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FÜR
NATURGESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN
]^ORTGESETZT VON W. F. ERICHS ON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR-LEUCKART IN LEIPZIG
HERAUSGEGEBEN
De f. a. TROSCHSZ.,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH- WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
SECHS UND DREISSiaSTEB JAHRaANG.
Kiireiter Band.
Berlin,
Nicolaisclie Verlagsbuchhandlung.
(A. Effert und L. Lindtner.)
1870.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vö-
gel während des Jahres 1869. Von Dr. G. Hartlaub . 1
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der In-
sekten während des Jahres 1869. Von Friedrich
Brauer in Wien 45
Orthoptera 87
Neuroptera 97
Coleoptera 101
Hymenoptera . 1^2
Lepidoptera . 161
Aphaniptera 191
Diptera 191
Hemiptera 208
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niedern Thiere während der Jahre 1868
und 1869. Zweite Hälfte. Von Dr. Rud. Leuckart. 221
Echinodermata 221
Coelenterata 270
Protozoa * . .362
Bericht über die Leistungen im der Naturgeschichte der Säu-
gethiere während des Jahres 1869. Von TroscheJ . 390
rV Inhalt.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1869. VonTroschel 441
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1869. Von Troschel 473
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1869. Von Troschel . . 517
Cephalopoda 544
Cephalophora . 546
Lamellibranchiata 575
Brachiopoda 582
Tunicata 583
Bericht über die Leistnngeu in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1869.
Von
Dr. ü. Hartiaub
, in Bremen.
Die Zahl der ornithologischen Publicationen, deren
dieser Jahresbericht zu gedenken hat, ist bedeutend liöher
als die vorjährige; und wir freuen uns hinzufügen zu
können, dass die durch sie vermittelte Bereicherung un-
seres ornithologischen Wissens keine ganz unbeträchtliche
ist. Der Nestor unserer Wissenschaft G. R. Gray un-
terzieht sich jugendlichen Muthes der Aufgabe, ein voll-
ständiges Verzeichniss der Gattungen und Arten der Vögel
zu veröffentlichen und damit zugleich zum ersten Male
die Schätze der seiner Obhut anvertrauten Sammlung im
Britischen Museum vollständig zu unserer Kunde zu brin-
gen. Das an und für sich gerechtfertigte Bestreben,
die sinnlos gesteigerte Zahl der Gattungen zu reduciren,
hat Gray zu Extremen in der entgegengesetzten Rich-
tung geführt, die wir nicht billigen können. Es handelt
sich dabei um ein wissenschaftlich motivirtes juste milieu.
Ein Schriftstück von Baldamus, Eierstudien in den Fa-
milien der Schwalben und Segler, ist wohl geeignet, das
etwas verflüchtigte Interesse für Oologie diesem Zweige
der Vögelkunde von neuem zuzuwenden. Aus der grossen
Anzahl von Publicationen auf dem Gebiete der Local-
faunen mag hier auf das sehr tüchtige Buch des Freiherrn
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. A
2 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
V. Droste-Hülshoff über die Vögel der Insel Borkum
besonders hingewiesen werden. Hinsichtlich America's
ist es neben den eifrigst und erfolgreich fortgeführten
Arbeiten von Sclater, Salvin, Coues und Lawrence
das Buch v. Pebzeln's über die Vögel Brasilien's, wel-
ches wir als wesentlichst fördernd bezeichnen möchten.
Die von Barboza du Bocage veröffentlichten Berichte über
grössere an das Museum zu Lissabon eingesandte Vögel-
sendungen aus Congo, Angola und Benguela haben uns
ein neues Gebiet Africa's ornithologisch erschlossen, die
des Pere David uns die erste Bekanntschaft vermittelt
mit der Avifauna der chinesischen Tarterei. Auch die
indochinesischen Ländergebiete fangen an, uns ihre Thier-
welt zu enthüllen. Der wichtigste Beitrag zu unserer
Kunde von den Vögeln Polynesiens ist eine Mittheilung
Sclater's über die im hohen Grade interessante Orni-
thologie der Salomon-Gruppe. Huxley's geniale Ciassi-
ficationsstudien „the most stirring ornithological event
since the discovery of x\rchaeopteryx" konnten der all-
gemeinsten Beachtung und Anerkennung gewiss sein. Wir
selbst können aber auch ihnen gegenüber von unserer
oft geäusserten üeberzeugung nicht abgehen. ;,The scheme
— sagt treffend neuerdings Elliott Coues — "that takes
into consideration the greatest number of characters will
come nearer the truth than one that proceeds upon iso-
lated grounds." Und in diese letztere Categorie gehörte
denn doch ohne Zweifel die von Huxley dargebotene
Grundlage.
Cabanis' „Journal für Ornithologie^ und der „Ibis"
erschienen regelmässig und brachten des Guten und
Neuen Viel.
Auf A. Newton's vortrefflichen Bericht über die
ornithologische Litteratur von 1868 können wir nicht drin-
gend genug verweisen. Wir haben daraus wichtige Be-
lehrung geschöpft für die vorliegende Arbeit und ver-
mochten so dieselbe der Vollständigkeit wenigstens erheb-
lich näher zu bringen.
der Vögel während des Jahres 1869. 3
G. R. Gray: Handlist of Genera and Species of
Birds distinguishing those contained in the British Mu-
seum. Part I. Accipitres, Fissirostres , Tenuirostres and
Dentirostres. 1 vol. 8. 404 S. bereits kurz besprochen. Es
macht dieses Buch auf uns den Eindruck einer Arbeit,
zu deren Bewältigung das Kräftemaass des Verfassers
nicht mehr ausgereicht hat. Zahlreiche Lücken und Irr-
thümer machen sich sofort bemerklich. Wir hätten ge-
wünscht, dass jeder Art wenigstens ein gutes Citat bei-
gefügt worden wäre. Dies ist aber nur bei den im Bri-
tischen Museum vorhandenen und selbst bei diesen nicht
immer geschehen. Eine so willkürliche und so weit ge-
hende Reduction der Genera, als wir sie hier vorgenom-
men sehen, durfte nicht ohne eingehende wissenschaftliche
Begründung auf Billigung und Anschluss hoffen. Wider-
sinnige Namen von Statins Müller, wie Pitta guajana
oder Philepitta castanea erfahren zu unserem Bedauern
Prioritätsanerkennung.
Als fraglich neu werden folgende Arten namhaft gemacht
ohne beschrieben zu werden: Phodilus nepäletisis, Caprimulgus gri-
seatus (Philipp.), Scotornis Finschi von Ostafrica (= Nigricans Hartl.
Finsch), Corythornis Hartlauhii von Ashantee, Mero]ps chlor olaemus^
M. Caerulescens von Neuguinea, Mysol und Ceram, Nectarinia me-
lano gaster von Ceram, Limnornis Darwmii von Maldonado, Anum-
hius rußpectus von Brasilien, Scytälopus polygrammus von Guatemala,
AntJius hatchianensis, Niltava ceylonensis, N. spilonota von Nepal,
Campephaga melanolaema von Celebes, Lalage leucopygidlis von Ce-
lebes, Taenioptera nimcölor, T. dlhirostris Chili, Euscarthmus fernan-
dezensis, Dicrurus singularis von Malabar. Das Verdienstliche und
Nützliche dieser Arbeit gern anerkennend, sehen wir der Vollen-
dung derselben mit Verlangen entgegen.
Im ersten Bande von J. V. Carus' Handbuch der
Zoologie. Wirbelthiere, werden die Vögel aufS. 191— 368
behandelt. Nach meistens äusseren Characteren werden
16 Ordnungen angenommen, die dann wieder in Fami-
lien zerfallen Häufig auch noch Subfamilien. (Vergl.
Newt. Rep. p. 31.)
Grace Anna Lewis: Natural History of Birds.
Lectures on Ornithology. Part. 1. Philad. 1868. 12. 32. S.
Wird gelobt.
4 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Michelet: Aus den Lüften. Das Leben der Vögel.
4. Auflage. Berlin. 1. Bd. 8. 184 S.
Barboza da Bocage. Museu national de Lisboa.
SecQäo zoologica. Catalogo das collecgöes ornithologicas.
Psittaci et Accipitres. Bis jetzt 62 Seiten. 223 Ar.ten
von Raubvögeln und 204 Papageien. Angabe der Fund-
orte. Nur ausnahmsweise Citate. Sehr verdienstliche
Arbeit, durch welche man zuerst mit einer ebenso reichen
als gewissenhaft bestimmten Sammlung bekannt wird.
A. Newton: The StrickLind collection in the uni-
versity of Cambridge: Ibis p. 320. Mit Abbildung von
Campethera Capricorni.
R. Owen: The anatomy of Vertebrates. vol. III.
London 1868. Der diesem Bande angehängte ^^Zoological
Index" (S. 847—49) theilt die Classe der Vögel in drei
grosse Gruppen: Altrices mit den Ordnungen Raptores,
Scansores, Volitores und Cantores; Praecoces mit den
Ordnungen Rasores, Cursores, Grallatores und Natatores
und üraeoni, repräsentirt durch Archaeopteryx.
C. J. L. Kr arup -Hansen : Beiträge zu einer Theo-
rie des Fluges der Vögel, der Insekten und der Fleder-
mäuse, gemeinfasslich dargestellt und durch Holzschnitte
erläutert. Copenh, 1869. 48 S. Keines Auszugs fähig.
Mercy: lieber den Flug der Vögel: Rev. des Cours
scientif. 1869. Ibis p. 266.
F. W. Mäklin: Vetenskapliga Grunder für Be-
stammandet af Fogelarternas Ordningsföljd inom slägten
och grupper. Helsingfors 1867. S. 131. Die Flugfähig-
keit sei abhängig von dem Verhältniss zwischen den Di-
mensionen gewisser Skeletttheile und auf diese Annahme
möchte der Verfasser eine systematische Eintheilung der
Vögel begründen. Wichtig sind die Flügelknochen, der
humerus und das sternum.
A. Mi Ine Edwards: Recherches anatoraiques et
palaeontologiques pour servir a l'histoire des oiseaux fos-
siles de la Erance. 4. Mit der 22. Lieferung ist der erste
Band des Textes geschlossen.
Der zweite beginnt mit den Gniidae. Dann folgen
die Phoenicopteridae mit drei neuen Gattungen und acht
der Vögel während des Jahres 1869. 5
neuen Arten, dann die Ardcidae und Rallidae. Die Aus-
führung der Kupfertafeln wie die Behandlung des Textes
scheinen das unbedingteste Lob zu verdienen. (Vergl.
A. Newton Rep. p. 36 und Ibis p. 218.)
Zu Eyton's ,,Osteologia avium or a sketch of the
Osteologj of Birds" erschien ein Supplementheft. Wel-
lington 4. 18 pl.
P. L. Sclater: On the breeding of Birds in the
Gardens of the Zool. Society of London during the past
20 Years: Proceed. Z. S. p. 625. Es brüteten 720 Arten.
Eine erste Tabelle verzeichnet die Arten, die seit dem
ersten Jan. 1848 bis zum letzten Dec. 1868 brüteten und
die Zahl der Male, die jede Art lebende Junge hatte, eine
zweite die Zahl der Arten die brüteten gegenüber der
Gesammtzahl.
E. Baldamus: Kaliologische und oologische Stu-
dien: Gab. Journ. für Ornith. p. 407. Von entschiedener
Wichtigkeit. Es werden beispielsweise die Hirundiniden
und Cjpseliden nach ihrer Nistweise und ihren Eiern
gruppirt.
A. R. Wallace: A Theory of Birds Nests, sho-
wing the Relation of certain sexual differences of colour
in Birds to their mode of Nidification : Journ. of Trav.
and Nat. Hist. 1868. p. 73—89. (üebers. Biblioth. Univers.
Arch. Sc. Phys. et Nat. XXXIIL p. 5-30.) Der Nestbau
eines Vogels steht in nahem Zusammenhange mit der
Structur und Lebensweise desselben. Zwei andere Fac-
toren dabei sind veränderte Lebensbedingungen und der
Einfluss erblicher Gewohnheit. Beispiele für Beides. Dann
cxistire eine Beziehung zwischen dem Gefieder des Weib-
chens und der Art des Nestbau's und es Hessen sich dem-
gemäss die Nester in zwei Categorien eintheilen, je nach-
dem sie nämlich den brütenden Vogel verbergen oder
exponiren. In die ersten würden also diejenigen aller
Höhlenbrüter, Beutelweber und Dombauer gehören, deren
Weibchen bunt oder auffällig gefärbt sind. Umgekehrt
sei, wo das Männchen glänzend, das Weibchen unschein-
bar gefärbt, das Nest offen und exponire den sitzenden
Vogel. Zahlreiche Beispiele. So ist bei den Psittaciden,
6 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Alcediniden und Pariden, deren Weibchen nicht minder
schön cals die Männchen, der sitzende Vogel verborgen.
Umgekehrt verhalte es sich bei den Cotingiden, Pipriden
lind Tanagriden. Wallace hebt dann diesen Thatsachen
gegenüber die grössere Nothwendigkeit des Schutzes für
das Weibchen hervor u. s. w.
Duke ofArgyll: On Mr. Wallace's Theorie of
Birds Nests. Journ. Trav. Nat. Hist. 1868. p. 276—87.
Hier wird sehr geschickt die Ansicht vertheidigt, dass der
Instinct des Nestbau's angeboren sei mit der Structur,
der Lebensweise und Intelligenz und dass diese alle in
innigstem gegenseitigen Verbände ständen. Mit grossem
Recht wird dann unter Anderem hervorgehoben; dass ein
Hauptzweck und Nutzen vieler Domnester und auch zahl-
reicher Höhlennester, die bessere Erhaltung der animali-
schen Wärme sei..
Europa.
Von A. Fritsch: ^^Naturgeschichte der Vögel Eu-
ropa's" erschien Heft 13, enthaltend Tauben, Hühner und
Sumpfvögel. Es schreitet dieses jedes Lob verdienende
Werk jetzt rascher seiner Vollendung entgegen.
Gould's Prachtwerk über die Vögel Grossbritanniens
gedieh bis zu pt. XVL
Ce eil Smith: „The Birds of Sommersetshire" 1 vol.
8. 683 S. Scheint nicht lokal genug gehalten zu sein.
W. J. Sterland: „The Birds of Sherwood Forest,
with nothes on their habits, nesting, migrations etc. 8.
244 S. Mit 4 Tafeln.
Von E. H. Rodd's „List of British Birds or guide
to the Ornithology of Cornwall" erschien eine zweite
Auflage. Das Buch wird gelobt.
Bob. G ray and Th. Anderson: ;,The Birds of Ayr-
shire and Wigtownshire.^ 1 vol. 8. 62 S. Glasgow. Schil-
dern unter Anderm das Vogelleben auf Ailsa Craig und
scheint den Verfassern in jeder Hinsicht Ehre zu ma-
chen. Ueber Ailsa Craig vergl. auch Th. C. Walker.
Baron Hoyningen Huene berichtet über die An-
kunft der Zugvögel in Esthland, sowie über das Nisten
der Vögel während des Jahres 1869. 7
einiger Vögel in der Umgegend von Reval im Jahre 1868 :
Gab. Journ. für Ornith. Heft 1.
J. E 1 w e s : „The ßirdstation of the Outer Hebrides :
Ibis p. 20. Es sind diese Inseln nur wenig bekannt,
Macgillivray war dort. Die einzelnen Inseln, werden so-
wie die Excursionen dahin sehr anschaulich beschrieben.
J. Malmgren: ^Ornithologiska notiser^ in Öfvers.
af Finsk. Vetensk. Societ. Förh. 1869. Nr. 1. Behandelt
Calamoherpe schoenobaenus, Lusciniopsis fluviatilis, Falco
vespertinus etc.
ßaron Dros te- Hüls hoff danken wir eine üeber-
setzung von M ü 1 1 e r's Färörnes Fuglefauna in Gab. Journ.
p. 107, 341 und 381.
Derselbe berichtet über W. Meves ^Beitrag zu
Schweden's Ornithologie^ Gab. Journ. S. 390.
Fr. Boie berichtet über eine von G. R. Barth
ausgeführte Reise nach LofFoden und Vesteraalen: Gab.
Journ. p. 82. Ganz interessant. Turdus pilaris auf Has-
seloe. Brutcolonien von wenigstens 1000 Individuen in
den Birkenhainen daselbst; ausführlicher über Emberiza-
nivalis, Somateria mollissima und Tetrao subalpinus. Dann
Aufzählung der 81 beobachteten Arten.
R. Coli et: „Norges Fugle og deres geographiska
Udbredthe i Landet*' Separatabdruck aus den Vidensk.
Selsk. Förhandl. für 1868. Newton lobt die Arbeit und
meint nur, der nördlichste Theil des Gebietes sei man-
gelhaft behandelt. Baron Droste-Hülshoff berichtet
in Gab. Journ. über diese Arbeit S. 392.
J. B 0 w d e n : „The Naturalist in Norway, or notes on
the wild animals, birds, fishes and plants ofthat country. 8.
203 S. London. Scheint ein werthloses Machwerk zu sein.
G. Sundevall's „Svenska Foglarna^ blieb noch
immer unvollendet. Es erschienen die Tafeln 74, 75, 76
und 80, und der Text von p. 241—264.
H. Goebel: Briefliches aus Südrussland und über
einige Vögel des Gouvern. Archangel : Gab. Journ. p. 318.
Diese letzteren sind Mergus serrator, Anas clypeata und
Falco vespertinus.
L. Sabanäeff: Materialien zu einer Fauna des gou-
8 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Natargeschichte
vernements Yaroslav. Leider Russisch in Bull. Soc.
Imp. Mose. 1868. p. 234—79, 487—524. Scheint sehr ein-
gehend und reichhaltig zu sein. Die Natur des Landes
wird nach den Districten, die durchforscht wurden, ge-
schildert; so die Wälder von Yamsk, die Wolgainseln,
die Warelovosümpfe u. s. w. Nucifraga brütet im Gou-
vernement, Accentor montanellus finden sich in den Wäl-
dern von Yamsk. — Soll fortgesetzt werden.
V. Wickevoort-Crommelin: „Notes ornitho-
logiques sur la Faune des Pays-Bas: Archiv. Neerland. IV.
Viel über das Vorkommen seltnerer Arten.
Dr. B. Borggreve: „Die Vogelfauna von Nord-
deutschland ; eine critische Musterung der europäischen
Vogelarten^ Berlin. Ein nützliches Buch, dem indessen
die berechtigte Kritik nicht fern bleiben wird.
Baron Drost.e -Hülshoff: Die Vogelwelt der Nord-
seeinsel Borkum, nebst einer vergleichenden Uebersicht
der in den südlichen Nordseeländern vorkommenden Vögel.
1. Bd. 8. 405 S. Es zählt dieses Buch zu den besten der
unser specielles Fach betreffenden vaterländischen Litte-
ratur. Ein kleines aber nicht unwichtiges Gebiet deutscher
Erde wird ebenso anziehend als gewissenhaft und er-
schöpfend behandelt. Die Einleitung schildert die Natur
Borkums nach den verschiedenen Localitäten ; dann folgen
kleinere Abschnitte: Ostland's Nistvögel, Rottum, Ebbe,
Fluth, Entenstrich, Sturmfluth; dann die systematische
Uebersicht säramtlicher Vögel Borkums, umfassend deren
genaue Beschreibung, Lebensweise, geographische Ver-
breitung u. s. w. Der practisch geübte Blick des Ver-
fassers, sein Darstellungstalent, seine Belesenhcit, die
gründlichste Bekanntschaft mit seinem Object und der
Aufgabe, die er sich gestellt, das Alles vereinigt sich
dieses Buch wesentlich zu erhöhen über das Niveau ge-
wöhnlicher Lokalfaunen. Noch bemerken wir, dass unter
dem Anthus aquaticus dieses Buches A. rupestris zu ver-
stehen ist.
C. G. Giebel: Vogelschutzbuch. Die nützlichen
Vögel unserer Aecker, Wiesen, Gärten und Wälder.
Zweiter Abdr. Berlin. 1868. 8.
der Vögel während des Jahres 1869. 9
A. Fritsch: „Ornithologische Notizen aus Böhpien"
Gab. Joiirn. p. 45.
P. Th. A. B ruhin: „Die Wirbelthiere Vorarl-
berg's : Verhandl. Zool. Botan. Gesellsch. in Wien^ Bd. 18.
Die Vögel auf S. 235. Mit kurzen Bemerkungen über
Verbreitung, Lebensweise u. s. w.
Blasius Hanf: „Ornithologische Beobachtungen
am Furtteiche zu Mariahof in Obersteiermark" Verh. Zool.
Bot. Gesellsch. Wien, p. 961. Nicht unwichtig über AI
binismen.
Y. V. Tschusi veröffentlichte „ornithologische Mit-
theilungen" über Emberiza pithyornus bei Wien ; Capri-
mulgus europaeus als Gefangener; dann noch über einige
Vögel des Riesengebirges : Gab. Journ. p. 217.
C. Farm an: ;,0n some of the Birds of Central
Bulgaria" Ibis p. 199. Aquila heliaca, A. naevia etc.
Howard Saundcrs: ,,Ornithological Rambles in
Spain" Ibis p. 170.
Howard Saunders: Notes on the Ornithology
of Italy and Spain" Ibis p. 391. Ganz hübsch. Italien
ist arm, Spanien reich an Vögeln.
Barboza da Bocage commentirt die Mittheilungen
von A. G. Smith über die Vögel Portugals: Journ.
Scienc. natur. Lisb. Es werden 44 Arten hinzugefügt.
Ch. A. Wright bringt Nachträgliches zu seinen
Vögeln Malta's und Gozzo's : Ibis p. 245. Als Seltenheiten
erscheinen Emberiza melanocephala, Hoplopterus spinosus,
Chettusia leucura, Actiturus Bartrami, Cygnus olor.
C. Stölker: „Ornithologische Fragmente aus Flo-
renz: Gab. Journ. p. 337. Fast nur Namen.
T. Salvador i: „Degli uccelli avvcntizi in Italia:
Att. della Soc. Ital. di Sc. nat. vol. XII. Soll fortge-
setzt werden.
Von Bettoni's Werk über die Vögel der Lombardei
ist der zweite Band vollendet. Die Ausführung der Ta-
feln ist von sehr verschiedenem Werth.
L. Mo esc h schreibt über die Vögel der Schweiz
in M. Wirth's Allgem. Schweiz. Statist. I. p. 163.
H. Hold: Verzeichniss der von mir in Arosa beob-
10 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
achteten Vögel: Jahresber. der naturf. Gesellsch. Grau-
bündt. XIV.
V. Fatio: „Rapport du jnry nomine par la Soc.
genev. pour la protection des animaux^ dans le concours
des nids artificf eis (nichoirs) : Le Cultiv. de la Suisse Ro-
mande 1869, p. 145—49.
G. du Plessis et J. Combe: „Faune des Ver-
tebres du district d'Orbe: Bullet. Soc. Vaudoise des Sc.
nat. vol. X. Oiseaux p. 105.
C. Stölker schreibt in den Verhandl. der naturf.
Gesellsch. zu St. Gallen allerlei Ornithologisches, so über
Nisten und Gefangenleben von Pyrrhocorax alpinus, Nu-
cifraga caryocatactes, Cuculus canorus, Upupa epops,
Loxia coccothraustes, Turdus torquatus, T. saxatilis, Syl-
via tithys und curruca, Hirundo urbica, Rallus aquaticus,
Larus canus, Anas- clangula, Podiceps minor, Strix flam-
mea, noctua, brachyotus, scops u. s. w.
Ed. de Betta: „Sulla straordinaria od accidentale
Comparsa di alcune specie di uccelli nella provincie Ve-
nete e sulle cause rispettive Note ed Osservazioni" Ve-
nezia 1865. 8. 32 S- Darin namentlich auch über den
Einbruch von Syrrhaptes paradoxus von 1863—64.
Afrika.
Heuglin's synoptische Arbeiten über die Vögel
N-0. Afrika's in Gab. Journal wurden fortgesetzt. Lam-
prothornithinae, Sturninae, Saxicolinae.
Th. v. Heuglin's „Ornithologie Nordostafrika's"
wurde bereits besprochen. Es erschienen in ziemlich
rascher Folge verschiedene neue Lieferungen. Der Text
verdient, wie schon bemerkt, alles Lob ; die Abbildungen,
obgleich von Heuglin sehr gut gezeichnet und im Ori-
ginal ohne Zweifel auch gut colorirt, erscheinen chromo-
lithographisch reproducirt oft matt und ausdruckslos, Sie
sind keineswegs alle nach unserm Geschmack. Abge-
bildet wurden ferner: Barbatula uropygialis t. 28, die
Köpfe von Pogonorhynchus Rolleti, P. leucocephalus und
diadcmatus t. 27, Catriscus apicalis t. 9, Cossypha Heuglini
der Vögel während des Jahres 1869. 11
t. 13, Elminia longicauda minor t. 15, Francolinus Schle-
gelii t. 30, Merops cyanophrys t. 6, Muscicapa minima
und M, aquatica t. 16, Stenostira plnmbea t. 17, Hyphan-
tornis atrogularis, t. 19. Das die 9 — 11. Lieferung um-
fassende Heft bringt das Vorwort zum ersten Bande und
eine sehr hübsche zoo-geographische Karte des Nilge-
bietes und der üferländer des rothen Meeres. Die An-
nahme von Conspecies im Sinne Schlegel's und Sun-
devall's mit dreinamiger Artbezeichnung steht mit un-
sern Ansichten in Widerspruch. Die lokale Rasse oder
Abart mag besser unbenannt bleiben.
Th. V. Heuglin: „Zoogeographische Skizze des
Nilgebietes und der Küstenländer des rothen Meeres und
des Golfs von Aden: Peterm. Geogr. Mittheil. p. 406.
Nicht eben neu, aber in dieser instructiven Zusammen-
stellung von entschiedenem Interesse. Vorwiegend orni-
thologisch. Die Wanderungsverhältnisse werden umsichtig
geschildert, dann die einzelnen Zonen oder Gebiete zoo-
logisch characterisirt, also 1) das Mittelraeergebiet, 2) die
subtropische oder nubische Zone, 3) Aequatorialzone, 4)
die Bergregion, 5) die Küstenländer des rothen Meeres
nördlich vom 20^ N. Br., 6) die Südhälfte des rothen
Meeres und die Küsten des Golfs von Aden, 7) das So-
maliland.
Th. V. Heuglin: Reise in das Gebiet des weissen
Nil und seiner westlichen Zuflüsse in den Jahren 1862
— 64. In diesem Buche findet sich, wie zu erwarten, viel
Ornithologisches eingestreut, so über die Vögel des Arasch»
kol in Kordofahn auf S. 43 und über die des weissen
Nil auf S. 321 — 349. Im Ganzen mehr allgemein gehalten,
aber über einzelne Arten ausführlicher, so z. B. über
Gypogeranus, Struthio, die Geier, den Marabou, Balae-
niceps u. s. w. Man liest dieses Buch mit Vergnügen
und Belehrung und erkennt leicht dessen Vorzüge vor
den früheren Rcisebeschreibungen des Verfassers.
Der dritte Band von „Bar. v. d. Decken's Reisen
jn Ostafrika" bringt auf S. 21— 52 den Bericht J. C a-
banis' über die von dem berühmten Reisenden gesam-
melten und dem Berliner Museum einverleibten Vögel,
12 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
nebst guten Abbildungen der neuen Arten von der ge-
übten Hand Heuglin's. Diese sind Turdus Deckeni t. 1,
Drymoeca tenella und Cisticola baematocepbala auf t. 2,
Prionops graculinus t. 3, Dryoscopus sublacteus t. 4 (nicht
neu), Lanius caudatus t. 5, Rhynchoceros Deckeni t. 6, Dryo-
scopus lugubris t. 7, Dryoscopus tbamnophilus t. 8, Cri-
thagra chloropsis t. 9, Foudia comorensis t. 10, Textor
intermedius t. 11, Cossypha intermedia t. 12, Pterocles de-
coratus t. 12, Pternistes infuscatus t. 13, Otis maculipennis
t. 14, Oedicnemus vermiculatus t. 15, Ardea cineracea t. 16,
Nycticorax leuconotus t. 17. Im Ganzen wurden 126 Arten
eingesandt, der Mehrzahl nach mit Angabe des Fundortes.
Nur die neuen oder für neu gehaltenen werden beschrie-
ben. Nicht abgebildet wurden Herodias procerula n. sp.,
Melierax polioptcrus n. sp.
J. Chapman: „Travels in the Interior of South
Africa, etc. with a journey across the continent from
Natal to Walvish Bay and visits to lake Ngamie and the
Yictoria Falls" 2 vol. 8. Im Reiseberichte selbst ist wenig
Ornithologlsches eingestreut, aber auf S. 345 — 432 des
zweiten Bandes finden sich die beobachteten und gesam-
melten Vögel unter dem Titel „Descriptive notes on some
of the birds of Intertropical Africa" halb dilettantisch
halb systematisch verzeichnet. Das Hauptverdienst um
letzteren Theil scheint Anderson, dem ausgezeichneten
Erforscher des Damaralandes, zu gebühren. Die Angabe
der Fundorte, Bemerkungen über Verbreitung und Le-
bensw^eise, über die Färbung der Weichtheile u. s. w.
verleihen dieser etwas improvisirt erscheinenden Arbeit
doch einen gewissen Werth. Man kennt übrigens Chap-
man längst als sehr werthvollen Contribuenten zu Layard's
Buch über die Vögel Südafrika's.
Layard fährt fort im „Ibis" gute Bemerkungen
über die Vögel Südafrika's zu veröffentlichen, S. 64 und
361. Unter anderem Wichtigen Näheres über die Lebens-
weise und Fortpflanzung von Indicator major, über Cory-
thaix persa (? ? Ref.), Bradypterus Layardi, Coracias cau-
data, Psittacula roseicoUis und Pionias Meyeri am Lim-
popo u. s. w.
der Vögel während des Jahres 1869. 13
E. Marno: „Ergebnisse einer Reise in N. O. Af-
rika" Zoolog. Gart. 1868. p. 212—16 (der Stranss), 239
—42. (Raubvögel, Buceros, Marabou). Der ornitholo-
gische Theil der Berichte über Casanova's Expedition
zur Erlangung lebender Thiere in jenen Gegenden.
A.C.Smith: „The Nile and its Banks"" etc. 2. vol. 8.
Lond. 1868. Der zweite Band dieses sehr lesbaren Bu-
ches enthält einen Abschnitt über die Ornithologie Egyp-
tens, S. 197—283. Er selbst konnte 101 Arten beobachten :
ib. p. XI-XIV.
C. F. Tyrwhitt Drake schreibt „further notes on
the birds of Marocco"" Ibis N. 18. Melierax polyzonus,
Galerida macrorhyncba Tristr. etc.
R. B. Sharpe berichtet im „Ibis" fleissig und ein-
gehend über ihm zugekommenen Vögelsendungen aus der
bis dahin wenig bekannten Fantee-Gegend Westafrika's.
Die erste Mittheilung, S. 186—195, verzeichnet 60 Arten
(Abbild, von Strix poonsis), die zweite, S. 381 — 88, bringt
deren Zahl auf 96. (Abbild von Nigrita uropygialis und
N. Emiliae). Viele Seltenheiten werden uns jetzt bekannter.
H. B. Tristram: „Notes on some African Birds""
Ibis p. 434. Sehr nützlich. Certilauda Salvini und deser-
torum, etc. Früher schon über südafrikanische Saxico-
linen und Sylviiden auf S, 204.
Thomas Ayres: „Notes on the Birds of the Terri-
tory of the Trans- Vaal Rcpublic"" Ibis p. 286-304. Wich-
tig. 66 Arten. Sehr interessant über Botaurus capensis,
Pterocles gutturalis, Otis Kori und 0. Ludwigi u. s. w.
J. V. Barboza du Bocage berichtet über d'An-
chieta's Sammlungen aus der Umgegend von Caconda:
Proceed. Zool. Soc. p. 436. Daselbst auch Corythaix Li-
vingstoni. Für die nordöstlichen Turdus simensis und
Euplectes xanthomelas würde der entlegene Standort merk-
würdig sein, obgleich es an ähnlichen Beispielen unter
den grösstentheils sehr weit verbreiteten Vögeln Afrika's
nicht fehlt.
R. B. Sharpe: „On the Birds of Angola, part 1.
With notes by the collector,"" J. J. Monteiro. Proceed.
Zool. Soc. p. 563. Sehr wichtig. Monteiro berührte St.
14 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Thome'und erlangte dort Speirops lugubris, Hyphautornis
grandis, Coturnix histrionica ; dann wurde um Ambriz
und am Quangaflusse gesammelt. Hier Phyllopneuste tro^
chilus. Die neue Hirundo angolensis ßoc. (pl. 43) wurde
bei Ambriz gefunden.
O. Finsch: ^Ueber einige von M. Sintenis auf
dem Gebiete der Goldküste gesammelte Vögel. ^ Gab.
Journ. p. 334. Es wurden nur 22 Arten erlangt. Die
Lokalitäten waren der Bossum-prah-Fuss, Elmina, Chama.
Von ersterer Gypohierax angolensis. Drymoeca stulta,
bisher nur aus dem Osten durch v. d. Deken bekannt,
wurde bei Elmina gesammelt.
E. Blyth: The Birds of South-Africa: Journ. of
Trav. and Nat. Eist. 1868. p. 238—255. Eine populär
gehaltene Uebersicht von Layard's Werk. Nach Blyth
würden 84 der iti diesem Werke aufgeführten Arten
wegfallen.
Rob. Hartmann übersetzt im Septemberheft von
Caban. Journ. Antinori's Vögel Centralafrica's.
Eden Baker: The Birds of St. Helena: Zoologist,
SOG. ser. p. 1472—1476. Der Verfasser ist kein Ornitho-
log und kennt die Vögel der Insel nur nach ihren lo-
kalen Bezeichnungen.
A. Vinson: De l'Acclimatation a l'ile de la Reu-
nion. Oiseaux. Bullet. Soc. Imp. zool. d'Acclimat. 1858.
p. 625 — 632. Von 32 dem Verfasser bekannten Arten
sollen 14 eingeführt sein. Die Nomenclatur scheint der
nöthigen wissenschaftlichen Schärfe zu entbehren.
Asien.
Tb. Krüper: Beitrag zur Ornithologie Klein-
asien's. Gab. Journ. Heft 1. p. 21. Von grosseminteres sc.
Die nähere Lokalität ist die Umgegend Smyrna's. Aus-
führlicher werden z. ß. behandelt Aquila imperiah's, A.
brachydactyla, Nisus Dussumieri, Butes ferox, Lanius
personatus, Garrulus melanocephaluS; Pastor roseus, Sa-
xicola saltator, Aedon galactodes, Gossypha albiguLaris.
Von G 0 u Id's Birds of Asia part XXL mit den treff-
der Vögel während des Jahres 1869. 15
Heben Abbildungen von Coracias indica, C. affinis, C.
Temminkii, Pbasianus Roevesii, Pb. colcbicus^ Ceriornis
Temminkii, Pucrasia xantbospila, Turnix Dussiimieri, Drj-
moebares stellatus, Antbiis eervinns, Emberiza fucata, E.
rustiea, E. Huttoni, Regulus bimalajensis, Glareola laetea.
E. V. Homeyer: Die Vögel Ostsibiriens und des
Amurlandes. Gab. Journ. Forts.
Verspätet sei hier der vortrefilieb- eingebenden Arbeit
V. Middendorf's über die Tbierwelt Sibiriens gedaebt:
Reise IV. Tb. 2. Lief. 1. Es werden unterscbieden byper-
boreale Vögel, eircumpolare Vögel, Waldvögel. Von
jeder bocbnordiscbcn Art existirt eine grössere und eine
kleinere Rasse. Ein Abschnitt von grossem Interesse be-
bandelt die progressive Ausdebnung vieler östliehen Arten
gen Westen.
W. Blanford: Ornitbological Notes cbiefly on
some birds of Central, Western and Southern India: Journ.
As.Soc. ofBeng, 1869. p. 164. Vergl. Cyornis Tiekelliae,
Hirundo fluvicola, Salpornis spilonota, Parus cinereus,
Alauda malabarica, guJgula und Consorten, u. s. vv^. Viel
bübscbes über Lebensweise und geograpbisebe Verbreitung.
Allan Hume: Stray notes on Ornitbology in India.
Ibis p. 1. Das Hauptaugenmerk des Beobachters war auf
die Fortpflanzung indischer Vögel gerichtet. Sein Stand-
quartier war die Umgegend von Bareiliy. Wir erhalten
volle Auskunft über Xantholaema indica, Megalaema cani-
ceps, Orthotomus longieauda, Oriolus Kundoo, Corvus splen-
dens, Lanius lattora, Tebitrea paradisi, Pycnonotus pu-
sillus, Sturnopastor contra, Temenucbus pagodarum, Tur-
tur humilis.
W. E. Bro oks: Notes on birds observed near Nynee-
tal and Almorab: Ibis pt. 1. Neben viel kurzen und flüch-
tigen Notizen findet sich Ausführlicheres über Aquila Bo-
nelli, Hirundo daurica, Dicrurus longicaudatus, Tebitrea
paradisi , Petrocincla einclorhyneba, Geoeichla unicolor,
Pratineola caprata, Pr. indica, Melophus melanicterus ,
etc. etc.
Viscount Waiden: Remarks on Dr. Stoliczka's
Ornitbological observations in the Sutiey Valley. Sehr
16 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
interessant. 280 Arten. Als neu wurden aufgeführt Li-
nota pygmaea, Fringalauda sordida und Munia similaris,
welche letztere nach Waiden av. jun. von undulata ist.
G. E. Bulger: List of Birds obtained in Sikkim
between March and July 1867: Ibis p. 154. Das Beob-
achtungsfeld scheint ein sehr reiches zu sein. 136 Arten
konnten erlangt werden. Viele hübsche Noten über die
Lebensweise der Vögel des Darjeeling-Gebietes.
G.King: On the Birds of the Goona District. Journ.
As. 8oc. Beng. 1868. p. 208—218. Es liegt dieser District
in Centralindien, 1400" und höher. Ein Namensverzeich-
niss von 178 Arten, mit sehr spärlichen Anmerkungen
zu einigen derselben.
Maingay: Notes on rare and little known Malayan
Mammals and Birds: Proc. As. Soc. Beng. 1868. p. 194
—198. Sehr dürftig. Ein angeblich neuer Buceros be-
schrieben.
R. C. Beavan: Additiooal Notes on various Indian
Birds. Ibis p. 403. Beichhaltig und ausführlich. So z. B.
über Palaeornis rosa^ Nectarinia Gouldiae, miles, flamma-
xillaris, Hasseltii, asiatica, Myzanthe ignipectus, Certhia
himalajana, Dendrophila frontalis, zahlreiche Spechte und
Kukuke, Harpactes orescius, Nyctiornis Athertoni, Hirundo
daurica etc. Soll fortgesetzt werden.
A. S. Bickmore: Reisen im indischen Archipel,
übers, von J. C. A. Martin. 1. Bd. 422 S. Darin ein
Namensverzeichniss der Vögel des Insel Bourou, 74 Arten
zählend. Cataloge der von dem Reisenden auf Banda,
Ternate und Celebes gesammelten Arten geben die Proc.
of the Boston Soc. Nat. Hist.
A. R. Wallace: The Malay Archipelago, the land
of the Orang-Utan, and the bird of Paradise. A narrative
of travel with studies of man and nature. 2 vol. 8. Mit
Holzschn. London 1869. Es zählt dieses Buch, dem deut-
schen Leser bereits durch eine gute Uebersetzung bekannt,
zu den besten und anziehendsten seiner Art. Die Länder,
welche Wallace während 6 Jahren als sammelnder und
beobachtender Naturforscher bereiste, gehören unbedingt
zu den interessantesten und unbekanntesten der Erde.
der V<igel während des Jahres 1869. 17
Seine Ausbeute war die reichste. Es wurden 8050 Vögel
erlangt, und zahlreiche Novitäten lohnten für Mühen und
Gefahren aller Art. Ein Hauptaugenwerk des Reisen-
den waren bekanntlich die Paradiesvögel, die in ihren
letzten Verstecken zu beschleichen freilich nicht immer
gelang» Dennoch konnte dem über diese merkwürdige
Gruppe Bekannten viel Neues hinzugefügt werden, und
die Entdeckung einer ganz neuen Form entschädigte
für manche getäuschte Hoffnung in andern Quartieren.
Wenn die unerschöpfliche Ergiebigkeit einzelner Gebiete,
wie z. B. der Aruinseln, den enthusiastischen Forscher
unablässig und in angenehmster Weise zu beschäftigen
vermochte, so wurde dagegen auf anderen, wie z. B. auf
dem thier- und pflanzenarmen Ceram, seine Ausdauer
auf die härtesten Proben gestellt. Und noch immer harren
die waldbedeckten Bergzüge der Nordküsle Neuguinea's
des kühnen Reisenden, der hier die nie erlangten höchsten
Preise des Ornithologen zu gewinnen versuchen vermag:
Lophorina superba, Parotia sexsetacea, Epimachus magnus,
Astrapia nigra, Paradigalla carumculata, Sericulus aureus !
Amerika.
G. Elli Ott: The newand heretofore unfigured species
of the Birds; of N. America. Es gelangte dieses Pracht-
werk mit dem zweiten Bande zum Schluss.
In pari X wurden abgebildet: Meleagris mexicanns, Chryso-
mitris Lawrencii, Harporhynchus cinereus, Leacosticte griseonucba,
Aestrelata baesitaia, Priofinus cinereus ; in part XI : Falco aurantius,
Helmintophaga Luciae, Aegiotbus fuscescens, Heliopaedica Xantbusi,
Rissa Kotzebui, Rissa nivea; in part XII: Falco candicans, Passer
domesticus, Micratbene Whitneyi, Atbis Heloisae, Larus bracby-
rbyncbus, Larus Hutcbinsii; in part XIII: Falco islandicus, Sylvia
calliope, Scops Kennicoti, Haliplana discolor, Scops flammeola; in
part XIV und XV: Graculus circinnatus, Gr. perspicillatus, Oben,
caerulescens, Somaterias nigrum, Sagmatorbina Lathami , Lestris ca-
tarractes, Fratercula glacialis.
(Sp. F. ßaird?): Neun Bogen eines Werkes über
die Vögel Nordamerika's in colossalem Format. Finge- ^
klebt vortrefflich xylographirte Köpfe einer i\rt jeder
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. B
18 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Gattung. Liljeborg's System. Für die Begriffe genus
und species die weitere Fassung, also auch Annahme
von Rassen oder Varietäten. Heftiger und ernsthafter
Protest gegen die sinnlose Vervielfältigung der Gattungen
und Arten. Die westlichen Arten werden stark -ein-
gezogen. Sehr gute Einleitung. Kein Titel. Wozu das
verrückte Format und wer ist der Verfasser?
List of the Birds of Alaska. With biographical
notes by W. H. Dali and H. M. Bannister, with descri-
ptions of new species by Prof. Sp. F. Baird. (Extr. from
the Transact. Chicago Acad. Soc. vol. I.)
E. Coues: The Birds of South-Carolina. Proceed.
ßost. Soc. N. H. Soll eine tüchtige gewissenhafte Ar-
beit sein.
E. Coues: A list of the Birds of New-England.
Separatabdr. aus den Proceedings of the Essex Institute,
vol. V, 70 Seiten mit Index. Wichtig. Zahlreiche critische
Bemerkungen. Aber viel zu viele Gattungen! Vollstän-
dige Bekanntschaft mit der einschlägigen Litteratur.
W. P. Turnbull: The Birds of Fast Pensylvania
and New-Yersey. Glasgow. 1869. 1 vol. 8. 62 S. Zählt
340 Arten auf und giebt einige bis dahin unpublicirte Wil-
sonsche Originalvignetten. Eine gute Arbeit. Merkwürdig
bleibt das Verschwinden mancher Arten von Lokalitäten,
wo sie früher nicht selten.
B. Ridgway: Notices on certain obscurely known
species of American Birds, based on specimens in the
Mus. Smiths. Instit. Proc. Acad. N. Sc. Philad. p. 125.
Einleitende Betrachtungen über den Artbegriff. Es kä-
men mittelst Hybridisation Uebergangsformen von einer
Art zur andern zu Stande (? Ref.) „from the region where
the respective habitats overlap.'^ Dergleichen Zwischen-
formen seien nomenclatorisch zu sondern. (Quod non : Ref.)
Specieller werden behandelt die Woodthrushes (Hylocichla)
Nordamerica's mit 7 Arten, die Pyranga mit einer neuen
westlichen Art: P. Cooperi, sdenn die kleineren Quiscali
der Ver. Staaten. Gute Holzschnittabbildungen der Schnäbel
und Flügel dienen zur Erläuterung dieser sehr beachtens-
werthen Arbeit.
der Vögel während des Jahres 1869. 19
Sclater et Salvin: ^^Exotic Ornithology^ partX.
bildet ab:
Turdus crotopezus, T. albiventris, T. phaeopygus, T. gymnoph-
thalmus, Buceo striolatus, Porzana castaneiceps, Attagis chimbora-
zensis, Formicivora striolata; part. XI: Conurus Hoffmanni, Rallus
antarcticus, R. semiplumbeus, Pityliis humeralis, Accipiter guttatus,
Ampelion arcuatus, Asturina Nattereri und part XII: Asturina Pu-
cherani, A. plagiata, Botaurus pinnatus, Tigrisoma fasciatum, Thri-
podectes flammulatus, Icterus Abeillii . Centropelma micropterum,
Centrites oreas.
F. Sumiclirast: The geographica] distribution of
the Native Birds of the department of Vera Cruz. 4. Se-
paratabdr. Druck aus den Mem. Bost. Soc. of N. Hist.
vol. L p. 542—63. Sehr interessant. Nur die Passeres.
Es kommen 175 Arten in Betracht. Horizontale und ver-
tikale Verbreitung. Es werden geographisch unterschie-
den und ornithologisch characterisirt 1) die heisse Region,
tierra caliente, mit Aufzählung der ihr eigenthümlichen
Arten; 2) die gemässigte Zone, tierra templada; 3) die
alpine Region, wo noch zwei Trogons und ein Papagei
inmitten der Tannenwälder leben. Die Sitte Eicheln in
hohlen Baumstümpfen aufzuspeichern; sei sehr irrthümlich
den Colaptes-Arten zugeschrieben; sie finde sich nur
bei Melanerpes. Alle Regionen werden durchwandert,
wenn man von der Seeküste zu Vera bei Veracruz zum
Gipfel des Vultans von Orizaba emporsteigt.
Sclater et Salvin: On a collection of birds made
by Mr. H. S. St. Strange near the city of Mexico: Pro-
ceed. Z. S. p. 361. Mit Anmerkungen. 15 Arten. Man
vergl. über Psilorhinus morio und mexicanus, Chaetura
rutila, Pipilo macronyx (virescens Hartl.) u. s. w.
A. Duges: Apercu general sur la Fauna de Gua-
najuato (Mexique): Bullet. Soc. Imp. d'Acclimat. 1868.
p. 546 — 78. Scheint ziemlich werthlos zu sein. Unter-
schiedlich werden behandelt die domesticirten Arten, dann
die nützlichen oder angenehmen wilden und zuletzt die
schädlichen.
E. D. Cope: The Birds of Palestina and Panama
compared: Amer. Natural. 1868. p. 351—59.
G. N. Lawrence: List of a collection of birds
20 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
from Northern Yukatan : Ann. Lyc. N. York, Nr. 9. (Mai
1869.) Die Lokalitäten, wo von Dr. A.Schott gesammelt
wurde, sind Merida, Progress, Celestin. Die grosse Mehr-
zahl stammt von der letzteren Lokalität. 103 Arten, unter
ihnen drei angeblich neue. Vorwaltend zeigt die Vogel-
fauna Yukatan's mexicanischen Charakter, untermischt mit
nordamerikanischen Elementen.
C. Sundevall: Foglarna pä ön St. Barthelemy,
efter de afDr. von Goes hemsända samlingarna bestämde:
Ofvers. k. Vetensk. Ac. Förh. p. 579. Leider schwedisch:
auch die Einleitung. Die Beschreibungen lateinisch.
47 Arten. (2 Rapac. 11 Passer, etc.) Elaenia Risii, Tro-
chihis exilis, Tr. holosericeus, Certhiola bartholemica, Eu-
phonia flavifrons, Phonipara bicolor, Dendrocea petechia.
Anmerkung über die drei Phaeton-Arten. Auf St. Bar-
thelemy lebt nur Ph. aethereus.
C. Sundevall: Foglarna pä ön Portorico, efter
Hr. Hialmarson's insamlingar fromställda: 1. c. p. 593.
Sehr wichtig.
90 Arten, darunter 3 Rapaces, 45 Passeres etc. Trochilus exilis
holosericeus, aurulentus und viridis, Vieill., Mimocichla ardesiaca,
Margarops fuscatus, Vireo Latimeri, Dendroeca Adelaidae, Euphonia
Sclateri, Phonipara bicolor, Euethia lepida, Carduelis cucullata, Age-
lajus chrysopterus, Icterus dominicensis, Chalcophanes lugubris, Cer-
thiola portoricensis, Todus hypochondriacus, Tyrannus Taylori, Myi-
archus antillarum, Picus portoricensis, Saurothera Yieilloti. Conurus
vittatus ist der einzige Papagei der Insel. Der kleine afrikanische
Fink Spermestes cucullata ist auf Portorico vollständig verwildert.
Ebenso Numida. Fünf Tauben. Zu vergleichen mit Cavendish
Taylor im Ibis und mit H. Bryant in Bost. Nat. Hist. Soc. Proceed.
Tommaso Salvadori: Intorno ad alcuni uccelli
di Costarica. Estratto dal vol. IV. degli atti della R.
Acad. Sc. Torin. Allerlei gute^ Auskunft über seltnere
Arten, wie Turdus obsoletus, Myiadestes melanops, Cal-
lispiza Franciscae, Pheucticus tibialis, Pi^ionites Martii,
Trogon puella, Tripsurus Pucherani etc. Ein Herr Du-
rando sammelte diese Vögel beim Durchreisen der Region
des Vulkan' s Turrialba bis zum Rio San Carlos. Nur
23 Arten.
Die wichtige Arbeit von Lawrence über die Vögel
der Vögel während des Jahres 1869. 21
Costarica's Ist zum Scbluss gekommen: Ann. Lyc. N. Y.
Dieselbe kennt nicht weniger als 511 Arten, von welchen
über viele ausführlicher berichtet wird, so z. ß. über Eu-
pherusa eximia, Asturina nitida, Geotrygon caeruieiceps
1= chiriquensis), u. s. w. Als neu beschrieben wird Po-
gonotriccus Zeledoni. Begleitende Noten der Sammler.
O. Salvin: Notes on Mr. Lawrence's List of Costa-
rica Birds : Ibis XIX. Zahlreiche critische Bemerkungen.
473 Landvögel mit Sicherheit von dorther bekannt. Im
Ganzen 570—580 Arten. Costarica ist jedenfalls eines
der reichsten ornithologischen Gebiete der Erde.
V. Franzius: lieber die geographische Verbreitung
der Vögel Costarica's: Caban. Journ. für Ornith. p. 195
und 290. Die verschiedenen Regionen werden zoogeo-
graphisch characterisirt.
Viel interessante Notizen über die Lebensweise man-
cher seltneren Arten, so über Ptilogonys caudatus, Myia-
destes melanops, Catharus melpomene, Turdus Grayi, Zo-
notrichia pileata, Chasmarhynchus tricarunculatus, Pharo-
machrus mocinno, dessen Junge wie Caprimulgi aussehen,
Panterpe insignis, einer der seltensten Colibri-Arten u. s. w.
Mit Einschluss von 43 Grallatoren und Natatoren zählt
v. Franzius 517 Arten.
J. Cabanis: üebersicht der im Berliner Museum
befindlichen Vögel von Costarica, ibid. Nach den Samm-
lungen von Franzius und Anderen. Von grösster Wich-
tigkeit. Vergl. über die Glaucidium-Arten. Neu würden
sein Asturina polionota, Ortalida Franzii, Crypturus mo-
destus.
G. A. Lawrence: Catalogue of Birds from Puna
Island, Golf of Guajaquil, in the Mus. of the Smiths.
Instit. Ann. Lyc. N. Y. IX. Juni. Zählt 21 Arten auf,
darunter 4 Colibri's, Eupsilostoma pusillum, Turdus Reevei,
Contopus punensis, Thryothorus superciliaris, Empidonax
griseipectus, Parra intermedia Bp. (nach Lawrence wirk-
lich specifisch zu sondern), Chloronerpes callonotus, u. s. w.
Sclater et Salvin: On Venezuelan Birds collected
by Mr. Goering: Proceed. Z. S. p. 250. Gesammelt wur-
den 56 Arten in der Umgebung des See's von Valenzia.
22 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Andere Standorte waren San Esteban und Maruria. Nur
spärliclie Noten. Calliste Hannahiae, Cass. sei noch nicht
mit Sicherheit zu unterscheiden von C. cyanicollis.
Sclater et Salvin: On Peruvian Birds coUected
by Mr. Whitely: Proceed. Z. S. p. 151. Gesammelt v^urde
um Ober-Tinta in der Region der östlichen Sierra, circa
11,000' hoch. Von 46 Arten werden als neu beschrieben
Saltator laticlavius, Poospiza caesar, Agriornis insolens
und Centrites oreas. Noch wichtiger erscheint der Bericht
über weitere Sammlungen Wh itely's im Conipeta-Thal :
Proceed. p. 896. Neochelidon tibialis, Muscisaxicola flu-
viatilis, Pipra chloromeros, Cypseloides fumigatus, Psit-
tacula Sclateri; und dann noch über 57 Arten von Tinta,
unter welchen Cinclus leucocephalus, Ochthoeca polionota,
n. sp., Oroonympha nobilis, Fulica gigantea, Merganetta
Turneri, die gleichartig mit M. leucogenys ScL et Salv.
1. c. p. 157 (nee Tschudi).
Sclater et Salvin: On the Birds of the vicinity
of Lima: Proceed. Z. S. p. 196. Nur 13 Arten.
Catalogo de las Aves Chilenas existentes en el Museo
Nacional de Santiago formado por Don R. A. Philippi
8. 229 Arten. Claudio Gay wird vorzugsweise citirt.
Dieser hat 86 x\rten, die der Sammlung fehlen. Zum
Schluss eine tabellarische Uebersicht sämmtlicher als chi-
lenisch bekannter Arten, von denen 40 diesem Lande
eigenthümlich angehören sollen. Dagegen hätte es 110
gemeinschaftlich mit der Republique Argentine und 90
mit Peru.
Euler fährt fort mit werthvollen Mittheilungen über
die Vögel Brasilien's : Gab. Journ. S. 241.
V.Pelz ein: Zur Ornithologie Brasilien's. Dritte
Abtheilung. Geht bis S. 390. Ein vierter Theil wird
das vortreffliche Buch vollenden. Beschreibungen, cri-
tische Anmerkungen, tabellarische Uebersichten! So auf
S. 344 vergleichende Listen der südbrasil. Fauna, der ama-
zonischen, der bolinisch-brasilischen, der columbisch-bra-
silischen und der centralen.
24 neue oder wenig bekannte Arten werden ausführlich be-
schrieben: Leistes erythrothorax, Euphone ochrascens, Oryzoborus
der Vögel während des Jahres 1869. 23
fringilloides , Spermophila snperciliaris, S. caboclinho, S. melanops,
S. melanogaster, Haplospiza crassirostris, Sycalis citrina, Picumnus
aurifrons, P. Borbae, P. leucogaster, P. fuscus, Peristera cyanopis,
Leptoptila Reichenbachii , Penelope ochrogaster, P. boliviana, P.
P. pileata, P. nigricapilla, Crax pinima, C. Mikani.
C. Giebel: Einige neue und wenig bekannte argen-
tinische Vögel: Zeitsch. ges. Naturw. 1868. p. 11—17.
Chrysanthus Sternberg: Notizen aus der Vogel-
welt von Buenos Ayres : Gab. Journ. p. 174. Wichtig.
Schildert die Lokalitäten. Allgemeines zoogeographisches
Bild. Denn gute Beobachtungen über Polyborus vulgaris,
Milvago pezoporus, Noctua cunicularia, Ptiloleptis guira,
Coccyzus seniculus, etc.
Sclater et Salvin: Second list of Birds collected
at Gonchitas (Rep. Argent.) by Mr. E. Hudson: Proceed.
Z. S. p. 158. Fünfzig Arten. Nimmt Bezug auf Bur-
meister. Und id. Third list of the Birds of Gonchitas
etc., ib. behandelt 92 Arten; ausführlicher z. B. Leptoptila
chalcauchenia, Salv. M. S. etc. 320., Querquedula torquata,
deren Weibchen Azara's Pato ceja blanca. Im Ganzen
sammelte Hudson 143 Arten um Gonchitas.
Sclater et Salvin: Second list of Birds collected
during the survey of the straits of Magellan by Dr. Gun-
ningham. 34 Arten.
G. G. Taylor: Birds observed during two voyages
across the North Atlantic: Ibis p. 388.
Australien.
Notes on the Breeding Habits of New Zealand
Birds. by T. H. Potts. Wellington. 8. 39 S. Ein reizendes
Schriftchen, das wohl nur wenigen unserer Leser zu Ge-
sicht kommen wird. Es ist die Provinz Ganterbury, wo
der Verf. und dessen Söhne seit langer Zeit sammelten
und beobachteten. Eine sehr interessante Einleitung schil-
dert Allgemeines : die climatischen Verhältnisse, die ver-
schiedenen Lokalitäten, die merkliche numerische Ver-
minderung der Vögel durch Zunahme der Gultur, u. s. w.
Dann Specielles über die Fortpflanzung von 53 Arten.
24 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Beschreibung und Messung von Nest und Eiern. Dann
drei Kupfertafeln mit kleinen sehr originellen Abbildun-
gen der Nester von Halcyon vagans, Acanthisitta chloris,
Petroica macrocephala, Podiceps Hectori, Rhipidura fla-
bellifera, Botaurus poecilopterus, Anthornis melanura, Mo-
houa ochrocephala, Zosterops lateralis, Spheuoeacus pun-
etatus, Prosthem, nov. Zeelandiae, Gerygone assimilis. —
Himantopus melas wird als Art siegreich vertheidigt.
Coturnix novae Zelandiae dem Aussterben nahe. Strigops
und Aptervx stark bedroht! Anarhynchus nicht selten.
;,No satisfactory reason has been given for the peculiar
form of the bill.^
Walter Buller: On some new species of New
Zealand Birds : Ibis p. 37. Xenicus Haasti, Sphonoeacus
rufescens, Turnagra Hectori; Platycercus alpinus, Nestor
occidentalis; Gallinago pusilla, Anas gracilis, Larus me-
lanorhynchus. Vergleiche dazu:
O. Finsch: Remarks on some species of Birds from
New Zealand : Ibis p. 378. Es sucht diese eingehend cri-
tische Arbeit Platycercus alpinus, Nestor occidentalis,
Anas gracilis, Podiceps Hectori, Gerygone assimilis, Tur-
nagra Hectori auf bekannte Arten zu reduciren.
W. Buller: Notes on Herr Finsch Review of Mr.
W. Buller's Essay on New Zealand Ornithology : Proceed.
New Zeal. Instit. vol. I. p. 105. Replik auf allerlei Vor-
würfe mit sehr beachtenswerthen Notizen über verschie-
dene Arten. Hirundo nigricans besucht jetzt regelmässig
Neuseeland nach einer Wanderung von 1000 engl. Meilen;
Details über Anthornis auriocula (grässlich! Ref.!), einer
sehr guten iVrt mit goldgelber Iris; die beiden Kukuke
Neuseeland's bedienen sich der grossen birnförmigen Nester
von Gerygone ; Himantopus melanocephalus jetzt auch
neuseeländischer Vogel; Ocydromus nigricans, Bull. 1. c.
p. 114 von der Südwestküste der Südinsel; Creadion ci-
nereus eine total verschiedene Art.
J. Gould: The Birds of Australia. Suppl. pt. V.
Bildet ab Strix Candida, Pitta Mackloti, Ptilonorhynchus
Rawnsleyi (ohne Zweifel ein Bastard, Ref.), Orthonyx
Spaldingi, Artamus melanops, Eiopsaltria leucura, Mo-
der Vögel während des Jahres 1869. 25
narcha alblventris, Ptilotis notata, Ptilotis Coquerelli, Sit-
tella striata, Casuarius australis und Gas. uniappendicv la-
tus, Rallina tricolor, Gallinula ruficrissa.
Von Sylvester D ig gl es „Ornithology of Au-
stralia^ erschienen neun Lieferungen, pt. XVI — XX.
Morton Allport: On the lokal distribution of
some Tasmanian Animals. Pap. and Proceed. Roy. Soc.
Tasman. 1867. p. 9—12. Bestätigt die immerhin merk-
würdige Thatsaehe, dass mit der fortschreitenden Aus-
dehnung menschlicher Cultur gewisse Arten total ver-
schwinden, andere sich dagegen in den cultivirten Di-
stricten festsetzen.
M. Allport: Remarks on Mr. Kreffts „Notes on
the Fauna of Tasmania.*" 1. c. p. 33—36. Vermehrt die
Zahl der von Krefft aufgeführten Arten mit acht von
diesem nicht namhaft gemachten.
P. L. Sclater: On a collcction of Birds from the
Salomon Islands: Proceed. Z. S. p. 118. Von grösstem
Interesse. 21 Arten werden aufgezählt mit gewissenhafter
Benutzung des vorhandenen litter. Material's.
Rhipidura melanoleuca Bp., Dicnirus megarhynclius, Philemon
vulturinus, Calornis metallica. Gracula Kreffti n. sp. pl. IX, Eury-
stomus crassirostris n. sp., Todirhamphiis chloris, Buceros ruficollis!,
Centropus ateralbns, Cacatiia Goffmi, Geoffroyus heteroclitus, Lo-
rius hypoenochrous, Eos cardinalis, Trichoglossus Massenae, Athene
variegata, Carpophaga rubricera, Rallus intactus n. sp. pl. X; Ar-
dea Sacra, Tringoides hypoleucus, Sterna lunata ; im Ganzen sind 34
Arten von den Saloraonsinseln bekannt, einer vorwaltend papuani-
schen Region.
F. V. Müller: List of Birds permanently occurring
or periodically visiting the Botanic Gardens, Melbourne:
Proceed. p. 279. Es wurden 114 Arten beobachtet.
Fi n seh and Hartlaub: On a sraale collection of
Birds from the Tonga Islands: Proceed. Z. S. p. 544. Es
enthielt diese Sammlung 11 Arten, unter ihnen eine neue:
Myiolestes Heinei. lieber eine seit Forster nicht mehr
erlangte Taube, Ptilinopus porphyracrus, konnte erschöp-
fend berichtet werden. Rallus Forsteri ist nur pectoralis.
Platycercus tabuensis wurde mehrfach erlangt und scheint
auf diese Gruppe beschränkt zu sein. Im Widerspruche
26 Hartlaub: Bericht üb. d. Lei.st. in d. Naturgeschichte
mit Peale und Rainer bezv/eifcln wir das Vorkommen
dieser Art auf der Viti-Gruppe auf das entschiedenste»
Accipitres.
J. H. Gurn ey: On the Birds of Frey of Madagascar and
the adjacent islands: Ibis, p. 443. Mit Abbildungen von Hypotri-
orchis Eleonorae. Behandelt 21 Falconiden und fünf Eulen.
Valturidae. lieber die Brutweise von Neophron percnopterus
in Indien berichtet Feilden: Zoolog, p. 1281.
Gypaetos barbatus verschwindet in Transbeikalien, v. Middend,
Sib. Reise, IV. p. 851.
Falconidae. A. Alleon et Jules Vian: Des migrations des
oiseaux de Proie sur le Bosphore de Constantinople. Rev. p. 258.
Sehr gut. Im Frühling und Herbst sieht man colossale Massen
wandernder Raubvögel. Eine Lieblingsstation derselben ist der
Urwald von Belgrad und insbesondere das Dorf Buyuk-dere. Schil-
derung der Gegend. Die Wachtelflüge immer nur Nachts. Dann
ausführlich über die einzelnen Arten. Buteo desertorum ist dort
häufiger als vulgaris.
Sclater et Salvin: Notes on the species of the genus Astu-
rina: Proceed. Z. S. p. 129. Sieben gute Arten sind A. nitida, pla-
giata, magnirostris, Nattereri, riificauda n. sp., Pucherani, leucorhoa.
Sclater et Salvin: On the genus Micrastur: Proc. Z. S.
p. 364. Die 7 Arten sind M. semitorquatus, Mirandollei , ruficollis,
zonothorax, leucauchen, guerilla und gilvicollis.
lieber Falco peregrinator Indiens vergl. Hume: Ibis p. 120.
Und über die Fortpflanzung von Aquila Bonelli in Indien Id. ib.
p. 143.
Ueber Gypogeranus serpentarius in Kordofahn: Heugl. Reise
Weiss. Nil, p. 44. Sehr interessant die Lebensweise geschildert.
Pandion carolinensis, seine Lebensweise: A. Fowler Amer.
Natur. 1868. p. 192.
Neue Arten : Asturina polionota, Cabauis Journ. p. 208, Co-
starica. — Äccipiter nigroplumbeus, Lawr, Ann. Lyc. N. Y. p. 270
Ecuador.
Abbild. Ästur 7iisus pull. Rev. pl. 7. — Falco cenchris pull, Rev.
pl. 10. — F. tinunculus pull. Rev. pl. 9 — Aquila audax: Diggl.
Orn. Austr. pt. 18. — HaUastur leucosternus ib. pt. 17. — Falco
peregriniis (sc, melanogenys) ib. pt. 20. — Hypotr. Eleonorae: Ibis
pl. XVI. — Buteo lagopus pull. Rev. pl. 8. — Äccipiter guttatuSj
Sei. Salv. Ex. Orn. pt. XI. — Asturina Nattereri, ib. — A. Puche-
rani, ib. pt. XII. — A. plagiata, ib.
der Vögel während des Jahres 1869. 27
Strigidae. lieber Glaucidium siyu in der Gefangenschaft
vergl. C. Wright, Am. Natur. 1868. p. 420.
üeber Scops asio, Fortpflanzung: E. A. Samuels, Am. Natur.
1868. p. 47 und W. Wood ib. p. 379. — In der Gefangenschaft:
C. J. Maynard 1. c. p. 73. Es ist noch etwas zweifelhaft, ob diese
Art gleich sei mit S. naevia : 1. c. p. 327 und 370.
Abbild. Hiifma poensis: Ibis, j)^- 4. ad. et juv. — Strix äluco
pull. Rev. pl. 3. — S. hiiho pull. Rev. pl. 16 — Str. Tengmalmi
pull. Rev. pl. 17. — Athene strenua Diggl. Orn. Austr. p. 19. —
Strix Candida, Gould Birds of Austral. Suppl. pt. V.
Psittaci.
C. Buxton: Acclimatisation of Parrots Zoolog, p. 1395—1401.
Ann. Mag. N. H. p. 381.
0. Finsch: Ueber Eos cardinalis der Salomon-Inseln: Pro-
ceed. Z. S. p. 126. pl. XI. Ein Exemplar in der Bremer Sammlung.
Neue Arten: Pionias ohiensis , Finsch, Papag. II. j)- ^89.
^olborJiynchus Luclisi, Finsch 1. c. p. 121. Bolivien.
Abbild. Brotogerys suhcaerulea: Finsch Papag. pl. 2. — Br.
chrysosema ib. pl. 3. — Chrysotis Guatemalae, ib. pl. 4. — CorylUs
exilis, ib. pl. 5. — Eos fuscata, ib. pl. 6. — Cydopsitta Coxeni,
Diggl. Orn. Austr, pl. 19. — Pezoporus formosus, Diggl. pt. 16. —
Trichoglossus Swainsonii, ib. pt. 17. — Tr. rubritorquattis, ib. pt. 17.
— Lathamus discolor, ib. pt. 18. — Conurus Hoffmanni, Sei. Salv.
Ex. Orn. pt. XI.
Picariae.
Picidae. List of the Specimen's of Birds in the collection
of the British Museum. PI. III. sect. 3. and 4. Capitonidae und
Picidae. 137 S. mit gutem Index. Keine neuen Arten. Synonyme.
Auch die Arten aufgeführt die nicht in der Sammlung des Brit.
Museum.
Ueber Gecinus viridis als nützlichen Vogel: Vincelot, Ann.
Soc Linn. Maine et Loire 1868, p. 117. Und Sequier, Bull. Soc.
Imp. d'Acclim. 1868. p. 524.
Neu: Piciimnus aurifrons, 'Na.ii. v. Pelz. Vög. Bras. p. 334. —
P. Borbae, Pelz. ib. P. leucogaster, Natt. Pelz. ib. p. 335. — P.
fuscus, Natt. Pelz. ib.
Abbild. Xenopicus albolarvatus, Elliot B. N. Am. pt. IX.
Coraciadae. Abbild. Coracias affmis, C. indica und Cor. Tem-
minhii in Gould s Birds of Asia pt. XXI.
Trogonidae. Von der zweiten Auflage von Gould's Monogra-
28 Hartlaub: Bericht üb. d. Lei st. in d. Naturgeschichte
phie der Trogon's bildet die zweite Lieferung ab: Pharomachrus
pavoni7ius, Prionoteles temnurus, Trogon elegans, Tr. surucua, Tr.
aurantius, Tr. mridis, Troctes Massenae, Harpactes Hodgsoni, H.
ardens, H. Kasumba^ H. Eeinwardtn, H. Mackloti, H. orescius,
Bucconidae. Abbild. Bucco striolatus, Sei. Salv. Ex. Orn. pt. X.
Alcedinidae. Von Sharp e »Monograph of the Alcedinidae«
erschienen neue Lieferungen. Part IV enthält: Melidora macrorhina,
Halcyon senegaloides, Ispidina madagascariensis, L leucogastra, I.
picta, Ceyx uropygialis. Alcyone cyanipectus, Ceryle rudis. Part. V:
Ceryle amazonica, Alcedo beryllina, A. semitorquata, Corythornis
vintsioideS; Ceycopsis fallax, Ispidina ruficeps, Halcyon orientalis,
H. cyanoleuca; partVI: Ceryle guttata, C. lugubris, C. maxima,
C. Sharpei, Alcyone pusilla, Corythornis cristata, C. caeruleocephala,
Ispidina nataleusis, Tanysiptera sylvia; und partVII: Ceryle tor-
quata, Alcedo grandis, Alcyone pulchra, Halcyon cyaniventris, H.
albiventris, H. senegalensis, H malimbica, Dacelo Leachii.
R. B. Sharpe: On the genus Alcyone: Proceed. Z. S. p. 351.
Genaue Beschreibung- und Synonymie der bekannten 7 Arten.
R. B. Sharpe: Additional Notes on the genus Ceyx: Pro-
ceed. Z. S, p. 507. Mit specieller Beziehung auf Salvadori's Arbeiten.
Ceyx Dyllwynni und Ceyx Sharpei sind wahrscheinlich eine und
dieselbe Art.
T. Salvadori: Monografia del genere Ceyx : Atti Real. Acad.
Sc. Soc. Torin. vol. IV. In dieser sehr fleissigen Arbeit werden
10 Arten characterisirt. Schlegel's Dacelo fallax wird Ceycopsis
n. g. Ceyx Sharpei von Borneo schön abgeb.
Neue Arten: Tanysiptera Elliotti Sh. Proceed. Z. S. p. 630. —
Dacelo occidentalis, Gould, Proc. p. 602. Nordwestk. Australiens. ■
Ueber die Lebensweise von Ceryle alcyon vergl. A. Fowler,
Amer. Natur. 1868. p. 403—405.
Galbolidae. Neu: Brachygalba Goeringi, Sd.Froc. 253, pl. 18.
Venezuela. — Ueber Br. lugubris, Sw. vergl. Lawr. Ann. Lyc. N. Y.
IX. 274.
Meropidae. Abbild. M. cyanophrys, Heugl. Orn. N. 0. Afric. t. 6.
Capitonidac. Zwei schöne neue Arten sind: Buccanodon Än-
cMetae, Barb. du Bocage, Proceed. Z. S. p. 436, pl. XXIX. Caconda;
und Megalaema Leyrandieri, J. Verr. Ann. Sc. nat. X. p. 67. Co-
chinchiua.
Abbild. Barhatula uropygialis, Heugl. Orn. N. 0. Afric. t. 28.
Bucerotidae. C. Home: Notes on tho common Buceros bi-
cornis of India: Proceed. Z. S. p. 241. Ausführlich über die merk-
würdige Fortpflanzung dieser Art.
Ob neu? Hydrocissa migratoria, Maingay, Proc. As. Soc. of
Beng. 1868. p. 196.
der Vögel während des Jahres 1869. 29
lieber Buc. erythrorhynchus und abyssinicus in N. 0. Africa
vergl. Marno: Zool. Gart. 1868. p. 240—41.
A. D. Bartlett: Remarks on the habits of the Hornbills:
Proceed. p. 142. Natürlich in der Gefangenschaft. Sehr interessant.
W. H. Fl 0 wer: Notes on the substance ejected from the
stomach of Buc. corrugatus ib. 150.
Neue Art: Bhynchoceros Deckeni, Gab. v. d. Deck. Reise III.
p. 37. t. 6. Ostafrica.
Upupidae. lieber Fregilupus »borbonicus« (varius, Bodd. ca-
pensis Gm.), einer wahrscheinlich ausgestorbenen Art vergl. A.
Vinson, Bull. Soc. Imp. d'Acclim. 1868. p. 627.
Musophagidae. P. L. Sclater: Turacoes and their distri-
bution. Stud. and Intell. Observ. Aug. 1868. p. 1—6. Mit col.
Abbild, von Corythaix leucolophus. Sehr lesenswerth.
Guculidae. Zu Baldamus Ansicht über die Färbung der Eier
bei Cuculus canorus: C. Smith. Zool. p. 1105—18. — lieber den
Kukuk in der Gefangenschaft. J. R. A. Briggs, 1. c. p. 1208 — 11,
undR. Esser y ib. p. 1481. — Das Kukuksei ähnelt in der Färbung
dem der Pflegeältern: Brown, 1. c. p. 1^19. — Ein Beispiel vom
Gegentheil: J. Corde au x ib. p. 1285. — Zwei Junge in einem
Nest: A. Müller, Zool. Gart. 1868, p. 345. — C. canorus brütet
selbst: Kiessei, 1. c. p. 366—373, und Baldam, Zeitschr. ges. Na-
turw. 1868, p. 21.
Lord Waiden: On the Cuculidae described by Linnaeus and
Gmelin and a sketch of the genus Eudynamis : Ibis p. 324. Mit
Bbbild. von E. Ransomi non Ceram auf t. X.
Ob gute Art : Coua Hartlaubii, Grandid. Rev. p. 339. Wie
Coquerelli, aber kleiner. Westk. Madag.
Gaprimulgidae. lieber die Lokalität von Steatornis caripensis
in Venezuela vergl. Goering, Proceed. Z. S. p. 251. Das Ei abgeb.
und beschr. Proceed. Z. S. 1868. p. 73. — Steatornis von Trinidad
lebend in Lond. ib. 1869. p. 467.
Neue Arten: Stenopsis macrorhyncha, Salvad. Atti Soc. Ital.
Sc. nat. XI. fasc. 3, Südamerica. — Scotornis nigricans, Salvad. ib.
Weisser Nil (= Sc. Finschi Gr.).
Abbild. Äegotheles nov. Ilollcmdiae : Diggl. Orn. Austr. pt. XVI.
Cypselidae. lieber die Cypseliden Amerika's vergl. Sclater et
Salv. Ex. Orn. pl. 52 mit Abb. von Chaetura semicollaris.
Girtanner: Notizen über Cypselus melba : Abh. St. Gallisch.
Naturw. Gesellsch. 1867. Separatabdruck eine Brochüre von 32 Seiten.
Die Art ist absolut ungeeignet für Gefangenschaft.
Trochilidae. Neue Arten: Doricha lyrura, Gould, Ann. Mag.
p. 112. Bahama's. — Lesbia Ortonif Lawr. Ann. Lyc. N. Y. IX.
269. Ecuador. Oreonympha nobilis, Gould, Proc. Z. S. p. 295. Peru.
30 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Abbild. Heliopaedica Xantusi. Elliot B. N. Am. pt. XI. —
Athis Heloisae ib. pt. XII.
Ueber eine Albino-varietät von Tr. colubris : Millington,
Amer. Natur. 1868, p. HO.
Passeres,
Pittidae. Ob neu: Pitta Kreffti, Salvad. Atti Soc. Ital. Sc.
nat. XII. Cap York. Wie strepitans, aber kleiner. — P. Digglesi,
Krefft, Ibis p. 350. Scheint wirklich verschieden von P, Mackloti.
Woher?
Abbild. Pitta MacTdoti, Gould, Birds of Austr. Suppl. pt. V.
Formicariidae. Neue Arten: ThamnopTiihts virgatus, Lawr.
Procped. Acad. Philad. 1868. Dec, Neugranada. — Gymnocichla
chiröleuca, Sei. Salv. Proc. Z. S. p. 417. Costarica, (nudiceps,
Moore, Proc. Z. S. 1859. p. 55). — Grallaria princeps, Sei. Salv.
1. c. p. 418. Yeragua. Bestimmt verschieden von guatemalensis.
Es reihen sich um Gr. rex fünf nahe verwandte Arten.
Abbild. Formicivora striolata, Sei. Salv. Ex. Orn. pt. X.
Menuridae. Abbild. Orthonyx Spaldingi, Gonld, Birds of Austr.
Suppl. pt. V.
Dendrocolaptidae. Neue Arten: Synallaxis Ärequipae, Sei.
Salv. Proceed. Z. S. p. 417. Westperu. — Synallaxis curtata, Sclat.
Proceed. p. 636. pl. 49. Fig. 1. Neugranada. — Leptasthenura an-
dicola ib. Fig. 2. Ecuador. — ■äFurnarius tricolor, Burrn.« Gieb.
Zeitschr. ges. Naturw, 1868. p. 11 — 13. Bolivien.
Abbild. Tliripodectes flammulatus, Sei. Salv. Ex. Orn. pt. XII.
Meliphagidae. Neue Arten: Ptilotis Coqiiereüi, Gould Ann.
Mag. N. H. p. 109. und Birds of Austral. Suppl. V. Cap York.
Abbild. Entomyza cyanotis, Diggl. Orn. Austral. pt. 18. —
E. alhipennis ib. — Äcanthorliynchus tenuirostris, ib. pt. 19. — A.
superciliosus, ib. — A. picatus, ib. — Sphenostoyna cristatum, ib.
pt. 20. — Psoplwdes crepitans, ib. — Ptilotis notata, Gould Birds
of Austr. Suppl. pt. V.
Hectariniidae. Neue Arten: Aetliopyga Christinae, '^vtinh. Av.n.
Mag. N. H. p. 436. Hainan. — Arachnechthra rhizopiwrae, Swinh.
ib. Hainan.
Ueber Zosterops borbonica, (Bodd,) auf Reunion (»Nectarinia
albigula, Moret«) vergl. Vinson, Bull. Soc. Imp. d'Acclim. 1868,
p. 630.
Coerebidae. C. Sunde vall: Öfvers. af slägtet Certhiola : Öfvers.
K. Vetensk. Acad. 1869. p. 621. Behandelt 20 Arten oder Varie-
täten, a) aropygio flavo 8sp., b) plaga uropygii virescente inde-
der Vögel während der Jahres 1869. 31
finita 4 sp., 2) speculo alari nullo. a) plaga uropyg. viresc indefin.,
b) plaga urop. defin. pura flava. Sehr fleissige Arbeit. C. barto-
lemica wurde wieder erlangt.
Gotingidae. Neu: Neopipo rubicunda, Sclat. Salv. Proceed.
Z. S. p. 438. pl. 30, Fig. 3. Ostperu. Zu Neopipo gehört Pipra
cinnamoraea, Lawr.
Abbild. Ampelion arcuatus, Sei. Salv. Ex. Orn. pt. XI.
Ämpelidae. Abbild. In pt. XVI von Diggles Orn. Austr. sind
abgebildet : Pardalotus rubricatus, P. striatus, P. affinis, P. melano-
cephalus und P. uropygialis. Sodann in pt. XIX : Eopsaltria australis,
E. griseogularis, E. capito und E. leucogastra.
üeber die Verschiedenheit von Allotrius xanthochlorus und
A. melanotis vergl. Stoliczka, Journ. As. Soc. Beng. 1868, p. 50 und
Ibis 1869, p. 111, 112.
Neue Arten: Eopsaltria leucura, Gould, Ann. Mag. p. 108.
und Birds of Austr. Suppl. V. Cap. York. - E. ch'ysorhos, Gould.
Oest. N. S. Wales ib.
Timaliidae. Als neu beschreibt Sharp e: Chaetops Grayi,
Proceed. Z. S. p. 163, pl. XIV. — Crateropus affinis, Barb. du Bog.
Proc. Z. S. p. 436. Mossamedes. — Cr. Hartlauhii, Id. Journ. Sc.
Lisb. 1868. p. 48. Huilla. (Cr. senex, Hartl. Finsch). — Trochalopteron
Fayrbanlci, Blanf. J. As. Soc. Beng. 1869. p. 175. pl. XVII. Pulney
in Südindien. Steht T. cachinnans zunächst.
Abbild. Cinclosoma cinnamomeum bei Diggl. Ornith. Austral.
pt. XVII. — Drymochares stellatus, Gould. Birds of As. pt. XXI.
Hirundinidae. üeber eine nördliche und südliche Form von
Cotyle palustris vergl. Tristrara, Ibis p. 436.
Sharp e proponirt für Hirundo nigrita den Gattungsnamen
Waldenia: Ibis p. 461.
Neue Art : Hirundo aethiopica, Blanf. Ann. Mag. N. H. p. 329.
Nordabyssinien.
Abbild. Hirundo neoxena bei Diggl. Orn. Austr. pt. XVII. —
Ätticora leucosternon ib.
Oriolidae. Abbild. 3Iimeta viridis, Diggl. Orn. Austral. pt. XVI.
— M. flavicincta ibid. — Ptilonorhynchus Mavmslegi, Gould, Birds
of Austr. Suppl. pt. V.
Tyrannidae. Neue Arten: Pogonotriccus Zeledoni, Lawr, Ann.
Lyc. N. Y. 1869, p. 144. Costarica. — Contoptis Schottii, Lawr.
1. c. p. 202. Merida. — Contopiis ochraceus, Sei. Salv. Proceed. Z.
S. p. 419. Costarica. — Microcerculus uropygialis, Lawr. Ann. Lyc.
N. Y. IX. 266. Ecuador. — Myiozetetes rufipennis, Id. ib. Vene-
zuela. — M. inornatus, Id. ib. 269. Venezuela. — Ochthoeca rufi-
ma/rginata, Lawr. Ann. Lyc. N. Y. IX. 266. Ecuador.
32 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
üeber Todirostrum plumbeum vergl. Lawr. Ann. Lyc. N. Y.
IX. 273. Venezuela. Beschr.
P. L. Sclater: Note on the species of the genus Hirundinea:
Ibis p. 195. Mit Abbildungen der drei Arten ferruginea, bellicosa
und rupestris auf pl. V.
Abbild. 3Iitrepliorus fulvifrons, Elliot B. N. A. pt. IX. —
Centrites oreas. Sei. Salv. Ex. Orn. pt. XII.
Ueber Lichenops erythropterus als $ von perspillatus vergl.
W. H. Hudson: Proceed. Z. S. p. 432.
LaniidaB. Bemerkungen über das Aufspiessen erbeuteter In-
sekten bei CoUurio ludovicianus : E. Coues. Proceed. Bost. Soc. N.
H. XH. p. 112.
Neu: Dryoscopus thamnopliüus, Gab. Journ. und Gab. v. d.
Decken Voeg. pl. 8. — Dr. luguhris, ib. pl. 9. — Prionops graculinus,
ib. pl. 3. — Lanius caudatus, ib. pl. 5. Sämmtlich Ostafrika.
Abbild. Dryoscopus suhlacteiis in v. d. Deck. Reise. Voeg.
t. 4. — Artaimis melanops, Gould Birds of Austr. Suppl. pt. V.
Muscicapidae. Für Arses Kaupi möchte E. P. Ramsay ein
neues Genus, Opliryzon e, vorschlagen. Proc. Z. S. 1868. p. 383—84.
Vergl. Leon Olph-Gaillard über Muscicapa speculigera,
Sei. Rev. p. 364. Sei wohl nur eine allerdings sehr interessante
Varietät.
Neue Arten : Hyloterpe Bodolplii, J. Verr, Ann. Sc. nat. X.
p. 67. Cochinchina. — Buticüla fuscicaudata, Blanf. Ann. Mag. N.
H. p. 329. Nordabyssinien.
Abbild. Monarcha dlbiventris, Gould Birds Austr. Suppl.
pt. V. — Myiagra latirostris, Diggl. Orn. Austral. pt. XX. — Ma-
chaerirliynchus flaviventer, ib. — Piezorhynchus nitidus, Seisura in-
quieta ib. — JElminia longicauda, Heugl. Orn. N. 0. Afr. t. 15. —
Stenostira plumhea, ib. t. 17. — Muscicapa minima, ib. t.l6. — M.
aquatica, ib. t. 16. ,
Mniotiltidae. T. M. Trippe: Owr Warbiers. Am. Natur.
1868. p. 169—183.
C. Sundevall: Öfversigt af fogelslägtet Dendroeca. Öfvers.
Kongl. Vetensk. Ac. Förh. 1869, p. 605. Es behandelt diese aus-
gezeichnete Arbeit 30 Arten in der bekannten gründlichen Weise
des Verfassers. Der Haupttext glücklichervs^eise lateinisch. Sunde-
vall gruppirt diese Form in 1) flavovirides, 2) stigmatopterae, 3)
albofasciatae, 4) acutirostres. Unbekannt blieben ihm nur D. pha-
retra, D. Kirtlandi und D. carbonata.
Neue Art: Dendroeca capitalis, Lawr. Proc. Ac. N. Sc. of
Philad. 1868. p. 359. Barbadoes.
Abbild. Helmintliopliaga Luciae, Elliot B. N. Am. pt. XI. —
Basileuterus melanotis, Lawr. Ann. Lyc. N. Y. 1868. p. 170. Venezuela.
der Vögel während des Jahres 1869. 33
Oinclidae. Einen wahrscheinlich neuen Cinclus von Sutlej
beschreibt Stoliczka. Joum. As. Soc. Beng. 1868. p. 33.
Turdidae. R. T y 1 1 e r berichtet ausführlich über Turdus Hodg-
soni, Turdus atrigularis und über Merula boulboul, deren verschie-
dene Kleider er instructiv beschreibt. Ibis p. 122.
Turdus atrigularis in England geschossen. Ibis p. 128. und
Proceed. Z. S. p. 4.
Turdus naevius bei Boston. Coues, Proc. Ess. Instit. V. p. 64.
Abbild. Harporhynchus cinereus, Elliot B. N. A. pt. X. —
Oreocincla lunulata, Diggl. Orn. Austr. pt. XVII. — Turdus croto-
pezus, Sei. Salv. Ex. Orn. pt. X. — T. alhiventris, ib. — T. phaeo-
pygus, ib. — T. gymnophthahnus, ib.
Neue Arten: Turdus Hauxwelli, Law^r. Ann. Lyc. N. Y. IX.
p. 265. Peru. — Turdus Deckeni, Gab. v. d. Deck. Eeise. Vög.
p. 20. pl. 1. Ostafrica.
Sylviidae. G. E. Bulger: On the habits of Myrmecocichla
formicivora as observed near Windvogelberg. Proceed. Z. S. p. 637.
Fortpfl.
Ueber Sylvia locustella in der Gefangenschaft. C. Fickert
in Gab. Journ. Und v. Homeyer: lieber die Oertlichkeit des Som-
raeraufenthaltes von Sylvia locustella ibid.
Sylvia cinerea var. persica ist Gurraca affinis, Blyth, Jpurn.
As. Soc. Beng. XIV. p. 564.
Ueber eine wahrscheinlich neue Phylloscopus-Art von Nachar
im nordwestlichen Himalaja vergl. Stoliczka Journ. As. Soc. Beng.
1868. p. 46.
Die Malurinen N. 0. Afrika's Heuglin Ibis p. 79. Sehr
fleissige Arbeit über die Gattungen Aedon, Gatriscus, Bradypterus,
Oligocercus, Gamaroptera, Drymoeca. Viel Neues. Gute Beschrei-
bungen.
Neue Arten: Cossypha suhrufescens, Barb. du Boc. Proceed.
Z. S. p. 436. Gaconda. Ist G. Heuglini Hartl. Vergl. Finsch et
Hart]. Vög. Ostafr. p. 283. Und Heugl. Orn. N. 0. Afr. t. 18. %.
bon. — Drymoeca eximia, Heugl. Ibis p. 106. Oberergazellenfl. —
Dr. virgata, Heugl. 1. c. Gap. Westafrica. — Dr. simplex, Heugl,
1, c. p. 105. Bahr el Djebel. — Dr. cordofana, Heugl. ib. — Dr.
concolor, Heugl. ib. p. 97. pl. 2. fig. 1. Weisser Nil. — Dr. murina,
Hengl, ib. p. 90. Abysinien. — Hemipteryx jodata, Heugl. ib. p. 137.
Wolo-gala-Gegend. — H. luibessynica. Heugl. ib. — Pliüloscopus
habessynicus, Blanf, Ann. Mag. N. H. p. 329. Abyssinien. — Cisti-
cola haematocephala, Gab. v. d. Deck. Reis. Vög. p. 23. pl 2. fig. 2.
— Drymoeca tenella, Gab. ib. fig. 1. — Bessornis intermedia, Gab.
V. d. Deck. Reise. Vög. p. 22. t. 12. Ostafrica.
Abbild. Drymoeca marginata, Ibis pl. 1. fig. 1. — Dr. jo-
ArchiF f. Nalurg. XXXVl. Jahrg. 2. Bd. C
34 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
doptera, ib. fig. 2. — Dr. flaveola, ib. pl. 2. fig. 2. — Dr. ferruginea,
ib. pl. 3, fig. 2. — Hemipteryx oligura, ib. fig. 3. — Accmthiza in-
ornata, Diggl. Orn. Austr. pt. XVII. — Ä. lineata, ib. — Ä. pyr-
rhopygia, ib. — A, clirysorhoea, ib. — Ä. reguloides, ib. - A. die-
menensis, ib. — Catriscus apicalis, Heugl. Orn. N. 0. Afr. t. 9. —
Begulus liimalayensis, Gould Birds of As. pt. XXL (ist = cristatus).
Troglodytidae. Neue Arten : ^Campylorliynclius palUdus, Burm.«
Gieb. Zeitschr. ges. Naturw. 1868. p. 13, 14. Bolivien. — Thryo-
thorus nisorius, (Licht.) Sclat. Proc. Z. S. p. 591. pl. 45. Mexiko.
Certhiidae. Dr. A. Girtanner: Beobachtungen über Certhia
familiaris. Leben in der Gefangenschaft. Pflanzt sich darin fort p. 43.
Id. Beobachtungen über Fortpflanzung und Entwickelung
des Alpenmauerläufers (Tichodroma). Brochüre. St. Gallen 1868.
p^ 1_42. Mit reizender color. Abbildung des nestjungen Vogels.
Sittidae. Neue Art: Sittella striata, Gould. Ann. Mag. N, H.
p. 110. Id. Birds of Austr. Suppl. pt. V.
Sitta caesia soll jetzt in Irland vorkommen, wo sie bis dahin
unbekannt war. Clift. Zoolog, p. 1134.
Paridae. lieber die Lebensweise von Parus atricapillus. A.
Fowler, Amer. Natur. 1868. p. 584.
Neue Art: Parus peJcinensis, J. Verr. Ann. Sc. nat. X. p. 67.
Nordchina. Eine der Entdeckungen des Pere David.
Abbild. Parus montanus, Elliot B. N. A. pt. IX.
Tanagridae. Neue Arten: Tacliyplionus atricapillus, Lawr.
Proc. Ac. N. Sc. Philad. Dec. 1868. Trinidad. — T. Nattereri, v.
Pelz. Brasil, p. 238. — T. clirysomelas, Sclat. Salv. Proceed. Z. S.
p. 440. pl. 32. Veragua. — ButhYaupis Arcaei, Sclat. Salv. Proceed.
p. 439. pl. 31. Veragua. — B. Edwardsi, Elliot, Nouv. Ann. du
Mus. Bull. p. 77. t. 4. fig. 2. Neugranada. — Chlorospingus punc-
tulatus, Sclat. Salv. 1. c. Veragua. — Calliste florida, Sei. Salv.
Proceed. p. 416. pl. 28. Costarica. — Euphorbia chrysopasta, Sei.
Proceed. p. 438. pl. 30. Ucayale. — E. oclirascens, v. Pelz. Bras.
p. 328.
Pyranga aestiva zum ersten Male auf Trinidad. H. Kelsall,
Proc. Sc. Assoc. Trinid. 1868. p. 208.
Abbild. Pitylus liumeralis, Sei. Salv. Ex. Orn. pt. XI.
PlOCOidae. C Hörne: Ueber Ploceus baja und sein Nest.
Proceed. Z. S. p. 243. Mit hübsch. Abbild.
Neue Arten: Textor intermedius, Gab. v. d. Deck. Reise, III.
p. 32. pl. XI. Ostafrika. Calyphantria comorensis. Gab. ib. p. 31.
pl. X. — Nigrita Emiliae, Sharpe. Ibis p. 384. pl. XL Fantee-Ge-
gend. — N. uropygialis, Sh. ib. fig.
Abbild. Hyphantornis atrogularis, Heugl. Orn. N. 0. Afr.
der Vögel während des Jahres 1869. 35
1. 19. — Estrelda hella, Digg\. Orn. Austr. pt. XVIII. — E. oculea,
ib. — E. annulosa, ib. — E. Bichenovii, ib. — E. modesta, ib.
Mimia similaris Stoliczka's (J. As. Soc. Beng. 1868. p. 56) ist
nach Lord Waiden gleichartig mit undulata, Lath. Ibis p. 211.
Fringillidae. Karl Müller: lieber die Ernährung von Loxia
taenioptera. Gab. Journ. p. 105.
Lawrence über Zonotrichia melanotis. Proc. Acad. Philad.
Dec. 1868.
Sclater und Salv. : Ueber Phrygilus Grayi und Phr. Aldu-
natii, Gay Faun. Chil. p. 355. Ibis p. 285.
Ueber Fringilla canaria. Darw. Anim. and PI. under dornest. I.
p. 295.
Ueber die Acclimatisation von Passer domesticus in Nord-
america. T. M. Brewer, Amer. Natur. 1868. p. 223.
Neue Arten: Fringülauda sordida, Stoliczka, Journ. As. Soc.
Beng. 1868. p. 63. Nordwestl. Himalaja. (Ibis p. 211). — Linota
pygmaea, Stol. ib. p. 62. Ladak. Bedeutend kleiner als Metoponia
pusilla. — Crithagra flavivertex, Blanf. Ann. Mag. N. H. p. 330.
Tigreh. — Cr. chloropsis, Caban. v. d. Deck. Reise III. p. 30. t. IX.
Ostafrika. — Neorhynchus maseus, Sei. et Salv. Proceed. Z. S. p. 146.
pl. 12. Lima. — Oryzohorus fringüloides, v. Pelz. Brasil, p. 329.
— Spermophüa superciliaris, Natt. ib. 330. — S. caboclinlio, Natt.
ib. 331. — S. meUnops, Natt. ib. p. 331. — Sp. melanogastra, Natt.
ib. 332. — Haplospiza crassirostris , (Natt.) ib. 332. — Stjcalis ci-
trina, (Natt.) v. Pelz. ib. p. 333.
Abbild. Leucosticta griseonucha, Elliot B. N. A. pt. X. —
Äegiothus fuscescens, ib. pt. XI. — Chrysomitris Laiorencii, ib. pt. X»
— Passer domesticus, ib. pt. XII.
Emberizidae. L. Taczanowsky: Die ostsibirischen Rohr-
ammern. Gab. Journ. f. Ornith. p. 395. Von Emberiza passerina
Pall. sei kein Originalexemplar bekannt und die Art überhaupt
eine dubiöse.
Jules Vian will in Emberiza schoenicola var. b. Pall. eine
gute Art erkennen, die er E. Alleonis nennt. Fünf Ex. aus Daurien.
Genaue Beschreib, und Vergleichung. Mit Recht erklärt dann Leon
Olph Gaillard diesen Vogel für gleichartig mit Gynchramus Pallasii,
Caban. Mus. Hein. I. 130. Rev. p. 180.
Emberiza melanocephala in England geschossen. Gould, Ibis
p. 128.
Neue Art : Emheriza quinquelineata, J. Verr. Ann. Sc. nat. X.
p. 67. Nordchina. David.
Abbild. Emberiza fucata, E. rustica und E. Huttoni in Gould
Birds of As. XXI.
36 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
Alaudidae. lieber Certhilauda Salvini und Certh. desertorum
vergl. Tristram. Ibis p. 434.
Id. ib. lieber Anthus sordidus, Gouldii u. s. w.
Neu: Älauda praetermissa, Blanf. Ann. Mag. N, H. p. 330.
Tigreh.
Abbild. Ä. cervinus, Gould, Birds of As. pt. XXI.
Icteridae. Chrysanthus Sternberg: Zur Fortpflanzungs-
geschichte des Viehstaar's. (Molothrus sericeus) Gab. Journ. p. 125.
Legt seine Eier in die Nester von Troglodytes plateusis, Tyrannus
violentus, Leistes anticus, Cotyle leucorhoa, Zonotrichia matutina,
Sycalis luteiventris, Anthus rufus, Molobrus badius.
lieber Icterus auratus vergl. Lawr. Ann. Lyc. N. Y. IX. 271.
Leistes erythrothorax, (Natt.) v. Pelz. Brasil, p. 326. Eine
Varietät von Agelaeus phoeniceus mit lebhaft orangefarbenem Halb-
mondfleck auf der Brust beschreibt W. Brewster. Amer. Natur.
1868. p. 217.
Neue Art : Quiscalus fortirostris, Lawr. Proceed. Acad. N. Sc.
Philad. Dec. 1868. Barbados.
Abbild. Icterus Äbeillii, Sei. Salv. Ex. Orn. pt. XII.
Sturnidae. Ampeliceps coronatus Blyth, ursprünglich von Te-
nasserim beschrieben, bewohnt auch die nördlichen Gegenden Co-
chinchinas. J. Verreaux, Proc. Z. S. 1868. p. 622.
lieber die Einführung von Acridotheres tristis in Algerien
vergl, Grandidier, Bull. Soc. Imp. d'Acclim. 1868. p. 259. Und J.
Verreaux, ibid p. 607.
lieber das Denkvermögen von Sturnus vulgaris. Gab. Journ.
Heft 4.
Gorvidae. Abbild. Corvus coronoides. bei Diggl. Ornith. Austr.
pt. XVI. — Cracticus nigrogidaris, ib. pt. XIX. — Cr. destructor, ib.
pt. XIX.
Colnmbae.
Golumbidae. Neue Arten: Zenaidiira yucatauensis, Lawr. Ann.
Lyc. N. Y. IX. p. 208. Merida. Steht carolinensis zunächst. —
Peristera cyanopis, (Natt.) v. Pelz. Brasil, p. 336. — Leptoptüa Bei-
cheribachii, v. Pelz. 1. c. 337. Brasilien.
Abbild. Macropygia pJiasianella, Diggl. Orn. Austr. pt. XVIII.
— Chalcophaps chrysochlora, ib. pt. XX.
Dididae. J. F. Brandt: lieber systematische Stellung und
die Affinitäten des Dodo. Melang. biolog. tirees du Bullet. Acad.
St. Petersb. tome VL p. 233—253. Die Dididae bilden bei Brandt
eine Familie der Gralfatoren.
der Vögel während des Jahres 1869. 37
(laliinae.
Gracidae. Neue Arten sind: Crax pinima, 'Naii. v. Pelz. Brasil,
p. 337. — Crax Micani, v. Pelz. 1. c. p. 343. Brasilien. — Penelope
ochrogaster , Natt. v. Pelz. 1. c. p. 337. Brasilien. — Ortalida
Frantzii, Gab. Journ. p. 211. Costarica.
Dann volle Beschreibungen und Notizen Joh. Natterer's
über Penelope boliviana Reichb., P. pileata Licht, und P. nigri-
capilla Gray. v. Pelz. Vög. Brasil, p. 339 41.
Fhaslanidae. Sehr wichtig über Gallus bankiva als Stamm
unserer Haushühner bei Darw. Anim. and Plauts under domestic.
I. p. 225 — 275. Alte Geschichte. Aeussere und osteologische Un-
terschiede zwischen den 13 Hauptrassen u. s. w.
Ueber die geographische Verbreitung von Gallus ferrugineus
und G. Sonnerati vergl. Blanford. J. As. S. B. XXXVI. p. 199
— 200.
E. Blyth's Aufsätze über die Acclimatisation verschiedener
Fasanen in England in dem Journale »Land and Water« übersetzt
in Bull Soc. Imp. d'Acclim. 1868. p. 704—37 und 677—78 (Lopho-
phorus Impeyanus).
Phas. Reevesii und Crossoptilon auritum brüten in den Zoolog.
Gardens zu London. Bartl. Proc. Z. S. 1868. p. 114.
Ueber die Züchtung von Phas. versicolor, Catreus Wallichii,
Euplocamus melanonotus, E. albocristatus und E. Horsfieldii. L.
de Beauffort Bull. Soc. Imp. d'Acclim. 1868. p. 268— 74.
Pavo nigripennis soll nach Swinhoe von Annam stammen.
Ueber diese Art wie über P. cristatus vergl. noch Darw, op. cit.
L p. 290 u. s. w.
Ueber N. meleagris und deren wahrscheinliche Abstammung
von N. ptilorhyncha. Darw. op. cit. I. p. 294. Ebendaselbst über
Meleagris mexicana (gallopavo !) p. 292 — 94,
Neue Arten: Crossoptilon Brouyni, Miln. Edw. Compt. rend.
vol. 66. p. 787. (Eev. zool. 1868. p. 253.) Inneres China.
Thaumalea Amherstiae ist nicht selten in West-Yunan. J.
Anderson, Proceed, Z. S. p. 278.
Abbild, Euplocamus Vieüloti , m. et f, in Jaerbookje Ge-
notsch. Nat. Art. Magistra mit Text von Schlegel. — Meleagris
mexicana, Elliot, B. N. A. pt. X. — Phasiamis Beevesii, Gould B.
of As. pt, XXI. — Ph. colcliicus, ib. — Geriornis Temminkii, ib, —
Pucrasia xantliospila, ib.
Tetraonidae. Ueber die geographische Verbreitung von Fran-
colinus vulgaris und Fr. pictus in Indien vergl. Blanf. Journ. As.
Soc. Beng. 1867. p. 200.
38 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
V. Fatio beschreibt ein Weibchen von Tetrao urogallus in
männlicher Färbung und einen Bastard zwischen dem Auerhahn
und der Birkhenne. Bull. Soc. Vaudoise Sc. nat. IX. -p. 590 — 98.
lieber die Lebensweise von Bonasia umbellus vergl. A. Fow-
1er, Amer. Natur. 1868. p. 365— 67.
Rollulus superciliosus um Mussorie nicht selten. Ibis p. 357.
Abbild. Synoecus australis, Diggl. Orn. Austral. pt. XX. —
S. chinensis, ibid. — Francolinus SchlegeUi, Heugl. Orn. N. 0.
Afr. t. 30.
Neu: Pternistes infuscatus, Gab. v. d. Deck. Eeise III. p. 44.
t. 14. Inneres Ostafrika.
Pteroclidae. Einige nachträgliche Notizen über den Einbruch
von Syrrhaptes in Italien (1863—64) durch de Betta und in Liefland
durch V. Middend. (Sib. Reise IV. p. 1026) stellt Newton zusammen.
Zool. Litter. 1868. Birds, p. 102.
Neue Art: Pterocles decoratus, Gab. v. d. Deck. Reis. III.
p. 43. t. 13. Inneres Ostafrika.
Thinocoridae. Abbild. Ättagis cMmhoracensis , Sclat. Salv.
Exofc. Orn. pt. X.
Turnicidae. W. Vincent Legge. On the habits of Pedio-
nomus torquatus. Proceed. Z. S. p. 236. Wichtig. Das Ei gral-
latorisch. Die Form überhaupt eine intermediäre zwischen Gallin.
und Grallat.
Abbild. Turnix Dussumieri. Gould Birds of As, pt. XXI.
Tinamidae. Die Thatsache, dass bei der Fortpflanzung von
Rhynchotus rufescens in den Zoological Gardens nur das Männchen
brütete, scheint die Ansicht Huxley's und Parkers zu rechtfer-
tigen, dass eine Affinität der Tinamiden zu den Straussen stattfinde.
Neue Art: Crypturiis Diodestus, Caib. Joiirn. p. 212. Gostarica.
Megapodidae. Das Ei einer Megapodiusart von Banks-Island
gezeigt. Proc. Z. S, p. 528. Wenn neu M. Brazieri. Das Ei ist
grösser und dunkler als das von M. Pritchardi.
Grallae.
Rallidae. A. Milne Edwards: Researches into the zoo-
logical affiuities of the Bird recently described by v. Frauenfeld
under the name of Aphanapteryx imperialis. Ibis p. 256. pl. 7.
Sehr wichtig. Gehört unbedingt zu den Ralliden, muss aber Aph.
Broeckii heissen, da es der in v. d. Broecke's Reisewerk abgebildete
Vogel ist. (Auch Ann. Sc. nat. X, p. 325.)
Darauf erwiedert v. Frauenfeld in den Verb, der zool.
botan. Gesellsch, in Wien XIX. p. 761, dass die Devitung jener elen-
der Vögel während des Jahres 1869. 39
den Figur ihm auf den von ihm abgebildeten Vogel der nöthigen
Sicherheit ermangele. Somit scheine ihm eine neue Benennung ge-
rechtfertigt.
Neue Arten: Ocydromus sylvestris, Sclat. Proceed. Zool. Soc.
p. 471. pl. 35. Lord Howe's Island.
Abbild. Ballina tricolor, Gould Birds of Austr. Suppl. V. —
GalUnula ruficrissa, ib. — Porzana castaneiceps, Sei. Salv. Ex. Orn.
pt. X. — Ballus antarcticus, ib. pt. XL — E. semi'plumheus, ib.
Scolopacidae. Eine sehr interessante Abhandlung über Euri-
norhynchus pygmaeus giebt Harting. Ibis p. 426. t.»XII. fig. opt.
Winter- und Sommerkleid. Sämmtliche bekannte Exemplare, etwa
23, sind indischen Ursprungs, mit Ausnahme eines von der Behring-
strasse stammenden. Dieses letztere stammt von der Expedition
der Plower.
G. Hartlaub: On Anarhynchus. Proceed. Zool. Soc. p. 433.
Vollständige Zusammenstellung des bis jetzt litterarisch Bekannten
und Beschreibung zweier der Bremer Sammlung von der Südinsel
Neuseelands durch Dr. J. Haast zugekommenen Exemplare.
J. E. Harting: On Anarhynchus frontalis. Ibis p.304.pl.VnL
flg. pulcherr. Sehr gute und ausführliche Arbeit. Kein Zweifel
mehr, dass die seitliche Krümmung des Schnabels constant. Har-
ting konnte die drei von den Naturforschern der Astrolabe ge-
sammelten Schnäbel der Pariser Sammlung untersuchen. Das ab-
gebildete Exemplar stammt von Port Lyttelton, Canterbury. lieber
die Fortpflanzung dieser Art viel Anziehendes bei T. H. Potts, op.
cit. p. 29. Beschr. der Jungen.
Tringa maculata brütend in Pennsylvanien. W. J. Hoffmann,
Araer. Natur. 1868. p. 216.
Neue Art: Gallinago imperialis, Sclat. Salv. Proceed. Z. S.
p. 419. Neugranada.
Abbild. Totanus ocliroptis, pull. Rev. pl. 6. — Limosa uro-
pygialis, cap. Diggl. Orn. Austr. pt. XVI.
Gharadriidae. C. Home schreibt sehr instructiv über die
Lebensweise von Lobivanellus goensis in Indien. Ibis p. 454. Fort-
pflanzung.
Von V. d. Hoeven's Abhandlung über Dromas ardeola ins
Französische übersetzt. Archiv. Neerland. 1868. p. 281 — 95.
Cursorius gallicus bei Lemgo. R. Meyer, Zool. Gart. 1868.
p. 382. — Zum erstenmale in Schottland : Fr. Walker, Zoolog. 1868.
p. 1459. u. s. w. — In Würtenberg. Heugl. Gab. Journ. p. 256.
Neue Art : Oedicnemus vevmiculatus, Gab. v. d. Deck. Reise III.
p. 46. pl. 16. Inneres Ostafrika.
Abbild. Glareola lactea, Goulds Birds of As. pt. XXI.
40 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Otididae. John Murie: On the sublingual aperture and
sphincter of the gular pouch of Otis tarda. Proceed. Z. S. p. 140.
c. flg. bon.
Neue Art : Otis maculi2oennis, Gab. v. d. Deck. Reise Ostafr. III-
p. 45. pl. XV. Ostafrika. Steht raelanogastra zunächst.
Gruidäe. Höchst interessant schildert Grus leucogeranos in
Indien, seine Lebensweise, seine verschiedenen Farbenkleider u. s. w.
A. Hu nie: Ibis 1868. p. 28—40. lieber die Art in der Gefangen-
schaft, ib. p. 526.
Rhinocl\.etidae. W. K. Parker: On the Osteology of the
Kagu (Pthinochetos jubatus). Transact. Zool. Soc. VI. p. 501. pl. 91,
92. Gehört zu den Geranomorphae Huxley's. Das Ei ähnelt dem
von Eurypyga helias. Steht Eurypyga näher als Psophia.
Ardeidae. Neue Arten: Herodias proce7-ula, CahRu. v. d. Deck.
Reise III. p. 48. Ostafrica. — Herodias cineracea, Gab. ib. p. 49.
t. 17. Ostafrika.
Abbild. Nycticorax leuconotiis jun. v. d. Deck. Reisen Ost-
afrika III. p. 50. pl. 18. Beschr. — Botaurus pinnatus, Sei. Salv.
Ex. Orn. pt. XII. — Tigrisoma fasciatum, ib.
Ciconiidae. lieber Balaeniceps vergl. Heuglin, Reise Weiss.
Nil. p. 347.
lieber Ciconia alba in Kurland. J. H. Kawall, Bull. Soc.
Imp. Nat. Mose. 1867. p. 486.
Ueber Leptoptilos crumenifer in N. 0. Afrika vergl. Marno,
Zool. Gart. 1868. p. 242.
Tantalidae. Abbild. Falcinellus igneus, Diggl. Ornith. Au-
stral. pt. XVIII.
Anseres.
E. Goues. On the Classification of the Water-Birds. Proc.
Ac. N. Sc. Philad. p. 193. Geschichtliches. 1) Pygopodes: Sphe-
niscidae, Alcidae, Golymbidae, Podicipidae. 2) Longipennes:
Procellaridae, Laridae und Rhynchopinae (»a tern with an anomalous
billa). 3) Steganopodes: Sulidae, Pelecanidae, Phalacrocoracidae,
Plotidae, Tachypetidae , Phaetontidae und 4) Lanicllirostres:
Anatidae,
Phoenicopteridae. G. R. Gray: On the Bills of the Species
of Flamingo (Phoenicopterus). Ibis p. 438. pl. 13, 14, 15. Die
8 Arten vertheilen sich auf 4 Subgenera wie folgt: 1) Phoenicop-
terus antiquorum, erythraeus und ghjpJwrhynchus n. sp. von den
Galopapos; 2) PJioeniconaias rubidus und minor; 3) Phoeni-
corodias ruber und 4) Phoenicoparrus andinus. Die Abbil-
dung lässt sichere Unterschiede für Ph. rubidus Indiens von Ph.
minor Afrikas nicht erkennen.
der Vögel während des Jahres 1869. 41
Änatidae. A. J. Malmgren: Anteekniügar om Finland's
och Scandinaviska halföns Anseridae: Not. ur Sällsk. pro Fauna et
Flora Fennica förhandl. X. Sehr ausführlich, aber uns noch nicht
vollständig bekannt.
J. A. de Sousa: Sobre duas species de Plectropterus de
Africa occidental Portugueza. Journ. Sc. Nat. Lisb. 1869. Die neue
Art soll von Bissao sein. Weiterer Bestätigung bedürftig. Ob auf
PI. garnbensis und Rüppelli Sei. hinauslaufend?
lieber die Variabilität von Anser ferus unter Domestication
vergl. Darw. Anim. PI. Dornest, p. 287. Die Stammrasse von A.
cygnoides sei unbekannt oder exstinct.
Bernicla leucopsis in Nordamerika. S. F. Baird, Am. Natur«
1868. p. 49.
lieber die Fortpfl. von Cereopsis in der Gefangenschaft vergl.
E. Roger, Bull. Soc. Acclim. 1868. p. 501—3.
Bastarde zwischen Cygnus olor und atratas. Bull. Soc. d'Ac-
clim. p. 780—86.
lieber die Variabilität von Anas boschas als Hausvogel vergl.
Darwin, op. cit. p. 276—87.
A. Vinson will mit dem Namen Anas mascarina eine Ente
bezeichnen, die vordem wild auf Eeunion, zugleich als nur entartet
von A. boschas anzusehen sei. (? Ref.) Bull, Soc. d'Acclim. 1868.
p. 626.
F. Schlegel: Die Schwäne. Zool. Garten. 1868. p. 60. Acht
Arten anerkannt.
^ F. Baron Droste-Hülshoff: Enten- und Strandvögelfang'
im Stellnetz. Gab. Journ. S. 279. und die Gansjagd am Dollart,
ib. S. 283.
Abbild. Mergits serrator, pull. Rev. pl. 5. — Bernicla jubata,
Diggl. Birds of Austr. pt. XVIII. — Spatula rhynchotis^ 1. c. pt. XVII.
— Exanthemops Mossi, Elliot B. N. Am. pt. IX.
Laridae. H. E. Dresser über die Eier von Larus minutus.
Proceed. Z. S. p. 530.
E. Coues über Larus Hutchinsii, Rieh. Proceed. Essex Just.
V. p. 58. Sei eine gute Art.
Ob neu : Sternula Jerdoni, Beav. Ibis 1868. p. 403. Burmah.
Ob nicht St. orientalis, Licht. — Sterna imiotata, Id. ib. Zwischen
Gelochelidon und Onychoprion stehend.
Abbild. Sterna minuta, pull. Rev- pl. 2. — Larus tridactylus,
pull. ib. pl. 4. — Larus Hutchinsii, Elliot B. of Am. pt. XII. — L.
hrachyrhyncTius, ib.
Procellaridae. lieber Majaqueus Parkinsoni Gr. und Aestrelata
Gouldi von Neuseeland vergl. Ibis p. 351.
Als neu beschreibt Salvador!: Aestrelata Magentae. Still.
42 Hart lau b: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Oc. zwischen Br. 26^ und 39° und Läng. 88» und 125°. Zu rostrata
neigend. — Äestr. arminjoniayia, Id. Trinity Island im südl. Still.
Ocean. — Aestr. Defilippiana, Id. Küste Peru's. — Äestr. trmitatis,
Id. Trinity Island. Zu Pterodroma, Bp. Atti Soc. Ital. Sc. nat.
Vol. XI. fasc. 3. und Ibis p. 61. Es wurden diese 4 neuen Arten
nebst einem noch unbestimmten Puffinus gesammelt während der
Expedition der Magenta durch H. H. Giglioli.
Abbild. Puffinus cinereus. pull. Rev. pl. 1. — Nectris fuli-
ginosus, Elliot B. N. Am. pt. IX. — N. amaurosoma, ib. — Prioßnus
cinereus, op. cit. pt. X. — Äestr elata haesitata, ib.
Pelecanidae. A monograph of the genus Pelecanus by D. G.
Elliott. Proceed. Z. S. p. 571. Sehr fleissige und critische Arbeit.
Litteratur, Charakteristik der Subfamilien, der Gattungen und aus-
führliche Beschreibung der Arten. 1) P. onocrotalus (javanicus,
Blyth), 2) minor (mitratus, Licht, und megalolophus, Heugl.), 3) cris-
pus, 4) rufescens, 5) fuscus, 6) Molinae, 7) erythrorhynchus und 8)
conspicillatus.
Wir halten P. mitratus Licht, für verschieden von minor. P.
crispus scheint jetzt einzeln in Indien vorzukommen. Hume, Ibis
1868. p. 235.
Abbild. P. Molinae, av. jun. Proceed. Z. S. pl. 44. — Phaeton
aethereus, pull. Rev. pl. 15.
Spheniscidae. Notes on the breeding-places of Aptenodytes
Pennanti, Pygoscelis Wagleri. Eudyptes nigrivestis, E. chrysolophus
and Spheniscus magellanicus and the great destruction of these
birds in the Falcland Islands. A. A. Lecomte, Proceed. Z. S. 1868,
p. 527.
Podicipidae. Abbild. Podiceps australis, bei Diggl. Birds of
Austral. pt. XX. — Gentropelma ynicropterum, Sclat. Salv. Ex. Orn.
pt. XII.
AIcidae. Ergänzungen und Berichtigungen zur Naturgeschichte
der Familie der Aleiden von Job. Fr. Brandt. Bull. Acad. Imp.
Soc. St. Petersb. tome YII. p. 199. Die frühere ausgezeichnete Arbeit
Brandt's über diese Gruppe erschien vor 32 Jahren. Seitdem
eine ungeheure Vermehrung des Materials der Petersburger Samm-
lung durch Wossnessensky. Die Arten von Coues (vergl. Orn. Jah-
resber. für 1868) werden um V3 vermindert. Beschreibung der
Brachyrhamphus-Arten und zahlreicher Jugend- und Winterkleider
von andern Aleiden. Brandt kennt jetzt 1) Älca impennis und
torda. 2) Uria mit 5 Arten : arra, troile (= californica, Coues),
carbo, grylle (= Mandtii) und columba. 3) Brachyrhamphus:
marmoratus (= Townsendi And. und Wrangelii, Br.), Kittlitzii (= bre-
virostris, Vig.) 4) Synthlib orhamphus: antiquus (= Br. bra-
chypterus, Br. und Mergulus cirrhocephalus Vig.), S. Temminkii
der Vögel während des Jahres 1869. 43
(wahrscheinlich seien Br. hypoleucus Xanth. und üria Craveti Salv.
jüngere Vögel dieser Art). 5) Mergulus: alle. 6) Ptychorham-
phus: aleuticus (= M. Cassini, Gamb. ?) 7) Simorhynchus: cri-
statellus (= A. tetracula und dubia Pall.), camtschaticus, Lep.
(= Sim. Cassinii, Coues, Mormon supercil. Licht, und Uria mystacea,
Pall.), pusillus (= Phal. nodirostris, Ph. microceros, Ph. corniculata,
etc.) S)Omhria: psittacula. 9) Ceratorhina: monocerata (= oc-
cidentalis, ßr. und Suckleyi Cass.) 10) Lunda: arctica, corniculata,
cirrhata {= Fratercula carinata Vig. und Sagmatorhina La-
thami, Bonap. Ueber Sagmatorhina Lathami als jüngeren Vogel
von L. cirrhata wird sehr ausführlich erörtert. Also im Ganzen
21 Arten. Dann die geographische Verbreitung. Alle gehören der
nördlichen Hemisphäre an. 14 Arten sind dem stillen Ocean eigen-
thümlich.
Victor Fatio: Liste des divers representants de l'Alca im-
pennis en Europe. Oiseaux, Skelettes et oeufs: Bullet. Soc. Orn.
Suisse, tome II. p. 80 — 85. Fatio zählt auf 51 Bälge, 5 ziemlich
vollständige Skelette und 60 Eier. Aber diese Angaben sind sämmt-
lich unvollständig. Allein in Europa kennt man 65 Bälge.
lieber Reste von Alca impennis in den Kjökkenmöddings von
Maine und Massachusetts. J. Wyman, Amer. Natur. 1868. p. 561
—84 und 522.
Struthiones.
Struthionidae. Ueber Struthio africanus am weissen Nil ver-
gleiche Heu gl in Reise, p. 344.
Ueber die Domestizirung des Strausses in Algerien. A.
Hardy Bull. Soc. Imp. d'Acclim. 1868. p. 103—109. Und Riviere
1. c. p. 639—45.
Ueber den Strauss in N. 0. Afrika vergl. auch Marno: Zool.
Gart. 1868. p. 212.
Anatomie des Strausses: Macalister: Proceed. R. Irish Acad.
IX. p. 1—24.
Gasuaridae. Eines Kasoar's von den Salomon-Inseln geschieht
Erwähnung durch F. W. Huttou. Ibis p. 353. Derselbe sei kohl-
schwarz mit blauem Fleisch an Kehle und Kopf.
Ueber die Züchtung von Dromaeus irroratus in England
vergl. A. W. Bennet, Bull. Soc. Imp. d'accl. 1868. p. 682— 88.
Abbild. Casuarim australis, Gould, Birds of Austr. Suppl.
pt. V. — C. uniappendiculatus, ib. Beide Arten sind prachtvoll
dargestellt und von beiden zudem der Kopf in natürl. Grösse. C.
australis wurde bekanntlich bei Rockingham Bay beobachtet. (Ramsay.)
Dinornithidae. R. Owen: Ou Dinornis pt. XIII. descript. of
44 Hartlaub: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
the sternum im D. elephantopus and D. rheides with notes on that
bona in D. crassus and D. casuarinus. Transact. Zool. Soc. p". 115.
pl. 7 — 9. — Id. pt. XIV. Contributions to the craniology of the
genus Dinornis with descript. of the fossil cranium of Dasornis londi-
nensis Ow. from the London clay of Sheppey ib. p. 123. pl. X — XVJ. —
Id. pt. XI: Descript. of the integuments of the sole and tendons of a
toe of thefoot of D. robustus. Zool. Soc. Transact. VI. p. 495. pl. 88.
— Id. pt. XII. descript. of the femur, tibia and metatarsus ofD. ina-
ximus ib. p. 497. pl. 89—90.
Aepyornithidae. Observations on the zoological character and
natural affinities of Aepyornis by A. Milne Edwards and A.
Grandidier. Ann. and Mag. N. H. p. 437. (Compt. rend. 1869.
p. 801 — 5.) Letzterer erlangte Knochen in den Sümpfen von Am-
boulitsatse. Die Tibia colossal, massiver als bei Dinornis elephan-
topus. Aep. medius und modestus waren kleinere Arten dieser
Form. Aepyornis sei jedenfalls »the most elephantine« aller Vögel.
Es stehe die Gattung Dinornis am nächsten. Das merkwürdigste
bei Aepyornis seien die colossalen Füsse. Bianconi vertheidigt
nach wie vor seine Ansicht, dass Aepyornis ein Geier gewesen sei.
Apterygidae. Report on the present state of owr knowledge
of the Birds of the genus Apteryx living in New Zealand by P. L.
Sclater and Ferd. v. Hochstetter. Rep. Brit. Assoc. Advanc.
of Sc. for 1861. 4 Arten (3 Ref.)
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Insekten während des Jahres 1869.
Von
Friedrich Brauer
in "Wien.
Marey hat ausführliche Studien über den Flug
der Insekten veröffentlicht (Ann. des scienc. naturell.
5. ser. Zool. T. XII. p. 49 sq. Memoire sur le vol des
Insectes et des oiseaux — Extr. in Ann. Mag. of Nat.
Hist. 4. ser. T. IV. p. 216).
Der Verf. bestimmt zuerst die Häufigkeit der Flügelbewegun-
gen mit Hülfe der graphischen Methode, indem er das lixirte Insekt
mit der Flügelspitze die Oberfläche eines berussten durch ein Uhr-
werk in Bewegung gesetzten Cylinders berühren lässt. Dass die
Zahl der Schwingungen nach der Art des Thieres wechselt, ist selbst-
verständlich. Die grösste Zahl der Schwingungen fand der Verf.
beiMusca domestica (330 in einer Sekunde), die kleinste bei einem
Pieriden (9). Die Zahl der Schwingungen nach der Tonhöhe zu be-
stimmen ist nicht zulässig, da das Summen u. s. w. von sehr ver-
schiedenen Organen ausgeht und sich mit der Stimme vermischt. —
Die Bewegungen der Flügel erfolgen synchronisch, obschon man
auch eine gewisse Ausnahme, besonders bei gefangenen Insekten
sehen kann. — Um die Flügelbewegungen für das Auge sichtbar
zu machen, wurden die Flügelspitzen einer Wespe vergoldet. Wäh-
rend des Flügelschlages geben diese im Sonnenschein die Figur eines
in einer Ellipse gebogenen Achters, dessen Schleifen oben einander
mehr genähert sind als unten. Dieses Experiment zeigt, dass wäh-
rend des Fluges die Flügelfläche in Bezug auf die Körperachse ihre
Lage verändert, d. h. während der Hebung sieht die Oberfläche
Archiv f. Naturg XXXVI. Jahrg. 2. Bd. J)
46 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
etwas nach hinten, während der Senkung etwas nach vorne. Eben
diese Bewegung wird auch durch die oben erwähnte graphische
Methode bewiesen, indem der Flügel durch seine verschieden gebil-
deten Ränder bald einen stärkeren, bald einen schwächeren Wisch auf
dem Cylinder zurücklässt. — Der optische Ausdruck der Flügelspitzen-
bewegung erscheint wie erwähnt in Figur eines Achters ; um nun die
Richtung der Bewegung der Spitze an dieser Figur zu bestimmen, hält
der Verf. an den verschiedenen Stellen des »Achters « eine geschwärzte
Nadel hin und bestimmt, je nachdem dieselbe an der Ober- oder
Unterseite abgewischt wird, genau die Hebung oder Senkung des
Flügels und die Lage seiner Fläche in oben angegebener Weise. —
Aus diesen Versuchen zieht der Verf. den Schluss, dass die kom-
plicirte Bewegung der Flügel nicht die Folge von Muskelthätigkeit
sein kann, weil die Anatomie einen hiezu erforderlichen Muskelap-
parat nicht kennt, der vorhandene aber nur die Hebung und Sen-
kung der Flügel bewirken kann. Die Veränderung der Lage der
Flügelfläche wird durch den Widerstand der Luft hervorgebracht,
indem jeder Flügel -an seinem Vorderrande derber und stärker ge-
rippt ist, als an seinem Hinterrande und während der Bewegung der
Luft einen ungleichen Widerstand entgegensetzt. Eben aber hie-
durch wird die Vorwärtsbewegung eines fliegenden Insektes erklär-
bar, indem die schiefe Flügelfläche nach Art einer schiefen Ebene
wirkt. Durch eine pendelartige Oscillation der Flügelader und den
Widerstand der Luft wird somit der Flug bei Insekten bewirkt und
ist wesentlich von dem der Vögel verschieden. Durch einen am
Schlüsse beschriebenen sinnreichen Apparat, ein künstliches Insekt,
werden die Ansichten des Verf. vollkommen bestätigt.
M. Girard hat ausgedehnte Studien über die freie
Wärme der wirbellosen Thiere, insbesondere der In-
sekten^ angestellt (Ann. des scienc. naturell. 5. ser. XI.
p. 135 sq.).
Nach einer ausführlichen Schilderung der von zahlreichen Be-
obachtern gemachten Versuche, durch welche es hinreichend erwiesen
wurde, dass die Insekten gewissermassen während ihrer vollen Le-
bensthätigkeit als warmblütige Thiere aufzufassen seien, da sie mehr
freie Wärme pruduciren als ihnen bis zu einem gewissen Grade
von ihrer Umgebung entzogen wird, behandelt der Verf. die von
ihm benutzten Messapparate — das Differencial-Thermometer von
Leslie und den astatischen Galvanometer von Ruhmkofi". — Er stellte
eine Reihe von Versuchen an einzelnen Insekten aus Ordnungen an,
welche bisher wenig oder gar nicht geprüft wurden, Grylloden. Lo-
custinen, Phryganiden, Libelluliden, Hemipteren, ferner an Hyme-
nopteren in Bezug der Einflüsse der Muskelthätigkeit und der Stimme
auf die Eigenwärme derselben, ferner der geschlechtlichen Einflüsse,
der Insekten während d. Jahres 1869. 47
weitere Versuche an nackten Larven, über die äussere und in-
nere Wärme der Nymphen, sowie über die Unterschiede der Tem-
peraturen der einzelnen Körpertheile der Insekten und negative Un-
tersuchungen der leuchtenden Kerfe. (In letzterer Beziehung fehlen
Vergleiche mit den neuesten Untersuchungen des Lichtes solcher
Thiere, Ref ). Von den Schlüssen, welche der Verf. aus seinen Ver-
suchen zieht, heben wir folgende hervor: 1. Die reifen Insekten
zeigen nie, selbst im Zustande der Erschöpfung und des Schlafes,
eine tiefere Temperatur an ihrer Körperoberfläche als die Umge-
bung, 2. Die Larven und Nymphen der Insekten mit unvollkom-
mener Verwandlung verhalten sich wie die reifen Insekten (jene
sind eben keine Larven, sondern junge Imagines Ref.), und zeigen
meist eine höhere Temperatur als die Umgebung. 3. Bei Insekten"
mit vollkommener Verwandlung verhält sich die Sache verschieden.
Nackte Raupen haben an der Oberfläche oft eine niedrigere Tem-
peratur, als das umgebende Medium, da die Respiration nicht genügt,
die Verdunstung an der Körperoberfiäche zu decken. 4. Die Nym-
phen in Gespinnsten zeigen bei Eröfi'nung der letzteren eine höhere
Temperatur, die dann rasch aus gleichem Grunde fällt. 5. Im Winter
zeigen die nackten Raupen die Temperatur der Umgebung oder
dieselbe steigt etwas darüber und steht in Verbindung mit den Ent-
wickelungsvorgängen im Inneren des Körpers bei den Nymphen.
6. Die Libellen besitzen während des Fluges eine mit den Hymenop-
teren, Lepidopteren und Dipteren nahezu gleiche Temperaturerhö-
hung über die der Umgebung, die Wanzen imd Käfer zeigen ge-
ringe Temperaturerhöhung an der Oberfläche, was bei letzteren
durch die dichte schwach leitende Körperbedeckung theilweise be-
dingt sein mag. 10. Die Männchen zeigen bei vielen Insekten eine
grössere Körperwärme als die Weibchen , im Einklang mit ihrer
grösseren Beweglichkeit z. B. Liparis dispar u. s. w. 11. Bei den
Larven ist die Körperwärme an allen Theilen eine gleichmässige,
bei den vollkommenen Insekten zeigt sich eine höhere Temperatur
am Thorax und zwar ist die Erhöhung der Temperatur daselbst
proportioneil dem Flugvermögen. 12. Die Temperatur steigt wäh-
rend des Summens gewisser Hymenopteren. 14, Die bei sehr grossen
Larven ohne Verwundimg mögliche Messung der inneren Körper-
wärme mittelst Einführung eines Thermometer durch den After,
zeigte manchmal eine lOmal höhere innere Temperatur und beweist
die grosse abkühlende Verdunstung an dem Hautskelet. 18, Da
man bei gewissen Insekten in der erhöhten Lebensthätigkeit eine
bedeutende Erhöhung der Körperwärme über die Umgebung sieht,
während andere, sowie Larven und Nymphen nur geringe Erhöhun-
gen der Temperatur zeigen, so reiht der Verf, die Insekten in eine
besondere Gruppe, nämlich »der Thiere mit gemischter Tempe-
48 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ratur,« welche sich von jener der Thiere mit veränderlicher (Repti-
lien, Fische, Lurche u. s. w.) dadurch unterscheidet, dass bei diesen
nie eine bedeutende Erhöhung über die Temperatur des umgebenden
Medium eintritt. (Letzteres scheint mit Rücksicht auf die Wärme
brütender Schlangen nicht ganz zutreffend. Ref.)
P. Krämer giebt Beiträge zur Anatomie und Phy-
siologie der Gattung Philopterus Nitsch. (Sieb, und Köll.
Zeit. f. wiss. Zool. p. 452. T. 34). Die untersuchte Art
ist Lipeurus jejunus.
Nachdem der Verf. eine kurze Schilderung der bisherigen
Forschungen über diese Abtheilung gegeben, beschreibt er den
Darmkanal, die Speichelgefässe, das Rückengefäss und in Kürze das
auf 3 dicht gedrängte Knoten reducirte Nervensystem. Das haupt-
sächlichste Augenmerk hat er den Geschlechtsorganen zugewendet.
Er beschreibt den Eierstock ausführlich und ist der Ansicht, dass
die äussere Haut des Insekteneierstockes, wie sie Stein beschreibt»
kein allgemein vorkommendes Gebilde sei. In Bezug des Verbin-
dungsfadens spricht er sich dahin aus, dass derselbe nichts als eine
Fortsetzung der homogenen Haut der Keimfächer ist und keine
Höhlung im Innern besitzt. Das Keimbläschen hält er mit Stein
für eine weiter entwickelte Zelle der inneren Zelienschicht, d. i. eine
Dotterbildungszelle und nicht entstanden aus dem Keimtleck. Weiter
macht derselbe die Bemerkung, dass die Spermatophoren sich erst in
der Samentasche des Weibchens, aus einer Zellschicht derselben bilden
und keine männlichen Produkte sind. — Die männlichen Genitalien
zeichnen sich dadurch aus, dass die Vasa deferentia nicht durch
einen Ausführungsgang mit der Sekretionsdrüse in Verbindung kom-
men, sondern in diese selbst einmünden und gleichsam zu deren
Ausführungsgang werden. Ein ähnliches Verhältniss dürfte nach
Untersuchungen des Referenten bei Phryganiden und Panorpen der
Fall sein.
Leonhard Landois setzt seine anatomischen Un-
tersuchungen der Bettwanze fort (Öiebold und Köll. Zeit,
f. wiss. Zool. T. 19. p. 206. pL 18, 19).
Die Respirationsorgane sind im Wesentlichen nach dem Typus
der Pediculinen gebaut und angeordnet, die Tracheen im Allge-
meinen spärlich und ohne Blasen. Letztere finden sich unter He-
mipteren z. B. bei Nepa. Bei der Bettwanze verlaufen 2 Tracheen-
Längsstämme, die im vorletzten Ringe und in der Mitte des Meso-
thorax durch einen Querast verbunden sind. Diesen Hauptstämmen
führen die von den Stigmen kommenden starken Röhren 8 Neben-
äste zu- Im Vorderkopfe verlieren sie sich in viele kleine Zweige.
der Insekten während d. Jahres 1869. 49
Die Stigmen sind an der Bauchseite des Thieres gelegen, wodurch
sich die Hemipteren wesentlich von den Coleopteren unterscheiden.
Während die Halbflügler in der Regel nur 6 Paar Abdominalstigmen
zeigen, finden sich bei Cimex lectularius deren 7 Paare. Die Thora-
calstigmen liegen an der Grenze von Meso- und Metathorax nahe
dem Gelenk der Mittelbeine. Der Bildung nach sind die Stigmen
sog. St. simplicissima Sprengeis. Die Oeffnung des Stigmas ist
sehr klein und kann durch einen Muskel, w^elcher eine Knickung
des Tracheenrohres bewirkt, gesperrt werden. Im Fettkörper wer-
den die rundlichen Zellen als Ernährungszellen , die sternförmi-
gen Endzellen als Respirationszeilen in Anspruch genommen. Die
männlichen Geschlechtsorgane bestehen aus dem aus sieben Ab-
theilungen zusammengesetzten nierenförmigen Hoden und einem
kurzen weiten Vas deferens jederseits, nach deren Vereinigung zu
dem gemeinsamen Saraengang mündet ein drüsiges, aus einer Blase
und in diese führenden Drüsenschläuchen bestehendes Nebenorgan.
Der histologische Bau aller dieser Gebilde ist genau angegeben.
Der Penis liegt, wie bei vielen andern Hemipteren am letzten
Ringe, seitlich nach rechts gewendet in einer Art Scheide einge-
klappt und wird behufs der Begattung hervorgehoben und um 90^
gedreht. Er liegt also nicht im Abdomen verborgen, wie Dufour
anführt. Die Ovarien bestehen aus sieben Eierröhren, in welchen zur
Zeit nur je ein Ei zur Reife kommt. Dasselbe bildet sich, wie
bei den Apteren, indem das Keimbläschen des fertigen Eies aus
einer Zelle des Eifaches, der Dotter von den Dotterbildungszellen
ausgeht, während die EihüUe von dem. Epithel des Faches abge-
schieden wird. L. stellt diesen Vorgang jenem bei Puliciden ge-
genüber, bei welchen das Ei aus einer einzigen Zelle der Eiröhre
durch Wachsen in allen Theilen ausgebildet wird. — Als Samenblase
(Recept. seminis) beansprucht L. das von Dufour irrthümlich als
Talg-Drüse beschriebene Organ. Er giebt weiter eine genaue Dar-
stellung der weiblichen GeschlechtsöfFnung und des letzten Ringes
des $, sowie des gelegten Eies. In Bezug auf letzteres ist zu be-
achten , dass die Poren des Deckelrandes sowohl des Eies als des
Deckels nur der Respiration vorstehen und die Befruchtung, wie dies
Leydig auch für andere Insekten nachwies, vor der Bildung des
Chorions eintritt.
Das Nervensystem zeichnet sich durch starke Concentrirung
aus, wie bei den cyclorhaphen Dipteren und Strepsipteren. L.
unterscheidet das Gehirn- und Bauchganglion. Von besonderem In-
teresse ist, dass die Oberfläche der Theile, welche als Grosshirn-
hemisphären unterschieden werden müssen , mit 0,025 — 0,035 Mm.
breiten Windungen (Gyris) überdeckt sind. Da Leydig solche
Gyri bereits bei anderen Kerfen in specie bei der Biene nachgewiesen,
so scheint es erlaubt anzunehmen, dass dieselben eine wesentliche
50 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Beziehung zu dem entwickelten Instinkte dieser Thiere haben. —
In einem weiteren Kapitel schildert derselbe das äussere Chitinskelet
und die Extremitäten und konstatirt 8 Abdominalringe (De Geer führt
9 an) und ferner das Muskelsystem. Zum Schlüsse giebter eine voll-
ständige Literatur des abgehandelten Gegenstände?.
Für den Bericht pro 1867 haben wir noch eine um-
fassende Arbeit über die Anatomie \md Entwickelungs-
geschichte der Cochenille von Targioni Tozzetti (Me-
morie della soc. Ital. di. Sc. Natural. T. III. N. 3. Milano)
nachzutragen. Wir können leider des Umfanges wegen
keinen Auszug aus derselben für diesen Bericht mehr
geben, empfehlen sie aber allen, welche sich mit dem
Studium der Entwickelungsgeschichte und Anatomie be-
fassen.
B. T. Lowne: Anatomy and Physiology of the Blow-fly
(Musca vomitoria?) London V. Voorst 1869. Soll — nach
dera Bericht in den Proc, Entom. Soc. London 1869.
XXXIX — eine umfassende Arbeit über den Bau dieser
Fliege darstellen. In wieweit wir es hier mit einer Ori-
ginalarbeit zu thun haben, können wir ohne Ansicht des
Buches nicht entscheiden.
GianAnt. Bianconi vergleicht (Rendiconto d.
sess. dell Accad. dell Sc. d. Instit. Bologna 1868 — 69.
p. 89) die Grabbeine von Gryllotalpa und Talpa.
Targioni Tozzetti giebt (Bullett. Soc. Entom.
Ital. T. I. p. 125. Taf. III) eine ausführliche Beschreibung
und genaue Abbildung der Beine und des Stigma's des
Gyrinus natator.
Derselbe bespricht ein eigenthümliches Organ an
der Seite der 4 ersten Abdominalringe bei Laminiceps
u. a. Pantatomiden , welches Costa Microstigma nennt,
das jedoch mit keiner Trachee in Verbindung steht,
(ebenda p. 133. taf. III) und wahrscheinlich ein Secretions-
organ ist.
M. E. Oustalet: Note sur la Respiration chez les
Nymphes des Libellules (Ann. -d. scienc. Naturelles 5. ser.
XL p. 370 sq. Tab. 10—12).
Der Verf. hat eine genaue Darstellung des Tracheenverlaufes
der Insekten während d. Jahres 1869. 51
bei den Larven der Libelluliden gegeben und schliesst sich im We-
sentlichsten den Ansichten Dufour's an. Von den bis jetzt über
diesen Gegenstand erschienenen Arbeiten ist demselben dieHagen's
(Stett. Ent. Zeit. 1853) nicht bekannt gewesen. — Durch diesen Um-
stand erscheinen- die Klagen über ungenügende Kenntniss der Lar-
ven, sowie die Feststellung der Stigmen bei den Larven und voll-
kommenen Thieren als verspätet. — Eingehend besprochen werden
die Tracheenverästelungen im Rectum bei Libellula und Aeschna.
Der Verf. fand die Kieinenlamellen im Rectum von Libellula-Nym-
phen physiologisch gleichwerth mit den Papillen der Aeschniden-Nym-
phen und in beiden viele in Form eines Wundernetzes vereinte feine
verästelte Tracheenschleifen. Als Ende der in die Schleimhaut des
Mastdarms eintretenden Tracheen erscheinen somit nicht die »vesi-
cules pneum-atiques« (Marcel de Serres, Hagen), ähnlich den bei Co-
rethra vorkommenden Tracheenblasen, sondern die fingerförmigen
Papillen (vesicules) schliessen erst die Respirationsorgane ein.
Os. V. Grimm beschreibt den Tracheenversehluss-
apparat am Stigma von Periplaneta oricntalis zwischen
1. und 2. ßeinpaare, welcher von dem vonLandois und
Thelen beschriebenen abweichend gebaut ist (Bullet.
de l'Acad. imp. des Sciences de St. Petersbourg T. XIV.
p. 52).'
Die angezeigte Abbildung fehlt in dem Hefte, wodurch die
darauf berechnete Beschreibung mangelhaft erscheint.
V. Graber; Zur näheren Kenntniss des Proven-
triculus und der Appendices ventriculares bei den G.rillen
und Laubheuschrecken (Sitzb. der math. nat. Klasse d.
k. Akad. d. Wissensch. Wien LIX. ßd. I. Abth. 1869.
p. 29).
Der Verf. stellt fest, dass die Appendices ventric. nicht ein-
fache Aussackungen des Chylusmagens sind, da sie keine Chitinhaut
besitzen und in denselben nie Nahrungsbrei zu sehen ist, sondern
eine Drüsenschicht, deren Natur nicht näher untersucht wurde
— Die Chitingebilde des Proventriculus werden in Betreff ihrer An-
ordnung und Form genau beschrieben. In letzterer Hinsicht unter-
scheiden sich die Grillen von den Locustiden besonders durch Drei-
theilung der sechs Hauptplatten, welche bei letzteren einfach sind,
— Nach einem vorgenommenen Experiment braucht eine Grille sie-
ben Stunden zur Verdauung der genossenen Nahrung. — Auf drei
Tafeln sind die beschriebenen Organe vergrössert dargestellt.
Goossens berichtet über ein eigenthümliches her-
vorstülpbares Organ bei gewissen Raupen (Melitaea u. a.).
52 Brauer: Bericht üb. d. Leist, in d. Naturgeschichte
zwischen der Unterlippe und dem 1. Fnsspaare und ver-
sucht dessen Deutung. Bisher berichtet nach demselben
nur Lacordaire (l'Introd. a l'Entom.) darüber (Bullet.
Soc. Ent. Fr. 1869. LX). B e r c e (ebenda p. LXIV) citirt
Stellen aus Reaumur und Bonnet hierüber. — Refe-
rent u. A. Rogenhofer fanden und erwähnten das-
selbe Organ früher bei Vanessa-Raupen (V. Egea Verh.
d. k. k. zool.-bot. Gesell, in Wien T. XII. p. 1227).
Derselbe erwähnt eine Stelle aus Goedart (1662)
über das Hörn der Spingiden-Raupen als Absonderungs-
organ einer klebenden Flüssigkeit. (Bull. Soc. Ent. Fr.
1869. LXI).
A. Rogenhofer macht (Verh. d. k. k. zool.-bot.
Gesell, in Wien T. XIX. p. 918) die interessante Mit-
theilung, dass das Männchen der Noctua (Thecophora)
fovea Tr. beim Flattern einen schrillenden Ton hören
lässt. Der Beobachter H. Berthold glaubt, dass dieser
Laut durch die blasige Grube am Hinterflügel erzeugt
wird.
Derselbe theilt mit (ebenda), dass nach Hede-
mann u. a. Frauenfelds Beobachtung Ageroiiia Fe-
ronia L. einen dem Zähneknirschen ähnlichen Laut von
sich gebe, ebenso soll Helesidota speculalis H. S. einen
schrillenden Laut beim Aufspiessen geben.
Reed beschreibt (Canadian Ent. p. 40) eine musi-
kalische Smerinthus-Raupe (siehe v. u.). M e a d sieht
als Ursache des Geräusches die bei der Contraction an
den vorderen Segmenten durch deren Granulation be-
dingte Reibung an (ebend. p. 47).
Sanborn beschreibt das dem „tsip" ähnliche Ge-^
rausch von Cressonia juglandis, welches mit den Kiefern
erzeugt vrerden soll (ebend. p. 48).
Aehnliche Geräusche erzeugen auch die europäischen Smerin-
thus-Raupen auf die von Mead angegebene Weise. Ref.
E. Newman erwähnt (Entomologist IV. p. 329) die
Beobachtung R e e d's im Canadian Entomologist über
eine musikalische Raupe, dieselbe gehört wahrscheinlich
zu Smerinthus excoecatus Lintn. (Proc. E. S. Phil, III.
p. 665) und giebt bei Berührung einen Ton von sich nach
der Insekten während d. Jahres 1869. 53
Art der Lema trilineata. New man erwähnt hiebei die
Raupe von A. Atropos, welche nach Kirby undSpence
ein Geräusch erzeugen soll u. a. mit Stimme begabte
Lepidopteren.
Jul. Walter beschreibt die Ton- und Stimmappa-
rate der Insekten (Lotos 1869. p. 3 u. 39) nach den be-
kannten Arbeiten z. Th. aber z. B. bei der Cicade ganz
fehlerhaft (Siehe weiter unten).
Landois giebt einen Auszug seiner Untersuchun-
gen der lautäussernden Insekten nebst einigen Zusätzen
(Siehe d. vorig. Bericht), Corresp.-Bl. d. naturh. Ver. d.
preuss. Rheinlande 3. Folge 6. Jahrg. p. 67.
Cesare Lepori hat (Bullet. Soc. Ent. Italiana T. I.
p. 221. Tav. Y) eine genaue anatomisch- physiologische
Untersuchung des Stimmorgans der Cicade (orni, haema
todes u. a.) unternommen und ist zu einem von Lan-
dois (Siehe den vorigen Bericht) verschiedenen Resul-
tate gelangt.
Wie wir bereits angedeutet haben, liegt das eigentliche Stimm-
organ nicht an der Unterseite des Thorax, sondern am ersten Hin-
terleibssegmente, seitlich oder oben (je nach der Art). Der Verf.
nennt dasselbe Membrana pieghettata ; diese ist gewölbt und mit ge-
krümmten Chitinleisten durchzogen, welche convergiren und in eine
Crista hinten enden, an welcher sich innen viele Sehnen eines
Muskels anheften, durch welchen die Membran in Schwingungen ver-
setzt wird, indem er dieselbe einzieht und diese wieder in ihre
convexe Lage zurückschnellt, wodurch ein Reibungsgeräusch ent-
steht. Der Muskel setzt sich an der Bauchseite des ersten Abdo-
minalringes in der Mitte fest. Alle übrigen Theile sind theils Schutz-,
theils Hülfsorgane des obigen und die Stigmen haben keinen eigent-
lichen Antheil an der Stimme. — Ob der Cicada daher noch ein
Stimraorgan oder nur ein Tonwerkzeug zukomme, scheint somit für
letzteres entschieden.
Noll theilt unter dem Titel: feiner Geruch bei
Schmetterlingen im ^Zool. (jarten" (Bd. 10. p. 254) meh-
rere Fälle von Zusammenfinden der Geschlechter und
Fangmethoden mit, wie solche Beobachtungen, obschon
sehr interessant, doch schon mehrfach, namentlich in v.
S i e b o 1 d's Werk über Parthenogenesis besprochen
wurden.
54 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Os. V. Grimm giebt Beiträge zur Kenntniss des
feineren Baues der Fühler der Insekten (Bullet, de l'Acad.
Imp. d. Sc. de St. Petersburg T. XIV. p. 66).
Bei Cimbex variabilis fand der Verf dreierlei Haarbildungen
an den Fühlern. 1) Nervenlose unbewegliche Dornen, 2j sehr gros.se
am Ende von Kanälen der Chitinhaut eingelenkte Haare, ähnlich
den Geruchszapfen der Ameisen, 3) kleine spitze Haare, mit grossen
zarten Kugeln in die Chitinhaut eingelenkt. Die Kanäle der letz-
teren nehmen Nervenzweige auf. — Bei Oryctes nasicornis fand der-
selbe an der Fühlerendlamelle an der innern Fläche 5— 7 Hohl-
räume, die. am Durchschnitt, traubenartigen Drüsen (?) zum Aus-
gangspunkt dienen, die sich auf der Mitte der Hohlräume öffnen
In der Dicke der Lamellenchitinhaut erwähnt derselbe becherförmige
Höhlungen, in welche Nerven eintreten und aussen Haare eingelenkt
sind. Nebst diesen sieht man eicheiförmige Zapfen und eigenthüm-
liche Kanäle, die ebenfalls aus Höhlungen ihren Ursprung nehmen.
Die Deutung dieser Gebilde wird nicht gegeben. Schliesslich spricht
der Verf. die Ansicht aus, dass die Fühler keine Geruchsorgane
seien, sondern nur Tastorgane. Die als Beweis angeführten Versuche
sind jedoch in einer eben nicht sehr Vertraueneinflössenden Weise
geschildert.
Smith herichtet über die muthmassliche Larve von
Pyrophorns aus Uruguay, welche im Dunkel nach Art
eines mit grünen und rothen Lampen versehenen Eisen-
bahnzuges leuchtet (Proc. Ent. Soc. London 1869. XV).
Die folgenden Nachrichten beziehen sich wohl auf dieselbe
Larve :
Andrew M u r r a y^ über die neue, vorläufig
Ästrapfor ühiminator genannte, leuchtende Käferlarvc
(Entomologist lY. p. 28L Uebersetzt aus: The Journ.
Linn. Soc. Zool. V. X. p. 74).
Nach neueren Berichten ist diese Larve zuPyrophorus gehörig.
Bethune berichtet Canad. Entom. 2. über eine wahr-
scheinlich zu Lampyris oder Elatiriden gehörende leuch-
tende Larve aus Canada.
Ueber dieselbe Larve sprechen Morris (ebenda
p. 14) und Coup er, der sie zu Chauliognathus pensyl.
ziehen möchte.
Osten Sacken schreibt über dieselbe Larve
und hält sie für die von ihm in d. Proc. Ent. Soc. Philad.
1862. p. 125. Tab. 1. fig. 8 beschriebene, die er nun fast
der Insekten während d. Jahres 1869. 55
zweifellos für eine Larve von Melanactes (Corymbitini)
hält (ebend. p. 38).
Taschenberg theilt mit, dass bei einer von ihm
gezogenen Llmnophiliis-Art sich die Flügel zugleich mit
dem Ausschlüpfen aus der Nymphenhülle entwickelt
hatten (Zeit. f. ges. Nat. Wiss. T. 33. No. V. p. 509. Corr.).
Referent kann biezu bemerken, dass diess auch bei meh-
reren andern Insekten der Fall ist, aber bisher nicht beachtet wurde.
So z. B. bei den Dipteren aus der Familie der Tipuliden und wahr-
scheinlich bei vielen Nematoceren, während bei Cyclo rhaphen (Mus-
eiden u. s. w.) die Flügel eine längere Zeit nach dem Austritt aus
der Nymphenhülle noch unentfaltet bleiben. Für Xylophagus gilt
ebenfalls das gleichzeitige Entfalten, ebenso dürfte es bei
der Mehrzahl der Käfer und Hymenox^tera der Fall sein. — Es
scheint somit das, was man bisher als Regel annahm, d. i. die spä-
tere Entfaltung, nur einem kleinern Theil der Insekten zuzukommen.
Beobachtungen in dieser Richtung wären jedenfalls lohnend. - Die
Mehrzahl der wahren Neuropteren (Hemerobiden u. s. w.) entfalten
ihre Flügel erst später und sehr langsam, ebenso die Pseudoneu-
roptera und Lepidoptera.
Die von Mecznikow (Siehe G ers ta ec ker's Be-
richt pro 1865 — 66. p. 309) gemachte Entdeckung über
die verschiedene Bildung des Keirastreifens bei den He-
mipteren und Dipteren ist der Ausgangspunkt mehrerer
für die Systematik der Insekten sehr wichtigen Arbeiten
geworden. A. Dohrn jun. hat in dieser Richtung eine
vorläufige Mittheilung bei der 43. Versammlung deutscher
Naturforscher und Aerzte (Tagblatt p. 72) gemacht, deren
Tragweite, trotz den vielleicht nur scheinbar differirenden
Ansichten anderer Beobachter, sehr bedeutend sein dürfte.
Derselbe theilt die seihen Insektenordnungen Linne's,
nachdem einige noch weiter zerrissen wurden (z. B. Ortho-
ptera i. e. Gymnognatha Burm.) in zwei Gruppen, indem er
die zwei Typen der KeimstreifenbiidungMecznikow's als
Eintheilungsgrund benutzt. Mit äusserem Keimstreifen ent-
wickeln sich die Orthopteren s. str., Dipteren, Neurop-
teren , Coleopteren und Thysanuren; mit innerem die
Lepidopteren, Hemipteren, Thrips, Libellullden und Hyme-
nopteren. — Wir werden auf diese Eintheilung im näch-
sten Jahresberichte ausführlicher zurückkommen und möch-
ten nur hier noch bemerken, dass die seither von Ganin
56 Brauer: Bericht üb. d. Leist, in d. Naturgeschichte
gemachten Beobachtungen (Siehe weiter unten) tlieils
eine grössere Verschiedenheit in der Entwickelurig der
Eier innerhalb einer Ordnung nachgewiesen, theils eine
geringere Abweichung der Lepidopteren und Hymenop-
teren von den Neuropteren u. s. w. festgestellt haben, als
dies aus Dohrn's Arbeiten hervorgeht.
Sehr wichtige Untersuchungen über die Embryonal-
hüUe der Hjmenopteren und Cepidopteren-Embryonen
hat M. Ganin veröffentlicht (Mem. de l'Acad. des Sei.
de St. Petersbourg 7. ser. T. XIV. No. 5. pl. — Gelesen
d. 29. Okt. 1868).
Von Hymenopteren wurden die Eier von Formica flava, fusca
und Myrmica laevinodis, fuscula und ruginodis untersucht. Die Eier
sind einander ähnlich, oval, an der Rückenseite (des Embryos) flach
oder etwas concav, der Dotter hat die gewöhnlichen Eigenschaften.
Am hinteren Eipole liegt die kleine Mikropyle. Die Entwickelung
beginnt mit einer Zusammenziehung des Dotters und in Folge dessen
mit helleren Zwischenräumen an den Polen, dann entstehen am hin*
teren Pole Ausbuchtungen des Dotters, die sich später auf die
Rücken- und Bauchseite des Dotters ausbreiten. Jede Ausbuchtung
zeigt sich isolirt als kugelförmig und besteht aus Eiweisströpfchen,
die mit Fetttröpfchen bedeckt sind. Erstere sind die späteren Kerne
der Blastodermzellen und stammen aus dem Protoplasma des Dotters.
Je mehr die Blastodermzellen sich über den ganzen Dotter
verbreiten, desto mehr entsteht am oberen Eipole unter denselben
ein Schwinden der dunklen Dottermasse und es zeigt sich eine fein-
körnige helle Stelle in Form eines Kugelsegmentes als Keimhügel,
von der der Embryonalkörper seinen Ursprung nimmt, indem die
feinkörnige Masse sich gegen die Bauchseite des Eies hinzieht. Mit
Ausbildung des Keimhügels heben sich die ganzen Blastodermzellen
von der Oberfläche ab und bilden eine zellige Hülle um den Dotter.
Diese zellige Blase nimmt keinen Antheil an dem Aufbau des Em-
bryonalkörpers und ist eine provisorische Hülle desselben. Durch
letzteres Moment weichen die Ameisen und Lepidopteren von dem
allgemeinen Gesetz der Entwickelung der Insekten ab, ebenso da-
durch, dass der Keimhügel nicht aus einer lokalen Verdickung der
Blastodermschicht hervorgeht, sondern unabhängig von letzterer,
welche als Amnion bezeichnet und zuletzt von der auskriechenden
Larve zerrissen wird. Keimhügel und Amnion stehen in keinem ge-
netischen Zusammenhange. Später wächst der Keimhügel durch
Vermehrung der Embryonalzellen zum Keimstreifen aus, an dem
weiter ein verdickter Kopftheil unterschieden werden kann. Am
Bauchtheil des Keimstreifens entstehen durch dessen seitliche Ver-
der Insekten während d, Jahres 1869. 57
dickung die Keimwülste. Der Verf. schildert nun die Bildung des
Mundes und Afters, der Kopflappen und der Schliessung der Seiten-
und Rückentheile des Embryos, die, vor ihrer Differenzirung in be-
besondere Gewebe , aus Embryonalzellen bestehen. Zugleich mit
letzterem Vorgange erfolgt auch die Absonderung des Centralnerven-
systemes als besonderes, schon früher angedeutetes Organ, aus paa-
riger Anlage. Aus der Entwickelung des Darmkanales heben wir
hervor, dass die Wände des ganzen mittleren Theiles nicht in ge-
netischem Zusammenhang mit dem Keimstreifeu stehen und die sog.
Dotterblase sehr spät entsteht, nach Absonderung des Nervensyste-
mes, in Folge dessen von einem präexistirenden Schleimblatte nicht
die Rede sein kann. Der Verf. kommt zu dem Schiasse, dass man
keine bestimmten embryonalen Blätter wie bei der Entwickelung hö-
herer Thiere unterscheiden kann, das Nervensystem entsteht durch
Verdickung der ganzen Masse des Keirastreifens, Haut- und Muskel,
schichten aus der histologischen Differenzirung der zellligen Wände
des Embryonalkörpers.
Von Lepidopteren wurden Bombj^x mori und Pieris brassicae-
Eier untersucht, welche in der Anlage der Blastodermschicht ganz
mit den Ameisen übereinkommen. Das violette Amnion von B.
mori wird von der auskriechenden Raupe gefressen. Letzteren Um-
stand benutzt der Verf. zur Erklärung einer Verdickung der Am-
nionhülle durch Zellvermehrung an zwei Stellen, während der Ent-
wickelung, indem er die Zellen als Ernährungsmaterial für den Em-
bryo in Anspruch nimmt. Schliesslich spricht derselbe den Satz
aus, dass der Entwickelungsmodus der Embryonalhülle bei Ameisen
und Schmetterlingen mit der vollständigen Metamorphose derselben
im Zusammenhange steht und das Amnion der letzteren von viel
späterer Entstehung ist, als das der hemi- und ametabolen Insekten,
dass das der ersteren in früherer Zeit Antheil an der Bildung des
Embryonalkörpers nimmt. Die Hemipteren stehen den Lepidopteren
und Hymenopteren durch die Bildung des Amnion am nächsten (?j,
trotzdem bei diesen Insekten das Amnion Antheil an dem Em-
bryonalkörper nimmt (?). Die Amnionhülle der Ameisen und Lepi-
dopteren ersetzt die Blastodermschicht der andern Insekten. (Nach
den Schilderungen des Verf. und nach den Abbildungen sind aber
die Lepidopteren und Hymenopteren Ectoblasten, was freilich mit
Dohrn's neuern Publikationen nicht übereinstimmt, der sie zu den
Endoblasten (Rhynchoten) stellt. Referent.)
0. V, Grimm: Zur Embryologie von Phtbirius in-
guinalis (Bullet, de l'Acacl. Imp. d. Sc. de St. Petersbourg-
T. XIV. p. 513. Taf.).
Der Verf. giebt eine genaue Beschreibung des Eies nach Exem-
plaren in Alkohol. Das bisher übersehene Keimbläschen liegt in
58 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
der Dottermasse im Centrum des Querschnittes näher dem vorderen
Pole und misst 0,165 Mm. im Durchmesser. Durch Theilung des-
selben entstehen Keimkerne und durch deren . Theilung und Vor-
rücken zur Peripherie, an der sich ein homogenes Blastem gebildet
hat, welches diese umgiebt, wird das Blastoderm gebildet. Den
von Melnikow (siehe diesen) beschriebenen provisorischen Zelihaufen
stellt er in Abrede. Weiter stimmen seine Ansichten in Betreff der
Einstülpung des Blastoderm's, Bildung des Keimstreifens, dessen
Ausstülpung U.S.W, mit denen MelnikoVs überein.
Einen wichtigen Beitrag zur Kenntniss der Ent-
wickelungsgescliichte der Insekten hat M. Ganin (Sie-
bold und Köll. Zeit. 1869. p. 381) durch seine am zoolo-
gisclicn Institute zu Giessen unter der Leitung des Prof.
H. Leuckart vorgenommenen Untersuchungen der Ent-
wickelung der Pteromalinen geliefert. Haben schon die
vollkommenen Insekten durch ihre oft merkwürdige Kör-
perform die Aufmerksamkeit der gediegensten Entomo-
logen auf sich gelenkt, so sind es heute die embryonalen
Vorgänge, welche das Interesse dadurch in hohem Grade
erregen, weil sie von denen aller bis jetzt untersuchten
Kerfe w^esentlich abweichen.
Nachdem der Vergleich der Hüllen des Embryo der Insekten
und anderer Gliederthiere mit jenen der höheren Thiere bereits auf-
gegeben werden mufeste, und höchstens vom physiologischen Stand-
punkte aus zulässig blieb, fällt durch Ganin's Untersuchung auch
die bis in die Neuzeit angenommene allgemeine Regel, nach welcher
die embryonalen Vorgänge aufeinander folgen und es zeigt sich
wie so oft schon, dass die Generalisirung in der Wissenschaft mit
grösster Vorsicht vorgenommen werden muss, da im vorliegenden
Falle schon grosse Differenzen auftreten, obschon sämmtliche zur
Untersuchung vorgelegenen Thiere ein und derselben Insektenfamilie
angehören. G. bespricht zuerst die Entwickelang von Platygaster.
Die Arten dieser Gattung legen ihre Eier in Cecidomyien-Larven
und zw^ar oft 15 — 20 in ein Individuum. Die Eier sind länglich, am
vorderen Ende in einen dünnen Stiel verlängert. Das Ei zeigt die
merkwürdige Eigenschaft, dass es während der Entwickelung sein
Volum 10— lÖmal vergrössert und hat demgemäss eine ziemlich
dicke sehr elastische Eihaut. Während der Entwickelung tritt keine
Scheidung in Bildungs- und Nahrungsdotter ein. sondern das ganze
Ei besteht aus dem Bildungsdotter (p. B83). Der Eierstock wird
bei diesen Insekten sehr früh angelegt, seine Bildung beginnt, so-
bald die Larve aus dem ersten in das zweite Stadium tritt, die
Eierröhren entstehen erst während des Puppenzustandes — vordem
der Insekten während d. Jahres 1869. 59
sind die raäniriicheu und weiblichen Geschlechtsdrüsen-Anlagen in
indifferentem Zustande und werden aus Embryonalzellen gebildet,
diese bilden die Eicylinder; die in der Längsrichtung liegenden
Zellen scheiden auf der Oberfläche eine homogene Substanz aus und
trennen sich als Zellencylinder von einander ab. Die Centralzellen
der Cylinder vergrössern sich und verwandeln sich in die Eier, die
peripherischen Zellen verwandeln sich in das Epithel der Eiröhren.
Das Ei bildet sich durch Auswachsen einer am hinteren Pole der
Eiröhre liegenden Zelle, welche anfangs keine Membran besitzt, ihr
Inhalt wird zum Dotter und ihr Kern zum Keimbläschen. Durch
Verlängerung des Vorderendes entsteht der Stiel und gleichzeitig
damit als Produkt der Ausscheidung des Epithels der Eiröhre, die
Eihaut.
Der Eierstock ist ein vollkommen geschlossener Sack, dessen
Wände direkt in den Eileiter übergehen und die Eiröhren enden
beiderseits blind und müssen bersten, wenn sie ein Ei durchlassen
sollen. Aehnliche Verhältnisse sind nachLeuckart bei Melophagus
und vom Referenten bei Oestriden beobachtet worden. Das Keim.-
bläschen verschwindet schon, bevor die Imago von Platygaster die
Puppenhülle verlässt und man findet im centralen Theile des reifen
Eies eine molekulare Masse. — Die üebertragung des Eies in die
Cecidomyien-Larve wurde nicht beobachtet, aber das so gebaute Ei
oft untersucht. Der erste Vorgang ist nun, dass im Innern die
Molekularmasse des Dotters schwindet und eine Centralzelle ent-
steht. — Zweitens entstehen noch zwei solche Zellen, wahrscheinlich
aus der ersteren. Die Centralzelle giebt, indem sie sich vermehrt, den
Ursprung der Embiyonalanlage, während die beiden peripherischen
Zellen sich in eine Embryonalhülle verwandeln, die die physiologische
Bedeutung eines Amnion hat. — Die Centralzelle vermehrt sich durch
sog. endogene Zellbiiduug, die peripherischen Zellen aber durch
Tbeilung. Das Resultat ist, dass die Centralzelle eine Blase dar-
stellt, in deren Lumen eine zellige Kugel liegt, während der peri-
pherische Theil einen dicken Zellenüberzug bildet. Die weiteren
Veränderungen betreffen nun den Centraltheil oder die Embryonal-
anlage, indem die peripherischen Zellen dieser sich zur Blastoderm-
schicht differenciren, durch Längstheilung vermehren und andere
Eigenschaften annehmen. Diese Blastodermschicht ist aber nur eine
provisorische und ihre Zellen stimmen später mit den andern der
Embryonalanlage überein. — Auf einem weiteren Stadium entsteht
auf der späteren Bauchseite der Embryonalanlage eine tiefe Ein-
buchtung, durch welche dieselbe in einen Kopf- und Schwanztheil
differencirt wird. Am Kopftheil bildet sich nun durch Einbuchtung
die Mundöffnung und fast gleichzeitig im Innern die zellige Anlage
des Darmes, Es entsteht nun die Anlage der Segmente durch Quer-
60 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
falten, ferner bilden sich die Körperanhänge, die Muskeln und zuletzt
die Cuticula. Hiemit fängt der Embryo an sich zu bewegen, zer-
reisst die AmnionhüUe und Eihaut und wandert in die I^eibeshöhle
der Cecidomyiden-Larve. Dieses erste Larven-Stadium ist einem
Copepoden so ähnlich, dass Ganin mit Recht den Namen Cyclops-
ähnliche-Larve gegeben hat. Der mächtige Kopfschild mit starken
klauenartigen Kiefern und der gegen die Bauchseite nach vorn um-
geschlagene Schwanztheil mit seinem Gabelanhang giebt die unver-
kennbarste Aehnlichkeit mit den genannten Crustaceen. Vor den
Klauen stehen kurze Fühler, an den Hinterecken des Kopfschildes
tasterartige Organe. (Referent hat eine viel grössere derartige Form
in den Cecidomyiden der Weidenrosetten im Winter 1868 untersucht,
welche H. Marno zuerst fand und als Pteromaline durch Vergleich
mit R a t z e b u r g's Abbildung (Forstinsekt. Anomalon) gedeutet.
Bei der bedeutenden Entwickelung der äusseren Theile ist merk-
würdiger Weise der innere Bau sehr zurückgeblieben, der Darm
ist ohne alle Differencirung, ein gerader zelliger Sack, hinten
blind endigend. W^der Nerven- noch Gefäss- noch x\thmungsorgane
sind differencirt. — Nach unbekannter Dauer geht dieses Stadium
in ein zweites über und zwar durch Häutung. Das letzte Segment
mit dem Gabelanhang wird abgeworfen, die Gliederung des Körpers,
das Kopfschild geht verloren, der Verdauungskanal besteht aus drei
Abschnitten, das Nervensystem ist angelegt, ferner Speicheldrüsen.
Bevor aber die Haut u. s. vv. der Cyclopsförmigen-Larve abgeworfen
wird, entsteht im Innern derselben das zweite Stadium und seine
inneren Organe unabhängig von denen der ersten Larve und zwar
mittelst eines Primitivorganes, das G. als Keimstreifen in Anspruch
nimmt, während letzterer sonst bei allen Arthropoden gleich nach Bil-
dung des Blastoderm's entsteht. Das dritte Larvenstadium ist nicht
soviel verschieden von dem zweiten als dieses vom ersten. Der
Uebergang ist ebenfalls durch eine Häutung vermittelt. Die Larve
zeigt nun 14 Segmente, entwickelte Muskulatur, zwei kleine hakige
Mandibeln, ein Tracheensystem, ein stärker differencirtes Nerven-
system und Imaginalscheiben. Diese entwickeln sich im Gegensatz
zu Museiden und Corethra aus der Hypodermis und stehen nicht
mit Nerven und Tracheen in Bezug ihrer Anlage in besonderer Be-
ziehung. Aus den Imaginalscheiben entwickeln sich auch die äus-
seren Genitalanhänge als Homologa der Füsse, Flügel u. s. w. In-
nerhalb dieser Larvenform entsteht die Nymphe, welche in 5 — 6 Ta-
gen ausfliegt.
Ganin hebt hervor, dass die Zellenkörper Leuckart's (Pu-
piparen) gleich den Imaginalscheiben Weismann's sind. — Die
Entwickelung von Polynema verläuft in ähnlicher Weise, doch hat
der Embryo keine ErabryonalhüUe und tritt als zelliger unbeweg-
der Insekten während d. Jahres 1869, 61
licher Körper schon aus dem Ei. Auch hier entsteht der Keim-
streifen sehr spät und die Larve ist von sehr merkwürdiger Gestalt,
nach G. Histriobdellen ähnlich. Aus ihr entsteht die Nymphe u. s. w.
ohne weiteres Stadium. In Bezug der Imago hebt G. das P'ehlen
der Tracheen hervor und glaubt, dass die merkwürdigen nach Lub-
bock's Beobachtung als Ruder dienenden Flügel zugleich Respi-
rationsorgane seien. Die Art macht ihre Entwickelung in den Eiern
von Agrion virgo (Calopteryx) durch. — Drittens bespricht G. die
Entwickelung von Ophioneurus in den Eiern voni Pieris brassicae,
sie stimmt mit der von Polynema überein, nur bleibt der Embryo
in der Eihaut. Das aus dem Ei austretende Geschöpf geht ohne
Häutung in die Larve über. Die vierte Beobachtung ist die über Te-
leas, dessen P^ntwickelung mit Platygaster übereinstimmt. — Schliess-
lich giebt der Verf. vergleichend embryologische Bemerkungen.
Er hebt hervor, dass die Form, Structur und Grösse der Eier im
Zusammenhang steht mit dem Parasitismus während ihrer Ent-*
Wickelung. Die durch totalen Furchungsprocess entstehende zellige
Embryonalanlage steht im Zusammenhänge mit dem Fehlen des
Nahrungsdotters. Der Embryo der Pteromalinen bekommt sein er-
nährendes Material von den Säften des Wirthes oder von denen
des Eies, in welchen er parasitirt und nicht aus seinem Ei. — Die
Pteromalinen haben in dem Stadium, in welchem sie die Eihaut ver-
lassen, eine grosse Aehnlichkeit mit den andern parasitischen Ar-
thropoden, wie Penta.stomum, Entomostraken selbst mit Cestoden.
In Bezug auf die späte Entwickelung des Keimstreifens sind die
Pteromalinen nicht vereinzelt dastehend, da ein ähnlicher Vorgang
von andern Forschern z.B. am gemeinen Blutegel beobachtet wurde
und ebenso bei Pentastomen (L e u c k a r t). — Weiter hebt G. Mo-
mente aus der Entwickelung der Ameisen, Bienen und von Chiro-
nomus in BetreÖ' der von andern gemachten Beobachtungen über
die Embryonalhüllen hervor. — Was die morphologische Deutung
der an den frühen Entwickeiungsstadieu vorkommenden Organe be-
trifft, so glaube ich wäre ein Vergleich mit den von Ratzeburg
gegebenen Abbildungen der Anomalon Larve wohl lohnend gewesen,
ebenso zeigen gewisse Culiciden-Larven eine Aehnlichkeit mit dem
Cyclops-Stadium der Pteromalinen und letzteres lässt sich durch
die Schwanzgabel auch mit dem Campodea-Stadium^ welches Referent
hervorgehoben hat, vergleichen. Man kann aber dem Verf. nur
beistimmen wenn er sagt , dass alle genetischen Theorien zu früh-
zeitig und ohne strenge wissenschaftliche Begründung sind. — Der
Arbeit sind treffliche Zeichnungen beigegeben.
Eine klare Einsicht in die Bildung der Embryo-
nalhüllen der Insekten gewährt die Arbeit von Nico-
laus Melnikow (Beiträge zur Embryonal -Entwicke-
Archiv für Natnrg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. E
62 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
lung der Insekten. Dieses Archiv Heft II. p. 136 sq. T.
VIII-IX.)
Der Verf. beweist, dass die als Amnion und Faltenblatt be-
schriebene Hüllen des Insektenembryo's keinen Antheil an dem
Aufbau des Insekten-Leibes nehmen, zuletzt in strukturlose Häute
übergehen und noch während der Embryo im Ei seine letzten Ent-
wickelungsphasen durchmacht, abgeworfen werden. Das Amnion
geht dann meist durch Fettmetamorphose unter und ist mit der
Dotterhaut Zaddach's identisch. — Als Eepräsentanten jenes Ent-
wickelungstypus der Insekten, welcher durch peripherischen oder
äusseren Keimstreifen sich auszeichnet, behandelt M. eine Donacia.
Im Wesentlichen stimmt deren Entwickelung mit jener der Dipteren
überein. Eine eigene Dotterhaut wurde nicht beobachtet. Die erste
Erscheinimg der beginneüden Entwickelung bestand in dem Auf-
treten von hellen Flecken (Keimkernen) in der Peripherie des Dot-
ters und zwar zuerst auf dessen Bauchseite. Da das Keimbläschen
nie beobachtet wurde, so stimmt M. der Ansicht Weismann's bei,
dass die Bildung dieser Keimkerne hier in der Peripherie des Dot-
ters vor sich gehe. Diese Keimkerne umgeben sich mit molekularer
Dottersubstanz und v/andelu sich hiemit in Keimzellen um, die den
Dotter als einfache Zellenlage umgeben und das Blastoderm bilden.
Hierauf findet eine Zusammenziehung des Eiinhaltes auf der Ventral-
und Dorsalseite statt und sogleich hierauf bemerkt man eine Ver-
dickung des Blastoderms auf der Bauchseite des Eies von der Mitte
nach dem Polen hin und zwar ist die Intensität am vorderen Pole
stärker. Die Verdickung des mittleren Theiles erfolgt in Form von
zwei sich erhebenden Wülsten, die man nach vorne verfolgen kann
(Keimwülste). Gegen den hinteren Pol zeigt sich nur eine einfache
Verdickung des Blastoderms. Die zwei Wülste vorne schreiten nun
auseinander, biegen sich lippenartig um, nehmen an Dicke zu und
stellen Seitenbegrenzungen einer Vertiefung dar, die sich gegen
den vorderen Pol durch einen Kingwall des Blastoderms abgrenzt.
Die lippenartigen Theile charakterisiren den Kopftheil des Keim-
streifens und nehmen besonderen Antheil an der Bildung des Kopfes
indem sie die Kopflappen bilden. Der Boden zwischen den zwei
Wülsten stülpt sich gegen den Dotter ein, die dorsalen Zellen des
Blastoderms platten sich ab. Der oben erwähnte Ringwall über-
wächst die Bauchseite des Eies nach Art einer seitlichen Kappe,
welche ihrer Entstehung nach aus dem Bauchblastoderm das mit
dem des Rückens zusammenhängt, eine Falte ist, wird als Kopfifalte
bezeichnet. Bei dem fortschreitenden Wachsthume weichen die
beiden Blätter dieser Falte auseinander, das innere bleibt in Berüh-
rührung mit der Oberfläche des Keimstreifens, das äussere entfernt
sich von diesem. Jedes besteht aus einer einfachen Lage platter
der Insekten während d. Jahres 1869. 63
Zellen. Nachdem die Kopffalte das vordere Dritttheil des Eies, von
vorne nach hinten wachsend, erreicht hat, entsteht aus einer Ver-
dickung- des Bauchblastoderms am Schwanzende des Keimstreifens
(Schwanzwulst) auch die Schwanzfalte. Die Verdickung ist scharf
von dem Uebergangstheil in das Dorsalblastoderm abgetrennt ; letz-
terer bildet eine Duplicatur, deren äusseres Blatt auf dem Rücken
durch Hülfe des Blastoderms kontinuirlich mit dem äusseren Blatt
der Kopffalte zusammenhängt. Die Falte wächst nach vorne der
vorigen entgegen und lagert sich zugleich über den Schwanzwulst.
Hat die Kopffalte die Mitte des Eies erreicht, so stossen beide
Falten zusammen und verschmelzen, da aber ihre Blätter bis zu
diesem Moment getrennt waren, so gehen aus deren Verschmel-
zung zwei getrennte Membranen hervor. Die aus der Ver-
einigung der äusseren Blätter entstandene bildet das Amnion
Mecznikow's (Embryonalhülle vonKupffer); die aus deninneren
Blättern entstandene ist identisch mit dem Faltenblatt der Au-
toren oder dem Deckblatte Mecznikow's. Da sich auch das
mit dem Amnion kontinuirlich verbundene Dorsalblastoderm vom
Dotter abhebt, so bildet das Amnion eine geschlossene Kapsel um
den ganzen Eiinhalt.
Das Faltenblatt hat bis jetzt eine geringere Ausdehnung,
da es mit den Rändern des Keimstreifens zusammenhängt und den-
selben nur von der Bauchseite bedeckt. Ein Riss der Keimhaut
findet nicht statt, wie dies Kölliker und Weismann annehmen.
— Das Faltenblatt wird erst spät mit der Ausbildung der Seiten-
lappen des Keimstreifens allmählig über den ganzen Dotter hinüber-
gezogen und bildet erst dann eine vollständige Kapsel innerhalb
des Amnion um den ganzen Embryo. Bevor dieses erfolgt, müssen
also die Seitenlappen sich bilden und neben diesen entstehen die
Thorakalabschnitte und Maxillarsegmente, die Antennen, die Mund-
spalte u. s. w. Ist der Embryo seiner Vollendung nahe, so schwinden
die Kerne des Amnion und Faltenblattes, beide Membranen werden
homogen und zuletzt durch Bewegungen des Embryos zerrissen.
Indem der Verfasser einen Vergleich zwischen Donacia und Phryga-
niden vornimmt, zeigt er, dass die bei der Umrollung des Embryos
zerreissende Haut das oben geschilderte Amnion ist, welches in die-
sem Falle und bei Chironomus in Fettmetamorphose untergeht,
nachdem es zu einem Klumpen am Rücken zusammengeschoben
worden.
Als Beispiel für den zweiten Entwickelungstypus — mit in-
neren Keimstreifen — führt der Verf. die Pelzfresser und Läuse
an, deren Entwickelung eine interessante und für die Systematik
wichtige Uebereinstimmung zeigt. Zur Untersuchung lagen vor: Pe-
diculus capitis und von Mallophagen Trichodectes vom Hund, Li-
64 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
peurus und Goniodes vom Huhn. — Der Verf. bespricht zuerst ein-
gehend den Micropylapparat der Eier, der bereits von Leuckart
untersucht wurde. (Siehe auch Landois Dr. L. über die Bett-
wanze in d. Bericht.) Weiter schildert er das Zerfallen des Dotters
in getrennte Stücke, wie es auch an Donacia von ihm und Andern
bei den Insekten und Crustaceen gesehen wurde und vergleicht
die gegebenen Erklärungen dieses Vorganges von Zaddach und
Do hm. Nach des Verf. Ansicht steht derselbe in keinem Zusammen-
hange mit der Entstehung der Keimwülste und Keimhaut und wird
bei Donacia erst nach Ausbildung der ersteren beobachtet, ebenso
bei den Läusen, er kann daher mit keinem morphologischen Vor-
gang in Zusammenhang gebracht werden. Nach M. bedingt die
Qualität des Dotters diesen physiologischen Vorgang und die Bil-
dung der D otterschollen ist als physikalisches Moment der Flächen-
vergrösserung anzusehen. Die Entwickelung der Eier beginnt bei
den Läusen am unteren Eipole. In der Peripherie des Dotters, welche
durchsichtiger ist, zeigen sich Kerne, deren Zahl rasch wächst und
wie es scheint durch Zertheilung der primitiven Kerne. Diese
verwandeln sich mittelst der molekularen Dottersubstanz zu Zellen
und bilden einen Zellhaufen der scharf conturirt ist. Dieser Haufen
rückt nun aus der Masse des Dotters heraus und zugleich damit
entstehen in der Peripherie des übrigen Dotters au^ü hellen Flecken
(Kernen) Zellen in derselben Weise. Mit Ausbildung letzterer er-
folgt aber eine Reduktion des obigen Zellhaiifens. derselbe zerfällt
und wird resorbirt, bis auf eine einzellige Lage, deren Zellen sich
abplatten und mit der obigen Zellenschicht den ganzen Dotter um-
fassen helfen, womit das Blastoderma gebildet ist, dessen Entste-
hung mit der Bildung eines provisorischen Gebildes, des Zellhaufens,
hier verknüpft ist. Das Blastoderm besteht aus ungleichen Zellen.
am unteren Pol sind sie platt, die längsten bilden einen Gürtel
um das hintere Drittel des Eies. Die längsten Zellen dieses Gürtels
vermehren sich stark durch Theilung und das Blastoderm wird an
dieser Stelle mehrfach geschichtet. Der Gürtel verdickt sich an
der Stelle am stärksten, welche die Keimlage später liefert und
diese erscheint als Schild auf demselben — die Gegend ist jene, wo
das Ei am Haar befestigt ist — und zeigt bald eine Einkerbung, die
immer stärker, zu einer Einsenkung des Blastoderms in den Dotter
wird und mit der Spitze gegen den vorderen Eipol sieht. Dieser
eingestülpte Theil des Blastoderms ist der eigentliche Keim des
werdenden Thieres. Während des letzten Vorganges verändert sich
die ganze Keimhaut ausserhalb des Schildes dadurch, dass ihre Ele-
mente abgeplattet werden. Die damit entstandene, sowohl mit dem
Rest des Schildes verbundene als auch in den eingestülpten Keim
übergehende Schichte ist das Amnion.
Da der Keim eine Einstülpung schief von hinten nach vorne
der Insekten während d. Jahres 1869. 65
in den Dotter darstellt, so sind zwei Abschnitte zu unterscheiden,
ein vorderer, nach hinten mit dem Blastodermschilde verbundener und
ein hinterer, mit dem Amnion zusammenhängend. Durch Wachsen
wird der Keim vom Schilde frei und seine beiden Abschnitte neh-
men eine verschiedene Bildung an. Die Zellen des letzteren, d. h.
des hinteren Abschnittes, werden abgeplattet, wie die des Amnions
und bilden das Deckblatt, während der vordere, mit dem Rest des
Schildes und durch dieses erst mit dem Amnion verbundene Theil,
beträchtlich an Dicke und Länge zunimmt und sich zum Keimstreifen
umbildet. Zu gleicher Zeit senkt sich der Rest des Schildes in die
Einstülpungsöffnung und erscheint als vorderer Abschnitt des Keim-
streifeus. Aus diesem Abschnitt werden die Kopflappen und zwar
aus dessen seitlichen Theilen, während dessen Centralmasse den
Vorderkopf bildet. Gleichzeitig hiemit entstehen die Keimwülste
und nach deren Ausbildung die Extremitäten. Nachdem die Tho-
rakalsegmente beträchtlich gewachsen sind, tritt im Keimstreifen
eine histologische Dififerenzirung ein, es entsteht eine äussere Zell-
lage die sich von der übrigen Masse unterscheidet. Ebenso bildet
sich der Vorderkopf und die Kopfsegmente mehr aus. Bis zu diesem
Zeitpunkt liegt der Keimstreifen in der W^eise, dass der Kopftheil
nach hinten gerichtet ist, die Bauchseite ist nach unten gerichtet
und liegt dem Deckblatte gegenüber. Der Dotter erscheint an der
Bauchseite und den Seitentheilen verbraucht und nur auf dem Rük-
kentheii und den Polen des Eies vorhanden. Nun entsteht eine
Lageveränderung des Keimstreifens zu den Eipolen, Embryonalhüllen
und Dotter, indem sich der Keimstreifen durch die Einstülpungsöfif-
nung herausstülpt. Dieser Vorgang dauert c. 18 Stunden. Nach
demselben erscheint der Kopf am vorderen Eipole, die Bauchseite
des Embryos ist gegen, die Seitenwand des Eies nach aussen ge-
kehrt und der Dotter ist an die Rückenseite des Embryo geschoben
und von dem Deckblatte umschlossen, welches sich nun nebst den
mit ihm und dem Embryo zusammenhängenden Amnion an der
Bildung der Rückenwand betheiligt. Durch diese Beziehung der
Embryonalhüllen zum Keim weichen die Läuse u. s. w. von den
Insekten mit Bauchkeimstreifen ab. Im Gegensatz zu Mecznikow
schreibt der Verf. die Hauptrolle heim Schliessen des Rückens dem
Deckblatte und nur eine Theilnalime dabei dem Amnion zu. Letz-
teres wird immer mehr in die Leibeswand eingezogen und durch
Atrophie verkleinert. Nebst den beiden Häuten nehmen auch die
Seitenlappen einen wesentlichen Antheil an der Schliessung des
Rückens. Die vorher erwähnte Zellenlage auf der Oberfläche des
Embryos scheidet nun eine Cuticula aus, die verschiedene Spitzen
und Auswüchse trägt und nur eine provisorische Ifiaut ist, welche
beim Auskriechen aus dem Ei abgeworfen wird, wie dies bereits
bei andern Insekten (Osmylus (Hagen), Pentastomen (Leuckart) u. a.)
66 Brauer: Bericht üb. d. Leist, in d. Naturgeschichte
beobachtet wurde. Diese Häutung im Ei steht in besonderer Be-
ziehung zur definitiven Ausbildung des Vorderkopfes und seiner
Anhänge. Die Mundtheile der Mallophagen und Pediculinen sind
nun eingehend beschrieben, wir heben hervor, 'dass die Saugröhre
eine Bildung der Mundhöhle und beiden eigen ist, bei den Pelz-
fressern aber bisher, sowie viele andere Theile übersehen wurde.
Weiter werden die unterschiede beider Entwickelungstypen
geschildert. Während bei den Insekten mit Bauchkeimstreifen (äus-
seren) ein Stadium existirt, in welchem der Embryo von einer Dop-
pelkapsel des Amnion und Faltenblattes umschlossen wird und diese
nichts zu seiner Ausbildung beitragen, bilden beide Häute bei dem
zweiten Typus mit innerem Keimstreifen nie eine geschlossene Blase
und beide sind miteinander in Verbindung sowie mit dem Embryo und
nehmen Antheil an dessen Aufbau, so dass es scheint als könnte man
hier von diesen Häuten gar nicht sprechen, wenn sie nicht durch ihre
Lage zum Dotter und zum Embryo und ihrer Genesis nach den-
selben entsprächen. Im Gegensatz zu den Wirbelthieren existiren
die beiden Embryönalhüllen bei allen Insekten, was von den betref-
fenden der ersteren nicht der Fall ist, stehen in einer Beziehung
zum Keim und erscheinen nur bei dem ersten Typus provisorisch.
Beide Bildungen können daher nicht Homologa, sondern nur Analoga
sein und physiologisch verglichen werden. — In Bezug der syste-
matischen Stellung zählt der Verf. Pediculinen und Mallophagen zu
den Rhynchoten.
Brandt jun. giebt Beiträge zur Entv^ickelungsge-
schichte der Libelliiliden und Hemiptereu (Mem. d. l'Ac.
Imp. d. St. Petersburg T. XIII. No. 1. 1869).
Der Verf. behandelt ebenfalls die Bildung der Embryonalhäute
und die von ihm untersuchten Insekten weichen — wie Mein ikow
selbst in einem Zusatz zu seiner oben besprochenen Arbeit angiebt
— von den Läusen dadurch ab, dass bei jenen das Amnion oder
parietale Blatt (Brandt's) der Embryonalhülle zu einem geschlossenen
Sacke wird, der am Kopfe mit dem Deck- oder Visceral-Blatt ver-
schmilzt und an dieser Stelle bei der UmroUung zerreisst ; während
bei den Läusen das Amnion nie einen geschlossenen Sack bildet»
indem die Einstülpungsstelle offen bleibt.
Eine sehr interessante Mittheilung machte v. Sie-
bold (Tagblatt der 43. Versamml. deutsch. Naturf. und
Aerzte p. 145) über die von ihm bei Strepsipteren beob-
achtete Paedogenesis.
Diese Fortpflanzungsart wurde bisher nur bei einer Gattung
der Cecidomyiden gefunden, der Verf. wies jedoch nach, dass auch
der Insekten während d. Jahres 1869, 67
die Fortpflanzung der Strepsipteren so zu bezeichnen sei, da das
Weibchen stets im Larvenzustande verbleibt und dessen beerenar-
tige Eierstöcke vollkommen abgegrenzt sind. Die Eier lösen sich
vom Stocke ab, fallen in die Leibeshöhle, die hieraus hervorkom-
menden bereits bekannten Larven finden selbstständig ihren Aus-
gang durch den Rückenkanal der Mutterlarve. Ein Unterschied
von den Cecidomyien-Larven mit Paedogenesis besteht hier nur
darin, dass die Eier der Strepsipteren sich durch Befruchtung ent-
wickeln indem die weibliche Strepsipteren-Larve vom geflügelten
Männchen befruchtet wird. — Der Verf. ist der Ansicht, dass die
Strepsipteren als eigene Ordnung aufzufassen sind, da sie in Form,
Organisation, Lebensweise and Fortpflanzung von allen andern In-
sekten abweichen.'
Derselbe giebt einen interessanten Bericht über
die Lebensweise von Polistes gallioa und die auch bei
diesen Hymenopteren von ihm beobachtete Parthenoge-
nesis. — (Tageblatt d. 43. Versamml. deutsch. Naturf. u.
Aerzte zu Innsbruck p. 71.) (Wird im näclisten Berichte
ausführlicher besprochen werden.)
P. Arthur Nix erwähnt, dass ein von ihm gezo-
genes Weibchen von Sphinx ligustri befruchtete Eier
legte (Entomologist IV. p. 323).
B r e y e r bespricht (Ann. Soc. Entom. Belgique
T. XII. Compt. rend. p. XXIV sq.) eine dem Ref. nicht
zugekommene Arbeit von Felix Plateau: ,,Etudes sur
la Parthenogenese^ Diss. inaug., in welcher der Verf.
sich als Gegner derselben bekennt.
Wir heben aus dieser umfangreichen Besprechung die haupt-
sächlichste Stelle gegen v. Siebold hervor, dem der Yerf. vor-
wirft, die männlichen Bieneneier zu spät untersucht zu haben, d. h.
zu einer Zeit erst, in welcher die Samenfäden bereits untergegangen
waren und die Befruchtung schon stattgefunden hatte. Wie sich
dies aber auf die zum Fluge untauglich gemachte jungfräuliche
Königin anwenden lässt, überlassen wir H. Plateau zur Entschei-
dung. Ref.
Ottm. Hof mann: Beiträge zur Kenntniss der Par-
thenogenesis (Stett. Ent. Z. p. 299).
Verf. macht vorerst die interessante Mittheilung, dass die
Solenohien hauptsächlich animalische Nahrung zu sich nehmen und
aus Fragmenten derselben ihre Säcke bauen. Er bestätigt neuer-
dings, dass Solenobia lichenella Z nichts als das parthenogenetische
68 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Weibchen von S. pineti Z. ist und erklärt das merkwürdige Vor-
kommen von Colonien dieser Thiere, welche nur parthenogenetische
Weibchen enthalten, nachDarwiil durch Entfernung und Isolirung
eines Mutterthieres vom ursprünglichen Wohnort der Art (Migra-
tionsgesetz Wagner's) und durch Vererbung der ausnahmsweisen
Eigenthümlichkeit eines Mutterthieres — ohne Befruchtung ent-
wickelungsfähige Eier zu legen ~ auf seine Nachkommenschaft,
welches so lange fortdauert bis durch einen Zufall ein Männchen die
Colonie findet und ein solches $ befruchtet. Zur weiteren Begrün-
dung schlägt d. Verf, vor, die Solenobien-Nymphen isolirt zu ziehen,
mit den ausgeschlüpten Thieren Bagattungversuche zu machen, d, h,
parthenogenetische $ mit ^, deren Nachkommen zu ziehen und
3tens die Nachkommen nicht befruchteter, parthenogenetischer Weib-
chen durch viele Generationen zu ziehen, um zu sehen, ob sie stets
weiblich bleiben, — wie dies bis jetzt nur beobachtet wurde.
ßalbiani: Memoire sur la Generation des Apbides
(Ann. des Scienc. naturell. zooL 5. ser. XI. p. 1 sqq. Tab. 2).
Der Verf. überblickt in der Einleitung alle bis auf den heu-
tigen Tag erschienenen Arbeiten über Fortpflanzung und Entwicke-
lung der Blattläuse und erörtert eingehend die zwischen ihm und
Mecznikow bestehenden Differenzen, namentlich in Betreff der
grünen Dottermasse (Nahrungsdotter Mecznikow's). Der Verf.
theilt letztere Ansicht hauptsächlich darum nicht, weil sich die
grüne Dottermasse nicht vermindert, sondern im Gegentheile ver-
grössert während der Entwickelung und ebenso nach der Geburt
der jungen Blattlaus bis zu deren defmitiven P]ntwickelung, ferner
weil dieselbe in dem Ei der Oviparen Aphis mit voluminösem Dotter
ebenfalls vorkommt und sich gleichmässig mit dem Embryo ent-
wickelt. Der Verf. bracljte das grüne Organ in Verbindung mit
den Geschlechtsorganen und wurde durch den Inhalt seiner Zellen
bestimmt es für eine die Samenfäden erzeugende Drüse zu erklären.
Seine Gegner suchten ihm zu beweisen, dass hier eine durch pflanz-
liche Parasiten (Mucedinen) veranlasste Täuschung vorliege, wogegen
er sich vertheidigt, — In der hierauf folgenden ersten Partie seiner
Arbeit beschreibt derselbe die männlichen Geschlechtstheile der
Generatio dioica, die Entwickelung derselben von der neugebornen
Larve an — die frühere embryonale Entwickelung wird in einer
besonderen Arbeit später geschildert werden — und schliesslich
die Bildung der Spermatozoiden. — Eine beigegebene Tafel erleichtert
wesentlich das Verständniss des Baues der äusseren Copulationsorgane,
in Betreff welcher wir auf die Arbeit selbst verweisen müssen.
Die Samenzellen sowie das Ei hält der Verf. für einen zusammen-
gesetzten Oi'ganismus , letzteres bestehend aus einer ernährenden
und einer bildenden Partie, jede derselben besitzt ein Centrum.
der iBsekten während d. Jahres 1869. 69
ersteres ist die vesicula Purkinje's, letzteres die vesicule embryogene
Milne Edwards. Bei ersteren (Samenzelle) ist das nutritive Cen-
trum durch den bekannten Kern, das bildende durch die vom Verf.
und Lavalette Saint-George entdeckte vesicule spermatogene
repräsentirt. (Siehe hierüber Schultzes Archiv f. Mikroskop. 1867.
p. 263.)
A. Pr eu dh omme de ßorre bespricht (Ann. Soc.
Entomologiqne de Belgiqne T. XII. p. 107) den Dimor-
phismus der Weibchen der Dytisciis- Arten, welche bald
glatte, bald gefurchte Flügeldecken zeigen. In gewissen
Gegenden erscheint die eine, in andern die andere Form
vorherrschender. — üeber denselben Gegenstand berich-
tete bereits AI tum (Stett. Ent. Z. 1865. p. 365) Ref.
A. Speyer: Zwitterbildungen bei Sphinx nerii und
einige Worte über den Hermaphroditismus bei Insekten
überhaupt (Stett. Ent. Z. p. 235 sq.).
Der Verf. beschreibt ausführlich zwei Zwitter der oben ge-
nannten Art, bei welcher bis jetzt keine solchen bekannt waren.
Vorerst bespricht derselbe die Geschlechtsdififerenzen der Sphingiden
insbesondere und macht auf einige interessante noch nicht bekannte
Eigenthümlichkeiten aufmerksam, nämlich die Form der Haftborste
und die Segmentirung des Hinterleibes. In betreff der ersteren ist
zu bemerken, dass zur Aufnahme der Haftborste sich beim ^ an
der Subcostalis ein Häkchen findet, welches dem ^ fehlt. In Betreff
des Hinterleibes ist hervorzuheben, dass die Zahl der Segmente bei
den weiblichen Faltern im Allgemeinen zwischen 6 und 9 schwankt
und einen Ring weniger zeigt als bei dem zugehörenden Männ-
chen. So besitzt das ^ von Sph. nerii 7, das $ 6 Segmente, indem
die Hinterleibsspitze bei ersterem durch einen Einschnitt getheilt
ist, ebenso bei andern Sphingiden. Bei Beschreibung der beiden
Hermaphroditen sind diese Merkmale nebst den bereits bekann-
ten Geschlechtsdifferenzen zuerst in Betracht gezogen und auch die
Nymphenhülle eingehend geprüft. In Bezug der Puppen verweist
der Verf. auf seinen wenig bekannten, früheren Aufsatz (Oken's Isis
1845. p. 816). Schliesslich stellt er Betrachtungen über die Zwitter-
bildungen und deren muthmassliche Ursachen an und schlägt eine
veränderte Benennung derselben vor. Die , vollkommenen sollten
»dichotomische oder halbirte«, die unvollkommenen »nicht halbirte
Hermaphroditen« genannt werden.
A. Rogenhofer beschreibt drei Zwitter von Rho-
docera rhamni L. und einen von' RJt, Cleopatra nach ge-
70 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
trockneten Exemplaren (Verh. d. k. k. zoolog.-bot. Ges.
in Wien T. XIX. p. 191).
Derselbe beschreibt einen Zwitter von Gnophos
düucidaria S. V. (ebenda p. 918.)
Alb. Müller erwähnt einen Pterostichiis Prevostii
mit acht Beinen (Proc. Ent. Soc. London 1869. T. XXVIII).
P. Vinc. G red 1er: Beitrag zu den monströsen
Erscheinungen thierischer Organe, führt zahlreiche Miss-
bildungen der Gliedmassen bei Insekten an. (Corresp.-
Blatt. zool.-min. Ver. Regensburg 1869. p. 34.)
Cornelius macht (Stett. Ent. Z. p. 407) auf die
zahlreichen in Schwalben- und Vogelnestern überhaupt
lebenden Insekten aufmerksam und bespricht die Nah-
rung des Mauerseglers, dessen Excremente Reste von Käfern
enthalten und oft von den Fragmenten des Psylliodes-
chrysocephalus L. grünglänzend erscheinen.
Aus dem Neste von Cypselus erhielt er Ptinus-, Lepisma- Arten,
Anapera pallida, Tinea pellionella und ausschliesslich Anthrenus pim-
pinellae; von Hirundo rustica: Ptinus-, Cryptophagus- und Lathri-
dius-Arten, Ornithomyia tenella Rogenh,, Lepisma sacharina, Chelifer
cancroides, Tenebrio molitor und Attagenus pellio. Bei H. urbica fand
er nebst den zuerst genannten Käfern einen Pulex, Stenopteryx hirun-
dinis, Lyctocoris domestica, eine Acanthia die von lectularia verschie-
den sein soll (trotz Fieber's Gegenansicht). Im Neste der Ufer-
schwalbe fand er nebst Milben 5 Stück Saprinus rugifer, Haplo-
glossa puUa Gyll,, Aleochara nidicola. In Hühnernestern Tinea pel-
lionella, Attagenus pellio, Tenebrio molitor und obscurus, in Tau-
bennestern Homaloten, Aleochara villosa Mannerh., Saprinus rotun-
datus , Cyrtoneura caesia und Homalomyia canicularis Mg. ; bei
Fringilla chloris : Scymnus, Coccinella bipunctata, bei Turdus raerula
Othius melanocephala. (Ref. fand bei Hirundo riparia eine Zecke
und Tonnen von Calliphora chrysorrhoea, Frauenfeld bei Fringilla
coelebs eine neue Dipteren-Gattung: Neottiophila fringillarum.)
Eine gleiche Mittheilung über die in Schwalben-
nestern gefundenen Insekten macht Perris (Ann. Soc.
Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 468j. Nebst den Tonnen der Pu-
piparen fand er Larven von Anthrenus pimpinellae.
Eine eigentlich nicht in unseren Bericht gehörende
ausgezeichnete Arbeit von Fr. Thomas über Pflanzen-
milben (Phytoptus Duj.) (Zeit. f. ges. Nat. Giebl. T. 33.
der Insekten während d. Jahres 1869. 71
No. IV) möchten wir hauptsächlich deshalb erwähnen,
weil die von diesen Thieren verursachten Pflanzenraiss-
bildungen oft gleichzeitig von Insekten-Larven, besonders
Cecidomyien; bewohnt werden, so dass leicht Verwechse-
lungen in Bezug des Urhebers der Missbildung entstehen
könnten, da die Milben vielmals kleiner und leicht zu
übersehen sind. (Siehe Gerst. Ber. Acaridae.)
Bail bespricht die in neuerer Zeit näher bekannt
gewordenen Pilzepidemien unter den Insekten (Schrift.
d. naturf. Ges. in Danzig n. Folge. T. IL Hft. 2. p. 1).
Nachdem der Verf. die früheren Arbeiten hierüber angeführt,
geht er näher in die Entwickelung der Pilzformen ein. (Diese
Schrift ist wesentlich botanischen Inhaltes.)
Perty erwähnt in seinem Vortrage über den Para-
sitismus in der Natur auch viele Fälle aus der Ordnung
der Insekten (Mitth. d. naturf. Ges. in Bern. 1869. (1870)
p. XV).
De B a r y spricht (Abh. d. naturf. Gcsellsch. in
Halle T. 11. Sitzb. 1869. p. 23) über die Insekten tödten-
den Pilze, insbesondere über Cordyceps, die Isariaformen
und die Botrytis Bassiana. Anlass zu dieser Mittheiiung
bot die Pilzepidemie der Raupen des Kiefernspinners,
welchg durch Botrytis Bassiana und Isaria farinosa, durch
Eindringen der Keime in das gesunde Insekt verursacht
wurde. Beide Pilze sind massenhaft in Wäldern vor-
handen und den Insekten verderblich, dem Menschen in-
direct je nach Umständen nützlich oder schädlich z. B.
durch Zerstörung der Seidenraupe. ~ Siehe auch Botan.
Zeit. v. demselben 1869. p. 585.
Im C a na dian Naturalist n. s. Vol. IV. p. 103 wird
ein pflanzlicher Parasit auf den Schienen- undFussdornen
des Papilio Asterias erwähnt.
Eug. De-ia-Rue; Note sur l'Empusa muscae Cohn
et son rapport avec les saprolegniees (Bull. Soc. Imp.
Natur. Moscou. T. 42. p. 468).
Ueber die auf und in Dipteren schmarotzenden Pilzen, haupt-
sächlich botanischen Inhaltes.
Karsten macht (Chemismus der Pflanzenzelle) auf
72 Brauer: Bericht üb. d, Ltist. in d. Naturgeschichte
einen neuen Pilz der Stubenfliege, Stigmatomyces muscae
aufmerksam. Derselbe dürfte mit dem von Kolenati
als Acanthocephalen(!) beschriebenen Arthrorhynchus auf
Nycterihien identisch sein. Ref. (Siehe Diesings Rev. d.
Rhjngodeen. Sitzb. d, k. k. Akad. d. Wiss. zu Wien matb.
naturw. Klasse T. 37. p. 752. Taf. I. Arth. Westrumhi und
Diesingi 1859.)
Von L. Figuier und L. Janson's Werk: The
Insect World ist die zweite Auflage erschienen, Lon-
don Chapman und Hall.
F. A. Forel: Introdnction ä l'etude de la fanne
profonde du Lac Leman (Bullt, de la Soc. vaudoise d'hist.
naturell. T. X. No. 62. 1869) zählt die in der Tiefe von
300 metres gefundene Thiere, darunter auch Insekten-
Larven auf (Neuropteren und Dipteren Larven).
V. Frauen fei d giebt die 16te Fortsetzung seiner
zoologischen Miscellen. 1. Hälfte (Verh. d. k. k. zooL-
bot. Ges. in Wien T. XIX. p. 933 sq.) enthaltend: Pflan-
zenausw^üchse ; das Eierablegen von Heuschrecken und
Cicaden, Metamorphosen einiger Dipteren, synonymische
Bemerkungen und Nachrichten über Phylloxera vastatrix.
Von J. H. Kalte nbach's deutschen Phytophagen
aus der Klasse der Insekten (Verh. d. naturhist. Ver. d.
preiiss. Rheinlande 26. Jahrg. 3. Folg. 6. Jahrg. 1869)
sind die Pflanzennamen vom Buchstaben S, Sagina-Sy-
ringa erschienen.
Kidd und Müller geben (Ent. M. Mag. V. p. 118
u. 216) ein Verzeichniss von gallen-tragenden Pflanzen
Englands.
Interessante Beobachtungen über indische Insekten
theilt Ch. Hörne mit. (Proc. Entom. Soc. London 1869.
P-XII.)
Brischke macht kleinere entomologische Mitthei-
lungen in d. Schriften d. naturf. Ges. in Danzig n. F.
T. IL
Packard über Insekten, welche Salzwasser be-
wohnen (Proc. Essex Instit. Vol. VL p. 41. 1869. Ephydra).
Ueber Insektenzüge (Libell. 4. maculata, Pieris brcis-
der Insekten während d. Jahres 1669. 7B
sicae u. a.) berichtet Berg im Corr.Blatt. d. Natiirwiss.
Yer. Riga 17. Jahrg. p. 3 ii. 183.
Dunning, Verrall, Mc' Lachlan und H. W.
ßates besprechen die Schwärme von Coccinella- und
ßyrphus-ArteU; welche im Herbste 1869 in England be-
obachtet wurden (Proc. Ent. Soc. London 1869. XXV).
H. Weyenbergh beschreibt einen Schwärm von
Musca corvina F., welcher im Juli 1869 in Tevler's
Museum in Harlem die Glaskuppel und alle Räume er-
füllte (Tijdschrift v. Eutomol. T. XII. 2. ser. D. 4. p. 200.
Verslag).
