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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS ON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR. LE UCK ART IN LEIPZIG
HERAUSGEGEBEN
Db. f. a. TROSCHEI.,
FROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
EIN UND VIERZIGSTER JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin,
Nicolaische Verlags-Buchbandlung-.
(B,. Stricker.)
1875.
Bericht über die Leistungen' in der Natnr-
geseliichte der Vögel während des Jahres 1874.
Von
August von Pelzeln
in Wien.
Da die Verlagshandlung keinen grösseren Raum zur
Verfügung stellen konnte, so musste dieser Bericht bedeu-
tend kürzer als seine Vorgänger abgefasst werden. Da
ich mich daher nur auf das Wichtigste beschränken konnte,
war es nicht thunlich in Detaüs einzugehen, synonymische
Controversen näher anzugeben', Beobachtungen über Lebens-
weise u. s. w. anzuführen. Ebenso konnten nicht, wie diess
früher geschehen, alle Angaben über das Nistgeschäft oder
Eier bei den Arten verzeichnet werden, sondern es wurde
nur bei den Aufsätzen bemerkt, dass auch diese Gegen-
stände behandelt werden. Dagegen wurden alle mir be-
kannt gewordenen Werke und Aufsätze, die aufgestellten
neuen Gattungen und Arten sowie die gegebenen Abbil-
dungen wie bisher in möglichster Vollständigkeit aufge-
nommen.
Die Ornithologie hat den Verlust zahlreicher während
des Jahres 1874 verstorbenen Pfleger derselben zu betrauern,
unter welchen sich hervorragende Vertreter der Wissen-
schaft befinden, den berühmten Reisenden F. H. Freih.
V. Kittliz^), den kühnen Erforscher Indiens Dr. Ferd.
1) Ueber die Pubiicatiouen desselben: Zoolog. Gart. 199.
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. A
2 Pelzeln: Bericlit üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Stoliczka, den während der Rückkehr der von M. For-
syth geführten Gesandtschaft von Yarkand und Kaschgar,
der Tod hinraffte, den Grafen Coloman Lazar, den vielfach
verdienten Vicomte Bernard du Bus de Ghisignies,
den trefflichen Förderer der europäischen Ornithologie Ferd.
Freiherrn von D roste Hülshoff und den ehrwürdigen
Sir William Jardine, Comm. Rowland M. Sperling,
W. H. Howker, C. F. Tyrwhitt Brake.
Neu begonnene Werke sind: Sharpe: Catalogue of
the Accipitres, Baird, Brewer andRidgway: A History
of the Birds of N.-Ameeica, Jasper: Birds of N.-Amer.,
Mulsant et feu E. Verreaux: Histoire naturelle des
Oiseaux mouches, K. Russ: die fremdländischen Stuben-
vögel, Hodek: die europäischen Raubvögel.
Zum Abschluss gelangt ist Heu gl in: Ornithologie
N.-O.-Africas.
Fortgesetzt wurden : Schlegel: Mus. Pays-bas, Dres-
ser: Birds of Europe, Sundevall: Svenska Foglarna, A.
Newton: Yarrells Brit. Birds 4. edit., G o u 1 d : Birds of Asia,
A. Hume: Nests and Eggs of Indian Birds, Maynard:
Birds of Florida, Eyton: Osteologia Avium, Brehm: Ge-
fangene Vögel, Russ: Handbuch für Vogelliebhaber u. s. w.
Die Fach-Journale : Ibis, Journal für Ornithologie, Stray Fea-
thers. Gefiederte Welt, Proc. Z. S. London, sowie zahlreiche
Abhandlungen in anderen periodischen Publicationen haben
reiche Ausbeute für die Ornithologie ergeben.
Allgemeines.
Im Zoological Record edited by Prof A. Newton
for 1872. 1874 befindet sich M. R. B. Sharpe's vorzüg-
licher Jahresbericht.
Giebel: Thesaurus Ornithologiae Halbband III (No-
menclator Dacelo-Irrisor).
Sclater: New and forthcomiug Bird-Books. Ibis 172.
Sechste Jahresversammlung der deutschen ornitho-
logischen Gesellschaft in Berlin October 1873. Journ. f.
Orn. 90.
Ueber Regeln der Nomenclatur. W. T. Blanford,
Ibis 301. — 0. Salvin, ib. 302.
der Vögfcl während des Jahres 1874. 3
Woodward: On new facts bearing on the inquiry
concerning forms intermediate between Birds and Rep-
tiles Quart. Jouru. Geol. Soc. London XXX; Zeitschr. f,
d. gesammt. Naturw. N. F. X 158.
H. G. Seeley: Resemblances between the Bones of
Typical living Reptiles and the Bones of other animals
Journ. Linn. Soc. XII 155.
Dr. Reichenow: Ueber H u x 1 e y 's System mit Ent-
wicklung der eigenen Ansichten. Journ. f. Orn. 346.
Th. Gill: The Number of Classes ofVertebrata and
their Mutual Relations Nation. Acad. Sc. 29. Oct. 1873 et
Ann. nat. hist. XIII 71.
A. R. Wallace: On the Arrangement of the Fami-
lies constituting the Order Passeres Ibis 406. Die Ein-
theilung geschieht nach der Zahl der Primarien und dem
Grade der Entwicklung der ersten derselben.
C. Sundevall: Dispositio nova Accipitrum Hemero-
harpagorum vgl. Falconidae.
C. Sundevall: Ny anardning ov de Trastartade
Foglarna (Oscines Cichlomorphae) Oefv. K. Vetensk. Acad.
Förh. 1874. N. 3.
E. H. Giglioli: Recherches sur la distribution geo-
graphique generale ou Corologie des animaux vertebres
3. region boreo-americaine et 4. region ethiopique in Bul-
letino della Societa geografica italiana XI 321—366 avec
une carte Rome 1874 ist mir nur durch die Anzeige in
Gervais: Journal de Zool. III 384 bekannt.
R. Ridgway: Catal. of the Ornith. Collect, of the
Boston Soc. Nat. Hist. Pt. IL Proc. Bost. Soc. N. H.
XV? XVI?
Pelz ein: Ueber die wichtigeren Acquisitionen des
k. k. zool. Cabinetes in der Abtheil, der Säugethiere und
Vögel. Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIV 167.
Cabanis: Ueber Abarten. Journ. f. Orn. 236.
Dr. W. Stricker: Sprachwissenschaft und Natur-
wissenschaft. Zool. Gart. 226 (über Vogelstimmen).
W. Frenzel: Die Vogelsprache im Volksmunde. Ge-
fied. Welt 129, 137.
W. Hehn: Culturpflanzen und Hausthiere in ihrem
4 Pelzein; Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Uebergang aus Asien nach Griechenland und Italien, sowie
in das übrige Europa. Zweite umgearbeite Auflage. Berlin
1874. gr. 8.
Dr. A. Prätorius: Die Hausthiere der alten Grie-
chen. Zool. Garten 459.
S. Berthelot: De la domestication des animaux
Bullet, mens. Soc. Acclimat. Paris 3. ser. I 601.
Prof. A. Newton: The Migration of Birds „Nature*'
24. Sept. 1874.
K. Fritsch: Normale Zeiten für den Zug der Vögel
und verwandte Erscheinungen. Denkschr. d. k. Akad. d.
Wiss. Wien 4.
K. Schnelle: Uebt die Umgebung der Thiere einen
Einfluss auf ihre Färbung oder nicht? Gefied. Welt 391.
Gab an i s : Ueber Zwitterbildung bei den Vögeln (Fälle
bei Pyrrhula vulgaris und Colaptes mexicanus). Journ. f.
Orn. 344. Hierüber auch Bolle ib. 345.
Job. V. Fischer: Beobachtungen über Kreuzungen
verschiedener Farbenspielarten innerhalb einer Species.
Zool. Gart. 361. Obwohl hauptsächlich von Säugethieren
handelnd, doch auch für den Ornithologen höchst inte-
ressante Daten.
Bastardirung. Gefiederte Welt 125, 147, 155, 219, 273.
Dr.' S. L. Schank: Lehrbuch der vergleichenden
Embryologie der Wirbelthiere mit 81 Holzschnitten und
einer lithogr. Taf. 1874. gr. 8. Wien.
J. Reinhardt: Ueber einen Kopf knochen der Tura-
cos mit Bemerkungen über ähnliche Knochen in anderen
Familien vgl. Musophagidae.
Dr. E. AI ix: Sur la determination du muscle long
supinateur chez les Oiseaux in Gervais Journ. de Zool.
III 20.
Dr. E. Alix: Essai sur Tappareil locomoteur des
Oiseaux Paris 1874. 8 mit 3 Taf.
A. Quenner Stadt: Studien über Anatomie der
Vögel. I. Die Muskulatur der hinteren Extremitäten der
Schwimmvögel Acta univers. Lundensis IX 1872 mit
11 Taf. Auszug, Zeitschr. f. d. ges. Natur w. X 180.
der Vögel während des Jahres 1874, 5
A. H. Garrod: On certain Muscles ofBirdsand their
Value in Classification Part. IL Proc. Z. S. London 111. t. 17.
J. Andre et Beauregard: Siir le peigne ou mar-
supium de roeil des oiseaux. Compt. rendus Acad. sc.
seance 16. Nov.
Steenstrup: Sur les marques que porteut les os con-
tenus dans les pelotes, rejetees par les oiseaux de proie et
sur l'importance de ces marques pour la geologie et l'ar-
cheologie Vidensk. Meddel. Natur. Foren. Kjöbenhavn for
1872. 213. t. 4. (Vorzüglich werden auch Lund's Forschungen
in den Knochenhöhlen Brasiliens in Betrachtung gezogen.)
Dr. William Marschall: Pterologische Mittheilun-
gen. IL Die Plättchenfedern des Sonnerat'schen Hahnes
(Gailus Sonnerati). Zool. Garten 124 mit 1 Taf.
A. Ja ekel: Ueber Monstrositäten wilder Vögel. Zool.
Gart. 441 mit Holzschnitt.
J. A. Palmen: Om Foglarnes flyttningsvögar Akad.
Afh. mit Karte Helsingibrs. 1874. 8.
ElliottCoues: Field Ornithology 8. Salem. Mass. 1874.
M. and E. Kirby: Stories about birds of land and
water with Illustr. London 4.
J. G. G. Mühlig: Sittengemälde der Vögel. Zool.
Gart. 138, 179, 218, 264.
A. Hansmann: Von welchen die keine Miethe bezah-
len. Vortrag. Gefied. Welt 314, 320, 329 (ornithol. Causerie).
Dr. A. Brehm: Unsere Bodenwirthschaft und die
Vögel (Vortr. im intern. Congr. zu Wien 1873). Journ. f.
Orn. 26.
Zum Vogelschutz. Gefied. Welt 5, 17, 25, 90, 121,
169, 359.
Schüler: Ein Beitrag zum Vogelschutz. Gefied.
Welt 399.
G. V. Koch: Ueber Nistkästchen. Journ. f. Orn. 110.
Briefliches über Nistkästchen ib. 391.
Prof. Liebe: Zur Frage über den Erfolg der Nist-
kästchen ibid. 110 und 337.
Buvignier: Oiseaux et insectes (Vogelschutz) aus d.
Courier de Verdun. Bullet. Soc. Accl. Paris 3. ser. I 659.
Dr. Turrel: Les Oiseaux et les Insectes ibid. 497.
6 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
J. Bech: Apergu sur les oiseaux et lachasse (Vogel-
schutz) ib. 563.
L. A. Bourguin: Protection des Oiseaux Boulogne
(Seine) et Paris 1874.
A. Brehm: Gefangene Vögel IL Bd. bis Lief. 8.
K. R u s s : Die fremdländischen Stubenvögel, Hannover
1874. gr. Lex.-Form. Wird 2 Bde. bilden mit 30 Taf. und
in 12 — 15 Hften. ausgegeben werden.
Pagenstecher: Ein Besuch in den zool. Gärten zu
Köln und Frankfurt a. M. Zool. Gart. 19, 55.
Dr. Max Schmidt: Der neue zool. Garten zu Frank-
furt a. M. ib. 121, 175, 201, 241, 281.
Aufruf zur Anlage eines westfäl. zool. Gartens zu
Münster ib. 110.
E. Friedel: Thierleben und Thierpflege in Italien.
ZooL Gart. 67, 98, 134, 185, 208, 254, 347.
H Schalow: Vom Berliner Vogelmarkte. Zool.
Gart. 306.
L. Linden: Zuchtresultate von exotischen Vögeln
ib. 274.
K. Russ: Aus meiner Vogelstube. Gefied. Welt 169.
Aus den deutschen Vogelstuben ib. 3, 12, 20, 53, 59, 141.
Aus der Vogelstube des Grafen Yorck ib. 384, 392, 401.
Neue und seltenere Erscheinungen des deutschen
Vogelmarktes ib. 29, 44, 91, 355, 368, 385.
K. Russ: Stubenvogelzucht als Erwerb ib. 171, 180,
207, 218, 233, 242 (Forts, v. vor. Jahre).
Schmaltz: Züchtungen in Käfigen ib. 240.
Zur Vogelzucht ib. 360, 369.
Dr. Stölker: Unverträglichkeit einzelner Vogel-
arten ib. 263.
Blätter für Geflügelzucht. Central - Organ sämmtl.
deutscher Geflügel-Züchter- Vereine. Red. v. J. Braun
Jahrg. 1874. Dresden gr. 4.
M. Fries: Die Geflügelzucht in ihrem ganzen Um-
fange mit 16 col. Taf. Stuttgart 1874. 8.
W. B. Tegetmeier: Pheasants for coverts and avia-
ries. Illustr. with füll pag. engrav drawn from life. Lon-
don 1874,
der Vögel während des Jahres 1874, 7
R. Oettel: Der Hühner- und Geflügelhof sowohl zum
Nutzen als zur Zierde. 5. gänzlich umgearb. Aufl. v. Gauss
Hühner- und Geflügelhof mit 8 Taf. Weimar qu. gr. 4.
Zur Geflügelzucht. Gefied. Welt 6, 15, 21, 38, 60,
137, 228, 275, 298, 306, 323.
Ueber künstliche Brut von Hühnern und anderem Ge-
flügel. Nach d. Engl, des W. J. Cantelo übers, v. R. Oettel.
Weimar 1874. kl. 8.
Dr. E. Key: Spirituslampe mit contin. Zufluss zur
Heizung von Brutmaschinen. Zool. Garten 205. Mit Holzschn.
J. H. Krantz: Praktische Anleitung zur künstl. Aus-
brütung der Eier etc. Mit 4 Zeichn. 2. verm. Aufl. Berlin 8.
J. H. Krantz: Brütapparate. Gefied. Welt 395.
W. V. Nathu ius: Speciesuntersch. v. Corvus corone
u. C. cornix und Bastardirung derselben nach den Ei-
schalen, Methode der Untersuchung der Eischalen-Mamillen,
Art der Bildung der Eischale, höchst interessante allgem.
Bemerk. Journ. f. Orn. 1.
AI. Brandt: On a large Fossil Egg from the neigh-
boorhood of Cherson (übers, aus Bullet. Ac. Petersb. XVHI).
Ibis 4 (Struthiolithus chersonensis AI. Brandt).
J. E. Harting: On the Eggs of some little known
Limicolae. Proc. Z. S. 454. t. 60.
M. Guyon: Sur quelques proprietes endosmotiques
de la membrane de la coque des oeufs d'Oiseaux. Compt.
rend. Ac. sc. LXXVIH 848.
Dr. Zöller: Ueber die Zusammensetzung fossiler Eier
und verschiedener im Guano gefundener Concretionen. K.
Akad. Wiss. Wien Sitzg. 16. Juli 1874.
Friedr. B. D roste: Zoologisches aus Peter M i-
chel's Aufzeichnungen. Zool. Garten 337.
Alph. M. Edwards: Observations sur les Oiseaux
fossiles des faluns de Soucats et de la Molasse de Leognan
Biblioth. d. l'ecole des hautes etudes XL Art. 3. 1874. t. 11,
12. Obwohl tertiäre Reste behandelnd, doch der Wichtig-
keit wegen hier zu erwähnen.
T. Salvadori: Note ornitologiche. Atti Acc. To-
rino IX. 1874. 630.
Th. Deyrolle: Illustrations zoologiques Paris.
8 Pelz ein: Bericht üb, d. Leistungen in d. Naturgeschichte
lieber die peruanischen Guanolager. Journ. f. Orn. 343.
C. G. Giebel: Insecta epizoa. Die auf Säugethieren
und Vögeln schmarotzenden Insecten nach Nitzsch's
Nachlass bearb. Mit 20 Taf. Leipzig 1874. fol.
Europa.
Von Dresser: History of the Birds of Europe sind
im Jahre 1874 erschienen P. XXV — incl. XXXIV.
A. Marchand: Description des poussins des oiseaux
d'Europe. Rev. d. Zool. 340 (Milvus ater, Larus ichthy-
aetus, Aquila fulva).
J. G. Keulemans: Onze vogels in huis en tuin be-
schreven een afgebeeld 29. en 30. afl. Leiden 1874. 8.
Hai 1er: Untersuchung über die Nahrung der ein-
heimischen Vögel. Zool. Gart. 384 iForts. v. 1873. 377).
W. Boecker: Ueber die Kennzeichen des Alters und
Geschlechtes unserer einheimischen Stubenvögel. Gefied.
Welt 216, 225.
H. Schacht: Wendehals ( Yunx torquilla) und Haus-
sperling (P. domesticus) als Nestverwüster. Zool. Gart. 76.
Freih. v. Thtingen: Bilder aus dem Thierleben.
Stuttgart 1873. 8.
V. H engl in: Reisennach dem Nordpolarmeer in den
Jahren 1870 und 1871 in 3 Theilen. Beiträge zur Fauna,
Flora und Geologie von Spitzbergen und Nowaja Semlja.
Mit 1 Taf. Braunschweig gr. 8.
C. J. Sundevall: Spetzbergens Foglar med havnds-
akligt avseende pädem som blivit funna under Prof. Nor-
denskiölds resor dit ären 1868 och 1872—73. Oefvers.
K. V. Acad. Förh. 1874. 43.
Dr. V. Dräsche: Reise nach Spitzbergen im Sommer
1873 (ob auch Ornith. ?).
P e 1 X e 1 n : Verzeichniss der vom Grafen J o h. W i 1 z e k
in Nowaja Semlja gesammelten Vögel. Sitzgsb. d. zool.-
bot. Gesellsch. Wien XXIV 559.
L. Holtz: Ueber die Vogel weit Süd-Russlands, ins-
besondere des im Gouvernement Kiew belegenen Kreises
Uman. Mitth. naturw. Ver. von Neu-Vorpommern und
Rügen VI? 98.
der Vögel währetid des Jahres 1874. 9
H. Göbel: Ornithologische Notizen aus der Krimm.
Journ. f. Orn. 447.
