügeldecken, Schienen dreieckig
der Entomologie während der J. 1863—64. 333
erweitert, mit Sporen. — Art: Minth. squamigera von Ega, — Dis-
coloma orbicularis, paulla und Cerylon hnmile n. A. ebendaher, aus-
serdem anhangsweise diagnosticirt : Discoloma vestita aus Mexiko
und parmula (Er.) von Cuba.
Des Yerf.'s List of the Colydiidae collected in the Indian Islands
by AI fr. R.Wallace, and descriptions of new species (ebenda II.
p. 121 — 142. pl. 8j enthält die Bearbeitung von folgendem, gleich-
falls sehr reichhaltigen Material: Colobicus conformia n. A. Lombok,
limbatns Sarawak, rufjosulus (kurz diagnosticirt) Ceylon. — Cebia,
nov. gen., von Colobicus durch schmaleren und gewölbteren Kör-
per, an dem der Seitenrand des Prothorax und die Flügeldecken
nicht erweitert sind, abweichend. — Art: Ceb. rugosa von Mysol. —
Btip a la , nov. gen. , mit Synchita nahe verwandt, aber ohne die
E-anderweiterung des Prothorax; Hinter hüften mehr als gewöhnlich
von einander entfernt, Fühlergrube fehlend. — Art: Bup. pullata
von Saylee. — Caprodes, nov. gen., von Synchita durch elfglie-
drige Fühler und spindelförmige Schienen abweichend; Kopf kurz
und quer, Fühler am Grunde bedeckt, mit zwei verdickten Basal-
gliedern und zweigliedriger Keule, Fühlerfurchen kurz; Prothorax
gewölbt, fast quadratisch, seitlich zahnartig geborstet. — Art : Copr.
asper von Saylee. — Dislapkyla Wallacei n. A. Mysol. — A w t hia, nov.
gen., mit Distoma so nahe verwandt, dass differentielle Charaktere
kaum aufzufinden sind ; die schmalere, mehr cylindrische Körperform,
die kräftigeren und mehr dreieckigen Schienen und die kürzeren Tarsen
geben den Arten aber einen sehr abweichenden Habitus. — Arten :
Xuth. siccana und rufina von Macassar, maura von Morty. — Eba,
nov. gen., vom Habitus der Gattung Cerylon, aber zur Synchitinen-
Gruppe gehörend, von deren sämmtlichen Gattvmgen die gegenwär-
tige durch zehngliedrige, allmählich verdickte Fühler abweicht. —
Art: Eb. cerylotwides von Saylee. — Pkurmesa keros n. A. Dorey,
taria Amboina, ?iuna ebendaher, deiracla Mysol und e.levata Macas-
sar. — Gempylodes, nov. gen., aus der Colydiinen-Gruppe, mit
elfgliedrigen, an der Basis bedeckten Fühlern, welche keine abge-
setzte Keule haben, sondern vom 4ten Gliede ab sich allmählich ver-
dicken; Prothorax verlängert, an der Basis eingeschnürt, in der
Mitte gefurcht. — Art: Gemp. macer von Batchian. — Ocholissa
humeralis n. A. Mysol, Batchian, Nematidium posticum Sarawak. —
Ithris, nov. gen., von Eulachus Er. durch die dreigliedrige Füh-
lerkeule und das sehr kurze erste Tarsenglied, von Colydium durch
den vierrippigen Prothorax , kurze Tarsen u. A. abweichend. —
Art: Ithr. decisa Sarawak. — Melopiestes caslanens n. A. Mysol,
erosus Batchian, i7icisus Morty, Bothrideres marginatvs Sarawak,
insularis Mysol, Dnstarcns vetustus und pvsillus Ceram, Trackypho-
lis aequalis Timor, Chorites latus Singapore , oblongus Macassar,
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. W
334 Gerstaecker: Beiicht üb. d. vvissensch. Leist. im Gebiete
Ihjberis Wallacei Sarawak. — Atyscns, nov. gen., wie Apeistus
und Ilyberis mit nur eingliedriger Fühlerkeule, von letzterer Gat-
tung durch ungezähnten Seitenrand des Prothorax und die mehr
schuppenförmige Bekleidung des Körpers unterschieden. — Arten:
At. arqulns Tondano und sqxiuliilvs Sarawak. — Minlhea similnla
n. A. von Saylee, denlula von Xulla, Peulltelispa moriu von Mysol,
Cerylon pvnctijientie Morty und pusiUvm Mysol.
Le Conte (New species of North-Americ. Coleopt. p. 65 ff.)
beschrieb als n. A. und Gattufig aus Nord-Amerika: Coxelus rjuitu-
lalus, Ditoma hdicollis, Eudesma (nov. gen., auf Bitoma undulata
Melsh. begründet, welche Art von Bitoma durch die Anwesenheit
schräger Fühlerfurchen unterhalb der Augen abweicht) vmtvlala
(Melsh.) Sijnchila nigripennis, Lasconolus pusitlus, Avlonium luhercu-
latuin, Colyclium nigripenne, Enlachus carinnlus^ NematüUum filiforme,
Oxylaemus Auiericanus, Susylus costatus, Eudectus nitidus, Fycnome-
rus sulcicollis, Philothermus glabriculvs und Cerylon anguslulum.
Ghevrolat (Annal. soc entom. 4. ser. III. p. 607 f.) Vlagiope
tiiberculatd, Enlachus? semißiliginosus und quinqnecarinatus, Bolhri-
deres denlatus und planus, Cerylon amaroides und exaratuin, Disco-
loma parmula (Erichs, i. lit.) als n. A. von Cuba.
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 405) Coxelus syhaticus
als n. A. aus Chile, Mac Leay (Transact. ent. soc. of New-South-
Wales I. p. 119) Bolkrideres rectangularis als n. A. von Port Deni-
son, Perroud (Annal. soc. Linn, de Lyon XL p. 95) Pristoderus
crebripennis als n. A. aus Neu-Caledonien.
Reiche (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 238) stellte eine
neue Gattung Esarcus auf, welche im Habitus ganz mit Tarphius
übereinstimmt, aber durch die vor den Augen eingefügten, fast
fadenförmigen und knopflosen Fühler, durch einander genäherte
Beine und durch das erste Tarsenglied, welches so lang oder selbst
länger als die beiden folgenden zusammengenommen ist, abweicht.
— Art: Es. Lcpricurii von Bona, 4 Mill. lang.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. L p. 501 f.)
beschrieb Ditoma nngvslula, Cicones coloratus, Coxelus? unicolor,
Colobicus Indicus, Tarphisoma (nov. gen., ohne Berücksichtigung
der W 0 1 1 a s t o n'schen Gattung Tarphiosoma charakterisirt) fasciala,
Tarphius? pilosus und Teredus? biplagiatus als n. A. von Ceylon.
Lathridii. Wollaston, On the structure and affinities of
the Latridii (sie!) in: Entomol. monthly magaz. I. p. 14 — 19. Verf.
hat den Lathridius nodifer Westw. mit anderen Arten der Gattung
verglichen und gefunden, dass derselbe keine generischen Unter-
schiede erkennen lässt. Er benutzt diese Veranlassung, um gleich-
zeitig die Charaktere der Lathridier im Allgemeinen zu erörtern.
der Entomologie während der J. 1863—64. 335
Die Streitfrage über die Bildung der Unterkiefer entscheidet er
dahin, dass allerdings zwei Laden an denselben vorhanden, die äus-
sere aber verkümmert und mit der inneren verwachsen sei; die Lip-
pentaster weist er als dreigliedrig, die Mandibeln als an der Spitze
gespalten nach, während er über das Verhältniss der Ligula zum
Mentum nicht in's Klare gekommen ist. In Betreff der systemati-
schen Stellung der Familie ist Verf. der Ansicht, dass sie zwischen
die Cryptophagiden, mit denen sie am nächsten verwandt ist, und
die Mycetophagiden eingeschaltet werden müsse.
Le Conte (New species etc. p. 72) beschrieb Holoparamecus
pacificus und Lathvidins liralus als n. A. aus Nord-Amerika.
Montrousier (Anna l.soc. Linn. de Lyon XL ^.^A) Latridium
(sie!) obscurus und serrulatum (sie!) als n. A. aus Neu-Caledonien.
Brisout de Barneville (in Grenier's Catalogue d. Coleopt.
de France p. 62 und 71 ff.) Mouütoma ferriigi7iea n. A. von Hyeres,
Lathridius Fandellei aus den Pyrenäen, Corticaria sylvicola und ob-
scM/a aus Frankreich, Fairmaire (ebenda) Corlicaria cribvicollis
aus Frankreich, de Saulcy (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 422)
Merophysia orientalis n. A. von Tarsus und Carmelilana n. A. aus
Palästina.
Gucujidae. Zwei neue Gattungen dieser Familie machte Pas-
coe (Journal of Entomol. II. p. 39 ff', pl. 3. fig. 8 und 9) bekannt;
Ipsaphes , nov. gen. , fast vom Habitus der Gatt. Cucujus, doch
durch etwas erweiterte, mit grösserem Basalgliede versehene Tarsen,
ovales Endglied der Taster, den hinter den Augen nicht verlänger-
ten Kopf, das vorn fast unausgerandete Kinn und die breit abge-
rundeten Seitenlappen der tief zweitheiligen Unterlippe abweichend ;
von Platisus durch dickere Fühler, an denen das 3. Glied kaum
länger als das 1. ist und gezähnelte Bänder des Prothorax unter-
schieden. — Art: Ips. moerosvs aus Neu-Süd -Wales. — S y no em i s,
nov. gen., eine auffallend langgestreckte, lineare Form mit länglich
viereckigem Kopfe, hervorragenden und vom Prothorax abgerückten
Augen, kurzen, leicht gekeulten Fühlern mit verdicktem Basalgliede,
hakenförmiger innerer Unterkieferlade, erweiterten drei ersten Tar-
sengliedem und kleinem vorletzten. Körper abgeflacht, gleichbreit.
— Art : Syn. pandani von Penang.
Als neue Arten wurden ferner beschrieben: Catogenus linearis
aus Californien und Narihecius grandiceps aus Pennsylvanien von Le
Conte (New species p. 70) Platamus? pallidulvs und Laemophloeus
bicolor aus Cubavon Che vr olat (Annal. soc. ent. 4. ser. III. p. 612f.),
Hectarihrum noiiicorne aus Borneo von Snellenvan Vollenho-
v e n (Tijdschr. voor Ent. VII. p. 145. pl. 9. üg. 1), Brontes ? Ceyloni-
cns und Sihanus graliosus aus Ceylon von Motschulsky (Bullet,
de natur. de Moscou 1863. I. p. 500 f.), Silvanus nubigena von den
336 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Canarischen Inseln, vonWollaston (Annals of nat. bist. 3. ser. XI.
p. 217) und Silrativs Sicuius aus Sicilien, von Stier lin (Berl. Ent.
Zeitschr. VIII. p. 147).
Gryptophagidae. Motscbulsky (Bullet, d. nat. de Moscou 1863.
I. p. 430) stellte eine neue Gattung Glisonotlia (auf der folgen-
den Seite »Glysonotha« geschrieben) auf, welche an den beiden vor-
deren Beinpaaren fünf, am letzten nur vier Tarsenglieder, einen
langgestreckten Körper, eine stark abgesetzte, dreigliedrige Fühler-
keule, ein queres, vorn gewölbtes, hinten eingedrücktes Halsschild,
ein grosses, queres Schildchen, punktirt gestreifte Flügeldecken
u. s. w. hat; letztes Tarsenglied fast so lang als die vorhergehen-
den zusammeugenommen , das 4te zweilappig , aber kaum breiter
als die anderen. — Zwei Arten : Gl, setosa und nigripennis von
Ceylon.
Mulsant und Rey, Description d'un genre nouveau de la
famille des Cryptophagides (Annal. soc. Linneenne de Lyon X. p. 1,
Opuscules entomol. XIII. p. 1) charakterisirten eine neue Gattung
Se taria, welche nach Angabe der Verf. zwischen Antherophagus
und Cryptophagus steht und sich von beiden durch die nur zwei-
gliedrige Fühlerkeule und durch gewölbteren, mehr cylindrischen
Körper unterscheidet. Die Fühlerkeule ist stark abgesetzt, der Pro-
thorax quer viereckig, mit einfachen, weder verdickten noch ge-
zähnten Seitenrändern, das Schildchen fast herzförmig, die Tarsen
heteromerisch beim Männchen, pentamerisch beim Weibchen. —
Art: Set. sericea auf Tamarinden bei Hyeres, 2 Mill. lang.
Le Conte (New species etc. p. 70f.) beschrieb Telmatophilus
Americanus, Loberus impressus, Antherophagus convexulus, Tomavus
pulchellus und Epislemus apicalis als n. A. aus Nord -Amerika, Wol-
last on (Annais of nat. hist. 3. ser. XI. p. 217) Crypiopliagus hes-
perius n. A. von den Canarischen Inseln, Brisout de Barne vi lle
(in Grenier's Catalogue p. 63 ff.) CryptopUugus punclipennis, rufus,
parallelus, niger^ monlanus, muticus, Atomaria rubricollis und Barani
als n. A. aus Frankreich.
MyCOtophägidae. Neue Arten : Tripkyllus rußcomis, Berginus
puinilus, Marginus rudis und Diplocoelus brunneus Le Conte (New
species p. 72 f.) aus Nord-Amerika, Typhnea setnirufa und Diplocoe-
lus costulalus Chevrolat (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 614)
von Cuba, Mycetophogus Chilensis Phili-pi^i (Stett. Ent. Zeit. 1864.
p. 376) aus Chile, Typhaea ailenuala Motschulsky (Bullet, d. na-
tur. de Moscou 1863. I. p. 481) von Ceylon.
Dermestidae. Neue Arten : Trinodes einer eohirtus Motschulsky
(ebenda p. 433) aus Ceylon, Telopes multifascialus und fascialus
Wo l las ton (Annais of nat. hist. 3. ser. XI. p. 218) von den Cana-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 337
rischen Inseln, Altagenus seminirjer Fairmaire (Annal. soc. entom.
4. ser. III. p. 639) aus Algier. Dermestes marmomtus, Trogoderma
insulare und subfasciatum Chevrolat (ebenda 4. ser. III. p. 616 f.)
aus Cuba, Dearthrvs longulus Le Conte (New species p. 73) aus
Nord - Amerika und Hadrotoma corticalis Eichhoff (Berl. Entom.
Zeitschr. YII. p. 437) aus Westphalen.
Byrrbidae. Neue Arten: Nosodendron pvnctatostriatvm Che-
vrolat (Annal. soc. entom. 4. ser. IIL p. 618) von Cuba, Fedilo-
fhorus aeneolus Le Conte (New species p. 74) aus Nord-Amerika,
Nosodendron Ceylanicum Motschulsky (Bullet, de Moscou 1863.1.
p. 432) von Ceylon, Morychvs variolosns Perris (Annal. soc. entom.
4. ser. rV. p. 281) aus dem Escurial, Limnichtis Leprieuri Perris
(ebenda) von Bona, Curimus petraeus Gr edler (Käfer von Tyrol
p. 173) aus Tyrol, Byrrhus decipiens Fairmaire (in Grenier's Ca-
talogue p. 74) von Canigou und Bothriophorus Venetus Ferrari (Wien.
Ent. Monatsschr. VIII. p. 108) aus Venedig.
Parnidae. Einen interessanten Beitrag zur Kenntniss der Le-
bensweise der früheren Stände der Gattung Macrouychus lieferte
Perez in seiner »Histoire des metamorphoses du Macronychus qua-
drituberculatus et de son parasite« (Annal. soc. entom. 4. ser. III.
p. 621 — 636. pl. 14j. Verf. fand Larven sowohl als Puppen in gros-
ser Anzahl an verfaulten Weidenstämmen im Adour, erstere unter
Wasser, letztere an feuchten Stellen des Holzes in ausgenagten
ovalen Höhlungen. Die von Dufour gegebene Beschreibung der
Larve (siehe Jahresbericht 1862. S. 90) wird vom Verf. vei-voUstän-
digt; neben neun Stigmenpaaren an den Seiten des Körpers finden
sich unter der länglich dreieckigen Afterklappe des Abdomen sechs
büschelförmige und ausspreitzbare Kiemen. Die Larve, welche zu-
meist unter Wasser lebt, kann sich an die Oberfläche derselben
erheben , um hier besonders an warmen Tagen bis zu 24 Stunden
zu verbleiben ; sie schwimmt dann mit ausgebreiteten Kiemen und in
gekrümmter Stellung, bis sie sich, mit dem Kopfe zuerst, senkrecht
in das Wasser zurückschnellt. Die Puppen zeichnen sich be-
sonders durch zwei fadenförmige Fortsätze an der Spitze des Pro-
thorax aus ; sie fangen sich vom 10. Tage an zu färben, bis der Käfer
am 15. Tage die Nymphenhaut durchbricht. In mehreren Puppen-
lagern fand Verf. theils eine Larve, theils eine Puppe eines Parasi-
ten, den er als Pteromalus macronychivorus beschreibt und abbil-
det, vor; die Larven desselben waren damit beschäftigt, die Puppe
des Macronychus auszusaugen.
Als neue Arten wurden beschrieben: Ltnmius ovalis Le Conte
(New species etc. p. 74) aus Pennsylvanien, Lutochrus genicnlatus
und Pelonomus grarilipes Chevrolat (Annal. soc. entom. 4. ser.
IV. p. 406) aus Cuba, Elmis condimeniarms Philippi (Stett. Ent.
338 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Zeit. 1864. S. 93) von Lima (eine Art, welche nach Angabe eines
dortigen Arztes von den Einwohnern zum Würzen einer Speise
»Chupe de chiche« verwandt wird) und Elmis subparallelus Fair-
maire (in Grcnier's Catalogue p. 74) von Hyeres.
Heteroceridae. Le Conte (New species etc. p. 74 f.) beschrieb
Heterocenis qnalho, labialus und luleolus als n. A. aus Californien,
Chevrolat (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 407) Heterocerus
anqustalus, d ecemmaculalns und bilinentus als n. A. aus Cuba.
Lamellicornia. — Dynastida e. Neue Arten sind: Cxjcloce-
phala lontjula, seditiosa, robusta, puberula und Philenrus vitiilus Le
Conte (New species etc. p. 79 f.) aus Nord- Amerika, Cyclocephala
Itirida Bland (Proceed. entom. soc. of Philadelphia I. p. 354) aus
Texas, Trichogomphus Simson und Aleides Snellen van Vollen-
hoven (Tijdschr. voor Entomol. VIL p. 150f. pl. 9) von Sumatra
und Borneo, Oryctes Vinsoiii Deyrolle (inMaillard, Notes sur l'ile
de la reunion IL p. 2. pl. 20. fig. 1) von Isle Bourbon.
Cetoniariae. — G. R. Gray, Notice of a new species of
Goliathus (Annais of nat. bist. 3. ser. XIV. p.311, Proceed. zoolog.
soc. of London 1864. p. 34. pl. 5) gab eine kurze Charakteristik von
Goliathus Kirkianus n. A. nach einem einzelnen vonKirk am Zam-
besi, 40 Meilen von Tete entfernt, aufgefundenen Männchen. Die
Art soll dem Gol. Fornasini Bert, am nächsten stehen.
P a s c 0 e , On certain additions to the genus Dicranocephalus
(Journ. of Entomol. IL p. 23 ff.) machte auf die wesentlichen Unter-
schiede aufmerksam, welche zwischen dem Dicranocephalus Hard-
wickii Hope aus Nepaul und den zu dieser Art gebrachten Exem-
plaren aus China existiren, und welche es zweifelhaft erscheinen
lassen, ob man es hier nur mit lokalen Abweichungen oder mit
selbstständigen Arten zu thun hat. Verf. hat in neuester Zeit selbst
noch eine dritte Form von Chosan auf der Halbinsel Corea kennen
gelernt, welche abermals beträchtliche Differenzen von den beiden
bis jetzt bekannten zeigt. Ohne diese Formen mit absoluter Be-
stimmtheit als selbstständige Arten hinstellen zu wollen, glaubt er
sie doch vorläufig trennen zu müssen ; indem er den Namen Dicran.
Wallichii auf die Nepaul-Exemplare beschränkt, belegt er die Chi-
nesiche Form mit dem Namen Dicranocepkalus Boicringii, diejenige
von Corea mit dem Namen Dicran. Adamsii und setzt ihre Unter-
scheidungsmerkmale auseinander.
H. Deyrolle (Nouveau genre de Cetonide, Cremastochilides,
Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 321. pl. 4. fig. 5) machte eine neue
Gattung Problerhinns bekannt, welche mit Hoplostomus und Cy-
clidius in einzelnen Theilen gewisse Analogieen zeigt, aber von allen
bekannten Formen recht auffallend abweicht. Besonders eigenthüm-
der Entomologie während der J. 1863—64. 339
lieh ist die Bildung des Kopfes, welcher in einen breiten, horizon-
talen, viereckigen Vorsprung ausgezogen und am Scheitel von einer
vorn gerade abgestutzten Kapuze, die bei den Augen abschneidet,
überragt wird; der breite, quer viereckige Prothorax ist vor dem
Schildchen tief ausgeschnitten und zeigt in der Mitte des beider-
seits tief ausgebuchteten Vorderrandes einen viereckigen Vorsprung.
Beine sehr kräftig, mit kurzen und breiten, dreizähnigen Vorder -
und vierzähnigQn hinteren Schienen; Brustfortsatz höckerartig, Py-
gidium besonders unterhalb gewölbt. — Art : Probl.Moufßeti, J9 Mill.
lang, von Fernando Po, glänzend schwarz.
Als neue Australische Arten wurden von W. Mac Leay
(Transact. entom. soc. of New-South-Wales I. p. 13) beschrieben:
Schizorrhina marginipetinis Port Denison, atripennis Clarence-River,
velutina Port Denison, impar Rockhampton, viridisignala King Geor-
ge's Sound, unicolor West - Australien, variabilis, ocellata, decorti-
cala und assimiiis Port Denison, Cetonia fulgens Rockhampton,
tihialis Port Denison, fasciculata lUawarra und incana Rockhampton.
In einer angehängten Tabelle stellt Verf. die bis jetzt überhaupt
beschriebenen Schizorrhina- xVrten mit Einschluss der eben genann-
ten in fünf Gruppen zusammen, welche auf die Form des Mesoster-
num und der Flügeldecken begründet sind.
Snellen vanVollenhoven (Tijdschr. voor Entom. VII.
p. 151 ff. pl. 9 u. 10) machte folgende neue, meist Ostindische Ar-
ten bekannt: Helerorhina infuscata Guinea, Clinteria egens Borneo,
tidua Sumatra, dives Borneo, Macronota aciculata Java, Ludekingii
Sumatra, Schizoihina sangiiinolentn (ist eine Protaetia) von Celebes,
Schiz. flammulaBlanch. var. (mit weit ausgedehnter, auch die Seiten
des Halsschildes einnehmender rother Färbung) , Schiz-. nigerrima
Morotai, Euryomia Forstcni Celebes, regalis Celebes, Snmairensis
Sumatra, quadrigvltata Sumatra und Molukken, Sieboldii Java, Ma-
croma flavoguttata Borneo und Trichius IT-gutlatus Japan.
Le Conte (New species etc. p. 80) Gymnetis cretacea, Eu-
ryomia Californica und Cremaslochilus planatus als n. A. von Ari-
zona und Californien.
Fairraaire (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p, 639) Oxythyre.a
nivcopicla als n. A. aus Algier.
Gautier des Cottes (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 490)
beschrieb Cetonia aurata var, jiigra von Corsika, oben und unten
tief metallisch schwarz gefärbt.
Hofman, lieber den Schaden, welchen Cetonia hirtella in
den Getreidefeldern um Moskowitz angerichtet hat (Mittheil, der
Mähr.-Schlesisch. Gesellsch. f. Ackerbau zu Brunn 1863. S. 196).
Rutelidae. — Snellen van Vollenhoven (Tijdschr.
340 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
voor Entomol. VII. p. 147 ff. pl. 9. fig. 3 u. 4) machte Pnrastasia pi-
leus und deqenerala von Borneo. Sumatra, Celebes und den Moluk-
ken, ephippinm von Sumatra, viltata und ntra vonAmboina als n. A.
und Par. bimaculata Guer. var. bekannt.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. I. p. 468)
Phylloperthina (nov. gen. , von Phyllopertha durch die viel
stärkeren Hinterbeine , regelmässig ovales Endglied der Taster,
schwach ausgerandete Oberlippe und höckerloses Mesosternum un-
terschieden) sculellftta und Popilia albilatera n. A. von Ceylon.
Mac Leay (Transact. entom. soc. of New - South - Wales I.
p . XVIII f.) Anoplocfnalhus Imeatus, nebulosus und (Cnlloodes) Ray-
neri n. A. von Port Denison in Nord-Australien.
Philippi (Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 317 f.) Brackysternus
major, obscurus, olivaceus, ? chlor is ■, Tribostethus? virens, ciliatus
(Blanch. ?), cupreus und Aulacopalpus angusliis n. A. aus Chile.
Le Conte (New species etc. p. 78) Anomal a centralis, Pelid-
nota Lucae und Cotalpa puncticollis n. A. von Cap St. Lucas und
Neu- Mexiko.
Reiche (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 241) Phyllopertha
Algirica n. A. aus Algier.
Melolonthidae. — Mac Leay (Transact. entom. soc. of
New-South- Wales I. p. 128 ff.; machte Liparelrus rußpennis, atriceps,
discoidalis, rnhicundus, concolor und basalis als n. A. von Port De-
nison bekannt.
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 322 f.) Liogenys grandis,
Diaphylla luclnosa, Maypa cuprea und opaca, Lislronyx opaca, Seri-
coides nitida und Craloscelis canicapilla als n. A. aus Chile.
Le Conte (New species etc. p. 76) Diplotaxis puberulus, Da-
sydera liatlivoni, Lachnoslerna maculicollis und nilidula, Listrochelus
densicollis und puberulus als n. A. aus Texas und Californien.
V. Harold (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 174 f.) Faula
Pilatei und Mexicana als n. A. aus Mexiko.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. I. p. 467)
Serica variolosa als n. A. von Ceylon.
Fairmaire (Annal. soc. ent. 4.ser.III. p. 640} Rhizotrogvs lateri-
tius und nitidicollis als n. A. aus Algier, Reiche (ebenda 4. ser. IV.
p. 240) Amphitnallvs obscurus n. A. aus Kabylien, Stierlin (Berl.
Ent. Zeitschr. VIII. p. 147) Awphimallus Javeli n. A. von Palermo,
Kraatz (Amtl. Ber. über die 38. Versamml. Deutsch. Naturf. in
Stettin p. 130) Anoxia Sicula (nur mit wenigen Worten bezeichnet),
Schau fu SS (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIV.
p. 675) Rhizotrogus lautiusculus n. A. aus Dalmatien.
Kraatz, lieber die Artrechte der Europäischen Maikäfer
der Entomologie während der J. 1863—64. 341
(Amtl. Bericht über die 38. Versamml. Deutscher Naturf. S. 129—135.
Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 1 — 16) glaubt nur drei in Deutschland
einheimische Melolontha- Arten annehmen zu können, indem er Melol.
albida Redt., candicans Burm. und extorris Er. für Varietäten der
Mel. vulgaris, Mel. albida Er. und Rhenana Bach für Varietäten der
Mel. pectoralis Germ. (= aceris Er.) ansieht; Melolontha hippoca-
stani Fab. hält er dagegen für eine selbstständige Art.
Stierlin (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 490) be-
schrieb Hoplia pulverosa Küst. var. von Sarepta.
Nach Dohrn (Stett. Ent. Zeit. XXIV. p. 331) ist Haplobra-
chium costipenne Boh. mit Rhabdopholis albostriata Burm. der Gat-
tung und Art nach identisch.
Rochard de la Brulerie (Annal. soc. entom. 4. ser. IV.
p. 663 ff. pl. 10) beschrieb die Larve und Nymphe von Serica holo-
sericea ; erstere wurde vom Verf. auf einem sandigen Hügel unter
Steinen gefunden und zw^ar gleichzeitig in allen Stadien der Ent-
wickelung, selbst mit Nymphe und Käfern zusammen. Die Larve
ernährt sich nach des Verf.'s Beobachtungen nur von verfaulten
Blatttheilchen und verpuppt sich in einer einfachen Erdhöhle.
Glaphyridae. — W. Mac Leay, »On the Insects of Au-
stralia allied to the Glaphyridae« (Transact. entom. soc. of New-
South-Wales I. p. 75 — 90) gab eine Aufzählung und Beschreibung
der zur Gattung Phyllotocus Fisch, und zwei damit nahe verwandten
Gattungen gehörenden Australischen Arten. Verf. erklärt sich mit
der Stellung von Phyllotocus unter den Melolonthiden (nachErich-
son, Burmeister u. A.) nicht einverstanden; die bei letzteren
hornigen Maxillen sind bei Phyllotocus häutig und gepinselt, ihre
Lebensweise ist nicht phyllophag, sondern anthophil, und hiernach
würden sie besser bei den Glaphyriden stehen, von denen sie frei-
lich durch die Lage der Stigmen abweichen (die dem Verf. indessen
kein genügendes Eintheilungsmoment zu sein scheint). Zur Gattung
Phyllotocus, welche von Neuem charakterisirt wird, gehören mit
Einschluss der als neu beschriebenen im Ganzen 17 Arten: a) Ma-
xillen mit gekrümmter und zahnförmiger Innenlade, Taster lang und
fadenförmig, Körper nicht haarig: Phyllotocus Mac Leayi Fisch.,
bimaculatus Er. u. A. (5 A.). — b) Maxillen mit gepinselter Aus-
sen- und sehr kleiner oder fehlender Innenlade, Taster nicht lang,
Körper meist haarig (12 A., z. B. Ph. rufipennis und australis Boisd.);
neu: Phyll. Kingii, marginipennis, iriclescens, palliatus, marginatus,
ruficollis und scutellnris aus Neu-Süd-Wales, apicalis von Port De-
nison, sämmtlich nur ganz kurz diagnosticirt. — Zwei neue, nahe
verwandte Gattungen sind: Cheiragra, nov. gen. Körper kleiner
und mehr flachgedrückt als bei Phyllotocus, Clypeus ohne Naht und
vorn gerundet; Vordertarsen und die vorderen Klauen beim Mann-
342 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensoh. Leist. im Gebiete
choii ebenfalls deutlich vergrössert. Die Arten auf Leptospermum-
Blüthen lebend. — Ausser dem Phyllotocus pusillus Blanch. gehören
dazu sechs neue Arten: Cheir. ruficollis, pallidu, lurida, wphodioi-
des, alra und pyr/waea. — Mocrolhops, nov. gen., durch die
sehr langen, fadenförmigen Kiefertaster und stark vorgezogenen,
an der Spitze aufgebogenen, schnauzenförmigen Clypeus ausgezeich-
net, habituell mit Dasychaeta Er. verwandt. — Zwei Arten: Macr.
rostrata und palfidipetniis, erstere von King George's Sound, letz-
tere vom Victoria-River.
Hybosoridae. — SUphodes hirlipes und Coclodes bimaculatus
Mac Leay (Transact. entom. soc. of New-South- Wales I. p. 125 f.)
n. A. von Port Denison.
Geotrypidae. — Bolboceras rhinoceros und globuliformis
Mac Leay (ebenda p. 126 f.) n. A. von Port Denison.
Copridae. — v. Harold, Note sur les especes Mexicaines
du genre Phanaeus et descriptions de quelques especes nouvelles de
Coleopteres Mexicains (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 161 — 176).
Unter 20 Mexikanischen Arten der Gattung Phanaeus sind bis jetzt
nur 4 beschrieben, die Mehrzahl der übrigen aber seit langer Zeit
in den Sammlungen verbreitet; Verf. beschreibt sie unter dem Na-
men Phati. Endymion (Reiche), Corytkus (Chevr.), Bitias (Chevr.),
Pluto (Chevr.), chryseicollis (Chevr.), Melampus (Chevr.), Damocles
(Dej.), Daphnis (Dej.), JSimrod, Sailei, Adonis (Chevr.), amefhystinus
(Chevr.), Wagnevi, Pilalei (Dup.), Mexicanvs (Klug) und divist4s. —
Ferner beschreibt Verf. als neue Mexikanische Arten: Sisyphus Me-
xicanus (Chevr.), Megathopa Yucateca, Canthon amelliystinus (Klug),
gagatinus, spinosus (Chevr.) und Sailei, letztere Art von Nicaragua.
Mac Leay (Transact. entom. soc. of New - South - Wales I.
p. 119 ff.) machte Onthophagus laminatus, tabellicornis, furcatvs (ver-
gebener Name!), conspicvus, rufosignolus, rubtimaculalus, purpurei-
collis, cunicnlus, imdicus, granulatus und asper als n. A. von Port
Denison bekannt.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. L p. 457 ff.)
Scarabaeus Indiens (Ateuchus sacer Walk. ?), Onthophagus rugosiceps
und setulosus, Ixodina selosa als n. A. von Ceylon.
Snellen van Volle nhoven (Tijdschr. voor Entom. VII.
p. 146. pl. 9. fig. 2) Onthophagus Swaneri als n. A. von Borneo,
Reiche (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 239) Onthophagus nebu-
losus als n. A. aus Algier und Aegypten.
Pascoe (Journ. of Entomol. II. p. 27) Cephalodesmius lati-
collis als n. A. von Queensland.
Orphnidae. — Ochodaeus frontalis Le Conte (New spe-
cies etc. p. 76) n. A. aus Texas.
Aphodiidae. - v. Harold setzte seine Beiträge zur Kennt-
der Entomologie während der J. 1863—64. 343
niss einiger coprophagen Lamellicornien (Berl. Entom. Zeitschr. VII.
p. 827—389) mit der Beschreibung von 39 ferneren Aphodien fort.
Zunächst werden zwei Mexikanische Arten aus der Gruppe der Aph.
luridiventris unter dem Namen Aph. fuliginosns (Chevr.) und gravi-
dtis bekannt gemacht. Sodann folgt die Bearbeitung einer grösse-
ren Gruppe von Arten, welche sich durch die gleichlangen Borsten
an den Borstenkränzen der hinteren Schienen und das an der Wur-
zel vollständig gerandete Halsschild auszeichnen. Unter den 35 aus
dieser Gruppe beschriebenen Arten sind neu: Afh. Sallei Mexiko,
Dauricus Sibirien, Sibiriens West-Sibirien, tnicidattis (Chevr.) Kur-
distan, arcticus Kenai, Aurelianns New-Orleans, jugicola Alpen Pie-
mont's, Az'teca Mexiko und sobrinus Ochotsk. — Die Gruppe Pla-
giogonus bereichert Verf. mit Plag. Algiricns und Syriacns n. A,
Chevrolat (Annal. soc. entom. 4, ser. IV. p 411 f.) machte
Aphodius cunictdus, Auperia rhyticephala, sulcatula, tcnninalis und
Psammodivs parvuhis als n. A. von Cuba bekannt.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. 1. p.46l£F.)
Liothorax piceoniger, Pkalacronothus carinulatus, M e s onl op l a ty s
(nov. gen.) mfolaterus, Cylindropterns (nov. gen.) pleurophoroi-
des, Plenrophorus cracens (?) und Rhyssemns granosus als n. A. von
Cey Ion.
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1864. S. 316) Aphodius angustus
als n. A. aus Chile, Sti erlin (Bullet, d. natur. de Moscou 1863.11.
p. 489) Psammodius costatus als n. A. aus Sarepta, Reiche (in Gre-
nier's Catalogue p. 75 f ) Aphodius ascendens und Rhyssemus Mar-
quelii als n. A. aus Südfrankreich.
Waterhouse, Notiz über Psammodius porcicollis Illig. (Pro-
ceed. entom. soc. of London 1864. p. 3 f.)
Trogida e. — Neue Arten: Trox subcarinatns Mac Leay
(Transact. entom. soc. of New-South-Wales I. p. 128) aus Nord-Au-
stralien, Trox insularis Chevrolat (Annal. soc. entom. 4. ser. IV.
p. 416) von Cuba und /in aide s laticollis Harold (ebenda 4- ser. III.
p, 175) aus Mexiko.
Lucanini. — Westwood, Descriptions of somenew exotic
species of Lucanidae (Transact. entom. soc. of London, 3. ser. I.
p. 429— 437. pl. 14— 16) gab Beschreibungen und Abbildungen von
folgenden neuen Arten: Rhyssonotus? jugularis von Melbourne (eine
metallisch glänzende Art, welche im Habitus einem weiblichen Chia-
sognathus gleicht), Sinodendron? areolatum von Neu-Seeland, Milo-
phyllvs Parrianus ebendaher, Ceratognathvs piinctalissimus aus Neu-
Holland, Cerafognathus? mentifenis vom Goulborn-River in Neu-Hol-
land. Ausserdem wird Dorcus adspersus Boh. von Pt. Natal noch-
mals beschrieben und abgebildet.
344 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Derselbe, Descriptions of two uew Australian Lucanidae
(ebenda 3 ser. I. p. 513 — 516. pl. 21) machte Dorrus Howittanus als
n. A. aus dem östlichen Neu-Holland (Gipps-Land) und D. carbo-
narius als n. A. aus Nord-West-Australien bekannt.
Major Parry (A few remarks upon Mr. James Thomson's
Catalogue of Lucanidae, published in the Annales soc. entom. 1862,
Transact. entom. soc. of London 3. ser. L p. 442 — 452) besprach
den von Thomson publicirten Catalog seiner Lucanen-Sammlung
und berichtigte die Nomenklatur und Synonymie von 35 darin auf-
geführten Arten; mehrere von Thomson als neu beschriebene
Arten werden auf di(^jenigen früherer Autoren zurückgeführt, wie :
Chiasognathus Mniszechii Thoms. wahrscheinlich = Ch. Jousselinii
Reiche, Chias. Reiche! Thoms. = Ch. Latreillei Gay mas, Lamprima
amplicollis Thoms. =• L. Latreillei M. Leay, Cantharolethrus Geor-
gius Thoms. = Dorcus Luxerii Buq., Cladognathus mandibularis
Thoms. = Luc. inclinatus Motsch,, Dorcus diabolicus Thoms. = D.
Niponensis Vollenh. , Scortizus cribratus Thoms. wahrscheinlich =
Sclerostomus neotragus Westw, mas, Scortizus cuniculus Thoms. =
Scler. costatus Burm. Westw., Figulus Australiens Thoms. = Fig.
regularis Westw. var., Fig. clivinoides Thoms. =■ Fig. Lilliputanus
Westw. — Das oben beschriebene Sinodendron? areolatum Westw.
hält Parry für identisch mit Ceratognathus helotoides Thoms., wel-
cher Annahme Westwood (ebenda, p. 437) in einer Anmerkung
widerspricht.
Derselbe, A few observations upon Lucanus Lama Oliv, and
its synonymy (ebenda, 3. ser. I. p. 453 f.). Verf. hält die von Bur-
meister bei der Olivier'schen Art gegebene Synonymie nach dem
ihm vorliegenden Material für vollständig irrig, glaubt dass Luc.
Lama Oliv, nichts weiter als Odontolabis Baladeva Hope sei und
scheidet L. lunifer Hope (fem. L. rugifronsHope), L. villosus Hope,
L. Cantori Hope und L. Mearesii Hope (fem. L. nigripes Hope) als
vier selbstständige Arten.
Derselbe (Proceed. ent. soc. of London 1862. p. 107—113)
publicirte vorläufige Diagnosen von 31 theils neuen, theils unvoll-
ständig bekannten exotischen Arten dieser Gruppe, welche in dem
gleich zu erwähnenden Catalog des Verf.'s ausführlicher beschrieben
und abgebildet worden sind.
A Catalogue of Lucanoid Coleoptera, with Illustrations and
Descriptions of various new and interesting Species by Major F. J.
Sidney P arry (Transact. entom. soc. of London 3. ser. H. p. 1 —
113. pl. 1 — 12). Während Hope in seinem Cataloge der Lucanen
(nach Abzug von 37 unhaltbaren Arten) im Ganzen 128, Thomson
181 Arten aufführt, beläuft sich das von Parry zusammengestellte
Material auf 332 Arten, von denen er in seiner eigenen Sammlung
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 345
263 besitzt. Verf. hat sich in der vorliegenden Arbeit nicht auf
eine Critik der bisher aufgestellten Gattungen eingelassen, nimmt
dieselben vielmehr vorläufig an, begründet auch auf einige ausge-
zeichnete Formen neue, und vertheilt dieselben sogar unter 7 Fa-
milien, welche zum Theil kaum den Eang von sekundären Gruppen
beanspruchen können. In Betreff der Artunterscheidung führt Verf.
an, dass die Giiederzahl an der Fühlerkeule ebensowenig wie die
Bedornung der hinteren Schienen konstant sei, und dass bei den
kleineren Männchen mit schwach entwickelten Mandibeln die Skulp-
tur (Punktirung) der Oberfläche derjenigen der Weibchen ähnlich
werde, während sie bei kräftig entwickelten Männchen verschwinde.
In dem ersten descriptiven Abschnitt seiner Arbeit giebt Verf. Cha-
rakteristiken von neuen oder unvollständig bekannten Arten, welche
zugleich auf vier colorirten und acht schwarzen lithographirten Ta-
feln dargestellt sind; im zweiten Theile folgt dann ein mit Synony-
men und Citaten versehenes systematisches Verzeichniss aller bis
jetzt bekannter Arten. — Die vom Verf. näher charakterisirten Ar-
ten sind: Lucanus Hupei Ostindien, Smitliii Nord - Indien ; Hhae-
tus, nov. gen., ein Verbindungsglied zwischen Lucanus und Hexar-
thrius, von letzterer Gattung durch viergliedrige Fühlerkeule und
den seitlich bewehrten Prothorax, von ersterer durch unbewehrte
Hinterschienen und den flachen, niedergedrückten Kopf unterschie-
den. — Art: Rhaet. Westicoodii (pl. 9. fig. 2) aus Indien. — Hexar-
thrius Deyrollei Siam. Bowringii Ostindien, Odontolabis Vollenhovii
Borneo, Wollastonii Malacca, Mouhotii Cambodja, Castelnaudi Su-
matra, Brookeanus Voll., Sommeri Manila, Cingalensis Ceylon. —
Meter ochthes (Westw.) nov. gen., von Odontolabis durch den am
Vorderrande nicht ausgeschnittenen Kopf, der hinter den Augen
auch nicht mit einem starken Dorne bewehrt ist, so wie durch län-
gere Tarsen unterschieden. — Art : Het. bracliypterus (pl. 10. fig. 6
und 7) Cambodja. — Neolucanus Saundersii Ostindien, cingulalus
Malacca und i hampioni China, Cladognalhus puliius und quadrino-
dusus Ostindien, Wallacei Gilolo, Lafertei Eeiche, tragulus Vollenh.,
assimilis Waigiou, suturalis Oliv, von Siam, perplexus Ostindien, atte-
nuatvs Malacca, squamilaleris Borneo und Malacca, elegnns Ostin-
dien, ßavidus Ostindien, fulvonoialus und bisignalus Ostindien, mo-
destus trop. Afrika, decipiens Malabar, dorsalis Er., approximatus
Cochinchina, eximius West-Afrika, Senegalensis Klug, curvipes Hope,
rudis (Westw.) Ostindien, Natalensis Port Natal, Spencii Hope. —
Ho m oder US (nov. gen.) i}/e//i/i Old-Calaber, Cyclommatus (nov.
gen.) metallifer Boisd. (aeneomicans Parry) von Batchian, Maitlandi
Sumatra, affinis Borneo und Philippinen, insignis Orient, Cyclorasis
Jefce/ü Chowsan und swÄnifens Ostindien, Leptinoptertts FryiBr2Lsi\ien,
rotundatus Süd- Amerika, Hemisodorcus passaloides Hope von Borneo
346 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
und Java. — D ito vi od e ms (nov. gen.) mirabilis Borneo, Evry-
trnihelvs 'iliomsoni Molukken , Eur. Axis Dej. (biicephalus Perty),
Saiga Oliv., Dorcus (hrelictus Himalaya, Mazama Le C. Mexiko,
Gnaphaloryx dUaticullis Ostindien?, sru/pft/^ennts Neu-Guinea, Aegus
cicatricosus Wied., limatusWeb., Kandiensis Hope, chelifer M. Leay,
labilis (Westw.) Darjeeling, plati/o'ion Gilolo, Llamlus Neu-Guinea,
punclipennis Borneo, serralus Ins. Morty, impiessicollis Malacca und
Borneo, ^lia/^er Neu-Guinea, Aefj.? Inlobalus Borneo, Flahjcems Cav-
casicus Caucasus, coerulesccns Le C. und Agassii Le C. Californien,
Scleroslotntis Fainnairei Chile, Pliilippi Chile, Oonolus (nov. gen.)
adspersus Boh. , Nigidius cornutus M. Leay, obesus n. A. Malacca,
Figulus vulneratus Thoms., scatitiformis Malacca, Sinodendron Ame-
ricanum Palis. und Dendroblax Earlianus Wliite.
Parry, Further reinarks on Mr. James Thomson's »Catalo-
gue of Lucanidae« (Proceed. entom. soc. of London 1864. p. 5 ff.)
gab nachträgliche synonymische Bemerkungen über mehrere von
Thomson beschriebene Arten; dieselben sind auf den Vergleich
der Thomson'schen Exemplare begründet.
H. Deyrolle (Annal. soc. entomol. 4. ser. IIL p. 485. pl. 9.
fig. 11) charakterisirte eine neue Gattung l' enichrolucanus,
welche er der gegenwärtigen Familie zurechnet, von der sie aber,
wenn sie ihr überhaupt angehört, sich durch die auffallendsten Cha-
raktere unterscheiden würde. Die sich kreuzenden, ganz kurzen
Maudibeln sind in einem Ausschnitt des Kopfes von oben her sicht-
bar, die sehr kurzen Fühler haben keinen Schaft und nur sieben
Glieder, von denen die drei letzten nach innen stark kammzahn-
artig erweitert sind; der Kopf erweitert sich nach aussen von den
Augen zu einer breiten Platte, der grosse, quer viereckige Pro-
thorax ist kurz, aber deutlich gestielt; die kurzen und breiten Beine
haben nur ein einziges Tarsenglied, welches nur am ersten Paare
eine undeutliche Ringelung erkennen lässt, und an der Spitze ein
paar ganz minutiöser Klauen trägt. Nach der Abbildung zeigt die
von Malacca stammende und nur 7 Mill. lange Art eine habitulle
Aehnlichkeit mit gewissen Copriden - Gattungen (Pedaria) ; sie ist
Pen. copricephdlus genannt.
Derselbe (Descriptions de plusieurs nouvelles especes de la
famille des Lucanides, Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 311 — 320.
pl. 4) machte ferner folgende, zum Theil sehr ausgezeichnete neue
Arten bekannt : Lncamn Jalicomis vom Ararat, llexailhrivs Cluiuaoiri
(pl. 4. fig. 1) von Sumatra, Odonlolabis striaius (pl. 4. fig. 3) von Ma-
lacca, nigriius und inlennedius von Ceylon, Cladognulhus decipiens
von Malabar, Uomoderus Mellyi (Parry) vom Gabon, Platycerus ebe-
ninus aus Brasilien , Sclerostomus fasciatus (Germain) aus Chile,
signaLipennis aus Brasilien, linealus aus Peru.
-.^'ifJon ^gj. Entomologie während der J. 1863—64. 347
Fernere neue Arten sind: Slreptocerus ettstictus Philip pi
(Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 316) aus Chile, Plntxjcervs criLraivs M Ul-
san t und Rey (Annal. sog. Linn. de Lyon X, p. 7, Opusc. entora.
XIII. p. 7) von Beaujolais, Platycervs spinifer Schaufuss (Rev. et
Magas. de Zool. XV. p. 120) aus Central-Spanien.
Eine Varietät des Dorcus parallelopipedus von Palermo, wel-
che in der Punctirung den üebergang zu D. Musimon bildet, er-
wähnt Stier lin (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 147).
Passalidae. — Passalus pentaphyllus Chevrolat (Annal. soc.
entom. 4. ser. IV. p. 410) n. A. von Cuba.
Baprestidae. Die Artenkenntniss dieser Familie hat einen sehr
wesentlichen Zuwachs durch eine umfangreiche faunistische und
gleichzeitig systematische Arbeit von H. Deyrolle: »Description
des Buprestides de la Malaisie recueillis par M. Wallace« (Annal.
soc. entom. de Belgiqne VIII. p. 1— 269. pl. 1 — 4) erhalten. Nach
derselben sind von Wallace auf Malacca, Borneo, Celebes, den
Molukken und Neu- Guinea im Ganzen 355 Arten von Buprestiden
gesammelt worden, welche sich (bis auf eiQC verschwindend geringe
Zahl) fast durchweg als neu ergeben haben und in dem vorliegen-
den, sehr schön ausgestatteten Werke vom Verf. in eingehendster
Weise beschrieben werden. Für den Artenreichthum mancher Gat-
tungen und zugleich für die Umsicht, mit welcher von Wallace
gesammelt worden ist, sprechen u. A. 112^AgriIus-, 39 Trachys-
und 30 Chrysobothrys-Arten; Zahlenverhältnisse, welche um so mehr
in Erstaunen setzen müssen, als die genannten Gattungen, wie vielö
andere, vom Verf. durch Ausscheidung aller heterogenen Elemente
auf beträchtlich engere Gränzen, als sie bisher bestanden, reducirt
worden sind. Zu einer solchen Einschränkung der Gattungen auf
die miteinander zunächst verwandten Arten gab aber nicht nur die
Fülle der letzteren, sondern auch der Zuwachs an eigenthümlich
gestalteten neuen, zum Theil von den bisher bekannten auffallend
abweichenden Formen Anlass, so dass auch die Systematik der Fa-
milie durch den vorliegenden fauiiistischen Beitrag wesentliche Um-
gestaltungen erfahren hat. Verf. ist bei der Aufstellung und Be-
gründung der ziemlich zahlreichen neuen Gattungen durchaus correkt
verfahren, indem er sie stets durch eine Zerlegung der bisher exi-
stirenden gebildet oder mit den zunächst verwandten in näheren
Vergleich gebracht hat. So sind die neuen Gattungen Cailopistus und
Fhilocteanvs von Chrysochroa, Iridolaenia, Chalcolaenia, Paracvpta,
Pleiona, Periorisma und Cyphogaslra von Chrysodema abgezweigt
und durch analytische Tabellen in ihren Unterschieden erörtert.
Asemochrysus, Epidelus und Aprosopus stehen in näherer Verwandt-
schaft zu Chalcophora, Dicercomorpha zu Dicerca, Exngistus, Phri-
xia und Diceropygus zu Melobasis, Philantkaxia zu Anthaxia. Die
348 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Agriliden-Gruppe ist nach der Eintheilung des Verf.'s allein durch
26 Gattungen vertreten , von welchen Toxoscelus , Cryptodactyius,
lUelibotus und Sambus als neue für das ludo -Australische Gebiet
zu erwähnen sind, während Eupristocerus, Evimantius, Amorphosler-
nus, Discoderes^ Coiyilon, Alissoderus, Synecliocera, Alcinous, Pareu-
meius, Eumervs (vergebener Name ! Diptera) , Eumeroplntus, Hhae-
bosceliSf Acanihupijyus und Clinocera (vergebener Name ! Diptera)
gelegentlich auf andere ausländische Formen begründet werden.
Die Trachys - Gruppe endlich zerfällt Verf. in 11 Gattungen, von
denen Anthaxomorphusj Endelus, Taphrocern und l'aihyschelus sich
auf neue vonWallace entdeckte Arten, Lius, Leiopleura und Cal-
limicra auf verschiedene Gory'sche beziehen. — Eine Aufzählung der
vom Verf. beschriebenen Arten hier zu geben , hiesse das Werk
desselben fast vollständig ausschreiben; dasselbe stellt sich als eine
der wichtigsten Quellen für die Kenntniss exotischer Buprestiden
hin und wird jedem, der sich mit dem Studium dieser befasst, un-
entbehrlich sein. Die dasselbe illustrirenden Tafeln sind von meister-
hafter Ausführung.
Als neue Arten aus Chile wurden von Fairmaire und Ger-
main (Rev. etMagas. de Zool. 2. ser. XVI. p. 259— 283 ff.) bekannt
gemacht: PsiUiplcra failidiusa. — Hypoprasis, nov. gen., mit
Latipalpis und Capnodis nahe verwandt, durch das nicht gefurchte
Prosternum, die unten wenig von einander entfernt stehenden Au-
gen, die an der Spitze nicht ausgerandeten Flügeldecken, welche vor
derselben nur gezähnelt sind, schwächere Beine und schmalere Tar-
sen unterschieden. — Art: Uyp, Harpagon. — Anlhaxia subaequalisj
Stigmodeia cyanicollis und consobrina und Chrysobolhrys bolhrideres.
Von Philippi (Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 284 und 313f.)
Epislomenlis vittatus, Sligmodera lalicollis^ chrysocklora, Zemina sie'
noloma und Mastoyenius fulvicollis n. A., gleichfalls aus Chile.
Von Fairmaire (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 261 ff.)
Tyndaris altenuotus, Chrysobolhrys cupreipes, Stiymodera' cribellata
und Iricolor, Psiloplera corinlhia, cupreofossa, Germainii und denti-
collis als n. A. von Mendoza.
Von Le Conte (New species etc. p. 81 f.) Plosima Walshii,
Acmaeodera subballeala und Ilhaebosi elis leiiuis als n. A. aus Nord-
Amerika.
W. Mac Leay, Description of twenty new species of Bupre-
stidae, belonging to the genus Stigmodera, from the Northern parts
of Australia (Transact. entom. soc. of New-South-Wales I. p. 22- 32)
machte folgende neue Arten bekannt: Sligmodera fuhiventris, viola-
ceOf ru/ipcs, biguUala, slraminea, citinamomea, gibbosa, carinala, vi-
ridiveiilris, nigriventris, slrigata, guadriguttaln, trigvUala und sc.t-
guttala von Port Denison, Iricarinala und ßavosignala von Rock-
der Entomologie während der J. 1863—64. 349
hampton , vitticollis und excisicollis Port Denison , maculiventris
ßockhamptun und impressicoUis vom Manning-River.
Snellen van Vollenhoven (Tijdschr. voor Entomol. VII. '
p. 160 if. pl. llj machte Catoxantha hemixantha von Banka, Chryso-
chroa Ludekingii von Sumatra, Chalcophora pyrothorax von Borneo,
pyrosticlica von Sumatra, amabilis aus Japan und Chrysobothrys
ptilcherrima von Sumatra und Banka als n. A. bekannt.
Mulsant undRey (Annal. soc. Linneenne de LyonX. p. 10 ff.,
Opusc. entomol. XUI. p. lOff.) beschrieben als n. A.: Coraebns aera-
tus, Agrilus cuttulusy elegatis, prasinus, anliquus, Cylindromorphus
gallicus sämmtlich aus Südfrankreich, Aphanisticus Siculus aus Si-
cilien, Trachys ahenata aus der Krim.
Agrilus cisti und nrlemisiae Brisout de Barneville (in
Grenier's Catalogue p. 77 f.) n. A. aus Frankreich, Cxjlindromorphus
Carpctanus, Aphanisticus distinclus und Trachys major ^ ervis (An-
nal. soc. entüm. 4. ser. IV. p. 282 f.) n. A. aus dem Escurial, Cylin-
dromorphus pyrethri Stierlin (ob = C. Popovii Mannerh. ?) und
Cylindromorphus filum var. ebendaher (Bullet, d. natur. de Moscou
1863. IL p. 491).
Nach Clark (Proceed. entom. soc. 1864. p 39) wurde ein
Exemplar der Ostindischen Buprestis ocellata am Bord eines Schif-
fes zwischen Mauritius und Madagascar gefunden.
Frauenfeld hat (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu
Wien XIV. p. 685) jetzt auch die ersten Stände von Trachys pumila
Illig. zur Kenntniss gebracht. Die Larve findet sich schon im Früh-
ling die Blätter von Stachys recta minirend, ist von Ende Mai's ab
erwachsen und dann 7 Mill. lang; der Käfer entwickelt sich aus
der Puppe nach kurzer Zeit während desselben Sommers,
Eucnemidae. Microrhagus Chevrolatii Stierlin (Berl. Ent«
Zeitschr. VIII. p. 148) n. A. aus Palermo, Microrhagus Ärcois Ha mpje
(Wien. Ent. Monatsschr. VII. p.288) n. A. aus Agram, Galba Wal-
lacei und Fo/na;r austrocaledonicus Perroud (Annal. soc. Linn. de
Lyon XI. p. 98 ff.) n. A. aus Neu-Caledonien.
ThrOSCidae. Drapetes rubricollis Le Conte (New species etc.
p. 82) n. A. aus Georgia.
Elateridae. Der im Mai d. J. 1863 publicirte 4. Band von
Can de ze's vortrefflicher Monographie des Elaterides (8. 534 pag.
6 pl.) umfasst diejenige Abtheilung der eigentlichen Elateriden, bei
welchen die Stirn der Querleiste entbehrt und schliesslich die achte
Tribus der Campyliden. Die Elateriden ohne Stirnleiste zerfällt
Verf. in die 10 Untergruppen der Pyrophoriden, Corymbitiden, Cre-
pidomeniden, Asaphiden, Allotriiden, Dimiden, Hypodesiden, Cardio-
rhiniden, Ludiiden und Adrastiden, von denen die sechs ersten durch
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. X,
350 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
abgeflachte oder ausgehöhlte Stirn, quer verlaufende obere Fühler-
leisten , . kurze Oberlippe und nach vorn gerichtete Mundöffnung
übereinstimmen, während bei den vier letzteren die Stirn gewölbt,
die oberen Fühlerleisten schräg verlaufend, die Oberlippe gross und
die Mundöffnung gerade nach unten gerichtet ist. Gegen einander
abgegränzt werden diese secundären Gruppen nach der Bildung der
Tarsenglieder, nach den ganzrandigen oder gekämmten Fussklauen,
der Anwesenheit von leuchtenden Thoraxflecken (Pyropboridae) u. s. w.
— Die durch den Mangel der Kinnplatte charakterisirten Campyli-
den, welche eine Gruppen-Eintheilung nicht weiter erfahren, um-
fassen 15 meist leicht kenntliche und durchweg artenarme Gat-
tungen.
Schau fu SS (Rev. et Magas. de Zool. XV. p. 120) charakteri-
sirte eine neue Gattung Celo x, welche nach ihm mit Dima ver-
wandt sein soll. Fühler perlschnurförmig mit dickerem Basalgliede,
Stirn vorn abwärts gebogen, gekielt, Prosternalnähte einfach, Hüften
an der Basis breit, nach aussen jäh verengt, Tarsen etwas zusam-
mengedrückt , unten filzig, mit gelapptem vierten Gliede , Klauen
einfach. Der Körper soll zusammengedrückt (»compressum«) sein
(wohl depressum !) mit abgeflachten und aufgebogenen Seiten (?),
das Schildchen quer, gerundet. — Art : C. dima aus Central-Spanien.
— Campylns Kicseniceltcri und Elater aurilegulus n. A. ebendaher.
Neue Europäische Arten sind ferner: Athous Ecoffeii, strictus
und virgatiis Reiche (in Grenier's Cata.logue p. 80 ff.) aus Frank-r
reich, Aikous Pemgalloi Reiche (Annal. soc. entom. 4. ser. IV.
p. 247) aus den Seealpen, Limonius marginellvs und Athous uncicol-
lis Perris (ebenda 4. ser. IV. p. 284 f.) aus der Umgegend Madrid's,
Athous robuslus und Melanotns Candezi Stierlin (Berl. Ent. Zeit-
schr. VIII. p. 149, Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1863. p. 91)
von Palermo, Agriotcs Laicharlingi und Corymbites castaneus var.
flava Gredler (Käfer von Tyrol p. 219), Aihous proximus (mas) und
spectabiiis (fem.) Hampe (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 190 f.)
aus der Wallachei.
Brisout de Barneville (Bullet, soc. entom. 1864. p. 48)
Notiz über Athous titanus Muls., den er gleich Bonvouloir für das
Weibchen des Athous mandibularis hält.
Dohrn (Stett. Ent. Zeit. XXIV. p. 331) bestätigt gegen Kie-
senwetter die Ansicht Candeze's, wonach Dima Dalmatina eine
VonD. elateroides verschiedene Art ist und berichtet (ebenda p. 368)
über das Vorkommen des Athous rhombeus in Pommern.
Le Conte (New species etc. p. 83 ff.) beschrieb Alaus mela-
nops, Horistonotus simplex und densus, Cnjptohxjpnus grandicollis und
planatus, M onoer epidius athoides, Limonius ornatipennisf Athous ma-
culicollis, Eanus maculipennis, Corymbites ochreipennisy morulus und
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 351
vulneratvs, Euthysanins pretiosus als n. A. aus Nord-Amerika, Bland
(Proceed. entom. soc. of Philadelphia I. p. 354 f.) Corymbites fulvipes
n. A. aus Virginien und IScbraskensis von Nebraska.
Elaler (Ampedus) GuiUebelli Perroud (Annal. soc. Linn. de
LyonXI. p. 102) n. A. aus Neu- Caledonien, Lacon MaUlardi Dey-
rolle (in Maillard, Notes sur l'ile de la reunion IL p. 4. pl. 20.
%. 2) n. A. von Isle Bourbon, Coptoslelhus hnttmeipetinis Wo Ila-
ston (Annais of nat. hist. 3. ser. XL p. 218) n. A. von den Canari-
schen Inseln.
Stierlin (Mittheil. d. Schweiz. Entomol. Gesellsch. 1863.
p.71£P., p. 93ff., 1864. p. 192 u. 214 ff.) gab tabellarische Uebersich-
ten über die in Europa und den angränzenden Ländern einheimi-
schen Arten und Gattungen Melanotus, Athous, Limonius und Car-
diophorus (nach Candeze) und beschrieb (BerL Ent. Zeitschr. VIII.
p. 149) Diacanthus aeneus var. von Palermo.
Giraud (Verhandl, d. zoolog.-botan, Gesellsch. zu Wien. XIIL
p. 1308) beschrieb eine bis jetzt unbekannte Elateriden-Larve von
15 Mill. Länge, welche er damit beschäftigt fand, die in der Brut-
zeile einer Ammophila befindliche Puppe der letzteren zu verzehren.
GobrionidäG- AnackHus mandibularis Le Conte (New spe-
cies etc. p. 86) n. A. aus Florida.
Gyphonida^ Brisout de Barneville (in Grenier's Cata-
logue p. 83) beschrieb Cyphon Putonii als n. A. aus Frankreich.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscoul863. L p.483f.)
Seines grandis, canescensj ?cotirexiiisculus, ? nigropunctatus, axilla-
ris, Mescirtes (nov. gen., von der rundlichen, wenig gewölbten
Form der Gatt. Scirtes, aber ohne Behaarung und mit einfachen
Hinterbeinen) gagalinus, Hydrocyphon atvatus und Ptilodactyla hu-
meralis als n. A. von Ceylon.
de Marseul (l'Abeille I. p. 13 f.) machte einige Angaben
über die Gattung Hydrocyphon und die derselben angehörige Art
H. deflexicollis, welcher Linder (ebenda p. 14) eine neue unter
dem Namen Hydrocyphoti ausiralis hinzufügt.
Thomson, »Om Eucinetes och dess plats i systemet« Öfvers.
Vetensk. Akad. Förhandl. 1863. p. 477 ff.) versucht den Nachweis
zu führen, dass die Gattung Eucinetus in der gegenwärtigen Familie
unnatürlich placirt sei und dass sie vielmehr nach Habitus, Sculp-
tur und Pubescenz des Körpers, nach der Fühlerbildung, ganz be-
sonders aber nach der Bildung der Maxillen in nächster Beziehung
zu den Catopiden stehe ; hierfür spreche auch die Aehniichkeit der
von Perris bekannt gern achten Larve mit derjenigen von Catops.
Kiesenwetter hat (Berl. Ent. Zeitschr. VIL p. 451. Taf. 1)
einen iconographischen Beitrag zur Kenntniss der Dascilliden gege-
352 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ben ; es werden in demselben die Mundtheile und andere systema-
tisch wichtige Skelettheile vonHelodes minuta, Hydrocyphon defle-
xicoUis, Dascillus cervinus, Prionocyphon serricornis, Cyphon coarc-
tatus, Microcara livida und Eubria palustris abgebildet.
Malacoderma. — Lampyridae. Ofsiannikof, lieber das
Leuchten der Larven von Lampyris noctiluca (Bullet, de l'acad. de
St. Petersbourg Vll. 1864. p. 55— 61). Verf. fand das Leuchten der
Larven jeder Grussenentwickelung von 5 Mill. Länge an ; das Inter-
mittiren derselben rührt von den Bewegungen des Thieres her, indem
es verschwindet, sobald dieses den Körper contrahirt und dadurch
die Leuchtorgane von der Oberfläche entfernt, sie nach innen zu-
rückzieht. Die herausgenommenen Leuchtorgane leuchteten, mit
Wasser angefeuchtet, noch 2 bis 4 Stunden lang; dasselbe geschah
bei der Aufbewahrung in Oel, während das Leuchten bei Einwir-
kung von Glycerin sofort aufhörte. Bei Zerreissung der Leuchtor-
gane zeigte sich unter dem Mikroskope im dunkelen Zimmer nicht
der flüssige Inhalt leuchtend, sondern das Licht haftete an der Haut
des Säckchens. Wurden die Organe mit Wasser angefeuchtet unter
die Luftpumpe gebracht und aus dieser die Luft entfernt, so ver-
schwand das Licht immer mehr, bis es allmählich fast erlosch; bei
Wiederzulassung von Luft glühte das Organ aber augenblicklich mit
hellem Lichte wieder auf. In reiner Kohlensäure wurde das Leuch-
ten sehr matt, wiewohl nicht so abgeschwächt wie beim Auspampen
der atmosphärischen Luft.
Dass die Larven der Lampyriden leuchten, glaubt auch L a-
boulbene (Note sur la phosphorescence des larves et des nym-
phes du genre Lampyris, Annal. soc. entom, 4. ser. HI. p. 470) sei-
nen Landsleuten nach eigenen und Dr. Puton's Beobachtungen
nochmals versichern zu müssen ; obwohl das Phänomen bereits von
de Geer beobachtet worden, sei es doch in Frankreich wenig all-
gemein bekannt. (Wie bereits oben, vgl. Insekten ! , bemerkt wurde,
bestreitet es auch Hr. Linde mann.)
Reiche, Note sur quelques larves de Lampyrides (Annales
soc. entom. 4. ser. III. p. 476 — 480) machte wichtige Mittheilungen
über die Unterschiede, welche die Larven mehrerer einheimischen
Lampyriden darbieten und welchen zugleich bestimmte Unterschei-
dungsmerkmale der ausgebildeten Insekten entsprechen. Verf. be-
stätigt zunächst den schon von W^ a g a hervorgehobenen Unterschied
in der Form zwischen den männlichen und weiblichen Larven der
Lampyris noctiluca, denen er noch andere hinzufügt; hebt so-
dann hervor, dass die Larve der Lamp. Bellieri der gelben Flecke
der Körperringe entbehre und nur auf der Bauchseite des vorletz-
ten Segmentes eine hellgelbe, vermuthlich phosphorescirende Stelle
Eeige. Bei der Larve des Lampronetes Bonvouloirii Duv. hat das
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 353
Prothoraxsegraent ausser den beiden hellen Basalflecken auch zwei
mondförmige Flecke von gelber Farbe an seinem vorderen Theile
und die Bauchseite des letzten Körperringes ganz weisslich gelb
gefärbt. Ist hiernach die Gattung Lampronetes Motsch. schon im
Larvenzustand unterschieden, so gewinnt sie noch mehr Halt durch
die Imago, welche sich im männlichen Geschlechte von Lampyris
durch verlängertes Halsschild, im weiblichen durch ein deutliches
Schildchen und durch allerdings kurze , aber frei sich abhebende
Flügeldecken unterscheidet. Verf. glaubt daher die Gattung Lam-
pronetes ebenso gut aufrecht erhalten zu müssen wie die Gattung
Lamprohiza Motsch., deren Larve er gleichfalls (von Lampr. Dela-
rouzei) bekannt macht ; sie unterscheidet sich von denen der Gattung
Lampyris durch ihre kurze und breite Form, durch die sehr viel
bedeutendere Breite der Thoraxringe im Vergleiche zu denen des
Hinterleibs und durch die Form der den letzteren bildenden Plat-
ten. — Endlich zeigt die Larve von Pelania mauritanica Lin. auf
dem Prothorax vier gelbe Flecke, auf den beiden folgenden Hingen
nur zwei (hinten), auf den Hinterleibssegmenten gar keine. Die
Larve von Luciola ist noch nicht näher bekannt.
Pera gallo, Seconde note pour servir ä l'histoire des Lu-
cioles (ebenda 4. ser. HL p. 661 - 665) setzte seine im vorigen Jah-
resberichte mitgetheilten Beobachtungen über die Lebensweise von
Luciola Lusitanica fort. Er konnte feststellen, dass alle fliegenden
Exemplare Männchen seien, dass das sich besonders durch den klei-
neren Kopf, die kleineren Augen und breitere Flügeldecken und
Hinterleibsringe unterscheidende Weibchen in feuchter Erde lebt,
trotz seiner entwickelten Flügel niemals fliegt und nur um 9 Uhr
Abends, wenn die Männchen schwärmen, seinen Schlupfwinkel ver-
lässt, um an Gräsern oder selbst an Bäumen heraufzuklettern ; an
diesen findet die Begattung statt. Verf. hat bei den Nachforschun-
gen nach den Weibchen zu wiederholten Malen die auffallende Beob-
achtung gemacht, dass sich Männchen der Bagonycha melanura mit
männlichen Individuen der Luciola begatteten; erstere sassen
stets den Luciolen auf und in allen Fällen konnte festgestellt wer-
den, dass beide Individuen männliche seien und dabei fest mit ein-
ander verbunden waren. — Neben der Luciola fand Verf noch zwei
Lampyris-Arten mit flügellosen Weibchen und zwei verschiedene
Larven der Gattung, welche gleichfalls, aber an verschiedenen Kör-
perstellen leuchteten. Endlich will er auch einen Staphylinus olens
beobachtet haben, der beim Entwischen einen leuchtenden Streifen
hinterliess; derselbe fand sich in einem Erdloch, an dessen Rande
Reste von Leuchtwürmern zerstreut lagen. (Hätte der Staphylin
lebende Lampyriden kurz vorher verzehrt, so wäre die vom Verf,
gemachte Angabe wohl als richtig denkbar.)
354 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Mulsant et Rey, Note sur les habitudes de la Luciola
Lusitanica (Annal. soc. Linn. de Lyon IX. p. 593 fif.). Es werden
die Unterschiede der beiden Geschlechter (nach PeragaUo) kurz
erörtert.
Telephoridae. — de Marseul (l'Abeille I. p. 1—108)
lieferte eine Monographie der einheimischen Telephoriden, welche
sich auf sechs Gattungen (Podabrus, Telephorus, Absidia, Pihago-
nycha, Pygidia und Silis) mit 154 Arten erstreckt. Ausser den
Charakteristiken, welche Verf. von Gattungen sowohl als Arten giebt,
stellt er die unterscheidenden Charaktere beider, um das Auffinden
zu erleichtern, in dichotomischen Tabellen zusammen. In gleicher
Weise wie in seinem Catalogue des Coleopteres verbreitet sich Verf.
in dieser Monographie neben den eigentlich Europäischen Arten
auch auf diejenigen der benachbarten Mittelmeerküsten, welche im
Verein mit verschiedenen Süd-Europäischen Ländern auch ein an-
sehnliches Contingent neuer Arten , besonders der Gattungen Tele-
phorus und Rhagonycha angehörend, gestellt haben; auch die Gat-
tungen Pygidia Muls. und Silis werden je um eine Sicilianische Art
bereichert.
ßethe (Stett. Entom. Zeit. 1864. S. 407 f.) brachte treffende
Beobachtungen über die sexuellen Unterschiede der Silis-Arten bei.
Das Weibchen der Sil. ruficollis Fab. hat nicht, wie Kie sen wette r
angiebt, die Hinterecken des Halsschildes ganzrandig, sondern stimmt
in dieser Beziehung fast ganz mit dem Männchen überein. Die
vom Verf. erörterte Bildung der Hinterleibsringe lässt beide Ge-
schlechter leicht unterscheiden. Als durchgreifende, auch an drei
ausländischen Arten festgestellte Geschlechtsunterschiede ergeben
sich die beim Weibchen um ein Dritttheil schlankeren Fühler und
Füsse; das zweite Fühlerglied ist beim Männchen deutlich kürzer
als beim Weibchen.
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 276 ff.) machte folgende
neue Arten aus Chile bekannt: Telephorus subandinns, heteroccnis,
praecox, Maslinocerus (vom Verf. in Mastigocerus emendirt) fuhus.
— P l eol obus , nov- gen. , durch ganz freien Kopf, deutlich abge-
setzten Clypeus, trapezoidales Halsschild und gelapptes erstes bis
viertes Tarsenglied ausgezeichnet. Mandibeln gross, sich in der
Ruhe kreuzend , innen zweizähnig , Kiefertaster sehr haarig, mit
oval-cylindrischem Endgliede, Fühler von halber Körperlänge, die
Glieder mit Ausnahme des kurzen zweiten fast gleich lang, das
letzte etwas zugespitzt ; Flügeldecken weich, breiter als der Thorax,
den ganzen Hinterleib bedeckend, mit abgerundeter Spitze. Die
Fusslappen am ersten Tarsengliede klein, an den drei folgenden
gross; Klauen einfach. — Zwei Arten: FL ftiscescens und nigrinus.
Mallhinus kicsenwelleri Brisout de Barnevilie n. A. von
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 355
Collioure, Malthodes meloiformis Linder n. A. Pyrenäen (in Gre-
nier's Catalogue d. Coleopt. de France p. 84 ff.)
Kiesenwetter, Weitere Beiträge zur Kenntniss der Euro-
päischen Malthiniden (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 428 ff. Taf. b) gab
Abbildungen und Beschreibungen von Podistra rupicola, Mallhodes
corniger n. A. aus Sardinien, facetus und manubrialus aus Mittel-
Italien und von pulicarius Redt.
Gerhardt (Stett. Ent. Zeit. XXIV. p. 333) machte auf einen
bei Liegnitz gefundenen , vollständig ungeflügelten Malthodes auf-
merksam ; das bis jetzt allein bekannt gewordene Weibchen wird
von ihm charakterisirt.
Melyridae. — Westwood (Proceed. entom. soc. of Lon-
don 1863, p. 178) charakterisirte eine neue Gattung Cephalo nc us
aus der Malachier-Gruppe, mit Cephalogonia Woll. nahe verwandt,
von dieser durch eine eigenthümliche Kopfbildung der Männchen
unterschieden. Der Kopf ist nämlich fast doppelt so breit als der
Thorax, hinten weit ausgehöhlt, die Aushöhlung vorn dreibuchtig,
in der Mitte mit einem kleinen Höcker; das Gesicht bei beiden Ge-
schlechtern vorn kurz, nicht konisch, die Fühler einfach und ziem-
lich kurz, der Prothorax kurz, breit herzförmig. — Art.: Ckph. ca-
pito, ^/^ Lin., von den Canarischen Inseln.
Kraatz und Kie sen wett er, Ueber die zur Untergattung
Anthodytes gehörenden Arten der Gattung Malachius (Berl. Entom.
Zeitschr. VIII. p. 305 ff. Taf. 4 u. 5). Von den acht der Untergattung
Anthodytes angehörigen Arten, welche hier beschrieben werden, ist
nur eine: Änth. corniculatus aus Greta neu. Ueber die beiden Ge-
schlechter des Anthv longicollis Er. (mas : armifrons Krtz. ?) tau-
schen die beiden Co liegen widersprechende Meinungen aus.
Anlidipnis galbula und maculatus n. A. aus Sarepta, Dasytes
pilicornis n. A. aus Frankreich und monilialus n. A. aus Greta und
Dalmatien, vonKiesenwetter (ebenda VIII. p. 387 ff.) beschrieben.
— Malachius hispanus und Iristis n. A. von Madrid, tarsalis aus Algier,
(Cyrtosus) bicolor aus Corsika, Attalus apicalis aus Algier und Tro-
glops Corsicus n. A. aus Gorsika, von Perris (Annal. soc. ent. 4.
ser. IV. p. 286f.). — Anthocomus fenestrahis Linder (ebenda 4. ser.
IV. p. 251) vonPerthus in den Pyrenäen, Ebaeus semitogatus, Ozieri
und chlor oticus Fairmaire (ebenda 4. ser. III. p. 641 f.) n. A. aus
Algier. — Eine Varietät von Dasytes cinctus Gene .aus Calabrien
wurde von Gosta (Entomol. della Galabria ulteriore p. 23 ff. Taf. 1.
fig. 1) beschrieben und abgebildet.
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 271 ff.) machte Arthro-
brachus quadr Ipunc latus , rufitarsis, subaeneus, rußcornis, marginatus,
scutellaris, puncticulatus, serralimaryo, Dasytes laeviusculus, longi-
356 Gerstaecker: Bericht üb. d. wisscnsch. Leist. im Gebiete
collis, cinerascens, puncticollis, limbatus, rnficollis, atrocoeruleus und
glabriculus als n. A. aus Chile bekannt.
Waterhouse (Proceed. entom. soc. 1862. p. 105 f.) erörterte
die Unterschiede des Haplocnemus nigricornis Fab. und impressus
Marsh., beide in England einheimisch.
GlGridäd- Thanasimns angustus , aenevs, rvßcollis, oh$curus,
modeshts, viridis, analis, Lnndbecki und Corynetus aeneus Philippi
(Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 266 fif.) n. A. aus Chile.
Cymatodera puncticollis und crataegi Bland (Proceed. entom.
800. of Philadelphia I. p. 356) n. A. aus Texas.
Cytidrus discoideus, ISatnlis triangulär is^ Dregei und Scrobiger
eximius Perroud (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 103 flf.) n. A. aus
Neu-Caledonien.
Fuss (Verhandl. des Siebenbürg. Ver. f. Naturk. XIV. p.67f.)
unterschied Clerus pcctoralis als neue, mit Cl. formicarius nahe ver-
wandte Art aus Siebenbürgen.
L. V. Hey den (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 322) gab erneute
gegensätzliche Diagnosen von Thanasimus formicarius Lin. , sub-
striatus Gebl. und rufipes Brahm, zugleich mit Sonderung der Sy-
nonymie. '
Xylophila. Philippi (Stctt. Entom. Zeit. 1864. p. 280 fif.)
beschrieb als neue Chilenische Arten: Ptimis Foticki, Anobinm pul^
Inm und haemorrhoidale, Calymmaderits grandis, Dorcaloma bimacu-
lahim, nigrvm und rvbrum. — 0 c elli g er , nov. gen., von allen be-
kannten Anobiiden - Gattungen durch ein mittleres Stirnauge (von
rother Farbe) unterschieden; Fühler kurz, beim Männchen gekämmt,
zehngliedrig, beim Weibchen neungliedrig. die beiden Basalglieder
kurz, kuglig, das dritte beim Männchen in einen breiten , kurzen
Zahn endigend, das vierte bis neunte innen lang gezähnt, das letzte
in schräger Richtung verlängert und an der Spitze dicker ; beim
Weibchen das Endglied eiförmig, die drei vorhergehenden quer. —
Art: Oc. aler; 2V2 Lin. lang. ,
Mulsant et Rey. »Essai sur la famille des Anobides pro-
prement dits« (Annal. soc. Linneenne de Lyon X. p. oO— 143, Opusc.
entomol. XIII. p. 30—143) vertheilen die Arten der alten Gattung
Anobium in acht Gattungen, indem sie den sechs von anderen Au-
toren aufgestellten (Priobium Motsch., Dryophilus Chevr., Gastrallus
Duv., Anobium Fab., Xestobium Motsch. und Oligomerus Redt.)
zwei neue unter dem Namen Liozou m und Amphib olu s hinzu-
fügen. Erstere wird von Xestobium Motsch. durch zusammenstos-
sende Vorderhüften, nicht erweiterte hintere Hüftplatte, grössere
Endglieder der Fühler, verlängerte Tarsen und deutliches sechstes
AJjdorainalsegment unterschieden ; letztere (Amphibolus; weicht durch
der Entomologie während der J. 1863—64. 357
den Prothorax, welcher schmaler als die Flügeldecken und auf der
Scheibe nicht bucklig ist, durch genäherte Vorder- und Mittelhüften
und die nur seitlich gestreiften Flügeldecken von Oligomerus Redt.
ab. — Es folgt eine ausführliche Charakteristik von zwei Arten der
Gatt. Priobium, 5 Dryophilus, 2 Gastrallus, 11 Anobium {An. fagi
n. A. Mont Pilat, tomentosum n. A. Lyon), 3 Xestobium {Xest, velu-
tinum n. A. Grande Chartreuse), 17 Liozoum (auf Anob. abietinum
Gyll., abietis Fab., moUe Lin., pini Sturm u. s. w. gegründet), dar-
unter neu: Lioz. reßexum Hyeres, yruinosum und lucidum ebendaher,
sulcatulutn und yi(](is Provence, consimile und porens Lyon, parvi-
colle und densicorne Lyonnais, fuscun» Lyon; — ferner 1 Art Oligo-
merus und 1 Amphibolus (Anob. gentile Rosenh.).
Plinus quadridens Chevrolat n. A. aus Frankreich, Gasfrfl//ws
striatellus Brisout de Barneville n. A. aus Baden (in Grenier's
Catalogue p. 86 f.), Medium hirtipenne Reiche (Annal. soc. ent. 4. ser.
IV. p. 241) n. A. aus Algier, Cis pruinosulus Perris (ebenda 4. ser.
rV. p. 291) n. A. aus Südfrankreich, Cis coriarius Motschulsky
(Bullet, d. natur. de Moscou 1863. I. p. 477) aus Ceylon.
Pascoe (Proceed. entom. soc. 1864. p. 45 f.) theilte mit, dass
von W a 1 la c e auf dem Indischen Archipel (westlich bis Neu-Guinea)
nicht weniger als zwölf neue Arten der Gattung Atractocerus ent-
deckt worden seien , von denen allein fünf auf Borneo kommen.
Anhangsweise diagnosticirt Verf. eine neue Art : Atract. Kreuslerae
aus Süd-Australien.
Bach (Corresp -Blatt d. naturhist. Ver. d. Preuss. Rheinlande
1863, p. 80) beobachtete, dass Anobium rufipes (und Bostrichus bis-
pinus) im Zustande des ausgebildeten Käfers nach Art ihrer Larven
ein pochendes Geräusch hervorbringen, vielleicht um sich gegen-
seitig ihre Anwesenheit kund zu thun.
Nach Frauen feld (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu
Wien XIV. p. 386) lebt die Larve von Anobium pini Sturm zu zweien
bis dreien in den Knospen von Pinus sylvestris, welche sie vom
Sommer ab bis zum April des folgenden Jahres ausfrisst.
Melasoma. Von Pascoe fJourn. of Entomol. II. p. 42 fP.)
wurden folgende neue Gattungen bekannt gemacht: Achthosus,
nov. gen., mit Antimachus nahe verwandt, doch von mehr cylin-
drischer Form und durch den gesägten Aussenrand der Vorder-
schienen abweichend. Kopf hervortretend mit ausgezogenem Gly-
peus, Fühler leicht gekeult, die 5 bis 7 letzten Glieder quer, durch-
blättert; innere Maxillarlade hakenförmig. — Art: Achih. Westwoo-
dii (pl. 2. fig. 7) aus Australien. — Strongylium Macleayi n. A. aus
Neu-Süd- Wales. — Campol ene, nov. gen., zwischen Chariotheca
und Titaena die Mitte haltend. Kopf leicht hervortretend, vorn
358 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissenach. Leist. im Gebiete
erweitert, hinten etwas zusammengeschnürt, Augen klein, ausgeran-
det, Fühler kurz, keulförmig ; Schienen gekrümmt, unbewehrt. Vor-
derbrust vorn zusammengeschnürt, hinten fast horizontal, Mittel-
brust geneigt, vorn dreieckig ausgehöhlt. — Art : Camj). nitida
(pl. 2. fig. 4) aus Neu-Süd -Wales. — Apellatus, nov. gen. aus der
Cisteliden-Gruppe. Kopf vorn verlängert, Augen gross, nierenför-
mig, Fühler kurz , mit kaum verdicktem Basal- und fast gleich
grossen 3. bis 7. Gliede; Schienen kurz, gekrümmt, Vorderbrust
zusammengedrückt, erhaben. — Art: Apell. lateralis aus Neu-Süd-
Wales.
Philippi (Stett. Entom. Zeit. 1864. S. 327 ff.) beschrieb als
neue Chilenische Arten: Thinobatis intermedia, ISyctopetus niger, la-
ticollis, parvus, carbonarius, rubripes, carinatus, nitidus, Geoborus
pilosus, Psectrasrelis? rufjicolHs j Callyntra laticollis , carbonaria,
nitida, Gonogenius brevis, laevinsculus, Scotobius crenicollis, Praocis
nitidicolliSf laevicoUis, (Anthrasomvs) puhens, consobrina, rotundicollis,
bicostata, angvstata, elliplica, pvbescens, kispidula, laticollis, anguli-
fera, IS'ycterimis costnlatus, laevigatvs, gracilipes, angusticollis, ab-
breviatus, Gtjriosomus anguslus, Heliofugus cryptorephalus und tcnui-
punctatns. — Trachyderas, nov. gen, aas der Bolitophagiden-
Gruppe (der Name kann neben Trachyderes nicht bestehen, Ref.),
von Bolitophagus durch den vor den Augen nicht erweiterten Kopf
und das abgestutzte, nicht zugespitzte Endglied beider Tasterpaare,
von Eledona durch die dreigliedrige Fühlerkeule, den vorn fast
dreilappigen Prothorax, dessen grösste Breite im vorderen Dritt-
theile liegt, von Pristoderes durch den schmal gerandeten, seitlich
nicht gezähnten Prothorax und den fast bis zu den Augen in den
Prothorax eingesenkten, vor den Augen verengten Kopf unterschie-
den. — Art : Trach. cancellattim. — Cyphaleus ? Valdivianus und
Dietopsis atra n. A. — Ausserdem charakterisirt Verf. noch eine
heteromerische Käfergattung Heterolobus, welche zwischen An-
thiciden und Mordelliden gestellt ist , aber in ihren Beziehungen
nicht näher erörtert wird; Fühler- und Tarsenbildung soll an die-
jenigen der Cleriden erinnern, die Hinterbeine werden jedoch als
tetramerisch bezeichnet. — Art: Het. aeneus, IV4 Lii3. lang.
Fairmaire und Germain (Annales soc. entom. 4 ser. III.
p. 225) machten eine neue Gattung Evcaliga aus der Cisteliden-
Gruppe bekannt, welche habituelle Aehnlichkeit mit Pyrochroa zeigt.
Körper wenig gewölbt, nach hinten erweitert, Kopf vorn etwas ver-
längert, Taster mit kurzem zweiten und beilförm.igem Endglieds;
Oberlippe quer, abgestutzt, Fühler kräftig, stumpf gesägt; Vorder-
hüften kuglig, getrennt, die beiden vorletzten Glieder der Vorder-
und Mitteltarsen mit langen Fusslappen. Art: Euc. sanguinicollis
aus Chile. Dieselbe Art wurde gleichzeitig von Philippi (Stett. Ent.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 359
Zeit. 1863. p. 132. Taf. 3. fig. 1) unter dem Namen Upinella? cruen-
tata beschrieben und abgebildet.
Motschulsky (Bullet, d. natur. deMosoou 1863. I. p.472ff.)
charakterisirte C amarim ena . uo\ gen., von der Gestalt eines
langgestreckten Helops, nach des Yerf.'s- Angabe sehr merkwürdig
durch drei starke auseinander weichende Borsten zwischen den Fuss-
klauen; Körper in der Mitte stärker erweitert und gegen die Spitze
hin stärker verengt als bei Stenochia, Fühler etwas länger als der
Kopf, derb, mit fünfgliedriger etwas zusammengedrückter Keule. —
Art: Cam. ocicauda von Ceylon. — Neue Arten ebendaher: Steno-
chia geniculata, Amarygmus tennicornis, Leirhemim argillacewn und
Boletoxenvs tuberculifer.
Perroud und Mont rousier (Annal. soc.Linneenne de Lyon
XI. p. 110 fif.) machten folgende neue Gattungen und Arten von Ka-
nala (Neu-Caledonien) bekannt: Bradymerus (nov. gen., soll mit
Bolitophagus lUig. nahe verwandt sein) tuberculatus, Oplocephala
Knnalensis, Scotoderus (nov. gen., zur Ulomiden-Gruppe gehörig
und neben Antimaclms zu stellen) cancellatus, Uloma Artensis, con-
sentanea, ovalis, Tajiychilus Kanalensis, Apelta (nov. gen., von
Cossyphus nachMontrousier's Angabe durch dreigliedrige, durch-
blätterte Fühlerkeule, gewölbten , ungerandeten Körper und sehr
entfernt von einander eingelenkte Beine unterschieden) Souverbii.
Mäklin hat im 7. Bande der Acta soc. scient. Fennicae
p. '545. p. 555 und p. 585 ff. drei kleinere Abhandlungen über He-
lops-artige Melasomen publicirt, denen er eine umfangreiche über
die Gattung Strongyliura folgen zu lassen beabsichtigt. Des Verf.'s
»Bemerkungen über einige von Fabricius beschriebene Helops-
Arten« betreffen die zu den neueren Gattungen Strongylium, Prao-
gena und Encyalesthus gehörenden Arten des Verf,'s, welche Mäklin
in den Museen von Kiel und Kopenhagen näher untersucht hat und
über welche er hier Mittheilungen macht; die weniger bekannten
werden ausführlich charakterisirt. — Die zweite Abhandlung über
»die Gattung Praogena und deren Eepräsentanten« geht zunächst
auf eine feste Begränzung derselben ein. Generisch vollständig ver-
schieden nicht nur durch die Körperform, sondern auch durch die
Bildung des Kopfes und der Mundtheile sind die von Lacordaire
dazugestellten Madagascarischen Arten, welche, abgesehen von den
einfachen Fussklauen, metallisch gefärbte Cistelinen sind ; Verf. son-
dert dieselben als besondere Gattung Nesogenn ab. Von den
übrigen, dem Afrikanischen Continent angehörenden Arten unter-
scheiden sich einige schon durch behaarten Körper, durch den vor
den Augen etwas eingeschnürten Kopf, den hervorgezogenen Mund,
schlankere Fühler mit länger gestreckten vorletzten Gliedern u. s. w.
Diese glaubt Verf. von Praogena gleichfalls als besondere Gattung
360 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Dysffena trennen zu müssen. Von ersterer beschreibt Verf. 23
dem grösseren Theil nach, von letzterer 3 sämmtlich neue Arten.
— In einer dritten Abhandlung giebt Verf. Charakteristiken von 9
Mexikanischen Arten der Gattung Statira Latr. , gleichfalls bisher
sämmtlich unbeschrieben. •
Kiesenwetter, Beiträge zur Kenntniss der zur Untergat-
tung Isomira Muls. gehörenden Cistela - Arten (Berl. Ent, Zeitschr.
VII. p. 423 ff. Taf. 2). Verf. führt zehn Arten der Gruppe Isomira
auf, welche er in ihrer Synonymie und ihren Varietäten erörtert
und unter denen Cist. marcida als n. A, von Bozen und ovulum n.
A. aus Andalusien beschrieben, Cist. oblonga Küst. in Cist. umbel-
latarum umgetauft wird.
Allard, »Quatre nouvelles especes du genre Erodius« und
»Tableau synoptique des especes du genre Erodius« (Annal. soc
entom. 4. ser. IV. p. 387—398) beschrieb Erodius zophosoides (Dej.)
n. A. aus Algier und Spanien, mgosus und (jramdosus aus Algier
und Duponchelii (Sol.) aus Syrien. Die 54 Europäischen und der
Mittelmeerfauna angehörigen Arten setzt Verf. in einer analytischen
Tabelle auseinander, indem er sie zunächst in zwei Gruppen nach
der Bildung der Fühler sondert; die erste umfasst Arten mit dün-
neren Fühlern, an denen die Glieder vom 3. bis 9. merklich län-
ger als breit, das 9. verlängert kegelförmig ist; die zweite dagegen
Arten mit dicken Fühlern, deren 3. bis 10. Glied nicht merklich
länger als breit oder sogar breiter als lang sind.
Einzelne neue Arten sind ferner: Asida Marmottani Brisout de
Barneville (in Grenier's Catalogue p. 88) aus Frankreich, Micipsa
cnvifrons und Opat mm Lefranci Fairmaire (Annal. soc. entom. 4.
ser. III. p. 642 f.) aus Algier, Scaurus angusivs Reiche (ebenda 4.
ser. IV. p. 242) ebendaher, Cistela amplicoUis Linder (ebenda p. 251)
aus Ungarn, Upinella? cruentata Philippi (Stett. Ent. Zeit. XXIV.
p. 132. Taf. 3. fig. 1) aus Chile und Molxtris (Phanerotuma) Row-
leiana Westwood (Proceed. ent. soc. of London 1864. p.2) vom
Zambesi.
HelandryidaG. Von Fairmaire und Germain (Annal. soc.
entom. 4. ser. III. p. 227 ff.) wurden folgende neue Gattungen und
Arten aus Chile bekannt gemacht : S t aur opus (vergebener Name !
Bombycidae) nov. gen., zwischen Eustrophus und Orchesia stehend,
durch das verborgene Schildchen, das hinten schräg abgeschnittene,
sehr kurze Metasternum und dreieckige , aussen stark erweiterte
Hinterhüften unterschieden. Körper oval, Fühler sehr kurz, die beiden
ersten Glieder verdickt, die letzten gekeult, die Sporen der Hinter-
schienen verlängert und gekämmt. — Art: Staur. oviformis. — • 0/ -
ckesia posticaliSf filicornis^ angustata und fasciolala. — Amomp ho-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 361
palpvs (vox hybrida!) nov. gen., von verlängertem, zusammenge-
drücktem Körper, mit hervorstehendem, nach unten gerichtetem Kopf,
von Serropalpus durch das Halsschild, welches länger als breit und
nach vorn verengt ist, durch die Kiefertaster, deren 2. Glied ein-
fach, das 3. verkehrt kegelförmig, das 4. messerförmig ist und durch
die langen, gegen die Spitze hin verdickten Fühler mit gleich lan-
gem 2. und 3. Gliede unterschieden. — Art: Am. quadiiplayiatns.
— Serropalpus sericuns (= Serr. Valdivianus Phil. ?) — M all o-
chira, nov. gen.. Körper verlängert, fast cylindrisch, Taster wie
bei Serropalpus, Augen schräg, kaum ausgebuchtet, Fühler schlank,
fast bis zur Mitte der Flügeldecken reichend, mit kaum kürzerem
2. Gliede; Prothorax quadratisch, gleich breit, nur ganz vorn ver-
engt, Schildchen quer, Flügeldecken verlängert, leicht klaffend, Yor-
derhüftenzusammenstossend. vorletztes Tarsenglied aller Beine leicht
zweilappig , Metatarsus der Hinterbeine so lang wie die übrigen
Glieder zusammengenommen. Schiendornen verlängert, gekämmt. —
Art: Mall, subfasciata. — Xylila obscuroguttata n. A.
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1863. S. 133. Taf. 3. fig. 2) machte
eine neue Gattung Dentipalpus bekannt, welche gleichfalls mit
Serropalpus nahe verwandt zu sein scheint und mit der obigen Gat-
tung Amomphopalpus noch näher zu vergleichen wäre; Verf. hat
ihre Unterschiede von den nächst verwandten nicht hervorgehoben.
Die Art: Dent. pictus ist von der oben beschriebenen A. 4-plagiatu8
schon durch die Färbung des Prothorax und einen Nahtfleck der
Flügeldecken unterschieden.
Tetralnma Bavdueri Perris (Annal. soc. ent. 4. ser. lY. p.292)
n. A. aus Südfrankreich. — Abdera quadrifasciata kommt nach F a Ir-
ma ire (ebenda 4. ser. III. p. 644) auch in Algier vor.
Mulsant und Rey (Anual. soc. Linn. de Lyon X. p. 245 f.,
Opusc. entom. XIII. p. 187 f.) gaben eine Charakteristik der Larve
von Hypulus quercinus, welche sie in alten Eichen und Kastanien
fanden.
Mordellina. A. Helmuth, New species of Mordellistena col-
lected in Illinois (Proc. acad. nat. scienc. Philadelphia 1864. p. 105)
gab kurze Diagnosen von elf neuen Arten der Gattung, welche Mor-
dellistena nigricollis (trifasciata var. ?), dimidiata, biplagiata, bipustu-
lata, rnbrilabris, picilabris, gutlulata, scalaris, fiisco-atra, sulurella
und rufiventris genannt werden.
Fairmaire und Germain (Annal. soc. entom. 4. ser. III.
p. 249 ff.) machten Mordella mulabilis (fasciata und Vesconis Sol.),
suturalis, fttmosa, melatiocephala, erythrura, bicolor, xanthogastra,
fulvosignata, nana, scripta, hieroglypkica, rvfo-axillaris, leucostigma,
flexuosa, Andina und castaneipennis, Mordellistena Loasae (Germain,
Anal, ünivers. de Chile) und elongala als n. A. aus Chile bekannt.
362 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 18G4. p. 355) Mordella Krausei
und violascens als n. A. ebendaher,
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. 1. p. 487 ff.)
Mordellistena flaviceps ^ trimaculala und rufotestacea als n. A. aus
Ceylon.
Perroud (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 124) Tomoxia
Moorei und Anaspis palustris als n. A. aus Neu-Caledonien.
Frauenfeld (Verhandl. d, zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
XIII. 1232) beschrieb die Larve von Mordella pusilla Redt., welche in
den Stengeln von Artemisia vulgaris lebt ; sie istTV^Mill. lang, dünn
walzig und an den einzelnen Segmenten etwas eingeschnürt. Der
Käfer entwickelt sich spät im Sommer oder erst im nächsten
Frühjahr.
RMpiphoridae. Myodiles ChUensis Fairmaire et Germain
(Annal. soc. entom. 4, ser. III. p. 258) n. A. aus Chile.
Stone (Entomol. monthly magaz. I. p. 118) ergänzte seine
frühere Mittheilung über die ersten Stände des Metoecus paradoxus
(vgl. Jahresber. 1859—60. p. 133) dahin, dass eine von ihm beob-
achtete Larve dieses Käfers eine eingesponnene Larve der Vespa vul-
garis innerhalb 48 Stunden bis auf die Mandibeln aufzehrte; beim
Oeffnen der Wespenzelie hatte die Larve des Parasiten erst so
eben mit dem Angrifi" begonnen. Aus anderen Zellen desselben
Nestes der Vespa vulgaris erhielt Verf. Puppen und Käfer. (Jeden-
falls wäre es doch wohl der Mühe werth, einmal eine genaue Ab-
bildung und Beschreibung der noch ganz unbekannten Larve zu
geben! Ref.)
Anthicidae et Pedilidae. Fairmaire und Germain (Annal.
soc. entom. 4. ser, III. p. 2o6 ff.) machten folgende neue Gattungen
und Arten aus Chile bekannt: C op o b aenn s, nov. gen., von Xylo-
philus bosonders durch einen Zahn an der Innenseite der Mandibeln,
ganze und fast runde Augen und den fast vertikalen, sehr kurzhalsi-
gen Kopf unterschieden. Zwei Arten: Cop. nobilis und tristis. —
Vasytomorphus, nov. gen. , zwischen der vorhergehenden Gat-
tung und Xylophilus in der Mitte stehend: Körper länglich, dick,
Kopf kurz, gesenkt, Lippentaster mit sehr grossem, linsenförmigem,
Kiefertaster mit gleichfalls sehr grossem, aber beilförmigem End-
gliede; Fühler gegen die Spitze hin verdickt, Prothorax quer, fast
cylindrisch, Schildchen trapezoidal, Flügeldecken verlängert, dritt-
letztes Tarsenglied sehr klein, leicht zweilappig, Fussklauen einfach. —
Art: Das. rvßcullis. — Scruptia rvficollis , oLscura, lallaciosa, augusinta,
hiimilis, variegala, longicoruis, cyclops und pullens. — A n( ki c o x enu s,
nov. gen., vom Ansehn eines Notoxus, aber sehr auffallend von den
übrigen An thiciden- Gattungen durch gespaltene Klauen unterschieden.
der Entomologie während der J. 1863—64. 363
Körper dick, gewölbt, Kopf herabgebogen, vorn verschmälert, End-
glied der Kiefertaster verlängert und zusammengedrückt, Fühler
gegen die Spitze hin nicht verdickt, mit kurzem 2. Gliede ; Protho-
rax kuglig , Flügeldecken breit und kurz, Schienen an der Spitze
zweidornig, Basalglied der Tarsen verlängert, Hinterhüften verbun-
den. — Zwei Arten: Antk. nigroplagiatvs und lagenicollis. — Än-
tkicus melanurus, crux, semirufus, lestaceogutlatus , »igrofeinoratus,
maculnsus, planicollis und hnloxanthus. — Ebenda p. 283: Apoto-
minus, nov. gen., vom Ansehn der Gatt. Apotomus (Carabidae), mit
Anthicus nahe verwandt, aber durch kurze, sehr gewölbte Körper-
form, lange Behaarung der Oberseite, den Mangel der Flügel, vier-
gliedrigen Fühlerkeule und stärker hervortretende Augen unterschie-
den. — Art : Ap. nigrozonatns.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863.1. p. 489 ff.
und p. 518) machte iViacrarthrins pallipes , Mecynotarsns fasciatvs,
Amblgderns spiniger, Formicomiis ßavicornisj Leplaleus retrofascialvs,
Anthicus tranveisof'asciatus, foveicollis, Ochlhenomns Ceylanicvs, Eu-
glenus planipennis und teslnceipennis, Xylophilvs rufipes, Scraptia In-
dica und flavidula als n. A. von Ceylon bekannt.
Anthicus longipilis und Fairmairei Brisout de Barneville
und Xylophilus negleclus Aube n. A. aus Frankreich i^in Grenier's Cata-
logue p. 89 ff.) , Xylophilus flatus Fairmaire (Annal. soc. ent. 4.
ser. III. p. 644) und Mucratria Leprieuri und ?koloxus lobivomis
R eiche (ebenda 4. ser. IV. p. 243 f.) n. A. aus Algier.
Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 308) erzog Xylo-
philus sanguinolentus Kiesenw. aus einem fast kreisrunden, seidigen
Cocon, welches sich unter Pinus-Rinde gefunden hatte.
LagriariaO. Eine neue Gattung ist Lagrioida Fairmaire
et Germain (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 234 f.) mit vorn ver-
schmälertem, gewölbtem Körper, sehr kurzem und breitem Halstheil
des Kopfes, ovalen Augen, querer Oberlippe, fast cylindrischem Pro-
thorax, verlängertem ersten und tief zweispaltigem vorletzten Tar-
sengliede ; P'ühler wenig länger als der Prothorax, das 2. Glied kaum
kürzer als das 3., die drei letzten einander gleich, etwas dicker,
Maxillartaster mit grossem, beilförmigem Endgliede. — Zwei Arten:
L. rufula und obscurella aus Chile.
Eine zweite neue Gattung wurde von P a s c o e (Journ. of
Entomol. II. p. 46. pl. 2. fig. 6) Diacalla benannt. Sie hat mehr
den Habitus einer Titaena als einer Lagria, einen dreieckigen Kopf,
kleine, runde Augen, ein quadratisches, häutiges Labium, ein fast
cylindrisches Endglied der Lippentaster, einen breit eiförmigen, vorn
zusammengeschnürten Prothorax und mit zwei Sporen besetzte Ti-
bien. — Art: Diac. comala von Queensland.
364 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Lagria PoupiUierilieiche (Annal. soc. ent. 4. ser. IV. p. 242)
n. A. aus Algier, Lagria parvula Perris (ebenda, 4. ser. IV. p. 291)
n. A. aus dem Escurial.
Vesicantia. Fairmaire und Germain (Annal. soc. entom.
4. ser. III. ]). 258 ff.) machten folgende neue Gattungen und Arten
aus Chile bekannt: F s endumel ue, nov. gen., von Meloe durch die
an der Basis unter gerader Naht zusammenstossenden, später übri-
gens in gleicher Weise klaffenden Flügeldecken, durch oben frei lie-
genden Mesothorax (? ?) und durch das stumpf abgestutzt dreieckige,
fast beilförmige Endglied beider Tasterpaare unterschieden ; Flü-
geldecken regelmässig gegittert, Kopf dreieckig mit abgeplattetem
Gesicht, Fussklauen gespalten. — Auf Mel. sanguinolentus, costi-
pennis Sol. u. a. begründet, P. picipes (Faim. Germ.) n. A. — Gy-
napteryx, nov. gen. Männchen geflügelt , Weibchen flügellos ;
Kopf dreieckig, Fühler kurz, beim Männchen dicker als beim Weib-
chen, mit kurzem 2. Gliede, Endglied der Taster länglich, stumpf,
Oberlippe leicht ausgebuchtet; Prothorax seitlich gewinkelt. Schild-
chen fast quadratisch, Flügeldecken beim Männchen gleich breit,
länger als der Hinterleib, beim Weibchen kürzer als dieser und
hinter der Mitte klaffend; Hinterleib beim Weibchen etwas erwei-
tert, aber nicht aufgetrieben, Fussklauen gespalten. — Art: Gtjn.
flavocinclus. — Telraonyx infelix (7-guttatus Sol. nec Gurt,), Ficno-
seus niiidipennis (Fairm. Germ.) und limbatus Gast, in mehreren
Varietäten beschrieben. — iSpaslica inconslans n. A.
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 355 f.) machte Meloe hae-
niopterusj flativennis, pictus, picipes (Germ.?), anthracinus (Germ.?)
und cancellatus (Sol.?) als n. A. gleichfalls aus Chile stammend
bekannt.
Eine sehr eigenthümliche neue Gattung ist ferner Goelymes
Pascoe (Journal of Entomol. IL p. 47. pl. 2. flg. 5) wegen ihren au-
genscheinlichen Beziehungen zu den Rhipiphoriden. Mit Sitarida
White zunächst verwandt, unterscheidet sie sich schon durch die
Fühler, an denen nur die drei ersten Glieder einfach, die sieben
folgenden dagegen zusammen gekämmt sind. Kopf gross, viel brei-
ter als der Prothorax, hinten quer abgestutzt ; Augen nierenförmig,
Fühler kurz, ihr fast dreieckiges, eingekrümmtes Basalglied in eine
Furche unterhalb der Augen einschlagbar ; Flügeldecken abgekürzt
und klaffend, Hinterflügel über dieselben hervorragend. Schienen mit
einem Sporn, Tarsen kurz mit einfachen Klauen. — Art: Goet. fia-
vicornisj 10 Lin. lang, aus Australien.
Kraatz (Berl. Ent. Zeitsch. VIII. p. 109 ff. Taf. 4) hielt eine
»Revision der Cerocomiden-Gruppe« ab, welche darin besteht, dass
er für Cerocoma Steveni Fisch, eine neue Gattung iihampholyssa
errichtet und zwei neue Arten: Cerocoma Schraderi von Euboea
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 365
und Dahin aus Rumelien beschreibt; einige bereits bekannte Arten
werden noch angeführt. Verf. nimmt in diesem Aufsatze bereits
auf eine erst hinter der seinigen abgedruckte Mittheilung :
L, V. Heyden's (ebenda p. 126 f.) Bezug, in welcl|er eine neue
Gattung D iaphorocera, welche gleichfalls von Cerocoma abgegränzt
ist, charakterisirt wird; dieselbe ist auf die Aegyptische Cerocoma
Hemprichii 'Klug) begründet und durch die in beiden Geschlechtern
elfgliedrigen Fühler unterschieden; die Mandibeln sind rüsselartig
ausgezogen, die Vorderschienen des Männchens sind oberhalb stark
ausgehöhlt und mit aufgebogenen Kändern versehen. Die Art: Diaph.
Hemprichii wird charakterisirt und abgebildet.
Meloe Baudueri Grenier (Catal. d. Coleopt. p. 92) n. A. aus
Frankreich, Diaphoiocera chnjsoprasis und Lydus rufulus Fairmaire
(Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 644 f.) n. A. aus Algier.
Strauch (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 481 f.) machte
eine höchst interessante Mittheilung über die Lebensweise des Apa-
lus bimaculatus (»Note sur l'Apalus bimaculatus«). Mitte April's
bemerkte er auf einer Exkursion nach dem in der Nähe Dorpat's ge-
legenen See Peipus an einer lichten Stelle zwischen Kiefern auf
dem Erdboden verschiedene Gruppen von etwa 10 Individuen des
Käfers, bei deren, näherer Untersuchung sich herausstellte, dass sie
mit Ausnahme je eines nur aus Männchen bestanden. Letztere ver-
sammelten sich jedesmal da, wo ein Weibchen sass, das auch von
einem der Männchen begattet wurde ; die Weibchen sassen stets am
Rande eines Loches, welches in einen Bienenbau (Gattung der Biene
nicht festgestellt) hineinführte. Verf. konnte in zwei Tagen mehr
als 200 Exemplare des Apalus sammeln, unter denen 40 — 50 Weib-
chen waren; einige Tage später wurden noch mehr denn 1000 In-
dividuen an derselben Stelle gefangen, während die Art sonst nur
sporadisch auftritt.
L. Kirchner, lieber die Larven der Lytta vesicatoria unter
Engerlingen (Lotos, 13. Jahrg. p. 6 ff.). Den auffallenden Mitthei-
lungen des Verf.'s zufolge hat derselbe in der eine Pappel umge-
benden Erde »beinahe 100 Larven der Lytta vesicatoria im Kampfe
mit einer mehr als zehnmal grösseren Menge von Engerlingen« ge-
funden und beobachtet, dass letztere von ersteren aufgefressen wur-
den. Nach vier Wochen will Verf. die Lytta - Larven schon voll-
wüchsig und von den Engerlingen nur noch Residuen der Körper-
haut gefunden haben; erstere waren nach vier Wochen, im Januar
schon verpuppt und aus den Puppen entwickelten sich im Mai etwa
100 Spanische Fliegen. Verf. glaubt, dass die Melolontha-Larven
schon im 1. oder 2. Lebensjahre, wo sie noch oberflächlich leben,
von den Lytta-Larven verzehrt werden und räth den Forstleuten
an, die Spanische Fliege dahin zu dirigiren, wo Engerlinge vorhan-
Archiv f. Jfaturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. Y
366 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissenscli. Leist. im Gebiete
den sind (!). — Wenn Verf. die Lytta-Larve in so grosser Anzahl
besessen hat, warum giebt er nicht eine Charakteristik derselben,
die doch in hohem Grade interessant gewesen wäre? Wie reimt sich
ferner seine Angabe mit Katzeburg's Beobachtung, wonach die
jungen Lytta-Larven nach dem Verlassen der unterirdisch abgeleg-
ten Eier sofort an die Oberfläche kommen?
Packard (Proceed. of the Essex Institute IV. p. 129) fand
die Larve des Meloe angusticollis Say öfter auf dem Körper von
Bombus, Halictus und Andrena- Arten, im Monat April auch in gros-
ser Anzahl auf Blumen. Er beschreibt sie im Vergleiche mit der
von N e w p o r t abgebildeten und meint, dass sie in der Jugend
»sehr blass,« ausgewachsen' (»in füll sized iudividuals«) fast schwarz
sei (nach Analogie mit den einheimischen Arten gewiss verschie-
dene Larven !). Die von Newport geschilderte Metamorphose von
Meloe (die viel vollständigere Fahr e'sche Beobachtung scheint dem
Verf. , wie manches Andere, nicht bekannt geworden zu sein) hält
Verf. nicht für besonders abnorm, jedoch wohl nur, weil sie ihm
nicht näher bekannt ist.
Oedemeridae. Fairmaire und Germain (Annal. soc. ent.
4. ser. III. p. 266 u. 275 ff.) machten folgende neue Gattungen und
Arten aus Chile bekannt: N ep hr osis, nov. gen., neben Promechi-
lus zu stellen ; Körper langgestreckt, Kopf fast kuglig, Augen gross,
genähert , nierenförmig , Endglied der Kiefertaster messerförmig,
Fühler dünn, um die Hälfte länger als der Körper, 2. und 3. Glied
gleich, 1. verdickt, Prothorax nach vorn stark verengt, gefurcht,
mit fast spitzen Hinterwinkeln, Schildchen gross, Flügeldecken ver-
längert, fast gleich breit; Beine lang, mit verlängertem ersten und
fast zweilappigem vorletztem Tarsengliede. — Art: ISephr. sulcicol-
lis. — Ananca^ nov. gen., auf Nacerdes pallens , cyanipennis,
Servillei Sol. u. a. begründet. — Batobius, nov. gen., den Oede-
meriden und Pythiden gleichzeitig verwandt; Körper langgestreckt,
Kopf hmten verengt , Endglied der Lippentaster cylindrisch, abge-
stutzt, die Kiefertaster beilförmig; Fühler ziemlich kurz, gegen die
Spitze hin leicht verdickt, Augen rund, Prothorax schmaler als die
Flügeldecken; vorletztes Tarsenglied fast zweilappig, Klauen ein-
fach, Vorderhüften kegelförmig, zusammenstossend. — Fünf Arten;
Bat. bicolor, mulabilis, kumilis^ pictus und ruficollis. — 0 li g or kina,
nov. gen., neben Selenopalpus zu stellen; von diesem durch beii-
förmiges Endglied der Taster, zweispitzige Mandibeln, kurze, ab-
gerundete Oberlippe, kurzen Kopf, dünne bis zur Körpermitte rei-
chende Fühler, deren 1. und 2. Glied gleich und kürzer als die gleich
langen folgenden sind, ferner durch ovale, etwas hervortretende
Augen, queren und nach vorn allmählich verengten Prothorax u. s. w.
unterschieden. — Anisomallus, nov. gen., auf Ditylus cineras-
der Entomologie während der J. 1863—64. 367
cens Fairm. Germ, begründet. — ■ Dityloidea, nov. gen., von
Ditylus und Nacerdes durch ovale Augen, ziemlich dicke, nahe den
Augen eingefügte Fühler, welche zusammengedrückt sind und das
erste Vierttheil der Flügeldecken erreichen und deren 2. Glied halb
so lang als das 3. ist. — Auf Nacerdes janthina Fairm. Germ, be-
gründet. — Platylytra, nov. gen., mit Asclera zunächst ver-
wandt; Kinn kurz, zweigrubig, Zunge vorn ausgerandet, nach hin-
ten stark verengt, Endglied der Lippentaster beilförmig, mit abge-
stutztem InnenwinkeL das der Kiefertaster verlängert dreieckig;
Mandibeln zweispitzig, Oberlippe vorn etwas ausgerandet; alle Schie-
nenpaare beim Männchen mit zwei Sporen, beim Weibchen nur die
vorderen; vorletztes Tarsenglied leicht zweilappig, die übrigen mit
Ausnahme des ersten (an den vier Vorderbeinen) und des letzten
unten filzig, — i^rt: Plat. vitlicolle. — Cyclodertis planipennis und
Stenaxis Ckilensis n. A.
Perroud (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 126) machte
eine neue Gattung 8 <e wo s^ o /nie/ ea bekannt, welche zwischen Chi-
tona und Stenostoma steht und sich vor ersterer Gattung durch die
grossen, ovalen, longitudinalen Augen, von letzterer durch fast cy-
lindrischen Prothorax und durch die Form der Taster unterscheidet ;
die Lippeutaster sind klein, das abgestutzte Endglied kürzer als das
vorhergehende, die Kiefertaster gross, das Endglied länglich drei-
eckig und länger als das vorhergehende. — Art: Sten. Grevilleae
von Neu-Caledonien.
Cycloderns hinotatus und Magellanicus Philippi (Stett. Entom.
Zeit. 1864. p. 357) n. A. aus Chile, JSacerdes aurosa und Chitona
Boulnyi Fairmaire (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 645 f.) n. A. aus
Algier, Oedemera cuprata Reiche (ebenda 4. ser. IV. p. 245) n. A.
ebendaher. — Oedemera melanopj^ga Kunze var. aus Palermo von
Stierlin (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 149) beschrieben.
Salpingidae. Fairmaire und Germain (Annal. soc. entom.
4. ser, III. p. 272 ff.) machten Salpingus variegatus , Andinus und
frigidus, Lissodema glaberrima, Rhinosimus anthracinus und breviro-
stris als n. A. aus Chile bekannt.
Gurcalionini. J e k e 1, Recherches sur la Classification naturelle
des Curculionides (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 537 — 566) hat
mit Bezug auf den 6. Band von Lacordaire's Genera des Coleopteres
seine Ansichten über eine natürliche Eintheilung der Rüsselkäfer,
zu denen er durch ein langjähriges Studium dieser schwierigen Fa-
milie gelangt ist. mitgetheilt. Er glaubt, dass man zunächst die
Curcuhonen im Schönherr'schen Sinne in acht selbstständige Fa-
milien auflösen müsse: Bruchidae, Anthribidae, Attelabidae, Curcu-
lionidae, Calandridae, Cossonidae, Scolytidae und Brenthidae. Zur
weiteren Eintheilung der eigentlichen Curoulionen, welche den Go-
368 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
natoceren Schönher r's mit Ausschluss der Rhynchophoriden, Cos-
soniden und Dryophthoriden entsprechen, zu denen aber von den
Orthoceren noch Camarotus, Ithycerus, Rhamphus, Tachygonus und
Episus gebracht werden müssen , ist es zunächst nöthig, die Bra-
chyceriden, liyrsopiden und Amycteriden als aberrirende Formen
vorweg abzusondern, da sie sich durch die Bildung der Tarsenglie-
der von allen übrigen auffallend unterscheiden. Die in dieser "Weise
begränzten Curculionen im engeren Sinne theilt Verf.: a) in Platy-
gyni, bei welchen das Männchen in den Flügeldecken schmaler als
das Weibchen, überhaupt kleiner ist und sich vom Weibchen durch
niedergedrücktes , in der Mitte der Länge nach eingedrücktes Ab-
domen unterscheidet. Alle hierher gehörige Formen haben den
Hinterleib von oben her ganz von den Flügeldecken bedeckt; die
Abtheilung entspricht den Adelognatha Lacordaire's (excl. Brachy-
ceridae) und einem Theile seiner Phanerognathes synmerides. b) in
Isoo-yni, wo beide Geschlechter im Umrisse des Körpers und in der
Bildung des Hinterleibes nicht oder wenigstens nicht merklich ver-
schieden sind. Alle haben gleichfalls den Hinterleib von oben her
ganz bedeckt, sind meistens Synmerides, oder haben, wenn die
Beine leicht auseinanderrücken, wenigstens keine Furche zum Ein-
schlagen des Rüssels, c; in Metriogyni, wo das männliche Geschlecht
an Körpergrösse und an Umfang des Thorax das Weibchen über-
trifft; wo dies aber nicht der Fall ist, werden sie sich leicht durch
die dichte Schuppenbekleidung, die starke Entwickelung der Brust
und das freie Pygidium erkennen lassen. Sie umfassen die meisten
Apostasimeriden Schönherr's und einige seiner Erirhiniden ; sie thei-
len sich in Cryptopygi und Gymnopygi, je nachdem der Hinterleib
ganz bedeckt oder zum Theil frei ist. — Die Platygyni theilt Verf.
abermals in Kurzrüssler (Brachyrhinij und Langrüssler i^Mecorhini),
welche er nach der Bildung der Fühlerfurche, des Rüssels u. s. w.
unterscheidet. Schön her r hat diese Gruppen nicht erkannt, in-
dem z. B. seine Gattung Phytonomus Arten enthält, welche zum
Theil der einen, zum Theil der anderen angehören. Zu den Bra-
chyrhini gehören nach Jekel die Gattungen Alophus Schh., Donus
Megerle (Phytonomus philanthus Ol., palumbarius Germ. u. a.), Phy-
tonomus Schh. (Phyt. punctatus, fasciculatus u. a.), Lepidophorus
Kirby und Eurychirus Waterh. ; zu den Mecorhini die Gattungen
F helyper a Jek. (Phyton, distigma Schh. , Germari Schh. u. a.),
Hypera Germ. (Phyt. rumicisLin.j, Limobius Schh. (dissimilisHbst.),
Hyperodes Jek. (Listroderes humilis Schh.) und Coniatus Germ.
Ein gleiches Verhältniss weist Verf. auch an Listroderes Schh.
nach, indem die Süd-Amerikanischen Arten dieser Gattung zu den
Brachyrhinen, die Nord-Amerikanischen zu den Mecorhini gehören.
— £s würde zu weit führen, wenn Ref. hier auf alle vom Verf, be-
der Entomologie während der J. 1863—64. 369
'ö
rührten Punkte, auf welche er seine Eintheilung beofründet, ein-
ginge; mag man in der einen oder anderen von ihm dargelegten
Anschauungsweise nicht mit ihm übereinstimmen, so muss man ihm
doch ohne Weiteres zugestehen , dass seine Eintheilung vielen
natürlichen Verwandtschaften ihr volles Recht widerfahren lässt,
und dass sie mehrfach sehr treffende Hinweise auf bisher nicht nä-
her gewürdigte Verhältnisse erkennen lässt. Die Curculionen ge-
hören zu denjenigen Familien , in welchen sich die zunächst ver-
wandten Formen leichter herausfühlen, als in ihrer Zusammengehö-
rigkeit durch kurze und präcise Formeln feststellen lassen; wäh-
rend dem Verf. das Erstere durch eingehendes Studium in vielen
Fällen gelungen ist , wird ihm das Letztere gewiss noch grosse
Schwierigkeiten bereiten.
Gleichfalls mit Rücksicht auf Lacordaire's Eintheilung der
Curculionen hat K r a a t z (Berl. Entom. Zeitschr. VIII. p. 154 ff.)
»Grundzüge eines natürlichen Systems der Rüsselkäfer« veröffentlicht.
Indem er das Eintheilungsprinzip Lacordaire's nach der Beschaffen-
heit der Mundtheile nicht anerkennt, glaubt er, dass die Länge des
Fühlerschaftes in erster Reihe für die Anordnung der Gattungen
massgebend sein muss. Er hält es für besonders wichtig, ob der
Fühlerschaft nur bis zum Vorderrande der Augen reicht oder über
denselben hinausragt und will daher nach Vorwegnahme derjenigen
. Formen, bei welchen das Basal^lied der Fühler überhaupt keinen
f ' Schaft bildet , die übrigen nach diesem Merkmal in erster Linie
zusammengruppiren. — Lederer (Wien. Entom. Monatsschr. VIII.
p. 136) hat die Ansichten des Verf. 's commentirt.
Drittens hat, wie zu erwarten stand, auch Kiesenwetter
(Berl. Entom. Zeitschr. VIII. p. 239) sich über das Lacordaire'sche
System ausgelassen; den Mundtheilen legt er gleichfalls keine be-
sondere systematische Wichtigkeit bei, hält die alte Eintheilung in
Lang- und Kurzrüssler immer noch für ganz naturgemäss, trägt
übrigens auch Bedenken, der Bildung der Rüsselfurche ein entschei-
dendes Gewicht beizulegen. Die Attelabiden und Apioniden hält
er für Phanerognathen, welche sich unverkennbar den Salpingiden
anschliessen (doch wohl nur habituell. Ref.) u. s. w.
VonPerroud und Montro usier (Annal. soc. Linneenne
de Lyon XI. p. 143 ff.) wurden folgende neue Gattungen und Arten
aus Neu-Caledonien charakterisirt : L ep id o s omu s (nov. gen., sehr
nahe verwandt mit Derraatodes Schh. , durch den keulenförmigen
Fühlerschaft, verdicktes erstes und verlängertes zweites Geissel-
glied, länglichen Prothorax, gleich breite Flügeldecken u. s. w. un-
terschieden) Newmani, Anomalodermus (nov. gen., vom Habitus
eines Leptops, zwischen Geonemus und Epicaerus stehend) flexuoso-
costatus, Cyphor/iinus (nov. gen., von Thecasternus durch unge-
370 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
rippte, sondern nur einfach gestreifte Flügeldecken, leicht zwei-
buchtige Basis derselben , überall gleich dicke Schenkel und be-
schuppten Körper unterschieden) cximius, Oxyops tubncnlatus, Goni-
pterus Kanalensis, Orthorhinus cvrripes und afpnis, Erirhinus ferru-
gincus und bicolor, M acr opod a (Gattung nochmals charakterisirt und
in die Nähe von Stephanorhynchus White gestellt) Kanalensis, C al-
list o m orpkvs (nov. gen., gleichfalls der Eugnomiden-Gruppc an-
gehörig und mit Macropoda Montr. und Stephanoi-hynchus White
verwandt) farinosa (pl. 1. fig. 7), Rhynchites Kanalensis, Aporota-
xus (nov. gen, , würde nach der Angabe P e r r o u d's eine neue
Gruppe zwischen den Erirhiniden und Hylobiiden bilden, wenn nicht
die Fussklauen gespalten wären) Kanalensis, Oclaclivs kirsutus, Ano-
mocerus ereclus und JMojHravelii {i^\. 1. fig. 8) Dryophthorus Forestieri.
Motschulsky (Bullet, d. nat. de Moscou 1863. I. p. 525 ff.)
machte als neue Gattungen und Arten von Ceylon bekannt: Ortho-
sinus , nov. gen. aus der Erirhinus-Gruppe, von ähnlicher Form
wieOrthochaetes, aber grösser. Rüssel schlank, vertikal, von Hals-
schildlänge, Fühler etwa in der Mitte desselben eingelenkt, acht-
gliedrig; von den sieben Geisselgliedern ist das erste deutlich ab-
gesetzt, das letzte bildet eine ovale, breit abgestutzte Keule ohne
deutliche Bingelung. Halsschild fast viereckig, ohne Eüsselfurche
auf der Unterseite, Flügeldecken in einen Schwanz verlängert, der
jederseits mit einem hervorspringenden Höcker versehen ist. —
Zwei Arten: Orth. sculpiicollis und velatvs. — Barisoma pandani-
cola, Zygops? balsaminae n. A. — P o dalq om er ti s nov. gen., aus
der Cossonus-Gruppe ; Fühler elfgliedrig mit zweigliedriger Keule,
welche fast der Hälfte der Fühlerlänge gleich ist, Augen sehr ge-
nähert, fast die ganze Oberseite des Kopfes einnehmend; Hinter-
schenkel stark verlängert. Schienen gekrümmt, die mittleren mit
einem starken Aussenzahn vor der Spitze. (Die Gattung hat mit den
Cossoniden gar keine Verwandtschaft , sondern ist identisch mit
Phaenomerus Schh. Ref.) — Art: Pod. nehulosus , V/^ Lin. (ist
s= Phaenomerus Sundevali Schönh.) — Phloeophagus linearis, Phl. ?
cossonoides n. A.
Snellen van Vollenhoven (Tijdschr. voor Entomol. VII.
p. 164 ff. pl. 12) gab Beschreibungen und Abbildungen von folgenden
neuen Arten: Rhinoscapha Badjanensis und Dokrnii, Danae nov.
gen., vergebener Name !) lunnlata und Eupholus anrifer von den
Molukken, Euph. vilis Sumatra, Pachyrhynchus Forsteni und Moro-
taiensis von den Molukken, Episomus stellio von Sumatra.
Dey rolle (in: Maillard, Note sur l'ile de la reunion II. Co-
leopteres, p. 5 ff. pl. 20. fig. 3 u. 4) machte Cratopus septemtittatus,
Saudi, Frappieri, scapularis, Moreli, parvus, herbaceus und lepidopte-
rus als n. A. von Isle Bourbon bekannt; ferner: Cr at opopsisy
der Entomologie während der J. 1863-— 64. 371
nov. gen. , von Cratopus durcti den die Augen nach hinten weit
überragenden Fühlerschaft und den Mangel der Flügel unterschie-
den. — Zwei Arten: Crat. bistigma und nitidifrons ebendaher.
Wollaston (Annais of nat. bist. 3. ser. XI. p. 218£f.) dia-
gnosticirte JS'anophyes himtlatns, Acalles verrucostis, Echinodera cre-
nala, Atlantis angustata , Laiparocerus excavatus, crassifrons, inae-
qnalis, ellipticus, Sitones pnnctiger und setiger als n. A. von den
Canarischen Inseln.
W a 1 s h (Proceed. Boston soc. of nat, bist. IX. p. 309 ff.) be-
schrieb Anthonomus prum'cida , Conotrachelus puncticollis und cra-
taegi als n. A. aus Nord-Amerika, v. Harold (Annal. soc. entom.
4. ser. III. p. 176) Compsus Wagnei-i als n. A. von Illiniza in Cen-
tral-Amerika.
Philipp i (Stett. Entom. Zeit. 1864. S. 363 ff.) beschrieb als
neue Chilenische Arten: Rhynchites rufescens, seniculus, Apion ob-
scurum (Blanch.) , pachynierum , meorrhynchum , hiimerale, vestitum,
angustatum, Oxycorynus minutiis, Anthonomus anstralis, variabilis,
Fsilorrhinus tuberculosus, Valdiviamts, elegans, rufuhis, Laemosaccus
castaneus^ Baridius ßavipes, Centrinus fhoracicus, carinatus, Lopho-
cepkala biocitlata, Cnemocoelns brevis, Valdiviamis, Valparadisiacus^
Rhyssomatus ater, Cossonus canus, nitidus, nigropiceus und casta^
neus (Blanch. ?), Calandra Chilensis und laevicosta.
Hampe (Wien. Entom. Monatsschr. VIII. p. 191) machte eine
neue, durch den Mangel der Augen ausgezeichnete Gattung T]/p Ä.Z o-
porus bekannt, welche er mit Baridius zunächst verwandt glaubt.
Habitus "Cerylon - ähnlich, Fühler geknieet, Rüssel cyiindrisch, an
der Spitze erweitert, massig abwärts gebogen, Fühler vor seiner
Mitte eingefügt, Fühlerfurche gradlinig rückwärts ansteigend; Pro-
sternum mit tiefer Furche zur Aufnahme des Rüssels, Vorderhüften
stark genähert, Schenkel ungezähnt, Fussklauen bis zur Spitze ver-
schmolzen. — Art: Typhi, deplanatus Sicilien, — Acalles validus
n. A. von Hermannstadt.
V. Kiesenwetter (Berl. Entom. Zeitschr. VIII. p. 239) be-
schrieb unter den bis jetzt in Griechenland beobachteten Rüsselkäfern
folgende als neu : Foncartia chloris, Sciaphilus corpulentus^ coccife-
rae, (anhangsweise ScicrpA. brevipes n. A. aus Dalmatien). — Achra-
didius, nov. gen., von Strophosomus, mit dem die Gatt, gleichen
Habitus hat, durch flachere Augen, von Cneorhinus durch die in
eine scharfe Kante endigende Aussenseite der Schiene unterschie-
den. — Art: Achr. Creticus. — Metallites pistaciae, Polydrusus vi-
rens (? = Eusomus angustus Luc), gracilicornis, marcidus. — Axy-
raeus, nov. gen., abgesehen von der Form der Fühlergruben mit
Mesagroicus zunächst verwandt, von Dichotrachelus durch die mit
372 Gerstaecker: Bericht üb. d. -wissensch. Leist. im Gebiete
einer abgeschrägten, schwach ausgehöhlten Fläche endende Aussen-
seite der Hinterschienen unterschieden. — Art: Ax. KraatzU von
Greta. — Omias indntns, Phyllohius pinicola, smaragdifer (? = Ph.
lateralis Reiche) , Hypoglyptus (Gattung nochmals charakterisirt)
graciliSf Mecinus setosus^ Smicronyx rußpes, Magilalmus longirornis,
Tychius Graectis, (Microlrogus) consputus, Cionus (Stereonychtis) glo-
bulariae, Timiophijes glohiformis, genicnhttus und sexpunctatus^ Apion
glahrahim, Baridms perlusus und cribellatvs. Ausser diesen neuen
sind verschiedene bereits publicirte Arten nochmals charakterisirt,
andere in ihrer Verwandtschaft und Synonymie erörtert. Die neuen
Gattungen und einige der neuen Arten sind auf Taf. 3 und 4 in
etwas monströser Weise, zum Theil carrikatur-artig abgebildet.
In Grenier's Catalogue d. Coleopt. de France p. 96 ff. und p. 129 f.
werden folgende neue Arten aus Frankreich beschrieben : Apion Wen-
ckeri Brisout de Barneville, Thylacites depilis undi Brachyderes
cribricollis Fairmaire, Silones cinnomonieus Allard, Metallites
laricis, geminatus und Liophloens opacvs Chevrolat, Leiosomus
muscorum, geniculatus und rnßpes Brisout, Phytonomns Anonidis,
Omias montanus und mandibularis Chevrolat, Peritelus ruficornis
Brisout, Otiorhynchus coryli Chevrolat, praelongtis Fairmaire,
muscorum Brisout, Troglorhynchus terricola Linder, Rhinocyllus
provincialis Fairmaire, Dichotrachelus angnsticollis und Acalles
Peragalloi Chevrolat, Erirhimis globicollis Fairmaire, Piano-
phyes brevicollis Brisout, tetrastigma Aube, Cionus longicollis,
Schoenherri und Amaurorhinus ISarbonnetisis Brisout, Styphhis
(Orthockaetes) insignis und Baymnndia Mavqueti Aube.
Zwei früher von d§ Saulcy beschriebene Arten: Raymondia
Delarouzei und Troglorhynchus Martini werden in den Annales soc.
entom. 4. ser. III. pl. 3. fig. 8u. 9 abgebildet, Troglorhynchus terricola
Linder ebenda pl. 9. fig. 6.
Weitere neue, in Frankreich entdeckte Arten sind: Omias
Marqueti und trichopterus Gautier des Cottes (Annal. soc. ent.
4. ser. III. p. 489 f.), erstere Art von Toulouse, letztere von Strass-
burg, Cionus Telonensis und Raymondia Perrisii Grenier (ebenda
4. ser. IV. p, 133) aus Südfrankreich, Polydrosus niveopictus und Or-
chestes albopilosus Reiche (ebenda 4. s^r. IV. p. 248), ersterer aus
den Pyrenäen , letzterer aus den Französischen Alpen (Gap), auf
Elsen lebend, AVino/^Äyes circumscriplus, gcjiiculalus und rubens Auhe
(ebenda 4. ser. IV. p. 326 — 328) aus verschiedenen Gegenden Frank-
reichs, Barypcithes meridionalis Mulsant etRey (Annal. soc. Linn.
de Lyon X. p. 28, Opusc. ent. XIII. p. 28) von Narbonne.
Anderweitige neue Europäische und dem Mittelmeergebiete
angehörende Arten sind: ISanophyes quadrivirgatus und cenlromacu-
latus Costa (Entomol. della Calabria ulteriore p. 23 ff. Taf. 1. fig. 3
der Entomologie während der J, 1863 — 64. 373
und 4) aus Calabrien, — ebenda Taf. 1. fig. 2 Abbildung von Aule-
tes maculipennis Duv. — , Rhynchites semiriiher, Sciaphilus Beckei-i,
Phtjllobms glycyrrhizae und crassicollis, Tychins alhilateriis und astra-
yali Stier lin (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 492 if.) aus
Sarepta, Cneorhinus aryenlatus, Polydrosus interstitialis, Dichotra-
chelus Graellsii und Tychins laticolUs Perris aus Spanien, Procas
Cottyi aus Oran und Nrmophyes aureolus aus Corsika (Annal. soc.
entom. 4. ser. IV. p. 295 ff.) , MelaUites modestus , Cathormiocerus
Pfisteri, Larimis longirostris und Tychins fiicolor Stierlin (Berl.