Für den Bericht für 1868 haben wir noch nachzu-
tragen :
J. T. C. Ratzeburg: Die Waldverderbniss oder
dauernder Schade, welcher durch Insektenfrass u. s. w.
an lebenden Waldbäumen entsteht. 2. Band, Tanne,
Lärche, Laubhölzer und entomologischer Anhang. Mit
21 Tafeln. Berlin, Januar 1868. — Dieses Prachtwerk
wurde bereits von Gerstaecker im Berichte für 1865
— 66 ausführlich besprochen. Obschon dasselbe haupt-
sächlich für den Forstmann wichtig ist, so wird es doch
auch jedem Entomologen , welcher sich mit Biologie
der Insekten beschäftigt, reichlich Stoff zum Studium
und zur ferneren Untersuchung bieten. — Der entomo-
logische Anhang enthält nebst neuen Beobachtungen der
früher in den „Forstinsekten" behandelten Arten auch
viele Zusätze über neuerlich als schädlich erkannte, theils
noch unbeschriebene Arten.
Wenn wir etwas aussetzen sollen, so wären es die langen
Besprechungen der Synonymie, die in dieses Buch eigentlich nicht
passen und z. ß. bei ganz gleich lebenden Insekten, wie den Einden-
wicklern ziemlich gleichgültig sind, anderseits giebt die gleiche
Lebensweise kein Kriterium für die Identität der Arten ab. — Was
den Telephorus fuscus betrifft, so ist dessen Larve ein ßaubthiet-
und für Raupen und vollkommene, überhaupt Insekten von weicherer
Körperbedeckung verderblich, für den Forst also nützlich. Ob hie-
mit der Schaden, welchen die Imago während ihrer weit kürzeren
Dauer verursacht, nicht aufgehoben wird, ist sehr zu beachten. Ref.
hat sie oft gezogen. — Die Angabe, dass die Panorpen-Larven im
Wasser leben ist unrichtig, man findet sie in gänzlich verfaulten
74 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
oben mit einer Moosdecke bewachsenen Baumstümpfen bei Ameisen
(ad p. 430). — Der kompresse Leib der Lausfliegen beruht wohl
auf einen Druckfehler.
C. G. Giebl: Landwirthschaftliche Zoologie. Glo-
gau 1869.
Enthält nach den Anzeigen eine genaue Beschreibung der
landwirthschaftschädliclien Insekt«i.
Von H. N ö 1 d 1 i n g e r „die kleinen Feinde der
Landwirtbscbaft" u. s. w. ist die 2. Aufl. gr. 8. (XXIV. u.
760 pg.) Stuttg. erschienen.
Brischke spricht über eine Mittbeiking des Hr.
Fröse, nacb welcher Hydrellia griseola als Larve der
Gerste durch Miniren in den Blättern schädlich wurde.
(Sehr. Natf. Ges. in Danzig.)
Ferd. Cohn bespricht (Stett. Ent. Z. p. 290 und
im „Landwirth^.No. 23) einen neuen Haferfeind, welcher
die Sommersaat verwüstet.
Derselbe ist eine kleine Fliegenmade der Gattung Oscinis,
wahrscheinlich 0. Frit oder einer n. A. — Der verdächtigte lassus
sexnotatus Fall, wird vom Verf. gänzlich unschuldig erklärt, und
zwar nach neuen im pflanzenphysiologischen Institut vorgenommenen
Beobachtungen. Die obige Made lebt im Scheinhalm und zernagt
die jüngsten Blättchen im Innern desselben.
Derselbe berichtet als Nachtrag zu obiger Mittheilung
(ebend, p. 368) über die Erkrankung der Gerste und des Hafers mit
Beschreibung der kranken Pflanzen und theilt H. Löw's Beobach-
tungen über die Fritfliege mit, welche als 3Iade später auf Gras-
plätzen lebt und dort nicht beachtet wird. Er erklärt den dies-
jährigen Schaden durch die abnormen Witteiningsverhältnisse. —
Derselbe spricht weiter über das schädliche Auftreten der Hessen-
fliege in Schlesien d. J. und der Hydrellia griseola Fall, in Neu-
vorpommern (1867) sowie über lassns sexnotatus und dessen Zer-
störung durch den Empusa-Pilz.
Derselbe: Untersuchungen über Insektenschaden
auf den schlesischen Getreidefeldern im Sommer 1869.
Eine ernste Mahnung an unsere Landwirthe.
Behandelt 1) die Fritfliege, 2) Chlorops taeniopus. 3) Cecido-
myia tritici, 4) C. destructor, 5) Chlorops lineatus, 6) Sirex (Ceph.)
pygmaeus, 7) Thrips cerealis, 8) Cecidomyia cerealis, 9) Zwergcicade.
Cornelius: Ueber den Getreidelaufkäfer (Zabrus
gibbus, Corr.-Bltt. d. naturh. Ver. d. preuss. Rheinlande
3. Folg. 6. Jahrg. p. 20).
der Insekten während d. Jahres 1869. 75
Planchon und Lichtenstein: Notes entom. sur
le Phylloxera vastatrix Sign. (Journal d'Agriculture Pra-
tique p. Lecouteiix Paris No. 44. 4. Nov. 1869. p. 695).
Die zwischen Aphiden und Cocciden stehende Gattung Phyllo-
xera hat in der neuesten Zeit durch eine am Weinstocke lebende
schädliche Art: Ph. vastatrix die Aufmerksamkeit der französischen
Entomologen auf sich gelenkt. — Es ist noch nicht entschieden,
ob die an der Wurzel der Pflanze und die auf Blättern in beson-
deren Auswüchsen lebenden Individuen einer Art angehören und
nur verschiedene Entwickelungsstadien oder Generationsformen dar-
stellen. — Siehe hierüber auch Frauenfeld 1. c.
Einen ausführlichen Bericht über die in Frankreich
am Weinstocke massenhaft erscheinende berüchtigte Phyl-
loxera vastatrix hat V. Signoret ausgearbeitet. (Ann.
Soc. Entom. Fr. 4. ser. IX. p. 549—596.)
Der Verf. giebt eine genaue Beschreibung der Gattung und
Art sowie der verschiedenen Entwickelungsstadien und Formen der
letzteren — 1) Reife flügellose Form, 2) geflügelte Form, 3) Larve,
4} Individuen der Gallen — nebst einer systematischen Tabelle der
ganzen Familie nach Passerini. Schliesslich stellt er die in Be-
treff der Phylloxera vastatrix noch nicht gelösten Fragen — Auf-
findung des noch unbekannten Männchens und dessen Erscheinungs-
zeit. Epoche der Gallen und Ermittlung der Erzeuger, ob die ge-
flügelten $ oder die flügellosen? Ob die an der Wurzel lebende
Form zur nämlichen Art gehört? Auf welche Weise die Gallen
gebildet werden ? — zusammen.
Wie bei andern Fällen, z, B. der Krätze, den Borkenkäfern
dreht es sich auch hier um die Frage, ob eine durch besondere
Verhältnisse entstandene Krankheit des Weinstockes die Vermehrung
der Phylloxera und deren Vorhandensein begünstigt oder ob sie
selbst die Krankheit verursachte. Der Verf. schliesst sich mit an-
deren der ersteren Ansicht an. — Die Arbeit enthält eine vollstän-
dige Zusammenstellung der Literatur über Weinschädlinge sowie
über deren Feinde. — Auf zwei schön ausgeführten Tafeln (PI. 9
u. 10) ist das behandelte Insekt in seinen verschiedenen Formen
abgebildet.
Ueber denselben Gegenstand berichtet Lichten stein (Bull.
Ent. Fr. 1869. p. XLIII) und behandelt auch die fragliche Lebens,
weise des Nysius . cymoides, welcher ein Feind der Phylloxera sein soll.
J. O. Westwood spricht (Proceed. of the Entom.
Soc. London. 1869. p. II) über die Lebensweise von Rhi-
zaphis (Phylloxera).
76 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Einige Individuen saugen an der Oberseite des Blattes und
erzeugen an der Unterseite einen eigenthümlichen gallenartigen Aus-
wuchs, die Oberseite des Blattes spaltet sich daselbst in radiäre
Segmente, jedes mit zarten weissen Fädchen; unter diesen verbirgt
sich das Insekt und ist zwischen den Septis zu sehen, so gross wie
ein Nadelkopf. Es legt dort seine Eier, die sogleich auskriechen
und mit der Mutter die Zelle bewohnen, die jungen verlassen die-
selbe dann und setzen sich an jüngere Pflanzentheile. Eine andere
Zahl Individuen lebt an der Wurzel und bewirkt das Absterben des
Weiustockes. Die dort angeführte Entdeckung des Männchens durch
Sign or et ist ein Irrthum (siehe diesen) Ref. Ueber Aufforderung
Westwood's, ob Jemandem ein auf zweierlei Weise lebendes Insekt
wie dieses, bekannt sei, bemerkt Fr. Smith, dass er einmo} Cynips
aptera aus einem oberirdischen Auswuchs am Stamme gezogen habe.
M. Naudin: La nouvelle maladie de la vigne etc.
(CoDipt. rendus T. 69. No. 10. 1869. 6. Sept. p. 581). Der
Verf. bespricht die Mittel zur Vertilgung der Phylloxera
vastatrix. Besonders empfielt er das Abhalten der Sonne
von den Reben durch eine lebende Decke von ein- oder
zweijährigen Pflanzen.
M. Davi hat ein Recept an die Academie einge-
sendet zur Vernichtung des Insektes (ebend. p. 644).
Copeaux de Quassia 1 Kilogr.
Savon mou 250 Gr.
Et 9 litres d'eau bouillante.
Bis zum Erkalten infundiren und dann die Pflanze damit am
frühen Morgen bespritzen.
v. Frauenfeld thciit mehrere Fragen mit, welche
Hr. Dr. T e 1 e p h e Des ni a r t i s aus Bordeaux in Betreff*
der Phylloxera v as t a t r i x und des ^ v s i u s s p i n o l a e
an die Gesellschaft stellt. (Zool. Miscell.'XVI. 1. c.) Der
Verf. schliesst hieran einige Citate aus V\^ e s 1 w o o d und
Planchon über die Lebensweise der ersteren x\rt.
Derselbe berichtet (Verb. d. k. k. zool.-bor. Ges.
in V^^ien T. XIX. p. 601 sq.) über mehrere Ptianzenver-
wüster.
Der Verf. hebt hervor, dass Phylloxera vastatrix in Oester-
reich noch nicht bekannt ist, ferner erwähnt derselbe das Vor-
kommen der Bebenschildlaus, des lassus sexnotatus am Weizen
Chlorops taeniopus und Lithosia quadra L. Letztere Art, deren
Raupe bekanntlich nur Flechten frisst, trat in grosser Zahl auf
und ging , in Ermanglung ihrer genannten Nahrung, Buchen an
der Insekten während d. Jahres 1869. 77
Oberlehrer Engelhardt bespricht das massenhafte
Auftreten des Erbsenkäfers (Bruchus pisi L.) bei Meissen
(Sitzb. d. Ges. Isis p. 12).
G reeff berichtet über eine Verheerung der Getreide
felder in Schlesien durch Insekten (Cicadellinen). (Verh.
d. naturh, Ver. d. preuss. Rheinlande u. s. w. 3. Folg.
6. Jahrg. 1869. Corresp. p. 82.)
% Ant. Bertoloni: Della vita, e dei danni che arre-
cano alla canepa due larve di carabici ed una deliaXy-
lina epatica (Rendiconto delle sess. dell Accadem. delle
Scienze d. Inst. Bologna 1869 — 70. p. 70) Ilanfschädlinge.
Derselbe (ebend. 1868—69. p. 88) über Xylopoda
nemorana.
Prof. Stein bespricht (Lotos p. 187) zwei Feinde der
Landwirthschaft, Oscinis tritici Ltr. und Chlorops taenio-
pusj erstere am Hafer-, letztere am Weizenhalme.
Gue rin-Menev ille bespricht die Insekten, welche
die Krankheit des Zuckerrohres auf der R6union Insel
verursachen sollen. Unter dem Namen „Pou ä poche
blanche'^ sind 4 Insekten vermengt:
1) Coccus sacchari Guer., 2) Lecanium Iceryi Giier. = {Ga-
ster alphe Icery.), 3) Lecanium Guerinii Sign., 4) Äleurodes Bergii
Sign. — Andere schädliche Insekten sind: Belpliax saccharivora
Westw. und Diathraea sacchari Guild. West. (Ann. Soc. Entom.
Fr. 4. ser. IX. p. 89).
Als Zerstörer der Kaffeepflanze werden fol-
gende Insekten aufgeführt: 1) Cucujus coJfeophagusB^ich-
ter, White Coffee-Borer der Engländer, Perforator choa-
vensis Shortt.; 2) Zeuzera aescw/V var. choavae, Red-Borei»
der Engländer; 3) Curculio coffeo'phagush3iVYQ und Fliege
(sogenannte d. KaiFeepflanzer). (Bullet, d. 1. soc. imp.
d'acclimation 2. ser. T. VI. Paris p. 352. Auszug aus M.
John Schott Mitth. an die Linn. Society in London
und aus Gardener's Chronicle.)
M. Raimbert: Recherches experimentales sur la
transraission du charbon (Pustula maligna) par les mouches.
Versuche mit Musca domestica und vomitoria in Betreff der
Uebertraguug des Giftstoffes aus der Pustula mahgna. — Comptes
rendus Paris 1869. No. 15. 11. Oct. p. 805. T. 69.
Im Entomol. Month. Mag. V wird (p. 230) abermals
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. JF
78 Brauer: Bericht üb. d. Lei st. in d. Naturgeschichte
ein Fall aus Australien berichtet, in welchem Raupen
(? Bombyces) einen Eisenbahnzug durch Aufhebung der
Reibung auf den Schienen, auf denen ' sie zerquetscht
wurden, zum Stehen brachten. Einen ähnlichen Fall be-
richtete früher Dohrn in der Stett. Zeit.
Im Jahresbericht d. Naturf. Gesell. Graubündens
n. Folg. XIV. 1869 findet sich ein Aufsatz über die Ver-
breitung des Maikäfers u. d. verw. Arten daselbst. ;
L. J. Melicher: Skizze der nützlichen und schäd-
lichen niedrigen Thiere insbesond. d. Insekten als Grund-
lage zur Gründung eines „Österreich. Insekten-Central-
Vereines" (!) 2. umgearb. verm. u. verb. Aufl. gr. 8.
(XXIV. 62 S.) Wien 1869. Braumüiler in Comm.
Für Jene, denen der Titel dieses Heftes nicht schon abschreckend
genug ist, erwähnen wir dasselbe hauptsächlich deshalb am Schlüsse
der schädlichen Insekten.
Charles Darwin (Ann. and Mag. of Nat. Hist.
4. ser. Vol. IV. p. 141) giebt Nachträge zu seinem Werke
über die Befruchtung der Orchideen (1862), zählt eine
Anzahl Insekten auf, welche für verschiedene Orchideen
in Betracht kommen insofern an ihnen Pollenmassen ge-
funden wurden.
Nebst Bienen und Schmetterlingen sind besonders die Fliegen
(ifempis) in dieser Hinsicht untersucht. — In Betreff jener Orchis-
Arten, deren Nectar zwischen der äusseren und inneren Haut des
Nectariums angesammelt ist und nicht als Tropfen im Nectarium,
hebt derselbe die Beobachtung hervor, dass Motten und Falter am
Cap d. g. Hoffnung bekannt wurden, welche an Pflanzen Verletzun-
gen hervorbringen und dass demnach auch wahrscheinlich die Mem-
bran des Nectarium von Schmetterlingen durchstochen wird, was
D. früher als irrig angab.
Delphino Feder, zählt (Attl della Soc. Italiana
di Scienze Natur. Vol. XII. Fasel, p. 179 ff.) die zur
Befruchtung der Pflanzen beitragenden Insekten auf (Dip-
tera p. 233).
Siehe auch Rondani (Diptera).
Sehr interessante Beobachtungen in Betreff der von
den Vögeln verschont bleibenden Schmetterlinge und
Raupen hat J. Jenner Weir gemacht (Trans. Entom.
Soc. London 1869. p. 21).
• der Insekten während d. Jahres 1869. 79
Obschon bekannt ist, dass der Nutzen, welchen Vögel durch
Vertilgung von Insekten hervorbringen sollen, in mancher Hinsicht
weit überschätzt wurde, so ist doch eine planmässige Beobachtung,
wie die vorliegende, vof? besonderem Interesse, da sie manche als
alleinige Verzierungen erscheinenden Eigenthümlichkeiten der Insekten
auf ihren wahren Werth für ihren Besitzer zurückführt, wie dies schon
aus Wallace Beobachtungen bekannt ist. Manche Falter wie z. B.
Orgyia antiqua $ bleiben von allen Vögeln unberührt, andere werden
nur von einigen Vogel-Arten gefressen, so Spilosoma menthastri
von Emberiza citrinella, während Fring. coelebs und Pyrrhula vulg.
sie verschmähen. Schön und lebhaft gefärbte Lepidopteren bleiben
oft verschont durch ihre Farbe, da die Vögel die auffallendsten
Theile zuerst erfassen z. B. die rothen Hinterflügel und das Insekt
ausreisst. In Bezug der Raupen steht fest, dass haarige Raupen weniger
der Haare als einer anderen Ursache, z. B. des eckelhaften Geschmackes
wegen, und dgl. nicht ergriffen werden. Alle grell gefärbten scheckigen
Raupen sind gemieden, dagegen werden alle glatten, dunklen mit
Pflanzen oder deren Theilen gleich gefärbten, namentlich nächtliche
Raupen gefressen.
Eine ähnliche interessante Beobachtung hat A. G.
Butler (Trans. Entom. Soc. London 1869. p. 27) ver-
öffentlicht. Er fand, dass die Raupen von Abraxes gros-
sulariata und die Imago von Anthrocera filipendulae weder
von Eidechsen noch von Fröschen gefressen werden,
ebenso die Raupe von Haliavanaria. Beide Raupen blieben
auch von Spinnen verschont, — während Bienen von
Fröschen unbeschadet verschluckt wurden. Die drei ge-
nannten Insekten haben somit einen wesentlichen Vor-
theil in ihrer Vermehrung voi' ihren Verwandten.
H. Müller; Ueber die Anwendung der Darwin'-
schen Theorie auf Blumen und blumenbesuchende In-
sekten (Corr.-Biatt d. Verh. d. Nat. Ver. d. preuss. Rhein
lande 3. Folg. 6. Jahrg. p. 48).
Osw. Heer (Mitth. Schweiz. Ent. Gesell. Vol. III.
No. 1. p. 5) widerlegt einige von W^agner in seinem
Werke über d. Migrationsgesetz angeführte Beispiele von
Veränderungen gewisser Insekten durch Lebensweise auf
den Alpen z. B. Euprepia villica in flavia u. a.
In der „Literary and Philosophical Society of Manchester"
(Microscop. and Nat. Hist. Sect. 11. Oct. 1869) theilt ein Hr.
80 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Joseph Sidebotham seine Versuche über künstliche
Erzeugung von Varietäten mit.
Nachdem die Versuche mit differentem Futter misslangen,
kam derselbe auf die, bei Pflanzen bereits angewendete Idee, Raupen
unter verschiedenfarbigem Lichte zu erziehen. Von drei Partien
entwickelten sich jene unter blauem Lichte langsam und zeigten krank-
hafte Erscheinungen, viele derselben kamen nicht zur Verpuppung und
die Schmetterlinge waren auffallend kleiner ; die unter orangegelbem
Lichte blieben gesund, wuchsen rasch, die Schmetterlinge waren jedoch
ebenfalls kleiner, die Aderung deutlicher, die blauen Flecken schiefer-
grau. (Zu dem Versuch wurde der sogenannte tortoises-shellbuttorfly
(Vanessa Polychloros) verwendet. Eine dritte Partie unter gewöhn-
lichem Lichte entwickelte sich auf normale Weise.
Referent suchte in seinem Aufsatze über die Ver-
wandlung der Insekten im Sinne der Descen-
denz-Theorie (Verh. d. k. k. zool.-bot. Gesell, in Wien
T. XIX. p. 299)' nach dem Vorgange Fritz Müller's
und Haeckel's nachzuweisen, dass sich in dieser Classe
bei den Larven zwei Typen unterscheiden lassen: 1) die
einer Campodea ähnliche Formen und 2) die Raupen-
formen. Letztere entsteheö aus den ersteren zuweilen
direkt (Meloe) und stellen gleichsam nur eine durch An-
passung erworbene Form der ersteren dar. Je nach der
Aehnlichkeit der Imagines mit der Larve oder mit der
Stammform, als welche die Campodeaform angenommen
wird, sucht derselbe das Alter der verschiedenen In-
sekten zu deuten und giebt schliesslich eine allgemeine
Charakteristik der Larven der Insekten-Ordnungen.
E. Frey-Gessner giebt (Mitth. Schweiz. Entom.
Gesell. Vol. III. p. 17} Sammelberichte über Orthopteren
und Hemipteren und macht interessante Mittheilungen
über geflügelte Individuen von in der Regel flügellosen
Arten (Hydrometra aptera) — ebend. p. 21.
A. Fauvel: Faune gallo-rhenane des Coleopteres.
1. Livr. Einleitung, 2. Staphylinidae bis Tachyporini.
1869, ist dem Ref. nicht zur Ansicht gekommen.
A. Gerstaecker: Beiträge zur Insekten-Fauna von
Zanzibar No. II. Orthoptera und Neuroptera. (Dieses
Arch. T. 25. Hft. 2. p. 201.)
Der Verf. macht in der Einleitung bekannt, dass für die In-
der Insekten während d, Jahres 1869. 81
Sekten und Arachniden, welche Kersten mit Vorliebe gesammelt
hat und die den umfangreichsten Theil der Ausbeute der Expedition
V. d. Decken's bilden, ein eigener Band in Aussicht genommen
wurde. In Folge dessen werden die neuen Arten nicht wie bisher
in diesem Archive ausführlich beschrieben, sondern es wird vorerst
nur ein kurzer Bericht über die bereits bearbeiteten Abtheilungen
gebracht und zwar nach der im Handbuch der Zoologie von Carus
und G. angenommenen Reihenfolge. G. beginnt daher mit den Or-
thopteren und Neuropteren. Besonders reich vertreten sind die
ersteren (95 A.). — Von dem Charakter der Fauna, der zwischen
Mombas und dem Kilimandscharo gelegenen Länderstrecke, lässt
sich sagen, dass eine Art-Identität mit specifisch Abyssinischen oder
Mosambiquer Formen nur vereinzelt vorkommt, wie bei Coleopteren,
jedoch fällt bei den Orthopteren eine üebereinstimmung mit Port-
Natal ganz weg, es sei denn, dass es sich um Arten handelte, welche
über den ganzen Continent verbreitet sind. Von 87 näher bestimm-
baren Arten haben sich 53 als neu erwiesen. Die Termiten und
Phasmiden sind mit je einer, die Blattinen durch 16 A. (6 n.), die
Mantiden durch 10 A. (8 n.), die Grylloden durch 10 (8 n.), die Lo-
eustinen durch 9 (7 n.), die Acridier durch 29 A. (16 n.), die Forfi-
culiden durch 2 n. A., die Libellulinen (d. h. Odonaten) durch 9 A.
(4 n.), die echten Neuropteren durch 2 bekannte A. vertreten. Den
n. A. sind kurze Diagnosen beigegeben.
W. Jakowleff: Materialien zur entomologischen
Fauna der Wolga Gegend (Horae Soc. Entom. Ross. VI.
p. 109).
Eine Aufzählung von 72 Hemipteren, 27 Orthoptera pseudo-
neuroptera und 24 Neuropteren ; erstere mit 3, letztere mit 1 n. A.
G. Joseph; Die Grotten in d. Krainer-Gebirgen
und deren Thierwelt (Schles. Jahrb. 1868).
Enthält auch die Beschreibung der Lebensweise, der in den
Grotten vorkommenden Insekten.
Meyer-Dür berichtet über die Insekten-Fauna Cor-
sika's (Mitth. Schweiz. Entora. Gesell. Vol. III. p. 7).
Der Gesammtcharakter ist eine Verschmelzung der südfran-
zösischen, sicilianischen und centraleuropäischen Fauna d. h. mit
reducirter Arten-Zahl. Die Arten zeigen Neigung zu Lokalaberration.
Die Zahl der Arten ist c. 2200.
Die von Fr. D. Pollen und D. C. Van Dam auf
Madagaskar, l'ile de la Reunion und den Comoren beob-
achteten Insekten sind von Sn eilen vanVoUenhoven
und d. S e lys -Longe ha m p s bearbeitet w^orden. (Re-
82 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
cberche« sur ia Faune de Madagascar et de ses Depen-
dandes 5. Part. 1. Livr. Insecten Leyden 1869. 4.)
Enthält eine Aufzählung von 51 Coleopteren (7 n.), 6 Orthop-
teren (3 sp. ? 1 n.), 7 Neuropteren (2 n.), 7 Hymenopteren, 40 Lepi-
dopteren (3 n.), 13 Hemipteren (2 n., mehrere?) und ein Verzeich-
niss der bis jetzt von diesen Inseln bekannten Odonaten von Selys-
Longchamps. Die neuen Arten sind auf 2 Tafeln prachtvoll aus-
geführt.
Barou E. v. Ransohnet verzeichnet die auf Cey-
lon gesammelten Thierc (Ceylon, Skizzen seiner Bewoh-
ner U.S.W, fol. Braunschweig b. Westermann 1868. p. 156
-162). Siehe auch Abh. d. k. k. zool.-bot. Ges. 1868.
Vol. XVIII. p. 281.
Ch. V. Riley: Frist Annual Report on the noxious,
bcneficial and other Insects of the State of Missouri 1869.
Enthält nach ' der Anzeige im Canad. Entomologist Arbeiten
über den »Cut-worm« (n. A.) und Weinschädlinge.
S. H. Send der hat die entomologische Correspon-
denz des T h. W. Harris (Occasioual Papers of the
Boston Society of Nat. Hist. I) veröffentlicht.
Sie bildet einen schön ausgestatteten Grossoktav-Band mit
vielen nach H a r r i s's Handzeichnungen gemachten Holzschnitten
und vier schön ausgeführten colorirten Tafeln. Nebst der eigent-
lichen Correspondenz enthält der Band noch ein vollständiges Ver-
zeichniss aller Schriften dieses Autors, Abdrücke vieler in Zeit-
schriften (z. B. New England Farmer u. a.) enthaltenen Aufsätze,
ferner eine Anzahl Beschreibungen von Larven (89 A.) und ihrer
Lebensweise und z. Th. neuer Arten. Aus den Briefen, welche für
Coleopterologen und Lepidopterologen besonders wichtig sein dürften,
heben wir eine Tabelle der Gattungen der Nordamerikanischen Ela-
teriden (p. 99), einen Bericht über das ,^ von OiJceticus die syste-
matische Stellung von Platypteryx sowie eine ausgedehnte Betrach-
tung der Qscidomyia destructor und deren ursprüngliche Heimatb
(Europa, nicht Amerika) (p. 184);' und über Xenos Peckii (p. 226)
hervor. (Die Larven siehe bei den Ordnungen.)
S. Scudder: Entomological Notes part IL — hat
die Lepidopteren (Diurna) von Alaska und die Orthop-
teren bearbeitet.
L. K. Schmarda: Bericht über die Fortschritte
unserer Kenntniss von der geographischen Verbreitung
der Thiere (Geopraph. Jahrbuch v. Behm bei Perthes
der Insekten während d. Jahres 1869. 83
Bd. III. 1870. p. 211 sq.), stellt die in den letzten Jahren
über Insekten erschienenen Arbeiten in dieser Richtung
zusammen.
Von Sepps ,,Nederlandsche Insecten^ fortgesetzt
von Snellen v. Vollenhoven, sind 1869. v. d. 2. ser.
2. Deel. No. 39 — 50 erschienen.
Enthalten meist Lepidopterologisches und die Verwandlung
einer Anthrax-Art in einer Lepidopteren-Puppe.
Moriz Wagner beleuchtet (Sitzb. der k. bayer.
Akad. d. Wissensch. zu München 1869. I. Hft. IV. p. 415)
den Nutzen des von Gemminger und Harold heraus-
gegebenen Catalogus Coleopterorum in zoogeogra-
pLischer Hinsicht.
Wakefield hebt (Proc. Ent. Soc. London 1869.
XVII) die ArmuthNeuseelands an Insekten hervor, deren
geringe Zahl im. Einklang mit jener der höheren Thiere
steht. F e r e d ay brachte nicht mehr als 15 Tagschmetter-
linge und 250 Motten zusammen, er selbst fand circa
120 Coleopteren, 30 — 40 Hymenopteren und circa 150 Dip-
tera. Alle zeigten eine gewisse Aehnlichkeit mit eng-
lischen Formen obschon sie meist unvollkommener waren.
Viele höchst interessante Mittheilungen über das
Vorkommen, die Lebensweise, geographische Verbreitung
und das Einsammeln von Insekten in den Tropen ent-
hält A. R. Wallace's Werk: Der Malayische Ar-
chipel u. s. w., (deutsche Ausgabe von A. B. Meyer
Braunschweig 1869).
Von grossem Interesse sind die Beobachtungen über den Di-
morphismus der Weibchen des Papilio Memnon, deren Hinterflügel
einmal langgeschwänzt, ein andermal nur wellig gerandet sind. Die
Weibchen der ersteren Form weichen dadurch nicht nur von ihren
Männchen ab, sondern sehen dem Papilio Cöon ähnlich und stellen
einen Fall von Bate's Mimicry dar. Solche Imitations-Typen sollen
vor den Angrififen der Vögel gesichert sein, da letztere eine noch
nicht erklärte Abneigung von den Papilio-Arten der Cöon-Gruppe
haben. Merkwürdig ist, dass beide Formen der Weibchen aus einer
Brut entstehen und es nie Zwischenformen giebt. — Sehr anziehend
ist die Schilderung über das Benehmen der Callima paralecta, welche
sitzend einem nah am Stengel hängenden dürren Blatte täuschend
ähnlich sieht, wobei der Sporn der Hinterflügel als Blattstiel fungirt,
84 Brauer: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
während die Flügelzeichnung eine deutliche Mittelrippe vorstellt,
(Diese in so weiter Ferne gemachte Beobachtung müssen wir nicht
als so vereinzelt dastehend betrachten und nicht vergessen, wie auch
unsere Tagfalter eine ganz ähnliche List ihrer Verfolgung entgegen-
stellen. — Unsere Satyriden, z. B. Alcyone, setzt sich an einen Föh-
renstamm genau so, dass sie einer abstehenden Rindenschuppe gleicht,
die Thecla pruni u. a. geben fast der Callima ähnliche Bilder, ja
überhaupt sehen wir nur Insekten, wenn sie sich bewegen, um
sitzende zu erkennen, muss das Auge bereits darauf eingeübt sein, da sie
meist durch die ähnliche Umgebung geschützt werden. Bei Nacht-
faltern ist das längst als selbstverständlich todtgeschwiegen worden,
und man betrachtete diese Thiere eben in dieser Zweckmässigkeit
erschaffen.) — Es würde zu weit führen, wollten wir alles hervor-
heben, was der geistreiche Verf. über jede Inselgruppe erwähnt.
"Wir beschränken uns nur auf wenige der vielen bemerkenswerthen
Angaben. Besondere Eigenthümlichkeiten zeigen die auf Celebes vor-
kommenden Insekten. Bei den Papilioniden und Pieriden mani-
festiren sich dieselben in drei Punkten. 1) Dass die Vorderflügel
am Vorderrand stark gebogen oder 2) nahe der Basis plötzlich ge-
knickt oder 3) am Ende verlängert und oft hackig sind, im Gegen-
satz zu den Flügeln von nahe verwandten Arten derselben Gattungen
der umliegenden Inseln. Da solche Flügel zum Fluge tauglicher
sind, so schliesst W., dass diese Falter einstmals einer grösseren
Verfolgung ausgesetzt waren und die Insektenfresser früher durch
mehr Arten vertreten waren, als es jetzt der Fall ist. Die auf allen
übrigen Inseln zwischen Indien und Neu-Guinea vorkommende Kä-
fergattung Lomaptera fehlt auf Celebes. Durch die Eigenthümlich-
keiten der Fauna schliesst W., dass Celebes der älteste Theil des
Archipels sei. Von Neu-Guinea hebt der Verf. die bereits früher
von Gerstaecker beschriebenen gehörnten Fliegen (Elaphomyia
= Phythalmia Gerst.) hervor.
Kleinere Mittheilungen machen P. Mabille (Sammelbericht
Lepidopt. aus Carcassone Ann. Soc. Ent. Fr. p. 386), Abeille de
Perrin (Saramelberichte ebenda 410 Coleopt.).
Kleinere Mittheilungen und Beiträge zur Kenntniss der Cana-
dischen Fauna geben : Billings, Bethune, Couper (Lepid. Gallen),
Pettit (Coleopt.) Canad. Entom. —
Goldenberg: Zur Kenntniss der fossilen Insekten
in der Steinkohlenformation. (Neuer Jahrb. f. Minera-
logie ii. s. w. V. Leonhard undGeinitz 1869. p. 158.
T. III.)
Enthält dieBeschr. von Blattina leptophlehica, russoma, afßnis
Manebachensis, Geinitzi, parvula, spectahiUs n. Art., euglyptica Germ.,
der Insekten wählend d. Jahres 1869. 85
Weissiana, EücJcerti n. A,, Macrophlehium Hollebeni (? P\ilgorT-
dae), Fulgorina Klieveri n. Arten und Gattg, aus den Saarbrücker
Steinkohlengebirgen.
Als Nachtrag für den vorigen Bericht führen wir
noch A. Dohrn's neuerdings vorgenommene Untersu-
chung der Mundtheile von Eugereoii und dessen Be-
schreibung der Ftilgora Ebersi n. sp. aus derselben For-
mation an (Palaeontographica Dunker und Zittel T. 16.
p. 129. T. VIII).
Da beide Arbeiten sehr verwandte Insekten betreffen, so
wäre ein Vergleich von Seite Goldenberg's mit den Arbeiten
Dohrn's sehr lohnend gewesen. Sonderbar erscheint es immer,
dass ersterer von der schönen Untersuchung des Eugereon's keine
Erwähnung macht.
H. Ir. Weij enberghgiebt einen Prodromus seiner
Bearbeitung der fossilen Insekten von Solenhofen aus
Teyler's Museum in Harlem. (Tijdschrift v. Entomo-
logie T. XII. 2. ser. Deel 4. p. 230.)
Enthält ein Verzeichniss der bis jetzt aus diesem Lager be-
kannten, nebst einigen vom Verf. beschriebenen Arten, ferner vom
Verf. neu aufgestellte im »Archives du Musee Teyler T. IIa be-
schriebene Arten aus verschiedenen Ordnungen. Schliesslich folgen
allgemeine Betrachtungen über diese Fauna und über die von Ger-
mar und Hagen bereits gestellte Frage, wie diese Insekten verstei-
nert wurden,
V. Motschoulsky: Genres et especes d'Inscctes
publies dans difFerents ouvrages par c. auteur. (Florae
Öoc. Ent. Boss. Suppl. Bd. zu T. VI. Petersb. 1869.)
Enthält die 1. Partie eines Verzeichnisses aller von M. be-
schriebenen Insekten.
A. G. Butler hat begonnen, die später in den ,,Le"
pidopt, exoticis" näher zu beschreibenden n. Arten in
eigenen, unter dem Titel „Cistula Entomologica" erschie-
nenen Heften zu charakterisiren. Das 1. Heft enthält
neue Rhopalocera aus der Sammlung von Herb. Druez.
Unter dem Titel: Petites Nouvelles E ntomologiques
erschien in Paris bei E. Dey rolle eine neue Zeitschrift, welche
in Kürze alle neuen Publikationen auf dem Gebiete der Entomologie
anzeigt, sowie einzelne neue Beobachtungen veröffentlicht und be-
spricht. Aus dem Jahre 1869 liegen 12 Nummern vor. (Juli bis
Dec). In Betreff der neuen Arten können wir nur die Ansicht v.
86 Brauer: Bericht üb. d. Leisl. in d. Naturgeschichte
Harolds (Coleopt. Hefte v. J.) theilen und wünschen, dass deren
Bekanntmachung auf diese Weise in der Folge unterbleibe. Ref.
Die Zahl der entomologischen Zeitschriften ist in Amerika
durch eine »The Canadian Entomologist « (edited" by the Rev. C. J.
S. Bethune M. A. Toronto Vol. I. Aug. 1868 bis Juli 1869) ver-
mehrt worden. Derselbe enthält zahlreiche Sammelberichte, biolo-
gische Mittheilungen, Beschreibungen neuer Arten u. s. w. sowie
Literaturberichte. Wir können von den vielen kleinen Mittheilungen
nur eine Auslese bringen und die neu beschriebenen Arten ver-
zeichnen.
W als h's und R i 1 e y's : American Entomologist
(Vol.. II. Hft. 1—8) enthält zahlreiche biologische Mitthei-
lungen besonders über schädliche Insekten, Gallen u. s. w.
Wir heben folgende Gegenstände daraus hervor, welche meist
durch Holzschnitte erläutert sind: Oclynerus flavipes (Bau), Chaero-
campa pampinatrix, Limacodes pitheciwn, Glisiocampa ainericana,
Thyridopterijx ephemer aeformis, Gortyna zeae, Tenthrediniden-Gallen,
Sphinx Achemon, Empretia stinmlea, Gecidomyien-Gallen , (C. impa-
tientis 0. S.) Galle auf Quercus seminator, Galle auf Lygodesmia
pisum (siehe Cynipidae), Sphinx Satellitia L., Sat. Cecropia und
deren Parasiten (Exorista cecropiae Riley, Ophion macrurum, Chalcis
n. sp., Cryptus nuncius Say), gallenbildende Käferlarven (Forts, von
Walsh Artikel über die Gallen und deren Erzeuger), Buprestiden
auf Rubus- und Vitis-Arten, Vaphia glycerium, Sphinx Abhotii
(Raupe und Puppe), Xyleictus robiniae (Metamorph.) Conotrachelus
nenuphar (Metamorph.), Alypia octomaeula, Eudryas ^raia (Raupe) ,
Galle V. Diastrophus nebulosus; Procris americana (Metamorph.)
C. A. Dohrn: Doctor und Apotheker u.s. w. Stett.
Ent. Zeit.
Eine anziehende Darstellung des Sprachreinigerthums in der
Entomologie.
Derselbe: Species-Namen aus Schönherr's
Werken. Ebenda.
Der Verf. spricht seine Ansicht gegen den Usus aus, den Namen
des Autors mit dem des Gebers zu vertauschen.
R y e giebt Berichtigungen in der Nomenclatur vieler Arten
(Ent. Annual 1869).
Roo V. Westraaas bespricht das Sammeln und
Aufbewahren von Insekten, besonders von Schmetterlin-
gen (Tijdschrift von Entomologie 12. Jahrg. 2. ser. 4. Deel.
p. 128).
Schiner erklärt (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in
der Insekten während d. Jahres 1869. 87
Wien T. XIX. p. 3) einen neuen von ihm nach der Win-
nertz'schen Idee konstruirten Zeichenapparat, der sich
vor allen dadurch auszeichnet, dass das Bild direkt auf
ein weisses Papier geworfen wird und der im Wesent-
lichen ein umgekehrtes Mikroskop ist, bei welchem der
Raum zwischen dem nach abwärts gekehrten Ocular und
dem Zeichenpapier verdunkelt wird, während Win n e r tz
früher das Bild auf einer mit Strohpapier überzogenen
Glasplatte über dem Ocular im durchfallenden Lichte
aufnahm. Für Entomologen ist der Schiner'sche Apparat
zum Zeichnen von Umrissen und Flügeln von bedeuten-
dem Nutzen. — (Siehe auch den Nachtrag p. 723 und
Berl. Ent. Z. 13. Jahrg. p. 302.)
G. R. Crotch giebt eine neue Methode zum Ein-
sammeln von Käfern an (Entoraologist IV. p. 230).
Giorg. Roster berichtet über Schiner's Microsc.
Zeichenapparat (Bull. Soc. Ent. Ital. T. I. p. 306 fig.).
Kriechbaumer über Meyer -Dür's Präparation
kl. Insekten (Mitth. Schweiz. Ent. G. T. III. p. 151).
Meyr-Dür bespricht das Aufbewahren kleiner In-
sekten (Mitth. Schweiz. Ent. Gesell. III. p. 22).
Kleinere Mittheilungen, besonders über neue englische Arten
machen: Wratislaw Rev. Dianthaechii echii Hufn. (Entomologist
IV. p. 214), New man (Diptera p. 215 1. c), derselbe (Hymenoptera
1. c. p 217, Coccidae). Moncreaff (Orchestes alni in einem Weiss-
dornzweig I.e. p. 219), Harpur Crewe (Abraxes grossulariata auf
Sedum p. 260. 1. c), J. Green e (Notodonta trepida p. 260. 1. c.^
lange Verpuppung), C. Hörne (über die Syrphus-SGhwärme in Eng-
land p. 356).
Orthoptera.
Carlo Äusserer: Neurotteri Tirolesi colla Diagnosi
di tutti i Generi Europei P. I. Pseudoneurotteri Tav. VIII
u. IX (Annuario Soc. nat. a. ModenaV
Der Verf. hat durch diese Arbeit wesentlich zur Verbreitung
der Kenntniss der Pseudoneuropteren beigetragen. Die Einleitung
enthält eine ausführliche Beschreibung der äusseren Theile, der
Verwandlung und geographischen Verbreitung dieser Insekten. Die
Arten sind in analytischen Tabellen gut charakterisirt. Die Odo-
naten sind meist nach Seiys's Diagnosen, die übrigen nach den
88 Brauer: Bericht üb. d. T.pist. in d. Naturgeschichte
Arbeiten des Referenten beschrieben. Bei genauerer Durchforschung
dürften sich wohl auch neue Arten in diesen Gegenden finden lassen.
Von der Fauna Niederösterreichs weicht die Tirols nur durch das
Vorkommen einiger südlicher Agrione und 1 Änax-Art ab. Die
beiden Tafeln sind dem Flügeladernverlauf und den Hinterleibsan-
hängen gewidmet.
Janos Fr i valdszky hat eine selbstständig erschie-
nene (Pest bei P'erd. Eggenberger 1867) Arbeit über die
Orthoptera genuina Ungarns (Monogr. orthop. Himgariae)
in ungarischer Sprache verfasst.
In derselben sind einige neue Odontura-Arten lateinisch be-
schrieben. (Siehe die Familie.) Die Arbeit giebt einen interessanten
Einblick in die geographische Verbreitung der östlichen Orthopteren-
Formen. — Die Haupttypen und neuen Arten sind auf 7 lithogr.
Tafeln kenntlich und die einzelnen charakteristischen Theile ver-
grössert abgebildet.
H. Hagen': Zur Odonaten-Fauna von Neu-Granada
nach Lindig's Saramlungen (Stett. Ent. Z. p. 256).
Der Verf. zählt 24 Arten auf — 8 Calopteryginen (1 neu),
8 Agrioninen (3 neu) und 8 Libellulinen (1 neu) — charakterisirt
die neuen Arten und vervollständigt die Beschreibungen der schon
bekannten Arten.
De Sely s-Lo ngchamps hat, Bulletins de l'Aca-
demie rovale de ßelgique 2. ser. T. XXVII u. XXVIII.
1869) abermals zwei Nachträge zur Monographie der Ca-
lopterygiden und Gomphiden veröffentlicht, welche die
Besehreibungen vieler neuen Arten enthalten. Die von
Hagen, M'Lachlan d. Ref. u. A. seither beschriebe-
nen Arten werden ebenfalls charakterisirt.
Referent giebt eine Uebersicht der ihm aus dem
Museum Godeffroy zur Bestimmung durch Hr. Custos
Schmeltz eingesendeten Pseudoneuropteren (24 Arten)
und beschreibt 5 n. A. von den öaraoa-Inseln aus Au-
stralien und Chile (4 Agrioniden, 1 Perlide, Verh. d.
k. k. zool.-bot. G. T. XIX. p. 9).
H. de Saussure: Essai d'un Systeme des Man-
tides (Mitth. Schweiz. Entom. Gesell. T. III. p. 49 sq.)
Obschon der Verf. die von Burmeister in seinem Handbuch
d. Eutora. und Audinet-Serville befolgte Eintheilung der Mantiden
in Bezug der Hauptgruppen dem Wesen nach beibehalten hat, sah
der Insekten währeiid d. Jahres 1869. 89
er sich doch durch den reichen Zuwachs an neuen Gattungen und
Arten genöthigt namentlich in Betreff der Unterabtheilungen neue
charakteristische Merkmale aufzusuchen und eine Zahl Subtribus
zu errichten, namentlich in der Tribus Mantii sibi und Acanthopsii.
Die von dem Verf. entworfene Synopsis der Genera ist zu einem
Auszuge nicht mehr geeignet und müssen wir auf die Arbeit selbst
verweisen. Die neuen Gattungen siehe b, d. Familie.
Derselbe hat einen Vergleich der von ihm im
1. fasc. seiner Melanies Orthopt. und in der Revue et
Mag. 1864 beschriebenen Blatten mit jenen in der Mono-
graphie ^Nouv. Syst. des Blattaires von Brunner v. Wat-
tewyl 1865 aufgestellten Arten unternommen (Mem. d. 1.
Soc. de Phjslque de Geneve T. XX. 1- P. p. 227. pl.)
Diese Arbeit bildet zugleich den 2. fasc. seiner Melanges Or-
thopterologiques. Der Verf. folgt dem Brunner'schen Systeme und
beschreibt an den betreffenden Stellen die neuen Arten.
Derselbe beschreibt in ausführlicher Weise eine
Anzahl Phasmiden-Arten, welche er bereits früher (Revue
et Mag. d. Zool. 1868) aufgestellt hat, sowie einige Ar-
ten Westwood's näher. Der Verf. behält die syste-
matische Reihenfolge nach letzterem (Catal. of Orthopt.
Ins. Brit. Mus. Phasmidae 1859) nur aus Mangel an Ma-
teriale zur Begründung eines natürlichen Syslemes bei,
und reiht seine Arten in die von W^estwood ange-
nommenen Gattungen ein. (Mem. Soc. de Phys. d. Ge-
neve T. XX. Part 1. p. 290.) Auf Taf. II u. III sind cha-
rakteristische Abbildungen gegeben.
Eine prachtvoll ausgestattete Arbeit ist in der Pea-
body Academy of Science (first Memoir Vol. 1 number 1)
von Samuel H. Scud der über die Gryllotalpen — Re-
vision of the large, stylated, fossorial Crickets^ Salem 1869
— erschienen. Auf einer Kupfertafel sind die Vorder-
beine und Flügel charakteristisch dargestellt. — (Siehe
die Familie.)
Derselbe bespricht die Reihenfolge der Familien
der Orthoptera genuina (Proc. Boston Soc. Nat. Hist.
T. XII. p. 228 sq.)
Nach einem Rückblick auf alle bisher erschienenen Systeme
dieser Ordnung und mit Rücksicht auf V. G r a b e r's Ansicht — die
indess vor letzterem auch niemand bezweifelt hat — schlägt er
90 Brauer: Bericht üb. d. Lei st. in d. Naturgeschichte
folgende absteigende Anordnung der Familien vor: Gryllides, Lo-
custariae, Acrydii, Phasmidae, Mantides, Blattariae, Forficulariae.
J. Singer: Die Orthopteren der Regcnsburger
Fauna morphologlscli, biologisch und systematisch skizzirt.
(Jahresbericht über d. k. Lyceum und Gymnasium etc. zu
Regensburg f. 1868—69).
Enthält eine gute Charakteristik von 47 a, a. 0. vorkommen-
den Arten mit sehr nützlichen Bemerkungen über deren Lebens-
weise und Entwickelung. In der Einleitung ist in Kürze die Mor-
phologie der Orthopteren vorausgeschickt.
Fr. Walker: Catalogue of the specimens of Der-
maptera saltatorla and Supplement to the Blattariae in
the Coli, of the British Mus. 1869. Ende.
Unter diesem sonderbaren Titel veröffentlicht der Verf. ein
Verzeichniss der Grylloden und Locustinen des Brit. Mus. und als
Nachtrag zu seinen Blattiden die aus dieser Familie von B runner
in dessen Syst. d. Blatt, beschriebenen Arten. Welchen Werth die
in dieser Arbeit aufgestellten n. Gattg. und Arten haben, müssen
wir dem Specialisten zur Beurtheilung überlassen.
Derselbe: Cataloge of the specimens of Blattariae
in the Collect, of the British Museum London 1868, er-
schienen 1869.
Ganz ähnlich den früheren Arbeiten dieses Verf. enthält dieser
Catalog die Beschreibungen von vielen neuen Arten und Gattungen,
im Ganzen eine Aufzähluug von 696 (330 n.) Arten. Brunn er's
Blattiden-Monographie ist dem Verfasser noch nicht bekannt ge-
wesen.
V. F r a u e n f e 1 d (Zool. Miscell. XVI) zählt die
Pflanzen auf, in welche Platycleis {? hicolor Ph.) seine
Eier ablegt und giebt eine genaue Beschreibung und Ab-
bildung der Lagerstätte.
Nach Ed. Per ris (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. IX.
p. 453) legt Oecanthus pellucens seine Eier nach Art der
Locustinen in Pflanzenstengel, (hauptsächlich in Centaurea
nigra) und weicht hiedurch von den übrigen Grylloden
ab, deren Verbindung mit den Locustinen jedoch eine
immer engere wird. Ein beigegebener Holzschnitt er-
läutert die Lage der Eier in der Pflanze und die Form
der Eierlegscheide.
S. J. Smith: Orthoptera of the State of Maine
der Insekten während d. Jahres 1869. 91
(Proceed. Portland Soc. Nat. Hist. Vol. I. P. 2. p. 152).
Ist uns nicht zugekommen.
Thomas hat eine synoptische Tabelle aller Gryllo-
den-Genera und einen Nachtrag zu S cu d d e r's Verzeichniss
der Orthopteren veröffentlicht (Amer. Ent. Vol. IL p. 206).
Blattina. Gerstaecker beschreibt folgende n. A. (1. c.
p. 205 — 208) aus Zanzibar: Ceratinoptera dimidiata, Phyllodromia
himaculata, Derocalymma porcellio (^ $, D. lampyrina, D. capucina,
Gl^nopeltisnov. gen. picta — (irrtbümlich ah Heterogamiae Aegy-
ptiacae Larva von Schaum Ins. Mosamb. aufgeführt).
Die n. G. Gynopeltis ist mit HeterogamiaBnrm. verwandt,
ihr Körper aber nackt, glatt, die Vorderschenkel gedornt und die
Lamina supraanalis des $ anders geformt.
Saussure stellt (I.e.) folgende n. Gatt. u. Arten d. F. auf:
Theganopteryx, indica, jucunda, Ost-Ind., fallax Fat. ?; n. S. Gatt.
Pseudectohia von Ectohia durch das Geäder verschieden, welches
wie bei Blatta ist, sp. Luneli Sauss. Revue 1868; n. A. insularis Ile
d. France und liturifera Stäl; Anaplecta otomia n. sp. Mexiko,
Aplüebia madecassa Madagk., Temnopteryx nana Senegal, ohscura
Ost-Ind. Blatta {Saus anre behält den von Brunn er gänzlich ver-
worfenen Linne'schen Namen für die Gruppe Phyllodromia bei) bi-
taeniata Austral. ; similis Neuholl.; afftnis, L'ile deBauda; anomala,
Gabon; Ischnoptera 3-ramosa, Neuholl.; capensis, Cap b. sp. ; ra-
mosa, Ost-Ind.: Gatt. Platyzosteria biloba, Amboiua; Periplaneta
affinis, Ost-Ind. ; Epüampra melanosoma, Ost-Ind. ; olivacea, Cochinch.;
manülensis, javanica ; Ep. (Homalopteryx) regina, Cochinch. : pec-
tinata, Neuholl.; Paratemnopteryx Sauss. n. Gatt. Charakter
der Gattung Temnopteryx aber die Tarsen ohne Haftlappen. P.
australis n. sp. Neuholl. — PerispJiaeria madecassa, Madagask. ; Ho-
möogamia sinensis, N. -China; Parahormetica hengalensis ; Dasypo-
soma castanea Neuholl. ; Panesthia forceps Ost-Ind. ; Paranauphoeta
Umbata Ost-Ind.
Derselbe stellt als neue Formen auf (Revue et Mag. d.
Zool. 2. ser. T. XXI. p. 109) : Loboptera araucana, Temnopteryx lobi-
pennis, Blatta albida, fusca, Pseudophyllodromia hystrix, Thyrsocera
obscura, nigrita, americana, Brunneri, (crinicornis Brunn.), Ischnop-
tera bilunata, vilis, parvula, castanea, Pseudischnoptera n.
Gatt, für Bl. lineata Oliv., Chorisoneura inquinata, minuta, multi-
venosa, Parahormetica cicatricosa, Basyposoma marmorata, Blabera
Brunneri, — Südamerika und Mexiko.
Ischnoptera hyalina Send der (Trans. Americ. Entom. Soc
Vol. II. p. 307) eine n. A. N.-Amerik.
Walker stellt 1. c. als neue Gattungen auf: Libisoca, verw.
92 Brauer: Bericht üb. d. Ltist. in d. Naturgeschichte
m. Blahera type: aequalis n. A. St. Domingo; Tarraga verw. in.
Latindia, type: gutUventris,'Rio; Sisapona, verw. m. d. vor., type:
margindlis n. A. Tejuca, Laxta ebendah., type: oniscoides Austr.
und cMtonoides (Pat. ?) n. A. ; Ergaula verw. m. Latindia, type:
scarahaeoides n. A. Philipp.; Culama, verw. m. Proscratea, type:
pilosa, n. A. Brasil.; Catara verw. m. Zetobora, type: rugicolUs,
Sarawak; Lupparia, type: adimonialis, Philipp., Biatia, type:
paUicornis Ega, beide verw. m. Phoraspis und Phlebonotum; Ste-
noblatta verw, mit Hypnorraa, type: parallela n. A. Brasilien.
Derselbe beschreibt 1. c. Suppl. p. 123 als u. Arten: Zeto-
bora guttipennis Mexiko; Epüampra 9, Blatta 10, Ischnoptera 8
(z. Th. ?), Periplaneta 3, Tivia n. Gatt,, type: simulatrix n. A.
Ngami-See.
Mantodea. Gerstaecker beschreibt 1. c. p. 208, 211 als
neu: Tarachodes pantJierina, modesta, Mantis Kersteni, M. agrionina,
M. vincta, M. super cüiaris, 31. galeata. Pyrgomantis nov. gen.
(Diese Gattung wiederholt die Form einer Tryxalis unter den Man-
tiden und ist von Phyllocrania Burm. durch die Struktur der Füsse
und des Hinterleibes, sowie durch die Stellung der Nebenaugen
sehr verschieden.) Sp. singularis.
Saussure stellt 1. c. folgende neue Gattungen und Arten
auf: Pseudovates n. Gatt, für M. tolteca Sauss., Idolum diabo-
licum n. Gatt, und A. trop. Afrika, Empusa Humbertiana n. A. Cey-
lon; Idolomorpha spinifrons Brasil.; Ghiropaclia capitata, Afrika;
Chi r opus dives n. Gatt. u. A. Benguela, Gonatista cubensis n.
Gatt, und A. Cuba; Humbertiella perloides Senegal: ceylonica,
indica (type Servillii de Haan): Liturgousa n, Gatt., type: annulipes
Serv., n. A.: cayennensis ; Acofitista cordillerae, Guyana; Iridop-
teryx iridipennis, glauca n. Gatt, und A. Ceylon; Gonypeta
Type punctata Haan, n. A. Humbertiana, trincomaliae. Ceylon, Ben-
guelae W. Afrika; Miopteryx perloides, phryganea n. Gatt, und
A. Patria ?; Iris, type oratoria L., n, Subgenera Iris und Fi-
scheria letztere mit 1 n. A.: Syriaca; Archimantis, type, latystylus
Serv.; Stagmomantis, type, Carolina L., n, A. : Nahua, Mexiko;
Cardioptera cupido, translucida, Brasilien? Coptopteryx, type;
argentina Burm., claraziana Sauss. Argent. Rep. ; Oxyops, type : ru-
hicunda Stoll; Stagmatoptera biocellata, Brasilien, Hierodula
coarctata, Ost-India, Afrika??); tenuidentata, Indien, 9 dentata Sy-
rien, bicarinata Indien ? ; Mantis emortualis ?, japonica, Tenodera
capitata ?, angustipennis J ava ?, Ph asmo m antis, type : Guerinii
Reich.; Daniura Bolauana, Zanzibar; Thespis cubensis, surinama,
phthisica Süd-Amerika; Par athespis Humbertiana, Ceylon; Oli-
gonyx bicornis, filiformis Süd- Amer.; Brunneria subaptera Argent.
Republ.; Choeradodis squilla, Ceylon, Parameles Picteti Spanien,
der Insekten während d. Jahres 1869. 93
Creolotra apicalis, Assam, Hymenopus coeleis, Patria ?, Psewc? o-
mantis ohne type, species australenses, Yersinia, type brevi-
pennis Yersin, Oxyophthalmus n. Gatt, ohne Type.
Phasmodea. Gerstaecker beschreibt 1. c. p. 211 als n. A.
Bacillus leprosus.
Ischnopoda Beyi Grandidier (Guerin Revue et Mag.
d, Zoolog. 2. ser. T. XXI. p. 292) eine n. Gatt, und A. vom Zambese.
Lucas bespricht die Charaktere von Ischnopoda Beyi Gran-
didier und deren Unterschied von Palophus Westwood. (Ann. Sc.
Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 430).
Eurycantha calcarata und insularis Lucas (Bullet. Soc, Ent.
Fr. 1869. p. XXV) 2 n. A. Salomons-Inseln.
Gryllodea. C. Fuss beobachtete (Verh. und Mitth. d. sieben-
bürgischen Ver. f. Naturw. Hermannstadt XX. Jahrg. 1869. p. 146)
Myrmecophila acervorum Pnz. in Siebenbürgen bei Formica fusca
Latr. und ergänzt Fischer's Beschreibung derselben, indem er be-
sonders auf die Stellung der Cerci nach vorne (beim lebenden Thiere)
aufmerksam macht.
Gerstaecker beschreibt 1. c. p. 211 als neu: Gryllotalpa
dehilis. GryUus physomerus. Gr. pulchriceps, Gr. xanthoneurus, Gr
scenicus, Gr. laqueatus, Gr. diadematus, Gr. contaminatus.
Kirschbaum ist der Ansicht dass Gryllotalpa kein Pflan-
zenfresser, sondern ein Raubthier sei; A. Dohrn theilt ebenfalls
diese Ansicht und spricht über die Begattung und Anatomie dieses
Insektes. (Tageblatt d. 43. Versamml. Naturf, und Aerzte p. 180).
Scudder errichtet 1. c. für die Sectionen A. und B. Bur-
meister's Gattungen d. h. nach der Bildung der Yorderschienen :
Vorderschienen 4-fingerig Gryllotalpa aut. ; — 2-fingerig: Scapte-
riscus n. Gatt, — Type der ersteren ist Gr. vulgarish. (15 Arten,
2 n. : fossor West- und Süd-Afrika oryctes China) ; type d. n. Gatt,
ist Gr. mexicana Burm. (8 Arten, 4 n. : tenuis Brasilien, vicinus Süd-
und Central-Amerika ; Agassizii Schweiz, ? eingewandert aus Cen-
tral-Amerika; abbreviatus Brasilien).
Walker stellt 1. c. folgende neue Formen auf; Gryllotalpa 3,
Brachytrypes 7. Gryllus 62, Tafalisca n. Gatt., type lurida n. A,
St. Domingo; Carsidava n. Gatt., type: cinerascens n. A. Para;
Nessa n. Gatt. 2 Arten, type: linearis Süd-Amerika, Landreva n.
Gatt., type: insignis, n. A. Ceylon, Nemobius 1 , Argijala n. Gatt.,
type: brasiliensis n. A., Orochares 4, Itara n. Gatt., type: sericea
U.A., Silhet; Mada summa n. Gatt., type: venträlis Nord-Hin-
dostan, n. A.; Lobe da n, Gatt., type: ovalis n. A. Natal; Eneo-
ptera 4, Phyllopalpus 7, Eurepa n. Gatt., type: marginipennis
Svan-River, n. A. ; Lerneca n. Gatt., type: varipes Amazon.; Sal-
manian. Gatt., typ^g: sordida n. A. Nord- Australien ; Scleropterus 3,
AJchiF f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. G
94 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Lehussa n. Gatt., type: tenuicornis n. A. St. Domingo; Platy-
dactylus 21, Laranda n. Gatt., type: tihialis n. A., Bio Janeiro;
Zaora n. Gatt., type: cinctipes n. A., Jamaika; 3 Arten; Orhega
n. Gatt., type: pallida n. A. ?, Nisiira n. Gatt., type: marginata,
n. A., Borneo; Oecanthus 7; Laurepa n. Gatt., type: vdlida n. A.,
Jamaika, 7A. ; Tarraga n. Gatt., type: obscura n. A., Hindostan ;
N oc er a n.G&it., type: pallida n. A., Samoa-Iuseln; Trigonidium 1;
Luzara n. Gatt., type: rufipennis n. A., Columba 2 A. ; Phalan-
gopsis 4, Ornehius 1; Xabea n. Gatt., type: decora Sumatra n. A.
Locustina. J. Frivaldszky beschreibt folgende z. Th. von
Fieber in litt, benannte neue Arten (1. c. p. 90 sq.): Odontura
affinis, Brunneri, modesta, speciosa, laticauda, discoidalis aus Un-
garn. — (Taf. IL III und IV.)
G ers taecker beschreibt 1. c. p. 213 als neu: Eugaster lori-
catus, E. ephippiatus, E. talpa, Cymatomera paradoxa, Xiphidium
hecticum, Phaneroptera punctipennis, Pli. tetrasticta.
V. Ghiliani berichtet über Phaneroptera lilnfoUa Fbr. und
deren Varietäten (Bullett. Soc. Entom. Ital. T. I. p. 53).
Lucas giebt eine ausführliche Beschreibung des Eugaster
Servillei Reich, und Fairm. in beiden Geschlechtern und beschreibt
eine neue Art: Eug. Maurelii vom Senegal (Ann. Soc. Ent. Fr.
4. ser. IX. p. 82. fig.).
Xiphidium attenuatum Scuddder (Trans. Amer. Ent. Soc
Vol. II. p. 305) eine n. A. Illinois.
Walker stellt als neue Formen auf: Monocerophora n.
Gatt., type: ?wmax, Pernambuco, n. A.; Anostostoma l, Hcmideina
n. Gatt, type: thoracica White, 7 A.; Licola n. Gatt., type: Gou-
loni Sauss.; Gryllacris 37, Larnaca n. Gatt., tyipei fas data n. A.,
Sarawack; Stenopelmatus 10, Lezina n. Gatt., type: concolor n. A.,
Egypt. Ceuthophilus 4, Macropathus n. Gatt., type: ßUfer n. A.,
Neu-Seeland, 3; Lib anasa n. G., type: incisa, n. A., Natal: Ma-
ch am ala n. Gatt., type: armata n. A. P. ?; Licodia n. Gatt., type:
pallipes n. A. St. Domingo, 2 A., Lutosa n. Gatt., type: marginalis
n. A. Pat. ?; Lucina n. Gatt., type: opilioides n. A., Brasilien, 2 A.
Acridiodea. Gerstaecker beschreibt 1, c. p. 215 sq. als neu:
Tryxdlis sulphuripennis ,^'^,Opomdla brachyptera, Poecüocera aegrota,
P. atriceps, Petasia hecate, Sphenarium pulchriceps, Chrysochraon
dasycnemis, Chr. semicarinatus, Choroetypus hippiscus, Pamphagus
atrox, Acridium Deciceni, Catantops decoratus.
Stenocrobylus nov, gen. (durch die Bildung des Scheitels,
(der so schmal ist, dass beide Augen fast zusa^menstossen von
Caloptenus verschieden) sp. St. cervinus.
Ixalidium nov. gen. (Processus prosternalis compress am
Ende fast zweilappig, Körper flügellos) sp. Ix. haematoscelis.
der Insekten während d. Jahres 1869. 95
Hymenotes hmnilis, Tetrix Condyloms n. A. ebenda,
Epacromia angustifemur Ghiliani (Bullet. Soc. Entora. ita-
liana T. I. p. 179) eine n. A. Italien. (Siehe auch Ann. Soc. Ent.
Belgique XII. p. XLIX).
Scudder giebt 1. c. p. 324 Harris' Beschreibung von Acry-
dium femur-ruhrum De Geer und curtipennis Harr, nach lebenden
Exemplaren.
Opsomala aptera, Gomphocerus simplex, Oedipoda carinata,
Tettix femorata Scudder (Trans. Americ. Ent. Soc. Vol. II. p. 306)
neue Arten Nord-Amer.
Oedipoda virgula Vollenhoven 1. c. 11. tab. 2. fig. 2, n. A.
Madagaskar.
Forficulina. Pygidicrana Daemeli Cap York und Echinosoma
Yorlcense ebendah, H. Dohrn Stett. Ent. Z. p. 238 2 neue Arten.
Gerstaecker beschreibt 1. c. p. 221 als neu: Brachylabis
laeta und Forficula (Äpterygida) gravidiila.
F. Walker spricht sich (Entoraologist IV. p. 356) nach seinen
neuen Beobachtungen für die Ansicht aus, dass die Forficula-Arten
zum Entfalten der Flügel sich ihrer Analzangen bedienen.
Japygidae. Japyx gigas vom Referenten eine n. A. aus
Cypern von Kotshy gesammelt. Durch bedeutende Länge von den
bekannten Arten verschieden (Körperl. — 26 Mm.) Derselbe er-
wähnt das Vorkommen von J. solifugus bei "Wien. — Verh. d. k. k.
zool.-bot. Gesell, in Wien T. XIX. p. 557.
Foduridae. C. 0. v. Porath giebt ein Verzeichniss von 18
in Schweden gesammelten Poduriden (3 Smynthurus, 5 Orchesella,
2 Degeeria , 2 Isotoma , 1 Macrotoma , 2 Lepidocyrtus , 1 Podura ,
1 Achorutes und 1 Anurophorus). Öfvers. af K. Vetensk.-Akad. För-
handl. Stockholm 1869. p. 652).
In den Proceedings der Microscopical Society werden
Bemerkungen über die Schuppen der Poduriden als Pro
beobjekte gemacht (Monthl. MIcrosc Journ. Nr. 12).
Psocinae. CaeciUus atricornis M'Lachlan (Entom. month.
mag. V. p. 196) eine n. A, von der Insel Whigt.
Scudder veröffentlicht (1. c. p. 328) die Beschreibung folgen-
der Arten von Harris: Psociis lucidus, gregarüis (P venosus Burm.),
frontalis (striatus Walk.), mibilus (lugens Hag.), quadrifasciatus ,
pusillus, infuscatus (sparsus Hag.), gracilis (signatus Hag.).
Perlariae. Dictyopteryx infumata M'Lachlan (Ann. Soc.
Ent. Belgique T. XII. p. 101) eine n. A. Migrelien.
Stenoperla annulata vom Referenten eine n. A. 1. c. Chile.
Ephemeridae. A. E. Eaton (Ent. Month. Mag. VI. p. 131)
96 Brauer: Bericlit üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
giebt interessante Andeutungen über eine neue Eintheilung der
Gattungen dieser Familie nach den Mundtheilen der Nymphen und
errichtet eine u. Gatt. Centroptilum für C. (Eph.) luteolum Müll.
Lachlania Hagen (Boston Journ. nat. bist. XI. p. 372 —
374. c. f.) eine neue Gatt., verwandt mit Oligoneuria P. aber durch
Fehlen des mittleren Schwanzfadens verschieden. Art: äbnormis,
Cuba ($).
Libellulina. Gerstaecker beschreibt 1. c. p. 222 folgende
n. A. : Libellago amhigua, Lestes icterica, Ägrion Kersteni, Ag.
Deckeni, Zanzibar.
Ghiliani bespricht abermals (Bull. Soc. Ent. Ital. T. I. p. 268)
die 1867 erfolgte Einwanderung von Änax mediterraneus De Selys
in Italien.
H. Hagen: Fragmente zur Gattung Neurothemis Brauer.
(Stett. Ent. Z. p. 94 sq.) Der Verf. giebt eine genaue Beschreibung
der ihm bekannten typischen Exemplare von N. gigantea Brauer
(= gigas Selys coli.) N. sophronia Drury, N. manadensis Boisd.,
Kbr., palliataWov. (= nicobarica und ceylanica v. Ref.), N. apicalis
Rbr. ; und N. fluetuans Fabr. (die kleinste noch nicht genau be-
schriebene A-, von der gleichnamigen des Ref. verschieden). Die
letzte Arbeit des Ref. ist dem Verf. unbekannt geblieben.
Derselbe beschreibt folgende Arten (1. c. p. 256): Setaerina
duplex Selys in litt. n. A., Thore picta Ramb. (Selys p. p.) ? = Th.
gigantea Selys. ; Mecistogaster Jocaste Hag. n. A. ; Philogenia Helena
Hag. n. A.; Podagrion mercenarimn Hag. n. A. : Tramea Ipliigenia
Hag. U.A., — Bogota. Nach demselben ist Thore picta Selys
neu zu benennen, da sie von Ramburs Art verschieden ist. —
(Ebenda p. 258.)
M'L a c h 1 a n stellt (Ent. Month. Mag. VI. p. 27) als neue
Arten auf: SapJio orichalcea (West- Afrika), Thore victoria (Bolivia),
Th. beata (Pebas).
Referent beschreibt 1. c. als n. Arten: Pericnemis annulata
(Samoa-Inseln), Ägrion cingillum, aeruginosum, distigma aus Au-
stralien.
De S e l y s-L ongchamps führt (Ann. Soc, Entomol. Belgique
T. XII. p. 95) die auf den Seychellen vorkommenden Odonaten
(14 Arten) auf und beschreibt 5 derselben als neu: Libelhila Wrigh-
tii, Zygonyx? luctifera, Allolestes n. Gatt. — Viereck sehr lang,
Klauen gabelig, Legion Podagrion, Art: All. Mac Lachlanii. Tricho-
cnemis cyanops, bilineata. (Als Type für Zygonyx hat Hagen die
Sp. Iris aufgestellt. Ref.)
Derselbe zählt (ebenda p. 105) die von Th. Deyrolle in
Migrelien gesammelten Odonaten auf. (10 bekannte Arten wovon
Calopt. splendens durch nordische Formen vertreten ist.)
der Insekten während d, Jahres 1869. 97
Derselbe beschreibt 1. c. als neue exotische Formen : 2 Calopte-
ryx, 1 Sapho, 1 Mnais, 5 Lais, 4 Haeterina, 1 Euphaea, 1 Heliocharis
(Dieter ias); 3 Bhinocypha, 3 Micromerus, 3 Thore, Euthore n. S.
Gatt, für fasciata Hg. und 2 n. Arten ; 1 Gora und macht Zusätze
zu früher beschriebenen Arten.
Derselbe beschreibt (ebenda p. XXVIII) als n. Formen der
Gomphiden : 1 Macrogomphus, 2 Gomphus, 2 HemigompJius, 1 Ägrio-
gomphus n. S. Gatt, für 6r. sylvicola Bates Mss. ; 1 Gomphoides,
3 Cyclophylla, 2 Äphylla, 1 Diaphlebia, 2 Zonophora, 1 Hagenius,
1 Diastomma, 1 Cordulegaster.
Derselbe beschreibt 1. c. neue Arten von Madagaskar und
'den Mascarenen und charakterisirt einige bekannte Arten ausführ-
licher. Für 3 Arten wird eine neue Gattung errichtet : Neop hieb ia
verwandt mit der fossilen Gatt. Heteroplüebia Westw., durch die
zum hinteren inneren "Winkel des Vierecks laufende Postcostalader.
Arten: PoUeni (Nossi-Be), leptoptera, und Lorquini (Moluccen).
Neue A. : Libellula Selika Madagaskar, coronata (ebendah.) 1. c.
p. 15—17.
Scudder giebt (1, c. p. 326) Harri's-Beschreibung von Li-
bellula rubicundula Say nach dem Leben.
C. Berg berichtet (Corresp.- Blatt d. Naturf. Vereins in Riga
Jahrg. 17. p. 3) über einen dort im Juni 1867 beobachteten Zug
von Libell. 4-maculata.
Neiiroptera.
Mac'Lachlan beschreibt neue Neuropteren mit
kannter Schärfe (Ent. Month. Mag. VI. p. 21) und hat zwei
bedeutende Monographien über die Panorpa-Arten und
Sialiden-Gattungen veröfFentlicht. (Siehe die Familien.)
Derselbe führt die von Th. Deyrolle in Mi-
grelien gesammelten Neuropteren auf (siehe auch Perli-
dae). — Ann. 'Soc. Entom. Belgique T. XII. p. 102. —
(1 Raphidia, 1 Myrrneleoriy 1 Formicaleo^ 2 Panorpaj 2
Fhryganiden, 1 n. A.)
Referent theilt die durch 17jährige Beobachtun-
gen nun vollständig enthüllte Verwandlungsgeschichte
der Mantispa styriaca Poda mit und stellt Betrachtungen
über die sogenannte Hypermetamorphose an (Verh. der
k. k. zoolog. - botan. Gesellsch. in Wien T. XIX. p. 831.
Taf. XII). Siehe Megaloptera.
98 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Derselbe zählt die ihm aus dem Museum Godef-
fioy's zur Bestimmung übersandten Neuropteren (10 Ar-
ten) aus Australien, von den Samoa- und Viti-lnseln auf
und beschreibt 2 n. Arten. (Verh. d. k. k. zool. -botan.
Gesellsch. in Wien. T. XIX. p. 9.)
Megaloptera. CUmacia M'Lachlan (Ent. Month. Mag. VI.
p. 21) eine n. Gatt, für Micromus areolaris Hag. Nord- Amerika.
Derselbe beschreibt (ebenda p. 23) als n. Arten: Drepanop-
teryx herothoides (Australien), Hemerobius perparmis (Texas), Chry-
sopa exul (St. Helena), pimctinervis (Texas), nigra (Cap Verde), No-
tochrysa evanescens (Sarawak), N. ferruginea (ebendah.)
Derselbe berichtigt die Synonymie der von Walker in d.
Trans. Ent. Soc. London (Vol. V. n. ser. p. 5. p. 182) beschriebenen
Hemerobiden (ebenda p. 26).
Neuronema M'Lachlan (Ent. Month. Mag. VL p. 27) eine
n. Gatt, für Hemeroh. decisus Walker. (6 Sectoren vom Radius, 7
aus einem diesen parallelen Ast entspringend.)
Derselbe erwähnt einen Fall von Ueberwinterung vieler
Individuen von Chrysopa vulgaris in einem Hornissen-Nest. (Ent.
Month. Mag. VL p. 33.)
Derselbe bespricht die 5 bekannten Arten der Gattung
Dilar Rbr. und beschreibt eine n. A., D. Hornei aus Nord-West-
Indien (mit Holzschnitt) Ent. Month. Mag. V. p. 239.
Chrysopa viridinervis Jakowleff 1. c p. 125, eine n. A.,
Wolga.
V. Vollenhoven beschreibt ein neues zwischen Äscalaphus
und Nemoptera zu stellendes Neuropteron von Nord-Indien, in dessen
Hinterflügeln nur 2 Adern verlaufen und dessen Schnabel horizontal
nach vorne steht. — Benannt ist dasselbe nicht. (Tijdschrift. v.
Entomol. T. XII ser. 2. D. 4. Verslag p. 17.)
G. Wilson schreibt aus Adelaide, dass die Ascalaplien Au-
straliens in der Ruhe an Zweigen sitzen und den Hinterleib in
einen Winkel von 45 Graden aufwärts halten (Proc. Ent. Soc. Lon-
don 1869. p. XVII).
Referent theilt 1. c. über die Lebensweise und Verwandlung
der Mantispa styriaca folgende Beobachtungen mit. Die Eier wer-
den im Monate Juli einzeln auf kleinen Stielen wie bei Chrysopa
gelegt, die in 21 Tagen hervorbrechenden Larven (siehe dieses
Arch. 1852. I.) fasten bis zum April des kommenden Jahres, suchen
dann die grösseren weissen Eiersäcke der Wolfsspinnen auf, bohren
sich in dieselben (je eine) ein und saugen Eier und junge Spinnen
aus. Nach der ersten Häutung verändern sie sich wesentlich, ihre
der Insekten während d. Jahres 1869. 99
Beine werden rudimentäre kegelförmige Stummel und ihr Körper
wird madenförmig, so dass sie einer Apiden-Larve gleichen. Die
Saugzangen stehen von einander breit getrennt nach vorne und
sind sehr kurz. Zur Verpuppung spinnen sie in dem Eiersack einen
Cocon, und diese erfolgt erst nach einigen Wochen. Die Nymphe
durchbricht beide Gespinnste und läuft noch eine Zeitlang umher,
bevor sie sich zur Imago häutet. Obschon durch die Form Verän-
derung der Larve eine Aehnlichkeit mit den Larven der Meloiden
entsteht, so fehlt doch bei Mantispa die tonnenartig erhärtende
Larvenhaut, die man Larva oppressa nennen könnte, weil sie nie
ein selbstständiges Leben führte, sondern in der früheren Larven-
haut eingeschlossen ist. Schliesslich glaubt derselbe noch die
Aehnlichkeiten und Unterschiede der Meloiden- und Muscarinen-
Tonnen-Puppen hervorheben zu sollen. Nach diesen Betrachtungen
stellt sich die Hypermetamorphose der Meloiden als besondere Art
derselben dar, wenn man nicht besser diese Bezeichnung allein auf
sie anwenden sollte. Das Wesentlichste wäre für sie die Larva
oppressa.
Derselbe beschreibt 1. c. p. 15 als n. Arten: Bubo Dietri-
chiae (Moreton Bay) und Formicaleo subpunctulatus (Viti-Inseln).
Eine wahrscheinlich zu ersterer Art gehörende Larve wird ebenda
p. 9 erwähnt (siehe auch T. XVII. p. 966).
Sialidae. Robert Mac'Lachlan veröffentlicht (Ann. and
Mag. of Nat. Hist. 4. ser. No. 19. Vol. IV. p. 35) seine vortrefflichen
Untersuchungen der mit Chauliodes und Corydalis verwandten Gat-
tungen und zeigt, dass diese Thiere trotz ihrer bedeutenden
Grösse sehr mangelhaft bekannt waren. Die bisher aufgestell-
ten Gattungscharaktere erwiesen sich als mangelhaft. Nachdem
er die Literatur in dieser Beziehung einer genauen Prüfung
unterzogen, nimmt er folgende Gattungen an; 1) Corydalis. Viele
Queradern im Fl., robuste Formen von brauner Farbe ; 2) Neu-
romus. Viele Queradern; weniger robuste Formen von bleicher
Farbe. ~ Die Kiefer und Fühler der (^ sind bei ersterer Gat-
tung ausgezeichnet, oder denen des $ gleich, bei letzterer stets
gleich. Die Hinterwinkeln des Kopfes bei beiden mit einem Dorn.
3) Chauliodes. Flügel mit wenigen Queradern, Hinterecken des
Kopfes stumpf ohne Zahn. Fühler des ^ verschieden gebildet,
oft denen des $ gleich. Schliesslich giebt der Verf. viele synony-
mische Bemerkungen, ein Verzeichniss der bis jetzt beschriebenen
Arten der Gattungen Chauliodes undNeuromus mit ihren synonymen
und die Beschreibung von 7 n. Arten: Chauliodes fraternus Nord-
China, Ch, tenuis Süd-Afrika, Neuromus infectus Darjeeling, N. mon-
tanus Himalaya, N. fenestralis Darjeeling, N. latratus Ost-Indien,
N. intimus Ost-Indien.
100 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Derselbe zählt ebenda 20 bekannte Arten der Gatt. Ghau
liodes und 11 Arten der Gatt. Neuromus mit Einschluss seiner n.
A. auf.
Panorpina. Eine vortreffliche systematische Arbeit über die
Panorpa-Arten Europas und der angrenzenden Länder ist von R.
Mac'Lachlan veröffentlicht worden. (Trans. Entom. Soc. London
1869. p. 59. PL)
Der Verf. hat zuerst die am letzten Segment des Männchens
befindlichen Anhänge zwischen der Basis der Geschlechtszange an
der Unterseite (durch Haltung oben) liegend , zur Unterscheidung
der Arten mit Glück benützt und entwirft folgende Tabelle: A. Sub-
costa nur bis zur Mitte des Flügels reichend, a. 7. und 8. Segment
des ^ einfach konisch, 1. alpina Rbr. ; aa. 7. Ring am Grunde mit
einem Höcker. 2. caucasica Selys.; B. Subcosta in der Pterostigma-
gegend endend, b. 7. und 8. Ring des ^ konisch; c. 6. Segment
allmählig verengt, abgestutzt, 7. und 8. massig lang; d. Anhänge
des 9. Ringes verlängert nicht abgestutzt; e. 6. Ring länger als der
7., 3. communis L. ;' ee. 6. imd 7. Ring gleich 4. P, connexa M'L. ;
dd. Anhänge des 9. Ringes kurz, am Ende erweitert, abgestutzt;
f. Anhänge kurz, fast abgerundet, 5. germanica L. ; ff. Anhänge
lang, 3. Ring oben mit Höcker, 6. gibherosa M'L. ; cc. 6. Segment
oblong, oben concav, am Ende 3-eckig vorgezogen, 7. und 8. kurz;
bb. 7. Ring des ^ mehr weniger cylindrisch, oben erweitert, 6.
quadratisch, seitlich ausgeschnitten ; g. Flügel deutlich schwarz ge-
bändert; h. 7. oben stark verdickt, 7. annexa .^elys., hh. 7. Ring
oben in der Mitte etwas verdickt, 8. Ghilianii M'L., gg. Flügel
wenig schwarzbraun gezeichnet, 7. Ring fast cylindrisch , 9, cog-
nata Rbr. Ungenau bekannt sind P. picta Hag. und rufostigma
Westw. — Schliesslich giebt er eine Uebersicht der geographischen
Verbreitung der 36 bekannten Arten und bildet 12 Arten ab.
Neue Arten sind Panorpa caucasica (Selys), Migrelien; P.
PH connexa, Migrelion; gibherosa Montenegro, Tinos; P. connexa
(= meridionalis Schneid.) Sicilien; P nematogaster Java; Mac'-
Lachlan 1. c.
Derselbe vermuthet, (ebenda p. 70) Asiss Euphania West-
wood = Gliorista Klug sei.
Derselbe beschreibt (Trans. Entom. Soc, London 1869.
p. 399. fig.) die beiden europäischen Arten der Gattung Boreus,
Westiüoodii Hagen und hiemalis L. Letztere Art fehlt in England.
Die Platte unter den Anhängen des <-^ ist bei B. hiemalis dreieckig,
bei Westwoodii 4-winklig5 vorne abgestutzt. Referent besitzt eine
doppelt so grosse neue Art aus dem Harz, als Boreus gigas im
kais. Museum zu Wien.
der Insekten während d. Jahres 1869. 101
Vict. V. Roeder: lieber Bittacus Hageni Brauer. (Berlin.
Entom. Z. 13. Jahrg. p. 446.)
Der Verf. hat die interessante Entdeckung gemacht, dass
diese vom Eef. 1860 bei Wien am Waschberge entdeckte Art sich
auch im Anhaltschen findet. Die Art, welche Ref. seither ganz
nahe bei Wien, im Prater wiederfand, scheint hier eingewandert zu
sein. Die kürzlich entdeckte Lebensweise der Larve bestätigt aber
die Vermuthung Röders nicht
Phryganeodea. Glyphotaelius Selysii M a c'L a c h 1 a n 1. c. p. 103
eine n. A. Migrelien.
Kiesenwetter erwähnt 1. c. (siehe Coleopt.) Limnophüiis
griseus, Ägapetus fuscipes, EccUsopteryx däleearlica, Peltostomis
sudetica, Anabolia arctica und Glossosoma Boltoni von der hohen
Tatra.
Fr. W. Mäklin spricht über die geographische Verbreitung
von Holostomis plialaenoides L. und altaica Fisch, in Finland und
giebt deren Beschreibung. (Öfvers. of Finska Vetenskaps Soc. För-
handl. XL p. 78).
Scudder veröffentlicht die Beschreibungen folgender Arten
aus Harri's Manuskripten (1. c. p. 333): Phryganea sp. ? = Neu-
ronia pardalis Walk.^ Ph. argus Hag.
Coleoptera.
Von Th. Lacordaire „Genera, des Coleopteres
ist der IX. Band 1. Partie erschienen (Hist. Natur, des
Insectes Paris 1869).
Derselbe enthält die Fortsetzung der IL Subfamilie Ceram-
bycides Legion IL Cohorte I und II und von der Subfam. III La-
miides die I. und IL Tribus und die 1. Division der III. Tribus
bis Sternotomides. (Siehe Longicornier.) Nach einer Anzeige soll
der IX. Band 2. Partie 1870 und der X. 1871 erscheinen. Mittler-
weile hat der Tod den um die Entomologie hochverdienten Verf.
der Wissenschaft entrissen und wir müssen abwarten, ob die hin-
terlassenen Manuskripte zu dieser Hoffnung berechtigen.
Von dem im vorigen Berichte bereits angezeigten
gediegenen Werke: Catalogus Coleopterorum etc. aucto-
ribus Gemminger et B. de Ilarold sind der IV. Bd.
(S. 979-1346) - Scarabaeidae -~, der V. Bd. (S. 1347-1608)
— Buprestidae^ Trixagidae ^ Monommidae , Eucnemidae,
Elateridae, Cebrionidae — und der VI. Bd. Rhipiceridae
bis Cioidae erschienen.
E. Mulsant und Gl. Rey haben unter dem Titel:
102 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Gibbicolles die Gruppe Ptiniores einer monographischen
Bearbeitung unterzogen. (Hist. Naturelle des Coleopteres
de Franc. Paris Nov. 1868. p. 224. PI. XIV.)
Die Verf. theilen ihre Tribus Gibbicolles in zwei Familien :
1) Ptiniens, Fühler zwischen den Augen, Schildchen meist vorhanden,
Flügeldecken normal, rauh oder punktirt; 2) Gibbiens, Fühler unter
dem Niveau der Augen eingelenkt. Schildchen fehlend, Flügeldecken
blasig, und auch nach unten z. Th. den Körper deckend. Die I.Fa-
milie zerfällt in 2 Zweige : Hedobiaires und Ptiniaires je nachdem
die Fühler breit oder wenig getrennt sind u. s. w., die Hedobiaires
enthalten zwei Gattungen (1 n.), die Ptiniaires zerfallen je nach
Vorhandensein oder Fehlen des Schildchens in 2 Zweige: Ptinates
mit 4 Gattungen (2 n.) und Tipnates mit zwei Gattungen. Die 2. Fa-
milie, Gibbiens enthält nur die Gattungen Mezium und Gibbium.
Nebst der Beschreibung neuer Arten und Gattungen enthält
die Arbeit eine vollständige Beschreibung der äusseren Körpertheile
dieser Insekten, ihrer Lebensweise und früheren Stände, sowie eine
Zusammenstellung ihrer bisherigen systematischen Gruppirung. Auf
den beigegebenen 14 Tafeln sind die einzelnen Gattungen durch
mehrere Arten sowohl in ganzen Figuren als auch deren Körper-
theile besonders in Umrissen naturgetreu dargestellt.
Dieselben haben unter dem Titel: ,,Vesiculiferes
(Hist. Nat. des Coleopteres de France Paris 1867." Extr.
aus 8oc. de Lyon) eine Monographie der Malachier ver-
öffentlicht.
Sie theilen dieselben in 2 Zweige A'palochraires — nur 10 Füh-
lerglieder sichtbar — und Malachiaires mit 11 sichtbaren Fühler-
gliedern. Erstere enthalten nur 1 Gattung, letztere werden in
3 Aeste getheilt : Malachiates, Ätithocomates nnATroglobates ^e nach
der Einlenkuug der Fühler an der Stirn, vorne oder an den Seiten,
dicht oder weiter vor den Augen. Die Gatt. Malachius wird in
4 Untergattungen — Clanoptilus Motsch., Hypoptilus, Malachius
S. str. und Micrinus getheilt. — Anthocomus enthält die Unter-
gattung Celidus M. R. und die Gruppe Änthocomates überdiess 2
n. Gatt, und 3 Untergattungen. Die 3. Gruppe enthält 2 Gatt.
Wie den übrigen Arbeiten dieser Verf. ist auch dieser eine allge-
meine Beschreibung der äusseren Theile dieser Käfer ihrer Biologie
sowie eine Einsicht in die bisherigen systematischen Arbeiten vor-
ausgeschickt. Auf 7 Tafeln sind die charakteristischen Theile in
Umrissen dargestellt.
Dieselben geben die Fortsetzung ihrer Monogra-
phie d. Floricoles (Dasytidae). (Ann. d. 1. Soc. Linn. de
der Insekten während d. Jahres 1869. 103
Lyon n. scr. T. XVI. p, 83— 231. Taf. I-XTX). Siehe
Melyrldae.)
L. Pandel le hat (Ann. Sog. Entom. Franc. 4. ser.
IX. p. 261) eine monographische Bearbeitung der euro-
päischen Tachyporinen unternommen.
Der Verf. bespricht den Charakter der Gruppe und sucht zu
beweisen, dass die Einlenkvmg der Fühler kein charakteristisches
Merkmal für die Gruppe, sondern nur für einige Gattungen abgiebt,
und dieselbe sich auch bei einigen Äleocliarinen findet. Nach Er-
klärung einiger terminologischer Ausdrücke giebt derselbe eine neue
Charakteristik der Gruppe Tachyporini, die 7 Gattungen (Hypocy-
ptus, Conuriis, Tacliyporus, Hahrocerus, Gilea, Taclünus und Boli-
tohius) enthält, wie folgt: Staphylini capite laevi, non impresso, non
super autennas inflato, non ocellato, nee postice strangulato; pro-
noto antice longius quam postice attenuato, pone medium latiore,
non impresso; prosterno pone coxas late membranaceo, stigmatibus
conspicuis; elytris cum epipleuris latioribus. infra et supra carina
ioisigni acute limitatis; coxis magnis, anticis vix insertis, postice
mesosterno applicatis. Hiedurch soll die Gruppe von den Ver-
wandten Oxytelinen, Aleocharinen u. s. w., unterschieden werden.
— Die Gattungen und Arten sind nach der analytischen Methode
in Tabellen gebracht und ausführlich beschrieben; die dem Verf.
nicht zur Ansicht vorgelegenen werden am Schlüsse jeder Gattung
beschrieben. Neue Arten enthalten die Gattungen Hypocyptes 2,
Comtrus 2, Tachyporus 2, Tachinus 3 und BoUtobms 10. — Von
Conurus lütoreus und Tachinus hmneralis ist die Larve nach Perris
beschrieben.
Eine bedeutende Arbeit über die englischen Arten
der Gattung Homalota hat David Sharp veröffentlicht
(Trans. Entom. Soc. London 1869. p. 91— 272).
Der Verf. beschreibt 157 Arten, von denen 29 neu sind. Er
nimmt die von Thomson errichteten Genera, in welche derselbe die
Gattung gespalten hat, nicht an, unterscheidet dagegen 8 Sektionen
nach der Form des Hinterleibes, mit parallelen Seiten oder nach
hinten verengt, nach der Form des Thorax, quadratisch oder breiter
als lang, und nach dem Bau der Fühler und deren Endgliedern
u. s. w. Da die Wiederholung dieser Einthcilung ohne Aufzählung der
in die Sektionen gehörenden Arten zwecklos wäre , so müssen wir
des Umfanges wegen auf die Arbeit selbst verweisen.
E. A beule beschreibt (Petit. Nouv. Nr. 11) neue
Arten in den Gattungen Agrilus 1, Telephorus 1, Ptinus 1,
Anisoxya 1, Sitaris 1, Salpingus 1; Callidium 1, Mono-
hammus 1, Cortodera 1.
104 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
M. E. Allard macht Bemerkungen über einige
Arten der Gattung Sitones und beschreibt 2 neue Arten,
(ßerl. Entom. Z. 13. Jahrg. p.321.)
Derselbe beschreibt (ebend. p. 324) 2 neue Arten
der Gattung Cvclomaurus und einen Trachjphloeus.
Derselbe giebt Bemerkungen über Bruchites-Arten.
(Ebend. p. 326.)
E. B a 1 1 i o n : Bemerkungen über einige Käfer- Ar-
ten des Catalogus Coleopterorum von Dr. Gemminger
und ß. V. Haro,ld. (Bull. Soc. Imp. N. Moscou T. 42.
Nr. 1. p. 210 sq.)
Der Verf. berichtigt einige angenommene Namen des genannten
Cataloges und macht Bemerkungen über die Synonymie einiger
Arten. Wir heben folgende davon hervor : Feronia nitens Chaud.
will derselbe als Var. zu F. laevicollis Ch. ziehen; Lebia gracilis
Motsch. ist als nicht existirend zu streichen ; ebenso Aristus nitidus
Faldr. ; Epomis Karelini Mnrh. ist wahrscheinlich eine gute Art und
nicht Var. v. circumscriptus (Chlaenius). Caiosoma granulosum
Motsch. ist als ungenügend beschrieben zu streichen. Weiter finden
sich in vielen Gattungen 2 Arten gleiches Namens. — Hydrovatus
Motsch. T. II. p. 429 ist identisch mit Oxynoptilus Kiesenwett.
ebend. p. 442.
Becker giebt (llorae Soc. Ent. Ross. VI. p. 108)
eine Notiz über das Vorkommen von Apion arternisiae s.,
Cossypims tauricus St. und Bryaxis furcata Mot. auf Salz-
steppen bei Sarepta.
F. Chapuis: Synopsis des Scolytides. Prodromus
zu einer Monographie der Hylesinides, Phloeotrupides,
Camptocerides und Scolytides mit Diagnosen der Gat-
tungen und Arten. (Mem. d. 1. Soc. roy. des Sciences
de Liege 1869. p. 61.)
Chaudoir beschreibt (Ann. Soc. Entomologique de
Belgique T. XII. p. 113 sq.) unter dem Titel: Memoire
sur les Thyreopterides eine Anzahl neuer Carabici trun-
catipennes und stellt neue Gattungen und Arten auf.
Derselbe stellt neue Arten und Gattungen ebenda
p. 163 Mem. sur les Coptoderides auf.
Crotch und Harold geben Berichtigungen zum
Catalogus Coleopterorum von Gemminger und Harold
I— V. (Coleopt. Heft V. p. 105).
der Insekten während d. Jahres 1869. 105
Desbrochers des Loges glebt (Petites NouvelL
Nr. 8, 9 u. 12) vorläufig knrze Diagnosen von neuen
europäischen Arten.
{Gymmtron 4 A. Apion 2, Polydrosus 3, Änthonomus 1, Cio-
nus 1, Sitones, Cryptohypnus 1, Agriotes 4, Athous 4, Cardiopho-
rus 5, Dorcadion 1, Phytaecia 1, Galeruca 1, Cetonia 1, Hoplia 1,
Berosus 1, Athous 1.)
Derselbe beschreibt neue Arten der Gattung Fo~
lydrosus und andere CurcuUoniden und stellt eine neue
Gattung dieser Familie auf (Ann. d. 1. Soc. Entora. France
4. ser. IX. p. 387).
Derselbe giebt (Petites Nouv. Nr. 10) Berichti-
gungen zu Stein's Catalog. Coleopt.
C. A. Do hm: Zwei Krondiamanten (Stett. Ent. Z.
p. 308); Julodis variolaris Pils, und Eumecops Kiitaryi
Hochh. aus Sarepta.
(Der Verf. bespricht die systematische Stellung von Eume-
cops und dessen Schuppenbekleidung-, welche er ausser Zweifel stellt.)
Graf J. A. Ferrari beschreibt drei neue westasia-
tische Käfer (1 Phyllocerus, 1 Dcndroides und 1 Purpu-
ricenus) und giebt eine analytische Tabelle zur Bestim-
mung der Gattungen Dendroides Latr. Pogonocerus Fisch,
und ihrer Arten, nach den vorliegenden Beschreibungen.
(Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien. T.XIX. p. 193.)
J. Gerhardt bespricht die Käferfauna der weissen
Wiese im Riesengebirge. (Berlin. Entom. Z. 13. Jahrg.
p. 259.)
Derselbe giebt (ebenda p. 261) eine kurze Cha-
rakteristik von Elmis Kirschii Müller in litt, und (p. 262)
einen Sammelbericht vom J. 1868. Nach demselben sind
in Niederschlesien bis jetzt 2755 Arten gefunden worden.
E. V. Harold: Die Arten der Gattung Glaphyrus
Latr. monographisch bearbeitet. (Berlin. Entom. Z. 13.
Jahrg. p. 425 ff.)
Der Yerf. hat nach Vergleich einer grossen Zahl typischer
Exemplare eine neue Charakteristik der Arten vorgenommen, nach-
dem sich der von Burmeister angewendete Eintheilungsgrund, die
gezähnten Vorderschienen nicht verwerthen liessen. Der Verf. be-
spricht in eingehender Weise die Geschlechtsverschiedenheiten bei
verschiedenen Arten, wie z. ß. die Körpergrösse, Gestalt des Fühl-
106 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
horns, des Kopfschildes, der Flügeldeckeu, des Pygidium und der
Beine. Hier hebt er eine Eigenthümlichkeit dieser Gattung unter
den Lamellicorniern hervor, nämlich die differente Bewehrung der
Hinterschienen, die bei den Männchen in einen Enddorn, bei den
Weibchen in zwei Dornen endigen, oder bei ersterem nebst dem
Enddorn einen kleinen accessorischen Dorn haben. — Bei einer
einzigen am Schlüsse nur erwähnten, nicht beschriebenen n. A. sind
die Schienen des (/ weiblich gebildet. Durch eine analytische Ta-
belle ist die Bestimmung der Arten (13 davon 3 neu) erleichtert.
Derselbe giebt eine Charakteristik und genaue
Beschreibung einiger in Mexiko vorkommenden Copriden
aus den Gattungen Copris, Pinotus, Ontherus u. a. mit
Beschreibung neuer Arten. (Ann. Soc. Entom. France
4. ser. IX. p. 493.)
D. L. V. Heyden bespricht die von Hrn. v. Fri-
valdsky in den Schriften der Ungarischen Akademie
1865 beschriebenen Insekten-Arten.
Die Diagnosen einiger neuen Gattungen und Arten werden
wiederholt und synonymische Bemerkungen dazu gemacht, (ßerl.
Ent. Zeit. 13. Jahrg. 1869. p. 52.) Schliesslich giebt der Verf. em
Verzeichniss der abgebildeten Insekten u, d. a. Thiere.
J. Kaup: Prodromus zu einer Monographie der
Passaliden (Schluss). Harold Coleopt. Hefte V. p. 1. —
Siehe Passalidae.
Th. Kirsch: Beitrag zur Kenntniss der Gattung
Omophlus Sol. (Berl. Ent. Zeit. 13. Jahrg. 1869. p. 97.)
Der Verf. giebt, nachdem er die Gattung Heliotaurus Muls.
als nicht haltbar erklärt, eine Synopsis der Arten (,46 A., 19 n.)
der Gattung Omophlus und theilt dieselben nach der Breite und
Länge des Flügeldeckcnumschlages in 3 Gruppen und nach der
Farbe des Halsschildes, Beschaffenheit der Flügeldecken u. s. w. in
weitere Abtheüungen. 35 Arten werden genau beschrieben. Schliess-
lich folgt noch im Anhange die Beschreibung von 0. maroccanus
Luc. und einer n. A.
Gottl. V. Koch: Abbildung und Beschreibung
einiger Käfer aus der Sturm'schen Sammlung in Nürn-
berg. (Abhandl. d. Natur f. Ges. zu Nürnberg. Bd. IV.
p. 89. T. A. B. (Longicorn. Histerid. Coprophaga.)
G. Kraatz: (Berl. Ent. Zeit. 13. Jahrg. 1869. p. 129)
Ueber die deutschen Coninomus-Arten.
Der Verf. hat Cou. constrictus und carinatus Gyll., ersteren
der Insekten während d. Jahres 1869. 107
in Schlesien, letzteren in der sächsischen Schweiz gesammelt und
giebt genauere Kennzeichen der Arten an. Lathridius incisus Man-
nerh. wird ebenfalls zu Coninomus gezogen, die Gattung aber als
nicht haltbar dargestellt.
Derselbe giebt die Synonymie der europäischen Arten der
Gattungen Sacium Le Conte und Arthrolips Woll. (ebenda p, 283).
Derselbe: Ueber einige deutsche Blaps Arten.
(Berl. Ent. Zeit. 13. Jahrg. p. 276). — Siehe Melasoma.
Derselbe: (Ebenda p. 281.) Synonymische Be-
merkungen über Blaps-Arten.
Derselbe giebt synonymische Berichtigungen der
von Allard in d. Ann. Soc. entom. Belgique XI. p. 118
beschriebenen Bruchus- Arten. (Berlin. Entom. Z. .13.
Jahrg. p. 23 sq.)
Derselbe macht synonymische Bemerkungen über
einige Dorcadion-Arten (ebenda p. 334).
Derselbe (Berl. Ent. Z. 13. Jahrg. p. 419) giebt
eine Aufzählung der in Thomson's „Soandinavien Co-
leoptera^ T. IX und X neu beschriebenen, zum Theil
wahrscheinlich in Deutschland einheimischen Arten mit
synonymischen Bemerkungen.
Derselbe: Einige für die europäische Fauna neue
Carabicinen (Berl. Ent. Z. 13. Jahrg. p. 447). Siehe Ca-
rabici.
Leconte veröffentlicht aus C. Zimmermann's
hinterlassenen Manuskripten die Beschreibungen neuer
Arten und giebt synonymische Bemerkungen (Trans.
Americ. Entomol. Soc. Vol. II. p. 243. Jan. 1869).
Die Arbeit enthält mehrere Bestimmungstabellen für die Arten
der Gattung Flatynus u. a. aus den Familien der Garabiden, Hydro-'
phüiden, Süphiden und Histerinen.
Derselbe: Analytische Tabelle der Baridius- Arten
der Vereinigten Staaten. (Proc. Acad. Nat. Sc. Philad.
1868. p. 365.)
Derselbe: Gyrinidae of America north of Mexiko
(ebenda p. 373), — Species of Agonoderus, Bradycellus
und Stenolophus ebendah. (1. c. p. 383.)
H. Lucas beschreibt zwei neue Pachydema- Arten
und giebt eine Uebersicht der von ihm bisher beschrie-
108 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
benen Arten dieser Gattung. (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser.
IX. p. 521.)
S. A. de Marseul: Histeride du Sud de l'Afrique
reciieilles p. M. le Dr. Fritsch (Berl. Entom. Zeit. 13.
Jahrg. p. 288).
Der Verf. zählt die gesammelten Arten auf und giebt eine
ausführliche Beschreibung von 5 n. A.
Motschoulsky zählt die auf seinen Reisen gesam-
melten Käfer aus mehreren Familien auf und giebt eine
kurze Charakteristik derselben. Der Aufsatz ist die 6te
Folge seiner Enumerationes und enthält die Trichoptiliden,
welche in 18 Gattungen zerfallen mit vielen neuen Arten.
(Bullett. d. 1. soc. Imp. de Nat. de Moscou T. 41. p. 170 sq.)
Derselbe macht synonymische Mittheilungen über
Akis-, Nitidula-j Rhoebus- und Zonoptilus-Arten (Horae
Soc. Entom. Ross. T. VI. p. 93).
Laureano Perez Areas: Insectos nuevos etc.
Madrid 8. 1868. p. III, enthält nach Guerin (Revue et
Mag. 2. ser. T. XXI. p. 127j die Beschreibung von fol-
genden neuen spanischen Arten:
Pterostichus vectonicus, Thorictus sulcicollis, Äsida Barceloi,
Cardonae, Falinoi, Morae, Perezii Chevr., Vuillefroyi, Ihicensis,
Amorii, punctipennis, Polydrosus Martinezii, Dorcadion Isernii, JD.
ühagonii. amorii Mars.
Piochard de la Brulerie giebt (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. T. IX. p. 30) Berichtigungen zu einem ebenda
1866 erschienenen Aufsatze.
P. 510 statt Äkis Sansii, lies Ä. discoidea; p. 516 BracMnus
longicolUs und Oph. discicollis streiche ; p. 534 statt Eretmotes euro-
paeus lies Er. ibericus.
E. C. Rye macht Bemerkungen zu G e m mi ng er's
und Harold's Catalogus Coleopterorum (Ent. Month.
Mag. V. p. 247).
Derselbe veröffentlicht (Entom. Month. Mag. VI.
p. 2) synonymische Bemerkung und Beiträge zu Englands
Fauna der Coleopteren.
Schioedtc zählt einige für Dänemark neue Colep-
teren auf. (Naturhist. Tijdsskrift 3. R. 5. Bd. 1869.
p, 543.)
der Insekten während d. Jahres 1869. 109
M. G. Tappes: Extrait d'un Travail siir les Crypto-
cephalides d'Europe etc. (Ann. Soc. Ent. France 4. ser.
T. IX. 1, trim. p. 5. tab. 1.)
Der Verf. bespricht in Kürze die Yerwandhmg dieser Käfer,
giebt Abbildungen der Gehäuse der Larven, der Eier und Larven
nach Rosenhauer's Werk, sowie der Parasiten derselben, überdiess
beschreibt er 4 n. A.j welche auf T. 1 nebst C. Tappesi Mars, ab-
gebildet sind.
E. Tasche nb er g : Die im zool. Museum der Uni-
versität Halle aufgestellten Rüsselkäfer (Zeitsch. f. ges.
Naturwiss. Giebl. 1869. T. 33. p. 129).
Das Verzeichniss dieser reichen und durch die vielen typischen
Exemplare ausgezeichneten Sammlung ist nach Lacordaire »Ge-
nera des Coleopteres« und theilweise (Anthribidae und Bruchidae)
nach Burmeister's Aufstellung im obengenannten Museum ge-
ordnet. Fast bei jeder Gattung werden noch unbenannte und da-
her wahrscheinlich neue Arten aufgezählt, wodurch für die Ver-
breitung der Genera jedenfalls ein Beitrag geliefert wird, denn wir
sind immer der Ansicht, dass die Sache mehr Werth hat als der
Name. — Die Geschichte dieser Sammlung ist früher (ebend. Bd. 27.
S. 201) besprochen.
Tournier macht synonymische u. a. Bemerkungen
über einige Coleopteren (Petites Nouv. 3).
(Epiirea, Cyllodes, Laemophloeus, Pediacus, Atomar ia Atta-
genus).
K. Ullrich fand (Mitth. d. naturwiss. Vereines f.
Steiermark. IL Bd. I. Heft p. 122) den Ilylolaemus fas-
ciculosus Gyll. unter Ahornrinde bei Mixnitz und be-
schreibt einen (?) neuen Paederus ohne Namen.
J. W a n k 0 w i e z : Notices Entomologiques (Ann.
Soc. Entom. France 4. ser. IX. p. 411).
Der Verf, beschreibt L die in Lithauen vorkommenden Pte-
nidium-Arten (1 n.), IL eine neue Ptilium-Art, IIL bespricht er
die Form des vorletzten Segmentes der Trichopteryx-Arten, IV. einen
neuen Pocadius, V. ein neues Agathidium und giebt eine analytische
Tabelle der in Lithauen gefundenen Arten, VI. neue Arten diverser
Familien.
Kleinere Mittheilungen und Berichtigungen u. s. w.
geben Reiche (Antwort auf Col. Heft IV. p. 92), Can-
d^ze, Marseul, Harold und Gemminger (Coleopt,
Heft V. p. 120-125).
Archiv für Naturg. XXA.VI. Jahrg. 2. Bd. |J
110 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Aube giebt eine Liste von blinden z. Th. neuen
Käfern, welche M. Raymond in Corsika und Sardinien
gesammelt hat. (Bullet Entom. Franc. IX. 1869).
H. W. Bat es giebt die Fortsetzung der Beschrei-
bung der Longicornier, welche von ihm am Amazonen-
Strom gesammelt wurden- (Trans. Entom. Soc. London
1869. p. 37) und zwar die Tribus der Prioniden. (Be-
gonnen in Ann. and Mag. Nat. bist. Juli 1861.)
Der Verf. beschreibt die Arten in der Reihenfolge des La-
cordaire'schen Systems. Im Vergleich mit der Zahl der aus dem
tropischen Amerika bekannten Arten (166) ist die der gesammelten
Arten gering (26). Die grösste Menge der Prioniden-Arten scheint
sich auf die angrenzenden Gegenden der Tropen zu vertheilen^ auch
sind die Thiere nächtlich und dadurch schwer zu finden. Die
Arten vertheilen sich auf folgende Gattungen: Parandra enthält 1
(neu), Psalidognathus 1, Enoplocerus 1, Orthomegas 1, Macrodontia2,
Titanus 1, Ctenoscelis 3, Jalyssus l, Mallodonhophis 1 (neu), Mal-
lodon 2, Stictosomus 1, Polyoza 1 (neu), Mallaspis 1, Pyrodes 7
(4 neu), Esmeralda 1 (neu), Nicias 1 Art.
Baudi di Selve Flam.: Coleopterorum messis
in insula Cypro et Asia minore ab Eugenio Truqui con-
gregatae recensitio : de Europaeis notis quibusdam additis
P. 2. (Berlin. Entom. Z. 13. Jahrg. p. 369 sq.)
Ein Verzeichniss von Staphyliniden, Pselaphiden und Scydmae-
niden mit Beschreibungen neuer Arten. In Anmerkungen sind neue
europäische Arten beschrieben und zahlreiche Bemerkungen von
Kraatz beigegeben, überdiess werden einige nur in litteris bekannte
Arten von Saulcy und Fauvel beschrieben.
M. V. Bell giebt ein Verzeichniss der bis jetzt in
der Umgegend von Jaroslav aufgefundenen Käfer. (Bull.
Soc. Imp. Natur. Moscou T. 42. No. 1. p. 143 sq.) — Ent-
hält 505 Arten, nebst Angaben über deren Grösse, Häu-
figkeit und Erscheinungszeit.
De Borre giebt einen Nachtrag zu dem Verzeich-
nisse der Belgischen Staphylinen von Tennstedt. (Ann.
Soc. Entom. Belgique T. XTI. corapt. rend. XLVI. vide
ebenda T. VI.)
Brown Edwin zählt die australischen Arten der
G. Tetracha auf und beschreibt eine n. A. (Trans. Ent.
Soc. London 1869. p. 351.)
der Insekten während d. Jahres 1869. . 111
G. Di eck: Beitrage zur siibterranen Käferfauna
Südeuropas und Maroecos 1. Stück. (Berl. Ent. Zeit.
13. Jahrg. p. 337 sq. — auch als Flugschrift erschienen.
Diagnosen u.s. w.) Der Verf. schildert den Arten- Reich-
thum der Grotten und beschreibt viele n. A. Schliess-
lich bespricht er die geographische Verbreitung der Blind-
käfer und die Gattungsrechte von Anophthalmus mit Be-
zug auf die Gattung Trechus, sowie einige biologische
Momente.
Derselbe: Diagnosen neuer blinder Käfer aus Süd-
europa und von der Nordküste Maroecos.
Enthält die Beschreibung von 8 Anophthalmus, 2 Scotodipnus,
4 Adelops, 1 Typhlocharis n, Gatt., je 1 Ä7iommatus, Amaurorhinus,
Raymondia und 2 Crypharis.
L. Fairmaire bespricht die von Ch. Coquerel auf
Madagaskar und an der afrikanischen Küste gesammelten
Coleopteren und beschreibt neue Arten. (Ann. Soc.
Entom. Fr. 4. ser. IX. p. 179).
Der um die Erforschung der Fauna Siebenbürgens
sehr verdiente Naturforscher Carl Fuss hat ein Ver-
zeichniss der Käfer dieses Landes veröffentlicht. Die
Zahl der Arten ist 2810. — (Arch. d. Ver. für sieben-
bürgische Landeskunde n. Folg. T. VIIL Hft. III. p. 335.)
G. Joseph: Beiträge zur Kenntniss der Sphodrus-
Arten in den Krainer Gebirgsgrotten (Berlin. Entom.
Zeit. 13. Jahrg. p. 243).
Der Verf. hat sich durch wiederholtes Durchforschen der
Grotten eine grosse Zahl der dort vorkommenden Arten verschafft
und bespricht eingehend die Veränderlichkeit der einzelnen Kör-
pertheile bei verschiedenen Individuen derselben Art^ die besonders
durch die Verhältnisse in den Grotten erklärbar scheinen. Beson-
ders veränderlich erscheint Sph. Schreihersii Küst., der sowie dessen
Varietäten ausführlich beschrieben werden. Trotz diesen Studien
fühlt sich der Verf. dennoch geneigt noch eine Art aufzustellen.
Kawall: Die Käfer in den russ. Ostseeprovinzen
Kur-, Liv- und Estland.
Nebst einer genauen Uebersicht der betreffenden Literatur
giebt der Verf. viele biologische Beiträge. Correspond. -Blatt des
Naturf. Vereines zu Riga XVII. Jahrg. p, 53 und 148).
Th. Kirsch: Beiträge zur Käferfauna von Bogota,
112 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
5. Fortsetzung. (Berl. Entom. Zeit. 13. Jahrg. 1869.
p. 187.)
Der Verf. beschreibt neue Arten und stellt neue Gattungen
von Phanerognathen Curculionen aus der Gruppe der Apostasime-
riden auf. — Siehe Curculionidae.
H. V. Kiesenwetter: Eine Excursion nach der
Babia Gora und in das Tatragebirge im Sommer 1868.
(Berlin. Ent. Z. 13. Jahrg. p. 305 sq.)
Der Verf. schildert in anziehender Weise seine in oben ge-
nannten Gegenden gemachten Beobachtungen und die geographische
Verbreitung der alpinen Insekten im Allgemeinen mit Berücksich-
tigung der Darwin'schen und Wagner'schen Theorien. Von diesen
Standpunkten aus erscheinen die flügellosen, einer Wanderung un-
fähigen alpinen Insekten als der Rest einer uralten Fauna. Die
Gleichheit der Faunen der durch tiefe Einschnitte getrennten Höhen
führt den Verf. zu dem Schlüsse, dass es bei gleichbleibenden Exi-
stenzbedingungen selbst bei strenger Separation der Individuen nicht
zur Rassenbildung kommt, die Arten sich vielmehr in ihren Eigen-
thümlichkeiten konstant zeigen. — Am Schlüsse werden die alpinen
Coleopteren der Tatra 52 A. mit jenen der Babia Gora 31 A., den Bes-
kiden 19 A., Sudeten 17 A., des Riesengebirges 25 A., Siebenbürgens
23 A., der ostgalizischen Karpathen 27 A. und der Alpen 22 A. in
eine Parallele gebracht, in wiefern sie diesen gemeinsam sind. —
Auf einer 2. Tabelle sind die der Tatra, Bernina, Tauernkette und
dem Monte Rosa angehörenden Carabiden zusammengestellt.
G. Kittel giebt Nachträge und Verbesserungen
zu der im 12. und 19. Bericht veröffentlichten üeber-
sicht der Käfer um Augsburg (20. Bericht des naturh.
Vereins in Augsburg 1869\
Kraatz: Verzeichniss der Käfer Deutschlands. 8.
Als Beiheft zun: Berl. Ent. Zeit. 1869 erschienen.
Das Material ist nach Stein's neuestem Cataloge angeordnet.
Leconte giebt ein Verzeichniss von in Vancouver
Island von Henry und Joseph Mathev^s gesammelten Kä-
fern mit Beschreibungen n. A. (Ann. Mag. Nat. Hist. IV.
p. 369).
Es zeigt sich aus demselben, dass viele östliche centrale For-
men ihre geographische Verbreitung bis zum stillen Ocean haben
und einige weit nördlicher reichen als man vermuthete. Als erstere
können nach dem Verf. folgende Arten genannt werden: Nebria
moesta, Psydrus piceus^ Platynus cupripennis, P. bembidioides, Ani-
sodactylus nigrita, Dytiscus Harrisii, Leistotrophus cingulatus, Elater
der Insekten während d. Jahres 1869. 113
apicatus, Corymbites inflatus, Cleriis nubilus^ Tricrania Stansburii,
Tragosoma Harrisii, Acraaeops strigilata, Callidium janthinum, Mo-
nohammus scutellatus, Saperda calcarata, Platyrhinus ? fasciatus.
Das Verzeichniss enthält 187 A. Auch einige bekannte Arten
sind näher besprochen.
Em. Lokaj: Verzeichniss der Käfer Böhmens (Ar-
beiten der zool. Sektion f, Landesdnrchforsch. v. Böhmen.
Arch. d. nat. Landesdf. I. Bd. IV. Abth. Prag. 1869.
p. 1-77).
Der Verf. zählt 2867 Arten nach der Anordnung de^^ Sehaum'-
schen Catalogus auf.
F. P. P a s c 0 e : Longicornia Malayana (Trans. En-
tom. 8oc. London 3. ser. Vol. IIL P. VI u. VII. p. 497
-711. PI. XX-XXIV).
Der Verf. schliesst die im Jahre 1864 begonnene grosse Arbeit
über die von Wallace gesammelten Longicornier des Malayischen
Archipels mit den noch übrigen Abtheilungen der Cerambyciden
und Prioniden. Die Lepturiden werden nach Leconte als Gruppe
der Cerambyciden betrachtet^ in Bezug der Anordnung wird genau
das Lacordaire'sche System befolgt. Die 1. Legion fehlt am Ar-
chipel, von der 2. Legion sind von den in d. Sect. 1 befindlichen 24
Unterfamilien 7 in der Sammlung vertreten (Ominae, Cerambycinae,
Hesperophaninae , Phoracanthinae , Callidiopsinae , Strongylurinae,
Obriinae). von der Sectio 2 von 54 Lacordaire'schen Gruppen 16 durch
Arten repräsentirt (Necydalinae, Molorchinae, Lepturinae, Stenode-
rinae, Dejanirinae, Compsocerinae, Stenaspidinae, Clytinae, Prothe-
minae, Callichrominae, Pyrestinae, Sestyrinae, Glaucytinae, Tillo-
morphinae, Cleomeninae und Disterniinae). Die Apatophysinen sind
nur durch eine Form, Trypogaeus vertreten. Von den Prioniden
finden sich nur die in die Abth. Prionides vrais sylvains 2. Coh.
gehörenden Formen. Von den 27 Gruppen Larcordaire's sind 9 in
derSamihlüng enthalten. (Derobranchinae, Ctenoscelinae Zaracinae,
Macrotominae, Remphaninae, Mallodontinae, Colpoderinae, Closteri-
nae, Aegosomatinae). — Schliesslich folgen Berichtigungen und Zu-
sätze, eine Uebersicht der Arten-Z ahl der ganzen Sammlung (291 Ge-
nera, 1046 Arten, von denen 132 Genera und 734 Arten neu sind),
Tabellen, aus wjelchen die geographische Vertheilung der Arten er-
sichtlich ist und eine Beschreibung der Fundorte.
Pettit giebt ein Verzeichniss der Coleopteren von
Grimsby in Ontario. (^Canadian Entomologist.)
Ferd. Piccioli giebt einen Catalog der Coleop-
teren Toskanas (Bnllett. Soc. Entom. Italiana L p. 56
u. 205).
114 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Die erschienenen Abtheilungen enthalten Carabiciden — Blechrus.
Ritchic verzeichnet die Käfer von Island of Mont-
real (Canadian Naturalist and Geolog.) 217 A.
W. Scriba : Die Käfer im Grossherzogthum Hessen
U.S.W. (13. Bericht der Oberbessischen Ges. f. Natur-
und Heilkunde Giessen p. 89.) — Nachtrag und Scbluss,
3549 Arten.
S. Solsky: Staphylins de l'Amerique meridionale
et du Mexique IL Bull. Soc. Imp. Moscou T. 42. p. 257 sq.
(Forts, aus Hör. Soc. Ent. Ross. T. V. p. 119). —Siehe die
Familie.
Derselbe: Materiaux pour servir a l'etude des
Insectes de ia Russie V. Coleopteren Südrusslands. (Fort-
ges. aus Hör. Soc. Ent. Ross. IV. u. Y.) Bull. Soc.
Imp. Moscou T. 42. p. 459.
Eine Aufzählung von gesammelten Käfern mit synonymischen
Bemerkungen und Beschreibungen neuer Arten.
J. P. E. Fr. Stein bespricht die neueste Ausgabe
seines Catalogus Coleopterorum Europae ßerol. 1868^
macht auf die vorgenommenen systematischen und anderen
Aenderungen aufmerksam und giebt schliesslich Zusätze
und Berichtigungen.
Ed. Stein heil zählt die 1. Centurie der von P.
Strobel in der argentinischen Republik gesammelten
Käfer auf und beschreibt neue Arten aus verschiedenen
Familien (Atti della Soc. Italiana di Science Naturali
Vol. XII. fasc. II. p. 238 ff.).
G. Sti erlin und V. v. Gautard geben unter dem
Titel „die Käfet-fauna der Schweiz" (Neue Denkschrift
d. allg. schwreiz. Gesell, f. d. ges. Naturwiss. Zürich 1869.
Bd. XXIII) ein in Betreff auf vertikale und horizontale
Verbreitung der Coleopteren-Arten sehr lehrreiches Ver-
zeichniss der in der Schweiz aufgefundenen Species mit
vielen Bemerkungen über Aufenthalt, Lebensweise und
Häufigkeit derselben.
In der Einleitung führen die Verfasser die Arbeiten an, welche
früher über denselben Gegenstand gegeben wurden. Die Anordnung
der Arten ist nach MarseuFs 2. Catalog 1863 nach Lacordaire's Sy-
stem. Bei jeder Art ist angegeben wo eine genaue Beschreibung
der Insekten während d. Jahres 1869. 115
derselben zu finden ist. Bei Pterostichus raultipimctatus Dej. ist
die Var. f. nobilis Stierlin näher beschrieben, da sie vielleicht eine
n. A. ist.
T. V. Wollaston bespricht die Käferfauna der
Insel St. Helena (Ann. and Mag. Nat. Hist. 4. ser. T. IV.
p. 297 u. 401) und hebt die interessante Lage dieser
Insel (1200 Meilen vom nächsten Punkt des afrikanischen
Festlandes) hervor. Seit seinen ersten Berichten über
diesen Gegenstand (1860) ist die Coleopteren-Fauna weit
besser bekannt und 74 dort gesammelte Arten verzeichnet.
Von diesen sind aber nur 35 Arten wirklich ursprünglich
einheimische^ 26 sind unzweifelhaft durch die Cultur und
andere Agentien dorthin verschleppt^ 13 Arten sind
zw^eifelhaft in Bezug der Herkunft aber jedenfalls natu-
ralisirt.
Die 35 einheimischen A. gehören in die Gattungen Haplotho-
rax 1, Calosoma 2 ?, Bembidium 1, Ädoretus 1, Pentarthrum 1, Ne-
siotes 2, Trachyphloeosoma 1, Sciohius 1, Heteronychus 1, Mellissius 2,
Heteroderes 1, Microxylobkis 10, Notioxenus 4, Homoeodera 3, Lon-
gitarsus, Gydonia, Opatrum und Mordella je eine Art. — Eine grosse
Rolle spielen die Rüsselkäfer in der Fauna dieser Insel. Die cha-
rakteristischen Gattungen sind Microxylobius, Notioxenus und Bhyn-
choplwra, Nesiotes, Trachyphlaeosoma^ und Pentartliram, unter den
Caraben Haplothorax, unter den Lamellicorniern Mellisius. Die
Insel besitzt in dieser Fauna niclits mit dem nördlich gelegenen
subafrikanischen Archipel gemeinsam, es sei denn allgemein durch
die Civilisation und Cultur verbreitete Arten. Die n. A. siehe bei
den Familien.
No. 9 des Canadian Naturalist enthält Verzeichnisse
von Coleopteren aus Quebec.
C. V. Gern et: Beiträge zur Käfer-Larven-Kunde.
(Horae Soc. Ent. Ross. VI. 3. Taf.)
Der Verf. beschreibt 1. die Verwandlung von einer fraglichen
Cucujiden-Larve (? Dendrophagus crenatus), welche unter Birken-
rinde lebte, 2. von Äntherophagiis pallens aus dem Neste von Bom-
bus muscoram; 8. von Hoplocephala haemorrhoidalis aus Baum-
schwämmen, 4. von Gnathocera (Gerandria) cornuta aus Weizenmehl.
H. S. Go rh am bespricht die Lebensweise von Le/?^i-
nus testaceus in Bienennestern (Ent. Menth. Mag. VI.
p. 89).
Claude n giebt eine Notiz über die Lebensweise
116 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. NaturgeschicMe
des Carabiis fiodulosus und seiner Larve (Bull. Entomol.
Fr. 1869. p. V).
G. R. Crotch zog MordeUistena jpumila in den
Stängel einer Silene (Entomologist IV. p. 316. 11).
Perris berichtigt die Beschreibimg der Larve des
Olibrus affinis u. a. A. (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. IX.
p. 464.J
Derselbe: Insectes dont les larves habitent la
vigne sauvage, le Pin, le Chene ordinaire, le Chene Tauzin
et rOrme. (Aufzählung der gezogenen Arten.) (Ebenda
p. 462.)
Derselbe (ebenda p. 466) bespricht die Lebens-
weise der Larve von MordeUistena subtruucata und be-
weist, dass sie phytophag ist.
Derselbe spricht über den Schaden, welchen Le-
pisma saccharina und Anobium paniceum verursachen.
(Ebenda p.467.)
W. Saunders beschreibt eine den Weintrauben-
Samen (grape seed) schädliche, wahrscheinlich zu Curcu-
lioniden gehörende Larve (Canad. Ent. p. 20).
Scudder veröffentlicht folgende von Harris hin-
terlassenen Beschreibungen von Coleopteren-Larven 1. c.
p. 67):
Galeruca ? vittata oder gelatinaria auf Ambrosia elatior;
Haltica dlni Hrr. auf Alnus serrulata; Psephenus Lecontei (fig.),
Elater ociilaUis (flg.).
Garabidae. Cicindelida. H. W. Bat es bespricht (Entom
Month. Mag. V. j). 287) die im tropischen Amerika vorkommenden
Arten und beschreibt als neu: Odontocheila ruhefacta, Od. trochan-
terica, Od. rugatula und Pseudoxycheila tarsalis.
Tetracha pulchra Ed. Brown 1. c. p. 351 eine n. A., Cham-
pion Bay, West-Australien.
Ctenostoma Gautardi Porto Seguro, Caledonica acentra (P. ?),
odontochüa lucidicollis, Philippinen, Oxygonia Vuülefroyi Quito ;
B. d. Chaudoir (Guer. Revue et Magaz. d. Zool. 2. ser. T. XXI.
p. 22) neue Arten.
Kraatz erwähnt 1. c. Cicindela lacteolaPaW. (syn. var. Schrenkii
Gebl. und C. undata Motsch) aus Astrachan und erläutert deren
Synonymie ; ferner Oic. luctuosa Dj. aus Andalusien als neue euro-
päische Arten.
der Insekten während d. Jahres 1869. 117
Carabici. Änophthalmus delphinensis (Grotte d, 1. Drome)
und Ä. Auberti var. Magdalenae Abeille de Perrin (Ann. Soc.
Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 407) eine neue Art und Varietät. Letztere
aus den Grotten von St. Baume du Var.
Derselbe erwähnt ebenda p. 409 eine Monstrosität von
Anopht. Auberti mit rauhen Flügeldecken.
H. W. Bat es giebt (Ent. Month. Mag. VI. p. 96) eine synop-
tische Tabelle der mit Coptodera verwandten 13 Genera der Gruppe
Pericalinae, deren Männchen schuppige Sohlen haben. Er beschreibt
14 n. A. der Gatt. Coptodera aus Süd-Amerika und von Neu-Gui-
nea, 4 neue Arten Stenoglossa und die n. Gatt. Phl oeotherates
mit gezähnten Klauen und glattem Körper, ähnlich Äncliomenus mit
1 n. A., nigropiceus — aus Süd-Amerika. Schliesslich folgen syno-
nymische Bemerkungen über Arten obiger Gattungen.
Chaudoir beschreibt 1. c. p. 115 sq. neue Gattungen und
Arten: Steno gnathiis 5 Arten, Süd-Amerika, Ferus n. Gatt, von der
vorigen durch die am Grunde stark gezähnten Klauen verschieden,
für gagatina Dej. und 1 n. A. aus Mexiko ; Brachichila (!) hypo-
crita u. Gatt, und A. China, durch Kürze der Unterlippe ausge-
zeichnet; Coptoglossus sidcatulus n. Gatt, und A., verwandt mit
Ferus aber viel schmäler, Australien; Tantillus hrunneus n.
Gatt, und A. Ceylon, verwandt mit der vorigen, Pristolomiis
dentifer n. Gatt, und A, Columbien, verwandt mit Stenognathus,
Flügeldecken Seitenrand gezähnt: Sinurus opacus n. Gatt, und A.
Borneo; Pristacrus (Eurydera Casteln.) für laticollis Gast.; Ser-
rimargo (= Thyreopterus Schaum.) n. Gatt.; Peripristus, ver-
wandt mit der vorigen, Labrum vorne gerade abgestutzt, für ßter
Gast. (Thyreopt.) und femoratusKlg.: Phloeoxena für 4 n. k. aus
Mexiko : picta, graphiptera, undata und imicolor, als sp. Phl. spuriae
werden subappendiculata Dej. und signata nebst 2 neuen Arten be-
schrieben; — Holcoderu sn. Gatt., type: prae^norsus Ceylon; Pla-
tia n. Gatt., type: lineella und noch 2 n. A. Malaisien; Pericalhcs
longicollis Mallacca. — Mormolyce stellt der Verf. zu Eurydera und
Ser rimargo.
Derselbe stellt (ebenda? p. 163) in seinen Memoires sur les
Coptoderides folgende n. A. und Gatt, auf: Coptodera 23, Steno-
glossa 5, Lioptera n. Gatt., type 4 guttata, Philippinen, Idius n.
Gatt, für moestus n. A. Australien; Philophloeus 11, Agonochila 9,
Lelis n. Gatt. (Coptodera Chaud. olira) 3, type: obtusangida Chaud. ;
Eurycoleus Ch. 1, Oxyodontus n. Gatt. 1, type: tripunctatus, Do-
lichoetis 6, B rachyctis n. Gatt. 1, type: rugulosa.
Derselbe beschreibt (Ann. d. 1. Soc. Entom. France 4. ser.
T. IX. p. 367 sq.) folgende neue Arten : Calosoma timorense Timor,
Orientale Bengalen, squamigerum Bengalen, planicolle Zambeze, tra-
H8 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
pezipenne Mendoza, fulgens Paraguay, abbreviatum Peru, scabripenne
Hindostan, lugens Nord-China, atrovirens (Sturm 1843) Mexiko, po-
litum Mexiko, striatipenne, laevigatum Mexiko, cicatricosiim ebendah.,
costipenne ebendah., depressicoUe Toluca, dolens Mexiko, anguUcolle
Mexiko, Bridgesii Tucuman.
Carabiis striatus, insuUcola Ost- Asien, carinulatus Mandschurei,
Galosoma (Callisthenus) subaeneiim Californien, B. d. Chaudoir
(Revue et Mag. d. Zoolog. Guerin. 2. ser. XXI. p. 22), neue Arten.
Derselbe beschreibt (ebenda p. 64, 114, 170, 203) Leistus
parvicolUs Epirus, Pamborus Pradierii Australien; Epicosmus sub-
laevis Cambodje, Immeratus Cochinch,, Monlwtii Laos., laticollis,
Saundersii, basifasciatus ebendah., Pradieri Gabon, Euschizomerus
aeneipennis Malaisieu, aeneus Deccan, Oodes Mouhotii Laos, lucidus
ebendah. ; Dercyliis punctato-str latus Bahia, Gautardi Brasilien, Eu-
rygnatlms parallelits Madeira, Plattjnodes Mniszeclüi Afrika, Morio
austrälasiae Neu-Holland, obtusus Madagaskar; Thyreopterus verru-
cifer Malacca, Mierolestia obtusa Süd-Afrika, Helluodes Westwoodii
Deccan, Pogonoglossus Scliaumii Mysol, Galerita Boueardii Mexiko,
melanartlira Brasilien, Macrocentra n. Gatt., von Odacantha durch
die oben höckerigen und gefurchten Tarsen verschieden , Art:
quadrispinosa Ins. Dorey.
Gychrus Bufouri Chaudoir (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. T, IX,
p. 47) eine n. V. aus Südfrankreich.
Cr otch beschreibt (Petites Nouv. No. 4) Trechus Perezii und
Uhagonii aus Spanion.
E. Dey rolle beschreibt 5 neue Arten der Gattung Garabus
vom Caucasus (Petites Nouv. No. 2).
G. Di eck stellt I.e. als neue Arten auf: Anophtlidlmus Pluto
Central-Pyrenäen ; A. Gerberus Dep. l'Arriege, Ä. Gerberus var. Gha-
ron ebendah. ; A. bucephalus ebendah., A. Orpheus ebendah., A.
ligurieus bei Spezzia; Anillus Masinissa Marocco unter Steinen,
Anül. cordubensis Sierra Cordova; Anill. floretitinus Florenz; Scoto-
dipnus Saidcyi Apennin v. Valombrosa; Sc. hirtus Col di Tenda.
Schliesslich ist eine fragliche Larve von Scotodipnus Pandellei, bei
Bagneres de Luchon gesammelt, besfhrieben.
Fairmaire beschreibt als n. A. 1. c. : Pheropsophus grandi-
cornis, Zanzibar, Scarües tricostis, mordax Madagaskar, Oodimor-
phus (= Oodidius) Fairm. haplosternus, hrevicornis Madagaskar,
Anisodactyhis atrov iridis Nossi-Be, atrofuscus, Tachys madagasca-
riensis, drimostomoides, Nestra atriceps.
Gymindis Ghaudoirii Fairmaire eine n. A. Sicilien. — (Stett.
Ent. Z. p. 231.)
Goutier des Gottes giebt (Mitth. Schweiz. Entom. Gesell.
T. III. p. 130) Beiträge zur Kenntniss der Arten einiger Gattungen
der Insekten während d. Jahres 1869. 119
und beschreibt als n. Arten: Bembidium sapliyreum Sicilien, Oma-
seus hrevicornis CaucasuS) duhius ebendah., hjperoides Vichio.
Nach demselben ist Calatlms hipunctatus desselben = lio-
trachelus Vuillefroy.
Derselbe beschreibt Cal. Uhagoni eine n. A. Spanien (Petit.
Nouv. 12).
Sphodrus paradoxus Joseph, 1. c. eine n. A. in Grotten
Unterkrains.
G. Kr a atz bespricht die Abarten des Splwdrus Fairmairei
Schauf. und berichtigt einen in Stein's Catalog übergegangenen
Fehler, nach welchem Pristonyclms coeruleus Dej. synonym mit ian-
thinus Duft, und = v. amethystinus Dej. sein sollte, während die
beiden letzteren, als selbstständige Arten betrachtet werden müssen.
(Berlin. Entom. Zeit. 13. Jahrg. p. 367.)
Nach demselben, I.e. p. 448, ist P^eros^/c^its (Lyperopterus)
vermiculosus Menetr. keine sibirische sondern eine europäische Art,
welche an der europäisch-russischen Eismeerküste (Indega-Bucht)
vorkommt.
L e c o n t e führt folgende von Zimmermann aufgestellte
Arten auf (1. c. p. 243): Metahletus horealis, Cymindis brempennis,
Platyniis rubripes, Oclithedromus plagiatus, lacunarius.
Derselbe veröffentlicht (ebenda p. 248) synonymische Be-
merkungen über nordamerikanische Carabiden von Chaudoir.
Platynus fraterculus Leconte (1. c. p, 373) eine n. A. Van-
couver-Island.
Zacoius Leconte (1. c, p. 373) eine n. Gatt, verwandt mit
Miscodera und Broscosoma (Putzeys Stett. Ent. Z. 1868. aa. gg.),
aber nicht charakterisirt, da Taster, Fühler und Tarsen nicht voll-
ständig erhalten waren. Z. Mattheiosii eine n. A. Vancouver-Island.
Patrohus fulcratus Leconte (I.e. p. 374) eine n. A. verwandt
mit P. caUfornicus Motsch. Yancouver-Island.
Carabus pustulifer Lucas (Bullett. Entomol. 1869. p. X) eine
n. A. China.
Will. Mac Leay giebt die 4. Folge der Monogr. der Scari-
tiden Neuhollands und beschreibt (Trans. Ent, Soc. New South-
Wales Vol. II. part 1. p. 58) als neue Arten 13 Garenum, 2 Eutoma,
2 Neocarenum, 2 Garenidium (die Gattungsdiagnose durch Beschrei-
bungen der Taster vervollständigt), 1 Scarapliües.
Piochard de la Brulerie stellt folgende n, A. auf (Ann.
Soc. Ent. France 4. ser. T. IX. p. 21) : Dromiits Bamburii Spanien,
Metabletus nitidulus Spanien, Broscus insularis Ins. Majorlia, Aci-
nopus pilipes ebendah., Stenolophiis cantabricus, Pyreneen, Feronia
balearica Majorka, Bembidium ibericum Spanien. — Bemb. Gua-
darramense Gaut. d. Gottes wird näher beschrieben.
120 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Trechus spelaeus Keitter eine n. A. in Grotten des Felsen-
thaies Demanova bei St. Mikos in Ungarn.
Derselbe beschreibt T. microphthahnus und suhterraneus
Miller (Berlin. Entoni. Z. 13. Jahrg. p. 362 sqq.).
Steinheil beschreibt 1. c. als n. Arten aus Süd-Amerika:
Bromius nigrofasciatus , LeUa decora, Pseudomorpha argentina,
ScMzogenus costiceps, Selenophorus antarctioides, pampicola, mar-
ginepüosus, Äntarctia canotae, Tachys bonariensis, Bemhicidium
Strobeli, Duvali, cordillerae.
F. de Vuillefroy beschreibt (Abeille V. 5. Liv. 1868) als
neue spanische und portugiesische Arten : Nebria pedemontana, Fe-
ronia Martinezi, F. Sousae, Faulini, Platyderus Portalegrae, Saezi,
Harpalus Perezi, Gyrtonus coruscans p. 289—295).
Anophthahnus navariciis Vuillefroy F. de Cassini (Ann.
See. Ent. Fr. 4. ser. Yol. IX. p. 49) eine n. A. aus der Grotte »Sare«
an der spanischen Grenze.
T. V. Woliaston (1. c. p. 303 sq.) beschreibt als n. A. der
Farn. Bembidium (Notaphus) MelUsü.
Dyticidae. P'airmaire beschreibt als neue Gatt, und Arten
1. c. p. 185: Hyphydrus imiformis, Heterhydrus n. Gatt, ver-
wandt mit Hyphydrus, Vordertarsen viergliedrig, Habitus von Aga-
bus, Art: agaboides, Hydroporus Coquerelii, costipennis, Hydro-
canthus fimebris, asperatus, Copelatus 20-stnatus, Colymbetes latus
— Madagaskar und Comoren.
Änisomera recta Leconte (1. c. p. 375) eine n. A. Vancouver-
Island.
D. Sharp macht (Eutom. Month. Mag. VI. p. 81) kritische
Bemerkungen über die englischen Hydradephaga und beschreibt als
neue Arten: Haliplus striatus, Hydroporus monticula, H. parallelus
und H. incognitus.
Steinheil beschreibt als n. A. 1. c. aus Süd- Amerika: Hali-
plus bonariensis, Hyphydrus acuminatus, mendozanus, bonariensis,
Hydroporus flavofasciatus, Hydropor. Strobeli, Hydrocanthus fas-
ciatus, Ehantus marginatus.
Gyrinidae. Fairmaire zählt die von Coquerel auf Ma-
dagaskar gefundenen Arten der Familie auf (1. c. p. 191).
Sharp glaubt, dass Gyrinus aeneus Steph. = marinus Gyll.
= opacus Sahl ist. (Ent, Month. Mag. V. p. 217.)
Stein heil beschreibt 1. c. als n, Arten aus Süd-Araef-ika :
Gyrinus argentinus.
Dineutes bidens Vollenhoven 1. c. n. A. Mayotte. — Taf. 1.
fig. 1, 2.
Palpicornia. Fairmaire beschreibt 1. c, p. 193 als neue
der Insekteil während d. Jahres 1869. 121
Arten : Hydrous fulvofemoratus, uniformis, Sternolophus comoriensis,
BerosKS acutispina, prolongatus — Madagaskar, Comoren.
Ochthehius Poiveri Rye 1. c. 1, eine n. A. England.
PMlliydrus {Relochsires) punctatus Sharp (Ent, Month. Mag.
V. p. 241, 1 n. A. England.
Steinheil beschreibt 1. c. als neue südamerikanische Arten ;
Phüliydrus vulgaris, affmis, variegatus.
Waterhouse beschreibt (Ent. Month. Mag. V. p. 194) die
Gatt. Bygmodus und deren beide Arten nach "White und stellt die-
selbe in diese Familie.
Hydrochus impressiis, Berosus immaculatus, Hydrocliaris gran-
dis, Phühydrus reflexipennis, nitens, semistr latus, Cyclonotum semi-
glohosum, Cercyon naviculare Zimmermann, neue Arten, Nord-
Amerika (Leconte 1. c. p. 250).
Staphylinidae. BaudidiSelve beschreibt 1. c. p. 368 sq. folgende
neue und einige in litteris bekannte Formen : Ocalea parvula Fauvel
Calodera pulchella Fauv., Tachyusa agilis Baudi, Oxypoda bima-
CMZaia Baudi, Ocypus tomentosus Bsiudi, Phüonthus dissimiUsB., Sco-
paeus püicornis B., Simius diversicollis Fauv., Stenus morulus B.,
Bledius diffinis B,, Trogophloeus discolor B.
Paederus coriaceus Fauvel (Tijdschrift v. Entomol. 12. Jahrg.
2. ser. 4. Deel. p. 134. P. VII. fig. l) eine n. A. Celebes.
Lathrobium Letzneri Gerhardt (Berl. Entom. Z. 13. Jahrg.
p. 255) eine n. A. aus Schlesien und von den Sudeten.
G. Kr a atz beschreibt (1. c. p. 369 Anm. ff.) als neue europ.
Arten: Leptusa pulchella, L. bidens, L. Simplex, Calodera rufa, Ho-
malota timens, H. sericophila, Phloeopora angustiformis, Gyrophaena
carpini, Hypocyptus Pirazzolii, Bolüobius haematicus, Xantholinus
tenuipes, Simius cribrellus, Stenus umbricus, St. graciUcornis, St. ita-
licus, Trogophloeus despectus (Rey in litt.), Anthophagus apenninus,
Lesteva lepontia, Omalium distincticorne, Anthobium cribricolle, Anth.
laevipenne , Anth. rectangulum (Fauv. in litt.). — Lathrimaeum
Baudii (= L. fusculum ? Er. Baudi).
Fand eile stellt als neue europ. Arten auf (1. c. p. 281 sq.):
Hypocyptus rubripennis, lancifer, Conurus Lethierryi, Wankowiezi
(p. 294), Tachyporus qaadriscopulatus, Erichsonis, Tachinus Fauveli,
flavolimbatus, Bonvoiüoirii, Bolüobius BarneviUei, Aubei, Beichei,
Chevrolati, Brucki, poricollis, pachyraphis, rugipennis, castaneus,
Kraatzii (B. trimaculatus Kr. partim).
D. Sharp stellt 1. c. folgende neue englische Arten auf: Ho-
mdlota aeneicollis, atricolor (= inconspicua Wat. Cat., nee Er.),
canescens, cavifrons, clavipes, cribriceps, curtipennis (= Atheta bre-
viceps Thora. Sk. Col.), decipiens, delicatula, diver sa, exarata, eximia
(fragilicornis Wat. Cat.), fallaciosa, germana, Halobrectha (= atri-
122 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
cilla Scriba nee Er.), Iwdierna, Jnßrida, ingnobüis, incognita, indis-
creta, induhia, littorea (fluviatilis Wat.), londinensis, ohlongiuscula
(oblonga Wat.), perexigua, princeps, puberula-, setigera, simülima,
subaenea, subglahra.
Solsky beschreibt 1. c. folgende neue Arten aus Süd- Amerika
und Mexiko: Äleochara humeralis Cayenne, Myrmedonia flavicornis
Mexiko, Homdlota ptiherula Mexiko, Belonuclius flavipennis Mexiko,
B. valriolosus Cayenne, Phüontlms aenescens Mexique, Osorius ca-
naliculatus ebendah., Oxytelus earhonellus ebendah., Glyptoma punc-
tatopUcatum Cayenne.
Derselbe zieht Creophüus hicinctus Eschsch. als synonym
zu Cr. arcticus Erich, (ebenda p. 262).
Philonthus velatipennis Solsky, eine n, A. Süd-Kussland (I.e.
p. 461).
Stein heil beschreibt 1. c. aus Süd-Amerika: Phüonthus de-
pressus, PinopMlus Scribae, Apocelhis mendozmms.
Tachinus Berezynicus Boryssow, Platysthetus pilosellus Minsk,
Omalium strigicolle Boryssow und Homalota tereticornis Minsk —
Wankowiez 1. c. j). 418, neue Arten.
Pselaphidae. Baudi di Selve beschreibt (1. c. p. 405) fol-
gende Arten: Ctenistes calcaratus Saulcy in litt., Ct. ponticus Saxilcj
in litt., Tychus castaneus ?, Aube, v. temiicornis, Batrisus insularis
Saulcy, Bryaxis gigas Saulcy, Br. cypria Saulcy, Br. syriaca Saulcy,
Br. gibbera, Br. tuberculata Saulcy, Br. Chevrierii Aube, Br. den-
tipes, Br. clavata Peyrou.
Articerus regius und breviceps King (Trans. Ent. Soc. New-
South-Wales Vol. II. p. 1. p. 55) n. A. in Ameisenhaufen, Neu-Süd-
Wales. .
Kr a atz beschreibt 1. c, p. 414) als neue europ. Arten: By-
thinus Simplex Saulcy in litt., B. italicus Saulcy, Claviger apenninus
(K. = Baudii Saulcy in litt.).
Westwood stellt als neue Arten auf (Trans, Ent. Soc. Lon-
don 1869. p. 318): Articerus tumidus Australien und amazonicus
Amazon.
Paussidae. Paussus BurchelUanus W e s t w o o d (Trans. Ent.
Soc. London 1869. p. 319) eine n. A. Süd-Afrika.
Histerini. Koch bildet 1. c. Holölepta procera und paral-
lela Sturm, ab.
Hister permixtus, Carcinops lautus, Epierus novellus Zimmer-
mann, Leconte 1. c. p. 254 n. Arten Nord- Amerika.
M. S. A. de Marseul beschreibt 1. c. p. 289 folgende neue
südafrikanische Arten: Phelister amphibius, Hister fiirciger, Trihdlus
ascaphus, Saprimis harmonicus, Acritus instabilis.
der Insekten während d. Jahres 1869. 123
E. C. Rye bezweifelt (Eni. Month. Mag. V. p. 250) die Ver-
schiedenheit von Saprinus punctidatus Thoms. und rotundatus.
Saprinus Stroheli Steinheil 1. c. eine n. A. Süd- Amerika,
Tribalus 4-striatus, Saprinus lautus 2 n. A. Wollaston I.e.
p. 310 II. 311.
Silphidae. G. Di.eck stellt 1, c. als neue Arten auf: Adelops
stygius D. Arriege, Ad. m/e^'ws ebendah., Ad. wwscorwm Ober-Italien,
Ad. Kiesenwetteri Catalonien.
Adelops ovoideus, Ad. epuraeoides Gall. mer. und Ad. subal-
pinus Gall. Alpes Fairmaire (Stett. Ent. Z. p. 231) 3 neue Arten.
Anisotoma scutellaris Mulsant und May et (Ann. Soc. Linn.
Lyn. n. ser. T. XVI. p. 295) eine n. A. Cette.
Agatliidium pulchellum Wank o wie z 1. c, p. 416 eine n. A.
aus Boryssow.
Gyrtusa hlandissima, impuhis, Toxidium compresswn und Syd-
maenus mississipicus. Zimmermann, Leconte I.e. p. 251 n. A.,
Nord-Amerika.
Soydmaenidae. Baudi di Selve beschreibt 1. c. p. 416
folgende nur in litt, bekannte Arten : Scydmaemis Truquii Saulcy,
Sc. dichrous Saulcy.
Kraatz beschreibt 1. c. p. 417 den Scydmaenus (Eumicrus)
cerastes Saulcy in litt.
V. Motschoulsky : Enumeration des Nouvelles Especes
de Coleopteres 7. Articl. (Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou T. 42. 1.
p. 252 sq.
Der Verf. giebt ein Verzeichniss der Scydmaeniden seiner
Sammhmg und stellt für Leptodenis sericeus Schmidt die n. Gatt.
Leptonotus ?t\d, ferner (ür Scyd. oblong tis Sturm und 5 verwandte
A. die n. Gatt. Tetramelus für Dalihnanni Gyll. imd verwandt
die Gatt. Cyrto scydmus. — Auf Taf. VIII sind die Mundtheile
der Gattungen abgebildet. (Bull. 1868 p. II. Taf. VIII.)
Trichopterygia. Ptilium modestum und Ptenidium intermedium
Wank o wie z 1, c. 412 zwei neue Arten Lithauen.
Nitidulariae. Fairmaire führt die auf Madagaskar von Co-
querel gefundene Arten auf und beschreibt als neu 1. c. p. 200: Car-
pophüus apicipennis, Cyllaeus scapularis — Madagaskar.
Pocadius Wajdelota Wankowiez l. c. p. 415 eine n. A. Li-
thauen.
Colydii. Fairmaire stellt 1. c. p. 202 folgende n. Gattun-
gen und Arten auf: Co xellinus verwandt mit Picnomerus, Arten:
C. stricticollis und impressicolUs Madagaskar, Priolomus spinicolUs,
Syntarsus verwandt mit Diplotoma und vielleicht identisch da-
mit, aber die Fühler 10-gliedrig und die Schienen unbewehrt. Ar-
124 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ten : asperulus und soricinus ; Sosylus Goudotii, Cerylon hrevicolJe
Madagaskar.
Ncpharis dlata Castelnau (Revue et Magaz, d. Zool.
Guerin 2. ser. T. XXI. p. 356. pl. XVill. 4—5) eine neue Gatt, und
A., verwandt mit Cossyphodes, aus einem Ameisennest aus Neu-
holland.
Hiketes King (Trans. Ent. New-South- Wales Vol. II. part 1.
p. 76) eine n. Gatt., verwandt mit Sigerpes Germar. submentum
länger als breit, nicht quer, Fühler 9-gliedrig. Arten: costatus um
Liverpool, bei Ameisen, Neu-Holland, thoracicus King Georgs Sound
ebenda.
Äprostoma planifrons Westwood (Trans. Ent. Soc. London
1869. p. 320) eine n. A. am Niger in Afrika,
Äulonium ferrugineum, Lasconotus referendarius Zimmer-
mann 1. c. p. 254 n. A. Nord-Amerika.
Derselbe errichtet die n. Gatt. Prolyctus für Bothrideres
exaratus Mels. (ebenda p. 254).
Gucujini. Typhlocharis Dieck 1. c. p. 351 eine n. Gatt.,
verwandt mit LaemopMoeus, Vorderschienen ohne Enddornen, innen
gegen das erste Drittel dreieckig erweitert, zwischen dieser Stelle
und der Spitze tief ausgebuchtet. Tarsen 5-gliedrig, Mandibeln mit
einfacher Spitze. Augen fehlend. Die einzige A. T. süvanoides n.
lebt bei Tanger unter tiefliegenden Steinen.
Fairraaire stellt 1. c. p. 208 als neue Gattungen und Arten
auf: Pseudino, Uebergang von Laemophlaeus zu Hemiplepiden.
Art : P. Coquerelii Madagaskar, Psammaechidius verwandt mit
Psammaechus aber die Tarsen nicht pentamer. Art : spinicolUs
ebendaher.
Motschoulsky bespricht die Gattung Monotoma und zählt
31 Arten seiner Sammlung auf, darunter 8 n. A. (1. c. p, 198).
Nilina Motschoulsky eine n. Gatt, aus dieser Familie. Die
Art N. reflexicollis M. fiudet sich in Egypten (1. c. p. 201. pl. VIII.
fig. 11).
Silvanus costatus Steinbeil 1. c. eine n. A. Süd-Amerika.
Lathropus vernalis Zimmermann, Leconte eine n. A.
Nord-Amerika 1. c. p. 257.
Cryptophagidae. Entoxylon Äbeillei Aucey, (Petites Nou-
vell. No. 12), eine neue Gattung und Art (Dep. d. Var.).
Anommatus Valomhrosae Dieck 1. c. p. 353 eiue n. A. unter
tiefliegenden Steinen im Apennin von Valombrosa.
Anommatus planicolUs Fairmaire (Stett. Ent. Z. p. 232) eine
n. A. Gall. merid.
Nach Kraatz (Berl. Zeit. 1. c. p. 275) soll Latlwidius corda-
ticollis Aube wahrscheinlich = L. testaceus (Waterh.) Steph. sein.
der Insekten während d. Jahres 1869, 125
Derselbe macht Bemerkung-en über Corticaria piligera Mannh.
ebenda p. 275.
Terametus Motschoulsky eine neue Gattung verwandt
mit Corticaria T. 41. Taf. VIII. fig. 9. 1. c. p. 193. T. capicola M.
n. A. Cap. b. A. Im Anschluss wird ein fraglicher Anaedus aus
Amerika beschrieben (p. 195. 1. c).
Corticaria villosa, subimpressa, Nausibius major, Cryptophagus
croceus, crinitus, fungicola, nodülangulus, Atomaria testacea. epliip-
piata; Zimmermann, Leconte 1. c. p. 258, Nord-Amerika, neue
Arten.
Dermestini. Deartlirus longulusheconie gehört in die Gatt.
Hadrotonia Erich., welche 10-gliedrige Fühler besitzt. (Trans. Am.
Entom. Soc. Vol. II. p. 258.)
Hadrotonia bitaeniata Stein heil 1. c. 1 n. A. Süd-Amerika.
Byrrhii. R. L. King stellt (Trans. Ent. Soc. New-South-
Wales) als neue australische Formen auf: Microchaetes minor,
Morychus heteromerus. Byzenia n. Gatt., Elytra kürzer als der
Hinterleib, Beine weit voneinander entfernt, Fühler 9- gliedrig. Art:
formicicola bei Ameisen.
Syncalypta Beicliei Kämthen, Byrrhus aurovittatus , nigro-
sparsus Mulsant und Rey n. A. Süd-Europa. — (Ann. Soc. Linn.
Lyon n. s. T. XVI. p. 285.)
Parnidae. Heterocerus Kiesenwetteri und ciliaticoUis Stein-
heil 1. c. 2 n. A. Süd-Amerika.
Stenelmis vittipennis, linearis, Psephenus trentonensis Zim-
mermann, Leconte 1. c. p. 259 neue Arten Nord- Amerika.
Lamellicornia. Wollaston^ stellt 1. c. p. 313 die n. Gatt.
Mellissius auf. Dieselbe ist verwandt mit Cheiroplatys und Iso-
don, durch Bildung des Prothorax schliesst sich dieselbe an die
Gruppe Pentodon. Die Arten sind flügellos und wahre Wühler.
Die Gattung enthält 2 n. A.: 31. eudoxiis und adumbratus.
Nach Kirsch (Sitzungsb. d. Gesell. Isis Dresden 1869. p. 85)
werden die grossen Dynastiden von den Indianern mit langen Stan-
gen, an deren Ende Baumwollenbündel befestigt sind, von den Pal-
menwipfeln herabgeholt.
Parachilia Pollenii Vollenhoven 1. c. p. 9. T. 1. fig. 5, n.
A. Madagaskar.
H. W. Bates stellt als n. Arten auf: Ällorhina anor.iala und
Gymnetis ramulosa — Nicaragua (Trans. Ent. Soc. London 1869.
p. 388).
Candeze stellt (Coleopterol. Hefte V. p. 40) als neue Arten
auf (aus Sumatra, den Philippinen, Borneo, Celebes, Nepal, Ceylon
u. s. w.) 11 A. Änomala, 1 HeterosternuSy 1 Äntichira, 1 Parastasia,
1 Clüorota und 5 Popilia.
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. bd. I
126 Brauer: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Glaphyrus comosus (Reiche in litt.) Palästina, Gl. syriacus
ebendah.. Gl. Motlii ebendah., — Harold 1. c. 3 neue Arten.
Mulsant und Valery May et beschreiben (Ann. Soc. Linn.
Lyon n. ser. T, XVI. p. 297) die Metamorphose der Anomala vitis.
Paehydema oraniensis und P. Lessepsii Lucas 1. c. p. 525
neue nordafrikanische Arten.
Derselbe beschreibt das $ von Polypliylla nmuritanica s.
ebenda p. 529.
Pleophylla unicolor und Anomala bivittata Vollenhoven
1. c. p. 8. Taf. 1. fig. 3 u. 4, neue Arten Madagaskar.
E. V. Harold, Coprophage Lamellicornier III (Coleopt.
Hefte V. p. 46) giebt viele Berichtigungen durch Vergleich der Typen
der Pariser Sammlung und charakterisirt Äteuchus Lamarcki, Cu-
vieri im Gegensatz zu 1 n. A.: suhaeneus s. ; Copris integer Reiche,
Gromphas inermis sibi (Catal. Col.) n. A. Buen.-Ayres ; Phanaeus
lasius Oliv., Äcrisius Mc'Leay, Cerherus n. A. Brasilien, Onthopha-
gus-, Blanchardi- und Onüicellus- Arten.
Derselbe giebt (Coleopt. Hefte V. p. 78) eine Tabula synop-
tica der australischen Onthophagus - Arten (31) und stellt als neu
auf: 0. Mniszeclü, jubatus, liostilis, promptus, Sehmeltgii, Dunningi,
decUvis, evanidus, pexatus^ Kingi.
Derselbe beschreibt (ebenda p. 95) als neue Formen: Sca-
rdbaeus (Äteuchus) Westwoodi Süd-Afrika, Megathopa virens Süd-
Amerika, Canthon Gandezei Tapaj os ; G. pygmaeus Cuha, Byrrhidium
n. Gatt., verwandt mit Coproecus. Mittelschienen an der Spitze 2-
spornig ; Art : ovale Port-Natal ; Aulonoenemis anohioides Madagaskar,
irregularis ebendah., Bdelyriis n. Gatt., verwandt mit Aphengium ;
Art: lagopiis Bahia ; Scatimus hicarinatus Brasilien, Gantliidium
monoceros ebendah.; Xinidium n. Gatt, verwandt mit Gliaeridium,
Flügeldecken mit 8 Streifen, Vorderschienen mit 4 äusseren End-
spornen; Art: dentilahris Port-Natal; Ontherus cephalotes Neu-Frei-
burg, Pinotus Batesii Ega, Copris Smmdersii Celebes, Dendropemon
angusUpennis Ega; convexus San Joäo del Hey. Onthophagus Parryi
Ins. Dorey, Aphodius Fauveli Süd- Afrika, Steinheili Illinois ?, Am-
moecius terminatus Süd- Afrika, Oxyomus morosus Chili, tricostaUis
Columbien, Bialytes n. Gatt, für striatulus Say und truncatus
Melsh., Harmogaster opacula Cap, nasuta Süd- Afrika, Saprosites
eugastricus, sulcatus, Ataenius arator, complicatus, laborator, mo-
rator, sordidus, vexator Süd-Amerika, Aegialia punctata Aegypten,
Geotrupes JeTceli Himalaya.
Derselbe stellt als neue Arten 1. c. p. 494 auf: Copris lae-
viceps, Sallei, Eehouchei, Boucardi, Klugi, armatus (Dej. C), Pi-
notus aynplicollis, centralis, sagittarius, Ontherus Azteca, Eurysternus
angustulus, mexicanus (für marmoreus Gast.), Onthophagus hippopo-
der Insekten während d. Jahres 1869. 127
tamus, retusus (Klug litt.), semiopacus, crinitus, rhinolophus, rostra-
tus, Höpfneri (Dej. Cat. = parvulus), Chevrolati (Dej.).
Koch bildet 1. c^ Äthyreus soveicollis und püosus Sturm ab.
Nach Algerso^ Chapman's Beobachtung (Entom. Month.
Mag. V. p. 275) benützt Äphodius porcus die von Geotrupes Ster-
corarius zum Behufe der Brutablage gebauten Gänge zu demselben
Zwecke und zerstört dessen Ei.
Harold giebt (Abeille V. 6. Livr. Febr. 1869. p. 429) die
Beschreibungen von folgenden neuen Arten: Ätaenius horticola
Constantinopel, Äphodius sordescens (Mannerh. litt.) Sibirien, Äpho-
dius angulosus.
Enoplotrupes Lucas eine n. Gatt, verwandt mit Cerato-
trupes. Art: En. sinensis China (Bullet. Soc. Entomol. 1869. p. XIII).
Glaresis BecTceri Solsky, eine n. A. Süd-Russland 1. c. p. 463.
Kaup beschreibt 1. c. p. 3 als neue Formen: Oileus n. Gatt.
Fühlerglieder länger als bei Passalus, 4—5 mit kurzen Spitzen;
Arten: Typ. sagittarius Smith, expositus, guatemalensis, Klingel-
höferi n. C. Süd-Amerika; Undulifer n. Gatt. Clypeusrand 3 Bogen
bildend, Kopfhorn am Grunde tief gefurcht. Type incisus Truq. •
Stephanocephalus n. Gatt., Clypeus-Rand aufgestülpt mit 3 Aus-
schnitten und 4 Dornen, Vorderschienen sehr kurz. Type: hostilis
Perch.,n. A. sieZZam Süd-Amerika ; Fseudacanthus n. G. für agnos-
cendus Perch. und 2 andere A.; Phoroneus n. Gatt. = Passalus
Burm. Sect. 13 und 14 mit 6 neuen Arten; Pertinax n. Gatt.
= 15. Sect. Burm. exclus. angulatus, mit 2 n. Arten; Pt ich opus
n. Gatt, für angulatus Perch. und zwei andere bekannte Arten;
Spa Salus n. Gatt, für rohustus Perch. und crenatus Mc'Leay.
(Paxillus); — Neleina n. Subfam. Neleus Uc Gatt.; Type; co-
nifer Eschsch. (8 Arten 1 neu), Neleides n, Gatt., type affinis
Perch. (6 Arten 2 neu). Vatinius n. Gatt, type: aculeatus Perch.
(4 Arten), Petrejus type mucronatus Burm. (6 Arten, 2 neu).
Die neue Unterfamilie ist durch die behaarten Oberflügel von
den Passaliden, durch die 3 Zähne der Oberkiefer von den Pas-
saliden der alten Welt und den Proculiden, von letzteren auch durch
die proportiouirte Vorderbrust verschieden.
Ch. 0. Waterhouse stellt als neue Gatt, und Arten auf
(Trans. Ent. Soc. London 1869. p. 13) Äul aco stethus verwandt
mit Cladognathus ; Kinn breiter als lang, vorne gebeugt, Hinter-
winkel gerundet. Art : Äul. Ärcheri Nord - Indien ; Cladognathus
MotschulsTcii Japan oder Indischer Archipel ?, Cl. impressus Indien,
Chiasognathus peruvianus Peru.
Buprestidae. Abeille de Perrin spricht über die Lebens-
weise des Coraebus bifasciatus (Bullet. Soc. Ent. Fr. 1869. p. LIII) in
Eichenwäldern.
128 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Anthaxia Bonvouloirii Abeille de Per r in (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. IX. p. 401) eine n. A., Lambessa, Bone.
Fairmaire stellt 1. c. p. 210, 17 neue Arten der Gattung
Psüoptera aus Madagaskar und den Comoren^auf.
Lucas giebt eine genaue Beschreibung der Chrysochroa Mni-
sechii Deyr (Bullet. Entomol. 1869. p. IV).
Edw. Saunders stellt folgende neue Formen auf (Trans.
Ent. Soc. London 1869. p. 1. pl. 1): Sternocera multipunctata Co-
chinchina, Julodis aeneipes Persien ?, Catoxantha Mouliotii H. Deyr,
Laas, Clirysaspis viridipennis Gaboon, Psüoptera Batesii Buenos-
Ayres. Pseudhyperantha n. Gatt. Kopf mit rundlichen Höhlungen
bei den Augen, Fühler vom 3ten Gliede an gesägt, Thorax hinten
breiter, Flügeldecken lang, an der Spitze gestutzt, zv/eizahnig,
Tarsen erweitert, verwandt mit Capnodis. Art: P. jwcww^a Pen ang,
Hyperantha hella Brasilien, Acherusia Parru Brasilien, A. pilwentris
ebendaher.
Derselbe beschreibt (Journ. Linnean Society Vol. X. Zool.
No. 4(^. August 1869. p. 331. Taf. X) als neue Arten : Paracupta
Lorquinii Celebes, sulcata Fiji-Insel, foveicollis Aneiteum, margini-
pennis Fiji, taciturna ebendah., aurofoveata Nord-West-Australien,
suturalis Neu-Caledonien, flavofoveata Aneiteum, Maesta Neu-Cale-
donien, aeneicollis Aneiteum, Conognatha olivacea Neu-Granada,
eximia Brasilien, brevicollis Rio, Batesii Brasilien, Fryi Para, minoi'
Brasilien, posticalis, subdüatata, parallela^ rufipes Brasilien.
Schiödte beschreibt die Verwandlung von Euchroma cölum-
bicum Mannerh. Hab. ?, Eurythyrea micatis F. in Pappelholz, Anci-
lochira rustica L. in Fichten, Chrysobothris affinis F. in Eichenrinde,
Anthaxia candens F. ebendah., Agrilus biguttatus ¥. ebendah., und
Trachys minuta L. in Blättern von Corylus avellana und giebt eine
kurze Charakteristik aller Buprestiden-Larven. (Naturh. Tidskrift
3. Raek. VL Bd. p. 353. Tab. I u. II.)
Psüoptera Mayottensis Volle nhoven 1. c. p. 9. Taf. 1. fig. 6
n. A. Mayotte.
Eucnemidae. Phyllocems longipennis (</) Ferrari, eine n.
A., Elisabethpol (1. c. p. 193).
Elateridae. C. A. Dohm erwähnt das Vorkommen des Co-
rymbües aeripennis Kirby in der Amur-Gegend und in Canada,
wie dieas bereits für Carabus Vietinghoffi Ad. für Sibirien und
Nordamerika bekannt war.
Harold giebt viele Berichtigungen zu den Elateriden des
Stein'schen Cataloges (Coleopt. Hfte V. p. 88).
Elater antliracinus, Limonius nüidicollis und Corymbües fra-
ternus Leconte 1. c. p. 378 sq., neue Arten Vancouver-Island.
der Insekten während d. Jahres 1869. 129
L. Reiche führt (Ann. d. 1. Soc. Ent. Fr. n. ser IX. p. 379)
die seit Candeze's 1860 erschienener Monographie bekannt gewor-
denen 21 europäischen Arten der Gatt. Athous auf, berichtigt die Sy-
nonymie und vervollständigt die Beschreibungen einiger Arten.
Ferner stellt er 8 neue Species auf: Athous murinufi, dehilis, crena-
tostr latus Gall. merid. Spanien, Laver gnei Italien, delphinas Alpen
Frankr., tessalonicus Griechenland, Bonvouloiri Pyrenäen, agnatus
Fraukr. Alpen, (Ä. tibiellus Chevrolat ist ein Corymbites.)
Heteroderes puncticollis WoUaston, eine n. A. 1. c. p, 317.
Gyphonidae. Fairmaire beschreibt 1. c. p. 224 Eucinetus
sübaxiUaris und substriatus, neue Arten aus Madagaskar.
Malacoderma. Abeille de Perrin stellt (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. Vul. IX. p. 42) als n. A. auf: Malachius heteromorphius
Mont Cenis und Ehaeus ahietinus Südfrankreich.
Malchinus telephoroides Abeille de Perrin (Colmars) eine
n. A. (Ann. Soc. Ent. France 4. ser. Vol. IX. p. 39.)
Oogynes (Anthodytes) Ancei Abeille de Perrin eine n. A.
Syrien (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 404).
Fairmaire beschreibt 5 neue Arten der Gatt. Caenia aus
Madagaskar 1. c. p. 225.
Mulsant und Rey stellen (1. c.) als neue Gattungen und
Arten auf: Anthodytes (Oogynes n. S. Gatt.) sigmcolUs Corsika;
Malachius australis Süd-Frankreich; Cerapheles n. Gatt., type:
C. lateplagiatus Faivm.; Antholinus n. Gatt., tj^pe: sericans Erich.,
neue Arten : distinctus Sud-Framkreich, posticus Corsika; Felo ehr us
n. Gatt., type: pallidulus Er., Attalus gracüentus (= barbarus
Motsch.), Ehaeus taeniatus Frankr, Alpen, E. glabricollis Pyrenäen,
Hypebaeus Brisouti Pyrenäen. Die Untergattungen sind: Dia-
phonus für terminatus Menetr. (Cerapheles); Abrinus für ulicis
Er. u. a. Antholinusj Sphinginus für lobatus Oliv. (Antho-
linus) und constrictus Er.
Dieselben stellen 1. c. als neue Arten auf: Haplocnemus
eumerus Frankreich, nigripes Kabylie, erosus Corsika, cribrieollis
ebendah., cälidus Süd-Frankreich, quercicola ebendah., JDolichosoma
subdensatum ebendah., submicaceum ebendah., Danacaea montivaga
Alpen Frankr., ambigua ebendah., longiceps Süd-Frankreich.
Gleridae. F. Ancey bespricht die Lebensweise von Denops
albofasciatus (Petites Nouv. 5).
Motschoulsky bespricht 1. c. p. 192) die Gattung Para-
tenetus Spin, und ihre Verwandten. M. beschreibt 6 n. A. aus
Amerika.
Xylophaga. Pseudodrilus n. Gatt. Motschoulsky (Bull.
Soc. Imp. Nat. Moscou T. 42. Hft. 1. p. 272). Diese Gattung soll
130 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
eine Zwischenform von JDrilus (!) Anobium und Xyletinus sein (!),
die Flügel sollen an Lampyris erinnern. P, mamülatus n. sp. 2^/5 Li-
nien lang, von der Kirgisen steppe. (Siehe Enunaer. des Carabiques
nouveaux fig. 5. pl. 2. Bullet.)
Mulsant und Rey stellen 1. c. folgende neue Gattungen
und Arten auf: Ptinomorphus verwandt mit Hedobia. Schienen
ohne Dornen am Ende des Innenrandes. Arten: regalis Duft., im-
perialis L. und angustatus Brisout, Ptinus perplexus n. A. (p. 160)
unter Olivenrinde in der Provence; Eurostus verwandt mit Pti-
nus, Schildchen auf einen Kiel reduzirt, Fühler dick. Für Pt. sul-
metalUcus Fairm. und frigidus Boield.. Epauloecus verwandt
mit Niptus, Körper nicht schuppig nur pubescent, Schildchen nur
punktförmig. Arten: Pt. crenatus Fabr. und lutosus n. A. (Dieppe
in Grotten).
Die Gattung Ptinus wird in vier Untergattungen getheilt ,
Eutaphrus, type: alpinus Boiel., Gynopterus, type: dubius
Sturm, Heteroplus, type: pusillus Sturm, Ptinus. type: für L.
Cyplioderes, type: bidens Oliv.
Ennearthron Wagae und Cis süblaminatus Wankowiez 1. c.
p. 421 zwei neue Arten Lithauen.
J. 0. West wo od stellt (Trans. Ent. Soc. London 1869. p. 315)
die richtige systematische Stellung der Gattung Ectrephes Pascoe bei
den Ptiniores fest, deren frühere Stellung bei den Paussiden er für
unrichtig erklärt. Besonders bekräftigt seine Ansicht eine von ihm
ebenda beschriebene neue Gattung, Polgplocotes, welche beide. Pti-
niores und Ectrephes verbindet.
Derselbe stellt ebenda als neue Formen auf: Ectrephes
Pascoei, Ec. Kingii Swan-River, Polyplocotes longicollis und
nitidus ebendah., Diplocotes verwandt mit den Formen von
Ptinus hololeucus und der vorigen Gattung, Art : D. Hoivittanus
Neu-Holland, Chlamydopsis G. ine. sedis zwischen Byrrhiden
und Histeriden stehend mit dem Habitus von Ectrephes. Arten:
Chi. Diiboulaii und striatella (letztere verbindet Histeriden mit Ec-
trephes) Australien.
Anobium confertum Wollaston eine fraglich n. A. 1. c.
p. 319.
Melasoma. Fairmaire stellt l. c. p. 228 als neue Gattungen
und Arten aus Madagaskar und von den Comoren auf: Heterophyllus
Goudotii, curtus, punctatissimus, Alphitobius distinguendiis, Cata-
phronetis luctuosa, striatula, Camariodes, verwandt mit Tetra-
phyllus, aber die Fühler viel zarter, Art: Coquerelii; Holobrachys
verwandt mit Tetraphyllus, aber das letzte Kiefertasterglied sehr
entwickelt, dreieckig, Art: heterocerus, Tinophyllus verwandt
mit Tetraphyllus, Fühler zarter, Endglieder nie quer, Mesosternum
der Insekten während d. Jahres 1869. 131
weniger stark ausgehöhlt, Kinn zweikielig. Art: T. gracüicornis,
Sphaerocaulus verwandt mit Osdara, Flügldecken gewölbter,
Fühler kürzer, Hintertarsenglieder gleich. Art: graniger, Asididms
analog Sphaerocaulus, Kopf bis zu den Augen konkav, Arten : Äs.
Coquerelü; Nesogena acutipemiis. Hyperchalca verwandt mit der
vorigen Gattung, Uebergang zu den Cisteliden, Art: H. aenescens.
Cistela crenato-striata Fairmaire eine n. A. Madagaskar
(1. c. p. 240;.
Nach Kraatz ist Blaps matica Miller in litt. = Bl. longi-
collis Fischer (Spie. Entomogr. 1844), welcher von demselben Yerf.
noch mehrfach unter anderen Namen beschrieben wurde und Bl. re-
flexicollis Miller (Sol.) ist = der gleichnamigen Art Fischer's (1. c.
p. 276).
Derselbe macht folgende synonymische und andere Bemer-
kungen: Bkps Krynickii Kar. = parvicollis Zoubk., Bl. Fischeri
Kryn = var. pruinosa Eversm., Bl. lusitanica Herbst ist nicht syno-
nym mit hispanica Sol. und Gages, sondern eine gute Art; Bl. sul-
cata Küst. ist = lineata Dej. Sol, nee sulcata Oliv., Bl. aegyptiaca
Sol. ist = taeniolata Menetr., Bl. rectangularis Sol. ? = gibba Gast.,
Bl. angulata = v. cribrosa Sol.; Bl. striolata Küst. = mucronata
= sublineata Brülle.
Kirsch stellt als neue Arten 1. c. auf: Omophlus Mulsanti,
chalybaeus, Küsteri, gracilipes, Brullei, fälsarius, marginatus, pro-
pagatus $, hirtellus $, varicolor, volgensis, tarsalis, turcicus, infir-
mus, Proteus, caucasicus. deserticola, lucidus, tenellus, ocularis. —
Die Arten stammen der Mehrzahl nach aus Syrien, Griechenland,
Italien und dem Caucasus. •
ÄlphüoMus granivorus Süd-Frankreich, viator ebendah., He-
lops tauricus, minutus Algier, Hedyphanes liirtus ebendah., n. A.
Mulsant und Godart (Ann. Soc. Linn. Lyon n. ser. T. XVI.
p. 277 fif.).
Piochard de la Brulerie beschreibt als n. A. (Ann. Soc.
Ent. France 4. ser. T. IX. p. 31): Pandarus castüianus Spanien,
Pandarinus nevadensis ebendah., Heliopathes Mulsanti Spanien, H.
Beyi ebendah., H. mediterraneus Balearen. — Ebenda p. 35 wird
eine ergänzende Beschreibung von Heliop. collaris Mulsant und
I^ßy gegeben.
Lagriariae. Fairmaire beschreibt 1. c. p. 241 folgende
neue Arten: Lagria Coquerelii, insignicornis, nigriceps, fuliginosa,
dermatodes, corticina und cribrata aus Madagaskar 'und von den
Comoren.
PyrOChroidaO- Bedel beschreibt als n. A.: Notoxus hicoro-
natus aus Süd-Frankreich. (Bullet. Soc. Ent. Fr. 1869. XXXIV.)
132 Braner: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Dendroides (Hemiden.) Ledereri Ferrari (1. c, p. 195) eine
n. A. Srayrna.
R. L. King giebt eine Monographie der Änthiciden Austra-
liens. (Trans. Ent. Society of New-South- Wales Vol. II. p. 1. Sidney
1869.) Neue Formen enthalten: Macrarthrius 1, Mecynotavsus 3,
Formicomus 8. Änthicus 28.
Rbipiphoridae. Andrew Murray (Ann. ad Mag. Nat. Hist.
4. ser. IV. p. 346) vertheidigt die Ansicht, dass die Larve von Bhi-
piphorus paradoxus kein Raubthier sei, sondern von demselben
Futter lebe als die der Wespe, mit der sie die Zelle bewohnt, d. h.
von den Arbeiterwespen gefüttert werde. Trotz seiner vielen Be-
weisgründe müssen wir uns dennoch der Ansicht anschliessen, welche
Fr. Smith (ebenda p. 393) vertritt, indem er die kaum zu bezwei-
felnden Beobachtungen Stone's anführt, aus denen hervorgeht, dass
der Schmarotzer sein Ei in die Zelle der Wespe legt, die Wespen-
larve aber ihre volle Grösse erreicht, die Zelle verspinnt und erst
dann von der Rhipiphorus-Larve angegriffen und in 48 Stunden mit
Ausnahme der Haut und Kiefertheile vollständig aufgezehrt wird.
Bruchidae. Bruchus ruhiginosus Portugal und radula Süd-
Russland Desbrochers des Loges, neue Arten. (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. IX. p. 400.)
Bruchus senilis Solsky (Horae. Soc. Ent. Ross. VI. p. 310)
eine n. A. Ost-Sibirien.
Gorcnlionina. Allard trennt neuerdings 1. c. Sitones cdllosus
Schönh. und S. tenuis Rosenh. und charakterisirt S. tihialis Seh.
und hrevicollis Seh.
Derselbe stellt als n. A. auf: S. Fairmairei Oran und S.
villosus Tarsus (1. c. p. 322).
Cydomaurus piceus und C. punctatus Allard (1. c. p. 324),
2 neue Arten aus Constantine.
Trachyplüoeus coloratus Allard 1. c, eine neue Art, Con-
stantine.
Bethe beschreibt Apion Steveni Gyll. Seh. der nicht = fla-
vofemoratum Herbst ist. (Stett. Ent. Z. p. 372.)
Derselbe giebt einen Sammelbericht von 1868 und macht
die Mittheilung, dass Erirhinus infirmus in todten Insektenleibern
lebe. Er zog denselben aus Trogoderma elongata. (Stett. Ent. Z.
p. 425, 26.)
Cneorhinus Bellieri Brisout de Barneville (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. IX. p. 597) eine n. A. aus den Pyrenäen.
A. Chevrolat beschreibt (Coleopt. Hefte V. p. 71) als neue
süd-europäische, algerische und klein-asiatische Formen : Strophoso-
mus flavipes, Metallites pruinosus, Piezocnemus n. Gatt, (type:
paradoxus Schönh. Polydrosus p.), pedemontanus, Polydrosus floren-
der Insekten wäTarend d, Jahres 1869. 133
tiniis, nodulosus. melanostictus, Tanymecus albosciitellatus, Otiorhyn-
chus asturiensis. Goyi, Cleonus sardous, ttirbinatus, Stephanocleonus
gaditanus (Rbr.) Steph. ?, Saintpierrei, Bothynoderes luscus.
G. R. Crotch giebt einen Auszug aus der Monographie der
Balauinus- und Anthonomus-Arten von Desbrochers de Loges (siehe
den vorigen Bericht). — Entomologist IV. p. 307. — Als englische
Arten werden 9 Balaninus und ebenso viele Anthonomus aufgeführt.
Nach demselben ist die Gatt. Cryphasis Fairmaire := Tor-
neuma Wollaston (Petit Nouv, 12).
Desbrochers des Loges beschreibt unter dem Titel: Mo-
nographie des Rhinomacerides d'Europe et des Pays Limitrophes,
die Arten der Gattungen Bhynchites Herb. (33, davon 5 neu: maxi-
miis, smyrnensis, Jelceli, syriacus und cribripennis), Äuletes Schön.,
Äuletobius n. Gatt.^ (type: basüaris Germ., 6 Arten, 1 neu: Hei-
chei), Diodyrliynchus Germ. 1 A., Bhinomacer Fabr. 1 A., Nemonyx
Redtb. 1 A. und Bhynchites Äubei eine n. A. Marseille. (Abeille
V. 5 u. 6. Livr. Febr. 1869.)
Derselbe beschreibt 1. c. als neu: Polydrosus griseo-macu-
latus Basses-Alpes, peragaUonis (= P. nodulosus Chevr.), arvernicus
Auvergne, Abeülei Dombes, Acr isius n. Gatt, verwandt mit Aii-
beonymus, Art: Ac. Koziorowiczi Ajaccio, Anthonomus Lethierryi ?,
Sitones parallel ipennis Süd-Russland, Gymnetron Zuberi ebendaher.
Baymondia apennina Di eck 1. c. p. 354 eine n. A., unter
Thonschieferplatten im Apennin von Valombrosa.
Crypharis robusta und C. tingitana T> i e ck 1. c. 2 neue Arten,
bei Tanger.
Fairmaire beschreibt (Stett. Ent. Z. p. 232) als neue Arten:
Amaurorhinus crassiusculus Italien, Bhytirhimis alpicola Alp. Gall.,
Brachyderes ophthalmicus Andalusien, Orthocliaetes discoidalis Alp.
Gall. und Dichotracheliis maculosus Alp. Gall.
Th. Kirsch beschreibt 1. c. folgende neue Gattungen und
Arten aus Bogota:
Ab ebaeus n. Gen. Cholidarum verwandt mit Homalonotus
Schönh., 7tes Fühlergeisselglied mehr von der Keule gesondert,
Vorderbrust anders gebaut, Art: A. dorsalis.
Dysmachus n. Gen., Ithyporidarum habituell einem Plin-
thus ähnlich, aber die Vorderbrust ausgehöhlt, das Halsschild in
der Mitte stark vorgezogen, Ocularlappen sehr entwickelt, Art: D.
pUnthoides.
Chleuastes nov. G. Cleogonidarum verwandt mit Rhysso-
matus, die Hinterbrust verhältnissmässig länger, Vorderschenkel
sehr stark, Vorderschienen stark gebogen. Rüssel so lang als der
Kopf und das Halsschild, Augen nur durch eine Linie getrennt,
Art : Chi. jubatus.
134 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Cryptacrus nov. G. Cryptorhyncbida. Von Cryptorhynchus
durch die von vorne nach hinten übergewölbte Mittelbrust, deren
Vorderrand sich an die Vorderhüften lehnt, verschieden. Typen.
Crypt. Clotho n. sp. und Crypt. atropos Schönh.-
Eubulus n. Gen. Cryptorhynchidarum umfasst die rhom-
boidalen Arten der Gatt. Cryptorhynchus : orthomasticus Germ., aspe-
ricoUis Schh., cinctellus, stipulator und Macromerus triangularis
Schh., n. Art: Eub. munitus.
Heter oster nus n. Gen. Baridiidarum. VonLoboderes durch
den längeren dünneren Rüssel, von Baridius durch die verschiedene
"Vorderbrust abweichend, Art: Het. carho.
Anopsilus n. Gen. Madopteridarum. Rüssel dick, kom-
press, Fühler am letzten Drittel. Vorderbrust vor den Hüften etwas
aufgetrieben, mit schmalem Längseindruck, zwischen denselben schmal,
leistenförmig, hinten kurz gerundet. Die ganze Unterseite mit kurzen
abstehenden Haaren, Art: Ä. Bonvouloirii.
Neue Arten: Gholiis geniculatus, teuer, Ärcharias elUpsifer,
Äbebaeus cristatus Peru, Conotrachelus amplipenrhis, Bothrobatys
variegatus, Gasteroeercus hypsophüus, Cryptorhynchus bicirculus, or-
batus, cancroma, terminatus, imbricatus, Coelosternus ampUcoUis, Go-
pturiis scapha, Peridinetus pictus, Biorymerus laevipennis, Eurhinus
malachiticus, Baridius smaragdinus, ater, aeratus, erubescens, fascia-
tus, impressus. rugicollis, evulsus, nigerrimus, Centrinus lacunifer,
distigma, Madarus cornix, tarsalis, velatipes, Sphenophorus latisca-
pus, Nawradii und Cossonus vittatus.
Asclera nigra, JDyslobus granicoUis und decoratus Leconte
(1. c. p, 380, 81) 2 n. A. aus Vancouver-Island.
Lucas giebt eine Notiz über die Metamorphose von
Otiorhynclius sulcatus Fabr, (Ann. d. 1. Soc. Ent. Franc.
4. ser. T. IX. p. 50.)
Marsen l beschreibt in seiner Monographie des At-
telabides (Abeille V. p. 296) die bekannten Arten der
Gattungen Attelabus L. und Apoderus Ol. in ausführli-
cher Weise und giebt eine synoptische TabeUe der Arten.
Sibinia Statices H. Moncreaff eine n. A. England. (Newm.
Entomolog. IV. p. 218.)
F. P. Pascoe beschreibt (Ent. Month. Mag. VI. p. 99) neue
australische Gattungen und Arten aus der Gruppe der Otiorhyn-
chiden und entwirft folgende Tabelle: I. Prothorax am Grunde
nahezu gerade. A. Funiculus der Fühler 6-gliedrig, Phly da (Art:
periteloides) ; B. Funiculus der Fühler 7-gliedrig. b. Rinne bis zum
Auge reichend, Epherina (Art: longicornis). b* Rinne scharf
begrenzt nach hinten, Fühlerknopf gestielt, Titinia (Art: ignara)',
der Insekten während d. Jahres 1869. 135
Fühlerknopf sitzend, Idaspora (Art: terrea): If. Prothorax am
Grunde zweibuchtig : Myllocerus Schh. mit 9 neuen Arten.
Derselbe zeigte in der Zool. Soc. London (Proceedings
p. 429) ein </ von Taphroderes distortus West, vor, bei welchen der
linke Oberkiefer sehr vergrössert war, welches dem ^ eigenthümlicb
sein soll.
Baridius dispilotus Solsky (Horae Soc. Ent. Ross. VI. p. 312)
eine neue Art Ost-Sibirien.
Wollaston giebt (1. c. p. 401) eine ausführliche Beschreibung
der Gatt. Microxylobius Chevr. und beschreibt als n. A. : M. vestitus,
obliteratus, debilis aus der Abtheilung mit unbewehrten Schenkeln,
und 31. monilicornis aus der Abtheilung mit einem langen Dorn
am Grunde der Hinterschenkel.
Sciohius subnodosus Wollaston (1. c. p. 416) eine neue Art
St. Helena.
Derselbe stellt (1. c. p. 414) die neue Gatt. Trachy-
pMaeosoma auf. Dieselbe unterscheidet sich von Tracliy-
phlaeus durch den kürzeren fast kegeligen abgestutzten Rüssel,
dünnere Fühler die näher an der Rüsselspitze sitzen und das 3te
weniger erweiterte Tarsenglied. — Die einzige n. A. T. setosum
stammt aus St. Helena.
Derselbe beschreibt (1. c. p. 413) als n. A.: Nesiotes as-
peratus.
Derselbe beschreibt (1. c. p. 410) Pentarthrum subcaecum
eine n. A. St. Helena. Die Art hat fast rudimentäre Augen und
nähert sich der Gruppe Mesoxenus.
Bostrichidae. T. Algernon Chapman veröffentlicht (Ent.
Month. Mag. VI. p. 126) Beobachtungen über die Lebensweise der
englischen Scolytus-Arten.
Derselbe berichtet biologisches über Cryphdlus binodulus
und Hylurgus püosus (Ent. Month. Mag. V. p. 198).
Derselbe bespricht (Ent. Month. Mag. VI. p. 6) die Lebens-
weise von Phloeophthorus rhododactylus und Hylastes obscurus.
Chapuis theilt 1. c, die Scolytides s. str. nach Ausschluss
der in die grosse Abtheilung der Heteromeren gerechneten Euto-
mides in 9 Subtribus: I. Coptonotidae, Seiten des Pronotum
stark ausgerandet, n. Gatt. Coptonotus mit 1 n. A. cyclopus Neu-
granada; II. Phloeotrupidae, Fühlerschaft 7-gliedrig, Keule ge-
ringelt, Augen nierenförmig, grob granulirt. Schienen gedornt,
1 Phloeotrupes E. (1 A.), Bactylipalpus n. Gatt., Maxillartaster
2-gliedrig. 2. Glied sehr lang, n. Arten: transversus und qiiadrato-
coUis (Malacca-Ternate) ; 3. Phloeoborus Er. (mit 13 Arten 10 neu);
III. Hylesinidae, Schaft 5 — 7-gliedrig, Keule zusammengesetzt,
Augen quer-nierenförmig, fein granulirt, Schienen aussen gedornt.
136 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Gatgn. : l Hylastes Y,t. (mit 25 Arten, 7 neu); 2. Dolurgus 'Eich, (mit
1 Art); 3. Botkrosternus Eiclah. (mit 4 Arten, 3 neu); 4. Pagiocerus
Echh. (2 Arten); 5. Nemophilus n. Gatt., Schienen unbewehrt
(Widerspruch mit der Subtribus), Keule länglich geringelt, n. Arten
strigillatus und ^/ö&m5 (Nord-Amerika — Cumana); 6. Dendrosinus
n. Gatt., Schaft 7-gliedrig. Keule gross, gestutzt, 3. Tarsenglied
2-lai3pig, für globosus Eichh.; 7. Hylesinus Fabr. (mit 13 Arten,
4 neu); Hylurgus Latr (1 Art, ligniperda), 9. Blastophagus Eichh.
(2 Arten), 10. Kissophagus n. Gatt., Fühlerschaft 6-gliedrig, Kinn
rundlich oval, für hederae Schmitt; 11. Dendroctonus Er. (mit 5 Ar-
ten, 1 neu); 12. Xylechinu s n. Gatt., Fühlerschaft 5-gliedrig,
Tarsenglieder gleich, 3. herzförmig, Kinn herzförmig. 2. und 3. Ta-
sterglied verbunden, lang, für püosus Ratz.; 13. Pliloeo sinus n,
Gatt., für Auhei Perr. (9 Arten, 2 neu); 14. CarpJioborus Eichh.
(3 Arten, 1 neu); 15. Nemohius n. Gatt., 1. und 2. Palpenglied
fast gleich. Kinn am Grunde breit gerundet, 1. Tarsenglied klein,
3. kürzer als das 2., ganz; n. Arten: pallidus und Lambottei Süd-
Amerika; IV. Phl'oeo tribidae, Fühler stirnständig, Schaft 5-glie-
drig, Keule verschieden ; 1. Phloeophtliorus Woll. (2 Arten), 2. Phloeo-
tribus Latr. (11 Arten. 6 neu); d. Dryotomus n. Gatt., Fühler-
keule mit 3 freien Gliedern die nach innen vorgezogen sind, 3. Tar-
senglied ganz, cylindrisch, n, A. puberulus Cayenne. 4. Bhopalo-
pleurus n. Gatt., Keule gross, ganz, schief, eingesetzt, 3. Tarsen-
glied ganz. — (4 neue amerik. Arten). Type: tuberculatus Chap.
— Süd-Amerika; V. Polygraphidae: Fühler seitenständig, Schaft
5-gliedrig, Keule solid, Augen zweitheilig, Tarsen cylindrisch, G.
Polygraphus Er. (1 Art); VI. Onychiidae, Fühler seitenständig,
Schaft 5-gliedrig, Keule solid, Augen fast halbkugelig. Schienen
unbewehrt aussen. 0 ny chius u. Gatt., n. A. nitidus Brasilien;
VII. Ctenophoridae, Schaft 6-gliedrig, Glieder alternirend, Keule
ganz; CtenopJior us n. Gatt., n. A.: laevigatus Columbien; VIII.
Camptoceridae, Schaft 7-gliedrig, Augen quer-nierenförmig, Schie-
nen aussen unbewehrt. 1. Gatt. Diamerus Er. (2 Arten, 1 neu), 2.
Ga.ti. Camptocerus Latr. (5 Arten, 3 neu); 3. Ceratolepis n. Gatt.
2. — 7. Fühlerglied beim $ einfach, 3. Tarsenglied 2-lappig, n. A. :
jucundiis Neu-Freiburg ; 4. Gatt. Onemonyx Eichh. (1 Art Chili);
5. Loganius n. Gatt., 2. — 7. Fühlerglied des ^ mit Anhän-
gen, n. Art flavicornis Cumana; IX. Scolytidae verae Hin-
terleib stark abgestutzt vom Grunde gegen die Spitze zunehmend.
Schienen aussen unbewehrt, Gatt. Scolytus Geofifr. (mit 22 Arten
12 neu).
W. Eichhoff: üeber die Gattungen Corthylus auct., Cor-
thylomimus, Morizus, Cosmocorynus Ferrari und Monao'thron
Kirsch. ^Berlin. Ent, Zeit. p. 297.)
der Insekten während d. Jahres 1869. 137
Nach des Verf.'s weitläufig"en Auseinandersetzungen und Ver-
muthungen soll ersichtlich gemacht werden, dass durch einen Irr-
thum bei Lacordaire und eine Verwechslung der Präparate die
Gattung Corthylus verkannt wurde, da die typische Art Lacordaire's
(fasciatus Say.) eben kein Corthylus ist. Durch diesen Umstand und
durch einige andere Momente reduziren sich obige Genera auf 2 :
1. Pterocyclon Eichh. = Corthylomimus Ferr. = Corthylus Ferr.
(Type: brunneiim Eichh. und fasciatum Say.), 2. Corthylus Erichs.
= Corthylus Lac, Morizus Ferr. = Cosmocorinus Ferr. (Type: ah-
breviatus Chap.).
Bostrichus (Xylopertha) iracundus VoUenhoven 1. c. p. 10.
Taf. 1. flg. 7, n. A. Nossi-Be.
Tomicus aemulus Wollaston eine n. A. 1. c. p. 321.
Longicornia. Grammoptera bicarinata N. Arnold (Horae
Soc. Ent. Ross. VI. p. 137) eine n. A. Russland.
H. W. Bates stellt (1. c. p. 37 sq.) folgende neue Arten vom
Amazonenstrom auf : Parandra gracülima, Mallodonhoplus crassidens,
Polyoza lineata, Pyrodes formosus, P. gratiosus, P. nodicornis, P.
dispar, Esmeralda laetifica.
Derselbe bemerkt (ebenda p. 49), dass der von Lacordaire
für die Gattung Mallaspis aufgestellte Charakter nicht mehr aus-
reichend ist und sich dieselbe von Pyrodes nur durch das haarige
Schildchen unterscheiden lässt. Die 2 neuen abweichenden Arten
sind Mallaspis Beltii (Nicaragua) und Salvini (Costarica).
Derselbe beschreibt (ebenda p. 57 Note) Holonotus nigro-
aeneus eine n. A. aus Nicaragua von Mr. Belt.
Derselbe stellt als neue Arten aus Nicaragua auf: Mallaspis
paradoxa, Ophistomis picticornis, Ägaone monostigma, Crioprosopus
rutilans, Coelarthron q^uadrinotatum, Chalastinus riibrocinctiis, Aniso-
cerus personatus, Lagocheirus rosaceus, V-album, Ämphionycha bi-
fasciata, Carneades n. 'Gen. Colobotheinarum, ohne Seitenkiel der
Flügeldecken, Basalglied der Fühler an der Spitze plötzlich keulen-
förmig. Arten : C. superba, delicia ; Jamesia midtivittata, Deliathis
nivea.
Purpuricenus Ledereri Ferrari 1. c. p. 199 eine n. A. aus
der Gruppe des P. Desfontaini F., von Hrn. Leder er in Persien
(Astrabad) gesammelt.
Edw. Th, Higgins stellt als neue Formen auf (Trans. Ent.
Soc. London 1869. ^. \l): Ommatomenus n. Gatt, verwandt mit
Dorycera, Augen des ^^ unten verbunden, oben stark genähert.
Art: sericatus (an der Mündung des Niger).
Koch bildet 1, c. A. Ceroplesis vicina und brevis Sturm ab.
Th. Kirsch (Sitzungsb. der naturw. Gesellsch. Isis Dresden
1869. p. 84; theilt mit, dass der (Berlin. Ent. Z. XI. p. 212) Baumäste
138 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
absägende Käfer wahrscheinlich Macrodontia cervicornis L. sei, da
nach Lindig in Bogota die Macr. Bejeani ebenfalls diese Fähigkeit
besitzt und von Eingebornen azerrador genannt wird. Dagegen
kommt den Dynastiden diese Eigenschaft wohl nicht zu.
Nach Kratz 1. c. ist Dorcadion JReichei Ch. = ^ Ghüianii;
D. Byzantinum Thoms. = alboUneatum Küsi.; D. senegalejiseThoms.
= var. sing, molitoris Oliv. (Vaterland Gall. mer.); D. encaustum
Chevr. = Perezi (abgerieben); D. Gogium Thoms. = var, sing, ru-
fipedis; D. Staudingeri Chevr. = ^ lusitanicum Chevr.; D. Mazu-
moffshii Fisch. = criiciatum; Dorcadion tricolor Fischer = rufipes
(immatur.). D. velutinum Thoms. = caucasicuni Küst. (nicht seri-
catum Sahlb. oder sulcipenne Küst. einiger Collect.); D. micans
Thoms. ist eine dem Caucasicum nahestehende kleinere Art, die mit
letzterem Namen fälschlich versendet wurde.
Lacordaire giebt 1. c. die Beschreibung der noch in die
I. Cohorte der II. Legion gehörenden Gattungen der 27. — 48.
Gruppe der Unterfgimilie Cerambycides von denen die 27. (Callichro-
mides), 44. (Paristemiides) und die 45. (Stenaspides) je eine neue
Gattung enthalten. Die 2, Division zerfällt in 5 Gruppen: Mega-
derides, Tragocerides, Spintheriides, Coptommides \md Navomorphides ;
die 3. Division in 2 Gruppen Disteniides und Hysterarthrides. Die
II. Cohorte Carambyc. vrais souterrains wird in 2 Tribus getheilt:
Äpatophysides, mit einer neuen Gattung und Vesperides. Die neuen
Gattungen sind: Nothopy gus (27. Gruppe) verwandt mit Litopus,
die Flügeldecken hinten stark verkürzt, Type: N. Mniszecliii n. A.
Sierra Leona; Aphylax (44. Gr.) verwandt mit Pteroplatus, Pro-
thoräx an den Seiten stark stumpfhökerig, Flügeldecken seitlich und
hinten ohne Franr.en. Art: A. mentiens n. sp. BrasiHen: Phoe-
nicus (45. Gr.) verwandt mit Tragidion, Flügeldecken nackt mit
scharfen vorspringenden Linien. Type: Ph. sanguipennis n. sp. Im
Färberholz aus Central-Amerika. Trypogeus verwandt mit Apa-
tophysis, die Palpen lang. Type: T. alhicornis n. sp. Malaisien.
Derselbe theilt dieLamiiden, seine III. Subfamilie, folgen-
derraassen ein: Tribus I: Tmesisternides, Trib. II: Dorcadio-
nides mit den Gruppen 1. Ilcxatricliides, 2. Dorcadidides (mit 1
n. Gatt.), 3. Parmenides (mit 1 n. Gatt.), 4. Moneilemides, 5. Dor-
cadionides vrais, 6. Phantasides; Trib. III: Lamiides vrais, 1 Di-
vis. Sect. A. mit den Gruppen 1. Morimopsides, 2. Plirissomides^
3. Lamiides vrais; Sect. R. mit den Gruppen 1. Monohammides,
(mit 2 n. Gatt.), 2. Agniides. 3. Batocerides, 4. Gnomides, 5. Meso-
sides, 6. Metonides, 7. Ancylonotides, 8. Prosopocerides und 9. Ster-
notomides. — Die neuen Gattungen sind: Phrynidius für Monei-
lema inaequalis Say. (Trib. II, Gr. 2) ; Stychus für Microtragus amy-
cteroides Pascoe (Trib. II, Gr. 3); Stratisceros verwandt mit
der Insekten während d. Jahres 1869. 139
Epicedia, Fühlerschaft am äusseren Ende dornig, n, Art: St. prin'
ceps, aus Laos; Cratotragus verwandt mit Agnoderus, Fühler
dicht pubescent, kaum so lang als die Flügeldecken. Mesosternum
vertical, vorne stumpf kegelig, Beine kurz; n. A.: Cr. cinabarrinus
Siam.
Atimia dorsalis, Necydalis laevicollis, Tetropium velutinum
Leconte (1. c. p. 382) eine n. A. Vancouver-Island.
Leptura fuscicolle Leconte (1. c. p. 383) neu beschrieben aus
Vancouver-Island. — Leptura scripta und Matthewsii Lee. ebenda
p. 384 n. Arten.
Pascoe beschreibt (Longicornia Malayana 1. c.) folgende n.
Gattungen und Arten, aus der Gruppe der Omiden: Noserius ovati-
pennis und ignavus ; Tetraommatus nigriceps, tahidus, similis, angu-
status und ocularis; Hyphus apicalis, Xystrocera apiculata. Aus
der Gruppe der Cerambyciden s. str. : Neoceranibyx textor, ex-
ternus, Alexis; Hoplocerambyx severus; Elydnus n. Gatt., ver-
wandt mit Imbrius, Beine länger, Schienen von ungleicher Länge,
Maxillar-Taster mit cylindrischem Endgliede. Art.: E. amictus
(PI. XX. p. 1) und sericatus] Dicdeges egenus, tenuicornis; Zegria-
des n. Gatt., verwandt mit Dialeges; Basalglied der Hintertarsen
länger als die 2 folgenden zusammen, Augen nicht getheilt, Art;
Z. magister P. (Xoanodera magister olim.). Aus der Gruppe der
Hesperophaniden: Laodora n. Gatt, mit gedornten Fühlern,
Art: pilosa; Stromatium laticolle. Aus der Gruppe der Call idiop-
sinen: Ceresium rufipes, furtivum; Examnes n. Gatt. Schenkel
allmählich keulenförmig verdickt, Fühlerhöcker vorspringend, Art:
longicornis (PL XX. p. 3), idoneus, frontalis; Diatomocephala diversa,
pachymera, larvata; Tethione a n. Gatt. Schenkel gestielt, keulen-
förmig, Fühlerhöcker vorhanden, Mund kurz. Arten: unicolor (PI. XX.
p. 4), strmnosa, tridentata n. sp. und apiculata (Ceresium olim) ;
Dictamnia n. Gatt., verwandt mit Diatomocephala, Grundglied der
Hintertarsen verlängert, Art: rugosa; Salpinia n. Gatt, verwandt
mit voriger, aber die Schenkel schlank; Art: S. diluta (PI. XX.
p. 5); Semiope n. Gatt, verwandt mit Ceresium, Fühlerhöcker ob-
solet, Art: festiva (PI. XX. p. 6). Aus der Gruppe der Ob rüden:
Obrium annulicorne; Iphra n. Gatt., Prothorax vorne fast kugelig,
hinten verengt, Seiten ganz. Art: tillomorplioides.
Derselbe stellt in der 2. Section (1. c. p. 555) folgende neue
Gattungen und Arten aus dem malayischen Archipel auf: Syllitus
albipennis (Stenoderinae); Lepturinae: Leptura histrionica,
femorata, Ephies dilaticomis, lepturoid^s ; Molorchinae: Thranius
brunneus, angustipennis, basalis; Necydalinae: Epania brevipennis,
pusio, paulla, discolor, Euchlanis n. Gatt, verwandt mit Epania,
die Flügeldecken bedecken den Hinterleib; Art. E. collaris; Merio-
140 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
naeda flavitarsis, melanopsis, calcarata, subulata, hrachyptera ; Ocy-
tasia n. Gatt, verwandt mit der vorigen, aber das Abdomen mit
normalen Segmenten. Art: fulvipennis; Pyrestiuae: Plutonesthes
amoena; Protherainae: Mesophaea n. Gatt., Basalsegment des
Abdomen von gewöhnlicher Grösse; Art: lachrymosa ; Callichro-
minae: Chloridolum factiosum, scytaliciim, collinum, radiatum, cey-
cinum, viridipenne, concinnatum, collare, rufescens, praetorium, pro-
missum, öbsciiripenne, eupodum, melanaspis, litopoides distinctum;
Leontium punctigerum, pedestre. Clytinae: Glytus solitarius. Cly-
tanthus orioUnus, ßguratus, leucothyreus, luxatus, torquüla, seclusus,
praetextus, Mouhoti, Xylotrechus brevicornis, pedestris, hypoleucus,
iteratus, lyratus, decoratus, scenicus, famelicus, regina; Thranodes
pictiventris ; Perissiis antennuatus, grallarius, fluctuosus, aemulus ;
Demonax praecursor, strangalioides, martes, ordinatus, detortus, sos-
pitcdis, salutarius, planatus, apicalis, cumulosus, tenuispinosus, ery-
thromerus, algehraicus, notator, musivus, ephippiatus, alcellus, tipu-
larius, damalis, cuUcinus, puTlastra, ocularis, mulio, collaris, inter-
ruptus, exilis, polyzonus (? Demonax). D. ? palliatus, D. ? melanu-
Tus; Tillomorphinae: Epipedocera abdominalis; Halme n. Gatt,
verwandt mit der vorigen, Schenkel gestielt; Art: cleriformis:
Cleomeninae: Cleomenes vätatus; Eodalis n . Gatt, verwandt mit
Artimpaza Th., Fühler spindelförmig nicht gesägt; Art: Eod. lepidus;
Epianthe funesta : Glaucytinae: Seuthes n. Gatt, verwandt mit
Glaucytes Th., Fühlerglieder vierkantig. Art: S. sericatus; Poly-
phida n. Gatt, verwandt mit Glaucytes Th, Kopf schmäler als der
Prothorax ; x\rt : P. clytoides ; D i s t e n i i n a e : N ericornia n. Gatt.
verwandt mit Noemia, 9, und 10. Fühlerglied kürzer als das vor-
hergehende; Art: N. trifasciata; Psalanta n. Gatt., Augen grob
granulirt. Schenkel linear; Art: chalybeata P, (Noemia : ; Meleg ena
n. Gatt, verwandt mit voriger, Schenkel keulenförmig; Art: puhi-
pennis.
D e r s e 1 ]j e beschreibt als neue malayischen Prionidengattungen
und Arten: Derobranchinae: Osphryon Fühler ähnlich Sarmy-
dus, aber borstenförmig. x\rt; adiistus ; Ctenoscelinae: D y sta-
tu s verwandt mit Xixuthrus Th. Vorderwinkel des Prothorax vor-
springend ; Art : D. melas ; Remphaninae: Ehaphipodus Wal-
lacii.