Gefiederte Welt im Osten (Süd-Russland). Gefied.
Welt 361, 369, 377, 386, 393, 403, 410, 418.
J. Vi an: Causeries ornithologiques. Reproduction du
vanneau villoteau dans la Russie d'Europe (auch über Ei).
Rev. de Zool. 335.
Dr. 0. Finsch: Bemerkungen über einige von ihm
in Ost- und W.-Finmarken beobachtete Vogelarten (und
üb. eine Vogelsammlung aus S.-W.-Grönland). Abh. naturw.
Ver. Bremen IV. 2 Hft. 1874. 99.
H. Durnford: Ornithological Notes on the North-
Frisian Islands and adjacent Coast Ibis 391, auch über
Nester und Eier.
Welche Lieferungen von S u n d e v a 1 1 Svenska Fo-
glarna erschienen sind, ist mir nicht bekannt.
R. Collett: Remarks on the Ornithology of Northern
Norway v^^ith a Map (from Förh. Vidensk. Selsk. Chri-
stiania 1872).
R. Collett: Briefl. Notiz aus Norwegen. Journ. f.
Orn. 455.
C. G. Friedrich: Naturgeschichte d. deutschen
Zimmer-, Haus- und Jagdvögel. 3. gänzlich umgearb. Aufl.
3—4 Lief. Stuttgart 1874. gr. 8 mit 4 Tat'.
Dr. E. Willibald: Die Nester und Eier der in
Deutschland und den angrenzenden Ländern brütenden
Vögel. 2. verm. Aufl. mit 228 col. Abb. Leipzig 1874?
Dr. A. Hansmann: Notizen über einige Vögel Pom-
merns. Journ. f. Orn. 388, auch Nester.
Fried r. B. D roste: Vogelzug in Preussen. Zool.
Gart. 32.
Dr. E. Rey: Verzeichniss der in nächster Umgebung
von Halle a. S. vorkommenden Vögel (Stand- und Zugvögel).
Zool. Gart. 387.
Dr. E. Rey: Verzeichniss der in nächster Umgebung
von Halle a. S. vorgekommenen Irrgäste aus der Vogel-
welt ib. 428.
0. V. Krieger: Einige Notizen über das Raben-
hüttenwesen im nördlichen Thüringen. Journ. f. Orn. 63.
10 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
P. Müller: Die Vogelschaaren an der Westküste
Sclileswigs, besonders im Marienkooge. Zool. Gart. 104.
A. Prätori US: Beobachtungen über die Fortpflanzung
der schlesischen Brutvögel ib. 229.
V. Tschusi-Schmidhofen: Ornithologische Mit-
theilung aus Oesterreich (1873). Journ. f. Orn. 340.
P e 1 z e 1 n : Zweiter Beitrag zur ornithologischen Fauna
der österr.-ungar. Monarchie. Verh. zool.-bot. Gesellsch.
Wien XXIV 559.
J. G 0 u 1 d : Introduction to the Birds of Great Britain.
London 1873. 8.
Prof. A. Newton edit. of YarrelTs Hist. Brit« Birds
erschien bis P. VII.
Von Clark Kennedy wird erscheinen: The Sports-
raan and Naturalist among the Islands of Orkney (vollst.
Liste d. Vögel u. Noten über Lebensw. und Zug). Sclater,
Ibis 186.
The Birds of Shetland with Observations on their
Habits, Migration and occasional appearance By the late
Henry L. Saxby Edited by his brother Steph. H. Saxby,
Edinburgh 1874. 8.
J. C. Mansell-Pleydell: Ornithology and Con-
chology of the County of Dorset 1874. 8 (Zur neuen Aus-
gabe von Pulteney's Dorsetshire).
M. Brockhole: On birds observed in Wirral. Che-
shire Proceed. Chester Soc. Nat. Sc. N. 1.
J. Hancock: A Catalogue of the Birds of North-
umberland and Durham in Nat. Hist. Transact. of North-
umb. and Durham Vol. VI 1874 mit 14 photogr. Taf. Auch
Eier, Nester, Lebensw.
G. Perini: Ornitologia Veronese in Mem. Accad.
Agricult., Arti e Commercio di Verona 2. ser. LL 1874.
2 Bde.
Ch. A. Wright: Fifth Appendix to a List of Birds
observed in Malta and Gozo Ibis 223.
Asien.
Von Gould's Birds of Asia ist Part XXVI erschienen
der Vögel während des Jahres 1874. 11
mit den Beschreibungen und Abbildungen von Palaeornis
Calthropae, P. Rosa, P. cyanocephala, Paradoxornis Austeni,
P. Heudei, Ixus sinensis, Calophasis Ellioti, Tetraopbasis
obscurus, Columba rupestris, C. leuconota, Aegitbalus con-
sobrinus, Trochalopteron Blythii, Garrulax picticollis, Peri-
crocotus cantonensis und Sylvia nana.
H. E. Dresser and W. T. Blanford: Notes on the
Specimens in the Berlin Museum collected by Hemprich
and Ehrenberg Ibis 335. Wichtige Uetersuchungen üher
die Typen.
W. T. Blanford: Notes on the Synonymy of some
Indian and Persian Birds, with Descriptions of two new
Species from Persia Ibis 75. Sehr wichtige Berichtigungen
nach untersuchten Typen von Ehrenberg, Lichtenstein,
Rüppell u. s. w. ; Auszug Stray Feath. II 329.
M. Blanford bereitet ein Werk über die Zoologie
Persiens vor. Sclater Ibis 174.
Dr. Dybowski: Notiz über die Ostsibirischen Pyr-
rhula-Arten. Journ. f. Orn. 39. Taf. I.
L. Taczanowski: Zweiter Nachtrag zum Bericht
über die ornithologischen Untersuchungen des Dr. Dy-
bowski in Ost-Sibirien. Journ. f. Orn. 315. Beschr.,
Eier, Nisten. Mit Verzeichniss der in der Umgegend des
Alt, Tsuruchoitui im Frühling 1873 gesehenen und gesam-
melten Arten.
Prshewalski wird ein Werk über seine Expedition
in die Mongolei publiciren. Sclater Ibis 174.
Severzow: Turkestanskie Sevotnie Transact. Imp.
Soc. N.-Moscou erwähnt ib.
Dr. N. Severzow: Allgem. Uebersicht der aralo-tian-
schanischen Ornis in ihrer horizT)ntalen und verticalen Ver-
breitung. Journ. f. Orn. 403 (Forts, v. 1873. 389). Höchst
wichtig für geogr. Verbr., Lebensw., Zug; auch Vergleichung
der Verhältnisse in den Alpen und dem Tjan-Schan wäh-
rend der Eiszeit.
E. V. Martens: Zoologisches aus Schi ag int weit's
Reisen in Hochasien. Zool. Gart. 71.
A. Clark Kennedy: Notes on the Avifauna of the
12 Pelzein: Bericht üb. d. Leistangen in d. Naturgeschichte
Desert of Sinai and of the Holy Land Part I. Ibis 107,
Lebensw.
P. David: Journal d'un Voyage dans le centre de
la Chine et dans le Thibet oriental 3. partie (fin.). Nouv.
Arch. Mus. H. N. Bullet. 1.
P. David: Description de quelques Oiseaux de Chine.
Annal. des sc. nat. 5. ser. XIX Art. 9.
Sclater: Notice of Pere David's Travels in China
Ibis 167.
R. Swinhoe: Notes on Chinese Ornithology Ibis
266. t. 10.
R. Swinhoe: Ornithological Notes made at Chefoo
(Province of Shantung, N.-China). Ibis 422. t. 14.
R. Swinhoe: Nachträge zu seiner Abhandl. über
chinesische Vögel (Ibis 1873) ib. 1874. 182.
R. Swinhoe: Ueber einige chinesische Vögel. Ibis 182.
V. Heuglin: Verzeichniss der in China beobachteten
Vögel. Nach R. Swinhoe, Journ. f. Orn. 393. Liste der
europ. Vögel, welche Swinhoe in seinen Birds of China
(Proc. Z. S. 1871) aufzählt.
R. Swinhoe: On some Birds from Hakodadi in
Northern Japan. Ibis 150. t. 7 (Sammig. v. M. Th. Bla-
kiston) et 463.
W. E. Brooks: Ueber indische und chinesische Vögel.
Ibis 459.
Von A. Hume's Stray Feathers erschien Bd. IL 1874.
N. 1. 2. 3.
Von Jerdon's Birds of India wird eine neue Aus-
gabe durch Lord Waiden und Major Godwin Austen
veranstaltet werden. Sclater, Ibis 175.
A. Hume: Nests and Eggs of Indian Birds Part IL
Calcutta 1874, Dentirostres und Conirostres. Eine höchst
werthvolle Uebersicht des über das Fortpflanzungsgeschäft
Bekannten.
Ueber ein illustrirtes Ms.-Werk über die Ornithologie
Indiens, welches von Col. S. R. Tic kell der Bibliothek
der Londoner Zool. Gesellsch. zum Geschenk gemacht wurde.
Proc. Zool. Soc. 667.
der Vögel während des Jahres 1874. 13
J. Anderson wird einen Bericht über die Yunan-
Expedition in den Transact. Linn. Soc. veröffentlichen.
Sclater, Ibis 176.
Sclater: On the Prionochili of British India. Ibis
1. t. 1.
W. T. Blanford: Ueber Malabar- Vögel und die
Malabarfauna überhaupt. Ibis 91.
J. Hayes Lloyd: Berichtigungen zu seiner Abhand-
lung über die Vögel von Kattiawar (Ibis 1873). Ibis 97.
W. E. Brooks: Ueber indische Luscinidae. Ibis 183.
vgl. hierüber W. T. Blanford Ibis 300.
A. Anderson: On the Nidification of certain Indian
Birds Part III Ibis 220 (Sarkidiornis melanonotus, Dendro-
cygna arcuata, Nettapus coromandelianusj.
H. Godwin Austen: Descriptions of Ten new Birds
from the Nägä Hills and Munipur Valley N. E. Frontier of
Bengal. Proc. Z. S. 43. t. 10—12.
Godwin Austen: Fourth list of Birds principally
from the Naga Hills and Munipur. Journ. As. Soc. Bengal
XLIII. 1874. P. IL N. m 151.
V. Ball: Ueber Vögel von den Nicobaren nach den
Ex. des Wiener Museums v. d. Novara-Exp. und verwandte
Formen. Mit Anmerkungen vonA. Hume,. Stray Feathers
II 333.
A. 0. Hume: Contributions to the Ornithology of
India. The Islands of the Bay of Bengal Stray Feath. II
29—324 mit einer Karte, Resultate einer in Gesellschaft
von Dr. Stoliczka, M. Ball und M. Wood-Mason
unternommenen Exped. zur Erforschung dieser Inseln (Pre-
paris, Cocos, Andamanen, Nicobaren, Barren-Island und
Narcondam), Schilderung d. physic. Verhältn., Reisebe-
richt, Analyse der Avifauna, detaill. Liste der Species.
Auch Notizen v. M. Davison, Lebens w., Eier, Nester.
L. Waiden: On a further CoUection of Birds made
by Lieutenant R. Ward law Ramsay in the Andaman
Islands, Ibis 127. t. 4—6. Beschr., Synon. Vgl. W. E.
Brooks, Ibis 459.
V. Legge: On the Distribution of Birds in the Sou-
14 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d, Naturgeschichte
thern Hill-region of Ceylon. Ibis 7, Lebensw. auch Beschr.,
Nisten, Eier.
E. W. H. Holdsworth: Remarks on M. Legge's
Paper on Ceylonese Birds. Ibis 122.
T. Salvadori: Catalogo sistematico degli uccelli
di Borneo con note ed osservazioni di G. D o r i a ed 0.
Beccari intorno alle specie da cessi raccolte nel Ragiato
di Sarawak. Annali del Museo Civico di St. nat. di Genova
Vol. V. 1874. Mit 1 Karte und 6 Taf. Schilderung d.
geogr. Verhältn., der Flora, eingehende Bearbeitung und
Tableau der Avifauna.
AMca.
Dr. Schweinfurth: Im Herzen von Afrika. Deutsche
Originalausgabe, Leipzig und London 1874. 2 Th. 8 (zool.
Bemerkgn.).
Gerhard Rohlfs: Quer durch Afrika. Reise vom
Mittelmeer nach dem Tschad-See und zum Golf von Guinea.
In 2 Th. mit 2 lithogr. Kart. I Th. 1874. Leipzig 8.
Ismailia: A Narrative of the Expedition to Central-
Africa for the Suppression of the Slave Trade organized
by Ismael Khedive of Egypt. By Sir Samuel. W. Baker:
Pascha 2 Vol. London 1874 (Jagden, Baelaeniceps).
E. M a r n 0 : Reisen im Gebiete des blauen und weissen
Nil, im ägyptischen Sudan und den angrenzenden Neger-
iändern in den Jahren 1869 bis 187.S. Mit 36 Tafeln und
Holzschn. nach Originalzeichn. und 3 Karten Wien 1874.
gr. 8.
Dr. G. Hartlaub: Die Glanzstaare Afrikas mono-
graphisch bearbeitet. Abh. naturw. Ver. Bremen Bd. IV.
2. Hft. 1874. Vorzügliche Abhandig. auch Lebensw., Eier,
Nester.
V. Heuglin's Ornithologie Nord-Ost- Africas ist mit
Lieferung 57 zum Abschluss gekommen und wir können
dieses nun vollständig gewordene treffliche Werk mit
grosser Freude begrüssen.
H. E. Dresser und W. T. Blanford: Notes on the
der Vögel während des Jahres 1874. 15
Specimens in the Berlin Museum coUected by Hern p rieh
and Ehrenberg. Ibis 335.
V. Heuglin: Bericbt über Shelley's Handb. Birds
Egypt. Journ. f. Orn. 46. Mit speciellen Bemerkungen und
einem von Dr. v. Heu gl in verfassten Verzeichnisse der
aus Europa und von West-Asien her das nordöstl. Afrika
besuchenden Zugvögel.
A. Clark Kennedy: Ueber in Egypten beobachtete
Vögel. Ibis 108.
E. Marno: Die Storche des Nil-Gebietes. Zool.
Gart. 48.
H. T. Ussher: Notes on the Ornithology of the Gold
Coast. Ibis 43. t. 2. Lebensw., Nisten, Ei von Picathartes.
Dr. A. K e i c h e no w : Zur Vogelfauna Westafrikas.
Ergebnisse einer Reise nach Guinea. Journ. f. Orn. 353.
Schilder, d. physic. und zool. Verhältn., System. Aufz. der
beob. Arten, Lebensw., auch Nisten und Eier, Weich-
theile u. s. w.
R. B. Sharpe: On a small Collection of Birds from
Bulama, one of the Bissagos Islands, W.-Africa. Proc.
Z. S. 305.
J. V. Barboza du Bocage: Aves das possessoes
portuguezas d'Africa occidental Jornal de Sciencias mathem.,
physic. e naturaes Lisboa 1874 (N. XVII). Nona Lista,
Decima Lista (Sendg. v. S. Anchieta).
The Birds of South-Africa by E. L. Layard New
edit. thoroughly revised and augmented by R. Bowdler
Sharpe ist als in Kurzem erscheinend angekündigt; mir
ist aber nicht bekannt, ob bereits publicirt.
T. E. Buckley: List of Birds collected or observed
during a journey into the Matabili Country in 1873 (S.-
Africa). Ibis 355. Auch einige Notiz, über Eier und Nester.
T h. A y r e s : Additional List of and Notes on Birds
obtained in the Republic of Trans-Vaal (Communicated by
J. H. Gurney). Ibis 101. t. 3. Lebensw., Eier, Nester.
-- Gurney ib. 463.
Alph. M. Edwards: Recherches sur la faune an-
cienne des iles Mascareignes : in Annal. des sc. nat. 5. ser.
XIX. Art. 3 (Rodrigue et Maurice), t. 11—15. Osteol :
16 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Vgl. Rech. Faune orn. eteinte iles Masc. et Madag. im vo-
rigen Berichte.
America.
S. Baird, Brewer and Ridgway: History of N.-
American Birds Land Birds Vol. I — III mit 64 Taf. und
593 Holzschn. Gr. Lexic. 4. Boston 1874. Mir nicht aus
eigener Anschauung bekannt.
Dr. F in seh: Bericht über dieses Werk. Journ. f.
Orn. 76.
0. Salvin: A Visit to the principal Museums of the
United States, with Notes on some of the Birds contained
therein Ibis 305. t. 11, 12. Enthält auch Noten und Be-
richtigungen zu Baird, Brewer u. Ridgw. N.-Amer.
Birds S. 312.
S. F. Baird: Review of Amer. Birds in the Mus. of
the Smiths. Instit. Smiths. Instit. Miscell. Coli. Vol. XII
1874.
Jasper: The Birds of N.-America. Drawn and de-
scribed in 36 monthly parts Part 1 — 5. Cincinnati (Ohio)
1874.
Straubenmtiller: Die Singvögel Americas (aus N.-
York Belletr. Journ.). Gefied. Welt 256, 265, 272.
Dr. Elliott Coues: Field Ornithology, comprising
a manual for procuring, preparing and preserving birds
and a check-list of North-American Birds Salem. Mass.
1874. 8.
Th. G. Gentry: On Habits of some American Spe-
cies of Birds. Proc. Acad. Philad. 1874. 96.
Die zweite Deutsche Nordpolfahrt in den Jahren 1869
u. 1870 unter Führung des Kapt. K. Koldewey. II. Vögel
bearbeitet von 0. Finsch mit Noten von A. Pansch,
lieber die Avifauna Ostgrönlands, krit. Unters., Beschrb
von Kleidern, Beobacht. über Lebensw. 78. Eier bearbeitet
von A. Newton übers, v. Dr. Hartlaub ib. 238.
Dr. 0. Finsch: Ueber eine Vögelsammlung aus Süd-
west-Grönland. Abh. naturw. Ver. Bremen IV 2 Hft. 1874.
99 (Sammig. des Missionärs H. Star ick). Kleider, Lebensw.,
Nisten, Eier.
der Vögel während des Jahres 1874. 17
J. Reinhardt: Notitser til Grönlands Ornithologi
Vidensk. Medd. naturh. Foren, i Kjöbenliavn 1874. N. 12
— 16. 179.
Elliott Coues: Ornithology of tlic Prybilow Is-
lands 4. 1873 (details Ibis^ 458).
H. W. He US harn: Annotated List of the Birds of
Utah Ann. Lyc. N. H. N. York XI 1874.
E. C. Reed: Remarks on the Birds of Juan Fer-
nandcz and Mas-a-fuera. Ibis 81.
Vou Maynard's Birds of Florida ist 1874 Heft HI
erschienen^ auch über Nester und Eier. Die Tafel stellt
Phouipara zena m. et f. dar.