Ent. Zeitschr. YIII. p. 150 ff.) nebst Acalles denticollis var. von Pa-
lermo, Otiorhynchns crinipes und Schaufussi Miller (Wien. Entom.
Monatsschr. YII. p. 30 ff.), ersterer von der Insel Curzola auf Arbu-
tus unedo , letzterer von Boccagnazzo in Dalmatien, Otiorhynchns
Ferrarii Miller (ebenda p. 85) aus Venedig, im Ufersande lebend,
Centorhynchidens Poweri Eye (Entom. monthly magaz. I. p. 137)
aus England, mit C. floralis und pyrrborhynclius zunäcbst verwandt.
Wencker, Description de plusieurs especes nouvelles exo-
tiques du genre Apion Hbst. (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 177
— 182) beschrieb Apion pulvemlentnm Brasilien, alronitidvm S. Paul,
Mandoni Bolivia, exophthalmum und lividipes Brasilien, singulare
Neu-Galedonien und Heydeni Paraguay.
Derselbe (l'Abeille I. p. 109 — 270) lieferte eine Monographie
der Europäischen Arten der Gattung Apion, welche mit Einschluss
der in Algerien einheimischen 201 Arten umfasst. Unter Einzie-
hung der Gattung Oxystoma Dum. behält Verf. zunächst die alte
Eintheilung in Subulirostri und Filirostri bei, sondert aber die
zahlreichen Arten der letzteren Gruppe nach bisher wenig beachte-
ten, jedoch recht wichtigen Merkmalen. So besitzen z. B. 4 Arten
aus der Verwandtschaft des Ap. rugicolle Germ, appendikulirte
Fussklauen, während diese Theile bei den übrigen einfach oder nur
an der Basis erweitert sind. Unter letzteren haben zwei Arten
(z. B. Ap. tamarisci) das vierte Tarsenglied verlängert, die übrigen
dasselbe kurz. Von den 187 hierher gehörenden Arten theilt Verf.
159 den »Longirostri«, 28 den »Brevirostri« zu. Die Zahl der als
neu beschriebenen Arten besonders aus Frankreich, Süd-Europa und
Algier ist eine ansehnliche.
Allard hat unter dem Titel: »Notes pour servir ä la Classi-
fication des Coleopteres du genre Sitones« (Annal. soc. entom. 4. ser.
IV. p. 329 — 382) eine Uebersicht und Beschreibung der bis jetzt be-
kannt gewordenen Sitones -Arten aller Erdtheile gegeben, zu deren
Feststellung ihm die Typen Schönherr's und der Englischen
Autoren vorgelegen haben. Die Zahl der hier aufgeführten Arten
beläuft sich auf 56, von denen 23 ausschliesslich in Europa, 5 in
Afrika, je 2 in Amerika und Asien einheimisch sind, während sich
374 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
21 Europäische zugleich auf Afrika oder Asien oder auf beide aus-
dehnen, 3 der alten Welt und Amerika gemeinsam sind. In Betreff
der Gruppirung der Arten verwirft Verf. die von Schönherr her-
vorgehobene Convexität, resp. Flachheit der Augen, sondern theilt
sie nach (freilich etwas relativen) Unterschieden in der Form des
Thorax und der Flügeldecken in fünf Gruppen : 1) Halsschild vorn
und hinten abgestutzt, in der Mitte massig erweitert und mehr
winklig als gerundet; Flügeldecken convex , im letzten Dritttheil
verschmälert und etwas zugespitzt : 15 Arten, z. B. Sit. gressorius
Germ,, subcostatus n. A, Algier, Sit. flavescens Marsh, (octopuncta-
tus Schh.), atidax n. A. Mongolei, 2) Halsschild seitlich sehr wenig
erweitert, zuweilen fast geradlinig, Flügeldecken flacher, verlängert
und nahe gleich breit; Augen ziemlich hervortretend: 10 Arten,
z. B. Sit. tibialis Germ,, crinitus Oliv. 3) Halsschild seitlich stark
gerundet, Augen stark hervortretend: 7 Arten, z, B. Sit, Regenstei-
nensis Hbst,, bituberculatus (Motscbulsky) Spanien, 4) Halsschild
seitlich massig gerundet, Augen wenig hervortretend; Flügeldecken
fast gleich breit, an der Spitze regelmässig abgerundet: 8 Arten,
z, B. Sit, puncticollis Kirby, cintiamomejis n. A, Spanien. 5) Hals-
schild seitlich massig gerundet, Flügeldecken hinten mehr zuge-
spitzt, elliptisch, Augen wenig hervortretend oder abgeflacht: 16
Arten, z. B, Sit. discoideus Schh,, biseriatus n. A. Paris, Blanchardi
Algier, hispidulus Germ., tibiellus Schh,, elliplicus und niger n. A.
Algier, serpentarius n. A, Amur.
Brisout de Barneville veröffentlichte (Annal. soc, ent.
4. ser. HI, p, 491 — 524) eine »Monographie des especes Europeennes
et Algeriennes du genre Bagous«, in welcher er 23 Arten nach
eigener Anschauung beschreibt und acht andere nach den Beschrei-
bungen früherer Autoren reproducirt. Als neue Arten sind zu er-
wähnen: Bag. Sardiniensis (!), robushis von Greta und Griechenland
und Kraatzii aus Serbien,
Derselbe, Monographie des especes Europeennes et Alge-
riennes du genre Acalles (Annal. soc, entom. 4. ser. IV. p. 441 — 482)
lieferte eingehende Charakteristiken von 25 ihm bekannten Europäi-
schen und Algerischen Acalles-Arten, denen er noch zwei ihm in
natura unbekannte und die Wollaston'schen Beschreibungen von
13 Maderenser Arten dieser Gattung anschliesst. Verf, theilt die
einheimischen Arten in zwei Gruppen, welche durch »Antennes me-
diocres, les articles du funicule un peu arrondis« und »Antennes un
peu epaisses , les articles du funicule transversaux« charakterisirt
werden; die Unterschiede im Grössenverhältniss der Hinterleibsringe
hat Verf. dagegen in der analytischen Tabelle nicht berücksichtigt.
Als neue Arten werden beschrieben: Ac. Aconii (Wollast.) von Te-
neriffa, pulchellüs aus Südfraukreich und Capiomonli von Mailand,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 375
Aube (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 324) hält Omias Ray-
mondi und Marqueti Gaut. , ebenso Om. mandibularis Chevrol. für
identisch mit Om. concinnus Schönh. {^= oblongus Schh.), der von
Chevrolat als charakteristisch für seinen Om. mandibularis be-
schriebene Anhang der Mandibeln findet sich nach Aube bei frisch
entwickelten Exemplaren verschiedener Curculionen ( Otiorhynchus
raucus, Peritelus griseus, Cneorhinus geminatus, Metallites ambiguus,
Phyllobius calcaratus), ist aber hinfällig und dient nach Ansicht
des Verf.'s den Käfern dazu, sich aus der Erde hervorzubohren.
Nach Perris (ebenda 4. ser. IV. p. 310) ist Barynotus auro-
nubilus Fairm. = B. umbilicatus Duf., Plinthus nivalis Duv. = PI.
imbricatus Duf,, Anthonomus juniperi Chevr. = Nanophyes trans-
versus Aube, Baridius vestitus Perr. = B. scolopaceus Germ., Rhyn-
colus crassirostris Perr. = Rh. elongatus Gyll. — Die Synonymie
der ersten Art wird von Fairmaire {Bullet, soc. entom. 1864.
p, 42) bestritten.
Von Perris (Notes pour servir ä l'histoire des moeurs des
Apion, Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 451 — 469) wurden wichtige
biologische Beiträge nicht nur für die Gattung Apion, sondern für
die einheimischen Curculionen im Allgemeinen geliefert. Verf. hat
der Lebensweise der Apion-Arten und ihrer Larven eine besondere
Aufmerksamkeit gewidmet , so dass er mit Einschluss der schon
früher von Bach und Dietrich erörterten Arten bereits 84 ver-
zeichnen konnte , welche in Bezug auf die Nahrungspflanzen ihrer
Larven näher bekannt sind. Die Larven der Apionen vertheilen
sich bekanntlich nicht nur auf eine ganze Reihe von Pflanzenfami-
lien (Papilionaceen, Cy^narocephalen, Pölygoneen, Malvaceen, Urti-
ceeu, Cistineen, Euphorbiaceen, Labiaten, Hypericeen, Tamarisci-
neen, Plumbagineen, Salicineen , Rutaceen, Crassulaceen, Oleaceen
und Abietineen), sondern sie wechseln auch mannigfach in Bezug
auf die Theile der Pflanzen, welche sie zu ihrer Nahrung wählen.
Verschiedene Arten sind nicht raonophag, sondern gehen mehrere
Pflanzen derselben Gattung oder auch verschiedene Gattungen der-
selben Familie an; von Interesse ist es, dass nahe verwandte und
natürliche Gruppen bildende Arten im Larvenzustande von nahe
verwandten Pflanzen leben. Im Anschluss an diese Beobachtungen
giebt Verf. noch eine Reihe interessanter Notizen über die Bezie-
hungen zahlreicher anderer Curculionen-Gattungen zu bestimmten
Pflanzenfamilien. — Einige nachträgliche Bemerkungen des Verf.'s
über die von ihm aufgezählten Apion-Arten finden sich: Annal. soc.
entom. 4. ser. IV. p. 305.
Brisout de Barneville (Bullet, soc. entom. 1864. p. 19)
machte eine kurze Mittheilung über die in den Kätzchen von Salix
caprea lebende Larve des Erirhinus maculatus Marsh. Dieselbe
376 Gerstaecker: Bericht üb. cl. wissensch. Leist. im Gebiete
wurde Anfang- Aprils von ihm erwachsen g^efunrlen und lieferte
nach 17 Tagen den Käfer. — Heber häufigfes Vorkommen der Larve
von Dorytomns majalis in den Kätzchen verschiedener Weidenarten
machte H artig (Berl. Entom. Zeitschr. VIII. p. 396) Mittheilungen.
Fast jedes Kätzchen war von 1 bis 2 Larven besetzt, welche sich
gegen Mitte Mai's verpuppten.
Die Naturgeschichte des Gymnctron antirrhini Germ, und li-
nariae Panz. wurde von Cornelius fStett. ent. Zeit. XXIV. p. 117 ff.)
erörtert ; von ersterer Art die Larve und Puppe, von letzterer die
Puppe charakterisirt. Gymnetron antirrhini findet sich sowohl im
Larven- wie im Puppenstadium in den Fruchtkapseln der Linaria
vulgaris, die Puppe des G. linariae dagegen in erbsengrossen Gal-
len an den Wurzeln derselben Pflanze. Als Parasit der ersteren Art
erwies sich Sigalphus flavipalpis Wesm,, der letztei^en : Pteromalus
obsessorius Foerst,
Frauenfeld (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
XIIL p. 1223—1229 und XIV. p. 380 u. 684 ff.) beobachtete die er-
sten Stände und die Entwickelungsgeschichte von folgenden Curcu-
lionen: 1) Cossonus ferrugineus. Verf. fand den Käfer gleichzeitig
mit seinen Larven unter sehr eigenthümlichen Verhältnissen, näm-
lich in einer grossen Höhlung eines Pappelstumpfes, welcher weder
auf der Schnittfläche noch an seiner Peripherie irgend welche Ver-
letzung erkennen Hess, so dass die centrale, von den Larven des
Käfers herrührende Höhlung keinerlei Communikation mit der Aus-
senseite darbot. Die Larven fanden sich in verschiedensten Grös-
sen, die Käfer in ebenso grosser Zahl lebend wie abgestorben ;
letztere schienen sich also in ihrer Abgeschlossenheit vermehrt zu
haben. 2) Orchestes scutellaris Germ, und fagi Lin. Die Larve der
ersten Art minirt in den Blättern von Alnus incana, die dei* letzte-
ren in denen der Buche ; die Angaben B o u c h e's über die Larve
des 0. scutellaris vervollständigt Verf. durch nochmalige speziellere
Charakteristik derselben. 3) Tychius polylineatus Germ, und Apion
varipes Germ. Verf. erhielt beide Käfer abwechselnd aus Auswüch-
sen von Trifolium pratense, welche von gleicher Beschaffenheit und
Grösse waren. Diejenigen aus denen sich der Tychius entwickelt
hatte, zeigten kein ausgebissenes Flugloch wie die, aus denen das
Apion hervorgegangen war ; in vier Fällen enthielten die Auswüchse
nur je einen der beiden genannten Bewohner, während sich in
einem fünften neben dem Apion noch eine Tychius-Larve vorfand.
Offenbar ist Tychius der Erzeuger der Missbildung, Apion varipes,
welches sonst in missgebildeten Blüthenköpfen von Trifolium monta-
num lebt, offenbar nur der Einmiether, der sich gelegentlich neben
dem Erzeuger darin ausbilden kann, in anderen Fällen diesen aber
möglicher Weise verdrängt und zu Grunde gehen macht. Die noch
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 377
weiter zu verfolgende Beobachtung des Verf.'s ist wegen ihrer Ana-
logie mit den Gallwespen in hohem Grade interessant. — Ebenda
XIII. p. 1223 jff. wird über folgende Arten gehandelt : Phytonomus
palumbarius Germ.; die schön grün gefärbte, mit breiter weisslicher
Rückeuliuie gezeichnete Larve nährt sich von den Blättern der Sal-
via gkitinosa, fertigt ein grossmaschiges Cocou an und liefert nach
etwa drei Wochen den Käfer. — Die bei Mehadia gefundenen, dop-
pelt so grossen Cocons des Phytonomus Viennensis Herbst, dessen
Puppe beschrieben wird, waren gleichfalls auf Salvia befestigt. —
Von Orchestes quercus wird die in Eichenblättern minirende Larve
und die Puppe , von Orchestes ulmi de Geer ausser den beiden
Verwaudlungs stufen auch der Käfer beschrieben und mit demje-
nigen des Orchestes quercus in Vergleich gestellt; die Larve des
0. ulmi minirt die Rüsternblätter. — Von Gymnetron noctis Herbst
beschreibt Verf. die Puppe so wie die durch die Larve an Linaria
genistifolia erzeugte Missbiidung ; aus letzterer erzog Verf. neben
zahlreichen Exemplaren der genannten Art auch eines von Gymnetron
netus Germ. — Von Gymn. linariae Panz. wird gleichfalls die Puppe
und die von der Larve an der Wurzel von Antirrhinum linaria er-
zeugte Galle charakterisirt, von Gymn, campanulae Lin. das Vor-
kommen in drei Campanula-Arten constatirt. — Ferner werden Beob-
achtungen über die Zucht von Larinus jaceae, carlinae, turbinator
und Rhinocyllus latirostris aus verschiedenen Cirsium-Arten, von
Lixus pollinosus aus den Stengeln von Onopordon acanthium bei-
gebracht, von letzterer Art auch die Puppe beschrieben.
Do ebner, Üeber die richtige Benennung des grossen und
kleinen Eaefern - Rüsselkäfers (AUgem. Forst - und Jagdzeitung,
August 1863) widerspricht der Ansicht Ratzeburg's, wonach Hy-
lobius abietis der wahre Curculio pini Lin. sei und glaubt nachwei-
sen zu können, dass der Cure, abietis Lin. der bekannte Hylobius,
Cure, pini Lin. dagegen ein Pissodes sei.
Brenthidae. CypkagoQus advena Pascoe (Journ. of Ent. II.
p. 48) n. A. von Port Natal, Cyphag. Odetcahnii Pascoe (Proceed.
entom. soc. of London 1864. p. 64. als n. A. aus Süd-Australien
diagnosticirt.
P e r r o u d (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 135 ff.) machte
Ceocephaliis la^icollis, Tiachelizus Victoris und lyratus, Diastr o-
phus (nov. gen., neben Arrhenodes stehend) planilarsus als n. A.
aus Neu-Caledonien bekannt.
BostricMdae. üeber die Mundtheile und die Flügelbildung
der Europäischen Xylophagi hat Oberförster Eich ho ff (Berl. Ent.
Zeitschr. VUI. p. 17 — 46. Taf. 1) Untersuchungen mitgetheilt und
nach den Unterschieden, welche diese Theile sowohl als die Schie-
nen- und Tarsenbildung darbieten, eine neue Abgränzung der Gat-
378 Gerstaecker: Bericht üb. die wissensch. Leist. im Gebiete
tungen vorgenommen. In Betreff der Mundtlieile weicht Verf. von
der Darstellung Ratzeburg's besonders darin ab, dass er die
Kiefertaster nicht als viergliedrio- , sondern gleich den Lippen-
tastern als dreigliedrig ansieht , ein Merkmal, worin die Bostri-
chiden nach den Untersuchungen des Verf.'s mit den Curculio-
nen übereinstimmen sollen. Dass ein sehr kurzes Basalglied an
den Kiefertastern existirt, wodurch die Zahl ihrer Glieder auf vier
steigt, stellt Verf. direkt in Abrede 'aber im Gegensatze zu den
ihm unbekannten Angaben Erichson's, welcher in seiner systema-
tischen Auseinandersetzung der Borkenkäfer stets von viergliedrigen
Kiefertastern spricht). — Ausser der sich von den übrigen leicht
sondernden Gattung Piatypus nimmt Verf. 20 einheimische Gattun-
gen an: a) Drittes Fussglied zweilappig oder herzförmig: Hylastes
Er., Hylurgus Latr., Bla st op Im (jv s (vergebener Name! Chalcidi-
dae) nov. gen., auf Hyl. piniperda Lin. und minor Hart, begründet,
Dendroctonus Er., C a rph ob o r u s, nov. gen. (Dendr. minimus P'ab.),
Phloeophthorus Woll., Phloeotribus Latr., Hylesinus Fab., Scolytus
Geoffr. — b) Drittes Fussglied einfach: Polygraphus Er., Cryptur-
gus Er. , Hypothenemus Westw. , Cryphalus Er. , Hypoborus Er.,
Xyloterus Er., Xyleborus,no\. gen. (für Bostr. dispar, monogra-
phus, dryographus, Saxesenii, eurygraphus und Pfeilii), IJryocoe-
tes, nov. gen. (für Bostr. autographus, cryptographus, dactyliperda
und villosus), F i lyop hlh orus, nov. gen. (für Bostr. Lichtensteinii
und micrograpbus), Thamnnr gus ^ nov. gen. (für Bostr. Kaltenba-
chii und euphorbiae) und Bostrichus Fab. (z. B. B. typographus,
stenographus, laricis, curvidens u. a.) — Die auf der beifolgenden
Tafel durch Abbildung der Mundtheile erläuterten Gattungen wer-
den am Schluss der Abhandlung in einer analytischen Tabelle zu-
sammengestellt.
Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p.300) beschrieb Hy-
lesinus retamae als n. A. aus Madrid, Cornelius (Verhandl. des
naturh. Ver. d. Preuss. Eheinlande XXI, Corresp. Blatt p. 61) gleich-
zeitig mit Eichhoff (Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 381) Xyloterus
quercus n. A. aus Westphalen, in Eichen lebend.
Motschulsky (Bullet, d. nat. de Moscou 1863. L p. 509f.)
Platypns canJatus, rolundicaudn^ Inniger und cordatus, Anodius tu-
herculatus und püeus^ Phloeo'rogus (nov. gen.) obliquecauda, To-
micus adusticollis, Eccoptopterus (nov. gen. , neben Eccoptoga-
ster stehend, mit sehr umfangreichem, gewölbtem, dem halben Kör-
per gleichkommendem Ilalsschilde) sexspinosus und llyiesinus gra-
nulier als n. A. von Ceylon.
Philip pi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 375) Bostrichus sulcicoh
lis und Hylesinus bicolor als n. A. von Chile.
der Entomologie während der J. 1863—64. 379
Perroud (Annal. sog. Linn. de Lyon XI. p. 188) Bostrichus
Boieldieui als n. A. aus Neu-Caledonien.
Bacli, Mittheilung über das Klopfen der Bostrichen (Berl.
Ent. Zeitschr. VlI. p. 435j. — Wahn schaffe, Mittheilung über das
Vorkommen des Bostrichus bi^pinus Ratz, in den abgestorbenen
Zweigen von Clematis vittalba (ebenda VIII. p. 396).
Änthribidae. Westwood (Proc. ent. soc. of London 3. ser.
I. p. 179) stellte eine neue Gattung Ag I y cy der e s auf, welche er
nur fraglich dieser Familie zugesellt, der sie aber jedenfalls zunächst
verwandt erscheint. Körper länglich, niedergedrückt, beborstet, Kopf
beim Männchen vor den hervortretenden Augen jederseits in ein
Hörn aasgezogen, hinten zu einem Halse verengt; Fühler 11-gliedrig,
fadenförmig, Mandibeln kurz, dreieckig, stampf dreizähnig, Maxillen
flach, fast dreieckig, am Innenrande mit starren, krummen Dornen
bewehrt, Kiefertaster mit drei sehr kurzen Basalgliedern, Oberlippe
gerundet, stark beborstet. Beine kurz und dick, mit kurzen Tarsen,
deren zwei Basalglieder leicht zweilappig, das dritte sehr klein,
knotenförmig, das vierte länger und gekeult ist. — Art: Agl. setifer,
1 Lin. von den Canarischen Inseln.
Von Perroud (Annal. soc. Linneenne de LyonXI. p. 128 ff.)
wurden folo^ende neue Gattungen und Arten aus Neu-Caledonien
bekannt gemacht : Tetragonopterus (nov. gen., zwischen Ischno-
cerus und Stenocerus stehend) Vescoi, Antvibisomns (nov. gen.,
in der Körperform, der Bildung des Rüssels und des Prothorax mit
Anthribus, durch die Fühlerbildung mit Ischnocerus näher verwandt)
tessellittus.
Von Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 360 f.) Stenorhytichus
quadrinotatus, Stenocerus posticalis und linecla als n. A. aus Chile.
Von Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. I.
p. 499 f.) Tropideres cinereomaculatus und Cratoparis? brunnipennis
als n. A. von Ceylon.
VonBrisout de Barneville (in Grenier's Catalogue p. 94)
Enedreutes oxyacanthae n. A. aus Frankreich.
Bruchidae. Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 293 f.)
machte eine neu.e Gattung Cercomorphus bekannt, welche in der
Form ihres Körpers und im Habitus überhaupt einer Nitidularie
(Cercus) in so hohem Maasse gleicht, dass sie von Jekel für eine
solche ausgegeben worden ist. Nach Jacq. Duval's und Perris'
Untersuchungen steht sie jedoch zwischen Choragus und ürodon in
der Mitte, indem sie mit ersterer Gattung die Insertion der (hier
nur neungliedrigen) Fühler, mit letzterer die Tarsenbildung ge-
mein hat; besonders auffallend bei dieser Verwandtschaft ist der un-
terhalb flachgedrückte Körper des Thieres, während sonst die Bil-
380 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
düng der Vorderhüften, des Hinterleibes u. s, w. mit den übrigen
Bruchiden liarmouirt. — Art: Ccrc. Duvalii aus Spanien, hier häufig
auf Retama sphaerocarpa, ^/^ — 1 Mill. lang.
Bruclms erytif/ii Brisout de Barneville (in Grenier's Ca-
talogue p. 93 f.) n. A. aus Frankreich, Bruchus adeps Schaufuss
(Rev. et Magas. de Zool. XV. p. 121 n. A. aus Westspanien.
Bruchus pauperculus, egenus, sculellaris, bicolor, pyrrhomelas,
rufulus und obscurus Philip pi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 358f.) n.
A. aus Chile.
Nach Bat es (Proceed. entom. soc. of London 1863. p. 171)
lebt Caryoborus cardo in Palmnüssen, welche von der Larve ausge-
höhlt werden. Die Nüsse gehören wahrscheinlich der Maximiliana
regia an. Nach den Angaben Cutter's (ebenda) waren unter tau-
send solchen von Parä gesandten Nüssen kaum eine frei von den
Larven des Käfers, während viele sogar bis zu einem Dutzend ent-
hielten.
Longicornia. Schioedte, »Danmarks Cerambyces« (Natur-
hist. Tidsskrift , 3. Raek. II. p. 483 -576. tab. 20) veröffentlichte
eine systematische Bearbeitung der in Dänemark einheimischen Ce-
rambyciden, welche, abgesehen von dem Interesse, das sie in fauni-
stischer Beziehung darbietet, sich gleich den übrigen Arbeiten des
Verf.'s durch meisterhafte Untersuchungsweise, durch ihren Reich-
thum an neuen Beobachtungen und durch die scharfsinnige Ver-
werthung der gewonnenen Fakta zu systematischen Zwecken her-
vorthut. Die gleichzeitige Berücksichtigung zahlreicher exotischer
Formen lässt die Abhandlung des Verf.'s als ebenso bedeutungsvoll
für die Systematik der Familie im Allgemeinen erkennen, als die
gelegentliche Diskussion mehrerer sie in Gemeinschaft mit anderen
Coleopteren-Gruppen betreflenden Eigenthümlichkeiten ihr ein sehr
viel weitergreifendes Interesse zuwenden muss, als dies der Titel
vermuthen lässt. So benutzt Verf. z. B. die Besprechung der den
Cerambyciden, Curculionen und Chrysomelinen zukommenden, soge-
nannten tetramerischen Tarsenbildung dazu, seine Ansichten über
die für die Fussbildung der Insekten in Betracht kommenden Mo-
mente, so weit sie sich aus der Lebensweise ermitteln lassen, dar-
zulegen. Im Gegensatze zu den Arachniden, welche er als Digiti-
grada, und den Crustaceen und Myriopoden, welche er als Unguli-
grada bezeichnet, stellt er die Mehrzahl der Insekten als Planti-
grada dar, erörtert die Funktion der Schiensporen und Fussklauen
beim Gange und beim Klettern und fasst die tetramerische Fussbil-
dung, bei welcher eine zweckentsprechende Verwerthung der Fuss-
klauen nach seiner Ansicht erst durch die Grössenreduktion des
vorletzten Tarseugliedes möglich wird, mehr als eine biologische
denn als eine typische auf, indem er als Beweis hierfür solche Fälle
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 381
heranzieht, wo wie bei Bagous, Haemonia u. a, die eigentlich tetrame-
rische Tarsenbildung wieder suspendirt erscheint. Sodann auf die
Bildung der Mundtheile bei den Cerambyciden eingehend, stellt
Verf. einen Vergleich zwischen den vonFabricius und Latreille
befolgten Classitikations-Methoden an und bekennt sein Einverständ-
niss mit dem von Fabricius vertretenen Principe, die Verschie-
denheiten in den Mundwerkzeugen, als mit der Lebensweise in eng-
ster Beziehung stehend, in erster Reihe für die Systematik zu ver-
werthen. Bei Anwendung desselben auf die hier in Rede stehende
Familie ergeben sich dem Verf. dreierlei typische Bildungen, welche
besonders das Verhältniss der Stipites der Lippentaster zu der Un-
terlippe betreffen und die Gruppen der Prionier, Cerambyces ge-
nuin! und Lamiariae, wiewohl in etv^^as von der bisherigen Abgrän-
zung abweichendem Umfang, charakterisiren. Als systematisch wich-
tige Merkmale zweiten Ranges bringt Verf. sodann die Anwesen-
heit, resp. den Mangel von Stridulationsorganen, die Verschieden-
heiten in der Haarbekleidung und Porenbildung auf der Oberfläche
der Fühlhörner, zum Theil selbst anatomische Eigenthümlichkeiten,
wie die Anwesenheit der sogenannten Glandulae odoriferae (bei Cal-
lichroma, Pachyteria, Litopus, Promeces, Polyzonus) zur Sprache
und geht auch hierbei zum Theil nicht nur auf exotische Ceramby-
ciden-Formen, son dem, wie z. B. in Betreff der Porenbildungen der
Fühler gelegentlich selbst auf andere Familien ein. Auch die in-
nere Anatomie der Cerambyciden wird vom Verf. berücksichtigt;
die Modifikationen, welche die Vasa Malpighi, die einzelnen Theile
des Darmkanals, der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane
eingehen, im Detail erörtert. — Nach den vom Verf. dargelegten
Eintheilungsprincipien werden von exotischen Formen Tropidosoma,
Tragocerus, Poecilopeplus, Cerostenus undDorcasomus von der Prio-
niden- Gruppe ausgeschlossen und den Cerambyciden zugewiesen,
Rosalia als nächster Verwandter von Orthostoma zu den Callidiern
gebracht, Asemum und Criocephalum als stridulirende Formen den
Prioniden angeschlossen, Vesperus diesen unmittelbar vorangesetzt,
Rhinotragus und Oregostoma als Clytus-Formen nachgewiesen u. s. w.
Die systematische Anordnung der einheimischen Formen ist fol-
gende : 1) Die Stipites der Lippentaster mit der Zunge verwachsen,
diese lederartig oder hornig, kurz, die Ligula und Paraglossen mit
derselben verschmolzen; Kieferladen lederartig oder hornig, bebor-
stet, Mandibeln ohne Hautsaum; Trochantinen bedeckt. — Hierher
gehören a) mit nicht crepitirendem Mesonotum und porentragenden
Fühlern: die Prioniden. b) Mit nicht crepitirendem Mesonotum
und seidenhaarigen Fühlern: die Vesperide n und c) mit crepiti-
rendem Mesonotum: die As em inen (Tetropium, Criocephalum und
Asemum). — 2) Die Stipites der Lippentaster beweglich, getrennt, die
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. Z
882 Gerstaecker: Bericht üb. d. Avissensch. Leist. im Gebiete
Zunge dünn, durchscheinend, zweilappig, geborstet, die Ligula drei-
eckig, behaart, die Paraglossen schmal, gerade , dicht gebartet ;
das Endglied der Taster abgestutzt, die Mandibelu gewinipert, die
Stipites der Maxillcn dreieckig. — Hierher gehören a) mit Mandi-
beln ohne Hautsaum und mit breiter , divergirend zweilappiger
Zunge: die Cerambycini (Cerambyx, Callichroma, Clytus, Graci-
lia, Molorchus, Callidium und ilhamnusium) und b) mit gesäumten
Mandibelu und umfangreicher Zunge , deren beide Lappen nicht
auseinanderweichen: die Lepturiden (Rhagium , Toxotus, Pa-
chyta, Leptura und Necydalis). — 3) Die Stipites der Lipjjentaster
ganz verwachsen, die Zunge lederartig oder hornig , herzförmig,
gedörnelt. die Kieferladen gedörnelt, die äussere derselben schmal,
hornig; Mandibelu ohne Saum, Taster fadenförmig mit zugespitztem
Endgliede ; Vorderschienen innen schief gefurcht, Sporen sehr kurz:
Lamiini. — Eine neue Gattung Lepargus begründet Verf. auf
den Cerambyx fennicus Payk. Die übrigen Gattungen sind in Dä-
nemark folgendermassen vertreten: Spondylis 1 A., Prionus 1 A,,
Tetropium 2 A. , Criocephalum 2 A. {Cr. epibnta n. A.), Asemum
1 A., Cerambyx 1 A., Callichroma 1 A., Clytus 5 A., Gracilia 1 A.,
Molorchus 2 A., Callidium 7 A., Rhamnusium 1 A., Rhagium 4 A.,
Toxotus 4 A,, Pachyta 1 A., Leptura 17 A., Necydalis 1 A., Asty-
nomus 3 A, , Liopus 1 A. , Acanthoderus 1 A. , . Exocentrus 1 A.,
Pogonocherus 3 A. , Lamia 1 A., Monochammus 2 A., Mesosa 1 A.,
Agapanthia 1 A.., Saperda 4 A., Tetrops, Stenostola, Oberea und
Phytoecia je 1 A.
Eine neue systematische Arbeit über' diese Familie von J.
Thoms on: »Systema Cerambycidarum ou expose de tous les genres
compris dans la famille des Cerambycides et familles limitrophes« (Pa-
ris, 1864. 8. 578 pag.) ist gewissermassen eine vermehrte und verbes-
serte zweite Auflage seines im J. 1660 erschienenen »Essai d'une
classificatiün de la famille des Cerambycides«. In dem vorliegenden
Werke ist die Zahl der Gattungen von 800 auf 1178 angewachsen,
einerseits durch nachträgliche Aufnahme der während der letzten
Jahre von verschiedenen Autoren aufgestellten, andererseits durch
Creirung einer sehr beträchtlichen Anzahl neuer von Seiten des
Verf.'s. Letztere werden mit lateinischen Diagnosen theils auf eine
bereits bekannte und dann nur citirte Art begründet, theils, wo
auch letztere neu ist , zugleich von einer Art-Diagnose begleitet ;
dagegen werden die bereits beschriebenen Gattungen nur in Be-
gleitung einer typischen Art einfach dem Namen nach mit dem Citat
der ersten Charakteristik aufgeführt. Auf diesen ersten Abschnitt
des Werkes folgt p, 337—481 eine analytische Tabelle der Gruppen
ersten, zweiten u. s. w. Ranges und der ihnen zugetheilten Gattun-
gen, p. 483 ff. Nachträge, Verbesserungen und Namenregister, p. 541 ff.
der Entomologie während der J. 1863—64. - 383
lateinische Diagnosen von 251 neuen Arten, welche Yerf. später in
einem Appendix zu vorstehender Arbeit ausführlicher zu beschrei-
ben beabsichtigt. Die gegenwärtige Eintheilung des Verf.'s weicht
von der früheren in der Abgränzung der Hauptgruppen etwas ab«
er stellt die Lamien unter dem Namen Metaulacnemitae den Nicht-
Lamien ( Anaulacnemitae) gegenüber und theilt letztere in vier
gleichwerthige Gruppen: Lepturitae, Cerambycitae, Sj)ondylitae und
Prionitae. — Die Familie bedarf jedenfalls noch einer viel einge-
henderen Untersuchung im Allgemeinen sowohl wie im Speziellen,
als sie vom Verf. des vorliegenden Werkes geliefert worden ist.
F. P a s c o e , Notes on the Australian Longicornia with de-
scriptions of sixty new species (Transact. entom. soc, of London 3.
ser. I. p. 526 — 570. pl. 22 u. 23). Beschreibung von 60 neuen Ar-
ten aas den Gruppen der Cerambyces genuini und Lamiariae; viele
derselben geben Typen neuer Gattungen ab.
Derselbe, Descriptions of some new Australian Longicor-
nia (Journ. of Entomol. II. p. 223 — 245. pl. 11). Gleichfalls eine
ansehnliche Zahl neuer, meist Süd-Australischer Arten verschiedener
Gruppen enthaltend, unter denen ebenfalls neue Gattungen aufge-
stellt werden.
Derselbe, Longicornia Malayana, or a descriptive catalogue
of the species of the three Longicorn f amilies Lamiidae, Ceramby-
cidae and Prionidae, collected by Mr. A. R, Wallace in the Malay
Archipelago (Transact. entom. soc. 3. ser. III. p. 1 — 96. pl. 1 — 4).
Die in Pascoe's Besitz übergegangene, ungemein reiche Ausbeute
Wallace's an Longicornien, welche sich auf nahe an 1000 Arten be-
läuft, ist von ersterem zum Gegenstande einer Abhandlung bestimmt,
welcher ein ganzer Band der Transactions gewidmet werden soll.
In dem vorliegenden ersten Hefte ist der Anfang mit der Lamien-
Gruppe gemacht, welche jedoch noch kaum zur Hälfte durchgear-
beitet vorliegt. Angesichts des herrlichen von Wallace zusammen-
gebrachten Materials wäre jedenfalls eine eingehendere Behandlung,
als sie hier vorliegt, wünschenswerth gewesen, eine Bearbeitung, wel-
che nicht allein die habituellen Eigenthümlichkeiten der Gattun-
gen obenhin erwähnte, sondern in der Bates'schen Art und Weise
etwas tiefer in das Wesentliche einzudringen versuchte. Wer möchte
wohl im Stande sein, nach den dürftigen Kennzeichen, welche den 24
»Unterfamilien« derLamiarien (diese bezeichnet Verf. als »Familie,«
die Longicornien als »Unter-Ordnung« ? !) beigedruckt sind, nur eine
einzige derselben in ihrem Umfange zu erkennen oder eine frag-
liche Gattung mit Sicherheit unter dieselben zu placiren, da ein
positives und gegensätzliches Merkmal den meisten abgeht?
Wollaston, On the Canarian Longicorns (Journ. of Eni. II.
p. 99 110) zählte 16 auf den Cauarischen Inseln bis jetzt gefuu-
384 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
dene Longicornien auf, von denen er jedoch nur 9 als wirkliche
Autochthonen ansieht, während er von den übrigen glaubt, dass sie
daselbst naturalisirt oder aus anderen Gegenden eingeschleppt
seien. Von gewöhnlichen Europäischen Arten finden sich daselbst
Hylotrupes bajulus, Criocephalus rusticus, Gracilia pygmaea und
Agapanthia cardui ; drei noch unbeschriebene Arten werden vom
Verf. charakterisirt.
Mulsant etRey, Longicornes nouveaux ou peu connus
(Annales soc. Linneenne de Lyon X. p. 144— 184, Opusc. entom. XIII;
p. 144 — 184). Beschreibung von zahlreichen neuen Arten aus Süd-
Europa und Vorder-Asien, verschiedenen Gruppen angehörig.
Pascoe (Proceed. entom. soc. of London 1864. p. 15j macht
auf die Haarbüschel an der Bauchseite des Weibchens von Obrium
cantharinum und anderer Cerambyciden aufmerksam. Er glaubt,
dass bei Penthea und Symphyletes dies Merkmal nicht nach dem
Sexus constant sei und dass man es hier möglicher Weise, wie bei
den Anthribiden, mit einem Dimorphismus zu thun haben könne.
Prionidae. — Fairmaire (Annal. soc. entom. 4. ser, IV.
p. 267 f. pl. 6. fig- 1) machte eine merkwürdige Gattung Aptero-
caulus bekannt, welche auch von Burmeister in der Argenti-
nischen Republik aufgefunden und mit dem Namen Micropsalis
belegt worden ist. Dieselbe ist mit Psalidognathus verwandt, weicht
aber durch den einfachen , unbewehrten Kopf, die in beiden Ge-
schlechtern kurzen Fühler, abgekürzten Flügeldecken und den Man-
gel der Hinterflügel ab; beim Weibchen klaffen die Flügeldecken
im letzten Vierttheil und lassen die hintere Hälfte des hier sehr stark
entwickelten Abdomen vollständig unbedeckt. Die Mandibeln sind
kurz und dick, der Prothorax jederseits mit zwei nach rückwärts
gekrümmten Zähnen besetzt, das Schildchen gross, gleichseitig drei-
eckig, die Beine unbedornt, die Vorder- und Mitteltarsen des Männ-
chens erweitert. — Art: Apt. Germainii in beiden Geschlechtern vor-
liegend; eine zweite, nur nach einem stark beschädigten Exemplare
aufgestellte wird Apt. marginipemiis genannt. Beide Arten, so wie
Calocomus coriaceus n. A. (ebenda p. 270) stammen von Mendoza.
Westwood, Description of a new species of Longicorn
Beetle (Journ. of Entomol. IL p. 117—121. pl. 7) machte eine, in
naher Verwandtschaft mit Sipylus stehende, neue Gattung Migd o-
l u s bekannt, welche sich durch queren Clypeus, innen einzähnige
Mandibeln und kürzere Fühler unterscheidet. Dieselbe hat wie
Sipylus phaneropentamerische Tarsen, erinnert aber im Habitus und
durch die aussen gedornten Schienen mehr an Cantharocnemis Serv.,
nur dass der Prothorax seitlich nicht gedornt, sondern gleichmässig
gerundet ist. Derselbe hat abweichend von Sipylus scharf hervor-
tretende Vorderecken und auf der Scheibe vier Schwielen; die Flu-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 385
geldecken sind nach hinten nicht merklich verschmälert. — Art:
Migd. Fryanus von Eio-Janeiro, 14 Lin. lang. — Auf der beifolgen-
den Tafel bildet Verf. ausser dieser neuen Gattung auch Sipylus,
Anoploderma und Cantharocnemis ab.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVI. p. 180)
charakterisirte eine neue Gattung Dendroblaptns, welche Mallo-
don mit Callipogon verbindet. Augen gross, schmal, grob facettirt,
Fühler dünn, bis auf Vg der Flügeldeckenlänge reichend, 1, Glied
stark gekeult, 2. kuglig, die folgenden von der Länge des ersten,
bis zum 6. glatt, vom 7. an mit Längskielen versehen. Mandibeln
schmächtig, fast von der Länge des Kopfes und Thorax zusammen-
genommen, nach vorn gerichtet, gebogen, sehr spitzig, oberhalb
mit einem Kiel, innen mit dichter hellgefärbter Haarbürste. Pro-
thorax quer viereckig, jederseits mit fünf Zähnen; Schildchen gross,
halbrund, Flügeldecken fast 4mal so lang als der Thorax. Beine
unbewehrt, mit gekeulten Schenkeln und langbehaartem Endgliede
der Tarsen. — Art: Dendr. barbiflavus (!) von Cuba.
Pas CO e (Journ. of Entomol. IL p. 242 ff.) beschrieb MaUodon
Odeicahnii, cephalotes und jejwm/»«, C a ty pnes (nov. gen., von Mal-
lodon durch längeres drittes Fühlerglied abweichend und hierin mit
Macrotoma übereinstimmend) Mac Leayi und Macrotoma papyria
als n. A. aus Australien; ebenda p. 49 Macrot oma servilis von
Melbourne.
Perroud (Annal. soc. Linneenne de Lyon XL p. 189. pl. 1.
fig. 4) Remphan Reichet n. A. aus Neu-Caledonien.
Nach Lallemant (Bullet, soc. entomol. 1864. p. 30) ist das
Männchen des Algerischen Prinobius lethifer acht- bis zehnmal so
häufig als das Weibchen; erstere, welche vor den Weibchen aus-
kriechen, bekämpfen sich gegenseitig und beissen sich die Fühler
ab. Die Larve lebt in den Zweigen von Eschen.
Cerambyces genuini. — Fairmaire und Germain
(Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVI. p. 286 u. 385 ff.) machte fol-
gende neue Arten und Gattungen aus Chile bekannt: Callisphyris
testaceipes, odyneroideSj Necydalopsis iridipennis, Ibidion pallidicornis.
Dr a s c alia , nov. gen., in ihrer Stellung nicht näher erörtert, im
Ansehn der Gattung Stenidea ähnlich ; Körper langgestreckt, Flü-
geldecken niedergedrückt , Augen grob facettirt, tief ausgerandet,
Fühler fast von Körperlänge , innen behaart, Endglied der Taster
dreieckig abgestutzt, Prothorax länglich, fast cylindrisch, beiderseits
mit starkem Dorne, Schildchen länglich dreieckig, Nahtwinkel der
Flügeldecken gedornt; Vorderhüften getrennt, in seitlich gewinkel-
ten, hinten schmal klaffenden Hüftpfannen liegend. — Art: Dr.
praelonga. — Callideriphus transversalis, Emfhytoecia nireopitta. —
3FG Gerstaecker: Bericht ülh d. wissensch. Leist. im Gebiete
P ha ntnz, od er u s, nov. gen. , mit Pteroplatus verwandt ; Körper
fast gleich breit, niedergedrückt, Fühler etwas kürzer als der Kör-
per, zusammengedrückt, unbehaart, das 4. Glied kürzer als das 3.;
Prothorax seitlich gebuchtet und zweieckig, Flügeldecken hinter der
Mitte sehr leicht erweitert, nach hinten verengt, einzeln abgerundet,
leicht gerippt; Vorderhüften zusammenstossend, konisch hervorste-
hend, Hüftpfannen hinten klaffend, seitlich spitzwinklig, Beine schlank,
mit kaum dickeren, zusammengedrückten Schenkeln. — Art: thant.
frcnatus. — Pterostenus pseudocupes n. A.
Philippi (Stett. Entom. Zeit. 1864. S. 376 fif.) beschrieb als
neue Chilenische Arten: Callichroma laevigata, Hephoestion cyano-
ptervs, ßavicornis, iopterus, Corralensis, holomelas^ fuscescens, Cal-
lisphyris Schylkei, annulatn, Platynocera anmtlota, Callideriphns col-
laris und niger.
Von Pasc 06 (Transact, entomol. soc. of London 3. ser. I.
p. 549 ff.) wurden folgende Neu -Holländische Gattungen und Arten
beschrieben und abgebildet: I sali um , nov. gen., von Didymocan-
tha durch verlängerte Schnauze, unbewehrten Prothorax und andere
Merkmale (wie der Verf. sagt) abweichend, auf Strongylurus scutel-
latus Hope, Coptopterus cretifer Hope. Didymocantha thoracica und
cylindricollis Pasc, begründet. — Phoiacant/ia fallax , polita und
discreta von Sydney, pubescens Port Curtis, scilula und bifasciala von
Port Denison. — Eleie, nov. gen., eine schlanke Form aus der
Verwandtschaft von Phoracantha, mit kurzer Stirn, vorgestreckten
Mandibeln, getheilten Augen, schlanken und behaarten, aber unge-
dornten Fühlern, deren dickeres Basalglied gekrümmt ist, cylindri-
schem, ungedornten Prothorax, die Spitze des Hinterleibs freilas-
senden Flügeldecken und schlanken, gekeulten Schenkeln. — Art:
El. inscripla (pl. 22. fig. 2) Sydney. — Heslhesis angnlatus King
George's Sund ? , murinus Neu-Süd-Wales, vigilans, acutipennis und
vesparius ebendaher. — Solimnia, nov. gen., nach dem Verf. mit
Cerambyx nahe verwandt, aber durch schmales, einfaches Pro- und
Mesosternum und fast zusammenstossende Hüften, ausserdem durch
den nicht gerunzelten Prothorax unterschieden. — Art: Sol. sub-
lineala (pl. 22. fig. 3) aus Neu - Süd -Wales. — Cerambyx nubilus
Queensland, Obrmm cilialuin Sydney. — Phalota, nov. gen., mit
Obrium verw^andt; Kopf fast vertikal mit stark aufgetriebener Stirn,
weit getheilten Augen, sehr langen, fadenförmigen Fühlern, deren
Basalglied kurz, das vierte und folgende dagegen besonders lang
sind ; Prothorax langgestreckt, durch zweimalige Ausbuchtung je-
derseits dreitheilig, Flügeldecken schmal, gleichbreit, Beine kurz
mit gekeulten Schenkeln. — Art : Pkal. lenella (pl. 23. fig. 1) Port
Denison. — Claeadne, nov. gen., scheint nach der Abbildung
der Entomologie während der J, 1863 — 64. 387
mit Phacodes nahe verwandt; besonders charakteristische Merkmale
werden vom Verf. nicht hervorgehoben und ebenso wenig die Stel-
lung näher bezeichnet, — Art: CL melanaria (pl. 23. fig. 5) Neu-
Süd-Wales. . — Typkocesi s, nov. gen., zur Gruppe von Hemestho-
cera , Homalomelas , Prothema und Euryarthron gehörend , von
kurzem, gedrungenem -Bau, mit fast kreisrundem Prothorax, gewim-
perten Fühlern und Schienen. — Art: Typh. Mac Leayi Port Deni-
son. — Phacodes hispinosns, CaUidium asemoides Adelaide, eburaftim
Sydney, Brachylria cetitralis Port Denison, Pempsamacra subaurea
Sydney, Brackopsis nupera Sydney, Macrones capito Port Ourtis. —
Aphneope, nov. gen., mit Tessaromma Newm. verwandt, mit stark
abgeschnürtem Halstheil des Kopfs, stark verlängertem und an der
Spitzenhälfte gekeultem Basalgliede der Fühler, vorn und hinten
stark eingeschnürtem , in der Mitte dagegen scharf gezähntem
Prothorax. — Art : Aph. sericata Port Denison. — Tropis (Newm.,
näher charakterisirt). — Phaolus, nov. gen., durch zwölfglie-
drige Fühler ausgezeichnet, nahe mit Poecilosoma metallicum Newm.
verwandt; gedrungene Form mit kurzem, queren Prothorax und
sehr viel breiteren Flügeldecken. — Art: Ph. Mac Leayi (pl. 23.
fig, 3j Neu-Süd- Wales, — Isotherinm, nov. gen. auf Poecilosoma
metallicum Newm. begründet.
Derselbe (Journ. of Entom. 11. p. 230 ff.) machte folgende
neue Gattungen und Arten aus Australien bekannt: Omophaena,
nov. gen., mit Pytheus und Brachytria verwandt, aber durch zehn-
gliedrige Fühler , an denen das dritte und vierte Glied nicht ver-
kürzt sind, abweichend; auch entbehren die Flügeldecken der glat-
ten, erhabenen Linien jener Gattungen. — Art: Otn.Kruesleri (pl. 11.
fig. 8) aus Süd-Australien. — Phoracantha Odewaknii, grallaria, pe-
dator^ hospita, Anyasii, balteata, Phlyctaenodes picosvs und Isalintn
Odewahnii n. A. Süd- Australien. — Ospidota, nov. gen., von
Didymocantha Newm. durch den cylindrischen, unbewehrten Thorax
unterschieden ; die Fühler, länger als der Körper, haben alle Glie-
der vom dritten an einseitlich erweitert. — Art: Osp. infecia (pl. 11.
fig, 6) aus Süd- Australien. — Taphos, nov. gen., nach der Abbil-
dung zu urtheilen sehr nahe mit Cerambyx verwandt, habituell
durch auffallend kürzere und breitere Flügeldecken unterschieden.
— Art: Taph. aterrinius (pl. 11, fig, 7). — Ceresiutn? modestnm,
Obrium dorsale und tripartilnm , Phacodes fenughievs , Urncanthvs
fuliqineus n. A. — Mystrosa, nov. gen,, zwischen Uracanthus und
Bardistus in den Charakteren die Mitte haltend, von letzterer Gat-
tung durch die grossen, leicht ausgerandeten Augen und die ge-
trennten Vorder- und Mittelhüften , von ersterer durch kürzere
Schnauze und die weit gewinkelten vorderen Hüftpfannen verschie-
den, — Art: Mystr. rubiyinea (pl. 11. fig. 2) aus Süd- Australien. —
388 fterstacckor: Pcriclit üb. (1. wissensch. Leist. im Gebiete
Ahipiern (diese Saunders'sehe Gattung wird vom Verf. nochmals
charakterisirt) Waterhousei (pl. 11. fig. 4j n. A. ebendaher.
Derselbe (ebenda II. p. 286 ff.) beschrieb Phyllocnema miri-
ßca, Xystrocera erosa und jnvenca, Euponis ignicollis und callichro-
moides, Promeces Iris als n. A. von Port Natal. — Zamium, nov.
gen., von Callidium besonders durch grob facettirte Augen unter-
schieden. — Arten: Z.atn. incultum Port Natal, succinetim und pro-
ciduum Cap d. guten Hoffn. — Psebium, nov. gen., aus der Ver-
wandtschaft von Obrium, mit abgekürzten Flügeldecken, kurzen,
verdickten Vorder- und Mittelbeinen und langen Hinterbeinen mit
linearen Schenkeln und gekrümmten, zusammengedrückten Schienen.
— Art: Fseb. brevipenne Port Natal.
Derselbe (ebenda II. p. 50 ff.) Obrida comala n. A. von
Queensland, Pyrestes cardinalis von Hongkong , Erythrus congruus
und ? Bowringii ebendaher, Polyzonus pubicollis von Port Natal und
scalaris (Dej.) vom Cap, Promeces viridis (Dej.) von Pt. Natal.
Derselbe, Note onthe Australian species of Clytus (ebenda
II. p, 245 f.) besprach die fünf ihm aus eigener Anschauung be-
kannten Australischen Clytus-Arten , welche nach Thomson und
Chevrolat ebenso viele Gattungen bilden sollen, in Bezug auf die
Haltbarkeit der letzteren, welcher er entgegentritt.
Chevrolat, »Clytides d'Asie et d'Oceanie« (Memoires de la
soc. d. scienc. de Liege XVIII. p. 253 — 345) lieferte im Anschluss
an seine Bearbeitung der Amerikanischen Clytiden eine Aufzählung
derjenigen Asiens und Australiens, verbunden mit einer Charakte-
ristik der darunter befindlichen neuen Gattungen und Arten. Das
Verzeichniss weist die ansehnliche Zahl von 153 Arten auf, darunter
folgende neu beschrieben: C at Hehr o mop sis , nov. gen., auf Ce-
ramb. telephoroides "Westw. (Cab. Orient, entom.) begründet. — Pro-
thema leucaspis n. A. von den Philippinen, P s Homer us, (Blanch.,
Gattung hier zuerst charakterisirt) anyuslus Neelgherries, brachialis
Philippinen, Acrucyrta annulicornis Aru-Inseln, erythrops Sarawak. —
Perissus (nov. gen., mit Acrocyrta durch die Länge der vier hin-
teren Beine verwandt, auf Clytus glaucinus und trizonatus Boisd.
begründet) X-lillera Aru-Inseln, f'emoralis Borneo und Aru-Inseln,
Andreae Borneo, myops Ceylon, scutellatus Philippinen, Demonax
muslelinus Batchian, luririicornis Hongkong, divisus Neelgerrhies,
Delesserli Pondichery, /meo/« Manilla, persuuHis Neelgerrhies, lUia-
phuma fallax Bengalen, praecana Cochinchina, (luinquetwlala, sexno-
tata^ dimidiala und yeuiculala Ostindien, irimaculata Neelgerrhies,
russicollis ebendaher, Sclelhrus ISewviuui Philippinen, G r am mo-
graphus (nov. gen., auf Clytus Horsfieldii White begründet) linea-
lus Ostindien, Arcyphorus (nov. gen., von der vorhergehenden
Gattung durch kürzere, von der folgenden durch längere Fühler
der Entomolo.^e während der J. 1863 — 64. 389
unterschieden, mit sehr deutlicher Retikulation des Thorax) hislrio
Java und semiclathratus Philippinen , Cklorophorus (nov. gen.,
auf Callidium annulare und bidens Fab. begründet) cognatus Sylhet,
agnatus Neelgerrhies, nepos Indien, Anthohoscus Donei Cochinchina,
14-maculatus Neelgerrhies, maiginalis Batchian, austervs Neu-Guinea,
Japonicus Japan, melanckolicus Ceylon, moestus Pondichery, tiiqerri-
WIMS Philippinen, opposilus und iS-maculalus'NoTd-Chma, Ottii Klein-
Asien, alboscKtellatus Neelgerrhies, alphaheticus Japan, Xijlotrechns
imperferlus Sarawak, subdihis Kaschmir, quadripes Ostindien, subscu-
tellatus Ceylon und Bombay, Siamensis Siam, crucicollis Amboina,
Putzeysi und insipiens Ceylon, breticillus China, fuscipennis Batchian,
aper Neelgerrhies, Amauraesthes (nov. gen., von Xylotrechus
durch den Mangel der Kiele am Kopf und die längeren Fühler un-
terschieden) fuliginoaus Thibet, subdeprsssus Sylhet, nrciferus Ostin-
dien, incurvatus Hongkong, J scknodor a (nov. gen., von der fol-
genden Gattung durch schmale, lange Körperform abweichend)
inacra Ostindien , Sp hegest h es (nov. gen. , auf Callidium capi a
Germ, begründet) Ciliciensis Caramsimen, Epodus hunierosusOsimdien,
Oligoenoplus (nov. gen., von Anaglyptus durch einen Dorn am
3ten Fühlergliede des Männchens unterschieden) ventralis Neelgerr-
hies, Epipedocera (nov. gen., auf Clytus lunatus Newm., Hard-
wickii White u. a. begründet) zona Nepaul , affinis Neelgerrhies,
setulosa Ceylon.
Deyrolle (in Maillard, Note sur l'ile de la reunion II. Co-
leopteres p. 18, pl. 20. fig. G) begründete auf Heterogaster flavicans
Dej. Cat. (Callidium pilicorne Oliv.?) eine neue Gattung Anisoga-
s ter , ohne sie in ihren Unterschieden von den nächst verwandten
Gattungen zu erörtern und beschrieb die oben genannte Dejean'-
sche Art. Auch Onchomerus unicolor Luc. scheint dem Verf. zu
dieser Gattung zu gehören.
Eine fernere neue Gattung ist Cenlroto clytus M o t-
s chulsky (Bullet, d. natur. deMoscou 1863. I. p.495f.) Kopf und
Halsschild wie bei Clytus, Flügeldecken fast so erweitert wie bei
Callidium, mit gekielten Seiten und vier scharfen Dornen an der
Spitze. Fühler etwas länger als der halbe Körper, die sechs ersten
Glieder langgestreckt, die fünf letzten kurz, quer und etwas breiter
als die ersten, so dass sie eine Art gezähnelter Keule bilden. —
Art: Centr. quadriciens von Ceylon. — Phyton Y -pallidum n. A.
ebendaher.
Kr a atz (Ueber einige zum Theil neue Cerambyciden- Gat-
tungen, Berl. Entom. Zeitschr. VIT. p, 97 — 108) erhob das Callidium
oblongo-maculatum Guer. (Nogelii Friw.) zu einer eigenen Gattung
C alchaeneslhes , welche sich mehr in der Färbung als in Zeich-
nung und Form an Purpuricenus anlehnt. Eine zweite neue Gattung
390 Gerstaecker: Bericht, üL. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ist C y a nt 0 p h t h a I m u s , zwischen Criocephalum und Oxypleurus
stehend und von beiden besonders durch nicht beilförmiges, sondern
spindelförmiges Endghed der Kiefertaster unterschieden. — Art :
Cyam. ferru(jineiis aus Andalusien. Eine dritte neue Gattung Cal~
limoorys wird aufCallim. gracilis BruUe errichtet. Ausserdem han-
delt Verf. über die Arten der Gattungen Stenopterus, Tetropium,
Criocephalus (in welcher Crioc. fenis Dej. als eigene Art aus Süd-
Europa abgesondert wird), Hesperophanes und Nothorhina.
L. V. Hey den (Berl. Entom. Zeitschr. VII. p. 128 ff. Taf. 4)
machte eine zu der Molorchus-Gruppe gehörende Gattung Brachy-
pteroma bekannt, w^elche durch fast dreieckigen Kopf, stark her-
vortretende Augen, sehr schmalen, langgestreckten, hinten einge-
schnürten und seitlich stumpf gehöckerten Prothorax, stark abge-
kürzte, hinten verschmälerte, an der Spitze abgerundete Flügeldecken
und verdickte Schenkel charakterisirt ist. — Art: Brach. Ottomanum
aus der Europäischen Türkei.
Derselbe (ebenba VIII. p. 329. Taf. 4) erörtete die Unter-
schiede und die Synonymie von Molorchus abbreviatus Panz. und
Salicis Muls., welche zwei gut unterschiedene Arten sind; ausser
einigen Grössen- und Färbungsdifferenzen werden besonders die letz-
ten Hinterleibssegmente in ihren Merkmalen charakterisirt. —
Ebenda p. 326 f. erörtert Verf. die Synonymie einiger Callidien.
Muls an t und Hey (Annal. soc. Linneenne de Lyon X.
p. 144 ff., Opusc. entom. XIII. p. 144 ff.) machten als n. A. bekannt:
Cerambyx nodosns aus Griechenland und Smyrna, Cailimus egiegius
aus Caramanien.
Molorchus Marmottani Brisout de Barne ville, (in Gre-
nier's Catalogue p. 118) n. A. aus den Pyrenäen, Cyomophthahnus
nitidus Fairmaire (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVI. p. 340)
n. A. aus Griechenland und Algier, Hammaücherus Pfisleri, Callidivm
Sicnlum und Clyius Heydem Stierlin (Berl.Ent. Zeitschr.VIII. p. 152)
n. A. aus Palermo (letztere Art war von Kraat z als Clyt. arvicola mit
krankhafter Haarbildung angesehen worden), Clyius «^icf/Zt« Hampe
(Wien. Entom. Monatsschr. VII. p. 289) n. A. von Mehadia, CAytus
Bruckii Kraatz (Berl. Entom. Zeitschr.VIII. p. 389) von Brussa,
nicht neu, sondern nach Leder er (Wien. Ent. Monatsschr. Vlil.
p. 483 ff.) bereits im J. 1839 als Clytus Caucasicus beschrieben und
abgebildet. Letzterer bestätigt zugleich die von Kraatz (a. a. 0.
p. 389) bestrittenen Artrechte von Clytus Heydeni und berichtigt die
vielfach verworrene Synonymie von Gl. arvicola. Auch hierüber
treten die beiden Collegen in eine für beide Theile gleich charakte-
ristische Debatte ein.
Mors (Annal. bog. ent. Beige VII. p. 131. pl. 3. üg. 9) machte
der Entomologie während der J. 1863—64. 391
eine auffallende Zeichnungs -Varietät des Clytus arcuatus Lin. mit
breiter gelber Querbinde hinter der Mitte der Flügeldecken be-
kannt.
Perroud (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 191 fif. pl. 1.
fig. 5 u. 6) beschrieb Phoracantha imperialis und Keinaschema Mvl-
santi als n. A. und nochmals Sphingnotus Perroudi Montr. aus Neu-
Caledonien. — Lucas (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 116. pl. 2)
Navomorpha Douei (Montr. i. lit.) als n. A. ebendaher.
Fairmaire (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 271 ff.) Xylo-
charis haematicus und ßatocomus, Holopterus sublinentus und Ihidion
spinicorne als n. A. von Mendoza.
Wollaston (Journ. of Entomol. II. p. 102 f.) Oxypleurus
pinicola und Criocephalus pinctorum als n. A. von Palma.
H artig (Berl. Entom. Zeits ehr. VIII. p. 397) erhielt Gracilia
pygmaea in grösserer Anzahl aus fingerdicken Eichenzweigen, welche
schon seit vier Jahren im verschlossenen Kasten aufbewahrt worden
waren.
Lamiariae. — Von Bat es' Beschreibung der imThale des
Amazonen-Stroms einheimischen Longicornen sind in den J. 1863 — 64
sechs weitere Fortsetzungen erschienen < Contributions to an Insect
Fauna of the Amazon Valley, Coleoptera, Longicornes. — Annais
of nat. bist. 3. ser. XII. p. 100, 275 und 367 ff. , XIII. p. 43 und
144 ff., XIV. p. 11 ff.), welche abermals zahlreiche neue Gattungen
und Arten zur Kenntniss bringen : Lagocheirus (Gattung nochmals
charakterisirt) araneiformis Lin. und fasciculatus White, Lepiostylus
pleurostictusEgB., cretatellus Obydos, ovalis ebendaher und von Parä,
obscurellus Santarem , Amnis cu s (Gattung näher charakterisirt)
pictipes, Alcidion (Gattung näher charakterisirt) ocvlatum, trian-
guläre, latipenne, inlerrogalionis, olivaceum von Ega, minimum von
S. Paulo und anhangsweise beschrieben: Ale. bispinvm Rio-Janeiro,
lineatum Venezuela, bicrislnlum Rio-Janeiro und trivittalum Vene-
zuela. Lo phop hoeu in, nov. gen. , im Habitus Alcidion zunächst
stehend, aber dadurch unterschieden, dass der Prothorax jederseits
nahe der Mitte mit einem spitzen Höcker oder Dorn bewely:t ist.
Die Flügeldecken fast dreieckig und niedergedrückt, mit massig
hervortretenden Schultern und einem seitlichen, von ihnen ausgehen-
den Längskiele, ihre Spitze mehr oder weniger abgestutzt oder ge-
dornt. Beim Weibchen tritt der Ovipositor nicht hervor, noch ist
das Endsegment des Hinterleibes ausgezogen. — Arten: Loph. ca-
rinatulum Ega, fitlicjiuosinn Santarem, cirrunißexvm Ega, anilispine
Para; ausserdem gehören auch Leiopus bituberculatus und Aego-
morphus cultrifer White der Gattung an. — Ozineus, nov. gen.,
gleichsam ein Verbindungsglied zwischen der vorigen Gattung und
392 Gerstaeckrr: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Anisopodus bildend, von letzterer durch nicht verlängerte Hinter-
beine und durch die Anwesenheit von erhabenen Rippen an der
Basis der Flügeldecken unterschieden ; Seitendornen des Thorax kurz,
stets weit hinter der Mitte, häutig nahe den Hinterwinkeln stehend,
Fügeldecken abgestutzt und gezähnt, Schenkel stark abgesetzt ge-
keult: — Arten: Oz-. elongntus und inysficj/s Ega, Joc(ms Obydos und
Parä, cinerasceus Santarcm und Villa Nova, mit var. pallipes; an-
hangsweise beschrieben: Oz. slrigosus Cayenne, ifjnobilis und rotundi-
collis Rio-Janeiro. — Anisopodus (mit nochmaliger Gattungs-Cha-
rakteristik) cognalus Ega und S. Paulo, sparsus Santarem und Oby-
dos, pusillus Parä, elongalus Ega, macropus S. Paulo, gracillhnus
und ligneiis Ega, lignicola Parä und Tapajos, huvieralis S. Paulo.
(Anisopodus phalangodes Er. und arachnoides Serv. werden noch-
mals beschrieben). — Lepturg es , nov. gen., eine im tropischen
Amerika durch zahlreiche kleine Arten vertretene Gattung, welche
mit Leiopus sehr nahe verwandt ist und sich hauptsächlich durch
die sehr schlanken, verlängerten und mit starren Haaren besetzten
Fühlerglieder so wie durch die Form des Thorax unterscheidet;
letzterer ist trapezoidal, seine Seitendornen nahe den Hintereckea
stehend oder mit diesen zusammenfallend. Die Gattung ist vielleicht
nur als Sektion mit Leiopus zu verbinden. — Arten : Lept. elegan-
iulus S. Paulo, linearis Ega, flaviceps Parä, complanatus S. Paulo,
amahilis Ega, inscriplus S. Paulo, candicans, venustus und dileclv^
Ega, perelegans S. Paulo, lineatocollis Santarem, fragillimus und
pulchellus ebendaher, dclicalus und musculus S. Paulo, deliciolus
Santarem, angustatus Ega, inops S. Paulo , griseoslriatus Cupari,
alboscriptus Parä,, dulcissimus S. Paulo, obscurellus Ega und minu-
tissimus Santarem. (Auch Leiopus dorcadioides White wird als der
Gattung angehörig beschrieben, ferner anhangsweise : Leiopus amoe-
nulus Rio-Janeiro, Lepturges Barii Cayenne, spinifer, humilis und
miser Rio-Janeiro. — Par accus, nov. gen., im Habitus mit Ani-
sopodus und Lepturgus verwandt, aber durch den verlängerten, tu-
bulären Ovipositor des Weibchens und die dicken Fühler unterschie-
den, welche mehr faden- als borstenförmig und 2^l.^m2i\ so lang als
der Körper bei beiden Geschlechtern sind; Seitendornen des Tho-
rax dick, konisch, nahe den Hinterecken stehend. Vorder- uud Mit-
telschenkel stark gekeult, die hinteren allmählich gegen die Spitze
hin verdickt. — Zwei Arten: Par. ellipticus vom oberen Amazonen-
strome und rigidus von Ega. — (Bd. XHL p. 43 ff.) : Bary ss inus,
nov. gen., der Gatt. Trypanidius habituell ähnlich, auch mit Lepto-
stylus verwandt, durch die in der Mitte der Basis mit Tuberkeln
und darauf stehenden Haarpinseln versehenen Flügeldecken von
allen folgenden Gattungen, von Leptostylus durch den hervorstehen-
den Ovipositor des Weibchens und die dicken, nahe den Hinterecken
der Entomologie während der J. 1863—64. 393
stehenden Dornen des Thorax unterschieden. — Zwei Arten: Bar.
penicillatus von Santarem und bilineatus von Ega, beide an mor-
schen Zweigen lebend. — Chaetanes, nov. gen., mit Trypanidius
übereinstimmend, nur durch die an der Basis mit behaarten Leisten
versehenen Flügeldecken und durch den Mangel der Höcker am Me-
sosternum des Männchens abweichend. — Art: Chaet. setiger von
Ega und S. Paulo. — Atrypanius, nov. gen., auf Lamia con-
spersa Germ, begründet. — Frobatius Chnjseis Obydos, partüus
Parä, apicalis Ega und ramulorum Santarem. — Oxathres^ nov.
gen., von Probatius durch den hervorstehenden Ovipositor und die
verlängerte, zugespitzte letzte Rückenplatte am Hinterleibe des
Weibchens unterschieden; beim Männchen ist anstatt der letzten
Dorsalplatte (wie bei Probatius) die letzte Ventralplatte zweizähnig.
— Drei Arten: Ox. navicula Parä und Santarem, erotyloides und
muscosus EgSL. — Trichonius, nov. gen., von den beiden vor-
hergehenden Gattungen durch die abgestumpften Spitzen der letzten
Dorsal- und Ventralplatte des Hinterleibs in beiden Geschlechtern,
von Baryssinus durch den Mangel der Haarleisten auf den Flügel-
decken unterschieden. — Drei Arten: Trick, qunärivitlatus Villa
Nova, fasciatus Santarem und picticollis San Paulo. — Sp or etus,
nov. gen., von allen übrigen Gattungen der beborsteten Leiopodinen
durch lange, schmale Körperform, quadratischen Umriss des Thorax
und sehr kurze Seitendornen unterschieden. — Zwei Arten : Spor. semi-
nalis von Parä und Ega mit langem Ovipositor des Weibchens und
Spor. (subgen. Chaetissus) porcinus von S. Paulo mit kurzem Ovipo-
sitor. — (Bd. Xni. p. 144 jßf.): Seriphus^ nov. gen., von Sporetus
hauptsächlich durch das Colorit der Hautdecken ,in seidigem Grün
changirend — bei jenem grau und schwarz gesprenkelt) unterschie-
den. — Art: Ser. viridis Ega. — Oedopeza leucostigtna Ega, an-
hangsweise: Oedop. litigiosa Rio-Janeiro, guttigern Mexiko, apicalis
Guatemala. — C o s mo toma (Gattung nochmals charakterisirt) ru-
bella Parä und nigricollis Ega. — Stenoiis. nov. gen., von der
folgenden Gattung durch ganzrandiges Endsegment des Hinterleibs,
von Lepturges durch den verlängerten, leicht gewölbten Körper,
den schmalen und mit ganz kleinen Seitenhöckern versehenen Tho-
rax unterschieden. - Art: Sten. undulala Ega. — ISyssodrys,
nov. gen. Körper verlängert , borstenlos , Kopf kurz , Augen
gross. Fähler stark verlängert, sparsam beborstet. Thoraxdornen
kurz, konisch , bald entfernt von , bald nahe an den Hinterecken
stehend; Flügeldecken ohne Höcker und Seitenkiele, an der Spitze
abgestutzt, Ovipositor des Weibchens verlängert. — Arten: JSyss.
sedala und lentiginosa Ega, dnerascens Parä, coriicalis Tapajos,
spreta und binoculata Santarem, grisella, fulminans (und bispecularis
White) Ega, gultula Tapajos, incisa und stillata Ega, anceps San-
394 Gerstaecker: Bericlit üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
tarem, vilticollis S. Paulo, caiidala, süjnifera und propinqua von
Ega bis Parä, simviatu Ega, e/ßicla, deleia und rudois von Ega bis
Parä, liueolala Amazon, jitericopta Tapajos , raniea und excelsa
Eo-a; anhangsweise beschrieben: JSijss. Hynaria und dioplica von
Hio-Janeiro. — (Bd. XIV. p. 11 fi".), Ilyleitus, nov. gen., von Nys-
sodrys durch die Erweiterung und Wimperung der Vorder- und
Mitteltarsen des Männchens unterschieden, auf Leiopus coenobita
Er. begründet. — Art: //y/. decoriicans aus Venezuela, anhangsweise
beschrieben; auch Aedilis griseofasciatus Serv. gehört derselben
Gattung an. — Falavie, nov. gen., in Färbung und Behaarung der
Flügeldecken und Fühler , Form des Thorax u. s. w. mit Sporetus,
gleich nahe aber mit Colobothea verwandt; charakteristisch ist die
Behaarung der Hüften und Sterna des Männchens und der Mangel
des Ovipositor beim Weibchen. — Art : Pal. crassimanus vom gan-
zen Aniazonenstrome. — T orotiaeu s , nov. gen. Kopf und Thorax
fast gleich breit, bedeutend schmaler als die Flügeldecken, Fühler
sehr lang, mit schlanken, sparsam beborsteten Gliedern, Thorax
seitlich hinter der Miite mit leichter Protuberauz , Flügeldecken
ohne Borsten und Kiele; Endsegment des Hinterleibs beim Männ-
chen mehr oder weniger eingekerbt, Ovipositor des Weibchens stark
verlängert. — Arten: Tor. figuratus Obydos , suavis Tapajos, perfo-
rator Tapajos bis Ega, terebrans S. Paulo, virens am oberen und
unteren Amazonenstrome. — (' allip er o^ nov. gen., von allen Gat-
tungen der Acanthocinitae durch die Bildung des dritten bis sie-
benten Fühlergliedes unterschieden; dieselben sind verdickt und
unterhalb mit kurzen Borsten (ausser den gewöhnlichen langen)
dicht besetzt. — Art: Call, bella San Paulo. — Cobelura prolixa
n. A. Santarem. — Xylergat es, nov. gen. , durch den robusten
Bau und die Form des Thorax mit Acanthoderes verwandt, aber
unterschieden durch das verlängerte und allmählich verdickte Ba-
salglied der Fühler, den Schluss der vorderen Hüftgruben-Nähte,
den verlängerten, konisch-tubulären Ovipositor des Weibchens u. a. ;
von Eutrypanes in dem Mangel der von den Schultern der Flügel-
decken ausgehenden Seitenkiele abweichend. — Art: Ayl. lacteus
von Ega und San Paulo; anhangsw^eise beschrieben: Xyl. asper aus
Süd-Brasilien. — Eutrypanus (Gattung nochmals näher charak-
terisirt) 7iobilis Obydos, assula und incertus von Cupari.
Eine Anzahl besonders ausgezeichneter Arten der Gattungen
Zygocera, Abryna und Verwandter wurde von Westwood, De-
scriptions of some new species of Exotic Longicorn Beetles (Trans-
act. eutom. spc. of London. 3. ser. I. p. 625—635. pl. 24 u. 25) be-
schrieben und durch schöne Abbildungen illustrirt. Verf. consta-
tirt zunächst, dass die Gattung Zygocera Thoms. von der Dejean'-
achen gleiches Namens ganz verschieden sei und dass die beiden
der Entomologie wälirend der J. 1863 — 64. 895
von Thomson darunter beschriebenen Arten zu Callipyrga Newm.
gehören. Die eigentliche Gattung Zygocera wird vom Verf. durch
schmalen Kopf, stark genäherte Fühler mit sehr langem und beim
Männchen an der Si^itze gebüscheltem dritten Gliede, kegelförmigen,
an der Basis zusammengeschnürten, oberhalb gehöckerten und seitlich
gedornten Prothorax, an der Spitze schief abgestutzte und zwischen
Schildchen und Schultern mit einem Höcker versehene Flügeldecken
charakterisirt. Verf. beschreibt ausser Zygoc. pruinosa Mac Leay
(pl. 25. fig. 6) eine neue Art: Zyg. metallica (pl. 25. fig. 7) aus Süd-
Australien. — Von der Gatt. Abryna Newm. reproducirt Verf. so-
wohl die Newman'sche Charakteristik des Genus als die von ihm
beschriebenen Arten: Abr. coenosa. fausta. eximia und notha, wel-
che sämmtlich von Neuem, Abr. eximia in drei prachtvollen Varie-
täten, abgebildet werden; als neue Arten fügt er. hinzu: Abr. Sem-
peri (pl. 24. fig. 3) von Luzon und Newmani von Manilla (pl. 25.
fig. 5). — Eine neue Gattung Acronia ist mit Niphona, Sthenias
und besonders mit Eudesmus nahe verwandt , unterscheidet sich
aber durch unbewehrten, queren Prothorax, auflallend kurze Fühler,
deren sieben letzte Glieder gegen die vorhergehenden äusserst win-
zig erscheinen und zusammen kaum länger als das vierte sind und
dureh den Metallglanz des Körpers, an dem die Flügeldecken ähn-
liche Zeichnungen wie bei den metallisch gefärbten Abryna-Arten
haben. — Art: Act: perelegans (pl. 25. fig. 4) von Casiguran bei Lu-
zon. — Lamia ocellifera n. A. (pl. 24. fig. 5) von Luzon, eine Art,
welche Verf. vergeblich nach Thomson's Classifikation einer spe-
cielleren Gattung einzureihen versucht hat.
Chevrolat, Description d'un nouveau genre de Lamiaires
(Memoires d. 1. soc, d. scienc. de Liege XVllL p. 346 f.) begrün-
dete auf den früher von ihm beschriebenen Scopodus ? bicuspis
(Rev. et Mag. de Zool. 1858; aus Ostindien eine neue Gattung A n-r
cylistes, welche bei auff'allender habitueller Aehnlichkeit mit Til-
lomorpha sich zunächst an die Gattung Beltista Thoms. i^Cosmo-
toma Dej.) anschliesst.
P a s c 0 e (Journal of Entomol. IL p. 54) sonderte Chaetosoma
pilosum Dej. Cat. zu einer eigenen Gattung Ajjodasya, welche
dem Verf. in näherer Verwandtschaft mit Hebestola als mit Desmi-
phora und Cloniocerus (letzteres nach Dejean) zu stehen scheint.
Augen ausgerandet, Kopf klein , Fühler haarig mit fast cylindri-
schem Basal-, sehr langem dritten und kurzen folgenden Gliedern;
Prothorax bucklig, fast quadratisch, seitlich gedornt, Flügeldecken
gleich breit, Tarsen kurz , vordere Hüftpfannen gewinkelt. — Art :
Ap. pilosa aus Süd-Afrika.
Von Pasc 0 8 (Transact. ent, soc. of London 3. ser. L p. 526 ff.)
wurden ferner folgende neue Arten und Gattungen aus Neu-HoUand
396 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
bekannt gemacht: Hebecerus uiphonoiJes Port Denison , sordidus
Clarence-River und conferius Sydney, Exocentrus erinevs Port Deni-
son, ISipUona w<fsre//f/ Port Denison und o<!»/j7cr Neu-Süd-Wales, Sym-
phyleles heros aus dem Innern Nord-Australiens, fvhescens Port
Denison, decifieus Adelaide, derasvs Neu-Süd-Wales, (arinosus und
neglectus Sydney , solutus und mot atus Port Denison, munitus Cla-
rence-River, itifiestus Sydney , Hhaliphora rubeta Sydney, Penlhea
solida Clarence-River, costala Sydney, pullina West-Australien, scenica
und miliaris Port Denison, Z,ygoreia Ivgubris und cuneata Neu-Süd-
Wales, spiloptera Hunters-River. — Oricopis, nov. gen., von Zy-
gocera hauptsächlich durch das fast kegelförmig zugespitzte Basal-
glied und die Längsverhältnisse des 3. und 4. Gliedes der Fühler
(im Gegensatz zu Zygucera ist hier das dritte das kürzere) unter-
schieden. — Art: Oric. umbrosus von Port Denison (pl. 23. fig. 2). — •
Thyada, nov. gen., auf Zygocera barbicornis Pasc, begründet, von
den übrigen Zygocera-Arten durch laug und dicht gebartete Füh-
ler, gekeultes (?) und vorn zweizahniges Prosternum so wie durch
das vorn abschüssige Mesosternum unterschieden ; Abbildung pl. 22.
fig. 4. — Saperda sligmoiica Port Denison, myslica Neu-Süd-Wales,
Mycerinus liicluosus (pl. 22. fig. 5) Port Denison, uniformis ebenda-
her, liopica incivilis Port Denison und geminata Sydney. — Äli-
tnura, nov. gen., eine Saperda-Form, ohne besonders hervortretende
Merkmale; das Basalglied der Fühler ist stark entwickelt, länglich
eiförmig, das dritte Glied länger als das vierte, die Vorderschienen
etwas gebogen, die Vorderhüften gedornt. — Art: Atim. tenninata
(pl. 23. fig. 6) von Port Denison.
Derselbe (Journ. of Ent. IL p. 223 0".) machte als n. A. aus
Australien bekannt: Niphona lorosa, Symphyletes fumatvs, Angasii
(pl. IL fig. 1), egenus, vestigialis und gallus, Pentkea intricata, cras'
sicollis und picta (pl. 11. fig. 5) , lihytiphora Waterhonsei, Monocha-
mus ovinus , Microtragvs Walerhousei. — Ithetim, nov. gen., eine
lineare Saperden-Form mit cylindrischem Prothorax, kurzen, die
halbe Körperlänge wenig überragenden Fühlern, deren Basalglied,
besonders aber das dritte und vierte langgestreckt sind und welche
bis zur Spitze Wimperhaare tragen; Flügeldecken lang und schmal,
an der Spitze ausgerandet, Beine kurz mit einfachen Klauen. —
Zwei Arten: Ith. vittigerum (pl. 11. fig. 9) und lineare aus Süd-Au-
stralien.
Derselbe (ebenda IL p. 270 ff. pL 13) charakterisirte fol-
gende neue Afrikanische Gattungen und Arten: 1\ onyma , nov. gen.,
von Aeschopalaea besonders durch divergirende Fühlerhöcker und
die dadurch weit von einander eingelenkten Fühler unterschieden.
— Art: Non. egregia von Port Natal. — Biasniia, nov. gen.. aus
der Exocentrus -Gruppe, in dieser durch beborstete Fühler und ein-
der Entomologie während der J. 1863—64. 397
fache Flügeldecken ohne Dornen und Vertiefungen, welche selbst
mehr als sonst niedergedrückt erscheinen, ausgezeichnet. — Art: B.
guttata Port Natal. — Isse, nov. gen. aus derselben Gruppe, in
ihren Eigenthümlichkeiten nicht näher vom Verf. erörtert. — Art:
Is. punctata Pt, Natal. — Hecyra frontalis n. A. aus dem Damara-
Lande. — Oeax, nov. gen., auf Acmocera triangularis White be-
gründet. — Id actus, nov. gen., von Acmocera durch den Mangel des
Endhakens der Fühler, die Kürze des Prothorax, die den Vorder-
hüften fast aufliegenden Mandibeln u. s. w. unterschieden. — Art:
Id. tridens von Port Natal. — Emphr e us, nov. gen., für Acmocera
ferruginosa White errichtet. — Chreostes, nov. gen., von Phry-
neta durch kleine, seitliche Augen unterschieden. — Art: Chr. ephip-
piatus von Pt. Natal. — Hag es ata, nov. gen., von Anoplostetha
durch eine Querfurche oberhalb des Epistom, gezähntes Prosternum,
grössere Augen, länglichere Flügeldecken und längere Hintertar-
sen, ausserdem durch sehr abweichendes Colorit unterschieden. —
Art: Hag. Foxcroftii von Sierra Leone. — Imalmus , nov. gen.,
von der vorhergehenden Gattung durch kleine, auf der Stirn nicht
genäherte Augen, grosse Mandibeln, kürzere Fühler, gedrungenere
Gestalt u. s, w. abweichend. — Arten : Im. capito und fntidicus von
Old-Calabar. — Phryneta sutvralis n. A. ebendaher. — Oriaethus,
nov. gen. , habituell am meisten mit Phrissoma umbrinum White
übereinstimmend, doch durch sehr lange Fühler beider Geschlechter,
ihre Dünnheit, quadratischen Prothorax, hinten abschüssige, schul-
terlose, kurz eiförmige Flügeldecken u. s. w. abweichend. — Art:
Or. longicornis von Port Natal. — Opsies, nov. gen., von allen
übrigen Dorcadionen - Gattungen durch die Länge des ersten Füh-
lergliedes, welches dem dritten und vierten zusammen gleich ist,
ausgezeichnet. — Art: Ops. capra von Port Natal. — Ap omemp sis,
nov. gen., auf Parmena bufo Chevr. begründet. — Fhantasis heros
n. A. Pt. Natal. — ElUhiot es, nov. gen., durch eine den ganzen
Körper bedeckende borstige Behaarung von der sonst nahe ver-
wandten Gattung Phaula Thoms. unterschieden ; Kopf vorn quer, ohne
Fühlerhöcker, Fühler kürzer als der Körper, entfernt stehend, die
Glieder vom dritten an allmählich kürzer werdend. — Art: El.
hirsuta Pt. Natal. — Hyngnis, nov. gen. aus der Apomecynen-
Gruppe, habituell der Gattung Rhopica ähnlich, besonders durch
ungewöhnliche Länge der Fühlerhöcker ausgezeichnet. — Art: H.
fistularius Vt.'Na.ta,\. — Aiybe, nov. gen., zwischen Cloniocerus und
Eethoea die Mitte haltend, mit ersterer im Umriss und der Körper-
bekleidung, mit letzterer in dem erhabenen Scheitel und den weit
getrennten, borstenförmigen Fühlern übereinstimmend. — Art: At.
Planta von Madagascar. — C ormia , nov. gen., von Albana durch
kürzeres Basalglied und langes drittes Glied der Fühler, so wie
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. AA
398 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
durch urijs^leichinässige Flügeldecken unterschieden. — Art: Corm.
ingrata Port Natal. — Sophroniifa carbonaria n. A. Cap, Alphitopola
ficivora Port Natal, inlricala ebendaher, Eunidia fuha und timida
Port Natal. -- Syessita, nov. gen., von Eunidia durch dickere
Fühler, mehr niederg(?drückten Körper, seitlich leicht gezähnten
Prothorax und längsgestreifte Flügeldecken abweichend. — Arten :
Syes. vestigialis, divisa und dtiplicata von Port Natal. — Hyllisia,
nov. gen., ^ von Agapanthia und Calamobius durch aufrecht stehende
und genäherte Fühlerhöcker unterschieden, sonst mit letzterer Gat-
tung wesentlich übereinstimmend. — Art : Hyll. steniderides von
Port Natal. — Ebenda p. 290: Cri odule, nov, gen., von Nonyma
durch flacher gedrückten Körper, länglichen, an der Basis schmaleren
und seitlich schwach gezähnten Prothorax, längeres drittes Fühler-
glied u. s. w. unterschieden. — Art : Cr. strigata von Port Natal.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. III. p. 6 ff.)
begann seine Bearbeitung der von Wallace auf dem Indischen
Archipel gesammelten Lamiarien mit den Gruppen der Acanthocini-
den, Exocentriden und Niphoniden. Erstere ist in Ostindien durch
14 Gattungen vertreten, welche mit Ausnahme dreier, vom Verf.
früher charakterisirten sämmtlich neu sind : 1) Acanista, nov. gen.
mit langgestrecktem Metatarsus der Mittel- und Hinterbeine und
auffallend verlängertem, bis zur Flügeldecken-Basis reichenden Ba-
salgliede der Fühler, welche sonst wie bei Astynomus gebildet sind.
— Art: Ac. alphoides (pl. 1. fig. 3) von Mysol. — Driopea Pasc. 2
Arten. — 2) Chydaeopsis, nov. gen., von Driopea durch schmale-
ren, seitlich nicht gezähnten Prothorax, mehr zusammengedrückten
als abgeflachten Körper und kürzere , gekrümmte Vorderschienen
abweichend. — Art: Chyd. fragilis (pl. 1. fig. 1) von Sarawak. —
3) F olimeta, nov. gen, , auf Ostedes spinulosa Pasc, begründet,
bei welcher der Prothorax in beiden Geschlechtern gleich und seit-
lich gerundet ist. — Zwei Arten. — Ostedes Pasc. 1 Art. — 4)
Eoporis, nov. gen. Metatarsus der Mittel- und Hinterbeine noch
stärker verlängert als bei allen vorhergehenden Gattungen ; Hinter-
schenkel stark keulenförmig verdickt, Basalglied der Fühler an der
Spitze eingeschnürt. — Art: Eop. elegans (pl. l.fig. ß), von Singa-
pore bis nach Neu - Guinea verbreitet. — 5) Fithomictus, nov.
gen. gleich den folgenden Gattungen mit kurz dreieckigem Meta-
tarsus der hinteren Beinpaare; ausser den von einander entfernt
stehenden Fühlerhöckern durch erweiterte Vordertarsen ausgezeich-
net. Habitus ähnlich wie bei Probatius, Zeichnung mehr an Clytus
erinnernd. — Art: Pitli. decomlus (pl. 2. fig. 1) von Morty. — 6)
Opsiolens, nov. gen. Vordertarsen nicht erweitert, Basalglied
der Mittel- und Hintertarsen länger als die beiden folgenden zu-
sammengenommen. - Art: Ops. adversus (pl. 2. fig. 7) von Malacca.
der Entomologie während der J. 1863—64. 399
— 7) Mynon ebra, nov. gen. Basalglied der Mittel- und Hinter-
tarsen kürzer als die beiden folgenden zusammengenommen, Pro-
thorax länglich. — Fünf neue Arten, — 8) Clodia, nov. gen.
Prothorax mehr in die Quere entwickelt, Basalglied der Fühler
länger und stärker angeschwollen, Fühler lang und haarig. — Art :
Cl. sublineata (pl. 1. fig. 8j von Batchian. — 9) Olmo tega, nov. gen.,
von der vorhergehenden Gattung durch die zweibucklige Scheibe des
Prothorax und durch unterbrochene erhabene Längsschwiele der Flü-
geldecken abweichend. — Art: Olm. cineiaseens (pl. 1. fig. 5) von
Kaioa. — 10) P hyx tum, nov. gen., eine sehr eigenthümliche, kurze
und breite Form mit stark in die Quere entwickeltem und scharf
gedorntem Prothorax und stumpf eiförmig abgerundeten Flügel-
decken, der Brasilianischen Gattung Onychocerus gleichend. — Drei
Arten: Phyx. bufonium (pl. 2. fig. 3) von Batchian, scorpioides von
Aru und ignarum von Mysol. — Acalolepta Pasc. 1 Art. — 11)
Aeschopalaea, nov. gen., von den übrigen Gattungen mit ver-
kürztem Metatarsus durch an der Basis genäherte Fühlerhöcker
unterschieden. — Vier Arten, z. B. Aesch. agraria (pl. 1. fig. 2) von
Ceram. — Die zweite Gruppe der Exocentriden wird durch 22 Gat-
tungen vertreten, von denen 4 bereits beschrieben sind: Exocentrus
Muls. 5 A. — 1) Sciades, nov. gen., auf Leiopus suffusus Pasc,
begründet, mit 3 Arten. — Contoderus Thoms. 1 A. — 2) Ems,
nov. gen., von Contoderus durch kurzen Seitendorn des Prothorax
unterschieden; Tarsen linear. Sieben Arten, z. B. En. intinctus
(pl. 2. fig. 5) von Dorey. — 3) Ip ochira, nov. gen., Metasternum
verlängert, Vordertarsen beim Männchen erweitert, Prothorax mit
kurzem Dorn. — Art: Ip. perlaia (pl. 2. fig. 4) von Gilolo. — 4)
Ombrosaga, nov. gen., mit drei Dornen zu jeder Seite des Pro-
thorax. — Art: Ombr. maculosa (pl. 2. fig. 6) von Tondano. — 5)
Myromeus, nov. gen., von Enes durch dreieckige Tarsen unter-
schieden. — - Art: Myr. subpidi/s von Ceram. — 6) X a enapla,
nov. gen., von Ombrosaga durch den jederseits mit einer unregel-
mässig gezähnten Linie versehenen Prothorax abweichend. — Art:
Xaen. latimann (pl. 3. fig. 3) von Sarawak. — 7) 31 iaenia, nov.
gen. Körper behaart, Fühler fast doppelt so lang als dieser, ihr
drittes und viertes Glied doppelt so lang als das erste. — Arten:
M. marmorea (pl. 3. fig. 6) von Salwatty, irrorala von Batchian und
perversa von Mysol. — 8j Aego cidnus , nov. gen. Fühler gleich-
falls fast von doppelter Körperlänge , aber das dritte und vierte
Glied kaum länger als das erste. — Arten: Aeg. grammicus (pl. 3.
fig. 2) von Buru, jubatus von Macassar, ignarus von Sula und costu-
latus von Banka. — Phlyarus Pasc. 1 A. ~- 9) Athylia, nov. gen.
Fühler mit verdickten Gliedern, Taster zugespitzt, Scheibe des Pro-
thorax unbewehrt, derselbe der Quere nacli gefurcht, Hinterschie-
400 Gerstaecker: Bericht üb. «1. wissensch. Leist. im Gebiete
neu tief ausgerandet. -Art: Ath. avnra (pl. 3. fig. 11) von Ternate.
— 10) C ampt oinynCi nov. gen., von Athylia durch einfache, nicht
ausgerandete Ilinterschienen abweichend. — Drei Arten, z. B. C.
bicolor (pl. 3. fig. 10) von Batchian. — Gyaritus Pasc. 3 Arten. —
11) Axiiiylliuiu, nov. gen., abweichend von den vorhergehenden
Gattungen, mit Ijeilfurmigen Tastern; Fühler innen mit langen Haa-
ren gefranzt. -- Art: 8) Ax.varium (pl. 3. fig. 8) von Sarawak. — 12)
Emeopedus, nov. gen. Prothorax seitlich unbewehrt, Basalglied
der Fühler von normaler Länge, Augen ausgerandet; Fühler dümi,
borstenförmig, erstes Glied schlank, cylindrisch. — Drei Arten, z. B.
Em. solutus (pl. 3. fig. 5) von Batchian. — 13) Ne$ omomus, nov.
gen., von der vorigen Gattung durch kurzes und dickes Basalglied
der Fühler unterschieden. — Art : Nes. serrus (pl. 2. fig. 8) von
Morty. — 14) Egesina, nov. gen. Fühler verdickt, aber nicht
spindelförmig, Prothorax an der Basis eingeschnürt. — Art: Eg.
riyida (pl. 3. fig. l:i) von Singapore. — 15) Enispia, nov. gen.
Fühler ebenso, Prothorax aber fast durchweg gleich breit, erstes
Fühlerglied fast cylindrisch. — Art: En. venosa (pl. 3. fig. 1) von
Java. — 16) Ebaeides, nov. gen. Fühler spindelförmig, die mitt-
leren Glieder verdickt und mit langen Haaren unregelmässig ge-
franzt. — Fünf Arten, z. B. Eb. monstiosa (pl. 3. fig. 7) von Sara-
wak. — 17) V y e m u s , nov. gen., auf Gyaritus laevicollis Pasc, be-
gründet. 2 Arten. — 18) Oloessa. nov. gen., durch getheilte Au-
gen und sehr langes Basalglied der T'ühler ausgezeichnet. — Art:
Ol. minula (pl. 3. fig. 4) von Arn. — Die dritte Gruppe der Nipho-
niden endlich umfasst 18 Gattungen, von denen 13 hier zuerst be-
schrieben werden: Ij A e y otn omufi , nov. gen., von Abryna durch
schmalen Kopf unterschieden; Flügeldecken ungerippt, Prothorax
einfach gewölbt, ohne Mittellinie. — 19 Arten, darunter: Niphona
pullata und insularis Pascoe. — 2) Atypo lis, nov. gen., der vori-
gen Gattung sehr ähnlich, der Prothorax aber mit feiner Mittel-
linie. — Fünf Arten, z. B. At. shimina (i)l. 4. fig. 7; von Arn. —
3) E schar od es, nov. gen. Flügeldecken an der Basis mit erha-
benen Leisten, Aurjsenrand der Vorderschienen gerade. — Vier Ar-
ten, z. B. Escit. interruplus (pl. 5. fig. 1) von Morty. — 4) Axio-
ihea, nov. gen. Flügeldecken gleichfalls mit erhabenen Leisten,
der Aussenrand der Vorderschienen aber gebogen. — Drei Arten,
z. B. A.T. distlncla (pl.4. fig- 6) von Ceram. — 5) S o t ad es , nov.
gen. , von Maochotypa Thoms. durch vorn abschüssiges Prosternum
unterschieden. — Vier Arten, z. B. Sol. plalypvs (pl. 6. fig. 4) von
Ternate. — Symphyletes Newm 3 Arten. — 6) Eczemotes, nov.
gen. Drittes Fühlerglied wie bei Symphyletes länger als das vierte,
das erste aber nicht gekeult, sondern fast cylindrisch. — Drei Ar-
ten, z. B. Pcnthea conferta Pasc. — Aelara Thoms. 1 A. (Niph.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 401
arrogans Pasc). — Ischioplites Thoms. 1 A. (Symphyl. metutus Pasc).
— Abryna Newm. 2 Arten. — Maechotypa Thoms. 1 A. — 7) Ex-
arrhenus, nov, gen. Mesosternum vorn gerundet, drittes Fühler-
glied länger als das vierte, erstes leicht gekeult. — Art : Ex. egens
(pl. 5. fig. 5) von Saylee., — 8) M en y litis , nov. gen. Mesosternum
hervortretend. Stirn concav, Tarsen nicht erweitert, Vorderhüften
des Männchens gedornt. — Art: Men. maculicornis (pl. 5. fig. 6) von
Aru. — 9) Dax ata, nov. gen., von Exarrhenus durch das an der
Spitze stark erweiterte Basalglied der Fühler unterschieden. —Art:
Dax. camelus (pl. 4. fig. 2) von Sarawak. — 10) D y stasia , nov.
gen., von Menyllus durch die beim Männchen ungedornten Vorder-
hüften abweichend. — Zwei Arten: Dyst. seniicana von Singapore
und circulata (pl. 5. fig. 4) von Sarawak. — 11) Mispila. nov. gen.
Mesosternum vorn gerundet, drittes Fühlerglied kürzer als das vierte,
Flügeldecken kurz dreieckig. —Art: Misp. venosa (pl. 5. fig. 2) von
Sarawak. — 12) Dryusa, nov. gen., von der vorigen Gattung
durch mehr längliche Flügeldecken unterschieden. — Vier Arten,
z. B. Dr. doiala (pl. 5. fig. 3) von Batchian. — 13) Mphotheata,
nov. gen. , von Ischioplites Thoms. durch den vorn quadratischen
Kopf und die kleinen Augen abweichend. — Art: Xiph. Saundersii
(pl. 5. fig. 7) von Batchian.
Mulsant und Key (Annal. soc. Linneenne de Lyon X. p. 147 ff.,
Opusc. entomol. XIII. p. 147 ff.) beschrieben als n. A. : Doicadion
Blanchardi Persien , Felleti Smyrna , inlerruptum Constantinopel,
sparsum und frontale ebendaher, segne Smyrna, Hampii und infer-
nale Persien, Leiopus constellatus Batum (L. nebulosus und punctu-
latus werden gleichfalls charakterisirt), Exocentrus signatus Con-
stantinopel, Phytoecia annulipes Caramanien, manicata Syrien und
fuscicornis Griechenland und Constantinopel.
Phytoecia obscura und Agapanthia Pyrenoea Brisout de
Barneville (in Grenier's Catalogue p. 116 ff.) n. A. aus Südfrank-
reich, Dorcadion cretosum und suturntum Ferrari (Wien. Entom.
Monatsschr. VIII. p. 479 ff.) n. A. von Achalzich (Grusinien), Phy-
toecia albovittigera und fuscicornis v. Heyden (Berl. Ent. Zeitschr.
VII. p. 130) n. A. aus der Türkei, Stenidea Hesperus WoUaston
(Journ. of Entomol. II. p. 110) n. A. von Hierro, Brachychilus mo-
destus Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 383) n. A. von Chile.
Lepturidae. — Pascoe (Journ. of Entomol. II. p. 240 f.,
pl. 11. fig. 3) machte eine recht merkwürdige Neuholländische Gat-
tung Earinis bekannt, welche habituell an die Malacodermen-Gat-
tung Carphurus erinnert, indem der Hinterleib die Spitze der Flü-
geldecken bedeutend überragt. Augen nierenförmig, hervorstehend.
Fühler weit getrennt, von % ^^^ Körperlänge, einfach, Prothorax
vorn und hinten abgeschnürt, hinter der Mitte seitlich gewinkelt,
402 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Flügeldecken von den Schulterwiukeln ab allmählich verschmälert,
an der Spitze klaffend. — Art: Ear. inimula (pl. 11. fig. 3) aus Süd-
Australien. — Afiapeie Kruesleri n. A. ebendaher.
Derselbe (ebenda II. p. 286) cbarakterisirte ferner eine
neue Gattung Olleissa, welche sich von Toxotus durch das gleich
lange dritte bis sechste Fühlerglied, den unbewehrten Prothorax
und das abschüssige Mesosternum unterscheidet. — Art: Ott. se-
ricea von Port Natal.
Mulsant und Hey (Annal. soc. Linn. de Lyon X. p. 169 ff.,
Opusc. entom. XIII, p. 169 fl\) machten folgende neue Arten bekannt:
Vesperus flaveotus aus Algier, ociilaris aus Smyrna, Apatophysis
toxotoides Chevr., Strancjalia lanceolata aus Spanien. Leylurn moti-
lana aus Cypern, Fall acta (nov. gen., neben Grammoptera) lon-
gicollis von Batum, Vadonia grandicoliis aus Smyrna und Grammo-
ptera auricollis aus Algier.
Costa (Entomol. della Calabria ulteriore p. 24. tav. 1. fig. 5;
machte Leptura excelsa als n. A. aus Calabrien nach beiden Ge-
schlechtern durch Beschreibung und Abbildung bekannt. Stierlin
(Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 153) Strangalia armata var. nigricornis
aus Palermo, Schaufuss (Rev. et Magas. de Zool. XV. p. 121) Stran-
galia armata var. manca aus Spanien.
Chrysomelinae. Westwood, Descriptions of some new spe-
eies of Coleopterous Insects belonging to the Eupodous Phytophaga,
natives of the Old World and Australia (Transact. entom. soc. of
London, 3 ser. II. p. 271— 280;. Die hier beschriebenen neuen Arten
gehören den Gruppen der Sagriden und Megalopiden an.
Baly, Descriptions of new Phytophaga (ebenda 3. ser. I. p. 611
— 624;. Meist Asiatische und Australische Arten aus verschiedenen
Gruppen der Chrysomelinen.
Derselbe, Descriptions of uncharacterized genera and species
of Phytophaga (ebenda 3. ser. IL p. 223—243). Beschreibung von
32 neuen Arten verschiedener Gruppen; unter den Gallerucarien
wird eine Anzahl neuer Gruppen aufgestellt.
Derselbe, Descriptions of new genera and species of Phy-
tophaga (Annais of nat. hist. 3. ser. XIV. p. 433 - 442). Neue Arten
aus den Gruppen der Sagriden, Megalopiden und Gallerucarien.
Derselbe, Descriptions of some uncharacterized genera of
Phytophaga (Entomol. monthly magaz. I. p. 13:5 — 136). Die neuen
Gattungen gehören den Eumolpiden und Gallerucarien an.
Haml. Clark, Descriptions of new Australian Phytophaga
(Journal of Entomol. IL p. 247 — 263. pl. 12) Beschreibung neuer
Arten aus den Gruppen der Sagriden, Crioceriden, Eumolpiden,
Chrysomelinen und Gallerucarien vom Festlande Australiens und
den Feejee-Inseln.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 403
Sagridae. — Mecynodera Balyi vom Hunter-River in Neu-
HoUand und Ametalla W-niqra vom Swan-River n. A. von West-
wood (Transact. ent. soc. 3. ser. II. p. 271f.), eine zweite Mecy-
nodera Balyi aus Neu - Holland von Clark (Journ. of Entomol. II.
p. 248. pl. 12. fig. 1) beschrieben und abgebildet. — Sagra mutabilis
n. A. von Cambodja und Livingstonii n. A. vom Zambesi, durch Baly
(Annais of nat. bist. 3. ser. XIV. p. 433 f.) bekannt gemacht.
Psathyrocenis nigvipes, YaUlivianus, rvfus, flavescens und Or-
sodacna grandis Philippi (Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 383 f.) n. A.
aus Chile.
Donacia e. — Donacia Lacordairei Perris (Annal. soc. entom.
4. ser. IV, p. 300) u. A. aus Spanien.
Suffrian (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 86 f.) beschrieb die von
Lacordaire nicht gekannte Donacia Javana Wied. nach einem aus
Celebes stammenden männlichen Exemplare.
Crioceridae. — Baly (Transact. entom. soc. 3. ser. I.
p. 612 f.) machte Lema militaris n. A. aus Neu - Guinea, Crioceris
Bohemani aus Süd-Afrika, lateritia aus Nord-China, Clarkii aus Ce-
ram, Pfeifferi aus Amboina, terminata von Ternate und Batchian,
obesa aus Amboina, (ebenda 3. ser. IL p. 223) Lema gravida n. A.
von Port Natal bekannt.
Clark (Journ. of Entomol. II. p. 249) Crioceris fuscomaculata
und multipunctala als n. A. aus Neu-Holland.
Power (Zoologist p. 8735. Entom. Annual f. 1864. p. 70) Zeu-
gophora Turner i als n. A. aus England.
Suffrian (Stett. Ent. Zeit. XXIV. p. 227 f.) gab eine nähere
Charakteristik der seltenen und auch Lacordaire unbekannt ge-
bliebenen Lema collaris Say, welche er mit L. brunnicollis in Ver-
gleich bringt.
Megalopidae. — Westwood (Transact. entom. soc. of
London 3. ser, IL p. 272—280) machte folgende neue Arten und
Gattung bekannt: Poecilomorpha Wcstermanni Guinea, Balyana Süd-
Afrika. Gerstaeckeri Java, Lacordairei Old-Calabar, parvula, tnurina,
Calaharica und tariabilis ebendaher, Tetnnaspis arida Borneo, Cu-
mingii Manilla, chrysopyga Old-Calabar, Bengalensis Ostindien, lugn-
bris Madagascar , Leucastea rubidipennis Port Natal, concolor Port
Natal und Zulu, atripcnnis Old-Calabar, dimidiata Port Natal, We-
slermanni Guinea, antica Port Natal, ephippiata West-Afrika. —
P e drill i a, nov. gen., von Temnaspis durch kleinere und gedrun-
genere Statur, hinten stark gewölbte Flügeldecken, vor der Mitte
stark eingeschnürtes Halsschild, verlängerte Fühler, deren Glieder
vom 3. an allmählig dicker, aber nicht gesägt sind, unterschieden.
Vorderrand der Unterlippe fast gerade abgestutzt, Hinterschenkel
404 Gers ta ecke r: Bericht üb. d. wisseiisch. Leist. im Gebiete
verdickt, nicht gedornt, Schienen gekrümmt, Klauen an der Basis
stark erweitert. - Art: Pedr. lungicornis von Bombay.
Baly (Annais üf nat. bist. 3. ser. XIV. p. 435 f.) Temnaspis
Mouholi als n. A. aus Cambodja und Foecilotuoipha Thureyi als n. A.
von Old-Calabar, (Transact. entom. 3. ser. I. p. 616) Mastostelhus
Philemon als n. A. vom oberen Amazoneustrom.
Clythridae. — Baly (Transact. entom. soc. 3. ser. IL
p. 224) beschrieb Clythra (Diapromorpha) Walleri vom Zambesi und
(Feploptera) tibialis von Port Natal als n. A., Philippi (Stett.
Ent. Zeit. XXV. p. 386 f.) Chlamys picla und mmuta als n. A aus
Chile, Fairmaire (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 646) Gynan-
drophthalma aeneopicta als n. A. aus Algier.
Allard, Description d'une nouvelle espece de Clythra et
tableau synoptique du sous-genre Lachnaea (ebenda 4. ser. IV. p. 383
— 386) beschrieb Lachnaea hirlipes als n. A. von Madrid und stellte
die zwölf bekannten Arten der Untergattung Lachnaea in einer ana-
lytischen Tabelle zusammen.
Cryptocephalidae. — Der bewährte Monograph dieser
durch die Zahl und Eleganz ihrer Arten mehr als durch Mannig-
faltigkeit der Charaktere hervorstechenden Chrysomelinen-Gruppe hat
sich schliesslich auch an die Bearbeitung der Süd - Amerikanischen
Arten- gemacht, um mit dieser seine ebenso umfangreiche als mit
musterhafter Sorgfalt und Umsicht durchgeführte Monographie der
Cryptocephaliden zum Abschluss zu bringen. Die erste Hälfte dieser
von Suffrian »Zur Kenntniss der Süd -Amerikanischen Cryptoce-
phalen« betitelten Arbeit macht den grösseren Theil des 15. Bandes
des Linnaea entomologica (p. 1 — 342) aus und erstreckt sich bisjetzt
auf die beiden Gattungen Monachus und Cryptocephalus. Verf. be-
rührt in der Einleitung zunächst die sich für Süd -Amerika darbie-
tenden Zahlenverhältnisse , welche diesen Welttheil als den an
Cryptocephaliden bei weitem am reichsten erscheinen lassen: sodann
die von den übrigen Welttheilen wesentlich abweichende Verthei-
lung der Arten auf die Gattungen, welch' letztere hier gleichzeitig
die Eigenthümlichkeit erkennen lassen, dass sie ihre sonst streng
durchgeführte Abgränzung von einander durch allmählige Ueber-
gänge einbüssen. Verf. schätzt die überhaupt existirenden Süd-Ame-
rikanischen Cryptocephalen auf mehr als 600, die der gegenwärtig
in den Sammlungen vertretenen auf 400; dagegen beschränkt sich
die Zahl der bisher beschriebenen auf 65. Von den einzelnen Gat-
tungen ist Monachus durch eine überraschend grosse Zahl von Arten
repräsentirt, indem bereits gegenwärtig dem Verf. deren 62 vor-
liegen : und wenn daher schon diese Gattung einen wesentlichen
Zug für den Charakter der Süd - Amerikanischen Cryptocephalen-
Fauna abgiebt, so geschieht dies noch in höherem Maasse durch die
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 405
an Arten besonders prävalirende Pachybrachys-Gruppe, welche die-
jenige der ächten Cryptocephalen sehr beträchtlich an Umfang über-
wiegt. Im Gegensatz zu Nord- und Mittel-Amerika bieten aber die
Pachybrachys-Formen hier die Eigenthümlichkeit dar, dass die bei
weitem geringere Artenzahl. an dem eigentlichen Pachybrachys-Typus
festhält, die grosse Mehrzahl dagegen der Scolochrus - Form ange-
hört, während es schliesslich auch nicht an solchen Formen fehlt,
welche beide Gattungen allmählich in einander überführen. Unter
der Gattung Cryptocephalus hat Verf. wie früher die habituell dif-
ferenten Formen zu besonderen Rotten vereinigt, deren Beziehungen
zu den bereits früher aufgestellten erörtert werden; die von Stäl
als besondere Gattungen, Mylassa und Mecostethus abgezweigten
Arten glaubt er gleichfalls nur als solche der Gattung unterzuord-
nende, habituell differente Formen ansehen zu müssen. In diesem
Umfange angenommen, umfasst die Gattung Cryptocephalus in der
vorliegenden Bearbeitung 95 Arten.
Derselbe i^Stett, Entom. Zeit. XXIV. p. 225 f.) besprach die
Synonymie einiger von Faimaire, Graells u. A. in neuerer Zeit
beschriebenen Arten, beschrieb (ebenda XXV. p. 263 ff.) Crypioce-
phalus Beckeri als n. A. von Sarepta, welche jedoch nach Dohrn's
Bemerkung mit dem kurz zuvor publicirten Crypt. Ergenensis
Moraw. zusammenfällt , und vereinigt auf die Untersuchung der
Original-Exemplare hin Crypt. 12-plagiatus Fairm. mit Cr. Cynarae
var., Cr. brachialis Muls. mit Cr. populi und Cr. Raphaelensis Gaut.
mit Cr. politus Suffr.
Nach Dohrn (ebenda XXV. p. 195) ist ferner der von Stier-
lin (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 499) beschriebene Cry-
ptocephalus aeneus n. A, von Sarepta identisch mit Cr. lateralis
Suflfr. und Pachybrachys astragali Stierlin (ebenda) n. A. von Sarepta
= Pach. vermicularis Suffr.
Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 301j charakterisirte
eine Varietät des Cryptocephalus nigridorsum Chevr. aus Algier.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVI. p. 181 f.)
Cryptocephalus bardus und distensus, ferner Maslacanthus arcustria-
tus als n. A. von Cuba. Erstere Art ist möglicher V^''eise nur Va-
rietät von Cr. tortuosus Suffr., letztere vielleicht das Weibchen
oder Varietät von Cr. punctatus Suffr.
Eumolpidae. — Baly, An attempt at a Classification of
the Eumolpidae (Journ. of Entomol. II. p. 143 — 163) beabsichtigt,
eine systematische Gliederung der Eumolpiden in Gruppen und Gat-
tungen vorzunehmen und hat damit begonnen, die Gattungen einer
von ihm aufgestellten Gruppe »Adoxinae« zu charakterisiren. Falls
eine zu denselben gehörende Art bereits bekannt ist, wird dieselbe
406 Gerstaecker: Bericlit üb. cl. wissensch. Leist. im Gebiete
nur namentlich darunter aufgeführt, sonst eine einzelne unter der
neuen Gattung charakterisirt: eine Art der Publikation, welche
offenbar ihre misslichen Seiten hat, da sich die Berechtigung einer
Gattung erst durch genaues Eingehen auf möglichst viele Arten er-
kennen lässt. Verf. bespricht zunächst die Abgränzung der Eumolpiden
und besonders ihre Beziehungen zu den Chrysomelae genuinae; dem
von Stäl hervorgehobenen Unterschied in der Form der Vorder-
hüften , welche bei den Chrysomelen quer , bei den Eumolpiden
mehr oder weniger kuglig sind, fügt Verf. einen zweiten hinzu,
welcher in dem bei den Chrysomelen queren, bei den Eumolpiden
dagegen quadratischen vorderen Episternum liegt. Nach den hierauf
folgenden Mittheilungen Bat es' über die von ihm im Thale des
Amazonenstromes gesammelten und beobachteten Arten sind die
Eumolpiden (wie dies schon aus dem Bestände grösserer Samm-
lungen hervorgeht) in den Tropengegenden Süd-Amerika's ungleich
viel stärker vertreten als die Chrysomelen, indem sich ihr Ver-
hältniss zu letzteren wie 250 : 55 stellt ; es ist dies um so auffal-
lender, als in Europa auf 236 Chrysomelen nur 18 Eumolpiden
kommen, erklärt sich aber nach Bates aus dem Ueberwiegen der
Baumvegetation der Urwälder, auf welche die Eumolpiden ange-
wiesen sind. — Die Gruppe der Adoxinae, bei welcher die vorderen
Episternen stets nach unten längs der Aussenseite der Vorder-
hüften ausgezogen sind, der Körper behaart oder beschuppt, der
Thorax in der Kegel fast cylindrisch mit meist verstrichenem Sei-
tenrand, die Fühler fadenförmig, die Schenkel meist unterhalb be-
wehrt, die hinteren Schienen einfach und die Klauen mit einer
Ausnahme gespalten erscheinen, umfassen nach der Eintheilung des
Verf.'s 20 Gattungen, deren Unterschiede in einer analytischen Ta-
belle erörtert werden. Es sind folgende: Adoxus Kirby (A. vitis
Lin.), Aoria nov, gen. (auf Adoxus nigripes Baly begründet), S la-
st mus nov, gen. (durch den buckligen Thorax, tuberkulirte Flügel-
decken und eigenthümliche Form verschiedener Fühlerglieder aus-
gezeichnet; Art: Sias, rugosvs von Singapore), Trichotheca Baly,
Xanthonia, nov. gen. (auf Xanlli. Stevensi n. A. aus Canada be-
gründet), Lypesthes (nov. gen., für Fidia atra Motsch. aus Japan
errichtet), Xeculla (nov. gen., Typus: Adoxus pollinarius Baly),
Fidia Dej. (Typus: Fidia lurida Dej.), Aviexis fnov. gen. für AvI.
niiiricollis n. A. aus Sarawak), Brevicolaspis Lap., Nephrella (nov.
gen., für ISepkr. elougata n. A. von Ceylon, Habrophora Erichs.,
Piomera (nov. gen., für l\ hrachiaUs n. A. von Borneo), Meta-
xis (nov. gen., für Met. sellnla n. A. von Borneo), Leprotes (nov.
gen., für Adoxus gracilicornis Baly von Hongkong), Demotina
(nov. gen., für Dem. scnlellata und Bowrinfjii n. A. aus China, H e-
miplaty s (nov. gen., für Hern. Fascoei n. A. aus Cambodja), Apo-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 407
lepis (nov. gen.. für Ap. aspera n. A. von Borneo), Lepina (nov.
gen., für Lep. inconspicua n. A. von Piilo Penang) und Aul a c o-
lepis (nov. gen. für Aul. Monholi n. A. von Slam".
Derselbe (Descriptions of new genera and species of Eu-
molpidae, ebenda II. p. 219 — 223) beschrieb Bromius Philipp inensis
n. A. Philippinen, Hebe Siam, evanescens Penang, Bohevinni Port
N^atal, Chrifsolnmpra Mouhoti Siam. — Clisilheva, nov. gen. Kör-
per gleichbreit, stark gewölbt, Fühler krältig, zusammengedrückt,
an der Basis und Spitze verschmälert , Thorax seitlich gerandet,
Beine einfach mit appendikulirten Klauen; Prosternum verlängert,
hinten stark erweitert, vordere Epimeren trapezoidal. — Art: Clis.
nigricornis vom- Amazonenstrome. — Chrysodina, nov. gen. Kör-
per kurz, oval, gewölbt, Kopf fast in den Thorax eingesenkt, Füh-
ler kurz und stark mit fünfgliedriger , schlanker Keule; Thorax
quer, mit gerundeten, vorn abschüssigen Seiten. Flügeldecken seit-
lich an der Basis undeutlich gelajjpt, Klauen mit Anhang, Proster-
num an der Basis abgestutzt, vordere Epimeren quer. — Art : Chrys.
ignea von Ega. — Lepronida, nov. gen., Körper länglich, ge-
wölbt, tuberkulirt, Kopf fast eingesenkt, Fühler fadenförmig, Thorax
an den Seiten unregelmässig gezähnt; Beine kräftig mit gekrümm-
ten Schienen, Prosternum fast quadratisch, vordere Epimeren tra-
pezoidal. — Art: Lepr. Balcsii vom Amazonenstrome. — Corycia,
nov. gen., Kopf durch den hervorgezogenen Rand des Thorax fast
bedeckt, Fühler fadenförmig, Thorax quer, fast von Flügeldecken-
breite, mit gerundeten und vorn abschüssigen Seiten; Prosternum
an der Basis ausgerandet, vordere Epimeren trapezoidal. — Art:
Cor. funesta vom Amazonenstrome. — Cychrea, nov. gen., Kopf
frei, etwas verlängert, Fühler fadenförmig, Thorax schmaler als die
Flügeldecken, mit vorn nicht abschüssigen, gerundeten Seiten ; Pro-
sternum au der Basis tief zweilappig ausgerandet, vordere Epimeren
trapezoidal. — Art: Cychr. kistrio vom Amazonenstrome. — Eri-
phyle, nov. gen.. Kojif frei, Fühler mit undeutlicher, fünfgliedri-
ger Keule, Thorax kaum schmaler als die Flügeldecken, sonst mit
der vorhergehenden Gattung übereinstimmend. — Art: Er. vnimo-
culata vom Amazonenstrorae. — Chrysochus Movhoti n. A. Siam und
Platycorytius Fnrryi n. A. China.
Baly (Entomol. monthly magaz. I. p. 133 f.) gab ferner eine
nähere Charakteristik der Gattung Colaspoides Lap., als deren Typus
er die Col. limbata Oliv, betrachtet und stellte eine neue Gattung
Ip himeis auf, welche durch stark gewölbten, ovalen oder länglich
eiförmigen Körper , senkrechten Kopf , fast fadenförmige, schlanke
Fühler mit 5 bis 6 stärkeren und zusammengedrückten Endgliedern,
innen ausgebuchtete Augen , queren Prothorax, welcher fast von
gleicher Breite wie die Flügeldecken ist und dessen Seiten geran-
408 Gerstaecker: Bericht üb d. wisseiisch. Leist. im Gebiete
det, nach vorn gerundet verengt sind, durch verworren punktirte
Flügeldecken, einfache Beine mit aussen gefurchten Hinterschienen
und appendikulirten Fussklauen, flaches, an der Basis abgestutztes
Prosternum und fast trapezförmige Episternen charakterisirt wird.
— Art : Jpk. fulvipes aus Brasilien.
Clark (Journal of Entom. II. p. 252 ff.) beschrieb Rhyparida
nitida, Marsaeus (nov. gen., auf Cryptocephalus didymus Fab. be-
gründet) nigrocyaneus, rufus, rtißcollis, simplex, rufoflavus und flatus
als n. A. aus Australien. — Eine ebendaher stammende neue Gat-
tung ist I) amelia, welche von Basilepta Baly durch weniger fa-
denförmige Fühlei", gedrungeneren Körper, kürzere und gedrunge-
nere Beine und ungezähnte Schenkel abweicht. — Art: Dam. Mar-
shalli von den Feejee-Inseln.
Mars hall, Descriptions of new genera and species of Eu-
raolpidae from the collection of the Rev. Haml. Clark (Annais of
nat. bist. 3. ser. XIII. p. 380 — 389). In diesem ersten, bis jetzt
vorliegenden Theil seiner Abhandlung charakterisirt Verf. die Gat-
tung M etaxyonycha (Dej. Cat.), deren Typus Colaspis quadrima-
culata Oliv, ist und beschreibt neun neue Arten derselben : Metax.
connexa Brasilien, crncifera Mexiko, chlorospilota Süd-Amerika?,
humilis Araazonien , quadrinotata Brasilien , humeralis Amazonien,
tctraslicta und Tejucana Brasilien, amasia Costarica. Diese sowohl
als fünf bereits bekannte Arten der Gattung stellte Verf. in einer
analytischen Tabelle zusammen.
. Philippi (Stett. Entom. Zeit. XXV. p. 388 f.) machte Eumol-
pus? Valdivianus, Myochrous quadridenlatus, lerrosus, Noda spien-
dida als n. A. aus Chile bekannt.
Perroud (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 207) Colaspis
Kanalensis und solani als n. A. aus Neu-Caledonien, Motschulsky
(Bullet, d. natur. de Moscou 1863. I. p. 520) Colaspis aureofasciata
als n. A. von Ceylon, Grenier (Catal. ~d. Coleopt. de France,
p. 119) Dia Saportae als n. A. aus der Provence.
Chrysomelae genuinae. — Haml. Clark, Catalogue
of Chrysomelidae of South-Africa (Annais of nat. bist. 3. ser. XIV.
p. 115 und 169 ff'.) begann seine mit obigem Titel versehene Arbeit
mit der Aufzählung von 30 Arten der Gattung Polysticta Hope,
von denen die Mehrzahl als neu beschrieben wird. Die Arten wer-
den folgendermassen gruppirt : a) Elytris flavis vel flavo-testaceis,
nigro-notatis : Pol. nigrosignata (Bohem. i. lit.). striata Fab., svb-
cruciata , ehurnipetmis (Chevr. i. lit.), 24-signata ThUnb. , inacu-
laris (Dej. Cat.), nigrofasciata und pulchella n. sp. — b) Elytris ni-
gris vel rufo-nigris. 1) unicoloribus: Pol. laevigata, nigro-aenea und
nigra. 2) plagis longitudinaliter signatis: Pol. Marshalli^ picturata,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 409
lineolata, alternans Fab. und solutct (Dej. Cat.). 3) guttis sat aequa-
libus distinctis circularibus notatis : Pol. 14-guttata Fab., 20-guttata
n. sp., guttata Fab., 20-macnlata n. sp. 4) guttis inaequalibus, vel
confluentibus vel irregulariter diffusis: Pol. notata Fab., modesta,
multifida (Chevr. Dej. Cat.), consimilis , figurata (Dej.), clathrata
(Dej. Cat.) , Hebe und ßa-toosparsa n. sp., valpina Fab.
Baly (Transact. entom. soc. of London 3. ser. I. p. 617 ff.)
beschrieb als n. A. : Fhyllocharis apicalis von Dorey auf Neu-Guinea,
Aesernia magnifica von Neu-Guinea, regaiis Aru-Inseln, Chalcolampra
decempustulata Batchian, Australica Waterkonsei aus dem Innern
Australiens, Interrupt o-fasciata Nord-Australien, transversa Moreton-
Bay und (Stethomela) variabilis von Mysol (Neu-Guinea) : Plagiodera
Lownii n. A. von Sydney.
Derselbe (ebenda 3. ser. II. p. 225 ff.). Doryphora Salvinii
n. A. van Panama, Ceralces Walleri und spilota vom Zambesi, Chry-
somela (Atechna) Clarkii vom Zambesi, Australica (Stethomela)
Parryi Australien, Gonioctenu Murrayi Old-Calabar, Fortunei Nord-
China, Gastrolina thoracica Japan, Lina Adamsii Chusan, Plagiodera
celestina Hongkong und cvprea N'Gami - See. -- Die Pseudomela
Murrayi Baly , welche Verf. früher mit Ceralces ferrugineus Gerst.
vereinigt hatte, trennt er jetzt als zwar nahe verwandte, aber selbst-
ständige Art unter dem Namen Ceralces Murrayi wieder ab.
Derselbe (Journ. of Entomol. II. p. 291 ff.) hat eine Bear-
beitung der Gattung Paropsis Oliv, unter dem Titel: »Descriptions
of the species belonging to the genus Paropsis« begonnen. Verf.
erörtert die Charaktere der Gattung, ihre geographische Verbreitung
und sondert die Arten nach der Punktirung der Flügeldecken in
zwei Gruppen. Aus der ersten derselben mit unregelmässig punk-
tirten, häufig tuberkulirten Flügeldecken beschreibt er (bis jetzt)
folgende Arten: Par. variolosa Marsh., Tasmanica n. A. Vandiemens-
land, Loicn ei Sidney, Vri/soni Adelaide, Waterhousei ebendaher, Parryi
Nord-Australien, suspiciosa Melbourne, fulvoguttata Adelaide, reti-
culata Marsh., atomaria Marsh., maculata Marsh., marmorea Oliv.,
geographica n. A. Adelaide , lutea Marsh. , consimilis , propinqua,
carnosa und roseola n. A. Adelaide, obsoleta Oliv, und porosa Er.
— Verf. vereinigt mit Par. reticulata Marsh, als synonym Par. in-
carnata Er. und mit Par. atomaria Marsh, in entsprechender Weise
Par. dilatata Er. beides jedoch durchaus mit Unrecht. Beide Erich-
son'sehe Arten unterscheiden sich sowohl von Par. variolosa als von
P. reticulata Marsh, durch die in der Mitte des Seitenrandes stark
erweiterten Flügeldecken, auch durch andere Skulptur, sind aber
vielleicht unter einander der Art nach identisch. Die beiden ein-
zelnen Exemplare, auf welche sie begründet sind, unterscheiden sich
nämlich hauptsächlich durch die Grösse und durch die bei Par. di-
410 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Loist. im Gebiete
latata Er. mehr ausgeprägte dunkele Zeichnung des Kopfes und
Halsschildes. Ref.
Clark (ebenda II, p. 250 flf.; machte Paropsis purpureo-viridis,
Chalcülampra verrucosa (pl. 12. fig. 2), Avstralha pyrrhncephala und
paropsoides, Chalcomela pilula (pl, 12. fig. 4; als n. A. aus Neu-Hol-
land bekannt.
Philippi (Stett. Ent. Zeit, XXV, p. 390f.) Phaedon? rubri-
pes, Lina rubricollis, Chrysoinela nitida, obscvrn und ? rpiadrislriata
als n, A. aus Chile, Chevrolat (Rev, et Magas. de Zool. 2. ser.
XVI. p. 182) Blepharida irroratn als n. A. von Cuba, (in Grenier's
Catalogue p. 120) Timarcha semipoHta und Chrysoinela pelagica als
n. A. von Nizza, Fairmaire (Annal. soc. ent. 4. ser. III, p,647)
Chrysomela luteocincta als n. A, aus Algier, Reiche (ebenda 4, ser.
IV, p. 245) Chrysomela ISumida und Phaedon itjnilnm als n. Arten
ebendaher.
Nach Perris (Annal, soc. entora. 4. ser. IV, p. .310) istChry-
somela carbonaria Suffr, identisch mit Timarcha Pyrenaica Dufour.
Nach Dohrn (Stett, Entom, Zeit. XXIV. p. 332) kommt Chrysomela
corcyria Sufifr. auch bei Neapel vor.
Stephens (Proc. ent. soc, of New-South-Wales I. p, XXIII)
beobachtete Lamprolina aeneipennis in unglaublicher Individuenzalil
bei Picton in Australien. Die Blätter der Bursaria spinosa, welche
dem Insekt als Nahrung dienen, waren von demselben weit und breit
abgeweidet.
Kraatz, »Ueber die rothen Oreinen der Schweiz und die Un-
terscheidung der Oreinen im Allgemeinen« (Mittheil. d. Schweiz.
Entom, Gesellsch, 1864. p, 205 ff.) setzte seine Polemik gegen S u f-
frian und die von ihm aufrecht erhaltenen Oreina- Arien fort.
Cornelius (Stett, Ent, Zeit, XXIV. p, 119— 124) hat die
Entwickelungsgeschichte von Chrysomela (Helodes) beccabungae
lUig. und (Phaedon) betulae Lin, ihrem ganzen Verlaufe nach beob-
achtet und von allen Entwickelungsstadien beider Arten eine ge-
naue Charakteristik geliefert. Das Weibchen der Helodes beccabun-
gae legt seine walzigen, citronengelben Eier in die hohlen Stengel
der Veronica beccabuuga, in welchen man sie unter einem kreis-
runden braunen Fleck einzeln oder zu mehreren beisammen findet.
Die Larven entwickeln sich aus denselben in etwa 8 Tagen, bena-
gen die Epidermis an der Unterseite der Blätter und fressen sich
zur Verpuppung in den Stengel ein, indem sie hinter sich das ent-
standene Loch verschliessen. Der Käfer geht aus der Puppe nach
10 bis 14 Tagen herv(jr. — Die Nahrungspflanze des Phaedon be-
tulae ist gleichfalls Veronica beccabunga. Das Weibchen beisst in
den Stengel derselben eine kreisrunde, flache Vertiefung, um 2 bis
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 411
3 Eier hineinzulegen, welche mit einem bräunlichen Leim überzogen
werden. Die Larven entwickeln sich aus diesen nach acht Tagen
und zwar zweimal im Jahre : im Mai oder Juni und dann wieder
im September. Sie fressen rundliche, durchgehende Löcher in die
Blätter und verpuppen sich unter der Erde in einem innerhalb ge-
glätteten Ballen. Der Käfer erscheint aus der Puppe nach 8 bis
14 Tagen.
Galle rucariae. — Haml. Clark, Notes on the genus
Schematiza (Phytophaga, Gallerucidae) with descriptions of new spe-
cies (Transact. entom. soc. of London 3. ser. II. p. 259 — 270). Verf.
giebt eine Charakteristik der von Chevrolat aufgestellten und durch
ihren Lycus-artigen Habitus leicht kenntlichen Süd-Amerikanischen
Gattung Schematiza und beschreibt 16 ihm bekannte Arten, welche
in folgende Gruppen vertheilt werden: a) Flügeldecken an der Spitze
abgerundet. 1) Flügeldecken gerippt: Sehern. Ij^coides Guer.. am-
plicornis und vicina n. A. aus Brasilien, aequinoctialis Columbien,
venusfa Amazonenstrom, frenata Guer. aus Columbien. flavofasciata
Guer. von Bio -Janeiro, praeusta n. A. Buenos Ayres, lineaticollis
und nigricollis Neu-Granada. 2) Flügeldecken eben: Sehern, anten-
nalis Brasilien, annulicornis Columbien, sctitellaris Venezuela, api-
calis Neu-Granada. — b) Flügeldecken an der Spitze ausgerandet:
Sehern, hispiformis und emarginata n. A. aus Brasilien.
Desselben Verf. 's »Monograph of Halticidae in the collection
of the British Museum« (by the Rev. Hamlet Clark). Physapo-
des and Oedipodes, Part I. (London 1860. 8. 301 pag. lOtab.), wel-
cher früher in diesen Berichten nur dem Titel nach angeführt wer-
den konnte, liegt dem Bef. erst jetzt zur näheren Einsicht vor.
Das Werk zeigt dasselbe Format und gleiche Ausstattung wie
B a 1 y's Bearbeitung der Hisparien und schliesst sich dieser auch in
der auf die Ausführung verwandten Sorgsamkeit an. Gattungen
und Arten sind mit lateinischen Diagnosen versehen und sehr ein-
gehend beschrieben, erstere ausserdem noch durch saubere Abbil-
dungen einzelner Repräsentanten in Stahlstich und Detail-Darstel-
lungen charakteristischer Körpertheile versinnlicht. Die Zahl der
vom Verf. in dem ersten vorliegenden Theile des Werkes beschrie-
benen Arten beläuft sich auf 245, die der Gattungen auf 42 ; bei
weitem die meisten Arten (2 CS) sind Süd -Amerikanisch. Sie gehö-
ren den beiden ersten von Illiger errichteten Halticinen-Gruppen
an, deren erste die Dejean'schen Gattungen Monoplatus, Physo-
nychis , Rhinotmetus , Physimerus u. -a. , die zweite Loxoprosopus
Guer., Octogonotes Drap., Omototus Dej. und Lithonoma Rosenh.
als Repräsentanten einschliesst. Indessen dies« bereits aufgestell-
ten Gattungen verschwinden an Zahl gegen die vom Verf. ange-
nommenen, welche für die erste Gruppe 23, für die zweite 19 be-
412 Ger staecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
tragen ; ebenso ist die bei weitem grössere Zahl der Arten hier zum
ersten Male charakterisirt worden.
Derselbe, Catalogue of Halticidae, being a continuation of
the British Museum Catalogue Pt. I. (Journ. of Ent. 11. p. 163 — 174)
ist vorläufig ein blosses Namensverzeichniss der Arten aus den
Gattungen Leiopomis Dej. (1 A.), Cyrtoma Clark (1 A.), Physoma
Clark (3 A.), Oedirhopala Clark (4 A.), Oedionychis Latr. (353 A.)
und Omophoita Dej. (96 A.) mit Hinzufügung der Synonyme und des
Vaterlandes; die grosse Mehrzahl der Arten ist mit Sammlungsna-
men des Verf.'s belegt.
Derselbe (ebenda II. p. 257 ff. pl. 12) machte folgende Au-
stralische Gattungen und Arten bekannt: Galleruca semipullala
Nord-Australien. — M enippus , nov. gen., von Galleruca durch
robuste (?; und gleichbreite Flügeldecken , gedrungenere, kürzere
Form und zweispitzige Fussklauen unterschieden. — Art: Alen. cy-
nicus von Port Denison. — Adovium dorsosignatum, Freyii, semini-
grufUj laetabile n. A. — Rupilia (nov. gen.. eine Galleruca-Form
mit abgekürzten und hinten weit klaffenden Flügeldecken beim Weib-
chen, mit Metalepta Baly verwandt; rvficoUis und viridiaenea aus
Neu-Süd-Wales. — Er at os t henes , nov. gen., von Arsipoda Er.
durch kräftige, gegen die Spitze hin verdickte Fühler und durch
einen queren Eindruck vor der Basis des Halsschildes unterschieden.