Derselbe stellt folgende n. A. der Lamiiden auf (Ann.
and Mag. Nat. Hist. 4. ser. IV. p. 203); Ächthophora fasciatah^hu&n,
Agelasta mystica Manilla, Coptops centurio India, Crossotus stypticus
Damaral., Baxata confusa Penang, Mispila curvilinea India, Moe-
chotypa adusta Laos, Bhytiphora Dallasii West-Australien, Symphy-
letes defloratus Champion B., lanosus ebendas., Thysia viduata Su-
matra, Nyctopais Thoinsoni Gaboon, Anthores leuconotus Natal.
der Insekten während d. Jahres 1869. 141
Phymasterna ? humeraUs Vollenhoven l. c. 10. Tab. 2.
fig. 1, n. A. Nossi-Be.
Chrysomelinae. J. S. Baly beschreibt als neue Cassididen- Arten :
Dolichotoma distincta Nicaragua, Calaspidea Bacchus Para, C connec-
tens Amazon., Mesomphalia honorata Bolivia, Batonota collaris Ama-
zon., Bat. rufo-ornata Nicaragua. (Trans. Entom. Soc. London 1869.
p. 83.)
Derselbe stellt (ebenda p. 87) neue Hispi den auf: Älurnus
ornatus Nicaragua, Eurispa Odewahnii Süd- Australien, Eur. normalis
Queensland, Eur. Howittn Melburne.
Derselbe stellt folgende neue Chrysomeliden-Arten auf
(Trans. Entom. Soc. London 1869. p. 363) : Leptispa Godioini Shang-
hai, CaUispa proxima Siam, brevicornis Penang, Brettinghami India,
tarsata ebendah., Mouhoti Cambodia, Cephaloleia aproximata, lati-
collis Ämazona, dimidiaticornis, nigriceps, truncatipennis, cognata,
apicicornis, flavipennis Süd-Amerika, Hispodonta elegantula Amboyna,
Promecotheca Beicliii Vavao, Botryonopa cyanoptera Borneo, impe-
ridlis Philipp., Estigmena terminalis Tondano, Downesia atrata India,
tarsata Hongkong, Äspidispa n. Gatt, verwandt mit Gonophora,
mit dem Habitus von Hopliodonta, Kinn bei cT und $ verschieden,
Art: Asp. tibialis Gilolo; Gonophora nigriceps Penang, apicipennis
Ceylon; Chaeridiona n. Gatt, verwandt mit Nepius, durch Fehlen
der Lippentaster von allen Phytophagen verschieden. Arten: Ch.
metalUca Indien, picea ebendah.
Fairmaire stellt 1. c. p. 247 als neue Gattungen und Arten
aus Madagaskar und den Comoren auf: Eumolpus argopoides, atra-
mentarius, impressicoUis, janthinipennis, Galeruca costulata, prui-
nosa, Idacantha (= Diacantha und wegen Aehnlichkeit mit Dia-
canthus umgetauft) Type: unifasciata Ol.; Gassida atripennis, Oxy-
cephala Coquerelii, Coelaenomenodera Coquerelii, Cephaloleia micro-
donta, Hispa sericea, apicata, aeneicolor, longespinosa.
G. Kraatz: Ueber deutsche Donacien (Berl. Ent. Z. 13. Jahrg.
p 263 sq.).
Der Verf. kommt nach einer ausführlichen Besprechung der
Arten zu folgendem Schlüsse: D. antiqiia Kunze = simplicifrons
Lac, brevicornis Gyll. Thoms. und ^T ^ gracilis Suffr.; D. impressa
Payk. = brevicornis Redt..' $ id Ahr. : D. thalassina Germ. = v.
brevicornis Suffr. Lac; D. sericea L. = laevicoUis Th., v. ? Proteus
Kunze ; D. Proteus Kunze = v. ? Comari Suffr., geniculata Thoms.,
? palustris Schilling; D. apricans Lac. = v. ? andalusica Kraatz.
Am Schlüsse wird Thomson's Beschreibung von D. platysterna ge-
geben und dieselbe als muthmassliche deutsche Art betrachtet.
Rye bespricht die Synonymie von Donacia geniculata und
laevicoUis Thomson (Ent. Month. Mag. V. p. 218).
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. K
142 B rauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Stierlin giebt (Mitth. d. Schweiz. Eiit. Gesellsch. Vol. III.
p. 15) Beiträge zur Kenniniss der Oreinen und bestätigt die Ansicht
von Kraatz über die Identität der Arten 0. specioßa und pretiosa.
Derselbe beweist (Mitth. Schweiz. Entom. Gesell. T. III.
p. 152) die Artrechte von Phratora major s. (s. T. I. p. 65) aufs Neue.
Suffrian: Synonymische Miscellaneen (Stett. Ent. Z.
1869. p. 47) beweist die Artrechte von Donacia sericea L. und eo-
mari Ahrens und zieht D. festucae Fab. Ent. Syst. II. p. 116. No. 2
als ^ zu D. discolor Hoppe (ebend, p. 50).
Derselbe charakterisirt die beiden von ihm früher unter
den Namen Ch. fimhrialis (Linn. Ent. T. V) vereinigten, aber sicher
verschiedenen Arten: 1. Ch. fimhrialis Küst. = fimbr. v. y. Sibi
Linn. Ent. V. = molluginis Redtb. ; 2, Ch. hungarica Fnss = fim-
hrialis Suffr. 1. c. V. S. 7. No. 2 excl. var. y.
G, Tappe s beschreibt als n. A. (1. c. tab. i) Cryptocephahis
Bischoffi Engadin, C. Perrisi Algier, C. Mniszechi, Altai^ C. Saint-
pierrei Algier.
Phys¬a 5-pimctata Walsh Americ. Entom. Vol. II. p. 4,
eine n. A. Ü.-St.
Endomycbidae. Symbiotes honariensis St ein heil 1. c. eine
n. A. Süd-Amerika.
Hymenoptera.
A. Costa bat eine Bearbeitung der italienischen
Hymenopteren begonnen. (Prospetto sistematico degli
Imenotteri Italiani. Annuario del Museo zoologico della
üniversita di Napoli Anno IV ii. V. 1867, 1869.)
Die 1. Abth. enthält eine analytische Tabelle der Familien
der Hymenoptera monotrocha s. aculeata und der Unterfamilien der
Crabroninen, ferner die Genera der Sphecinen, Larrinen und Bem-
becinen; die 2. Abtheil, behandelt die Nyssoninen. Beide Arbeiten
enthalten Beschreibungen neuer Arten (siehe Crabronina).
E. T. Cr es so n beschreibt 2 neue nordamerikanische
Arten der Gatt. Arotes Grav. und giebt eine Bestim-
mungstabelle der einheimischen Arten. (Trans. Americ.
Entom. Soc. Vol. IL p. 260.)
Derselbe hat eine Bestimmungstabelie der ihm
bekannten 14 nordamerikanischen Arten der Gattung
Anthophora entworfen und beschreibt neue Arten. (Trans.
Americ. Entomol. Soc. Vol. II. p. 289.)
Derselbe macht Bemerkungen über Hymenopteren
Cuba's und beschreibt neue Arten (ebenda p. 293).
der Insekten während d. Jahres 1869. 14S
Dr. A. Gerstaecker: Beiträge zur näheren Kennt-
niss einiger Bienen-Gattungen (Stettiner Entomol. Zeitung
p. 139 sq.).
Der Verf. charakterisirt mit bekannter Schärfe viele bekannte
und 3 neue Gattungen und in denselben theils bisher ungenügend be-
schriebene, oder verkannte, theils neue Arten. Die Arbeit ist ein we-
sentlicher Beitrag zur Kenntniss der Insekten dieser Familie. Bei
einigen Arten werden Beobachtungen über die Nester beigegeben.
Eine umfangreiche Arbeit über die europäischen
Gattungen der Cjnipiden hat Förster veröffentlicht.
(Verh. d. k. k. zool.-bot. Gesell. Vol. XIX. p. 327.)
Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die bisher hierüber
erschienenen Arbeiten giebt der Verf. Tabellen zur Bestimmung
der Unterfamilien und Gattungen. Die 1. Unterfamilie Ibalioidea
(Familia sibi) enthält eine Gatt. : Ibalia, die 2. Cyniphoidea enthält
29, darunter 16 n. Gattungen ; die 3. Allotrioidae (Aphidivorae Gir.)
enthält 7, darunter 6 neue Gattungen, die 4. Eucoeloida enthält
38, darunter 34 neue Gattungen, die 5. Megapelmoidae schliesst
4, darunter eine neue Gattung, die 6, Onychioida 3, die 7. Fi-
gitoidae 11, darunter 6 neue Gattungen ein. Schliesslich spricht
derselbe seine Ansicht über die systematische Stellung der Gattung
Ceroptres Hart, aus und stellt dieselbe zu den Figüoiden zunächst
der Gatt. Melanips., von der sie sich durch das kahle 2. Hinter-
leibsegment und die Spitze des Abdomens unterscheidet. Die neuen
Gattungen und Arten siehe weiter unten.
F. Morawitz: Die Bienen des Gouvernements von
öt. Petersburg (Horae Soc. Ent. Ross. VI. p. 27), zählt
124 Arten auf und macht viele für die Kenntniss der
Apiarien wichtige Bemerkungen. Viele Arten werden
ausführlich beschrieben. Die Fauna stellt ein Gemisch
von nordischen und mitteleuropäischen Arten dar und
besitzt keine ihr einzig eigenthümlichen Arten , da die
früher als solche aufgestellten seither anderwärts ge-
funden wurden, was wohl auch mit dem als neu be-
schriebenen Heriadcs trinacria aus dem Gdowschen Kreise
geschehen dürfte. Für die Nomada-Arten werden als
besondere Art-Merkmale der Fühlerbau, die Behaarung
des Thorax und seine Skulptur hervorgehoben.
Derselbe giebt zahlreiche Berichtigungen zu Kir eb-
ne r's Catalogus Hymenopt. Europ. (siehe den vorigen
144 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Bericht) über Apiarcn. (Horae Soc. Entom. Ross. VI.
p. 62 u. 97.)
A. E. llolmgren hat die Hymenoptferen der be-
reits im vorigen Berichte angezeigten Reise der Fregatte
Eugenie bearbeitet.
In dieser Arbeit sind 103 n. Arten und 6 neue Gattungen
beschrieben (1 Ichneumoniden-, 1 Cryptiden-, 1 Pimplarien-, 2 Bra-
coniden- und eine Chalcididen-Gattung).
C. Hörne sprach über die Lebensweise derHyme-
nopteren in Nord-West-Indien^ deren Nester und Para-
siten. (Angezeigt in der Proc. Zool. Soc. London F. IL
p. 430 und für die ;,Transactions*^ in Aussicht gestellt.)
H. de Saussure: Hymenopteres divers du Mus^e
Godeffroy. (Stett. Entom. Z. p. 53 sq.)
Der Verf. beschreibt neue Arten aus den Familien der Ves-
piden, Sphegiden, Crahroniden, Tliynniden und ScoUden aus Neuhol-
land und Süd-Amerika.
A. Schenck: Beschreibung der nassauischen Bienen
2ter Nachtrag. (Jahrb. des Nass. Vereins f. Naturkunde
Jahrg. XXI u. XXII. p. 269 ff.)
Der Verf. bringt zaWreiche Zusätze zu seinen früheren Ar-
beiten (Heft XIV), indem er die seither von iVnderen und ihm selbst
gemachten Beobachtungen aufführt, sowie neue Arten und 1 neue
Gattung beschreibt. In Betreff der Systematik schliesst sich der
Verf. Lepeletiers Eintheilung an und legt den Sammelapparat und
die Einrichtung der Fresswerkzeuge zu Grunde. Durch 2 synop-
tische Tabellen ist die Bestimmung der deutschen Apiden-Gattungen
sehr erleichtert.
Fr. Smith zählt die bis jetzt bekannten Arten der
Gattung Pison J. (35) auf, von denen 13 neu sind und
stellt zwei Gattungen dieser Gruppe auf. (Trans. Ent.
Soc. London 1869. p. 289.)
In Betreff der Lebensgeschichte der Pison-x\rten
theilt der Verf. (ebenda p. 289) mit, dass sie Zellen, ähn-
lich denen von Pemphredon, bauen und für die Brut
junge Spinnen eintragen.
Derselbe beschreibt neue merkwürdige Arten
dieser Ordnung aus dem British Museum und der Samm-
lung von Mr. Du Boulay (ebenda p. 301). Auf PI. VI sind
7 der neuen Formen abgebildet.
der Insekten während d, Jahres 1869. 145
Derselbe macht Bemerkungen über Hymenopteren .
(Ent. Annual 1869.)
Snellen van Vollen hoven giebt ein neues Ver-
zeichniss von niederländischen Hymenopteren mit Bei-
fügung der Literatur und von Bemerkungen über Lebens-
weise, Erscheinungszeit u. s. w. (Tcnthrediniden, LTroce-
riden, Cynipiden, Evaniadea.) — (Tijdschrift voor Ento-
mologie 12. Jahrg. 2. ser. 4. Deei p. 89—118.) Im An-
hange sind die neuen Entdeckungen besonders hervor-
gehoben und neue Arten beschrieben (p. 119).
Derselbe hat (Schetsen ten Gebruike by de Studie
der Hymenoptera. üitgegev. door de Nederl. Entom.
Vereen. S'Gravenhage M. Nijhoff.) eine für das Studium
der Ordnung sehr nützliche Arbeit mit den Umrissen
der Gattungstypen begonnen. Die vorliegenden 2 Hefte
enthalten sehr gelungene Zeichnungen, das 1. der Ich-
neumoniden, das 2. der Braconiden.
Tapp es führt die bei Cryptocephalus-Larven para-
sitirenden Arten an, bildet den Cocon eines Tryphon,
Pezomachus pedestris $ (Grav.) aus C. 12punctatus und
Blacus falcatus c/* (Nees) aus C. bipunctatus ab. (1. c.
siehe Coleopt.)
Es kann nur freudig begrüssst vrerden, wenn das in
den verschiedenen Museen aufgehäufte Material der Oef-
fentlichkeit zugänglich gemacht wird und sich die Be-
sitzer von Sammlungen aus Mangel einiger kostbarer
"Werke nicht abschrecken lassen, an dessen Bearbeitung
zu gehen. Nebst den Curculionen hat E. Taschen-
berg nun die Porapiliden des Museums der Universität
zu Halle zusammengestellt und eine grosse Zahl neuer
Arten beschrieben, vorzüglich aus den La Plata-Staaten
von Prof. Burmeister gesammelt und mitgetheilt. (Zeit,
f. ges. N. W. Giebl Juli.)
Derselbe; Die Sphegiden des zoologischen Museums
der Universität in Halle (Giebl Zeitsch. f. gesammt. Na-
turw. T. 34. p. 407 sq.).
Der Verf. zählt die Arten der Sammlung auf, charakterisirt
die Gattungen, einige bekannte und die neuen Arten.
Edw. Norton setzt seinen Catalog der Tenthredi-
146 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ijidennnd Uroceriden Nord-Arnerika's fort (Tians. Americ.
Entomol. Soc. Vol. IL Oct. 1868. p. 211 et 321, die 1.
xAbth. erschien ebend. L p. 280).
Enthält die Beschreibung der bekannten sowie vieler neuen
Arten und Bestimmungstabellen.
Derselbe beschreibt die aus dem Cocon von Lo-
phyrus abietis gezogenen Schmarotzer (10) und beschreibt
5 neue Arten. (Trans. iVmer. Entom. Soc. Vol. II. p. 326
Anmerkung.)
John Bold giebt ein Verzeichniss der Hymeno-
ptera aculeata von Northumberland und Durhara. (Nat.
Eist. Trans, of Northumb. and Durh. P. 1. Vol. III. 1869.)
133 Arten.
Aug. Menzel: Die Biene in ihren Beziehungen
zur Kulturgeschichte und ihr Leben im Kreislauf des
Jahres. 4. (78 p. 1 T.) Zürich 1869.
Ist dem Ref. nicht zur Ansicht gekommen.
Ueber einen von Van^on konstruirten Bienenkorb
berichtet Dr. A. Gillet de Grandmont (L'Apiculture
et la ruche Vosgienne. Bullet, de la soc. imp. zool.
d'acclimation 2. ser. T. VI. 1869. p. 299.)
H. Bendel: Die Pflege der Biene bei den Römern.
(Bericht üb. d. Thätigkeit d. St. Gallischen naturwiss.
Gesell. 1869. p. 137.)
Eine anziehende Zusammenstellung aller bei den verschiedenen
Autoren zerstreuten Nachrichten aus dieser Zeit.
Apiariae. Cresson beschreibt 1. c. als neue Arten: Äntho-
phora Smithii, Walshii, caliform'ca, montana. ursina, canadensis,
occidentalis. terminalis.
Derselbe zeigt an (ebenda p. 293), dass Äntliopliora taurea
Say in die Gattung Melissodes gehört.
Agapostemon ohscurata Cresson 1. c. p. 295 eine n. A. Cuba.
Derselbe Description of North American Bees No. 2. 1. c.
Der Verf. beschreibt 8 neue Arten der Gatt. Prosopis.
Megacilissa ? nigrescens, suhaurata, Megachile armaticeps,
Coelioxys tegularis, Centris armülatus Cresson (1. c. p. 298), neue
Arten, Cuba.
Gerstaecker charakterisirt 1. c. folgende Gattungen und
Arten: Pasites Jur., type: P. maculatus Jur. (nicht Tiphia brevi-
cornis Panz.) Süd-Europa; Phüeremus Latr., Arten: Ph. punctatus
Fab. Nord-Europa, Ph. nasutus Gerst. n. sp. Berlin, Ph. niveatus
der Iiisekteii während d. Jahres 1869. 147
Spin. Aegypten. Bicistes Panz., Type: B. brevicornis Panz., Pliia-
rus u. Gatt, verwandt mit Ammobates, P'ühler schlanker, 3. Glied
so lang wie der Schaft, gleichlang mit den beiden folgenden zu-
sammengenommen; Type: Ph. abdominalis Gerst. (Eversm.) = Am-
mobatoides abdominalis Radoszk. Süd-Ost-Europa; EuglageS" n.
Gatt, ähnlich Melecta aber nur mit 2 Cubitalzellen. Type: Eugl
scripta n. sp. Süd-Spanien; Ammobates Latr., Lepel. Arten: A. rufi-
ventris Lepel., vinctus Gerst. n. sp. (= epeolina Illg.); Ä. bicolor
Lepel. Europa; Omachthes n. Gatt, verwandt mit Ammobates,
die Oberlippe kürzer, 1. Glied der Maxillartaster lang gestreckt,
4. so lang wie die beiden vorhergehenden zusammen. Radialzelle
lang, mit einer Anhangsader die fast eine 2. Zelle bildet. Arten:
0. carnifex Gerst. (dichrous Klg. Spin.) Cap; 0. dichrous Smith
(Pasites s.), 0. histrio Gerst. Cap. — Epeolus Latr. ; Arten : varie-
gatus L., pictus Nyl. ; speciosus G. Pommern, amabüis G. Cap, mili-
taris G. Cap n. A. — Epeoloides Gir. ; Arten: coecutiens Fab. —
Mhathymus Latr., Art: B. bicolor Lep. Columbien, Nomada eusta-
Zacia Gerst. Berlin; Dioici/s Lepel., Art: ardens Gerst. Süd-Spanien ;
cruenta Gerst. Sicilien; pumila Gir. Rhodus, neue Arten.
Coelioxys Latr., Arten: conoidea Illig., rufescens Lep., elon-
gata Lep.; tricuspidata Forst., divergens Forst., conica L., aiirolim-
hata Forst., coronata Forst., erytliropyga Forst. — Ceratina Latr.,
Arten : ciicurbitina Rossi, C. egregia Gerst. (= aenea Brülle), C.
dentiventris Gerst. (= chalcites Illg.); gravid ula Gerst. n. A. Meran,
C. cyanea Kirby, nigroaenea Gerst. n. A. Krim; callosa Fab., chry-
Somalia Gerst. n. A. Rhodus, G. Löwi Gerst. n. A. Klein-Asien. —
(I.e. p. 315.) Die Gattung Bombas ist einem eingehenden Studium un-
terworfen worden und zwar in Bezug der alpinen Formen in Vergleich
mit hochnordischeu. Der Verf. bespricht 26 Arten, 7 neue: B.
martes, Baieriscbe Alpen, opulentus Schweiz, mesomelas ebendah-,
mendax Kreuth, mucidus ehendah., protetis Berlin, mastrucatus A\-pen.
Derselbe hebt 'ebenda p. 330) einen besonderen Gruppen-
charakter der c^ der Gatt. Osmia hervor, der in der Bildung des
hinteren Metatarsus liegt, der entweder ein reguläres Parallelogramm
darstellt oder gegen die Spitze hin am Vorderrande winklig erweitert,
daher beilförmig erscheint. Die Arten der letzteren Gruppe, Type:
0. xanthomelana Kirby., werden näher beschrieben (0. corticalis
Gyll., fticiformis Latr., xanthomelana Kirby, vulpecula Gerst. {fuci-
formis Kriech.), uncinata Gerst.) — oder erwähnt (parietina Curt.,
inermis Zett., angustula Zett., pilicornis Smith., baicalensis Radosk).
— In andere Gruppen gehören die neuen oder neu beschriebenen
Arten : 0. platycera Gerst., (= brevicornis Imhff.), 0. eaementaria
Gerst. (= Spinolae Schenck nicht Lepel.), bisulca n. A. Süd-Ost-
Europa, vidua Sicilien n. A., daviciila Naxos, mustelina Frank en
148 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
macroglossa n. A. Griechenland. — Aus der Berliner Gegend
werden 14 Arten aufgezählt, — Die Gattung Megachile Latr. ist
durch neue Merkmale charakterisirt. 5 Arten werden ausgeschieden
und gehören im Lepeletier'schen Sinne der Gattung nicht an, 2 sind
umgetauft und folgende neu beschrieben: M. ursula G. (= lanu-
ginosa Kriech.) Baiern ; hymenaea G- n. A. Meran ; intermixta G.
n, A. Sicilien; imbecüla G. n. A. Berlin; leucomalla G. n. A. At-
tica; derasa G. n. A. Naxos. Für die Weibchen der Gattung
Chalicodoma Lepel. sind Merkmale in der Form des Hinterleibes,
des Clypeus und der Mandibeln als Unterschied von den Mega-
chilen gefunden, wahrend die (i^ sich als wahre Megachilen er-
weisen. — Näher beschrieben sind: Ch. haetiea G. n. A., Lefehvrei
Lep.; pyrrhopeza G. (= meliturga 111. ^, = rufitarsis Giraud $),
Ch. manicata Gir., sicula Lepel.
Osmia qiiadricorms Kriechbaumer (Verh. d. k. k. zool.-
bot. Ges. in Wien T. XIX. p. 600) eine n. A. aus Tinos.
Morawitz beschreibt als neue Arten 1. c. : Osmia confusa,
Heriades trinacria St. Petersburg, ferner p. 65 1, c. Osmia Panzeri
(fulviventris Panz. pro p.) Mittel- und Süd-Europa, Nomada femoralis
(germanica Lep. ^) Frankreich, N. panurgina Nizza.
J. C. Puls beschreibt Melipona molesta eine n. A. aus der
Argent. Republik. (Ann. and Mag. Nat. Hist. 4. ser. T. IV. p. 295.)
Dieselbe soll nach Art der Fliegen lästig sein. (Vide Atti della
Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. XI. 1868. p. 257.)
0. Radoszkowsky macht (Horae Soc. Ent. Ross. VI. p. 95)
synonymische Bemerkungen zu Kirchner's Catalogus Hym. Europ.
und beschreibt als n. Arten: Antopliora Sichelii Corsika, A. agama
Sich. Syra.
Schenk theilt 1. c. die Apiden in 13 Subfamilien und be-
schreibt als neue Formen: 4 Ändrena, 18 Halictus, 1 Megachile,
1 Änthidium, 1 Epeöloides, 1 Pasites, Ammohatoides n. Gatt,
für Ammohates hicolor Lep. (von Radoszkowsky für Philerem. abdo-
minalis Eversra. vergeben vide Bericht 1868. p. 84). — Bekannt
wurden dem Verf. in Deutschland 376 Bienen- Arten, welche sich auf
47 Gattungen vertheilen.
Nach Fr. Smith (Proceed. Ent. Soc. London 1869. p. III) ist
Apis fasciata eine bestimmte Art, ebenso A. nigrocincta.
Derselbe hebt die Aehnlichkeit der Bombus-Arten und ihrer
Parasiten (Apathus) hervor, von welchen B. pratorum und Apathus
barbutellus eine Ausnahme machen, die durch die bekannte Duld-
samkeit der Hummel erklärt wird. (Proc. Ent. Soc. Lond. 1869. p. X.)
Derselbe setzt die Revision der englischen Bienen fort
(Entomologist IV. p, 241, 254, 265) — siehe den vorigen Bericht.
— Der Verf. behandelt die 28 Arten der Gattung Halictus Latr.
der Insekten während d. Jahres 1869. 149
Golletes perforator, Andrena halictoides, Nomada macuUfrons,
Bomhus ignitus, B. tersatus, dwersus Fr. Smith (Entomologist.
Newman p. 208), neue Arten aus Japan, welche englischen Arten
ähnlich sind.
Vespariae. H o 1 m g r e n beschreibt als neue Arten 1. c, p. 439:
Polistes panamensis Panama, semiflavus Guam, erythrinus Sidney,
Polyhia Saussurei Californien, Bohemani Ins. St. Joseph und Rhyg-
chium nigripenne Honolulu.
Pterochüus albopictus Kriech baumer (Verh. d. k. k. zool.-
bot. Ges. in Wien T. XIX. p. 599) eine n. A. ans Syra.
Lichtenstein bespricht den Nestbau von Celonites apiformis
(Bullet. Sog. Eni Fr. 1869. p. XXIX) und dessen merkwürdige Schlaf-
stellung (ebenda p. LXXII), in welcher die Flügel mit den Mittel-
beinen so gehalten werden, dass das Insekt flügellos erscheint.
Derselbe spricht über die Lebensweise von Rygchium ocu-
latum und einen Odynerus (ebenda p. LXXIII).
Odynerus albocinctus J. C. Puls (Ann. and Mag. Nat. Hist.
4. ser. T. IV. p. 295) eine n. A. aus der Argentin. Republik. (Vide
Atti della Soc. Ital. d. Sc. Nat. Vol. XL p. 257. 1868.)
N 0 rt 0 n i a S a u s s n r e 1. c. p. 53 eine n. Gatt., Type :
Odynerus intermedius Sauss. Charakter von Eumenes aber der
Stiel trichterförmig erweitert. Type : N. Ämaliae Rockhampton ;
neue Arten: Odynerus Dietrichiamis ebendah., Älastor Graeffei Viti-
Inseln.
Fr. Smith stellt 1. c. p. 309 als neue Arten auf: Masari-
dae: Paragia e xcellens AusiraVie-ü, so&rma ebendah. ; Eumenidae
Bhynchnim magnificum ebendah.
Wilson berichtet aus Adelaide, dass die Paragia- Arten (? tri-
color) ihre Bauten nebeneinander verfertigen, aber nicht gesell-
schaftlich leben. (Proc. Ent. Soc. London 1869. p. XVIII.)
Grabronina. Ach. Costa setzt den Prospetto sistematico
degli Imenotteri Italiana mit den Crabroninen fcrt. (x^nnuario del
Museo Zoologico dell R. Universita di Napoli Anno V. 1865—1869.
p. 60 sq.)
Der Verf. charakterisirt 13 Genera in einer synoptischen Ta-
belle und giebt dann deren Beschreibung und jene der Arten. Neue
Formen enthalten die Gatt, Nysson (variölatiis), Lestiphoriis (hilu-
niilatus), Hoplisus (siniiatus, siilcifrons, Craverii), Cerceris, (lamini-
fera, scuteUaris, specularis, fuscipennis, luctuosa, lunata, funerea,
brutia, variölosa, Geneana.
Derselbe stellt], c. als neue Formen auf (IV. p. 82 sq.) Noto-
gonia n. Gatt, für Larva nigra Spin., Tachytes plicosa, fulvüarsis,
Prosopigastra n. Gatt, verwandt mit Tachytes, Abdomen be-
150 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
stimmt punktirt, Art: punctatissima; Astata picea, Dryudella Eme-
ryana, dimidiata, Spinolae, MiscopJms italicus, Tachytes coriacea,
Beinbex Geneana, melanostoma.
W. Coup er beschreibt den Bau von Cra&ro se'xmactilatus. (Ca-
nad. P^nt. I. p. 77, siehe auch Entomolog. Newman IV. p. 365.) (Da
die Zellen mit Pollen und Honig gefüllt beschrieben werden so dürfte
eine falsche Bestimmung vorliegen. Bef.)
Sphex mandihularis, Larrada luteipennis C r e s s o n 1. c. p. 293,
neue Arten aus Cuba.
Giraud stellt (Ann. Soc. Ent. France 4. ser. IX. p. 469) als
neue Gattung und Art auf: Ämmoplanus. Kopf fast vierseitig,
vorne erweitert und platt, Fühler nahe dem Munde, Pterostigma
dick, Radialzelle sehr kurz. 2 Cubitalzellen, die 1. geschlossen in
der Mitte die rücklaufende Ader aufnehmend. Schienen und Tarsen
unbewehrt. Arten: Am. Wesmaeli Wien und Perrisi Spanien.
Ammophüa limhata Corfu und Bembex dalmatina Dalmatien
2 n. Arten. Kriechbaumer Verh. d. k, k. zool.-bot. Ges. T. XIX.
p. 597 u. 598.
Nach Lucas (Ann. Soc. Entom. Fr. 4. ser. IX. p. 427) trägt
Pelopaeus spirifex vorherrschend junge Epeira-Arten für sein Nest
ein. — Unter 70 Spinnen waren 48 Epeira cucurbitina, 15 E. solers.
4 patagiata und 3 Clubiona pelasgica.
Silaon (!) n. Gatt, verwandt mit Pison, Augen ganz, breit
getrennt, Fühler nach unten gerückt, Art: compeditus Ferd. Pic-
cioli, Toskana. (Bull. Soc. Ent. Ital. T. I. p. 282. Tav. I.)
Astata Costae F. Piccioli (Bull. Soc. Entom. italiana T. I.
p. 38, Tav. 1) eine n. A., Toskana.
Cerceris semilunata Amur, C. hispanica und Pucilii Sibirien
Radoszkowsky 1. c. p. 105, neue Arten.
Chlorion hicolor und Sphex Godeffroyi Saussure (1. c. p. 56,
57j 2 neuen Arten, erstere aus Uruguay, letztere aus Neu-Holland.
Tachytes australis Saussure 1. c. p. 57, eine n. A. Neu-Hol-
land, Cap York.
Smith beschreibt als neu 1. c. p. 304: Larridae: Larrada
chrysota Australien, A ulaco philus n. Gatt, mit dem Habitus
einer Polybia, Art: A. vespoides Brasilien; Nyssonidae: Acan-
thostethtis n. Gatt, ähnlich N. dimidiatus, Art: Ac. basalis Au-
stralien; Miscothyris n. Gatt. Augen sehr gross, beim (^ das 2.
Abdominalsegment unten mit einem Höcker. Art: 31. thoracicus
Australien.
Derselbe stellt 1. c. folgende n. Arten und Gattungen auf:
Pison tibialis West- Australien, basalis, similUmus, aurifex, separatus,
uscipennis, decipiens, dimidiatus, festivus Australien, tiiberculatus
der Insekten während d. Jahres 1869. 151
Neu-Seeland, insiila/risNeu-liehndeu, fahricator Rongkong, conformis
Mexiko.
Pisonitus Shuck. n. Gatt. Sm ith's fürPison rulipes Shuct.
und Verwandte, 4A.; Parapison n. Gatt. Smith für P. obliteratus
Sm. und 3 n. Arten : Par. rufipes Indien, rufieorms Australien und
agüis Ceylon.
Crahro vagatiis Fr. Smith (Newman Entomologist p. 208) eine
u. A. Japan.
Taschenberg beschreibt 1. c. p. 407 sq. folgende neue Gattungen
und Arten: Priononyx hifoveolata^exi-Freibnrg', Enodia nigro-pecti-
nata Chartum; E. albo-pectinata ebendah.; Sphex siamensis Siam; Sph.
metaUica Chartum : SpJi. nigro-coeruJea \enezue\si; Sph. mexicana Me-
xiko ; Sph. argentina Mendoza ; Sph. rußcauda Am. mer. ; Sph. micans
Parana etc.; Pseudosphex ti. Gatt. Cellula radialis im V. fl. oval,
ohne Anhang, Klauen mit einem Zahn. Kopf breiter als der Metathorax.
Neue Art.: pumilio Mendoza; Chlor ton metalUciim hu Vlato:', Ch. pre-
tiosum Banda Orient. ; Ch. pcdlidipenne Parana ; Ch. nobilitatum
Parana; Parapodium n. Gatt., verwandt mit Podium aber durch
das Flügelgeäder verschieden, mit sehr gestrecktem fast cylindri-
schem Thorax. Art : P. higuttatum Venezuela; Podium fumipenne
Parana; P. sexdentatum Neu-Freiburg ; P. dubiurn ebendah.; Psam-
mophüa dispar Chartum; Parapsammophila n. Gatt. Hinter-
leib vorne stark verengt, 3. Unterrandzelle tonnenförmig, Klauen
2-zähnig, Cellula radialis d. V. fl. rundlich ohne Anhang. Beide v.
recurr. in die 2. Unterrandzelle gehend. 3 n. Arten aus Chartum:
miles, lateritia und lutea; Ammophüa ruhriceps (Cap b. sp,); gra-
cillima Chartum; propinqua ebendah.: A. anomala Illinois; A. ery-
thropus Java; überdiess macht derselbe ergänzende Bemerkungen
und beschreibt einige von Smith benannte Arten der Familie.
Pompilidae. Taschenberg], c. beschreibt als n. A. Pepsis praesi-
diälis, apicata, discolor, cupripennis, acicidata, Thoreyi, gracülima. de-
fecta aus Süd-Amerika. Prwcnemis hrevipennis, concolor, dubius, bra-
süiensis Süd-Amerika; propinqims (Patria ?); pachymerus, punctulatus,
abnormis, coeruleus, velutinus, ustulatus, angustithorax Süd-Amerika ;
Pr. gigas Java ; brunniceps Cap ; hottentottiis Cap ; sigilUpes M. Ber.
Süd-Amerika; flavicollis Cap; maeulatellus, rufofemoratus Süd-Ame-
rika. Agenia maculata Java, pallida, tricolor, amabiUs, annulata
Süd- Amerika: Pogonius frontalis Süd-Amerika; Pompilus coriarius
Java, brevicornis Mexiko, claviger Chartum; dilute-vittatiis Canaria,
mexicanus, coeruleus Süd- Amerika ; eupterus Neu-Holland ; rufo-ungui-
culatus Java, Povipilus ruficeps Chartum, marginicolUs Barbaceua;
bicolor (?), costatus Süd-Amerika ; scalaris Banda Orient. ; separatus,
semicinct'iis, argenteus, torguatus, erubescens, rubiginosus, funebris,
frihurgensis, serraticornis, amoenus, agenioides, rubipennis, adustus,
152 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gastricus, semiphimheus. areaUis, tricolor, muUifasciatiis Süd-Amerika,
Äporus semiriifus Chartnm; Salms tomentosiis Mexiko; Ferreola
denticulata Chartum ; Ceropales abdominalis, trimamlata, nigripes, ah-
normis Süd-Amerika.
Fr. Smith stellt als neue Formen auf, 1. c. p. 303: Uöli-
chiirus carho)iarius Australien, ignitus Port-Natal, taprohanae Ceylon.
Heterogyna. Saussure beschreibt 1. c. p. 58 Mliagigaster
morio Westw. $, ? neue A. Neu-Holland, Thynnus clypearis und
? Th. clypearis $, n. A. Neu-Holland; Zeleboria Xanthorroei Smith
c/* und $ aus Neu-Holland. Ferner aus der Gruppe der Scoliden
Discolia Ovalauensis Viti-Inseln, Dielis dbesa Patagonieu, 2 neue
Arten.
J. Sichel und 0. Radoszkowsky haben eine umfangreiche
Arbeit über die Arten der Gattung Mutilla der alten Welt ver-
öfifentlicht (Horae Soc. Entom. Ross. VI. p. 138—309. Taf. VH— XI.
fig. 44). Die Verf. geben eine Uebersicht der bis jetzt erschienenen
Arbeiten über diese. Gruppe, haben aber die von H. Morawitz 1865
angegebene Gruppirung nicht angenommen, sondern die Arten nach
Latreille eingetheilt. Sie geben eine Erklärung der einzelnen Kör-
pertheile und eine kurze Schilderung des Parasitismus der Larven
dieser Gattung bei Bombus und andern Hymenopteren, — Beschrie-
ben sind 156 Arten, von denen 44 neu sind.
Fr. Smith beschreibt als neue Formen 1. c. p. 301: MetJioca
mandihularis Shanghai; Pterombrus n. Gatt. Vorderfl. mit einer
länglichen am Ende spitzen Marginalzelle, 3 submarginales, die 1.
nahe so lang als die 2 folgenden, die 2. 4-winklig, gegen den Rand
verengt, Fühler fadenförmig jederseits neben einen 2-höckerigen
Vorspruug eingelenkt. Art : Pt. aenigmaticus (nur das $ bekannt)
aus Brasilien.
Chrysididae. F. Algernon Chapman giebt (Ent. Month.
Mag. VI. p. 153) eine interessante Beobachtung über die bei Ody-
neriis spinipes parasitirenden Chrysididen.
Holopyga splendens und Hedychrum Gerstaeekeri, Fr. Che-
vrier (Mitth. Schweiz. Ent. Gesell. III. p. 44) 2 n. Arten, Schweiz.
Chrysis hirstita und Chi', cribrata Gerstaecker 2 neue
Arten aus Oberkärnthen (Stett. Ent. Z. p. 185).
Formicariae. T. H. Brown bespricht die Lebensweise von
OecopJithora pusilla Heer auf Madeira (Proc. Boston Soc. Nat. Hist.
T. XIL p. 211).
Die um Neapel vorkommenden Arten hat Carl Emery zu-
sammengestellt (Annali dell' Academia degli Aspiranti Naturalisti
Napoli 1869. Tav. 1). Der Verf. stellt folgende neue Gattungen
und Arten auf: Camponotus ebeninus, Prenolepis (Lasius) lasioides,
fuscida (siehe die Berichtigung), Stigmatomma impressifrons, Lepto-
der Insekten während d. Jahres 1869. 153
thorax anoplogynus (nach Mayr = var. iinifasciati), exilis; Cardio-
condyla n. Gatt, verwandt mit Monomoriiim, Thorax am Meta-
notum mit 2 starken Dornen, 2 Knoten des Stieles sehr gross, herz-
förmig. Neue Art: elegans; Trichoscapa n. S. Gatt, von Stru-
migenys durch die dreiekigen, gezähnten Mandibeln und den starken
Fühlerschaft verschieden, n. Art memhranifera.
Derselbe stellt als neue Formen auf (Bullet. Soc. Eutom.
Italiana T. I. p. 135 f.) : Crematogaster laestrigon Halid, in litt, und
Epitritus n. Gatt. (Halid. in litt.) verwandt mit Strumigenys;
Fühler bestimmt 4-gliedrig, letztes Geisselglied am längsten. Art:
argiolus Halid. in litt. Italien.
Bothriomyrmex Costae Emery (Annuario del Mus. Zoolog.
Universit. di Napoli Anno V. 1869. p. 117) eine n. Gattung und
Art Neapel.
Aug. Forel de Morges beobachtete (Mitth. Schweiz, en-
tomol. Gesellschaft Bd. III. No. 3. p. 105) die Lebensweise von So-
lenopsis fugax bei anderen Arten. Der Verfasser unterscheidet zwei
Arten von Ameisen-Kolonien, 1. doppelte, d. h, in denen beide zu-
sammenlebenden Arten sich in allen Formen und Stadien finden z. B.
Polgergus riifescens und Solenopsis fugax; 2. gemischte, in denen
nur Arbeiter einer zweiten Art den Besitzern der Colonie beigesellt
sind. Letztere kann nebenbei auch doppelt sein, wenn sie auch
eine Colonie von Solenopsis enthält, z. B. Polyerg. rufescens, For-
mica fusca $ (^-Is Sklaven) und die genannte Art. Die Ursache des
Einmiethens der in Rede stehenden Art sieht der Verfasser in dem
Vorwalten der Geschlechtsthiere vor den Arbeitern begründet und
in der Fruchtbarkeit der ersteren, wodurch bei isolirten Colonien
Futtermangel eintreten müsste.
Ueber die Lebensweise der Ameisen im Allgemeinen berichtet
M. Girard im Bullet, d. 1. soc. imp. zoolog. d'acclimation 2. ser.
T. VI. 1869. p. 118.
Jules Marco u berichtet: Entomologist IV. p. 234, über eine
Ameisen-Art auf den Hochebenen der Rocky Mountains, welche zu
ihrem Bau die glänzenden kleinen Quarzkörner verwendet, welche
den Boden des krystallinischen Gesteines dort bedecken.
IchneUmonidaö. Meniscus Bethunei eine n. A. (Canad. En-
tom. 1. p. 105), Ontario, Aut. ?
Cresson beschreibt (Canad. Ent. I. p. 33) als neue Arten:
Banchus flavescens, horealis, canadensis, Arotes amoenus, formosus,
Coleocentrus Pettiti, Ehyssa canadensis, Ephialtes macer, Perithoiis
pleuralis, Ärenetra canadensis, Lissonota rufipes, frigida, brunnea,
Xorides vittifrons, Echthrus niger, abdominalis Canada, (ebenda
p. 103) Euceros canadensis, Gouperii, burrus.
154 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Derselbe giebt ebenda p. 105 eine synoptische Tabelle der
nordamerikanischen Arten dieser Gattung.
Arotes vicinus und Ar. venitstiis Cressou, neue Arten Nord-
Amerika 1. c. p. 260,
Giraud beschreibt (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 149)
Pimpla cheloniae eine n, A. aus Chelonia cervini.
Holmgren beschreibt folgende Arten (1. c. p.292 sq.): Ichneumon
laevifrons erythrogaster, conspersus Cap, astutus Californien, unicinctus,
Lalandei Cap; Matara neue Gattung, nigripennis (T. VIII. fig. 1)
Süd- Amerika; Isclmus melanopygus Cap, Phocogenas melanogaster
Patagonien; Cryptus Kinhergi Buen.-Ayres, C. erythrogaster Cap,
Ooryphus n, Gatt, verwandt mit Cryptus, hasüaris OhinSi, detritus
China, apicalis Manilla, ruficollis Java, ruhripes Valparaiso, areolaris
Cap, mrginaUs Cap; Hemiteles gastricus Californien, Isehnocerus ?
ferriigineus Ca,]^. Isch. coelehs Cap; Pimpla riae: Acoenites luteus
Cap, A. capensis , Theronia melanocera Cap, Pimpla vipioides St.
Farg c/*, P. ruhripes Cap, transgressa Californien, sordidella Taiti;
Ec hthromorpha (neue Gatt, verwandt mit Theronia), maculipennis
(Tab. VIII. fig. 3) Honolulu, E. atrata St. Helena, inixta Ins. Ascens.
Lissonota trochanterata Cap, capensis Cap, xanthopyga Patagonien;
Tryphoniden: Exochus erythrinus Cdü^, Bassus cinctipes ebendB.h.,
maculifrons Californien; Ophionides: Ophion voluhilis Buenos-
Ayres, pacificus Cap, Paniscus melanocotis Mauritius, latro Insel
Guam, semirufus Rio, capensis Cap, Limneria sinica China, spurca
Cap, patruelis ebendah., sidnica Neu-Holland, L. cinctula Cap, hos-
pita Californien, taitica, Helminda Cap, Mollipla Cap, Sagaritis
californica, Cremastus pictus Cap, Tersilochus moestus ebendah.
Jordan zog Bogas hicolor Spin, und Mesochorus pectm'alis
Rtzb. aus Pterophoniden. (Ent. Month. Mag. VI. p. 1 38.)
Poecilostictus Batzehurgii, Ichneumon leucacanthus, I. tuber-
culatus, I. palpator, I. contrectator, I. cupidus, I. appetens, I. Eich-
waldi, I. avidus Kawall, n. Arten aus Kurland. (Bullet. Soc. Imp.
Nat. Moscou T. 41. p. 503 sq.)
Amhlyteles polyxanthus Kriech bau mer, (Mitth. Schweiz.
Entom. Gesell. T. III. p. 129) eine n. A., b. Chur.
Cryptus Lophyriy Hemiteles utilis Norton l. c. p. 327 neue
Arten.
Hemiteles nemativorus W a 1 s h (Canadian Entomologist und
Petites Nouvell. No. 9) eine n. A. Nord-Amerika.
Braconidae. G. Brischke (Schrift d. naturf. Ges. inDanzig n.
Folg. T. IL Hft. 2. p. 23) zog. Meteorus (Perilitus) himaculatus Wesm.
aus den Raupen von Gastropacha pini. Der Parasit verlässt die Raupe
schon vor ihrer VoUwüchsigkeit und hindert sie ihren Frass fort-
zusetzen, wodurch er sehr nützlich wird. Der Verfasser vermuthet'
der Insekten während d. Jahres 1869. 155
dass derselbe seine Brut auf G. neiistria ablege und somit den
Wirth wechsle. Einen ähnlichen Fall führt er für eine noch unbe-
stimmte Tachinen-Larve an.
E. T. Cresson giebt (Trans. Am. Entom. Soc. Vol. II. p. 377)
eine synoptische Tabelle der nordamerikanischen Arten der Gattung
Aleiodes Wesm. (22 Arten, davon sind 20 neu).
Hormiopterus n. Gatt. Giraud (Ann. Soc Entora. Franc.
4. ser. IX. p. 478. fig.), verwandt mit Hormius, aber die Fühler
37-gliedrig fadenförmig. Art: H. Ollivieri aus Gallen von Limo-
niastrum Guyonianum DC. (Siehe Lepidopt.)
Microgaster GaUicolus Giraud (Ann. Soc Ent. Fr. 4. ser.
IX. p. 480) eine n. A. aus Gallen von Limoniastrum.
Holmgren beschreibt 1. c. p. 421 folgende neue Arten:
Bracon (12 Arten aus verschiedenen Gegenden); Glyptomorpha
n. Gatt, verwandt mit Bracon, die Maxillen vorgezogen, Fühler
kurz. Art: Gl. ferrugi^iea Süd-Afrika, Ägathis chinesis China und
Coxatus Puna, Ischius leucogaster Neu-Holland, Perüitus longipes
Taiti: Saprotichus n. Gatt, Kopf kaum blasig, Clypeus deutlich,
3 Cubitalzellen, Mandibeln schmal mit ungleichen Zähnen an der
Spitze, Kiefer-Taster 5-gliedrig. Arten : S. chinensis China und
vitticolUs Californien; Microtonus rufus Buen.-Ayres, Microgaster
guamensis, taiticus und carbonarius letztere von Mauritius, Chelonus
hispinus Puna und fraterculus Taiti.
Aleiodes parasiticus Norton 1. c. p. 327 eine n. A. Nord-
Amerika.
Proctotrypidae. Hypoleptus Sciarae Förster (Winnerz.
Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XIX. p. 662) eine neue
Gattung und Art aus der Larve der Sciara Belingi (Vide Diptera).
— Nicht beschrieben.
Proctotrupes californicus Holmgren 1. c. p. 434 eine n. A.
Californien.
Chaicididae. F. Algemon Chapman beschreibt die Paa-
rung von Cheiropachus quadrum. (Ent. Month. Mag. V. p. 297.)
Nach Giraud (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 145) ist Sym-
piesis sericeicornis Nees nicht der Parasit von Tortrix viridana,
sondern von dem in letzterer lebenden Microgaster.
Derselbe zog (ebenda p. 147) Pteromalus Sieholdi Ratzb.
aus Tonnen von Lucilia dispar (wohl Calliph. azurea).
Derselbe bespricht (ebenda p. 151) die Lebensweise der
Melittohia Audouini, deren Larve sowohl die Brut des Erzeugers
des Nestes als auch des Parasiten (der Chalicodoma und des Mono-
dontomerus) verzehrt und bei sehr verschiedenen Hymenopteren
vorkommt. Der Yerf. beschreibt (^ und $ und erläutert die Syno-
nymie dieses Insektes.
156 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Eupehmis Gueneei, Arthrolysis Guyoni und Callimone alhipes
Giraud (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 482) n. Arten aus Gallen
von Limoniastrum.
Holmgren beschreibt 1. c. p. 434 als n. Arten: Chalcis ma-
culata, variegata, pallida Puna, subfasciata Buenos-Ayres, Hookeria
argentigera Java, Brachymeria ptdchripes Manilla, sidnica Neu-Hol-
l^ndi, panamensis, Haltichella nasuta MamWa,, v alidicor7iis JsiYSi- Ble-
phonira n. Gatt., Augen länglich, nackt, Clypeus kaum abgegrenzt,
Ramulas radialis sehr klein am Ende abgestutzt, Hinterschenkel
stark verdickt, unten gezähnt. Thorax platt Arten: Bl. fulvipes
China; Pteromalus contractus Puna.
Pteromalus verditer Norton 1. c. p. 327 eine n. A.
Eutelus ? scymnae Shimer (Trans. Amer. Entom. Soc. II.
p. 385 Anmerk.) eine n. A. aus einer Scymnus-Larve auf Pinus
strobus L. Nord-Amerika.
F. Walker bespricht (Trans. Ent. Soc. London 1869. p. 318)
die in Gallen lebenden Gattungen und hält deren Larven für phy-
tophag. Derselbe beschreibt eine n. A.: Megastigmus albifrons aus
Californien.
Chalcis mariae n. A, aus Sat. Bombyx Cecropia (W a 1 s h
Americ. Entomolog. Vol. IL p. 101).
Gynipidae. Förster stellt 1. c. folgende neue Gattungen auf:
1. Cyniphoidae: B athyaspis, verwandt mit Pediaspis Fisch.,
aber der 1. Abschnitt des Radius nur wenig gebogen, Type: B.
acem Forst.; Hololexis, verwandt mit Rhodites Hart., das Radial-
feld verlängert, Type: H. rußpes Forst, aus der Feldrose; Arne-
ristiis, verwandt mit Dryocosmus Gir., das Mesonotum ungetheilt
ohne Furchen der Parapsiden, Type: Am. politus (N. politus Hart.);
Entropha, verwandt mit Spathegaster Hart., Schildgruben nach
vorne gerade abgeschnitten, Type: Ent. Ussonota Forst.; Isocolus,
verwandt mit Synophrus Hart., Radialfeld nicht doppelt so lang als
breit, Fühler des ^ 14-gliedrig, Type: C. scahiosae = Diastr. scab.
Gir.; Dry oteras, verwandt mit Trigonaspis Hart., das 2. Fuss-
glied der Hinterbeine nicht so lang wie das letzte, Type: C. termi-
nalis Fab.; Liodora, verwandt mit Diastrophus Hart., Gesicht
nicht gestreift, Type: L. sulcata Forst.; Ccdlirhytis, verwandt mit
Andricus Hart., Mesonotum mit scharfen Querrunzeln, Type: C. Har-
tigi Forst.; Dryoplianta, verwandt mit Cynips, der Leib an der
Spitze nicht w^oUig behaart , Beine abstehend rauhhaarig, Type :
C. Folii Hart.; Aphilothrix, verwandt mit den vorigen, Fühler
und Beine nicht abstehend rauhhaarig, Type: C. corticis L,; Eu-
hothrus, verwandt mit Aulax, der 2. Abschnitt des Radius ge-
schwungen, Schildgruben bis zur Mitte des Schildchens reichend,
Type: Eub. = Diastrophus scabiosae Gir. (vide supra G. Isocolus
der Insekten während d. Jahres 1869. 157
mit gleicher Type ? Referent.). Liposthenus, verwandt mit der
vorigen, die Schildgraben nicht bis zur Mitte des Schildchens rei-
chend, type: Ä. Glecliomae Hart. ; Periclistus, verwandt mit Aulax,
Radialfeld am Vorderrand geschlossen, Brustseiten gestreift, Type:
Aulax Caninae Hart. ; Phanacis, verwandt mit der vorigen, Brust-
seiten lederartig, Type : Ph. centaureae Forst, (f' mit verkürzten
Flügeln. Xestophanes, verwandt mit Aulax, Mesonotum ganz
glatt, type: X. potentülae de Yill. = Aul, splendens Hart.; Sapho-
lytus, verwandt mit Synergus, Radialfeld offen, Type: Synerg. api-
calis Hart. — Allotrioidae: Ph aenoglyphis, Mesonotum mit
deutlichen Parapsiden-Furchen und diese ganz durchgehend, type :
Ph. Xanthochroa Forst.; Hemicrisi s, verwandt mit der vorigen,
Furchen der Parapsiden nicht durchgehend, Type: H. ruficornis
Forst.; Pezophycta, verwandt mit Allotria, Flügel ohne Radial-
feld, Type: Xyst. hrachypterus Hart.; Nephy cta, verwandt mit
Allotria. Flügel schmal, verkümmert, Type: N. discreta Forst. ; Dy-
lita, Radialfeld offen am Vorderrand und der Spitze, Type: D. suh-
clava Forst.; Alloxysta, Radialfeld an der Spitze geschlossen,
Type: Xyst. macrophadnus Bari. — Eucoeloidae: Die Gattungen
zerfallen in 2 Gruppen: I. a. Hinterleib an der Basis des 2. Segmentes
ohne Haarkranz oder filzartigen Wulst, typische Gattung Cotha-
naspis Hart. — b. Mesonotum mit 2 Parapsidenfurchen, c. diese
stark convergirend, das Radialfeld offen: Diglyphosema, Type:
D. Eupatorii Forst.; das Radialfeld geschlossen: Gronotoma,
Type : Gr. sculpturata Forst, ; cc. die Furchen der Parapsiden fast
parallel, Radialfeld am Vorderrande offen: Disorygma, type: D.
divulgata Forst.; Radialfeld am Vorderrande geschlossen: Micro-
stilha, type: M. bidentata Forst; bb. Mesonotum ohne Parapsiden-
Furchen, Radialfeld am Vorderrande offen: Ectolyta, Type: Cot.
incrassata Thom.; Radialfeld geschlossen, Fühler ohne abgesetzte
Keule: Erisphagia/Fy^e: Euc. depüis Gir. ; IL aa. Hinterleib a. a.
0. mit einem Haarkranz u. s. w. ; 1. Flügel an der Spitze ausge-
randet, Radialfeld geschlossen: Leptopilina, Type: C. longipes
Hart. ; Fühlerkeule des $ 3-gliedrig, Schildchen hinten zugespitzt,
Bhynchacis, type: C. nigra Hart.; Schildchen hinten abgestutzt,
Clidotoma Westw. ; Fühlerkeule beim $ mehr als 3-gliedrig : 4.glie-
drig Tetrarhoptra, Type: Clid. heterotoma Thoms., Fühlerkeule
5-gliedrig Pentacrita, type: Coth. retusa Hart., — 6-gliedrig:
Hexacola, type: Euc. picicrus Gir., — 7-gliedrig : Heptameris
type: Euc. pygmaea Dalb. — 2. Flügel an der Spitze nicht aus-
geschnitten, a. verkürzt und verschmälert. Fühlerkeule 7-gliedrig
Nedinoptera, Type: Euc. halophüa Thoms.; Fühlerkeule weniger
Glieder zeigend, hintere Brustseiten mit Haarfilz, Radialfeld un-
vollständig: Glauraspidea Thoms.; — ausgebildet Apistophyza,
Archiv f. Nanirg. XXXVI. Jahrg. 2.;id. Ij
158 Brauer: Bericht üb, d. Leist.. in d. Naturgeschichte
Type : Euc. microptera Hart., hintere Brustseiten kahl. Flügel ohne
Radialfeld Äphyoptera, Type: A. inustipennis Forst., — Flügel
mit Radialfeld, dieses am Vorderrande offen: A^hiloptera, type:
Ä. anisomera Forst.; dieses am Vorderrande geschlossen: Agro-
scopa, type: A. helgolandica Forst.; — b. Flügel weder verkürzt
noch verschmälert : Fühler beim $ 12-gliedrig, Radialfeld am Vor-
derrande geschlossen: Miomoera, type: M. aherrans Forst.: —
Radialfeld am Vorderrande offen: Idiom orpha, type: I. melano-
cera Forst.; — Fühler 14-gliedrig: Episoda, type: Ep. xantho-
netira Forst; — Fühler beim $ 13-, beim ^-^ 15-gliedrig — Radial-
feld am Vorderrande geschlossen — Flügel kahl Psilodor a, type:
Cot. Boyeni Hart. ; Flügel mit Haarsaum ; Hinterleib compress : Hy-
polethvia, type: Euc. melanoptera Hart.; Hinterleib nicht stark
compress, alle Geisselglieder langwalzig : Aglaotoma, type: Cot.
eodrina Hart. ; — nicht langwalzig, 1. beim (-^ nichtsehr verlängert,
Napf des Schildchens flach gewölbt: Ganasp is, type: G. mundata
Forst.; Napf vertieft, Mesonotum mit 2 Mittelfurchen — Chresto-
sema, Type: Ch. erythropa Forst., Mesonotum ohne Mittelfurcheu,
Napf hoch über der Spitze des Schildchens gipfelnd: Psichacra,
type: Cot. longicornis Hart., — nicht hoch gipfelnd, 1. und 2. Ab-
schnitt des Radius fast gleich lang, Rhoptromeris, type: Cot.
eucera Hart., der 1. Abschnitt des Radius kleiner Eucoela West. —
Radialfeld am Vorderrand offen, Keule abgesetzt, 3-gliedrig Eu-
trias, Type: Euc. tritoma Timms., Fühler ohne oder mit mehr als 3-
gliedriger Keule, — Radialfeld an der Basis offen — auch an der
Spitze offen: Adieris, type: A.reclusa¥öv&i.\ — Spitze geschlossen:
Piezo h ria, Type : P. hicuspidata Forst. ; Radialfeld an der Basis ge-
schlossen, Hinterleib stark compress — Pilinothrix, type: P. desi-
gnata Forst. ; — nicht stark compress, — Fühler ohne Keule :
Anectoclis, type: A. indagatrix Forst.; Fühler mit einer Keule,
diese 6-gliedrig: Hexaplasta, Type: Cot. hexatoma Hart., Keule
mehr als 6-gliedrig Tryhlio grapha, Type: Cot. scuteUaris Hart.
— Im Anhang zu dieser Gruppe ist die n. Gatt. Dirancliis be-
schrieben, welche vielleicht nur das c^ von Apistophyza ist, Type:
B. copulata. 5. Megapelmoidae: Synapsis, verwandt mit
Megapelmus, das Schildchen mit dem Mesonotum verwachsen, Type:
S. aquisgranensis Forst. {^): 6. Onychioidae ohne n. Gatt.; 7.
Figitoidae: Anolytus, verwandt mit Lonchidia Thom.; Kopf
und Leib nicht glänzend, Type: A. rufipes Forst.; Zygosis, ver-
wandt mit Figites Latr., beide Schenkel der 2. Cubitalzelle als deut-
liche Adern ausgebildet. Type: F. urticetiDohlh. ; Homorus, ver-
wandt mit Figites, Brustseiten nicht durch eine scharfe Leiste vojn
Mesosternum getrennt, Type: E. ahnormis Gir. ; Pycnotrichia,
verwandt mit der vorigen, das 2. Segment an der Basis nackt, Type :
der Insekten während d. Jahres 1869. 159
P. erythropa Forst.; Tryschiza, verwandt mit Melanips Hart.,
Thorax glänzend, nur zerstreut punktirt, Type: F. agarieolarum
Dahlb. ; Di ceraea, verwandt mit Sarothrus Hart., das 2. Segment
an der Basis nackt, type : Fig. wticeti Dahlb. (vide sypra : sp. von
Zygosis).
Interessante Mittheilungen über männliche und weibliche
Gallen der Cynips quercus spongifiea Osten-Sak. und den Dimor-
phismus der Gallwespen nach Walsh's Beobachtungen macht Fr.
Smith (Proc. Ent. Soc. London 1869. p. XI). </ und $ fliegen im
Juni aus, ^/.^ der Gallen geben erst im Herbste die Imago, welche
stets von jenen verschieden ist und bei welchen unter tausenden
von Individuen nie ein Männchen zu finden ist.
Sn eilen v. Vollen hoven beschreibt 1. c. p. 126 Aulax al-
binervis, Eucoila effluens (pl. 3) neue Arten, Holland.
Spathegaster Giraudi Tschek eine n. A. aus einer Knospen-
galle seitlich an den Zweigen von Quercus pubescens. Die Galle
ist 2.75 — 4.5 Mm. lang, eiförmig, zottig, an der Anheftuugsstelle
schuppig, gelbgrün oder roth, mit dünner holziger Schale, welche
unmittelbar die Larvenkammer einschliesst. (Verh. d. k. k. zool.-
bot. Ges. in Wien T. XIX. p. 559.)
Äntistrophus n. Gatt, verwandt mit Diastrophus, aber das
3. Fühlerglied kürzer als das 4.; Art: pisum auf Lygodesmia pisum
Gallen bildend. (Walsh Amer. Entom. Vol. II. No. 3. p. 74.)
Tenthredinidae. Nach E. Ballion (Bull. Soc. Imp. Nat.
Moscou T. 42. p. 443) ist Tentliredo flavicornis Eversmann von
der gleichnamigen Art bei Fabricius zu trennen und als neue Art
T. Eversmanni Ball, anzusehen. Die Synonymie der T. flavicornis
Fab. wird vollständig angegeben.
Derselbe verzeichnet die in K i r c h n e r's Hymenopteren-
Catalog (siehe den vorigen Bericht) fehlenden, von Eversmann
in der Fauna hymenopterologica volgo-uralensis aufgezählten und
diagnosticirten Arten aus dieser Familie (31 A.) (ebenda p. 445).
Lyda parisiensis Giraud (Ann. Soc. Entom. Fr. 4. ser. IX.
p. 474) eine n. A. auf Eichen (Frankreich).
Hylotoma honariensis Buenos-Ayres, H. atripes und Schizocera
püicornis Bio; Holmgren 3 n. Arten (1. c. p. 391).
J. Kriechbaumer stellt als neue Arten auf: Ällantus sul-
phuripes Wien, A. parvulus Amasia, A. sibiricus Altai, A. xantho-
rius Krim, A. orientalis Brussa, Griechenland, A monozonus Krim^
A. vittatus Brussa, A. maculatus Aleppo, A. balteatus Tunis, A.
tricolor ebendah., A. pectoralis ebendah. (Verh. d. k. k. zool.-bot.
Ges. T. XIX. p. 587 sq.).
M'L achlau berichtigt eine Stelle aus Frisch's Insekten 1721
über Nematus saliceti (p. 22. 2. Th.) Ent. Month. Mag. VI. p. 31.
160 Brauer: Bericht üh. d. Leist. in d. Natargeachichte
Ch. Healy beschreibt die Larve von Druidaparviceps, welche
in Birkenblättern, und die von Fenusa pumila, v^'elche in Rubus-
blättem lebt; (Newman Entomologist IV. p. 208, 211.) ferner die
von Fenusa fulginosa ? (1. c. IV. p. 225) auf Befula alba: F. ulmi
New., F. pygmaea (1. c. p. 297, 299).
A. Müller beschreibt die Verwandlung von Nematus sali-
ceti Fallen (?) auf Salix fragilis ?. (Ent. Month. Mag. VI. p. 29.)
Newman bespricht die phytophagen Hymenopteron. deren
Larven eingeschlossen im Blattparenchym leben (Entomologist IV.
p. 319) und macht darauf aufmerksam, dass diejenigen, welche zwei
Randzellen im Flügel haben, als Larven einfach im Parenchym leben,
ohne dasselbe durch ein zerstörendes Sekret zu verändern, wäh-
rend jene, welche im Vorderflügel nur eine Randzelle haben ein
Sekret im Larvenzustande besitzen, wodurch Gallenbildungen be-
wirkt werden. Erstere bezeichnet der Verf. als Druida, letztere
als Euura.
Camponiscus ifeaZaez N e w m a n eine n. A. auf Erlen, England.
(Entomologist IV. p. 215.)
Derselbe bespricht Allanthus viduus und Schaefferi. neue
englische Arten. (Ebend. p. 217.)
Norton stellt 1. c. p. 211 folgende neue Nord-Amerikanische
Arten auf: Taxonus amicus, T. alhido-pictus, Strongylogaster pallidi-
cornis, longulus, distans, annulosus, meritorius, nigritorius, illumi-
natus, fulviventris, lineatus, nigricans, nigredo, Poecilostoma infe-
rentia, Tenthredo ruficolor, eximius, varipictiis, varians, discrepans.
mutans, concessus, cinctitihiis, fumipennis, attractus, confusus; —
(p. 322) Lophyrus tropicus, cordoviensis, Alchursti, pinetum, Ed-
ivardsi, Lyda ochrocera Harris Cat., maculiventris Harris, credita,
hicolorata, variegata, canadensis, excavata, pallimacula, pacifica,
luteicornis, inconspicua, Xyela minor; — (p. 367) Ptilia texana,
Cladius simplicicolUs, Craesus laticidus.
Scudder giebt 1. c. Harris's Beschreibung der Larven von
Seiandria vitis auf Grape vine, S. rosae Harr.^ Macrophya tibiata
Norton auf Sambucus, Nematus ventralis.
Snellen v. VoUenhoven giebt (Tijdschrift v. Entomol.
13. Bd. ser. 2. Deel 5. p. 56) die 15. Fortsetzung der niederländischen
Blattwespen und deren Verwandlung. Nematus appendiculatus Hart,
Nematus solea n. sp. (PI. 1), EmpTiytus serotinusK\g. (PI. 2), Cimhex
femorata L. (PI. 3), C. lucorum L.. sylvarum F., Lophyrus pini, Ne-
matus ventricosus ? vallator, septentrionalis.
Derselbe führt als neue Arten auf 1. c. p. 119: Nematus
immaculatus, N catachloris (p. 120. pl. 3. fig. Ij, Dolerus Busaei,
Fmphytus majalis (p. 121. pl. 3. fig. 2), Phyllotoma pinguis (p. 121.
pl. 3. fig. 3), Seiandria humeralis (p. 122), Sei. soror (p. 123), Sei.
phthisica (p. 123. pl. 3. fig. 4), Macrophya Klugii Holland.
der Insekten wahreiKl d. Jahres 1869. 161
üroceridae. E. Norton stellt als neue Ai-teu auf 1. c. p. 345 :
Phylloecus clavata, bimaculatiis, ürocerus zonatus.
Derselbe errichtet für Tremex cubensis und latitarsis Cress.
die n. Gatt. Teredon (ebenda p. 366).
Lepidoptera.
Von A r th. G. B u 1 1 e r's Lepidoptera Exotica er
Descript. and Illustr. of Exot. Lep. sind 2 Hefte erschie-
nen. P. I. Juni enthält Papilioniden^ Nymphaliden, und
Satyriden, P. IL Sept. Satyriden Forts., Nymphaliden.
Der Verf. hat unternommen alle neuen und wenig bekannten
interessanten Arten bildlich vorzuführen und den Bildern eine kurze
Beschreibung beizugeben, da besonders bei Lepidopteren die Be-
schreibung allein zur Bestimmung nur mühevoll anwendbar ist. —
Das Werk erscheint in vierteljährigen Heften bei E. W. Jansen. 4.
Die vorliegenden enthalten je 3 schön ausgeführte Tafeln und
4 Blätter Text.
Derselbe giebt (Ent. Menth. Mag. V. p. 271) die
Beschreibungen jener Schmetterlings-Arten, welche mit
andern, von Linne und Fabricius beschriebenen verwechselt
wurden.
Euchloe "Calleuphenia Butler = Eupheno Hbn., nicht Linne ;
Eiichloe Crameri Butl. = P. Belia Cram., nicht Linne ; P. zonaria
Butl. = P. Sinon p. Cram., nicht Fabr. : Pyrrhopyga verhena Butl.
= P. Phidias p. L. ; Nyctalemon zodiaca Butl. =^ Orontes Walk.,
nicht Linne ; Nyct. Zampa Butl. = P. Patroclus Drury. nicht Linne.
H. T. Stainton: The Tineina of Southern Europe.
London Van Voorst 1869. 1. Taf. und Holzschnitte.
Der Name des rühmlichst bekannten Verfassers macht es un-
nöthigi die Vorzüge dieser Arbeit besonders hervorzuheben. Für
jeden im südlichen Europa beobachtenden Entomologen ist dieselbe
ein unentbehrliches Handbuch. Alle Beschreibungen früherer Au-
toren werden im Originaltexte gebracht. Das Werk enthält somit
eine vollständige Sammlung aller Arbeiten über diesen Gegenstand,
Briefe einzelner Autoren, eine geographische Tabelle und einen
Pflanzenindex. Neue Arten werden nur 12 beschrieben.
Von C. und R. Fei d er's Lepidopteren der Novara-
Expedition (siehe den vorigen Bericht p. 16) liegen Tafel
75 — 107 unkolorirt vor (durch die kaiserliche Akademie
zu beziehen). Sie enthalten zahlreiche neue Gattungen
162 Brauer: Bericht üh. d. Leist. in d. Naturgeschichte
und Arten aus allen Familien der Heteroceren. Der
Text soll bis Ende 1871 beendet werden. Bei dem uns
vorgeschriebenen Raum sind wir ausser Stande die Namen
der Gattungen und Arten aufzuführen, werden aber nach
Erscheinen des Textes diese ausgezeichnete Arbeit einer
eingehenden Besprechung unterziehen.
Dieselben geben (Petites Nouvell. No. 8) die Be-
schreibung eines merkwürdigen, einer Cicade ähnlichen
8chmetterh*ngs unter dem Namen Globiceps paradoxa
aus dem tropischen Afrika. — (Der Name Globiceps ist
bei Hemipteren vergeben. Petit Nouv. p. 10.)
Rudolph Felder giebt Diagnosen neuer von dem
k. k. Oberlieutenant H. v. Hedemann in Mexiko gesam-
melten Lepidopteren 1. Folge (Vcrh. d. k. k. zool,-bot.
Ges. T.XIX. p.,465).
(Siehe Pieridae, Erycinidae, Nymphalidae, Satyridae und Hes-
peridae). — Im Anhange werden noch 2 in Paris acquirirte Arten
aus Cuernavaca beschrieben (1. c. p. 479).
Herrich Sehaeffer: Neue Schmetterlinge aus
dem „Museum Godeffroy" in Hamburg. 1. Abth. Tag-
falter (Stett. Entom. Z. p. 165 sq. Tab. I~IV).
Der Verf. giebt in der Einleitung eine für alle Insekten-
sammler in fernen Gegenden höchstwichtige Belehrung zum Aufbe-
wahren und Versenden der Insekten. — Die auf den Viti-, Samoa-
Inseln und Philippinen gesammelten Arten werden aufgezählt und
die neuen vergleichend kurz charakterisirt.
Ton H errich -Schaff er's „Sammlung neuer und
wenig bekannter aussereuropäischer Schmetterlinge" ist
Bd. II. Heft 1 mit 8 illum. Tafeln erschienen.
Fig. 103—123 sind bereits in der Stett. Ent. Zeit. d. J. er-
schienen (siehe weiter unten), fig. 552 - 571 stellen Sphingiden und
Noctuiden dar.
Derselbe giebt (Corr. d. zool.-min. Ver. Rcgensb.
1869. p. 56, 67, 130, 163, 184) die Fortsetzung des Pro-
dromus systematis Lcpidopterorum (Thecla, Hesperidae).
Derselbe setzt die Beschreibung der Schmetter-
linge der Insel Cuba fort (ebenda p. 153), FaUndia-He-
meroplanis.
Derselbe: Notizen über die Erscheinungszeit der
Tafeln und Schriften Hübner's. (Ebenda p. 173 u. 204.)
der Insekten während d. Jahres 1869. 168
Von W. C. Hewitson's „Exotic Butterflies ^ ist
die 69. (Nymphalitlcae, Hesperidae), 70. (Papilionidae, He-
liconidae, Hesperidae), 71. (Nymph.) und 72. (Papilioni-
daC; Hesperidae) Lieferung Jan. — Oct. 1869 erschienen.
Von den Illustrations of Diurnal-Lepidoptera des-
selben ist der 4. Theil erschienen und enthält die Fort-
setzung der Lycaeniden.
Thecla 'sp. 165 — 226, darunter 20 n. A., Amblypodia sp. 71 —
99, darunter 15 n. k., ferner im Suppl. 1 n. Gatt, und Myrina
sp. 43 — 63, 15 n. A., lolaus sp. 23—29, 3 n. A., Deudorix sp. 30 —
31, 2 n. A., Hypolt/caena sp. 17 — 24, 5 n, A., Dipsas sp. 13 — 18,
1 n. A.
C. H o p f f e r bespricht Felder's Lepidoptera der
Reise der Fregatte Novara und macht viele Bemerkungen
hiezu (Stett. Ent. Z. p. 427 sq.).
Wir müssen den Leser auf die Arbeit selbst verweisen, da
die vielen Zusätze nicht zu einem kurzen Auszuge geeignet sind.
Gerichtsrath Kcf er stein: Betrachtungen, ge-
knüpft an meine Schmetterlingssammlung (Stett. Entom.
Zeit. p. 191 sq.).
Der Verf. giebt eine sehr lehrreiche Zusammenstellung einer
Reihe von höchst interessanten Beobachtungsresultaten über diese
Insekten-Ordnung und zwar über die Verbreitung derselben nach
dem hohen Norden, über die sekundären Geschlechtscharaktere, über
die Entstehung der Prachtfarben, über die grössten Schmetterlinge,
über die Verschiedenheiten der Individuen einer und derselben Art
in ihren früheren Lebensstadien und die Gleichheit zweier verschie-
denen Arten in eben diesen, das hierdurch bedingte Zusammenfallen
von anscheinend difierenten Arten; die Ursachen der Variation;
über die Flugfertigkeit in Beziehung zur Verbreitung; ferner über
die Abhängigkeit und Unabhängigkeit der Arten von den Futter-
pflanzen ihrer Raupen und die hierdurch bedingte geographische
Verbreitung sowie die Hindernisse, welche sich dieser entgegen-
stellen, so dass letztere nicht immer mit jener der Pflanzen Hand
in Hand geht. Schliesslich macht derselbe eine Parallele der Floren
und Lepidopteren-Faunen nach Griesebach, Wallace, Bates, Wol-
laston u. a., ferner Berechnungen über die Zahl der lebenden Arten
und über besondere physiologische Erscheinungen, als Geräusche,
Laute, das Leuchten der Sphinx-Augen, Hermaphroditismus und
Parthenogenesis.
W. F. Kirby hat (Trans. Entom. Soc. London 1869.
p. 355) eine Deutung der in Gmelin's Edit. des Systema
164 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Naturae beschriebenen Lepidopteren nach den Typen in
Leske's Sammlung versucht.
Die ermittelten Arten sind folgende: Papilio hyalinus ? = sp.
Haetera; P. bicolor = Pieris Isse Cram. ; P. discors = Pieris dis-
cors Gm. = Cathaemia Anthyparete Hübn. ; P. fuliginosus = Pieris
Dorimene Cr. ; P, chrysopterus = Terias sp. ; P. affinis = Euploea
Phaenarete Schall. ; P. exoticus = Danaus Limniace Cr.; P. claviger ?
= Danaus luventa Cr. : P. marinus = Drusilla Urania L. ; P. leu-
costictos = Euploea = Danais Eunice Godt. ; P. hexophthalmos
= ? $ von Dolechallia Bisaltide Cr.; P. strigosus = Siderone Ze-
thus West. ; P. lacteolus = Diadema pandarus L. ; P. bifasciatus =
Satyrina sp. ? ; barbarus = Polyommatus sp, ; P. aunulatus = Thecla
sp. ; P. lunulatus = Polyommatus sp. ; P. aethiops = Pyrrhopyga sp. ?.
Knaggs giebt Notizen über seltene und neue eng-
lische Lepidopteren (Entom. Annual 1869).
J. P. Maassen bildet (Beiträge zur Schmetterlings-
kunde 1. Lief, noit 10 schwarzen Taf. Elberfeld 1869) neue
oder wenig bekannte und noch nicht bildlich darge-
stellte Arten ab und will hiemit weniger bemittelten En-
tomologen das Studium der exotischen Arten erleichteren.
Alle Vierteljahr soll ein Heft ä 10 Tafeln ausgegeben werden.
Das vorliegende Heft enthält nur Saturniden. Die Beschreibung
der neuen Arten erfolgt erst nach Fertigstellung des 1. Bandes
mit 100 Tafeln. Wir möchten dem Verfasser weniger Raumver-
schwendung auf den Tafeln empfehlen.
V. Noicken: Lepidopterologisches. (Stett. Ent.
Z. p. 267 sq.) Enthält die Richtigstellung einiger Namen
und Beiträge über die Artrechte gewisser Formen. (Siehe
die Familien.)
Osbert Saivin giebt die Beschreibung von süd-
amerikanischen Schmetterlingen. (Ann. and Mag. Nat.
Hist. 4. ser. IV. p. 163.)
Aus den Gattungen Olyras 1 A., Ithomia 12, Eresia 4, Eunica 4,
Cybdelis 1, Perisame 1. Callicore 1, Catagramma 2, Epicalia 1,
Callithea 1, Paphia 4.
Snellen v. Voile nhovcn beschreibt einige für
die Niederlande neue Lepidopteren verschiedener Fami-
lien (Tijdschrift v. Entomol. T. 13. 2. ser. 5. Deel p. 76).
P. CT. Snellen macht (Tijdschrift v. Entomologie
12. Jahrg. 2. ser. 4. Deel p. 175) Bemerkungen über den
Werth der Behaarung der Augen als systematisches
der Jnsekteu wiihrcud d. Jahres 1869. 165
Merkmal für Gattungen. Feiner berichtigt er eine An-
sieht Le der ers in dessen (jattungen der Noctninen, indem
Chloantha hyperici W. V. behaarte, polyodon Clerk und
radiosa Esp. nackte Augen zeigen. Nach Lederer sollte
sich die Gattung durch nakte Augen auszeichnen. — Alle
diese Bemerkungen werden jedoch (ebenda T. 13. 2. ser.
5. Deel p. 75) widerrufen, da auf Zellers Veranlassung
der Schmetterling untersucht wurde und der Kopf des-
selben sich als angeklebt erwies.
Dr. A. Speyer: Bemerkungen über den Bau und
die systematische Stellung der Gattung Acentropus Gurt.
(Stett. Ent. Z. p. 400.)
Der Verf. hat eine genaue Untersuchung von den an der Newa
vorkommenden Acentropus niveus vorgenommen und dessen Lepi-
dopteren-Natur hinreichend klar gemacht. Die Grösse der Lippen-
taster, die Schulterdecken, der Haftapparat der Flügel, deren Be-
schuppung, die Anhangsgebilde des Hinterleibes, das Vorhandensein
des Schienenblättchen und die Bildung der Maxillen beweisen die
Richtigkeit seiner Ansicht. Abweichend von allen Schmetterlingen
sind nur die nahe aneinander gerückten Palpenpaare, deren richtige
Deutung hier zuerst gegeben wird und die licbensweise, im Wasser,
welche jedoch auch einige andere Lepidopteren (Nymphula) zeigen.
— Wegen ersterem Merkmale stellt der Verf. für diese Gattung
die Familie Acentridae auf und ist gegen die Einreihung desselben
zu den Pyraliden. Die Familie stellt er zwischen die Botiden und
Chiloniden. Schliesslich spricht er die Ansicht aus, dass Acentropus
noch ein Repräsentant des Urstammes der Lepidopteren sei, deren
Vorfahren wahrscheinlich im Wasser lebende Larven besassen.
Dr. 0. Stau ding er: Bemerkungen über einige
zweifelhafte oder verkannte Lepidoptera, besonders nach
den Sammlungen von Ochsenheimer und Treitschke be-
stimmt. (^Stett. Ent. Z. p. 84.)
Fr. Walker bringt unter dem Titel: Characters
of undescribed Lepidoptera Heterocera London E. W.
Janson^ die Beschreibungen zahlreicher neuen Gattungen
und Arten (196 n. A. aus vielen Familien) aus der Samm-
lung von T. Norris (102), aus dem Nationalmuseum zu
Melbourne (51), aus dem „Devon and Exeter Albert Me-
morial Museum" (29) aus Benares.: aus der Sammlung
E. Birchall's (6) aus Bogota; aus der Sammlung von T.
Chapman (7) und Wood (1).
166 Brauer: Bericht üb. d. Leist. iu d. Naturgeschichte
A. R. AV a 1 1 a c e wird in einer Reihe von kleineren
Abhandlungen die Arten des malayisches Archipels be-
sprechen und neue Varietäten und Arten vorführen. Die
1. x\rbeit behandelt die Gattungen Mynes West, und
Prothoe Hübn. (Trans. Entom. 8oc. London 1869. p. 77
Notes on Eastern Butterflies), die 2. die Gattung Dia-
dema (ebenda p. 277), die 3. Elymnias Hübn., Eurytela
Boisd., Ergolis Boisd., Libythea Fabr., Cethosia Fabr.,
Cirrochroa Doubl., Terinos Bd., Atella Doubl., Laogona
Boisd., Junonia Hübn., Cyrestis Boisd., Parthenos Hübn.,
Euripus Doubl, und Apatura (ebend. p. 321 sq.)
Von Wm. H. Edwards: The Butterflies of North-
America ist im April der IV. und ira Dec. der V. Theil
erschienen.
Ersterer 8nt}iält die Abbildungen von: Argynnis Leto Behr.,
GoUas Eurytlieme Bsd., C. Keeivaydin Edw. n. sp., Thecla Ontario
Edw., T. strigosa Harr., Limenitis Weidemeyerii Edw.; letzterer
enthält: Argynnis Edwardsii, Colias Eiirydice. Limenitis Lorquini,
Grapta Faunus; Lycaena pseudargiolus, L. neglecta.
Ch. Barett verzeichnet die Schmetterlinge von
Haslemere in England. (Ent. Month. Mag. V. p. 211.)
P. C. Zeller bespricht H. D. J. Wallengren's
„Skandinaviens Heterocer-Fjärilar'^ und macht Bemer-
kungen hiezu (Ötett. Entom. Z. p. 379),
B 0 i s d u V a 1 zählt (Annal. de la Soc. Eutomologique
de Belgique T. XII. p. 5sq. die von Lorquin in Cali-
fornien beobachteten Lepidopteren auf und beschreibt
zahlreiche n. A.
In Betreff des Charakters der Fauna bemerkt der Verf., dass
dieselbe an die der Vereinigten Staaten, Sibiriens und Nord-Europas
erinnert und viele Arten sogar mit europäischen identisch sind, z. B.
Vanessa Atalanta, Antiopa, Chelonia caja und andere. Mit Ausnahme
von Agarista und Ctenucha, weiche dort unsere Zygeniden reprä-
sentiren, gehören alle bekannt gewordenen Arten in die in Europa
vertretenen Gattungen. Die für Central- Amerika eigenthümlichen
Formen : Leptalis , Euterpe , Heliconier , Acreiden , Catagramma
u. s. w. fehlen gänzlich. — Die 1. Partie der Aufzählung enthält
die bereits 1852 in d. Ann. Soc. Ent. Fr. beschriebenen Arten, die
2. p. 29 Zusätze zu diesen und neue Arten.
Erschoff: lieber die Lepidopteren-Faunen St. Pe-
tersburgs und Berlins (Horae Soc. Entom. Ross. VI. p. 17),
der Insekten wäbrend d. Jahres 1869. 167
hebt die Aehnlicbkeit beider Faunen hervor und giebt
hiezu erläuternde Tabellen, nach welchen Berlin um 71 Ar-
ten mehr besitzt, im Ganzen 253.
Derselbe giebt ein Verzeichniss von 40 im öst-
lichen Sibirien gesammelten Schmetterlingen (Bullt. Soc.
Imp. Moscou T. 42. p. 274).
H. Frey: Die schv^eizerischen Microlepidopteren
6. Abth. (Mitth. Schweiz. Entom. Gesell. III. p. 28.)
Enthält eine n. A. ohne Beschreibung.
A. Fuchs: Verzeichniss der Grossschmetterlinge
von Oberursel, ein Nachtrag zu dem Verzeichnisse der
Schmetterlinge Nassau's von A. Rössler (Jahrb. des nas-
sau'schen Ver. f. Naturk. Jahrg. XXI u. XXII), 544 Arten.
H. W. de Graaf und P. C. T. Snellen geben
(Tijdschrift foor Entomol. T. XII. 2. ser. Deel IV. p. 202)
ein Verzeichniss von, für die Fauna von Niederland neuen
Pyraliden, Tortriciden, Tineinen und Pterophorinen.
Bob. Grentzenberg vervollständigt (Schrift, d.
K. Physik. Ökonom. Gesell, in Königsberg 10. Jahrg.
1869. p. 89 ff.) das von dem seither verstorbenen Dr. H.
Schmidt (1862) begonnene Verzeichniss der Macro-
lepidopteren der Provinz Preussen.
Dasselbe enthält 265 Noctuidae, 16 Deltoidea, 3 Chloephoridae,
4 Nolidae, 2 Brephides, 242 Geometridae. Letztere enthalten 2 n.
Arten. — Die ganze Ordnung ist durch 809 (81"^) Arten vertreten.
A. F. Hüb er verzeichnet (Horae Soc. Ent. Boss.
VI. p, 127) die um St. Petersburg 1868 gesammelten
Arten.
F. J ä g g i : 2. lepidopterologische Excursion ins
Wallis 1868 (Mitth. Schweiz. Entom. Ges. T. HL p. 82)
Sammelbericht.
J. Lederer: Verzeichniss der von Herrn Jos. Ha-
be rhauer bei Astrabad in Persien gesammelten Schmet-
terlinge (Horae Soc. Ent. Boss. VI. p. 73 sq.).
Mit diesem schlichten Titel giebt der Verf zahlreiche Beiträge
zur Kenntniss der Arten und ihrer Abänderungen einer noch uner-
forschten Gegend sowie die . Beschreibung neuer Formen , welche
auf beigegebenen Tafeln schön dargestellt sind.
Mabille giebt Notizen über die Lepidopteren Cor-
sika's mit einem Verzeichnisse der Acidaliden, eine Auf-
168 liraiier: Bericht n\>. d. Leist. io d. Naturgeschichte
zähhing der Eupithecien-Arten dieser Insel und mehrerer
für Paris neue Arten (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. IX«
p. 53. Taf.).
J. Mann giebt (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. T. XIX.
p. 310) ein Verzeichniss der während seines dreimaligen Auf-
enthaltes in Dalmatien gesammelten Lepidoptercn, nebst Be-
schreibungen neuer Arten. (Siehe Crambina und Tineina.)
H. B. Mö schier. Tineen der Ober-Lausitz (Abh. d. Naturf.
Gesell, in Görlitz T. XIII. p. 70. Taf). Eine Beschreibung der dort
vorkommenden Gattungen und Arten. Der 1. Abschnitt enthält
3 Genera, 22 Arten.
Ed. Newman: An iilustrated nat. bist, of moths.
Abbildungen der Imagines und Raupen u. s. w. p. VIII
u. 486) London.
Dem Referenten nur aus den Anzeigen bekannt. Enthält
musterhafte Holzschnitte der Heteroceren.
Baion J. H. W. Nolcken: Lepidopterologische
Fauna von Estland, Livland und Kurland 1867. (Arbeiten
d. Naturf. Verein, zu Riga 1868).
Eine Aufzählung von 746 Arten Macrolepidopteren, darunter
1 n. var. : Cidar v. limbosignata (A. tristata) und eine Eupithecia
u. sp. ohne Namen, verwandt mit exiguata,
Paul de l'Orza: Les Lepidopt^res japonais a la
grande exposition internat. 1867.
Aufzählung von 115 Arten, wovon 11 neu beschrieben sind.
Dem Rei. nur aus der Anzeige bekannt.
T. Robinson Coloman: Lepidopterological Mis-
cellanies (Annals of the Lyceum of Nat. Hist. of New-
York 1869. VoL IX. No. 5. p. 152-158).
Enthält die Beschreibung neuer Bombyciden, Pyraliden, Cram-
biden und Tiueiden und einiger von Clemens und Walker charak-
terisirter Arten.
Derselbe hat begonnen die Tortrieiden der Ver-
einigten Staaten zu bearbeiten, viele neue Arten beschrie-
ben und vorzüglich abgebildet. (Trans. Americ. Ent-
Öoc. Vol. II. p. 261.)
Beschrieben sind im Ganzen 44 Tortrix (23 neue), 14 Teras
(9 neue) und 12 Conchylis (10 neue).
A. Rogenhof er zählt für Oesterreich neue Le-
pidoptercn auf (Verh. d. k. k. zool.-bot. Gesell. T, XIX.
p.919).
der Insekten während d. Jahres 1869. 169
Agrotis güva Donz.. Caraärina terrea Fr., Scotochrosta pulla
S. V., Cramhus candiellus H. S,, Nephopteryx gregella Er.^ Batasa
aUotriella H. S., GraphoUtlia sareptana H. S., Megacraspedus lago-
pellusR. S., Tinea angustipennis H. S., Gracüaria juglandellaM.Anu.
A.Stange: Yerzeichniss der Schmetterlinge der
Umgegend von Halle a. d. Saale. Ein Beitrag zur Fauna
Deutschlands (gr. 8. IV. 108 p.) Leipzig Kummer 1869.
Dürfte mit Ausnahme der Microlepidopteren eine erschöpfende
Aufzählung der in genannter Gegend vorkommenden Arten sein und
enthält viele inter^Bssante biologische Beiträge.
Pietro Stefanelli giebt ein Verzeichniss der
Lepid. Rhopalocera von Toskana (122 A.) mit Bemerkung
über Erscheinungszeit und Angabe der Synonymie. (Bull.
Soc. Ent. Italiana T. I. p. 138, 236, 295.)
T engström: Catalogus Lepidopterorum Faunao
Fennicae praecursorius. (Act. Soc. pro fauna et flora
Fennica X. 1869.)
Enthält die Beschreibung von 12 n. A. und 1 n. Gatt, der
Phaleniden. Das Material ist nach Staudinger's und Wocke's Ca-
talog. angeordnet. — Aufgezählt sind 1233 Arten aus Finnland und
Lappland.
P. C. Zeller: Drei lepidopterologische Excursionen
nächst Meseritz in der Provinz Posen. Ent. Month. Mag.
VI. p. 43. — Sammelberichte.
H. W. Bat es erwähnt eine Raupe aus Neugranada,
welche in ihrer Erscheinung die giftigste Schlange des
Landes imitirl. (Proc. Ent. Soc. London 1869. p. XXIT
? Chaerocampa.)
Birchall beschreibt (Entomologist) die Raupe von Eupi-
thecia consignata (p. 259).
H. Ha r pur Crewe beschreibt die Raupe von JDianthaecia
capsophüa. (Entomologist IV. p. 295, ebenda: Birchall über D.
capsophila und carpophaga p. 312, 354.)
Gregson beschreibt die Raupe von Pterophorus zophodac-
tylus Dup. (Entomologist IV. p. 350).
Wm. B uckler schildert die Verwandlung von Heliophobus
popularis, Charaeas graminis und Liiperina cespitis. (Ent. Month.
Mag. V. p. 225.)
Derselbe berichtet (ebenda p. 226) über die früheren Stände
von Limenitis Sibylla.
Nach V. Frauen feld (Zool. Miscell. XVI. 1. c.) lebt eine
170 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
kleine Raupe in den angeschwollenen Nü.sschen von Polygonum avi-
culare L.
Giraud bespricht (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 476) die
von einem Schmetterling der Gattung Oecocecis auf Limoniastrum
Guyonianum Boiss. erzeugten Gallen — , welche denen der Trypeta
cardui auf Cirsium ähnlich sehen — , und deren Parasiten. (Siehe
Hymenoptera.)
Tb. Goossens theilt seine Beobachtungen über
die Raupe von Aglossa cuprealis Hübn. mit (Ann. Soc.
Entom. Fr. 4. ser. IX. p. 423).
Nebst der Beschreibung der Raupe in den verschiedenen Häu-
tungen erwähnt derselbe auch die irrige Ansicht, welche man bisher
über die Nahrung derselben hatte. Dieselbe nährt sich nicht von
animalischer Kost und kann noch weniger im Körper des Menschen
leben, da sie bei einer Temperatur von 30° R. im Wasser abstirbt.
Ihre Nahrung ist Kleie, in der sie sich eine Art Gespinnst macht.
Das Ei ist gelb, die erwachsene Raupe 25 — 30 Mm. lang, glänzend
schwarz mit rothem Kopf und solchen Seitenflecken am After.
Ch. Healy bespricht (Entomologist) die Biologie von Tinea
hiseliella Hemm. (p. 194), Yponomeuta padella L., Botys verticalis
(p. 296).
Dr. O ttm. H 0 f m a nn : Beiträge zur Naturgeschichte
der Coleophoren. (Stett. Ent. Z. p. 107 sq.)
Der Verf. beschreibt neue Arten und macht interessante Mit-
theilungen über die Formen der Säcke und Lebensweise der Raupen.
Schliesslich betrachtet er die beschriebenen Formen vom Standpunkte
der Darwin'schen Lehre und leitet dieselben auf einen Grundtypus
zurück. Als Typus der Reihe wird Col. viminetella angesehen von
dem sich einerseits orbitella Z, und anderseits var. Rhododendri
Hfm., var. idaeella Hfm. und Col. vacciniorum H. S. ableiten lassen.
(Ebenda p. 189.)
E. Hof mann bespricht (Abb. d. Naturf. Gesell, in Nürnberg
Bd. IV. p. 53) die sacktragenden Motten- Arten (Tinea, Incurvaria,
Nematois. Adela, Coleophora) und ihre Lebensweise.
^ C. Jourdheuille: Calendrier du Microl^pidopte-
riste (Ann. Soc. Entom. Fr. 4. ser. IX. p. 533).
Der Verf. hat die Arten der Microlepidopteren und deren
Raupen nach ihrer Erscheinungszeit zusammengestellt und hiemit
einen zum Einsammeln derselben sehr brauchbaren Leitfaden gegeben.
Milliere's 19. und 2G. Lief, der Iconographie et
descript. des Chenilles et Lepidopteres inedits (Ann. d. 1.
Soc. Linneenne de Lyon n. ser. T. XVL taf. 85—92).
Enthält die Abbildungen von : Lycaena hylas v. Panoptes
der Insekten während d. Jahres 1869. 171
Hb., Pyrausta trlmaculalis Stgr.. Aeidalia decorata W. V.; suhmu-
tata Fr., Nola Thymula Mill, u. A. (Cannes), Botys cultralis,
Hermima crinalis Hb. ; Botys asinalis Hb., Eubalia Basochesiata
Dnp., Arctia Quenselii Payk. v. F.; fasciata Esp. v. A.; Tapinostola
Bondii Dbld. ; DasypoUa Templi Tliunb., Vanessa Callirhoe Hb.,
atalanta v. B., Nyssia alpinaria Scriba, Sesia Himmighoffem Stgr.,
Teplirina Buffonaria Mill. n. A. (Hyeres); Cerocala scapulosa
Hb., Eupithecia sexuata Dard. Mill. ; Psyche tenella Speyer, Fumea
Sieholdii Reutti, CuculUa Xeranthemi Bdv., Gnophos ophtalmicata
Led., Gamptogramma fluviato-gemmata, Ahraxas GrossulariataMouff.
V. ; Gnophos ? vespersaria Hb., Synopsia sociariaBh., propinquaria
Bd. V.; Scodiona ? Agar itharia Dsivd., Pseudoterpna Cytisaria'Roes.^
corsicaria Rb., coronillaria Hb., Bolina Cailino Lef., Tephrina Mip-
pertaria Dup.. Ophiusa Algira L., Euclidia Miinita Hb.
Edw. Newman schildert (Entomologist IV) die Lebens-
weise von Boinbyx castrensis (p. 189j, Aeidalia emutaria, Leucania
impura (p. 191), Pempelia formosella (p. 194), Eiibolia lineolata
(p. 227), Hadena glauca (p. 228), Ehodaria sanguinalis (p. 229), Ar-
gynnis Euphrosine (p. 251), Collix sparsata (p. 253), Lobophora he-
xapterata (p. 310), Acronycta Myricae (p- 318), Ac. menyanthidis
(ebend.) Emmelesia unifasciata (p. 348).
A. Rogen hofer giebt die Beschreibung der Raupe
von Earias vernana Hbn._, welche Ende August auf Weiss-
pappeln lebt. — (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien
T. XIX. p. 917).
W. Sa anders beschreibt (Canadian Ent. I. p. 3) die Ver-
wandlung von Polyommatus americana, Arctia parthenos, Drasteria
erecta, CälUmorpha Lecontei (p. 20), Philampelus satellitia (auf Am-
pelopsis 5-folia) , Papilio turnus, CoUas philodice, Argynnis myrina,
Hesperia mystic Edw., hohomolc ll3.rr, ioamsuttal{3ivr., Papilio Troi-
lus, Bayiais Archippus, Vanessa Milberti, interrogationis, Limenitis
disippus Goot, Arthemis Dr., Thecla acadica Edw., mopsus Boisd.,
calanus? Hübn., strigom Harr., Lycaena neglecta Edw.; Hesperia
(? Thanaos): Pyrameis huntera Smith.
Scudder giebt Harris's Beschreibungen der Lebensge-
schichte folgender Arten 1. c. p. 270 : Papilio Asterias Cr. (Conium),
P. Troilus L. (sassafras), P. Philenor Dr., Polyomatus comyntas
God, Danais Archippus Fbr., Limenitis ursula Fbr., Cynthia cardui,
atalanta L. , antiopa L., Vanessa Progne Fbr., V. c-aureum Fbr.,
Hesperia sp.. Smerinthus juglandis Sm. Abb., Ceratomia qiiadri-
cornis Harr,, Sphinx cinerea Harr, (fig.), convolvuli Sm. Abb , Caro-
lina lt., Philampelus Achemon Dr. (fig.), Chaerocampa pampinatrix
Sm. Abb. (fig.), chaerilus Cr., Thyreus Abhotii Swns. (fig.), Aegeria
Cucurbitae Harr., Alypia octomaculata, Arctia arge Dr., americana
172 Brauer: Bericht üb. d. Lei st. in d. Naturgeschichte
Hrr. ?, virginicaFhr.. Euchaetes EgWDr- (%.)• Loplwcampa caryae
Harr., maculata Harr, (flg.), tessellaris Sm. Abb., Orgyia leucostigma
Sm. Abb.. 0. sp., GUsiocmnpa sylvatica Harr., Gasiropaclia americana
Harr , velleda StoW., Attacus luna L. (fig.), Polyphemus (fig.), Cecropia
L., Saturnia Jo Fbr., Ceratocampa regalis Fhr,, Dryocampa senatoria
Sm. Abb. (flg.), Stigma Fbr. (fig.), pellucida Sm. xAbb,, Oiiceticus
coniferarum Harr, (fig.), Limacodes scapha Harr, (fig.), ephippiatus
Hrr. (fig.), Seirodonta büineata Gr. R. (fig.). Notodonta ulmi Hrr.
(fig.), unicornis Sm. Abb. (fig.), concinna Sm. Abb. (fig.), anguina
Sm. Abb. (fig.), albifrons Sm. Abb. n. A. (fig.), Heterocampa sp.^
Eudryas grata Fbr., Ästasia torrefacta ? Sm. Abb., Pygaera gibhosa
? Sm. Abb., P. ministra Dr. (fig), Glostera americana Harr, (fig.),
Äpatela americana Harr., Acronycta sagittaria Hrr. (occidentalis
Gr. R.), wZmi Hrr. (fig.). americana Hrr. (fig ), pnm* Hrr. (fig.),
Salicis Hrr. (fig.), Raupe aus Kartoffelstengein sp. ?. Agrotis sp.,
Hadena amica, Mamestra persicaria ? v. americ (fig.). leucostigma
Hrr., p^c*ö^ Hrr., 2-Noctua sp. ? (fig.), Euclidia ? erechtea Cr., Par-
thenos nubilus Hübn., Catocdla sp. (fig.), Ennomos magnaria Guen.
Abraxis ? ribearia, Geometra catenaria, Pericallia quercaria Hrr.
(filamentaria Guen.) (fig-), Hypaena Immuli Hrr., Pionea eunusalis
Wlk. (fig), Porrectaria sp. (fig.), Tortrix sp.
P. C. T. Sn eilen beschreibt (Tijdschrift v. Ento-
mologie T. XII. 2. ser. D. 4. p. 220) die Raupen von Aci-
dalia pronmttata Guen. ; Cidaria lignata Hb., ferrugata
L., Tortrix costana F. und Coptoloma Janthinana Dup.
Stainton bespricht (Ent. Month. Mag. VI. p. 36) mehrere
abnorme Verpuppungsweisen von Gelechien und Pterophoriden.
J. Trail bespricht im Entomologist die Raupe von Cidaria
populata (p. 200).
P. C. Zeller: lieber Depressaria nervosa und D.
Ultimella. (8tett. Ent. Z. 1869. p. 39).
Der Verf. schildert die abweichende Lebensweise der Raupe
der D. ultimella in den Stengeln von Phellandrium aquaticum als
wahre Stengelraupe und widerlegt seine früheren Zweifel gegen
Snellen. (Siehe Stett Z. 1868. p. 423).
Rhopalocera. Equites. Butler giebt (Enth. Month. Mag.
VI. p. 148) eine Notiz über die grosse Geschlechtsverschiedenheit
bei Papilio Merope.
Derselbe bespricht Papilio 3Ierope Gr. und dessen Varietäten
und Uebergangsformen (Trans. Entom. Soc. London 1869. p. 275.
PI. V. fig. 1).
Derselbe beschreibt (Cist. 1. p. 12) als n. A. Papilio luctuosa
aus Peru,
der Ineekten während d. Jahres 1869. 173
Papilio Miranda Butler 1. c. PI. 1 eine n. A. Borneo,
Papilio Joesa Butler (Entomologist IV. p. 348) eine n. A.
Queensland.
Papilio Kerosa, P. Zanoa, P. Jucla Butler (Ent. Month.
Mag. VI, p. 55 sq.) 3 n. Arten, Sarawak.
Papilio Schmeltzi H errich-S chäffer 1. c. p. 78, T. 1. fig. 1
eine n. A. von Ovalau.
Hewitson giebt 1. c. die Besschreibung und Abbildung fol-
gender Arten: Papilio Warscewiczii Hopff., Euterpinus Salv. und
God., Xanthopleura Salv. God.. Dares s.. Philetas a., Phalaecus s.,
Hippocoon Fabr.
Papilio Philetas und Phalaecus Hewitson (Trans, Entom.
Soc. London 1869. p. 31) 2 neue Arten, Ecuador.
Lucas vervollständigt die Beschreibung des Papilio Mar-
chandii Bois. (Ann. Soc. Entom. Fr. 4. ser. IX, p. 532).
Thais Deyrollei Oberthür eine n. A. Klein-Asien, (Petites
Nouv. No. 2,) (Nach Staudinger ebenda p. 6 nur Var. von Ce-
rysii God,)
A, W. Scott beschreibt beide Geschlechter von Ornithoptera
Cassandra (Trans. Ent, Soc. New-South-Wales Vol, II, p. 1, p. 49).
Papilio hrevicauda Saunders (Guide to the study of Ent.
Packard p. 3 u, 4) eine n, A, St. John. Neufundland.
Pierida e. H. Behr stellt (Trans. Americ. Entomol. Soc,
Vol. II. p. 303) für Pieris menapia Felder die neue Gattung Neo-
phasia auf und beschreibt einen. A. N. Terlooii (Sierra Madre).
Anthocharis EdwardsH und Änth. Cooperii Behr neue Arten
Nordamerika (ebenda p. 304),
Beliier de laChavignerie setzt die Unterschiede von
Leucophasia lathyri Dup. und L. sinapis auseinander (Ann. Soc.
Ent. Fr. 4, ser. IX. p. 513).
Boisduval beschreibt 1, c. aus Californien als n. Arten: Pie-
ris Ninonia, nasturtii, resedae, iberidis, Anthocharis Angelina, Anth.
ausonides (? = Ausouia),
Butler beschreibt (Cist. 1. p. 13) folgende n. A, : Euterpe
Latona (?), Pieris Trimenia (= P. Agathina Var. B. Triraen in
Pihopal. Afr. Austr. p, 29, 1862) aus Port-Natal; Euchloe Jalone
Weisser Nil, Euchloe Johina Natal, Callidryas minuscula Havannah,
Reliochroma Butler (1. c. p. 15) eine n. Gatt,, Flügelform von
Tachyris; Geäder der vorderen wie bei Eronia, vor dem Ende der
Discoidalzelle nur eine Ader ausgehend, Kopf sehr gross. H. Idio-
tica eine n, A. ohne Angabe des Vaterlandes.
Derselbe beschreibt (Ann. and Mag. Nat. Hist. 4. ser. T. IV.
p. 242; 4 n. A. der Gattung Thyca Wallgr. : Th. Ithiela Penang,
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd, M
174 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
TU. /ra^aZaeiea Nord- Australien, Th. Xtfcem« Philippinen, Th. och'eo-
picta Philippinen.
A. G. Butler beschreibt Callidryas flava Celebes, rorata St.
Domingo und solstitia aus Chili als 3 n. A. in beiden Geschlechtern
(Ann. and Mag. of Nat. Hist. 4. ser. T. IV. p. 202).
Anthocharis ReaJcirtii, Pieris Hulda Edwards (Trans. Araer.
Entom. Soc. II, p. 369) neue Arten Nord-Amerika.
R. Felder beschreibt als neue Arten (1. c): Terias ingrata
Potrero, T. Sidonia Campeche, T. Nelphe Potrero, T. celata ebendah.,
T. Leucüla ebendah.
Colias Sagartia Leder er eine n. A. Persien 1. c. p. 75.
Herrich-Schäffer beschreibt 1. c. p. 77 das fragliche $
von Callidryas florella aus Rockhampton.
Terias parvula H.-S. eine n. A. ebendah.
Hewitson beschreibt (Trans. Entom. Soc. London 1869.
p. 71) als neue Arten Leptalis Carthesis Demerara und Pieris Pa-
roreia Cap.
Leptalis Deione Hewitson (Ent. Month. Mag. VI. p. 68) eine
n. A. Nicaragua.
Nach St au dinge r (1. c. p. 93) muss die afrikanische Form
von Anthocharis Eupheno L. von der europäischen als eigene und
zwar als die echte Linne'sche Art abgetrennt und der Name der
europäischen Art geändert werden. 1. Eupheno L. = DoMei Pierret
Afrika sept. ; 2. Euphenoides Stauding = Eupheno Esp. nee Linne
Europa merid.
Pieris Elisa Vollenhoven 1. c. p. 12. Taf. 2. fig. 3 ^^ $, n. A.,
Mayotte.
Danaidae. Danais Vashti Old CaXahdir und D. Ishma Gilolo
2 n. A., Butler (Cistula 1. p. 1, 2).
Herrich-Schäffer beschreibt 1. c. p. 70 Danais melittüla
eine n. A. Upolu und erwähnt D. archippus F. aus Ninafou, durch
Ipecacuanha eingeschleppt.
Heliconidae. Herrich-Schäffer beschreibt als neue
Arten (Stett. Ent. Z. 1. c.) : Euploea seriata, incompta Vanua Valava,
Schmeltzi Upolu, graeffiana Heer ? aus Vanua Valava. Ferner be-
schreibt derselbe ebenda Euploea eleutho Quoy und G.
Hewitson führt Exot. Butt. 1. c. folgende theils n. Arten
auf: Ithomia cleonica, Gedera, Azeka, Aegle Fabr., Zerepha, Alidella,
Zalmunna Süd-Amerika.
Derselbe beschreibt (Ent. Month. Mag. VI. p. 97) als n. Ar-
ten aus Ecuador: Mechanites Mamercus und Ithomia Varina.
Heliconia Diotrephes Hewitson eine n. A., Nicaragua (Trans.
Entom. Soc. London 1869. p. 33).
Hopffer schlägt (Stett. Ent. Z. p. 451 j für Heliconius Ethra
der Insekten während d. Jahres 1869. 175
Hübn. (nicht Doubled.) den Namen Dryalus vor. Melinaea Phasis
Felder ist = Mel. (Helic.) Ethra Doubl (1825).
Acraeidae. Acraea Dammii Vollen ho ven 1. c. p. 12.
tab. 2. fig. 4 n. A. Nossi-Be.
Nymphalidae. Melitaea Callina, Epula, Orsa, Helcita,
Pola, Sonorae, Leanira, Argynnis Epithore, Mormonia, Egleis, Juha,
Hydaspe, AdianU ; Boisduval 1. c. p. 54, neue Arten Californien.
Buckler beschreibt (Ent. Month. Mag. V. p. 278) eine merk-
würdige Var. der Raupe von Van. Cardui,
Butler giebt 1. c. Beschreib, und Abbild, folgender Arten:
Charaxes Smaragddlis, Saturnus ss., — Zelica s., Orilus n. A. Timor,
Hannihal, Jupiter, Güolensis, papuensis, Borneensis n. A. Malaisien
(Wallace in litt.), CalUthea optima n. A. St. Cruz.
Derselbe beschreibt (Trans. Entom. Soc. London 1869. p. 9.
fig.) die neue Hestina Zella, welche eine Imitationstype von Danais
juventa bildet, Ost-Indien.
Derselbe charakterisirt folgende wenig bekannte Varietäten
und Arten und eine n. A. : Argynnis Aglaia L, var. sing., Charaxes
Etesipe Godart, Apatura Zalmunna n. sp. Brasilien. (Trans. Entom.
Soc. London 1869. p. 273. pl. V.)
Derselbe beschreibt (Cist. 1. p. 4 — 10) n. Arten oder noch
unbekannte $. — Charaxes Druceamus Old Calabar, Ch. Zephyrus
Patr. ?, Ch. AlladinisVaitr. ?; Adolias i^»c7in Sara wak, Salamis Ama-
rantha Old Calabar, Junonia Zipha Old Calabar, lleterochroa Me
phistopheles Bogota, Apatura Lucasii Westwood $, Ap. Laurentia
God. $, Terinos fulminans Sarawak, Cirrhochroa satellita Hongkong.
Timetes funestis Bolivia, Catagramma Latona ? (p. 16).
Morpho Luna Mexiko Butler Cist. 1. p. 4 eine n. A. Die
grösste weisse Art der Gatt., verwandt mit Laertes.
Charaxes Zelica Butler (Ent. Month. Mag. VI. p. 28) eine n.
A. West-Afrika.
Amathusia Ottomana Butler (Ent. Month. Mag. VI. p. 55
eine n. A. von Borneo.
Dasyophthalma vertebralis Para und Cdligo Hemichroa Minas
Geraes 2 n. A. Butler Cistula 1. p. 2, 3.
Argynnis Behrensii, Melitaea Vesta. M. Arachne, Grapta Oreas,
6r. Satyrus Edwards iTrans, Araeric. Entom. Soc. II. p. 372) neue
Arten U. S.
Erschoff bildet Varietäten von Melitaea Maturna L. und
Argynnis Arsilache Esp. ab. (Horae Soc. Entom. Boss. T. VI. p. 26.
pl. III. 1 u. 2.)
R. Felder beschreibt als neue Arten (l. c): Eresia pallescens
Puebla, E. graphica Huahuapan, E. socia, E. Archesilea Cordoba,
E. dbscurata Rio-Atajac, Synchloe misera Boisd. in litt. Huahuapan.
176 Brauer: Bericht üb. d. licist. in d, Naturgeschichte
Myscelia Bogenhoferi Huahuapan, Epiealia Esite Boisd. in litt. Po-
trero, Pyrrhogyra Neis Atajac. Heterochroa Emathia Potrero, Nym-
lihalis Hedemanni ebe.ndah., N. Pithyma ebendah., N. Callidryaa
Cordoba.
Diadem a formosa Ilerrich-Schäffer (1. c. Tab. IV. fig. 17)
eine n. A., Vanua Valava.
Hewitson beschreibt und bildet I.e. folgende iheils n. Arten
ab: Cybdelis Calamis, Cardases, Gecidas, Campaspe Süd-Amerika,
Paphia Tyriantliina Salv. und God , cyanea S. G,, Artacaena, Cleo-
mestra Süd-Araerika, Apatura Phaeacia Darjeeling, A. Pavonia $,
Laurentia Brasilien. Zanoa Darjeeling, Harma Adelina, Altisidora,
Uselda, Hesiodus Congo.
Derselbe beschreibt als n. Arten (Ent. Month. Mag. VI.
p. 97) : Euryphene Elpinice Old Calabar, Eresia Neria Ecuador.
Et^esia Aisina und Eubagis Sosthenes Hewitson (Trans. En-
Soc. London 1869^ p. 34) neue Arten, Nicaragua.
Aterica Zeugma Old Calabar und At- Abesa Cap Hewitson
Trans. Soc. London 1869. p. 74) n. Arten.
Derselbe stellt (Trans. Ent. Soc. London 1869. p. 72) als
neue Arten auf: Catagramma Apliidna, Heterochroa Caphira aus
Venezuela und beschreibt Harma Hypatha ^ Old Calabar.
Grapta umhrosa Lintner (Trans. Americ. Entom. Soc. Vol. II.
p. 313) eine n. A., verwandt mit Pap. G.-aureum Fbr. und inter-
rogationis Nord- Amerika.
Meek erwähnt eine Var. von Argynnis Selene mit schwarzen
Vorderflügeln (Ent. Month. Mag. VI. p. 95 \
E. L. Ragonot beschreibt (Ent. Month. Mag. V. p. 230) eine
besondere Varietät von Gynthia cardui.
Osb. Salvin veröffentlicht (Trans. Entom. Soc. London 1869.
p. 391) eine Synopsjs der Arten der Gattung Clothilda Blanch. und
erwähnt die abweichende Nervatur der Hinterflügel — eine deut-
liche hintere Discoidalzellen-Ader — wodurch sich dieselbe von jener
der übrigen Nymphaliden entfernt. — Er entwirft folgende Tabelle
der Arten (2 n.):
A. Flügel ochergelb, schwarz gefleckt.
a, Hinterflügel mit zwei Reihen Flecken ausser den Rand-
flecken G. pantherata Martyn.
b. Hinterflügel mit drei Reihen Flecken. G. numida Hbn.
B. Flügel braun, die vordem oben oder unten gefleckt.
a. Vordere oben und unten roth gefleckt.
«. Hinterflügel braun, nicht gebändert. G. Euryale Klg.
ß. Hinterflügel braun, breit ochergelb gebändert.
G. insignis n. sp. Costarica.
b. Vorderflügcl oben braun, unten roth gezeichnet.
der lubekteii wähitnd d. Jahres 1860. 177
(i. Vorderflügel mit weissen Flecken, uiclii quergebändert.
C. Jaegeri Men.
ß. Vorderflügel mit weissen Flecken bestimmt querge-
bändert C cubana n. sp.
(= Jaegeri H.-Sch.)
W. Saunders bildet (Canad. Ent. p. 25) Libythea Bachmani
Kirtland ab, welche nur eine Var, von L. motya Boisd. ist.
Melitaea Packardii Saunders (Packard Guide etc. P. 4. 1868)
eine n. A. Neufundland.
A. R. Wallace zählt (I.e. p. 337— 350) die bis jetzt bekannten
24 Arten der Gattung Cethosia Fbr. auf, welche mit Ausnahme von
3 indischen und 1 australischen Art alle dem malayischen Archipel
angehören und beschreibt eine n. A. : C. Cyrene aus Waigiou. Von
der Gatt. Cirrochroa Doubl, werden 16 Arten aufgeführt, darunter
2 neue: C. Calypso und ducalis. Die Gattung Termo« Boisd. enthält
9 Arten mit 2 neuen : T. Nympha und Viola ; die Gatt. Atella Doubl.
9 Arten davon Ineu: At. Celehensis; Laogona Boisd. zählt 6 Arten,
2 neu: L. Hylacus und Hypatia; neue Arten sind ferner: Junonia
timorensis, Cyrestis Nais, C. Seneca, Eiiripus robustus und Äpatura
Macar.
Nach demselben 1. c. p. 77 kann Mynes Leucis Boisä. nicht
in diese, sondern nach dem Adernverlauf, den Fühlern, Palpen und
besonders durch die Anordnung der Subcostaladern nur in die Gat-
tung Prothoe Hb. gehören, Mynes Geoffroyi $ wird beschrieben
und 2 neue Arten aufgestellt: M. Guerini Australien Queensland
und Doubledaii Ceram. — Aus der Gattung Prothoe werden 5 Arten
aufgeführt, neu davon sind P. Westiooodii (Leucis v. F. $ Hewits.
p. 88) und P. Heioitsonii (Leucis v. G. Hewits.).
Derselbe bespricht (1. c. p. 277) 16 Arten Aev G^ii. Biadema
imd stellt als neu auf: Diad. Pandora Bouru, Saundersi Timor, He-
loitsoni Ke-Islands = Pandarus v. Hew., fraterna Celebes, anomala
{— Periraele ^ Felder, antilope Westw.. nee Gram.), albula Timor.
Satyridae. Chionobas californica, Satyrus Oetus; Bois-
duval l. c. p. 62, neue Arten Californien.
Butler giebt 1. c. Beschreib, und Abbild, folgender theils
n. Arten: Euptychia coeriilea Maranham. 3Iare Para. Zeba, fulgora
Süd- Amerika, Quadrina Maranham; Ziza, Zeredatha, Itliama, bino-
ciila, Jesia, Zabdi Süd-Amerika, Taygetis Kerca n. A. ebenda.
Mycalesis Zia Butler (Entomologist IV. p. 347) eine n. A.,
Queensland.
Coenonympha Kodiak und Brenda P]dwards (Trans. Americ.
Entom. Soc. H. p. 375) n. A. U. St.
R. Felder stellt als neue Gattungen und Arten (1. c.) auf:
Cyllopsis n. Gatt., verwandt mit Taygetes Westw.: Augen nackt,
178 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Taster viel zarter, das Mittelglied mehr als zweimal so lang als der
Kopf. Hinterflü gel schnitt und Färbung an Cyllo Boisd. erinnernd. Art:
Cyll. Hedemanni Potrero. Pindis n. Gatt, verwandt mit Taygetes
Westw., Augen nackt, Palpen aufrecht, bis zur Spitze dicht mähnen-
artig beschuppt, Mittelglied Vl^msl länger als der Kopf Flügel breit,
Hinterflügel gezähnt. Art : P. squamistriga Huahuapan, Cuernavaca.
Haetera polita Hewitson (Trans. Entom. Soc. London 1869.
p. 34) eine n. A. Nicaragua.
Derselbe beschreibt (Ent. Month. Mag. VI. p. 97): Prono-
phila Alusapa und Tena n. Arten, Ecuador.
Satyrus Bryce 0. Var. Parthica, Epinephele Cadusia, Ämar-
daea, Dysdora Lederer 1. c. jp. 84. tab. 4 u. 5, neue Arten und
Var., Persien.
A. R. Waliace beschreibt als neue Arten 1. c. p. 321 : Elym-
nias Thycana, Borneensis, Timandra, Hicetas, mminalis, papua, Me-
lantho. (Im Ganzen werden 31 Arten d. Gatt, besprochen.) Ergolis
Isaeus, timora.
Zeller bespricht (Ent. Month. Mag. VI. p. 11) die Futter-
pflanze von Coenonympha Daviis.
Lybytheidae. A. R, Waliace stellt als neue Arten auf
1. c. p. 334 : Lihythea ceramensis und Batchiana.
Erycinidae. Chrysohia Boisduval eine n. Gatt, für
Lemonias mormonia Felder Californien 1. c. p. 52.
Butler beschreibt als n. A. (Cist. 1. p. 12.) Mesosemia Jeziela
Bogota, M. Isshia Bogota, M. Thymetina Bogota und Emesis Irata
Bogota.
R. Felder stellt als neue Arten auf (1. c): Eurygona cata-
leuca Cordoba, Eur. pusiUa Potrero, Eur. Euhule, Limnas acroleuca
Huahuapan, Emesis Paphia Atayac, Mesene Hedemanni Cordoba,
Calydna Hegias Yucatan, G. sinuata Atayac, Charis sulphurea eben-
dah., Baeotis Zonata Potrero.
Grote und Robinson geben (Trans. Americ. Entom. Soc.
Vol. II. p. 310) die Synonymie von Charis caenius L. und Ch. boreälis
Gr.-Rob.
Mesosemia Äsa und Nymphidium Onaeum He wi t son (Trans.
Entom. Soc. London 1869. p. 35) neue Arten, Nicaragua.
Xenandra Heliodes Hopffer (Stett. Ent. Z. p. 444) eine n.
A. Brasilien, verschieden von Helius Gram. = Helioides Felder.
Lycaenidae. Barett berichtet über die früheren Stände
von Theda rubi (Ent. Month. Mag. VI. p. 37), siehe ebenda B uck-
ler p. 38.
Boisduval beschreibt 1. c. p. 43 als neue californische Ar-
ten: Theda Borns, Nelsoni, Polyommatus nivalis, Zeroe, Lycaena,
der Insekten während d. Jahres 1869. 179
Regia, lupini, nivium, Philemon, rufescens, Erynius, Polyphemus,
Evius, Nestos, Phileros, Ehaea, Suasa.
W. Blickler beschreibt (Entom, Month. Mag. V, p. 241) die
Verwandlung von Lycaena Aegon, dessen Raupe auf Ornithopus per-
pusillus lebt.
Derselbe beschreibt (Ent. Month. Mag. VI. p. 91) das Ei
von Lycaena Arion.
Merrin beschreibt die Eier von Pölyommatus Arion Ento-
mologist IV. p. 301).
Dembski giebt eine Notiz über die Zucht von Lycaena Arion
(Ent. Month. Mag. VI. p. 62).
Thecla Chalcis und Lycaena Orcus Edwards (Trans. Am.
Ent. Soc. II. p. 376) neue Arten U. St.
A. B. Farn beschreibt das Eierlegen von C. Phlaeas (Ento-
mologist IV. p. 240).
A. R. Grote charakterisirt (Trans. Amer. Entom. Soc. Vol. II.
p. 307) den Pölyommatus Tarquinius Fbr. und betrachtet ihn als
Type der Gatt. Feniseca, zu welcher auch Pol. Porsenna Scudd, aus
Neu -England gehört.
Herr ich-Schäf f er beschreibt als neue Arten (1. c. p. 72):
Chrysophanus discifer T. IV, p. 21 Brisbane, Lycaena isophtJialma
Rockhampton, L. samoa T. IV. p. 18 Vanua Valava, L. platissa T. IV.
p. 20 Rockhampton, L. serpentata ebendah., L. berenice ebendali., L.
can^rewrt Viti-Inseln, L. dyopa Ovalau, L. rt7si«Zi/s Upolu, Rockharapton.
Gorydon Hewitson (Boisduval in litt.) eine neue Gattung,
4 Subcostaläste, Geäder von Epitola Elion, Zelle der Hinterfiügel
nicht so stark schief geschlossen. Art: C. Boisduvalii Hew. vom
Gaboon-Fluss.
Die von dem Verf. in andern Gattungen aufgestellten neuen
Arten haben wir eingangs summarisch aufgeführt.
Derselbe macht synonymische Bemerkungen über die von
Felder beschriebenen ximblypodia-Arten. (lUustr. of Diurn. Lep.
1. c. p. 14 h.)
Epitola Teresa Hewitson (Enth. Month. Mag. VI. p. 86)
eine n. A., welche die afrikanischen Acraeiden nachahmt, Afrika.
Pölyommatus Caspius, LycMna Hyrcana, Erschofßi, L e d e r e r
1. c. p. 81 n, Arten, Persien.
Zcller bespricht das Eierlegen von Lycaena Arion auf T%-
mus serpyllum und die Futterpflanze von Lyc. Gorydon. (Ent. Month.
Mag. VI. p. 10 u. 11).
Hesperiadae. Hesperia Walculla, Eufala und Blelane^W.
H. Edwards (Trans. Amer. Entom. Soc. Vol. IL p. 311) neue Arten,
Nord-Amerika.
R. Felder stellt als n. A. auf (1. c): Ancyloxyplia simplex
■180 Brauer: Bericht üb. d. LeiBt. in d. Naturgeschichte
Cordoba, Potrero. Leucochitonea liigubris Orizaha, L. Pastor Lerma.
L. canescens Potrero, L, pulcherius Orizaba, L. hyälophora ebendah.
L. piilveriilenta ebendah., Helias pallida Jsd?L]}a., Leucochitonea emorsa
und L. funebris Cuernavaca. Die beiden letzten Arten verwischen
die Grenze zwischen den Gattungen Leucochitonea Wallengr. und
Hellas Fabr. (Achlyodes Westw.). (1. c. p. 479.)
H er rieh -Seh äffer bespricht die Verwandtschaften der
Hesperiden mit den übrigen Lepidopteren, wobei es noch nicht
festgestellt ist, welcher Familie sie am nächsten stehen. Er giebt
eine synoptische Tabelle für 34 Gattungen, deren einige neu zu sein
scheinen und behandelt in derselben Weise die Arten der Gattungen
Pyrrhopygadl, Myscelus 22, Erycides 26, Eudamus (I. Gruppe je 29,
II. u. III. je 24 Arten). Telemiades 11, Goniloha 77, Cohalus 77.
Derselbe stellt als neue Arteu aus Australien und von den
Viti-Inseln auf: Pamphila augustula, ancilla und olivescens [Tab. III.
p. 14) 1. c, p, 79, ferner Hesperilla sexguttata (T. III. fig. 16) von
Rockhampton.
Hewitson 1. c. giebt die Beschreibung und Abbildung fol-
gender z. Th. neuen Arten: Pyrrhopyga Hadassa s., Telassa s., Mar-
tena Ecuador, Apitha s., Kelita Süd-Amerika. Hesperia Palaea s.
Feralia s., Propertius s., Ahnoda s., Phaenicis s., Ciinaxa s., Eltola
Darjeeling, immaculata s., Leucochitonea Limaea 8., Lacaena Brasi-
lien, L. Lucaria s.. Libethra s., Lerina s., Lucullea s. (Die mit
»sibi« bezeichneten Arten sind bereits früher Trans. Ent. See. u.
100 n. A. Hesp. beschrieben.) Siehe d. vorig. Bericht.
Sphyngidae. Bail berichtet über das zahlreiche Erscheinen
von Sphinx nerii im Jahre 1868 bei Danzig und Elbing. (Schrift
der naturf. Ges. in Danzig. n. F. T. II. p. 11.)
Macroglosssa Tlietis, Erato, Sphinx Sequoiae, strohi, Smerin-
thns ophthalmicus, Boisduval 1. c. p. 66, n. Arten, Californien.
He rric h-S chäff er bildet 1. c. folgende Arten ab: Caiite-
thia noctuiformis Wlk., Aellopus hlaini Gundl. in litt., Hemeroplanes
pseudotliyreus Grote, Chaerocampa Rohinsonii Grote, Pachylia resu-
mens Walk. Cuba, Chaerocampa lycetiis Gr.. Enyo cinnamomea H.-S.
Nord-Australien, Chaerocampa hutus Cr. ? Ost-Indien.
Nach Speyer (Stett. Ent. Z. p. 83) ist Sphinx lineata Fabr.
(Am. bor.), eine von der europäischen verschiedene Art und letz-
terer muss der Name S. Livornica E. verbleiben.
Xylotropha- S e s i a r i a e. Sesia nomadaepennis, chrysidipennis,
bibionipennis; Boisduval 1. c. p. 63, neue Arten, Californien.
Fcreday bespricht (Ent. Month. Mag. VI. p. 146) das Vor-
kommen von Sesia tipuliformis in Neu-Seeland.
Leder er bildet 1. c, T. V. fig. 5 eine Var. von Sesia Stisi-
forniis H.-Sch. ab; Persien.
der Insekten wahrend d. Jahres 1869. 181
E."G. Meck beobachtete (Eüt. Montb. Mag. VT. p. 89) die
Raupe von Sesia ichneumoniformis im Stengel und der Wurzel von
Lotus cormculatus. — Siehe ebenda p. 90 ßu ekler.
Cossina. E, Newman giebt (Entomologist IV. p. 333) einen
ausführlichen Bericht über die Zerstörungen der Raupe von Cossus
ligniperda mit Bezug auf verwandte Arten.
Ilepialina. A. W. Scott macht (Trans. Entom. Soc. of
New-South-Wales Vol. II. p. 1. p. 25) interessante Mittheilungen über
die Lebensweise der Charagia-Arten. Die Raupen leben in cylin-
drischen Zellen, welche sie in verschiedenen Pflanzenstämmen z. ß.
Dodonaea aushöhlen, lieber die äussere Mündung spinnen sie eine
Bedeckung mit Zuziehung von zerbisseneu Rinde- und Holzstückeu,
so dass keine Oeffnung bleibt. Die Imagines zeigen prächtige
grüne P^'arben, die jedoch nach dem Tode rasch schwinden. Be-
schrieben werden 8 Arten, 4 neue (Bamsayi, scripta, Scotti (Ramsay
Mss.) und ■ eximia.
Derselbe beschreibt (ebenda p. 36) eine neue hieher gehö-
rige Gattung: Zelotypia Körper dick, Hinterleib lang, Flügel mit
Augenfleck und glasiger Mitte, Äugender $ stark vortretend. Art:
Z. Stacyi N.-S. -Wales, Port Macquerie.
Hepialus hectoides, californiciis ßoisduval 1. c. p. 85, u. Ar-
ten, Californien.
Jos. Steele bespricht die Larve von Hepiolus velleda, welche
in dem unterirdischen Stamme von Pteris aquilina lebt. (Ent. Month
Mag. VI. p. 41)
Gheloniaria. Zygaenidae. Cienucha corvina, Bobinsonü,
Harrisii, ßoisduval 1. c. p. 70, n. Arten, Californien.
Zygaena Cambysea, Z. ManUa Leder er l. c. p. 87. n. Arten,
Persien.
Euprepiadae. CalUmorpha guttata, NemeopMla caespitis
ciclhorii, Chelonia autholea, Acliaia, Doris, Nerea, Ärctia sciurus,
Phoegoptera cinnamomea, quercus, Salicis ßoisduval l. c. p. 74,
n. Arten, Californien.
Agarista dipsaci, Lorqitini, Sacramenti, Mariposa, Grotei,
ßoisduval 1. c. p. 69, neue Arten, Californien.
Nach Speyer (Stett. Ent. Z. p. 82) fehlt bei Estigmenc luc-
tifera W. V. die Schienenkralle, die Schienen sind wie bei fuliginosa
gebildet und die Abtrennung derselben nicht gerechtfertigt.
Walker stellt als neue fraglich hieher gehörende Gattung
l. c. auf: Olina 1 u. sp. Lama 1 n. A.
Lithosiadae. Lithosia Decia, adnata, Lena, faustinula,
nexa ßoisduval l. c p. 72, n. Arten Californien.
Robinson beschreibt l. c. p. 152 Euphanessa jnendical^emk.
182 Brauer: Bericht üb. d. lieist, in d. Naturgeschichte
Nord.-Unit. States, pl. 1. fig. 1 und Euph. unicolor n. sp. aus Texas
pl. 1. fig. 2.
Eiiphanessa unicolor Uohinsou, 1 n. A. T^xas 1. c. T. 1. fig. 2.
Deiopeia occiiltans VoUenhoven 1. c. p. 13. tab. 2. fig. 5
n. A. Nossi-Be.
Bombycidae. Saturnidae. Saturnia ceanothi (= Euryalus
Boisd. olim) Beer; l'elea Eglanterina Boisduval n. Arten Cali-
fornien 1. c. p. 83.
A. G. Butler stellt für Papilio charmione Fabr. und Nyc-
themera expandens Wlk. die neue Gattung Ämnemopsyche auf
(Proc. Zoo]. Soc. London P. I. p. 43). Der Verf. beweist, dass er-
stere Art nicht zu den Rhopaloceren gehören kann und sich haupt-
sächlich im Flügelgeäder der Gattung Nycthemera Wlk. anschliesst.
Im Holzschnitt sind die Charaktere beider Arten dargestellt.
E, Dey rolle giebt die Besciireibung und Abbildung von Sa-
turnia Phoenix (Ann. d. 1. Soc. Entomol. Belgique T. Xll. p. 257.
PI. 1).
J. P. Maassen giebt die Abbildungen von: Bhescyntis Her-
ctdes ^ Walk., JRomnlus $ Bdv. litt. Bras., Pandora $ Klug., Äricia
Pluto (^ Bdv. litt. Venezuela, Eudaemonia Phoenix Deyr. f^ $ (be-
reits 2mal abgeb. Novara-Reise und Ann. Soc. Belgique T. XII),
Loxolomia n. Gatt., Serpentina $, n. A. Bras., Actias Cometes
$, Bdv. litt. Madagk. ; Leto $ Doubled-Java, Bysdaemonia Tamerlan
Bdv. litt. Brasil.
Serien It 11 r. J. Wiesner und A. P rasch; Mit-
theilungen aus dem Laboratorium für Microscopie und
teclinische Waarenkunde am k. k. polytechn. Instit. in
Dingler's polytechn. Journal Bd. CXC. Heft. 2 u. 3. Die ■
mikroskopischen Kennzeichen mehrerer neuen Seiden-
sorten.
Enthält eine genauere als bis dahin bekannt gewordene Cha-
rakteristik des Fadens von Bombyx raori, ferner die mikroskopi-
schen und optischen Kennzeichen des Cocon-Fadeus von B. cynthia,
Yama-mai, mylitta, Selenc und Faidherbii; endlich Bemerkungen
über den feineren Bau des Seidenfadens im Allgemeinen.
Dr. Landois: Uebor einen neuen (?) amerikanischen Seiden-
spinner Saturnia Cecropia und cyclops (Corr.-Blatt d. Ver. d. preuss.
Rheinlande 3. Folg. 6. Jahrg. p. 84). Die Raupen frassen die Blätter
von Carpinus betulus und Salix capraea. Die in Europa gezogenen
Schmetterlinge waren grossser und lebhafter gefärbt.
Henzi berichtet über die Zucht von Saturnia Yama-Mayu
und Sat. Mylitta (Verh. d. Schweiz. Naturf. Gesell, in Solothurn
1869. 53. Versamnil.).
der Insekten während d. Jahres 1869. 183
B. Alt um giebt Beiträge zur Zucht von Samia Cc-
cropia Cr., S. l^romethea Cr. und Teiea Polyphemus und
beschreibt die Raupen und Puppen derselben und deren
Lebensweise. (Stett. Ent. Z. p. 294 sq.)
Barlet macht Mittheilungen über die Zucht von
Bomhyx Yama-Mayu in Baiern. (Königlich-bayerisches
Kreis-Amtsblatt v. Oberfranken, abgedruckt in Tijdschrift
voor Entomologie von Önellen Voll. 12. Jahrg. 2. ser.
4. Deel. p. 75.)
R. Henzi: Bericht über seine im Sommer 1869 in
Bern gemachten Zuchten neuer ausländischer Seiden-
spinner, welche sich von Eichenlaub nähren. (Mitth. der
naturf. Gesellsch. in Bern 1869. (1870.) p. 206.
Der Verf. berichtet über eine Sendung von 146 Cocons der
Saturnia Mylitta ans Indien, ans denen sich bis Oktober 135 Stück
Falter entwickelten. Aus 29 Copulationen erzielte er mehr als 3000
befruchtete Eier, aus denen die Raupen erzogen wurden. Schliesslich
bespricht er die Zucht von Sat. Yama-Mayu aus Japan.
M. Girard giebt eine Notiz über Seidenzucht. (Ann. Soc.
Ent. Fr. 4. ser. IX p. 489).
A. Wallacc giebt eine Notiz über die Zucht von B. Yama-
may (Entom. Month. Mag. V. p. 252).
M. A. Wallace über Seidenzucht (Entom. Annual 1869).
Fernere Berichte über mehrere Arten Seidenspinner (Bomhyx
arrindia, cyntliia, mori, Pernyi, Spondiae und Yama-may) finden
sich im BuUettin de la soc. imp. zoolog. d'Acclimatation 2. ser.
T. VI. 1869, von J. Pingon, Jeannel, Tor res-Caicedo, P. L.
Simonds, J. Taverna und A. Morin.
Ueber Seidenzucht im Allgemeinen besonders über exotische
Arten handeln G ii e r i n, M e n e, B o s s o r e i 11 e, L ep a g e , Gu i s q u e t.
B r 0 u z e t u. A. (Revue et Mag. d. Zool. 2. ser. T. XXI).
Ferner Comptes Rendus Paris 1869. T. 68 M. M. Mene (p. 55);
Pasteur (p. 79, 628, 629, 1229, 1433, 1574); M. Pize (p. 645) ;
Brouzet (p. 646), Raybaud-Lange (p. 1275).
M. le Marech. Vaillant über Seidenzucht (Compt. rendus
Juill. T. 69. No. 3. p. 160). — Derselbe p. 1228 Triestiner Seiden-
zucht nach Pasteur.
M. Maillot Seidenzucht in Corsica (ebend. No. 5. p. 361).
M. Brouset (ebenda p. 874).
M. d. Masquart über französische Seidenzucht (ebenda
p. 1192).
C. Berg: Geschichte des Seidenbaues und die Seide liefernden
164 ßraiu.r: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
Insekten (Corresp .-Blatt des Naturf. Ver. iu Riga 17. Jahrg. p. 186).
(Allgemeine Betrachtungen über die Spinner-Arten u. s. w.)
0. V. L i n s t o w : lieber die Zu- und Abnahme des Gewichtes
der Seidenraupe in ihren verschiedeneu Ständen. (Corresp. des
zool.-min. Verein. Regensburg 1869. p. 44).
Der Verf. stellt auf einer Tafel durch den Verlauf einer Curve
das Schwanken des Gewichtes graphisch dar.
R. T e rn p 1 e : Physiologisch-anatora. Betrachtung der Seiden-
raupe 1869 Sept.
Bellotti: Applicazione del metodo Pasteur per la riprodu-
zionc di senienti indigene di bracchi da seta e considerazioni in
proposito (Atti dell. Soc. Ital. di Sc. Natural. Vol. XII. ,p. 755).
Ueber die Psorospermien-Krankheit der Seidenspinnner und
das Verhalten derselben bei der Begattung. Balbiani: Sur le
mecanisme de ia fecondation chez les Lepidopt. (Comptes rendus
T. 68. p. 781. 1869).
M. Pasteur: üeber die mittelst des Mikroskops gemachte
Auswahl der Seidencocons zur Zucht und Ra§enverbesserung. (Com-
ptes rendus Paris T. 69. 1869. 19. Juill. p. 158).
Derselbe über Seidenzucht (el)end. p. 744. No. 14).
M. Bechamp: Ueber den Ursprung der Krankheit der Sei-
denraupen Maladie microzymateuse (Compt. rendus T. 69. p. 139.
12. Jul. 1869).
Fr. Haberlandt: Zur Kenntniss des seidenspin-
nenden Insektes und seiner Krankheiten. Neuere Bei-
träge (Wien bei C. Gerold).
Eine Schilderung nach eigenen Beobachtungen.
Derselbe: Die Aufgaben und Hilfsmittel der Samenprüfungs-
Anstalten zur Gewinnung verlässlicher Eier des Maulbeerspinners.
Mit 2 Tafeln gr. 8. (p. 19; Wien 1869.
Der 11. Jahresbericht des österreichisch-schlesischen Seiden-
bau-Vereines 1869 enthält mehrere z. Th. sehr ausführliche allge-
meine Schilderungen über die Seidenzucht. Eine sehr eingehende
populäre Naturgeschichte des Seidenspinners von R. Molin, ferner
Aufsätze von F. Slaby, F. Brezina, R. Temple, E. Zdenek
(Fleckenkrankheit), Gehren, Kaspar und Nürnberger über
Zuchtversuche mit Saturnia cecropia u. a.
Ueber die Epidemie der Seidenraupe bringt die Revue et
Mag. F. Guerin 2. ser. T. XXI viele Berichte von dem Heraus-
geber (p. 30, 81, 141), Duseigneur (p. 129). Corneille (p. 133,
249), Marechal Vaillant (p. 332), Gintrac (p. 360), Pasteur
(p. 395), Cornalia (p. 395).
Nycteolidae. Euxestis clenUilaLQdev er \.g. -g. SSf., eine
neue mit Chloeophora werwsiudte Gatt, und Avi der Nycteoliden ; Persien.
der Insekten währ, iid d. Jahres 1869. 185
Bombycidae s. str. Bomhyx pseuäoneustrio, B o i s d u v a 1
1. c, p. 82, n. A. Californien.
J. Fallou beschreibt eine Lokalvarieiät von Bom-
hyx quercua und dessen Parasiten (Ann. Soc. Entom. Fr.
4. ser. T. IX. p. 51).
Dicranura Scolopendrina, Clostera inearcerata, GhipJiisia cre-
nata, Boisduval 1. c. p. 86, n. Arten für Californien,
Mark Kershaw beschreibt Varietäten von Bombyx quercus
(Entomologist IV. p. 352).
A. Speyer beschreibt eine Sommer-Abbart von Platypteryx
cultraria als Var. aestivalis. (Stett. Ent. Z. p, 83.)
CJiazena Walker 1. c. eine n. Gatt, mit 1 n. A. verv^-andt
mit Naprepa, Limas.
Walker stellt als n. Gatt, der Lipariden (?) auf (1. c.) Tur-
riga (1 n. A.) und Salti ca (1 A.).
Derselbe beschreibt als n. Gatt. 1. c. Gozarta (1 n. A.),
Turuptiana (In. A.) imä Lebadia (1 n. A.), verwandt mit Noto-
dontiden ?
Psychida e. Rob. Mitford giebt eine Notiz über englische
Psychiden (Ent. Month. Mag. VI. p. 94).
Schrader beobachtete Oeceticus-Arten. welche vivipar sind
(Proc. Ent. Soc. Lond. 1869. IX).
Nocturna. AnaHa Äcadiensis Bethune (Canad. Ent. 1. p. 87,
Trans. -Nova Scotian Instit. Natur. Sc. 1869 ?) ohne Beschreibung —
n. A. Canada.
Brephos Californicus, melanis Boisduval 1. c. p. 88 neue
Arten, Californien.
B u c k 1 e r beschreibt die Raupe von Äporophüa australis
(Ent. Month. Mag. VI. p, 13), welche von Poa annua lebt.
Gregson beschreibt die Raupe von Polia nigrocincta (Ent.
Month. Mag. VI. p. 64).
Buckle r giebt (ebend. p. 66) die Beschreibung der Raupe
von Plusia üerrogationis.
A. R. Grote stellt nach dem Vorgange Guenee's die n. Gatt.
Litopr oso'pus, verwandt mit Dyops auf (Trans. Amer. Entom.
Soc. Vol. II. p. 308). Dieselbe ist durch längliche weich und dicht
beschuppte spateiförmige Lippentaster ausgezeichnet und enthält
drei Arten, JSf. Hatney Poey., confligens Wlk., und futilis Grot.,
deren Synonymie gegeben wird.
Derselbe berichtigt (ebenda), dass Noctua liihricans Guen.
nicht synonym mit clandestina Harris ist.
Erch off giebt die Abbildung und Beschreibung von einer
Var. der Hadena amica T. (Horae Soc. Entom. Ross. VI. p. 72.
T. III. flg. 3).
186 Brauer: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
Hell in 8 beschreibt die Verwandlung von Dasycampa ruhi-
ginea (Ent. Month. Mag. V. p. 206).
Herrich-Schäffer bildet l. c. folgende Arten ab: Noctua
novita, aharis H.-S. Venezuela, N. atrosignata Wlk., abdara H.-S.
ebendah., äbortiva H.-S. Bengal., abydas, acamas, acanthus, acaste,
acca, lyctorea und lyra H.-S., Venezuela.
-Agrotis Ivcni Hüber (Horae Soc. Entom. Ross. VI. p. 134.
T. ni. p. 6) eine n. A., St. Petersburg (= hyperboraea).
Noctua Kermesina und Micra parva P. Mabille, 1, c. p. 55,
n. Arten, Corsica.
V. N 0 1 c k e n bespricht die Formen der Mamestra Leineri
Freyer 1. c. p. 268.
Mamestra pomerana G. Schulz (Stett. Ent. Z. p. 51) eine
n. A. oder Var. von Leineri Frr. aus Stettin.
Jr. Packard: The Characters of Noctuidae (Proc. Portland
Soc. Nat. Hist. Vol. I. P. 2. p 157). Uns nicht zugekommen.
Agrotis vastator Scott (? = spina Guen.), (Trans. Entom.
Soc, of New-South-Wales Vol. II p. 1. p. 40j eine neue Art, welche
in Neu-Süd-Wales neuerlich massenhaft auftritt und wahrscheinlich
die von den Eingeborenen als Nahrung verwendete »Boogong-Mottec
ist. Nach einer weiteren Mittheilung soll letztere aber ein Hepia-
lide und zwar Oxycanus fuscomaculatus Wlk. Brit. Cat. p. 1574 sein
(ebenda p. 48).
Nach Staudinger 1. c. p. 85 ist Tapinostola extrema Rühn.
= der später beschriebenen coneolor Gn. ; zu Nonagria dissoluta Tr.
ist arundineta Schm. als Var. zu ziehen; Leucania Loreyi Dup.
(1827) = Caricis Tr. (1835); Leucania Scirpi Dup. und dactylidis
Boisd. sind synonym. Agrotis grisescens Tr. = corrosa H.-Sch. =
latens Gn. Latitans Gn. = Latens Hbn., A. ignicola Hbn. = latens
Hb. Var.; Aporophyla ingenua Frr, scriptura Frr, orientalis H.-S.
= australis B. ; Xylina Lanibda Fab. = rubescens Men. = Var. bor-
somniculosa Her. = Var. Zinckenii Tr. V.
Sn eilen v. Vollenhoven entwirft eine neue Charakteristik
der Gattungen der Cymatophorinen und bespricht deren systema-
tische Stellung (Tijdschrift v. Entomol. T. 13. 2. ser. 5. Deel. p. 106).
Dieselben sind nach des Verf. Ansicht nahe mit den Notodon-
tinen verwandt und lassen sich durch den Bau der Palpen und
der Lage der 5. Ader im Hinterflügel besser gruppiren als nach
der Augenbehaarung. Er unterscheidet 5 Genera, 2 neue derselben
sind nicht benannt, für diluta W. V. (1), fluctuosa H. und duplaris
L. (2) angenommen worden.
Caradrina petraea Zell., Tengström 1. c. 1 n. A. Finnland.
Walker stellt 1, c. folgende n. Gatt, auf: Pucialia (1 A.),
Turhula (1 n. A.), Arvaduca (1 A.), Mo7iosca {1 A.), Libunca
der Insekten während d. Jahres 1869. '^ 187
(1 A,), Bu Clara (1 A.), Deohrica (1 A.), Capitaria, Tafalla,
Pincia, Piana, Burdria, Arabriga, Gomor a, Taut ohrig a,
Complutia mit je 1 n. A.; Tamba, Obdora, Zinna (je 1 n. A.
Benares), Tegteza mit 1 n. A. Bogota; Tipra (1 u. A.), Sarunga
(1 n. A.). Eine Auslese von schönen Namen.
Zell er übersetzt seine 1847 (Isis) publicirte Beobachtung-
über Plusia Ni (Ent. Month. Mag. VI. p. 13).
Geometridae. Brischke berichtigt, dass der im vorigen Jahre
als Eupithecia trisignaria H.-Sch. bezeichnete Spanner neu sei und
von Speyer Eup. Actaearia benannt wurde (Sehr. Nat. Ges. in
Danzig n. Folg.). Siehe weiter unten: Speyer und Walderdorf.
Erschoff erwähnt eine Var. von Cidaria Dilutata S, V.
(Horae Soc. Ent. Boss. VI. p. 72. taf. III. fig. 4).
Fuchs schildert (Jahrb. des Ver. f. Naturk. in Nassau p. 260)
die Naturgeschichte y on Äcidalia contiguariaUh. auf Sedum album.
Th. Goossens giebt 1. c. die Abbildung und Beschreibung
der Raupen von 1) Eupithecia nepetata Mab., 2) debiliata Hb., 3)
tripunctata H.-S., 4) Goossensiata P. Mab., 5) oxydata Tr., 6) acMl-
leata Mab., 7) assimilata Dbd., 8) subnotata Hb. Dieselben leben
1) auf Calamintha nepeta^ 2) auf Vacc. myrtillus, 3) auf Imperatoria
sylvestris, 4) auf Calluna vulg., 5) und 6) auf Achill, millefol., 7) auf
Huraulus lup., 8) auf Chenopodium..
Eusarca terrestraria Leder er 1. c. p. 90 f. eine n. \. Persien.
Lucas giebt eine Notiz über Urania Riphaeus Cram. und
deren Raupe, welche auf Mangifera indica lebt. (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. IX. p. 425).
P. Mabille verzeichnet die Acidalien Corsika's. 30 Arten,
darunter 2 neue Arten: A. atromarginata und honestata 1. c. p. 61.
Derselbe zählt 24 Eupithecia-Arten Corsika's auf und be-
schreibt als neu: Eup. nepetata flg., achilleata fig. (= millefoliata
Rössler nach Staudinger), unedonata, lentiscata — Corsika, Goossen-
siata Paris.
Tepimna binaevata und Liodes homochromata Mabille 1. c.
p. 57, n. A. Corsica.
Eupithecia offlrmata (auf Solidago virg.) und participata
Sauter und Grentzenberg I.e. p. 120, neue Arten, Ost-Preussen.
Nach Staudinger (1. c. p. 91) ist Lithostege asinata Fr. =
coassaria H.-S. p. 43.; duplicata Hb. p. 208 = griseata Var.; dupli-
cata Hb. p. 481 = coassaria Boisd. ? = griseata; duplicata Hbn.
p. 491 = ? Aberratio asinatae Fr. an sp. nov. = multiplicata Stand.
Malacodea regelaria n. Gatt, und A., verwandt mit Chi-
matobia (p. 319 u. 357 j ; Tengström 1. c. Finnland.
Eupithecia actaeata Speyer (Stett. Ent. Z. p. 395) eine n.
188 Brauer: Bericht üb. d. Loist. in d. Naturgeschichte
A. aus der Danzio^er-Gegend. die Raupe auf Actaea spicata im
August.
Eupithecia actaeata H.-S., Hugo Walderdorff (Corr. zool.
min. Ver. Regensb. Juni 1869. p. 82) eine n. A. auf Actaea spicata.
Ohila eine n. Gatt, mit 1 n. A.^ Honduras, Amissa n. Gatt,
mit 1 n. A. und Oesymna n. Gatt, mit 1 n. A. verwandt mit
Collix (1. c. p. 80) Australien Walker 1. c.
Fidonia singdla Rogen hofer, eine n. A. Ceylon (Ran-
sonnet Skizzen etc. 1. c. p. 161).
Pyralidae. W. Bück 1er beschreibt die Raupe von Pyralis
glaucinalis (Eni. Month. Mag. VI. p. 111).
H. G. Knaggs bespricht die englischen Scoparia-Arten und
bildet dieselben (19 Arten) auf einer besonderen Tafel ab.
Änthophilodes baphialis, Botys praepetalis, Myelois flagella
Lederer (1. c. p. 90. fig.) neue Arten, Persien.
Eudorea Staudingeralis M Schill e I.e. p. 58 eine n. A. Corsica.
V. Nolcken stellt (l. c. p. 275) die Synonymie von Botys Ci-
lialis Hb. zusammen.
Robinson beschreibt 1. c. p. 153 Oligostigma albälis n. A.
Pennsylvanien ; Cataclysta hifascialis n. A. Texas sehr verwandt mit
G. opulentalis Lederer (PI. 1. fig. 3 u. 4).
Crambidae. W. Bück 1er beschreibt die Raupe von Ne-
phopteryx angustella, welche auf Evonymus europ. lebt (Ent. Month.
Mag. YL p. 143).
Episcknia cretaciella Mann eine n. A. bei Spalato im Juli ge-
sammelt; Myelois liitisignella Mann, eine n. A., anfangs Mai bei
Gravosa gefangen 1. c. p. 380 — 8i.
V. Nolcken behandelt die 7 Formen von Äcentropus, von
denen er 3 für begründete Arten zu halten geneigt ist (1. c. p, 283).
Robinson beschreibt als n. A. Eromene texana, verwandt
mit Bamhuriella Zeller. (1. c. p. 155. pl. 1. fig. 5.)
Hypata Walker 1. c. n. Gatt, mit 1 n. A. Australien.
Tortricina. Ch. Barrett macht Bemerkungen über Eupoecilia
subroseana Haw., Heydeniana H.-S., cüiella Hüb. und Degieyana
Mc'L. (Ent. Month. Mag. V. p. 244).
Derselbe beschreibt (Ent. Month. Mag. VI. p. 113) die
ersten Stände von Eupaecilia amhigiiana.
V. Gredler giebt (Verh. d. k. k. zool. Ges. T. XIX. p. 511)
Beiträge zur Kenntniss des Weinwicklers (Conchylis ambiguella
Hübn., roserana Fröl.). Der Verf. liefert eine genaue Beschreibung
des seit lange in Tirol als schädlich bekannten Schmetterlings und
giebt als Mittel zu ceiner Vertilgung das Verbrennen der zum Auf-
binden der Reben benützten Weidenzweige an, in deren Mark sich
der Insekten während des Jahres 1869. 189
die Raupe am liebsten verpuppt. — Derselbe vermuthet, dass es
sich um eine n. A. und nicht die obgenannte handelt.
H. W. de Graaf bespricht die Synonymie von Sciaphila icte-
ricana Haw. und beschreibt ^ und $ derselben. (Tijdschrift v.
Entomol. T. 13. 2. ser. 5. Deel p. 95.) Die Art ist = Cmph. icteri-
cana Haw. , Sphalero])tera — Stainton , Tortrix lutosana Hübn.
Fig. 200, Sphal. capülana Guen., Sciaph. Loewiana Zeller. Var.
sind: stratana, insolatana und luridälbana Zell. H.-S.
M'Lachlan: Ueber die englischen Arten der Gatt. Eupaecilia
Gurt. (Entomologist's Annual 1869).
V. Nolcken giebt, 1. c. p. 283, die Synonymie von Tortrix
Inopiana Haworth = Euchromia centrana H.-S.
Ratzeburg stellt 1. c. als neue Art auf: Tortrix Grunertiana
Lärchenrindenwickler; taf. V. fig. 9.
T. Robinson Coloman stellt 1. c. p. 263 sq. folgende neue
Arten auf: ToHrix gurgitana, lamprosana, Umitata, zapulata, san-
hornana, furvcma, pallorana, lata, alUsellana, parallela, grisea, fu-
mosa, nigridia, Pettitana, caryae, violaceana, confusana, irrorea, pa-
ludana, minuta, cana, flaccidana, laterana; — Teras perspicuana,
inana, nigrolinea, placidana, trisigyiana, semiannula, deflectana, brew-
steriana, celiana; — Conchylis Ägassizii, quinquemaculana, riding-
sana, bimaculana, promptana, angulatana, argentilimitana, labeculana,
interruptofasciata, bunteana.
Grapholitha caryae S h i m e r (Trans. Am. Entomol. Soc.
Vol. II. p. 394j eine n. A. aus der Nuss von Carya amara, Nord-
Amerika.
Tortrix lapponana, Grapholitha Güntheri, danculana, cornu-
copiae Teng ström 1. c. neue Arten, Finnland.
Sperchia Walker eine n. Gatt, mit 1 n. A. Australien.
J. Wullsch leget: Ueber einen Feind des Weinstockes (Be-
richt der St. Gallischen naturwiss. Gesell. 1869. p. 179), Tortrix
uvaeana Nenn., roserana Tr. und ambigueUa Hübn.
Tineina. Barett: lieber die Lebensweise und Raupe von
Nothris verbascella (Ent. Menth. Mag. VI. p. 163).
Ant. Bertoloni juu. beschreibt (Bullet. Soc. Ent. Ital. T. I.
p. 286) die Verwandlung von Xylopoda nemorana Dup. auf Ficus
carica.
Brischke beschreibt (Schrift, d. Naturf. Ges. in Danzig n.
Folg. p. 4) die Verwandlung von Oecophora lacteella und betulinella
auf Lindenblättern imd von Gracilaria Syringella auf Flieder.
Nemotois panicensis Frey 1. c. eine n. A. Schweiz.
A. Gärtner bespricht die Artrechte und ersten Stände von
Coleophora albifuscelJa Zell, und leucapennella Hübn. (Verh. d. natur-
forsch. Ver. in Brunn T. VII. p. 174) und beweist, dass letztere das
Archiv für Naturg:. XXX VI. Jahrg. 2.üd. N
190 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
f^, erstere das $ derselben Art darstellt und die Angaben Stain-
tons über die Schuppenhaare der Fühler verkehrt aufzufassen sind,
d. h., dass leucopenella kurze und alhifuscella lange Schuppenhaare
besitzt.
Nach Ha r ding ist Solenohia pomonae Staint. == Xysmato-
doma melanella (Ent. Menth. Mag. VI. p. 91).
Hof mann beschreibt folgende Arten in allen Ständen (1. c.
p. 107): Coleophora clirysanthemi n. A. auf Chrys. corymbosum ; Cöl.
pappiferella n. A. im Blüthenkörbchen von Gnaphalium dioicum;
Col. vitisella Gregs. (Sta. V. S. 101) Biologie; Col. vacciniella H.-S.
Biologie und Beschreibung des Falters. Col. Glitsella n. A. Raupe
auf Preisseibeeren, anfangs minirend, später sacktragend. — Cöl.
var, idaeeUa n. A. (zu C. viminetella Sta. gehörend) (ebenda p. 187).
Ätycliia Bhagensis Leder er 1. c. p. 91. fig., n. A. Persien.
Hypsolophus apludellus, Parasia aspretella Lederer 1. c.
p. 92. fig., n. Arten, Persien.
Nemotois dalmatinellus Mann (1. c. p. 384) eine n. A. bei
Spalato gesammelt (Juli). Depressaria aridella Mann L c. p. 385,
eine n. A. aus Brussa und bei Spalato.
Paradoxus osiridellus Milliere, Stainton eine Gatt,
und A. aus Cannes auf Osiris alba. (Stainton Proceed. Ent. Soc.
London 1869. XIV.)
Butalis Heinemanni Mö schier (Stett. Ent. Zeit. p. 372) eine
n. A. aus Nizza.
Nach V. Nolcken (1. c. p. 289) muss Epischnia Lafauryella,
deren Raupe nach Miller bei Stettin in den Blüthen von Anthyllis
vulneraria lebt, den älteren Curtis'schen Namen farella erhalten.
Derselbe giebt (1, c. p. 287) einen Auszug aus Stainton's
Monographie der Gatt. Cosmopteryx (Trans. Ent. Soc. Vol. I. 3. ser.
Pt. IX) und zieht C. orichalcea St. zu DruryeUa Zeller.
Derselbe charakterisirt (1. c. p. 286) Laverna festivella S.
V. und L. Laspeyrella Hb. (= festivella Zell.).
Ratzeburg beschreibt 1. c. als neue Arten: Tinea Judeicliella
(R. in Tannen-Knospen) Taf. IV. p. 6 ; T. Hageniella (R. in Kiefern-
Samen) Taf. m. p. 1.
Robinson giebt die Beschreibungen von folgenden Depres-
saria-Arten: J). cinereocostella Clemens (vide Proc. Ent. Soc. Philad.
II. p. 422) New-York; D. atrodorsella Clemens, Massach. N.-York;
D. pulvipennella Clemens N.-York, Texas; D. leconteUa Clemens,
Pennsylv. und V. Grotella Robins. n. A. New-Y''ork, Pennsylv. (1. c.
p. 155—158. pl. 1. fig. 6—10).
S tainton beschreibt, Tineina 1. c, folgende neue Arten:
Chauliodus Staintonellus Milliere (p. 169), Coleophora calycotomeUa
Stauding. litt. (p. 225), Gelechia cisti (p. 211), gypsophüa (p. 210),
der Insekten während d. Jahres 1869. 191
hyoscyamella Milliere (p. 233), provinciella (p. 221), Lithocolletis su-
blantella (p. 197), Butalis sp.; JSfepticula euphorbiella, suheris, suheri-
vora {p. 229), Paradoxus osyridellus Milliere , Urodela cisticolella
n. Gatt, und A. Südeuropa.
Nach A. Speyer (Stett. Entom. Z. p, 81) tritt Cemiostoma
scitella Z. als Obstbaumschädling auf; die Raupe minirt in den Blät-
tern und beeinträchtigt die Fruchtbarkeit.
Tengström stellt 1. c. als n. A. auf: Lampronia trianguli-
fera, (p. 49) ; Tinea curtella, Gelechia epomidella, Lithocolletis mii-
fascieUa, Bucculatrix luteiciliella, Finnland.
Pterophoridae. Pterophoms teuer H Greening (Ent. Month.
Mag. VI. p. 15) eine n, Art, England.
Gregson stellt als n. A, auf: Fterophorus scdbiodactylus
(Eutomologist IV. p. 363) = plagiodactylus s. olim. (Dec. 1866),
England. ^
Oxyptilus hritanniodactylus (!) Gregson (Entomologist IV.
p. 305) eine n. A., Wales.
R. C. R. Jordan macht kritische Bemerkungen zu Wallen-
gren's Skandinaviens Fjädermott. und wiederholt dessen Beschrei-
bungen der Gattungen. (Ent. Month. Mag. VI. p. 119 u. 149). —
p. 151 giebt derselbe ein Verzeichniss der englischen Arten und
ihrer Futterpflanzen und bespricht schliesslich die systematische
Stellung der Familie.
Fterophorus (Aeiptilus) Subalternans Lederer 1. c. p. 93. fig.
eine neue A. Persien.
Fterophorus Nolckeni Tengström 1. c. n. A. Finnland.
Aphaiiiptera.
Westwood beschreibt (Entom. Month. Mag. VI. p. 118) eine
n. Gatt. Flatypsyll^us mit depressem Körper und errichtet dafür
die Ordnung (!) Achreioptera. Die Art lebt auf dem Canadischen
Bieber und heisst castorimis.
Flatypsyllus castoris Ritsema eine neue A. aufCastor Fiber
L. (Tijdschrift v. Entom. 13. Bd. 2. ser. Deel 5. Versl. p. 24.)
Guyon setzt seinen Bericht über den Sandfloh, dessen Ver-
wandlung und Anatomie fort (Revue et Magaz. de Zool. 2. ser.
T. XXI. p. 70, 212, 284, 325, 384, 413, 425 Schluss).
Diptera.
H. Low: Beschreibung europäischer Dipteren
Band I. Halle 1869. — Niemand wäre w^olil befähigter
zur Fortsetzung des klassischen Fundamental- Werkes
Mcigen's — ^Systematische Beschreibung der bekannten
192 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
europäischen zweiflügeligen Insekten^ — als der durch
seine streng' wahrheitsgetreuen Beschreibungen vieler
Dipteren- Gruppen hinreichend bekannte Entomologe H.
Low. Wir haben das Unternehmen desselben, eine Folge
von Supplement-Bänden zn obgenanntem Werke heraus-
zugeben, mit Freude begrüsst, da hiemit allen Diptero-
logen ein ausserordentlicher Dienst erwiesen würde, in-
dem das ganze Material gesammelt vorliegen könnte,
und die einzeln publlcirten Arten durch des Verfasser's
Scharfblick auf ihre richtige Synonymie zurückgeführt
worden wären.
In demselben Sinne spricht sich auch der Verf. in seiner Vor-
rede aus. hat aber den Dipteroloeen in dem uns vorliegenden 1 Bd.
(8 Bd. Meigens, 2. Suppl.) 137 neue Arten und von bekannten nur
44, davon 31 von ihm selbst früher beschriebene, vorgeführt, was
jedenfalls im Widerspruch mit dem Titel des Meigen'schen Werkes
steht und diesen Band wohl zu einer neuen sehr brauchbaren Arbeit
Löw's. aber nicht zum 2. Supplement-Band Meigens macht. Vor
allem würden wir eine kritische Revision aller seit Meigen publicirten
Arten und deren kurze Charakteristik — welche der Verf. bei seinem
umfassenden dipterologischen Wissen leicht hätte geben können —
nothwendig halten, schon desshalb, um die von demselben später zu
publicirenden Arten richtig auffassen zu können. Dieser Uebelstahd
tritt besonders da hervor, wo der Verf. Arten aus neueren Gattungen
beschreibt, ohne die Familie anzuführen. — Was die Systematik
betrifft, so sind wir wohl auch mit dem Verf. der Ansicht, dass
sich dieselbe fortwährend durch neue Untersuchungen ändert, glau-
ben aber dennoch überzeugt zu sein, dass dieselbe in allgemeinen
Umrissen gegeben hätte werden sollen, da sich dieselbe in Betreff
der von uns auf physiologische und anatomische Merkmale begrün-
deten Hauptgruppen wohl nicht mehr viel ändern dürfte, und wir
überhaupt des Verf. 's systematische Ansichten nur aus, leicht irr-
thümlich aufzufassenden, Fragmenten kennen. — Das Werk schliesst
sich im Format und, wenn man von den langen Beschreibungen ab-
sieht, genau an die Bände des OriginalFi. ist in Halle bei H. W.
Schmidt verlegt. , Siehe die Familien.)
Von K. Ost e n-S a ck CMi's Monogrnphs of North-
American Diptera ist im Januar 1869 der 4. Band er-
schienen, welcher den 1. x\bschnitt der amerikanischen
Tipuliden, d. i. „Tipulidae brevipalpi", nebst den Cylin-
drotominen und Ptychopterinen (letztere zu den Euccphalen
gehüread. Ref.) enthält. Der Verfasser beschreibt 142
(
der Insekten während d. Jahres 18B9. 193
Arten^ von denen 17 von fiiiliercn Autoren, 19 von dem-
selben früher beschrieben wurden und 35 vollständig
neu sind. Neue Genera werden 8 aufgestellt. Zwei
schön ausgeführte Tafeln und Holzschnitte sind zur Er-
läuterung des Textes beigegeben. Wichtig ist die genaue
Charakteristik der Larven der Limnobiden.
C. ßondani setzt seinen Dipterologiae Italicae
prodromus VII, mit dem 3. fasc. in Bullet. Soc. Ento-
raologica Italiana (Anno I. Florenz.) fort, welcher die
1. Gruppe der Orialidineu behandelt, und giebt ebenda
mehrere. Abhandlungen: 1. üeber die systematische Stel-
lung der Gatt. Trigonometoptcs (Sciomyzinen); 2. über
die Gatt. Chaetostoma (Ortalidinae); 3. über die Arten
der Gatt. Oeclaspis L\v.
C. G. Thomson hat die Bearbeitung der im vori-
gen Berichte bereits angezeigten Reise der Fregatte Eu-
genie veröffentlicht. Viele neue Arten und auch manche
hier aufgestellte Gattungen dürften mit denen des früher
erschienenen Werkes über die Dipteren der Novara-Ex-
pedition von Öchiner als synonym zusammenfallen. Die
Mehrzahl der Arten ist ausführlich beschrieben. Auf
einer lithographirten Tafel sind 9 Arten kenntlich abge-
bildet.
H. Low giebt (Zeit. f. ges. Naturw\ Giebl. No. VIL
p. 1) eine Revision der europäischen Trypetinen.
Seit dem Erscheinen seiner monographischen Beal'beituug der
Familie im Jahre 1862 hat sich die Arteuzahl seiner Sammlung von
119 auf 143 vergrössert. In einer an synonymischen und biologi-
schen Bemerkungen reichen Einleitung bespricht der Verf. haupt-
sächUch die Charaktere der bisher aufgestellten Genera, deren einige
wesentliche Modifikationen erleiden. So gehört Platypareä caloptera
besser in die Gattung Aciura und als typische Art für erstere be-
zeichnet L. PI. poeciloptera. Ferner spricht sich derselbe gegen
die in Vorschlag gebrachte Vereinigung von Spilographa, Zonosema
und Rhagoletis aus, ebenso gegen die Synonymie der Carpomyia
vesuviana Costa mit Oedaspis Schineri Low. Interessant ist die mit
Frauenfeld gleichzeitig gemachte Entdeckung des Vorkommens der
Oxyna buUans Wied. aus Brasilien, in Süd-Europa auf Xanthium
strumarium. Die europäische Art war früher als Ox. tenera be-
kannt. — Tephr. Eggeri soll nur eine spätere Generation von T.
Arnicae sein.
194 Brauer: Bericht üb. d, Lcist. in d. Naturgeschichte
Derselbe: lieber einige Empis- Arten, welche zu
den im XI. Bande besprochenen Verwandtschaftskreisen
gehören (Berlin. Ent. Zeit. 13. Jahrg. p." 65). Siehe die
Familie.
Derselbe giebt die 8te und 9te Centurie von Be-
schreibungen nordamerikanischer Dipteren (Berlin. Ent.
Zeit. 13. Jahrg. 1869. p. 1 u. 129 sq.\ — Siehe die Fa-
milien.
Derselbe: üeber Dipteren der Augsburger Um-
gebung (20. Bericht des naturhist. Vereins in Augsburg
1869. p. 40).
Der Verf. schildert einige Excursionen in obgenaunter Ge-
gend, giebt viele Beiträge zur näheren Kenntniss bekannter Arten
und beschreibt neue Arten. — Siehe die Familien.
J. Mick giebt ßeiträge zur Dipteren-Fauna Oester-
reichs (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XIX.
p. 19).
Der Verf. beschreibt 2 neue Dolichopiden-Gattuugen , neue
Arten aus verschiedenen Abtheihmgen und bespricht schliesslich
den Geschlechtsunterschied der Scatopse transversalis Low. Beide
Geschlechter, welche Low verwechselt hat^ unterscheiden sich nicht
nur durch den Hinterleib, sondern auch durch Differenzen im Flü-
gelgeäder wesentlich. Er bestätigt ferner Löw's Angabe, wonach
Sc. transversalis ein Myrmecophüe ist. — Die neuen Arten sind ab-
gebildet.
A. S. Packard: Chapter on Flies (Americ. Natura-
list II. p. 586. flg.) giebt eine Charakteristik der Dipteren-
Familien nach bekannten Quellen mit guten Abbildungen.
Jos. Palm zählt in seinem Verzeichnisse der Dip-
teren Tirols (Verh. d. k. k. zool.-bot. Gesell. T. XIX.
p. 395 sq.) 777 Arten auf, von w^elchen 316 in Nord-, 226
nur in Süd-Tirol und 235 in beiden Landestheilen vor-
kommen.
Die Arten sind nach Schiner's neuen Dipteren-Systeme ge-
ordnet und nebst deren Namen Angaben über deren näheres Vor-
kommen und ihre Erscheinungszeit beigefügt.
C. Rondan i: Di alcuni insetti Ditteri chi aiutana
la fecondazioue in diversi perigonii (in Archivio per la
Zoolog., l'Anatom. Seb. Richiardi e. G. Canestrini ser. IL
Vol. L p. 187).
der Insekten während d. Jahres 1869. 195
Der Verf. beschreibt n. A. der Gatt. Oscinis 2, Gymnopa 1,
Cecidomyia 1, Ceratopogon 2 und Micromyia 1, welche durch Ver-
tragen von Blüthenstaub für die Befruchtung gewisser Pflanzen
(Aristolochia, Arum, Ceropegia und Asimina) wichtig sein sollen.
G. A. Six giebt einen Sammelbericht aus den Nie-
derlanden (Tijdshhrift. v. Entomologie 12. Jahrg. 2. ser.
4. Deel p. 178). (Für die Niederlande neue Dipteren.)
Verral wiederholt (Entom. Menth. Mag. VI. p. 1)
Löw's Beschreibung von Scatopse platyscelis und Thrip-
ticus bellus.
F. M. Van der Wulp giebt (Tijdschrift voor En-
tomologie 12. Jahrg. 2. ser. 4. Deel p. 80) Nachträge zu
seiner Arbeit über die nordamerikanischen Dipteren und
beschreibt neue Arten aus den Familien der Bibioniden,
Asiliden und Muscarien.
Derselbe beschreibt neue Tachinen-Gattungen und
Arten und giebt ein Verzeichniss von 23 aus verschie-
denen Lepidopteren und Hyraenopteren gezogenen Arten
mit genauer Angabe des Wohnthieres. (Tijdschrift v.
Entomologie 12. Jahrg. 2. ser 4. Deel p. 136. pl. 4.)
Joh. Winnertz beschreibt 7 neue Arten der Gat-
tung Sciara und theil weise deren Verwandlung. (Verh.
d. k.k. zool.-bot. Gesell, in Wien T. XIX. p. 657 sq.)
(Der Aufsatz enthält ein neues Hymenopteren-Genus Förster's.)
E. M a r n 0 : Die Typen der Dipteren-Larven als
Stützen d'^s neuen Dipteren-Systems.
Der Verf. giebt in allgemeinen Umrissen eine Charakteristik
der Larven der Hauptgruppen dieser Ordnung. Indem er vorerst
die vom Referenten aufgestellten Abtheilungen der Diptera Ortho-
rhapha und Cyclorhapha näher bespricht, versucht er nach vielen
Untersuchungen an Larven eine weitere Eintheilung innerhalb bei-
der Abtheilungeu in dem von Schiner vorgeschlagenen Sinne.
Bei den Orthorhaphen unterscheidet derselbe: 1. Larven mit nicht
differencirtem Kopf, Cecidomyiden, 2. Larven mit differenzirtem Kopf,
a. Kopf eine rundliche Kapsel bildend, Rundköpfe, hieher alle
übrigen Nemoceren ; b. Kopf eine längliche Kapsel, Langköpfe : hie-
her alle Orthorhapha brachycera. Die Cyclorhaphen zerfallen 1. in
Larven mit Schlundgerüst, alle Muscarien u. s, w. mit Ausnahme
der Pupiparen, welche die 2. Gruppe ohne Schlundgerüst bilden.
Mit dieser Eintheilung ist eine entschiedene Erleichterung in der
Bestimmung der Zweiflügler-Larven »geboten.
196 Brauer: Bericht üb. ü. Leist. in d. Naturgefschichte
Referent giebt im Anschlüsse an die eben bespro-
chene Arbeit M a r n o's eine kurze Charakteristik der
Larven der Familien der Dipteren (Verh. d. k. k, zool.-
bot. Ges. in Wien T. XIX. p. 843 sq.).
Nach den Miindtheilen und der grösseren oder geringeren
Entwickelung des Vorderendes der Larven zu einer Kieferkapsel oder
einem Kopfe oder nur zu einem Hakenrüssel sind folgende Gruppen
zu unterscheiden : Orthorhapha : A. Nematocera I. Tribus Oligoneuria.
Fam. Cecidomyidae : Mundkapsel mit rudimentären Kiefern. Stigmen
und Augen am 3. Ring. II. Tribus Eucephala (hieher alle Nema-
tocera mit Ausschluss der Tipuliden) Larven mit entwickeltem Kopfe
und gegenständigen Kiefern. III. Tribus Polyneura (Tipulidae mit
Ausschluss der Ptychopteriden, welche zu der vorigen Tribus ge-
hören): Larven mit einer aus lose verbundenen Platten gebildeten
Kieferkapsel und gegenständigen Kiefern. — B. Brachycera IV. Trib.
Cyclocera (1. Notacantha: Stratiomyidae, Xylophag., Coenomyid.,
2. Tanystoma: Tabanidae, Leptidae) Kopf bei dbr Larve difFeren-
cirt, Kiefer parallel, nicht gegenständig. V. Tribus Orthocera (alle
übrigen Orthorhapha brachycera in 2 Gruppen: Polytoma und Pro-
cephala) Kopf der Larve unvollständig diff'erenzirt. eine Kieferkapsel
darstellend ohne Augen. Kiefer wie bei Trib. IV. VI. Tribus Acrop-
tera ungenügend bekannt, wahrscheinlich mit Trib. IV zusammen-
fallend (Lonchopteridae). — Cyclorhapha.' A. Proboscidea I. Trib-
Pseudüueura (Sypphidae) Hiuterstigmen in eine Röhre verlängert,
am Ende nie divergirend. IL Trib. Eumyidae (Conopidae mit Ein-
schluss der Pipunculiden ; Platypeziden und alle Museiden) Hinter-
fitigmen sitzend oder als Röhre mit divergirenden Enden erschei-
nend. — B. Eproboscidea Trib. Pupipara Larve ohne Schlundgerüst.
Künkel macht interessante Mitthei Jungen über die
Larven und Nymphen der Volucellen und giebt synony-
mische Berichtigungen. (Bullet, d. i. Soc. Ent. Fr. 1869.
b. XXIII.)
Alb. Müller beschreibt eine Galle am Blattstiel
von Acer campestre, welche von einer Dipteren-Larve
unbekannter Art, aber keiner Cecidomyidae bewohnt wird
(Proc. Ent. 8oc. London 1869. XXI).
H. Weyenbergh hat begonnen, die niederländi-
schen Dipteren in Bezug auf Lebensweise und Verwand-
lung zu bearbeiten (Tijdschrift v. Entomologie 12. Jahrg.
2. ser. 4. Deel p. 1-55).
Der erste Abschnitt enthält eine allgemeine Beschreibung der
vollkommenen Insekten und der Larven, eine Zusammenstellung der
der Insekten während d. Jahres 1869. 197
Literatur, d. h. der niederländischen, und die Beschreibung der Ver-
wandlung von Cheüosia chrysocoma (aus Distelstengeln) und Phy-
tomyza obscurella Fall, (minirend in den Blättern der Stechpalme)
PI. 5 u. 6.
0 r t h o r h a p h a. Cecidomyidae. Gecidomyla graminis
Brischke 1. c. eine n. A. aus einem Auswuchs am Halme von Poa
nemorosa, der 3 — 4:'" lang ist und aus weissen, später hellbraunen
Fasern besteht, zwischen welchen die Cecidomyien-Larven leben.
Die Made verpuppt sich nach Art der Cec. destructor in ihrer Haut
(Tonne), und entwickelt sich erst im nächsten Frühjahre. Aus-
wuchs und ein Flügel sind im Holzschnitt beigegeben.
Derselbe beschreibt ebenda p. 4 eine Cecidomyieu-Galle au
Dolden von Äthamanta oreoselinum, und zwar durch Anschwellen
des Blüthenbodens (?) gebildet. Die Art ist nicht benannt aber be-
schrieben. Ferner fand derselbe solche Larven in Rapsschoten, auf
Pteris aquilina im umgeschlagenen Blattrande u. a. Pflanzen.
Alb. Müller beobachtete das Spinn vermögen der Cecido-
myien-Larven nnd widerlegt Winne rtz's Ansicht, dass dieselben
kein Spinnorgan besitzen (Ent. Month. Mag. Y. p. 220). Ref. meint,
dass hier ein Missverständniss obwaltet. Dass Cecidomyien Ge-
spinnete verfertigen bezweifelt auch Winnertz nicht, wohl aber die
Ansicht, dass dieselben ihre Gespinnste nach Art der Lepidopteren
verfertigen. Die Cecidomyien scheinen dieselben durch ein Secret
der ganzen Körperfläche zu bilden, wie diess auch bei Mycetophi-
liden der Fall sein dürfte.
Derselbe bespricht die Lebensweise einiger Cecidomyideu
(Ent. Month. Mag. VL p. 109, 137).
Derselbe berichtet über Cecidomyia taxi Inch. (Ent. Month.
Mag. VL p. 61).
R. Osten-Sacke n charakterisirt (Trans. Americ. Entom.
Soc. Vol. H. p. 299) die 8 auf Solidago altissima vorkommenden
Gallen und reiht sie in vier Abtheilungen : 1) sanfte Anschwellungen
des Stengels oder eines Zweiges: Galle von Trypeta solidaginis
Fiten: Cecidomyia hirtipes O.-S.; — 2) Anhäufung von Blättern in
Folge Wachsthumsheramung der Achse: Trypeta polita Lw., Geci-
domyia solidaginis Lw. , Asphondylia monacha O.-S. n. sp. ; — 3j
Vergrösserung der Blumenknospe zwischen den Zweigen; Cecidomyia
racemicola O.-S., Cec. anthopMla O.-S. n. sp. ; — - 4) Erhärtete Flecke
auf Blättern : Cecid. carbonifera O.-S. — Die 2 neuen Arten und
die zu denselben gehörenden Auswüchse sind ausführlich beschrie-
ben, ebenso die Biologie von Trypeta polita,
Cecidomyia atricapilla Rondani 1. c. eine n. A.
Cecidomyia ananassa n. sp. auf Cupress. ananassa (J. P. S.
Savannah, Tenn. Americ, Entomol, Vol. IL p. 244).
198 i3rauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Eucephala. A. Laboulbene beschreibt (Ann. d. 1. Soc.
Ent. Fr. 4. ser. IX. p. 157. pl. 7) Ceratopogon Bufourii eine n. A.
und deren Verwandlung im Saftfluss von Ulmen.. Nach der Abbil-
dung der Larve und nach der Beschreibung könnte man an eine
Verwechslung mit Mycetobia denken, da dieselbe ohne Fuss am 2.
Ring beschrieben wird und einen horizontalen Kopf zeigt.
E. Low bespricht (Bullet. Soc. Ent. Italiana T. L p. 85. Tav. 2)
die Gattungen und Arten der Familie Blepharoceridae und stellt
folgende Tabelle auf: I. Lippe sehr kurz. 1. Augen fast verbunden,
obere Facetten grösser. G. Blepharocera Mcq., sp. : fasciata West.,
capitata Lw. ; Augen von einander getrennt, Facetten gleich gross.
G. Liponeura Lw., sp.: cinerascens Lw. (= limbipennis Mcq.), bilo-
bata Lw. n. sp. II. Lippe sehr lang; 1. Augen durch eine breite
Stirne getrennt, Flügel mit 5 Längsadern, G. Apistomyia Big.,
sp. : elegans Big. ; 2. Augen verbunden, Flügel mit 4 Längsadern,
G. Hammatorrhina Lw. n. Gatt., u. A. : bella Low Ceylon. —
Eine Note hiezu giebt Haliday (ebenda p. 99).
Derselbe beschreibt 1. c. folgende neue Arten dieser Gruppe
aus Nord-Amerika: Ditomyia euzona, Plesiastina tristis, PI. laiita,
Asyndulum coxale, Macrocera liirsiita, clara, inconcinna, Platyura
divaricata, diluta, mendica, mendosa, melasoma, Empheria halioptera,
dtdyma, nepticula^ Polylepta fragüis, Sciophüa onusta, öbtruncata,
appendiculata, hiseriata, tantilla, Lasiosoma quadratiila, Eudi-
crana (n. Gen. Sciophilinorum, ähnlich Platyura) obumbrata, Syn-
temna polyzona, Böletina tricincta, Phthinia tanypus, Glaphyroptera
melaena, decora, opima, sublunata, oblectabiUs, Leja sororcula, ab-
breviata, Äcnemia psylla, Docosia dichroa, Bymosia filipes, Triehonta
vulgaris, foeda, Zygomyia ignobilis, ornata, Epicypta puUcaria,
Mycotliera paida, Mycetophila 13 A., Sciara sciophüa, ochrolabis,
THchosia liebes, Diloplms breviceps, obesulus, tibialis.
Derselbe beschreibt (Meigen 1. c.) als neue Arten aus ver-
schiedenen Gegenden Europas: Ceratopogon formosus, Asyndulum
geranias, Platyura occlusa, Macrocera fastuosa, inversa, fusca, pu-
milio, Bolitophila disjuncta, glabrata, Diloplms lingens, Scatopse
platyscelis, Bibio consanguineiis, anglicus, Bachicerus tristis.
Derselbe stellt als neue Gattung und Art auf (1. c. p. 1 — 4):
Longurio, Fühlergeissel sehr kurz, 10-gliedrig, Rüssel dick, Taster
massig lang, letztes Glied etwas länger als das vorhergehende, Hin-
terleib dünn, sehr lang, hypopygium nicht verdickt, mit Zangen,
Endglied derselben blattartig. Art: L. testaceus n. A.; Dixa cla-
vata n. A., beide Nord-Amerika.
Dilophus dimidiatus Low 1. c. eine n. A. Nord- Amerika.
Ceratopogon praeustus Low 1. c. eine n. A. Baiern.
Phthinia Winnertzii Mik 1. c. p. 22 eine n. A., aus Görz.
der Insekten während d. Jahres 1869, 199
Ceratopogon pictellum und aristolochiae Uonda,ni, 2 n. A. I.e.
Micromyia (Gatt, neuerdings charakterisirt) liicorum Ron-
daui 1. c. eine n. A.
Thomson beschreibt 1. c. p. 443 sq. als neue Arten: Culex
camptorhynchus Neu-HoUand, incidens Californien, Ceratopogon tri-
chopus China, CMronomus trochanteratiis Manilla, Macrocera fasci-
pennis Patagouien, Sciara moerens Cap.
Dixa giittipennis Thomson eine n. A. China 1. c. p. 448.
Bibio anglicus G. H. Verrall (Ent. Month. Mag. V. p. 268)
eine n. A. England. (Identisch mit der gleichnamigen Löw'schen Art.)
Joh. Winnertz beschreibt als neue europäische Arten 1. c. :
Sciara quercicola (Larve in faulen Eichen), Sc. nigrescens (in Buchen-
wäldern), Sc. montana (ebendah. Larven in der Erde); Sc. Belingi
(Larven unter der Rinde von verschiedenen Kiefern und Lärchen,
ihr Feind ist Hypoleptus Sciarae Forst, n. Gatt, und A.), Sc.
Hercyniae (Larve wie die der vorigen Art), Sc. sylvicola (Larve
unter Lärchen und Pappelrinde), Sc. lutaria (Larve in altem Kuh-
dünger).
Van der Wulp beschreibt 1. c. p. 81 Bibio senilis eine n.
A. Nord-Amerika und ergänzt die Beschreibungen von Petithetria
atra Macq. und Bibio pallipes Say ($), ebenda.
Polyneura. T. A. Chapman bespricht die Larven von Ti-
piila flavolineata und Ctenopliora atrata (Ent. Month. Mag. VI.
p. 31).
Low stellt (1. c. Meigen) als neue europ. Arten auf: Ula bo-
litophila, Poecilostola gentilis, Bactylolabis rhodia, gracilipes, Tipula
imbecilla, Ctenopliora tricolor, magnifica.
Dolichopeza opaca Mik 1. c. p. 23 eine n. A. auf einem Hoch-
moor bei Freistadt gesammelt.
Osten-Sacken stellt 1. c. folgende u. Gattungen auf: Lim-
nohin^ii Tr och ob ola, Type : argus Say ; 0 r i marg a, Type : alpina
Zett. Europ. ; Limnob. anomala ; Atarba, verwandt mit der vorigen,
Type: pictipennis n. A. U. St.; Eriopterina: Empeda, Type:
stigmatica n. A, U. St.; Sigmatomera, Mexiko, ohne Type; XJlo-
morpha (Limnophilina), Type: pilosella O.-S.; Amalopina:
Plectromyia, Type: modestan.A, U. St.; Bhapidolabis, Type:
tenuipes n. A. U. St.
Thomson beschreibt als n. Gatt, und A. 1. c. p. 445: Cae-
narthria n. Gatt., verwandt mit GynopUstia Westw. Fühler der
(^ 16-gliedrig, Pronotum deutlich abgetrennt. Art: C. viridis Sid-
ney: Limnobia microcephala Sidney, L. fascipennis ebendah.
Notacantha. H. Low beschreibt 1. c. folgende neue Formen:
Nothomyia n. Gen. Sarginorum, zwischen MicrocJirysa und Oxy-
cera stehend, metallisch, letztes Fühlerglied klein oval, Scutellum
200 JJ lauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mit 2 Dornen, nur eine Submarginalzelle. Art: scutellata ? Oxy-
cera «letallica Wied. ; N. calopus n. A. Nord- Amerika; Nemotelus
carbonarius Low eine n. A. ebendah.
Derselbe beschreibt als neue Arten 1. c. aus Nord-Amerika:
Xylopliagus longicornis, rufipes und abdominalis.
Oxycera grata Low (Meigen 1. c.) n. A. Europa.
Thomson stellt 1. c. p. 453 als neue^Gatt. und Arten auf:
Hadrestia verwandt mit Beris, Fühler 5-gliedrig kurz, 3. fast
kugelig, 4. sehr kui-z, 5. oval, an der Spitze doppelborstig, Scutellum
8-dornig, Art: H. aenea Patagon. ; Phyllophora bispinosa Manilla,
Odontomyia 7 Arten aus verschiedenen Weltgegenden, ChrysocMora
frontalis Taiti, fasciata Gallop.-Inseln, Brachycar a, n. Gatt, ver-
wandt mit Chrysomyia und der vorigen Gatt., 3. Fühlerglied kürzer
ohne Borste, 6-ringlig. Art : Br. ventralis Insel Rossi, Clirysomyia
annulipes Manilla, Nemotelus albiventris ebendah.
Tanystoma. Thomson stellt l. c. p. 449 neue Gatt, und
Arten auf: Coenoppyga (? Pelecorhynchus Mcq.) Fühler pfrie-
menförrnig , 3. Glied 8-ringlig, Taster kurz, Rüssel mit grossen
Lippen (?), 2. Submarginalzelle ohne Anhang, alle 5 Terminalzelien
und diu Analzelle offen. Hiuterscliienen 2-spornig. Art: C. maculi-
pennis Sidney; Pangonia nigrosignata Sidney. Tabanus vittiger
Gallop.-Inseln, Chrysops clavicriis Malacca.
Low beschreibt (i. c. Meigen) als neue i3urop. Arten: Leptis
tonsa, graecula. nigriveniris, florentina, Chrysopila ptilla. binotata,
sicula, palparis, obsctiribarba, xmllipes, pretiosa, Ätherix picta.
Phiolina fasciata und majuscidahöw 1. c. neue Arten, Nord-
Amerika.
Pangonia rasa und Lepidoselaga (Lepiselaga) recta Low I.e.
2 n. Arten Nord- Amerika.
Referent giebt die Beschreibung der Larve und Nymphe
von Haematopota pluvialis (Verh. d. k'. k. zool.-bot. Ges. in Wien
T. XIX. p. 92L T. XIII. p. 7—12;. Die Larve zeigt die Charaktere
der Tabanus-Larven und lebt in der Erde fern vom Wasser. Die
von Dufuur in den Ann. d. 1. Soc. Ent, France 1862 als fragliche
Sepedon-Larve beschriebene Form zieht d e r s e 1 b e muthmasslich zu
Chrysops, bestimmt aber zur Tribus Cyclocera. 'Nach neueren Be-
obachtungen gehört Dufour's Larve zu Athcrix ibis).
Polytoma. H. Low stellt als neue Arten auf: Thereva comata,
Psilocephala longipes, Ps. melampodia, Ps. munda, Ps. laticornis,
Ps. melanoprocta, Ps. costalis, Ps. riißventris, 1. c. Nord-Amerika.
Psilocephala variegata, scutellaris, erythrura, Thereva albiceps,
flavicincta, gilvipes und strigipes Low 1. c. neue Arten, Nord-
Amerika.
Scenopinus albidipennis Low 1. c. eine n. A. Nord- Amerika.
der Insekten während d. Jahres 1869, 201
Thereva pcdlipes und hebes Low (Meigen 1. c.) neue europ.
Arten.
Thomson beschreibt als neue Arten: Thereva ochropa, Ana'
barhynchuii Kinbergi und Bohemani aus Sidney.
Procephala. Acroceridae. Oncodes costatufi und Opsebius
sulphuripes Low 1. c. 2 n. Arten Nord- Amerika.
Thomson stellt als n. A. auf: Mesophysa inflata aus Sidney
1. c. p. 475.
Referent theilt als Beitrag zur Verwandlung dieser Familie
die Lebensweise der Ästomella Lindenii Erich, mit (Verh. d. k. k.
zool.-bot. Gesell, in Wien T. XIX. p. 737, T. XIII. p. 1—6). Die
Larve lebte im Leibe der Cteniza ariana Koch, welche Hr. Erber
in Corfu sammelte und sammt ihrer Röhre nach Wien brachte. —
Sie zeigt im Wesentlichen die Charaktere der Asiliden- und Em-
piden-Larven, die Nymphe, welche ausserhalb des Spinnenleibes ruht
hat keine Hackenkrone am Vorderende.
Bombylidae. II. Low beschreibt als neue Arten: Exopro-
sopa gazophylax, Ex. decora, Ex. trabalis, Ex. sordida, Ex. cubana,
bifurca, Agassim, nubifera, parva, Anthrax proboscidea, pertusa,
flaxiceps , Ceyx , fiüiginosa, palUata, diagonalis , sag ata, curia,
parvicornis, bigradata, nigricauda, scrobiculata, stenozona, adusta,
molitor, mucorea. Hemipenthes n. Gatt, seminigra (u. morio);
Argyromoeba JDelila. stellans, obsoleta, pauper, euplanes, coniigua,
Ploas limbata.
Derselbe stellt (Meigen 1. c.) als n. europ. Arten auf: Lo-
matia superba, gratiosa, fascicidata, grajugena, erynnis, obscuri-
pennis, infernalis, Tysiplione, polyzona, Anthrax gallus, perspicülaris,
hispanus, mutilus, occipitalis, misellus, lotus, unctus, uncinus, prae-
cisiis, melanchlaenus. turbidus, stenozonus, blandus, melanurus, eitzo-
nus, niphobletus. senecio, albulus, ventruosus, ovatus. Exoprosopa
dispar, munda, normalis, maenas, baccha. Telamon, Iris, Minois,
conturbata , Spongostylum pallipes , Tomomyza eiiropaea . tenella ,
ximictus scutellaris, strigilatus, pictiis, setosus, validus, Ploas valida,
Simplex, pusilla, Usia calva, Flatypygus bellus.
Geron macropterus, vitripennis und albidipennis Low 1. c.
neue Arten Nord-Amerika.
Thomson stellt als neue Arten auf: Exoprosopa macraspis,
albiventris, Anthrax consimilis Sidney. leptopa Mauritius, angularis
Sidney, lateralis Gallopag.-Inseln, nudiuscula Panama, ciirvirostra
Gallopag.-Inseln, tincta, brachialis ebendah., quinqiie punctata Pa-
nama, Gomptosia albofasciata, calophthalma, anthracina Sidney;
Bombylius 'pycnorhyncJiiis ebendah., lobalis, punctipennis, spinipes,
scutellaris Sidney.
202 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ritsema bildet die Nymphe von Anthrax hottentotta L. ab.
(Tijdschrift v. Entomol. T. XII. 2. ser. 4. D. PI. 7. fig. 2.)
.Nemestrinidae. Thomson beschreibt 1. c. als neue
Arten : Trichophthälma bivittata, tabanina, ochropa und fuscipennis
aus Sidney.
Midasidae. Harmophana Thomson 1. c. p. 462 eine
n. Gatt. Zwei Submarginal-Zellen geschlossen, fünf Terminal- und
Anal-Zellen geschlossen. Arten : H. clavata Sidney, flavipes ebendah.
Asilidae. Lww stellt (Meigen 1. c.) als neue europ. Arten
auf: Dioctria oedipus, Saropogon notatus, pollinosus, comosus, mi-
cropterus, geniculatus, frontalis, sodalis, obesulus, fucatus; Dasy-
pogon egregius, melanopterus, octopunctatus, Holopogon nobüis, Po-
gonosoma minor-
Thomson beschreibt 1. c. als neue Arten: Dasypogon len
tipes Cap, Codula vespiformis Neu-Holland, Atomosia pilipes Buenos
Ayres, limbiventris Montevideo, Mallopliora soccata Buenos-Ayres
coerulei-ventris Callao, Erax plantaris Sidney, Proctacanthus spilo
gaster ebendah., Asilus albispina Manilla; Caenaroli a n. Gatt
3. Fühlerglied verlängert fast ohne Stiel, Hintertarsen ohne Haft
läppen; Art: C. longipennis Rio.
Machinms avidus und Stilpnogaster anceps v. d. Wulp, neue
Arten, Nord-Amerika 1. c. p. 82.
Empidae. H. Low beschreibt neue Arten (1. c. p. 65) der
Gattung Empis und zwar I. aus dem Verwandtschaftskreis von E.
ciliata Fabr. : E. dedecor, haemorrhoica, concisa, divergens, dasynota,
luguhris Griechenland, crassa (Nowicki) Polen, setigera Baiern;
II. aus dem Kreise der E. stercorea: E. laeta Preth; III. aus dem
Kreise der E. chioptera : abbreviata, pilimana Deutschland ?, corvina
Preth, tenuipes ebendah. — Der Verfasser giebt eine synoptische
Tabelle der Arten der 1. und 3. Gruppe und macht viele synony-
mische Bemerkungen; ausserdem werden zum Vergleiche schon be-
kannte Arten ausführlich beschrieben.
Derselbe stellt als n. A. 1. c. auf: En^pis distans, violacea,
suavis, superba.
Derselbe beschreibt (Meigen 1. c.) als neue europ. Arten:
Empis divisa, pulcliripes, nepticula, erosa, curta, brevicornis, lasio-
nota, adiista, Clinocera lamellata, dimidiata, aqiiilex.
Clinocera trinotata Mik 1. c. p. 24 eine n. A. aus den Ga-
steiner Hochalpen.
Thomson beschreibt 1. c. als neue Arten: Empis coxalis,
lobalis Patagonien, abriipta Cap, tenuirostris Neu-Holland, Hilara
holosericea Patagonien, brachyrhyncha ebendah., Hemerodromia analis
ebendah.
Dolichopidae. F. Kowarz giebt als Beitrag zur Fauna
der Insekten während d. Jahres 1869. 203
Ungarns ein Verzeichniss der Dolichopoden der Umgegend von
Losoncz. Da, wenn wir gut unterrichtet sind, die Bestimmungen
von H. Low gemacht wurden, so bietet die Anfzählung hinreichende
Sicherheit.
Low stellt (Meigen 1. c.) als neue europ. Arten auf: Doli-
ehopus tanythrix, Gymnopternus hasiUcus, Apollo, Hercostomus prae-
ceps, TachytrecJms ocior, Hypophyllus sciophülus, Synarthrus suh-
inermis, Nematoproctus, praesectus, Diaphorus lautus, melancholicuSj
halteralis, Asyndetus variis, Chrysotils niger, Liancälus humilis, Me-
deterus glaucus, Saucropus nubifer. Thripticus bellifer, Psilopus ni-
gricornis.
Derselbe beschreibt als neue Arten: Asyndetus (abge-
trennt von Diaphorus) ammophüus, appendiculatus, HydropJiorus
aestuum 1. c. Nord-Amerika.
Derselbe beschreibt als neue Art aus Nord-Amerika 6'aw-
cropus carhonifer.
Tachytrechus eucerus Low 1. c. p. 51 eine n. A. Baiern; Por-
phyrops Hartmanni fallax Low eine n. A. ebendah,, Psilopus flexus
Low eine n. A. ebendah.
J. Mik stellt 1. c. p. 19 als n. Gatt, auf: 1. Eucoryplius,
verwandt mit Medeterus aber durch die Stellung der Fühler auf
der Mitte des Kopfes und deren Bildung (beim ^ das 3. Glied
derselben 2-hörnig) sehr abweichend. Neue Art: E. Brunneri Ga-
stein. — 2. Oncopygius, für Systenus ornatus Mik mit auffallend
angeschwollenem Hypopygium. Der von Low (neue Beitrag. No. 5.
1857. p. 7) aufgestellte Hypophyllus distans wird als synonym mit
0. ornatus eingezogen. Der Verfasser macht hiebei einige für die
Systematik dieser Gruppe wichtige Bemerkungen.
Derselbe beschreibt Campsienemus mamillatjus eine n. A.
aus Gastein (ebenda p. 27).
Thomson stellt 1. c. p. 505 als neue Arten auf: Chrysotils
ochropus Puna, Diaphorus exunguis Buenos- Ayres, virescens, An-
chineura Thoma. n. Gatt., verwandt mit Psilopus, Discoidal-Zelle
kurz, Terminal-Zelle an der Spitze offen. Art. : An. tibialis Gallop.-
Inseln ; Psilopus patellifer Insel Guara, macropus ebendah., curviseta
Taiti. muticus Insel Keeling, zonatulus Puna, pleuralis ebendah.,
leptogaster Mauritius, Medeterus breviseta Californien, DoUchopus
lamelUcornis, canaliculatiis, metatarsalis, aurifer Californien.
Verrall erwähnt (Ent. Month. Mag. VI. p. 8), dass Argyra
leucocephala nach Scott im Fluge gleich Schneeflocken erscheine, die,
am Boden angelangt, schmelzen, da die Flügel den hellen Leib
decken.
Lonchopteridae. v. Frauenfeld beschreibt die Verwandlung
von Lonchoptera trilineata Ztt. (Zool. Miscell. XVI. 1. c) Die Larve
204 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
wurde im December unter einem faulen Cirsium-Blatte gefunden
und weicht schon durch ihre Grösse von jener der Lonch. lutea
ab, welche Lubbok abgebildet und beschrieben hat. — Dieselbe
wird bei der Verpuppung zu einer Scheintonne, wie bei Sargus
u. a. und berstet beim Auskriechen der Imago am Rücken längs
der Mittellinie vorne, wie bei allen Orthorhapheu-Dipteren.
Cyjclorhapha. Syrphidae. Low stellt (Meigen 1. c.) als
neue europ. Arten auf: Merodon coerulescens, velox, Xylota eumera,
Ceria euprosopa.
Myolepta varipes und Orthoneura ustulata L ö w 1. c. neue
Arten Nord-Amei-ika.
Temnocera purpurascens Low 1. c. eine n. A, Nord- Amerika.
G. H. V e r r a 1 1 bespricht, Entom. Month. Mag. V. p. 90.
12 europäische Syrphus -Arten aus der Gruppe des S. ribesii.
Weyenbergh beschreibt das ^^ von Bacha pedicellata
DoUsch. (Arcb. Neerlandaises d. Sc. Nat. T. IV. p. 360). — Taf. VI.
fig. 9 u. 10.
Thomson beschreibt 1. c. p. 489 als neue Arten: Eristälis
sinuata Sidney, ventralis China, temporalis Californien. foveifrons
Buenos-Ayres, Mixogaster aphritiniis, Orthoprosopa hinotata Sid-
ney, Gl aurotricha n. Gatt., verwandt mit Cheilosia, Thorax und
Scutellum mit steifen Seitenborsten, Fühlerborste gefiedert. Art. :
Gl. muscaria Buenos-Ayres, Syrphus 16 Arten verschiedenen Vater-
landes; Syritta spinigerella Insel St. Helena, armipes Cap, Paragus
erenulatiis China, Bacha fascialis GaJlop. Inseln.
Gonopidae. Thomson beschreibt als neue Arten: Bipuncuhis
armatus, ahscissus China, Conops claviventris Sidney, Myopa con-
juncta Californien.
Oestridae. Im Journal D'Agriculture Pratique Bed. M.-E. Le-
couteux Paris 1869. T. II. 33. Aunee No. 35. p. 329, schreibt ein
Hr. Eug. Gayot über die Lebensweise des GastrophUus equi und
haemorrhoidalis. Was die letztere Art betrifft, so beschreibt der
Verfasser die Geschlechtszange des (/' als Apparat des Weibchens,
das seine Eier in die Haut des Rectums legen soll (!}. Dass der
Verf. die Literatur des Gegenstandes nicht kennt, darf wohl nicht
weiter erwähnt werden, dass man aber in Paris die Arbeiten Br.
Clark's vergessen hat ist um so bemeükenswerther als letzterer
corr. Mitglied der Akademie der Wissenschaften daselbst war.
Muscaria calyptera. Low stellt als neue Arten auf: Gymno-
chaeta alcedo, PyreUia centralis, setosa, 1. c. Nord -Amerika.
Schoenomyza chrysostoma und Coenosia tricincta Low 1, c.
zwei n. A. Nord-Amerika.
Nach Low ist Melia leucoptera Mg. = Melia albipennis
Rob. Des. (1. c. Augsburg p. 43).
der Insekten wähi'end d. Jahres 1869. 205
Gymnosoma intermedia Low 1. c. p. 57 eine n. A. Baiern.
Jordan (Ent. Month. Mag. VI. p. 138) zog Scopolia oxypte-
rina Ztt. aus Pterophorus hrachydactylus.
Lispe apicalis Mik 1. c. p. 33 eine n. A. bei Wien,
C. Ritsema berichtet (Tijdschrift v. Entomol. T. XII. 2. ser.
4. D. Verslag p. 185) über die Lebensweise von Antliomyia inanis
Fall, in Wespennestern und Meigenia Bombivora v. d. Wulp aus
dem Neste von Bomhus agrorum.
V. Röder giebt eine Beschreibung der bisher ungenügend
bekannten Änthomyia ruficeps Meig. (Zeit. f. ges. Naturw. Giebl
p. 92.)
Alopliora Kriechbaumeri Schiner (Verh. d. k. k. zool.-bot.
Ges. in Wien T. XIX. p. 841) eine n. A. bei Innsbruck gesammelt.
Scudder giebt die Beschreibungen von zwei durch Harris
beschriebenen Arten, Musca liarpyia, welche die Stubenfliege \i\
Nord- Amerika vertritt und Musca familiär is, ebenfalls in Zimmern,
wahrscheinlich eine Pollenia 1. c. p. 335, 336.
Thomson beschreibt als neue Arten (1. c. p. 516 sq.): Jurinea
eclünata Californien, JEchinomyia ß^ipalpis ebendah., Glaurocara
n. Gatt., verwandt mit Trixa und Myobia, 2. Fühlerglied oben ge-
hörnt, Peristom kurz. Art: Gl. flava Mauritius; Tryptocera seti-
nervis China, Exorista ruficornis Rio, Masicera quadrizonula Insel
St. Helena, flaviseta Mauritius, Medoria spinicosta ebendah., Clytia
spinicosta ebendah., Miltogramma erythrocera Californien, biseta
Panama, Myobia dasycnemis Gallop.-lnseln, imcinata Cap, braclvy-
ptera Rio, Lophosia setiger a Californien, Degeeria antarctica Pata-
gonien, Scopolia spinicosta Mauilla, Butilia albopicta Sidney, pubi-
collis, spinipectus ebendah., Dinera spiniger a Cap, Prosena macropus
Sidney, Sarcophaga (19 Arten), Tricharaea n. Gatt., von Sarco-
phaga durch die dicken unten nicht borstigen Schenkel und die
nicht gefiederte Fühlerborste verschieden. Arten : Tr. scatophagina
Rio, Microcerella scatophagina Valparaiso, CatapicepJiala limbipennis
Honolulu, Idia pleuralis Insel Keelings, Lucilia (6 Arten), Pyrellia
frontalis Californien, Musca (6 Arten), Cyrtoneura recurva Californien,
4-setosa ebendah., Änthomyia (19 Arten), Coenosia (10 Arten), Lispe
grandis Manilla, vittipennis China, metatarsalis Honolulu, hyalipennis
China.
Lucilia Leonardi Weyenbergh (Arch. Neerlandaises d. Sc.
Nat. T. IV. p. 362) eine n. A., Soerabaija Holl. Ind. (Taf. VI. fig. 7
—8). (Nach der Abbildung eher ein Oestride Ref.)