G. N. Lawrence: Birds of Western and North-
western Mexico, based lipon coUections made by A. J.
Grayson, J. Xantus und F. Bise hoff Memoirs Boston
Soc. N. H. Vol. II P. III numb. 11" 1874, auch Lebensw.,
Nester und Eier.
G. N. Lawrence: Descriptions of Six supposed New
Species of American Birds Ann. Lyc. N. H. N. York X
1874. 395.
Lawrence: Descriptions of Two New Species oi
the Farailies Tanagridae and Tyrannidae ib. XI 1874. 76.
F. M. Brewer: Descript. of the Nests and Eggs of
some Arizona Birds Proc. Bost. Soc. N. H. XV?, XVI?
Th. Belt: The Naturalist in Nicaragua London 1874.
8, manche ornith. Notizen und Holzschn. Illustr.
0. Salvin: Nachrichten aus Guatemala. Ibis 99 et 188.
Dr. J. Gundlach: Neue Beiträge zur Ornithologie
Cubas. Journ. f. Orn. 113 et 286 (Fortsetz. v. 1872. 432),
über Nester, Eier, Lebensw., auch Beschreib.
Dr. J. Gundlach: Beitrag zur Ornithologie der Insel
Portorico ib. 304. Verzeichnisse der Vögel der Insel und
Listen früherer Beobachter.
Sclater: Ou a small coUection of Birds from Bar-
badoes, West-Indies (von Sir Graham Briggs eingesendet).
Proc. Z. S. 174.
Sclater: Ueber den Nomenciator Avium Neotropi-
calium und die Vorarbeiten zu einem „Index Avium Ame-
ricanarum'^ Ibis 179. Dieses Werk aus der Feder so emi-
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. '2. B
18 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
nenter Kenner der americanischen Vögel wird eine der
wichtigsten Bereicherungen der ornithologischen Literatur
bilden.
Gould: On three new species of Toucans pertaining
to the Genus Aulacorhamphus. Ann. nat. hist. 4. ser.
XIV 183.
Keller-Leutzinger: Vom Amazon und Madeira
1874. 4. Geographisch; zoologisches nur gelegentlich, Jag-
den u. s. w.
Cabanis: Uebersicht der von H. Carl Euler im
Distrist Cantagallo, Prov. Rio Janeiro gesammelten Vögel.
Journ. f. Orn. 81 et 225. Zahl der ges. Arten 228.
P e 1 z e 1 n : Verzeichniss einer an Dr. L. W. Schau-
fuss gelangten Sendung Vögel aus Neu-Freiburg in Bra-
silien. „Numquam otiosus" 291—92.
Graf B e r 1 e p s c h : Zur Ornithologie der Provinz Santa
Catharina, S. - Brasilien. Journ. f. Orn. 241 (Schluss v.
1873 — 293). Beschbgn., Messungen, Synon., sorgtältig be-
arbeit. geogr. Verbreitung, wichtige Daten über Wanderung
der Grallatoren.
W. H. Hudson: Notes on the Procreant Instincts of
the three Species of Molothrus found in Buenos-Ayres.
Proc. Z. S. 153. Nebst Betracht, über die Instincte mancher
anderer Vögel.
P e 1 z e 1 n : Ueber eine Sendung von Vögeln aus
Ecuador. Verb. z.-b. Ges. Wien XXIV 171.
Cabanis: Von H. Jelski gesammelte neue perua-
nische Vögel. Journ. f. Orn. 97.
Sclater: Ueber H. C. Jelski's Sammlungen in W.-
Peru. Ibis 100.
L. T a c z an 0 w s k i : Description des Oiseaux nouveaux
du Peru central. Proc. Z. S. 129. t. 19—21. Von H. Jelski
gesammelt. (Enthält auch ein Verzeichniss der bereits
von Dr. Cabanis beschriebenen Arten.)
L. Taczanowski: Liste des Oiseaux recueillis par
M. Constantin Jelski dans la partie centrale du Perou
Occidental Proc. Z. S. 501. t. 64. 65 (auch Nester, Eier,
Lebensw.).
H. Whitely: Further Notes on Humming Birds col-
der Vi'p-ol währ(M!il des Jahres 1S74. 19
iectecl in High Peru. Proc. Z. S. 675, Lebensw. (vgl. Proc.
Z. S. 1873).
Sc lat er et Salvin: On Peruvian Birds eollecied
by M. Whitely P. VIII. Proc, Z. S. r.77. t. 84 (vgl. Proc.
Z. S. 1873).
L. Landbeck: Zur Ornithologie (yhile.s. Troschei'.s
Arcb. XL 1874. 112 (Sterna, Coniirus).
Australien.
Catalog Mus. Godeffr. V. enthält topographische No-
tizen, namentlich über Polynesien, dann über vonM, Gar-
rett auf Raiatea (Tahiti Gruppe) gesammelte Vögel XVI,
Vögel von den Tonga-Ins. von Dr. G raffe gesammelt
XIX, Vögel V.Frau Dietrich am Lake Elphinstone (Au-
stralien) gesammelt XXV. Nachträgl. Verz. von durch
Frau Dietrich in N.-Holland gesammelter Vögel XXVII.
Dr. A. B. Meyer: lieber neue und ungenügend be-
kannte Vögel von Neu- Guinea und den Inseln der Geel-
vinksbai in Sitzgsber. k. Akad. Wiss. Wien 1874. Mitth.
I. LXIX Febr., II ib. März, III ib. April, IV ib. Mai, V.
LXX Juni, VI ib. Juli. Alphab. Index LXX December.
In der ersten Mittheilung werden auch die anderwärts als
neu beschriebenen Funde aus N.-Guinea aufgeführt. Einer
der wichtigsten Beiträge zur Fauna dieses so interessanten
Theiles der Erde.
Dr. A. B. Meyer: Ueber Drepanornis Albertisi Sei.,
Trichoglossus Josefmae Finsch und Tr. Wilhelminae n. sp.
Journ. f. Orn. 55.
Sclater: Dr. A. B. Meyer's Diseoveries in New-
Gui'nea. Ibis 416.
Dr. Finsch: Notiz über Dr. A. B. Meyer's orni-
thologische Forschungen in Neu -Guinea. Abb. naturw.
Ver. Bremen IV. 2. Hft. 1874. 118.
T. Salvadori: Altre nuove specie di uccelli della
Nuova Guinea e di Goram raccolte dal Signor d'Albertis.
Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova VI 1874.
T. Salvadori: Altre nuove specie di uccelli raccolte
nella Nuova Guinea dal S. Albertis e nelle isole Arn
e Kei dal Dott. 0. Beccari ib. 308.
20 Pelzein: Bericht üb. d, Leistungen in d. Naturgeschichte
T. Salvador!: Nuove specie di uccelli delle isole
Aru e Kei raccolte da 0. Beccari ib. 73.
E. P. Ramsay: Descriptions of five new Species of
Birds from Queensland and of the Egg of Chlamydodera
maculata. Proc. Z. S. 601, auch Lebensw.
Von den Transactions of the N.-Zealand Instit. konnte
ich Bd. VI 1873 nicht benutzen.
Dr. 0. Finsch: Zusätze und Berichtigungen zur Re-
vision der Vögel Neuseelands. Journ. f. Orn. 167 (vgl.
ib. 1872. 81, 162, 241) mit einer revidirten Liste der Vögel
Neuseelands, auch Auckland und Chatham-Ins., 154 Arten,
wovon 80 eigenthtimliche. Anhang: Arten, deren Vor-
kommen unsicher ist oder die aus der Liste zu streichen
sind.
W. Buller: Notes on the Ornithology of New-Zea-
land. Ibis 112, auch über Eier und Nester, mit 2 Holzschn.
W. Bull er: Ueber einige neuseeländische Vögel
(Hieracidea, Tribonyx Mortieri, Rallus modestus). Ibis 93.
F. W. Hut ton: Notes on certain Birds of New-Zea-
land. Ibis 34. Bemerkungen zu M. Buller's Werk über
die Vögel N.-Seel., auch über Eier.
J. A. Harvie Brown: Ueber Eier (auch Nester)
einiger neuseeländischer Vögel (worunter Anarhynchus fron-
talis und Ocydromus australis). Ibis 96.
G. Dawson Rowley: Ueber seltene Vögel aus Neu-
seeland. Proc. Z. S. 497.
T. H. Potts: Notes on New-Zealand Birds Part IV
1874 (Transact. N.-Zeal. Inst. 1873. 139). Krit. Bemerk.
Lebevsw., Nester, Eier.
T. H. Potts: On recent changes in the Fauna of
New-Zealand from a paper read before the Philos. Inst,
of Canterbury Dec. 12. 1872. Reprinted from the „Field"
Christchurch 1874.
Dr. J. V. Haast: Remarks on the Exstinct Birds of
New-Zealand, Ibis 209. Synopsis der näher bekannten
Moas, osteolog. Details u. s. w.
der Vögel während des Jahres 187 i. 21
Accipitres.
K. Bowdler Sharpe: Catalogue of the Accipitres or Diiir-
nal Birds of Prey iu the CoUectiou of the British Museum, Loudon
1874 8. Mit 14 Taf. Verf. hat das schwierige Werk übernommeu,
auf Grundlage der prachtvollen Sammlung des Brit. Mus. mit Be-
wältigung der gesammtcn Literatur die Tagraubvögcl vollständig
systematisch zu bearbeiten und er hat diese schwere Aufgabe in
glänzender Weise gelöst. Möge ihm Zeit und Kraft beschieden sein
in dieser Weise das ganze Feld der Ornithologie zu behandeln.
Verf. theilt die Accipitres in drei Subordines: Falcones, Pandiones.
Striges und die Falcones in zwei Familien : Vulturidae und Falconidae.
C. J. Suudevall: Förnyad anordning av Dagrovfoglarna.
Dispositio nova Accipitrum Hemeroharpagorum. Ofv. k. Vet. Acad.
Förh. Stockholm 1874. N. 2.^
E. Hodek: Die europäischen Raubvögel, Wien. I.Serie, Diese
trefflichen photographischeu Darstellungen sind vom Ref. in Sitzgb.
z.-b. Gesellsch. Wien XXIV 31 näher besprochen worden.
Vulturidae. J. Davidson: Ueber Nester von Otogyps calvus
Stray Feath. II 336.
Bei Gyps fulvus wird eine neue Subspecies hispaniolensis
unterschieden. Sharpe, Catal. Accip.
Beschreibung von Gyps africanus Salv. Bocage, Av. poss.
portug. decima lista 16, 17.
Der Condor von Chile und der Magellanstrasse dürfte viel-
leicht als Sarcorlmmi^lms mageUanicus von S. gryphus zu trennen
sein. Sharpe 1. c.
Neue Gattungen: Oenops Sharpe, Cat. Accip. 25 (0. aura,
pernigra, falklandica, urubitinga, caiiforniana) ist nach d. Zusätze
S. 455 synonym mit Rhino gryphus Ridgway B. N. Am. 337. —
Pseudogryphus Ridgway, B. N. Am. 338 (R. californianus); nach
Sharpe 1. c. 455 kaum von Rhinogryphus zu trennen.
Neue Arten: Sarcorhamphus aequatoriälis Sharpe (V. griphus
Eyd. et Soul.), Catal. Accip. 21, Ecuador, Columbia? — Oenops
pernigra Sharpe (aura? Wied), ib. 26, Guiana, Amazonia, Peru.
Abbildungen. Vultur cinereus Hodek Europ. Raubv. t. 2 a.
— Gyps Kolbi Sharpe, Cat. Accip. t. 1. — Oenops falklandica
Sharpe, ib. t. 2. f. 1. — 0. urubitinga, ib. t. 2. f. 2. — Neophron
percuopterus Hodek Europ. Raubv. t 4a.
Falconidae. Astur leucosomus Subsp. v. A. Nov. Holl. 119;
näheres über Onychaetus? Grueberi Ridgway 158, der Name Hie-
racidea orientalis (berigora orientalis Schi.) für H. berigora Gray
422, Cerchneis Naumanni (Fleisch) für F. tinnunculoides Temm. 435.
Sharpe, Catal. Accip.
22 Pelze In: BoricUt üb. u. Leistungen in J. Naturgeschichte
Bemerkungen zu Schlegel's Aves Rapaces (Rev. Mus. P. b.
10 Livr). Ibis 456.
Formen von Buteo borealis : var. Krideri Texas ~ Minnesota,
var. lucasanus Cap. S. Lucas, var. costaricensis, C. -America. Ridg-
way, B. N. America 258.
W. E. Brooks: Notes on some European aml Asiatic Eagles.
Ibis 84 (A. lulvescens, vindhiaua, orientalis etc.).
Ueber lebende Exemplare von Aquila orientalis im Berliner
zooi. Gart. Journ. f. Orn. 93.
Ueber Aquila vittata und A. hastata. G u r n e y, Stray Feath. li 332.
II. E. Dresser: Notes on tlie Small-Spotted Eagle of N.
Germauy. A. maculata (Gm). Ann. nat. hist. 4. ser. XIII 373
Aquila fulva bei Sondershausen, v. Krieger, Journ. f.
Orn. 347.
W. H. Unwin: On the Breeding of the Golden Eagle (A.
chrysaetos) in Northwestern India. Proc. Z. S. 208.
H. Goebel: Aquila pennata und miuuta. Journ. f. Orn. 284.
Howard Saunders: On Sexual Variations in the Nestling-
Plumagc of the Booted Eagle (Nisaetus pennatus). Ann. nat. hist.
XIV 136.
Ueber den Spilornis von Ceylon. J. II. Guruey, Ibis 181.
Falco gyrfalco var. candicans, v. islandicus, v. Sacer, v. la-
bradora 111, F. lanarius var. polyagrus. var. mexicanus^ var. juggur,
109, F. communis var. Pealei, Oregon bis Sitka, F. lithofalco var.
Suckleyi Oregon bis Sitka (nach Sharpe, Cat. Accip. 460 zu F. co-
lumbarius). Ridgway, B. N. Amor. vgl. auch Sharpe, Catal. Accip.
R. B. Sharpe: Oontributions to a History of the Accipitres
or Birds of Prey I. On the Females of the common and South-
African Kestrel Proc. Z. S. 580, t. 68.
Verdrängung des Tinnunculus alaudarius durch T. cenchris in
Kärntheu. v. Tschusi, Zool. Gart. 468.
Todtstellen eines Milvus. Jj. Zool. Gart. 232.
Rostrhamus sociabilis var. plumbens aus Florida. Ridgway,
B. N, Amer.; nach Sharpe, Cat. Acc. 459 zu R. leucopygus.
Westl. Form von Astur atricapillus var. striatulus. Ridg-
way, B. N. Amer. 240, Sharpe, Cat, Accip. 456.
A. Üal>ois: Note sur rAccipiter Ilartlaubi. Rev. de Zool.
1. t. 4.
Ridgway: Revis. of the Falconine Genera Micrastur, Gera-
nospiza and Rupornis. Proc. Boston Soc. N. II. XV? XVI?
Owen: Ueber den ausgestorbenen Ilarpogoruis Moorei. Trans-
act. Z. S. VIII 380 (86?).
Neue Gat tun ge n. Dromolestaa Sundev., k. Vet. Förh.
1874. 27 (iypus Craxirex Galapagoensis). — //"e^erospi^üts Sharpe,
Cat. Accip. 160 (Falco meridionalis Lath.). — PteroUstes Sundev.
der Vögel während des Jahres 1874. 23
1, c. 27 (Buteo Jackal, B. augur). — Plangus Sundev. ib. 28 (P.
neogaeus u. sp.). — Rhynchofalco Ridgway, B. N. Amer. 155
(typus Falco fusco-coerulescens; Subgenus). — D inospi zias (Sub-
genus) Gab., Journ. f. Orn. 228 (typvis Astur pectoralis Cuv.). —
Urotr iorchis Sharpe, Cat. Accip. 83 (Astur macrurus Hart!.). —
Erythrocnema Sharpe, ib. 84 (Falco unicinctus Temm.) ist nach
Zusatz ib. 456 synonym von Antenor oder Parabuteo Ridgway,
B. N. Amer. 243, 249. — Lophotrior ehis S)h3irTße, ib. 255 (Astur
Kieneri Geoffr. und Falco Isidori Des Murs). — Dri/otr iorchis
Shelley, Ibis 90 (Astur spectabilis Schi.) — Ghirospizias Sundev-
1. s. c. 24 (typus Astur griseogularis). — Leptohierax Sundev. ib.
(typus Accipiter cooperi). — Nothierax Sundev. 25 (typus Clima-
cocereus xanthothorax).
Veränderte Gattungsnamen: Microhierax Sharpe,
Cat. Accip. 366 für Hierax Vig. — Uarpa für Harpe Bp. Sharpe,
ib. 372. — JJrospizias für Urospiza Kaup Sharpe, ib. 159. —
Bypornis für Rupornis Kaup Sundevall, k. Vet. Förh. 1874. 25.
Neue Arten: Aqtiila Boeckii E. v. Homeyer, Journ. f. Orn.
105 (Discussion). — Spizaetus JJevillei Dubois, Bull. Acad. Belg.
XXXVIII Juli 1874, Ecuador. — Plangus neogaeus Sundev., Oetv.
k. Vet. Förh. 1874. 28, Brasil. — Falco religiosus Temm. msc. (fron-
tatus Schi.) Sharpe, Cat. Accip. 397 Ceram, Gilolo. — Milvus pa-
lustris Anders., Pr. A. S. ß. 1873. 142. — Astiir Wallacii Sharpe
(approximans Wall, nee V. H.), Cat. Accip. 128, Lombok, Buru. —
Astur sp., ib. nota Lombok. — Micronisus poliopsis A. Hume,
Stray Feath. 325, N.-Pegu.
Abbildungen. Buteo plumipes Hodgs. Sharpe, Cat. Accip.
t. 7. f. 1. — B. ferox ib. t. 8. — Archibuteo strophiatus (Hodgs.)
ib. t. 7. f. 2. — A. lagopus Hodek Eur. Raubv. t. 27 a. — Aquila
Boeckii E. v. Hom., Journ. f. Orn, t. 3. — A. clanga Pall jun.,
ib. t. 4. f. 1, 2. — A. Orientalis Cab. juv., ib. t. 4. f. 3. — Stein-
adlerfang mit 2 überzähligen Zehen, Holzschn. Jäckel, Zool. Gart.
445. — Aquila fulva, Dunenkleid, Marchand, Rev. de Zool. t. 12,
— A. imperialis Hodek Eur, Raubv. t, 7 a. — A. nipalensis Dresser
B. Eur. P, XXXIII. — A. pennata ad. et pull, ib. XXXII. — A,
minuta Hodek Eur. Raubv. t. IIa. — ^Nisaetus fasciatus ad. et pull.