— Art: Er. flnvus (pl. 12. fig. 6) aus Neu-Süd-Wales. — Fcbra,
nov. gen., einellalticen-Form mit äusserst langen, Cerambyciden-ar-
tigen Fühlern wie bei Loxoprosopus, %velch' letztere aber nach der
kugligen Auftreibung der hinteren Fussklauen einer ganz anderen
Gruppe der Halticen angehört; bei Febra sollen die Fussklauen an
der Basis gespornt, die Unterseite der Tarsenglieder leicht behaart
sein. — Art: Febr. venusta von den Feejee-Inseln (pl. 12. fig. 5).
Baly (Transact. entom. soc. of London 3. ser. II, p. 229 ff.)
machte folgende neue Gattungen bekannt: Clitena, nov. gen., mit
Galleruca nahe verwandt, die Fühler sind jedoch kräftig und vom
4. bis 11. Gliede etwas erweitert und zusammengedrückt; Körper
matt, kurz behaart, Kopf perpendikulär, Endglied der Kiefertaster
spitz kegelförmig , Thorax uneben, Mesosternum schmal , Hinter-
schienen an der Spitze unbewehrt, Fussklauen gespalten. — Zwei
Arten: Clit. limbnla und melancholicn aus Siam. — Laphris, nov.
gen., von Aplosonyx durch die mit einem Anhange versehenen Fuss-
klauen und das über die Mittelhüften nach vorn hervortretende Me-
tasternum unterschieden; Gesicht senkrecht, Fühler massig stark,
mit sehr kurzem zweiten Gliede, Thorax beiderseits mit Querfurche,
Flügeldecken unregelmässig punktirt, Hinterschieiien mit kurzem
Enddorn. — Art: Laphr. emarginata ^ord-China.. — Cerochroa ma-
culicoUis n. A. Old-Calabar. — Laetana, nov. gen.. von Diamphidia
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 413
durcli einen starken Enddorn der Hinterschienen und durch die
männlichen Fühler unterschieden; dieselben sind kräftig, gegen die
Spitze hin verjüngt, 3. bis 8. Glied etwas verdickt und erweitert,
7. und 8. an Breite etwas abnehmend, 9. bis 11. zierlich, fadenför-
mig. — Art: LaeL Jiislrio von Port Natal. — rintyxantha^ nov.
gen., sehr eigenthümliche Form, mit niedergedrücktem, glänzendem,
aber nicht metallischem Körper ; Kopf zusammengedrückt , senk-
recht, Fühler kräftig, kürzer als der Körper, entweder fadenförmig
oder gegen die Spitze hin leicht verdickt , die beiden Endglieder
beim Männchen erweitert und häufig unförmlich. Thorax mit ab-
geflachter, leicht ausgehöhlter Scheibe und herabgebogenen Vor-
derwinkeln, Beine verlängert, Hinterschienen vor der Spitze in einen
kräftigen Fortsatz ausgezogen, Fussklauen mit spitzem Anhang. —
Drei Arten: t'lai. apicalis Sumatra, niijvicornis Java und vcnlralis
Singapore. — Doridea. nov. gen., mit Platyxantha nahe verwandt,
beim Männchen sind aber nicht die beiden letzten, sondern das
vor- und drittletzte Glied der Fühler erweitert; auch ist der Kör-
per robuster und weniger flachgedrückt als bei der vorigen Gattung.
— Art: Dor. insitjuis von Tringanee. — Theopea, nov. gen., auf
Gall. impressa Fab. begründet, mit drei neuen Arten: Th. pulchella
Sumatra, elegnntvla Sarawak und Monholi Slam. — Atysa, nov.
gen., von Luperodes Motsch. durch lange, schlanke Fühler, deren
3. und 4. Glied so lang wie das 1. sind, unterschieden. — Art:
Alop. collaris Neu-Guinea.
Derselbe (Entomol. monthly magaz. I. p. 134 ff.) charakteri-
sirte ferner drei neue Süd - Amerikanische Gattungen : i ph i tr ea
aus der Halticiden- , Cht honeis und Byblit ea aus der Galleru-
cen-Gruppe. Die Gattung Iphitrea ist mit Systena in der Form
nahe verwandt, aber durch die punktirten Flügeldecken streifen ab-
weichend; Körper verlängert, Gesicht senkrecht, Fühler fadenför-
mig, an der Spitze kaum verdickt, das Basalglied eiförmig, das
zweite um die Hälfte kürzer, das dritte bis sechste fast doppelt so
lang als das zweite, das siebente und folgende abermals länger;
Thorax mit fast parallelen, kaum gerandeten Seiten und nur schwach
eingedrückter Basis, Flügeldecken breiter als dieser, anliegend be-
haart, Hinterschenkel massig verdickt, unterhalb gefurcht, Hinter-
schienen an der Spitze mit kurzem spitzen Dorn, Fussklauen an der
Basis gezähnt. — Art: Iph. limbata aus Columbien. — Die Gattung
Chlhoneis ist sehr ähnlich mit Luperus, aber durch die zusam-
mengedrückten und erweiterten Fühlerglieder (vom 4ten an) leicht
zu unterscheiden; das Basalglied ist gekrümmt und an der Spitze
verdickt, das zweite und dritte kurz, Endglied der Taster spitz
kegelförmig, Thorax ohne Eindrücke, Flügeldecken verworren punk-
tirt, Fussklauen appendikulirt. — Art : Chlh. apicicomis aus Colum-
.irchiv f. Niiturg. XXXI. Juhrg. 2. Bd. BB
414 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
bien. — Die Gattung Byblitca ist zunächst mit Diabrotica ver-
wandt, unterscheidet sich aber durch den mangelnden Dorn an der
Spitze der Hinterschienen, das längere Basalglied der Hintertarsen
und die mehr gleich breite Form der Flügeldecken. — Art: Bybl-
DeyroUei aus Columbien.
Derselbe (Annais of nat. hist. 4. ser. XIV. p. 437 £f.) be-
gründete eine neue Gattung Nisotra auf Haltica gemella Erichs,
von Manila und eine zweite: Sebaethe, nov. gen., auf Halt, badia
Er. ebendaher ; erstere ist durch zwei Eindrücke am Vorderrande
des Halsschildes, denjenigen der Basis gerade gegenüberstehend und
durch einen kleinen Zahn an demselben ausgezeichnet, von Poda-
grica auch durch die Streifung der Flügeldecken verschieden; letz-
tere (Sebaethe) wird durch den ovalen , wenig gewölbten Körper,
den schmal aufgebogenen Seitenrand des Thorax und der Flügel-
decken und die eigenthümliche Bildung der Hinterschienen charak-
terisirt. — Systena Batesii als n. A. von Ega beschrieben. — Die
Arten der (nochmals näher charakterisirten) Gattung Arsipoda Erichs,
werden in einer analytischen Tabelle unterschieden und zu den 9
von Olivier, Erichson und Water house beschriebenen als
neue hinzugefügt: Ars. fulvicollis und femorala von Adelaide, Mac
Leayi und Loicnei von Sidney, rugulosa von Melbourne,
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3 ser. I. p. 623 f.)
beschrieb Adorium Bowringii als n. A. von Hongkong und Aplosonyx
elongata aus Nord-Indien.
Philip pi (Stett. Ent. Zeit. XXV. p. 393 ff.) Coelomera viri-
dis, Haltica decorata (Blanch. ?), janlhina, Graptodera? atrocyunca,
?annulicortHS, ßavipes, fulvicollis, pyrrhoptera, Crepidodera postica-
lis, Landbechi, nolata, sororia, Geissei, Plectrocelis ? gracilis, Teino-
daclyla pnsilla, Haltica meloeforniis, melampus, Landbeckiana, aurea
und bellula als n. A. aus Chile.
Perron d (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 199 ff.) Psyllio-
des Illigeri, Chaetocnema Allardi, Altica strigttla und dimidiata, Sphae-
roderma rubiacearum und histrio, Bhaphidopaipa Deplaiichei, palu-
stris und Luperus bimaculatus als n. A. von Neu-Caledonien.
Kutscher a's Beiträge zur Kenntniss der Europäischen Hal-
ticinen sind in der Wien. Ent. Monatsschrift VII. p. 151 u. 291 ff.
VIII. p. 141, 269, 303, 337 und 373 ff. fortgesetzt und zum Abschluss
gebracht worden. In den letztjährigen Fortsetzungen wird zunächst
die Gattung Longitarsus mit 74 vom Verf. nach eigener Anschau-
ung beschriebenen und zum Theil neuen Arten abgeschlossen und
diesen noch eine Reihe dem Verf. unbekannt gebliebener mit den
Charakteristiken der betreffenden Autoren angereiht. Sodann folgen
die Gattungen Plectroscelis mit 21, Psylliodes mit 36, Dibolia mit
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 415
9, Apteropeda mit 4, Hypnophila Foudr. mit 2, Mniophila mit 1,
Sphaeroderma mit 3 und Argopus mit 4 Arten. Mit Longitarsus
ist Teinodactyla, mit Plectroscelis als Gruppe Chaetocnema Foudr.,
mit Argopus als Gruppe Dicherosis Foudr. vereinigt. Als n. A.
werden vom Yerf. beschrieben : Longitarsus snhmaculalus Finnland,
languidus und pallidicornis Oesterreich, gravidulus Steyermark und
Kärnthen, longipennis (femoralis Redt. Foudr. , nee Marsh, Gyll.)
Deutschland und Frankreich, minimus Oesterreich und Spanien, se-
riatus Gebirge Oesterreichs, helvolus, viirens und brericoliis Oester-
reich, fusculus, Waterkousii und gracilis England, Plectroscelis Scheff-
leri Oesterreich, subcaerulea England und Steyermark, Psylliodes
laticoUis Sicilien, Milleri Cephalonia, luridipennis England, pyritosa
Kärnthen, subaenea Oesterreich und Siebenbürgen, laevifrons (ob =
obscuroaenea Rosenh.?) Sicilien. — Verf. hat hiermit seine umfang-
reiche Abhandlung beendigt. Die etwas lange Zeit hingezogene
Publikation derselben hat dem Verf. Gelegenheit geboten, die schnel-
ler abgeschlossenen" Arbeiten von Foudras und Allard noch
ihrem grössten Theile nach zu berücksichtigen, sie mit einander in
Einklang zu bringen , mehrfach zu verbessern und zu ergänzen. Die
Sorgfalt und Umsicht, welche in derselben auf die Charakteristik
der Arten, die Anfertigung analytischer Tabellen und die Feststel-
lung der Synonymie verwandt ist, verdienen die vollste Aner-
kennung.
Allard (in Grenier's Catalogue p. 121) beschrieb Oresfi« Pan-
dellei als n. A. aus Frankreich , (Description de deux nouvelles
especes d'Altises, Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 659 f.) Teino-
dactyla Mader ensis als n. A. von Madeira und Plectroscelis Coyei
als n. A. aus Syrien.
Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 301 f.) Luperus
Revelieri als n. A. und Crepidodera ventralis Allard var. rubicunda
aus Corsika.
Fuss (Verhandl. d. Siebenbürg. Ver. f. Naturk. XV. p. 147)
Crepidodera Transsylvanica als n. A. aus Siebenbürgen, Stierlin
(Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 501) Galleruca Sareptana
als n. A. von Sarepta.
Cornelius (Stett. Ent. Zeit. XXV. p. 98 f.) beschrieb die
Larve und Puppe von Haltica oleracea Fab. Erstere fand sich Mitte
Juli's auf den Blättern von Oenothera biennis, deren Oberseite sie
frass und welche sie gänzlich zerstörte. Die Käfer erschienen nach
zwölftägiger Puppenruhe in der ersten Hälfte des Augast.
Nach Goureau (Annal. soc. entom. 4. ser. IV." p. 668) minirt
die Larve von Psylliodes napi die Triebe der Brunnenkresse, in
welchen sich während des Monats Juni gewöhnlich mehrere Indivi-
416 Gerstaecker: Bericlit üb. d. vissensch. Leist. im Gebiete
(luen neben einander finden. Ist sie im Juli ausgewachsen, so ver-
lässt sie die Triebe, um sich in der Erde zu verpuppen; wird sie
bei diesem Gange durch Wasser behindert, s<^ schleudert sie sich
über dasselbe hinweg von einer Pflanze zur anderen.
Frauenfeld (Verhandl. d, zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
XIV. p. 686) gab eine ergänzende Charakteristik der Larve des Ar-
gopus hemisphaericus, welche er in den Blättern von Clematis recta
minirend fand, während sämmtliche Blätter einer mit jener durch-
einander wachsenden Clematis vittalba vollständig frei davon wa-
ren. — Ebenda p. 692 beschreibt Verf. die Larve von Dibolia rugu-
losa Redt,, welche, in den Blättern der Salvia sylvestris minirend,
mit derjenigen des Argopus hemisphaericus grosse Uebereinstimmung
zeigt; der Käfer entwickelte sich nach 14 Tagen.
Hispariae. — J. S. Baly, Descriptions of genera and spe-
cies of Hispidae (Annais of nat. bist. 3. ser. XIV. p. 261 u. 334 ff.).
Nachdem Verf. längere Zeit vergebens auf die Fortzetzung seines
Verzeichnisses der Hisparien von Seiten des British Museum gewartet
hat, entschloss er sich nunmehr den Best der Familie in kleineren
Abschnitten zu veröffentlichen. Die beiden vorliegenden behandeln
folgende Gattungen und Arten: Hispoleptis, nov. gen., auf Pro-
mecotheca diluta Guer. begründet. — Acanthodes, nov. gen.,
durch die Bildang der Fühler ausgezeichnet und mit Odontota nahe
verwandt ; die Fühler sind gegen das Ende hin zugespitzt, die
beiden Basalglieder klein, untereinander fast gleich, kaum verdickt,
das 3. bis 11. meist mit einander verschmolzen, so dass die Gliede-
rung hier oft ganz fehlt, selten das 3. bis 6. deutlich getrennt und
perlschnurförmig. Arten: Acanth. getierosa Ega, Hebe Paramaribo,
nigripennis Csiyemie, torsatn Brasilien, lateralis Vem. — Stethispa,
nov. gen., von den nächsten Verwandten durch die hervorgezogenen
Schulterwinkel unterschieden; Fühler fast spindelförmig, die Glie-
der cylindrisch, das 1. kurz, kaum verdickt, das 2. bis 4. jedes
kaum länger als das erste, das 5. und folgende ein wenig länger.
— Arten: Stelh. Bonvonloiri aus Peru und vom Amazonenstrome,
gratiosa Amazonenstrom, confusa Obydos und coficicollis Cayenne.
— Microrhopala mit drei bekannten (M. vittata Fab., XereneNewm.,
excavata Oliv.) und vier neuen Arten: JUicr. perforala Neu-Granada,
pulckella Mexiko, bivilticollis Vaterl. unbek., Sallei Guatemala und
Mexiko. — (p. 334 ff.): Alurjius Balesii n. A. Ega. — Uroplata mi~
lilaris u. A. von Ega, puella Brasilien, suhniarginalis Ega, preliosa
vom oberen Amazonenstrome , pecloralis Brasilien, Stalei Amazon.,
cruenlata und oc'opnstnlata Brasilien, concava und cincta Amazon.,
Ilobinsonii Brasilien und miniata Venezuela.
Derselbe (»Further Descriptions of new genera and species
of Phytophaga,« Transact. entom. soc. of London, 3. ser. II. p. 251
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 417
— 258) machte ferner folgende neue Gattungen und Arten bekannt:
Cha ristena , nov. gen., mit Odontota nahe verwandt, durch schlan-
kere Gestalt, plumpen Kopf, deutlich gegliederte Fühler und ge-
krümmte Mittelschienen unterschieden ; auf Hisp. ruficoUis Fabr. be-
gründet. Neben Char. nigrita Oliv, und Ariadne Newm. beschreibt
Verf. folgende neue Arten: Char. Leconlei Nord- Amerika, basalis
Amazon, Deyrollei vom oberen Amazon und aus Columbien, bellula
Bogota, elegantula Neu-Granada, Pilalei Teapa und trilineala Yuca-
tan. — Melaxycera, nov. gen., mit Odontota gleichfalls nahe
verwandt, obwohl im Habitus verschieden ; der Kopf hat vorn einen
leichten Yorsprung, die Fühler sind etwas spindelförmig-cylindrisch,
elfgliedrig ; zwischen den beiden Basalsegmenten des Hinterleibs
zeigt sich auf der Bauchseite eine deutliche Nahtlinie. — Ausser
Metax. purpurata Guer. und trimaculata Oliv, beschreibt Verf. als
n. A.: Metax. rnhrogultata , Amazona und sexpustulata vom Ama-
zonenstrome.
Pascoe (Journ. of Entomol. H. p. 55. pl. 2. fig. 8) charakte-
risirte eine auffallend gebildete neue Gattung A pr oid a , welche er
mit Eurispa zunächst verwandt glaubt. Der Habitus ist nach der
Abbildung Donacien - artig, der Kopf hinter den Augen ansehnlich
verlängert, die Vorderschenkel sehr stark verdickt, innen vor der
Spitze gezähnt, die Vorderschienen gekrümmt, innen tief ausge-
schnitten und dadurch zweizähnig, die Flügeldecken nach hinten
dreieckig verengt und am Aussenwinkel der abgestutzten Spitze in
einen langen und dicken Dorn endigend. Die beiden Endglieder
der Kiefertaster kuglig, der Lippentaster länglich oval; Fühler fa-
denförmig mit kurzem ersten und zweiten Gliede (das erste ver-
dickt); das Endglied mit Anhang. — Art: Apr. ißa^yi aus Queensland.
Anisodera zinzibaris Motschulsky (Bullet, d. natur. de
Moscou 1863. I. p. 521) n. A. von Ceylon.
Cassidariae. — Baly, Descriptions of new species of
Cassididae, together with a list of all the species belonging to the
same family collected by the late M. Mouhot in Siam and Cambodia
(Journ. of Entomol. IL p. 6 — 14) zählte 26 von Mouhot in Siam
und Cambodja gesammelte Arten auf und beschrieb unter denselben
als neu: Calopepla Mouholi , Epistictia perplcxa und Parryi, Prio-
ptera rugosa , gibbosa und nigricornis , Aspidomorpha hexaspilota,
Stevensii und fraterna, Coptocycla flavoplagiata. Ausserdem wird
Sphaeropalpus Deyrollei als n. A. aus Brasilien bekannt gemacht.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. H. p. 239 ff.)
Calopepla Livingslonii als n. A. vom Zambesi, Dolickoloma Sahinii,
Mesomphalia Sahinii und Batonota Godmanii als n. A. von Panama.
Calopepla ßohemani Stäl (Berl. Ent. Zeitschr. VH. p. 56) n. A.
418 Gerstaecker: Berieht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
von Laos, Coptocycla convolvuli Perroud (Annal. sog. Linn. de
Lyon XL p. 215) n. A. aus Neu-Caledonien.
Erotylidae. Triplax Valdhiana Philipp! (Stett. Ent. Zeit.
XXy. p. 400) n. A. aus Chile und Episcaphn Deyrollei Perroud
(Annales soc. Linn. de Lyon XI. p. 216) n. A. aus Neu-Caledonien.
Endomychidae. Do hm (Stett. Entom. Zeit. XXIV. p. 135f.)
beschrieb Encxjmon Gerstaecheri als n. A. von Ternate und Batchian
und gab für Spathomeles decoratus Gerst., hamatus Thoms. und
Indalmus Kirbyanus Latr. Tenasserim als spezielleres Vaterland an;
auch der Ceylonesische Eumorphus pulchripes Gerst. ist dort ein-
heimisch.
Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 303) machte Lyco-
perdina bretis als n. A. aus Bona, Perroud (Annal. soc. Linn. de
Lyon XI. p.219) Stenotarsus Lomhardeaui als n. A. aus Neu-Cale-
donien bekannt.
Goccinellina. Brisout de Barneville (in Grenier's Cata-
logue p. 122 f.) beschrieb Scymnus binotatus , tibialis , rufipes und
alricapillns als n. A, als Frankreich, Fairmaire (Annal. soc. ent.
4. ser. III. p. 648) Exochomus xanlhoderus als n. A. aus Algier.
Philippi (Stett. Ent. Zeit. XXV. p. 402 ff.) Coccinella Ma-
gellanica, Limensis, nitida, funebris und viltata als n. A. aus Chile,
Perroud (Annal. soc. Linn. de Lyon XI. p. 219) Epilachna emar-
ginata (Montr.) als n. A. aus Neu-Caledonien.
Cornelius (Stett. Ent. Zeit. XXIV. p. 124) fand die Puppe
der Coccinellla tredecimpunctata Lin., von welcher er eine Beschrei-
bung giebt, im September auf Bidens tripartita.
Clambidae. Neue Arten sind: Sacium brunneum Brisout de
Barneville (in Grenier's Catalogue p. 70) von Tarbes in Frank-
reich, Clambus puberulus Le Conte (New species etc. p. 26) aus
Pennsylvanien, Clypeasler variegatus Philippi (Stett. Entom. Zeit.
XXV. p. 404) aus Chile, Clambus pumilus Motschulsky (Bullet.
d. natur. de Moscou 1863. I. p. 480) von Ceylon.
Uymeuoptera.
Der speziellere Bcau und der Mechanismus des Wehr-
stachels der weiblichen Hymenoptera aculeata ist der Ge-
genstand zweier gleichzeitig erschienenen Abhandlungen,
welche sich ihrem Inhalte nach zum Theil decken, zum
Theil ergänzen: H. F enger, Anatomie und Physiologie
des Giftapparates bei den Hymenopteren (dies. Archiv f.
Naturgesch. XXIX. p. 139-177. Taf. 9) und A. Sollman n,
der Entomologie während der J. 1863—64. 419
Der Bienenstacliel (Zeitsclir. f. wissensch. Zoolog. XIII.
p. 528— 540. Taf.37). Während in letzterer Abhandlung
der Stachelapparat der Honigbiene den ausschliesslichen
Gegenstand der Untersuchung abgiebt, geht der Verf.
der ersteren zugleich auf die Gattungen Bombus und
Vespa und auf die Familie der Ameisen ein, jedoch auch
seinerseits dem Bienenstachel sein Haupt-Augenmerk zu-
wendend. Bei der Untersuchung dieses Apparates hat
Fenger seine Aufmerksamkeit vorwiegend auf die den-
selben zusammensetzenden Chitingebilde gerichtet, welche
er in sehr viel speziellerer Weise als Sollmann erör-
tert, letzterer dagegen zugleich den jene Gebilde bewe-
genden Muskelapparat in morphologischer sowohl als
physikalischer Beziehung erörtert. Dieser giebt, ohne auf
frühere Untersuchungen einzugehen, allein die von ihm
selbst gewonnenen Resultate in knapper, aber präciser
Form; ersterer gedenkt in seiner mehr umständlichen Dar-
stellung wenigstens des einen oder anderen seiner Vor-
gänger, die er in mancher Hinsicht auch verbessert und
überholt, ihnen zugleich aber Irrthümer vorwirft, deren
sie sich nach des Ref. Ansicht kaum schuldig gemacht
haben dürften.
Den von S wammer dämm als »Köcher« bezeichneten un-
paaren Theil des Stachels möchte Fenger lieber als »Schienen-
rinne« , die paarigen Stechborsten (von Swammerdamm »Schen-
kel« genannt) als »Schieber« bezeichnen; die seitlichen, den Sta-
chel umfassenden Scheiden, für welche bereits der Terminus Val-
vulae existirt, nennt er »Hüllschuppen«. Verf. hat sowohl für den
Köcher als für die Borsten durch Querschnitte festgestellt, dass sie
nicht, wie Swammerdamm glaubte, massiv sind, sondern hohle
Röhren darstellen ; erste rer hat. abgesehen von seiner Höhlung, die
Form einer nach hinten zwiebelartig angeschwollenen Rinne , auf
deren beiden Kanten sich die seitlichen Borsten mittels eines Falzes
verschieben können. Während Swammerdamm der Ansicht ist,
dass sich der Ausführungsgang der Giftblase an die Innenwand der
verdickten Köcherbasis inserirt und in die Halbrinne des vorderen
Theiles seinen Inhalt abfliessen lässt, will Fenger diese Angabe
in ihrer Richtigkeit bestreiten. Er will vielmehr beobachtet haben,
dass sich der Ausführungsgang der Giftblase theile und dass je ein
A8t derselben in das Innere der Borsten, welche nahe der Basis und
420 Gerstaecker: Bericht üb, d. wissensch. Leist. im Gebiete
an der äussersten Spitze je von einer feinen Oeffnun^ durchsetzt
seien, eintrete, so dass das Sekret der Giftdrüse nicht durch den
Köcher, sondern durch die Borsten beim Stich in die Wunde er-
gossen werde. Ref. muss sich dieser Anschauung widersetzen und
kann nach seinen Untersuchungen nur die S wajn me r damm'sche
Angabe bestätigen. Lässt sich schon an den vollständig chitinisir-
ten Stechborsten der ausgebildeten Arbeitsbiene und Königin der
Mangel einer terminalen Oeffnung mit Sicherheit constatiren, so er-
hält dieses Verhalten seine volle Bestätigung bei der Untersuchung
der entsprechenden noch ganz durchsichtigen Gebilde von Nym-
phen, wo sich zugleich die ausschliessliche Einmündung des Gift-
apparates in die Basis des Köchers viel bestimmter als bei ausge-
bildeten Individuen feststellen lässt. Der im Innern der Borsten
vom Verf. beobachtete Ausführungsgang ist offenbar nur ein Tra-
cheenzweig, wie ihn auch Sollmann gefunden und abgebildet hat.
Letzterer, welcher den Ausführungsgang der Giftblase ganz richtig
(wie S wammer dämm) in den Köcher münden lässt, giebt übri-
gens von den beiden Stechborsten eine sehr viel getreuere Abbil-
dung als Fenger, der ihnen eine der Natur ganz fremde, breit
lanzettliche Form verleiht. Dagegen begeht wieder Sollmann
den Irrthum, dass er das Ende des Köchers als vollkommen glatt,
d. h. frei von Widerhaken angiebt; die Anwesenheit der drei Paar
von Fenger gezeichneten Widerhaken kann Ref. nach Unter-
suchungen an Nymphen nur bestätigen, ebenso die Zahl 10 dieser
Gebilde an den beiden Stechborsten. (Bei der Bienen-Königin
finden sich nach des Ref. Beobachtung nur 6 beträchtlich kleinere
Widerhaken, von denen der hinterste kaum noch deutlich zu erken-
nen ist.) Die Giftdrüse, welche von beiden x\utoren in überein-
stimmender Weise gezeichnet wird , ist auf ihre feinere Struktur
nicht weiter untersucht worden; die von Fenger für Gefässe ge-
haltenen »Aederchen« auf der Wand der Giftblase sind doch wohl
nur Tracheen-Verzweigungen.
Ein anderer Gegenstand, welcher für die Hymeno-
pteren von allgemeinerem Interesse ist, nämlich der Nest-
und Zellenbau der gesellig lebenden Gattungen hat in
England zum Austausch verschiedener Meinungen Anlass
gegeben. Es haben sich an der Diskussion desselben
Sam. Hau gilt on (On the form of the cells made by
the various Wasps and by the Honey-Bee, v,uüi an ap-
pendix on the origin of species: read bcfore the natural
history society of Dublin, Annais of nat. bist. 3. ser. XI.
p. 415-429, Dublin q^uarterly Journal of science III. p.SÖjff.),
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 421
A. Wallace (Remarks on the Rev. Haughton's paper
on the Bee's Cell, Annais of nat. hist. 3. ser. XIL
p. 303 ff.), Water ho 11 sc (On the Formation of the cells
of Bees and Wasps, Transact. entom. soc. of London 3.
ser. IL p. 115— 129), F. Smith (On the construction of
hexagonal cells by Bees and Wasps (ebenda 3. ser. IL
p. 131 — 142) imd Tegetmeyer (Proceed. entom. soc. of
London 1864. p. 33) betheiligt und jeder seinerseits die
Principien darzulegen versucht, auf welchen die reguläre
Form und der Aufbau der Bienen- und Wespenzellen
basire.
Indem Haughton die von Buffon, Pappus, Maraldi,
Reanraur u. A. über diese Frage beigebrachten Ansichten einan-
der gegenüberstellt, glaubt er selbst, dass die Form des sechsseiti-
gen Prisma's durch die Körperform des Insektes (wie so?), die
drei rhombischen Endflächen der Zelle durch den gegenseitigen
Druck des Kopfes der bauenden Bienen bedingt seien. ImAnschluss
hieran ergeht sich Yerf. in Betrachtungen gegen Dar win's Theorie,
welche indessen so harmlos sind, dass sie nicht widerlegt zu wer-
den brauchen. — Wallace setzt der Haughto n'schen Theorie
des gegenseitigen Druckes entgegen, dass 1) manche exotische Wes-
pen kleine Gruppen von sechsseitigen Zellen anlegen , ohne dass
dabei ein solcher Druck stattfinden kann, da das Nest aur von ein
oder zwei Individuen aufgeführt werde ; 2j dass Melipona domestica
in Mexiko eine Wabe mit cylindrischen (nicht sechsseitigen) Zellen
anfertigt ; 3) dass eine domesticirte Biene auf den Sunda - Inseln
ovale Zellen mache, obwohl sie in hohlen Bamboo's (als Bienen-
stöcken) gehalten werde u. s. w. — Die Ansicht Haughton's, dass
keine Wachsersparniss (nach Reaumur) eine Rolle bei dem Auf-
bau der Zellen mitspiele, widerlegt Wallace durch die Beobach-
tung, dass die Bienen ihre Zellen zuerst dickwandig aufführen , sie
nachher aber von innen her ausnagen. Die von Haughton bei-
gebrachten Einwürfe gegen Dar win's Theorie weist Wallace als
auf Unkenntniss beruhend zurück und widerlegt sie schlagend.
Waterhouse (a. a. 0.) stellt einen Vergleich zwichen den
Zellen der Horniss (besonders an kleinen, erst begonnenen Waben
mit wenigen Zellen), der Osmia leucomelana, eines Eumenes und der
Bienenkönigin an und glaubt in allen das gemeinsame Prinzip, näm-
lich den Aufbau in Kreisabschnitten zu erkennen. Die scheinbare
Abweichung hiervon, wie sie sich in den hexagonalen Zellen man-
cher Wespen und Bienen (Apis mellifica) zu Tage tritt, beruht nach
seiner Ansiciit nur auf dem engen Contakt, in welchen diese Zellen
422 Gerstaecker: Bericht üb. d wissensch. Leist. im Gebiete
zu einander gebracht sind und durch welchen die Kreisform in das
Sechseck umgewandelt wird. Verf. glaubt als Beweis hierfür be-
sonders die nur aus wenigen Zellen bestehenden Waben der Horniss
betrachten zu können, deren peripherische Zellen an ihrem freien
Rande kreisrund, die aneinanderstossenden dagegen geradflächig
sind. — Smith weist dagegen an mehreren Wespennestern (von
Vespa norwegica, Nectarinia Lecheguana und Tatua morio) nach,
dass die Form des sechsseitigen Prisma's durchaus nicht immer auf
dem Zusaramenstossen mehrerer Zellen beruhe, dass vielmehr zahl-
reiche Wespen durch ihren eigenen Instinkt von vorn herein auf
die Aufführung sechsseitiger Zellen hingewiesen werden. — Auch
Tegetraeyer glaubt nicht an einen »hexagonalen« oder überhaupt
»geometrischen Instinkt« der Honigbiene; die sechsseitige Form
wäre auch nach ihm nicht durch den gegenseitigen Contakt der
Zellen bedingt, sondern ursprünglich sei jede Zelle am Grunde he-
misphärisch und werde erst durch das Benagen der Bienen py-
ramidal.
Von besonderem Interesse für die Biologie der Hy-
menopteren ist die Entdeckimg L u b b o c k's, wonach es
auch auf und unter dem Wasser lebende Arten dieser
Ordnung giebt. (On two aquatls Hymenoptera, one of
■which uses its wings in swimming , Transact. Linnean
soc. XXIV. p. 135 ff. tab. 23). Die Beziehungen beider,
den Proctotrypiden angehörenden Arten zum Wasser sind
andere als bei Agriotypus armatus , dessen Weibchen,
um die Phryganiden-Larven anzustechen, nur momentan
untertaucht. Die eine, Folynema natans kann, ohne Kie-
men zu besitzen oder eine Luftblase mit sich zu führen,
nach des Verf.'s Beobachtung zwölf Stunden lang unter
Wasser bleiben und schwimmt in diesem mittels ihrer
Flügel ; die andere dagegen, Prestwichia aquatica hält
die Flügel unter Wasser still und bewegt sich sehr be-
hende mit den Beinen, welche eine eigenthümliche Be-
wimperung oder das Schwimmen erleichternde anderwei-
tige Bildung nicht besitzen.
Von de Saussure's Melanges hymenopterologiques
ist im J. 1863 ein zweites Heft (Geneve und Basel, 74pag.
in 4. c. tab. 1 col.) erschienen, welches neben Verbes-
serungen und Nachträgen zum ersten neue Beiträge zur
systematischen Kenntniss der Vesparien enthält. Die Ab-
der Entomologie während der J. 1863—64. 423
Handlung ist ein Separat-Abdruck aus den Memoires d.
1. SOG. d'hist. nat. de Geneve XVII. p. 171—244.
Cresson (Proceed. entom. soc. of Philadelphia I.
p. 316 — 344) führte seinen „Catalogue of the described
species of North-American Hymenoptera'^ mit den Fa-
milien der Bembeciden; Sphegiden, Scoliiden, Mutillarien,
Formicarien, Vesparien und Apiarien zu Ende und gab
gleichzeitig noch Nachträge zu den früher verzeichneten.
Zwar ist das vom Verf. gegebene Verzeichniss in Betreff
der Europäischen Literatur keineswegs vollständig, doch
muss es für uns schon wegen der Zusammenstellung des
in Nord-Amerikanischen Werken beschriebenen Materials,
welches selbst den Engländern nur lückenhaft bekannt
geworden ist, als Repertorium höchst willkommen geheis-
sen werden.
F. S m it h, Catalogue of Hymenopterous Insects col-
lected by Mr. A. R. Wallace in the Islands of Mysol,
Ceram, Waigiou, Bourou and Timor (Journ. proceed. Lin-
nean soc. VII. p. 6 — 48). Die Aufzählung erstreckt sich
auf die Hymenoptera aculeata und auf die Familien der
Ichneumoniden und Braconiden. Sine beträchtliche An-
zahl der verzeichneten Arten ist bereits bekannt ; die
neuen werden mit kurzen und meist leicht hingeworfe-
nen Beschreibungen versehen. Reich an solchen ist be-
sonders die Familie der Formicarien, unter denen wieder
Polyrhachis durch Artenmenge sich hervorthut : erwäh-
nenswerth ist auch die Beschreibung von fünf ausser-
australischen Thynniden.
Derselbe, Notes on the geographical distribution
of the Aculeate Hymenoptera collected by Mr. A. R.
Wallace in the Eastern Archipelago (ebenda VII. p. 109
— 145)» Der Inhalt dieser Abhandlung möchte schwer-
lich den Erwartungen, welche ihr Titel und ihre Ausdeh-
nung erwecken könnte, entsprechen. Was Verf. auf den
ersten neun Seiten über die Verbreitung der Hymeno-
pteren im Allgemeinen zusammenstellt, ist allgemein be-
kannt, zum Theil aber nicht einmal richtig, z. B. dass
Sphex maxillosa und Bembex rostrata nur in Süd-Europa
424 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
vorkommen (beide in Nord-Deutschland häufig), dass Coe-
lioxys nur der Parasit von Megachile sei (Coel. rufescens
Lcp. ist Parasit von Anthophora parietina und quadrima-
culata), dass vorWallacc's Entdeckungen 15 Arten von
Honigbienen bekannt gewesen seien (es existiren über-
haupt nur 4 solche) u. s. y:. Was sodann über Wal-
lace's Sammlungen und die daraus erzielten Resultate für
die geographische Verbreitung gesagt wird, enthält er-
stens mehrfach Wiederholungen des schon früher Erwähn-
ten, ist aber im Uebrigen so dürftig und lückenhaft, dass
es durch die (p. 125 — 145) folgenden Tabellen, welche die
geographische Verbreitung der einzelnen Arten erläutern,
vollständig überflüssig gemacht wird. Die in diese neben
den Hvmenopteris aculeatis aufgenommenen Familien der
Ichneumoniden, Braconiden, Tenthrediniden u. s. w. wird
Verf. hoffentlich nicht auch für Stachelträger ansehen.
Giraud, Hymenopteres recueillis aux environs de
Suse en Piemont et dans le departement des Hautes-Al-
pes, en France, et description de quinze especcs nouvel-
les (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu WienXIII.
p. 11 — 46). Die 160^^om Verf. verzeichneten Arten ge-
hören der Mehrzahl nach den Hymenopteris aculeatis an
und werden zum Theil in ihren Merkmalen und ihrer
Lebensweise erörtert; die darunter befindlichen neuen
und einige wenig bekannte ausführlich beschrieben. Aus-
serdem fügt Verf. die Charakteristik einer neuen Gattung
von Schmarotzer-Bienen bei.
Derselbe, Notes sur quelques Hymenopteres tr^s
rares d^couverts en Antriebe, et description d'un Chalcidien
nouveau (ebenda XIII. p. 1306 — 1312). Die hier bespro-
chenen Arten gehören den Hymenopteris aculeatis und
den Chalcidiern an , unter welchen sie speziell erwähnt
werden.
Käwall, Beiträge zur Kenntniss der Hymenopteren-Fauna
Russlands (Bullet, d. natur. de Moscou 1864. I. p. 293 -303). Verf.
stellt Nachträge zu der Eversmann'schen Hymenopteren-Fauna der
Volga und des Ural (durch Aufzählung von 26 Tenthrediniden mit
Eversmann'schen Diagnosen) und gleiche zu den von Gimmerthal
verzeichneten Blatt- und Holzwespen Liv- und Kurlands zusammen;
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 425
diesen schliesst sich eine Aufzählung von 12 Chrysiden der letzteren
Lokalität an.
F. Smith, Notes on Hymenoptera (Entomol. An-
nual. f. 1863. p. 51—64. ibidem f. 1864 p. 108—117) gab
abermals eine kurze Zusammenstellung der interessante-
ren während des Sommers 1862 und 63 in England beob-
achteten und gesammelten Hvmenopteren und hob beson-
ders den EInfluss der Witterung auf die Fortpflanzung der
gesellig lebenden Arten hervor.
Im Sommer 1862 fehlten in England die gewöhnlichsten Bom-
bus-j Andrena- und Crabroniden-Arten fast ganz, während Wespen
und Ameisen reich vertreten waren; von letzteren wird besonders
Myrmica lippula als parasitisch in den Colonieen der Formica fuli-
ginosa lebend und Myrmica molesta hervorgehoben, letztere in ihrer
(nach des Yerf.'s Ansicht von Roger unrichtig festgestellten) Sy-
nouymie erörtert. — Auf verschiedenen Odynerus-Arten, welche im
September gefangen wurden, fand Verf. den Pediculus melittae
Kirby ; er beobachtete denselben zu allen Jahreszeiten stets in glei-
cher Grösse und Form, selbst im Winter in den Zellen von An-
thophora. — Im Sommer 1863 hatten sich die Hummeln wieder
vermehrt, während die Andrenen aus der Umgegend London's fast
ganz verschwunden waren. Als Seltenheiten dieser Saison werden
Didineis lunicornis und Myrmica lippula mas erwähnt. In Tenthredo
alni Lin. vermuthet Verf. trotz des abweichenden Flügelgeäders
das Männchen der Eriocampa ovata ; Verf. fing beide in Gesellschaft
und wird durch die Zucht ihre Zusammengehörigkeit nachzuweisen
suchen. Aus den Kapseln der Iris foetidissima wurde neben Mono-
nychus pseudacori auch ein Sigalphus erzogen.
Apiariae. F. Smith, Descriptions of Brazilian Honey Bees
belonging to the genera Melipona and Trigona, which were exhl-
bited, together with samples of their honey and wax, in the Bra-
zilian Court of the International Exhibition of 1862 (Transact. ent.
soc. of London 3. ser. I. p. 497 — 512. pl. 20). Verf. bespricht die
unterscheidenden Charaktere der Gattungen Melipona und Trigona,
w^elche nach seiner Ansicht mit Unrecht von manchen Autoren als
nicht stichhaltig betrachtet worden sind; allerdings sei der von
Latreille hervorgehobene Unterschied in der Bildung der Mandibeln
nicht durchgreifend, da bei Trigona bald ungezähnte, bald gezähnte
oder gesägte Mandibeln vorkämen, während sie bei Melipona allerdings
stets ungezähnt seien : doch sei Melipona stets durch den Osmia-
artigen Habitus und ihr alleiniges Vorkommen in Amerika, Trigona
durch ganz verschiedenen Habitus und durch ihre Verbreitung zu-
gleich über die anderen Welttheile charakterisirt. Ferner seien die
426 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Meliponen durch ihre beträchtlichere Grösse und die kurzen Flügel,
die Trigouen durch ihre grösseren Hügel mit deutlichem Stigma,
die Kleinheit des Körpers überhaupt und besonders des Hinter-
leibs leicht kenntlich. (Da Verf. nach seiner eigenen Angabe strikte
Unterschiede in den Mundtheilen, besonders der Unterlippe und den
Tastern nicht gefunden hat, die von ihm hervorgehobenen Merkmale
in Betreff der Flügel, des Habitus und der geographischen Verbrei-
tung aber nur sehr relative sind, so ist die Unterscheidung beider
Gattungen auch ferner noch sehr prekär. Ref.) — In Betrefif ihrer
Lebensweise bemerkte Verf., dass die geringere oder bessere Qua-
lität des von ihnen producirten Honigs sich offenbar nach den Blü-
then , von denen sie sammeln, richte, und dass die Wahl dieser
Blüthen durch die verschiedene Länge ihrer Zunge bedingt werde.
Verf. hat noch von keiner Art beider Gattungen alle drei Formen
gesehen; eine Trigona-Königin ist ihm überhaupt noch nicht be-
kannt geworden, doch glaubt er, dass auch diese (wie bei Melipona)
sich in Mehrzahl in einer Colonie vorfinden werden. Nachdem Verf.
auch über die Anlage und Form der Nester mehrerer Arten Noti-
zen beigebracht , beschreibt er folgende Arten als neu : Melipona
Manda^aia, Mondury , 'irigona LimäOj Cupira, Jaty, bipunctaia (Ca-
nüdo) , recursa (Vamos embora) , Tataira, Tubiba, ruficrus Latr.
(Arapuä) , Mombuca , Mosquito , amalthea (Sanharo), dorsalis (MoQa
branca), mellea (Cutia o de purga) und longipes (Manvel d'Abreu).
Die beifolgende Tafel giebt Abbildungen von 7 Arten und einzelner
Körpertheile derselben. (Die eingeklammerten Namen sind die
Landesnamen, welche Verf. bei manchen Arten zur Speciea-Benen-
nung gebraucht hat.)
Ebenda p. 501 erwähnt Verf. beiläufig, dass John Hearsey
eine in Indien einheimische Apis-Art (nach der Beschreibung ofi'en-
bar Apis dorsataj in eine Kiste eingeschlagen habe ; nachdem er
sie einige Tage hindurch gefüttert, hätten sie sich domesticirt und
grosse Quantitäten Honig zusammengebracht.
Derselbe (Proceed. ent. soc. of London 1863. p. 181 f.) gab
eine Beschreibung des Nestes der Neu-Holländischen Trigona car-
bonaria; die Waben sind ganz ähnlich wie bei der gewöhnlichen
Wespe angeordnet, nämlich einzeilig, horizontal und durch Säulen
an einander befestigt, die Oeffnungen der Zellen nach unten ge-
kehrt. Die Zellen waren alle mit Brut, keine mit Honig gefüllt.
Ein Unterschied von dem Wespenbau bestand darin, dass die Wa-
ben nicht nach unten angesetzt waren, sondern von unten nach
oben aufeinandergebaut ; die Waben bestanden nicht aus reinem
Wachs, da sie mit rother Flamme brannten.
Ref. (Zur geographischen Verbreitung der Honigbiene, Stett.
Ent. Zeit. XXV. p. Adl f.) vervollständigte seine früheren Mitthei-
der Entomologe während der J. 1863 — 64. 427
langen über diesen Gegenstand durch die Nachricht, dass die Biene
jetzt auch nach Neu -Holland übergesiedelt sei , so wie, dass sie sich
in Süd- Amerika auch in Columbien (nach Karsten), in Chile und
den Laplata-Staaten (nach brieflicher Mittheilung Bur meist er's) ak-
klimatisirt vorfindet.
Der auf Anresfung des Ref. vom Akklimatisations -Vereine zu
Berlin gemachte Versuch , die Aegyptische Biene (Apis mellifica
var. fasciata Latr.) nach Europa zu verpflanzen, ist im J. 1864 von
Erfolg gekrönt gewesen, üeber die Einführung derselben ist vom
Lehrer W. Vogel (Zeitschr. f. Akklimatis. 2. Jahrg. 1864. p.99ff.)
Nachricht gegeben und (ebenda p. 205 ff.) die Eingewöhnung und
Vermehrung dieser in vieler Beziehung interessanten Race spezieller
erörtert worden. Es wurde sofort zur künstlichen Vermehrung der-
selben geschritten und bis zum Herbst noch 22 Aegyptische Köni-
ginnen erzielt, von denen 9 befruchtet die Ueberwinterung eingin-
gen. Weder die Königin noch die Drohnen der Apis fasciata ha-
ben im normalen Zustande ein gelbes Schildchen, welches die Ar-
beiter charakterisirt.
Ueber den schädlichen Einfluss der Zuckerfabriken auf die
Bienenzucht machte Hagen (Stett. Ent. Zeit. XXV. p. 89 f.) eine
Mittheilung, welche der von Dohrn (ebenda XXII. Jahrg.) gege-
benen entspricht. Nach den Erfahrungen eines Mährischen Bienen-
züchters Knopp gingen nach Errichtung einer Zuckerfabrik zu
Wisternitz fast alle umliegenden Bienenstände zu Grunde; die Bie-
nen flogen gleich im ersten Frühling in die Fabrikräume, in wel-
chen sie zu Millionen ihren Tod fanden. Auf diese Weise wurde
sowohl der Brutansatz als das Schwärmen abgeschnitten.
Sichel, Essai monographique sur le Bombus montanus et
ses Varietes (Annal. soc. Linneenne de LyonXI. p. 421 — 443). Verf.
hat von dieser seltenen Art in seiner reichhaltigen Sammlung 46
Exemplare zusammengebracht, welche ihm den Beweis liefern, dass
sie den auffallendsten Färb ungs- Variationen unterworfen und nicht
nur aus diesem Grunde, sondern auch weil sie sowohl in horizontaler
als vertikaler Richtung eine sehr ausgedehnte Verbreitung zeigt, unter
den verschiedensten Namen beschrieben worden ist. Verf. glaubt
vier Haupt-Varietäten, welche durch 14 verschiedene Zwischenformen
in einander übergeführt werden , unterscheiden zu müssen : 1) Die
beiden ersten Hinterleibssegmente gelb, weisslich oder rein weiss
(B. montanus Lepel., ? nivalis Dahlb. , trifasciatus Smith, ?tricolor
Dahlb., ?balteatus Dahlb., tunicatus Smith, viduus Erichs.). 2) Das
zweite Hinterleibssegment nur an der Basis gelb oder weiss behaart
(B. tunicatus Smith, Sichelii Radochk.). 3) Das erste Hinterleibs-
segment ganz oder nur theilweise gelb, weisslich oder rein weiss,
das zweite ganz schwarz (B. Caucasicus Radochk.). 4) Die gelbe Be-
428 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
haarung in Weiss oder Aschgrau verwandelt, das zweite Segment
gelblich oder weisslich behaart {?liomh. tunicatus Smith), Ob zu
letzterer auch eine Asiatische , hier diagnosticirte Form : Bojnb.
Fairmairci gehört, lässt Verf. unentschieden. — Ein vom Verf. an-
hangsweise mitgetheilter Brief von Smith erklärt sich mit diesen
Zusaramenziehungen nicht einverstanden.
Von Putnam, Notes on the habits of some species of Hum-
ble Bees (Proceed. of the Essex Institute IV. p. 98 ff.) sind Beob-
achtungen über die Lebensweise von vier Nord - Amerikanischen
Hummel-Arten : Bombus fervidus Fab., ternarius Say, separatus Cress.
und Virginicus Fab. raitgetheilt worden, welche manches Interes-
sante enthalten. Von Bomb, ternarius fand Verf. im September acht
Fuss tief unter der Erde eine Colonie in einem verlassenen Ratten-
Neste ; sie bestand aus 28 Imagines, 45 Zellen mit Puppen und 30
Honigtonnen, letztere mit Wachs bedeckt. Die Colonieen des Bom-
bus fervidus werden meist in den Nestern der Hausmaus oder der
Arvicola riparia gefunden ; eine besonders grosse enthielt 70 Imagi-
nes, 150 Brutzellen mit Puppen, 200 junge Larven und 50 Honig-
zellen. Während diese am 23. Juli beobachtet wurde, fanden sich
in einem am 28. Juli untersuchten zweiten Neste derselben Art
ausser einer Königin nur 5 oder 6 eben vollendete Königinnen-Zel-
len. Zwei Königinnen des Bomb, fervidus fand Verf. in heftigem
Kampf mit einander am Ausgang einer Colonie ; die Beobachtung
von Brutzellen zeigte ihm, dass die Hummeln sich aus denselben
herausbeissen, ohne dabei von anderen unterstützt zu werden. —
lieber die Fortpflanzung einer Colonie theilt Verf. nach eigenen
Beobachtungen Folgendes mit: Ein überwinterndes Weibchen sam-
melt zunächst eine Partie Pollen mit Honig vermischt, um darin 7
bis 14 Eier abzusetzen ; die daraus hervorgehenden Larven entfer-
nen sich mit zunehmendem Wachsthume immer weiter von einan ■
der , indem sie den inzwischen durch das Weibchen vergrösserten
Pollenklumpen aushöhlen. Noch bevor diese ihr volles Wachsthum
erreicht haben , werden von dem Weibchen immer neue Eier ge-
legt, deien Larven sich zunächst zu Arbeitern entwickeln; diese
übernehmen dann das Eintragen von Pollen, während das Weibchen
jetzt im Neste verbleibt. Um die Mitte des Sommers werden dann
von letzterem Eier gelegt, aus denen sich Männchen und Weib-
chen entwickeln ; ob der Begattung dieser dann die Eier entstam-
men, aus welchen sich zu Ende des Sommers die Königinnen ent-
wickeln, lässt der Verf. vorläufig dahin gestellt. Dass die Larven
von der Mutter-Hummel gefüttert werden, wie angegeben worden
ist, hat Verf. niemals beobachtet, sondern nur, dass das von der aus-
gewachsenen Larve angefertigte Gespinnst von jener mit Wachs
überzogen und dadurch erhärtet wird. Er glaubt daher auch nicht
der Entomologie während der J. 1863—64. 429
dass die Art des Futters einen Einfluss auf die Entwickelung der
Larven zu Arbeitern oder geschlechtlichen Individuen habe, sondern
möchte letzteres davon ableiten , ob das Ei kürzere oder längere
Zeit nach der Begattung gelegt werde (?Kef.) , in erster em Falle
(Spätsommer) entwickelten sich aus den Eiern Königinnen , im letz-
teren (Frühling) Arbeiter.
Ref. hat diese Angaben des Verf.'s hier ausführlicher mitge-
theilt in der Ansicht, dass die Naturgeschichte der Hummeln noch
weit davon entfernt ist, in allen Punkten aufgeklärt zu sein, und
dass es hierzu noch vielfacher und genauer Beobachtungen bedarf.
Putnam spricht in seinen Mittheilungen mehrfach von kleinen und
grossen Weibchen (neben den Arbeitern), leider jedoch, ohne etwas
über ihre innere Organisation mitzutheilen. Gerade die anatomi-
sche Untersuchung der Weibchen während der verschiedensten Jah-
reszeiten und besonders der im Neste gefundenen Individuen ist
aber offenbar die wichtigste Aufgabe, um die es sich bei der Er-
forschung der biologischen Verhältnisse dieser Thiere handelt. Nach
des Ref. Untersuchungen an zahlreichen Individuen der im Frühling
fliegenden überwinterten Mutter-Hummeln können diese nicht als
Königinnen im Sinne der Bienenkönigin angesehen werden, da ihre
Ovarien durchweg nur eine sehr massige Ausbildung erkennen las-
sen, wenn dieselbe auch sehr viel beträchtlicher als bei den Arbei-
tern ist. Ausser diesen überwinterten Weibchen giebt es aber aller-
dings wirkliche Hummel-Königinnen, welche vielleicht niemals das
Nest verlassen. Ref. fand eine solche beim Ausgraben eines von den
Arbeitern schon verlassenen Nestes von Bombus terrestris zu Ende
Juli's, welche sich einerseits durch besondere Körpergrösse, ande-
rerseits durch eine früher nie von ihm gesehene Entwickelung der
Ovarien hervorthat. Die in der Leibeshöhle vielfach zusammen-
gelegten und dieselbe prall anfüllenden Eierstöcke dieses (als be-
sonders interessantes Objekt vom Ref. aufbewahrten) Individuums
übertrafen auseinandergebreitet die Länge des ganzen Körpers reich-
lich um das Dreifache und enthielten nach dem unteren Ende zu
Eier von 2 Lin. Länge, während bei den Frühlings-Weibchen die
mit viel kleineren Eiern versehenen Ovarien in gerader Richtung
von vorn nach hinten verlaufen und nur einen geringen Raum be-
anspruchen. Etwas ganz entsprechendes findet sich auch bei den
Wespen, deren Frühlings -Weibchen gleichfalls nur sehr massig ent-
wickelte Ovarien zeigen, während auffallend grosse aus dem Neste
genommene Individuen (nach einem mir von Prof. Leuckart ge-
zeigten Präparat) dieselben kolossalen Eierstränge, wie jenes Hum-
raelweibchen, darbieten. Welche Rolle nun diese eigentlichen Kö-
niginnen im Hummel- und Wespenstaate spielen und welches ihr
Verhältniss zu den Frühlings-Weibchen ist, ob sie nämlich von die-
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. . CG
430 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
sen abstammen oder solche erzeugen, scheint bis jetzt noch voll-
ständig unbekannt zu sein, wäre aber einer näheren Untersuchung
gewiss im höchsten Grade werth und es hätte sich zu einer solchen
das dem Verf. zu Gebote stehende Material vielleicht vortrefflich
geeignet. Der von letzterem gemachten Angabe, dass sich aus den
im Spätsommer gelegten Eiern nur Weibchen entwickeln, kann
Ref. übrigens gleichfalls eine abweichende Beobachtung gegenüber-
stellen: aus den Brutzellen eines am 18. Septbr. von ihm ausge-
nommenen Nestes des Bombus muscorum entwickelten sich noch bis
zu Ende dieses Monats zahlreiche Arbeiter-Hummeln.
Derselbe Verf. (Notes on the leaf-cutting bee, ebenda p. 105 fif.)
beobachtete das Weibchen einer blätterschneidenden Megachile, wel-
ches vom 26. Juni an drei Wochen lang den Vormittag über Blatt-
stücke, des Nachmittags Pollen eintrug und sein Nest unter einem
Dachbalken anlegte. Bei einer Untersuchung des letzteren am 28.
Juli bestand es aus dreissig Zellen, welche in neun ungleichen Rei-
hen angeordnet waren; die längste derselben, welche sechs Zellen
enthielt, maass 2^/'^ Zoll. Die Zellen bestanden bei durchschnittli-
cher Länge von ^U Zoll aus einer Blatthülle von 15 Zoll Ausdeh-
nung, zu welcher nach ungefährer Berechnung wenigstens tausend
Blattstückcheu verwandt worden waren. Bei vorsichtigem Oeffnen
einer Zelle fand sich eine ausgewachsene Larve darin, welche so
eben ihren Cocon spann. Vom 81. Juli bis zum 6. August schlüpf-
ten sechs Weibchen und ein Männchen aus den Zellen ; die übri-
gen zeigten sich beim Oeffnen von zahlreichen kleinen Schlupfwespen
besetzt. Drei andere Megachile- und eine blaue Osmia-Art schnei-
den Rosenblätter (also wie die Europäische M. centuncularis) ; sie
waren Ende Juni's so zahlreich, dass fünf oder sechs Rosensträucher
ihrer Blätter vollständig beraubt waren.
Packard, The humble bees of New -England and their pa-
rasites ; with notices of a new species of Anthophorabia and a new
genus of Proctutrupidae (Proceed. of the Essex Institute IV. p. 107 ff.).
Verf. beschreibt nach einem Hinweis auf das Interesse, welches das
Ausnehmen der Hummel-Nester zu verschiedenen Jahreszeiten einer-
seits in Betreff' der Feststellung der Artgränzen, andererseits in Rück-
sicht auf die Kenntuiss ihrer Schmarotzer beansprucht, folgende in
Neu -England bis jetzt beobachtete Bombus- und Apathus- Arten:
Bombus fervidus Fab., Pennsylvanicus Cresson, terricola Kirby, Vir-
ginicus Fab., separatus Cress., vagans Smith, ternarius Say, perple-
xus Cress. (nur ein männliches Exemplar bekannt), bimaculatus und
affinis Cress., Apathus Ashtoni, contiguus und elatus Cress. und
citrinus Smith. — Als Parasiten werden JSephopteryx Edmansii, nov.
spec. (Larve von den Wachs - Abfällen lebend) , eine unbestimmte
Conops-Art, im Hinterleib von Bomb, vagans und fervidus als Larve
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 431
schmarotzend ; eine mit der Larve von Volucella nahe verwandte
Dipteren-Larve, Antherophagus ochraceusMelsh. und die Larve von
Meloe angusticollis Say erwähnt und zum Theil spezieller erörtert.
Bat es (The naturalist on the Amazons, Deutsche Ueber-
setzung S. 212 ff.) fand in der Umgegend von Santarem und Villa
Nova 140 verschiedene Bienen-Arten, von denen viele ihre Nester in
hohlen Zweigen und Aesten anlegen. In Betrejßf der Kukuksbienen
bemerkt Verf., dass die Mehrzahl ihren Wirthen täuschend ähnlich
sehe, nur wenige im Aeusseren auffallend von jenen abweichen;
auch die parasitischen Dipteren nehmen sehr allgemein das Gewand
der von ihnen heimgesuchten Bienen an. Eine Apathus-Art existirt
am Amazonenstrome nicht; die daselbst vorkommende, ganz russ-
schwarze Bombus-Art hat den gleichfalls ganz schwarzen Eurytis
funereus zum Parasiten. Bei den kleinen Meliponen schmarotzen
gewisse Syrphiden, bei den Euglossen die Gattungen Melissa, Meso-
cheira und Thaies cria. — Speziellere Mittheilungen macht Verf. über
Melipona fasciculata, deren Arbeiter theils Blüthenstaub, theils Thon
eintragen. Letzteren, welcher zum Vermauern der in ihr Nest füh-
renden Baumspalten verwandt wird, schaben sie zuerst mit den
Oberkiefern ab und schaffen ihn dann in Form von Kügelchen in
gleicher Weise an den Sammelapparat der Hinterbeine, wie dies
mit dem Pollen geschieht. Ein vom Verf. geöffneter Stock dieser
Art enthielt etwa zwei Quart wohlschmeckenden, flüssigen Honigs;
beim Angriff auf ihren Bau wehren sich die äusserst zahlreichen
Arbeiter durch Beissen mit den Kiefern. — Eine kleine, noch un-
beschriebene Melipona - Art von kaum 2 Lin. Länge baut an dem
Eingang zu ihrem Bau eine röhrenförmige Gallerie von Thon. wel-
che sie mit einer klebrigen Substanz knetet. Die Mündung der
Röhre hat die Gestalt einer Trompete, an deren Eingang stets
Schildwachen postirt sind. — Das Weibchen der Euglossa Surina-
mensis baut sein einsames Nest in die Spalten von Mauern und
Bäumen (besonders der Caju-Bäume, deren ausschwitzendes Gummi-
Harz es mit den Hinterbeinen sammelt) und verschliesst dieselben %
mit trockenen Blättern und Holzsplittern.
Giraud (Hymenopt. de Suse et de Vallouise, Verhandl. d.
zoolog.-botan. Gesellsch. XIII. p.29ff.) handelte über die Unterschiede
von Andrena pilipes Fab., holomelana Lepel., Lepeletieri Luc. und
atrocoenilea (Dufour) n. A. und beschrieb Andrena nasvla, elegans
und squamea n. A. aus Piemont; ferner Megachile rvßlarsis (Du-
four), veslita^ Anthidium Calurigenst und exitnium, Telralonia f'ul-
vescensy Anlhophora larvala und obesa n. A. ebendaher, mit gleich-
zeitigen Bemerkungen über Haliclus pulchellus Jur. , Osraia leuco-
melana Kirby, Anthidium septemdentatum, cingulatum und taeniatum
Latr. — Anhangsweise charakterisirt Ve.f. eine neue Gattung pa-
432 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
rasitiscber Bienen unter dem 'Namen Ep e o l oides , welche zwischen
Epeolus und Ammobates die Mitte hält , indem sie mit ersterer
Gattung die Zahl der Cubitalzellen, mit letzterer die Zahl der Kie-
fertaster-Glieder (sechs) gemein hat. Schildchen unbewehrt. Aus-
senseite der Schienen ohne Rauhigkeiten, Analsegment konisch, die
Bauchplatte desselben am Ende gespalten. — Art: Epeol. ambiguns
(Weibchen) aus Oesterreich. (Letztere ist nicht neu, sondern auf
das Weibchen der Apis coecutiens Fab. Ent. syst. II. p. 340. no. 14
begründet, so dass sie Epeoloides coecutiens Fab. = ambiguus Gir.
zu benennen ist. Ref.)
Derselbe (ebenda XIII. p. 1285) beschrieb die Larve der
Osmia leucomelana Kirby , welche er nebst Puppen-Cocons in
den Gallen der Lipara lucens (am Schaft von Phragmites commu-
nis) fand.
Costa (Entom, della Calabria ulteriore p. 41 ff. Taf. 2. fig. 1
— 8) machte Andrena Calabra (mas, fem.), Atilhidium mosaicum (mas),
Megachile piigillaloria (mas, fem.), mixta (fem.), melanopyga (fem.),
Herindes hidetiticnlala (mas) und Anthophora rectangula (fem.) als
n. A. aus dem südlichen Calabrien durch Beschreibung und Abbil-
dung bekannt.
F. Morawitz (Bullet, d. natur. de Moscou 1864. IL p. 445 ff.)
beschrieb Andrena ISylanderi n. A. aus Finnland und von St. Pe-
tersburg, Anthophora borealis von St. Petersburg und Anthidium
monlamun aus der Schweiz, alle drei Arten nach beiden Geschlechtem.
Smith (Journ. proceed. Linn. soc. VII. p. 44 ff.) Prosopis api-
cata und lusoria n. A. von Mysol, itnperialis von Dorey auf Neu-
Guinea, Nomia bidentala und florea von Mysol, melallica von Wai-
giou, simillima von Ceram, Megachile funeraria von Bourou, No-
niada insularis von Ceram, conspicua von Timor und Xylocopa pru-
vida von Mysol.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. IL p. 24)
Hylaeus monilicornis als n. A. von Ceylon.
T y r e r (Entom. monthly magaz. I. p. 123) erwähnt des Vor-
kommens von Bombus Lapponicus in Yorkshire.
Amerling (Centralblatt f. d. gesammte Landeskultur, Prag
1863. p. 4 ff.) handelte über die der Bienenzucht schädlichen In-
sekten.
Vesparlae. H. de Saussure's Melanges hymenopterol. Fase.
IL (Memoires d, 1. soc. d'hist. nat. de Geneve XVII, 1) sind ver-
schiedenen Beiträgen zur Artenkenntniss dieser Familie gewidmet.
In einer »Revision du genre Synagris« (p. 2— 34) giebt Verf. eine
Aufzählung von 33 unter 5 mit besonderen Namen versehene Sektio-
nen vertheilten Arten, von denen folgende als neu beschrieben wer-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 433
den: Syn. (Antagris) Sicheliana von Guinea, mandihularis vom Sene-
gal und Guinea, combvsta und afßnis aus Abyssinien , (ParagrisJ
capitata, tetrameria und Heydeniana aus Abyssinien, maxillosa vom
Senegal, (Hyagris) fervida vom Cap und Caifernlande, aetkiopica
aus Abyssinien und Süd-Afrika, Rüppelliana aus Abyssinien, ferox
vom Senegal, d^ibia aus Abyssinien, (Pseudagris) carinata n. A. von
Port Natal, durch ungezähntes Postskutellum ausgezeichnet; Kiefer-
taster fünfgliedrig. — Die darauf folgende »Description de divers
Eumeniens nouveaux ou incompletement connus« (p. 35 — 63) enthält
von neuen Arten: Rhynchinm aestuans vom Senegal, Odynerus (Hyp-
ancistrocernsj Aegyptiacus und Pharao aus Aegypten, Heydeniamis
und Massauensis aus Abyssinien , (Ancistocerus) zebra ebendaher,
(Stenancistrocerus, nov, subgen.) inconstans aus Abyssinien, Inrca
von Bagdad, (Odynerus) stigma, interriiptus und aestuans aus Abyssinien
und Aegypten, Gnineensis, (StenodynerusJ angustus aus Abyssinien
und Chinensis, (Anlodynerus) mutabilis aus Abyssinien. — In dem
dritten Abschnitt, Description de divers Vespiens (p. 64 — 71) be-
schreibt Verf. neben einigen schon bekannten Arten als neu : Icaria
plebeja aus Neu-Holland, Polistes obscurus aus Brasilien, Polybia
vespiceps, pumila, nana und Heydeniana ebendaher. — Auf der bei-
folgenden Tafel werden die Synagris-Arten durch Darstellung der
ihnen eigenthümlichen Clypeus-Bildungeü erläutert, einige Ancisto-
cerus- und Polybia-Arten in colorirten Abbildungen dargestellt.
Smith (Journ. proceed. Linn. soc. VIT. p. 41 ff.) machte Isch-
nogaster unicolor als n. A. von Mysol, Icaria niorosa von Waigiou,
irritata und deceptor von Mysol, torrida von Ceram, Polybia litna'
tula von Mysol und Vespa unicolor von Bourou; ferner (p. 38 ff.)
Eumenes medianus und conformis von Ceram, volatilis von Mysol,
pullatus von Ceram, perplexus und diligens von Bourou, Odynerus
fallaxj conspicuus, laboriosus von Mysol und sobrinns von Ceram
bekannt.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. I. p. 501 ff.)
discutirte die Frage, ob es in der That honigsammelnde Wespen
nach Art der Bienen gäbe, d. h. solche^ welche Honig zur Auffüt-
terung ihrer Brut abscheiden. Er möchte dies aus dem Grunde
bezweifeln, weil er in keinem Honig enthaltenden Wespen-Neste
(z. B. von Nectarinien) bis jetzt gleichzeitig Brut gefunden habe.
Auch das Material der Zellen scheint ihm kaum dazu geeignet zu
sein, Honig auf die Dauer aufnehmen zu können. Vielmehr glaubt
er, dass der von den Nectarinien aufgespeicherte Honig aus Bie-
nen-Nestern geraubt und nur während derjenigen Zeit im Neste de-
ponirt werde, wo die Wespen keine anderweitige Nahrung aufzu-
finden wissen. — Ein von ihm untersuchtes Nest der Polybia scu-
tQllaris von 2 Fuss Länge und 15 Zoll Durchmesser enthielt mehr
434 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
als 100 lebende Exemplare von Mantispa (Trichoscelis) varia, dabei
aber weder eine einzige Wespe, noch Brut derselben. Im Centrum
der oberen Waben (14 an Zahl) fand sich in einigen Zellen Honig,
welcher jedoch von der einen Wabe zur anderen hindurchsickerte.
— p. 511 beschreibt Verf. Polybia Enxuxj als n. A. aus Brasilien.
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII.
p. 25 ff.) gab eine ausführliche Beschreibung des bisher wenig be-
kannten Odynerus (Epipona) spiricornis Spin., dessen Lebensweise
er zugleich beobachten konnte. Das Weibchen baut zolllange, senk-
recht auf den Boden gestellte Zellen , welche es mit Lyda-Larven
besetzt ; drei am Tage vorher vom Verf. zerstörte Zellen waren am
nächsten Morgen schon wieder theilweise von ihren Eigenthümerin-
nen aufgebaut, jedoch noch nicht mit Larven versehen worden. —
Derselbe (ebenda p. 27 f.) beschrieb das Weibchen von Vespa au-
striaca, welche er für eine von V. rufa verschiedene Art hält, nach
drei in Salzburg und Gastein gefangenen Exemplaren.
F. Morawitz, Ueber Vespa austriaca Panz. (Bullet, d. nat.
de Moscou 1864. II. p. 439 ff.) stellt zehn in der Umgegend von St.
Petersburg vorkommende Arten der Gattung Vespa fest und gab
eine ausführliche Charakteristik der Vespa austriaca nebst ihren
Varietäten. Obwohl di«se Art bei St. Petersburg häufig ist, hat
Verf. doch stets nur Männchen und Weibchen, aber niemals Arbeiter
oder ein Nest gefunden; er wirft daher die Frage auf, ob sie nicht
etwa ein Parasit sei?
Guerin (Bullet, soc. entomol. 1864. p. 3) theilte mit, dass
überwinternde Mutterwespen ihre Flügel unter den Bauch zwischen
die Beine schlagen, so dass eine ähnliche Position wie bei der Nym-
phe zustande kommt. Paris (ebenda p. 33) bestätigt diese Beob-
achtung an einer von ihm gefundenen überwinternden Wespe.
In den Proceed. of the entomol. soc. of London 1864. p. 27
sind von einem Ungenannten Notizen über die Häufigkeit der Wes-
pen während d. J. 1836 bis 1841 und 1852 bis 1863 gegeben worden.
Es wird die Zahl der in einer bestimmten Gegend gefangenen Mut-
terwespen (nach der Ueberwinterung im Frühling) und zugleich die
Witterung des vorhergehenden Herbstes angegeben.
Stone (ebenda 1864. p. 33j beschrieb ein von ihm eingeschla-
genes Verfahren, um eine starke Colonie der Vespa germanica zu
zwingen, hinter einander sechs Nester von eigenthümlicher Form zu
bauen. Er trieb die in ein Zimmer gebrachte Colonie, welche aber
durch eine Oeft'nung des Fensters ausfliegen konnte, hinter einan-
der in verschiedene Kästen, in welchen die Anfangswaben jedesmal
in anderer Weise befestigt wurden.
Eich. Lestock Edgeworth, Notes on the Irish Vespidäe
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 435
(Annais of nat. bist. 3. ser. XIII. p, 466 — 474) theilte seine Beob-
achtungen über die Lebensweise von Yespa vulgaris, rufa, Britan-
nica und sylvestris mit. Vespa vulgaris legt ihr Nest nach des Yerf.'s
Erfahrung fast durchweg in der Nähe von Hummel-Nestern (Bomb,
terrestris oder agrestis) an , in welches die Wespen ungestört ein-
und ausgehen. Um die Lebensweise der Thiere zu beobachten, hat
Verf. oft Nester ausgegraben, um sie in der Nähe seines Hauses
anzusiedeln ; das dabei von ihm beobachtete Verfahren wird ausführ-
lich beschrieben. Die Vespa vulgaris, bei welcher Verf. niemals die
von anderen Schriftstellern erwähnten Wachen beobachten konnte,
glückte ihm bis zu dem Grade zu zähmen, dass er niemals gesto-
chen wurde; auch gelang es ihm mehrere Nester zusammenzuthun,
ohne dass sich die Bewohner gegenseitig anfielen. Die Hälften
zweier durchschnittener Nester wurden aneinander gepasst und da-
durch bewirkt, dass sie von den Wespen mit einer gemeinsamen
Hülle umgeben und verschmolzen wurden. — Während Vespa vul-
garis ihr Nest noch bis spät in den November hinein bewohnt, ist
dasjenige von V. rufa schon Ende Septembers verlassen; mehr als
% der Zellen sind um diese Zeit für Männchen und Weibchen an-
gelegt. — Ein Nest von Vespa Britannica hat Verf. in seinem Zim-
mer gehalten, ohne je von den Wespen gestochen zu werden ; der
Rest des vom Baume abgenommenen Nestes wurde sofort ausgebaut
und zwar nach erneuerter Zerstörung viermal hintereinander.
Imhoff (Mittheil. d. Schweizer. Entom. Gesellsch. 1863. p.91)
beschrieb Celonites abbreviatus fem. var., eine kleine alpine Varietät
von Samaden im Engadin.
Sichel (Annal. soc. entom, 4. ser. III. p. 20) bemerkt, dass
die Gattungsnamen Polistes, Eumenes (und ebenso Ammobates, Col-
letes) u. a als Masculina gebraucht werden müssen. (Doch ist Eu-
menes im Griechischen sowohl als masculinum wie als femininum im
Gebrauch. Ref.)
Crabronina. Smith (Journ. proceed. Lin. soc. VIL p. 33 ff.)
lyiachte eine neue Gattung Arpactophilus bekannt, welche mit
Diodontus nahe verwandt, sich durch den Mangel des zweiten Ner-
vus recurrens in den Vorderfiügeln und durch zweizähnige Mandi-
beln unterscheidet. Kopf gross, fast quadratisch, breiter als der
Thorax, Fühler entfernt stehend, an der Basis des Clypeus ent-
springend , ihr Schaft kurz , so lang wie die fünf Basalglieder der
Geissei zusammengenommen; Schildchen quer, Metathorax mit ab-
gegränztem Basalraum, Hinterleib fast sitzend. — Art : Arp. bicolor
von Mysol. — Neue Arten sind ferner: Pelopoeus murarius von Ce-
ram, Larrada funerea von Waigiou, sabulosa von Ceram, Pison pal-
lidipalpis von Ceram, Trypoxyloti placidum und gracillimum von My-
sol, Psen petiolatus von Mysol, Ceiceris immolator von Waigiou.
436 Gerstaecker: ßericlit üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Sichel (Annal. soc. entomol. 4. sei*. III. p. 23. pl. 7. fig. 1)
Sphex hemiprasina und hemipyrrhn als n. A. von Montevideo, letz-
tere vielleicht nur Varietät der ersteren.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 23
Stigmus niger und Ampnlex? annuHpes als n. A. von Ceylon.
Im hoff (Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1863. p. 90)
Crabro (Thyreopus) alpinus als n. A. aus dem Engadin und Wallis.
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII.
p. 24) Tachytes spoliata als n. A. aus Süd-Frankreich (Hautes-Alpes)
und (ebenda p. 1306) das bisher unbekannte Männchen vonAmpulex
Europaea Gir.
Costa (Entomol, della Calabria ulteriore tab. 3. fig. 8 u. 9)
gab Abbildungen von Enodia lividocincta und Sphex strigulosa Co-
sta aus Calabrien,
Ein Verzeichniss der um St. Petersburg aufgefundenen Cra-
broninen stellte A.Morawitz (Bull. d. l'acad. de St.Petersbourg VII.
p. 451 — 463, Melange s biologiques IV. p. 638— 654) zusammen.
Dasselbe umfasst 30 Crabro, 2 Lindenius, 4 Oxybelus, 6 Cemonus,
3 Diodontus, 3 Passaloecus und 1 Stigmus, im Ganzen 49 Arten.
Verf. hat bei den einzelnen Arten eine reichhaltige und vielfach
rectificirte Synonymie beigefügt; zwei unter Cemonus unicolor ver-
mengte Arten werden als Cem. Wesmaeli und Shuckardi unterschie-
den, von Diodontus tristis Shuck. als besondere Art Diod Dahlhomi
(tristis Dahlb.) abgeschieden und Stigmus Sulshyi (pendulus Dahlb.
fem.) als neu beschrieben.
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII.
p. 1280 ff.) fand die Brutzellen von Trypoxylon figulus Lin. und Ce-
monus unicolor Fab. nicht selten gemeinschaftlich in zellenartigen
Anschwellungen des Schaftes von Phragmites communis. Er giebt
eine verbesserte Beschreibung von der Larve des ersteren und wi-
derlegt die Meinung vonDufour und Perris, wonach Cemonus
ein Parasit von Trypoxylon sein möchte. Die Brutzellen von Cemo-
nus, welche sich durch bestimmte Merkmale von denjenigen des
Trypoxylon unterscheiden lassen, fand er mit frischen, grünen Aphis-
Individuen besetzt, welche von der Larve der Grabwespe verzehrt
werden. Die drei von Dahlbom nach der Skulptur des Metatho-
rax unterschiedenen Cemonus-Arten hat Verf. in Mehrzahl und ge-
meinschaftlich aus denselben Rohrschaften erhalten und bezweifelt
um so mehr ihre specifische Verschiedenheit, als sich Uebergänge
nachweisen lassen.
B a t e s (The naturalist on the Amazons, deutsche Uebersetzung
p. 211f.) beschrieb den Nestbau von Pelopoeus fistularius und eini-
gen Trypoxylon- Arten. Das Weibchen der ersteren Art baut ein 2
der Entomologie während der J. 1863 — 64, 437
Zoll langes Nest von der Form eines Beutels, welches an einem
Zweige befestigt wird ; dasselbe wird aus Thon aufgeführt, welchen
die Wespe zu kleinen runden Kügelchen formt, um diese dann auf
dem Rande der Zelle mit den Kiefern wieder auszubreiten. Die
Zelle, deren Bau eine Woche in Anspruch nimmt, wird mit Spinnen
aus der Gattung Gasteracantha besetzt. — Trypoxylon albitarse
baut mit starkem Gesumme röhrenförmige Zellen von 3 Zoll Länge
an Wänden und Thüren und versorgt dieselben mit Spinnen; die
an Zweige reihenweise angehefteten Zellen des Trypoxylon aurifrons
haben die Form kugliger, mit einem kurzen Halse versehener Fla-
schen und enthalten kleine Raupen.
Pompilidae. Smith, Descriptions of new species of Brazilian
Pompilidae (Journ. of Entomol. II. p. 263 — 270) beschrieb Agenia
manifeslala , nobilitata , sangninolentn^ fetnornfa, rvficeps, volatilis,
abdominalis, polisttformis ^ anmilata, viridis und nulica, Pompilus
imitator, fragilis, ichneumoniformis, Ptiocnemis opulenlay Notocyphus
vindex, Ceropales htctnosus und crassicornis als n. A. meist vom
Amazonenstrome, ausserdem CeropnJes agih's aus Mexiko.
Derselbe (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 29 ff.) Pom-
pilus jucundus vonMysol und vigilayis von Waigioü, Priocnemis adu-
stus, Agenia Eitdora, Nvmeria, Metella und Vesta von Mysol, clavaia
von Waigiou, Mygnimia intrepida von Timor, opulenta und exaspe-
rata von Mysol, intrepida von Ceram.
Costa (Entomol. della Calabria ulteriore, tab. 3. fig. TO u. 11)
gab Abbildungen von Pompilus vomeriventris und orbitalis Costa
aus Calabrien.
Heterogyna. de Saussure veröffentlichte in einem Nach-
trage zum ersten Hefte seiner Melanges hymenopterologiques (p. 69
— 73) zahlreiche synonymische Notizen über die Gattungen Scolia
und Elis und legte einer von Savigny abgebildeten, ihm unbekannt
gebliebenen Aegyptischen Scolia-Art , für den Fall, dass sie von
Scol. consobrina Sauss. verschieden ist, den Namen Scolia Savig-
nyana bei.
Derselbe, Sur quelques Scolies de Basse-Californie (Annal.
soc. entom. 4. ser. III. p. 17 ff.) beschrieb Scolia (Triscolia) badia,
(Discolia) consors und Elis Xantiana als n. A. von Cap St. Lucas,
ebendaher Scol. nobilitata Fab. var.
H. de Saussure et J. Sichel, Catalogus specierum
generis Scolia (sensu latiori) , continens specierum diagnoses , de-
scriptiones synonymiamque , additis annotationibus explanatoriis
criticisque. Geneve et Paris, 1864 (8. 255 pag. 1 pl.). Mit einem :
Appendix, seu Mantissa I. , scripsit J. Sichel (1864. 8. p. 259
— 351. pl. II). Der erste Band dieses umfassenden Werkes giebt
438 Gerstaecker: Bericht üb. d. wisseiisch. Leist. im Gebiete
eine systematische Aufzähhmg sämmtlicher bisher bekannt gewor-
dener Arten der Gattung Scolia (im älteren Sinne), welche sich mit
Einschluss einiger zweifelhaft gebliebenen auf die ansehnliche Zahl
von 272 belaufen. Die beiden Verf. haben sich für Annahme der
drei Gattungen Liacos, Scolia und Elis entschieden, welche sie nach
der Zahl der Cubitalzellen wieder je in zwei Untergattungen zerle-
gen (eine Eintheilung, welche in der Natur durchaus nicht begrün-
det ist und welcher jedenfalls die Aufstellung von sechs durch das
Flügelgeäder bedingten, gleichwerthigen Gruppen vorzuziehen wäre);
in diese Untergattungen werden die einzelnen Arten, nach Faunen-
gebieten zusammengestellt, eingeordnet. Dieselben sind durchweg
mit Diagnosen , kurzen ergänzenden Charakteristiken , Erörterung
der Varietäten und der Synonymie versehen, so dass die Arbeit bei
weitem mehr darbietet, als ihr Titel verheisst und zur Bestimmung
der Gattung mit Erfolg benutzt werden kann. — Das unter dem
Titel Mantissa I. von Sichel bearbeitete zweite Heft des Werkes
welches sich in der Paginirung dem ersten unmittelbar anschliesst,
enthält eine Bearbeitung der Gattungen Cosila Guer. (5 A.) und
Epomidiopteron Rom. (2 A.), so wie die Beschreibung einer ansehn-
lichen Zahl neuer Scolien nebst nachträglichen Bemerkungen und
Zusätzen zu bereits bekannten. Es wäre zu wünschen, dass die
allerdings noch bei weitem schwierigeren Gattungen Mutilla und
Thynnus eine entsprechende Bearbeitung, wie sie das vorstehende
Werk darbietet, erführen.
Smith (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 24 ff.) machte
als n. A. Mutilla mirahilis von Waigiou, Damia und Thera von Ce-
ram, fausta von Mysol, Tiphia intvudens von Mysol, Thynnus lugu-
bris von Ceram, insularis von Mysol. placidus von Waigiou, pullatus
von Bourou, Aelurus comatus von Waigiou, Sclerodenna modesta
von Mysol, Scolia dubia von Ceram, larradiformis von Waigiou und
morata von Mysol bekannt.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 22)
Mutilla denlicollis als n. A. von Ceylon.
Costa (Entomol. della Calabria ulteriore, tab. 3) gab Ab-
bildungen von Scolia abdominalis Spin., Mutilla decoratifrons, parens,
vulnericeps und parvicollis Costa.
Mac Leay (Proceed. entom. soc. of New - South - Wales I.
p. VI) zeigte ein Cocon von Thynnus variabilis mit einem darin be-
findlichen ausgebildeten Weibchen vor ; der Fundort ist unbekannt
und über die Beschaffenheit der Brutzelle nichts angegeben. Von
H i n d 8 (ebenda p. VII) wird auch eine Zelle mit einem männlichen
Individuum erwähnt.
Giraud (Verhandl. d. zool. Gesellsch. zu Wien XIII. p. 1306 ff.)
wiederholte die bereits vom Ref. (Stett. Ent. Zeit. XXI) gemachte
^ der Entomologie während der J. 1863—64. 439
Mittheilung vom dem Parasitiren des Polochrum repandum in den
Zellen der Xylocopa violacea. — Aus Brut-Zellen von Ammophila
Heydenii Dahlb. erzog Verf. ein männliches Exemplar der Mutilla
differens Lepel., welche also offenbar ein Parasit der Ammophila-
Larve ist; als Weibchen dieser Art vermuthet Verf. Mutilla maura
Fab. (? Ref.)
Ghrysididae. Giraud (ebenda XIII. p. 23) machte Chrysis
Segusiana als n. A. aus Pieraont bekannt; er vermuthet in derselben
einen Parasiten des Odynerus spiricornis Spin., bei dessen Brut-
stellen sich die Weibchen einfanden. — Derselbe (ebenda p. 1287)
erzog den Omalus auratus Dahlb. in Mehrzahl aus den Zellen des
Cemonus unicolor, sowohl aus solchen, welche in den Zweigen von
Rubus fruticosus. als in den Schäften von Phragmites (innerhalb
der Gallen von Lipara) angelegt waren.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 249)
machte Chrysis Cailliaudi, integra^ Cristovallensis und Spinolae als
n. A. aus Neu-Caledonien bekannt; letztere Art kommt auch in Neu-
Holland vor.
Formicariae> Lespes, Observations sur les fourmis neutres
(Annal. d. scienc. natur. IV. ser. XIX. p. 241 — 251. pl. 6) hat ausser
den bereits oben angeführten Beobachtungen über die Entwickelung
der weiblichen Geschlechtsorgane bei Arbeiter- Ameisen (vgl. oben,
Insekten!) verschiedene biologische und morphologische Mitthei-
lungen über mehrere in Frankreich einheimische Ameisen gemacht.
Er geht auf die Grösse und Form der Bauten, auf die Zahl der in
denselben vereinigten Individuen , auf die Zahl der fruchtbaren
Weibchen in jeder Colonie und auf die grössere oder geringere
Fruchtbarkeit derselben, ferner auf die Verschiedenheiten, welche
gewisse Arten in Bezug auf eine seltnere oder häufigere Produktion
männlicher Individuen zeigen, auf die von der Jahreszeit abhängi-
gen Grösse-Differenzen der Geschlechtsthiere u. s. w. ein. Bei Po-
lyergus rufescens werden nach seinen Beobachtungen nicht in jedem
Jahre geflügelte Individuen hervorgebracht, während dies bei Myrmica
structor in manchen Jahren zweimal geschieht. Verf. sondert die
von ihm beobachteten Arten in morphologischer Beziehung in zwei
Gruppen: 1) Colonien, welche nur eine Form von Neutris besitzen
(die kleineren Forraica- und Myrmica - Arten, ferner Form, quadri-
punctata und Polyergus rufescens) und 2] Colonieen, welche zwei
wesentlich verschiedene Formen von Neutris enthalten (z. B. Form,
rvifa, sanguinea, pubescens, Myrmica structor, subterranea und pal-
lidula). Neben manchen neuen Beobachtungen bringt Verf. übrigens
verschiedenes bereits hinlänglich Bekanntes bei, was wohl seiner
unvollständigen Kenntniss der einschlägigen Literatur beizumes-
sen ist.
440 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Nach B at es, welcher (The naturalist on the Amazons, Deutsche
Uebersetzuiig p. 12 — 18 und p. 381 — 388) mehrfache interessante
Mittheilungen über die Lebensweise Brasilianischer Ameisen machte,
bestehen die Colonieen der Dinoponera grandisaiur aus einer kleinen
Anzahl von Individuen und sind unter den Wurzeln kleiner Bäume
angelegt. Man findet diese Ameisen, eine hinter der anderen, in
langen Zügen durch das Dickicht der Wälder wandern; ihr Stich
ist weniger schmerzhaft als derjenige vieler kleinerer Arten. —
Eine grosse Plage für Brasilien ist die Saüba (Oecodoma cephalotes),
deren Arbeiter die Blätter in allen Baumplantagen (neben einhei-
mischen Bäumen besonders auch von Orangen und vom Caffeebaum)
mit ihren Kiefern zerschneiden, jum die Blattstücke in ihren Bau
einzutragen; ausserdem dringen sie auch in die Wohnungen ein,
wo sie besonders das Mehl rauben. Ihre unterirdischen Colonieen
sind von zwei Fuss hohen Erdhaufen, welche nicht selten 40 Schritt
im Umfang haben, bedeckt; die zahlreichen kleinen Zugänge führen
etwa in einer Tiefe von zwei Fuss zu einer sorgfältig ausgearbeiteten
Hauptgallerie von 4 bis 5 Zoll im Durchmesser. Die Arbeiter dieser
Art treten in drei Formen auf: 1) kleinköpfige, welche die Blätter
schneiden oder das Mehl rauben ; 2) grossköpfige, welche jene be-
gleiten, sich aber nicht an ihrer Arbeit betheiligen ; 3) gleichfalls
grossköpfige, den vorigen ähnlich, aber durch den vorn mit Haaren
besetzten Kopf und ein mittleres Stirnauge unterschieden, welche
niemals den Bau verlassen, sondern sich in der Hauptgallerie der
Colonie aufhalten. Man findet sie daher nur beim Ausgraben eines
Baues, welchen sie übrigens nicht zu vertheidigen bestimmt scheinen.
— Die Eciton- Arten , deren Verf. im Ganzen 10 Arten beobachtete,
ziehen sämmtlich in grossen Schaaren auf Raub aus und zwar sind
es hauptsächlich die Colonieen anderer Ameisen aus der Gattung
Formica , welche von ihnen überfallen werden ; so sah Verf. grosse
Züge von Eciton rapax und legionis acht bis zehn Zoll tief in die
Erde eindringen, um aus derselben Larven, Puppen und Imagines
einer Formica herauszutragen und sie in Stücke zu zerreissen. Eine
der verbreitetsten Arten ist Eciton drepanophora, deren grosse Züge
dem Wanderer stets durch das Zwitschern und Auffliegen kleiner
Heerden von Ameisendrosseln angekündigt werden; die Hauptkolonne
derselben sendet nach verschiedenen Richtungen kleinere Trupps
aus, um Spinnen, Raupen, in faulem Holz lebende Insektenlarven,
Wespennester u. s. w. auszukundschaften und das Hauptheer nach
diesen hin zu dirigiren. Die grossköpfigen Arbeiter dieser Art
dienen nicht, wie man dies angenommen hat, der Colonie als Ver-
theidiger; sie sind nach den Beobachtungen des Verf.'s bei weitem
weniger kampflustig als die kleinköpfigen. Zwei der Augen ganz
entbehrende Arten dieser Gattung: Eciton vastator und erratica
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 441
marschiren stets unterirdisch, in überwölbten Gängen, welche Verf.
zuweilen 200 Schritt weit verfolgen konnte. Alle wandernden Eciton-
Gesellschaften werden von einem Dipteron aus der Gattung Stylo-
gaster (Conopidae) verfolgt,
Lowne (Proc. ent. soc. of London 1863. p. 144f,) berichtete
über eine von ihm bei Port Jackson in Australien zusammeno-e-
brachte Sammlung von 33 Ameisen -Arten. Nach seinen Beobach-
tungen sind Form, agilis Smith und intrepida Kirby zwei Arbeiter-
formen derselben Art, F. detecta Smith das Weibchen von F. pur-
purea Smith; die Colonieen der letzteren Art haben das Ansehen
von denen der F. rufa, bestehen aber aus kleinen Steinfragmenten.
Die Australischen Polyrharhis -Arten machen keine Nester von Blät-
tern, wie die Indischen, sondern bauen in Baumstümpfen oder unter
Steinen. Unter den heftig stechenden Myrmecia-Arten ist Myrm.
nigrocincta durch ihr starkes Sprungvermögen ausgezeichnet; sie
läuft und springt abwechselnd, wie eine Cicindela; ihr Sprung be-
trägt zuweilen einen Fuss an Länge.
W. Coup er, Remarks on the tent - building ants (Proceed.
entom. soc. of Philadelphia I. p. 373).
F. Smith, Observations on Ants ofEquatorial Afrika (Transact.
entom. soc. of London 3. ser. L p. 470 ff.). Es werden hier keine
Beobachtungen über Afrikanische Ameisen, sondern nur einige Aus-
züge aus den Reiseberichten du Chaillu's und Savage's mitge-
theilt. Ersterer habe Letzteren in Betreff des Anomma rubellum
nur copirt; sieben von du Chaillu erwähnte Arten werden we-
nigstens der Gattung nach zu deuten gesucht.
Nach Aube und Raymond (Bullet, soc. entom. 1863. p. 51)
trägt die unterirdisch lebende Atta capitata in Südfrankreich grosse
Massen von Getreidekörnern in ihren Bau ein; zur Zeit der Erndte
gehen zahlreiche Arbeiter auf das Feld und jeder trägt ein Korn
mit sich fort. Hat es geregnet, so wird der Getreidevorrath von
den Ameisen zum Trocknen wieder an die Luft gebracht.
V. Hagen s. Die Gastfreundschaft der Ameisen (Jahresbericht d.
naturwiss. Vereins von Elberfeld und Barmen 1863. p. 111 ff.) vgl.
Coleoptera !
G. Mayr, Beitrag zur Orismologie der Formiciden (dies. Ar-
chiv f. Naturgesch. XXIX, 1. p. 103 ff.). Verf. behandelt mit Rück-
sicht auf die früher in diesen Berichten erwähnte Arbeit Fenger's
über denselben Gegenstand weitere Modifikationen der einzelnen
Körpertheile bei den verschiedenen Gattungen und einzelnen bemer-
kenswerthen Arten der Ameisen.
Smith (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 13 ff.) machte als
neue Indische Arten bekannt: Formica longiceps von Waigiou, Po-
442 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist, im Gebiete
lyrrhochis Dolomedes, Tropkinitis und Paromatus von Ceram, Alpheus,
Bubasles und Xipliias von Wai^ou, Eurynlus und Sparaxes von My-
sol, Dolomedes und nitjriceps von Waigiou, Paxillus von Martabello,
Ponera purpurea von Gilolo, tortuotosa von Ceram, Odoiitomackns
cephalotes ebendaher, aciculalus von Mysol, Podomyrma laetissima
und rußceps ebendaher, Pseudomyrtna carbonaria von Bourou, Myr-
tnica incerta und unibripennis von Mysol, moesta von Martabello,
Solenopsis calida von Ceram, Pheidolc singularis, mordnx und fene-
tralis von Mysol, Eckinopla nitida von Ceram und deceptor von
Bourou.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 11 ff.)
Formica pyrrkocepkala, fuscicauda und subpicea n. A. von Ceylon. —
P aral rec hina, nov. gen. (auch »Paratrichina« geschiüeben), mit
Tapinoma nahe verwandt, aber das Kopfschild vorn gerundet, ohne
Einschnitt, Fühler mehr linear, das erste Glied der Geissei länger
als das zweite u. s. w. — Art: Par. vagabvnda, — Tapinoma albi-
tarse, Hypoclinea? gracilis, Amblyopone ? teslacea, Myrmica pilinodis^
obscurata , Lept omyrma (nov. gen., ohne Rücksicht auf die be-
reits bestehende Gattung Leptomyrmex aufgestellt) gracilipes, Oe-
cophlhora Ceylanica, Crematogaslev apicalis und brunnescens, Ceru'
pochys femoralis und Ceylanica, letztere beide als Mutillen aufge-
führt, die zweite als fraglicher Arbeiter der ersten. (Unter den be-
reits beschriebenen Ameisen- Arten Ceylon's hat Verf. nur die von
Walker und Smith aufgestellten berücksichtigt.)
Dufour (Annal. soc. entomol. 4. ser. IV. p. 210) gab eine
kurze Diagnose von Formica Vinsonnella als n. A. von Bourbon,
welche daselbst den Zuckerplantagen grossen Schaden zufügt. —
Ebenda 4. ser. III. p. 12 giebt derselbe eine »Note justificative sur
le Micromyrma pygmaea«, in welcher er die Verschiedenheit dieser
Art von Tapinoma erraticum nochmals erörtert und den Hauptcha-
rakter der Gattung Micromyrma in den gänzlichen Mangel einer
Schuppe am Hinterleibsstiel setzt.
Der um die Artenkenntniss dieser Familie vielfach verdiente
J. Roger hat noch vor seinem frühzeitig erfolgten Tode ein »Ver-
zeichniss der Formiciden-Gattungen und Arten« (65 pag. in 8., Bei-
lage zur Berl. Ent. Zeitschr. VII. 1863) veröffentlicht, in welchem
er die bis jetzt bekannten Arten unter Beifügung des Citats der
ersten Beschreibung und mit Vaterlandsangabe in systematischer
Reihenfolge unter 100 Gattungen vertheilt, zusammenstellt. Die fünf
bekannten Gattungen der Doryliden sind als Anhang beigefügt, ebenso
eine Reihe synonymischer und anderer Bemerkungen über verschie-
dene Ameisen-Species. Nach dem Cataloge des Verf.'s , dem ein
alphabetisches Artenverzeichniss beigegeben ist, beträgt die Zahl
der bekannten Ameisen (ausschliesslich Doryliden) gegenwärtig 1134.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 443
Die in diesem Yerzeichniss neu aufgeführten Gattungen und
Arten hat Verf. gleichzeitig in einer besonderen Abhandlung (Berl.
Ent. Zeitschr. VII. p. 131— 214) ausführlich beschrieben. Von den
108 hier aufgestellten Arten stammt die Mehrzahl aus Cuba (von
Gundlach) und Ceylon (von Nietner), andere aus verschiedenen
Theilen Amerika's, aus Ostindien u. s. w. Als neue Gattungen sind
zu erwähnen: ßjyrmelachista, nov. gen., eine Formicinen-Gat-
tung mit 9-gliedrigen, durch eine dreigliedrige Keule ausgezeichne-
ten Fühlern; Decamera, nov. gen., gleichfalls mit dreigliedriger
Keule an den Fühlern, die hier jedoch 10-gliedrig sind; Procera-
tium, nov. gen., eine Poneride mit hart am Vorderrande des Ko-
pfes entspringenden Stirnleisten und ebenda eingefügten Fühlern,
deren dünner Schaft gegen die Spitze hin keulenartig verdickt ist;
P l aty t hyr ea , nov. gen., auf Pachycondyla punctata Smith, Ponera
sinuata Rog. , lamellosa Rog. und cribrinodis Gerst, begründet ;
Gn ampt o g eny s , nov, gen., für Ponera tornata und rimulosa Rog. ;
Sysphingta und Discothyren, nov. gen. , gleichfalls zu den
Poneriden , Sivia , nov. gen. , neben Pseudomyrma gestellt ; M a-
cromischa, nov. gen., zwischen Atta and Myrmica die Mitte
haltend.
Auch G. Mayr hat gleichzeitig (Verhandl. d. zoolog.-botan.
Gesellsch. zu Wien XIII. p. 385 — 460) einen »Formicidarum index
synonymicus« publicirt, welchen er abweichend von Roger nicht
systematisch, sondern alphabetisch angeordnet hat. Es hat den Verf.
hierzu der Umstand veranlasst, dass augenblicklich noch zu viele der
beschriebenen Arten nicht generisch zu bestimmen sind. Auch hier
sind die Doryliden mit aufgenommen und die einzelnen Arten mit
Citat und Vaterlandsangabe versehen.
Derselbe, Das Leben und Wirken der einheimischen Amei-
sen (Oesterr. Revue 3. Bd. 1864. S. 201-209). Populäre Dar-
stellung.
Dorylidae. — Ref. (Ueber ein merkwürdiges neues Hyme-
nopteron aus der Abtheilung der Aculeata, Stett. Ent. Zeit. XXIV.
p. 76 — 93. Taf. I. fig. 2) machte eine aus Java stammende höchst
eigenthümliche Form bekannt, welche sich in ihrer Flügellosigkeit
und durch ausnahmsweise starke Entwicklung des Hinterleibes als
ein Weibchen dokumentirt, aber keiner der bestehenden Familien
der Aculeata eingereiht werden konnte als den Doryliden. Ref. hat
zwar der Gattung und Art den provisorischen Namen Dichthadia
glaberrima beigelegt, ist aber von ihrer Zugehörigkeit zu einer der
bereits bekannten Doryliden - Gattungen (sämmtlich nur nach dem
Männchen festgestellt) überzeugt. Er weist diese Ueber eins timmun-
gen in den Fühlern, Mundtheilen und Beinen nach, ohne die noch
444 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
auffallenderen Abweichungen (Mangel der Flügel, die damit zusam-
menhängende ganz verschiedene Thoraxbildung, Form des Kopfes,
Mangel der Augen u. s. w.) zu verkennen und bespricht nochmals
das Verhältniss von Typhlopone zu Dorylus, — Die von Mayr
(Verhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch. zu Wien XIII. p. 407) über
Dichthadia geäusserte Ansicht, dass es sich dabei um eine Arbeiter-
Form handle, braucht, als auf Unkenntniss des Gegenstandes be-
ruhend, nicht weiter widerlegt zu werden; es ist bis jetzt kein
Hymenopteren-Weibchen bekannt, bei welchem der Hinterleib eine
so bedeutende Grössenentv/ickelung darböte,
Ichneumocidae. Smith (Journ. proceed. Linn. soc. VII. p. 7 fif.)
beschrieb Cryplus vululilis und larsalus als n. A. von Mysol, Meso-
stenus multipictus ebendaher und pulchenimus von Waigiou, Pimplet
arrogans und apicalis von Ceram, insidiator, destructor, inimica und
caudata von Mysol, incisn von Ceram, Rhyssa viator und Glypla
fracticornis von Mysol.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 29 ff.)
Porizon pallipes^ Pacliy?nerus unifascialus und gracilipes, Ophion
triangulär emaculatus (! !) als n. A. von Ceylon.
Montrousier (Annal, soc. Linn. de Lyon XI. p. 248) Ophion
austrocaledonicus als n. A. von Neu-Caledoiiien.
Walsh (Insects injurious to Vegetation in Illinois p. 36) Me-
sochoi'us vitreiis und Pezomachus minimvs als n. A. aus Nord-Ame-
rika, beide Parasiten der Leucania unipuncta.
Norton, Catalogue of our species of Ophion, Anomalon, Pa-
niscus and Campoplex (Proceed. entomol. soc. of Philadelphia I.
p. 357 — 368) lieferte eine Aufzählung der Nord-Amerikanischen Arten
aus folgenden sieben Ophioniden-Gattungen, welche er nach der von
Holmgren angegebenen Abgränzung annimmt: 1) Ophion Fab.
6 A.; Oph. Cubensis als n. A. aus Cuba charakterisirt. 2) Thyreo-
don BruU. 1 A. 3) Exochilum Wesm. 4 A. ; neu: Exoch. fuscipen-
nis (sie !) aus Washington und tenuipes aus Connecticut. 4) Hete-
ropelma Wesm. 1 A. (Anomal, flavicornis Say). 5) Anomalon Grav.
13 A., darunter neu: a) Fühler ^2 ^i^ ^/^ so lang als der Körper:
Anom. hyaline (sie !) und nigro-rufus Neu-York. b) Fühler kürzer
als die halbe Körperlänge : Anom. cMrfMs Maine, ambiguvs Massachu-
setts, semi;M/?/s Albany, /"ejrw^jnej/s Chicago w[id>. nigvilum (sie!) Mas-
sachusetts, c) Fühler sehr schlank, fast oder vollständig von Kör-
perlänge: Anom. luteopectus Farmington, prismaticns und metallicns
Massachusetts. — b) Paniscus Grav. 2 A. (Ophion geminatus Say
und chloris Oliv.). 7) Campoplex Grav. 10 A., mit Ausnahme von
C. xanthogaster BruU. sämmtlich neu: Camp. ri<<ico//<s Connecticut,
villosus Albany, argenteus Neu-York, diversus Massachusetts, glau-
der Entomoloofie während der J. 1863—64. 445
CHS Farmington, assitvs ebendaher, dissilus Saskatchewan-See, alius
Massachusetts und genuinus Farmington.
Ach. Costa (Entom. della Calabria ulteriore p. 36 ff. tav. II.
fig. 9 — 12) machte Ichneumon laetepirtus, Calahrarivs, Tryphon flavi-
tarsiis und nigricarpus als n. A. aus dem südlichen Calabrien durch
Beschreibung und Abbildung bekannt.
Boheman (Öfvers. Yetensk. Akad. Förhandl. 1863. p. 79 ff.)
beschrieb Exochus flavifrons und Holmgreni als n. A. aus Gothland,
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII. p. 20)
Ichnenmon amabilis als n. A. aus Frankreich (Hautes-Alpes).
Taschenberg, Bemerkungen zu den Arten der Gattung
Pimpla bei Durchsicht der Gravenhorst'schen Typen (Zeitschr. f. d.
gesammt. Naturwiss. XXI. p. 50 — 63) gab nähere Auskunft über 30
von Gravenhorst beschriebene Pimpla-Arten mit besonderem Bezug
auf die vonHolmgren hervorgehobenen wesentlichen Merkmale ;
nach letzteren werden vom Verf. die besprochenen Arten gleichzeitig
in Gruppen zusammengestellt. — Ebenda p. 245 — 305 behandelt
Verf. »Die Schlupfwespenfamilie Pimplariae der deutschen Fauna
mit besonderer Rücksicht auf die Umgegend von Halle.« In einer
analytischen Tabelle werden zuerst die Unterschiede der 20 dem
Verf. bekannten Gattungen und bei diesen in gleicher Weise die
Merkmale der Arten erörtert. Rhyssa Grav. 8 A., Ephialtes Grav.
11 A., Theronia Hlmgr. 1 A., Pimpla Fab. 33 A. (neu: Pimpl. Gra-
venhorsli und nigriceps) Polysphincta Grav. 6 A., Schizopyga Grav.
nicht vertreten, Clistopyga Grav. 1 A. , Glypta Grav. 14 A. (neu:
Glypt. pictipes), Lissonota Grav. 23 A. (neu: Liss. fracta und an-
gusta), Meniscus Schiödte 8 A., Phytodietus Grav. 4 A.,Crypio-
pimpla, nov. gen., von Phytodietus durch einfache Klauen unter-
schieden, auf Phyt. microtamia. errabunda Grav. u. a. begründet;
4 A., Lampronota Halid. 2 A., Coleocentrus Grav. 3 A., Acoenites
Grav. 3 A., Xylonomus Grav. 6 A,, Xorides Grav. 3 A., Echthrus
Grav. 2 A., Mitroboris Holmgr. 1 A. und Odontomerus Grav. 1 A.
Die bei Halle vorkommenden Arten der Gruppe sind besonders
bezeichnet; den analytischen Tabellen folgen noch kurze Charakte-
ristiken der einzelnen Arten.
Sichel (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 687) diagnosticirte
eine aus der Raupe von Chelonia Cervini gezogene Varietät der
Pimpla examinator Fab. (Als andere Parasiten dieser Raupe wer-
den ebenda p. 68Ö Pteromalus puparum und Thryptocera infantula
erwähnt.)
Von Mi liiere wurde (Annal. soc. Linn. de Lyon IX. pl. 2. u. 4)
einerseits ein flügelloses Ichneumoniden (?) - Weibchen abgebildet,
welches sich aus der Pappe von Anophia Ramburii entwickelte, an-
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. DD
446 Gerstacckcr: Bericht üb. die wissensch. Leist. im Gebiete
dererseits ein als Crypius? hirine bezeichneter geflügelter Ichneumon,
aus Heliophobus hirta Hübn. erzogen.
Scudder (Proceed. Boston soc. of natur. hist. IX. p. 188)
machte eine kurze Mittheilung über das Parasitiren des Ophion Ce-
cropiae Harr, in der Raupe von Hyalophora Cecropia Dune.
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu "Wien XIII.
p. 1266 f.) erzog als Parasiten von Lipara tomentosa aus den Gal-
lenanschwellungen des Phragmites communis etwa 20 Individuen
der Pimpla arundinator Fab. (welche er in ihren Abweichu ngen von
der Gravenhorst'schen Beschreibung erörtert und speziell auch von
Pimpla graminellae Grav. unterscheidet) und Hemiteles liparae n.
A. (vielleicht das Männchen von Hemit. cingulator Grav.), ferner
als Parasiten von Cemonus unicolor den Mesoleius sanguinicoUis
Grav. (p. 1287), aus den Gallen von Triticum repens zahlreiche Indi-
viduen der Pimpla graminellae Grav. (p. 1290) ; die Männchen stehen
dem Ephialtes inanis Grav. sehr nahe und werden in ihren Unter-
schieden von dieser Art näher erörtert. Verf. beschreibt auch die
bisher unbekannte Larve dieser Art, von welcher er glaubt, dass sie
wenigstens während des grösseren Theiles ihrer Lebenszeit phyto-
phag sei; sie ist in den Gallen von Triticum sehr häufig und füllt
dieselben ganz aus, ohne dass bis jetzt ein anderes Insekt, welches
dieselben erzeugen könnte, darin aufgefunden worden ist.
Kawall (Corresp. - Blatt d. naturf. Ver. zu Riga XIV. p. 110
— 115) lieferte einen Nachtrag zu dem Verzeichniss der Ichneamo-
niden Kurlands. Derselbe enthält die Aufzählung einer grösseren
Anzahl vom Verf. seit 1855 bei Pussen aufgefundenen Arten ver-
schiedener Gattungen, so wie Zusätze und Berichtigungen zu seinem
ersten Verzeichniss.
Eväniidae. Megischus spoHator von Waigiou und insidiator
von Mysol sind neue von Smith (Journ. proceed. Linn. soc. VII.
p. 6 f.) aufgestellte Arten.
Braconidae. Reinhard (Berl. Ent. Zeitschr. VIL p. 248— 274)
führte seine Beiträge zur Kenntniss einiger Braconiden-Gattungen
mit einer Auseinandersetzung der einheimischen Rogas-Arten fort.
Die Nees'sche Gattung wird hier im engeren Sinne, nach Ausschei-
dung der bereits von Curtis, Wesmael und Haiida y generisch
abgetrennten Arten, aufgefasst, umfasst indessen auch in dieser Be-
schränkung 28 dem Verf. aus eigener Anschauung bekannte und 7
von früheren Autoren aufgestellte und hier nur angeführte Europäi-
sche Arten. Verf. erörtert die Unterschiede derselben zunächst in
einer analytischen Tabelle und giebt sodann ausführlichere Charak-
teristiken derselben ; als neue Arten werden bekannt gemacht : Rog.
periscelis Wien, morio Tyrol , Frankfurt a. M., praetor Savoyen,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 447
aeshJ0st4s Cypern , apicalis Sachsen , modeslus Danzig und fortipes
Südfrankreich.
Eine neue Gattung Polemon wurde von Giraud (Verhandl.
d. zoolog.-botan. Gesellsch, zu Wien XIII. p. 1267 f.) bekannt ge-
macht. Sie stimmt in den meisten Merkmalen mit Coelinius Nees
überein, unterscheidet sich aber auffallend durch die Form des Hin-
terleibes, welcher sitzend, länger als der Vordertheil des Körpers,
niedergedrückt ist, dessen erstes Segment fast so breit wie der Me-
tathorax ist und dessen Legebohrer kaum hervortritt. — Zwei Ar-
ten: Polemon Liparae und melas, beide Parasiten von Lipara lucens
und vielleicht nur Varietäten von einander, aus Oesterreich.
Smith (Journ. proceed. Linn. soc. VII. p. 11 ff.) beschrieb
Bracon occullator und penetrator als n. A. von Mysol, Agathis de-
ceplor und ßavipennis von Ceram, Cenocoelius insidiator von Mysol.
Motschulsky (Bullet, d. nat. de Moscou 1863. IL p. 31 ff.)
Spathius rufotestaceus, albonervosus, liogas coloratus, Agathis ßavo-
fasciatus, Microgaster annulipes und nigricornis, — C allipt er oma,
nov. gen., nach der Ansicht des Verf.'s sich den Microgasteren an-
schliessend, aber zugleich einen Uebergang zu den Chalcidiern bil-
dend; in der sonst unverständlichen Beschreibung wird auf Aehn-
lichkeiten mit Dipteren in Körperform, Kopf, Augen, Flügeln, s.w.
hingewiesen. — Arten: Call, qninqueguttafa, sexguttata und testacea-
— Chelonvs albofasciatvs n. A. , sämmtlich von Ceylon.
Walsh (Insects injurious to Vegetation in Illinois p. 37) be-
schrieb Microgaster mililaris als n. A, aus Nord-Amerika, Parasit
von Leucania unipuncta , Packard {Proceed. Essex Institute IV.
p. 122. pl. 3. fig. 3) Microgaster neplioptericis (!) als n. A. aus Neu-
England, aus der Larve von Nephopteryx Edmandsii erzogen.
PrOCtOtrypidae. Reinhard (Berl. Ent. Zeitschr. VIL p. 409.
Taf. 5) machte eine neue Gattung Chelo thelius aus der Drjänen-
Gruppe bekannt , bei welcher der Scheitel gewölbt, das Hinter-
haupt abgestutzt und gerandet, der Prothorax fast doppelt so
schmal als der Kopf und länger als breit ist; die Vorderbeine des
geflügelten Weibchens in Raubbeine umgestaltet. Die Gattung ist
mit Chelogynus zunächst verwandt. — Art: Chel. gryps, 2^2 Lin.
lang, von Bozen.
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII.
p. 1311) erwänt des Vorkommens des äusserst seltenen Dryinus for-
micarius Latr. in der Umgegend Wien's und macht einige ergän-
zende Angaben über denselben. (Ref. besitzt gleichfalls ein in der
Umgebung Berlin's gefangenes Exemplar dieser Rarität.)
Derselbe (ebenda XIII, p. 1276 f.) gab eine ausführliche
Charakteristik der Cyuips phragraitis Schrank, welche der Gattung
448 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Platygaster angehört, nach beiden Geschlechtern ; die Annahme
Schrank's, dass die von ihm gefundenen und beschriebenen Gallen
an Phragmites das Produkt dieser Art seien, widerlegt Verf. Die
Gallen sind vielmehr diejenigen der Lipara lucens, der Platygaster
phragmitis Sehr, aber ist der Parasit der Larven von Lasioptera
arundinis.
Lubbock, On two aquatic Hymenoptera etc. (Transact. Linn.
soc. of London XXIV. p. 135 ff.) charakterisirte eine neue Mymari-
den- Gattung Prestwichia nach dem allein vorliegenden Weib-
chen folgendermassen : Corpus angustum, caput transversum. anten-
nae graciles, subclavatae, inarticulatae, clava longi-fusiformis. Thorax
brevis, abdomen sessile, longi-conicum, subcompressum, thorace plus
duplo longius : oviductus vagina lanceolata, abdominis dimidio longior.
Pedes longi , graciles, tarsi quadriarticulati : alae longae , fimbria
longissima, anticae angiistae, posticae setiformes. — Art: Presttc.
aquatica, auf pl. 23. fig. 10 — 15 abgebildet, aus England. Dieselbe
wurde nebst einer zweiten hier beschriebenen neuen Art : Polynema
natans vom Verf. im August und September in einem Teiche schwim-
mend gefunden.
Eine zweite Mymariden - Gattung wurde von P a c k a r d (Pro-
ceed. of the Essex Institute IV. p. 137. tab. 3. fig. 8) unter dem Na-
men Pteratomus bekannt gemacht; dieselbe ist mit Anagrus zu-
nächst verwandt, von welcher sie sich durch schmalere, lineare Flü-
gel und stumpf kegelförmiges Abdomen unterscheiden soll; die Zahl
der Fühler- und der Tarsenglieder konnte Verf. , da das einzige
Exemplar verloren ging, nicht feststellen. — Art: Pter. Putnamii
aus Neu -England, vermuthlich ein Ei-Parasit von Anthophorabi a
megachilis.
Kirchner (Centralblatt f. d. gesammte Landeskultur, Prag
1863. p. 4 ff.) beschrieb Diapria Phorae apum als n. A.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. II. p. 26
und 45 ff.) Homalus? ampUpennis, Belhylvs disfigma, Dolus (nov.
gen.) subnitidus und opacicollis, Diapria impressicollis, longicornis,
t nigricornis und affinis als n. A. von Ceylon.
Chalcididae. F, Walker, Characters of undescribed species
of Smiera, fam. Chalcidites (Transact. entom. soc. of London 3. ser.
U. p. 181—207) beschrieb 44 von Bat es im Thale des Amazonen-
stroms gesammelte Arten der Gattung Smiera unter folgenden Na-
men: Sm. concitatttj certa, efficta, contacta, deslinata, crocala, ap-
pressüf aperta, cerina, bnsilica, coniposita, admixia, defuncla, ada-
ptata, correcla, exinamens, scissa^ aemtila, adsila, attalica, contermina,
commoda, alienata, ditnola, disposita, expleta, discripta, exhauriens,
adjuncta, blanda, vacillans, terminalis, aequalis, contributa, celsa, de-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 449
tracta , annulifera , depicta, annexa , cognata, demota, apparata, de-
dicla und attacta. — Ferner Chnlcis eurtjtomoides n. A. ebendaher.
Motschulsky (Bullet, d. natur. deMoscou 1863. II. p. 38ff.)
Brachymeria tarsalis, Chalcis providens , '^ elongatnla, Eurytoma albi-
tarsis, maculipes, gracilis, ? angustula , Decatoma pigra^ Evcharis?
testacea, Callimome Ceylonica, Platyscapha (nov. gen.) frontalis,
Roptrocerus festaceiventris, Platyneura (nov. gen.) testacea, M a-
rietta (nov. gen., mit Chiloneurus verwandt) leopardina, Chilo-
neurus paradisicus , ? rufescens, Enryrtus? ISiettieri, ? adustipennis
und corvinus, Cacotropia (nov. gen.) echidna, H armol i t a (nov.
gen.) longicornis, M o on ema (nov. gen.) timidn, Leptorhopala
(nov. gen.) cvprifrons, Tetr arhop ala (nov. gen.) nigra, Enlophus?
ventricosus, Paria,? Brania, Vischnu, tardescens, Ceranisus? subcoiiicus,
? semitestaceus, ?nigricornis, Cirrospilus? coccivorus und viridifrons,
Tetrastichus Ellia, Mus cid ea (nov. gen.) pubescens, Solenodertis
(nov. gen.) cyaniventris und Cardiogaster (nov. gen.) fusciventris
als n. A. von Ceylon.
Ach. Costa, Nota sopra un nuovo genere di Imenotteri
della famiglia de' Calcididei (Bulletino dell' Accaderaia degli Aspi-
ranti Naturalisti, Giugno 1863. — Separat-Abdruck in 8. p. 3) cha-
rakterisirt eine neue Gattung Aspidocoris folgendermassen : » An-
tennae frontis parti inferae insertae, 10-articulatae, flagello subfu-
siformi. Pronotum brevissimum. Scutellum amplum, supra abdo-
men longe productum , alas in quiete maxima parte tegens ad He-
mipterorum scutellerideorum instar. Pedes graciliusculi.« Diese
ausgezeichnete, weder in den Englischen noch Französischen Samm-
lungen bekannte Gattung wurde auch von Haliday für neu er-
klärt. Die von Costa beschriebene Art: Asp. cyaneus ist ein Pa-
rasit der Cochenillen-Laus.
Derselbe (Entomol. della Calabria ulteriore p. 40. tav. 4.
fig. 5) machte Chalcis obtusedentata als n. A. aus dem südlichen
Calabrien durch Beschreibung und Abbildung bekannt.
"Von Giraud (Verhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch. XIII.
p. 21, 1270, 1279, 1293, 1303 u. 1309 ff.) wurden mehrere neue ein-
heimiscke Arten beschrieben, und andere, nur unvollständig gekannte
näher erörtert: Heydenia formosa n. A. von Turin, Callimome la-
siopterae n. A, aus Oesterreich , Parasit der Lasioptera arundinis ,
Pteromalus liparae n. A. ebendaher, Parasit der Lipara lucens und
tomentosa, Pleurotropis facialis n. A. ebendaher, Parasit der in der
Larve von Lipara tomentosa schmarotzenden Pimpla arandinis, Te-
trastichus legionarius, arundinis und gralus n. A., ersterer in Lipara
lucens, letztere in Lasioptera arundinis und Cecidomyia inclusa pa-
rasitirend. Aus Lasioptera arundinis erzog Verf. auch Eupelmus
CordaireiRatzeb. und zwar gleichzeitig mit einem flügellosea Weib-
450 Gerptaecker: Bericht üb. d. wissenech. Leist. im Gebiete
eben, welches nur schwer von Eupelm. Geerii zu unterscheiden ist,
jener Art aber gewiss als fem. angehört. Eupelmus Audouini Ratz,
hält Verf. für identisch mit Eup. azureus Ratz, und Eup. urozonius
Dalm.; beide Geschlechter wurden aus Gallen von Cynips truncicola
erzogen. — Agonioneurus locustarum n. A. aus Oesterreich. Parasit
der Eier von Xiphidium fuscum. — Vleromalns maculicornis n.A.,
Parasit von Cecidomyia corni Gir. — Isosoma (jmminicola n. A. aus
Oesterreich , die (gleichfalls vom Verf. beschriebene) Larve in gal-
lenartigen Anschwellungen von Triticum repens lebend und sich
vielleicht von der Substanz dieser Gallen nährend; Isosoma sociabile
n. A. (Larve gesellschaftlich im Halme einer unbestimmten Graminee
lebend) und eximium, gleichfalls aus Oesterreich. — Dirrhinus im-
perialis n.A. ebendaher, Palmon.pachymerus Walk. var. rufiventris,
aus den Eiern von Mantis religiosa erzogen.
Perez (Annal. soc. entom. 4. ser. IlL p. 631 £P. pl. 14. fig. 16
— 21) machte eine neue Art: Pterovialus macronychivorus in allen
Entwickelungsstadien bekannt. Verf. fand die Larven und Puppen
dieses Parasiten in den Puppenlagern des Macronychus quadrituber-
culatus in Südfrankreich und erzog aus denselben die Imago. Die
Larve des Pteromalus saugt die Puppen des Macronychus aus und
verpuppt sich sodann in deren Höhle, welche in dem feuchten Holze
von Weiden angelegt wird.
Dufour (ebenda 4. ser, IV. p. 214) beschrieb Siphonnra (jal-
lae qnercus mas et fem,, als Parasiten einer an Quercus tauzin le-
benden Gallwespe: Diplolepis geniculata Duf. aus Südfrankreich.
Nach Goureau (Bullet, soc. entom. 1863. p. 3 f.) legen En-
cyrtus SwederiNees und Ealophus scutellaris Nees ihre Eier an das
Weibchen von Lecanium vitis ab.
Walsh (Insects injurious to Vegetation in Illinois p. 37 ff.)
machte Chalcis alhifrons, Glyphe viridescens und (p. 42) IJooheria per-
pulchra als n. A. aus Nord-Amerika und als Parasiten des Heerwurmes
daselbst fLeucania albipuncta) bekannt; letztere Art ist ebenso wie
Glyphe^viridescens, welche sich auf Kosten eines Microgaster ent-
wickelt, nur sekundärer Parasit der Eulen-Raupe.
Packard (Proceed. of the Essex Institute IV. p. 133) beschrieb
Anthophorabia megachilis als n. A. aus Neu-England, im Larvenzu-
stand parasitisch in den Zellen einer als Megachile centuncularis
bezeichneten Biene lebend.
Cynipidae. Dufour (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 214)
beschrieb Diplolepis genicAilata als n. A. aus Frankreich, welche
holzige Gallen an Quercus tauzin erzeugt.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou 1863. IL p. 25)
Figitßs rufipes n. A. von Ceylon.
Saunders (Proceed. entom. soc. of London 1864. p. 47) fand
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 451
Gallen der Cynips aptera vier Fuss tief unter der Erdoberfläche;
alle sich daraus entwickelnden Exemplare waren (wie gewöhnlich)
Weibchen. Verf. wirft verschiedene Fragen über die Fortpflanzung
dieser Art und über die Möglichkeit, die Eier in der bezeichneten
Tiefe abzulegen, auf.
Tenthredinidae. Snellen vanVollenhoven's Bearbeitung
der Niederländischen Blattwespen ist während d. J. 1863— 64 mit drei
neuen Folgen (8 bis 10) fortgesetzt worden (Tijdschr. voor Entom.
VI. p. 65 -86 und p. 179—187. pl. 4—7 und pl. 11—12, ebenda VII.
p. 59 — 74. pl. 1 — 3). In hergebrachter Weise werden die verschie-
denen Entwickelungsstadien von folgenden Arten ausführlich be-
schrieben und durch schöne Abbildungen erläutert: Cimbex latera-
lis Leach, Cladius albipes Hart,, Nematus varus Vill., Seiandria
ovata Lin., Nematus pallicercus Hart., betulae Hait. und aurantia-
cus Hart., Cimbex connata Sehr. Bei Darstellung der letzteren Art
wird bereits auf die gleich zu erwähnende Abhandlung von Zad-
dach und Brischke Rücksicht genommen; unter den vorherge-
henden sind drei, deren Larven Verf. hier zuerst bekannt macht.
Eine sehr umfassende Arbeit über inländische Blattwespen
verspricht ferner die vonZaddach in Verbindung mit Brischke
unternommene und unter dem Titel: »Beobachtungen über die Ar-
ten der Blatt- und Holzwespen« in den Schriften der physikal. -Öko-
nom. Gesellsch. zu Königsberg 3. u. 4. Jahrg. veröifentlichte Ab-
handlung, von welcher bis jetzt zwei Abschnitte vorliegen, zu wer-
den. Die beiden Verf. betheiligen sich an derselben in der Weise,
dass Brischke die Beschreibung aller von ihm beobachteten und
zur Verwandlung gebrachten Larven, Z ad dach dagegen die syste-
matische Bearbeitung der Gattungen und Arten übernommen hat.
Ein derartiges Miteinandergehen hat sich durch die ersten beiden
bis jetzt vorliegenden Abschnitte, welche die Cimbiciden und Hylo-
tomiden behandeln, offenbar als ein sehr erfolgreiches erwiesen. Die
oft wiederholte Zucht von Cimbex-Larven, welche auf verschiede-
nen Bäumen (Birke, Buche, Erle, Saalweide und Salix alba) gefun-
den wurden und je nach ihrer Nahrungspflanze bestimmte Unter-
schiede erkennen Hessen, hat z. B. die Verf. davon überzeugt, dass
es sich bei den von Klug zu einer Art unter dem Namen Cimbex
variabilis vereinigten Formen nicht nur um Abänderungen, son-
dern zum Theil um wirkliche Arten handele, welche unter dem Na-
men Cü/tftea? belulae, fagi, saliceti und connata Sehr, (montana Banz.,
Humboldtii Ratz.) hier wieder getrennt werden, von denen aber C.
fagi bis jetzt nur der Larve nach bekannt ist. — Wenn die beiden
Verf. in ihrer Arbeit vorzugsweise die Ostpreussische Fauna im
Auge haben und alle derselben angehörigen Arten zu beschreiben
gedenken, so beschränken sie sich doch keineswegs auf dieselbe j
452 Gerstaecker: Bericht üb. d. wisseusch. Leist. im Gebiete
gelegentlich selbst exotische Faunen berücksichtigend, so weit dies
für die Systematik von Wichtigkeit erschien, beschreibt Zaddach
neben Ostpreussischen Arten auch mehrfach solche aus anderen Ge-
genden Europa's. Die Gattung Cimbex ist durch 11, Abia durch 5,
Amasis durch 4, Hylotoma durch 39 und Schizocera durch 18 Ar-
ten repräsentirt ; unter diesen sind neu: Hylotoma ucnfrtcosa St. Pe-
tersburg, aurata aus Syrien, rufescens Vaterl. unbek., Schizocera
fusca Köngsberg, pavipes Regensburg, axillaris Insterburg und inler-
media unbek. Vaterl. — Zwei beifulgende Tafeln sind der Darstel-
lung der verschiedenen Cimbex- und mehrerer Hylotoma-Larven ge-
widmet. Der Beschreibung der Gattungen und Arten ist von Zad-
dach ein vollständiges Verzeichniss der den Gegenstand behandeln-
den Literatur von R e d i bis auf die Jetztzeit vorausgeschickt.
Giraud, Description et metamorphoses d'une nouvelle Ten-
thredine du genre Seiandria Leach (Verhandl. d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. zu Wien XIII. p. 1297) machte Seiandria xijloslei als n. A.
aus Oesterreich bekannt, deren Larve an den jungen Zweigen von
Lonicera xylosteum Lin. gallenartige Anschwellungen erzeugt. Diese
sowohl wie die Larve werden vom Verf. auf Taf. 22 abgebildet.
Kawail (Bullet, d. natur. deMoscou 18ü4. L p. 295 fi".) veröf-
fentlichte kurze Diagnosen Eversmann's von JSematus vitripennis, Ma-
crophya femoralis, magnicornis, angustula und isckiadica als n. A.
von Kasan.
Inchbald (Entom. monthly magaz. I. p.47) erzog aus Gallen
von Salix vitellina den in England bisher noch nicht beobachteten
Cryptocampus angustus Hart.
Winchell, On the currant worm of Ann Arbor, Michigan
(aus einer Amerikanischen Zeitung in Silliman's Americ. Journal
XXXVIII. p. 291f. abgedruckt) beschrieb die verschiedenen Entwik-
kelungsstadien der Seiandria ribis n. A. aus Nord-Amerika, vom Ei
bis zur Imago.
Lucas, Note sur le Lophyrus pini Lin. et sur son parasite,
le Torymus obsoletus Fab. (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 215f.).
Aus fünfzig Cocons der Blattwespe erzog Verf. ausschliesslich Weib-
chen, unter acht Exemplaren des Torymus nur ein Männchen.
Uroceridae. Kawall (Bullet, d. natur. deMoscou 1864. L
p. 301) beschrieb Cephus marginatns als n. A. aus Kurland.
Giraud (Verhandl, d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII.
p. 1286) Cephus arundinis (VTenthr. linearis Vill.) n. A. aus Oester-
reich; Verf. erzog zwei Weibchen aus dem Schaft von Phragmites
communis.
Rogenhofer, Zur Lebensgeschichte von Cephus compres-
8US Fab. (ebenda XIIL p. 1335) gab eine nochmalige Beschreibung
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 453
dieser Art nebst ihrer Larve, welche in den einjährigen Zweig-
spitzen von jungen Birnbäumen, das Mark zerstörend, gefunden
wurde.
Lepidoptera.
lieber die geographische Verbreitung der Schmet-
terlinge Europa's hat Herrich-Schäffer (Corresp. -Blatt
d. zoolog.-mineral. Yer. zu Regensburg XVII. p. 54 und
103 ff.) einige vorläufige Mittheilungen gemacht, welche
sich besonders auf die bisher weniger beachteten Micro-
lepidopteren beziehen. Verf. beabsichtigt mit letzteren
das Speyer'sche Werk über die geographische Verbrei-
tung der Schmetterlinge Deutschlands, wenn auch in ge-
drängterer Darstellung fortzusetzen, und hat zu diesem
Zwecke zunächst die Zahlenverhältnisse der Arten inner-
halb bestimmter Distrikte festzustellen versucht. Diesel-
ben werden durch nachfolgende Uebersicht erläutert:
Europa. Deutschi. Kegensb. Alpen. Südl. Nördl.
Europa. Europa.
Rhopalocera 316 203 109 45 94 19
Uebrige Macrole-
pidoptera 1235 812 460 85 386 37
Geometridae 628 418 254 64 186 24
Pyralidae 490 260 121 58 221 9
Tortricina 520 426 266 32 74 20
Tineina 1352 1046 594 59 198 108
Pterophoridae 73 49 25 2 21 3
Alucitina 9 6 4 — — 3
Micropterygina 20 14 9 14 2
4^
4643 3234 1842 346 1184 225
Durch den noch zu erwartenden Zuwachs möchten sich diese
Zahlen nach der Ansicht des Yerf.'s auf
5700 3500 1900 500 1800 400
stellen.
Derselbe: Prodromus systematis Lepidopterorum,
Versuch einer systematischen Anordnung der Schmetter-
linge (Corresp. - Blatt d. zoolog.-mineralog. Ver. zu Re-
gensburg XVIII. p. 89, 123, 148 u. 173 ff.) beabsichtigt ein
synonymisches Verzeichniss sämmtlicher bis jetzt bekannt
gewordener Lepidopteren zu geben und beginnt dasselbe
in dem vorliegenden Theile seiner Arbeit mit den Rhopa-
454 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
loceren, deren 16 von ihm angenommene Gruppen in
einer analytischen Tabelle nach ihren Merkmalen aus-
einandergesetzt werden. Dasselbe erfolgt sodann für die
den ersten zehn Gruppen angehörenden Gattungen, deren
Verwandtschaften und Charaktere zum Theil noch eine
spezielle Erörterung erfahren. Ein Arten-Verzeichniss
ist bis jetzt nur für die Heliconier-Gruppc gegeben.
Ein gleiches Unternehmen ist von C. und R. Fel-
der unter dem Titel: Species Lepidopterorum hucusque
descriptae vel iconibus expressae in seriem systematicam
digestae (Verb. d. zoolog.-botan. Gesellsch. 2u Wien XIV.
p. 289 — 378) begonnen worden. Die beiden Verf. führen
die beschriebenen und abgebildeten Arten sämmtlicher
Erdtheile in systematischer Reihenfolge mit Angabe des
Vaterlandes und unter Hinzufügung derjenigen Citate und
Synonyme, welche in den bekanntesten allgemeinen Wer-
ken vonBoisduval, Doubleday, Walker, Guenöe
u. A. fehlen oder unrichtig angegeben sind, nach Fami-
lien und Gattungen auf. Der bis jetzt publicirte Theil
erstreckt sich auf die Gruppe der Equites unter den Rho-
paloceren (siehe diese I).
A. Werneburg, Beiträge zur Schmetterlingskunde.
Kritische Bearbeitung der wichtigsten entomologischen
Werke des 17. und 18. Jahrhunderts bezüglich der darin
abgehandelten Europäischen Schmetterlinge. In zwei
Bänden. Erfurt 1864. (gr. 8. I. 595 p., IL 350 p.) Ein
mit Umsicht und grossem Fleisse gearbeitetes Werk, wel-
ches für den wissenschaftlichen Systematiker unentbehr-
lich und, so weit es über seinen Bedarf hinausgeht, we-
nigstens von literar-historischem Interesse ist , indem es
die ältere lepidopterologische Literatur in grosser Voll-
ständigkeit kritisch behandelt. Verf. geht in demselben
weit über Linne hinaus auf Aldrovand, Moufet,
Goedart, Swammerdamm n. A. zurück, um die von
ihnen beschriebenen und abgebildeten inländischen Arten
zu deuten. Autoren, welche, wie Linne, Clerk und
Scopoli oder wie Fabricius und die Autorendes
Wiener Verzeichnisses in näherer Beziehung zu einander
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 456
standen, werden gemeinsam abgehandelt und die von ihnen
beschriebenen Arten tabellarisch zusammengestellt. Frü-
here Critiken solcher älteren Werke, wie sie von Zel-
ler u. A. veröffentlicht worden sind, werden vom Verf.
überall berücksichtigt.
Von IL V. Pleinemann's „Die Schmetterlinge
Deutschlands und der Schweiz , systematisch bearbeitet,
nebst analytischen Tabellen zum Bestimmen"' ist die
zweite Abtheilung der Kleinschmetterlinge mit dem Isten
Hefte des 1. Bandes: Die Wickler (Braunschweig 1863.