Van der Wulp stellt 1. c. p. 136 sq. folgende neue europ.
Tachininen-Formen auf: Plagia aurifluae, PI. impressa, Meigenia
bombivora, Germaria sabulosa, Ammobia n. Gatt, glabriv entriß^
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. 0
206 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Stylomyia n. Gatt., verwandt mit Leucostonia, Art.: St. punctu-
lata, Tryptocera Prasinanae.
Derselbe macht ebenda synonymische Bemerkungen über
einige Tachinineu und über die systematische Stellung einiger Arten.
Aricia proxwia und Coenosia incisurata v. d. Wulp, neue
Arten, Nord- Amerika.
Muscaria acalyptera. Nach v, F r a u e n f e 1 d ist die von
Erb er in Dalmatien gesammelte Trypeta tenera Low = der von
Wiedeman beschriebenen T. bullans aus Buenos-Ayres. (Nach Ver-
gleich der Type.)
Derselbe berichtigt eine frühere Mittheilung Giraud's und
stellt fest, dass in der dort beschriebenen Missbildung von Triticum
repens Chlorops scalaris Mg. als Larve lebe und nicht Ochthiphila
pöly Stigma. Der Verf. bespricht weiters die verschiedene Lebens-
weise dieser Larve auf verschiedenen Pflanzen, an denen sie bald
Ausvmchse erzeugt, bald keine Spur eines ungewöhnlichen Wachs-
thums und stellt die Frage ob hier mehrere ähnliche Chlorops-
Arten anzunehmen seien oder, ob eine Art so verschiedene Wir-
kungen hervorbringe. Unterstützt wird letztere Frage durch die
Schwierigkeit, mit welcher die Fliegen dieser Gruppe nach den
vorliegenden Beschreibungen zu bestimmen sind. Schliesslich zieht
er einen Vergleich mit den von Cohn a. a. 0. gemachten Beobach-
tungen. (Zool. Miscell. XVL 1. c.) *
Low beschreibt 1. c. folgende n. A. d. F. Trypetina;
Aciura /?Z*o?a Andalusien ; Oedaspis diciwtoma Sarepia,; Trypeta qua-
dratula Russland; Tr. varia Rhodus; Urophora Ghristophi Sarepta ;
TJr. variabiUs Russland; Carpliotricha guttulosa Spanien; Oxyphora
conspiciia Russland; Oxyna albipila Sarepta; Oxyn. liitulenta Sa-
repta; Oxyn. lauta Naxos, Rhodus; Oxyn. misella Sarepta; Oxyn.
lingens Kärnthen ; Tephritis poecüura Spanien ; S. procera Russland ;
T. recurrens Griechenland; T. hraehyura Sarepta; T. tristis Anda-
lusien; Aciura alacris Sarepta.
Derselbe beschreibt 1. c. aus Nord-Amerika als n. Arten:
10 Cordylura, 2 Loxocera, 1 Chyliza und 1 Mycetaidus.
Derselbe stellt als neue Gattung der Sapromyziden auf:
Drepanephora: Stirn in der Ocellengegend mit thurmförmigen
Höcker, auf dessen Spitze 2 Borsten, Ocellen fehlend (?), 3. Fühler-
glied verlängert, Gesicht nicht geschwollen. Schildchen am Ende
zweihügelig mit 4 schwertförmigen Borsten. Neue Art: horrida
Ceylon. — Eingangs charakterisirt der Verfasser die Familie Sa-
promyzidae. — (Berlin. Ent. Zeit. 13. Jahrg. 1869. p. 95.)
Derselbe beschreibt als neue Arten : Loxocera pectoralis, pleuri-
tica. Psila lateralis, hivittata, collaris, dimidiata, sternalis, levis, Chyliza
apicalis, Hydrellia conformis, Scatella mesogramma, Hippelates dor-
der Insekten während d. Jahres 1869. 207
salis, Oscinis carbonaria, dorsalis, Si^plionella reticulata, Ellipo-
neura (n. Gren. Chloropinorum, hintere Querader fehlend) debiUs,
lihicnoessa albula, parvula, Phyllomyza nitens, Agromysa setosa,
Simplex, virens, magnicornis, angiilata, melampyga, coronata, longi-
pemiis, marginata, parvicornis, neptis, Lobioptera indecora, leuco-
gastra, Leucopis simplex, Cacoxenus semiluteus, Trigonometopus vit-
tatus, Phytomyza nervosa, genualis 1. c. Nord-Amerika.
Nach Low I.e. p. 44 ist Her ina parva Ltöw eine gute Art und
nicht = H. oscülans Meig. H. oscUlans Seh in er ist ~ parva luövf.
Hecamede xanthocera Low 1. c. p. 58 eine n. A, Baiern.
Leria barbigera Mik 1. c. p. 31 eine neue Art, Freistadt und
Gastein.
Edw. Newm an schildert — The Entomologist No. 61. p. 183
— die Lebensweise von Ceratitis citriperda in England in Birnen
und giebt eine Abbildung der Fliege.
Tephritis lusoria Nowicki (Osobne odbicie ze Sprawozdania
fizyogr. za rok 1868) eine n. A. Polen. — (Derselbe Separatabdruck
enthält ein Verzeichniss von Dipteren dieses Landes.)
Rondan i giebt 1. c. p. 5 als Hauptcharakter seiner Stirps XX
Ortalidinae die dichte kurze Behaarung der 2. Längsader an und
stellt daher viele bei Dryomyza, Sciomyza, Platystonia und anderen
Gatt, stehende Arten, unnatürlich, hieher. Er theilt die Stirps in
3 Reihen: A. Ortaloidi: 1, Längsader bis zur Costa reichend,
Nebenaugen, B. 1. Längsader am Ende unterbrochen, Tephritoidi,
Ocellen; C. Längsader kaum von der Costa getrennt, Ocellen un-
deutlich, Adapsilioidi. Die behandelte Reihe A. enthält die Gattun-
gen: N euroctena n. für Dryom. anilis FIL, Lignodesia n. für
Sciom. fuscipennis Mg., fumipennis Zett. und 1 n. A. ; Otites Latr.;
Macheiroceran. iür Doricera graminuviMcq. = grandis n. Name
R.; Doncera Mg., Type: </rawwnwwFbr., Tetanops ¥\\., Type: impunc-
tata Lw. (3 Arten, 1 n.), Melieria Desv. R., Type: Scatoph. crassi-
pennis Fbr. (5 Arten, 3 n.), Ceroxys Mcq. Schin., Type: M. hortu-
lana Rossi (3 Arten, 1 n.); Herina Dsv. Mcq., Type: 0. aflicta Mg.
(11 Arten, 3 n.); Eivellia Dsv. R., Type: Teph. singenesiae Fbr.,
Miennis Dsv., Type: octopunctata Cqbrt, Ortalis Fall., Type: cen-
tralis Fbr. (5 Arten, 3 n.), Megaglossa n. für Platystonia um-
brarum Mg. (8 italienische Arten, 5 n.). (Warum der Verf. einen
neuen Namen einführt ist nicht einzusehen.)
Derselbe bespricht (Bullet. Soc. Entom. Ital. T. I. p. 161)
die Arten der Gatt. Oedaspis Lw. und charakterisirt diese Gatt, im
Gegensatz zu Goniglossum und Carpomyia s.
Derselbe giebt eine Abbildung und Beschreibung von Chae-
tostoma curvinervis s. (Bull. Soc. Ent, Ital. I. p. 200).
208 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Derselbe bespricht die systematische Stellung der Gatt.
Trignonometo]^us Mcq. bei den Sciomyzinen. (1. c. p. 102.)
Oscinis aristolochiae und Delphinii Rondäni zwei n. A. I.e.
Gymnopa opaca Rondani 1, c. eine n. A.
Thomson stellt als neue Arten 1. c. p. 562 sq.) auf: Scato-
phaga Helena St» Helena, Sc. thmobia Californien, Sapromyza (7 Ar-
ten), Lauxam'a (8 Arten), Helomyza limhata Californien, Sciomyza
reticulata und propinqua China, Tetanocera bisetosa Montevideo,
patagonica, vütipennis Cap, Ortalis (6 Arten), Herina connata Sid-
ney, fusca Manilla, Uneato-collis Cap, Michardia angulata Taiti, Pla-
tystoma irrorata Malacca, Senopterina rugifrons Sidney, ahrupta
Manilla, Trypeta (16 Arten), Sepsis (5 Arten), Calobata macropus
Insel Rossi, longiventris Insel Ascension. Nerius longicoxa ebendah.,
JEphydra (5 Arten), NotipMla (4 Arten), Mosillus opaculus Foua,
Piophila concolor "Üalifornien, Brosophila gigantea Buenos-Ayres,
sphaerocera Patagonien, apicata Californien, Geomyza laticosta Ma-
lacca, pictipennis 'Cap, spuria China, Ochthiphila Lispana Califor-
nien, guttipennis Buenos-Ayres, 6-notata Cap, Oxyrhina hinotäta
Sidney, Orygma antarctica Patagonien, trichosterna ebendah., Limo-
sina angulata Brasilien, melanogaster Buenos-Ayres, Chlorops (4 Ar-
ten), Oscinis (4 Arten), EurJiina albovariegata Malacca, Hippelates
nigricornis Insel Rossi, flavus Insel Keeling, genalis Californien,
Ägromyza (4 Arten), Phytomyza melanogaster Patagonien.
A. E. Yerrill erwähnt das Vorkommen von zahlreichen
Ephydra-Larven in dem »Mono-Lake« in Californien, der sehr salzig
und alkalisch ist. (Silliman Am. Journ. 1869. 2. ser. No. 142. p. 245
und Note. In Proc. Boston Soc. Nat. Hist. Vol. XI. p. 3. 1866 wurde
dieselbe für Eristalis gehalten.)
Daciis Bitsemae Weyenbergh (Arch. Neerlandaises d. Sc. La
Haye T. IV. p. 360) eine n. A. Holl.-Indien (T. VI. fig. 1—5.)
Phytomyza (Napomyza Hai.), liarlemensis J. Weyenbergh
eine n. europ, Art. (Petites Nouv. No. 7.)
Flatypezidae. Low stellt (1. c. Meigen) als n. europ. Art
auf: Callomyia humeralis.
Callomyia tdlpula, teuer a und Platypeza antlirax Low 1. c.
Neue Arten Nord-Amerika.
Fupipara. Thomson stellt als neue Arten auf: Olfersia
aenescens Insel Keeling, sulcifrons Panama, Ornitliomyia gemina Callao.
Hemiptera.
ScKiödte: Einige neue Hauptsätze der Morpholo-
gie und Systematik der Rhynchoten (Naturh. Tidskrift.
3. R. VI. Bd. p. 237).
der In sekten während d. Jahres 1869. 209
Der Verf. stellt auf Grundlage seiner Untersuchungen fol-
gende neue Eintheilung der Rhychoten auf:
I. Wangen ausgehöhlt, die Vorderhüften aufnehmend: Subordo
Homoptera.
II. Wangen ganz, von den Hüften entfernt: Subordo Hete-
r o p t e r a.
A. Hinterhüften becherförmig, keine Schenkelgrübchen, Sect.
Trochalopoda.
a. Epimeren des Metathorax gelappt, das 1. Abdominal-
segment bedeckend.
1. Fühler am Grunde bedeckt: Cimices.
2. Fühler frei.
f Fühler vor den Augen: Corel,
ff Fühler unter den Augen : L y g a e i.
b. Epimeren des Metathorax ohne BauchlaiDpen.
1. Klauen oberständig: Hydrometrae,
2. Klauen endständig.
f Epimeren des Metathorax zum grössten Theil
von denen des Mesothorax bedeckt. Letztes
Stigmenpaar in ein Rohr ausgezogen: Nepae.
ff Epimeren des Metathorax frei, Abdominalstigmen
gleichgebildet: Reduvii.
B. Hinterhüften zapfenförmig, mit Schenkelgrübcheu. Beine
nur in einer Ebene beweglich: Sectio Pagiopoda.
a. Fühler frei: Acanthiae.
b. Fühler bedeckt.
1. Körper platt nicht umgewendet (pronum).
cc. Rüssel frei.
f Epimeren des Metathorax frei.
* Laufbeine: Pelegoni.
** Schwimmbeine: Naucorides.
ff Epimeren, zum grössten Theil von denen des
Mesothorax bedeckt: Belostomata.
ß. Rüssel bedeckt (Epimeren des Metathorax frei
mit Anhang): Corixae.
2. Körper kahnförmig, umgewendet (Rückenschwim-
mer), Epimeren des Metathorax frei, Rüssel frei:
Notonectae.
Wir kommen auf diese seither ins Englische übersetzte Arbeit
im nächsten Berichte zurück.
Von Stal's Hemiptera Fabriciana (Koiigl. Övenska
Vetensk. Akad. Handlingar Bandet 8. No. 1) ist der 2te
Abschnitt, die Homoptera erschienen. (Siehe den vorig.
Bericht.)
210. i3rauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Der uns vorgeschriebene Kaum gestattet leider nicht eine
Aufzähhmg der mit den Fabricischen Typen identificirten Arten
hier zu geben. Die vielen neuen Gattungen führen wir bei den
Familien auf. Die Arbeit enthält überdies viele Zusätze zu den
afrik. Hemipteren, synoptische Tabellen gewisser Gattungsgruppen
und ist für jeden Hemipterologen unentbehrlich,
C. L. Kirschbaum: Die Cicadinen der Gegend
von Wiesbaden und Frankfurt a. M., nebst einer Anzahl
neuer Arten aus anderen Gegenden Europa's tabellarisch
beschrieben. (Aus den Jahrb. des Nassauischen Vereines
für Naturkunde. Jahrg. XXI u. XXII Wiesbaden 1868.
p. 202.)
Der Verf. beschreibt 371 darunter 172 neue europ. Cicadinea
nach der analytischen Methode. Aus der Zahl der neuen Arten
allein zeigt sich wie sehr diese Insektenabtheilung bisher vernach-
lässigt wurde, obschon sie an merkwürdigen Formen so reich ist.
Das vorliegende Werk wird hoffentlich zu dem Studium dieser Thiere
weitere Anregung geben. Neue Genera sind nur wenige (4) aufgestellt.
Die Abgrenzung der Familien ist nach Stäl's Eintheiiung ange-
nommen.
F. X. Fieber giebt eine mit bekannter Genauig-
keit ausgearbeitete Synopsis der europäischen Delto-
Gephali.
Der Verf c-harakterisirt die Gruppe und die dahin gehören-
den 2 Gattungen Platymetopius und Detocephalus Bur. und be-
schreibt dann nach der analytischen Methode die Arten, erstere
Gattung enthält 5, letztere 60, darunter 31 n. Arten. (Verh. d.
k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XIX. p. 201—222. T. 5 u. 6.) Auf
den Tafeln sind die charakteristischen Körpertheile vergrössert dar-
gestellt.
F. Rudow hat begonnen Thiere des zool. Gartens
in Hamburg auf Parasiten zu untersuchen und hat meh-
rere anscheinend neue Arten beschrieben.
Referent hat bereits schon früher (Mouogr. d. Oestriden und
a. a. 0.) darauf aufmerksam gemacht, welches reiche Material zum Stu-
dium von Parasiten in Menagerien und zool, Gärten zu finden wäre
und welche interessanten Funde bereits von Helminthologen an sol-
chen Orten gemacht wurden. Immerhin ist auch zu beachten, dass
auf diesem Wege oft sehr schädliche und selbst dem Menschen ge-
fährliche Schmarotzer einwandern und auf fremde Träger über-
gehen könnten. Ein genaues Beobachten fremder Thiere würde zu-
erst auf das Erscheinen derselben aufmerksam machen und der
Verbreitung einen Damm setzen können. So hat das Studium der
der Insekten während d Jahres 1869. 211
Parasiten der Hausthiere bereits manche Gefahren aufgedeckt, welche
in dem näheren Umgang mit jenen wurzeln. (Zeitschr. f, ges. Nat.-
Wiss. Giebl. No. IX. p. 167. Bd. 34).
Derselbe: Neue Mallophagen (Giebl. Zeitschr. f.
gesammt. Naturwiss. Bd. 34. p. 387).
Der Verf. behandelt die 2. Farn. Liotheidae N., cbarakterisirt
die Gattungen und beschreibt neue Arten aus dem Hamburger Mu-
seum, welche Hr. Conserv. Schilling gesammelt hat.
Derbes hat die Aphiclen auf Pistacia-Arten beob-
achtet (Ann. des sciences naturelles 5. ser. XI. p. 93. Tab.),
führt die von früheren Beobachtern beschriebenen Gal-
lenbildungen derselben an und denkt sich folgenden Zu-
sammenhang unter den verschiedenen Generationen und
Formen des Pemphigus auf Pistacia terebinthus.
Im Monate April bemerkt man auf den Blattknospen sehr
kleine schwarze Aphiden, welche sich nach Entfaltung des Blattes
jede für sich an eine Stelle desselben begeben. Das Blatt schlägt
sich um und bildet eine kleine Galle für jedes Individuum. Dieses
wird grösser und erzeugt die 1. flügellose Generation, welche wieder
ohne Befruchtung eine 2. Generation hervorbringt, welche geflügelt
ist, sich entfernt und eine dritte behaarte Generation liefert. Letz-
tere ist die geschlechtliche Generation, die Individuen bleiben sehr
klein und jedes schliesst nur ein Ei (?) ein das jedoch im sterbenden
Mutterthier bleibt. Aus diesem Eie entwickelt sich eine 4. Gene-
ration, welche grösser und geflügelt wird und die zuerst gedachten
kleinen schwarzen Aphiden hervorbringt, welche somit die 5. Gene-
ration bilden. — Gegen diese Aneinanderreihung lässt sich vieles
einwenden und ein sicherer Schluss ist überhaupt . nur durch Be-
obachtung zu machen. Es scheint , dass hier 2 Arten confundirt
und krankhafte Stadien mit in Betracht gezogen wurden. — Im
Anhange sind 5 Pemphigus-Arten (2 neu) in 3 Generationen be-
schrieben.
V. Sign or et giebt die 3te, 4te und 5te Folge sei-
ner interessanten Untersuchungen über die Cocciden
(Ann. Soc. Entom. Fr. 4. ser. T. IX. p. 97, 109 und 431.
PI. 4, 5, 6 u. 9).
Die 3. Folge enthält eine Uebersicht der Sectionen und Gat-
tungen nach Targioni-Tozzetti; die 4. behandelt die Sect.
Diaspidae mit der Gatt. Äspidiotus. die 5. die Gatt. Diasins, Cliio-
naspis n, Gatt., Fiorinia und Parlatoria mit den bekannten und
vielen neuen Arten in beiden Geschlechtern. Die Arbeit bildet einen
wesentlichen Beitrag zur Kenntniss dieser interessanten Thiere.'
A. Puton beschreibt drei neue Hemipteren-Gattun-
212 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gen aus der Sahara und eine Var. von Hydrometra aptera
(Ann. Sog. Ent. Fr. 4. ser. Vol. IX. p. 139).
H. Shimer, veröffentlicht mehrere Arbeiten über
Amerikanische Homoptera: 1) lieber Chermes pinicorti-
cis und dessen Feinde; 2) Ueber die Gallen auf Carya
alba und amara und die darin lebenden Dactylosphaera-
Arten und deren Parasiten (Trans. Amerik. Entom. Soc.
Vol. IL p.383, 386 sq.).
C. Stäl: Analecta hemipterologica. (Berlin. Entom.
Zeit. 13. Jahrg. 1869. (1870) Heft 3 u. 4. p. 225 sq.
Enthält die Beschreibung neuer Arten der Pentatomiden, Ly-
gaeiden, Reduviiden und neuer Gattungen und Arten der Fulgoriden.
8 n eilen van Vollenhoven setzt die Beschrei-
bung der holländischen Hemipteren fort. (Tijdschrift
voor Entomologie 12. Jahrg. 2. ser. 4. Deel. p. 49.)
Die 2. Abtheihmg enthält Coreoden und Pyrrhocoriden. Er-
stere sind durch 8 Gattungen, letztere durch 1 vertreten. Auf 2 Ta-
feln sind 19 Arten abgebildet.
Öchiödte giebt ein Verzeichniss der in Dänemark
lebenden Wanzen (Naturhist. Tidsskrift 3. Räk. T. VI.
p.l61).
Enthält viele Bemerkungen und die Beschreibungen von zwei
neuen Beduviiden.
F. Walker setzt seinen ^Catalogue of thc Homo-
pterous Insects Collected in the Indian Archipelago by Mr.
A. R. Wallace" fort (The Journ. of the Linnean Soc. Zoo-
logy Vol. X. Jan. 8. 1869. p. 276). Siehe den vorigen
Bericht.
J. W. Douglas und J. Scott geben Nachträge
und Berichtigungen zu den ^British Hemiptera" (Entom.
Month. Mag. V. p. 259).
Anton Garbiglietti: Catalogus Methodicus et
synonymicus Hemipterorum heteropterorum Italiae indi-
genorum. (Bull. Soc. Entomol. Ital. Tom. I. p. 41; 105,
181, 270.)
Enthält 279 Genera mit 713 Arten, von denen 40 gänzlich,
162 für Italien neu sind. Letztere werden kurz beschrieben. (Siehe
die Familie.)
Georg Kittel: Versuch einer Zusammenstellung
der Insekten während d. Jahres 1869. 21B
der Wanzen, welche in Baiern vorkommen. 20ster Be-
richt des natnrhist. Vereins in Augsburg 1869. p. 63.)
Ein Verzeichniss von Arten nach Fieber's Nomenclatur und
von demselben bestimmt.
Gorisiae. Scutati. Costa beschreibt (Ammario del Museo
zoologico della Universita di Napoli Anno IV. 1867. p. 47) 3 be-
kannte Arten der Gatt. Podops aus Neapel.
Garbiglietti stellt 1. c. p. 43 als n. A. auf: Coreomelas
nigritarsis, Odontotarsus nigricomis, Cydnus cinnameus Italien.
Eusareoris pseudoaeneiis Jakowleff 1. c. p. 117, eine n. A.
Wolga.
C. Stäl stellt 1. c. als neue Arten auf: Numüia siibquadrata
Nord- Australien, Odins pallido-limhaUis Nord- Australien, Plexippus
dorscdis Ost-Indien, Menaccarus cüiosus (Hem. Afrik. I. p. 123),
Älphenor ciispidatiis Cap York, Anchises sulcicornis Kockhampton,
Critheus Uneatifrons Birma, Melpia sterncdis La Plata.
Snellen von Vollenhoven stellt (Tijdschrift v. Entomo-
logie T. XII. 2. ser. D. 4. p. 255. pl. 11) als neue Arten auf: Te-
trar thria tenehrosa Amhoma.; lÄbyssa Westwoodii Zd^mhe^e; Ccdlidea
elongata Salawatti; Call, latefasciata ebendah.; Call, celehensis Ce-
lebes ; C. croesus Aru-Insel.
Podops brevisciitiim Vollenhoven 1. c. p. 13 eine n. A.
Nossi-Be.
Podisus placidus Uhler (Amer. Entom. Vol. II. p. 203) eine
n. A., nützlich durch Zerstörung von Tenthrediniden-Raupen, Canada.
Coreodes. Brise hke erwähnt 1. c. einen Syromastes mar-
ginatus L. mit nur 3-gliedrigem linken Fühler (fig.).
Berytus Ferrarü Garbiglietti 1. c. p. 110, u. A. Italien.
Corizus meridionalis J a k o w 1 e f f 1. c. p. 116 eine n. A.,
Wolga.
Choerommatiis niger Vollenhoven 1. c. p, 14, Mayotte ;
neue A.
Coreus difflcilis und Berytus driebergensis Vollenhoven I.e.
p. 56 u. 64, neue Arten Holland.
Lygaeodes. Lygaeus sexmaculatus, Peritrecluis riißpes,
Scolopostethiis ohscurus, ruhefactus, Trapezonotiis psammobius, Bhy-
parochromus Ghilianii, alpinus, Phygadicus graminis, Änthocoris
rubricudiilus, neglectiis, Triphleps fasciiventris, flavicans, pellucidus,
Cordiastetlms currax, Garbiglietti 1. c. p. 105 n. Arten, Italien.
Cheiropaclius nigrocyaneus Norton (Trans. Am. Entom. S.U.
p. 327) eine n. A.
Puton stellt 1. c. als n. Gatt, und A. auf: Lyg aeodon ver-
wandt mit Lygaeus, Art: marmottani, Coptoneurus verwandt
214 Brauer: Bericht üb. d. Leisi. in d. Naturgeschichte
rait Rhyparochromus, Art: C. Lethierryi; Äitepsius, verwandt mit
Scolopostethus, Art; A. encaustus Sahara.
Nysiiis Scotti Sa anders (Ent. Moiith. -Mag. VI. p. 1) eine
neue englische Art.
Stäl beschreibt als n. A. I.e. p. 230: Phlegyas annuUcrus aus
Texas und a. 0.
C. Tacchetti beschreibt (Bull. Soc. Ent. Italiana T. I. p. 165}
Lygaeus civiUs var. surinamensis Wolff.
Gapsini. Teratocoris Saunäersi, Phytocoris marmoratus, Psallus
Whitei Douglas und Scott (Ent. Month. Mag. V. p. 260) n. Arten
England.
Galocoris tetraphlyctis, rubricosus, distinguendus, rubidus, ater-
rimiis, Capsus corriismis, Globiceps infiiscatus, Orthotylus pellucidus,
Phylus nigricoUis, Malacocoris cdbopunctatus, Garbiglietti (l. c.
p. 181 sq.) neue Arten, Italien.
Acropelta pyri Mella (C. Arboreo) eine n. Gatt, und A.,
Italien. (Bull. Söc. Ent. Ital. T. I. p. 202. Taf. 4.)
Membranacei. Monanthia similis Douglas und Scott eine
n. A. 1. c. p. 260 England.
Monanthia pallida, piUgera, lurida, oblonga, unicolor, Dictyo-
nota erytlwoceplyxla, Aradus geneonymus, pygmaeus, Garbiglietti
1. c. p. 270, neue Arten, Italien.
Reduvini. Oncoceplmlus siibapterns, Pirates coracinus, Lep~
topus Strobelii Garbiglietti 1. c. p. 197, neue Arten Italien.
Nabis marginepunctatus Jako wleff 1. c p. 112, eine n. A.
an der Wolga.
Oreada luctuosa Mulsant et Mayet (Ann. Soc. Linn.
Lyon n. Ser. T. XVI. p. 292) eine n. Gatt, und A., Pyreneen.
Nabis canadensis Provancher (Canadian Naturalist) eine
neue A.
Nabis Boops und Hariolus Schiödte (1. c. p. 200 u. 201)
zwei neue Arten, Dänemark.
C. Stäl giebt eine Synopsis der Arten der Gattung Spiniger
Burm. und Opsicoetus Klug 1. c. p. 231.
Notonectici. Corixa venusta, decora, dubia, perplexa 1. c.
p. 267, Corixa boreaUs, Whitei, Sharpi, intricata 1. c. p. 293. Si-
gara Poiveri; Douglas und Scott n. Arten, England.
Corisa glauca Garbiglietti 1. c. p. 279 eine n. A.. Sardinien.
Gicadina. J. W. Douglas berichtet über das Vorkommen
von Asiraca davicornis Fb. in England. Ent. Month. Mag. VI.
p. 162. fig.
F. X. Fieber beschreibt 31 n. europäische Arten: Delta-
cephalus propinqims, tiaratus, Frauenfeldi, Kolenatii, thoracicuSy
Mayri, ignoscus, flebilis, replettis, picturatus, Falleni, Flori, fasciatus,
der Insekten während d. Jahres 1869. 215
hyälinus, rJiomhifer, flavidus, Linnei, cognatus, interstinctm, hypo-
chlorus, Mulsanti, Minki, aputelüis, pauxillus, aurantiacus, asemus,
xanthus, xanthoneiirus, flavus, hraehynotits, ohliteratus.
Nach V. Frauenfeld legt IcUocerus confusiis Fl. seine Eier
in junge Zweige von Populus alba. Um die Anbohrung entsteht
an den Zweigen zuweilen eine Anschwellung. (Zool. Miscellen
XVI. 1. c.)
Kirschbaum stellt 1. c. folgende neue Formen auf: Ful-
gorina: Atropis n. Gatt, verwandt mit Delphax, ^^ ohne Mittel-
kiel auf der Stirne, n. Art: latifrons, Pentastira n. Gatt, für
leporina L. und major n. A. (Ungarn), Pentastiridius für päl-
lens Germ. (? = der vorig.), Lio rhinu s verwa^ndi rait CixüisLatr.,
Stirn vom Clypeus nicht deutlich geschieden; n. Art: alholimhatus
Dalmatien; neue Arten sind in den Gattungen Belphax 26, Dicra-
notropis 1, Ditropis 2, Gixius 6, Dictyophora 2, Hysteropterum 5>
Tettigometra 7. Stridulantia: Cercopis 3, Ptyelus 1, Membra-
cina: Centrotus b, TJlopa \, Jas sin a: Äcocephahis 3, Änoscopus 1,
Eupelyx 1, Selen&cephalus 1, Jassus 68, Agdllia 1, Idiocerus 21,
Bythoscopus 1, Macropsis 1, Pediopsis 2, Typlilocyha 10.
Scudder giebt Harri s's Beschreibung von Tettigonia (Jas-
sus) rosae und Memhracis a)npelop>sidis {auf Cisswii 5-folia), 1. c. p. 334.
Stäi stellt 1. c. als neue Gattungen auf: Ischnorhina ver-
wandt mit Thomaspis, für Cercopis sanguinea Fbr., Sphodros-
earta verwandt mit Chloria für, Cerc. gigas Fbr.; Polyryssa
verwandt mit Heranica Type: Membracis cuUrata Fbr.; Hypselo-
tropis verwandt mit Oxygojiia, Type: Alemhr. ohtecta Fhr.j Phor-
mophora verwandt mit Lucüla, Type: Darnis maura Fabr.; Pro-
cyrta verwandt mit Gargara, Type: Centrotus pectoralis Fb.; Pia-
ty Cutis verwandt mit HoplopJiora, Type: Centr. vittatus Fbr.;
Tritropidia verwandt mit Enclienopa, Type: Memhr. militaris
Fbr.; Tropidoscyta verwandt mit vorig., Type: Centr. 3-cari-
natus Fbr.; Cocc osterphus verwandt mit Gargara, Type: M.
minuta Fbr,; Lopliyr aspis verwandt mit Lamproptera, Type:
Tett. muscaria F.; Tropid aspis, Type: Centr. carinatus F.; Scy-
todepsa, Type: C. exlgua F.; Stictodepsa, Type: Cic. fiiscata
F., Oncometopia, Type : Cic. orbona F., Dichrophleps verwandt
mit vorig., Type: Cic. aurea Fbr., Homalodisca verwandt mit
Phera, Type: Cic. triqiietra P\ ; Coelopola, verwandt mit Äula-
cizes Type: Cic. adspersa F.: Äcrocampsa verwandt mit Pro-
conia, Type: Fulg. pallipes F.: Äcrogonia verwandt mit Äula-
cizes, Type: C. lateralis F.] Lissoscarta verwandt mit Tettigonia,
Type: Cic. vespiformisF.] Calliscarta verwandt mit Thamnotettix,
Type: 0. decora F., Pelidnopepla, verwandt mit Calyptoproctus,
Type: Lystra obscicra F.; Hyalodepsa verwandt mit Cladypha,
216 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Type: Flata diaphana F.; Pauli a, verwandt mit Brixia, Type:
Delph. opposita F.; Leptophara verwandt mit TMonia, Type:
Flata rustica Fbr. ; Chlorochara, verwandt mit Acanonia, Type:
Gic. vivida F. — Bicania stigmatica Stäl wird von J^. striata F.
als n. A. abgetrennt, Java. (Ebenda p. 105.) Centrogonia für
Ceresia ciliata Fairm. ; Stictocephala, für Ceresa uniformis Fairm. ;
Äcrobelus für Tett. reflexa Sign. Cyrtodisca f. Tett. major
Sign.: Ämblydisca f. Änlazic. rubriventris St.; Stictoscarta f.
Tett. sulcicolUs Germ.; Oclir ostacta f. Tett. diadema Bnrm., Boo-
cerus (Centrotidae) — Öfv. k. svensk. Ac. 1869. p. 290, Type: gü-
vipes Mexiko; Orthobelus, Type: Centr. «frws Fairm. ; Platycen-
trus (Öfv. 1869. p. 291 noch folg. n. Arten: acuticornis und obtu-
sicornis) ; Brachybelus (1 . c. n . A . : cruralis) ; G oniolo m u s
(1. c. n. A.: tricorniger); Stylocentrus. Type: Bocydium Ancora
Perty. Äechmophora, Type: Membr, elephas St.
Neue Arten beschreibt derselbe (Öfv. k. svenskaAcad. 1869
und Hern. Fabric p. 34. : Äconophora 10, p, 46: Tropidoscyta 3,
Monobelus 3.
Derselbe beschreibt 1, c. p. 235 sq. folgende neue Gattungen
und Arten: Copidocephala, verwandt mit Enchophora, Kopffort-
satz aufrecht, fast gerade, Flügeldecken länger, an der Spitze mehr
schief abgerundet, Type : Euch, guttata White, n. A. : C. viridigut-
tata St. Cuba?.
Comp s opter a, verwandt mit Episcius, Kopf mit cylindrischem
Vorsprung, Thorax und Schildchen in einer Ebene liegend, Flügel
ohne Sinus, Yorderschenkel erweitert. Art: G. cacica Mexiko.
Goptocola, verwandt mit Poeocera, durch die Fühler und
Flügeldecken, die oben nach aussen erweiterten Vorderhüften und
den zurückgebogenen Dorn der Hinterschenkel verschieden. Art:
G. cincticrus Minas Geraes, neue Arten: Acraephia carinata Uru-
guay, Acmonia anceps Mexiko, Gyrpopttis mibecidosus Mexiko, C.
ferrugineus ebendah., C. Belf raget Texas, Aphana nicobarica Nico-
baren, Desudaba aulica Rockhamj)ton.
Derselbe beschreibt als neue Gattungen und Arten (Öfvers.
k. Vetensk. Akadem. Förhandl. 1869. N. 3. p. 34) : Tragopa lata, macu-
lata, Geratopola n. S. G., corniculata Süd-Amerika. Adippe 4-vittata P ?,
histrio Wlk., Hille notata, conspersa, nittans Bogota, Ennya bicris-
tata, Lucilla subcristata ebendah.; mixta. cornigera, Erosne brac-
teata, Gyphonia flavovittata, Antona'e inflata, picina, conspersa Bo-
gota, Stictocephala rotimdata, Phacusa pallescens Mexiko, personata,
nigripes ebendah., Thelia TJhleri Wiscons., Telamona mexicana, Ar-
chasia, Belfragei Illinois, Hemiptycha sarcinata Bahia ?, Pyranthe
laticornis Brasilien, aiiriculata S. Paolo, Bubalopa n. Gatt, durch
zarteren Bau und den hinteren Thoraxfortsatz von Alcmeone ver-
der Insekten während d. Jahres 1869. 217
schieden, Art: furcata Fairm., n. ohscuricornis Bogota, Älcmeone
curvicornis Cayenne, Hyphinoe morio, Tomogonia n. Gatt, von
Heraiptycha durch den vorne sanft convex abfallenden Thorax ver-
schieden, Art.: vittatipennis Fairm. und r\. pectoralis Bogota; Smi-
liorhachis octüinea Lagao Santa, Darnoides impressus, pimctellus
Bogota, Platycotis acutangula Mexiko, Umhonia rectispina Bogota,
Triqiietra recurva ebendah., Ochropepla n. Gatt., verwandt mit
Potnia, Thorax vorne ohne Hörn, Type : pallens St. Mexiko, corrosa
und punctum Fairm. ; Memhracis trifasciata, trisignata Bogota, En-
cliophyTliim tripustulatujii, imhellae Brasilien, Enclienopa vittifera
Bogota, Sphongophorus apicalis Bogota, latifrons Mexiko (n. S. G.
Cladonotaj; rigidus (n. S. G. Lobocladisca), lohulatus Bogota, Pte-
rygia n. S. G., Hypsoprora cylindricornis, tuherosa, trüuhercidata,
S. G. Äechmophora recticornis, curvicornis Bogota, Oxyrhacliis iner-
mis Ceylon, liypscmchenia uncinata Ost-Indien. Leptobelus curvi-
spinus Ceylon, palUpes Ost-Indien, auricidatiis Ceylon, Xiphopoeus,
Type: pilosus Wlk., Centruchus, Type: chloroticus Duf. (Centro-
tus), Centrotypus amplicornis Cambodja, Terentius convexus Au-
stralien, punctatissimus Neu-Gninea, Sertorius curvicornis P. Adelaide,
Acanthuchus gracilispinus, conspurcatus, hispinus Australien, Cam-
pylocentrus verwandt mit Ortliohelo, hinterer Thorakalfortsatz
am Grunde schmäler, Type: ohscuripemiis Mexiko, Callicentrus,
verwandt mit vorig., Fortsatz am Grunde breiter als bei Orthobelo,
Type: Cent, ignipes Wlk., Boocerus gilvipes, Platycentrus acuti-
cornis, ottusicornis, Brachydelus cruralis Mexiko, Ischnocentrus
n. Gatt., verwandt mit vorig., Flügel mit 4 Apicalfelder, Thorax
mit deutlich stumpfer Carina. Art.: niger, ferruginosus Bogota;
Abel US n. Gatt., verwandt mit d. vorig., hinterer Thorakalfortsatz
fehlend, Type: luctuosus Bogota; Nessorliinus gibberulus Portorico,
Goniolomus triconiiger Cuba; Microcentrus n. Gatt., Type: Uro-
xiphus Caryae Fitch, von Uroxiph. sehr verschieden, hinterer Tho-
rakalfortsatz sehr kurz; Aethalion villicollis, variabilis Bogota.
Derselbe giebt (ebenda) synoptische Tabellen für die Gat-
tungen der Membracinen,
Aus H. J. Scheller's hinterlassenen schönen Zeichnungen
(aus d. Jahren 1785—1791) hat Snellen v. VoUenhoven in der
Tijdschrift v. Entomologie (T. XII. 2. ser. Deel 4) 3, die Verwand-
lung Surinamensischer Membracinen darstellend, veröffentlicht.
{Membracis foliata L. PI. 8, M. lunata F. PI. 9 und M. n. A. ver-
wandt mit fulica L.)
Walker stellt als neue Arten (1. c. p. 276) vom indischen
Archipel auf: Cercopis 35 A., Triecpliora 2 A., antica, rufa, Aufidus
Stäl 7A.; Ptyelus St. Farg. 7 A.; Perinoia Wlk. 17 A.., Tettigonia
Ltr. 11 A. ; Penthimia Germ. 6 A.; Petalocephala Amyot. 5 A. ; Coe-
218 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
lidia Germ. 22 A., Bythoscopus Germ. 19 A., Jassus Fbr. 9 A., Sele-
nocephalus Germ. 2 A., marmoreus und notulus, Norsia n. Gatt.
Arten: flavidorswn und fulvescens Mysol, Sophonia n. Gatt,, Art:
rufitelmn Mysol. Beide Gattungen von Jassus durch die. Form des
Kopfes verschieden. Nisitra n. Gatt., Kopf lanzenförmig, viel
länger als der Thorax. Arten: N. telifera, varipes; Interocrea
u. Gatt., verwandt mit Selenocephalus, durch die mehr bogige Costa
verschieden. Art: I. nigripes Neu-Guinea.
Psyllodes. v. Frauen feld theilt aus einem Schreiben des
Hrn. Schrader aus Shanghai mit, dass dort eine Psylla {cornicola
s.) eine hornige Galle auf den Blättern einer Rhamnus-Art erzeugt.
Als Feind der Psylla wird eine Lygaeus-Art erwähnt. (Zool. Mise.
XVI. 1. c.) Nach F. gehört die Psylla in die Gattung Arytaena Forst.
Stäl beschreibt als n. Gatt. 1. c. p. 113 Micromystes für
Derde nivea Fabr.
Walker stellt (I.e. p. 329) 2 neue Gattungen und Arten auf:
Carsidara, Körper stark, Kopf schmäler als der Thorax, 1. und
2. Fühlerglied verdickt, Beine kurz, stark. Vorderflügel lang, Längs-
ader 4-ästig, 1., 2. und 3. gegabelt, Hinterflügel mit 2 zarten Längs-
adern. Art: 0. marginalis Celebes; Tyora, Körper zart, Fühler
fadenförmig, länger als der Thorax, 1. und 2. Glied verdickt. Vor-
derflügel schmal, mit 3 Längsadern, die am Grunde verbunden sind.
1. 2 Queräste gegen die Coeta, 2. 3 Queräste gegen den Hinterrand
sendend. Art: T. congrua Mysol.
Aphidina. Derbes beschreibt (l. c. p. 104) Pemphigus cor-
nicularius, utricularius, semilunarius, Passerini und 2 neue Arten :
palUdus und minor s. in 3 Generationen, ferner die Gattung Tetre-
«emct (lentis ci Pass) von verschiedenen Pistacia-Arten.
Gregson bespricht (Entomologist IV. p. 316) die Lebens-
weise und Feinde der Phylloxera coccinea auf Eichen.
R i t s e m a macht (Tijdschrift v. Entomologie T. XII. 2. ser.
D. 4. p. 19 Verslag) die Mittheilung, dass er den Periphyllus Testudo
V. d. Hoeven für die 2. Generation einer Blattlaus hält, nämlich
von ÄpJiis aceris L. (Siehe ebenda T. 13. 2. ser. 5. D. 1. Lfr. p. 22.)
Bereits von Balbiani und Signoret festgestellt.
Scudder veröffentlicht 1. c. Plarris's Beschreibungen von
Äphis caryae und salicti.
Shimer schlägt für Chermes pinicorticis Fitch den Gattungs-
namen Pieus vor. (1. c. p. 383.)
Derselbe beschreibt 10 neue Arten der Gatt. Dactylosphaera
auf Carya-Arten (1. c. p. 386 sq. et Appendix, p. 396).
der Insekten während d. Jahres 1869. 219
Die Arbeiten über Phylloxera vastatrix siehe unter schädlichen
Insekten, Einleitung.
GoCCina. M. Ch. Mene hat eine chemische Analyse des Farb-
stoffes der Cochenille veröffentlicht (Comptes rendus de l'Acad. d.
Sc. Paris T. 68. 1869. p. 666).
Coccus Beckii Newman (Entomologist IV. p. 218) eine n. A.
auf Orangen. (Siehe K. Beck in Zoologist 2. ser. ?)
Signoret beschreibt 1. c. als neue Arten: Äspidiotus Bud-
leiae, ceratoniae, chamaeropsis, CyanophylU, destructor (auf Dattel-
palmen), gnidii, ilicis, lataniae, limonii^ myricinae, niger, quereus,
ulicis, vriesciae, hippocostani, oxyacantliae, tiliae, spurcaUis ; Diaspis
Boisdiwalii (auf Orchideen), D. Leperii; CMonaspis n. Gatt, ver-
wandt mit Mytilaspis, durch die Form des Schildes des ^ zu unter-
scheiden, Ch. aceris. älni, aspidistrae, hrasiliensis, fraxini, Plan-
clionii (von bekannten Arten sind hieherzuziehen: populi Bärensp.,
Salicis L., vaccinii Bouche und ? myrthi Bouche).
Derselbe beschreibt ausführlich die auf Zuckerrohr lebenden
Arten : Coccus Sacchari Guer., Lecanium Iceryi n. A. (= Gasteralphe
Ic.) und Lecan. Guerinii n. A. (Ann. Soc. Ent, Franc. 4. ser. IX.
p. 93.)
Targioui Tozzetti behandelt (Bull. Soc. Entom. Ital. T. I.
p. 257. Tav.) die Gattungen Lecanodiaspis (Type : sardoa auf Cistus
salviaefoi.) und PolUnia (A. : Costae auf Oliven).
Je nach der fehlenden, einfachen oder zusammengesetzten
Verwandlung unterscheidet der Verf. bei den Cocciden 5 Tribus,
Orthezites, Coccites; Lecanites, Lecanodiaspites, Diaspites.
Pediculina. Haemat omyzus elephantis E. Piaget (Tijd-
schrift V. Entom. T. XII. 2. ser. Deel 4. p. 249. PI. 11. fig. 1—14)
eine n. Gattung und Art von einem jungen Elephanten (sp. ?) aus
dem Rotterdaraer Thiergarten. Durch einen langen SÄXigrüssel
zeichnet sich diese Gattung besonders aus, ist aber verwandt mit
Phthirius und Haematopinus.
Als neue Arten wurden von F. Rudow 1. c. beschrieben: Pe-
diculus pimctatus auf Bos grunniens ; Haematopinus alhidus auf In-
uus silvanus; H. forßculus auf Capra ibex; H. ohtustis auf Trachy-
pithecus maurus ; H. oviformis von Capra manifricus ; H. riipicaprae
von Antilope rupicapra. Sämmtliche Arten aus dem zool. Garten
in Hamburg.
Mallophaga. Gyropus dicotylis eine n. A., welche auf dem
Halsband Peccary .(Dicotyles torquatus) lebt und von Alex. Maca-
lister im zool. Garten zu Dublin beobachtet wurde. Der Ent-
decker giebt eine Abbildung und vergleichende Beschreibung der A.
in den Proc. Zool. Soc. London Part, II. p. 421.
Rudow beschreibt 1. c. folgende neue Arten: Colpocephalum
220 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte etc.
minutum (auf Cygnus musicus; C. Numenii (Num. linearis); C. sca-
lariforme (Tantalus loculator) ; C. unicolor (Carpophaga samoensis) ;
C. zonatum (Ardea ralloides); C. ocellatum (Numeuius phaeopus); C.
flavum (Carduelis granadeiisis) ; C. dolium (Podiceps cristatus); C.
longicorne (Gallus furcatus); C. tiiberculatum (Balearica pavonina);
C. semicinctmn (Corvus scapulatus); C. 7iapiforme (Buteo cahirus);
C. Impressum (Aquila fulva); C. commune (Halieus brasil. und Neo-
morphus cultridens); Q. Folyhori (Polyb. tarus): C. furcatum (Pro-
cellaria moUis) ; C. cinctum (Proc. glacialoides) ; C. longissimum (Le-
ptoptilus crumenifer) ; C. Mrtum (Buceros ruficollis) ; Menopon pellu-
cidum (Phalacrocorax capensis) ; 31. pileatum (Cassicus Yuaracares) ;
M. Numenii (Num. linearis); M. lucidum (Falco rufipes); 31. quin-
g«fe^i«ttoiMm (Carpophaga samoensis); 31. hmarium (Piatypus nigra);
31. giganteum (Sula fiber); M. fasciatum (Sarcorhamphus gryphus);
Laemohotlirium brasiliense (Halieus bras.); Trinoton higuttatum {Tin-
uamus banaquira).
Bericht über die wissenschaftlichen Leistuiigeii in der
Naturgeschichte der niederen Thiere während der
Jahre 1868 und 1869.
Von
Dr. Rud. Leuckart^
Professor der Zoologie und vergl. Anatomie in Leipzig.
(Zweite Hälfte.)
II. Echinodermata.
Mecznikoff betont bei der Erörterung der Frage
nach dem Uebergang der bilateralen Echinodermenlarve
in die radiäre Thierform den Umstand , dass die Anlage
des Wassergefässsystems in der Regel eine paarige sei
und erst im Laufe der weiteren Entwickelung durch
Schwund der rechten Hälfte unpaar werde. Die Ent-
wickelung des radiären Thieres beginne mit der stärke-
ren Ausbildung dieses seitlichen Gebildes resp. durch
übermässiges Wachsthum der zugehörigen Körperhälfte,
welche die gegenüberliegende (rechte) Hälfte allmählich
vollständig verdränge und sich ihrerseits dabei in fünf
nach dem Strahlentypus geordnete gleich gebildete Ra-
dien theile. Die Richtigkeit dieser Auffassung geht nicht
bloss aus den normalen Entwickelungsvorgängen der Echi-
nodermen hervor, sondern auch aus gewissen bei Ophio-
lepis squamata beobachteten Missbildungen, in denen die
beiden primitiven Anlagen persistiren und in gleichmäs-
siger Weise dann zur Bildung eines zehnstrahligen Sterns
hinführen. Mem. Acad. St. Petersbourg T. XIV. Nr. 8.
p. 61.
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. P
222 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Verrill berichtet in seiner Notice of the Corals
and Ecbinoderms collected by Hartt at tbe Abrolhos Reefs,
Province of Babia, Brazil (Transact. Connecticut Acad.
Arts and Sc 1868. Vol. I. p. 351—370) über 19 Echinoder-
men, (2 Holotbiirien, 3 Ecbiniden^ 4 Ästenden, 6 Ophiuren,
I Crinoide)^ die an der Brasilischen Ostküste aufgefun-
den worden, mit Ausnahme von drei neuen Arten aber
sämmtlich auch in dem Westindischen Meere vorkommen,
während die Mehrzahl der daselbst lebenden Corallen der
Brasilischen Küste eigen ist.
Ebendas. (p. 371—376. Tab. III) veröffentlicht Verrill
auch a notice of a collection of Ecbinoderms from la Paz,
lower California, in der 5 Echiniden, 4 Asteriden (mit 1
neuen Genus) und 1 Ophiura aufgezählt resp. beschrieben
sind. Beide Aufsätze bilden die Fortsetzung der schon
im letzten J. B. angezogenen Notes on the Radiata in
the Museum of Yale College.
Heller liefert in seiner verdienstlichen Arbeit über
„die Zoophyten und Echinodermen des Adriatischen Mee-
res'' (88 S. in Octav mit 3 Tafeln, Wien 1868, herausge-
geben von der k. k. zool.-botan. Gesellschaft) eine Zusam-
menstellung und Beschreibung der in der Adria bisher
beobachteten Echinodermen mit 15 Holothurien (4 nn. sp.),
II Echinoiden, 14 Asteriden, 12 Ophiuren und 1 Coma-
tulide. Mit wenigen Ausnahmen kommen diese Arten
auch zugleich im Mittelländischen Meere vor.
Der in den Rep. br. Assoc. 1868. p. 247— 336 (Nach-
trag p. 339) von Norman veröffentlichte Shetland dred-
ging report behandelt — von den Crustaceen, Tunikaten
und Polyzoen abgesehen — die Echinodermen, Comatu-
teraten und Poriferen und zählt von erstem 14 Holothu-
rien, 15 Echiniden, 16 Asteriden, 15 Opbiuren, 2 Crinoi-
den als Bewohner der Schottischen Küste auf. Darunter
Thyone elega7is und Toxopneustes pictus nn. sp.
Sars erwähnt unter den in der Tiefe des Meerbu-
sens von Christiania lebenden niederen Seethieren von
Echinodermen: Ölig otroclius vitreus n. gen. et n. sp.,
Pteraster multipes n. sp., Ophioscolex glacialis. For-
handl. Vidensk. Selsk. Scrift. Aar 1865. p. 196.
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 228
Herclots veröffentlicht im Auftrage der Gesell-
schaft Natura artis magistra die von Kühl, van Has-
se It und S. Müller vs^ährend ihres Aufenthaltes auf
den Holländischen überseeischen Besitzungen nach leben-
den Exemplaren angefertigten Abbildungen von Echino-
dermen (3 Holothurien, 4 Asteriden, 7 Ophiuren, 2 Co-
matulen), von denen fünf bisher noch nicht beschrieben
sind. Bijdrag tot de Dierkunde. 9. Lieferung. iVmster-
dam 1869. S, 1—12. Tab. I— X.
1. Scytodermata.
Nach den Untersuchungen von Mecznikoff (Bul-
let. Acad. imper. St. Petersbourg T. XIII. p. 284) entste-
hen die sog. wurstförmigen Körper der Auricularien,
die übrigens nicht bloss die Muskulatur der Leibeswand,
sondern mit einem innern Blatte auch den peritonealen
Darmüberzug nebst Mesenterien und Blutgefässen liefern,
schon frühe, vor Ausscheidung der Kalkräder, durch
Abschnürung des inneren Endes des primitiven Wasser-
gefässbläscliens. Die Annahme , dass der Mund und
Schlund der Synapta durch Neubildung seinen Ursprung
nehme und von dem Auricularienmunde mit Schlund
verschieden sei, beruht auf einem Irrthum. Bei dem
Uebergang in das Puppenstadium bildet sich im Umkreis
des um diese Zeit nach Aussen hervorragenden Larven-
schlundes durch Verwachsung der anliegenden Wimper-
schnurtheile ein Ring, der von den übrigen Theilen der
Wimperschnur sich loslöst und mit dem Schlünde in das
Innere des Körpers einstülpt, um hier das Material für
den Hautüberzug der fünf Tentakel zu liefern. Die Kalk-
rädchen entstehen mit den definitiven Skelettheilen der
Synaptenlarven in derselben Cutisschicht.
Der ausführlichen Darlegung dieser Untersuchun-
gen (Mem. Acad. St. Petersbourg T.XIV. Nr. 8. p. 3-13)
entnehmen wir die weitere Thatsache, dass die fünf klei-
nen Blindsäcke des Gefässringes nicht zu den Gehöror-
ganen werden, wie B a u r wollte , sondern in die fünf
Gefässstämme auswachsen. Die darauf hinziehenden
Längsmuskeln (mit Nervenstämmen) enstehen unabhängig
224 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in cl. Naturgeschichte
von der übrigen Leibeswand aus den eingestülpten TLei-
len der Wimperschnur.
Der Schluss des Semper'scben Werkes über die
Holothurien (Reisen im Archipel der Philippinen. Zweiter
Theil. Erster Band S. 101— 288. Tab. XXVI-XL) ent-
hält in den Capiteln über den anatomischen Bau (S. 101
— 177), das System (S. 178— 199), die Sitten und Lebens-
weise (S. 200—202) und die geographische Verbreitung
unserer Thiere (S. 203 — 229) eine Zusammenstellung und
Verarbeitung der aus den Detailbeobachtungen resulti-
renden allgemeineren Verhältnisse und vervollständigt un-
sere Kenntniss über - die einzelnen Arten durch eine
Reihe von Nachträgen (S. 230 — 258). Wir heben daraus
zur Ergänzung unseres früheren Berichtes noch Folgendes
hervor. Der V,erdauungsapparat, an dem sich überall
Schlund, Magen, Darm und Enddarra mit der Kloake als hi-
stologisch verschiedene Abschnitte unterscheiden lassen,
umschliesst in dem Vorderdarme bei zahlreichen Arten, be-
sonders Aspidochiroten, ein System von regelmässig grup-
pirten blutreichen Querfalten, die Verf. als Darmkiemen
betrachten möchte. Zur Stütze dieser Deutung hebt er
hervor, dass die Holothurien das durch die Kloake auf-
genommene Wasser nicht bloss in die sog. Lungen, son-
dern auch den Darmkanal übertreiben. Wäre die Ver-
muthung gegründet, dann sollte man übrigens die zur
Athmung dienende Vorrichtung eher im hinteren Ab-
schnitte des Darmes erwarten. Aber nicht bloss, dass
hier die betreffenden Falten beständig fohlen, auch der
Blutreichthum des hinteren Darmes ist ein bei Weitem
geringerer. In der Körperhaut li essen sich keine Blut-
gefässe nachweisen, auch nicht bei den Aspidochiroten,
obwohl das Gefässsystem hier sehr complicirt ist. Die
nicht selten vorkommende gelbliche, braune und gar ro-
the Färbung des Blutes inhärirt überall dem Plasma; die
Blutkörperchen selbst sind stets farblos. Neben den ei-
gentlichen Blutkörperchen beobachtet man übrigens noch
grössere Körperchen mit amöboider Bewegung, sog.
Schleimkörperchen, die auch im Bindegewebe allenthal-
ben verbreitet sind. Eine Verbindung mit dem sog. Was-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 225
sergefässsystem konnte nicht erkannt werden und wird
auch dadurch unwahrscheinlich, dass der Inhalt des
letztern ärmer an plastischen Substanzen ist. Die Lei-
beshöhle mit ihren Anhängen (Schlundsinus , Neben-
schlundsinus und Geschlechtssinus, von denen die beiden
letztern jedoch nicht selten fehlen) bildet einen integri-
renden Theil des Wassergefässsystems. Sie wird auf
einem noch unbekannten Wege von Aussen mit Wasser
versehen, vielleicht durch ein Loch in der Kloake, des-
sen Anwesenheit Verf, allerdings nicht nachweisen konnte,
aber aus mancherlei Gründen (x\ustreten der Müller'schen
Organe, Auswerfen des Darmes) für wahrscheinlich hält,
vielleicht auch durch kleinere Oeffnungen, die an den
Endbläschen der Lungenäste vorhanden zu sein scheinen.
Der physiologischen Bedeutung nach dürften sich diese sog.
Lungen am besten den Nieren der Mollusken verglei-
chen lassen, die bekanntlich ebenso zur Wasserzufuhr,
wie zur Excretion dienen. Uebrigens glaubt Verf., dass
die beiden Lungen, die ja auch dadurch verschieden sind,
dass nur die eine derselben (die linke) mit dem Blutge-
fässsystem in Verbindung ist, insofern ungleich functior
niren, als das bei der Inspiration eintretende Wasser nur
in den rechten Stamm übertrete , die Exspiration aber
durch die linke Lunge geschehe. Morphologisch werden
diese Lungen als eineWeiterentwickelungderbei den Äste-
nden vorkommenden interradialen Blindschläuche be-
trachtet. In den Radialnerven unterscheidet Verf. zwei-
erlei Theile, ein plattes, Zellen- und Nervenfasern ent-
haltendes Band, welches in den Schlundring übergeht,
und eine zellig fasrige Röhre mit sulzigem Inhalt, welche
unter dem Nervenring frei endigt, hier aber mit den
von Baur als Gehörbläschen gedeuteten problematischen
Organen in Verbindung steht. Die Nerven der Haut
und der Füssclien sind directe Fortsetzungen der Radial-
nerven mit den darin vorkommenden Theilen, während
die Nerven der Kopfscheibe und Tentakel, die aus dem
Schlundring entstehen, histologisch auch nur dem letztern
gleichstehen. Die einzigen sichern Sinnesorgane sind
Tastpapillen, denen Verf. physiologisch auch die ober-
226 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
flächlichen Kalkkörperchen der Synaptiden und echten
Holothurfen annähert. Ein eigentliches Hautskelet nimmt
Verf. nur bei Psolus und Colochirus an, während er den
Kalkring (mitsammt der Schale der Seeigel und dem
Skelet der Ästenden) dem inneren Skelet zurechnet.
Eigenthümlich ist die Fähigkeit der vornämlich zur Tre-
pangfabrication benutzten Stichopusarten, ihre Haut rasch
aufzulösen und in Schleim zu verwandeln, so wie der
Umstand, dass dieser Vorgang durch Reizung nicht un-
beträchlich beschleunigt wird. Die äussere Leibes wand
enthält als hauptsächlichsten Bestandtheil eine chon-
drogene Substanz, die aber nicht alle dafür charakte-
ristischen Reactionen zeigt. Die Ringfasern gehen nur
bei den Synaptiden continuirlich um den Körper, wäh-
rend sie sonst durch den Längsmuskelapparat unterbrochen
werden. Die ausgeworfenen Eingeweide werden so rasch
wiederersetzt, dass Verf. schon nach neun Tagen einen
neuen Darm mit seiner typischen Form und linker
Lunge zu beobachten im Stande war. Einzelne Arten
(z. B. Synapta similis) leben mit Dipterenlarven und Ne-
mertinen zusammen im Brakwasser, ohne dass sich hier
wie überhaupt bei den Holothurien in den äusseren Ver-
hältnissen des Vorkommens eine besondere Beziehung zu
der Organisation erkennen Hess. Was Verf. über das
System der Holothurien berichtet, sind meist Betrach-
tungen über die Urgeschichte und die genealogische Ver-
wandtschaft dieser Thiere, die bei dem Mangel an positi-
ven Thatsachen ein durchaus subjectives Gepräge tragen.
Man kann immerhin zugeben, dass die Entwickelung des
Individuums und der zoologischen Gruppe einen gewis-
sen Parallelismus zeigt, insofern es sich in beiden Fällen
vornämlich umdieDiff'erenzirung einfacherer Zustände han-
delt, und diesen Parallelismus auch bei der Erörterung
systematischer Fragen verwerthen, es also immerhin mit
Bezug auf die hier vorliegende Frage wahrscheinlich
finden, dass die fusslosen Holothurien pylogenetisch älter
sind, als die füssigen, die stichopoden älter, als die spo-
radipoden, man kann selbst die Möglichkeit anerkennen,
dass die Holothurien (und Sipunculiden) aus wurmförmi-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 227
gen Thieren mit Wassergefässring und Polischen Blasen,
einfach ventralem Nervenstamm, Schlundring und kreis-
förmig um den Mund gestellten papillenförmigen Tentakeln,
die vom Wassergefässring aus geschwellt werden, hervor-
gegangen seien, aber Sätze, wie sie Verf. S. 196 u. a.a.O.
aufstellt („die gemeinsame Grundform der Echinoder-
men, Sipunculiden und Coelenteraten ist die einer den-
drocoelen Planaria'^, „die wahrscheinlicher Weise des
Wassergefässsystems entbehrenden Crinoiden haben sich
aus einer dendrocoelen Planaria durch Rückbildung der
Magenblindsäcke und Ausbildung der Leibeshöhle ent-
wickelt", „die Coelenteraten sind stehen gebliebene oder
rückwärts metamorphosirte Crinoiden") entziehen sich
einer jeden näheren Begründung. Aus den Verhältnissen
der geographischen Verbreitung lassen sich wegen der
Lückenhaftigkeit unserer bisherigen Kenntnisse erst wenige
Schlüsse ziehen. Was man früher in dieser Beziehung
für feststehend annahm, hat sich durch die vorliegenden
Untersuchungen grösstentheils als unrichtig ergeben. Für
die Einzelnheiten verweisen wir auf die Angaben unse-
res Verf.'s, der auch in diesem Abschnitte überall bemüht
ist, die einzelnen Thatsachen im Sinne D arwin's für die
geschichtliche Entwickelung unserer Thiere zu verwer-
then. So wird z. B. die Entstehung der (sieben) kosmopo-
litischen Arten in jene Periode verlegt, in welcher ent-
weder eine Verbindung des atlandischen Oceans mit der
Südsee in der Aequatorialgegend Amerikas stattfand oder
auch das rothe Meer mit dem Mittelmeere und dadurch
mit dem atlantischen Ocean verbunden war, während
andererseits das beschränkte Vorkommen von Kreuzstäben
in der Haut gewisser das rothe Meer bewohnenden For-
men (Phyllophorus,Thyone, Cucumaria) dazu benutzt wird,
diesen Arten ein verhältnissmässig erst kurzes Alter zu
vindiciren. Aus einer vergleiclienden bathymetrischen
Tabelle der Holothurien der Philippinen, des Mittelmeeres
und der nordischen Meere geht im Allgemeinen hervor,
dass weniger der absolute Wärmegrad der mittleren Jah-
res- und Sommertemperatur, als die geringeren Wärme-
schwankungen für das Thierleben im Meere günstig sind .
228 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Es zeigt sich dieses vor Allem darin, dass das Maximum
der Dichtigkeit der Formen sich nach Norden zu in immer
tiefere Regionen zieht.
In den Beiträgen beschreibt Verf. von neuen Arten : Synapta
Petersi Amboina, S. Godefroyi Samoa-Inseln , Molpadia australis,
Cucumaria californica, G. japonica, C. Koellikeri, wahrscheinlich aus
Sicilien , C. dubiosa Peru, Colochirus peruanus , Thyone chilensis,
Orcula cucumiformis Australien, SticJiopus Moebii Westiudien, Ho-
lothuria chilensis, H. discrepans Samoa-Ins., H. inornata Mazatlan.
Chirodota tigillum Sei. und Ch. typica Sei. hält Verf. nur für Va-
rietäten von Ch. pellucida oder laevis. Eupyrgus scaber Lütk. er-
wies sich in Wirklichkeit als eine Molpadide, die sich durch 15
einfache stummeiförmige Tentakel eng an Haplodactyla, durch die
grossen Kalkkörperchen dagegen an Caudina anschliesst. Da die-
selbe mit Echinosoma hispidum Semp. identisch ist, das Barrett'sche
Ech. hispidum aber eine Echmocucumis (Ech. typica Sars ?) ist, so
muss das Gen. Echinosoma eingehen. Cucumaria Korenii Lütk. fällt
mit C. Hyndmanni Thomps. zusammen. Thyonidium peruanum Semp.
= Th. moUe Sei. Das Müller 'sehe Genus Hemicrepis ist zu strei-
chen, da H. granulatus ein echter Phyllophorus ist.
In dem wissenschaftlichen Theile des v. Decken'-
schen Reisewerkes (Reisen in Ostafrika Band III) liefert
Semper auch einige Bemerkungen über „die Ilolothu-
rien Ostafrlkas^ (S. 119—122. Tab. I). Die Fauna dieser
Küste zeigt nach unserer heutigen Kenntniss — Verf.
zählt aus dem rothen Meere bis Aden 23 Arten, an der
Südostküste deren 19 auf — durch die Aspidochiroten
einen Anschluss an die der Ostindischen Inseln und des
Stillen Oceansj während die Dendrochiroten derselben
sämmtlich auf den Philippinen fehlen.
Unter den aufgezählten Arten sind einige neue, und von die-
sen werden Cucumaria glaherrima, C. crucifera und Ihyone (Stolus)
rosacea näher von unserem Verf. beschrieben. Zwei andere (eine
Mülleria und ein Stichopus) sollen später von Frauenfeld beschrie-
ben werden. Urodemas Ehrenbergii Sei. und Ur. gracihs Sei. gehö-
ren beide zu Phyllophorus Gr., dem auch Orcula Barthii, so wie
wahrscheinlich noch Hemicrepis Müll, zugerechnet werden müssen.
Selenka, der nach Abschluss seiner Untersuchun-
gen über die iVnatomie und Systematik der Holothurien
(J. ß. 1868. S. 355) Gelegenheit fand, die Holothurien
der Berliner und Pariser Museen zu durchmustern, ver-
öffentlicht jetzt (Zeitschrift für wissensch.Zool. Bd. XVIII.
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 229
S. 109— 119. Tab. VIII) einen „Nachtrag'' zu den früheren
Beiträgen, der unsere Kenntniss abermals durch Beschrei-
bung neuer Formen und Berichtigung der Synonymie in
mehrfacher Hinsicht erweitert. So weit dadurch die von
unseremVerf. selbst als neu beschriebenen Arten berührt
werden, sind diese Berichtigungen schon im letzten Jah-
resberichte angezogen, so dass wir uns hier auf die Auf-
zählung der neuen Formen beschränken können und nur
noch die Bemerkung hinzufügen wollen, dass Verf. sei-
nem Aufsatze zum Schlüsse noch ein ziemlich reichhal-
tiges Verzeichniss „einzuziehender Arten" von älteren
Autoren (vornäralich von Quoy und Gaimard) ange-
fügt hat.
Als neii wird beschrieben Stolinus (n- gen.) cataphractus
aus Australien, mit Retractoren, die von den Längsmuskeln entsprin-
gen, Pattalus (n. gen.) mollis aus Chili, Urodemas Ehrenhergii,
U. gracile und Thyone venusta, sämmtlich aus dem rothen Meere.
Die Molpadia holothurioides Cuv. wird dem Gen. Haplodactyla über-
wiesen.
Das neue Gen. Stolinus gehört zu den Den^rochiroten und
chrakterisirt sich durch den Besitz von 15 gleich langen Tentakeln
und ein scharf abgesetztes, ausschliesslich rnit Füsschen besetztes
Bauchfeld. After mit fünf Kalkzähnen. (S e m p e r zieht das neue
Gen. zu Psolus, dessen Gattungsdiagnose dann allerdings durch »10
— 15 Tentakel« erweitert werden muss.)
Pattalu s, gleichfalls eine Dendrochirote, besitzt 20 gleich
lange Tentakeln und Füsschen, die über den ganzen Körper gleich-
massig zerstreut sind.
Als Ölig otr 0 chics (n. gen.) vitreus und Sticho-
pt/s natans werden von Sars zwei neue Holothurien der
Norwegischen Küste (aus einer Tiefe von 300 Faden)
aufgeführt. Vidensk. selsk. Forhandl. 1868. p. 252. Das
neue Gen. Oli gotrochus steht Myriotrochus Steenstr.
nahe, unterscheidet sich aber durch eine andere Bildung
und Vertheilung der Kalkrädchen.
Ebenso beschreibt Pourtales (Bullet, zool. Mus.
Cambr. p. 127) zwei neue Holothurien : Cuvieria opercu-
lata und Thyonidmm GonGhüegum, beide aus der Tiefe der
Küste von Florida. Die erste ist übrigens vielleicht mit
C. squamata Kor. identisch; wie denn die Holothurien-
230 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
fauna des Golfstromes überhaupt die grosseste Aehnlich-
keit mit der der Norwegischen Küste hat (ibid. p. 366).
Was die Molpadia oolithica Ponrt. betrifft, die 8e-
lenka mit M. borealis Sars zusammenstellt, so erklärt
Pourtales (ibid.) dieselbe wiederholt für eine gute Spe-
cies und zwar dieselbe, dieSelenka als Embolus pauper
beschrieben habe.
Auch Heller beschreibt einige neue Holothurien:
Synapta Inspida, Holotliuria affinis, Cucumaria Kirsch-
hergiiy Thyonidium Ehlersu, sämmtlich aus dem Adriati-
schen Meere. Zoophyten und Echinodermen a. a. O.
p. 71—77.
Thyone (Solerodactyla) hrasüiensis n. sp. Verrill,
Transact. Connecticut Acad. L p. 371.
Synajota fasciata und Holothuria (Sttchopus?) ma-
culata nn. sp. Java von Kühl und van Hasselt, Bitra-
gen etc. p. 2. PL I. Die erstere hat 15 einfach gefiederte
Tentakel.
Ray Lancaster macht auf einige Unterschiede
zwischen Synapta Sarniensis und S. inhaerens aufmerk-
sam, Quarterly Journ. microsc. science 1868. Tom. VIII.
p. 53.
Die Untersuchungen, die Semper (Verhandlungen
der physik. med. Gesellsch. zu Würzburg 1868. Juni,
übersetzt in Ann. and Mag. nat. bist. Vol. II. p. 316, Ho-
lothurien u. s. w. S. 252—258. Tab. XL) über die Gattung
Rhopalodina Gr. angestellt hat, liefern den Nachweis, dass
dieses sonderbare Geschöpf weder eine echte Holothurie
ist, noch sich auch sonst den übrigen Echinodermengrup-
pen einfügt, sich vielmehr durch die Lage der Afteröff-
nung zur Seite des Mundes und die Eigenthümlichkeiten
des ambuiacralen Systems als Repräsentant einer beson-
dern Ordnung erweist, für die Verf. den Namen Diplo-
stomidea in Vorschlag bringt. Die Charaktere dieser
Gruppe würden sich etwa folgendermaassen gestalten.
Mund, After und wahrscheinlich auch die einfache Ge-
schlechtsöffnung im Centrum des einen Poles dicht neben
einander. Von den bis zum entgegengesetzten Pole lau-
fenden Radialgefässen gehört die eine Hälfte dem Schlünde,
der niederen Tliicre während der J. 1868—1869. 231
die andere dem Enddarme an. Bivium und Trivium
fehlen und die Radien stellen sich symmetrisch zu einer
durch Mund und After bestimmten Ebene. Die einzige
bis jetzt bekannte Gattung Rhopalodina Gray hat einen
kugligen Körper mit langem und schlankem, Schlund und
Enddarm aufnehmenden Anhang (Stiel). Mund und After
an der Spitze des Stieles ; an ersterem 10 (?) gefiederte
Tentakel; an diesen 10 radiale Papillen und 5 interradiale
Spitzen. Zehn an zwei verschiedenen, dem Schlund und
Enddarm angehörenden Kalkringen beginnende Radien,
welche nur in der hinteren Hälfte des kugligen Leibes
x\mbulacra entwickeln; in jedem der letztern eine Dop-
pelreihe kleiner Füsschen. Wo sich der Stiel zum Hin-
terkörper erweitert, sitzen am Anfang des Enddarmes
vier ziemlich lange, den Lungen der Holothurien ver-
gleichbare ßlindsäcke. Die Darmwindungen bilden eine
Spirale und eine doppelte Schlinge. Der Kalkring des
Schlundes besteht aus zehn unregelmässigen, der des Dar-
mes aus zehn sehr regelmässig gebildeten Stücken. Ein
einfacher Geschlechtsgang zwischen Darm und Schlund,
von dem nach hinten in die Leibeshöhle eine Menge
äusserst feiner Blindschläuche ausgehen. Am Wasserge-
fässring des Schlundes zwei Polische Blasen. Steinkanal
und Blutgefässsystem fraglich. Rh. lageniformis Gr. Congo-
Küste.
2. Actiuozoa.
Perrier beginnt die Publication einer umfangrei-
chen und eingehenden Arbeit über die Pedicellarien und
Ambulacren der Seesterne und Seeigel, die uns nicht
bloss mit einer Menge bisher unbekannter Form- und
Bauverhältnisse dieser interessanten Gebilde bekannt
macht, sondern auch für die Artkenntniss und die Sy-
stematik der betreffenden Thiere mancherlei wichtige
Mittheilungen enthält. Recherches sur les pedicellaires
et les ambulacres der asteries et des oursins. Annal. des
sc. nat. T, Xn. Die bis jetzt allein vorliegende erste
Hälfte (l c. p. 197—304. PI. XVH u. XVHI) betrifft
232 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ausschliesslich die Seesterne und wird später von uns noch
besonders angezogen werden.
V. Martens giebt in dem v. D ecke n'schen Reise-
werke eine Zusammenstellung der ander ostafrikanischen
Küste beobachteten 8eesterne und Seeigel (S. 125 — 134.
Tab. I) und zählt darin — von 5 Crinoiden abgesehen —
142 Arten auf (64 Echinoiden, 45 Asteriden, 33 Ophiu-
riden), von denen 53 auch weiter östlich im indischen Ocean
und 19 sogar noch in der Südsee vorkommen, während nur
14 — 16 mit einiger Sicherheit als charakteristisch für Ost-
afrika angenommen werden können.
Ecbiuida.
Nach den Beobachtungen und Angaben von Hesse
(Annal. des sc. natur. Zool. T. VII. p. 257 — 263, note
sur les motivS; qui determinent les oursins ä se creuser
dans les rochers) bohren die Seeigel nicht eigentlich in
festem Gestein, sondern nur in der lockeren Kalkschicht,
welche dasselbe an vielen Orten umgiebt und von der Ve-
getation einer Kalkalge (Lithothamnion) herrührt, die den
Seeigeln neben anderen vegetabilischen und thierischen
Substanzen zur Nahrung dient. Man sieht den Darm der
letztern nicht selten von Kalkmassen erfüllt, die bei Zu-
satz von Säure kräftig aufbrausen.
Trautschold handelt (Bullet. Soc. imper. Natur.
de Moscou 1868. p. 265—275. Tab. IX) „über die Laterne
des Diogenes (sie!) von Archaeocidaris rossicus'^, die
sich in sofern von dem Kaugerüste der jetzt lebenden
Echinoiden unterscheidet, als ihr die fünf Ergänzungs-,
so wie die fünf Gabel- oder Bügelstücke fehlen.
Bei Podöcidaris fand A. Agassiz langstämmige
Pedicellaricn, die auf einem Gelenkkopfe aufsitzen und
ganz wie Stacheln bewegt werden, so dass man wohl
kaum daran zweifeln kann, dass diese merkwürdigen Or-
gane als blosse modificirte Stacheln zu betrachten sind.
Bullet, zool. Mus. Cambridge p. 258 u. 294.
Bei den Pluteusformen der Echinen bilden sich
ebenso, wie bei den iVuricularien, zwei den Magen all-
mählich umwachsende Scheiben und zwar aus einem
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 233
soliden Zellenhaufen, der am Ende des später zu einer
Blase sich erweiternden Wassercanales befindlich ist.
Noch bevor jedoch die Umwachsung vollendet ist, be-
ginnt in der Nähe der Blase auf der linken Seite des
Körpers eine Oberhauteinstülpung, die sich allmählich
zu einer geräumigen Höhle vertieft und die inzwischen
gebildeten fünf Wassergefässkanäle mit Epidermiszel-
len bekleidet. Ebenso verhält es sich bei den Spatan-
gidenlarven, nur dass hier die in diese Höhle führende
Oeffnung sehr bald verschwindet, wesshalb denn auch
der Zusammenhang der Larvenoberhaut mit der Epider-
mis der Seeigelaulage — denn das ist inzw^ischen die
ümkleidung der Wassergefässkanäle geworden — hin-
wegfällt. Auf diese Weise kommt es auch, dass sich
hier — wie bei den Nemertinen ö. 326 — eine Art „Am-
nion^ entwickelt, welches aus demjenigen Theile der ein-
gestülpten Oberhaut entsteht, der nicht zur üeberziehung
der Seeigelanlage verwendet wird. Natürlich unter sol-
chen Umständen, dass ein grosser Theil der eigentlichen
Larvenoberhaut bei der Bildung des definitiven Echino-
derms keine Verwendung findet und mit den Armen
der Larve zu Grunde geht. Die Pedicellarien bilden
sich auf dem bleibenden Theile der Larvenhaut, und ihr
Skelet nimmt in demselben Cutisgewcbe seinen Ursprung^
w^elches auch das provisorische Skelet des Pluteus pro-
ducirt hat, Mecznikoff, Bullet. Acad. imper. St. Pe-
tersbourg T. XIII. p. 287, Mem. Acad. imper. St. Peters-
bourg T. XIV. Nr. 8. p. 41— 49.
A. Agassi z bearbeitet für die Contributions to the
fauna of the golf stream die von Pourtales gesammel-
ten Echiniden (Bullet, etc. p. 253—306) und disponirt da-
bei über so umfangreiche Materialien, dass er nicht bloss die
Zahl der bisher bekannten Arten um 15 neue — darunter
neun als Vertreter neuer Genera — zu bereichern im
Stande ist, sondern auch Gelegenheit findet, eine grosse
Anzahl Formen (32) in allen Lebensaltern, einzelne sogar
von dem allerersten Wachsthumsstadium an, zu beobach-
ten. Die wichtigen Resultate dieser Untersuchungen sind
einstweilen im Anhange zu den Artbeschreibungen (ibid.
234 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. 279—296, on the young stages of Ecbini) mitgetheilt,
sollen aber später, in einem demnächst erscheinenden
neuen Bande des lUustrated catalogue ausführlich dar-
gelegt werden. Es ist dadurch zur Evidenz festgestellt,
dass die Echiniden sämmtlich — wenn auch die einzelnen
Gruppen und Geschlechter in verschiedenem Grade —
während ihres Wachsthums grosse Veränderungen erlei-
den, die theils die Gesammtform, theils auch einzelne
Theile (Mund und After , Stacheln und Platten , Am-
bulacralporen u. s. w.) betreffen und über die morpholo-
gischen Beziehungen der einzelnen grösseren und klei-
neren Abtheilungen ein unerwartetes Licht verbreiten.
So hat sich z. B. das Gen. Echinodiadema Verr. als
Jugendform von Diadema mexicanum ergeben, Moulinisia
ist eine junge Eucope emarginata, der Echinocyamus der
Küste von Florida ein junger Stolonoclypus prostra-
tus — es wird sogar wahrscheinlich , dass, wie Echino-
cyamus, so auch Runa, Scutellina , Lenita u. a. kleine
Echiniden blosse Jugendformen darstellen. Das ganze
System, namentlich der Spatangoiden und Clypeastriden,
bedarf nach den neu gewonnenen Gesichtspunkten hin
einer gründlichen Revision, die sonder Zweifel zu einer von
den jetzigen Anschauungen in vielfacher Beziehung abwei-
chenden Begrenzung der einzelnen Gattungen und Grup-
pen hinführen wird. Schon die Eintheilung der Echi-
noiden in regelmässige und unregelmässige Formen kann
Verf. nicht für natürlich halten, da er der üeberzeugung
ist, dass die Galeritinen mit Zähnen eine grössere Ver-
wandtschaft mit den echten Echiniden und Cidariden
haben, während die zahnlosen mitsammt den Cassiduliden
bei den gleichfalls zahnlosen Spatangiden zu verbleiben
hätten. Vielleicht, dass die Eintheilung in drei Unter-
ordnungen (Echiniden, Clypeastriden, Spatangiden — mit
den eben angedeuteten Veränderungen) als die natürlich-
sten Unterordnungen sich erweisen würden. Was den
speciellen Charakter der Westindischen Echinidenfauna
anbetrifft, so zeigt dieser eben sowohl Beziehungen zu
dem der Europäischen, wie der Panamesischen Fauna,
obwohl die erstem Beziehungen inniger sind und auch
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 235
darin sich aussprechen, dass zum Theil dieselben Arten
bei Florida .und in den Europäischen Meeren gefunden
werden. Der Lauf des Golfstroms ist es, der diese That-
sache erklärt, wie denn auch andererseits die Aehnlich-
keit — nicht Uebereinstimmung — der Panamesischen
Fauna mit der Westindischen dadurch ihre Erklärung
finden möchte, dass noch zur Zeit der Kreideperiode eine
directe Stromverbindung zwischen dem Westindischen
Archipelagus und der Südsee stattfand. In Bezug auf
die bathymetrische Vertheilung ergiebt sich die interes-
sante Thatsache, dass in den grossesten Tiefen (unter
315 Faden) von Pourtales Formen gefunden wurden,
die , wie Salenocidaris varispina , Pourtalesia miranda,
Lissonotus fragilis, in auffallender Weise an gewisse
Typen der Kreidezeit erinnern. Die neuen Arten (p. 258
— 279) werden unter folgenden Namen beschrieben: D o-
rici daris (n. gen.) abyssicola (40 — 270 Faden), Sale-
nocidaris (n. gen.) varispina (315 F.); Ca enopedina
(n. ^Qii.) cubensis (138 — 270 F.), Podoci daris (n. gen.)
sculpta (138— 315 F.), Echinus gracilis (93— 200 F.), Oe-
nooidaris (n. gen.) maculata (30—160 F.), Trigono-
cidaris (n. gen.) alhida (40— 270 F.) , Stolo7ioclypus
liavenelii{MF,)f Echinolampas caratomoides (36 — 160 F.),
Neolampas (n. gen.) rostellatus (100 — 125 F.), Pour-
talesia (n.gen.) miranda (349 F.), Lissonotus (n. gen.
— Namen schon von Gravenhorst an eine Ichneumo-
nide vergeben — ) fragilis (320 — 368 F.), Brissopsis ly-
rifera (55 — 156 F.), Agassizia excentrica (36 — 115 F.),
Echinooardimn laevigaster (75—121 F.). Da Verf. leider
unterlassen hat , die neuen Genera — auch Cassidulus
caribdaearum Lam. wird von demselben zum Typus eines
n. gen. Rhy 7icholampas erhoben ^— zu diagnosticiren,
so müssen wir uns zur Charakteristik derselben auf einige
wenige Bemerkungen beschränken.
Doricidar is fällt mit dem früher von unserem Verf. aufgestell-
ten Gen. Orthocidaris zusammen, dessen Namen kurz vor Publication
von Cotteau an einen fossilen Seeigel vergeben wurde.
Salenocidaris repräsentirt eine lebende Salenide mit colossalen
Hauptstacheln, dem Gen. Salenia durch die Structur des abactinaeln
236 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Plattensystems, dem Gen. Hyposalenia durch die Lage des Analsy-
stems verwandt. Die Buccalmembran dick mit Platten belegt. (Da
das abactinale Plattensystem von Salenia morphologisch mit dem
von Echimis übereinstimmt, indem die Subanälplatte der ersten
Analplatte des letztern entspricht, so glaubt Verf. die Saleniden nur
als eine Unterfamilie der Cidariden betrachten zn dürfen.)
Caetiopeclina ist ein lebender Repräsentant des Gen. Hemi-
pedina Wright, nur dadurch verschieden, dass die Poren eine Nei-
gung haben, sich je zu drei Paaren in seitlichen Bögen zusammen
zu gruppiren.
Po docidaris h^t im Ganzen das Aussehen einer jungen Echi-
nocidaris mit abgeplatteter Rückenfläche, wie Astropyga, und vor-
springenden Ambulacralreifen. Grosse Stacheln nur auf der uotern
Fläche. Die kleinen Stacheln entspringen direct von der Schale
und sind an ihren ßasaltheilen durch firstenförmige Erhebungen
verbunden.
G e n 0 ci d a r i s enis-pvichi den fossilen Opechinus Des. und bil-
det in gewissem Sinne den Uebergang zwischen Psammechinus und
Temnopleurus.
Trigonocidaris ist dem vorhergehenden neuen Genus nahe
verwandt, aber auf der Oberfläche der Schale mit einem netzarti-
gen System von Firsten übersponnen, welche die Basaltheile der
Gelenkschilder unter sich in Verbindung setzen.
Ne olampas gleicht einer verlängerten Echinolampas mit drei
grossen Geuitalöffnungen.
Potirtalesia verhält sich zudem fossilen Gen. Infulaster, wie
der sonderbare Rhynchopygus zu Echinolampas. Sie repräsentirt
mit ihrem langgestreckten flaschenförmigen Leibe und ihrer durch-
scheinenden dünnen Schale eine höchst sonderbare Form, die auf den
ersten Blick mehr an eine Holothurie, wie an einen Seeigel erinnert.
Mund und After liegen fast terminal einander gegenüber, die Ambula-
cralarrosette fehlt, die Stacheln sind weit von einander entfernt, auf
ebenen Tuberkeln eingelenkt, lang, schlank und gekrümmt.
Lissonotus gleicht im Aeusseren einer länglichen Maretia und
unterscheidet sich von Platybrissus, dem er am nächsten zu stehen
scheint , besonders durch Anwesenheit einer Subanalfasciola und
einer seichten vorderen Grube. Der Mund ist fünfeckig.
Troscliel berichtet über einige neue Seeigel:
F seudoho le tia (n. gen.) stenostoma, Fs. maculata, Fo-
dophora quadrivariaia, die letzte angeblich ans Nenhol-
land. Sitzungsber. des rhein. naturforsch. Vereins. Bonn
1869. S. 96.
Das neue Gen. wird charakterisirt : Schale flach gewölbt, dünn-
schalig ; Höcker klein; Porenpaar je 4 in einem Bogen ^ zwei Ocu-
der niederen Tbiere während der J. 1868—1869. 237
larplatten erreichen das Periproct; Peristom mit ziemlich tiefen Ein-
schnitten; Mundohren mit massigem Loch und schwacher Verbin-
dungsleiste. Unterscheidet sich von Boletia durch die vier Poren-
paare in jedem Bogen. •
Tripneustes depressiis AI. Ag. von Californien zum
ersten Mal beschrieben von Verrill, Transact. Connec-
ticut Acad. I. p. 375.
Unter dem Namen Anochanus chinensis beschreibt
Grube einen 10 Mm. langen zumeist mit Echinobrissus
verwandten Seeigel, der lebendige Junge gebiert und das
erste Beispiel viviparer Echinoiden abgiebt. Da, wo sonst
die winzigen GenitalöfFnungen vorhanden sind, auf dem
Gipfel der Rückenwölbung, trägt die neue Art eine ein-
zige ansehnliche Oeffnung, welche in eine darunter be-
findliche, mehrere Embryonen in verschiedenen Entwicke-
lungsstadien enthaltende Höhle führt. Dieselbe ist von
der eigentlichen Leibeshöhle durch eine verkalkte Scheide-
wand abgetrennt und innen mit Stachelchen besetzt, wel-
che an der lappig eingeschnittenen Oeffnung continuir-
lich in den äusseren Stachelbesatz übergehen. Obwohl
Anochanus zu denjenigen Seesternen gehört, bei denen die
Mundöffnung etwas vor der Mitte der Unterfläche, der
After aber in einer länglichen herabsteigenden Grube der
Hinterseite liegt, besassen die am meisten entwickelten
Embryonen einen centralen Mund und keine Spur der
Analgrube, auch eine mehrfach abweichende Bestache-
lung. Ovarien, wie bei den übrigen Seeigeln, Hessen
sich nicht entdecken, dagegen aber hingen von der Wand
der Bruthöhle einzelne wenige ovale Körperchen in die
grosse Bauchhöhle herab, die von den jüngsten Embryo-
nen nicht zu unterscheiden waren, deren eigentliche Natur
aber um so dunkler ist, als man keinerlei Oeffnungen
zum Durchtritt in die Bruthöhle nachzuweisen vermag.
Verf. denkt sogar an die Möglichkeit einer Knospung
resp. Generationswechsel. Die Unterschiede der neuen
Art von Echinobrissus beruhen vornämlich darin, dass
die P'üsschen in continuirlichen Reihen stehen. Berichte
der schlesischen Gesellschaft im Jahre 1868. Naturwiss.
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. Q
238 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Sect. S. 43, Monatsber. der Berl. Akad. 1868. S. 178—180,
Annais and Mag. nat. bist. Vol. II. p. 168.
Ueber Salmacis bicolor Ag. ? und Brissus sfernalis
von der Ostküste Afrikas vergleicbe v. Märten s in dem
V. Decken'scben Reisewerke S. 127, 128. Tab. I. Fig. 1.
Loven macbt Mittbeilungen über eine mit Spatan-
gus purpureus verwandte neue Art des Gen. Spatangus
{Sp, Baschi Lov.) von der Küste Norwegens und bebt
dabei die Tbatsacbe bervor, dass das Peristom der Spa-
tangiden in der Jugend nicbt bloss eine ziemlicb cen-
trale Lage, sondern aucb eine vollständig pentagonale
Form besitze und diese Eigenscbaften bei Palaeostoma,
Ecbinospatangus, Holaster und anderen fossilen Formen
zeitlebens bebalte. Ann. and Mag. nat. bist. 1869. Vol. IV.
p. 220.
Dune an ist durcb seine Untersucbungen zu der
Ueberzeugung gekommen, dass nicbt bloss der Amphi-
detus cordatus der Kreide mit der recenten Form iden-
tisch ist, sondern auch die nummilitiscben Breynien von der
lebenden Br» australiensis höchstens durch Raceneigen-
thümlichkeiten abweichen. Echinocardium^ Breynia, Lo-
venia haben dagegen, obwohl sämmtlich mit einer Fasciola
ausgezeichnet, keinerlei directe genetische Beziehungen.
Annais and Mag. nat. bist. T. III. p. 248.
T rose hei beschreibt in der von Seiten der nie-
derrheinischen Gesellschaft der Königlichen Friedrich-
Wilhelms -Universität Bonn zur Feier ihres 50jährigen
Jubiläums gewidmeten Festschrift (Bonn 1868. S. 1 — 6.
Tab. I) „Crustulum gratulavs, eine neue Gattung aus
der Skutelleren Familie", gewinnt aber später die Ueber-
zeugung (Archiv für Naturgesch. 1869. Tb. I. S. 52—57),
dass dieselbe, bereits ein Jahr früher in den Transact.
Connecticut Acad. of Arts and Science Vol. I. P. 2. p. 811
von Verrill unter dem Namen Astriclypeus aufgestellt
sei. Die Uebereinstimmung erstreckt sich sogar auf die
beschriebene Species (A. Manni Verr.), so dass der Tro-
schePsche Namen nur als Synonymen fortgeführt wer-
den kann. Wie Troschel mittheilt, hat v. Martens
den betreffenden Seeigel, dessen Vaterland bisher unbe-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 289
kannt war, aus Japan mitgebracht. Die Charaktere der
neuen Gattung und ihre Beziehungen zu den bisher er-
kannten erhellen am besten aus der nachfolgenden Ueber-
sicht, die wir der ersten Mittheilung vonTroschel ent-
nehmen :
A, Scutelleren mit mehreren Einschnitten am Hinterrande
der Schale, unter denen ein mittlerer, der den After näher zum
Munde drängt. (An den Küsten von Afrika.)
1. Rotula Kl. Scheibe nicht durchbohrt.
2. Echinodiscus Breyn. Scheibe von Löchern durchbohrt.
B. In dem Interambulacralraum hinter dem After ein unpaa-
riges Loch, After nahe dem Schlund, Löcher oder Einschnitte in
den Radien der Ambulacra. (Ausischliesslich auf die amerikanische
Hemisphäre beschränkt.)
3. Mellita Klein. Löcher in den Radien der Ambulacra; Am-
bulacra breit und geschlossen.
4. Leodia Gr. Löcher in den Radien der Ambulacra ; Ambu-
lacra schmal und offen, untere Ambulacralfurchen erst in der Nahe
des Randes verästelt.
5. Encope Agass. Einschnitte in den Radien der Ambulacra.
C. Kein Loch hinter dem After ; After mitten zwischen Mund
und Rand: Löcher oder Einschnitte in den Radien der Ambulacra.
(Ist in Ostindien heimisch.)
6. Lobophora Ag. Einschnitte oder Löcher nur in den Ra-
dien der beiden hintern Ambulacra.
7. (Crustulum Tr.) Astriclypeus Verr. Löcher in allen fünf
Radien der Ambulacra.
D. Keinerlei Einschnitte oder Löcher; After nahe dem Rande.
(Mit weiter geographischer Yerbreitung.)
8. Dendraster Ag. Untere Ambulacralfurchen mehrfach ver-
ästelt, After näher dem Rande als dem Munde.
9. Scaphechinus AI. Ag. Untere Ambulacralfurchen mehrfach
verästelt ; After marginal.
10. Echinarachnius Phels. Untere Ambulacralfurchen nur ein-
mal verästelt; After marginal.
11. Arachnoides Kl. Untere Ambulacralfurchen nicht ver-
ästelt ; After marginal.
Pomel schlägt in seinen Observations sur la Classi-
fication des Echinides (Cpt. rend. T. 67. p. 302— 305) vor,
die Echiniden folgendermassen zu gruppiren:
A. Löfifelförmig (spatiformes), mit excentrischem Munde und hin-
term After, vorderes Ambulacrum abortiv. Spatangoiden.
240 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
a. Ananchytina. Mit einfachen Ambulacren. (OfiPastes, Stenonia).
b. Spatangina. Mit petaloiden Ambulacren.
1. Eupatagina. (Breyenia, Eupatagus, Trachyspatagus.)
2. Brissina. (Leskia, Brissus, Brissopsis.)
3. Micrasterina.
4. Toxasterina.
5. Holasterina. (Holaster, Metaporinus.)
B. Schüsseiförmig (lampadiformes) mit centralem oder nahezu
centralem Munde, gleichmässig entwickelten Ambulacren und
einem After, der bald hinten liegt, bald aber von da mehr oder
weniger hoch, bisweilen bis zwischen die Genitalporen, em-
porsteigt.
*. Ohne Zähne,
a. Echinoneida. Ohne Mundhöcker und Mundrosette, mit
einfachen oder subpetaloiden Ambulacren.
1. Dysasterina.
2. Echinoina.
3. Ceratomina. (Asterostoma, Pygaulus.)
c. Cassidulida. Mit Mundrosette, Mundhöcker und petaloiden
Ambulacren. (Archiacia, Clypeus, Pygurus . Echinanthus,
Faujasia.)
**. Mit Zähnen.
a. Clypeastroida. Mit petaloiden Ambulacren.
1. Clypeastrina.
2. Scutellina.
3. Laganina.
b. Echinoconida. Mit einfachen Ambulacren. (Echinoconus,
Pygaster, Echinoclypus.)
C. Kuglige Form (globiformes) mit centralem Munde und gegen-
überliegendem After.
a. Cidarida. Ohne Buccalkiemen. (Temnocidaris, Orthocidaris.)
b. Echinida. Mit Buccalkiemen.
1. Salenina.
2. Diademina (Heterocidaris, Hemicidaris, Diadema, Pedina.)
3. Echinina. (Aeropeltis, Phrymasoma, Temnopleura, Sal-
macis, Coelechinus, Psammechinus ; Magnosia, Stomechinus;
Phymosoraa, Heliocidaris, Acrocladia.)
Asterida.
Den obea erwähnten Untersuchungen Perrier's
über die Pedicellarien und Ambulacren entnehmen wir
die Tbatsache, dass die Seesterne nach der Bildung ihrer
der niederen Thiere während des J. 1868—1869. 241
Pedicellarien in zwei Gruppen zerfallen, von denen die
erstere die Arten mit vier Tentakelreihen in den Ambii-
lacralfurchen, die andere dagegen die mit zwc.i Tenta-
kelreihen umfasst, gleichgültig ob diese mit After verse-
hen sind oder nicht. Die Arten der erstem Gruppe ha-
ben gestielte Pedicellarien mit Basalstück, aber von zweier-
lei Formen, gerade (p. droits), die mehr einzeln stehen und
durch beträchtliche Grösse, sich auszeichnen, und solche
mit gekreuzten Schenkeln (p. croises), die haufenweis zu-
sammengruppirt sind. Auch bei den Seesternen mit zwei
Tentakelreihen sind zweierlei Pedicellarienformen vorhan-
den, aber diese sind nur durch die Form ihrer Klappen
verschieden (p. en pince und p. valvulaires) und da, wo
beide gleichzeitig vorkommen, durch Zwischenformen ver-
bunden, beide auch dadurch ausgezeichnet, dass sie des
Stiels entbehren und direct, nicht mit Basalstück, auf dem
Skelet der Seesterne aufsitzen. Bei Oreaster sind die
Pedicellarien sogar in alveolen artige Gruben eingesenkt
und — nach dem Mangel eines das unterliegende Skelet
durchbohrenden Canales zu schliessen — ohne Gefäss- und
Nervenverbindung mit ihrem Träger (?). Bei dem Man-
gel eines eigenen basalen Stützorganes erscheinen die
Pedicellarien dieser zweiten Gruppe unter der Form eines
Stäbchenpaares, dessen beide Plälften durch einen ein-
fachen Muskelapparat sich einander annähern und wieder
entfernen. Im Uebrigen müssen wir für die zahlreichen
Formeigenthümlichkeiten der Pedicellarien, die der Verf.
bei seinen Untersuchungen constatirte, auf die Abhand-
lung selbst verweisen, in der dieselben durch fast alle
bekannten Geschlechter hindurch verfolgt und beschrie-
ben sind.
Mecznikoff studirt (Mem. Acad. imper. St. Pe-
tersb. T. XIV. Nr. 8. p. 32—40) die Metamorphose der
Asteriden an einer Bipinnaria, die mit der MüUer'schen
Bipinnaria von Triest eine grosse Aehnlichkeit hat, aber
nicht farblos ist, wie diese, sondern an der Wimperschnur
ein diffuses braunes Pigment trägt, auch eine beträchtli-
chere Grösse besitzt. Es stellt sich dabei die Thatsache
heraus, dass der gcsammte Körper der Larve in das spä-
242 L e u c k a r t : Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
tere Echinoderm übergeht, indem der Vorderlcib der Bi-
plnnaria während der Ausbildung des Sternes sich nach
vorhergegangener Grössenabnahme und Formveränderung
an die Mundfläche desselben anlegt und zu einem üe-
berzuge über das Wassergefässsjstem, resp. die Füsschen
wird, vielleicht auch das Nervensystem aus sich hervor-
gehen lässt. Die sog. Lateralscheiben fehlen den Bipin-
narien oder fallen vielmehr mit den Primitivanlagen des
Wassergefässsystems zusammen, die in gewöhnlicher Weise
durch Ausstülpung aus dem Larvenmagen entstehen, aber
beide persistiren, obwohl nur das eine derselben (das
linke) das spätere Ambulacralsystem aus sich hervorgehen
lässt. Es ist auch nur der vordere mit dem Porus ver-
sehene Theil dieses Organes, der das Ambulacralsystem
bildet, während der hintere im Zusammenhang mit dem
entsprechenden Organe der anderen Seite den Larven-
magen umwächst und in einen Sack einschliesst, dessen
Innenraum zu der Leibeshöhle des spätem Seesterns
wird. Dass die beiden Platten des Sackes dabei in den
Peritonealüberzug der Verdauungsorgane und die Mus-
kelschicht des Leibes sich verwandeln, braucht nach den
früheren Mittheilungen über die Schicksale der sog. La-
teralscheiben kaum noch besonders bemerkt zu werden.
Das Peristom des Echinoderms entsteht ohne Dazwischen-
kommen besonderer Bildungen direct aus den Haut-
schichten der Larve, die sich beträchtlich verdicken und
in der Tiefe (Cutis) mit Kalkkörperchen imprägniren.
Statt den Oesophagus zu umwachsen, bleibt die Anlage
des Wassergefässsystem auch nach der Entstehung der
Ausläufer (Rosettenform) noch einfach sackförmig. Um
die definitive Bildung einzuleiten, muss ein neuer Oeso-
phagus entstehen, der die Anlage durchbohrt. Auch der
After des Seesterns ist eine Neubildung.
Harvey wiederholt die schon mehrfach gemachte
Beobachtung, dass die Culcitaformen sehr regelmässig
einen mehrere Zoll langen lebenden Fisch in ihrem Li-
nern (Magen nach H.) cinschliessen. Ann. and Mag. nat.
bist. Vol. IIL p. 324.
Unter dem Titel: Synopsis of thc species of starfish
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 243
in thc british Museum London 1867 (18 Seiten in Quarte
mit 16 Kupfertafeln) liefert Gray im Wesentlichen Nichts,
als eine Zusammenstellung und Verarbeitung zweier älte-
rer Aufsätze aus den vierziger Jahren (Annais and Mag.
nat. hist 1840. Vol. VI. p. 165 u. 275, so wie Proceed.
zool. Soc. 1847), in denen Verf. eine systematische Ue-
bersicht über die Asteriden gegeben und eine Anzahl
neuer Arten beschrieben hat. Die Veröffentlichung ge-
schah vornämlich zu dem Zwecke, die schon damals an-
gefertigten Tafeln mit den Abbildungen der neu aufge-
stellten Arten, noch nachträglich dem gelehrten Publicum
zugänglich zu machen. Dieselben betreffen 31 verschie-
dene Species: Astrogonium paxillosum, A. tuberculatum,
A. miliare , A. granuläre , ßandasia granulata , Culcita
pentangularis, Tosia grandis, Pentagonaster Dubeni, An-
thenea tuberculosa, Hosea spinulosa, Stellaster Incei, An-
thenea granulifera, Petricia punctata, Pentaceros granulo-
sus, Stellaster ßelcheri, St. Childreni, Dondona Reevesii,
Pentagonaster abnormalis, P. puichellus, Pentaceros mo-
destus, P. Franklinii, Culcita Schmidellana (=: C. discoi-
d6a M. Tr.) , Asterodiscus elegans , Randasia spinulosa,
Calliaster Childreni, Pentaceros (Nidorella) armatus, Cal-
liderma Emma, Tosia australis, T. aurata, T. rubra, T,
tubercularis.
Perrier beschreibt bei Gelegenheit' seiner Unter-
suchungen über die Pedicellarien der Asteriden eine An-
zahl neuer, meist schon von Valenciennes bestimm-
ter Arten (1. c. p. 233 — 245) : Aster acanthio7i novae Bo-
racensis von Neu- York , Ä. sulcifer von Port Famine,
A. gemmifer mit elf Armen von Chili, so wie eine nahe
verwandte Art aus Neu-HoUand, A. siellionura von Is-
land, A. Lacazii aus Süd -Carolina; (ibid. p. 249 — 251)
Eohmaster Cioiiei von Madagaskar, E. affiiiis von Indien,
E. ortiatKS vom Cap d. g. Hoffn. ; (ibid. p. 253) Ophidia-
ster irregularis von Mayotte, 0. purpureus von den Sey-
chellen, 0. (?) vestitus von unbek. Herkunft, Scytaster
indicus] (ibid. p. 258 — 261) Culcita arenosa von den
Sandwichs -Ins. , C. pulverulenta von unbek. Fundort;
(ibid. p. 270 — 272) Oreaster mammosus aus Zanzibar, 0,
244 Le uckai't: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
Clouei von Diögo - Jouares; (p. 276 — 278) Astrogo7iium
Ernilü, A. duhmm beide von nnbek. Fundort; (p. 279 —
283) Goniodiscus articulatus von den Seychellen, G, acu-
tus von Neu-Holland, G. Miclielini aus Mazatlan; (p. 291
— 294) Asteriscus pulohellus von Messina^ A. calcaratus
aus Valparaiso, A. exigutcs aus Neu-Holland, A. squama-
tus Vater].?, A. Wega aus dem Rothen Meere ; (p. 295 —
298) Astropecten perarmatiis aus der Südsee, A. Samoensis^
A, Muelleri von Kopenhagen, A. myosurus aus dem Mit-
telmeer.
Choriaster granulaius repräsentirt nach L ü t k e n
(Museum Godefroy, IV. Catalog p. XXXV) ein neues
Asteridengenus, das sich vornämlich durch völh'ge Abwe-
senheit der Stacheln und Hautplatten charakterisirt, statt
deren nur eine, weiche lederartige dichtgekörnte Haut
vorhanden ist. Körper hoch, mit fünf kurzen und dicken
Armen. After gross, mitten auf dem Rücken. Porenfel-
der mit zahlreichen Poren, unregelmässig rundlich, scharf
geschieden , auf dem Rücken des Körpers und auf den
Seiten und Rücken der Arme, mit Ausschluss des letzten
Drittheils der Arme, wo sie, wie auf der Unterseite, ganz
fehlen, sonst acht Reihen der Länge nach auf jedem
Arme bildend. Amhulacralpapillen zweireihig in band-
förmigen Gruppen, die innern zu 6 — 7, die äussern gro-
bem gewöhnlich zu 4. Zweizeilige Saugfüsse. Grosser
Radius 105, kleiner 50 Mm.
V. Martens beschreibt in dem v. Decken'sehcn
Reisewerke (S. 126. Tab. I. Fig. 2) den schon früher von
ihm kurz erwähnten ostafrikanischen Pteraster als P. cri-
brosus n.
Echinaster (Ottilia) crassispina und Asterias atlan-
tica, nn. sp. beide von der Brasilianischen Ostküste. Ver-
rill, Transact. Connecticut Acad. I, p. 368.
Das von Verrill (Transact. Connecticut Acad. I.
p. 372) nach einem Californischen Seesterne aufgestellte
neue Gen. Amphiast er, das mit Oreaster und noch mehr
mit Nidorella Gray verwandt ist, wird folgendermaassen
charakterisirt:
Disk moderately developed, flat above and below, with five
der niederen Thiere während der J. 1868 — 1869. 245
broad triangulär rays and tvvo well dcvelopcd series of marginal
plates. Sceleton of the upper formed by regulär, polygonal, spine
bearing tesselated plates witb pores betweeu them; on the lower
side composed of smaller granulated plates, each bearing a tubercle.
Marginal plates granulated around the margin, smooth at centre er
bearing a large smooth spine. Interambulacral plates bearing a
row of smaller inner spines, several on each jjlate, and an outer
series of larger ones, oue to each plate. Sp. n. Ä. insignis Verr.
Ophiurida.
Die Zoospermien von Ophiolepis squamat.a bilden
sich nach Mecznikoff (Bullet. Acad. imper, St. Peters-
bourg T. XIII. p. 285) in demselben Individuum; das die
sich entvi^ickelndcn Eier enthält und zwar im Innern von
zehn kleinen Bläschen, welche paarig auf der Innenseite
von eben so vielen der Bauchfläche aufliegenden Kalk-
stäben aufsitzen. An den jungen bekanntlich rein dop-
pelt symmetrischen Embryonen — die morphologisch den
Pluteusformen gleichzusetzen sind — unterscheidet man
einen aus Schlund und Magen bestehenden Verdauungs-
apparat und daneben drei Schläuche, von denen einer
der linken Oesophagealwand anliegt und das Wasserge-
fässbiäschen darstellt, während die beiden andern zu den
Seiten des Magens gruppirt sind und den lateralen Schei-
ben („wurstförmigen Körpern^) der Auricularien entspre-
chen. Der ganze Innenraum des Embryo erscheint von
einer Menge gefärbter Cutiszellen erfüllt, w^elche Anfangs
das provisorische bilaterale Skelet, dann aber die definitiven
radialen Kalkgebilde produciren. An dem Uebergang des
bilateralen Embryo in den Stern nimmt der oberste Ab-
schnitt keinen Antheil, indem er sich in einen Faden
ausbildet, welcher eine Art Nabelstrang darstellt.
Bei den Pluteusformen der Ophiuriden kommen
nach demselben Beobachter (ibid. p. 286) die lateralen
Scheiben, die auch hier allmählich den ganzen Magen um-
wachsen, schon vor dem Wassergefässbläschen zum Vor-
schein. Der von Müller gesehene „Wulst unter dem
Magen" ist nichts Anderes als eine locale Verdickung
der Larvencpidermis, unter der sich zur Zeit der Bildung
246 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in cl. Naturgeschichte
der Palmae die Cutiszellen in einem solchen Maasse an-
häufen, dass sie den grössten Theil der Leibeshöhle aus-
füllen. Diese Verdickung stellt nun das Lager für die
Bildung der Kalknetze dar, welche zuerst in der Rücken-
hälfte (im Innern des von Müller sogen, zelligen Wulstes)
erscheinen. Bei weiterer Entwickelung wächst die ganze
Masse der fünf Palmen um den Schlund herum, wobei
dieser in's Innere des Ophiurenkörpers eingeschlossen
wird, ohne zu verschwinden. Von dem Pluteus geht
überhaupt nichts weiter, als die Arme und die obere
Körperspitze zu Grunde, indem auch Epidermis und Cutis
direct aus den entsprechenden Geweben der Larve sich
entwickeln.
Eine vollständige Schilderung sowohl der Entwicke-
lungsvorgänge von Amphiura squamata, wie auch der Me-
tamorphose der Opiuriden, mit kritischer Berücksichtigung
der älteren Darstellungen in den Meni. Acad. imper. St.
Petersb. T. XIV. Nr. 8. p. 13-32.
Die Muskelfasern von Ophiothrix fragilis und wahr-
scheinlich noch andern Seesternen haben nach Schwalbe
ein^doppelt schräggestreiftes Aussehen. Archiv für mi-
krosk. Anatomie Bd. V. S. 210.
Lj u ngm an liefert eine Aufzählung der bis jetzt be-
schriebenen Ophinren (Ofvers. kongl. Veatenskaps-Aka-
dem. Förhandl. Bd. 23. p. 303—336), und charakterisirt
dabei eine Anzahl neuer Arten und Gruppen. Wir ent-
nehmen derselben die nachfolgende Uebersicht.
Ordo I. Ophiurae Müll.
Fam. 1. Ophiodermatidae. Papulae orales numerosae,
e quibus infradentales nullae. Papillae dentales desunt. Brachia
robusta, incisuris disci inserta, scutellis brachialibus nndis tecta,
spinas breves, parvas, plerumque oppressas, glabras, nudas, margini
scutelloriim lateralium laevium exteriori insertas, gerentia. Discus
totus vel maxima parte utriraque granis tectus, productionibus binis
trigonis latera brachiorum ad insertionem amplectens. Scuta oralia
minuta vel mediocria in spatiis interbrachialibus haud prolongata.
Rimae genitales quaternae vel binae.
Hieher Ophioderma M. Tr. mit 16 Spec, Ophiopeza Pet. mit 2
Spec, Ophiarachna M. Tr. mit 7 Spec. (darunter neu: Oph. stellata
Singapore und 0. spinosa Ins. Fonaj.
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 247
Farn. 2. Ophiolepididae. Papulae orales terna ad senas,
e quibus rarissime intima infradentalis. Papulae dentales desunt.
Bracbia incisuris disci inserta, scutellis brachialibus nudis tecta,
spinas mediocres vel breves parvas plus minusve oppressas glabras
margini scutellorum lateralium laevium exteriori insertas gerentia.
Discus scutis radialibus et squamis plerumque nudis tectus. Scuta
oralia nuda mediocria vel magna in spatiis interbrachialibus ple-
rumque prolongata. Rimae genitales binae.
Ophiolepis Lütk. (incl. Ophiozona Lym.) mit 8 Arten, Ophio-
cten Lütk. mit 1 Art, Ophioglypha Lym. mit 13 Arten (unter denen
0. 7nultispina neu von Sidney), Ophioceramis Lym. mit 1 Art,
Ophiopus n. gen. mit 0. arcticus von Spitzbergen.
Fam. 3. Amphiuridae. Papillae orales singulae ad qui-
nas, e quibus saepe intima infradentalis. Papillae dentales desunt.
Brachia ventri disci inserta, scutellis brachialibus nudis tecta et spinas
divaricatas glabras vel plus minusve scabras nudas carinis scutello-
rum lateralium insertas gerentia. Discus squamis vel rarissime oute
molli (aut utrimque aut subtus) tectus. Squamae disci et scuta ra-
dialia aut nuda aut spinis vel granis plus minusve crebris instructa
vel rarissime cute molli tecta. Scuta oralia nuda (in genere Pecti-
nura granis tecta) minuta in spatiis interbrachialibus haud prolon-
gata. Rimae genitales binae.
Subfam. 1. Ophionereidioae. Papillae orales plerumque
quinae in ordine continuo dispositae. Infra dentes singula vel binae
papillarum oralium positae sunt. Brachia ad insertionem parum an-
gustiora, spinas plerumque ternas glabras gerentia. Scutella brachio-
rura dorsalia in partes tres vel plures partita. Discus utrimque
squamulis minutissimis nudis tectus. Scuta radialia minutissima
longo seiuncta. Papillae ambulacrales binae vel singulae.
Ophioplocus Lym, 1 Art, Ophionereis liütk. 8 Arten mit 0.
squamata n. von Honolulu und 0. crassispina ebendah.
Subfam, 2. Amphiurinae. Papillae orales singulae ad
quaternae, e quibus saepe intima infradentalis, in ordine continuo
vel interrupto dispositae. Brachia spinas breves vel mediocres gla-
bras vel plus minusve scabras gerentia. Scutella brachiorum dor-
salia integra. Discus squamulis aut nudis aut granis vel spinis vel
rarissime cute molli plus minusve obductis tectus. Scuta radialia
distincta mediocria vel magna, contigentia vel cuneolo squamarum
parum seiuncta. Papillae ambulacrales aut binae vel singulae adsunt.
aut plane desunt.
Divis. 1. Papillae orales ternae vel quaternae, in ordine con-
tinuo dispositae, e quibus plerumque extrema lata trigona squami-
formis et intima cylindrata infradentalis. Ossicula oralia longa. Si-
nus oris angusti, papiliis oralibus semiclausi. Scuta radialia saepe
248 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
magna et plus minusve contingentia. Discus saepe marginatus et
squamis aut nudis aut spinis vel granulis plus minusve obductis
utrimque tectus. Papillae ambulacrales binae vel singulae. Spinae
brachiales mediocres vel breves glabrae plerumque ternae.
Amphipholis Ljungm. 24 Spec. mit A. depressa Singapore, Ä.
integra Port Natal, Ä. hastata Mossambique, Ä. grisea Guayaquil,
Ä. impressa Singapore, Ä. albida Rio-Janeiro, Ä. suhtüis ebendah.j
A. lobata Sidney nn. sp., Ophiophragmus Lym. 9 Arten, unter denen
als neu: 0. antarcticus Magelhaen-St., 0. gibhosus Port Natal, 0-
echinatus Singapore, Ophiostigma Lütk. 2 Arten.
Divis. 2. Papillae orales ternae, in ordine interrupto dispo-
sitae, e quibus intima valida cylindrata infradentalis, media trigona
quamiformis, in summo sinu orali posita, et externa erecta squami-
vel aculeiformis. Ossicula oralia longa. Sinus oris angusti, papillis
oralibus semiclausi. Scuta radialia mediocria, elongata, angusta, intus
divergentia et plerumque parum seiuncta. Discus immarginatus aut
squamis nudis vel spinis vel cute molli plus minusve obtectis utrim-
que tectus. aut subtus nudus squamulis carens. Papillae ambulacrales
aut binae vel singulae adsunt, aut plane desunt. Spinae mediocres vel
minutae glabrae vel scabriusculae, numerosae (quinae ad duodenas).
Ophiocnida Lym. 1 Art, Amphiura Forb. 16 Arten mit A. di-
varicata Singapore, A. Eugeniae La Plata, A. Candida Mossambique,
A. complanata Atlant. Ocean, A. crassipes ebend., A. flexuosa Brasil.
Küste, A. verticillata Gallopagos Ins., A. capensis Port Natal, A.
mageJlanica, A. latispina La Plata, A. atlantica St. Helena nn.,
Ophiopeltis Dub. Kor. 1 Art, Ophiocentrus (n. gen.) aculeatiisn.
Singapore.
Divis. 3. Papillae orales binae, e quibus intima minuta, ple-
rumque infradentalis, et externa lata squamiformis, papillae mediae
generis Amphiurarum respondens. Ossicula oralia longa. Sinus
oris angusti, papillis oralibus semiclausi. Scuta radialia magna intus
divergentia. Discus immarginatus, utrimque squamis nudis tectus.
Papillae ambulacrales desunt. Spinae brachiales ternae minutae
graciles.
Gen. n. Amphilepis mit 1 Art.
Divis. 4. Papilla oralis singulae (media et intima infradenta-
lis generis Amphiurarum desunt) minuta squamiformis. Ossicula
oralia brevia. Sinus oris late patentes. Scuta radialia parum se-
iuncta. Discus in dorso squamis nudis tectus, subtus nudus squamulis
carens. Scuta adoralia utrimque se tangentia, circuli forma os cin-
gentia. Papilla ambulacralis singula. Spinae ternae breves.
Hemipholis Lym. mit 2 Arten, von denen eine {H. afßnis von
Guajaquil) neu ist.
Divis. 5, Papillae orales singulae ad ternas, erectae squami-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 249
formes rotundatae in ordine simplici vel rarius duplici dispositae.
Infra dentes papillae orales desiint vel rarissime binae miniitae ad-
siint. Ossicula oralia brevia. Sinus oris late patentes. Scuta ra-
dialia mediocria vel magna, parum seiuncta. Discus aut marginatus
aut immarginatus, utrimque (?ipatio ori proximo interdum nudo
excepto) squamis, spinulis vel granis plus minusve crebris instruetis,
tectus. Brachia mediocria vel brevia robusta, spinas quaternas ad
septenas breves vel mediocres (rarius longas) crassiusculas obtusas
scabras gerentia. Papilla ambulacralis singula rotundata squami-
formis.
Ophiactis Lütk. 18 Arten, darunter 0. carnea n. von Port
Natal, Ophiopholis Lütk. 3 Arten.
Subfam. 3. Ophiacanthinae. Papillae orales ternae vel
quaternae scabrae, in ordine continuo dispositae. Brachia teretia
spinas senas ad novenas longas scabras gerentia. Scutella brachio-
rum dorsalia integra, lateralia magna utrimque se tangentia vel pa-
rum seiuncta. Discus aut cute molli aut squamis granis vel baculis
brevibus scaberrimis absconditis tectus. Scuta radialia granis vel
baculis brevibus scaberrimis tecta. Papilla ambulacralis singula.
Ophiacantha M. Tr. 4 Arten mit 0. indica n. Singapore,
Pectinura 1 Art.
Farn. 4. Ophiomyxidae. Papillae orales ternae ad septe-
nas, scabrae vel serrulatae ; dentales desunt. Brachia ventri disci
inserta, cute molli tecta, spinas scabras vaginis cutaneis cinctas, ca-
rinis scutellorum lateralium insertas gerentia. Discus squamis di-
stinctis (praeter marginales illas parvas generis Ophiomyxarum) de-
stitutus et simul cum scutis radialibus et oralibus cute molli tectus.
Scuta oralia minuta, in spatiis interbrachialibus haud producta. Ri-
mae genitales binae.
Ophioscolex M. Tr. 2 Arten, Ophioblenna Lütk. 1 Art, Ophio-
myxa M. Tr. 2 Arten.
Fam. 5. Ophiocomidae. Papillae orales et dentales ad-
sunt. Brachia ventri disci inserta, scutellis brachialibus nudis vel
cute vestitis tecta, spinas mediocres vel longas, carinis scutellorum
lateralium insertas glabras nudas vel cute obtectas gerentia. Discus,
in dorso saltem, granis vel cute molli tectus et rarissime squamis
et scutis radialibus nudis ornatus. Scuta oralia minuta vel medio-
cria in spatiis interbrachialibus haud producta. Rimae genita-
les binae.
Ophiocoma M. Tr. 17 Arten, Ophiomastix M. Tr. 2 Arten,
Ophiarthrum Pet. 1 Art, Ophiopsila Lütk. 4 Arten.
Fam. 6. Ophiothrichidae. Papillae orales desunt, dentales
adsunt. Brachia plerumque longa, ventri disci inserta, scutellis bra-
chialibus nudis tecta, spinas longas plerumque scabras vel serrula-
250 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
tas, carinis scutellorum lateralium insertas gereutia. Scuta radialia
maxima trigona plus minusve seiuucta. Discus et scuta radialia
aut spinis, granis vel baculis brevibus scabris, aut cute molli plus
minusve tecta. Squamae disei rarius perspicuae.' Scuta oralia nuda,
miuuta, in spatiis interbrachialibus haud producta. Rimae genita-
les binae.
Ophiothrix M. Tr. mit 29 Arten, Ophiocnemis M. Tr. mit
Art. (0. ohscura n. Siugapore), Ophiogymna Ljungm. 1 Art.
Ordo II. Euryalae.
Farn. 7. Astrophytidae.
Subfam. 1. Astronycinae. Brachia longissima simplicia.
Papulae vel spinae orales plerumque adsunt, dentes verae autem
desunt. Scuta oralia desunt. Verruca madreporacea unica plerum-
que adest. Rimae genitales binae vel singulae.
Astronyx M. Tr. 1 Art, AstroporpaOerst. 3 Arten, Astroschema
Oerst. 1 Art,
Subfam. 2. Trichastrinae. Brachia mediocriter longa,
apicem versus dichotomice partita. Papulae orales et dentes verae
adsunt. Scuta oralia magna. Verruca madreporacea deest. Rimae
genitales binae.
Trichaster Ag. 1 Art.
Subfam. 3. Gorgonocephalinae. Brachia a basi iterum
atque iterum partita, primo dichotomice^ deinde irregulariter. Pa-
pulae vel Spinae orales adsunt, dentes verae autem desunt. Scuta
oralia desunt. Verruca madreporacea aut unica aut rarius Verrucae
quinque minutae adsunt. Rimae genitales binae.
Astrophyton M. Tr. 14 Arten.
Zur Charakteristik der neuen Genera reproduciren wir die
beigegebenen Diagnosen :
Ophiopus. Discus scutis radialibus et squamis nudis tectus.
Incisurae disci obsoletae, papillis destitutae. Papulae orales paucae
in ordini duplici dispositae. Scuta radialia minuta. seiuncta, extus
bina vel singula scutellorum brachialium dorsalium intimorum
amplectantia. Scuta oralia trigona margine aborali valde curvato
vel late angulato pyriformia, parum longiora quam latiora. et in
spatiis interbrachialibus vix prolongata. (Hoc genus inter Ophio-
glyphas et Amphiuras medium tenet locum.)
Ophiocentrus. Discus, parte scutorum radialium minuta
nuda excepta, totus cute molli tectus et in dorso aculeis erectis in-
structus. Papulae ambulacrales desunt.
Lütkeu veröffentlicht (Vidensk. Selsk. Skr.8. Bd. II.
Kjöbenhavn 1869, p. 24 — 109) eine 3te Abtheilung seiner
Additamenta ad historiam Opbluridarum und liefert darin
eine neue Reihe kritischer Untersuchungen und Beschr©i-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 251
bungen, die sich ergänzend und erweiternd an die frü-
heren Arbeiten unseres Verf.'s anschh'essen. Zunächst
macht uns Lütken hier mit zwei neuen Westindischen
Amphiuriden bekannt, die eine mehr oder weniger nackte
Scheibe besitzen und durch ihre sonst unverkennbaren
Beziehungen zu gewissen beschuppten Formen von Neuem
beweisen, dass die Beschaffenheit der äusseren Körper-
hülie für die Systematik der Schlangensterne einen nur
beschränkten Werth hat. Die eine dieser Formen {Ophio-
nema intricata n. gen. et n. sp.) ist mit Ophiopeltis nahe
verwandt, hat aber auf dem sonst ganz nackten und wei-
chen Discus nur Radialschilder und Genitalplatten, die
überhaupt keinem einzigen Schlangensterne fehlen dürften.
Die zweite Form, die Verf. als Ophion ephthy s limi-
Gola (n. ^^i\. et n. sp.) beschreibt, hat ausserdem noch
einen Kranz von Schuppen, der in den Interbranchialräu-
men zwischen den Radialschildern je einen Doppelbogen
bildet und auch bei andern nackten und beschuppten Ophiu-
riden — mit Ausschluss von Ophionema und Ophiopeltis
vielleicht überall — sich nachweisen lässt. Verf. vergleicht
denselben mit den Randleisten der Euryaliden und den
Randplatten der Ästenden. Diesen zwei neuen Formen
schliesst Verf. die Beschreibung einer neuen Amphipho-
lisart an, die vom Amur stammt (^A. fisso) und sich durch
die Zweitheilung der dorsalen Armschilder auszeichnet.
Dieselbe bietet dem Verf. Gelegenheit, die von Lyman
und Ljungman neuerlich vorgeschlagene Auflösung des
Gen. Amphiura in kleinere Gruppen kritisch zu beleuch-
ten und sich dahin auszusprechen, dass dabei nur die
Bildung des Mundes zu Grunde gelegt werden könne,
die Bewaffnung des Diskus aber ohne Berücksichtigung
bleiben müsse. Darauf hin würde die Zahl dieser Grup-
pen auf vier zu beschränken sein, auf das Genus Hemi-
pholis mit einer äussern Mundpapille, das Gen. Amphile-
pis mit einer innern, das Gen. Amphiura s. st. (mit Ein-
schluss von Ophiocnida Ljungm.) mit zweien Mundpa-
pillen, einer äussern und innern, und schliesslich das Gen.
Amphipholis (mit Einschluss von Ophiophragmus Ljungm.)
mit drei Mundpapillen, die durch eine fortlaufende Reihe
252 Leuckart: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
an einander gruppirt sind. Eine dritte Abhandlung ist
den Gattungen Ophiarachna, Ophipeza, Pectinura und Ver-
wandten gewidmet. Verf. liefert darin' den Nachweis,
dass das erstgenannte Genus zwei gut unterscheidbare
Typen enthalte, von denen der eine (mit O. incrassata
u. s. w., auch 0. afßnis n. von den Fitchi-Inseln) mehr-
fach an Ophiocoma erinnert, so dass v. Martens die
eben genannte 0. incrassata neuerlich sogar als eine neue
Art dieses Gen. (Ophiocoma ocellata) beschreiben konnte.
Der zweite Typus, der O. gorgonia, 0. stellata u. a. in
sich einschliesst, nähert sich mehr den Geschlechtern
Ophioderma , Ophiolepis u. s. w. und muss den Namen
Pectinura behalten. Für Pectinura Forbesii Hell, bildet
Verf. ein besonderes Genus mit der Bezeichnung Ophio-
conis. Ebenso, für die Ophiopeza Yoldii Lütken das Gen.
n. Ophio'p samTiius und für eine kleine Ophiodermatide
der Fitschi-Inseln mit feinen und kurzen Borsten auf dem
Discus das Gen. n. Ophiochaeta {0. hirsutan.). Ophio-
arachna spinosa Ljungm. ist mit Ophiopeza fallax Pet.
identisch. Ophiocnemis und Ophioraastix betreffend, giebt
Verf. zunächst eine neue Beschreibung der merkwürdigen
Ophiocnemis marmorata, die mit dem Discus von Ophio-
thrix die Armbildung der Amphiura verbindet. Darauf
folgen Bemerkungen über 0. obscura Lym. und eine
muthmaassliche Varietät dieser Art, so wie die Beschrei-
bung eines jungen Exemplares von Ophiomastix annu-
lata,' das sich besonders durch die Bildung des oberen
Armstachels auszeichnet, indem dieser weder keulenför-
mig ist, noch sich auch sonst von den übrigen unter-
scheidet. Es dürfte überhaupt schwer sein, die Genera
Ophiomastix und Ophiocoma scharf aus einander zu hal-
ten, zumal es Arten giebt, bei denen (0. mixta n. sp. von
Samoa und Fitschi) diese keulenförmigen Stacheln gänz-
lich fehlen und der Discus von Körnern, mit Stacheln
untermischt, bedeckt ist. Auch sonst zeigt die Bewaff-
nung des Discus und die Bildung der Armstacheln man-
cherlei Unterschiede, wie der Verf. durch die beigefüg-
ten Diagnosen der bis jetzt bekannten Arten (unter de-
nen ausser O. mixta noch 0. asperula und 0. caryophyl-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 253
latttj beide ebenfalls von den Fitschi - Inseln) specieller
nachweist. Die Gen. Ophiomyxa und Ophiocoma wer-
den je durch Hinzufügung einer neuen Art, Ophiomyxa
aubtralis und Ophiocoma canaliculata^ beide aus der Bass-
strasse, bereichert. Ebenso das Gen. Ophiacantha durch
O. Fentacrinus, die an einem Exemplare von Pentacrinus
Mülleri in Westindien aus grosser Tiefe hervorgehoben
wurde. Nach unserem Verf. würde übrigens auch die Aste-
rias tricolor Zool. Dan., die man nur unrichtiger Weise
auf eine Ophiothrix gedeutet hat, dem Gen. Ophiacantha
zugehören und wahrscheinlicher Weise mit Ophiactis cla-
vigera Ljungman, vielleicht auch mit Ophiocoma granu-
lata Wall, zusammenfallen. Die Untersuchungen, die
Verf. über das schwierige Gen. Ophiothrix anstellte, führte
zunächst zu der Erkenutniss, dass die wahre Oph. fragilis
auf die Nordmeere beschränkt sei und im Mittelländischen
Meere theils (Adria) durch Oph. echinata M. Tr., theils
(Neapel) durch O. quinquemaculata M.Tr. vertreten werde,
durch Arten, deren specifische Eigenthümlichkeiten unser
Verf. des Weitern auseinander setzt. Ebenso ist auch die
Ophiothrix violacea von Rio-Janeiro (= 0. Kröyeri hüik,)
von der Antillischen Form (0. caribaea Lütk.) verschie-
den. Ein jüngeres Exemplar von O. longipeda hatte
einen völlig nackten Discus ohne Dornen und Stacheln,
(0. planulata Stiraps. ?), wie das auch bei Ophiocoma
Riisei in der Jugend der Fall ist. Im Anschluss folgen
dann noch Beschreibungen von O. striolata Gr., 0. ele-
gans von der Küste Chinas, 0. trilineata von Samoa, 0.
capensis n. , 0. triglochis M. Tr. und Ophiogymna cle-
gans Lgm. Unsere Kenntniss von den Euryaliden ver-
vollständigt Verf. theils durch Aufstellung eines neuen
Genus mit 5 oder 6 unverästelten Armen, Aster omorp ha
{^A, Steenstrupii von unbekanntem Fundort), dessen Ent-
deckung ihn zu einer vergleichenden Uebersicht der ver-
wandten Formen veranlasst, theils auch durch eine Be-
schreibung von Asterophyton Agassizii Stimps. (nach
Grönländischen und Finmarkischen Exemplaren) und A.
muricatum Lmk., das in der Jugend auf der Rückenseite
der Arme mit Tuberkeln besetzt ist. Bei A. asperum
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. R
254 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
finden sich fünf Madreporonplatten und Mundpapillen mit
echten Zähnen, wie bei Trichasfer und Asteromorpha.
Die letzten Capitel der inhaltsreichen Sammlung enthalten
eine vom Verf. auf die Eigenthümlichkeiten der Mund-
bildung gegründete Uebersicht über die Geschlechter der
Ophiuren, die wir mitsammt der schon oben erwähnten
Synopsis der Euryaliden am Schlüsse unseres Berichtes
folgen lassen, so wie eine Kritik der bisher beschriebenen
fossilen Schlangensterne. Aus der letzten heben wir
hervor, dass Ophiurella speciosa Münst. eine fossile Ophio-
coma ist, welcher der Discus fehlt, während Oph. Gries-
bachii Wight, so wie Acrura Cornuelana Roem., A. serrata
Roem. und Palaeosoma MlUeri Phil, am besten bei Ophio-
glypha untergebracht werden. Acrura prisca nähert sich
den Amphiuren. Aber es sind immer nur einzelne Ar-
ten, über deren systematische Beziehungen sich Bestimm-
tes sagen lässt ; die bei Weitem grössere Mehrzahl lässt
— zum Thell aus Gründen der Erhaltung — keine sichere
Deutung zu. Die silurischen Genera Protaster, Taeniaster,
Ptilonaster und Eugaster, die man öfters als Asteriden
oder Euryaliden in Anspruch genommen hat, sind nach
unserem Verf. gleichfalls den echten Ophiuren zuzu-
rechnen. Dagegen ist vielleicht Harlania Halli (Arthro-
phycus Göpp.), die man als eine Fucolde beschrieben
hat, auf Euryalldenarme zurückzuführen.
Die von unserm Verf. aufgestellte Synopsis Ophlu-
ridarum verarum ist folgende:
Farn, 1. Ophiuridae dentibus papillisque orali-
bus niimero diver so praeditae, ubiquepapillisdenta-
libus veris.
A. Ophiuridae »lacertosae«, spinis brachialibus brevibus pafvisque
(appressis), in margine exteruo parum promin enti scutellarum
lateralium insertis.
a. Squamae disci dorsales ventralesquegranulis obtectae.
«. Brachia incisuris marginis disci, scütella dorsalia bra-
chiorum interna amplexis, inserta. Papulae orales et
Spinae laterales brachiorum numerosae. Papulae ambu-
lacrales binae.
««. Rimis genitalibus qaaternis.
Ophioderma M. Tr. (Ophiura Lym.). Scuta oralia in spatia
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 255
interbrachialia haud prolongata, indivisa. üsque ad decem papil-
las orales, quarnm intima infradentalis. Spinae brachiales 7 — 13.
ßß. Rimis genitalibus binis.
Ophiopsammus Ltk. Squamae et granula disci minuta; scuta
radialia haud conspicua. Scuta oralia ut in Ophiodermis. Papulae
orales 7, infima infradentalis. Spinae laterales 6 — 7.
Pectinura Forb. (non Heller). Squamae disci crassiusculae,
scuta radialia conspicua, oralia sutura tranversa divisa, parte ex-
terna in spatium interbrachiale paullum producta. Papulae orales
7 — 9, intima infradentalis. Spinae laterales 7 — 11.
ß. Brachia sub margine disci, non incisuris illius inserta.
Papulae ambulacrales binae.
Ophi oconis n. gen. (Pectinura Hell.). Scuta radialia et ora-
lia granulis omnino obtectas. Papulae orales (?j. Spinae laterales 7.
Ophiopeza Pet. Scuta oralia et scutella adoralia nuda; scuta
oralia accessoria (externa) interdum adsunt. Squamae marginales
disci satis conspicuae; granula et squamae disci ceterae minutissi-
mae; scuta radialia obtecta. Papulae orales 10, Spinae latera-
les c. 13.
b. Squamae disci setis brevibus gracilibus confertis ob-
tectae.
Ophiochaeta Ltk. Brachia incisuris disci haud inserta. Scuta
radialia obtecta, oralia indivisa, rimae genitales siraplices (10) ; cetera
ut in Ophiodermis.
c. Squamae disci nudae, nee granulis, nee spinulis ob-
tectae.
«. Brachia incisuris disci (ut in Ophiodermatis) inserta.
««. Scuta oralia scutiformia, in spatia interbrachia-
lia producta.
Ophiolepis M. Tr. (c. Ophiozona Lym.). Squamae disci dor-
sales (interdum etiam ventrales) zonis squamularum marginatae. Pa-
pulae orales utrimque 5, praeter singulam infradentalem imparem.
Spinae laterales 2 — 7. Papulae ambulacrales geminatae.
Ophioglypha Lym. (Ophiura Forb. Ltk.). Squamae disci zonis
squamularum haud cinctae. Scuta oralia maxima, scutella ventra-
lia brachiorum nuda. Incisurae disci papilliferae. Papillae orales
3 — 6 (vulgo 4—5) inter papillam imparem infradentalem et seriem
duplicem papillarum, pedum oralium externarum basin cingentiura.
Spinae laterales 1—3 (8); papillae ambulacrales 1—5.
ßß. Scuta oralia spatulata, manubrio tenui solo in spa-
tium interbrachiale parum prolongato.
Ophioceramis Ltk. Scutella dorsalia brachiorum bifida. Spi-
nae brachiales 3 — 4, papillae ambulacrales geminatae, orales 4 prae-
256 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ter papillas vel potius tubercula deutalia 2 vel 3, dentibus latis
subposita.
/?. Brachia ventro disci, non incisuris marginis inserta.
Ophiocten Ltk. Incisurae disci parvae, papilliferae. Cetera
ut in Ophioglyphis (papillae orales 5, ex parte connatae, ambulacra-
lis 1, Spinae laterales 3 etc.).
Ophiopus Lgm. Incisurae disci parum conspicuae, nullis pa-
pillis, sed scutella dorsalia intima duo vel uuum tarnen amplexae.
Scuta oralia in spatia interbrachialia haud producta. Papillae ora-
les 3 — 4 ordine duplici interrupto dispositae, spinae laterales 3 — 4,
papillae ambulacrales 1 — 2.
B. Opiuridae echinatae, spinis bracbialibus, carinis scutellorum
lateralium insertis, horridae.
a. Papillarum oralium parium numerus ternarium excedens
(4 — 8) ; accedit saepius infradentalis impar.
«. Squamulae disci minutae, nudae. Spinae laterales bre-
ves 3.-
Ophionereis Ltk. Sqiianiae disci minutissimae, tenuissimae; scuta
radialia minuta; scutella dorsalia tripartita; papillae orales 4 — 5
praeter infradentalem imparem. Papilla ambulacralis 1.
Ophioplocus Lym. Squamae disci minvitae, satis crassae; scuta
radiata inconspicua; scutella dorsalia multipartita. Papillae ambu-
acrales 2, orales 5—6 praeter imparem infradentalem.
ß. Discus mollis (nudus), granulatus vel asper. Spinae la-
terales longae 4 — 9.
Ophioblenna Ltk. Discus et scutella brachialia tenuia inte-
gumento molli obvoluta. Papillae orales 8 — 10, infradentali impari
nulla. Spinae laterales 7 graciles, vitreae, serrulatae; papillae am-
bulacrales 2.
Ophiarachna M. Tr.), Ltk. Disci squamulae granulis obtectae.
Scuta oralia sutura transversa bipartita ut in Pectinura, parte ex-
terna in spatium interbrachiale parum producta. Papillae orales
7 — 8 praeter infradentalem imparem. Spinae laterales 3—6, gla-
berriraae; papillae ambulacrales 2.
Ophiacantha M. Tr. Discus aut totus aut in costis radialibus
solis granulis vel baculis brevibus asperis obsitus. Spinae laterales
6 — 9, asperae, haud vero serrulatae. Papulae orales 4 — 5 praeter
infradentalem imparem, ambulacrales 1.
b. Papillae orales 1 — 3, infradentali impari nulla; spinae
brachiales breves.
«. Papillae orales 3, quarum intima infradentales, Se-
rie continua, haud interrupta.
Amphipholis Lym. (c. Ophiophragmo Lym.) Discus squamatus,
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 257
cuius interdum aut venter aiit cum venire etiam dorsum baculis mi-
nutis tegitur, in aliis raargo serie papillarum erectarum cingitur.
Scnta radiaHa seraper nuda. Spinae laterales 3 — 5, papillae ambu-
lacrales 1 — 2.
Ophiostigma Ltk. Squamae disci utrinque et scuta radialia
granulis vel spinis brevissirais obdiicta. Spinae laterales 3, papillae
ambulacrales 2.
ß. Papillae orales 3 (rarius 4), infradentalibus nuUis.
Ophiopholis M. Tr. Squamae disci dorsales et ventrales gra-
nulis vel spinis brevibus vel longiusculis obtectae. Scutella dorsalia
brachiorum squamulis cincta, spinae laterales 5 — 7, papilla ambu-
lacralis 1.
y. Papillae orales 1 — 2, quarum infradentales nullae.
Ophiactis Ltk. Squamae disci spinulis brevibus plus minus
obsitae. Brachia 5—6, satis brevia. Spinae laterales 5 — 7, papilla
ambulacralis 1, orales 1 — 2,
Hemipholis Lym. Discus tjquamatus, granulis et spinulis
nuUis, subtus partim cute nudo molli tectus, Papillae orales sin-
gulae, externae. Brachia longissima, spinae laterales 3, papilla
ambulacralis. 1.
J. Riraae oris apertae, papillis oralibus binis, late se-
iunctis, intima infradentali. Brachia longissima, tenuia.
Amphiura Forb. (c. Ophiocnida Lym.) Discus squamatus,
rarius subtus mollis vel spinis brevibus obtectus, spinae laterales
5-12, papillae ambulacralis aut singulae aut binae.
Ophionephthys n. Discus ex parte cute molli nudo, ex
parte squamis duris obtectus. Cetera ut in Araphiuris. (Spinae
laterales 4 — 5, papilla ambulacralis 1.)
Ophiopeltis Düb. Kor. Discus, scutis radialibus angustis ex-
ceptis, cute molli, squamulis minutissimis, tectus. Spinae laterales
3 — 4, secunda ab infima securiformi, papillae ambulacrales nullae.
Ophionema n. Differt a praecedenti squamulis disci omnino
deficientibus et spina securiformi nulla.
Ophiocentrus Lgm. Discus, excepta parva parte scutorum
radiaiium nuda, cute molli tectus et in dorso aculeis erectis in-
structus. Spinae laterales 7, papillae ambulacrales nullae.
e. Rimae oris apertae, papilla singula (pari) infraden-
tali. Brachia longissima, tenuia.
Amphilepis Lgm, Discus squamatus ut in Amphiuris, spinae
laterales 3, papillae ambulacrales uullae.
Fam. 2. Ophiuridae echinatae, papillis infradenta-
libus numerosi s instructae.
A. Rimae oris papillis oralibus instructae.
258 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ophiocoma M. Tr. Discus squamatus, granulatus; papillae
orales 4; Spinae laterales magnae, glaberrimae 3 — 7; papillae am-
bulacrales 1 — 2.
OphioDiastix M. Tr. Discus cute molli, nudo fsed tarnen
squamulato) tectus aut baculis humilibus vel spinis elongatis, aut
spinis et granulis inter se mixtis confertim obsitus. Cetera Opio-
comae. (Spinae laterales 3—4, papillae ambulacrales 2.)
Ophiopsila Forb. (Ophianoplus Sars). Discus et scutella bra-
chialia cute molli, in disco tarnen squamulas tenues gerente, ob-
tecta; scuta radialia plus minus conspicua. Papillae orales 2.
Spinae laterales 5—12, papillae ambulacrales 2, quarum interior
elongata, spiniformis, alteram in decussis modum tangens.
Ophiarthrum Pet. Papillae orales 4, Spinae laterales 2 — 3,
papillae ambulacrales singiilae, breves ; cetera Ophiopsilae.
B. Rimae oris nudae, papillae orales nullae. Scnta radialia maxima.
Ophiocnemis M. Tr. Zonae radiales disci squamatae, nudae
vel granulatae. Spinae laterales 3 glabrae, papillae ambulacrales
nullae.
Ophiogymna Lgra. Discus, parte minuta externa scutorum
radialium excepta, cute molli nudo tectus. Spinae laterales brachio-
rum ceteraque ut in genere sequente.
Ophiothrix M. Tr. Zonae radiales squamatae, spinis asperis
brevibus vel longiusculis, setaceis obtectae, scuta radialia aut simi-
liter tecta aut glabra. Spinae brachiales 5 — 10, asperriraae vel ser-
rulatae, plus minus elongatae, fragiles et vitreae. Papillae ambula-
crales aut singulae aut nullae.
Fam. 3. Ophiuridae disco, brachiis et spinis cute
molli obductae, spinis oralibus vel papillis oralibus
dentiformibus solis instructae.
A Papillae orales et dentes verae inter se similes, latae, compla-
natae, acie dura, vitrea, plus minus denticulata.
Ophiomyxa M. Tr. Papillae orales 3, spiuae brachiales 4—6,
breves, asperae, papillae ambulacrales nullae.
B. Spinae orales dentium et papillarum oralium loco maxillas et
rimas oris obtegunt.
Ophioscolex M. Tr. Spinae brachiales asperae 3—4, papillae
ambulacrales aut singulae aut nullae.
Für die Euryaliden wird von unserem Verf. folgende Sy-
nopsis gegeben :
A. Brachiis simplicibus.
a. Rimae genitales biuae in fossis, scutis oralibus immediatim
iuxappositis, approximatae.
Asteronyx M. Tr. Rimae genitales in intima parte ventrali
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 259
disci, discus et brachia omnino nuda; Spinae ambulacrales breves
4, longa una, orales papillarum oralium et dentinm locum tenentes.
Asteromorpha n. Rimae genitales in lateribus disci, in
angulis brachiorum; discus et brachia granulata, haec autem ad
basin nodosa; Spinae ambulacrales breves binae; papillae orales et
dentes adsunt.
b. Rimae genitales seiunctae, ad basin brachiorum, non in
Ibssa communi binae,
Asteroschema Oerst, Ltk. Discus et brachia granulata, ceterum
laevia; Spinae ambulacrales binae; papillae orales, dentes?
Asteroporpa Oerst. Ltk. Costae disci et brachia profunde
annulata, asperrima; Spinae ambulacrales 5 aut 6; Spinae orales.
Hemieuryale v. Mart. (?)
B. Brachiis divisis.
Trichaster Ag. Brachia divisa in extrema parte modo ; rimae
genitales approximatae , in angulis Jbrachiorum, i. e. in lateribus
disci, sed non fossa communi iunctae. Papillae orales et dentes ve-
rae adsunt.
Asterophyton M. Tr. Brachia divisa a basi inde; rimae
genitales late seiunctae, ad basin brachiorum; pro dentibus et pa-
pillis oralibus Spinae orales plerumque adsunt.
Ljmau giebt einen Excurs über das Gen. Am-
phiura und die darin zu unterscheidenden natürlichen
Gruppen (Ophiactis, Ophiostigma, Ophiocnida, Ophio-
phragmus u. s. w.) und critisirt dabei die vonLjungman
aufgestellten Genera Amphipholis und Amphilepis, von de-
nen er bloss das letztere anerkennt. Gleichzeitig sucht
derselbe in einer synoptischen Tabelle die bisher beschrie-
benen Species übersichtlich neben einander zu ordnen.
Einzelne Arten sind so wenig verschieden (wie z. B. Am-
phiura elegans, tenera, violacea_, microdiscus u. s, w.), dass
man sich versucht fühlt, sie als blosse locale Varietäten
gelten zu lassen. Bull. zool. Museum Cambridge p. 335
—339.
Durch die von Pourtales gesammelten Arten ist
die Zahl der Westindischen Ophiuriden bis auf 63 ge-
kommen. Wie Ljman, der diese Thiere in den schon
mehrfach angezogenen Contributions to the fauna of the
gulf stream (Bullet. Zool. Mus. Cambridge p. 309—354)
'bearbeitet hat, angiebt, gehören davon 59 ausschliesslich
dem westindischen Archipelagus an. Nur eine Speciey
260 Leuckart: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
(Ophiomyces frutectosus n.) ist sicher, zwei andere wahr-
scheinlich (Asterophyton arboresccns und Amphiura tenera
= A. elegans?) mit Europäischen Formen identisch, eine
vierte {Ophioglypha acervata n.) zeigt mit einer Europäi-
schen eine grosse Aehnlichkeit (0. albida). Desto auflfallen-
der ist die Analogie mit gewissen Formen der Westküste
von Panama, obwohl vollständig damit identische Species
nicht vorkommen. Die 20 neu von Pourtales aufge-
fundenen Arten stammen, mit einer einzigen Ausnahme,
sämmth'ch aus einer Tiefe von unter 100 Faden und wer-
den um so fremdartiger, je tiefer ihre Fundstätte liegt.
Was unter 250 Faden Tiefe lebt , gehört grossentheils
neuen Gattungen an, w^ie aus dem nachfolgenden Ver-
zeichnisse hervorgeht. Ophioglypha. acervata (30 — 125
Faden), 0. falGifera{'^ll ¥.), Ophiocten depressum (S16F.),
0 pkiomiiscuon- (n.gen.) eburneimi {210— 326 F.), Ophin-
oantha meridionalis = Oph. pentacrinus Ltk.? (237—
327 F.), Ophiomitra (n. gen.) valida (120 F.), 0. ser-
tata (315 F.), 0 phio chon drus (n. gen.) convoluUis
(270 F.), Ophiactü humilis (125 F.), 0. plana (117-140 F.),
0. loricata (110 F.), Amphiura semiermis (377 F.), A.
grandisquama (174 F.), A. pulchella (39 F.\ Ophiocnida
olivacea (40 — 117 F.), 0 p hi othamnus (n. gen.) vica-
rius (15 — 135 F.), Ophiomyces (n. gen.) mirahilis (237
—306 F.), 0. frutectosus (77—160 F., von Smitt und
Ljungman auch in einer Tiefe von 117 Faden in der
Nähe der Portugiesischen Küste gefischt), Ophiocreas
(n. gc^n,) hmibricus (125 — 130 F.), Astrophyton mucro7ia-
tum (120 — 125 F.), Astrogomphus (n. gen.) vallatus
(94—119 F.).
Die neuen Genera werden charakterisirt wie folgt :
Ophiomuscum Lym. Teeth: no tooth-papillae ; mouth-pa-
pillae soldered in a continuous row, so that their former outlines
are scarcely to be seen. Disk covered by plates and radial shields,
all of which are intimately soldered. forming a surface like porce-
lain. Upper and under arm-plates minute : side arm-plates meeting
above and below; swelled, intimately soldered with the neighbouring
parts. No tentacle pores beyond the basal arm-joints. Small arm-
spines on outer edge of arm-plates. Two genital slits in each inter-
brachial Space.
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 261
Ophiomitra Lym. Teeth: numerous, sraall, nearly equal
mouth-papillae; no tootli-papillae. Disk flat, circular, and erect, cove-
red with scales and radial shields, and beset with thorny spines or
stumps. Arm-spines rongh. Side arm-plates large and nearly or
quite meeting above and below.
Ophiochondrus Lym. Teeth and naouth-papillae: no tooth-
papillae. Disk granulated; contracted, so that the interbrachial
Spaces are re-enteriiigly curved and are fiirther much reduced by
the encroachement of the stout arnis. Side mouth-shields wide and
thick and meeting within. Side arm-plates meeting below, and there
closely soldered so as to forme a continuous beit. Two genital slits
in each interbrachial space.
Ophiotliamnus Lym. Teeth: no tooth-papillae : mouth-pa-
pillae, of which the outer is much the broadest. Side mouth-shields
long and stout, extending outside the mouth-shields and making,
with them, a compicuous raised pentagon. Side arm-plates large,
meeting above and below, and bearing slender, rough spines on their
sides. Disk pufifed and overlying the bases of the arms, covered
with scales and radial shields, which are beset with spines.
Ophiomy ces hym. Theet; no tooth-papillae; numerous wide,
flat mouth-papillae , which are turned downwards and outwards, and
arranged in two or more imbricated rows, covering the whole
mouth-angle. Side mouth-shields large and meeting above. Disk
finely scaled, without visible radial shields. Arm-spines withiu the
disk shorter, stout er, and of a different character from those of
the joints further out.
Ophiocreasljjm. (e fam. Asterophytid.) Disk and arms uni-
formly covered by soft skin bearing microscopic grains. Disk small;
its interbrachial outlines re-enteringly curved ; five pairs of narrow,
rather high radial ribs running from the margin quite to the centre.
Arms simple, very long and smooth; the joints indicated by very
slight depressions. Small arm-spines standing just above the tenta-
cles. Teeth: one or more tooth-papillae; mouth-papillae arranged
in a clump on the side of the mouth-frame, and above its lower
edge. Two genital slits, nearly as long as the disk is high. (Un-
terscheidet sich von x^steroschema besonders durch den Besitz der
Zähne.)
Ästrogomphus Lym. Disk wäth ten low, very narrow ra-
dial ribs, running nearly to its centre and beset with numerous spines.
Arms simple. Skin of arms and disk covererd by a mosaic of small
flat grains; the joints of the former distinguished by ridges, each
of which consists of belts of grauules, some of them bearing minute
hooks. Arm-spines like thorny stumps and arranged in clumps just
above the tentacle pores. Teeth: tooth-papillae and mouth-papillae
262
Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
all similar and spiniform. Two genital slits in each interbrachial
Space.
Ljungman handelt om nagra nya arter of Ophiu-
rider (Ofvers. kongle ventensk. akadem. förhandl. Bd. 23,
p. 163 — 166) mit ßesclireibungen von Ophiogymna
(n. gen.) elegans n. von Singapore und Hongkong, Ophio-
thrix clypeata n. von Singapore, Ophiactis mageUanica n.
O, fragilis n. ans der Siidsee, Ophiophragnms Loveni von
Rio-Janeiro , Amphipliolis (n. gen.) Januarii n. von
Rio-Janeiro , Ophmra (Ophiogljpha) Kinbcrgi von Neu-
Holland.
Diagu. gen. n. Ophiogyma Ljimgm. Discus, parte miuuta
nuda in scutis radialibus supra insertionem brachiorum excepta, to-
tus cute moUi tectus, inermis, Ossicula oralia nuda, papillis orali-
bus carentia. Papulae dentales adsuut. Brachia longa Spinae bra-
chiales nudae, scabrae. (In armatura oris cum Gen. Ophiocnemide
et Ophiüthrice congruit, differt autem disco cute moUi tecto et
armatura plane carente.)
Diagn. gen. n. A mp h ip holis Ljungm. Discus utrimque squa-
mulis nudis tectus, dorso aut marginato aut immarginato. Scnta ra-
dialia distincta aut plane contingentia aut plus minusve cuneolo squa-
marum seiuncta. Papulae orales quaterna vel ternae in ordinine con-
tinuo dispositae. Brachia quinque vel rarissime sex. (A generibus He-
mipholide et Amphiura uumero et dispositione papillarum oralium et
a gneribus Ophiocnida et Ophiophragmo nee non ab Ophiostigmate
disco granulis vel spinis carente differt.)
Die einzige im Scliwarzen Meere vorkommende
Ophiuride — vielleicht das einzige daselbst lebende Echi-
noderm ~ ist eine Art des Gen. Amphiura (A. Stepa-
novit Czern.). Ts ch ern ia wsky in den Protocollen der
Moskauer Naturf. Versammlung 1869.
Unter den von Kühl und van Hasselt abgebilde-
ten Ophiuren wird als neu bezeichnet Ophiocoma picta
Java und Timor und Ophiothrix serrata von Cap, Bantam.
Bijdragen 1. c. p. 6 u. 9. Tab. V u. VIIT.
B r a d j und Robertson constatiren durch ihre Drag-
gungen das Vorkommen des sonst nur aus dem Mittel-
meere bekannten Ophianoplus annulosus Sars an derWest-
küste Irlands. Ann. and Mag. nat. bist. Vol. HL p. 355.
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 263
Pelmatozoa.
Schon im letzten J. B. haben wir die Mittheilung
gebracht, dass Lütken die bei zahlreichen fossilen Cri-
noiden vorkommende zapfenförmige Erhebung der Kopf-
scheibe als Afterröhre und nicht als Rüssel gedeutet wissen
will. In einer neueren Arbeit über denselben Gegen-
stand (endun en par ord om de gamle Söliliers snabel og
mun^ Videnskab. meddel. naturh. foren. Kjöbenhavn 1869.
p. 160 — 188) sucht derselbe Verf. diese seine Ansicht nicht
nur weiter zu begründen, sondern auch der Art auf die
Cystideen auszudehnen, dass er die bekannte fünf klappige
Pyramide derselben gleichfalls als Afterröhre in Anspruch
nimmt. Die scheinbare Abwesenheit einer eignen Mundöff-
nung erklärt Verf. — dabei in Uebereinstimmung mit der
zuerst von Schultze (Monographie der Echinodermen
des Eifeler Kalkes Wien 1866) ausgesprochenen Ansicht —
durch die Annahnie, dass derselbe mitsammt den davon
ausgehenden Ambulacralrinnen bis zur Armwurzel über-
dacht gewesen sei , und in der That spricht dafür nicht
bloss der Umstand, dass zahlreiche scheinbar mundlose Cy-
stideen an der Basis der Arme Oeffnungen tragen, die in
die Tiefe führen und mit radiären Canälen im Zusam-
menhang stehen, welche offenbar nichts Anderes als
gedeckte Ambulacralrinnen sind, sondern noch überzeu-
gender vielleicht das Verhalten von Hyponome, einem
Echinoderm, in dem wir zu unserer üeberraschung durch
Loven eine jetzt noch lebende — freilich sehr ophiu-
renartige — Cystidee kennen gelernt haben.
Hyponome Sarsii (n. gen. et n. sp.) ist ohne
Stamm, Calyx und Pinnulä, von der Gestalt einer klei-
nen Euryaiide, mit fünf kurzen und breiten, zwei Mal
gespaltenen Armen. Die Ambulacralfurchen, die an den
Armen das gewöhnliche Verhalten zeigen, verwandeln
sich auf der Scheibe durch Randverwachsung in geschlos-
sene Röhren, die zu dem gleichfalls unter der äusseren
Haut verborgenen Munde führen, wie es auch bei zahl-
reichen fossilen Crinoiden vorkommt. Die Existenz einer
interradialen Auswurfsröhre von conischer Gestalt theilt
das Thier mit Comatuia und Antedon. Die Mundfläche
264 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ist mit kleinen Schuppen bedeckt, die auch auf die
gegenüberliegende Fläche übergreifen, hier aber in der
Mitte ein regelmässig gestaltetes Mittelfeld frei lassen,
das wie die Arme mit einer weichen Haut überzogen
ist. Der Seestern stammt von Cap York aus der Tor-
resstrasse. Annal. and Mag. natur. bist. 1869. Vol. IV.
p. 159, übersetzt aus Forhandl. Scandinav. Naturforsk. Chri-
stiania 1868, oder Cpt. rend. T. 69. p. 711, 712.
Nicht minder interessant ist die Entdeckung des
schon im letzten Jahresberichte kurz erwähnten hhi-
zoor^tnu\s lofoiensis Sars, der den gestielten Crinoiden
zugehört, sich aber durch die Bildung seines Kelches und
andere Eigenthümlichkeiten von den Pentacriniden auf-
fallend unterscheidet und mehr den fossilen Apiocrini-
den, besonders dem Gen. Bourgueticrimis aus der weis-
sen Kreide anschliesst. Pourtales, der denselben bei
seiner Tiefgrundfischerei auch im Golfstrom auffand, wäh-
rend die von Sars beobachteten Exemplare von den
Lofoten und aus dem Busen von Drontheim stammten,
wo sie in der Tiefe (von 1 — 300 Faden) massenhaft zu
leben scheinen, hat ihn, ohne von Sars früherer Ent-
deckung zu wissen, sogar ohne Weiteres diesem Genus
einverleibt und als B. Ilottessieri beschrieben. Es ist
ein Thier von unbedeutender Grösse, mit einem 12 — 70 Mm.
langen Stiele und fünf (selten 4, 6 oder gar 7) unver-
ästelten Armen, die einem kleinen, kaum 2 Mm. langen,
konischen Köpfchen aufsitzen. Der Stiel besteht aus
22—67 Gliedern, die an den Gelenkenden oben und un-
ten in entgegengesetzter Richtung — wie das Verf. auch
an den Pentacrinoiden von Antedon Sarsii beobachtete —
zusammengedrückt sind und unterhalb des obern Gelenk-
endes in der hinteren Stielhälfte zwei verästelte Girren
tragen, die in der Richtung des längsten Querdurchmessers
stehen und wurzelartig mit ihren Ausläufern das Thier
an fremden Gegenständen (Bryozoen, Foraminiferen u.s.w.)
befestigen. Die Zahl der cirrentragenden Stengelglie-
der wechselt je nach der Grösse des Thieres von 3 — 32.
Nach oben nehmen dieselben an Dicke und Länge all-
mählich ab, bis zum Köpfchen, das von einem einzigen
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 265
becherförmigen Gliede gebildet wird, an dem man kei-
nerlei deutliche Spuren einer weiteren Zusammensetzung
nachweisen kann. Sars vergleicht dieses Segment der
Centro-Dorsalplattc von Antedon und glaubt auch im
Grunde desselben, wie bei letzterm, die Rudimente der
Basalia nachweisen zu können. Ebenso sind auch die un-
teren Radialia in das Innere des Bechers eingeschlossen,
während die beiden andern über den Rand desselben her-
vorragen und die aus 28— 36 Gliedern bestehenden Arme
tragen, deren Länge bei den grossesten Exemplaren, bis
10 und 11 Mm. misst. Mit Ausschluss der fünf untern
trägt jedes dritte Armglied alternirend rechts und links
eine aus 11 — 12 Segmenten gebildete, verhälinissmässig
grosse Pinnula. Bei einem Individuum erschienen die
untersten Pinnulä aufgetrieben und im Innern mit einer
Zellenmasse gefüllt , die Verf. nach der Analogie mit
Antedon als unvollkommen entwickelte GeschlechtsstofFe
in Anspruch nimmt. Die Vorderfläche des Köpfchens
hat eine lederartige Beschaffenheit, die von kleinen , in
das Perisom eingelagerten, ziemlich isolirten Kalkkörper-
chcn herrührt. In den fünf zapfenartig vorspringenden
Lippen werden diese Körperchen aber grösser, so dass
sie die ganze Fläche derselben einnehmen und förm-
liche Oralia darstellen. Die Ambulacraltentakel bilden
im Umkreis des Mundes einen Ring von 20 fingerför-
migen Fortsätzen und gehen von da, die Ambulacral-
rinnen entlang, auf die Arme über. Der After steht
in Form einer ^varzenförmigen Papille, wie gewöhnlich,
in einem Interradius. Die Arme entwickeln sich merk-
würdiger Weise in einer verhältnissmässig sehr späten
Lebenszeit, wie daraus hervorgeht, dass Exemplare von
20 — 30 Mm. Stiellänge statt derselben nur die unteren
Radialia besitzen, von denen dann erst allmählich die
vordem Radialia und die Brachialia in Form einer An-
fangs sehr kleinen und schmächtigen Gliederreihe hervor-
kommen. Ebenso entstehen die Pinnulä erst dann, wenn
die Arme 11 — 13 Glieder erkennen lassen, die untern
zuerst, die obern später. Die Vergrösserung der Glie-
derzahl geschieht sowohl an den Pinnulä und Armen, wie
266 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
auch an den Girren durch Neubildung am freien Ende.
Ebenso vermehrt sich die Zahl der Stengelglieder durch
Einschiebung unterhalb des Köpfchens. Mem. crinoides
vis. Christiania 1868. Quarto. S. 1—64. Mit Abbild.
Zur näheren Charakteristik de.-;! raerkwlirdigen Ge-
schöpfes lassen wir hier die von Sars gegebene Cha-
rakteristik folgen :
Bhizocriivus n. gen. e classe Crinoideorum. Columna articu-
lata, longa, teuuis, canali centrali angulato perforata, apice incras-
sato obconico uni- articulato, extremitate inferiore nee dilatata nee
adnata. Articuli elongati, teretes, superiores subcylindrici, ceteri
medio magis minusve constricti extremitatibus tumidis et alter-
natim paulo compressis ita, ut axis longior faciei glenoidalis extre-
mitatis inferioris ciiiusque articuli cum eodem extremitatis superioris
angulum formet obliquum. Facies glenoidalis horiim articulorum
subelliptica, striis radialibus nuUis. linea ornata eminente (crista
articulari) utrinque dentata secundura axin longiorem extensa et
excavationibus duabus rotimdatis, medio couflnentibus, secundum
axin breviorem extensis. Cirri filiformes, cylindrici, articulati et,
velut articuli columnae calcarei, canali centrali circulari permeati,
dichotomo-ramosi , basi crassiores sensimque apicem versus ma-
xime attenuati. Hi cirri in numero vario, semper autem continuo,
articulorum inferiorum columnae obvii, e duobus punctis oppositis,
in parte superiore tumida cuiusque articuli paululum infra extre-
mitates lineae glenoidalis sitis et cum iisdem articuli proximi regu-
lariter alternantibus, prodeunt singuli (interdum duo, fortasse pro
ramis unius cirri basi bipartiti habendi), libere extrorsum porrecti
et denique apice (saepissime in discum irregulärem expanso , de
cujus peripberia filicula brevissima repentia exeunt) alienis corpo-
ribus adnati. Extremitas libera articuli infimi columnae semper
pluret cirros emittit. Calyx apicem dilatatum columnae crassitu-
dine aequans, e numero radiorum compositus miro modo variabili
saepissime quidem 5, haud raro autem 4, aut 6, rarissime 7. Basalia
extus iriconspicua (forsan rudimentaria et intus in spatio centrali
annuli adhaesione radialium infimorum formati relicto sita, cum
his et inter se connata). Radialia infima (prima) pari modo extus
haud visibilia, snbtriangularia, cum columna et inter se connata.
Radiale secundum et tertium libera sat magna, elongata, compressa,
subtetragona, secundum cum primo vera articulatione (musculis
duobus), cum tertio sutura (absque musculis) coniunctum. Radiale
tertium non axillare. Radii calycis scilicet non sunt divisi et quisque
radius in brachium simplicem continuatur, numerus brachiorum
itaque velut radiorum saepissime 5, rarius 4 aut 6, rarissime 7.
Bracliia brevia, apicem versus parum attenuata ex articulis (brachia-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 267
libus) haud numerosis öomposita, sectione transversa semilunaribus,
fere aeque lougis ac latis, subsymmetricis, margine latero-ventoali
trali roduntato, non in processus eiongato. Quodque brachiale al-
tera sua extremitate articulatione vera (musculis duobus), altera
sutura (syzygio) cum articulo proxirao coniunctum itaque facies
glenoidales musculis praeditae cum iis musculis destitutis per totam
longitudinem brachii regulariter alternantes.
Pinnulae ex articulis brachii epizygalibus (duobus primis ex-
ceptis) alternatim dextrorsum et sinistrorsum prodeuntes, lineares,
apicem versus parum vel fere prorsus non attenuatae, in medio
brachii longiores ex articulis haud numerosis compositae. Sulcus
tentacularis disci, brachiorum pinnularumque laminis calcareis (e
trabeculis reticulatis compositis) marginatus sat magnis, ovalibus,
basi affixis ceteroquin liberis et raobilibus, oblique transversaliter
positis, utrinque seriem longitudinalem cum opposita alternantem
formantibus et tentacula retracta obtegentibus, Vesiculae globosae
coloratae (velut in Antedone obviae) plane obsunt.
Os .circulare in centro disci, circulo tentaculorum ciuctum:
duorum radialium ad originem cuiusque sulci tentacularis et duorum
interradialium intus ad quemque angulum oralem. Tentacula haec
radialia, sicut ea sulcos ventrales disci brachiorumque occupantia,
longe extensilia, tenuia, cylindrica, papillis cylindricis brevibus te-
nuissimis obsita, spicula calcarea irregulariter reticulata in cute
continentia; interradialia illis breviora, flexilia, sed ut videtur pa-
rum extensilia, papillis similibus, sed densioribus, obsita, cute spi-
culis calcareis destituta. Anguli orales (i. e. anguli centrales area-
rum interradialium disci) laminae prominentes, erectiles seu quasi
valvulae sese aperientes et occludentes, lingulatae, calcareae, e tra-
beculis compositae reticulatis, sed raulto minoribus, suborbicularibus
aut irregularibus et male circumscriptis. Anus apertura circularis
areae interradialis medio fere inter os et peripheriam disci, non tu-
bulosa, margine simplice (haud crenulato).
Genitalia in pinnulis brachiorum inferioribus velut in Ante-
done intumescentibus inclusa.
Kaum entdeckt, ergiebt sich Rhizocrinns alsbald
als ein Crinoide von weiter geographischer Verbreitung.
Wie Graf Pourtales das Vorkommen derselben an den
Corallenriifen Florida's nachwies (J. B. 1868—69. S. 209),
so fanden auch Carpenter und Thomson denselben
(Ann. and Mag! nat. hist. Vol.IV. p. 114 mit Holzschnitt)
an der Nordküste Schottlands.
Von fossilen Crinoiden erwähnen wir den Pentacrl-
nus subangularis, der nach Queensted t's Angaben (das
268 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
schwäbische Medusenhaupt, Stuttgart 1868) auf einem
Stiele von mehr als 50 Fuss Länge aufsass und eine Krone
mit 20i-20 Hauptarmen (1400 Nebenarmen, 300000 Ten-
takeln, mindestens 5 Millionen Gliedern) trug. DieThiere
waren in Gruppen von 20 — 30 Stücken mit ihren Stie-
len zu einem Bündel vereinigt, aus dem sie sich dann
einzeln ablösten.
Römer berichtet über ein monströses Exemplar
vcii Encrinites liliiformis, bei dem 19 Arme, statt der
normalen 10, vorhanden waren, indem die 5 Axillar-Ra-
dial-Stücke des Kelches auf ihren zwei Gelenkflächeu
nochmals Axillarien mit je zwei Armen trugen. Nur
eine einzige Geienkfläche besass die gewöhnliche Bil-
dung. Ber. der naturhist. Sect. der Schles. Gesellsch.
1869. S. 7.
Dieselben Memoires pour servir ä la connaissance
des crinoides Vivantes (Christiania 1868. 65 S. in Quart
mit 6 Kupfertafeln), in denen der seitdem uns leider durch
den Tod entrissene Verfasser die Beschreibung des in-
teressanten Rhizocrinus mittheilt, enthalten in ihrem zwei-
ten Theile (p. 47—65. Tab. V u. VI) Beobachtungen über
den pentacrinoiden Zustand von Antedon Sarsii und des-
sen Entwickelung, die nach den classischen Untersuchun-
gen von Thomson und Carp enter freilich nur wenig
Neues bringen, aber doch in sofern interessant sind, als sie
den Beweis liefern, dass die verschiedenen Arten, wenn
auch im Wesentlichen ihrer Entwickelung nach überein-
stimmend, im Einzelnen doch mancherlei Unterschiede von
einander darbieten. In dieser Hinsicht muss namentlich
die Thatsache erwähnt werden, dass Antedon Sarsii weit
länger, als A. rosaceus in seiner pentacrinoiden Form
verharrt, so lange, bis die Centro-Dorsalplatte die Basalia
und ersten Radialia vollständig umwachsen hat und die
Zahl der Girren an denselben auf 20 — 30 gestiegen ist.
Die Länge des Stieles mag dabei mindestens 40 Mm., die
der Arme (mit 13 — 14 Paar Pinnulä) bis zu 14 Mm. mes-
sen. Die erste Bildung der Pinnulä geschieht, wenn die
Arme 14— 15 Glieder haben, und zwar durch Bifurcation
an der Spitze, wie Thomson beschrieben hat, während
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 269
Rliizocvlnus seine Pinnulä erst nachträglich an den Ar-
men hervorschiebt. Dass die letzte Entstehungsweise aber
auch bei Antedon vorkommt, beweisen die untern sog.
Oralpinnulä, die sich gleichfalls erst nachträglich bilden.
Nach den Mittheilungen von Lac aze -Duthie rs
(Cpt. rend. T. 69. p. 1253— 1256) sind die gestielten Ju-
gendformen der Comatuliden in dem Hafen von Roscoff
so häufig und zur Ebbezeit so leicht in Menge herbeizu-
schaffen^ dass sich diese Localität weit mehr als irgend
eine andere zum Studium der Metamorphose der Coma-
tuliden eignet. Verf. sah die Comatuliden unter seinen
Augen während des Aufenthaltes in den Aquarien sich
ablösen.
Ebenso erfahren wir von W. Thomson (rep. br.
Assoc.1869. p. 116), dass er bei seinen Draggungen einen
neuen Crinoiden mit vierzölligem Stiele entdeckt habe,
der bis jetzt freilich ebenso wenig, wie ein anderes gleich-
falls dabei aufgefundenes merkwürdiges Echinoderm, das
eine ganz neue Gruppe dieser Thiere repräsentiren soll,
näher bekannt geworden ist.
Sem per hält es nach seinen Untersuchungen für
wahrscheinlich, dass die Crinoiden ohne eigentliches Was-
sergefässsystem sind. Was man als solches zu deuten
pflegt, sei nichts weiter, als ein Anhängsel der Leibes-
höhle, mit der dasselbe sowohl in der Scheibe, wie auch
in den Armen in directer Verbindung stehe. Ein ge-
schlossener Gefässring fehlt eben so, wie die Madreporen-
platte. Unter solchen Umständen scheinen denn auch die
kleinen Papillen, welche an den Rändern der Armfur-
chen und Scheibenfurchen gefunden werden, nicht ohne
Weiteres den Füsschen der übrigen Echinodermen ver-
glichen werden zu können. Holothurien u. s. w. a. a. O.
S. 257.
Unter den bei Bohol aufgefundenen zahlreichen Co-
matuliden fand Sem per (Archiv für Naturgesch. 1867.
S. 48. Ann. and Mag. nat, bist. Vol. IL p. 362) eine Form
mit fünf vollständig ungetheilten Armen, die, da sie mit
keiner der philippinischen Species übereinstimmt, keine
Jugendform sein kann und unter dem neuen Genusnamen
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. , S
270 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ophiocrinus mit folgender Diagnose zum Repräsen-
tanten eines eigenen Genus gemacht wird:
Fünf ganz ungetheilte Armen, die direct vjon dem centralen,
unten die Ranken tragenden, Knopf entspringen. Weitere Kelch-
glieder fehlen. Die Scheibe war leider defect. Die neue Art 0. in-
divisus besitzt eiae Arnilänge von 80 Mmm.. Ranken = 9 Mm.,
längste Pinnulae — 8 Mm. Durchmesser des Rankenknopfes 2 Mm.
Ausser Rhizocrinus lofotensis (= ßourgueticrinus
Hotessicri) und Pentacrinus Müllen beobachtet Pourta-
les an der Küste von Florida und Cuba noch Aiitedon
Hage7iu n., A. meridionalis A. Ag., A. armata n.^ A- cu-
hensis n., A. ruhiginosa n., A. hrevispina n. Bullet, zool.
Mus. Cambr. p. 111, 128 u. 355—357.
Gomitula hamata n. von Cap ßantam mit 10 Armen.
Kühl und van Hasselt, ßijdragen 1. c. p. 10. Tab. IX.
III. Coeleuterata.
Mit der Erkenntniss, dass die Gruppe der Coelente-
raten als eine selbstständige typisch scharf begrenzte
Hauptabtheilung des Thierreiches zu betrachten sei, hat
zugleich die Annahme , dass der innere Höhlenapparat
derselben nach seiner morphologischen Bedeutung der
Leibeshöhle der übrigen Thiere entspreche, ziemlich
allgemein Eingang in unsere Wissenschaft gefunden. Nur
bei den Anthozoen und Ctenophoren, so lehrt man, sei
in dem sog. Magenrohre ein Rudiment des Darmappara-
tes vorhanden; in allen andern Fällen geschehe die Ver-
dauung bei den Coelenteraten zugleich mit den übrigen
vegetativen Functionen in der Leibe.shöhle. Obwohl die
anatomischen Verhältnisse des ausgebildeten Thieres eine
derartige Auffassung nicht bloss rechtfertigen, sondern
dem Beobachter geradezu aufdrängen, hat dieselbe doch
auf Grund gewisser embrvologischer Thatsachen , wie
schon früher von N ose hin (J. B. 1865. S. 176), so jetzt
von Kowalewsky Widerspruch erfahren. Der coelen-
terische Hohlraum soll sich nach den Untersuchungen,
die letzterer „über die Entwickelung der Coelenteraten"
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 271
cangestellt hat und einstweilen (Nachrichten der K. Ge-
sellschaft der Wissensch. zu Göttingen 180)8. S. 154—158)
durch eine vorläufige Mittheilung bekannt macht, durch
Einstülpung des Blastodernis in die bald leere, bald auch
(Agalma) von Dottersubstanz erfüllten Furchungshöhle
bilden, auf dieselbe Weise also, wie Verf. es für den Darm
vieler anderer niederer Thiere beobachtet hat. Auf Grund
dieser Analogie wird desshalb denn auch die betreffende
Höhle als Darm in Anspruch genommen, die Bedeutung
der Leibeshöhle aber auf den meist oblitterirenden Spalt-
raum zwischen der Darmwand und den äusseren Bedek-
kungen (die primitive Furchungshöhle) übertragen. Der
sog. Magen der Actinien sei eine nachträgliche Einbie-
gung des Mundrandes mit den beiden Blättern. Da die
Angaben des Verf.'s bis jetzt nur in einer aphoristischen
Form vorliegen, wollen wir uns einer Kritik seiner Deu-
tung einstweilen enthalten, doch können wir die Bemer-
kung nicht unterlassen, dass der Verf. nach seinen neuesten
Untersuchungen an Sagitta, die der Ref. im Manuscripte
einzusehen in der Lage war, vielleicht selbst nicht mehr
an der hier ausgesprochenen Deutung festhält. Bei diesem
Thiere hat Verf. jetzt nämlich erkannt, dass die Ein-
stülpung des ßlastoderms, die noch in der vorliegenden
Arbeit als Darmanlage angesprochen wird, in Wirklich-
keit erst die Leibeshöhle bildet, in welcher dann der
Darm erst später durch Erbebung und- Einwachsen der
Eingangsöffnung, also wesentlich auf dieselbe Weise, wie
das sog. Magenrohr der Actinien, seinen Ursprung nimmt.
Ueberdiess scheint es Ref. fraglich, ob man die Bildungs-
weise eines Organes ausschliesslich zum Criterium für
dessen morphologische Natur zu machen das Recht hat.
Die consequente Durchführung eines derartigen Princi-
pes würde jedenfalls zu Resultaten führen, die von der
jetzt üblichen Anschauungsweise weit ab liegen, wie denn
auch Verf. z. B. darauf hin die Verdauungshöhle der
Campanularien, die nicht durch Einstülpung des Blasto-
derms, sondern durch Aushöhlung einer dem Blastoderm
entstammenden Zellonmasse im Innern der früheren Fur-
chungskugeln entsteht, für ein von der Verdauungshöhle
272 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
der übrigen Coelenteraten verschiedenes „morphologisch
schwer zu deutendes" Gebilde erklären muss.
Uebrigens ist auch Semper der Ansicht^ dass die
Coelenteraten keine Leibeshöhle besitzen, sondern nur ein
Analogen derselben in der zwischen Ectoderm und En-
toderm gelegenen Bindegewebsmasse (Coenenchym Semp.),
und dass die Canäle, welche die Einzelthiere, wie die
Thierstöcke nach allen Riebtungen durchziehen, lediglich
Appertinentien der Verdauungshöhle sind. Holothurien
a. a. 0. S. 131.
Die von Ref. seit lange vertretene und durch ein-
gehende morphologische Analyse (J. B. 1865. 8. 224) be-
gründete Ansicht von der Coelenteratennatur der Spongien
findet allmählich auch in weiteren Kreisen Anerkennung.
So spricht sieb, wie wir später sehen werden, besonders
V. M ic klu cho - Maclay und Ha e ekel, auf Grund
der von ihnen angestellten Untersuchungen auf das Be-
stimmteste für die Nothwendigkeit aus, diese Thiere mit
den übrigen Coelenteraten zu vereinigen. Der Letztere sieht
darin (Natürliche Schöpfungsgesch. S. 400) eine Gruppe,
die den übrigen Coelenteraten als gleichzeitig gegen-
übergestellt werden müsse , und zerfällt dieselbe 1) in
öpongiae s. Poriferi mit den Weichschwämmen , Mala-
cospongiae (Archispongiae,Myospongiae),undPIartschwäm-
men, Sceletospongiae (Ceratospongiae, Sillcispongiae,
Calcispongiae und Petrospongiae); 2) in Nesselthiere,
Acalephae s. Nematophora s. Cnidae mit den Corallen
oder Blumenthieren, den Schirm- oder Polypenquallen
und schliesslich den Rippenquallen. Ebenso in der Mono-
graphie der Moneren (Jenaische Zeitschrift Bd. IV. S. 119)
und noch ausführlicher in der Abhandlung über den Or-
ganismus der Schwämme und ihre Verwandtschaft mit
den Corallen (ebend. Bd.V. S. 207 ff.). An letzterm Orte
wird mit Rücksicht auf die Beziehungen der Schwämme
zunächst mit den Corallen auch noch eine zweite Ein-
theilung proponirt, in Buschthieren (Thamnoda) mit den
Schwämmen und Corallen, und in Quallen (Medusae) mit
den Schirmquallen und Kammquallen, eine Eintheilung;
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 273
der freilich im Wege steht, dass auch viele Schirmquallen
(Hydromedusae) Buschthiere sind.
Nach Norman's Shetland dredging report (1. c.) le-
ben an der Schottischen Küste 1 Ctenophore, 3 Calyco-
zoen, 2 Akalephen, 103 Hydroiden; 2 Siphonophoren, 28
Anthozoen, 87 Poriferen. Unter ihnen einige nene Arten,
besonders Schwämme.
Heller beobachtet im Adriatischen Meere 37 Hy-
droidpolypen (mit 8 neuen Species) , 38 Zoantharinen,
11 Alzyonarinen, und liefert davon eine kurze Beschrei-
bung. Zoophyten und Echinodermen des Adriatischen
Meeres a. a. 0. S. 1—86.
Ebenso giebt Spagnolini in den Atti Soc. ital.
sc. naturali Vol. XI. Fase. III. 1868 eine Aufzählung der
Akalephen des Neapolitanischen Busens. Sie enthält
10 Rippenquallen, 40 Scheibenquallen und 25 Siphonopho-
ren, die sämmtlich schon früher bekannt waren. Verf.
beabsichtigt diese Arten kurz zu beschreiben und hat da-
mit bereits für die Siphonophoren den Anfang gemacht.
1. C t e n 0 p h 0 r a.
Foll handelt in seiner Inauguraldissertation (ein Bei-
trag zur Anatomie und Entwickelungsgeschichte einiger
Rippenquallen, Berlin 1866. 12 S. in gr. Quart mit 4 Ta-
feln) über Eurhamphaea vexilligera Ggb., V exillum pa-
rallelum n. gen. et n. sp. von den Canarischen Inseln und
Cestum Veneris Les. Besondere Berücksichtigung fin-
det dabei namentlich der histologische Bau und die An-
ordnung des Gefässapparates, über die uns Verf. man-
che neue Mittheilungen macht. Bei Eurhamphaea konnte
Verf. auch die Embryonalentwickelung und die nachfol-
gende Metamorphose ziemlich vollständig verfolgen. Wie
Kowalewsky beschreibt derselbe an dem Eidotter eine
Rindenschicht und eine Innenmasse, die beide in die
Furchungskugcln eingehen. Nach der Viertheilung liegen
die Furchungskugeln in einer Ebene neben einander. Sie
bilden eine Scheibe, deren kürzester Durchmesser dem
späteren Längendurchmesser entspricht. Die vier nach-
274 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
stea Furchungskugeln sind klein und nehmen mit ihren
Descendenten Anfangs nur die eine (orale) Fläche dieser
Scheibe ein, doch so, dass in der Mitte; wo der Mund
sich bilden soll, eine Zeit lang noch eine Lücke bleibt.
Später wird auch die aborale Fläche umwachsen und die
allmählich sich bauchende Masse der grossen Furchungs-
kugeln in das Innere eingeschlossen. Durch x\nsamm-
lung der peripherischen Zellen entstehen dann fünf Wul-
stungen von denen die eine, die dem oralen Pole ange-
hört, den Ausgangspunkt des Verdauungsapparates ab-
giebt, während die vier andern, die symmetrisch an den
hinteren Seitentheilen des Embryo gelagert sind, sich
sehr bald mit Wimpern bedecken und nach den Radiär-
raeridianen auswachsen, um sich darauf der Länge nach
zu theilen und in die acht Ruderreihen umzuwandeln.
Die Lappen mit ihrem complicirten Gefässverlaufe bil-
den sich erst später, nachdem das junge Thier eine Zeit-
lang durch seine Gestalt und die Anwesenheit zweier
Senkfäden einer Cydippide geglichen hatte. Auch die
erwachsenen Eurhamphäen sind noch mit einem Senkfaden
ausgestattet, der freilich nur kurz ist, aus seinem Basal-
ende aber jederseits einen Seitenzweig abglebt, welcher
in einer überdachten Horizontalfurche hinläuft und- durch
seinen Epithelüberzug in dem Boden derselben festge-
halten wird, so dass nur die zottenförmigen Anhänge
nach Aussen hervortreten.
Ganz dieselbe Tentakelform beobachtete Verf. auch
bei Cestum und dem nahe verwandten Vexillum, nur dass
hier die Seitenzweige eine beträchtlichere Länge besitzen
und bis in die Enden des bandförmigen Körpers sich ver-
folgen lassen , auch bei Vexillum der Hauptfaden im
höchsten Grade rudimentär ist. In der äusseren Gestal-
tung gleicht Vexillum übrigens einem kleinen (nur we-
nige Zoll laugen) Cestum in so auffallender Weise, dass
man es leicht für eine Jugendform desselben halten
könnte, wenn es nicht an seinen hinteren Randgefässen
jederseits 3—5 kleine Anschwellungen trüge, in denen
entwickelte Eier und Samenfäden nachgewiesen wurden,
üeberdiess sind die relativen Längenverhältnisse des Trieb-
der niederen Tliiere während der J. 1868 — 1869. 275
ters weit bedeutender, als bei Cestnru, während sonst der
Trichter in den Jugendformen der Rippenquallen eine
nur unbedeutende Entwickelung zu haben pflegt. Die
Otolithenblase bildet sich aus vier anfangs isolirten Blät-
tern, die sich im Umkreis der ersten vier Otolithen er-
heben und später zu einefn glockenförmigen Gebilde zu-
sammenwachsen. Was Claus für eine Oeffnung hielt,
ist ein kleiner Zcllenhaufen, der auf der Spitze der Glocke
gelegen ist. Die Flimmerfelder neben der Otolithenglocke
werden vom Verf. gleichfalls als Sinnesorgane in An-
spruch genommen und nach Analogie der Heteropoden
für Geruchsapparate erklärt. Die Deutung ist um so
plausibler, als es dem Verf. gelang, aus dem centralen
Nervenknoten ein Paar starke Büschel von Nervenfäden
bis zu ihnen hin zu verfolgen.
Bei Wiederaufnahme seiner Untersuchungen über
die EntwickeluDgsgeschichte der Ctenophoren hat K o w a-
lewsky (Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der
Wissensch. zu Göttingen 1868. S. 158) die Ueberzeugung
gew^onnen, dass die ersten Stadien früher nur unvollstän-
dig von ihm beobachtet seien. Nachdem das Blastoderm
den Nahrungsdotter umwachsen hat, stellt der Embryo zu-
nächst eine flache Scheibe dar, die sich dann durch Ein-
krümmung in ein Meniskus und schliesslich in eine Hohl-
kugel verwandelt. Die Höhle wird zum Trichter und
bildet durch Ausstülpung die Gastro vascularkanäle, wäh-
rend dagegen die Bildung des Magens dadurch vor sich
geht, dass die den primitiven Spalt umgebenden Ränder
nach innen einwachsen.
3. H y d r a s m e d u s a e.
Aealephae.
Das brakische Wasser der Tajomündung bei Lissa-
bon wird nach Hacke l's Beobachtungen von einer in
grossen Schwärmen beisammenlebenden Meduse bewohnt,
die einen Scheibendurchmesser von 1 — 2 Fuss erreicht
und hiedurch wie durch ihre gelbliche Färbung schon
276 Lcuckart: Bericht üb. u. Leist. in d. Naturgeschichte
von Weitem sich bemerkbar macht, trotzdem aber bis jetzt
noch niemals zur Untersuchung kam. Es ist eine den
Rhizostomeen zugehörende Form, die sich aber keiner
der früher bekannten Familien einordnet, vielmehr als
Repräsentant einer besondern, schon durch die eigen-
thümliche kreuzförmige Bildung der Genitaldrüsen zur
Genüge charakterisirte Gruppe betrachtet werden muss.
Zur Bezeichnung der neuen Art hat Hacke 1 wegen
der Aehnlichkeit der den acht Armen aufsitzenden Saug-
knöpfe mit krausen Kohlköpfen den Genusnamen Cram-
bessa {Cr. Taji) in Anwendung gebracht und die be-
treffende Familie darauf hin als die der Crambessiden
aufgeführt. Zur Charakteristik derselben hebt Verf. zu-
nächst die Verschmelzung der sonst isolirten vier (oder
acht) Genitaltaschen zu einer kreuzförmig der aboralen
Magenwand aufliegenden Masse hervor, zu der von der
Oralfläche her vier sog. Subgenitalhöhlen hinführen. Die
acht Arme, die aus einem kurzen und dicken Schirm-
stiele hervorkommen und an ihrer Wurzel paarweise
zusammenhängen, sind von ziemlich beträchtlicher Länge,
einfach und unverästelt, wie bei den Rhizostomiden, statt
einer continuirlichen kammförmigen Saugkrause aber mit
mehreren Längsreihen von isolirten kohlkopfartigen koni-
schen Saugknöpfen versehen. x\uch in der Bildung des
Schirmes , seines aus 16 Radialkanälen entspringenden
Gefässnetzes und seiner acht Augen — von denen vier
(die sog. periradialen) in der Richtung der vier Arm-
wurzeln angebracht sind, und die vier andern (inter-
radialen) in den Meridianen der vier Genitaltaschen lie-
gen — stimmen die Crambessiden am meisten mit den
Rhizostomiden überein, während der oben erwähnte Ur-
sprung der Arme dagegen mehr an die Cassiopeiden
und Cepheiden erinnert. Das Ende der Arnie wird von
einer glashellen dreiseitigen Pyramide ohne Saugknöpfe
gebildet. Das Armgefäss spaltet sich gleich nach dem
Eintritt in den Oberarm in zwei Aeste, die mit ihren
Zweigen an die Saugknöpfe treten und sich hier in eine
feine Röhre mit Osculis auflösen. (Ueber die Crambessi-
den, eine neue Familie aus der Rhizostomeengruppe, Zeit-
der niederen Thiere wäluend der J. 1868—1869. 277
Schrift für wissciisch. Zool. Bd. XIX. S. 509— 537. Tab. 38
und 39.)
x\ 1. Brandt bestätigt die schon durch Agassiz
bekannt gewordene Thatsache , dass Rhizostoma in der
Jugend (bis zu 20 Cm. Durchmesser) eine centrale Mund-
öfFnung besitzt, findet aber im Umkreis derselben noch
vier weitere kleine OefFnungen und zieht daraus den
Schluss, dass der ursprüngliche Mund viereckig gewesen
sei und sich durch Lippenverwachsung dann zunächst —
bis zu seinem völligen Schwinden — in fünf Löcher ver-
wandele. FrotocoUe der Moskauer Naturf. Versamm-
lung 1869.
Die Eier der Pelagia noctiluca bilden nach der Dot-
terfurchung zunächst eine Furchungshöhle, in die dann
das eine Leibessegment sackartig bis zum Mittelpunkte
sich einstülpt. Nach dem Ausschlüpfen nimmt dann der
Embryo zunächst durch Wachsthum der flimmernden Lei-
beswand eine länglich ovale Gestalt an, die später mit
einer flachen Scheibenform vertauscht wird. An dem
unteren Rande bilden sich vier Lappen, die sich später
verdoppeln und mit den im Innern eingeschlossenen Aus-
stülpungen des coelenterischen Sackes immer weiter aus
wachsen. Kowalewsky a. a. O. S. 155.
Nach den Beobachtungen von Strethil Wright
verharren die Jugendzustände der Acalephen in einem
dunkeln Räume Jahre lang in ihrer polypoiden Form,
obwohl sie sich bei reichlicher Ernährung rasch vermeh-
ren. Um sie zur Production von Medusenknospen zu
veranlassen, muss man sie der Einwirkung des Lichtes
aussetzen und die Nahrungszufuhr abschneiden. Journal
of anatomy and physiol. Vol. I. p. 333.
Die Medusa aurita des Schwarzen Meeres unter-
scheidet sich nach Tscherniawsky von der baltischen
Form durch ihre Randkörperchen, welche ein kleines
Säckchen mit Wimperhaaren und äusserer Mündung in
sich einschliessen. Protocolle der Moskauer N. F. V.
Verrill beschreibt unter dam Namen Callinema
ornata eine schöne und grosse neue Meduse (13 Zoll) von
der Küste von Maine, die mit Hexadecorama Brdt. ver-
278 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
wandt ist und auf den ersten Blick eine gewisse Aehn-
lichkcit mit Cyanea arctica hat. Annais and Mag. nat.
bist. 1869. Vol. IV. p. 161.
Gallinema Verr. gen. nov. Disk broad, moderately thick,
with numerous broad channals running to the marginal one, arran-
ged in sixteen Systems, two or three parallel and undivided tubes
alternating with a group of five or six branching ones, which unite
together into one toward the central portion of the disk, each of
which corresponds in position with one of the sixteen eye-bearing
marginal lobes. Towards the marginal channal the branching tubes
anastomose freely, the undivided oues but slightly or not at all, though
two often unite into one near the margin. Margin deeply and regu-
larly divided into scolloped lobes, sixteen of which bear eyes and
are biloded for more than half their length, bearing the eye at the
division, just below which the Channel in the lobe divides into two
divergent branches. one of which goes to each division. Alternating
with the eye-lobes are somewhat longer lobes, which are divided at
the edge into two, three or four rounded scollops, each of which
receives a simple Channel. Tentacles in a nearly regulär circle,
but arranged in groups of five or six at the bases of the interocu-
lar lobes, very long, highly contractile, flat ; one edge double, finely
scolloped, the scollops again finely creuulate. Ovaries large, much
convolutcd pendent pouches. Lobes of the actinostome four, large,
elongated, pointed, complexly lobed aud frilled.
Pläckel liefert (Zeitseh. für wissenschaftl. Zoolog.
Bd. XIX. S. 538-562. Tab. XL-XLIII) über die fossilen
Medusen der Jura-Zeit) einen neuen Beitrag zur Kenntniss
der fossilen Medusen, indem er die zum Theil vortrefflich
erhaltenen Abdrücke des Münchener paläontologischen
Museums beschreibt und schliesslich die bis jetzt durch
ihn bekannt gewordenen Arten in übersichtlicher Reihen-
folge zusammenstellt. Von besonderem Interesse darunter
sind: Eitlith o ta fascioulata, eine, wie es scheint, zumeist
mit Cyanea und Sthenonia verwandte Form, die aber
keine vier, sondern sechszehn Genitaidrüsen besass und
von unsejem Verf. desshalb denn auch als Repräsentant
einer besondern jetzt ausgestorbenen Familie (Farn. Eu-
lithotidae mit 8 Büscheln Randfäden, 8 Augen^ gelapp-
tem Schirmrand und 16 Genitaldrüsen) erhoben wird,
Lept ohraohit es frigonobrackms, in dem der Verf. ein
Rhizostom mit acht schlanken Mundarmen zu erkenne n
der uiecleren Thiere wabiond der J. 1868—1869. 279
glaubt, deren Ende iii ein lanzettförmiges Blatt erweitert
ist, und Falaegina (jigantea, die Verf. als eine Aeginidc
mit acht colossalen Tentakeln deutet. Der früher be-
schriebene Craspedonitcs deperditus wird jetzt, als der
Familie der Trachynemiden zugehörig, unter dem neuen
Geniisnamcn Trachyncmites aufgeführt. Fünf andere
Spccies Hessen sich ihrer systematischen Stellung nach
nicht näher bestimmen: Medusites quadraius, M. hiGinctiiSy
M, stauropliorus, N. circularu, M. porpitinus.
Bei dem Interesse, welches diese Untersuchungen
beanspruchen, dürfte wohl die Bemerkung am Platze sein,
dass die Existenz fossiler Medusen den früheren Beob-
achtern nicht ganz so unbekannt gewesen ist, wie man
nach Häckel's Darstellung vielleicht vermuthcn könnte.
Schon im letzten J. B. habe ich bei Gelegenheit der
ersten Hack el'schen Mittheilungen der von Agassiz
angezogenen Notiz gedacht, nach der in dem Carlsruhe r
Naturallencabinette eine versteinerte Meduse aus Solen
hofen aufbewahrt w^erde. Die erste Notiz über diese
Platte finde ich in der Abhandlung meines Onkels Fr.
S. Leuckart „über die Verbreitung der übriggeblie-
benen Reste einer vorweltlichen organischen Schöpfung"
(1835. S. 12), in der dieselbe ganz richtig als Abdruck
einer Medusenart gedeutet und hinzugefügt wird, dass
schon Ger mar solche Abdrücke aus dem Solenhofer
Kalkschiefer gekannt und unter dem Genusnamen Me-
dusites — der also nicht erst von Hack ei aufgestellt
ist — beschrieben habe. Durch die Freundlichkeit des
Herrn Hofrath Seubert habe ich seitdem Gelegenheit
gehabt, die fragliche Versteinerung selbst untersuchen
zu können und die Ueberzeugung gewonnen, dass sie
von Häckcl, der sie gleichfalls kannte, mit Recht zu
Medusites deperditus gezogen wird. Schon vor Ger mar
will übrigens Raffinesque (Amer. Journ. T. III. 2. 1821,
Oken's Isis 1823. Heft 7), wie gleichfalls von meinem
Onkel angeführt wird, in einer Sammlung zu Levington
eine fossile Meduse, die ein neues Genus Trianisites bilden
müsse, in krystallisirtem Kalkstein beobachtet haben.
Nachdem ich übrigens nicht bloss das Karlsruher Exem-
280 Leuckart: Bericht üb. d. Leist, in d. Naturgeschichte
plar, sondern auch die in Dresden und München aufbe-
wahrten fossilen Medusen durch die zuvorkommende Ge-
fälligkeit der Herren Professoren Geinitz und Zittel
aus eigner Untersuchung kennen gelernt habe, scheint mir
die von Häckel versuchte Deutung, soweit dieselbe die
Einzelnheiten der Organisationsverhältnisse betriflPt, in
mehrfacher Beziehung zweifelhaft zu sein. Namentlich
gilt dieses von Leptobrachites, an der ich weder die Cha-
raktere einer Rhizostomide, noch acht x\.rme zu erkennen
vermag. Ich verweise hierfür auf eine demnächst von
Dr. AI. Brandt zu veröffentlichende Abhandlung über
fossile Medusen. Ebenso sind bei dem Karlsruher Medusi-
tes depertitus die acht von Häckel als Abdruck der
Radiärkanäle gedeuteten Wülste paarweise einander ange-
nähert, so dass auch hier die Deutung zweifelhaft ist.
Ujdroidea.
Häckel erwähnt in seiner Monographie der Mone-
ren" (Jenaische Zeitschrift IV. S. 84) die Thatsache, dass
die Medusen eine erstaunliche Theilbarkeit besässen. Der-
selbe sah die Theilstücke des Schirme^ bei gewissen Thau-
mantiaden binnen wenigen Tagen (2— 4) in neue Medusen
sich umwandeln und beobachtete dasselbe Phänomen sogar
bei den losgelösten Randtentakeln, sobald daran die Basis
(das ansitzende Stück des Schirmrandes) erhalten war.
Ebenso entwickelten sieb die Theilstücke des zerklüfteten
Dotters oder der flimraenden Larve zu selbstständigen
kleinen Larven.
Der Dotter von Eucope bildet nach der Furchung
im Innern wohl eine Höhle, aber keine Einstülpung.
Dafür aber theilen sich von der Innenfläche des Blasto-
derms eine Anzahl von Zellen ab, die während der
Schwärmzeit des Embryos die Furchungshöhle allmäh-
lich durchwachsen und nach der Befestigung im In-
nern durch Auseinandertreten die verdauende Höhle bil-
den. Dass der festsitzende Embryo dann in eine Cam-
panularienform sich verwandelt, ist schon durch G e-
genbaur bekannt geworden. Kowalewsky, Nach-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 281
richten der K. Gesellsch. der Wissensch. in Göttingen
1868. 8. 155.
Die Planulae von Coryne glandvilosa sind nach
Strethil Wright (Journ. of anatomy and physiology
Tom. I. p. 334) ohne Cilien und Tasthaare. ötatt der
Schwimmbewegung besitzen sie die Fähigkeit unter Bil-
dung amöboider Lappen auf fester Unterlage zu kriechen.
Ebendaselbst beschreibt W right bei Stomobrachium
octocostatum Forb. ein bisher übersehenes »System ana-
stomosirender feiner Gefässe, das in den Zwischenräumen
der Radialkanäle zwischen dem Magensacke und dem
Ringkanale sich ausspannt.
All man handelt in seinen Notes on the structure
of certain Hydroid Medusae (rep. br. Assoc. 1867. p. 77)
über Slabberia, Obelia und die Lithocysten von Eucope.
Für erstere liefert er den Nachweis, dass die Geschlechts-
produkte sich im Umkreis des Manubriums entwickeln
und nicht in den Taschen der Radialkanälen, die eine bis
jetzt noch unbekannte Bedeutung haben. (Gleiches wird
auch von den Medusen der Pennaria vermuthet.) Obelia
ist ohne Velum und mit soliden Tentakeln versehen, wie
die Aeginiden. Der sog. Nervenring von Eucope wird
(mit Claus) als eine blosse Verdickung des Ectoderms
an der untern Fläche des Ringkanales in Anspruch ge-
nommen und die Angabe von der Existenz besonderer
Hörhaare auf eine irrthümliche Deutung gewisser opti-
scher Bilder zurückgeführt.
Aca7ithohr achia inoonspicua, ein e von Wright
(I. c.) beschriebene neue Campanularien-Meduse, hat aus-
ser den vier Radialtcntakeln noch vier interradiale Rand-
fäden, von denen aber zwei abortiv sind. Die Charakte-
ristik der neuen Art lautet:
ümbrella hemispherical, laterally compressed. Pedimcle four-
lipped, Short. Lateral canals four. Tentacles eight; six long, spring-
ing from the sides of the margin of the compressed ümbrella; two
abortive, placed at each end of the ümbrella. OtoKthic sacs eight,
two accompanying each of the tentacular bulbs, which do not cor-
respond to the lateral canals. Extremities of the tentacles furnished
with large prehensile palpocils.
282 Leuckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
P e a c h handelt über nacktäugige Medusen von
Peterhcad und Wick (Rep, brit. Assoc. 1868. p. 96) und
erwähnt dabei als neu : \\ illsia cornubica mit nur 12 Rand-
fäden , Tima Forbesn mit zahlreichen Randfäden und
Staurophora Keithii^ die bis über 3 Zoll misst und einem
bisher bekanntlich nur an den Amerikanischen Küsten
beobachteten sehr merkwürdigen Geschlechte zugehört.
Mecznikoff beschreibt zwei neue Eucope-Arten aus
dem schwarzen Meere: E. ininuta mit 8 Randbläschen und
44—55 kurzen Fühlern und \E. poiitica mit 12 — 32 Rand-
bläschen und 14—16 spiraligen Fühlern. Abhandl. der
Petersburger Natur forscher- Versammlung S. 268.
Gray berichtet über eine Beobachtung von M'A n-
drew, nach der die Medusa aequorea Forsk. des rothen
Meeres auf dem Grunde des Wassers oftmals ruhend in
der Rückenlage und mit ausgebreiteten Fangfäden gese-
hen wurde. Ann. and Mag. nat. bist. Vol. IV. p. 295.
Die contractilen Elemente von Hydra werden durch
Ratzel — im Gegensatze zu Kölliker (J. B. 1865.
S. 207) — als grosse spindelförmige Zellen mit grossem
Kern und spitzen Fortsätzen beschrieben. Zeitschrift für
wissensch. Zoologie Bd. XIX. S. 272.
Hincks' zweibändiges Werk über brittische Hy-
droiden (a history of the british liydroid zoophytes, Lon-
don 1868. Vol. I Text, LVII u. 338 Seiten in Octav mit
zahlreichen Holzschnitten; Vol.H. Atlas mit 67 lithogra-
phirten Tafeln), erscheint in gewisser Beziehung als eine
Fortsetzung und zeitgcmässe Umarbeitung der weiland
mit Recht so geschätzten History of british Zoophytes by
Johns ton, die zuletzt vor nunmehr fast einem Viertel-
jahrhundert erschienen ist und in der früheren Form
natürlich dem jetzigen Stande unserer Kenntnisse nicht
mehr genügen konnte. Gehören doch gerade die Ply-
droiden zu denjenigen Thieren , deren Auffassung und
wissenschaftliche Behandlung durch die Errungenschaften
unserer modernen Zoologie in fast allen Punkten eine
vollständige Umänderung erlitten haben. In England ist
es neben All man vornämlich der Verfasser des vorlie-
genden Werkes gewesen, der diese Umwandlung herbei-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 283
geführt und die Specialkenntniss der Hydroiden durch
seine Untersuchungen und Entdeckungen gefördert hat.
Es dürfte desshalb auch nur wenige Forscher geben, die zu
einer kritischen Verarbeitung des vorhandenen Materials
in gleichem Maasse befähigt und berechtigt gewesen wären.
Obwohl zunächst nur eine Systematik und Beschreibung
der einzelnen Arten, bietet das Werk mit Hülfe seiner
Einleitung, die hauptsächlich der Morphologie und dem
Generationswechsel gewidmet ist (p, I— LVII) eine eben
so vollständige, wie anschauliche Schilderung der Le-
bensgeschichte einer Thiergruppe, die für die Forscher
aller Zeiten zu den interessantesten und reizendsten Un-
tersuchungsobjecten gehören wird. Die Ansichten, die
Verf. hierbei entwickelt, stimmen in allen wesentlichen
Punkten mit denen überein, die bei uns in Deutschland
schon seit längerer Zelt zu allgemeiner Geltung gekom-
men sind.
Gleich uns sieht der Verf. in der Theorie des Ge-
nerationswechsels und des Polymorphismus den Schlüssel
für das Verständniss der Hydroiden. Er spricht von Er-
nährungsthieren, von freien und sessilen Geschlechtsthie-
ren, von reproductiven Polypoiden^ und hebt überall die
morphologischen Beziehungen hervor, die zwischen den
einzelnen Gliedern der Colonie obwalten. Ob er dabei
nicht bisweilen, wie z. B. in der Homologlsirung der
Polypoidtentakel mit den Radiärkanälen der Medusoiden,
etwas zu w^eit gegangen, mag dahin gestellt sein. An-
dererseits will es dem Ref. erscheinen, als w^enn Verf. die
sog. Nematophoren der Plumulariaden, die durch die ver-
wandten Bildungen bei Ophlodes und Hydractinia in die
Formen der gewöhnlichen Polypoiden überführen, diesen
letztern auch dreist als morphologisch glelchwerthige An-
hänge hätte an die Seite setzen können. In systemati-
scher Beziehung schliesst sich Verf. vornämlich an A 1 1-
man an, der bei der Charakteristik seiner Genera be-
kanntlich ebenso wohl die Geschlechtsthlere, wie die
Polypoiden in Betracht zieht. Trotzdem wird man natür-
lich finden, dass die ihrer Abstammung nach einstweilen
noch unbekannten Medusen in dem System unseres Verf.'s
284 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d, Naturgeschichte
ausser Berücksichtigung geblieben sind. Dass der In-
halt auch ohnehin überreich ist, — die Zahl der beschrier
benen Arten ist von 61 (bei Jo h n s to n)' auf 169 gestie-
gen — erhellt am besten aus der nachfolgenden Ue-
bersicht :
Subord. T. Athecata. Hydroida destitute of triie thecae or
protective cases, either for the polypites or gonophores.