Dress,, B. Eur. P. XXXIV. — Spizaetus Devillei Dubois, Bull. Acad,
Belg. XXXVIII t. 1. ad. t. 2. j. — Circaetus gallicus Dresser, B. Eur.
P. XXIX, XXX. — Spilornis pallidus Waiden Sharpe. Cat. Accip.
t. 9. — Haliaetus albicilla Hodek Eur. Raubv. t. 14 a. — Hierofalco
Holboelli Sharpe, Cat. Accip, t, 13. — Falco minor Bp., ib. t. 12.
— F. peregrimis Hodek Eur. Raubv. t. 18 a.. 18 b. — F. lanarius
(Blaufuss), ib, t. 17 a. — Hypotriorchis snbbuteo ib. t. 19a. — H.
aesalon ib. t. 20 a, Tinnunculus alaudarius ib. 21a. — Cerchneis
24 Pelzelu: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
tinnuncukis f. (var.) Sharpe, Proc. Z. S. t. 68. f. 3. — C. rupicola
ib. f. 1, 2. — C. alopex Sharpe. Cat. Accip. t. 14. f. L — C. zoni-
ventris ib. f. 2 — Baza magnirostris ib. t. 10. f. 1. — B, erythro-
thorax Sharpe, ib. f. 2. — B. sumatrensis ib. t. 11 f. 1. — B. cu-
culoides id. f. 2 — Pernis apivorus Hancock, B. Northumberl. t. 1.
f. 1, 2. — Milvus regalis Hodek Eur. Raubv. t. 29 a. — M. niger.
Dunonkl., Marchand, Rev. de Zool. t. 12. — Astur palumbarius
Hodek Eur. Raubv. t. 24a. — A. macroscelides Haiti Sharpe, Cat.
Accip. t. 3. — A. soloensis (Lath.) ib. t. 4. f. 1. — A. cucukjides
(Temm.) ib. f. 2. — A. Wallacii Sharpe, ib. t. 5. — A. Toussenelii
(Verr.) ib. t. 6. f. 1. — Accipiter nisus Hodek Eur. Raubv. t. 25 a;
var. (mit ungebänderter Brust) Hancock, B. Northumberl. t. 2. —
A. Hartlaubii (Verr.) Sharpe, Catal. Accip. t. 6. f. 2; Dubois, Rev.
de Zool. t. 4. — Circus melauoleucus jr. Swinhoe, Ibis t. 10. —
Strigiceps cyaneus Hodek Eur. Raubv. t. 32 a.
Strigidae. G. Heller, Zool. Gart. 35, Nahrung der Eulen.
Ridgway, Revision of the Strigine Genus Glaucidium. Proc. Bost.
Soc. N. H. XV?, XVI?
Strix tenebricosa Gould (aus N.-Guinea), Noctua Hoedtii Schi,
jun. Dr. A. B. Meyer. Sitzgsb. k. Akad. Wien 3. 11.
Dr. Döbner: Beobachtung des Prof. Friis über das Brut-
geschäft der Nyctea nivea. Zool. Gart. 356.
Ueber lebende Exemplare von Sceloglaux albifacics. G. Daw-
son Rowley, Proc. Z. S. 498.
W. H. Hudson: On the Habits of the Burrowiug Owl (Pho-
ieoptynx cunicularia). Proc. Z. S, 308, auch Ei.
Nahrung der Schleiereule, Jacke l, Zool, Gart, 469.
Neue Arten: Athene dimorpha Salvad., Ann. Mus. Civ. Ge-
nova VI 308, N. Guinea d'Albertis. — Gymnoglaux Krugii QvmdiX.^
Journ. f. Orn. 310 et 315, Portorico. — Buho sinensis AXihQ Ileude,
Annal des sc. nat. 5. ser XX, China. — Scops modestus L. Waiden,
Ann. nat. bist. 4. ser. XIII 113, Andamanen, Capt. Wimberley. —
Lempijiis erythrocampe Swinhoe, Ibis 269, China.
Abbildungen. Athene noctua Hodek Europ. Raubv, t. 35 a.
— Ninox obscurus Hume L, Waiden, Ibis t, 4, — N, affinis Tytler,
ib, t, 5. — Bubo maximus Hodek Eur. Raubv. t. 38 a. — Syruium
uralense ib. t. 41a.
Passeres fissirostres.
Caprimulgidae. Neue Arten, Äegotheles diihius A B.
Meyer, Sitzgsb. Ak. Wien LXIX 2, N.-Guinea, — Gaprlmidgus bor-
neensis Wall. (Lyucornis Gray, Hand-List) Salvad., Ann. Mus, Civ.
der Vögel während des Jahres 1874. 25
Geuova V. 117, Boriieo. — C. nigrescens Abbe lleiidc; Annal. des
sc. nat. XX, China.
Abbildung. Caprimulgus ruficollis Dresser. ß. Eur.
P. XXXIV.
Cypselidae. lieber Cypselus melbain der Schweiz. G. Ha II er,
Zool. Gart. 240 et 275.
Nest und Ei von Cypselus pacificus, Swinhoe, Ibis 435.
Collocalia francica (Gm.) auf den Andamanen, Ceylon und in
Sikini. L. Waiden, Ibis 132 (synon.).
Neue Art: Cypselus Terrae Beginae Ramsay, Proc. Z. S.
601. Queensland.
Abbildungen. Cypselus melba Dresser, B. Eur. P. XXXI.
— C. apus ib. — C. unicolor ib. — C. affinis ib. XXXIII.
Hirundinidae. Neochelidon tibialis (Cass.) durch H. Euler
im District Cantagallo, S,-Bras., gefunden. Cab., Journ. f. Orn. 83.
Cotyle riparia. Dresser, B. Eur. XXXII sine fig.
Abbildungen. Cotyle rupestris Dresser, B. Eur. P. XXVIII.
— Chelidon Blakistoni Swinhoe, Ibis t. 7. f. 1. — Ch. Whitclyi
Swinhoe (Ilir. lagopoda Pall.) ib. f. 2.
Coracindae. J. Reinhardt: Om Ellekragens Forekorast her
i Landet Vid. Meddel. nat. Foren, i Kjöbenhavn 1874. H. 6. 113
(Ellekragen = Coracias garrula).
Eurylaimidae. Salvadori: Intorno al Genere Cymborhynchus
Vig. Atti Accad. Torino IX 418.
Neue Art: Cymborhynchus malaccensis Salvad. (nasutus et
macrorhynchus Auct. plur.), Atti Accad. Torino IX 425, Malacca,
Tenasserim.
Todidae. R. B. Sharpe: On the Genus Todus, Ibis 344.
t. 13. Sorgfältig gearbeitete Monographie.
Neue Art: Todus pulcherrimus Sharpe, Ibis 349 et 353,
Jamaiea?
Abbildungen. Todus subulatus Gray et Mitch. Sharpe,
Ibis t. 13. f. 1, 2. - T. pulcherrimus Sharpe, ib. f. 3.
Momotidae. Abbildungen. Momotus aequinoctialis Eyton,
Osteol. Avium II Suppl. P. 2. t. 12, Skelet, t. 12 a details. — Holz-
schnitte von Köpfen des M. Martii, TJi. Belt Naturalist in Nica-
ragua 16.
Trogonidae. Neue Art: Pharomacrus xanthogaster IL Turati
et T. Salvadori. Proc. Z. S. 652, Bogota?
Alcedinidae. Schlegel: Revue de la collect, des Alcedines
(Nachträge zur Aufzählung v. 1863), Mus. Pays-bas, Livr. 11. Alcedines.
lieber Tanysiptera Riedelii J. Verr. (T. Schlegeli Ros.) Dr. A.
B. Meyer, Sitzgsb. Akad. V^ien 1. 4.
Neue Arten: Pelargopsis gigantea L. Waiden, Ann. nat.
bist. XHl 113, Sulu-Ins, Dr. A. B. Meyer ib. 401, 475. — Ceyx sp.
26 Pelz ein: Bericlit üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
(C. Sharpii Wald, nee Salvad., Ibis 1872) Salvad., Ann. Mus. Civ.
Genova V. 100, Borneo. — Älcedo Beavani (A. rufigastra ante) L
Waiden. Ann. nat. hist. Audamanen, N. -Indien.
Passeres tenuirostres.
Upupidae. Dr. Stölker: lieber den Wiedehopf. Gefied.
Welt 264.
Dr. Finsch; lieber die bereits durch Sclater geschehene
Publication des Drepanornis Albertisi, der dann von Dr. A. B.
Meyer in der Octobernummer des Journ. f. Orn. unter d. Namen
Epimachus Wilhelminae aufgeführt worden ist. Journ. f. Orn. 54.
Die Priorität ist bereits durch Dr. Meyer anerkannt worden. Vergl.
d. vorjährigen Bericht und Dr. A. B. Meyer. Journ. f. Orn. 55.
lieber Drepanornis Albertisi, Sclater, Ibis 186. — Dr. A.
B. Meyer, ib. 303 und Sitzgsb. Akad. Wien LXIX 1. 2. Note.
V. Rosenberg nimmt die Priorität seines für das W. in
der Beschreibung seiner Keise gegebenen Namens Epimachus Vethi
vor Drepanornis Albertisi in Anspruch, Zool. Gart. 8. — lieber
diesen Prioritätsanspruch. Dr. A. B. Meyer ib. 116.
Abbildung. Holzschnitt von Drepanornis Albertisi nach
der »Nature«. Zool. Gart. 7.
Promeropidae. T. Salvadori: Intorno al Genere Hermotimia
Rchb. Atti Accad. Torino X 1874. 261 c. tab.
Chalcostetha aspasia (Less.) var. maforensis, var. mysorensis,
var. jobiensis (stirps geelvinkiana). A. B. Meyer, Sitzgsb. Ak. Wien
5. 13 — 15 (Hermotimia mysorensis, jobiensis, maforensis Meyer.
Salvad., Atti Accad. Torino X 224, 225, 227).
P. L. Sclater: On the Prionochili ofBrit. India. Ibis 1. t. 1.
Neue Gattungen: Arachnophila Sdihdid., Ann. Mus. Civ.
Genova V 173 (Nectarinia simplex Müll.). — Lobornis Sharpe,
Ann. nat. hist. XIV 63 (L. Alexandri n. sp.).
Neue Arten: Chalcostetha sangirensis A. B. Meyer, Sitzgsb.
Ak. Wien 5. 11 (Hermotimia sang. Salvad., Atti Acc. Torino X 233),
Sangir-Ins. n. d. Celebes. — Ch. goramensis Salvadori, Ann. Mus.
Civ. Genova VI 85, Goram d'Albertis. — Ch. chlorolaema Salvad.,
ib. 77 = Hermotimia Theresiae Salvad., Atti Acc. Torino X
214, Ke-Ins., Beccari. — Ch. chlorocephala Salvad., Ann. 1. c. 78 =
Hermotimia chloroc. Salvad., Atti I.e., Aru-Ins., Wallace? Bec-
cari. — Arachnothera Eytonii (neuer Name für flavigaster Auct.
plur.) Salvad., Ann. Mus. Civ. Genova V 182. — Bicaeum geelvin-
läanum A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 5. 11, Ins. Job«, Mysore,
Mafoor, — JJ. Keiense Salvad., Ann. M. C Genova VI 313, Ke-Ins.
Beccari. — D. nlgrimentum Salvad. (coccineum Mottl. et Dillw.,
der Vü>;cl wälij-oud des Jahres 1874. 27
crueLitatum Sei.), ib. V 165, Borneo. — J.ohornis Älexandri ^h^^jyGy
Aun. nat. hi.'^t. XTV 64, Alt-Calabar.
Abbildiinoeu. Hermotimia Thcresiae Salvad., Atti Acc.
Tüi-ino X f. 1. — H, saugirensis (Meyer) Salvad., ib. f. 2. — Prio-
nochilus viuceiis Sclater, Ibis t. 1. f. 1, 2 m. et f. — Pr. melauoxan-
thus (Bl.) ib. t. 1. f. 3.
Caerebidae. Heer: Die VerCärbuDg- der Honigsauger (wohl
Caereba eyauea). Gefied. Welt 145.
Neue Gattung: Dacnidea Taczanowski, Proc. Z. S. 131
(D. leucogastra u. sp.).
Neue Arten: Dacnis xantliopMlialma Jelski, Taczanowski,
Proc. Z. S. 131, Peru. — CJiloropJianes sp. Pelzeln, Verb. z.-b. Ge-
sellsch. Wien XXIV 171-, Ecuador. — Dacnidea leucogastra Tacza-
nowski, Proc. Z. S. 131, Peru, H. Jelski. — Conirostriim cyaueiim
Taczanowski ib. 512, Peru, Jelski.
Abbildung. Dacnidea leucogastra Tacz., Proc. Z. S. 1. 19. f. 2.
TrocWIidae. Histoire Naturelle des Oiseaux-Mouches ou Co-
libris constituant la famille des Trochilides. Par. E. Mulsant et
feu Ed. Verreaux, Ouvrage public par la Sog. Linneene de Lyon.
4 Livr. 1—3. 1874. Wird 4 Bände mit Tafeln umfassen. Konnte
hier nicht speciell angeführt werden,
Ueber den Verkauf der Sammlungen von Bourcier und E.
Verreaux. Sclater, Ibis 186.
D. G. Elliot: Remarks on somc Typical Specimens of the
Trochilidae with Description of one new Genus. Ibis 261.
D. G. Elliot: Ueber die Arten des Genus Eucephala ib. 87.
D. G. Elliot: Notes on the Trochilidae.. The Genus Heli-
anthca ib. 830.
H, Whitely: Further Notes on Humming-birds coUected in
Higb-Peru. Proc. Z. S. 675, Lebensw. (vgl. P. Z. S. 1873.)
Neue Gattungen: Ptochoptera D. G. Elliot, Ibis 261
(Pt. iolaema (Natt.)). — Lampraster Taczanowski, Proc. Z. S.
140 (L. Branicki n. sp.).
Neue Arten: Leiccippus pallidus Taczanowski, Proc. Z. S.
542, Peru, Jelski. — Thalurania Jelskii Tacz., ib. 138, Peru, Jelski.
— Helianthea dichroura, Jelski, Tacz.,^ ib. 138, Peru, vgl. auch D.
G. Elliot, Ibis 334. — Lampraster Branichii Tacz,, ib. 140, Peru,
Jelski. — Urolampra eiipogon Gab., Journ. f. Orn. 97, Peru, Jelski.
— MetaUara Jelskü Gab., ib. 99, Peru, Jelski. — BL Hcdvigae
Taczanowski, Proc. Z. S. 139, Peru, Jelski. — Eucephala subcoerulea
D. G. Elliot, Ibis 87, Bras.? — Chlorestes Gertrudis Gundl., Journ.
f. Orn. 312 et 315, Portorico. — Eriocnemis sapphiropygia Jelski,
Taczanowski, Pruc. Z. S. 139, Peru. — E. chrysoroma D. G. Elliot,
Aun. nat. bist. XIII 375, Ecuador?
Abbildungen. Thalurania Hedvigae Taczan., Proc. Z. S.
28 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
t. 21. f. 2. — Lampraster Branickii Tacz., ib. t. 21. f. 1. — Holz-
schnitte von Florisuga mellivora Belt, Naturalist in Nicaragua 111-
— Colibrizuuge, Holzschnitt ib. 113.
Meliphagidae. Ueber Meliphagidae, Dr. A. B. M e y e r, Sitzgb.
Akad. Wien Mith. 2, 5, 6 (Neue var. Zotterops albiventris minor,
Ins. Jobi ib. 5. 6),
Giebel: Ueber Tephras (auch Federfluren). Zeitschr. f. d.
gesammt. Naturw. X 570.
NeueGattu ng: Melirrhophates A. B. Meyer, Sitzgb. Akad.
Wien LXXI (M. leucostephus n. sp., M. ochromelas n. sp.).
Neue Arten: Myzomela cruentata A. B. Meyer, Sitzgb. Ak.
Wien 5. 3, N.-Guinea. — M. rubrohrimnea A. B. Meyer, ib. 4, Ins.
Mysore. — Melirrhophates leucostephus A. B. Meyer, ib. 1, N.-
Guinea. — M. ochromelas A. B. Meyer, ib. 2, N.-Guinea. — PUlotis
pyrrhotis A. B. Meyer, ib. 7, Ins. Jobi. — Pt. frenata Ramsay, Proc.
Z. S. 603, Queensland. — Xanthotis poiJdlosternos A. B. Meyer,
Sitzgb. Ak. Wien 5. 3. N.-Guinea. — Tropidorhynchus jobiensis A.
B. Meyer, ib. 4, Ins. Jobi. — Zosterops mysorensis A. B. Meyer,
ib. 7, Ins. Mysore. — Z. iiropygialis Salvad., Ann. Mus. Civ. Genova
VI 78. — Z. rußfrons Salvad., ib. Seram Laut, Beccari.
Anabatidae. Ueber einen Geschlechtsunterschied bei Sclerurus
caudacutus. Gab. Journ. f. Orn. 16.
Sciater: On the Species of the Genus Synallaxis of the Fa-
mily Dendrocolaptidae. Proc. Z. S. t. 2—4. Treffliche Monographie
mit grösster Gründlichkeit bearbeitet.
Leptasthenura andicola in Peru durch H. Jelski. Sciater,
Proc. Z. S. 445.
Nene Arten: Uppucerthia serrana Taczanowski, Proc. Z. S.
525, Peru, Jelski. — Geosüta saxicolina Tacz,, Proc. Z. S. 524,
Peru, Jelski. — Goprotrebis Jelshii Gab., Journ. f. Orn. 98, Peru,
Jelski. — Synallaxis hypospodia Sciater, Proc. Z. S. 10, bei Bahia,
Wucherer. — S. subpudica Sei. ib.. Inneres Columbien. — S. stib-
cristata Sei, (inornata Sei. et Salv. ante), ib. 20, Venezuela. — S.
Hudsoni Sciater (S. anthoides Sei. et Salv. ante), ib. 25, bei Buenos-
Ayres. — S. pudibimda Sciater, Proc. Z. S. 445, Peru, Jelski. —
S. graminicola Jelski, Sciater, ib. 446, Peru. — S. virgata Jelski,
Sciater, ib. 446, Peru. ~ Thripadectes scrutator Jelski, Taczanowski,
Proc. Z. S. 137, Peru. — Th. virgaticeps Lawrence, Ann. Lyc. N.
H. N. Y. X 398, Ecuador. — Anabazenops Cabanisi Tacz., Proc. Z.
S. 528, Peru, Jelski. — Sitta nagaensis Godwin Austen, Proc. Z S.
44, N.-O.-Indien.