8. 248 und 39 p.) begonnen worden. Die Bedeutung des
vom Verf. unternommenen Werkes tritt mit den Micro-
lepidopteren offenbar erst in ihr volles Licht, indem die-
selben nach den bis jetzt vorliegenden Abtheilungen zu
urtheilen, mit Rücksicht auf die grössere Schwierigkeit,
ihre Arten sicher zu unterscheiden, vom Verf. sehr viel
eingehender behandelt werden als es bei den der Mehr-
zahl nach wohl gekannten Macrolepidopteren nöthig er-
scLien. Verf. beginnt die zwar allgemein acceptirte, aber
auch nach seiner Ansicht nicht scharf gegen die Macro-
lepidopteren abzugränzende Gruppe der Klein-Schmetter-
linge mit den Tortricinen, hauptsächlich deshalb, weil
diese bei der bisherigen Anordnung die jetzt zu den Py-
raliden gezogenen Crambiden unnatürlich von den Tinei-
nen trennen. Von den durch Lederer errichteten neuen
Gattungen hat Verf. keine einzige annehmen zu dürfen
geglaubt, sondern die ansehnliche Zahl von 436 Deutschen
Arten wieder auf die 10 älteren Gattungen Teras Tr.,
Tortrix Lin., Sciaphila Tr., Cheimatophila Steph., Exa-
pate Hbn., Olindia Guen., Conchylis Tr., Retinia Guen.,
Grapholitha Tr. und Dichrorampha Guen. vertheilt, von
denen Grapholitha allein mehr als die Hälfte der Ge-
sammtzahl (244 A.) umfasst. In dieser sind dann die Ar-
ten zu zahlreichen Unterabtheilimgen gruppirt, für welche
frühere Gattungsnamen in Anwendung kommen.
Das Heine mann'sche Werk wurde von Herrich-
8c h äffer (Corresp.-Blatt d. zoolog.-mineral. Ver. zu Re-
gensburg XVII. p. 108 u. 121 ö".) im Allgemeinen sowohl
456 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
als in Bezug auf eine Reihe einzelner Arten bespro-
chen.
Als Nachtrag zum vorigen Jahresberichte ist noch
eines grösseren, schon im J. 1862 durch die Smithsonian
Institution veröfFentlichten Werkes zu erwähnen: J.Mor-
ris, Synopsis of the described Lepidoptera of North-
America. Part I. Diurnal and crepuscular Lepidoptera,
compiled for the Smithsonian Institution. (Washington 8.
358 pag.). Dasselbe ist gleichsam als Complement zu
dem vom Verf. im J. 1860 veröffentlichten Catalog der
Nord-Amerikanischen Lepidopteren anzusehen, indem es
zu den dort nur namentlich aufgeführten Familien, Gat-
tungen und Arten die Original-Beschreibungen der ver-
schiedenen Autoren (theils, so weit es Engländer oder
Nord-Amerikaner sind, wörtlich, sonst in Englischer Ue-
bersetzung) zusammenstellt. Obwohl hiernach sich als
einfache Compilation ergebend, kann die Nützlichkeit des
Buches durchaus nicht verkannt werden; denn besonders
für die Europäischen Entomologen ist es offenbar eine
grosse Erleichterung, die in zahlreichen und oft schwer
zugänglichen Zeit- und Gesellschaftsschriften zerstreuten
Beschreibungen zahlreicher einzelner Arten hier neben-
einander zusammengetragen zu finden. Es wäre sogar
zu wünschen, dass von Seiten der Smithsonian Institu-
tion gleiche Sammelwerke auch für die Hymenopteren
und Dipteren veranstaltet würden. Bei dem vorliegen-
den ist nur zu bedauern, dass der Verf. desselben seine
Aufgabe nicht gleich von vornherein in ihrem ganzen
Umfange erfasst und vorbereitet hat, so dass zahlrei-
che übersehene Arten in zwei Nachträgen, der eine von
Brakenridge Clemens, der andere von Morris selbst
verfasst , neben neuerdings publicirten zusammengestellt
sind, eine Einrichtung, welche die Bequemlichkeit bei der
Benutzung des Werkes offenbar sehr beeinträchtigt. Ue-
brigens bietet dasselbe mehr als der Titel besagt: denn es
sind ausser den Tag- und Dämmerungsfaltern auch sämmt-
liche in früheren Zeiten als Bombycidae zusammenge-
fassten Gattungen darin abgehandelt, so dass von Macro-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 457
lepidopteren nur noch die Noctuinen imd Geometriden
fehlen.
Von dem in diesen Berichten früher erwähnten Ca-
taloge der St. Petersburger Lepidopteren-Sammlung ist im
J. 1863 ein drittes, nur aus wenigen Blättern bestehendes
Heft erschienen: Menetries, Deseriptions des nouvelles
especes de Lepidopteres de la collection de l'academie
imperiale des scIences. Troisieme et derniere partie. St.
Petersbourg 1863. 8. (p. 145-161. pl. 15-18). Das Heftchen
ist aus den hinterlassenen Papieren Men^tries' von A.
Morawitz herausgegeben und enthält die Beschreibung
von 14 Arten aus den Familien der Rhopaloceren, Che-
loniarien, Bombyciden und Noctuinen , von denen fünf
neu sind. Von den Tafeln stellen drei eine Anzahl (zum
Theil nicht im Text beschriebener) Lepidopteren, die
vierte Raupen dar.
Ein neues ikonographisches Werk hat W. C. He-
witson unter dem Titel: Illustrations of diurnal Lepi-
doptera, Part I. Lycaenidae (London, 1863. 4. c. tab. 16
color.) herauszugeben begonnen. Dasselbe bildet eine
vom Verf. auf eigene Hand unternommene Fortsetzung
des im letzten Jahresberichte erwähnten Cataloges der
Lycaeniden des British Museum, dessen weitere Publika-
tion nach der Angabe des Verf.'s die Trustees dieses In-
stituts „who know nothing, and care as little, about na-
tural history", verweigert haben. Glücklicher Weise ist
England der Ort, wo gediegene wissenschaftliche Werke,
wie das vorliegende , auch ohne offizielle Unterstützung
ihren Fortgang haben, was z. B. in Deutschland meist
nicht der Fall ist. Dass hier in der Regel für ähnliche
Unternehmen keine öffentlichen Mittel disponibel sind,
und dass erstere daher selten zu Stande kommen, ist al-
lerdings bedauerlich ; indessen hat man sich hier wenig-
stens bisher vorgesehen, mit derartigen Mitteln Druck-
sachen zu unterstützen oder selbst direkt zu befördern,
deren vollständige Werthlosigkeit allgemein festgestellt
worden ist. Die von Seiten des British Museum publi-
cirten Cataloge seiner Sammlungen stellen es aber der
458 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Mehrzahl nach ausser Zweite), dass die kostbaren Schätze
jenes Instituts nicht dazu verwandt werden, um die Wis-
senschaft zu befördern , sondern dass sie geradezu zum
Schaden der Wissenschaft gemissbraucht werden. Es ist
daher auch bereits von verschiedenen Seiten und nicht
mit Unrecht anempfohlen worden, derartige Sudeleien
als überhaupt nicht existirend zu betrachten (vgl. Stett.
Ent. Zeit. 1863. p. 97 ft'., Journal of Entomol. I. No.6. etc.),
um wissenschaftliche Arbeiten über gleiche Gegenstande
nicht fernerhin unmöglich zu machen. Trotzdem fährt
aber das British Museum unbeirrt fort , sein Material in
stets gleicher Weise verarbeiten zu lassen, „damit jedes
Thier einen Namen erhalte^, freilich auch unbekümmert
darum, ob man im Auslande das „know nothing^ nicht
blos den Trustees des Instituts, sondern auch denjenigen
zuerkennt, welche derartige Cataloge schreiben und mit
einem stereotyp sinnlosen Vorwort versehen.
Vermuthlich um den Lepidopterologen für das unter-
brochene H e w i t s 0 n'sche Werk einen Ersatz zu bieten, hat
man während der J. 1863-64 vier weitere Theile des „List
ofthe speciraens of Lepidopterous Insects in the collection
of the British Museum^ by F. Walker veröffentlicht:
Part XXVII. Crambites et Tortricites. London 1863.
(p. 1—286). — Part XXVIII. Tortricites etTineites. Lon-
don 1863. (p. 287—561). — Part XXIX u. XXX. Tineites.
London 1864. — Alle wimmeln, wie gewöhnlich von
ganzen Schaaren neuer Arten und Gattungen, letztere
mit den barbarischsten und lächerlichsten Namen wie Ufa,
Affa, Ziza, Tunza u. s. w. belegt und von einigen be-
liebig herausgegriffenen, meist ganz unwesentlichen Cha-
rakteren begleitet, welche von dem in Rede stehenden Ge-
genstand nicht die mindeste Vorstellung erwecken kön-
nen. Nirgends wird die Verwandtschaft mit bereits be-
kannten Formen berührt oder auf die Unterschiede von
diesen eingegangen; die Mehrzahl der Gattungsbeschrei-
bungen lässt sich fast auf jede der Hunderte von Gat-
tungen gleich gut deuten. Die ganze Arbeit ist eine me-
chanische und nicht höher zu stellen als die des Setzers,
"welcher sie gesetzt hat.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 459
Dasselbe ist von des Verf.'s .,Catalogue of the He-
terocerous Lepidopterous Insects collected at Sarawak in
Borneo by Mr. A. Wallace, with descriptions of new
species" (by F. Walker) zu sagen, von welchem im J.
1863 zwei neue Fortsetzungen (Journ. proeeed. Linnean
SOG. VII. p. 49 — 84 und p. 160 — 180) erschienen sind. Die-
selben enthalten die Aufzählung und Beschreibung von
142 ferneren Arten, welche sämmtlich den Noctuinen
angehörig; zum grössten Theile neu sind und zur Aufstel-
lung zahlreicher neuer Gattungen Anlass gegeben haben.
Die Eruirung besonders der letzteren wird den Lepidopte-
rologen manche schwere Stunde bereiten.
Reise der Oesterreichischen Fregatte Novara um die
Erde in den Jahren 1857 — 1859 unter den Befehlen des
Commodore B. von WüUerstorf- Urbair. Zoologischer
Theil 2. Bd., 2. Abth. : Lepidoptera von Dr. Caj. Felder
und Rudolf Fe Ider. Wien, Kais. Staatsdruckrei, 1864.
(4. 138 pag., c. tab. 21 color.). — Die splendide Ausstat-
tung dieses sowohl als einiger anderer dem Ref. gegen-
wärtig bereits vorliegender Theile des Novara-Reisewer-
kes in Papier , Druck und Illustrationen kann der Oe-
sterreichischen Regierung nur die vollste Sympathie der
Naturforscher zuwenden. Für den vorliegenden I^epido-
pteren-ßand ist sie aber um so mehr anzuerkennen, als
offenbar sehr bedeutende Mitte 1 für die Publikation eines
kostbaren Materiales verwendet worden sind, welches sich
dem grösseren Theile nach im Privatbesitz des Verf.*s
(C. Felder) befindet und während der Novara -Expe-
dition nicht gesammelt worden ist. Die von letzterer
stammenden Arten sind nämlich von so geringer Zahl,
dass sie unter den übrigen vollständig verschwinden und
hätten leicht auf wenigen Seiten abgehandelt werden
können. Das in dem vorliegenden ersten Theile publicirte
Material beschränkt sich ausschliesslich auf die Gruppe
der Equites unter den Rhopaloceren, deren 102 Arten
beschrieben und durch prachtvolle, von Geyer gesto-
chene, colorirte Abbildungen illustrirt werden.
Die während der Reise der Königl. Schwedischen Fx'e-
460 Gerstaecker: Bericht üb, d. wissensch. Leist. im Gebiete
gatte Eiigcnie gesammelten, schon bekannten Schmetter-
linge verzeichnete W allen gren in der Wien. Ent. Mo-
natsschr. 1863. p. 65 — 76. Es sind 183 Arten, welche mit
Ausnahme einiger Pyraliden den Macrolepidopteren an-
gehören und nur mit Angaben über ihren Fundort und
das Datum ihres Erscheinens versehen sind.
Einen Beitrag zur Kenntniss der Schmetterlings-
fauna von Cuba lieferte H err ic h-S chäff er (Corresp.-
Blatt d. zoolog. -mineral. Vereins zu Regensburg XVII.
p. 138 ff., 147 ff. und XVIII. p. 159 ff.) durch eine kriti-
sche Aufzählung und Besprechung der von Dr. Gund-
lach dn selbst gesammelten Arten, unter gleichzeitiger
Berücksichtigung der faunistischen Arbeiten Ramon de
la Sagr a's und P oe y's; einige darunter befindliche neue
werden kurz charakterisirt.
Zeller (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 136— 155. Taf.2)
gab Beschreibungen und Abbildungen von zwölf Ameri-
kanischen Nachtfaltern, den Familien der Noctuinen, Tor-
tricinen, Tineinen und Pterophoriden angehörend.
Grote, Additions to the catalogue of United Sta-
tes Lepidoptera, Nr. 2. (Proceed. entom. soc. of Philadel-
phia I. p. 345 — 347). Ausser drei als neu beschriebenen
Arten werden andere bereits bekannte in synonymischer
Beziehung erörtert.
Snellen va n Vollen h oven, Description de quel-
ques nouvelles especes de Lepidopteres des Indes orien-
tales (Tijdschr. voor Entomol. VI. p. 129— 144. pl.8— 10).
Beschreibung und Abbildung von 14 neuen Ostindischen
Arten aus verschiedenen Familien.
Briefliche Mittheilungen Tollin's über verschiedene
von ihm auf Madagascar gesammelte und beobachtete
Lepidopteren veröffentlichte Kef er stein (Stett. Ent. Zeit.
1863. p. 164 ff.). Dieselben betreffen besonders die ersten
Stände verschiedener Arten und Gattungen (z.B. Urania),
welche jedoch zum Theil nicht näher bestimmt sind.
Wallengren publicirte in einer dritten Fortsetzung
seiner „Lepidopterologischen Mittheilungen" (Wien. Ent.
Monatsschr. VIl. p. 137 — 151) Diagnosen von 37 (mit ver-
I
der Entomologie während der J. 1863—64. 461
ei'nzelten Ausnahmen) aus dem CaiFernlande und dem In-
nern Süd-Afrika's stammenden Faltern , welche den Fa-
milien der Hesperiden, Sesiarien, Syntomiden, Bombyci-
den, Cheloniarien, Noctuinen und Geometriden angehören
und von denen mehrere zu besonderen Gattungen erho-
ben werden.
Solche sind in der Familie der Sesiarien : Farasa, nov. gen.
und An midi a , nov. gen., unter den Syntomiden : Epitoxis, nov.
gen. (für Thyretes Amazoula Boisd.), Buthysia, nov. gen. (für Zy-
gaena sangaris Dalm.), A sinut e, a, nov. gen, (für As. alricomis n.
A.), Ceryx, nov. gen. (für Naclia thyrotiformis und anthraciformis
Wall.), unter den Cocliopoden: Pletnra, nov, gen. (für Heteroge-
nea squamosa.Wall.), Apluda, nov. gen. (für Heterogenea invitabi-
lis Wall.), Taeda, nov. gen. (für 7. aetifis n. A.), Ectropa, nov.
gen. (für Ectr. ancilis n. A.), in der Saturnien-Gruppe : Usta, nov.
gen. (für Saturnia Wallengrenii Feld.), in der Orgyia-Gruppe : Palasea,
nov. gen. (für P. abimncula n. A.) , 0 mith opsych e , nov. gen.
(für Orn. hypoxantha n. A.) , in der Haliaden-Gruppe: Sefoctena,
nov. gen. (für S. Ledereri und Stalii n. A.), in der Lithosien-Gruppe,
deren in Europa und Süd-Afrika vertretene Gattungen Verf. in einer
Tabelle analysirt : M elania, nov. gen. (vergeh ener Name !), Lexis,
nov. gen., Manulea, nov. gen., Lepista, nov. gen., Sozusa,
nov. gen., Samera, nov. gen., Pusiola, nov. gen., Tamicia, nov.
gen. , in der Arotiiden-Gruppe : Alytarchia, nov. gen. (für Euche-
lia pilotis Drucy und amanda Boisd.).
J. Mann lieferte (Wien. Entom. Monatsschr. VIII.
p. 173 — 190. Taf. 4 u. 5) einen Nachtrag zu der schon frü-
her von ihm (vergl. Jahresber. 1862, p. 159) erörterten
Schmetterlingsfauna von Brussa. Verf. giebt in demselben
eine systematische Aufzählung der von ihm auf einer
zweiten im J. 1863 unternommenen Reise gesammelten
Arten, mit Bemerkungen über Erscheinungszeit, Häufig-
keit u. dgl., soweit dieselben nicht schon früher von ihm
verzeichnet worden sind. Die Aufzählung erstreckt sich
auf sämmtliche Familien der Lepidopteren; die neuen
Arten, hier beschrieben und abgebildet, gehören beson-
ders den Microlepidopteren an.
Lederer, Verzeichniss der von Haberha u er bei
Varna in Bulgarien und Sliwno in Rumelien im J. 1861
— 62 gesammelten Lepidopteren (ebenda VII. p. IT — 27 u.
Archiv f. Naturg XXXI. Jahrg. 2. Bd. EE
462 Gerstaeck or: Bericht üb. d. wisyensch. Leist. im Gebiete
p. 40— 47. Taf. 1). In demselben sind 398 Arten (90Rho-
palocera, 40 Sphingidae , 32 Bombycldae , 56 Noctuina,
30 Geometridae, 31 Pyralidae, 26 Crambidae, 1 Nycteo-
lide, 36 Tineina und 13 Pterophoridae) aufgezählt und
zum Theil mit Bemerkungen über Varietäten , erste
Stände u. s. w. versehen. Sieben Arten werden als neu
beschrieben und abgebildet.
Derselbe, Zur Lepidopteren-Fauna von Imeretien
und Grusien (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 165—172.
Taf. 3). Das hier zusammengestellte Verzeichniss ist
gleichfalls auf die Ausbeute Haberhauer's und zum
Theil Kindermann's basirt. Fünf unter denselben be-
findliche neue Arten werden beschrieben und abgebildet.
Moeschier (ebenda VII. p. 63 f.) theilte Bemerkun-
gen zu einigen Sareptaner Schmetterlingen mit.
Derselbe (ebenda VIII. p. 193— 200, Taf. 5) publi-
cirte ferner „Beiträge zur Schmetterlingsfauna von La-
brador, in welchen er 19 in Labrador einheimische Ar-
ten verschiedener Familien näher bespricht; es befinden
sich unter denselben vier (hier beschriebene und abge-
bildete) neue.
Herrich-Schäffer, Systematisches Verzeichniss
der Schmetterlinge von Europa. Regensburg 1863.
Staudinger, Einige neue Europäische Lepidopte-
ren (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 264— 271). Beschreibung von
acht neuen Arten aus den Familien der Noctuinen, Geo-
metriden, Crambiden und Tineinen.
Speyer, Weitere Bemerkungen zu dem Cataloge der Lepi-
dopteren Europa's von Staudinger und Wocke (Stett. Entom.
Zeit. 1863. p. 94 — 96). Eine Fortsetzung der vom Verf. im Jahrg.
1862 derselben Zeitschrift p. 161 publicirten Notizen.
T. Snellen, Quelques remarques sur le catalogue des Le-
pidopteres d'Europe et des pays limitrophes de Mr. Staudinger
et Wocke (^Tijdschr. voor Entomol. VII. p. 174—204). Die Bemer-
kungen betrefien zahlreiche Zusätze (besonders Arten aus den an-
gränzenden Ländern, welche ausgelassen sind, so wie die Nomen-
klatur (nach der Priorität) und die Synonymie einer grösseren Zahl
von Macrolepidopteren.
Von Mi liiere's Iconographie et description de
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 463
Chenilles et Lepidopteres inedits sind während d. J. 1863
— 64 die sechste bis zwölfte Lieferung (Separatabdrücke
aus den Annales d. 1. soc. Linneenne de Lyon IX. p. 1 — 56,
X. p. 187—244 und XL p. 1—45 und p. 258—288), durch
26 meisterhaft ausgeführte colorirte Tafeln illustrirt, er-
schienen. Verf. macht in denselben neben schon benannten
auch verschiedene neue Südfranzösische Arten verschie-
dener Familien bekannt und bildet auch neuerdings publi-
cirte Arten Staudin ger's aus Spanien, Griechenland
und Finmarken ab.
Die vom Verf. (meist nebst ihren ersten Ständen) beschriebe-
nen und abgebildeten Arten sind: Eupithecia Gueneata Ardeche,
Pieris Krueperi Stand,, Catocala puerpera Tr. , Anophia Eamburii
(Raupe auf Convolvulus sepium), Timia (vergebener Name, Diptera!)
margarita Hbn., Catocala optata God., Lasiocampa suberifolia Dup.,
(Raupe auf Quercus pubescens, ilex u. a,), Heliophobus hirta Hbn.
(Raupe auf Gramineen), Xylina semibrunnea Haw. (Raupe auf Fraxi-
nus excelsior), Cirroedia xerampelina Hübn. (Raupe ebenda), Fsyche
Gondebautella n. A. (Raupensack aus Liskea sericea angefertigt),
Paedisca lavaterana n. A. (Raupe auf Lavatera arborea), Selidosema
perspersaria Dup. (Raupe auf Genista scorpius) mit var. miniosaria
Dup., Polia argillaceago Hbn. (Raupe auf Ulex, Spartium, Cistus
u. a.), EUopia fasciaria Lin. mit var. prasinariaW. V., Gnophos du-
metata Tr. (Raupe auf Phillyrea latifolia), Sparta paradoxaria Stand.,
Heliothea discoidaria Boisd. (Raupe auf Santolina chamaecyparissus),
Psyche Dardoinella n. A. , Metoponia Agatha Staud., Eubolia peri-
bolariaHbn. (Raupe auf Genista und Ulex- Arten), Gelechia ulicinella
Staud. (Raupe an den Blüthen von Ulex parviflorus). Lycaena He-
lena Stand., Tephrina peltaria Dup. (Raupe an den Blüthen von
Rosmarin) , Anarta Bohemani Stand., Oxyptilus laetus Zell. (Raupe
an den Blüthen von Andryala sinuata) , Colias Heldreichii Staud.,
Polia coerulescens Boisd. (Raupe auf Centhranthus ruber), Chelonia
Latreillei God., Nudaria Massiliensis n. A. , Gelechia halyniella n.
A. (Raupe auf Atriplex halymus), Conchylis meridiana Staud., La-
rentia Zumsteinaria Laharpe, Bombyx dorycnii n. A. (Raupe auf Do -
rycnium, Statice, Plantago u. a.), Bombyx franconica Fab., Agrotis
tritici Lin., Crambus scirpellus Lin., Orenaia Helveticalis Herr.-Sch.,
Trachoniti s (nov. gen.) myricariella H.A.. (Raupe in den Blüthen
von Myricara), Pachnobia carnea Thunb., Tortrix pronubana Hübn.
(Raupe auf Aristolochia, Arbutus, Asphodelus u. a.), Acrolepia smi-
laxella n. A. (Raupe auf Smilax aspera), Gnophos Gruneraria Staud.,
Eriopus Latreillei Dup. (Raupe auf Ceterach. officinarum), Angero-
464 Gerstaecker: Bericht üb. il. wissensch, Leist. im Gebiete
nia primaria Lin. var., Hecatera cappa Hübn. (Raupe auf Delphi-
niura), Neineophila? Metelkana Led., Spilosoma Zatima Gram, von
Helgoland, Scoparia amissella Laharpe und imparella Lah,, Dasydia
operaria Hübn. ? (Raupe auf Campanula n. a.), ]\emoria Am eliaria
n. A., Margarodes unionalis Hübn, (Raupe auf Oliven), Tinea olea-
strella n. A. (Raupe gleichfalls auf Oliven), Eupifhecia cocciferata
n. A. (Raupe auf Quercus ilex und coccifera), Acidalia robiginata,
Pecharia und Folognearia Stand. , Acid. nexata Hübn., Noctua con-
flua Tr. (Raupe auf Silene , Leontodon u. a.) , Crymodes Sommeri
Lefeb. (Raupe ebenso).
deGraslin, Notice sur deux explorations entomo-
logiques faites dans les Pyrenees orientales en 1847 et en
1857, accompagnee de la description de quelques esp^-
ces inödites de Lepidopteres de la France et de l'Espagne
(Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 297—372. pl. 8). Verf.
giebt Nachricht über einen zweimaligen Sommer- Auf ent-
halt in Colliourc, Yernet und Montlouis so wie über die
daselbst von ihm unternommenen, besonders in das Ge-
birge gerichteten lepidopterologischen Exkursionen. Das
Resultat derselben ist ein sehr reichhaltiges systemati-
sches Verzeichniss der vom Verf. in den östlichen Pyre-
näen gesammelten und beobachteten Lepidopteren (Rho-
palocera bis Geometridae incl.) nebst Angaben über Vor-
kommen, Häufigkeit, Nahrungspflanzen u. s. w. (p. 331 —
364). Einige Noctuinen und Geometriden werden als neu
beschrieben und auf pl. 8 abgebildet.
Peyerimhoff, Catalogue des Lepidopteres d'Al-
sace, 2. publication. (Extr. d. Memoires de la soc. d'hist.
nat. de Colmar pour 1863, in 8.) Das dem Ref. nicht be-
kannt gewordene Verzeichniss enthält nach einer Notiz
in den Annal. soc. entom. 1863 die Noctuinen, Pyraliden
und Tortricinen.
Fauvel, Les Lepidopteres du Calvados (Memoires
d. 1. soc. Linneenne de Normandie XIII. 1864. 74 pag.
in 4.). Verf. hat in der vorliegenden Abhandlung eine
systematische Aufzählung der im Departement Calvados
(Normandie) vorkommenden Schmetterlinge mit kurzen
Charakteristiken der Familien, Gattungen und Arten ge-
liefert, welche sich vorläufig auf die Rhopaloceren, Se-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 465
siarien, Zygaeniden und Sphingiden erstreckt. Es wer-
den in derselben im Ganzen 105 Arten erwähnt, von de-
nen 73 auf- die Rhopaloceren kommen ; Citate aus den
bekanntesten Französischen Autoren, Angaben über Er-
scheinungszeit und Fundorte der Falter, so wie über die
Nahrungspflanzen der Raupen sind jeder einzelnen Art bei-
gefügt. Einige Nachträge zu diesem Verzeichnisse liefert
der Verf. im Bullet, d. 1. soc. Linneenne de Normandie
IX. p. 126.
F. Stollwerk, Die Lepidopteren-Fauna der Preus-
sischen Rheinlande (Verhandl. d. naturwiss. Ver. d. Preuss.
Rheinl. und Westphalens XX. p. 43— 248). Verf., der
sich bereits um die Erforschung der Lepidopteren-Fauna
des Kreises Crefeld verdient gemacht hat, liefert hier,
durch Beiträge verschiedener tüchtiger Sammler in Aa-
chen, Bonn, Bingen, Boppard, Crefeld, Cöln, Elberfeld
und Trier unterstützt, eine sehr reichhaltige Zusammen-
stellung der in der Rheinprovinz bis jetzt aufgefundenen
Schmetterlinge. Von 1554 im Ganzen beobachteten Ar-
ten kommen 854 auf die Macro- und 700 auf die Micro-
lepidopteren; die einzelnen Familien sind durch folgende
Artenzahlen vertreten : Rhopalocera 120 A., Sphingidae
50 A., Bombycidae 143 A., Noctuina 288 A., Geometri-
dae 253 A., Pjralidae und Crambidae 128 A., Tortricina
196 A., Tineina 350 A., Pterophoridae 26 A. Bei jeder
Art sind die speziellen Fundorte, die Häufigkeit und Flug-
zeit, die Futterpflanze der Raupe u. s. w. angemerkt.
G. Weymer, Verzeichniss der in der Umgegend
von Elberfeld und Barmen vorkommenden Schmetter-
linge (Jahresberichte d. naturwiss. Vereins von Elberfeld
und Barmen IV. 1863. p. 51 — 100), Nach einleitenden
Bemerkungen über die Boden- und Vegetationsvorhält-
nisse der bezeichneten Lokalität giebt Verf. eine syste-
matische Aufzählung der daselbst einheimischen Macro-
lepidopteren (mit Einschluss der Spanner), welche sich
auf 536 Arten belaufen: Rhopalocera 64 A., Sphingidae
27 A., Bombycidae (im weiteren Sinne) 87 A., Noctuina
194 A., Geometridae 164 A., Angaben über Fundorte, Hau-
466 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
figkcit , Lebensweise und Nahriingspflanzen der Raupen
u. s. w. sind den einzelnen Arten beigefügt.
Der neue Borkhausen, oder Hessisch-rheinische Falterfauna.
Beschreibendes Yerzeichniss der in Hessen und den angränzenden
Ländern vorhandenen Gross- und Kleinfalter. Zum Selbstbestimmen
eingerichtet von Dr. L. Glaser. Darmstadt, 1863. (8. 546 S.).
H. R. Schmidt, Die Macrolepidopteren der Pro-
vinz Preussen (Schrift, d. physik. -Ökonom. Gesellsch. in
Königsberg III. p. 62 — 88). Eine systematische Aufzäh-
lung der in Preussen bisher beobachteten Rhopaloceren
(109 A.), Sphingiden und ßombyciden (zusammen 156 A.),
Noctuincn und Geometriden. Von den beiden letzteren Fa-
milien ist nur ein vorläufiges Verzeichniss gegeben wor-
den, welches später unter Benutzung des Speyer'schen
Werkes gleich demjenigen der ersteren Familien voll-
ständiger und unter Angabe der Fundorte, der Erschei-
nungszeit u. s. w. abgefasst werden soll.
Ke ferst ein (Stett. Ent. Zeit. 1864. S. 103 f.) lie-
ferte „Einige Bemerkungen über die Schmetterlingsfauna
von Reichenhall und Gastein. " Verf. vergleicht beide
Faunen in Bezug auf ihre Uebereinstimmungen und hebt
die jeder eigenthümlichen, bemerkenswerthen Arten hervor.
de Graaf, Les Macrolepidopteres des Pays - Bas
(Tijdschr. voor Entomol. VI. p. 145 — 178) stellte ein neues
Verzeichniss der in den Niederlanden vorkommenden Rho-
paloceren, Sphingiden, Bombyciden, Noctuincn und Geo-
metriden, im Ganzen 640 Arten, zusammen.
Sauveur, „Notes entomologiques" f Annal. soc. ent.
Beige VII. p. 75 ff.) und Fologne, „Addenda au catalo-
gue des Lepidopteres de Bclgique^ (ebenda VII. p. 87 —
— 93) gaben Berichtigungen und Ergänzungen zu deni
früher zusammengestellten Verzeichniss der Belgischen
Schmetterlinge. Unter den 46 nachträglich aufgeführten
Arten gehören die meisten den Tineinen an. — Ebenda
VIII. p. 273 ff.) verzeichnete Fologne noch 16 weitere
neu aufgefundene Arten.
Stainton, New British species of Lepidoptera and
captures of rarities in 1862 (Entomol. Annual f. ].863.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 467
p- 147—154). Als in England neu aufgefundene Arten
hat Verf. nur Toxocampa craccae (abgebildet; Frontisp.
fig. 3) und eine neue Gelechia (siehe Tineina !) zu erwäh-
nen; unter den 25 als Raritäten aufgezählten Arten sind
Deilephila Livornica, Chaerocampa nerii und ceierio her-
vorzuhebeu; von denen die erste und dritte im J. 1862
wieder mehrfach in England gefangen wurden.
Knaggs, Notes on new and rare species of Lepi-
doptera for 1863^ with descriptions of two species of No-
ctua new to science^ byH. Doubleday (Entom. Annuai
f. 1864. p. 118— 139). Als für England' neue Arten wer-
den Procris Geryon Hbn. , Leucania Loreji Dup., zwei
von Doubleday beschriebene neue Noctuinen und zwei
Tortricinen erwähnt. Einer Aufzählung der seltneren im
J. 1863 in England aufgefundenen Arten folgt ein Regi-
ster für die in den bis jetzt erschienenen Bänden des
Entomologists Annuai und des Zoologist beschriebenen
Lepidopteren-Larven bis zu den Pyraliden hinab.
Ch. Barrett, Lepidoptera at Rannoch in July (Entom.
montMy magaz. I. p. 44 ff.) erwähnt 31 den Geometriden, Noctuinen
und Microlepidopteren angehörige Arten als an der genannten Loka-
lität von ihm gesammelt. — Andere Sammelberichte, betreffend selt-
nere in England aufgefundene Arten lieferten Blackburn (ebenda I.
p.ll9ff.), Blackmore (p. 121 ff.) und Merry w eat her (p. 144;.
Ueberhaupt enthält dieses Journal eine grosse Anzahl kleinerer fau-
nistischer und biologischer Beiträge, welche jedoch vorwiegend von
lokalem Interesse sind und des beschränkten Raumes halber hier
nicht einzeln aufgeführt werden können.
Wallengren, Skandinaviens Heterocer - fjärilar.
Lund 1863. 8. ist in Oefvers. Yetensk. Akad. Förhandl.
1864. p. 204 angezeigt, dem Ref. sonst nicht näher be-
kannt geworden.
Wocke (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 166 u. 201ff.) lie-
ferte einen für die geographische Verbreitung der Arten
interessanten Beitrag zur Lepidopteren-Fauna Norwegen's,
in welchem er über seine während zweier Monate in
Dovrefjeld gemachte Ausbeute spezielle Auskunft giebt.
Die Schmetterlingsfauna des 3000 — 4000' hoch gelegenen
Dovrefjeld's ist merklich ärmer als die von Finmarken,
468 Gerstaccker: Bericht üb. d. wissensoh. Leist. im Gebiete
indem die Gesammtzahl der vom Verf. beobachteten und
erbeuteten Arten für sämmtliche Familien nicht 166 über-
steigt. Von den 12 Rhopaloceren sind nur 3 rein nordi-
sche Arten, die übrigen gleichzeitig deutsche ; von 1 Zy-
gaenide , 2 Hepialiden, 9 Bombyciden, 24 Noctuinen, 25
Geometriden und 95 Microlepidopteren ist gleichfalls die
Mehrzahl auch in Deutschland einheimisch. Verf. be-
schreibt die von ihm entdeckten neuen Arten und erör-
tert die bekannten ausführlich nach ihren Abweichungen
und Eigenthümlichkeiten.
A journey to Finmark, by Dr. Wocke and Dr. Staudin-
ger (Entomol. Amiual f. 1864. p. 4 — 29). Uebersetzung aus Stettin.
Entom. Zeit. 1861—62.
Ballion, Verzeichniss der in der nächsten Umge-
gend von Gorki in den Jahren 1860 — 63 gefundenen
Schmetterlinge (Bullet, d. natur. de Moscou 1864 , I.
p. 349 — 382). Der Ort Gorki im Gouvernement Mohilew,
unter 54^ n. Br. gelegen, wird in seinen klimatischen und
Boden-Verhältnissen wie in seiner Flora charakterisirt
und sodann die vom Verf. in der Umgegend gesammelten
Lepidopteren aufgezählt. Es sind 72 Rhopalocera, 17 Sphin-
gidae, 50 Bombycidae, 112Noctuina und 64 Geometridae.
Ein Platypteryx wird als neu beschrieben, aber nicht be-
nannt. Den einzelnen Arten sind Angaben über Häufig-
keit, Fundorte u. s. w. beigefügt.
Her rieh -Schaf ler (Corresp .-Blatt d. zoolog.-rai-
neral. Ver. zu Regensburg XVII. p. 127, 151, 167 und
181 ff.) machte eingehende Mittheilungen über die zahl-
reichen und zum Theil sehr bemerkenswerthen Lepido-
pteren, welche er während eines mehrw^öchentlichen Auf-
enthalts im oberen Engadin zu sammeln und zu beobach-
ten Gelegenheit hatte.
H. Trapp, Lepidopterologische Notizen (Mittheil. d.
Schweiz. Ent. Gesellsch. 1863. p. 101-110). Verf. bespricht
eine Reihe Schweizerischer Lepidopteren aus den Gattun-
gen Parnassius, Pieris, Colias, Lycaena, Argynnis, Meli-
taea, Erebia , Syrichthus u. a. in Betreff ihrer Verbrei-
tung, ihrer Generationen, Varietäten, Artrechte u. s. w.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 469
Eine nähere Charakteristik wird von Lycaena Lycidas
Borkh. aus dem Ober- Wallis gegeben, Lycaena Eros als
eine von Lyc. Alexis verschiedene Art in Anspruch ge-
nommen; Syrichthus fritillum nach den von einander ab-
weichenden Exemplaren beider Generationen beschrieben.
de la Harpe, Supplements ä la faune des Lepido-
pt^res Suisses : Phalenides, Pyralidides, Crambides et Tor-
tricides (Neue Denkschrift, d. allgem. Schweiz. Gesellsch.
f. d. gesaramt. Naturwiss. XX. Bd. p. 1— 81). Verf. liefert
in dieser Abhandlung einen dritten Nachtrag zu den von
ihm verzeichneten Geometriden und einen ersten zu den
Pyraliden, Crambiden und Tortricinen der Schweiz. Neue
Arten werden besonders unter den Pyraliden und Cram-
biden beschrieben, zahlreiche andere in ihren Varietäten
und Artrechten erörtert, mehrere früher als neu beschrie-
bene eingezogen, für die meisten zugleich neue Fundorte
in der Schweiz angegeben.
V. Reizenstein, Catalogue of the Lepidoptera of
New- Orleans and its vicinity. New-Orleans 1863. (Das
in den Proceed. acad. nat. sc. of Philadelphia 1863. p. 379
dem Titel nach aufgeführte Werk ist dem Ref. nicht näher
bekannt geworden.)
A. W. Scott, Australian Lepidoptera and tbeir
transformations, drawn from the life, byHarr. and Hei.
Scott; with descriptions, general and systematic. Parts I
und II. London, 1864. (fol.) Dieses dem Ref. nicht zu-
gängliche Werk enthält nach einer Mittheilung von Dal-
las Abbildungen Australischer Lepidopteren nach ihren
verschiedenen Entwickelungsstufen nebst den Futterpflan-
zen der Raupen. Auch einige neue Arten sind in dem-
selben beschrieben und dargestellt.
Verschiedene interessante Mittheilungen über die
Schmetterlingswelt des tropischen Brasiliens finden sich in
H. W. Bat es' Th.e Naturalist on the Amazons (deutsche
Uebersetzung : Der Naturforscher am Amazonenstrome,
Leip^g 1866.) Besonders ist es die Hervorbildung neuer
Species, welche der Verf. auch hier (p. 139 ff.) an der
470 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Gruppe der Heliconier nachzuweisen sucht, und welche
er aus der constanten Begattung gleicher Individuen einer
sonst in das Unendliche variirenden Art an einer und
derselben Lokalität herleitet. Die alimählichen Ueber-
gangsstufen zwischen HeliconiusMelpomcne und Thelxiope
werden im Holzschnitt abgebildet. — DerReichthum der
vom Verf. durchforschten Gegend ergiebt sich aus der
Angabe (p. 377) , dass bei Ega allein 550 verschiedene
Lepidopteren gesammelt wurden; in einem Umkreise
von 10 Minuten fanden sich allein 18 Papilio - Arten.
Hundert dieser Arten, welche 19 der schönsten Gattun-
gen angehören, fehlen dem unteren Amazonenstrom ganz,
weil die hier herrschenden Winde ihre Existenz unmög-
lich machen; von den meisten dieser Arten sind nämlich
die sehr bunt gefärbten Männchen lOOmal häufiger als
die meist trüben und dunkelen Weibchen und nur ihr
lebhafter Flug im Sonnenschein und bei windstiller Luft
ist im Stande, die Species zu conserviren.
lieber einzelne Tagfalter - Gattungen finden sich ferner p. 12
und 134 Mittheilungen: sie betreffen besonders das Vorkommen der
Helicopis Cupido und Endymion, Morpho Hecuba, von 2 Catagram-
ma-Arten, Callithea Leprieuri und grosse Wanderzüge einer Calli-
dryas - Art (C. Statira) ; ein Zug, welcher den Amazonenstrom
von Norden nach Süden passirte, dauerte von früh Morgens bis Son-
nenuntergang und bestand der grossen Mehrzahl nach aus männlichen
Individuen. — Interessant ist die Beobachtung des Verf.'s (p. 98),
dass die grösste Macroglossa-Art (M. Titan) und der kleinste Colibri
in Gemeinschaft dieselben Blüthen umschwärmen und im Fluge kaum
von einander zu unterscheiden sind ; die S^ehnlichkeit beider hat auch
bei den Eingebornen die Vorstellung erweckt, dass sich der Schmet-
terling in den Vogel verwandle. — p. 379 ff. bildet Verf. ein sehr zier-
liches, gitterartig durchbrochenes Cocon einer Lithosiide ab, welches
selbst nur etwa 1 Zoll lang, aber durch einen 5 bis 6 Zoll langen
derben Faden frei an Blättern aufgehängt ist, so dass die Vögel
(da sie den Aufliängfaden nicht durchzureissen im Stande sind) des-
selben sich nicht bemächtigen können. Von den Raupen der Gattung
Saccophora giebt er an, dass sie ihren aus zusammengesponnenen
Blättern bestehenden Sack, während sie frassen, mit einigen Fäden
an den Blättern des betreffenden Baumes befestigen.
Piffard, Reminiscences of an entomological excur-
sion up the Demerara River (^Entomol. monthly magaz. I.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 471
p. 79 u. 104 ff.") machte Mittheilungen über das Vorkom-
men und die Lebensweise einer Reihe am Demerara von
ihm beobachteten Lepidopteren, besonders Tagfalter.
Timins (Proceed. ent. soc. of London 1863. p. 166)
gab eine Aufzählung von solchen Lepidopteren, welche
er durch Zimmer-Wärme bereits im Winter zur Entwicke-
lung brachte und erwähnte ferner solche Süd-Europäi-
sche Arten, welche er in England aus eingeführten Pup-
pen erzog. Er knüpft hieran Bemerkungen über anzu-
stellende Versuche, ausländische Schmetterlinge in Europa
zu akklimatisiren.
Ja ekel (Chiropterologisches, Corresp.-ßlatt d. zoo-
log.-mineral. Ver. zu Regensburg XVII. p. 131 ff.) stellte
ein Verzeichniso derjenigen Schmetterlinge zusammen,
welche nach seinen Beobachtungen von einem Paar des
Vespertilio murinus in seinem Schlupfwinkel verzehrt
wurde. Die nach den herunterfallenden Resten (Flü-
gel u. s. w.) bestimmten Arten gehörten mit sechs Aus-
nahmen den Noctulnen an, unter welchen die Gattungen
Hadena und Agrotis besonders zahlreich vertreten wa-
ren. Ausser 35 verschiedenen Lepidopteren werden auch
vier andere Insekten - Arten (Rhizotrogus, Orthopteren,
Phrjganea) angeführt.
Trinker, üeber die Begattung und Zucht einiger
Schmetterlinge (Jahresheft d. Ver. f. Isaturk. in Württem-
berg XIX. p. 49—52) stellt durch Beobachtungen fest,
dass die Begattung ö^r Schwärmer (Sph. ligustri und
ocellata) gewöhnlich nach Mitternacht, d. h. nach been-
digtem Nahrungsfluge stattfindet; ein durch einen Faden
befestigtes Weibchen lockte um diese Zeit zahlreiche
Männchen (z. B. von Sphinx ocellata 24 in einer Stunde)
an. — Ueber Sphinx Atropos macht Verf. die abenteuer-
liche Angabe, dass ein Weibchen derselben ihm ein „ova-
les, haariges Ei von der Grösse einer mittleren ßohne'^ (!)
legte , welches beim Oeffnen auch eine zusammenge-
krümmte Raupe enthielt ; weitere Eier legte dies Weib-
chen nicht, auch hatte es keine anderen mehr im Leibe.
Fernere Notizen beziehen sich auf das üeberwintern der
472 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Raupe von Limenitis populi, auf das Eierlegen von Eu-
prepia urticae und caja.
Wullschlegel (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 193 und
304 fF.) lieferte Ergänzungen zu Wilde's Pflanzen und
Raupen Deutschlands ; 47 Arten verschiedener Familien
werden mit Angaben über ihre Futterpflanzen, ihre Er-
scheinungszeit u. s. w. aufgeführt.
V. Hey den erörterte in einer Fortsetzung seiner
^Fragmente aus meinen Entomologischen Tagebüchern*^
(Stett. Entom. Zeitung 1863. p. 105 u. 341 ff.) die ersten
Stände und deren Lebensweise von zwanzig ferneren Mi-
crolepidopteren.
Einen gleichen Inhalt haben A. Schmid's ;, Bei-
träge zur Naturgeschichte der Schmetterlinge^ (Berl. Ent.
Zeitschr. VIT. p. 57 — 66). In denselben wird gleichfalls
die Naturgeschichte von zwanzig einheimischen Microlepi-
dopteren zur Kenntniss gebracht.
Auch Assmuss's ^^Beiträge zur Biologie der In-
sekten^ (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 396 ff.) enthalten u. A.
Mittheilungen über die Lebensweise der ersten Stände von
einer Reihe in Russland einheimischer Lepidopteren. Von
einigen Arten, wie Coenonympha Oedipus, Lycaena Acis
u. a. werden die Raupen näher charakterisirt, über andere
nur Notizen, ihre Futterpflanzen, Erscheinungszeit u. s. w.
betreffend, beigebracht.
A. Roessler, „Lepidopterologisches" (Wien. Ent.
Monatsschr. 1863. p. 128 — 134) erörterte die ersten Stände
von Phasiane petraria Esp., Cidaria aquata Hbn., Gelechia
triannulella H. Seh., Parasia neuropterella Zell., Eupithecia
denotata Hbn. und Exapate congelatella Gl.
Hof mann, Zur Naturgeschichte einiger Geometri-
nen und Tortricinen (ebenda VIII. p. 26 ff.) machte die
ersten Stände von Lobophora viretata Hbn., Eupithecia
argillacearia H. Seh., Grapholitha Kochiana H. Seh., suc-
cedana S. V., pallifrontana Zell, und vacciniana Zell, be-
kannt.
Von mehreren einheimischen Lepidopteren würden
Färbungs- und Zeichnungs-Varietäten abgebildet oder be-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 473
schrieben. Von F o 1 o g n e (Aimal. sog. entom. Beige YII.
pl. 3) Bombyx neustria, Ennychia octomaculalis und Li-
thosia rosea (die schwarzen Flecke zu einer Binde zusam-
mengeflossen), von Kronheim (Stett. Ent. Zeit. 1863.
p. 215 ff.) eine Aberration der Thecla quercus fem. mit
orangegelber Zeichnung der Vorderflügel, eine Varietät
von Chelonia caja mit Ueberhandnahme der dunkelen
Zeichnung. (Gleichzeitig handelt Verf. in seinen ^Lepi-
dopterologischen Notizen'^ über die Zucht von Callimor-
pha matronula und über das Vorkommen der Raupe von
Macroglossa oenotherae auf Fuchsien in Oberschlesien.)
R. Jordan, Varleties of Lepidoptera and their cau-
ses (Entomol. monthly magaz. I. p. 53 ff.) machte die in-
teressante Mittheilung, dass sich aus einer auffallend hell,
fast v^eiss gefärbten Raupe des Smerinthus populi ein ent-
sprechend gefärbter Schwärmer entwickelte. Er knüpft
hieran Bemerkungen über das Variiren der Raupen und
Imagines und unterscheidet normale (d. h. durch Sexus,
Oertlichkeit, Jahreszeit u. s. w. bedingte) und anormale
Varietäten.
Speyer, Lepidopterologische Beobachtungen (Stett.
Ent. Zeit. 1863. p. 156— 163) behandelt gleichfalls das Va-
riiren einiger einheimischen Arten (Rhopaloccra, Geome-
tridae). Näheres bei diesen Familien !
V. Prittwitz, Synonymische und geographische
Glossen zum Morris'schen Catalog der beschriebenen
Falter Nord-Amerika's (ebenda 1863. p. 271 und 353 ff.).
Verf. giebt eine Zusammenstellung von zahlreichen die
geographische Verbreitung der Rhopaloceren, Sphingiden
und Cossinen betreffenden Notizen, welche von Belesen-
heit zeugen und an und für sich nützlich und beachtens-
werlh sind; zu dem Morris'schen Cataloge stehen sie
aber der Mehrzahl nach in keiner oder nur in sehr loser
Beziehung.
Arm. Baltzer, De anatomia Sphingidarum. Dis-
sert. inaug. zoolog. Bonnae 1864. 8. 36 pag. c. lab. lith.
Auch unter dem Titel: Zur Anatomie und Physiologie
der Dämmerungsfalter, Sphingidae (dies. Archiv f. Na-
474 Gerstaecker: Bericht ü1). d. wissensch. Leist. im Gebiete
turgesch. XXX. p. 154—190. Taf. 4). — Verf. theilt in die-
ser Schrift seine Untersuchungen über die Struktur und
Funktion der Fühlhörner, über den Tractus intestinalis
und über die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane
der Öphingiden mit ; zu denselben wurden Sphinx ügu-
stri, Elpenor, ocellatus und tiliae, nebenher Notodonta
dictaea benutzt.
An den Fühlern erörtert er die Bekleidung mit Schuppen,
Borsten und den von L c y d i g- nachgewiesenen eigenthümlichen Ke-
geln, welche er mit diesem als Geruchsorgane ansieht; Versuche mit
scharf riechenden Substanzen (Terpentin-Oel) lieferten ihm gleiche
Resultate, wie sie zuerst von Lefebvre, dessen Experimente dem
Verf. unbekannt geblieben zu sein scheinen, bekannt gemacht wur-
den, — Der Tractus intestinalis und die beiderseitigen Geschlechts-
organe werden in morphologischer Beziehung nach ihren einzelnen
Theilen abgehandelt und besonders die Ausmündung beider in das
Hautskelet näher erörtert. Ihre Eigenthümlichkeiten erörterte Verf.
durch einen Vergleich mit den vonSuckow, Herold, Ramdohr
u. a. für die Rhopaloceren und Zygaeniden gemachten Angaben.
Rhopalocera. H e w i t s o n's »Exotic Butterflies, being illustra-
tions of new species« sind in den J. 1863—64 mit dem 45. bis 52.
Heft fortgesetzt worden, welche in der bisherigen Weise zahlreiche
und zum Theil ausgezeichnete neue Arten der Tagfalter zur Kennt-
niss bringen. Eine spezielle Aufzählung derselben, welche wir uns
für den diesjährigen Bericht aus räumlichen Rücksichteji versagen
müssen, mag bis zur Berichterstattung über den (gegenwärtig be-
reits abgeschlossenen) ganzen dritten Band dieses vorzüglichen iko-
nographischen Werkes aufgespart werden.
Desselben »Descriptions of new species of diurnal Lepi-
doptera« (Transact. entomol. soc. of London 3. ser. H. p. 245 — 249.
pl. 15 u 16) liefern Beschreibungen und Abbildungen von zehn neuen
exotischen Arten verschiedener Gruppen. — Derselbe, Descri-
ptions of two new species of diurnal Lepidoptera (ebenda 3. ser. I.
p. 517f.). Zwei, den Equites und Morphiden angehörige Arten.
Derselbe, A list of diurnal Lepidoptera taken in Mada-
gascar by Mr. Caldwell (Proceed. zoolog. soc. 1863. p. 64 f. p. 11).
Ver^. zählt elf auf Madagascar gefangene Tagfalter auf, von denen
zwei als neu beschrieben werden.
Rob. Trimen, Descriptions of some new species of Butter-
flies found in Southern Africa (Transact. entom. soc. of London 3.
ser. n. p. 175— 180). Verf. beschreibt 16 Süd - Afrikanische Arten
aus der Gruppe der Pieriden, Satyriden, Lycaeniden und Hesperiden.
Capt. Lang, Notes on the diurnal Lepidoptera of North-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 475
Western-India, with descriptions of new species by F.Moore (En-
tomol. monthly magaz. I. p. 101, 131 und 181 ff.). Es werden 104
Rhopaloceren des Himalaya unter Angabe über ihre Flugzeit, Auf-
enthaltsorte, Häufigkeit, Verbreitung in vertikaler Richtung u. s. w.
namentlich aufgezählt und drei darunter befindliche neue durch F.
Moore anhangsweise kurz diagnosticirt.
C. et R. Felder, Lepidoptera nova a Car. Semper in in-
sulis Philippinis collecta (Wien. Ent. Monatsschr. 1863. p. 105 — 127).
Diese Fortsetzung der bereits im vorigen Jahresberichte erwähnten
Abhandlung der beiden Verf. enthält ausführliche lateinische Be-
schreibungen von 39 weiteren auf den Philippinen einheimischen Rho-
paloceren aus den Gattungen Danais, Cethosia, Cyrestis, Zethera,
Limenitis, Neptis, Athyma, Adolias, Apatura, Melanitis, Discophora,
Cyllo, Debis, Yphthima, Rogadia und Mycalesis.
Bates, On a collection of Butterflies brought by Mr. Salvin
and Go dm an from Panama, with remarks on geographica! distribu-
tion (Proceed. zoolog. soc. of London 1863. p. 239—249. pl. 29).
Verf. verzeichnet 31 auf dem Isthmus von Panama in der niederen
Waldregion gesammelte Rhopaloceren, von denen 12 gemeine und
im tropischen Amerika allgemein verbreitete Arten sind, während
von den übrigen nur 4 zugleich in Guyana und dem Thale des
Amazonenstromes vorkommen (aber nicht weiter nach Süden gehen),
die 15 anderen diesem Distrikte dagegen fehlen. Die sechs unter
der Ausbeute befindlichen neuen Arten sind mit einer Ausnahme
nahe verwandt mit den Formen Neu-Granada's. Letztere werden
vom Verf. charakterisirt , die bereits bekannten in Bezug auf ihre
Abänderungen erörtert.
Weitere ausführlichere Mittheilungen über denselben Gegenstand
giebt eine zweite Abhandlung desselben Verf.'s.: New species of
Butterflies from Guatemala and Panama, collected by 0. S a 1 v i n
and Godman (Entomol. monthly magaz. I. p. 1, 31, 55, 81, 113,
126 und 161 ff.). Aus einer sehr viel reicheren Ausbeute von 425
Arten Rhopaloceren macht Verf. hier vorläufig die neuen Arten
(68 an Zahl) bekannt. Dieselben gehören den Gattungen Papilio
(8 A.), Leptalis (2 A.), Euterpe (lA.), Hesperocharis (1 A.), Terias
(1 A.) , Danais (1 A.) , Mechanitis (2 A.), Ithomia (5 A.), Melinaea
(1 A.), Tithorea (1 A.) , Heliconius (7 A.) , Acraea (3 A.), Melitaea
(5 A.), Micr otia, nov. gen. (1 A.), Synchloe (4 A.), Eurema (1 A.),
Eunica (1 A.) , Epiphile (1 A.), Temenis (1 A.) , Ageronia (4 A.),
Pyrrhogyra (1 A.) , Heterochroa (5 A.) , Timetes (1 A.) , Apatura
(2 A.), Amphirene (1 A.), Paphia (3 A.), Morpho (1 A.), Brassolis
(2 A.) und Pronophila (1 A.) an.
J. W. Weidemeyer, Catalogue of North- American Butter-
flies. Philadelphia 1864. (8. 42 pag. — Separatabdruck aus : Proc.
476 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
entom. soc. of Philadelphia Vol. II). Verf. liefert ein systematisches
Namensverzeichniss der in Nord- und Mittel-Amerika (incl. Me-
xiko, Panama und Westindien) vorkommenden Rhopaloceren mit Sy-
nouyraie und den Citaten der hauptsächlichsten Werke bei den ein-
zelnen Arten. Die Anordnung ist nach Doubleday- Westwood
vorgenommen, auch alle in diesem Werke aufgeführten Gattungen
eingereiht, selbst wenn sie in Nord-Amerika nicht vertreten sind.
Am Schluss der einzelnen Gruppen (z. B. Equites, Pieridae u. s. w.)
sind Bemerkungen über zweifelhafte Arten beigefügt.
Sam. Scudder, A list of the butterflies of New-England
(Proceed. of the Essex Institute III. April 1863) ist dem Ref. nicht
zugänglich gewesen. Nach einer Mittheilung in der Wien. Entom.
Monatsschr. VII. p. 328 sind 81 Arten aufgeführt, von denen 16 aus
den Gattungen Polyommatus, Argynnis, Melitaea, Nisoniades und
Hesperia als neu beschrieben werden. Vanessa cardui, Atalanta und
Antiopa sind gleichfalls in Neu-England einheimisch.
Derselbe in seinen: »Remarks on some characteristics of
the Insect-fauna of the White Mountains (Boston Journ. of natur.
bist. VII. p. 612 ff. pl. 14) erörterte zwei für die Weissen Berge cha-
rakteristische Tagfalter: Chionobas sernidea Say und Argynnis mon-
tinus n. A. in ihren Merkmalen, erstere auch in ihren früheren Ent-
wickelungsstufen.
Meyer-Dür, Noch einige Bemerku ngen und Ansichten über
Erebia Eriphyle Fr. und Melitaea Merope Pr. (Mittheil. d. Schweiz.
Entom. Gesellsch. 1863. p. 67 ff.). Verf. hält erstere Art für eine
von Ereb. Melampus und Cassiope verschiedene, während er letztere
nur als alpine Varietät von Melit. Artemis ansehen kann.
W. F. K i r b y , A manual of European Butterflies. London,
Williams and Norgate, 1862. Das dem Ref. unbekannte W^erk ist in
den Annais of nat. bist. 3. ser. XI. p. 120 f. angezeigt und wird da-
selbst als eine sorgsame Arbeit gerühmt ; es enthält die Charakteristik
Von 321 Europäischen Arten, welche, so weit sie dem Verf. nicht
aus eigener Anschauung bekannt waren, mit den von den betreffen-
den Autoren gegebenen Beschreibungen aufgeführt werden.
Derselbe, On the geographica! distribution of European Rho-
palocera (Transact. entom. soc. of London 3. ser. I. p. 481—491).
Verf. glaubt für die Europäischen Tagfalter dreizehn geographische
Distrikte annehmen zu können, bei deren Abgränzung er sich
nur zum Theil an die politischen Gränzen gehalten hat , indem
er Island, Skandinavien, Russland und nördliches Polen, Polen und
Süd-Russland, Türkei mit Dalmatien, Griechenland, Italien, Corsika
und Sardinien, Spanien und Portugal, Frankreich, Britannien, das
nördliche Centrum (d. h. Dänemark, Deutschland, Holland und Bel-
gien) und Oesterreich mit der Schweiz als solche ansieht. Für jeden
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 477
dieser Distrikte giebt er die Zahl der daselbst vorkommenden Ar-
ten, so wie die denselben allein eigenthümlichen an. Sodann er-
örtert er in Kurzem die Verbreitung der einzelnen Gattungen inner-
halb Europa's und erwähnt diejenigen Arten, welche sich über die
Grenzen Europa's hinaus verbreiten. Die Abhandlung enthält übri-
gens meist genügend Bekanntes.
Wallace (Proc. ent. soc. of London 1864. p. 21 f.) machte sehr
interessante Mittheilungen über das Variiren einiger Tagfalter auf den
Inselgruppen des südöstlichen Asiens. Die Bewohner der östlichßn In-
seln sind im Allgemeinen grösser als die der westlichen, besonders in
der Gattung Papilio, welche auf Celebes und Amboina die grössten
Exemplare (einer und derselben Art) aufzuweisen hat. Einige Arten,
welche in Indien stark geschwänzte Hinterflügel haben, verlieren diese
Auszeichnung allmählich auf den Inselgruppen, um endlich im stillen
Meere mit ganz einfachen oder nur kurz gezähnten Hinterflügeln
aufzutreten. Celebes bildet in derartigen Verhältnissen fast das Cen-
trum des Archipels und zwar zeigen hier merkwürdigerweise nicht
nur alle Equites (16 Arten mit einer einzigen Ausnahme), sondern
auch viele Pieriden und einige Nymphaliden die Eigen thümlichkeit,
dass bei ihnen die Costa der Vorderflügel beträchtlich stärker ge-
krümmt ist, als bei ihren nächsten Verwandten von den übrigen
Inseln. Verf. glaubt darin ein Mittel, sich den Nachstellungen ihrer
Feinde zu entziehen, und eine durch Vererbung hervorgebildete Ei-
genschaft zu erblicken.
Equites. — Als eine der vnchtigsten literarischen Quellen
für die Kenntniss der exotischen Arten dieser prachtvollen Falter-
Gruppe ist hier nochmals das im J. 1864 erschienene erste Heft
der Lepidopteren aus dem zoologischen Theil der Novara-Expedi-
tion, bearbeitet von C. und R. Felder (4. 138 S., mit 21 Taf.) zu
erwähnen. Dasselbe enthält umständliche Beschreibungen und beson-
ders schöne colorirte Abbildungen von 102 theils neuen, theils unvoll-
ständig bekannten Arten der verschiedensten liokalitäten, zu denen
besonders die Ausbeute Lind ig's inBogotä, Doleschal's und Wal-
lace's auf dem Indischen Archipel und den Molukken, Semper's
auf den Philippinen ein reiches Contingent gestellt haben. Auch die
von C.Felder schon früher, aber nur durch Diagnosen bekannt ge-
machten Arten der Gruppe sind in das Werk aufgenommen worden.
Das von denselben beiden Verf. (Verhandl. d. zoolog.-botan.
Gesellsch. zu Wien XIV. p. 289 ff.) zusammengestellte systematische
Verzeichniss der bis jetzt bekannt gewordenen Equites erstreckt
sich auf 10 Gattungen mit 533 Arten. Die zahlreichen (488) Arten der
Gattung Papilio sens. strict. werden unter 75 Sektionen vertheilt,
welche in umfangreichen, dem Verzeichnisse folgenden Anmerkungen
näher begründet werden. Für den Gattungsnamen Teinopalpus (vox
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. FF
478 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
hybrida) wird die neue Bezeichnung Teinoprosopus eingeführt,
auf Pap. Duponchelii Luc. und Corethrus Boisd. eine eigene Gattung
Euryades begründet, die Gattung Hypermnestra (Menetr. i.
lit.) gleichfalls angenommen und begründet. Nahe verwandte Arten
werden in ihren Unterschieden vielfach in den beigefügten Bemer-
kungen erörtert.
Als einzeln beschriebene neue Arten der Gruppe sind zu er-
wähnen: Fapilio Xanticles Bat es (Proceed. zoolog, soc. of London
1863. p. 241. pl. 29. fig. 3), zur Gruppe des Pap. Podalirius gehörend,
aus Panama ; ferner Pap. Protesilaus Lin. var. Macrosilaus (Boisd.
i. lit.) und Pap. Enchisiades Esp, var. Pandion (Boisd. i. lit.) gleich-
falls von Panama. — Fapilio Birchallii Hewitson (Transact. ent.
soc. 3. ser. I. p. 517) aus Neu-Granada, Fapilio Uewitsonii West-
wood (Proceed. entom. soc. 1864. p. 10) von Borneo (zu. welcher
Art das Weibchen des Pap. Slateri Hewits. gehört; das Männchen
der letzteren Art wird gleichfalls wiederholt charakterisirt), Fapilio
Govindra Moore (Entom. monthly magaz. I. p. 101) vom Himalaya,
Ornithoplera Cassanc/r« W. S c o tt (On a new species of Ornithoptera,
Transact. entom. soc. of New-South-Wales I. p. 131 ff. pl. 10) von
Port Denison in Nord-Australien, nur im weiblichen Geschlechte
bekannt, und Thais Cerisyi var. Caucasica Leder er (Wien. Ent.
Monatsschr. VIII. p. 165. Taf. 3. fig. 1 u. 2) aus Imeretien.
Ueber den Dimorphismus der Weibchen des Papilio Memnon
und Pammon und über den Trimorphismus der Weibchen von Pap.
Ormenus machte Wallace (Proceed. entom. soc. 1864. p. 15) nach
eigenen Beobachtungen Mittheiluug.
Walsh (Proceed. entom. soc. of Philadelphia I. p. 349) glaubt
die Art-Identität von Papilio Turnus und Glaucus nachweisen zu
können und festgestellt zu haben, dass bei dem Weibchen dieser Art
ein Dimorphismus vorkomme ; dasselbe tritt nämlich in verschiede-
nen Gegenden in verschiedener Färbung auf (vgl. oben, Insekten!).
Verf. vergleicht diese auffallende Thatsache mit dem Dimorphismus
der Colias- und Dytiscus-Weibchen. Er giebt zugleich eine Beschrei-
bung der Raupe des Pap. Turnus.
Nach Mac Leay (Proeeed, ent. soc. of New-South-Wales I.
p. XXII) ist Papilio Antinous Donov. (nach einem Exemplar in der
Sammlung des älteren Mac Leay vonDonovan abgebildet), wel-
che von Doubleday und West wo od als synonym von Pap.
Turnus (Amerika) aufgeführt wird, von letzterem ganz verschieden;
die genannte Art gehört zur Podalirius - Gruppe und ist nach des
Verf. 's Ansicht unzweifelhaft ein Australisches Insekt.
Lucas (Bullet, soc. entom. 1863. p. 25) hält Papilio Ulysses
Lin. (Amboina), Ulyssinus Westw. (Aru-Inseln) und Pap. Montrouzieri
Boisd. (Neu-Caledonien) Wes twoo d gegenüber nicht für Varietäten
der Entomologie während der J. 1863—64. 479
derselben Art, sondern für drei zwar sehr verwandte, aber selbst-
ständige Arten.
Derselbe (ebenda 1864. p. 5) theilt als eine Neuigkeit mit,
dass Papilio Machaon auch in der Berberei, in Nepaul und China
vorkomme. (Ist seit langer Zeit bekannt. Ref.)
Pierida e. — Wallace, Notes on the genus Iphias, with de-
scriptions of two new species from the Moluccas (Journ. of Entom.
II. p. 1 If, pl. 1). Verf. erörtert die Charaktere von 4 ihm bekannten
Arten der Gattung Iphias, von denen Iph. Glaucippe Cram. eine
weite Verbreitung über Indien, Ceylon, die Sunda-Inseln und Phi-
lippinen hat und in mehreren bestimmten Lokal-Varietäten auftritt.
Verf. charakterisirt dieselben als Iph. Glaucippe Lin. var. Tinioriensis,
Philippensis, Javanensis, Celebensis und Borneensis. Die übrigen
drei Arten sind den Molukken eigenthümlich, nämlich ausser Iph.
Leucippe Cram. zwei neue, welche Verf. als Iphias leucogynia (pl. 1.
fig. 1 u. 2) von Buru und als Jph» sulphurea von Batchian und Gilolo
beschreibt,
Trimen (Transact. entom. soc. of London 3. ser. I. p. 520 ff.)
machte Anthockaris regina, Pliaenon und Eosphorus als n. A., erstere
vom N'Gami-See, letztere beide aus dem Damara-Lande bekannt. —
Ebenda 3. ser. II. p. 175: Eronia varia n. A. aus dem Caffernlande.
Gonepteryx Gobrias Hewitson (Transact, entom. soc. of Lon-
don 3. ser. IL p. 246. pl. 16, fig. 1) n. A. von Borneo, Terias conjun-
gens Herr. -Schaf fer (Corresp.-Blatt d. zoolog.-mineral. Vereins zu
Regensburg XVIII. p. 167) n. A. von Cuba.
Guenee, Notes sur quelques especes du genre Colias (Annal.
soc. entom. 4. ser. IV. p. 197 — 200) setzte die Unterschiede der von
den bisherigen Autoren irriger Weise als synonym vereinigten Co-
lias Hecla Lefeb. (Boothii Herr.-Schäffer) und Col. Boothii Curt.
mit ihrer Varietät Col. Chione Curt. auseinander und beschrieb Co-
lias Rossii als fragliche neue Art (ob Varietät von Col. Nastes?)
von der R o s s'schen Polar-Expedition.
Lucas (Bullet, soc. entom. 1864. p. 13) erwähnte einer sehr
kleinen Varietät der Anthocharis Cardaraines von nur 30 Mill. Flü-
gelspannung; dieselbe stammt aus Sicilien und weicht auch in der
Flügelzeichnung von der Stammform ab.
G. Weymer (Jahresber, d. naturwiss. Vereins von Elberfeld
und Barmen IV. p. 110 ff.) berichtet über häufigeres Vorkommen der
sonst seltenen Colias Edusa im Sommer des J. 1661 bei Elberfeld.
Danaidae et He^iconidae. — Bates (Proceed. zoolog.
soc. of London 1863. p. 243) machte Danais Thersippiis, Dircenna
Callipero (pl. 29. fig. 4), Ithomia Iphianassa Doubl, var. Panamensis
(pl. 29. fig. 5), Ithomia Baiboa, (Ceratinia) Leucania (pl. 29. fig. 2),
Meckanitis Isthmia (pl. 29. fig. 1) als n. A. von Panama bekannt.
480 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Hewitson (Transact. ent. soc. of London 3. ser. II. p. 248.
pl, 16. fig. 3 u. 4) Eueides Ettrysaces U.A. von Quito und Dircenna
Dercyllidas n. A. von Neu-Granada.
Nymphalidae. — Bates, Contributions to an Insect fauna
of the Amazon Valley, Lepidoptera — Nymphalinae (Journ. of Ent. II.
p. 175 — 213. pl. 9 u. 10). Verf. begreift unter Nymphalinen die Do u-
bleday- W e stwoo d'schen Gruppen der Ageronien, Nymphaliden
und Euryteliden, ausserdem auch einen Theil der Morphiden, kurz
alle Gattungen mit gestürzter Puppe , mit Putzpfoten in beiden
Geschlechtern und offener oder unvollständig geschlossener Zelle der
Hinterflügel — eine Vereinigung, welche Verf. durch umständliche
Erörterung der Imago- und Larvencharaktere begründet. Die so be-
gränzte Gruppe ist im Thale des Amazonenstromes durch 41 Gattungen
und 160 Arten vertreten, während 17 andere Gattungen des tropischen
Amerika daselbst fehlen. Nach vielen interessanten biologischen Mit-
theilungen über eine Reihe von Gattungen, auf welche hier näher
einzugehen der Raum nicht gestattet, giebt Verf. in dem bis jetzt
vorliegenden Theile der Arbeit eine Aufzählung und mehr oder we-
niger eingehende Charakteristik von 73 Arten, unter denen fol-
gende als neu zu erwähnen sind: Melitaca fragilis und Amazonicaf
Eresia Aveyrona, Eunica Malvina, {Eun. Evelide Boisd. Neu-Granada
anhangsweise charakterisirt), Veronica, pusilla, viola, Nica sylvestris,
Catngramma viiles, Amazona, Antic^onis Felderi und Fandora regina.
Von den bekannten Arten wird die Synonymie und die lokalen Ab-
änderungen eingehend erörtert; die neuen sind auf zwei beifolgen-
den Tafeln in colorirten Abbildungen dargestellt.
Hewitson (Transact. ent. soc. of London S.ser.II. p. 245 f.
pl. 15) machte Helcyra Hemina als n. A. aus Ostindien, Limenilis
Labotas n. A. von Menado, Limenilis Ligyes n. A. aus Nord-Indien
und Lnogona Lilaea n. A. aus Ostindien bekannt.
Derselbe (Proceed. zooiog. soc. of London 1863. p. 65)
Acraea Obeira und Diadcma Dexithea als n. A. von Madagascar.
Charaxes Argynnides Westwood (ebenda 1864. p. 10) n. A.
vom Zambesi, im Habitus eine Argynnis gleichend.
Vinson, Lepidoptere nouveau de Madagascar (Annal. soc,
entom. 4. ser. III. pl. 10) machte unter dem Namen Salamis Duprei
eine ausgezeichnete neue Art aus dem Innern Madagascar's be-
kannt, von welcher er auch die Raupe kennen gelernt hat. (Die
Abbildung des Falter widerspricht der Natur in so fern, als an
Stelle der Nymphaliden - Putzpfoten völlig entwickelte Vorderbeine
gezeichnet sind.)
Mynes Mulderi Vollenhoven (Tijschr. voor Entomol. VI.
p. 129. pl. 8. fig. 1 u. 2) n. A. von Batchian, Argynnis Jainadeva
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 481
und Limenitis Trivena Moore (Entom. monthly magaz. I. p. 131 ff.)
n. A. vom Himalaya.
Capronnier (Annal. soc. entom. Beige VII. p. 123. pl. 3)
machte eine schöne Aberration von Argynnis Euphrosyne mas be-
kannt. — Seghers, Note sur la variete Joides Dahl du Vanessa
Jo Lin. (ebenda VII. p. 141) erwähnt der Zucht sehr kleiner Exem-
plare der Vanessa Jo aus vorzeitig verpuppten Eaupen,
G. Weymer, »Vanessa Prorsa und Levana bilden nur eine
Species« (Jahresber. d. naturwiss. Ver. von Elberfeld IV. p. 107 ff.)
liefert den Beweis der Art-Identität durch Züchtungsresultate. (Wohl
von Niemanden mehr bezweifelt. Ref.)
Veesenmeyer, Notiz über das Vorkommen des Distelfalters
(Jahresheft d. Ver. f. Naturk. in Württemberg XIX. p. 109).
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 253)
beschrieb die Raupe der Diadema Lasinassa.
Morphidae. — Hewitson (Transact. entom. soc. of Lon-
don 3. ser. I. p. 518) beschrieb Morpko Alexandra als n. A. (Vater-
land nicht angegeben), Snellen van Vollenhoven (Tijdschr.
voor Entomol. VI. p. 131. pl. 8. fig. 3) Drusilla diops als n. A. von
den Molukken.
Const. Bar, Quelques mots sur les Morpho de la Guyane
(Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 29 ff.) machte nähere Mittheilungen
über die Lebensweise und das Vorkommen von neun in Guyana
während eines elfjährigen Aufenthalts von ihm beobachteten Mor-
pho-Arten, für welche er fünf Gruppen annimmt: a) M. Hecuba,
Metellus und Telemachus. b) M. Eugenia. c) M. Achilles, Deida-
mia und Nestor, d) M. Menelaus. e) M. Rhetenor und Androma-
chus. — Verf. giebt eine ausführliche Beschreibung des bis jetzt
unbekannten Weibchens der Morpho Eugenia Boisd.
Satyrida e. — Die zur Fauna von Europa gehörenden Ar-
ten der Gattung Chionobas wurden von Mo esc hier einem speziel-
len Studium unterworfen und in der Wien. Entom. Monatsschr. VII.
p. 169 — 193 und p. 201 — 217 ausführlich abgehandelt. Nach ein-
gehender Critik der gesammten den Gegenstand berührenden Li-
teratur giebt Verf. eine erneuete Charakteristik der Gattung und
erörtert sodann nach einem reichhaltigen Material die Unterschiede
von folgenden Arten : Chion. Urda Eversm. (von allen übrigen durch
die breit schwarz gefärbte Rippe 4. der Vorderflügel unterschieden),
Tarpeja Esp. , Sculda Eversm., Aello Esp. , Norna Thunb. (Hilda
Quens., Fulla H.-Sch.), Jutta Hübn. (Balder und Jutta Hübn., H.-Sch.,
Dup.), Also Boisd. (CrambisFr., Taygete H.-Sch.), Oeno Boisd. (Oeno
und Also H.-Sch.) und Taygete Hübn. (Bootes Hübn. Boisdv.) mit
var. Bore Esp.
482 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Bellier de la Chavignerie (Annal. soc. entom. de France
4. ser. III. p. 419. pl. 9. fig. 1 — 3) machte Erebia Gorgophone als n.
A. aus den Basses-Alpes bekannt , zwischen Er. Gorge Esp. und
Gorgone Boisd. in der Mitte stehend. — Lederer (Wien. Entom.
Monatsschr. VIII. p. 167. Taf. 3. fig. 6 u. 7) Erebia Hewitsoni als n. A.
aus Imeretien.
Hewitson (Transact. ent. soc. of London 3. ser. IL p.247f.
pl. 16) Eteona Eupolis n. A. von Rio-Janeiro, Lasiommata Lasus und
Leprea n. A. aus Australien.
Trimen (ebenda 3. ser. IL p. 176) Erebia Sabacus als n. A.
aus der Cap-Colonie.
Sauveur und Colbeau, »Des variations normales de Taile
dans l'espece chez quelques Lepidoptcres« (Annal. soc. ent. Beige
VII. p. 53—74. pl. 2) publicirten eine durch zahlreiche Abbildungen
illustrirte Abhandlung über die Färbungs- und Zeichnungsvarietäten
der Flügel von Satyrus Arcanius Lin. Der Gegenstand ist dadurch
gründlich erschöpft worden.
J. Rothenbach, »Noch ein Wort über Erebia EriphyleFr.«
{Mittheil. d. Schweizer. Entom. Gesellsch. 1863. p. 110 ff.) besprach
die Fundorte dieser Art in der Schweiz und begründete ihre Art-
rechte durch, ausführliches Hervorheben ihrer Unterschiede von den
zunächst verwandten.
Lycaenidae. — Westwood (Proceed. entom. soc. of Lon-
don 1864. p. 31) machte eine neue Gattung Liphyra bekannt, wel-
che in der kräftigen Form des Körpers und der Flügel so wie in
der Färbung der letzteren eine auffallende Aehnlichkeit mit Bras-
solis darbietet, aber nach dem Flügelgeäder zu gegenwärtiger Gruppe
gehört. Augen gross, Taster klein, schräg, von oben kaum sicht-
bar, mit ovalem, zugespitztem Endgliede, Fühler an der Spitzen-
hälfte allmählich gekeult; Beine sehr kurz und kräftig, in allen Thei-
len vollständig ausgebildet, unter einander gleich , Schienen ohne
Sporen, Klauen nicht gespalten; Pulville fast zweilappig. Flügel
gross, stumpf, ungeschwänzt, in den vorderen die Vena postcostalis
einästig, die Zelle geschlossen; in den hinteren der Costalrand ge-
winkelt, die Zelle am Ende spitzwinklig. — Art: Lifk. BrassoUs
aus Assam und Singapore.
Hewitson, lUustrations of diurnal Lepidoptera. Parti. Ly-
caenidae. (London 1863. 4.) Verf. zählt in diesem Werke die be-
kannten Arten nur namentlich und mit den Citaten ihrer Beschrei-
bungen und Abbildungen auf, während er sämmtliche neue charakte-
risirt und auf prächtig colorirten Tafeln darstellt. Der vorlie-
gende erste Theil umfasst folgende Gattungen: 1) Eumaeus Hübn.
3 A. 2) Epitola Buiäd. 1 A. 3) Phytala Boisd. 1 A. 4) Ogyris
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 483
Doubl. 7 A. 5) Amblypodia Horsf. 70 A. , darunter neu: Avibl.
Acerba Goram, Anarte Sumatra, Auxesia Sumatra, Aexone Waigiou,
Theba Philippinen, Axiothea Neu-Guinea, Azenia Waigiou, Admele
Ceram, Ate Amboina, Atosia Sumatra, fulgida (Boisd. i. lit.) Philip-
pinen, Arvina Java, Metamuta Sumatra, Aroa Sumatra, caeca Sara-
wak. 6) Anops Boisd. (Phaedra Horsf.) 2 A. 1) B endo rix ^ nov.
gen. (Dipsas pars Westw., Aphnaeus pars Doubl.), auf Thecla Epi-
jarbas Boisd. begründet, mit 27 A., darunter neu: Deud. Ferse Nord-
Indien, Smilis Ostindien, Despoena Waigiou, Eos Batchian, Loxias
Menado, Domitia Singapore, Diovis Australien, Pheretina Sarawak,
Fetosiris Ostindien, Fhranga Batchian, Elcia Philippinen, Manea Ce-
lebes, Orseis und Choz,eba Sumatra, Galathea Swains. fem. Sierra
Leone. 8) Loxura Horsf. 5 A. 9) Myrina God. 36 A. , darunter
neu: Myrina Maesa Sierra Leone, Mandarinus (Doubl.) Sylhet, Cine-
sia Sarawak, Maneia Singapore, Otraeda Sierra Leone, Scaeva Sin-
gapore, Estella Sumatra, Thesmia Singapore und Sumatra, Namusa
Macassar, Naenia Celebes , Lisides Sylhet, Marciana Sumatra und
Sarawak, Ciniata Batchian und Indien, Lapithis Singapore und Lo-
risona Sierra Leone. ""
Trimen (Transact. ent. soc. of London 8. ser. IL p. 176 ff.)
machte Jolaus Sidus, Bowkeri, Lycaena Hintza ^ Zeritis Chrysaor,
Fyroetis und Fhosphor als n. A. aus dem Caffernlande und vom Cap
bekannt.
Guenee (in Maillard, Notes sur l'ile de la reunion 11. Lepi-
dopteres p. 18) Lycaena Mylica als n. A. von Isle Bourbon.
Herrich-Schäffer (Corresp.-Blatt d. zoolog.-mineral. Ver.
zu Kegensburg XVIII. p. 164 f.) Thecla martialis und Maesites als
n. A. von Cuba.
Speyer (Stett. Entomol. Zeit. 1863. p. 159 ff.) handelte aus-
führlich über die auch in der Provinz Preussen vorkommende Ly-
caena polonaZell., welche er für eine ausgezeichnete Lokal-Varietät
der Lyc. Corydon in Anspruch nimmt.
Sauveur (Annal. soc. entom. Beige VII. p. 119. pl. 3) gab
Beschreibung und Abbildung von Lycaena Alexis mas var. mit ver-
schwindender Zeichnung auf der Unterseite der Flügel.
Nach Keferstein (Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 164) kommt
Lycaena Psittacus auch in Süd-Afrika vor, wo sie von Tollin ge-
sammelt wurde.
Hesperidae. — Trimen (Transact. entom. soc. of London
3. ser. III. p. 178 ff.) beschrieb Fyrgus Asterodia, Sataspes, Cyclopi-
des inornatus , Famphila? niveostriga, Zeno, Leucochitonea bicolor^
Caprona Canopus und Nisoniades Kobela als n. A. aus dem Caffern-
lande und vom Cap.
484 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Herrich- Schaff er (Corresp. -Blatt d. zoolog.-raineralog.
Ver. in Regensburg XVII. p. 141 ff. und XVIII. p. 171 f.) Thanaos
paterculus, gesla, Pamphila Amadis , antiqva , ma(jd(dia und mago,
riisoniades braco, lirunnea, concolor und undulalus als n. A. von Cuba.
Moeschier (Wien. Entom. Monatsschr. VIII. p. 193 f.) han-
delte über die Unterschiede von Syrichthus centaureae Boisd. und
cacaliae Ramb., welche er nach Vergleich zahlreicher Exemplare für
verschiedene Arten hält.
Sphingidae. Guenee (in Maillard, Notes sur l'ile de la reu-
nion II. , Lepidopteres p. 21} begründete auf Sphinx Megaera Lin.
eine eigene Gattung C hl or ina , welche von Chaerocampa durch
sehr dünne weibliche Fühler, seitlich zusammengedrückte und an
der Spitze entfernte Taster, kurze Stirn, niedergedrücktes CoUare,
kurzen Thorax und wenig kegelförmigen und gebänderten Hinter-
leib abweicht.
Deilephila albolineala Montrousier (Annal. soc. Linneenne
de Lyon XI. p. 250) n. A. aus Neu-Caledonien, Chaerocampa Gund-
lachii He rrich -Seh äffer (Corresp.-Blatt d. zoolog.-mineral. Ver.
zu Regensburg XVII. p. 149) n. A. von Cuba.
Piochard de la Brulerie, Note sur une variete acciden -
teile du Macroglossa stellatarum (Annal. soc, entom. 4. ser. III.
p. 666) beschrieb einen Albino der genannten Art mit licht grau-
weissen Vorder- und Hinterflügeln , letztere nur wenig in's Gelb-
liche fallend.
Trimen (Proceed. entom. soc. of London 1863. p. 144) sah
einige Exemplare der Deilephila Livornica am Cap um die Mittags-
zeit im hellen Sonnenscheine schwärmen.
Sesiariae. Gärtner (V^ien. Entom. Monatsschr. VIH. p. 114 ff.)
gab eine interessante Schilderung von der Lebensweise der Sesia
braconiformis. Er fand den Schmetterling von Ende Juni's bis in
den Juli hinein bei Brunn in der Mittagszeit zu Hunderten an Rumex
acetosella schwärmen, an dessen Blüthen oder Blätter die Weibchen
ihre schwärzlichen Eier absetzten. Die Raupe lebt in der Wurzel
des Sauerampfers zu ein bis drei Individuen und verpuppt sich von
Mitte Mai's ab.
Sesia lanipes Lederer (ebenda VII. j3. 20. Taf. 4. fig. ]) n. A.
aus Rumelien, Paranthrene hoplisiformis Mann (ebenda VIH. p. 176.
Taf. 4. fig. 1) n. A. von Brussa.
Castniariae. Von Interesse sind die Mittheilungen, welche
Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 337 ff., Taf. 3) über die ersten
Stände der Gattung Castnia macht. Zwar sind dieselben nicht, wie
Verf. meint, (nach einer Anmerkung des Ref., ebenda p. 337) voll-
ständig unbekannt, beschränken sich aber auf die von Klug bekannt
der Entomologie während der J, 1863 — 64. 485
gemachte Puppe einer Art. Die Raupe der Castnia Eudesmia Gray,
welche farblos ist und abgesehen von den zu vier Paaren vorhan-
denen Pedes spurii mehr der Larve eines Cerambyciden als eines
Cossus gleicht, wurde in den Stengeln einer Bromeliacee, der Pour-
retia coarctata gefunden, an denen sie ihre Anwesenheit durch den
Ausfluss von Gummi bemerkbar macht. Sie ist ausgewachsen 4V2>
die Puppe 2^'^ Zoll lang; letztere liegt in einem Cocon von 5 Zoll
Länge und Vj^ Zoll Dicke. Die ganze Entwickelungsreihe ist auf
der beifolgenden Tafel durch schöne colorirte Abbildungen dar-
gestellt.
Eine zweite Art der Gattung wurde fast gleichzeitig in einer
wenig zugänglichen Flugschrift, in welcher man entomologische
Mittheilungen kaum vermuthet, nämlich in: Pedro e Ignacio
Blasquez, Memoria sobre el Maguey Mexicano (Agave Maximilia-
nea), Puebla 1864, Mexico 1865, (gr. 8. 32 pag.), wenngleich in etwas
dilettantischer Weise ihrer Lebensweise nach bekannt gemacht. Nach
einer Beschreibung der genannten Pflanze wird nämlich auf p. 21 —
24. pl. 2 unter dem Namen Teria Agavis eine Castnia- Art nach ihren
verschiedenen Entwickelungsstufen charakterisirt und in colorirten
Abbildungen, wenngleich roh, so doch unverkennbar dargestellt.
Die Verf. stellen die Art irriger Weise zu den Tagfaltern und glau-
ben, dass sie der Gattung »Teria« (wohl Terias ?) angehöre. Die
Eier werden vom Weibchen im Oktober und November auf die
Oberfläche der Agaven-Blätter gelegt, in welche die Raupe cylin-
drische Gänge von 4 Decimeter Länge und 2 Centimeter Durch-
messer frisst. Die Wand dieser Gänge w4rd von der Raupe zur
Holzconsistenz erhärtet. Die Verpuppung erfolgt vom Juni bis zum
August, die Entwickelung des Schmetterlings im August und Septem-
ber. Die Raupe ist nach der Abbildung gleichfalls farblos.
Cossini. Leder er (Wien. Entomol. Monatsschr. VII. p. 22.
Taf. 1. flg. 3) machte Cossus Balcanicus als n. A. von Sliwiio bekannt.
Gheloniariae. Packard, Notes on the family Zygaenidae (8.
47 pag. c. tab. 2. — Separatabdruck aus : Proceed. of the Essex
Instit. IV. no. 1. April 1864). Verf. beginnt mit einer umständlichen
Erörterung der systematischen Stellung, welche die Zygaeniden bei
den verschiedenen Autoren bisher eingenommen haben, charakteri-
sirt die Familie sodann in den ihr von ihm selbst gegebenen Um-
fang, in welchem sie in zwei Unterfamilien : Castniariae und Zygae-
nidae zerfällt (von denen die Castnien nach seiner Ansicht näher
mit den Sphingiden, die Zygaenen näher mit den Sesiarien verwandt
sind) und charakterisirt sodann die beiden zugehörigen Gattungen.
Zu den Castniarien sollen Castnia Fabr.. Alypia Hübn. und Eudryas
Boisd., zu den Zygaeniden die Gattungen Harrisina (nov. gen.,
auf Procris Americana Harr., Aglaope coracina Clem. und Harr.
486 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Sanhorni n. A. begründet), Ctenucha Kirby, Scepsis Walk., Lyco-
morpha Harr, und Anat ol mis (nov. gen. , mit einer neuen Art :
An. Grotei n. A. vom Colorado) gehören. Dieselben werden vom
Verf. nach ihren verschiedenen Entwickelungsstadien, so weit die-
selben bekannt sind, speziell erörtert.
Desselben »Synopsis of the Bombycidae of the United Sta-
tes, Part I. (Proceed. entom. soc. of Philadelphia 1864. p. 97 — 130)
behandelt die in Nord-Amerika einheimischen Lithosiiden und Ar-
ctiiden, welche, so weit sie bereits bekannt sind, nur dem Namen
nach mit dem Citat ihrer Beschreibung aufgeführt, im entgegenge-
setzten Fall charakterisirt werden. Zu den Lithosiiden gehören die
Gattungen: Hypoprepia Hbn. 2 A., Lithosia Fab. 1 A. (L. argillacea
n. A.), Crambidia (nov. gen., mit Cr. pallida n. A.), Eustixis Hbn.
1 A., Mieza Walk. 1 A. , Clemensia (nov. gen., mit Cl. albata
n. A.), Euph anessa (nov. gen., für Nudaria mendica Walk.), Ci-
sthene Walk. 1 A., Crocota Hbn. 9 A., Utetheisa Hbn. 2 A. — Die
Arctiiden umfassen die Gattungen: Callimorpha Latr. 6 A. (C. ve-
stalis n. A.), Epicallia Hbn. 2 A., Platarctia (nov. gen., für Arct.
parthenos Harr, und borealis Moeschi, errichtet) 4 A., {Plat. Scudderi
n. A. Brit. Amerika, modesta n. A. Californien), Euprepia Germ. 1 A,,
C allnr ctia (nov. gen., für Call, ornata n. A.), Arctia Sehr, 16 A.
{A. pallida n. A.) , Sei 7- arctia (nov. gen., für Phal. Echo Smith
errichtet) 2 A. (S. Clio n. A.), Pyrrharctia (nov. gen.. für Arct.
isabella Harr, errichtet) 2 A. (P. Califomica n. A.), Phragmatobia
Steph. 4 A., Antarctia Hbn, 1 A. (A. punctata n. A.), L eucarctia
(nov. gen., für Phal. Acria Smith errichtet) 2 A. (L. Califomica n. A.,
Spilosoma Steph. 3 A. {Sp. vcstalis n. A.) , Hyphantria Hbn. 3 A.,
Arachnis Hbn. (A. picta n. A.), Ecpantheria Hbn. 1 A., Halesidota
Hbn. 7 A. (//. Agassizii , Edwardsii und argenlata n. A.) und Eu-
chaetis Harr. 2 A.
Grote (Proceed. entom. soc. of Philadelphia I. p. 345) machte
Crocota opella als n. A. aus Pennsylvanien bekannt.
Walsh (Proceed. Boston soc. of nat. hist. IX. p. 288 ff.) be-
schrieb Halesidota Antiphola als n, A. aus Nord-Amerika nach der
Imago und Raupe; erstere ist von Halesidota tessellaris Smith- Abb.
kaum zu unterscheiden, während die Raupe in Behaarung und Fär-
bung sehr auffallend verschieden ist; sie lebt in Illinois häufig auf
Eichen.
Snellen vanVollenhoven (Tijdschr. voor Entomol. VI.
p. 132 ff, pl. 8 u. 9) machte folgende Arten von den Sunda-Inseln,
Molukken u. s. w. bekannt: Ophthalmis Bcrnsteinii n. A. Molukken,
Milionia fulgida Java?, Mil. /^amm«/« Neu-Guinea, Chalcosia Candida
Sumatra, Agalope Westwoodii Japan, Hypsa orbona (de Haan) Mo-
lukken, Atleva apicalis Java, Alt. basalis Molukken, Numenes trigo-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 487
nalis Sumatra (ist nach der Abbildung identisch mit Chelonia ga-
lactina v. d. Hoeven = Areas orientalis Walk, und daher Areas ga-
lactina zu benennen; die Art ist zunächst mit Euprepia matronula
verwandt und hat zur Gattung Numenes gar keine Beziehungen),
Numenes virginal\s Sumatra und Spilosoma roseivetitris Japan.
Walker (Proceed. zoolog. soc. of London 1863. p. 167 fif.)
beschrieb Bizone Amatura, Artaxa fervida und Euproctis producta
als n. A. von Madagascar, (Journ. proceed. Linnean soc. VII.
p. 196) Mir ohriga (nov. gen.) pulchripicta als n. A. von Sarawak,
Guenee (inMaillard, Notes sur l'ile de la reunion II, Lepidopteres
p. 23) Lithosia sqnalida als n. A. von Bourbon , Montrousier
(Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 252) Glancopis cincta als n. A.
von Neu - Caledonien, Menetries (Nouv. especes d. 1. coli, de St.
Petersbourg p. 147. pl. 15) Chelonia interrogationis als n. A. aus
Sibirien (ist wohl nur Chel. Hebe var.) und Chelonia Caja var. mit
fast ganz weissen Vorder- und hellgelben, fast ungefleckten Hinter-
flügeln, Moeschier (Wien. Entom. Monatsschr. VIH. p. 195. Taf. 5.
fig. 13 u. 14) Arctia speciosa n. A. von Labrador.
Fallou, Description d'un nouveau Lepidoptere heterocere
du genre Nemeophila Steph. (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p, 23 ff.
pl. 1 u. pl. 10) machte Nemeophila Cervini als n. A. vom Monte Rosa
nach beiden Geschlechtern und den ersten Ständen bekannt. Verf.
fand den Schmetterling auf dem Gorner Grat bei Zermatt über
3000 Metres hoch und zog aus den vom Weibchen gelegten Eiern
die Raupe, welche sich bis Anfang Oktober's dreimal häutete und
dann unter Moos überwinterte. Weitere Mittheilungen über diese
Art, welche seitdem mehrfach bei Zermatt gefunden worden ist,
sind (ebenda p. 679 f.) von Fallou und Guenee gemacht und zwar
von letzterem gleichzeitig auch über die nahe verwandte Chelonia
Quenselii, deren Raupe sich gleichfalls auf dem Rifielhorn unter
Steinen findet.
Laboulbene (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 703) glaubt
die Chelonia pudica in Rücksicht auf das bei beiden Geschlechtern
vorkommende Stridulationsorgan an den Seiten des Metathorax (vgl.
oben, Insekten !) von den übrigen Chelonien trennen und einer eige-
nen Gattung Tymp an ophora überweisen zu müssen (character
non facit genus Lin. Ref.). Die abweichende Form der Raupe soll
diese Abscheidung unterstützen.
Guenee (ebenda 4. ser. IV. p. 399— 404) machte in einer
»Note sur le genre Setina Schrank« zunächst Mittheilungen über das
Stridulationsorgan von Setina aurita und ramosa (vgl. Insekten!),
beschrieb sodann die Raupe der ersteren Art im Vergleiche mit den
ihr sehr ähnlichen der Set. irrorea und ramosa und besprach die
488 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Unterschiede der Schmetterlinge von Set. aurita, ramosa und Kuhl-
weinii, welche er für drei verschiedene Arten hält.
W. B uckler, Descriptions of six larvae of the genus Litho-
sia (Entom. monthly magaz. I. p. 48 f.) charakterisirte die Raupen von
Lithosia pygraaeola, caniola, complanula, complana, foramineola und
rubricoUis.
Lederer (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 168. Taf. 3. fig. 8)
machte Zygaena Kadenii als n. A. aus Imeretien bekannt. — Eine
Varietät derZyg. filipendula'e, in abnormer Färbung der linken Flü-
gelhälfte bestehend, wurde von Weyenbergh (Tijdschr. voor En-
tomol. VI. Taf. 2) abgebildet.
The species of the Lepidopterous genus Ino of Leach, toge-
ther with some preliminary remarks on local varieties by Dr. 0.
Staudinger (Entomol. Annual f. 1864. p. 95— 107). Uebersetzung
aus Stett. Entom. Zeit. 1862.
Thom. Fräser, On the moth of the Esere, or Ordeal-Bean
of Old-Calabar (Annais of nat. bist. 3. ser. XIII. p. 389 ff.). Verf.
erhielt Bohnen von Physostigma venosum aus Old-Calabar in Papier
eingewickelt, welches von runden Löchern durchbohrt war. Die-
selben rührten von Raupen her, welche den Inhalt der (giftigen)
Bohnen ausgenagt hatten und sich zu ein bis zwei Individuen in
ihnen vorfanden ; andere waren bereits innerhalb eines seidigen Co-
cons verpuppt. Das aus denselben gezogene Insekt erwies sich als
Deiopeia pulchella Lin.
Bombycidae. Philippi (Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 91 f.)
beschrieb unter dem Namen Ende Ha (nov. gen.) rufescens eine
neue Spinner- Gattung und Art von Valparaiso, welche sich durch
geschwänzte Hinterflügel auszeichnet. Bei dem allein bekannten
Männchen sind die Fühler sehr lang doppelt gekämmt, die dreieckigen
Vorderflügel mit spitzem Aussenwinkel, concavem Aussenrande und
einem Augenfleck in der Mitte versehen, die Hinterflügel sehr lang
mit sichelförmig nach aussen gebogenem Hiuterwinkel. Die Vor-
derschienen haben einen ihrer Länge gleichen, cylindrischen, in der
Mitte ausgebuchteten Anhang, welcher den Eindruck einer zweiten
Schiene macht.
Guerin-Meneville, Variabilite du Bombyx Yama-Mai (Rev-
et Magas. de Zoolog. 2. ser. XVI. p. 182 ff.) besprach die Varietä-
ten in Färbung und Zeichnung der Flügel bei beiden Geschlech-
tern der genannten Art. — Bei Gelegenheit einer Mittheilung des-
selben Autors über die Zucht des Bombyx Pernyi und Yama-Mai
(Bullet, soc. entom. 1864. p. 14 ff.) machte Boisduval die Bemer-
kung, dass ihm beide Arten nur Varietäten der vielfach abändernden
Bombyx Mylitta Gram, zu sein schienen : eine Ansicht, welcher Ref.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 489
nur beistimraen kann, und welche er bereits seit längerer Zeit ver-
treten hat.
W al sh (Proceed. Bpston soc. of nat. bist. IX. p. 290 fif.) machte
eine neue Gattung Spkingicampa bekannt, welche mit Dryo-
campa nahe verwandt ist, sich aber schon durch eine vollkommen
sphinxförmige Raupe unterscheidet; in beiden Geschlechtern sind
die Fühler bis auf % ibrer Länge doppelt gekämmt , im letzten
Dritttheil fein gesägt, die Kammzähue beim Weibchen indessen kür-
zer und nicht gegen die Spitze so scharf abstechend als beim
Männchen. — Art: Sphing. disliqma aus Nord-Amerika, nebst Raupe
und Puppe ausführlich charakterisirt ; während die Imago der Dryo-
campa bicolor Harr, im männlichen Geschlechte äusserst ähnlich ist,
weichen die Raupen beider sogar generisch von einander ab. —
Limacodes scaphn und Lim. ? hyalinus als n. A. ebendaher beschrieben,
letztere mit Einschluss der Raupe.
Grote (Proceed. entom. soc. of Philadelphia I. p. 345 — 347)
setzte nochmals die Unterschiede seiner Gattung Dryopteris von
Platypteryx Lasp. auseinander und zählte die zu derselben gehörenden
Nord- Amerikanischen Arten, welche auf pl. 3 abgebildet sind, auf.
Menetries (Nouv. especes de Lepidopt. d. 1. collect, de St.
Petersbourg p. 150 ff., pl. 16) machte Hxjperchira modesta als n. A.
aus Guyana und Hijgrochroa fenestrata n. A. von Bahia bekannt;
Axiopoena maura Menetr. (1841) wird jetzt in Axiop. Karelini um-
getauft und auf pl. 17 abgebildet.
Pais pulchra Trimen (Transact. entom. soc. of London 3.
ser. L p. 524) n. A. aus dem Damara - Lande , Lymantria hilaris
Yollenhoven (Tijdschr. voor Entomol. VI. p. 143. pl. 10. fig. 2 u. 3.
n. A. von Sumatra, Stauropus? ind et erminatus und Fe Ha (nov. gen.)
intermixta Walker (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 197) n. A.
von Sarawak.
Psyche demissa Lederer (Wien. Ent. Monats sehr. VII. p. 23.
Taf. 1. fig. 4) n. A. von Varna, Fumea jlavocilieUa Mann (ebenda
VIII. p. 177. Taf. 4. fig. 3) n. A. von Brussa.
V. Strom, Om de Danske Arter af slaegten Orgyia : et bidrag
til Insekternes udviklingshistoria (Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. III.
p. 44 — 47). Verf. setzt zunächst die Unterschiede der Weibchen von
Örgyia antiqua, gonostigma und ericae, der drei in Dänemark ein-
heimischen Arten der Gattung auseinander und erörtert sodann die
Erscheinungszeit der Raupe und des Spinners, die Form des Ge-
spinnstes, die Begattung und Eierablage. An dem Weibchen der
Org. ericae konnte Verf. ebenfalls feststellen, dass dasselbe nicht
das Puppengespinnst verlässt, sondern in demselben vom Männchen
befruchtet wird, auch innerhalb desselben seine Eier absetzt.
490 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Breyer (Annal. sog. entom. Beige VII. pl. 3) bildete eine Va-
rietät von Bombyx quercus mit unvollständig ausgefärbter linker
Flügelseite ab.
Nach Perris (Annal. soc. ent. de France 4. ser. IV. p. 307)
wurde in Südfrankreich die Raupe von Bombyx pityocampa, welche
sich so vermehrt hatte, dass ganze Pinien-Waldungen durch sie ver-
wüstet waren, durch eine Winterkälte von 12-13" Gels, der Mehr-
zahl nach getödtet.
Sn eilen van Vollenhoven (Tijdschr. voor Entomol. IV.
p. 26 ff. pl. 2 u. 3) machte Mittheilungen über die Modifikationen der
Schuppenbildungen an verschiedenen Körpertheilen (Fühler, After-
büschel u. s. w.) der Pygaera bucephala. Auch eine genaue Dar-
stellung der äusseren männlichen Geschlechtstheile wird gegeben.
G. Weymer, Die Prozessionsspinner, Cnethocampa proces-
sionea und ihre Verwandten (Jahresber. d. naturw. Ver. zu Elber-
feld IV. p. 101 ff.). Nur Bekanntes enthaltend.
Nach Keferstein's Mittheilung (Stett. Entomol. Zeit. 1863.
p. 164) fand Kellner in Thüringen eine Puppe des Bombyx pini
an Weisstannen, so dass das Vorkonimen dieser Art nicht auf die
Kiefer beschränkt zu sein scheint.
Lucas, Quelques mots sur le cocon, les oeufs et le male de
la Saturnia Bauhiniae (Annal. soc. entom. de France, 4. ser. IV.
p. 727 — 732. pl. 10. fig. 6). Das Cocon der Saturnia Bauhiniae, wel-
ches vom Senegal in Mehrzahl nach Paris gesandt wurde, ist gleich
demjenigen der Sat. Mylitta an einem Stiel aufgehängt, welcher
mit einer Schleife einen Zweig umfasst. Verf. beschreibt ausserdem
das Ei und das Männchen nach Exemplaren, welche zu Paris aus
den Cocons erzogen wurden.
Noctüina. Von Walker (Catalogue of the Heterocerous Le-
pidopterous Insects collected at Sarawak in Borneo, Journ. proceed.
Linnean soc. VII. p. 49 u. 160 ff.) wurden zahlreiche Borneensische
Arten dieser Familie aus folgenden Gruppen und Gattungen be-
schrieben: a) Acontidae Guen.: Acontia Ochs. 8 A., Dyrzela Walk.
1 A., Garella, nov. gen. 1 A. (G. rotundipennis), Bantana, nov.
gen. 1 A. (B. albida), C ort icatn, nov. gen. 1 A. (C scoparioidesj,
Ariolica , nov. gen. 2 A. (A. lineolala und ? signata), Eulepa,
nov. gen. 1 A. (E. niveigutta), Dapha, nov. gen. 1 A. [D. exhibens),
Flammona, nov. gen. 1 A. (Fl. quadrifasciata), D itniric a, nov.
gen. 1. A. (D. nubifera), Pertza, nov. gen. 1 A. (P. puncticepsj,
Ckoluata, nov. gen. 1 A. (Ch. eburneifera) , Autoba, nov. gen.
1 A. C-^' versicolor). — b) Erastridae Guen.: Erastria Ochs. 1 A.
— c) Anthophilidae Dup. : Micra Guen. 1 A., Gariga, nov. gen. 1 A.
(G. argentilinea), Chorsia, nov. gen. 1 A. (Ch. maculosa), Auto-
mala, nov. gen. 1 A. (A, semidolosa), Cholimma, nov. gen. 2 A.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 491
(Ch. leucanioides und subpunctata), Beria, nov. gen. 1 A. (B. re-
cusata) , Manoba, nov. gen. 1 A. (M. implensj , C artnar a , nov.
gen. 1 A. (C. subcervina) Enea, nov. gen. 1 A. (E. signicosta).
— d) Eriopidae Guen. : Callopistria Hübn. 1 A., Chodda, nov. gen.
1 A. (Ch. sordiditla). — e) Eurbipidae Guen. : Penicillaria Guen.
1 A., Eutelia Hübn. 8 A., Varnia, nov. gen. 1 A. (V. miniala).
— f) Plusidae Boisd. : Plusia Ocbs. 10 A., Canaea, nov. gen. 1 A.
(C. semitessellataj, Osca, nov. gen. 1 A. (0. guttulosa). — g) Cal-
pidae Guen.: Deva Walk. 1 A., Arippara, nov. gen. 1 A. (A.
indicator), Nertobriga, nov. gen. 1 A. (V. reversu). — h) Hyblaei-
dae Guen. : Nolasena Walk. 2 A. — i) Gonepteridae Guen. : Cosmophila
Boisd. 3 A., B anisia, nov. gen. 2 A. (B. f'enestrifera und ? tetrngonata),
Kusicada Walk. 2 A. — k) Toxocampidae Guen.: Toxocampa Guen. 3 A.,
Sarlhida, nov. gen. 1 A. (S. signiferaj, Oroba, nov. gen. 1 A.
(0. surrigens), Dorsippa, nov. gen. 1 A. (D. notabilisj, L acibi s a,
nov. gen. 1 A. (L. bifaria) und Carteia, nov. gen. 1 A. (C. ne-
bulilinea). — 1) Homopteridae Boisd. : Homoptera Boisd. 2 A., A r-
tigisuj nov. gen. 1 A. (A. nigrosignata), Veia^ nov. gen. 1 A.
(V. homopteroidesj. — m) Hypogrammidae Guen. : Gadirtha Walk.
8 A., Phnmana, nov. gen. 1 A. (Ph. ca?iescensj, C huduca , nov.
gen. 1 A. (Ch. pyraloidesj, Ciasa^ nov. gen. 1 A. (C. pustulifera),
Corsa Walk. 1 A. , Curgia^ nov. gen. 1 A. (C. nonagricaj , Cro-
pia Walk. 1 A., Asinduma, nov. gen. 1 A. (A. exscripta) , C a-
rissa, nov. gen. 1 A. (C. cossoides), Maxilua, nov. gen. 1 A.
[M. frontalis)^ Thacona, nov. gen. lA. (Th. costivilta), Badausa,
nov. gen. 1 A. fß. hypenoides), Asta, nov. gen. 1 A. (A. quadri-
linea). — n) Catephiidae Guen.: Anophia Guen. 3A. , Idicara,
nov. gen. 1 A. (L olivacea), Bemusia Walk. 1 A., Steiria Walk. 5A.,
Spersara, nov. gen. 1 A. (Sp. glaucopoides), Minica Walk. 2 A.,
Maceda Walk. 1 A. — o) Opbideridae Guen. : Phyllodes Boisd. 1 A.,
Potamophora Guen. 1 A. — p) Ommatophoridae Guen.: Hypopyra
Guen. 1 A. — q) Bendidae Guen.: Culicnla, nov. gen. 1 A. (C.
bimarginata). — r) Ophiusidae Guen.: Lagoptera Guen. 1 A., Cer-
bia Walk. 1 A. , Ophisma Guen. 3 A. , Achaea Hbn. 4 A., Cri-
tho te, nov. gen., 1 A. (Cr. hoi-ridipes). — s) Remigiidae Guen. :
Remigia Guen. 3 A. — t) Amphigonidae Guen. : Amphigonia Guen.
1 A. — u) Thermesidae Guen.: Thermesia Hbn. 10 A., Capnodes
Guen. 2 A., Selenis Guen. 3 A., Ginaea Walk. 1 A., Daona, nov.
gen. 1 A. (D. mansuetaj, Vescisa, nov. gen. 1 A. (V. commoda),
Ausinza, nov. gen. 1 A. (A. aequaj, Astygisa, nov. gen. 2 A.
(A. larentiata und metaspila], Muryisa^ nov. gen. 1 A. (iM. orgy-
oides), D e tounda, nov. gen. 1 A. (D. spurcataj, Eagistana, nov.
gen. 1 A. (B. rvdis), D umatha , nov. gen. 1 A. (D. herbida) und
Badiza nov. gen. 1 A. (B, ereboides).
492 Gerstaccker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Guenee (in Maillard, Notes sur l'üe de la reunion II. Lepi-
dopteres p. 35 ff., pl. 22 u. 23) machte folgende neue Arten und Gat-
tungen von der Reunions-Insel bekannt: Mamestra rubiana, Perigea
decolorata und niifritUj Arnyna colon, Eraslria blandula, Anthophila
angiistcij Chloephora insiilana, Eriopus MaiUnrdi, Plusia G-rosetim. —
Odontina, nov. gen., von der Gattung Plusiodonta abgezweigt,
welche nur auf Plus, compressipalpis beschränkt wird ; die Gattung
verbindet die Plusiiden mit den Calpiden und besonders mit der
Gattung Oroesia. — Art: Od. excavata. — Homoplera Vinsonii, Hu-
lodes Sandii, Ophisma trapezoides, Hypospila thermesina, Hypetia na-
sulaliSf senectalis, itiextensalis, Frappieralis und longipalpis, Sivipli-
cia pannalis, Hydrillodes aviculalis. — Arsina., nov. gen. Fühler
des Männchens mit langen und dünnen Lamellen, die des "Weibchens
mit sehr feinen und isolirten Härchen, Taster stark ansteigend, ihr
zweites Glied gebogen , die Augen überragend, das dritte gerade,
perpendiculär und ebenso lang; Saugrüssel und Beine lang, Flügel
breit, die vorderen mit markirter Zeichnung und deutlichen Zellen-
flecken. Die Gattung ist vor Helia zu stellen. — Art : Ars. silena-
lis. — Physula synnaralis.
Zell er (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 137 ff. Taf. 2. fig. 1 und 2)
machte Arckiems (Brephos) rcsoluta als n. A. vom Sklaven-See in
Nord-Amerika und Chloephora lohidorsis aus Venezuela bekannt.
(Die Gattung Chloephora rechnet Yerf. nur mit Zweifel den Noctui'
nen zu).
Grote (Proceed. entom. soc. of Philadelphia I. p. 346. pl. 3.
fig. 4) Panopoda Cressonii als n. A. aus Maryland. Die vom Verf.
früher bekannt gemachte Heliothis umbrosa wird jetzt als identisch
mit Hei. armigera angegeben.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 251 f.)
Calocala Urtica und Herminia erythrina als n. A. von Neu-Caledo-
nien, Menetries (Nouv. especes d. Lepidopt. d. 1. collect, de St.
Petersbourg p. 159. pl. 17) Calocala obliterata als n. A. aus Japan,
Moeschier (Wien. Entom. Monatsschr. VIII. p. 197. Taf. 5. fig. 15)
Dianlhoecia phoca als n. A. aus Labrador.
Graslin (Annal. soc. entom. de France 4. ser. III. p. 309 ff.
pl. 8) gab Beschreibung und Abbildung von Luperina Nickerlii Herr.-
Sch., Ckersotis marmorea, Dasycampa Staudingeri (nebst Raupe) und
Calophasia Almoravida n. A. aus den Pyrenäen.
Derselbe, Observations sur l'HeliotJiis maritima (ebenda 4.
ser. III. p. 365 — 369) hält zunächst für diese von ihm im J. 1855
zuerst beschriebene Art den Namen H. maritima gegenüber dem
von L e d e r e r aufgestellten : Hei. spergulariae fest, da ein und der-
selbe Artname in so verschiedenen Gattungen wie Nouagria und
Heliothis sehr wohl neben einander bestehen könne (ohne alle
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 493
Frage! Ref.). Sodann erörtert er noch einmal die Unterschiede der
Hei. maritima und dipsacea, und theilt über die auf Spergularia ma-
ritima lebende Raupe der ersteren mit, dass dieselbe nebst ihrer
Pflanze täglich von der Fluth mehrere Stunden lang unter Wasser
gesetzt werde, ohne darunter zu leiden.
Derselbe (Bullet, soc. entom. 1863. p. 26 f.) giebt an, dass
Leucania littoralis nicht nur an der Küste Englands und an der
Nordküste Frankreichs, sondern auch am Mittelmeer bei Perpignan
vorkomme. Sie tritt daselbst in zwei Generationen auf; die Indivi-
duen der ersten (Mai und Juni) sind dunkler gefärbt und schärfer
gezeichnet als die der zweiten (August und September).
Bellier de la Chavignerie (Annal. soc. ent. de France
4. ser. III. p. 420 f. pl. 9. fig. 4 u. 5) machte CaraJrina noctivaga als
n. A. von Barcelona und Leucania Hispanica als n. A. aus Spanien
bekannt. — Bryopkila Gue7iei F aWon (ebenda 4. ser. IV. p. 27. pl. 1.
fig. 3) als n. A. aus den Pyrenäen beschrieben, wird (ebenda p. 688)
auf eine Varietät der Erastria fuscula zurückgeführt.
Calophasia kainifera Staudinger (Stett. Entom. Zeit. 1863.
p. 268) als n. A, aus Castilien beschrieben.
Luperina Giienei und Dianthoecia Barretii Doubleday (En-
tomol. Annual f. 1864. p. 123 ff. , letztere auf Frontisp. fig. 3 abge-
bildet) n. A. aus England, Nonagria brevilinea Fenn (Ent. monthly
magaz. I. p. 107) n. A. aus Norfolk, Dianthoecia Dovrensis Wocke
(Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 181 ff.) n. A. von Dovrefjeld.
Kretschmar (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 432. Taf. 2) be-
schrieb Caradrina Menetriesii als n. A. von Moskau und machte
(ebenda p. 440) die Raupe von Tapinostola Hellmanni Eversm. be-
kannt, welche in den Stielen von Arundo epigeos lebt; ebenso die
Eier und Puppe dieser Art. — Nonagria fraterna ist nach ihm eine
von Non. typhae verschiedene Art, welche sich auch durch die stets
blaugrüne Raupe unterscheidet. — Ebenda VIII. p. 398 f. folgen
Mittheilungen über die Raupen von Nonagria spargani und nexa,
Tapinostola fluxa und Hydroecia lucens ; letztere Art hält Verf. für
spezifisch verschieden von H. nictitans, ebenso CucuUia pustulata
für verschieden von C. lucifuga und der C. tanaceti am nächsten
verwandt.
Mabille, Notice sur la Leucania littoralis Curt. (Annal. soc.
entom. 4. ser. III. p. 75. pl. 2. fig. 2) gab eine Charakteristik und
Abbildung der genannten Eule sowohl als ihrer Raupe nach Exem-
plaren, welche von ihm in der Bretagne aufgefunden worden sind.
Die Raupe lebt vom Januar bis Mai an der Wurzel von Calamagro-
stis arenaria. (Die Beschreibung der Raupe wird von Knaggs re-
producirt in: Entomol. Annual f. 1864. p. 136.)
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. üd. GG
494 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch, Leist. im Gebiete
Milliere, Note sur l'Haemerosia renalis (ebenda 4. ser. IV.
p. 195. pl. 5) machte die Raupe der genannten Art bekannt, welche
auf verschiedenen Lactuca-Arten lebt ; auf der beifolgenden Tafel
ist die Eule nebst Raupe und Puppe in colorirten Abbildungen dar-
gestellt.
T.Sn eilen, Notice sur laBoletobia fuliginaria Lin. (Tijdschr.
voDr Entomol. VI. p. 87 fif.). Die hier beschriebene Raupe der 5o-
letobia fuliginaria lebt in feuchtem Plankenholze und ernährt sich
von Jungermannia; sie gehört zu den Erucae semigeometrae, indem
sie nur zwei Paare Abdominalfüsse hat , so dass die Stellung der
Gattung unter den Noctuinen (nach Leder er) dem Verf. begründet
erscheint.
Wilde (Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 207) gab eine Charakte-
ristik der Raupe und Puppe von Tapinostola elymi Tr. ; erstere lebt
in den Halmen von Elymus arenarius, in welchen sie überwintert,
um sich im Juni zu verpuppen. Die Eule entwickelt sich im Juni,
Juli und August.
B uckler (Entomol. monthly magaz. I. p. 50) beschrieb die
Raupe von Xylophasia scolopacina, Greene (p. 70) diejenige von Te-
thea subtusa.
Geometridae. Guenee, Notice sur la famille des Oenochro-
mides (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 13 — 16. pl. 1) gab eine Be-
schreibung und Abbildung der Raupe von Oenochroma vinaria, wel-
che im Mai auf einer Australischen Mimose lebt und sich dadurch
auszeichnet, dass sie abweichend von den anderen Spanner-Raupen
zwei Paar Abdominalfüsse (ausser den Nachschiebern) hat, (also
vielleicht besser zu den Noctuinen gestellt wird, Ref.). — Drei neue
Australische Arten werden als Monoclenia hypotaeniaria und Dig-
glesaria (nach dem Entdecker Diggles so benannt) und als Hypo-
grapha serpentaria beschrieben.
Derselbe (in Maillard, Note sur l'ile de la reunion II. Le-
pidopteres, p. 27 ff. pl. 23. fig. 3— 5) beschrieb als neue Arten und
Gattung von Isle Bourbon: Boarmia incomplctaria und orygaria. —
Hy popa tpis , nov. gen. (vox hybrida !) mit Hypochroma und Boar-
mia verwandt ; Fühler des Männchens lang, mit langen und zurück-
gebogenen Lamellen, an der Spitze plötzlich fadenförmig , beim
Weibchen sparsam und sehr fein behaart; Taster lang, behaart,
schnabelförmig, Glieder undeutlich. Hinterleib des Weibchens mit
hervorstehendem Ovidukt. — Zwei Arten: Hyp. terebraria und per-
forarin. — Hypochroma hypoleucaria, Thalassodes cellularia und r»-
cinaria^ Collix inaequata.
Eine neue Gattung machte ferner Walsh (Proceed. Boston
soc. of nat. bist. IX. p. 300) unter dem Namen Hipp'arc hi scn s
bekannt : Taster lang, um eine Augenbreite vor dem Kopf hervor-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 495
stehend, mit haarigem Basal- und kurzem nackten Endgliede ; Fühler
fast von % der Vorderflügel-Länge, beim Männchen bis auf % ^i^r
Länge doppelt gekämmt, dann gesägt, beim Weibchen einfach. Ma-
xillen fast von Fühlerlänge; Hinterleib beim Männchen mit End-
schopf, Hinterschienen derselben mit grossem fahnenartigen, Vor-
derschienen mit kleinem Haarbusch; erstes Tarsenglied den vier
übrigen zusammengenommen gleich. — Die Raupe zehnfüssig, auf
dem Rücken mit gekrümmten seitlichen Fortsätzen, welche eine
sammetartige Behaarung zeigen. — Art: Hipp, venustus aus Nord-
Amerika. ' ;
Acidalia persimilata Grote (Proceed. entom. sog. of Phila-
delphia L p. 347) als n. A. aus New-York beschrieben und pl. 3. fig, 5
abgebildet.
Graslin (Annal. soc. entom. 4. ser. HI. p. 322 ff. pl. 8) be-
schrieb Euholia coelinaria, Acidalia eriopodata, Eupithecia Eynensala
und albifronsata (! !) als n. A. aus den östlichen Pyrenäen, Con-
stant (ebenda 4. ser, HL p. 73. pl. 2. fig. 1) Acidalia luteolaria als
n. A. ebendaher und aus Spanien, Costa f Entomol. della Calabria
ulteriore p. 48. tav. 4. fig. 10) Geometra Bruzzanaria n. A. aus dem
südlichen Calabrien, Staudinger (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 264 ff.)
Acidalia Folognearia n. A. aus Belgien , Pecharia n. A. aus Ofen
und robiginata n. A. aus Castilien, Leder er (Wien. Entom. Mo-
natsschr. VHL p. 170. Taf. 3. fig. 9 u. 10) Baptria Haberhaueri n. A.
aus Imeretien, Mann (ebenda VHL p. 178, Taf. 4. fig. 4) Tepkronia
oppositaria n. A. aus Brussa.
de la Harpe (Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1864.
p. 173 ff.) beschrieb Eupithecia incinerata als n. A. von Lugano und
machte ergänzende Mittheilungen über Acidalia asbestaria Zell.,
BoarmiaconsortariaHbn., Larentia ablutaria Bsd., nebularia, Gnophos
Meyeraria Lah. und Larentia Valesiaria Lah.
Masters (Proceed. ent. soc. of New-South-Wales L p. XXIV)
beschrieb das bisher unbekannte Männchen von Gastrophora Hen-
ricaria Guen. ; er bezweifelt, dass die Gattung zu den Geometriden
gehört.
Moesehler (Wien. Ent. Monatsschr. VH. p. 64) machte das
noch unbeschriebene Weibchen von Egea pravaria Hbn. nach Sa-
reptaner Exemplaren bekannt.
Nach Speyer's Beobachtungen (Stett. Entomol. Zeit, 1863.
p. 156 ff.) variirt das Männchen der Acidalia rusticata W. V. in der
Bewehrung der Hinterschienen sehr auffallend, indem Exemplare
mit zwei, mit einem und ohne jeden Schiensporn vorkommen. Aci-
dalia vulpinaria Herr.-Sch, ist eine kleine Varietät dieser Art mit
zwei Schiensporen beim Männchen. — Ebenda p. 163 folgen Bemer-
496 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
kungen über Acidalia corrivalaria Kretschm., welche mit Acid. syl-
vestraria Hbn. zunächst verwandt ist.
Crewe, Notes on some species of the genus Eupithecia (En-
tomol. Annual f. 1863. p. 116 — 128) beschrieb zunächst Eupithecia
innotata Hübn. (nach continentalen Exemplaren von Z e 1 1 e r) und Eup.
fraxinnta n. A. aus England (bisher in England für Eupith. inno-
tata angesehen), indem er zugleich eine Charakteristik von beiden
Raupen hinzufügt. Als neue Englische Art wird sodann Evpilh.
arceulhala Frey erwähnt und die Raupe dieser sowohl als von Eupith.
Helveticata Bsd. , virainata Dbld. und indigata vom Verf. beschrie-
ben. Ueber einige bereits früher beschriebene Arten werden noch
nachträgliche Mittheilungen gemacht.
Derselbe, Notes on the larva, pupa and food - plants of
Eupithecia pulchellata (Entom. monthly magaz. I. p. 95). Die Raupe
der Eupith. pulchellata ernährt sich von den Blüthen der Digi-
talis purpurea; es werden vier Varietäten derselben vom Verf. be-
schrieben.
Roessler (Wien. Entom. Monatsschr. VIII. p. 131) fand die
gewöhnlich auf Artemisia campestris lebende Raupe der Eupithecia
innotata Knoch auch auf Schlehen, hier aber von anderer Färbung;
die Zucht ergab indessen die Identität der Art.
B r e y e r ( Annal. soc. entom. Beige VII. p. 25 ff. pl. 1) erörterte
mehrere inländische Arten dieser Familie in Bezug auf ihre ersten
Stände, Entwickelungsgeschichte und ihre Synonymie. Eupithecia te-
nuiata und inturbata Hbn. sind, wie die Raupe beider lehrt, iden-
tisch, Eupith. debiliata Hbn. dagegen eine von Eup. rectangulata
Lin. verschiedene Art; die auf Vaccinium myrtillus lebende Raupe
derselben wird vom Verf. beschrieben und abgebildet. Ebenso die
Raupe von Eupith. valerianata (auf Valeriana officinalis), Scodonia
Belgaria (auf Calluna vulgaris), Phasiane petraria (auf Pteris aqui-
lina), Eupithecia denotata Hbn. (auf Campanula trachelium), Eupith.
dodoneata (auf Eichen), Anisopteryx aceraria und aescularia S. V.
V. Hey den (Jahresber. d. naturf. Gesellsch. Graubündens IX.
p. 138) fand Biston lapponarius Boisd., von welchem er ein durch
Zucht erhaltenes männliches Exemplar beschreibt, nebst der Raupe
im Ober-Engadin ; letztere, welche gleichfalls charakterisirt wird,
lebt auf Pinus larix.
Knaggs (Entomol. Annual f. 1864. p. 137 ff.) beschrieb die
Raupe von Oporabia filigrammaria und Cidaria sagittata, letztere
auf Thalictrum aquilegifolium und flavum lebend. — Greene (Entom.
monthly magaz. I. p. 71) die Raupe von Thera coniferata. He 11 ins
(p. 71 f.) diejenige von Lozogrämma petraria und Acidalia immutata.
A. Schmid (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 57) fand die Raupe
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 497
von Larentia aquilaria Herr.-Sch. auf Euphrasia lutea, deren Samen
sie verzehrt.
Pyralidae. Unter dem Titel: »Beitrag zur Kenntniss der Py-
ralidinen« hat Leder er (Wien. Ent. Monatsschr. VII. p. 243 — 280
und p. 331— 502. Taf. 2 — 18) umfassende systematische Untersuchun-
gen über diese Familie veröffentlicht, welche sich nicht, wie die
früheren Arbeiten des Verf. 's auf die Europäische Fauna beschrän-
ken, sondern gleichzeitig die zahlreichen, für die Classifikation be-
sonders wichtigen ausländischen mit umfassen. Nach einer vernich-
tenden Critik der Arbeiten Guenee's und Walker's spricht sich
Verf. über die Abgränzung der Pyraliden aus, welche er nach Aus-
schluss der Crambiden in sechs Gruppen (nach ihm: Familien):
Chrysaugidae (1 Gatt.), Homalochroidae (1 Gatt.), Semniidae (2 Gatt.),
Pyralididae (183 Gatt.), Homophysidae (2 Gatt.) und Schoenobidae
(hier nicht weiter berücksichtigt) zerlegt. Einer Erörterung der
wesentlichsten Modificationen , welchen die einzelnen Körpertheile,
besonders das Flügelgeäder und die Mundtheile unterworfen sind,
folgt eine analytische Tabelle zur Bestimmung der zahlreichen Gat-
tungen, welche unter der Gruppe Pyralididae belassen worden sind,
und zum grossen Theil durch den Verf. selbst aufgestellt werden.
Der specielle Theil der Arbeit liefert sodann eine nähere Charakte-
ristik der einzelnen Gattungen und eine Aufzählung der denselben
zugehörigen Arten; die unter letzteren befindlichen neuen (138 an
Zahl) werden anhangsweise beschrieben. — Von besonderem Werth
für die Erkennung der vom Verf. angenommenen Gattungen sind
die beigegebenen 17, von Geyer gestochenen Kupfertafeln , welche
zunächst Kepräsentanten sämmtlicher Genera, in manchen Fällen
(Betys) auch zahlreiche Arten derselben Gattung zur Anschauung
bringen.
Chilonidarum et Crambidarum genera et species: scripsit P.
C. Zell er (Meseritz 1863. 4. 56 pag. — Separat- Abdruck aus: Pro-
gramm der Kgl. Realschule zu Meseritz, Ostern 1863). — Aus der
Feder des berühmten Verf.'s nach längerer Pause wieder einmal eine
in elegantem Latein geschriebene Abhandlung zu erhalten, wird den
Lepidopterologen gewiss zu grosser Befriedigung gereichen. Dieselbe
behandelt die unter den älteren Gattungen Chilo Zinck. und Cram-
bus Fab. begriffenen Arten mit Einschluss zahlreicher dem Verf. be-
sonders aus dem Wiener Museum zugängig gewesener exotischer For-
men, welche unter 9 Gattungen vertheilt werden : 1) Scirpophaga Fr.
9 A. 2) Schoenobius Dup. 12 A. 3) Chilo Ziück. 8. A. 4) C alam o-
tropha, nov. gen., von Schoenobius und Chilo durch die Kürze der
Taster und Hinterflügel, von Ancylolomia durch die vor de.m Rande
nicht gezeichneten Vorderflügel und den nicht ausgebuchteten Rand
derselben, von Crambus und Catharylla durch die Kürze der Roll-
498 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
zunge und die Lebensweise der ersten Stände im Mark von Sten-
geln unterschieden, auf Chilo paludellus Hbn. und aureliellus F. R.
errichtet, ausserdem eine dritte Art aus Calcutta umfassend. — 5)
Ancylolomia Hbn. 9 A. 6) Prionopteryx Steph. 2A. 7) Crambus Fab.
132 A., in 15 Gruppen vertheilt, welche zum Theil den Hübner'-
schen Bezeichnungen : Argyroteuchia, Chrysoteuchia, Thysanotia und
Catoptria entsprechen. 8) Catharylla, nov. gen., von Crambus
durch die Lippentaster, welche nicht die halbe Länge des Thorax
übertreffen, unterschieden; ausserdem sind alle hierher gehörigen
Arten leicht durch die weissseidige oder silberne Färbung der Vor-
derflügel und durch gelbe Wimpern leicht kenntlich. — 9 Arten, z. B.
C. Norvichiana Hübn. — 9) Eromene Hbn. 8 A.
de la Harpe, Revue synoptique des especes Europeennes du
genre Eudorea (Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1863. p. 77
— 89) zählte 26 einheimische Arten der Gattung Eudorea auf, welche
er in ihren Unterschieden, Varietäten, ihrer geographischen Ver-
breitung u. s. w. erörtert. Als neue Arten werden beschrieben:
Eudorea co7iicella, mit Eud. Mercurella Zink, zunächst verwandt, aus
der Schweiz, imparella aus dem Ober - Engadin, Octavianella und
confusella von Lyon und simplicella (Laharpe, Bullet, sog. Vaudoise
no, 47) aus Sicilien.
Derselbe (Neue Denkschr. d. allgem. Schweiz. Gesellsch. f.
Naturwiss. XX. p. 32 ff.) beschrieb Hercyna conspurcalis, Botys vit-
talis, deceptalis, Eudorea conicella und imparella (beide hier noch-
mals charakterisirt), Crambus scirpellus als n. A. aus der Schweiz.
— In den Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1864. p. 177 ff.
macht Verf. ferner no'ch ergänzende Angaben über die Artcharaktere
von Eudorea ingratella Zell, und Crambus monochromellus Herr. Seh.
Mann (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 179 ff., Taf. 4) machte
Stcmm,atophora obsolelalis, Nephopleryx meliella , Penipelia jucun-
della, Myelois subalbatella und tabidella , Ephestia reductella als
n. A. von Brussa bekannt.
Leder er (ebenda VII. p. 43. Taf. 1. fig. 8 und 9) Myelois mo-
destella als n. A. aus Rumelien und Ancylosis barbella von Varna,
Moeschier (ebenda VIIL p. 198. Taf. 5. fig. 16) Botys iorvalis als
n. A. von Labrador, v. Heinemann (ebenda VIII. p. 288 ff) Mye-
lois bicolorella als n. A. von Brussa, Ancylosis neglectella von Sa-
repta und Epischnia amplictella aus den Basses-Alpes.
Wecke (Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 201) Scoparia imparella
als n. A. von Dovrefjeld,- Staudin ger (ebenda 1863, j^. 26S) Asarta
rubricosella als n. A. aus dem Castilischen Gebirge von 6500' Höhe.
Guenee (in Maillard, Notes sur l'ile de la reunion II. Lepi-
dopteres p. 61 ff.) Salbia achatinalis^ Steria viperalis, Cymoriza upu~
pali>:, Filoäes costititralis, Botys pastrinalis und dorcalis. — Borer^
i
der Entomologie während der J. 1863—64, 499
nov. gen., für Pyralis saccharalis Fab-begründet. — Crambus paphiel-
lus, Phxjcis irisella und semipeclinella, llhamphodes Heraldella als
n. A. von Isle Bourbon.
Walsh (Proceed. Boston soc, of nat. bist. IX. p. 312) Phycita
nebulo als n. A. aus Nord- Amerika, Packard (Proceed. of the Es-
sex Institute IV. p. 120) Nephopteryx Edmondsii als n. A. aus Nord-
Amerika; die Larve ernährt sich von den Wachszellen der Bombus
fervidus.
Breyer (Annal- soc. entom. Beige VII. p. 17 ff., pl. 1) gab
eine nochmalige Beschreibung und Abbildung der ersten Stände von
Thyris fenestrina (fenestreila Scop.) und bestätigte in Betreff der
Lebensweise der Baupe die Angabe F r e y er's, wonach dieselbe nicht
das Mark des Stengels von Arctium, Sambucus u. A. frisst, sondern
sich in eingerollten Blättern von Clematis vittalba findet.
V. Hey den (Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 341) machte die
ersten Stände von Botys rubiginalis Hbn. bekannt. Die Raupe lebt
in zwei Generationen (Juni und September) auf Betonica officinalis,
deren Blätter sie durch ein Gespinnst zusammenbiegt. Der Zünsler
fliegt im Mai und Juni, dann wieder im August.
A. Schmid (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 57) charakterisirte
die ersten Stände von Botys sanguinalis Lin. (die Raupe lebt auf
den Blüthen von Thymus serpyllmn, von denen sie sich röhrenar-
tige Gänge bildet) und von Nephopteryx albicilla Herr. Seh. (Raupe
in leichtem Gespinnst zwischen den Blättern von Salix caprea).
Nach Laboulbene (Annal. soc. entom. de France 4. ser. IV.
p. 733) wurde die Larve der Ephestia elutella in Apotheken an der
Rinde der Grenadier -Wurzel (Anthelminthicum) fressend gefunden.
Tortricina. GraphoUtha Phacana Wocke (Stett. Entom. Zeit.
1864. p. 207) n. A. von Dovrefjeld, Toitrix Luana de la Harpe (Neue
Denkschr. d. allgem. Schweiz. Gesellsch. f. Naturwiss. XX. p. 76)
n. A. aus der Schweiz (früher vom Verf. als Tortr. Lyellana Gurt.,
von der sie jedoch verschieden ist, angesehen), Conchylis Rheticana
de la Harpe (Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1864. p. 184 ff.)
n. A. aus dem Roseg-Thal im Ober - Engadin. Ausserdem werden
hier von de la Harpe nach Engadiner Exemplaren näher erörtert:
Conchylis Deutschiana Zell., pallidana Zell., Sciaphila Wahlbomiana
Lin., Sericoris palustrana Zell., spuriana Herr. Seh. und caespitana var.