Farn. 1. Glavidae. Polypites claviform or fusiform, with scat-
tered filiform tentacitla.
Clava Gmel. 6 Spec, Tubiclava Allm. 2 Sp.. Tiirris Less. 1 Sp.
(Turr. neglecta Less. mit Clavula Gossii Str. Wr.), Cordylophora
1 Spec.
Farn. 2. Hydractinüdae. Polypides claviform, sessile, with a
Single verticil of filiform tentacles round the base of a conical pro-
boscis, borne on an expanded and continuous crust; the coenosarc
naked above.
Hydractinia van Bened. 1 Sp.
Farn. 3. Podocorynidae. Polypites sessile with a single verticil
of filiform tentacula round the base of a conical proboscis. Coe-
nosarc consisting of a network of creeping fibres, clothed with the
polypary.
Podocoryne Sars 3 Sp. (P. proboscidea n.) , Corynopsis Allm.
1 Sp., Cionistes Wr. 1 Sp.
Farn. 4. Laridae. Polypites with a very small number of
filiform tentacula, springing from the base of the proboscis, but not
forming a circle round it.
Lar Gosse 1 Sp.
Fam. 5. Corynidae. Polypites with capitate tentacula, scattered
or in several whorls.
Coryne Gaertn. 5 Sp.. Syncoryne 5 Sp., Zancla Gegenb. 1 Sp.
Fam. 6. Staurüdae. Polypites clavate subcylindrical, with
true andlfalse tentacula, the former capitate, and disposed in one or
more verticils; the latter rigid, without capitula and probably ser-
ving as tactile organs.
Cladomena Duj. 1 Sp. (Cl. radiatum Duj, mit Coryne stauridia
Gosse), Stauridium Duj. (St. productum Wr. mit Coryne cerberus
Gosse.)
Fam. 7. Clavatellidae. Polypites with a single verticil of ca-
pitate tentacula surrounding the base of the proboscis. Gouozoids
arabulatory (= Eleutheria Kr.).
Clavatella Hincks 1 Sp.
Fam. 8. MyriOtbeÜdae. Polypary solitary, with very numerous,
capitate, minute tentacula, scattered over the body.
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 285
Myriothela Sars 1 Sp. (Mit sessilen Geschlechtsthieren, die an
besondern proliferirenden Individuen von einfacher Cylinderform her-
vorknospen. Der frei bewegliche Jugendzustand walzenförmig mit
verhältnissmässig langen Tentakeln.)
Fam. 9. EudendrÜdae. Polypites bome on a well devoloped
stem, with a single verticil of filiform tentacula snrrounding the base
of a large trumpet-shaped proboscis.
Eudendrium Ehrbg. 7 Sp.
Farn. 10. Atractylidae. Polypites borne on a stem (sometimea
rudimentary) with a single wreath of filiform tentacula surrounding
a conical proboscis.
Atractylis Wr. 1 Sp., Perigoniraus Sars 5 Sp. (ausserdem noch
5 Sp. ine, sed.) Hydranthea n. gen. mit Atractylis raargarica
Hincks, GarveiaWr. 1 Sp., Bimeria 1 Sp., Dicoryne Allm. 1 Sp., He-
terocordyle 1 Sp., Bougainvillia Less. 3 Sp. (Eudendrium ramosum van
Bened., Eud. fruticosum Allm. und Perigonimus muscusAllm.)
Fam. 11. Tubulariidae. Polypites flask-shaped, with two sets
of filiform tentacula, one oral, the other placed near the base of
tbe body.
Tubularia Linn. 7 Sp. , Ectopleura Ag. 1 Sp. , Corymorpha
Sars 2 Spec.
Fam. 12. Pennarildae. Polypites with two sets of tentacula,
one oral and capitate, the other aboral and filiform.
Vorticlava Aid. 2 Sp., Aeharadria St. Wr. 1 Sp.
Subord. II. Thecaphora. Hydroida furnished with a chiti-
nous receptacle (hydrotheca) for the protection of the polypites and
gonophores.
Fam. 1. Gampanulariidae. Hydrothecae terminal, pedicellate,
campanulate ; polypites with a large trumpet-shaped proboscis.
Clytia Lam. 1 Sp., Obelia Per. 6 Sp., Campanularia Linn.
10 Sp. (ausserdem noch 3 fraglich), Lovenella n. gen, mit Camp,
clausa L., Thaumantias Esch. 1 Sp., Gonophyraea Allm. 3 Sp.
Fam. 2. Gampanulinidae. Hydrothecae ovato-conic, pedicellate ;
polypites cylindrical. with a small conical proboscis.
Campanulina van Bened., 3 Spec. , Zygodactyla Brdt. 1 Sp.,
Opercularella n. gen. mit Camp, lacerata Johnst.
Fam. 3. LeptOSCyphidae. Hydrothecae ovato-conic; polypites
cylindrical, with a conical proboscis; generative Clements produced
in the walls of the manubrium: lithocysts wanting. (Die Geschlechts-
thiere — Lizzia — gleichen denen der Athecatae.)
Leptoscyphus Allm. 1 Sp.
Fam. 4. Lafoeidae. Hydrothecae tubulär ; polypites cylindrical,
with a conical proboscis.
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. X
286 Lenckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Lafoea Lamx. 5 Sp. mit L.pociUurn und L. pygmaea nn., Ca-
lycella Hincks 2 Sp., Cuspidella Hiucks 3 Sp., Salacia Lamx. (=
Grammaria Stpa.) 1 Sp., Filellum Hincks (= Reticularia Wyv. Th.)
mit Camp, serpens Haas.
Farn. 5. Tricbydridae. Hydrothecae merely rudimentary, tu-
bulär; pülypites cyliudrical, very extensile, with a small (Konica!
proboscis.
Trichydra St. Wr. 1 Sp.
Farn. 6. GoppinÜdae. Hydrothecae united by an encrusting.
cellular mass.
Coppinia Hass. mit 1 Sp.
Farn. 7. HalecÜdae. Hydrothecae biserial, subsessile, jointed
to a lateral process from the stem; polypites partially retractile.
Halecium Ok. (= Thoa Lamx.) 8 Sp., Ophiodes Hincks 1 Sp.
Fam. 8. Sertularüdae- Hydrothecae perfectly sessile, more
or less inserted in the stem and branches; polypites wholly retractile,
with a Single wreafh of filiform tentacles round a conical proboscis;
gonozoids always fixed.
Sertularella Gray 6 Sp. , Diphasia Ag. 7 Sp. , Sertularia L.
8 Sp., Hydrallmania n. gen, mit Sert. falcataL., Thuiaria Flem.
2 Spec.
Fam. 8. Plamularüdae. Hydrothecae sessile and unilateral;
zoophyte furnished with nematophores ; polypites with a Single
wreath of filiform tentacles round a conical proboscis ; gonozoids
always fixed.
Antennularia Lam, 2 Sp., Aglaophenia Lamx. 4 Sp. (mit Ne-
raatophoreu, die nur der Hydrotheca verbunden sind, meist auch mit
Corbulae), Plumularia Lam. p. p. (mit Nematophoren an Stamm und
Zweigen) 8 Sp.
Subord. HI. Gymnochroa. Hydroida destitute of polypary.
Fam. Hydridae.
Hydra 4 Sp.
Zur näheren Charakteristik der neuen Genera folgen hier die
von unserem Verf. aufgestellen Diagnosen:
Gen. n. Hydranthea. Stem very short (rudimentary), ri-
sing at intervals from a network of anastomosing tubes, the whole
invested by a polypary; polypites borne singly on the stems, elon-
gate, fnsiform ; tentacles filiform, in a single circle surrounding a
low conical proboscis, each alternate tentacle bearing a prominent
tubercle composed of large beanchaped thread-cells; gonophores large,
borne on peduncles, with spring from the creeping stolon, not in-
vested by the polypary, containing fixed sporosacs.
Gen. n. Lovenella. Stem simple or slightly branching, roo-
der niederen Thiere während der .1. 1868—1809. 287
ted by a thread-like stolon; hydrothecae turbinate, elongate, crowned
with a distinct, conical operculuni;, composed of many convergent
Segments ; polypites with a large and prominent proboscis. (Repro-
ductiou unknown.)
Gron. n. Opercularella. Stem simple or branching, rooted
by a thread-like stolon ; hydrothecae ovato-conic, with a cleft border,
the Segments of which converge to form an operculum; polypites
long, cylindrical, and with a conical proboscis; reproduction by
means of fixed sporosacs, which (in the female) become extracapsular
before the escape of the planules.
Gen. Yi. Hydrallmatiia. Zoophyte plant-like; stem bearing
plumous branches, joiuted, rooted by a filiform stolon; hydrothecae
unilateral, arranged in distinct companies, each of which occupies an
internode ; gonothecae scattered , with a simple , inoperculate
aperture.
Ueber den Bau von Coppinia arcta vergl. Allman,
rep. brit. Assoc. 1868. p. 87.
Greeff berichtet (Sitzungsber. der niederrhein. Ge-
sellsch. in Bonn 1868. S. 92) über einen neuen höchst
merkwürdigen einfachen Hydroiden aus der Nordsee, der
des Skelets und der Tentakel entbehrt und sich durch
Quertbeilung fortpflanzt. Das interessante Geschöpf ist
unter dem Namen Fr otohydra Leucharti inzwischen in
dem zwanzigsten Bande der Zeitschrift für wissenschaftl.
Zoologie beschrieben worden.
Die von Sars in einer Tiefe von 300 Faden an der
Norwegenschen Küste aufgefundene Lafoeina (n. gen.)
tenuiü n. ist bisher noch unbeschrieben. Vidensk. selsk.
Forhandl. 1868. p.251.
Antemmlaria triseriata, Thoa fulchellaj Th. ca'püla-
ris, Th. siphonata, Tuhularia orinü nn. sp. aus der Mee-
restiefe von Habanna und Florida, Pourtales, Contri-
butions etc. p. 118.
Atraotylis bitentaculata, A, quadritentaculata, Co-
ryne feroxnn. sp., Strethil Wright, Journal of ana-
tomy and physiology T. I. p. 334. Mit Abbild.
Coryne nutans AUm. n. sp. von der schottischen Küste,
Norman Shetland dredging Rep. br. Ass. 1868. p.233.
Halecium genioulatum und H, sessile nn. sp. Nor-
man, Hebrides dredg. rep. ibid. 1866. p, 205.
288 L e u c k a r t : Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Sertularia crassicauUs , Flumularia (Aglaopbenia)
elongata, FL octodonta, FL Kirch enpaueri j Aiitsocalyx
diaphanuSf A. hifrons, A. pinnatifronsj Heteropyxis
(n. gen.) disticha, Heller a. a. O. S. 34— 44. Das neue
Gen. Heteropyxis gehört (mit Anisocalyx Don. und
Antennularia Lam.) zu den Sertulariaden mit ungleich
grossen Zellen und unterscheidet sich von dem im äusse-
ren Habitus zumeist verwandten Anisocalyx dadurch,
dass die einzelnen Glieder der Seitenzweige sehr regel-
mässig je eine grosse und eine dahinter stehende kleine
Zelle tragen. Die Seitenzweige entspringen nicht wir-
teiförmig, wie bei Antennularia, sondern paarig oder ab-
wechselnd. Nach dem Systeme von Hincks würde
Heteropyxis, wie Anisocalyx dem Gen. Flumularia (Lam.
non Hell.) znzur-echnen sein.
Nach den Mittheilungen Nitsche's hat Kirchen-
pauer die Cordylophora albicola jetzt auch an den Eib-
tonnen bei Blankenese, also in vollkommen süssem Wasser
gefunden. Es scheint sogar, dass dieselbe noch weiter
in das Binnenland hineingehe, da auch bei i^erlin am
Flussholze der Spree Thierstöcke beobachtet wurden, die
kaum einein andern Thiere zugehören können. Sitzungs-
ber. der Gesellsch. naturf. Freunde in Berlin 1869. März.
(Wie Ref. von Prof. Eilh. Schulze erfahren hat,
ist Cordylophora auch an der Mecklenburgischen Küste
im brakischen und süssen Wasser weit verbreitet.)
Ebenso beobachtet Tscher niawsky in dem mit
trinkbarem Wasser gefüllten Landsee Palaeostom einen
Cordylophora, C. mingrelica n. Protocolle der Moskauer
Naturforscherversammlung 1869.
Millepora nitida und M. hraailiensiü, zwei neue Ar-
ten von der Brasilianischen Ostküste bei Verrill, Trans-
act. Connecticut Acad. L p. 362.
Als Gegenstück zu den oben angezogenen fossilen
Medusen erwähnen wir hier des Fundes eines fossilen
Hydroidpolypen aus den unteren Schichten der engli-
schen Steinkohle. Das Thicr erinnert in einiger Bezie-
hung an Bimeria und wird Falaeocoryne genannt. On
Palaeocoryne, a genus of tubularine hydrozoa from the
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 289
carboniferoiis formatioD; by Duncan and Jenkins
(Rep. roy. 8oc. 1869. p. 42, Ann, and Mag. nat. bist. Vol.
IV. p. 287.
Siphonophorae.
Was wir über den morphologischen Aufbau der Si-
phonophoren kennen und über die Jugendzustände der-
selben bisher beobachtet haben, erlaubte die Annahme,
dass sich die in Planiilaform ausschwärmenden Embryo-
nen zunächst In ein polypoides Nährthier umwandelten,
das dann nach Ausscheidung der Luftblase die Fangfäden,
Taster, Deckstücke, Locomotiven und übrigen Anhänge
durch Knospung an seinem distalen Ende hervorbringe.
Es dürfte das wenigstens das Bild sein, welches sich die
Mehrzahl der Zoologen über diese Vorgänge gemacht
haben, obwohl die Beobachtungen G ege n b au r's über
Diphyes, die einzigen, die über die ersten Entwicke-
lungszustände der Siphonophoren bisher vorlagen, insofern
nicht vollkommen damit stimmten, als hier der schwär-
mende Embryo bereits vor seiner weitern Umwandlung
eine Locomotive entwickelte, das Schwimmstück also und
nicht der Polypoid das erste Glied der späteren Sipho-
nophorencolonie bildete. Durch die Untersuchungen, die
Häckel während seines Aufenthaltes in Lanzarote über
diesen Gegenstand angestellt hat, ist nun auch für die
Physophoriden ein Entwickelungsmodus festgestellt, der
mit den früher herrschenden Ansichten nicht vollkommen
übereinstimmt, dafür aber mit den bei Diphyes beobach-
teten Vorgängen eine unverkennbare Analogie hat. Auch
bei Physophora, die in einer neuen prächtigen Form {Fh.
magnifica H.) zur Untersuchung kam, geschieht bereits
während der Metamorphose des flimmernden Embryo eine
Knospung, aber das Product dieser Knospung ist keine
Schwimmglocke, wie bei Diphyes, sondern ein Deckstück,
das, von den späteren Deckstücken verschieden, kappen-
artig auf dem distalen Ende des primitiven Polypen auf-
liegt und die schon früher entwickelte Luftkammer, so
wie die ersten, in Tentakel und Taster sich umbildenden
Anhänge desselben eine Zeitlang bedeckt. Erst nach
290 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
dem Abstossen dieses ersten Deckstückes erhebt sich die
bis dahin nach abwärts umgebogene Luftkammer, un-
ter der dann an dem immer mehr sich streckenden
und zu dem späteren Stamm auswachsenden Polypen
die Locomotiven und übrigen Anhänge zum Vorschein
kommen. Die ersten Nesselknöpfe besitzen, wie für
andere Physophoriden schon früher bekannt war, eine von
der späteren Bildung abweichende, einfach nierenförmige
Gestaltung. Wie bei Physophora, so verhält es sich
im Wesentlichen auch bei den übrigen vom Verf. un-
tersuchten Arten, bei Cr ystallodes (einem neuen mit
Agalma verwandten Genus) und Athorybia, nur dass der
flimmernde Embryo hier, statt zu dem ersten Polypen
auszuwachsen, diesen unter dem Schutze des provisori-
schen Deckstückes gleichzeitig mit Fangfäden und Taster
durch Knospung hervorbringt. Allem Anschein nach geht
aber auch in diesen Fällen der Stamm des Siphonopho-
renstockes mit dem Luftsacke aus dem oberen Ende des
Embryo hervor, während die Hauptmasse desselben ihrer
physiologischen Bedeutung nach als Nahrungsdotter zu
betrachten ist. — Ueber die histologischen Vorgänge der
Entwickelung dürfte Folgendes zu bemerken sein. Das
Ei, das der Dotterhaut entbehrt, verwandelt sich zunächst
durch totale Klüftung, die von dem Keimbläschen aus-
geht, in einen Zellenhaufen, der sich mit Flimmerhaaren
bedeckt und dann den Embryo der Siphonophore dar-
stellt. Gleichzeitig mit der Entwickelung der Flimmer-
haare haben sich die peripherischen Zellen entweder in
ganzer Ausdehnung (Physophora) oder an dem einen —
distalen — Pole (Crystallodes, Athorybia) zu einer selbst-
ständigen Lage differenzirt, die dem späteren Ectoderm
entspricht. Unter dem Ectoderm entsteht durch fortge-
setzte Zellentheilung sehr bald eine zweite Lage, die
auch bei den Arten mit vollständigem Ectoderm zunächst
nur auf den distalen Pol des Embryo beschränkt ist und
das sog. Entoderm darstellt. Sobald diese beiden Schich-
ten entwickelt sind, sammelt sich unter ihnen eine helle
Flüssigkeit an, welche sie zapfenförmig auftreibt. Die
Höhle, in der die Flüssigkeit befindlich ist, repräsentirt
der niederen Thiere während der J. 1868-1869. 291
den Contra Iranm des coolenterischcn Canalsystenis. Sie
theilt sich zunächst in eine distale Abtheilung, die um
den Dotter sich einsenkt und durch Abschnürung des
Entoderms zur Luftkammer wird, und in eine proximale,
die nach Aussen emporragt und sich zum Nährkanale des
ersten Deckstückes ausbildet. Das letztere entsteht da-
durch, dass die umgebenden Zellenlagen eine Bindegewebs-
masse zwischen sich ausscheiden, die sich immer stärker
aufwulstet und schliesslich raltsammt dem Ectoderm ge-
gen die darunter liegende Dottermasse durch eine Ring-
furche absetzt. Erst nachdem dieses Deckstück sich in-
dividuell gesondert hat, entsteht der primitive Polypid und
zwar entweder (Crystallodes, Athorybia) aus einer Knospe,
die zwischen Deckstück und Luftsack aus dem Dotter
hervorwächst, oder (bei Physophora) aus dem Embryonal-
körper selbst, der dabei auch von dem Entoderm um-
wachsen wird und durch Schmelzung der eingeschlosse-
nen Dotterzellen allmählich eine mit der primitiven Höhle
zusammenhängende Cavität bildet. Die Bildung des Mun-
des geschieht erst später, wie denn auch der eigent-
liche Luftsack eines späteren Ursprungs ist. (Bei Phy-
sophora bestätigt Verf. die Existenz eines eigenen zum
Auslassen der Luft bestimmten Loches am unteren Ende
der Luftkammer.) Das erste Deckstück möchte Verf.
übrigens ebenso wenig, wie die Fang- und Tastfäden der
Siphonophoren, für Individuen halten. Er betrachtet das-
selbe als ein blosses Organ, das dem Medusenschirrac
entspreche, und findet zwischen einer jungen Physophora
mit einfachem Polypiden und einem Hybocodon kaum ir-
gendwelche durchgreifende morphologische Unterschiede.
Ein dünnes Canälchen, das die Dicke des provisorischen
Deckstückes durchsetzt und auf der Aussenfläche desselben
endigt, wird dabei als Homologon des Stielkanales gedeu-
tet. Ebenso glaubt Verf. die bei Crystallodes in dem
Deckstücke biswellen von dem Nährkanal rechtwinklig
abgehenden Seitenäste als Andeutungen der Radialkanäle
in Anspruch nehmen zu dürfen. Kleine Zellenknöpfe, die
dem Ende dieser Canäle aufsitzen, sollen sogar die üe-
berreste von Randtentakeln darstellen! Zum Schlüsse
292 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
unseres Berichtes erwähnen wir noch die interessante
Thatsache, dass die einzelnen Theilstücke des flimmern-
den Embryo sich gleichfalls in normaler. Weise entwik-
keln, vorausgesetzt, dass sie nicht unter eine bestimmte
Grösse herabsinken. Die Zeitdauer der Entwickelung
wird dabei freilich immer grösser, je mehr das Volumen
der Theilstücke abnimmt. Ebenso treten in Folge der
Zerstückelungen nicht selten mancherlei Abnormitäten auf,
wie denn auch sonst unsere Thiere vielfach (bei künstlicher
Aufzucht) zu Abweichungen vom Normalzustande hinnei-
gen. Häckel, zur Entwickelungsgeschichte der Sipho-
nophoren. Eine von der ütrechter Gesellschaft für Kunst
und Wissenschaft gekrönte Preisschrift. Utrecht 1869.
115 S. in Quart mit 14 Tafeln.
Nach Kowalewsky bildet der Embryo von Agalma
rubrum, der statt einer Furchungshöhle Nahrungsdotter
in sich einschliesst, zunächst am oberen Ende einen ro-
then Pigmentfleck und dann durch Spaltung der primi-
tiven ßlastodermschicht zwei auf einander liegende Blät-
ter. Später entsteht durch Einstülpung dieser zwei Blät-
ter die Verdauungshöhle des Polypen, während oberhalb
derselben durch Abschnürung aus der vom Nahrungsdotter
erfüllten Höhle das Lumen oder die Höhle der Luftblase
ihren Ursprung nimmt. Der Ueberrest des Nahrungsdot-
ters zerfällt in immer kleinere Ballen, die schliesslich
aufgelöst werden. Kowalewsky, Nachrichten der Ge-
sellschaft der Wissensch. in Göttingen 1868. S. 156.
Pagenstecher berichtet (Zeitsch. für wissensch.
Zoologie Bd. XIX. S. 244—252. Taf. XXI) über „eine
neue Entwickelungsweise bei Siphonophoren'^ und legt
dabei eine in Mentone von ihm mehrfach beobachtete
Jugendform zu Grunde, die sich allerdings den bisher be-
kannt gewordenen Entwickelungstypen der Siphonophoren
in keiner Weise fügen will. Eine kleine Gallertkugel
beherbergt in ihrem Innern ein wenige Millimeter langes
Siphonophorenstämmchen, das damit organisch verbunden
ist und durch den Verbindungsstrang in zwei Theile ge-
schieden wird, von denen der eine blind geendigt ist
und einige Aehnlichkeit mit einem sog. Flüssigkeitsbe-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 293
hälter hat, während der andere eine grössere Anzahl
von Knospen trägt, von denen die hintersten sich bereits
zu ausgebildeten Polypen mit schraubenförmigen Nessel-
knöpfen entwickelt haben. Die Form der Nesselknöpfc
weist auf eine Physophoride hin, aber dann miisste doch
auch eine Luftblase vorhanden sein, der weder im Text,
noch in der Abbildung Erwähnung geschieht.
Häckel giebt in seiner Abhandlung über die Ar-
beitstheilung in Natur- und Menschenleben (Berlin 1869)
die Abbildung einer neuen Siphonophore mit zweizei-
ligen 8chwimmglocken und dreispitzigen Deckblättern,
die er als Ä7ithemodes (n. gen.) canariensts bezeich-
net, ohne sie jedoch näher zu charakterisiren.
Der gleichfalls neuen Fhysophora magnifica Hack,
ist schon oben gedacht. Ebenso des neuen Gen. Cry-
stallodeSj das sich durch Habitus und Bildung der
Nesselknöpfe (mit Involucrum und zwei Endfäden) an
das nahe verwandte Gen. Agalma anschliesst, aber grup-
penweis gestellte Anhänge hat und die Fangfänden ein-
zeln hervortreten lässt. Stamm starr und nicht merklich
verkürzbar, mit keilförmigen, dicken, eng an einander
liegenden Deckstücken. C. rigidum n. sp. von Lanzarote.
Häckel a. a. O. S. 49.
Wallich bestätigt die Angabe von Collingwood
(J. B, 1869. S. 405), dass die Physalien gewöhnlich von
kleinen Fischchen begleitet werden, und fügt hinzu, dass
dieselben — wie in andern ähnlichen Fallen (J. B. 1857.
S. 158) — zu der Familie der Scomberoiden gehören.
Nach Günther's Meinung seien die Fische ausgewach-
sen und geschlechtsreif, und als Repräsentanten eines be-
sondern bisher noch unbekannten Genus zu betrachten'.
Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, dass die
Physalien die Fähigkeit besässen , die Verticalstellung
ihrer Luftblase mit einer Horizoutallage zu vertauschen,
und diese Veränderung jedesmal beim Vorbeisegeln eines
Schiffes vornähmen. Ann. and Mag. nat. bist. Vol. IIL
p. 8— 10. (Die Lagenveränderung beruht offenbar darauf,
dass die Physalien die Luft aus den Kammern in die
eigentliche Blase übertreiben, wie das von Ref. schon im
294 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. iu ä. Naturgeechicht«
Jahre 1862 aus der anatomischen Bildung der Schwimm-
blase erschlossen wurde.)
3. P 0 1 y I» i.
Calycozoa.
Mecznikoff erklärt (Verhandlungen der Peters-
burger N. F, Y. Zool. p. 269) die von Busch zuerst be-
schriebene Kalliphobc für eine Lucernarienlarve, wie das
übrigens schon lange vor M cc zni ko ff von Ref. gesche-
hen ist (J. ß. 1863. 8. 135). Die Ncsselorgane zeigen bei
beiden Thiere eine unverkennbare Aehnlichkeit.
Aothozoa.
Stoliczka handelt (Extract from the Proceedings
Asiat. Soc. Bengal. July 1868) über die Anatomie von 6'«-
'jarlia Schillcriana, welche gemeinschaftlich mit Membra-
nipora bengalensis im Brackwasser von Port Canning
vorkommt. Das Brackwasser enthält 32—37 Theile Salze
auf 1000 Theile Wasser.
V. Schilleriana lebt auf alten Baumstämmen, ist sehr zart und
durchsichtig und schmutzig weiss, mit grünlichen Längsstreifen.
Septa gewöhnlich 48, die Ovarien purpurblau. Auf die äusserste
Schicht der Körperwand, welche die Nesselzellen einschliesst, folgt
zunächt eine dünne Quermuskellage, dann eine Schicht grünen Pig-
mentes und schliesslich eine andere dickere Muskellage (Längsraus-
keln?), welche nach Innen in ein zähes Muskelgewebe übergeht,
in welchem zwei Arten von Scleroiden eingebettet liegen, nämlich:
1) lange cylindrische Stäbchen mit kurzen Seitenfortsätzen aus koh-
lensaurem Kalk bestehend; 2) dünne rechteckige Platten von Kie-
selsäure. Man kann durch Glühen des ganzen Thiers in einem Pla-
tintiegel ein zusammenhängendes Skelet darstellen, das sich bis auf
eine dünne Membran auflöst . wenn man Salzsäure zusetzt, indem
dann nur die Kieselplatten zurückbleiben. Die Tentakeln sind in
concentrischen Kreisen alternirend angeordnet, bis 150 oder 160;
das Thier enthält immer Ovarien 12 an Zahl. Fadenartige Organe,
hauptsächlich aus Spermatozoen^, bestehend, scheinen nur von Zeit
zu Zeit gebildet zu werden.
Die Muskelfasern von Actinia und Cereus sind nach
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 295
den Untersuchungen Schwalbe's lange und schmale
homogene Fasern, an denen man nur in einzelnen Fällen
einen kleinen, innerhalb einer aus körniger Substanz ge-
bildeten Auftreibung gelegenen Kern zu unterscheiden
vermag. Statt eines einzigen Kerns sind bisweilen deren
auch zwei vorhanden. Archiv für mikroskop. Anatomie
Bd. V. S. 208.
K 0 wal e w s k y beobachtet (Nachrichten von der K.
(jtesellsch. der Wissenschaften in Göttingen 1868. S. 157),
dass sich der Dotter des Actinieneis zunächst in eine
flimmernde Blase verwandelt, die sich dann zur Bildung
der coelenterischen Höhle nach Innen einstülpt. Durch
faltenförmige Erhebungen der Einstülpung entstehen zu-
nächst zwei, dann noch sechs weitere Scheidewände, die
an dem Vorderende sich umbiegen und damit die Mesen-
terialfäden aus sich hervorbilden. Sobald die Zahl der
Kammern auf acht gestiegen ist, beginnt die Auswach-
sung der Fühler und eine Einbiegung der beiden Blätter,
die dann allmählich zum sog. Magen wird.
Nach den Untersuchungen von P o u c h e t und
Myevre (Cpt. rend. 1869. T. 69. p. 1097—1099) besitzt
Alcyonium eine Muskulatur von ziemlich complicirter An-
ordnung, so dass die Verff. fünf verschiedene Fasergruppen
zu unterscheiden im Stande waren (Längsfasern, Ringsfa-
sern, Sphinctern, Armmuskeln, Zwischenarmmuskeln). Die-
selben Hessen sich zum Theil bis in die Ti#e den Coen-
enchyms hinein verfolgen. Da auch das Epithelium, wel-
ches die kleinen — nicht grossen — Saftkanäle erfüllt,
zahlreiche Nesselkapseln einschliesst, so sind die histologi-
schen Unterschiede zwischen diesen und den Polypen nicht
so gross, wie man gelegentlich wohl vermuthet hat.
Perc. Wright, der während seines Aufenthaltes
in der Südsee die Tubipora musica lebend beobachtete,
beschreibt die Weichtheile und Hartgebilde dieser inter-
essanten Coralle und schildert das Wachsthum des Röh-
renskelets durch Verschmelzung der Anfangs getrennten
Kalkkörper. Das hintere Magenende des Polypen soll
durch eine zarte Membran geschlossen sein. Annais and
296 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Mag. Dcat. bist. T. IIL p. 377—383. PI. XXIII. Notes on
the animal of the Organ-pipe CoraL
, öemper spricht sich auf Grund sei bstständiger Beob-
achtungen gegen die bekannte Darwin'sche Annahme
aus, dass die verschiedenen Formen der Corallenriffe
durch nachträgliche Hebungen und Senkungen des Bo-
dens zu erklären seien, und sucht die Ursachen derselben
in den Verschiedenheiten der äusseren physikalischen Ein-
flüsse, hauptsächlich der durch ßodenconfiguration und Re-
gen bedingten Meeresströmungen. Verhandl. der phy-
sikalisch-med. Gesellsch. zu Würzburg 1868. Febr., Ann.
and Mag. nat. bist. T. I. p. 486.
Die von Pourtales im Golfstrom gesammelten
Polypen geben in Verbindung mit andern Materialien
L. Agassiz Gelegenheit, die Veränderungen zu studi-
ren, welche die Corallen während ihres Wachsthums ein-
gehen, und dabei eine Reihe interessanter Verhältnisse
festzustellen , die für die richtige Erkenntniss der mor-
phologischen Beziehungen zwischen den einzelnen Ge-
schlechtern und Gruppen eine grosse Bedeutung haben.
Unter Berücksichtigung dieser Veränderungen ist Verf.
(Bullet, zool. Mus. Cambridge p. 379 fi".) zu der Ueber-
zeugung gekommen, dass die Actinien, weit davon ent-
fernt, die höchsten Polypen zu sein, in dem natürlichen
System am tiefsten stehen, und dass die Alcyonarier da-
für die am dreisten entwickelten Formen darstellen. Un-
ter den Madreporiuen sind wieder die Turbinolien (und
die nahe verwandten Eupsammiden), deren Vertreter zu
den ältesten Corallen gehören und heute in den grosse-
sten Tiefen leben, die niedrigsten. Auf sie folgen in
zeitlicher wie in morphologischer Entwicklung die Fun-
gicn, denen auch das Gen. Siderastraea — mit gewissen
anderen oolitischen Formen — zugehört, dann die Asträen
mit den Oculinen und schliesslich die Madreporen, be-
kanntlich die jüngsten Corallen, so wie diejenigen, die
am wenigsten in die Tiefe des Wassers hinabsteigen.
Die Veränderungen, denen die einzelnen Formen während
ihres Wachsthums unterliegen , sind nun der Art, dass
der niederen Thiere während des J. 1868—1869. 297
diese jedesmal die charakteristischen Zustände der darun-
ter stehenden Gruppen durchlaufen. So sind die jungen
Asträen zuerst actinienartig, werden dann einer Turbi-
nölia ähnlich, und gehen schliesslich durch den Fungien-
zustand hindurch ihrer definitiven Bildung entgegen. Fun-
gien, Asträen, Oculinen und Madreporen knospen an-
fangs immer, wie die Actinien, am Rande der Basalflä-
che, und entwickeln erst später eventuell einen Höhen-
wachsthum und ästige Formen. So gleicht eine junge
Astraea annularis eine Zeitlang einer Fungie (Mycedium,
Agaricia u. s. w\) , bis sich die einzelnen Individuen all-
mählich (wie bei Sidcrastraea) erheben und durch Ein-
schiebung neuer Individuen dann nach und nach eine
Halbkugelforra annehmen. Aehnlich verhält es sich bei
den verästelten Madreporen, deren Jugendzustand von
Madrepora palmata repräsentirt ist. Auch die Mäandrinen
zeigen Anfangs den Fungientypus, aber wenn dieselben
etwa einen halben Zoll im Durchmesser haben, dann ent-
stehen durch fortgesetzte Randknospung zunächst ein-
zelne Gruppen, wie bei Hydnophora, deren Form weiter
zu einer Art Aspidiscus sich entwickelt, bevor sie durch
Ilöhenwachsthum die charakteristischen Verhältnisse der
Mäandrinen annimmt.
Unter den zahlreichen Arbeiten faunistischen und
systematisch-descriptiven Inhalts sind es auch dieses Mal
wieder die Abhandlungen V e rrill's, deren wir in erster
Reihe zu gedenken haben.
Zunächst liefert derselbe in den Proceed. Essex In-
stitute T.V. p. 315-330 und T. VI. p. 51-74. PI. I u. IIj
den Schluss seiner Synopsis of the Polyps and Corals
of the North pacific exploring expedition, der den Acti-
niariern gewidmet ist und in gleicherweise, wie die frü-
heren Theile (J. B. 1867. S. 408), durch die Gewissen-
haftigkeit, mit der die hier aufgezählten Formen geprüft
und beschrieben sind, unsere volle Anerkennung heraus-
fordert.
Zum ersten Male beschrieben sind: Cerianthus orientalis, C.
Stimpsoni, Halocampa hrevicornis, H. Capensis, H. Stimpsoni, Acti-
nia (?) timida, Paranthea (n. gen.) armata, Ammonactis rubricoh
298 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
lum, Phellia inaequaUs, Ph. clavata, Ph. collaris, Ph. arctica. Cereus
Stimpsoni, C. sinensis, Sagartia lineata, Cancrisocia expansa (auf
Dorippe facchino, wo dieselbe mittelst ihres basalen Chitinblattes
durch die Hinterfüsse ebenso festgehalten wird, wie die Muschel-
schale, auf der das Thier ursprünglich sich ansiedelte), Bunodes
japonica, Physactis (n. gen.) multicolor Stimps. , Anthopleura
Stimpsoni, Ämphi actis (n. gen.) orientalis, Discostoma fungiforme,
Homactis (n. gen.) rupicola, Stephanactis (n. gen.) indica.
Zur Charakteristik der neuen Genera folgen hier die Dia-
gnosen :
Paranthea Verr. (= Dyactis Verr. non Edw.) aus der
Gruppe der Warzen- und Porenlosen Antheinen. Column subcylin-
drical, usually short, smooth. Tentacles not retractile. unequal, the
inner ones several times longer, thau the diameter of the body,
outer ones much shorter. Disk usually flat, not contractile.
Physactis Verr. e subfam. Bunodinarum. Base as broad
as the disk. Column short, cylindrical, with a fold below the mar-
giu, beneath which its sides are covered with prominent and per-
sistent scattered Verrucae ; above the fold the texture is softer and
smoother , and the surface is crowdedly covered with small, incon-
spicuous, soft papillae or Verrucae arranged in vertical lines. Ten-
tacles not very numerous, stout, fusiform or conical, pointed, appa-
rently not contractile and not capable of Involution. Mouth pro-
minent, strongly lobed. Mit Urticina verwandt, aber durch die
weiche Beschaffenheit und die Structur des Vorderleibes, so wie die
nicht retractilen Fühler davon (auch von Bunodes) verschieden.
Amphiactis Verr. e subfam. Phyllactin. Base broad. Co-
lumn covered with prominent Verrucae, arranged in vertical lines.
Simple tentacles, in several rows submarginal, with Compound and
much subdivided, short, tentacle-like organs both outside and inside
of them; the latter covering the disk more or less completely.
Homactis Verr. e subfam. Discostom. Column low. cylin-
drical, with a distinct fold near the margin, substance firm, surface
smoothish. Disk not much wider, than the column, concave, the
whole surface, except a narrow region abouth the mouth, covered
with small rounded, perforated tubercles, arranged in wide radia-
ting series, in which they are crowded in several transverse rows.
Tentacles marginal, in life longer, with imperforated tips: in alco-
hol scarcely different from the tubercles in appearance. Mouth
large.
St ephanactis Verr. e subfam. Discost. Column subcylin-
drical, somewhat elongated, not verrucose, substance firm and dense.
Disk exceeding the column, covered with regulär radiating lines of
short unequal tubercles. The outer tubercles or tentacles are lar-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 299
gast and divided into several (three or five) short rounded lobes ;
those next within are two or three lobed ; the innerraost are
simple, rounded or papilliform Verrucae. The disk and tentacle-
like Organs do not appear to be capable of contraction, being fully
expanded in alcohol.
Die nachfolgenden Zusätze und Verbesserungen
(p. 75 — 102) betreffen vorzugsweise die Gruppe der Ma-
drcporarier, aus der Verf. nachträglich noch eine ganze
Anzahl neuer und bekannter Arten unter seinen Vorrä-
then gefunden hat.
Als neu beschreibt Verf. Madrepora micro'phthahna, Monti-
pora exesa, M. lichenoides, M. patula, Turhinaria dichotoma, Pocü-
lipora gracüis, P. aspera, P. frondosa.
Eine früher mit Plexaura friabilis Lamx. zusammengestellte
Form ergab sich bei näherer Untersuchung, besonders der Nadeln,
als Repräsentant eines zumeist mit Plexaurella verwandten neuen
Genus Euplex (iura. Sie wird, gleichfalls in den Nachträgen, jetzt
E. capensis benannt. Die Spicula, so beschreibt unser Verf., are
mostly short, stout, blunt, warty spindles, of rather small size,
with a few small simple double-spindles and rarely small irregulär
crosses.
In der schon oben erwähnten Notice of the Corals
and Echinoderms collected by Hartt at the Abrolhos Reefs
bespricht V er rill (Transact. Connecticut Acad. I. p. 351
— 362) 21 Polyactinieii und 5 Alcyonarier. Neu darunter
sind : Siderastraea stellataj Favia teptophylla, F. gravida,
F. co7iferta (eine Zwischenform zwischen Favia und Mae-
andrina) , Äcanthastraea brasüiensisy Heiiastraea aperta^
Mussa Harttü y ßympkyllia Ilarttii (?) , Forites soltda,
Gorgoiiia gracüis. Der Beschreibung folgen einige Be-
merkungen von Hartt über die Brasilianische Corallen-
fauna, der wir die Thatsache entnehmen, dass die für
Westindien so charakteristischen Genera Madrepora, Mae-
andrina, Diplosia, Manicina, Cladocora, Oculina in den
Albrohos-Riffen gänzlich fehlen.
Ebenso bearbeitet Verill nach neuen reichern Ma-
teralien die Corallen und Polypen der Westküste Ame-
rika's, die ihn schon bei einer früheren Gelegenheit (J.
B. 186(5. S. 423) beschäftigt hatten. Was Verf. damals
hervorhob, der auffallende Contrast in der Polypenfauna
der beiden Küsten von Panama, findet durch diese wei-
300 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
leren Mittheilungen seine volle Bestätigung und berech-
tigt zu dem Schlüsse, dass seit der Entstehung der jetzt
lebenden Thierwelt kein Zusammenhang" des Westindi-
schen Archipelagus mit dem Stillen Meere existirt habe.
Besonders charakteristisch für die Polypenfauna von Pa-
nama ist der Reichthum an Gorgoniden, von denen Verf.
nicht weniger als 36 Species aufzählt, die zum grossen
Theil dem Gen. Muricea, das hier seine höchste Ent-
wickelung zu erreichen scheint, angehören. Dazu kom-
men noch zwei gigantische Formen des Gen. Pavonia,
das sonst nur aus der Polynesischen Fauna bekannt ist,
und eine eigenthümliche neue Art Dendrophyllia. Die bis
jetzt vorliegenden Mittheilungen (Transact. Connecticut
Acad. Vol. I. p. 377 — 852) umfassen zunächst nur die
Alcyonarier und Actiniarier, so wie den Anfang der Ma-
dreporarier , deren Fortsetzung wir somit erst im näch-
sten Berichte anziehen können. Der Reichthum und die
Bedeutung der Abhandlung erhellt aus der nachfolgenden
üebersicht und der Bemerkung, dass auch die bekannten
Arten — mit wenigen Ausnahmen — eingehend vom
Verf. beschrieben sind.
Ord. Alcyonaria.
Sub-Ord. Pennatulacea 6 Sp. , sämmtlich schon früher
beschrieben. Bei Gelegenheit von Ren i IIa macht Verf. Angaben
über den inneren Bau des Polypenstocks und die rudimentären
Polypen.
Sub-Ord. Gorgoniacea.
Das Gen. Gorgonia L., das in neuerer Zeit sowohl von Milne
Edwards und Haime, wie von KöUiker systematisch bear-
beitet wurde, glaubt Verf. auf Grund seiner Untersuchungen sehr
natürlich in vier Gruppen zerlegen zu können, in Gorgonia (spe-
cies having spindles in the coenenchyraa, and an external layer
of peculiar, small, club-shaped spicula, producing a smooth surface,
mit G. verrucosa L. u. a.), Pterogorgia (species having in the coe-
nenchyma small double-spindles and also crescent or bracket-shaped
spicula, nearly smooth on the convex side, mit Pt. acerosa Ehr. als
typische Form) . Eugorgia (species having longer and shorter double-
spindles and numerous double-whells, surface decidedly granulöse,
with naked spicula, Typ. E. ampla Verr.), Lithigorgia (species having
only the two forms of double-spindles, surface somewhat granulöse,
but lesser than in the last, Typ. L. Florae Verr.). Die Arten des
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 301
Stillen Meeres gehören ausschliesslich zu den beiden letzten Gruppen
und sind sehr zahlreich. Von Lithigorgia Verr. beobachtete Verf.
17 Species. unter denen neu: L. Florae, L. eximia, L. Adamsi {=■
Rhipidigorgia ventalina Duch. and Mich., non L.) mit Var. rutila,
L. pumila, L. diffusa, L Cdlifornica, L. flexilis, L. Peruana (=
Plexaura reticulata Phil.) , von Eugorgia Verr., deren 6 mit Eng.
nobilis, Eug. Daniana, Eng. ruhens, Eng. Bradleyi nn. sp.
Die F'amilie der Plexauriden, die in der Westindischen Fauna
so reich vertreten ist, wird an der Westküste Amerika's nur durch
das Gen. Psammogorgia Verr. mit 3 Species und 2 zur Ps. arbuscula
Verr. gehörenden Varietäten (Var. Dowii und pallida) repräsentirt.
Ps. teres und Ps. gracilis nn. sp.
Das der'Fam. der Primnoiden zugehörige Gen. Muricea besteht nach
unserem Verf. aus drei Sectionen : Eumuricea u. (with tubulär Verru-
cae, without a prolonged lower lip, and usually 8-rayed at summit
in contraction. Spindles both of the coenenchyma and Verrucae are
long and usually charp pointed), Muricea s. st. (the Verrucae are
bilabiate or have a prolonged lower lip; the spindles of the coenen-
chyma and Verrucae are similar and usually stout, but sometiraes
slender and pointed) und Murieella n. fspecies. which have a rather
thin coenenchyma, fiUed with long spiudles, with low subconical
Verrucae, arising from between the large spicala and usually stan-
ding at right angles to ihe surface and cowered with much smaller
and shorter spindles) , von denen übrigens nur die zwei erstem —
die erstere aber ausschliesslich — unter den Westamerikanischen
Formen Vertreter haben. Die erste Section enthält 5 Arten mit M.
tuhigera und M. squarrosa nn. sp., die zweite deren 13 mit M.
crassa, M. fruticosa, M. austera, M. retusa, M. formosa, M. senella
und M. aspera nn. sp. Ebenso wird das von unserem Verf. aufge-
stellte Gen. Heterogorgia abermals mit zwei Species, H. verrucosa
und H. tortuosa, bereichert.
Ob das neue Gen. Callipodium — das ausser C. aureumn.
noch das frühere Sympodium (Erythropodium) pacificum Verr. ent-
hält — den Briareiden zugehört, auf welche die Bildung der Kalk-
nadeln hinweist, oder den Alcyonaceen (Rhizoxenia) zu verbinden ist,
lässt Verf. ungewiss. Es sind parasitische Formen ohne distincte
Achse, mit folgender Diagnose. Corallum incrusting stones and
Shells, with a firme, more or less thickened finely granulous coenen-
chyma, which may spread either in broad expansions or narrow
stolons. Polyps rather large, at the summit of round-topped Verru-
cae, which are more or less elevated above the surface of the
coenenchyma and either distantly scatteret or closely crowded toge-
ther; in the latter case often united laterally nearly to their sum-
mits. Polyps wholly contractile and also capable of involving the
Archiv f. Naturg XXXVI. Jahrg. 2. Bd. U
302 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
summits of the Verrucae, which, in contraction are usually distinctly
eight-rayed.
Subord. Alcyonacea,
Nur durch zwei Arten des Gen. Alcyonium vertreten, von de-
nen eine Ä. (?) Bradleyi als neu aufgeführt wird.
Ord. Actiniaria.
Subord. Actin iacea. Ist in den tropischen Gegenden der
amerikanischen Westküste durch zahlreiche Arten vertreten, die sich
nach Spiritusexemplaren aber nur schwer charakterisiren lassen, so
dass Verf. dieselben nur zum kleineren Theil aufzählt.
Die fast ausschliesslich auf die tropischen Meere beschränkte
Familie der Thalassianthiden umschliesst nach unserem Verf. vier
wohl begrenzte ünterfamilien : Phyllactiniae (disk bears both simple
tentacles and lobed tubercles or comfjound branchiform appendages),
Thalassianthinae (disk bears large, Compound tentacles or branchi-
form Organs, all of one form, without simple tentacles), Heteroda-
ctylinae (disk beärs large, Compound, branchiform organs of two
kinds; no simple tentacles. Hierher Heterodactyla Ehrbg. und Sar-
cophianthus Less.) und Discostominae (disk bears small, tentacle-like
papillae, or small, sparingly lobed tubercles, several of which origi-
nate from each radiating Chamber and are therefore arranged in
simple radiating lines or in radiating groups, when more than one
series arise from the same Chamber. These false tentacles increase
in size from the centre to the margin of the disk. The disk is
usually broad and whidely expanded, but generally capable of com-
plets contraction. Hierher Discosoma Lt., Homactis und Stephanactis
Verr., Echinactis Edw. et Haime, Corynactis Allm., Aureliana Gosse
und Capnea Forb.). Die vom Verf. aufgezählten drei Arten gehören
sämmtlich zu den Phyllactinien : Oulactis concinnata Edw. und H.,
Lophactis (u. gen.) ornata n. und Asteractis (n. gen.) Brad-
leyi n. Das neue Gen. Lophactis unterscheidet sich von Phylla-
ctis Edw. H. durch die geringere Zahl und die abweichende Form
seiner Kiemen (? nach Panceri sind diese Anhänge keine Kiemen,
sondern Nesselknöpfe) und trägt, als Diagnose:
Lophactis n. gen. Column elevated; its walls firm, sub-
coriaceous, in contraction rough with deep corrugations and wrink-
les, not verrucose and without apparent suckers in the preserved
specimens. Simple tentacles large, placod at a considerable di-
stance from the margin. Branchiae few in number (12), arranged
in a circle between the margin and the tentacles, large and broad,
laterally compressed, the upper edge of each bearing a series of
finely subdivided papillae, which consequently form radiating rows
of secondary branchiae. The large branchiform organs are united
together on the inside nearly to their summits by a thin mem-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 303
brane, which forms a naked area between the branchiae and tenta-
cles, and they are also united on the outside by adherence to the
marginal fold, so that, when contracted, there are deep Chambers
or cavities between them.
Ästeractis n, gen. Column versatile in form; walls firm and
sub-coriaceous, Disk broad, capable of invohition, bearing near the
mouth a circle of numeroiis simple tentacles and outside of these a
corresponding number of radiating rows of smalls, sessile somewhat
lobed and subdivided tubercles or papillae, increasing in size to the
margin, which is crenulate or dentate with the last tubercles of each
series. (Hierher wahrscheinlich auch Act. flosculifera Less. und Ou-
lactis formosa Duch. et Mich.)
Auch in der Farn, der Actiniden unterscheidet Verf. eine An-
zahl von Untergruppen : ßunonidae (column bears tubercles or ver-
ruciform suckers, which are imperforate or rarely perforate, but do
not emit aconthia), Sagartinae (column perforated by special pores
for the emission of aconthia; surface smooth or with inconspicuous
coutractile suckers), Phellinae (column elongated, covered to near
the margin with a persistant epidermal layer or tunic; lateral
pores and aconthia few or entirely wanting) und Actininae (column
smooth, fleshy, destitute both of Verrucae or suckers and special po-
res; no aconthia; margin with or without coloured spherules), die
sämratlich an der amerikanischen Westküste vertreten sind. Die
erste Subfamilie durch die Genera Bunodes Gosse (4 Sp.), Urticina
Ehrbg. (= Rhodactinia Agass., Tealia Gosse mit der in der Nähe
der Beringsstrasse ebenso, wie an der Nordküste Europas verbreiteten
Act. crassicornis Zool. d.), Ev actis n. (mit Act. artemisia Drayt. und
A. xanthogrammica Brdt.), Gl ad actis n. [Gl. grandis n.), Cystiactis
Edw. et H. (1 Sp.), Anthopleura Duch. et Mich. (Ä. Bowii n.) und
Phymactis (2 Sp.), die zweite durch Metridium (3 Sp.), Cereus Ok.
(1 Sp.), Galliactis n. (C. variegata n.), Sagartia (11 Arten, unter
denen S. crispata, S. carcinophila, S. Panamensis, S. Bradleyi zum
ersten Male benannt sind), und Nemactis Edw. et H. (3 Sp.), die
dritte durch Phellia Gosse {Ph. inornata, Ph. rubens , Ph. Pana-
mensis nn. sp.), die vierte endlich durch Paractis Edw. et H. \P.?
nobilis n.), Epi actis n. (E. prolifera n. mit merkwürdigem Brut-
geschäft) und Anactis Ehr. (1 Sp.). Zur Charakteristik der neuen Ge-
nera die nachfolgenden Diagnosen :
Evactis Verr. The column bears vertical rows of verruci-
form suckers or tubercles and is perforated by numerous openings,
from which water is ejected, when the body suddenly contracts. The
inner tentacles are smaller and shorter than the outer ones, mouth
with four prominent lobes.
Cladactis Verr. (ein Namen, der inzwischen auch von
304 Leuckart: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgeschichte
Panceri an eine Phyllactinia vergeben ist). Column firm in texture,
low, broad, crowdedly covered with elevated, subtentaculiform tu-
bercles or papillae. which have round inflated tips, those on the
sides simple or two- or three-lobed; those at the margiu of the disk
elongated, pedunculated, the end divided into 2 to 6 rounded lobes.
Tentacles numerous, rather long , the inner ones largest. Disk
broad, with a naked area or fossa between the tentacles and the
margin.
Calliactis Verr. Column very changeable in form, in füll
expansion elevated, subcylindrical, with a broadly expanded base, in
contraction forming a broad, low, flattened cone or convex disk.
Surface nearly smooth in expansion, except near the base, where
there are one or more transverse rows of conspicuous lateral po-
res or cinclidae, which have thickened, permanently raised borders.
Basal margin below the pores thiu and expanded, usually with an
additional internal lamella intercalated between the larger ones that
extend to the disk, all of which are usually visible through the
thin but firm walls. Aconthia highly developed, eraitted freely from
the cinclidae. Ist mit Adamsia verwandt und lebt, wie diese, auf
Schneckenhäusern, die von Bernhardskrebsen bewohnt sind. In den
wärmeren Meeren, dem Anschein nach weit verbreitet. Typus A.
decorata Drayt.
Epiacti s Verr. Integument firm. Column subcylindrical, capable
of involving the summit and contracting into a hemispherical form,
with a distinct submarginal fold or »parapet« , separated from
the tentacles by a narrow fosse; surface smoothish, in contraction
reticulately wrinkled. Near the base it is surrounded by a circular
wrinkh? or depression, upon which there are borne a variable num-
ber of young of various sizes, appearing as if originating from sur-
face-buds, but possibly produced from ova attached to this place to
the skin. These young may be removed withoiit rupture of the in-
tegument, although they adhere quite firraely and leave a depression
in the surface of the skin, but there are no apparent lateral ope-
nings in the wall. Tentacles numerous, about 50, in preserved spe-
cimens short and thick, arranged in several rows.
Subord. Zoanthacea. Durch 3 Sp. Mamillifera (M. conferta n.)
und 3 Sp. Gemmaria Duch. et M. {G. elongata, G. humilis und G.
crassa, sämmtlich neu) vertreten.
Ebenso Subord. Antipathacea nur durch eine einzige neue
Art : Antipathes Panamensis n.
Aus der Ordnung der MadreporaHer wird zunächst nur das
Gen. Montipora Bl. (Fam. Madreporidae, Subord. Madreporacea) mit
M. fragosa n. aus Californien aufgezählt.
An die hier mitgeth eilten Untersuchungen schllessen
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 305
sich in gewisser Hinsicht ergänzend an die Critical re-
marks on the halcyonoid polyps in the Museum of Yale
College, with descriptions of new Genera by Verrill
(Amer. Journ. Arts and Sc. Vol. XLV. p. 411— 415), die
namentlich die Gruppe der Horncorallen betreffen und
mehrfache Berichtigungen der Synonyrnie enthalten. Ein-
zelne Arten, bes. des Gen. Muricea, werden dabei zu Re-
präsentanten besonderer neuer Genera erhoben, so M.
divaricata Verr. {An f h o g orgia), M. verrucosa und M.
tortuosa , zwei neue Formen von Panama {Heterogor-
gia)y Echinogorgia arbusculum Verr. (Psammog orgia)
und M. sinensis (Astrogorg ia).
Änthogorgia is characterised by very prominent , tubulär
cells, eight-rayed at summit; a thin coenenchyma containing imbed-
ded fnsiform spicula; those of the cells long, fusiform, thorny, im-
bedded at varions aiigles in the surface. but not imbricated.
Heterogorgia has a horny axis, smooth coenenchyma, with
very small, spindle-shaped spicula; verruciform cells, armed at the
summit with longer, slender, projecting and divergent sharp spicula,
which are oiten much bent.
Psammogorgia. A rather thick coenenchyma, with the sur-
face granulated by the numerous very small rough spicula. These
are of several forms, but mostly short thick blunt spindles. very
strongly papillose and thorny; others are irregulär, as broad as
long, very thorny; some are pretty regulär stars with five, six or
more rough rays. The cells are either somewhat prominent or flat
and scattered on all sides.
Astrogorgia is allied to the last, and like it has a granulated
surface and the cells scattered on all sides and usually verruciform.
The spicula of the coenenchyma are however very different, being
nearly all long fusiform sharp warty spindles of various sizes. In
alcoholic specimens the tentacles are not wholly retracted, but form
a low cone, covered by the conspicuous spicula at the bases of the
tentacles.
Ebendas. wird Allopora tenuis Dana zum Typus eines neuen
Gen. Cyathopodiu m gemacht: a Tubipora-like polyp with short
cup-shaped tubes, connected by narrow calcareous stolons, which
correspond to the transverse plates of Tubipora, and from which
the new buds arise.
Pourtales fand bei seinen Draggungen an der
Küste von Havanna von neuen Arten: Antipathes felix,
A. Jcurailis^ ^ca/t/Z/o^or^m (Blepharogorgia Duch. et Mich.)
306 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
aspera, Sarcodictyon rugosum y Caryophyllia formosay
Deltocyathus Ägassizü, Flatytrochus coronatus, Diplohelia
•profunda, Crypthelia Feircei, Stylaster GÖmplanatus^ Er-
rina coohleata, E. glahra, Distichopora sulcata, Heliopora
tubulata, H. carinata. Die Diagnosen in den Contribu-
tions etc. Bullet, zool. Mus. Cambr. p. 112 — 118.
Das Gen. Errina ist von Gray, der die wahren Calyces über-
sah und die ungewöhnlich weiten Poren dafür nahm, sehr ungenü-
gend charakterisirt worden, so dass Pourtales dafür folgende verbes-
serte Diagnose vorschlägt. Corallum branching. subflabellate, fmely
granulated or obscurely striated, the younger branchlets more or
less studded with tubulär pores, split downwards into a furrow.
Calicles at first terminal, in shape of a transverse slit, of which one
lip continues to grow in a conical shape to repeat the process,
whilst the other expands in the shape of a bract or spoon, hiding
the calicle after is has become lateral. Fossa circular and very
deep ; sejita obscure or none ; pali radimentary in the shape of small
beads; columella pistilliform. Ampullae as in Stylaster.
Yon der nahen Verwandtschaft des Gen. Distichopora mit
Stylaster ^und noch mehr mit AUopora hat Verf. sich durch seine
Untersuchungen vollständig überzeugt. Er glaubt sogar, dass eine
generische Unterscheidung von Allopora geradezu unzulässig sei, da
das Zusammenfliessen oder Getrenntbleiben der Calyces, das Einzige,
was die sog. Genera charakterisirt, bei D. sulcata an demselben
Stocke beobachtet werden kann.
Noch reicher war die Ausbeute der zweiten Expe-
dition an der Küste Floridas, die an neuen Polypen
lieferte (ibid. p. 130 — 141): Nephthya nigra, Frimnoa
vertioülaris, Fr. trilepis, Gorgonia mmiata, Acanthogorgia
hirta, Acts solitaria, Isis flexihilisy Mopsea ehurnea, An-
tipathes tetrasticha, Caryophyllia cornuformis, Coenocya-
thus vermiformis, eine Art, die wegen ihrer schlanken
Form leicht für eine Wurmröhre gehalten werden könnte,
FaracyatJnis coiifertus, Theoocyatlms cylindraceiLS, lihizo-
trochus fragilisj Oculina disticha (von der sonst sehr ähn-
lichen Diplohelia raristella durch die Anwesenheit von
Pali unterschieden), Lophohelia affinis (= L. prolifera
Fall.), Stylaster erubescens, Allopora miniata, Distichopora
foliacea, Errina cochleata, Balanophyllia floridana, T Re-
co psammia (n. gen. intermed. inter Balanophyllia et Ple-
teropsammia) tintinnahulum, TJu socialis, Stephanophyllia
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 307
fo llicuhiSy Dias er is pusilla , Haplo'phyllia paradoxa
(eine höchst interessante neue Form, die durch die Anord-
nung ihrer Sternleisten und die Vierzahl ihrer Hauptradien
an gewisse Rugosen bes. Cyathaxonia erinnert und mög-
licher Weise ein noch lebender Repräsentant dieser sonst
ausgestorbenen Gruppe sein könnte), P li »Jj othrus sym-
metricus (ein gleichfalls neues Geschlecht, dem auch noch
die oben unter dem Namen Heliopora tubulata und H.
carinata erwähnten neuen Arten zugehören).
Die hier aufgezählten Steincorallen gehören wie die übrigen
in der Tiefe von unserem Verf. beobachteten Arten sämmtlich zu
den Familien der Caryophylliden, Oculiden und Stylasteriden, die
unser Verf von den Oculiden abtrennt und (mit Einschluss des
Gen. Cyclopora Verr.) als eine eigene Familie ansieht. Die eigent-
lichen riffbildenden Formen der Asträiden und Madreporiden sind
in der Tiefe nicht vertreten. Zur näheren Charakteristik der neuen
Genera folgen hier deren Diagnosen:
Thecopsammia Pourt. Corallum simple, attached, without
costae, covered with a complete epitheca.
Haplophyllia Pourt. Corallum simple, fixed by a broad
base, covered with a thick epitheca; columella styliform, strong,
(sometimes double?) very thick at the base. Interseptal Chambers
deep, uninterrupted by tabulae or dissepiraents.
Pli oh othrus Pourt. Tissue more compact than in Millepora ;
larger pores scarcer, smooth, without any rudiments of septa; smal-
1er pores tabulated ; coenenchyma with still fmer linear pores. Form
generally branching regularly. (Differs from Heliopora by its tissue
not being prismatic.)
Gray handelt über die — bei Milne Edwards
bekanntlich auf die Genera Zoanthus und Palythoa be-
schränkte — Gruppe der Zoanthiden (Proceed. zool. Soc.
1867. p. 235—240) und stellt die dahin gehörenden For-
men folgender Maassen zusammen.
A. Zoanthi malacodermi.
a. The base expanded.
Mamillifera Les.
b. The base slender, cylindrical, creeping.
Zoanthus Cuv., Palythor (Ref. ?) Bertholeti.
c. Solitary, rarely irregularly aggregate.
Isaurus Gr., Pal es n, gen.
B. Zoanthi sabuliferi.
308 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
a. Coral free, unattached.
Sphenopus Steenst., Sidisia Gr.
b. Coral attached; cells arising from a .foliaceous expan-
ded base.
Epizoanthus n. , Gemmaria Duch. et Mich., Paly-
thoa Lamx.
c. Coral attached ; cells arising from a slender subcylindri-
cal base.
Carolia r.
d. Polypes forming a network, sunk in sponges ; the buds
arising the upper or cephalic edge,
Bergia Duch. et Mich.
e. Polypes attached. solitary, with a rather expanded base.
Triga n.
Die neuen Gen. werden diagnosticirt, wie folgt :
Falythoa (?) Bartholeti. The polypes close together, ari-
sing from a net-like- auastomosing linear base.
Pal es u. Body cylindrical; isolated, solitary, clustered or
sometimes proliferous, but each specimen having a separate base:
outher skin smooth, thin, olive-brown. slightly coucentrically wria-
kled; the tentacles numerous. The internal laminae numerons,
slender. only slightly elevated, with a thiked edge and sinuous be-
low. P. CUftoni n von West-Australien. (Das Leipziger Museum
besitzt dieselbe Form von Port Natal.)
Epizoanthus n. The base expanded, foliaceous (parasitic
on Shells) ; the cells cylindrical, simple, separate from each other
from the base; tentacles numerous. E. papillosus Gr. Engl. (Dysidea?
papulosa Johnst.)
Carolia n. The base slender, subcylindrical, creeping; the
cells cylindrical, separate, and far apart from the base. C. (Zoan-
thus) Couchii Johnst.
Triga n. The coral subcylindrical, solitary. attached, with
a rather expanded base; outer coat coriaceous, sandy, concentrically
wrinkled. 1. philippinensis n.
Auch die Gruppe der Fleischcorallen wird von Gray
bearbeitet (notes on the fleshy Alcyonoid corais, Annais
and Mag. nat. bist. Vol. IIL p. 117— 132) und folgender-
maassen systematisch geordnet :
Sect. I. Dermocorallia. The coral crust-hke, attached by
the lower surfaco^ or lobed and branched. with polypes on the whole
of the exposed surface.
A. The coral crust-like or skin-like, spreading and attached
by the lower surface. The body of the polype short.
der niederen Thiero während der J. 1868—1869. 309
Farn. 1. AntheliadaO. Polypös produced above the surface
of the coral, not retractile. Spicules fusiforin or cylindrical, spinous
or tubercular.
Gen. Anthelia mit 6 Sp.
Farn. 2. Sympodiadae. Polypös and tentacles completely re-
tractile into the skiu-like or crustaceous coral.
Gen. Massarella n. mit 3 Sp. (Symp. coralloides Pall., S.
rosaceum Ehrbg., S. verumDuch. et Mich.), Eunoella n. mit Symp.
gorgonioides Pall. , Sympodium Ehrb. mit 3 Sp. , Erythropodium
Köll. 1 Sp., Ojeda Duch. et Mich. 1 Sp.
ß. The coral crust-like, convex, with more or less erect lo-
bes. The polypes on the edge of the crust or the base of the stera
with long cylindrical tubulär bodies; polypes retractile.
Fam. 3. Lobulariadae. Coral with a hard, crustaceous, smooth
externa] coat. Polypes retractile.
Gen. Lobularia 16 Sp., Sphaerella n. mit Ale. tub.erculosum
QuoyetGaim., Chlorozoa n. mit Ale. viride Quoy et Gaim., Rhodo-
phyton Gr. 1 Sp., Amicella n. mit Ale. amicorum Quoy et Gaim.
See. II. Podo coral IIa. The coral pedunculated, the lower
portion stem-like, harren, the upper lobed or branched, with the
polypes on the surface. The polypes with an elongated tubu-
lär body.
A. Coral with a coriaceous or crustaceous minutely granulär
outer surface, with more or less numerous internal spicules. Poly-
pes retractile or semiretractile.
Fam. 4. Alcyoniadae. The coral fleshy, divided into lobes or
branches above, beariDg the polypes on all sides. Stem more or
less coriaceous externally. Polypes retractile.
Gen. Alcyonium 4 Sp., Danella n. 3 Sp. (Ale. confertum Dana
und flexibile Quoy et Gaim.), Amocella 3 Sp. (Lobularia pauciflora
Ehrbg., L. poiydactyla Ehrbg., Ale. trichanthemum Dana.)
Fam. 5. Sarcophytidae. The coral discoidal or hemisphaerical,
pedicellated ; stem and under surface barren, rather coriaceous, gra-
nulär. Polypes on the upper surface of the frond, retractile.
Gen. Sarcophyton 3 Sp., Äreocella n. mit Ale. latum Dana,
Cladiella n. mit Lob. sphaerophora Ehrbg. und Ale. brachycla-
dium Dana.
Fam. 6. Bellonelladae. Coral capitate ; stem thick with a co-
riaceous granulär outer surface, groowed, showing the tabular form
of the bodies of the polypes above; head hemisphaerical. Polype-
-cells cylindrical, with a plaited mouth. Polypes retractile.
Gen. Bellonella Gr. 2 Sp.
Fam. 7. Xeniadae. Coral soft and fleshy: stem simple or
310 Leuckart: Bericht üb. d. Leist, in d. Naturgeschiclite
slightly branched, smooth or minutely granulär. Polypes clustered
on the rounded ends of the branches, not retractile; skin of the
stem and polypes to the end of the pinnules strengthened with
spicules.
Gen. Xenia 4 Sp., Loridella n. 4 Sp. (Cornularia subviridis
Quoy and Gaim., Xenia florida Dana. X. elongata Dana, X= coerulea
var. Dana), Wardella n. mit X. indivisa Sars.
B. Coral cellular; the surface of the coral and outher side
of the polype-cells covered with opake, rugose, fusiform spicules.
Polypes retractile.
a. Stem, branches and polype-cells covered with spiculae.
Fam. 8. NidäÜdae. Coral simple or branched; stem cylindri-
cal, cartilaginous, with a crustaceous skin and imbedded spicules.
Polypes on the upper surface of a hemisphaerical head, with pro-
minent large conical polype-cells; stem and polype-cells covered
with large fusiform spicules.
Gen. Nidalia Gr. 1 Sp.
Fam. 9. Spoggodidae. Coral membranaceous, cellular, bran-
ched, the outer surface covered with opace fusiform spicules. Po
lype-cells at the ends of the branchlets and surrounded by a series
of projecting spicules. Polypes retractile.
Gen. Spoggodes 4 Sp., Spoggodia Gr. 4 Sp.
Fam, 10. Nephthyadae. Coral fleshy, cellular, branched; stem
coriaceous or granulär externally ; branches and polype-cells with
superficial spicules. Polype-cells subcylindrical, incurved. Polypes
retractile.
Gen. Nephthya 4 Sp., Ammothea 1 Sp., Capnella 1 Sp., Mor-
chellana Gr. 1 Sp.
Fam. 11. Lemnaliadae. Coral simple atthebase; stem formed
of the clustered cylindrical tubulär bodies of the polypes; outer
surface smooth, without spicules.
Gen. Lemnalia Gr. 3 Sp., Verrilliana n. mit Ale. ramosum
Quoy and Gaim. und Ammothea thyrsoides Ehrbg.
Fam. 12. Paralcyoniadae. Coral membranaceous, branched
above, smooth, with minute dermal spicules near the mouths of
the polypes ; the bodies of the polypes opening into each other, ma-
king a common cavity. The coral retractile into a tubulär sheath
covered with large dermal spicules. Tentacles retractile.
Gen. Paralcyonium M. Ed. 1. Sp.
Zur Charakteristik der neu aufgestellten Genera die folgenden
Diagnosen .
Massarella Gr. Coral irregulär - shaped, attached to a
horny axis of a Gorgonia; outer surface hard, crustaceous, smooth;
internal cork-like. Polypes completely retractile.
l
der niederen Thiere während der J. 1668—1869. 311
Eunoella Gr. Coral crust-like, thin. Polypes large, convex
when contracted.
Sphaerella Gr. Coral hard, coriaceous, globular or sub-
globose, affixed by a slender peduncle, growing in Clusters. Poly-
pes scattered over the whole surface^ quite retractile.
Chloro zoa Gr. Coral soft, divided into finger-like lobes,
deep green. Polypes very small, irregularly disposed. Tentacles
petal-like, ovate, lanceolate, connected by a membrane like a veil
and lacerated or ciliated at the tip.
Amicella Gr. Coral thick at the base, branched, tree-like.
Polype-cell ratber prominent, covered with eight valves, each mar-
ked with two rows of spicules. Polypes quite retractile. Tentacles
simple, clavate (Quoy et Gaim.).
Dan eil a Gr. Coral soft; stem thick, barren, not dilated at
the base; branches slender. cylindrical, ascending. Polypes small,
on the branches; spicules very abundant in all parts of the stem.
Äreocella Gr. Coral rather rigid, stipitate, very broadly
expanded, sinuate on the edge: upper surface areolated, areolae
hexagonal, each surrounded by a series of small tubercles. Polype
in centre of each areola.
Cladiella Gr. Coral half-ovate or obconical, in Clusters,
below tapering to a small base, barren, above flat. Polypes re-
tractile.
Loridella Gr. Coral erect; stem thick, with a contracted
base; surface coriaceous/ with imbedded fusiform spined spicules.
Tentacles with lobes on all sides (Quoy).
WardellaGr. Coral simple; stem simple, with very nume-
rous smooth internal spicules forming a thick spongy web. Polypes
not retractile.
Capnella Gr. Coral erect; stems clustered, coriaceous, gra-
nulär, divided into sliort branches; outer surface studded with
small, flat, smooth, irregular-shaped spicules. Polype-cells crowded
and imbricate on all sides of the oral club-shaped branchlets, po-
lype-cells campanulate, slightly eight-lobed. Polypes retractile.
Verrilliana Gr. Coral soft, branched. Stem tapering, cy-
libdrical, longitudinally grooved. Polypes clustered together on all
sides of the ends of the branches, forming an ovate-lanceolate group
of thyrse. Polype-cells cylindrical, with a subglobular heat when
the polype is contracted.
Manche der hier aufgestellten neuen Genera und
Familien dürften übrigens gerechtes Bedenken erregen.
Form, VerästlungsweisC; Stellung und Bildung der Po-
lypenzellen — die Momente also, auf die Verf. das Haupt-
312 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gewicht legt — sind ziemlich missliche und für sich allein
kaum ausreichende Charaktere, und das am wenigsten
da, wo sie blossen Spiritusexemplaren oder Abbildungen
entnommen werden, wie solche Gray seinen neuen Grup-
pen zu Grunde zu legen pflegt. Wir vcrw^eisen in die-
ser Hinsicht auf die kritischen Bemerkungen, die Ver-
riU an das hier skizzirte Svstem anknüpft (Amer. Journ.
of Arts and Sc. 18(39. Vol. 47. p. 282). fliernach ist z. B.
Ojeda ein» Schwamm und Alcyonium latum, der Typus
des Gray'schen neuen Gen. Areocella, ein echtes Sarco-
phyton. Die neuen Genera Massarella, Loridclla, Spog-
godia dürften nach Verrill kaum in genügender Weise
motivirt sein. Lemnadia scheint zumeist mit Coelogor-
gia Val. und Verrilliana mit Nephthya (vielleicht am be-
sten als Eicv ephthy a V. zu bezeichnen) zusammen zu
gehören.
Richiardi veröffentlicht (Archivo per la zoologia,
l'anatomia c la fisiologia Scr. II. Vol. I. 1869. p. 1 — 150
mit 14 Tafeln Abbildungen) eine Monografia della famig-
lia dei Pennatularii, in der die bisher bekannt geworde-
nen Formen mit einer ziemlichen Anzahl neuer Arten
zusammengestellt und beschrieben sind. Verf. zählt im
Gänzen — abgesehen von einigen Sp. dub. — 85 Spe-
cies, die nach kurzer geschichtlicher Einleitung entspre-
chend der nachfolgenden Uebersicht über 18 Genera ver-
theiit werden.
A. Polypen längs des Randes oder anf der Fläche von Blättern
angeordnet.
a. Blätter mit Kalknadeln, welche die ganze Fläche bekleiden.
Pennatula Lin.
b. Blätter mit Kalknadeln, die bündelweise zusammengrup-
pirt sind und wie Stacheln über den polypentragenden
Band hervorragen Pteroides Herkl.
c. Blätter nierenförmig und fleischig,
* ohne Stacheln Sarcoptilus Gr.
** mit Stacheln Ptilosarcus Gr.
d. Blätter setzen sich von den Seiten des Polypenträgers auf
dessen Vorderfläche fort ; Achse rechtwinklig ; Polypen
zahlreich (37 — 40), ohne Nadeln Sceptonidium n. gen.
e. Blätter nur an den Seiten des Polypenträgers
der niederen Tliiere während der J. 1868—1869. 3lS
* quer gestellt, mit zahlreichen Polypen.
Halisceptnm Herkl.
** schräg gestellt, mit wenigen (10 — 12) Polypen.
Seytalimn Herkl.
f. Blätter mit dem von ihnen umfassten Polypenträger gänz-
lich verschmolzen,
* mit Nadeln Stylatula Herkl.
** ohne Nadeln Virgularia Lam.
g. Blätter sichelförmig mit freier Langseite, ohne Nadeln.
Lygus Herkl.
h. Blätter in geringer Anzahl (4 — b) am Ende des Polypen-
trägers Crenülum van d. Hoev.
B. Polypen auf isolirt stehenden Zellen.
a. Reihenweise an drei Flächen des Polypenträgers.
Funiculina Lamk.
b. In einer Gruppe am Ende des Polypenträgers.
Umbellularia Lamk.
C. Polypen direct am Polypenträger, retractil.
a. Auf dreien Flächen (vorn und seitlich) Kophobelemnon Asbj.
b. Auf der ganzen Oberfläche.
* Mit gut entwickelter vierkantiger Achse. Lituaria Val.
** Mit cylindrischer Achse Cavernularia Val.
*** Mit rudimentärer Achse Veretillum Cuv.
c. Auf einer der zwei Flächen des blattförmigen Polypenträ-
gers Renilla Lamk.
Als neu verzeichnet Verf. Pannatula Targioni unbek. woher?,
Pteroides Grayi ebenso, Pt. Vogtii Mittelmeer, Pt. Cornaliae Adria,
Pt. Claiissii Mittelmeer, Pt. Pancerii von unbek. Fundort, Scepto-
nidium mosambicanum, Virgidaria Leuckartii Nordmann, F. Kölli-
herii Mosambique, Cavernularia Haimeii Fundort unbek., Cav. De-
fHippii ebenso.
Von K ö 1 1 i k e r's ^anatomisch - systematischen Be-
schreibung der Alcyonarien^ liegt (Abbandi. der Senkenb.
Naturf. Gesellschaft Bd. VII) bis jetzt nur die erste Lie-
ferung der gleichfalls den Pennatulidcn gewidmeten ersten
Abtheiking vor. Wir werden darauf in unserm näch-
sten Berichte zurückkommen^ bemerken aber hier schön
so viel, dass das betreffende Werk fortan wohl eine der
Hauptqucllen unserer Kenntnisse über diese interessanten
Polypen abgeben wird.
Gray und Carter berichten (Annais and Mag. nat.
hist. 1869. Vol. IV, p. 360) über zwei neue Alcyonoid-
314 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d, Naturgeschichte
polypen, Spoggocles conglomeratiis von der Arabischen
Küste und Euscler ides (n. g^n) chineiisis, und geben
von der letztern folgende Genusdiagnose :
The coral fleshy, cousisting of a growth of thick contorted
laminae with rounded upper edge, the lower part of the lamina and
base bare, the upper part with regiilarly disposed polypes with nu-
merous small concavities placed at the base on the surface between
the polype-cells; the inner part strengthened with thick fusiform
longish tubercular spicules with three or five wide smooth, sunken
Gross bands, separating the tubercular surface of the middle of the
spicules into bands respectively. The spicules in shape like those
of Gorgonia setosa and others,
Gray liefert (Annals and Mag. nat. bist. Vol. II.
p. 441 — 443 mit Holzschnitten) descriptions of some new
genera and species of alcyonoid corals in the british mu-
seum mit den nachfolgenden Diagnosen :
Lemnalia n. gen. e fam. Alcyon. Coral soft, fleshy, formed
of numerous clustered, small, cylindrical tubes; the outer surface is
smooth, distitute of any appearance of spicules, but showing by
grooves the places of union of the different tubes that form the mass,
each tube ending in a polype. The base is broad , expanded hori-
zontally, fleshy like the coral, thrawing up several stems, which
are irregularly branched, the lateral branches being saraewhat two-
rowed, the terminal branchlets rather clustered, each branchlet ending
in a short cylindrical polype, the moutb and tentacles of which are
completely rctractile, only leaving a central knob surrounded by
eight slightly depressed radiating grooves, and entirely destitute of
any appearance of superficial spicules. The whole coral is flaccid
and the larger branches appear to be more or lese compressed, but
this may in great part depend on the state of the specimen. Sp.
L. Jiikesii Gr. von unbekannter Herkunft.
Filigell a e. fam. Gorgon. Coral free, filiform, simple,
Blender, rather rigid. Bark thin, transparent, formed of a simple
series of flattened, subfusiform, elongate spicules placed close toge-
ther side by side, formiug a hard coat; ends blunt, ovate, covered
with spicules like the stem. The axis hornlike, slender, cylindrical.
Polype-cells short, broad, conical, very far apart, those next, each
other being an difi'erent sides of the stem, forming a subspiral series
covered with a single series of close spicules like the bark. The
cells on each end of the coral are very much alike, and the ends
of the coral very similar and covered with spicules; but there
does not appear to be any opening for the polype: they are pro-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 315
bably the buds by which the coral grows in length. Sp. F. graci-
lis Gr. von der Brasilianischen Küste.
Acaharia e fam. Melith. The coral very slender, branched,
dichotomous, expanded in a plane; branches and branchlets very
slender. compressed, with short, swollen joints, more prominent on
the older stems. Bark thin, hard, smooth. Cells short, broad,
subcylindrical, truncated, in a Single series on each edge of the
branches and branchlets, rather close together. Axis calcareous,
solid, red, longitudinally grooved; internodes short. swollen, spongy.
Sp. A. divaricata Gr. Quito.
Änicella G fsiva. Isid. Coral far-like; dichotomously branched ;
branches separate, divaricating, in the same plane, arising from the
short, rather sanken joints. Bark thin, Ijard, smooth, longitudinally
grooved. Cells minute, subcylindrical, short, produced in a narrow
alternating series, on each edge of the branches and branchlets.
Axes calcareous, solid, with longitudinal grooves; internodes very
short, contracted, bark-like. Sp. An. australis. Port Essington.
Der folgende Band der Annais enthält (p. 21 — 23)
unter demselben Titel die Diagnose zweier anderer neuer
Genera (Gorgoniden mit Kalkachse).
Bayne rella. Coral much branched, fan-shaped, expanded
in a plane : branches and branchlets pinnate ; branches diverging,
subcylindrical, slender, nearly of a uniform size ; branchlets opposite
or alternate, diverging. Bark thin, with an even, very slightly cor-
rugated surface, internally finely granulär. Polype-cells prominent,
roundish, close together, diverging irregularly on all sides of the
slender branches; apex rather conical, contracted, with a central
dot. Axis calcareous, hard, white, with well-marked longitudinal
grooves. Sp. M. aurantia Gr. von der Bass-Str.
Brandella. Coral very much branched, very elender,
linear; branches diverging, pinnate, and nearly parallel to each
other ; branchlets pinnate, opposite or alternate, diverging at nearly
right angles, often sinuous, inosculating, uniting the diverging pa-
rallel branches into an irregulär network. Bark, when dry, very
thin, almost membranaceous, smooth, and slightly wrinkled. Polype-
cells on all sides of the branchlets, alternate or opposite, cylindri-
cal, short, smooth externally, with a convex 8-valvated top. Axis
very slender, thread-like, except the main stems, calcareous, hard,
pale horn-colour, very brittle. Sp. B. intricata Gr. von der Bass-
Strasse.
Ebendaselbst beschreibt Verf. auch Telesco Smithii
n. sp. von Sidney, dabei bemerkend, dass Telesco Lamx.
sehr natürlich in 3 Untergenera zerfalle:
316 Lcuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Tel es CO. The coral shrub-like, furcately branched from the
base, the polype-cells terminating the branches and branchlets. Hic-
her T. anrantiaca Lmx., T. ramulosa VeiT., T. pelagica Lmx.
Telescella Gr. The coral erect. with successive spreading
Clusters of branches, -which are ramulose on the sides. Mit T. no-
dosa Verr. (Ist nach Verrill's neuesten MittheiluDgen Proceed.
Essex Inst. Vol. VI. p. 82 , eine sehr zweifelhafte Art , zu deren
Aufstellung wahrscheinlich ein kleines Anneliden- oder Amphipo-
dengehäuse Veranlassung gegeben hat.) ^
Alexella Gr. The coral erect, simple, with short, cylindrical
adpressed polype-cells on the side of the stem, generally opposite
each other, or scattered; soine have onc or more cells produced
into a sbort lateral branch. Mit A. Smithii Gr.
Ebenso macht Gray (Proceed. zool. Soc. 1867.
p. 125, 126) einige nachträgliche Bemerkungen über Co-
ralliiim Johnsoni und schlägt dabei vor, das frühere Gen.
Corallium folgendermaassen einzuthcilen:
Corallium Lam. The polypes slightly elevated from the bark
and scattered on all sides of the branches. C. rubrum L.
Pleurocorallium Dana. The coral branching in a plane. The
polypes scarcely raised, confined to one surface, mostly near the
apex of the very small branchlets and often in twos. PI. secun-
dum D.
HetnicoralUum n. The polypes pi'ominent, ovate-cylindrical,
often clustered, all distributed on one side of the branches. H.
Johnsoni Gr.
Unter dem Namen Kera t o is is Groyi beschreibt Perc.
Wright eine mit Isis nahe verwandte Gorgonide aus
der Tiefe der Küste von Setubal (Ann. and Mag. nat.
bist. T. III. p. 23 — 25 mit Holzschnitt). Das neue Genus
ist vornämlich durch die röhrenförmige Bildung der Kalk-
glieder und die Bewaffnung der Einzclthiere ausgezeich-
net und trägt folgende Diagnose :
Gen. n. Keratoisis P. W. Coral branched, irregularly fur-
cate; axis jointed, composed of horny and calcareous portions; the
latter are hollow, smooth, varying considerably in length and raain-
taining their form after maceration in caustic alcalies, the branches
are given off from the calcareous portions. The coenenchyma is
well developed and contains a large nuraber of calcareous spicu-
les. The polypes are irregularly and somewhat densely grouped
all round the axis; they are of large size and are completely cove-
red with spicules, which are closely packed side by side. A va-
riable number (nine to eleven) of long fusiform spicules Surround the
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 317
apical portion of the polype, forming a calyx. Tentacles eight, pin-
nately lobed.
Isis Gregorii n. sp. aus Japan, mit wirteiförmig ge-
stellten Zweigen, Gray, Ann. and Mag. nat. bist. Vol. II.
p. 263.
Die bisher bloss aus dem Mittelmeere bekannte Be-
bryce mollis Phil, lebt nach Gray auch an der Schotti-
schen Küste. Annais and Mag. nat. bist. T. IIL p. 246.
P. Wright fischte dieselbe neuerdings in Messina und
berichtet darüber Quarterly Journ. micr, sc. T. IX. p. 319.
Pennatula mollis n. sp., von den Hebriden, Aid er
Rep. br. Assoc. 1866. p. 207.
Unter den in der Tiefe lebenden Anthozoen der Nor-
wegenschen Küste erwähnt Sars einer Mopsea horealis n.
und Fungiacy athus (n. gen.) fragilis n. Videnskab.
Selsk. Forhandl 1868. p. 250.
Zanthus anguicoma n. sp. im Tiefwasser der Schot-
tischen Küste auf verschiedenen Schwämmen, Norman,
dredging rep. 1, c. p. 319.
Edwardsia elegans und E, farinacea nn. sp. beide
von der Ostküste Maines, V er rill in Ann. and Mag. nat.
bist. 1869. Vol. IV. p. 162.
Als 0 ladactis (n. gen.) Costa beschreibt Pan-
ceri eine Caprenser Actinia von bedeutender Grösse,
die unterhalb der Tentakel mit baumartig verästelten
Nesselknöpfen versehen ist und sich dadurch an gewisse
Formen südlicher Meere — aus der Familie der Phylla-
ctinien, nicht der Bunodesgruppe, wie Verf. sagt — an-
schliesst. Atti R. Accad. Napoli Vol. IV. Nr. 11. Intorno
a due nuovi polipi. Mit 1 Tafel.
Diagn. n. gen. Cladactis Panc. Basis adhaerens, orbiciüaris,
amplissima. Columna couica imperforata, sulcata, membranacca,
tuberculis subtentaculiformibus ramosis, capitatis sparsa. Capitula
tuberculorum cnidarum strato obtecta. Discus orbicularis, planus,
retractüis, radn apparentes. Os amplum absque tuberculis goni-
dialibus. C. Costa von Capri.
Ebendas. wird von Panceri noch ein zweiter acti-
nienartiger Polyp beschrieben, der mit Peachia und Bici-
dium verwandt ist und in den Aushöhlungen der Steine,
wie zwischen den Zweigen von Zostera am Pausilipp lebt;
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. V
318 Leuckart: Bericht üb- d. Leist. in d. Naturgeschichte
Haleamya Claparedii, von den übrigen bis jetzt beschrie-
benen Arten des Gen. Halcarapa sich aber durch Anwe-
senheit eines Endporus unterscheidet. Die .dreizehn Ten-
takel desselben sitzen auf einem zolllangen cylindrischen
Körper, dessen Anssenwand von acht Längsfurchen durch-
zogen ist.
Colli ngwood berichtet von riesigen Actinien
(2 Fuss im Durchmesser) mit zahlreichen kleinen Tenta-
keln, die an den Corallcnriffen der Chinesischen Küste
leben und in ihrer Leibeshöhle P'iscbe beherbergen, wie
das bekanntlich auch bei gewissen Holothurien und See-
sternen der Fall ist. Annais and Mag. natur. bist. 1868.
T. L p. 31.
Nach den Auseinandersetzungen von Y errill (Proc.
Amer. Assoc. advancement of science 1868. p. 148, on the
zooloi>;ical afrinities of the tabulate corals) bilden die Ta-
bulaten eine künstliche und unnatürliche Gruppe, die theils
— MilJepora, Heliopora, Heliotcs — den Hydroiden, theils
auch — Pocillopora, Seriatipora, Favosites f, Columnaria f
u. a. — den ]\Jadreporinen zugehören und im letztern Falle
zumeist mit Porites und Stylophora verwandt sei.
Die „Beitiäge zur Kenntniss fossiler Corallen'' von
Kunth (Zeitschrift d. deutschen geolog. Gesellsch. 1869.
S. 183—220. S. 647—688. Mit Taf.) enthalten ausser Be-
schreibungen einer Anzahl neuer Arten „Mittheilungen
über das Wachsthumsgesetz der Zoantharia rugosa,^ die
auf selbstständigen Untersuchungen beruhen und zu der
Erkenntniss hinführen, dass die Schalen dieser Thiere statt
des radiären Baues einen bilateral -symmetrischen besit-
zen, wie das schon bei einer Reihe von kegelförmigen
Rugosen auf der Oberfläche der Schale nachweisbar ist.
Man erkennt sehr bald, dass man es bei diesen Thieren
mit vier primären Sternleisten und vier dazwischen liegen-
den primären Kammern zu thun hat. In jeder Kammer ent-
steht nun zunächst ein secundäresSeptum, welches, dieselbe
anfangs ungefähr halbirend, sich sehr bald nach dem einen
primären hinbiegt und schliesslich parallel neben demsel-
ben hinläuft. Auf diese Weise wird jede Kammer in zwei
sehr ungleiche Theile getheilt, von denen dann der klei-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 319
nere ungetheilt bleibt, während der grössere nach dem
eben hervorgehobenen Gesetze zahlreiche neue Septa ent-
wickelt. Auf diese Weise kommt es nun, das» die jün-
geren Septa der vier Plauptkammern gegen das eine
der begrenzenden primären ISepta fiederförmig gestellt
sind, während sie dem andern nahezu parallel laufen. Die
Bilateralität kommt nun dadurch zum Vorschein, dass sich
die neuen Septa auf beiden Seiten des einen primären
Septums (Hauptseptum) fiederstellig entwickeln, während
die entsprechenden Septa der zwei andern Kammern
mit dem gegenüberliegenden Primärseptum (Gegensep-
tum) parallel laufen. Die zwei übrigen Primäjscpta (Sei-
tensepta) zeigen unter solchen Umständen natürlich nur
in den letzterwähnten Hauptkammern, also einseitig, eine
Fiederbildung. Da die früher zu den Fungiden gerech-
nete Gattung Palaeocyclus den für die Rugosen hier ge-
schilderten Bau zeigt, so wird sie wohl gleichfalls den-
selben zugehören. Ebenso zeigt Calceola sandalina, die
man bisher gewöhnlich den Brachiopoden zurechnete, so
bedeutende /inalogie mit den Rugosen, dass Verf. sie
(mit Lind ström u. A.) trotz des Deckels gleichfalls
denselben verbinden möchte. Ausser der Calc. sandalina
giebt es übrigens noch einige andere Rugosen, die gleich-
falls einen Deckel besitzen und zwar — so w^eit man mit
Sicherheit untersuchen kann — einen Deckel, der immer
mit dem noch dazu in ungewöhnlicher Weise gebildeten
Gegenseptum articulirt. (Als Andeutung eines derar-
tigen Deckels kann man v^ohl die vonMilne Edwards
bei Crypthelia pudica beschriebene Klappenbildung be-
trachten, obwohl keine Verkalkung in derselben stattfin-
det. Ref.)
Meek beschreibt (Silliman's iVmer. Journ. 1868. Jan.,
Ann. and Mag. nat. bist. T. I. p. 225—227) eine fossile
Coralle aus den Silurischen Schichten Newada's, die sich
durch die Beschaffenheit sowohl der Aussenwand, wie
auch der Radialsepta so auffallend auszeichnet, dass Verf.
sie als Repräsentant nicht bloss eines besondern Genus
{Ethmop hylium) j sondern einer eigenen Familie be-
trachtet. Während die Aussenwand mit regelmässig in
320 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Quincunx angeordneten Poren versehen ist, zeigen die
Septa zahlreiche Biegungen und Knickungen, die in der
Tiefe immer stärker werden und mit Hülfe zahlreicher
Verbindungen schliesslich zur Bildung einer besonderen
becherförmigen Umhüllung der Centralhöhle zusammen-
treten.
Pomel entdeckt in den miocänen Ablagerungen
Algeriens u. a. Ueberreste von der recenten Edelcoralle
und einer verwandten Form mit kriechendem Stamm
(Stolonia saheUensis)^ von Melitaeen, Pennatuliden u. s. w.
Cpt. rend. 1868. Nov. p. 963. Ann. and Mag. nat. bist.
T. III. p. 399.
Gray, der die Hyalonemen bekanntlich nach wie
vor für Polypen hält, betont die Angabe von Moebius,
dass Solanderia verrucosa Moeb. (= Homophyton Gatt-
yiae Gr.) Kieselnadeln in der Epidermis habe (Ann. and
Mag. nat. bist. T. III. p. 96), obwohl die Beschaffenheit
dieser Hartgebilde kaum einen Zweifel an der Abstam-
mung derselben von einer parasitirendenSpongie aufkom-
men lässt, wie das schon in unserem Berichte von 1861.
S. 259 hervorgehoben ist. Später hat sich Gray selbst
davon überzeugt, dass die betreffenden Nadeln von einer
Halichondria herrühren (1. c. p. 248).
Poriferi.
Der Ref., der die Poriferen schon seit Anfang der
fünfziger Jahre in seinen Berichten mit den Coelenteraten
zusammengestellt und diese Vereinigung auch zu verschie-
denen Malen, zuletzt und ajpri eingehendsten in dem Be-
richte für 1864 u. 1865, zu begründen versucht hat, konnte
sich bisher ob dieses Verf^lhrens im Ganzen nur eines gerin-
gen Beifalls rühmen. Am wenigsten bei den Specialisten,
die in ihren Erörterungen über die systematische Natur
der Schwämme immer nur die Protozoen zur Verglei-
chung anzogen und die morphologischen Beziehungen zu
den Polypen resp. Coelenteraten selbst dann noch über-
sahen, als sie die Bedeutung der sog. Oscula und des da-
mit im Zusammenhang stehenden Kanalsystems für die
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 321
Frage nach der Individualität der fraglichen Organismen
richtig erkannt hatten. Man war gewohnt, dieses Kanal-
system als eine Einrichtung sui generis zu betrachten und
verschmähete den jetzt doch so nahe h'egenden Vergleich
mit dem coelenterischen Apparate, ja hielt es kaum ein-
mal der Mühe werth zu erwähnen, dass von anderer Seite
auf die Homologie dieser beiderlei Gebilde hingewiesen
sei. Es geschieht desshalb nicht ohne das Gefühl einer
gewissen Genugthuung, wenn Ref. dieses Mal berichtet,
dass sich in dem wissenschaftlichen Urtheile über die Ver-
wandtschaftsverhältnisse der Poriferen ein Umschwung
zu Gunsten der von ihm vertretenen Ansicht vorbereitet.
Zwei Zoologen, die sich in letzter Zeit speciell mit un-
seren Thieren beschäftigten und unsere Kenntnisse über
dieselben mit zahlreichen neuen Thatsachen bereichert
haben, Micklucho-M aclay und Hä ekel sprechen sich
mit aller Entschiedenheit für die Coelenteratennatur der
Schwämme aus und bringen neue Beweise für dieselbe, der
erstere in seinen „Beiträgen zur Kenntniss der Spongienl*'
(Jenaische Zeitschrift für Medicin und Naturwissensch.
Bd. IV. S. 221—246. Tab. IV u. V), der andere in einer
(ebendas. Bd. V. S, 207 — 254 erschienenen) Abhandlung
über den Organismus der Schwämme und ihre Verwandt-
schaft mit den Corallen". Obwohl beide sich hierbei in
Uebereinstimmung mit Ref. wissen und das auch aus-
drücklich erklären, so kennen sie doch auffallender Weise
nur die kurze Notiz, mit welcher derselbe im Jahre
1854 den Anschluss der Poriferengruppe an die Coe-
lenteraten motivirt hatte. Häckel, der die Verwandt-
schaftsfrage am eingehendsten erörtert, bemerkt sogar
ausdrücklich, dass Ref. es unterlassen hätte, „seine An-
sicht von den Beziehungen der Schwämme zu den Coral-
len auch in der Folge näher zu begründen und die wirk-
lich existirenden Homologien zwischen beiden Classcn im
Einzelnen nachzuweisen*^. Ebenso vermisst Micklucho-
Maclay in den Mittheilungen des Ref. Beweise für seine
Auffassung — wohl auch nur desshalb, weil er wie Hä-
ckel die an verschiedenen Stellen in diesen Berichten
eingestreuten Bemerkungen und namentlich die oben zu-
322 Leuckart: Bericht üb. d. Leist in d. Naturgeschichte
letzt angezogenen Erörterungen überseLen Latte. Beide
würden sonst leicht die üeberzeugung gewonnen haben,
dass die von ihnen bis in's Einzelne verfolgten Homolo-
gien zwischen dem sog. Wassergefässsystem und dem coe-
lenterischen Apparate, so wie deren verschiedene Diffe-
renzirung, die Momente also , die sie mit Recht in der
hier vorliegenden Frage als vorzugsweise maassgebend
betrachten, schon vorher von Ref. in wesentlich gleicher
Weise festgestellt sind. Die üebereinstimmung geht so
weit, dass Ref. sogar, wie beide Verff., bei seinen De-
ductionen die Kalkschwämme und deren augenfällige Be-
ziehung zu den Hydroidpolypen zum Ausgangspunkt ge-
nommen hat. Uebrigcns darf Ref. über diese mehr per-
sönlichen Bemerkungen nicht unberücksichtigt lassen, dass
Micklucho so gut, wie besonders auch Hack ei die
Lehre von der morphologischen Verwandtschaft der
Schwämme undCoelenteraten noch in anderer Beziehung
durch ihre Untersuchungen gestützt und somit denn auch
ihrerseits um die Begründung derselben sich verdient
gemacht haben. So beschreibt Miklucho einen röhri-
gen Kalkschwaram von Lanzarote, Guan oha blanoa, der
genau wie ein tentakel loser Hydroidpolyp gebauet ist
und bei dem fast vollständigen Mangel von Igoren durch
sein Osculum das Wasser nicht bloss ausstösst, sondern
auch aufnimmt. Er beschreibt, wie dieser polypenartige
Schwamm ganz ^ach Art eines Hydroidpolypcn aus
flimmernden Embryonen hervorgeht, die sich im Innern
seiner Leibeshöhle bilden, und macht darauf aufmerksam,
dass manche Schwämme, wie besonders Syeon, im Um-
kreis der eigentlichen Leibeshöhle förndiche rudimentäre
Scheidewände (x\ntimeren) bcsässen. Was die Schwämme
von den Polypen unterscheiden, das sei (wie auch Ref.
schon hervorgehoben hat) im Wesentlichen nur die ge-
ringere histologische Diffcrenzirung, so dass man die Be-
ziehungen dieser beiderlei Thierformen vielleicht am be-
sten durch die Annahme ausdrücken könnte, dass diesel-
ben aus einer gemeinschaftlichen Grundform entstanden,
aber verschieden weit differenzirt wären.
Auch Häckel sieht die Homologie des sog. Was-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 323
sergefässsystems mit dem coelenterischen Apparate —
deren spcei'elleren Nachweis er freilich erst von Mick-
luc ho her datirt — als entscheidend für die Natur der
öchwämiiiC an. Frosycon^ ein kleiner Kalkschwamm,
habe ein Canalsystem, welches bloss aus Magenhöhle und
MundöfFnung bestehe, wie bei den Hydroiden. Olyn-
th US besitze bereits Poren, aber bloss unter der Form von
Parenchymlücken; nach Art und Zahl nicht constant,
sondern wechselnd. Erst in den grösseren und höheren
Kalkschwämmen gestalten sich die einfachen und incon-
stanten Hautporen allmählich zu bleibenden Kanälen, w^el-
che dann auch von der Fümmerbekleidung der Magen-
höhle ausgekleidet würden und durch Conjunctiv-Poren
unter sich in Verbindung ständen (Sycon), ja in einigen
Phallen (Cyathtscus) durch theilweise Resorption der sie
trennenden Scheidewände ein System von regelmässig
gestalteten perigastrischen Fächern bildeten, das man der
Antiraerenbildung der Corallen (und, wie Ref. hinzufü-
gen möchte, der Tubularien) an die Seite stellen müsse.
Dass es auch Schwämme ohne Osculum giebt (wie unter
den Kalkschwämmen die Clystosycen und Cophosycen),
kann die Zusammenstellung mit dem coeltnterischen Ap-
parate nicht hindern, da wir auch sonst mundlose Thiere
kennen, und die Poren — die übrigens gleichfalls schon
von Ref. nach ihrem morphologischen, wie physiologi-
schen Verhalten den sog. Wasserlöchern der Polypen u.
a. Coelenteraten verglichen wurden — den Schwämmen
auch ohne Mund die Möglichkeit einer genügenden Er-
nährung sichern. Zu der Homologie des inneren Höh-
lenapparates bei Schwämmen und Coelenteraten kommt
übrigens, wie Häckel nachweist, weiter noch die Ue-
bereinstimmung in dem genetischen Verhalten, insofern
nämlich bei beiden sämmtliche Körpertheile aus der Dif-
ferenziruog zweier verschiedener Zellenschichten hervor-
gehen , die sich bei dem flimmernden Embryo deutlich
unterscheiden lassen. Das innere Keimblatt (das Ento-
derm) liefert die epitheliale Auskleidung des ernährenden
Kanalsystems, so wie die Eier, die nichts Anderes, als
sexuell diffcrenzirte Zellen dieses Kanalepithels sind,
324 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
während das äussere (Ectoderm) die gesammte äussere
Wand dieses Kanalsysteras und überhaupt die Hauptmasse
des Körpers liefert, die sich bei den höhei*en Schwäm-
men , wie bei den Akalephen , in Epidermis, Muskeln,
Bindegewebe u. s. w. differenzirt. Dabei muss jedoch zu-
gegeben werden, dass das Entoderm der ausgebildeten
Schwämme nicht selten auf weite Strecken hin verloren
geht und durch das Ectoderm vertreten wird, vielleicht
auch noch anderweitige Substitutionen der beiderlei Zel-
lenlagen vorkommen. Bei den Kalkschwämmen besteht
das Entoderm aus einer einzigen zusammenhängenden Lage
von Geisseizellen (mit je einem einzigen Flimmerhaare),
wie denn überhaupt das Flimmerepithel der Poriferen
ausschliesslich die Form des Geisselepithels hat. Dass die
Zellen keine Zellhaut haben, ist bekannt; es gilt das auch
für die hier erwähnten Geisselzellen, so wie für die
Fortpflanzungskörper, die nichts anderes, als modificirte
Geisselzellen sind. Ob diese Fortpflanzungskörper als
Eier oder Sporen aufzufassen seien, bleibt unentschieden,
bis man über die bis jetzt noch nicht mit Sicherheit
nachgewiesenen Samenfäden in's Reine gekommen sein
wird. Bei manchen Schwämmen gelangen die Fortpflan-
zungskörper vor Beginn der Entwickelung nach aussen
(z. B. bei Leucosolenia), während sie bei anderen in dem
Magenraume oder den anhängenden Parietalkanälen bis
zur Umwandlung in den flimmernden Embryo, der immer
nur eine einfache Magenhöhle mit Mund besitzt, verwei-
len. Das Ectoderm der Kalkschwämme bildet durch Ver-
schmelzung der ursprünglich getrennten Zellen eine Art
Sarcode (Sarcodine), welche die sämmtlichen animalen
Functionen des Schwammkörpers vollzieht. Auch das
Skelet ist ein reines Product des Ectodcrms und zwar
beständig des innern Plasma, niemals der Oberfläche. In
einzelnen Fällen enthalten auch die Kalknadeln in ihrem
Innern einen von organischer Substanz durchzogenen Ka-
nal, wie sie denn überhaupt an solcher ziemlich reich
sind, so dass sie auch nach Extraction des kohlensauren
Kalkes nicht selten ihre Form unverändert beibehalten.
Der unter dem Namen Guancha hlanca von Mick-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 325
lucho-Maclay (a. a. O.) beschriebene Kalkschwamm
hat die Form eines schlanken oder vielmehr spindelför-
migen Cvlinders, der ohne sichtbaren Spiculakranz ist
und anf einem dünnen mitunter verästelten Stiele aufsitzt,
auch gewöhnlich gruppenweis mit seines Gleichen ver-
einigt anoretrofFcn wird. Die einzelnen Glieder einer sol-
eben Gruppe bleiben in vielen Fällen isolirt, in andern
aber verschmelzen sie in mehr oder minder grosser Menge
zu becher- oder blasenförmigen Körpern, die eine bald
einfache, bald auch mehrfache Mundöffnung besitzen und
durch zahlreiche längsverlaufende Furchen und Gruben
ihre Zusammensetzung aus ursprünglich getrennten Lei-
bern auch noch im entwickelten Zustande kund thun.
Auch die inneren Hohlräume bleiben dabei gewöhnlich
mehr oder minder vollständig von einander getrennt,
selbst bei einfacher Mundöffnung. Wird der gemeinsame
Stiel zu schwach, den durch neue Verschmelzung an Masse
immer mehr zunehmenden Körper zu tragen, dann sinkt
derselbe zu Boden und wächst dann zu einem Polster
aus, das auf den ersten Blick gar keine Beziehungen zu
der ursprünglichen Form zu haben scheint. Die Fort-
pflanzung geschieht theils durch flimmernde Embryonen,
die sich in der Leibeshöhle bilden und schon nach 24
Stunden in neue Schwämme auswachsen, theils durch
Gemmulä, die dadurch entstehen, dass der Leib der Thiere
sich an dieser oder jener Stelle kuglig auftreibt und
eine Anschwellung bildet, die sich mit einer structurlosen
Hülle bekleidet und schliesslich abschnürt. Ausser den
Schwammzellen gehen auch die Spicula in die Bildung
der Gemmulä ein. Dieselben Bildungen fand Verf. auch
bei zahlreichen landern Kalkschwäramen, so wie bei Kie-
sel- und Hornsehwämmen, bald im Parenchyra des alten
Schwammes, bald frei im Wasser oder an fremden Ge-
genständen, wo dann nach dem Platzen der Aussenhülle
auch die Keimung vor sich geht. Einen Perus fand Verf.
nur bei einer einzigen Art, einer Nardoa, deren Gem-
mulä den Inhalt immer nur an einer einzigen Stelle her-
vortreten Hessen, (üebrigens sind die Gemmulä der
Seeschwämme früher keineswegs so ganz unbeachtet ge-
326 Leuckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
blieben, wie Verf. annimmt, und namentlich von Ehre n-
berg" schon bei einer ganzen Anzahl mariner Formen
beobachtet.)
Die hier zuerst vonMicklucho beschriebene Ver-
wachsung — die bekanntlich auch bei gewissen Polypen
Stöcken (z. B. Gorgonia flabellum) vorkommt — ist nach
Häckel bei den Schwämmen sehr weit verbreitet. Sie
führt in manchen Fällen, besonders bei den Nardopsiden
und Tarromiden, zur Bildung labyrinthischer Knäuel mit
dicht verschlungenen Aesten, deren Lückenräume gele-
gentlich schon (z. ß. von Köiliker bei Nardoa spon-
giosa) zu Verwechselungen mit dem coelenterischen Kanal-
system Veranlassung gegeben haben. Da die Verwach-
sung sich auch hier gewöhnlich bis auf den Mund er-
streckt, die gesammte Colonie also nur eine einzige Oeff-
nung (cormostoma) besitzt, so kann natürlich leicht der
Anschein entstehen, als ob man es nur mit einem einzi-
gen Individuum zu thun habe. In einzelnen Fällen
kommt es nach Häckel sogar zum gänzlichen Schwin
den aller Mundöffnungen {Auto ple gmä). Unter solchen
Umständen besitzen nun die Schwämme eine grosse Po-
lymorphie, so dass man nicht selten vier und noch mehr
(bei Sycometra compressa z. B. acht) verschiedene For-
men in derselben Gruppe vereinigt sieht. Die Schwie-
rigkeiten, die der Systematik der Schwämme unter sol-
chen Umständen erwachsen, liegen auf der Hand, doch
kann Ref. nicht glauben, dass dieselben durch das von
Häckel empfohlene und in dem seiner Abhandlung bei-
gegebene Prodromus der Kalkschwämme auch wirklich
ausgeführte Verfahren beseitigt werden, das darin be-
steht, alle diese einzelnen — demselben Entwickelungs-
kreise angehörenden — Formen nicht bloss als ver-
schiedene Arten aufzuführen, sondern sie auch in ver-
schiedene Genera und Familien zu vcrthoilen. Dass
diese Formen sämmtlich fortpflanzungsfähig sind und „in
ihren ausgebildeten Sporen das beweisende Zeugniss der
vollen Reife bei sich führen," kann um so weniger als
zwingendes Motiv für ein derartiges Verfahren betrachtet
werden, als die Nachkommen der so zu sagen abgeleiteten
der niederen Thiere wäiirend der J. 1868—1869. 327
Formen doch wohl zunächst die primitive Stammform wie-
derholen und auch in dieser zur Fortpflanzung heranzu-
reifen vermögen. Uebrigens würde unser Thiersystem
in kurzer Zeit gar wunderh'ch aussehen, wenn das von
Häckel hier ange\vendete Princip zur praktischen Durch-
führung käme, denn dann würde natürh'ch ebenso w^enig
ein Grund vorh'egen, die Arbeiter unserei- Wespen und
Ameisen, die doch auch fortpflanzungsfähig sind, sowie die
dimorphen Gesclilechtsthiere für selbstständige Arten zu
halten und über oftmals weit auseinander liegende Grup-
pen zu vertheilen.
Trotzdem ist übrigens das von Häckel (a. a. 0.
S. 236 — 254) aufgestellte System der Kalkschw^ämme schon
wegen der Menge der beobachteten Arten (132 Species,
die zu 42 verschiedenen Genera gerechnet werden^ so
wichtig, dass wir nicht unterlassen wollen, dasselbe im
Folgenden hier anzuziehen. Wir schicken dabei die Be-
merkung voraus, dass die Kalkschwämme nach Häckel
eine Gruppe repräsentiren, die eine weit höhere Jang-
klasse einniiDmt, als man derselben gewöhnlich zuzuer-
theilen pflegt. Sie schliesst in dem vorliegenden Systeme
nicht bloss Familien, sondern sogar eine Anzahl von Ord-
nungen in sich.
I. Ordnung Monosyca. Der reife Kalkschwamm bildet eine
»Person« mit einer Mundöffnung. Körper unverästelt, Magenhöhle
einfach oder fächerig, mit einer einfachen, der Ansatzstelle gegen-
überliegende Mundöffnung.
1. Farn. Prosycida. Körper schlauchförmig, Körperwand so-
iide, ohne Poren.
Gen. n. Prosycum. Mundöffnung einfach, ohne Peristom-
krone. Zwei neue Arten.
2. Fam. Olynthida. Körper schlauchförmig, Wand mit ein-
fachen Hautporen durchbrochen.
Gen. n. Olynthus. Mundöffnung einfach, ohne Peristomkrone.
5 Arten, darunter Guancha blanca und 3 neue.
Gen. n. Olynthium. Mundöflfnung mit Peristomkrone. 2
neue Arten.
3. Fam. Sycarida. Die Wand des schlauchartigen Körpers
von flimmernden Radialkanälen durchsetzt.
Gen. n. Amp horidium. Skelet besteht aus linearen Na-
deln. 1 Art. (CFte viridis Schm.)
328 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte '
Gen. n. Ämphoriscus. Skelet besteht bloss aus vierstrah-
ligen Nadeln. 3 Arten, darunter Ute chrysalis Schm. , die ande-
ren neu.
Gen. n. Sycarium. Skelet besteht ans dreistrahligen Nadeln
in den Wänden der Radialkanäle, aus vierstrahligen Nadeln in der
Magenwand, deren vierter Strahl frei in die Mageuhöhle vorspringt,
und aus einfachen linearen Nadeln am distalen Ende der Radiärka-
näle. Mundöfifnung einfach. 6 Arten mit Ute utriculus Schm. und
Grantia compressa J.; die anderen neu.
Gen. Syconella Schm. Skelet wie bei Sycarium, aber Mund-
öffnung mit dünnhäutigem Rüssel ohne Peristomkrone. 3 Arten mit
2 neuen.
Gen. Sycum Risso. Skelet wie bei Sycarium, aber Mundöfifnung
mit einfacher Peristomkrone. 18 Arten, darunter 3 neue.
Gen. Dunstervillia Bowerb. Skelet wie bei Sycarium. Mund-
öffnung mit doppelter Peristomkrone. 5 Arten mit 3 neuen.
Gen. Artynas- Gray. Skelet wie bei Sycarium. Mundöfifnung
einfach, ohne Rüssel und Peristomkrone. Magenhöhle fächerig, von
unregelmässigen Scheidewänden durchzogen. 4 Arten mit 2 neuen.
Gen. Ute Seh. Skelet aus dreistrahligen Nadeln in der Wand
der Radialkanäle, aus vierstrahligen Nadeln in der Magenwand und
linearen Nadeln, welche der Längsachse des Körpers parallel laufen
und, dicht neben einander gelagert, einen festen äusseren Panzer um
das innere System der Radialkanäle bilden. Mund ohne Rüssel und
Peristomkrone. 2 Arten.
Gen. n. Cyathiscus. Skelet besteht aus dreistrahligen Na-
deln in den radialen Scheidewänden der perigastrischen Fächer, sonst
wie bei Ute. 1 neue Art. (C. actinia von Honululu.)
4. Fam. Dyssycida. Die Magengegend des schlauchförmi-
gen Körpers von unregelmässig verästelten Canälen durchsetzt, die
am distalen Ende durch zahlreiche Poren ausmünden.
Gen. n. Dis sycum. Skelet besteht aus dreistrahligen Na-
deln in der Körperwand, aus vierstrahligen Nadeln in der Magenwand
und aus einfachen frei hervorragenden Nadeln an der Oberfläche des
Körpers. Mundöffnung ohne Rüssel und Peristomkrone. 4 Arten
(früher theils zu Grantia, theils zu Sycinula gezogen), 1 neu.
Gen. n. Dyssyconella. Skelet wie bei Dyssycum. Mund-
öfifnung in einen Rüssel verlängert, ohne Peristomkrone. 2 Arten,
darunter 1 neu.
Gen. Sycinula Schm. Skelet wie früher, Mundöfifnung mit Pe-
ristomkrone. 3 Arten mit 1 neuen.
II. Ordnung. Polysyca. Der reife Kalkschwamm bildet einen
Stock mit mehreren Mundöfifnungen.
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 329
5. Farn. Soleuiscida. Jedes Individuum besitzt eine Mund-
öffnung und Magenwände mit einfachen Hautporen, wie die Olyn-
thiden.
Gen. n. Leucosolenia. Magenhöhle und deren Verbin-
dungsröhren einfach, nicht fächerig. Mundöffnungen ohne Rüssel
und Peristomkrone.
Subgen. Leucalia. Nadeln sämmtlich linear. 2 neue Arten.
Subgen. Leucelia. Nadeln sämmtlich dreistrahlig. Unter den
5 Arten 1 neue und die verästelte Form vonGuancha.
Subgen, Leucaria. Nadeln theils einfach, theils dreistrahlig,
2 bekannte, 2 neue Arten.
Subgen. Leuceria. Nadeln theils dreistrahlig, theils vierstrah-
lig. 6 Arten mit 5 neuen.
Subgen. Leuciria. Nadeln theils linear, theils dreistrahlig,
theils vierstrahlig. 3 Arten mit 1 neuen.
Subgen, Leucoria. Nadeln theils linear, theils hakenförmig
(zweischenklich), theils drei- und vierstrahlig. 1 neue Art.
Gen. n. Solenis cus. Magenhöhle und deren Verbindungs-
röhren fächerig, von unregelmässigen Scheidewänden durchzogen
und dadurch in zahlreiche communicirende Fächer zerfallend, in
denen sich die Embryonen entwickeln. 1 neue Art.
6. Fam. Tarromida. Der reife Schwamm bildet einen Stock
mit vielfach verflochtenen anastomosirenden Aesten und mit rudi-
mentären rückgebildeten Individuen, deren rudimentäre Magenhöhlen
sich gruppenweise durch gemeinsame Mundöffnungen öffnen.
Gen, n. Tarrus. Kanäle inwendig einfach, glatt, mit ebenem
Entoderm, ohne Papillen und innere Scheidewände. Fünf früher
meist zu Nardoa gerechnete Arten, auch die polsterförmige Varietät
der Guancha und l neue.
Gen. n. Tarroma. Kanalwände innen zottig, dicht mit her-
vorragenden Papillen besetzt. Drei früher mit Nardoa verbundene
Arten.
Gen. Clathrina Gray. Kanäle inwendig fächerig, von unregel-
mässigen Scheidewänden durchzogen, zwischen denen sich die Em-
bryonen entwickeln. 2 Arten, darunter Grantia chathrus 0. Schm.
7. Fam. Sycodendrida. Die einzelnen Individuen haben je
eine Mundöffnung und regelmässige Radialkanäle in ihren Magen-
wänden, wie die Sycariden.
Gen. n. Sycidium. Mundöffnungen ohne Rüssel und Peri-
stomkrone, Magenhöhle ohne Fächer. Skelet wie bei Sycarium.
2 Arten.
Gen. n, Sycodendrum. Ebenso, aber Mundöffnung mit Pe-
ristomkrone. 2 neue Arten.
330 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Gea. n. Ärtynium. Ohne Rüssel und Peristomkrone aber
mit fächeriger Magenwand. Skelet wie bei Sycarium. 1 Art.
Gen. Aphroceras Gray. Mundöffnung ohne Rüssel und Peri-
stomkrone. Magenhöhle fächerig. Skelet besteht aus einfachen spin-
delförmigen Nadeln, welche der Längsache parallel laufen und einen
festen äussern Panzer um das innere System der Radialkanäle bil-
den (?). 1 Art.
8. Farn. Sycothamnida. Jedes Individuum mit Mundöff-
nung und unregelmässig verästelten Parietalkanälen (wie bei den Dys-
syciden).
Gen. n. Sycofhamnus. Personen des Stockes getrennt, nur
durch ihre Stiele zusammenhängend. Mundöffnung ohne Rüssel und
Peristomkrone. 1 n. Art.
Gen. Leuconia Grant. Die Individuen sind mit dem grössten
Theile ihrer Korperwand verwachsen ; nur Magenhöhie und Mund-
öffnungen bleiben getrennt. Die letztern ohne Rüssel und Peristom,
kröne. 5 Arten.
III. Ordnung. Goenosyca. Der reife Kalkschwamm bildet einen
Stock mit einer einzigen Mundöffnung (Coenobium). Körper verästelt,
mit überall verwachsenen und anastomosirenden Aesten.
9. Farn. Nardopsida. Die Canahvände des Stockes sind von
einfachen Hautporen durchsetzt (wie bei den Olynthiden und Soie-
nisciden).
Gen. Nardoa. Mundöffnung einfach, nicht in einen Rüssel
verlängert. 2 Arten, darunter die ßecherform von Guancha.
Gen. n. Nardop sis. Mundöffnung in einen langen, dünnhäu-
tigen Rüssel verlängert. 2 Arten, darunter 1 neu.
10. Fam. Coenostomida. Die Magen wände sind von unre-
gelmässig verästelten Canälen durchzogen.
Gen. n. Coenostomella. Die gemeinsame Mundöffnung des
Stockes ist in einen dünnhäutigen Rüssel verlängert. Magenhöhlen
bleiben geti'ennt. 1 n. Art.
IV. Ordnung. Clystosyca. Der reife Kalkschwamm bildet ein
Individuum ohne Mundöff"nung, indem der innere Hohlraum nur durch
Hautporen oder Parietalkanäle nach Aussen mündet.
11. Fam. Clistülynthida. Körperwand mit einfachen Haut-
poren, wie bei den Olynthiden.
Gen. n, Glistolynthus. Magenhöhle ganz einfach, ohne
Fächer. 1 neue Art.
12. Fam. Sycocystida. Körperwand von regulären Radial-
kanälen durchsetzt, wie bei den Sycariden.
Gen. n. Sycocystis. Magenhöhle einfach, ohne Fächer.
3 Arten mit 2 neuen.
Gen. n. Artynella. Magenhöhle fächerig, von regelmässigen
Scheidewänden durchsetzt. 3 Arten mit 2 neuen.
der niederen Tbiere während der J. 1868—1869. 331
13. Farn. Lipostomida. Körperwand von unregelmässig ver-
ästelten Cauälen durchsetzt, wie bei den Dyssyciden.
Gen. n. Lipost omella. Magenhöhle ohne Fächer. 2 neue
Arten.
V. Ordnung Cophosyca. Der reife Kalkschwamm bildet einen
Stock ohne MundöfFnuug. Die Magenhöhlen mehr oder weniger ge-
trennt.
14. Farn. Sy corrhizi da. Die Kanalwände sind von einfachen
Hautporen durchsetzt.
Gen. n. Sy corrhiza. Der mundlose Stock bildet ein wur-
zelartiges P'lechtwerk, zusammengesetzt aus coramunicirenden Röh-
ren, deren Innenwand glatt ist. 2 Arten, darunter 1 neu.
Gen. n. Aulorrhiza. Ebenso, aber mit zottiger Innenwand.
1 n. Art.
Gen. n. Äuloplegina. PJbenso. nur statt der Zotten unre-
gelmässige Scheidewände im Innern. 1 n. Art.
15. Fam. Sycophyll ida. Die Magenwände sind von regu-
lären Radialkanälen durchsetzt, wie bei den Sycodendriden.
Gen. n. Syco phyllum. Magenhöhle einfach, nicht fächerig.
2 neue Arten.
Gen. n. Artynophyllum. Magenhöhle fächerig, von unre-
gelmässigen Scheidewänden durchsetzt. 1 n, Art.
16. Fam. Sycolepida. Magenwände, wie bei den Dyssyci-
den, von unregelmässig verästelten Parietalkanälen durchzogen.
Gen. n. Sy colepis. Der Stock bildet eine flach ausgebrei-
tete Rinde oder einen unförmlichen Klumpen, in dessen Parenchym
die einfachen Magenhöhien zerstreut liegen, nur durch die verästelten
Parietalkanäle im Zusammenhang. 2 neue Arten.
VI. Ordnung. Metrosyca. Der reife Kalkschwamm bildet einen
Stock, dessen Individuen und Individuengruppen die Formen ver-
schiedener Genera und selbst verschiedener Familien der Kalk-
schwämme zeigen. (!)
17. Fam. Thecome trida. Kanalwände von einfachen Haut-
poren durchsetzt, wie bei den Solenisciden.
Gen. Guancha M. Kanäle einfach, ohne Zotten und Scheide-
wände. G. blanca mit Formen von Olynthus, Leucosolenia, Tarrus
und Nardoa.
Gen. n. Tecometra. Kanäle fächerig, mit unregelmässigen
Scheidewänden. Th. luculosa n. mit Formen von Soleniscus, Cia-
thrina, Auloplegma.
18. Fam. Sycometrida. Kanalwände mit regulären Ra-
dialkanälen wie bei den Sycodendriden.
Gen. n. Sycometra mit einfacher Mundöffnung undSycarium-
382 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
skelet. S. compressa n. mit Formen von Sycarium, Artynas, Syci-
dium, Artynium, Sycocystis, Artynella, Sycophyllum, Artynophyllum.
(Die neuen Arten sind einstweilen bloss namentlich aufgeführt,
und desöhalb in unserra Auszuge nicht einzeln verzeichnet.)
Die schon im letzten J. B. kurz erwähnten Notes on
the arrangement of sponges, with descriptions of some
new genera von Gray (Proeeed. zool. Soc. 1867. p. 492
—558. PI. XXVII, XXVIII) sind vornämlich dazu be-
stimmt, die von Bov^erbank und Schmidt beschrie-
benen Formen systematisch zu ordnen und zusammenzu-
stellen. Verf. legt das Hauptgewicht auf die Hartgebilde
und rechnet nur solche Arten zu demselben Genus, die
in der Form und Gruppirung derselben übereinstimmen.
Unter solchen Umständen ist derselbe denn auch viel-
fach in der La^e, die Genera der früheren Forscher auf-
zulösen und deren xVrten, oft einzeln, in neue Genera zu
vertheilen. Die nachfolgende Uebersicht wird davon Zeug-
niss ablegen, in wie umfangreicher Weise Verf. dieses
Verfahren in Anwendung gebracht hat — unter den vom
Verf. aufgezählten 157 Genera sind nicht weniger als 105
zum ersten Male benannt — , auch weiter davon, dass die
Gruppen des Verf.'s, höhere, wie niedere, vielfach auf un-
sicheren und unrichtigen Charakteren beruhen, dass nahe
Verwandte oft weit getrennt (Aphrocallistes, Euplectella),
heterogene Formen (Geodia, Spongilla) vereinigt sind.
Subclass. I. Porifora Silicia. The sponge provided with a
siliceous or horny sceleton, or with e horny sceleton strengthened
with siliceous spicules.
Sect. 1, Malacosporae. Reproduction by ova contained in
a thin membranaceous ovisac not strengthened by siliceous spicules
or by gemmules, scattered in the substance of the sponge (?Ref.).
Subsect. 1. Dictyospongiae. Sceleton formed of a con-
tinuous siliceous or horny network.
Ordo I. Corallispongia. Sponges hard, coral-like, entirely for-
med of siliceous spicules anchylosed together by siliceous matter
into a network. Mass covered with a thin coat of sarcode when alive.
Farn. 1. Dactylocalycidae. Sponge massive, expanded or
flabellate, reticulate, angular.
Gen. Dactylocalyx Stutchbury mit 3 Arten, von denen 2 hier
zum ersten Male abgebildet resp. beschrieben sind (D. pumicea St.
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 333
uAd D. subglobosa n. sp. von Malacca, Myliusia Gr. mit 1 Art, Mac-
Andrewia Gr. mit 1 Art, Farrea Bow. mit 1 Art.
Fam. 2. Aphrocallistidae. Sponge tubulär; tubes reticu-
late, subcircular, closed at the end with a netted lid.
Gen. Aphrocallistcs Gr. mit 1 Sp.
Ordo II. KeratOSpongiae. Sponge elastic. Sceleton formed of
horny netted fibres, generally without, but sometimes more or
less strengthened with minute siliceous spicules or gains of sand.
Fam. 3. Spongiadae. Sceleton formed of one kind of re-
ticulated horny fibres, not enclosing any spicules or sand.
Gen. Spongia Lin. 5 Sp., Spongionella Bow. 1 Sp., Cacospon-
gia Schm. 2 Sp., Siphonia Blainv. 1 Sp., Aplysina Schm. 2 Sp., Ye-
rongia Bow. 2 Sp., Auliskia Bow. 1 Sp.
Fam. 4. Hiroiniadae. Sceleton formed of two kinds of
horny fibres; the one, forming the base of the sceleton, thick, reti-
culated, with a more or less distinct central line of minute spicules
or granules of sand; the other very slender, at the apex of the
branches, which do not anastomose.
Gen. Hircinia Schm. 8 Sp., Sarcotragus Schm. 2 Sp., Stemraa-
tumenia BoW. 1 Sp.
Fam. 5. Dysideidae. Sceleton formed of reticulated horny
fibres with sand or spicules of other sponges imbedded in the cen-
tre. and covered with a more or less thick coat of horny matter.
Brittle when dry.
Gen. Dysidea Johnst. 5 Sp.
Fam. 6. Chalinidae. Sceleton formed of reticulated horny
anastomosing filaments, which have one or more series of siliceous
spicules in the central line.
Gen. Chalina Bow. 1 Sp., Isodictya Bow. 2 Sp., Halispongia
Bow. 1 Sp., Acanthella Schm. 2 Sp., Tragosia n. gen, mit Sp.
infundibnliformis L. und Isodictya dissimilis Bow., Clathria Schm.
2 Sp., Axinella Schm. 4 Sp. Astrospongia n. gen, mit Axinella
polypoides Schm., Astrostoma Gr. 1 Sp.
Fam. 7. Ophistospongiadae. Sceleton of netted horny, or
expanded skin-like fibres, covered with superficial spicules, forming
an irregulär coat, or which are single or grouped, and divergent
from the surface.
Gen. Ophistospongia Bow. 2 Sp., Seriatula n. gen. mit Sp.
seriata Gr.. Ectyon n. gen. (Sponge massive, reticulated, or cylin-
drical horny fibres, with single scattered or groups of diverging
spicules. Spicules fusiform, verticillated, spined) mit E. sparsus n.
Westindien, E. fascicularis n. Westindien, E. Carpenteri n. Mada-
gascar, Äcarnia n, gen. mit Hymeniacidon Cliftoni Bow., Naenia
n. gen. mit Hymeraphia verticillata Bow., Raphyrus Bow. 2 Sp.
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. \y
334 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Farn. 8. Phacelliadae. Sceleton formed of closely reticulat^
horny fibres, forming an expanded mass ; spicules numerous, in bundles,
forming radiating, repeatedly branched lines, whiph do not anasto-
mose on the surface.
Gen. Phacellia Bow. 1 Sp,
Subsect. 2. Spiculospongiae. Sponge Üeshy, more or less
strengthened by fasciculated or scattered siliceous spicules, the
bündle being sometimes slightly covered witb a thin layer of horny
matter. The sarcode is generally abundant ; in some few, as Eu-
plectella, it is thin, mucilaginous and deciduous.
Ord. III. Spiculospongiae. Sponge-spicules only of one kind,
often varying in size and shape in the same species.
Fam.9. Halichondriadae. Sceleton composed of fusiform
or pin-shaped spicules variously fasciculated together, or rarely
united by a small quantity of horny matter. Sarcode granulär
or fleshy.
Gen. Reniera- Schm. (Hymeniacidon Bow.) 28 Sp. , Halichon-
dria Johnst. 11 Sp., Dictyocylindrus Bow. 4 Sp., Aap tos n. gen.
mit Ancorina aaptos Schm., Ralisar ca n. gen. mit Hymeniacidon
Dujardinii Johnst., Lieberkuehnea Bals. Cr. 1 Sp., Tedania n. gen.
mit Reniera digitata Schm. und. R. ambigua Schm., Oroidea n. gen.
mit Clathria oroides Schm., Prianos n. gen. mit Reniera amorpha
Schm., Schmidtia Bals. Cr. 1 Sp., Crella (= Cribrella Seh., ein Na-
men, der schon vergeben ist), Sojphax n. gen. mit Microciona fal-
lax Bow., Epicles n. gen. mit Hymedesmia radiata Bow., Eury-
'pon n. gen., mit Hj^meraphia clavata Bow., Bubaris n. gen. mit
Hymeraphia vermicularis Bow., Ciocalyptra Bow. 1 Sp., Rasalia
n. gen. mit Raspailia viminalis Schm.. Ädocia n. gen. mit Isodictya
simuians Bow., Fhilotia n. ger. mit Isodictya varians Bow.,
Ahila n. gen. mit Raspailia Freyerii Schm., Suberites Nardo 5 Sp.,
FicuUna n. gen. mit Halichondria ficus Johnst., Raspailia Nardo
1 Sp., Raphiophora Gr. 1 Sp., Spinularia n. gen. mit Tethea spi-
nularia Bow., Äntho n. gen. mit Myxilla involvens Schm., Pitalia
n. gen. mit Reniera frondiculata Schm.
Fam. 10. Clioniadae. Sponge living and making holes in
Shells, corals and limestone. Sceleton composed of pin-shaped fu-
siform and cylindrical spicules fasciculated together. Sarcode
granulär.
Gen. Cliona Hanc. 4. Sp., Pione n. mit Cl. northumbrica H.
und Verwandten, Myle n. mit Cl. Carpenteri H., Sapline n. mit
Vioa Grantii Schm., Idomon n. mit Cl. Alderi H., Jaspis n. mit
Vioa Johnstoni Schm., Pronax n. mit Cl. lobata H. und Verwand-
ten, Samus Bow. und Euryphylla Duch.
Fam. 11. Polymastiadae. Sponge with tubulär fistulous
der niederen Thiere während der J. 18G8— 1869. 335
branches ; tubes open at tbe end and formed of longitudinal and
transversal fascicules of fibres.
Gen. Penicillaria n. mit Spongia mamillaris Zool. dan.,
Polymastia Bow. 5 Sp.
Ord. IV. Acanthospongiae. Spicules of more than one form or
kind in the same sponge.
Farn, 12. Euplectellidae. Sponge tubulär. Sceleton com-
posed of longitudinal, transverse and oblique bundles of spicules,
intersecting each other and forming a network. Sarcode mucilagi-
nous, studded with mauy-rayed stellate spicules.
Gen. Euplectella 4 Sp., Gorhitella n. mit Alcyonellum
speciosum Quoy et G., von dem Verf. eine vortreffliche Abbildung
giebt, Het erobdella n. mit dem gleichfalls abgebildeten Alcyonel-
lum corbicula Yal. Die beiden letzten Genera sind nahe verwandt
— vielleicht nicht 'zu trennen — und von Euplectella vornämlich
durch den Mangel regelmässiger Längs- und Ringfaserzüge ver-
schieden.
Farn, 13. Esperiad ae. Sponge massive. Sceleton composed
of fusiform and linear spicules, interspersed with anchorate, bihamate,
and birotulate spicules. Sarcode soft.
In dieser Familie unterscheidet Verf. nicht weniger als 31 Ge-
nera, von denen die grössere Mehrzahl neu ist und auf einzelne,
schon früher beschriebene Arten gegründet wird. Ausser den typi-
schen Gen. Esperia Nardo und Mycale Smidt noch Äegogropila n.
mit Aeg. varians (= Halichondria äegogropila Johnst.), Menyllus
mit Hai, Ingalli Bow., Grapelia Bow. 1 Sp., Alebion n. mit Hai.
HyndmauiBow., Jophon n. mit Halichondr. scandens Bow. und Hai.
nigricans Bow., Isodictya Bow. mit Is, Normani Bow. und Verwandten,
Ewplocus n. mit Myxilla tridens Schm., Anchinoe n. mit Ilyme-
niacidon perarmatus Bow, Microciona Bow. (= Scopalina Schra.) mit
M. spinulenta u. a., Dendoryx n. mit Halichondria incrustans Bow.
mit Verwandten, Pronax n. mit Spongia plumosa Montag., Eu-
thymus n. mit zwei Bowerbank'schen Formen, Desmacidon Bow.
p. p. mit D. fruticosus Bow., Hamigera n. mit H. rubens (= Cri-
brella hamigera Seh.), Hymedesmia Bow. p. p. mit H. zetlandica,
Tereus n. mit Isodictya fimbriata Bow., Carmia n. mit Hymenia-
cidon macilenta Bow. undHym. floreum Bow., Coryhas n. mit Iso-
dictya lobata Bow., Ingallia n. mit I. cupulifera (= Desmacida
sp. Bow.) Nävi culina n. mit N. Cliftoni (Hymedesmia sp. Bow.),
Hamacantha n. mit Halichondria Johusonl Bow., Gellius n. mit
Isodictya jugosa Bow. und Isod. robusta Bow., Biemna n. mit
Desmacidon Peachii Bow. und andern, Äsychis n. mit Reniera fibu-
lata Schm. und Halichondria variantia Bow., Bymnus n. mit D.
siculus Bow., Bamo n. mit D. biclavata (Sponge Bovi.),"Ahila n.
336 Leuckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
(schon oben verwendet,) mit Microciona laevis Bow., Orina n. mit
Halichondria angidata Bow., Cart eria n. mit C. japonica, auf die
Verf. die kleinen Kreuznadeln der Hyalonema zurückführt, deren
Haarschopf seiner Meinung nach von einer Coralie herrührt.
Farn. 14. Tethyadae. Sponge subglobular or massive. Sce-
leton consisting of simple filiform spicules, with three prungs or
three recurved points at the outer end and with more or less glo-
bular many-rayed stellate spicules.
Hieher gleichfalls 26 Genera : Donatia Nardo p. p/mit Alcyonium
aurantium Fall, und zahlreichen andern Arten, C ollingsia n. mit
Tethea CoUingsii Bow. (Coli, sarniensis Gray) und Tethea Schmidtii
Bow., Thenea n. mit Tethea muricata Bow., Amniscos n. mit
Tethya morum Schm., Stelieta Schm. 6 Sp., Penares n. mit Stelleta
Helleri Schm., Eciomenia Bow., Dercitus n. mit Hymeniacidon
Bucklandi Bow., Ancoiina Schm., Tethya Lam., Mesapos n. mit
Hymeraphia steilifera Bow., Laothoe n. mit Hymeraphia verticil-
lata Bow,. Timea n. mit Hymedesmia stellata Bow., Acarnus n.
mit Ac. mnominatus, Fonteia Bow., Pumex n, mit Tethya pumex
Nardo (= P. adriaticus Gr.), Corticium Schm,. Chondrilla Schm.,
Stelliger a n. mit Raspailia stelligera Schm. (= St. furcata Gr.),
Vihulinus n. mit Spong. rigida Mont. (Dictyocylindrus stuposus
Bow), Ädreus n. mit Dictyocylindrus fascicularis Bow., Axos n.
mit Samus anonyma Bow., Achinoe Bow,, Gyamon n. mit Dictyo-
cylindrus Vickersii Bow., Solina Bow., Euryades? Duch. et Mich.
Subsect. 3. Arenospongiae. Sponge consisting of a sub-
circular disk of agglutinated sand, with a series of diverging filiform
spicules oü the circumference and pencils of similar spicules on the
mouth of the oscules on the upper . surface of the disk.
Ord. V. Arenospongiae. ^
Farn. 15. Xenospo ngiada e mit Xenospongia Gr. (X. patel-
liformis Gr.), vielleicht auch Halicnemia Bow.
Sect. II. Chlamidosporae. Reproduction by a thick ovisac,
strengthened with siliceous spicules. the ovisac öfter at length be-
coming solid spheres formed of siliceous spicules radiating from a
central point.
Ord, VI. Sphaerospongiae. Ovisac (? ßef.) composed of closely
packed fusiform spicules diverging from a centre, which, when the
ova are emitted, extend internally and fill up the cavity, forming a
nearly solid ball.
Fam. 16. Geodiadae. Globose or subglobose, fleshy; the
ovisacs forming a hard external coat.
Gen. Pachymatisma Bow. 1 Sp,, Geodia Lam. 2 Sp., Cydonium
Flem. (Geodia Auct, p. p.), Eurylus n. mit Stelleta mamillaris
Schm., Triate n. mit Stell, discophora Schm., Caminus Schm.
der niederen Thiere wälnend der J. 1868 — 1869. 337
Fam. 17. Placospongiadae. Branched; the ovisacs forming
a central axis and external plates, separated by sarcode and fasci-
culated spicula.
Gen. Placospongia Gr. 1 Sp.
Ord. VII. PotamospODgiae. Ovisac coriaceous, strengthened
with various-shaped spicules placed on or in the substance of the
ovisacs.
Fam. 18. Spongilladae mit Ephydatia Bow. (4 Sp.), Do-
silia n. (Sp. plumosa Cart. und Sp. Baileyi Bow.), Metania n.
(Sp. gregariaBow., Sp. pocnlata Bow., Sp. reticulata Bow.), Acallen.
(Sp. recurvata Bow.), Drulia n. (Sp. ßrownii Bow.. Dr. Batesii Bow.,
Sp. coralloides Bow.), Eunapiusii. (Sp. CarteriBow., Sp. panpercula
Bow.), Spongilla (Sp. lacustris Bow. und Verwandte), Diplodemia Bow.,
letztere vielleicht Repräsentant einer eigenen Familie.
Subcl. IL Porifera calcarea. Sceleton composed of cal-
careous spicules, which are generally three-rayed, stellate.
Fam. 1. Grantiadae. Sponge tubulär or massive, pierced
with a tubulär cloaca. Outer surfaee strengthened with three-rayed
spicules.
Hierher Grantia Bow., Ute Schm., Ärtynes n. mit Grantia
compressa Johnst.. Leucosolania Bow., Leuconia Gr., Leucogypsia
Bow., Clathrina n. mit Grantia clathrus Schm., Lelapia n. mit
Y-förmigen Kalkkörperchen (L. australis).
Fam. 2. Alcyonellidae. Sponge tubulär, simple or bran-
ched. Outer surfaee tessellated, forme of Square perforated celJs.
Oscules terminal.
Alcyonellum Bl., Dunstervillia Bow.
Fam. 3. Aphrocerasidae. Sponge tubulär, branched, for-
med of two coats; outer coat of simple fusiform spicules, placed
side by aide in the longitudinal axis of the stem and branches. In-
ner coat a network of interlacet fibres, placed in all directions.
Branches simple, attenuated and open at the tip.
Gen. Aphroceras Gr. 1 Sp.
Das hier neben den Geodien als Repräsentant einer
besondern kleinen Familie aufgeführte Gen. Placo-
spongia {PI. melohesioides Gr. von Borneo) besitzt
ein Skelet, das auf den ersten Blick einer von Nulliporen
überwucherten Coralle anzugehören scheint, bei näherer
Untersuchung aber doch unverkennbar die Structurver-
hältnisse eines Schwammes erkennen lässt. Es besteht
aus einer festen, von lockerm Schwammgewebe (mit Kie-
selnadcln; umgebenen Achse und einer Auflagerung von
338 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ziemlich ansehnlichen Platten, die, gleich der Achse, von
zahlreichen fest aneinander gefügten kleinen Kieselkörnern
(ovisacs Gr.) gebildet sind. Gray in der Proceed. Zool.
Sog. 1867. p. 627. mit Holzschnitt.
Nachträglich wird (ibid. 1868. p. 575—579, mit Holz-
schnitt) von unserem Verf. der Gruppe der Hornschwämrae
noch die Familie der Gera teil adae hinzugefügt, die auf
zwei neue australische Formen, Ceratellafiisca und D e-
hitella atrorubens, gegründet ist. Beide gleichen durch
schlanke Form, baumartige ^Verästelung und stachlige Be-
schaffenheit einer Gorgonide, und zwar so vollständig,
dass es erst durch nähere Analyse des Skelets möglich
wurde, die — seitdem auch von Wright, quarterly
Journ. micr. sc. 1870. p. 90, bestätigte — Natur derselben
zu erkennen.
Die Beschaffenheit dieser beiden merkwürdigen Schwämme er-
hellt am besten vielleicht aus der folgenden Diagnose:
Gerat eil a Gr. Sponge irregularly dichotomously branched,
more or less expanded on a plane from a single base; of a dark
'browu colour, of a uniform, hard, horny substance; stem hard, dark
brown, solid; base dilated, rather compressed, of a uniform rigid
somewhat spongy texture, with a velvety surface, which is formed
of an abundance of very minute, cylindrical, tortuous grooves. The
branches and branchlets tapering, formed of a very large quantity
of nearly parallel, paler brown, projecting, horny points, divergent
at the ends, and producing a spinulose surface. The branchlets
tapering to a point, with a series of acute divergent tufts of spicu-
les an each side (oscules or cells), with a small circular mouth below
the produced acute outer edge of the tufts of spicules ; one of the
tufts is placed at the end of the branchlet ; and the tufts seem to
be produced at the base of the previously formed tufts.
JDehitella Gr. Sponge or coral dichotomously branched,
expanded, growing in a large tuft from a broad, tortuous, creeping
base, of a dark brown colour, and uniform hard rigid substance.
Stem hard, cylindrical, covered with tufts of projecting horny spi-
nes on every side, those on the branches often placed in sharp-
edged, narrow transverse ridges; those of the upper branches and
branchlets close, but isolated, and divergent from the surface at nearly
right angles. This genus is distinguishable from Ceratella by great
thicknesB and cylindrical form of the stem, by the more tufted and
irregulär manner of growth and by the tufts of spicules (oscules or
der niederen Thiere wählend der J. 1868—1869. 339
cells) being more abundant and equally dispersed on all sides of
the branches and branchlets.
Ebenso bildet die zuerst von Rum ph ins beschrie-
bene Spongia flabelliformis Pall. nach Gray (ibid. 1869.
p. 49 — 51) den Typus eines eigenen Gen. J anthella,
das ebenfalls den Hornschwämmen zugehört, obgleich es
sich sowohl durch den flächenhaften Habitus und den
scheinbaren Mangel von Poren^ wie — nach Flemm in g,
Tageblatt der Insbrucker Naturforscher-Versamral. S. 135
— durch die Anwesenheit zahlloser verkalkter Kernzel-
len in den concentrisch-geschichteten Hornfasern von den
übrigen Ceratospongien unterscheidet.
Gray giebt dem neuen Genus folgende Diagnose:
Janthella Gr. Sponge frondose, expanded on a plane, flat,
fan-like or funnel-sbaped ; black, when dry more or less covered with
dry, black, mucilaginous sarcode, that often fills up tbe Spaces bet-
ween the horny network and gives it a black polished appearance.
Root expanded; stem very tbick, compressed, formed of interlaced fila-
ments, expanded above into a broad flat frond, entirely composed of
ratber thick, compressed, parallel ribs, or branches are united into
a network with a Square mesh by very short, subcylindrical, thinner,
equal sized, diverging, compressed branchlets.
Hierher ausser J. flabelliformis (Flabellum marinum Rumph)
und J. basta (Basta raarina Rumph) noch J. Homei n. sp, von Au-
stralien.
Die vielen und unverkennbaren Schwächen dieses
Systemes haben Bowerbank (Proceed. Zoolog. Soc.
1868. p. 118 — 136) zu einer Reihe umfassender kri-
tischer Bemerkungen veranlasst, die zum Theil recht
pikant zu lesen sind und vielfach das Richtige tref-
fen, auch durch die Entgegnung von Gray (Annais and
Magaz. nat. bist. Vol. I. p. 161 — 173) nur in wenigen
Punkten abgeschwächt und modificirt sind. Auf die Ein-
zelnheiten dieser Auseinandersetzungen können wir hier
natürlich nicht eingehen; wir begnügen uns desshalb mit
der Andeutung, dass dieselben für die Beurtheilung so-
wohl des Gray'schen, wie auch des Bowerbank'schen Sy-
stemes und der darin aufgstellten Gruppen (Ordnungen,
Familien, Genera, selbst Arten) manch w^rthvolles Mate-
rial enthalten.
340 Leuckart: Bericht üb. d, Leist. in d. Naturgeschichte
Das dritte Suplement von O. Schmidts Spongien-
werk (Leipzig 1868. 44 Seiten in Folio mit 5 Tafeln)
handelt über „die Spongien der Küste .von Algier mit
Nachträgen zu den Spongien des adriatisehen Meeres*'
und einem Excurse über die natürlichen Verwandtschafts-
verhältnisse der Schwämme im Sinne Darwin's. Das
Material, das dem Verf. dabei vorlag, ist von Lacaze-
Duthiers gesammelt und in liberalster Weise von die-
sem für die Untersuchung und Beschreibung zur Dispo-
sition gestellt. Da es nicht weniger als 38 Genera mit
74 Arten — ungerechnet die Arten der Gattungen Ha-
lisarca, Reniera und Vioa, die nicht zu bestimmen wa-
ren — repräsentirte, so erlaubt dasselbe einen ziemlich
vollständigen Einblick in den Reichthum und den Cha-
rakter der Algierischen Spongienfauna. Im Ganzen hat
diese eine unverkennbare Aehnlichkeit mit der Dalma-
tinischen, die 23 Gattungen (26 Arten) mit ihr gemein
hat, doch scheint sie — obwohl bis jetzt erst eine gerin-
gere Zahl von Formen bekannt geworden — reicher und
weiter zu sein, so dass man die dalmatinische als eine
abgeschwächte Abzweigung derselben mit gewissen eigen-
thümlichen Entwickelungen (z. B. das Genus Esperia,
das um Algier zu fehlen scheint) betrachten darf. Da-
gegen ist die Verwandtschaft mit der atlantisch britischen
Spongienfauna kaum grösser, als die der dalmatinischen,
obwohl Desmacidon und die feineren Chalineen etwas
mehr vermitteln. Von besonderem Interesse ist die Nei-
gung zur Bildung von Monstrositäten und Varietäten der
Kieseltheile, die bei einzelnen Arten (z. B. Stelleta pa-
thologica n.), so weit geht, wie es bisher noch nir-
gends, auch nur annäherungsweise , beobachtet worden.
Durch Bildung bestimmter Varietäten erhalten einzelne
Exemplare förmlich den Charakter werdender Species.
Als Ursache dieser Nadelvariationen ergab sich überall
Wucherung und Sprossung des Centralfadens, der dann
von Aussen her (von Seiten der extracellulären Sarcode)
mit Kieselsubstanz umhüllt wird. Dem zoologischen Detail
entnehmen wir weiter die nachfolgenden Mittheilungen,
besonders über neue Arten.
der niederen Thiere wäli.-end der J. 1868—186^. 341
Fam. Halisarcinae, Gummineae, die, auf das engste ver-
wandt, kaum unterschieden werden können.
Sarcomella n. gen. Gallertige, an die Substanz der Qual-
len erinnernde Massen, einfache Nadeln enthaltend. Sp. n. S. medusa
von flach halbkugelförmiger Gestalt.
Chondrosia pleheja u. sp.
Corticium pUcatum n. sp., bildet eine. Kruste auf Kalkalgen,
mit eigenthümlichen exostotischen Kieseltheilen.
0 SGulina n. gen. Eine massige Gumminee mit Kieselnadeln
und zahlreichen grossen Osculis, deren Randwulst bald einfach,
bald in verschiedenem Grade gelappt ist. Die Oeffnung gewöhnlich
von einem Porensieb verschlossen. 0. polystomella n. sp.
Fam. Ceraospongiae.
Euspongia virguUosa n. sp. , Cacospongia aspergillum n. sp.
einfache häutige Röhren, deren oberes Ende von einer siebförmigen
Platte geschlossen ist.
Hircinia pipetta n. , H. maxülaris n. , II. lingua n., Formen,
durch welche die Selbstständigkeit der Hircinia-Arten von Neuem
bewiesen wird.
Fam. Chalineae. Diese hier zum ersten Male aufgstellte
Familie enthält Spongien von ausgesprochener Faserstructur, in
deren Fasern sehr einfache, meist an beiden Enden zugespitzte
Nadeln enthalten sind. Dieselben Nadeln pflegen auch frei in dem
lockeren Zwischenparenchym vorzukommen. Die Formen vermitteln
den Uebergang zwischen den reinen Hörn schwämmen und den Kie-
se Ischwämmen.
SipJion ochalina n. gen. Verzweigte oder unverzweigte
Röhren. Die Oberflä,che dicht, indem zwischen den wenig vorragen-
den Enden der radiären Fasern ein feineres dichtes Fasernetz sich
ausbreitet. S coriacea n. sp.
Chalinula n. gen. Aeusserer Habitus und lockerer Zusam-
menhalt der ächten Renieren, aber mit Hornnetz, welches einen
grossen Theil der Fasern vollständig umhüllt. Ch. renieroides n. sp.,
Ch. membranacea n. sp.
Sei er och alt na n. gen. Habitus von Siphochalina, aber mit
gröberem und unregelmässigem Netze, etwa in dem Verhältniss wie
Cacospongia zu Euspongia. Sc. asterigera n. sp.
Pachychalina n. gen. Fasern aus vielen Reihen von Na-
deln gebildet, welche durch Hornsubstanz fest verbunden sind. P.
rustica n. sp.
Farn. Fibrinae. Enthält Gattungen, die den Chalineen sich
anschliessen. Sie besitzen ein mehr oder minder deutlich ausge-
prägtes Hornnetz, welches jedoch nicht den Habitus des Schwamm-
gewebes der Spongien und Chalineen annimmt, auch andere man-
342 Leuckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
nichfaltige Arten von Kieselnadeln ganz oder theilweise einschliesst
oder zusammenhält, aber nicht oder nicht allein die einfachen Kie-
selnadeln der Chalineen.
Hierher von neuen Arten : Clathria morissa, Äxinella salicina,
Baspaüia salix, R. syringella (mit Stecknadeln und ansehnlich ent-
wickeltem Osculum, vielleicht Repräsentant eines besonderen Genus),
Dictyonella (n. gen.) cactus, D. labyrinthica, Desmacidon arma-
tum, D. caducum, D. arciferum, Suberotelites (n. gen.) mercator.
Das neue Gen. Dictyonella enthält Schwämme von ver-
schiedenem äussern Habitus, theils staudenförmig, theils massig und
knollig. Sie haben eine deutliche Oberhaut. Das Netzwerk ist
deutlich ausgeprägt und gleichmässig verbreitet. Nadeln einfach.
(Hierher auch Clathria pelligera Schm.)
Desmacidon Bow. hat in der hier festgestellten Fassung den
äussern and Innern Habitus von Esperia, besitzt aber spitze und
knotige Nadeln und gleichendige Ankerhaken.
Suher oteli.tes n. gen. Habitus der fleischig staudenartigen
Suberiten. Nadeln in einem deutlichen Fasernetz. Keine Oberhaut,
aber glatte Oberfläche.
Fam. Compagineae. Kieselschwämme ohne Fasernetz. Neh-
men durch eine gleichmässig sich verbreitende kittartig zusammen-
haltende Sarkode gelegentlich eine grössere, sogar sehr bedeutende
Festigkeit an.
Sclerilla n. gen. Stimmt in den meisten Charakteren mit
Myxilla, nimmt aber dadurch eine Mittelstellung zu den Faser-Kie-
selschwämmen ein, dass sie in ihrem Parenchym stellenweis unre-
gelmässige festere Sarcodemembranen und von diesen aus Verdickun-
gen und unregelmässige, sich auch isolirende Fasern absondert.
Sei. ßans n. sp., Sei. texturans n. sp.
Myxilla proteidea n. sp., M. pulvinar n. sp.
Suberites spongiosus n. sp., S. hystrix n. sp., 5. rugosus n. sp.
Paehastrella n. gen. Eine oberhautlose Compaginee mit
Nadelform.en vom Charakter theils der Compagineen, theils der Cor-
ticaten. P. monilifera n. sp.
Callites n. gen. Eine auf der Grenze zwischen den Compa-
gineen und den Gummineen stehende Gattung, deren Sarcodesub-
stanz ein höchst unregelmässiges Gerüst oder Fachwerk, auch Gänge
und Bohren bildet, aber keine Rindenschicht, wie es bei den Gummi-
neen der Fall ist. Kieselgebilde vorhanden. C. Lacazii n. sp. mit
Nadeln, deren typische Form durch Verdickungen und Knospung des
Centralfadens, wie durch Auftreten secundärer Achsen auf das Man-
nichfaltigste modificirt wird.
Fam. Corticatae.
der niederen Thiere während des J. 1868—1869. 343
Spirastrella n. gen. mit Kieselkörpern in der Rinden-
schicht, deren Strahlen spiralig gestellt sind. Sp. cunctatrix n. sp.
Äncorina simpUcissima n. sp.. A. tripodaria n. sp., beide mit
mehrfach variirenden Nadelformen.
Papyrula n. gen. Ancorinen, deren Rindenelemente kleine
zweispitzige Nadeln sind. P. candidata n. sp.
Stelleta mucronata n. sp., St. pathologica n. sp. mit mancher-
lei Abweichungen und Monstrositäten der Nadeln, deren Kieselsub-
stanz in einigen Fällen nichts Anderes, als einen dünnen Belag auf
einer sich verzweigenden Spongienfaser darstellt. St. scahra n. sp.,
St. euastrum n, sp., St. geodina n, sp., St. intermedia n. sp. Die
drei letzten mit Scheiben- oder kugelförmigen Kieselkörpern neben
den Sternchen und dadurch den Geodien angenähert.
Geodia canaliculata n. sp.
In den nachfolgenden Ergänzungen zur Spongien-
fauna des adriatischen Meeres (S. 24 — 29) behandelt Verf.
theils neue, theils auch schon früher beschriebene öpe-
cies. So schildert er u. a. darin den anatomischen Bau der
Halisarcinen und Chondrosien, die trotz gewisser Unter-
schiede in den wesentlichen Verhältnissen übereinstimmen.
Bei Nardoa werden die bisher unbekannten Oscula nach-
gewiesen. Die venetianische Myxilla tridens Schm. wird
wieder mit M. rosacea Schm. vereinigt, da die Nadeln
auch bei letzterer in drei kurze Forsätze auslaufen. Als
neu beschreibt Verf. Chondrosia tuberculata, Cortioium
stelUgerurrij Haspaig ella (n. gen.) hrunnea., eine Form
aus Muggia, die durch Habitus und Verästelung an Ras-
pailia erinnert, durch Anordnung und Gestalt der Nadeln
aber zu Reniera hinführt, Esperia tuberosa, Scopalina
ioxodes mit Nadeln, deren Formen bei den verschiedenen
Exemplaren in merklicher Weise variiren, Ueniera im-
plexa, H. informis, U, infiatay H.mugginana, Syconella
(n. gen.) quadrangiclata mit einem Osculum, das der Strah-
lenkrone entbehrt , aber am Ende eines dünnhäutigen
schornsteinförmigen Aufsatzes gelegen ist.
Die Spongienfauna von Cette (S. 29—32) wies unter
18 Species von neuen xVrten auf: Spongelia nitella, Espe-
ria sentinellay Reniera accommodata, mit mehreren durch
örtliche Verhältnisse bedingten Varietäten. E. porrecta,
Suherites paludum^ eine Art, deren Nadeln den üeber-
344 Leuckart: Bericht üb. ö. I^eist. in d. Naturgeschichte
gang zu den Ankern der Stelleten und Geodleu bilden,
8. villosusj Steileta anceps, Ute viridis. Von Tethya
lyncurium beobachtete Verf. in den Etangs, deren eigen-
thümliche Verhältnisse überhaupt die Varietäten- (resp.
Arten-) Bildung zu begünstigen scheinen, u. a. auch die
früher als Ph. morum beschriebene Form, so wie Exem-
plare, die auf der Oberfläche, wie das schon von Bower-
bank beobachtet wurde, Sprossen trieben.
In den Erörterungen über die Verwandtschaftsver-
hältnisse der niittelmeerischadriatischen 8pongicn (!S. 33
— 41) geht Verf. von den Halisarcinen aus, deren For-
men seiner Meinung nach in einfachster Weise das Schema
der Spongien repräsentiren. Wie dieselben einerseits
(durch Halisarca lobularis und Chondrosia tuberculata) in
die Gummineen überführen, so andererseits zu den Horn-
schwämmen, und zwar zunächst zu Spongelia, von der
Verf. eine Art (aus dem rothen Meere) kennt, in der die
ungeformte weiche Masse von Halisarca zu den für
Spongelia so charakteristischen röhrig - häutigen, viele
fremde Einschlüsse enthaltenden Bestandtheiien wird. Von
Spongelia zu Cacospongia und dann weiter zu Euspongia
ist nur ein Schritt. Durch Entwicklung von Kieselna-
deln in den Fasern entstehen gewisse Formen von Cha-
lineen, die sich ihrem Habitus nach vollkommen als Pa-
rallelgattungen zu Euspongia (Chalina s. str.) und Ca-
cospongia {C a c 0 c h a t i n a n. gen. aus dem rothen
Meere) erweisen. Freilich muss dabei auch die Möglichkeit
zugegeben werden, dass sich die Chaliueen durch Chalinula
hindurch aus der ebenso weit verbreiteten, wie polymor-
phen Gruppe der Renieren entwickelt haben. Jedenfalls
existirt zwischen beiden ein nahes Verwandtschaftsverhält-
niss. Zu dem Kreise der Renieren gehören auch die mei-
sten und in massenhafter Individuenmenge auftretenden
Schwämme <Ies Brakwassers, die möglicher Weise — wor
auf auch die Einfachheit der Nadeln hinweist — bis zu
Spongilla hinführen. An Reniera schliesst sich einerseits
die formenreiche Gattung Suberites und Vioa, ande-
rerseits (durch Formen, wie R. fibulata) das Gen. Myxilla,
das dann wieder durch verschiedene Entwickelung der
der niederen Tliiere währand der J. 1868—1869. 345
Sarcodebildung und Kieseltheile In zahlreiche weitere
Geschlechter auseinander geht. Hierher ausser Cribrella
und Öcerilla besonders Desmacidon, dessen Jugendformen
sich allem Vermuthen nach von Myxilla gar nicht wer-
den unterscheiden lassen^ und Esperia. Scopalina (resp.
Microciona Bow.) erscheint nur als eine durch locale Ein-
flüsse bedingte und constant gewordene VerkünQraerung
von Desniacidon (Sc. toxotes von D. arciferum). Ein an-
derer Theil der Kieselschwämrae mit Faserbildung und
complicirten Kieseltheilen dürfte dagegen (mit Clathria
u. a.) direct von Chalincen abzuleiten sein. Die Rinden-
schwämme, die unter den Kieselschwämmen die höchste
Entwickelung habon^ finden ihre Anknüpfung theils bei
den Gummineon, auf welche die anker- und sternförmi-
gen Kieselbildungen zurückführen, theils bei den Com-
pagineen (Pachastrella). Von Spirastrella, bei der kaum
erst von einer Rinde zu sprechen ist, führt eine continuir-
liehe Reihenfolge bis zur Tethya, mit der die ganze
Gruppe zum Abschluss gelangt. Für die Kalkschwämme
sucht Verf. vergebens nach einer Anknüpfung an die
übrigen Gruppen. So zahlreich die Fäden sind, welche
die letzteren unter sich verbinden, so isolirt stehen die
Formen dieser iVbtheilung den andern gegenüber.
Andrews lenkt die Aufmerksamkeit der Zoologen
auf eine Anzahl seltener Schwämme der Irischen Küste,
die grossentheils schon im Jahre 1844 u. 1846 von Scou-
1er beobachtet, später aber nur von andern Fundorten
bekannt geworden sind. Hierher Grantia nivea Johnst.
(Leuconia nivea Bow.), Halichondria hispida Seoul. (Di-
ctyocylindrus hispidus Bow.), Hai. (Amphitrema Seoul.,
Pachymatisma Bow.) Johnstonia, Hai. celata Johnst. (Cliono
celata Grant, Raphyrus Griffithsii Bow.), eine Form, die
sowohl im seichten Wasser, wie in der Tiefe lebt und so
vielfach variirt, dass man (Hancock J. B. 1868. S. 296) die-
selben in zwölf Species zerlegt hat. Annais and Mag.
nat. bist. Vol. I. p. 307.
Norman zählt (Ann. and Mag. nat. hlst. Vol. HL
p. 296—299) in seinen Notes on a few Hebridean Spon-
ges and on a new Desmacidon from Jersey u. a. fol-
346 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gende neue Schwämme auf: Normania (Repräsentant
eines eigenen, zwischen Pachymatisma und Ecionemia
stehenden Genus) crassa Bow., Haltchondria expansaBow.,
Isodictya laciiiiosa ßow., Desmacidon ccpwsus ßow.
Eine Charakteristik des Gen. Normania, so wie von
Quasil lin a n. gen. (auf Polymastia brevis Bow. be-
gründet), Microciona si7nplicissima n. sp., Hymeraphia co-
ronula n. sp., Hymedesmia occulta n. sp. , Halichondria
falcula n. sp., U. mutulus n. sp., Isodictya laciniosa n. sp.,
Map hl od er ma{n. gen.) coacervaücm n. s^. und Oceana-
pia n. gen. (mit Desmacidon Geffreysii Bow.) s. N o rman,
Slietland dredging rep. 1. c. p. 327 ff.
Tscher niawsky fand im Schwarzen Meere vier-
zehn Schwämme aus den Gattungen Reniera, Esperia und
Schmidtia, von denen einige auch im AdriatiscJien Meere
vorkommen, andere aber neu sind Zwischen Reniera
und Esperia vermuthet Verf. einen dirccten genetischen
Zusammenhang. Protokolle der Moskauer Naturforscher-
versammlung 1869.
Die von Sars unter den nordischen Tiefwasserthie-
ren als neu aufgeführten C/iowa abyssorum, Clad orhiza
(n. gen.) abyssicola und Tr ich o stemma (n. gen.) ke-
misphaericum, sämmtlich aus 300 Faden Tiefe, sind bis
jetzt bloss namentlich bekannt gew^orden. Vedensk. Selsk.
Forhandl. 1868. p. 250.
W. Thomson hebt in seinem Aufsatze „on the vi-
treous sponges" (Anna), and Mag. nat. bist. T. I. p. 114 —
132. Tab. IV) die Nothwendigkeit hervor, die Glas-
schwämme auf Grund ihrer Eigenthümlichkciten von den
übrigen Kieselschwämmen systematisch abzutrennen und
charakterisirt die Gruppe derselben (Vitrea) folgender-
massen: Sarcode in small quantity, very soft, never con-
taining formcd horny matter, either fibrous, membranous
or granulär. The skeleton consists entirely of siliceous
spicules, either separate (in fascicles or scattered) or ana-
stomosing and combined into a continuous siliceous net-
work. The sarcode contains small spicules of a diffe-
rent charakter from the general spicules of the skeleton,
and of complicated forms. .The spicules, whether of the
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 347
skeleton, or of the sarcode , raay all be referred to the
hexradiate stellate type. (Bekanntlich hat schon Max
Schultze die Stern- oder Kreiizform der Nadeln als
charakteristisch für die bekanntesten Vertreter der Glas-
schwämme — Hyalonema, Eiiplectella — erkannt und
vorausgesehen, dass diese dereinst eine besondere Gruppe
bilden würden.) Nachdem Verf. die allgemeinen Charak-
tere der neuen Gruppe mit besonderer Berücksichtigung
des Skeletbaues geschildert, giebt er eine Beschreibung
der am längsten bekannten zwei Glasschwämme, die in
dem Pariser Museum aufbewahrt werden, bisher aber
so ungenügend bekannt waren, dass man sie für ver-
stümmelte Exemplare von Euplectella halten konnte und
auch wirklich gehalten hat. Es ist das Alcyonellum cor-
bicula Val. und A. speciosum Quoy u. Gaim., zwei For-
men, die möglicher Weise zu derselben Art gehören und
von unserem Verf. als Typen eines neuen Genus Habr o-
dictyon (= Hcterobdella und Corbitella Gr.) betrachtet
werden. Die charakteristischen Unterschiede von Eu«
plectella bestehen — von dem wohl nur zufällig verloren
gegangenen Schöpfe abgesehen — in der Abwesenheit
der kammförmigen Erhebungen und der Unregelmässig-
keit der Maschenbildung am Kieselskelete. Der Verf.
giebt dem neuen Gen. die nachfolgende Diagnose ;
Habrodictyon Th. Sponge-body subcylindrical, tubulär,
attached by a slightly contracted base. The walls of the tube com-
posed of a perfectly irregulär network of bundles of siliceous needles
loosely and irregularly arranged in sheaves crossing one another at
low angles, and connected by a small quantity of soft mucilaginous
sarcode. The spicules of the skeleton all essentially of the hexra-
diate form, free and separate from one another, or rarely connected
in groups of two or three. The spicules of the sarcode very nu-
merous »floricomo-hexradiate stellate« and various simple and bran-
ched modifications of the hexradiate type.
In dem histologischen Verhalten und der Gestalt der
einzelnen Skeletnadeln spricht sich übrigens die grosseste
Aehnlichkeit mit Euplectella aus, wie denn überhaupt die
beiden Genera auch sonst einander sehr nahe stehen.
Ausser ihr und Hyalonema zählt Verf. unter den Glas-
schwämmen weiter noch auf: Aphrocallistes Gr. (A. bea-
348 Leuckar*!: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
trix Gr.); Dactjlocalyx Stutchb. mit 6 Sp. und Farrea
Bow. mit 1 Art.
(Der Name Alcyonellum, der von Quoj und Gai-
m ar d seiner Art gegeben ist, kann für die Glasschwämme
keine Verwendung finden, da Blainville denselben
schon vorher an einen — gleichfalls von Quoy und Gaimard
aufgefundenen — Australischen Kalkschvvamm vergeben
hatte. Vergl. hierüber Gray, Ann. and Mag. nat. hist.
T.IL p. 390. Nach Bow erb an k soll dieser Kalksehwamm
freilich dem schon früher aufgestellten Gen. Grantia Flemg.
angehören 1. c. T. III. p. 84).
Nahezu denselben Gegenstand behandelt Bower-
bank in seiner Monograph of the siliceo-fibrous sponges
(^Proc. zool. Soc. 1869. p. 66-100. Tab. 111— VI. p. 323— 351.
Tab. XXI — XXVj, die unsere Kenntnisse von den Glas-
schwämmen nicht bloss durch eine eingehende Darstel-
lung des Skeletbaues bei den verschiedenen Arten be-
reichert, sondern auch, so weit als möglich, die Weich-
theiie und ihre Beziehungen zu den einzelnen Skelet-
bildungen berücksichtigt. Im Besitze wohlerhaltener Prä-
parate konnte Verf. auf diese Weise constatiren, dass die
— noch von Thomson vertretene — Ansicht, es seien
die Glasschwämme nur von einer dünnen Lage weicher
Sarcode umhüllt, dem wahren Sachverhalte keineswegs
entspricht. Die Glasschwämme sind vielmehr von einer
ansehnlich entwickelten Rindenschicht bekleidet, die das
Faserskelet locker umgiebt — nach Verf. selbständig ex-
pansiv ist — und ihre eignen Skeletbildungen einschiiesst.
Bei der Reichhaltigkeit der Details sind wir leider ausser
Stande, auf die Einzelnheiten einzugehen. Wir begnügen
uns desshalb mit der Bemerkung, dass Verf. nach einer
allgemeinen Einleitung, die der Schilderung desGesammt-
baues gewidmet ist und zahlreiche kritische Bemerkun-
gen gegen Gray und Thomson enthält, zu der Be-
trachtung der einzelnen Arten übergeht und folgende
Formen der Reihe nach berücksichtigt: Dactylocalyx pu-
micea Stutchbury, D. heteroforrais Val., D. Mac-Andrewi
Bow. (= Mac-Andrewia azorica Gr.), D. Prattii Bow.,
J). Masoni n. von Madeira, D. Bowerbankii Johnst., D,
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 349
polydtscus n. Westindien, Iphiteon paniceaVal., Iph.(Aphro-
callistes Gr.) beatrixGr., Iph. subglobosa Gr.; Iph. Ingalli
Bow. (= Dactyocalyx pumicea Gr.); Iph. callocyathes
Bow._, Myliusia Grayi Bow. {= M. callocyathes Gr. p. p.),
Ka l lias pis cidaris n. gen. et n. sp. von den Seychellen,
Farrea occa Bow., Purisiph o nia Clarhei n. gen. et n. sp.
aus Australien, Alcyonellum speciosum Quoy et G.( = Eu-
plectella aspergillum). Zu Dactylocalyx Prattii rechnet Verf.
auch einen Glasschwamm von Formosa, den Gray fast
gleichzeitig (ibid. 1868. p. 565) als Repräsentant eines
neuen mit Mac x\ndrewia nahe verwandten Genus, Th eo-
neil a Swinhoeij beschrieben hat (1. c. p. 91 u. 389). Zur
besseren Charakteristik der einzelnen Formen lassen wir
hier die kurzen, dem Skeletbau entnommenen Diagnosen
des Verf. folgen.
Dactylocalyx Stutchb. Sceleton siliceo-fibrous. Fibres solid,
cylindrical. Reticulations unsymmetrical.
Iphiteon Val. Sceleton siliceo-fibrous. Fibres solid, cylindri-
cal. Areas rotulate, confliient.
Myliusia Gr. Sceleton siliceo-fibrous. Fibres solid, cylindri-
cal. Rete symmetrical, disposed in a series of crypt-like layers
parallel with the external surface, with intervening planes of perfo-
rated siliceous tissue.
Kalliapsis Bow. Sceleton siliceo-fibrous. Basal fibres cy-
lindrical and canaliculated ; distal fibres non-canaliculated, compres-
sed. Basal reticulation symmetrical and reversedly arcuate; distal
reticulations unsymmetrical and continuously ramified.
Farrea Bow. Sceleton siliceo-fibrous. Fibres canaliculated,
canals continuous. Rete symmetrical; interstices rectangulated.
Purisiphonia Bow. Sceleton siliceo-fibrous, Fibres cana-
liculated, canals continuous. Rete unsymmetrical.
Alcyonellum Quoy et G. Sponge fistulate ; fistula single, with-
out a massive base. Sceleton siliceo-fibrous; primary lines radiating
from the base in parallel straight or slightly spiral lines ; secondary
lines at right angles to the primary ones. Oscula congregated, with
or witbout a marginal boundary to their area.
Durch die Untersuchungen von Claus „über Eu-
plectella x\spergillum (28 S. mit einer photographischen
Tafel und drei Kupfertafeln in gr. Quart, Marburg und
Leipzig) bekommen wir ein erschöpfendes Bild von dem
Skeletbau dieses interessanten Schwammes mit seinen man-
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. X
350 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
nichfaltig gestalteten Kieselelementen. Dass diese sammt
und sonders zu den sog. Kreuznadeln gehören, ist schon
durch M. Schnitze bekannt geworden, doch hatte es bis-
her den Anschein, als wenn die Verschiedenheit derselben
eine ungleich geringere sei, als es jetzt sich ergeben hat.
Ursprünglich mit sechs, nach den drei Dimensionen des
Raumes gestellten Schenkeln, können diese Nadeln durch
Reduction und Schwund der einzelnen Strahlen, oder,
wie in den sog. Sternnadeln, durch secundäre Veräste-
lung in eine grosse Menge verschiedener Formen ausein-
ander gehen, die dann durch den Wechsel ihrer Grös-
senverhältnisse neue Modificationen erleiden. Von be-
sonderer Entwickelung sind die Nadeln des eigentlichen
Körpergerüstes, Kreuznadeln mit divergirenden Schen-
keln, die sich den verschiedenen Zügen des grossmascbi-
gen Kieselgerüstes beimischen. Die Vereinigung der
Fasern zu einem zusammenhängenden Korbe geschieht erst
durch nachträgliche Ueberlagerung mit neuen Kiesel-
schichten, die bei EupJectella somit in gewisser Beziehung
dieselbe Rolle spielen, wie bei den Halichondrien die
Hornfasern, welche die Kieselnadeln in sich einschlies-
sen. Der Haarschopf, der den Schwamm in dem Boden
befestigt, besteht aus Fasern, die ohne continuirlichen Zu-
sammenhang mit dem Maschennetze sind. Sie erscheinen
als isolirte Glasnadeln mit Widerhaken am Ende und
einem Fadenkreuze, das in unbedeutender Entfernung von
den letztern vorhanden ist. Kleinere isolirte Kieselnadehi
von mehr oder minder exquisiter Kreuzform finden sich
in der flockigen Masse, welche die Netze der sog. inter-
stitiellen Maschen ausfüllt, so wie in dem zur x\usbesse-
rung etwaiger Verletzungen entwickelten Flickgewebe.
(Da das Körpergerüste nach der Verfrittung der Kiesel-
fasern und der Bildung des Deckels weder in Länge
noch im Querschnitt zunehmen kann, so wird diese vor-
aussichtlicher Weise erst nach Abschluss des Grössen-
wachsthums eintreten, das Körpergerüste also eine Zeit-
lang überall aus isolirten Nadeln bestehen müssen.) So
lange die Fasern noch wachsen, scheint der Centralkanal
mit dem an organischer Substanz besonders reichen Ach-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 351
sencylinder am Ende der Schenkel frei zu liegen, doch
sind unsere Erfahrungen über diesen Punkt bis jetzt noch
lange nicht abgeschlossen. Auch sonst zeigen unsere
dermaligen Kenntnisse über die Euplectellen noch viele
empfindliche Lücken. Wissen wir doch nicht ein Mal
mit Bestimmtheit, ob dieselben den polyzoischen oder
monozoischen Schwämmen zugehören. Unser Verf. erklärt
sich allerdings für die letztere Annahme, doch diess we-
sentlich bloss auf Grund des ümstandes, dass die Be-
schaffenheit des Skelets die Anwesenheit eines geräumi-
gen Innenraumes wahrscheinlich macht. Man kann aber
die Existenz dieses Hohlraums zugeben und den Schwamm
doch — - etwa mit einem Hinblick auf die Verhältnisse
der grossen Becherschwämme — für polyzoische hal-
ten. Jedenfalls bedarf es einer Untersuchung nicht
bloss des Skelets, sondern des ganzen unverletzten Thie-
res, um eine Reihe von weitern wichtigen Fragen über
die Natur der Euplectellen zur Entscheidung zu bringen.
Die Mittheilungen, welche Bow erba nk neuerlich (Proc.
zool. Soc. 1869. p. 348) nach Spiritusexemplaren über
die Beschaffenheit der Weichtheile macht, betreffen leider
nur die Beziehungen derselben zu dem Skelet, so dass
die hier berührten Fragen einstweilen noch unentschieden
bleiben. Abweichend von den verwandten Formen ist
der Mangel einer distincten Rindenschicht (expansive der-
mal membrane), der jedoch möglicher Weise durch den
unvollkommenen Erhaltungszustand der bisher untersuch-
ten Exemplare sich erklärt.
In den Veröffentlichungen der Society des sciences
naturelles du grand-duche de Luxembourg 1869. T. X ist
mit einigen Notizen über die damals noch sehr seltene
Euplectella gleichfalls eine photographische Abbildung
derselben publicirt worden.
Eine von Herklots und Marshall einstweilen
kurz beschriebene (Archiv, neerland. sc. exact et natur.
T. III. p. 458) zweite Art des Gen. Euplectella, Ewpl.
Oweni von Japan, ist nicht bloss durch eine mehr sack-
artige Form ausgezeichnet, sondern auch durch gewisse
Eigenthümlichkeiten der Skeletbildung. Die Längsbün-
352 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
del sind kräftiger und aus isolirten seidenartigen Fasern
zusammengesetzt ; die Stelle der kammartigen Erhebun-
gen wird von kurzen Kieselhaaren vertreten, die flaum-
artig über das ganze Schv^^ammgerüste sich ausbreiten
und Von den kleinen Einströmungsöffnungen durchsetzt
werden. Wurzelfasern wurden, selbst bei den besterhal-
tenen Exemplaren, nicht aufgefunden.
Unter dem G enusnamen Eur e t e beschreibt S e m-
per (Verhandl. der physikal. med. Gesellschaft in Würz-
burg 1868 Juli) einen koralienförmigen Kieselschwamm,
dessen cyliudrische Aeste überall mit einander verwach-
sen sind und einen sehr weiten Hohlraum — der sechs-
mal die Dicke der Wandung (1'") übertrifft — in sich
einschliesseu. Das Gewebe wird von einem ziemlich
dichten Netze von Kieselröhren gebildet , die bald in
durchaus regelloser W^eise mit einander verschmolzen
sind, bald auch sehr regelmässig sich kreuzen , so dass
dadurch ein rechteckiges Maschenwerk gebildet wird.
Freie Kieselnadeln wurden nicht aufgefunden, sind aber
bei dem einen stark abgespülten Exemplare, welches dem
Verf. vorlag, möglichen Falls ausgewaschen. Nach der
ötructur des Gewebes gehört der Schwamm vielleicht
mit der nur bruchstücksweise bekannt gewordenen Far-
rea Bow. zu demselben Genus. Eurete simplicissmia S.
stammt von den Philippinen,
Nach den Beobachtungen, die S. Loven (Ofvers.
kongl. Vetensk. Acad. Förhandl. 1868. p. 105, übers, in
den Ann. and Mag. nat. hist. Vol. IL p. 81 — 91 und im
Archiv für Naturgcsch. 1868. S. 82— lOL Tab. II) „über
eine merkwürdige in der Nordsee lebende Spongienart*'
veröffentlicht hat, kann es wohl keinem Zweifel unter-
liegen, dass der sog. Haarschopf der Hyalonemen nicht
nach aufwärts gerichtet ist, wie M. Schultze annahm,
sondern, wie der Bart der Euplectellen, einen Befesti-
gungsapparat darstellt , mit dem diese merkwürdigen
Schwämme wie mit einer Wurzel in den Boden einge-
senkt sind. Die Spongie, die den Untersuchungen des
Verf.'s zu Grunde lag und von demselben als Hyalonema
boreale n. bezeichnet wird, obwohl sie mit den sonst be-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 353
kannten Arten von Hyalonema (FL Sieboldi nnd H. IitsI-
tanicum) kaum in demselben Genus zusammengestellt
werden kann, stammt von der Norwegischen Küste, aus
einer Tiefe von 200 Klafter, und besitzt im Ganzen nur
eine Länge von 52 Mm., wovon 13 Mm. auf den keulen-
förmigen Kopf und 39 Mm. auf den dünnen und schlan-
ken Stamm kommen, der unserem Thiere eine gewisse
Aehnlichkeit mit einer Boltenia giebt. Das untere Ende
des Stammes läuft in eine Anzahl feiner Wurzelfäden
aus, mittelst deren der Schwamm befestigt ist. An dem
Vorderende des Köpfchens befindet sich eine grosse Aus-
strömungsöflFnung , die einzige, die dem Sch'wamme zu-
kommt. In der Tiefe sieht man das Kanalsystem in das
Innere des Kopfes abgehen, während die Oberfläche des
Köpfchens von einer Anzahl feinerer Löcher durchbrochen
ist. Die Achse des Stammes besteht aus Kieselnadeln,
deren Centralkanal, wie bei Hyalonema, in der Mitte ein
oder zwei Paare rechtwinklich abgehender kurzer, trotz-
dem aber schon äusserlich sichtbarer Seitenzweige trägt.
Aber die Nadeln geben nicht continuirlich durch die
ganze Länge des Stammes hindurch, sondern liegen, da
sie nur etwa 3 Mm. messen, in vielfacher Zahl hinter ein-
ander. Nach vorn kann man diesen Achsenstrang bis weit
in den Kopf hinein verfolgen, nur dass sich hier auf den-
selben noch ein System von radiären Kieselnadelbündeln
einfügt, das unter fortgesetzter Spaltung bis zur Ober-
fläche hin sich verfolgen lässt. Die äusseren Bedeckun-
gen des Körpers, des Stammes so gut, wie des Köpf-
chens, enthalten zahlreiche kleine und feine, vielfach un-
ter sich verfilzte einfache Kieselnadeln. Spicula von Am-
phidiscusform, wie sie sonst bei Hyalonema vorkom-
men, fehlen der neuen Art; ein Umstand, den Verf. da-
hin auslegt, dass die von ihm beobachteten Exemplare
noch nicht vollständig ausgebildet gewesen seien. Auf
diese unvollständige Entwickelung sucht Verf. auch die
übrigen Unterschiede seiner Form von den bisher beob-
achteten Hyalonemen (Kürze der Spicula im Stamme u.s. w.)
zurückzuführen, während Gray (Ann. and Mag. nat. bist.
T. I. p. 484) dieselben für so bedeutend hält, dass er eine
354 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Zusammenstellung mit Hyalonema für unzulässig erklärt.
Dafür habe der Schwamm so viele Beziehungen zu Ha-
lichondria ficus Johnst., dass er kein Bedenken trage, ihn
dem auf diese Form begründete Gen^ Ficulina Gr. zuzu-
rechnen. (?Ref.)
Ueber dieselbe Form handeln auch die Mittheilun-
gen Loven's in den Cpt. rend. T. 66. p. 1265— 1267.
Ob das vonAgassiz (Bullet, zool. Mus. Cambridge
p. 367) erwähnte kleine Hyalonema von der Küste Flo-
rida's mit diesem Hyal. boreale zusammenfällt, wird sich
erst nach der näheren Untersuchung desselben entschei-
den lassen.
Bis dahin liegt übrigens eine derartige Vermuthung
um so näher, als auchBarboza de Bocage (Ann. and
Mag. nat. bist. T. IL p. 36— 38 mit Holzschnitt) ander
Küste von Setubal einen, wahrscheinlich gleichfalls mit
Hyal. boreale identischen Schwamm aufgefunden hat.
Anfangs glaubte Verf. darin jugendliche Exemplare von
Hyalonema lusitanicum zu erkennen, bis er sich später^
nach der Publication Loven's, davon überzeugte, dass
er es mit einer neuen Form zu thun habe, die sehr pas-
send mit dem Genusnamen Lovenia (Namen bereits
vergeben !) bezeichnet werden könne. Nach der Untersu-
chung dieses Thieres ist B a r bo z a nun zu der Ueberzeu-
gung gekommen, dass auch Hyalonema zu den Schwäm-
men gehöre. Nichts desto weniger kann er sich nicht zu
der Ansicht bekennen, dass der Schopf desselben nach
Abwärts getragen werde und zur Befestigung diene. Er
lässt ihn, w^ie früher, frei in das Wasser hineinragen,
und sucht die Behauptung dadurch zu begründen, dass
er den Schwammkörper der Hyalonemen, statt ihn dem
Kopfe der Lovenia zu parallelisiren, mit einer von ihm
bei letzterer beobachteten kleinen Basalschwellung des
Stieles zusammenstellt.
Doch nicht bloss, dass diese Auifassung an sich we-
nig Empfehlendes enthält — sie sollte bald auch durch
die directen Beobachtungen von Perc. Wright und
Wyv. Thomson als irrig erkannt werden. Der Er-
stere, der unter der Beihülfe von ßarboza bei Setubal-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 355
Hyalonemen fischte, sah das freie Ende des Schopfes im
Schlamme stecken und den Kopf — einen entschiedenen,
nach Ansicht des Verf.'s mit Carteria Gray übereinstim-
menden Schwammkörper — emporgerichtet (ibid. T. IL
p. 320. p. 423— 462, Quarterly Journ. micr. sc. T. IX.
p. 97), und ganz ebenso beobachtete es auch der Zweite
bei den mit Carp enter gemeinsam unternommenen
Draggungen im Golfstrom, einer Expedition, die, wie wir
weiter unten sehen werden, auch noch in anderer Weise
für unsere Kenntnisse von den Glasschwämmen wichtig
geworden ist. (Ibid. T. IL p. 320. T. IV. p. 120.)
Auch Gray sieht sich durch die hier angezogenen
Beobachtungen veranlasst, den Schopf der Hyalonemen
als einen wurzelartigen ßefcstigungsapparat zu deuten,
behauptet dabei aber nach wie vor, dass derselbe dem
darauf sitzenden Palythoen seinen Ursprung verdanke.
Der Schwamm, der gelegentlich an der Spitze der Ske-
letachse, oberhalb der Palythoen, vorkäme, wird als eine
zufällige Bildung betrachtet, die für die Natur des Ge-
schöpfes um so weniger präjudiciren könne, als die Na-
deln, wenn auch aus Kieselsäure bestehend , doch in
ihrem Bau mancherlei Abweichungen von den gewöhn-
lichen Spongiennadeln aufwiesen. (Ibid. T. I. p. 292.
T. IL p. 264—276. T. IIL p. 192-196.)
Dabei wird übrigens Hyal. lusitanicum als specifisch
verschieden von Hyal. mirabile erklärt und wegen der
schlanken Form, der Dünne, Länge und geringen Anzahl
der Glasfäden sogar (als Hyalothrix) generisch davon
abgetrennt. Proceed. zool. Soc. 1867. p. 117, Annais nat.
bist. Vol. IL p. 267.
Auch sonst haben sich unsere Erfahrungen über
Hyalonema und hyalonemaartige Formen nicht unbeträcht-
lich erweitert.
So liefert Sem per (Verhandl. der physikal. med.
Gesellschaft zu Würzburg Juli 1868, übersetzt in den
Ann. and Mag. nat. bist. V. IL p. 372) die vorläufige kurze
Beschreibung einer neuen Hyalonemaart von den Philip-
pinen, die als H. Schnitzel bezeichnet wird und unge-
fähr die Grösse und Gestalt der Euplectella hat. Die
356 Leuckart: Bericht üb. d. Lei&t. in d. Naturgeschichte
Wurzelfasern, welche glatt oder gezackt sind, theilen
sich gegen den Schwammkörper zu in einzelne Büschel,
die sowohl im Innern, wie oberflächlich am Schw^amme
verlaufen und sich zu dem übrigen Gerüst desselben
ähnlich verheilten, wie die langen Wurzelfasern der Eu-
plectella. Kreuznadeln' sehr mannichfaltigcr Art ver-
binden sich dann mit jenen Längsfaserzügen zu einem
bald sehr dichten, bald lockeren Gewebe, welches nach allen
Richtungen von den grossen Kanälen des Schwammes
durchzogen wird. Die verhältniss massig sehr weiten Aus-
strömungslöcher stehen regellos um den ganzen Schwamm
herum; in deren Nähe befinden sich häufig Büschel feiner,
fast seidenartiger Fasern. An manchen Stellen der etwas
verletzten Oberfläche findet sich ein feines, weite recht-
eckige Maschen bildendes Gewebe. Das ganze Schwaram-
gertiste wird, wie bei allen echten Hyalonema-Arten, aus
unverbundenen Fasern oder Kreuznadeln gebildet, mitunter
jedoch verschmelzen einzelne Nadeln mit einander und
deuten so auf die Entstehungsweise des zusammenhän-
genden Kieselbalkengerüstes der Euplectella hin. Die
zahlreichen freien Kieselkörper erinnern in ihren Gestalten
ganz und gar an diejenigen der Hyalonema Sieboldii Gray
aus Japan. Am oberen Ende des Schwammes hatte sich eine
neue Aega-Art in einem erweiterten Kanäle angesiedelt.
Sehr ähnlich, wenn nicht gar identisch mit diesena
Schwämme ist ein zweiter aus Ceram, der von Herklots
und Marshall unter dem Namen Hyalot hauma (n.
gen.) Ludehingi beschrieben wird (Archives neerland.
scienc. exact. et natur. T. III. p. 423 — 438). Die Abwei-
chungen betrcften theils die Wurzelfasern, die bei Hyalo-
thauma auf die Achse des Schwammkörpers beschränkt
bleiben, theils die Beschaffenheit der Aussenfläche und die
mehr regelmässige Stellung der sog. Ausströniungslöcher,
die vornämlich die Firsten des fünfkantig - prismatischen
Schwammkörpers einnehmen und je von einem eigen-
thümlich ausgezeichneten Skeletgewebe bedeckt sind. Das
freie Ende des Schwammkörpers trägt gleichfalls — wie
bekanntlich auch bei Hyalonema und Euplectella — eine
besonders gebildete Skeletdecke.
der niederen Tbiere während der J. 1868 — 1869. 357
Mag der Semper'sche Schwamm mit der hier be-
schriebenen Form identisch sein oder nicht, an eine Zusam-
menstellung mit Hyalonema ist Angesichts der grossen
Verschiedenheiten, die zwischen ihm und H. Sieboldii ob-
walten, kaum zu denken. So urtheilt auch Gray, der
von Sem per eine Zeichnung seiner Art erhielt, dieselbe
auch im Holzschnitt mittheilt fAnnals nat. bist. Tom. IL
p. 372 — 379, note on Hyalonema Schultzei), und kein Be-
denken trägt, die Schwammnatur der neuen Form anzu-
erkennen. Gray findet mehr Beziehungen von Euplec-
tella als zu Hyalonema, entscheidet sich aber schliess-
lich zur Aufstellung eines neuen Gen. Semperella mit
folgender Diagnose:
Semperella Gr. A tubulär vase-shaped sponge, with the
tuba closed witli a convex lid, and the wall of the tube formed of
elongated, slender , subcylindrical , thread-like silioeoiis spicules,
which are kept in the vase-like form by the sarcode. The base con-
tracted, some of the thread-like spicules of the tube and others being
produced into a stero, which is sunk in the mud. The radial fila-
ments barbed near the end and with a cup-shaped anchor at
the tip.
Dass übrigens die Formen der Hyalonemen und Eu-
plectellen keineswegs so isolirt stehen, wie es bisher den
Anschein hatte, beweisen auch die Schleppnetzfischereien
von Carpenter und Thomson, die (Ann. and Mag.
nat. bist. Vol. IV. p. 120) an der Nordküste Schottlands
aus grossen Tiefen eine ganze Anzahl (mindestens ein
halbes Dutzend) verwandter Formen hervorzogen, welche
mit ihren Kieselschöpfen den Kalkraud des Meeresbodens
nach verschiedenen Richtungen hin durchsetzt hatten.
Eine derselben, die durch Bau und Schönheit besonders
bemerkenswerth ist, wird von Thomson als Holtenia
(n.gcn.) Garpcntcri bezeichnet und schon vorläufig durch
einen beigefügten Holzschnitt dargestellt. Ein jeder ein-
zelner Kieselfaden des Schopfes ist von einer Sarkode-
hülle umgeben, wie denn auch der davon durchwachsene
Kalkboden überall mit einer eiweissartigen Sarkodesub-
stanz imprägnirt war, die Thomson als eine Art My-
celium für die daselbst eingelagerten Spongien (a sort
of diffused mycelium of the different distinct sponges) be-
358 Leuckari: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
trachten möchte, wahrend H uxle 7 darin einen besonde-
ren Organismus zu erkennen glaubt, für den er den Na-
men Bathyh ius (s. Rhizopoden) in Vorschlag bringt.
Nach der ziemlich gleichzeitig mit der Publication
dieses Aufsatzes der royal society (Proceed. Vol. XVIII.
p. 32—37, Annais nat. bist. 1. c. p. 281—287) vorgelegten
Beschreibung des neuen Gen. ist dasselbe von Hyalonema
vorzugsweise durch die mehr gedrungene Gestalt und die
nach allen Richtungen divergirenden und den Schlamm
durchsetzenden Wurzelnadeln verschieden. An den En-
den der Schwammsubstanz ist ein 3" grosses Osculum, das
in eine weite und lange, von (2'") dicken Wandungen ver-
sehene Höhle hineinführt — eine Angabe, die man um
so eher als ein Zeichen der Monozootie aufzufassen ge-
neigt sein wird als Verf. auf der Aussenfläche der Kör-
perwand nur kleine Wasserporen beobachtet hat.
Die unter dem Namen Ventriculites bekannten Ver-
steinerungen glaubt Thomson gleichfalls als ümwand-
lungsproductc von hyalonemaartigen Schwämmen in An-
spruch nehmen zu dürfen, wie er denn überhaupt geneigt
ist, die Kieseleinlagerungen der Kreide, nach dem Vor-
gange anderer Paläontologen, auf Schwammbildungen zu-
rückzuführen.
Nachdem durch die voranstehenden Untersuchungen
die wahre Natur des Haarschopfes bei den Glasschwämmen
ausser Zweifel gesetzt ist, erfahren wir auch von gewöhn-
lichen Kieselschwämmen mit ähnlichem Haftapparate.
So beschreibt O. Schmidt in seinen Spongien von
Algier gelegentlich (S. 40. Tab. V. Fig. 10) einen kleinen
von F. Müll er aus Desterro eingesandten Kieselschwamm,
der aus einem birnförmigen Körper und einem spiralig
gedrehten Nadelschopf besteht, aber kein hyalonemartiger
Glasschwamm ist, sondern sich durch die anatomische
Bildung und die Anordnung seiner Nadeln an die Tethyen
anschliesst, nur dass er der Rinde entbehrt, und auch die
Nadelform etwas abweichend ist. Viele der Nadeln ge-
hen am Ende in eine dreizinkige Gabel über, die dann
meist über die Oberfläche des Körpers nach Aussen her-
vorragt. Der stielartige Schopf dient zur Befestigung
der niederen Thiere während der J. 1868 — 1869. 359
im Schlamm. Zur systematischen Bezeichnung wird der
Namen Tetilla euplooamos vorgeschlagen.
Eine zweite dahin gehörende Form wird von Car-
ter (Ann. and Mag. nat. hist. T. III. p. 15—17 mit Holz-
schnitt) unter dem Namen Tethya dactyloidea von der
arabischen Küste beschrieben. Auch hier finden sich
statt der Kreuznadeln Spicula von einfacher Spindel-
form oder mit dreigabligem Ende. Der Wurzelschopf wird
überdiess von Hornfasern gebildet. Bei dem Interesse,
das die neue Form erregt, dürfte die Diagnose derselben
wohl am Platze sein.
Mamilliform, elongated, date-shaped, fixed, erect, fleshy, tough;
surface smooth above, becoming hispid with recurved spines below;
colour reddish brown, purplish. Upper] extremity obtuse, round,
perforated at the point by a circular aperture or vent separated
into fixe divisions by as many septa extending from the circumfe-
rence to a central union. Lower extremity terminating in a bündle
of loose, soft, spiculiferous keratose filaments, which, tending to a
Spiral arrangement, finally spread out root-like into the sand be-
neath. Hollow internally for the purpose of receiving the contents
of the excretory System of canals, which, ramifying through the
cortical fleshy body, thus emj)ty themselves into the cloacal cavity,
somewhat constricted at the vent, already described. Spicules fusi-
form, pointed at each end, or with one extremity terminating in a
trifid extention. Body of the sponge l^/g inch long and '^/g inch
broad; pedicel 1 inch long.
Derselbe Verf. beschreibt auch noch vier Kugel-
schwämme, die treibend auf dem Meeresboden gefunden
und nicht selten ausgeworfen werden, Tethya arahica n.
(sehr ähnlich der Th. cranium der Englischen Küste),
Geodia arahica n. (der G. zetlandica nahe verwandt),
Tethya lyncurium Lam. und Pachymatisma Johnstoni
Bow. An die Darstellung des anatomischen Baues und
die histologische Bildung der Weich - und Harttheile
knüpft derselbe dann noch eine Reihe von Bemerkungen,
die vornämlich die Oberhaut (pellicula Gart. , dermal
raembrane) mit ihren Oeffnungen und Wasserräumen, so
wie die Sternkugeln (globular crystalloids) betreffen, die,
wie Verf. bestätigt, weder bei Geodia, noch bei Pachy-
matisma jemals einen Hohlraum in sich einschliessen und
360 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
desshalb denn auch nicht als Ovarien oder Gemmulac be-
trachtet werden können. Nur bei Tethya arabica wurden
deutliche Fortpflanzungskörper beobachtet, Gemraulae mit
Kapseln, auf denen zahlreiche kleine Stäbchen aufsassen,
die aber einstweilen noch keine Kieselsäure enthielten.
In der Rindenschicht von Geodia sah Verf. Körperchen,
die nach ihrem Verhalten gegen Jod aus Amjlum bestan-
den. A descriptive account of four subspherous Sponges,
Arabian and british, with general observations, Annais and
Mag. nat. bist. Vol. IV, p'. 1— 26. Tab. I, IL
Das sonderbare neue Gen. Gr ayella {G. cyatho-
phora n. sp. von kSuez), welches gleichfalls von Carter
beschrieben wird, hat offenbar eine nahe Verwandtschaft
mit der oben angezogenen Osculina Schm. (S. 341). Wie
diese, besitzt es einen unregelmässig geformten, massenhaf-
ten Leib mit zahlreichen Ringwülsten von ansehnlicher
Grösse, die trotz der Abwesenheit besonderer tentakel-
artiger Lappen auch hier sehr auffallend an die Mund-
öffnung gewisser Corallen erinnern. Die Wülste sind
contractil und werden, wiederum wie bei Osculina, von
einer siebförmig durchbrochenen Sarkodeplatte verschlos-
sen, die sich über den Cloakraum ausspannt. Verf. er-
wähnt der Anwesenheit von zweierlei Nadelformen, spricht
sich aber über die systematischen Beziehungen seiner Form
nicht weiter aus. Zum Schlüsse seiner Darstellung er-
geht sich Verf. in Betrachtungen darüber, ob man die
Poriferen als Amöben- oder Monadenstöcke aufzufassen
habe. Annais and Mag. nat. bist. 1869. Vol. IV. p. 189—
197. PI. VII. Auch bei einer früheren Gelegenheit (1. c.
Vol. I. p. 249) hat Carter diese Frage kurz erörtert und
seine Ansichten von der Amöbennatur der Schwämme
gegen Clark, dessen Abhandlung über die Spongiae
ciliatac (J. B. 1867. S. 430) damals eben in die Annais
nat. bist, übergegangen war, von Neuem zur Geltung zu
bringen versucht.
Schliesslich heben wir von neuen Formen noch das Gen.
Xy l ospontjia hervor, das auf einen bandförmig gelappten
Schwamm von ungewöhnlichem Aussehen gegründet ist,
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 361
der nach Gray (Proceed. zool. Soc. 1868. p. 637) den
Halichondriaden zugehört und mit nachfolgender Diagnose
verzeichnet wird.
Xylosijongia Gr. Frond compressed, fan shaped, divided
above into strap-shaped, flat lobes, rather wider at the ends. Root
an expanded disk. Stern thick, woody, subcylindrical below, coni-
pressed above and expanded into a flat fan-like frond, which is
divided above into eight or ten strap-like flat lobes like the finge rs
on the band, the lobos varying rather in width, the outer one on
each side being the narrowest. The root and stem are solid, wood-
like, the upper part of the broad, expanded, fan-like part of the
stem more or less pierced with different-sized perforations, and the
part divided into strap-like reticulate lobes, which are generally ra-
ther wider at the ends. The expanded part of the stera and the
strap-like lobes are all formed of parallel cylindrical filaments, about
as thick as twine, which in the upper part of the stem are united
together by woody matter, leaving only a few perforations between
them; but in the strap-like lobes the filaments are much more dis-
stinct, rather flexuous, inosculating where they meet their neighbou-
ring subparallel filaments, united by the woody material, which is
not quite so thick as the filaments. The surface is rather rugose,
the minute rugosities of the stem and filaments being placed lon-
gitudinally and parallel to each other. Spicules of one kind, minute,
slender, fusiform, often slightly curved or arched. Sp. n. X. Cookei
von unbekannter Herkunft.
In dem IV. Catalog des Museums Godefroy wird
(p. XX) eines Hornschwammes aus der Bassstrasse ge-
dacht, der aus der obern Oeffnung einer 3— 5 Zoll langen
anscheinend chitinösen Wurmröhre hervorgewachsen ist.
V. Martcns berichtet (Archiv f. Naturgesch. 1867.
Ö. 61 — 63. Tab, I) über einen Süsswasserschwamm aus
Borneo, der, wie die von Bowerbank beschriebene
Spongilla reticulata des Amazonenstromes, an den in das
Wasser hineinhängenden Baumzweigen sich ansiedelt und
in der trockenen Jahreszeit oft mehrere Fuss über dem
Spiegel des Wassers als ein faustgrosser trockner Ballen
mit zahlreichen grubenförmigen Vertiefungen, einem Wes-
penneste nicht unähnlich — daher auch Spongilla vespa-
rium — gefunden wird. Die Form der Kieselnadeln und
der Amphidisken lassen über die specifische Natur des
Schwammes keinen Zweifel.
362 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Auch Carter erwähnt einer Spongilla (Sp. Carteri),
die während der nassen Jahreszeit in Bombay rasch um
die in das Wasser hineinhängenden ßaumzweige henim-
wächst. Annais and Mag. nat. hist. T. I. p. 249.
Ebendaselbst wird eine Spongilla Farfitti aus dem
River Exe in Devonshire beschrieben, die sich vornäm-
lich durch die stachlige Beschaffenheit eines Theils ihrer
Nadeln charakterisirt und desshalb auch als Varietät der
in Bombay wachsenden Sp. Meyeni, die gleichfalls Sta-
chelnadeln hat, in Anspruch genommen wird. (Die Sp.
erinaceus mit ihren Stachelnadeln scheint dem Verf. un-
bekannt geblieben zu sein.)
L. Vaillant experimentirt mit Tethya lyncurium
und überzeugt sich, dass die Rinden- wie Markmasse
dieses Schwammes die Fähigkeit der Reproduction be-
sitzt, die erstere aber in einem höheren Grade. Das Auf-
pfropfen des einen Individuums auf das andere gelingt
unschwer, verlangt aber eine längere Zeit. Cpt. rend.
T. 68. p. 86.
In Bezug auf den Bau der Kalknadeln schliesslich
noch die Notiz, dass Carter (nach längerem vergebli-
chen Bemühen) bei Untersuchung frischer Objecto in den
dreistrahligen Spicula der Grantien an der Basis des
dicken Armes das Rudiment eines Centralkanales gefun-
den haben will. Ann. and Mag. nat. hist. Vol. III. p. 16.
IV. Protozoa.
Häckel, der die einfachsten Rhizopoden — ohne
Kerne und Schale — bekanntlich als Moneren bezeichnet
und zu einer besonderen Gruppe seines Protistenrelches
erhebt, veröffentlicht in der Jenaischen Zeitschrift für
Medicin und Naturwissenschaft Bd. IV. S. 64—137. Tab.
II u. III, (übersetzt im Quarterly Journ. misc. sc. T. IX.
p. 27, 113, 219, 327) eine „Monographie der Moneren",
die ausser einer geschichtlichen Einleitung (S. 64—70)
und einer Beschreibung neuer Arten (S. 71 — 107) Bemer-
kungen zur Protoplasmatheorie (S. 107—115), einen Excurs
über die Begrenzung des Protistenreiches (S. 115—122),
der niederen Tliiere während der J. 1868—1869. 363
so wie über die vergleichende Morphologie der Moneren
(8. 123—129) und schliesslich eine Darstellung des Sy-
stems der Moneren (S. 129 — 134) enthält. Dass das Pro-
tistenreich Häckel's seit seiner ersten Gründung um die
Poriferen, die Verf. jetzt als „echte Thiere^ erkannt hat,
ärmer geworden ist, haben wir bereits oben gesehen,
aber zum Ersätze dafür werden für dasselbe jetzt nicht
bloss die Labyrinthuleen, sondern auch die Pilze und
Nostochinen mit den verwandten Formen in Anspruch
genommen , und zwar auf Grund eines Charakters ,
den Verf. nach der Abtrennung der Poriferen als durch-
greifendes und unterscheidendes Merkmal für dieselben
erkannt zu haben glaubt, des gänzlichen Mangels näm-
lich der geschlechtlichen Fortpflanzung (?). Die Mo-
neren, welche in diesem Protistenreiche die unterste
Stelle einnehmen — durch die Diatomeen, Pilze u. s. w.
von den Rhizopoden getrennt — werden dabei als Or-
ganismen ohne Organe charakterisirt , welche im voll-
kommen ausgebildeten Zustande einen frei beweglichen,
nackten , vollkommen structurlosen und homogenen Sar-
kode- (Protoplasma-) Körper besitzen, in dem es nie-
mals zur Diiferenzirung von Kernen kommt. Bewegung
und Ernährung geschieht im Wesentlichen übereinstim-
mend mit den Rhizopoden. Bei einzelnen Formen wech-
selt der frei bewegliche Zustand mit einem Ruhezustande
ab, während dessen sich der Körper mit einer structur-
losen Chitinkapsel umgiebt, wie esHäckel für einige neu
von ihm beobachteten Formen (Pr o tomyx a und My-
xastrum) constatirt hat. Je nach Abwesenheit oder Auf-
treten dieses encystirten Zustandes unterscheidet Verf.
zwei Abtheilungen seiner Moneren: Gymnomoneren (mit
Protamoeba , Protogenes und Myxodictyum n. gen.)
und Lepomoneren (mit Protomonas, Frotomyxa, Vampy-
rella und Myxas trum). Die Bemerkungen zur Protoplas-
matheorie, die Verf. seiner Abhandlung beigegeben hat,
sind vornämlich polemischer Art und dazu bestimmt, die
Einwendungen zu beseitigen, die von Reichert dagegen
erhoben wurden.