Abbildungen. Synallaxis stictothorax Sciater, Proc. Z. S.
t. 2. f. 1. — S. scutata Sei., ib. f. 2. — S. Kollari Pelz., ib. t. 3.
f. 1. — S. Candaei Lafr., ib. f. 2. — S. hyposticta Pelz., ib. t. 4.
f. 2, — S. subcristata Sei., ib. f. 1. — S. pudibunda Sciater, ib.
der Vögel während des Jahres 1874. 29
t. 58. f. 1. — S. gramiincola Jclski, Sei., ib. f. 2. — Schizoeaca
palpebralis (Jelski), Journ. f. Orn. t. 2. f. 2.
Gerthiidae- Salpornis spilonota in Jubbu-lpoor erlegt. Le Mc-
surier, Stray Feath. II 335.
Abbildung. Certhia familiaris Dresser, B. Eiir. P. XXIX,
XXX.
Menuridae. Neue Art: Orthonyx Novae Guineae Dr. A. B.
Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 1, 10, N.-Guinea.
Pteroptochidae. Sclater: On the Neotropical Species of the
Family Pteroptochidae, Ibis 189. t. 8. Vorzügliche Monographie.
Neue Art: Scytalopus sylvestris Jelski, Taczanowski, Proc.
Z. S. 138; Sclater, Ibis 195, Peru.
Abbildungen. Rhiuocrypta fusca Sclater et Salv. (fulva
Philippi), Ibis t. 8. — Holzschnitt des Kopfes von Liosceles thora-
cicus Sclater, Ibis 199.
Troglodytidae. Neue Arten: Thryothorus cantator Jelski,
Taczanowski, Proc. Z. S. 130, Peru. — Cistothorus grammicola
Jelski, Tacz. ib., Peru.
Veränderter Artname: Troglodytes formosus für T, punc-
tatus Blyth nee C. Brehm. L. Waiden, Ibis 91.
Passeres dentirostres.
Luscinidae. lieber Suya superciliaris Hiime (die Gould für
= Rhopophilus pekinensis Swinh. hält). Sclater, Ibis 185.
Im Damaralande wurde nicht Camaroptera olivacea sondern
C. brevicaudata von H. Andersson gesammelt. J. H. Gurney,
Ibis 94.
Ueber Hypolais polyglotta. D r e s s e r, B. Eur. P. XXIX, XXX
sine fig.
H. E. Dresser: On the Nest and Eggs of Hypolais rama
(Sykes). Proc. Z. S. 655. t. 79.
Ueber Curruca garrula und C. affinis Bl. Brooks, Stray Feath.
II 332.
Dr. Stölker: Ueber Goldhähnchen. Gefied. Welt 264.
Goldhähnchen (R. cristatus), Brut von Ameisen überfallen.
H. Schacht, Zool. Gart. 154.
Gerygone aucklandica Pelz., nach Dr. Finsch junger Vogel
V. G. flaviventris. Journ. f. Orn. 187.
Dr. Lazarus: Beobachtungen über einige der besten ein-
heimischen Sänger. I. der Sprosser. Gefied. Welt 383, 415.
Weibliche Ruticilla arborea mit männlichem Gefieder, v,
Tschusi, Zool. Gart. 468.
30 Pelz ein: Bericht, üb. d. Leistung-en in d. Naturgeschichte
W. T. Blanford und IT. E. Dresser: Monograph of the
Genus Saxioola Bechst. Proc. Z. S. 213. t. 36, 37, Eingehende
Bearbeitung mit Untersuchung sehr vieler Typen.
Amaurodryas hypoleuca (Gray) und die anderen Arten der
Gattung. Dr. A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 4. 7.
Neue Gattungen: Or eo pn e us t e S-w'mhoe, Ibis 183 (Sylvia
Schwarzi Radde). — Nymphaeus A. Hume, Nests and Eggs Indiau
Birds II 323 (Ruticilla fuligiuosa Vig.).
Neue Arten: Orthotomiis sip. (0. sepium Auct. part.) Salvad.,
Ann. Mus. Civ. Genova V 246, Sumatra, Borneo. — 0. horneoensi.s
Salvad., ib. 247, Borneo. — Prinia supercüiaris Salvad., ib. 249,
Borneo. — P. rufula Godwin Austen, Proc. Z. S. 47, N.-O.-Indien.
— Cistieola munipurensis G. Austen, ib., N.-O.-Indien. — Stipliror-
nis alhoterminata Reichenow, Journ. f. Orn. 103, Cameranfl, W.-
Africa. — Malurus cüboscapulatus A.B. Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien
4. 4, N.-Guinea. — Eurycercus cinerascens L. Waiden, Ann. nat,
hist. XIV 156, Bengalen. ~ Locustella subcerthiola Swinhoe, Ibis
153, Kamtschatka, Hakodadi. — Throcephalus sogdianensis Dresser,
Ibis 420, Kokand; wohl auch Karatau und Tianschan, Severzow. —
Sylvia rtihescefis W. T. Blanford, Ibis 77, Persien. — Sericornis
Beccarii Salvad., Ann. Mus. Civ. Genova VI 79, Aru-Ins , Beocari.
— Gerygone affmis A. B, Meyer, Sitzgsb. Akad. Vfien 5, 7, N.-
Guinoa, Ins. Jobi. — G. maforensis A.B.Meyer, ib. 10, Ins. Mafoor.
— Luscinia Ilaßzi Severzow, Turkest., Jevot. 120 (als Daulias Ila-
fizi), Blanford, Ibis 80, Turkestan? Persien. — Erithacus Hyrcanns
Blanford, Ibis 79, Persien (Ghilan). — Saxicola griseiceps Blauford
and Dresser, Proc. Z. S. 233, S.-Africa. — R. diluta Blanf. and
Dress., ib. 234, Damara-Land. — Amaurodryas albotaeniata A. B.
Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 4. 4, Ins. Jobi. — Äcceiitor dahuricus
Taczanowski, Journ. f. Orn. 320, Daurien, Dybowski.
Veränderter Artn ame: Saxicola litochroa Heuglin (für
5. modesta), Orn. N.-O.-Africa, Nachtr. Gl.
Abbildungen. Cistieola pachyrhyncha (valida) Heuglin,
0. N.-O.-Afr. t. 7. — Atrichia clamosa Eyton, Osteol. Av. II Suppl.
P. 2. t. 20. f. 1, sternum. — Locustella naevia Dresser. B. Eur.
P. XXXI. — L. fluviatilis, ib. XXXIV. — L. lanceolata ib. — Aedon
galactodes, ib. XXXII. — A. familiaris ib. — Sylvia orphea, ib.
XXIX, XXX. — S. Rueppellii ib. — S. nisoria ib. — S. melano-
cephala, ib. XXXIII."— S. nana (Hempr. et Ehr.) Gould, B. Asia
XXVI t. 15. — Hypolais olivetorum Dress., B. Eur. P. XXVII. —
H. opaca, ib. XXVIII. — H. icterina ib. — H. languida ib. — H.
pallida, ib. XXXI. — H. rama, Nest u. Eier, Proc. Z. S. t. 79. —
Phylloscopus superciliosus Dresser, B. Eur. P. XXIX, XXX. — Ro-
guloides superciliosus, Hancock, B. Northumb. t. 8. — Regulus
ignicapillus Dress., B. Eur. P. XXIX, XXX. — R. cristatus ib. —
der Vögel während des Jahres 1874, 31
R. madereiisis il). — Ruticilla titliys ib. — R. phocnicurus ib. XXVI;
Hancock, B. Northumb. t. 7. f. 1-3. — Cyanecula Wolfi Dresser,
B. Eur. P. XXYI. — C. suecica ib. — Saxicola rufa, ib. XXV. —
S. erythraea, ib. XXIX, XXX, — S. stapazina, ib. XXV. — S. me-
lanoleuca ib. — S. deserti ib. — S. leucomela, ib. XXVII, — S.
morio ib. — S. isabellina ib. XXVIII. — S. moesta, ib XXJX. XXX.
— S. xanthoprymna ib. — S. oenanthe, ib. XXXI. — S. Bottae Bp.
Blanf. and Dress., Proc. Z. S. t. 26. f. 1. — S. Heuglini Finsch et
Hartl,, ib. f. 2. — S. leucomelaena Burch., ib. t. 37. f. 1, 2. — S.
griseiceps Blanf, et Dress., ib. f, 3, — S. diluta Blanf. and Dress.,
ib. t. 39. f. 1. — S. polliixHartl., ib. t. 38. f, 1. — S. castor Hartl..
ib. f. 2, — S. albicans Wahl, Holzsclm. des Schwanzes, ib. S. 236,
f. 1. — S. Schlegeli Wahl, ib. t. 39. f. 2 und Holzsclm. des Schwanzes,
ib. S. 237. f. 2. — S. frenata Heugl., 0. N.-O.-Afr. t. 12.
Paridae. Brehm: Ueber Vorkommen von Aegithalus pendu-
linus Vig. in Norddeutschland. Journ. f. Orn. 108,
F. A. Anne: Eine gehäubte Kohlmeise, Zool, Gart. 31.
Neue Art: Parus {Machloloplms) Bex P. David, Annal. des
sc. nat, 5. ser. XIX art. 9, Koaten, China.
Abbildungen, Orites caudatus. Hancock, B, Northumb.
t. 9, — Aegithalus consobrinus Swinh,^ Gould, B, Asia XXVI t, 11,
Mniotiltidae. N'eue Art : Hehninthophaga Laiorencii H. Herrick,
Proc. Acad. Philad. 1874. 220, N,-Jersey.
Motacillidae. Neue Arten: Antims hrevirostris TaczAnowski,
Proc, Z. S, 507, Peru, Jelski. — Ä. calcaratus Tacz. ib., Peru,
Jelski. — Ä. sp. Bocage, Av. poss. port. Decim.a lista 21, W.-
Africa. — A. pallescens Bocage, ib. 21, W.-Africa, S. Anchieta.
Abbildungen. Antlms cervinus Dress., B. Eur, P. XXV et
XXIX. XXX. — A. spinoletta, ib. XXV, — A. Richardi, ib. XXVI.
— A. campestris ib. — A. pratensis ib. XXVII. — A. Bertheloti ib.
— A. trivialis ib.
Turdidae. Friedrich Baron Dalberg: Die Wachholder-
drossel als Standvogel in Mähren. Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien
XXIV 449 (vgl. auch Sitzgsb, 30).
Partieller Albinismus bei einer Schwarzamsel. F. A. Anne,
Zool. Gart. 32.
Wanderung der Schwarzamsel. G. Haller, ib. 88.
Amselnest in einem Straussskelet, J, Schmidt, ib. 277.
Turdus apicalis (Licht.) = Margarops montanus (Lafr.) v.
Guadeloupe. Cabanis Journ. f. Orn, 350,
G, Altona: Aufzucht der americ, Spottdrossel, Gefied.
Welt 215.
Chr, Neuss: Zucht der Spottdrossel Mimus polyglottus,
ib. 311.
32 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Natnrgeschiclite
T. M. Brewer: Hermit Trushes. Proc. Bost. Soc. N. H.
XVI. 115.
Myiophoneus Temminckii im Punjaub. Field ii. A. Hume,
Stray Feath. II 331.
Neue Arten: Turdiis nigriceps Jelski, Gab., Journ. f. Orn.
97, Peru. — T. hivittatus Reiohenow, ib. 104, Goldküste. -- T.
chrysopleurus Swinhoe, Ibis 444, Chefoo. — Geocichla anäamanensh
L. Waiden (innotata Bl,, albogularis Wald, ante), Ann. nat. bist.
XIV, Andamanen.
Abbildungen: Turdus nigriceps Jelski, Taczanowski, Proc.
Z. S. t. 64. — T. chrysopleurus Swinh., Ibis t. 14. — ¥Ä von T.
olivacinus Heugl., Orn. N.-O.-Afr. t. 48. f. 9.
Hydrobatidae. Cinclus aquaticus unweit Offenbach. Jacob
Schmitt, Zool. Gart. 115.
Abbildung. Cinclus aquaticus Dresser, B. Eur. P, XXV.
Pycnonotidae. Otocompsa personata Dawison, Hume (Stray
Feath. I 456j = Ixos analis Horsf. A. Hume, Stray Feath. II 333.
Gefangenleben von Phyllornis aurifrons. W a g e n f ü h r, Journ.
f. Orn. 237.
Neue Gattung: Tricholestes Salvad., Ann. Mus. Civ.
Genova V 205 (Trichophorus minutus Hartl).
Neue Arten: Pycnonotiis pusülus (simplex Auct. plur.)
Salvad., Ann. Mus. Civ. Genova V 200, Borneo — Sihia pulchella
G. Austen, Ann. nat. bist. XIII 160, N.-Indien. — Criniger FaVccn-
steini Reichenow, Journ. f. Orn. 458, Loangoküste, Dr. Falken stein.
— Ixulus supercüiaris P. David, Annal. des sc. nat. 5. ser. XIX
art. 9, Koaten, China. — PomatorMmis Sivinlioei P. David, ib. Koaten.
Malacocercus (Layardia) riihiginosus Godw. Austen, Proc. Z. S. 47,
N.-O. -Indien. — Garriclax gcdhanus G. Austen, ib. N.-O.-Indien.
— G. dlho-superciliaris G. Austen, ib. 45, N.-O.-Indien. — Tro-
clicdopteron cineraceum G. Austen, ib. 45, N.-O.-Indien. — T. vir-
gatum G. Austen, ib. 46, N.-O.-Indien. — jfr. i^f^7;^e^ P. David, Annal.
des sc. nat. 5. ser. XIX art. 9, Koaten. — Äctinodura Waldeiii G.
Austen, Proc. Z. S. 4G, N.-O.-Indien.
Abbildungen. Ixos sinensis (Gm.) Gould, B. Asia XXVI
t. 6 (mit Nest). — Tricholestes minutus (Hartl ) Salvad., Ann. M.
C, Genova V t. 5. f. 1. — Garrulax galbanus G. Austen, Proc. Z,
S. t. 10. — G. picticollis Swinhoe, Gould, B. Asia XXVI t. 13. —
Trochalopteron Blythii J. Verr., ib. t. 12. — T. cineraceum G.
Austen, Proc. Z. S, t. 11. — Äctinodura Waldeni G. Austen, ib. t. 12.
Dicruridae. Neue Gattung: Chaet orhyiichus Dr. A. B.
Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien LXIX 4 Mitth. 1 (Ch. papuensis n. sp.).
Neue Art: Glmetorliynclms papuensis A, B. Mej^er, Sitzgsb.
Akad. Wien 4. 1, N.-Guinea.
der Vögel während des Jahres 1874. 33
Artamidae. N e u e A rt : Ärtamus maximus A.B. Meyer, Sitzgsb.
Akad. Wien 2. 2, N.-Guinea.
Oriolidae. Ueber Mimeta striata (Q. et G.). Dr. A. B. Meyer,
Sitzgsb. Ak. Wien 6, 19.
Ei von Chlamydodera maculata. Ramsay, Proc. Z. S. 605.
Neue Arten: Ailuroedus arfäkianus A. B. Meyer, Sitzgsb»
Akad, Wien 1, 9, N.-Guinea. — A. maeiilosus Ramsay. Pro(5. Z. S.
601, Queensland.
Pittidae. Schlegel: Museum des Pays-bas 11. Livr. Revue
de la collection des Breves (Pitta). Nachträge zu der Aufzählung
von 1863. Bemerkungen über die geographische Verbreitung S. 1.
Pitta Novae-Guineae Mefoorana Schlegel (neue Conspecies), Mus.
Pays-bas 11. Lief. Pitta 8^ Ins. Mefoor in der Geelvinks-Bai.
Ueber Pitta cyanoptera. Salvad., Atti Acc. Torino IX 631.
Abbildung. Pitta Bertae Salvad., Ann. Mus. Civ. Genova
V. t. 3.
Formicariidae. Ueber die centralameric. Arten des Genus
Myrmotherula. 0. Salvin, Ibis 310 (Synon., Verbreitung).
Cabanis hält Myrmornis ruficeps (Spix) aus Brasilien für
verschieden von M. cayanensis (bei ersterem beide Geschlechter
gleich gefärbt). Journ. f. Orn. 85.
Neue Arten: Corythopis humivagans Jelski, Taczanowski,
Proc. Z. S. 186, Peru. — Herpsilochnius motacilloides Jelski, Tacz.,
ib. Peru. — Myrmotherula atrogularis Tacz., ib. 137, Peru, Jelski.
Aegithinidae. Neue Gattung: Cyanoderma^3i\\&ä., Ann.
Mus. Civ. Genova V 213 (Timalia erythroptera Blyth und Myiothera
melanothorax Temm.).
Neue Arten: Bracliypteryx brunneiventris A. B. Meyer,
Sitzgsb. Akad. Wien 4, 5, N.-Guinea. — Alcippe collaris L. Waiden,
Ann. nat. bist. XIV 156, Assam. — A. Hueti P. David, Annal. des
sc. nat. 5. ser. XIX art. 9, Koaten, China. — Drymocataphus Clea-
veri Shelley, Ibis 89, Fantee. — Jora sp. Salvad., Ann. M. C. Ge-
nova V. 191, Borneo. — Mdlacocinda rufiventris Salvad. (Turdi-
rostris concretus Bp. etc.), ib. 229, Borneo.
Abbildungen. Kenopia striata (Blyth) Salvad., Ann. M.
C, Genova V t. 5. f. 2. — Setaria pectoralis Salv., ib. t. 4. f. 1.
Muscicapidae. Ueber Muscicapidae. Dr. A. B. Meyer, Sitzgsb.
Akad. Wien 1. 5, 2. 2, 3, 4, 6. 9, 10, 11, 12, 13, 16.
Ueber Rhipidura torrida Wall. Salvad., Atti Acc. Torino
IX 632.
Ueber Chasiempis sandwichensis. Pelzeln, Ibis 462.
Campephaga aurulenta nach Dr. A. B. Meyer = C. Sloetii
Schleg. Sclater, Proc. Z. S. 419.
Graucalus concinnus Hutton nach Dr. Finsch = G. parvi-
rostris Gould, Journ. f. Orn. 190.
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. C
34 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Neue Gattungen: Myiagroides Reichenow, Journ. f. Orn.
102 (M. conspicuus n. sp.). — Monachella Salvad., Ann. Mus.
Civ. Genova VI 82 (M. saxicolina n. sp.).
Neue Arten: Monarclia Kordensi A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad.
Wien 2. 1, Ins. Mysore. — M. insularis A. B. Meyer, ib. 3. 10, Ins.
Jobi. — M. aruensis Salvad. (chrysomela Auct. aliq.), Ann. M. C.