Mühlig (Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 72) machte Penlhina
digitalitana als neue deutsche Art nebst ihrer Raupe bekannt; letz-
tere lebt in den Wurzeln der Digitalis ambigua und ist im April
ausgewachsen; der Wickler erscheint Ende Mai's.
Roessler (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 131) beschrieb
Conchylis moguntiana als n. A. von Mainz, mit C. impHcitana ver-
wandt, auf Artemisia campestris vorkommend.
500 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Lederer (ebenda VII. p. 45. Taf. 1. fig. 11) Conchylis proce-
rana als n, A. von Sliwno, und (ebenda VIII. p. 171. Taf. 3. fig. 11)
Conchylis pallorana als n. A. aus Imeretien , Mann (ebenda VIII.
p. 183. Taf. 4. fig. 11 und 12) Conchylis conjunctana und telricana als
n. A. aus Brussa.
Zelle r (Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 140 f., Taf. 2. fig. 3)
Grapholitha Dohrniana (Kaden i. lit.) als n. A. aus Venezuela.
Gärtner (Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 73 f.) brachte die ersten
Stände der Semasia Metzneriana zur Kenntniss. Die Raupe lebt in
1 Zoll langen und Vs ^oU dicken endstäudigen Gallen der Arte-
misia Absynthium Lin., überwintert fast ausgewachsen und verpuppt
sich Ende Mai's entweder in den Pflanzen-Anschwellungen oder in
der Erde. Der Wickler erscheint im Juni und Juli.
Derselbe (Wien. Entom. Monatsschr. VIII. p. 119) fand die
Raupe der Dichrorampha Gruneriana Herr. Seh. zur Herbstzeit in
dem oberen Theil des Wurzelstockes von Anthemis tinctoria Lin.,
in welchem sie von einem Gespinnst umgeben überwintert, um sich
im April daselbst zu verpuppen.
V. Hey den (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 105 und 342) machte
die ersten Stände von Conchylis Manniana Tr. und Teras Parisiana
Guen. bekannt. Die Raupe der ersteren Art lebt in den Stengeln
der Mentha sylvestris, in welchen sie überwintert, um sich im Mai
zum Falter zu entwickeln; die der zweiten Art findet sich zwischen
zusammengesponnenen Ulmenblättern und entwickelt sich im Sep-
tember und Oktober.
Schmid (Berl. Ent. Zeitschr. VH. p. 58) fand die Raupe von
Conchylis zebrana Hbn. in röhrenartigen Gängen zwischen den Blü-
then von Gnaphalium arenarium; dieselbe wird in Kurzem cha-
rakterisirt.
Breyer (Annal. soc. entom. Beige VII. p. 43) fand die Raupe
von Olindia ulmana Hbn. im Frühling auf den Blättern von Ranun-
culus ficaria Lin.
Schläger, Kritische Bemerkungen zu einigen Wickler- Arten
(Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 195 ff.) erörterte die Syuonymie von
Tortrix oporana, hastiana und gnomana in ausführlicher Weise.
Tineina. Zeller (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 142 ff". Taf. 2)
machte folgende neue Gattungen und Arten aus Venezuela bekannt:
Tinea erasella , Bimendella und funer alclla. — C opt otelia, nov.
gen. Capilli in conum producti, palpi longi, recurvi, articulo termi-
nali acuminato, antennae corpore longiores, setaceae: alae breviter
ciliatae, latae, tortriciformes, anteriores truncatae: abdomen feminae
breve. — Art: Copt. fenestrella (Moritz i. lit.) — Cnis s o s tag e s,
nov. gen. Antennae breves, dentatae, palpi recurvi, thorax poatice
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 501
et abdominis basis villosa, alae breviter ciliatae, tortriciformes,
posticae pictae. Gleich der vorhergehenden Gattung zunächst mit
Cryptolechia verwandt. — Art : Cnis. oleagina. — Psecadia cyprae-
ella (Kaden i. lit.) n. A. — Trichostib-as, nov. gen, Hyponomeu-
tidarum. Capilli laevigati, alae anticae subtus macula ovata, posti-
cae penicillo costae basali instructae : venae alarum posticarum me-
dianae ramus primus arcuatus. Gattung zunächst mit Psecadia ver-
wandt. — Art: Trick, fumosa. — P amm e c e s , nov. gen, aus der
Elachista-Gruppe. Antennae crassiusculae, alis anticis multo lon-
giores, palpi longi, arcuati, articulo secundo barbato, tertio perlongo,
setaceo. Alae elongatae, longe ciliatae, posteriores lanceolatae. Gat-
tung zunächst mit Pyrodirces verwandt. — Art : Pamm. albivittella.
Ni c ke r 1, »Neue Microlepidopteren« (Wien. Entom. Monatsschr.
VIII. p. 1 ff.) beschrieb Depressaria laserpitii, cotoneastri, hypoma-
ralhri und artemisiae, Cleodora bohetniella, Ornix insperatella, Oeco-
phora Pohornyi und Stagmatophora ]Sickerlii (Herr. Sch. i. lit.) als
neue deutsche Arten.
Mühling (Stett. Entom. Zeit; 1868. p. 112) Lithocolletis Ma-
halebella als n. A. von Frankfurt a. M. (nebst der die Blätter von
Prunus Mahaleb minirenden Kaupe beschrieben), ferner (ebenda
1864. p. 101 f., Entomol. monthly magaz. I. p, 77 ff,) Gelechia tria-
tomaea und morosa, letztere als Kaupe in den frischen Herztrieben
der Lysimachia vulgaris lebend, Coleophora musculella n, A,, Raupe
an Dianthus superbus und carthusianorum. — Coleophora olivaceella
Staint. und solitariella Zell, hält Verf. für zwei verschiedene Arten;
erstere Art lässt auf den Vorderflügeln einen olivenfarbenen Metall-
schimmer, letztere eine matte Lehmfarbe erkennen. — Ebenda 1864,
p. 160 ff, »Zur Naturgeschichte der Coleophoren« macht Verf. auf die
Wichtigkeit der Beobachtung der Larven- und Larvensäcke für eine
sichere Bestimmung der schwierigen Coleophora-Arten aufmerksam.
Er beschreibt Coleophora asteris als n. A. (Larve in den Blüthen von
Aster amellus) und noch einmal die unvollständig bekannte Col.
artemisiae Mühl. nebst ihrer Raupe und deren Sack. Nach letzterem
unterscheidet Verf. auch als zwei bestimmte Arten: Coleoph. an-
nulatella und flavaginella, beide auf Chenopodium und Atriplex
lebend.
V. Hey den (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 105 u. 342 ff.) erörterte
folgende, zum Theil neue Arten in ihren ersten Ständen und ihrer
Entwickelungsgeschichte : Melasina lugubris Hbn. : Raupensack 14—15
Lin, lang, walzig, Raupe halb so lang, mehr einer Psyche als Talaepo-
ria gleichend, im Ober-Engadin an steinigen Orten lebend. — Tinea
argentimaculella Staint, : Raupe im Juni an graugrünen Staubflechten,
in welchen sie röhrenartige, schlangenförmige Gänge oft von 1 Zoll
Länge gräbt; Verpuppung in einer festen papierartigen Hülle. —
502 Gerstaecker: Bericht üb. die wissensch. Leist. im Gebiete
Swaramerdamia apicella Don. : Raupe im Juni und Juli an beschatteten
Schlehen (Prunus spinosa) in kleinen Gesellschaften Gespinnste bildend;
Vei puppung in spindelförmigem weissen Cocon. — Oecophora devotella
Heyd. n. A., hier beschrieben; Raupe im August und September in
den Samendolden von Heracleum sphondylium, welche sie mit leich-
tem Gespinnst zusammenzieht und deren Samen sie verzehrt. —
Oecophora stctariella n. A., hier beschrieben; im Ober-Engadin auf-
gefunden. — Acrolepia arnicella n. A. hier beschrieben; Raupe im
Mai die Blätter von Arnica montana minirend, bohrt sich zur Ver-
puppung an der Unterseite des Blattes in die Epidermis ein. —
Caverna phragmitella Staint. : Raupe im März in den vorjährigen
Kolben der Typha latifolia lebend, in denen sie sich zwischen der
Samenwolle im Mai ein enges, weisses Gespinnst zur Verpuppung
anfertigt; Motte im Juni. — Bucculatrix Boyerella Dup. : Raupe zu
Ende des Augusts die Ulmenblätter benagend; Puppengehäuse grau,
kümmeiförmig, unter flachem, dünnen Gespinnste angelegt. — Buc-
culatrix fatigalella n. A. im Ober -Engadin auf Lärchen. — Tinea
fenestratella n. A. aus dürrem Waldholze erzogen. — Enicostoma
lobella S. V. : Raupe im August auf Prunus spinosa, deren Blätter
sie durch ein dünnes weisses Gespinnst der Länge nach etwas zu-
sammenzieht. — Gelechia Rhenanella n. A., hier beschrieben; Raupe
im Juli an den untern Blättern von Convolvulus sepium. — Anchi-
nia grisescens Frey; Raupe Anfangs Juli im Ober-Engadin an Daphne
alpina zwischen zusammengesponnenen Blättern. — Ornix Pfaifen-
zelleri Frey ; Raupe im Ober - Engadin auf Cotoneaster vulgaris ;
sich von dem Blattgrün der nach oben zusammengeklappten Blätter
ernährend. — Coleophora conspicuella Zell.; Raupe in langem, fast
gleich breiten , etwas säbelförmig gebogenem , schwarzen Sacke,
Mitte Juli's an Centaurea scabiosa erwachsen. — Chrysoclista Schran-
kella Hübn. ; Raupe Ende Juii's die Blätter von Epilobium parvi-
florum in grossen Flecken minirend. — Cemiostoma Wailesella Staint. ;
Raupe Ende Juni's die Blätter von Genista tinctoria minirend und
sich in einem kahnförmigen Gespinnst mit vierlappigem grossem
Ueberwurf verpuppend; die Mine nimmt die ganze Blattspitze, oft
sogar das ganze Blatt ein.
Derselbe (Mittheil. d. Schweiz. Ent. Gesellsch. 1864. p. 190)
beschrieb Exapate Duralella als n. A. von Pontresina im Ober-En-
gadin, von Ex. congelatella sicher verschieden ; die Raupe lebt auf
Pinus larix.
A. Schmid (Berl. Ent. Zeitschr. VIL p. 59 ff.) machte Mit-
theilungen über die Lebensweise der ersten Stände von folgenden
Arten: Tinea corticella Curt. (Raupe in weissen Pilzen an Weiss-
buchen lebend), Tinea parasitella Hübn. (die Motte aus Buchen-
und Weidenschwämmen erzogen) , Nemophor^ Swammerdammella
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 503
(Raupe in der Jugend Eichen- und Buchenblätter minirend), Adela
rufimitrella (Kaupe den Winter über unter abgefallenem Laube, in
der Jugend wahrscheinlich von Erysimum lebend) Adela Sulzeriella
(Raupe unter Ligusterhecken überwinternd), Nemotois Schiffermuelle-
rellus (sacktragende Raupe von den Blättern der Ballota nigra lebend),
Nemotois Dumerilellus (Raupe unter den Blättern von Hypericum per-
foratum), Gelechia Peliella (Raupe an den Wurzelblättern von Rumex
acetosella), Gelechia cavligenella als n. A. beschrieben, mit G. Ba-
saltinella Zell, verwandt, (Raupe in den Anschwellungen des Sten-
gels von Silene nutans), Gelechia sequax (Raupe in röhrenartigen
Gespinnsten zwischen den Stengeln und den Blättern von Helian-
themum vulgare), Sophronia huraerella (Raupe in zusammengespon-
nenen Blättern von Artemisia campestris), Acrolepia cariosella (Raupe
in den Trieben von Gnaphalium sylvaticum), Elachista chrysodes-
mella (Raupe die Blätter von Brachypodium pinnatum minirend).
Wecke (Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 211 f.) machte Adela
Esmarkelln und Gelechia tarandella als n. A. von Dovrefjeld, Stau-
dinger (ebenda 1863. p. 269 ff.) Atychia laeta, Sophronia Santoli-
nae und. Lithocolletis adenocarpi n. A. aus Centralspanien, Leder er
(Wien. Ent. Monatsschr. VII. p. 46. Taf. 1. fig. 12) Depressaria ne-
glectella n. A. von Varna, (ebenda VlII. p. 172, Taf. 3. fig. 12) Oeco-
phora Heringii n. A. aus Imeretien, Mann (ebenda VIII. p. 185 ff.,
Taf. 4 und 5) Htjpatina undccimpunclelUi, Depressaria squamosa und
floridella, Gelechia tenuiella und fervidella, Parasia intestinella, Cen-
thom a daru s (nov. gen., mit Gelechia verwandt) tenehrionellus,
Coleophora basimaculella als n. A. von Brussa, Mo eschl er (ebenda
VIII. p. 200. Taf. 5. fig. 17) Gelechia Lahradorica als n. A. von La-
brador bekannt.
W. Scott, Description of an ovo-viviparous Moth, belonging
to the genus Tinea (Transact. entom. soc. of New- South -V/'ales I.
p. 33 ff., pl. 4) beschrieb Tinea vivipara als n. A. aus Australien,
interessant dadurch, dass das Weibchen lebendige Larven gebiert
(vgl. oben, Insekten!). Die Tinee hat 9 Lin. Flügelspannung und
ist von eleganter Färbung und Zeichnung, die Vorderüügel braun,
mit mehreren grossen, dreieckigen Flecken von silberweisser Farbe.
H. Frey, Das Tineen-Geschlecht Ornix (Linnaea entomol. XV.
p. 1 — 40) lieferte nach einigen auf die Charaktere der Gattung,
die Unterscheidung der Arten, die Lebensweise ihrer ersten Stände
u. s. w. sich beziehenden allgemeinen Bemerkungen "eine wieder-
holte Beschreibung der bisjetzt bekannten einheimischen Ornix-Arten,
deren Zahl sich mit Einschluss einer neuen: Ornix petiolella (v.
Heyden i. lit. — Larve in Apfelblättern minirend) gegenwärtig auf
18 beläuft. Eine erneuete und — wie sie Verf. in der vorliegenden
Abhandlung darbietet — sehr eingehende Charakteristik der beson-
504 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ders in der Gruppe der 0. meleagripeunella äusserst schwierig zu
unterscheidenden Arten wurde durch, die seit der Zeller'schen
Bearbeitung hinzugekommenen neuen bedingt.
Von Stainton's Natural history of the Tineina ist nach ein-
jähriger Unterbrechung im J. 1864 der 8. Band (315 pag. c. tab. 8
color.) erschienen , welcher die Charakteristik und Darstellung von
15 Arten der Gattung Gracilaria (5 Tafeln) und von 9 Arten der
Gattung Ornix (3 Tafeln) enthält. Die Omix petiolella (hier als
Schmid i. lit. bezeichnet) wird gleichfalls als n. A. beschrieben.
Stainton, On the European species of the genus Cosmo-
pteryx (Transact. entora. soc. of London 3. ser. I. p. 637—655) gab
eine Zusammenstellung der bis jetzt über die Arten der Gattung
Cosmopteryx beigebrachten Beobachtungen und Beschreibungen,
welche er mit einer Mittheilung Schleich's über die Lebensweise
der muthmasslichen Raupe von Cosmopteryx aurichalcea Staint.
beschliesst. Im Ganzen sind bis jetzt sechs Arten der Gattung be-
kannt geworden, nämlich Cosm. Lienigiella Zell., Scribaiella Zell.,
eximia Haw. (Drurella Staint., Druryella Herr. Seh,), Schmidiella
Frey, orichalcea Staint. und Druryella Zell.
Derselbe, On the generic characters afforded by the habits
of various leaf-mining Microlepidopterous Larvae (ebenda 3. ser. L
p. 604 — 610) erörterte 20 im Larvenzustande minirende Tineinen-
Gattungen in den ihre Larven auszeichnenden Merkmalen und bio-
logischen Eigenthümlichkeiten. Fusslos sind die Larven der Gat-
tungen Nepticula, Phyllocnistis, Antispila, Tinagma, Micropteryx
und von Tinea bistrigella. Die Larven der meisten Gattungen mi-
niren ihre ganze Lebenszeit hindurch; nur Bucculatrix, Ornix, Gra-
cilaria, Coleophora und ein Theil der Gelechien verlassen die Mine
in halb erwachsenem Zustande. Eine und dieselbe Mine behalten
während ihrer ganzen Lebensdauer die Larven von Nepticula, Ce-
miostoma, Lyonetia, Phyllocnistis, Tischeria, Antispila, Tinagma,
Micropteryx und Tinea bistrigella bei und die Verpuppung in der-
selben findet bei Phyllocnistis, Lithocolletis und Tischeria statt.
Bei den Gattungen Elachista, Laverna, Acrolepia, Cosmopteryx,
Bedellia und bei einigen Gelechien geht die Larve von einem Blatt
auf ein anderes. — Diese und andere für die Gattungen charakteri-
stische Besonderheiten werden durch eine Tabelle erläutert; in
derselben sind die 20 in Betracht kommenden Gattungen unter vier
Gruppen vertheilt.
Derselbe (Proceed. entern, soc. of London 1863. p. 160)
theilte die von Albarda zuerst beobachtete Lebensweise der Elachista
apicipunctella mit ; die Larve minirt vom November bis März die
Blätter von Holcus lanatus und zuweilen von Festuca pratensis und
elatior. Der Schmetterling findet sich häufig in sandigen Gegen-
der Entomologie während der J.' 1863 — 64. 505
den, wo Holcus lanatus vorhanden ist und lässt sich des Abends
leicht an den Blättern der Futterpflanze fangen.
Derselbe (Entom, Annual f. 1863. p. 149) beschrieb Gelechia
Sangiella als n. A. aus England und gab (p. 153, Frontisp. fig. 8)
Beschreibung und Abbildung der Puppe von Micropteryx, welche
besonders durch das freie Abstehen der Gliedmassen und Flügel-
scheiden vom Leibe bemerkenswerth ist (mithin den Pupae liberae
der Coleopteren, Hymenopteren und Neuropteren gleicht).
Derselbe, »Observations on Tineina (ebenda f. 1864. p. 163
— 171) enthält Mittheilungen über die Larven verschiedener Tinei-
nen aus den Gattungen Micropteryx, Gelechia, ITothris, Tinagma,
Gracilaria, Asychna, Cosmopteryx, Lithocolletis und Nepticula. Sechs
der verzeichneten Arten sind im J. 1863 zum ersten Male in England
aufgefunden worden.
Healy (Proceed. entom. soc. of London 1862. p. 136) machte
nähere Mittheilungen über die Häutungen der Larve von Nepticula
aurella. — Derselbe, Observations on the economy and moulting
of the larva of Micropteryx unimaculella (Entom. monthly magaz.
I. p. 19 f.).
Gärtner (Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 155 ff.) beschrieb die
Entwickelungsgeschichte der Atychia appendiculata Esp. Der Falter
bewohnt bei Brunn dürre Anhöhen mit spärlichem Pflanzenwuchs,
auf welchen das Mäünchen vor Sonnen - Untergang lebhaft herum-
fliegt, während das unbehülfliche Weibchen an Grashalmen still sitzt.
Die vom Verf. entdeckte und hier beschriebene, farblose Sesien-
oder Cossus - ähnliche Raupe lebt in den Wurzeln der Festuca ovina,
verpuppt sich im April in einem röhrenförmigen Gespinnst und
der Falter entwickelt sich nach vierwöchentlicher Puppenruhe. —
Ferner wies Verf. durch Beobachtung der Entwickeluifgsgeschichte
tnach, dass Anacampsis tenebrella Hübn. und tenebrosella Fisch.
Röslerst. als die beiden Geschlechter einer und derselben Art zu-
sammengehören. Die vom Verf. beschriebene Raupe findet sich in
der Stockwurzel von Rumex acetosella bereits im Herbst und ver-
puppt sich nach der Ueberwinterung in der ersten Hälfte des Mai.
Der Falter erscheint nach vier Wochen im Juni. Die Copulation
der beiden vermeintlichen Arten wurde vom Verf. beobachtet.
Die ersten Stände von Eupleuris striatella und Parasia pauci-
punctella wurden von Gärtner (Wien. Ent. Monatsschr. VIH. p. 29 ff.)
bekannt gemacht; die Raupen beider Arten leben im Fruchtboden
von Anthemis tinctoria, welchen die der ersteren vor Eintritt des
Winters, um sich zu verpuppen, verlässt, während die der zweiten
in einem engen kreisrunden Gange desselben bis zur Entwickelung
der Motte verharrt.
Lucas (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 34) fand in den
506 G ers taecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. imGebiete
Blüthenköpfen von Arctium lappa zahlreiche Larven der Parasia
lappella, welche er früher (Bullet, soc. entom. 1863. p. 2 f.) vermu-
thungsweise für die Larven eines Rhinocyllus angesprochen hatte
(eine allerdings starke Verwechslung, Ref.). Die Zucht der Larven
ergab die oben genannte, von Stainton bestimmte Tineine.
Laboulbene, Description et figure d'une chenille mineuse
des feuilles du Bouleau (ebenda 4. ser. IIL p. 99 — 104. pl. 1) machte
eine in den Blättern von Betula alba minirende Insektenlarve be-
kannt, welche er in Uebereinstimmung mit P e r r i s für eine Mi-
crolepidopteren - Larve ansieht. Eine auf dieselbe bezügliche Mit-
theilung Stainton's: Sur les chenilles mineuses appartenant au
genre Micropteryx (ebenda p. 293) bringt dieselbe zur Gattung Mi-
cropteryx.
Amyot, »Histoire de la teigne Syringelle (Tinea syringella
Fab.)« machte Mittheilungen über den durch die Larve der Graci-
laria syringella am Flieder zu Paris angerichteten, sehr ausgedehnten
Schaden und fügt den von Treitschke gegebenen Mittheilungen
über die Lebensweise der Larve seine eigenen Beobachtungen hinzu
(Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 5 — 12).
Fr. Haberland t, lieber eine bisher wenig beobachtete Ge-
treidemotte (Verhandl. d. zoolog. - botan. G eselisch, zu Wien XIV.
p. 915 ff.) erörterte die Naturgeschichte der Tinea pyrophagella KoU.
(Gelechia cerealella) und die durch sie den verschiedenen Getreide-
arten zugefügten Beschädigungen. Verf. beobachtete das Ausschlüpfen
der Motte aus den Körnern des Weizens, der Gerste, des Roggens
und des Hafers in einer Aehrensammlung, und zwar von Anfang
Mai's bis Ende August's ; die von ihr besetzten Körner zeigten an
den Spelzen kleine kreisrunde, etwas dunkler gefärbte Flecke. Zwei
Tage nach der Begattung beginnt das Weibchen seine Eier zu 100
bis 150 entweder an die Körner selbst oder an die Spelzen abzu-'
legen und fährt damit 10 bis 12 Tage fort. Die jungen Raupen
fressen sich meist in der Nähe des Keimes in das Getreidekorn ein
und zwar, obwohl zuweilen 15 Eier an ein Korn abgesetzt werden,
immer nur eine einzelne. Nach 4 Monaten sind sie ausgewachsen
und messen dann 3 Lin. in der Länge ; die Verpuppung erfolgt
innerhalb des Kernes in einem Gespinnst nach 3 bis 4 Wochen,
die Puppenruhe dauert 14 Tage.
Nach Westwood (Proceed. entom. soc. of London 1864.
p. 12) ist die Larve von Endrosis fenestrella als Beschädigerin von
Teppichen beobachtet worden.
Derselbe (ebenda 1862. p. 102) erörterte gegen Newman,
welcher im October-Heft des Zoologist p. 8216 sich über die syste-
matische Stellung von Acentropus ausgelassen hatte, nochmals die
der Entomologie während der J. 1863 - 64. 507
Gründe, wonach Acentropus keine Phryganide, sondern eip Schmet-
terling sei. Neben der Schuppenbekleidnng der Flügel und ande-
ren Merkmalen des Insektes selbst spricht am entschiedensten die
Form der Puppe für seine Stellung unter den Lepidopteren.
Moeschier, »Bemerkungen zu einigen Arten der Gattung
Atychia Latr. (ChimaeraHbn.)« handelte über Atychia pumila Ochsenh.,
At. dispar Herr. Seh. und exilis Herr. Seh., welche er für sicher
unterschiedene Arten hält. Erstere ist durch eine den Flügeln sehr
lose aufliegende hellgelbe Beschuppung bemerkenswerth. (Wien. Ent.
Monatsschr. 1863. p. 77—79).
de la Harpe (Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1864.
p. 178 ff.) erörterte die Charaktere von Oecophora Knochiella Fr. und
Coriscium nov. spec. (nicht benannt) von Lugano, ferner (p. 189)
diejenigen von Gelechia luctiferella Herr. Seh. aus dem Engadin.
Fologne (Annal. soc. entom. Beige VII. p. 127. pl.'3) gab
Abbildungen von Gelechia rüfescens Haw. und ihrer Raupe.
J. Sauveur et" E. Fologne, Liste des Tineides de la
Belgique (ebenda VII. p. 95 — 117) verzeichneten 490 bis jetzt in
Belgien aufgefundene Arten dieser Familie in systematischer Rei-
henfolge.
V. Heinemann, Some remarks on the species of the genus
Nepticula (Entomol. Annual f. 1863. p. 36—50). Uebersetzung aus
Wien. Ent. Monatsschr. 1862.
Pterophoridae. Zeller (Stett. Ent. Zeit. 1863. p. 154. Taf. 2.
fig. 12) machte eine neue Gattung Stenoptycha mit folgenden
Charakteren bekannt: Alae integrae, anteriorum plica heteronoma
angusta, angulo anali acuto : tibiae in apice squamato-nodulosae.«
Zunächst mit Agdistis verwandt. — Art: Sten. coelodactijla (Moritz
i. lit.) aus Venezuela.
Pterophorus Millierei Montrousier (Annal. soc. Linn. de Lyon
XI. p. 253) n. A. aus Neu-Caledonien.
Platyptilus dichrodaclylus Mühlig (Stett. Entom. Zeit. 1863.
p. 113) n. A. von Frankfurt a. M., mit Plat. ochrodactylus nahe
verwandt. — Die in den Herztrieben von Tanacetum vulgare lebende
Raupe dieser Art wurde von Roessler (Wien. Entom. Monatsschr.
VIII. p. 53 f.) bekannt gemacht.
Gleichfalls nach Roessler (ebenda VIII. p. 201) lebt die
Raupe des Pterophorus serotinus Zell, an den Blüthen der Scabiosa
succisa, welche zugleich eine Sackträger- (Nemotois scabiosellus?)
und eine Wickler-Raupe (Tortrix cuphana ?) beherbergen.
A. Schmid (Berl. Ent. Zeitschr. VIL p. 65ff.) machte die
ersten Stände von Pterophorus Loewii Zell, (die Raupe frisst die
Samenkapseln von Erythraea centaureum aus), Pteroph. fuscus (die
508 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Raupe frei auf Veronica chamaedrys lebend) und Pteroph. carpho-
dactylus Hbn. (die Raupe in den Herztrieben der Conyza squarrosa
lebend) bekannt.
Schleich, Ueber die früheren Entwickelungsstände des Pte-
rophorus didactylus Lin. (trichodactylus Hbn.) in : Stettin. Entom.
Zeit. 1864. p. 96 ff. — Verf. fand die Raupe dieses Geistchens im
Mai an den Blüthen von Geum rivale, in welche sie sich nach
Durchbohrung des Kelches hineinfrisst. Die 6 Lin. lange Raupe
(irrthümlich als 6 Zoll lang angegeben) wird nebst der Puppe be-
schrieben; die Entwickelung des Falters findet nach 2 bis 3 Wo-
chen statt.
Wocke (ebenda 1864. p.217) beschrieb Pterophorus pelidno-
dactylus var. borealis von Dovrefjeld.
Stainton, A few words on the species of Pterophorus no-
ticed by Linne (Entom. monthly magaz. 1. p.. llff.).
Diptera.
Loew erörterte in einem Aufsatze über ;, die Euro-
päischen Tipula-Arten, deren Weihen verkümmerte Flügel
haben"" (Wien. Ent. Monatsschr. VIIL p. 120 ff.) die ver-
schiedenen Stufen der Flügel-Verkümmerung bei denDipte-
ren im Allgemeinen. Ein vollständiges Fehlen der Flügel
(Epidapus^ Chionea) hat den Wegfall der Flugmuskeln
und davon abhängig eine Reduktion des Thorax in sei-
ner Entwickelung zur Folge, zuweilen (Epidapus) ein Ver-
schwinden der Halteren. Sind bei beiden Geschlechtern
nur kurze Flügelstummel vorhanden, so erleidet der Tho-
rax keine Beeinträchtigimg, da in diesem Falle die Flü-
gelmuskeln entwickelt sind; nicht selten verkümmern
dabei die Schwinger, in anderen Fällen werden auch
andere Körpertheile verändert, so dass eine Abtrennung
solcher Formen zu besonderen Gattungen (Psyllomyia,
Apterina) gerechtfertigt ist: in wieder anderen findet
letzteres jedoch nicht statt, und die Verkümmerung der
Flügel ist sodann kein Grund zur generischen Abtren-
nung (Elachiptera = Crassiseta, Tachista, Geomyza U.A.).
Die Flügelstummel sind stets derber und dicker geädert
als die ausgebildeten Flügel der zunächst verwandten
Arten, das Geäder wie bei diesen; selbstverständlich sind
der Entomolog-ie während der J. 1863 — 64. 509
die Grössenverhältnisse modificirt und zwar sehr allge-
mein in der Weise, dass gegen die Spitze hin eine immer
grössere Verkürzung oder selbst ein Eingehen von Quer-
adern und Zellen eintritt. Die Fliigelstummel sind bald
(Apterina) bei beiden Geschlechtern gleich, bald beim
Männchen (Elachiptera) oder Weibchen (Tachista) kleiner.
Zwischen Flügelstummelnund ausgebildeten Flügeln giebt
es vereinzelte Uebergänge (Sciomyza); verkümmerte Flü-
gel beim Weibchen, während das Männchen vollkommen
ausgebildete hat, kommen bei Idioptera fasciata Lin. und
einigen Tipula- Arten (z. B. Tip. pagana Meig.) vor. Endlich
fehlt es auch nicht an Fällen, wo bei vollständiger Ent-
wickelung der Flügel in beiden Geschlechtern diese Or-
gane T^eim Weibchen eine sehr viel bedeutendere Grösse
als beim Männchen erlangen (Empis, Rhamphomyia).
Brauer bat bei Gelegenheit seiner ausgezeichneten
Untersuchungen über die Larven der Oestriden (Mono-
graphie der Oestriden, Wien, 1863. p. 32 ff.) „über die
Dipteren -Larven im Allgemeinen, als Grundlage einer
neuen Eintheilung der Fliegen*^ gehandelt. Indem Verf. die
Bouch^'sche Sonderung in zwei grosse Gruppen, welche
auf die Art der Verpuppung (unter Abwerfung der Larven-
haut, resp. innerhalb der zusammenschrumpfenden Körper-
haut — schmetterlingsartige und Tonnenpuppen) basirt ist,
als nicht haltbar nachweist, will er an deren Stelle eine
gleichfalls auf die Metamorphose begründete Eintheilung
setzen, welche er für durchgreifender hält. Diptera or-
thorapha nennt er diejenigen, bei welchen die letzte Lar-
venhaut zum Durchtritt der Puppe auf dem Rücken des
2. bis 4. Segmentes der Länge nach, ausserdem aber noch
vorn der Quere nach relsst, oder wo, wenn die Puppe
von der Larvenhaut eingeschlossen bleibt (Stratiomyidae),
letztere in der angegebenen Weise beim Ausschlüpfen
der Imago berstet. Den dieser Gruppe angehörenden
Dipteren fehlt durchweg die Stirnblase. Als Diptera
cyclorhapha bezeichnet er dagegen alle mit eigentlichen
Tonnenpuppen versehene Formen, welche eine Stirn-
blase besitzen und mittels dieser den am vorderen
.Urclüv für Natarg. XXXI. Jahrg. 2. üd. HH
510 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Loist. im Gebiete
Ende durch Bogennähtc abgegrenzten Piippendeckel als
Ganzes oder in zwei Hälften getheilt, abheben. Zur
ersten Gruppe bringt Verf. „alle Nemoceren, die Taba-
niden, Acroceriden (?), Bombyliden, Asiliden, Leptiden,
Thereviden, Empiden und Dolichopoden" (mit freier,
schmetterlingsartiger Puppe), die Stratiomyiden und Xy-
lophagiden (mit von der Larvenhaut umschlossener Puppe) ;
zur zweiten dagegen die Pipunculiden, Syrphiden, Cono-
piden, Oestriden, Museiden und Pupiparen, wobei er es
jedoch zweifelhaft lässt, ob die Syrphiden eine Stirnblase
besitzen.
Eine Eintheilung nach dem Verhalten der Puppe, ob dieselbe
nämlich die Larvenhaut verlässt oder in derselben bis zum Aus-
schlüpfen der Imago verharrt, hält Verf. desshalb nicht für annehm-
bar, weil dadurch zunächst verwandte Formen, wie z. B. Xylophagus
von Subula getrennt werden ; erstere Gattung weicht von den übri-
gen Stiationiyiden durch dünnere, nicht lederartige Hautbedeckung
ab und wirft daher diese bei der Verpuppung ab, wie die Tipuli-
den, Tabaniden u.a. (vgl. hierüber auch: Verhandl. d. zoolog.-botan.
Gesellsch. zu Wien XIV. p.210). Dass dergleichen Ausnahmen die
Bouche'sche und auch vom Ref. bisher befürwortete Eintheilung
misslich machen, ist zweifellos und es würde daher eine haltbarere
gewiss mit Freuden begrüsst werden müssen; nur ist es dem Ref.
durchaus zweifelhaft, dass die neue von Brauer vorgeschlagene
auf allgemeinere Gültigkeit als die von ihm verworfene Anspruch
machen kann. Wenn Verf. nämlich meint, dass »alle Tipuliden«
die Larvenhaut bei der Verpupp ung abstreifen, so ist dies in so
fern nicht richtig, als z. B. Cecidomyia destructor sich abweichend
von den meisten Arten dieser Gattung innerhalb dieser Larvenhaut
verpuppt ; auch ist diese Larvenhaut, während sie vorher weich
war, nach der Verpuppung verhornt und wird von der Imago nicht
in Form eines T, sondern eines unregelmässigen runden Loches,
welche sich nicht einmal stets an derselben Körperstelle findet,
durchbrochen. Auch unter Ceratopogon finden sich Arten, deren
Larven sich nachLoew's und Win n er tz's Beobachtungen in ihrer
Haut verpuppen. -- Entbehrt somit also auch die Brauer'sche
Eintheilung nicht der Ausnahmen, so mag die auf dieselbe begrün-
dete Anordnung der Familien im Ganzen immerhin als eine natür-
lichere, als es die frühere gewesen, angenommen werden. Nur wäre
es, wenn eine physiologische Eintheilung überhaupt Platz greifen
soll, nach des Ref. Ansicht unerlässlich, dass die Pupiparen den
Bipteris proboscideis nach Latreille's wohlbegründetem Vorgang
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 511
gleicli von vorn herein gegenübergestellt würden, besonders da sie
mit ihrer eigenthümlichen Entwickelungsgeschichte auch eine we-
sentlich verschiedene Körper- und Mundbildung verbinden. — Dass
die Syrphiden , bei welchen Verf. die Kopf blase bisjetzt vermisst
hat, eine solche besitzen, lässt sich im Herbst an eben ausgeschlüpf-
ten Exemplaren von Eristalis tenax häufig und leicht feststellen.
Die dem Verf. unbekannte Puppe der Acroceriden ist nach des Ref.
Beobachtung eine freie, schmetterlingsartige (Oncodes).
Auf die von Brauer befürwortete Eintheilung in »Ortho-
rhapha« und »Cyclorhapha« hat sodann Schiner »ein neues System
der Dipteren« zu begründen versucht , zu dessen besserem Ver-
ständniss er eine Darlegung seiner Ansichten »über das Flügelge-
äder der Dipteren« vorausschickt (Verhandl. d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. zo Wien XIV. p. 193 — 212). Letztere enthalten im Grunde
Nichts, was nicht schon von Loew in der Einleitung zu den Mo-
nographs of the Diptera of North-America (Vol. I. 1862) in klarerer
und präciserer Weise auseinandergesetzt worden wäre, nur dass der
Verf. von dem Wunsche geleitet, den sich gegenseitig entsprechen-
den Adern bei allen Modificationen des Flügelbaues stets die gleiche
Benennung zukommen zu lassen, eine von der bisherigen mehrfach
verschiedene Nomenklatur der Venae und Cellulae in Vorschlag
bringt. »Das neue System der Dipteren« erörtert Verf. mit Bezug
auf einen von ihm verfassten und gleich zu erwähnenden Catalogus
DipterorumEuropae, in welchem es zuerst zur Anwendung kommen
und sich wo möglich Geltung verschaffen soll. Als Eintheilungs-
moment wird in demselben ausser den bereits von LatreiUe in
Anwendung gebrachten (Zahl der Fühlerglieder, Bildung des End-
gliedes bei den Brachyceren) das Flügelgeäder und zwar in seiner
stufenweisen Ausbildung von einer geringeren zu einer allmählig
grösseren Vollkommenheit benutzt. So beginnt Verf. z. B. unter
den Nematoceren seine Gruppe »Oligoneura« mit den Cecidomyiden
als den Repräsentanten der einfachsten Flügelbildung und schliesst
die zweite Gruppe »Polyneura« mit den Rhyphiden als den mit
ausgebildetstem Geäder versehenen. Sodann folgen die als »Cyclo-
cera« bezeichneten Brachyceren mit geringeltem dritten Fühlerglied,
diesen als »Orthocera« (als Gruppen-Name schon von Schön he rr
verwandt) die mit ungeringeltem Endgliede versehenen Familien
der Schweb- und Raubfliegen in ähnlicher Anordnung wie bei La-
treiUe. nur dass hier die mit dem einfachsten Geäder versehenen
Dolichopoden den Schluss bilden. Bei den Dipteris cyclorhaphis
wird nun wieder mit den auf einer niedrigen Stufe der Flügelader-
Bildung stehenden Phoriden (»Hypocera«) begonnen, diesen die
Muscinen als »Orthocera oligoneura« und die Platypezinen^ Pipun-
512 Gerstaecker: Bericht üh. d. wissensch. Leist. im Gebiete
culiden, Syrphidcn und Conopiden als »Orthocera polyneura« ange-
reiht; die Pupiparen, welche den ebengenannten Formen als »Epro-
bosciden« entgegengestellt werden, nehmen das letzte Glied in der
Reihenfolge ein, — Ref. kann sich seinerseits weder mit den für
die Gruppen gewählten Benennungen , noch mit der Reihenfolge
dieser sowohl als der Familien einverstanden erklären. Unter »Cy-
clocera« kann Niemand Insekten mit geringelten, sondern nur mit
kreisrunden Fühlern verstehen; erstere würden etwa Arthrocera
oder Entomocera zu nennen sein. Ebenso wenig ist der (bereits
verwandte) Terminus Orthocera verständlich; für die Gruppe der
Bombyliden, Asilinen etc. würde er bezeichnend sein, da diese ge-
rade vorgestreckte Fühler besitzen, wenngleich er keinen Gegensatz
zu »Cyclocera«, wo sie ebenfalls vorgestreckt sind, ausdrückt: was
er dagegen im Gegensatz zu »Hypocera« und in seiner Wahl für
die Muscinen und Syrphiden bedeuten soll, ist gewiss schwer zu
enträthseln, da letztere sich grade durch gebrochene, nickende Fühler
auszeichnen. — In Betreff der Anordnung der Familien — von den
Gruppen muss Ref., als seiner Ansicht nach einer gehörigen Be-
gründung entbehrend, ganz absehen — möchte zunächst zu bemer-
ken sein, dass die ganz künstlich geschiedenen Abtheilungen der
Nematoceren und Brachyceren durch Latreille offenbar viel über-
zeugender in einander übergeführt worden sind als in dem gegen-
wärtigen »neuen System« ; wenigstens würden sich hierzu Bibio
und Penthetria durch den Uebergang, welche sie in der Augen-,
Fühler- und Beinbildung zu den Brachyceren erkennen lassen, offen-
bar sehr viel besser eignen als die Rhyphiden. Indessen mögen
sich hier auch für die vom Verf. adoptirte Anordnung noch Gründe
geltend machen lassen, wenn man eben das Flügelgeäder outrirt.
Wie sollen aber durch letzteres sich die Phoriden an die Dolicho-
poden und besonders, wie sollen sie sich diesen näher anschliessen
als die Muscinen? Weshalb sollen die Syrphiden und Conopiden
im Gegensatz zu den Muscinen »Polyneura« sein, da unter den Aca-
lypteren Gattungen mit ebenso vollständig ausgebildeter Analzelle
(Toxotrypana, Dacus, Diacrita) wie bei jenen vorkommen? Was kann
berechtigen, die Conopiden von den ihnen nahe verwandten Tachi-
narien durch Familien, wie die Platypezinen, Pipunculiden und Syr-
phiden zu trennen und wodurch sollen sie sich andererseits an die
ihnen folgenden Pupiparen anlehnen, zu denen in der bisherigen
Anordnung die Phoriden doch wenigstens einigermassen einen Ueber-
gang vermittelten? Wenn ein System auch nicht allen Verwandt-
schaften gerecht werden kann, so muss es doch wenigstens die
augenscheinlichsten respektiren; letzteres ist bereits von Latreille
in dem seinigen geschehen und nur diejenigen Zusammenstellungen,
welche Verf. diesem ersten der Entomologischen Systematiker ent-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 513
lehnt hat, können nach des Ref. Ansicht als naturgemässe bezeichnet
werden. Theilweise neu ist also sein System; ob aber besser? —
schwerlich !
Catalogus systematicus Dipterorum Europae, auctore
R. J. Seh in er, Dr. — Vindobonae 1864. (8. 115 und
XII pag.).
Der Umstand, dass der Verleger der Fauna Austriaca des
Verf.'s, welche im J. 1863 ihren Abschluss gefunden hat, ein syste-
matisch-synonymisches Verzeichniss der Gattungen und Arten als
Anhang za jenem Werke zu drucken sich weigerte, hat dem Verf.
Veranlassung gegeben, ein solches unter obigem Titel separat her-
auszugeben. Hiernach kann dasselbe nicht als ein kritisch durch-
gearbeiteter Arten-Catalog, wie man ihn z. B. für die inländischen
Coleopteren oder Lepidopteren besitzt, angesehen und beurtheilt
werden, sondern es stellt sich, abgesehen von einigen Nachträgen,
vorwiegend als ein Inhaltsverzeichniss des Dipteren-Werkes unseres
Verf.'s hin. Ein kritisches Verzeichniss der nicht nur auf dem Pa-
pier, sondern in natura vorhandenen Europäischen Dipteren zu
geben, ist auch bei dem gegenwärtigen Stande der Dipterologie be-
greiflicher Weise noch auf lange Zeil; hin eine Unmöglichkeit; die
ohnehin hier schon bestehenden Schwierigkeiten sind durch unbe-
rufene Skribenten wie Macquart, Robineau-Desvoidy , Walker u. A.
bis in das Unendliche vermehrt worden. Dadurch, dass Verf. die
Namen der von letzteren aufgestellten, zum Theil jedoch nur sup-
ponirten Arten durchweg aufgenommen hat — was man von den
wirklich existirenden Arten nicht gerade sagen kann — zeigt er,
dass er vorwiegend ein Repertorium der die Europäische Dipteren-
fauna betreffenden Literatur, nicht aber der dieser Fauna angehö-
rigen Arten hat liefern wollen. Natürlich würde der Catalog ja
auch in jenem ersften Sinne immerhin als Hülfsmittel zum Nach-
schlagen verwendbar sein, doch wäre ihm als solchem nur grössere
Vollständigkeit und eine mehr consequente Durchführung zu wün-
schen gewesen. Zahlreiche synonymische und nomenklatorische Irr-
thümer, welche an der »Fauna« theils direkt gerügt, theils indirekt
verbessert worden sind, haben sehr allgemein eine unveränderte
Aufnahme in den Catalog gefunden, so dass selbstständige Arten
nach der ihnen gebührenden Benennung nicht selten fehlen, während
andere, ganz unverbürgte aufgeführt worden sind. So fehlt z. B.
unter Hydrophorus der sehr bekannte und verbreitete H. viridis
Meig. (ausserdem auch H. pectinatus) ganz, während H. praecox
Lehm, zweimal, als H. praecox und inaequalipes aufgeführt ist.
Weshalb Dolichopus fallaciosus in den Catalog aufgenommen und
D. eurypterus weggeblieben ist, lässt sich ebenso wenig einsehen,
514 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
als weshalb der Name »dj'sopes« in »disopes« und »strategus« in
»stratae^us« emendirt worden. Arten , deren nächste Verwandte
bei der Beschreibung speziell hervorgehoben sind, wie Gymnopter-
nus piliger und grallator (bei G. regalis >, Laphria Hecate und au-
riflua (bei L. ephippium), Dolichopus fallaciosus (bei D. signatus)
bringt Verf. trotzdem bei solchen unter, mit denen sie nicht die
geringste Verwandtschaft haben, während er doch andererseits z. B. die
Syrphus-Arten mit schwarzem Untergesicht sogar als besondere Gat-
tung Melanostoma (!) abzweigt. Im Gegensatz hierzu wird z.B. die
Gattung Nematroproctus, welche sich nur durch die Insertion der
Fühlerborste von Porphyrops unterscheidet, mit Diaphorus aber nicht
einmal eine entfernte Aehnlichkeit hat, der letzteren als Unterorattune:
zugeschoben. Kurz, für die Bearbeitung einer zweiten verbesserten
Auflage wird es dem Verf. an Stoff in dieser ersten keineswegs
mangeln. Bei einer solchen würde es sich dann ferner auch als
zweckmässig erweisen, die Typographie wesentlich zu ändern und
durch dieselbe mehr Uebersichtlichkeit in das zusammengestellte Ma-
terial zu bringen. Die Namen Orthocera, Polyneura etc. sind für einen
Catalog ganz überflüssig; diejenigen der Familien, Gattungen, Unter-
gattungen, Arten und Varietäten sind das allein Wesentliche. Da aber
die Gattung wichtiger als die Untergattung ist, so muss (umgekehrt
als in dem vorliegenden Catalog geschehen ist) der Name der er-
steren durch den Druck schärfer hervortreten als derjenige der
letzteren, w^elcher sich hier sonderbarer Weise mit demjenigen der
Unterfamilien (Gruppen) auf gleichem Niveau befindet.
Von des Verf.'s ^Fauna Austricaca, die Fliegen" sind
während d. J. 1863—64 die sechs letzten Hefte (9. — 14.)
publicirt und mit diesem, wie bereits bemerkt, das Werk
abgeschlossen worden. Es sind in denselben die Acaly-
pteren mit den Gruppen der Platystominen , Ulidinen,
Sapromyzinen, Trypetinen, Sepsinen, Tanypezinen, Psili-
nen, Chloropinen, Ephydrinen, Drosophilinen, Geomyzi-
nen, Ochthiphiiinen, Milichinen, Agromyzinen und Bor-
borinen beendigt und ausserdem die Familie der Pho-
riden so wie die ganzen Abtheilungen der Nematoceren
und Pupiparen abgehandelt worden. Die unter den Ti-
pularien neu aufgestellten Gattungen hat Verf. ausserdem,
wie bisher, in einem vorläufigen Commentar (Wien. Ent.
Monatssch. VII. p. 217 ff.) charakterisirt. — Mag man auch
mit Recht an dem Werk des Verf.'s das Eine oder An-
dere auszusetzen und schwache Seiten in demselben auf-
der Entomolugie während der J. 1863 — 64. 5l5
gefunden haben, so macht unbestritten schon der Um-
fang" desselben seinem Eifer und seinem Fleiss alle Ehre.
Histoire naturelle des environs de Paris, oeuvre
posthume du Dr. Rob ineau - D es voi dy, publice par
les soins de sa famille, sous la direction de M. H. Mon-
ceaux. Paris 1863. (2 Vol. in 8., 1143 und 920 pag.) — Es
ist wohl kaum von den Dipterologen ein Werk so allge-
mein und mit so grossem Recht angegriffen worden, als
der Essai sur les Myodaires des ebengenannten Verf.'s,
welcher ohne die Kenntniss des darin behandelten Ge-
genstandes irgendwie zu fördern, ausschliesslich darauf be-
rechnet schien, die Synonymie bis in's Aeusserste zu ver-
wirren. Es musste daher die vor einigen Jahren von
Seiten der Societe entomol. de France empfohlene und
in Aussicht gestellte Publikation eines neuen, sehr aus-
gedehnten Werkes, dessen Manuskript sich in dem Nach-
lass Robineau-Desvoidy's vorgefunden hatte, unwill-
kührlich die Besorgniss einer w^eiteren Calamität für die
Dipterologie erwecken und hat diese Nachricht schon
damals, wie beim Ref., gewiss auch bei manchem Anderen
den stillen Wunsch hervorgerufen, dasselbe nicht gedruckt
zu sehen. In wie hohem Grade jene Besorgniss und der
sich daran knüpfende Wunsch gerechtfertigt war, dafür lie-
fert das vorliegende Opus pothumum desYerf.'s trotz der
ihm vom Herausgeber gezollten Lobeserhebungen fast
auf jeder Seite den vollgiltigsten Beweis ; es stellt dem
wissenschaftlichen Bearbeiter der Dipteren nur die Alterna-
tive, es entweder vollständig zu ignoriren oder die darin
abgehandelten Familien ferner bei Seite liegen zu lassen.
Sich durch die Beschreibungen von 2,240 Arten und 370
Gattungen, wie sie der Verf. hier vorlegt, durchzuarbei-
ten, um schliesslich eine immense Zeit und Mühe vollkom-
men nutzlos verschwendet zu haben, dazu kann sich ein
ernster Forscher wohl in der That nicht gut hergeben!
Die Dipteres des environs de Paris sind in den beiden hier vorlie-
genden und (jeder) mehr als drei Finger dicken Octavbänden nicht etwa
vollständig abgehandelt, sondern das Werk beschränkt sich, was aus
der oben angeführten Artenzahl kaum glaublich erscheint, einzig
516 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
und allein auf die Gruppen der Oestriden, Tachinarien, Dexiarien,
Sarcophagiden und Muscinen, also auf einen Bruchtheil einer ein-
zigen Familie der Ordnung Diptera. Man wird immerhin annehmen
können, dass die den genannten Gruppen angehörigen Arten selbst
im mittleren Europa noch keineswegs vollständig gekannt sind und
dass noch ein guter Theil derselben zu entdecken ist; ebenso fest
wird sich aber Jeder, der dieselben an irgend einer Lokalität mit mehr
Aufmerksamkeit und Eifer gesammelt hat, davon überzeugt halten,
dass in der Umgegend von Paris nicht 1452 Tachinarien-, 283 Sar-
cophagiden- und 400 Muscinen - Arten (oder, da die Zahl der aus
anderen Lokalitäten untermischt angeführten Arten nur eine geringe
ist, wenigstens nicht viel weniger, als jene ZiflFern angeben) exi-
stiren können. Sollte aber auch Jemand eine solche Artenzahl für
möglich halten, so wird er sich bei näherer Einsicht des Bobi-
ne au'schen Buches wenigstens leicht davon überzeugen können,
dass sie sich höchstens auf dem Papier, nicht aber in natura vor-
findet; die Beschreibungen des Verf.'s liefern hiervon in den ver-
schiedensten Gattungen den besten Beweis, gleichzeitig freilich auch
den, dass sie mit einiger Sicherheit zu deuten, ein vergebliches
Bemühen sein würde. Gewisse Gattungen bieten in der That das
Unglaublichste dar, was man in der Aufstellung neuer Arten ver-
langen kann. Von 34 (unter drei Gattungen vertheilten) Micropal-
pus-Arten sind nicht weniger als 25, von 35 Erichsonien (neue
Gattung, auf Sarcophaga haemorrhoa Meig. begründet) sogar 34
Arten neu und eine Tachinarien - Gattung Phryxe des Verf.'s, unter
welcher fast als einzige näher bekannte Art Tach. (Exorista) vul-
garis Meig. figurirt, umfasst nur 240 Arten! Gleich wie bei den
Species sucht Verf. auch bei den Gattungen mit Zahlen zu impo-
niren; denn dass es ihm bei Aufstellung derselben nicht gerade auf
gute Gründe ankommt, dafür spricht wohl der Umstand, dass Chry-
sosoma aurata und viridis jede zu einer besonderen erhoben wor-
den sind. Für solche massenhaft aufgestellten Gattungen bezeich-
nende Benennungen zu finden, war natürlich keine leichte Aufgabe ;
indessen hat sich der Verf. dieser Mühe auch gar nicht unterzogen,
sondern theils längst vergebene Namen (Arge, Bonellia, Erichsonia,
Loevia — sie ! u. A.) ohne Bedenken nochmals aufgetischt, theils seine
Dipteren-Gattungen nach beliebigen Entomologen, gleichviel ob sie je
ein Dipteren beschrieben, sich mit dieser Ordnung irgendwie be-
kannt gemacht haben oder nicht (Schaumia, Aubea, Javetia, Stür-
mia, Spinolia. PaykuUia u. s. w.) benannt. Ob in dieser Benennung
irgend ein vernünftiger Sinn liegt, darauf kommt es ihm weiter
nicht an, ebenso wenig auch darauf, eine bereits benannte Gattung
(Metopia) nach Belieben mit einem anderen und überdies schon
vergebenen Namen (Argyria) zu belegen. Alles dies wird jedoch
der Entomologie während der J. 1863—64. 517
noch weit durch die Art übertroffen, in welcher der Verf. sich mit der
Charakteristik und der Abgränzung der höheren systematischen Ab-
theilungen, wie Familien, Gruppen u. s. w. abzufinden weiss. Nach-
dem er die Oestriden, deren er aus der Umgegend von Paris nur
drei Arten (0. ovis, bovis und equi) kennt, als eigene Familie be-
handelt, theilt er die »Myodaires« zunächst in Calypterata und Aca-
lypterata, um erstere dann folgendermassen weiter zu zerlegen: a)
Fühlerborste meist nackt, »larvae Insectorum parasitae« : 1) Ento-
mobiae. — b) Fühlerborste meist behaart, »larvae sarcobiae, copro-
biae; viviparae«: 2) Gmosomae. 3) Macropodeae. 4) Theramydae. 5)
Muscidae. — Um die hierin liegende unerhörte Unkenntniss der be-
kanntesten Thatsachen ganz einsehen zu können, muss man erfah-
ren, dass Verf. unter »Entomobiae« ausser den eigentlichen Tachi-
nen die Ocyptera-, Gymnosoma- und Phasia -Gruppen begreift, als
»Graosomae« einige mit Myobia verwandte Formen absondert, unter
»Macropodeae« die Dexiarien und unter »Theramydae« die Sarco-
phagiden versteht. Nimmt man nun selbst an, dass die der 2. bis
5. Gruppe zugeschriebenen »lebendig gebärenden Larven« nur auf
einem Schreibfehler beruhen — wiewohl sich die Angabe »Larvae
viviparae« noch mehrmals, z. B. in Band II. p. 294 wiederholt —
und dass mit dem Lebendiggebären die Fliegenweibchen gemeint
sind, wie sich das z. B. in Band II. p. 416 findet, so würde aus der
Gegenüberstellung der Tachinen doch immer hervorgehen, dass Verf.
diese nicht für lebendiggebärend hält (während sie es gerade vor-
zugsweise sind) und ebenso, dass Verf. andererseits die Myobien
und Dexiarien nicht für Parasiten von Insekten ansieht, was sie
bekanntlich ebensowohl sind wie manche Sarcophagen und selbst
(vielleicht nur gelegentlich) einige Muscinen. Dass übrigens die
Gruppen 2—5 keineswegs durchweg vivipar seien, ist dem Verf.
im Verlauf seiner Arbeit noch zum Bewusstsein gekommen, da er
(Bd. IL p. 292) unter abermaliger Vorausschickung des Charakters
»Larvae sarcobiae, coprobiae, viviparae« (!) nur die Graosomae, Ma-
cropodeae und Theramydae als vivipar, die Muscidae dagegen als
ovipar bezeichnet, ohne sich freilich darum zu kümmern, ob dieser
Unterschied auch durchgreifend ist. Eine gleiche, wenn nicht noch
grössere Unbefangenheit dokumentirt Verf. bei der Eintheilung der
Tachinarien (Entomobiae) in: 1) Campephagae(d. h. deren Larven
in Schmetterlingsraupen), 2) Carabophagae (deren Larven in
Käfern), 3) Melittophagae (deren Larven in Hymenopteren-
Larven) und 4) Cimecophagae (sie! — deren Larven in Hemi-
pteren schmarotzen). Zwar werden diese Gruppen nicht charakte-
risirt, sind auch nach dem eigenen Geständniss des Verf.'s in ihrer
Lebensweise noch so unvollständig bekannt, dass man die Ordnung
der Insekten, in welchen ihre Larven parasitiren, nur dem kleinsten
518 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch.Leist. im Gebiete
Theile nach kennt; indessen das verhindert den Verf. nicht, die
Stellung jeder einzelnen Gattung zu erkennen, »puisque les cara-
eteres generiques varient suivant chaque ordre« (!?). Was es nun
aber mit diesem Erkennen für eine Bewandniss hat, geht z. B. dar-
aus hervor, dass Ref. die Macquartia aenea aus einer Chrysomeli-
nen-Larve erzogen hat (die Wiithsthiere dieser Gattung waren bis-
her unbekannt) , dass die Gattung Macquartia bei Rob.-Desv. aber
dennoch unter den Campephagen figurirt. Auch nimmt Verf. selbst
es mit den von ihm etablirten Gruppen nicht allzu genau, denn er
führt z. B. (Bd. IL p. 44) die Schaumia bimaculata, welche er als
»Tenthredinophage« angiebt, unter seinen »Carabophagen«, und die
Gattung Hyalomyia, von welcher eine Art aus einem Curculio erzo-
gen worden sein soll (Bd. II. p. 239), unter seinen »Cimecophagen«
auf. — Solcher Proben, von denen man in der That nicht weiss,
ob man sie einer grenzenlosen Leichtfertigkeit oder, was wohl nä-
her liegt , einer völligen Unzurechnungsfähigkeit zuschreiben soll,
Hessen sich nun mit Leichtigkeit hunderte zusammenstellen ; die hier
vorgelegten mögen indessen genügen, um die Dreistigkeit, welche
dazu gehört, ein derartiges Produkt zum Hohn aller Wissenschaft
zu publiciren, in das rechte Licht zu setzen. Die Societe entomol.
de France und das von ihr zur Begutachtung des Manuskriptes
eingesetzte Comite sollten aber, wenn ihr wissenschaftlicher Ruf
ihnen nur einigermassen werth ist, in Zukunft mit ihren Befürwor-
tungen vorsichtiger zu Werke gehen und nicht da mit unbegrün-
detem Lob eintreten, wo die einfachste Sachkenntniss nur völlig
Verwerfliches aufünden kann. Wenn es in der von Dr. Du che
verfassten und dem Robineau'schen Werke vorgedruckten Lebens-
beschreibung des Verf.'s, worin die nachträgliche Publikation dieser
beiden Bände mit derjenigen von S w ammerd amm's Bibel der
Natur durch B oerhaave in wahrhaft blasphemistischer Weise ver-
glichen wird, am Schlüsse heisst: »Noblesse oblige! Le manuscrit
sera public«, so kann darauf nur erwidert werden: Die Wissen-
schaftlichkeit hätte verlangt, dass es ungedruckt geblieben wäre.
Cam. Rondani's Dipterologiae Italicae prodromus
ist im J. 1864 mit dem vierten Bande fortgesetzt worden,
durch welchen die Reihe der fünf ersten jetzt vorliegen-
den Bände vervollständigt wird. Derselbe enthält eine
Fortsetzung der im dritten Bande unterbrochenen Tachi-
narien, deren 40. bis 75. Gattung abgehandelt wird. Auch
hier fehlt es nicht an zahlreichen neuen, in ihrer Zusammen-
setzung und Bedeutung oft bedenklichen Gattungsnamen,
deren Verf. zugleich auf p. 7 — 12 eine ganze Reihe als
der Entomologfie während der J. 1863 — 64. 519
Ersatz für früher von ihm angewandte, aber bereits an-
derweitig vergebene vorlegt. Als.Nachtrag zum 3. Bande
wird (p. 152 ff.) die Beschreibimg einer Anzahl neuerdings
entdeckter Italienischer Tachinarien gegeben.
P. Lioy, J Ditteri distribiuti secondo im nuovo
methodo di classificazione naturale (Atti delT Institute
Yeneto 3. ser. IX. p. 187 ff., X. p. 59 ff.) ist dem Ref. nicht
zur spezielleren Einsicht zugänglich gewesen.
Loew setzte seine „Monographs of theDiptera of North-
America, prepared for the Smirhsonian Institution" mit einem
zweiten Bande (Washington 1864. 8, 360 p. c. tab. 5) fort, in
welchem er eine sehr umfassende und von vorzüglichen
Abbildungen begleitete monographische Bearbeitung der
Nord- Amerikanischen Dolichopoden liefert. Da, abgese-
hen von den unbrauchbaren Beschreibungen Walker's,
bis jetzt nur wenige Nord-Amerikanische Arten dieser Fa-
milie durch Wi e de mann, Sa Y und Mac quart bekannt
gemacht worden waren, so gewährt die vorliegende Ar-
beit durch die Fülle des darin bekannt gemachten Mate-
rials einen ganz unerwarteten Einblick in den Charakter
der dortigen Dipteren - Fauna , um deren Kenntniss sich
auch auf diesem Gebiete der unermüdliche Fleiss des
Baron Osten -Sacken ein nicht genug anzuerkennen-
des Verdienst erworben hat. Die Mehrzahl der vom Verf.
beschriebenen Arten, welche besonders in den Gattungen
Dolichopus (47 A.) , Gjmnopternus (29 A.) , Chrysotus
(12 A.) und Psilopus (21 A.) reich vertreten sind, ist
dem Verf. von dieser Seite her zugekommen. (Näheres
siehe Dollchopodidae !)
Derselbe publicirte ferner Fortsetzungen seiner
„Diptera Americae septentrionalis indigena'^ mit der drit-
ten bis fünften Centurie (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 1
und 275 ff., VIII. p. 49 ff.). Neben verschiedenen Fami-
lien der Brachycera (darunter besonders artenreich die
Empidae, Syrphidae und Muscariae) sind diesmal auch
die Nematocera durch zahlreiche Arten vertreten. Einem
die fünf ersten Centurien in zusammenhängender Pagini-
rung umfassenden Separat- Abdruck ^Berlin, 266 S. in 8.)
520 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ist ein systematisches Verzeichniss der in denselben ent-
haltenen Gattungen und Arten beigegeben.
Enumeratio Dipterorum, quae C. Tollin ex Africa
meridionali (Orangestaat, Bloemfontein) misit, auct. H.
Loew (Wien. Entom. Monatsschr. VII. p. 9— 16). Eine
Aufzählung von 44 Arten verschiedener Familien, von
denen nur 16 bereits beschrieben, die übrigen neu sind;
letztere werden durch lateinische Diagnosen festgestellt.
Locw, Ueber bei Sliwno im Balkan gefangene
Dipteren (ebenda VII. p. 33—35). Es werden 24 Arten
verzeichnet, von denen 9 mit den früher für Varna auf-
gezählten identisch sind, einige in ihren Abweichungen
erörtert werden; eine Art wird als neu beschrieben.
„Ueber zu Dürrenberg beobachtete halophile Dipte-
ren" machte derselbe (Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwiss.
XXIII. p. 336—347) interessante Mittheilungen, welche
sich besonders auf die Naturgeschichte der Halmopota
salinaria beziehen. Während das entwickelte Insekt in
grosser Individuenzahl die in der Nähe des Gradirhauses
befindlichen SooUachen umschwärmte, fanden sich Lar-
ven sowohl als Puppen in ebenso grossen Mengen in den
Sooltrögen vor. Von sonstigen halophilen Dipteren fand
Verf. Ephydra riparia Fall. , die bisher nur aus Sicilien
und Triest bekannt gewordene Lispe crassiuscula, Thino-
phiius flavipalpis Zett., Medeterus tenuicauda Lw. und
eine neue Art der Gattung Atissa. Letztere wird vom
Verf. gleich den Entwickelungsstufen der Halmopota aus-
führlich charakterisirt.
„Ueber die in der zweiten Hälfte des Juli 1864 auf
der Ziegelwiese bei Halle beobachteten Dipteren*^ han-
delte derselbe (ebenda XXIV. p. 377— 396). Verf. stellt
ein systematisches Namensverzeichniss der während dreier
kurzer Vormittags-Excursionen von ihm erbeuteten Arten
zusammen, welches unter 185 fünf hier beschriebene neue
aufweist. Ueber verschiedene andere werden ergänzende
und berichtigende Mittheilungen gemacht.
Egger's „Dipterologische Beiträge, Neue Folge"
(Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XllL
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 521
p. 1101 — 1110) enthalten Beschreibungen von 24 neuen
Oesterreichischen Tipularien.
J. Mik, ^Beschreibung neuer Dipteren*^ (ebenda
XIII. p. 1237 ff.) und „Dipterologische Beiträge^ (ebenda
XIV. p. 785 — 798) machte im Ganzen elf neue Europäi-
sche Arten verschiedener Familien bekannt, von denen
einige auf Taf. 21 abgebildet sind. Seltnere bei Görz
vom Verf. gesammelte Arten werden aufgezählt und
über die Zucht verschiedener Dipteren aus Larven Mit-
theilungen gemacht.
Auch von Frauenfeld und Giraud wurden im
13. und 14. Bande der Verhandl. d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. zu Wien zahlreiche die Metamorphose inländischer
Dipteren betreffende Beobachtungen veröffentlicht, wel-
che, da sie sich meist auf einzelne Familien und Gattun-
gen beschränken, in dem speziellen Theile des Berichtes
gehörigen Ortes ihre Erwähnung finden.
Puls hat nach der von ihm gekauften Dipteren-
Sammlung Ruthe's ein Verzeichniss der bei Berlin von
Letzterem aufgefundenen Arten zusammengestellt. Das-
selbe bildet eine Beilage zur Berl. Ent. Zeitschr. VIII.
(14 S. in 8.).
Eine völlig werthlose Schreibe-Arbeit, deren Publikation die
Urtheilsfähigkeit der Redaktion recht zu illustriren geeignet ist. Bei
seiner ungemeinen Dürftigkeit und Unvollständigkeit trägt das Ver-
zeichniss nicht das Mindeste zur Charakteristik der Berliner Dipte-
ren-Fauna bei; in manchen Familien (z. B. Dolichopoden) ist ge-
genwärtig schon die doppelte Artenzahl bekannt. Zum Theil feh-
len selbst die gemeinsten Arten , wie Isopogon brevirostris, Lasio-
pogon cinctus, weniger häufiger, wie z. B. Dasypogon diadema und
zahlreicher anderer gar nicht zu gedenken. Aber auch für die darin
aufgeführten Arten ist das Verzeichniss für nichts weniger als glaub-
würdig anzusehen ; Milesia splendida, Otites lamed, Volucella zona-
ria, Cyrtopogon maculipennis u. a. sind Arten, welche Ruthe aus
anderen Gegenden erhalten und ausnahmsweise, weil sie ihm be-
sonders gefielen, seiner Sammlung einverleibt hat, wie Ref. dies zu-
fällig aus seinem eigenen Munde weiss. Es ist keine Rede davon,
dass diese Arten bei Berlin vorkommen.
Sn eilen van Vollenhoven, Beschrijving van
eenige nieuwe soorten van Diptera i^Verslag. en Mede-
522 Gerstaecker: Bericht üb. J. wissensch. Leist. im Gebiete
deel. d. Kon. Akad. van Wetcnsch., Natiiurk. XV. 1863.
p. 8— 18. c. tab.) Beschreibung- von zwölf neuen Asiati-
schen Dipteren verschiedener Familien, aus Japan, von
den Sunda-Inseln und Molukken stammend.
Catalogue of the Dipterous Insects collected in Wai-
giou, Mysol and North - Ceram by Mr. A. Wallace,
with descriptions of new species by F. Walker (Journ.
proceed. Linnean soc. of London VlI. p. 202 — 238). Die
Art und Weise, in welcher Verf. die neuen Gattungen
und Arten charakterisirt, ist dieselbe wie bisher und
braucht nach dem in den früheren Berichten gemachten
Angaben nicht von Neuem gekennzeichnet zu werden. Die
Aufzählung erfolgt nach den Lokalitäten gesondert: My-
sol ist durch 100, Walgiou durch 40, Nord-Ceram durch
42 undGorrite (bis zum Schluss des vorliegenden Heftes)
durch 1 Art repräseiitirt.
Die Literatur der Dipteren ist ferner durch zwei
ausgezeichnete Monographieen bereichert worden, welche
beide aus dem J. 1863 datiren: F. Brauer, Monographie
der Oestriden, herausgegeben von d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. in Wien. Mit 10 Kupfertafeln. Wien (8. 291 S.),
in systematischer und biologischer Hinsicht gleich wich-
tig. — Zweitens: J. Winnertz, Beitrag zu einer Mo-
nographie der Pilzmücken (Mycetophilidae), aus den Ver-
handl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien 1863 separat
abgedruckt: Wien, 1863. (8. 328 S. mit 3 Taf.).
On the Diptera or two-winged Insects of the Am-
ber-fauna: a lecture by Director Loew at the meeting
of the German Na-turalists in Koenigsberg , translated
by Baron Oste n- S a c k en (ISilliman's Americ. Journ. of
science and arts XXXVIL p. 305— 324).
TipUlariae. Loew (Wien. Ent. Monatsschr. YIII. p. 120 ff.)
machte Mittheilungen über die Europäischen Tipula-Arten, deren
Weibchen verkümmerte Flügel haben. Auf dieselben eine besondere
Gattung zu gründen, wie dies von Rondani mit seinem Pterela-
chisus Berteii geschehen ist, hält Verf. für durchaus unstatthaft, da
der Grad der Verkümmerung je nach den Arten verschieden ist
und Uebergänge zu vollständig geflügelten Arten nicht fehlen. Die
von Haliday als Tip. dispar beschriebene Art nimmt Verf. für
der Entomologie während der J. 1863 — 64, 523
identisch mit pagana Meig. an, giebt von derselben eine erneuete Be-
schreibung und fügt die einer neuen Art, Tip. autumnalis aus der
Gegend von Meseritz, hinzu.
Derselbe, Ueber Tipula sinuata und ihre nächsten Ver-
wandten (ebenda VIII. p. 128 ff.) führt Tipula gigantea Schrank auf
die ältere Tip. sinuata Fab. zurück und beschreibt zwei derselben sehr
nahe stehende Arten aus dem südlichen Spanien als Tip. repanda
und Iriangnlifera.
Derselbe (Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwiss. XXIV. p. 380 ff.)
machte Cemtopogon seliger und mvndus als n. A. von der Ziegelwiese
bei Halle bekannt und erörterte einige andere Arten dieser Gattung in
ihrer Synonymie. Ausführliche Mittheilungen macht Verf. ferner über
die beiden Geschlechter von Macropeza albitarsis Meig., deren sehr
verschieden gestaltetes Männchen er in dem Ceratopogon valvatus
Winn. zu erkennen glaubt. Dasselbe ist auffallend kleiner als das
Weibchen, überall glänzend schwarz und hat weder die verlänger-
ten Flügel noch die langgestreckten Beine des Weibchens. Von
M eigen sowohl als Schiner sind die Weibchen als Männchen
beschrieben worden, letzteres ihnen aber ganz unbekannt geblieben.
Egg er (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII.
p. 1101 fi'.j beschrieb als neue Oesterreichische Arten: Tipvla Win-
nerlzii, heros, HJayer-Dtirii {sie \), monlivtn, Avialopis tipulina, Gnivn-
densis und opoco, Dasijptera distificla, Trichoslichn icterica, Erio-
ftera propinqua, Gonomyia scvfellala und cincla, Ephelia viiliaria,
Dachjlolabis tergestina , Frauenfeldi und sif-mplectoidea, Limnophila
kospes, Elliptera omis^a., Liinnobia Croatica und pilipennis, Cerato-
pogon myrmecophilus, Chironomus Gmundensis, Tangpxis pkatla und
forcipatns.
Mik (ebenda XIV. p. 791 ff. Taf, 21) Macrocera annulicoxa n. A.
aus Wien, Geranomyia maculipennis und Limnobia Goritiensis n. A.
aus Görz.
Siebke (Nyt Magaz. f. Naturvidensk. XII. 1863. p. 171 ff.)
Hirtea femornlis, Campylomyia alpina, Limnobia parva und ma-
croura, Tipula circumdata, Trichocera hirlipennis, Bolilophila dubia,
Gnoriste longirostris und Boletina confonnis als n. A. von Dovrefjeld.
L 0 e w (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 2 ff.) beschrieb Dixa mar-
ginata, terno, centralis, notata und fnscn als n. A. aus Nord-Ame-
rika. — Ebenda p. 276 ff. Holorusia, nov. gen., von Tipula durch
stark geschwungenen letzten Abschnitt der zweiten Längsader, durch
verkümmerte Querader zwischen der ersten und zweiten Längsader
und kurze Fühlerglieder, welche höchstens mit sehr kleinen Börst-
chen besetzt sind, unterschieden. — Art: Hol. rubiginosa aus Cali-
fornien. — Tipula apicnlis, tessellata, septenfrionalis, longiventris,
fasciata, fragilis, suspecta, ignobilis, fallax, grata, discolur, subfa-
524 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
sciata, serta, balioplera^ pallida , tersicolor^ hebes , angustipennis,
appendiculata, valida, speciosa, submaculala^ cincta, casta, infuscala,
eluln, strepenSj bella, caloptera und umbrusa, Pacliynhina incurva,
pedu7tculata, punctunif unifasciata, abbreviata, suturalis, circmnscripla^
cucera, polymera und lenuis, Stygeropis (neue Benennung für Prio-
nocera) sordida , sämmtlich aus Nord - Amerika, — Ebenda Vlil.
p. 50 Ö". C ha s tna t ono t u s , nov. gen., von Hydrobaenus durch län-
gere Taster und bei beiden Geschlechtern füufgiiedrige Fühlergeis-
sel unterschieden ; Thoraxrücken durch eine feine, hinten grubig er-
weiterte Spalte getheilt. — Art: Chasm. unitn acuta tu s. — Bibio hir-
tus, inaequalis, nervosus, obscurus, luyens, variabilis fi alernus^ ab'
brevialuSj nigripilus, basalis und longipes, Scatopse pygmaea, Tipula
fraterna, ternaria., pubera, macrolabis, serrulala, Canadensisj lali-
pennis, centralis, anguluta und tephrocephala^ Pachyrrhina tiobiliSf
virescens, lugens, vittula, nniinaculala^ sodalis, occipitalis, xanlho-
Stigma und gracilicornis n. A. aus Nord-Amerika.
Walker (Journ. proceed. Linnean soc. VlI. p. 202, 223 und
230 ff.) machte Limuobia attroatra und selectissima ^ üymnoplistia
melancholica als n. A. von Mysol, Leia indivisa als n. A. von Wai-
giou, Sciaia poiiderosa, Limnobia delectala und innotabilis als n. A.
aus Nord-Ceram bekannt.
Bigot (in Maillard, Notes sur l'ile de la reunion II. Dipteres
p. 37) Tipula rubiginosa als n. A. von Bourbon.
J. Winnertz, Beitrag zu einer Monographie der Pilzmük-
ken (Mycetophilidae) in: Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu
Wien XIII. p. 637— 964. Taf. 18— 21. —Verf. diskutirt zunächst den
der Mycetophiliden-Gruppe zu gebenden Umfang, indem er die von
Meigen, Macquart, Zetterstedt und Haliday darunter
vereinigten Gattungen in Bezug auf ihre Zusammengehörigkeit be-
spricht ; er entscheidet sich für die von Meigen vorgenommene
Abgränzung seiner Pilzmücken, von denen jedoch die Gattung Dixa
auszuschliessen ist. Nach einer Zusammenstellung der von verschie-
denen Autoren über die Lebensweise der ersten Stände und deren
Merkmale gemachten Angaben wird die Gruppe in ihren wesentli-
chen Charakteren erläutert und auf Grund der Verschiedenheiten
in Flügelgeäder und den Punktaugen gegliedert. Es ergeben sich
hiernach zunächst drei Unterabtheilungen, von denen die Sciophi-
linae und Mycetophilinae in sich abgeschlossen sind, die dritte je-
doch fünf diesen gleichwerthige Gruppen enthält : Diadocidinae,
Mycetobinae, Bolitophilinae, Macrocerinae und Ceroplatinae. Von
letzteren umfassen die Mycetobinen und Ceroplatinen je 3 , die
übrigen nur 1 Gattung ; dagegen sind die Sciophilinen durch 6 und
die Mycetophilinen durch 27 Gattungen vertreten. Als neue Gat-
tungen werden aufgestellt: Etnpheria, nov. gen. (Sciophilinae),
der Entomologie wälirend der J. 1863 — 64. 525
auf Sciophila striata Meig, und sechs neue Arten begründet, P o-
lylepta, nov. gen. (Sciophilinae) 4 n. A., Lasiosoma, nov. gen.
(Sciophilinae) für Scioph. hirta Meig.. thoracica Staeg., lutea Macq.
u. a. — • Empalia, nov. gen. (Sciophilinae) für Scioph. vitripennis
Meig. — Alle folgenden gehören den Mycetophilinen an : Sy nt emna
nov. gen., mit einer neuen Art: Sy7it. morosa. — Anaclinia, nov.
gen., für Mycetoph. nemoralis Meig. — Phthinia, nov. gen. mit
drei neuen Arten. — G lap liy r o p t er a, nov. gen. , für Leia fasci-
pennis Meig., fasciola Meig., subfasciata Meig., Winthemii Meig.
u.a. — C 0 el 0 sia, nov. gen., für Boletina flava Staeg. und 1 n. A.
— Äcnemia, nov. gen., für Leia nitidicollis Meig. und 2 n. A. —
D oc osi a , nov. gen., für Mycetoph. sciarina Meig., unter welcher 2
Arten vermengt sind. — Brach ypeza, nov. gen. mit 4 n. A. —
Rymosia, nov. gen., für Mycetoph. fasciata, maculosa, fenestralis
Meig. u. a. — Allodia, nov. gen., für Mycetoph. lugens Meig.,
crassicornis Stann. , punctipes Staeg. u. a. — Brachycampta,
nov. gen. , für Mycetoph. bicolor Macq., alternans Zett. u. a. —
Tri c ho Uta , nov. gen., für Mycetoph. melanura und submaculata
Staeg. — An at etla, nov. gen. mit 3 n. A. — P hro ni a , nov.
gen., für Mycet. nitidiventris Wulp und zahlreiche neue Arten. —
Ex echia, nov. gen.. für Mycet. leptura Meig., fungorum Geer
lateralis Meig. u. a. — Zygomyia, nov. gen., für Mycet. vara Staeg.,
pictipennis Staeg. und notata Stann. — Scept onia, nov. gen., für
Mycet. nigra Meig. und 1 n. A. — Epicypta, nov. gen., für My-
cet. punctum Stann. und scatophora Perr. — Mycothera, nov.
gen., für Mycetoph. dimidiata Staeg. und semifusca Mg. — D y n a-
tosoma, nov. gen., für Mycetoph. fascicornis (= praeusta) Meig.
und nigricoxa Zett. — Die Zahl der in dieser Monographie bekannt
gemachten neuen Arten ist eine ausserordentlich grosse , gegen
welche die der bereits beschriebenen fast verschwindet. Auf den
beifolgenden vier Tafeln werden besonders die für Gattungen und
Arten charakteristischen Modifikationen des Flügelgeäders zur An-
schauung gebracht.
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII.
p. 1258) handelte in seiner Arbeit über die in Phragmites communis
lebenden Insel^en die Naturgeschichte von Cecidomyia inclusa Frfld.,
{Epidosis) phragmitis n. A., Lasioptera flexuosa Winn, und arundi-
nis Schin. ab. Die neue Art wird nach dem Weibchen, die Cecid.
inclusa Frfld. von Neuem nach beiden Geschlechtern charakterisirt.
Derselbe, Description et biologie de trois especes nouvelles
du genre Cecidomyia (ebenda XIII. p. 1301 — 1306) machte Cecido-
myia (Honnomyia?) corni, {Diplosis) asclepiadis und aceriiia als neue
Oesterreichische Arten bekannt. Erstere wurde aus den bekannten,
schon von Malpighi abgebildeten Gallen der Blätter von Cornus
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. II
526 Gerstaeckor: Bericht üb. d, wissensch. Leist. im Gebiete
sangninea erzogen ; die Larve der zweiten lebt in den Schoten von
Vincetoxicum officinale und die dritte entwickelte sich aus den auf
den Blättern von Acer pseudoplatanus befindlichen Gallen der Cy-
nips aceris Schrnk, Die Cecid. corni hat drei Chalcidier zu Pa-
rasiten.
Cecidomyia Giraudi Frauenfeld (ebenda XIII. p.l233) n. A.
aus Oesterreich, nach beiden Geschlechtern beschrieben ; die gleich-
falls charakterisirte Larve lebt in einer Missbildung der Fiederblätt-
chen von Astragalus Austriacus Jacq.
Osten -Sacken, Lasioptera reared from a gall on the gol-
den-rot (Proceed. entom. sog. of Philadelphia I. p. 368 fif.). Verf. er-
hielt aus Stachelgallen von Solidago eine neue Art Lasioptera soli-
daginis, welche er nach beiden Geschlechtern charakterisirt. Er
unterscheidet drei Arten von Gallen an dem Stengel derselben
Pflanze, welche theils von Trypeta solidaginis, theils von einem Le-
pidopteron herrühren. Ob die oben genannte Lasioptera die dritte
dieser Gallenformen selbst bildet oder in einer derselben neben dem
Erzeuger lebt, konnte nicht festgestellt werden.
Laboulbene, Description du Sciara Bigoti, de sa larve et
de sa nymphe (Annal. soc. entomol. 4. ser. III. p. 105 — 110. pl. 2.
fig. 5) beschrieb Sciara Bigoti als n. A., mit Sc. hyalipennis Meig.
im männlichen und mit Sc. picipes Zett. im weiblichen Geschlechte
nahe verwandt. Larve und Nymphe werden gleichfalls charakterisirt
und abgebildet ; erstere fand sich in grosser Anzahl zusammen mit
Aphodius-Larven im Dünger,
A. Werner, lieber den Heerwurm (Corresp.-Blatt d. naturf.
Vereins zu Riga XIV. p. 27 — 32) ist nur Compilation aus anderen
Autoren.
Stratiomyidae. Snellen van Vollenhoven, Over eene
merkwaardige soort van tweevleuglig insect, Antidoxion fulvicorne
(Verslag. en Mededeel. der Koninkl. Akad. van Wetenschapp., Na-
tuurkunde XV. 1863. p. 1—7) besprach mit Bezug auf ein von ihm
für neu gehaltenes Dipteron aus der Gruppe der Xylophagiden,
welches deutlich 26-gliedrige Fühler hat, aber trotzdem den Bra-
chyceren angehört, die Misslichkeit der Latreille'schen Eintheilung
in Nemocera und Brachycera. Das vom Verf. unter dem Namen
Antidoxion (nov. gen,) fulvicorne beschriebene und abgebildete
Insekt, welches aus Java stammt und dem Verf. nur im weiblichen
Geschlechte bekannt ist, erweist sich der Gattung nach als vollstän-
dig identisch mit Rhachicerus Halid. Die Javanische Art ist ISMill.
lang und also beträchtlich grösser als die seit längerer Zeit be-
kannte Nord -Amerikanische Rh. fulvicollis; wegen ihres Vorkom-
mens in der alten Welt ist die Kenntniss derselben von besonderem
Interesse.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 527
Gleichzeitig hat auch Loew (Berl. Ent. Zeitschr. VIT. p. 4 ff.)
zwei neue Nord-Amerikanische Arten der Gattung als Rhachicerus
obscuripennis und varipes bekannt gemacht; ferner ebendaher: Xy-
lophagus Ivgens, Sut>nla pallipes, ISemotehis crassus, unicolor, Cana-
densis und acutirostris, Oxycera centralis und vnifasciata, Pachyga-
ster pulcher. — Ebenda p. 307: Metoponia similis n. A. von Neu-
York und obscuriventris aus Distr. Columbia.
Walker (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 203 ff.) be-
schrieb Stratiomys restricta, Saldnba gradiens und areolaris als n. A.
von Mysol. — Aulana, nov. gen.. mit Clitellaria verwandt; »Cor-
pus sat latum, Caput thorace antico paullo latius; antennae subse-
taceae, acutae, thorace vix breviores, articuli suturis indistinctis ;
thorax antioe productus et angustatus, scutellum magnum, longico-
nicum, subascendens ; abdomen breve, latum.« Flügelgeäder wie
bei Clitellaria; Diskoidalzelle rhomboidal. — Art: Aul. confirmata,
3Lin., gleichfalls von Mysol. — Musama, nov. gen. Körper kurz
und breit, Kopf nicht breiter als der Thorax, Fühler kurz, fast
spindelförmig, »valde compactae«, mit langer, fadenförmiger Borste
Thorax gewölbt, Schildchen ansteigend, zweidornig; Hinterleib
etwas niedergedrückt, kürzer und viel breiter als der Thorax; Flü-
gelgeäder wie bei Oxycera, Diskoidalzelle gross. — Art: Mus. pau-
pera von Mysol.
Stratiomys paludosa als n. A. von Dovrefjeld charakterisirt von
Siebke (Nyt Magaz. f. Naturvidensk. XII. p. 149).
Tabanina. Ckrysops maura Siebke (ebenda XII. p. 108) als
n. A. von Gudbrandsdalen aufgestellt.
Pangonia brevis, ramulifera und Tabanns corax Loew (Wien.
Ent. Monatsschr. VII. p. 9 ff.) als n. A. aus dem Orange - Staat (Süd-
Afrika, Tollin) diagnosticirt.
Tabanus exagetis, facilis und syhioides Walker (Journ. pro-
ceed. Linnean soc. VII. p. 205 f.) n. A. von Mysol, Tabanus obscura-
tus desselben (ebenda p. 232) n. A. aus Nord-Ceram.
Bombyliarii. Von Ach. Costa (Entomol. della Calabria ul-
teriore p. 51 ff. tav. 4. fig. 13) wurde eine neue Gattung Popsia
bekannt gemacht, deren unvollkommene Abbildung die Eigenthüm-
lichkeiten des Thieres wenig hervortreten lässt. Die Charakteristik
lautet: »Antennae triarticulatae, articulus primus brevis, crassus,
secundus longior, oblongus, tertius secundi longitudine, gracilis,
filiformis. Proboscis horizontalis, capite fere duplo longior, filifor-
mis. Alae venis longitudinalibus decem, ultima anali computata :
Omnibus seiunctim marginem alae attingentibus : quarta basi tertiae
et per venulam transversam quintae , quinta ibidem per venulam
transversam sextae coniunctis: area discoidali unica, elongata. —
Art: ^ops. ridibunda, V^ ^^'^' l^J^g' ^^^ ^^°^ südlichen Calabrien.
528 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Snellen van Vollenhoven (Verslag. en Mededeel. d.Kon.
Akad. van Wetensch., Natuurk. XV. p. 8f.) heschrieh Systr opus ßlv-
tnei von Java und tessellatus von Sumatra als n. A. ; erstere ist auf
der beifolgende Tafel abgebildet.
Loew (Wien. Ent. Monatssclir, VII. p. 12 ff.) diagnosticirte
Bombylius hypoxanlhus, impurus, mundus, Systoechus ftiligineus, ni-
gripes, Dischislus coracinus, frontalis, pectoralis, Anthrax obesa und
Exoprosopa Tollini als n- A. aus dem Orangestaat (Tolliu).
Derselbe beschrieb (ebenda VII. p. 34) Ploas glaucescens
als n. A. aus dem Balkan. — Ferner (Berl. Entomol. Zeitschr. VII.
p. 11 u. 308 ff.) Phthiria sulphnrea und notala, Bombylius haemorrhoi-
CU5, pulchellus, vulidus, atriceps, ravus, Systoechns candidus und vul-
gai'is, Lordotus gibbus, Geron calvus und subauratus, Systropus macer
als n. A. aus Nord-Amerika.
Walker (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 233) Anthrax
emissa als n. A. aus Nord-Ceram.
Frauen feld (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
XIII. p. 688) erzog aus weissen Maden, welche sich als Parasiten iu
den von Cemonus in Phragmites communis angelegten Brutzellen
vorfanden, zwei Exemplare der Arygromoeba leucogaster Meig. Nach
der Construktion der Cemonus-Zellen hält Verf. es nicht für denk-
bar, dass die Anthrax-Weibchen ein Ei in dieselben legen können;
er glaubt vielmehr, dass die Grabwespe selbst den Feind (als Ei oder
Larve) in ihre Zelle eintrage, lieber die Puppe des Parasiten fol-
gen einige Angaben.
Asilina. Ach. Costa (Entomol. della Calabria ulteriore
p. 49 ff. tav. 4. flg. 11 u. 12) gab Beschreibung und Abbildung vom
El aeo t oma (nov. gen.) adustiventris nndi Gastricheilus nubeculipen-
nis als n. A. aus dem südlichen Calabrien. (Erstere ist eine mit
Laphr. albibarbis Meig. sehr nahe verwandte Art der Gattung La-
phria, bei welcher der rothe Rückenfleck des Hinterleibs die drei
ersten Ringe ganz frei lässt. Verf. unterscheidet sie von Laphria
durch den Habitus, so wie durch die Kürze und Form des Endglie-
des der Fühler. Die zweite Art (G. nubeculipennis) gehört zur Gat-
tung Triclia Loew.)
Cyrtopogon Meyer-Dürii nndAsilus Heheticus Mik (Verhandl.
d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIV. p. 794) als n. A. aus der
Schweiz.
Laparus foedus, Microstylum remicorne, lituratum, Xiphocerus
tricolor f Discocephala semileslacea und Alcimus stemirvs Loew
(Wien Ent. Monatsschr, VII. p. 10 f.) als n. A. aus dem Orangestaat
diagnosticirt.
Walker (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 206) machte
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 529
Laphria divnlsa, Trupanea transacta, Asilus depulsus und didymoide^
als n. A. von Mysol, (ebenda p. 223) Laphria auribasis, Asilus bili-
gatus mid Ommatius invehens als n. A. von Waigiou, (p. 232) Om-
matius hacchoides als n. A. von Nord-Ceram bekannt.
Die Mydasiden-Gruppe wurde von Walsli (Proceed. Boston
SOG. of nat. bist. IX. p. 306) durch Mydas fulvipes n. A. aus Illinois
bereichert; Verf. beschreibt zugleich die Larve und Puppe die-
ser Art.
Empidae. Die Oesterreichischen Hemerodromia- Arten hat
Loew (Wien. Ent. Monatsschr. YIII. p. 237 ff.) in ihren Unterschie-
den erörtert. Es sind folgende: Hern, precatoria Fall, (monostigma
Zett., melanocephala Hai., flavella Zett.), nigriventris n. A., raptoria
Meig. , oratoria Fall, und unilineata Zett., welche sämmtlich einge-
hend beschrieben und in ihrer Synonymie geklärt werden. Verf.
reiht an diese Auseinandersetzung eine ausführliche Critik der Schi-
ner'schen Bearbeitung sowohl dieser als der zunächst verwandten
Gattungen.
Derselbe, Ueber Empis cothurnata Brülle und Empis hi-
spanica Loew (ebenda VIII. p. 255 ff.) widerlegt die Ansicht S c h i-
ner's von der Identität der beiden genannten Arten unter einan-
der sowohl als mit Empis morio Fab. — Ebenda p. 258 f. wird Cli-
nocera bivittata als n, A. aus Sibirien bekannt gemacht.
Derselbe, Ueber die Pachymeria- Arten aus dem Verwandt-
schaftskreise der P. femorata Fab. (ebenda VIII. p. 353 ff.). Verf.
macht zunächst in umfassender Weise auf die Schwierigkeiten auf-
merksam, welche sich einer Vertheilung der zahlreichen Empiden
in mehrere scharf abgegränzte Untergattungen entgegenstellen und
weist dieselben auch in Betreff der Absonderung der Pachymerien
Steph. Meig. nach, welche sich weder nach den von Macquart,
noch von M eigen angegebenen Kennzeichen fixiren lassen. Als in
näherer verwandtschaftlicher Beziehung zu einander stehend werden
folgende sechs Arten charakterisirt : Pachymeria contigua n. A. aus
Griechenland, palparis Egg., femorata Fab., mediterranea n. A. aus
Griechenland und Klein-Asien, pudica (tumida Loew antea) Nord-
Amerika und rußcornis n. A. Bessarabien.
Derselbe, Ueber die Schlesischen Arten der Gattungen
Tachypeza Meig. (Tachypeza, Tachista, Dysaletria) und Microphorus
Macq. (Trichina und Microphorus). Separat-Abdruck aus der Zeit-
schr. f. Entomol. d. Vereins für Schlesische Insektenkunde zu Bres-
lau. 17. Jahrg. 1863. (50 pag. in 8., publicirt im Herbst 1864). Nach
vorangeschickten kritischen Bemerkungen über die Familie Tachy-
dromidae Meig., deren Trennung von den Empiden und Hybotiden
Verf. für eine sehr schwach begründete hält und nach einer üeber-
sicht über die ihr zugehörenden Gattungen, giebt Verf. eine erneuete
530 Gers ta ecke r: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Charakteristik der Meigen'schen Gattung Tachypeza (Platypalpus
Macq.) und sondert die zahlreichen derselben angehörenden einhei-
mischen Arten in drei mit besonderen Gattungsnamen belegte
Gruppen: 1) Tachypeza sens. strict. Grössere Arten; hintere
Wurzelzelle länger als die vordere, hintere Wurzelquerader deutlich
vorhanden, aber keine Spur von der sechsten Längsader. (T. trun-
corum Fall. , nubila Meig., fuscipennis Fall, und Winthemi Zett.).
2) Tachis ta , nov. gen. Kleinere, glänzend schw^arze Arten; hin-
tere Wurzelzelle länger als die vordere, von der hinteren Wurzel-
querader und der sechsten Längsader keine Spur vorhanden. — Elf
Arten: T. terricola Zett., sabulosa Meig., interrwpia n. A. vom Alt-
vater, arrogans Lin., aemula n. A. Schlesien und Ostpreussen, con-
nexa Meig., tuberculala n. A. aus Schlesien und Kärnthen, micro-
ptera n. A. von Landeck, excisa n. A. von Cudowa, annulimana
Meig. und lungipennis n. A. aus Schlesien. 3) Dysaletrin, nov.
gen., mit deutlicher Spur der hinteren Wurzelader und einer äus-
serst schwachen der sechsten Längsader. — Eine Art: Dys. mela-
nocephala Bohem.
Die beiden von Macquart unberechtigter Weise vereinigten
Gattungen Trichina Meig. und Microphorus Macq. hält Verf. auf-
recht und glaubt für erstere auch (trotz der Trichina spiralis Owen)
den Meigen'scben Namen beibehalten zu können (scheint dem Ref.
ungeachtet der Priorität bedenklich). Den beiden Meigen'schen
Arten Trieb, clavipes und flavipes wird eine dritte neue als Trich.
opaca vom Altvater hinzugefügt. — Von Microphorus werden sechs
Arten unterschieden: Micr. rostetlatus n. A. aus Griechenland, ano-
malus Meig. , velutinus Meig., fuscipes Zett., praecox n. A. aus
Schlesien und Polen, und iriincatus n. A. aus Schlesien. — Die be-
reits bekannten Arten sind in beiden Abhandlungen zum Theil mit
sehr umfangreichen kritischen Bemerkungen in Bezug auf ihre
Synonymie versehen.
Derselbe (Wien. Ent. Monatsschr. VIU. p. 122) charakteri-
sirte das bisher wenig bekannte Männchen der Rhainphomyia mar-
ginata Fab., welches von Meigen als besondere Art unter dem
Namen Rhamph. latipennis beschriebfen worden ist.
Hilara curvipes und larsata aus Gudbransdalen und von Dov-
refjeld wurden als n. A. von Siebke (NytMagaz. for Naturvidensk.
Xn. p. 109 und 152) bekannt gemacht, Bmckystonia albocincta als
n. A. aus Gothland von Bo he man (Öfvers. Vetensk. Akad. Förhandl.
1863. p. 80).
Als neue Nord- Amerikanische Arten beschrieb Loew (Berl.
Ent. Zeitschr. VIL p. 16 und VIIL p. 75ff.): Empis picta, poplitea,
leptogastra, Rhamphomyia iticompleta, Hilara macroptera und lutea,
Synampliotica bicolor, Phoneutisca bitnaculata, Platypalpus discifer,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 531
debilis und mesogrammus ; ferner: Empis laevigata, stenoptera, lon-
gipes^ rufescens , Rha7nphoTnyia umbrosa, basalis, macilenta, rustica,
luteiventris, nigricans, hirtipes, irregularis und candicans,, Hilara
tristis, seriata und testacea , Hormopeza brevicornis und nigricans,
Gloma rufa und obscura, Cystoma femorata und procera, Tachypeza
rapax, rostrala, clavipes und pusilla, Platypaipus aequalis, trivialis,
pachycnemus, lateralis, apicalisj flaviroslris und laetus.
Leptidae. Atherix longipes Loew (Wien. Ent. Monatssclir.
VII. p. 12) n. A. aus dem Orangestaat (Tollin), Leptis dimidiata
Loew (Berl. Ent. Zeitsclir. VII. p. 10) n, A. aus Nord-Amerika,
Ckrysopila stylata Walker (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 108)
n. A. von Mysol.
Dolichopodidae. Loew's Bearbeitung der Nord - Amerikani-
schen Arten dieser Familie mit Einschluss derjenigen Mexiko's und
Cuba's im 2. Bande der Monographs of the Diptera of North- Ame-
rica (Washington 1864) giebt einleitungsweise eine umfassende Cha-
rakteristik der Familie im Allgemeinen mit Hervorhebung der we-
sentlichsten Modifikationen, denen alle einzelnen Körpertheile unter-
worfen sind und mit besonderer Bezugnahme auf die sexuellen Un-
terschiede derselben. Dem speziellen Theile ist ferner eine analy-
tische Tabelle zur Bestimmung der Gattungen, deren Zahl sich jetzt
auf 43 stellt, vorausgeschickt. Die Vollgültigkeit der zum grössten
Theile vom Verf. selbst in seinen früheren Arbeiten aufgestellten
Gattungen ergiebt sich aus dem Umstände, dass auch die Nord-
Amerikanischen Arten sich mit ganz vereinzelten Ausnahmen den-
selben mit Sicherheit einfügen lassen. Eine einzige als neu aufge-
stellte: Paraclius ist von Pelastoneurus durch kurz behaarte Füh-
lerborste und die in ihrem letzten Theile gekrümmte vierte Längs-
ader unterschieden. Verf. hat in die Tabelle auch die in Nord-
Amerika bis jetzt nicht repräsentirten Gattungen aufgenommen (15),
in der gewiss begründeten Voraussetzung, dass Arten aus der einen
oder anderen noch entdeckt werden möchten; es ist dies um so
wahrscheinlicher, als eine Musterung der bis jetzt nicht vertretenen
Gattungen leicht erkennen lässt, dass sie auch in Europa seltner
vorkommende oder leicht übersehbare Arten enthalten. Die Zahl
der vom Verf. aus eigener Anschauung bis jetzt bekannt geworde-
nen Nord- Amerikanischen Dolichopoden, welche in dem vorliegenden
Werke eine mustergültige Bearbeitung erfahren haben, beläuft sich
mit Hinzurechnung mehrerer nachträglich beschriebener (auch in
Berl. Ent. Zeitschr. VIII. p. 91 ff. aufgenommen) auf 176. Ausserdem
erfahren die von Say, Wiedemann, Macquart und Walker
bekannt gemachten Arten, welche der Mehrzahl nach nicht mit
Sicherheit unter den dem Verf. vorliegenden zu ermitteln waren,
eine ausführliche Bespiechung. Von Europäischen Arten haben in
532 Gerstaecker: Bericht üb d. wissensch. Leist. im Gebiete
Nord - Amerika eine weite Verbreitung Dolichopua plumipes Scop.
und discifer Stann. ; ausserdem sind auch Dolichopus brevipennis
Meig. und Scellus spinimanus beobachtet worden. — Die vier dem
Bande beigefügten, sehr schön ausgeführten Kupfertafeln iliustriren
sämmtliche Gattungen durch Abbildung je eines Repräsentanten in
ganzer Figur (Profil-Ansicht), so wie der Kopf, Fühler- und Flügel-
bildung.
Ref. (Stett. Ent. Zeit. 1864. S. 20— 48) gab eine j^Uebersicht
der in der Umgegend Berlins bis jetzt beobachteten Dolichopoden.«
Es sind im Ganzen 104 Arten, welche sich auf 23 Gattungen ver-
theilen. Als neu werden beschrieben : Dolichopus fallaciosus, eury-
pterus, Gymnopterus grallator, Tachytrechus melaleucus, Argyra ari-
stata, Hydrophorus rvßbarbis. — Thrypticus, nov. gen., mit Chry-
sotus zunächst verwandt, aber durch den Mangel aller Borsten an
den Beinen, sehr lange Fühlerborste, grosses freies und mit drei
Anhängen versehenes Hypopygium des Männchens und die Abwe-
senheit der Analader in den Flügeln ausgezeichnet. — Art: Thrypi.
smaraydinus, l^e Lin. Ausserdem werden die Weibchen von Por-
phyrops micans Meig. , penicillatus und praerosus Loew , crassipes
und nemorum Meig. näher charakterisirt ; anhangsweise ferner als
n. A. bekannt gemacht: Hydrophorus pectinatus und Scellus dolicho-
cerus aus Schweden.
Derselbe (»Einige neue Dolichopoden aus dem Bayerischen
Hochgebirge,« ebenda 1864. S. 145 — 154) beschrieb Argyra incompla^
Xiphandrium sagax (mas et fem.), Sympyctius plantaris und spiculatus
(mas et fem.) und Gyttmoptemns dysopes (fem.) als n. A. von Kreuth
uad zählte die übrigen daselbst von ihm beobachteten Arten der
Familie auf.
Mik (Verhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch. zu Wien XIII.
p. 1237) unterschied Forphyrops Schincri als n. A. aus Wien (auch
bei Berlin einheimisch, Ref.), von Porph. antennatus Carl, durch
gedornte Mittelhüften und abweichende Appendices anales des Männ-
chens unterschieden. — Ebenda XIV. p. 795. Taf. 21) Tachytrechus
Kowarzü n. A. von Miskolcz in Ober-Ungarn.
Loew (Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwiss. XXIV. p. 390) be-
schrieb Campsicncmus pectinulatus und vnricornif, als n. A. von der
Ziegelwiese bei Halle; zugleich wird eine ergänzende Notiz über
Diaphorus Winthemi gegeben.
Walker (Journ. proceed. Linnean sog. VII. p. 209 u. 234 f.)
machte Fsilopus subreclus und moderalus, Dolichopus pulchriceps als
n. A. von Mysol , Psilopus selicomis als n. A. von Nord-Ceram
bekannt.
Platypezinae. Frauenfeld (Verhandl. d. zoolog. - botan.
Gesellsch. zu Wien XIV. p. 68f.) machte die zwischen den Blattlu-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 533
mellen von Agaricus polymyces lebende Larve der Platypeza fa-
sciata bekannt, aus welcher er nach sechs Wochen die Fliege in zahl-
reichen Exemplaren beider Geschlechter erzog. Verf. hebt ihre ha-
bituelle Aehnlichkeit mit Anthomyien-Larven hervor, mit welchen sie
auch die Pupa coarctata gemein hat; er glaubt daraus auch eine
nahe systematische Verwandtschaft der Gattung mit den Muscinen
folgern zu müssen. (?Ref.)
Scenopinidae. Frauenfeld (Verhandl. d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. zu Wien XIV. p. 65 ff.) lieferte eine eingehende Charakteri-
stik der Larve und Puppe von Scenopinus fenestralis; erstere fand
sich unter eigenthümlichen Verhältnissen, nämlich in kleinen Ross-
haarballen einer Matratze, in welchen sie sich auch bis zur Verpup-
pung meist verborgen hielt. Letztere erfolgte frei, ohne Gespinnst
auf Sand; die Puppe gehört der Categorie der Nymphae larvatae
an. — Verf. stellt diese seine abweichende Beobachtungen den frü-
heren vonBouche undAssmuss gegenüber und glaubt die des
letzteren als irrthümlich bezeichnen zu müssen.
Syrphidae. Zahlreiche neue Nord-Amerikanische Arten dieser
Familie wurden von Loew (Berl. Ent. Zeitschr. VII. p. 12 u. 313 ff.,
VIII. p. 66 ff.) bekannt gemacht: Scricomyia chalcopyga, Sphegina lohala,
rußventris und inftiscata^ Baccha lugens, capitata, obscnricornis und
cognata, Temnoceramegacephala, Orthoneura pictipennis, Chrysogaster
latus und nigripes, Triglyphus pubescens und modestns, Paragus di-
midiatus und angustifrons, Chilosia capiUata, comosa, cyanecens,
plvmata, leucoparea, pallipes und tristis^ Chrysochlamys bttccata, He-
lophilus latifrons, obscurus , obsoletus, integer, laetus, divisiis und
hamatus, Pterallastes (nov. gen., in Körperform, Zeichnung und
Kopfbildung mit Myolepta, .in der Flügeladerung mit Helophilus
übereinstimmend) thoracicus und lituratus , Didea fuscipes, Doros
flavipes und aequalis, Spilomyia hamifera, fusca, Tenmostoma obscura,
aequalis und allernans, Lepidomyia (nov. gen., von kurzem, brei-
tem, unbehaartem, mit kleinen Schuppen besetzten Körper, in der
Mitte gehöckertem Gesicht, mit Fühlern von Gesichtslänge, deren
Endglied doppelt so lang als die ersten zusammengenommen ist,
alle Schenkel stark verdickt und unterhalb stachlig. Schienen und
Tarsen dick) calopus, Xijlota bicolor, barbata und fiandulosa, Cliry-
soioxum laterale, pubescens und ventricosum, Microdon tristis, laetus
und coarctatus, Ceria abbreviata.
Derselbe (Wien. Ent. Monatsschr. VII. p. 15) diagnosticirte
Baccha flavicornis als n. A. aus dem Orangestaat (Tollin).
Snellen van Volle nhoven (Verslag. en Mededeel. d. Kon.
Akad. van Wetensch., Natuurk. XV. p. 12 ff.) beschrieb Megaspis cin-
gulatus und Milesia undulata als n. A. aus Japan, Milesia apicalis
534 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
aus Java und Üiardi von Borneo ; letztere Art ist auf der beifolgen-
den Tafel abgebildet.
Walker (Journ. proceed. Linnean soc. VII. p. 210 ff. u. p. 234)
Eristali« inscripta Dolesch. var., aequipars^ postscripta, erythropyga
und placens als n. A. von Mysol. — Axona, nov. gen., aus fol-
gender Diagnose gewiss schwer zu entziffern: »Corpus subfusiforme,
Caput breviconicum, oculi maximi, antennae brevissimae, articulus
3. rotundatus, arista nuda; ab dornen thorace paullo angustius, pedes
sat graciles, alae acutae, vena cubitali valde flexa, vena anali sub-
undulata.« — Art: Ax. volucelloides (!) von Mysol, Eristalis mero-
dontoides von Nord-Ceram,
Sphaerophoria pictipes Boheman (Ofvers. Vetensk. Akad.
Förhandl. 1863. p. 80) n. A. aus Gothland, Helophilus horealis Siebke
(Nyt Magaz. f. Naturvidensk. XII. p. 156) n. A. von Dovrefjeld.
Mik (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien. XIV.
p. 797) machte einige Angaben über die Larve von Doros conopseus
Fab. Sie ist 4 Lin. lang, egelförmig, orangegelb und glatt, fand
sich Ende März unter Moos am Fusse von Eichen, verpuppte sich
im April und lieferte Anfang Mai's die Fliege.
Pack ard (Proceed. of the Essex Institute IV. p. 126. pl. 3.
fig. 5) charakterisirte mit Abbildung eine ihm unbekannte Dipteren-
Larve, welche sich mehrfach in den Nestern von Bombus fervidus
und vagans vorfand, und welche er mit der Larve von Volucella
(nach Westwood's Abbildung) verwandt glaubt. Nach der vom
Verf. gegebenen, allerdings sehr mangelhaften Abbildung scheint
dieselbe jedoch näher mit der Larve der Homalomyia canicularis
verwandt zu sein. (Eine ganz ähnliche, offenbar den Anthomyzinen
angehörige Larve hat Bef. gleichfalls in grosser Anzahl in einem
Neste des Bombus muscorum gefunden.)
COQOpidao. Conops lugejis n. A. von Borneo und Niponensis 1
n. A. aus Japan, letztere auf der beifolgenden Tafel abgebildet,
wurden von Snellen van Vollenhoven (Verslag. en Mededeel.
d. Kon. Akad. van Wetensch. , Natuurk. XV. p. 10 f.) bekannt
gemacht.
Conops tnelaxanthaW 2i.lkeT (Joum. proceed. Linnean soc. VIL
p. 225) n. A. von Waigiou.
Myopa oestracea Loew (Wien. Ent. Monatsschr. VII. p. 15)
als n. A. aus dem Orangestaat (Tollin) diagnosticirt.
B a t e s (The naturalist on the Amazons, Deutsche üebers.
S. 389) macht über die Lebensweise der Gattung Stylogaster fol-
gende Angabe : Die Heere aller Eciton-Arten (vgl. Formicariae) sind
von kleinen Schwärmen eines Stylogaster begleitet, dessen Weibchen
einen sehr langen Ovipositor haben. Diese Schwärme schweben mit
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 535
schnell vibrirenden Flügeln etwa einen Fuss (und noch niedriger)
über dem Boden, wo die Eciton sich bewegen und dann und wann
schiesst eine schnell auf den Boden herab. Ich fand, dass sie nicht
etwa die Ameisen stachen, obgleich sie eine lange, einer Nadel ähn-
liche Proboscis haben, sondern wahrscheinlich ihre Eier in die wei-
chen Körper legen, welche die Ameisen aus ihren Schlupfwinkeln
forttragen. Die Eier kriechen wahrscheinlich aus, nachdem die
Ameisen ihre Beute in ihrem Baue als Nahrung für ihre Jungen
niedergelegt haben. Wenn diese Vermuthung richtig ist, so würde
Stylogaster eine ganz neue Art von Schmarotzerthum abgeben.
Oestridae. Monographie der Oestriden von Fried. Brauer,
herausgegeben von der zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien. Mit 10
Täf. Wien 1863. (8. 291 S.). — Wohl selten ist eine durch ihre
biologischen Beziehungen so interessante und trotzdem in dieser
Hinsicht lange Zeit höchst lückenhaft gekannte Familie der Insek-
ten durch die unermüdlichen Beobachtungen eines einzelnen For-
schers in so umfassender Weise erforscht worden, wie die gegenwär-
tige. Der talentvolle Bearbeiter derselben hat bei der Wahl der
Oestriden offenbar das Feld gefunden, welches der bisherigen Rich-
tung seiner Studien so recht eigentlich entsprach und durch dessen
eifrige Cultivirung er an die glücklicheren Zeiten eines R ö s e 1 ,
Reaumur und de Geer erinnert. In einer für die Beobachtung
dieser Thiere besoüders günstigen Situation, hat Verf. die reiche,
ihm durch die Umgebungen seines Wohnsitzes dargebotene Gele-
genheit , die Lebensweise der einheimischen Oestriden durch alle
Stadien der Entwickelung hindurch zu erforschen, nach Kräften aus-
genutzt und ist dabei für die Mehrzahl der Arten bereits jetzt zu
einem fast vollständigen Abschluss gelangt. Das vorliegende Werk
enthält eine übersichtliche Zusammenfassung der zahlreichen frü-
heren und auch in diesen Berichten bereits erwähnten Einzelbeob-
achtungen des Verf.'s, so weit sie die Biologie betreffen, erstreckt
sich aber gleichzeitig in sehr viel eingehenderer Weise, als dies
bisher geschehen ist, auch auf die Feststellung der Gattungen und
Arten. Wenn in dem einleitenden allgemeinen Theile die Darstel-
lung in Form und Anordnung wohl das Eine oder Andere zu wün •
sehen übrig lässt, so wird dies durch den reichen Inhalt vollstän-
dig ersetzt; die Fülle der eigenen Beobachtung ist es, welche hier
überall belehrend und anregend wirkt. In dem systematischen Theile
hat sich Verf. nicht auf die einheimischen Formen beschränkt, son-
dern die exotischen mit in Betracht gezogen, selbst solche nach den
Beschreibungen anderer Autoren aufgenommen, welche ihm nicht
in natura bekannt geworden sind. Mit Einschluss der bezüglich
ihrer Stellung unter den Oestriden gewiss höchst zweifelhaften Gat-
tung Ctenostylum Macq. und einiger neuen, vom Verf. auf einzelne
536 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ausländische Arten errichteten, stellt sich die Zahl der Gattungen
auf 13, welche nebst den ihnen zugehörigen Arten eine sehr einge-
hende Charakteristik nach allen Entwickelungsstadien erfahren. Von
den das Werk illastrirenden Tafeln geben die ersten vier colorirte
Abbildungen der dem Verf. aus eigener Anschauung bekannten Ar-
ten, die beiden folgenden Darstellungen einzelner Körpertheile der
Imagines (^besonders des Kopfes, der Fühler und des Hinterleibes);
die übrigen sind der Erläuterung des reichen, meist im Besitze des
Verf.'s befindlichen Larven- und Puppen-Materials gewidmet, wel-
ches dem Beschauer hier in vorzüglich lebenswahrer Zeichnung
entgentritt.
In diese ausgezeichnete Monographie schon mit aufgenommen
ist die Beschreibung von zwei in den Verhandl. d. zoolog.-botan.
Gesellsch. zu Wien XIII. p. 325 u. 1033 durch Brauer und den
Ref. näher gekennzeichneten Gattungen, von denen Ro genho fera
(nov. gen.) Brauer gleichsam zwischen Cuterebra und Cephenomyia
mitten inne steht und auf eine Brasilianische Art : Rog. trigonophora
begründet ist, die andere Au lac acephala (neuer Name für Aula-
cephala Macq.) von Neuem charakterisirt und mit einer zweiten Art
aus dem Caffernlande : Aul. hadia bereichert wird. Letztere Gattung
wird als Rachenbremse in Anspruch genommen.
Cephalomyia variolosa Loew (Wien. Ent. Monatsschr. VII.
p. 15). n. A. aus dem Orangestaat (Tollin) und Gastrus nigricornis
Loew (ebenda VII. p. 38) n. A. aus Bessarabien.
Brauer, Beitrag zur Kenntniss des Baues und der Funktion
der Stigmenplatten der Gastrus-Larven (Verhandl. d. zoolog.-botan,
Gesellsch. zu Wien XIII. p. 133 ff.). Verf. entscheidet sich gegen-
über der Meinungsverschiedenheit, welche die Bildung der hinteren
Stigmen zwischen Scheibe r und van der Kolk einer- und M ei-
ne rt andererseits hervorgerufen hat, zu Gunsten des Letzteren,
indem er gleichfalls das Vorhandensein einer centralen Oeffnung in
der Stigmenplatte in Abrede stellt.
Derselbe, üeber Oestriden-Larven aus einer Feldmaus, Ar-
vicola arvalis Fall, (ebenda XIV. p. 891 ff.). Verf. nimmt in dieser
Mittheilung Bezug auf eine in den Jahresheft. d. Ver. f. Naturk. in
Württemberg XX. S. 47 gegebene kurze Notiz, wonach eine im Sep-
tember des J. 1862 im Hohenlohe'schen gefangene Feldmaus unter
der Bauchhaut mehrere Oestrus-Larven beherbergte; (dass dieselben
nicht, wie hier angegeben wird, dem Oestrus bovis angehören können,
ist wohl selbstverständlich). Brauer hält nun diese ihm zugesand-
ten fünf Larven, welche sich im dritten Stadium der Entwickelung
befanden, mit grosser Wahrscheinlichkeit als der Gattung Oestro-
myia angehörig, deren Parasitiren in Nagern schon von ihm vermu-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 537
thimgsweise ausgesprochen worden ist. Die ausführlich charakteri-
sirte Larve erinnert in der Form an diejenige der Gatt. Hypoderma,'
durch ihre schuppenartigen Hautgebilde an die Cuterebra-Larven.
Ebenda p. 894 erwähnt Brauer des Vorkommens einer Der-
matobia-Larve in der Haut von Felis concolor, welche er für das
eigentliche Wirthsthier dieser Gattung von Oestriden zu halten ge-
neigt ist.
MüSCina. Von Walker (Journ. proceed. Linnean soc. VII.
p. 213, 225 u. 235 ff.) wurden folgende neue Arten bekannt ge-
macht; Masicera Mysolana, Eurygaster interdicta , Trichoprosopa'?
divisa, Sarcophaga innotata, Silbomyia decrescens, Chrysomyia divi-
tiosa, Fyrellia poi'phyricola, Musca sordidissima und aricioides, Ari-
cia albicornis, lettcoceros, biplaga und prolixa, Caenosia liturata,
Helomyza meritoria und ßssifera, Ortalis leucomera, Strumeta helo-
niyzoides, Lamprogaster sepsoides, Calobata contingens und immiscens,
Notiphila ortalidoides und unicolor von Mysol, Doleschalla consors
und gonypedoides , Prosena pectoralis (Walk. fem. ?), Strumeta con-
cisa, Poticara tricurvata, Platystoma protensa^ Dacus sepedonoides und
curvifer, Ackias ladividens (W^alk. mas?), und aspiciens, Micropeza
perclusa von Waigiou, Masicera sarcopkagata, Prosena secedens und
coacta, Sarcophaga brevis, Musca praecox, Platystoma tarsalis und
Trypela melaleuca von Nord-Ceram, Rutilia ignobilis von Gerrite.
VonSnellen van Vollenhoven (Verslag. en Mededeel. etc. ,
Natuurk. XV. p. 15ff.) Rutilia pretiosa n. A. von Ternate, SUbomyia
nitidissima von Celebes, Calliphora nigribarbis von Japan und Dryo-
myza gigas (auf der beifolgenden Tafel abgebildet) von Japan.
Von Loew (Berl. Entom. Zeitschr. VII. p. 21 u. 319 ff., VIII.
p. 95 ff.) Cordylura terminalis, bimaculata, adusta, pleuritica, con-
fusa, setosa, angustifrons, ßavipes, cincta, cornuta und gilvipes, Hy-
dromyza confluens, Scoliocentra fraterna, Blepharoptera lutea und
leucostoma, Palloptera terminalis und jucunda, Sapromyza rotundi-
cornis, umbrosa und stictica, Diastata eluta^ Drosophila terminalis,
Crassiseta formosa^ costata, nigriceps, longula und nigricornis. —
Gaurax, nov. gen., den Osciniden angehörig, unter diesen durch
breite Flügel, ungewöhnlich lange Behaarung der Augen, schmales,
ausgehöhltes Gesicht, sehr schmale Wangen und grosses, nierenför-
miges, stark behaartes Endglied der Fühler mit fast endständiger
gefiederter Borste. — Art: Gaur, festivus aus Pennsylvanien. —
Hippelatcs, nov. gen., von allen übrigen Osciniden - Gattungen
durch auffallend grosse Sporen der Hinterschienen unterschieden. —
Art: Hipp, nobilis aus Illinois. — Oscinis pallipes, mediuscula, flavi'
cepSj dorsalis, umbrosa, atriceps, hirta, decipiens, longipes, subtittata^
variabilis und trigramma, Siphonella cinerea^ Chlorops fossulata,
sulphurea, sanguinolenta, eucera, variceps, triviali^, pubescens^ cro-
538 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
colrr, obscuricornis, melanocei a, fpfita, vnicolor, qvtnquepuyictala, Sakl-
bergiif producta und versicolor, Odonlocera dorsalis, Phytomyza ilicis
und clematidis , Hyalomyia triangulifera , Xysla didytua, Himanto-
stoma sugens, Cislogaster divisa, Trichopoda radiata und trifascinta,
Wahlbergia brevipentiis, Ileteroneura spectabilis und latifrons, Anlho-
philina terminalis, tenuis und variegala, 1 s c hnomyi a (nov. gen.,
von Anthophilina durch ^geschwungene zweite Längsader der Flü-
gel, jederseits zwei Mundborsten und gleich lange Börstchen der
Vorderschenkel unterschieden) viltato, Hyadina gravida , Scatella
sejuncta und Parydra varia. — Cordylura praeusta und nana, Teta-
nocera ambigua, Saprotnyza decora, Heteroneura melanostoma, Opo-
myza lurida, Ephydra subopaca und Caenia spinosa, sämmtlich aus
Nord-Amerika.
Derselbe (Wien. Ent. Monatsschr. VII. p. 15 f.) unterschied
Stegoso in a, nov. gen., von Rhynchomyia durch sehr grosses, auf-
geschwollenes Scutellum, verkürzten, dicken Hinterleib und ganz
nackte Fühlerborste. — Art: Steg, vinculala n. A. aus dem Orange-
staat (Tollin). — Ebendaher n. A. : Echinotnyia obliqua , Trypeta
munda, fasciolala und Argyrites melaleucus»
Derselbe machte (ebenda VII. p. 39) Heteroneura decora als
n. A. aus dem Bayerischen Gebirge (Kreuth), VIII. p. 366: Gitona
formosa als n. deutsche Art, ferner (Zeitschr. f. d. gesammt. Na-
turwiss. XXIV. p. 391 f.) Tetanocera Halensis als n. A. von der Zie-
gelwiese bei Halle bekannt. An letzterem Orte giebt Verf. auch
ergänzende Notizen über Scatella lutosa, Anthomyia gracilis und
sabulosa, Chlorops speciosa, taeniopus, messoria (für welche Verf.
eine besondere Gattung Diplo toxa zu errichten vorschlägt) Cere-
ris und tarsata.
Derselbe (Wien. Entom. Monatsschr. VIII. p. 8 ff.) beschrieb
sechs neue Europäische Ortaiiden: Dorycera inomata aus Corsika,
Ortalis mnrina aus Kärnthen, fraudulosa aus dem Balkan, gyrans aus
Dalmatien, parva vom Schneeberg in Oesterreich, latifrons aus An-
dalusien. — Ebenda VIII. p. 17 ff. acht neue Cordylura-Arten: Cor-
dylura unicolor aus Andalusien, femoralis und opaca aus Kärnthen,
nigriventris von Posen, biseta aus Dänemark und Deutschland, pi-
cticornis aus Sibirien, glaucescens, vom Ref. im Bayerischen Hoch-
gebirge (Kreuth) gefangen, dasyprocta aus Schweden.
Derselbe (Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwiss. XXIII. p. 336 ff.)
charakterisirte mit Bezug auf Bouche's Angaben nochmals die er-
sten Stände der Halmopota salinaria, und machte eine n. A. Aiissa
Durrenbergensis als halophiles Insekt aus der Provinz Sachsen
bekannt.
»Zur Kenntniss der Deutschen Heteroneura- Arten« lieferte
der Entomologie während der J. 1863—64. 539
Loew (Berl, Ent. Zeitschr. VIII. p. 334 — 346) durch abermalige sehr
genaue Charakteristiken der sieben bis jetzt bekannt gewordenen
Arten einen werthvoUen Beitrag. Die Heteroneuren zerfallen in
zwei Gruppen : a) ohne Borstchen vor dem Ende der Oberseite der
Schienen: Het. decora Lw., flava Meig. und nigrimana n. A. aus
der Gegend von Meseritz, von den beiden ersten Arten durch die
vom Flügelrande weit entfernte hintere Querader abweichend. —
b) mit einem Borstchen vor dem Ende der Oberseite der Schienen :
Het. albimana und ruficollis Meig., alpina Lw. und geomyzina Fall.
Ebenda p. 347 — 356 erörterte derselbe die Arten der Gat-
tung Balioptera, deren Unterschiede er von Geomyza auseinan-
dersetzt und welche er auf die Meigen'schen Opomyza- Arten : Op.
combinata, .apicalis, venusta und tripunctata begründet. Die Gat-
tung Balioptera unterscheidet L. von Geomyza durch schlanken Kör-
perbau, eine einzige Borste am Seitenrande der Stirn, durch nie-
derliegende Fühler mit oberhalb gekämmter Borste, den Mangel
de^ Borstchens vor dem Ende der Schienen-Oberseite, den Mangel
der Alula an den gegen die Basis hin keilförmig verengten Flügeln,
die ungewöhnlich lange zweite und die fehlende sechste Längsader
der Flügel. — Ausser den vier bereits genannten und bekannten
Arten beschreibt Yerf. als fünfte Bai. majuscula n. A. aus Süd-Eu-
ropa. — Auch Opomyza lurida Loew aus Sithka gehört der Gat-
tung an.
Derselbe, »üeber die Europäischen Arten der Gattung
Diastata« (ebenda VIII. p. 357 — 368). Nach Ausscheidung von Diast.
obscurella, luctuosa, leucopeza n. a. nimmt Verf. vorläufig die Gat-
tung im Meigen'schen Sinne an, statuirt aber innerhalb derselben
drei durch die luhlerbildung, die Beborstung der Stirn und das
Flügelgeäder charakterisirte Gruppen, welche später zu besonderen
Gattungen erhoben werden könnten. Zu der ersten dieser Grup-
pen (Diastata sens. strict.) gehören D. nebulosa Fall., unipunctata
Zett., vagans n. A., über Europa, Sibirien und Nord-Amerika ver-
breitet, costata Meig. und inomata n. A. aus Posen und Schlesien ; zur
zweiten Gruppe (Euthychaeta): Diast. spectabüis von Glatz und
Posen; zur dritten Gruppe (TknjptochaetaJ : Diast. punctum Meig.
und nigricornis n. A. (? = fumipennis Meig.) in Deutschland so
häufig wie die vorhergehende.
Ders elbe machte (Wien. Entom. Monatsschr. VII. p. 36f.)
Gymnomu s troglodytes, eine neue Oesterreichische Fliegengattung
aus der Gruppe der Helomyzidae bekannt. Sie ist durch den Man-
gel der Schulterborste und die Anwesenheit einer Borste über den
Vorderhüften, ferner durch sehr kleine, runde Augen, sehr breite
Backen, breite Stirn mit zwei Seitenborsten jederseits, dünne, sehr
verlängerte und fein behaarte Fühlerborste, wenig gewölbtes und
540 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
vierborstiges Scbildclien, sehr lange und schmale Flügel ii. s. w.
charakterisirt. — Die Art: (iymn. tror/lodytes wurde in einer Höhle
des südlichen Oesterreich gefangen.
Mik (Verhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch. zu Wien. XIII.
p. 1239 f. und XIV. p. 795) machte Pachystylum ruyosum als n. A.
von Görz und arcuatum als n. A. vom Neusiedler-See bekannt. (Nach
den Abweichungen, welche beide von der typischen Art der Gat-
tung im Fiügelgeäder und der Fühlerborsten-Bildung zeigen, modi-
ficirt Verf. die Charaktere der Gattung Pachystylum Macq.) — Fer-
ner: Lobioptera niarginala n. A. aus dem Küstenlande (auf Taf. 21
als Lob. margaritata bezeichnet).
Boheman (Öfvers. Vetensk. Akad. Förhandl. 1863. p.Slfif.)
Tackina /jelterstedti, ludens, obesa und vidua, Aricia denigrata und
xanthoptera, Anlhomyza lavala und palliditincta, Sciomyza atripe-
della und Tephritis pura als n. A. aus Gothland; ebendaher: Osci-
nis tarsata Fall. var.
Siebke (Nyt Magaz. f. Naturvidensk. XII. p. IGOfif.) Sarco-
phaga viagnicornis und Agromyza dorsata als n. A. von Dovrefjeld.
Kaltenbach (Verhandl. d. naturhist. Ver. d. Preuss. Rhein-
lande XXI. p. 248) Pkytumyza milii n. A. nebst Larve, p. 265 : Chy-
liza atriseta Meig. und Pliytomyza orobranchia n. A., beide nebst
Larve, p. 317: Anthomyia polygoni n. A. nebst Larve, p. 336: Agro-
myza populi n. A. nebst Larve.
Walsh (Insects injurious to Vegetation p. 35) Senometopia
militaris als n. A. aus Nord -Amerika, Parasit von Leucania uni-
puncta.
Die von Gerard K refft (Transact. entomol. soc. of New-
South-Wales I. p. 100 f. pl. 8) in ihrer Lebensweise kurz erörterte
Gattung Batrachomyia M. Leay, welche bereits oben (vgl. Insekten!)
erwähnt wurde, kann, da deren Charakteristik nicht gegeben wird,
nur nach einer sehr unvollkommenen Abbildung der Larve und
Imago beurtheilt werden. Der vergrössert dargestellte Flügel zeigt
den Typus der Muscineu , die beiden Queradern sind fast gleich
kurz und weit gegen die Basis hin gerückt. Die unter der Körper-
haut von Fröschen lebende Larve hat die kurze, breite Form der
Oestriden-Larven, von denen sie indess durch zwei griffeiförmige Fort-
sätze am (Hinter-?) Ende des Körpers (vermuthlich Stigmenträger)
abweicht. Die Abbildung ist so roh und verwischt, dass sie keinen
näheren Anhalt gewährt. — (Vergl. auch über diese Gattung:
Brauer in Verhandl. d. zoolog. -botan. Gesellsch. zu Wien XIV.
p. 894 f.)
van derWulp (Jets over de in Nederland waargenoraen
Sepsinen (Tijdschr. voor Entomol. VII. p. 129—144. pl. 3) besprach
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 541
die in den Niederlanden vorkommenden Arten der Gattungen Sepsis,
Nemopoda und Themira. Es sind : Sepsis cynipsea Lin., nigripes
Mg., flavimana Mg., punctum Fab. und violacea Mg., letztere ihm
in beiden Geschlechtern bekannt; ferner Nemopoda cylindricaFab .
und stercoraria Rob. , Themira putris Lin. , minor Hai., annulipes
Mg., dentimana und cmvipes n. A. (beschrieben und abgebildet).
Verf. spricht sich auch über den Umfang der Sepsinen-Gruppe aus,
aus welcher er die Gattung Lissa — und zwar mit Recht — aus-
scheiden zu müssen glaubt ; er stellt dieselbe zu den Psilinen.
Frauenfeld (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
XIV. p. 147 und 382 f.) Tnjpeta (Teplivifis) se^regata n. A. aus Nor-
wegen (Larve in den Blüthen von Achill ea ptarmica Lin.), (Acinra)
Winnerlzii n. A. aus Sarepta, Spilogtapha Giraudi n. A. Oesterreich,
(XIII. p. 220) Myopiles lenella n. A. aus Oesterreich (aus Inula bri-
tannica erzogen).
Derselbe (ebenda XIII. p. 213— 224) stellte in einem »Bei-
trag zur Metamorphosengeschichte aus dem J. 1862. I. Die Try-
peten« biologische und anderweitige Notizen über zahlreiche ein-
heimische Trypeta-Arten zusammen. Besondere Erwähnung verdie-
nen: Euphranta connexa Fab. (Larve in den Früchten von Ascle-
pias vincetoxicum , Tryp. lappae (Larve auch in Onopordon acan-
thium lebend), Tryp. onotrophes (Larve auch in den Blüthen köpfen
von Centaurea phrygia), Tryp, intermedia Frfld. (vom Verf. als
selbstständige, von Tr. falcata Scop. verschiedene Art nochmals
begründet), Tryp. jaceae (aus Centaurea scabiosa erzogen), Tryp.
Winthemi und serratulae (die Larve beider in Carduus defloratus
und acanthoides Lin.), Tryp. leontodontis (auch aus Oporinia autum-
nalis Lin. erzogen), Tryp. argyrocephala (aus Solidago virgoaurea),
Tryp. dioscurea Lw. (aus einer Crepis spec). Verf. reiht hieran
ein Verzeichniss von sämmtlichen ihm ihrer Metamorphose nach be-
kannten Trypeten (60 A.) unter Hinzufügung der (zum Theil zahl-
reichen) von ihnen bewohnten Pflanzen.
Derselbe (ebenda XIV. p. 71) erzog Anthomyia nigritarsis
Zett. aus Larven, welche die Blätter des Bilsenkrautes (Hyoscyamus)
minirten, (XIII. p. 1231) Siphonella palposaFall. aus den Eierbalien
einer Stenobothrus - Art (Parasit?), Siph. nucis Per. aus Cirsium
oleraceum und canum zugleich mit Trypeten und Rhinocyllus.
v. Bergenstamm, Ueber die Metamorphose von Discomyza
incurva Fall, (ebenda XIV. p. 713 ff. , mit Holzschnitt) machte die
Larve und Puppe dieser Art, welche er in einer verjauchten Helix
pomatia zu etwa 50 Exemplaren fand, durch Beschreibung und Ab-
bildung bekannt. Die Larve gleicht derjenigen der Gattung Hal-
mopota.
Giraud (ebenda XIII. p. 1252 ff.) handelt wiederholt und in
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. KK
542 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ausführlicher Weise über die durch die Larven von Lipara lucens,
tomentosa und similis an Arundo phragmites erzeugten Gallen,
bringt zugleich ergänzende Bemerkungen über die Fliegen und ihre
ersten Stände bei und verzeichnet bei jeder die daraus erzogenen
Parasiten. — Ebenda p. 12G3 ff. beschreibt Verf. die Larve und
Puppe der Chlorops tarsata Fall., welche sich in den von den Li-
para-Arten bewohnten Stengeln von Phragmites finden, und macht
ergänzende Mittheilungen über Oscinis pusilla Mg. (mit gleicher
Lebensweise) und Leptomyza gracilis Mg.
Laboulbene (Annales soc. entom, 4. ser. IV. p. 70 ff. pl. 2)
gab eine eingehende Darstellung der ersten Stände und ihrer Le-
bensweise (in Trüffeln) von Helomyza tuberivora und eine Beschrei-
bung der Puppe von Anthomyia canicularis Lin. Die Larve der
ersteren Art ist 4 Lin. lang, schlank, nach hinten kegelförmig er-
weitert, mit achtstrahligen Vorderstigraen und unterhalb mit fein-
stachligen Schreitwarzen versehen ; die verkürzte, etwas eckig ovale
Puppe zeigt jederseits von dem Kopfdeckel eine faltenartige Leiste,
am vordersten und hintersten Kinge ein Paar höckerartige Vor-
sprünge und am vierten zwei äusserst kleine Hervorragungen. —
Die Puppe der Anthom. canicularis, deren Larve bereits von Bou-
che bekannt gemacht worden ist, gleicht letzterer in allen wesent-
lichen Punkten, besonders auch in der auffallenden Stachelbeklei-
dung, welche übrigens in der Lab oulbe ne'sche Abbildung sich
etwas verschieden ausnimmt. Die sehr schön ausgeführte, der Ab-
handlung beigefügte Tafel enthält u. a. auch colorirte Abbildungen
von Helomyza lineata und tuberivora.