Jen z seh will sich durch mikroskopische Unter-
364 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
suchung von Dünnschliffen davon überzeugt haben, dass
mitten in den Gemengthcilen echt krystalh'nischer Massen-
gesteine (Melaphyr), in Gesteinen also, welche von den
meisten Geologen als Eruptivgesteine, von Keinem für
Tuff- oder Wackenbildungen gehalten werden, zahllose
pflanzliche und thierische Organismen vorkommen. lie-
ber eine mikroskopische Flora und Fauna krystallinischer
Massengesteine. Leipzig 1868. 29 8. in Octav.
Unter den thierischen Ueberresten glaubt Verf. nicht bloss
Räderthiere mit einfachem Wimperkranz und reihenzähnigen Kie-
fern (Trikdlos Tlmringiae), sondern auch pflanzenfressende Infuso-
rien (Bhynchopristis Melapyri) mit Samendrüse und Embryonalku-
geln zu erkennen. Bei fünfhundertfacher Vergrösserung will Verf.
sogar i-den Samen selbst« beobachtet haben, wie ihm denn auch der
Begattungsact dieser vorweltlichen Wesen nicht entgangen ist !
Crivelli. und Maggi glauben sich durch directe
Beobachtungen von der Entstehung amöbenartiger Ge-
schöpfe aus Eiweiss überzeugt zu haben. Wenn man das-
selbe aus frischen Eiern mit destillirtem Wasser mischt
und einer Temperatur von mindestens 18^ C aussetzt, dann
bilden sich zunächst kleine Myeiinkügelchen, die nach
einiger Zeit einen Kern ausscheiden, dann körnig werden
und sich schliesslich durch die Fähigkeit der Pseudopo-
dienbildung als evidente Amöben zu erkennen geben.
Sulla produzione della Amibe aus den Rendiconti del
reale Instituto Lombardo Ser. II. Vol. III.
1. I u f u s 0 r i a.
Schaaf f ha u se n liefert in den Sitzungsber. der
niederrhein. G eselisch, zu Bonn (1869. S. 53—54) eine
Darstellung von der Organisation der Infusorien, die sich
im Wesentlichen den jetzt ziemlich allgemein verbreite-
ten Ansichten von Stein u. A. anschliesst. Dass die
Stäbchen in der Haut von Paramaecium Nesselkapseln
seien, wird in Abrede gestellt und ebenso die Anwesen-
heit von Muskeln bei den Infusorien geleugnet. Der Stiel-
muskel der Vorticeilen soll eine bloss elastische Vorrich-
tung darstellen und die Aufrollung des Stiels vermöge
der Elasticität durch die heftigen Zusammenziohungen
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 365
des Thiers erfolgen. „Wenn das Thier sich zusammen-
zieht, wobei es stets das hintere zugespitzte Ende ein-
zieht, so übt es einen starken Zug an den festgehefteten
Faden , der nun vermöge seiner Elasticität zusammen-
schnellt." Bei Paramaecium beobachtete Verf. den Process
des Eierlegens, der mehrmals im Laufe einer Stunde vor
sich geht, indem die Eier einzeln an verschiedenen Stel-
len des Hinterleibes austreten. Die abgelegten Kugeln
bleiben stundenlang unbeweglich liegen, bis sich an
ihnen ein Vorsprung mit Wimpersaum bildet, der das
Thierchen dann zur Schwimmbewegung befähigt.
Wrzesniowski kommt durch seine Untersuchun-
gen über den contractilen Behälter der Infusorien zu der
üeberzeugung, dass derselbe keineswegs die ihm früher
vindicirte Stabilität hat, vielmehr bei jeder Dilatation
durch das Zusammenfliessen mehrerer kleiner ursprüng-
lich getrennter Räume (an der alten Stelle) neu wieder
gebildet werde und unter solchen Umständen denn auch
natürlich keine selbstständige Wandung besitzen könne.
Schon früher ist diese Entstehungsweise des contractilen
Behälters (von v. Siebold, Stein, Lieberkühn) bei
einzelnen Infusorien beobachtet, aber immer nur als eine
besondere Ausnahme betrachtet, während sie in Wirk-
lichkeit sehr allgemein (bei Enchelyodon farctus, Trachelo-
phyllum apiculatum , Loxophyllum fasciola, Blepharisma
lateritium, Prorodon sp., Nassula sp., Climacostomum vi-
rens, Uroleptus piscis u. a.) verbreitet ist. Dass die näch-
ste Umgebung des Flüssigkeitsbehälters eine grössere
Dichtigkeit besitzt — besonders auffallend, wie es scheint,
bei Spirostomum — und dadurch sogar fähig wird, dem
Drucke von Aussen andrängender Körper (z. ß. Koth-
ballen) zu widerstehen, wird von unserem Verf. mit Hin-
weis auf ähnliche Erscheinungen von Oberflächenverdich-
tung aus physikalischen Gründen zu erklären versucht.
Mit der selbstständigen Wandung fällt auch zugleich die
Annahme einer selbstständigen Contractilität des Behäl-
ters; die Systole und Diastole desselben kann nur durch
die Ausdehnung und Contraction der die umgebende
Körpersubstanz bildenden Sarkode geschehen. Wenn
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. Y
366 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
man die Ansichten Hof fmeis te r's über die Imbibitions-
fähigkeit der Sarkode zu Grunde legt^ dann dürfte die
Erscheinung vielleicht in ebenso einfacher, wie unge-
zwungener Weise ihre Erledigung finden. Bei Trache-
lophyllum sah Verf. den Inhalt des Flüssigkeitsbehälters
durch einen Kanal in den After übertreten. Auch die
Trichocysten der Infusorien hat Verf. in den Kreis sei-
ner Untersuchungen gezogen. Er hält dieselben mit an-
dern Beobachtern für Nesselorgane und beschreibt ein
Paar Methoden (Druck des Deckgläschens beim Ver-
dunsten des Wassers , Anwendung von Inductionsströ-
men), dieselben ohne Veränderung der Flimmerhaare und
ohne Gefahr für das Leben und den Körper der Para-
mäcien hervorzutreiben, und diese Thiere dadurch wehr-
los zu machen. Bei dieser Gelegenheit giebt Verf. an,
dass nicht bloss gelegentlich solche Paramäcien ohne
Trichocysten im Freien vorkämen, sondern auch die an
einem Orte in Polen von ihm aufgefundenen Exemplare
von Loxophyllum meleagris sämmtlich der Trichocysten
in den Ausbuchtungen des Rückens entbehrten. Ein Bei-
trag zur Anatomie der Infusorien, Archiv für mikrosko-
pische Anatomie Bd. V. S. 25-49. Tab. III u. IV.
Nach den Beobachtungen von Ray Lancaster (re-
marks on opalina, Quarterly Journ. microsc. sc. Vol. X.
p. 143 — 150. PI. IX) wird es wahrscheinlich, dass die
contractilen Blasen der Opalinen ebenso wie die der echten
Infusorien nach Aussen ausmünden. Während dieselben
bei den Expansion eine sphäroidale Form besitzen, zie-
hen sie sich bei der Contraction der Art zusammen, dass
ihr längster Durchmesser senkrecht auf der Cuticula auf-
sitzt. Die Existenz eines contractilen Längsschlauches
statt der Blase, die M. Schnitze bei einigen seiner Ar-
ten beobachtet haben will, wird vom Verf. bezweifelt, und
zwar auf Grund der Beobachtung, dass der Kern bei ab-
sterbenden Thieren nicht selten von einem hellen Saume
umgeben ist. Die Beobachtungen des Verf.'s sind bei einer
neuen Art aus Nais serpentina angestellt, die sich durch
Qucrtheilung vermehrt. Was Claparede an Limno-
drilus als Pachydermon beschrieben und mit Opalina zu-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 367
sammengestellt hat, ist nach unserem Verf. nichts Ande-
res, als die Spermatophore dieses Thieres, die in sehr
ähnlicher Form auch bei Nais serpentina vorkommt.
Marchand, de la reproduction des Infusoires, Pa-
ris 1868 mit zwei Tafeln ist Ref. nicht zu Gesicht ge
kommen.
Durch Ehe rhar d erhielten wir Mittheilungen über
die Fortpflanzung von ßursaria truncatella, die von den
Angaben Stein's (J. ß. 1866. S. 456) in mehrfacher
Beziehung abweichen. Die Embryonalkugeln, die immer
nur in kernlosen Mutterthieren, hier aber in grosser Masse,
gefunden wurden, zeigten nach dem Zerfliessen des um-
gebenden Parenchyms eine sehr entschiedene Acineten-
form. Nach kurzer Zeit sah Verf. jedoch zwischen den
geknöpften Tentakeln an der Oberfläche Flimmerhaare
sprossen, durch deren Hülfe die Embryonen mit dem ver-
jüngten (saugnapflosen) Ende voran umherzuschwimmen
begannen. Der Mund wurde in einer Längsfurche des
vorderen Endes, neben der contractilen Blase, bemerk-
bar. Einige Zeit nach Beginn der Schwimmbewegung
verschwanden die Tentakel und damit die frühere Aci-
netenforra. Das Thier erschien jetzt als eine Cüiaten-
form, die Verf. schon früher oftmals beobachtet, aber für
eine selbstständige Art gehalten hatte. Zeitschrift für
wissensch. Zoologie Bd. XVIII. S. 120, übersetzt in dem
Quarterly Journal microsc. sc. T. VIII. S. 155.
Moxon macht Mittheilungen über die Anatomie
und die Theilung von Stentor (Journal of anatomy and
physiol. Vol. III. 1869. p. 279—293) und beschreibt dabei
eine directe Ausmündung der contractilen Blase durch
zwei oder drei hinter einander liegende kleine Oeffnun-
gen. Die Arbeiten von Claparede und Stein sind
dem Verf. unbekannt; er würde sonst wohl ersehen ha-
ben, dass die Beziehungen der flimmernden Längsfirste
zu dem Theilungsprocesse durch frühere Beobachter
schon längst bekannt geworden ist.
Ebenso berichtet Müller Quarterly Journ. microsc.
sc. T. IX. p. 25—27. Tab. VII) über Vaginicola valvata,
besonders deren Theilung, die vom Hinterende beginnt, und
368 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
das Ausschwärmen des einen Tbeilsprösslings mittelst
eines hinteren Flimmerkraazes.
Greeff hat zu wiederholten Malen die Entdeckung
Steln's (J. B. 1867. S. 451), dass die sog. Knospen der
Vorticellen von aussen an ihre Träger hinantreten, um
sich mit ihnen zu verbinden, aufs Gewisseste bestätigen
können, glaubt aber in einzelnen Fällen, namentlich bei
einer marinen Art der Gatt. Vorticella , eine auffallende
Verschiedenheit zwischen den kleinern Eindringlingen und
deren Trägern wahrgenommen zu haben. Die ersteren tru-
gen nämlich hinten statt des conischen Endstückes und
des den Theilsprösslingen sonst eigenen Wimperkranzes
eine mit feineren ^limmerhaaren ausgekleidete Höhlung,
mit der sie sich dann,' wie mit einer Saugscheibe in der
Nähe des Hinterendes an dem Vorticellenköpfchen fest-
setzten, um damit allmählich zu verschmelzen und schliess-
lich in einen kleinen länglichen Zapfen zusammenzu-
schrumpfen. Sitzungsber. der niederrhein. Gesellsch. in
Bonn 1868. S. 95.
Ebendas. Mittheilungen über den Theilungsact der
Acineta patula, die den früheren Angaben freilich nichts
Neues hinzufügen.
An verschiedenen Süsswasserfischen des Hamburger
zoologischen Gartens wurde seit einiger Zeit das Auf-
treten von schleimigen Excrescenzen beobachtet, welche
die Fische unter Schimmelbildung tödteten. Als Todes-
ursache wird ein 0,5 Mm. grosses Infusorium der Ehre n-
berg'schen Gattung Pantotrichum betrachtet, welches
jene Hervorragungen bildet. Der Parasit ist in das Epi-
thelium eingelagert und rotirt beständig in der gleichen
Richtung, wie man besonders gut in den Bartfäden beob
achten kann. Zu gewissen Zeiten findet Encjstirung und
Theilung statt. Hamburger Correspondent 1869. S. 13.
Nach den Beobachtungen M'Intosh's (Transact. roy.
Soe. Edinb. T. XXV. P. 2. p. 386. PI. XII. fig. 4—6) wer-
den auch die Körperhüllen und Darmwandungen von Bor-
lasia olivacea nicht selten von eigenthümlichen Parasiten
durchsetzt, die sich durch ihr Fliinmerkleid und die Ab-
wesenheit besonderer Oeffnuugen an die Opalinen an-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 369
schliessen, im ausgewachsenen Zustande aber eine lang-
gestreckte Körperform besitzen und deutlich geringelt
sind. (Ref. wird durch diesen Parasiten an Dicyemen er-
innert, die aber bis jetzt bloss an den Venenanhängen der
Cephalopoden gefunden wurden. üeber die innere Or-
ganisation resp. den Körperinhalt wird leider Nichts mit-
getheilt.) Aehnliche Parasiten scheinen nach Keferstein
(Beitr. zur Anat. der Seeplanarien Tab. IL Fig. 8 — im
Texte nicht erwähnt) oftmals in grosser Menge auch in den
Magentaschen von Leptoplana tremellaris vorzukommen.
Carter beobachtet Halteria pulex in Bombay und
ist geneigt, dieselbe wegen Abwesenheit des Nucleus für
eine Jugendform zu halten. Die Aehnlichkeit mit den
Schwärmlingen gewisser Acineten ist nur geeignet, ihn
in dieser Absicht zu bestärken. Ann. and Mag. nat. bist»
Vol. III. p. 259. 260.
Loxophyllum fasciola Lachm. (= Trachelius lamella
V. S. ?) wird von Wrzesniowski ihres cilienfreien
Rückens wegen zu einer (auch sonst noch vertretenen)
neuen Gattung Leionota —Namen bereits vergeben ~
erhoben. A. a. O. S. 33.
Ebendas. bemerkt Verf. (S. 35 Anm.), dass die von
ihm früher als neu beschriebene Leucophrys Claparedii
jetzt von ihm als Climacostomum virens erkannt sei.
Bemerkungen über Enchelyodon farctus und Proro-
don edentatum. Ibid. S. 31 u. 35. Anm.
D e r selbe Ve rf. beschreibt in den Verhandlungen
der Petersburger Naturforscherversammlung Zool. p. 161
— 168 mit 2 Tafeln eine Anzahl Warschauer Infusorien:
Oxytricha aeruginosa n., 0. macrostyla n., Stichotricha
secunda Perty (?) , ürostyla flavioans n. , Frocldlia poIo-
?^^CG5 n., Loxodes rostrura Ehrbg., Qastr otricha (n. gen.
= Leionota) folium Duj., G. fascicola Ehrbg., G. varsa-
viensis n. , 0. diaphanes n. (?) , Microthorax pusiilus En-
gelm., Opercidaria cylindrata n. auf Cyclops, Cothurnia
pusilla n. auf Algen. Die Diagnosen sind lateinisch.
Täte m berichtet in den Transact. microsc. soc, 1868.
T. XVI. p. 31— 33. PI. VI über einige neue Infusorien:
Epistylis rnarinuSf E. ovalis^ E. umbellatus und Caeiio-
370 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mcrpha convohitus, von denen der letztere vielleicht als
Repräsentant eines besonderen Genus zu betrachten ist.
Carter macht eine Reihe von Mitthöilungen über
Euglena tuha n. sp., über Uvella bodo Ehrbg. und die
Volvocinen in ihren verschiedenen Entwickelungszustän-
den. Annais and Mag. nat. bist. Vol. III. p. 249—260.
PL XXVII.
Die schon im letzten Berichte (S. 265) nach einer
vorläufigen Mittheilung angezogenen Betrachtungen von
Dönitz über Noctiluca werden jetzt im Archiv für
Anatomie u. Physiologie 1868. S. 137— 149. Taf. IV aus-
führlich veröffentlicht und auch gegen die Bedenken und
Auslassungen von V. Carus (Archiv für Mikroskopie
1868. S. 351) aufrecht erhalten. Ebendas. S. 750.
Mecznikoff leugnet (Verhandlungen der Peters-
burger N. F. V. Zool. S. 267) wie Dönitz die Kernna-
tur der von Engelmann und Carus als solche be-
schriebenen Gebilde und erklärt dieselben für Protoplas-
matropfen, die der chitinigen Aussenhülle des Thieres
innen aufsitzen. Auch die Querstreifen des fadenförmi-
gen Anhangs werden für Chitingebilde gehalten. Nicht
selten sah Verf., dass sich im Innern des Thieres ein-
zelne kernhaltige Protoplasmahaufen kuglig absetzten und
mit einer Chitinhülle umkleideten. Da dieselben Kör-
perchen auch frei im Wasser des Schwarzen Meeres ge-
funden wurden, glaubt Verf. dieselben als die junge Brut
der Noctilucen betrachten zu dürfen.
2. Rhizopoda.
Engelmann macht auf die interessante Thatsache
aufmerksam, dass die Arcellen unter gewissen Vei'hält-
nissen, dann nämlich, wenn sie mit ihren Pseudopodien
keinen Anheftungspunkt finden, in ihrem Körper an ver-
schiedenen Stellen Gasblasen ausscheiden, die unter den
Augen des Beobachters binnen wenigen Minuten eine an-
sehnliche Grösse annehmen und das specifische Gewicht der
Thiere derart erleichtern, dass dieselben je nach Umständen
sich umwenden und im Wasser bis zur Oberfläche empor-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 371
steigen. Wie die Blasen entstehen, so vergehen sie auch
unter den Augen des Beobachters, worauf sich dann viel-
leicht die merkwürdige Erscheinung von Neuem wieder-
holt. Nach mehrfacher Wiederholung wird die Menge des
ausgeschiedenen Gases jedoch allmählich kleiner. lieber
die chemische Beschaffenheit des Gases lässt sich einstwei-
len kaum eine Vermuthung äussern, wie denn überhaupt
das ganze Phänomen vom physikalischen Standpunkt aus
einstweilen noch keine Erklärung findet. Einen Finger-
zeig giebt übrigens vielleicht die Beobachtung vonHeyn-
sius und Preyer, dass bei der Coagulation des Fibrins
eine Gasentwickelung stattfindet. Sur le developpement
periodique de gaz dans le protoplasma des Arcelles Vivan-
tes. Arch. Neerland. sc. axact. et natur. T. IV. p. 424—
430. PI. VII.
Derselbe Verf. macht Beobachtungen über die
electrische Reizung der Arcellen und Amöben (ibid. p. 431
— 442) und schildert die Veränderungen, die mit dem
Protoplasma derselben in Folge dieser Reizung vor sich
gehen. Sie bestehen im Wesentlichen darin, dass die
Locomotion und Körnchenbewegung im Innern zeitweilig
sistirt und das Thier eine Kugelform annimmt, in Er-
scheinungen also, die sich durch die Annahme erklären,
dass das Protoplasma unter der Einwirkung des electri-
schen Stromes für einige Zeit die mechanischen Eigen-
schaften einer Flüssigkeit annimmt.
Czern y publicirt „einige Beobachtungen über Amö-
ben'^ (Archiv für mikroskop. Anatomie Bd. V. S. 158 —
163) und schildert darin vornämlich deren Verhalten ge-
gen Kochsalzlösungen, die bei allmählicher Steigerung
(selbst bis 47o) keineswegs so pernitiös wirken, als das
a priori vermuthct werden könnte.
Auf den an der Küste von Lanzarote massenhaft
angeschwemmten Spirula - Schalen bemerkte Häckel
rostrothe Punkte von verschiedener Grösse, die sich
bei näherer Untersuchung als ein mit Lieberkühnia ver-
wandtes kernloses Rhizopodon, Frotomyxa aurantiaca
n. gen. et n. sp. (ein Gymnomonere im Häckel'schen
Sinne) ergaben. Das protoplasmatis Gewebe derselben
372 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
enthielt ausser den Speiseresten nur Körner und Vacuo-
len, die bei jeder Contraction verschwanden und durch
Neubildung ersetzt wurden. Beiderlei Gebilde wur-
den in verschiedener Menge gefunden , je nach der
mehr oder minder reichlichen Ernährung, die auch auf
den Reichthum und die Verästehjng der Pseudopodien
einen unverkennbaren Einfluss ausübt. Wenn das Ge-
schöpf unter günstigen Verhältnissen bis zu einer gewissen,
verhältnissmässig ansehnlichen Grösse herangewachsen
ist, dann beginnt es, nach Einziehung der Pseudopodien,
sich einzukapseln. Das Protoplasma gewinnt unter dem
Schutze der dicken und festen Chitincyste ein fast
homogenes Gefüge und zerfällt in einen Haufen runder
kleiner Ballen, die nach einiger Zeit eine Birnform an-
nehmen und am, spitzen Ende eine Geissei treiben, um
sich mit deren Hülfe nach dem Hervorbrechen aus der
Cyste ganz nach Art der Myxomyceten, denen sie auch
in ihrem Aeussern gleichen, frei umherzutummcln. Aus
den Schwärmlingen werden schon nach Tagesfrist kleine
kernlose Amöben mit kurzen und stumpfen Pseudopodien,
die nicht selten zu einem grösseren Plasmodium zusam-
menschmelzen und erst nach der Aufnahme von Nahrung
durch Vacuolenbildung und veränderte Pseudopodienbil-
dung in die Protomyxaform übergehen. Häckel, Mo-
nographie der Moneren a. a. O. S. 71 — 91.
Einen sehr ähnlichen Entw^ickelungscyclus beobach-
tete derselbe Verf. bei My xastrum (n. gan.) radians,
einem gleichfalls neuen kern- und schalenlosen Rhizopo-
den, der bei Lanzarote im Schlamme lebt und während
seines beweglichen Zustandes durch Form und Pseudo-
podienbiidung, so wie durch die Art seiner Ernährung
auffallend an Actinophrys (soll erinnert, durch den völli-
gen Mangel von Vacuolen jedoch davon sich unterschei-
det. Im ruhenden Zustande bildet das Geschöpf eine
kuglige Cyste, deren homogener Inhalt durch Strahlthei-
lung in eine Anzahl spindelförmiger Stücke zerfällt, die
völlig ausgebildet fast an die sog. Pseudonavicellen der
Gregarinen erinnern, aber der Kerne entbehren und eine
Kieselhülle tragen. (Vgl. hiezu Wright's Mittheilungen
der niederen Thiere wahrend der J. 1868 — 1869. 373
über Boderia Turnen', J. ß. 1867. S. 478, deren brauner
Sarkodekörper in eine zarte und helle Hülle eingeschlossen
ist, aus deren Oeffnungen es eine beschränkte Menge
äusserst langer Pseudopodien hervorstreckt. Die Pseudo-
navicellenbildung geht hier übrigens ohne Einkapselung
vor sich und wird dadurch eingeleitet, dass die Sarkode
aus der Hülle hervortritt und ausserhalb derselben in
kleine Stückchen aus einander fällt.) Wenn der Ruhe-
zustand wieder in den frei beweglichen übergeht, werden
die Keimkörner durch Berstung der Cystenwand frei und
entlassen dann aus ihren Kieselhülien je einen kugligen
Protoplasraakörper, der schon nach kurzer Zeit strahlen-
förmige Pseudopodien aussendet und durch einfaches
Wachsthura in die Form des erwachsenen Myxastrura
übergeht. (Ibid. p. 91—99.)
Das ebendaselbst beschriebene neue Genus Myxo-
dictyu7n gleicht in dem bis jetzt allein (aus Algesiras)
bekannt gewordenen Vertreter M. nodale vollständig einer
CoUozoumcolonie ohne Centralkapsel, Alveolen und gelbe
Zellen. Die (17) Protoplasmakörper, welche die Colonie
zusammensetzen , sind durch die Anastomosirung ihrer
verästelten Pseudopodien zu einem Netzwerk unter sich
vereinigt. Die Fortpflanzung erfolgt wahrscheinlich durch
Theilung und durch Ablösung einzelner Individuen.
Bei der schon früher von unserem Verf. als Prota-
moeba primitiva aus dem Süsswasser erwähnten kern- und
vacuolenlosen, völlig homogenen Amoeba gelang es spon-
tane Theilung (ohne Einkapselung) zu beobachten. A. a.
0. S. 107.
Unter den vielen interessanten und wichtigen Ergebnis-
sen der Tiefgrundsondiruugen, die wir den letzten Jahren
verdanken, eines der überraschendsten und bedeutsamsten
ist jedenfalls der Nachweis, dass der Meeresboden in
grosser Ausdehnung von einer eivreisshaltigen organischen
Substanz durchsetzt ist, die aus einer zahllosen Menge
grösserer und kleinerer Klümpchen besteht und nach
ihren anatomischen, wie biologischen Eigenschaften mit
der sog. Sarkode übereinstimmt. Es ist als wenn die
alte Lehre der Naturphilosophen von der Existenz eines
374 Leuckart: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
lebendigen Urschleimes ihre Verwirklichung gefunden
hätte! Wir haben dieser Substanz oben bei Gelegenheit der
Glasschwämme (S. 357) gedacht und hervorgehoben, dass
Thomson und Carpenter dieselbe für einen inte-
grirenden Bestandtheil der mit ihren Wurzeln den Schlamm
durchziehenden Poriferen halten. Einer andern Ansicht ist
Huxley, der uns diese Substanz zum ersten Mal näher
kennen lehrt und sie als eine Anhäufung amöbenartiger
Wesen, für die erden Namen Bathybius {B, Häckelii
u. sp.) vorschlägt, in x\nspruch nimmt. Schon die Mas-
senverhältnisse derselben sprechen gegen eine Abstam-
mung von den Wurzelschwämmcn, die doch immer nur
in beschränkter Anzahl vorhanden sind. Die unter dem
Namen der Coccolithcn und Coccosphären bekannten son-
derbaren Kalkkörpcrchen, die massenhaft in den Bathy-
bius eingelagert sind und bei dieser Gelegenheit eine
nochmalige genaue Darstellung finden, glaubt Verf. als
genuine Erzeugnisse desselben in Anspruch nehmen zu
dürfen. Er betrachtet sie als charakteristische Skeletbildun-
gen seiner neuen Thierform. On some organisms living
et great depths in the north atiantic ocean. Quarterly
journ. microsc. science Vol. VIII. p. 203 — 212. PI. IV,
Ueber den Antheil, den Wallich an der Entdek-
kung dieser Kalkgebilde hat, vergl. dessen Bemerkungen
in den Ann. and Mag. nat. bist. Vol. 11. p. 3 17—- 3 19. xAus
den Mittheilungen desselben Verfassers in dem Quarterly
Journal microsc. sc. T. IX. p. 192—194 geht übrigens
hervor , dass derselbe w^enig geneigt ist , die Angaben
Huxley's über das Herkommen der Coccolithen und
Coccosphären für richtig zu halten. Er möchte diesel-
ben vielmehr mit gewissen beschälten Feraminiferen in
Verbindung bringen und als integrirende Theile der Schale
ansehen.
Auch abgesehen übrigens von dem eben erwähnten
Bathybius — den man fast mehr eine lebendige Substanz,
als einen lebendigen Organismus zu nennen sich geneigt
fühlt — ist der Meeresboden in der Tiefe, wie wir durch
Thomson erfahren (Journ. roy. Dubl. Soc. Nr. 38.
p. 316, Ann. and Mag. nat. bist. Vol. IV. p. 112— 124, on
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 375
thc depths ol' thc sea) von einer reichen und mannichfal-
tigen Rhizopodenfanna bedeckt. Besonders sind es die
Globigerinen, die sich durch ihre Massenhaftigkeit auszeich-
nen und mit den verwandten Formen durch Anhäufung
ihrer festen Rückstände eine fortdauernde Bildung von
Kreidelagern bedingen, die mit den älteren Kreidebildun-
gen vollständig übereinstimmen. In physikalischer und
biologischer Hinsicht ist der Meeresboden also nur in so-
weit durch die Erhebung der Continente verändert, als es
der (mehr oder minder locale) Wechsel der Tiefe und
Wärme des Wassers nothwendig mit sich brachte. Noch
heute stehen wir, mit unserem Verf. zu sprechen, in der
Kreideperiode. Ob dabei übrigens die Ansicht richtig
ist, dass die in der Tiefe lebenden niedern Organismen
sich durch Aufsaugung der im Wasser gelösten organi-
schen Verbindungen ernähren, scheint Ref. sehr zwei-
felhaft. Die Pflanzenwelt reicht allerdings nicht in jene
Tiefe hinein, aber der zu Boden sinkende Niederschlag
wird den daselbst lebenden Organismen eine mehr oder
minder fein zertheilte organische Substanz wohl in hinrei-
chender Menge zuführen.
Was in Betreff der Rhizopodenfauna der Meerestiefe
hier nur angedeutet wurde, findet in den Mittheilungen
Carpenter's on the rhizopodal fauna of the deep sea
(Rep. roy. Soc. 1869. Vol. XVIII. p. 59-62, Ann. and
Mag. nat. bist. Vol. IV. p. 267—290) seine weitere Aus-
führung. Verf. hebt hervor, dass die in der Tiefe le-
benden Foraminiferen im Ganzen sich durch ihre winzige
Grösse auszeichneten, und ist geneigt, diesen Umstand
mit der Kühle des Wassers in Beziehung zu bringen,
zumal die in gleicher Tiefe, aber in warmen Strömungen
vorkommenden Exemplare von Cornuspira, Biloculina
und Cristellaria weit grösser sind, als die entsprechenden
Formen der kalten Zone. Generisch neue Typen wurden
nicht beobachtet, wohl aber mancherlei interessante neue
Fornlen, besonders aus der Familie der mit Sandschalen
versehenen Lituoliden. So u. a. eine Proteonina, die ihr
Gehäuse aus Spongiennadeln aufbaut, und eine Trocham-
mina, die Spongiennadeln und Sandkörner untermischt
376 _ Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
dazu verwendet. Ebenso eine Rhabdamnina mit einem
unregelmässig verästelten Röhrengehäuse {E. irregula-
ris n.). Eine der tertiären Lituola Soldani nicht unähn-
liche Form producirt ein cylindrisches dickes Gehäuse
mit Kammern, deren Scheidewände je von einer Cen-
tralöiFnung mit kurzer Aufsatzröhre durchbrochen sind,
während Astr orhiza ähnliche dickwandige Schalen ohne
Scheidewände hat und die Pseudopodien durch die Zwi-
schenräume der Sandkörnchen hervorstreckt. Eigenthüm-
liche aus Sand geformte kleine Cysten, die bald mit gelben
Kugeln, bald mit erabryonenhaltigen eiartigen Körpern
erfüllt waren, werden mit der Fortpflanzung der Forami-
niferen in Verbindung gebracht, obwohl es nicht gelin-
gen wollte, die Natur der rauthraasslichen Embryonen
näher zu bestimmen.
Sars erwähnt in seinem Verzeichnisse der norwegi-
schen Tiefwasserformen (1. c. p. 249) zweier neuen Rhi-
zopoden unter den Namen Lituola subglohosa und Cor-
nuspira marginala, beide aus einer Tiefe von 450 Faden.
Alcock lenkt die Aufmerksamkeit der Zoologen
auf gewisse nicht selten bei den Foraminiferen vorkom-
mende Unregelmässigkeiten der Schalenbildung und sucht
deren Ursprung genetisch zu erklären. So sollen z. B.
die Doppelbildungen, die Verf. bei Lagena und Orbulina
beobachtete, aus einer unvollständigen Theilung resulti-
ren, die nach dem — für die einschaligen Formen vom
Verf. als eine regelmässige Erscheinung angenommenen —
Abwerfen der früheren Schale stattgefunden habe. Statt
der Doppelbildungen kommen mitunter bei diesen Arten
auch zwei an einander gereihete vollständige Kam-
mern vor; sie sollen dadurch ihren Ursprung genommen
haben, dass die Neubildung der Schale, wie bei den viel-
kammerigen Arten, nur um ein Theilstück der gesammten
Körpermasse geschehen sei. Umgekehrt glaubt Verf. die
schon früher nicht selten (von Pour tales undCarpen-
ter) beobachtete Umlagerung einer Globigerina von einer
einfachen orbulinaartigen Schale durch die Annahme er-
klären zu können, dass die durch Wachsthum vergrös-
serte Körpermasse, die das neue Gerüste auszuscheiden
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 377
hat, hier das gesammte ältere Gehäuse gleichmässig über-
deckt habe, statt an einem einzigen Punkte sich zusam-
menzuballen. On the life-history of the Foraminifera.
Memoirs of the litterary and philos. Society of Manchester
1868.III. p.l75— 181. Tab IV. An diese Auseinanderset-
zungen schliesst sich ein zweiter Aufsatz desselben Verf.'s
(ibid. p. 244—249, on Polymorphina tubulosa), in welchem
die sog. Polymorphina tubulosa durch die Annahme ge-
wisser unregelmässiger Wachsthumsverhältnisse auf P.
communis Williams zurückgeführt wird.
G r e e f f erklärt die Coscinosphaera Stuart's (J. B. 1867.
S. 477) für eine monothalame Foraminifere und giebt an,
in der Nordsee einen sehr ähnlichen Rhizopoden gefun-
den zu haben (Verhandlungen des naturhist. Vereins von
Rheinland u. Westphalen Bd. 26. Sitzungsber. S. 82, Archiv
für mikrosk. Anat. Bd. V. S. 474), dessen kugliges Ge-
häuse mit feinen und kurzen Kalknadeln ganz besetzt
war. Die Kapsel besass ringsum mehrere rundliche Oeff-
nungen, durch welche die verhältnissmässig dicken Pseu-
dopodien wie lange stäbchenartige Fortsätze hervorge-
streckt wurden.
ßrady's Catalogue of the recent Foraminifera of
Northumberland and Durham (Nat. bist. Transact. North,
and Durh. Vol. I. PI. XII) is't Ref. nicht zu Gesicht ge-
kommen. Es sollen darin einige neue Arten beschrieben
sein. Interessant ist die Beobachtung, dass die marinen
Formen im brakischen Wasser nicht selten mancherlei
Eigenthümlichkeiten der Schalenbildung zeigen.
Jones, Parker und Kirkby handeln in der 13.
Fortsetzung ihrer Mittheilungen über die Nomenclatur
der Foraminiferen (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. IV. p. 366
— 392) über die in dem Permischen Systeme Deutschlands
und Englands so häufig vorkommenden Trochammina pu-
silla und deren Verwandte.
Von besonderem Interesse sind die Mittheilungen,
die Carpenter und Brady der königl. Gesellschaft
in London über zwei gigantische Formen fossiler Sand-
foraminiferen machen (Proceed. roy. Soc. 1869. Apr.,
378 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Annals and Mag. nat. hist. Vol. III. p. 460—465). Die
eine dieser Formen^ die aus dem Grünsand von Cambridge
stammt und als P arheria bezeichnet, wird, bildet eine
kuglige Masse von ^4 — IV4" i»i^ Durchmesser. Sie be-
steht aus einer beträchtlichen Menge concentrisclier Kalk-
sandlager, die sehr regelmässig um einen aus fünf grad-
linig an einander gereiheten Kammern gebildeten Kern
herumgelagert und von einem labyrinthischen Systeme
zusammenhängender kleiner Kammern durchzogen sind.
Die zweite Form {Loftusia) aus Persien hat die Gestalt
einer länglicben Linse und eine noch beträchtlichere
Grösse (Durchmesser bis3V4i'esp. V/^"). Die Lagen sind
hier spiralig um die Längsachse angeordnet und durch
Zwischenräume getrennt, welche in der Längs- und Quer-
richtung von Scheidewänden durchzogen werden und da-
durch in eine zahlreiche Menge kleiner unter sich com-
municirender Kammern zerfallen.
Unter den auch sonst noch zahlreich beschriebenen
fossilen Foraminiferen erwähnen wir nur noch das der
Familie der Nodosarien zugehörende Genus Bllipsoi-
dina aus dem miocänen Thone Süditaliens, das wir durch
die Untersuchungen Segue nz a's und Brady's (Annals
and Mag. nat. hist. 1868. T. L p. 333— 343. PI. XIII) ken-
nen gelernt haben. Die ovalen Kammern dieser Art
sind der Art in einander geschachtelt, dass sie sich in
einem Pole mit ihren Schalen berühren, in dem andern
aber durch eine meist hohle Säule in Verbindung stehen,
die mit dem Innenraume keinen Zusammenhang h.it, also
nicht etwa als Mundstück zu betrachten ist. Die, Com-
munication der Kammern und deren Ausmündungen ge-
schieht durch eine bald einfache, bald auch mehrfache
Oeftnuug, die bogenförmig um die Basis der Säule her-
umgreift.
Fücke lenkt die Aufmerksamkeit der Zoologen auf
die Existenz von „schalenlosen Radiolaricn des süssen
W^assers" (Zeitschrift für wissenschaftl. Zool. Bd. XVIII.
S. 345— 358. Taf. XXV, Journ. microsc. sc. Taf. XVIL
p. 67 — 75) und beschreibt drei von ihm in den Moortei-
chen der Umgebung Bremens aufgefundene dahin ge-
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 379
hörende Formen, jedoch ohne dieselben zu benennen
und zu diagnosticiren. Sie bestehen sämmtlich aus einer
mit h'chtbrechenden Körnern und (gelben oder grünen)
Pigmentmolecülen durchsetzten Centralkugel, die von einer
dehnbaren scharfen Hülle begrenzt ist und einen mehr
oder minder breiten und blassen Protoplasmahof trägt,
aus dem zahlreiche ziemlich kurze und nadeiförmige Pseu-
dopodien nach Aussen hervorgestreckt werden. Die eine
der beobachteten Formen zeigt statt der einen Central-
kugel gewöhnlich deren 2 — 8 oder selbst 16, zu einer
Gruppe vereinigt, vielleicht das Produkt einer vorausge-
gangenen Theilung.
Allem Anscheine nach ist übrigens die eine der von
Focke beobachteten Formen mit dem von Ehrenberg
unter dem Namen Actinophrys viridis beschriebenen Thiere
identisch. Grenacher, der dasselbe wieder auffand
und davon eine genauere Darstellung lieferte (Zeitschrift
für wissenschftl. Zool. Bd. XIX. S. 289-296. Taf. XXIV),
erkennt darin eine Art des Carter'schen Gen. Acantho-
cystis. Die Rindenschicht des kugligen Körpers trägt
nicht bloss Pseudopodien mit Achsenfäden und Körn-
chenströmung, sondern auch Kieselstacheln von zweierlei
Form, 1) längere und dickere, die in zwei kurze Spitzen
auslaufen und mittelst eigner gebogner Plättchen in gros-
ser Menge dicht neben einander dem Körper aufsitzen,
2) kürzere und dünnere, die an der Spitze weit stärker
gegabelt sind. Der Körper selbst lässt im Centrum eine
ziemlich grosse, anscheinend mit wässriger Flüssigkeit
erfüllte Höhlung erkennen, die im Innern ein sehr kleines
punktförmiges Bläschen einschliesst, von dem feine Strah-
len nach allen Richtungen sternförmig austreten. In der
Peripherie der Höhlung liegen ziemlich zahlreiche kleine
Vacuolen. Noch weiter nach aussen, nur bedeckt von
einer schmalen Protoplasmazone ohne Einlagerungen,
findet sich eine gedrängte Lage von Chlorophyllkörnchen.
Trotz der Abwesenheit einer eigentlichen Centralkapsel
und der sog. gelben Zellen rechnet Verf. die betreffende
Form zu den Radiolarien, mit denen er aber auch die
Actinophryiden als Repräsentanten von geringer morpho-
380 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
logischer und histologischer Differenzirung verbinden
möchte.
Mehr noch als durch die voranstehenden Unter-
suchungen sind unsere Kenntnisse „über Radiolarien und
radiolarienartige Rhizopoden des süssen Wassers*^ durch
die Mittheilungen von Gre eff gefördert, die, soweit sie bis
jetzt vorliegen (Archiv für mikroskop. Anatomie Bd. V.
S. 464— 505. Tab. XXVI— XXVII) die Genera Clathrulina,
AcanthocjstiS; Astrodisoulus n. und Hyalolampe n.
betreffen. Die Angaben über Clathrulina elegans stimmen
im Wesentlichen mit den schon im vorigen J. ß. angezo-
genen (ebenfalls im Archiv für mikrosk. Anat. Bd. III.
ö. 311 veröffentlichten) Mittheilungen von Cicnkowsky
überein, erweitern diese aber insofern, als sie zunächst
den Nachweis liefern, dass die Gitterschale mitsammt dem
Stiele, durch den die Thiere gelegentlich zu verästelten
Büscheln unter sich vereinigt sind, aus Kieselsäure ge-
bildet ist. Die Pseudopodien zeigen die fast bei allen Acti-
nophryen vorkommende Zusammensetzung aus Rinden-
und Achsensubstanz und lassen die letztere bis in's In-
nere hinein verfolgen, ohne dass es jedoch wegen des
die Einsicht störenden Gehäuses gelingen wollte, deren
etwaige Beziehungen zu dem bläschenartigen Kerne zu
constatireu. Nachdem übrigens neuerlich durch Köl liker
und Gre na eher der Nachweis geliefert worden, dass die
Achsenfäden bei Actinophrys sol bis an das hier gleich-
falls vorhandene centrale Bläschen treten und wahrschein-
licher Weise dessen Wand durchbohren, darf man Aehn-
liches auch für Clathrulina vermuthen und jenes Bläschen
darauf hin der Binnenblase der Radiolarien parallelisiren.
Die von Grenacher beschriebene Acanthocystis viridis
hält Verf. wohl mit Actinophrys viridis Ehbg. (und A.
brevicirris Gl. Lachm.) aber nicht mit der Focke'schen
Form für identisch, da diese (Blenophora viridis Greeff),
keine Kieselnadeln mit gegabelten Endspitzen besitze,
sondern kurze und zugespitzte Stacheln trage, die we-
der kieselig seien, noch aus Sarkode beständen, auch statt
der feinen Pseudopodien amöbenartige, finger- oder lap-
penförmige Fortsätze aus den Oeftnungen der häutigen
der niederen Thiere während der J. 1 808—1869. 381
Schale hervorstrecke. Man müsse, so meint Verf., die
Focke'sche Art von den Radioiarien aiisschliessen und den
Monothalamiern zurechnen. Eine besonders difFerenzirte
Rindenschicbt glaubt Verf. bei Acanthocystis viridis (die
üibrigens von A. turfacea Carter kaum verschieden zu
sein scheint) in Abrede stellen zu müssen. Wenn Gre-
nacber eine solche angenommen hat, so rührt das da-
her, dass die in dem vielleicht etwas dichtem peripheri-
schen Protoplasma sitzenden Fussplättchen der Stacheln sich
eng und mit einer gewissen Regelmässigkeit an einander
legen. Bisweilen jedoch weichen, besonders bei jungen
Individuen, diese Plättchen aus einander, theils um grüne
Körner und andere Inhaltstheile nach Aussen zu schaffen,
theils auch um mehr oder minder lappige und fingerför-
mige Sarcodefortsätze hervortreten zu lassen, mit denen
dann oft längere Zeit amöbenartige Bewegungen ausge-
führt werden. Im Umkreis des centralen Bläschens glaubt
Verf. noch eine selbstständige Umgrenzung beobachtet
zu haben, wie er denn auch die davon ausgehenden
Strahlen deutlich bis an die Oberfläche des Thierkörpers
und selbst bis in die Pseudopodien hinein zu verfolgen im
Stande war. ^Zwischen den grünen Körnern finden sich
nicht bloss Vacuolen in wechselnder Zahl und Grösse,
sondern auch blasse Körner, die fast an Amylum erin-
nern, wie es denn auch nahe liegt, die grünen Körner
für Chlorophyllkörner zu halten. Ausser der Zweithei-
lung, die bis zur völligen Isolation der Hälften beobachtet
wurde, sah Verf. auch eine Encystirung, wobei die Ober-
fläche nach Einziehung der Pseudopodien mit einer zar-
ten und glashellen, aber starren und undurchdringlichen
Kieselhülle umgeben wurde, in und unter welcher die
Fussplättchen der Stacheln festsitzen. Die blassen Kör-
ner sind nach Aussen gedrängt und bilden um die grü-
nen eine förmliche Umhüllungsschicht, die man auf den
ersten Blick leicht für eine Gitterschale halten könnte.
Neben der A. viridis beobachtete Verf. noch sehr häufig
eine zweite Art, A. pallida n., die bloss blasse Körner
enthielt und auch eine etwas abweichende Stachelbildung
zeigte. Eine dritte Form schliesst sich (vielleicht als
Archiv für Natiirg. XXiVl. Jahrg. 2. Bd. 2
382 Leuckart: Berieht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Entwickelungsznstand ?) an A. viridis an, ist jedoch ohne
die kurzen weitgegabelten Stacheln, dafür aber mit einer
äsweiten Form von büschelförmig die langen Nadeln um-
gebenden Pseudopodien versehen. Die grüne Körner-
raasse wird von einem besonderen Saume umgeben, detn
eine äussere Sarkodeschicht aufliegt. Aehnlich bei einer
vierten Form, nur dass hier die Skelettheile vollständig
fehlen. Während es zweifelhaft ist^ ob die zwei letzten
Formen als besondere Arten zu betrachten sind, charak-
terisirt sich Ä. spmifera n. als eine solche nicht bloss
durch die feinen und einfach zugespitzten Kieselnadeln
mit Fussplättchen, sondern auch durch den Besitz eines
ziemlich grossen kernartigen Gebildes, das im Centrum
liegt und mit den äusserst feinen Pseudopodien in directer
Verbindung zu -stehen scheint. Dazu kommt, daas hier
statt der grünen Körner gelbe vorkommen, die in be-
ständig wogender Bewegung sind und gelegentlich ein-
zeln, wie das auch bei den grünen Körnern der A. viridis
der Fall ist, durch die Oberfläche hindurchbrechen. Eine
Reihe von Beobachtungen deutet darauf hin , dass diese
Körner im Freien sich weiter entwickeln. Man trifft
nicht bloss derartige Gebilde mit einem hellen Hofe, son-
dern auch solche, bei denen der Hof von zwei einander
gegenüberliegenden Punkten ein strahlenförmiges Büschel
feiner Fäden hervortreten lässt, die nichts Anderes, als
lebhaft bewegliche Pseudopodien sind. Bei weiterer sorg-
fältiger Durchmusterung fanden sich diese Körperchen
auch zu drei und vier, ja sogar gruppenweis bis 50 und
darüber zu einem kugligen Körper vereinigt, der allseitig
mit Pseudopodien besetzt war und eine auffallende Acti-
nophrys-Aehnlichkeit zur Schau trug. Mit dem Namen
Äs tro disculus bezeichnet Verf. eine eigenthümliche
von mehreren Arten (A. minutus, A. rubevy A. flavescensy
Ä. flavo-caps^daücs, A. radions nn.) repräsentirte Form, die
sich durch den Besitz einer zarten von Poren durchbro-
chenen Kieselkapsel auszeichnet, welche den Körper in
einigem Abstände umgiebt und die Pseudopodien durch
sich hindurchtreten lässt. Der Thierkörper enthielt eine
verhältnissmässig grosse kugelförmige Blase, die mitunter
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 383
gefärbt ist. Daneben finden sich bei einigen Arten noch
grössere oder kleinere Körnchen. A. radians enthält im
Innern statt einer einzigen Centralkapsel deren mehrere
und besitzt ausserdem noch Kieselstäbchen^ die vom Kör-
perumfang radial bis zur inneren Hüllenwand treten.
Bei Hy a lola mp e (H. fenestrata n.) hat die Kieselschale
ein sehr zierliches gegittertes Ansehen, als wenn sie aus
einzelnen an einander gelegten Glaskügelchen gebildet
wäre. Man könnte das Thier, wie Chathrulina, hiernach
ohne Weiteres der Radiolariengruppe der Ethmosphaeri-
den annähern. Der Sarkodekörper im Innern umschliesst
ein verhältnissmässig nur kleines kernartiges Gebilde und
enthält neben mehreren rothbraunen Körpern viele kleine
Körner.
Ein zweiter demnächst folgender Artikel unseres
Verf.'s wird im Anschluss an diese Mittheilungen den
eigentlichen Actinophryen gewidmet sein und ebenfalls
zahlreiche neue Beobachtungen bringen.
An diese Arbeit von Greeff reihen wir Arche r's
Abhandlung ^on some freshwater Rhizopoda, new or little
known^^, die in den Quarterly Journ. micr. sc. veröffent-
licht ist (1869. p. 250-271. p. 386—397. PL XVI, XXVII
und XX) und erst im Jahrgange 1870. (p. 17—34, 101 —
124) mit einer Charakteristik der beobachteten Formen und
einem vergleichenden Rückblick auf die Arbeiten Fock e's,
Grenacher's und Greeff's zum Abschluss kommt.
Die Arten, die hier beschrieben werden, zerfallen nach
Bau und systematischen Beziehungen in zwei Gruppen,
von denen die eine sich zunächst den Radiolarien an-
schliesst, die andere dagegen mehr den Difflugien verwandt
ist. Zu der erstem Gruppe gehören Clathrulina elegans
Cienk. (— Podospaera Haeckeliana Arch.), Acanthocystis
turfacea Gart. (= A. viridis Ehrbg., Greeff, vielleicht
auch Grenacher), A. Pertyana n. (=: Actinophrys brevi-
cirris Pert^?), M h a p h i d i o p hr y s (n. gen.) viridis n. sp.,
Heterophrys (n. gen.) FooJcii (= Radiol. 1. Focke)
und H. myriapoda n., P ompholy xophry s (n. gen. =
Hyalolampe Greeff) punicea n. (= H. fenestrata Greeff),
Cy stophrys (n. gen.) Haeckeliana n. und C. oculea n.,
384 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Formen, die sich säramtlich sehr eng an die vonGreeff
beschriebenen Arten anschliessen , ja theilweise damit
zusammenfallen. Iin Grossen und Ganzen zeigen denn
auch die Angaben des englischen Untersuchers ein egrosse
Uebereinslimmung mit den Mittheilungen Greeff's, aber
im Einzelnen gehen Darstellung und Deutung doch auch
mehrfach aus einander. So kann sich Archer na-
mentlich nicht mit der Ansicht befreunden, dass der
Innenkörper der betrefi'enden Arten als Centralkapsel
aufzufassen sei. Nach seiner Darstellung besteht die Kör-
permasse der Hcliozoen — wie man diese Thiere am besten
nennen könne — allerdings aus zwei scharf von einan-
der getrennten und in Aussehen, Farbe, Consistenz und Be-
weglichkeit verschiedenen Öarcodeschichten , aber beide
gehören zusammen, wie nicht bloss die Abwesenheit einer
membranösen Begrenzung im Umkreis der Innenmasse
beweise, sondern noch mehr vielleicht der Umstand,
dass es die letztere sei, welche die Nahrung in sich auf-
nehme und verdaue. Bei Heterophrys Fockii enthält die
Innenmasse auch, wie bei Actinophrys, pulsirende Räume.
Die Kieselbildungen sind, wenn vorhanden, ausschliess-
lich auf die dünne Aussenlage beschränkt, während die
Innenmasse die Pseudopodien ausschickt und nicht selten
Pigmentkörner enthält, die in vielen Fällen aus Chloro-
phyll zu bestehen scheinen. Die bei Cystophrys im In-
nern vorkommenden Zellen dürften am besten mit den
gelben Zellen der Radiolarien zu vergleichen sein. Was
Greeff bei Hyalolampe als eine aus Kiesel gebildete
Gitterschale in Anspruch nimmt, möchte Verf. nicht als
solche gelten lassen. Er sieht darin nur eine Lage heller
und weicher Kügelchen, wxlche durch die äussere Sar-
codeschicht zusammengehalten würden, und möchte dar-
auf hin auch vermuthen, dass die „Kieselschale" von
Astrodisculus nichts als eine Sarcodesubstanz darstelle.
Acanthocystis pallida Greeff ist für unseren Verf. nur
eine farblose Varietät der gewöhnlichen Ac. turfacea, wie
solche nicht selten auch bei Rhaphidiophrys vorkomme,
die sich von Acanthocystis wesentlich nur durch die ein-
fache Stachelform und die Solidität ihrer Skeletstücke
der niederen Thiere während der J. 1868—1869. 385
iiuterscheidct. (Hiernach dürfte Rhaphidiopluys Arch.
wohl mit Blenophora Greeff zusammenfallen.) Dass die
gelben Körner von Ac. spinlfera GreefF ausserhalb ihres
Trägers eine weitere Entwickelung eingehen, wird von
Archer in Zweifel gezogen, und zwar vornämlich dess-
halb, weil die von Greeff als beweisend dafür abge-
bildeten Körper zu ganz anderen Arten gehörten, indem
die einen (isolirt gefunden) mit Diplophrys Archen* Bar-
ker übereinstimmten, die andern (colonieweis vereinigt)
zu Cystophrys oculea xArch. gehörten. Das neue Gen. He-
terophrys ist ohne Kieselgebilde und von Actinophrys
eigentlich nur durch die Schichtung des Sarkodekörpers
zu unterscheiden. Cystophrys würde, wenn eine Central-
kapsel vorhanden wäre, mit Thalassolampe zusammenfal-
len, wie denn auch Rhaphidiophrys in diesem Falle dem
Gen. Sphaerozoum zugerechnet werden müsste. Bei Acan-
ihoGystis Pertyaiiay die von Ac. turfacea nicht nur durch
ihre geringere Grösse , sondern welter auch durch die
Kürze und Dicke ihrer uniformen Stacheln abweicht, be-
obachtete Verf. im Innern nicht selten (bis zu 3) runde
Ballen, die leicht für integrirende Theile des Rhizopoden
gehalten werden könnten, bei näherer Untersuchung sich
aber als die Eier eines kleinen Räderthieres auswiesen.
Die zweite Gruppe der von Archer beobachteten
Rhizopoden umfasst die Arten: Pleurophrys sphaerica Gl.
Lachm., PL (?) ampliitremoides n., PL (?) fulva n., Am-
phitr e m a (n. gen.) Winghtianum n. , Diaphoropodon
(n. gen.) mohile n., Gromia socialis n., zu deren Charak-
teristik wir, so weit sie neue Genera betreffen, auf die
nachfolgenden Diagnosen verweisen, in die Verf. auch die
Gen. Clathrulina und Astrodisculus aufgenommen hat. Wir
fügen bloss die Bemerkung hinzu, dass die Pseudopodien
der gewöhnlich in kleinen Nestern zusammenlebenden
Gromia socialis, so wie die vorderern Pseudopodien von
Diaphoropodon sich durch eine ungewöhnliche Länge und
ausserordentlichen Reichthum der Verästelung auszeichnen.
Clathrulina Cienk, An »actiuophryan« Khizopod without a
»central Capsulen and encloscd withiu a hoUow, globular, fene-
strate siliceous shell, the pseudopodia radiating all around through
386 Leu ckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
its apertures, and which is borne aloft at ths sumniit of a slender
stipes, the latter attachediby a somewhat expanded base to foreign
objects, or one to another.
Acanthocystis Cart. Rhizopod composed of two distinct
ßarcode regions, the inner dense, hyaline and with or without co-
louring granules, of a globular and somewhat rigid figure, the
outer colourless, soft and delicate (sometimes difficult to be discer-
ned), bearing a niimber of more or less elongate siliceous spicula,
discoid at the base, and arranged in close approximation vertically
upon the periphery of the inner sarcode body, which gives off,
thrbugh the outer region, and reaching beyond the radiating spi-
cule, a variable number of very slender, delicate, non-coalescing gra-
nuliferous pseudopodia.
Bhaphidiophrys Arch. Rhizopod composed of two di-
stinct sarcode regions, the inner forming one or several rounded
individualised definitely bounded hyaline sarcode masses, each con-
tainig a subperipheral Stratum of colouring granules, the outer more
or less coloured;, soft and mobile, bearing numerous elongate irre-
gularly scattered siliceous spicula, acute at both ends, and forming
a common investment to the inner globular masses , which later
give off long slender non-coalescing pseudopodia.
Heterophrys Arch. Rhizopod composed of two distinct
sarcode regions, the inner one more dense globular sarcode masses,
often bearing colouring granules, the outer forming a coraplete In-
vestment thereto, more or less coloured, not enclosing any spicula
or differentiated structures, but giving off at the circumference
marginal processes, and allowing the passage forth from the inner
sarcode mass of numerous linear, elongate, granuliferous non-coales*
cing pseudopodia.
Pompholyxoplirys Arch. (= Hyalolampe Greeff). Rhizopod
composed of two distinct sarcode regions, the inner a dense, colou-
red, globular sarcode mass, the outer colourless, bearing a number
of separate hyaline globular structures, these disposed in a more or
less thick layer around the inner globe, which latter gives off more
or less elongate slender non-coalescing pseudopodia.
Astrodisculus Greeff. Body of two distinct well-marked
regions, the outer a hyaline, »porous«, sharply bounded investment,
without any external process (which withstands the action of sul-
phuric acid), and gives passage to a number of fine linear pseudo-
podia emanating from the contained inner sarcode mass, which con-
tains a globular, smoothly bounded »central capsule« (or sometimes
several) with variously coloured Contents.
Cystophrys Arch. Rhizopod changeable in figure, sarcode
mass of but one character, and containing immersed therein more
der niederen Thiere wahrend derJ . 1868—1869. 387
or less nuraerous cell-like structures, and giving forth slender mar-
ginal pseudopodia.
Diaphoropoäon Arch. Rhizopod with a nucleus giving off
rhizopodial processed of two kinds, one from the anterior end long,
pellucid; and retractile, the other given off from the body short,
pellucid and persistent, enclosed in a test formed of foreign parti-
des loosely agglomerated.
Ämphitr e m a Arch. Rhizopod giving off two tufts of elon-
gate linear branched pellucid pseudopodia, each tuft through an
aperture at opposite ends of a test less or more covered by foreign
arenaceous particles, the apertures provided with a rim-like neck.
lieber Cystophrys Haeckeliana vgl. weiter Archer
1. c. Vol.VIII. pr296.
Die oben erwähnte Dipiophrys Archeri ist nach
Barker (ibid. p. 123) ein kleiner nackter Rhizopode von
rundlicher oder ovaler Form , der eine orangefarbene
Kugel im Innern einschliesst und an zwei einander ge-
genüberliegen Punkten je ein Pseudopodienbündel aus-
treten lässt.
Aroella glohosa n. sp, ohne fremde Einlagerungen
in der kegelförmigen Schale, Archer, ibid. p. 69.
Ebendaselbst erwähnt A r eher einer Actinophrys
mit scharf umschriebener grosser Centralkugel, die mit-
telst der Pseudopodien gewöhnlich mit mehreren andern
(4 — 6) in eine gemeinschaftliche Masse vereinigt ist.
Grenacher handelt „üh^v Actinophrys sol" (Ver-
handl. der physikal.-med. Gesellsch. zu Würzburg 1869. 1.
ö. 166—178. Tab. III) und beobachtet im Innern der-
selben — nicht bei A. Eichhorni = A. sol KölL — ein
vollkommen kugliges blasses Bläschen, auf dessen Ober-
fläche die Achsenfäden der Pseudopodien endigen. Verf.
betrachtet dieses Bläschen als Analogen der Centralkap-
sel und rechnet Actinophrys sol darauf hin, trotz der
Anwesenheit einer contractilen Vacuole, zu den Radiola-
rien. In verschmolzenen Individuen finden sich mehrere
Centralkapseln.
W al lieh's „observations on the Thalassicollidae"
(Annais and Mag. nat. bist. Vol. III. p. 97— 102) enthal-
ten nichts Neues von Bedeutung.
Ebenso wenig die Mittheilungen von Macdonald
388 Leuckart: Bericht, üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
in dem Quarterly Journ. microsc. sc. T. IX. p. 147—149.
PL I mit Abbildungen von Collozoum, Coliosphaera und
Thalassicolla.
H ä c k e 1 erwähnt (Jenaisclie Zeitschrift Bd. IV.
S. 99 Anra.) einer bei Algesiras gefundenen Siphono-
sphaera mit verästelten Kieselröhren auf der Oberfläche
der Gitterschale {S. cladophora n.) und einer ähnlichen
Form der canarischen Inseln, die später mit den übrigen
daselbst beobachteten Radiolarien an einem andern Orto
ausführlich beschrieben v\^erden soll.
3. Gregarinae.
Ed. van Beneden fand in dem Darmkanale des
Hummers eine 16 Millimeter lange schlanke Gregarine
(Gr. gigo.niea n.)'mit einfach abgerundetem Vorderende.
Unterhalb der Cuticula Hess sich eine längsgestreifte Pa-
renchymschicht unterscheiden, die einer Muskellage ver-
glichen wird und bekanntlich auch bei andern grösseren
Gregarinen vorkommt. Die Einkapselung geschieht ohne
vorhergegangene Copulation, Bullet. Acad. Belg. 1839.
T. 28. p. 444—456. Cum tab. (übersetzt Quarterly Journ.
microsc. sc. 1870. p. 52).
Ebenso sah M'Intosh in dem Darmkanale von Te-
trasterama varicolor gregarienartige Parasiten von einfach
zelliger Beschaffenheit. Transact. roy. soc. Edinb. T. XXV.
P. 2. p. 353. Die daselbst p. 383 erwähnten Gregarinen
von Borlasia stimmen mit den schon früher mehrfach
beobachteten Formen überein.
Nach Keferstein enthalten auch die Seeplanaricn
in ihren Magentaschen viele Arten von Gregarinen. Bei-
träge zur Anat. u. Entwickelungsgesch. einiger Seepla-
narien S. 22.
R a t z c l's Angaben über Psorospermien im Affen-
muskel^ (Archiv für Naturgesch. 1868.1. S. 154, 155) ent-
halten, von dem Vorkoujmen der parasitischen Einlage-
rungen nicht „zwischen" der Muskelfasern, sondern im In-
nern derselben abgesehen, kaum etwa Neues. Der Affe, ein
Inusu, war mehrere Wochen lang bettlägerig gewesen,
der niederen Thiere während des J. 1868—1869. 389
doch ist es zweifelhaft, ob die Krankheit durch die Pso-
rospermien, die zwischen 2 n. 3 Mm. maassen, bedingt war.
Nach Roloff sollen die Psorospermien übrigens
weder thierische noch pflanzliche Parasiten sein, sondern
von farblosen Blutkörperchen herrühren, die im Zusam-
menhang mit gewissen leukhämischen Zuständen massen-
haft ans den Blutgefässen der Schafe u. a. Thiere aus-
wanderten, sich haufenweise zusammenballten und schliess-
lich mit einer Hülle umgäben. Henle's Ber. über die
Fortschritte der Anat. 1868. Heft 1.
üeber die Häufigkeit und Verbreitung dieser Bildun-
gen unter den Rindern vergl. Cobbold, Entozoa p. 44.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Säugethiere während des Jahres 1869.
Von
Troschel.
An Introduction to the Classification of Animals.
By Th. H. Huxley. London 1869. — Dieses kleine
Buch von 147 Seiten ist ein Wiederabdruck des ersten
Theils seiner Lectures on the Elements of Comparative
Anatomy vom Jahre 1864, um als Leitfaden bei Vorle-
sungen benutzt werden zu können.
H. etA. Mi Ine Edwards, Recherches pour servir
a l'histoire naturelle des Mammiferes. Paris 1868. 4.
O p e J , Lehrbuch der forstlichen Zoologie. Für
Forstwirthe, Grundbesitzer u. Jagdberechtigte. Wien 1869.
Von Figuier's „Tableau de la nature, ouvrage
illuströ h l'usage de la jeunesse. La vie et les moeurs
des animaux" erschien der Band, welcher die Säugethiere
enthält, Paris 1869. Das Buch ist schon ausgestattet, mit
zahlreichen (276) Holzschnitten geziert, und bei seiner po-
pulären Darstellung durch eingestreute Schilderungen der
Lebensweise und der Jagd als anziehende Leetüre zu
empfehlen.
Verrill hat die Gesetze der zoologischen Nomen-
clatur, wie sie von der Britischen Association 1842 auf-
gestellt worden sind, mit einigen Bemerkungen versehen.
Silliman amer. Journ. 48. p. 92.
Ed. V. Martcns hat Zool. Garten p. 50, 73, 145,
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte ct. 891
175, 309 und 362 Erörterungen über Thiernamen und de-
ren Ursprung angestellt, worauf wir hier im Allgemeinen
verweisen.
Flow er: Remarks on tbe liomologies and notation
of the teeth of the Mamraalia. Read at thc Meeting of
the British Association ct. Norwich 1868. — Journal of
anatomy and physiol. III. 1869. p. 262-278.
Moreley und Lankast er : „On the Nomenclature
of Mammalian teeth and on the dentition of the Mole
(Talpe europaea) and the badger (Meles taxus), Journ.
of anatomy and physiol. III. 1869. p. 72—80^ verwerfen
die bisherige Bezeichnung der Zahnarten , als Vorder-
zähne, Eckzähne und Backenzähne, und meinen die Zähne
des Unterkiefers Iseien denen des Oberkiefers nicht ver-
gleichbar. Sic wollen drei Zahngruppen unterscheiden :
1) die Prämaxillargruppe, 2) die Maxillargruppe und 3)
die Mandibulargruppe. Letztere kann nicht scharf getheilt
werden, wie die beiden oberen, aber wird, ohne eine
Homologie anzuerkennen, in seitliche und mittlere Zähne
geschieden. Bei den allermeisten Diphyodonten lassen
sich die Maxillarzähne der oberen Reihe und die seitlichen
Zähne der unteren Reihe an einem gewissen Punkte in eine
vordere und hintere Reihe theilen, wovon die vordere den
sogenannten Eckzahn und die einem Zahnwechsel unter-
worfenen Backenzähne enthält, die hintere die eigentli-
chen Backenzähne, die zuweilen ganz fehlen können. Die
Ausdrücke Molarzähne finden die Verff. unpassend und
möchten für Molarzähne und Prämolarzähne „hintere und
vordere Zähne der Maxillargruppe oder der seitlichen
Mandibularreihe einführen. Die Formel für den Maulwurf
geben die Verff. so: Praemax. 4; Max. ant. 4, post. 3;
Mandib. med. 4, ant. lat. 4, post. lat. 3. Dabei wird nach
dem Vorgange von Spence Bäte der sogenannte Eck-
zahn als Prämaxillarzahn anerkannt.
Harting hat erneute Untersuchungen über die
Grösse der Flügel und das Gewicht der Brustmuskeln
bei den fliegenden Wirbelthieren angestellt. Archives
N^erlandaises IV. 1869. Von Fledermäusen hat Verf.
drei Arten frisch untersucht, Vesper tilio murinus, Ves-
392
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
pertillo pipistrellus und Plecotus anritus; andere nach
Weingeistexemplaren. Er bezeichnet das Gewicht des
Körpers mit p, die Oberfläche der Flügel mit a, die Länge
der Flügel mit 1. Da 1 in einfachem Verhältnisse mit
der Grösse des Thicres, a im quadratischen, p im cubi-
schen Verhältniss zur Grösse des Thieres wächst, so sind
die* zu vergleichenden Grössen 1, /a, /p. Daraus erhält
er Coefficienten ^ = n, ^- = r, == m, wofür die
v^P v^P ^''^
Zahlen berechnet sind. Die Werthe dieser Coefficienten
sind verschieden, aber in massigen Grenzen ; n liegt bei
13 Arten zwischen 2,35 und 3,35 ; r zwischen 4,05 und
6,19; m zwischen 1,49 und 2,15. Demnach wurde ein
Flügelpaar von 2V2 Meter Länge und IV2 Quadratmeter
Oberfläche genügen eine Fledermaus von dem Gewichte
eines Menschen in die Lüfte zu erheben. — Das Gewicht
der Brustmuskeln verhält sich zum Körpergewicht bei
Pteropus cdulis wie 1 : 11,7, bei Plecotus auritus wie
1 : 13,8, bei Vespertilio pipistrellus wie 1 : 15,5. Das Ge-
wicht der Brustmuskeln ist also 4- bis 5mal grösser als
bei anderen Säugethieren, aber nur V2 bis V3 als bei den
Vögeln.
Auch Kraru p - Hau sen hat in einer kleinen
Schrift „Beiträge zu einer Theorie des Fluges der Vögel,
der Insekten und Fledermäuse."" Copenhagen 1869. p. 26
eine Notiz über den Flug der Fledermäuse gegeben.
Wenn die Fledermaus in wagerechter Richtung fliegt,
schwingen der 4. und 5. Finger auf und ab und halten
die Flughaut, dass sie nicht gekräuselt werde. Wenn sie
fliegen will, zieht sie die Arme stark vorwärts, dass die
Unterarme fast gleichlaufend mit der Längsrichtung des
Körpers werden. Indem zugleich die Füsse die Flughaut
festhalten, wird so die Form der Flügel und die Stellung
derselben s;egQn den Leib gezwungen, und der Flug ein-
förmig. Die Fledermaus braucht in Vergleich mit der
Taube nur die halbe Geschwindigkeit, es werden wohl
sechs Abwärtsschläge in der Secunde erforderlich sein.
Ma c a 1 i st c r : On the arrangement of the pronator
der Säugethiere während des Jahres 1869. 393
muscles in tlie limbs of Vertebrate animals. Journal of
Anatomy and Physiology 111. 18G9. p. 335—340.
In einer Synopsis suturanim et cpiphysium bezeich-
net Kinberg' 492 Nummern, und kündigt am Scliluss
die speciellen Beschreibungen der Nähte und Epiphysen
der verschiedenen Säugethiere als balcl vollendet an. Öfver-
sigt kongl. vetensk. Akad.Fürhandlingar 1869. p. 157 — 186.
Arens hat in einer Inaugural - Dissertation, Bonn
1869 den Versuch gemacht, das Oberarmbein der Säuge-
thiere zu einer Prüfung der Classification der Säugethiere
zu verwenden. Am meisten spricht der Humerus gegen
die Natürlichkeit der Ordnung der Edentaten, selbst nach
Ausscheidung der Monotremen. Er weist auf eine nä-
here Verwandtschaft der Faulthierc mit den Aifen hin,
den Gürtelthieren, Manis und den Ameisenfressern giebt
er noch am ersten ihre Stelle in der Nähe der Insecti-
vora. Selbstredend ist die Gestalt des Oberarms ein Aus-
druck der Lebensweise, er wird verschieden, je nachdem
das Thier klettert, fliegt, gräbt, schwimmt u. s. w. und
mag daher auch wohl einen Werth für die Classification
haben.
In Thomson's Aufsatz über die Verschiedenheit in
der Ossificationsw^eise des ersten und der übrigen Meta-
carpal- und Metatarsalknochen, Journ. of Anatomy und
Physiology 111. 1869. p. 131—146 sind auch einige Beob-
achtungen über Säugethiere beigefügt.
Nuhn hielt einen Vortrag über die Maganformen
der Wirbelthiere. Verhandl. des naturh. medic. Vereins
zu Heidelberg V, p. 65.
Eine Notiz über Darmsteine und deren Entstehung
von Eras findet sich im zweiten Bericht der uaturw. Ge-
sellschaft in Chemnitz 1808. p. 15.
Hanf beobachtete mehrere Fälle von Albinismus bei
Säugethieren. Vollständig weiss Mus rattus und Talpa
europaea ; Lepus timidus weiss mit gelblichbrauner Stirn,
Hälfte der Aussenseite der Löffeln und Springer; Mus
sylvaticus oben braungelb, unten rein weiss; Sciurus vul-
garis lichtgelb am Oberleib; Lepus timidus weiss-grau,
wie Verf. vermuthet in Folge des Alters ; Mus domestica
394 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mit viereckigem weissen Flecke zwischen den Schultern;
Sciurus vulgaris mit weissen Zehen und zur Hälfte weis-
sem Schwänze. Verhandl. der zool.-bot. Ges. in Wien 18.
p. 967.
Die Notabilitäten der Thierwelt, dargestellt in sechs
Bilderkränzen von W. Ahlers. Berlin 1869.
Verf. giebt eine Derstellung- berühmter Thiere, die in Poesie,
Malerei und Sculptur, so wie durch den Mund des Volks, ja theil-
weise selbst in der Geschichte gepriesen und verherrlicht sind, und
sucht sie in ihrer Bedeutsamkeit näher zur Anschauung zu bringen.
Wenn gleich diese Schilderungen nicht eigentlich die wissenschaft-
liche Zoologie fördern, so gewährt eine solche Zusammenstellung
immerhin ein solches Interesse, dass wir wenigstens im Allgemeinen
unsere Leser auf dieses Buch hinweisen wollen. Jeder der sechs
Kränze umfasst 25 Bilder, die ohne zoologische Anordnung durch-
einander geworfen sind. So enthält der erste Kranz: Barry, der
Hund des St. Bernhard, die Katze des Mohammed, Bucephalus das
Roas Alexanders, der Löwe des Androclus, der Esel von Abdera,
die Eselin des Bileam, die Kraniche des Ibycus, die Hunde des La-
zarus, die Hunde und Isabel, die Löwen und David, die Bären und
Elisa u. s. w. — Von Amphibien kommen vor: die Schlangen und
Cassandra, die Schlange und Roscius, die Schlangen und Laokoon»
die Schlange des Paradieses, die Schildkröte des Aeschylus, die Schlange
und Cleopatra, der Frosch und Galvani, — ferner von Fischen : der
Fisch und Polykrates, der Fisch und Petrus, der Häring und Wilhelm
Beukelzoon, der Hecht und der Heiland, die Muräne des Crassus.
Wohnungen, Leben und Eigenthümlichkeiten in der
höheren Thierwelt. Geschildert von Adolf und Karl
Müller. Leipzig 1869. Unter diesem Titel erschien ein
populäres Buch, welches p. 17 bis 214 die Lebens- und
Wohnweise zahlreicher Säugethiere in anmuthiger Schil-
derung vorführt, und manche Züge beibringt, die neben
unterhaltender Leetüre auch dem Zoologen wissenswerth
sind. Die Säugethiere werden nach drei Rubriken abge-
handelt : 1) Leben unter dem Schnee, der Erde oder
in Felsen- und Baumhöhlen , 2) Leben über der Erde,
auf Bäumen und Sträuchern, 3) Leben im Wasser.
In einem populären Vortrage über Massenerschei-
nungen, namentlich im Thierreich (Schriften des Vereins
zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse Bd. 9.
Wien 1869) führt v. Frauenfeld von Säugethieren na-
der Säugethiere während des Jahres 1869. 395
mentlich den Bison in Nordamerika, den Prongbok am
Cap, den Lemming der Kiölen^ Hypudaeus arvalis, den
Siebenschläfer und die Fledermäuse an, die sich zuweilen
in erstaunlichen Mengen bei einander zeigen. Eine Erklä-
rung weiss auch unser Verf. nicht zu geben.
Im ersten Baude des zoologischen Theils der Reise
der österreichischen Fregatte Novara, welcher J869 er-
schien, sind die Säugethiere von Zelebor bearbeitet.
Bereits im Jahre 1861 hat Fitzinger eine Ueberaicht
der Ausbeute der österreichischen Naturforscher an Säu-
gethieren ct. veröffentlicht, und diese Arbeit ist überall
citirt. Bei den einzelnen Arten sind nur Notizen gege-
ben; nur die wenigen neuen Arten (Pteropus nicabaricus
Fitz., Cladobates nicobaricus Fitz., Mus palmarum) sind
beschrieben. Cladobates nicobaricus ist auf Tafel 1 u. 2
im Balg, im Skelet und einigen Details abgebildet; Taf. 3
zeigt Mus palmarum.
Die Praxis der Naturgeschichte. Ein vollständiges
Lehrbuch über das Sammeln lebender und todter Natur-
körper, deren Beobachtung, Erhaltung und Pflege im
freien und gefangenen Zustand, Konservation, Prapara-
tion und Aufstellung in k^ammlungen. Nach den neue-
sten Erfahrungen bearbeitet von P. L. Martin. Von
diesem Werke erschien der erste Theil : Taxidermin oder
die Lehre vom Konserviren, Präpariren und Naturalien-
sammeln auf Reisen, Ausstopfen und Aufstellen der Thiere,
Naturalienhandel ct. Dritte Auflage von C. L. ßrehm,
„die Kunst, Vögel als Bälge zu bereiten ct.^^ in gänzli-
cher Umarbeitung. Weimar 1869. Mit 5 lithographirten
Tafeln.
Nach dem 7. und 8. Jahresbericht des naturhist. Ver-
eines in Passau p. 33 besitzt die Sammlung des Vereines
an Wirbelthieren 47 Säugethiere, 214 europäische Vögel,
73 aussereuropäische Vögel, 50 Amphibien, 22 Fische.
Von faunistischen Arbeiten sind die folgenden zu
erwähnen :
Europa. Steenstrup schrieb über die ursprüngli-
che Isländische Landsäugethierfauna, besonders mit Rück-
sicht auf Murr ay's Darstellung in seiner „Geographischen
396 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Verbreitung der Säugethiere^.Vidensk. Meddelelser naturh.
Forening i Kjöbenhavn 1867. p. 51 ; übersetzt in Annais nat.
bist. IV. p. 445. Es handelt sich vornänilich- um Mus islan-
dicus Thienemann. das einzige Landsäugethier, welches
mit grosser Wahrscheinlichkeit als ursprünglich Island an-
gehörig betrachtet werden kann; die übrigen sind Haus-
thiere oder als wilde Thiere durch den Menschen einge-
führt, Hasen und Rennthiere; Ratten und Hausmäuse sind
unabsichtlich eingeführt, Eisbären und Polarfüchse be-
suchen die Insel über das Eis als Gäste. Verf. weist
nun nach, dass diese Maus keinesweges, wie Murray
meinte, ein Lemming sein könne, auch kein Ärvicola, son-
dern dass sie der Gattung Mus angehören müsse. Damit
fällt auch die Folgerung, dass Island sich durch seine
Fauna an Grönland und Nordamerika anschliesse, viel-
mehr schliesse es sich sowohl durch die Land- und 8üss-
wasser-MoUuäken als durch die Landflora an Skandina-
vien und Lapland an.
Rasch erstattete einen Bericht über die Raubthier-
statistik in Norwegen, während der fünf Jahre 1861—1865,
der insofern interessant ist, als er einen Blick in die
Häufigkeit der Rauthiere in diesem Lande gestattet. Es
wurden in diesem Zeitraum Prämien ausgezahlt für 987
erlegte Bären, 581 Wölfe, 544 Gauper, 241 Vielfrasse.
Forhandlinger i "Vidensk. Selskabet i Christiania, Aar
1868. p. 1.
Linde mann hat eine Geschichte der arktischen
Fischerei der Deutschen Seestädte 1620 — 1868 in Peter-
mann's Mittheilungen, Ergänzungsheft No. 26 veröffent-
licht. Petermann bemerkt dazu in der Vorrede : Lin-
de mann hat mit grossem Fleiss zahllose publicirte und
unpublicirte Dokumente studirt, ganze Archive in unse-
ren Seestädten durchsucht, mit heutigen Walfischfahrern
correspondirt und verkehrt, und alles aufgeboten, um eine
werthvolle Arbeit wie die vorliegende zu liefern, die in
Bezug auf den deutschen Antheil an diesen Unterneh-
mungen zum ersten Male eine ausführliche und genaue
Darstellung giebt und auch von dem Theile berichtet, den
andere Nationen daran haben. Wir bringen diese in-
der Säugethiere während des Jahres 1869. 397
teressante Arbeit in den Bericht über die Säugethiere,
weil sie besonders von der Fisclierei der Walfische,
Walrosse und Robben handelt. Auch zur eigentlichen
Naturgeschichte der Wale gehören einige Abschnitte, so
p. 93 über das Blasen der Wale, das Verf. vielfach selbst
beobachtet hat. Er sagt, es sei nur Luft, welche aber
durch den von dem gewaltig ausströmenden Athem mit
fortgerissenen feinen Wasserstaub sichtbar gemacht wird,
über die Walarten u. dgl., p. 67 Gegenstände des jetzigen
Fischfanges in den arktischen Meeren Europa's : der grön-
ländische Walfisch und andere Walarten, der Eisbär, das
Walross und der Seehund. Lebendige Schilderungen ma-
chen das Buch zu einer angenehmen Leetüre.
Job. V. Fischer lieferte eine üebersicht der im
St. Petersburger Gouvernement und zwar der in dem
südlichen Theile desselben vorkommenden Säugethiere.
Zool. Garten p. 336. Folgende Arten werden verzeich-
net: Vesperugo noctula, pipistrellus, volgensis, serotinus,
murinus und Plecotus auritus, — Erinaceus europaeus,
Sorex vulgaris, fodiens, (pygmaeus fraglich), Talpa euro-
paea, — ürsus arctos, Meles taxus, Mustela erminea, vulga-
ris, putorius, foina, martes, Lutra vulgaris, Canis lupus,
vulpes, Felis lynx, (catus fraglich,) — Sciurus vulgaris,
Hypudaeus amphibius , arvalis , Mus decumanus, (rattus
fraglich,) musculus, sylvaticus, agrarius, cellarius, minutus,
Lepus timidus, variabilis, — Cervus alces, capreolus, —
Phoca vitulina und annellata. Zusammen 36 Arten, aus-
ser den drei fraglichen, von denen Verf. nicht ganz gewiss
ist, ob sie dort vorkommen.
Spence Bäte berichtete im Report of the British
association for the advancement of science held at Exeter
1869. p. 84 im Namen einer Commission, dass an der
Südküste von Devon und Cornwall in den letzten Jah-
ren folgende Cetaceen gefangen: Delphinus delphis und
tursio, Phocaena communis, orca und melas, Physeter
macrocephalus, Balanoptera boops und Beluga albicans.
De la Fontaine hat Societe des sciences natu-
relles du Grand-Duche de Luxembourg X. p. 140 — 253
den ersten Theil einer „Faune du pays de Luxembourg,
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. Aa
398 Tros chel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgf^chichte
indication niethodlque des aiiimaux vertebres observes
dans le pays de Liixembourg^^ geliefert, enthaltend die
Klasse der Säugetbiere. Im Ganzen werden 66 Arten
aufgefübrt, wobei jedocb zu bemerken^ dass Homo sapiens
sowohl wie die bekannten Hausthiere Hund, Katze, Ka-
nineben, Scbwein dabei raitzäblen, und zwar die letzte-
ren neben den wilden Arten, von denen sie offenbar ab-
stammen. Auch aus anderen Erdgegeiiden eingeführte
Hausthiere wie Cavia cobaya zählen mit, selbstredend
auch Pferd, Esel, Rind, Ziege, Schaf. Hystrix cristata
ist mit herangezogen, weil einmal 1846 ein Schäferhund
ein Stachelschwein in einem Walde aufgetrieben hat, und
1847 ein Haufe Stacheln dieses Thieres gefunden wor-
den sind. Verf. glaubt jedoch selbst, dass dieses Vor-
kommen nur ein zufälliges gewesen sei, etwa eines aus
der Gefangenschaft entlaufenen Thiers. Die Arten ver-
theilen sich folgendermassen auf die Gattungen ; 1 Homo,
2 Rhinolophus, 8 Vespertilio, 2 Piecotus, 1 Erinaceus, 6
Sorex, 1 Talpa, 1 Taxus, 1 Lutra, 2 Mustela, 4 Putorius,
3 Canis, 2 Felis, 1 Sciurus, 3 Myoxus, 6 Mus, 7 Arvicola,
1 Hystrix, 3 Lepus, 1 Cavia, 2 Equus, 2 Sus, 3 Cervus,
1 ßos, 1 Capra, 1 Ovis.
Reibisch legte ein Verzeichniss der Säugetbiere
Sachsens vor. Es enthält 13 Chiroptera, 7 Insectivora,
10 Carnivora, 19 Glires, 5 Ruminantia, 2 Solidungula und
1 Vielhufer. Sitzungsber. d. Gesellsch. Isis in Dresden
1864. p. 86.
Jaeckel lieferte Materialien zur baierischen Fauna,
als einen Beitrag zur Geschichte der geographischen Ver-
breitung der Säugetbiere. Er spricht vom Bären, Wolf
Luchs, Wildkatze, Wildsau, Biber. Alle diese Thiere
sind in Baiern höchst selten geworden; Verf. berichtet
über ihr neustes Vorkommen. Correspondenzblatt des
zool. -miner, Vereines in Regensburg. 22. p. 33.
Nach dem fortgesetzten Kalender der Fauna von
Oesterreich (vergl. den Bericht üb. d. Jahr 1867. p. 8)
von F ritsch, Wiener Sitzungsber. 58. p. 593, ist der
mittlere Tag des Erwachens aus dem Winterschlafe von
Vespertilio noctiluca der 26. März, der mitliere Tag der
I
der Säugethiore während des Jahres 18G9. 390
Erscheinung einer neuen Generation von Lepns timidus
der IL März.
Fatio hat begonnen eine „Faune des Vertebr^s de
la Suisse*^ herauszugeben. Der erste Band derselben
Gcneve et Bäle 1869, enthält die Säugethiere. In der
Einleitung schildert Verf. die günstigen und ungüstigen
Eigenthümlichkeiten der Schweiz in ihrem Einfluss auf
das Leben der Säugethiere. Von den 56 Arten, welche
Schinz als in der Schweiz lebend verzeichnete, musste
Verfasser 13 streichen, nämlich 7 als ausschliessliche
Hausthiere, Kaninchen und Damhirsch, die nur in der
Gefangenschaft leben, die Schermaus, weil sie eine Va-
rietät von Hypudaeus amphibius ist, Mus agrarius und
den Hirsch, weil sie in der Schweiz erloschen sind. Da-
gegen sind mehrere Arten entdeckt worden, so dass sich
nun die Zahl auf 58 stellt, oder sogar auf 61, wenn man
das Kaninchen, welches jetzt bei Basel frei lebt, und So-
rex pygmaeus und Mus minutus, welche in einigen Can-
tonen vorkommen sollen, hinzufügt. In dieser Vermeh-
rung der Arten sind begriffen 9 Fledermäuse, 2 Insecti-
voren und 4 Nagethiere. — Im Texte des Buches ist
jede Ordnung, welche in der Schweiz Repräsentanten auf-
zuweisen hat im Allgemeinen nach Charakteren, Bau und
Lebensweise geschildert, die Gattungen sind charakterl-
sirt, die Arten ausführlich beschrieben. Abgebildet sind
auf den 8 beigegebenen Tafeln: Miniopterus Schreibersii,
Vespertilio mystacinus Var., Sorex vulgaris , Leucodon
äraneus und microurus, Mus poschiavinus, so wie Details
von Fledermäusen, Insektenfressern, Nagern und Carni-
voren. Das Buch verdient alle Beachtung.
Als Schluss einer Faijna der Wirbelthiere des Di-
stricts von Orbe im Canton Waadt zählen Du Plessis
und Combe die Säugethiere auf. Bull, de la Soc. Vau-
doise des sc. nat. X. p. 249. Das Verzeichniss bringt 34
Arten, nämlich 3 Vespertilio, 1 Plecotus, 1 Rhinolophus,
1 Erinaceus, 1 Talpa, 3 Sorex, 1 Ursus, 1 Meles, 5 Mu-
stela, 1 Lutra, 2 Canis, 1 Felis, 3 Myoxus, 4 Mus, 2 Hy-
pudaeus, 1 Sciurus, 1 Lepus, 1 Sus, 1 Cervus. Einige
von diesen werden als bereits sehr selten geworden be-
400 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
zeichnet, so der Bär, der Wolf^ Mus rattus, das Wild-
schwein. Als vorkommend werden auch noch hinzuge-
fügt der Luchs, Lepus variabilis, das Murrhelthier und
die Gemse, und als wahrscheinlich Sorex alpinus und
Hypudaeus nivalis, wodurch sich die Zahl der Arten auf
40 erheben würde.
Nach der Aufzählung der Wirbelthiere Vorarlbergs,
einschliesslich des Rheinthaies und des Bodensee's, wie
sie Brüh in in Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in Wien 18.
p. 223 giebt, stellt sich der Reichthum an Säugethieren
ganz anders, als es nach des Verf. Angaben im zoolog.
Garten (vergl. vorj. Ber. p. 5) schien. Dieses Gebiet ent-
hält nämlich mit Ausschluss der eigentlichen Hausthiere
und der seit 1800 im Gebiete nicht mehr beobachteten
Arten; 7 Fledermäuse, 9 Insektenfresser, 10 Raubthiere,
14 Nagethiere und 3 Wiederkäuer, zusammen 43 Arten.
Hamster und Biber fehlen gänzlich; das kleine Wiesel ist
noch nicht gefunden ; Kaninchen und Meerschweinchen
kommen gezähmt vor; das Rennthier ist seit 1866 im be-
nachbarten Ober-Engadln acclimatisirt ; der Steinbock ist
gänzlich ausgerottet; Gemsen kommen noch ziemlich
häufig auf den Alpen Vorarlbergs vor. — In einem Nach-
trage ib. p. 877 einige Bemerkungen.
Senoner zeichnete Zool. Garten p. 231 die Säuge-
thierc der Venetianischen Provinzen auf. Er nennt 8 Flat-
terthiere, 5 Insektenfresser, 10 Raubthiere, 14 Nagethiere,
wozu noch 7 Hausthiere kommen.
Afrika. In Baron Carl Claus von der Decke n'a
Reisen in Ost-Afrika Bd. III. Abth. 1, welcher die wis-
senschaftlichen Ergebnisse enthält, und 1869 in Leipzig
und Heidelberg erschien, h^t Peters p. 3 — 10 die ge-
sammelten Säugethiere bearbeitet mit Beigabe der Abbil-
dungen von Propithecus diadema Benn., Rhinolophus De-
ckeni Pet., Miniopterus scotlnus Sundev. und Crocidura
albicauda Pet. In einem Anhange sind p. 137 die Säuge-
thiere des mittlem Ost-Afrika verzeichnet (Gebiet von San-
sibar und Mosambik nebst Binnenland). Letzteres enthält
8 Simiae, 3 Prosimii, 25 Chiroptcra, 10 Insectivora, 21
Fcrae, 25 Glires, 2 Edentata, 34 üngulata (1 Elephas,
der Säugethiere während des Jahres 1869. 401
4 Perissodactyla, 2 Ilyraces, 3 Artlodactyla, 24 Rimilnan-
tia), 1 Halicore und 1 PLyseter, zusammen 130 Arten.
Reise nach Abyssinien, den Gala-Ländern, Ost-Sudan
und Chartum von v. Heuglin, Jena 1868. In diesem
Buche finden sich p. 232 Andeutungen über die Fauna
von Abyssinien.
Aus der Ordnung der Vierhänder kommen vor Colobus Que-
reza, Cercopithecus sabaeus, Theropithecus gelada, Cynocephalus Ha-
madryas nebst einigen anderen Arten, Otolicnus galago; von Fleder-
mäusen Pteropus schoensis; von Insektenfressern Erinaceus brachy-
dactylus; von Raubthieren Ratelus capensis, Rhabdogale mustelina,
Viverra habessinica, Herpestes ichneumon, leucurus, jodoprymnus,
mutgigella, zebra, gracilis; zwei Fischottern, die Civetkatze, Schakal,
Canis semiensis, Lycaon pictus, Hyaena striata, crocuta, fusca, Cy-
naelurus guttatus, der Löwe, Leopard, Felis lynx, caracal, caligata,
maniculata,' serval; von Eichhörnchen, Xerus rutilus, leucumbrinus
und Sciurus multicolor; von Myoxinen Graphiurus murinus; zahl-
reiche Mäuse, Stachelschwein Lepus aethiopicus; von Edentaten
Orycteropus aethiopicus und eine zweite xVrt; das Vorkommen von
Manis Temminckii in Abyssinien ist zweifelhaft ; Wildesel und Zebra
schweifen in Rudeln durch die Ebenen, die Giraffe lebt in der wal-
digen Oabah und in den Steppen des Tieflandes; ungemein reich
vertreten ist die Familie der Antilopen; von Wildschweinen Phaco-
choerus Aeliani und Nyctochoerus Hasama; Nilpferd häufig im Tana-
See, Hyrax habessinicus und Damau auf Mauern, Felsen und Bäu-
men, mehrere Arten Nashörner, endlich der Elephant.
In einem Appendix von M. Th. v. Heug 1 in's Reise
in das Gebiet des Weissen Nil p. 293 sind, unter der
Ueberschrift Skizzen aus dem Thierleben, die Säugethiere
jener Gegenden geschildert.
Der afrikanische Elephant kommt in Trupps bis 500 Stück
vor, vom Nashorn zwei Arten Rinoceros africanus und simus, das
Nilpferd Hippopotamus amphibius, drei wilde Schweine Phacochoe-
rus africanus, Sus senarensis Sus Hasama, zwei wilde Büffel Bos
caffer und Bos brachyceros. Eine Hauptrolle spielen bekanntlich die
Antilopen, deren 43 Arten aufgezählt werden; Zebras sollen in den
Wäldern am Kir vorkommen ; die Giraffe lebt in Familien von 3 — 6
Stück, nie mehr als 15 beisammen. Von Raubthieren, die das Ge-
biet des weissen Flusses stark bevölkern sind erwähnt, Löwe, Leo-
pard und die gefleckte Hyäne, Schakal, Ichneumon, Rhabdogale mu-
stelina, Geppard, schwarzohriger Luchs, Genet- und Kafferkatze,
Serval, Ratel, Hyänenhund in Rudeln bis 50 Stück, Fischotter und
einige Spitzmäuse; kein Igel. Von Nagethieren Aulacodus semipal-
402 Troschel: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgeschichte
matns, Stachelschwein, Gcorhynchiis ochraceocinereus, Mus zebra, Go-
lunda pulchella, einige Meriones und zwei Xerus-Arten. Von Eden-
taten werden nur zwei Arten erwähnt, Orytteropus aethioj)icus und
ein Schuppenthier Phatages Temminckii. Die Anzahl der Fleder-
mäuse ist gering: Megaderma frons, Pteropus stramineus und Dy-
sopes hepaticus werden namhaft gemacht. Die Ordnung der Affen
ist schwach vertreten, sowohl nach Individuen- wie Artenzahl, Cy-
nocephalus ursinus, Colobus quereza, Colobus diaderaatus, zwei Meer-
katzen, ein Gorilla ähnlicher Riesenaffe und zwei Otolicnus.
Peters berichtete über die Säugethiere der Samm-
lung, welche Schimper aus Abyssinien eingesandt hat.
Sie enthält 14 Arten. Sitzungsber. d. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin 1869. p. 7.
Einige kurze Notizen über die Fauna von Abyssinien
finden sich in dem Bericht von Jesse über die Expedi-
tion. Proc. zool. soc. p. 111.
Recherches siir la Faune de Madagascar et de ses
dependances d'apr^s les decouvertes de Pollen et van
Dam. 2. Partie. Leyde 1868. 4.
Von Säugethieren sind beschrieben: Lemur macaco L., mayot-
tensis Schlegel , Hapalemur griseus Geoffr, , Cheirogaleus furcifer
Geoffr., Lepilemur mustelinus Geoffr. , Microcebus Coquereli Pollen
n. sp., Cryptoprocta ferox Benn,, Viverra Schlegeli Poll., Pteropus
duprearus Poll. n. sp. — Darauf folgen p. 20— 29 »Notices sur quel-
ques autres Mammiferes habitant Madagascar et les lies voisines.
Die Notizen beziehen sich auf Lichanotus brevicaudatus, Avahis
laniger, Lemur varius, Lemur catta, Cheiromys madagascariensis,
Galidia elegans et concolor, Centetes ecaudatus, Pteropus Edwardsii,
Taphozous leucopterus, Dysopes, Sciurus madagascariensis, Gattung
Mus, Sus larvatus, Cetaceen. — Abgebildet sind: pl. 1. Lemur ma-
caco, pl. 2 Lemur mayottensis, pl. 3 Hapalemur griseus, pl. 4 Lepi-
lemur mustelinus, pl. 5 Cheirogaleus furcifer, pl. 6 Microcebus Co-
querili, pl. 7 Gebiss der 4 letzteren Arten, pl. 8 Cryptoprocta ferox,
pl. 9 Schädel und Gebiss derselben, pl. 10 Viverra Schlegelii.
Grandidier beschrieb in Revue et magas. de Zoo-
logie XXI. p. 337 einige neue Säugethiere von Madagas-
kar, die er dort während des Jahres 1869 entdeckt hatte.
Asien. Jerdon, The Mammals of India, a natural hi-
story of all the animals known to inhabit Continental In-
dia. Roorkee 1867. 8. Darin werden 242 Arten auf-
gezählt.
W. ßlanford äusserte sich Report ßrit. Ass. for
der Siiugethiere während des Jahres 1869. 103
the adv. of scfencc lield at Exctcr 1869. p. 107 über die
Fauna von Britisch Indien dahin, dass sie nicht, wie man
neuerlich fast allgemein annehme, mit der Malayischen
identisch sei. Die Fauna des iJimalaya, namentlich nach
Osten zu, sei rein Malayisch und die der Hügel längs der
Malabarischen Küste und in Ceylon habe sehr auffallende
Malayische Verwandtschaft; aber die Fauna der Ebenen
Indiens sei mehr mit der Afrikanischen verbunden als mit
der von Malayasien. So gehören von grösseren Säuge-
thieren der Umgegend von Nagpur eins zu einer Indien
eignthümlichen Gattung, neun zu Gattungen die Afrika
und Malayischen Gegenden gemein sind, 11 zu Gattun-
gen, die auch afrikanisch sind (Mellivora, Cynailurus,
Hyaena, Canis, Vulpes, Lepus, Antilope, Gazella), aber in
Malayen fehlen, und nur fünf (Presbytis , Cuon, Rusa,
Axis, Gavaeus), die auch in Malayen vertreten sind, aber
nicht in Afrika.
Jouan machte einige Mittheilungen über die Natur-
geschichte von Korea, wie er sie während eines einmonat^
liehen Aufenthaltes auffassen konnte. Mem. de la Soc.
des sc. nat. de Cherbourg XIII. p. 69. Die Bewohner
lenutzen als Lastthiere kleine Rinder, die leider sehr
selten sind, und die sehr gutes Fleisch liefern. Keine
Schafe oder Ziegen. Die Pferde waren selten, ganz
kein, mit dickem Kopfe; dasselbe gilt von Maulthieren
und Eseln. Viele Hunde von allen geringen Rassen, sehr
wenig Katzen, Schweine gemein und schwarz. Das ein-
zig3 wilde Säugethier, was Verf. gesehen hat, war ein
Fuehs mit grau und schwarz gestreiftem Pelz. In den
GeMrgen der Halbinsel sollen sich Bären, Wildschweine
und Panther aufhalten.
In einer Abhandlung „Coup d'ocil sur l'histoire na-
turelb du Japon'^ in Mem. de Cherbourg 14, p. 49 spricht
Jouan auch über die Fauna. Hausthiere sind wenig
zahlre'ch, da die Japaner kein Fleisch essen. Die Rinder
werden nur zum Ackerbau und zum Transport verwendet;
sie sini! klein und gewöhnlieh schwarz. Auch die Milch
wird nisht benutzt. Die Pferde werden nicht zum Reiten
benutzt ; die Rasse ist schlecht, meist schwarz. Ziegen
404 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
werden nur selten und der Curiosität wegen gezogen.
Schafe und Schweine sind wenig bekannt. Eine kleine
Rasse Hunde wird häufig gehalten, den Katzen werden
die Schwänze abgeschnitten. — Von wilden Säugethieren
wird ein grosser Affe, ein schwarzer Bär, ein Vielfrass ?,
Marder, Fischotter, Fuchs, Ratten, Mäuse, Hasen, Wild-
schweine, Damhirsch, Hirsch und Reh genannt, ohne die
wissenschaftlichen Namen anzugeben.
David berichtet aus Kin-kiang", dass die wilden
Säugethiere dort sehr selten sind, er ist nur einem ein-
zigen Hasen begegnet; ferner hat er gesehen den Fuchs,
den Dachs und ein verwandtes Thier, ein Wiesel, ein
Schuppenthier, das Stachelschwein, den gemeinen Igel,
zwei Ratten, eine Maus. Eichhörnchen, Feldmäuse, Maul-
würfe und andere kleine Säugethiere sind dort unbekannt.
Verf. hat nur eine Fledermaus gesehen. Nouvelles Ar-
chives du Museum d'hist. nat. V. p. 7.
Aus der Provinz She-Tchuan schreibt David ib.
p. 9, dass er sich dort an Säugethieren verschaffte : einen
Martes, eine Talpa, Spalax?, eine grosse gelbe Ratte mit
weissem Bauche, eine kleine Maus, eine schwarze Arvi-
cola und Ratten. Ausserdem kommen dort vor ein Dach^
zwei Arten Cervulus, das Moschusthier und eine Antilope,
die er für neu hält.
Ib. p. 11 macht auch derselbe Verf. Bemerkungen
über die Säugethierfauna von Mou-pin in Thibet.
Australien. Ebert gab nach den Mittheilungen eiies
englischen Missionärs an, dass ausser 4 Cetaceen und 5
Fledermäusen der Gruppe der Fidschi-Inseln keine bil-
den Säugethiere angehören. Sitzungsber. d. Ges. Isii in
Dresden 1869. p. 80.
In einem Essai sur la faune de la Nouvelle Z6fendc
sagt Jouan über die Säugethierfauna, dass vor der An-
kunft der Europäer Neuseeland durchaus keine grossen
Landsäugethiere besass. Die grössten waren Hundi, von
den Eingeborenen Kuri genannt, die nichts mit den Neu-
holländischen Dingo gemein hatten. Eine kleine Ratten-
Art, Kiore der Eingeborenen, ist in kaum zwei Jahren
von der eingeführten Mus rattus fast ganz ausi;erottet.
der Säugethiere während des Jahres 1869. 405
Ausserdem kamen nur noch zwei Fledermäuse vor. Biber
und Fischotter sind sehr zweifelhaft. Seehunde, wahr-
scheinh'ch Otarien, die sonst in zahlreichen Truppen vor-
kamen, sind auch fast ganz ausgerottet. Von Cetaceen
werden mehrere als bei Neuseeland vorkommend genannt,
ohne die Species näher zu bezeichnen. Mem. de Cher-
bourg 14. p. 228. Vergl. dazu eine Notiz ib. p. 325.
Amerika. Robert Brown hielt einen Vortrag über
die Säugethierfauna von Nordwest-Amerika. Report Brit.
Assoc. for the advanc. of science held at Exeter 1869.
p. 109. Er theilt die Gegend w^estlich vom Felsengebirge
in vier Regionen: 1) Die Region östlich vom Cascade-Ge-
birge, 2) westlich vom Cascade-Gebirge, 3) eine Bergre-
gion, 4) eine Litoralregion. Die erste und zweite Region
zerfallen je in einen nördlichen und südlichen District ; die
vierte Region wird in vier Districte getheilt, einen arcti-
schen, subarctischen , einen nördlichen und einen süd-
lichen.
Als charakteristisch für la werden genannt: Vulpes macrou-
rus Var. decussatus, Erethizon epixanthus, Rangifer caribou, Alces
americana, Fiber coogensis, Arctorays okanaganus, Lagomys mini-
mus, Gulus hiscus : für 1 b : Lutra californica, Lepus artemesia, Cer-
vus macrotus, Antilocapra americana ct.; für 2a Sorex Siickleyi,
Sorex Trowbridgii, Scalops Townsendii, Lynx fasciatus, Mephitis
occideutalis, Aplodontia leporina und mehrere Eichhörnchen ; für 2b
Lepus Washingtonii, Lepus campestris, Canis latrans ct.: für 3,
welche die alpine Fauna Nordwest - Amerika's bildet : Aplocerus
montanus, Ovis montana, Lagomys princeps, Artomys flaviventer?
und Neosorex navigator; für 4 a Balaena mysticetus, Delphinapte-
rus leucas und Trichechus rosmarus: für 4 b die ausgestorbene
Rhytina gigas; für 4 c Callorhinus ursinus, Halicyon Richardsi, eine
Orca, eine Phocaena; für 4d der Seelöwe Otaria , Arctocephalus
monteriensis , A. Gilliespii, A. californicus, Macrorhinus angustiro-
stris und mehrere Cetaceen. Zu der Litoralfauna kommen noch
Enhydra marina, Ursus horribilis, Cervus columbianus, C. canadensis,
Ursus americanus, Procyon Hernandezii. — Eingeführt sind Mus de-
cumanus und musculus. Ausgestorben ist Rhytina, auch Bos ame-
ricanus scheint in Nordwest-Amerika ausgerottet. Im Ganzen ver-
theilt sich die Summe von 123 Arten auf die Ordnungen so: 10 Chi-
roptera, 6 Insectivora, 31 Carnivora, 47 Rodentia, 10 Ruminantia,
7 Pinnipedia, 12 Cetacea.
C o o p e r ergänzte die Californischen Öäugethiere
406 Tro»chel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
durch ein neues Verzcichniss, Proc. California Acad. IV.
p. 4. Es enthält 6 Pinnipedia, 1 Insectivor (eine Sorex-
Art, die für neu gehalten, aber nicht- beschrieben wird,
vom Kern-River, 16 Chiroptera, 4 Rodentia und 10 Ce-
tacea, letztere nur nach der Gattung bestimmt. Verf.
kennt minraehr 115 Säugethiere, 353 Vögel, 85 Amphi-
bien und 196 Fische aus Californien.
C r 0 ni s c : The natural wealth of California, St. Fran-
cisco 1868 enthält p. 435 — 448 eine Uebersicht der Säuge-
thiere dieses Landes. Quadrumanen, Pachydermen und
Edentaten sind nicht vertreten. Von Carnivoreu wer-
den 29 Arten, von Insectivoren 5 Arten, von Fledermäu-
sen 16 Arten, von Nagern 50 Arten, von Wiederkäuern
6 Arten, von Cetaceen 9 Arten aufgezählt, zusammen
115 Arten.
Als der Fauna von Montana Territory angehörig, in
den Rocky-Mountains zwischen Fort ßenton. Fort Colville
und Fort Vancouver, so weit er sie vom 1. Juli bis 1.
November 1860 gesammelt oder gesehen hat, verzeichnet
Co o per folgende Arten in The American Naturalist II.
p. 528 : Vespertilio spec, 1 Sorex 4500' üb. d. M., Canis
occidentalis , Canis latrans, Lutra canadensis , Taxidea
americana, Ursus horribilis, Ursus americanus, Sciurus
Richardsonii, Tamias quadrivittatus, Spcrmophilus Richard-
soni, Spcrmophilus grammurus , Cynomys Ludovicianus,
Arctorays flaviventer, Castor canadensis, Hesperomys So-
norlensis, Neotoma cinerea, Arvicola pauperrina n. sp.,
Lepus Townsendii, Lepiis artemisia, Rangifer Caribou,
Antilocapra americana, Aploccras montanus, Ovis mon-
tana und Bos americanus.
In einer Abhandlung über das Thierleben im Eis-
meere zwischen Spitzbergen und Grönland, Anteckningar
om Djurlifvet i Ishavet mellan Spetsbergen och Grön-
land. Kongl. Svenska Vetensk. - Akad. Handlingar VII.
1868 hat Quennerstedt über folgende Säugethiere Be-
merkungen gemacht: Ursus maritimus L., Canis lago-
pus L., Odobaenus rosmarus L. , Phoca barbata Fabr.,
Phoca groenlandica Gmel., Cystophora cristata Erxl.,
Delphinus delphis L., Hyperoodon rostratus Liljeb. und
der Säugethiere während des Jahres 1869. 407
Monodon nionoceros L. Abgebildet sind Plioca groenlan-
dica und barbata, Cystophora cristata jung und Weibchen.
Allen verzeichnete die Säugethiere des Staates
Jowa. Proceed. Boston Soc. XIII. p. 178. Die Zahl der
Arten beträgt 48, zu denen wahrscheinlich nur zwei oder
drei hinzuzufügen sein dürften , um die Liste vollständig
zu machen. Wenn drei oder vier nördliche Arten bis in
die nördlichen Theile des Staates hinabreichen sollten,
würde die ganze Zahl mit Einschluss der eingeführten
Hausratten und Mäuse bis auf 55 oder 56 anwachsen, eine
Zahl die grösser ist, als in einem der atlantischen Staa-
ten, wenn man die marinen Formen ausschliesst. Jowa
gehört hauptsächlich zu der Carolinischen Fauna, obgleich
es bisher mehr zu der Alleghanischen gerechnet wurde.
Zu den eigentlichen Prairie - Säugethieren gehören vier
Nagethiere (Spermophilus 13-lineatus, S. Frankh'nii, Geo-
mys bursarius, Hesperomys michiganensis), zwei Raub-
thiere (Canis latrans und Taxidea americana) und ein In-
sektenfresser (Scalops argentatus). Die grossen Säuge-
thiere sind schnell durch den Einfluss der Civilisation
verschwunden. Die aufgezählten Arten vertheilen sich
auf die Familien so: 2 Felidac, 5 Canidae, 6 Mustelidae,
2 Ursidae, 2 Cervidae, 1 Bovidac, 7 Vespertilionidac, 2So-
recidae, 2 Talpidae, 10 Sciuridae, 7 Muridae, l Lepori-
dae, 1 Didelphidae. Bei manchen Arten sind Bemerkun-
gen über Lebensw^eie, Verbreitung u. s. w. beigefügt.
Allen bearbeitete einen Catalog der Säugethiere
von Massachusetts, mit einer kritischen Revision der Spe-
cies. Bulletin of the Museum of comparative Zoology
Nr. 8. p. 143 — 252. In Massachusetts sind zwei Faunen
repräsentirt, die Canadische und die Alleghanische; er-
stere nimmt einen grossen Theil von Berkshire und die
grössere westliche Hälfte von Franklin, Hampshire und
Hampton ein, die eine Erhebung von über 1500' üb. dem
Meere haben, letztere den übrigen bei weitem grösseren
Theil. In historischen Zeiten sind manche grössere Ar-
ten ausgerottet, wie Felis concolor, Mustela Pennanti,
Cervus canadensis, Alce malchis, Tarandus rangifer, oder
nahe am Aussterben, wie Lynx canadensis, Lynx rufus,
408 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Canis lupus, ürsus arctos, Cervus virginianus; kleinere
Arten scheinen noch ebenso zahlreich wie früher, einige
sogar, wie die Arvicolae und Arctoniys monax an Zahl
zunehmend. Mus decumanus, rattus und musculus sind
völlig naturalisirt. Einige Arten hat man für identisch
mit solchen der alten Welt gehalten, obgleich die meisten
neueren Autoren sie als besondere Arten getrennt ha-
ben, bis auf eine, Gulo luscus. Verf. hält 13 Arten für
identisch. Das Verzeichniss enthält 68 Arten, nämlich
2 Lynx, 1 Canis, 2 Vulpes, 2 Mustela, 3 Putorius, 1 Gulo,
1 Lutra, 1 Mephitis, 1 Procyon, 1 Ursus, 1 Phoca, 1 Cy-
stophora, 1 Cariacus (Cervus virginianus) , 8 Balaenidae,
2 Physeter, 8 Delphine, 2 Lasiurus, 3 Scotophilus, 1 Ve-
spertilio, 1 Neosorex, 3 Sorex, 1 Blarina, 2 Scalops, 1
1 Condylura, 3 Öciurus, 1 Pteromys, 1 Tamias, 1 Arcto-
mys, 1 Jaculus, 3 Mus, 1 Plesperomys, 3 Arvicola, 1 Fi-
ber, 1 Erethizon, 1 Lepus, 1 Sylvilagus. Auf manche
Arten, über die Verf. eingehende Studien gemacht hat,
müssen wir unten zurückkommen. Eingeborene noch
jetzt lebende Arten besitzt Massachusetts 65, ausgestorben
sind 5, eingewandert 3. Für identisch mit Arten der
alten Welt hält Verf.: 1) Canis occidentalis = lupus,
2) Vulpes fulvus = vulgaris, 3) Martes americana Gray
= Mustela martes, 4) Putorius pusillus = vulgaris, 5) Pu-
torius noveboracensis de Kay, Mustela Richardsonii und
Cicognanii Bon., Putorius fuscus, agilis und ermineus Aud.
Bachm. = Putorius ermineus, 6) Putorius vison Gapper,
Visen lutreocephala Gray = Putorius lutreolus, 7) Gulo
luscus, 8) Ursus americanus Pall. = ü. arctos, 9) Phoca
vitulina, 10) Cystophora cristata, 11) Alce malchis Ogilb.
= Cervus alces L., 12) Rangif er Caribou Aud. Bachm. =
Tarandus rangifer, 13) Castor canadensis Kühl — Castor
fiber L.
Der Catalog der in der Republik Mexiko beobach-
teten Säugethiere von Dujes zählt 38 Säugethiere auf,
nämlich: 6 Fledermäuse, 16 Raubthiere, 11 Nagethiere,
1 Dicotyles, 2 Cervus, 1 Dasypus und 1 Didelphis. La
Naturaleza, Periodico cientifico de la Sociedad mexicana
de Historia natural. Entrega 7. 1869. p. 137.
der Säugethiere während des Jahres 1869. 409
Von Frautzius hat durch die Bearbeitung der
Säugethiere Costarica's im Archiv für IS^aturgesch. p. 247
325 einen Beitrag zur Kenntniss der geographischen Ver-
breitung der Säugethiere Amerika's geliefert. Nach die-
ser Uebersicht besitzt Costarica 75 Arten Säugethiere. Wir
können auf die Arbeit selbst verweisen, da sie unreren
Lesern vorliegt.
Raman Paez: Travels and adventures in South-
and Central-Amerika. New-York 1868 mag hier Erwäh-
nung verdienen, wegen der Schilderungen der wilden
Pferde p. 74, und der Tigergeschichten p. 222, die sieh
auf Jaguar and Puma beziehen, und der Bemerkungen
über Affen p. 262.
Brett gab in The Indian tribes of Guiana, their
condition and. habits. London 1868. p. 29 einige Notizen
über die Fauna des Waldes. Das grösste Säugethier ist
der Tapir. Einige Hirscharten und Dicotyles werden ge-
gessen, letztere nach sofortiger Wegnahme der Rücken-
drüse. Am geschätztesten ist das Fleisch der Labba
(scheint Capybara zu sein). Faulthiere, Ameisenbären,
Jaguar u. s. w.
Quadrumana.
Bisch off hat eine Abhandlung- geschrieben »die Gross-
hirnwindungeii des Menschen mit Berücksichtigung ihrer Ent-
wickelung bei dem Fötus und ihrer Anordnung bei den Affen.«
Abhandl. der Akad. München X. p. 389—497 mit 7 Tafeln. Die
Affengehirne sind Copien nach Gratiolet. Verfasser schliesst mit
folgenden Worten: Wenn man das Gehirn eines Menschen mit dem
eines Orang, das Gehirn dieses mit dem eines Chimpanse, dieses
mit dem eines Gorilla, dieses mit dem eines Ateles und so fort
eines Hylobates, Semnopithecus, Cynocephalus, Macacus, Cebus, Cal-
lithrix, Lemur, Stenops, Hapale der Reihe nach vergleicht, so wird
man nirgends einen grösseren oder auch nur ähnlich grossen Sprung
in der Entwickelung der Windungen der Gehirne zweier neben ein-
ander stehenden Glieder dieser Reihe finden, als er sich zwischen
dem Gehirne des Menschen und des Orang oder Chimpanse findet.
Die Kluft zwischen der hohen Entwickelung der Grosshirnwindungen
des Menschen und derjenigen des Orang oder Chimpanse lässt sich
nicht ausfüllen durch Hinweis ung auf die Kluft zwischen der Ent-
wickelung dieser Windungen zwischen dem Orang oder Chimpanse
410 Troschel: Bericht üb. d, Leist. in d. Naturgeschichte
j
und Lemur. I^etztere ist ausgefüllt durch die zwischen beiden lie- 1
genden Arten der Affen. Die Ausfüllung der ersteren muss
noch gefunden werden.
Simiae. Hemphrey: On some points in the anatomy of the
Chimpanzee, Journ. of Anatomy and Physiology I. 1867. p. 264.
Vergleicht namentlich die Hintergliedmassen mit denen des Menschen.
V. P e 1 z e 1 n hatte Gelegenheit ein Exemplar von Colobus
Kirkii Gray zu untersuchen, das angeblich aus Madagaskar stammte. <
Die Exemplare Gray's waren aus Zanzibar, und es ist also wahr- |
scheinlich, dass das in Rede stehende Exemplar nach Madagaskar
von dort eingeführt worden war. Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in
Wien 19. p. 567.
Gray erklärt seinen Colobus Kirkii (vergl. vorj. Bericht p.7)
für identisch mit C. palliatus Peters ; die Differenz sei nur eine Folge
der verschiedenen Alterszustände. Annais nat. bist. III. p. 171.
Eine neue Art Macacus andamanensis, die lebend in den zoo-
logischen Garten in London von den Andamanen gekommen, ward
von Ba-rtlett Proc. Zool. soc. p. 467 in Holzschnitt abgebildet.
He n sei gab Nachricht von einigen Affen Brasiliens, nament-
lich von Cebus fatuellus, Hapale, Chrysothrix sciurea, Mycetes ursi-
nus (Zoologischer Garten p. 19). Derselbe gedenkt ib. p. 33 auch
der psychischen Eigenschaften der Affen. Er ist der Meinung, dass
der Verstand des Affen sehr unterschätzt wird, er handle nicht aus
Nachahmungstrieb, sondern aus Ueberleguug und mit Absicht.
Max Schmidt schildert das Treiben von Ateles variegatus
Natt. und melanochir Desm. im zoologischeu Garten zu Frankfurt
^m Main, und betont namentlich die Wichtigkeit des Schwanzes als
Bewegungs- und Greiforganes. Zool. Garten p. 65.
Sclater berichtigte die Synonymie von Wagner's Hapale
chrysoleucos, indem er damit Midas argentatus Bates, Mico sericeus
Gray und Hapale argeutata Sclater identificirte. Proceed, zoolog.
soc. p. 592.
PrOSimii. F. Schlegel schildert nach v. de Decken's Rei-
seberichte, unter Hiuzufügung eigener Beobachtungen die Lebens-
weise des Galago oder Komba (Otolicnus senegalensis Geoffr.) Zool.
Garten p.225.
Skues beobachtete einen weiblichen Perodicticus potto mit
seinem Jungen und berichtet über ihre Lebensweise. Proceed. zool.
soc. p. 1.
Perodicticus potto ist ib. p. 469 in Holzschnitt abgebildet.
J. van der Hoeven machte einige Bemerkungen über die
Arten der Gruppe Nycticebus. Archives Neerlandaises des sciences
exactes et naturelles HI. 1868. p. 95.
Gulliver erinnerte Proc. zool. soc. p. 249 daran, dass bei
der Säugethiere während des Jahres 1869. 411
den Quadrumanen die gestreiften Muskeln vor der Cardia aufhören,
während sie sich bei den Negern ganz bis zu diesem Theile des
Magens erstrecken. Er untersuchte hierauf Chiromys madagascarien-
sis, und fand, dass dieses Thier auch in dieser Hinsicht den Affen
ähnlich sei.
Hoff mann und Weijenb er gh haben Skelet und Muskula-
tur von Chiromys mit denselben Organen des Eichhörnchen und der
Lemuriden verglichen, um über die Stelle, welche Chiromys im Sy-
stem einzunehmen habe, zur Klarheit zu kommen. Archives neer-
landaises des sc. exactes et naturelles V. p. 214. Die Verff. kommen
zu dem Resultate, dass diese Gattung zu der Familie Microtarsi
unter den Prosimii gehöre. Dieselbe ist unterschieden durch die
wenig verlängerten Tarsen und das Gebiss; sie hat mit den Macro-
tarsi den langen Schwanz, die grossen nach vorn gerichteten Augen
und die grossen Ohren gemein. Sie nähren sich von Insekten. Die
beiden Gattungen sind:
1. Microcebus Geoffr. Species parvae auriculis pilosioribus
vibrissis facialibus, incisivis superioribus latioribus. Zwei Arten M.
murinus Wagn. und M. myoxinus Pet. von Madagaskar.
2. Chiromys Cuv. Dentes incisivi compressi, acumiuati; mo-
1 + 3
lares lemurini 7-7-0 » obducti, tuberculata, coroua detrita plani ; pe-
1 "r D
des pentadactyli , pollice amoto (praecipue postici) , ungue piano,
digitis longis, quarto longissimo; cauda elongata, villosa;, structura
universa lemurina, Ch. madagascariensis,
Microcebus Coquereli Pollen Recherches sur la fauue de Ma-
dagascar p. 12. pl. G, aus dem Nordosten von Madagaskar.
Volitautia.
Peters hat die Flederthiere der Sammlang de» Jardin des
plantes in Paris untersucht, und in Berliner Monatsberichten p. 391
Bemerkungen darüber gemacht. Unter den 23 Nummern, welche
die Aufmerksamkeit des Verf. erregten, ist bei mehreren die Syno-
nymie berichtigt. So ist Pteropus phaeops Temm. = Pt. Edwardsii
Geoffr,, Cynopterus margiuatus Geoffr. ist identisch mit Pt, Diardii,
Duvaucelii und brevicaudatus Geoffr., Nycteris hispida Schreb. ist
verschieden von N. villosa Peters, Vampyrus auricularis Sauss. =
Mimon Bennettii Gray, Tylostoma bidens Gerv. gehört in die Gat-
tung Lophostoma, Artibeus undatus Gerv. weicht im Schädelbau durch
die tiefe Concavität der Vorderstirn so auffallend ab, dass er zu
einer eigenen Gattung Histiops erhoben wird, die Gattung Vam-
pyrops Peters ist identisch mit Stenoderma, Phyllorhina diadema
Geoffr. = Ph. nobilis Horsf., Taphozous mauritianus Geoffr. -~ T.
412 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
leucopterus Temm., Mops indicus Fr. Cuv. gehört in die Gattung
Nyctinomus, Myopterus Daubentonii Geoffr. stimmt mit der Gattung
Molossops überein» Molossus acetabulosus Comm. = Nyctinomus na-
talensis Smith = Mormopterus jugularis Peters, Molossus acuticau-
datus Geoffr. := M. obscurus Geoffr. — Ausserdem werden folgende
neue Arten beschrieben: Pteropus tüberculatus von unbekannter
Herkunft, Cynonycteris Grandidieri von Zanzibar, ScJiizostoma hir-
sutum ohne Angabe des Fundorts, Änura Wiedii (Glossophaga
ecaudata Wied non Geoffr.) aus Brasilien, DicUdurus scutatus aus
Südamerika, VespertiUo Davidii aus China, Vespertilio (Leuconoe)
pilosus aus Montevideo, Vesperugo Krefftii aus Neu-Südwales, Ve-
sperus Bottae aus Arabien.
Ueber die Fiedermäuse Brasiliens mit Bemerkungen über ihre
Lebensweise vergl. Hensel in Zool. Garten p. 135.
Humphrey schrieb über die Myologie der Gliedmassen von
Pteropus. Journ. ofAnatomy and Physiology III. 1869. p. 294 — 319.
pl. VI u. VII. ,
Pteropus Dupreanus Pollen Recherches sur la faune de Mada-
gascar p. 17 von Madagaskar.
Grandidier hatRhinolophusCommersoni, welche Art Geof-
froy nach einer kurzen Beschreibung Commerson's aufgestellt
hatte, zu Murundava an der Westküste von Madagaskar wieder auf-
gefunden, und giebt eine Beschreibung davon, Revue et mag. de
Zoologie XXI. p. 257.
Nyctinomus leucogaster und miarensis Grandidier Revue et
mag. de Zoologie XXI. p. 337 von Madagaskar.
Besser beobachtete, dass Vesperugo noctula auch allerlei ve-
getabilische Substanzen verzehrte, wie Erbsen, Semmel und dergl.
Sitzungsber. der Ges. Isis in Dresden 1869. p. 201.
Jeitteles fing in St. Polten eine für Niederösterreich und
die nördlichen Alpenläuder neue Fledermaus Miniopterus Schreibersii
Natt. Verhandl. d. zool. -bot. Ges. in Wien 18. p. 121.
Fatio beschreibt in seiner Faune des Vertebres de la Suisse
p. 92. pl. 2 eine Fledermaus, die er für eine Varietät von Vesper-
tilio mystacinus nimmt, von der er jedoch Zweifel hegt, ob sie nicht
wegen der Abweichung in der Bezahnung (der erste Prämolare ist
sehr zur Seite geneigt, der zweite viel kleiner als der erste) eine
eigene Art V. lugubris darstellen möchte. Entscheidend für den
Verf. war, dass junge mystacinus auch oft ähnliche Zahnbildung
haben.
Allen zieht folgende lange Reihe von Arten als Synonyme
zu Vespertilio subulatus Say: V. lucifugus Leconte, Caroli Zimm.,
gryphns, Salari, crassus, georgianus, siibflavus F. Cuv., brevirostris
der Säiigethiere während des Jahres 1869. 413
Prinz Max, monticola, virginiauus, californicus und Leibii And. und
Bachm. Bull. Mus compar. zoolog. p. 211.
Wegen er hat eine weisse Fledermaus gesehen. Sitzungsber.
der Ges. Isis in Dresden 1869. p. 197. •»
Insectivora.
Mivart setzte seine Studien über die Osteologie der Insecti-
voren fort (vergl. Ber. über d. J. 1867. p. 17). Er beschrieb die
Gattungen Urotrichus, Myogale, Ericuhis, Echinops. Solenodon. Po-
tamogale, Chrysochloris, Galeopithecus, und lässt dann schliesslich die
aus dem Skelet, dem Gebiss, der Abwesenheit oder Gegenwart des
Blinddarms und aus der geographischen Verbreitung erhaltenen
Charaktere der Familien folgen. Aunales des sc. nat. IX. p. 311—372.
Vergl. auch Journal of Anatoray and physiology I. p. 281 — 312. uiid
II. p. 117—154.
Reinhardt hat das Milchzahngebiss und den Zahnwechsel von
Centetes ecaudatus Sehr, beschrieben und in Holzschnitt abgebil-
det. 0 versigt over d. K. D. V. Selsk. Forhandl. 1869. p. 171. Er
kam zu folgenden Resultaten : 1) Es findet beim Tanrek ein Zalm-
wechsel statt, aber er geht so spät vor sich, dass alle wahren
Backenzähne hervorgebroclien und in Gebrauch sind, wenn noch
keiner der Milchzähne gewechselt ist. 2) Die Formel für das Milch-
zahngebiss ist i f, c. i m. I : die Formel für das bleibende Gebiss
i I; c. \, p. I, m. 3. 3) Es finden sich nicht, wie man ohne Kennt-
niss des Milchzahngebisses gewöhnlich annahm, 4 wahre Backzähne,
und der Tanrek macht keine Ausnahme von der Regel, dass die placen-
talen Säugethiere nicht mehr als drei wahre Backenzähne haben. 4) Die
Abbildung des Schädels eines sehr jungen Tanrek, wie es Blain-
ville giebt, und welche den Durchbrnch des einzigen Zahnsatzes
zeigen soll, der sich nach seiner Meinung bei diesem Thiere findet,
stellt im Gegentheil die eben durchbrechenden Milchzähne dar.
5) Zu den übrigen wichtigen Abweichungen zwischen Erinaceus und
Centetes, welche veranlasst haben, dass diese Formen trotz ihrer
habituellen Aehnlichkeit doch mit vollem Recht in neuester Zeit als
die Typen ganz verschiedener Familien innerhalb der Ordnung der In-
sectivoren betrachtet worden sind, kann man noch, wenn auch nur
als eine Verschiedenheit von geringerer Bedeutung, den Gegensatz
im Zahnwechsel hinzufügen, der bei Erinaceus sehr frühzeitig, bei
Centetes ungewöhnlich spät vor sich geht.
Echinops Miwarti Grandidier Revue et mag. de Zoologie XXI.
p. 338 von Madagaskar.
Fitzinger hat »die natürliche Familie der Spitzhörnchen
(Cladobatae)« in Wiener Sitzungsber. 60. p. 263—289 monographisch
Archiv für Naturg, XXX VI. Jahrg. 2.üd. £5
414 Troschel: Bericht üb. d. Leist, in d. Naturgeschichte
bearbeitet. Es werden 7 Cladobntes, 1 Dendrogale, 1 Ptilocercus
und 1 Hylomys abgehandelt.
Fitzinger hat in Wiener Sitzimgsberichten Bd. 57. I. Abth.
p. 121, 425 und 583 »Kritische Untersuchungen über die der na-
türlichen Familie der Spitzmäuse (Sorices) angehörigen Arten« be-
kannt gemacht. Die Gattungen sind charakterisirt, die Species mit
lateinischer Diagnose, Synonymie, Beschreibung und Vaterlands-
angabe versehen. Freilich hat Verf. nicht alle Arten selbst gese-
hen, vielmehr aus den verschiedenen Schriften compilirt. Immer-
hin mag jedoch diese Arbeit zum Bestimmen der Species sehr nütz-
lich sein. Es v/erden unterschieden: 2 Gymnura, 1 Paradoxodon,
27 Pachyura, 25 Crocidura, 1 Diplomesodon, 1 Feroculus, 3 Myoso-
rex, 16Sorex, 2 Otisorex, ÖBrachysorex, 1 Anotus, 1 Soriculus, 7 Cros-
sopus, 1 Solenodon und 2 Myogale, also im Ganzen 95 Arten, wozu
noch eine (Sorex surinamensis Gmel.) der Gattung nach zweifelhafte
und eine völlig unbekannte Art (Sorex Pealii Godman) kommt.
Fatio nennt, Faune des Vertebres de la Suisse p. 132 die
Spitzmäuse mit weissen unteren Vorderzähnen Leucodon, und
wendet den Namen Crocidura Wagl. und Pachyura Sei. als Un-
tergattungen der Gattung Leucodon an. Dies Verfahren wird wenig
Beifall finden, da Crocidura und Pachyura durch die Verschieden-
heit des Gebisses hinreichend generisch unterschieden sind. Weil
hierdurch der Speciesname von Crocidura leucodon verwendet ist,
wird diese Art Leucodon microurus genannt, was denn auch besser
unterblieben wäre.
Gray erhielt von Staflfordshire eine nackte völlig haarlose
Spitzmaus. Annais nat. hist. IV. p. 360.
Allen ist Bulletin Mus. compar. zoology p. 213 der Ansicht,
dass es nur eine Art Blarina giebt, nämlich Bl. brevicauda, und
dass Sorex talpoides Gapper, parvus Say, Dekayi Bachm., Blarina
carolinensis Baird, angusticeps Baird, cinerea Baird, exilipes Baird
und Berlandieri Baird nur Synonyme derselben sind.
Die natürliche Familie der Maulwürfe (Talpaö) und ihre Ar-
ten, nach kritischen Untersuchungen von Fitzinger. Wiener Sit-
zungsberichte 59. p. 353. Nachdem Verf. die Verschiedenheiten des
Skelets der hierhergehörigen Gattungen angegeben, geht er zur
Charakterisirung der Gattungen und Arten über: Urotrichus mit
1 Art, Rhinaster mit 4 Arten, Scalops mit 9 Arten, Talpa mit 7 Ar-
ten, Chrysochloris mit 9 Arten. Chrysochloris rubra wird für ein
Artefact erklärt.
Lorenz lieferte im Jahresbericht der Naturf. Gesellschaft
Graubündens XIII. p. 37 einen Beitrag zur Naturgeschichte des Maul-
wurfs. Es handelt sich hauptsächlich um die Untersuchung des
Mageninhalts. Derselbe bestand aus Regenwürmern, Larven von
der Säugethiere während des Jahres 1869. 415
Käfern, Theilen von Käfern, Hüllen von Insektenpuppen und Be-
zoare (rundliche graue und graubraune, glatte Gebilde, die aus
Pflanzenfasern bestehen), ^und isolirten Holzfasern, Das Vorkommen
der Pflanzentheile im Maulwurfsmageu hält Verf. nur für ein zu-
fälliges.
Carnivora.
Fl o wer hat in Proc. zool. soc. p. 4 — 37 eine Untersuchung
über den Werth der Charaktere der Schädelbasis für die Classifica-
tion der Ordnung Carnivora, und über die systematische Stellung
von Bassaris und anderen zweifelhaften Formen, angestellt. Er
sieht das Gebiss zur Unterscheidung nicht für ausreichend an und be-
zieht sich namentlich auf Turners bereits 1848 veröffentlichte Be-
merkungen über einige Foramina an der Schädelbasis und über die
Classification der Ordnung Carnivora. Verf. giebt eine durch Holz-
schnitte erläuterte Beschreibung zahlreicher Arten, in vorzüglicher
Berücksichtigung der Gehörblase und ihrer Umgebung. Das Ee-
sultat seiner Untersuchungen ist, dass er unter den Cpirnivora fissi-
pedia (im Gegensatze zu den Pinnipedia) eine Gruppj^ Arctoidea
unterscheidet, mit den Familien Ursidae , Ailuridae, Procyonidae
und Mustelidae, die zu den Pinnipedien hinführt ; dann eine Gruppe
Aeluroidea auf der entgegengesetzten Seite der Ordnung mit den
Familien Felidae und Viverridae, denen er die Familien Cryptoprocti-
dae, Hyaenidae und Protelidae anfügt ; und drittens eine Gruppe
Cynoidea in der Mitte zwischen den beiden anderen. — Was die
Stellung der zweifelhaften Gattungen betrifft, so setzt Verf. die
Gattung Arctictis in die Viverrenfamilie, die Gattung Bassaris in
die Gruppe Arctoidea in die Nähe von Procyon und Nasua.
Rolleston, On the domestic cats, Felis domesticus and Mu-
stela foina, of ancient and modern times. Journ. of Anatomy and
Phyaiology II. 1868. p. 47 — 61. Verf. weist nach, dass Felis dome-
sticus bei den alten Griechen und Römern nicht domesticirt war,
während die Katze im westlichen Europa in viel früherer Zeit do-
mesticirt war, als allgemein angenommen wird. Dagegen vertrat
Mustela foina bei den Alten die Functionen der Katze. In Aegyp-
ten war die Katze sehr früh domesticirt.
Die Zahl der Raubthiere ist nach H e n s e 1 in Brasilien nicht
gross. Die Bärenfamilie ist durch Nasua socialis und Procyon can-
crivorus vertreten; die Marderfamilie durch zwei Galictis, Mephitis
suffocans, 2 Lutra ; aus der Katzenfamilie werden Felis onga, con-
color, pardalis, macrura, jaguarundi und eine andere Art, über de-
ren Bestimmung Verf. noch nicht ins Reine gekommen ist. Auch
die Hauskatze wird besprochen, Zool, Garten p. 289 und 328.
410 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ursinä. Vv'riglii gab eine kurze Schilderung von Bären und
Bärenjagd. American NaturaHst II. p. 121.
Ursus melanoleuciis David Nouvelles Archives. du Museum V.
p. 13 mit kurzen Ohren uud sehr kurzem Schwänze, weiss mit
schwarzbraunen Ohren, Augenringen, Schwanzende und Gliedmassen.
Eine kurze Notiz über Ailurus fulgens von Anderson, der
ihr Betragen bärenartig schildert, s. in Proc. zool. soc. p. 278. —
Ein solches Thier ist aus Calcutta lebend in London angekommen
und ib. p. 408 in Holzschnitt abgebildet. — Ferner ist ib. p. 507.
pl. 41 eine hübsche colorirte Abbildung von diesem Thiere durch
Stirapson gegeben.
Brüh in schildert das Betragen eines gefangenen Waschbä-
ren, Procyon lotor. Zool. Garten p. 251.
Mustelina. Moseley und Lankaster erwähnen, dass beim
Dachs ein vorderer Lückenzahn vorkommt, der leicht verloren geht.
Durch Hinzufügung dieses Zahns würde das Gebiss mit dem des
Vielfrass übereinstimmen. Journ, of Anatomy and Physiology III.
1869. p. 79.
G r a n d i d i e r bezeichnet eine Varietas rufa von Galidictis vittata,
die auf Madagaskar lebt. Revue et mag. de Zoologie XXI. p. 338.
Martin erzählt zool. Garten p. 221 einen Fall von grosser
Mutterliebe eines Hermelins.
Reinhardt vermuthet, dass Felle, die er in Brasilien sah,
der Pteronura Sandbachii angehören möchten. Jedenfalls seien sie
von Lutra brasiliensis verschieden. Proc. zool. soc. p. 57.
Viveirina. De vis beschrieb die Myologie von Viverra civetta.
Journ. of anat. and physiol. II. 18G8. p. 207 — 217.
Viverra Schlegeln Pollen Recherchcs sur la Faune de Mada-
gascar p. 16. pl. 10 von Mayotte uud Madagaskar.
Ganina. J. E. Gray machte Bemerkungen über die Varietä-
ten der Hunde, die er in vier Gruppen vertheilt: 1) Dogs, mit mäs-
sigeu, ovalen, aufrechten oder gespreizten Ohren, Sciiäferhund, Es-
quimauxhund. Spitz und Dingo. 2) Terriers mit massigen, breiten,
mehr oder weniger verlängerten , gespreizten, zuweilen am Ende
verschmälerten Ohren, Dachshund oder Pinscher, Pudel, Bullenbeis-
ser, Turnspit, Mops. 3) Greyhounds mit massigen, breiten, mehr
oder weniger verlängerten und nach hinten an die Seiten des Ko-
pfes umgelegten Ohren, Windspiel und dalmatinischer Hund. 4)
Hounds mit grossen, breiten, flachen , an den Seiten des Gesichts
herabhängenden Ohren, Schweisshund, Jagdhund, Wachtelhund. An-
nais nat. bist. III. p. 236.
Ein Vortrag von Lorent über die Wuthkrankheit der Hunde,
gehalten 1866, findet sich abdedruckt in Abhandl. des naturw. Ver-
eins zu Bremen I. 1868. p. 60. ^
dei' Säugetlnere wälireud tles Jahres 1869.. 417
Als einen Beitrag zur Naturgeschichte des Fuchses giebt v.
Bischofs hausen Zool. Garten p. 209 an, dass die trächtigen
Füchsinnen sich mit Beginn der Tragezeit die Bauchhaare vom Halse
bis zum After ausrupfen, wie er meint, um den Jungen die kleinen
Zitzen zugänglicher zu machen. Die Füchsin besucht den Bau nur
selten, verweilt vielmehr den grössten Theil des Tages in Dickich-
ten in der Nähe des Baues, wie er glaubt, um den Zudringlichkeiten
des Fuchses besser ausweichen zu können.
Gray machte auf eine Varietät von Canis vulpes aufmerksam,
die im Ardennenwalde in Belgien erlegt war. Er vergleicht sie mit
Canis melanogaster Bonap. , von der sie nur durch die weisse
Schwanzspitze und beträchtlichere Grösse unterschieden ist. Proc.
zool, soc. p. 247.
Philippi beschrieb den Canis fulvipes Waterh. von Puerto
Montt und bildete den Schädel desselben, so wie zur Vergleichung
den der Chilla (Canis Azarae von Chile) ab. Archiv für Naturgesch.
p. 45. Taf. III.
Hyaenina. Busk machte Bemerkungen über die Charaktere
im Schädel und im Gebiss der lebenden Arten von Hyaena. Er
setzt namentlich die Unterschiede von Hyaena striata und brunnea
auseinander. Journ. Linnean Soc. IX. p, 65.
Gray beschreibt das Junge von Crocuta maculata und bildete
den Schädel desselben ab. Proc. zool. soc. p. 245.
Von Flower erhielten wir Proc. zool, soc. p. 474 eine Ana-
tomie von Proteles cristatus Sparrm. , worin Gehirn, Verdauungs-
organe, Leber, männliche Geschlechtsorgane u. s. w. berücksichtigt
sind. Das junge Thier ist pl. 36 abgebildet
Pelina. Fitzinge r hat eine Revision der zur natürlichen
Familie der Katzen (Feles) gehörigen Formen angestellt. Wiener
Sitzungsber. 58. p. 421. 59. p. 211 und 629. 60. p. 173. In der Ein-
leitung kämpft Verf. gegen die Neigung, die nahe verwandten Arten
als Varietäten zusammenzuziehen, ohne dass seine Gründe überzeu-
gend sind. Er charakterisirt dann die einzelnen von ihm angenom-
menen Gattungen und Arten, die letzteren mit reicher Syuonymie.
1. Gatt. Leo, Die Pupille ist rund; die Krallen sind vollkommen
zurückziehbar; der Schwanz ist lang und endiget in eine Quaste;
die Ohren sind nicht mit Haarbüscheln versehen; Kopf und Hals sind
beim Männchen von einer mehr oder weniger langen, herabhängen-
den Mähne umgeben; die Backen sind von keinem Barte umgeben,
die Beine sind von mittlerer Höhe, Dahin L. barbarus. capensis, se-
negalensis, persicus, guzeratensis. 2. Gatt. Tigris. Die Pupille ist
rund; die Krallen sind vollkommen zurückziehbar; der Schwanz ist
lang und endiget in keine Quaste; die Ohren sind nicht mit Haar-
büscheln versehen; eine Mähne fehlt gänzlich; die Backen sind von
418 T rose hei: Bericht üb. d. Leist. iu d. Naturgeschichte
einem Barte umgeben, der bis hinter die Ohren reicht; die Beine
sind von mittlerer Höhe. Dahin T. regalis, sondaica, longipilis.
3. Catt. Panther a. Die Pupille ist rund; die Kr^-llen sind voll-
kommen zurückziehbar; der Schwanz ist lang oder mittellaug und
endiget in keine Quaste; die Ohren sind nicht mit Haarbüscheln
versehen; eine Mähne fehlt gänzlich; die Backen sind von keinem
Barte umgeben ; die Beine sind von mittlerer Höhe. Dahin in der
alten Welt: P. Pardus, Nimr, antiquorum, Leopardus, variegata,
Orientalis, Irbis, macroscelis, nebulosa, Diardii, marmorata, suma-
trana, javauensis, undata, Smithii, angulifera, rubiginosa, torquata,
inconspicua, chinensis, nepalensis, megalotis , moormensis, Jacque-
montii, Temminckii; in der neuen Weit: P. on^a mit 4 Varietäten,
Maracaya, mitis, brasilicnsis, Buffonii, macrura, venusta, tigrina, ar-
millata, pardalis, ludoviciana, mexicana, Jardinii, Hamiltonii, Grifi-
thii, catenata, Geoffroyi, celidogaster, strigilata, pajeros; ungefleckte
Arten: P. concolor mit 2 Varietäten, Yaguarundi, Eyra. 4. Gatt.
G aleopardus. Die Pupille ist rund; die Krallen sind vollkommen
zurückziehbar; der Schwanz ist mittellang oder kurz und endigt
in keine Quaste; die Ohren sind nicht mit Haarbüscheln versehen;
eine Mähne fehlt gänzlich; die Backen sind von keinem Barte umge-
ben; die Beine sind hoch. Dahin G. viverrinus, himalayanus, capen-
sis, Serval, senegalensis, neglectus, brachyurus. 5. Gatt. Gynailu-
rus. Die Pupille ist rund; die Krallen sind unvollkommen zurück-
ziehbar; der Schwanz ist lang und endigt in keine Quaste; die Ohren
sind nicht mit Haarbüscheln versehen ; im Nacken befindet sich eine
aufrecht stehende Mähne; die Backen sind von keinem Barte umge-
ben; die Beine sind hoch. Dahin C. guttatus, jubatus, venaticus.
6. Gatt. Felis. Die Pupille ist senkrecht elliptisch; die Krallen
sind vollkommen zurückziehbar; der Schwanz ist mittellang und
endigt in keine Quaste; oie Ohren sind nicht mit Haarbüscheln ver-
sehen; eine Mähne fehlt gänzlich; die Backen sind von keinem Barte
umgeben ; die Beine sind von mittlerer Höhe. Dahin F. catus, ma-
nul, maniculata mit zahlreichen Varietäten der Hauskatze, pulchella,
caffra. 7. Gatt. Chans. Die Pupille ist senkrecht elliptisch; die
Krallen sind vollkommen zurückziehbar; der Schwanz ist mittel-
lang oder kurz und endigt in keine Quaste; die Ohren sind mit
Haarbüscheln versehen, mehr oder weniger lang und zugespitzt oder
ziemlich kurz und stumpf gerundet; eine Mähne fehlt gänzlich; die
Backen sind von keinem Barte umgeben; die Beine sind hoch; der
Kopf ist breit, die Schnauze gewölbt. Dahin Ch. servalinus, orna-
tus, caligatus, nigripes, affinis, erythrotis, calolynx, Rüppellii, chry-
sothrix. 8. Gatt. Caracal Die Pupille ist senkrecht elliptisch;
die Krallen sind vollkommen zurückziehbar; der Schwanz ist mit-
tellang oder kui'z und endigt in keine Quaste; die Ohren sind mit
der Säugethiere während des Jahros 1869. 419
Haarbüscheln versehen, sehr laug und spitz; eine Mähne fehlt gänz-
lich; die Backen sind von keinem Barte umgeben; die Beine sind
hoch; der Kopf ist breit, die Schnauze gewölbt. Dahin C. melano-
tis, bengalensis, algiricus, rutihis, nubicus. 9. Gatt. Lynx. Die
Pupille ist senkrecht elliptisch; die Krallen sind vollkommen zu-
rückziehbar; der Schwanz ist kurz oder sehr kurz und endigt in
keine Quaste; die Ohren sind mit Haarbüscheln versehen, sehr
lang und spitz; eine Mähne fehlt ganzlich; die Backen sind von
einem Barte umgeben, der bis hinter die Ohren reicht: die Beine
sind hoch ; der Kopf ist breit, die Schnauze gewölbt. Dahin L. cer-
varia, virgata, borealis, vulgaris, i^ardiua, mexicana, caroliuensis,
dorsalis, rufa, maculiventris, floridana, montana, aurea, fasciata, ca-
nadensis. 10. Gatt. Ailurogale. Die Pupille ist senkrecht ellip-
tisch ; die Krallen sind vollkommen zurückziehbar ; der Schwanz ist
kurz und endigt in keine Quaste; die Ohren sind nicht mit Haar-
büscheln versehen, kurz und gerundet; eine Mähne fehlt gänzlich;
die Backen sind von keinem Barte umgeben; die Beine sind hoch;
der Kopf ist schmal, die Schnauze flachgedrückt, Dahin A. plani-
ceps. — In einem Anhange werden dann noch einige ungenügend
bekannte Arten aufgezählt.
Im Dresdener zoologischen Garten wurden Löwen , Tiger und
Pumas geboren, worüber Seh öp ff nähere Nachricht giebt. Zoolog.
Garten p. 121.
v. Martens theilt auszüglich nach King das Vorkommen
des Löwen in Nordindien mit. Zool. Garten p. 343.
lieber Leopardus melas aus Java und den Gepard aus Süd-
asien macht Otto einige Notizen. Sitzungsber. Ges. Isis in Dres-
den 1869. p. 198.
Les chats. Histoire, moeurs, observations, anecdotes par Champ-
fleury. Paris 1869. Ist mir nicht zu Gesicht gekommen; soll
nach einer Anzeige in Revue et mag. de Zoologie XXI. p. 80 recht
interessant sein.
Grimm untersuchte den Bogenapparat der Katze histologisch.
Bull, de St. Petersbourg 14. p. 73.
Rose spricht sich für specifische Verschiedenheit der Wild-
katze von der Hauskatze aus. Zool. Garten p. 203.
Mc Intosh beschrieb den Bau einer monströsen jungen Katze.
Journ. of anat. and physich II. 1868. p. 366 mit 2 Tafeln.
Im Herbste 1868 wurde in der Provinz Preussen, nahe dem
Johannisberger Walde ein Luchs erlegt, worüber v.D roste Bericht
erstattet. Zool. Garten p. 48.
394 Troschel: Bericht üb. d. Leist. m d. Naturgeschichte
Pinuipedia.
Fhocidae. Gray macht Annais nat. hist. IV. p. 342 auf die
Verschiedenheiten aufmerksam, welche die Seehunde während ihres
"VVachsthums eingehen. Er giebt dann folgende Uebersicht der Gat-
tungen der Phocidae:
Sectio L Vorderzähne |, die unteren conisch; die hinteren
Zehen mit Krallen. Tribus 1. Phocina. Der vordere Backenzahn
in jedem Kiefer einwurzelig, die übrigen zweiwurzelig ; Kopf vorn
schmal; Muffel kahl, schwielig und mit einer senkrechten Rinne
zwischen den Nasenlöchern, a. Schnauze breit, Bartborsten glatt,
der dritte Finger der längste ; Schädel mit breitem Gesicht, convexer
Stirn, hinten gewölbtem Gaumen; Unterkiefer stark, Winkel unter
dem Vorderende des Condylus; Zähne klein^ comprimirt, weit ge-
trennt. Gatt. Phoca. b. Schnauze conisch, Bartborsten wellig, der
erste Finger der längste ; Schädel vorn verschmälert, Stirn flach,
Gesicht klein. * Unterkiefer stark, Winkel in einer Linie etwas vor
dem Condylus, Zähne dick, conisch, gelappt. Gatt. Pagophilus Hin-
terende des Gaumens abgestutzt, Ilalicyon Hinterende des Gaumens
gewölbt, Galloceplialus Hinterende des Gaumens winklig. ** Un-
terkiefer schwach , Ramus abschüssig , Winkel vor dem vorderen
Fortsatz des Condylus, Zähne klein, getrennt, comprimirt und ge-
lappt, besonders im Unterkiefer. Gatt. Pagomys Hinterende des
Gaumens winklig. Tribus 2. Halicho er ina. Alle Backenzähne
einwurzelig mit Ausnahme der beiden hinteren im Oberkiefer und
des hintersten im Unterkiefer; Kopf breit, vorn viereckig; Schnauze
gross, abgestutzt, Muffel haarig bis zum Rande und zwischen den
Nasenlöchern; Bartborsten wellig. Gatt. Halichoerus. — Sectio H.
Vorderzähne |, Muffel haarig bis zum Rande und zwischen den Na-
senlöchern. Tribus 3. Mona cht na. Untere Vorderzähne an der
Innenseite gekerbt, der erste Backenzahn in jedem Kiefer einwur-
zelig, die übrigen zwei wurzelig. Gatt. Monachus. Tribus 4. Loho-
dontina. Vorderzähne concav, Backenzähne tief und vielfach ge-
lappt, der erste, zweite und dritte obere und erste untere einwurze-
lig, die übrigen zwt- iwurzelig ; Hinterpfote klein ; Muffel haarig. Gatt.
Lohodon Unterkiefer mit Winkel unter dem Condylus. Tribus 5.
Stenorliyncliina. Vorderzähne conisch, Backenzähne mehr oder
weniger dreilappig, die zwei vorderen in jedem Kiefer einwurzelig,
die übrigen zwciwurzelig; Muffel haarig bis zum Rande und zwischen
den Nasenlöchern; Hinterfüsse ohne Krallen. Gatt. Stenorhynchus
Unterkiefer stark, Ramus aufrecht, Backenzähne mit drei cylindrisch
verlängerteu Lappen, Ommatophoea. Unterkiefer vorn schlanker,
Backenzähne klein, comprimirt, mit einem centralen eingekrümmten
Lappen und einem sehr kleinen jederseits. Leptonyx Unterkiefer
der Säugethiere während des Jahres 1869- 421
schwach, Ramus uatth hinten abschüssig, Backenzähne subcompri-
mirt, mit kleinem centralen und kleinerem hinteren Lappen. Tri-
bus 6. Cystophorina. Untere Vorderzähne conisch, ungleich,
Backenzähne mit kleinen gefalteten Kronen und grossen geschwol-
lenen einfachen Wurzeln; Muffel haarig, beim Männchen vorgezogen
oder aufgebläht; Bartborsten wellig. Gattung Morunga Nase des
Männchens in einen Rüssel vorgezogen. Cystophora Nase des Männ-
chens mit einem aufgeblasenen Kamm.
Kinberg beschrieb sehr ausführlich die einzelnen Knochen
von Phoca groenlandica, die in dem Schwedischen Glacialthon ge-
funden worden sind: Odi arktiska Phocaccer, fuuna uti mellersta
Sveriges glaciallera. Öfversigt af Kongl. Vetensk. Akad. Förhand-
lingar 1869. p. 13. Er schliesst aus dem häufigen Vorkommen, dasa
diese Thierart dort seine wirkliche Heimath gehabt habe. — Bei
Hästefjord zwischen Venersborg und Uddevalla wurden Knochen
vom Menschen, Felis lynx, Cervus alces, Cygnus rausicus, Cq^nis ge-
funden wie Kinberg ib. p. 53 berichtet.
Fräser berichtet kurz über einen weiblichen Stenorhynchus,
den er in Neuseeland sah. Proc. zool. soc, p. 2.
Scaramon schildert Proc. Philadelfyhia 1869. p. 61 Vorkom-
men und Lebensweise des Seeelephanten, Macrorhinus augustiro-
stris Gill.
Otaridae. Gray untersuchte einige Schädel von Seebären und
fügt eine Uebersicht der Gattungen der Otarieufamilie hinzu. Annais
nat. bist. IV. p. 264:
1. Section. Seelöwen. Der Gaumen reicht nach hinten bis
zu einer Linie zwischen den Condylen der Kiefer, Backenzähne f.
1. Tribus Otariina. 1. Gatt. Otaria, Ost- .und Westküste von
Südamerika. II. Section. Seebären. Der Gaumen reicht nach hin-
ten nur bis zu einer Linie zwischen der Mitte der Jochbögen. 2. Tri-
bus Calliorhinina. Backenzähne f, Schädel oblong, Gesicht
breit, kürzer als die Augenköhle, Stirn gewölbt. 2. Gatt. Callorhi-
nus, Nordwestküste von Amerika. 3. Tribus Ärctocephalina.
Backenzähne f , Gesicht des Schädels vorn abschüssig, der 5. und
6. Backenzahn hinter dem Anfange des Jochbogens. 3. Gatt. Pho-
carctos, Backenzähne gross , gelajipt, die sechs oberen mit zwei
Kerben am Hinterrande, Süd-Amerika. 4. Gatt. Ärctocephalus, Bak-
kenzähne dick, Krone conisch, Afrika. 5. Gatt. Eiiotaria, Backen-
zähne gross, subcylindriscb, Krone conisch, Gesicht breit, Süd-Ame-
rika. 6. Gatt. Gypsophoca, Backenzähne von massiger Grösse, com-
primirt, mit einem kleinen mehr oder weniger deutlichen Lappen
am Vorderrande des Cingulum, Gesicht schmal, comprirairt. Austra-
lien. 4. Tribus. Zalophina, Backenzähne |, gross, dick, in einer
enggeschlossenen Reihe, der fünfte obere vor dem Hinterrande des
422 Troschel: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgeschichte
Jochbogens. 7. Gatt. Zalopliiis, Backenzähne gross und dick, in
einer geschlossenen gleichförmigen Reihe, Südamerika. 8. Gatt. Neo-
phoea, Backenzähne gross, dick, alle gleich, in einer fortlaufenden
gleichförmigen Reihe. Australien. 5. Tribus Eumetopiina, Bak-
kenzäbne f, mehr oder weniger von einander getrennt, der hintere
obere hinter dem Hinterrande des Jochbogens, und von den übrigen
Backenzähnen durch einen concaven Raum getrennt, 9. Gatt.
Eumetopias, Westküste von Amerika. 10. Gatt. Ärctophoca, West-
küste von Süd-Amerika.
Murie beschrieb Proc. zool. soc. p. 100 die Ohrrobben, wel-
che durch Leconte in den Falklandsinseln gesammelt waren. Sie
gehörten zwei Arten an: Otaria jubata und nigrescens. Von erste-
rer ist ein altes Männchen, ein Weibchen und ein Junges abgebil-
det, auch die Schädel von beiden Geschlechtern, die beträchtliche
Verschiedenheit zeigen.
Turner beschrieb Journ. of anat. and physiol. III. 1869.
p. 113 den Schädel von einer wahrscheinlich neuen Art Arctocepha-
lu8, für die er den Namen Ä. schist-hyperöes vorschlägt. Er soll
vom Cap stammen.
M c B a i n beschreibt den Schädel einer Otaria von den Chiu-
cha-Inseln (Otaria ülloae?). Journal of anat. and physiol. III. 1869.
p. 109.
Bodeutia.
Sciurind. Mäklin erwähnt Albinos von Sciuriis vulgaris und
Arvicola agrestis. Öfversigs Finska Vetensk. Soc. Förhandlingar
XII. p. 96.
Nach dem Rostocker Tageblatt vom 4. Mai 1868, Zool. Gar-
ten p. 127 wurden junge Eichhörnchen von einer Katze gross-
gesäugt.
Fatio macht darauf aufmerksam, dass die Murmelthiere des
Engadin sich immer von denen des Berner Oberlandes durch helle-
ren Pelz und schwache Spuren von Schwarz auf dem Rücken aus-
zeichnen, während die letzteren immer eine dunkle Binde oder einen
Mantel auf dem Rücken haben. Faune des Vertebres de la Suisse
p. 169.
Palmipedia. Gray berichtet^ dass das Britische Museum drei
Schädel des amerikanischen Bibers mit weissen oder gelblichen Schnei-*
dezähnen erhielt. Er bezeichnet diese Varietät als Castor canadensis
leucodonta und vermuthet, da'ss sie von der Nordwestküste Amerikas
stammen. Annais nat, hist. IV. p. 293.
Green schildert nach eigenen Beobachtungen die Naturge-
schichte und Jagd des Bibers (Castor canadensis) an dem pacifiechen
der Säugethiere während des Jahres 1869. 423
Abhänge der Rocky-Mountains, und Brown fügt dem Aufsatze Be-
merkungen hinzu. Journ. Liunean Soc. X. p. 361 — 372.
Alexander Agassiz hat Gelegenheit gehabt eine grosse
Menge von Biberdämmen zu untersuchen, als er sich zu Keweenaw-
Point aufhielt. Einer derselben war 650 Fuss lang und 3V2 Fuss
breit. Er stimmt der Ansicht von Morgan bei, dass nur wenige
Thiere sich gleichzeitig zu diesen Bauten vereinigen, dass diese
Dämme vielmehr Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende bestanden ha-
ben und durch fortdauernde Reparaturen erhalten worden sind. Verf.
sieht den Beweis für solche Annahme darin, dass sich immer an den
Biberdämmen Torfmoore finden, die m Folge der Wasserstauung
durch der Damm entstanden sind, und indem er einen Fuss als den
Durchschnitt der Mächtigkeit des in einem Jahrhundert entstehenden
Torfes annimmt, so müssen die Dämme, welche er an 9 Fuss tiefem
Torfe untersuchte, etwa 900 Jahre alt sein, eine so lange Zeit, dass
auch wenige gleichzeitige Thiere genügt haben, um sie allmählich
aufzubauen. Neue Dämme werden von einem Paar junger Biber
augelegt, sie erforschen die Gegend im Winter, und beginnen das
Werk im nächsten Frühling. Die Ausdehnung der Entblössuug der
Wälder ist sehr beträchtlich. Proc. Boston Soc. XIII. p. 101.
Weld berichtet von dem Auffinden der Reste eines Biber-
feldes in New-Yersey, oben auf dem Gipfel, etwa 175 Schritt vom
Felsenabhange, der etwa 500 Fuss über dem Hudson-River liegt.
Man hat im Torf durch die Biber abgenagte Stämme gefunden.
Silliman Amer. Journ. 48. p. 433.
Murina. In einem Aufsatze von Mäklin über den Einfluss
des Welthandels auf die geographische Verbreitung (Öfversigt af
Finska Vetenskaps-Societetens Förhandlingar XII. p. 87 ist auch von
der Verbreitung von Mus musculus und Mus decumanus die Rede.
Ein Rattenskelet, welches in Lippstadt beim Abbruche eines
230 Jahr altes Hauses gefunden wurde, an einem Orte, der für das
gleiche Alter des Skeletes bürgte , gehörte Mus rattus an , und
stimmte mit neueren Skeleten von Mus rattus vollkommen überein.
Sitzungsber. der niederrheinischen Ges. in Bonn p. 160.
Steinvorth giebt an, dass in Lüneburg Mus rattus noch die
bei weitem vorherrschende Art ist, obwohl seit wenigstens 30 Jah-
ren auch die Wanderratte die Wohnungen an der Ilmenau bewohnt.
Jahreshefte des naturw. Vereins für das Fürstenthum Lüneburg
IV. p. 134.
Fatio spricht sich ausführlich für die Ansicht aus, dass Mus
rattus und alexandrinus einer und derselben Species angehören,
wie das seit der Veröffentlichung von de l'Isle so häufig geschieht.
Ref. hat die entgegengesetzte Ansicht. Faune des Vertebres de la
Suisse p. 193.
424 Troschel: Bericht üb. d. Leist. m d. Naturgeschicfete
Derselbe Verfasser beschreibt ib. p. 207. pl. 7 eine neue Maus
»Mus poscliiavinus, die sehr nahe verwandt ist mit Mus musculus,
aber nur 7 Gaumenfalten hat anstatt 8, und vop dunkelschwarzer
Farbe ist. Er fand sie in einer Tabaksfabrik in Poschiavo am süd-
lichen Abhänge der Alpen, und vermuthet, sie- sei etwa mit Ta-
bakssenduugen eingeführt.
llolfert erv;ähnt Sitzungsber. der Ges. Isis in Dresden 1869.
p. 148, die ans dem Quarterly Journal entnommenen Ansichten über
die Ursache des Singens der Singmäuse , namentlich dass es die
Folge eines krankhaften Athmens sein könnte, veranlasst durch die
Anwesenheit eines Parasiten, Cysticercus fascicularis, in der Leber,
ua man bei Untersuchung einer singenden Maus jedesmal diesen
Parasiten gefunden habe. (Dann müssten viele Mäuse singen. Ref.)
Steinvorth hat bereits 1867 eine singende Maus beobachtet.
Es war nicht ein Gesang mit regelmässiger Folge von Tönen, son-
dern ein buntes Zwitschern und Zirpen, das mit dem gewöhnliclaen
Quieken der Mäuse- fast gar keine Aehnlichkeit hat, wohl aber bis-
weilen mit dem Zirpen der Heimchen. Verf. vermuthet, dass es in
einem krankhaften Zustande des Thieres seinen Grund hat. Jahreshefte
des Naturw. Vereins des Fürstenthum Lüneburg III. p. 144. Später
ib. IV. p. 135 hat er wieder eine Singmaus in seiner Stube beobach-
tet, die sehr zahm war und wochenlang selbst von Fremden ge-
hört werden konnte, die ins Zimxraer geführt wurden,
Hypo geomys n. gen. Grandidier Revue et mag* de Zoolo-
gie XXI p 338, Gebiss : 3 ' q ' g ' o 3° ^^^ Backenzähne sind aus
drei einfachen , schiefen, nach vorn geneigten Lamellen gebildet,
sie sind mit Wurzeln versehen, der vordere ist der grösste. Die
platte Krone zeigt an, dass sie ausschliesslich herbivor sind. Ihre
Hintergliedmasson übertreffen die Vordergliedmassen, so dass sie
grosse Sprünge machen können. Nur das Rudiment eines Daumens
an den Vorderfüssen ; die Nägel sind sehr stark. H. antimena von
Madagaskar.
Nach Giebel kommt Hypudaeus Nageri Schinz in dem Pfer-
destalle auf der Furka häufig vor. Zeitschr. für die ges. Naturwis-
schenschaften 33. p. 393.
Arvicola pauperrima Cooper American Naturalist, IL p. 535
aus Columbia nahe dem Snake River.
Alien nimmt Bullet. Mus. compar. zoology p, 234 folgende
Arten als Synonym von Arvicola riparius: A. palustris Harl., albo-ru-
fescens, hirsutus, oneida und rufescens Emmons, nasuta und penn-
sylvanica Aud. Bachm., rufidorsum und Brcweri Baird, xanthogna-
thus Godman.
Ctenomys mendocina Philippi dies Archiv p. 38 von Mendoza.
der Sängethiere während des Jahres 1869* 425
Allen ist ib. p. 227 geneigt, eine grosse Anzahl der Arten
der Gattung Hesperomys für identisch mit H. leucopus zu halten,
80 dass diese Art dann einen sehr grossen Verbreitungsbezirk ha-
ben würde.
Hystricina. Gray beschrieb als neue Art Anomälurus fulgens
vom Gaboon. Anuals nat. bist. III. p. 467.
Leporina. Nach den Erörterungen Houghton's Annais nat.
bist. III. p. 179 war das Kaninchen den Alten noch wenig bekannt.
Es ist ein ausschliesslich europäisches Thier. In der Bibel kommt
es nicht vor. Ob Aristoteles und Xenophon es gekannt haben, bleibt
zweifelhaft. Polybius der Historiker, Strabo, Aelian und Plinius er-
wähnen es als in Spanien lebend, nach Athenaeus kommt es auch
in Italien vor. Verf. schliesst aus seinen Citaten, dass es in alten
Zeiten in Italien und Griechenland nicht heimisch war, sondern
erst später aus anderen Ländern eingeführt wurde.
Friediowsky fand zwei Fälle von beträchtlicher Verlänge-
rung der Schneidezähne in Ober- und Unterkiefer bei Lepus tirai-
dus und bildete sie ab. Wiener Sitzungsber. 59. p. 341.
Blanford beschrieb einen neuen Hasen Lepus tigrensis, der
dem L. saxatilis sehr ähnlich ist aber kleiner, mit kürzerem Schwanz,
und mit rostfarbigen Haaren der Fusssohlen. Als Synonym citirt
er Lepus abyssinicus Lefebvre non liempr. Ehrbg. Abyssiuien. An-
nais nat. bist. IV. p. 330.
Elliot Coues machte Bemerkungen über Lepus palustris
Bachm., worin er über die Verbreitung und Lebensweise handelt,
und dann auf eine Schilderung der Unterschiede von Lepus syl-
vaticus eingeht. Proc. Boston Soc. XIII. p. 86.
Welch veröffentlichte seine Beobachtungen über Lepus ame-
ricanus, besonders in Beziehung auf den Haarwechsel und auf die
Farbenveränderung beim Beginne des Winters. Die Beobachtungen
waren an Exemplaren in New -Brunswick, Nordamerika, angestellt.
Proc. zool. soc. p. 228.
Edeiitata.
Gervais, Memoire sur les formes cerebrales propres aux
Edentes vivants et fossiles, precede de remarques sur quelques points
de la structure anatomique de ces animaux et sur leur Classifica-
tion. Nouvelles Archives du Museum V. p. 1—56 mit 6 Tafeln.
Verf. theilt die Edentaten in 5 Familien: Faulthiere, Gürtelthiere,
Orycteropus, Myrmecophaga uud Schuppenthiere ; handelt dann vom
Gebiss und Skelet; bespricht ferner die aus dem Gehirn der Säuge-
thiere hergenommenen Charaktere im Allgemeinen; beschreibt die
Formen des Gehirns in den verschiedenen Familien und Gattungen
426 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
dieser Ordnung, und schliesst mit der Betrachtung einiger den
Edentaten verwandten Säugethiere, namentlich Toxodon und Typo-
therium. Auf den Tafeln sind die Gehirne der verschiedenen Gat-
tungen, grossentheils nach Ausgüssen des Schädels abgebildet.
Auch Pouch et schrieb über das Gehirn der Edentaten. Ro-
bin Journ, de l'Anatomie et de Physiologie VI. 1869. p. 1, 117, 302,
349 mit 6 Tafeln.
Bradypoda. Macali st er beschreibt die Myologie von Bra-
dypus tridactylus, nebst Bemerkungen über die allgemeine Muskel-
Anatomie der Edentaten. Annais nat. bist. IV. p. 51—67.
Humphrey untersuchte die Myologie der Gliedmassen von
Choloepus didactylus, Bradypus tridactylus und Myrmecophaga di-
dactyia. Journal of anatomy and physiology V. 1869. p. 17 — 78.
V. Kraus s verglich 18 Exemplare von Choloepus didactylus,
namentlich in Beziehung auf das Skelet. Archiv für Naturgeschichte
p. 122.
Giogulata. Turner, On the brain of Dasypus sexcinctus.
Journ. Anatomy and Physiology I. 18Ö7. p. 313.
Galton beschrieb die Muskeln der Vorder- und Hinterglied-
massen von Dasypus sexcinctus. Transactions Linnean Society of
London XXVI. p. 523—565 und Taf. 44.
Yermilingaia. Humphry beschrieb die Myologie von Orycte-
ropus capensis und vergleicht sie mit der von Phoca communis.
Journ. of anat. and physiol. II. 1868. p. 290—322. pl. 3—6.
Galton hat gleichfalls die Myologie der Ober- und Unter-
Extremitäten des Orycteropus capensis in ausführlicher Arbeit ge-
schildert. Transact. Linnean Soc. of London XXVI. p. 567— 608 mit
2 Tafeln Abbildungen.
Orycteropus capensis ist nach einem Exemplar, welches le-
bend in den zoologischen Garten zu London gekommen war, recht
hübsch in Proc. zool. soc. p. 431 in Holzschnitt abgebildet.
Nachträglich zu erwähnen ist: Pouchet, Memoires sur le
grand Fourmilier (Myrmecophaga jubata). Paris 1867. Lief. 1 u. 2.
96 Seiten, 7 Tafeln.
Galton beschrieb die Myologie des zweizehigen Ameisenbä-
ren, Cyclothurus didactylus. Report British Assoc. for the Advan-
cement of science held at Exeter p. 121; Aunals nat. bist. IV.
p. 244. pl. 8.
Multungula.
ProbOSCidea. Brandt zeigte eine Abhandlung De Dinothe-
riorum genere an, in der er die nahe Verwandtschaft zum Elephan-
ten nachweist, und giebt eine ideale Figur des Dinotherium. Bull,
de St. Petersbourg 14. p. 25.
der Säug-ethiere während des Jahres 1869. ^ 427
»De Dinotheriorum geuere Elephantidorum familiae adjun-
gendo nee non de Elephantidorum generum craniologia comparata«
ist eine Abhandlung von J. F. Brandt in den Memoiren der St. Pe-
tersburger Akademie, Bd. XIV. Nr, 1. 1869. Verf. weist nach, das
Dinotherium sei eine echte Gattung der elephantenartigen Thiere
gewesen. Ein Anhang enthält die wesentlichen craniologischen
Kennzeichen der Familie der Elephantiden, so wie der sie bilden-
den Gattungen Elephas, Mastodon und Dinotherium, und eine Clas-
sification dieser Gattungen in vierfacher Weise.
1) Elephantina. Molares lamellosi, radicibus evolutis de-
stituti, coronis plicaiis armati ; mandibulae Symphysis edentata. Ele-
phas. Mastodontina. Molares elatiiellosi, jugis transversis et ra-
dicibus distinctis muniti; mandibulae Symphysis incisivis saepe maxi-
mis instructa. Mastodon, Dinotherium.
2) Elephantina. Dentes incisivi laniariis similes in maxilla
semper conspicui. Elephas, Mastodon. — Dinotherina. Dentes
incisivi in maxilla nulli. Dinotherium.
3) Elephantina. Mandibulae Symphysis semper edentata.
Elephas. — Mandibulae Symphysis dentibus incisivis laniariis simili-
bu3 armata. Mastodon, Dinotherium.
4) Elephantina. Narium apertura externa a fossa ossibus
iutermaxillaribus impressa, partibus basalibus alveolorum tumido-
rum, eminentia transversa haud raro coniunctis, discreta. Elephas,
Mastodon. — Dinotherina. Narium apertura, externa cum
fossa intermaxillari narium aperturae partem ab ossibus incisivis
formatam constituente confluxa invenitur. Dinotherium.
Murray schrieb in Journal of travel and natural history I,
1868. p, 265 über einen Elephanten mit 9 Stosszähneu, von denen
5 auf der rechten und 4 auf der linken Seite stehen. Diese Mon-
strosität ist in Chapman's Travels in South-Africa II. p. 98 und in
ßaines' Exploration in South-Africa zuerst beschrieben. Verf. bildet
sie in Holzschnitt ab. Er schliesst daran Betrachtungen und Ver-
gleiche mit Mastodon und Dinotherium.
Friedlowsky beschrieb die Zwillingsbildung des linken
Stosszahnes eines afrikanischen Elephanten bei gleichzeitiger Ver-
kümmerung des rechtsseitigen. Wiener Sitzungsber. 59. p. 333 mit
Abbildung.
lieber den Elephantenfang in Assam berichtet Campbell
Proc. zool. soc. p. 136, und führt dabei Einiges über die Lebens-
weise dieser Thiere an.
Packard, The hairy Mammoth. The American Naturalist IL
p. 23 mit Abbildung.
Obesa. Friedlowsky bildete die abnorme Stellung oder
428 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Verlängerung des linken Unter- und Oberkieferzahnes bei einem
Hippopotamus amphibius ab. Wiener Sitzungsber. 59. p. 338,
Setigera. C o u e s hatte Gelegenheit den K9pf eines cyclopi-
schen Schweines zu untersuchen, und beschrieb denselben mit Ab-
bildung des Schädels. Proc. Boston Soc. XIII. p. 93.
Anderson beschrieb ein lebendiges junges, aber fast ausge-
wachsenes Männchen von Porcula salvania. Es war 19 Zoll lang,
der Schwanz 21 Linien. Proc. zool. soc. p. 470.
Sclater gab Proc. zooi. soc. p. 276. pl. 20 eine Abbildung
von Phacochoerus Aeliani, nebst dem Kopfe von Ph. aethiopicus und
Aeliani in Holzschnitt.
Blanford fand an dem völlig ausgewachsenen Individuum
von Phacochoerus Aeliani die Vorderzähne in beiden Kiefern ent
halten. Ib. p. 432.
Reinhardt machte in Rücksicht auf Gray's Angaben über
die Schweine im vorigen Jahre eine Bemerkung überPotamochoerus
porcus in Brasilien.. Proc. zool. soc. p. 56.
Anisodactyla. Schöpff machte eine Notiz über ein Tapir-
weibchen im zoologischen Garten zu Dresden. Zool. Garten p. 121.
Rieu erklärt das Thier Rem des alten Testaments Hiob 39, 12
für das Rhinoceros, weil es seinen Feind in die Luft wirft, indem
es ihn mit dem Hörn aufhebt. Das Thier Rehem dagegen sei die
Giraffe (Plalm 92, 10). Verhandl. der Schweizerischen naturf. Ges.
in Einsiedeln 1868. p.86.
Gray behauptet, dass Rhinoceros keitloa specifisch verschie-
den sei von Rh. bicornis, Annais nat. hist. III. p. 244.
Gray fand in dem Schädel eines alten Weibchens von Rhi-
noceros keitloa aus Abyssinien die Vorderzähne ; der rechte Zwischen-
kiefer hat hinten einen grossen Zahn, der linke einen mittelgrossen
Zahn in der Mitte und einen sehr kleinen rudimentären Zahn hinten
nahe dem Hinterrande. Proc. zool. soc. p. 225.
Brandt machte eine Mittheilung über das Haarkleid des
ausgestorbenen nordischen Nashorns, Rhinoceros tichorhimis, worin
er seine früheren Angaben im wesentlichen bestätigte, däss es ein
massig langes, nicht sehr dichtes und aus einförmigen Haaren ge-
bildetes Haarkleid , keineswegs aber auch lange , dichte reichliche
Wollhaare besass, sich also durch den Mangel eines W^ollpelzes von
andern borealen Thieren unterschied. Dessenungeachtet wich es
durch seine geschlossene Haardecke von allen noch lebenden Nas-
hornarten bedeutend ab. Bull, de St. Petersbourg 14. p. 353.
In den Memoires de l'Acad. imp. de St. Petersbourg XIV hat
Brandt mit seiner gewohnten Gründlichkeit und Gelehrsamkeit die
Abhandlung über die Gattung der Klippschliefer (Hyrax Her.) be-
sonders in anatomischer und verwandtschaftlicher Beziehung nebst
der Säugetliiere während des Jahres 1869. 429
Bemerkungen über ihre Verbreitung und Lebensweise veröffentlicht,
über welche schon im vorjährigen Berichte p. 19 aus dem Bull, de
St. Petersbourg vorläufig Notiz genommen war. Die Abhandlung
umfasst 127 Seiten und ist von drei Tafeln begleitet. Sie zerfällt in
5 Bücher, von denen das erste den äusseren Organen, das zweite und
dritte der Anatomie, das vierte der geographischen Verbreitung, der
Lebensweise, Jagd, Fang und Nutzen, das fünfte den Betrachtungen
über die Verwandtschaften der Gattung Hyrax gewidmet ist. Auf
die Eintheilung in Gattungen und Species hat sich Verf. nicht
eingelassen. Im fünften Buche stellt er eine sorgfältige und viel-
seitige Erörterung der Beziehungen der Klippschliefer mit den noch
lebenden und untergegangenen Gattungen der Pachydermen , und
mit den Nagethieren und Edentaten an und gelangt zu dem Re-
sultate, dass sich Hyrax im Allgemeinen als Glied der Abtheilung
der bloss mit Lippen versehenen unpaarzehigen Hufthiere anspre-
chen lässt. Er repräsentirt unter den Hufthieren die Höhlen- und
Baumbewohner und besitzt deshalb ein grösseres Klettertalent als
die anderen felsbewohnenden Hufthiere, indem er selbst auf perpen-
diculären Flächen emporsteigt. Er nähert sich daher auch bedeu-
tend mehreren Nagerformen. Von den anderen Hufthieren weicht
er ausserdem durch mehrere ihm eigenthümliche Structurverhält-
nisse und eine gewisse Hinneigung zu den Edentaten ab. Er wird
demnach als aberrante, stark zu den Nagern hinneigende, aber trotz
ihres nagerähnlichen Habitus, den Pachydermen einzuverleibende
Gruppe anzusehen sein, und als Ungulata gliriformia oder gliroidea
bezeichnet werden können. Der lUiger'sche Name Lamnungia wird
für unpassend erklärt, weil auch die Elephanten Lamnungia sind.
Die Hufthiere würden also, nach Ansicht des Verfassers in Ungulata,
Gliriformia, Pachydermata und Ruminantia zu theilen sein. In einem
Anhange wird über die fossilen Reste der Gattung Hyrax und ihr
Verhältniss zur Transformationstheorie gehandelt. Verf. schliesst:
Ich vermag Hyrax schliesslich am passendsten nur den Thierformeu
von constanter, langer, periodischer Dauer zuzuzählen, und ihn, wie
diese, von einer ganz besonderen Urform herzuleiten, welche sich
nach verschiedenen theils zu Nagern, theils, ganz besonders, zu den
Pachydermen hinneigenden Richtungen entwickelte.
Peters beschrieb eine neue Art Hyrax mossambicuSy die er
früher für Varietät von H. arboreus gehalten hatte. Die Art ist
nach einem noch nicht ganz ausgewachsenen Weibchen aufgestellt.
Sitzungsberichte d. Ges. naturf. Freunde zu Berlin 1869. p. 25.
ßlanfor d fand in Abyssinien einen Schädel von Hyrax ßrucei,
welcher ausser den normalen Zähnen noch jederseits am hintern
Ende der Backenzähne im Oberkiefer einen überzähligen Zahn be-
sass. Proc. zool. soc. p. 603.
Archiv f. Natiirg. XXXVl. Jahrg. 2. Bd. ■ Cc
430 Trosohel: Bericht üb. d. Leist. iu d. Naturgeschichte
Derselbe untersuchte die Ab^'ssinischen Hyraces in zahlrei-
chen Exemplaren und unterscheidet ib. p. 638 vier Arten ; 1) Eük-
kenstreif schwarz, a) Pelz l.art, gefleckt, Grösse, massig; U. dbys-
sinicus (H. habessinicus Ilempr. Ehrbg.) au den Küsten des Rotheu
Meeres, b) Pelz weich, lang, gross: H. capensis? (Euhyrax abyssi-
nicus Gray) im südlichen Abyssinien. 2) Rückenstreif gelb, a) Pelz
weich, verschieden gefärbt aber gewöhnlich dunkelbräunlich braun-
grau oder braun, und gefleckt: JH. Brucei (H. brucei, alpini, ferrugi-
neus und irroratus Gray, abyssinicus auct. non Hempr. Ehrbg.).
Hochland im nördlichen Abyssinien. b) Pelz hart, gelblich braun,
Grösse massig: H. dongolanus (H. ruficeps vel dongolanus Hempr.
Ehrbg., burtoni Gray, Dongola, Aegypten.
Gray beschreibt Ann. nat. hist. IH. p. 242 wieder einige neue
Species von Hyrax, die ihm bei der früheren Aufzählung noch nicht
bekannt waren (vergl. vorj. Ber. p. 18). Sie gehören alle zur eigent-
lichen Gattung Hyrax. Er nennt sie H. ferrugineus und irroratus,
nebst einer Varietät luteogaster der letzteren aus Abyssinien ; ferner
H. Bocagei aus Angola.
Solid ungula.
Garner beschäftigte sich mit den Homologien in den Extre-
mitäten des Pferdes. Er hält die Kastanien für die Rudimente der
Nägel der fehlenden grossen Zehe und des Daumens, die Spornen
(ergots) für die Rudimente der Nägel der beiden kleinereu Zehen
des fossilen Pferdes. Report British Assoc. for the advanc. of
science held at Exeter. p. 121.
Sauson glaubt nach osteologischen Charakteren des Kopfes und
der Wirbelsäule unter den gewöhnlichen Pferden acht Arten unter-
scheiden zu können: 1) Brachycephale Arten : Eqiius caballns asiäti-
cus aus dem centralen Plateau Asiens, africanus aus dem Nordosten
Afrika's, hihernicus aus Irland, hritannicus aus dem alten Britannien.
2) Dolichocephale Arten: Eqims cahallus gernianicus aus Dänemark,
frisius aus Friesland^ helgius aus Belgien, sequanus aus dem Pariser
Becken der Seine. Comptes rendus 6. Dec. 1869; Revue de zool.
21. p.436.
George, Etudes zoologiques sur les Hemiones et quelques au-
tres especes chevalines. Annales des sc. nat. XII. p. 5 — 48 mit 4
Tafeln. Er ist geneigt drei Sectionen in der Gattung Equus zu
unterscheiden, ohne sie als Genera anzuerkennen, die Pferde, Esel
und Zebra. Die Zahl der Lendenwirbel, 6 oder 5, wie Sansou sie
hervorgehoben hat, erkennt er nicht als specifischen Unterschied
an, so dass es von Pferden nur eine Art giebt, Equus caballus. Als
den Stammvater des Hausesels betrachtet Verf. den Onagrus Abys-
der Säugethiere während des Jahres 1869. 431
siniens. Die Gliodmassen sind im Vergleich zur Länge des Kopfes
beim Esel viel kürzer als beim Pferde. Die wilden Esel des Xeno-
phou und der Hebräer erklärt er für Equus Hemippe. Zwischen
diesem und Hemionus findet er keine anatomische Differenz, die so
gross wäre wie dieselbe zwischen diesen Thieren und Onagrus. Auch
den Gour, Ghor-Khur, Kulang, Dschiggetei, Kiang und Asinus equu-
leus sieht er nur als Rassen einer Species an, nämlich Equus hemio-
nus, die sich dann von Syrien bis nach China ausbreiten würde,
Milne Edwards ist es gelungen einen Bastard von Equus
hemionu.s und einer Stute zu erzielen. Er bildet ihn ab. Indem
er den Ansichten George's seinen Beifall ausspricht, fügt er Abbil-
dungen eines Bastardes von E. hemionus und einer Eselin, so wie
eines weiblichen E. hemionus und eines E. onagrus hinzu. Nouvel-
les Archives du Museum d'hist. nat. V. p. 37. pL 2 — 5. — Vergl.
auch Bull. d'Acclimatation, und daraus Zool. Garten p. 381.
Czapski hielt einen Vortrag über das wilde Pferd und sein
Verschwinden aus Europa. Dem Verf. scheint es sicher, dass noch
die ersten' Jahre unseres Jahrhunderts Zeugen des Verschwindens
einer wilden Pferdegattung in Europa gewesen sind. Sitzungsber.
der Dorpater Naturforscher-Gesellschaft III. p. 27.
Lenormand ist der Ansicht, dass der Esel in Aegypten und
Syrien seit den ältesten Zeiten als Lastthier allgemein angewendet
wurde; das Pfßrd dagegen bleibe in den Ländern südwestlich vom
Euphrat bis zu den Zeiten, wo die Hirten in Aegypten dominirten,
d. h. bis um das 19. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung-
unbekannt. Comptes rendus 6. Dec. 1869; Revue de Zoologie 21.
p. 437.
P^ aye citirt ib. 20. Dec. und Revue de Zoologie p. 441 eine
Stelle aus der Genesis, wonach es schon zur Zeit Abraham's in
Kanaan Pferde gegeben hat, viel früher als Lenormand annimmt.
Rumiuaiitia.
Kinberg hat unter der Ueberschrift Undersökningar rörande
Djurens historia über die Ossa metacarpi et metatarsi Ovis et Ca-
prae genaue Studien gemacht, und zahlreiche Maasse angegeben.
Öfversigt af Kongl. Vetenskaps Akad. Förhandlingar 1869. p. 359—
433. — Ferner folgen ib. p. 465 — 525 die Untersuchungen über die
Ossa metacarpi et metatarsi von Bos taurus; — p. 737 — 801 von
Cervus, namentlich Rangifer taranäus, Cervus dama, alces, elaphus,
capreolus; — p. 819—871 folgen Camelopardalis, C, attica, Sivathe-
rium giganteum, Megaceros hibernicus, Sylvicapra pygmaea, S. na-
talensis, Calotragus tragulns, C, scoparia, C. melanotis, Cervicapra
432 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
leche, Strepsiceros excelsus, Hippotragus niger, H. equinus, Ovibos
moschatus, Catableps gnu, C. gorgon, Oryx capensis, Bubalis lunata,
Antilope laevipes, A. dorchas Fall., A. dorcas L.. A. kevella, A.
gutturosa, Antidorchas Euchare, Aepyceras melampus, Capra pyre-
naica, C. ibex, C. beden, C. rupicapra, Oreotragus saltatrix, Bos caf-
fer, B. primigenius, B. taurus, Tragulus javanicus, Camelus bactria-
nus, Auchenia lama, A. vicunna, Helladoterium Duvernoyi, Tragoce-
ros anialtheus, Palaeornis Lindermayeri und Gazella brevicornis.
Gedge macht eine Bemerkung über die anatomische Ent-
wickelung des Magens der Wiederkäuer. Journ. of anat. and phy-
siol. IL 1868. p. 323. pl. VII.
Gervina. Prevost hat auch bei den weiblichen Hirschen das
Rudiment eines Geweihes nachgewiesen. Die Anschwellung des Stirn-
beines, welche das Geweih des Hirsches trägt, findet sich auch bei
den Hirschkühen, aber ist viel weniger entwickelt und von der Haut
überzogen. Auf dem Gipfel dieser Anschwellung ist ein kleines
Hörn angebracht, eine Kappe, unter den Haaren verborgen, die alle
gegen dieses Organ convergiren. Mit dem Alter des Thieres nimmt
dieses kleine Hörn zu und wird schliesslich sehr sichtbar; es er-
neuert sich wahrscheinlich jedes Jahr. Er hat die Existenz dieses
rudimentären Geweihes der Weibchen bei acht Arten constatirt
Nouvelles Archives du Museum d'hist. nat. V. p. 271. pl. 16.
lieber die Einführung des Rennthiers in den Alpen (vergl.
Ber. üb. d. J. 1867. p. 35) berichtete Saratz in Pontresina weiter«
Er schildert das Abwerfen und Aufsetzen des Geweihes, so wie ihr
Betragen. Von der Acclimatisirung ist abgestanden worden, weil
keine Nachkommen erzielt wurden. Zool. Garten p. 91.
Das Knacken beim Gange des Rennthiers erklärt Hil g en-
do rf durch Zurückspringen der Sehne des Musculus extensor di-
gitorum communis in die Rinne des Metatarsalbeins zwischen beiden
Gelenkköpfen für die ersten Phalangen, aus der sie beim Auftreten
mit Leichtigkeit hervorgetreten war. Zool. Garten p. 85.
Rose erzählt Zool. Garten p. 199 dem merkwürdigen Fall,
dass eine Hirschkuh, welche in einem Park mit einem männlichen
Axishirsch und einem Rothhirsch lebte, nach acht Monaten (Tragzeit
des Axis) einen todten Bastard warf, und einen Monat später (Trag-
zeit des Rothwildes) ein lebendes reines Roththierkalb. Die Ver-
muthung liegt nahe, dass das Roththier zweimal, und zwar von bei-
den Hirscharten beschlagen worden.
Martin erörterte die Ursache monströser Hirschgeweihe.
Der Stirnzapfeu ist der blosse Träger des Geweihes, der weder mit
der Bildung desselben, noch mit dem Abwerfen etwas zu thun hat.
Diese Prozesse sind lediglich 'Functionen der Haut, durch welche
sie mit dem Geschlechtsleben des Thieres in innigem Contact stehen.
der Saugtthiere während des Jahres 1869. 433
FR'ii immer werden Missbildiingen an der linken Stange gefunden,
und das Volumen der linken Stange übertrifft das der rechten um
ein bedeutendes. Verf. erklärt dies dadurch, dass alle Hirsche mit
dem linken Geweih am häufigsten kämpfen, weshalb dieses auch am
meisten entwickelt ist, zugleich aber auch am meisten verletzt wer-
den kann. Zool. Garten p. 193.
Eine Notiz über das Abwerfen und Aufsetzen beim Wasser-
hirsch, Cervus equinus, gab Schöpf f. Zool. Garten p. 120.
Caton hielt in der Ottawa Academy of Natural sciences einen
in deren Transactions May 1868 abgedruckten Vortrag über die
Hirsche Amerikas. Er spricht von zwei Arten: Deer und Elk und
berichtet über deren Lebensweise, Abwerfen der Geweihe u. dergl.
In einem Anhange erzählt Dickey einen Vorfall mit einem Elk,
der den Tod eines Menschen zur Folge hatte, und der auf Lebens-
weise und Charakter des Elk einiges Licht wirft. Vergl. auch Silli-
man Araer, Journ. 48. p. 144.
Wright schrieb über Hirsche und Hirschjagd in Texas. Ame-
rican Naturalist IL p. 466.
Nach SwinhoG leben auf der Insel Hainan in China drei
Hirscharten, die er durch Vergleich der Geweihe mit denen im Bri-
tischen Museum als Cervulus vaginalis, Cervus eldi bestimmte, die
dritte als Samhur Hainan mit C. Aristotelis, Swinhoii und rusa ver-
glich. Proc. zool. SOG. p. 652. Die Geweihe sind abgebildet.
Gray hat ib. p. 496 nach neuen Exemplaren aus Südperu
vom Guemul eine eigene Gattung erkannt, die er Xenelaphus
nennt. Das Gehörn und der Schädel sind abgebildet. Die Art heisst
X. huamel.
Gray zeigt an, dass die Lendenwirbel und das Becken bei
Tragulus kanchil von einer dünnen Knochenplatte bedeckt sind, die
aus unregelmässigen kleinen Platten zusammengesetzt ist. Proc. zool.
soc. p. 226.
Hays hat wieder das Abwerfen des Ho ms von Äntilocapra
americana beobachtet, und erläutert den Vorgang durch Holzschnitte.
Die Kälber werden im Frühling geboren, und nach 6 Monaten be-
ginnen die Hörner sich zu entwickeln und wachsen bis zum 18ten
Monat, dann werden sie zum erstenmal abgeworfen. Der Stirnza-
pfen nimmt etwa zwei Drittel des Innern des Horns ein. Wenn das
Hörn abgesetzt wird, ist der Stirnzapfen mit einer dicken Haut be-
deckt und mit Haaren bekleidet, wie das Gesicht des Thieres, ein
kleiner Theil der Spitze beginnt bereits zu erhärten. Das neue
Hom wächst dann von der Spitze abwärts und krümmt sich ein-
wärts, zugleich wird die dicke Haut hart, und sieht zuerst aus wie
schwarzes Leder. Sie ist biegsam, so dass die Spitze nach allen
434 Troschel: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
Seiten gebogen werden kann; eine Zacke sprosst an der Basis her-
vor, so dass mitten im Sommer die Hörner ganz ausgebildet sind,
um im Herbst abgeworfen und wieder erneuert ,zu werden. The
American Naturalist II. p. 131.
Auch Hin man spricht von dem Abwerfen der Hörner dieser
Thiere. Ib. p. 659.
Cavicornia. In einer Abhandlung ȟber die Gattungen der
Familie der Antilopen (Antilopae) nach ihrer natürlichen Verwandt-
schaft«, Wiener Sitzungsber. 59. p. 128 — 182 bespricht Fitzinger
die von Blainville, Desmarest, Wagler, Wagner, Sundeval , Gray,
Temminck, Giebel vorgeschlagenen Eintheilungen und die von densel-
ben angenommenen Gattungen. Verf. vermisst noch bei diesen Ver-
suchen die Rücksichtnahme auf viele und theilweise höchst wich-
tige Charaktere, was er den unvollständigen Beschreibungen der
Arten zuschreibt. Er theilt die Antilopen in 6 Gruppen und 44
Gattungen ein: 1) Antilopae verae mit den Gattungen Aepyce-
ros, Tragopsis, Antidorcas, Gazella, Eudorcas, Leptoceros, Antilope,
Procapra, Colus, Pantholops, Cervicapra. 2) Antilopae mos Chi-
na e mit den Gattungen Dicranoceros, Pediotragus, Nesotragus, Na-
notragus, Calotragus, Scopophorus, Cephalophus, Quadriscopa, Syl-
vicapra, Neotragus, Redunca, Tetraceras. 3) Antilopae capri-
nae mit den Gattungen Oreotragus, Capricornis, Nemorhoedus, Ca-
prina, Rupicapra, Budorcas. 4) Antilopae cervinae mit den
Gattungen Pseudokobus, Adenota, Tragelaphus, Hydrotragus, Kobus,
Strepsiceros. 5) Atitilopae equinae mit den Gattungen Aego-
ceros, Oryx, Addax, Boselaphus, Anca. 6) Antilopae bovinae
mit den Gattungen Acronotus, Damalis, Portax, Catoblepas. — Von
diesen Gattungen sind sieben neu: Antilope ist auf Gazella sub-
gutturosa gegründet und von Gazella getrennt, weil das Weibchen
ungehörnt ist; Eudorcas auf Gazella laevipes, weil die Haarbü-
schel an der Handwurzel fehlen. Sylvicapra Ogilbg. = Cephalophus
Smith wird in zwei Gattungen zerlegt und Cephalophus für die
Arten angewendet, bei denen beide Geschlechter gehörnt sind. Qua-
driscopa ist aus Sylvicapra quadriscopa gebildet, wegen der vor-
handenen Haarbüschel an der Hand- und Fusswurzel. Pediotra-
gus wird von Calotragus Sund, getrennt, weil die Afterklauen feh-
len. Pseu dohobus besteht aus den mit Thränengruben und Haar-
büscheln an der Handwurzel versehenen Arten der Gattung Adenota
Gray, und Hydrotragus aus der durch einen Quastenschwanz
ausgezeichneten und der Thränengruben entbehrenden Adenota Leche
und einigen anderen Arten. Der Name Tragops Hodg. ist in Tra~
gopsis umgeändert. Es werden dann die Gruppen und die Gat-
tungen charakterisirt , und bei jeder die bekannten Arten ange-
geben.
der Säugethiei'c während des Jahres 1869. 435
Pagen stech er sah zahlreiche Gemsen im Ramsauthale, wie
er es im zoologischen Garten p. 1 schildert.
Blyth bildete Proc. zool. soc. p. 135 Ilörner von Bastarden
zwischen Gemsen und Hausziegen ab.
V. Frauenfeld berichtet, dass auch bei Gemsen die Dreh-
krankheit vorkommt, als deren Ursache Coenurus cerebralis nachge-
wiesen wurde. Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in Wien 18. p. 301.
Blyth unterschied Antilope major als eigene Art, nahe ver-
wandt mit bubalis, und bildete das Gehörn nebst dem von A. bu-
balis und caama ab. Proc. zool. soc. p. 51. — Die von Smith als
Damalis kudu abgebildete Antilope hält Blyth ib. p. 52 für speci-
hsch verschieden von Strepsiceros kudu und nennt sie Strepsiceros
imberbis.
Eine Notiz über lebende Budorcas taxicolor von Anderson
findet sich Proc. zool. soc. p. 470. .
Capricomis (Antilope) Milne Edivardsii David Nouvclles Ar-
chives du Museum V. p. 11.
Sclater setzte Proc. zool. soc. p. 594 auseinander, dass Ce-
phalophus dorsalis Gray und badius Gray identisch sind, und dass
breviceps das jüngere Thicr derselben Art ist. C. dorsalis wird
ferner mit C. Maxwellii verglichen.
Max Schmidt berichtet über die Geburt einer Ducker-An-
tilope (Cephalophus mergens). Die Tragezeit wird auf neun Monate
geschätzt. Zool. Garten p. 28.
Gray theilt mit, dass die Hörner der Gnu-Antilope während
des Wachsthums grosse Veränderungen eingehen, sowohl in der
Form wie in der Richtung. Annais nat. bist. IV. p. 291.
Lord schildert die Ziege der Rocky -Mountains. The Student
and intellectual Observer of sciencc, literature and art. I. 1868.
p. 14. Mit colorirter Abbildung.
Im Zool. Garten p. 192 wird aus dem Tiroler Both. mitge-
heilt: In Kirchdorf in Tirol soll sich noch ein Steinbock vorfinden,
und zwar als Stammgast — er ist froher Dinge und zeugt mit ge-
meinen Ziegen Sprösslinge, die aber bald sich in das Kaisergebirge
zurückziehen.
Goodman untersuchte eine Kuh mit drei Zehen an jedem
Hinterfuss, wo der abnorme Huf innerhalb der beiden andern lag
während die Afterhufe ihre gewöhnliche hagG hatten. Verf. schliesst
daran Betrachtungen über die Deutung der Zehen bei den Wieder-
käuern. Journal of Anat. and Physiol. IL 1868. p. 109.
iVatantia.
Reinhardt hat in Vidensk. Selsk. Skrifter. 5. Raekke IX. Bd.
KjöbenhavD 1869. neun Tafeln zur Erklärung des Baues der Wal-
436 T rose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiehle
fische veröffentlicht, die zu einem ungcdruckten Vortrage des ver-
storbenen Eschricht angefertigt waren. Als Text gehört dazu nur
eine einfache Erklärung der Tafeln. Tafel 1 und 2 stellen den
Schädel von Balaena japonica dar, Tafel 3 und 4 das Gehirn von
Megaptera boops, Tafel 5 das Herz von Balaena mysticetus, Tafel 6
den Schädel von Hyperoodon latifrons, Tafel 7 einen männlichen Fö-
tus von Hyperoodon rostratus , Tafel 8 die Zahnstellung von Del-
phinajDterus leucas, und Tafel 9 das Gehirn von Phocaena communis.
J. E, Gray Synopsis of the species of Whales and Delphins
in the Colleetion of the british Museum. London 1868. 4. 10 Seiten
und 37 Tafeln, Verf. hat folgende Classification: Sectio I. Mysti-
cete. Unterordnung 1. Balaenoidea 1. Fam. Balaenidae mit 2
Balaena, 2 Eubalaena, 2 Hunterius, 1 Caperea, 1 Macleayius. Un-
terordnung II. Balaenopteroidea. 2. Fam. Megapteridae mit 2
Megaptera, 1 Poescopia, 1 Eschrichtius. 3. Fam. Physalinidae mit
1 Benedenia, 3 Physalus, 1 Cuvierius, 1 Rudolphius, 3 Sibbaldius.
4. Fam. Balaenopteridae mit 1 Balaenoptera, 1 Swinhoia. — Sectio II.
Denticete. Unterodnung III. Physopteroidea. 5. Fam. Catodon-
tidae mit 1 Catodon, 1 Meganeuron. 6. Fam. Physeteridae mit 1
Phy seter, 2 Kogia, 1 Euphysetes, Unterord. IV. Susuoidea. 7. Fam.
Platanistidae mit 2 Platanista, Unterord. V. 8. Fam. Iniidae mit
1 Inia. 9. Fam. Delphinidae. 1. Tribus Stenoniua mit 1 Pontopo-
ria, 6 StenOj 2. Tribus Delphinina mit 8 Delphinus, 11 Clymenia, 1 So-
talia, 1 Delphiuapterus, 5 Tursio, 2 Entropia, 1 Orcaella, 3. Tribus
Lagenorhynchina mit 6 Electi:a, 1 Leucopleurus, 1 Lagenorhynchus.
4. Tribus Phocaenina mit 2 Pseudorca, 1 Phocaena, 1 Acanthodel-
phis, 1 Neomeris. 5. Tribus Orcadina mit 4 Orca, 10. Fam. Glo-
biocephalidae mit 2 Globiocephalus, 1 Sphaerocephalus. 11. Fam.
Belugidae mit 2 Grampus, 2 Beluga, 1 Monodon. Unterord. VI. Zi-
phoidea. 12. Fam. Ilyperoodoutidae mit 1 Hyperoodon, 1 Lage-
nocetus. 13. Fam. Epiodontidae mit 2 Epiodon, 1 Petrorhynchus.
14. Fam. Ziphiidae mit 1 Berardius, 1 Ziphius, 1 Dolichodon, 1 Dio-
plodon.
Bemerkungen über die Cetaceen der Westküste Nordamerika's
von Captain Scammon, die der Smithsonian Institution vorgelegt
waren, wurden dem bekannten Cope übergeben, um sie zu ediren.
Letzterer ist diesem Verlangen Proc. Philadelphia 1869. p. 14 — 63 nach
gekommen, und hat eine systematische Synopsis der Arten der nord-
amerikanischen Westküste vorausgeschickt. Er bringt die Gattungen
der Familie Balaenidae in folgende Uebersicht: I. Nackenwirbel
verwachsen, 5 Finger; keine Rückenflosse, keine Kehlfalten; Cora-
coideum rudimentär, a. Rippen mit einfachem Kopf, Balaena L.
3 Arten, b. Erste Rippe mit doppeltem Kopf, Hunterius. II. Nak-
kenwirbel frei, 4 Finger. A. Kehle ohne Falten, keine Rückenflosse,
der Siiuf^cthiere wälircnd des Jahres 1SG9. 437
a. Kein Acromion, Ehachianecte s n. gen. mit 1 Art (Agaphclus
glaucus Cope). b. Ein Acromion, Agaphclus. B. Kehle und Brust
gefaltet, eine Rückenflosse, a. Der Vertebralkanal durch die Pro-
cessus der Nackenwirbel nicht geschlossen , Rippen mit einfachem
Kopf. ff. Kein Acromion, Megaptera Gray, 1 neue Art M. versabi-
h's. ß. Ein wohl entwickeltes Acromion, Eschrichtius. b. Der Ver-
tebralkanal der Nackenwirbel durch Diapophysen und Parapophysen
geschlossen , Acromion und Coracoideum. «. Vordere Rippen mit
einem Kopfe, Balaenoptera Lacep. 1 Art, B. velifera Cope. ß. Vor-
dere Rippen mit doppeltem Kopfe, Sibbaldius Gray. Dahin S. tu-
berosiis n. sp. — Die Familie Dclphinidae zerfällt in folgende Gat-
tungen : I. Phalangen zahlreich. Brustflossen lang, schmal, am un-
teren Theil der Seiten, Nackenwirbel verwachsen, wenige stumpfe
Zähne, eine Rückenflosse, Gatt. Globiocephalus Gray, dahin Gl. Scam-
monii Cope. II. Nicht mehr als 4- 5 Phalangen in jedem Finger.
1. Zwei oder mehr Nackenwirbel verwachsen, a. Zähne cylindrisch.
«. Schnabel des Schädels kurz, breit, wenige grosse Zähne, eine
Rückenflosse. * Zähne hinfällig, Gatt. Grampus. ** Zähne blei-
bend, spitz, Gatt. Orca Gray mis 0. rectipinna und ater Cope ß.
Schnabel des Schädels lang, länger als der Schädel, zahlreiche kleine
Zähne. * Rückenflosse vorhanden, Zähne lang, spitz, Gatt. Delphi-
nus, dahin D. obliquidens Gill. und D. Styx Gray. ** Keine Rücken-
flosse, Zähne lang, spitz, Gatt. Delphinapterus Less. mit D. borea-
lis Peale. *** Rückenflosse?, Zähne kurz, stumpf gerundet, Gatt.
Sagmatias. b. Zähne comprimirt, spateiförmig. «. Rückenflosse
vorhanden, Gatt. Phocaena Cuv., mit Ph. vomerina Gill. ß. Keine
Rückenflosse, Gatt, Neomeris. 2. Alle Nackenwirbel getrennt, keine
Rückenflosse. a. Zähne klein, hinfällig, Vorderzähne normal, Gatt.
Beluga mit B. rhinodon und declivis Cope 1865. b. Zähne hinfällig
mit Ausnahme des einen Vorderzahns, der sich in einen Fangzahn
verlängert, Gatt. Monodon. — Aus der Familie Physeteridae kommt
von Hyperoodon keine Art an der Westküste Nordamerika's vor,
dagegen wird Physeter macrocephalus daselbst gefunden. — Hier-
nach folgen dann die naturgeschichtlichen Bemerkungen und Schil-
derungen von Scammon, die sich auf Balaena mysticetus L., Ba-
laena cullamach Cham., Brachianectes glaucuß Cope, Megaptera ver-
sabilis Cope, Sibbaldius sulfureus Cope, Balaenoptera velifera Cope,
eine Anzahl Delphine und Physeter macrocephalus beziehen.
Ein Auszug aus Hammer's Tagebuch über die Fischerei un-
ter Jan Mayen und Island im Jahre 1867, wie wir schon im vorj.
Bericht p. 23 über die von 1866 berichtet haben, und die sich auf
den Walfischfang bezieht, ist in Tidsskrift for Fiskeri III. p. 244 —
275 und IV. p. 52—92 von Arthur Feddersen mitgetheilt
worden.
438 Ti'oschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgescbiclile
Hulke, Notes ou the anatomy of the retina of the common
poi'poise (Phocaena communis). Journ. of Anatomy andPhysiology II.
1868. p. 19 mit Tafel.
Turner lieferte einen Beitrag zur Anatomie von Globioce-
phalus Svineval, indem er den Aortenbogen und die grossen Arte-
rien, Pancreas, Magen, Niere, Harnblase, Vagina, Thyroiddrüse, Milz,
Milchgcfässe u. s. w. beschrieb. Journ. of anatomy and physiology IL
1868. p. 66-79.
Weitere Beobachtungen über den Magen der Cetaceen machte
derselbe ib. III. 1869. p. 117 bekannt.
Ardrews gab eine Notiz über Ziphius sowerbiensis. Journ.
Linnean Soc. X. p. 67.
G. 0. Sars untersuchte die individuellen Variationen bei den
Rörwallen und die dadurch bedingten Ungeichheiten im äusseren und
inneren Bau. Vidensk. Selsk. Förhandlinger for 1868 p. 31—74. Verf.
kommt zu der Ansicht, dass bei den bedeutenden individuellen Ver-
schiedenheiten, sowohl im Aeussern als im Knochenbau manche frü-
her aufgestellte Art ihre specifische Berechtigung verlieren wird.