Genova VI 309, Aru-Ins., Wallace, Beccari. — M. mentalis Salvad.,
ib. 310, N.-Guinea, d'Albertis. — Muscicapa plcmirostris Heuglin
(fuscula Finsch). Orn. N.-O.-Afr. Nachtr. CXIV, O.-Abyssinien. —
Monachella saxicolina Salvad., Ann. M. C. Genova VI 82, N. -Guinea,
d'Albertis. — Myiagra atra A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 4. 6,
Ins. Mafoor und Mysore. — Myiagroides conspicuus Reichenow,
Journ. f. Orn. 102, Goldküste (vielleicht das M. zu Megabias flam-
mulatus Verr., Gab. ib. Note). —- Platystira minuUa Bocage, Av.
poss. port. nona liste 6, W.-Africa. — Bhipidura MüUeri A. B. Meyer
(rufiventris Müll, et Schleg.), Sitzgsb. Akad. Wien 4. 10. — B. rufi-
dorsa A. B. Meyer, ib. 6. 4, N.-Guinea, Ins. Jobi. — R. Kordensis
A. B. Meyer, ib. 2, Ins. Mysore. — R. superciliosa Ramsay, Proc.
Z. S. 604, Queensland. — Bh. leucothorax Salvad., Ann. M. C. Ge-
nova VI 311, N.-Guinea, d'Albertis. — B. alho-limhata Salvad., ib.
312, N.-Guinea, d'Albertis. — B. vidua Salvad. e E. Turati, ib. 313,
Ke-Ins. — Tehitrea rubiensis A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien
4. 2, N.-Guinea. — Terpsiphone nigromitrata Reichenow, Journ. f.
Orn. 110, Cameron, W.-Africa. — Todopsis mysorensis A. B. Meyer,
Sitzgsb. Akad. Wien 1. 6, Ins. Mysore. — Campephaga fulgida
Reichenow, Journ. f. Orn, 345, W.-Africa. — G. montana A. B.
Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 8. 1, N.-Guinea. — C. maforensis A.
B. Meyer, ib. 1, Ins. Mafoor. — C. incerta A. B. Meyer, ib. 2, Ins.
Jobi. — Graucalus pollens Salvad., Ann. M, C. Genova VI 75, Ke-
Ins., d'Albertis, Beccari.
Abbildungen. Muscicapa collaris Dresser, B. Eur. P. XXXIV.
— M. atricapilla ib. — M. nigra Briss., Hancock, B. Northumb.
t. 10. f. 1 — 3. ~ Pericrocotus ardens Boie Salvad., Ann. M. C.
Genova V. t. 2. f. 1 m. 2 f. — P. cantonensis Swinh., Gould, B. Asia
XXVI. t. 14 mit Nest.
Tyrannidae. Euscarthmus zosterops nach Gab anis vielleicht
zu E. limbatus Gab. Heine. Journ. f. Orn. 88.
Neue Gattung: Ceratotriecus Gab., Journ. f. Orn. 87
(Todirostrum furcatum Lafr.).
Neue Arten: Ochthoeca thoracica Jelski, Taczanowski, Proc.
Z. S. 133, Peru. — Ochthodiaeta signatiis Tacz., ib. 532, Peru, Jelski.
— Mecocerculus taeniopterus Cabania, Journ. f. Orn. 98, Peru,
Jelski. — Muscisaxicola rußpennis Jelski, Taczanowski, Proc. Z. S.
134, Peru. — Euscarthmus pyrrhops Gab., Journ. f. Orn. 98, Peru,
Jelski. — Pogonotriccus ophthalmicus Taczanowski, Proc, Z. S. 135,
der Vögel während des Jahres 1874. 35
Peru, Jelski. — Eliyncliocyclus peruvianus Tacz., ib. 537, Peru,
Jelski. — Leptopogon auritus Jelski, Tacz., ib. 134, Peru. — Myio-
hüls superciliosus Tacz.. ib. 538, Peru, Jelski. — Empidonax andiniis
Tacz., ib. 539. Peru, Jelski. — E. axillaris Ridgway, B. N. Amer.
II 363 (ob nov. sp. ?), vielleicht = E. albigularis Salviii, Ibis 309.
— E, hrunnescens Ridgway ib. (Parauä, ob nov. sp.?); Salvin ib.
— Myiarclius flammulatus Lawrence;. Ann. Lyc. N. H, N. Y. XI 71.
Mexico. — Blacicus Blancoi GxxxiüX., Journ. f. Orn. 311 (ohne Beschr.),
Portorico.
Ampelidae. Einmaliger Nestbau von Bombycilla garrula in
Mähren, v. Tschusi, Zool. Gart, 468.
Cötingidae. üeber Zetetes polychropterus (Muscic. aurantia
Pr. Neuw. nee Gmel.) Gab., Journ. f. Orn. 89, vgl. auch Euler und
Gf. Berlepsch, ib. 284.
T h. Hesse: Chasmarhynchus variegatus im zool. Garten zu
Köln. Gefied. Welt 319.
Neue Gattung: Doliornis Taczanowski, Proc. Z. S. 135
(D. Sclateri n. sp.).
Neue Arten: Hemipipo Tsclmdü Gab., Journ. f. Orn. 99,
Peru, Jelski. — Doliornis Sclateri Taczanowski, Proc. Z. S. 136,
Peru, Jelski.
Abbildung. Doliornis Sclateri Tacz., Proc. Z. S. t. 20.
Vireonidae. Abbildung. Granatellus Fraucescae Baird,
Salvin, Ibis t. 11.
Laniidae. lieber Arten von Rectes, Myiolestes, Pachycephala
und Cracticus. Dr. A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 2. 4, 6—8,
14, 15, 17.
lieber Rectes Benetti Sclater, den Dr. A. B. Meyer = R.
nigrescens Schleg. hält, Sclater, Proc. Z. S. 419.
lieber Phaeoruis obscura (Gmel.). Pelzein, Ibis 461.
üeber Lanius excubitor und demselben verwandte Arten ,
sowie über »Abarten« im Allgemeinen. Cabanis, Journ. f.
Orn. 233.
Nahrung von Lanius excubitor. G. Haller, Zool. Gart. 35.
Aglaia v. Ende res: Der schwarzstirnige Würger (Lanius
minor). Wiener Abendpost 1. Sept. 1874. •
Neue Arten: Beetes ohscura A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad.
Wien 3. 5, Ins. Jobi. — Myiolestes melanorhynehus A. B Meyer,
ib. 4. 2, Ins. Mysore. — M.? (Müller nee Gab.) pluto Salvad., Ann.
M. C. Genova VI 83, N.-Guinea, d'Albertis. — M.? himaculatus
Salvad., ib. 84, N.-Guinea, d'Albertis. — M. ? cyaneus Salv., ib. 84,
N.-Guinea, d'Albertis. — Cracticus crassirostris Salvad., Atti Accad.
Torino IX 430, N.-Guinea? — Pachycephala hattamensis A. B.
Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 3. 6, N.-Guinea. — P. affinis A. B.
Meyer, ib. 7, N.-Guinea. — P. flavogrisea A. B.Meyer, ib. 4. 3, N.-
36 Pelzeln: Beficht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Guinea. — Eopsaltria (?) inornata Ramsay, Proc. Z. S. 604, Queens-
land. — Lantus specuUgerus Taczanowski, Journ. f. Orn. 322, O.-
Sibirien, Dybowski. — Laniarius LüJideri Reichenow, Journ. f. Orn.
101, Camerunfl., W.-Africa, Dr. Lühder. — Dryoscopus coronatus
R. B. Sharpe, Proc. Z. S. 205, Gabon, M. Ansell.
Abbildungen. Dryoscopus coronatus Sharpe, Proc. Z. S.
t. 33. f. 2. — Ei von Telophorus erythropterus Heugl., Orn. N.-O.-
Afr. t. 49. f. 1.
Passeres conirostres.
Corvidae. A. Dubois: Kritische Revision der Arten des
Siibgonus Xanthoura. Sehr interessante Daten über Variiren nach
der geograph. Lage. Verf. nimmt nur eine Species mit 4 Varietäten
an. Acad. Belgique seance 10. Oct. 1874. Instit. 13./1. 1875. 106.
W. V. Nathusius: Nachweis des Speciesunterschiedes von
Corvus corone und C. cornix und ihrer häufigen Verbastardirung
an den Eischalen (auch über C. frugilepus und C. moncdula). Journ.
f. Orn. 1, vgl. Allgemeines.
Corvus umbrinus Dresser, B. Eur. XXXIV sine fig.
lieber Gymnocorvus senex. A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad.
Wien 3. 11.
lieber den Verbreitungsbezirk von Pica cyanea und P. Cooki.
Gab., Journ. f. Orn. 237.
lieber Picathartes gymnocephalus (Temm.). Ussher, Ibis 67,
Neue Art: Corvus tingitanus Uow&vd Irhy , Proc. Z. S. 325 et
Ibis 264 (auch Nest und Eier).
Abbildungen. Pityriasis gymnocephala (Temm.) Saivad.,
Ann. M. C. Genova V, Titelkupfer f. — Deudrooitta Baileyi Tytler,
L. Waiden, Ibis t. 6. — Nucifi-aga caryocatactes Dresser, B. Eur.
P. XXVIII. - Cyanopica Cooki, ib. P. XXVII. — Corvus cornix,
ib. XXVI. — C. frugilegus j. var., Hancock, B. Northumb. t. 3. —
C. tingitanus, Holzschn. des Kopfes, Ibis S. 265. ~ Picathartes gym-
nocephalus (Temm.) Ussher, Ibis t. 2 ad, juv. und Ei.
Paradiseidae. Sclater: lieber die Heimath von Paradisea
Raggiana, Ibis 187.
Sturnidae. Dr. G. Hartlaub: Die Glanzstaare Afrikas mono-
graphisch bearbeitet. Abh. naturw. Ver. Bremen Bd. IV Hft. II 1874,
85. Sehr wichtige Monographie, auch über Lebensw., Eier, Nester,
Bocage: lieber H artlau b's Monographie der Glanzstaare
Afrikas mit Aufzählung der im Museum zu Lissabon befindlichen
Arten. Jornal de Sciencias math., phys. e natur. N. XVII Insboa
1874. 31.
V. Schlechtendal: lieber einige selten in dem Handel
der Vögel während des Jahres 1874. 37
vorkommende Vögel der Gattungen Acridotheres und Icterus Gefied.
Welt 81.
Seuclie unter den Staaren. N. d. Berner Intelligenzblatl.
Zool. Gart. 317.
J. Murie: On the Skeleton and Lineage ofFregilupus varius.
Proc. Z. S. 474. t. 61, 62. Das Ex. wurde durch J. Verreaux auf
Reunion erlegt. Wichtige umfassende Abhandlung über diese wohl
ausgerottete oder bald aussterbende Art.
Neue Arten: LamprocoUiis porphyrurus Hartl. (niteus Sharpe,
chalcurus Rchb.) Ussher, Orn. Goldcoast Ibis 66 : Hartl., Abh.
naturw. Ver. Bremen 1874. 60, W.-Africa. — Amydrus Eeichenowii
Gab. (A morio part. Ilartl, 0. W.-Afr. 115), Journ. f. Orn, 232.
Abbildungen. Pastor roseus, Hancock, B. Northumb. t. 4.
f. 1—3. — Sturnus unicolor Dress., B. Eur. P. XXVI. — St. vul-
garis, ib. XXVII et XXIX— XXX. — Ei von Notauges chrysogaster
Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 48.' f. 10. — Skelet von Fregilupus varius
Murie, Proc. Z. S. t. 61; osteol. Details t. 62.
Icteridae. v. Schlechten dal: Ueber einige selten in dem
Handel vorkommende Vögel der Gattungen Acridotheres und Icterus.
Gefied. Welt 81.
W. H. Hudson: Notes on the Procreant Instincts of the
three Species of Molothrus found in Buenos-Ayres. Proc. Z. S.
153, wichtige Beobachtungen.
Th. Meehan: Habits of the Orchard Oriole (Oriolus mutatus).
Proc. Acad. Philad. 1874. 84.
Neue Gattung: Gentropsar Sclater, Proc. Z. S. 175
(C. mirus n. sp.).
Neue Arten: Agelaius longirostris Salwad., Atti Acc. Torino
IX 632, W. -Mexico. — Centropsar mirus Sclater, Proc. Z. S. 175,
W.-Mexico, vgl. auch Gab. Journ. f. Orn. 457.
Abbildungen. Centropsar mirus Sclater, Proo. Z. S. t. 26;
Holzschnitt v. Kopf, Flügel und Fuss ib. 176. — Quiscalus sp.,
Holzschn. Belt Natural, in Nicaragua 218.
Ploceidae. Eintheilung und Benennung der Prachtfinken (aus
K. Russ: Die fremdländ. Stubenvögel). Gefied. Welt 407.
Ueber eine Untergruppe des Genus Munia L. Waiden, Ibis 144.
Bastarde von Amadina erythrocephala Sm. und A. fasciata Sw.
Russ, Journ. f. Orn. 349.
G. Lincke: Brut von Spermestes maja ib. 31.
R. Strassner: Zebrafinkenzucht, Gefied. Welt 329.
E. Linden: Fortpflanzung weisser Padda oryzivora. Zool.
Gart. 274.
Dr. S t ö 1 k e r : Zucht von Padda oryzivora. Gefied. Welt 271.
Neue Arten: Haplopyga coccineofrenata Heugl. (palustris
m. ante), Orn. N.-O.-Afr. Nachtr. CXXXVII, N.-O.-Afr. — Pytelia Bei-
38 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
chenowi Hartl., Ibis 166; Reichenow, Journ, f. Orn. 346, W.-Africa,
Reichenow. — Munia subundulata Godwin Austen, Proc. Z. S. 48,
N.-O.-Indien. — Munia sp. Salvad., Ann. M. C. Geuova VI 85, N.-
Guiuea, d'Albertis.
Abbildungen. Eier von Philagrus superciliosus f. 1, Eu-
plectes flammiceps f. 3, E, franciscana f. 4. 5, Sporopijpes frontalis
f. 6, Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 48. — Köpfe von Ortygospiza po-
lyzona f. 1, Coccopyga Ernesti f. 2, Rhodopyga rhodopsis f. 3,
Zonogastris lineata f. 4, ib. t. 19.
Tanagridae. A. Dubois: Remarques sur la variabilite de
certaines especes du genre Calliste Bullet. Acad. Belgique 2, ser.
XXXVIII 117 (Juli 1874). Sehr interessante Gruppirung der Spccies
und Local Varietäten.
Neue Gattungen: Microspingus Taczanowski, Proc. Z,
S. 132 (M. trifasciatus n. sp.). — Ph oenicomanes R. B. Sharpe,
Proc. Z. S. 427 (Ph. iora n. sp.). Verf. bemerkt/ dass nach Sei ater
Phoenicophilus und Phoenicornanes eher zu den Vireonidae als zu
den Tanagridae gehören dürften.
Neue Arten: Phoenicothraupis crjsiaia Lawrence, Ann. Lyc.
N.-York XI 70, Bogota. — Phoenicornanes iora R. B. Sharpe, Proc, Z. S.
427, Jamaica. — Biiarremon mystacalis Taczanowski, Proc. Z. S.
515, Peru, Jclski. — B. tricolor Tacz , ib. 512, Peru, Jelski. — B.
atricapilliis Lawrence, Ann. Lyc. N.-York 396, Bogota? — Chloro-
spingus brunneus Lawr., ib. X 395, Costa Rica (Saivin, Ibis 308).
— Ch. axillaris I^awr., ib. Costa Rica (Salvin, Ibis 308). — Ch. eine-
reocephalus Jelski, Taczanowski, Proc. Z. S. 132, Peru. — Ch. chry-
sogaster Tacz., ib. 517, Peru, Jelski. — Microspingus trifasciatus
Jelski, Tacz., ib. 132, Peru.
Abbildungen. Iridornis Jelskii Gab., Journ. f. Orn. t. 2.
f. 1. — Phoenicornanes iora Sharpe, Proc. Z. S. t. 54, Holzschn. v.
Flügel und Fuss ib. S. 428. — Buarremon tricolor Tacz,, Proc. Z. S.
t. 65. — Microspiugus trifasciatus Jelski, Tacz., ib. t. 19. f. 1.
Fringillidae. Wiederholter Nestbau bei Fringilla coelebs.
Gebr. Müller, Zool. Gart. 273.
V. Tschusi: lieber Brüten von Linaria rufescens Savi im
Salzburgischen. Journ. f. Orn. 91.
G öl 1er: Zucht des Erlenzeisigs. Gefied. Welt 188.
iJr. Dybowski: Notiz über die Ostsibirischen Pyrrhula-Arten.
Journ. f. Orn. 39. t. 1 (P. coccinea Selys u. P. cineracea Gab., Eier
der letztem ?).
lieber ostasiatische Pyrrhula-Arten vgl. Swinhoe, Ibis 463.
E. P 0 e t s c h : Zucht von Pyrrhula vulgaris. Gefied. Welt 345.
R. Maschke: Der Harzer Kanarienvogel 8.
W. Boecker: Zucht der Harzer Kanarienvögel. Geüed. Welt
363, 371; Maschke, ib. 381.
der Vögel während des Jahres 1874. 50
G. Priitz: Bericht über Harzer Kanarienvögel, ib. 289.
Wiegand: Beitrag zur Kenntniss des Harzer Kanarienvogels,
ib. 375.
Mayer: Zur Geschichte des Pariser Kanarienvogels, ib. 2.
W. Böcker: lieber Kanarienvogel-Zucht, ib. 1, 9, 18, 27, 35,
42, 66, 74, 124, 134, 142, 146, 154.
Zur Kanarienvogelzucht, ib. 105, 125, 126, 217, 248, 267, 273,
356, 401.
Beschreibung des M. von Sperraophila falcirostris (Temm.).
Pelzein, »Numquam otiosus« 291; siehe auch Cabanis Journ. f.
Orn. 231.
Nation: On the Habits of Spermophila simplex (siehe neue
Arten). Proc. Z. S. 329, Ei, Nest.
E. Goebel: Zucht von Fringilla (Euethia) canora. Gefied.
Welt 99.
P. Hanf: Beobachtung&n über die Fortpflanzung des Fichten-
Kreuzschnabels im Winter 1871/2 und 1872/3. Verh. zool.-bot. Ge-
sellsch. Wien XXIV 211.
Neue Gattung: Pycnorhamplius A. Hume, Nests and
Eggs Ind. B. H 469 (Ilesperiphona icterioides).
Neue Arten: Sycalis Eaimondii Jelski, Taczanowski, Proc.
Z. S. 133, Peru. — Petronia hrevirostris Taczanowski, Journ. f.
Orn. 323, O.-Sibirien, Dybowski. — Pipilo mystacdlis Taczanowski,
Proc. Z. S. 521, Peru, Jelski. — Cyanosplza Bositae Lawrence, Ann.
Lyc. N.-Y. X 397, Mexico (Salvin, Ibis 309). — Phonipara fumosa
Lawr., ib. 396, Trinidad, M. Alexander. — Propasser ambiguus u.
sp.? A. Hume, Stray Feath. II 326, Himalaja? — Spermophila sim-
plex Jelski, Taczan., Proc. Z. S. 132, Peru. — S. obscura Tacz., ib.