Nach Goureau (Bullet, soc. entom. 4. ser. HL p. 4) setzt
das Weibchen von Leucopis annulipes Zett. sechs Eier auf die
Wolle eines Weibchens von Lecanium vitis Hlig. ab ; die daraus
hervorgehenden Larven verzehren die Eier des Coccus-Weibchens.
van d er Wulp (Tijdschr. voorEntomol. VL p. 41 ff.) machte
Mittheilungen über die Zucht von Tachinen aus Schmetteringsrau-
pen und einigen anderen Insektenlarven. Phorocera concinnata ist
als Parasit von bereits mehr als 10 verschiedenen Lepidopteren be-
kannt (3 Pieris , 1 Vanessa, 1 Sphinx , verschiedene Bombyciden).
Verf. führt 13 Tachinarien nebst den Raupen, aus denen er sie er-
zogen, an, ferner Sarcophaga affinis Fall, als Parasit von Liparis
dispar. Zwei Degeeria- Arten wurden aus Blattwespen (Nematus,
Cladius), Medoria pullula Zett. aus Plagiodera arraoraciae erzogen.
Girard, Note sur les Dipteres parasites du Sericaria mori
(Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 155 f.) fand in den Cocons der Sei-
denspinners öfters theils lebende, theils todte Tachinen ; er hat die-
selben aber nicht bestimmen können. — Nach Guerin wird Atta-
cus Cynthia von Phorocera pumicata Meig. angegangen.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 543
Von Milliere (Annal. soc. Linneenne de Lyon XL pL 46)
wurde eine von Bigot für neu angesehene, mit dem Namen Mo-
rinia Bigotii belegte Tachinarie, aus den Puppen von Tortrix pro-
nubana erzogen, abgebildet.
Schiner (Verhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch. zu Wien
p. 1037 f.) theilte seine Ansicht über die Gattung Blaesoxipha Loew
mit, welche dahin lautet, dass sie wahrscheinlich nicht von Sarco-
phaga zu trennen sei. Auch bei dem Weibchen der Sarc. haema-
todes komme die säbelförmige Legescheide vor und nach Rogen-
hofer's Beobachtung parasitire diese Art gleichfalls in der Lei-
beshöhle des Chrysochraon dispar. Ueberdies habe schon Robi-
neau-Desvoidy für mehrere Sarcophaginen mit säbelförmiger
Legescheide besondere Gattungen aufgestellt, welche auf die Loew'-
sche zu prüfen seien.
Phoridao. Mik (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
XIV. p. 793) beschrieb Phora Bergensfatnmii als n. A. von Wien ; sie
wurde aus Puppen erzogen, welche sich mehrfach in verjauchten
Helix pomatia fanden.
Pupiparae. H. Giglioli, On some parasitical Insects frora
China (Quart. Journ. of microscop. science, new ser. IV. p. 23 ff.)
beschrieb Ornithomyia Chinensis als n. A. von Turdus obscurus,
Strebla molossa und Folyctenes (nov. gen.) molossus als n. A.
vom Chinesischen Molossus. Letztere neue Gattung kann, so weit
die ganz unbrauchbare Abbildung dies erkennen lässt, wohl nicht
zu den Nycteribiiden, wie Verf. will, gehören, sondern scheint sich
mehr den ungeflügelten Formen der eigentlichen Coriaceen anzu-
schliessen. Jedoch auch bei dieser Annahme bleibt Vieles in der
Abbildung unverständlich; von den Seiten des vorn abgerundeten
Kopfes entspringt je ein grosser, dreigliedriger, nach rückwärts ge-
wandter Fortsatz , am Thorax setzt sich vorn ein grosser, quer
elliptischer Abschnitt ab, welcher als Prothorax angesprochen
wird, u. s. w. (Abbildung pl. 1 B. fig. 10 — 15).
Äphaniptera. H. Karsten, Beitrag zurKenntniss des Rhyn-
choprion penetrans. Moskau 1864. (8. 85 pag., c. tab. 2) — Separat-
Abdruck aus dem Bullet, d. natur. de Moscou XXXVII, 2. p. 72—156.
(Der Aufsatz findet sich auszugsweise auch in Virchow's Archiv
für patholog. Anatomie XXXII. 1865. p. 269 ff., Taf. 8 und 9. ab-
gedruckt.) — Die Abhandlung betriffst den bekannten Sandfloh,
Pulex penetrans, für den Verf. mit Unrecht den Gattungsnamen
Rhynchoprion Oken (Autor dieser Gattung ist Hermann, welcher
ihn für eine Zecke aufstellte) in Anwendung bringt, während ihm,
wenn er überhaupt generisch abgesondert werden soll, die Benennung
Sarcopsylla Westw. gebührt. Abgesehen hiervon sind die ausführ-
544 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
liehen Mittheilungen, welche Verf. über dieses vielbesprochene Thier
sowohl in Bezug auf seine Lebensweise als seine anatomischen Ei-
genthümlichkeiten giebt, offenbar bei weitem das Gediegenste, was
bisher über dasselbe publicirt worden ist. Bei seinem mehrjährigen
Aufenthalt in Venezuela hat Verf. vielfach Gelegenheit gehabt, den
Pulex penetrans lebend zu beobachten und an sich selbst sowohl
wie an anderen Personen, ebenso an Thieren die Wirkungen des-
selben festzustellen. Für die Genauigkeit seiner anatomischen Un-
tersuchungen bürgt nicht nur sein auf einem anderen Felde der
Naturwissenschaft bewährter Ruf, sondern auch die Trefflichkeit der
Abbildungen. — In biologischer Hinsicht ist aus den Angaben des
Verf.'s hervorzuheben, dass sowohl Haus- als wilde Thiere, von
Menschen Weisse und Farbige durch den Sandfloh befallen werden.
Nur das befruchtete Weibchen desselben ist als Parasit zu betrach-
ten; Männchen und Larven leben frei. Es giebt nur eine Art des
Nigua im tropischen Süd - Amerika und diese ist stets licht gelb
gefärbt, im Mittel 1 Mill. lang ; nur das trächtige Weibchen erreicht
einen Durchmesser von 5 Mill. Die Anwesenheit desselben in der
Haut des Menschen (meist unter den Zehen-Nägeln) erregt nach des
Verf.'s Erfahrung an und für sich nur eine unbedeutende Entzün-
dung und einen leichten Kitzel, selten das Anschwellen der Ingui-
naldrüsen ; doch können hinzutretende Reizungen leicht Vereiterun-
gen und den Verlust von Zehen herbeiführen. Die durch die Ent-
zündung vermehrte Wärme und Weichheit der Haut lockt andere
Niguas herbei und erleichtert ihnen das Einbohren in der Nähe des
ersten; einzig und allein hierauf beruht das Beisammen-Nisten der
Sandflöhe, nicht auf dem (nur supponirten) Ausschlüpfen der Lar-
ven aus den im weiblichen Körper befindlichen Eiern und dem un-
mittelbaren Einwandern derselben in die Haut. Das Weibchen ge-
biert nicht etwa Larven, sondern es legt Eier, welche durch die
Eingangsöffnung der Geschwulst ausgestossen werden und aus de-
nen sich die (bis jetzt unbekannte) Larve offenbar abseits vom Wirths-
thiere entwickelt. — Den über die Mundtheile gemachten, mehr-
fach fehlerhaften Angaben gegenüber weist Verf. die Ausbildung
der (wenngleich kleinen) Maxillen und die Anwesenheit einer zwei-
theiligen, obwohl nicht tasterartig gegliederten Ligula an der Un-
lippe nach und illustrirt die complicirte Bildung der Mundtheile
und des Epipharynx durch stark vergrösserte Abbildungen. Am
Tractus intestinalis ist der Vormagen innen papillös drüsig, der
Oesophagus mehrfach kuglig eingeschnürt, nach vorn mit zwei bü-
schelförmigen Speicheldrüsen versehen; beim trächtigen Weibchen
war nichts vom Darmkanal mehr aufzufinden. Besonders eingehend
erörtert Verf. die vom Männchen sehr abweichenden Respirations-
organe des Weibchens ; ausser dem letzten grossen in die Cloake
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 545
mündenden Stigma hat letzteres auch am 5. bis 7. Körperringe sehr
grosse Stigmen , während die vorhergehenden Ringe solcher ganz
entbehren. Die mit denselben communicirenden weiten Cylinder-Tra-
cheen verlieren nebst ihren Verzweigungen während der Trächtig-
keit des Weibchens vollständig ihre spiralige Struktur und gehen
eine beträchtliche Verdickung ihrer Wandungen ein ; auch Hess sich in
ihnen keine Luft nachweisen. Das mit einem langen Ductus seminalis
in den Oviduct einmündende Receptaculum seminis ist von spindelför-
miger Gestalt und beim befruchteten Weibchen mit spiralig aufgeroll-
ten und zu einem ellipsoidi sehen Körperchen verkitteten Spermato-
zoon gefüllt; die kleine Bursa copulatrix ist stets collabirt und ent-
hält niemals ein befruchtetes Ei, ein sicherer Beweis, dass eine
Entwickelung von Larven im mütterlichen Körper nicht stattfindet.
Die vom Verf. gleichfalls ausführlich erörterte Construktion des
männlichen Copulationsapparates, welcher besonders in seinen Hülfs-
organen sehr complicirt gebildet ist, deutet darauf hin, dass, umge-
kehrt als bei Pul. irritans, das Weibchen das Männchen trägt. —
Auch in historischer Beziehung ist die vorstehende Abhandlung
ausserordentlich reichhaltig, indem Verf. auf S. 1 — 56 alle über den
Sandfloh gemachten Angaben, so weit sie von einiger Wichtigkeit
sind, zusammenstellt und sie mit kritischen Bemerkungen begleitet.
Guyon, Sur le parasitisme de la Chique sur l'homme et les
animaux (Compt. rendus 1863. 16. Fevr., Rev. et Magas. de Zoolog.
XV. p. 77 ff.) , Auszug aus einer Abhandlung : Histoire naturelle et
medicale de la Chique, Dermatophilus penetrans, enthält (bereits
bekannte) Angaben, über das Eindringen des Parasiten in die Haut,
sein Anschwellen in derselben, das Hervortreten der Eier durch
die Wunde u. s. w.
Uemiptera.
Von X. Fieber wurden (Wien. Entom. Monatsschr.
VIII. p. 60, 205 und 321 ff. Taf. 1 und 2) „Neuere Ent-
deckungen in Europäischen Hemipteren^ publicirt, welche
in der Form von Nachträgen und Ergänzungen zu des Verf.'s
bekanntem Handbuch gegeben werden. Eine Reihe neu
aufgestellter Gattungen gehört den Familien der Lygaeo-
den und Capsinen an, die hieran gereihten zahlreichen
neuen Arten den verschiedensten Familien der Heteropte-
ren. Um die Verwandtschaft der ersteren sowohl wie der
letzteren speziell darzulegen, benutzt Verf. auch hier die
in seinem Handbuchc angewandten analytischen Tabellen,
546 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
in welche er sie gehörigen Orts einstellt. Gleichzeitig
wird vielfach auf die zunächst verwandten, bereits be-
schriebenen Arten von Neuem des Vergleichs halber
eingegangen.
Desselben ^Erörterungen zur Nomenklatur der
Rhynchoten Livlands" (ebenda VII. p. 53 — 62) basiren auf
der nachträglichen Prüfung der dem Verf. durch G. Flor
zur Ansicht übersandten, theils von Letzterem als neu be-
schriebenen Livländischen, thells schon früher durch andere
Nordische Autoren aufgestellten, ihm aber bei Abfassung
seines Handbuches noch nicht bekannten Europäischen Ar-
ten. Die Synonymie und Nomenklatur zahlreicher Arten
erfährt dadurch eine spezielle Erörterung und Berichti-
gung, resp. Aenderung.
J. Scott, Additions to the Hemipterous Fauna of
Great ßritain and descriptions of two new species (Ent.
Annual f. 1863. p. 139-146 , ibid. 1864. p. 154—162).
Verf. giebt eine Aufzählung von 48 seit dem Erscheinen
seines Verzeichnisses der in England einheimischen He-
mipteren entdeckten Arten, von denen er vier als neu
beschreibt.
Wie Scott die Heteropteren Englands, so beabsich-
tigt der Rev. T.A. Marshall die daselbst einheimischen
Homopteren einer spezielleren Aufmerksamkeit zu em-
pfehlen. Er hat daher die Publikation eines „Essay to-
wards a knowledge of British Homoptera^ (Entomol.
monthly magaz. I. p. 150 — 155) begonnen, von welcher
allerdings nur ein kleiner Theil in das J. 1864 fällt. Der-
selbe beginnt mit einer tabellarischen üebersicht der in
England einheimischen Gruppen und Gattungen der Ho-
mopteren und behandelt von letzteren vorläufig nur die
Gattungen Cicada mit 1 und Cixius mit 4 bekannten
Arten.
Frey-Gessner (Mittheil. d. Schweiz. Entom. Ge-
sellsch. 1864. p. 197 u. 225 if.) verzeichnete die bis jetzt
in der Schweiz aufgefundenen Hemipteren aus den Fa-
milien der Hydrocoriden, Riparii, Membranacei, Reduviini
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 547
und Lygaeodes mit spezieller Angabe ihrer Fundorte,
Häufigkeit, Varietäten u. s. w.
Derselbe (ebenda 1863. p. 117 IF.) machte einige
neue Hemipteren aus der Umgegend Sarepta's bekannt.
Six, Bijvoegsel tot de list van Nederlandsche Hemiptera
(Tijdschr. voor Entomol. VI. p. 117—120). Verf. verzeichnet als
Nachtrag zur Niederländischen Hemipteren-Fauna 26 neuerdings
von ihm aufgefundene Aphiden- Arten , deren Zahl im Ganzen sich
dadurch jetzt auf 72 stellt.
Signoret, Revision des Hemipteres du Chili (An-
nal. SOG. entom. 4. ser. III. p. 541—588. pl. 11—13) gab
eine Aufzählung von 139 Chilenischen Hemipteren, der
Mehrzahl nach den Heteropteren angehörend, in welcher
sowohl die von Spinola in Gay's Chilenischer Fauna
bekannt gemachten von Neuem charakterisirt als eine grös-
sere Anzahl neuer aufgestellt wird. Letztere, zum Theil
neue Gattungen bildend, sind der Mehrzahl nach auf den
drei beifolgenden Tafeln abgebildet.
Stal (Stett. Entom. Zeit. 1864. p. 49— 86) setzte die
Aufzählung und Beschreibung der ihm bekannt gewor-
denen Mexikanischen Hemipteren mit der Abtheilung der
Homoptera fort („Hemiptera Mexicana enumeravit spe-
ciesque novas descripsit C. Stäl'^). Die Gesammtzahl
der hier verzeichneten Arten beträgt 175, unter denen
zahlreiche als neu beschrieben und mehrere zu besonde-
ren Gattungen erhoben werden.
Derselbe, „Hemiptera nonnulla nova vel minus
cognita^ (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 47 — 68) und
„Hemipterorum exoticorum generum et specierum nonnul-
larum novarum descriptiones^ (Transact. entom. soc. of
London 3. ser. L p. 571 — 603). Die in ersterer Abhand-
lung aufgestellten neuen Gattungen und Arten, denen
sich mehrfach die wiederholte Charakteristik schon be-
kannter, aber unvollständig beschriebener anschliesst, ge-
hören den verschiedensten Familien der Hemipteren, die
in letzterer enthaltenen der Mehrzahl nach den Homopte-
ren und Pentatomiden an.
Derselbe hat unter dem Titel: „Hemiptera Afri-
cana descripsit Car. Stäl" ein umfangreiches descriptives
548 Gerstaecker: Bericht üb. d. vvissensch. Leist. im Gebiete
Werk über die ihm aus eigener Anschauung bekannt
gewordenen Afrikanischen Hemipteren zu pubiiciren be-
gonnen, von welchem im Jahre 1864 der erste Band
(Holmiae, 1864. 8. 256 pag.) erschienen ist. Verf. hat die
Afrikanische Fauna in dem Umfange bearbeitet, dass er
die den nördlichen Küstenländern eigenthüralichen Arten,
welche einen vorwiegend südeuropäischen Charakter haben,
davon ausgeschlossen hat; nur einige bemerkenswerthere
Aegyptische Arten sind mit hineingezogen. Dagegen ist
wegen der vielfachen Uebereinstimmung zwischen der
Afrikanischen einer- und der Asiatischen und Australischen
Hemipteren-Fauna andererseits in dem den einzelnen Fa-
milien und Gruppen vorausgeschickten Conspectus gene-
rum stets auf die jenen Faunen eigenthümlichen Gattun-
gen mit Rücksicht genommen worden. Die Afrikanischen
Gattungen w^erden sodann mit den ihnen zugehörigen
Arten noch speziell charakterisirt. Der ganze vorliegende
Band umfasst ausschliesslich die Pentatomiden , welche
in demselben abermals eine beträchtliche Bereicherung
an Gattungen und Arten erfahren. Letztere in diesen
Berichten einzeln zu verzeichnen, dürfte sich bei der ün-
entbehrlichkeit, welche das Werk für die Kenntniss der
Afrikanischen Hemipteren-Fauna beanspruchen darf, als
überflüssig erweisen.
Vuillefroy, Hemipt^resnouveaux (Annal. soc. ent.
4. ser. IV. p. 141 f.) enthält die Charakteristik von fünf
neuen Asiatischen Arten verschiedener Familien.
Eine sehr merkwürdig geformte, der gegenwärtigen
Ordnung angehörende Insektenlarve wurde von van der
Hoeven („Over een klein Hemipterum, dat op de bladen
van verschillende soorten van Acer gevonden wordt,'^
Tijdschr. voor Entomol. IV. p. 1 — 7. pl. 1) bekannt ge-
macht. Dieselbe wurde sowohl in England als in den
Niederlanden auf der Unterseite der Blätter von Acer
campestre und pseudoplatanus gefunden und hat eine
Länge von V2 — Vio Mill. Ihre weitere Entwiokelung
wurde nicht beobachtet, daher die Vermuthung des Verf.'s,
wonach sie den Ilomoptercn und vielleicht den Coccinen
der Entomologie während der J. 1863-64. 549
angehören soll, nicht näher begründet ist. Nach der stark
vergrösserten Abbildung zu urtheilen, welche gleich der
kurzen Beschreibung verschiedene Bedenken zu erwecken
geeignet ist, zeichnet sich das Insekt ganz besonders durch
blattartige Anhänge am Vorderrande des Kopftheiles, an
den Seitenrändern des Hinterleibes und der Aussenseite
der beiden vorderen Schienenpaare aus, von denen be-
sonders die grösseren den Eindruck von blattförmigen
Kiemen machen.
Nach der Abbildung würde der Körper des Thieres aus zwei
Hauptabschnitten bestehen, von denen der vordere nicht bloss die
Fühler und Augen, sondern auch die zwei ersten Beinpaare trägt,
also ausser dem Kopfe einen Theil des Thorax umfassen müsste
Die langen Fühler sind fünfgliedrig, das erste Glied dick, gabiig
getheilt, das letzte geringelt und an der Spitze gespalten; die Au-
gen sind facettirt; die vorderen Schienen sind an der Spitze der
Schenkel sehr frei eingelenkt, so dass sie dieselben nur an einem
Punkte berühren. Die Oberseite des Hinterleibes zeigt eine mosaik-
artige Täfelung, aus der hervorzugehen scheint, dass jede Rücken-
schiene in sechs neben einander liegende Platten aufgelöst ist. —
Verf. bringt die Larve mit der von Reaumur abgebildeten und
gleichfalls an den Blättern von Acer campestre lebenden Aphis
aceris in Vergleich, von der sie jedoch neben einigen Ueberein-
stimmungen auch in wesentlichen Punkten abweicht. Indem er in
derselben eine neue Gattung vermuthet, legt er ihr den Namen
P erip hyllus testudo bei; dieselbe hat in England durch Clark
und Thornton die bereits vergebenen Gattungsnamen Chelymor-
pha und Phyllophorus erhalten.
Fentatomidae. Sign er et (Annal, soc. entomol. 4. ser. HI.
p. 542 ff.) machte folgende neue Arten und Gattungen aus Chile be-
kannt: Sy7nphylus Spinolae, Phymatocoris? Chilensis (pl. 12. fig. 10),
Asopus cruciatns (pl. 11. fig. 1) , Aima tabida, Aethus Blanchardi
(pl. 12. fig. 11), Spinolae (pl. 12. fig. 12). — Acledra nov. gen., mit
allen Merkmalen von Pentatoma, aber dadurch unterschieden, dass
die Seitenlappen des Kopfes länger als der mittlere sind, wodurch
die Gattung mit Eurydema, von der sie sonst schon durch die Art des
Colorits abweicht, übereinstimmt; die Seitenlappen sind hier über-
dies ganz aufgerichtet, so dass sie eine Rinne bilden. — Auf Ne-
zara apicicornis Spin, und eine neue Art : AcL reflexa begründet. —
Von der durch nur zweigliedrige Tarsen ausgezeichneten Gattung
Ditomotarsus Spin, scheidet Verf. mehrere nahe verwandte Arten
zu fünf neuen Gattungen ab, für welche er nach dem Vorgange
550 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Spinola's folgende sinnlose Namen (Buchstaben - Comp ositionen)
aufstellt: 1) Hinterleib unbewehrt: a) Schulterwinkel abgerundet:
Ditomotarsus Spin., b) Schulterwinkel gedornt: f) Erstes Fühler-
glied kürzer als der Kopf: ISopalis, nov. gen. ff) Erstes Fühler-
glied länger als der Kopf: Flanois, nov. gen. — 2) Hinterleib
gedornt : a) Flügeldecken mit regelmässigen Längsadern : Si no-
pla, nov. gen. b) Flügeldecken mit unregelmässigen, anastomo-
sirenden Adern : f) Schulterwinkel abgerundet: Sntp/ o « , nov. gen.
tt) Schulterwinkel eckig: Lanopis, nov. gen. — Die diesen Gat-
tungen angehörigen Arten sind: Ditomotarsus? geniculalus (pl. 12.
fig. 4), ISopalis sulcafus (pl. 12. fig. 15), Planois bimaculatus (pl. 11.
fig. 2), Sinopla perpunctatus (! pl. 12. fig. 16), und hiimeralis, Sniploa
obsoletus (! pl. 12. fig. 17) und Lanopis rugosus (pl. 12. fig. 18). —
Ebenda p. 585 : Lanopis variabilis n. A. ebendaher.
Stäl (Annal. soc. entom. 4. ser. IV) beschrieb als neue Arten
und Gattungen: Callidea costalis Tringany, Coriplatus reticutatus
Amazonenstrom, Ablaptus (nov. gen., mit Sympiezorhynchus ver-
wandt , Unterschiede nicht hervorgehoben) Amazonus ebendaher,
Ag aclitu s (nov. gen., mit Sympiezorhynchus gleichfalls verwandt,
Unterschiede gleichfalls nicht hervorgehoben) dromaderivs {siel) und
Fallenii, beide vom Amazonenstrome. — Abascantus, nov. gen.,
mit Cephaloplatys verwandt, aber durch lange, viergliedrige Fühler,
vor den Augen nicht bewehrten Kopf und sitzende Augen unter-
schieden. — Art: Ab. lobatus aus Brasilien. — Pharypia graciliro-
stris von Bahia und generosa von Cayenne. Ausserdem giebt Verf.
erneuete Charakteristiken der Gattungen Coptochilus Am. Serv.,
Pharypia Stäl, eine analytische Tabelle zur Unterscheidung der Gat-
tungen Cyphostethus Fieb. , Sastragala Am. Serv., Acanthosoma
Curt., Elasmostethus Fieb. und Elasmucha Stäl und erörtert die
Synonymie mehrerer Arten verschiedener Gattungen.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. I. p. 594 0".)
Pygoplatys ionatus n. A. Sarawak, Tesseratoma conspersa Celebes,
Amis SU s (nov. gen., mit Hypencha verwandt, durch verlängerten,
mit sehr langen und vorn sich vereinigenden Seitenlappen versehe-
nen Kopf, erhabenes, vorn etwas ausgezogenes und gespaltenes Me-
sosternum, hinten breit ausgebuchtetes Metasternum u. s. w. abwei-
chend) Atlas Singapore, Hypencha luctuosa Birmah, ophthalmica Ma-
lacca, Siphnus (nov. gen., von Tesseratoma durch aufi'allend gros-
sen Kopf und nach hinten weniger ausgezogenen Thorax verschie-
den), Aleides Cambodja und Hector Malacca, Ensthenes saevus Nord-
China und Polyphemus Dekan und Nord-Indien, Lyramorpha diluta
Aru-Inseln, Oncoscelis sulciventr is Moreion-Btiy, Stilida (nov. gen.,
mit Oncoscelis nahe verwandt) indecora ebendaher, Dalcantha iner-
tnipes Punjab, Mattiphus nigridorsis Punjab , aeruginosus Ceylon,
I
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 551
Pycanutn amplicolle Nord-Indien, anqulatum Siam, nigromarginatum
Malacca, Amas enn s (nov. gen., mit Placosternus, welche Gattung
nach des Verf.'s Ansicht nicht zu den Phyllocephaliden, sondern in
die Nähe von Tropicoris gehört, verwandt) corticaUs Malacca.
Snellen van Vollenhoven, Essaid 'une faune entomo-
logique de l'archipel Indo-Neerlandais. Premiere monographie: Fa-
milles des Scutellerides. Avec 4 pl. col. La Haye 1863. (gr. 4.
60 pag.). Diese schön ausgestattete Arbeit enthält eine vollständige
Monographie der auf den Niederländischen Besitzungen in Ostindien
einheimischen Scutelleriden, in welcher nicht nur zahlreiche neue
Arten bekannt gemacht werden, sondern auch die bereits beschrie-
nen nochmals eingehend charakterisirt und in ihrer Synonymie,
ihren Varietäten u. s, w. ausführlich erörtert werden; auch von
sämmtlichen Gattungen wird eine wiederholte Beschreibung gegeben.
Die vier beifolgenden Tafeln enthalten sehr exakt gezeichnete und
sauber colorirte Abbildungen der vom Verf. bekannt gemachten
neuen, so wie von mehreren bereits bekannten Arten. Der Inhalt
der Arbeit ist folgender: a) Pachycorides: 1) Selenostedium
Spin. 1 A. 2) Coleotichus White 2 A. (C. fuscus n. A. Ceram und
pallidus n. A. Adelaide). 3) Poecilocoris Dali. 4 A. (P. aeneivenfris
n. A. Ostindien). 4) Tectocoris Hahn 1 A. 5) Cantao Am. Serv.
3 A. (C. rudis n. A. Cajoa). 6) Scutellera Lam. 2 A. 7) Tetrar-
thria Dali. 1 A. (T. marginepunctata n. A. Celebes). 8) Callidea
Burm. 32 A. (C. eximia n. A. Amboina, Ternate, Sumatra, C. Caesar
n. A. Morotai, variabilis Bali, quadrimaculata Amboina, Schlegelii
Ternate, Stalii Timor, ditissima Amboina, fastuosa Ternate, Schwa-
neri Borneo , Sumatrana und modesta Sumatra, gibbosa Java, bilu-
nulata Sumatra, hypomelaena Borneo, hypecythra Borneo, Bosschei
Banka und gloriosa Java). 9) Choerocoris Dali. 1 A. 10) Hotea
Am. Serv. 2 A. (W. fusca n. A. Java). — b) Eurygastrides:
11) Eurygaster Lap. 2 A. (E. ligneus n. A. Java und Celebes). —
c) Podopides: 12) Podops Lap. 4 A. (P. vermiculatus n. A. Bor-
neo, Sumatra, tarsalis Java und Borneo, serratus Borneo und Ce-
lebes). 13) Aspidestrophus Stäl 2 A, (A. lineola n. A.) — d) Pla-
taspides: 14) Chlaenocoris Burm. 1 A. {Chi. pusillus n. A. Java).
15) Coptosoma Lap. 10 A. (C. modeslum n. A. Timor, Tondanense^
marmoralum und Forsfeitt Celebes, Mülleri Borneo). 16) Tiaroco-
ris, nov. gen., vereinigt die Charaktere von Coptosoma und Cera-
tocoris; Körper weniger verkürzt als bei Coptosoma, sonst von
ähnlichem Habitus und Skulptur; beim Männchen die seitlichen
Stirnlappen nach ihrer Vereinigung in zwei flache, abgestutzte Hör-
ner verlängert ; Fühler fünfgliedrig, die beiden ersten Glieder kurz,
das dritte am längsten, die beiden letzten gleich lang, spindelför-
mig. — Art: T. Sumatranns. 17) Brachyplatys Boisd. 8 A. {Br.
552 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
radiansn. A. Celebes, crwa; Sumatra, pawper Java, Termie, paUifrons
Timor. 18) Heterocrates Am. Serv. 1 A. — e) Oxynotides: 19)
Tarisa Am. Serv. 1 A. (T. dromedarius n. A. Celebes).
Derselbe (Tijdschr. voor Entomol. VI. p. 121—123) machte
Oplomus rubropictus als n. A. aus Mexiko, haematicus und flavogul-
tahis als n. A. aus Surinam bekannt.
Ach. Costa, Illustrazione di taluni Emitteri stranieri all'
Europa, Nota prima sopra due Scutelleridei del gruppo degli Oxi-
notini (Rendiconto della R. Accadem. delle scienze fisiche e matemat.
di Napoli, Agosto 1863) stellte als neue, mit Oxynotus und Tarisa ver-
wandte Gattung: Brackycerocoris mit folgenden Charakteren
auf : Corpus valde convexum, asperum, verrucosum : caput inflexum,
elongatura, apice subtruncatum, lobis lateralibus ultra medium late
coniunctis: scutellum abdomine multo angustius breviusque, elytro-
rum marginem externum haud tegens, disco gibberiferum: tarsi tri-
articulati, art. 2. minore. — Art: Brach, camelus aus China. —
Oxynotus perfoliatus n. A. unbek. Vaterl.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 223)
beschrieb Amb lybelus (nov. gen., von Nezara durch den Mangel
des Bauchkieles und durch die Anwesenheit eines Brustkieles, wel-
cher vorn abgerundet endigt, unterschieden) elegans, Rhaphigaster
Oceanicus und Amyoti, Acanthotner a (nov. gen. — vergebener
Name ! — ) melacanthum Boisd. ; von Rhaphigaster durch den Man-
gel des Sternalkieles, dornartige Hinterecken des Prothorax, gleich
hervortretende Kopflappen, einen starken Dorn vor der Spitze der
Vorderschenkel u. s. w. abweichend. — Die beschriebenen Arten
sind von Neu-Caledonien.
A. Dohrn, Beschreibungen einiger neuer ausgezeichneter
Heteropteren -Arten (Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 347 ff.). Dieselben
sind: Scutellera holosericea Jsiva., Tetrarthria S-macw/afa Philippinen,
callideoides Batchian, Catacanthus sumptuostts Aru-Inseln , Tessara-
toma foni^tcorms Philippinen, angularis SumB.ir3L, Pygoplatys? Thoreyi
Philippinen, Eusthenes e^epÄas Java. — Carpona, nov. gen., Form
des Thorax wie bei Dalcantha, die des Hinterleibes wie bei Pygo-
platys, Metasternum jedoch unbewehrt ; Hinterschenkel wenig dicker
als die übrigen, alle Schenkel an der Spitze mit zwei Zähnen. —
Art: Carp. funesta Cambodja. — Pycanum ? imperiale n. A. Phi-
lippinen.
Mayr (Diagnosen neuer Hemipteren, Verhandl. d. zoolog.-bo-
tan. Gesellsch. in Wien 1864. p. 903— 914) gab vorläufige Charakte-
ristiken von folgenden, zum Theil während der Novara-Expedition
gesammelten neuen Gattungen und Arten : Aus der Gruppe der Te-
tyriden: Steganocerus, nov. gen., für Sphaerocoris Argus Burm.,
Cryptacrus, nov. gen., für Tetyra comes Fab., Lob otkyreus,
der Entomologie während der J. 1863—64. 553
nov. gen., für Pachycoris lobatus Hope, Sphyrocoris, nov. gen.,
für Pachycoris obliquus Germ., Diolcns, nov. gen., für Scutellera
nebulosa und cordigera Palis., Pachycoris irroratus Germ, und fla-
vescens Hope, Deroplax, nov. gen., für Pachycoris circumductus
Germ., Ar g oc oris , nov. gen., für Arg. Redtenbacheri n. A. aus
Sennaar, und Ellipsocoris, nov. gen., für Ell. trilineatvs n. A.
von Beirat. — Aus der Asopiden-Gruppe : D or yc oris, nov. gen.,
für Pentatoma pavonina Hope (Asopus annulipes Germ.), Alloco-
tus, nov. gen., für All. Rogenhoferi n. A. Timor. — Aus der Cyd-
nus-Gruppe: Ckilocoris, nov. gen., für Chil. nitidus n. A. aus
Kaschmir. — Dryptocephala spinosa n. A. Brasilien. — Aus der
Halys-Grappe : Eurystethus, nov. gen. , für Eur. nigropunctatus
n. A. Brasilien, 0 gmo c ori s , nov. gen., für Atelocerus hypomelas
Burm. — Aus der Pentatomideu-Gruppe : Loxa curvidens n. A. Bra-
silien, Oxycoris, nov. gen., für Cimex cryptorrhynchus Germ.,
Brachymemim, nov. gen., für Hr. circuliventre n. A. Cap, S f e-
leocoris , nov. gen., für Cimex comma Thunb., Eusehistus inermis
und fallax n. A. Brasilien, Tropicorypha, nov. gen., für Cimex
deplana Herr.-Sch., Ancyrocoris, nov. gen., für Aelia hastata
Herr. -Seh, und Ancyr. Cordofanus n. A., Halyomorpha, nov. gen.,
für Halys timorensis Hope, Rhomb oc oris , nov. gen., für Rhomb,
Syriacus n. A. , Rhopalimorpha siinilis n. A. Aukland, Cylindro-
cnema, nov. gen. (zu den Ditomotarsiden Signoret's gehörend), für
Cyl. plana n. A. aus Chile. — Aus der Edessiden-Gruppe : Dictyo-
coris, nov. gen., für Cimex mactans Fab. und P lac ocoris , nov.
gen., für PL viridis n. A. aus Brasilien.
Fieber (Die Europäischen Arten der Heraipteren-Gattung
Phimodera Germ., Wien. Ent. Monatsschr. VH. p. 1— 9) unterschei-
det nach einigen die Charakteristik der Gattung betreffenden Er-
gänzungen gegenwärtig fünf einheimische Phimodera - Arten, näm-
lich ausser Phim. humeralis Dalm. und galgulina Herr.-Sch., welche
er für spezifisch verschieden ansieht, Phim. fumosa (Everm. i. lit.
= Ph. galgulina Fieb. aut.) n. A. von Orenburg, Phim. Flori (=
Ph. galgulina Flor, = ? Tetyra lapponica Zett.) aus Livland und
amblygonia n. A. von Sarepta. Die beiden letzteren bilden eine
von den drei ersteren verschiedene, durch die Kopfbildung charak-
terisirte Gruppe.
Derselbe (ebenda VIH. p, 231 und 334 ff.) machte Strachia
cognata und cyanea als n. A. aus den Pyrenäen, Cydnus aciculalus
n. A. von Crefeld bekannt ; Cydnus Helferi Fieb. wird auf Cydn.
punctulatus Costa reducirt und nochmals beschrieben. — Pentatoma
porphyrea n. A. von Amasia und Trigonosoma Lehmanni n. A. aus
Turkomanien.
Pentatoma Baerensprungi Mulsant und Rey (Annal. soc.
554 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Linrieenne de Lyon X. p. 185, Opusc. entom. XIII. p. 185) n. A. aus
Deutschland.
Asponqopus rotvndalus Sign or et (Notes sur l'ile de la reu-
nion II. Heraipt. p. 26) n. A. von Bourbon , Coplosoma Ceylonica,
Cydnus? minnlus und Strachia geomelrica Motschulsky (Bullet.
d. Moscou XXXVI, 2. p. 74 f.) n. A. von Ceylon.
Coreodes. Signoret (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 555 ff.)
beschrieb folgende neue Arten und Gattungen aus Chile: beides
spinosissimus. — Dalcera, nov. gen., von Dasycoris durch erwei-
terte Schienen und ausgerandeten Kopf, von Ceratopachys durch
gedornte Hinterschenkel und erweiterte Schienen, von Acanthocoris
durch die Ausraudung des Kopfes unterschieden, Fühlerhocker
aussen mit einem schwachen Dorn, Fühler ohne Erweiterung, ihr
zweites Glied kürzer als das dritte, Rostrum nur die Mitte des Me-
sosternum erreichend. Hinterschienen schwach erweitert. — Art:
Dalc. Lacerdae (pl. 13. fig. 19). - Eldarca, nov. gen. , zur Rhopa-
lus-Gruppe gehörend, von Therapha und Corizus durch nicht gestielte
Augen und verlängerten Kopf, von Maccevethus durch den Mangel
eines Dornes am Fühlerhöcker, besonders auch durch das lange Ba-
salglied der Fühler und das in eine Spitze endigende Schildchen un-
terschieden. — Auf Merocoris haematomera Spin, und drei neue
Arten begründet: Eid. nigra, Germainii (pl. 11. fig. 3) und sulcicor-
nis (pl. 13. fig. 20). — Pseudophloeus mnticus (pl. 13. fig. 21), Margtis
distinctus (pl. 13, fig. 22), nigropunctatus (fig. 23) und nervosopuncta-
tus (fig. 24).
Derselbe (in Maillard, Notes sur l'ile de la reunion II. He-
mipteres p. 26) Anisoscelis flavopunctalus als n. A. von Bourbon,
pl. 21. fig. 4 abgebildet. — D aclera, nov. gen., mit Microbasis Dali,
verwandt, aber die Hinterschienen einfach, die Fühler cylindrisch,
nur das erste Glied an der Spitze gekeult, das vierte am längsten,
das zweite kaum kürzer als das dritte, das erste kürzer als der Kopf.
Rostrum bis zur Mitte zwischen den Mittel- und Hinterbeinen rei-
chend, Augen wenig hervorragend; Prothorax mit abgerundeten
Hinterecken. — Art . Dach punctata von Bourbon, pl. 20. fig. 7 ab-
gebildet.
Ach. Costa, Illustrazione di alcuni Emitteri stranieri all'
Europa. Nota seconda: Nuovi generi e nuove specie di Coreidei
(Rendiconto della R. Accad. delle scienze fisiche e matem. di Na-
poli, fasc. 10. Ottobre 1863. — Separatabdruck, 14 pag. in 4.) Verf.
charakterisirt folgende neue Gattungen und Arten, deren Vaterland
ihm der Mehrzahl nach unbekannt ist: Laminiceps, nov. gen.
»Caput subquadratum, lobo medio in laminam compressam tuber-
cula antennifera superantem vel aequantem producto, pone oculos
constrictum. Antennae corporis dimidio longiores, graciliusculae,
^Wul.^ der Entomologie während der J. 1863—64. 555
articulo 1. capite triplo longiore, 2, et 3. brevioribus subaequali-
bus, 4. Omnibus longiore. Pronotum postice nee elevatum, neque
spinosum aut elatum. Pedes graciles, femoribus minime incrassatis,
infra ante apicem spinulosis.« — Zwei Arten: Lam, Stollii und bi-
partitus Surinam? — Bardistus reticollis und Mictis hystrix. — Prio-
cnemicoris, nov. gen. »Corpus oblongum, caput subquadratum,
inter tubercula antennifera emarginatum; pronotum latitudine lon-
gius, postice haud ampliatum, in medio longitudinaliter canalicula-
tum: abdomen lateribus elytra non excedens. Antennae corpore lon-
giores, filiformes, articulis 3 primis decrescentibus, ultimo omnibus
longiore. Rostrum mesosterni dimidium non excedens. Pedes an-
teriores filiformes, femoribus vix "spinulosis, postici validiores, femori-
bus calcaratis spinosisque, tibiis margine infero tuberculato-serrula-
tis.« — Art: Pr. refidgens. — Zoreva immaculicollis, Golema tessel-
lata, Nematopus fasciatocollis. — S t en op hyll o pu s , nov. gen.
»Habitus, caput, antennae pedesque ut in gen. Nematopus: tibiae
posticae rectae , utrinque dilatatae, lanceolatae.« — Art.: Stert, ni-
grocinctus. — Phyllaeleocnemis, nov. gen. »Caput subquadra-
tum, lobo medio in fastigium tuberculos antenniferos superantem
producto. Antennae ut in Nematopis. Rostrum mesosterni dimi-
dium attingens, articulo 3. quarto pauUum breviore. Pronotum an-
gulis humeralibus neque prominentibus, neque productis. Pedes
anteriores mediocres , postici femoribus vix incrassatis, infra ad
apicem spinulosis, tibiis utrinque dilatatis, lanceolatis.« — Art:
Phyll. fuli(jula. — Metapodius pleuriticus, Paryphes festivus, letzterer
vom Amazonenstrome. — Fulicopu s, nov. gen. »Antennae cor-
pore longiores, gracillimae, articulis 3 primis subaequalibus. Caput
subquadratum, lobo medio inter tuberculos antenniferos obtuse pro-
ducto. Rostrum coxas medias vix attingens. Pronotum postice
neque ampliatum , neque acutangulum. Abdomen lateribus elytra
haud superans. Pedes graciles, femoribus filiformibus, minute spi-
nulosis, tibiis posticis lobo membranaceo extus praeditis.« — Art:
FuL T-nigrnm. — Leptocorisa hipunciata, — Co r is/ eni'a, ^nov. gen.
»Caput antice trianguläre, apice rotundatum lobo medio laterales
excedente vel aequante. Caetera ut in gen. Leptocoris. — Art : Cor.
flavicosta.
Stäl (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 55f.) beschrieb Aco-
copus (nov. gen., mit Nematopus verwandt, Unterschiede nicht her-
vorgehoben) verrucifer als n. A. vom Amazonenstrome und Nema-
topus nervosus Lap.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. I. p. 602 f.)
Derepteryx obscurala n. A. von Shangai und Midis limbativentris
n. A. von Neu-Guinea.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 226 ff.)
556 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Dilophos (nov. gen. — vergebener Name! Diptera — mit Lepto-
corisa verwandt) Solieri und Leptocorisa Burnicisteri als n. A. von
Neu-Caledouien.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou XXXVI, 2.
p. 77) Corizus semicrucialus und breticollis als n. A. von Ceylon.
Fieber (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 323 f.) Neides pa-
rallelus als n. A. aus England und Böhmen, Camptopus bifasciatus
als n. A. aus Amasia.
Lygaeodes. Stäl, Beitrag zur Kenntnis der Pyrrhocoriden
(Berl. Entom. Zeitschr. VII. p. 390-404) beschrieb unter 8 aufge-
zählten Arten der Gattung Physopelta als neu: Phys. rohusla Laos,
famelica Ceram, ßmbriata Timor und cinclicollis Ostindien, unter
5 Arten von Odontopus Lap. als n. A. : Od. binotatus Siam. Eine
neue Gattung Antilochus , zu welcher Lyg. Coquebertii Fab.,
Pyrrhocoris nigripes und discoidalis Burm. u. a. gehören, wird mit
•Anl. disci/er von Borneo , histrionicus von Timor und reflexus von
Mysol bereichert; die Gatt. P^ctatops Am. Serv. (6 A.) mit Ect.
graciliüornis von Mysol, erythromelas von Cambodja und seminiger
von Manilla; Dindymus Stäl (16 A.) mit Dind. sjmerocephalus und
fecialis von Manilla, crudelis von Celebes, venustus und mundus von
Manilla, pulcher ebendaher, semirufus von Cambodja, vinulus von
Manilla, circumcinclus Moreton-Bay, ovalis und lanins aus Ostindien.
— A e schinus , nov. gen. (Verwandtschaft nicht näher erörtert)
bucculaius n. A. von Sarawak. — Dysdeicus fvscomaculalus n. A.
Amoy in China, Dysd. ? rubrocinctus Assam und Dysd. (?) flavipos
Sign. (= nigrotarsus Sign, mas), Pyrrhocoris carduelis n. A. Hong-
kong und Cenaeus apicicornis Fairm. (Odontopus) vom Gabon.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 228 ff.)
beschrieb Lygaeus ocellatus^ Beosus laevicollis und flextiosus^ Sleno-
gaster hirsutvs, Plociomervs pallidus und aiyiphibiOf Ophthalmicus Spi-
nolae als n. A. aus Neu-Caledonien. Eine neue Gattung Ochthe-
coris et soll das Ansehn und die Lebensweise von Hebrus Am. Serv.
haben, aber nach der Insertion der Fühler zur gegenwärtigen Fa-
milie gehören. — Art: Ochth. austro-caledonica ebendaher.
Fieber (Wien. Ent. Monatsschr. VIIL p. 65, 213 und 322 ff.)
machte folgende neue Europäische Gattungen und Arten bekannt:
Scolop ose elis , nov. gen., für Xylocoris crassipes Flor errichtet,
von Xylocoris durch die breiten und bewehrten Vorder- und Hin-
terschenkel u. s. w. unterschieden. — Eng is lus , nov. gen., zu-
nächst mit Henestaris Spin, verwandt, auf eine neue südfranzösische
Art: Eng. Brückt begründet. — NotochHus, nov. gen., neben
Scolopostethus zu stellen, für Pachymerus ferrugineus Muls. errich-
tet. — DiomphaluSf nov. gen., mit Trapezonotus zunächst ver-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 557
wandt, auf eine neue Art von Sarepta: D. kispidulus begründet. —
Chilacis , nov. gen., mit Ischnorhynchus, Artheneis u. s. w. ver-
wandt, für Heterogaster typhae Muls. — Neue Arten: Plinthisus
(PlinthisomusJ minutissimus Hyeres und convea-us Sarepta (gleichzei-
tig wird PI. brevipennis Latr. nochmals beschrieben), Trapezonotus
distincius und distinguendus (Pachymerus id. Flor), ersterer aus Eng-
land, letzterer aus Livland, Beosus Dovglasi aus Corsika, Microplax
limbalus aus Klein-Asien.
Als Trapezonolus distinctus beschrieben Douglas und Scott
schon vor Fieber (Entomol. Anuual f. 1863. p. 145. üg. 4) dieselbe
n. A. aus England.
Rhyparochromus Beckeri Frey-Gessner (Mittheil. d. Schweiz.
Ent. Gesellsch. 1863. p. 118) n. A. von Sarepta.
Signoret (inMaillard, Notes sur l'ile de la reunion IL, He-
mipteres p. 28. pl. 20. fig. 8) machte eine neue Gattung der a da
bekannt, welche durch die Stellung der Ocellen unter den Netzaugen zu
jeder Seite des Kopfes bemerkenswerth ist. Kopf vorn dreieckig,
Fühlerhöcker schwach, an den Fühlern das dritte Glied am kleinsten,
das erste kürzer als der Kopf; Rostrum eingliedrig, das dritte Glied
sehr lang, das vierte am kürzesten. Membran der Deckflügel mit
vier mehr oder weniger gebogenen Adern. — Art : Cler. apicicornis
von Bourbon. — Dieuches lateralis n. A. ebendaher.
Derselbe (Annal. soc. entom. de France 4. ser. III. p. 567 f.,
pl. 11. fig. 4) eine fernere neue Gattung Erlacda (wie geistreich!),
von Arhapha Herr.-Sch. besonders durch den nach vorn gerichteten,
etwas abgeflachten Kopf und die Längsverhältnisse der Fühlerglie-
der unterschieden ; das erste derselben ist sehr klein, die drei übri-
gen sehr lang und fast unter einander gleich. Ocellen fehlend,
Prothorax nahe dem Hinterrande stark eingeschnürt, Yorderschen-
kel verdickt und stachlig. — Art: ErL araphaeoides aus Chile.
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou XXXVI, 2. p. 78
und 88 ff.) Heterogaster Ceylanicusj Rhyparochromus bretis und fus-
conervosus, Plociomerus punctulatvs, ßavipes, geniculatus und bispi'
nus, Anthocoris funebris, parallelus und tanlillus (vom Verf. unter
die Araditen gestellt), Cymus basicornis (bei den Tingiditen placirt)
als n. A. aus Ceylon.
Walker (Proceed. zoolog. soc. of London 1863. p. 167) Ly-
gaeus consentanevs als n. A. von Madagascar.
Vuillefroy, Revue du genre Ectatops Am. Serv. (Pyrrho-
coris Burm.) in Annales soc. entom. de France 4. ser. IV. p. 143 f.
gab analytische Beschreibungen von sechs Arten der Gattung Ecta-
tops: E. ophthalmicus Burm., limbatus und rubiaceus Am. Serv.,
distinctus und lateralis n. A, Silhet, obscurus n. A. Malacca.
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. LL
558 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Dufour, Description et figure du Cryptostemma alienum
(ebenda 4. ser. IV. p. 211. pl. 5. fig. 3) gab eine nochmalige Beschrei-
bimg und schöne Abbildung des Cryptostemma alienum Herr. -Seh.,
welches von ihm an den Ufern des Adour aufgefunden wurde.
Gapsinl- Scott (Entomol. Annual f. 1864. p. 159. Frontisp.
flg. 5) machte eine neue Gattung M onosynamm a bekannt; Kopf
quer dreieckig, zugespitzt, Augen stark hervortretend, Fühler von
^3 der Körperlänge, das 1. Glied kürzer als der Kopf, gegen die
Spitze hin verdickt, das 2. dreimal so lang als das 1., das 3. und
4. dünn, zusammen etwa von der Länge des 2. , das 4. um die
Hälfte kürzer als das 3. Prothorax kurz, trapezoidal, mit spitzen
Hinterecken und zwei Schwielen nahe dem Vorderrande ; Schildchen
gross, dreieckig, an der Basis quer gefurcht, Membran einzellig;
Hinterbeine verlängert mit breiten und flachgedrückten Schenkeln.
— Arten: Mon. Scotti (Fieber i. lit.) aus England. — Ausserdem
wird beschrieben: Allodapus rufescens Burm. (= All. coryzoides
Fieb. = Capsus corizoides Herr.-Sch. = Caps, brachypterus Bohem.).
Fieber (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 73, 218 u. 325 fif.)
beschrieb folgende neue Europäische Gattungen und Arten: Micro-
synamma, nov. gen., mit einer n. A. aus England: Micr. Scottii,
der Gatt. Orthotylus zunächst stehend (ist wohl mit der Scott'schen
Gattung und Art identisch). — Bothynofus, nov. gen., an Alloe-
otomus und Pachypterna anzuschliessen, mit Both. Minki n. A. aus
Hessen und Corfu. — Stethoconns, nov. gen., auf Capsus ma-
millosus Flor begründet. — Exaeretus, nov. gen., für Campto-
tylus Meyeri Frey aus Sarepta. — Tytthus, nov. gen., für Capsus
pygmaeus Zett. und geminus Flor. — D asycy t u s , nov. gen., mit
Pachylops zunächst verwandt, für eine n. A. : Das. sordidus von
Malaga. — Neue Arten: Calocoris fornicaius England, Kolenatii
Mähren (Altvater), Halticus intricatus Oesterreich, Baden, (Halt, ma-
crocephalus und palUdicornis Fieb. nochmals charakterisirt), Ortho-
cephalus bivittatus, rhyparopus und Freyi Sarepta, Atractotomns pun-
ctipes Süd-Russland, pini England, Oncotylus piinctipennis Sarepta,
Tinicephalus obsolelus England, Criocoris tibialis Süd-Frankreich,
Psallus Fieberi (Douglas) England, Agalliastes prasinus und tibialis
Sarepta, Meyeri Schweiz, Böhmen u. s. w., Teratocoris dorsalis Prag (?),
Homodemus angularis Mehadia, Calocoris nebulostis Lussin piccolo,
Phylocoris incanus Sarepta, Alloeonotus egregius Oesterreich, Krim,
Amasia, Lopus bicolor Krim, Stiphrosotna atrocoerulea Süd-Europa,
Orthotylvs ochrotrichus England, Psallus ? fuscovenosus Sarepta, Jtfa-
crolylus nigricornis Süd-Europa, Amblytylus affinis Nord-Deutschland
und England, Macrocoleus chrysotrichus Süd-Russland und pictus
Süd-Europa.
Der oben erwähnte Camplotylus Meyeri wurde von Frey-Gess-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 569
ner in den Mittheil. d. Schweiz. Entern. Gesellsch. 1863. p. 119 als
n. A. aus Sarepta beschrieben.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 232 ff.)
machte Miris asperstis, Donovani und sanguinolentus, Phytocoris
Falleni, Jouani und pallidus als n. A. aus Neu-Caledonien bekannt.
Signoret (Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 570ff.) Lopus
fallax, Cyllocoris jucundiis (pl. 11. fig. 5), Capsus speciosus und
ocellatus als n. A. aus Chile. Später (p. 586) wird Cyllocoris jucun-
dus als var. von Cyl. scutellatus Spin, nachgewiesen.
Motschulsky (Bullet, d. nat. de Moscou XXXVI, 2. p. 82ff.)
Capsus albipes, Deraeocoris rubrovulneratus, viridanus, piceoniger,
Leptomerocoris alboviridescens , 7 pistacinus, ? albofasciatus und Lio-
coris (nov. gen.) glabratus als n. A- von Ceylon.
Membranacci. Neue Chilenische Arten und Gattung, von Signo-
ret (Annal. soc. ent. 4. ser. III. p. 574 ff.) beschrieben, sind: Phymata
neivoso-pnnctata und elongata (pl. 13. fig. 25 u. 26). — Soleno-
stotna, nov. gen., aus der Monanthia-Gruppe ; Rostralfurche sehr
ausgebildet, von der Hälfte der Kopfbreite, bis zu den Mittelbeinen
fortgesetzt, Fühler kurz, das dickere erste Glied am längsten, das
zweite und vierte kürzer als das dritte; Prothorax dreieckig, über
das Schildchen hin weggezogen, Flügeldecken ohne Membran, den
Hinterleib ganz bedeckend. — Art: Sol. lilipuliana (pl. 13. fig. 27),
nur 174 Mill. lang. — Ebenda p. 586: Cantacader? Germainii n. A.
ebendaher.
Mit der Gattung Solenostoma Sign, wäre noch näher zu ver-
gleichen eine vonPhilippi (Stett. Entom. Zeit. 1864. S. 306f.)
unter dem Namen Coleopterodes aufgestellte und auf eine nur
1 Lin. lange Chilenische Art: Col. fuscescens begründete Gattung,
deren systematische Stellung vom Verf. nicht näher bezeichnet wird.
Die Wanze gleicht nach Philippi's Angabe durch die eigenthüm-
liche Haltung ihrer hervorgestreckten und dicht aneinander geleg-
ten Fühler im Leben täuschend einem kleinen Rüsselkäfer (Antho-
nomus). Der Körper ist birnförmig, flügellos, oben massig gewölbt,
die Flügeldecken ganz hornig, mit gerader Naht aneinander stos-
send, das Schildchen von dem trapezoidalen Prothorax bedeckt.
Fühler viergliedrig, das dritte Glied den beiden ersten zusammen-
genommen gleich, das Eostrum dreigliedrig, die Tarsen zweigliedrig,
mit sehr kurzem ersten Gliede.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p.235ff.)
beschrieb Tingis auslralis, Phloeobia (nov. gen., von Mezira durch
den Kopf, welcher an der Basis der Fühler ausserhalb mit einem
nach vorn gerichteten, und hinter den Augen mit einem zweiten nach
aussen gewandten Dorn besetzt ist, ferner durch die kurzen und
660 Gerstaecker: Bericht üb. d, wissensch. Leist. im Gebiete
dicken Fühler, deren 1. Glied kaum die Verlängerung des Kopfes
erreicht, deren 2. etwas kürzer als das 1. und viel kürzer als das dritte,
und deren 4. Glied vor der Spitze verdickt und dann zugespitzt
ist, unterschieden) Sayi als n. A. aus Neu-Caledonien.
Motschulsky Bullet, d. natur. de Moscou XXXVl, 2. p. 91)
Monanthia subovala, alra und ? lingoides als n. A. von Ceylon.
Orthoslira concinna Douglas und Scott (Entom. Annual
f. 1863. p. 143. fig. 5) n. A. aus England, später auch von Fieber
(Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 210 ff.) nehat Aradus aterrimus n. A.
aus England und Orthostira cervina Germ. (= 0. platychila Fieb.)
beschrieben.
Zosmenus atriplicis Frey-Gessner (Mittheil. d. Schweiz.
Entom. Gesellsch. 1863. p. 118) ji. A. aus Sarepta. *
Costa (Entomol. della Calabria ulteriore tav. 4. fig. 7) gab
eine Abbildung von Dictyonota pulchella Costa aus Neapel.
Kolenati (Mittheil. d. Mähr.-Schlesisch. Gesellsch. f. Acker-
bau, Brunn 1863. p. 2bO f.) handelte über die Larven von Tingis pyri
Geoffr., welche die Oberhaut der Baumrinde anstechen, den Saft
aussaugen und dadurch die frischen Triebe des Birnbaumes abdor-
ren machen.
RetfQVina. C. Stäl, formae speciesque novae Reduviidum
(Annal. soc. entom. 4. ser. III, p. 25 — 58) gab Diagnosen und kurze
Beschreibungen von folgenden neuen Gattungen und Arten: Epidaus
latispinus Sumatra, Malacca, validispinus Malacca, furculatus Sara-
wak, conspersus Ostindien, Endochus dichrous Silhet, thoracicus Ce-
lebes, Neu-Guinea, alrispinus Ostindien, Sumatra, famulus Nord-In-
dien, nebido Nord-China, Evagoras asseda Ceram, atripes Batchian,
dolosa Key-Inseln, Jsyndus Ulysses Laos, obscurus Nord-China, Japan,
Pristhesancus furcifer, congrex und phemiodes Philippinen, Helonolus
calcitrans Ternate, exsugiens Neu-Guinea, Paloptus longispinus Neu-
Guinea, Aslinus pustulatus Sarawak, Harpactor validus Brasilien
(Tapayoz), grossus Amazonenstrom, Heia sphinx und ferox ebenda-
her, Eulyes illustris Philippinen, Dohrni Dekan, Shanghai, Yolinus
atnpliventris Celebes, baro und ineptus Cambodja, Phemius consobri'
nus Philippinen, P arsialus (nov. gen., mit Sycanus verwandt;
Körper stark flachgedrückt, Kopf länger als der Thorax, erstes
Fühlerglied von Kopflänge, Thorax und Schildchen unbewehrt, Fuss-
klauen mit Anhang) depressus Ostindien und brachialis Philippinen.
— Sycanus cardinalis Philippinen, Falleni und villicus Cambodja,
blennus Celebes, indagalor Ostindien. — Arcesius, nov. gen.,
gleichfalls mit Sycanus verwandt. Kopf fast cy lind risch, länger als der
Thorax, der hinter den Augen liegende Theil länger als der vordere ;
Thorax vor der Mitte eingeschnürt, der Vorderlappen unbewehrt,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 561
der hintere zweihöckrig, Schildchen unbewehrt; Flügeldecken den
stark gerundeten erweiterten Hinterleib überragend. — Arten: Are.
severus Batchian und Itirco Insel VVaigiou. — Reduvius lobatus Cam-
bodja, pulchriventris Nord-Indien, patagiatus Sarawak, xanlhogaster
Malacca, gulo Mysol, verecundus Aru-Inseln, impiger Cambodja, Ma-
layus Malacca, Coprias Sidney, melanocephahis Aru-Inseln, helluo
Neu -Guinea, — Agyritis, nov. gen., mit Reduvius verwandt; Kopf
fast von Thoraxlänge, unbewehrt, erstes Fühlerglied etwas kürzer
als der Kopf, Thorax und Schildchen unbewehrt, Hinterleib etwas
breiter als die Flügeldecken, Vorderschenkel stark verdickt. — Art l
Ag. podagricus Sarawak. — Hagia, nov. gen., gleichfalls mit Re-
duvius verwandt; Kopf kürzer als der Thorax, unbewehrt, an der
Basis eingeschnürt, erstes Fühlerglied etwas länger als der Thorax;
dieser unbewehrt, der Länge nach breit eingedrückt, mit abgestumpf-
ten Seitenwinkeln des Hinterlappens, Schildchen unbewehrt, etwas
gewölbt, Hinterleib wenig breiter als die Deckflügel. — Arten: H.
punctoria Sarawak, laticlavia Philippinen und discopora Mysol. —
Colliocoris erythraeus Neu-Holland. — Nicrus, nov. gen., mit Ha-
vinthus verwandt ; Körper niedergedrückt, körnig und borstig, zwei-
tes Rüsselglied dreimal so lang als das erste, erstes Fussglied etwas
kürzer als der Kopf; Thorax unbewehrt. Schildchen spitz ausgezo-
gen, Hinterleib etwas breiter als die Deckflügel. — Art iJS. eumor-
phus Moreton-Bay. — P anthous, nov, gen. , mit Reduvius ver-
wandt; Thorax breiter als die Deckflügel, mit kleinem Vorder- und
grossem Hinterlappen, welch' letzterer hinten erweitert und über
das Schildchen und die Basis der Deckflügel ausgezogen ist. — Ar-
ten: Pantk. excellens Ostindien, D«erfrt/ws und /cöiws Malacca, ochro-
tnelas Neu -Guinea. — Tegea, nov. gen., mit Lophocephala ver-
wandt ; Körper dick, Kopf kürzer als der Thorax, hinter den Augen
verdickt, an der Basis eingeschnürt; erstes Rüsselglied sehr kurz,
zweites sehr lang, die beiden letzten Fühlerglieder sehr kurz ; Tho-
rax unbewehrt, vorn sehr leicht eingeschnürt, Beine ziemlich kurz
und dick. — Arten: Teg. atropicta Sidney und pullata Java. —
Epirodera pallidiroslris Mysol, Canthesancus helluo Ceylon, gulo Ma-
lacca, lurco Hongkong, Ipraedo Philippinen. — Vi l ins, nov. gen.,
mit Mendis verwandt ; Kopf gross und dick, hinter den Augen
plötzlich eingeschnürt, die Ocellengegend erhaben, die Augen be-
sonders beim Männchen hervorragend ; Fühler viergliedrig , beim
Männchen behaart, das erste Glied etwas länger als der Kopf und
etwas kürzer als das zweite ; Thorax in der Mitte und bei den Hin-
terecken der Länge nach eingedrückt, Schildchen quer , breit ab-
gestutzt, an der Basis und Spitze jederseits mit einem gekrümmten
Zahn bewehrt. — Art: Vil. melanopterus Silhet. — Mendis pectora-
lis Shanghai, Adrania (nov. gen., von Scadra durch siebenglie-
562 Gerstaecker: Bericht üb. die wissensch. Leist. im Gebiete
drige Fühler, durch das erste Rüsselglied, welches länger als die
beiden folgenden zusammengenommen ist und verlängerten Körper
unterschieden) macva Insel Waigiou, Scadra maculiventris Ostindien,
Pirena (nov. gen., von Ectrichodia durch kurze, dicke Fühler,
abgestutztes und jeder seits gezähntes Schildchen unterschieden)
punctata Port Natal, Antiopa (nov. gen., von Ectrichodia durch
kurze und dickere Fühler so wie durch den besonders hinter den
Augen verdickten, oben und unten gewölbten Kopf unterschieden)
pvmila Ceylon, Caecina (nov. gen., mit Ectrichodia verwandt;
Fühler sechsgliedrig, 1. Glied etwas länger, 2. Glied etwas kürzer
als der Kopf, Vorderlappen des Thorax erhaben, in der Mitte her-
vorgezogen, gekörnt und stachlig, Schildchen quer mit weit entfernt
stehenden Spitzendornen) spinulosa Cambodja, Centrocnemis Signo-
reli Sarawak, Plalymeris praedo Sierra Leone, Acanlhaspis fulvipes
Silhet, rugulosa Bengalen, picina Vatei'l. unbek., sifjnifera und gulo
Malacca, helluo Silhet, lurco Port Natal, pedestris Madras, tenebrosa
Nord-China, concinnula Dekan, higuttula Ostindien, saAw/osa Neu-
Holland, Cheronea (nov. gen., mit Acanthaspis verwandt) quaerula
Mysol, Psophis (nov. gen., mit Acanthaspis verwandt) erythraea
Nord-Indien, Inara alboguttata Singapore, Cerilocus vulnerans Sa-
rawak, exsugiensWsiigioxi undiCer.? varians Neu-Holland, Opsicoetus
muhispinus Sidney, Sminthus gra'iosus Tondano, Opinus punctorius
"Waigiou, Tiarodes pustulalus Batchian, varicolor Philippinen, elegans
Ceylon, Spiniger Aleides Amazonenstrom, Pirates cyaneus Ostindien,
truculenlus Australien, ornalus und decoratus Neu-Holland, Pha-
lantus (nov. gen., mit Lestomerus verwandt) geniculatus Hongkongs
Andr oclu s (nov. gen., gleichfalls mit Lestomerus verwandt) granu-
latus Dekan und Pachynomus biguttatus Ostindien.
Derselbe (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 57 ff.) beschrieb
Ploeogaster matjunosus n. A. von Cayenne, Harpagocoris obscuricrus
aus dem Caffernlande, Sycanus generosus und pyrrholomus aus Ma-
nila, Pothea aeneonilens aus Nord-Amerika und dichroa aus Brasilien,
Alloeorhynchus vinulus aus Java und Saica acanthophora (Ploiaria)
Montr. von Lifu.
Signoret (Annal. soc. ent. 4. ser. III. p. 579 f. pl. 11. üg. 6)
machte eine neue Gattung Rac elda bekannt, welche zu den Ectri-
chodiden in die Nähe von Caecina Stäi gehört. Erstes Glied des
Rostrum den beiden letzten gleich, erstes Fühlerglied länger als
der Kopf, zweites um Ys länger als dieses, 3. und 4. sehr klein;
Prothorax mit wenig erhabener, platter Scheibe , Schildchen mit
gespaltener Spitze, Flügeldecken von der Länge des Hinterleibes,
Beine dünn, mit kaum stärkeren Vorderschenkeln. — Art: Rac, al-
iernans aus Chile. — Ebendaher: Alrachelus curvidens n. A. —
p. 587 : Emesella Dohrnii ebendaher, in zwei Varietäten beschrieben.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 563
Montrousier (Annal. sog. Linneenne de LyonXI. p. 236 fif.)
Virales textilis, Reduvius domesticus , Leptomera (nov. gen., aus
der Piratiden-Gruppe) Jourdani, Saslrapada armata und velutina^
Ploiaria modesta, Hydromelra aculeata als n. A. von Neu-Caledonien.
Vuillefroy (Annal. soc. entom. 4. ser. lY. p. 142f.) Petalo-
cheirus australis und apetalns als n. A. von Malacca, auf pl. 1 ab-
gebildet.
Fieber (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 321) Harpactor cin-
gulatus als n. A. aus Sicilien.
Costa (Entomol. della Calabria ulteriore tav. 4. iig. 6) gab
eine Abbildung von Metapterus linearis Costa aus Neapel.
A. D o-h r n , Beiträge zu einer monographischen Bearbeitung
der Familie derEmesina, 2, Stück (Linnaea entomol. XV, p. 42 — 76).
Verf. scheidet jetzt nach wiederholter Untersuchung die als dritte
Gruppe zu den Emesinen gezogenen Saicidae von denselben aus und
beschränkt erstere auf die Gruppen der Emesiden und Ploiariden,
welche er nochmals gegensätzlich charakterisirt. Sodann folgt die
Beschreibung der zu den fünf letzten Gattungen gehörenden Arten :
9) Ortkunga, nov. gen., für Emesa Wahlbergi Stäl errichtet. 10)
West er m annia , nov. gen., mit 3 Arten: W. difficilis Columbien,
tenerrima Portorico und Cuba, annulata Mexiko. 11) Stenolemus
Sign, mit 2 A., darunter neu: Stcn. fasciculatus Celebes. 12) Ma-
lacopus Stäl. 1 A. 13) Ploiaria Scop. 5A., darunter neu: PI. Baeren-
spruTigi, bei Berlin an Eichen. — In einem Nachtrage zu dem er-
sten Abschnitte der Monographie werden ausserdem noch beschrie-
ben: Gardena Semperi Luzon, Emesa annulata Vaterl. unbek., Ca-
sptca Süd-Russland , Gkiliatiella Bethei Bogota, fenera Vaterl. unbek.,
Emesella robusta Vaterl. unbek., Lttteva longiventris Vaterl. unbek.
(Sunda-Inseln?), Palacus (nov. gen.) Cvbensis und Deliastes
(nov. gen.) reliculatus, beide von Cuba.
Riparii. Frey-Gessner, Die Salden der Umgegend von
Aarau (Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. 1863. p. 116 f.) führt
neun von ihm beobachtete Salda-Arten, nach Fieber bestimmt, auf.
Salda Flori Dohrn (Stett. Entom. Zeit. 1863. p. 395) n. A.
Stettin, Salda gamma Fieber (Wien. Ent. Monatsschr. VIII. p. 212)
n. A. aus Südfrankreich.
Hydrodromici. Hydrometra Servillei Frey - Gessner (Mit-
theil, d. Schweiz. Entomol. Gesellsch. 1864. p. 228) n. A. aus der
Schweiz, Gerris luctuosa Montrousier (Annal. soc. Linneenne de
LyonXI. p. 242) n. A. von Neu-Caledonien, Gerris cereiventris Sig-
noret (in Maillard , Notes sur l'ile de la reunion II. Hemipteres
p. 30) n. A. von Bourbon.
Galgalini. Stäl (Berl. Ent. Zeitschr. VU. p. 405 ff.) lieferte
564 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ein » Verzeichniss der Mononycbiden«, welches 4 Gattungen und 17
Arten umfasst: Mononyx 5 A., Phintius 4 A., Matinus 3 A, {M. ad-
spersus n. A. West-Australien) und Peltopterus 2 A.
Mononyx parrulus Signoret (Annal. soc. entom. 4. ser. III.
p. 588) n. A. aus Chile, Pelogonus Dufourii Montrousier (Annal.
soc. Linneenne de Lyon XI. p. 241) n. A. aus Neu-Caledonien.
Nepini. L. Dufour hat (Annales soc. entomol. 4. ser. III.
p. 373—400) einen »Essai monographique sur les Belostomides« ver-
öffentlicht, welcher in der That als ein blosser Versuch und als
ein in vieler Beziehung recht schwacher bezeichnet werden muss.
Verf. spricht sich zunächst gegen die Vereinigung der Belostomiden
mit den Nepiden zu einer und derselben Familie aus und giebt
eine Charakteristik des äusseren Körperbaues der ersteren, die nicht
über Bekanntes hinausgeht; bestimmte sexuelle Differenzen hat
Verf. nicht auffinden können, da die beim Weibchen zuweilen her-
vortretende Legescheide, welche er beschreibt, bei vielen Exempla-
ren zurückgezogen ist und in diesem Falle keinen Anhalt liefert.
Die acht dem Verf. bekannt gewordenen Gattungen werden in einer
Tabelle analysirt, und sodann nebst den ihnen angehörigen Arten
mit kurzen Diagnosen versehen, welche jedoch für die Unterschei-
dung der letzteren dem grösseren Theile nach unzureichend sind.
So begründet Verf. in der schwierigen Gattung Belostoma die Mehr-
zahl seiner Arten auf einzelne Exemplare und scheint der Ansicht
zu sein, dass schon der Fundort (welcher übrigens bei mehreren
auch nicht einmal bekannt ist) für die Aufstellung einer Art Bürg-
schaft leiste. Solche Arten sind z. ß. Bei. pruinosum an der Dal-
matischen Küste, bispinulosum vom Senegal, rnficeps Vaterl. unbek.,
distinctum Columbien, Signoreti Amerika, litigiosum Vaterl. unbek.,
ohscurum Nord-Amerika und Ititescens Aegypten. Bei der Gattung
Hydrocyrius Spin, bezweifelt er freilich selbst die Artverschiedenheit
des Hydr. Columbiae Spin, von H. Algeriensis Duf., führt sie aber
trotzdem als zwei Species auf. In der Gattung Zaitha beläuft sich
die Zahl der vom Verf. unterschiedenen Arten auf 19, von denen
die meisten als neu bezeichnet werden ; am Schlüsse der Gattung
führt er die Gattung Lethocerus Mayr irrig als Larve einer Zaitha
(während sie die eines Belostoma ist) , die Gattung Limnogeton
Mayr, obwohl dieselbe durchaus begründet ist, sogar als Nymphe
einer Zaitha auf. Die Gattung Appasus ist mit 8, Serphus mit 1,
Abedus mit 2, Sphaerodema mit 1 undNervinops (nov. gen., auf
Nepa rustica Fab. begründet) mit 1 Art vertreten. Die Charakte-
ristik vieler Arten hat Verf. nur von anderen Autoren copirt.
Dieser Arbeit schliesst sich unmittelbar eine Notiz von Lu-
cas (Quelques mots sur les modifications que les mues fönt subir
au Belostoma Algeriense Duf. ä l'etat de larve, Annal. soc. entom.
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 565
4. ser. in. p. 401 — 404) an, in welcher er die bereits bekannte An-
gabe macht, dass die Larven der Belostoma nur ein Tarsenglied
dagegen aber zwei gleich grosse Fussklauen haben (letzteres ist be-
reits von Burmeister hervorgehoben worden). Die sonstigen
Mittheilungen des Yerf.'s beziehen sich auf die Fühlhörner, das
Eostrum, auf welchem Verf. Dufour gegenüber nur drei Glieder
wahrnehmen kann, die Zahl und Lage der Stigmen des Hinterleibs
und auf die Formabweichungen , welche die übrigen Körpertheile
der Larve im Vergleiche mit dem ausgebildeten Insekt erkennen
lassen.
Derselbe, Note relative au Belostoma Algeriense (ebenda 4.
ser. IV. p. 219) verbreitet sich über die Synonymie des Hydrocyrius
Columbiae Spin. (= Ilyotrephes herculeus Stäl = Belostoma Alge-
riense Duf.), welche bereits vor 9 Jahren vom Ref. (vgl. Jahresber.
1855. p. 173) rectificirt worden ist. — Den von Dufour als vier-
gliedrig bezeichneten Rüssel von Belostoma sieht er als dreigliedrig
an. — Eine Erwiderung hierauf von Dufour (ebenda p. 221) be-
hauptet, der Rüssel sei von ihm als »triarticule« bezeichnet worden.
Signoret dagegen (ebenda p. 222 ff.) constatirt beiden Auto-
toren gegenüber vier deutliche Glieder am Rostrum, wie sie Du-
four in seiner ersten Arbeit richtig angegeben hat. Im Uebrigen
verbreitet er sich über die Deutung der unkenntlich charakterisirten
Gattung Diplonychus Lap. und vindicirt die Aufklärung über die
Synonymie der Gattung Ilyotrephes imrichtiger Weise Hrn. Stäl. —
Endlich fühlt sich auch Lucas nochmals (ebenda p. 226f.) veran-
lasst, gegen die von Dufour und Signoret gemachten Angaben
weitläufig, aber inhaltsleer zu repliciren.
Sehr viel gründlicher als die Dufour'sche Arbeit ist eine
gleichzeitig von G. Mayr unter dem Titel: »Hemipterologische Stu-
dien, die Belostomiden« (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu
Wien 1863. p. 339—364. Taf. 11) publicirte, in welcher Verf. meh-
rere neue Gattungen und Arten dieser Gruppe bekannt macht. Den
acht bis jetzt bekannten Gattungen fügt Verf. zwei neue hinzu: 1)
Stenoscytus, nov. gen., zu der Abtheilung mit einer Kralle an
den zweigliedrigen Vordertarsen gehörend. Körper hinter der Mitte
am breitesten, hinten abgerundet, die kuglig vorspringenden Augen
halbgestielt, der Scheitel beiderseits am hinteren Augenwinkel mit
einer rundlichen Erhöhung ; Schlussrand der Deckflügel so lang oder
länger als der Schildchenrand, Membran schmal, Embolium fehlend.
Erstes Glied der Schnabelscheide länger als das zweite, das dritte
Fühlerglied mit einem seitlichen Fortsatze; Metasternum mit star-
kem Längskiel, Membran nur in Form eines schmalen, ungerippten
Saumes. — Art: St. Mexicanus, 25 Mill. lang. — 2) P edinoc o ris,
nov. gen. In der Mehrzahl der Charaktere mit der vorigen Gat-
566 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
tung übereinstimmend, doch ist das erste Glied des Rostrum kür-
zer als das zweite, ausser dem dritten auch das zweite Fühlerglied
mit einem seitlichen Fortsatze versehen , das Metasternum nicht
gekielt, die Membran zwar schmal, aber mit zwei Reihen Zellen
versehen. — Arten: Ped. macronyx aus Californien und Mexiko,
34 Mill. lang und hrachomjx aus Californien, 33 Mill. lang. — Neue
Arten: Zaitha Asiatica Borneo , foveolata Yaterl. unbek. , dentata
Brasilien, Hydrocyrius rechts Sierra Leone, Limnogeton scutellaium
Afrika? — Mehrere bereits beschriebene Arten, wie z.B. besonders
Zaitha Stollii Am. Serv. und plebeja Stäl werden nochmals ausführ-
lich in ihren Merkmalen, andere in Bezug auf ihre Synonymie er-
örtert. Die zehn die Belostomiden-Gruppe zusammensetzenden Gat-
tungen werden in einer analytischen Tabelle unterschieden.
Nepa vicina Sign or et (in Maillard, Notes sur l'ile de la reu-
nion II. Hemipteres p. 29) n. A. von Bourbon, Belostoma Deyrollü
und Appasvs Japonicus Vuillefroy (Annal. soc entom. 4. ser. IV.
p. 141) n. A. aus Japan, auf pl. 1 abgebildet.
Notonectidae. Fieber (Wien. Ent. Monatssch. VIII. p. 205 ff.)
machte Corisa coxalis als n. A. aus Nord-Deutschland, Ftissi aus
Siebenbürgen und Rogenhoferi aus Oesterreich, Motschulsky
(Bullet, d. natur. de Moscou XXXVI, 2. p. 49) Corixa alhifrons n. A.
von Ceylon bekannt.
Falgorina. Stäl, Beitrag zur Kenntniss der Fulgoriden (Stett.
Ent. Zeit. 1863. p. 230 ff.) vermehrte die ohnehin schon grosse Zahl
der auf schwachen Füssen stehenden Gattungen dieser Familie noch
um folgende neue: Cynthila, nov. gen., auf Fulg. apicalis Westw.
errichtet und zugleich mit einer n. A.: C. ferocula von Malacca
bereichert. — Limois, nov. gen., für Lystra Westwoodi Hope,
welche von Aphana durch die Form des Kopfes und kurze Flügel
abweicht. — Maeonia, nov. gen. , für Lystr, punctata Sign, er-
richtet, welche mit der Gatt. Lystra nichts gemein haben soll und
von Aphaena durch kürzere Beine und die Form des Kopfes ab-
weicht. — Aus der Gattung Aphaena (Aphana) Guer. werden sieben
neue gemacht: Aphana Guer. (A. farinosa Fab., atomaria Fab., va-
riegata Guer., leucosticta White, pulchella Guer.), Belbina, nov.
gen. (für Enchophora Servillei Spin, und Belb. Falleni n. A. von
Madagascar), Lycorma, nov. gen. (für Aph. imperialis White, de-
licatula White und punica Hope), Enphria , nov. gen. (für Aph.
aurantia Hope, Aurora Hope, submaculata Westw., discolor Guer.
und amabilis Hope), Scamandr a, nov. gen. (Aph. rosea Guer.),
Phoronis, nov. gen. (Aph. sanguinalis Westw. und nigromaculata
Guer.) und Ularia, nov. gen. (Aph. fuscata Guer.) Als n. A. die-
ser Gattungen werden beschrieben: Lycorma Jole Ostindien, Sca-
mandra Hecitba Malacca, Lachesis Manila, Semele Malacca, Aphana
der Entomologe während der J. 1863 — 64. 567
Caja Silhet. — Metanira, nov. gen., von Birdantis durch schma-
leren Kopf, dessen eigenthümliche Bildung und die vierdornigen
Hinterschienen abweichend. — Zwei Arten: Met. Thisbe More-
ton-Bay und Circe Lizard-Insel. — Chilobia (nov. gen., mit'Phe-
nax verwandt) Cinxia aus Venezuela und Silena von Quito, Rhoni'
chia (nov. gen. , mit IJlubra verwandt , auf Enchoph. obtusiceps
Stäl begründet) nebulosa von Cayenne, Poeocera misella von Oaxaca,
0 ea gr a (nov. gen. , auf Poeocera lugubris Perty begründet) my-
stica aus Bolivia, Learcha (nov. gen., mit Poeocera verwandt)
sponsa von Cayenne, Scaralis (nov. gen., von Poeocera »beson-
ders durch leicht concaven Scheitel und grössere Augen unterschie-
den«, d.h. also: im Grunde nicht davon verschieden. Typus: Poeoc.
picta Germ.) maculosa Amazonien, nigronotata Cayenne und puella
Brasilien, Alphina (nov. gen., zwischen Poeocera und Dilobura
die Mitte haltend, durch die Bildung des Kopfes und der Deckflügel
unterschieden, durch letztere mit Rhonichia verwandt) nigrosignata
von Cayenne, Japetus, nov. gen., für Dilobura tos ta Stäl errichtet,
Ancyra kistrionica n. A. Cambodja, Euryhrachys venusta n. A. Neel-
gherries, M essen a (nov. gen., für Eurybr. pulverosa und crudelia
Westw.) nebulosa Malacca, Thess ita (nov. gen., für Eurybr. insig-
nis Hope) morluifolia Cambodja und nigronotata Malacca, Nesis tri-
color Ostindien, Lyncilia (nov. gen, mit Platybrachys verwandt,
durch leicht gewölbte, lederartige Deckflügel ausgezeichnet) nobilis
Lizard-Insel, Platybrachys lugubris n. A. Moreton-Bay, vidua eben-
daher, aegrota Neu-Holland, Olonia viridivenlris Moreton-Bay, Myc-
terodus longiceps Siebenbürgen, Ommatidiotus Falleni Sarepta und
inconspicuus Ungarn, Caloscelis Wallengreni Sarepta.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. l. p. 576 ff.)
beschrieb »//ofmws coelestinus und ducalis n. A. Cambodja, Alca~
thous (nov. gen., mit Hotinus verwandt) fecialis Nord-Indien, Ha'
riola (nov. gen., von der vorhergehenden Gattung durch unge-
kielte Stirn, fast kugliges zweites Fühlerglied und das Geäder der
Deckflügel verschieden) tiarata Amboina, Ulasia (nov. gen., mit
Aphana verwandt) Saundersii Aru-Inseln und magica Mysol, B el-
bina, nov. gen., hier nochmals charakterisirt, für Enchophora sicca
Walk, errichtet, Aphana Thetis Celebes, Daphne Menado, Birdan-
tis (nov. gen., von Aphana durch breiten Kopf, kürzere Stirn und
die durchweg quergeaderten Deckflügel unterschieden) decens Aru-
Inseln und delibuta Ternate, Gebenna (nov. gen., mit Aphana ver-
wandt) Sylvia Ostindien, Acarna (nov. gen., mit Pseudophana ver-
wandt) durch die vor der Spitze winklig erweiterte Stirn, dreiecki-
gen Clypeus, den an der Basis fast abgestutzten, mit zwei diver-
girenden, hinten abgekürzten Kielen versehenen Thorax, leicht er-
weiterte Vorderechienen u. s. w. abweichend) rostrifera Mysol, nota^
568 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ticollis Batchian, convira Mysol, uslulata Aru-Inseln, orbn Mysol
und pupillata Neu-Guinea, Hemisphnerius circumcinctus Mysol, vitti'
ger Ke-Inseln, taenialus Waigiou, siqnalus und tristis Batchian, fa-
tciatus Mysol, pullatus und lutipes Ceram, villicus Mysol. pulcher-
rimus Batchian, viduus Mysol, Bar du nia (nov. gen., mit Flavina
verwandt, durch die eigenthümliche Form des Kopfes, dessen ganze
Stirn kurz cylindrisch ausgezogen ist, so wie durch dreidornige
Hinterschienen abweichend) nasuta Batchian, Corelhrura funebris
Tondano, Tarundia villica und concinna Aru-Inseln, Ricania luctuosa
Menado, Nephesa histriguttata Aru-Inseln, guttulata Batchian, gemtni-
fera und cicatricosa Batchian.
Derselbe (Stett. Entomol. Zeit. 1864. S. 49 ff.) machte fol-
gende neue Arten und Gattungen aus Mexiko bekannt : Amantiaf
nov. gen., ohne besonderen Grund von Poeocera abgezweigt und auf
Poeocera combusta Westw. und imperatoria Gerst. beschränkt. —
Tomintns, nov. gen. , für Calyptoproctus pudicus errichtet. —
Nersia nigrolincata, Bothriocera Signoreli, Delphax pictifrons, Thionia
variegata und macidipes n. A, — Picumna, nov. gen., mit Thionia
zunächst verwandt und dieser im Habitus sehr ähnlich, durch vier-
dornige Hinterschienen und das Flügelgeäder unterschieden : in den
Deckflügeln gehen drei Längsadern von der Basis aus, die erste
nahe der Basis, die zweite weiter hinter derselben, die dritte nahe
der Mitte gegabelt ; die Hinterflügel im Vorderfelde mit drei Längs-
adern, welche nahe der Spitze durch eine Querader verbunden sind
und von denen die dritte gegen die Spitze hin gegabelt ist. —
Zwei Arten: Pic. varians und Mexicana. — JSogodina pictifrons n.
A. — Gaetulia, nov. gen., von Nogodina besonders durch die
nicht gekielten Seiten des Clypeus und den schmalen Scheitel ver-
schieden. — Art: Gaef. pjtdihunda. — Phalaenomorpha s%rdida, Or-
menis pallescens, infuscala und leticophaea, Acanonia producta, do-
cens und virescens n. A.
Derselbe (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. ßlff.) beschieb
Aphana Astraea n. A. von Manila, Scamandra Her77iione ebendaher,
Poeocera perspicillaris Fab. und turca Feb. in ihren verschiedenen
Varietäten. (Wenn Verf. bei dieser Gelegenheit dem Ref. wieder-
holt UnvoUständigkeit in seinen Beschreibungen vorwirft, so kann
ihm dagegen nur erwidert werden, dass wohl Niemand oberflächli-
chere Arten-Beschreibungen publicirt und mit grösserer Leichfertig-
keit zahllose unhaltbare Gattungen aufgestellt hat, als er selbst.)
Signoret (in Maillard, Notes sur l'ile de la reunionll. He-
mipteres p. 30. pl. 21. fig. 5) charakterisirte Clardea, nov. gen.,
aus der Cixiiden-Gruppe, besonders dadurch ausgezeichnet, dass
zwischen dem Stirngipfel und dem Scheitel ein kugliger, abgerun-
deter Raum ohne Mittelkiel bleibt, während bei allen übrigen Gat-
der Entomologie während der J. 1863—64. 569
tungen der Gruppe stets der Scheitel von der Stirn durch Kiele
getrennt ist. — Art: ClanJ. unicolor von Bourbon.
Derselbe (Annal. soc. entomol. 4. ser. III. p. 583 f.) eine
zweite neue Gattung Calerda (sehr geistreich!) gleichfalls aus der
Cixiiden -Gruppe, mit abgerundetem Kopf ohne Kiel zwischen Schei-
tel und Stirn, letztere ohne Mittelkiel, sehr gewölbt, vorn stark aus-
gerandet zur Einfügung des stark gewölbten Kopfschildes. Fühler
mit kugligem zweiten Gliede, Ocellen nahe der Stirnleiste, Rostrum
bis zu den Hinterhüften reichend ; Prothorax äusserst kurz, einkie-
lig, Mesothorax dreikielig, Hinterschienen unbewehrt. — Art: Cal.
biocellata aus Chile (pl. 11. fig. 8). — Neue Arten, ebendaher: Hy-
poepa transversalis (pl. 11. üg. 7) und Cixius unidentalus.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 242 ff.)
machte eine neue Gattung Auiacocephal a (vergebener Name!
Diptera) aus der Derbiden-Gruppe bekannt, welche sich von Otio-
cerus durch nierenförmige Augen und den Anhang der Fühler (?)
unterscheiden soll. — Art: Aul. Kirbyi. — Gas t er erio n (nov.
gen. aus der Issiden- Gruppe) Signoveti, Phyllyphanlha limhala und
Ricania oceanica n. A. von Neu-Caledonien.
Motschulsky (Bullet, d. nat. de Moscou XXXVI, 2. p. 105 ff.)
Cixius sligmoj Ossa (nov. gen.) dimidiala, Delphax marginalis, uni~^
strigosus, sordescens, tcnosus, albicollis und coloratus, Mestus (nov.
gen.) morio, testaceus und ? nigropunclatus (larva?) und Derbe? cre-
natonervosa als n. A. von Ceylon.
Snellen van VoUenhoven, Over de inlandsche soorten
van hat geslacht Delphax Fab. (Tijdschr. voor Entomol. VI. p. 10 — 12)
führt zwölf Niederländische Delphax-Arten mit kurzen Charakeristi-
ken, alle bereits bekannt, auf.
Caloscelis dimidiata Costa aus Neapel wurde von Costa (En-
tomol. della Calabria ulteriore tav. 4. fig. 8) abgebildet.
Membracina. Stäl (Stett. Entomol. Zeit. 1864. S.67ff.) be-
schrieb folgende neue Arten aus Mexiko: Membracis sellata, Irima-
culata und apicalis, Sphongophorus claviger, Iloplophora hisirionica,
Ceresa patruelis, Sallei und piincticeps, Heleronotus quinquenodosus,
Aconophora Mexicana, Smilia foliacea, cvistifcra und carinata. —
Phacnsa, nov. gen., mit Acutalis verwandt. Kopf dreieckig, mit
nasenförmig hervortretender Stirn, Ocellen unter sich und von den
Netz äugen gleich weit entfernt; Thorax gewölbt, nach hinten all-
mählich verschmälert, Deckflügel mit drei aus der Basis entspringen-
den Längsadern, vier langen Basal-, einer einzigen Diskoidal- und
fünf Apikaizellen ; in den Hinterflügeln vier Apikaizellen. — Art:
Phac. ßavomarginata. — Acutalis nigrolineata und Aethalion dila-
tatutn u. a.
570 Gerstaecker: Bericht üb. d, wissensch. Leist. im Gebiete
Derselbe (Transact. entom. soc. of London 3. ser. I. p. 592)
stellte Sara n i US als neue mit Centrotus verwandte Gattung auf.
Gesicht breit dreieckig, Stirn an der Spitze frei herabhängend, Augen
stark hervortretend, Deckflügel mit fünf Apikal- und zwei Diskoi-
dalzellen ; Verlängerung des Thorax schmal, den Innenrand der
Deckflügel berührend, oberhalb des Schildchens beiderseits leicht
ausgerandet; Schienen an allen Beinpaaren länger als die Schenkel.
Art: Par. Wallacei von Waigiou.
Smilia vnicolor und Melyzoderes Dohrnii Signoret (Annal.
SOC. entom. 4. ser. III. p. 584) n. A. aus Chile, Centrotus longicor-
nis Vuillefroy (ebenda 4. ser. IV. p. 142. pl. 1) n. A. von Malacca.
Stridulantia. Stäl (Stett. Entom. Zeit. 1864. S. 56ff.) machte
folgende neue Arten aus Mexiko bekannt: Calyria virginea, Ca-
ricta ancilla, lugubrina, Zammara callichroma, Odopoea Montezumaf
imbellis , Signoreti und Medea. — Proarna, nov. gen., mit Tym-
panoterpis verwandt, auf Cic. hilaris Germ., pulverea Ol., griseaFl,
und albida Ol. begründet; eine neue dazu gehörige Art ist: Pr.
Sallei. — Fidicina pertittax und Cicada alacris n. A.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. I. p. 571 ff.)
beschrieb Plalypleura Umbaticollis (limbata Walk, nee Fabr.) n. A.
.Ashanti, Westicoodii n. A. Ceylon, praecellens Sierra Leone, coelebs
Ostindien. — Prasia , nov. gen. , mit Cystosoma verwandt, Kopf
klein, Scheitel schmal, Stirn zusammengedrückt, stark hervortre-
tend, gegen die Basis hin verengt; Basalglied der Fühler verlän-
gert; Thorax hinten breiter als vorn, mit beiderseits aufgerichte-
tem Vorderrande ; Deckflügel kaum gerandet, mit acht Apikalzellen
und an der Basis entfernten Ulnaradern. — Zwei Arten: Pr. faticina
Celebes und Hariola Mysol. — Chlorocysla macrula n. A. Moreton-
Bay. — Acrilla, nov. gen., mit Chlorocysta verwandt. Kopf etwas
schmaler als der Vorderrand des Thorax, mit schmalem Scheitel
und wenig hervortretender, mehr als die Hälfte der Gesichtsbreite
einnehmender Stirn; erstes Fühlerglied kurz, Rüssel die Mittelhüf-
ten nicht überragend; Deckflügel nur an der Spitze sehr schmal
gerandet, die Spitze des Hinterleibs nicht überragend, mit an der
Basis entfernten Ulnaradern und elf Apikalzellen; Hinterleib des
Männchens stark angeschwollen, mit freiliegenden Paukenhöhlen und
sehr kleinen Stimmdeckeln. — Art: Acr. adipala "M-ysol. — Gaeana
Sibylla n. A. Tringang.
Derselbe (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 60) gab eine
nochmalige Charakteristik von Dundubia quadrituberculata Sign,
aus Java.
Cercopina. Stäl (Stett. Ent. Zeit. 1864. p. 63 ff.) beschrieb
Tomaspis piclipennis, fasciaticollis, nuptialis, viltatipennis, ornatipen-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 571
nis, varians, limhata und sepulchralis, Ptyelus siccifolius, Philae'
nus (nov. gen., zu welchem Ptyelus spumarius, lineatus, campestris
n. a. gerechnet werden) fuscovarius, Lepyronia sordida als n. A.
aus Mexiko.
•- Derselbe (Transact. entom. soc. of London 3. ser. I. p. 593)
machte eine neue Gattung Fhilagra mit platter Stirn, sechsecki-
gem, vorn gerundeten Thorax, dreieckigen, etwas längerem als brei-
ten Schildchen, leicht gewölbten, ungerandeten Deckfiügeln, deren
Geäder nicht erhaben ist, und zweidornigen Hinterschienen bekannt.
— Zwei Arten: Pkil. Douglasi nndi Scotti vonBatchian. — Eine zweite
neue Gattung Aufidus ist mit Monecphora verwandt; Art: Auf.
trifasciahis Mysol.
Jassina. Stäl (Stett. Entomol. Zeit. 1864. S. 73 ff.) machte
folgende neue Mexikanische Arten bekannt: Teltigonia multitirgata^
ruficeps, urbana, limhaticollis, hilaris, venusta, Sirena und magica,
Phera (Proconia Am. Serv.) tartarea, Wallengreni und tiarata^ Aula-
cizes Thunbergii, nitidipennis, multiguttata, coriacea, Gypona Bohe-
tnanif vinula, Dohrni, punctipennis, Wallengreni, miliaris, Signerefi,
Schaumi, fuscinervis, rcrticalis, vnicolor und Germari, Stragania hw
milis, misella, Coelidia marginata, flaviceps, guttatinervis und fascia-
ticollis, Jassus fasciaticollis.
Derselbe (Annal. soc. entomol. 4. ser. IV. p. 64) beschrieb
Acucephahis carinatus n. A. aus Algier, Hecalus (nov. gen., mit
Siva verwandt, durch breiten, stark hervorgezogenen Kopf, kleine
Augen und »tegminibus postici vix valvantibus« (?) unterschieden)
pallescens aus Nord- Australien, Siva costalis Stäl (Selenocephalus)
von Manila, Selenocephalus egregius von Birmah und Florii aus
Griechenland; Thaumasfu s , nov. gen. (vergebener Name! Phry-
ganodea), von Ledra durch die Kopfbildung, die an den Seiten des
Kopfes tief eingesenkten Augen und die Beine unterschieden; letz-
tere sind einfach, mit freien Vorderhüften, die von den Seiten der
Backen nicht bedeckt sind und vierkantigen , gedornten Schienen ;
die Gattung ist auf Ledra marmorata Blanch. begründet. — L e-
dr omo rpha, nov. gen,, mit Stenocotus verwandt, auf Fulg. plani-
rostris Donov. und vaginata n. A. von der Moreton-Bay errichtet.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. I. p. 593 f.)
charakterisirte eine sehr auffallende neue Gattung Hylica, welche
in der Kopfform der Orthopteren-Gattung Tettix gleicht. Gesicht
etwas zurückgeneigt, Ocellen auf dem oberen Theile des Kopfes an
den Vorderwinkeln der Augen gelegen ; Rostrum sehr kurz, Thorax
und Schildchen gewölbt, tuberkulirt, Tegmina lederartig, an der
Spitze breit häutig gesäumt, Hinterleib breiter als diese, die hinte-
ren Segmente jederseits scharf gelappt und aufgebogen. — Art : Hyl.
pdradoxa von Birmah.
572 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch.Leist. im Gebiete
Motschulsky (Bullet, d. natur. de Moscou XXXVI, 2.
p. 95 ff.) Pentliiviia rufopuvctala und tnelatiovephala, Jassus fusco-
nervostts und ? curtiilus, Üellocephalus rubrolinealns, ? transparipcn-
Miij Thainnoteltix subrufa^ fumosa^ nigrobhnaculala, Diomtna (nOV.
gen.) ochracea , Typhlucyba tnacnlifrons und C onom et opus (nov.
gen.) inspiratus als n. A. aus Ceylon.
Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XI. p. 244 ff.)
Tettigonia amoena, cuneala, lonyispitia und atnbigua als n. A. von
Neu-Caledonien , nur durch wenige Worte und unkenntlich be-
schrieben.
Psyllodea. Ach. Costa (Entomol. della Calabria ulteriore
p. 47. tav. 4. flg. 9) gab Beschreibung und Abbildung von Psylla
lactea n. A. aus dem südlichen Calabrien, Motschulsky (Bullet.
d. natur. de Moscou XXXVI, 2. p. 114 f.) beschrieb Diraphia? In-
dien, Livilln? nervosa und Psylla oculata als n. A. von Ceylon.
Aphidina- Eine in faunistischer und systematischer Beziehung
gleich beachtenswerthe Arbeit ist von J. Passerini unter dem
Titel: »Aphididae Italicae hucusque observatae« im Archivio per la
Zoologia, l'Anatomia e la Fisiologia Vol. II. 1863. p. 129—212 pu-
blicirt worden. Da die Artenkenntniss der Aphiden bisher nur in
Deutschland und England spezieller cultivirt worden ist, so wird es
bei dem Pflanzenreichthume des südlichen Europa nicht Wunder
nehmen, wenn ein aufmerksamer Beobachter selbst auf einem be-
schränkten Terrain, wie es die von Passerini durchforschte Um-
gegend Parma's ist, eine ansehnliche Zahl (44) neuer Arten, die
von Kalt enb ach als solche anerkannt worden sind, auffindet.
Viele derselben sind vom Verf. bereits früher bekannt gemacht
worden ; in der vorliegenden Arbeit werden sie nebst mehreren
neu entdeckten nochmals beschrieben und zugleich mit den nach
anderen Autoren bestimmten in systematischer Reihenfolge aufge-
führt. Dieselben werden nicht nur unter die von Hartig, Koch,
v. Hey den u. A. aufgestellten Gattungen vertheilt, sondern zum
Theil auch zu neuen, von den bereits bestehenden abgezweigten er-
hoben, die Gattungen selbst in sechs Gruppen: Aphidinae (14 Gatt.),
Lachninae (5 Gatt.) , Pemphiginae (4 Gatt.), Rhizobiinae (2 Gatt.),
Tycheinae (1 Gatt.) und Chermesinae (3 Gatt.) geschieden, a) Aphi-
dinae: 1) Siphonophora Koch 19 A. (Siph. solani Kalt., lactucae
Schrnk. ? näher beschrieben). 2) PhoroJon, nov. gen., mit von
einander entfernt entspringenden Fühlern, deren Basalglied innerhalb
gezähnt ist ; auf Aph. humili Schrnk. begründet. 5 A. (Ph. inulae
Pass. näher charakterisirt.) 3) Rhopalosiphum Koch 5 A. 4) My-
zus, nov. gen. , mit cylindrischen Honigröhren und doppelt gega-
belter Cubitalader, von Hyalopterus Koch durch das kürzere Schwänz-
chen unterschieden. (Typus Aph. cerasi Fab.) 12 A. (M. pyrarius
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 573
persicae und plantagineus Pass. näher beschrieben, M. asclepiaclis
n. A.). 5) Hyalopterus Koch 3 A. 6) Toxoptera Koch 2 A. (T. gra-
minum Rond. näher beschrieben). 7) Aphis Lin. 54 A. (Aph. lactu-
cae Fonsc, nasturtii Kalt., malvae Koch, prunina Walk., ballotae
Pass., sambucaria Pass. , verbasci Schrnk. , chloris Koch, solanina
n. A., polyanthis Sulz., frangulae Koch, punicae n. A., consolidae n.
A., silybi Pass., cucuhali n. A., origani Pass., carotae Koch, terri-
cola Rond., donacis Pass. , ranunculi Kalt., lappae Koch und galla-
rum Kalt, näher beschrieben.) 8) Siphocoryne, nov. gen., von
Aphis durch gekeulte Honigröhren unterschieden (Typus Aph. xylo-
stei Schrnk.) 3 A. (Siph. foenicali Pass. n. b.). 9) iMyzocalli s,
nov. gen. Die flügellosen Ammen und die Nymphen mit behaartem
oder beborstetem Rücken : Honigröhren sehr kurz , höckerförmig ;
sonst wie Aphis. (Typus: Aph. coryli Goetze) 4 A. (M. ononidis
Kalt. n. b.) 10) Cladobius Koch 2 A. (Cl. lantanae Koch und po-
pulea Koch n. b.). 11) Chaitophorus Koch 8 A. (Ch. salicivora Pass.,
vitellinae Sehr., populi Lin. und saliceti Sehr. n. b.). 12) Ptero-
callis, nov. gen., von Myzocallis dadurch abweichend, dass das
siebente Fühlerglied kürzer als das vorhergehende ist. 2 A. 13)
Trama Heyd. 1 A. 14) Paracletus Heyd. 1 A. b) Lachninae:
15) Sipha, nov. gen., durch borstenförmiges sechstes Fühlerglied
ausgezeichnet. (Typus : Aph. glyceriae Kalt.) 1 A. 16) Lachnus
Hlig. 5 A, (L. viminalis Fonsc. und longirostris Pass. Fab.? n. b.)
17) Callipterus Koch 2 A. 18) Pterochlorus Rond. 1 A. 19) Phyl-
laphis Koch 1 A. — c) Pemphiginae: 20) Schizoneura Hart. 5A.
(Seh. venusta Pass. n. b.) 21) Pemphigus Hart. 13 A. (Pemph. utri-
cularius Pass., cornicularius Pass.. semilanarius Pass., follicularius
Pass., Boyeri Pass., coerulescens Pass., affinis Kalt., coluteae n. A.,
spirothecae Pass., vesicarius Pass. und lactucarius Pass. n. b.) 22)
Tetraneura Hart. 1 A. 23) Aploneura, nov. gen., von Tetraneura
durch horizontale Flügel und das langgestreckte sechste FühlergUed
unterschieden. 1 A. (Apl. lentisci Pass. n. b.) — d) Rhizobiinae:
24) Forda Heyd. 1 A. 25) Rhizobius Burm. 2 A. (Rh, sonchi und
menthae Pass. n. b.) — e) Tycheinae: 26) Tychea Koch 5 A. —
f) Chermesinae: 27) Yacuna Heyd. 2 A. 28) Chermes Lin. 1 A.
29) Phylloxera Fonsc. 1 A. — Alle bekannten Arten erörtert Verf.
in ihrer Lebensweise , ihren Nährpflanzen, ihrer Erscheinungszeit
und in ihrer Synonymie ; die frühere Literatur ist vom Verf. in sehr
umfassender Weise benutzt und verwerthet worden.
Coccina. Montrousier (Annal. soc. Linneenne de Lyon XL
p. 246) charakterisirte eine neue Gattung Tessarobelus, im männ-
lichen Geschlechte durch mindestens 16-gliedrige, haarige Fühler,
grosse gestielte Augen, vier Hauptadern der Flügel, achtringligen
Hinterleib und vier Endborsten desselben, im weiblichen durch
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. MM
B74 Gerstaecker: Bericht üb. cl. wissensch. Leist. im Gebiete
lO-gliedrigo Fühler, deutlicli sechsringligen Körper, kleine, kuglige
Augen und einen (dem Männchen fehlenden) deutlichen Rüssel kennt-
lich. Ob beide als zusammengehörig betrachtete Geschlechter wirk-
lich derselben Gattung und Art angehören, hat Verf. nicht feststel-
len können. — Art: Tess. Guerinii aus Neu-Caledonien.
H. L. Schrader, Observations on certain Gall-making Coc-
cidae of Aust^^alia (Transact. entomol. soc. of New-South-Wales T.
p. 1 — 6) imd: Further communication on the gall-making Coccidae
(ebend p. 6 — 8, mit Taf, 1— 3), in deutscher üebersetzung: Verhandl.
d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII. p. 189 ff. Taf. 3. — Verf.
"will die Familie der Coccinen in zwei auflösen, nämlich in eigent-
liche und in gallenerzeugende Schildläuse (Gallläuse, Cecidurgidae).
Von letzteren unterscheidet er nach den Weibchen drei in Austra-
lien vertretene Gattungen: Brachyscelis, nov. gen. (vergebener
Name!) Weibchen mit sechs vollständigen, doch unbrauchbaren Bei-
nen ; Opislhoscelis, nov. gen. , Weibchen nur mit zwei langen
Hinterbeinen; Ascetis, nov. gen., Weibchen ganz fusslos. Von
ersterer Gattung kennt Verf. sechs Arten, welche mit Namen belegt,
aber nicht beschrieben werden. Dagegen werden die au Eucalyptus
haemastoma erzeugten Gallen dieser Coccinen auf den beifolgenden
Tafeln nebst einzelnen Entwickelungsstadien der letzteren abgebil-
det. Die Gallen zeichnen sich durch auffallende Formen und manche
durch besondere Grösse aus; diejenige von Brachyscelis duplex
wird 6V2» diejenige von Brach, munita sogar 11 Zoll lang. Das Weib-
chen der ersteren Art misst 15 Liu. in der Länge.
Dufour, Notice sur une nouvelle espece de Gallinsecte,
Aspidiotus? luzulae (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 207 f. pl. 5.
fig. 4) gab Beschreibung und Abbildung einer neuen Art: Aspidio-
tus? Ivzulae aus Süd-Frankreich ; er erzog diese Art in grosser Menge
aus Eiern, welche er auf den Blättern von Luzula maxima abgelegt
fand. Das allein abgebildete Weibchen hat einen ungeringelten Kör-
per und ist nur 1 Mill. lang.
Einige Mittheilungen über Lecanium vitis Lin. nach Beob-
achtungen an lebenden in der Normandie an Weinstöcken aufgefun-
denen Exemplaren machte Fauvel: »Remarques sur quelques points
de l'histoire de 1^ Cochenille ou Kermes de la vigne, Coccus vitis
Lin.« (Bullet, soc. Linneenne de Normandie VIII. p. 290 ff.). Die-
selben betreffen die Larven, die Männchen und die zur Vertilgung
dieser Art anzuwendenden Mittel.
Nach Goureau (Bullet, soc. entomol. 1863. p. 3) wird das
Weibchen des Lecanium vitis von drei Parasiten mit Eiern besetzt :
Encyrtus Swederi Nees legt jedesmal drei, Eulophus scutellaris Nees
fünf und Leucopis annulipes Zett. sechs Eier an ein Lecanium-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 675
Weibchen. Die Larven der Leucopis nähren sich von den Eiern der
Schildlaus.
C. V. Gernet, Einiges über Coccus lacca und dessen Para-
siten (Bulle^. de Moscou XXXYL 2. p. 154—173. Taf. 1) besprach
die vonKerr, Roxburgh und Carter gemachten Mittheilun-
gen über die Naturgeschichte des Lak-Insekts und schloss hieran
einige selbst angestellte Beobachtungen. Die das Insekt umgebende
Schellak-Schicht ist höchstens 9 Mill. dick; das darin eingeschlos-
sene Weibchen bildet mit dem angesogenen Zweige einen rechten
Winkel. Der Schellak ist eine Ausschwitzung des Thieres selbst
und Verf. glaubt ihn daher als animalisches Produkt in Anspruch
nehmen zu müssen (jedoch nicht mit Recht, da er vielmehr als ein
Destillations-Produkt des Thieres angesehen werden muss, welches
zunächst der Pflanze entstammt). Ausser Eiern und Coccus-Larven
fand Verf. in der Laksubstanz auch Parasiten, z. B. einen von ihm
nach beiden Geschlechtern beschriebenen Pteromalus?, die Nymphe
eines Käfers (Brachytarsus ?j und die Larve eines anderen Käfers,
in welcher er die eines Cerambyciden vermuthet. Verf. glaubt übri-
gens annehmen zu dürfen, dass beide Geschlechter von Coccus eine
vollkommene Metamorphose durchmachen (dem steht jedoch vor-
läufig die entgegengesetzte direkte Beobachtung Bouche's gegen-
über. Ref.).
Fedicnlina- L. Landois, Untersuchungen über die auf dem
Menschen schmarotzenden Pediculinen. Erste Abhandlung: Anato-
mie des Phthirius inguinalis Leach (Zeitschr f. wissensch. Zool. XIV,
p. 1—26. Taf. 1 — 5). Die Untersuchungen des Verf.'s erstrecken
sich sowohl auf den äusseren Körperbau wie auf sämmtliche innere
Organsysteme, welche durch sehr schön gezeichnete, stark vergrös-
serte Abbildungen veranschaulicht werden. Die bei den ausgewach-
senen Individuen fünfgliedrigen Fühler haben bei jungen Thieren nur
drei Glieder ; das Endglied der ausgebildeten Fühler ist mit Zapfen
(Sinnesorganen?) besetzt. An allen drei Beinpaaren zählt Verf.
(Bar meiste r's Angabe entgegen) nur ein Tarsenglied, eine An-
gabe, welche irrig ist; es sind nicht, wie Burmeister angiebt,
die beiden hinteren, sondern die Vordertarsen deutlich zweigliedrig,
d. h. das der Klaue vorangehende, vom Verf. als »lange Tibia« be-
zeichnete Glied besteht an den Vorderbeinen aus «wei ganz deutlich
geschiedenen Gliedern (wie es bei Pediculus capitis an allen drei Bein-
paaren der Fall ist). In Betreff der Mundtheile schliesst sich Verf.
am nächsten der Ansicht Erichs on's an. wonach dieselbe beis-
sende sind: er nimmt einen von einer längsgespaltenen Oberlippe
bedeckten Schnabel und an der Unterseite der Oberlippe liegend
»zwei quergerichtete Mandibeln, ächte Beisswerkzeuge« an. (Ref.
muss dem entschieden widersprechen ; die beiden als Mandibeln
676 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
angesehenen Chitinplatten sind weder frei beweglich, noch können
sie ihrer Lage nach Kaukiefer sein; auch giebt Verf. später selbst
an, dass die Läuse das Blut in den Magen »einsaugen«, worauf die
Construktion ihres von Burmeister der Hauptsache nach richtig
erkannten Saugrüssels in der That hinweist). Der mit zwei gros-
sen Blindsäcken versehene Magen besteht aus einer Drüsen- und
einer Muskelhaut ; letztere stellt ein regelmässiges, sehr zartes Ma-
ßchenwerk dar und besteht aus deutlich quergestreiften Mus-
kelfasern von nur V315 Mill. Breite. Die im Centrum des Magens
befindliche »Bauchdrüse« Swammerdamm's, welche Verf. als »Ma-
genscheibe« bezeichnet, konnte in ihrer Bedeutung nicht näher ermit-
telt werden. Die sich von oben nach unten fortsetzenden Pulsatio-
nen des Magens wiederholen sich 17 Mal in der Minute. Die Spei-
cheldrüsen sind zu zwei Paaren vorhanden, deren eines bohnen-,
das andere hufeisenförmig gestaltet ist. Die Vasa Malpighi sieht
Verf. als »Gallengefässe« an und fügt hinzu, dass »besondere ürin-
gefässe fehlen« (??). Das den Untersuchungen Swammerdamm's
entgangene Rückengefäss konnte Verf. an Thieren, welche unbe-
feuchtet auf das Objektglas gebracht wurden, am besten kurz nach
der Häutung deutlich wahrnehmen; es erstreckt sich von dem hin-
teren queren Tracheenstamme bis gegen die Mitte des Magens hin
und pulsirt 44 Mal in der Minute. Von Stigmen findet sich im
Thorax jederseits eins, im Abdomen zu jeder Seite sechs ; die bei-
den ersten Abdominalstigmen sind dem dritten genähert, aber mehr
nach innen gerückt als die folgenden. (Im Uebrigen ist das Tra-
cheensystem in derselben einfachen Weise wie bei den Pediculinen
überhaupt angelegt.) Die Ovarien bestehen je aus fünf Eiröhren,
deren jede nur ein Ei zur Entwickelung bringt; die Eier sind durch
die schon von Leuckart beschriebenen, sehr eigenthümlichen Mi-
cropylenbildung ausgezeichnet, deren Entstehung aus selbstständi-
gen Zellen Verf. hier nochmals schildert; ausser den schon von
Swammerdamm bekannt gewordenen Kittdrüsen mündet in den
Ovidukt ein auffallend grosses und eigenthümlich geformtes Recepta-
culum seminis mit einem langen und sehr dünnen Samengang ein,
dessen Inneres von Spermatozoon (in Zellen eingeschlossen) ange-
füllt war. Das Männchen besitzt jederseits zwei mit kurzem Stiele
dem entsprechende«! Vas deferens aufsitzende Testes von birnförmi-
ger Gestalt und ein Paar sehr voluminöser accessorischer Drüsen;
der Inhalt der ersteren gab dem Verf. Gelegenheit, die Entwicke-
lung der Spermatozoon innerhalb der Zellen zu verfolgen. Auch über
das Hautskelet, das Muskel- und Nervensystem macht Verf. einige
Angaben; an letzterem unterscheidet er gleich Swammerdamm
drei auf das Gehirnganglion folgende Nervenknoten.
Eine zweite Abhandlung des Verf.'s enthält »Historisch-kriti-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 577
sehe Untersuchungen über die Läusesucht« (ebenda p. 27 — 41). Verf.
unterzieht in derselben eine ansehnliche Zahl von älteren sowohl
als neueren Autoren als »Läusesucht« bezeichneter Krankheitsfälle
einer eingehenden Besprechung und gelangt dabei zu dem Resultat,
dass 1) manche als »Läusesucht« aufgezählten Fälle auf die Anwe-
senheit von Maden zurückzuführen seien ; 2) dass die wirkliche Läu-
sesucht bereits dem Aristoteles bekannt war; 3) dass es keinen Pe-
diculus tabescentium Alt als besondere zoologische Species gäbe,
sondern dass dieser nichts weiter als Pediculus vestimenti sei ; 4)
dass die Läusesucht in einer starken Vermehrung des Pediculus
vestimenti bestehe und 5) dass in schweren Fällen der Krankheit
sich diese Läuse an circumscripten Stellen in die Haut des Men-
schen einfrässen und auf diese Art Läusegeschwüre bilden, von
denen man annahm, dass in ihnen, wie in einem Abscess, die Läuse
durch Generatio spontanea entständen. — Die Abhandlung ist ihres
reichen Inhalts wegen besonders lesenswerth.
Schioedte, Phthiriasis og mundens bygning hos Pediculus
(Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. III. p. 48 — 69). Die Untersuchungen
des Verf.'s sind durch die vonLandois wiederholte Angabe, wo-
nach die Läuse beissende Mundtheile haben sollen, hervorgerufen
worden und haben das Resultat geliefert, dass sowohl Swammer
dämm alsNitzsch und Bur meister Recht gehabt haben, ihnen
einen ausstülpbaren Saugrüssel zuzuschreiben. Nach den von Pedi-
culus vestimenti entnommenen Beobachtungen des Verf.'s sind die
der Unterseite des Rüssels aufliegenden »Mandibeln« Erichs on's
und L a n d o i s' weiter nichts als ein Paar in der Mittellinie verbun-
dener Chitinplatten, welche, wie es scheint, als Stützapparat für das
innere Saugrohr dienen und welche, wie dies Ref. nur bestätigen
kann, keine freie Bewegung gegen einander erkennen lassen. Wie
Schioedte nachweist, wird der Rüssel der Pediculinen durch die
Unterlippe gebildet, aus deren mit einem Hakenkranze bewehrtem
vorderen Ende sich ein durch die beiden Mandibeln und die von
ihnen scheidenartig umschlossenen Maxillen gebildetes Rohr her-
vorstülpen lässt. Schon die Beobachtung eines lebenden Pediculus
kann bei den an ihm wahrnehmbaren Pulsationen des Darmkanals
keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass er Blut saugt;
auch hat Verf. an lebenden Exemplaren, welche er, nachdem er sie
einige Tage hatte hungern lassen, auf seine Hand setzte, das Aus-
stülpen des Saugrohres direkt mit der Lupe verfolgen können.
Wird die saugende Laus von der Hand entfernt, so zieht sie den
ausgestülpten Saugapparat sogleich zurück und es tritt sodann ein
Trugbild, die vonErichson gesehenen »Mandibeln« und »Taster«
auf. In der Höhlung des ausgestülpten Rüssels lassen sich bei dem
Saugen die darin aufsteigenden Blutkörperchen erkennen; die Zu-
578 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
sammensetzung des Rohres aus Mandibeln und Maxillen zeigt sich
am deutlichsten an der Spitze, aus welcher vier gesonderte Spitzen
hervortreten. — Verf. bildet den ganzen Mundapparat mit dem aus
der Scheide hervorgestülpten Saugrohre bei lOOmaliger Vergrösse-
rung im Holzschnitt ab.
In der Zeitschrift f. d, gesammt. Naturwiss. XXIII. p. 21 — 32
sind aus Chr. L. Nitzsch's literarischem Nachlass »Beobachtun-
gen der Arten von Pediculus« veröffentlicht worden. Dieselben
enthalten thcils ausführlichere, theils kürzere Charakteristiken einer
grösseren Anzahl Pediculus - Arten verschiedener Säugethiere, zum
Theil mit Berücksichtung der inneren Organe. Ohne Zweifel wird
die Mehrzahl der den einzelnen Arten beigelegten Namen den frü-
heren Benennungen D en ny's u. A. weichen müssen; indessen wird
sich andererseits aus den Nitzsch'schen Beschreibungen auch man-
ches von Denny weniger beachtete Merkmal herausfinden lassen,
welches zur näheren Charakteristik der Arten beiträgt. Die von
Nitzsch beobachteten Arten sind: Pediculus ßavidus von Canis fa-
miliaris, oxyrrhynchus von Bos taurus, afßnis von Mus agrarius, ma-
crocephalus vom Pferde, reclinnlus von Sorex araneus, spiniger von
Lemmus amphibius, denticulatus von der Hausratte, lyriceps vom
Hasen, crassicomis vom Edelhirsch, sphaerocephalus vom Eichhorn,
euryslerm/s gleichfalls vom Rinde, capitis (Kopflaus des Menschen),
stenopsis von der Ziege, serratus von der Hausmaus, schistopyga von
der Gemse, ttibercidatus vom Büffel, microps von Cercopithecus Si-
nicus und rlaticomis von Meriones. — Ueber die Bildung des Rüs-
sels und die innere Anatomie macht Verf. bei Pediculus lyriceps
nach Beobachtung an lebenden Exemplaren Mittheilungen; den Rüs-
sel beschreibt Verf. als einen ausstülpbaren Kegel, aus dessen Spitze
ein weicher, aber feinstachliger Kolben herausgestreckt werden kann,
der abermals eine lange Spitze von V3 der Rüsseldicke einschliesst:
von Kiefern wird nichts erwähnt, während die Aktion des Rüssels
und besonders seines stachligen Kolbens mit derjenigen des Echi-
norhynchen-Rüssels verglichen wird.
Mallophaga. H. Giglioli, »On some parasitical Insects
from China (Quart. Journ. of microscop. science, new ser. IV. 1864.
p. 18 ff. pl. 1 B) gab Beschreibungen von Lipeurus Diomedeae Fab.
(von Diomedea brachyura), Docophoroides brevis Duf. (von derselben
Art), Docophorus m'nmhirinus n. A. und I^irmus mandarinus n. A.,
beide auf Merula mandarina gefunden. Sämmtliche vier Arten sind
in sehr mittelmässigen Abbildungen dargestellt (pl. 1 B. fig. 1 — 8).
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 579
2. Myriopoden.
J. Toepler, De Myriapodum anatomia cum cete-
ris articulatoruiD animaliiim classibus comparata. Dissert.
inaug. Bonnae 1862. (8. 24 pag.) — Verf. bringt über die
Anatomie der Myriopoden zwar nichts Neues , durch
eigene Untersuchungen Gewonnenes bei , liefert aber
durch seine mit Belesenheit und sicherem Urtheil abge-
fasste Schrift den Beweis, dass er sich mit dem von ihm
behandelten Gegenstande näher vertraut gemacht hat.
Um die systematische Rangstufe der Myriopoden zu er-
mitteln, bespricht er nach den bis jetzt vorliegenden An-
gaben der verschiedenen Autoren der Reihe nach ihre
zoologischen und anatomischen Charaktere im Vergleiche
mit denjenigen der anderen Arthropoden-Classen und ge-
langt zu dem (gewiss nur zu billigenden) Resultate, dass
sie mit keiner derselben vereinigt werden können, son-
dern als eigene Classe zwischen die Insekten, deren Lar-
ven sie zunächst verglichen werden dürften , und die
Arachniden zu stellen sind.
„Die Myriapoden getreu nach der Natur abgebildet
und beschrieben von C. L. Koch, K. B. Kreis-Forstrath
in Regensburg. ^ Zwei Bände. Halle 1863. (gr. 8. 1. 134 pag.
60Taf., IL 112 pag. 59 Taf.)
Der Preis dieses Buches, welchem ein Vorwort fehlt, beträgt
30 Tbl. 20 Sgr. Beim Durchblättern des Textes, welcher aus bunt
durch einandergeworfenen Einzel - Beschreibungen von Arten der
verschiedensten Gattungen besteht, lassen sich vereinzelte Hinweise
darauf finden, dass dasselbe vor langer Zeit abgefasst (z. B. wird
C. Tb. V. Siebold noch als Prof. in Erlangen aufgeführt) und
ohne nachträgliche Redaktion dem Druck übergeben worden ist.
Die Tafeln sind in ihrer Ausführung den schlechteren Nürnberger
Bilderbogen höchstens gleichzustellen, ebenso schreiend und unsau-
ber im Colorit als roh und incorrekt in der Zeichnung. Einzelne
Abbildungen sind wahre Monstra und Carrikaturen , wie die auf
Taf. 119 halb im Profil, halb von der Rückenseite dargestellte
Cermatia, oder wie die in Fig. 158 u. 159 abgebildeten verstümmel-
ten Scolopendren ; andere machen einen sehr komischen Eindruck,
wie z. B. ein Polydesmus (Fig. 176), welcher seinen abgebrochenen
580 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
vordersten Körpertheil hinter einem Baumstumpf versteckt; kaum
eine giebt auch nur annähernd eine Vorstellung von dem Habitus
der dargestellten Art. Sind demnach die Bilder vollständig un-
brauchbar und nutzlos, so steht es mit dem Text nicht um Vieles bes-
ser. Die vom Verf. benutzte und citirte Literatur beschränkt sich
mit vereinzelten Ausnahmen auf seine eigenen Arbeiten : das System
der Myriapoden und die Abbildungen in Panzer's Fauna Germa-
niae. Von der im J. 1843 erschienenen classischen Monographie
N e w p 0 r t's nimmt Verf. nicht einmal Notiz ; G e r v a i s und Brandt
hat er nur theilweise benutzt, indem z. B. des letzteren Gattung
Lysiopetalum ignorirt und als Eurygyrus aufgeführt wird. Dass
alle späteren Arbeiten unberücksichtigt geblieben sind, erklärt sich
aus dem Anachronismus, in welchem der Inhalt des Buches zu der
Zeit seiner Publikation steht. Die Beschreibungen der Arten leiden
durch umständliches Eingehen auf unwesentliche Dinge an einer
gewissen Breite, welche natürlich keinen Ersatz für den Mangel
derjenigen Merkmale, auf welche es vorzüglich angekommen wäre,
leisten kann. Ueberhaupt werden vom Verf. nicht Arten festge-
stellt und in ihren Unterschieden erörtert, sondern sehr häufig nur
Individuen beschrieben, deren Artberechtigung, wie die Abbildungen
vermuthen lassen, gewiss häufig den gerechtesten Bedenken unter-
liegt. Kurz, das Buch gehört zu denjenigen Erscheinungen, deren
Publikation nur bedauert werden kann und deren Preis zu ihrem
Werth im vollsten Widerspruch steht.
Chilognatha.
Die Artenkenntniss der Nord-Amerikanischen Chi-
lognathen liat H. C. Wood durch drei kleine Abhand-
lungen in den Proceedings acad. nat. scienc. of Philadel-
phia 1864. p. 6, 10 und 186 ff. gefördert: Descriptions of
new species of North - American Polydesmidae (p. 6 ff.).
— Descriptions of new species of North- American Julidae
(p. 10 ff.). — Description of new genera and species of
North-American Myriapoda (p. 186 f.).
Die vom Verf. ausführlich beschriebenen Arten sind folgende :
Polydesmus (Fontaria) trimaculatus Susquehanna, corrugatus Michi-
gan, Neu- York, bifidus Georgia, Texas, crassicutis Missisippi, (Poly-
desmusj hispidipes Illinois, (StenoniaJ cerasinus Oregon, (Slrongylo-
soma) cruca Oregon, (Leptodesmus) placidus Michigan, floridus eben-
daher und Haydenianus Oregon, — Julus venustus Illinois, pilosiscuta
Susquehanna , Oregonensis Oregon, immaculatus Catskiil Mountains,
I
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 581
canaliculatus Pennsylvanien, laqueatus ebendaher, Milesii Michigan,
cinerefrons Oregon, cocrtileocinctus, hortensis Philadelphia, virgatus
ebendaher, Spirobolus spinigerus Florida, uncigerus Californien und
angusticeps San Francisco. — Octoglena, nov. gen., aus der Fa-
milie der Polyzoniden, durch acht, in zwei Reihen gestellte einfache
Augen ausgezeichnet; diese Augenreihen stehen jederseits von der
Basis der Fühler und convergiren nach unten. — Art: Oct. bivir-
gata mit etwa 45 Körperringen, aus Georgia. — Brachycyhe,
nov. gen., von Siphonophora Br. (welche Gattung dem Verf. in na-
tura nicht bekannt ist) durch spitzen und sehr kurzen Biissel unter-
schieden; derselbe ist beträchtlich kürzer als die Fühler. — Art:
Brach. Lecontei mit 47 Körperringen aus Georgia.
Peters, üebersicht der im (Berliner) zoologischen
Museum befindlichen Myriopoden aus der Familie Poly-
desmi, so vfie Beschreibung einer neuen Gattung Tra-
chyjulus und neuer Arten der Gattung Siphonophora (Mo-
natsber. d. Berl. Akad. d. VVissensch. 1864. p. 529—551)
nebst Nachtrag zur üebersicht der Polydesmi (p. 617 — 627).
In ersterer üebersicht werden 79 Arten mit kurzer Charak-
teristik der neuen verzeichnet; dieselben gehören den Gattungen
Sphaeriodesmus, nov. gen. (für Glomeridesmus Mexicanus Sauss.),
Oniscodesmus Gerv. (0. aurantiacus n. A. Caracas) und Polydesmus
Latr. an. unter letzterer werden als neu aufgestellt: Pol. (Fonta-
ria) Martensii Yokuhama, (Strongylosoma) acanthurus Veragua, lu-
ctuosus Ceylon, decoratus Caracas, fallax Brasilien, notatus Colum-
bien, Hartmanni Sennaar, Nietneri Ceylon, Luzoniense, Japonicum,
vermictilare Caracas, glahrum Columbien, (Rhachidomorpha) nodosus Neu-
Granada, (Rhacophorvs) Hoffmanni Costa-Rica, (Polydesmus) Aegyptiacus
(ist auf Aegyptische Exemplare des P. complanatus Lin. begründet,
Ref.), tenuis Berlin, cavernarvm Adelsberger Höhle (ist identisch mit
Brachydesmus subterraneus Heller, Ref.), Ehrenbergii Aegypten (ist
auf unreife Exemplare mit 19 Körpersegmenten begründet), Lusitani-
cus Portugal, (Scytonoius) arciicollis Caracas, [P aradesmus , nov.
subgen.) Liberiensis Liberia, ornatns Guinea, (EuryurusJ erythropus
(vergebener Name !) Vaterl. unbek., ater Caracas, tricuspidatus Guinea
(ist identisch mit Polyd. Thomsonii Luc. 1858, Ref.), flavomarginatus
Amerika?, (OdontodesmusJ Moluccensis, (Stenotiia) python Costa-Rica,
fimbriatus Veragua, concolor Ternate, dorsalis Luzon, pilipes Bör-
ne©, Malaccanus Singapore , siibrittatus Linga, punctalus Borneo,
piclus Borneo, scvtatus Pulo Matjan, {Acanthodesmus , nov. sub-
gen.), Sumatrajms. — Im Nachtrage p. 617 fif. werden ferner noch
als n. A. aus Bogota bekannt gemacht: Oniscodesmus rubriceps, Cyr-
todesmua asper, Polydesmus (Strongylosoma) chloropus, Bogotensis,
682 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
serridens, sculptus, (RhachidomorphaJ alutaceus, (Cryplodesmus,
nov. subgen.) alaius (unter diesem Namen sind zwei verschiedene
Arten vermengt), (Polydesmus) mucronalus , angulifer , ßiniculus,
(TrackelodestnuSf nov. subgen.) constriclus^ (EuryniusJ alboca'
rinatus, fumigohis, tripunctatus, uncinatvs, semicinctus, areatus, hy-
bridus und faenio'
Die neue Gattung Trachyjulus (p. 547 f.) steht in der
Bildung der Unterlippe zwischen Spirostreptus und Spirobolus in
der Mitte, hat die Ocellen in einer einfachen Querreihe angeord-
net, das 2. bis 5. Fühlerglied verlängert, das 4. und 5, zugleich ge-
keult , den Körper sehr langgestreckt , mit zahlreichen dornigen
Längskielen besetzt; Segment 1. bis 3. jmit einem Beinpaar, Seg-
ment 4, (beim Männchen auch 7.) fusslos. — Art: Track. Ceylani-
cus von Rambodde. — Siphunophorn Ihieata n. A. Venezuela, Lw-
zoniensis n. A. Philippinen (ebenda p. 550 f.).
Nach Stein (»lieber Glomeris Dalmatina St.« Berl. Entom.
Zeitschr. VIII. p. 385) ist jetzt Glomeris Dalmatina nicht nur, wie
Ref. angegeben, identisch mit Glom. transalpina Brandt, sondern
nach Vergleich des typischen Exemplares von Koch auch = Glom.
pulchra Koch var. Letztere soll von der eigentlichen Glom. pul-
chra Koch specifisch verschieden sein und den Namen Glom. Dal-
matina beibehalten (ist jedoch lediglich eine Färbungsvarietät, wie
dies selbst Koch eingesehen hat. Ref.)
Von Dawson (Air - breathers of the Coal-Period, New -York
1863) 'beschrieb Xylohivs S>i(jillariac als fossile Myriopode aus der
Kohlenformation Neu-Schottlands ; der Körper wird als cylindrisch
und als spiralig aufrollbar angegeben, daher ein Chilognathe dar-
unter begriffen sein muss. Die Diagnose der Art ist in Silliman's
Americ. Journ. of science and arts XXXVI. p. 431 reproducirt.
Chilopoda.
Lucas (in Maillard, Note sur l'ile de la reunion IL, Myria-
podes p. 39) beschrieb GeophUus insularis als n. A. von Bourbon;
Abbildung pl. 21. fig. 1 (Kopf).
Derselbe, Sur une nouvelle espece de Scolopendride, Eu-
corybas Grandidieri (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 420) machte
eine vorläufige Mittheilung über eine neu entdeckte zweite Art der
^Gattung Eucorybas von Zanzibar, welche sich von Eucor. crotalus
Gerst. durch längeres Basal- und weniger erweiterte letzte Glieder
des hinteren Beinpaares unterscheidet. Verf. gedenkt dieselbe noch
ausführlich zu beschreiben und eine Abbildung davon zu geben.
der Entomologie während der J. 1-863 — 64. 583
3. Arachniden.
Für die Kenntniss der Geschlechtsorgane der Ar-
thropoden ist eine Mittheilung Krohn's (Sitzungsber.
d. Niederrhein. G eselisch. f. Natur- und Heilkunde 1864.
p. 110) von Interesse, wonach bei den männlichen Phalan-
giern (Phal. opilio) regelmässig eine von den Hoden
ausgehende Produktion von Eiern stattfindet, ohne dass
jedoch dabei die Entwickelung des Sperma eine Störung
erleidet. Die Eier scheinen höchst selten die Grösse der
Eierstockseier zu erlangen und es kann wohl kaum zw^ei-
felhaft sein, dass sie zuletzt zu Grunde gehen. Die Beob-
achtung ist von um so grösserem Interesse, als sie mit
der durch v. Wittich an den rudimentären Ovarien des
Männchens von ßufo cinereus gemachten in Einklang steht.
.Arthrogastra.
Hör. Wood, On the Pedipalpi of North- Americ
(Journ. acad. nat. scienc. of Philadelphia 2. ser. V. p. 357
—376. pl. 40). Verf. liefert in dieser Abhandlung, ge-
stützt auf das Material des Museums der Smithsonian In-
stitution, eine üebersicht und Beschreibung der in Nord-
Amerika einheimischen Pedipalpi aus den Familien der
Scorpione, Thelvphoniden und Phryniden, welche er nach
ihren Unterschieden im äusseren Körperbau einleitungs«-
weise kurz erörtert. Auf einen Vergleich zwischen den Ex-
tremitäten der Pedipalpi und der Insekten eingehend, hält
Verf. die Kieferfühler der ersteren mit Bestimmtheit für
die Homologa der Coleopteren-Mandibeln; das hinter den
mit scheerenförmigen Tastern versehenen Maxillen sitzende
unpaare, zipfelförmige Organ möchte er als Rudiment
der Unterlippe ansehen und das erste der vier Beinpaare
sogar als Aequivalent der in ihrer Stellung versetzten
Fühler betrachten.
Von Nord-Amerikanischen Scorpionen sind dem Verf. 13 Ar-
ten bekannt geworden, während fünf von de Geer und Koch be-
schriebene ihm zweifelhaft geblieben sind. Er zieht es vor, erstere
684 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
unter die auf die Ocellen gegründeten Gattungen Scorpius, Buthus
und Centrurus einzurangiren ; es sind folgende: Scorpius Allenii n.