So betrachtet er Benedenia Knoxii, Physalus Duguidii und Physalus
antiquorum nur als Altersverschiedenheiten derselben Art, nämlich
von Balaenoptera musculus. Die nordischen Arten von Balaenoptera
glaubt er kurz durch die Wirbelzahl, Rippenzahl und die Gestalt
des ersten Rippenpaares charakterisiren zu können. 1) B. musculus
Companyo mit 60—63 Wirbeln, 15 Paar Rippen und das erste
Rippenpaar am obern Ende einfach. 2) B. gigas Eschr. mit 60
Wirbeln, 14 Paar Rippen und das erste Rippeupaar am obern Ende
zweiköpfig. 3) B. Sibbaldii Gray mit 64 Wirbeln, 16 Paar Rippen und
das erste Rippenpaar am obern Ende einfach. 4) B. Jaticeps Gray
mit 55 Wirbeln, 13 Rippenpaaren, das erste Rippenpaar am obern
Ende zv^-eiköpfig. 5) B. rostrata Fabr. mit 48 Wirbeln, 11 Rippen-
paaren und das erste Rippenpaar oben einfach. B. CaroUnae Malm,
ist nahe verwandt mit musculus, wird aber doch als verschieden
anerkannt.
Van Beneden hat in Anerkennung der Schwierigkeit dieSpe-
cies der Balaenoptera, welche im Norden des atlantischen Meeres
leben, zu unterscheiden, dieser Frage eine kleine Abhandlung ge-
widmet. Er unterscheidet vier Arten, zwei kleine und zwei grosse,
nämlich 1) Balaenoj)tera rostrata Fabr. (B. minor Knox. B. museau-
pointu Lac.) 11 Rippen, 48 Wirbel, kreuzförmiges Brustbein, bis 30'
Länge. 2) B. borealis Cuv. (B. laticeps Gray, rostrata Rudolphi)
13 Rippen, 55 Wirbel, scheibenförmiges Brustbein bis 35' Länge,
3) B. musculus (Physalus antiquorum Gray, B. communis Van Ben.,
B. gigas Eschr., 15 Rippen, 62 Wirbel, trefleförmiges Brustbein, bis
80' Länge. 4) Sibbaldii Gray (ß. latirostris Flower, B, Caroliuae
der Säugethiere während des Jahres 1869. 439
Malm.. Stcypiroidr) 16 Rippen, 63—64 Wirbel, rudimentäres Brust-
bein, bis 80' Länge. Auf einer beigegebeneu Karte sind die Orte,
an denen Balaenopteren vorgekommen sind, durch farbige Punkte
bezeichnet. Am häufigsten ist B. musculus beobachtet, dann kommt
B. rostrata, B. borealis und Sibbaldii sind die seltensten. Bull, de
l'acad. de Belgique 27. p. 281— 291.
Derselbe erwähnt ib. p. 681 einer Balaenoptera musculus,
welche am 13. Mai 1869 am Ausfluss der Scheide bei Vliessingen
erlegt war. Das Skelet ist für das Brüsseler Museum acquirirt, und
wird eine Beschreibung desselben in Aussicht gestellt. Verf. bemerkt
schon hier vorläufig, dass das erste Rippenpaar zweiköpfig ist, was
seine Behauptung stützt, dass dieses Merkmal keine so grosse Wich-
tigkeit habe.
Fl 0 wer beschrieb mit Abbildung einen Finnwal (Physalus
antiquorum Gray, Balaenoptera musculus auct.), welcher 15 Meilen
von Havrc todt schwimmend gefunden war. Verf. fügt Bemerkun-
gen über die Skelete von drei anderen Walen hinzu, die derselben
Species augehörig, an verschiedenen Theilen der Südküste Englands
gestrandet waren. Proc. zool. soc. p. 604. pl. 47.
Im zweiten Hefte des sechsten Bandes der Nova Acta reg. soc.
sc. Upsaliensis, 1868 ist eine Abhandlung von Lilljcborg enthal-
ten: »On two subfossil Whales discovered in Sweden«, mit 11 Tafeln.
Die aufgefundenen Knochen werden auf Eschrichtius robustus Lillj.
und Himteriits Svederiborgii n. sp. zurückgeführt. — In der Einlei-
tung giebt Verf. eine üebersicht der Gattungen der Bartenwale,
wobei er im Ganzen der Eintheilung von Gray folgt. Unter den
Balaenopteriden ist dann eine neue Gattung Floioer ins mit fol-
genden Merkmalen : Körpergestalt dünn und langstreckig mit ziem-
lich kleinen Brustflossen und kleiner weit hinten, etwas vor dem
hintern Fünftel der Körperlänge gelegenen Rückenflosse. Processus
coracoideus und Acromion stark entwickelt, processus coronoideus
hoch. Erstes Rippenpaar am oberen Ende zweiköpfig, am unteren
breit ausgerandet. Zahl der Wirbel wahrscheinlich über 60, alle
Halswirbel getrennt. Die seitlichen Fortsätze des Atlas über der
Mitte und konisch, nur der Epistropheus hat annuläre Seitenfort-
sätze; Zahl der Rippen etwa 14 Paar. Dahin gehört nur eine Art,
Flowerius gigas Eschr., Sibbaldius borealis Gray.
Cope beschrieb eine neue Art Ägaphelus glauciis, wovon ein
Exemplar bei Long Beach, gegenüber Westecunk gestrandet war.
Proc. Philadelphia 1868. p. 221.
Narsiipialia.
Paul Gervais, Memoire sur les formes cerebrales propres aux
440 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte ct.
Marsnpiaux. Nouvelles Archives du Museum V. p. 229. Das Gehirn
der Beutelthiere bietet eine grosse Verschiedenheit in den verschie-
denen Gruppen dar, und der allgemeine Typus lässt sich von den
übrigen Säugethieren schwer unterscheiden. Verf. tritt auch der
Ansicht bei, dass das Corpus callosum vorhanden sei. Die Gehirne
der Familien und Gattungen werden dann verglichen und auf zwei
Tafeln abgebildet.
Marno beobachtete im Wiener Thiergarten die Fortpflan-
zung des Beutelwolfs (Phalangista vulpina). Die Tragezeit ist 40
Tage ; das Junge blieb im Beutel 38 Tage, und bis zum vollständi-
gen Fortbleiben 51 Tage. Zool. Garten p. 62.
Bei Hypsiprimnus murinus fand im Wiener Thiergarten am
6. März die Paarung statt, am 1. Mai war das Junge im Beutel, am
24. Juni verliess es diesen zum ersten Mal. So berichtet Marno.
Zool. Garten p. 255.
Lucae fand einen neuen Beleg an einem Halmatarus Bennettii,
dass eine Oeffnung gerade über der Mündung der Urethra aus dem
Sinus urogenitalis' in den mittleren Scheiden-Sack führe. Zoologi-
scher Garten p. 61.
Berieht über die Leistimgen iu der Herpetologie
während des Jahres 1869.
Von
Troschel.
Schöne und ausführliche Untersuchungen zur ver-
gleichenden Anatomie der Amphibienherzen erhielten
wir von Fritsch in Reichert und Dubois Archiv für
Anatomie 1869. p. 654—758, begleitet von 4 Tafeln. Für
die systematische Zoologie erhellt aus dieser Arbeit inso-
fern ein Resultat, als Verf. durch alle Familien hindurch
den Grundtypus des Baues der centralen Circulations-
organe als denselben erkannt hat; überall existirt ein
doppelter Kreislauf, überall tritt aber eine Vermischung
beider Blutarten, des arteriellen und venösen Blutes, ein.
Diese Vermischung variirt nur dem Grade nach und ist
bei den niedrigsten Formen so bedeutend, dass die Tren-
nung nahezu illusorisch vp^ird. Da nun wenigstens die
Tendenz einer Trennung beider Blutarten bei sämmtli-
chen Familien nachweisbar ist, so kann man aus diesem
Moment keinen Grund herleiten, die Reptilien und Am-
phibien als zwei Klassen zu trennen. Es wird vollkom-
men genügen, beschuppte amd nackte Amphibien inner-
halb der Klasse zu unterscheiden.
H u 1 k e , On the Retina of Amphibia and Reptiles.
Journal of Anatomy and Physiology 1867. p. 94.
Peters erklärt die mit dem Trommelfell verbun-
dene verbreiterte Endplatte der Columella bei den Schild-
442 Trosohel: Bericht üb. cl. Leist. iu d. Herpetologie
kröten für den Hammer, und berührt einige Verschieden-
heiten der Schildkrötenfamih'en. Auch bei den Eidechsen
und Schlangen erkennt derselbe einen rudimentären Ham-
mer. Berliner Monatsber. p. G.
Huxley hat über die Frage, welche Knochentheile
die Repräsentanten von Hammer und Ambos der Säuge-
thiere bei den übrigen Vertebraten sind, Untersuchungen,
namentlich an Krokodilen angestellt, und spricht sich ge-
gen die Peters'sclie Auffassung und mehr zu Gunsten der
Reichert'schen aus, bei welcher er nur die Aenderung
macht, dass er das Quadratbein statt des Ambos mit dem
Hammer gleich setzt. Proc. zool. soc. p. 391 — 407.
Bert, Des mouvements respiratoires chez les Batra-
ciens et les Reptiles VI. p. 1869. p. 113—139. Bei allen
Reptilien findet die Einathmung statt durch eine Erwei-
terung der Höhle, welche die Lungen umschliesst. Bei
allen kann sich die Stimmritze hermetisch schliessen, und
zwar nach dem Willen des Thiercs und sehr energisch.
Bei den Reptilien sind die beiden Zeiten der Respiration
nicht fast gleich, und folgen nicht ohne bemerkliche Ruhe
auf einander, wie bei Säagethieren und Vögeln. Es giebt
immer eine kürzere oder längere Ruhe, während welcher
die Stimmritze sich schliesst und das Thier bleibt entwe-
der vollkommen aufgebläht bei voller Inspiration, oder un-
vollkommen aufgebläht bei halber Exspiration. Das An-
halten bei voller Inspiration beobachtet man namentlich
hei Schlangen und Krokodilen, das Anhalten bei halber
Exspiration bei den Eidechsen und Schildkröten.
Cope berichtigte die Synonymie einiger von Rein-
hardt und Lütken 1863 beschriebenen Arten in Proceed.
Amer. philos, Soc. XI. p. 164. Ihr Anolis trinifatis ist =
A. alligator D. B.; Amphisbaena antillensis -■= Diphalus
fenestratus Cope; Liophis Andreae = Dromicus fugitivus
juv., Hylodes Riisei = Lithodytes lentus Cope und H. an-
tillensis = H. auriculatus Cope.
Derselbe liess ib. pl. 9, 10 und 11 Claudius an-
gustatus, Cachryx defensor und Laemanctus alticoronatus
abbilden.
Dumeril berichtete über die Menagerie der Repti-
während des Jahres 1869. 443
lien des Naturhistorischen Mnscvims zu Paris. Im Ganzen
sind bisher seit 1838 !darin 280 Arten beobachtet worden.
Er kommt in diesem Berichte nochmals auf die Entwicke-
lung der Axelotls zurück, und spricht namentlicli über
die Erklärung der Thatsache, dass die zum Amblystoma
umgewandelten Axelotls sich nicht mehr fortpflanzen.
Verf. hofft, sie werden sich acclimatisiren lassen. Nou-
velles Archives du Museum V. Bulletin p. 47.
In dem zoologischen Theil der Reise der österrei-
chischen Fregatte Novara um die Erde sind die Reptilien
(98 S. mit 3 Tafeln) und die Amphibien (70 S. mit 5 Ta-
fern von Stein dachner bearbeitet. Die Ausbeute war
eine zahlreiche. Da die verschiedenen Arten aus den
verschiedenen Theilen der Erde stammen und bei den
Reptilien nur mit den Synonymen aufgezählt sind, so
dürfen wir uns darauf beschränken, unten die neuen Ar-
sen namhaft zu machen. Es sind etwa 20 Eidechsen mit
drei neuen Gattungen, 9 Schlangen mit einer neuen Gat-
tung. Bei den Amphibien sind alle Gattungen und Ar-
ten charakerisirt, resp. beschrieben, wodurch der Arbeit
ein erhöhter Werth verliehen wird. Ihrer sind 13 neue
Arten mit 4 neuen Gattungen aufgestellt.
Es folgen nun die Arbeiten über die Faunen einzel-
ner Erdgegenden.
Europa. Böttger lieferte im zehnten Bericht des
Offenbacher Vereins für Naturkunde p. 50 einen Beitrag
zurKenntniss der Reptilien Spaniens und Portugals. Die
Veranlassung gab eine Sammlung, welche Lucas v. Hey-
den von einer Reise in jenen Ländern mitgebracht hatte.
Erschwert wird dort das Sammeln durch die eigenthüm-
liche Art des Vorkommens. Alles lebt dort unter Stei-
nen und Felsblöcken. Schattige Thäler und Schluchten
mit Quellen, welche von grösseren flachen Steinen um-
geben sind, deren Untergrund vor den sengenden Strah-
len der Sonne geschützt ist, gelten für die Amphibien,
mit Steinen übersäete und mit üppigem Gesträuch be-
wachsene Hochflächen für die Reptilien als die geeignet-
sten Aufenthaltsorte. Aufgezählt .werden : Gongylus ocel-
latus mit Abbildung, Blanus cinereus, Tropidonotus vipe-
444 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
rinus, Coronella .laevis, Alytes obstetricans, Cliioglossa
lusitanica und Triton marmoratus.
Von Amphibien finden sich in Vorarlberg nach Bru-
h i n Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in Wien 18. p. 256 sieb-
zehn Arten^ nämb'ch 4 Echsen, 3 Schlangen und 10 Batra-
chier. Es sind Lacerta agilis, Zootoca vivipara, Podarcis
muralis und Anguis fragilis, Pelias berus, Tropidonotus
natrix und Zacholus austriacus (Coronella laevis) ; Hyla
viridis, Rana esculenta und temporaria, Alytes obstetri-
cans, Bombinator igneus, Bufo vulgaris, Salamandra ma-
culosa und atra, Triton alpestris und cristatus.
Fritsch fügte dem Kalender der Fauna von Oe-
sterreich (vergl. Ber. üb. 1867. p. 47) einige neu beob-
achtete Daten hinzu : der mittlere Tag des ersten Erwa-
chens aus dem Winterschlafe ist für Podarcis muralis der
26. März, für Pelias berus der 23. Mai — der mittlere Tag
des Wiederbegebens in den Winterschlaf für Lacerta agilis
der 7. October, Rana temporaria der 15. Octobcr, Triton
taeniatus der 16. October, Bufo vulgaris der 24. October,
Rana esculenta und Salamandra maculata der 27. October*
Wiener Sitzungsber. 58. p. 596.
Erber traf auf der Insel Rhodus folgende Amphi-
bien: Stellio vulgaris, Gongylus ocellatus, Lacerta viri-
dis, Meremmis, Blanus cinereus, Typhlops vermicularis,
Zamenis hippocrepis, Dendrophis Dahlii, Ailurophis vivax,
Tropidonotus viperinus und Zamenis trabalis var. carbo-
narius, letztere 7 Fuss lang. Verhandl. d. zool.-bot. Ges.
in Wien 18. p. 904. Verf. beobachtete die Geburt von
Zacholus austriacus und zeigte zwei Lacerta viridis mit
deformirten Schwänzen.
Afrika. Paul Gervais hat in seiner Zoologie et
Paläontologie generales I. Paris 1867—1869. p. 199 ein
Verzeichniss der Reptilien und Batrachier gegeben, welche
in den französischen Besitzungen des nördlichen Afrikas
leben. Es sind 6 Schildkröten, 18 Schlangen, 2 Amphis-
baenen, 27 Saurier, 4 ungeschwänzte Batrachier und zwei
geschwänzte Batrachier. Fünf Schlangenköpfe sind pl. 44
abgebildet, nämlich Ileteroderma diadema , Lycognathus
während des Jahres 1869. 445
cucullatus, Psammophis pimctatus, Zamenis florulentns und
Coelopeltis productus.
In .seiner Reise nach Abessinien^ Jena 1868, bemerkt
V. Heuglin p. 248, dass manche Eingeborne das Kro-
kodil essen, nicht aber kleine Eidechsen und Schildkrö-
ten; die Haut von Psammosaurus und Stellio dient zu
Verzierungen von Säbelscheiden und Schilden; von
Schildkröten giebt es Geochelone senegalensis und Pen-
tonyx Gehafie.
Peters bearbeitete in Von der Decken's Reisen in
Ostafrika Berlin 1869. III. 1. Abth. p. 11 — 18 die Amphi-
bien. Es wurden gesammelt 6 Schildkröten, 20 Eidech-
sen, 8 Schlangen und 8 ßatrachier, zusammen 42 Arten,
Abgebildet sind Chamaeleo Kerstenii Pet., Hemidactylus
variegatus Pet. und die Köpfe von Philothamnus puncta-
tus Pet. und Atractaspis fallax Pet. *— Die Uebersicht der
Amphibien des mittleren Ostafrika, Gebiet von Sansibar
und Mosambik nebst Binnenland, ib. p. 139 ergiebt 1 Kro-
kodilus, 11 Chelonii, 36 Saurii, 2 Amphisbaenae, 52 Ser-
pentes und 29 Batrachia, zusammen 131 Arten.
Von den Reptilien, welche Wahlberg im Dama-
ralande in Südafrika gesammelt hatte, hat Peters ein
Verzeichniss geliefert. Es enthält 1 Schildkröte, 33 Sau-
rier, 8 Schlangen und 9 Batrachier. Darunter 8 neue Ar-
ten und 2 neue Gattungen, s. unten. Ofversigt af kongl^
vetensk. Akad. Förhandlingar 1869. p. 657.
Frits ch. Drei Jahre in Südafrika, Reiseskizzen nach
Notizen des Tagebuchs zusammengestellt. Breslau 1868.
Dieses Werk enthält manche zoologische Notizen, die im
Einzelnen in unsere Berichte aufzunehmen der Raum
nicht gestattet. So ist z. B. die Rede von den Schlan-
gen des Cap p. 10, von den Schlangen der Dünen von
Algoa-Bay p. 74, von den Mitteln gegen den Schlangen-
biss p. 205 u. s. w.
Grandidier stellte Revue et mag. de Zoologie XXI.
p. 339 eine Anzahl neuer Eidechsen von Madagaskar auf.
Asien. Günther erstattete Proc. zool. soc. p. 500
Bericht über zwei Sammlungen Indischer Reptilien, de-
ren eine durch Leith zu Deesa, einer Militärstation in
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2.3d. Dd
446 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Ghozerat, zu Matheran, einem Hügel 2500 Fuss lioch,
dreissig Meilen östlich von Bombay, zu Mahabuleshwur,
4500 Fuss üb. d. Meere, 50 Meilen südlich von Bombay
und zu Kotree am westlichen Ufer des Indus, gegenüber
Hyderabad, — deren andere von Barnes in Ceylon zusam-
mengebracht war. Die erstere enthielt 64 Arten, unter
denen zwei Schildkröten, eine Eidechse und eine Schlange
neu; die zweite zwei neue Schlangen. Sie sind unten
namhaft gemacht.
Theobald bearbeitete einen Catalog der Reptilien
des Britischen Birma, nebst den Provinzen Pegu, Marta-
ban und Tenasserim, mit Beschreibungen neuer oder we-
nig bekannter Arten. Jouru. Linnean Soc. X. p. 4 — 67.
Das Gebiet von Britisch Birma ist insofern interessant,
als sich darin die Indische Fauna mit der der Malayischen
Halbinsel begegnet und vermischt. Dieser Catalog ent-
hält 20 Schildkröten, wovon 1 neu , 39 Eidechsen mit
Einschluss der Crocodile, wovon 4 neu, und 64 Schlan-
gen, von denen 9 neu. Hinter jeder der drei Ordnungen
ist eine Tabelle zur geographischen Verbreitung der Ar-
ten gegeben, bei jeder Art sind die Provinzen genannt,
in denen sie vorkommt.
Eine auf der Insel Poulo-Condor und in Cochin-
china von Jouan zusammengebrachte Sammlung von
Amphibien enthält 3 Eidechsen, 1 Epicrium und 4 Schlan-
gen. M^m. de Cherbourg 13. p. 283.
Edeling wurde durch zwei Sammlungen von Su-
matra veranlasst, einen Beitrag zu der herpetologischen
Fauna dieser Insel zu liefern : Recherches sur la faune
crpetologique de Sumatra. Ausser einer Aufzählung der
Arten dieser Sammlungen werden vier früher von Blee-
ker aufgestellte und durch kurze Diagnosen charakteri-
sirte, so wie drei neue Schlangen beschrieben. - Die er-
steren sind Calamaria ieucogaster und melanorhynchos,
Pareas Waandersii und Enicognathus javanicus Bleek.,
die letzteren werden unten namhaft gemacht. Naturk.
Tijdschr. Ned. Indie. Dec. 1869.
In einem Aufsatze von Edeling „Botanische wan-
deling in den omtrek van Hidara-Tjina% Separatabdruck
während des Jahres 1869. 447
wahrscheinlich aus Naturk. Tijdschr. Ned. Indie, unter-
zeichnet April 1869, sind auch einige Notizen über Am-
phibien eingestreut ; so über Platydactylus guttatus p. 15,
einige Schlangen p. 19, wobei hervorgehoben wird, dass
das Gift von Leiolepis rhodostoma weniger schnell und
kräftig zu wirken scheint, als das von Bungarus semifas-
ciatus. Verf. fand einst einen Bungarus annularis, der
einen Leiolepis rhodostoma halb verschlungen hatte.
Nach Jouan kommen in Japan Schildkröten in den
Teichen vor, auch eine Landschidkröte. Frösche sind in
den Reisfeldern bei Yokohama häufig. Die Salamandra
maxima findet man selten bei den Kaufleuten. Schlan-
gen sind nicht gemein , Verf. fand nur einigemal eine
grüne Schlange, die nicht giftig sein soll. Mem. de Cher-
bourg 14. p. 86.
Australien. *J. E. Gray verzeichnete die Eidechsen
aus Australien und Neuseeland : The Lizards of Australia
and New-Zeeland in the Collection of the British Museum.
London 1867. 4. Das Verzeichniss enthält 129 Arten,
nämlich 7 Monitoridae, 1 Lacertinidae, 6 Gymnophthal-
midae, 5 Pygopidae, 2 Aprasiadae, 2 Lialisidae, 54 Scin-
cidae, 4 Typhlopsidae, 28 Geckotidae, 22 Agamidae. Eine
neue Gattung Nisara ist unten näher bezeichnet. Abge-
bildet sind auf 18 Tafeln: Odatria punctata und ocellata,
Monitor Gouldii, Hydrosaurus giganteus, Carlia melano-
pogon, Mocoa microtis, ocellata, zelandica, Entrecastre-
auxii, Lialis punctulata und Burtonii, Pygopus squamipes,
Hemisphaeridion Gerrardii, Hinulia elegans , inornata,
Greyii, ornata, Richardsonii, tenuis, Tropidolepisma niti-
dum, Kingii, majus, Hemidactylus depressus , Brookii,
vittatus, Diplodactylus bilincatus, ocellatus, marmoratus,
ornatus, vittatus, Oedura marmorata, rhombifera, Stro-
phura spinigera, Phyllurus inermis, Myliusii , platurus,
Grammatophora barbata, angulifera, ornata, Diporophora
bilineata, Lophognathus Gilbertii, Hatteria punctata. Der
Text bildet ein einfaches Verzeichniss auf 5 Seiten.
The Snakes of Australia, an illustrated and descri-
ptive Catalogue of all the known species. By Gerard
Krefft, Sydney 1869 mit 12 Tafeln. Das Verzeichniss
448 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
enthält 82 Arten; die sich auf folgende Familien verthei-
len: Typhlopidae 10, Colubridae 1, Natricidae 1, Homa-
lopsidne 2, Dendrophidae 2, Dipsadidae 1/Pythonidae 6,
Elapidae 44, Hydrophidae 15. In Neu-Süd- Wales leben
10 giftlose und 21 giftige Arten, in Victoria 4 giftlose
und 8 giftige, in Südaustralien 2 giftlose und 13 giftige,
in Westaustralien 4 giftlose und 11 giftljge, in Queens-
land 14 giftlose und 28 giftige, in Tasmania 3 giftige,
an den Küsten kommen 15 giftige Seeschlangen vor.
Einige neue Gattungen und Arten sind unten namhaft
gemacht.
Krefft beschrieb Proceed. zool. soc. p. 318 einige
neue Australische Schlangen, mit Abbildungen der Köpfe
in Holzschnitt.
Jouan berichtet über die Reptilienfauna von Neu-
seeland. Mem. de Cherbourg 14. p. 291. Nach den An-
gaben der Eingebornen besass das Land einst zahlreiche
Saurier, einige sehr grosse. Ihre Verminderung seit der
Ankunft der Europäer soll durch die grossen Feuer ver-
anlasst sein, die häufig angezündet wurden und durch
die Katzen, die bei den bewohnten Oertern viele zu
Grunde richten. Genannt werden Tiiiqua zelandica Gray,
Naultinus elegans Gray, Hatteria punctata Gray, die an
4 Fuss lang werden soll. Schliesslich zählt Verf. die
durch die österreichische Expedition der Novara in Neu-
seeland gesammelten Amphibien auf, deren Zahl sich
auf 9 belauft, darunter keine Schlange und nur ein Frosch.
Ebert findet nach Mittheilungen eines englischen
Missionärs auf den Fidschi-Inseln 10 Schlangen zu erwäh-
nen, von denen keine länger als 6", ist; viele leben auf
Bäumen und fallen häufig herunter. Ein grosser Frosch
(Platymantls Vitianus) lebt in den Sümpfen. Es giebt 3
Schildkröten. Von Eidechsen kommen ein Chamäleon
und vier andere Arten vor, keine Krokodile. Situngsber.
d. Ges. Isis in Dresden 1869. p. 80.
Amerika. Nach ^The natural wealth of California. San
Francisco 1868 von Cr o n i s e p. 480—486 leben in Califor-
nien 85 Amphibien, von denen keine Art mit den östlichen
Arten identisch ist. Aufgezählt werden 3 Schildkröten,
währoud des Jahres 1869. 449
31 Eidechsen, n Giftschlangen (Crotalus), 25 giftlose Schlan-
gen und 21 ßatrachier.
Allen gab einen Nachtrag zu seinem Verzeichniss
der Reptilien und ßatrachier von Massachusetts (vergl.
vorj. Ber. p. 27) in Proc. Boston Soc. XII. p. 248.
Nach einem Verzeichnisse der mexikanischen Am-
phibien von Dujes, La Naturaleza 7. p. 143, finden sich in
diesem Lande 68 Amphibien, nämlich 3 Schildkröten, 25
»^Eidechsen, 25 Schlangen, 15 ßatrachier.
Sumichrast machte Bemerkungen über die Le-
bensweise einiger mexikanischen Reptilien, Iguana und
Cyclura. La Naturaleza 8. 1870. p. 176. —Ferner ib. p. 203
Basiliscus, Corytophanes, Phrynosoma; — und schliesslich
ib. 221 Heloderma.
Bocourt stellte Annales des sc. nat. X. p. 121 meh-
rere neue mexikanische Schildkröten auf, die unten nam-
haft gemacht sind.
Peters machte eine Mittheilung über mexikanische
Amphibien , welche Berkenbusch in Puebla eingesandt
hatte. Es sind 8 Eidechsen, 15 Schlangen und 8 ßatra-
chier. Eine Schlange und 4 ßatrachier werden als neu
beschrieben. Berliner Monatsberichte p. 874 — 881.
Cope lieferte in Proceed. of the American philo-
sophical Society, held at Philadelphia for promoting use-
ful knowledgeXL p. 147—169 einen siebenten Beitrag zur
Herpetologie des tropischen Amerika. Unter zahlreichen
unten namhaft gemachten neuen Arten wird der Inhalt
einiger kleinen Sammlungen aufgezeichnet. So sammelte
0 r t 0 n zu Pebas Equador am oberen Amazonenflusse 1
Schildkröte, 13 Schlangen, 5 Eidechsen und 8 ßatrachier;
Rijersma sandte von der Insel St. Martins in Westin-
dien 6 Amphibien; Sumichrast aus der pacifischen
Gegend des Isthmus von Tehuantepec 33 Arten, nämlich
1 Krocodil, 1 Schildkröte, 10 Eidechsen, 18 Schlangen,
3 ßatrachier; Gabb brachte 10 Arten von St. Domingo,
450 Troßchel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Chelonii.
J. E. Gray hat in längerer Abhandlung Proceed.
zool. soc. p. 165 — 225 Bemerkungen über die Familien und
Gattungen der Schildkröten und über die Charaktere,
welche aus dem Studium der Schädel genommen sind.
Die Familien unterscheidet Verf. nach folgendem Schema:
Schläfen
'knöchern — fleischig. ^
I. Füsse klumpig; auf dem Lande TestudinidaB.
II. Füsse mit Schwimmhäuten; im
süssen Wasser.
A. Thorax mit Knochenplatten
bedeckt.
a. Becken unten frei, 8 — 12
Sternalschilder . . . Platysternidae. Chelydidae.
Emydidae.
Chelydradae.
b. Becken an das Brustbein
geheftet, 13 Sternal-
schilder Podocephalidae. Chelydidae.
B. Thorax mit Haut bedeckt Trionychidae.
III. Füsse flossenförmig .... Chelonidae,
Sphargididae.
Die Familien werden weiter in Gattungen zerfällt :
1. Fam. Testudinidae. Sectio I. Zwölf Sternalschilder,
regelmässig in Paaren zu jeder Seite der Mittellinie geordnet; Pec-
toralplatten gross. A. Testudinina. Inguinalplatten massig, Na-
senlöcher in einer viereckigen fleischigen Nase, zwischen dem Ober-
rande der Schnauze und den Stirnplatten, Thorax fest. Gatt. Te-
studo, Peltastes, Homopus, Pyxis, Chersina. B. Kinixyina. In-
guinalplatten sehr gross, Nasenlöcher in einem Ausschnitt an jeder
Seite des Oberrandes der Schnauze, der hintere Theil des Thorax
beweglich. Gatt. Kinixys. Sectio II. Manourina. Zehn Sternal-
schilder in fünf Paaren, Pectoralplatten klein, kurz, dreieckig, weit
getrennt, seitlich am Hinterrande der Achsen. Gatt. Marouria.
2. Fam. Cistudinidae. Trib. I. Gistudinina. Ohne
Arcus cygoraaticus. Gatt. Cistudo. Trib. II. Liitr emyina. Mit
Arcus cygomaticus. Gatt. Pyxidea, Cistoclemmys, Cuora, Pyxiclem-
mys, Lutrerays, Notochelys, Cyclemys.
3. Fam. Chelydradae. Sectio I. Crucisterna. Sternum
klein, kreuzförmig, schmal an den Enden, Kopf und Schwanz gross.
A. Ghelydraina. Sternumsolid, vorn spitz; Sternalplatten 10, mit
während des Jahres IBGO. 451
einer breiten jcderseits über den vorgezogenen Seiten des Sternums,
Gaumen flach, innere Naslöcber vorn; Alveolarplatte flach, ziemlich
breit. Gatt. Macrochelys, Chelydra. B. St aurotypina. Sternum
mitten schmal, bedeckt von den Abdominalplatten, und bis zum
Thorax reichend, Vorder- und Hinterlappen oft beweglich an dem
festen mittleren ; Axillar- und Inguinalplatten gross, Sternalplatten 7,
Gular-, Humeral- und Pectoralplatten jeder Seite vereinigt, Femo-
ral- und Analplatten klein zu einem grossen Ventralschilde vereinigt.
Gatt. Staurotypus, Stauremys. C. Äromochelyina. Sternum vorn
abgestutzt, hinten gekerbt, 11 Sternalschilder, Gularpaar zu einem
schmalen linearen Schilde vereinigt, Kopf gross, Jochbogen sehr
breit, kräftig, gewölbt. Gatt. Aromochelys. Sectio II. Ki n o-
sterna. Sternum breit, Sternalschilder 8 oder 11, der kurze Fort-
satz, der das Steruum mit dem Thorax vereinigt, von den langen
x\xillar- und Inguinalplatten bedeckt; Vorder- und Hinterlappen des
Sternums beweglich an dem festen Mitteltheil; innere Naslöcher
vorn, Alveolarplatte flach. D. Kinosternina. Gatt. Swanka,
Kinosternon.
4. Farn. Emyäidae. Sectio I. Ämphihioclemmys. Alveo-
laroberfläche beider Kiefer linear, schmal mit einem scharfen un-
tern Rande, innere Naslöcher vorn am Gaumen. Subsectio I. Ohne
Jochbogen , Zehen kurz, kräftig, konisch, frei oder mit schwachen
Schwimmhäuten, Beine mit kurzen dreieckigen Schuppen. A. Geoe-
mydina. Gatt. Geoemyda. Melanochelys. Subsectio 2. Mit Jochbogen.
B. Geoclemmydina. Zehen kurz in die Schwimmhaut einge-
schlossen, Beine mit dünnen, harten, dreieckigen Schuppen, Augen
seitlich, Pupille ringförmig, Kiefer mit einer schmalen Alveolarplatte,
innere Naslöcher vorn am Gaumen. Gatt. Geoclemmys, Nicoria,
Rhinoclemmys. C. Emydina. Zehen kräftig, kurz, gespreizt, mit
Bändern querer Schilder bedeckt, durch eine schmale Schwimmhaut
verbunden, Kiefer mit einer schmalen Alveolarfläche, innere Nas-
löcher vorn am Gaumen, Kopf mit einer dünnen harten Haut be-
deckt, Augen fast oben, mit einem dunklen Fleck an jeder Seite der
Pupille. Gatt. Emys, Clemmys, Chrysemys, Graptemys, Callichelys,
Deirochelys. Sectio II. Hydr o clemmys. Alveolarfläche beider
Kiefer breit, mehr oder weniger von den Seiten des vorderen Gau-
mens bedeckend, Unterkiefer kräftig, Zehen mit Schwimmhaut.
D. Maladem mydina. Alveolarfläche glatt, Zehen kräftig, ge-
spreizt, mit weicher Haut bedeckt, Augen fast oben, Pupille ringför-
mig ohne Seitenfleck. Gatt. Malaclemmys, Damonia, Glyptemys,
Bellia. E. Batagurina. Kopf gross, Nase etwas vorgezogen,
Mundwinkel mit kleinen Schuppen bedeckt; Alveolarfläche sehr breit
mit einem oder zwei Leisten oder Furchen; innere Naslöcher hin-
ten; Zehen lang, weich, ausgedehnt, mit kleinen Schuppen bedeckt,
durch breite Schwimmhäute vereinigt, Hinterfüsse gefranzt; die
452 Troschel: Bcriclit üb. d. Leisi. in d. Herpetologie
Höhlung des Thorax sehr zusammengezogen, jederseits an jedem Ende
durch breite innere Knochenplatten. Gatt. Tetraonys, Kachuga. Pang-
schura. F. Pseudemydina. Alveolarfläclie sehr breit, mit einem
oder zwei starken Leisten oder Furchen; innere Naslöcher hinten;
Zehen lang, dünn, mit einigen kleinen Bändern bedeckt, durch breite
Schwimmhäute vereinigt, Hinterfüsse gef ranzt; die Höhlung des
Thorax einfach, nicht sehr contrahirt. Gatt. Pseudemys, Trachemys;
Dermatemys.
5. P'am. Platijsternidae. Einzige Gatt. Platysternon.
6. Fam. Chelydidae.
7. Fam. Tr ionychidae. Sectio I. Kopf eiförmig oder
länglich, Gesicht massig, Schädel stark, dick, solid. A. Sternum
hinten verschmälert, ohne Klappen über den Hinterbeinen, a. Nas-
löcher klein, weit entfernt, an den Seiten des Rüsselendes. 1 Gatt.
Armyda. b. Naslöcher massig, rund, dicht zusammen in der
Mitte des Rüsselendes, mit einem kleinen Lappen der Innenseite.
«. Kopf kurz. Stirn convex; Unterkiefer vorn und seitlich mit
einer breiten, flachen oder schwach concaven Alveolarfläche ; vor-
dere Gaumenfurche tief. Gatt. Landemania, Trionyx, Fordia, Sar-
bieria Aspilns, Rafetus. ß. Unterkiefer vorn mit einer geneigten
inuern Fläche und einem schmalen, scharfen Alveolarrande , und
mit einer erweiterten concaven Alveolarfläche an den Seiten, hinten
ziemlich schmal. Gatt. Pomatochelys. Dogania, Platypeltis, Tyrse,
Callinia. B. Sternum hinten breit, jederseits mit einer die Hinter-
beine bedeckenden Klappe, a. Rand des Rückenschildes knorplig,
ohne Randknochen, vordere mittlere Gaumenfurche kurz, dreieckig,
hinten breiter. Gatt. Cyclanosteus, Baikiea. Rückenschild mit Rand-
knochen. Gatt. Emyda. — Sectio II. Kopf deprimirt, breit, Ge-
sicht sehr kurz, Augen vorn ; Schädel niedrig, dünn und weich ; Al-
veolarrand der Kiefer dünn; Gaumen flach. A. Sternum hinten in
Klappen erweitert. Gatt. Heptathyra. B. Sternum hinten verschmä-
lert, ohne Klappen. Gatt. Pelochelys, Chitra.
8. Fam. Gheloniadae. Gatt. Caretta, Chelonia, Mydas.
9. Fam. Sphar gidae. Gatt. Sphagis.
Chelonia Agassizii Bocourt Annales des sc. nat. X. p. 121 von
Mexico.
Testudo Leithi Günther Proc. zool. soc. p. 502 von Sindh in
Holzschnitt abgebildet. — T, desertorum Grandidier Revue et mag.
de Zoologie XXI. p. 257 von Madagaskar.
Emys Grayi Günther Proc. zool. soc. p. 504 pl. 38 von Bus-
sora. — E. flavipes Gray ib. p. 643. pl. 50. — E. incisa uud Grayi
Bocourt Annales des sc. nat. X. p. 121 aus Mexiko.
Gray gründete Proceed. zool. soc. p. 499 auf Emy? fuliginosa
mit Hinzufügung einer neuen Art eine neue Gattung Mauremys.
währeud des Jahres 1869. 453
Kopf länglich, mit glatter Haut bedeckt, Naslöchor nahe dem obe-
ren Rande, Scheitel flach, Augen seitlich, gross und sehr vorsprin-
gend. Pupillen rund. Oberkiefer hoch, sein ünterrand schwach ge-
bogen mit einem scharfen Einschnitte in der Mitte. Unterkiefer
convex, unten vorn abgerundet, kaum den Mundwinkel erreichend.
Gaumen schwach concav, innere Naslöcher nahe der Mitte des Gau-
mens, länglich, mit einer Concavität hinter jedem; Alveolarrand des
Oberkiefers mit einer tiefen Furche , mit einer starken, scharfen
Leiste an der Unterseite, die sich fast in ganzer Länge des Randes
erstreckt; der Alveolarrand des Unterkiefers scharf und schmal,
vorn breiter nach innen abschüssig. Die neue Art M. laniaria ist
auf pl. 37 abgebildet, ihr Vaterland ist unbekannt.
Chelopus nihidus Cope Proceed. Amer. Philos. Soc. XL p. 148
aus Mexiko.
Hydromedusa tectifera Cope ib. p. 147 aus den Zuflüssen des
Paranal.
Emysaurus Rossignonii und Claudius megalocephalus Bocourt
Anuales des sc. nat. X. p. 121 aus Mexiko-
Preudhomme de Borre beschreibt Bulletin de l'Acad. de
Belgique XXVIII. p. 116 ein junges 'Exemplar von 10 Centimeter
Länge von Derraatemys Mawii Gray von Belize in Centralamerika
an der Südküste von Honduras.
Trionyx Phayrei Theobald Journ. Linnean Soc. X. p. 18 aus
den Bergflüssen von Arakan bei Bassein.
Stoliczka beschreibt fossile Reste von Schildkröten aus dem
Nerbudda-Thale, die er auf Pangshura tecta Beil.. aufBalagur dhon-
goka Gray und Trionyx gangeticus bezieht. Records of the geolo-
gical Survey of India No. 2. 1869. p. 26.
Sanrih
Hulke veröfientlichte eine Bemerkung über die feine Anato-
mie der Haut der Eidechsen. Journal ofAnatomy and Physiology III.
1869. p. 417. pl. 9. Die Epidermis und die cutis vera bilden ge-
meinschaftlich die Schuppen, so dass nach künstlicher Abtrennung
die Cutis noch eine Schuppenlage trägt.
Grocodilini. Fr i edel trägt zahlreiche Zeugnisse, von der
ältesten bis auf die neuste Zeit zusammen, dass Krokodile in Palä-
stina vorkommen. Zool. Garten p. 129 und 161.
Peters bestätigt die Pneumaticität des Unterkiefers bei den
Crocodilen und spricht seine Ansicht über die Entstehung der Höh-
len aus. Berliner Monnatsber. p. 7.
On the arrangement of the muscular fibres of the Alligator.
454 Tr ose bei: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
By Philip Hair. Journ. of Anatomy and Physiology IL 1868.
p.26— 41.
Kamon Paez hat in seinem Buche Travels apd adventures in
South- and Oentral-America, New-York 1868. p. 281 auch einen Ab-
schnitt über Krokodile.
Bocourt beschreibt in Nouvelles Archives du Museum V.
p. 19 drei n9ue Krokodile: Crocodüus pacificus von der Westseite
von Guatemala, Lewyanus aus Columbien, mcxicanus von Tampico.
Cope stellte Proc. Philadelphia 1868. p. 203 eine neue Gat-
tung der Krokodile auf: Perosuchus. Vorn 5, hinten 4 Zehen
mit vorn 2, hinten 3 Krallen ; keine knöcherne Nasenscheidewand,
kein knöchernes Augenlied ; Bauch und Rücken mit Reihen von
Knochenplatten gepanzert. P. fuscus aus dem Magdaleüenfluss in
Neu-Granada. — Gray vermuthet Annais nat. hist. in dieser Gat-
tung Perosuchus nur eine individuelle Abweichung, also Monstrosität.
Alligator Lacordairei Preudhomme de Borre Bullet, de l'Acad.
de Belgique XXVIII. p. 109 mit Abbildung von Belize an der Küste
von Honduras.
RhynchocOphalii. Gray giebt an, dass Sphenodon Gray
(1831), Hatteria Gray (1841) und Rhynchocephalus Owen (1853) iden-
tisch seien, und dass die Art daher Sphenodon punctatum heissen
müsse. Annais nat. hist. III. p. 167. — Eine Notiz über das Vor-
kommen von Sphenodon punctatum auf einer Insel in der Plenty-
Bay in Neu -Seeland von Ben nett findet sich Proceed. zool. soc.
p. 227.
Monitores. Varanus (Odatria) semiremex Peters Berliner Mo-
natsber. p. 65 von Cap York.
Ameivae. Ameiva analifera Cope Proc. Amer. philos. Soc. XI.
p. 158 von der Insel St. Martins in Westiudien.
Cnemidopliorus mexicanus Peters Berliner Monatsber. p. 62
aus Mexiko. — Cn. muUilineatus Philippi Archiv für Naturgesch.
p. 41 von Mendoza. — Cn. grandescens Cope Proc. Amer. philos.
soc. XI. p 158 von Rio grande in Brasilien.
Wegen der vereinigten Frontoparietalschilder betrachtet Cope
ib. p. 158 Cn. hyperythrus und lieterolepis als eine von Cnemido-
phorus verschiedene Gattung, die er Verticaria nennt.
Centropyx Benggerii Peters Berliner Monataber. p. 63 aus Pa-
raguay.
Lacertae. Giebel unterscheidet fünf Farbenvarietäten von
Lacerta viridis. Zeitschr. für die gesammten Naturwiss. 34. p. 159.
Bley sprach über die Lebensweise von Lacerta viridis. Sit-
zungsber. der Gcsellsch. Isis in Dresden 1869. p. 76. — Milde äus-
serte sich brieflich über Zootoca vivipara, Lacerta agilis, viridis und
Podascis muralis ib. p. 130.
während des Jahres 1869. 455
Hol fort berechnete auf jeden Tag durchschnittlich 2 Mm.
Wachsthum eines abgebrochenen Schwanzes der Lacerta agilis L.
Sitzungsber. der Ges. Isis in Dresden 1869. p. 148.
Acantliodactylus dorsalisVQieTB Berliner Monatsber. p. 62 ohne
Angabe des Fundortes.
Eremias suborbüalis und serripes Peters Öfversigt k. vetensk.
Acad. Förhandliugar p. 658 aus Damara. — E. argus Peters Berli-
ner Monatsber. p. 61. fig. 3 ans China. — E. Brennen Peters ib.
p. 432 aus Barava im Somalilande.
Aus Eremias cuneirostris Strauch bildet Peters Berliner Mo-
natsber. p. 60 ein besonderes Subgenus Saurites, das von Eremias
durch die gekielten grossen Schuppen der Extremitäten und der
untern Schwanzscite , so wie durch die sehr viel kleinern Schuppen
am hinteren Theile der Brust und am Anfange der Yentralgegend
verschieden ist.
Chamaeleoiltes. Chamaeleo cälcaratus Peters Berliner Monats-
ber. p. 445 von Madagascar.
Iguanini. Polychrus (Chaunolaemus) multicarinatus Peters
Berliner Monatsberichte p. 766 von Costarica.
. Anolis stigmosus Bocourt Nouvelles Archives du Museum V.
p. 43 aus Columbia.
O'Shaughnessy berichtigt die Charaktere und die Synony-
mie der Gattung Norops, wohin er zwei Arten zählt: N. auratus
Daud. (Anohs tropidonotus Pet.) und N. duodecim-striatus (Draco-
nura duodecim-striata Barth., Draconura Bertholdii Fitz., Norops
macrodactylus Hallowell, Anolis auratus Peters). Annais nat. bist.
ni. p. 183. — Gßgen diese Deutung des echten Anolis auratus Daud.
remonstrirt Peters ib. IV. p. 273, was eine Erwiderung von
O'Shaughnessy ib. p. 274 hervorgerufen hat.
OpJiryessoides Dumerilii Steindachner Novara p. 33. Taf. 8. Fig. 5
aus Brasilien.
Sceloporus siniferus Cope Proc. Amer. philos. soc. XI. p. 159
von der pacifischen Seite des Isthmus Tehuantepec.
Opliirus montanus, saxicola und Fierinensis Grandidicr Bevue
et mag. de Zoologie XXI. p. 340 von Madagaskar.
Agamae. Calotella n. gen. Steindachner Novara p. 28.
Kopf oval, von geringer Lauge, an der Oberseite gewölbt, stachellos,
nicht auffallend stark abwärts geneigt, gleichförmig beschuppt, und
ohne erhöhte Orbitalleiste; Nasenöffnungen in einem ziemlich gros-
sen Nasenschilde an den Seiten der Schnauze; sä'himtliche Körper-
schuppen von geringer Grösse, rhombeuförmig, ziemlich stark ge-
kielt, Rückenschuppen in horizontalen Reihen; Kehlsack, Schenkel-
und Analporen fehlend: eine V-förmige Falte an der Brust und an
den Seiten des Nackens; Schwanz sehr lang, rundlich; kein Rücken-
456 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologic
kämm: eiii sehr schwach ang-edeuteter Nackenkamm. C. aiistralis
aus Australien Tat'. 1. st^ig. 9.
Bedtenhacher ia n. gen. Steindachner Novara p. 31. Kopf
dreieckig-verlängsrt, im Durchschnitte viereckig, stachellos, mit gleich
grossen, länglichen, gekielten Schuppen ; Schnauzen- und Augenrand-
kante schwach entwickelt, nicht erhöht; sämmtliche Rumpf- und
Schwanzschuppen gekielt, am hinteren Rande abgerundet ; Nacken und
Rücken mit einem schwach entwickelten Kamme, der durch die ho-
hen, stark vorspringenden, steifen Kiele der Firstschuppen gebildet
wird; Schwanz sehr lang, zart, wie der Rumpf comprimirt, ohne
Kamm; keine Femoral- und Analporen: zarte Falten an den Seiten
des Halses; Schuppenreihen des Rumpfes von verschiedener Grösse ;
die obersten grösseren Schuppen laufen vollkommen horizontal, die
mittleren kleineren Reihen nach hinten und oben, die unteren klein-
sten endlich nach hinten und unten; Unterkiefer vorne mit 2, Ober-
kiefer mit 6 gleich grossen, starken Fangzähnen; übrige Zähne der
Kiefer kegelförmig, etwas comprimirt; Tyrapanum offen liegend, gross.
B. fasciata aus Neuholland.
Corijphophylax n. gen. Fitzinger bei Steindachner Novara
p. 29 unterscheidet sich von Gonyocephalus durch das Vorkommen
von Kielen auf sämmtlichen Schuppen des Körpers. C. Maximiliani
Fitz, von den Nicobaren Taf. 2. Fig. 6.
SteJlio himalayanus Steindachner Novara p. 22. Taf. 1. Fig. 8
von Lei und Kargil.
Agama coelestis d'Orb. wird von Peters Berliner Monatsber.
p. 64 der Gattung Dicrodon zugewiesen. — Die anlangliche Vermu-
thung Cnemidophorus lacertoides Dum. Bibr. sei mit dieser Art
identisch, wird später ib. p. 433 verworfen. — A. HartmanniT eiers
Berliner Monatsber. p. 65 aus Dongola.
Wilson schilderte einige Exemplare von Moloch horridus,
die er lebend beobachtete. Journ. Linnean Soc, X. p. 69.
Phrynoceplialus Stoliczkai Steindachner Novara p. 23. Taf. 1.
Fig. 6 aus dem Industhale.
Geckones. Peters erkannte seinen Diplodactylus furcosus als
identisch mit Diplodactylus ornatus Gray. Berliner Monatsberichte
p. 446.
Fhyllodactylus gcdapagensis Peters Berliner Monatsber. p. 719
von den Galapagos-Inseln.
Bhoptropus n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 58. fig. 2
Öfversigtk. vetensk. Akad. Förhaudlingar p. 658. Habitus Ptyodactyli;
palmae plantaeque pentadactylae, digiti longiores unguiculati, apice
dilatati, depressi, subtus squamis transversis muniti; digitus posticus
secundus tertio a basi ultra medium coadunatus; ungues minimi;
während des Jahres 1869. 457
nares tiibuliformes, inter scutella 3 vel 4 erecta apertae. Notaeum gra-
nulatum. Bh. afer aus Südafrika.
Hemidactylus Mortoni Theobald Journ. Linnean Soc. X. p. 32
aus Pegu.
Doryura guadama und Karenorum Theobald Journ. Linnean
Soc. X. p. 30 aus Pegu.
Uoplodactylus (Pentadactylus) australis Steindachner Novara
p. 18. Taf. 1. Fig. 2 von Neu-Süd- Wales.
Platydactylus mutabilis Grandidier Revue et mag. de Zoologie
XXI, p. 341 von Madagaskar.
Gecko Grayi Steindachner Novara p. 11 von Neu-Süd-Wales.
Golopus u. gen. Peters Berl. Monatsber. p. 57. fig. 1. Öfversigt
kongl. vetensk. Akad. Förhandlingar p. 657. Palmae plantaeque
pentadactylae ; digiti breviores inungues, antici apice vix dilatati,
subtus granulati, apice subtus squamis transversis, supral squama
lamnaeformi munito. Reliqua ut in Pachydactylo. C. Wahlhergii
aus Südafrika.
*5p/iaero<?aci2/ifws Cope? Steindachner Novara p. 18. Taf. 1. Fig. 5
von Südamerika.
Naultinus Uneatus Gray Anuals nat. bist. III. p. 243 von Neu-
seeland.
Teratolepis n. gen, Günther Proc. zool. soc. p. 504, ge-
gründet auf Homonota fasciata Blyth. Kopfform geckoartig, be-
deckt mit kleinen nicht dachziegelartigen Schuppen; kein äusseres
Ohr; Rumpf etwas deprimirt, mit dachziegelartigen Schuppen, die
des Rückens gekielt, von massiger Grösse und etwa doppelt so lang
wie die des Bauches; Beine wohl entwickelt, fünf Krallen vorn und
hinten, jede Zehe erweitert mit einer Doppelreihe runder Lamellen»
die letzte Phalange frei ; Schwanz von Länge des Rumpfes, dick und
flach am Grunde, hinten verschmälert, er ist mit dachziegeiartigen
unregelmässigen Schuppen bedeckt, die der Oberseite sehr gross, viel
grösser als die unteren.
Gymnodactylus Girardi Taf. 2, Fig. 3 unbekannten Vaterlan-
des , Stöliczkai Taf. 2. Fig. 2 von Karoo nördlich von I)ras, macu-
latus Taf. 1. Fig. 4 von Westindien, pMUppinicus Taf. 2. Fig. 1 von
den Philippinen, Steindachner Novara p. 15. — G. Steudneri Peters
Berliner Monatsber. p. 788 aus dem Sennär.
Ptychopleurae. Gerrhosaurus laticaudatus und Karsteni Gran-
didier Revue et mag. de zoologie XXI. p. 341 von Madagaskar.
Zonurus tropidosternum Cope Proc. Amer. philos.Soc. XI. p. 169
von Madagaskar.
Scinci. Lygosoma (Mocoa) nigrofasciolatum, Peters Berliner
Monatsber. p. 435 aus Nen-Caledonien,
458 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Biopa aw^wma Theobald Journ. Linnean Soc. X. p. 27 aus Pegu.
Tropidolepisma Richardi Yeiers Berliner Monatsber. p. 787 vom
Alligator-Kiver in Nordaustralien,
Heteropus rliomhoidalis Peters ib. p. 446 von Port-Mackay in
Nordaustralien,
Traclieloptyclms Petersi Grandidier Revue et mag. de Zoologie
XXI. p, 339 von Madagaskar.
Eiiprepes variegatus, damaranus, polylepis und Wahlhergii
Peters Öfversigt k. vetensk, Akad, Förhandlingar p. 660 aus Da-
mara. — E. (Euprepis) Grützneri und E. (Mahuya) laevigatus Pe-
ters Berliner Monatsber. p, 438 aus Südostafrica. — E. biUneatus
Grandidier Revue de Zoologie XXI. p. 340 von Madagascar. — E.
Petersii von Chamba und Ragna, Stoliczkai aus dem Thale des
Spitiflusses in 14000' Seehölie, Tiargüensis von Kargil, Blytliii aus
dem Wanguthale, Novarae Fitz. Taf. 2 üg. 4, von den Samoainseln,
macrotis Fitz, von den Nicobaren, striatulus aus Neu-Südwales Stein-
dachner Novara p. 43.
Scelotes Fierinensis Grandidier Revue et mag. de Zoologie XXI.
p. 340 von Madagaskar.
Gongylus Polleni Grandidier Revue de zoologie XXI. p. 340
von Madagaskar.
Zu der Lebensweise von Anguis fragilis gab B 1 e y Sitzungsber.
der Gesellsch. Isis in Dresden 1869. p. 76 einen Beitrag.
Nisara Gray Lizards of Australia and Neu Seeland p. 3.
Unterscheidet sich von Delma durch den Mangel der schmalen Binde
von Zügelschildern unter den oberen Lippenschildern. Gegründet
auf Delma Grayii Smith aus Australien.
Acontias ruhro-caudatus Grandidier Revue et mag. de Zoo-
logie XXI. p. 342 von Madagaskar.
Mliinopliidion Fitzinger n. gen. bei Steindachner Novara
p. 52 unterscheidet sich von Typhline durch die geringe Zahl der
Kopfschilder und die viel bedeutendere (7) der Analscliilder. B.
nicobaricum Fitz. — Ist ib. p. 94 als identisch mit der Gattung
Typhloscincus Peters erkannt, die Art scheint jedoch neu.
Ophidii.
Putnam erörterte die Frage, ob Schlangen ihre Jungen in
den Mund aufnehmen, um sie in Gefahr zu beschützen, ohne freilich
zu einem Resultate zu kommen. The American Naturalist II. p. 133.
Ramon Paez erklärt die Corallenschlangen für harmlos und
spricht von dem Gegengift gegen den Biss giftiger Schlangen. Travels
and adventures in South and Central-Amerika. New-York 1868,
p. 208.
während des Jahres 1869. 459
Typhlopidae. Typhlops perditus Peters Berliner Monatsber.
p. 435 aus Orizaba.
Peropodes. Lichanura roseofiisca und myriolepis Cope Proc.
Philadelphia 1868. p. 2 von Nieder-Californien.
GalamaridaG. Cdlamaria sumatrana und Hoevenii Edeling.
Naturk. Tijdschr. Ned. Indie Dec. 1869 von Sumatra.
Elapomotphus nigrolineatus Peters Berliner Monatsber. p. 439
angeblich aus Guinea, wahrscheinlich aus Südamerika.
Ac haiin US n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 436.
Oberkiefer, Gaumen, Flügelbeine und Unterkiefer bezahnt, Zähne
des Oberkiefers zahlreich, gleich lang und glatt; Kopf lang; nicht vom
Halse abgesetzt, Augen klein, mit runder Pupille, 2 Nasalia, Fre-
nale mit dem Praeoculare, Postoculare mit den Temporalia ver-
schmolzen; Oberkopfschilder in gewöhnlicher Zahl, Submentalia
kurz, Körper cylindrisch, mit langgestreckten, gekielten Schuppen
in 21 Längsreihen bedeckt. Anale und Subcaudalia einfach. Steht
zunächst der Gattung Haplocercus Gthr. A. spinalis aus Japan.
Rhynchotiyx n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 437.
Vordere Oberkieferzähne klein and gleichförmig, der hinterste grös-
ser und gefurcht , Zähne der Gaumenbeine und der Unterkiefer
klein; Schnauzenende sehr vorspringend, scheidenförraig von dem
grossen Rostrale eingehüllt ; Augen klein mit runder Pupille ; Nasen-
löcher im vorderen Ende des einfachen Nasale gelegen ; Körper
drehrund, mit glatten rhomboidalen in 15 Reihen stehenden gru-
benlosen Schuppen bedeckt. Kein Frenale, 1 Anteorbitale, 1 Post-
orbitale, keine Internasalia, 2 Paar lange Submentalia, Anale und
Subcaudalia doppelt. Gehört zu den Calamariiormes opisthoglyphi.
Rh. ambiniger aus Paraguay.
Coronellidae. Simotes brevicauda Steindachner Novara p. 61.
Taf. 3. Fig. 13 aus Cochinchina. — S. cruentatus Theobald Journ.
Linneau Soc. X. p. 41 aus Pegu.
Bergenia n. gen. Steindachner Novara p. 92. Kopf depri-
mirt, nicht vom Rumpfe geschieden; Rostrale breit, auf die Ober-
seite der Schnauze reichend wie bei Simotes, Nasalia getheilt, die
oberen derselben sehr stark entwickelt, und auf der Mittellinie der
Schnauze zusammenstossend ; keine Präfrontalia, Postfrontalia viel
breiter als lang ; Lorealschild fehlend, durch den absteigenden Seiten-
theil der Postfrontalia, das hintere Nasale und das Präfrontalschild
ersetzt, Augen klein; Schuppen glatt; Analschild getheilt; Subcau-
dalia paarig; Schwanz kurz; Kieferzähne klein, von gleicher Grösse,
ziemlich stark; der letzte Zahn im Oberkiefer von den übrigen
durch einen kleinen Zwischenraum getrennt und nur unbedeutend
stärker und länger als diese. B. mexicana aus Mexiko. — Cope
460 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
hält diese Schlange für eine Art von Chilomeniscus. Proc. Amer.
philos^ Soc. XL p. 150.
Tachymenis melanocephala Peters Berliner Monatsber. p. 876
aus Mexiko.
Lygophis lachrymans Cope Proc. Amer. philos. soc. XI. p. 154
aus Centralamerika ohne nähere Fundortsangabe.
Natricidad- Die Häutung einer Ringelnatter, Coluber natrix,
beobachtete v. Braun. Zeitschr. für d. gesammten Naturvvissensch.
34. p. 311. Sie klemmte die Spitze des Schwanzes in den Spalt
eines zersplitterten Haselstumpfes ein, und schlüpfte vorwärtsstre-
bend aus ihrer Haut heraus.
Noll hat am Rheine zwischen St. Goar und Oberwesel und
bei der Loreley Exemplare von der Würfelnatter (Tropidonotus tes-
sellatus) gefangen. Er möchte sie aber nicht wie v. Hey den als
von den alten Römern eingeführt betrachten, sondern glaubt, dass
sie aus der Schweiz oder aus Frankreich eingewandert sein könne.
Zool. Garten p. 299.,
Iropidonotus mficeps Peters Berliner Monatsber. p. 444 aus
Californien.
Theophil Studer unterschied eine neue Species von Tro-
pidonotus aus der Schweiz, die in das Subgenus Eutaenia gehört,
ohne ihr einen Namen zu geben. Mittheilungen der naturforschenden
Gesellschaft in Bern 1869. p. 24.
Tytleria n. gen. Theobald Journ. Linnean Soc. X. p. 49. As-
pectu Hypsirhinae. Squamis laevigatis septemdecim ordinibus ; nare
laterali, parvum scutum paene dividente ; frontalibus quatuor; loreali
elongato; anali subcaudalibusque bifidis; oculo parvo, pupula ver-
ticali. T. hypserhinoides von den Andamanen.
Fordonia bicolor Theobald Journ. Linnean Soc. X. p. 56
aus Pegu.
Xenodon isolepis Cope Proc. Amer. philos. soc. XL p. 155
vom oberen Amazonenfluss.
Golubridae. Spüotes fasdatus Peters Berliner Monatsber. p. 433
aus Surinam.
Giebel erhielt Coluber flavescens (Aesculapi) aus Blankenheim
ip Thüringen, was neben Mägdesprung im Harze der zweite Fundort
sei. welcher in einer früher von den Römern nicht besuchten Ge-
gend liege, so dass die Annahme, die genannte Art sei durch die
Römer in das südliche Deutschland verpflanzt worden, immer hin-
fälliger wird. Zeitschr. für die ges. Naturwissenschaften 33. p. 303.
Coluber Nuthalli Theobald Journ. Linnean Soc. X. p. 44
aus Pegu.
Teleolepis sfriaticeps n. gen. Cope Proc. Amer. philos.
soc. XL p. 153. Bezahnung diacranterisch ; Kopfschilder normal,
währeud des Jahres 1869. 461
zwei Nasalia, die Naslöcher in dem vorderen, Zügelgegend mit einer
tiefen Längsftirche; Schuppen gleich, glatt, zweiporig, Analschild
ganz; Schwanz kurz, Körper dünn, Kopf breit, deutlich abgesetzt.
T. striaticeps aus Brasilien.
Dryadidae. Symphimus n. gen. Cope Proc. Amer. philos.
soc. XI. p. 150. Bezahnung isodont, Kopfplatten normal, ausgenom-
men dass die Internasalia mit den Nasalia verschmolzen sind, und
die letzteren mit einander und mit dem Zügelschilde; keine Prae-
orbitalia; Schnauzenschild nicht vorstehend; Schuppen glatt, gleich,
einporig ; Anale zweitheilig ; Körpergestalt langstreckig. Scheint in
die Nähe von Cyclophis zu gehören. S. leucostomus aus Mexiko.
ConiopJianes piceivittis Cope. ib. p. 149 aus Mexiko.
Alsophis Bygersmaei Cope Proc. Amer. philos. Soc, XI.
p. 154 von der Insel St. Martins im Spanischen Westindien.
Psammophidae- Fsammophis Leithü Günther Proc. zool. soc.
p. 505. pl. 39 von Sindh.
Auf Dendrophis praeornatus Schlegel, deren Verwandtschaft mit
Psammophis er anerkennt, gründet Peters Berliner Monatsber.
p. 447 eine eigene Gattung Dromophis. Sie unterscheidet sich
von Psammophis durch die Bildung des Gebisses , wie durch die
eigenthümliche bogenförmige, mit einer hinteren Klappe versehene
Nasenöffnung.
Dendrophidae. Dendrophis caudoUneolata Günther Proc. zool.
soc. p. 506. pl. 40. lig. 1 von Ceylon.
Dryiopbidae. Tragops javanicus Fitzinger bei Steindachner
Novara p. 72. Taf. 3. Fig. 15 von Java.
Leptodira mystacina Cope Proc. Amer. philos. soc. XI. p. 151
aus Mexiko.
Dipsas (Eudipsas) Guiraonis Steindachner Novara p. 75. Taf. 3.
Fig. 9, 10 von den Philippinen. — D. Barnesi Günther Proc. zool.
soc. p. 506. pl. 40. fig. 2 von Ceylon. — D. oc/jracea Theobald Journ.
Linnean Soc. X. p. 53 aus Tenasserim und Pega.
Pareas modestus Theobald Journ. Linnean Soc. X. p. 55 aus
Pegu. — P. dorsopictus Edeling Naturk. Tydschr. Ned. Indie Dec.
1869 von Sumatra.
Anoplodipsas n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 442.
Oberkieferzähne sämmtlich klein und ungefurcht, Zähne in den Gau-
men- und Flügelbeinen ; Kopf breit, von dem dünnen Halse abge-
setzt, Pupille rund, Nasenöffnung weit, zwei Nasalia, Kopfschilder
in gewöhnlicher Zahl, vordere Submentalia länger als breit, Körper
langgestreckt, zusammengedrückt, mit verlängerten, glatten, gruben-
losen Schuppen, die in der Mitte des Rückens zum Theil verbrei-
tert hexagonal, Bauchschilder seitlich winklig gebogen, Anale und
Subcaudalia einfach. A. viridis aus Neu-Caledonieu.
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. Ee
462 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. H erpetologie
Xenopholis n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 440. Vor-
dere Oberkieferzähne kürzer und glatt, der hinterste verlängert und
gefurcht, Kopf oval, etwas abgeplattet, viel breiter als der dünne
Hals ; Nasenloch vertieft in zwei grossen Nasalia, zwei Internasalia,
drei Praefrontalia in einer Querreihe, Auge klein mit rander Pu-
pille, ein sehr grosses Anteorbitale, Supraorbitale klein, ein Fre-
nale, Submentalia massig lang; Körper nach der Mitte hin verdickt,
mit verlängerten glatten grubenlosen Schuppen in siebzehn Reihen
bedeckt; Anale einfach, Suhcaudalia doppelt. X. Braconnieri ohne
Angabe des Fundortes.
Lycodontidae. X^/cot^ow jBaM*(2n Steindachner Novara p. 90 von
den Philippinen.
Elapidae. Elaps scutiventris Cope Proc. Amer. philos. Soc. XI.
p. 156 aus Ecuador.
Hoplocephahis maculatus Taf. 3. Fig. 3 — 5 von Neu-Südwales
und fuscus von Neuholland Steindachner Novara p. 81. — H. Ste-
jp/iewsw Krefft Australian Snakes p. 58. pl. 6. fig.7 von Port Macquarie,
Trimeresurus labialis Fitzinger bei Steindachner Novara p. 86.
Taf. 3. Fig. 1, 2 von den Nicobaren.
Trimorphodon tau, upsilon und ??mJor Cope Proc. Amer. philos.
soc. XI. p. 151 aus Mexiko.
Petrodymon Krefft nov. gen. Transact. philos. Soc. of N.
S.-Wales 1865, Australian Snakes p. 72. Körper langstreckig, ge-
rundet; Kopf flach, nicht sehr abgesetzt vom Nacken ; Augen kleiu,
Pupille elliptisch; Schwanzschilder in zwei Reihen; Schwanz kurz,
vom Rumpfe abgesetzt in einen konischen Dorn oder Nagel endend.
Gegründet auf Diemansia cucullata Gthr.
Cacophis Gäntherii Steindachner Novara p. 91 von Neuholland.
— C. Fordei, Harriettae und Blackmanii Krefft Proceed. zool. soc.
p. 318 aus Queensland; auch Australian Snakes p. 75. pl. 12. hg. 8,
pl. 11. fig. 13 und pl. 12. flg. 3.
Vermieella lunulata Krefft Australian Snakes p. 79. pl. 12. fig.l4;
Proc. zool. soc. p. 320 vom obern ßurdekin.
Denisonia Krefft n. gen. Proc. zool. soc. p. 321; Australian
Snakes p. 82. Kopf hoch und viereckig , vom Rumpfe abgesetzt, re-
gelmässig beschildet, aber mit einem grossen Zügelschild, welches
bei allen anderen Australischen Giftschlangen fehlt. Körper nicht
sehr verlängert und gerundet, Schwanz abgesetzt, in einen grossen
konischen Dorn endigend. Schuppen in 17 Reihen; Schwanzschilder,
ganz. D. ornata p. 11. fig. 4 aus Queensland.
Bernhard Meyer hat in den Monatsberichten der Berliner
Akademie p. 193 die merkwürdige Giftdrüse von Callophis intestina-
lis und bivirgatus beschrieben, die überaus lang ist bis zur Hälfte
der ganzen Schlange und die unter den Rippen in der Leibeshöhle
während des Jahres 1869. 463
selbst liegt. Diese Abhandlung' ist in unserem Archiv p. 224 mit
einigen Zusätzen des Verf. abgedruckt.
Reinhardt, dadurch erinnert an die Beobachtung seines
Vaters über die Giftdrüse von Causus rhombeatus, hat auch die
übrigen ihm im Museum zu Copenhagen zu Gebote stehenden Callo-
phis-Arten untersucht. Er konnte die Bescnaffenheit der Giftdrüsen
bei C. intestinalis und drei Varietäten derselben bestätigen ; dagegen
sind sie bei C. Macclellandii und gracilis, sowie bei maculiceps wie
bei den Giftschlangen im Allgemeinen. Dies ist besonders für gra-
cilis auffallend, die in Habitus und Farbe so grosse Aehnlichkeit mit
intestinalis hat. Vidensk. Meddelelser Naturh. Forening i Kjöben-
havn 1869. p. 117.
Hydrophidae. Schortt bildete in Holzschnitt eine Monstro-
sität einer Wasserschlange mit zwei Köpfen ab, die wahrscheinlich
einem jungen Exemplar von Hydrophis sublaevis Gray angehört.
Verf. vermuthet, dass die Erzählungen der Eingebornen von viel-
köpfigen Schlangen ähnlichen Monstrositäten ihren Ursprung ver-
danken. Journ. Linnean Soc. IX. p. 49.
EmydocepJialus Krefft nov. gen. Proc. zool. soc. p^321;
Australian Snakes p. 92. Vordere Hälfte des Rumpfes gerundet,
hinterer Theil comprimirt, Bauchschilder wohl entwickelt, Kopf be-
schildet, Mundspalte kurz, drei obere und drei untere Lippenschil-
der, das mittelste das grösste, fast die ganze Ober- und Unterlippe
bedeckend ; Occipitalia nicht viel grösser als die Superciliaria, sehr
unregelmässig, zuweilen eine Platte zwischen ihnen, und viel breiter
als lang. Schwanz sehr comprimirt, in eine grosse flache Schuppe
mit zwei oder drei Zähnen endigend, und jederseits mit einem Kiel.
Schuppen in 16 bis 17 Reiben, sechseckig, dachziegelartig und mit
5 bis 10 Höckern bedeckt , Bauchschildcr sehr höckerig, besonders
nahe dem Schwänze. JtJ. annülatus und tuherculatus aus den austra-
lischen Meeren.
Viperidae. Von Strauch erhielten wir wieder eine sehr
gründliche Arbeit, eine »Synopsis der Viperiden, nebst Bemerkun-
gen über die geographische Verbreitung dieser Giftschlangen-Fa-
milie.« Memoires de l'Acad. imp. de St. Petersbourg Tome XIV.
No. 6. Verf. hat ein grosses Material benutzt, denn von den 22 Ar-
ten dieser Familie, welche gegenwärtig zu unterscheiden sind, konnte
er 19 aus eigener Anschauung und zwar in 392 Exemplaren kennen
lernen. Bei jeder Art ist eine lateinische Diagnose, die vollstän-
dige Synonymie, sofern in den Schriften die Arten kenntlich gemacht
sind, Beschreibung der Färbung und Zeichnung, und Bemerkungen
über das Vorkommen und die geographische Verbreitung gegeben.
Bei der Besprechung der Versuche in den letzten drei Decennien,
die Giftschlangen einzutheilen, giebt er entscheiden der Eintheilung
464 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Wiegmann's in vier Familien den Vorzug, welcher ohne weitere Un-
terordnungen anzunehmen die Hydriden, Elapiden, Viperiden und
Crotaliden unterschied. Innerhalb der Viperiden werden dann nur
drei Gattungen unterschieden, nämlich 1) Vipera Laur. Scuta
subcaudalia partita, duplici serie collocata, squamae gulares laeves
mit 17 Arten, die nur der alten Welt angehören, und von denen
eine in Europa, Asien und Afrika vorkommt, eine Europa und Afrika,
eine Europa und x\sien, zwei Asien und Afrika angehören, drei aus-
schliesslich in Asien, und neun ausschliesslich in Afrika leben, so
dass Europa im Ganzen 3, Asien 7 und Afrika 13 Arten besitzt.
13 Gattungsnamen bilden die Synonymie der Gattung Vipera. näm-
lich Cobra Laur., Aspis Laur., Pelias Merr., Echidna Merr., Cera-
stes Wagl., Daboia Gray, Clotho Gray, Bitis Gray, Rhinechis Fitz.,
Chersophis Fitz., Gonyechis Fitz., Echidnoides Mauduyt. undRhinaspis
Gray. 2) Echis Merr. Scuta subcaudalia integra, uniseriata; squa-
mae gulares laeves mit 2 Arten, von denen eine dem circummedi-
terranen Gebiete, die andere Asien angehört. Synonym ist Toxicoa
Gray. 3) Äther is' Cope. Scuta subcaudalia integra, uniseriata;
truncus compressus; cauda prehensilis: squamae gulares distincte
carinatae, mit 3 Arten, die an der Westküste Afrika's leben. Sy-
nonym ist Poecilostolus Gthr. — Nach der am Schlüsse gegebenen
Uebersicht über die geographische Verbreitung der Viperiden ge-
hören 9 Arten dem circummediterranen, 2 dem asiatischen und 12
dem afrikanischen Faunengebiete an. Aus dem circummediterranen
Gebiete fallen 3 in den Europäischen, 6 in den Afrikanischen, 7 in
den Asiatischen District; aus dem afrikanischen Gebiete 7 in den
westafrikanischen, & in den südafrikanischen und 4 in den ostafri-
kanischen District.
Crotalidae. In Journal of travel and natural history I. 1868.
p. 260 verzeichnet Murray mehrere Fälle von dem giftigen Biss
des Jararaca (Bothrops Neuwiedii Spix).
Trigonocephalus (Bothrops) arhoreus und puhescens Cope Proc.
Amer. philos. Soc. XI. p. 157, ersterer von Bahia, letzterer vom Rio
grande do Sul.
Batrachia.
Beiträge zur Lehre von den Functionen der Ner-
vencentren des Frosches von F. Goltz. Berlin 1869» 8.
Untersuchungen zur normalen und pathologischen
Anatomie der Froschhaut. Von Eberth. Leipzig 1869.4.
mit 3 Tafeln.
Crivelli e Maggi Alcuni cenni sovra lo studio
dei corpi frangiati dellc Rane. Rendiconti del Reale Isti-
während des Jahres 186f). 465
tiito Lombardo di scienze e letterc 8erie seconda II. p. 716.
Milano 1869. Die VerfF. stellen die Frage, ob nicht die
gefranzten Körper Cuvier's des weiblichen Frosches das
wahre Ovarium darstellen könnten, wo dann das Ovarium
der Autoren der Uterus wäre ; ferner ob nicht die ge-
franzten Körper der Männchen die Hoden sein könnten ?
Ciaccio stellte Experimente über die Einwirkung
einiger färbenden Stoffe und chemischen Substanzen auf
die Spermatozoiden von Rana esculenta und Triton cri-
Status an. Archivio per la zoologia Serie II. Vol. I. p. 164
— 186.
Alcock zeigte im März eine lebende Froschlarve
von 2V2 Zoll Länge, zur Zeit wo die Frösche anfingen
zu laichen. Er setzt also voraus, dass diese Larve über-
wintert habe, und zwar gewachsen sei, aber sehr wenige
Fortschritte in der Entwickelung gemacht habe. Proc.
soc. of Manchester VII. p. 207.
Wright beobachtete in Indien Frösche, die Vögel
verschlangen. Journal of travel and natural history I.
1868. p. 199.
Jourdan beobachtete eine unzählige Menge klei-
ner Kröten (Alytes obstetricans), wie sie zu dem soge-
nannten Froschregen Veranlassung gegeben haben. Er
erklärt die Sache sehr einfach und gewiss richtig da-
durch, dass sie sich bei dem ersten Regen aus ihrem Was-
serbecken entfernten um einen Landaufenthalt zu gewin-
nen, und verwirft den Einfluss von Wasserhosen. Mem.
de l'acad. de Lyon XVII. p. 307.
Ecaudata.
Mivart hat Proc. zool. soc. p. 280 sich über die Classifica-
tion der ungeschwänzten Batrachier ausgesprochen. Er gesteht den
osteologischen Charakteren , wie sie Cope vorzüglich beachtet hat,
eine grosse Wichtigkeit zu, um die wahren Verwandtschaften erken-
nen zu lernen, aber er ist der Ansicht, dass einmal erkannt es
wünschenswerth und möglich sei, auch äussere und zugänglichere
Merkmale zu finden, welche die natürlichen Gruppen kenntlich ma-
chen. Er kommt zur Anerkennung folgender Familien:
A. Ohne Oberkieferzähne, mit einer Zunge. I. Ohr unvoll-
466 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
ständig. 1. Fam. Rhinophrynidae. Zunge vorn frei. 2. Fam.
Phryniscidae. Zunge vorn angeheftet. II. Ohr vollständig. 3.
Fam. Hylaplesidae. Sacralwirbel nicht erweitert. 4. Fam. Bu-
fonidae. Sacralwirbel erweitert, Parotiden. 5. Fam. Xenorhi-
nidae. Keine Parotiden, Zunge vorn frei. 6. Fam. En gystomidae.
Keine Parotiden, Zunge vorn angeheftet. — B. Mit Oberkieferzähneu
zu einer Zeit des Lebens, mit einer Zunge. I. Ohr unvollständig.
7. Fam. Bonibinatoridae. II. Ohr vollständig, a. Partiden. 8.
Fam. Plectromantidae. Sacralwirbel nicht erweitert. 9. Fam.
Alytidae. Sacralwirbel erweitert, keine Fingerscheiben. 10 Fam.
Pelodr yäßldae. Sacralwirbel erweitert, Fingerscheiben, b. Keine
Parotiden. 11. Fam. Hylidae. Sacralwirbel erweitert, Finger-
scheiben. 12. Fam. Polypedatidae. Sacralwirbel nicht erwei-
tert, Fingerscheiben. 13. Fam. Banidae. Sacralwirbel nicht er-
weitert, keine Fingerscheiben. 14. Fam. Disc oglossidae. Sacral-
wirbel erweitert, keine Fingerscheiben. — C. Keine Zunge. 15. Fam.
Pipidae. Keine Oberkieferzähne. 16. Fam. Dactylethridae.
Oberkieferzähne.
Hylae. Hylorana Daemeli Steindachner Wiener Sitzungsber,
57. I. p. 532.
HyperoUus Bocagei imd Idae Steindachner Novara p. 51 Taf. 5.
Fig. 1 1 und 10 ; ersterer von Angola, letzterer von Madagaskar.
Phyllohates glandülosus Fitzinger Taf. 3. Fig. 1-— 4 und pe-
ruensis Taf. 4. Fig. 8 — 11 Steindachner Novara p. 53; ersterer aus
Brasilien, letzterer aus Peru.
Esc.obar giebt an, Phyllobates melanorhinus in Neu-Granada
sondere auf dem Rücken eine weisse, milchige, schleimige Flüssigkeit
aus, mit welcher die Eingebornen die Spitzen ihrer Pfeile bestrei-
chen, um sie zu vergiften. Comptes rendus 68. p. 1488 ; Annais nat.
bist. IV. p. 135 ; Revue et mag. de Zoologie XXL p. 295.
Hylodes BerJcenbuschii Peters Berliner Monatsber. p. 879 aus
Mexiko.
Platymantis unilineata Peters Berliner Monatsber. p. 447 von
Gross Viti.
Litoria Copei Steindachner Novara p. 56. Taf. 3. Fig. 14—17
von Neu-Südwales.
Der Laubfrosch, Hyla viridis, lässt sich sehr gut mit todten
(getrockneten) Fliegen erhalten, und gedeiht bei dieser Nahrung
vorzüglich: ebenso Bombinator igneus. So giebt Hoefer an. Mitth.
naturw. Verein von Neu- Vorpommern und Rügen I. p. 64.
Hyla castanea Steindachner Novara p. 62. Taf. 3. Fig. 9 — 13
unbekannten Fundortes. — H. gracüenta Peters Berliner Monatsber.
p. 789 von Port Mackay in Nordostaustralien. — H. microtis Peters
ib. p. 880 aus Mexiko. — H. pulchrilineata Cope Proc. Amer. philos.
während des Jahres 1869. 467
Soc. XI. p. 163 von Sl. Domingo. — H polijtaenia Copc ib. p. 164
aus Brasilien wurde von Günther für H. rubicundula Reinh. und
Lütken gehalten.
Scytopis Ällenii Cope Proc. Amer. philos. Soc. XL p. 162 von
Para in Brasilien.
Ranae. Steenstrup erörterte die Frage , was Linne unter sei-
ner Raua temporaria verstanden habe? Er geht davon aus, dass
unter R. temporaria mindestens drei Arten verwechselt seien, näm-
lich JB. platyrrhinus Stp. (= R. flaviventris Millet), B. oxyrrhinus
Stp. = R. arvalis Nilss.) und B. agilis Thoraas (= R. gracilis
Faiiio), denen vielleicht noch B. Middendorffii Stp. aus Sibirien hin-
zugefügt werden könnte. Zur Entscheidung der obigen Frage geht
er auf die erste Beschreibung Linne s in der Reise nach Öland 1741
zurück, und weist nach, dass Linne die Rana oxyrrhinus vor sich
gehabt habe. Verf. fügt die Bemerkung hinzu, dass der Name
temporaria nicht von dem Flecken an den Schläfen, auch nicht von
der frühen Zeit (im Frühling) herkomme, sondern einfach temporär
bedeute, d. h. der sich nur eine kurze Zeit zeigt (qui diu vivere nequit).
Vidensk, Meddelelser naturh. Forening i Kjöbenhavn 1869. p. 1—20.
— In einem Nachtrage ib. p. 235 macht Verf. seine Ansicht noch
unzweifelhafter dadurch, dass Lilljeborg in Öland in der That
nur die Rana oxyrrhinus gefunden habe, und dass in dem Museum
2u Upsala nur ein Glas mit Rana aus der Linne'schen Zeit aufbe-
wahrt wird, welches ein Weibchen von R. oxyrrhinus enthält, wahr-
scheinlich das Originalexemplar, das der Beschreibung Linne's ge-
dient hat. Alles dies erhebt die Sache wohl über jeden Zweifel.
Bana porosmma Steindachner Novara p. 18. Taf. 1. Fig. C— 13
7on Angola.
Po hli a n. gen. Steindachner Novara p. 15. Körpergestalt Rana-
ihnlich, der Daumen den übrigen Fingern deutlich entgegengestellt ;
Craumenzähne zwischen den inneren Nas enöffnungen in zwei kurzen
sshiefgestellten, rundlichen Gruppen, durch einen weiten Zwischen-
i'aum von einander getrennt; Tympanum deutlich sichtbar; Finger
frei, Zehen vollständig durch eine weite Schwimmhaut verbunden;
Zunge herzförmig gelappt ; Stirnbeine nicht vollständig verknöchert.
F palmipes Taf. 1. Fig. 5 — 8 von Matogrosso.
Cyclorhamphus fasciatus Peters Berliner Monatsber. p. 789
aus Chile.
Liuperus nitidus P eters Berliner Monatsber. p. 878 aus Mexico.
Pyxicephotlus cordofanus Steindachner Novara p. 8 von Cor-
doian.
Opisthodon n. gen. Steindachner Novara p. 9. Körpergestalt
und sichelähnlicher Vorsprung am Metatarsus wie bei Pyxicephalus ;
Gaunenzähne in einer geraden, quergestellten, in der Mitte schwach
468 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
unterbrochenen , langen Reihe hinter den inneren Nasenöffnungen ;
Finger frei ; Zehen mit Schwimmhäuten versehen ; Tympanum verbor-
gen, Zunge rundlich, hinten seicht eingeschnitten, ungelappt; keine
Parotiden. 0. Frauenfeldi Tat". 1. Fig. 1 — 4 von !Neu-Süd\vales.
Gomphohates fuscomaculatus Steindachner Novara p. 12. (Ilio-
bates fusc. Fitz. Tsch. Mus. Vindob., Eupemphix fusc. Steind. olim)
aus Brasilien. ;
Wegen der fast gleichzeitigen Anwendung des Namens Pachy-
batrachus für zwei verschiedene neue Froschgattungen durch Mi-
vart und Keferstein (vergl. vorj. Ber. p. 35 und 36) sieht sich
Mivart veranlasst, seine Gattung in Clinotarsus umzutaufen.
Proc. zool. soc. p. 228.
Cystignathus (JbJupsophus) fuliginosus Fitzinger bei Steindach-
ner Novara p. 25. Taf. 1. Fig. 18—22 von Rio-Janeiro.
Limnodynastes Sälmini Steindachner Novara p. 27. Taf. 4.
Fig. 12—15 aus . Australien.
Von der Gattung Liyla Keferst. sagt C o p e Proc. Amer. philos.
soc. XI. p. 160, sie stehe sehr nahe zu Hylodes, und unterscheide
sich fast nur durch die Schwimmhäute zwischen den Zehen, Kefer-
stein sei wegen seines Anschlusses an das Günther'sche System zii
einer unrichtigen Ansicht über ihre Verwandtschaft gekommen. Ep
beschreibt eine neue Art L, rugulosa vom Isthmus von Tehuantepec
Pelobatides. Fatio beschreibt die Art, wie Pelobates cultri|
pes sich in die Erde eingräbt. Verh. der Schweizerischen Naturfj
Gesellsch. in Solothurn, 1869. p. 59. ^
DiscoglOSSidae. Cyclorana n. gen. Steindachner Novara
p. 29. Körpergestalt sehr gedrungen, Kopf breit; Tympanum deut-
lich sichtbar, Extremitäten kurz, Mundspalte weit; Gaumenzähn«
auf zwei Querleisten, welche die vorderen Ränder der inneren Na-
rinen verbinden; eine stark vorspringende Querleiste hinter dei
inneren Narinen : Vorsprung des ersten kahnförmigen Knochens stark
entwickelt; Finger frei, Zehen mit unvollständigen Schwimmhäuten;
Daumen den übrigen Fingern entgegeustellbar; Querfortsätze des
Sacralwirbels sehr gross, dreieckig, platt; Männchen mit einem
einfachen Stimmsacke an der Kehle; Rückenhaut mit zahlreichea,
kleinen rundlichen Wärzchen; Zunge rund. G. Novae Hollandine
Taf. 2. Fig. 7 — 10 von Sydney.
Fterophrynus fasciatus Steindachner Novara p. 31. Taf. 2.
Fig. 1—6 aus Neu-Südwales.
Ileliorana n. gen. Steindachner Novara p. 32. Körper^e-
stalt gedrungen ; Kopf breit, kurz ; Augen gross ; Tympanum tm-
deutlich sichtbar; Gaumenzähne in einer in der Mitte schwach un-
terbrochenen Querreihe hinter den inneren Nasenöffnungen ; Ffero-
tide äusserlich kaum bemerkbar, wohl aber bei einem Einsch»itte
während des Jahres 1869. 469
iu die Haut; Zuug«^ gross, rundlich, sclir breit, hinten kaum ein-
gebuchtet; (^uerfortsätze des Sacralwirbels dreieckig, an der Ober-
seite sehr stark gewölbt; Extremitäten kurz ; Zehen und Finger
frei; Vorsprung am Metatarsus lang, stark entwickelt, ähnlich ge-
staltet wie bei Pyxicephalus. H. Grayi Taf. 2. Fig. 11-14 von Neu-
Südwales.
Bafones. HypopacMs inguinalis Cope Proc. Amer. Philos.
SOG. XI. p. 166 von Vera Paz.
Stereocyclops nov. gen. Cope Proc. Amer. philos. Soc. XI.
p. 165. Gehört mit Hypopachus und Calophrynus in Sectio 1 der
Phryniseiden. Die Praefrontalia sind voll entwickelt und bilden mit
einander und mit den Frontoparietalia ein Continuum ; Zunge gross ;
Trommelfell dünn, verborgen; keine dorsale oder paratoide Drüsen;
keine Metatarsalschaufel ; Steissbein durch zwei Condylen angefügt;
Xiphosternum knorplig, stark erweitert und ganz in Berührung mit
den Coracoiden; vorderer Theil der Sclerotica verknöchert, bildet
einen harten Ring um die Cornea ; Pupille rund ; Zehen frei. St.
incrassatus von Sao Matheos, südlich von Rio-Janeiro.
Engystoma mexicanum Peters Berliner Monatsber. p. 881 aus
Mexiko.
Adenomera Fitzinger bei Steindachner Novara p. 37. Eopf
ziemlich klein, undeutlich vom Rumpfe abgesetzt, Schnauze deutlich
entwickelt, zugespitzt; Finger und Zehen frei; Zunge schmal, läng-
lich, ganzrandig ; Tympanum sichtbar ; eine grosse, flache Drüse an
den Lenden ; Vorsprung des ersten kahnförmigen Knochens länglich»
spitz , klein ; keine Gaumen - und Oberkieferzähne ; Querfortsätze
des Sacralwirbels zart , dreieckig. A. marmorata Fitzinger Taf. o.
Fig. 5-8.
Bufo mendociniis Philippi Archiv für Naturgesch. p. 44 von
Mendoza.
Steenstrup sucht Vidensk. Meddelelser naturk. Forening i
Kjöbenhavn 1869. p. 20 ans der Linne'schen Diagnose, für seine Rana
rubeta »ano obtuso, subtus punctato« nachzuweisen, dass derselbe
nicht Bufo vulgaris, wie gewöhnlich angenommen wird, gemeint habe,
sondern Bufo calamita.
Stein vorth erklärt das Vorkommen von vier Kröten 20 Fuss
tief im trocknen Sande unter dem Hauptschiff der Kirche ganz ein-
fach durch nächtliches Einschlüpfen. Jahreshefte des nat. Vereins für
das Fürstenthum Lüneburg III. p. 145.
Caadata.
Nach Hoefer ist Salamandra maculosa nicht stumm, sondern
giebt häufig, selbst im Winter, wenn er in einem frostfreien Zim-
470 Troschel: Bericht üb. d. Lcist. in d. Herpetologie
mer gehalten vnrd, einen Laut von sich, der wieU-ik klingt. Mitth.
d. naturw. Vereins in Neu- Vorpommern und Rügen I. p. 64.
P i c h 1 e r beobachtete mehrfach , dass sich Cyclas - Muscheln
an den Zehen, namentlich der Hmterfüsse von Tritonen angeklemmt
hatten, was ihn an einen von zwei Cyclasmuscheln geplagten Frosch,
den Bruhin beschrieb, erinnerte. Zool. Garten p. 90.
Jullien erhielt Larven von Lissotriton punctatus , welche
Eier legten, ohne die Larvenattribute verloren zu haben. Die Sper
matozoiden der ziemlich entwickelten Hoden waren noch nicht aus-
gebildet. Com"j)tes rendus 1869. p. 938; Annais nat. hist. IV. p. 76.
Cope gab Proc. Philadelphia 1869. p. 93 eine Uebersicht der
Species der Plethodontidae und Desmognathidae.
Was zuerst die Plethodontidae betrifft, so trennt er sie von
Amblystoma und Desmognatlms, mit denen sie Gray vereinigte.
Sie enthalten folgende 11 Gattungen: Section L Plethodontae.
Zunge von dem mittleren oder hinteren Stiel bis zum vorderen
Rande augeheftet. A. Zwei Prämaxillarknochen. a. Zehen 4 — 5,
Maxillarknochen regelmässig, mit zahlreichen kleinen Zähnen, Parie-
talia völUg verknöchert, 1. Gatt. Plethodon Tschudi mit 5 Arten,
b. Zehen 4 — 4, sonst wie vorige Gattung, 2. Gatt. Hemidacty'
lium Tschudi 1 Art. B. Ein Prämaxillarknochen. a. Zehen 4 — 4,
Maxillarknochen regelmässig mit kleinen Zähnen, Parietalia nicht
verknöchert; 3, Gatt. B atrachosepsBon&Tp. 3 Arten (JB. nigriven-
tris von Californien neu), b. Zehen 4 — 5. «. Maxillarknochen nor-
mal, Zähne klein, sehr zahlreich, keine Prämaxillarfontanelle , 4 Gatt.
Stereo eil Ulis Cope 1 Art. ß. Maxillarknochen hinten zahnlos, ge-
krümmt mit schneidendem Rande, wenige grosse sichelförmige Zähne,
eine Prämaxillarfontanelle, 5. Gatt. 4-naides Baird 2 Arten {A.
ferreus von Oregon neu). Section II. Sp eler pes. Zunge rundum
frei, nur durch ihren mittleren Stiel angewachsen. A. Zwei Prä-
maxillarknochen, mit Fontanelle, a. Zehen 4 — 5 mit Schwimmhaut,
6. Gatt. Geotriton Gene. 1 Art. b. Zehen 4-5, ganz frei, T.Gatt.
Gyrinophiliis Cope 1 Art. B. Ein Prämaxillarknochen, mitFonta-
nelle. a. Zehen 4 — 4, frei, Parietalia und Palatina verknöchert; 8.
Gatt. Manculus Cope 1 Art. b. Zehen 4—5. «. Zehen wenig
deutlich, Parietalknorpel nicht verknöchert, zwei Haufen Parasphc-
noidzähne; 9. Gatt. Opheohat rachus Gray 2 Arten, ß. Zehen
ganz zu einer uugetheilten Sohle verwachsen, Schädelknochen ver-
knöchert; 10. Gatt. Oedipus Gray 4 Arten, y. Zehen alle frei,
Schädclknochen verknöchert; 11. Gatt. Spelerpes Rafinesque 9 Ar-
ten {Sp. leprosus aus Mexiko und multiplicatus aus Arkansas neu).
Als Repräsentanten einer neuen P^'amilie Thoriidae be-
schreibt Verf. eine neue Gatt. Thorius mit einer neuen Art Th,
pennatiilas aus Mexiko.
während des Jahres 1869. 471
Die Faniilic Dcsmognathidae wird nur aiuj der Gattung Des-
tnognathus Baird mit 3 Arten gebildet.
Sacc theilt die Ansicht, dass die Axelotls, welche die Kiemen
verlieren, ungeschlechtliche Individuen sind, wahrscheinlich in Folge
von schlechter Ernährung. Bull. Soc. de Neuchatel VIII. p. 192. —
Auch Desor sprach ib. p. 266 von der Metamorphose der Axelotls.
und macht namentlich auf die Beobachtung von Marsh (vorj. Ber.
p. 37) aufmerksam.
Kölliker hat (Verhandl. d. phys.-med.Gesellsch. in Würzburg
Febr. 1869) mitgetheilt, dass es ihm gelang von 50 Eiern seiner
Axelotl fünf gross zu ziehen, von denen eines sich in die Ambly-
stomaform umwandelte. Er machte dabei folgende Bemerkungen:
1) werden die Augen vorstehend und die Pupillen eng; 2) ver-
schmälern sich die Zehen und verlieren ihre hautartigen Anhänge;
3) verliert sich die schleimige Hautsecretion und werden die Haut-
drüsen undeutlich; 4) endlich treten während der Metamorphose
Häutungen ein. Aus weiteren im Februar 1869 gelegten Eiern sind
über 100 Larven ausgeschlüpft.
Kölliker hat auch lebende Axelotls von Dumeril erhal-
ten, die Eier legten, aus denen am 22. Mai die jungen Larven aus-
schlüpften. Sie entwickelten sich sehr schnell, hatten schon Mitte
August vier Beine und ausgebildete Kiemen. Sie hatten nicht die
hornigen Kiefer wie die Froschlarven, sondern waren schon beim
Ausschlüpfen mit kleinen Zähnen versehen, daher carnivor. — Daran
knüpfte sich eine interessante Discussion, an der sich Claparede,
Blanchard, de Saussure undLunel betheiligten, bezüglich der
Thatsache, dass nur einige Individuen die Umwandlung vollenden,
während doch auch die übrigen sich fortpflanzen, und auf andere
Thiere, wie Pyrrhocoris unter den Wanzen und Hydra zum Ver-
gleiche hinweisend. Verhandl. der Schweizerischen naturf. Gesellsch.
in Einsiedeln 1868. p. 87.
Cornalia hat Axelotls lebend im Museo civico in Mailand be-
obachtet. Er glaubt, dass sie in Europa acclimatisirt werden.
Rendconti del Reale Istituto Lombarde di scienze e lettere. Serie
seconda I. Milano 1868. p. 388.
Auch Panceri hielt Larven vom Axelotl im botanischen
Garten zu Neapel, und beobachtete sie. Rendiconto della R. Aca-
demia delle scienze fisiche e raatematiche , Settembre 1869. Er sah
von einem seiner 11 Exemplare im October die Verwandlung. Ib.
Novembre 1869. Er vergleicht die Erscheinung, dass in einer Spe-
cies zwei Formen vorkommen, indem sich nur einzelne Individuen
umwandeln, mit der Beobachtung von Ehlers und Claparede
bei Heteronereis.
Mivart schrieb eine Abhandlung über die Myologie vou
472 Troschel: ßei'icht üb. d. Leist. in d. Herpetologie ct.
Menopoma allee:haniensc in Proceed. zool. soc. p. 254-271, erläutert
durch Holzschnitte. — Desgleichen ib. p. 450—466 über die Myolo-
gie von Menobranchus lateralis.
Ehrenberg stellte seinen seit 1850 in Berlin lebend erhal-
tenen Hypochthon Laurenti wieder vor. Die schwarze Färbung hatte
noch weiter überhand genommen und die Kiemenathmung war fort-
dauernd merklich gegen die Lungenathmung zurückgetreten, aber
doch nicht ganz erloschen. Er hat nie seine Haut abgestreift. Sit-
zungsber. der Ges. naturf. Freunde zu Berlin 1869. p, 2.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1869.
Von
T r 0 s c h e 1.
Von Güntber's Catalogue of the Fisbes in the
British Museum ist bereits im Jahr 1868 der siebente Band
erschienen, über den ich im vorigen Jahresberichte noch
nichts Näheres anzugeben im Stande war. Er behandelt
mit derselben Gründlichkeit und Vollständigkeit, wie die
früheren Bände die Familien Heteropygii , Cyprinidae,
Gonorhynchidae, Hyodontidae, Osteoglossidae, Clupeidae,
Chirocentridae, Notopteridae und Holosauridae. lieber
die einzelnen Familien folgen unten nähere Angaben.
Kner beschrieb eine grosse Reihe Acanthopteri aus
dem Museum der Herren J. C. Godeffroy und Sohn
in Hamburg, unter denen sich auch mehrere neue Gat-
tungen befinden. Wiener Sitzungsberichte 58. p. 293 — 356
mit 9 Tafeln. Ausser der Beschreibung der neuen Ar-
ten sind auch von vielen anderen Notizen gegeben.
Baudelot hat im Bulletin de la soc. des sc. nat. de
Strassbourg 1868. p. 81 — 128 eine Abhandlung veröffent-
licht, welche sich auf verschiedene Punkte aus der Ana-
tomie der Fische bezieht. Er fand 1) dass der Nervus
patheticus bei Gadus einen Zweig abgiebt, und zeigt, dass
dieser Zweig homolog ist den rudimentären hintern Zwei-
gen des trigeminus und pneumogastricus, also homolog
den hinteren Zweigen der Rückenmarksnerven. 2) E$
474 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
existirt bei allen Fischen ein Ligament zwischen dem Sca-
pulare und dem Körper des ersten Wirbels, welches er
Ligamentum scapulo-vertebrale nennt, Verf. weist aus
der Lage desselben nach, dass die Scapularapophyse der
Welse nichts anderes ist als dieses verknöcherte Liga-
ment. 3) Das Felsenbein, welches Cuvier beim Hecht,
Karpfen und Aal vermisste, ist auch hier vorhanden, liegt
aber an einer andern Stelle. Verf. meint aber, dieser
Knochen sei nicht homolog mit dem Felsenbein der übri-
gen Wirbelthiere, er habe vielmehr alle Charaktere eines
Anhanges des Occipitalbogens. 4) Ueber die ersten Wir-
bel der Cyprinen, Pietzger und Siluren. Darüber ist
schon im vorj. Ber. p. 40 eine Anzeige gemacht, weil ein
Auszug in den Comptes rendus erschienen war. 5) Den
seitlichen Stamm des Pneumogastricus bei den Fischen,
der im innern des Schädels vom Pneumogastricus ent-
springt, und längs der Seiten bis zum Schwanz verläuft,
hält Verf. für analog mit den intermediären Zweigen der
Rückenmarksnerven. 6) Verf. macht darauf aufmerksam,
dass die Strahlen der Bauchflossen bei Cyclopterus lum-
pus sich am Rande der Flosse umwenden und sich bis
zum Centrum der Scheibe erstrecken. 7) Ueber einen
anastomosirenden Zweig des Nervus trigeminus und pneu-
mogastricus bei dem Merlan.
Baudelot hat ferner ib, p. 138 den Bau der un-
paarigen Flossen der Knochenfische in Betracht gezogen.
Jedes Segment einer Flosse besteht aus vier Theilen :
dem Flossenträger (os interepineux), der Gelenkepiphyse
(epiphyse articulaire) , dem Gelenkknochen (osselet arti-
culaire) und dem Strahl (rayon natatoire). Vert. erklärt
den Gelenkknochen für ein abgetrenntes Glied an der
Basis des Strahls, um die Rolle eines Sesambeins zu
spielen ; die Gelenkepiphyse scheint ihm ein verknöcher-
tes Ligament zu sein, dessen Hauptbestimmung ist, zwei
aufeinander folgende Segmente derselben Flosse zu ver-
binden ; den Flossenträger betrachtet er als das erste sehr
entwickelte Glied des Strahls, dessen beide Hälften vom
Ursprung an verschmolzen sind. Demnach gehören die
Klementc der Flosse alle dem Hautskelet an. Jedes Seg-
während des Jahres 1869. 475
raent der Flosse würde aus einer Reibe homologer Glie-
der zusamaiengesetzt sein, in denen die Neigung sich zu
spalten von innen nach aussen sich mehr und mehr aus-
sprechen würde. — Daran schliesst sich eine Bemerkung
über das Os coracoideuni und die erste Rippe von Cottus
fluviatilis (p. 142) , — und demnächst p. 145 über einen
Zweig der Spinalnerven, wie er bei einigen Fischen auf-
tritt, bei der Nase, mehreren Cyprinen, und beim Kaul-
barsch.
Im 2. Jahrgange 1869 derselben Bulletins sind wie-
derum einige auf die Anatomie der Fische bezügliche Ar-
beiten Baudelot's enthalten: p. 22 über den Ursprung
des Opercularzweigcs des Pneumogastricus bei einigen Fi-
schen ; p. 37 über ein kleines Nervencentrum, welches
sich beim Stichling im Zusammenhang mit dem hinteren
Bündel der Haller'schen Commissur findet; p. 40 Bemer-
kungen über den feinen Bau des kleinen Gehirns der
Knochenfische ; p. 45 Bemerkungen übftr den Bau des
Skelets der Rochen; p. 111 Untersuchungen über die
feine Structur der Nervencentren bei den Knochenfischen,
wobei sich eine Aehnlichkeit zwischen dem Bau eines
Lobus mit dem Ganglion eines MoUusk, Anneliden oder
Wirbelthier ergicbt.
Julian Walter hielt einen Vortrag „Einiges über
den Organismus der Fische", welcher in der Zeitschrift-
Lotos XYIII. 1868. p. 10 u. 53 abgedruckt ist.
Gulliver, Fovea centralis in the eye of the fish
Journ. of Anatom j and Physiology II. 1868. p. 12. Kurze
Notiz.
Hasse hat feinere Untersuchungen über das Ge-
hörorgan der Fische angestellt, und macht in den Ver-
handl. der phys.-med. Gesellschaft in Würzburg I, 1868.
p. 92 — 104 Bemerkungen darüber. Er findet bei allen
Fischen, mit Ausnahme der Cyclostomen, ein Bläschen,
an dem sich die Ampullen mit den Bogengängen erhe-
ben. Vorn unterhalb der zusammen einmündenden Ampul-
len liegt eine Ausbuchtung, Utriculus, die stets einen Stein
oder einen Otolithenbrei einschliesst. Mit diesem Utricu-
lus steht nach unten ein anderes Bläschen in Communi-
476 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
cation, Sacculus, ebenfalls einen Stein enthaltend. Zu dem
Sacculus gehört ein immer nachweisbarer Theil als eine
leichte halbkugelige Ausstülpung, die Schnecke der Fi-
sche. Sie enthält ein kleines Steinchen.
Higgins untersuchte die Otolithen der Fische
auf ihren Werth für Unterscheidung und Bestimmung
der Arten. Journ. Linnean Soc. IX. p. 157 — 166. Verf.
behauptet, die Otolithen seien geeignet nahe verwandte
Formen zu unterscheiden. Er beruft sich darauf, dass er
mehr als 3700 Fische, die etwa 450 Arten angehörten,
untersucht hat, und niemals, mit Ausnahme von Abra-
mis brama, eine abweichende Form gefunden habe, wel-
che die Bestimmung der Species erschweren könnte. In
manchen nahe verwandten Arten sind freilich die unter-
scheidenden Merkmale sehr schwach, aber hinreichend
charakteristisch, Um sie ohne Schwierigkeit unterscheiden
zu können. Schliesslich wird die allgemeine Form der
Otolithen für 21 Familien angegeben.
Wir haben oben bei den Fledermäusen die Unter-
suchungen Hartings besprochen über die Grösse der
Flügel und das Gewicht der fliegenden Wirbelthiere. Er
fand die oben erläuterten Flug-Coefficienten : bei Exo-
coetus evolans n =1,65, r = 2,21, m =1,34; bei Dacty-
lopterus volitans n = 1,79, r = 2,59, m = 1,45. Also
ist die relative Oberfläche der Brustflossen nicht viel ge-
ringer als bei Vögeln und Fledermäusen, wogegen die
relative Länge derselben viel geringer ist als bei einem
Vogel oder einer Fledermaus. Archives Neerlandaises
IV. 1869.
Ueber die Flossenbewegungen der Fische im Was-
ser sagt Krarup-Hansen „Beiträge zu einer Theorie
des Fluges der Vögel, der Insekten und Fledermäuse*^
Copenhagen 1869. p. 46. Die bewegende Kraft der Brust-
flossen gehe nach oben und vorwärts, und die Zurück-
strömung werde die Ausströmung des Wassers aus den
Kiemen und damit das Athraen befördern. Wenn nur
eine Brustflosse sich bewegt, wird sie den Körper um
die Längsachse drehen ; eine stärkere Bewegung der bei-
den Brustflossen wird das Vorderende des Körpers im
wälufend des Jahres 1869. 477
Wasser heben. Wenn Fliegefische durch heftige Bewe-
gung der Brustflossen geschwind zur Oberfläche aufstei-
gen, werden sie, die Bewegungen der Brustflossen fort-
setzend, einen Bogen über dem Wasser beschreiben, dann
aber wieder ins Wasser fallen. Verf. will sie kaum den
fliegenden Thieren zurechnen.
Philipeaux hat Experimente über die Regeneration
der Flossen der Fische angestellt. Er schnitt einigen Gründ-
lingen die linke Bauchflosse in der Höhe der Bauchlinie
ab, und sie war nach acht Monaten vollständig reprodu-
cirt,- wenn er sie jedoch ganz exstirpirte, vernarbte sie,
ohne sich zu regeneriren. Er hält es für ein allgemeines
Gesetz, wenigstens bei den Wirbelthieren, dass ein Organ,
welches ganz entfernt ist, sich nicht regeneriren kann,
Comptes rendus 68. p. 669; Annais nat. bist. IV. p. 294.
Fee fand in eigenthümlichen Schuppen überall auf
der Oberfläche des Hechtes Tastkörperchen. Bulletin de
la soc. des sc. nat. de Strassbourg IL 1869. p. 3.
Derselbe untersuchte die Schuppen von Mugil ca-
pito, die alle einen Canal besitzen, deren jeder die En-
dung eines Nervenfadens empfängt , so dass er sie als
entsprechend der Seitenlinie ansieht. Bulletin de Strass-
bourg IL p. 25.
Die Abhandlung von Hannover über die Schup-
pen und Dornen der Knorpelfische (vergl. den Ber. über
d. J. 1867. p. 71) ist in Annales des sc. nat. IX. p. 373
wieder abgedruckt.
Grehant hat Experimente über die Athmung der
Fische angestellt, die sich an die von Humboldt und
Proven9al anschliessen. Ein Fisch, der sich mehrere
Stunden in einem Volumen eingeschlossenen Wassers be-
findet, athmet immer mehr Kohlensäure aus, als er Sauer-
stofi* absorbirt, oft doppelt so viel. Zuweilen findet dabei
eine geringe Absorption von Stickstoff statt, zuweilen
eine geringe Ausathmung desselben. Ein Fisch, dem man
die Schwimmblase genommen, athmet Kohlensäure aus
und absorbirt Sauerstoff, wie er es auch mit der Schwimm-
blase gethan haben würde, in ein Volumen eingeschlos-
senen Wassers athmet er ebensoviel Kohlensäure aus, wie
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. Ff
478 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
er Sauerstoff absorbirt. Der Fisch^ dem die Schwimm-
blase genommen, in Seine- Wasser gesetzt oder in destil-
lirtes Wasser mit Luftzutritt, absorbirt und exhalirt kei-
nen Stickstoff. Annales des sc nat. XII. p. 371— 382.
Van Beneden hat in der Brüsseler Akademie eine
Vorlesung über die Tischgenossenschaft im Thierreiche
gehalten. Bullet, de l'/Vcad. de Belgique 28. .p. 621. Er
unterscheidet zwischen Parasiten und Tischgenossenschaft.
Ein Parasit lebt auf Kosten eines anderen Thiers, ein
Tischgenosse (commensal) ist einfach ein Genosse an der
Mahlzeit. Unter letzteren giebt es wieder freie und feste
Tischgenossen: erstere behalten ihre Unabhängigkeit,
letztere geben ihre Unabhängigkeit für immer auf. Verf.
führt von beiden eine Reihe von Beispielen aus verschie-
denen Thierklassen an. Wir heben hier die Beispiele
heraus , welche die Fische bieten. Zu den freien zählt
Verf. den Fierasfer, welcher in Holothuricn, Oxibeles
lumbricoides, welcher in Astcrias discoidea lebt, um das
verzehren zu helfen, was das Echinoderm gefressen hat.
Ein Platystoma in Brasilien nimmt kleine Fische in sei-
nen Mund auf, die man für seine Jungen gehalten hat;
dies sind jedoch ausgewachsene Fische, Stegophilus insi-
diatus, die an der Nahrung des Platystoma Antheil neh-
men. Colli ngwoo d fand in einer Actinie kleine Fische;
junge Coranx trachurus leben in Chrysaora isocela. Zu
den festen Tischgenossen gehört nach dem Verf. die Gat-
tung Echeneis, der seinen Wirth, dessen Beute er theilt,
beliebig verlassen kann.
Von der Thatsache ausgehend, dass viele Fische in
Tiefen vo4i 200 bis 300 Faden leben, die sich von anima-
lischen Stoffen ernähren, schliesst Malmgren auf die
Existenz eines mächtigen Thierlebens in diesen Tiefen und
bespricht die darüber von verschiedenen Forschern ge-
machten Erfahrungen. Ofversigt Finska Vet. Societetens
Förhandlingar 1869. XII. p. 7.
Carbon ni er forschte nach den Ursachen der Sterb-
lichkeit einiger Süsswasserfische. Annales des sc. nat. IX.
p. 92. Er fand, dass die Fische schon bei massiger Tem-
peratur, 20—24 Grad, sterben, wenn sie sich nicht in eine
während des Jahres 1869. 479
gewisse Tiefe, 50—66 Centimeter unter die Oberfläche
hinabsenken können.
Forel und Du Plessis haben eingehende Studien
über die Typhuskrankheit der Barsche angestellt, welche
1867 und 68 grosse Massen dieser Fische im Genfer See
getödtet hat. (Bulletin de la soc. vaudoise sc. nat. IX. 1868
und Bull, de la soc. medicale de la Suisse romande. Lau-
sanne 1868.) Die Verff. konnten an noch lebenden Ex-
emplaren die Existenz von Bacterien im Blute constatiren.
Die Seuche gehörte zur Klasse der Infectionskrankhei-
ten ; ist nach aller Wahrscheinlichkeit das Resultat einer
faulen Gährung des Blutes ; die nächste bestimmende Ur-
sache dieser Gährung ist ein organisches lebendiges Fer-
ment, die Bacterien.
Von einem bei Stargard in Pommern gefallenen
Fischregen giebt Boll, Meklcnburger Archiv 21. p. 151
Nachricht. Die auf dem Felde gesammelten Fische leb-
ten noch mehrere Tage.
Die Fischerei hat in neueren Zeiten wieder ein er-
höhtes Interesse in Anspruch genommen, wovon die viel-
fachen Versuche, durch künstliche Fischzucht die Ge-
wässer wieder mehr zu bevölkern, und namentlich auch
die Berichte über Erträge und Einrichtungen zu Gunsten
der Fischerei, so wie Vorschläge zu Verbesserungen in
der Gesetzgebung, welche an die Regierungen mehrerer
Länder erstattet worden sind. Zeugniss geben.
Unter dem Titel: „Die marine Production der öster-
reichischen Küstenländer^ hat S ch mar da seit 1864 eine
Reihe von Abhandlungen bekannt gemacht, die dem Re-
ferenten wegen des Ortes der Erscheinung (in der Oester-
reichischen Revue) nicht bekannt geworden waren. Da
sie demselben jetzt durch die Güte des Verf. zugekom-
men sind, soll hier nachträglich in der Kürze über sie
berichtet werden. Im ersten Abschnitt (1864) geht Verf.
nach einer kurzen Geschichte der marinen Unternehmun-
gen Oesterreichs in eine Schilderung der Wichtigkeit
der Gewinnung, Vermehrung und höheren Verwerthung
der Seeproducte ein, wobei er die Thiere des Meeres als
von ungleich grösserer Wichtigkeit bezeichnet, als die
480 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Pflanzen, sie gewähren neben anderem Material eine Fülle
von Nahrungsmitteln. Der jährliche Ertrag der Fischerei
in England wird auf 12 Millionen Pfund St. angegeben,
in Nordamerika auf 46 Millionen Dollars, in Frankreich
auf 41 Millionen Francs, in Norwegen auf 14 Millionen
Fl., in Russland auf 5 Millionen Silberrubel, in Holland
auf 374 Millionen Fl. Im Zollverein und Oesterreich ist
der Ertrag nicht bedeutend gewesen. Nun folgt eine
Schilderung der Fauna der Adria. Unter den 440 Fi-
schen sind nur etwa 100 von anerkanntem Werth, ja nur
40 kommen auf die Tafel der Reichen. Die Sardellen
spielen eine Hauptrolle. Als erfolgreiche Maassregeln
zur Vermehrung der Werthe der Adriatischen Meeres-
producte werden bezeichnet; Ausdehnung des Areales
der Fischerei, Regelung der Küstenfischerei durch Gesetze,
welche die Zerstörung der Fische und ihrer Brut hindern,
Erweiterung des Marktes und Einführung der künstlichen
Fischzucht. — Der zweite Abschnitt (1865) behandelt die
Fischerei und Valli - Cultur der venetianischen Küste,
d. h. die Bewirthschaftung der Brackwasserteiche. Die
Fischerei der verschiedenen Städte Chioggia , Burano,
Murano, Venedig, Caorle ist mehr oder weniger in Ver-
fall. — Der dritte Abschnitt bespricht die Fischerei an
der Küste des Kronlandes Görz, namentlich der Städte
Grado und Monfalcone. — Der vierte Abschnitt (1866)
ist Istrien gewidmet. Nach einer interessanten Darstel-
lung der Ursachen des Verfalls der Forst- und Landwirth-
schaft,- durchwebt mit Winken für die Aufbesserung, wird
die Fischerei der Sardellen mit der Zubereitung für den
Handel beschrieben, ebenso die der Makrelen, so wie der
übrigen Fische, Mäniden, Anschovies, Thunfisch. Die
Gesammtproduction der Fische in Istrien wird auf 52,000
Centner berechnet, wovon 24,000 Ctr. eingesalzen werden,
die 6000 Ctr. Salz erfordern. Nach einer Kritik der
Fischereiwerkzeuge und der auf den Absatz bezüglichen
Verhältnisse spricht Verf. seine Ansichten darüber aus,
wie viel auch in Istrien zur Hebung der Fischerei ge-
schehen könnte und müsste. — Der fünfte Abschnitt
(1867) beschäftigt sich mit der Fischerei an der kroati-
während des Jahres 1869. 481
sehen Küste. Auch hier befinden sich die Hauptzweige
der einheimischen Fischerei, mit Ausnahme der Thunfi-
scherei, in Verfall, und eine grosse Menge Fische wird
wegen Mangel an zweckmässiger Conservirung verschleu-
dert. Die Fischerei der Chioggioten (Fremde von Chiog-
gia) hat im Quarnero seit 25 Jahren zugenommen. — Im
sechsten Abschnitt endlich (1867) wird die Seefischerei
in Dalmatien besprochen. Hier ist die Sardellenfischerei
wieder die Hauptsache. Die Fischerei war in diesem
Lande von altersher eine der Haupterwerbsquellen der
Küstenbewohner. Ihre Ergiebigkeit hat an vielen Stel-
len bedeutend abgenommen. — Diese Abhandlungen des
Verf. bieten wegen ihrer sachkundigen Gründlichkeit ein
hohes Interesse, und es wäre nur zu wünschen, dass seine
Andeutungen benutzt würden, um dadurch den National-
wohlstand der Küsten der Adria bedeutend zu heben.
Feddersen hat einen Aufsatz über die Teichcultur
in Frankreich nach Leon Vidal ausgearbeitet. Tidsskrift
for Fiskeri III. p. 276.
Webb theilte seine fünfjährigen Erfahrungen über
die künstliche Fischzucht mit und sagt, es komme haupt-
sächlich für die Forelle auf die Temperatur an. Sie ge-
deiht in Gewässern, deren Sommer-Temperatur nicht über
62^ hinausgeht, aber wenn sie 70^ erreicht, oder übersteigt,
dann kränkelt sie und stirbt ab, selbst in schnellfliessen-
den Strömen. Die Forelle und alle Salmoniden gedeihen
am besten in Gewässern von niedriger Temperatur. Re-
port British Assoc. for the avancement of science held at
Exeter p. 118.
Von dem Versuch einer üebersicht über die Fische-
rei in Dänemark mit Beziehung auf ältere und neuere
Gesetzgebung (vergl. vorj. Ber. p. 42) sind in Tidsskrift
for Fiskeri III. p. 190— 243, IV. p. 1— 40 und IV. p. 113
— 210 Fortsetzungen erschienen, welche die Gesetze bis
zum Jahr 1832 fortführen.
Einen Bericht der Gesellschaft für künstliche Fisch-
zucht in Ödense auf Fünen theilte Osterby in Tidsskrift
for Fiskeri IV. p. 96 mit.
Lauridsen schilderte die Fischerei bei der Insel
482 Troschel: Bericht üb. d, Leist. in d. Ichthyologie
Fanö an der Westküste Jütlands. Tidsskrift for Fiskeri IV.
p.41— 51.
Anderson erstattete einen Bericht über die Fische-
rei im Limfjord ib. p. 93.
VonMalmgren erschien das erste Heft einerneuen
Zeitschrift für Fischerei und Aquicultur: Tidskrift för
Fiskerinäring" och Aquikultur. Helsingfors 1869. Diese
erste Lieferung bringt 1) eine üebersetzung von der Ab-
handlung V. Siebold's, über die Acclimatisation der Lachs-
fische in Austragen und Neu-Seeland ; 2) üebersetzung
von Bianchard, Historisches über Fischzucht bis zum
Öchluss des vorigen Jahrhunderts; 3) die Fischzucht in
Finnland vor hundert Jahren; 4) Blanchard, üeber-
sicht über die Geschichte der Fischzucht in Frankreich
im gegenwärtigen Jahrhundert; 5) zur Naturgeschichte
des Lachses (Salmo salar L.) von Malmgren; 6) über
die Nothw^endigkeit , den Lachs während und lange vor
seiner Laichzeit zu schützen, von Malmgren; 7) über
die nöthigen Bedingungen zum Gedeihen und zur Ver-
mehrung der Fische , von Blanchard; 8) Bericht an
den Gouverneur der Läne, Abo und Bjoeneborg in Be-
ziehung auf den Netzzug im Salzwasser während der
Laichzeit der Schuppenfische, von Malmgren; 9) die
Austernzucht in Frankreich, von Malmgren.
Der Bericht über die Schwedische Nordpol-Expedi-
tion von Fries und Nyström „Svenska Polar-Expedi-
tionen är 1868. Stockholm 1869" verdient hier in sofern
Erwähnung, als darin einige Schilderungen über Fisch-
fang vorkommen.
Der Report of the Commissioners of Fisheries über
das Jahr 1868 von Lyman und F'ield enthält zuerst einen
Artikel über die Fischwege, dann über die Fischzucht
von Alosa tyrannus, Shad, Grystes fasciatus, Osmerus
viridescens, Salmo salar ct., ferner über die nöthige Ge-
setzgebung.
Reports of the Commissioners of Fisheries of the
State of Maine for the Years 1867 and 1868. Augusta 1869.
Der erste Bericht über 1867 von F oster und Atkins
bespricht die einzelnen in Betracht kommenden Nah-
während des Jahres 1869. 483
rungsfische, ihre Lebensweise und ihre Reproduction, na-
mentlich Öalmo salar, Osmerus viridescens, Alaiisa prae-
stabilis, Alausa tyrannus, Roccus lineatiis, die abwechselnd
im Meere und in Flüssen leben, — und Salmo sebago,
Salmo fontinalis, Salmo toma, Salmo oquassa, Coregonus
albus, Merone americana, Esox rcticulatus^ die ausschliess-
lich Süsswasserfische sind. Dann folgt eine Prüfung der
Flüsse und anderen Gewässer. Die Geschichte der Fi-
schereien ist in fast allen Flüssen dieselbe. Im Natur-
stande waren alle Gewässer wohl besetzt mit Salm, Alausa
praestabils, A. tyrannus und anderen essbaren Fischen.
Seit dem Anfange dieses Jahrhunderts sind viele Flüsse
fast ganz entvölkert, und in keinem ist die Fischerei in
blühendem Zustande. Als die Ursache des Verfalls wer-
den genannt: undurchgängliche Dämme , übermässiges
Wegfangen und Verunreinigung des Wassers. x\ls Mittel
zur Abhülfe werden empfohlen : Anlage von Fischwegen,
Verhinderung des übermässigen Fanges, Verhinderung
der Vergiftung des Wassers, und Wiederbevölkerung durch
Zucht. Den Ertrag der Flussfischerei im Staate schätzen
die Verf. auf V* Million Dollars jährlich, glauben aber
dass der Ertrag auf mehrere Millionen gebracht werden
könnte. Sie halten endlich die Einführung neuer Arten
in die Flüsse und Schutz für die besseren schon vorhan-
denen Arten für wünschenswerth. — In dem zweiten Be-
richte über das Jahr 1868, den dieselben Verfasser er-
statten, wird die Untersuchung der Flüsse fortgesetzt,
und eine Revision der Fischereigesetze wird beantragt.
In Beziehung auf die Bearbeitung und Bereicherung
einzelner Faunengebiete sind folgende Schriften er-
schienen :
Europa. Es mark lieferte in „Forhandlinger ved de
Skandinaviske Naturforskeres tiende Mode i Christiania
p. 516 einen Beitrag zu der Fischfauna von Finmarken.
Verf. führt 66 Arten auf, während Malmgren nur 53
kannte. Die Fauna ist also um 13 Arten bereichert, von
denen vier für die Norwegische Fauna neu sind, näm-
lich Centridermichthys uncinatus, Lycodes Vahlii, Hippo-
glossus pinguis und Triglops Pingelii. Die drei erstge-
484 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
nannten wurden bisher nur in Grönland gefunden, wäh-
rend die letzte zugleich bei Spitzbergen vorkommt. Die
dort vorkommende Art von Brama wird für verschieden
von B. longipinnis erklärt und Br. Uaschi genannt.
Im Namen einer Commission zur Erforschung der
marinen Fauna und Flora der Südküste von Devon und
Cornwall fügt Spence Bäte dieser Fauna Raja aquila
und Tliynnus brachypterus hinzu. Report of the British
Association for the advancement of science held at Exeter
1868. p. 85.
Roper erwähnt das Vorkommen von Labrus mixtus
bei Eastburne, Sussex. Annais nat. bist. IV. p. 294.
Stein CO rth machte in den Jahresheften des na-
turw. Vereins für das Fürstenthum Lüneburg IV. p. 135
einige Bemerkungen zur Kenntniss Lüneburgischer Fische.
Sie beziehen sich namentlich auf die Stichlinge, Abramis
rapax und vimba.
Friedel berichtete über einige seltene Fische, die
in der Havel bei Picheiswerder, I72 Meile von Berlin,
gefangen worden sind. Zool. Garten p. 93.
Böttger lieferte im Programm der Realschule zu
Offenbach für 1869 einen Beitrag zur Kenntniss der Fi-
sche der unteren Maingegend. Verf. hatte die Untersu-
chung der Fische hauptsächlich wegen der Otolithen un-
ternommen, über die denn auch bei den einzelnen Ar-
ten Bemerkungen beigebracht sind. Im Ganzen werden
40 Fische aufgezählt, nämlich 1 Perca, 1 Acerina, 1 Cot-
tus, 1 Gasterosteus, 1 Lota, 1 Platessa, 1 Cyprinus, 1 Ca-
rassius, 1 Tinea, 1 Barbus, 1 Gobio, 1 Rhodeus, 1 Abra-
mis, 1 Abramidopsis, 1 Blicca, 1 Bliccopsis, 2 Alburnus,
1 Aspius, 1 Idus, 1 Scardinius, 1 Leuciscus, 2 Squalius,
1 Phoxinus , 1 Chondrostoma , 1 Thymallus , 3 Trutta,
1 Esox, 1 Alosa, 3 Cobitis, 1 Anguilla, 1 Acipenser,
3 Petromyzon.
Die Fischfauna des Districtes der Orbe, Canton
Waadt. besteht nach Du Plessis und Combe aus 21
Arten. Diese sind : Perca fluviatilis, Cottus gobio, Salmo
fario und thymallus, Esox lucius, Cyprinus carpio, gobio,
tinca, brama, nasus, cephalus s. dobula, leuciscus, rutilus,
während des Jahres 1869. 485
alburnus, bipunctatuS; prasinus, varins (Phoxiniis), — Co-
bitis barbatula, Lota vulgaris, Muraena angiiilla und Pe-
tromyzon Planen. Bullet, de la Sog. Vaudoise des sc.
nat. X. p. 6.
Bruhiu verzeichnet mehr als 40 Fische als in Vo-
rarlberg vorkommend, giebt aber beim Summiren die Zahl
nur auf etwa 30 an. Verband!, d. zool.-bot. Ges. in Wien
18. p. 258. Vergl. einen Nachtrag ib. p. 879.
In der Festschrift zu Ehren der 43. Versammlung
Deutscher Naturforscher und Aerzte zu Innsbruck ist p. 51
— 56 eine Abhandlung von Heller über die Seen Tirols
und ihre Fischfauna enthalten. Die Fische, wie sie in den
einzelnen Seen vorkommen, werden aufgezählt. Manche
sind fischreich. Im Ganzen finden sich in den Seen
Tirols 35 Fischarten. Hiervon sind dem Norden und Sü-
den gemeinsam 15 Arten: Perca fluviatilis, Cottus gobio,
Cyprinus carpio, Tinea vulgaris, Gobio fluviatilis, Scardi-
nius erjthrophthalmus, Phoxinus laevis, Thymallus vul-
garis, Salmo salvelinus, Trutta fario, Esox lucius, Cobitis
barbatula, Cobitis taenia, Petromyzon fluviatilis und Pla-
nei^j\ _ Bloss dem Norden Tirols eigenthümlich sind 8
Arten: Lota vulgaris, Barbus fluviatilis, Abramis ßrama,
Squalius cephalus, Telestes Agassizii, Chondrostoma Na-
sus, Coregonus Wartmanni, Trutta lacastris. — Für den
Süden charakteristisch sind 12 Arten: Gasterosteus acu-
leatus , Barbus plebejus, Alburnus alborellus Leuciscus
aula, Squalius cavedanus, Telestes Savignyi, Condrostoma
goetta, Trutta carpio, Alosa vulgaris, Anguilla vulgaris,
Gobius fluviatilis, Blennius vulgaris.
Bonizzi lieferte einen Catalog der Fische Modena's.
Alle 26 Arten sind aus den süssen Gewässern Modena's
wobei auch fünf aus dem Po aufgenommen sind, nämlich
die Lamprete und vier Störe. Bei jeder Art ist die geo-
graphische Verbreitung und die Synonymie angegeben
und in einer angehängten Tabelle der Italienische und
Modenesische Name beigefügt. Die Arten vertheilen sich
in folgende Gattungen : 4 Acipenser, 1 Perca, 1 Cyprinus»
1 Carassius, 1 Tinea, 2 Barbus, 1 Gobio, 1 Alburnus.
1 Scardinius, 1 Leuciscus, 1 Squalius, 1 Telestes, 1 Chon-
486
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
drostoma, 1 Tiutfca, 1 Esox , 1 Cobitis, 1 Cottus, l Ga-
sterosteus, 2 Gobius, 1 Angullla und 1 Petromjzon. An-
nuario della Societä dei Naturalist! in.Modena 1869 p 239
—269. ^
Afrika. Paul Gervais konnte in seiner Zoologie
etPalaeontologie generales I. p. 201 den bisher bekannten
Süsswasserfischen Algeriens einige Arten hinzufügen. In
einer Sammlung der Herrn Letourneux und Mares fanden
sich ein Gobius und ein Gasterosteus, deren Arten noch
nicht bestimmt sind, so wie einige Cyrinodon, die jedoch
keine neue Art darzustellen scheinen. Somit sind in Al-
gerien neun Gattungen vertreten, und zv^rar von Stachel-
floäsern Bolti (Coptodus oder Tilapia), Gobius und Ga-
sterosteus, von Weichflossern Cyprinodon, Tellia, Barbus,
Leuciscus, Salar und Anguilla; ein zehntes, nämlich ein
Blennius, steht noch in Aussicht. Abgebildet sind Blen-
nius varus aus dem südlichen Frankreich, Gasterosteus,
Gobius, Coptodus Zilii, Sparus Desfontainii (Schuppe),
Cyprinodon und Tellia apoda.
S t e i n d a c h n e r hat eine erste A btheilung zur
Fischfauna des Senegal in Wiener SItzungsber. 60 be-
arbeitet. Verf. hat die Fische selbst auf einer Reise zwi-
schen der Mündung des Senegal und Bakel gesammelt.
Diese erste Abtheilung bringt 2 Percidae, 6 Pristipoma,
4 Sciaenidae, 2 Polynemidae und 9 Carangidae, unter de-
nen ein neuer Trachinotus, zusammen 23 Arten. Abge-
bildet sind 12 Arten auf ebenso vielen Tafeln.
Günther berichtete Proc. zool. soc. p. 238 über
eine zweite Fischsammlung von St. Helena durch Melliss.
Die hier aufgezählten 21 Arten erhöhen die Zahl der von
diesem Sammler von dort hergebrachten Arten (vgl. vorj
ßer. p. 45) auf 56. Ein neuer Chaetodon ist abgebildet.
Ed. V. M arten s hat im Anhange zu von der De-
cken's Reisen in Ost-Afrika HI. p. 141 eine Uebersicht
der ostafrikanisehen Süsswasser-Fische zusammengestellt,
hauptsächlich nach Playfair-Günther's Fishes of Zanzibar
und Peters Reise nach Mosambique. Es enthält 1 Dipnoi,
19 Acanthopteri, 2 Pharyngognathi, 61 Malacopteri, 2 Lo-
phobranchii und 2 Plagiostomi. Es ergiebt sich aus die-
während des Jahres 1869. . 487
ser üebersicht ein merkwürdiger Unterschied der Siiss-
wasserfische des Festlandes und der Inseln. Auf dem
Festlande spielen die ganz oder beinahe dem Süsswasser
eigenen Familien der Cypriniden und Siluriden, wie auch
Characinen und Cbromiden die Hauptrolle, auf den Inseln
fehlen sie fast ganz, bis auf die verrauthlich eingeführ-
ten Karpfen, und die Hauptrolle spielen die Gobien, also
eine mehr dem Meere als dem Süsswasser angehörige
Familie, so wie andere vorherrschend marine Familien.
Angehängt ist ein Auszug aus den Sitzungsberichten
der Berliner Akademie 1868, enthaltend neue Süsswas-
serfische der v. d. Decken'schen Sammlung von Peters.
Ah eine Bereicherung der ichthyologischen Fauna
von Zanzibar beschrieb Playfair Proc. zool. soc. p. 239
einen neuen Artennarius nebst Diagramma Orientale und
Prosopodasys leucogaster.
Asien. D y b o ws k i machte in den Verhandl. d. zooL-
bot. Ges. in Wien 19. p. 945 vorläufige Mittheilungen über
die Fischfauna des Ononflusses und des Ingoda in Trans-
baikalien. Er nennt die ichthyoiogische Fauna Transbai-
kaliens arm an Arten und an Individuen. Es sind 30 Ar-
ten, von welchen 27 dem Amurwassersysteme angehören,
die anderen gehören dem Baikalsysteme an und kommen
in den Gebirgsseen des westlichen Apfelgebirges vor;
4 Arten wurden dem Verf. als seltene Gäste des Onon-
flusses erwähnt, er hat sie selbst nicht gesehen. Die ver-
hältnissmässig zahlreichen neuen Gattungen und Arten
sind unten namhaft gemacht.
Day verfasste einen Catalog der Fische von Orissa,
Provinz Bengalens. Wenngleich Yerf. nur wenige neue
Arten fand, so erlangte er doch mehrere Buchanan'sche
und M'Clelland'sche Fische, deren Existenz angezweifelt
war, oder die verkannt waren. Er war Zeuge, wie Ophio-
cephalus punctatus Bl. und Bhynchobdella aculeata Wil-
loughbg., zwei Fuss tief aus dem getrockneten Schlamm
eines Teiches hervorgeholt wurden. Sie waren keines-
weges starr, sie waren überzogen mit einem dicken an-
hängenden Schleim, und enthielten keine Eier. Der Cata-
log enthält 146 Arten. Einige Buchanan'sche Arten sind
488 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
näher beschrieben, eine neue unten namhaft gemacht.
Proc. zool. soc. p. 296— 310 und p. 369— 387.
Derselbe hat Gelegenheit genommen, die Fische
des Museums zu Caicutta näher zu untersuchen, und er
konnte zugleich die Origlnalzeichnungen von Buchanan-
Hamilton einsehen. Die Fischsammlung ist besonders
wegen der Originalexemplare von M'Clelland und Blyth
interessant. Verf. hat dann Proc. zool. soc- p. 551 die
ungenügend bekannten und neuen Arten beschrieben. Letz-
tere sind unten namhaft gemacht, von ersteren handelt
es sich um folgende :
Serranus lanceolatus Bloch , Ambassis notatus Blyth = A.
baculis Biichanan, Bogota infuscata Blyth, Sciaenoides asper Blyth =
Corvira cuja Buch., Otolithus submaculatus Blyth =0, ruber Sehn.,
Sciaenoides Hardwickii Blyth = Bola pama Buch., Boleophthalmus
Blyth = B. pectinicornis Gmel., Periophthalmus scintillans Blyth =
Periophthalmus Koelreuteri Fall,, Eleotris feliceps Blyth, Eleotris
incerta Blyth = Eleotris fusca Bloch , Eleotris cavifrons Blyth,
Eleotris scintillans Blyth, Amblyopus cirrhatus Blyth = A. caeculus
Bloch, Salarias olivaceus Blyth = S. Dussumieri C. V. , Andaraia
expansa Blyth, Ctenops nobilis M'Clell., ist ein Osphromenus, Tri-
chopodus colisa Buch. = T. beje Buch. = Trichogaster fasciatus
Bloch, Trichogaster lalius Buche, Trichogaster chuna Buch., Ophio-
cephalus gachna Buch., Ophiocephalus barca Buch., Anabas oligole-
pis Bleeker, Mastacembelus zebrinus Blyth, Mastacembelus armatus
Lacep., Pseudorhombus arsiusBuch., Silurichthys berdmorei Blyth =
Silurus cochinchinensis C. V., Pimelodus sona Buch, ist ein Arius,
Glyptosternum telchitta Buch. , Glyptosternon labiatus M'Clell. =
Exostoina labiatum M'Clell., Exostoma berdmorei Blyth, Hemirham-
phus plumatus Blyth. — In einer Fortsetzung ib. p. 548 sind die
Cypriniden in Betracht gezogen, wovon unten mehrere neue Arten
und eine neue Gattung zu erwähnen sind. — In einer ferneren Fort-
setzung ib. p. 611 ist wieder eine neue Art beschrieben; auch wird
die Synonyniie einiger Blyth'schen Arten berichtigt : Polotus nitidus
Blyth ist = Pristipoma hasta, Chaetodon Layardi Blyth = Ch. vit-
tatus Bl. Sehn., Phractocephalus itchkeea Sykes = Pimelodus cenia,
Hara filamentosa Blyth = Pimelodus conta Buchan., Perilampus
fulvescens Blyth = P. laubuca Buchan.
Derselbe schrieb Proc. zool. soc. p. 614 über die
Süsswasserfische von Burma, die er dort selbst gesammelt
hatte. Er beschreibt 14 Arten als neu, und ausserdem als
zweifelhaft Catopra nandioides Bleek.?, Pseudeutropius
während des Jahres 1869i 489
goongwaree Sykes und Barbus malabaricüs Jerdon. Es
sind 1 Mugil, 1 Catopra, 5 Welse, 7 Cyprinen, 3 Clupea-
ceen. Nach einer einleitenden Notiz stehen noch weitere
Nachrichten über diese Fischfauna zu erwarten. Die
neuen Arten sind unten namhaft gemacht.
Nach längerer Unterbrechung ist von Bleeker's
Atlas ichthyologique des Indes orientales neerlandaises
wieder eine Lieferung erschienen. Der Verleger ver-
spricht die Vollendung des Werkes, und sollen jährlich
mindestens zwei Lieferungen ausgegeben werden. Der
Text soll fortan a^f das Noth wendigste beschränkt, und
nur die wenig bekannten und vom Verf. entdeckten Arten
abgebildet werden. Der Text dieser 21. Lieferung bildet
den Schluss des fünften Bandes. Von i^bbildungen ent-
hält sie 9 Tafeln Pleuronecten und 12 Tafeln Scombere-
soces. Wir wünschen dem Werke einen ungestörten
Abschluss.
Die Fische machen nachjouan Mem. de Cherbourg
14. p. 86 die Hauptnahrung der Japaner aus. Der nam-
haft gemachten Arten sind nur wenige. Der Tai ist die
geschätzteste Art; sie gehört in die Familie der Spa-
roiden. Im süssen Wasser sind die Cyprinen vorherr-
schend. Salm wird gesalzen und geräuchert durch das
ganze Reich versandt.
Jouan nennt Mem. de Cherbourg 13. p. 142 einige
Japanesische Fische, deren Genuss schädlich sein soll:
Thynnus pelamys C. V. und macropterus Temm. Schi., ein
Tetrodon soll in einer Stunde tödtlicb sein, Monacanthus
komuki soll nur bei Kranken nachtheilig wirken.
Eine kleine Fischsammlung von Jedo, bestehend aus
27 Arten, veranlasste B l e e k e r zu einer neunten Mitthei-
lung über die ichthyologische Fauna von Japan. Ver-
slagen en Mededeelingen koninkl. Acad. III. p. 237. x\us-
ser einer neuen unten zu erwähnenden Art werden bei
dieser Gelegenheit beschrieben Pseudopriacanthus nipho-
nius, Sebastes inermis, Gobius olivaceus, Barilius minor
(Leuciscus minor Schi.), Sarcochilichthys variegatus (Leu-
ciscus variegatus Schi.). Die Zahl der von Japan bekann-
ten Arten steigt schon auf 500.
490 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Bleeker berichtete über eine Fiechsammlung aus
China, die ihm von dem Museum des Jardin des plantes
in Paris zur Bestimmung anvertraut w.ar. Sie besteht aus
42 Arten, von denen 26 zu den Cyprinen gehören. Un-
ter den übrigen befand sieb eine neue Rhyncbobdella.
Unter den Cyprinoiden sind sechszehn Arten neu , die
Veranlassung zur Aufstellung einiger neuen Genera ge-
geben haben, deren VeröfFentlicbung in Aussicht steht.
Hier werden vorläufig nur die Namen genannt, und von
den neuen Gattungen eine kurze Unterscheidung ange-
deutet, s. unten. Verslagen en Mededeelingen Acad. Am-
sterdam IV. p. 251.
Eine Notiz von Jouan über den Fischmarkt von
Abcrdeen in Flong-Kong s. M6m. de Cherbourg 13. p. 110.
In derselben Zeitschrift 13. p. 241— 282 giebt Verf. ein
Verzeichniss von 73 Arten von Seefischen, die dort vor-
kommen. Sie vertheilen sich unter die Familien im Cu-
vier'schen Sinne, wie folgt: 17 Percoiden, 4 Cataphracti,
9 Sciaenoiden, 7 Sparoiden, 1 Squamipenne, 5 Scombe-
roiden, 1 Taenioide, 1 Tcuthjer, 1 Mugiloid, 2 Gobioi-
den, 2 Labroi den, 1 Silur oid, 2 Salmones, 4 Clupeoiden,
5 Pleuronecten, 4 Anguilliformes, 2 Gymnodonten, 2 Scle-
rodermen, 3 Selachier.
Australien. C a n e s t r i n i beschrieb einige Australische
Fische, nämlich Histiopterus recurvirostris Richards., ab-
gebildet auf Taf. II, Chrysophrys gibbiceps C. V. und Chi-
lodactylus nigricans Richards., so wie eine neue Scorpis.
Archivio per la zooiogia, l'anatomia e la fisiologia Serie IL
Vol. I. p. 151.
Jouan schildert Mem. de Cherbourg 14. p. 295 die
Küsten Neu - Seelands sehr fischreich, und die Fische
werden von den Eingebornen viel als Nahrung benutzt.
Die gesammelten Fische werden aufgezählt, zum Theii
beschrieben. Die Zahl der Arten dieses Verzeichnisses
ist nicht gross, sie beträgt nur 11.
Ebert gab die Fischfauna der Fidschi-Inseln auf
121 Arten an, einige werden von den Eingebornen ge-
gessen. Sitzungsbcr. d. Ges. Isis in Dresden 1869. p. 80.
Ga rr ett stellte bereits 1864 in Proc. California Acad.
während des Jahres 1869, 491
of nat. Sciences p. 103 einige neue Fiscbe von den Sand-
wichinseln auf, die wir erst jetzt nachholen können.
Amerika. Dass Sto rer's Fische von Massachusetts
als besonderes Buch erschienen sind, ist schon im vori-
gen Berichte p. 46 angezeigt. Dass aber der Schluss die-
ser Reihe von Abhandlungen im 9. Bande der Memoirs of
the American Academy of arts and sciences 1867. p. 217
erschienen ist, und die Plagiostomen und Cyclostomen
enthält, bedarf noch der Erwähnung. Hier sind 4 Car-
charias, 1 Lamna, 1 Mustelus, 1 Selachus, 1 Acanthias,
1 Scymnus, 1 Malieus; ferner 2 Raja, 1 Pastinaca, 1 My-
liobatis, 1 Torpedo ; endlich 2 Petromyzon beschrieben.
Als Anhang sind noch 21 Arten aus verschiedenen Fa-
milien zur Vervollständigung verzeichnet. Vergl. Ber. über
das Jahr 1864. p. 90,
Cronise führt in seinem Buche „The natural wealth
of California. St. Francisco 1868. p. 487— 489 von Fi-
schen 196 Arten auf, Sie vertheilen sich nach Familien:
3 Percidae, 1 Latiloidae, 5 Sciaenidae, 2 Chaetodontidae,
2 Pomacentridae , 18 Embiotocoidae, 2 Labridae, 1 Co-
ryphaenidae, 7 Scombridae , 1 Scombresocidae, 1 Sphy-
raenidae, 3 x\therinldae, 1 Exocoetidae, 5 Chiridae, 4 Ga-
sterosteidae, 14 Scorpaenidae, 13 Cottidae , 12 Blenni-
dae, 1 Batrachidae, 3 Gobidae, 3 Cyclopteridae, 13 Pleu-
ronectidae, 4 Gadidae, 1 Ophididae, 8 Salmonidae, 1 Sco-
pelidae, 7 Clupeidae, 3 Cyprinodontidae, 2 Muraenidae,
22 Cyprinidae und 32 Knorpelfische, worunter 1 Orthago-
riscus, 1 Gastrophysus,' 1 Hippocampus, 6 Syngnathidae,
3 Störe, 1 Hydrolagus, 8 Haifische, 7 Rochen, 3 Cyclo-
stomen und 1 Branchiostoma einbegriffen sind.
Steindachner giebt Wiener Sitzungsber. 60.
p. 314 eine Liste aller Arten, welche das Wiener Museum
von der Küste Mazatlans besitzt, da dieselbe einen w^ich-
tigen Aufschluss über die geographische Verbreitung der
Fische des stillen Oceans längs der amerikanischen Küste
giebt. Sie enthält 45 Arten.
Günther's An account of the Fishes of Central-
America, based on coUections made by Capt. Dow, God-
man, and Salvin in den Transactions of the Zoological So-
492 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
ciety VI. Part 7 mit 25 Tafeln sind mir leider noch nicht
zu Gesicht gekommen.
Don Ramon Paez giebt in Travels and adven-
tures in South- and Central- America. First series: Life
in the Llanos of Venezuela. New- York 1868. p. 57 Schil-
derungen über die Fischerei, namentlich wird Bagre ra-
yado; Caribe (offenbar der bekannte Characine Pygocen-
trus niger) und der Zitteraal besprochen. Diese Fische i
sind auch in Holzschnitt abgebildet. 1
Günther beschrieb einige neue Fische aus dem
Peruanischen Araazonenstrom. Proc. zool. soc. p. 423.
Sie wurden durch Bartlett von seiner Reise nach dem
oberen Amazon mitgebracht. Diese neuen Fische gehören
den Familien der Characinen und der Panzerwelse an.
Steind achner berichtete Sitzungsber. der Wiener
Acad. 60. p. 290 über eine Sammlung von Süsswasser-
fischen aus der Umgebung von Montevideo. Zehn Arten
worunter ein neuer Heros.
Teleostei«
Acanthopteri.
Percoidei. Poey erkannte Lutjanus Caballerote (AMhias Bloch,
Mesoprion cynodon Cuv.) und Ocyuriis chrysurus (Sparus Bloch, Me-
sopriou Cuv.) als Zwitter. Das männliche und weibliche Organ sind
immer innig verbunden, und unterscheiden sich durch Farbe und
Granulation. Annais Lyceum New-York IX. p. 309.
Bocourt charakterisirte vier neue Arten der Gattung Cen-
tropomus. Annales des sc. nat. IX. p. 90, nämlich C. unionensis von
Salvador, mexicanus von Oaxaca, scaber von Belize in Centralamerika
und Cuvieri von St. Domingo.
Einen von Baron Petrino in Onuth, im nordwestlichen
Winkel der Bukowina an der Grenze von Eussland an v. Frauen-
feld eingesandten Fisch bestimmte Steindachner als Acerina
rossica Cuv., möchte ihn aber nicht specifisch von A. Schraitzer
trennen. Verhandl. d. zool. -bot. Ges. in Wien 19. p. 933.
Poey giebt eine Uebersicht über diejenigen cubanischen
Arten der Gattung Serranus, welche Gill Trisotropis genannt hat.
Es sind 12 Arten. Annais Lyceum New-York IX. p. 301.
Änthias Richardsonii Günther Proceed. zool. soc. p. 429 aus
Tasmania.
während des Jahres 1869. 493
Mesoprion guttatus Steindachner Wiener Sitzungsberichte 60.
p. 305. Taf. VIII von Mazatlan. — M. therapon Day Proc. zool. soc.
p. 514 von den Andamanen. — M. Ehrenbergii aus dem Rothen
Meere, argentiventris und inermis von Mazatlan Peters Berliner Mo-
natsber. p. 704.
Genyoroge canina Steindachner Wiener Sitzungsberichte 60.
p. 305 von Lagos.
Bleeker sagt, dass Günther unter seiner Genyoroge ben-
galensis mehrere Arten confundirt habe, namentlich den Holocen-
trus bengalensis Bl., Labrus octovittatus Lac. und Holocentrus quin-
quelinearis Bl. Er unterscheidet und beschreibt sie als Lutjanus
octovittatus Blkr., quinquelineatus Blkr. und bengalensis Blkr. Ver-
slagen en Mededeelingen koninkl. Akad. von Wetenschapen III.
1869. p. 64.
Chaetopterus microlepis Bleeker ib. p. 80. Verf. stellt diese
Gattung Schlegels neben Lutjanus und beschreibt seinen Pristipomoides
typus = Dentex pristipoma Blkr. = Mesoprion Dentex Blkr. als
Chaetopterus pristipoma. Die dritte Art der Gattung ist dann Ch.
Sieboldi Schi.
Ambassis brevipinnis Kner Wiener Siizimgshei'.bS. p.298. Taf, 1.
Fig. 2 unbekannten Fundortes.
Apogon maculiferus Garrett Proc. California 1864. p. 105 von
den Sandwich-Inseln.
Grossodermatidao. Guichenot gründete auf einen neuen
Fisch eine eigene Familie in der Nähe der Percoiden, die sich durch
dicke schuppenlose Haut auszeichnet, die überall mit Hautlappen
wie mit Franzen besetzt ist. Die Deckelstücke sind gezähnelt und
stachlig. Keine Zähne am Vomer und am Gaumen. Die Gattung
Grossoderma hat einen comprimirten, breiten, kurzen, kräftigen
Körper; Kieferzähne hecheiförmig, conisch, spitz und klein; zwei
parallele Stachelreihen hinten am Kopfe; die unteren Strahlen der
Pectoralen dicker als' die andern, nicht verzweigt; Ventralen unter
den Pectoralen ; 5 Kiemenhautstrahlen. Cr. madagascariensis. Nou-
velles Archives du Museum V. p. 194. pl. 12. fig. 1.
Berycidae. Anomalops n. gen. Kner Wiener Sitzungsber. 28.
p. 294. Mit gewölbter überragender Schnauze, sehr grossen Augen,
einer unterhalb des Bulbus auf dem schmalen Suborbitalringe auf-
liegenden länglichen und breiten drüsigen Platte, weiter schief ste-
hender Mundspalte, feinen Sammetzähnen in den Kiefern und am
Gaumen, mit unbewaffneten aber sehr rauhen und grobgefurchten
Deckelstücken und Kopfknochen ; zwei gesonderte Rückenflossen,
Bauch gekielt, Schuppen sehr rauh ; Kiemenspalte weit, vier Kiemen-
bogen, Pseudobranchie gross, Bauchflossen sechsstrahlig. A. Graeffei
Taf. 1. Fig. 1 von den Fidji-Inseln.
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. Gg
494 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
üranoscopidae. Uranoscopus fuscomaculatus Kuer Wiener
Sitzungsber. 58. p. 319 von den Fidji-Inseln.
Opisthognathus punctatus Peters Berliner Monatsber. p. 708
von Mazatlan.
Polynemidae. Galeoides microps Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 60. p. 137 von China.
Nandidae. Plesiops meleagris Peters Berliner Monatsber. p.708
von Adelaide.
Gataphracti. Platycephälus macracanthus Bleeker Verslagen
en Mededeelingen koninkl. Acad. Amsterdam III. p. 253 von Am-
boina, mit colorirter Abbildung.
Parag onus Guichenot Nouvelles Archives du Museum V.
p. 201. Körper langstreckig, gepanzert; Schnauze verlängert, Mund
unterhalb nur am Unterkiefer äusserst feine Zähne; Bartfäden am
Unterkiefer kürzer als die an der Schnauze ; die äusseren Bänder
der Nasenbeine und die Leisten der Suborbitalia mit Zähnelungen
oder kleinen Dornen; zwei getrennte Rückenflossen, die erste be-
steht aus dünnen biegsamen Stacheln, die Strahlen der Pectoralen
einfach, nicht verzweigt; Ventralen klein, kurz mit drei Strahlen;
fünf Strahlen in der Kiemenhaut. P. stiirioides pl. 12. fig. 3 von
China.
Scorpaena parvipinnis Garrett Proc. California 1864. p. 105
von den Sandwich-Inseln.
Cottus szanaga und« ha'itej Dybowski Verhandl. d. zool.-bot.
Ges. in Wien p. 949 aus dem Onon. — C. taeniopterus Taf. 5. Fig. 10
von der Decastris-Bay und C. tentaculatus Taf. 5. Fig. 12 von Sin-
gapore Kner Wiener Sitzungsber. 58. p. 310.
Biinocottus n. gen. Kner Wiener Sitzungsber. 58. p. 316.
Kopf breit depress : Augen gross, Mundspalte weit, endständig, Kie-
fer und Vomer mit Binden kurzer Spitzzähne, Oberkopf, Suborbi-
talring und Deckel mit stumpfen Knochenhörnern und Höckern,
Kiemenspalte weit, zwei getrennte Dorsalen, die zweite der Anale
gegenüber, keine Bauchflossen, die untern Strahlen der breiten
Brustflossen einfach, Caudale klein, abgestutzt. Haut nackt, nur eine
Längsreihe rauher Knochenplättchen jederseits, vier Kiemenbogen,
keine Pseudobranchien. B. apiis Taf. 3. Fig. 9 vom Cap Hörn.
Neos eh a st es n. gen. Guichenot Mem. de Cherbourg 13.
p. 83. Gegründet auf Sebastes panda Richards, und eine neue Art,
beide aus Australien, zeichnet sich diese Gattung aus durch die völ-
lige Abwesenheit kleiner Schuppen auf den senkrechten Flossen,
durch die gegliederten Strahlen am unteren Theile ihrer Brustflos-
sen, die nicht wie bei Sebastes gebildet sind. Die neiie Art N
scorpaenoides von Melbourne.
während des Jahres 1869. 495
Ägriopus spinifer Smith ist von Steindachner "Wiener Sitzungs-
ber. 60. p. 134. Taf. 7 abgebildet. Vom Cap.
ÄmpMprionichthys zeylonensis Day Proceed. zool. soc. p. 515
von Galle.
Gasterostei. Bonizza weist nach, indem er zahlreiche Sta-
cheln von Stichlingen untersucht und abgebildet hat^ dass sie so-
wohl, wie auch die Zahl der Seitenschilder sehr veränderlich sind;
er hält daher die von verschiedenen Schriftstellern aufgestellten Spe-
cies, namentlich neustriacus Blanch., semiloricatus C.V., semiarma-
tus C. Y., leiurus C. V., Bailloni Blanch., argentatissimus Blanch.
und elegans Blanch. nur für Varietäten einer. Art Gasterosteus acu-
leatus. Archivio per la Zoologia Serie II. Vol. I. p. 156.
Gasterosteus sinensis Guichenot Nouvelles Archives du Mu-
seum V. p. 204. pl. 12. flg. 4 aus China.
Sciaenoidei. Par alonchums n. gen. Bocourt Nouvelles Ar-
chives du Museum V. p. 21. Verschieden vom Lonchurus durch Cy-
cloidschuppen und einen vielspaltigen Bartfaden an der Symphyse.
P. Petersii aus der Republik Salvador.
Polycirrhus n. gen. Bocourt ib. p. 23 unterscheidet sich von
Paralonchurns durch Ctenoidschuppen. von Lochurus einen vielspal-
tigen Bartfaden an der Symphyse, und von beiden durch Brust-
flossen gewölmlicher Grösse und nicht zugespitzte Caudale. P. Du-
merilii aus der Republik Salvador.
Pristipomatidae. Peters hat seinen Therapon brevispinis in
Th. bracliycentnis umgetauft. Berliner Monatsber, p. 705.
Haemulon mazatlanum Steindachner Wiener Sitzungsber. 60.
p. 131. Taf. 6 von Mazatlan. — r H. maciilosum Peters Berliner Mo-
natsber. p. 705 aus Mazatlan.
Pristipoma Boucardi aus dem Golf von Mexiko, Pr. Kneri
von Mazatlan, Pr. (Haemulopsis) nitidum., axillare und brevipinne
von Mazatlan. Steindachner Wiener Sitzungsber, 60. p. 120. Alle
sind abgebildet. Auch Haemulou corvinaeforme Steind. wird zur
Gruppe Haemulopsis gezogen. — Pr. notatum Peters Berliner Mo-
natsber. p. 706 aus Mazatlan.
Biagramma alta Day Proc, zool. soc. p. 514 von Akyab.
(ScoZo2)S^s in7mea(«*s Kner Wiener Sitzungsber. 58, p. 301. Taf. 2.
Fig. 5 von den Samoa-Inseln.
Girrhitidae. Girrhites gibhosus Guichenot Nouvelles Archives
de Museum V. p. 199. pl. 12. fig. 2 von Macao in China.
Cheilodactylus vittatus Garrett Proc. California Acad. nat, sc.
1864, p. 103 von den Sandwich- Inseln.
Sparoidei. Guichenot revidirte die Gattung Pagellus in
Mem. de Cherbourg 14. p. 97. Er acceptirt die Swainson'schen Ge-
nera Pagellus , Lithognathus und Calamus. Zu Pagellus beschreibt
496 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
er sechs europäische Arten : P. erythrinus, centrodontus, acarne,
bogaraveo, breviceps und Mormyrus C.V., alle europäisch und go-
reensis e.V. vom westlichen Afrika. Zu LithognathuS, die sich durch
die steinharte Anschwellung der Kieferzähne und die verlängerte
Körpergestalt auszeichnet, gehört nur L. capensis vom Cap. Zu
Calamus mit hohem Körper und schreibfeder-förmigem ersten Flos-
senträger der Afterflosse werden gezählt: C. megacephalus Swns.
(Pagellus calamus C. V. pl. 152), penna Guich. (Pagellus pennaC. V.),
pennatula Guich. (Pagellus penna C. V. pl. 151), microps Guich. und
plumatula Guich. (Pagellus calamus C. V. pl. 152j, sammtlich von den
Antillen. Ausserdem werden noch 10 Arten namhaft gemacht, die
von anderen Autoren beschrieben sind, die aber Verf. nicht aus
eigener Ansicht kennt.
Pachymetopon Güntheri Steindachner Wiener Sitzungsber. 60.
p. 135 vom Cap.
Sparopsis n. gen. Kner Wiener Sitzungsber. 58. p. 302. Ge-
stalt langgestreckt, Kopf lang und breit, Augen gross, beide Kiefer
mit einer Reihe von Spitzzähnen, die vier vorderen jederseits län-
gere und stärkere Fangzähne, weiter zurück Binden kurzer Sammet-
zähne, Gaumen zahnlos ,^ Präorbitale lang und hoch, glattrandig,
Vordeckel hinten kaum erkennbar gezähnelt, unten glatt, Deckel
mit einem kurzen flachen Dorne, Suprascapula fein gezähnelt; nur
eine zusammenhängende Dorsale mit zehn, die Anale mit zwei dün-
nen Stacheln, der letzte Gliederstrahl in beiden Flossen verlängert;
Caudale tief gabelig; an den Wangen sechs Schuppenreihen, Schup-
pen festsitzend, fein ctenoid; sieben Kieraenstrahlen, Pseudobranchie
gross, Schwimmblase gross, einfach. Verf. verweist sie in die Nähe
von Synagris, Pristipomoides und Pentapus. Sp. elongatus Taf, 3.
Fig. 6 von den Fidji-Inseln.
Caesio xanthurus Bleeker Verslagen en Mededeelingen koninkl.
Acad. III. p. 78 von der Insel Nossibe.
MuUoidei. Ueber die Lebensweise von Mullus surmuletus bei
den Alten im Vergleich zu den neueren Zeiten vergl. Jonathan Couch,
The Student and intellectual Observer of science ct. II. 1869. p. 368.
Upeneiis griseofrenatus Kner Wiener Sitzungsber, 58. p. 305
von den Fidji-Inseln,
Upeneoides JDoriae Günther Annais nat. bist. III. p. 445 aus
dem Persischen Meerbusen.
Squamipennes. Chaetodon dichrous Günther Proc. zool. soc.
p. 239. pl. 16 von St. Helena. — Ch. Pelewensis Kner Wiener Sit-
zungsber. 58. p. 306 von den Pelew-Inseln.
Pimelepterus elegans Peters Berl. Monatsb. p. 707 aus Mazatlan.
Scorpis ohlongus Canestrini Archivio per la zoologia. Serie II.
Vol. I. p. 153 aus Australien.
während des Jahres 1869. 497
Labyrinthici. Carbonnier schildert die Fortpflanzungsweise
einer Art Fische aus China, die zur Gruppe der Labyrinthfische ge-
hört. Beim Herannahen des Eierlegens bemüht sich das Männchen
um das Weibchen, nimmt Luft ein und stösst ein kleines Bläschen
aus, welches aufsteigt und nicht platzt, vielleicht durch etwas Schleim
aus dem Munde des Fisches consolidirt. Durch Wiederholung dieses
Verfahrens bildet es auf dem Wasser eine Art Schaum von der Dicke
eines Centimeters. Dann folgt die Begattung. Das Männchen krümmt
sich zu einem Kreisbogen, und das Weibchen steckt in senkrechter
Lage den Kopf nach oben gerichtet, den unteren Theil seines Kör-
pers in den unvollständigen Ring, den das Männchen bildet. Das
Männchen ergreift sie mit den Flossen, drückt sie an sich, und be-
wirkt das Laichen, wobei die Eier ganz nahe an die Geschlechts-
öffnung des Männchens kommen und befruchtet werden. Dies ge-
schieht unter dem Schaumdach. Dann trennen sich die beiden Fi-
sche; jedoch geschieht dieser Vorgang mehrmals an einem Tage.
Das Männchen sammelt geduldig die zerstreuten Eier in seinem
Munde und bringt sie unter den Schaum, der zehn Tage hindurch
seine ganze Sorge in Anspruch nimmt. Es ergänzt den Schaum,
wo sich Lücken finden, vertheilt die Eier, und bewacht die ausge-
schlüpften Jungen. Wenn die jungen Embryonen das schützende
Dach verlassen, nimmt es sie in den Mund und bringt sie dahin
zurück, bis die junge Familie seines Schutzes entbehren kann. Das
Ausschlüpfen erfolgt nach 62 bis 65 Stunden. Zuerst gleichen die
Embryonen Froschlarven, deren Schwanz frei ist, aber Kopf, Rumpf
und Dotterblase bleiben noch in eine Kugel eingeschlossen, nach
acht Tagen ist die Blase resorbirt und das Thier ist vollkommen
gebildet. Comptes rendus 1869 Aout; Revue et mag. de Zoologie
XXL S. 357.
Mugiloidei Mugil Hamütonii Day (M. cascasia Buchan. ?)
Proc. zool. soc. p. 614 aus Pegu.
Macdonald stellte in der Mugiliden-Familie eine neue Gattung
Gonost omyxus auf, die sich von Mugil und Myxus durch die
tiefere bis zum Auge reichende Mundspalte, von Agonostoma durch
den scharfen Rand des Unterkiefers unterscheidet; kleine Zähne
stehen in einfacher Reihe im Oberkiefer, in zwei seitlichen mondför-
migen Haufen im Unterkiefer, und in einer kurzen unregelmässigen
Querreihe an jeder Seite des Vomer. Die Art G. loa-loa lebt auf
Viti-Levu, Fidschi-Inseln. Proc. zool. soc. p. 38.
Scomberoidei. Muth beschreibt Zool. Garten p. 265 den Thun-
fischfang bei Palermo.
Neptomenus dobula Günther Proc. zool. soc. p. 429 aus Tas-
mania; gehört nach des Verf. Angabe zu den Carangidae.
498 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Strortiateus medius Peters Berliner Monatsber. p. 707 von
Mazatlan.
Brama Baschi Esmark Forhandl. Skand. Naturforsk. 10. Mode
i Christiania p. 521 von Finmarken.
Carangidae. Caranx micraspis Kner Wiener Sitzungsber. 58.
p. 321. Taf. 5. Fig. 13 aus der Sundastrasse.
Micropus n. gen. Kner Wiener Sitzungsber. 58. p. 322. Ge-
stalt sehr compress, Mundspalte sehr schief, in beiden Kiefern
schmale Binden sehr kleiner Spitzzähne, etwas grössere am Vomer,
alle Deckelstücke eng anliegend, glatt , unbewaffnet ; Wange be-
schuppt, zwei kaum getrennte Dorsalen, die erste über der Kiemen-
spalte beginnend mit zahlreichen Stacheln, die zweite gleich der
ebenfalls langen Anale weit am Schwänze zurückreichend, Ventralen
sehr klein, der bis zu ihnen stark gewölbte Bauch, eine Schneide
bildend; die Schuppen ganzrandig, ohne Radien, dicht concentrisch
gestreift, Seitenlinie unbewaffnet ; 5 Kiemenstrahlen, Pseudobranchie
klein, Kiemendrüse gross, M. polycentrus Taf. 5. Fig. 14 von Val-
paraiso.
Seriolophus n. gen. Guichenot Mem. de Cherbourg 13. p. 90.
Verschieden von Seriola durch die in dünne biegsame Fäden ver-
längerten Stacheln der Rückenflosse und durch die Beschuppung
aller Kiemendeckelstücke. S. carangoides aus dem Indischen Ocean.
Von Temnodon saltator giebt Atwood Boston Proceed, XII.
p. 403 an, er sei 1764 von Neu-England verschwunden, und 60 Jahre
hindurch nicht gesehen. 1847 sei er zuerst in die Massachusetts-Bai
zurückgekehrt, sparsam und sei bei beginnender Kälte verschwun-
den. Nun habe er sich wieder ganz acclimatisirt. Seitdem sei die
Makrele stark vermindert, da er die Brut derselben in grosser Zahl
raube; andererseits nehme der Hummer um das Zehnfache zu, dessen
Brut von den Makrelen vertilgt wurde.
TrachinoUis Martini Steindachner Wiener Sitzungsber. 60. No-
vember aus dem Senegal.
Teuthyes. Teuthis oUgosticta Kner Wiener Sitzungsber. 58.
p. 345. Taf. 7. Fig. 23 von den Viti-Inseln.
Labroidei. Cossyphus echis Guichenot Nouvelles Archives du
Museum V. p. 197. pl. 12. fig. 5 von Madagascar.
Crenilahrus modestus GarrettProc. California Acad. 1864. p. 106
von den Sandwichinseln.
Choerops zosteropliorus von Kei-major und dodecacanthiis von
Bourbon Bleeker Archives Neerlandaises III. 1868. p. 273.
Günther erklärt Labrichthys cyanotaenia Bleek. und Thysa-
nochilus ornatus Kner für identisch, jedoch generisch verschieden
von Labrichthys. Er nennt also den Fisch Thysanoehilus cyanotae-
nia. Proc. zool. soc. p. 241.
während des Jahres 1869. 499
Pseudoscariis spüonotus und spinus Kner Wiener Sitzungsher.
58. p. 352. Taf. 9. Fig. 26 und 27 von den Fidji-Inseln. — Ps. gra-
cilis Stein dachner ib. 60. p. 138 aus China.
Holconoti. Blake erklärt die Ernährung der Fötus bei den
Embiotocoid-Fischen dadurch, dass die Falten des Uterussackes so
gross werden, dass der junge Fisch auf beiden Seiten mit der
Schleimmembran in Berührung tritt. Das Organ ist reich mit Blut-
gefässen versehen. Anfänglich ist der Fötus in ein zähes Secret
eingehüllt, das sich in Fäden ausziehen lässt; später wird das Se-
cret flüssiger und reichlicher , bildet eine opalisirende Flüssigkeit,
coagulirt nicht beim Erhitzen, Essigsäuse macht einen weissen Nie-
derschlag u. s. w., sie ist jedoch noch nicht genau analysirt. Wenn
sich die Flossen gebildet haben, werden sie durch eine feine Mem-
bran gerandet, die ganz aus capillaren Blutgefässen gebildet ist; sie
zerschlitzt sich in Fortsätze und Digitationen von ziemlicher Aus-
dehnung, welche schwinden, wenn der Fisch aus dem Ovarium tritt.
Ihre Function ist gewiss, Nahrung aus der Ovarialflüssigkeit zu ab-
sorbiren, und das Blut mit Luft zu versehen, da beim Erhitzen sich
Gas entwickelt. Zur Begattungszeit entwickeln sich zwei fleischige
Fortsätze, die als Haftorgane dienen. Journ. ofAnat.andPhysiol.il.
1868. p. 280. Derselbe Gegenstand ist bereits Proc. California Acad.
III. p. 314 vom Verf. zur Sprache gebracht.
Blake beschreibt ib. III. 1869. p. 30 eigenthümliche An-
hänge an der Afterflosse der Männchen, die zur Begattung hülfreich
sind, indem sich an ihnen die Bauchflossen der Weibchen anheften
können. Sie bestehen in einer Grube längs der Basis des vorderen
Theils der Flosse, einer warzenartigen Vorragung jederseits, queren
Knochenplatten mit gesägten Rändern und knorpligen Leisten und
Tuberkeln mit rauher Oberfläche.
Pomacentridae. De Crespigny erzählte von der Freund-
schaft zwischen Fremnas biaculeatus und Actinia crassicornis. Der
Fisch schwebt über der Actinie und streichelt ihre Tentakeln mit
den Flossen , erschreckt flüchtet er sich in ihren Körper und sie
schliesst die Tentakeln über ihm. Proc. zool. soc. p. 248.
Pomacentrus unifasciatus Kner Wiener Sitzungsber. 58. p. 348.
Taf. 8. Fig. 24 von Candavu, Fidji-Inseln.
Glypliidodon hemimelas Kner Wiener Sitzungsber. 58. p. 351.
Taf. 8. Fig. 25 von den Fidji-Inseln. — Gl. notatus Day Proc. zool.
soc. p. 521 von den Andamanen. — Gl. rhyncliolepis Bleeker Ver-
slagen en Mededeelingen koninkl. Acad. III. p. 230 von der Insel
Reunion.
Ghromides. Paul Gervais erklärt Zoologie et Palaeontolo-
gie generales I. p. 205 seinen Coptodon für identisch mit dem Bolti
des Nil, mit Tilapia Sparmanni, und wenigstens generisch auch mit
500 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Haligenes Tristarai Gthr. — Lacepede's Sparus Desfontainii, den Cu-
vier und Yalenciennes zu Chromis brachten, ist jedoch nach der Un-
tersuchung des Verf. im Pariser Museum weder ein Sparus noch eine
Tilapia, vielmehr steht er den Glyphysodon sehr nahe, von denen er
sich jedoch durch den Aufenthalt im süssen Wasser unterscheidet.
Tristam hatte die Ansicht geäussert, dieser Fisch möchte ein letz-
tes Ueberbleibsel des Sahara-Meeres sein, bevor die Erhebung des
Bodens des westlichen Afrika die Gewässer dieses verschwundenen
Meeres in das Mittelmeer ergossen habe, Gervais ist jedoch dieser
Ansicht nicht sehr geneigt.
Heros Jenynsii Steindachner Wiener Sitzungsber. 60. p. 293.
Taf. II von Montevideo.
Haplopteri.
Notacanthini. Bhynchobdella sinensis Blkr. Verslagen en Me-
dedeelingen Acad. Amsterdam IV. p. 249 mit Abbildung aus Chinesi-
schen Flüssen.
Taenioidei. Trachypterus semiophorus Bleeker Archives Neer-
landaises III. 1868. p. 279. pl. XII von Amboina.
Helmichtbyidei. Leptocephälus muUimaculatus und peruanus
Steindachner Wiener Sitzungsber. 60. p. 316 von Peru.
Gobioidei. Göhius semifasciatus Kner Wiener Sitzungsber. 58.
p. 326. Taf. 5. P'ig, 15 von den Samoa-Inseln. — G. gobiodon Day
Proc. zool. soc. p. 516 von den Andamanen.
Orthostomus Kner n. gen. aus der Gruppe Amblyopina
Wiener Sitzungsber. 58. p. 329. Leib gestreckt, sehr compress, cte-
noid beschuppt, Kopf nackt, Mundspalte fast senkrecht, feine Spitz-
zähne in beiden Kiefern und vier Hundszähne in der Mitte. Augen
gross, Kiemenspalte weit, nur theilweise von den Deckelstücken über-
deckt ; zwei getrennte Dorsalen, die erste mit sechs biegsamen, fadig
verlängerten Strahlen, die zweite vielstrahlig und mit der Anale
gleich lang, die zugespitzten völlig gesonderten Ventralen mit fünf
Strahlen, Pseudobranchien. sechs Kiemenstrahlen. 0. amhlyopinus
Taf. 6. Fig, 16 von Singapore.
Eleotris heterolepis Günther Annais nat. bist. III. p. 445 von
Sarawak.
Blennioidei. Petroskirtes Uneolatus Kner Wiener Sitzungsber. 58*
p. 331 Taf. 6. Fig, 17 von Candavu. — P. japonicus Bleeker Vers-
lagen en Mededeelingen koninkl. Acad. Amsterdam III. p. 246 mit
Holzschnitt aus Japan.
Salarias brevis Kner Wiener Sitzungsber. 58. p 334. Taf. 6.
Fig. 18 von den Samoainseln. — S. leopardus Day Proc. zool. soc.
p. 518 von Galle,
während des Jahres 1869. 501
Sal arichthys n. gen. Guichenot Mem. de Cherbourg 13.
p. 96, gegründet auf Salarias voraerinus Cuv. Val. und wegen der
Gegenwart von Zähnen vorn am Vomer von Salarias generisch ge-
trennt.
Bleeker charakterisirte die Ga,ttung Alt icus Comm. = Ru-
piscartes Swns., die er für verschieden von Salarias erklärt, folgen-
dermassen: Linea lateralis conspicua nulla; corpus elongatum antice
latius quam altum ; cirri nuchales vel nasales nulli ; pinnae ventra-
les radiis 4, caudalis radiis'^omnibus simplicibus. Er beschreibt 2
neue Arten Ä. monochrus und aspilus von Madagaskar. Verslagen
en Mededeelingen koninkl. Akad. III. p. 234.
Stichaeus enneagrammus Kner Wiener Sitzungsber. 58. p. 338.
Taf. 6. Fig. 19 von der Decastris-Bay,
Centronotus quinqiiemaculatus Kner Wiener Sitzungsber. 58.
p. 340. Taf. 5. Fig. 20 von Pinang.
Ur ocentrus Kner n. gen. Blennoideorum Wiener Sitzungsber.
58. p. 342. Körper gestreckt, sehr compress, Leib äusserst klein be-
schuppt, Mundspalte schief, in beiden Kiefern und am Vomer eine
einfache Reihe feiner Spitzzähne, Kiemenspalte ziemlich weit, Brast-
und Bauchflossen kurz, letztere etwas vor jenen stehend, mit 1.2
Strahlen und vereinigt, Dorsale und Anale bis zur Caudale reichend,
erstere nur mit steifen, spitzen Stacheln, vor der Anale ein isolir-
ter, steifer, rinnenartig ausgehöhlter Stachel, Caudale frei, fünf Kie-
menstrahlen, ü. picUis Taf. 7. Fig. 21 von Singapore.
Zoarces elongatus Kner Wiener Sitzungsber. 58. p. 344. Taf. 7.
Fig. 22 von der Decastris-Bay.
Pediculati. Lophiopis n. gen. Guichenot Mem. de Cherbourg
13. p. 101, unterscheidet sich von Lophius durch den Mangel der
Vomerzähne. Die typische Art ist Lophius vomerinus Cuv. Val.
Chironectes niger Garrett Proc. California Acad. 1864. p. 107
von den Sandwichinscln.
Günther beschrieb einen Kopf von 21 Zoll Länge und 26 Zoll
Breite, den er einer neuen Art Batrachus gigas angehörig glaubt.
Der Fisch war bei den Sechellen gefangen. Annais nat. hist. III.
p. 131. — Ward, der denselben eingesendet hatte, nennt ihn Vielle,
und giebt seine Länge auf 17, seine Dicke auf 4 Fuss an. Er soll
sehr schwer zu fangen sein, da er nur in der Tiefe lebt und an
keinen Köder beisst. Ib. p. 352.
Anacanthini.
Gadoidei. Gulliver fand an dem Schädel des Kabeljau zwei
kleine, bisher nicht beachtete Knochen, die er Expostfrontalia nennt.
Annais nat. hist. IV. 397.
502 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
G. 0. Sars erstattete Berichte an das Departement für das
Innere über die von ihm in den Jahren 1864—1869 angestellten
praktisch-wissenschaftlichen Untersuchungen in Betreff der Dorsch-
fischerei bei den Lofoten. Indberetninger til Departementet for det
Indre ct. Christiania 1869.
Edward gab nähere Nachricht über die Couchia Edwardi
Couch., einen Fisch der Gadoidenfamilie , der in dem Moray-Plrth
bei Banff gefangen wurde. Obgleich n«r anderthalb Zoll lang, hält
er sie doch für ausgewachsene Thiere. Journ. Linnean Soc. X. p. 1.
Bregmaceros atripinnis Day Proceed. Zool. soc. p. 522 von
Burmah.
Plearonectae. Atwood theilte Boston Proc. XII. p. 402 mit,
dass sich an der Westküste von Grönland viele Hippoglossus vul-
garis finden, die jedoch in Folge der dort ausgeführten Fischerei
schnell abnehmen. Auch Platessa oblonga wird seltener, weil Tem-
nodon saltator ihm die Nahrung wegnimmt.
Quelch hält einige Fische, die an der holländischen Küste
gefangen waren, für Bastarde zwischen Rhombus maximus und laevis.
Proc. zool. soc. p. 473.
Solea niazatlana Steindachner Wiener Sitzungsber. 60. p. 312.
pl. V von Mazatlan.
Solea (Monochir) püosa Peters Berliner Monatsber. p. 709 von
Mazatlan.
Bhomhotides polyzona Bleeker Archives Neerlandaises III. 1868.
p. 277 von Bourbon, Mayotte.
Äpionichthys nebulosus Peters Berliner Monatsber. p. 709 von
Surinam.
Cynoglosus Buchanani Day Proc. zool. soc. p. 522 unbekannten
Fundortes.
Scomberesoces.
Scomberesoces. Hemirhamphus neglectus Day (H. ectuutio Blyth
non Buchan.) Proc. zool. soc. p. 526 von Calcutta und Burmah.
Phjsostomi.
Siluroidei. Man hat versucht, den Wels, Silurus glanis, in
England zu acclimatisiren. Aus Medical Times März 1869 im Zool.
Garten p. 255.
CaUichrous notatus und nigrescens Day Proc. zool. Soc. p. 616
aus Burma.
Pseudoeutropius acutirostris Day Proc. zool. soc. p. 618 aus
Burma.
Hemibagrus macropterus Bleeker Verslagen en Mededeelingen
Acad. Amsterdam IV. p. 257 mit Abbildung aus China.
während des Jahres 1869. 503
Arius burmanicus Day Proc. zool. soc. p. 618 aus Burma.
Synodontis zanziharicus Peters von der Deckens Reisen III.
1. Abth. p. 145 von Mombas.
Ghiloglanis n. gen. Peters v. d. Deckens Reisen p. 144.
Caput corpusqne nuda; apertura branchialis angusta; nares anterio-
res a posterioribus seiunctae ; osinferum; labia reflexa dilatata, labio
siiperiore dentato; mandibula duplici dentium serie armata, dentes
superiores elongati mobiles, teutacula maxillaria et labialia inferiora,
pinnas dorsalis radiata in anteriore corporis parte ante ventrales
eptemradiatas posita; pinna adiposa mediocris anali opposita. Ge-
hört in die Gruppe Doradina Gthr. und weicht von Synodontis
durch die Bildung der bezahnten Lippen saugscheibe ab. Gh. DecTcenii
von Ostafrika.
Ghaetostomus heteracanthus und latifrons Günther Proc. zool.
soc. p. 425 aus dem oberen Amazon.
Loricaria macromystax Günther Vroc. zool. soc. p. 427 aus dem
oberen Amazon.
Exostoma Ändersonii von China und Blythii Day Proc. zool.
soc. p. 524.
Stegophüus nemurus Günther Proc. zool. soc. p. 429 aus dem
oberen Amazon.
Cypriiioidei. Günther unterscheidet in seinem Ca-
talogue VII. p. 3 in der Familie Cyprinidae 14 Grup-
pen mit 107 Gattungen, die in folgende üebersicht ge-
bracht sind :
I. Schwimmblase in eine vordere und hintere Abtheilung ge-
theilt, nicht in eine Knochenkapsel eingeschlossen; 0—4 Bartfäden.
A, Schlundzähne in einer Reihe, sehr zahlreich und dichtgestellt;
Dorsale lang, den Ventralen gegenüber, Anale kurz; keine Bartfäden,
Catastomina mit den Gattungen Catastomus 16 Arten, Moxostoma
2 A., Sclerognathus 5 A., Carpiodes 1 A. — B. Schlundzähne in
einer, zwei oder drei Reihen, in geringer Zahl, die Aussenreihe ent-
hält nie mehr als 7 Zähne. 1. Anale sehr kurz, mit 5 oder 6 ver-
ästelten Strahlen, a. Seitenlinie längs der Mittellinie des Schwan-
zes, Dorsale den Ventralen gegenüber, Gyprinina mit 2 Arten Cy-
prinus, 3 Carassius, 1 Catla, 5 Cirrhina, 6 Dangila, 14 Osteochilus,
27 Labeo {L. hrocJiyponms von Westafrika, niesops Ostafrika neu);
2. Barynotus {B. lagensis von Westafrika neu), 10 Tylognathus
(jT. elegans aus Mesopotamien neu), 2 Abrostomus, 4 Discognathus
[D. macrocMr aus Assam neu), 9 Crossochilus (C rostratus vom Cossye-
River neu), 1 Epalzeorhynchus, 13 Capoeta (G. micracanthus von
Bhotan neu), 163 Barbus (neu: B. subquincunciatiis?, Sclateri aus
dem Guadalquivir, Beavani aus dem Cossye-River, paradoxus von
504 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
ForWiOsai,Welwitschn von Angola, Garneyi von Port Natal, argenteus
von Angola, caudimacula Angola, fasciolatus Angola, Beddomii See
von Galiläa, laoensis Cochinchina, Collingwoodü Borneo, allus Siam,
microps ind. Archipel, radiatus Mozambique, semifasciolatus China,
Layardi Ceylon, nigrofasciatus Ceylon), 2 Thynnichthys, IBarbichthys
1 Amblyrhynchichthys, 1 Albulichthys, 3 Oreinus, 13 Schizothorax,
1 Ptychobarbus, 1 Gymnocypris (6r. döbula neu), 1 Schizopygo-
psiö, 1 Diptychus, 1 Aulopyge, 2 Gobio. 4 Pseudogobio (Ps. hrevi-
rostris von Formosa neu), 10 Ceratichthys (C Sallaei Mexiko , Cu-
mingii Californien, hyalimis Virginia neu), 1 Bungia, 2 Pimephales,
1 Hyborhynchus , 2 Campostonia, 3 Hybognathus, 1 Ericymba, 1
Pseudorasbora, 1 Cochlognathus, 2 Exoglossum, 6 Rhinichthys. —
b. Seitenlinie längs der Mittellinie des Schwanzes, Dorsale hinter
den Ventralen , Bohteichthyina , Gatt. Rohteichthy s mit 1 Art,
— C. Seitenlinie längs der untern Hälfte des Schwanzes, Dorsale
gegenüber den Ventralen, Leptoharhi na, Gatt. Leptobarbus mit
1 Art. — c. Seitenlinie längs der untern Hälfte des Schwanzes, Dor-
sale hinter den Ventralen, Basborina mit 12 Arten Rasbora,
3 Luciosoma, 2 Nuria, 1 Aphyocj^pris, 3 Amblypharyngodon. — 2.
Anale kurz oder massig, mit 8 — 11 Strahlen, nicht bis unter die
Dorsale reichend; Seitenlinie, wenn vollständig, in der Mitte des
Schwanzes, a. Dorsale lang, mit zahlreichen Strahlen und einem
Knochenstrahl, Semiplotina mit 3 Cyprinion und 1 Semiplotus.
— b. Dorsale kurz, mit einem Knochenstrahl, Xenocypri dina
mit 1 Xenocypris {X. argentea von China neu), 1 Paracantho-
brama, 1 Mystacoleucus. — c. Dorsale kurz, ohne Knochenstrahl,
Schlundzähue in einer oder zwei Reihen, Leuciscina mit 85 Leu-
ciscus {L. Felloiuesii von Xanthus, vanensts von Erzerum, telescopus,
coccogenis und ardens aus Virginia neu), 1 Boucardi aus Mexiko,
1 Ctenophryngodon, 1 Mylopharodon, Paraphoxinus, 1 Meda, 1 Grao-
dus (Gr. nigrotaeniatus Atlisco neu), 1 Tinea, 8 Leucosomus. 7 Chon-
drostoma, 1 Orthodon, 1 Acrochilus. — 3. Anale massig, bis unter
die Ventrale reichend; Seitenlinie, wenn vollständig, in der Mitte
des Schwanzes, Bhodeina mit 6 Achilognathus {Ä. himantegus von
Formosa und imherbis von China neu), 3 Rhodeus [Bh. sinensis von
China neu), 1 Pseudoperilampus. — 4. Anale massig oder lang; Sei-
tenlinie längs der untern Hälfte des Schwanzes ; Bauch nicht schnei-
dend, Danionina mit 8 Danio, 2 Pteropsarion, »3 Aspidoparia,
15 Barilius (neu: B. radiolatiis Central-Indien, alhurniis Nepal, mo-
rarensis Morar-River, zamhezensis Zambezi, sardella Ostafrika}, 1 Bola,
1 Schacra, 5 Opsariichthys (0. pachycephalus von Formosa neu),
1 Squaliobarbus, 1 Ochetobices. — 5. Anale lang, Seitenlinie längs
der Mitte des Schwanzes; Bauch nicht schneidend: kein Dorsaldorn,
Hypophthalmichthyina, Gatt. Hypophthalmichthys mit 2 Ar-
während des Jahres 1869. 505
ten. — 6. Anale lang, Bauch comprimirt, Ahramidina mit 16
Abramis, 3 Aspius {A. spüurus von China neu), 15 Alburnus, 1 Leu-
caspius, 1 Easborichthys, 1 Elopichthys, 2 Pelotrophus, 3 Acantho-
brama, 5 Osteobrama (0. rapax von der Indischen Halbinsel neu),
6 Chauodichthys {Ch, macrops von Formosa neu), 1 Smiliogaster,
2 Culter (C. hrevicauda von Formosa neu), 1 Pelecus, 1 Eustira
{E. ceylonensis neu), IG Chela {Ch. siamensis von Siam neu), IPseu-
doleubuca, 1 Cachius. — IL Keine Schwimmblase ; 6 Bartfäden ;
Pectoralen und Ventralen horizontal, die ersteren mit einem äusse-
ren einfachen Strahl, Homalopterina mit 8 Homaloptera, 2 Psi-
lorhynchus. — III. Schwimmblase zum Theil oder ganz in eine
Knocheukapsel eingeschlossen; 6 — 12 Bartfäden, C ohi tidin a mit
3 Misgiirnus {M. lateralis aus Bengalen neu), 37 Nemachilus (neu:
N. urophthalmus von Ceylon, Beavani aus Bengalen, ladacensis aus
Tibet, Griffithii aus Assam), 3 Cobitis, 3 Lepidocephalichthys, 2
Acanthopsis, 7 Botia (B. rostrata aus Assam und Bengalen neu), 1
Oreonectes {0. platycephalus neu), 1 Lepidocephalus, 2 Acantho-
phthalmus, 1 Apua. — Als Anhang zu der Karpfenfamilie wird die
Gattung Kneria Steindachner behandelt, die Verf. als eigene Familie
in Anspruch nimmt: Körper beschuppt, Kopf nackt; Rand des Ober-
kiefers durch den Zwischenkiefer gebildet; Dorsale und Anale kurz,
die erstere zu dem Abdorainaltheil der Wirbelsäule gehörend ; keine
Zähne im Munde und an den Schlundknochen ; keine Bartfäden ; Ma-
gen ohne Blindsack, keine Appendices pyloricae; keine Pseudobran-
chien; drei Kiemenhautstrahlen ; Schwimmblase lang, nicht getheilt;
Ovarien geschlossen. Die Gattung besitzt 2 Arten, von denen Kn.
SpeUii aus Centralafrika neu.
Von den neuen Gattungen chinesischer Cyprinoiden, die Blee-
ker Verslagen en Mededeelingen Acad. Amsterdam IV. p. 253 in
Aussicht stellt, ist a. a. 0. nur das Folgende zur Unterscheidung
angegeben: Saurogohio und Rhino gobio sind verwandt mit
Pseudogobio ; erstere unterscheidet sich idurch sehr schlanken Köu-
per, Stellung der Dorsale ganz in der vorderen Körperhälfte, selbst
ohne Schwanzflosse, und einreihige stumpfe Schlundzähne; letztere
durch stark verlängerte Schnauze, kleine untere horizontale Mund-
spalte, beschuppten Uuterbruststreifen u. a. w. Die übrigen neuen
Gattungen sind mehr verwandt mit den Acanthobraraen. Bei Pseu-
dohrama sind die Zähne einreihig wie bei Acanthobrama, aber sie
unterscheidet sich durch grosse Schuppen und kurze Anale; Lucio-
brama ist mehr verwandt mit Aspius, doch auffallend durch sehr
schlanken Körper und verhältnissmässig sehr langen und schlanken
Kopf, sehr kleine Schuppen und einreihige pfriemförmige Schlund-
zähne; Acanthorodeus endlich, verwandt mit Rhodeus, Achilo-
gnathus und Pseudoperilampus ist sehr merkwürdig durch den star-
ken Dorn, womit Dorsale und Anale bewafifnet sind.
506 Troschel: Bericht üb. d, Leist. in d. Ichthyologie
Barhus Kerstenii von Sansibar und zanziharicus von Mombas
Peters in v. d. Deckens Reisen III. 1. Abth. p. 146. — B. (Barbodes)
Blythii von Tenassarim und compressus von QaschmirDay Proeeed.
zool. SOG. p. 555. — B. malabaricus und MClellandi Day ib. p. 619
aus Burma.
Gobiobarhus Dybowski nov. gen. Verhandl. d. zool.-botan.
Ges. in Wien 19. p. 951. Schlundzähne löfFelförmig, jederseits in
3 Reihen 1 — 3 — 5 | 5 — 3 — 1; Mund unterständig mit 2 Barteln.
Rückenflosse wenigstrahlig , Afterflosse desgleichen , erstere mit
einem Knochenstrahl, Schuppen gross und breit. Dahin Cyprinus
labeo Pall.
Die raodificirte Diagnose der Gattung Sarcochilichthys Blkr.,
welche Bleeker in Verslagen en Mededeelingen koninkl. Akad.
Amsterdam III. p. 252 giebt, indem er dieselbe der Gruppe Parala-
beonini zuweist, lautet: Corpus elongatum; pinna dorsalis anacantha
brevis ante ventrales incipiens; capat obtusum truncatum; rictus
inferus parvus horizontalis ore clauso formam ferri equini referens;
maxilla inferior plana subcochleariformis apice truncata symphysi
tuberculo nullo ; labium inferius apicem maxillae non attiugens
utroque iatere lobum semiovale efficiens; os suborbitale anterius
orbitae approximatum, trianguläre ; apertura branchialis verticalis
sub operculo desinens ; regio thoraco-gularis squamata; anus medio
ventrales inter et analem perforatus; dentes pharyngeales uniseriati
5 — 5 ex parte uncinato-subcochleariformes.
Nach Struck fressen grössere Plötzen und Rothaugen auch
Muscheln (Congeria Chemnitzii), die er in ihrem Magen fand. Mek-
lenburger Archiv 21. p. 161.
Idus Wdleckii Dybowski Yerhandl. d. zool. -bot. Ges. in Wien
19. p. 958 aus dem Onon und Ingoda.
Plioxinus Lagowskii, Jelskii und CzeUanoivskU Dybowski Ver-
h'andl. d. zool. -bot. Ges. in Wien 19. p. 952 aus Transbaikalien.
Noll stellt alle Thatsachen, die bisher über die Eier des Bit-
terlings, Rhodeus araarus, die in den Kiemen von Unionen und Ano-
donten zur Entwickelung kommen, kekannt geworden sind, zusam-
men. Er hat die Erscheinung vielfach im Main beobachtet und
nimmt die zur Laichzeit sich entwickelnde Legeröhre für das
Instrument; mittels welches die Eier an die Kiemen der Muscheln
befördert werden. Fisch und Muschel sind abgebildet. Zool. Gar-
ten p. 257.
In derselben Zeitschrift p. 378 regt Met tenheimer die
Frage an, wie und wo denn wohl die Befruchtung der in die Mu-
scheln gelegten Fischeier stattfände ?
^ während des Jahres 1869. 507
Danio Stöliczkae und spinosus DayProc. zool. soc. p. 621 aus
Burma.
OpsaritiS guttatus Day Proc. zool. soc. p. 620 aus Burma.
BarÜius interrwpta Day Proc. zool. soc. p. 559 von Hotha. —
jB. nigrofasciatus Day ib. p. 620 aus Burma. — B. papülatus ib.
p 378 aus der Provinz Orissa in Bengalen.
AhramocephaUis n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber.
66. p. 302. Körperform oblong, Rumpf gegen den Bauch zu compri-
mirt, mit schuppenloser schneidiger Kante von der Kehle bis zur
Anale ; Ventrale etwas vor der Dorsale eingelenkt ; Kopf dick, Mund
schief nach oben gerichtet, mit dünnen Lippen ohne Barteln; Augen
an der unteren Kopfhälfte gelegen, hinter den Mundwinkeln ; Schlund-
zähne einreihig jederseits vier, mit abgeschliffener fein quergestreif-
ter Kaufläche und convexer Aussenseite. Ä. micrölepis aus China.
Pseudasp ius Dybowski n. gen. Verhandl. d. zool.-bot. Ges.
in Wien 19. p. 953. Schlundzähne in zwei Reihen 2 — 4 | 4 — 2, Fang-
zähne; Mund oberständig; vorstehende Spitze des Unterkiefers in eine
Vertiefung des Zwischen kiefers eingreifend ; Rücken und Bauch ab-
gerundet, ohne Kante; Rücken- und Afterflosse kurz, wenig strahlig.
Dahin Cyprinus leptocephalus Pall,
Micraspius Dybowski n. gen. ib. p. 953. Schlundzähne
in einer Reihe 5 | 5, Druckzähne; Mund oberständig; Unterkiefer
vorstehend , bogenförmig abgerundet , ohne vorstehende Spitzen ;
Bauch zwischen Anal- und Ventralflossen schwach gekielt; Basis der
Afterflosse kürzer als der Afterflosse; Schuppen gross, nicht leicht
abfallend, mit Radien auf dem Terminalfelde. M. Mianowskii aus
dem Onon.
Ladislavia Dybowski n. gen. ib. p. 954, Schlundzähne mes-
serförmig in 2 Reihen, 2 — 5 | 5 — 2; Unterkiefer mit knorpelartiger,
am Rande schneidender Epithelialhülle bedeckt ; Mund unterständig
quer mit einem sehr kurzen Oberkieferbartel ; Rücken- und After-
flosse wenigstrahlig; Vorderkopf während des Laichens mit grossen
durchsichtigen , perlenartigen, opalisirenden Excrescenzen bedeckt.
L. Taczanowskii aus dem Onon und Ingoda.
Cliela Sladoni Day Proc, zool. soc. p. 622 aus Burma. — Ch.
Untrahi Day ib. p. 378 aus der Provinz Orissa in Bengalen.
Mayoa n. gen. Day Proc. zool. soc. p. 553. Körper vorn
deprimirt, hinten comprimirt ; Schnauze glatt und abgerundet ; Au-
gen seitlich; Mund klein, quer, unterhalb, ganz umgeben von einem
grossen Saugnapfe, der durch die beiden Lippen gebildet wird,
welche dick sind, und einen freien Hinterrand haben ; Schlundzähne
in drei Reihen, hakig 5—3—1 | 1—3—5; Pectoralen und Ventralen
horizontal; die Dorsale ohne Knochenstrahl, beginnt etwas vor den
Ventralen; Schuppen massig, in der Nähe der Anale nicht grösser;
508 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Seitenlinie zusammenhängend, verläuft zu der Mitte der Basis der
Schwanzflosse. M. modesta aus dem nördlichen Indien.
Struck machte eine Notiz über Cobitig fossilis L. und sein
Vorkommen in Meklenburg. Meklenburger Archiv 22. p. 121. — C.
Toni Dybowski Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien 19. p. 957.
aus Transbaikalien.
Nemaclieilus mugali Day Proc. zool. soc. p, 378 aus der Pro-
vinz Orissa in Bengalen. — N. serpentarius und Blythii Day ib.
p. 551.
Botia elongata Bleeker Verslagen en Mededeelingen Acad.
Amsterdam IV. p. 254 aus China. Ist nebst B. modesta abgebildet.
GOQOrhynchidae. Die Familie Gonorhynchidae besteht bei
Günther Catalogue VII. p. 373 nur aus der Gatt. Gonorbynchus
mit einer Art.
Gharactni. Bocourt gab Annales des sc. nat. IX. p. 62 vor-
läufige Kenntniss von 6 neuen Arten der Gattung Tetragonopterus
aus Mexiko und Guatemala, mit dem Vorsatze, nächstens eine Be-
schreibung und Abbildungen zu liefern. Die Arten heissen T. coha-
nensis, oaxacanetisis, nitidus, fulgens, iinitimus, helizianus.
Stein dachner fand Wiener Sitzungsber. 60. Juli den Te-
tragonopterus (Chalceus) fasciatus Cuv., wie er in Mem. du Museum
V. p. 352 beschrieben ist, nicht mit der Beschreibung von Valen-
ciennes und Günther übereinstimmend. Er beschreibt ihn nach Exem-
plaren von Montevideo aufs Neue. — T. mexicanus Filippi ist ib.
Wanderung ausführlich beschrieben.
Chirodon alburnus Günther Proc. zool. soc. p. 424 aus dem
oberen Amazon,
Meg alohrycon Günther n. gen. Proc. zool. soc. p. 423 un-
terschieden von Bryconops durch den Besitz einer Reihe Zähne im
Maxillare, Dorsale in der Mitte des Körpers, dicht hinter den Ven-
tralen; Anale lang; Bauch vorn rund, hinter den Ventralen etwas
comprimirt; Mundspalte massig; Zähne gekerbt, 3 Reihen im Zwi-
schenkiefer, einreihig im Ober- und Unterkiefer, keine anderen Zähne
hinter den Unterkieferzähnen, oder am Gaumen ; Naslöcher eng zu-
sammen; Kieraenspalten weit; Schuppen massig, am freien Theil
gestreift. 31. eephalus aus dem oberen Amazonenstrora.
Salmones. Der mittlere Tag der ersten Ankunft von Salmo
hucho im Frühliuge ist in Oesterreich nach Fritsch der 7. März
Wiener Sitzungsber. 58. p. 596.
Dass der Salm auch in Süsswasserseen, die {keine Wanderung
ins Meer zulassen, acclimatisirt w^erden hann und gedeiht, dafür
führt NoU Zool. Garten p. 380 den Wennernsee und den Genfer-
see als Beispiele an.
während des Jahres 1869. 509
Eine kurze Notiz von Chavannes über die Einführung der
Salmen in den Genfer See findet sich Verhandl. der Schweizerischen
Naturf. Gesellsch. in Solothurn, 1869, p. 67.
V. Siebold berichtete über die Acclimatisation der Salmo-
neer in Australien und Neu-Seeland, die im Allgemeinen ein gün-
stiges Kesultat geliefert haben. Die bisher gemachten Erfahrun-
gen geben manche Belehrung für künftige weitere Versendungen
befruchteter Eier. Im Anhange beschreibt Verf. die von Lindon
projectirten Eishäuser und deren Einrichtung zum Transport von
Fischlaich. Zeitschr. für wissensch. Zoologie XIX, p. 318.
Morton Allport zeigte aus Hobart Town an, dass von den
15,000 dorthin gesandten Eiern von Salmo trutta ein schöner Pro-
centsatz ausgeschlüpft sei. Der Haupttheil der Brut wurde sich
selbst überlassen, und ging im Smoltstande ins Meer. Einige wur-
den jedoch in einem passenden Teiche zurückgehalten; von diesen
erlangten zwölf ein Gewicht von ^U bis IV2 Pfund und legten Eier
ab, in denen die Embryonen deutlich sichtbar sind. Proceed. zool.
soc. p. 473.
Vouga berichtete über die Fischzucht-Anstalt bei Neuchätel
Er nimmt die Eier trocken in ein grosses Gefäss und bringt erst
Wasser in dem Augenblick hinzu, wo er den Milch hinzuthut; dann
rührt er sanft mit der Hand, So bleiben im Durchschnitt nur
20/0 Eier unbefruchtet. Die künstliche Befruchtung bringt zahlreiche
Monstrositäten, namentlich Brut mit zwei Köpfen ; auch erhält man
immer mehr Männchen als Weibchen. Die Domesticirung bringt auch
eine Aenderung in der Farbe hervor, die wilde Forelle legt röth-
liche, die domesticirte citrongelbe Eier. Die Forelle der Flüsse
und die der Seen gehören offenbar derselben Species an; Stücke
aus derselben Brut bekamen in einem Bache aufgezogen rothe Flecke,
während andere in einem Teiche weiss blieben. Verf. behauptet,
dass Weibchen, wenn sie im Begriff zu laichen allein in einen Be-
hälter gebracht werden, keine Nahrung nehmen und bald sterben,
wogegen sie in Gesellschaft anderer ganz munter bleiben. Verhandl.
der Schweizerischen naturf. Gesellsch. in Einsiedeln 1868. p. 91.
Feddersen schildert Vorkommen , Verbreitung , Lebens-
weise und Entwickelung des Stint (Osmerus eperlanus L.). Tids-
skrift for Fiskeri IV. p. 100.
Norris hält die Gültigkeit der von ihm 1861 als neu betrach-
teten Species vou Osmerus (vergl, dies Archiv 1862. II. p. 219) auf-
recht, und nennt sie 0. Sergecmti. Proc. Philadelphia 1868. p. 93.
M ä kl i n nennt einen für Finnland neuen Fisch Coregonus brevis,
ohne ihn mit Sicherheit für eine neue Species erkennen zu wollen,
da er nicht alle von Pallas beschriebenen Coregonus-Arten ver-
gleichen konnte. Die ihm vorliegenden beiden Exemplare stammen
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2.Bd, jjjj
510 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
aus der Gegend von Ekenäs. Öfversigt af Finska Vetensk. Soc.
Förbandlingar XI. p. 19. — 0. chadavy Dybowski Verhandl. d. zool.
bot. Ges. in Wien 19. p. 954 aus dem Onon.
ThymaTlus Gruhii Dybowski Verband!, d. zool.-bot. Ges. in
Wien 19. p. 955 aus Transbaikalien.
Esoces. Ueber das schnelle Wachsthum und die Gehässigkeit
des Hechtes vergl. Tidsskrift for Fiskeri IV. p. 106 nach Bullet, de
la Soc. imp. d'acclimatation 1868. p. 738.
Esox Beichertii Dybowski Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in Wien
19. p. 956 aus Transbaikalien.
Clupeeoidei. Die Familie der Heringe wird von Günther
Catalogue VH. p. 381 in 7 Gruppen getheilt: 1) Engraulina.
Mund sehr weit, seitlich. Zwischenkiefer sehr klein, fest mit dem
Maxillare verwachsen, das lang und kaum protractil ist, Oberkiefer
vorragend. Gatt. CetengrauUs Gthr. Kiemenhäute breit verwach-
sen, 2 Arten; Engraulis Cuv. Val. Vereinigung der Kiemenhäute
kurz. 37 Arten w^ovon neu: E. hrevirostris Bahia, polynemoides Ma-
dagaskar, Batesii Para; Coilia Gray, die oberen Pectoralstrahlen
sehr verlängert, mit 10 Arten. — 2) Chatoessina. Mund quer,
unterhalb eng, ohne Zähne, Oberkiefer über den untern übergrei-
fend, Bauch gesägt. Einzige Gatt. Chatoessus Cuv. mit 10 Arten,
von denen CJi. mexicanus neu. — 3) Olupeina. Oberkiefer nicht
über den untern übergreifend, Bauch gesägt, a. Anale mit weniger
als 30 Strahlen, Dorsale über den Ventralen, Gatt. Clupea Art. zahn-
los, Bauch von den Pectoralen an gesägt, mit 61 Arten, indem hier die
Gattungen Clupea, Sardinella, Harengula, Rogenia, Clupeonia, Spra-
tella. Kowala, Meletta und AlausaValenc. vereinigt werden, neu: Ol
notacanthus von Chile; Clupeoides Bleek. zahnlos, die Bauchsäge hin-
ter den Pectoralen beginnend, 3 Arten; Fello mil a Gihr. Zähne ent-
wickelt, von massiger Grösse, 1 neue Art P. vorax von Westafrika ;
Clupeichthys Bleek. Hundszähne in den Kiefern, 1 Art. b) Anale
mit mehr als 30 Strahlen, Dorsale hinter den Ventralen, Gatt. Pel-
lona Cuv. Val, Ventralen vorhanden, Zähne hecheiförmig, 14 Arten:
Pristigaster Cuv. Keine Ventralen, Zähne hecheiförmig, 7 Arten;
Chirocentrodon Gthr. mit einer neuen Art Ch. taeniatus von
Westindien. — 4) Dussumieriina. Mund vorn und seitlich,
Oberkiefer nicht über den unteren übergreifend, Bauch weder ge-
kielt noch gesägt, keine knochige Kehlplatte, Gatt. Spratelloides
Bleek., Dorsale über den Ventralen, keine Zähne, 3 Arten, Dussu-
mieria Cuv. Val. Dorsale über den Ventralen, Zähne klein aber
nicht hinfällig, 2 Arten ; Etrumeus Bleek. Dorsale ganz vor den
Ventralen, 2 Arten. — 5) Alhulina. Mund unterhalb, massig weit,
bezahnt, Oberkiefer vor dem unteren vorstehend, Zwischenkiefer ne-
ben dem oberen Vorderrande des Maxillare liegend, nur die Gatt.
während des Jahres 1869. 511
Albula Gronov. mit 1 Art. — 6) Elopina. Oberkiefer kürzer als
der untere, Bauch abgerundet, eine knöcherne Kehlplatte, Gattung
Elops L. Schuppen klein, Pseudobranchien, 2 Arten; Megalops Lacep.
Schuppen gross, keine Pseudobranchien, 2 Arten. — 7) 01% an i na
Mund klein, vorn, quer, zahnlos, Zwischenkiefer neben dem oberen
Vorderrande des Maxillare, Bauch flach. Kiemenhäute ganz verwach-
sen, nur die Gatt. Chanos Lacep. mit 2 Arten.