519, Peru, Jelski. — Sporophila Euleri Gab., Journ. f. Orn. 84, S.-
Brasil., Euler. — Paradoxornis Ätisteni Gould, B. Asia XXVI t. 4,
N.-O.-Indien, G. Austen. — Heteromorpha Fohiensis P. David, Annal.
des sc. nat. 5. ser. XIX art, 9, Koaten, China.
Abbildungen. Linaria canescens Hancock, B. Northurab.
t. 5. — Phonipara zena Maynard, B. Florida t. 2 m. f. — Pyrrhula
cineracea Gab., Journ. f. Orn. t, 1 m. f. — Kopf von Grithagra
barbata Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 19. f. 5. — Pinicola enucleator
Dresser, B. Eur. P. XXXIV. — Paradoxornis Austeni Gould, B.
Asia XXVI t. 4. — P. Heudei David, ib. t. 5. — Ei von Passer
Swainsoni f. 2, Poliospiza tristriata f. 7, Heuglin, Orn. N.-O.-Afr.
t. 48.
Emberizidae. lieber einige sibirische Emberiziden. Tacza-
nowski (nach Dr. Dybowski's Untersuch.), Journ. f. Orn, 329.
Neue Arten: Schoenieola yessoensis Blakiston, Swinhoe, Ibis
161, Japan. — Emberiza Godleioskii Taczanowski. Journ. f. Orn.
330, O.-Sibirien, Dybowski.
40 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Abbildungen. Plectrophanes nivalis Hancock, B. Northumb.
t. 6, f. 1, 2. — Ei von Emberiza septemstriata Heuglin, Orn, N.-
O.-Afr. t. 48. f. 8.
Alaudidae. R. B. Sharpe: A Study of the Larks of Southern
Africa. Proc. Z. S. 614. t. 75, 76.
Beschr. v. Alauda nigricans Sundev. Bocage, Av. poss.
port. Afr. occ. nona lista 8.
Neue Gattungen: Heterocorys Sharpe, Proc. Z. S. 625
(Alauda breviunguis Sundev.). — Tephrocor ys Sharpe, ib. 633
(Alauda cinerea Gm.).
Neue Art: Mirafra damarensis Sharpe, Proc. Z. S. 650,
Ovampo-Land.
Abbild un gen: Otocorys penicillata Dress., B. Eur. P. XXXII.
— 0. alpestris ib. XXXIII. — 0. bilopha ib. — Alauda conirostris
Sundev., Th. Ayres Ibis t. 3. f. 1. — Certhilauda desertorum Dress.,
B. Eur. XXXII. -- Mirafra fringilloides (Sundev.) Sharpe, Proc. Z.
S. t. 75. f. 1. — M. damarensis Sharpe, ib. f. 2. — Aramoraanes
Grayi (Wahlb.), Ib. t. 76. f. 2. — A. deserti Dresser, B. Eur. XXXIV.
— ' Megalophonus erythrochlamys (Strickl.) Th. Ayres, Ibis t. 3. f. 2.
— Heterocorys breviunguis (Sundev.) Sharpe, Proc. Z. S. t. 76. f. 1.
— Geocoraphus erythropygus, Umrisse von Kopf, Flügeln, Schwanz,
Heugl., Orn. N.-O.-Afr. t. 23. f. 1. — G. cordofanicus (Fuss),
ib. f. 2.
Goliidae. Abbildung. Ei von Colius macrourus Heuglin,
Orn. N.-O.-Afr. t. 48. f. 11 und 12.
Musophagidae. J. Reinhardt: Memoire sur un osselet jusqu'
ici inconnu du crane des Touracos on Musophagides, accompagne
de quelques remarques sur des os semblables chez d'autres fa-
milles d'Oiseaux. Vidensk. Meddel. naturh. Foren. Kjöbenhavn 1871,
72. Analyse vom Verf. in Gervais Journ. de Zool. II 264.
ßucerotidae. Dr. J. M u r i e : On the Nature of the Sacs vo-
mited by the Hornbills Proc. Z. S. 420 mit Holzschnitten (ausge-
worfene Epithelialschicht des Vormagens).
Abbildungen. Ausgeworfene Säcke des Buceros subcylin-
dricus Murie, Proc. Z. S. 421. f. 1. A. B., Holzschnitte ; Anatomische
Elemente dieser Säcke, ib. 424. f. 2. A— J.
Scansores.
Rumphastidae. Neue Arten: Aiilacorhamphus calorhynclms
Gould, Ann. nat. bist. XIV 183, Venezuela. — A. erythro gnathus
Gould, ib. 184, Caripe, Venezuela. — A. phaeolaemus Gould, ib. 184,
Columbien, Venezuela.
der Vögel während des Jahres 1874. 41
Psittacidae. Schlegel: Rev. de la collection des Perroqucts,
Psittacidae (Nachtrag zur Aufzählung von 1864). Mus. Pays-Las 11
Livr. 1874. Neue Conspecies: Psittacula diophthalma Aruensis Schi.
33, Aru-Ins.
A, 0. Hume: Die Papageien, Stray Feath. II 1. Ein sehr zu
bedauernder Angriff auf Dr. Finsch's Werk.
L. Waiden: A Reply to M. Allan Hume's Review of »Die
Papageien of Dr. Otto Finsch«, Ibis 270.
A. H. Garrod: On some Points in the Anatoray of the Par-
rots which bear on the Classification of the Suborder. Proc. Z. S.
586. t. 70, 71.
Ueber Psittaciden. Dr. A. B. Meyer, Sitzgsber. d. Akad.
Wien 1. 3, 2. 3, 12, 6. 21, 26, 28 (Domicella lori jobiensis nova
conspecies) 35, 37, 39.
v. Schlechtendal: Zur Characteristik der Langflügel Papa-
geien. Gefied. Welt 113.
Ueber Platycercus haematonotus, ib. 33.
Bellingrodt: Acclimatisirung der Wellensittiche, ib. 27.
Wellensittichzucht ib. 267, 297, 828, 375, 379.
Landbeck: Ueber Conurus cyanolyseos und C. patagonus
Arch. f. Naturg. XL 1874. 114.
E. Linder: Brut von Conurus monachus. Gefied. Welt 52.
Coriphilus Taitensis Gmel. von der Insel Niau in der Pou-
motu-Gruppe. Mus. Godeffr. Cat. V. XVII.
Dr. Fi n seh: On Coryllis regulus and C. occipitalis an appa-
rently new Species. I])is 206.
Ueber Trichoglossus Josefinae Finsch (Bschb. v. m. f. u. j.)
und Tr. Wilhelminae n. sp. Dr. A. B. Meyer, Journ. f. Orn. 55.
Dr. A. B. Meyer: Ueber die Papagaien-Gattung Eclectus.
Zool. Gart. 161 (Notiz über diese Abhandl. ib. 280); Sitzgsber. d.
z.-b. Gesellsch. Wien 10 und Abhandl. 179.
Ueber die von Dr. A. B. Meyer behaupteten Geschlechts-
unterschiede bei Eclectus. Schlegel, Mus. Pays-bas Livr. 11.
Psittac. 17.
Ueber einen Albino von Nestor meridionalis. G. Dawson
Rowley, Proc. Z. S. 498.
Ueber Dasyptilus Pesqueti (Less.). Salvad,, Atti Acc. To-
rino IX 630.
Psittacus erithacus am Tangyanika-See. Sclater, Ibis 186.
Dr. Reichenow: Die grauen Papageien in Freiheit und Ge-
fangenschaft. Gefied. Welt 97.
Dr. A. B. Meyer: Ueber Psittacella Brehmii und modesta
Rosenb. Journ. f. Orn. 74 (Beschr. des ausgef. M. v. Ps. Brehmii
und des W. v. modesta; über Geschlechtsdifferensen).
Ueber Chrysotis Finschi. Sclater, Proc. Z. S. 206.
42 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Chrysotis ßouqueti (Bechst.) im Londoner zool. Garten. Sclater,
Proc. Z. S. 323.
K. Russ: Nisten von Psittacula passerina. Gefied. Welt 65,
73, 82, 90, 130.
Giebel: lieber Stringops habroptilus (auch Federfluren).
Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwiss. N. F. X 568.
Neue Arten: Aprosniictus insignissimus Gould, Proc. Z. S.
499, N. -Holland. — Coryllis occipüalis Finsch (regulus Auct. aliq.),
Ibis 208, Mindanao. — IricJwglossus Wühelminae A. B. Meyer,
Journ. f. Orn. 56, N.-Guinea. — T. (Charmosyna) Arfaki A. B.
Meyer, Verh. z.-b. Gesellsch. Wien XXIV 37, N.-Guinea. — T. (Gh.)
Kordoaniis A. B. Meyer, ib. 38, Ins. Mysore. — Pionias simplex
A. B. Meyer, ib. 39 auch Sitzgsb. ib. 8, N.-Guinea. — Chrysotis
canipalUata Gab., Journ. f. Orn. 105, N. -Granada. — Ch. pana-
mensis Gab,, ib. 349, Panama. — Fsittacula cmdicola Finsch, Proc.
Z. S. 90, O.-Peru. — CychlopsiUa aruensis (diophthalma Auct, aliq.)
Salvad., Ann. M. C. Genova VI 73, Aru-Ins., Wallace, Rosenb., Bec-
cari (vgl. Ps. diophth. aruensis Schleg. M. P. b. Psitt. 33).
Abbildungen. Classification der Psittaciden Garrod, Proc.
Z. S. t. 70, 71. — Schädel von Eulophus roseicapillus Garrod, ib.
t. 71, Schädel von Pyrrhulopsis splendens ib. — Palaeornis Cal-
thropae Layard, Gould, B. Asia XXVI t. 1. — P. Rosa (ßodd.), ib.
t. 2. — P. cyanocephala (L.), ib. t. 3, — Chrysotis Finschi Sclater,
Proc. Z. S. t. 34.
Gapitonidae. Abbildung. Chotorea mystacophanes (Temm.)
Salvad., Ann. M. C. Genova V. t. 1 (Köpfe in verschiedenen Stadien).
— Ei von Micropogon margaritatus Heuglin, Orn. N. -O.-Afr.
t. 49. f. 2.
Picidae. Nahrung der Spechte im Winter. G. Hai 1er, Zool.
Gart. 34.
Neue Arten: Gecinus erythropygius R. Wardlaw Ramsay,
Proc. Z. S. 212, Brit. Burmah. — Ghloronerpes simplex Salvin, Ibis
317, Chiriqui et Costa Rica. — Hypoxanthus hrevirostris Tacza-
nowski, Proc. Z. S. 546, Peru, Jelski.
Veränderter Speciesname: Jyngipicus fusco-albidiis Sal-
vad. für Picus variegatus Wagl. nee Lath , Ann. M. C. Genova V. 42.
Abbildungen. Jyngipicus aurantiiventris Salvad., Ann. M.
C. Genova V. t. 4. f. 2 m. ~ Gecinus erythropygius R. W. Ramsay,
Proc. Z. S. t. 35. — Holzschnitt einer Spechtzunge. Belt, Natural,
in Nicaragua 114.
Cuculidae. Drei Kuckuckseier in einem Neste von Motacilla
alba. H. Thiele, Journ. f. Orn. 80.
Der Cuckoü (Coccygus erythrophthalmus) ein nützlicher Vogel.
Th. A. Bruhin, Zool. Gart. 397.
der Vögel während des Jahres 1874, 43
A. Dubois: Note sur uii Coccygus tue en Belgique. Bullet.
Acad. Belgique 2. scr. XXXIX N. 1, 40.
Neue Arten: Centropus AnselU R B. Sharpe, Proc. Z. 8.
204, Gabon. — Chri/sococcyx splendidiis A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad.
Wien 1. 8, N. -Guinea: vgl. auch Salvad. Ann. M. C. Genova VI 82.
Abbildungen. Centropus Anselli Sharpe, Proc. Z. S. t. 33.
f. 1. — Coecystes glandarius Dresser, B. Eur. P. XXVIII. — Ei
von Coccystes glandarius Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 48. f. 13.
Columbae.
Golumbidae. Bemerkungen zu Schlegel's Aves Columbae
(Mus. Pays-bas livr. 10), Ibis 455.
A. H. Garrod: On some Points in the Anatomy of the Co-
lumbae. Proc. Z. S. 249 mit Holzschnitten.
üeber Golumbidae. Dr. A. B. Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien
3. 16, 4. 16, 5. 19.
lieber die geographische Verbreitung der Ptilonopus-Arteu in
der Südsee. Finsch, Proc. Z. S. 94.
G. Prütz: Die Arten der Haustaube. Nach den Bestimmun-
gen der Delegirten des I. deutschen Ge^ügelzüchter-Tages beschrie-
ben und herausgegeben. 2. verbesserte und mit einem Anhange :
Die Krankheiten der Tauben vermehrte Auflage. Leipzig 1874. 8.
P. Bonizzi: Le variazoni di Colonibi domestici di Modeua.
Padova 1873. T. 1, 2.
Ueber Taubenpost nach de Fonvielle in Compt. rend.
Dec. 1873. 1275. Dr. R. Mayer, Zool. Gart. 317.
Le Perre de Rov: Les colombiers militaires, Bullet. Soc.
Acclira. 547? Fortsetzung von 2. ser. IX 809.
Zur Brieftauben-Liebhaberei. Gefied. Welt 259, 267, 275.
Die Turteltaube kein ausschliesslicher Waldvogel. Dr. R.
Meyer, Zool. Gart. 354:
K. Russ: Sperlingstäubchen (C. passerina). Gefied. Welt 291.
0. Salvin: Ueber Peristera mondetoura und cinerea in Gua-
tioiala. Ibis 99.
Ueber die Leptoptila-Arten Brasiliens. Gf. Berlepsch, Journ.
f. Orn. 243, Unterscheidung der Species.
F. Lichtenfeld: Die Dolchstichtauben (Phlogoenas crueu-
tata) der Frau Prinzessin Karl v. Preussen. Gefied. Welt 351.
Cornely: Ueber Dolchstichtauben ib. 375.
Neue Gattung: Gymnopliaps Salvad., Ann. M. C. Ge-
nova VI 86 (G. Albertisi n. sp.).
Neue Arten: Ptüonopus Huttoni Finsch, Proc. Z. S. 92,
44 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ins. Rupa, Süd-See. — Lamprotreron porphyrostictus Gould, Ann.
nat. hist. XIII 137, Queensland, — Garpophaga chalconota Salvad.,
Ann. M. C. Genova VI 87, N.-Guinea, d'Albertis. — C. pulchdla
L. Waiden, Ann. nat. hist. XIV 157, Togia-Ins. Cebou (?), A. B.
Meyer. — Janthoenas nicoharica L. Waiden, ib. Nicobaren. —
Gymnophaps Alhertisi Salvad., Ann. M. C. Genova VI 86, N.-Guinea,
d'Albertis. — Geotrygon Latorencii Salvin (veraguensis Salv. ante),
Ibis 329, Veragua, M. Arce. — LeptopUla rufescens Gf. Berlepsch,
Journ. f. Orn. 246, Brasil, (von Pr. Wied und Burmeister er-
wähnt, aber nicht unterschieden.)
Abbildungen. Ptilonopus Huttoni, Holzschn. des Kopfes,
Finsch, Proc. Z. S. 93. — Horizoutalschnitt des Kropfes von Ptilo-
nopus jambu (a) und Treron calva (b) in Holzschnitt, Garrod, Proc.
Z. S. 257. f. 2. — Holzschnitt des humerus von Columba livia
Garrod, ib. 255. f. 1. — C. rupestris Pall., Gould, B. Asia XXVI
t. 9. — C. leuconota Vig. ib. t. 10. — Geotrygon veraguensis Lawr.,
Salvin, Ibis t. 12. — Eier von Turtur semitorquatus f. 3, T. albi-
ventris f, 4, Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 49.
Didunculidae. lieber einen lebenden jungen Didunculus strigi-
rostris. Whitmee, Proc. Z. S. 183, vgl. auch Dr. G. Ben nett,
ib. 186. Der Vogel starb, ehe er England erreichte. Sclater,
ib. 323.
Dididae. Prof. A. Newton: Ou a Living Dodo shipped for
England in the Year 1628. Proc. Z. S. 307 et 447, Briefe von E.
Altham d. d. 18. Juni 1628; vgl. auch Dr. Wilraot »Field« XLIII
177. N. 1184. 21. Febr. 1874. Ob der Vogel lebend nach England
gelangte lässt sich nicht nachweisen.
Grallinae.
Pteroclidae. Pterocles senegallus aus dem Punjaub von M.
F. Field eingesendet. A. Hume, Stray Feath. II 331.
Abbildung. Pterocles arenarius Dresser, B. Eur. XXX III.
— Pt. alchata ib. — Holzschn. des humerus von Pt. arenarius Gar-
rod, Proc. Z. S. 255. f. la.
Cracidae. W. Summerhayes: lieber Crax Daubentoni und
Pauxi galeata. Proc. Z. S. 420.
Neue Art: Penelope Ortoni Salvin, Ibis 325, Ecuador.
Megapodidae. Lebensweise von Talegalla. Marquis de St.
Denys, Bull. Soc. Acclim. 3. ser. I 765.
Talegallus Cuvieri Less. m. ad" et juv. Dr. A. B. Meyer,
Sitzgsb. Akad. Wien 1, 12.
der Vögel während des Jahres 1874. 45
R. B. Sharp e: Ueber ein Ei eines Megapodius (tumulus?)
und einer Talegalla von N.-Guinea gegenüber vom Cap York. Proc.
Z. S. 607.
Ueber Megapodius Reinwardti Wagler u. verwajidte Arten.
Dr. A. B, Meyer, Sitzgsb. Akad. Wien 2. 13.
J. Brazier: Ueber Megapodius-Eier von der Salomons-Gruppe.
Proc. Z. S. 606.
Neue Arten: Talegallus jobiensis A. B. Meyer, Sitzgsb.
Akad. Wien 1. 14 (auch Eier), Ins. Jobi. — Megapodius geelvin-
hiamis A. B. Meyer, ib. 15 (auch Ei), Ins. Mysore, Jobi, Manem?
— 31. affinis A. B. Meyer, n. sp.?, ib. 2. 14, N.-Guinea. — M.
trincutensis Sliarpe, Ann. nat. bist. XIII 448, Ins. Trincut, Nico-
baren; nach L. Waiden, ib. XIV 163 = M. nicobariensis.
Abbildung. Talegalla Lathami Eyton, Osteol. Avium II
Suppl. P. 2. t. 22, Skelet, t. 22a detaüs.
Phasianidae. Prof. Jeitteles: Weitere Nachträge zu dem
Aufsatz »Zur Geschichte des Haushuhns <i. Zool. Gart. 28. Sehr
interessante Daten.