A, Nieder-Californien, Buthus biaculeatus Luc., Carolinianus Palis.,
Californicus n. A., Lesueuri Gerv., exilicauda n. A. Nieder-Califor-
nien, hirsulus, emarginaticeps ebendaher, eusthenura Cap St. Lucas,
boreus Utah, punctipalpi (sie!) Cap St. Lucas, spinigems Texas und
Centrurus phaiodaclijJns Utah. — Drei dieser Arten sind auf pl. 40
mit Details abgebildet. — Von Thelyphoniden wird eine Art
(Thel. giganteus Luc), von Phryniden ebenfalls eine Art: Phrynus
asperatipes aus Nieder-Californien beschrieben. (Die in dieser Ab-
handlung beschriebenen neuen Arten sind auch in den Proceed.
acad. nat. scienc. of Philapelphia 1863. p. 107 — 112 unter dem Titel:
»Descriptions of new species of North-American Pedipalpi« bekannt
gemacht).
Guyon, Du danger pour l'homme de la piqüre du grand
Scorpion du nord de l'Afrique, Androctonus funestus Ehrenb. (Compt.
rend. de l'Institut de France LIX. p. 533, Rev. et Magas. de Zool.
2. ser. XVL p. 327 f.).
Phalangidae. Krohn (Sitzungsber. d. Niederrhein.
Gesellsch. f. Natur- und Heilkunde 1864. p. 109) machte
die Mittheilung; dass die von Treviranus und Tulk
als Hoden angesehenen dichotomisch verästelten Drüsen
der Phalangier auch beim Weibchen vorkommen und
deshalb nicht als Testes angesehen werden können. Die
wirklichen Hoden der männlichen Phalangier liegen gleich
den Eierstöcken auf der unteren Magenwand in einem
Bogen gekrümmt und senden je einen Ausführungsgang
nach vorn, welcher sich mit dem der anderen Seite nach
längerem Verlaufe in der Mittellinie des Abdomen vereinigt,
um den von Tulk richtig beschriebenen Samenleiter zu
bilden. In den Hoden fand Verf. die Samenbildungszel-
len in dicht neben einander liegenden Zellen vor.
Giebel (Zeitschr. f. d. gesammt. Naturw. XXI. p. 327) be-
schrieb Leiobunum albomaculatum als n. A. aus Siam.
Araneina.
Von besonderer Bedeutung für die Kenntniss des
Circulationsapparates der Webespinnen, über welchen von
älteren Autoren meist lückenhafte, von neueren vielfach
irrige Angaben gemacht worden sind, ist eine umfang-
der Entomologie während der J. 1863—64. 585
reiche AbhandlungClapa rede's; Etudes sur la circula-
tion du sang cbez les aran6es du genre Lycose (Memoi-
res de la soc. de phys. et d'hist. natur. de GeneveXVII.
22 pag. in 4. avec 1 pl. color.), im Auszuge auch mitgetheilt
in : Annal. d. scienc. natur. V. ser. II., Zoologie p. 257 ff.
— Verf. glaubte die mannigfachen Widersprüche, welche
sich aus den auf Injectionsversuchen basirten Angaben
Blanchard's über die Cirkulation der Araneinen erga-
ben, am sichersten durch direkte Beobachtung des Blut-
laufs an lebenden Individuen erledigen zu können und fand
hierzu die eben dem Eie entschlüpften jungen Individuen
der Lycosa saccata Hahn ihrer Durchsichtigkeit halber
am meisten geeignet. Die Untersuchung ihres Rücken-
gefässes ergab dem Verf. zunächst das auffallende, übri-
gens bereits von Leydig beobachtete Resultat, dass das
Blut darin nicht, wie bei den Insekten und Myriopoden,
in der Richtung von hinten nach vorn, sondern wenig-
stens in der grösseren hinteren Hälfte in umgekehrter
Richtung circulire ; nur der zwischen dem ersten Paar
der Spaltöffnungen und dem Beginne der Aorta liegende
Theil des Herzens lässt einen nach vorn gerichteten, in
letztere eintretenden Blutstrom erkennen. Das Herz der
jungen Lycosen lässt keine Kammerung erkennen, zeigt
aber jederseits drei (vielleicht vier) divertikelartige Er-
weiterungen, welche mit schräg verlaufenden Spaltöffnun-
gen versehen sind ; dieselben öffnen sich bei der Diastole
und lassen das Körperblut in das Herz eintreten. Der
hinterste Theil des Herzens ist einfach röhrenförmig,
gleichsam eine Caudal- Arterie, aus deren terminaler Oeff-
nung das Blut in einen grossen Blutraum des Pygidium
ausströmt. Von den seitlichen Divertikeln des Herzens
gehen weissliche Stränge an den Seiten des Körpers ge-
gen die Bauchwand hin ab ; obwohl sie von geringem Lu-
men sind und eine Circulation von Blutkörperchen in ihrem
Innern nicht mit Sicherheit erkennen Hessen, hält Verf.
sie Pappenheim und Blanchard gegenüber dennoch
für Arterien. Das Herz ist ringsherum von einer Blut-
bahn umgeben, an welcher deutliche Wandungen (Peri-
686 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissenBch. Leist. im Gebiete
cardium) nicht nachweisbar sind; dagegen zeigen sich
solche an mehreren sehr weiten Blutsiniis, von denen
zwei der Länge nach an der Bauchseite des Abdomen
verlaufen und einen von hinten nach vorn gerichteten
Blutstrom führen. An der Basis des Hinterleibs vereini-
gen sich diese beiden 8inus zu einem gemeinsamen, hinter
den Lungen quer verlaufenden und begegnen am Innen-
winkel der Lungen zwei aus dem Thorax eintretenden
Sinus, in denen das Blut von vorn nach hinten fliesst. —
Im Cephalothorax theilt sich die Aorta in zw^ei Aeste,
aus deren rundlicher Enderweiterung, w^elche deutlich
eine abwechselnde Systole und Diastole erkennen lässt, die
Arterien für die Augen, die Kiefer und Beine ausstrah-
len; auch diese zeigen deutliche Pulsationen. Die Venen
werden im Cephalothorax durch wandungslose Lacunen ge-
bildet, in welche die Arterien ausmünden; ihre Anord-
nung ist auf der Sternalseite sehr regelmässig, indem von
einem mittleren Längssinus geradlinige paarige Seitensi-
nus abgehen, welche auf der Gränze je zweier Beinpaare
verlaufen. Die Blutkörperchen, welche in den Mittelsi-
nus eintreten, werden theils nach vorn, theils nach bei-
den Seiten getrieben ; nur hinter der Einmündung des
letzten Paares der Seitensinus strömt in dem mittleren das
Blut nach hinten gegen das Abdomen zu. An der Rük-
kenseite ist das Venensystem viel einfacher; die Augen
sind hinten von einer Lacune umgeben, welche ihr Blut
aus den Augenarterien erhält; ein mittlerer subcutaner
Rückensinus führt letzteres dem Hinterleib zu. Eigen-
thümlich ist der Uebergang von Venen und Arterien in
den Beinen; in jedem Segment derselben zeigt nämlich
die eintretende Arterie eine ovale OefFnung, durch welche
ein Theil des Blutes in den begleitenden venösen Sinus
übertritt; dieselbe hat gerade nur die Grösse, um jedes-
mal ein einzelnes Blutkörperchen passiren zu lassen. —
Verf. weist schliesslich die von Blanchard angegebe-
nen feinen netzartigen Verästelungen des Gefässsystems
in Muskeln, Lungen und anderen Organen des Körpers
als in der That nicht existirend nach und führt sie auf
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 587
Extravasate , welche durch Injektionen gefärbter Flüs-
sigkeiten hervorgerufen seien, zurück.
Ein durch schöne Ausstattung und inneren Gehalt
gleich hervorragendes Werk ist im J. 1863 unter dem
Titel: ^Araneides des iles de laReunion, Maurice et Ma-
dagascar, avec 14 planches contenant 118 figures dessi-
n^es d'apres nature par Augu ste Y inson^ (Paris, gr. 8.
337 pag.) publicirt worden. Erwägt man, wie lückenhaft
gegenwärtig noch selbst die Kenntniss der Europäischen
Araneinen sowohl in faunistischer als biologischer Be-
ziehung ist, wie viel die bis jetzt erschienenen ikono-
graphischen Werke über dieselben (besonders das H ah n-
K 0 c h'sche) zu wünschen übrig lassen, so kann man nicht
umhin, das vorliegende auf ein tropisches Faunengebiet
bezügliche Werk als eine ausserordentliche Erscheinung
zu betrachten. Die Webespinnen der Tropengegenden
sind uns durch Sendungen meist nur in ihren auffallend-
sten, oft durch besondere Bizarrheit ausgezeichneten For-
men bekannt geworden, durch Eintrocknen oder durch
die Aufbewahrung in Weingeist oft in ihren schmuckvollen
Erscheinung schon bedeutend beeinträchtigt; Beobach-
tungen über ihre biologischen Eigenthümlichkeiten, über
die Zusammengehörigkeit der beiden Geschlechter, über
Altersverschiedenheiten fehlen über die Mehrzahl ganz,
oder sind, wo sie mitgetheilt, in hohem Grade dürftig
und lückenhaft. Der Verf. des vorliegenden Werkes hat
es sich während eines mehrjährigen Aufenthaltes auf Bour-
bon, Madagascar u. s. w. zur Aufgabe gemacht, neben
der Artenkenntniss gerade die Naturgeschichte der dort
einheimischen Araneinen zu erforschen und hat dieselbe
offenbar in glücklichster Weise gelöst. In richtiger Wür-
digung der Schwierigkeiten, welche sich der Conservi-
rung dieser Thiere in einer dem Leben entsprechenden
Weise entgegenstellen, hat Verf. zunächst Sorge dafür
getragen, getreue und künstlerisch vollendete Abbildun-
gen derselben an Ort und Stelle zu entwerfen, welche in
vorzüglicher Ausführung durch den Stich vervielfältigt
worden sind. Die zum Theil sehr auffallend gefärbten
588 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
und gestalteten Spinnen nehmen das Interesse des Be-
schauers um so mehr in Anspruch, als sie häufig in der
sie charakterisirenden Stellung, welche sie im Leben an
ihren Geweben, zusammengekauert an Zweigen u. s. w.
einnehmen, dargestellt sind. Sodann hat Verf. in dem
Text neben einer sorgsamen Charakteristik von 75 Arten
verschiedener Gattungen und Familien seine reichen Beob-
achtungen über den Aufenthalt, die Nahrung, Fortpflan-
zung, Brutpflege, Entwickelung, über die Anlage und
Form der Gewebe und der Eiersäcke, über besondere
instinktive und intellektuelle Eigenthümlichkeiten vieler
dieser Arten, so weit sie zu seiner Kenntniss gekommen,
niedergelegt , so dass das Werk nach allen Richtungen
hin die ungetheilteste Anerkennung beanspruchen darf
und selbst den Bearbeitein der inländischen Araneinen
als Vorbild zu empfehlen ist. Dem speziellen Theile,
welcher die Charakteristik und Naturgeschichte der ein-
zelnen (nach W alckenae r's System angeordneten) Ar-
ten umfasst und welchem (p. 295 &.) noch eine kürzer
gefasste lateinische Species-Beschreibung folgt, hat Verf.
eine Einleitung vorausgeschickt, in welcher er den Cha-
rakter der Araneinen-Fauna der genannten Inseln im All-
gemeinen erörtert, gleichzeitig aber von den bemerkens-
werthesten Arten diejenigen biologischen Eigenthümlich-
keiten hervorhebt , welche ein näheres Interesse bean-
spruchen, üeberdies gedenkt Verf. hier der Verdienste,
welche sich zu Anfang dieses Jahrhunderts der talent-
volle französische Forscher Dumont, ein Begleiter von
Bory de St. Vincent, um die Erforschung der Ara-
neinen von Bourbon erworben hat; seine bisher nicht ver-
öffentlichten zahlreichen Beobachtungen hatVinson nach
hinterlassenen Manuskripten an verschiedenen Stellen des
vorliegenden Werkes zur Kenntniss gebracht.
Von den in der Einleitung zusammengestellten biologischen
Beobachtungen des Verf.'s heben wir hier folgende hervor: Durch
das Gewebe der Epeira Mauritia Walck. verläuft in querer Richtung
zickzackförmig ein silberweisser Faden, dessen Zweck bisher unbe-
kannt war; nach Vinson's Beobachtung wird er von der Spinne
in Anwendung gebracht, sobald sich grosse Insekten (Heuschrecken)
der Entomologie während der J. 1863—64. 589
in ihrem Netze fangen, indem diese sofort mit demselben umschlun-
gen und festgehalten werden, was bei kleineren (z. B. Fliegen) nicht
geschieht. Epeira tuberculosa Vins. schiesst Fäden quer über
Bäche von ansehnlicher Breite , in welchen sich zahlreiche Libellen
fangen; andere Arten, wie Epeira nigra Vins. und inaurata Walck.
verbinden die hohen Pandanus-Bäume durch mehrere Metres lange
Fäden und legen an diesen nicht nur ihre eigenen Netze, welche
sie in grossen Gesellschaften bewohnen, an, sondern gestatten dies
auch den kleineren Linyphia-Arten. Letztere sind die Lieblingsspeise
der Muscipeta Borbonica, welche sich bei dem Versuch, sie wegzu-
schnappen, häufig in den Fäden der grossen Epeiren fangen. Diese
goldgelben Fäden liefern übrigens eine so schöne Seide, dass man
sie zu Geweben verarbeiten kann ; indem man die lebende Spinne
am Hinterleibe fixirt, kann man aus demselben eine ansehnliche
Quantität solcher Seide herausziehen und sie unmittelbar auf Spin-
deln wickeln. Sonst finden diese Spinnen, besonders Epeira nigra
und Madagascariensis Vins. bei den Eingeborenen noch eine andere
Verwendung; sie werden gesammelt, mit Fett geröstet und (gleich
manchen Insekten) von ihnen verspeist. — Zwei Arten: Latrodectus
Menavodi und Thomisus Foka von Madagascar sind allgemein we-
gen ihres giftigen Bisses gefürchtet. — Ihrer Lebensweise nach
unterscheidet Verf. Tages- und Nacht-Spinnen. Zu letzteren gehö-
ren die Scytodes, Selenops, Olios, Pholcus, Uloborus und gewisse
Epeira-Arten (Ep. nocturna und isabella\ Letztere Hessen den Verf.
die höchst interessante Beobachtung machen, dass sie jeden Abend
ihr Netz von Neuem spinnen, um es am nächsten Morgen, sofort
beim Aufgange der Sonne zu zerstören und sich sodann in ihre
Schlupfwinkel zwischen Blätter zurückzuziehen ; während der Nacht
sitzt die Spinne in der Mitte des Netzes, welches stets an dersel-
ben Stelle angelegt wird, am Tage aber verschwunden ist. — Von
75 dem Verf. bekannt gewordenen Araneinen sind 11 den Inseln
Bourbon, Mauritius und Madagascar gemeinsam, 22 kommen gleich-
zeitig auf den beiden ersteren vor ; 17 sind auf Bourbon, 7 auf
Mauritius, 21 auf Madagascar beschränkt. Als neue Arten werden
beschrieben und abgebildet: Scytodes amaranten^ Lycosa Madagas-
cariensis, Vulcani, Salaziana, nigra und cinerea, Bolomedes Borho-
ntCMS, Spkasus Dumontii, Lucasii und Madagascariensis, Attus mus-
civorus, albooculatns, Africanus, lineaUis, variahilis, lugnbris, mgro-
fuscus, Tamatavi und Madagascariensis, Tkomisus rugosns und Foha,
Selenops Dufourii und Madagascariensis, PhUodronws niveus, Olios
Imerinensis, Madagascariensis und tiridis, Clubiona insularis, Drassus
Maillardi, Latrodectus Menavodi, Pholcus Borbonicus und elongatns,
Epeira isabella, Morelii, Borbonica, livida, nigra, Madagascariensis,
Coquerelii, Sancti Benedicti, undulata, flava, pnrpurea, tuberculosa
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Ed. NN
590 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
und mitralis , Gasleraca?itha Borbonica, Mauritia, alba, Madagasca-
riensis und formosa, Ulubonis Borboniciis , aureus und vnnillaruin,
Linyphia parasita, viridis und aurala ^ Theridium diurnvm und
Arachnoura (nov. gen.) scorpionoides. Letztere Gattung zeichnet
sich durch einen auffallend verlängerten Hinterleib, welcher in sei-
ner vorderen Hälfte länglich viereckig und gleich breit ist, später
sich unter allmählicher Verschmälerung zu einem dünnen Griffel
verengt , aus ; von Epeira durch die Stellung der Augen , deren
mittleres hinteres Paar einander stark genähert ist, unterschieden,
mit Gasteracantha durch zwei scharf zugespitzte vordere Verlänge-
rungen des Abdomen einigermassen verwandt. Dass diese Form
einen Uebergang zwischen "Webespinnen und Scorpionen bildet, wie
der Verf. meint, ist durchaus unbegründet ; höchstens zeigt sie eine
oberflächliche Aehnlichkeit im Körper-IJmriss mit letzteren.
Histoire naturelle desAraignees (Araneides) par Eu g.
Simon. Ouvrage contenant 207 figures intercalees dans le
texte et suivi du catalogue synonymique des especes Euro-
peennes. Paris 1864. (8. 540 pag.).
Nach der zwar kurzen, aber vielversprechenden Vorrede zu
diesem Buche hat Verf. beabsichtigt, in demselben »mit dem nöthi-
gen Detail die so complicirte Organisation der Webespinnen kennen
zu lehren, eine Uebersicht der bis jetzt bekannt gewordenen Arten
zu geben, dieselben in natürliche Gruppen zu bringen, die so in-
teressante Lebensweise der wichtigsten unter ihnen zu schildern
und endlich, unter Hinzufügung seiner eigenen Beobachtungen, ein
Resume aller älteren sowohl als neueren, diese Ordnung der Arach-
niden betreffenden Arbeiten zu geben. In wie weit Verf. befähigt
ist, diese Versprechungen zu erfüllen, davon giebt er sogleich in
der Einleitung die sprechendsten Beweise. Nach seiner Auffassung
haben sich die Webespinnen bisher nur der Beachtung von sehr
wenigen Forschern (»d'un tres petit nombre d'observateurs«) zu
erfreuen gehabt und erst im Jahre 1805 begannen sie durch Wal-
ekenaer bekannt zu werden, welcher später im J. 1836 sein
grösseres Werk über diese Ordnung publicirte. »Fast zu dersel-
ben Zeit,« fährt Verf. sodann fort, »lieferte Lister seine Na-
turgeschichte der Spinnen, jedoch ist dieselbe zu kurz und zu un-
vollständig« (Mart. Li st er. De Araneis ist bekanntlich im J. 1678
erschienen, Ref.), »Clerck undDegeer stellten Beobachtungen
über die Lebensweise einiger Arten an und Lucas in Frankreich
veröffentlichte seine Histoire des animaux articules« (Clerck's
Aranei suecici, welche Verf. »Araneorum suecica« citirt, erschienen
im J. 1757, de Geer's Memoires, welche nach ihm im Journal de
physique und Bulletin universel publicirt sind , im J. 1752 — 78;
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 591
durch den Verf. werden wir dagegen hier belehrt, dass beide Zeit-
genossen von Lucas und Walckenaer waren, und dass man vor
Letzterem nichts von den Spinnen wusste). Indem Verf. in ähnli-
cher Weise fortfährt, zeigt er durch die von ihm citirten Arachno-
logen, dass in der That nur eine geringe Anzahl der existirenden
Autoren von seinen Forscheraugen erspäht worden sind, denn aus-
ser Hahn, Koch, Sunde v all und einigen Französischen Autoren
sind ihm die übrigen so gut wie unbekannt geblieben. Von Black-
wal l's zahlreichen Publikationen kennt er weiter nichts als eine der
älteren Abhandlungen in den Transact. Linn. soc. ; bis zuSchioedte,
Ohlert, Grube, Thoreil, Westring, Graf Key s erling u.
A. hat sich sein Gesichtskreis überhaupt nicht verstiegen. Wie
bei so bestellten Vorkenntnissen das vom Verf. unternommene Werk,
welches die Resultate sämmtlicher Forschungen bis auf die neueste
Zeit wiedergeben soll, beschaffen ist, lässt sich leicht voraussehen.
Es ist eine in hohem Grade unvollständige Compilation, für welche
ausser Walckenaer fast nur das Hahn-Koch'sche Werk aus-
geschrieben worden ist und welche, da sie deren Gattungs- Charak-
teristiken, durch hübsche Holzschnitte illustrirt \yiedergiebt, aus-
serdem auch die bekanntesten jeder Gattung angehörigen Arten
charakterisirt und die über ihre Lebensweise von früheren Autoren
gemachten Angaben reproducirt , höchstens dem Anfänger oder
Laien, welcher sich über die bemerkenswerthesten Formen unter-
richten will, eine Hülfe gewähren kann. Eines wissenschaftlichen
Werthes entbehrt das Buch selbst als Compilation vollständig; denn
wenn schon die Zahl der aufgeführten Gattungen weit hinter der-
jenigen der bis jetzt bekannt gemachten zurücksteht, so kommt die
Zahl der aufgeführten Arten nur einem geringen Bruchtheil der
beschriebenen gleich. Hat Verf. geglaubt, diese Mängel durch die
Aufstellung einiger neuen, aber kaum begründeten Familien und
Gattungen aufzuwägen, so hat er sich damit offenbar einer Täu-
schung hingegeben. — In gleichem Maasse werthlos wie das Buch
selbst ist der demselben (p. 451 ff.) angehängte »Catalogue synony-
mique des Araneides d'Europe« ; es fehlen in demselben alle seit 15
Jahren von den verschiedensten Englischen, Schwedischen und Deut-
schen Autoren beschriebenen Arten, während die darin aufgezählten
in ihrer Selbstständigkeit und Verwandtschaft entweder nicht näher
begründet oder in dieser Beziehung schon anderweitig genügend
festgestellt sind ; ebenso ist die beigefügte Synonymie nicht das
Ergebniss eigener Untersuchungen , sondern früheren Autoren
entlehnt.
Alex. V. Nordraann, P]rstes Verzeichniss der in
Finland und Lappland bisher gefundenen Spinnen, Ära-
502 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
neae (Bidrag til Finlands Naturkännedom etnografi och
Statistik VIII. 1863. p. 1 — 40). Das Verzeichniss erstreckt
sich auf 140 Arten, von denen 18 den Epeiriden, 46 den
Theridiiden, 29 den Drassiden, 15 den Thomisiden, 19 den
Lycosiden und 13 den Attiden angehören. Verf. citirt
bei den einzelnen Arten die Abbildungen von Koch und
Hahn, so wie die Beschreibungen Westring's. Von
Pachygnatha de Geerii beobachtete Verf. ein Pärchen in
copula; nachdem es zwanzig Minuten in der Paarung ver-
harrt hatte, wurde es getrennt, versuchte aber noch wei-
tere ^/i Stunden lang, sich von Neuem zu begatten. Das
viel schwächere Männchen wurde nach der Copulation
nicht vom Weibchen verzehrt.
Six, Nieuwe Bijdrage tot de kennis der inlandsche
Spinnen (Tijdschr. voor Entomol. VI. p. 124 — 128) ver-
mehrte sein früher zusammengestelltes Verzeichniss der
Niederländischen Araneinen um 28 neu aufgefundene Ar-
ten, welche mit Citaten und Synonymen aufgeführt
werden.
Giebel (Zeitschr. f. d. gesammten Naturwiss. .XXI.
p. 306 — 328) gab Charakteristiken von 23 neuen und eini-
gen bekannten Spinnen der Halle'schen Sammlung. Ea
sind folgende:
Gasteracantha fornicata Koch von Java, Gast, clavigera n. A.
Siam, Gast. Hasselli Koch aus Slam, annulipes Koch ebendaher, tri-
gona n. A. Java, Columbiae aus Columbien, Dolomedes intertnedius
ebendaher, Lycosa inomata Columbien, modesta Aepypten, Siamensis
Siam, Uptiotes longipes Aepypten, Ctenus concolor Perty aus Co-
lumbien, Eripus flavus Slam, Eripus ruber Aegypten, Ocypete pal-
lens Koch von Rio -Janeiro, Oc. striata aus der Banda oriental,
flava Columbien, erythrophthalmvs Java, microphfhalmus Java, brun-
neiceps Slam, Attus (MaeviaJ metallicus, debilis und nudus aus Siam,
Atlus melanopus Siam, (Eris) Brendeli Illinois, auriventer ebenda-
her, (Rhanis) saevus Java.
Graf Keyserling, Beschreibungen neuer und we-
nig bekannter Arten aus der Familie der Orbitelae Latr.
oder Epeiridae Sund. (Sitzungsberichte der Isis zu Dres-
den 1863. p. 63 — 154. — Separatabdruck : Dresden 1864.
gr. 8. 71 pag. c. tab. 7 lith.). Der Beschreibung einer
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 593
beträchtlichen Zahl exotischer Epeiriden verschiedener
Länder schickt Verf. eine analytische Tabelle der in dieser
Gruppe von ihm festgehaltenen Gattungen, welche er auf
neun beschränkt, voraus. Die Gattungen Miranda, Attea,
Zilla und Linga Koch vereinigt Verf. als nicht haltbar
wieder mit Epeira, ebenso Meta Koch mit Tetragnatha.
Ob Gea und Galena Koch der Gruppe der Epeiriden an-
gehören, lässt Verf. unentschieden, während er Uloborus
Latr. und Mithras Koch davon ausschliessen zu müssen
glalibt.
Die vom Verf. adoptirten Epeiriden-Gattungen sind: 1) Ma-
xillen ebenso lang als breit, a) Viertes Fusspaar länger als alle
übrigen : Gasteracantha Latr. , Eurisoma Koch, Acrosoma Perty,
Cy r tog aste r j nov. gen. (von Acrosoma durch den Cephalothorax,
welcher breiter als lang ist und das nur mit Höckern versehene
Abdomen unterschieden, und H ap al ochr ot a, nov. gen. (von
allen vorhergehenden durch weichhäutiges Abdomen unterschieden ;
Seitenaugen ebenso weit von einander entfernt, als die vorderen
Mittelaugen von den hinteren), b) Erstes Fusspaar länger als alle
übrigen: Poltys Koch, EpeiraWalck und Argyopes Lav. 2) Maxillen
länger als breit: Nephila Latr. und Tetragnatha Walck. — Die vom
Verf. beschriebenen und abgebildeten neuen Arten sind: Gastera-
cantha Blackwallii Madagascar, Westringii Vaterl. unbek., Thorellii
Nossi-be, Mengii Malacca, Acrosoma Lucasii, acutospinum, hrevisfi-
num Bogota, (Acr. acutum und pungens Walck. ebendaher nochmals
beschrieben), bicolor, rubicundulum und elongatum Bogota, obtuso-
spinutn Mexiko, flavomaculatum Haiti, crassum und Guerinii Bogota,
Cyrtogastcr Gruhii Mauritius, Hapalochrota caudata ebendaher, Pol-
tys Kochii Mauritius, Epeira Granadensis, Bogotetisisj Sallei Oaxaca,
trivittata und Hentzii Nord-Amerika, triangtda Mauritius, Oaxacensis,
dubia und pallidula Bogota, variabilis ebendaher, amygdalacea Mau-
ritius, fuscotittata Bogota, parvula und crucifera Nord - Amerika,
fornicata Bogota (ausserdem werden noch mehrere Hentz'sche und
Walckenaer'sche Epeira-Arten aus Nord-Amerika ausführlich cha-
rakterisirt), Nephila viltata Liberia, Tetragnatha bigibbosa, quinque-
lineata, tenuipes, ocellata und rubromaculata n. A. von Bogota.
Derselbe, Beschreibungen neuer Spinnen (Verhandl. d. zoo-
log.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII. p. 369—382. Taf. 10) machte
folgende neue Europäische Arten bekannt: Lycosa viltata und Sal-
ticus Dalmaticus aus Dalmatien, Ciniflo Erberii von der Insel Lesina.
Agelena similis Bayern und Tyrol, Theridium argentatum Sarepta,
Ero laetigata und Epeira sextuberculata aus Dalmatien.
594 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
J. BLackwall, Dcscriptions of newly discovered
Spiders captured in Rio-Janeiro by J.Gray and Ha ml.
Clark (Annais of nat. hist. 3. ser. XI. p.29 — 45). Aus-
führliche Charakteristiken von zwölf in der Umgegend
von Rio-Janeiro gesammelten Arten :
Epeira avdax, edax, rapax, tnnnda, Grayii, astuta und scitula,
Pleclana tricuspidata , Galena zonata Walck. , Koch, Tetragnalha
splendens und formosa, Dysdera crassipalpiis.
Derselbe, Descriptions of seven new species of
East-Indian Spiders received from the Rev. O. P. Cam-
bridge (ebenda 3. ser. XIV. p. 36 — 45) machte folgende
neue Ostindische Arten bekannt:
Sphasus lepidus^ Thotnisus tuberosuSj Pasithea elegans, Gastcra-
cantha frontata, heho, Nephila ornata und Telragnrnha decorrttO'
Derselbe, Notice of Spiders , indigenous to the
Salvages, received from the Barao do Castello de Paiva
(ebenda 3. ser. XIV. p.l74 — 180) beschrieb als neue Arten
von den Salvages:
Drassus Paivani, Bewickii, Tegenaria dubia^ Theridion spec.
(unbenannt) und Dysdera Wollastoni.
J. Blackwall, Notice of a Drassus and Linyphia new to
science and a Neriene hitherto unrecorded as British (Annais of
nat. hist. 3. ser. XII. p. 264 — 266) machte Drassus gracilipes als n.
A. von Lissabon und Linyphia crucigera als n. A. aus England be-
kannt; die in Britannien neu entdeckte Art ist Neriene dentipal-
pis Wider.
Derselbe, Notice on the capture of Mithras paradoxus in
England (ebenda 3. ser, XIII. p. 435 f.) constatirt das Vorkommen
dieser Art in England und bemerkt nach einem von Meade in
Cumberland gefangenem Weibchen, dass die Gattung nach ihren zu
vier Paaren vorhandenen Spinnwarzen in die Gruppe der Cinifloni-
dae, neben Veleda gestellt werden müsse. Die Charaktere der Gat-
tung werden vom Verf. näher erörtert.
J. Yate Johnson, Description of a new species of Lycosa
living in the island of Madeira, with some remarks on Lycosa ta-
rentuloides Maderiana Walck. (Aunals of natur. hist. 3. ser. XII.
p. 152 ff.) — On the habits of Lycosa Blackwalli (ebenda 3. ser. XII.
p. 404 f.) — In der ersten Mittheilung liefert Verf. eine ausführliche
Beschreibung von Lycosa Blackwalli n. A. von Madera und von Ly-
cosa tarentuloides Maderiana Walck., welche nach weiblichen Exem-
plaren in ihren Dimensionen, ihrer Färbung und Zeichnung speziell
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 595
erörtert wird. Die zweite Abhandlung giebt Auskunft über die
Lebensweise der Lycosa Blackwalli, welche oberhalb Funchal, 2000'
hoch vorkommt, sich daselbst 4 bis 5 Fuss tiefe Höhlen in den
Erdboden gräbt und ein Nachtthier zu sein scheint. Sie ist am
Tage langsam in ihren Bewegungen, hält, wenn sie verfolgt wird,
Stand und greift mit ihren Kiefern nach einem ihr vorgehaltenen
Gegenstande. Mehrere zusammengesperrt, tödten sich gegenseitig.
Einige lebend nach England gebrachte Weibchen fertigten daselbst
Eiercocons an und aus diesen schlüpften die Jungen Anfang Sep-
tembers aus; sie sassen in der ersten Zeit auf dem Hinterleibe der
Mutter und wuchsen zusehends, ohne dass ihnen Nahrung gereicht
wurde.
L. Dufour, Sur trois Araneides de Guerrera, au sud de
PAlgerie (Annal. soc. ent. de France 4. ser. HI. p. 1 ff. pl. 1. fig. 2)
machte Oecobius nigripalpis als n. A. aus dem südlichen Algier be-
kannt und berichtet über Eresus Guerinii Luc, dass derselbe ab-
weichend von den übrigen Arten in Häusern lebe und als giftig
verschrieen sei. — Ebenda p. 9. pl. 1. fig. 3 beschreibt und bildet
derselbe ab : Sparassus ammanita als n. A. aus Cochinchina (Saigou)
und macht auf die filzartige Behaarung an der Unterseite der Beine
bei den Sparassus-Arten aufmerksam.
Doumerc (Annal. soc. entom. 4. ser. lY. p. 229) beschrieb
Thomisus Yolophus und Epeira nrmillipes als n. A. vom Senegal,
beide auf pl. 5. fig. 1 u. 2 abgebildet.
L. Koch, Die Europäischen Arten der Arachniden-Gattung
Cheiracanthium , aus einer Monographie der Drassiden vorläufig
mitgetheilt (Abhandl. d. naturhist. Gesellsch. zu Nürnberg III, 1.
p. 137 — 162). Nach einer nochmaligen Gattungs-Charakteristik setzt
Verf. in sehr ausführlicher Weise die Unterschiede von fünf ihm ge-
genwärtig bekannten Europäischen Cheiracanthium-Arten auseinan-
der, nämlich von Ch. nutrix Walck., Mildei n. A. Meran, carnifex
Fab., Seidlitzii n. A. Italien und Tyrol, pelasgicum Koch.
Lucas (Bullet, soc. entom. 4. ser. IV. p. 28) erwähnt dreier
neuer Eresus-Arten ans Sicilien, Nubien und vom Senegal, denen
er vorläufig die Namen Eresus Siculus, pulchellus und albomargina-
tus beilegt.
Derselbe, Note sur une espece nouvelle d'Araneide (Epeira
Descaisnei) des iles Philippines (Annal. soc. ent. 4. ser. III. p. 410 fi".)
beschrieb Epeira Descaisnei als n. A. von Luzon.
Derselbe, Note sur une variete de la Segestria florentina
(ebenda 4. ser. III. p. 417) erwähnt eines männlichen Exemplares
der genannten Art mit pechschwarzen anstatt mit grünlich metalli-
schen Kieferfühlern.
596 G er staeckcr : Ucricht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Derselbe, Note sur une femelle de la Mygale bicolor (ebenda
4. ser. III. p. 667 ff.) beschrieb nachträglich das Weibchen dieser
Art nach einem aus Bahia lebend erhaltenen Exemplar, welches er
in einem Behälter mit Gryllen, Blattinen und anderen Insekten füt-
terte. Die Spinne sitzt den Tag über meist auf einem feuchten
Schwamm ruhig, indem sie ihre Mundöffnung gegen denselben an-
drückt; des Nachts dagegen läuft sie mit grosser Unruhe an den
Wänden ihres Käfigs umher.
Derselbe, Note sur la retractilite ou la non-retractilite des
ongles des palpes dans les Araneides du genre Mygale (ebenda 4.
ser. III. p. 118 ff.) konnte an zwei lebenden Weibchen der Mygale
Barthelomaci, welche in Campeche-Holz aus Guyana nach Paris ka-
men, beobachten, dass das Endglied der Taster in gleicher Weise
wie dasjenige der Beine ein- und ausziehbare Klauen habe. Diesel-
ben sind in der Ruhe zurückgezogen und werden dann von zwei
häutigen Pelotten , die sich über ihnen schliessen , bedeckt. In
dieselbe Abtheilung, welche auf dieses Merkmal vom Verf. inner-
halb der Gattung begründet wird, gehört auch Mygale Blondii, da-
gegen zu der zweiten, bei welcher die Klauen nicht ein- und aus-
ziehbar sind, Mygale caementaria, fodiens und barbara.
Derselbe, Quelques remarques sur les mues de diverses
Araneides et particulierement sur Celles de la Mygale bicolor et
de la Segestria florentina (ebenda 4. ser. IV. p. 721 — 726). Eine
umständliche, im Wesentlichen aber nur Bekanntes enthaltende Schil-
derung des vom Verf. mehrfach beobachteten Häutungsprozesses der
genannten Spinnen.
Derselbe (ebenda 4. ser. IV. p. 217 f.) machte bei einer Be-
sprechung der oben erwähnten Arbeit Keyserling's über die
Orbitelae auf die Synonymie der Hapalochrota caudata Keys, mit
der Arachnoura scorpionoides Vinson aufmerksam.
Fauvel, Description et figure d'une Araneide inedite de la
Nouvelle-Caledonie (Bullet, soc. Linneenne deNormandie IX. p. 66 f.
pl. 1) machte Gasleracanlha laeta als n. A, aus Neu-Caledonien
bekannt,
Schioedte, Om slaegten Stalita (Naturhist, Tidsskr. 3. Back.
III. p. 70— 82) weist den vorjährigen Bemerkungen Keyserling's
(vgl. Jahresbericht f. 1862. p. 246) gegenüber nach, dass er Stalita
taenaria nicht nur nach beiden Geschlechtem abgebildet, sondern
auch beschrieben habe und widerlegt ausserdem die Richtigkeit der
K.'schen Angabe, wonach das von ihm beschriebene Weibchen zu
dem von Schioedte bekannt gemachten Männchen der Stalita
taenaria gehöre. Verf. erörtert die Unterschiede des von ihm einer-
und des von Keyserling andererseits beschriebenen Weibchens,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 597
welche zwei verschiedenen Arten angehören und von denen er die
Keyserling'sche für eine neue anspricht; ferner erläutert er die
Beziehungen von Stalita zu Dysdera. Schliesslich rügt Verf. noch
die in der Abhandlung begangenen Incorrektheiten bei Anführung
der Titel Dänischer Arbeiten.
Ueber Brasilianische Vogelspinnen hat Bat es (The naturalist
on the Amazons, Deutsche Uebersetzung p. 57 u. 86 f.) einige Mit-
theilungen gemacht. Manche Arten bauen sich zwischen den Zie-
geln und unter den Dächern der Häuser Nester von einem dichten
Gewebe, welches Aehnlichkeit mit feinem Musselin hat. Diese sieht
man oft an den Wänden der Zimmer kriechen. Andere, wie die
starke Mygale Blondii, graben sich in die Erde ein und bauen
breite, schief abwärts gehende, etwa zwei Fuss lange, mit Seide
austapezirte Gallerieen , an deren Oeffnung sie Abends nach Son-
nen-Untergang auf der Lauer stehen. Noch andere, wie Mygale
avicularia, leben auf Bäumen. Ein grosses Exemplar dieser Art
von 7 Zoll Beinspannung fand Verf. unter einer tiefen Baumspalte,
über welche ein festes weisses Gewebe ausgespannt war. Der un-
tere Theil des Gewebes war zerrissen und in demselben hingen
zwei kleine Vögel, Finken, von denen der eine schon todt war;
der andere lag unter dem Körper der Spinne , dem Verenden nahe,
und war mit einer schmutzigen Feuchtigkeit oder^ Speichel be-
deckt. Auch dieser starb, nachdem er der Spinne abgejagt worden
war, bald.
Erb er (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIV.
p. 717 f.) lieferte »Beiträge zur Lebensweise der Tarantel.« Die
vom Weibchen senkrecht in der Erde angelegte Gallerie wird bis
zur Tiefe von 7 Zoll geführt; Verf. beobachtete, dass das Ausgra-
ben derselben bei Nacht vorgenommen wird, dass das Weibchen
die Sandkörner einzeln herausschafft, um sie auf ziemliche Entfer-
nung wegzutragen, und dass ein solcher Gang, nachdem das Weib-
chen etwa 200mal aus- und eingegangen ist, in einer Nacht um ^/g
Zoll tiefer gemacht wird. An seinem unteren Ende biegt der Gang
im rechten Winkel um und bildet hier eine etwa drei Zoll lange,
austapezirte Höhlung, welche das Eiercocon umschliesst; in letzte-
rem fanden sich 286 ^ier von der Grösse eines Hirsekornes. Die
nicht in Erdhöhlen lebenden Männchen suchen das Weibchen zur
Begattung dadurch herauszulocken, dass sie wiederholt über die
Oeffnung des Ganges hinwegspringen ; häufig werden sie jedoch vom
Weibchen erfasst, in die Gallerie hinuntergezogen und dann ausge-
sogen. — Verf. stellte seine Beobachtungen auf Lesina an Lycosa
tarantula Lin. an.
598 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Acarina.
Andersen, Bidrag tili Kännedomen om Nordiska
Acarider (Öfvers. Vctensk.-Akadem. Förhandl. 1863. p. 181
— 193) stellte ein systematisches Verzeichniss der bis jetzt
in, Schweden beobachteten Acarinen zusammen. Die Be-
stimmung ist bei der Mehrzahl der Arten nach Koch
vorgenommen, Fundort und Erscheinungszeit jeder ein-
zelnen beigefügt. Die Gesammtzahl der beobachteten Ar-
ten beträgt 120, von denen 11 den Trombidinen, 23 den
Rhyncholophiden, 7 den Eupodiden , 10 den Bdelliden,
27 den Gamasiden, 33 den Oribatiden und 9 den Sarco-
ptiden angehören. Ein beigefügter Vergleich mit der
Acarinen- Fauna von Dorpat (Grube) und Regensburg
(Koch) ergiebt eine fast gleiche Zahl der bei Lund von
Roth gesammelten Arten mit den bei Dorpat (122) beob-
achteten , während erstere gegen Regensburg (506 A.)
wenigstens scheinbar weit zurücksteht. (Jedenfalls wird
sich aber die letztere Fauna bei einer kritischen Sichtung
der vermeintlichen Koch'schen Arten wesentlich anders
gestalten. Ref.)
Unter den von Andersen aufgezählten Arten ist nur eine
unter dem Namen Rhyncholophus arenicola als neu aufgeführt und
kurz charakterisirt.
L. Kirchner, Die Milben Böhmens, nach ihren
natürlichen Standorten zusammengestellt (Lotos XIV. p. 73,
109, 125 und 151 IF.). Eine auf die Angaben von Herr-
mann, Duges, Koch, Kolenati, Nicoletu. A.
basirte Compilation, in welcher die einzelnen Arten un-
ter den von ihnen bewohnten Wirthsthieren, Pflanzen,
sonstigen Lokalitäten (z. B. auf Feldern, unter Steinen,
in Gärten, unter Baumrinde u. s. w.) nach dem Alphabet
ihrer Namen aufgeführt werden.
Derselbe, Beitrag zur Naturökonomie der Milben
(Lotos XIII. p. 41 u. 84 ff.) theilte Beobachtungen über
die von verschiedenen Milben an Pflanzen erzeugten Gal-
lenbildungen und über das Vorkommen anderer auf Gal-
len, welche durch Insektenlarven erzeugt sind, mit.
der Entomologie während der J. 1863—64. 599
Verf. nimmt dabei auf eine im J. 1862 publicirte Mittheilung
Amerling's über »die Milben und ihre Bedeutsamkeit in der
Land-, Garten- und Forstwissenschaft« Bezug, in welcher eine Gat-
tung der Pflanzen-Milben unter dem Namen Calycophthora be-
schrieben worden ist. Als neue zu dieser Gattung gehörende Arten
führt er Cal. potentillae, veronicae, betonicae und tormentillae an,
indem er die von ihnen erzeugten Missbildungen erörtert, sie selbst
aber nicht charakterisirt. Während die zweite dieser Arten nur
die von den Larven der Cecidomyia veronicae Lw. erzeugten Gallen
vergrössert, sind die übrigen selbst die Urheber solcher Missbil-
dungen. Besonders reich sind nach des Verf.'s Erfahrung an gal-
lenerzeugenden und -bewohnenden Milben die Pappeln : Batoneus po-
pult erzeugt Gallen nahe an der Wurzel, Heliazus populi zwischen
Blatt und Blattstiel, Cheimazeus tremulae bewohnt die ausgeschlüpf-
ten Gallen der Diplosis tremulae Lw., Oophagus agilis soll sogar
Schmetterlings-Eier aushöhlen, indem sie sich zu 4 bis 5 Exempla-
ren von dem Dotter derselben ernähren. Andere Arten erwähnt
Verf. als auf Alnus glutinosa , der Bosskastanie , auf Crataegus,
Salix caprea, Prunus padus, Urtica dioica und Aegopodium poda-
graria vorkommend.
Auch vom Apotheker Flach (Yerhandl. d. naturh.
Ver. d. Preuss. RheinL und Westphal. XXI, Sitzungsbe-
richte p. 11 — 18) wurden Mittheilungen über Pflanzen-
milben gemacht, welche sich theils auf den Körperbau,
theils auf die Lebensweise der Arten beziehen.
Dieselben weichen von den bisherigen Angaben zum Theil
wesentlich ab und bedürfen daher gleichfalls noch einer näheren
Prüfung. So meint Verf. z. B. , dass von allen Pflanzenmilben nur
die Gattung Tetranychus wirklich phytophag sei, während alle übri-
gen animale Nahrung aufsuchten (auch die Oribatiden ? Ref.). In
grün gefärbten Exemplaren des Tetranychus telarius will Verf. im
Hinterleib deutlich Chlorophyll-Körner erkannt haben und hieraus
mit Duj ardin folgern, dass der Darm keine Wandungen besitze (?).
Die vom Verf. gegebene ausführliche Darlegung der Mundtheile bei
den Pflanzenmilben ist dadurch nicht recht verständlich, dass eine
mit der bisherigen nicht übereinstimmende Terminologie gebraucht
wird; so spricht Verf. z. B. gleichzeitig von Mandibular-, Maxillar-
und Lippentastern. Auf Grund der Modifikationen , welche die
Mundtheile eingehen , versucht Verf. eine Eintheilung der Milben
überhaupt, welche er vorläufig übrigens nur andeutet. Er erzählt
ferner einen Fall, wo sich ein Oribates in die Haut eines Menschen
eingebohrt und hinter dem Ohr eine taubeneigrosse Geschwulst ver-
ursacht hat.
600 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
H. Landois, Eine Milbe (Phytopus vitis) als Ur-
sache des Trauben - Miss wachses (Zeitschr. f. wissensch.
Zoolog. XIV. p. 353—364. Taf. 30—32). Verf. weist als
den Urheber einer jetzt vielfach verbreiteten und sehr
bekannten Missbildimg der Blätter des Weiustockes eine
äusserst kleine Milbe, im weiblichen Geschlcchte von 0,13,
im männlichea nur von 0,098 Mill. Länge, welche er als
Phytopus vitis beschreibt, nach. Die durch den Stich
derselben in der Blattsubstanz erzeugten Deformationen
erscheinen in der Form von 1 bis 3 Mill. hohen Ausbuch-
tungen, welche auf der Unterseite mit einem weissröth-
lichen Filze besetzt sind. Letzterer besteht aus geglie-
derten Fäden, welche sich als Wucherungen der durch
die Milbe angestochenen Parenchym-Zellen ergeben. Sind
die Blätter des Vl^einstockes in weiter Ausdehnung von
der Milbe befallen und deformirt, so wird der Trauben-
Ansatz behindert. Durch dieselbe Milben-Art werden
auch die Blätter von Alnus glutinosa angegriffen.
Die langgestreckte, schmale Milbe ist auch im geschlechtsrei-
fen Zustande nur mit zwei Paar ausgebildeten Beinen versehen,
während das dritte und vierte nur als ganz kurze Stummel auf-
treten. An den beiden vorderen Beinpaaren wird der Tarsus durch
eine beiderseits gefiederte Borste ersetzt. Die Haut des den Vor-
derkörper an Länge mehrfach übertreffenden Hinterleibes ist dicht
quergeringelt (120 bis 130 Ringel) , seine Oberfläche mit 6 bis 7
grösseren Borsten besetzt. Der Magen zerfällt durch eine Ein-
schnürung in zwei Abtheilungen, deren hintere im Abdomen gele-
gen ist; Vasa Malpighi, Herz und Tracheen fehlen, auch findet, da
die Milben in Glycerin lange Zeit am Leben bleiben, keine Haut-
athmung statt. Der einfach schlauchförmige Eierstock der Weib-
chen enthält neben einem beinahe vollständig entwickelten Ei noch
3 bis 4 kleinere; grössere Individuen beherbergen 10 bis 12 Eier.
Letztere sind beim Austritt 0,03 bis 0,035 Mill. lang, rundlich oval,
doch wächst der sich darin bildende Embryo bis auf 0,075 Mill.
Länge. Ausser dem Abwerfen derEihülle finden bis zur Geschlechts-
reife drei Häutungen statt.
Lucas, Remarques sur une Arachnide trouvee aux environs
de Boghar (Algerie), Rhyncholophus ? plumipes (Annal. soc. entom.
4. ser. rV. p. 206) erwähnt einer Algerischen Trombidine, welche
vielleicht zur Gattung Rhyncholophus Dug. gehört und sich durch
pinselförmige Behaarung des fünften Fussgliedes am vierten Bein-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 601
paare auszeichnet. Die Bildung ist etwa mit derjenigen an den
Fühlergliedern gewisser Cerambyciden (Coremia u. a.) zu verglei-
chen. Verf. belegt die Art mit dem vorläufigen Namen Rhyncholo-
phus plumipes.
Westwood, Notes on Trombidium lapidum (Ent. monthly
magaz. I. p. 170) berichtet über die kleinen weissen, an Steine ab-
gelegten Eier des Trombidium (Tetranychus lapidum), dessen sechs-
beinige Larven und achtbeinige Imagines von Hammer in Herr-
mann's Memoire apterologique als zwei verschiedene Arten angese-
hen worden sind, aber offenbar derselben Art angehören.
Fauvel, Deux mots sur le Tyroglyphus entomophagus La-
boulb. (Annal. soc. entomol. 4. ser. III. p. 223 f.) constatirt jetzt
gleichfalls das öftere Vorkommen dieser Acarine in Insektensamm-
lungen, welche an feuchten Orten stehen, so wie den Schaden, wel-
chen sie diesen zufügt. Verf. hat durch Versuche festgestellt, dass
die beste Art, diese Milben zu vertreiben, die ist, dass man die ge-
öffneten Insektenkasten mehrere Tage lang in die Sonne stellt.
Giebel (Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwiss. XXI. p. 79) be-
stätigt die schon vom Ref. (vgl. Jahresber. 1861. p. 253) vermuthete
Identität der Nitzsch'schen Gattung Hypoderas mit Hypodectes Phi-
lippi und glaubt auch, dass der Hypodectes nyctocoracis mit Hypo-
deras lineatus zusammenfalle, obwohl sich zwischen beiden Differen-
zen auffinden lassen.
Eine neue Art der Gattung Hypoderas wurde von Frauen-
feld (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIV. p. 385)
unter dem Namen Hypoderas unicolur beschrieben. Dieselbe ist
0,23 Lin. lang, einfarbig blassgelb, ohne Zeichnung und fand sich
massenhaft, in Form grosser Ballen in zwei haselnussgrossen Beu-
len unter den Flügeln eines Kernbeissers. Die eine dieser Beulen
hatte sich der Vogel vermuthlich selbst mit dem Schnabel geöffnet,
die anderen wurden aufgeschnitten ; nach der Extraktion des von einer
feinen Haut umgebenen Müben-Klumpens befand sich der Vogel so-
fort wieder ganz wohl.
Aus dem literarischen Nachlasse Nitzsch's liess
Giebel (Zeitschr. für d. gesamrajen Naturwiss. XXIII.
p. 366 ff.) einige Beobachtungen desselben über Vogel-
milben abdrucken. Die meisten Arten sind nur kurz er-
wähnt und nicht mit Namen belegt ; sie werden nach den
Vögeln, auf denen sie gefunden wurden, aufgezählt. Spe-
ziellere Angaben sind über einige auf Fringilla chloris
(Dermaleichus spec), Alauda arvensis und Columba dome-
stica (Dermal, columbinus Koch) lebende Arten gemacht.
602 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissenscli. Leist. im Gebiete
Packard (Proceed, of the Essex Institute IV. p. 139) erwähnt
des häufigen Vorkommens eines Acarinen in den Nestern Nord-
Amerikanischer Hummeln. Derselbe wird auf pl. 3 von der Ober-
und Unterseite in vergrössertem Maassstabe dargestellt.
Bogdanoff, Deux Acariens trouves par M. Sch^-
m^r^tewsky sur rhomme (Bullet, d. natur. de Moscou
1864. I. p. 341 — 845. pl. 7). Verf. giebt stark vergrös-
serte Abbildungen von zwei auf der Körperhaut des Men-
schen in Moskau gefundenen Acarinen. Die grössere,
welche Dermatopliagoides Scheremetewshyi genannt wird,
ist dem Dermatophagus bovis sehr ähnlich, unterscheidet
sich aber einerseits durch den abweichenden Verlauf der
Chitinbogen der Körperhaut, andererseits dadurch, dass
bei dem Weibchen das dritte Beinpaar nicht mit zwei
langen Borsten endigt, sondern mit den übrigen gleich
gebildet ist. Diese Art findet sich häufig bei mit Scabies
behafteten Personen neben der Krätzmilbe frei auf der
Haut. — Von der zweiten (nicht benannten) Form wurde
nur ein einzelnes Männchen auf einem mit Herpes fari-
nosus behafteten Kinde von sechs Jahren gefunden, bei
welchem es vielleicht den Ausschlag erzeugt hatte ; viel-
leicht ist sie das andere Geschlecht (mas jua.) der ersten.
Pantopoda.
Einige Beobachtungen über die Kreislaufsorgane und
die Entwickelungsgeschichte der Pycnogoniden wurden
von Claparede (Beobachtungen über Anatomie und
Entwickelungsgeschichte wirbelloser Thiere, an der Küste
von Normandie angestellt, Leipzig 1863. fol. p. 102 ff.
Taf. 18) mitgetheilt. In Betreff der Blutcirculation der
Pycnogoniden weist Verf. die Quatrefage'sche Phleben-
terismustheorie zurück und bestätigt die von Krohn
nachgewiesene Existenz eines schlauchförmigen Herzens,
welches er selbst bei Phoxichilus spinosus Mont. beob-
achten konnte. In demselben bewegt sich das Blut von
hinten nach vorn und tritt durch eine hintere kreisförmige
Oeffnung aus dem Körper ein , ausserdem auch durch
drei Paare seitlicher Spalten, welche an dem mehr erwei-
der Entomologie während der J. 1863—64. 603
terten mittleren Theile des Herzens in gleichen Abstän-
den angebracht sind. Vor dem ersten dieser Spalten-
paare geht das Herz in eine cylindrische, nicht pulsirende
Aorta über, welche sich kurz vor der Rüsselspitze in zwei
nach rechts und links divergirende spaltet.
Sodann giebt Verf. die Charakteristik und Abbildung
einer neuen Art von St. Vaast la Hougue unter dem Na-
men Plioxichüidium chelifericmj welche sich dadurch aus-
zeichnet, dass die eiertragende Beine mit Scheeren ver-
sehen sind und aus neun Gliedern bestehen. — Wahr-
scheinlich gehören dieser Art zwei vom Yerf. abgebildete
Entwickelungsstadien an, von denen das eine (Fig. 13)
dem parasitischen Leben in Coryne (nach Hodge) vor-
angeht, während das zweite (Fig. 14) dieses bereits zu-
rückgelegt hat. Ersteres ist ausser den Scheeren mit
zwei Beinpaaren, welche in eine lange und dünne Klaue
endigen versehen ; ein drittes ist nur erst in der Anlage
vorhanden. Letztere Larve sieht dem ausgebildeten Pho-
xichilidium schon sehr ähnlich, entbehrt aber noch des
vierten Beinpaares.
Strethill Wright , On the development of Pycnogon-lar-
vae within the polyps of Hydractinia echinata (Quart. Journal of
microscop. science, new ser. III. 1863. p. 51 £f.). Yerf. fand ähnliche
Pycnogonum - Larven, wie sie von Hodge auf pl. 4. fig. 10 abgebil-
det werden, zu zwei bis drei Individuen in den Polypen von Hy-
dractinia echinata; sie waren, so viel sich, ohne den Polypen zu
zerstören, erkennen Hess, beinlos und hellgelb von Farbe. In einem
Falle war ein mit drei solchen Larven besetzter Polyp noch voll-
ständig mit seinen Tentakeln versehen; bei fortschreitender Ent-
wickelung der jungen Pycnogonen wurden diese Tentakeln jedoch
resorbirt und der Polyp in einen langen, an seinem oberen Ende
zugespitzten Sack umgewandelt, dessen Wände sich dicht um die
Parasiten anlegten. Yerf. fügt noch die Bemerkung hin^u, dass
auch bei Coryne giandulosa zuweilen an Stelle der Polypen kleine
kuglige Säckchen gefunden werden, welche zwar leer sind, in denen
aber junge Pycnogonen existirt haben hönnten.
George Hodge, List of the British Pjcnogo.
noidea, with descriptions of several new species (An-
nais of nat. bist 3. ser. XIII. p. 113—117. pl. 12 u. 13.
— Report of the 33. meeting of the British associat.
604 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
for advanc. of science, Transaclions p. 102 — 104). Verf.
giebt eine Aufzählung von 32 an den Englischen Küsten
vorkommenden Pycnogoniden, von welchen 22 bisher be-
kannt gemacht worden sind. Unter den zehn hinzukom-
menden sind drei Nymphon- Arten bereits anderweitig
(durch Kroyer) bekannt, sieben dagegen werden hier
zuerst vom Verf. diagnosticirt und abgebildet; sie bilden
zum Theil neue Gattungen:
Ammo tkoa, nov. gen., von Nymphon durch achtgliedrige
Taster und dadurch, dass die Fussklauen viel kürzer als der Rüs-
sel sind, unterschieden. — Zwei Arten: Ammothoa brevipes und lon-
gipes, erstere 0,04, letztere 0,07 Zoll lang.
Ach elia, nov. gen. , ausgezeichnet durch zwei Tasterpaare,
von denen das eine lang und schlank, das andere kurz und derb
ist; an ersterem acht, an letzterem zwei Glieder vorhanden. Von
Zetes Kroyer, mit dem die Gattung nahe verwandt ist, durch kurzen
und dicken Rüssel unterschieden. — Arten: Achelia echinala^ 0,07
Zoll lang, hispida, 0,09 Zoll, und Inevis 0,09 Zoll lang. — Ausser-
dem n. A. : Phoxichilidium virescens, 0,07 Zoll lang, Pallene pyg-
maea 0,04 Zoll lang.
G. H o d g e , Descriptions of two new species of Pycnogonoi-
dea (Transact. Tynes. Nat. Field Club 1863, p. 281. — Annais of
nat. hist. 3. ser, XI. p. 463 f.) beschrieb Pallene attenuala und Nym-
phon brevirostre als n. A. aus England, in der Nähe der Dogger-
Bank bei 25 bis 30 Faden Tiefe gefangen.
Ammothoa longicaudata Stimpson n. A. aus dem Puget-Sund
(Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1864. p. 159).
4. Crustaceen.
Unter den in steter Zunahme begriffenen jüngeren
Forschern, welche der Darwin'schen Theorie ' von der
Entstehung der Arten durch Natur-Züchtung das Wort
geredet haben, nimmt offenbar Fr. Müller in seiner
ebenso geistvollen als inhaltsreichen Abhandlung: „Für
Darwin^ (Leipzig 1864. gr. 8. 91 S. mit 67 Holzschnit-
ten) eine der hervorragendsten Stellen ein. Im Gegen-
satze zu der Mehrzahl der Schriftsteller, welche sich bis-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 605
her als Anhänger der von dem grossen Englischen For-
scher und Denker aufgestellten Ansichten bekannt haben,
macht Verf. den Versuch, die Richtigkeit derselben durch
eine Reihe der Classe der Crustacecn entlehnter Beob-
achtungen direkt zu bestätigen oder ihnen mindestens
eine sehr gewichtige Stütze zuzuführen. Als solche wer-
den die von ihm gemachten Mittheilungen wenigstens
denjenigen gelten, welche sich nicht von vorn herein ge-
gen das ganze Darwin'sche Ideen-Gebäude anstemmen
und es als eine naturphilosophische Spekulation bei Seite
schieben. Jedoch auch Letztere möchten durch die schö-
nen Müller'schen Entdeckungen, welche ihr Verf. selbst
als eine Errungenschaft, als eine Frucht des Darwin^schen
Werkes bezeichnet, vielleicht davon überzeugt worden
sein, dass letzteres, wenngleich nach ihrer Ansicht nur
theoretisch, doch des greifbaren wissenschaftlichen Erfol-
ges wenigstens nicht ermangelt hat. Als ein solcher im
eminentesten Sinne des Wortes muss es aber jedenfalls
bezeichnet werden , wenn in einer Thierklasse, welche
wie diejenige der Crustaceen noch so viele Zweifel in
Betreff der genetischen Beziehungen zwischen den ihr
angehörigen Formen übrig liess, gerade solche Punkte
eine Erledigung finden, welche offenbar für die Erkennt-
niss des inneren Zusammenhanges dieser Classe von ent-
scheidender Bedeutung sind. Zu derartigen Resultaten
haben nun aber die auf eine Prüfung der Darwin'schen
Theorie gerichteten Untersuchungen des Verf.'s im Be-
reiche der Crustaceen wiederholentlich geführt. So war
z. B. die Frage einer gemeinsamen Abstammung der Po-
dophthalmen und Edriophthalmen, auf welche ihre über-
einstimmende Körpersegmentirung hinwies, welche aber
durch die bei beiden sehr auseinandergehende Bildung
der Respirationsorgane in Zweifel gezogen werden konnte,
durch den Nachweis von Uebergangsformen noch zu er-
ledigen: und eine solche hat Verf. in der Gattung Tanais
aufgefunden, bei welcher ungestielte Augen und asselar-
tige Körperform mit einer Zoea-artigen Respiration, welche
nicht durch die Beine des Postabdomen, sondern durch
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. 00
606 Gerstaecker: Bericht üb. fl. wissensch. Leist. im Gebiete
einen Anhang des zweiton Kieferpaares an den Seiten
des Cephalotliorax vermittelt wird, verbunden sind. Eine
andere Kluft bestand zwischen den Podophthalmen und
zahlreichen Entomostraken in sofern, als erstere in der
Zoea-, letztere in der Nauplius-Form das Ei verlassen;
sollte für beide die Annahme einer gemeisamen Abstam-
mung Geltung finden, so war der Nachweis erforderlich,
dass die Nauplius-Form als die primitivere auch den Po-
dophthalmen nicht ganz fremd geblieben sei. So wenig
es nach den bisherigen Untersuchungen zu vermuthen
war, dass beide in ihrer Entwickelung scheinbar so weit
auseinandergehende Gruppen einen derartigen Vereini-
gungspunkt darbieten würden, so hat sich ein solcher
durch die Untersuchungen F. Müll e r's dennoch für eine
Peneus-artige Garneelen-Form ergeben, welche in einer
durchaus Nauplius-artigen Gestalt das Ei verlässt. Ein
ungegliedeter Leib, ein unpaares Stirnauge und drei
Schwimmfusspaare, von denen die beiden hinteren zwei-
ästig sind, lassen in ihr unwillkührlich die Larvenform eines
Copepoden oder Cirripedcn vermuthen. — Da sich ausser
den hier beispielsweise herausgegriffenen noch zahlreiche
andere Beobachtungen über die Entwickelungsgeschichte
der verschiedensten Crustaceen-Typen in der Abhandlung
des Verf.'s niedergelegt finden , so bildet dieselbe eine
der wichtigsten Quellen für die Kenntniss der Embryo-
logie und Morphologie dieser Thierklasse und wir werden
in dem speziellen Theile dieses Berichtes noch öfter Ver-
anlassung finden, aus der Fülle des hier Dargebotenen
das Wichtigste hervorzuheben. Uebrigens zieht Verf.
neben der Entwickelungsgeschichte auch eine Reihe von
physiologischen und biologischen Eigenthümlichkeiten vie-
ler Krebsthiere in seine Darstellung hinein, gleichfalls um
damit den Darwin'schen Ideen eine thatsächliche Grund-
lage zu geben. So weist er z. B. durch den Vergleich
der verschiedenen Brachyuren- und Anomuren-Formen,
welche gleich gut in und ausser dem Wasser leben und
athmen können oder bei denen die Luftathmung selbst
vorherrschend geworden ist, nach, dass die Einrichtung
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 607
ihrer Respirationsorgane, so weit sie letztere vermitteln,
bei den verschiedenen Familien eine ganz verschiedene
ist, und dass sie selbst bei den nahe verwandten Ocjpo-
diden und Grapsoiden sich diametral entgegenstehe. Gleich
wie hier die Veränderung des Organes und seiner Funk-
tion offenbar auf die allmählich veränderte Lebensweise
zurükgeführt werden muss, so lassen sich andere Fälle
nur durch Annahme einer Natur- Auswahl, d. h. der Er-
haltung solcher Individuen, welche für die Fortpflanzung
der Art am geeignetsten schienen, erklären. Zu diesen
gehören einige vom Verf. herangezogene Beispiele aus
den Abtheilungen der Amphipoden und Isopoden, welche
darin übereinstimmen, dass dem Weibchen derselben Art
zwei ganz verschieden gebaute Formen von Männchen
angehören, welche durch Uebergänge nicht -vermittelt
.w^erden.
Beiträge zur Kenntniss der Anatomie und Entwik-
kelungsgeschichte einiger inländischer Crustaceen-Formen
verschiedener Ordnungen lieferte Claparede in seinen
bereits oben erwähnten „Beobachtungen über Anatomie
und Entwickelungsgeschichte wirbelloser Thiere, an der
Küste von Normandie angestellt" (Leipzig, 1863. fol.)
p. 92— 102. Taf. 16 u. 17. Dieselben betreffen die Schizo-
poden, Laemodipoden, Copepoden und Cirripedien und
werden bei diesen näher berücksichtigt.
W. S t i mp s on, Synopsis of the Marine Invertebrata
collected bj the late Arctic Expedition (Proceed. acad.
nat. scienc. of Philadelphia 1863. p. 138 ff".) zählt neben
Mollusken, Anneliden, Echinodermen u. s. w. auch 22 auf
der Expedition gesammelte Crustaceen unter Beifügung
ihrer Synonvmie auf. Es sind 10 Decapoden , 4 Am-
phipoden, 1 Isopode (Bopyride), 2 Phyllopoden, 2 Cope-
poden und 3 Cirripedien. Ein Amphipode wird als neu
beschrieben.
Derselbe, Descriptions of new species of Marine
Invertebrata from Puget Sound, collected by the natura-
lists of the North-west Boundary Commission (ebenda
1864. p. 153 — 159). Verf. giebt Beschreibungen von 16
*C08 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
neuen Crustaceen^ welche den Ordnungen der Decapo-
den, Amphipoden und Isopoden angehören.
Spence Bäte, Characters of new species of Cru-
staceans discovered by J. K. Lord on the coast of Van-
couver Island (Proceed. zoolog. soc. of London 1864
p. 661—668). Die vom Verf. beschriebenen 11 Arten von
Vancouver Island gehören den Decapoden, Amphipoden
und Isopoden an; so viel sich aus dem geringen Material
beurtheilen lässt^ zeigt die Fauna der Insel eine wesent-
liche Uebereinstimmung mit derjenigen des nordwestli-
chen Amerika's und der ihm gegenüberliegenden Theile
Asien's.
Derselbe, On some new Australian species of
Crustacea (Proceed. zoolog. soc. of London 1863. p. 498
— 504. pl. 40 u. 41). Die beschriebenen Arten gehören
den Cariden (6 A.) und Isopoden (neue Gattung) an.
Grube führte in seiner Schrift: ^Die Insel Lussin
und ihre Meeresfauna" (Breslau 1864. 8.), in welcher er
ein Verzeichniss der bei Lussin beobacliteten marinen
Evertebraten zusammenstellt, (p. 68 — 77) auch 53 Cru-
staceen aus den Ordnungen der Decapoden, Amphipo-
den, Isopoden, Phyllopoden und Ostracoden (letztere
beide nur je durch eine Art vertreten) auf. Neue Arten
sind aus den Ordnungen der Amphipoden (3 A.) und
Isopoden (6 A.) beschrieben.
Derselbe (Jahresber. d. Schlesisch. Gesellsch. f.
vaterl. Cultur 1863. Zoologie S. 3 — 8) besprach die Cru-
staceen-Fauna des Adriatischen und Mittelmecres, wel-
che er im Bereich der Malacostraca mit derjenigen der
Nord-Europäischen Meere, des Atlantischen Oceans, des
Schwarzen und Rothen Meeres in Vergleich stellt. Von
321 sich auf 139 Gattungen vertheilenden Arten gehören
155 (in 74 Gatt.) den Decapoden (incl. Stomatopoden), 105
(in 42 Gatt.) den Amphipoden und 54 (in 20 Gatt.) den
Isopoden an. Während die Decapoden im Mittelmeer
sehr bedeutend reicher vertreten sind als in den nordi-
schen Meeren (z. B. England's), tritt die Zahl der Am-
phipoden in ersterem merklich gegen jene zurück; bei
der Entomologie während der J. 1863—64. 609
ersteren ist das Verhältniss wie 155 zu 88, bei letzteren
dagegen wie 82 zu 136 (Gammarina).
Für die Decapoden tritt nach den bisherigen Erfahrungen
selbst das Rothe Meer an Artenreichthum gegen das Mittelmeer zu-
rück, indem es nur 115 Arten in 60 Gattungen aufzuweisen hat.
Die TJebereinstimmung der Fauna ist für beide eine viel geringere
als zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantischen Ocean; von 74
Gattungen des Mittelmeers kommen 41 auch in England, nur 17 im
Rothen Meere vor, von 155 Arten 55 in England, 4 im Rothen
Meere. Besonders arm im Vergleiche mit dem Mittelmeere ist das
Schwarze Meer, da Rathke an den Küsten der Krim nur 11 Ar-
ten in 9 Gattungen fand. Wie im Rothen Meere und an den Kü-
sten Englands überwiegen auch im Mittelmeere die Br^chyuren;
die Mehrzahl der Anomuren machen die Paguren, unter den Ma-
cruren die Cariden aus. — Unter den Amphipoden gehören 82 den
Hyperinen und 10 den LaemodijDoden an ; unter den Gammarien sind
23 Arten und 24 Gattungen dem Mittelmeere und den Englischen
Küsten gemeinsam. Als neue Mittelmeerische Arten bezeichnet
Verf unter kurzer Hervorhebung ihrer Merkmale: Iphimedia mul-
tispinis, Protomedeia gnttala, Cerapns latimanus, Caprella quadrispi-
nis und gracilipes.
0. G. Sars, Om en i Sommeren 1862 foretagen
zoologisk Reise i Christianias og Trondhjems Stifter (Nyt
Magaz. for Naturvidensk. XII. p. 193 — 252. — Separat-
Abdruck : Christiania 1863. 8. 60pag.). — Om en i Som-
meren 1863 foretagen zoologisk Reise i Christiania Stift
(Nyt Magaz. f. Naturvidensk. XIII. — Separatabdruck:
Cbristiania 1864. 8. 36 pag.) — Die Berichte über beide
Reisen, welche Verf. im Sommer 1862 und 63 zur Er-
forschung der Meeres- und Süsswasser-Crustaceenfauna
Norwegens unternommen hat, gehen speziell auf die an
verschiedenen Lokalitäten aufgefundenen Arten, welche
vorzugsweise den Entomostraken angehören, unter denen
aber auch die Malacostraca durch eine Reihe interessanter
Formen vertreten sind, ein und enthalten gleichzeitig ein-
gehende Beschreibungen sowohl der neuen als der weni-
ger bekannten Arten. Letztere gehören unter den Mala-
costraken besonders den Familien der Mysiden und Cu-
maceen, unter den Entomostraken den Cladoceren, Cope-
poden und Ostracoden an» Im Bericht über die erste
610 Gers taccker: Bcriclit ülj. d. wissenscb. Lcist. im Gebiete
Reise werden die Meeres- und Süsswasserformen getrennt
aufgezählt und beschrieben, im zweiten von marinen
Formen die Mysiden speziell erörtert. — Von Interesse
ist, dass das zuerst von Lovcn für Schweden nachge-
wiesene Vorkommen einzelner mariner Formen in Bin-
nenseen sich nach den Beobachtungen des Verf.'s auch
für Norwegen bestätigt. In süssem Wasser auf der Insel
Chritiansund fand 8 a r s neben Diaptomus castor, Daphnella
brachyura, Polyphemus pediculus, Bosmina obtusirostris,
Sida crystallina u. a. auch den marinen Harpacticus che-
lifer Lilljeb., letzteren in besonderer Tiefe. Ebenso wurde
im Mjösen-See die Mysis relicta Lov. und der Gamma-
rus cancellatus Gerstf., nachträglich auch Gammarus lori-
catus und Idothea entomon aufgefunden.
Hesse hat sein „Memoire sur des Crustaces rares ou
nouveaux des cötes de France^ mit drei ferneren Abschnit-
ten in den Annales d. scienc. natur., Zoologie 4. ser. XX.
p. 101 ff. 5. ser. I. p. 333 ff. und IL p. 275 ff. fortgesetzt. Die
darin abgehandelten und durch zahlreiche Abbildungen
illustrirten Formen gehören den Lernaeoden, den parasiti-
schen Copepoden und den Cirripedien (Peltogastriden) an
und werden unter den betreffenden Ordnungen speziell
aufgeführt.
K in ah an, Notes on the marine fauna of the coast
of Cläre (Dublin quart. Journ. of sciencellL p. 7 ff.) gab
eine Aufzählung der von ihm an der Nordostküste von
Cläre (Irland) beobachteten Crustaceen aus den Ordnun-
gen der Decapoden, Amphipoden und Isopoden. Ueber
einige Brachyuren (Arten der Gattung Xantho) werden
nähere Mittheilungen gemacht.
Desselben »Inquiries into the causes of the present dccay
of the Dublin Grab and Lobster fisheries with a few, suggestions as
to the practicability of amendment of them and the market sup-
ply, either by Substitution of species otherwise« (ebenda III. p. 14
— 30) berühren vorwiegend praktische Interessen. Verf. bespricht
die an der Irischen Küste vorkommenden Crustaceen, welche auf den
Markt kommen (Cancer pagurus, Homanis vulgaris, Palinurus vulgaris,
Astacus fluviatilis, Crangon vulgaris, Nephrops Norwegicus, so wie
einige weniger wichtige Palaemon-, Pandalus-, Carcinus- und Por-
der Ejitomologie während der J. 1863 — 64. 611
tunus - Arten) und untersucht die Ursachen, durch welche die Iri-
sche Krebsfischerei in letzter Zeit in Verfall gerathen sei.
S e m p e r (Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XIII. p. 559)
fand auf den PLilippInen zwei Gammarus- Arten fern von
Wasser auf dem Lande^ den einen unter Steinen, den
anderen 4000' hoch unter feuchtem Laube; einige Grap-
soiden kommen auf Luzon selbst noch in einer Höhe von
7000' vor.
J. W. Salt er, On some fossil Crustacea from the
Coal-measures and Devonian rocks of British North- Ame-
rica (Quart. Journ. geolog. soc. of LondonXIX. p. 75 — 80).
Verf. beschreibt in dieser Mittheilung zunächst zwei neue
Gattungen Amphipeltis und DzplostyluSj welche er zu
den Decapoden rechnet, und welche diesen auch mit grös-
serer Wahrscheinlichkeit als den Isopoden oder Phjllo-
poden angehören. Von ersterer Gattung ist der Cepha-
lothorax und das Postabdomen in Continuität, von letz-
terer nur das sechsringlige Postabdomen bekannt; Extre-
mitäten fehlen gänzlich. Das Endsegment von Diplostj-
lus bildet einen ansehnlichen Schild, in dessen Ausrandun-
gen zwei Paar blattförmige Platten, jede von der anderen
isolirt, eingelenkt sind. Die diesen Gattungen angehörigen
Arten : Amphipettis paradoxus und Diplostyhcs Dawsonii
sind auf p. 79 im Holzschnitt dargestellt. Ausserdem
wird Eurypterus pidicaris als n. A. nur nach Schwanz-
stücken beschrieben und abgebildet; von zwei anderen
zweifelhaft gebliebenen und nicht benannten Eurjpterus-
Arten sind Fragmente dargestellt.
Decapoda«
V. H e n s e n hat (Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XIH.
p. 319— 402. Taf. 19— 22) „Studien über das Gehörorgan
der Decapoden" veröffentlicht, welche die Anatomie und
Physiologie dieses in vieler Beziehung noch mangelhaft
und unvollständig gekannten Apparates in grosser Voll-
ständigkeit erörtern und die Kenntniss desselben in um-
fassendster Weise gefördert haben. Nach einem einlei-
tenden Resum6 über die bisher vorliegenden Untersuchun-
gen Farre's, Kroyer's, Leuckart's u. A. geht Verf.
G12 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. -Leist. ira Gebiete
zunächst auf die Natur der Otolithen ein. Für die bei
offener Gehörblase stets in grösserer Anzahl vorhandenen
Otolithen bestätigt er die Angabe Farre's, dass diesel-
ben aus Quarzpartikelchen bestehen, welche von aussen
in das Organ eingeführt vs^orden seien; ihr chemisches
und physikalisches Verhalten bestätigt dies eben sowohl
als die Erfahrung, dass sie sich nach einer Häutung der
Krebse, bei welcher sie gleichfalls entfernt werden, nur
dann wieder ansammeln, wenn der Krebs mit Sand in
Berührung kommt. Entzieht man ihm diesen, so bringt
er Theilchen seiner eigenen Exkremente (Harnsäure) als
Ersatz dafür in die Gehörblase. Die in einer geschlos-
senen Blase befindlichen Einzel - Otolithen hat Verf. nicht
chemisch prüfen können, glaubt sie aber nach ihrem An-
sehen als organische Bildungen ansprechen zu dürfen;
von den in der Schwanzflosse von Mysis liegenden Oto-
lithen Hess sich wenigstens so viel mit Sicherheit ermit-
teln, dass sie nicht aus Chitin bestehen, ferner auch, dass
sie nebst der Gehörblase abgeworfen werden und bei der
Wiedererzeugung schnell wachsen. — Die Hörblase selbst
schildert Verf. von Crangon, Palaemon, Hippolyte und
Mysis, mit besonderer Ausführlichkeit aber diejenige von
Carcinus maenas, wo sie eine sehr complicirte Bildung
erkennen lässt. Eine in die Höhlung des ersten Fühler-
gliedes hineinragende Ausstülpungsfalte sendet zur Bil-
dung des Gehörsackes zwei Blätter ab, welche den in
zwei Bogengänge getheilten Hohlraum bilden; der grös-
sere und stärker geschwungene untere wird durch einen
mit dem Hammer der Wirbelthiere zu vergleichenden
Vorsprung der Fühlerwandung abermals in zwei , nur
durch einen ganz engen Canal verbundene Kammern ge-
schieden. Ein Otolith findet sich in diesem Apparate bei
Carcinus nicht vor. — Die zum Theil schon den früheren
Beobachtern bekannten Hörhaare unterscheidet Verf. in
drei Categorieen : 1) Otolithenhaare, welche mit den Hör-
steinen in Verbindung treten, dieselben entweder (Homa-
rus) in einem nach vorn offenen Bogen umstehen und in
mehrere Reihen angeordnet sind, oder (Palaemon) in ein-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 613
facher Reihe ein nach rückwärts offenes Halboval bilden,
oder, indem sie sich bei einem Einzel-Otolithen (Mysis)
in diesen tief einbohren, ihn ganz frei in der Höhle tra-
gen. 2) Freie Haare im Hörsack, welche im Inneren des
letzteren bei dem Mangel der Otolithen auftreten (Carci-
nus) ; sie haben an verschiedenen Stellen des Hörsackes
eine verschiedene Form, indem sie am „Otolithenplatz^
winklig geknickt und gefiedert, auf dem „Buckel^ sehr
gestreckt, einem Haarbecher aufsitzend, und am Kopfe des
Hammers endlich glatt und mit stumpf lanzettlichcr Spitze
versehen sind. 3) Hörhaare der freien Fläche, wie sie
bei den Cariden an der Basis der inneren Fühler, sonst
auch an den äusseren Fühlern, an der Unterseite der
Schuppe (Palaemon) und selbst am Schwänze (Gebia)
vorkommen. — lieber das Verhalten des Hörnerven konnte
Verf. an den Cariden feststellen, dass er sich nach der
Bildung einer Ganglien- Anschwellung schnell zuspitzt
und in einen feinen, rundlichen Faden ausläuft; dieser
als Chorda bezeichnete Faden verläuft eine längere oder
kürzere Strecke bis zum Hörhaare hin fort und geht durch
die Mitte des Porenkanals und der Haarkugel bis zur
Lingula, an die er sich festsetzt. Nach einem Vergleiche
zwischen den Hör- und den gewöhnlichen Haaren der
Körper-Oberfläche geht Verf. noch näher auf den Haar-
wechsel ein ; derselbe findet in der Weise statt, dass die
neuen Haare nicht innerhalb der alten , sondern zwi-
schen der neuen und alten Schalenhaut entstehen und
zwar in erstere eingestülpt liegen ; der Aufbau derselben
wird durch eine grössere Anzahl von Zellen bewirkt. Be-
sonders bemerkenswerth ist das Verhalten der Chorda
bei dem Wechsel der Hörhaare; dieselbe verdoppelt sich
nämlich einige Zeit vor dem Haarwechsel und während
des letzteren wird die eine von beiden ausgestossen. —
Nachdem Verf. diesen an lebenden Crustaceen angestell-
ten Untersuchungen noch solche an Spiritus-Exemplaren
von Phyllosoma, Alima, Erichthus , Leucifer, Sergestes,
Thysanopoda, Hippolyte, Panda! us, Alpheus, Pagurus,
Porcellana, Hippa, Gelasimus, Ocypoda, Sesarma, Nauti-
614 Gerstaecker: Bericht üb. die wissenschvLeist. im Gebiete
lograpsus, Pinnotheres, Myctirls, Lupca, PlatvCcarcinus,
Pilumnus, Chlorodius, Trapezia und Hyas angestellte hat
folgen lassen, für alle diese Gattungen die ihrem Gehör-
apparate zukommenden Eigenthümlichkeiten mehr oder
weniger ausführlich erörternd, geht er schliesslich noch
auf die Funktion dieses Sinnesorgans bei den Crustaceen
ein. Dass die Krebse überhaupt hören können, liess sich
durch Experimente ausser Zweifel stellen. Ein Geräusch,
welches durch Anschlagen an Gegenständen, die dasselbe
dem Wasser zuleiten konnten, erzeugt wurde, wird z. B.
von Palaemon, Mysis u. a. durch einen sofortigen Sprung
beantwortet. Besonders ist derselbe auffallend bei Kreb-
sen, welche man in Salzwasser setzt, dem Strychnin bei-
gemischt ist; ein erzeugter Ton wirft sie in diesem augen-
blicklich auf den Boden des Gefässes. In welcher Weise
die Tonempfindung zu Stande gebracht wird, konnte nach
den Untersuchungen von Helmholtz nicht zweifelhaft
sein; verschiedene Hörhaare sind, wie die Beobachtung
von Mysis zeigte, auf verschiedene Töne abgestimmt, so
dass bei Erzeugung des einen gewisse Haare schwingen,
während die übrigen ruhen. Vermuthlich erzeugt das
Schwingen des Hörhaares eine Dröhnung in der Chorda,
welche von dieser der Ganglienzelle mitgetheilt wird. —
(Die Abhandlung des Verf.'s ist im Auszuge mitgetheilt:
Etudes sur l'organe auditif des Crustaces Decapodes, An-
nal. d. scienc. natur. 5. ser. I. p. 377 — 382 und Archiv.
d. scienc. ^phys. et d'hist. natur. de Geneve, Fevrier 1864.)
Auch Claus (Uebcr einige Schizopoden und nie-
dere Malacostraken Messina's, Zeitschr. f. wissensch. Zoo-
log. XIII. p. 439 ff.) besprach die Gehörwerkzeuge der
Decapoden, besonders das in derFühlerbasis gelegene von
Sergestes und das auf die Schwanzlamelle übertragene
von Mysis. Von beiden wird (Fig. 15, 27 und 28) eine
Abbildung gegeben und das Verhalten des Gehörnerven
geschildert; derselbe löst sich, wie Verf. sagt, an der
Wandung der Gehörblase in eine Reihe von Fasern auf,
welche jene (bei Mysis in drei Gruppen gesondert) durch-
setzen und sich als starre, gebogene Stäbchen an den
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 615
Otolithen befestigen. (Da Verf. diese Nervenendigimgcü
mit den ^Hörhaaren^ Leuckart's bei Mysis identificirt,
so scheint es allerdings, als wenn er die den Otolithen
in der Schwebe haltenden Chitinhaare Hensen's für die
Nervenendigungen selbst angesehen habe.)
Derselbe (ebenda p. 446 ff.) machte gleichzeitig
nähere Mittheilungen über die zuerst von Dan a bemerk-
ten und von Semper (^Thysanopus) bereits als wirkliche
Augen angesprochenen accessorischen Sehwerkzeuge der
Gattung Euphausia. Dieselben liegen einerseits an der
Basis des zweiten und siebenten Cephalothorax-Beinpaa-
res, andererseits in der Mittellinie des Postabdomen, je
eins zwischen den vier vorderen Gliedmassenpaaren. Sie
stehen mit den Ganglien des Bauchmarkes in Zusam-
menhang und liegen in einer kugh'gen iVuftreibung der
Körperhaut, in welcher sie durch Muskelbündel bewegt
werden können. Im Innern des kugligen Bulbus liegt
nach vorn ein Glaskörper, welchem sich eine von eipem
glänzenden Ringe umgebene BrechuDgslinse anschliesst;
sodann folgt im Centrum ein aus Stäbchen zusammenge-
setzter, glänzender Körper, welcher seinerseits wieder in
einem kugligen, mit einer becherförmigen Hülle umge-
benen Ballen steckt.
Dieselben Organe wurden auch von Sars („Om
slaegten Thysanopoda og dens norske Arter", Videnskabs
Selsk. Forhandl. for 1863) für Thysanopoda Norvegica
Sars und eine zweite Art der Gattung, Thys. Raschii
nachgewiesen. Verf. beschreibt sie gleichfalls als acht
an der Bauchseite gelegene Sinnesorgane von kugliger
Gestalt, mit halbkugliger durchsichtiger Cornea und in-
nerhalb mit einer deutlichen Krystall- Linse versehen,
lebhaft roth pigmentirt. Sie haben dieselbe Lage wie bei
Euphausia; Verf. fand sie zuerst an Spiritus-Exemplaren
der Thysanopoda Norvegica und untersuchte sie sodann
an lebenden Individuen der Thys. Raschii. Er nimmt sie
gleichfalls als einfache Augen in Anspruch.
Ofsiannikof machte Untersuchungen über die
feinere Structur des Kopfganglions bei den Krebsen, be-
616 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
sonders beim Palinurus locusta bekannt, welche er durch
eine sehr schön ausgeführte , stark vergrösserte Abbil-
dung, einen Durchschnitt des Ganglion supraoesophageum
mit den von ihm entspringenden Nerven darstellend, er-
läutert. (M^moires de Pacad. d. scicnc. de St. Peters-
bourg, 7. ser. VI. No. 10. — Separat: Petersburg 1863.
10 pag. in 4.) Das Gehirnganglion ist von einer sehr
festen, aus elastischen Fasern bestehenden Hülle und
einer darunter liegenden, feinen Bindegewebshaut umge-
ben; auf seiner oberen Fläche findet sich beiderseits ein
ansehnlicher Gefässstamm , der sich in mehrere Aeste
spaltet, und auch die Unterseite ist reich an Gefässen.
Die sechs von dem Ganglion abgehenden Nervenpaare
sind: 1) ein zu den beiden seitlichen Stirnforjtsätzen ver-
laufendes. 2) Die Sehnerven. 3) Die Nervi oculomotorii.
4) Die Nerven der inneren Fühler. 5) Die Nerven der
äusseren Fühler. 6) Ein Paar zu der Hautbedeckung des
Kopfes gehende Nerven. Alle diese Nerven, deren Dicke
verschieden ist, nehmen ihren Anfang in Nervenzellen,
die theils gross, theils klein sind und je nach ihrer Grösse
besondere Gruppen bilden. Die Nervenfasern im Kopf-
ganglion sind nie so breit wie im Bauchstrange, die mit-
telbreiten sehr viel sparsamer als ganz feine. Die eine
Hälfte des Kopfganglion ist mit der anderen durch Ner-
venstränge (Commissurfasern) verbunden ; besondere Zel-
lengruppen, welche mit dem grossen und kleinen Gehirn
der Wirbelthiere verglichen werden könnten, Hessen sich
nicht auffinden.
T. S. Clouston, The minute anatomy and physio-
logy of the nervous system in the Lobster, Astacus ma-
rinus (Edinburgh new philosoph. Journ. new ser. XVII.
1863. p. 17—49. pl. 1 u. 2) ist ein umfangreicher und wich-
tiger Beitrag zur vergleichenden Histiologie und Physio-
logie des Nervensystems.
Ch. Rouget, Note sur la terminaison des nerfs
moteurs chez les Crustac6s et les Insectes (Compt. ren-
dus LIX. p. 851f.) ist gleichfalls vergleichend histiologi-
schen Inhalts. Verf. erklärt sich nach wiederholten Un-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 617
tersuchungen an den motorisclien Nerven des Cancer
maenas, Astacus und einiger Insekten gegen die Behaup-
tung Kühne's, wonach die Endigyng dieser Nerven bei
den Articulaten und bei den höheren Wirbelthieren eine
gleiche sei. Gemeinsam sei beiden nur^ dass das wesent-
liche Element der Nervenfaser das Sarkolemma quer
durchbohre, und dass die Substanz des Cjlinder-Axis sich
in unmittelbare Beziehung zu der contraktilen Substanz
setze, ohne jedoch mit derselben zu verschmelzen.
Untersuchungen über die Struktur der Haare, wel-
che sich an den verschiedenen Körpertheilen von Car-
cinus maenas finden, hat Mc Intosh (Transact. Linnean
soc. of London XXIV. p. 79—98. pl. 19 u. 20) in einer
Abhandlung betitelt: „On the hairs of Carcinus maenas'^
veröffentlicht. Die vom Verf. gegebenen Abbildungen
stellen die erwähnten Hautgebiide von den Augenstielen,
von dem längeren Geisselanhang der inneren Fühler,
von den verschiedenen Paaren der Maxillarfüsse und Un-
terkiefer, von den Mandibeln, der Oberfläche des Cepha-
lothorax (nebst Augenhöhlen), von verschiedenen Stellen
der Beine so wie aus dem Innern des Tractus intestinalis
(Oesophagus und Magen) dar.
Die auffallejidste Form von Haaren zeigt sich an der längeren
Geissei der inneren Fühler, wo sie an der concaven Seite fast von
der Basis bis zum viertletzten Gliede reichen; sie sind zart, ganz
durchsichtig und sehr deutlich regelmässig gegliedert. Schon ihr
Aussehen deutet darauf hin, dass sie sensitiver Natur sind ; werden
sie bei dem lebenden Thiere berührt, so geräth dasselbe in sicht-
bare Unruhe, was bei einer gleichen Berührung der an den äusseren
Fühlern sitzenden Haare durchaus nicht der Fall ist. Beim Schwim-
men der Krabbe sind sie fortwährend in vibrirender Bewegung.
Für die Annahme von Spence Bäte, dass diese Haare Gehör-
wimpern seien, glaubt Verf. keinen strikten Beweis finden zu kön-
nen, — Die an den Mundtheilen, Beinen, dem Cephalothorax u. s. w.
befindlichen Haare sind bei verschiedenen Individuen an entspre-
chenden Stellen stets von gleicher Beschaffenheit, unter einander
aber in mehrfacher Weise differirend. So finden sich z. B. an der
Aussenseite des letzten Kieferfusses kurz und fein gewimperte, an der
Innenseite desselben doppelt gekämmte Haare, an der Kieme wider-
hakige ; an der Geissei des Palpus vom dritten Kieferfusse sind die
Haare sehr lang und dicht gefiedert. Ausser verschiedenen Formen
618 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
von Haaren, welche den Leisten an der Innenfläche des Maffens
aufsitzen, stellt Verf. auch eigenthümliche, bündeiförmig angeordnete
Dörnchen, wie sie sich auf der zwischen den Haarleisten befindlichen
Membran vorfinden, dar.
Ueber die Respiration der Landkrcabben hat F. Mül-
ler (;,Fiir D ar wi n,^ p. 20 ft'., im Auszuge auch als brief-
liche Mittheilung an Milne Edwards: ^Observations
sur la respiration des Ocypodiens^ mitgetheilt in den
Annal. d. scienc. natur. 4. ser. XX. p. 272) interessante
Beobachtungen gemacht. Der auf den Manglebüschen
herumkletternde Aratus Pisonii und ebenso ein an den
Felden der Brasilianischen Küste lebender Grapsus he-
ben, um (ausser dem Wasser) Luft zu athmen, den hin-
teren Theil ihres Panzers in die Höhe und erzeugen da-
bei eine breite, über dem letzten Beinpaar liegende Spalte,
durch welche man tief in die Kiemenhöhle hineinsehen
kann. Eine gleiche Spalte findet sich an derselben Stelle
auch bei Sesarma und Cyclograpsus, doch wird dieselbe
erst lange Zeit, nachdem die Thiere das Wasser verlas-
sen haben, zur Luftathmung geöffnet; die eigenthümliche
netzartige Felderung der seitlichen unteren Schalenge-
genden befähigt sie nämlich, auch auf dem Lande noch
längere Zeit Wasser zu athmen, indem sie das in der
Kiemenhöhle befindliche Wasser mehrmals ausstossen, es
an der Unterseite der Schale, wo es durch den Haar-
überzug fixirt wird, wieder mit Sauerstoff versehen und
es sodann wieder einziehen. Bei Eriphia gonagra liegt
die der Luftathmung dienende Oeffnung der Kiemenhöhle
nicht über, sondern hinter dem letzten Beinpaare, seit- |
lieh am Hinterleib. — Mit der Respiration scheint auch |
die dichte Franze seidenartiger Haare, welche sich bei "
Ocypoda rhombea und zwei Gelasimus-Arten an den ge-
genüberliegenden Flächen des Basalgliedes vom dritten
und vierten Beinpaare, welche nahe an einander gerückt
sind, findet, im Zusammenhang zu stehen. Es liegt nämlich
zwischen diesen beiden Beinen eine vom Brustpanzer be-
deckte Oefi:nung, welche gleichfalls in die Kiemenhöhle
führt und durch welche die Krabbe Wasser aufnimmt.
Die erwähnten seidenglänzenden Haare sind perlschnur-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 619
artig gegliedert und mit einer eigenthümlichen, vielleicht
nervenartigen Substanz gefüllt; sie erinnern lebhaft an
die Geruchscylinder an den vorderen Crustaceen-Fühlern.
lieber die Entwickelung der Decapoden liegt aus
den J. 1863 — 64 wieder eine Reihe wichtiger Beobach-
tungen und Mittheilungen vor^ durch welche die Kennt-
niss derselben abermals einen wesentlichen Fortschritt
macht. Zunächst sind es die reichhaltigen Untersuchungen
F. Müller's, welche über die Jugendzustände der Sto-
matopoden und verschiedener typischer Decapoden-For-
men neues Licht verbreiten, und welche ausser in des
Verf. Abhandlung: „Für Darwin'^ p. 31 — 45 in zwei
kleineren Aufsätzen pubiicirt worden sind: ;,Ein zweites
Bruchstück aus der Entwickelungsgeschichte der Maul-
füsser^ (dies. Archiv f. Naturgesch. XXIX. p. 1—6. Taf. 1)
und : ^Die Verwandlung der Garneelen, Erster Beitrag*^
(ebenda XXIX. p. 8— 22. Taf. 2), ins Englische übersetzt:
On the metamorphoses of the Prawns (Annais of nat.
bist. 3. ser. XIV. p. 104—115. pl. 4.) *)
Die Entwickelungsgeschichte der Maulfüsser berei-
chert Verf. durch die Bekanntmachung einer nur zwei
Millimeter langen Larve aus dem Meerbusen von Desterro,
von der es allerdings zweifelhaft bleiben muss, ob sie
derselben Art wie die im J. 1862 vom Verf. publicirte
Larvenform angehört, die aber in jedem Fall derselben
Familie zuzurechnen und als ein Vorläufer-Stadium jener
anzusehen ist. Der Stirnstachel ist noch von grösserem
Umfang und ragt weit über die Fühler hervor, welche
zu beiden Paaren noch ungespalten und aus drei Glie-
dern zusammengesetzt sind; das Endglied der inneren
ist verlängert und an der Spitze aussen mit gefiederten
Borsten und drei stark gekrümmten Stäbchen besetzt.
Die grossen Augen sind vom Körper noch wenig abge-
*) Auch die beiden vorjährigen Abhandlungen des Verf.'s über
die Entwickelung der Decapoden sind ins Englische übersetzt wor-
den : On the transformations of the Porcellanae (Annais of nat. hist.
3. ser. XI. p. 47—50 pl. 1) und: On the developmental history of
the Stomapoda (ebenda 3. ser. XII. p. 13 — 18. pl. 2).
320 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
setzt und entbehren besondiBrs noch der Verjüngung nach
innen zu einem Pedunkulus. Der Rückenschild ähnelt
in seinem Umriss schon demjenigen des späteren Ent-
wickelungsstadiums ; die fünf auf die beiden Kieferpaare
(Mandibeln und Maxillen) folgenden Gliedmaassenpaare
sind zweilistig und fast unter einander gleich gebildet,
keines derselben schon zu Raubarmen angelegt. Auf die
fünf ihnen zum Ursprung dienenden Segmente folgen
noch drei kurze gliedmaassenlose, von denen nur die bei-
den letzten den Rückenschild überragen ; denselben schliesst
sich dann gleichfalls eine sehr grosse, seitlich und hinten
gezähnte schildförmige Endplatte an. — Von inneren
Organen beschreibt Verf. besonders das Herz, welches
sich im vorderen Leibesabschnitt um das Doppelte er-
weitert, fünf Paar Ostien zum Eintritt des Blutes hat und
nur nach vorn und hinten je ein Gefäss absendet. An
den in letzterem häufig stockenden Blutkörperchen konnte
Verf. deutlich Form-Veränderungen wahrnehmen.
Den Embryo einer Squilla bildet Verf. ferner in sei-
ner Schrift „Für Darwin" S. 45 ab; derselbe zeigt einen
langen, gegliederten, anhangslosen Hinterleib, einen zwei-
lappigen Schwanz, sechs Paar Gliedmaassen und ein kur-
zes, langsam pulsirendes Herz.
Von besonderer Wichtigkeit für die Morphologie
der Crustaceen im Allgemeinen sind die Beobachtungen
des Verf.'s über die Entwickelungsformen der Gattung
Peneus (Archiv f. Naturgesch. XXIX. p. 8 ff. Taf. 2, „Für
Darwin'^ p. 38 ff.). Die jüngste Larvenform von 0,4MilL
Länge gleicht in ihrem ungegliederten, birnförmigen Leib
mit unpaarem Stirn- Augenfleck und drei Paar Beinen,
deren vorderes einfach, die hinteren zweiästig sind, fast
vollständig dem Nauplius -Stadium der Copepoden und
Cirripedien. In dem sich zunächst anschliessenden Sta-
dium von 0,5 Mill. Länge hat sich das Ende des Körpers
in zwei kegelförmige Spitzen getheilt , am Rücken eine
Querfaltc als erste Anlage des Rückenschildes gebildet;
an der Bauchseite treten eine gewölbte Mundkappe und
dahinter vier Paar Zapfen (spätere Gliedmaassen) hervor,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 621
an dem zweiten Beinpaar sind die Borsten vermehrt. Bei
einer elf Tage älteren Larve fand sich im Grunde des
dritten Beinpaares bereits die Anlage der kräftigen Man-
dibel vor; über dem Stirnauge hat sich ein feinkörniges
Gewebe gebildet, dem jederseits ein kleines, halbkugli-
ges Knöpfchen aufsitzt. Wahrscheinlich geht diese Form
durch Häutung in das Zoea-Stadium über. Letzteres hat
Verf. in der Länge von 0,8 bis 1,6 Mill. beobachtet; wäh-
rend desselben entwickeln sich die paarigen Augen, 10
oder 11 neue Körperringe, an dem ersten derselben ein
Beinpaar, an den fünf folgenden die Anlagen solcher,
am Schwänze die paarigen, mit langen Borsten besetzten
Lamellen. Der Cephalothorax ist fast kreisrund, die an
seiner vorderen Gränze lokalisirten beiden Fühlerpaare
(1. und 2. Beinpaar des Nauplius- Stadiums) vermitteln
noch hauptsächlich die Ortsbewegung. Letzteres hört
vollständig auf, wenn die Larve bei einer Länge von
1,6 Mill. durch abermalige Häutung die Mysis-Form an-
nimmt. Die vorderen Fühler haben ihre langen Borsten
verloren, der äussere Ast der hinteren Fühler ist zur
Schuppe des Garneelenfühlers geworden. Die lokomoto-
rische Thätigkeit ist jetzt den zur Entwickelung gelang-
ten und mit zahlreichen Schwimmborsten versehenen
Beinpaaren des mehr verlängerten Cephalothorax übertra-
gen und gleichzeitig wird sie durch das langgestreckte Post-
abdomen und die an seiner Spitze ausgebildeten Schwanz-
flossen vermittelt. Die Augen haben dieBirnform ange-
nommen und ragen schon ziemlich weit über den Vorder-
rand des Cephalothorax hervor, dessen Vorderrand bei-
derseits vom Stirnstachel mit einem Zahne bewehrt ist.
In dieser Form wurde die Larve bei einer Länge von
kaum 2 bis 4,5 Mill. beobachtet; es bilden sich während
dieser Periode bei ihr die Gehörorgane, die Scheeren-
und Gangfüsse aus, während die Mandibulartaster, die
Afterfüsse und Kiemen angelegt werden. Es scheint
dies das letzte Larvenstadium vor der Garneelenform zu
sein, da letztere schon bei Individuen von 5 Mill. Länge
beobachtet wurde. — Neben dieser fast nach ihrem gan-
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. PP
622 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
zen Entwickelungscyclus verfolgten Form hat Verf. die
Larven zweier anderer Garneelen in einzelnen Stadien
beobachtet; die eine nur in der Zoea-, die andere zugleich
in der Mjsis-Form ; letztere, in Fig. 18 dargestellt, zeich-
net sich durch eine reiche Bedornung des Cephalothorax
und Postabdomen aus.
In seiner Abhandlung: „Für Darwin" bildet Verf.
ferner die Larvenformen von folgenden Decapoden ab:
1) Die Zoea einer Sumpfkrabbe (Cyclograpsus?) in Fig. 17,
mit langem Nacken- und etwas kürzerem Stirnstachel ver-
sehen, ferner je einen kürzeren Stachel an den Pleuren
des Panzers tragend. (Solche Stachelfortsätze fehlen,
wie bei Maja und Eurynome nach der Beobachtung des
Verf.'s auch der Zoea einer dritten Oxyrrhynche (viel-
leicht Achaeus). 2) Die Zoea von Hippa emerita in
Fig. 25. 3) Die Zoea eines Pagurus in Fig 26. 4j Die
Zoea eines an Rhizostoma cruciatum lebenden Palaemon
in Fig. 27. Während das Larvenstadium von Hippa sich
mehr dem der Krabben anschliesst (jedoch nur einen
kurzen und breiten Stirnstachel und zahlreiche kurze Bor-
sten am Hinterrande des Schwanzes besitzt), stimmt die
Zoea von Pagurus mehr mit derjenigen von Palaemon
überein. Erstere hat einen langen und dünnen Stirnsta-
chel, an den äusseren Fühlern ein der Schuppe der Gar-
neelenfühler ähnliches grosses Blatt, ausser den beiden
Beinpaaren der Krabben-Zoea auch das dritte in Form
eines ansehnlichen, zweigliedrigen Stummels entwickelt;
letztere trägt zwischen den grossen Netzaugen einen un-
paaren Augenpunkt, an den inneren Fühlern ein langge-
strecktes Basalglied, an der äusseren eine zuweilen deut-
lich gegliederte Schuppe und das dritte Beinpaar gleich-
falls schon als ansehnlichen Stummel. 5) In Fig. 32 und
33 stellt Verf. endlich noch die Zoea- und Mysis-Form
einer zweiten Peneus - Art dar ; erstere ist durch zwei
hakenförmig gebogene Stachelfortsätze an den Hinterecken
des Cephalothorax ausgezeichnet.
Gleich interessante und wichtige Beobachtungen über
die Entwickelung der Decapoden sind in C. Claus' Ab-
der Entomologie während der J. 1863—64. 623
handlung : „Ueber einige Schizopoden und niedere Ma-
lacostraken Messina's" (Zeitschr. f. wissensch. Zool. XIII.
p. 422 — 454. Taf. 25 — 29) niedergelegt. Die Untersuchun-
gen des Verf.'s verbreiten sich auf die unter dem Namen
Phyllosoma bekannte Decapoden- Larvenform, auf eine
(damit verwandte ?) flachgedrückte Krebslarve unbekann-
ter Abstammung, auf die Larvenform der Gattung Ser-
gestes und auf die Entwickelung der merkwürdigen Gat-
tung Euphausia Dana.
Die Untersuchungen des Verf.'s über die Phylloso-
raen (a. a. O. ö. 422—433. Taf. 25—27) sind selbstver-
ständlich in erster Linie auf Erledigung der Frage ge-
richtet, ob dieselben, wie Coste angiebt, in der That
die Larvenformen der Langusten seien. Zu diesem Zvv^eck
hat Verf. zunächst die kleinsten, frei im Meere angetrof-
fenen Phyllosomen von 2 Mill. Länge einem Vergleiche
mit den Embryonen, welche er den Eiertrauben von Pa-
linurus-Weibchen entnahm — die Larve zum Ausschlüpfen
zu bringen , gelang ihm leider nicht — und deren ge-
streckter Körper schon 1,5 Mill. misst, unterworfen. Es
hat sich dabei ergeben, dass die Körperbildung beider
trotz mancher Uebereinstimmungen so wesentliche Unter-
schiede zeigt, dass die Entwickelung eines Phyllosoma
aus dem Palinurus-Embryo kaum zu muthmassen ist. Ab-
gesehen davon, dass letzterem die scheibenartige Ausdeh-
nung der beiden vorderen Körperabschnitte fehlt, so ist
einerseits das Postabdomen desselben schon stärker ent-
wickelt, andererseits aber auch schon mehr Gliedmaas-
senpaare in ihrer Anlage voWianden als bei der frei
schwimmenden jüngsten Phyllosoma-Form. Letzterer fehlt
das dort vorhandene erste Paar der Pedes maxillares, die
Kieferpaare sind dicht aneinander gerückt, das zweite
Fühlerpaar beträchtlich kürzer als das erste u. s. w. Die
Beobachtung, dass das dem Palinurus-Embryo zukom-
mende erste Paar der Kieferfüsse sich bei den Phylloso-
men erst in einem späteren Entwickelungsstadium her-
vorbildet , macht die Zusammengehörigkeit beider noch
zweifelhafter. Dagegen steht es fest, dass die Phylloso-
624 Ger staecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
men Larvenformen von Decapoden sind, wie dies
nicht nur der Mangel der Fortpfianzungsorgane, sondern
auch die Bildung ihrer Gliedmaassen und ihre allmähliche
Umformung mit Bestimmtheit erkennen lässt. Bei weiter
in der Entwickelung vorgeschrittenen Individuen ist die Zahl
der Gliedmaassen vermehrt, das Postabdomen stärker ent-
wickelt, deutlicher segmentirt, mit Schwanzlamellen und
Spaltfüssen versehen u. s. w. Verf. bringt fünf solcher
verschiedenen Entwickelungsstufen von mittelmeerischen
Phyllosomen durch Beschreibung und Abbildung zurKennt-
niss. Eine derselben, welche in der Ausbildung am wei-
testen vorgeschritten ist, gehört einer von den übrigen
verschiedenen Art an, welche sich, abgesehen von der
Körperform, durch kürzere Tarsenglieder und verkürzte,
blattförmige, gabelig gespaltene äussere Fühler auszeich-
net und hierdurch, wie Verf. treffend bemerkt, an Scyl-
larus erinnert , für dessen Larve man sie halten würde,
wenn sich die andere Form als Larve von Palinurus er-
wiese. Diese grösste Larve misst 24Mill. in der Länge,
die vier anderen 2, 4, 14 und 21 Mill. Das jüngste Sta-
dium schildert Verf. auch ausführlich in seinen anatomi-
schen Eigenthümlichkeiten ; dasselbe ist noch mit einem
dem Gehirne aufsitzenden unpaaren Stirnauge (neben den
Netzaugen) versehen, besitzt bereits eine an der Basis der
hinteren Fühler gelegene Drüse (Analogon der grünen
Drüse der Krebse) , dagegen an Stelle der zahlreichen
späteren Leberschläuche nur vier solche jederseits, wel-
che sich als Ausstülpungen des Darmes ergeben. Das
Blutgefässsystem ist viel einfacher als in den späteren
Stadien angelegt, indem z. B. vorn aus dem Herzen nur
eine einfache Kopfarterie entspringt: das Nervensystem
umfangreicher, nur mit gesondertem 2. bis 4. Ganglien-
paar des zweiten Körperabschnittes, dagegen noch ohne
Andeutung der Schwanzganglien.
Die vom Verf. (a. a. O. S.433. Taf. 27. Fig. 13) be-
kannt gemachte flachgedrückte Decapoden-Larve, welche
mit dem Namen Acantliosoma belegt wird, ist 5 Mill. lang,
zeigt die äusseren Fühler von Körperlänge, achtgliedrig,
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 625
linear, mit einer dünnen Schuppe versehen, Rückenschild
lind Schwanzringe mit verästelten Dornen bewehrt, den
Endring stark verlängert und vor der Spitze mit zwei
langen, geiSederten Strahlen jederseits besetzt; die sechs
hinteren Gliedmaassen des Cephalothorax sind Spaltfüsse
mit gefiedertem Nebenaste.
Von Sergestes beschreibt Verf. (a. a. O. S. 437 fF.
Fig. 14) jüngere Larven von 5 — 6 (Mastigopus Leuck.)
und ältere von 8 Mill. Länge. Bei ersteren ist das dritte
Paar der Kieferfüsse von besonderer Längsausdehnung,
die drei vordersten Schreitbeine von vorn nach hinten
an Grösse zunehmend, das 4. und 5. erst als kurze Stum-
mel angedeutet.
Die Entwickelungsgeschichte der Gattung Euphau-
sia, von welcher Verf. bei Messina eine neue Art : Euph.
Mülleri auffand und welche er (a. a. 0. S. 448 ff. Taf. 28
u. 29) ausführlich schildert, ist abermals mit Besonder-
heiten verknüpft, wie sie bis jetzt von keiner Decapoden-
Form bekannt geworden sind. Verf. hat acht verschiedene
Stadien der Ausbildung kennen gelernt, welche theilweise
von Dana als besondere Gattungen Calyptopis, Furcilia
und Cyrtopia beschrieben worden sind. T>iQ jüngste,
3 Mill. lange Form zeigt den ganzen Vordertheil des
Körpers mit Einschluss der noch unpigmentirten Augen
von einem nach hinten in einen langen und spitzen Dorn
ausgezogenen Rückenschild umhüllt, aus dem das langge-
streckte und vollständig segmentirte Postabdomen, wel-
ches jedoch der Beine ganz entbehrt, frei hervorragt.
Es fehlen diesem Stadium auch noch die sieben hinteren
Paare der Brustgliedmaassen, indem ausser den beiden
Fühlerpaaren nur die tasterlosen Mandibeln, die beiden
Maxillen und das erste Paar der Kieferfüsse entwickelt
sind; dagegen sind die sieben hinteren Segmente selbst in
ihrer Anlage schon deutlich ausgeprägt. Bei 3^2 Mill.
Länge tritt sodann die Anlage des zweiten Paares der Kie-
ferfüsse, das erste Beinpaar des Schwanzes und das zwischen
ihm liegende Auge auf, bei 4 Mill. Länge die Knospe des
drittes Paares der Kieferfüsse und die Stummel der übri-
626 Gerstaecker: Bericht üb. d. wisseiisch. Leist. im Gebiete
gen Schwanzfüsse, ebenso das vordere paarige und das
hinterste nnpaare Auge; der spitze Enddorn des llücken-
schildes ist schon bei der zweiten Larvenform abgewor-
fen. An einer Larve von 5 Mill. Länge ist der zweite
Kiefcrfuss als vollständiger Greiifuss ausgebildet und bei
weitem länger als alle übrigen Gliedmaassen; die auf ihn
folgenden des Cephalothorax und die ihm vorangehenden
bilden sich allmählich nach einander aus, so dass bei 8 Mill.
Länge sämmtliche Extremitäten ihre Ausbildung erlangt
haben.
Die Phyllosomen als Larvenzustand der Gattung
Palinurus in Anspruch zu nehmen, wird in einer von
Coste der Pariser Akad. d. Wissensch. vorgelegten Notiz
Z. G e r b e's : „Metamorphoses des Crustaces marins''
(Compt. rend. LIX. p. 1101 — 1103), ^venngleich nicht auf
direkte Beobachtungen hin versucht. Die von Coste
getheilte Ansicht Gerbe's ist, dass die erste Larvenform
von Palinurus, wenngleich sie bei dem Mangel der Pedes
spurii und der Schwanzlamellen am Postabdomen u. s. w.
noch kein vollständiges Phyllosoma sei, mit diesem doch
in allen wesentlichen Merkmalen (Mangel der Kiemen,
flächenhafte Ausbreitung der beiden vorderen Körper-
abschnitte, kurzer und schmächtiger Schwanztheil) über-
einstimme und nach der Analogie mit den Larven der
übrigen Decapoden (welche dem Verf. von 20 Arten der
Nordsee bekannt geworden sind) nur als das Yorläufer-
stadium der Phyllosomen angesehen w^erden könne. Verf.
hofft dies binnen Kurzem direkt nachweisen zu können.
Als Larvenform eines Decapoden ist nach der von
Costa (Rendiconto dell' Accad. delle scienze fisiche IIL
p. 89) gegebenen Charakteristik offenbar seine neue Gat-
tung Carcin 0 xiphtas anzusehen, von welcher er nach
Auffindung einer zweiten , etwas abweichenden Art im
Meerbusen von Neapel („Di una seconda specie del genere
Carcinoxiphias^, ebenda p. 253 ff.) sogar noch eine Unter-
gattung mit dem Namen S tylur o xiphias absondert.
Die vom Verf. zuerst gegebene Charakteristik der Gattung
Carcinoxiphias lautet: »Corpus elongatum, a clypeo hyalmo scafae-
der Entomologie während der J. 1863—64. 627
formi utraque extremitate in aciem filiformem producto obtectum.
Oculi duo distincti, magni. Antennae quatuor, subaequales, validae:
superiores simplices, inferiores biramosae. Palpi maxillares validi,
compressi, margine setis validis radiantibus hirti. Palpi maxillares
validi, compressi, margine setis validis radiantibus hirti. Pedes tho-
racici quatuor elongati, graciliusculi, biremes, remo superiore 3-,
inferiore 4-articulato, utroque setis longis plumosis terminato: acce-
dunt pedes duo minutissimi, simplices. triarticulati. Abdomen an-
gustum , valde elongatum, ultra clypei cavitatem productum, seg-
mentis septem subaequalibus appendice nulla praeditis compositum
laminaque caudali horizontali. postice setis longis fimbriatis ornata
terminatum.« — Art: Carc. gladiator, 4 Mill. lang, von Neapel. —
Die zweite als Untergattung Styluroxiphias abgesonderte und Carcino-
xiphias pugillatoi- benannte Art ist 5 Mill. lang und unterscheidet
sich von der ersten dadurch, dass der Hinterleib in zwei Griffel
endigt.
Die Embryologie von Mysis hat Clapar ^de (Beob-
achtungen über Anatomie und Entwickekingsgeschichte
wirbelloser Thiere S. 92 f. Taf. 18) durch sechs vortreff-
liche Abbildungen und einige dieselben erläuternde Be-
merkungen illustrirt. Verf. nimmt dabei nur auf die
Darstellung Huxley's, mit dessen Beobachtungen die
seinigen in allen wesentlichen Punkten übereinstimmen,
dagegen nicht auf die sehr umfassende neuere van B e-
neden's, die ihm noch nicht bekannt geworden zu sein
scheint, Bezug. Da die Angaben Clapa rede's von de-
nen des letztgenannten Forschers, wie Ref. wenigstens aus
seinem eigenen Bericht über dieselben zu ersehen glaubt,
mehrfach abweichen, so mögen sie hier den Hauptpunkten
nach mitgetheilt werden. Die jüngsten vom Verf. beob-
achteten Eier liessen bereits die zellige Keimhaut von
der Dottermasse abgesetzt erkennen. Einer Verdickung
dieser Keimhaut im Bereich der späteren Bauchseite folgt
eine Ausbreitung derselben an dem einen Ende zu den
„procephalic lobes" Huxley's und die Entstehung einer
Querfalte am entgegengesetzten ; indem sich letztere ge-
gen den Dotter hin rasch in die Tiefe senkt, hebt sich
von letzterem das Postabdomen allmählich ab. Nachdem
zu dieser Zeit auch die drei ersten Extremitätenpaare
(die beiden Fühlerpaare und die Mandibeln) entstanden
628 Gerstaecker: Bericht üb. cl. wissensch. Leist. im Gebiete
sind, berstet die Eihaut und die junge Mysis liegt jetzt
frei in der Bruttasche. Ihre Gestalt ist zuerst gedrungen
birnförmig, mit deutlicher Absetzung des schmalen Post-
abdomen von dem mehr kugligen Vordertheile des Kör-
pers; allmählich gleicht sich aber die Form beider Ab-
schnitte mehr aus, so dass die Form einer nach hinten
allmählich verjüngten Rübe entsteht. Der das Innere des
Körpers noch fast ganz ausfüllende Dotter beginnt zuerst
sich aus dem Schwanztheile zurückzuziehen ; später tritt
er gegen die Rückenseite hin zurück, wobei sich die
Kopfplatten zur Bildung der Ommatophoren stärker her-
vorwölben, während hinter den bereits vorhandenen Ex-
tremitäten die beiden Maxillen, die beiden Pedes maxil-
lares und die sechs Schwimmfusspaare zuerst als rund-
liche Höcker unter der Cuticula hervorsprossen, ijm sich
bald cylinderartig zu verlängern. Sodann treten auch den
Schwimmfusspaaren entsprechend die Hinterleibssegmente,
bald darauf auch der After (zuerst in Form einer Gru-
be) auf.
Von besonderem Interesse für die Morphologie der
Gliedmaassen bei den Decapoden ist eine von Alph.
Milne Edwards („Sur un cas de transformation du
pedoncule oculaire en une antenne, observe chez une
Langouste^, Compt. rendus LIX. p. 710 f.) bekannt ge-
machte Missbildung eines Palinurus penicillatus Oliv., wel-
che in einer Umformung des einen Augenstieles in ein
Fühlhorn bestellt. Es ist dieser Fall so recht geeignet, alle
Zweifel darüber zu beseitigen, dass, wenn auch nicht die
Augen der Arthropoden selbst, so doch wenigstens die
den Decapoden zukommenden Pedunculi derselben voll-
ständig unter die Categorie von praeoralen Gliedmaassen
zu begreifen sind.
Nach den Angaben des Verf.'s ist das von ihm beobachtete
Exemplar des Palinurus penicillatus rechterseits durchaus normal
gebaut; links sind die Gliedmaassen des zweiten und dritten Kopf-
segmentes (Fühler des ersten und zweiten Paares) ebenfalls regulär
gebildet, dagegen trägt das erste Kopfsegment anstatt des Auges
eine lange, vielgliedrigc Geissei, welche vollständig der Eudgeissel
eines normalen Fühlers gleicht. Bei näherer Betrachtung lässt das
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 629
betrefifende Organ jedocli ein Mittelding zwischen Auge und Fühler
erkennen. Am Basaltheil hat der Pedunculus des Auges seine
Form beibehalten und man sieht sogar an seiner Spitze eine rudi-
mentäre Cornea , aus deren Centrum die erwähnte Geissei ihren
Ursprung nimmt. Letztere ist 4 Cent, lang, fein gegliedert und an
dem oberen Rande ihres Endtheiles mit Haaren gewimpert, wie
beim regulär gebildeten Fühler.
W. Stirn p so n, „On the Classification of tlie Bra-
chyura and on the homologies of the antennary joints in
Decapod Criistacea^ (Sllliman's Americ. Journ. of scienc.
XXXV. p. 139 ff. , Annais of nat. bist. 3. ser. XI. p. 233
— 237) erklärte sich gegen die von Strahl auf das ver-
schienartige Verhalten des Basalgliedes der äusseren Füh-
ler basirte Eintheilung der Bracliyuren, welche er nicht
ohne Grund als eine durchaus künstliche , wie sie die
ausschliessliche Berücksichtigung eines einzelnen Organes
ergiebt, ansieht. Verf. weist z. B. das Unnatürliche an
der Vereinigung der Calappiden mit den Parthenopiden,
der Dorippiden mit den Leucosiden, der Ausschliessung
von Grapsus aus der Abtheilung der Brachyuren über-
haupt u. s. w. nach, zeigt aber auch zugleich, dass die
Unterschiede, welcheStrahl in dem Verhalten des ersten
Fühlergliedes gefunden zu haben glaubt, zum Theil auf
der Verkennung homologer Theile beruhen. Ein Ver-
gleich zwischen Maja, Leptograpsus und Grapsus ergiebt,
dass zwischen letzteren beiden Gattungen keine typische
Verschiedenheit in Betreff des Basalgliedes der äusseren
Fühler existire, sondern dass bei letzterer Gattung nur
eine einfache Modifikation der gleichen Bildung vorliege.
Bei Dromia, wo Strahl das Basalglied bis auf einen
Höcker eingeschrumpft bezeichnet, ist es nachStimpson
gerade ungewöhnlich stark entwickelt, indem das Oper-
culum der Brachyuren dem ganzen Basalstücke von Dro-
mia und Homarus entspreche ; einen Beweis dafür liefere
Pilymnus. Die von Strahl für die Basalstücke der Füh-
ler aufgestellten Bezeichnungen : Intercalare und Armi-
ger glaubt Verf. nicht adoptiren zu müssen.
Die Crustaceen des südlichen Europa, Crustacea
podophthalmia. Mit einer Uebersicht über die horizontale
630 Gerstaecker: Bericht üb. d. wisseiisch. Leist. im Gebiete
Verbreitung sämmtliclicr Europäischen Arten von Dr.
Cainil Heller. Mit 10 lithogr. Tafeln. Wien 1863.
(8. 336 pag.). — Eine ebenso nützliche als werthvolle
Arbeit, welche bei dem bisherigen Mangel eingehenderer
Beschreibungen für zahlreiche dem Mittelmeere eigen-
thümliche Decanoden als einem fühlbaren Bedürfnisse
abhelfend angesehen werden muss. Zahlreiche von Roux,
Risso, Milne Edwards u. A. in unzureichender Weise
beschriebene Arten werden hier durch sorgsame verglei-
chende Charakteristiken erst zur näheren Kenntniss ge-
bracht. Ausser den vom Verf. selbst an Ort und Stelle
beobachteten und gesammelten Arten des Adriatischen
Meeres hat ihm ein reichhaltiges Material von den Küsten
Corsika's, Siciliens und Genua's zu Gebote gestanden, so
dass die bei weitem grosste Zahl der Arten nach Autopsie
festgestellt werden konnte. Die beifolgenden Tafeln,
welche neben bemerkenswerthen Gattungen und Arten
zahlreiche Detailzeichnungen liefern, sind von vortreff-
licher Ausführung, die Literatur ist überall mit Sorgfalt
und Vollständigkeit verwerthet. Eine üebersicht über die
Verbreitung der Gattungen und Arten ergiebt für Europa
an. Decapoden (incl. Schizopoden und Stomatopoden) 287
Arten in 112 Gattungen ; von diesen sind 27 Arten gleich-
zeitig mittelländiscli, lusitanisch und boreal, 185 mittel-
meerisch (darunter 153 ausschliesslich so), unten letzteren
20 auch in aussereuropäischen Meeren vertreten.
In seinen „Horae Dalmatinae , Bericht über eine
Reise nach der Ostküste des Adriatischen Meeres^ (Ver-
handl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIV. p. 17 — 64,
— Separatabdruck: Wien 1864. 8. 48 pag.) zählte Hel-
ler neben anderen wirbellosen Thieren und Fischen auch
33 Decapoden (16 Brachyura, 6 Anomura und 11 Macrura)
auf; eine Art der Gattung Pontonia wird als neu be-
schrieben.
Crustacea decapoda podophthalma marina Sueciae,
interpositis speciebus Norvegicis aliisque vicinis, enume-
rat A. Goes (Öfvers. Vetensk. Akad. Förhandl. 1863.
p. 161—180). Das vom Verf. zusammengestellte systema-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 631
tische Verzeichniss der Schwedischen marinen Decapoden
weist 62 Arten auf, von denen 17 den Brachyuren, 12
den Anomnren (Lithodes, Porcellana, Galathea und Pa-
gurus), 24 den Macruren und 9 den Schizopoden (Mysis)
angehören. Die einzelnen Arten werden in Bezug auf
ihre Synonymie, ihre speziellen Fundorte, Häufigkeit u. s.w.
erörtert, einige weniger bekannte und neue ausführlich
charakterisirt. Eine angehängte Tabelle erörtert die geo-
graphische Verbreitung der an der Schwedischen Küste
beobachteten Decapoden.
Unter den Arbeiten über fossile Decapoden ist
zunächst die Fortsetzung von Alph. Mi Ine Edwards'
^Monographie des Crustaces fossiles de la famille des
Canceriens'^ (Annal. d. scienc. natur. 4. s6r. XX. p. 273
—324. pl. 6—12 und 5. ser. I. p. 31—84. pl. 3—9) zu er-
wähnen, in welcher aus der Cycloraetopen-Gruppe die
mit Xantho und Cancer zunächst verwandten Gattungen
eine specielle Darstellung erfahren. Während letztere
unter den fossilen Decapoden nur sparsam vertreten sind,
nehmen die Xanthiden durch den Reichthum an Gattun-
gen sowohl als Arten eine besonders hervorragende Stelle
ein. Verf. giebt eine Uebersicht der lebenden und vor-
weltlichen Gattungen, bespricht ihre verwandtschaftlichen
Beziehungen und sondert sie in 6 Untergruppen, als de-
ren Repräsentanten Xantho, Chlorodius, Etisus, Ozius,
Pilumnus und Panopeus anzusehen sind. Die beschrie-
benen und abgebildeten fossilen Arten sind folgende :
Xantho Fischeri n. A., Xanthosia gibbosa Beil., granulosa
M'Coy, Zozymus Desmaresti Roux, Xanthopsis Dufourii M. Edw.,
Leachii Desm. . nodosa M'Coy , unispinosa M'Coy , hispidiformis
Schloth., tridentata V. Meyer, Sonthofenensis, Bruckmanni und Kres-
senbergensis v. Meyer, Titanocarcinns (nov. gen.) serratifrons
und ptilchelhts n. A. , Edwardsii Sism. , Sisniondne und Raulinianus
n. A., Lobonotus (nov. gen.) sculptiis^ Caloxanthus (nov. gen.)
formosus , Xanthilites Bowerbankii Beil., ? verrucosus Schafh., Me-
nippe Chauvinii Berv. , Syphax (nov. gen.) crassus, Necrozius
(nov. gen.) Boicerbankii , Etisus spec. , Cancer paguroides Desm.,
Beaumonti M. Edw., Deshayesii n. A., Sismondae v. Meyer, Lobo-
carcinus Paulino-Würtembergensis v, Meyer.
In Schafhäutl's grossem Werke: „Süd- Bayerns
632 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Lethaea geognostica. Der Kressenberg und die südlich
von Ihm gelegenen Hochalpen geognostisch betrachtet in
ihren Petrefakten" (Leipzig 1863. fol.) wird (p. 222 ff.
Taf. 60 — 62) eine grössere Anzahl fossiler Brachyuren
aus den Teisenberger Thoneisensteinflötzen imd (p. 423)
eine einzelne Art aus dem hellgrauen Kalk des Isarthales
beschrieben und abgebildet.
Die Arten von Teisenberg sind: Ranina Fabri, Helli und hir-
snta, Cancer tridentatus v. Meyer, Teisenbergensis v. Meyer, Xan-
thopsis Sontkofensis u. A., Gruentensis n. A., Andreae n. A., Cancer
odontodactylus, G l y ph i t hy r eu s (nov. gen.) verrucosus Schafh.,
Cancer ititerpunclus, glaber, Leiochilus cordifer, Xanthia excisa, Can-
cer orthodactylus, acanthachis, creagrachis, granosus und megachis.
— Aus dem Kalk des Isarthales : Carcinaspis pustulosa n. A. (Taf. 74
abgebildet).
Stimpson, On the fossil Grab of Gay Head (Bo-
ston Journ. of nat. bist. VII. p.583 — 589. pl. 12) beschreibt
eine im Grünsand von Gay Head häufig vorkommende
und bereits von Hitchcock erv^ähnte Brachyure als
neue fossile Gattung und Art unter dem Namen Arch ae o-
plax signifera. Die Gattung gehört, wie Verf. über-
zeugend nachweist und was durch die Abbildung (pl. 12)
bestätigt wird, zu den Carcinoplacidae M. Edw. und ist
unter den lebenden Formen zunächst mit Heteroplax
Stimps. verwandt.
Mori^re, Notes sur les Crustaces fossiles des ter-
rains jurassiques du Calvados (Bullet, soc. Linn. de Nor-
mandie VIH p. 89 — 96) stellt die bisher in den jurassi-
schen Schichten der Normandie aufgefundenen Reste fos-
siler Decapoden (4 Arten angehörig) zusammen und fügt
denselben eine neue Art der Gattung Eryon, welche von
Er. Hartmanni unterschieden und mit dem Namen Eryon
Edwardsii belegt ist (Abbildung auf pl. 6), so wie Pitho-
noton Meyeri (Abbildung auf pl. 7) hinzu.
de Ferry, Note sur les Crustaces et les Spongitai-
res de la base de Petage Bathonien des environs de Ma-
con, Saone-et-Loire (Bullet, soc. Linn. de Normandie IX.
p. 365 ff. pl. 7) giebt Beschreibungen und Abbildungen
von Eryma Etalloni (nach einer Scheere), affinis (nach
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 633
einem Brustpanzer) und Glyphaea Batoiiica (nach einem
Brustpanzer) als neue fossile Arten.
In W. von der Marck's Abhandlung über ;, Fos-
sile Fische, Krebse und Pflanzen aus dem Plattenkalk der
jüngsten Kreide in Westphalen^ (Palaeontographica XI.
p. 1—83. Taf. 1— 14j sind (p. 69 ff. Taf. 7, 13 u. 14) einige
denMacruren angehörige Decapoden, theils vonA. S c hlü-
ter, theils von v. d. Marck selbst beschrieben und ab-
gebildet.
Es sind folgende : Pseudocrangon tenuicaudus Schlüt. (Palae-
mon id. v. d. Marck), Peneus Roenieri Schlüt. (Palaemon id. v. d.
Marck), Oplophortis Marcki Schlüt. n. A., Nymphaeops (nov. gen.)
Sendenhorslensis Schlüt. n. A. , Pseudocrangon crassicaudus v. d.
Marck n. A., M achaer op horus (nov. gen.) specfwiiVis v. d. Marck
n. A., Tic he (nov. gen.) astaciformis v. d. Marck n. A. und Eu-
ryurus (nov. gen.) dubius v. d. Marck n. A.
H. Woodward, On a new Macrurous Crustacean
(Scapheus ancylochelis) from the Lias of Lyme Regis
(Quart. Journ. geolog. soc. of London XIX. p. 318 — 321.
pl. 11). Die neue Gattung Scapheus reiht sich durch
die langen, monodactjlen Vorderbeine mit grossem, sichel-
förmig gebogenem Endgliede und die spateiförmigen
Tarsenglieder der folgenden Beinpaare zunächst an Mega-
cheirus Bronn an, unterscheidet sich aber durch den mit
zahlreichen Dornen besetzten Cephalothorax und die kräf-
tigen, stachligen Vorderbeine ; von den gleichfalls ver-
wandten Thalassiniden weicht sie durch den ansehnlich
entwickelten Hinterleib (wie bei Homarus und Nephrops)
ab. Die Art: Scaph. anGylochelis wurde im unteren Lias
zusammen mit Ammonites Bucklandi gefunden und misst
über 7 Zoll.
Saite r, On a new Crustacean from the Glasgow
Coal-Field (Quart. Journ. geolog. soc. of London XIX.
p. 519 f.) machte Palaeocarahus Uussellianus als n. A. aus
der oberen Kohlenformation (mit Abbildung im Holzschnitt)
bekannt.
Brachynra. — Oxyrrhyncha. — Alph. Milne Edwards
(in Maillard, Notes sur l'ile de la reunion II. Faune carcinologique
p. 7 ff.) beschrieb Menaethius rugosus , Aoanthonyx consobrinus, lim'
634 Gersta ecker: Bericht ül). d. wissensch. Leist. im Gebiete
batus^ Huenia depressa und Parthenope speciosissima als n. A. von
Isla Bourbon, auf pl. 17 u. 18 abgebildet.
Spence Bäte (Proc. zoolog, soc. of London 1864. p. 662 f.)
Pugetlia Lurdii und Oregunia lonyiiuajfa als n. A. von Vancou-
ver Island.
Cyclometopa. — Alph. Milne Edwards (a. a. 0. p. 3)
errichtete eine neue Gattung C arpil o x a nthu s auf Zozymus ru-
gatus M. Edw. und canaliculatus Luc. Dieselbe nähert sich in der
Form am meisten Carpilodes, die Schale ist weniger niedergedrückt
als bei Xantho, das Basalgiied der äusseren Fühler legt sich nur
mit seinem vorderen Innenwinkel an den Stirnfortsatz, die beweg-
liche Geissei ist von der Orbita fast ausgeschlossen, die vorderen
Beine sind kurz, die anderen ohne Leisten. — Art: Carp. Vaillan-
tianus von Isle Bourbon. — Aclaea pilosa n. A. ebendaher.
Alb. Ordway, Mouograph of the genus Callinectes (Boston
Journal of natur. hist. VII. p. 567 — 583) beschrieb folgende neue
Arten der genannten Gattung, welche er nach einem Vorwort Stimp-
son ursprünglich monographisch zu bearbeiten beabsichtigt hatte:
Callinecles haslalus (Lupa hastata Say) Chesapeake - Bay, omalus
Haiti, Bahamas etc., larvaius Florida, Haiti etc., tumidus Florida
Haiti, diacanihvs (Lupa dicantha Dana), toxotes Cap St. Lucas, bel-
licosus (Stimps.) Californien, arcualus Cap St. Lucas und pleuriticus
Panama. Verf. unterscheidet diese Arten, welche nach seiner An-
gabe von den früheren Autoren confundirt worden sind, hauptsäch-
lich nach der Form des Abdomen in beiden Geschlechtern.
Spence Bäte (Proceed. zoolog. soc. of London 1864. p. 663f.)
beschrieb Platijcarcinus recurvidens und Clilorodius imbricutus als
n. A. von Vancouver-Island.