Catoessus modestus Day Proc. zool. soc. p. 622 aus Burma.
Clupea variegata Day Proc. zool. soc. p. 623 aus Burma.
Alom notacantlioides und setosa Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 60. p. 309. pl. 6 und 7 von Mazatlan.
Pellona Sladene Day Proc. zool. soc. p. 623 aus Burma.
Eine Anzahl von Gattungen, die man sonst wohl zu der He-
ringsfamilie zählte, oder doch in die Nähe derselben stellte, erhob
Günther in seinem Catalogue VII zu sechs eigenen Familien:
'i) Osteoglossidae ip.S77 aus den Gattungen Osteoglossum mit
3 Arten, Arapaima 1 Art und Helerotis 1 A. 2) Hyodontidae
p. 375 bestehend allein aus der Gattung Hyodon mit einer Art.
3) Chirocentridae p. 475 mit der einzigen Gattung Chirocentrus
Cuv. 1 Art. 4) Älepocephalidae p. 477 wird nur aus Alepoce-
phalus rostratus Risso gebildet. 5) Notopteridae mit der Gat-
tung Notopterus, von deren 5 Arten N. afer von Westafrika und
N. nigri aus dem Niger neu sind. 6) Holosauridae gleichfalls
nur mit der einzigen Gattung Holosaurus Johnson, 1 Art.
Heteropygii. Die Familie Heteropygii besteht bei Günther
Catalogue VII. p. 1 aus zwei Gattungen Amblyopsis und Chologa-
ster mit je einer Art.
Teil kämpf kommt auf die Augen von Amblyopsis spelaeus
zurück, und berichtigt einige Angaben darüber von Wyman Annais
Lyceum nat. bist, of New-York IX. 1869. p. 150.
Muraenoidei. Steinvorth und Kohlrausch hatten im
Jahr 1861 m den Beiträgen zur Naturkunde des Fürstenthum Lüne-
burg, welche 1861 dem Jahresberichte des naturh. Vereins beigege-
ben wurde, drei Formen des Aales beschrieben, die sie Stromaal
Raubaal und Krautaal nannten. Steinvorth ist nun Jahresber.
des Vereins für d. Fürstenthum Lüneburg IV. p. 130 nach näherer
Nachfrage nach diesen Formen geneigt, sie nicht für verschiedene
Arten zu halten. Er macht hierbei darauf aufmerksam, dass seit
Albertus Magnus nacherzählt wird, dass der Aal aufs Land gehe
um Erbsen zu fressen, was Niemand gesehen hat, und gewiss nicht
richtig ist; er frist nur Fische und Gewürm.
512 Trpschel: Beriebt üb. d. Leist. in d. Icbtbyologie
Plectognathi.
Gymnodontes. Notices zoologiques, anatömiques et histiologi-
ques sur l'Ortbragariscus ozodura, suivies de consideratios sur l'Osteo-
genese des Teleostiens en general par P. Ha rt in g. Verhandelingen
der koninklijke Academie van Wetenschappen XI. Amsterdam 1868.
48 Seiten mit 8 Tafeln.
Wahlgren machte einige Angaben über einen grossen Mond-
fisch (Mola nasus) mit Abbildung des Fisches in der Seitenansicht
und von vorn gesehen, so wie des Gebisses. Acta universitatis hm-
dinensis 1867. Eine Abhandlung von 18 Seiten.
Stearns mass ein Exemplar von Orthagoriscus analis Ayres,
welches eine Länge von 5' 8V4" "Q^l eine Höhe von T 6" hatte.
Proc. California Acad. HI. p. 341.
Lophobranchii.
Syngnathoidei. Hippocampus hreviceps Peters Berliner Mo-
natsber. p. 710.
Trachyrhamphus ciiUirostris Peters ib. p. 710 aus Siam,
Gonoidei.
Lütken, Om Ganoidernes Begraendsning og Inddeling. Vidensk.
Meddelelser naturh. Forening i Kjöbenhavn 1868. p. 1—82. Nach
einer sehr eingehenden historisch-kritischen Uebersicht aller bishe-
rigen Versuche, die Ganoidfische zu begrenzen und einzutheilen,
kommt Verf. trotz des Mangels absoluter und exclusiver Charaktere
doch zu dem Resultat, dass die Ganoiden eine für sich bestehende
besondere Abtheilung bilden. Die einzelnen Gruppen werden hier-
auf beleuchtet und dann folgende Definition von den Ganoiden ge-
geben : Ganoid ist jeder abdominale Weichflosser mit Luftgang der
Schwimmblase, der entweder zusammen gehäkelte oder zusammen-
gefalzte Knochenschuppen hat, oder der Kehlplatten statt der Kie-
menhautstrahlen hat, und pfotenartige beschuppte Brust- und Bauch-
flossen, oder der alle diese Eigenthümlichkeiten mit einander ver-
bindet.' Die Fische werden dann folgendermassen eingetheilt:
A. Freikiemige Knochenfische (Teleostei s. Eleutherobranchii).
1. Ohne Luftgang. Stachelflosser (Physoclysti s. Acanthopteri).
Entsprechen den Acanthopteri, Anacanthini und Pharyngo-
gnathi Müll, nebst den Lophobranchii und Plectognathi.
2. Mit Luftgang, Weichflosser (Physostomi s. Malacopteri.)
a. Typici. Die Physostomi Müll, nebst den Leptolepides,
Megaluri, Caturi.
während des Jahres 1869. 513
b. Ganoidei. «. Lepidosteini, ß. Pycnodontes (Lepidopleu-
rini, Platysomi, Pleurolepides, Pycnodontes veri). y. Cros-
sopteri (Cycliferi, Rhombiferi).
c. Sturiones (incl. Chondrosteus).
d. Protop teri (Lepidosiren).
Festkiemige Knorpelfische (Chondrostei s. Desmobranchii).
3. Selachii: Acanthodini, Pleuracanthini, Chimaerini, Squali,
4. Cyclostomi.
5. Branchiostomi.
Incertae sedis : 6. Placodermi (Cephalaspides ct.).
Demnach werden die Störe von den Ganoiden ausgeschlossen.
Lütken hatte schon früher im Geological Magazine V. 1868
die Kner'sche Arbeit über die Classification der Ganoiden recensirt,
und nahm daselbst die drei Hauptgruppen der Ganoiden an: Lepi-
dosteini, Lepidopleurini s. Pycnodontes und Crossopteri.
Polypterini. Steindachner beschrieb Wiener Sitzungsb. 60
p. 103 einen neuen Polyptems Lapradei, der bei Individuen bis zu
I82/3 Zoll Länge eine lange äussere, bandförmige mit Fransen be-
setzte Kieme am hinteren Ende des Kiemendeckels besitzt. Eine
solche fand er auch bei P. senegallus Cuv. bei ganz jungen Indivi-
duen bis 4 Zoll Länge, und Verf. zweifelt nicht, dass sich auch bei
jungen Individuen der anderen Arten eine äussere Kieme vorfinde.
Verf. entwickelt hierbei seine Ansicht, dass sich bei Polypterus nicht
eine grosse Zahl getrennter Rückenflossen findet, sondern nur eine
emzige, welche mit der Caudale vereinigt ist. Jeder Stachel ent-
steht aus der Verschmelzung der unteren Säulchen eines einzigen
Ghederstrahles, dessen seitliche Hälften hinten auseinander weichen.
Später verschmelzen bei eingetretener dichotomischer Spaltung des
Hauptstammes und der Nebenäste immer die Glieder des vordersten
Astes mit dem unteren stachelartigen Haupttheile, während die hin-
teren Aeste frei bleiben und wegen der Unbiegsamkeit des vorde-
ren Astes sich nach hinten ausbreiten müssen. Vergl. auch Comptes
rendus Oct. 1869. p. 898 und Annais nat. bist. IV. p. 443.
Hyrtl schrieb Wiener Sitzungsber. 60. p. 109 über die Blut-
gefässe der äusseren Kiemendeckelkieme von Polypterus Lapradei
Steindachner.
Acipenserini. Kowalewsky, Owsjannikow und N. Wag-
ner haben die embryonale Entwickelungsgeschichte der Störe be-
arbeitet, und Bull, de St. Petersbourg 14. p. 317 darüber vorläufigen
Bericht erstattet. Sie erwähnen schliesslich, dass sie durch Befruch-
tung der Eier von Acipenser Ruthenus mit dem Samen von A.
Schypa, stellatus und sturio Bastarde erhalten haben, indem die
Eier jedesmal zur vollkommenen Entwickelung gelangten. Dadurch
514 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
lässt sich leicht der Ursprung verschiedener Varietäten, die man so
häufig bei den Stören der Wolga beobachtet hat, erklären.
J. F. Brandt hat Bullet, de St. Petersbourg VII. 20. Mai
1869 die eurojDäisch- asiatischen Störarten in eine üebersicht ge-
bracht. Er nimmt in der Störfamilie nur zwei Gattungen an: Aci-
penser L. und Scaphirhynchus Heck. Erstere bringt er in folgende
üebersicht :
\. Holohostryches. Bartfäden ohne Anhänge. A. Subgen.
Hiiso. Der Querdurchmesser der Mundöffnung fast die ganze Un-
terseite einnehmend; der Rüssel der mehr oder weniger ausge-
wachsenen Thiere an den Seiten stets unbeschildert, nur bei ganz
jungen Thieren beschildert; die Bartfäden stark erweitert; die Ober-
lippe gauzrandig. A. huso L. und A. dauricus Georgi (orientalis
PalL). B, Subgen. Sturio s. Antacaeus. Der Querdurchmesser der
Mundöffnuug selten ^/g des Querdurchmessers der Unterseite der
Schnauze betragend, meist viel kürzer. Der Rüssel an den Seiten
auch bei den grössten Thieren beschildet. Die Oberlippe mehr oder
weniger ausgerandet. Die Unterlippe jederseits unter dem Mundwinkel
nur durch einen kleinen Lappen vertreten. Der Grundtheil der Bar-
teln meist rundlich. Das Schnauzenende der erwachsenen Individuen
verkürzt und verdickt, oben gewölbt, a. Die nach vorn ausgestreckten
Barteln überragen die Rüsselspitze. A. Güldenstaedtii Brdt. Ratz,
und Baerii n. sp. b. Die nach vorn ausgestreckten Barteln erreichen
nur die Rüsselspitze. A. SchrencJcn n. sp. und Naccarii Bonap,
c. Die nach vorn ausgestreckten Barteln erreichen die Rüsselspitze
nicht. A. sturio L. C. Subgen. Helops. Kennzeichen der Sturio*
nes, der Rüssel jedoch mehr oder weniger stark verlängert und vorn
auf der Endhälfte abgeplattet; der Körper schlanker als bei den
anderen Stören, A. stellatus Fall. — IL Cladobostryches. Die
Bartfäden mit rundlichen Anhängen, D. Subgen. Shipa. Die Un-
terlippe ungetheilt. A. Shipa Güldenst, und nudiventris Lovetski.
E. Subgen. Sterledus. Die Unterlippe ähnlich wie bei den Sturiones
und Helopes getheilt, A. ruthenus L.
A. Nardoi Heck., nasus Heck, uud Heckelii Fitz, sind = A.
Naccarii Bonap. A. glaber Heck, ist = A. Shipa Güldenst., A. shipa
Heck. = A. Güldenstaedti, A. Gmelini Heck. = A. ruthenus. — Die
Störe des schwarzen und caspischen Meeres sollen häufig Bastarde
erzeugen. Ein solcher von A. huso. uud Shipa ist die in mediz. Zoo-
logie als A. Shypa beschriebene Störform. Es wird endlich davor
gewarnt, nach jüngeren Exemplaren Arten aufzustellen,
Spatulariadae, Spatularia collaris Steindachner Novara p, 20
unbekannten Fundortes.
während des Jahres 1869. 515
Selachii.
Sqaali. Jourdan knüpfte an die Vorzeigung der Kiefer des
Cestracion Phillipi von Japan einige Bemerkungen über diese inte-
ressante Fischgattung. Mem. de l'Acad. de Lyon XVII. p. 303.
Räjae. Pteroplatea crebrijpunctata Peters Berliner Monatsber.
p. 703 aus Mazatlan.
In einer Abhandlung »Sopra alcuni organi della Cephaloptera
Giorna« vonPanceri und De Sanctis, Atti dell' Accademia Pon-
taniana Vol. IX haben die beiden genannten Verff. die bereits im
Bericht über das Jahr 1867 kurz erwähnten Beobachtungen über
einige Orgaue der Cephaloptera Giorna ausführlich dargestellt und
auf zwei Tafeln erläutert. Der erste Abschnitt, bearbeitet von
Panceri, beschäftigt sich mit den Praebranchial- Anhängen (Fig. 1 — 3),
dem Bulbus arteriosus (Fig. 4) und dem Abdominal - Wundernetze
(Fig. 5) bei Cephaloptera Giorna. Der zweite Theil beschreibt das
Gehirn mit seinem Wundernetze (Taf. II).
Chimaerae» Nach Micklucho-Maclay besteht die Eigen-
thümlichkeit des Chimaera - Gehirns im Wesentlichen in der bedeu-
tenden Ausdehnung des Hirnstieles, und damit verbundener Entfer-
nung des Vorderhirns vom Zwischenhirn. In demselben Masse als
das Vorderhirn nach vorn gerückt ist, sind die tractus olfactorii
verkürzt, und es müssen sich die Anschwellungen des Riechnerven
dem Vorderhirn selbst anlagern. So ist es bei den Chimären der
Fall, deren Gehirn also mit dem Gehirn der Selachier viel vollstän-
diger übereinkommt, als Joh. Müller das annahm, obgleich ihm
die grosse Aehnlichkeit der hinteren Abschnitte keineswegs unbe-
kannt blieb. Jenaische Zeitschrift für Medicin und Naturwissensch.
V. p. 132.
Cyclostomi.
Hyperoartia. Gegenbaur hat das Skeletge webe der Cyclo-
stomen untersucht. Jenaische Zeitschrift für Medicin und Natur-
wissenschaft V. p. 43.
Petromyzon Beissneri Dybowski Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in
Wien 19. p. 958 aus Transbaikalien.
Owsjannikow machte Bull, de St. Petersbourg 14. p. 325
vorläufige Mittheilungen über die Entwickeiungsgeschichte der Fluss-
neunaugen (Petromyzon fluviatilis). Wenige Tage nach dem Aus-
scblüpfen aus dem Ei bohren sich die Larven, sobald sie auf
Schlamm oder feinen Sand gelegt werden, in denselben ein und
leben dort fort, indem sie fast nur zur Nachtzeit herauskriechen und
frei umherschwimmen. Die ein paar Wochen alten Larven unter-
scheiden sich fast in nichts von den ein- und zweijährigen Larven,
die früher Ammocoetes benannt waren.
516 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie ct.
Holfert beobachtete Ammocoetes branchialis und fand dass
nach dreiwöchentlicher Beobachtung das Häutchen über dem Auge
eines Tages gänzlich verschwunden, und das Aijge somit geöfifnet
war. Sitzungsber. der Ges. Isis in Dresden 1869. p. 147.
Leptocardii.
Baudelot berichtet über Owjannikow's Arbeit über das Ner-
vensystem des Amphioxus lanceolatus (vergl. Bericht über das
J. 1867. p. 57). Bulletin de la Soc. des sc. nat. de Strassbourg II.
1869. p. 16.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Mollusken während des Jahres 1869.
Von
Troschel.
Von P f e if f e r's „Novitates conchologlcae. Abbildung
und Beschreibung neuer Conchylien 1. Abtheilung Land-
conchylien^ sind während des Jahres 1869 vier Lieferungen,
33—36, erschienen. Sie enthalten Arten der Gattungen
Bulimus, Cylindrella, Cyclophorus, Pterocyclos, Cyclotus,
Craspedopoma, Alycaeus, Helix, Achatina, Unio, Ano-
donta und Cyclas. Die sämmtlichen hier abgebildeten Ar-
ten sind bereits in den malak. Blättern oder in anderen
Zeitschriften aufgestellt. Die Tafeln der 35. Lieferung,
die den Gattungen Unio und Anodonta gewidmet sind,
sind nach Philippi'schen Originalzeichnungen ausgeführt,
und die Diagnosen und Beschreibungen aller auf densel-
ben dargestellten Arten ganz aus Philippi's Manuscript.
Mit diesen Lieferungen ist der dritte Band dieses schätz-
baren Werkes geschlossen, dessen Abbildungen zu dem
Ausgezeichnetsten gehören, was bisher auf diesem Ge-
biete geleistet worden ist.
Von der zweiten Abtheilung der Novitates concho-
logicae, die Meeresconchylien enthaltend, gab D unk er
die 14. und 15. Lieferung heraus. Sie enthalten Arten der
Gattungen Azor, Anomalocardia, Noetia, ßarbatia, Murex,
Peristernia, Fusus, Solen, Siliquaria und Area. Einige
darunter befindliche neue Arten werden unten erwähnt
518 Troschel: Bericht üb. d. Leiat. in d. Naturgeschichte
werden. Die Abbildungen verdienen dasselbe Lob wie die
der anderen Abtheilung.
Küster's neue x\usgabe des Systematischen Con-
chylien-Cabinets von Martini und Chemnitz ist mit der
Lief. 190 bis 196 fortgesetzt worden. Die Gattung Car-
dium, bearbeitet von Römer ist von der 7. bis zur 52. Art
fortgeführt worden, darunter eine neu. Von der Familie
der Veneraceen erschienen Cytherea Nr. 41 — 59 Schluss,
Sunetta mit 8 Arten, Dosinia mit 18 Arten, Cyclina mit
6 Arten, Lucinopsis mit 1 Art, Venus bis zur 181 Art.
Die Gattung Donax ist von Römer mit der 1. bis 16.
Art begonnen, die Gattung Murex ist von der 57. Art
weiter geführt, worunter drei neue Arten.
Der 17. Band von Reeve's Conchologia iconica ent-
hält schon zahlreiche Tafeln aus dem Jahr 1869 und selbst
noch früheren Jahren. Ich Jialte jedoch für zweckmässi-
ger, da der Band erst 1870 erschienen ist, im folgenden
Berichte näher auf seinen Inhalt einzugehen, zumal ich
dann nicht über die darin enthaltenen Gattungen stück-
weise zu berichten nöthig habe.
In Brüssel erschien bereits seit einigen Jahren eine
Zeitschrift : Annales de la Soeiefe malacologique de Bel-
giques, wovon jetzt drei Theile vorliegen. Da dem Ref.
bisher dieselben nicht zugänglich waren, und daher in
den früheren Berichten nicht berücksichtigt worden sind,
so wird es zweckmässig sein, nachträglich auf den Inhalt
derselben einzugehen, obgleich der erste Theil bereits von
1865 datirt.
Von Harting's Leerboek van de grondbeginselen
der dierkunde in hären geheelen omvang erschien im
Jahre 1869 des dritten Theiles, der ersten Abtheilung
viertes Stück, die Mollusken enthaltend. Verf. zieht auch
die Bryozoen zu den Mollusken und giebt der ganzen
Thierabtheilung folgende Eintheilung in Klassen: A. Ce-
phalea. I. Cephalopoda. IL Cephalophora. 1. Gastro-
poda. 2. Pteropoda. B. Solenoconchae. C. Acephalea. 1.
Lamellibranchia. 2. Tunicata. 3. Brachiopoda. 4. Bryo-
zoa. Die einzelnen Klassen sind dann nach den allge-
meinen Verhältnissen vortrefflich geschildert, und die
der Mollusken während des Jahres 1869. 519
Einthellung ist bis auf die Familien verfolgt, wogegen
auf Unterscheidung von Gattungen und Arten nur wenig
Werth gelegt ist. Die hübschen Holzschnitte sind eine
wesentliche Hülfe zur lehrreichen Veranschaullchung.
On the molecular and microscopic science by Mary
Somervilie. Vol. II. London 1869 enthält p. 222 einen
Abschnitt über die Tunicatcn mit Darstellungen von Pe-
rophora, Ascidia virginea, Salpa maxima und Salpa zo-
naria (junge Kette) in Holzschnitt. Zu dem Abschnitt
Mollusca p. 229 ist unter dem Namen Cardium eine Mu-
schel dargestellt, die kein Cardium ist, die Öchalenstruc-
tur von Pinna und Avicula margaritacea, die Zungenbe-
waffnung von Helix aspersa, Trochus ziziphinus, Eolis co-
ronata und die Thiere von Trochus grauulatus, Whelk,
Eolis coronata, Hyalaea, Clione, Sepia. Alles in populärer
Darstellung.
Von Isaac Lea erschien Philadelphia 1869: Index
to Vol. XII and supplementary index to Vols I to XI of
Observations on the genus Unio, together with descri-
ption of nevv species of the family Unionidae and de-
scription of new species of the Melanidae, Paludinidae,
Helicidae ct. read before the American philosophical so-
ciety and the academy of natural sciences of Philadel-
phia, from 1827 to 1868. Vol. II. Bildet eine Ergänzung
zu dem im Bericht über das J. 1867. p. 111 erwähnten
ersten Theile.
Durch eine Zusammenstellung der Litteratur der
Mollusken Deutschlands in dem Nachrichtsblatte der deut-
schen Malakozoologischen Gesellschaft p. 65, 97 u. s. w. hat
sich V. Martens sehr verdient gemacht. Es ist eine
sehr vollständige Zusammenstellung. — Einen Nachtrag
dazu liefert Heynemann ib. p. 198.
V. Martens kommt auf eine Abhandlung von Helb-
ling zurück, welche 1779 erschien, und sucht seine dort
beschriebenen Arten zu bestimmen. Malak. Bl. p. 234. —
Ebenso bespricht er ib. p. 237 die von Dacosta gegebenen
Namen und vergleicht sie mit den in der neueren Con-
chyliologie gebräuchlichen.
Charles Wright machte Bemerkungen über
520 Troscbel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Schnecken. The American Naturalist II. p. 617. In die-
sem kleinen Anfsatze werden allerhand Beobachtungen
mitgetheilt. So glaubt er^ dass solche Stucke, die in der
dürren Jahreszeit sich nicht verbergen, sondern frei ge-
funden werden, alle mehr oder weniger zerbrochene Scha-
len haben. — Oleacina ist carnivor, ihr Schleim ist bit-
ter, Verf. vermuthet, um ihre Beute erstarren zu machen.
— Bei einigen Cyclostoma fiel es ihm auf, dass manche
unvollendete Stücke viel grösser sind als die völlig aus-
gewachsenen es je werden; er glaubt dies so erklären
zu können, dass solche übergrosse Individuen monströs
sind, und nie zur Vollendung kommen. — Wenn in der
trocknen Jahreszeit ein Regenschauer eintritt , kommen
die Schnecken aus ihrem Versteck hervor, aber ein Nord-
wind treibt sie schnell wieder zurück. — Einige Cyclo-
stoma, wie C. claudicans, assimile, tenebrosum können
einen Faden spinnen, an dem sie hängen. — Manche
Schnecken haben eine weite Verbreitung durch ganz
Cuba, während andere einen sehr beschränkten Bezirk
bewohnen.
Gulliver macht auf die Wichtigkeit der Unter-
suchung der Gehörbläschen der Mollusken aufmerksam,
und bildet sie von Ancylus fluviatilis, Limnaeus stagnalis
und Cyclas lacustris ab. Journal of Anatomy and Phy-
siology V. 1869. p. 79. pl. 2.
Keber hält seine früheren Anschauungen über das
Eindringen der Spermatozoon in die Micropyle des Fluss-
muscheleies, so wie das Zerfallen der Spermatozoon im
Dotter aufrecht. Reichert und Du Bois-Reymond Archiv
für Anatomie 1869. p. 284—306.
V. Frau enfe Id veröffentlichte ein Verzeichniss der-
jenigen Schnecken, welche er mit Einsiedlerkrebsen be-
setzt gesammelt hat, mit der Angabe jener Arten, von
welchen sie als Wohnung erkoren waren. Sie stammen
von den Nicobaren, Madras, Ceylon, Taiti, Sidney, Rio-
Janeiro, Auckland, Chile. Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in
Wien 18. p. 295.
Colbeau glaubt, dass einige langstreckige Exem-
plare von Nassa reticulata, Natica monilifera und Natica
der Mollusken während des Jahres 1869. 521
nitida, die bei Ostende gesammelt wurden, diese abwei-
chende Gestalt durch Einsiedlerkrebse erhalten haben,
die sie zur Wohnung wählten. Diese Erklärung scheint
ziemh'ch unwahrscheinlich, da offenbar die Schalen nicht
mehr wachsen können, wenn sie von einem Pagurus be-
wohnt werden, weil dies immer erst nach dam Absterben
der Schnecke geschieht. Bullet, de la soc. malac. IIL p. 61.
Lewis gab x\merican Naturalist II. p. 410 eine
Anleitung Land- und Süsswasser-Mollusken zu sammeln.
Sterr machte Bemerkungen über die Zucht von
Schnecken. Nachrichtsbl. der deutschen Malak. Gesell-
schaft p. 34.
Gray's Bemerkungen über Lamarck und seine Con-
chjliensammlung in Annais nat. bist. IIL p. 319 verdie-
nen hier wegen ihres historischen Interesses Erwähnung.
— Nach einem Zusätze ib. p. 396 befindet sich die Con-
chyliensammlung jetzt im naturhistorischen Museum zu
Genf.
Dubrueil berichtet über die Conchyliensammlung,
welche durch die Commission der französischen Colonien
bei der grossen Industrie-Ausstellung auf dem Marsfelde
ausgestellt war. Annales soc. malac. de Belgique IL p. 39.
Molluscorum Systema et Catalogus. System und
Aufzählung sämmtlicher Conchylien der Sammlung von
Fr. Paetel. Zur Belebung des Interesses für Malako-
zoologie nach dessen Manuscript herausgegeben von
Schaufuss. Dresden 1869. — Vgl. auch eine Anzeige
von V. Martens Malak. Bl. p. 204.
Die Conchylien-Sammlung des naturhistorischen Ver-
eines in Passau enthielt am Ende des Jahres 1868 707 Ar-
ten in 138 Gattungen, nach dem Lamarck'schen System
geordnet. 7. und 8. Jahresber. des naturh. Vereines in
Passau p. 45.
Ein „Catalogue of the extra-Cuban species of Mol-
lusks in the Collection of D. Rafael Arango^^ erschien
in Havana 1868.
Haines, Catalogue of the Terrestrial Shells in the
collection of the author. New-York 1868.
Von faunistischen Arbeiten sind zu erwähnen :
522 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Europa. Von Petit de la Sanssaye erschien
ein Catalogue des Mollusques testaces des mcrs d'Europe
Paris 1869. Der erste Theil enthält die synonymische
Aufzählung der Arten, deren Zahl 1150 ist, wovon die
pelagischen und nackten Mollusken ausges.chlossen sind.
Der zweite Theil ist der geographischen Verbreitung
der Arten in den Europäischen Meeren gewidmet. Verf.
unterscheidet sieben Zonen: 1) die polare oder arcti-
sche, welche die Arten des äussersten Nordens um-
fasst, 2) die boreale, vom südlichen Norwegen bis zum
nördlichen Schottland, 3) die britannische, das übrige
Schottland, England, Irland und la Manche, 4) die cel-
tische, die Französischen Küsten von la Manche bis
Spanien, 5) die lusitanische, die Küsten Spaniens
und Portugals bis zur Strasse von Gibraltar, 6) die mit-
telmeerische und 7) die algerische. Die Ostsee
und das Schwarze Meer sind nicht berücksichtigt. Eine
ausführliche Anzeige findet sich im Journ. de Conchyl.
p. 430 und in Malak. Bl. p. 155.
Mörch veröffentlichte in Vidensk. Meddeleiser na-
turhist, Forening i Kjöbenhavn 1868. p. 185 — 227 eine
Faunula Molluscorum Islandiae. Er giebt zunächst eine
Uebersicht dessen, was von Isländischen Mollusken bis-
her bekannt gemacht worden ist. Die Isländische Fauna
besteht aus zwei Bestandtheilen, von denen der eine rein
arktisch ist, z. B. Volutomitra groenlandica, Trophon cra-
ticulatum etc., deren anderer nordeuropäisch ist, und
durch Nassa, Aporrhais, Abra ct. repräsentirt wird.
Die meisten bei Island auftretenden Arten erlangen dort
ihr Grössen-Maximum, wie namentlich die Arten der Gat-
tungen Volutomitra, Trophon, Fusus, Astarte und Cardium.
Das Verzeichniss bringt 13 Landschnecken, 4 Süsswasser-
schnecken, 13 Ptenoglossa (mit Einschluss der Bulla-
ceen !), 7 Gymnobranchia, 3 Pteropoda, 21 Taenioglossa,
14 Rhachiglossa, 8 Toxoglossa, 6 Rhipidoglossa, 9 Hete-
roglossa, 56 Muscheln, 2 Cephalopoden.
Sars hat in Vidensk. Selsk. Forhandlingar 1868
p. 246 in einem Aufsatze „Fortsatte Bemaerkninger over
det dyriske Livs Udbredning i Havets Dybder^ auch ein
der Mollusken während des Jahres 1869. 523
Verzeichniss der Mollnskea gegeben, welche in einer
Meerestiefe von 200 bis 300, zum Theil auch bis 450 Fa-
den an der Norwegischen Küste gefunden sind. Es sind
nach Abzug der ßryozoen, die Verf. auch zu den Mol-
lusken zählt, 4 Tunicaten, 4 Brachiopoden, 37 Lamelli-
branchiaten und 53 Schnecken^ zusammen 98 Arten. Von
ihnen leben in Tiefen von 450 Faden die folgenden :
Pecten mammillatus Sars n. sp., Limopsis minuta Phil.,
Nucula pumila Asbj., Kelliella abyssicola Sars n. gen.
et sp., Axinus flexuosus Mont., Axinus pusillus Sars n. sp.,
Lyonsiella abyssicola n. gen. et sp., Neaera obesaLoven,
Siphonodentalium quinquangulare Forb,, S. subfusiforme
Sars, Cyclostrema nitens Phil. Verf. äussert sich schliess-
lich über die Oersted'sche Eintheilung der Tiefenre-
gionen nach der Farbe der Thiere in die violette und
blaue, die erdfarbige und bunte, die grüne, die gelbe
und braune, die rothe und die weisse Region. — Dieser
Aufsatz ist in Annais nat. bist. III. p. 423 übersetzt.
Jeffreys hat mit dem fünften Bande sein schönes
Werk „British Conchology or account of the Mollusca
which now inhabit the British isles anJ the surrounding
seas" beendet. Dieser Band enthält die Familien Aply-
siadae, Pleurobranchidae, Runcinidae und Pleurophylli-
diidae, die Ordnungen der Nudibranchiaten, marinen
Pulmonobranchiaten und die Cephalopoden und Ptero-
poden. Die Nudibranchiaten sind von AI d er bearbeitet.
Mörch trägt 25 Arten zu seiner Faunula Mollus-
corum Insularum Faröensium (vgl. Ber. über das Jahr
1867. p. 114) nach. Vidensk. Meddelelser naturhist. For-^
ening i Kjöbenhavn 1868. p. 228.
Jeffreys erhielt aus dem Bolton Kanal bei Man-
chester Planorbis dilatatus Gould (P. lens Lea), der in
den Vereinigten Staaten vorkommt. Er glaubt, dass diese
Schnecken durch die Baumwolle dorthin eingeschleppt
seien. Dasselbe vermuthet er von Sphaerium ovale, wel-
ches er für identisch mit Cyclas transversa Say hält.
Annais nat. bist. IV. p. 341.
Reinhardt verzeichnet die Land- und Süsswasser-
moHusken von der Insel Norderney: 1 Limax, 1 Succi-
524 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
nea, 1 Vitrina, 3 Helix^ 1 Cionella, 1 Pupa, 2 Limnaea,
1 Arion und 1 Pisidium. Nachrichtsbl. der deutschen
Malak. Ges. p. 217.
Die Faune malacologlque marine de l'ouest de la
France par M. Tasle in den Annales de l'acad. de la
Rochelle 1868 ist hier nachträglich zu erwähnen. Das
Verzeichniss enthält 397 Arten. Eine kurze Anzeige
dieser Arbeit findet sich Journ. de Concliyl. p. 302.
Zu* seinem Verzeichniss der Nudibranchier und Ce-
phalopoden der oceanischen Küsten Frankreichs (vergl.
den Bericht über das Jahr 1867. p. 151 und p. 131) giebt
Fischer Journal de Conchyliologie p. 5 ein erstes Sup-
plement. Es werden dem früheren Verzeichnisse hier
2 Doris, 3 Eolis, wovon 2 neu , 2 Diphyllidia und ein
Onchidium, und von Cephalopoden 1 Sepia und 2 Lo-
ligo hinzugefügt. Die beiden neuen Arten s. unten.
Eine Schrift von Moitessier ^Histoire malaco-
logique du departement de l'H^rault 1868" ist mir nicht
bekannt geworden. Sie wird in Malak. Bl. p. 124 sehr
günstig beurtheilt. Die Fauna ist artenreich und manch-
faltig (203 Arten). Wir können wohl auf die gewiss
allen unseren Lesern zugänglichen Malakozoologischen
Blätter verweisen.
Letourneux stellte ein Verzeichniss der Land-
und Süsswasser- Mollusken des Departements der Vendee,
und insbesondere des Arrondissements Fontenay-le-Comte
zusammen. Revue et Mag. de Zoologie XXL p. 49, 105,
145, 193. Es enthält 119 Arten, die Verf. alle selbst ge-
sammelt hat, oder die er von zuverlässigen Leuten er-
hielt. Der Einfluss des alpinen Centrums ist vorherr-
schend, jedoch macht sich auch der des spanischen Cen-
trums bemerklich, aber in geringerem Grade. Dazu
kommen einige Arten aus dem taurischen und asiatischen
Centrum und einige Arten, deren Ursprung noch nicht
bestimmt ist. Das gallische Centrum ist nicht vertreten.
Die Arten vertheilen sich in folgende Gattungen: 4 Arion,
2 Geomalacus, einer neu, 3 Limax, 2 Milax, 2 Testa-
cella, 3 Vitrina, 5 Succinea, 11 Zenites, 24 Helix, eine
neu, 1 Bulimus, 1 Ferussacia, 4 Clausilia, 1 Balea, 2 Pupa,
der Mollusken während des Jahres 1869, 525
2 Vertigo, 2 Caecilianella, 1 Carychium, 1 Alexia, 11 Pla-
norbis, 3 Physa, 7 Limnaea, 1 Ancylus, 1 Cyclostoma,
1 Acme, 1 Vivipara, 1 Bythinia, 3 Valvata, eine neu,
1 Neritina; 2 Sphaerium, 4 Pisidium, 2 Unio, 8 Anodonta.
Morlet verzeichnete 20 Arten Land- und Süss-
wasser-Conchylien, welche er im Jahr 1868 in dem Ba-
regesthal gesammelt hatte, und die von dieser Localität
noch nicht bekannt waren. Journ. de Conchyl. XVII.
p. 399.
De Malz ine gab einen Essai sur la Faune mala-
cologique de Belgique, on Catalogue des Mollusques qui
se trouvent dans ce pays. Bruxelles 1869. 98 S. mit
3 Tafeln. Er enthält die Land-, Süsswasser- und marinen
Arten mit ihrer Synonymie. Die als neu beschriebenen
Arten s. unten.
Unter dem Titel „Excursions et d^couvertes mala-
cologiques faites en quelques localit^s de la Belgique
pendant les ann^es 1860 — 1865^^ lieferte C ol b e a u einen
Beitrag zur belgischen Molluskenfauna. Annales de la
soc. malacologique de Belgique L p. 23—120. Verf.
unterscheidet in malacologischer Beziehung sechs Re-
gionen: 1) Region maritime, 2) Region de la Campine,
3) Region des plaines, 4) Region calcaire, 5) Region
des Ardennes, 6) Region de la Lorraine. -Die Aufzäh-
lung der Arten geschieht jedoch nicht nach diesen Re-
gionen, sondern nach den Provinzen des Landes, nach-
dem vorher einige neue Arten {Heiix Sauveuri, Planor-
his Roffiaeni und Anodonta fallax), sowie eine grössere
Anzahl neuer Varietäten beschrieben sind. So kommen
in der Provinz Antwerpen 84, in der Provinz Brabaut
119, in der Provinz Westflandern 68, in der Provinz Ost-
flandern 14, in der Provinz Hennegau 77, in der Provinz
Llittich 85, in der Provinz Limburg 70, in der Provinz
Luxemburg 51, in der Provinz Namur 95 Arten vor.
Colbeau verzeichnete Bulletin de la Soc. malac.
de Belgique II. p. 69 , die auf einer Excursion bei
Vielsalm gesammelten Mollusken. Es sind 3 Arion, 3Li-
max, 2 Vitrina, 3 Succinea, 3 Zonites, 8 Helix, 3 Bu-
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2.3d. Ü
iV2ß Troschel: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgeschichte
llmus, 3 Claiisilia, 1 Pupa, 2 Vertigo^ 1 Planorbis, 3 Lim-
naca, 1 Ancylus, 1 Pisidium, 1 Cyclas.
In den Annales de la soc. malac. de'Belgique III.
p. 85—111 giebt ferner Colbeau eine General-Liste der
lebenden Mollusken Belgiens nach den bisher veröffent-
lichten Schriften, mit drei Tafeln. Es sind 7 Cephalo-
poden, 59 Pectinibranchiaten, 23 Scutibranchiata, 4 Tecti-
branchiata, 9 Nndibranchiaten, 133 Pulmonata inopercu-
lata, 3 Pulmonata operculata, 121 Conchifera. Einige
neue Arten und Varietäten sind auf 3 Tafeln abgebildet,
die neuen Arten, 1 Helix, 1 Vertigo, 1 Valvata und 2
Anodonta sind unten namhaft gemacht.
In den Bulletins der Soc. malacologique de Bel-
gique III wird über die Ausbeute mehrerer in Belgien
unternommenen malacozoologischen Excursionen Bericht
erstattet. So p. 24 von S t a e s über eine solche nach
Forest, p. 49 von Colbeau über eine nach Arlon, p. 56
von Malzine über Conchylien von ßlankenberge, p. 65
von Colbeau über zwei Ausflüge nach Rouge-Cloitre
und nach Namour, p. 70 von Colbeau über eine Ex-
cursion nach Lessines und nach Papignies, p. 71 von L e-
comte über Land- und Süsswasser-Mollusken aus der
Umgegend von Lessines. — Vv'eyers übersetzte ib. p. 84
die Instruction zum Sammeln von Land- und Süsswasser-
Conchylien von Lewis und knüpfte daran ein Verzeichniss
der bekannten Belgischen Conchylien, enthaltend 142 Ar-
ten, bei denen die Art der Localitäten oder Stationen
angegeben ist, welche jede von ihnen liebt, und an denen
man sie aufzusuchen hat.
Colbeau und Lanszweert sammelten bei Ostende
34 Mollusken, die sie für neu für die belgische Fauna
halten. Bulletin de la soc. malac. de Belgique III. p. 20.
Friedel lieferte einen Beitrag „zur Kunde der
Weichthiere Schleswig-Holsteins^. Malak. Bl. p. 23 und
56. In Holstein untersuchte Verf. die Umgegend von
Blanlcenese, Kiel, Eutin und Plön. In Schleswig be-
achtete er die Meerweichthiere von Sylt und anderen
nordfriesischen Inseln, wovon 2 Cephalopoden, 27 Schnek-
ken, 36 Muscheln verzeichnet werden, die Land- und
der Mollusken während des Jahres 1869. 527
Süsswasserwelchthiere von Sylt und die subfossilen Weich-
thiere in den Kjökkenmöddingern der Westsee.
Nach Wi eck mann kommen Cyprina islandica Lam.
und Astarte intermedia Öow. auch in Meklenburg an der
Ostseeküste vor; Helix strigella ist häufig bei Rostock.
Meklenburger Archiv 22. p. 125. — Die oben erwähnte
Astarte ist nach Untersuchung von E. v. Martens ib.
23, 1870. p. 192, wie wir hier vorgreifen wollen, Astarte
arctica Gray = corrugata Brown, bleibt aber kleiner als
in der Nordsee, wie das so häufig bei solchen Arten vor-
kommt, die der Ostsee und der Nordsee gemeinsam sind.
Küster sammelte die Mollusken in dem Meinin-
gen'schen Badeort Liebenstein. Es schien ihm von In-
teressC; die bezüglichen Vorkommnisse des äussersten
Nordwesten des Thüringer Waldes kennen zu lernen,
überhaupt was der Zechstein bieten möchte, welcher hier
einen schmalen Saum der vorwiegend krystallinischen
Gebirgsmassen des Thüringer Waldes, somit einer an
Mollusken armen Region bildet. Das Yerzeichniss bietet
2 Arion, 2 Limax, 1 Vitrina, 2 Zonites, 10 Helix, 2 Bu-
limus, 2 Pupa, 1 Balea, 9 Clausilia, 1 Ancylus. Achter
Bericht der naturf. Gesellsch. zu Bamberg 1868. p. 32.
Heyne mann hielt einen Vortrag über die Mol-
lusken-Fauna Frankfurts a. M., in welchem er die ver-
wandtschaftlichen Verhältnisse, die geographische Ver-
breitung und die Lebensweise berücksichtigte. Neunter
Bericht des Offenbacher Vereins für Naturkunde p. 39.
Ein Verzeichniss der in der Umgebung Annabergs
gefundenen lebenden Gehäuse-Schnecken von W o Ischk e
enthält 34 Arten. Erster Jahresbericht des Annaberg-
Buchholzer Vereines für Naturkunde 1868. p. 43.
W i 1 s d 0 r f beschäftigte sich mit der Gattung Helix.
Er fand in der Umgegend von Chemnitz 17 Arten, nebst
40 Varietäten von Helix nemoralis. Zweiter Bericht der
naturwiss. Gesellsch. in Chemnitz 1868. p. 48.
Ueber einige Schnecken aus den Karpaten berich-
tete V. Martens. Nachrichtsbl. d. deutschen malakoz.
Gesellsch. p. 118. — Anlässlich hiervon zeigt Nowicki
an, dass er 1867 und 1869 in den Berichten der physio-
528 Troschel: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
graphischen Commission der Krakauer gel. Gesellsch.
Bd. I und III ein Verzeichniss der im Tatra vorkom-
menden Conchylien veröffentlicht habe, so wie Wier-
zejski ein Verzeichniss podolischer Schnecken. Die
Verzeichnisse sind im Nachrichtsblatt der deutschen ma-
lak. Ges. p. 137 abgedruckt, mit einem Zusätze p. 216.
E. V. Martens bezeichnet als seltenere Mollusken-
Arten aus Württemberg: Clausilia filograna Zgl., Helix
colvesiana Alten (unidentata Drap., monodon Fer.), Limax
brunneus Drap., Buliminus tridens, Balea perversa, Hya-
lina radiata Alder. Jahreshefte des Vereines für vaterl.
Naturkunde in Würtemberg XXV. p. 223.
Im ersten Bande des Archivs für die naturwissen-
schaftliche Landesdurchforschung von Böhmen, Prag 1869
ist IV. p. 81 — 132-eine Monographie der Land- und Süss-
wassermollusken Böhmens von Slavik enthalten. Die
Arbeit ist um so verdienstlicher, als die Molluskenfauna
Böhmens bisher im höchsten Grade vernachlässigt war.
Entsprechend der Verschiedenheit der Bodenverhältnisse
konnte Verf. auch verschiedene Bezirke durch die Grup-
pirung der MoUuskenspecies unterscheiden: 1) An der
nördlichen und nordöstlichen Grenze Böhmens, in den
malerischen Sandsteingebilden der böhmischen Schweiz
überrascht die Armuth an Mollusken; nur die kleine
Helix pulchella gedeiht, in den Gewässern nur wenige,
dünnschalige Arten. 2) Einige Niederungen um Tet-
schen, Waldek und böhmisch Leipa sind reich an Suc-
cineen, Clausilia biplicata und Helix arbustorum. 3) Die
zahlreichen Basalthügel an den Grenzen des Mittelge-
birges im nördlichen Böhmen beherbergen Helix perso-
nata, Vitrinen und gekielte Nacktschnecken; südlicher in
denselben Verhältnissen eine reichere Fauna. 4) Auf
dem Gneiss des Erzgebirges leben gar keine Schnecken,
5) die Isarsandsteine und Pläner des mittleren Böhmens
bieten reiches Material an Arten wie an Individuen, Clau-
silien, Bulimus montanus, Helix hispida und incarnata,
6) Im Iserthal eine Menge kleiner Helix, Pupa und
Acliatina, 7) die horizontalen Lehnen des Pläner zwischen
Prag und Schlan sind wegen der Kahlheit der Gegend
der Mollusken während des Jahres 1869- 529
sehr arm, nur Helix obvia häufig. 8) Sehr günstig ist der
Plänerboden durch seine Wälder bei Brandeis a. d. Adler,
wo Helix faustina, Clausilia ornata, Hyalinen und Zonites
verticillus vorkommen; in den Becken der Sprudelquellen
bei böhmisch Trübau lebt Paludinella austriaca. 9) Die
grossen Lachen längs der Eibe sind sehr reich an
Wasserschnecken. 10) Die Umgebung von Prag und
das Moldauthal haben viele Analogien mit dem Iserthale,
Helix austriaca und obvia, es fehlen jedoch Carychiura
minimum und Achatina acicula. 11) Der Böhmerwald ist
noch wenig erforscht. Helix arbustorum, Clausilia ven-
tricosa und rugosa kommen vor. — Es werden im Ganzen
107 Arten beschrieben, Verf. hofft aber, dass sich die
Anzahl der böhmischen Arten bald verdoppeln werde.
Die Arten vertheilen sich auf Familien und Gattungen,
wie folgt: Arionidae mit 1 Arion und 1 Zonites; Heli-
cidae mit 4 Limax, 3 Vitrina, 1 Daudebardia, 3 Succinea,
31 Helix, 3 Bulimus, 2 Achatina, 8 Clausilia, 3 Pupa,
5 Vertigo; Limnaeidae mit 9 Planorbis, 2 Phjsa, 7 Lim-
naea, 1 Ancylus; Auriculacea mit l Carychium; Paludi-
nidae mit 2 Paludina, 1 Bythinia, 1 Paludinella, 2 Val-
vata; Cyprinacea mit 3 Sphaerium, 2 Pisidium; Najades
mit 4 ünio, 1 Margaritana, 6 x\nodonta. — Vergl. eine
Anzeige von v. M a r t e n s in Malak. BL p. 229.
In einer der 43. Versammlung deutscher Naturfor-
scher und Aerzte zu Innsbruck vom tirol.-vorarlb. Landes-
Museum gewidmeten Schrift: Zoologische Mittheilungen
aus Tirol hat Gr edl er p. 59 Tirol's zoologische Literatur
zusammengestellt. Dabei sind p. 68 die Mollusken be-
rücksichtigt.
Gredler lieferte eine Nachlese zu Tirol's Land-
und Süsswasserconchylien. Verh. zool.-bot. Gesell. 19.
p. 909. Hier werden 3 Succinea, 5 Vitrina, 7 Zonites,
23 Helix, 20 Pupa einschliesslich Vertigo, 14 Clausilia,
1 Carychium, l.Pomatias, 1 Acicula, 4 Planorbis, 2 Physa,
4 Limnaea, 2 Ancyclus, 4 Bythinia, 1 Pyrgula, 3 Ano-
donta und 5 Pisidium verzeichnet. Darunter sind H.
Gobanzi Frauenf., Pupa tirolensis n. sp. Clausilia Ross-
maessleri Pfeiff. Var. Lorinae, Pupa Strobeli Porro, By-
530 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
thinia proxima Frauenf., Bythinia Schmidtii Charp., By-
thinia Lacheineri Charp., Var. fontinalis als Vermehrungen
gegen das frühere Verzeichniss (ib. 1856) kenntlich ge-
macht. Die neue Pupa ist unten bekannt gemacht.
Roffiaen verzeichnete die von ihm in der Schweiz
gesammelten Land- und Süsswasser-Mollusken. Annales
de la soc. malacologique de Belgique. Die Fundorte
werden angegeben, auch einige Arten und mehrere Va-
rietäten als neu beschrieben und abgebildet. Es werden
aufgezählt: 1 Vitrina, 3 Succinea, 6 Zonites, 27 Helix,
5 Bulimus, 9 Clausilia, worunter eine neu, 6 Pupa, 3 Pla-
norbis, 6 Limnaea, 2 Cyclostoma, 1 Acme, 2 Bythinia,
2 Paludina, 2 Valvata, unter denen eine neu, 2 Anodonta,
1 ünio, 2 Cyclas.
Forel wurde durch die Frage, wovon die Fische
des Genfer Sees im Winter, wo sie sich in die Tiefe
des Sees begeben, sich ernähren, veranlasst, die Tiefen-
fauna dieses Sees zu untersuchen. Der grosse Druck,
die niedrige fast beständige Temperatur von etwa 5^, die
fast absolute Ruhe, das schwache Licht, die eigenthüm-
liche Flora, der in Tiefen von mehr als 20 Meter grüne
Pflanzen fehlen, während in einer Tiefe von 75 Meter
zahlreiche Diatomeen die einzigen Repräsentanten des
Pflanzenreiches sind, — alle diese Ursachen wirken zu-
sammen, die Tiefenfauna zu einer eigenthümlichen zu
machen. Bei 75 Meter Tiefe fanden sich vor Morges
ausser anderen Thieren nur drei Mollusken; 1 Limnaeus,
1 Valvata und 1 Pisidium. Introduction ä Tetude de la
faune profunde du lac L^man. Bull. Soc. Vaudoise des sc.
nat. X, p. 217. — In einer späteren Notiz, Verhandl. der
Schweizerischen naturf. Gesellschaft in Solothurn, 1869.
p. 66 giebt derselbe Verf. für die grösste Tiefe von
1000' nur einen Mollusk an.
Lucas V. Heyden sammelte in Spanien und Por-
tugal 14 Schnecken-Arten. Nachrichtsblatt d. deutschen
Malak. Ges. p. 136.
In einem Catalogo dei Molluschi terrestri e fluvlatili
viventi in Venezia e nel suo Estuario, nonch6 nella terra
der Mollusken während des Jahres 1869. 531
ferma confinante collc due Provincie di Padova e di Tre-
viso zählt Spin ein 99 Arten in 20 Gattungen auf, näm-
lich 46 Land und 52 Süsswasserconchylien. Vcrgl. Bullet,
malac. italiano II. p. 273.
Villa nennt 12 Schnecken, die er an den Colli
Berici sammelte. BuUettino malacologico italiano IL p. L
Tiberi machte BuUettino malacologico Italiano IL
p. 33, 65, U3 zusätzliche Bemerkungen zu dem Aufsätze
von E. V. Martens über die Mollusken der Abruzzen
(vgl. vorj. Bericht p. 66). Die Bemerkungen beziehen
sich auf 27 Arten, meist Helix, von denen einige auf
Tafel III. abgebildet sind, auch drei neue Arten.
Unter dem Titel einer Aehrenlese der mittelmee-
rischen Conchyliologie (Spigolamenti nella Conchiliologia
mediterranea Articolo primo) machte Tiberi Bemerkun-
gen über Arten der Gattungen Trophon, Buccinum,
Nassa, Neverita, Natica, Pleurotoma, Defrancia, Bela,
Cerithium, Scalaria, Turritella. Die Bemerkungen be-
ziehen sich auf die Synonymie, den Fundort u. s. w.
BuUettino malac. italiano IL p. 252.
Auf eine Abhandlung von Manzoni „L'Habitat
dei Molluschi marini, Saggio critico^ Bullett. malacol. ital.
IL p. 81 — 104 verweisen wir, ohne einen Auszug des In-
haltes geben zu können.
B r u s i n a, welcher eine Malacologie des Adriatischen
Meeres herauszugeben beabsichtigt, beschreibt im Journal
de Conchyliologie p. 230 vierzehn neue Arten, die unten
namhaft gemacht sind.
Appelius veröiFentlichte in BuUettino malac. ita-
liano IL p. 2, 36, 73 den ersten Theil der Conchylien
dos Tirrhenischen Meeres, der die Mollusca Dimyaria,
Monomyaria und Brachiopoda umfasst. Ihm folgt ib.
p. 124, 177 der zweite Theil mit den Gasteropoda und
Cephalopoda. Verf. beabsichtigt damit ein erstes Ver-
zeichniss zu geben, welches allmählich bereichert und
vervollständigt werden soll. Aufgezählt werden hier mit
Angaben über die Häufigkeit und der Fundorte 92 Di-
myaria, 28 Monomyaria, 3 Brachiopoda^ 72 Pectinibran-
532 Troschel: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
chiata Siphonostomata, 1 Pulmobranchiata, 16 Tectibran-
chiata, 76 Pectinibranchiata Holostomata, 4 Placamobran-
chiata, 37 Scutibran chiata, 4 Cyclobranchiata, 6 Polypla-
cophora, 3 Cirrhobrancbiata, 1 Pteropode und 1 Cephalo-
pode, — zusammen 327 Arten.
Manzoni bat bei der Insel Elba mit dem Schlepp-
netz gefischt. Er konnte mehrere Zonen um die Insel
unterscheiden. In der steilen felsigen Zone kommen
keine Algen vor, hier fand er nur Patella coerulea, Tro
chus turbinatus, Cerithium vulgatum und Ostrea edulis.
Weiter, wo der Grund von losen Felsstücken gebildet
ist, liess sich das Schleppnetz nicht anv^^enden. Noch
tiefer, wo der Kiessand beginnt, ist die Posidonia Cavolini
reichlich entwickelt, und auf ihr leben 30 Schnecken
und 8 Muscheln. - Dann folgt ein schlammiger Grund,
wo nur todte Schalen, incrustirt von Bryozoen und Spon
gien oder bewohnt von Paguren gefunden wurden, und
zwar 10 Arten, von denen nur Area tetragona und Nu-
cula nucleus lebendig waren. Journal de Conchyliologie
XVII. p. 117. Vergl. eine Anzeige von Gentiluomo
in Bullett. malac. italiano II. p. 109.
Africa. D o h r n stellt die Binnenconchylien der Cap-
verdischen Inseln zusammen. Malak. Blätter p. 1. Das
Verzeichniss, welches aus 1 Limax, 1 Vitrina, 10 Helix,
1 Stenogyra, 1 Caecilianella, 2 Buliminus, 4 Pupa, 2 Suc-
cinea, 2 Limnaea, 1 Physa, 1 Planorbis, 1 Ancylus, 1 Me-
lania und 1 Paludinella besteht, zusammen 29 Arten, ist
das Resultat eines mehrmonatlichen Aufenthaltes des Verf.
auf den Inseln S. Antao, S. Vicente, S. Nicolau und San-
thiago, so wie des Hrn. Wollaston auf Fogo und
Brava. Die Capverden sind arm, was auf die oceanische
Lage, die Feuchtigkeitsverhältnisse der Atmosphäre, den
dörrenden Passatwind zu schieben sein wird. Das Fau-
nengebiet der Capverden ist das Atlantische, gipfelt in
Madeira und umfasst ausserdem Azoren und Canaren.
Der Forraenkreis der Arten ist an allen Stellen derselbe,
doch ist bisher keine Capverdische Art bekannt, ausser
der eingeschleppten Helix lenticula, die auf den andern
Gruppen vorkäme. Die neuen Arten s. unten.
der Mollusken während des Jahres 1869. 533
E. V. Härtens berichtet Malak. Bl. p. 72 über
einige von Rohlfs am Niger gesammelte Conchylien,
drei Arten Limicolaria und zwei Spatha. Er erkannte
daraus die Identität einiger Arten des Nil mit denen
des Niger.
L allem an t schrieb in Annales de la soc. malaco-
logique de Belgique III. p. 15 — 64 eine Malacologie des
environs d' Alger. Das Verzeichniss enthält 4 Limax,
2 Krynickillus; 2 Milax, 2 Testacella, 2 Succinea, 6 Ze-
nites, 41 Helix, 2 Bulimujs, 14 Ferussacia, 2 Clausilia,
10 Pupa, 7 Vertigo, 3 Coecilianella, 2 Glandina, 2 Cary-
chium, 2 Alexia, lOPlanorbis, 3 Physa, 2 Limnaea, 2 An-
cylus, 2 Acme, 1 Bythinia, 2 Hydrobia, 2 Amnicola, 1
Melanopsis, 1 Neritina, 1 Sphaerium, 2 Pisidium, 3 Unio,
zusammen 135 Arten. Bei den Arten ist meist nur ein
Citat angeführt, daher liegt der Werth des Verzeichnisses
hauptsächlich in der Angabe der speciellen Fundorte.
p]ine kurze Notiz über die Conchylienfauna der
egyptischen Mittelmeerküste nach den Sammlungen von
Schneider findet sich von Reib i seh in Sitzungsber.
d. Ges. Isis in Dresden 1869. p. 201. Von den 702 Ar-
ten, welche nach Weinkauff im Mittelmeer gesammelt
sind, sollten dort nur 92 vorkommen. Diesen konnte Verf.
noch 50 hinzufügen.
In. von der Decken's Reisen in Ost-Afrika III. p. 55
— 66 hatv. Märten s die gesammelten Mollusken bearbei-
tet. Es sind 16 Land- und Süsswassermollusken, worunter
4 neue Arten, welche nebst einer Varietät von Nanina
Mossambicensis, Helix unidentata und Monstrositäten von
Achatina fulica abgebildet sind. — Die Meeres-Conchy-
lien sind meist nur dem Namen nach verzeichnet, näm-
lich 16 Toxoglossa, 31 Rhachiglossa, 12 Taenioglossa pro-
boscidifera, 29 Taenioglossa rostrifera, 10 Rhipidoglossa,
2 Cyclobranchia, 2 Tectibranchia, 49 Conchifera. Von
Meeresconchylien sind Varietäten von Conus geographus,
von Cardium pulchrum und von Petricola divaricata. Das
Vorkommen derselben Arten in dem Rothen Meer, Mo-
cambique, den Maskarenen-Inseln, den Seychellen, Natal,
dem Indischen Archipel und Polynesien hat Verf. durch
534 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Hinzufügung der Buchstaben R. Mo. Ma. S. N. I. und P.
angedeutet. — Der Anhang enthält p. 148 eine tabellari-
sche Uebersicht der Land - und Süsswasser - Mollusken
der Ostafrikanischen Küste von Cap Guardafui bis Port
Natal nebst den nächstliegenden Inseln. Dann folgt* ein
Verzeichniss der bekannten Arten von den Seychellen,
Sokotra, Abdelkuri und Abyssinien. Zum Schluss sind
noch p. 160 fünf neue i^^rten beschrieben.
V. Märten s macht nach den Schriften Brocchi's
einen Zusatz zu den Nilmollusken (vergl. Ber. über das
Jahr 1865. p. 232). Malak. Bl. p. 84.
Blanford hat sich nie in einem an Mollusken so
armen Lande befunden wie in Abyssinien. Zwei oder
drei Arten Helix, ebenso viele Bulimus, ein oder zwei
Vitrina und einige kleine Pupa und Ennea wurden ge-
sammelt ; von Süsswasserschnecken 1 Limnaea, 1 Physa,
1 Ancylus, 2 Planorbis und 2 Melania. Journ. de Con-
chyliologie XVIL p. 109.
Den bisher bekannten Land- und Süsswasserschnek-
ken aus Abyssinien fügte v. Märten s Malak. BL p. 208
noch 11 Arten hinzu, die theils von Schüller, einem frü-
heren Gefangenen König Theodors, gesammelt, theiJs ihm
durch Kobeit aus dem Senkenbergischen Museum in P>ank-
furt mitgetheiit waren. Es sind 2 Vitrina, 2 Helix, 1 Bu-
liminus, 1 Succinea, 1 Melania, 2 Planorbis, 2 Physa. Eine
Helix und eine Vitrina sind neu.
Die Malacologia del Mar Rosso, richerche zoologiche
e paleontologiche di Arthur o Issel. Pisa 1869 enthält
ein Verzeichniss von 572 lebenden Arten (172 Muscheln,
391 Schnecken und 12 Cephalopoden) und 232 fossilen
Arten. In einem Anhange sind nach dem von Schaufuss
herausgegebenen Paetel'schen Catalog noch viele Arten
hinzugefügt, wodurch die ganze Zahl der lebenden irrten
auf 640 anwächst. — In einem besonderen Abschnitte
p. 307—375 sind die Arten der Savigny'schen Description
de l'Egypte verzeichnet und bestimmt, was eine werth-
volle Arbeit ist, unter der Voraussetzung, dass es dem
Verf. gelungen ist, immer das Rechte zu treffen. Die
ziemlich zahlreichen neuen Arten sind auf 5 Tafeln ab-
der Mollusken während des Jahres 1869. 535
gebildet. Die bereits beschriebenen Arten sind meist nur
dem Namen nach nud mit einigen CItaten aufgeführt.
E. V. Martens gab Nachrichtsbl. d. deutschen Ma-
]ak. Ges. p. 149 ein Verzeichniss von Conchylien, die Hr.
Brauns in Goslar aus von Zanzibar bezogenem Sesam-
samen ausgelesen hatte. Es sind 3 Nanina, 7 Buliminus,
1 Stcnogyra, 1 Ennea, 1 Physopsis, 2 Cyclostoma, 1 Am-
pulhiria, 1 Bithynia, 1 Cleopatra, 1 Melania, 1 Neritina
und 12 Meerconehylien. Eine Nanina und 2 Buliminus
werden als neu beschrieben.
Geoffrey NeviU hält Proc. zool. soc. p. 61 von
den Landschnecken der Seychellen mehrere für einge-
führt, so Helix simiiaris von Indien oder Ceylon, Ennea
bieolor, Subuiina clavulus, Carychium mauritianum, Aci-
cula manritiana, Succinea striata und Achatina fulica.
Die Landschnecken scheinen ihm mehr Verwandtschaft
mit der Indischen Fauna als mit der africanischen zu
haben; sie stehen als verbindendes Glied in der Mitte
zwischen beiden. Unter den 31 x\rten finden sich 6 Helix,
1 Streptaxis, 2 Ennea, 2 Subuiina, 1 Achatina, 1 Acicula,
1 Succinea, 1 Gibbus, 1 Helicina, 2 Onchidium, 1 Cyclo-
stomus, 1 Cyathopoma, 1 Carychium, 4 Melampus, 1 Ple-
cotrema, 1 Neritina, 1 Melania, 1 Pyrazus 2 Paludomus.
Mehrere Arten sind als neu bezeichnet, aber nicht be-
schrieben.
Asien. Erb er fand auf Rhodus verhältnissmässig we-
nig Conchylien : Helix meridionalis Phil., ocellata Parr.,
pisana T., ßedtenbacheri Z. , ßulimus fusconigra Parr.,
turgidus Parr., Pupa Lindermeyeri Parr., Clausilia Oli-
vieri Roth, so wie zwei neue Arten, eine Helix und Me-
lanopsls Lucio Mousson. Verhandl. d. zool.- bot. Ges. in
Wien 18. p. 904.
G. undH. Nevill beschrieben einige neue Schnek-
ken aus dem südlichen Ceylon, 7 neue Arten. Journal
Asiat. Soc. of Bengal. 1869. p. 65. pl. 13. — Desgleichen
18 neue Arten ebendaher Ib. p. 157. pl. 17.
Dieselben Verff. beschrieben ferner 5 neue Arten
von Ceylon In Ceylon Asiat. Soc. Proc May 1869.
Unter der Ueberschrift „Beiträge zur Fauna der Ni-
536 Troschel: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
cobaren hat v. Frauenfeld, Verhandl. d. zoolog.-bot.
Ges. in Wien 19. p. 853—900, alle Schalthiere, welche
während der ganzen Reise der Novara an den Tcrschie-
denen Aufenthaltsorten gesammelt wurden, tabellarisch zu-
sammengestellt. Die Orte sind : Gibraltar, Madeira, Rio-
Janeiro, Cap, St. Paul, Ceylon, Madras, Nicobaren, Sin-
gapur, Java, Manila, Hongkong, Shangai, Punipet, Stuarts-
insel, Sidney, Aukland, Taiti, Chile. Es wurden danach
1043 Arten aus 440 Gattungen mitgebracht; von den
Nicobaren 289 Arten aus 169 Gattungen, von Taiti 139
Arten aus 87 Gattungen. Auf den Nicobaren sind Mu-
riciden, Tritoniden und Bucciniden ziemlich reich vor-
handen, keine Dactyline; Conus, Strombus und Cypraea
sind gut vertreten , sehr zahlreich sind die Cerithien,
ebenso Neriten. Cyclophoriden sind nicht selten, Heli-
ciden fehlen fast ganz.
Tryon beschrieb einige neue Landschnecken von
den Andamanen, welche abgebildet sind. x\mer. Journ.
of Conchology V. p. 109.
Jouan hält die schlammigen Ufer der Halbinsel
Korea nicht für ergiebig für den Conchyliologen. Er sah
nur einige Venus-Arten. Zwei Arten aus dem Brackwasser
wurden als Lampania Cumingii Crosse und Nassa sina-
rum Phil, erkannt. An den Felsen der Insel Bouee fan-
den sich vortreffliche kleine Austern, ähnlich der Ostrea
cristagalli Lam. Mem. Soc. de Cherbourg XIII. p. 78.
ßl anfor d beschrieb vorläufig neue Land- und Süss-
wasser-Mollusken aus Ober-Burma und Yunan, gesammelt
von Anderson, die in dessen Reise abgebildet werden sol-
len. Proc. zool. soc. p. 444.
Unter dem Titel : „Japanische Meeres-Conchylien^
lieferte Lischke in einem besonderen Buche, das in
Cassel 1869 mit 14 Tafeln schön ausgeführter Abbildungen
erschien, einen Beitrag zur Kenntniss der Mollusken Ja-
pan's, mit besonderer Rücksicht auf die geographische
Verbreitung derselben. Verf. nennt seine Arbeit eine
wesentlich zoogeographische.* Er beabsichtigt die Kunde
von den Beziehungen, in welchen die japanische Fauna
zur Meeresfauna überhaupt steht, zu fördern ; dazu war
der Mollusken während des Jahres 1869. 537
es nöthig die Arten, um die es sich haadelt, genau und
sicher festzustellen und die Angaben bestimmter Fund-
orte zusammenzutragen. Er wiederholt, dass sich in der
japanischen Fauna die Philippinen und Kamtschatka die
Hand reichen. Dies erklärt sich durch die Lage Japans,
sein Klima und die Meeresströmungen an seinen Küsten.
Es bilden hier 187 Arten den Gegenstand der Unter-
suchung, die sämmtlich südjapanischen Ursprungs sind.
Von diesen sind 52 dem japanischen Archipel eigenthüm-
lich, 21 kommen auch an der Festlandsküste des japani-
schen Meeres vor, 102 auch in China oder den Philip-
pinen, 75 an andern Theilen des grossen Indo-Pacifischen
Reiches, 28 sind auch von Australien bekannt, 4 von Neu-
seeland, 8 von der Westküste Afrikas, 3 aus dem Mittel-
meer, 4 von der atlantisehon Küste Europas, 8 von der atlan-
tischen Küste x\merikas. Der specielle Theil des Buches
behandelt; 1 Pterocera, 3 Strombus, 4 Conus, 1 Drillia,
3 Fusus, 1 Hemifusus, 1 Neptunea, 2 Siphonalia, 1 Eu-
thria, 1 Ficuia, 1 Fasciolaria, 5 Murex, 6 Triton, 1 Ra-
nella, 1 Rapana, 5 Purpura, 1 Ricinula, 5 Columbella,
2 Pollia, 4 Nassa, 3 Terebra, 4 Cassis, 3 Dolium, 1 Eburna,
1 Voluta, 1 Ljria, 3 Mitra, 1 Oliva, 6 Cypraea, 1 Tur-
ritella, 3 Cerithium, 3 Larapania, 1 Potamides, 2 Lito-
rina, 2 Solarium, 2 Natica, 1 Xenophora, 1 Crepidula,
1 Hipponyx, 2 Vermetus, 2 Nerita, 3 Turbo, 1 Delphi-
nula, 1 Calcar, 3 Globulus, 15 Trochus, 1 Stomateila,
2 Haliotis, 3 Acmaea, 6 Patella, 1 Hydatina, zusammen
129 Schnecken; ferner 4 Tapes, 3 "Venus, 2 Cytherea, 1
Cyclina, 1 Dosinia, 1 Saxidomus, 2 Tellina, 2 Soletellina,
3 Mactra, 1 Caecella, 1 Saxicava, 1 Corbula, 2 Lutraria,
1 Mya, 1 Solen, 1 Macha, 1 Pholas, 2 Cardium, 1 Car-
dita, 7 Area, 1 Cucullaea, 4 Mytilus, 3 Septifer, 2 Mo-
diola, 2 Pinna, 1 Tridacna, 1 Meleagrina, 1 Malleus, 1
Lima, 6 Pecten, 4 Spondylus, 3 Ostrea, 1 Anomia, zu-
sammen 68 Conchiferen ; dazu 1 Terebratula. Bei einigen
Gattungen werden ausserdem noch Arten angeführt, die
in Japan vorkommen sollen, die aber in des Verf. directen
Sendungen nicht enthalten waren. Die neuen Arten wer-
den unten namhaft gemacht, so weit sie nicht schon im
538 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
vorigen Berichte aus den Malacozoologischen Blättern er-
wähnt sind.
Die kurze Notiz, welche Jouan.in Mem. de Cher-
bourg 14. p. 89 über die Mollusken von Japan giebt, hält
sich sehr allgemein. Eine Menge von Bivalven kommt
vor ; im Golf von Yedo giebt es vortreffliche Austern.
Verf. meint viele ÖeemoUusken seien identisch mit den
Nordeuropäischen; ausserdem linden sich auch viele For-
men, welche an die Meere der heissen Erdgegenden er-
innern, wie Conus, Murex und Cypraea.
V. Martens beschäftigte sich mit Untersuchung
der Kenntniss der Philippinischen Landschnecken vor
Cuming. Er erwähnt als ersten dortigen Sammler den
mährischen Jesuiten Kamel, und als ersten Beschreiber
Petiver. Schon früher findet sich Cochlostyla luzonica
Sow. bei Lister abgebildet u. s. w. Malak. Bl. p,225.
Australien. Dr. James Cox's Exchange List of
Land- and Marine Shells from Australia and the ad-
jacent Islands. Sydney 1868, welches Buch von 81 Seiten
mir noch unbekannt ist, enthält 1) Species von marinen
Mollusken von Port Jackson, 2) Verzeichniss von Land-
und Süsswasser-Conchylien von Neu-Caledonien, 3) Ver-
zeichniss von Landschnecken von den Südseeinseln, 4) Ar-
ten von Auriculaceen von den australischen Küsten und
den Südseeinseln, 5) Liste von Landschnecken von Neu-
seeland, 6) Liste von australischen Landschnecken, 7) Liste
von australischen Volutidae.
Angas stellt neue Arten von Heliceen von den
westlichen pacifischen Inseln auf. Proc. zool. soc. p. 624.
Harper Pease beschrieb eine Anzahl neuer Ga-
steropoden aus Polynesien, die unten namhaft gemacht
sind. Amer. Journal of Conchology V. p. 64.
Derselbe macht Amer.Journ. of Conchology V. p. 85
Berichtigungen und Ergänzungen zu der „Synonomy of
marine Gasteropoda inhabiting Polynesia" (vergl. vorj.
Bericht p. 68.
Marie fand auf der kleinen Insel Nou an der West-
küste von Neu-Caledonien 6 Helix, 1 Bulimus, 1 Melam-
pus, 3 Hydrocena und 1 Helicina. Er versichert, dass
der Mollusken während des Jahres 1869. 539
Buliirms Edwardsianus und paletuvianiis dort nicht vor-
komuien. Journal de Conchyliologie p. 15.
Mousson lieferte eine Fauna der Land- und Süss-
wasser-Mollusken der Samoa-Inseln. Journ. de Conchyl.
p. 323 — 390. Die Zahl der Arten beträgt 76, und zwar
4 Nanina, 1 Zonites, 4 Patula, 5 Trochomorpha, 5 Par-
tula, 1 Opeas, 1 Pupa, 1 Tornatellina, 3 Succinea, 1 Cas-
sidula, 1 Pythia, 5 Melampus, 5 Cyclophorus, 4 Realia,
1 Paxillus, 1 Truncatelia, 5 Flelicina, 11 Melania, 13 Ne-
ritina und 4 Navicella. Die neuen Arten sind meist ab-
gebildet; wir geben unten ihre Namen an.
Jon,an hat ein,Verzeichniss der von ihm in Neu-
seeland gesammelten Mollusken in Mem. deCherbourg 14.
p. 303 abdrucken lassen. Es enthält 5 Cephalopoden, 82
Schnecken, 29 Muscheln, wobei eine Salpa mitgezählt ist.
Er bemerkt, dass die Muscheln dort sehr häufig sind, und
hebt hervor, dass sie um so zahlreicher w^erden und um
so verschiedenartiger, im australischen Meere, je weiter
man sich vom Aequator entfernt. Viele werden von den
Neuseeländern gegessen. \
Amerika. In Smithsonian Miscellaneous collections
erschien Land and freshwater shells of North-America.
Part L Pulmonata gcophila. By W. G. Binney and T.
Bland. Washington 1869. 8. In diesem Werke sind
alle Arten enthalten, vom höchsten Norden bis zum Rio-
Grande und Mazatian, es umfasst 286 Arten, die sämmt-
licb in sehr kenntlichen Holzschnitten abgebildet sind ;
bei sehr vielen sind auch Abbildungen der Kiefer und
der Bewaffnung der Zunge beigefügt. Die ganze Unter-
ordnung Geophila wird in zwei Sectionen getheilt: 1) Ver-
ruivora mit der Familie Oleacirddae (8 Glandina). 2)
Phyllovora mit den Familien Gylindrellidae (5 Cylin-
drella), Helicidae mit 5 Subfamilien Vitrininae (3 Vitrina,
29 Hyalina, 4 Macrocyclis, 3 Limax), Helicinae (1 Bin-
neia, 127 Helix, 1 Eucalodium, 1 Columna, 1 Bulimus,
13 Buiimulus), Orchalicinae (1 Achatina, 2 Orthalicus, 2
Macroceramus, 1 Punctum), Pupinae (2 Cionella, 3 Ste-
nogyra, 20 Pupa, 6 Vertigo), Succininae (27 Succinea);
Arionidae (2 Arion, 1 Ariolimax), Zonitidae (13 Zonites),
540 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Philomycidae (2 Tebennophorus), VeroniGellidae (1 Vero-
cinclla), Onchidiidae (1 Onchidium). Das Buch ist zum
Bestimmen der Sammlungen sehr zu . empfehlen. — In
einer Anzeige dieses Werkes macht T r y o n einige Aus-
stellungen gegen die Sjnonymie.
Conrad machte kritische Bemerkungen über eine
Anzahl amerikanischer Mollusken, die sich auf die Sy-
nonymie beziehen, und beschreibt dabei einige amerika-
nische neue Arten, die auf drei Tafeln abgebildet sind.
Amer. Journ. of Conchology V. p. 104.
Als eine Fortsetzung zu seinen Bemerkungen über
die Landschnecken an der Westküste Nordamerika's (vgl.
vorj.Ber. p. 69) gab Cooper Amer. Journ. V. p 199 Nach-
richt über alle Landschnecken, die er seit seinen frühe-
ren Mittheilungen aufgesammelt hat. Die Bemerkungen
beziehen sich auf 27 Arten, ein Auszug ist jedoch nicht
thunlich. — Ebensowenig aus den Bemerkungen dessel-
ben Verf. über Binney und Bland's Pulmonata geophila
ib. p. 216.
Carpenter hat bereits im Jahre 1865 in Proceed.
California Acad. III. p. 207 — 224 eine lange Reihe neuer
Mollusken von der Californischen Küste beschrieben, die
damals in unseren Berichten übergangen worden sind,
weil mir dieser Theil der Zeitschrift nicht zugänglich
gewesen ist. Um die Lüeke auszufüllen, zähle ich hier
die neuen Arten auf ohne sie unten in die Reihe der
diesjährig als neu beschriebenen zu mengen , weil sie
dort wohl nicht gesucht werden möchten. Es sind die
folgenden ;
Corhula luteola, Fleet odon n. gen. testa tenuis, scaber,
rostrata, haud inflata ; margo dorsalis sub umbones intus nexa, deu-
tem cardinalem formans ; dentes laterales longi, laminati ; cartilago
fossa minuta. sub umbones celata, dente laterali postico contigua, sita ;
sinus pallii parvus — scaber, Macoma, indentata, Oedalina (Oedalia
olim) Subgen. Cooper eil a cartilagine fossa seminiterna. ligamento
externo contigua, sita; dentibus cardinalibus laminatis, haud bifidis,
seu uno bifido — scintülaeformis , Semele incongrua, FsepMs sal-
monea, Ästarte fluctuata, Cardium centifilosum^ Lepton mero'ewn, Pri-
stiphora (Pristes olim) ohlonga, Leda hamata, Äcanthochites avicula,
Acanthopleura fluxa, Ischnochiton veredentiens, Lepidoplewrus pecti-
der Mollusken während des Jahres 1869. 541
natus, scabricostatus , TracMdermon n. subgen. Ischnochiton
squamis pallii minimis, confertis Gothicus, Leptochiton nexus, Na-
cella triangulär is, suhspiralis, Äcmaea rosacea, Scurria funiculata,
Pimcturella Cooperi, Gibhula optabüis, Calliostoma supragranosum,
Ethlia supravallata, Galerits contortus, Gaecum crebricinctum, Coo-
peri, Turritella Cooperi, Mesalia tenuisculpta , Isapis obtusa, Bis-
soma interfossa, Bissoa acutelirata, Fenella pupoidea, Ämphithala-
mus inclusus, lacunatus, Diäla acuta, marmorea, Styliferina turrita.
Jeffreysia translucens , Cythria albida, Chrysalida pumila, cincta,
Chemnitzia cJiocolata, subcuspidata, Eulima compacta, rutila, Scalaria
bellastriata, subcoronata, crehricostata, Opalia spongiosa, retiporosa,
Nassa insculpta, Amycla chri/salloidea, Anachis subturrita, Trophon
triangularis.
Von Mollusken führt Cronise in „The natural
wealth of California. San Francisco 1868, p. 499" nur
einige essbare Arten auf, namentlich 35 Muscheln, 4 Helix,
4 Haliotis, 1 Lottia, 2 Kreiselschnecken, 1 Priene, 1 Ra-
nella, 1 Nassa, 1 Purpura, 1 Chorus, 1 Chrysodomus
und 3 Cephalopoden.
Stearns verzeichnete 84 Mollusken, welche zu
Baulines ßay in Californien im Juni 1866 gesammelt
waren. Proc. California Acad. III. p. 275. Ebenso 94 Ar-
ten von Santa Barbara und San Diego ib. p. 283.
Harper Pease machte kritische Bemerkungen
über einige Schnecken von der Amerikanischen West-
küste : Torinia perspectiviuncula Chemn., Trochus Byro-
nianus Gray, Columbeila rosida Reeve, Nassa tiarula
Kien., Latirus nodatus Martyn und zwei neue Arten.
Amer. Journ. of Conchology Y. p. 80.
Cooper verzeichnete die Conchylien von Mon-
tana. Es sind 1 Helix, 1 Triodopsis, 1 Helicodiscus, 3
Anguispira, 1 Hyalina, 2 Lymnaea, 1 Planorbis, 2 Sphae-
rium, 1 ünio und 1 Ancylus. The American Naturalist
IL p. 486.
Perkins bearbeitete Proc. Boston Soc.XIII. p. 109
und p. 139 die Molluskenfauna von New-Haven, als eine
kritische üebersicht aller marinen Süsswasser- und Land-
Mollusken der Gegend, mit Beschreibungen vieler le-
benden Thiere und zweier neuen Arten. Part L Ce-
phalopoda und Gasteropoda, Part IL Lamellibranchiata.
Archiv für Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. jr^
542 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Die Bucht von New-Haven ist ein Arm der Long Island
Strasse, etwa 5 (engl.) Meilen lang und am Eingange
3 Meilen breit. Nahe der Küste ist das Wasser seicht,
die durchschnittliche Tiefe in der ganzen Bucht ist we-
niger als zwei Faden. Drei kleine Flüsse ergiessen sich
in die Bucht, süssen das Wasser und füllen sie mit Schlamm.
Wegen der Unreinheit des Wassers sind viele Arten we-
niger schön gefärbt und kleiner als an günstigeren Orten.
Tiefwasserarten fehlen ganz, oder kommen nur in todten
Schalen vor. Die Fauna gehört etwa zu gleichen Theilen
der Canadischen und der Virginischen Fauna an. Von
den aufgezählten marinen Arten kommen 50 nördlich vom
Cap Cod vor, 13 bei Labrador, 8 bei Grönland und 8
sind europäisch. 51 erstrecken sich südlich bis Südcaro-
lina, und einige, noch weiter. 37 finden sich im Post-
pliocen, 26 im Pliocen, 19 im Miocen. Von den 65 Ar-
ten die in der Strasse, aber nicht in der Bucht von New-
Haven gefunden sind, kommen 49 nördlich vom Cap Cod
vor, 9 an den Küsten von Carolina, während andere sich
nach Norden und Süden erstrecken. Die Zahl der Arten
vertheilt sich in die Familien, wie folgt: 1 Cephalopode,
2 Muricidae , 4 Columbellidae, 2 Buccinidae (Fulgur
carica und Sycotypus canaliculatus) , 3 Nassa (1 neu),
2 Cerithiopsidae, 3 Naticidae, 2 Scalariadae, 9 Pyrami-
dellidae, 2 Pleurotomidae, 1 Terebridae, 1 Ovulidae, 3
Calyptraeidae , 8 Rissoidae, 3 Littorinidae , 1 Lacunl-
dae, 1 Paludinidae, 2 Valvatidae, 2 Cerithiadae, 1 Ac-
maeidae, 13 Helicidae, 4 Pupadae, 4 Limacidae, 3 Auri-
culidae, 3 Limnaeidae, 13 Planorbidae (incl. Physa und
Ancylus), 1 Tornatellidae, 2 Cylichnidae, 1 BuUidae. —
Ferner 2 Pholadidae, 2 Teredidae, 1 Saxicavidae, 1 Myi-
dae, 1 Corbulidae, 1 Pandoridae, 1 Solenidae, 1 Sole-
curtidae, 5 Tellinidae, 2 Mactridae, 3 Veneridae, 2 Petri-
colidae , 2 Cardiadae , 1 Astartidae (neu), 1 Kelliadae,
1 Solenomyadae, 9 Cyrenidae, 5 Unionidae, 4 Mytilidae,
2 Arcadae, 2 Nuculidae, 1 Ledidae, 1 Pectinidae, 2 Ostrei-
dae, 1 Anomiadae und 3 Tunicata.
Temple Prime machte ein Verzeichniss von
Mollusken bekannt, die in der Nähe von North-Conway,
der Mollusken während des Jahres 1869. 543
New-Hampshire; gefunden werden. Es sind 19 Arten,
die folgende Gattungen vertreten: 1 Limax, 13 Helix,
1 Bulimus, 1 Pupa, 1 Succinea, 1 Tebennophorus, 1 Pi-
sidium. Annais Lyceura New- York IX. p. 280.
M 0 u s s 0 n erstattete Bericht über eine Sammlung von
Conchylien, welche Gustav Wa 11 is in Columbia, Ecua-
dor und Amazonas zusammengebracht hat. Es sind 44 Ar-
ten, von denen die neuen unten namhaft gemacht werden.
Malak. Bl. p. 170.
Bland machte Annais Lyceum of New- York IX.
1869. p. 238 Bemerkungen über die geographische Ver-
breitung der Landschnecken in Westindien, als Nachtrag
zu seinen früheren Abhandlungen.
Lewis verzeichnet die Conchylien des Coosa River
in Alabama. Amer. Journ. of Conchology V. p. 167.
Das Verzeiehniss enthält 182 Arten, nämlich 42 ünio,
1 Margaritana, 1 Anodonta, 9 Anculosa, 1 Acroloxus,
1 Ancylus, 2 Eurycoelon, 63 Goniobasis, 1 Lioplax, 6 Li
thasia, 1 Melantho, 1 Neritella, 26 Schizostoma, 1 Sto-
matogyrus, 1 Strephobasis, 23 Trypanostoma, 1 Tulotoma
und 1 Vivipara.
Täte schrieb über die Land- und Süsswasser-Mol-
lusken von Nicaragua. Report Brit. Assoc. for the advanc.
science held at Exeter p. 117; Amer. Journ. of Concho-
logy V. p. 151. Die Provinz Nicaragua stellt nach Bo-
denbeschaffenheit, Vegetation und Clima zwei Districte
dar, und die Landschnecken sind auf einen oder den
anderen beschränkt. Das Verzeiehniss enthält 51 Arten:
1 Pomus, 1 Melania, 1 Amnicola, 1 Tryonia, 2 Neritina,
1 Tebennophorus neu, 1 Krynickia neu, 1 Guppya (so tauft
Verf. Stenopus Guild. um), 3 Helix wovon 2 neu, 9 Bu-
limus, 1 Achatina, 1 Tornatellina, 3 Glandina, 2 Succi-
nea, 1 Vaginulus, 1 Physa, 1 Velletia, 4 Planorbis, 1 Cy-
clotus, 3 Helicina, 1 Sphaerium, 4 ünio, 3 Anodonta und
1 Mycetopus. Einige Arten sind neu. Zwischendurch
werden einige nicht numerirte Arten von Panama beschrie-
ben. Die Molluskenfauna von Nicaragua lehnt sich einer-
seits an die Mexikanische, andererseits an die Columbia-
nische an. Wegen des gänzlichen Fehlens der Gattun-
644 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
gen Cylindrella, Macroceramus , Adamsiella, Megaloma-
Stoma, Chondropoma, Cistula und Tudora spricht ihr Verf.
die Abstammung aus der Columbianischen Fauna zu.
Brown fand die Provinzen des inneren Brasiliens
wenig reich an Land-Mollusken, sowohl an Zahl der Ar-
ten wie der Individuen, während die Flussconchylien
eine ausserordentliche Entwickelung erlangen. Journ. de
Conchyliologie XVII. p. 110 und 123.
Gentiluomo erwähnt der Veränderungen in den
äusseren Bedingungen des Aufenthalts der Mollusken als
Ursache der Abänderung der Schale einer und derselben
Art, wobei er sich auf Beobachtungen StrobeTs be-
zieht, der einige europäische Helices in Buenos Ayres ac-
climatisirte. BuUett. malac. italiano IL p. 108.
Philippi gab in Malak. Bl. p. 32 Diagnoses mol-
luscoruni terrestrium et lluviatilium peruanorum. Die ein-
zelnen Arten sind unten namhaft gemacht. Es sind 8
Bulimus, 3 Helix, 3 Planorbis, 4 Anodonta und 2 Cyclas.
Daran schliessen sich ib. p.43 zehn neue Chilenische Unio.
— Bemerkungen zu diesem Aufsatze, namentlich über die
Bulimus-Arten machte Pfeiffer ib. p. 88.
V. Martens zählte eine Anzahl Conchylien von
Puerto Montt und von Caldeira in Chile auf. Von allen
sind nur zwei Arten beiden Punkten gemeinschaftlich,
nämlich Purpura lepas und cassidiformis. Malak. Bl. p 215.
Cephaiopoda.
Zernoff hat das Geruchsorgan der Cephalopoden histiolo-
gisch untersucht. Bulletin de Moscou 1869. 1. p. 71 mit zwei Ta-
feln. Das Material lieferten Sepia, Lohgo und Eledone. Verf. er-
kannte Epithelzellen, die am oberen Ende bei Sepia und Loligo einen
Flimmerbesatz tragen, und am untern Ende stets in einen verästel-
ten Faden auslaufen, und Riechzellen, die über dem Kern noch einen
Nebenkörper enthalten, am oberen Ende in einen nicht flimmernden
Faden auslaufen, und am unteren Ende einen unverästelten Faden
mit varicösen Anschwellungen haben. So findet er das Geruchsor-
gan der Cephalopoden in den Hauptzügen ganz ebenso gebaut, wie
dasselbe Organ bei den höheren Thieren. Die Flimmerhaare auf dem
Epithel bei Sepia und Loligo schiebt er auf die Nothwendigkeit
eines fortwährenden Wasserwechsels m der blinden Tasche, während
der Mollusken während des Jahres 1869. 545
dies bei Eledone, wo das Organ willkührlich ausgestülpt werden kann,
nicht erforderlich ist. — Auch über die Entwickelung des Geruchs-
organs bei Sepia hat Verf. Beobachtungen hinzugefügt.
Lafont stellte Annales des sc. nat. XI. p. 109 — 133 Untersu-
chungen an über die Befruchtung der Cephalopoden im Busen von
Gascogne. Sie sind angestellt an Octopus vulgaris, Loligo vulgaris,
Loligo n. sp. ? , die jedoch keinen Namen erhalten hat, Ommastrephes
sagittatus, Sepia Filliouxii und Sepia officinalis. Als Ergebnisse der
Untersuchungen bezeichnet Verf. folgendes: Die Cuvier'schen Vesi-
cules seminales, die er Edwards'sche Blasen zu nennen vorzieht, er-
zeugen die plastischen Stoffe, welche zur Bildung der Spermatopho-
ren bestimmt sind, und er glaubt, dass dieselben ganz innerhalb
dieser Stoffe in der Needham'schen Tasche gebildet werden. Ueber
die Art ihrer Entstehung ist der Verf. noch nicht ausser Zweifel,
es ist aber gewiss, dass sie in der Needham'schen Tasche entstehen,
und dass sie sich langsam entwickeln, bis sie geeignet sind den Sa-
men aufzunehmen ; eine Verbindung zwischen ihnen und den Wän-
den der Needham'schen Tasche findet niemals statt. Die Gegenwart
rosenkranzartiger Schnüre, die Spermatozoiden enthalten, im oberen
Theile des Vas deferens und selbst zuweilen im unteren Theil der
Edwards'schen Blasen scheint anzudeuten, dass sich, um Häufchen
von Spermatozoiden eine Reihe kleiner Schläuche bildet, die sich
zu cylindrischen Körpern vereinigen. Sie findet man immer in den
Edwards'schen Blasen und in dem Needham'schen Kanal, und sie
scheinen nur durch die Edwards'schen Blasen hindurchzugehen, viel-
leicht dort ihre Hülle verstärkend, um in der Needham'schen Tasche
die Spermatophoren mit Samen zu füllen. Wie sie in die Spermato-
phoren gelangen, bleibt zweifelhaft. Die Entstehung der Spermato-
zoiden findet nur statt, wenn die Spermatophoren schon eine gewisse
Entwickelung erlangt haben, sie dauert bis zum Augenblick der
Befruchtung. Die Gegenwart zu Bündeln vereinigter Spermatopho-
ren bei Ommastrephes ist normal und die Befruchtung geschieht
durch Ejaculation des Sperma in der Kiemenhöhle des Weibchens,
Es sind zusammengeklebte Spermatozoen, die sich allmählich im
Wasser trennen. Die Form der Spermatophoren, wie sie das Weib-
chen trägt, ist gänzlich verschieden von der in der Needham'schen
Tasche, der Rüssel und sein Spiralfaden sind verändert und fast
verschwunden. Bei Sepia entleeren die Spermatophoren ihren In-
halt in der Kiemenhöhle des Männchen während einer Art Begat-
tung, und werden dabei in die Kiemenhöhle des Weibchens übertra-
gen. — Die Steenstrup'schen Entdeckungen über den Hectocotylis-
mus beachtet Verf. nicht.
Nachdem in den Atti della Societa italiana di scienze naturali
Vol. XII ein Auszug aus einem systematischen und kritischen Ca-
546 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
talog der mittelmeerischen Cephalopoden des Museums zu Florenz,
mit einigen neuen Arten von Targioni-Tozzetti veröffentlicht
war, erschien die Abhandlung selbst im Bullettino Malacologico Ita-
liano II. p. 141 unter dem Titel: »Commentario sui Cefalopodi me-
diterranei del R. Musea di Firenze«, und als Separatabdruck Pisa
1869. Verf. unterscheidet folgende Familien: 1) Ärgonautidae
mit der Gatt. Argonauta, 1 Art. 2) Octopodidae mit den Gatt.
Parasira Steenstr. 2 Arten, Tremoctopus 1 Art, Octopus 8 Arten, wo-
runter 2 neue, Eledona 3 Arten. 3) Teuthidae mit den Gatt.
Loligo 5 Arten, worunter eine neu> Sepiola 3 Arten eine neu, Rossia
2 Arten eine neu, Chiroteuthis 1 Art, Ancistroteuthes 1 Art, Eno-
ploteuthis 1 Art, Ommastrephes 2 Arten. 4) Sepiadae mit der
Gatt. Sepia 4 Arten. Die Synonymie der Arten ist kritisch zusam-
mengestellt. Die neuen Arten sind: Octopus Troscheli von Chiog-
gia und incertus aus dem Indischen Ocean, Loligo mediterranea von
Sardinien und Tarent, Sepiola major vom Markte in Florenz, Eossia
Panceri. — Auf den beiden zugehörigen Tafeln sind unter andern
die Zungenbewaffnungen folgender Arten abgebildet: Argonauta
argo, Parasira catenulata, Octopus macropus, Eledona moschata,
Ommastrephes sagittata, Sepia Orbignyana, Loligo mediterranea,
Onychoteuthis Owenii , Loligo Marmorae und Sepiola Rondeleti.
Der American Naturalist Yol. III. No. 5. July 1869 enthält
Bemerkungen über Argonauta von Dali. Ebenso ein Kapitel über
Tintenfische von Lucie Hartt.
In einer kurzen Mittheilung über die Sepien des Rothen Mee-
res hält Gray Annais nat. hist. IV. p. 358 Sepia Lefebvrei und
gibbosa für identisch, zweifelt aber, dass diese Kalkstücke zu Sepia
Savignii d'Orb. gehören.
Lafont unterscheidet eine neue Art Sepia Tilliouxii, die im
Golf von Gascogne vorkommt und früher mit S. officinalis verwech-
selt wurde. Journal de Conchyliologie p. 11.
Fischer erörterte die Synonymie von Loligo vulgaris Lam,
und unterscheidet fünf Arten: L. vulgaris Lam., Steenstr up. Malm.,
L. Forbesi Steenstrup, Malm., L. nov. spec. ? Fer. et d'Orb. Cephal.
pl. 8, L. pulchra Blainv. (Bertheloti Fischer) und L. Bertheloti Ve-
rany. Journ. de Conchyl. XVII, p. 128.
Eine Abhandlung über den.hydrostatischen Apparat des Nautilus
Pompilius von Meig en im Programm des Gymnasiums zu Wesel 1869
ist in einer umgearbeiteten Form in unserem Archiv 1870. p. 1
abgedruckt, weshalb wir den Leser darauf verweisen können.
Cephalophora.
Macdonald sprach seine Ansicht aus über die Homologien
der Mollusken während des Jahres 1869. 547
der Zahnplatten und Zähne der Rüsselschnecken. Annais nat. hist.
III. p. 113. Verf. behauptet zunächst, dass alle Schnecken, deren
Rüssel von der Basis einstülpbar ist , einen grossen sphärischen
Otolithen besitzen. Er unterscheidet dann solche mit sieben Längs-
reihen von Platten auf der Radula, die er wegen der Umkrämpung
des Vorderrandes der Zahnplatten Campylodonta nennt; ferner
solche, bei denen die Zähne der Platten direct nach hinten gerichtet
sind, ohne eigentliche Umkrämpung, nnd die er Orthodonta nennt.
Unter den letzteren trennt Verf. wieder zwei parallele Reihen, je
nachdem die Seitenzähne hakenförmig oder kammförmig sind. Beide
haben in der Regel drei Plattenreihen auf der Radula. Verf. be-
hauptet nun, sie seien von einer höheren Zahl von Reihen abzulei-
ten, weil Clavatula unter den kammförmigen und Olivella unter den
hakenförmigen fünfreihig wären. Am wichtigsten , für die Homolo-
gie der einzelnen Zahnplatten könnte die Abbildung von Clavatula
scheinen, wo sehr deutlich fünf Platten in jedem Gliede vorhanden
sind : eine Mittelplatte, zwei kammförmige Zwischenplatten und zwei
durchbohrte nadeiförmige Seitenplatten. Im Vergleiche damit hat
es den Anschein, und Verf. giebt diese Deutung, als wenn die Sei-
tenplatten der kammförmigen Reihe (Cyrtulus, Fasciolaria, Mitra,
Cynodonta, Buccinum) den Zwischenplatten von Clavatula entsprä-
chen, die Seitenplatten der hakenförmigen Reihe (Columbella, Oliva,
Costellaria, Concholepas) dagegen den Seitenplatteu von Clavatula.
Ich kann mich jedoch dieser Ansicht nicht anschliessen. Von den
breiten kammförmigen Seitenplatten der Fascioiarien und Mitren
finden sich durch Buccinum, Cynodonta und zahlreiche andere Gat-
tungen so allmähliche Uebergänge zu der hakenförmigen Reihe, dass
ganz unmöglich ein solcher Gegensatz dieser Seitenplatten zuge-
standen werden kann. Wenn auch die Abbildung von Clavatula,
wie sieMacdonald giebt, nicht auf einem Irrthum beruhen sollte,
dann würde ich doch die Seitenplatten beider Reihen, kammförmig
und hakenförmig, als völlig homolog betrachten müssen. Ich bin
jedoch über die in Rede stehende Abbildung von Clavatula nicht
ganz ohne Misstrauen. Ich habe die Radula von Clavatula diadema
selbst untersuchen können (Vergl. Verhandl. des naturh. Vereins
für Rheinland und Westphalen. Sitzungsberichte p. 48), habe aber
von Zwischenplatten nichts gefunden. Dadurch wird für mich die
ganze Vergleichung unhaltbar. — Freilich hat die Gattung Clavatula
ausser den beiden Reihen schmaler Seitenplatten eine kleine Mit-
telplatte, und dadurch lassen sich die Conus, Terebra, Pleurotoma
gewissermassen mit den zahlreichen Familien, die ich unter dem
N^amen Rhachiglossa zusammenfasse, in einen Vergleich bringen.
Immerhin ist diese kleine Abhandlung von Macdonald überaus
interessant, indem sie Veranlassung zu weiteren Studien giebt.
548 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Von des Referenten »Gebiss der Schnecken zur Begrün-
dung einer natürlichen Classification« erschien die dritte Lieferung
des zweiten Bandes. Sie enthält die Fortsetzung der Rhachiglossen,
namentlich die Familien Columbellacea, Strigatellacea (abgetrennt von
den Mitraceen), Harpacea, Olivacea, Muricea und Purpuracea, deren
Seitenplatten der Radula, mit Ausnahme der Columbellaceen sämmt-
lich nur in einen Dorn auslaufen.
Referent konnte photographische Darstellungen von Schnek-
kenzungen, die von Hrn. W. G. Binney in Burlington angefertigt
und ihm gütigst übersandt waren, in der niederrheinischen Gesell-
schaft für Natur- und Heilkunde zu Bonn vorlegen. Nach seiner
Ansicht stehen sie bisher den Handzeichnungen noch nach, weil bei
diesen das Auge und die Hand des Zeichners , mit Verständ-
nisß angewendet, mehr leisten, als es das Licht allein vermag. Ver-
handl. d. naturh. Vereins der Rheinlande und Westphalens, Sitzungs-
ber. p. 221.
Binney gab in Amer. Journal of Conchology V. p. 37. pl. 11
photographische Abbildungen der Radula von Pupa palanga und
des Kiefers von Cylindrella rosea als Probe, von denen ungefähr
dasselbe gilt.
Wedl schrieb über das System der Kapillargefässe bei den
Gasteropoden. Wiener Sitzungsber. 1868. II; Biblioth. universelle
Sept. 1869; Annais nat. bist. IV. p. 367.
Von E. V. Martens erschien im Nachrichtsbl. d. deutschen
Malak. Ges. p. 185 eiijie Uebersicht über die neueren Untersuchun-
gen über die Zungenbewaffnung der Schnecken.
Die vollständige Abhandlung von Panceri über die Abson-
derung von Schwefelsäure bei den Gasteropoden (Gli organi e la
secrezione delV Acido solforico nei Gasteropodi con un' appendice
relativa ad altre glandole dei medesimi), über welchen Gegenstand
Verf. schon in den beiden vorigen Jahren einige vorläufige Mitthei-
lungen gemacht hatte, erschien mit 4 Tafeln im vierten Bande der
Atti della R. Accademia delle Scienze fisiche e matematiche. —
Eine ausführliche Darstellung des chemischen und anatomischen
Verhaltens mit guten Abbildungen bildet den Haupttheil der Ar-
beit, Es werden dann Betrachtungen über die Function angestellt.
Wir heben daraus hervor, dass Verf. zu dej* Ansicht gekommen ist,
dass die Schwefelsäure der Gasteropoden durch Zersetzung der im
Meerwasser enthaltenen Sulfate entstehe, dass sie eine Excretion sei,
nicht verschluckt, also auch in keiner Weise zur Verdauung ver-
wendet werde. Es kommt nicht zur Entscheidung, ob die Säure zur
Vertheidigung diene, oder ob sie bloss ein Ausscheidungsprodukj.
sei. — In einem Anhange sucht Verf. zu zeigen, dass der Proven-
trikel einiger Pectinibranchier , Tritonium, Cassis, Cassidaria als
der Mollusken während des Jahres 1869. 549
Ersatz für die fehlenden oder sehr kleinen Speicheldrüsen diene,
um einen Verdauungssaft auszuscheiden. Bei Dolium kommen zwei
Drüsen für einen Magensaft vor, das Diverticulum des Oesophagus
und der Proventrikel. Das von Keferstein sogenannte Delle
Chiaje'sche Organ wird der glandula mucosa des Oesophagus ver-
glichen, die Drüse des Proventrikels der glandula peptogastrica. —
Auch die unpaarige Drüse von Conus mediterraneus hat Verf. p. 48
näher untersucht und beschrieben. Er hält sie nicht für giftig.
F ritsch giebt Wiener Sitzungsber. 58. p. 625 als den mitt-
leren Tag der ersten Erscheinung an für Planorbis corneus den
17. März, Hehx nemoralis den 21. März, Helix pulchella und Lim-
naeus pereger 23. März, Helix arbustorum 2. April, Limax stagnalis
4. April; — als mittleren Tag der letzten Erscheinung für Helix
pomatia den 5, October, Helix hortensis 15. October.
Taenioglossa.
Aciculacaa. Indem B 1 a n f o r d nach Untersuchung leben-
der Exemplare Hydrocaena tersa zu der Gattung Acicula stellt, fügt
er der Diagnose folgende Charaktere hinzu : Testa cornea, operculum
corneum, tenuissimum, paucispirale, nucleo sinistrali. (Nach der Ab-
bildung der Radula zu urtheilen, würde mir die Art in die Paludi-
nenfamilie zu gehören scheinen Ref.). Annais nat. hist. HL p. 177,
Pomatiacea. De Saint Simon beschreibt Revue et Mag. de
Zoologie XXI. p. 1 folgende neue Arten der Gattung Pomatias: P.
Bourguignati von OUastre in den Pyrenäen, Benoiti aus Sicilien,
protractus Parreyss aus Süditalien, Paladilhianus aus Sicilien, liispa-
nicus Bourg. von Oviedo in Spanien, Mdbülianus aus den Pyrenäen,
Athenarum Bourg. von Athen, hellenicus Bourg. vom Parnassus. —
Verf. lässt dann ein Verzeichniss sämmtUcher bisher bekannten Ar-
ten mit der Synonymie folgen, welches 47 Arten enthält, die er
nach dem geographischen Vorkommen in vier Gruppen theilt, er
kennt aus dem Asiatischen Centrum 1 Art, aus dem Alpinen Centrum
27 Arten, aus dem Spanischen Centrum 13 Arten, aus dem Canari-
schen Centrum 1 Art. Dazu kommen dann noch fünf fossile Arten.
Verf. beabsichtigt eine Monographie der Gattung, und hofft, dass man
in zehn Jahren doppelt so viele Arten kennen werde.
Gyclotacea. Pterocyelos eudaedaleus Crosse Journ. de Conchyl.
XVII. p. 187 von Borneo.
Spiraculum Ändersoni Blanford Proceed. zool. soc. p. 447
aus Burma.
Cydophorus suhlaevigatus Blanford Proc. zool. soc. p. 446 aus
Burma. — C. (Ostodes) adjunctus Mousson Journ. de Conchyl. p. 351.
pl. 14. fig. 9 von den Samoa-Inseln. — 0. delphinulus Mousson Malak.
Bl. p. 180 aus dem nördlichen Südamerika.
650 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Blanford erblickt in Diplommatina mit seinen Untergattun-
gen, nebst Opisthostoma, Clostophis und Alycaeus eine sehr natür-
liche Subfamilie der Cyclophoriden, die sich durch die besondere
Structur der Schale und die Gegenwart einer Zusammenziehung
auszeichnet. Die Radula von Alycaeus Vulcani ist hierbei abgebil-
det. Annais nat. hist. III. p. 343.
Macdonald zeigte durch einige anatomische Charaktere,
dass Diplomatina zu den Cyclophoriden und nicht zu den Cyclosto-
maceen gehöre. Sie hat Otoconien in den Gehörbläschen, während
die Cyclostomiden nur einen Otolithen besitzen, die Augen liegen
aussen am Grunde der Fühler , Kiefer und Radula sind sehr ähnlich
wie bei Cyclophorus und Pupina, wie es schon Guppy nachgewiesen
hat. Annais nat. hist. IV. p. 77. pl. 3.
Nach Brazier kommt Diplommatina Martensi Adams (D. pa-
radoxa Crosse) auf den Fidschi-Inseln, Palaina Coxi Adams auf der
Norfolk-Insel vor. Proc. zool. soc. p. 560.
CyclOStomaceä. Cydostoma Leai Tryon Amer. Journ. of Con-
chology V. p. 111. pl. 10. fig. 6 von den Andamanen.
Blanford beharrt gegen die Aeusserung v. Martens dabei,
dass Cyclotopsis zu den Cyclostomiden und nicht zu den Cyclophoriden
gehöre. Auch das Gebiss stimme dafür. Annais nat. hist. III. p. 342.
Harper Pease giebt Journ. de Couchyl. XVII. p. 131 eine
Monographie der Familie Realiea Pfr. Es ist eine Aufzählung der
Arten mit Berücksichtigung der Synonymie. Die Gattung RealiaPfr.
enthält 6 Arten. Die Gattung Omphalotropis Pfr. zerfällt in zwei
Sectionen: a) Arten mit Nabelritz, umgeben mit einem deutlichen
Kiel, mit 12 indischen, 21 polynesischen, 7 australischen Arten , b)
Arten ohne Nabelritz oder mit falschem Nabel, mit 18 Arten. Die
Gattung Scalinella Pease hat 3, die Gattung Japonia Gould hat 3 und
die Gattung Bourciera Pfr. 1 Art. Die Gattung Bouciera gehört nicht
hierher, sondern zu den Helicinen, wie Ref. durch Untersuchung des
Gebisses nachgewiesen, und wie auch von dem Herausgeber des Jour-
nal de Conchyliologie Mr. Crosse in einer Note angegeben wird. Om-
phalotropis robusta, elongata, abbreviata, fragilis, viridescens, pro-
ducta Pease und Huaheinensis Pfr., so wie Scalinella tahitensis und
costata Pease sind auf pl. 7 abgebildet.
Blanford bildete Annais nat. hist. III. p. 341 das Gebiss
von Realia rubens ab. Es hat Aehnlichkeit mit dem von Chondro-
poma, und die Gattung gehört demnach zu den Cyclostomiden.
Omphalotropis Pfeififeri Crosse ist Journal de Conchyl. p. 396
pl. 12. fig. 7 abgebildet.
Lambertia n. gen. Souverbie Journ. de Conchyl. p. 420.
Testa pupaeformis, alba, laevis, nitida; spira cylindrico-ovata, apice
mamillato; anfractibus paucis, rapide accrescentibus ; apertura semi-
der Mollusken während des Jahres 1869. 551
lunaris; labro continuo, raargine dextro acuto, recto. sinistrali ap-
presso, inferne subreflexo; columella subtorta. Operculum? L.
Montrouzieri von Neu-Caledonien. Verf. sagt nichts über die Fa-
milie, in welche die Gattung gehört. Er scheint selbst zweifelhaft
darüber zu sein, da er ungewiss ist, ob sie einen Deckel hat oder
nicht. Ganz dasselbe gilt über die folgende
Caledoniella n. gen. Souverbie ib. p, 421. Testa non
umbilicata, heliciformis, ovato-orbiculata, tenuis, epidermide tenuis-
sima, labrum superante induta; spira perdejjressa ; sublateralis; an-
fractus pauci, rapidissime accrescentes ; apertura obliqua, subampla;
marginibus callo lato, subexpanso iunctis ; labro recto, acuto. Oper-
culum? L. Montrouzieri von Neu-Caledonien, Da ein Deckel, wenn
nicht vermuthet, doch für möglich gehalten wird, so stellen wir beide
Gattungen vorläufig zu den Cyclostomaceen.
Truncateilacea. Truncatella arctecostata Mousson Journ. de Con-
chyl. p. 68. pl. 5. fig. 4 von den Paumotou-Inseln. — T. diaphana
Gassies ib. p. 78 von Neu-Caledonien.
AmpuUariacea. Ampullaria rotula Mousson Malak. Bl. p. 183
vom unteren Magdalenenstrom.
Yalvatacea. Valvata Golheaui Roffiaen Annales de Belgique
III. p, 81. pl, 1. fig. 1 aus dem Brientzer See, vielleicht Varietät
von V. contorta Mke. — V. fluviatilis Colbeau ib. III, p. 93. pl. 2,
fig, 16 aus Belgien. — V. Bourguignati Letourneux Revue et mag.
de zool, XXI. p. 197 aus der Vendee.
Potamophila. Von Lea wurden im Journal Acad. nat. sc. Phi-
ladelphia IV. p. 336. pl. 54 abgebildet : 18 Goniobasis , 4 Trypano-
stoma, 4 Lithasia, 1 Schizostoma, 1 Anculosa und 1 Paludina, die
alle schon früher, meist 1868 aufgestellt waren.
H o e f e r machte die Erfahrung, dass die aus dem Leibe der
2 Tage todten Mutterschnecke (Paludina achatina) herausgeschnit-
tenen Jungen, in laues Begenwasser gesetzt, fortzuleben und sich fort-
zuentwickeln im Stande sind. Mitth. naturw. Verein von Neu-Vor-
pommern und Rügen. I. p. 63.
Paludina digona (vielleicht Var. von bengalensis) und decus-
satula (vielleicht Var. von dissimilis Müll.) Blanford Proc. zool. sog.
p. 445 aus dem Iravaddi bei Ava.
Die kritischen Bemerkungen von Morelet über einige indo-
chinesische Paludinen, Journal de Conchyliologie p. 192 beziehen
sich auf P. Ingallsiana Reeve (non Lea), die P. Frauenfeldi genannt
wird ; P. cochinchinensis Mor. wird für verschieden von der vorigen
gehalten ; P, trochoides Martens ist identisch mit umbilicata Reeve
(non Lea); P. Eyriesii Mor., wovon P. Fischeriana Mab. eine Va-
rietät ; P. bengalensis Lam. ist weit verbreitet und variirt stark ;
P. sumatrensis Dunker ist = P. polygramma Martens , lineolata
552 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Frauenf. und filosa Hanley. — In der Fortsetzung ib. p. 403 werden
besprochen P. angularis Müll., quadrata Bens, und pol yzonata Frauen -
feld, deren Synonymie berichtigt wird.
Lewis machte Bemerkungen über einige Arten der Gattung
Melantho. Amer. Journ. of Conchology V. p. 33.
Bithynia iravadica und turrita (an Fairbankia ?) Blanford Proc.
zool. soc. p. 446 aus Burma. — B. Bourguignati Paladilhe Revue
de Zoologie XXI. p. 225. pl. 18. fig. 1 von Perpignau.
In einem Verzeichniss der zur Gattung Assiminea Leach ge-
hörenden Arten von Pease Journ. de Conchyl. XVII. p. 161 sind
31 Arten aufgezählt, wovon Ä. lucida Pease pl. 7. fig. 10 von der
Insel Annaa neu. — Ä. obeliscus Paladilhe Revue de zoologie XXI.
p. 379 aus Algerien.
Amnicola Maceana von Barcelona, Icmceolata aus den Pyre-
näen, EmiUana aus dem südlichen Frankreich und Spanien, spirata
aus Spanien, SaraJiay von Nantes, compacta von Alicante und Spa-
nien, [Melitensis von Malta, halearica von den Balearen Paladilhe
Revue de zoologie XXI. p. 227. — A. mamillata Paladilhe ib. p. 273
von Spezia in Italien. Alle sind pl. 19 abgebildet.
Hydrohia paludestrinoides von Bigorrie in den Pyrenäen und
peracuta von Lyon Paladilhe Revue et mag. de zoologie XXI. p. 319.
pl. 20. fig. 11—14.
Paludinella turgidula von den Quellen der Seine , eanali-
culata von Guran bei Cierp, Haute Garonne, Armoricana von Nan-
tes, pupoides von Tboisy, Departement Ain, turriculata von Asnie-
res, Depart. Sarthe Paladilhe Revue de zool. XXI. p. 275. pl. 20.
flg. 1—10.
Paludestrina procerula von 'Barcelona und pachygastra aus
Sicilien Paladilhe Revue et mag. de zoologie XXI. p. 322.
Goniöbasis baculoides aus Alabama und Lawrencii aus Arkan-
sas Lea Proc. Philadelphia 1869. p. 125.
Schizostoma Lewisii Lea Proc. Philadelphia 1869. p. 125 aus
Alabama.
Melania iravadica Blsmiordi Proc. zool. soc. p. 445 aus Burma.
— M. bifasciata, laxa, peregrina, acutespira Mousson Journ. de
Conchyl. p. 364, pl. 15. fig. 3, 6, 5 und 4 von den Samoa-Inseln. —
M. Lamberti Crosse ib. p. 415 aus Neu-Caledonien.
Pyrgula scalariformis Wolf Amer. Journ. of Conchology V.
p. 198. pl. 17. fig. 3. Postgliocen, Illinois-River.
Melanopsis Mariei und Dumbeensis Crosse Journ. de Con-
chyl. p. 69 und 281. pl. 3 und 4 von Neu-Caledonien. — M. elegans
und lirata Gassies ib. p. 76 von Neu-Caledonien.
Bourguignat hat bereits 1868 in Catalogue des Mollus-
ques terrestres et fluviatiles recueillis ä l'etat fossile dans la partie
der Mollusken während des Jahres 186Ö. 553
inferieure des diluviums des environs de Paris in der Familie der
Melanien auf sehr kleine fossile Conchylien die Gattung Lartetia
gegründet, die durch eine feste Schale mit zugespitzter Spira, zusam-
menhängendes freies Peristom und eine Mündung wie Paladilhia
charakterisirt sind. Paladilhe beschreibt Revue de Zoologie XXL
p. 380 von dieser Gattung zwei lebende Arten: Lartetia Bourgui-
gnati und Moussoniana aus dem Alluvium der Quelle des Ain
im Jura.
Bourguignat gründete im Deceraber 1868 in einem Catalo-
gue des MoUusques terrestres et fluviatiles recueillis ä l'etat fos-
sile dans la partie inferieure des diluviums des environs de Paris
eine neue Gattung Belgrandia auf sehr kleine Arten der Gattun-
gen Hydrobia und Paludinella. Sie ist charakterisirt durch eine
oder zwei Anschwellungen an der letzten Windung, die äusserlich
unter der Form einer kleinen Hervorragung oder einer starken Wulst
auftreten, innerlich sich als Aushöhlung zu erkennen geben. Dahin
gehören von lebenden Arten Hydrobia gibba Dupuy, Hydrobia Moi-
tessieri Bourg., Hydrobia Lusitanica Paladilhe und Paludina varica
Paget. — Zu dieser Gattung beschreibt Paladilhe Revue et mag.
de Zoologie XXI. p. 282 eine neue Art Belgrandia cylindracea von
Amances, Dep. Aube; ferner B. higorriensis von Bigorre in den Py-
renäen, gibberula von Aniane, Herault ib. p. 316. pl. 20. fig. 15 — 23.
Littorinacea. Littorina cinerea Pease Amer. Journ. of Con-
chology V. p- 78. pl. 8. fig. 14 von den Marquesasinseln.
Blaford tauft den Namen Cremnobates in Cremnoconchus
um, weil er bereits für eine Fischgattung angewendet ist. Auch
Anculotus carinatus Layard wird zu dieser Gattung gezogen. An-
nais nat. bist. HI. p. 343.
Modidus floriäanus Conrad Amer. Journ, of Conchology Y.
p. 107 von Florida.
Bisella Isseli Semper in scheda (Savigny tab. 5 fig. 35, infra.
costata (Savigny tab. 5. fig. 40) Issel Mar Rosso p. 194 von Suez,
erstere Art auch von Zanzibar.
Tectaria armata Issel Mar Rosso p. 192. tav. II. fig. 7 von Suez.
Rissoina halteata Pease Amer. Journ. of Conchology V. p. 72
von den Sandwichinseln. — B. Seguenziana (Savigny Descr, de
l'Egypte tab. 4. fig. 3) Issel Mar Rosso p. 209 aus dem Rothen Meere.
Homalogyra Fischeriana Allery Journ. de Conchyl. p. 274 aus
dem Sande bei Catania.
Bissoa Sismondiana (Savigny tab. 3. fig. 33) Issel Mar Rosso
p. 205 von Suez.
Setia ochroleuca Brusina Journ. de Conchyl. p. 247 aus dem
Adriatischen Meere.
554 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Cingula Villae (Savigny tab. 3. fig. 17), Tiheriana (Sav. tab. 3.
flg. 16) , madreporica tav, 2. fig. 8 psammitica tav. 2. fig. 9 und
Waabitica tav. 2. fig. 10 Issel Mar Rosso p. 198, alle von Suez.
Fyramidellacea. Proto ComelUana Newcomb Amer. Journ.
of ConchologyY. p. 164. pl. 17. fig. 3 von den Sandwichinseln.
Turhomlla tenuicosta tav. 1. fig. 16, venusta (Savigny tab. 3.
fig. 34), solidula tav. 1. fig. 17, crystallinula tav. 1. fig. 18, nitidissima
tav. 1. fig. 19 Issel Mar Rosso p. 174 von Suez. — T. speciosa Adams
Proc. zool. soc. p. 274. pl. 19. fig. 11 von Vigo.
Chrysallida rissoiformis und laevis Issel Mar Rosso tav. 2. fig. 3,
4 von Suez.
Eulimella cingulata (Savigny tab. 3. fig. 25) und arabica tav. 2.
fig. 5 Issel Mar Rosso p. 182 von Suez.
Syrnola mmuta Adams Proc. zool. soc. p. 274. pl. 19. fig. 10
von Orotava.
Odostomia intermedia, turhonilloides, monozona, Nardoi, JSr-
javeciana Brusina Journ. de Conchyl. p. 237 aus dem Adriatischen
Meere. — 0. clysmatica (Savigny Descr. de l'Egypte tab. 3. fig. 36),
sueziensis tav. 2. fig. 1 und craticülata (Savigny tab. 3. fig. 39) Issel
Mar Rosso p. 177 von Suez.
Eulimacea. Marie fand auf fast allen Exemplaren eines
Seesterns von Neu-Caledonien mehrere Exemplare von Eulima und
Stylifer; erstere leben meist auf dem Rücken, letztere nur an den
Seiten der Arme. Journal de Conchyliologie p. 15.
Eulima Stalioi, Petitiana, microstoma Brusina Journ. de Con-
chyl. p. 242 aus dem Adriatischen Meere. — E. gentilomiana (Sa-
viguy tab. 3. fig. 32 und Manzoniana tav. 2. fig.>#6 Issel Mar Rosso
p. 183 von Suez.
Leiostraca Jeffreysiana Brusina Journ. de Conchyl. p. 245 aus
dem Adriatischen Meere.
Cerithiacea. Cerithium tuber cuUferum, sculptum fig. 8 und cy-
Undraceum Pease Journ. of Conchology V. p. 76 von Pauraotu. — C.
Benoitianum Allery Journ. de Conchyl. p. 275 von Palermo. — C.
pulvis (Savigny Descr. de l'Egypte tab. 4. fig. 5), C. bacülum (Sav.
tab. 4. fig. 28) Issel Mar Rosso 1. c. p. 150 von Suez.
Lampania multiformis Lischke Malak. Bl. p. 106. Japanische
Meeres-Conchylien p. 74. Taf 6. Fig. 1—10.
Triforis perlatus (Savigny Descr. de l'Egypte tab. 4. fig. 4)
Issel Mar Rosso p. 152.
Äldba Martensi (Savigny tab. 3. fig. 26) Issel Mar Rosso p. 206
aus dem Rothen Meer.
Litiopa Savignyi (Savigny tab. 3. fig. 19) Issel ib. p. 197
von Suez.
der Mollusken während des Jahres 1869. 555
Planaxis airctPease Amor. Journ. of Conchology V. p. 72. pl.8.
fig. 4 von den Marquesasinseln.
Tabulibrancbia. Vermetus nodoso-rugosus Lischke Malak. Bl.
p. 106. Japanische Meeresmollusken p. 84. Taf. 5. Fig. 1—4 von
Ohosaka.
Caecacea. De Folin stellte Betrachtungen an über das Sep-
tum der Caecidae, dessen Entstehung und Wachsthum. Journ. Lin-
nean Soc, X. p. 254. Das Septum wird immer im Innern gebildet und
ist so vor jeder Gefahr der Unregelmässigkeit geschützt; dabeiist es
jedoch nach Art des Baues und der Bestimmung nicht unabänderlichen
Gesetzen in der Form unterworfen, so dass es ohne ganz seinen Cha-
rakter zu verlieren, in derselben Species doch gewisse Veränderungen
in Grösse und Form erleiden kann. — Zwei neue Arten Caecum formu-
losum und decussatum von New-Providence, Bahama sind beschrie-
ben und abgebildet. — Hierauf macht Verf. Bemerkungen über die
Gattungen Brochina und Strebloceras oder Phleboceras. Er sah
in zahlreichen Exemplaren durch Uebergänge alle Charaktere der
Gattung Brochina verwischen, bis auf den convexen Deckel, den
allein er jedoch nicht für wichtig genug erachtet, um die Gattung
aufrecht zu erhalten. Andererseits glaubt Verf. sich berechtigt, in
der Verwandtschaft von Brochina glabra eine Anzahl neuer Arten
anzuerkennen, die er bereits in »Les fonds de la mer« publicirt
hat. Diese sind Caecum infimum von Colon, Aspinwall, bimamilla'
tum von La Guayra, carmenense Lagune de Terminos, Orientale Mer-
sina, aurieulatum Palermo, strigosum Rio-Janeiro, vestitum Lagune
de Terminos und Vera Cruz, circumvolutiim Colon, Aspinwall, ior-
quatum Guadeloupe, coccina Vera Cruz , veracruzanutn Vera Cruz.
— Auch gegen die Gültigkeit der Gattung Strebloceras oder Phle-
boceras spricht sich Verf. aus.
De Folin beschrieb folgende neue Arten aus der Gattung
Meioceras: M. tumidissimum, Carpenteri, hitumidum, Moreleti, Des-
hayesi, Crossei, undulosum, Goxi und tenerum. Er kennt im Gan-
zen 14 Arten. Annales de la Soc. Linneenne de Maine-et-Loire XI.
Gapuloidea. Capulus Shreevei Conrad Amer. Journ. of Con-
chology V. p. 105. pl. 13. fig. 3 von Südcarolina.
Yanicoridae. Narica granifera Pease. Amer. Journ. of Con-
chology V. p. 78. pl.8. fig. 13 von der Insel Jarvis.
Alata. Gabb machte einige nachträgliche Bemerkungen zu
seiner Revision der Familien Strombidae und Aporrhaidae (vergl.
vorj. Ber. p. 81), in Beziehung auf die Gattungen Alaria, Diarthema,
Dicroloma ct. American Journ. of Conchology V. p. 19.
Gill schrieb eine Monographie der Pterocerae Lam. Ib. p. 120.
Nach einer Vergleichung der Hauptcharaktere der Arten von Pte-
nocera, und nach einer historischen Uebersicht fo Igt die Aufzählung
456 Trösöhel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
der Arten mit der Synonymie und einer diagnostischen Beschrei-
bung von den Gattungen Pterocera mit 8 , Harpago mit 2 Arten«
Dazu kommen dann noch 2 fossile Gattungen Harpag ode s Gill
und Ceratosipho 71 Gill mit je einer Art.
Amphiperasidae. Der Catalog der Familie Amphiperasidae
von Roberts in Amer. Journ. of Coucbology p. 208 enthält 29
Amphiperas Gron., 1 Calpurnus Montf., 5 Cyphoma Bolten, 37 Volva
Bollen.
Naticacea. Natica marmorata Adams Proc. zool. soc, p. 274.
pl. 19. fig. 8 von den Canarischen Inseln.
Bohinsonia n. gen. Nevill Proc. Ceylon Asiatic Soc. May
1869. Testa naticoidea, impervia, anfractibus paucis, descendentibus
rapideqne grandescentibus; spira elevata; apertura lata; columella
simplici, subincrassata ; labro callo tenui adiuncto. B. ccylanica und
pusilla von Ceylon.
Gypraeacea. Sporleder besprach das Wachsthum der Scha-
len von Cypraea und machte Bemerkungen über einige Arten dieses
Geschlechtes mit Beziehung auf die Kiener'schen Abbildungen. Ma-
lak. Bl. p. 94.
Der Catalog der Familie Porcellanidae von Roberts in
Amer. Journ. of Conchology p. 189 enthält 38 Porcellana Rumph
(Cypraea L.), 81 Luponia Gray, 1 GasJcoinia n. gen. ganz ohne
Zähne, sonst wie Luponia, 24 Aricia Gray^ 2 Cypraeovula Gray, 3
Epona Adams, 6Pustularia Swains. und 42 Trivia.
Crosse stellte einen Catalog der Neu-Caledonischen Cypraeen
zusammen. Es sind 45 Arten, worunter C. caledonica pl. 1. fig. 1
neu. Journ. de Conchyl. p. 36.
Cypraea Thatcheri Cox Proc. zool. soc. p. 358. pl. 26. fig. 1
von Dampier's Archipel an der Westküste Australiens. — G. Crossei
und Noumeensis Marie Journ. de Conchyl. p. 16. pl. 1. fig. 3 und
pl. 2. fig. 6. — C. Aübryana Jousseaume Revue et mag. de Zoologie
XXI. p. 348. pl. 18. fig. 1—3 von Guadeloupe.
Doliacea. DoUum Crosseanum AUery Journ. de Conchyl. p. 228.
pl. 12. fig. 1 von Palermo.
Tritoniidae. Triton intermedius Pease Amer. Journ. of Con-
chology V. p. 74 von Oahu. — T. Bassi Bass-Strasse und T. (Epi-
dromus) Brazieri von Neu-Südwales Angas Proc. zool. soc. p. 45.
pl. 2 u. 3.
Toxoglossa.
Conoidea. Conus Stearnsn Conrad Amer. Journ. of Concho-
logy V. p. 104. pl. 10. fig. 1 von der Westküste von Florida. — C.
(Coronaxis) cernicus Adams Proceed. zool. soc. p. 272. pl. 19. fig. 1
von Mauritius.
der Mollusken -während des Jahres 1869. 559
Brazier nennt fünf Conus, die in Port Jackson, Neu-Südwa-
les, gefunden sind. Proc. zool. soc. p. 561.
Terebracea. Terehra sculptiUs, suffusa, rosacea, propinqua,
eostellifera, lauta, sulcata, assimüis Pease Amer. Journal of Concho-
logy V. p. 64 von den Sandwichinseln.
Pleurotomacea. Pleurotoma lirata und monilifera Pease Amer.
Journ. of Couchoiogy V. p. 68 von Oahu. — PI. curculio und lemnis-
cata Nevill Proc. Ceylon Asiat. Soc. May 1869 von Ceylon. — PL
Mariei Crosse Journ. de Conchyl. XVII. p. 178 von Neu-Caledonien.
— PI. dentatum Souverbie ib. p. 418 von Neu-Caledonien.
Drülia japonica Lischke Malak. Bl. p. 105 ; Japanische Mee-
resconchylien p. 32 von Nagasaki. — D. Barhliensis Adams Proc.
zool. soc. p. 272. pl, 19. fig. 3 von Mauritius.
Clathurella Rohillardi Adams Proceed. zool. soc. p. 272. pl. 19.
fig. 2 von Mauritius.
Cithara Bichardi und Delacouriana Crosse Journ. de Conchyl.
XVII. p. 177 von Neu-Caledonien.
Mangelia BoaTcei Nevill Ceylon Asiat. Soc. Mag. 1869 von
Ceylon. — M. Stosiciana Brusina (Pleurotoma rugulosa Sandri non
Philippi) Journ. de Conchyl. p. 235 aus dem Adriatischen Meere.
Cancellariacea. Cancellaria pusilla Adams Proc, zool. soc.
p. 274. pl. 19. fig. 12 von den Canarischen Inseln.
Rhachiglossa.
Volutacea. Voluta (Ämoria) canaliciilata M'Coy Annais nat.
bist. IV. p. 34 von Port Denison. — F. Harfordi von Lady Elliotts-
Insel, Sclateri aus der Banksstrasse Cox Proc. zool. soc. p. 358.
pl. 26. fig. 2, 3. — V. Hamillei Journ. de Conchyl. p. 278 von den
Salomonsinseln.
M'Coy macht eine zusätzliche Beschreibung der Spira seiner
Voluta Thatcheri, deren zwei untere Windungen 9 oder 10 conische
Dornen tragen. Annais nat. bist. IV. p. 140.
Wie Brazier Proc. zool. soc. p. 560 berichtigt, kommt Au-
lica Rückeri Crosse auf den Salomonsinseln, Volutella tissotiana in
Nord-Australien am Liverpool -River , Arnhem Land, und Alcithoe
Thatcheri (Voluta Brazieri Angas) am Bampton Riff nahe der Nord-
westküste von Neu-Caledonien vor.
Marginellacea. Redfiel d machte kritische Bemerkungen
über die Monographie der Gattung Marginella in Reeve's Concho-
logia iconica, welchem Werke er volle Gerechtigkeit widerfahren
lässt. Die Bemerkungen beziehen sich auf irrthüraliche Vaterlands-
angaben und auf die Berichtigung der Synonymie. Amer. Journ.
of Conchology V. p. 88.
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. LI
860 Troschel: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgeschichte
MargineUa (GlabeUa) mirdbüis Adams Proc. zool. sog. p. 273.
pl. 19. fig. 6 unbekannten Vaterlandes. — M. Savignyi (SavignyDescr.
de l'Egypte tab. 6. fig. 18), Suezensis (Sav. '^tab. 6. fig. 17) und
pygmaea (Sav. tab. 6. fig. 26) Issel Mar Rosso 1. c. p. 115, alle drei
von Suez.
Appelius fand bei Livorno eine linksgewundene MargineUa
miliaria L. Journ. de Conchyl. XVII. p. 110.
Mitracea. Mitra NeiocombU Pease Amer. Journal of Concho-
logy V. p. 69 von Oahu. — M. WüUamsi Newcomb ib. p. 163. pl. 17,
fig. 1 von den Philippinen.
Lienard beschreibt die Färbung von Mitra Desetangsii Kien,
nach frischen Exemplaren. Journ. de Conchyl. p. 226.
Mauritia H. Adams n. gen. Proc. zool. soc. p, 273. Testa
fusiformis, spira acuminata, apertura angusta, lineari, antice trun-
cata, columella numerose plicata, labro extus incrassato, antice de-
curtato. Soll sich von Dibaphus durch die Falten an der Spindel,
von Mitra durch die Form und durch die zahlreicheren Spindelfalten
unterscheiden. M. Barclayi pl. 19. fig. 5. von Mauritius.
Fasacea. Fusus Meyeri und Budolphi Dunker Novitates con-
chologicae p. 127. Taf. 43, beide ohne Angabe des Vaterlandes. —
F. (Siphotiorbis) Lachesis, ehur, togatus Mörch. Journ. de Conchyl.
p. 397 von Grönland.
Tarbinellacea. Turhinella Mariei Crosse Journ. de Conchyl.
XVII. p. 177 u. 279. pl. 8. fig. 2 von Neu-Caledonien. — T. scdbra
Souverbie ib. p. 419 von Neu-Caledonien.
Nassacea. Nassa nucea pl. 8. fig. 7 von den Carolinen und
halteata pl. 8. fig. 5 von der Insel Ebou, Pease Amer. Journ. of
Conchology V. p. 70. — N. halteata Lischke Japanische Meeres -Con-
chylien p. 61. Taf. V. fig. 10, 11. (N. japonica Lischke olim), v/ird
wohl wegen der Pease'schen Art wieder umgetauft werden müssen).
— N. fretensis Perkins Proc. Boston Soc. XIII. p. 117 von New-Ha-
ven. — N. encaustica Brusina Journ. de Conchyl. p. 233 aus dem
Adriatischen Meere. — N. (Desmoulea) Tryoni Crosse ib. p. 409,
unbekannten Fundortes. — N. (Gyclonassa) italica Issel Bullett.
malac. ital. IL p. 79. tav. 4. fig. 9 — 11 aus dem Sande von Tarent.
Golumbellacea. Engina nodulosa Pease Amer. Journ. of Con-
chology V. p. 71. pl. 8. fig. 11 von der Insel Ebon. — Ib. p. 76. pl.8.
fig. 12 ist E. lineata Reeve abgebildet.
Maricea. Murex depresso-spinosus Dunker Novitates concho-
logicae p. 126. Taf. 42. Fig. 3, 4 unbekannten Vaterlandes. — M. fo-
veolatus Pease Amer. Journ. of Conchology V. p. 83. pl. 8. fig. 3 aus
dem Californischen Meerbusen. — M. Pazi Crosse Journ. de Conchyl.
XVII, p. 183 von den Antillen. — M. Hidalgoi Crosse ib. p. 408 aus
der Mollusken während des Jahres 1869. 561
dem Antillenmeere. — M. angistoma Taf. 31. fig. 7 , semiclausus
Taf. 34. flg. 6, pumilus Taf. 35. fig. 8—9, ^Küster Conchylien-Cabinet,
alle drei unbekannten Vaterlandes.
Caramagna machte Bemerkungen über das Vorkommen
von Typhis tetrapterus im Golf von Spezia. BuUett. malacol. ita-
liano IL p. 168.
Furpuracea. Urosaljpinx floridana Conrad Amer. Journ. of
Conchology V. p. 106. pl. 12. fig. 4 von Florida.
Rapana bella Nevill Journ. Asiat. Soc. Bengai 1869. p. 161.
pl. 17. fig. 6 von Bourbon und Ceylon.
Heyne mann fand bei Magilus antiquus keine Radula. Nach-
richtsbl. d. deutsch, malakol. Gesellsch. p. 82.
Coralliophüa coronata Adams Proc. zool. soc. p. 272. pl. 19.
fig. 4 von Mauritius.
Ptenoglossa.
Scalariacea. Scalaria wnbilicata Pease Amer. Journ. of Con-
chology p. 76 von Oahu. — Sc. delicatula Adams Proc. zool. soc.
p. 274. pl. 19. fig. 9 von Lancerote. — Sc. Kmmici Brusina Journ.
de Conchyl. p. 246 aus dem Adriatischen Meere.
Scaliola data Semper in seh. bei Issel Mar Eosso p. 198
von Suez.
Solariacea. Solarium impressum Nevill Journ. Asiat. Soc. Ben-
gai 1869. p. 162. pl. 17. fig. 11 von Ceylon.
Torinia sulcifera Pease Amer. Journ. of Conchology V. p. 79
von Kauai. — Pease ist ib. p. 80 der Ansicht, dass unter Torinia
perspectiviuncula Chemn. drei Species confundirt sind: T. variegata
von Ostindien, areola von den Sandwichinseln, und eine Art von der
Ostküste von Afrika.
Rhipidoglossa.
Helicinacea. HelicinaNodae Arango ist von Crosse Journ.de
Conchyl, p. 23 beschrieben undpl. 1. fig. 6 abgebildet. — H. Lifouana
Crosse Journ. de Conchyl. p. 25. pl. 2. fig. 5 von Lifu aus der Gruppe
der Inseln der Treue. — H. Änaaensis Mousson ib. p. 66. pl. 5.
fig. 6 von Anaa, Poumotou-Inseln. — H. miUochüa Crosse ib. p. 187
aus Oceanien, — H. Bocourti Crosse Fischer ib. p. 251 aus Mexiko.
Hydrocaenacea. Hydrocena cdledonica Crosse Journ. de Con-
chyl. p, 24. pl. 2. fig. 4 von Neu-Caledonien. — H. Eajateensis Mous-
son ib. p. 67. pl. 5. fig. 5 von Raiatea, einer der Societätsinseln.
— H. Crosseana und Hidalgoi Gassies ib. p. 78 von Neu-Caledonien.
B 1 a n f 0 r d wurde durch nähere Untersuchung von Deckel,
Thier und Gebiss von Georissa sarrita veranlasst, diese Gattung
562 T rose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
von Landschnecken neben Hydrocaena in die Familie der Hydro-
caenaceen zu stellen, und von der Gattung eine neue Diagnose zu
geben. Testa minima, imperforata vel vix perforata. conica, suc-
cinea, spiraliter sulcata vel striata, apertura fere semicirculari vel
semiovata, columella callosa. Operculum ovatum, haud spiratum,
excentrice striatum, testaceum, transparens, processu elongato intus
haud procul a basi marginis interni munitum. Animal parvum,
tentaculis hemisphaericis, oculis sessilibus. pede brevi, rotundato,
operculum in medio dorso iuxta aperturam ferente. Annais nat. hist.
III. p. 173. — V. Martens erklärt Malak. Bl. p. 223 die Gattungen
Georissa und Hydrocena für identisch.
Neritacea. v. Martens richtete seine Aufmerksamkeit auf
die Deckel der Gattungen Neritina, Nerita und Navicella, und be-
nutzt ihre Verschiedenheiten zur Unterscheidung der in ihnen auf-
gestellten Gruppen (Gattungen). Der Deckel trägt im Allgemeinen
bekanntlich zwei Fortsätze (Apophysen) , welche in die Fleischmasse
des Fusses eindringen. Den einen Fortsatz nennt er Zapfen (Apo-
physis Cardinalis), den zweiten Rippe (Apophysis costalis); in weite-
rem Bogen zieht eine Anschwellung darch die Mitte des Deckels,
und veranlasst eine Protuberanz. eine dritte Bogenlinie bildet der
convexe Rand des Deckels, den er Saum (Limbus) nennt. — Bei den
europäischen Flussneritinen (Theodoxus Montf., Vitta Mörch, Adams)
ist der Zapfen auf ein Minimum reducirt, die Rippe aber scharf
ausgeprägt. Bei den Mitrulae Mke. (Dostia Gray) so wie den damit
nächstverwandten Neripteron Less. , bei den Hemisphaericae Mke.
(Clypeolum Recl. , Neritella Mörch, Adams, und bei Pictae Mke.
(Clithon Recl., Neritina Mörch, Adams) sind Zapfen und Rippe wohl
ausgebildet, beide einfach und bis zur Basis von einander getrennt.
Bei den stachligen (Spinosae Mke., Clithon Montf.) ist der Zapfen
bis zur Hälfte seiner Höhe mit der Rippe durch eine Art Zwischen-
wand verbunden, die Rippe etwas plattgedrückt und seicht ge-
furcht. Eine eigene Abtheilung Nerito dryas müssen N. corneaL.
und dubia Chemn. bilden ; Zapfen und Rippe sind auch verbunden,
letztere aber tief gefurcht, und am Ende wie gefingert. Bei N. la-
biosa Sow., die Verf. zur eigenen Gruppe Neritona erhebt, ist
der Zapfen plattgedrückt und geht an seinem Ende in mehrere
Läppchen auseinander. Bei Nerita ist der Zapfen noch mehr platt
und niedergedrückt, fast auf dem unteren Ende des Deckels auflie-
gend und meist etwas runzlig. Bei den Navicellen ist der Deckel
klein, zum Theil im Fusse verborgen, zeigt aber Analogien mit den
Neritinen; auf ihre Difierenzen wird nicht weiter eingegangen. Die
Richtigkeit der Auffassung, dass wegen des verkümmerten Deckels
die Navicellen höher stehen als die Neritinen, lassen wir dahinge-
stellt. Sitzungsberichte der Gesellsch. naturf. Freunde zu Berlin
der Mollusken während des Jahres 1869. 563
1869. p. 21. Vergl. auch Nachrichtsbl. der deutschen Malakozoolo-
gischen Ges. p. 170.
Neritina (Theodoxus) Godeffroyamis, N. (Clithon) propinquus,
N. (Clypeolum planissimum Monsson Journ. de Conchyl, p. 371. pl. 15.
fig. 7. 8, 9 von den Samoa-Inseln.
Trochoidea. Gibbula Dupontiana, Blanfordiana, Stoliczkana
und subplicata Nevill Journ. Asiat, soc. Bengal. 1869. p. 158. pl. 17.
fig. 8, 9. 2 und 1 von Ceylon.
Minolta pulcherrima und bellula Angas Proc. zool. soc. p. 48.
pl. II. fig. 10, 11 von Neu- Süd- Wales.
Omphalius turhinatus Pease Amer. Journ. of Conchology V.
p. 84. pl. 8. fig. 15 aus dem Californischen Meerbusen.
Pisulina n. gen. Nevill Journ. Asiat. Soc. Bengal 1869.
p, 160, Testa crassiuscula, polita, semiglobosa, neritiformis, spira
brevi, apertura suborbiculari , integra, haud umbilicata instructa ;
labio columellari applanato, calloso, in medio dentiforme dilatato,
labro simplici, P. Adamsiana pl. 17. fig. 4 von Ceylon.
Alcyna ?mea^a und siJnaia Pease Amer. Journ. of Conchology V.
p. 70 von den Sandwichinseln.
Leptothyra costata Pease Amer. Journ. of Conchology V. p. 70
von Maui.
Tallorbis n. subgen. Nevill. Journ. Asiat. Soc. Bengal 1869.
p. 159. Testa suborbiculata, subconica, columella solida, antice
applanata , transversaliter plicata et abrupte terminata instructa ;
habitu generi Thalotia dicto affinis. T. roseola pl. 17. fig. 5 von
Ceylon.
Clanculus ceylonicus Nevill Journ. Asiat. Soc. Bengal 1869.
p. 157. pl. 17. fig. 7 von Ceylon.
Trochus Hemprichii (Savigny tab. 3. fig. 6)., BeUardii tav. IL
fig. 12, Sismondi tav. II. fig. 13 Issel Mar Bosso p. 223, alle drei
von Suez.
Euchelus Seychellarum Nevill Journ. Asiat. Soc. Bengal 1869.
p. 157. pl. 17. fig. 10 von den Seychellen.
Adeorbis striatella Montrouzier Journ, de Conchyl. p. 419 aus
Neu-Caledonien.
Liotia atomus Issel Mar Kosso p. 217, tav. 3. fig. 11 von Suez.
Ihre Delphinula tubulosa Proc. Asiat. Soc. of Bengal August
1868 erkannten die Gebrüder Nevill für identisch mit Cyclostrema
subdisjuncta Adaras Proc. zool. soc. 1868 an, die nach einem von
ihnen eingesandten Exemplare beschrieben war. Journ. Asiat. Soc.
Bengal 1869. p. 69. pl. 13. fig. 1.
Cyclostrema PhiUppii (Savigny pl. 5. fig. 33) Issel Mar Rosso
von Suez.
564 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Pachypoma virescens Pease Amer. Journ. of Conchology V. p. 73.
pl. 8. fig. 10 von der Insel Tarawa.
Turbo eroopoUtanus (Savigny tav. 5. fig. 27} von Suez , arsi-
noensis (Sav. tav. 5. fig. 28) aus dem Rothen Meer Issel Mar Rosso
p. 219.
Stomatellacea. Stomatella Doriae (Savigny tab. 5. fig. 8) Issel
Mar Rosso p. 228 von Suez.
Broderipia eximia Nevill Journ. Asiat. Soc. Bengal 1869. p. 69
pl. 13. fig. 7 von Ceylon.
Haliotidae. Stearns schrieb über Haliotis in American Na-
turalist Vol. III. Nr. 5. Juli 1869.
Haliotis (Padollus) Brazieri Angas Proc. zool. soc. p. 45. pl. II.
fig. 1 von Neu-Süd-Wales. — H. Hargravesi Cox ib. p. 49 von Neu-
Süd-Wales.
Fissurellacea. Fissurella scrohiculata und canalifera Nevill
Journ. Asiat. Soc. Bengal 1869. p.l63. pl. 17. fig. 15, 13 von Ceylon.
Macrochisma scutiformis Nevill ib. p. 163. pl. 17. fig, 14 von
Ceylon.
Emarginula papilionacea und capuloidea Nevill ib. p. 161.
pl. 17. fig. 12, 16 von Ceylon. — E. (Siphonella) Ärconati Issel Mar
Rosso p. 232 aus dem Golf von Akaba.
Suhemarginula Oldhamiana Nevill Journ. Asiat. Soc. 1869.
p. 162. pl. 17. fig. 17 von Ceylon.
Dccoglossa.
Patellacea. Nacella (Cellana) Adams Proc. zool. soc. p. 278.
pl. 19. fig. 7 von Mauritius.
Lepetidae. Dali sammelte Amer. Journ. of Conchology V.
p. 140 Materialien zu einer Monographie der Familie Lepetidae. Die
Charaktere dieser von den Patellen abgetrennten Familie sind:
Keine Kiemen; keine Augen; Schnauze mit Lippenfühlern: Zahn-
formel ; Mittelzähne rhomboidal, zugespitzt; Seitenzähne dünn,
2x2
zugespitzt; Schale schüsseiförmig. Dahin die Gattungen Lepeta
Gray (mit den Suhgeners. Lepeta Dali ex Gray, Typus Patella coeca
Müll., und Cryptohranchia Dali ex Middendorff, Typus Patella
concentrica Midd.) und Pilidium Forbes, Typus Patella fulvaMüll.
— Als neu werden beschrieben Cryptohranchia alba aus der Plover-
Bay, Ostsibirien und Gr. instäbilis von Sitka. Auf Taf. 15 sind
Thiere und Gebiss von Lepeta coeca Gray, Cryptohranchia concen-
trica Midd., Cryptohranchia alba, Pilidium fulvum und Scurria mitra
abgebildet, so wie die Schale von Cryptohranchia instäbilis.
Chitonidae. Mars hall beschreibt, Archives neerlandaises IV.
Täte ib. p. 155. — H. Hemphillii Newcomb ib. p. 165. pl. 17. fig. 4.
der Mollusken während des Jahres 1869. 565
Die Structur der Schale von Chiton sowohl macroscopisch wie mi-
croscopisch, und ist der Meinung, Chiton habe mehr Verwandtschaft
mit den Nudibranchiern als mit Patella. Er denkt sich ein mit
Doris oder Eolis verwandtes Wesen, dessen Kalkconcretionen der
Haut sich zu den Schalstücken vereinigen, deren Kiemen verküm-
mern u. 8. w,, um den Prototyp eines Chiton zu bekommen. Freilich
ist dabei auf das anatomische Verhalten, Gebiss u. dergl. wenig
Rücksicht genommen.
Chiton affinis (Savigny tab. 3. fig. 8, 9) Issel Mar Rosso p. 234
von Suez.
Cirrobranchiata. Brochma CMereghinü Brusina Journ. de
Conchyl. p. 248 aus dem Adriatischen Meere.
Pulmonata.
Colbeau machte seine Beobachtungen über die Zeit des
Winterschlafes und der Begattung von einer grösseren Zahl belgi-
scher Landschnecken bekannt. Annales soc. malac. de Belgique
II, p. 29.
L allem an t ist es gelungen Helix vermiculata und candidis-
sima bei Jaulyonne an der Marne im nördlichen Frankreich zu ac-
climatisiren. Annales soc. malac. de Belgique IL p. 13.
Referent hielt lebende Schnecken aus Algerien, welche ihm
Herr Lischke in Elberfeld mitgebracht hatte, in Gefangenschaft,
und hatte die Freude, dass zwei Arten, Helix hieroglyphicula und
punctata sich vermehrten. Die ersteren haben während dreier Mo-
nate drei Windungen ihrer Schale gebaut. Verhandl. d, naturhist.
Vereins der Rheinlande und Westphalens 1869. Sitzungsber. p. 211.
Description de plusieurs Helices inedites. de France et d'Espa-
gne, suivie d'Observations et de rectifications concernant deux au-
tres especes, par Rambur. Journ. de Conchyl. p. 252. Daselbst
sind folgende Arten, die bereits 1868 aufgestellt worden sind, be-
schrieben und abgebildet: Helix monaecertsis , iberica (Mirandae
olim), Madritensis, diniensis, vestita, Becasis, Zonites herculeus ; die
Bemerkungen beziehen sich auf Helix Terveri und glabella.
Helicea. Von Pfeiffer's Monographia Heliceorum viventium
Vol. V et VI (vergl. vorj. Ber. p. 88) hat E. v. Märten s Malak. Bl.
p. 130 eine eingehende Anzeige gemacht.
H e 1 i c a c e a. Helix (Arianta) sequoicola Cooper Proc. California
Academy III. p. 259 von Santa Cruz in Californien. — H. Haydenii
Gabb Amer. Journ. of Conchology V. p. 24. pl. 8. fig. 1 aus Utah. —
H. (Ehysota) CJiambertinii pl. 10. fig. 2, H (Ämpelita) Bigshyi pl. 10.
fig. 4, H (Orobia) Andamanensis pl. 10. fig. 4, Tryon ib. p. 109 von
den Andamanen. — H. coecoides pl. 16. fig. 2 und Blakeana pl. 16. fig. 3
566 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
White Pine Mining District, 8000' üb. d. M. — JE. (Trochomorpha)
deiopeia Salomoninseln, H, (Corasia) Bosciteri Salomoninseln, H.
(Geotrochus) Dampieri Louisiadeinseln, H. (Geotrochus) Bonna-Isa-
bellae Salomon-Inseln, H. (Trochomorpha) eudora Neu - Georgia, H.
(Plectotropis) Howardi Südaustralien Angas Proc. zool. soc. p. 46,
säramtlich auf Taf. II abgebildet. — H. {Trachia) catostoma, H.
(Plectopylis) Andersoni, H. (Sivella) percompressa Blanford Proceed.
zool. soc. p.447 aus Burma. — H. (Corasia) psyche, H. (Geotrochus)
adonis, coerulescens, deidamia, hargreavesi und hermione von den
Salomoninseln, H. (Bhytida) Boydi Salomoninseln und H. (Trocho-
morpha) fessonia Fidschi-Inseln Day Proc. zool. soc. p. 624. pl. 48.
— H. ebusitana undJBoscae Hidalgo Journ. de Conchyl. p, 19. pl. 2.
fig. 2 und 1, erstere von der Insel Ebuso der Balearen, letztere aus
Spanien. — H. insularis und cenestinensis Crosse und Debeaux ib.
p. 51. pl. 2. fig. 3 und pl. 5. fig. 7 von Corsica. — H. Pelewana
Mousson ib. p. 58. pl. 4. fig. 2 von den Pelewinseln. — H. informis
Mousson ib. p. 59. pl. 4. fig. 3 von Port Mackay in Australien, —
H. Lalannei G3issies ib. p. 71 von Neu-Caledonien. — H. Cyrene und
Cymodoce Crosse ib. p. 183 aus Oceanien. — H. quadrivittata von
Ecuador, Martinezi von Bahia, Amancaezensis von Lima und Bae-
zensis von Ecuador Hidalgo^ ib. p. 410. — H. Calliope, Alleryana,
Perroquiniana Crosse ib. p. 413 aus Neu-Caledonien. — H. Ouveana
Souverbie ib. p. 416 von Neu-Caledonien. — H. votiva Crosse ib.
p. 422 von Madagaskar. — H. Martensiana Tiberi Bull, malac.
ital. II. p. 68. tav. 3. fig. 3 — 5 aus den Abruzzen. — H. vendeana
Letourneux Revue et Mag. de Zoologie XXI. p. 60 aus der Vendee.
— H. Incarum, cuzcana , decagyra Philippi Malak. Bl. p. 36 aus
Peru. — H. suhelliptica von Bugua in Amazonas und WalUsiana
ohne bestimmten Fundort Mousson Malak. Bl. p. 170. — H. püifera
von Martens ib. p. 209 aus Abyssinien. — H. (Leptaxis) leptostyla,
H. (Hemicycla) advena, Visgeriana, Fagoensis Dohrn ib. p. 5 von
den Capverden. — H. Sauveuri Colbeau Annales Soc. malac. de
Belgique I. p. 32 zwischen nemoralis und hortensis in der Mitte, aus
Belgien, ist ib. III. pl. 2. fig. 1 abgebildet. — H. Gervaisii Dubrueil
ib. II. p. 49. pl. 3 von den Philippinen.
Baudelot hat Versuche darüber angestellt, ob die Farben
der Varietäten von Helix nemoralis erblich sind. Er fand, dass die
Jungen von Exemplaren mit mehreren Binden wieder mehrere Bin-
den hatten mit Ausnahme von 2 oder 3 Exemplaren von hundert;
dass die weissen und gelben ohne Binden fast ohne Ausnahme wie-
der bindenlose Individuen hervorbrachten; dass dagegen solche mit
einer einzigen sehr schmalen Binde bald weisse, bald mehr oder
weniger gebänderte erzeugten. Verf. fordert zu ähnlichen Untersu-
chungen, namentlich bei Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten
der Mollusken während des Jahres 1869- 567
oder Gattungen auf. Bull, de la Soc. des sc. nat. de Strassbourg I.
1868. p. 132.
lieber die Zahl der Kieferleisten bei Helix nemoralis, hortensis
und silvatica schrieb Kobelt. Nachrichtsbl. der deutschen Mala-
kolozool. Ges. p. 132.
Sauveur hat ;in einer längeren Abhandlung die Varietäten
von Helix nemoralis und Helix hortensis nach den Binden der Schale
classificirt, und auf drei Tafeln abgebildet. Annales soc. malac. IL
p. 59—108. p. 4—6. — H. Ferrieziana Crosse ist Journ. de Conchyl.
p. 27. pl. 1. fig. 4 abgebildet.
Gervais bildete zwei sehr flache Monstrositäten von Helix
poinatia ab. Journ. de Couch. XVII. p. 180. pl. 6. fig. 1, 2.
üeber Varietäten von Helix cingulata Stud. vergl. Marchetti
iu Bull. Malacol. Italiano II. p. 31. — lieber Varietäten von Helix
iigata Müll, äussert sich Tiberi ib. p. 116. Zwei derselben ent-
fernen sich so weit, dass Verf. sie als eigene Arten in Anspruch
nimmt: H. praetutia tav. 3. fig. 12, 13 aus den Abruzzen und H.
cam/pana tav. 3. fig. l, 2 aus Campanien.
V. Martens sah eine Mittelform zwischen seiner Helix so-
rorcula und Helix marginata. Malak. Bl. p. 87.
Helix foeteas soll nach Dufft noch Ende vorigen Jahrhun-
derts bei Rudolstadt vorgekommen sein. Nachrichtsbl. d. deutsch.
Malak. Ges. p. 49. — Kobelt erhielt sie subfossil aus dem Saal-
thale bei Saalfeld. Verf. ist zweifelhaft, ob sie eigene Art oder nur
Varietät sei. Ib. p. 181.
Der Fundort von Helix Ayresiana Newc. wird von Stearns
dahin berichtet, dass diese Art auf Santa Cruz Island an der Küste
von Californien bei Santa Barbara lebt. Proc. California Acad. III.
p. 341. — H. Baynali kommt nach Marie nicht an der Westküste,
sondern bei Wagap an der Ostküste von Neu-Caledonien vor. Journ.
de Couchyliologie p. 14. — H. camboiensis Beeve = H. Mouhoti
Reeve lebt nace Daniel ib. p. 126. nicht in Cambodja, sondern im
Lande der Moi.
Crosse bildete Journ. de Conchyl. p. 391. pl. 12 Helix sub-
sepulcralis und plethorica, die bereits früher von ihm aufgestellt
waren, ab.
Lehmann beschrieb die Anatomie von Helix rufescens Penn,
mit Abbildung in Holzschnitt. Malak. Bl. p. 195.
^ PaUila hiretracta Mousson Journ. de Conchyl. p. 57. pl. 4. fig. 1
von Sidney. — P. (Endodonta) Graeffei Mousson ib. p. 332. pl. 14.
fig. 3 von den Samoa-Inseln. — P. hypocrita und gorgonarumDohm
Malak. Bl. p. 1 von den Capverden.
Campylaea styriaca v. Frauenfeld Verhandl. d. zool.-bot. Ges.
in Wien 18. p. 149 aus Steiermark.
568 Troschel: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgescliichte
V. Märten 8 bearbeitete die australische Gruppe der Helix
pomum, Xanthomelon, die nicht zu den Cochlostylen, sondern zu den
eigentlichen Helix gehört, etwa in die Nähe von.Caraena oder auch
Dorcasia. Es unterscheidet vier Arten, von denen H. nigrilabris
aus dem Innern von Südaustralien neu. Malak. Bl. p. 77.
Fischer gab Journ. de Conchyl. p. 209 die Anatomie von
Anostoma globulosum. Das Thier ist herbivor mit glatten Kiefern
wie Pupa und Clausilia, die Sexualorgane sind sehr einfach. Verf.
hält die Gattung für nächst verwandt den Gattungen Odontostomus
Beck und Tomiger us, welche in Amerika die Chondrus der alten
"Welt vertreten.
Stabile schildert die Vorrichtung, in der er Helix (Dre-
panostoma) nautiliformis lebend erhielt und züchtete. BuUett. malac.
italiano IL p. 105.
DaedalocMla Harfordiana Cooper Amer. Journ. of Conchology V.
p. 196. pl. 17. fig. 8 aus Californien.
Bulimus Tryonianus Täte Amer. Journ. of Conchology V.
p. 157. pl. 16. flg. 4 von Panama. — B. visendus Hidalgo Journ. de
Conchyl. p. 50. pl. 5. fig. 8 aus Ecuador. — B. ouveanus Dotzauer
ib. p. 60. pl. 4. fig. 4 von der Insel Ouvea. — B. palmarum Mousson
ib. p. 62. pl. 4. fig. 2 von den Neuen Hebriden. — B. Souvülei Mo-
rdet ib. p. 69 von Neu-Caledonien. — J5. senilis von Neu-Caledonien,
Guestieri und Lamherti von Uvea, Inseln der Treue Gassies ib. p. 72.
— B. longurio Chile, corydon Quito, aristaeus Quito Crosse ib. p. 184,
— B. semipictus und Baezensis Hidalgo ib. p. 188 aus Ecuador. —
B. hondeensis Crosse et Souverbie ib. p. 270. pl. 8. fig. 1 aus Neu-
Caledonien. — B. Submariei und Mariei Souverbie ib. p. 273 aug
Neu-Caledonien. — B. Annihal und Boulariensis Souverbie ib. p. 416
von Neu-Caledonien. — B. Pluto und Prometheus Crosse ib. p. 422
aus Peru. — B. lentiginosus, monticola, elatus, Ulloae, spretus, tae-
niatus, suheffusus Philippi Malak. Bl. p. 32 aus Peru. — B. hetero-
gyrus Philippi ib. p. 42 aus Peru. — B. vaporeus , semifasciatus
Mousson Malak. Bl. p. 174 ohne nähere Localangabe.
Brazier stellte Proc. zool. soc. p. 162 den Verbreitungs-
bezirk von Bulimus miltocheilus im Salomon- Archipel dahin fest,
dass Segarga die nördliche, San Christoval die südliche Grenze sei.
Melaniella Pichardi Arango ist durch Crosse Journ. de Con-
chyl. p. 21 genauer beschrieben und pl. 1. fig. 5 abgebildet.
Pfeiffer bildete Malak. Bl. p. 253. Taf. I und II fünf Varietä-
ten von Achatina tincta Reeve ab, die er aus Angola erhielt.
Orthaiice a. OrthaUcus Pfeifferi Hidalgo Journ. de Con-
chyl. p. 412 von Ecuador. — 0. leucochüus Crosse und Fischer ib.
p. 423 aus Mexiko.
BuUminus (Bhachis) rhodotaenia v. Martens in v. d. Decken's
der Mollusken während des Jahres 1869. 569
Reisen in Ost-Afrika III. p. 59. Taf. II. Fig. 2 ohne nähern Fundort.
— B. conuUnus und Braunsii ib. p. 160 und Nachrichtsbl. d. deut-
schen Malak. Ges. p. 150 von Zanzibar.
Partula abbreviata Mousson Journ. de Conchyl. p. 339. pl. 14.
fig. 7 von den Saraoa-Inseln.
Harper Pease erhebt Proc. zool. soc. p. 544 die Gattung
Helicter Fer. (Achatinella Swains.) zu einer eigenen Subfamilie He-
licterinae mit folgenden Charakteren: Testa imperforata vel sub-
perforata, sinistrorsa vel dextrorsa, columella plica torta munita,
rarius Bulimi- vel Achatiniformi, labro intus plus minusve incrassato,
rarius tenui , saepe magis minusve expanso. Animal ovoviviparum.
Er unterscheidet dann 13 Gattungen: Helictes Fer., Achatinella'
strum Pfr. , BuUmella Pfr., Eburnella Pease, Partulina Pfr., La-
yninella Pfr., FricJcella Pfr., Perdicella Pease, Newcombia Pfr., Auri-
culella Pfr., Amastra Adams, Leptachatina Gould, Labiella Pfr.
Als neu beschreibt Pease Journ. de Conchyl. XVII. p. 167
folgende Arten : Leptachatina cylindrata , brevicula , tenuicostata,
Simplex; Labiella pachystoma. compacta; Amastra porphyrostoma,
solida; Laminella erecta; Partulina compta,
Glessula obtusa und subfusiformis Blanford Proc. zool. soc.
p. 449 aus Burma.
Tornatellina inferstriata Täte Amer. Journ. of Conchology V.
p. 157. pl. 16. fig. 5 von Panama. — T. hyalina Täte ib. p. 157 aus
Nicaragua. — T. conica Mousson Journ. de Conchyl. p. 342 pl. 14.
fig. 8 von den Samoa-Inseln.
Steno gyra Colimensis aus Mexiko und Bocourtiana aus Guate-
mala Crasse Journ. de Conchyl. p. 424. — St. Wallisii Mousson Ma-
lak. Bl. p. 178 vom unteren Magdalenenstrom.
Opeas PeaZeiTryon Amer. Journ. of Conchology V. p. 110. pl. 10.
fig. 5 von den Andamanen.
Crosse und Fischer fanden. 1} Dass alle wahren Cylindrel-
len einen Kiefer haben, ohne mittleren Vorsprung, durchsichtig und
sehr dünn, mit Rippen, die von der Mitte nach oben divergiren, dass
ihre Radula einen kleinen Mittelzahn besitzt und Seitenzähne in
schiefen Reihen, verschieden von denen der Heliceen. 2) Dass sich
die Cylindrellen nach der Form der Zähne in vier Gruppen bringen
lassen, deren Typen und Zahnformeln sind: C. Bahamensis Pfr.
8.2.1.2.8, C. Elliotti Poey 7.7.1.7.7, C. rosea Pfr. 20.1.20, und C.
Maugeri 56.1.56. 3) Die einzige mit Cylindrella verwandte Gattung
ist Macroceramus. 4) Beide Gattungen bilden eine natürliche Fa-
milie Cyiindrellidae. Journ. de Conchyl. p. 321.
Pfeiffer erörterte Malak. Bl. p. 91 den Unterschied von Cy-
lindrella crenata und eximia, so wie ihre Beziehung zu Cyl. Petive-
riana Fer., welcher letztere Name keine Berechtigung hat.
S70 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Berendtia n. gen. Crosse Fischer Journ. deConchyl. p. 191,
gegründet auf Clausilia Taylori Pfr. (1861) (Cylindrella Newcombiana
Gabb 1867). Das Thier ist durch die Radula verwandt mit Euca-
lodium, jedoch durch die Gestalt des Kiefers verschieden. Die
Schale, welche äusserlich an die Clausilien erinnert, hat keine La-
mellen und weicht durch die Mündung ab; sie unterscheidet sich von
Cylindrella durch die halbkreisförmige Mündung, von Eucalodium
durch die ganze Spira, Gestalt, Mündung, Spindelrand, zweiwinkli-
ges Peristom und einfache Axe.
Clausilia Weyersi Uoiüsien AnnaXes deBelgiquelll. p. 75. pl. 1.
fig. 3 bei Wesen in der Schweiz, vielleicht Varietät von plicata. —
€1 Grossei Hidalgo Journ. de Conchyl. p. 413 von Ecuador.
Spor leder erhielt eine lebende Clausilia Erberi von Tinos,
welche eine Nachkommenschaft erzeugte. Nachrichtsbl. d. deutschen
.Malak. Ges. p. 183.
Pwpa abyssinica Reinhardt in v. d. Decken's Reisen in Ost-
Afrika HI. p. 160 aus dem südlichen Abyssinien. — P. tirolensis
Gredler Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in Wien 19. p. 912. — P. con-
dita Gassies Journ. deConchyl. p. 73 von Neu-Caledonien. — P. gu-
hernatoria Crosse ib. p. 186 von den Bahama-Inseln. — P. Pazi
Hidalgo ib. p. 412 von Ecuador. — P Milien, Gorgonica, molecula
Dohrn Malak. Bl. p. 11 von den Capverden.
Cox zeigte an, dass Pupilla fallax den Erdbeeren schädlich
Bei. American Naturalist IL p. 666.
Vertigo cylindrica Colbeau Annales de Belgique III. p. 97. pl. 2.
fig. 7, Belgien. — V. tridentata Wolf Amer. Journ. of Conchology V.
p. 198. pl. 17. fig. 1 von Canton, JUinois.
Vitrine a. Vitrina mamillata v. Martens Malak. Bl. p. 208
aus Abyssinien.
Reinhardt fand Hyalina Draparnaldii auf der Pfaueninsel
bei Potsdam. Nachrichtsblatt, d. deutsch. Malak. Gesellsch. p. 49.
— Er macht ib. p. 78 Angaben über die Synonymie dieser Art. —
Wessel fand sie auch bei Hamburg. Ib. p. 185.
Nanina pyramidea v. Martens in v. d. Decken's Reisen in
Ost-Afrika III. p. 55. Taf. I. Fig. 3 von Mombas. - N. plicatula
ib. p. 160 aus Sansibar. — N. (Botula) arata Proc. zool. soc. p. 448
aus Burma. — N. (Microcystis) perpoUta, N. (Gastrodonta) ensifera,
jV. (Trochonanina) Schmeltziana Mousson Journ. de Conchyl. p.326.
pl. 14 von den Samoa-Inseln. — N. Jacquemontii v. Martens Malak.
Bl. p. 75 vom Himalaya. — N. plicatula v. Martens Nachrichtsbl.
d. deutschen Malak. Ges. p. 149 von Zanzibar.
Helicarion aureofuscus v. Martens in v. d. Decken's Reisen in
Ost-Afrika III. p. 55. Taf. I. Fig. 1 von Mombas.
der Mollusken während des Jahres 1869. 571
Trochomorpha tiiher Mowsson Jonrn. de Conchyl. pi 334. pl. 14.
flg. 5 von den Samoa-Inseln.
Nach Sem per sind manche Microcystis- Arten lebendig ge-
bärend. Nachrichtsbl. d. deutsch. Malacolog. Ges. p. 128.
Succinea. Succinea acuminata Bianford Proc. zool. soc.
p. 449 aus Burmah. — S. Lowei und Wollastoni Dohrn Malak. Bl.
p. 13 von den Capverden.
Succinea Wrigthi Crosse ist Journ. de Conchyl. p. 393. pl. 12.
fig. 6 abgebildet.
Testacellea. Semper untersuchte das Thier von Helix
(Rhytida) inaequalis, und fand es kieferlos und die Zähne der Zunge
ganz ähnlich mit denen von Glandina. Er vermuthet demnach, dass-
die ganze Gruppe Rhytida, oder doch ein grösserer Theil derselben
in die Familie Testacellidae versetzt werden müsse. Nachrichtsbl.
der deutschen Malak. Ges. p. 170 mit Abb., Zeitschr. für wissensch.
Zoologie XIX. p. 625.
Nach Crosse stammt St. (Rhytida) inaequalis v.on Neu-Cale-
donien, und ist lebendig gebärend. Nachrichtsbl. der dieutschen:
Malak. Ges. p. 204. — Semper hat sie auch von Australien ib.
p. 218.
Auch Gibbulina gehört nach Semper's Untersuchungen des
Gebisses zu den Testacelliden. Ib. p. 218.
Eine Bemerkung von Semper zur Anatomie der Glandina
algira findet sich Nachrichtsbl. d. deutsch. Malak. Ges. p. 80.
Binney fand bei zwei nordamerikanischen Arten von Glan-
dina, dass die mittlere Zahnreihe vorhanden sei, wie es Crosse und
Fischer schon im vorigen Jahre von Glandina algira angegeben
hatten, wonach die Angabe von Albers und v. Martens Heliceen zu
corrigiren sei. Journ. de Conchyl. XVII. p. 111.
Glandina guttata Crosse u. Fischer Journ. de Conchyl. p. 250
aus Mexiko. — Gl. nympha, bellula, difficilis Crosse u. Fischer ib.
p. 425 aus Mexiko.
Caecilianella amoenitatum Dohrn Malak. Bl. p. 10 von den
Capverden.
üeber Lebensweise und Vorkommen von Sira (Cionella) aci-
cula vergl. Lehmann, Mörch und Heynemann im Nachrichts-
blatt der deutschen Malak. Gesellsch. p. 17. — Ebenso ülle p its ch
und V. Romani ib. p. 33, und Wiechmann p. 156.
Streptostyla Botteriana Crosse u. Fischer Journ. de Conchyl,
p. 189 aus Mexiko.
Crosse und Fischer beschriebenJourn.de Conchyl. p. 213,
pl. 11. fig. 6 — 8 die Rudula von Gonospira palanga. Der Mangel
des Kiefers und die Zähne der Radula v^eisen der Gattung ihre Stel-
lung in der Familie Testacellidae an. Verf. charakterisirt die Gat-
572 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
tung so : Animal carnivorum; maxilla nuUa; radula elongata, latiuscula,
lanceolata, seriebus valde obliquis constituta ; dens medianus elonga-
tus, subirregularis, unicuspidatus, simplex; dentes laterales Glandina-
rurn dentibiis similes, dentes marginales elongati, graciles, conferti ;
formula 36.1.36x67. Testa cylindrica, crassa, costulata, epidermide
nitidula obducta, Glandinarum more interdum longitudinaliter stri-
gata, apice obtusa; peristoma continuum, incrassatum, marginibus
calio concolore iunctis ; apertura subovata. Typus Pupa palanga Less.
Heynemann erkannte aus den Zungen von Ennea bico-
lor, crystallum und Streptostele fastigiata, dass sie zu den Testa-
celliden gehören. Nachrichtsbl. d. deutschen Malak. Ges. p. 20 und
p. 177. Taf. I. Fig. 3, 4, 5.
Limacea. Seidel bildete Sitzungber. d. Ges. Isis in Dresden
1869. p. 79. Taf. III Fressspuren von Limax agrestis ab.
Limax niger Malzine Essai 1. c. aus Belgien.
Amalia marginata ist von Kobelt auch in Norddeutschland
gefunden. Nachrichtsbl. d. deutsch. Malak. Ges. p. 51. — Lischke
fand sie auch auf der Löwenburg und Rolandsburg am Rhein.
Ib. p. 82.
Lehmann hält Malak. Bl. p. 50 seine Gattung Liraacus (vgl.
Ber. über das J. 1864. p. 148) aufrecht, und charakterisirt sie jetzt
folgendermassen : Thier ähnlich dem Limax, im unteren Theile des
Darmkanals eine scharfe S-förmige Krümmung mit langem kanalar-
tigen Anhange. Dahin gehören Limax bicolor Selenka und Limacus
Breckworthianus Lehm, als verschiedene Species. Vielleicht möchte
auch Limax variegatus mit bicolor zusammenfallen. Anhänglich
äussert sich Verf. auch über Heynemanns Gatt. Amalia, die er nicht
anerkennen möchte. — Dagegen sagt H eynemann ib. p. 143 noch
ein Wort , und giebt darin interessante Aufschlüsse über die Iden-
tität von L. variegatus mit L. bicolor. — Endlich hat auch Leh-
mann denL. variegatus anatomisch untersucht, und beharrt wegen
des Anhanges am Darme auf seiner Gattung Limacus, glaubt auch,
dass L. variegatus nicht ursprünglich europäisch, sondern impor-
tirt sei.
Heynemann erwähnt einer Abbildung von Arion empirico-
rum aus dem 15. Jahrhundert. Nachrichtsbl. d. deutschen Malak.
Ges. p. 135.
Derselbe lieferte Nachrichtsbl. der deutschen Malak. Ges.
p. 165 einen Beitrag zur Kenntniss von Geomalacus, mit Abbildung
des Gebisses.
Geomalacus Vetideanus Letourneux Revue et Mag. de zoologie
XXI. p. 51 aus der Vendee.
Tehennophorus auratus Täte Amer. Journ. of Conchology V.
der Mollusken während des Jahres 1869. 573
p. 153 aus Nicaragua. — T. Sallei Crosse u. Fischer Joum. de Con-
chyl. p. 190 aus Mexiko.
Parmarion Kerstenii v. Märten s in v. d. Decken's Reisen in
Ost-Afrika III. p. 160.
Krynickia americana Amer. Journ. of Conchology V. p. 154.
pl. 16. flg. 1 aus Nicaragua.
Peroniadae. S t o 1 i c z k a begann unter dem Titel : Malacology
of Lower Bengal and the adjoining provinces im Journal Asiat. Soc.
of Bengal 38. II. p. 86 eine Reihe von Aufsätzen, in denen er ohne
systematische Anordnung, sondern wie ihm eben die Materialien
zugekommen, Beiträge zu der Molluskenkunde von Bengalen zu lie-
fern beabsichtigt. In der ersten Nummer behandelt er die Gattung
Onchidium. Er beschreibt die Gattung, schildert die Anatomie von
Onchidium typhae, spricht sich für die Identität von Onchidella
und Peronia mit Onchidium aus und beschreibt drei neue Arten:
Onchidium 'pallidum, tigrinum und tenerum. Zwei Tafeln erläutern
den Text.
AnriCOlacea. Pease beschrieb die Thiere einiger Auriculiden,
namentlich von Plecotrema striata Phil., Blauneria gracilis Pease
und pelludida, die wegen ihrer Verschiedenheit kaum generisch über-
einstimmen möchten, Tralia semiplicata. Proc. zool. soc. p. 59.
Äuricula Binneyana, Ranleyana, Gundlachi Gassies Journ. de
Conchyl. p. 74 von Neu-Caledonien.
Pythia savaiensis Mousson Journ. de Conchyl. p. 345 von den
Samoa-Inseln.
Cassidula crassiusculaMovLSSon Journ. de Conchyl. p, 343. pl. 15.
fig. 1 von den Samoa-Insein.
Melampus lucidus Pease Amer. Journ. of Conchology V. p. 75.
von Oahu. — M. obtusus, crassidens, granum Gassies Journ. de Con-
chyl. p. 78 von Neu-Caledonien. — M. semisulcatus Mousson ib.
p. 347. pl, 15. flg. 2 von den Samoa-Inseln. — Melampus flexuosus
Crosse ist Journ. de Conchyl. p. 394. pl. 12. fig. 4 abgebildet.
Plecotrema Binneyi Crosse ist Journ. de Conchyl. p. 395. pl. 12.
fig. 5 abgebildet.
Ophicardelus irregularis und minor Mousson Journ. de Con-
chyl. p. 64. pl. 5. fig. 2 und 3 vom See Tom-Tom bei Wollongong.
Laimodonta Anaaensis Mousson Journ de Couchyl. p. 63.
pl. 5. fig. 1 von der Insel Anaa in der Gruppe der Paumotou-Inseln.
Pedipes unisculcata Cooper Proc. California Acad. III. p. 294
von San Pedro. — P. naticoides Stearns Proc. Boston Soc. XIII. p. 108
von der Westküste von Florida.
Limnaeacea. Physa Seychellana v. Martens in v. d. Decken's
Reisen in Ost-Afrika III. p. 60. Taf. II. Fg. 3 von den Seychellen. —
Ph, Carltonii aus Californien und Wolfiana aus Colorado-Territory
574 Trosciiel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Lea Proc. Philadelphia 1869. p. 125. — Ph. Ärtensis Gassies Joum.
de Conchyl. p. 76 von Neu - Caledonien. ~ Physa Pisana Issel ist
auch bei Spezia gefunden. Bullett. malaco. Italiano II. p. 31.
Flanorhis Boffiaeni C o 1 b e a u Annales Soc. malac. de Belgique I.
p. 34 aus Belgien. PI. decUvis Täte Amer. Journ. of Conchology V.
p. 159 aus Nicaragua. — PI. Lauricochae, Baimondi, trigyrus Phi-
lippi Malak. Bl. p. 38 aus Peru.
Walser beschreibt ein monströses Exemplar von Planorbis
contortus. Nachrichtsbl. der deutschen Malak. Gel. p. 184. — Ko-
belt fand zahlreiche Missbildungen von Planorbis corneus in einem
Graben der Schwanheimer Wiesen. Ib. p. 203.
More beobachtete das Thier von Limnaea involuta Harv.
lebend. Es schlägt sich kein Mantel auf die Aussenseite der Schale,
wie bei Amphipeplea glutinosa. Annais nat. bist. IV. p. 46. pl. III.
flg. 3.
Heynemann sah Limnaeus auricularius und pereger in Be-
gattung. Nachrichtsbl. d. deutsch. Malak. Ges. p. 37.
Limnaea tazewelliana Wolf Amer. Journ. of Conchology V.
p. 198. pl. 198, fig 2, postpliocen, Illinois River.
Eisig hat in Zeitschrift für wissensch. Zoologie XIX. p. 297
Beiträge zur Anatomie und Entwickelungsgeschichte der Geschlechts-
organe von Lymnaeus geliefert, mit einer Tafel. Als Beobachtungs-
object hat Limnaeus auricularius gedient.
Notobrancbiata.
Eolideae. EoUs grossularia und compressa Fischer Journal de
Conchyliologie p. 6 aus dem Bassin d'Arcachon.
Kent beschrieb Proc. zool. soc. p. 109 eine neue Art Emhle-
tonia Grayi, welche er bei den Victoria Docks entdeckte. Thier,
Larve, Larvenschale, Eihaufen und Radula sind auf Tafel 8 abge-
bildet.
Bereits 1866 hat B ergh in Vidensk. Meddelelser naturh. Foren.
i Kjöbenhavn p. 97 — 116 eine Arbeit über die Gattung Phidiana Gray
veröffentlicht. Das Heft dieser Zeitschrift ist jedoch erst 1868 er-
schienen und mir nach dem Abschluss des vorj. Berichts bekannt
geworden. Die Gattung wird hier folgendermass'en charakterisirt :
Corpus gracilius, elongatura; rhinophoria perfoliata, tentacula elon-
gata; papillae dorsales in series obliquas confertas dispositae; po-
darium antice rotundatum vel subtruncatura. Margo masticatorius
mandibulae singula serie denticulorum praeditus. Radula pauciden-
tata, deutibus uniseriatis armata. Dahin vier Arten : inca d'Orb.,
patagonica d'Orb.. unilineata Aid. Hanc. und lynceus n. sp. von St.
Thoraas, Antillen. Von der ersten und letzten der genannten Arten
der Molluskea während des Jahres 1869. 575
werden Beschreibungen gegeben und anatomissche Details auf zwei
Tafeln, die sich namentich auf die Mundöffnung, die Papillen, das
Nervensystem, Augen u. s. w. beziehen.
Acera. Bulla conspersa Pease Amer. Journ. of Conchology V.
p. 72. pl. 8. flg. 9 von den Marquesas-Inseln.
Haminea subpellucida Adams Proc. zool. soc. p. 275. pl. 19.
fig. 13 von Lissabon.
Ätys costulosa Pease Amer. Journ. of Conchology V. p. 73
von Oahu.
PhiUne Vaülanti (BuUaea Angasi Vaill. non Crosse Journ. de
Conchyl. 1865} Issel Mar Rosso p. 166 von Attaka.
Tornatina oUvaeformis (Savigny tab. 6. fig. 25), pusilla tav. 1.
fig. 15 Issel Mar Rosso p. 171 von Suez.
Volvatella cmcia Nevill Journ. Asiat. Soc. ofBengal 1869. p.67.
pl, 13. fig. 4 von Ceylon.
LophOCOrcidae. Oxynoe (Lophocercus Krohn) delicatula Nevill
Journ. Asiat, soc. ßengal 1869. p. 67. pl. 13. fig. 5 von Ceylon.
Gylindrohulla sculpta und pusilla Nevill Journ. Asiat. Soc.
Bengal 1869. p. 68. pl. 13. fig. 3 u. 2 von Ceylon.
Lohiger viridis Nevill Journ. Asiat. Soc. Bengal 1869. p. 68.
pl. 13. fig. 6 von Coylon.'
Monoplearobrancbiata.
AncylOidea. Ancylus Milleri Dohrn Malak. Bl. p. 18 von den
Capverden.
Hypobranchiata.
Pleurophyllidiidae. Bergh hat Pleurophyllidia formosa nach
einem Exemplare, welches v. Frauenfeld in Ceylon gefunden, anato-
misch untersucht. Verhandl. d. zool.-bot. Ges. in Wien 19. p. 225
— 244, mit drei Tafeln, auf denen das ganze Thier und Details der
Mundbewaffnung u. s. w. dargestellt sind.
Lamellibranchiata.
B a u d e 1 o t hat Untersuchungen über die feinere Structur
des Nervensystems der acephalen Mollusken angestellt und giebt die
Resultate im Bulletin de Strassbourg II. 1869. p. 94. Als Object für
seine Untersuchungen benutzte er vornämlich Anodonta, und wandte
bei der Untersuchung das Blut der Muschel, destillirtes Wasser und
Säuren an. Die Ganglien bestehen aus einer Menge völlig isolirbarer
Archiv f. Naturg. XXXVI. Jahrg. 2. Bd. Mm
576 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ganglienkügelchen, alle mit einer oder mehreren polaren Verlänge-
rungen. Diese Kügelchen sind meist viel kleiner als bei den Ga-
steropoden. Jedes Ganglienkügelchen ist ohne eigene Haut, und in
eine Art Kapsel oder Scheide aus Bindegewebe eingeschlossen, welche
sich auf die Verläntrerungen der Pole fortsetzt. Diese Verlängerun-
gen erscheinen immer uuzertheilt. Die Ganglienkügelchen bestehen
aus einer kleinen granulösen Masse von Protoplasma mit Nucleus
und Nncleolus. Die gelbe Farbe der Ganglien ist wie bei den
Schnecken von Pigmentkörperchen abhängig, die im Innern des
granulösen Stoffes zerstreut sind. Zwischen den Kügelchen giebt
es keinen granulösen Stoff; sie berühren sich unmittelbar und ha-
ben nur eine Umgebung von wenig Bindegewebe. Die Nerven be-
stehen aus einer Scheide von Bindegewebe und elastischem Gewebe
und ans einem Inhalt; letzterer kann unter dem Einfluss gewisser
Keagentien in Elementarfibrillen von grosser Feinheit zerfallen.
Verf. vermuthet, dass jede Fiber sich direct in eine Verlängerung
der Ganglienkügelchen fortsetzt.
Pectiniformia.
Ostreäcea. In S c h m a r d a's Schriften über die maritime Pro-
duction der österreichischen Küstenländer werden auch im zweiten
Abschnitt (Oesterreichische Revue 1865. p. 98) die künstlichen An-
pflanzungen der Austern und Miessmuscheln an der Venetianischen
Küste beschrieben. — Ebenso siehe p. 119 über die Auster von
Grado.
In einer neuen Schrift »die Cultur des Meeres in Frankreich.
Wien 1869« berichtet Schmarda über seine Mission den Betrieb
und die Rentabilität der französischen Litoral-Cultwren zu unter-
suchen, worauf er fünf Wochen verwendete. Die Austernproduction
hat abgenommen . wofür Verf. den Grund in der Verödung der
Bänke durch die Ueberarbeitung sieht. Die Versuche der Wieder-
hebung, die mit grossen Hoffnungen angestellt wurden, haben nicht
den gehofften Erfolg gehabt.
Lanszweert spricht von einer Austernbank vor Ostende.
Bulletin de la soc. malac. de Belgique III, p. 17.
Scnnoner machte eine Mittheilung über die, Austern im Ha-
fen von Genua. Zool. Garten p. 156. -r- Eine Schrift von Issel
»Os triebe del Porto de Genova« (10 Seiten, 1868) kenne ich nur
aus einer Anzeige von Gentiluomo im BuUett. Malacol. Italiano
II. p. 30.
Ostrea denselamellosa Lischke Malak. Bl. p. 109 ; Japanische
Meeres-Conchylien p. 177. Taf. 13. fig. a, b, 14. fig. 1 von Jedo und
der Mollusken während des Jahres 1869. 577
Nagasaki. — 0. Paulucciae Crosse Journ. de Couchyl. XVil. p. 188,
aus China.
Pectinea. Fischer beobachtete das Schwimmen von Pecten
maximus. Das Thier schwimmt nach der Richtung der offenen
Bauchseite, das Schloss nach hinten, indem bei plötzlich und kräftig
sich schliessender Schale das Wasser vorn und hinten neben den
Ohren der Muschel ausgetrieben wird, Journ. de Conchyl. XVII.
p. 121.
Pecten Buschenbergern Tryon Amer. Journ. of Conchology V,
p. 171, pl. 14. fig, 1 von der Muscat-Bay.
Ärcacea Area suhcrenata Lischke Malak. Bl. p. 107; Japa-
nische Meeres- Conchylien p. 146. Taf. 9. fig. 1 — 3 von Jedo und Na-
gasaki. — A. decurvata Lischke (A. obliquata Reeve non Gray) ib.
p. 148 von Nagasaki.
Anomalocardia suhgranosa Dunker Novitates conchologicae
p. 122. Taf. 40. fig. 1 — 3 von Java. — A. floridana Conrad Amer.
Journ. of Conchology V. pl. 13. fig. 2 aus dem Golf von Mexiko.
Luciniformia.
Malleacea. Vaillant beschrieb Aunales des sc. nat. IX. p. 280
die Anatomie von Vulsella lingulata und Crenatula phasianoptera.
Er stellte darauf Betrachtungen über die Familie der Maileaceen
an, die er als eine natürliche erkannte, Sie haben den Mantel ganz
offen, das Ligament ist bisymmetrisch. Avicula und Malleus haben
ein einfaches Ligament und einen Byssus, Vulsella hat ein einfaches
Ligament und keinen Byssus ; Perna und Crenatula haben ein viel-
faches Ligament, erstere mit, letztere ohne Byssus,
Najddes. White hat durch Beobachtungen ermittelt, dass
der hintere Theil der Unionen gegen Licht empfindlich ist, es ist
jedoch noch nicht festgestellt, welche Organe diese Empfindlichkeit
besitzen. Silliman Amer. Journal 47. p. 280; Annais nat. bist. III.
p. 399. — Isaac Lea erinnert ib. p. 430 an ähnliche Beobachtun-
gen, die er bereits früher veröffentlichte, so wie, dass er bei ver-
schiedenen Arten eine verschiedene Empfindlichkeit gegen das Licht
erkannte. Er glaubt schon 1857 in den abgerundeten Enden der
Tentakeln ein Sehorgan zu erkennen.
Forel sprach in der Schweizerischen Naturforschenden Ge-
sellschaft in Einsiedeln 1868. p. 90 über das Wachstbum der Schalen
der Anodonten. Man bemerkt an ihnen zweierlei Streifen, die einen
sind nur Falten der Epidermis, die anderen Anwachsstreifen. Von
letzteren bildet sich jährlich nur einer. Die Anodonten pflanzen
sich nicht vor ihrem fünften Jahre fort, und Verf. beobachtete
578 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mehrere, die zufolge ihrer Streifen 25 Jahr alt waren; dann wach-
sen sie nicht mehr. Ihr Wuchs hängt von der Ernährung ab, und
die Varietäten von den verschiedenen Lebensbediijgungen, denen sie
unterworfen sind, von dem Moment, wo sie die Flossen oder die
Bartfäden des Fisches verlassen, der sie trug.
Derselbe Verf. hat bereits 1866 eine Inaugural-Abhandlung
in Würzburg geschrieben: »Einige Beobachtungen über die Entwik-
kelung des zelligen Muskelgewebes. Beiträge zur Entwickelungs-
geschichte der Najaden.« Diese Abhandlung war ihrer Zeit meiner
Aufm.erksarakeit entgangen, und daher in den Berichten nicht er-
wähnt. Ich mache daher nachträglich auf sie aufmerksam. In ihr
behandelt Verf. zunächst die Lebensverhältnisse der Najadenembryo-
nen, und zwar Entwickelung und Aufenthalt in den Kiemen des
Mutterthieres, Austreten aus den Kiemen und freies Leben im Was-
ser, parasitisches Leben auf den Fischen, Metamorphose und erwach-
sener Zustand. Dann folgt der anatomische Theil und zwar Fur-
chungsprocess, erste Entwickelung, der ausgebildete Embryo. Drei
Tafeln.
V. M arten s weist aus den Schriften von Martini im Berli-
nischen Magazin nach, dass bereits 1767 Unio batavns, tumidus und
pictorum in der Mark Brandenburg vorkamen. Maiak. Bl. p. 81.
Lea bildete wiederum eine Anzahl Unionen im Journal Acad.
nat. sc. of Philadelphia IV. p. 303. pl. 46—53, die bereits 1868 in
den Proceedings derselben Akademie mit Diagnosen aufgestellt wa-
ren. Diese Abhandlung ist bereits im vorj. Ber. p, 98 als Separat-
abdruck berücksichtigt.
Derselbe machte Proc. Philadelphia 1868. p. 95 darauf auf-
merksam, dass die Unioniden Central-Amerika's die Neigung haben,
ungleichschalig zu werden, während in Mexiko, in den Vereinigten
Staaten und Canada nicht ein Beispiel beobachtet sei. Die hierauf
beschriebenen 9 neuen Arten, 4 Unio, 5 Anodonta aus dem See Ni-
caragua sind schon im vorigen Berichte erwähnt.
Ib. p. 145 macht Lea die Priorität geltend für seinen Unio
Murchisonianus, der mit U. Douglasiae Gray identisch ist. — Ebenso
für seine Dipsas discoidea = Anodonta tenuis Gray.
Ib. p. 160 stellte Lea 7 neue Arten von Unio aus Nord-Caro-
lina auf: H. dorsatus, datus, Beaverensis, nubilus, Pawensis, hume-
rosus, genuinus. Ferner ib. p. 161 zwei neue Arten von Equador:
Unio Macnielii Lea ib. 1869. p. 124 aus dem Fluss Gigillillo
in Nicaragua. — U. hurmanus Blanford Proc. zool aoc. p. 449 ans
dem Iravaddi in Burma. — U. Larderelianus Pecchioli Bullett. ma-
lac. italiano II. p. 163. tav. V von Florenz. — JJ. jacobaeus, longus,
Landhecki, solidulus, diplodon, ianthinus, colchaguensis, valdivianus
montanus, Foncki Philippi Malak. Bl. p. 44 aus Chile.
der Mollusken während des Jahres 1869. 579
V. Vest beschrieb das Thier von Margaritana margaritifera,
begleitet von einer Abbildung, und verglich dasselbe mit M. Bonellii
(vergl. den Ber. über 1867. p. 153), und bestätigte seine dort auf-
gestellte neue Gattung Microcondylaea. Verhandl. u. Mittheil, des
siebenbürgischen Vereins in Hermannstadt XVIII. 1867. p. 202.
Plagiodon rotundatus MoiiBson Malak Bü. p. 187 aus dem nörd-
lichen Südamerika.
Anodonta fdllax Colbeau Annales soc. malac. de Belgique I.
p. 35 aus Belgien, abgebildet ib. III. p. 107. pl. 3. fig. 3, nebst A.
Kickxi Colbeau. — A, subrostrata, ucayalensis, incarum, suhsinuata
Philippi Malak. Bl. p. 39 aus Peru. — A. Wallisi MonBson ib. p. 188
von Puerto nacional im unteren Magdalenengebiet.
Castdlia ecarinata Mousson Malak. Bl. p. 185 aus den Land-
seen von Puerto-nuovo, Magdalenas.
Mytilacea. Modiola Peasei Newcomb Amer. Journ. of Con-
chology V. p. 163. pl. 17. fig. 2 von den Sandwichinseln.
Crenella Vaülanti undEhrenbergiilsselMairRosso p. 91. tav 1.
flg. 13 und 12 von Suez.
Appell US theilte mit, dass Lithodomus aristatus häufig in
Schalen von Meleagrina margaritifera eingebohrt vorkommt. Nach-
richtsbl. der deutschen malak. Ges. p. 19.
Astartacea. Astarte lutea Perkins Proc. Boston Soc. XIII. p. 150
von New-Haven.
Goiddia modesta Adams Proc. zool. soc. p. 275. pl. 19. fig. 14
aus dem Golf von Tunis. — G. lamellosa Issel Mar Rosso tav. 1.
fig. 7 von Suez.
Elathia n, gen. Issel Mar Rosso p. 85 verwandt mit Car-
dita; Muschel gleichschalig, ungleichseitig, comprimirt, mit Rippen
und Stacheln versehen, in jeder Schale mit einem einzigen kräftigen
verlängerten Schlosszahn. E. Arconatii aus dem Golf von Acaba.
Laseidae. KelUa ?m7*acea Issel Mar Rosso p. 87. tav. 1. fig. 11
von Suez.
Lncinacea. Lucina Semperiana (Sav. Descr. de l'Egypte tab. 8.
fig. 12), Fischeriana tav. 1. fig. 8, erythraea (Sav. Descr. tab. 8. fig. 8)
Issel Mar Rosso p. 82, alle drei von Suez.
Veneriformia.
Cardiacea. Graham Ponton hat Journ. de Conchyl. p. 217
eine neue Eintheilung der Familie der Herzmuscheln gegeben. In
der Gattung Cardium L, unterscheidet er Typische (Cardia) mit 2
Arten und Subtypische, welche letzteren in folgende 8 Sectionen
zerfallen; Ij Bug osis culptae. Muschel oval-oblong, kuglig, un-
580 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gleichseitig, mit strahligen'Rippen, stachlig oder höckerig ; die Höcker
zuweilen fast obsolet, jedoch nie völlig glatt; hintere Oeffnung schmal,
zuweilen fast ganz geschlossen, 62 Arten. 2) Laevis'crilptae. Muschel
längsoval, ungleichseitig, aussen mit Rippen oder Streifen; Rippen mehr
oder weniger obsolet, Sckale gewöhnlich glatt und glänzend, hintere
Oeffnung klein. 23 Arten. 3) Lyraes culptae.] Muschel kugiig,
etwas höckerig, gestreift, hinten mit Längsrippen, vorn mit schiefen
Streifen, 2 Arten. 4) Semicordiformes. Muschel halbhorzför-
mig, vorn abgestutzt und sehr kurz ; Wirbel gekielt ; stachlige oder
obsolet knotige Rippen ; Lage der Schlosszähne durch Verzerrung
modificirt, 24 Arten. 5) Hemicar diaformes. Muschel herzför-
mig, mitten durch einen scharfen Längskiel getheilt, ganz geschlos-
sen, sehr ungleichseitig; Schlosszähne mehr oder weniger verzerrt*,
Lunula einfach, 6 Arten. 6) Impres solunuliales. Muschel wie
vorige, aber mit einer tiefen, eigenthüralich ausgehöhlten Lunula,
4 Arten. 7) Papyraceae. Muschel oval-oblong, hinten verlän-
gert, hintere Oeffnung massig, Ränder crenulirt, 7 Arten. 8) S er-
r ipe ditae. Muschel comprimirt, dünn, fast gleichseitig, mit einer
kleinen Zahl strahliger Rippen, obsolet und schwach glänzend; Wir-
bel vorspringend, keine Schlosszähne, 5 Arten. — Zur zweiten Gattung
Adacua Eichwald mit 5 Arten werden als Untergattungen gezogen
Monodacna Eichw. mit 2 Arten und Didacna Eichv/, mit 4 Arten.
Cardium isthmicus (Savignj' Descr. de l'Egypte tab. 9. fig. 11),
Sueziensis tav. IIL fig. 4. arabicus (Savigny tab. 9. fig. 14) Issel Mar
Rosso p. 74 von Suez. — C gldbr atum Römer bei Küster Conchy-
liencabinet von den Antillen.
Cycladea. Der Catalog der lebenden Arten der Familie Cor-
biculadae von Temple Prime im Amer. Journ. of Conchology V.
p. 127 enthält 107 Corbicula, 30 Batissa, 3 Velorita, 81 Cyrena, 55
Sphaerium, 46 Pisidium.
Cyclas Lauricochae und Forbesii Philippi Malak. Bl. p. 41
aus Peru.
Temple Prime machte eine Erörterung über die Namen,
welche für die Gattung Pisidium in Anwendung gebracht worden
sind, namentlich Physemoda Raf., Galileja Costa, Pisum Gray, Mus-
culium Link, Euglesa, Pera und Cordula Leach. Annais Lyceum
New-York IX. 1869. p. 276.
Pisidium angelicum Rowell Proc. California Acad. lU. p. 353
von Angel Island.
Cyrena protexta Conrad Amer. Journ. of Conchology V. p, 107.
pl. 12. flg. 3 von der Tarapa-Bay. — C. tribunalis Prime Annais Ly-
ceum New-York IX. p. 300 aus Ecuador.
Veneracea. Von Rom er's Monographie der Molluskengattung
der Mollusken während des Jahres 1869, 581
Venus L. wurde im Jahre 1869 der erste Band geschlossen, der die
Untergattung Cytherea Lam. enthält. Die Section Tivela Link ent-
hält 33 Arten, Meretrix Lam. 14, Callista Poli 33, Caryatis Römer 60,
Dione Gray 13, Lioconcha Mörch 21, Crista Römer 13, Circe Schum.
22. Dieser Band des schönen fleissigen Werkes ist mit 59 Tafeln
geziert, auf welchen alle 209 Arten abgebildet sind.
Arthur Adams giebt ein Verzeichniss der in Japan gefun-
denen Veneriden: 1 Venus, 1 Merceuaria, 1 Gemma, 1 Cryptogramma,
9 Chione, 3 Meretrix, 1 Tivela, 3 Callista, 3 Sunetta, 7 Circe, 14
Dosinia (eine neu), 3 Cyclina, 9 Tapes, 2 Saxidomus, 4 Rupellaria,
2 dementia , 2 Trapezium , 1 Coralliophaga , zusammen 67 Arten,
wonach diese Familie in jenen Meeren 'einen grossen Reichthura an
Arten besitzt. Annais nat. hist. III. p. 229.
Vemis Eoemeriana (Savigny Derer, de l'Egypte tab. 8. fig. 3)
Issel Mar Rosso p. 64 von Suez.
Für Venus mercenaria gründet Perkins Proc. Boston Soo.
1869. p. 147 eine neue Gattung Cr assivenus, und für Venus gemma
eine neue Gattung Totteniana.
Pfeiffer erörterte Malak. Bl. die Gattung dementia Gray.
Er zählt dahin Venus papyracea Gray, Mactra vitrea Chemn. und
Venus hyalina Phil..
Dosinia gibba A. Adams Annais nat. hist. III. p. 234 von Ta-
tiyama in Japan.
Lithophaga. Petricola HempricMi (P. typica Vaillant non Jo-
nas Jouru. de Conchyl. lS65j Issel Mar Rosso p. 61. tav. 1. fig 6
von Suez.
Tellinacea. Sanguinolaria Tryon Amer. Journ. of Conchology
V. p. 171. pl. 16. fig. 8 von den Philippinen.
Hiatula nitens Trj^on Amer. Journ. of Conchology V. p. 171.
pl. 16. fig. 9 von Neu-Seeland.
Teilina (Macoma) arsinoensis und erythraea, T. (Tellinula) fra-
gillima Issel Mar Rosso p. 59. tav. 1. fig. 3—5 von Suez.
Der Gattung Iphigenia Schum. (Capsa Lam-), wovon bisher
drei Arten bekannt sind: I. laevigata Chemn. von Guinea, brasi-
liensis Lam., wozu I. media Shuttl. als Varietät gezogen wird, aus
Brasilien und von den Antillen, und altior Sow. aus dem stillen Ocean
bei Mittelamerika, fügt Rom er eine neue Art J. rostrata aus Ober-
guinea hinzu. Malak. Bl. p. 150.
Syndosmya suhrostrata Issel Mar Rosso p. 54, tav. 1. fig. 1
von Suez.
Ervilia scaliola Issel Mar Rosso p. 53 tav. 1. fig. 2 von Suez.
Mactracea. Mactra Gahhi Tryon Amer. Journ. of Conchology
V. p. 170. pl. 16. fig. 7 von Nieder- Californien.
582 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Lutraria costata Tryon Amer. Journ. of Conchology V. pl. 16.
fig. 6 vom Senegal.
Pholadiformia.
Anatinidae. Thracia speciosa Angas Proc. zool. soc. p. 48.
pl. 2. fig. 12 von Port Jackson.
Solenacea. Solen Lappeanus von den Antillen und Mörchii
unbekannten Vaterlandes Dunker Novitates conchologicae p. 129,131.
Taf. 44. fig. 1 und 4.
Macha divaricata Lischke Malak. Bl. p. 108; Japanische Mee-
resconchylien p. 142. Taf. 10. fig. 1, 2 von Nagasaki.
Gastrochaenidae. Bocellaria cordiformis Nevill Journ. Asiat.
Soc. Bengal 1869. p. 164. pl. 17. fig. 18 von Ceylon.
Pholacidae. In dem siebenten und letzten Bericht über den
Bohrwurm, Teredo navalis, welchen die Commission der Akademie,
bestehend aus den Herren van Oordt, Harting und von Baum-
hauer in Verslagen eu Mededeelingen Acad. Amsterdam III. p. 207
— 230 abgestattet haben, wird bestätigt, dass das einzig durchgrei-
fend schützende Mittel ist, das Holz mit Creosot-Oel vollkommen zu
durchtränken, dass aber solches Creosot-Oel nöthig ist, welches eine
hinreichende Menge Carbolsäure enthält. — Wie viele Jahre gut
creosotirtes Holz dem Bohrwurm Widerstand bieten kann, dass kann
erst durch lange Erfahrung ausgemacht werden.
Brachiopoda.
Davidson hat nach den Originalexemplaren die Risso'schen
Arten der Brachiopoden des Mittelmeeres bestimmt. Terebratula
emarginata und quadrata E>. sind Terebratulina Caput serpentis L. ;
Terebratula truncata R. = Megerlea truncata L. ; Terebratula cu-
neata \md Soldaniana R. = Argiope cuneata R. ; Terebratula urna-an-
tiqua R. = Argiope decollata Gmel ; Terebratula cordata R. = Ar-
giope neapolitana Scacchi; Terebratula cardita R. = Argiope decol-
lata Gmel; Terebratula aculeata R. nicht mehr vorhanden, und we-
gen unvollständiger Beschreibung nicht mehr zu bestimmen; Theci-
dium mediterraneum R. eine gute Art. Annais nat. bist. III. p. 374.
— Ib. p. 376 macht es derselbe wahrscheinlich, dass Terebra-
tula Spada Aradas = Waldheimia flavescens sei, und nicht aus dem
Mittelmeer stamme. — Ferner gesteht derselbe ib. p. 376 Costa
die Priorität der Gattung Platidia gegen seine Morrisia zu, beide
gegründet auf Orthis anomioides Scacchi.
Mit Bezug auf eine frühere Mittheilung Ber. über das J. 1866
p. 115) machen Crosse und Fischer eine Notiz über die geogra-
der Mollusken während des Jahres 1869. 583
phische Verbreitung der Brachiopoden an den Antillen. Sie ver-
gleichen die Arten der Antillen mit denen des Mittelmeeres. Journ,
de Conchyl. XVII. p. 113.
Tunicita.
Hancock schilderte in ausführlicherer Darstellung einige
Punkte der Anatomie und Physiologie der Tunicaten. Journ. Lin-
nean Soc. IX. p. 309—346. Er bespricht den Mantel, den Darm-
kanal, die Leber nebst dem drüsigen Ueberzuge des Nahrungs-
schlauches, dessen Bedeutung noch räthselhaft bleibt, die Ge-
schlechtsorgane, die stets zwitterig und in verschiedenen Organen
getrennt, doch zuweilen so zu einer Masse verschmolzen sind, dass
eine genaue Untersuchung dazu gehört, um sie zu erkennen, das
Blutgefässsystem mit dem Herzen und den Respirationsorganen, das
Nervensystem. Dabei werden manche Differenzen und Eigenthüm-
lichkeiten der verschiedenen Gattungen und Arten hervorgehoben.
Schliesslich bespricht Verf. die Beziehungen der Tunicaten zu den
Polyzoen einerseits und zu den Lamellibranchiaten andererseits. Die
Ansichten, dass der Kiemensack dem Tentakelkranze der Polyzoen
entspreche, oder dass der Kiemensack der erweiterte Schlund der
Polyzoen sei, erscheinen dem Verf. beide unbefriedigend. Er hält
vielmehr den Kiemensack für das Rudiment der Kieme der Lamel-
libranchiaten, da die Structur beider Organe wesentlich dieselbe ist,
und zwar entspreche er der linken Kieme, indem er kein völlig sym-
metrisches Organ sei. Und wenn die Wurzeln der beiden Seitengefäss-
stämme, welche vom Herzen entspringen zu Vorkammern erweitert
wären, dann würde auch das Rudiment des Herzens der Lamellibran-
chiaten hergestellt sein. Das Ganglion, welches zwischen den beiden
Röhren liegt, kann dem Ganglion der Polyzoen nicht homolog sein, da
es seine Nerven an die Wände der respiratorischen Röhren und den
Mantel abgiebt, nicht wie das der Polyzoen au die Tentakeln und
an den Oesophagus, es entspricht vielmehr dem Kiemenganglion der
Lamellibranchiaten; denn Ganglien, welche homologe Organe mit
Nerven versehen, müssen selbst homolog sein.
Collingwood: Ueber die schwimmenden Tunicaten des at-
lantischen Oceans. The Student and intellectual Observer of Science
ct. II. 1869. p. 321. Auf der beigegebenen Tafel sind einige Salpen
abgebildet.
In einer Liste der Zoophyten und niederen Mollusken (Tuni-
caten und Bryozoen) der belgischen Küsten von Lanszweert sind
5 Tunicaten verzeichnet: Cynthia claudicans Sav. und rustica L.,
Phallusia ampulloides Van Ben. und intestinalis L., Botryllus Schlos-
seri Pall. Annales de Belgique III. p. 115.
Bonn, Druck von Carl Georgi.
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