Anomura. Alph. Milne Edwards (a. a. 0. p. 10 ff.) be.
schrieb unter dem Namen Lilhoscaptus (nov. gen.) paradoxus
eine bereits im vorigen Jahresber. p. 284 kurz erwähnte neue Form
von Isle Bourbon, welche sich in der Substanz der Polypen-Gattung
Maeandrina eingräbt. Dieselbe wird als sehr merkwürdig gestaltet
bezeichnet und soll in der Entwickelung des Postabdomen zwischen
Brachyuren und Macruren die Mitte halten. In der Bildung des
Cephalothorax steht sie Kanina zunächst, unterscheidet sich aber
durch die Form der äusseren Kieferfüsse, welche eher denen von
Kemipes gleichen, nur dass das dritte Glied, breiter und die Geissei
schwächer ist; besonders aber durch den Hinterleib, welcher viel
stärker als der Cephalothorax entwickelt, aber unter diesen ge-
schlagen ist und so eine grosse Bruttasche für die Eier bildet.
Verf. begründet auf diese Gattung, von der er merkwürdiger Weise
keine Abbildung gicbt, eine besondere Familie Lithoscapidae. —
•T der Entomologie während der J. 1863 — 64. 635
Als n. A. von Isle Bourbon wird ferner p. 12 f. Remipes ovalis
(pl. 17. flg. 5), ausserdem Porcellana Asiatica Leach beschrieben.
Spence Bäte (Proc. zoolog. soc. of London 1864. p. 665 f.)
machte Cryptolithodes alta-fissvra und Petalocertis bicurnis als n. A.
von Vancouver Island bekannt.
Forcellanidae- NachSemper (Zeitschr. f. wissensch, Zoolog.
XIII. p. 560) lebt auf den Pelew-Inseln eine kleine Porcellana-Art
in einer Millepora vollständig eingeschlossen; nur zwei schmale
Spalten führen zu der Höhlung, welche das Thier nicht zu verlas-
sen im Stande ist. Verf. vermuthet, dass der Einschluss dadurch
bewirkt wird, dass die Polypen der Koralle um den noch im Lar-
venstadium befindlichen Krebs herumwachsen. Derselbe findet sich
stets einsam, niemals paarweise ; es wäre daher interessant, die Art
der Befruchtung zu beobachten.
Pagurini. Stimpson (Proceed. acad. nat. scienc. of Phila-
delphia 1864. p. 158) beschrieb Eupaynrus Kennerhji als n. A. aus
dem Puget-Sund, Heller (Crustac. d. südl. Europ.) Clibanarius
Houxi (? = Pag. ornatus Roux) von Gibraltar , Eupagurus Lucasi
(Pag. spinimanus Luc. nee Milne Edw.) von Spalato und Lesina,
Goes (Öfvers. Vetensk. Akad. Förhandl. 1863. p. 166) Pagurus Cua-
nensis Thomps. nach Exemplaren von der. Schwedischen Küste.
Stuart Wort ley, On the habits of Pagurus Prideauxii and
Adamsia palliata (Annais of nat. bist. 3. ser. XII. p. 388-390) machte
merkwürdige Mittheilungen über das Verhältniss eines Bernhards-
Krebses zu einer Actinie. Die beiden genannten Arten wurden ge-
meinschaftlich in der Schale einer Natica monilifera gefunden und
in einem Aquarium beobachtet. Sobald der Pagurus sich an hinein-
geworfenen Fleischstückchen selbst gesättigt hatte, reichte er die übri-
gen mit seiner grossen Scheere der Adamsia, welche sie verschlang;
auch Hess er seine Scheere von den Tentakeln der See-Anemone
umklammern und schauckelte diese vor- und rückwärts. Verliess er
sein Schneckengehäuse, um sich ein anderes zu suchen, so hob er die
Adamsia aus seinem früheren Wohnsitz heraus und trug sie in den
neuen hinüber; hier drückte er sie so lange an, bis sie sich festge-
setzt hatte. Gefiel ihr aber die neue Schale nicht, so brachte er
sie in eine andere, ihr besserzusagende. Kurz, der Pagurus erwies
sich als ein unzertrennlicher Begleiter der Adamsia, welche nach
des Beobachters Ansicht ihm als weiches Kissen in seinem Gehäuse
angenehm sein mag und ihm auch wohl durch ihre Fangarme man-
chen guten Bissen zuführen könnte.
Ein Anonymus (»Cornubiensis«) in den Annais of nat. bist. 3.
ser. XI. p. 460) hat die merkwürdige Entdeckung gemacht, dass das
Thier der Herzmuschel (Periwinkle) sich in einen Pagurus verwan-
636 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
dele. Eine Untersuchung zahlreicher Individuen der Herzrauschel
hat ihn davon belehrt, dass diese Umwandelung allmählich vor sich
gehe, indem in manchen das Thier noch fast vollständig MoUusk,
in anderen halb Krebs u. s. w. sei. Die Mittheilung führt den Titel:
Pretended Parthenogenesis of the Bernhard Grab.
Astacini. Alph. Milne Edwards (in Maillard, Notes sur
l'ile de la reunion, Faune carcinologique p. 14. pl. 19) machte eine
neue Gattung und Art: Enoflomc t o pus pictus von Isle Bourbon
bekannt, welche mit Astacus und Homarus sehr nahe verwandt ist
und sich hauptsächlich durch die nicht in eine Scheere endigenden
Beine des 2. und 3. Paares unterscheidet; das vorletzte Glied die-
ser Beinpaares ist an der Spitze nur kurz zahnartig ausgözogen.
Nach einer Mittheilung von Dr. Tubi an Guerin-Mene-
vill e (Bev. et Magas. de Zoolog. XV. p. 95) starben im J. 1861 im
Verlauf von weniger als acht Tagen sämmtliche Flusskrebse in den
Seen und Flüssen der Lombardei. Alle seit jener Zeit gemachten
Versuche, die Gewässer wieder mit Krebsen zu bevölkern, schlugen
fehl, indem auch diese neu hinzugebrachten stets durch eine Krank-
heit hinweggerafft wurden.
van Beneden, Note sur une pince de homard monstrueuse
(Bullet, de l'acad. de Belgique 2. ser. XVII. p. 371). Nach der bei-
gefügten Abbildung in Holzschnitt sind beide Finger der Scheere
tief zweitheilig.
Derselbe (ebenda 2. ser. XVIII. p. 133) theilte den Fund
einer Hummerscheere von sehr bedeutender Grösse in der Thonerde
von Rupelmonde mit.
Von Astacus fluviatilis wurden gleichfalls verschiedene Schee-
ren-Missbildungen im Corresp. -Blatt d. zoolog. mineralog. Ver. zu
Regensburg 18G3. p. 180 f. beschrieben und im Umriss abgebildet.
Caridao. Heller (Crustac. d. südl. Europ. p. 289. Taf. 10)
machte Virbius leptocerus als n. A. aus dem Hafen von Genua be-
kannt, ferner (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIV.
p. 51) /'onfoma flatomuctilata als n. A. von der Dalmatinischen Küste,
in der Mantelhöhle von Phallusia mamillata schmarotzend.
Alph. Milne Edwards, Revision des Crustaces Macroures
de la famille des Atyoidees (Annal. soc. entom. 4. ser. IV. p. 145 —
152. pl. 3). Verf. giebt eine Uebersicht der bis jetzt bekannten Arten
der Gattungen Atya Leach und Atyoida Rand, nebst Beschreibung
einiger zu ersterer kommenden neuen: Atya robusta und margari-
lacea von Neu-Caledonien und armata von den Philippinen, alle drei
auf der beifolgenden Tafel abgebildet. Mit Einschluss dieser um -
fasst Atya gegenwärtig 8, Atyoida 2 Arten.
Spence Bäte (Proc. zoolog. soc. of London 1863. p. 498 ff.)
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 637
beschrieb Angasia pavoninn , Carndina (Caridina? Ref.) truncifrons^
cincinnuli, tenuiroslris , Anchislia oesopia und Crangon intermedius
als neue Australische Arten, im Golf von St. Vincent aufgefunden.
Die Untergattung Angasia White wird hier zu einer selbstständigen
Gattung erhoben und von Hippolyte durch den Mangel des Kieles
auf dem Rostrum und der Rückenfläche des Cephalothorax so wie
durch den fehlenden Anhang an den Mandibeln unterschieden.
Hippolyte esqnimaltiana Spence Bäte n. A. von Vancouver-Is-
land (Proceed. zoolog. soc. of London 1864. p. 666).
Hippolyte prionota, Suckleyi, stijlus und gracilis Stimpson n.
A. von Puget-Sund (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelph. 1864.
p. 153 ff.)
Caridina Siamensis Giebel (Zeitschr. f. d. gesammt. Natur-
wiss. XXI. p. 329) n. A. aus Siam. ^
Johnson, Description of a new species of Macrurous De-
capod Crustacean belonging to the genus Penaeus from the coast
of Portugal (Proceed. zoolog. soc. of London, 1863. p. 255, Annais
of nat. hist. 3. ser. XIII. p. 255) machte Penaeus Bocagei als n. A.
aus Portugal bekannt.
G 0 e s (Öfvers. Vetensk. Akad. Förhandl. 1863. p. 170) gab
eine nochmalige Charakteristik von Hippolyte Gordoni Sp. Bäte,
für welche er anstatt des anderweitig vergebenen Gattungsnamens
Doryphorus Norm, die Benennung Caridion vorschlägt.
Schizopoda. Die Norwegischen Arten der Gattung Mysis und
einiger ihr nahe verwandten neuen Gattungen wurde von 0. G. S ars
in seinen oben erwähnten Berichten über zwei im Sommer 1862
und 1863 unternommene Reisen (1862. p. 11 f. und p. 39— 44. —
1863. p. 6 u. p. 16—36) näher erörtert. Verf. hat zunächst durch
Vergleich festgestellt, dass die im Binnenwasser Schwedens und
Norwegens vorkommende Mysis relicta Lov. mit der Grönländischen
Mysis oculata Fabr. der Art nach identisch und nur als Varietät
derselben zu betrachten sei. — Als eine neue marine Gattung macht
er sodann (Reise 1862. p. 41 ff.) IS cm at opus, nov. gen. (Name
schon von LatreiUe bei den Hemipteren vergeben!) bekannt,
welche zwischen Mysis einer- und Lophogaster und Thysanopoda
andererseits in der Mitte steht. An letztere schliesst sie sich be-
sonders durch das Männchen an, welches vollständig entwickelte,
zweiästige Schwanzbeine besitzt, während sie beim Weibchen nach
Art von Mysis verkümmert sind. Mundtheile und Bruttasche des
Weibchens, ebenso der Anhang der inneren Fühler des Männchens
wie bei Mysis; Cephalothorax hinten ausgeschnitten und die beiden
letzten Thoraxringe frei lassend; Augen an der Basis der Pedunculi
stark eingeschnürt, lebhaft purpurroth pigmentirt. Kieferfüsse in
Archiv für Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. QQ
638 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
eine Klaue endigend und mit vieigliedrigem Taster versehen, Tho-
raxbeine sehr lang und dünn, sparsam beborstet, achtgliedrig, das
Endglied in eine spitze Klaue umgestaltet. — Zwei Arten: iSemai.
eleyans und serralus, erstcre 6 , letztere 7 Mill. lang. — Endlich
im Bericht über die Reise 1863. p. IG ff. liefert Verf. eine i>Oversigt
af de i Christiauiafjürden forckommende Mysider, welche drei Gat-
tungen mit fünfzehn Arten umfasst: 1) Mysis 8 A, a) Mittlere
Schwanzlamelle an der Spitze gespalten: M. flexuosa Müll., inermis
Rathke, truncatula^ orntito, aur {in lia, und insignis u. A. — b) Mitt-
lere Schv/anzlamelle gauzrandig: M. vulgaris Thomps. und yracilis
n. A. — 2) ItJ y s id op sis , nov. gen. Kückenschild klein, hinten
tief ausgerandet, die 2 bis 3 letzten Thoraxringe frei lassend ; Man-
dibeln ohne den grossen Mahlfortsatz v.on Mysis, Maxillen des zwei-
ten Paares ohne die gewimperte kreisrunde Lamelle , welche bei
Mysis sich hinter den Innenlappen iindet ; Kieferfüsse des zweiten
Paares viel kräftiger als bei Mysis, mit erweiterten und flachge-
drückten Gliedern. Seitliche Schwanzlamellen breiter, Schwanzbeine
beim Männchen zweiästig, als Schwimmbeine fungireud, mit breitem
Basaltheil und vielgliedrigen, lang behaarten Spaltästen. — Arten:
Mysid. didelphys Norm., gibbosa und angusta n. A. — 3) Nemato-
pus Sars 4 A., ausser den beiden obengenannten: Aem. microps und
ohesus n. A.
Prof. Sars, Om Slaegten Thysanopoda og dens norske Arter
(Separat-Abdruck aus Videnskabs-Selsk. Forhandl. for 1863. — 8.
16 pag.). Verf. giebt zunächst eine ausführliche Charakteristik der
schon früher (1856) von ihm aufgestellten Thysanopoda ISorvegica
und fügt später zwei neue unter den Namen Thys. Rasc/ni und natia
hinzu. An den beiden ersteren erörtert er eingehend die am Bauch
befindlichen accessorischen Augen (vgl. oben!).
Goes (Öfvers. Vetensk. Akad. Forhandl. 1863. p. 174 ff.)
machte Mysis spinifera n. A. (ob = Mys. sancta v. Bened, ?), giaji-
dis n. A., Slabberi v. Bened. und erythrophlhalma n. A. von GuUma-
ren und Spitzbergen bekannt.
Heller (Crustaceen d. südl. Europa's S. 303. Taf. 10. Fig. 13
u. 14) Mysis truncata als n. A. von Lissa.
Claus (Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XIII. p. 442 ff. Taf. 28
und 29) Euphausia Mvellevi n. A. von Messina nach allen Entvvicke-
lungsstadien.
Derselbe (ebenda Xlll. p. 433 ff. Taf. 28) erörterte die Orga-
nisation einer bei Messina von ihm augefundenen Leucifer-Art,
welche vermuthlich mit L. typus Thomps. identisch ist. Das Ana-
logen der grünen Drüse ist hier in P'orm eines mehrfach gewundenen
Drüsenschlauches vorhanden, welcher in einen sich am Grunde der
hinteren Fühler abhebenden hohlen Cylinder einsenkt. Von Maxil-
der Entomologie während der J. 1863—64. 639
larfusspaaren ist nur ein kurzes (nicht zwei, wieMilne Edwards
angiebt) und ein langes fussartiges vorhanden; am Cephalothorax
fehlen die beiden letzten Beinpaare, so dass Leucifer gleichsam
ein Larvenstadium der übrigen Decapoden repräsentirt. Das Ge-
hirnganglion (Fühlerganglion Semper's) sendet zwei Commissuren
zu einer zweiten Nerven-Anschwellung für die Mundtheile, welcher
noch vier Brust- und sechs Hinterleibsganglien folgen. Das lange
und enge, in der Gegend der beiden Kiefcrfüsse liegende Herz zeigt
jederseits zwei venöse Ostien.
Gumacea. G. 0. Sars (Om en i Sommeren 1862 foretagen
zoologisk Reise p. 47 ff.) machte eine neue Gattung Lamprops be-
kannt, welche sich durch dünne und mehr lederartige Körperwan-
dungen als die übrigen Diastyliden, durch sehr kurze Fissur des
Rückenschildes, den Mangel eines Rostrum, ungezähnte Seitenrän-
der des Cephalothorax, grosse, gerundete Epimeren der fünf freien
Thoraxringe, ein sehr deutliches, grosses, unpaares, roth pigmen-
tirtes zusammengesetztes Auge, sehs Glieder an allen Thoraxbei-
nen u. s. w, auszeichnet; die vier vorderen sind mit einem grossen,
vielgliedrigen Taster , die folgenden vier aussen an der Basis mit
einem sehr kleinen, zweigliedrigen Anhang versehen. — Art: Lampr.
fasciata, 4 — 5 Mill. lang, aus Norwegen (nach Weibchen beschrieben).
Derselbe, Om -den aberrante Krebsdyrgruppe Gumacea og
dens nordiske Arter (8. 83 pag., Separat-Abdruck aus Yidensk. Sels-
kab. Forhandl. for 1864) machte eingehende Mittheilungen über die
Familie der Cumaceen im Allgemeinen, indem er ihren äusseren
Körperbau, ihre anatomische Eigenthümlichkeiten, ihre Entwicke-
lungsgeschichte, Lebensweise und systematische Verwandtschaft erör-
tert — und lieferte eine Uebersicht und Charakteristik der in den
nordischen Meeren vorkommenden Gattungen und Arten derselben.
— Von den beiden Fühlerpaaren sind die oberen klein, die unteren
beim Weibchen rudimentär, beim Männchen dagegen vollständig
entwickelt, an dem letzten oder den beiden letzten grossen Gliedern
des Pedunculus unterhalb dicht behaart. Die Mandibeln sind ta-
sterlos, die fünf Paar Thoraxbeine nehmen nach hinten an Länge
ab und entbehren sowohl der Scheeren als Fussklauen ; beim Männ-
chen sind sie mit Ausnahme des letzten, beim Weibchen dagegen
nur das erste oder höchstens die drei ersten Paare mit einer
Schwimmgeissel versehen. Die Pedes spurii des Postabdomen feh-
len l3eim Weibchen vollständig, während beim Männchen zwei bis
fünf Paare entwickelt und mit langen Borsten versehen sind. Die
Augen fehlen bei manchen Cumaceen ganz; wo sie vorhanden, ver-
schmelzen sie zu einem Einzelauge, welches an der Basis des Ro-
strum einen pigmentirten Höcker bildet, auf welchem vier oder
mehr einfache Augen liegen. Das einzige Kiemenpaar ist au der
640 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Basis des ersten Maxillarfusses angeheftet und ragt in die Körper-
höhle hinein; jede Kieme besteht aus einer häutigen Platte, an wel-
cher mehrere fingerförmige Anhänge sitzen und ist während des
Lebens in steter vibrirendor Bewegung. Auf den sehr kurzen Oe-
sophagus folgt ein im Innern mit complicirtem Magengerüst ver-
sehener Proventriculus , hinter welchem jederseits drei blinddarm-
förmige Leberschläuche in den Tractus intestinalis einmünden. Das
Nervensystem besteht im Cephalothorax aus unpaaren Ganglien,
welche jedoch durch paarige Commissuren verbunden sind; im Ab-
domen sind an den beiden Nervensträngen die Ganglien undeutlich.
Das langgestreckte, grosse, die Mitte des Cephalothorax einnehmende
Herz lässt jederseits nur ein einziges Ostium venosum erkennen;
zwei zu seinen Seiten liegende gelappte, weisslichgelbe Säcke, wel-
che allen Cumaceen zukommen, sind offenbar excretorische Organe.
Gehörorgane in dem Basalgliede der inneren Fühler fehlen. Die
Weibchen tragen die Eier und Embryonen in der Körperhöhle, wel-
che zwischen den Beinen einer beträchtlichen Erweiterung 4ahig ist;
die Jungen machen keine Verwandlung durch. - In dem speziellen
Theil seiner Abhandlung giebt Verf. Charakteristiken von neun Gat-
tungen: 1; Diastylis Say mit 9 Arten, darunter neu: JJ. rugosa von
Christiansund (mit Auge), serrula, biplicata und lonyimuna (ohne
Auge). 2) Leucon Kr. 4 Arten, darunter neu: L. fuhus, acutiroslris
und yallidus. 3) Eudora Sp. Bäte mit 2 A. 4) Lamprops Sars mit
3 A., darunter Vaunthompsonia rosea Norm, und L. fuscaia n. A.
5) f^setidocuma, nov. gen. , für Leucon cercaria v. Bened. er-
richtet, mit 1 A. : Pseud. bislriata. — 6) F el a l opus , nov. gen.,
durch die Bildung des vordersten Beinpaars ausgezeichnet; dasselbe
besteht nur aus fünf Gliedern, deren drittletztes sehr gross, innen
stark erweitert ist und eine grosse, fast Vierecke Platte darstellt,
an deren unterem Winkel die beiden folgenden Glieder angeheftet
sind. — Art: Pel. declivis. — 7) Cumella, nov. gen., durch den
Mangel der Postabdominalbeine beim .^lännchen ausgezeichnet ; von
der folgenden Gattung in der Mundbildung verschieden. — Art :
Cum. pijginaea. — 8) C a in p yla s pis, nov. gen., auf Cuma rubicunda
Lilljeb. und zwei neue Arten: Camp, cosiaia und undaia begründet.
— 9j C yc laspis , nov. gen. mit 1 Art: Cycl. lonyicaudala.
Amphipoda.
Wichtige Beobachtungen über die Entwickelungs-
geschichte der Amphipoden wurden von F. Müller
(;,Für Darwin," p. 50ff.) mitgetheilt. Schon die Lage-
rung des Embryo in der Eihülie unterscheidet sie von
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 641
den Isopoden, bei denen das Schwänzende nach oben
zurückgebogen ist, während sich bei den Ampbipoden
das Postabdomen unter den Bauch einkrümmt. Auch der
von Meissner und Lavalette bei Garamarus nachge-
wiesene sogenannte „Micropyl-Apparat/ durch welchen
der Rücken des Embryo mit der inneren Eihaut in Ver-
bindung steht, scheint für die Amphipoden charakteristisch
zu sein; wenigstens fand ihn Verf. an den in der Ent-
wickelung begriffenen Eiern einer ganzen Reihe von
Gattungen, wie Orchestoidea, Orchestia, Allorchestes, Mon-
tagua, Batea (nov. gen.), Amphilochus, Atylus, Micro-
deutopus, Leucothoe, Melita, Amphithoe, Cerapus, Cyrto-
phium, Corophium, Dulichia, Protella und Caprella. (Verf.
sprichtisich bei dieser Gelegenheit gegen die Identificirung
dieser Bildung mit der Mikropyle der Eihaut aus und
vergleicht sie mit dem unpaaren Haftorgan im Nacken
der Cladoceren). Eine Metamorphose machen die Am-
phipoden meist nicht durch; die Verwachsung einzelner
Körperringe, wie sie bei ausgewachsenen Formen zuwei-
len vorkommt, findet sich dann auch schon bei den der
Bruttasche des Weibchens entnommenen Jungen, ebenso
Eigenthümlichkeiten in der Bildung der Gliedmaassen.
Ausgenommen sind die Hyperinen, bei welchen sich die
Jungen oft wesentlich von den Alten unterscheiden; je-
doch auch hier findet nur eine allmähliche Umwandlung
von Leibesringen und Gliedmaassen statt. Bei auffallender
Geschlechtsdifferenz ist dies hauptsächlich beim Männchen
der Fall, während die Weibchen mehr die Form der Jun-
gen beibehalten; erwähnenswerth ist, dass bei manchen
Arten (Orchestiaj das Männchen noch nach erlangter
Geschlechtsreife namhafte Formveränderungen an Füh
lern, Greifhänden u. dgl. eingeht, so dass verschiedenar-
tige Individuen derselben Art die auffallendsten Differen-
zen erkennen lassen.
„Ueber die Blutbahnen bei den Caprellen'^ sind von
Claparede (Beobacht. über Anatomie und Entwicke-
lungsgesch. wirbelloser Thiere p. 101. Taf. 16. fig. 17 — 18)
erneuete Untersuchungen angestellt worden, nach wel-
612 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
eben der von Frey und Leuckart in den Beinen beob-
achtete arterielle und venöse Strom durch eine deutliche
Längs -Scheidewand getrennt ist. Ersterer, welcher an
der Beugeseite verläuft, ' geht auch abweichend von den
Angaben der genannten Forscher nicht bis in die Fuss-
spitze, sondern er giebt am Ende jedes Gliedes einen
Zweig für den venösen Strom ab, so dass er nur dem
kleineren Theile nach das Ende des Beines erreicht. Wo
sich von dem Hauptstamm der Seitenzweig abwendet,
lässt sich deutlich ein Umbiegen der Blutkörperchen in
den venösen Strom erkennen und zwar findet dies durch
eine ovale Oeffnung statt, welche die Längsscheidewand
(eine sehr zarte, schwer wahrnehmbare Membran) durch-
setzt. Es findet sich also hier ein Aequivalent füv wirk-
liche Gefässwandungen, welches unter den Arthropoden
vielleicht eine w^eitere Verbreitung hat und auf welches
die von Behn und Verloren angegebenen pulsirenden
Organe in den Beinen von Insekten noch näher zu ver-
gleichen wären.
Von besonderem Interesse ist die Entdeckung eines
Amphipoden im Bernstein, welcher von G. Zaddach im
4. Bande der Schriften der physik.-ökonom. Gesellsch. in
Königsberg p. 1—12 beschrieben und auf Taf. 1 abgebil-
det worden ist. Das Vorkommen desselben im Bernstein
ist um so bemerkenswerther, als die wenigen bis jetzt
bekannten Bernstein-Crustaceen sämmtlich den Land-As-
seln angehören, der vorliegende Amphipode sich aber
als eine marine Form zu erkennen giebt. Gattung sowohl
wie Art sind von lebenden Formen überhaupt, insbeson-
dere auch von den damit verglichenen der Preussischen
Küste verschieden; Verf. beschreibt sie unter dem Na-
men P alaeo gammarics samhiensis und diagnosticirt
die Gattung folgendermaassen :
»Caput altius quam longius. Antenuae et superiores et infe-
riores validae, scapis triarticulatis, longitudine subaequalibus, illae
flagello appendiculari ornatae. Epimera longa, duo anteriora angu-
stissima, primo cingulo dorsali subiecta, quartum maxiraum, apice
duplo latius quam basi. Postabdominis segraenta anteriora propriis
laminis lateralibua instrucla. Pedes quarti paria infirmi, ad ambu-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 643
landum apti, qiiinti et sexti paris coxis permagnis in laminas ovales
mutatis, ceteris articulis gracilibus, imguibus minimis rectis.«
Catalogue of Amphipodons Crustacea in the colle-
ctlon of the British Museum. London 1863. 8. with plates
(pr. 25 sh.) hat dem Ref. nicht zur näheren Einsicht vor-
gelegen; ebensowenig die Fortsetzung des in den letzten
Jahresberichten erwähnten Werkes von Spence Bäte
und Westwood „A history of the British sessil-eyed
Crustacea."
Grube (dies. Archiv f. Naturgesch. XXX. p. 195 —
213. Taf. 5) lieferte „Beschreibungen einiger Amphipoden
der Istrischen Fauna," welche zum Theil schon in des
Verf.'s „Ausflug nach Triest und dem Quarnero" bekannt
gemacht worden sind, hier aber eine nochmalige, spe-
ziellere Erörterung erfahren, anderentheils von der Insel
Lussin stammen und eine besonders auffallende neue Gat-
tung Icriditim unter sich begreifen, über welche Verf.
schon in der 8chlesischen Gesellsch. f. vaterländ. Cultur
(Jahresbericht 1863. p. 2, vom 18. Febr., Breslauer Zeitung
vom 12. März) vorläufige Mittheilungen gemacht hat.
Verf. bringt seine Amphithoe brevitarsis, auisopus und leptonyx,
welche er nochmals ausführlich beschreibt, zur Gattung Dexamine
Leach, zu welcher er auch den Amphitonotus spiniventris Costa
rechnet und für welche er folgende Merkmale aufstellt : »Antennae
superiores pedunculo biarticulato, articulis sat longis, flagello sim-
plici munitae. Mandibulae palpo carentes. Pedes paris 1. et 2. de-
biles, proximis breviores, subchelati. Segmenta 7. sequentia dente
dorsuali armata. Telson productum, supra fissum.« — Seine vierte
Art: Amph. Istrica stellt Yerf. zur Gattung Nicea Nie. »Antennae
breves, subaequales. Pedes paris 1. et 2. subchelati. Telson pro-
funde divisum. Cetera ut in Allorcheste genere.« — Gammarus re-
curvus Grube gehört zu Crangonyx Sp. Bäte. — Eine ausgezeich-
nete neue Art der vom Verf. in ihren Merkmalen emendirten Gat-
tung Iphimedia Rathke ist die auf Taf. 5. fig. 1 abgebildete Iphiin.
muliispinis. — Die nochmals beschriebene Colomastix pusillaGr. wird
jetzt der Gattung nach als wahrscheinlich identisch mit Cratippus
Sp. Bäte hingestellt. — Die neue Gattung / c r i rf * m w zeigt folgende
Charaktere: »Corpus depressum, ex ovali oblongum, postice elon-
gatum. Antennae breves, articulis paucis, inferiores superioribus
breviores, tenuiores. Caput (deorsum visum) quadrangulum, angulis
anterioribus prominentibus, oculos ferentibus, Pedes omnes ambu-
644 Gerstaecker: Bericht üb. J. wissensch. Leif^t. im Gebiete
latorii, longitudine sensim crescentes. Postabdomen ex segmentis
5 compositum, appendices anteriorum 4 birameae, setigerae, segmenti
5. brevissimae, simplices, esetes. Telson nullum. — Art: Icr. fu-
scuin, 3,5 Mill. lang. Die Gattung erinnert durch den niederge-
drückten, ovalen Körper lebhaft an die Isopoden, von denen sie
durch die Pedes spurii sogleich zu unterscheiden ist; sie scheint
mit Icilius Dana nahe verwandt zu sein.
Derselbe (Die Insel Lussin und ihre Meeresfauna p. 72 f.)
beschrieb Kroyeria ? haplocheles als n. A. von Lussin, Cerapus htli-
manus n. A. von Neresine, ausserdem Ceradocus orchestipes Costa,
welche Verf. zur Gattung Megamoera Sp. Bäte stellt.
Ach. Costa, Di alcuni Crostacel degli Acalefi e
di un Distomideo parassito (Rendiconto dell' Accademia
delle scienze fisiche e matematiche III. Napoli 1864. p.86if.)
machte zwei auf Acalephen , besonders Beroiden parasi-
tisch lebende Amphipoden- Gattungen bekannt, welche
mit der von Giuseppe de Natale aufgestellten Gat-
tung Ornithorhamphus nahe verwandt sind und folgen-
dermaassen charakterisirt werden :
1) Natalius, nov. gen. Corpus elongatum, dorso rotun-
datum. Caput antrorsum ad rostri instar conice productum, rostro
infra canaliculato. Antennae duo, infra rostrum in canalicula inser-
tae, minutae. Oculi elongati, subreniformes. Palpi maxillares duo,
corporis dimidiam longitudinem superantes, gracillimi, trigeniculati.
Pedes primi et secundi paris minuti, validiusculi, subprehensiles,
tertii et quarti ceteris longiores, gracillimi, filiformes, quinti, sexti
et septimi normales. Pedes spurii primi, secundi et tertii segmenti
abdominalis biremes, remis setosis, setis utrinque fimbriatis, quarti,
quinti et sexti stylis biarticulatis. — Art: NaL cundidi5si7mis, 13 Mill.
— 2) C arcinornis , nov. gen. Corpus elongatum, compressum,
dorso subcarinatura. Caput antrorsum ad rostri instar conice pro-
ductum, rostro infra canaliculato. Antennae duo, infra rostrum in
canalicula insertae, minutae. Oculi ovato-reniformes. Palpi maxil-
lares minutissimi, quadriarticulati, haud fracti. Pedes primi et secundi
paris minuti, validiusculi , prehensiles, tertii et quarti filiformes,
quinti, sexti et septimi normales. Pedes spurii primi, secundi et
tertii segmenti abdominalis biremes. remis setosis , setis fimbriatis
— quarti, quinti et sexti stylis biarticulatis. — Zwei Arten: Carc.
acvlirostris und inflaticeps, 5 — 6 Mill.
Gammarina. Stimpson (Proceed. acad. nat. scienc. of Phi-
ladelphia 1864. p. 156 f.) beschrieb AmphUhoe humeialis, Anonyx fili-
gcr, Gammarus sublener, Amphithonolus seplemdentalus und occiden-
talis, Ampelisca Vugetica als n.A. aus dem Puget-Sund. — Ebenda
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 645
1863. p. 139: Phernsa tricuspis als n. A. von Littleton-Island, fast
12 Lin. lang, mit Pberusa (Amphitlioe) bicuspis Kroyer nahe ver-
wandt.
Maera /?/scfr Spence Bäte n. A.' von Vanoouver-Island (Proceed.
zoolog. soc. of London 1864. p. 667).
G. 0. Sars (Zoolog. Keise i Sommer. 1862. p. 13 ff.) gab noch-
malige ausführliche Beschreibungen der in den Norwegischen Bin-
nenseen vorkommenden marinen Amphipoden: Pontoporeia femorata
Kroyer var. affinis Lindstr., Gammarus pulex de Geer, welche Art
er von der gewöhnlich unter diesem Namen cursirenden verschieden
glaubt und sie für diesen Fall Gamm. lacustris nennt, und Gamma-
rus cancelloides Gerstf. var. ? Weitere Notizen über das Vorkommen
der beiden letzten Arten giebtYerf. auch in der »Zoologisk Reise i
Sommeren 1863.« p. 7.
F. Müller (»Für Darwin,« p. 6 u. 18 ff.) erwähnt dreier
Brasilianischer Melita- Arten, von denen die eine: Mel. exilii n. A.
gleich der Mel. valida , Fresnelii u. a. sich beim Männchen durch
die Asymmetrie des ersten Beinpaares auszeichnet, indem auf der
linken Seite eine kleine Hand von gewöhnlicher Bildung, rechts da-
gegen eine Kneifzange von enormer Grösse ausgebildet ist. Die
beiden anderen: Mel. Messalina und insatiabilis weichen von allen
übrigen bekannten Arten der Gattung dadurch ab , dass bei den
"Weibchen die Hüftblätter des vorletzten Beinpaares in hakenför-
mige Fortsätze ausgezogen sind, an welche sich das Männchen bei
der Begattung mit den Händen des ersten Beinpaares anklammert.
Beide Arten sind sehr begattungseifrig ; selbst Weibchen mit Eiern
aller Entwickelungsstadien tragen ihr Männchen auf dem Rücken. —
Ferner macht Verf. (p. 16— 54 f.) drei Orchestia- Arten bekannt, von
denen Orch. Darwini n. A. in zwei, durch die Bildung der Greif bände
auffallend unterschiedenen männlichen Formen, welche durch kei-
nerlei üebergänge vermittelt sind, auftritt, während die beiden an-
deren: Orchestia Tucurauna und Tiiciiratinga im männlichen Ge-
schlechte noch nach erlangter Geschlechtsreife die Form der Füh-
ler und Greifhände verändern,
Hyperina. F. Müller (a. a. 0. p. 51f.) machte Angaben über
die Entwickelung der Hyperia Martinezi n. A. , welche parasitisch
an Beroe gilva Esch. lebt. Die jüngsten Larven aus der Bruttasche
des Weibchens besitzen bereits sämmtliche Beinpaare des Mittel-
leibes, während die des Hinterleibes fehlen. Zuerst einfach, ändern
sich diese Beine zu drei Gruppen verschieden gestalteter Greif-
beine, indem das 1. von den beiden folgenden und diese von den
drei letzten in der Gestalt abweichen. Beim Uebergang in dag er-
wachsene Thier ändert sich die Form der Beine abermals auffal-
lend, indem das vorletzte Glied besonders an den hinteren Paaren
646 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
langg-estreckt und schmal wird, die Greifklaue sich aber in einen
gewöhnlichen Nagel umgestaltet.
Cäprellinä. Caprella inermis Grube n. A. von Lussin piccolo
(in : die Insel Lussin und ihre Meeresfauna p. 75), Caprella Kennerlyi
Stimpson n. A. aus dem Puget-Sund (Proceed. acad, nat. scienc. of
Philadelphia 1864. p. 156).
Isopoda.
Die Entwickelungsgeschichte der Asseln erläuterte
Fr. Müller („Für Darwin,^ p. 46 fF.) an einer Brasi-
lianischen Art der Gattung Ligia. Wie bei Mysis ist
der Schwanztheil des Embryo nach oben zurückgekrümmt
und die Entwickelung findet in einer Larvenhaut statt.
Letztere bildet einen durchaus anhangslosen, birnförmigen,
in einen dünnen Schwanz endigenden Schlauch, welcher
erst platzt, wenn die Gliedmaassen der jungen Assel voll-
zählig angelegt sind. Die Rückenfläche des Embryo ist
hinter dem Kopfe mit der Larvenhaut verwachsen; nach
Lösung dieser Verbindung findet sich daselbst kurze Zeit
hindurch ein blattförmiger Anhang. Das freigewordene
Junge unterscheidet sich von der ausgebildeten Assel
durch den Mangel des siebenten Beinpaares, dessen Kör-
perring gleichfalls nur wenig entwickelt ist. — Die an-
gegebenen Verhältnisse scheinen sich bei der Mehrzahl
der Asseln zu wiederholen; die Krümmung des Embryo
nach oben findet sich in gleicher Weise bei Cassidina,
Philoscia, Tanais und den Bopyridcn, der Mangel des sie-
benten Beinpaares der Jungen ist ausser bei Porcellio und
Cymothoa auch bei Idothea, Sphaeroma, Cassidina, Bo-
pyrus und Tanais vom Verf. festgestellt worden. Abwei-
chungen in der Form des letzten Larven-Beinpaares und
die retrograde Metamorphose erörtert Verf. an den Gat-
tungen Cryptoniscus und Entoniscus.
Derselbe (ebenda p. 27 f.) besprach die Modifika-
tionen, welchen das Herz der Isopodcn unterworfen ist,
während dasselbe bei den Amphipoden in Lage und Form
eine fast durchgehende Uebereinstimmung erkennen lässt.
Dem Amphipoden-Herzcn am nächsten steht durch seine
lang schlauchförmige Bildung das Herz von Tanais, nur
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 647
dass hier die Spalten der einzelnen Paare nicht genau
einander gegenüberliegen. Bei den übrigen Asseln ist
es nach dem Hinterleibe hin gerückt, bald kiiglig und
auf den ersten Hinterleibsring beschränkt (Weibchen von
Entoniscus Porcellanae) oder im dritten Ringe gelegen
(Männchen von Entoniscus Cancrorum), bald kurz und
nur mit zv^ei Spaltenpaaren versehen, welche dem letzten
Ringe des Mittel- und dem ersten des Hinterleibes ent-
sprechen (Cassidina); bald durch die ganze Länge des
Hinterleibes sich erstreckend und mit vier oder fünf?) Spal-
ten versehen, welche alternirend rechts und links liegen
(Anilocra).
Derselbe (dies. Archiv f. Naturgesch. XXX. p. 1-6
und ;,Für Darwin'^ p. llff.) machte vorläufige Mitthei-
lungen über den Bau der Scheeren- Asseln (Asellotes he-
t^ropodes MilneEdw.) nach Beobachtungen an einer von
Tanais dubius Kr. kaum verschiedenen Brasilianischen
Art. Nach der Entwickelung zu urtheilen gehört Tanais
unzweifelhaft zu den Asseln, vereinigt aber sonst Deca-
poden und Amphipoden- Charaktere in sich. Der den
Kopf und den scheerentragenden Prothorax bedeckende
Panzer überwölbt kleine Höhlen zu den Seiten des Lei-
bes, in welche sich zwar keine Kiemen finden, in denen
sich aber ein nach vorn gerichteter Wasserstrom bewegt
und welche bei den reichlichen Blutströmen in den Sei-
ten des Panzers als Hauptsitz der Resprration anzusehen
sind. Das Herz erstreckt sich durch die ganze Länge
der Brust bis in den Prothorax und zeigt im 2. und 4.
Ringe Spalten ; die Leber besteht aus einem Paar von
Blindschläuchen. Im Grunde der oberen Fühler liegt
eine kleine Höhle mit einem Gehörsteinchen; die Augen,
welche wenigstens beim Männchen beweglich sind, liegen
nach hinten, aussen und unten von den vorderen Fühlern.
Die Eierstöcke sind einfache Schläuche, welche in eine
unpaare, am Hinterrande des vorletzten Brustringes ge-
legene Geschlechtsöffnung ausmünden; die Bruttasche,
welche oft nur 1 bis 3 Eier umschliesst, wird von vier
Blättern gebildet, welche sich für jede Brut von Neuem
648 Gerstaecker: Bericht üb. die wissensch. Leiste im Gebiete
erzeugen. Die Männchen haben lange, schlanke, mit zahl-
reichen Riechfäden ausgestattete vordere Fühler, entbeh-
ren aller beweglichen Anhänge des Mundes und schei-
nen, da auch ihr Darm stets leer gefunden wird, im ge-
schlechtlichen Stadium zu fasten. Sic treten unter zwei
auffallend verschiedenen Formen auf; doch ist die eine
derselben, welche den Weibchen gleicht, so selten, dass
sie sich kaum einmal unter 100 Individuen findet. Die
gewöhnlichere Form des Männchens unterscheidet sich
vom Weibchen durch breiteren Körper , grössere und
mehr langfingerige Scheeren und die Riechfäden der
oberen Fühler ; letztere lassen auch die zweite Form vom
Weibchen unterscheiden und sind bei dieser sogar noch
an Zahl vermehrt. Bei den ausschlüpfenden Jungen feh-
len ausser dem letzten Paar der Brustbeine auch die fünf
Paar Schwimmfusspaare.
W. Lilljeborg, Bidrag tili kännedomen om de
inom Sverige och Norrige förekommande Crustaceer af
Isopodernas underordning och Tanaidernas familj. (Inb-
judningksskrift, Upsala 1864. gr. 4. 31 pag.). Nachdem
Verf. die Familie Tanaidae, welche er auf die beiden
Gattungen Apseudes Leach und Tanais M. Edw. beschränkt,
in ihren Merkmalen näher definirt und bei dieser Gele-
genheit die Unterschiede der elf von ihm unter den Iso-
poden abgegränzten Familien erörtert hat, beschreibt er
ausführlich die 13 an der Schwedischen und Norwegischen
Küste vorkommenden Arten, von welchen eine der Gat-
tung Apseudes, die übrigen 12 der Gattung Tanais an-
gehören.
Die vom Verf. angenommenen Familien der Isopoden sind:
Oniscidae, Asellidae, Munnopsidae, Tanaidae, Arctiiridae, Idotheidae,
Anthuridae, Sphacromidae, Cymotboidae, Bopyridac und Anceidae.
Die Charaktere der Familie Tanaidae sind nach ihm folgende: »Cor-
pus lineare. Maxillae anteriores appendice flagelliforme setifera. Pe-
dum thoracicorum octo anteriores unguibus retro vergentibus et
primum par manu plerumque cbeliformi, raro subcheliformi. Pedes
abdominales ultimi tenneS et teretiusculi, neque lamellosi, sive pin-
niformes, et roliqui tantummodo natatorii minimeque branchiales,
ramis ambo ciliatis et inter se similibus. Segmentum ultimum ab-
dominis auterioribus malus. — Beschriebene Arten: Apseudes talpa
der Entomologie während der J. 1863—64. 649
Leach (Rhoea Latreiliei M. Edw.), Tanais Orstedii Kroyer (balticus
et rhynchites F. Müll.), brevicomis n. A, (fem.), tenuimanus n. A.
(fem.), f'orcipalns n. A. (mas, fem), gracilis Kroyer, yraciloides n. A.
(mas, fem.), longiremis n. A. (mas, fem.), aeqniremis n. A. (fem.),
breviremis n. A. (fem.), brevimanus n. A. (fem.), ßliformis n. A. (fem.)
und vittatus Rathke (Crossurus = Tan. tomentosus Kroyer). Verf.
giebt ausserdem nocli eine Aufzählung der von anderen Autoren
bekannt gemachten Tanais-Arten, 10 an Zahl.
G. 0. Sars, Om en anomal Gruppe af Isopoder
(Videnskab. Selskab. ForliandL for 1863, Separatabdruck
16 pag. in 8.) machte einige mit Munnopsis Sars in naher
Verwandtschaft stehende neue Gattungen bekannt, welche
nach ihm eine eigene Gruppe der Isopoden, als Isopoda
remigantia bezeichnet, constituiren. Bei denselben zeigt
der Körper eine mehr oder weniger deutliche Zweithei-
lung, indem der Kopf mit den vier vorderen Leibesringen
sich von den übrigen Segmenten durch eine Einschnürung
absetzt. Der Hinterleib besteht nur aus einem einzigen,
oberhalb gewölbtem Segmente, die Augen fehlen. Die
oberen Fühler sind klein , die unteren sehr verlängert
und bestehen aus einem fünfgliedrigen Schaft und einer
vielgliedrigen Geissei. Das erste Beinpaar ist zu unvoll-
kommenen Greifhänden umgestaltet, die drei folgenden
sind Gangbeine und meist sehr verlängert, die drei hin-
tersten des Mittelleibes in der Form sehr abstechend,
blattförmig, Schwimmbeine. Die Bruthöhle wird aus gros-
sen Platten gebildet, welche von den vier vorderen Thor-
raxringen ausgehen.
Die vier dieser Gruppe angehörenden, vom Verf. charakteri-
sirten Gattungen sind: 1) Enrycope, nov. gen. Körper nieder-
gedrückt, nach vorn und hinten gleichmässig verschmälert, die vier
vorderen Thoraxringe kurz, oben ausgehöhlt, die drei hinteren gross
und gewölbt. Untere Fühler ^ehr dünn, drei- bis viermal so lang
als der Körper, die Geissei länger als der Schaft ; Beine des ersten
Paares viel kürzer als die folgenden, in eine kurze und dicke Klaue
endigend. Oberseite des Körpers glänzend und glatt, Schwimmbe-
vregung in raschen Sprüngen. — Drei Arten: Eur, cornvta, pkala»-
gium und mutica, aus grosser Tiefe im Meerbusen von Christiania
u. s. w. gefischt. — 2) M eso st enus ^ nov. gen. (längst vergebener
Name! Ichneumonidae). Körper wenig flachgedrückt, birnförmig,
nach hinten verschmälert, der vordere Abschnitt durch eine tiefe
650 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Einschnürung abgesetzt; die vier vorderen Thoraxringe mit nach
vorn gewandten Seitenplatten, die drei hinteren ohne solche. Hin-
terleibssegmeut schmal dreieckig; untere Fühler länger als der
Körper, zweites Beinpaar kräftig, den beiden langgestreckten fol-
genden unähnlich. — Zwei Arten: Mes. longicornis und hirsutus
gleichfalls von Christiania. — 3) D e smo s o ma, nov. gen. Körper
lang und schmal mit tief abgeschnürten Segmenten. Untere Fühler
viel kürzer als der Körper, beim Weibchen dünn, beim Männchen
äusserst robust, besonders die Geisselglieder stark verdickt und mit
zahlreichen Borsten büschelartig besetzt. Erstes Beinpaar wenig
kürzer und etwas kräftiger als die drei gleichfalls nur kurzen folgenden,
die drei hinteren Paare länger als die vorhergehenden, Schwimmbeine.
Schwimmbewegung continuirlich, nicht sprungweise. — Drei Arten:
Desm. lineare, armatum und acw/ertfwm aus dem Meerbusen von Chri-
stiania. — A) Ma er 0 s tylis, nov. gen. Körper nach hinten verschmä-
lert, die beiden ersten Leibesringe gleich gross, kurz, die beiden
folgenden, besonders aber das dritte viel grösser, die Seitenplatten
des vierten nach hinten gewandt; die drei letzten Thoraxringe durch
tiefe Einschnürungen getrennt, mit nach hinten gewandten, zuge-
spitzten Seitenplatten. Abdominalsegment gross, in der Mitte auf-
getrieben. Untere Fühler verlängert, die Geissei kürzer als der
Schaft; die beiden ersten Beinpaare unter einander gleich, das dritte
bei weitem robuster, mit erweiterten, am unteren Rande langstach-
ligen Gliedern, das vierte viel kleiner und schwächer, die drei hin-
tersten schmal, an Länge zunehmend. — Art: Macr. spinifera von
Christiania. (Alle Arten von der geringen Grösse von 172 — 3 Mill.)
Derselbe (ebenda p. 15 f.) charakterisirte ferner eine neue
mit Munna verwandte Gattung P l euracantha (vergebener Name!
Coleoptera) mit stark erweitertem und niedergedrücktem Vorder-
körper, dorntragenden vier vorderen und schmaleren, seitlich abge-
stumpften drei hinteren Segmenten. Kopf klein , augenlos, Abdo-
men aus einem einzigen grossen, an der Basis eingeschnürten Hinge
bestehend. Fühler fast gleich, die oberen mit zwei-, die unteren
mit siebengliedrigem Schaft. Beine des ersten Paares sehr robust,
fast scheerenförmig, die folgenden ziemlich lang, alle von gleichem
Bau, wenig an Länge zunehmend. — Art : Fleur. rubicunda von
Christiania, 172 Mill. lang.
Spence Bäte (Proceed. zoolog. soc. of London 1863. p. 504)
sonderte eine neue Gattung C r o ä t/ z 0 s von »Idotia« (Idothea? Ref.)
ab, welche er folgendermaassen charakterisirt : Körper lang und
schlank , Brusttheil nicht breiter als der Kopftheil ; obere Fühler
nicht länger als der Kopf, untere viel länger. Erstes Beinpaar
massig lang und stark, die übrigen kurz und schwächer gebaut,
alle am Endgliede mit zwei Zähnen endigend. Postabdomen schma-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 651
1er als die vorhergehenden Ringe, alle Segmente desselben ver-
schmolzen. — Art: Crah. longicaiulaius n. A. von St. Yincent-Golf
in Australien.
Derselbe (ebenda 1864. p. 667 ff.) machte Jacra Wakishiana,
Tanais loiicatus und Jone cornula als n. A. von Vancouver-Island
bekannt. Letztere Art, welche ein Parasit der Callianassa longi-
mana ist, wird auch im Report of the 33. meeting of the British
assoc. for advanc. of science, Transact. p. 98 (On a new species of
Jone) charakterisirt.
Stimpson (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1864.
p. 155 f.) Idothea uroloina und Whilei und Aega beliiceps als n. A.
von Paget-Sund. Ferner eine neue Gattung Bopyroidesj welche
mit Bopyrus in der Körperform übereinstimmend, sich durch rudi-
mentäre Kiemenanhänge des Weibchens unterscheidet. Ausser Bo-
pyrus hippolytes Kroyer gehört dazu Bop. acutimarginatvs n. A. aus
den Kiemenhöhlen von Hippolyte brevirostris aus dem Puget-Sund.
Grube (Die Insel Lussin und ihre Meeresfauna p. 75 f.) machte
lihoca tatifrons , Jaera filicornis, Sphaevüinn tride7ttulum, emnrgina-
ttim und rubropunctatum, Acheriisia? coinplatiata aiisn. A. vonLussin
bekannt.
Haughton, The sea-louse of the Baltic (Dublin quart. Journ.
of science IV. p. 53 f.) gab eine kurze Notiz über Idothea entomon
Lin., nebst einer etwas verschönerten Abbildung des Thieres im
Holzschnitt.
Hesse hat über die merkwürdige Gattung Anceus
und ilire Beziehungen zu Praniza eine zweite grössere
Abhandlung in den Memoires d. sav. etrang. unter dem
Titel; Memoire sur les Pranizes et les Ancees (Paris,
74 pag. in 4.) veröffentlicht, welche dem Ref. bis jetzt noch
nicht zur näheren Einsicht vorgelegen hat.
Auch Grube hat in der Schlesisch. Gesellsch. f. vaterl. Cul-
tur »Ueber die Beziehungen der zehnfüssigen Isopoden-Gattungen
Anceus und Praniza zu einander« einen Vortrag gehalten, welcher
im Jahresbericht f. 1863. p. 8 f. abgedruckt ist. Yerf. fand auf der
Insel Lussin Exemplare von Praniza coeruleata mit Jungen in der
Bruthöhle und Exemplare von Anceus forncularius, für deren Zu-
sammengehörigkeit er sich nach Hesse's Vorgang ausspricht. Er
entwirft eine kurze Schilderung der von ihm aus der Bruthöhle
entnommenen, 1^2 Mill. langen Jungen.
Poccilopoda.
Th. Belval, Remarques sur le genre Limulus (Bul-
let, d. Tacad. de Belgique 2. ser. XVI. 1863. p. 77-88.
652 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
avec pl.) unterwarf die bis jetzt bekannten Arten der
Gattung Limulus einer erneueten Revision, indem er be-
sonders auf äie Alters-Ünterschiede bei den verschiedenen
Individuen von Limulus Polyphemus aufmerksam machte
und als einen constanten Unterschied zwischen den Asia-
tischen und Amerikanischen Limulus-Arten die Form der
Deckplatten der Kiemen nachwies. Bei den Amerikanern
ist nämlich das Mittelstück dieser Deckplatte aus zwei
getrennten Gliedern gebildet, bei den Asiaten dagegen
ungethcilt. Indem Verf. ausser den vier von v. d. Hoe-
ven angenommenen auch den Limulus virescens Latr. als
eine selbstständige ansieht, erörtert er die Synonymie und
die Hauptmerkmale dieser fünf Arten.
J. E. Gray, Habits of the King-Crab (Polyphemus) in: An-
nais of nat. hist. 3. ser. XII. p. 327. —Verf. hat an lebenden Exem-
plaren des Limulus Polyphemus beobachtet, dass sie auf den Rücken
gelegt, den langen Endstachel dazu gebrauchen, um sich durch An-
stemmen desselben wieder auf die Bauchseite zu helfen.
W. H. Baily, Remarks on some Coal-measure Cru-
stacea belonging to the genus Belinurus Koenig, with des-
criptions of two new species from Queen's County, Ireland.
(Annais of nat. hist. 3. ser. XL p. 107—114. pl. 5. in's
Französische übersetzt: Annal. d. scienc. natur. 5. ser. I.
p. 23—29. pl. 2.)
Verf. giebt Beschreibungen und Abbildungen von Belinurus
Reginae und arcuatus n. A. aus Kohlenlagern Irlands, durch welche
die Zahl der bekannten Arten auf fünf steigt; eine dritte mit jenen
zusammen gefundene Art, welche vielleicht mit Bei. rotundus Prestw.
identisch ist, war zur Beschreibung nicht vollständig genug. Der
Umstand, dass gleichzeitig grosse Massen von Süsswasser-Bivalven,
ähnlich Unio und Dreissenia polymorpha, gefunden wurden, lässt
den Verf. sich der Annahme zuneigen, dass auch Belinurus eine Süss-
wasserform gewesen sei.
Giebel (Zeitschr, f. d. gesammt. Naturwiss. XXI. p. 64fif.
Taf. 1) gab eine speziellere Charakteristik und Abbildung von Li-
mulus Decheni Zink, aus dem Braunkohlensandstein von Teuchern.
Dem beschriebenen Exemplar fehlen die Rand- und der Schwanz-
stachel, ebenso die Gliedmaassen ; trotzdem lässt sich die spezifische
Verschiedenheit von allen lebenden Arten, unter denen Limulus po-
lyphemus der fossilen am nächsten steht, nachweisen.
der Entomologie während 4er J. 1863 — 64. 653
Trilobitae.
A. V. Volborth, üeber die mit platten Rumpfglie-
dern verselienen Russischen Trilobiten, nebst einem An-
hange über die Bewegungsorgane und über das Herz
derselben (47 pag. in 4. c. tab. 4. St. Petersburg 1863).
Enthalten in den Memoires de Tacad. d. scienc. de St.
Petersbourg, 7. ser. VI. Nr. 2. — Nach ausführlicher Cha-
rakteristik von neun Russischen Trilobiten, welche mit
einer Kritik mehrerer durch v. Eichwald in der Le-
thaeaRossica beschriebener Arten verbunden ist, bespricht
Verf. die an Asaphus expansus beobachteten Panderschen
Organe der äusseren Pleurentheile, welche er als in naher
Beziehung zu den Füssen der Trilobiten stehend ansieht.
Dass diese (selbst nicht bekannten) Füsse häutige gewe-
sen seien, ist für den Verf. ebenso unzweifelhaft, als dass
die von v. Eichwald als Trilobiten-Füsse abgebildeten
Schreitfüsse der gegenwärtigen Ordnung überhaupt nicht
angehören. — Als Herz deutet Verf. in Uebereiustimmung
mit Pander ein an einem Illaenus aufgefundenes röh-
renförmiges und in Kammern getheiltes Organ, welches
in der Mittellinie des Rückens lag und vom Rande des
Pygidium bis unter die Glabella reichte. Dasselbe be-
steht aus elf deutlichen Kammern, denen sich nach vorn
vielleicht noch zwei anschliessen ; die vordersten Kam-
mern sind doppelt so breit als die neun hinteren und,
wie es scheint, durch eine Längsfurche getheilt. Sollte
dieses Organ wirklich das Herz sein, wofür seine Lage
in der Mittellinie unter der Schale des Rückens und seine
an Apus erinnernde Gliederung spricht (wogegen aber
die wegen seiner Zarthäutigkeit kaum denkbare Disposi-
tion zur Versteinerung sprechen würde), so wäre nach der
Ansicht des Verf.'s die Phyllopoden-Natur ausser Zweifel
gesetzt.
Nach einer umfassenden Erörterung der Gattungscharaktere
von Illaenus Dalm. beschreibt Verf. 111. crassicauda "Wahl mit seiner
Varietät IIL Dalmani, 111. tauricornis Kut., lll. triodonturus n. A.,
Dysplanus centrotus Dalm, und muticusn.h,, P ander ia (nov gen.,
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. Rß
654 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
neuer Name für den vergebenen: Rhodope Ang.) iriquetra und »u-
nima n. A., Nileus armadillo Dalm. und Bumastus Barriensis Miirch.
V. Eichwald, Beitrag zur näheren Kenntniss der in meiner
Lethaea Rossica beschriebenen Illaenen und über einige Isopoden
aus anderen Formationen Russlands (Bullet, d. natur. de Moscou
XXXVI, 2. p. 372— 424). Verf. sucht in dieser Abhandlung den
Bemerkungen Volborth's gegenüber die Artrechte von Illaenus
Parkinsonii , oblongatus , laticlavius, Wahlenbergii, Rudolphii, Ro-
senbergii und cornutus zu verfechten, greift dagegen sowohl die-
jenigen des Illaenus triodonturus Volb. als die Begründung seiner
Gattung Panderia an, welche nach ihm auf ein junges Exemplar
von Illaenus crassicauda begründet ist. Er hält auch gegenwärtig
noch die Trilobiten für Isopoden, welche hornige Beine gehabt ha-
ben müssten, wie sie von ihm abgebildet worden seien und glaubt
mit ebenso grosser Sicherheit in dem von Volborth als Herz an-
gesprochenen Organ ein Fühlhorn zxt erkennen. (Abgesehen davon,
ob dieses präsumirte Fühlhorn und die von Eichwald als Trilo-
biten-Beine angesprochenen Extremitäten wirklich solche sind, so
müsste sich Verf. schon aus der Körpersegmentirung der Trilobiten
versichert halten, dass sie keine Isopoden sein können.) Im Än-
schluss an diese Auseinandersetzungen beschreibt Verf. als zwei neue
fossile Isopoden: Cymatoga Jazykotcii (wohl gleichfalls ein Trilobit)
und Sphaeroma exsois.
Einige neue und unvollständig gekannte Trilobiten
wurden von J. W. Salt er in mehreren Abhandlungen
des Quart. Journal of the geolog. sog. of London be-
schrieben: On the discovery of Paradoxides in Britain
(a. a. O. XIX. p. 274 f.). — On some new fossils from the
Lingula-flags of Wales (ebenda XX. p. 233 ff. pl. 13). —
Note on the fossils from the Budleigh Salterton pebble-
bed (ebenda XX. p. 286 ff.).
Verf. constatirt zunächst das schon lange vermuthete Vorkom-
men der Gattung Paradoxides in England; die daselbst jetzt aufge-
fundene, vom Verf. beschriebene und abgebildete neue Art: Fara-
dox. Davidis ist die grösste bekannte, 5^2 Zoll lang und 3V2 Zoll
breit, und stammt aus den unteren Lingula-Schichten von Wales,
•wo sie zusammen mit Agnostus vorkam. Eine genauere Charakte-
ristik derselben ist a. a. 0. XX. p. 234, eine Abbildung auf pl. 13.
fig. 1—3 gegeben. — Von demselben F'undort stammen ferner: Ano-
f) olenu s j nov. gen. aus der Olenus-Gruppe. Körper flachgedrückt,
Kopf breit, ohne Augen und Gesichtsnaht ; Glabella breit, mit drei
vollständigen Querlappen uud einem unvollständigen zu jeder Seite.
der Entomologie während der J. 1863—64. 655
Körper aus mehr als elf Ringen bestehend. — Art: Anop. Henrici.
— Conocoryphe? taviolaria n. A. — Holocephalina, nov. gen.,
aus der Conocephalus-Gruppe. Kopf quer, halbkreisförmig, mit sehr
kleiner Glabella, ohne Lappen mit breitem Stirnrand; Gesichtsnaht
und Augen fast am Aussenwinkel des Kopfes , welcher kurz ge-
stachelt ist, gelegen. — Art: Hol. pvimordialis. — Microdiscus pun-
ctatus n. A. — In der dritten Abhandlung werden von Trilobiten:
Homalonotus Brongniarti Desl., Homal. spec. , Calymene Tristani
Brong., Phacops incertus Desl. und Myocaris lutraria Salt, aufge-
zählt und abgebildet.
Winchell, Fossils from the Potsdam Sandstone of Wiscon-
sin and the Lake superior Saudstone of Michigan (Silliman's Ame-
ric. Journ. of science and arts XXXVIL p. 229) beschrieb Dicello-
cephalus Minnesotensis Ow., Pepinensis Ow. und Ptychaspis Bara-
buensis n. A. — Ferner (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia
1863. p. 24) FhiUipsia insignis n. A. und Phill. Maramecensis (Shum. ?)
aus dem gelben Sandstein von Burlington.
Klunzlnger veröffentlichte in der Zeitschr. für
wissensch. Zoologie XIV. p. 139-173. Taf. 17— 20 ^Bei-
träge zur Kenntniss der Limnadiden'^ und ^Einiges zur
Anatomie der Daphnien, nebst kurzen Bemerkungen über
die Süsswasserfauna der Umgegend von Cairo.^ In er-
sterer Abhandlung liefert Verf. eine umfassende Darstel-
lung des gesammten äusseren und inneren Körperbaues
einer in schwach salzigem, stehenden Wasser bei Cairo
von ihm aufgefundenen, entweder zu Limnadia Brong.
oder zu Cyzicus Aud. gehörenden Art, deren nähere
Kenntniss um so interessanter ist, als einerseits die älte-
ren sich auf Limnadia beziehenden Mittheilungen von
ßrongniart, Joly und Krynicki manche Lücke offen
gelassen haben, andererseits vom Verf. aber gerade das
verhältnissmässig seltene Männchen dieser Gattung spe-
ziell erörtert worden ist. Die zweite Abhandlung über
Daphnia verbreitet sich besonders über den Bau der Beine,
der Körperschale und des Nervensystems.
Verf. legt der von ihm beobachteten Limnadia (Cyzicus?) vor-
läufig den Namen L. gubemalor bei. An der Chitindecke derselben
hebt er in der Matrix gelegene Körnchen und Zellen hervor, wel-
656 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im iSebiete
che letztere besonders im Schnabel das Ansehn von Bindegewebs-
körperchen haben. Am Darm und seinen Anhängen will Verf. ent-
gegengesetzt der übrigen Muskulatur glatte Muskelfasern gefunden
haben. Die Tastantennen zeigen einen reichen Besatz mit eigen-
thümlich gestalteten Chitinbildungen, an welche sich der Nerv mit
zahlreichen Fasern verzweigt ; eine Struktur, welche ohne Frage auf
ein Sinnesorgan hinweist. Die zweiklappige, den Körper einhüllende
Schale besteht aus einer dünnen Innen- und einer derberen, durch
Aufschichtung entstandenen Aussenlage, deren jeder eine besondere
Matrix entspricht; letztere enthält überdies noch Kalk- und Pig-
ment-Ablagerungen, während der Matrix die auch bei Limnadia
vorkommende, mehrfache Windungen beschreibende Schalendrüse
angehört. Von den 22 Beinpaaren sind die 20 hinteren nach dem-
selben Typus gebaut, wenngleich, wie bei den übrigen Phyllopoden,
nach hinten an Grösse und Vollkommenheit der Ausbildung abneh-
mend; die beiden vordersten sind beim Männchen an der Spitze
mit einer stark gekrümmten "Greifklaue , welcher sich ein zweites,
stark S-förmig gekrümmtes Chitingebilde zugesellt, versehen. Am
Darm setzt sich der hinterste Theil als Mastdarm scharf ab ; sein
vorderster Theil spaltet sich in zwei kurze, dicke Aeste, welche
eine traubige Drüse (Speicheldrüse oder Leber?) aufnehmen. Das
Herz beschreibt Verf. als einen länglich viereckigen Schlauch mit
einem ovalen Spalt jederseits ; das lebhaft rubinrothe Blut tritt
aus einem Rückenstrom von hinten in dasselbe ein und wird vorn
gegen das Auge hin getrieben; Gefässe sind nirgends zu beobach-
ten. Ueber die männlichen Geschlechtsorgane, welche stets in gerin-
ger Entvvickelung angetroffen wurden, macht Verf. nur sehr allge-
mein gehaltene Angaben. Am Nervensystem zeigt nur das grosse
Gehirnganglion eine Verschmelzung der seitlichen Ganglien; ^m
Ganglion infraoesophageum sowohl wie am übrigen Bauchstrange,
welcher eine der Beinzahl entsprechende Zahl von Ganglien-Anschwel-
lungen zeigt, bleiben die beiden seitlichen Stränge getrennt und
werden bei jeder Anschwellung durch zwei Quercommissuren ver-
bunden.
Die bei Cairo aufgefundene Daphnia sieht Verf. für die Euro-
päische Daphn. longispina an; er weist an derselben einen Bauch-
strang nach , welcher ganz ähnlich wie bei Limnadia gebildet ist.
Ausser dieser von ihm erörterten Art fand Verf. im Nilwasser noch
6 bis 7 andere Daphniden, darunter auch die Gattungen Sida und
Bosmina; ferner mehrere Cypris-Arten, Cyclopsine castor und Cy-
clops quadricornis.
E. S c h o e d 1 e r's ^Neue Beiträge zur Naturgeschichte
der Cladoceren (Crustacea Cladocera)'', deren Anfang
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 657
bereits^ als in einem Schulprogramm erschienen, im letz-
ten Jahresberichte p. 274 erwähnt wurde, sind jetzt als
selbstständige , mit 3 Kupfertafeln ausgestattete Schrift
(Berlin 1863. 4. 80 pag.) publicirt worden. Verf. behan-
delt darin ausser den bereits früher begonnenen Lyncei-
den, welche durch neun Gattungen vertreten sind, die
Familien der Polyphemiden und Leptodoridenundin einem
Nachtrage noch die Lynceiden-Gattungen Monospilus und
Anchistropus. Die erneute sorgsame Untersuchung, welche
Verf. den bereits von anderen Autoren bekannt gemachten
Gattungen und Arten zugewandt hat, lässt diese Arbeit in
systematischer Hinsicht ebenso wichtig erscheinen, als sie
durch das reichhaltige, in der Umgegend Berlins aufge-
fundene Material ein besonderes faunistisches Interesse
darbietet. Indem , wir in Betreff der vom Verf. als neu
aufgestellten Arten auf die Abhandlung selbst verweisen,
beschränken wir uns nur auf die Erwähnung einer neuen
Lynceiden - Gattung Mhypophilus j welche auf Pleu-
roxus uncinatus Baird, Lynceus personatus Leyd. und eine
neue Art aus der Umgegend Berlins begründet wird.
S alter, On some species of Eurypterus and allied
forms (Quart. Journ. of geolog. soc. of London XIX. p.81ff.).
— On Peltocaris, a new genus of Silurian Crustacea
(ebenda XIX. p. 87 ff.).
In ersterer Abhandlung giebt Verf. eine nochmalige ausführ-
liche Charakteristik von Eurypterus Scouleri Hibb. und macht als
n. A. mit Abbildungen im Holzschnitt Eurypterus (Arthropleura?)
mammatus von Manchester und ferox aus dem Norden von Stafford-
shire bekannt. — In der zweiten begründet er auf die früher von
ihm beschriebene Dithyrocaris aptychoides und eine zweite Art :
Peltocaris? Hacknessi eine eigene neue Gattung Peltocaris mit
folgenden Charakteren : Die schildförmige Schale rund, zweiklappig,
die beiden Klappen offen und längs der Rückenlinien unvollständig
mit einander verbunden, vorn tief ausgerandet, die Ausrandung
durch eine parabolische Platte ausgefüllt. — Verf. bringt diese aus
den untersilurischen Schichten stammende Form mit Hymenocaris,
Dithyrocaris, Dictyocaris und Ceratiocaris, welche nebst Apus und
Nebalia sämmtlich neben einander im Holzschnitt, dargestellt wer-
den, zu den Phyllopoden. — Fragliche Ueberreste der Gattung
Peltocaris behandelt Verf. ferner in einer Mittheilung: On some
658 Gerstaecker: Bericlit üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
tracks of Lower Silurian Crustacea (ebenda XIX. p. 92 — 95, mit
Holzschnitt).
Rupert Jones, On fossil Estlierlae and their di-
stribution (Quart. Journ. of geolog. soc. of London XIX.
p. 140—157, Natur, bist, review 1863. p. 262—276) weist
auf das weitverbreitete Vorkommen der Estherien in den
verscbiedensten Erdschichten von den Devonischen bis
zum Wealden, ausserdem in den Tertiärablagerungen und
in der gegenwärtigen Schöpfung, endlich auf ihre geo-
graphische Verbreitung über Europa, Nord-Amerika und
Indien hin. Er giebt sodann ein Verzeichniss der leben-
den Arten, sowohl von Estheria als den nahe verwand-
ten Gattungen Limnadia und Limnetis. Der Umstand,
dass die fossilen Estherien häufig mit marinen Mollusken-
Schalen zusammen eingebettet sind, — wenn sie auch
andererseits ohne Begleitung solcher Meeresbewohner ge-
funden werden — führt den Verf. zu der Vermuthung,
dass sie erst in späterer Zeit auf süsses Wasser beschränkt
worden seien. Eine Tabelle, in welcher 1) die fossilen
Arten, 2) ihr Fundort, 3) die sie einschliessende Schicht
und 4) die gleichzeitig mit ihnen gefundenen fossilen
Thiere und Pflanzen verzeichnet sind, erläutert ihre zeit-
liche Verbreitung.
Derselbe, Note on Estheria Middendorfii (Quart. Journ.
geolog. soc. of London XIX. p. 73 f ) gab eine nochmalige Charak-
teristik dieser durch ihre Grösse ausgezeichneten Art (Länge der
Schale ^/\ Zoll), welche zuerst von v. Middendorf für eine Mu-
schel gehalten und nachher von J. Müller als Liranadia abgebil-
det wurde. Die Schale gleicht im Allgemeinen derjenigen von Esth.
Dahalacensis Straus. Ein in demselben Lager vorkommender Fisch
(Lycoptera Middendorfii) so wie ein Limnaeus deuten auf eine Süss-
wasserbildung hin.
PbyllOpOda. Lubbock (Transact. Linnean soc. of London
XXIV. p. 205 ff.) hat jetzt auch von Apus (Lepidurus) productus das
Männchen aufgefunden. Er sammelte auf einer Reise nach Nord-
frankreich in der Nähe von Ronen während des Frühlings 72 Exem-
plare dieser Art, unter welchen 33 Männchen und 39 Weibchen
waren; die grösseren Individuen waren meist Männchen. .Ein äus-
serer Unterschied zwischen beiden Sexus fehlt dieser Art gleich-
falls ; nur das einfach gebildete elfte Beinpaar macht das Mann-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 659
chen kenntlich. Bei den grössten Individuen dieser Art zählte Verf.
28 Körpersegmente und 52 Beinpaare.
Lucas, Note geographique sur l'Estheria cycladoides Joly
(Annal. soc. entom. 4. ser. III. p. 414) erwähnt des Vorkommens
der Estheria cycladoides sowohl bei Oran als bei Hippone (Alge-
rien). — Im Bullet, soc. entom. 1864. p. 11 wird hinzugefügt, dass
sich an derselben Lokalität auch Apus productus vorgefunden habe
und dass in der Umgegend von Peking eine neue, mit Ap. cancri-
formis zunächst verwandte Art vorkomme, für welche Verf. den
Namen Apus granarius vorschlägt.
Sars (Beretning om en i Sommeren 1863 foretagen zoolo-
gisk Keise i Christiania Stift p. 8) fand den in Norwegen bis jetzt
ganz vermissten Apus cancriformis in einer Höhe von 3100 Fuss
über dem Meere.
GladOCCra. Sars (Zoolog. Reise i Sommeren 1862. p. 20 und
49 ff.) machte als neue Arten aus Norwegen bekannt: Daphnia ga-
leata, caudata, microcephala, afßnis und aquilina, Acroperus angu-
status und charakterisirte den auch in Norwegen aufgefundenen Po-
don intermedius Lilljeb. von Neuem.
Alfr. Norman, On Acantholeberis Lilljeb., a new genus of
Entomostraca new to Great Britain (Transact. Tyneside nat. field
Club VI. p. 52. pl. 1 , Annais of nat. bist. 3. ser. XI. p. 409-415.
pl. 11). Verf. giebt nochmalige Beschreibungen und Abbildungen
von den beiden gegenwärtig auch in England aufgefundenen Arten
Acantholeberis curvirostris Müll. (Acanthocercus rigidus Schoedl.)
und sordida Liev. Ueber letztere Art theilt er Beobachtungen an
lebenden Exemplaren mit, welche sich auf die sehr unvollkommene
Schwimmfähigkeit der Art beziehen. Schon die eben aus der Mut-
ter hervorschlüpfenden Jungen sind nur einer geringen und schwer-
fälligen Ortsbewegung fähig. Die Art ist in England ebenso selten,
wie an den Orten, wo sie bisher aufgefunden worden ist.
Ostracodea. Sars (Zoolog. Reise i Sommeren 1862. p. 26 und
57 ff.) gab eine Aufzählung von 21 im süssen Wasser und 12 im
Meere vorkommenden Norwegischen Arten dieser Familie. Erstere
gehören den Gattungen Notodromus (1 A.), Cypris 16 A., Candona
(3 A.) und Cythere (1 A.), letztere den Gattungen Cypris (1 A.),
Cythere (9 A.) und Cypridina (1 A.) an. Unter den Süsswasserfor-
men werden Cypris globosa und angustata als neu erwähnt, Cythere
lacustris als solche diagnosticirt ; als neue marine Art wird Cypris
serrulafa bekannt gemacht. "
George Brady, On species of Ostracoda new to Britain
(Annais of nat, bist. 3. ser. XIII. p. 59 — 63. pl. 3 u. 4) gab Beschrei-
bung und Abbildung von Cypris oblonga und striolaia n. A., affinis
660 Gcrstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Fisch., Candona virescens und albicans n. A., sämmtlich in England
aufgefunden. Ausserdem wird Cyprideis torosa Jones nach lebenden
Exemplaren aus Brackwasser, welche mit solchen aus süssem Was-
ser von Sedgefield übereinstimmen, beschrieben; das Thier selbst
weicht nur wenig von Cythere ab.
Alex. Toth, Die in neuester Zeit zu Pest-Ofen gefundenen
Schalenkrebse und ihre anatomischen Verhältnisse (Verhandl. der
zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien XIII. p. 47 — 52). Verf. fügt den
elf für die Umgegend von Pest-Ofen bis jetzt bekannt gewordenen
Arten drei weitere hinzu: Cypris fasciataMüll., biplicata Koch und
aurantia Jur., über deren Vorkommen und Lebensweise er einige
Mittheilungen macht. Betreffs der im Titel erwähnten anatomischen
Verhältnisse wird weiter nichts Neues beigebracht, als dass die
Unterschiede der männlichen Schleimdrüse bei den beiden letzten
Arten erörtert werden.
Cypridina Partkanensis Schafhäutl (in: Südbayerns Lethaea geo-
gnostica p. 423. Taf. 74) neue fossile Art aus dem Kalkschiefer von
Partenkirchen.
Copepoda.
In keiner Ordnung der Crustaceen hat unsere Kennt-
niss seit dem Erscheinen vonMilne Edwards' Histoire
naturelle des Crustaces einen so wesentlichen Zuwachs
erhalten^ als in der gegenwärtigen und keine hat durch
nähere Erforschung ihrer Organisation und Entwickeln ngs-
geschichte so wie durch die Entdeckung zahlreicher neuer
Formen eine so eingreifende Umgestaltung in ihrer Sy-
stematik und Abgränzung erfahren als die aus der Ver-
einigung der früheren Copepoden^ Siphonostomen und
Lernaeen hervorgegangene Formenreihe, für welche an-
statt der obigen und der anderweitig in Anwendung ge-
brachten Benennung Entomostraca besser ein neuer Name
zu creiren wäre. So stark aber auch die Zahl der Gat-
tungen und Arten durch die eifrigen Nachforschungen
zahlreicher Beobachter während der letzten zwanzig Jahre
angewachsen ist, so scheint mit den bisher bekannt ge-
machten doch kaum das Ende des Anfanges überschrit-
ten worden zu sein, da jedes Jahr eine Fülle von neuem
Material zur Kenntniss bringt. Die Literatur aus den
J. 1863 — 64 übertrifft z. B. an Umfang und Inhalt beträcht-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 661
lieh diejenige über alle anderen Crnstaceen zusammenge-
nommen und weist unter ihren Verfassern neben den be-
währtesten neueren diesmal auch Namen auf, welche wie
V. Nordmann und K r o y e r mit ihren ersten Anfängen
eng verknüpft sind.
Als eine besonders wichtige Publikation ist zunächst
ein umfangreiches Werk von C.Claus zu erwähnen : Die
frei lebenden Copepoden mit besonderer Berücksichtigung
der Fauna Deutschlands, der Nordsee und des Mittelmeeres.
Leipzig 1863. (4. 230 pag. c. tab. 37.) Es ist dies die bei
weitem umfassendste über den Gegenstand bis jetzt vor-
liegende Arbeit, in morphologischer wie systematischer Be-
ziehung von gleich hervorragender Bedeutung. Verf. ver-
werthet in derselben ein ausserordentlich reichhaltiges und
durch seine Mannigfaltigkeit besonders interessantes Mate-
rial, welches er — abgesehen von den Süsswasserformen
— auf Helgoland, in Nizza, Messina und Neapel zu beob-
achten Gelegenheit hatte. Seine früheren, auf einen
verhältnissmässig engen Formenkreis beschränkten Un-
tersuchungen über Anatomie und Entwickelungsgeschichte
gewinnen durch dasselbe eine sehr viel grössere Ausdeh-
nung und mit dieser eine allgemeinere Wichtigkeit für die
Morphologie der gesammten Crustaceen, besonders aber
der Entomostraken. Verf. widmet diesen die Morpholo-
gie der frei lebenden Copepoden in weiterer Ausdehnung
betreffenden Verhältnissen einen sehr umfangreichen all-
gemeinen Theil seines Werkes (p. 1 — 87), welchem sodann
der spezielle, die Darstellung der Familien, Gattungen
und Arten umfassende folgt. Bei Feststellung der erste-
ren legt Verf. die von Dana aufgestellte Eintheilung zu
Grunde, um sie jedoch wesentlich zu modificiren; indem
er einzelne seiner Familien (Miracidae) eliminirt, andere -
(Harpactidae) dagegen restituirt oder in ihrer Abgränzung
modificirt, ergeben sich ihm als wohlbegründet die sechs
Familien der Cyclopidae, Harpactidae, Peltididae, Cory-
caeidae, Calanidae und Pontellidae. Die denselben an-
gehörenden Gattungen werden zunächst in ihren Unter-
schieden durch analytische Tabellen erörtert, darauf nebst
662 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ihren (zum grossen Theil neuen) Arten speziell charakte-
risirt und durch eine Fülle von Abbildungen und Detail-
zeichnungen veranschaulicht. Durch letztere wird das Stu-
dium des Werkes, dessen speziellere Analyse für diese Be-
richte seine Unentbehrlichkeit bei allen ferneren Forschun-
gen auf diesem Felde überflüssig erscheinen lässt, in hohem
Grade erleichtert.
Axel Boeck; 0 versigt over de ved Norges Kyster
jagttagne Copepoder henhörende til Calanidernes, Cyclo-
pidernes og Harpactidernes Familier (Vidensk.-Sclsk. För-
handl. for 1864. — Im Separatabdruck 57 pag. in 8.). —
Diese Arbeit schliesst sich der obengenannten von Claus
eng an, indem sie dieselbe zur Grundlage nimmt und
gleichsam als ihr Supplement für die in dem Norwegischen
Meere vorkommenden Gattungen und Arten der genann-
ten Familien angesehen werden kann. Unter der Familie
der Calaniden hat Verf. die Calaniden und Pontelliden
Claus' als Unterfamilen vereinigt. Folgende Gattungen
und Arten werden in der Arbeit näher charakterisirt :
Farn. Calanidae: a) Calaninae: Gatt. Calanus Leach 1 A.
(C. finmarchicus Gunn. = Cetoch. helgolandicus Claus), Para ca-
lanus, nov. gen. (für Cal. parvus Claus), Clausia, nov. gen. mit
1 Art : C. elongata aus dem Christiania- Fjord, Euchaeta Phil. 1 A.,
Dias Lilljeb. 1 x\. , Metridin, nov. gen. mit 2 A.: M. lucens und
armata, Temora Baird mit 3 A. (T. inermis n. A.), Isias, nov. gen.
mit Leuckartia Claus zunächst verwandt, mit 1 Art: Is. claripes,
Centropages Kroyer (= Ichthyophorba Lilljeb.) mit 2 Arten: Centr.
typicus Kroyer (= Ichth. denticornis Claus) und Centr. hamatus
Lilljeb. (= Ichth. angustata Claus). — b) Pontellinae: Gatt. Ano-
malocera Templet. 1 A. — Fam. Cyclopidae: Gatt. Cyclops Müll?
(Die Arten hier nicht berücksichtigt), Cyclopina Claus mit 1 n. A. :
Cycl. Norvegica, Illisophria, nov. gen. mit Mis. pallida n. A.,
Oithona Baird 2 A. : 0. spinifrons und pygtnaea, Thorellia, nov.
gen. mit 1 n. A. : Thor, brutmea. — Fam. Harpactidae: a) Lon-
gipedina: Gatt. Longipedia Claus 1 A. , Ectinosoma, nov. gen.
mit 1 n. A. : Ed. melaniceps. — b) Amyonea: Gatt. Amyone Claus
(siel — Claus schreibt aber nach Müller: Amymone) 1. A. —
c) Tachidina: Gatt. Tachidius Lilljeb. 1 A. — d) Westwoodina:
Gatt. Idya Phil. (Tispe Lilljeb. — sie!) 1 A. [H. elongatus = ? H.
gracilis Claus, depressus und curticornis = ? H. chelifer Lilljeb.,
n. A.), Zaus Goods. 1 A., Thalestris Claus 6 A. {Tk. longipes, Kar-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 663
niensis, curticornis und curiicauda n. A.) , Amenop hia, nov. gen.
(verhält sich zu Thalestris, wie Zaus zu Harpacticus) mit 1 n. A.:
Am. peltata, Dactylopus Claus 2 A. (D. latipes n. A.), Stenhelia,
nov. gen. mit In. A. : Sf. gibba, Alteutha Baird mit 1 A.: Alt. nor-
vegica (? = bopyroides Claus). — f) Ameirina: Gatt. ^7/te ir« , nov.
gen. 2 A. : Am. lotigipes und minuta, Nitokra, nov. gen. 2 A.:
Nit. typica und spinipes, M es ochr a , nov. gen. (auf Dactylopus pyg-
maeus Claus und ? Canthocamptus Stromii Lilljeb. begründet) mit
3 A. {Mes. Kroyeri n. A.), Laophonta Phil. (= Cleta Claus) 5 A.,
(L. setosn, thoracica, curticaudata und longicaudata n. A.). — g) Por-
cellidina: Porcellidium Claus 1 A.: P. fasciatum). — h) Setellina:
Setella Dana 1 A. {Set. Norvegica). — Die Arbeit ist durch zahl-
reiche Druck- und Schreibfehler entstellt.
G. O. Sars, Oversigt af de indenlandske Fersk-
vandscopepoder. Christiania, 1863 (8. 53 pag. — Separat-
Abdruck aus: Yidensk. Selskab. Forhandl. for 1862). Verf.
liefert in dieser Arbeit eine sehr eingebende Charakteri-
stik der Norwegischen Süsswasser-Copepoden, welche sich
nicht auf die weit verbreiteten drei Gattungen Cyclops,
Canthocamptus und Diaptomus beschränken, sondern noch
zwei fernere, der Gruppe der Calaniden angehörende
Gattungen constituiren.
1) Diaptomus Westw. Ausser Diapt. castor Jur. werden zwei
neue Arten: Diapt. gracilis und laliceps bekannt gemacht. 2) H e-
terocope, nov. gen. Calanidarum. Kopf durch zwei deutlich ge-
schiedene Körperringe gebildet, letztes Thoraxsegment sehr klein,
bei beiden Geschlechtern gleich gebildet; Schwanz griffel nur mit
drei grösseren Borsten. — Zwei Arten: Het. appendiculala und ro-
busta. 3) Limnoc a lanus , nov. gen. mit 1 neuen Art: Limn. m,a'
crurus aus dem Mjösen-See; die Gattung steht gewissermaassen
zwischen Diaptomus und Heterocope mitteninne, bildet aber auch
einen deutlichen Uebergang zu den marinen Gattungen Centropages
Kroyer und Ichthyophorba Lilljeb. Der äussere Ast des zweiten
Fühlerpaares ist durch auffallend lange Borsten an den vier kur-
zen vorletzten Gliedern, der äussere Ast des fünften Beinpaares
beim Männchen durch Asymmetrie und dadurch, dass er nur aus
zwei Gliedern besteht, ausgezeichnet. 4) Canthocamptus Westw.
5 A., davon neu: Canth. pygmaevs, gracilis, crassus und brevipes.
5) Cyclops Müll. 27 A., darunter neu: Cycl. scutifer, abyssorum,
lacustris, oithonoides , robustus, capillatus, crassicaudis, languidus,
jianus, varicans, bicolor^ macrurus, afßnis. — Anhangsweise beschreibt
Vei'f. als n. A. Ergasilus dcpressus (ob Erg. Sieboldii jun. ?), wel-
664 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
eben er bei Christiania neben anderen freilebenden Copepoden mit
dem feinen Netze fischte.
Auch in der »Zoologisk Reise i Sommeren 1862« (p. 50 — 57)
und 1863. (p. 9 u. 14) macht Verf. einige Mittheilungen über Nor-
wegische Copepoden. Am erstgenannten Ort werden die von ihm
beobachteten marinen Formen aufgezählt und mit kurzen Bemer-
kungen über Lebensweise und zoologische Merkmale versehen, an
letzterem Heterocope alpina als n. A. charakterisirt.
Lubbock, Notes on some new or little-known
species of Freshwater Entomostraka (Transact. Linnean
soc. of London XXIV. p. 197—210. pl. 31) behandelt
gleichfalls einige in England neu aufgefundene Süsswas-
ser-Copepoden.
Verf. giebt Charakteristiken von sieben in Kent beobachteten
Cyclops-Arten : Cycl. serrulatus Fisch., coronatus Claus, brevicornis
Claus, brevicauda Claus, Clausi n. A. (pl. 31. fig. 12 — 14), tenuicornis
Claus und canthocarpoides Fisch. ; ferner von Diaptomus Weslwoodii
TL. A. (pl. 31. fig. 1 — 6) und Diapt. castor Jur.
George Brady, On the marine Cyclopoid Entomostraca
(Calanidae) with notices of some species new to Britain (Report
of the British assoc. for. advanc. of science, 33. meeting, Transact.
p. 99). Verf. führt als für England neue, von ihm beobachtete Ar-
ten auf : Ichthyophorba hamata , Dias longiremis, Temora velox und
Euchaeta? spec.
Einige besonders interessante Formen von frei leben-
den Copepoden hat Hä ekel in seiner Abhandlung : ;,Bei-
träge zurKenntniss der Corycaeiden^ (Jenaische Zeitschr.
f. Mediz. u. Naturwiss. I. p. 61—110. Taf. 1—3) zur Kennt-
niss gebracht und an dieselben gleichzeitig wichtige histio-
logische Mittheilungen geknüpft. Neben einigen neuen mit-
telmeerischen Sapphirina-Arten ist es besonders eine neue
Gattung Hy alophyllum j welche sich durch die ganz
flachgedrückte Körperform und die glasartige Durchsichtig-
keit ihrer Chitindecken zur Feststellung feinerer Struktur-
Verhältnisse vorzugsweise eignete. Unter der Chitinhülle
liegt bei Hyalophyllum wie bei Sapphirina eine einfache
Schicht grosser, polygonaler Platten, welche Verf. mit
Claus nicht für die Zellen der Matrix selbst, sondern für
Complexe solcher ansieht und nachweist. Charakteristisch
für die Gattung ist die geringe Entwickelung der Muskula-
der Entomologie während der J. 1863—64. 665
tur, sowohl was die Zahl als den Umfang der einzelnen
Muskeln betrifft; sie erscheinen als dünne, bandförmige
Streifen, welche sich zu zwei Längsgruppen zwischen der
Mittellinie und den Seitenrändern des Körpers concen-
triren. Gehirn und Bauchmark sind zu einer einzigen
Nervenmasse verbunden, welche vom Oesophagus durch-
bohrt wird; die von derselben ausgehenden Nervenstämme
lassen sich bis in ihre feinen Hautverzweigungen leicht
verfolgen. Letztere^ sind sehr zahlreich und endigen an
der Haut in eben so viele theils blasse, tlieils fettglän-
zende, theils gefärbte Körperchen von fünferlei Art: 1)
terminale, in feine Borsten endigende Ganglienzellen,
welche einen eigenthümlichen Sinnesapparat darstellen;
2) terminale Ganglienzellen, welche in Leydig'sche Or-
gane übergehen; 3) einzellige Hautdrüsen; 4) mehrzellige
Hautdrüsen und 5) zweizeilige Sinnesapparat- Drüsen, aus
Nr. 1 und 3 combinirt. — Circulations- und Respirations-
organe fehlen vollständig, der Verdauungsapparat ist aiif
ein einfaches, gerade verlaufendes Darmrohr ohne alle An-
hangsdrüsen reducirt. Letzterer steht mit der Körperhaut
durch ein Netz von Bindegewebssträngen im Zusammen-
hang, welches als ein sehr primitiv angelegter Fettkörper
angesehen werden kann; Verf. hat die interessante Beob-
achtung gemacht, dass wenigstens die stärkeren Stränge
dieses Netzes hohle Röhren darstellen, in welchen sich
Fetttröpfchen bewegen und glaubt hieraus schliessen zu
können, dass dieses System hohler Stränge einen Ersatz
für den mangelnden Circulationsapparat abgiebt. — Alle
vom Verf. beobachteten Hyalophyllum (Hunderte von Indi-
viduen) waren Männchen; sie besassen zwei isolirte Ho-
den, welche durch eine schmale Brücke in der Mitte zu-
sammenhingen.
Die neue Gattung Hyalophyllum unterscheidet sich von
Sapphirina durch farblosen, sehr stark niedergedrückten, blattför-
migen Körper mit vier Thoraxsegmenten und ebenso vielen Bein-
paaren, welche je aus zwei dreigliedrigen Aesten bestehen; am vier-
ten Paar ist der innere Ast nur eingliedrig. Vordere Fühler 4- bis
6-, hintere 4-gliedrig, das letzte Glied mit einem Greifhaken. Zwei
Paar Kieferfüsse vorhanden; Mandibeln und Maxillen fehlen. Die
666 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
paarigen mit dem unpaaren Auge in einen rundlichen Pigment-
körper vereinigt. — Zwei Arten: Htjal. pellucidum und vilreum von
Messina. — Die bei Messina von ihm beobachteten Sapphirina- Arten
(gleichfalls nur Männchen), sondert Verf. in zwei Gattungen : 1) Fy-
romma (Sapphirina sens. strict.) Die paarigen Augen mit gelbem,
rothem oder braunem Pigmentkörper und mit mittlerer oder nach
hinten gerückter Cornea-Linse : lUjr. Gcgenbauri , EdwardsH und
Clausi. — 2) Cy ano in m a (oder Sapp h i r i d i n a). Paarige Augen
mit violettem, blauem oder blauschwarzem Pigmeutkörper und mit
weit nach vorn gerückter Cornea-Linse: Cyan. Durwinii. Ausser-
dem gehören hierher Sapph. auronitens, nigromaculata und pachy-
gaster Claus, von welch' letzterer Art Verf. das Männchen beschreibt.
— Die bekannt gemachten Arten sind auf den beifolgenden Tafeln
in vortrefflichen Abbildungen dargestellt.
Ueber zwei gleichfalls sehr interessante freilebende
Copepoden-Formen der Europäischen Meere machte fer-
ner Ciaparede (Beobachtungen über Anatomie und
Entwickelungsgeschichte wirbelloser Thiere p. 94 ff. Taf. 16
und 17) Mittheilungen. Die eine ist nur im weiblichen
Geschlechte bekannt geworden und bildet eine neue Gat-
tung, welcher Verf. den Namen Clausia beilegt ( — der
Claparede'sche Name vom Jahre 1863 würde die Priorität
vor dem gleichen von Boeck haben), w^ährend die an-
dere, in beiden Geschlechtern zur Kenntniss gekommene,
der merkwürdigen Gattung Monstrilla Dana angehört.
Ueber letztere, welche bisher wenig bekannt ist, werden
vom Verf. eingehendere anatomische Angaben gemacht.
Die neue Gattung Clausia Clapar. mit der Art: Cl. Lubbo-
ckii zeigt im weiblichen Geschlecht vier gleich breite, durch Ein-
schnürungen abgesetzte Cephalothoraxringe , denen sich die beiden
ersten Abdominalringe in Grösse und Gestalt eng anschliessen,
während die vier hinteren beträchtlich schmaler sind. Das erste
Abdominalsegment ist jederseits mit einer grossen, kegelförmigen
Hervorragung versehen, welche in ein kurzes, mit vier Borsten be-
setztes Endglied ausläuft ; das zweite trägt die langen, zweizeiligen
Eiersäcke. Fühler des ersten Paares vier-, des zweiten dreiglie-
drig; ein unpaares Stirnauge. Auf die Mandibeln, Maxillen und
zwei Paar Kieferfüsse folgt nur ein Paar rudimentärer Schwimmbeine
am dritten Cephalothoraxring und ein zweites am ersten Abdomi-
nalringe.
Die von Ciaparede an der Küste der Normandie beobach-
tete Art der Gattung Monstrilla wird von ihm Monslr. üanae be-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 667
nannt; dass die für Männchen und Weibchen derselben Art ange-
sehenen Individuen zusammengehören, ist trotz ihres auffallend
verschiedenen anatomischen Verhaltens kaum zweifelhaft. Beim
Weibchen sind ein grosses unpaares und zwei dicht daneben lie-
gende paarige Augen vorhanden, welche dem Männchen fehlen;
letzteres weicht zugleich durch verschieden gestaltete Fühler, Spalt-
beine und Postabdomen und durch die Zahl und Länge der Borsten
an der Hinterleibsspitze ab. Das Weibchen trägt die aus dem Kör-
per herausgetretenen Eier an zwei langen, vom vorletzten Schwanz-
ringe entspringenden Borsten. Bei beiden Geschlechtern fehlen
ausser der Muskulatur innere Organe vollständig ; weder ein Darm -
kanal noch Geschlechtsorgane waren wahrzunehmen. Das Innere
der Leibeshöhle ist von zahlreichen, unregelmässig vertheilten Fett-
tropfen angefüllt ; die bauchständige Mundöffnung entbehrt ganz der
Kiefer und das sich ihr nach innen anschliessende Rohr scheint un-
mittelbar in die Leibeshöhle zu führen, welche beim Männchen den
ganzen Cephalothorax ausfüllt, beim Weibchen dagegen im vorde-
ren Körpertheil auf einen engen Schlauch reducirt ist. Verf. glaubt
in dieser abnorm gebauten Gattung, abgesehen von der Mundbil-
dung, ein Analogen der Pontellen zu erblicken. Die Art ist 2 Mill.
lang und wurde auf der offenen See stets frei schwimmend gefunden.
Den im Inneren von Ascidien lebenden Copepoden,
welche bekanntlich die freilebenden Formen mit den
sesshaft gewordenen Parasiten vermitteln, hat man in den
letzten Jahren eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt,
so dass die noch vor Kurzem sehr geringe Zahl der be-
kannten Arten schnell angewachsen ist. Neben verschie-
denen anderen war es besonders die umfangreiche Arbeit
Thorell's, welche eine Fülle zum Theil sehr merkwür-
dig gestalteter Formen derartiger Halb-Parasiten zur Kennt-
niss brachte. Im Jahre 1864 hat wiederum Hesse den
dritten Abschnitt seiner ,,Observations sur des Crustaces
rares ou nouveaux des cotes de France'^ (Annal. d. scienc.
natur. 5. ser. Zoolog. I. p. 333— 356. pl. 11—^2) der Be-
kanntmachung neuer hierher gehöriger Gattungen und
Arten gewidmet, dieselben aber freilich in einer den jetzi-
gen Anforderungen wenig entsprechenden Weise cha-
rakterisirt. Am meisten Anhalt bieten noch die x\bbil-
dungen dar , wiewohl sie ebenfalls in mehreren Fällen
durch ihre Widersprüche im Stiche lassen. Die für die
neuen Gattungen eingeführten Namen sind ebenso bar-
668 Gersta ecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
barisch, wie die früheren des Verf.'s und sonderbarer
Weise nicht lateinisch, sondern französisch formirt ; auch
die citirten Gattungsnamen früherer Autoren werden bis
zur Unkenntlichkeit metamorphosirt.
Zunächst macht Verf. eine sehr ausgezeichnete neue Art der
Gattung Notopterophorus Costa unter dem Namen ^'o^ papilio nebst
ihren Embryonen bekannt, welche durch die ausserordentlich stark
entwickelten lamellösen Rückenfortsätze alle bekannten Arten weit
übertrifft. — Sodann folgen als neue Gattungen: 1) Polyclinio-
philus, nov. gen. (Art: Pol. corisoformis — sie!), welche nach der
Abbildung eher an eine Assel als an eine Wanze erinnert. Der
lang eiförmige Körper zeigt nach der Angabe des Verf.'s eine grosse
Anzahl Segmente, welche nicht sicher festzustellen ist (die Abbildun-
gen zeigen bei der Rückenansicht hinter dem Kopf deren 1(5, bei der
Seitenansicht 18). Kopf mit Stirnauge und zwei aus wenigen Glie-
dern bestehenden Fühlerpaaren (nach der Abbildung, während die
Beschreibung nur von einem Paar spricht»; Mundöfifnung in Form
eines hervortretenden konischen Rüssels, dahinter ein Kieferfuss-
paar. Thoraxbeine gleich gestaltet, zu vier Paaren; zwei kurze
Eierschläuche beim Weibchen, seitlich von einem gabiigen Schwanz-
anhang entspringend. — 2) Botryllopkilus, nov. gen. (Art: Botr.
ruber, nach beiden Geschlechtern beschrieben). Beim Männchen ist
der Kopf mit den vier Thoraxringen zu einem gemeinsamen Rücken-
schild verbunden, beim Weibchen viel grösser, hexagonal und von
den vier kurzen Thoraxsegmenten abgeschnürt; von diesen das
letzte in zwei lange sichelförmige Fortsätze auslaufend, an deren
Innenseite die kugligen Eierstöcke hervortreten. Hinterleib beim
Weibchen schmal, sechsringlig, beim Männchen breiter und undeut-
lich geringelt, am Ende mit zwei dreispitzigen Endgrififeln. Beide
Fühlerpaare kurz, die vorderen an der Basis erweitert. Kieferfüsse
und Thoraxbeine beim Männchen kurz und dick, mit Endklaue,
beim Weibchen schlanker und zweiästig. — Botr. ruber in Bothyllus
stellatus schmarotzend; eine zweite Art wird als Botr. virescens be-
schrieben. — 3) Ichnogradc (sie!) nov. gen. (Art: lehn, ruber).
Verf. glaubt beide Geschlechter vor sich zu haben, doch gleicht
die von ihm als Weibchen angesehene Form in allem Wesentlichen
dem Männchen der vorhergehenden Gattung, nur dass die Endgriflfel
des Hinterleibs einfach, stummeiförmig sind. Die als junges Männ-
chen in Anspruch genommene Form ist sehr abweichend; der Hin-
terleib gegen den umfangreichen Cephalothorax sehr kurz, dieser
mit oberhalb dreilappigen Segmenten versehen. — 4) Podolabis,
nov. gen. (Art: Päd. fulvus). Das allein beschriebene Weibchen ist
von linearer Form , der Vorderleib in fünf gleiche Theile abge-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 669
schnürt , deren jedem ein Paar kurzer, zweiklauiger Beinstummel
entspricht ; Hinterleib ganz rudimentär, stumpf, zweiringlig. — Eine
zweite Art ist: Pod. albidus. — 5) Ophioseide (sie!), nov. gen.
(Art: Oph. cardiacephalus). Das Weibchen gleicht wieder mehr der
dritten Gattung (welche auf der Tafel »Plantipode« benannt ist),
unterscheidet sich aber durch fast herzförmigen Kopf und kurze,
zweiklauige Thoraxbeiue , während die vorhergehenden plumpen
Kieferfüsse nur eine einfache Kralle haben.
Claus' ^Beiträge zur Kenntniss der Schmarotzer-
krebse^ (Zeitschr. f. wisseiisch. Zoolog. XIV. p. 365— 382.
Taf. 33 — 36) behandeln einige parasitische Copepoden ver-
schiedener Familien. Zunächst werden einige Organisa-
tionsverhältnisse zweier Caligus-Arten, welche Verf. im
Leben beobachten konnte, erörtert; sodann eine neue
Pandariden-Gattung, einige Arten von Bomolochus und
eine diesen verwandte neue Form, endlich eine neue in
Ascidien lebende, mit Notodelphys verwandte Gattung be-
kannt gemacht.
Die letztere wird als Sphaer onotus (nov. gen.) Thorellii
beschrieben und zwar einerseits nach der Jugendform, andererseits
nach dem durch einen stark kuglig gewölbten Rücken ausgezeich-
neten Weibchen. Die Gattung ist mit Doropygus zunächst ver-
wandt, unterscheidet sich aber durch verhältnissmässig lange, ein-
fache, dreigliedrige , borstenlose Gehfüsse des zweiten bis vierten
Paares. Die kuglige Auftreibung des Rückens entspricht der Brut-
höhle für die Eier. Vielleicht ist die von Costa abgebildete Gat-
tung Gunenotophorus damit identisch. — Aus der Gattung Bomo-
lochus, welche Verf. in ihren Analogieen mit den Caliginen, Cory-
caeiden u. s. w. erörtert, und auf welche er bezüglich der Bildung
ihrer Extremitäten näher eingeht, beschreibt er Bomol. Soleae von
Helgoland (auf Solea vulgaris) und comutus von Messina (auf Aste-
rodermus coryphaenoides). Eine neue Gattung Eucantkus weicht
von Bomolochus durch zwei kräftige Kopf haken, verschiedene Form
und Lage des unteren Kieferfusses, einfacheren Bau des ersten
Schwiinmfusses und durch fünfgliedrigen Hinterleib ab. — Art : JEwr.
Balisiae, an den Kiemen eines Balistes gefunden.
Von Caligus branchialis und pectoralis Müll, beschreibt Verf.
das eine herzförmige Ganglienmasse darstellende Centralorgan des
Nervensystems, die feinere Struktur der Körperhaut mit den in ihr
lagernden Pigmenten und Drüsen, die Muskulatur, den Verdauungs-
kanal und den Circulationsapparat. Für letzteren bestätigt Verf.
den Mangel eines Herz Schlauches , die trotzdem aber stattfindende
Archiv f. Naturg. XXXI. Jahrg. 2. Bd. SS
670 Ger staecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
rhythmische Cirkulation der Blutkörperchen in den Längskanälen
der Genitalringe und dem Blutraume des Cephalothorax. Auch die
Angaben Rathke's über die männlichen und weiblichen Geschlechts-
organe vervollständigt Verf. durch speziellere Beobachtungen.
Die neue Pandariden-Gattung L ü t h enia, welche Verf. nach
beiden Geschlechtern kennen lernte und auf eine an Asterodermus
coryphaenoides gefundene Art : Lüth. Asterodermi begründet, unter-
scheidet sich von Echthrogaleus durch die kaum den sechsten Theil
des Geschlechtsringes bedeckenden Flügel des vierten Brustringes,
besonders aber durch die Bildung des ersten Beinpaares, dessen
Aeste der Ruderborsten entbehren und an denen der innere zu
einem kurzen Anhange verkümmert ist, während der äussere durch
Streckung eine Art GreifFuss darstellt. — Auch an dieser Gattung
erörtert Verf. die feinere Struktur der Chitinhaut so wie den hier
sehr complicirt auftretenden Kreislauf des Blutes.
Als eine besonders reiche Quelle für die Gattungs-
und Artkenntniss der parasitischen Copepoden in weite-
ster Ausdehnung ist eine umfangreiche Arbeit von Henr.
Kroyer; Bidrag til Kundskab cm Snyltekrebsene (Na-
turhist. Tidsskrift 3. Raek. IL p. 75—426. tab. 1—38. —
Separatabdruck: Kjöbenhavn 1863. 8. 352 pag. c. tab. 18)
hervorzuheben. Das in derselben bekannt gemachte, vom
Verf. in eingehendster Weise beschriebene und durch
zahlreiche meisterhaft ausgeführte Tafeln illustrirte Ma-
terial ist ein ausserordentlich reichhaltiges, indem es 117
dem grösseren Theile nach neue Arten, welche zur Be-
gründung zahlreicher neuer Gattungen Anlass gaben,
umfasst. Die Benutzung des Werkes ist durch die Ab-
fassung desselben in Dänischer Sprache erschwert; in-
dessen folgt wenigstens bei allen neuen Gattungen auf
die ausführliche Beschreibung eine lateinische Diagnose,
wie sie auch den Speciesbeschreibungcn in besonders ar-
tenreichen Gattungen (z. B. Caligus, Lepeophtheirus, Ler-
nanthropus, Ergasilus, Chondracanthus, Anchorella u. a.)
beigegeben ist. Einen spezielleren Bericht über den In-
halt des Werkes hier mitzutheilen, erscheint überflüssig,
da dasselbe für alle ferneren Untersuchungen auf diesem
Felde unentbehrlich ist; es mag daher nur erwähnt wer-
den, dass Verf. seine Arbeit bis auf die Lernaeen herab
ausgedehnt und dass er ausser den verschiedenen Para-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 671
sitenformen^ aufweiche sich v. Nordmann's mikrogra-
phische Beiträge erstrecken , auch noch die Argulinen
mit hineingezogen hat. Obwohl Verf. auf die frühere
Literatur über den von ihm behandelten Gegenstand viel-
fach Rücksicht nimmt und z. B. das schöne Werk von
Steenstrup und Lütken offenbar mit hyperkritischer
Genauigkeit beleuchtet^ so ist dies doch nicht durchweg
in gleicher Vollständigkeit geschehen; so ist es dem Verf.
u. A. entgangen, dass sein Ergasilus gasterostei bereits
von Pagenstecher als Thersites und sein Arnaeus
Thynni (Koll.) vom Ref. als Elytrophora brachyptera be-
kannt gemacht worden ist. Es sind jedoch dieser Repro-
duktionen beschriebener Formen unter neuen Namen im
Verhältniss wenige und thuen dem Werthe des Werkes
natürlich keinen Eintrag.
Die von Kroyer wieder aufgenommene Verbin-
dung der Argulinen mit den Caliginen, Lernaeen u. s. w.
hat eine Untersuchung von T. Thor eil über die ver-
wandtschaftlichen Beziehungen dieser Gruppe, welche
Zenker bekanntlich als eigene Ordnung Aspidostraca
absondern oder mit den Branchiopoden vereinigen wollte,
veranlasst. „Om tvenne Europeiska Argulider; jemte
anmärkningar om Argulidernas morfologi och systematiska
ställning, samt en öfversigt af de för närvaranda kända
arterna af denna familj^ (Ofvers. Vetensk. Akad. Förhandl.
1864» p. 7 — 70. Taf. 2 — 4). Indem Verf. den äusseren
sowohl als inneren Körperbau der Gattung von Argulus
foliaceus und einer zweiten Europäischen Art einer noch-
maligen sehr umfassenden Darstellung unterwirft, bei
welcher er auf eine ausführliche Diskussion der von allen
früheren Autoren gemachten Angaben eingeht, wägt er
die verwandtschaftlichen Beziehungen, resp. Ueberein-
stimmungen der Argulinen einerseits mit den parasitischen
Copepoden, andererseits mit den Branchiopoden ab und
gelangt dabei zu dem Resultat, dass sie den letzteren
trotz ihrer parasitischen Lebensweise und ihrem den Ca-
liginen verwandten Habitus näher verwandt seien als er-
steren. Er will sie daher als „Branchiura^ mit den Phyl-
672 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
lopoden und Cladocereii unter der Ordnung Branchiopoda
vereinigen.
Die beiden Europäischen Argulus-Arten , welche Verf. in die-
ser Abhandlung speziell charakterisirt, sindArgulus purpureus Risso
(von diesem als Binoculus bicornutus und Agenor purpureus be-
schrieben), von ihm selbst auf Pagelius erythrinus Cuv. gefunden
und Argulus Coregoni n. A. aus den grösseren Seen des mittleren
und nördlichen Schwedens, auf Coregonus lavaretus Lin. und Thy-
mallus vulgaris Nils, lebend. Den Beschreibungen derselben schliesst
Verf. eine Uebersicht des gegenwärtigen Artenbestandes der Familie
Argulini an, welche 12 Argulus- und 4 Gyropeltis-Arten umfasst
und zugleich kurz gefasste lateinische Charakteristiken derselben
giebt; 4 Argulus- und 1 Gyropeltis-Art (Dolops Lacordairei Aud.)
sind in Betreff ihrer Artberechtigung zweifelhaft.
Ein Nachtrag zu dieser Abhandlung: »Om Argulus dactylo-
pteri, en ny vestindisk hafs-argulid« (Öfvers. Vetensk. Akad. Förhandl.
1864. p. 609 — 614. Taf. 16) enthält die Beschreibung jvon Argulus
{Agenor) dactylopteri n. A. aus der Kiemenhöhle von Dactylopterus
volitans Lin. aus dem Westindischen Meere. Die beifolgende Tafel
giebt Abbildungen beider Geschlechter , der Mundtheile , Fühler,
Beine und des weiblichen Receptaculum seminis.
Bereits nach dem Erscheinen des Kroyer'schen
Werkes sind A. v. Nordmann's ;,Neue Beiträge zur
Kenntniss parasitischer Copepoden'^ im Bullet, d. natur.
de Moscou 1864. II. p. 461—520. Taf. 5—8 (Separatab-
druck : Moskau 1865. 6U pag. in 8. mit 4 Taf.), nicht lange
Zeit vor dem im vorigen Jahre erfolgten Tod des ver-
dienstvollen Verf.'s erschienen. Dieselben beginnen mit
einem Rückblick auf die seit dem Erscheinen der „Mi-
krographischen Beiträge^ im Gebiete der Siphonostomen
verötientlichten Arbeiten und gehen sodann auf eine
Charakteristik einiger Gattungen und Arten verschiede-
ner Gruppen ein, welche sich dem Verf. bei Prüfung der
bisherigen Literatur als neu herausgestellt haben.
Dieselben sind folgende: 1) Strabax, nov. gen., eine auf-
fallende Lernaeen-Form aus der Verwandtschaft mit Diocus; der
lineare Körper des Weibchens ist am vorderen Ende keulenartig
verdickt und zeigt vier den Mund umliegende grosse, knollenför-
mige Auswüchse , welchen auf der Dorsalfläche mehr nach hinten
noch zwei andere folgen. Am hinteren Ende breitet er sich schirm-
förmig aus und trägt hier eine Anzahl kurzer, kranzförmig gesteil-
der Entomologie während der J. 1863 — 64. 673
ter Strahlen; Postabdomen ganz rudimentär, ungefiedert. — Art:
Strab. monstrosus, das Weibchen 20 Mill. lang , mit anhaftenden
Pygmäen-Männchen versehen, aus der Zunge von Scorpaena porcus
herauspräparirt. — 2) Pseudnlus (nov. gen.) lingvalis, nur nach
einigen oberflächlichen Merkmalen vom Yerf. kurz besprochen;
Weibchen aus der Zunge von Gadus aeglefmus. — Penella sultana
V. Nordm. aus der Mundhöhle von Caranx ascensionis mit einer
var. sigmoidea von den Lippen der Scorpaena bufonia. — 3) A' o-
rion, nov. gen., vielleicht aus der Verwandtschaft von TuccaKroyer,
höchst sonderbar gestaltet. Bei dem allein bekannten Weibchen
sondert sich ein kleiner, rundlicher Cephalothorax von einem sehr
grossen Rückenschilde ab , welches wenig länger als breit ist und
durch eine Einbuchtung zweitheilig erscheint. Obere Fühler geis-
seiförmig, sechsgliedrig, untere zu äusserst robusten Klammerorga-
nen umgestaltet. Hinter der Mundöffnung mit den sie umgebenden
Pedes maxillares ist die ganze Bauchseite von einem grossen, hinten
eingeschlitzten Schilde bedeckt; Postabdomen und Schwimmfüsse nicht
wahrnehmbar. — Art: Nor. expansus vom Kiemendeckel eines un-
bekannten Fisches. — Tucca impressus Kroyer fem., nochmals nach
weiblichen Exemplaren, welche sich auf einer Westafrikanischen Dio-
don- Art fanden, charakterisirt und abgebildet. — 4) Donusa, nov.
gen. aus der Verwandtschaft von Lamproglena ; Körper langgestreckt,
aus einem Kopf-, fünf Thoracal- und einem Genitalring bestehend, dem
sich ein dreigliedriger Schwanztheil anschliesst ; obere Fühler sechs-
gliedrig, mit erweiterter Basis, untere kürzer, nur dreigliedrig. —
Art: Don. clymenicola, fem. auf Clymene lumbricalis an der Schwe-
dischen Küste gefunden. — Lemanthropus Temminckii n. A. von
den Kiemen des Saurus lacerta und Lei-n. Holmhergii u. A. von
Honolulu, Wohnthier unbekannt; ausserdem wird Lern. Kroyeri
nochmals beschrieben und auf Lern. Petersi v. Bened. eine eigene
Gattung: Stalagmus, nov. gen. begründet. — Die Gattung Peni-
culus Nordm. erfährt eine neue Feststellung, welche durch eine
zweite, hier bekannt gemachte neue Art: Pen. calamus von Hono-
lulu, nothwendig gemacht wurde.
V. Bergsoe, Pliilicilthys xiphiae Steenstr., mono-
graphisk fremstillet. Kjobenhavn , 1864. 88 pag. in 8. c.
tab. 1. — Im Auszuge unter dem Titel: Philichthys xi-
phiae : Bidrag til kundskab om Svaerdfiskens sliimrors-
parasit ved V. Bergsoe, Kjobenhavn 1865. 8. 44 pag.
c. tab. 1 (Separat -Abdruck aus Schioedte's Naturhist.
Tidsskr. 3. Raek. III) erschienen. Verf. liefert in dieser
mit musterhafter Sorgfalt gearbeiteten Monographie den
674 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Nachweis, dass der von Steenstrup in Betreff seiner
systematischen Stellung zweifelhaft gelassene Parasit Phi-
lichthys xiphiae das ^Weibchen eines parasitischen Cope-
poden sei, welchem ein Dichelestium-artig gestaltetes
Männchen zukommt.
Der Parasit ist nach den Untersuchungen des Verf. 's im Kopfe
von Xiphias gladius bei Neapel und Messina sehr häufig; er konnte
in fünfzehn Exemplaren des Fisches 70 Philichthys - Individuen (49
Weibchen und 21 Männchen) sammeln. Das Weibchen bewohnt
besondere Erweiterungen der Schleimkanäle und bohrt sich zuweilen
bis in den Knochen ein; es wird hier auch von dem Männchen be-
fruchtet; die reifen Eier werden durch die Schleimkanäle in das
Seewasser abgeführt, wo sich die Jungen entwickeln. Während das
Weibchen fast unbeweglich ist, gleitet das unter den Eiertrauben
verborgen sitzende Männchen bei der Berührung sofort sehr hurtig
fort. Beide Geschlechter werden vom Verf. nach ihrem äusseren
Körperbau einer sehr eingehenden Schilderung unterworfen. In
Betreff der systematischen Verwandtschaft der Gattung glaubt Verf.
dieselbe einer besonderen Familie zuweisen zu müssen, welche die
nächsten Beziehungen zu den Chondracanthinen haben. Dies scheint
dem Ref. jedoch in Rücksicht auf das Männchen, welches für diese
Frage wohl allein entscheidend sein kann, unzulässig; dasselbe zeigt
sowohl nach der Körpergliederung als der Bildung der beiden
Fühlerpaare die entschiedenste Uebereinstimmung mit den Diche-
lestinen.
Die schon im Jahresber. f. 1862. p. 282 erwähnten
Mittheilungen von W. Turner und ß. Wilson über
Chondracanthus lophii und Lerneopoda Dalmanni sind
jetzt in ausführlicherer Darstellung in den Transactions
of the Royal soc. of Edinburgh XXIll, 1. p. 67—87. pl. 3
und 4 erschienen. „On the structure of Chondracanthus
lophii with observations on its larval form*^ (a. a. 0. S. 67
— 76. pl. 3) und: „On the structure of Lerneopoda Dal-
manni, with observations on its larval form" (a. a. 0.
p. 77 iF. pl. 4). Die VerfF. geben von beiden Arten eine
eingehende Schilderung des äusseren Körperbaues, welche
sich bei ersterer auf beide Geschlechter, bei letzterer auf
das Weibchen erstreckt; einigen anatomischen Angaben
folgt auch bei beiden x\rten eine Charakteristik der ersten
Larvenform.
Die Familie der Chondracanthini wird vonA. Han-
der Entomologie während der J. 1863—64. 675
cock und Alfr. Norman eine sehr auffallend gebil-
dete, in der Eingeweidehöhle von Nacktkiemern schma-
rotzende neue Form, welche mit dem Namen S piano h-
iiotrophus belegt wird, beigezählt. („On Splanch-
notrophus, an undescribed genus of Crustacea, parasitic
in Nudibranchiate Mollusca/ bj Albany Hancock und
the Rev. Alfred Merle Norman, Transact. Linnean
soc. of London XXIV. p. 49—60. pl. 15 u. 16.)
Beim Weibchen ist der Cephalothorax jederseits mit langen
arm- oder tentakelförmigen, cylindrischen Fortsätzen versehen, wel-
che dem Thiere ein sehr bizarres Aussehen verleihen ; das vordere
Fühlerpaar ist klein, das hintere in Greiforgane umgestaltet, die
MundöfFnung von Mandibeln, Maxillen und Kieferfüssen umgeben.
In weiter Entfernung sowohl vom Munde als untereinander finden sich
zwei rudimentäre Thoraxbeinpaare, welche nicht in Schwimmbeine
umgestaltet und mit einer Klaue versehen sind. Das kurze zwei-
gliedrige Abdomen trägt an der Spitze zwei rudimentäre griffeiför-
mige Anhängsel und grosse ovale Eiersäcke. — Bei dem pygmäen-
haften Männchen fehlen die seitlichen Anhänge des Cephalothorax,
welcher hier etwa wie bei Ergasilus u. a. gestaltet ist und an dem
sowohl die beiden Fühler- als die beiden Beinpaare zu vollständi-
gerer Entwickelung gekommen sind; der deutlich fünfringlige Hin-
terleib kommt fast an Länge dem anderen Körperabschnitt gleich
und trägt gleichfalls zwei Endgriffel. — Die Verff. beschreiben von
dieser Gattung zwei Arten, von denen Splanchn. gracilis in beiden
Geschlechtern (fem, 3 lin., mas y^ lin.) , Splanchn. brevipes nur im
weiblichen bekannt geworden ist. Das Weibchen der ersteren Art
durchbohrt die Körperhaut von Doris pilosa und Idalia adspersa,
das der zweiten die Haut von Doto coronata und Eolis rufibran-
chiata; beide saugen sich an den Eingeweiden fest und sind mit
Ausnahme der frei hervorragenden Eiersäcke ganz in die Leibes-
höhle der I^acktkiemer eingeschlossen. Der v/eibliche Splanchn.
brevipes erinnert unter den bis jetzt bekannten Schmarotzern am
meisten an Nicothoe astaci.
Hesse hat ein 2. Memoire seiner „Recherches sur
quelques Crustaces rares ou nouveaux des cotes de France
(Annal. de scienc. natur. 4. ser. Zoolog. XX. p. 101 — 132.
pl. 1) der Erörterung einiger Lernaeen-artigen Siphono-
stomen gewidmet, von denen zwei der Gattung Lernaea,
eine dritte einer neuen Gattung Naohranchia ange-
hört. Die etwas weitschweifig gehaltene Mittheilung des
676 Gerstaecker: Bericht üb. d, wissensch. Leist. im Gebiete
Verf.'s über die Körperbildung und Lebensweise der or-
steren Gattung enthält meist Bekanntes und dokumentirt
seine Unbekanntschaft mit den neueren Forschungen, u. A.
mit der Arbeit von Steenstrup und Lütken. Verf.
hält es z. B. für eine neue Entdeckung, dass die Lernaeen
mit rudimentären Beinpaaren versehen sind ; eine zweite,
welche er gleichfalls zu machen beabsichtigte, nämlich
die der noch unbekannten Männchen, ist ihm, obwohl er
sich nach seiner eigenen Aussage in der günstigsten
Lage dazu befindet, leider nicht geglückt.
Verf. will zwei Lernaeen-Arten unterscheiden, nämlich neben
der Lern, branchialis Lin. eine zweite, welche er an Gadus barbatus
fand, und welche er als »Lernee branchiale du Gade barbu« bezeichnet
(ein lateinischer Speciesname wird derselben nicht beigelegt). Er-
stere, welche er durch drei verästelte Kopfhörner unterscheidet,
und welche mit der Lern, branchialis var. sigmoidea Steenstr. Lütk.
identisch ist, wurde aber bereits von 0. Fabricius als Lern, ga-
dina bezeichnet, so dass der Name nicht für die nur mit einem
Kopfhorn versehene Form verwendet werden kann. Ob diese aber
eine besondere Art darstellt, ist trotz der vom Verf. angegebenen
Unterschiede in der Form der rudimentären Beine gewiss sehr zwei-
felhaft; seine eigenen nachträglichen Angaben (p. 120) machen die
Unterscheidung schon misslich. — In biologischer Beziehung macht
Verf. einige Angaben über die Anheftung des Kopfendes der Ler-
naeen; er will in einem Falle eine starke Anhäufung von Excre-
menten in der Umgebung der Mundöffnung beobachtet, in einem
zweiten aus der Leibeshöhle einer Lernaee einen Caligus durch Druck
entfernt haben. Die Zahl der Eier eines Weibchens berechnet er
auf 2500. Eine sehr auffallende Schilderung giebt Verf. von der
Blutcirculation; sie soll abwechselnd von oben nach unten und von
unten nach oben stattfinden. Die vom hinteren Ende gegen den
Kopf hin gerichteten Pulsationen sind viel zahlreicher (120 bis 13ü)
als die sich nach vorn fortpflanzenden (GO— 70); das Herz ist nach
seiner Beobachtung nahe dem untersten Theile des Hinterleibes ge-
legen (?). — Die neue Gattung Naohr anchia gehört den Lernaeo-
gastrineu an und erinnert zunächst an Anchorella; das Weibchen
unterscheidet sich durch einen von dem langen und dünnen Halse
etwas abgesetzten ovalen Kopf, welcher in seiner Form an einen
Schlangenkopf erinnert; ein Saugnapf auf der Gränze von Hals und
Hinterleib fehlt ganz, ebenso die Haftarme; dagegen ist 'die Unter-
seite des Hinterleibes selbst mit einem grossen Haftapparat von
cigenthümlicher Form versehen. Die Eierschläuche sind länglich
der Entomologie während der J. 1863—64. 677
eiförmig, vielzeilig. — Art: Naobr. cygnus an den Kiemen von Pa-
gellus erythrinus.
Cirripedia.
Claparede, „Zur Entwickelnng der Cirripedien'^
(Beobacht. über Anatomie und Entwickelungsgeschichte
p. 98—101. Taf. 17. fig. 15—26) lieferte vorzügliche Abbil-
dungen von der Embryonalbildung und Entwickelungs-
geschichte der Lepas anatifera. Verf. bestätigt den Far-
benwechsel der Eier von Kornblumenblau durch Violett
und Roth bis ins Gelbe, welcher die Entwickelung des
Embryo begleitet, vermisst dagegen an den reifen Eiern
die von F i 1 i p p i erwähnte zweite Haut (Decidua), ebenso
an der aus der Eihaut befreiten jüngsten Larve die in-
neren Fühler (Darwin bei Scalpellum). Die zweite,
bereits mit drei kurzen Hinterleibsspitzen versehene Lar-
venform gleicht sehr derjenigen von Cineras vittatus
(Thompson), die mit den äusserst langen Dornfortsätzen
versehene dritte der von Thompson abgebildeten der
Lepas anserifera, noch mehr aber der Slabber'schen „See-
laus." Von letzterer giebt Verf. eine spezielle, besonders
die Struktur der Schwimmbeine berührende Beschreibung;
das rothe unpaare Auge ist mit einer kugeligen Linse
versehen und sitzt zwischen zwei runden körnchenartigen
Kapseln, welche er zuerst für Gehörblasen in Anspruch
nehmen zu dürfen glaubte, welche aber auch die ersten
Anlagen der in der Puppe zur Ausbildung kommenden
paarigen Augen sein könnten.
F.Müller („Für Darwin,*^ p. 59 fF.) machte gleich-
falls einige wichtige, durch Abbildungen illustrirte An-
gaben über die Entwickelung der Cirripedien. An den
Eiern der Tetraclita porosa (Fig. 61 — 63) konnte er fest-
stellen, dass auch hier die Furchung eine totale ist, und
dass die Embryonen ohne vorhergehenden Primitivstrei-
fen in ihrer ganzen Gestalt angelegt w^erden. Verf. bil-
det ferner (Fig. 55) von derselben Art ein späteres Nau-
plius-Stadium (nach der ersten Häutung) und (Fig. 57)
das Cypris-Stadium eines Balanidcn (Chthamalus?) ab.
678 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Gleichzeitig veröffentlichte Pagenstecher (Zeit-
schr. f. wissensch. Zoolog. XIII. p. 86— 105. Taf. 5 u. 6)
einen „Beitrag zur Anatomie undEntwickelungsgeschichte
von Lepas pectinata/ welcher sich mit einer spezielleren
Erörterung des bereits im Zustande der Anheftung be-
griffenen Cypris-Stadiums und der Uebergangsstufen zur
geschlechtsreifen Entenmuschel beschäftigt. Manche von
Darwin nur obenhin berührte Verhältnisse finden in
der Darstellung des Verf.'s einen vollständigeren Ab-
schlüsse die Mehrzahl seiner Angaben eine weitere Be-
stätigung. In Betreff der die Anheftung vermittelnden
Fühler des Larvenstadiums führt Verf. den Nachweis,
dass sie nicht nur provisorische, sondern bleibende Haft-
organe auch für die erwachsene Lepade, bei der man sie
noch deutlich nachweisen kann, abgeben. Die Anlage
der fünftheiligen Lepaden-Schale tritt nach seinen Beob-
achtungen kurz vor der letzten Häutung der Larve auf
und zwar beginnt dieselbe mit der Bildung der Scuta,
während die Nuclei der anderen Schalenstücke bald nach-
folgen. Nach Freilegung dieser Schale treten nur noch
unwesentliche Veränderungen im Bau der einzelnen Kör-
pertheilc, wie z. B. eine Vermehrung der Glieder an den
Girren auf; übrigens nimmt die Zahl dieser Glieder nach
vorn und hinten ungleichmässig ab , indem sie an den
sechs Beinpaaren eines 20 Mill. langen Individuums 10,
11, 18, 21, 23, 19 betrug. An der erwachsenen Lepade
unterwirft Verf. besonders die Zusammensetzung des Pe-
dunculus einer nälieren Darstellung; der Cuticula mit
ihrer Matrix schliesst sich nach innen der Muskelschlauch
an, welcher im Gegensatze zum übrigen Körper hier sehr
stark entwickelt ist und ein complicirtes, vielfach von
Sehnen durchstricktes Geflecht darstellt ; von diesem wird
der Cementapparat und die Ovarien eingeschlossen. Die
Kittgänge konnte Verf. mit Leichtigkeit bis zur Scheibe
der Fühler verfolgen; die Eileiter glaubt er unter der
sich vor dem Munde wölbenden Stirnkapuze ausmünden
gesehen zu haben.
Darwin, On thc so called auditory-sac of Cirri-
der Entomologie während der J. 1863—64. 679
pedes (Nat. bist, review 1863, p. 115 f.) regte noch ein-
mal die Frage über die Natur des von ihm als Gehör-
sack bezeichneten Organes der Cirripedien an, welches
Krohn's Ansicht entgegen neuerdings von de Filippi
in Uebereinstimmüng mit Darwin gedeutet worden ist.
Letzterer fand in den Wänden des bezeichneten Sackes
von Dichelaspis Darwinii eine eigenthümliche Ausbrei-
tung von Nervenendigungen, welche für ihn unzweifel-
haft auf ein Sinnesorgan hindeuten, während er den Zu-
sammenhang des Organes mit dem Ovidukt, wie ihn
Krohn angiebt , nicht auffinden konnte. Darwin for-
dert zu der Untersuchung auf, ob dieser vermeintliche
Gehörsack unter Umständen Eier enthalte; möglicher
Weise könnten die Cirripedien gleich manchen Entomo-
straken zwei verschiedene Formen von Eiern produciren,
deren eine in den Gehörsack, die andere in die mantel-
telförmigen Brutsäcke gelangten.
Dyce, Note on Lepas anatifera (Annais of nat. bist. 3. ser.
XIV) erwähnte eines in der Bay von Aberdeen (England) aufge-
fischten Holzblockes von 27 Fuss Länge und 16 Zoll Dicke, welcher
von drei Seiten mit Millionen ausgebildeter Individuen der Lepas
anatifera besetzt war. Dieselben gaben ihm einen Durchmesser
von 2 Fuss und 9 Zoll, nahmen aber unter Wasser ausgebreitet,
sogar 4 bis 5 Fuss in der Breite ein. Die Schalen hatten eine Länge
von ly^ Zoll, die Pedunculi bis 18 Zoll.
Unsere Kenntniss der untergegangenen Cirripedien
hat durch eine Abhandlung von A. Reuss: „Ueber fos-
sile Lepadiden" (Sitzungsber. d. Akad. d. Wissensch. zu
Wien, Mathem.-naturhist. Classe49.Bd. l.Th. p.215— 246,
mit 3 Taf.) eine wesentliche Bereicherung erhalten. Verf.
giebt in derselben Bescheibungen und Abbildungen einer
Reihe neuer und unvollständig bekannter Lepadiden nach
Schalenstücken aus den Oligocänschichten von Söllingen
und aus der Mucronatenkreide von Nagorzani, ferner von
einigen miocänen Arten und eine Zusammenstellung der
Lepadiden der Böhmischen Kreideformation.
Aus den Oligocänschichten von Söllingen stammen Scalpellum
robustum, Poecilasma? dubia und Pollicipes interstriatus n. A., mio-
cän sind Pollicipes undulatus und decussatus n. A., Scalpellum ma-
680 Gerstaecker: Bericht üh. d. wässensch. Leist. im Gebiete
gnnm Wood und Poecilasma? miocaenica n.A. ; aus der Kreide von
Nagorzani : Poliicipes fallax Darw., Poll. Zeidlcri n. A. und glaber
Rom. Letztere Art wird zugleich mit Poliicipes conicus Reuss und
Scalpellum quadricarinatum Reuss auch aus der Böhmischen Kreide
beschrieben.
Ueber die der Hauptsache nach bereits durch Lill-
jeborg bekannt gewordene Entwickelung der Pelto-
gaster- artigen Cirripedien machte F. Müller in seinem
Aufsatze: ;,Die zweite Entwickelungsstufe der Wurzel-
krebse (Rhizocephalen)^ Archiv für Naturgcsch. XXIX.
p. 24 fF. Taf. 3, so wie in seiner Abhandlung ;,Für Dar-
win^ p. 60 fF. noch weitere Mittheilungen, welche die Ue-
bereinstimmung in der Entwickelung mit den höheren
Rankenfüssern bestätigen. Verf. schildert von Lernaeodis-
cus Porcellanae die Verwandlung des Nauplius-Stadiums
in dasjenige der Cypris-Form, welche Lilljeborg di-
rekt nicht beobachten konnte. Wie bei den Lepaden
wird sowohl die Körperhülle als ganz besonders die
Gliedmaassen vollständig verändert ; aus ersterer entsteht
durch Zusammenklappen die muschelartige Schale, wäh-
rend letztere ganz abgeworfen werden. Nur das Auge
und die Riechfäden erhalten sich unverändert, ersteres
nimmt sogar an Umfang zu; die Haftfühler gehen aus
dem ersten Beinpaar des Nauplius-Stadiums hervor, am
hinteren Leibesabschnitt bilden sich die sechs Paar drei-
gliedriger und an der Spitze mit langen Borsten besetz-
ter Schwimmbeine aus. — Als n. A. der Wurzelkrebse
erwähnt Verf. noch einen an Pagurus gefundenen Pelto-
gaster socialis, welcher meist zu 4 bis 6 Individuen dem
Wirthsthiere ansitzt. — In der Abhandlung „Für Dar-
win^ wird das Nauplius- und Cypris-Stadium von Sac-
culina purpurea, so wie die ausgebildete Form von letz-
terer sowohl als Peltogaster socialis abgebildet.
Hesse (Memoire sur des Crustacös rares ou nou-
veaux des cotes de France, 4. article. Annal. d. scienc.
natur. 5. s6r. Zoolog. IL p. 275 ff. pl. 19) gab Beschrei-
bung und Abbildungen von Sacculina carcini und Pelto-
der Entomologie während der J. 1863—64. 681
gaster tau n. A. nach den geschlechtsreifen Individuen
und der ersten Larvenform. Die zw^eite, an Pagurus an-
geheftet gefundene Art scheint der Abbildung nach mit
Peltogaster sulcatus Lilljeb. identisch zu sein.
In demselben Bande der Annal. d. scienc. natur.
p.289— 355. pL20 ist Lilljeborg's Abhandlung über
die Gattungen Liriope und Peltogaster (^Memoire sur les
genres Liriope et Peltogaster Rathke^) in französischer
Uebersetzung reproducirt worden.
S e m p e r (Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XIII. p. 560.
Taf. 38. fig. 3) fand im Philippinischen Meere gleichfalls
zwei Peltogaster-Arten, von deren einer er die Larven-
form im Cypris-Stadium leicht skizzirt abbildet ; die Zahl
der Abdominalbeinpaare giebt Verf. nur zu fünf an.
Hona, Druck von Carl Georgi.