J. F. Brandt; Ueber einen dem Bankiva gleichenden zahmen
Hahn; dem Bankiva-Huhn ähnliche Hennen sah er einige unter den
Haushühnern. Tagebl. Naturf. Vers. Breslau 1874. 84.
Ueber das italienische Huhn. Gefied. Welt 156, 165, 172.
Die Plättchenfedern des Sonnerat'schen Hahnes (Gallus Sonne-
ratii). Dr. William Marshall, Zool. Gart. 124 mit einer Tafel.
E. Bouillod: Sur l'elevage des Dindons sauvages. Bullet.
Soc. Acclim. Paris 3. ser. I 612,
Neue Gattung: Lobiophasis Sharpe, ■ Ann. nat. bist.
XIV 373 (L. Bulweri n. sp.).
Neue Arten: Lobiophasis Bulweri Sharpe, Ann. nat. bist.
XiV 373, Borneo. — Ceriornis modestus P. David, Annal des sc.
nat. 5. ser. XIX art. 9, Koaten, China.
Abbildungen. Calophasis Ellioti (Swinh.) Gould, B. Asia
XXVI t. 7. — Faisan de Swinhoe Th. Deyrolle, Illustr. zoolog. t.
— Ceriornis Temminckii Eyton, Osteol. Av. II Suppl. P. 2. t. 15,
Skelet, t. 15a details. — Coq et poules race de Brahma Pootra Th.
Deyrolle, Illust. zool. t. — Coq et pou^les race de Cochinchine ib.
— Holzschnitt des humerus von Gallus bankiva Garrod, Proc. Z. S.
255. f. Ib. — Plättchenfedern von Gallus Sonneratii W. Marshall,
Zool. Gart. t. f. 1 — 6. — Eier von Numida ptilorhyncha Heuglin,
Orn. N.-O.-Afr. t. 49. f. 6.
Tetraonidae. Dawarnet: Metis d. Perdrix rouge et grise.
Bullet. Söc. Acclim. 3. ser. I 545.
Zucht der Kalifornischen Wachtel. Gefied. Welt 321.
Dr. W. Wurm: Das Auerwild, dessen Naturgeschichte, Hege
und Jagd. Stuttgart gr. 8. 1874.
46 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschiehte
lieber Lagopus-Arten. S u n d e v a 1 1, Spetsbergens Foglar, Oefv.
k. Vet. Ak. Förh. 1874, Dr. Finsch. Deutsche Nordpolfahrt II 195,
Finsch, Abb. naturw. Ver. Bremen IV 2. Hft. 108.
Neue Art: Bambusicola Hopkinsoni Godw. Austen, n. sp.?,
Proc. Z. S. 44, N.-O.-Indien.
Abbildungen. Starna cinerea Hancock, B. Northumb.
t. 11. f. 1. 2 (v. brunnea), t. 12. f. 1. 2. — Köpfe von Francolinus
icterorhynchus f. 1, F. pileatus (schoanus) f. 2, Heuglin, Orn. N.-O.-
Afr. t. 29. — Hemipodius tachydromus, Dunenkleid, Marchand, Bev.
de Zool. t. 11. — Tetraophasis obscurus J. Verr., Gould, B. Asia
XXVI t. 8. — Lagopus rupestris Dresser, B. Eur. P. XXVIII. —
L. albus ib. XXIX. XXX (Fuss) et XXXII. — L. mutus ib. XXXI l. —
Eier von Caccabis sinaica f. 5, Francolinus Clappertoni f. 7, F. Er-
kelii f. 8, Ptilopachus ventralis f. 9, Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 49.
Struthiones.
St. George Mivart: On tlie axial skeleton of the Struthio-
nidae. Transact. Z. S. Vol. VIII P. 7. 1874. 385 mit Holzschnitten
(behandelt Struthio, Rhea, Dromaeus, Casuarius, Apteryx und Di-
nornis).
Struthionidae. St. George Mivart: On the axial Skeleton
of the Ostrich (Struthio Camelus). Transact. Z. S. Vol. VIII P. 7.
1874. 385 mit Holzschnitten.
Premiers essais de domesticatiou de l'Autruche dans la colonie
du Cap (nach dem Australasian). R, W. Bullet. Soc. Acclirn. Paris
3. ser. I 661.
Une forme d' Autruches (extr. du Grahamstown Journ.) trad.
M. Beulart ib. 483.
Ueber Zucht gefangener Strausse in Algerien. Capt. Crepu,
ib. 525.
Abbildungen. Struthio Camelus, Anatomie, Holzschnitte.
Mivart, Trans. Z. S. VIII P. 7. 385 etc.
Rheidae. Dr. J. Taiber: Jagd auf den amerikanischen Strauss
(Rhea americana) in den Pampas im Süden von Buenos-Aires. Aus
der La Plata Monatschr. herausgeg. v. R. Napp. Buenos-Aires 1874.
N. 2. Zool. Gart. 454. Auch Fortpflzg. und Lebensw.
Gasuariidae. Ueber Casuarius Westermanni (C. Kaupi Sei.
nee Rosenb. ante). Sclater, Proc. Z. S. 247 et Ibis 417.
E. P. Ramsay: Ueber Casuarius australis; auch ¥A. Proc.
Z. S. 325.
Casuarius sp. juv. aus N.-Guinea, Dr. A. B. Meyer, Sitzgsb.
Akad. Wien 2. 15.
der Vögel während des Jahres 1874. 47
Owen: On Dinornis XIX containing a Description of a Fe-
mur indicative of a new Genus of large Wingless Bird (Dromornis
australis Owen) from a post tertiary deposit in Queensland, Australia.
Transact. Z. S. VIII 381. t. 62. 63.
Neue Gattung: Dromornis Owen, Transact. Z, S. VIII
381 (D. australis).
Neue Art: Dromornis australis Owen, ib. 381, Queensland,
vgl. Jahresb. f. 1872.
Abbildung. Dromornis australis Owen ib. t. 62, 63 (femur),
Dinornithidae. Die bereits im Jahresberichte für 1872 er-
wähnten Abhandlungen Owen's (P. XVIII containing a description
of the Peivis and Bones of the Leg of Dinornis gravis; auch Vergi.
mit andern Dinornith.), und P. XIX (Dromornis australis vgl. Casua-
riidae) sind in Transact. Z. S. Vol. VIII P. 6, 1873. 361 und 381
erschienen.
J. v. Haast: Remarks on the Exstinct Birds of New-Zealand
Ibis 209. Synopsis der näher bekannten Arten, Osteologie u. s. w.
Verf. nimmt zwei Familien an : Dinornithidae (Dinornis, Meionornis)
und Palapterygidae (Palapteryx, Euryapteryx).
G. G. Bianconi: Osservazioni addizionali intorno alla bre-
vitä del fernere del Aepyornis Bologna 1874.
Neue Gattungen: Meionornis Haast, Ibis 212 (M. ca-
suarinus, M. didiformis). — Euryapteryx Haast, ib. 212 (E. gravis,
E. rheides).
Neue Art: Dinornis gravis Owen, Transact. Z. S. VIII 361,
vgl. Jahresber. f. 1872. .
Abbildungen. Dinornis gravis Owen, ib. t. 58 — 61 Osteol.
Apterygidae. Nähere Daten über Apteryx Haasti Potts. Dr.
F in seh, Journ. f. Orn. 220, Apt. mollis Potts u. A. fusca Potts,
ibid. 224.
Ueber die Apteryx-Arten, besonders A. Haasti. G. Dawson
Rowley, Proc. Z. S. 497.
Tinumidae. Uebersicht der Arten der Gattung Nothoprocta.
Sclater et Salvin, Proc. Z. S. 680.
M. E. Alix : Memoire sur l'Osteologie et la Myologie de No-
thura major in Gervais Journ. d. Zool. III 167 et 252. t, 5—11. .
Neue Arten: Nothoprocta Branickii Taczanowski, Proc.
Z. S. 563, Peru, Jelski. — N. Taczanowshii Sclater et Salv., Tacz.,
Proc. Z. S. 564; Sclater et Salvin, ib. 679, Hoch-Peru, Jelski und
Whitely.
Abbildungen. Crypturus megapodius Eyton, Osteol. Av.
II Suppl. P. 2. t. 14, Skelet, t. 14a Details. — Rhynchotus perdi-
carius Eyton, ib. t. 13, Skelet, t. 13a, Details. — Nothoprocta Tacza-
nowskii Sclater et Salv., Proc. Z. S, t. 84. — Nothura major Alix,
Journ. de Zool. t. 5—11, Anatomie.
48 Pelz ein: Bericht üb. d, Leistungen in d. Naturgeschichte
Grallae.
Otididae. A. H. Garrod: On the »Showing off« of the
Australian Bustard (Eupodotis australis) Proc. Z. S. 471.
A. H. Garrod: Further Note on the Mechanison of the
»Show-ofif« in Bustards, Proc. Z. S. 673.
W. Thienemann: Ein neuer thüringischer Brutvogel (Otis
tetrax). Zool. Gart. 418.
Neue Art: Otis DyhotosTcii Taczanowski, Journ. f. Orn. 331,
Ost-Sibirien, Dybowski.
Abbildungen. Otis Burchelli Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 31.
— 0. Hartlaubi, ib. t. 32. — Holzschnitte des Oesophagus, der
Trachea und des Kehlsackes von Otis tarda Garrod, Proc. Z. S.
472. f. 1. — Holzschn. des Oesophagus und der Trachea von Eupo-
dotis australis, ib. f. 2.
Charädriadae. Harting: On the Eggs of some little known
Limicolae. Proc. Z. S. 454. t. 60.
Vanellus Villotaei Sav. et Aud. a. d. europ. Russland (auch
Ei). J. yian, Rev. de Zool. 335.
Th. Ayres: lieber Sarciophorus albiceps Gould, Ibis 104.
Ueber die geogr. Verbr. des Charadrius virginicus. Gf. Ber-
lepsch, Journ. f. Orn. 254.
P, Müller: Ueber ein Gelage von Aegialites cantianus. Zool.
Gart. 310.
Neue Gattung: Orthorhamphus Salvad., Ann. M. C,
Genova V. 312 (Oedicnemus mägnirostris Geoffr.).
Neue Art: Vanellus o ccidentalis E.^rimg (von V. cayennensis
getrennt), Proc. Z. S. 451, Chile, Patagonien, Falkland-Ins. ?
Abbildungen. Köpfe von Charadrius damarensis, Geoffroyi,
mongolicus, tricoUaris, marginatus, pecuarius Heuglin, Orn. N.-O.-
Afr. t. 34. — Ei von Hoplopterus apinosus, ib. t. 49. f. 10, —
Eier von Hoplopterus ventralis (Wagler) f. 3, Aegialitis pecuarius
(Temm.) f. 4. — A. tricollaris rVieill.) f. 5. - A. Falklandica (Lath.)
f. 6, A. coUaris (Vieill.) f. 7, A. ruficapillus Gould f. 8. — A. nigri-
frons (Cuv.) f. 9, Anarhynchus frontalis (Q. et G.) f. 11, Harting,
Proc. Z. S. t. 60.
Glareolidae. Harting: On the Eggs of some little known
Limicolae. Proc. Z. S. 454—456.
Abbildungen. Glareola pratincola Dresser, B. Eur. P. XXIX
— XXX. — G. melanoptera ib. — Eier von G. lactea Temm. f. 1
und Pluvianus aegyptius f. 2, Harting, Proc. Z. S. t. 60. — Ei von
Pluvianus aegyptius Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 49. f. 11.
der Vögel während des Jahres 1874. 49
Gruidae. lieber Gnis torquata ans Cochinchina im Berliner
Thiergarten. Journ. f. Orn. 94.
Gf. Keyserling: Ein Kranich mit künstlichem Fuss« Zool.
Gart. 150.
Abbildung: Antigene torquata Eyton, Osteol. Av. II. Snppl.
P. 2. t. 18, Skelet, t. 18a details.
Ardeidae. üeber Balaeniceps. Sir Baker, Ismailia.
Abbildungen. Kopf von Balaeniceps rex Heuglin, Orn.
N.-O.-Afr. t. 35. — Eier von Ardea gularis f. 12 und A. brevipes
f. 13, ib. t. 49.
GicODÜdae. E. Marno: Die Störche des Nilgebietes. Zool.
Gart. 48.
E. Michelsen: Der weisse Storch, sein Nutzen und sein
Schaden. Gefied. Welt 41, 49, >57.
Dr. E. V. Olfers: Schaden durch den Storch. Zool. Gart.
191. Ein Beitrag zur Entscheidung vom wirthschaftlichen Werth
des weissen Storches, ib. 401.
Jäckel: Nochmals Storch und Mäusenahrung, ib. 469.
Sclater: üeber Ciconia boyciana. Proc. Z. S. 306 (kommt
nach Taczanowski in Ost-Sibirien vor).
Färbung der Iris und Beine bei Mycteria australis nach Frau
Dietrich. Mus. Godeffr. Cat. V. XXV.
Abbildungen. Ciconia boyciana Swinhoe, Sclater, Proc.
Z. S. t. 1. — Epphippiorhynchus Senegalensis Eyton, Osteol. Av.
II Suppl. P. 2. t. 19, Skelet, t. 19a, Details.
Plataleidae. Abbildung. Ei von Plataleatenuirostris Heuglin,
Orn. N.-O.-Afr. t. 50. f. 1.
Tantalidae. Ueber Tantalus Ibis. E. Marno, Zool. Gart. 53.
Abbildungen. Tantalus Ibis, Eyton, Osteol. Av. II Suppl.
P. 2. t. 20. f. 2, sternum. — Ei von Ibis aethiopica Heuglin, Orn. N.-O.-
Afr. t. 50. f. 2.
Scolopacidae. Harting: on the Eggs of some little known Li-
micolae. Proc. Z. S. 454 et 459.
J. E. Ilarting: On rare or little known Limicolae. The
Genus Recurvirostra. Ibis 241. t, 9. (Synon. v. Cladorhynchus leu-
cocephalus, vom Herausgeber). Sehr gründliche Monographie, auch
Nest und Eier.
Kampfplatz der Pfuhlschnepfen (Sc. major). Friedr. B.
D roste, Zool. Gart. 115.
Ueber Gallinago stenura Stray Feath. II 335.
Ueber Rhynchaea variegata. E. Marno, Zool. Gart. 214.
Neue Arten: Tringa ptüocnemis EUiott Coues, Ornith. of
the Prijbilow Islands 1873 {T. gracüis Harting, Proc. Z. S. 242). —
Gallinago anäina Taczanowski, Proc. Z. S. 561, Peru, Jelski.
Abbildungen. Recurvirostra andina Phil, et Landb., Har-
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. D
50 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
tiag, Ibis t, 9. — Ei von Himantopus Novae-Zealandiae Gould, Har~
ting, Proc. Z. S. t. 60. f. 10. — Kopf, Fuss und Schwanz von Tringa
alpiua (f. 1—3), T. gracilis (4—6) und T. crassirostris (7—9) Kar-
ting, Proc. Z. S. t. 40.
Fhalaropodidae. Abbildung. Phalaropus hypoleucus Dresser,
B. Eur. P. XXXII. — P. fulicarius, ib. XXXIII.
Rallidae. Lebensweise von Pareudiastes pacificus Hartl. et
Finsch. Whitmee, Proc. Z. S 184, auch Nest und Ei; Sclater,
ib. 605.
Ueber Ortygometra erythropus. E. Marno, Zool. Gart. 214.
Owen: (On Dinornis XVII) Aptornis defossor, Transact. Z.
S. VIII 119. t. 14-16, vgl. Jahresber. f. 1872.
Abbildungen. Skelet von Ocydromus australis Owen, Trans-
act. Z. S. VIII t. 16. f. 2. — Ocydromus sylvestris Eyton, Osteol.
Av. II Suppl. P. 2. 17, Skelet, t. 17a, Details. — Aramides cayana,
ib. t. 16, Skelet, t. 16a, Details. — Holzschnitte der Köpfe von
Rallus philippensis und R. Dieffenbachii Buller, Ibis 118. f. 1. 2. —
Aptornis defossor Owen, Transact. Z. S. VIII t. 14—16, Osteol.
GallißUlidae- lieber Porphyrie sp. von Raiatea (Tahiti-Gruppe)
von M. Garrett gesammelt. Mus. Godeffr. Cat. V. XVI.
Ei und Lebensw. des Porphyrie von den Samoa-Ins. Whitmee,
Proc. Z. S". 606.
Ueber Tribonyx Mortieri (nach Frau Dietrich wohl T. ven-
tralis). Frau Dietrich, Mus. Godeffr. Cat. V. XVI.
Dr. Rieh. Schomburgk: Ueber Nisten der Fulica australis.
Proc. Z. S. 129.
- Parridae. lieber Parra africana. E. Marno, Zool, Gart. 214.
Anseres.
Anatidae. Brutgeschäft von Sarkidiornis melanonota, Dendro-
cygna arcuata und Nettapus coromandelianus. A. Anderson,
Ibis 220.
Friedr. B. Droste: Der Entenstrich bei Pillau. Zool.
Gart. 12.
H. Gervais: Gas de Metopagie complique de proencephalie
chez le Cavard domestique. Journ. de Zool. III 380.
Melanotische Färbung der Eier der Hansente. Dr. R. Meyer,
Zool. Gart. 192. — V. Tschüs i, ib. 276, 356 und 394. — Pelissier,
ib. 394.
Ueber Rhodonessa caryophyllacea (Lath.) Salvad., Atti Aoc.
Torino IX 634.
der Vögel während des Jahres 1874. 51
Anas marila in (tertiärem) Thon. V. Beneden, Bullet. Acad.
Belg. 1873. XXXY 354; Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwiss. N. F.
X 1874. 463.
Ueber Mergus castor. J. C. Parker, Stray Feath. II 336.
Dr. J. He Clor: Berichtigung zu seinem Aufsatz über Cne-
miornis calcitrans (Proc. Z. S. 1873). Proc. Z. S. 1874. 307.
Neue Art: Anas FmschiYd.n Beneden. Ausgestorbene Spe-
cies aus einer Höhle Neu-Seelands, mit Resten von Dinornis und
Cnemiornis gefunden. Annal. de la Soc. geol. de Belg. II (1874?,
1875?) 123. t. 3.
Abbildungen. Cygnus Bewickii Hancock, B. Northumb.
Titelkupfer. — Anas domestica (monströse Theile) H. Gervais, Journ.
de Zool. III t. 13. — Anas Finschi Van Beneden, Annal, Soc. geol.
d. Belg. II t. 3. f. 1—12, Osteol. — Mergus albellus Dresser, B.
Eur. P. XXXI. — M. serrator, ib. XXXIV.
Podicipidae. S c l a t e r : Note on the correct generic nanie of
Podiceps minor (diess wäre Tachybaptus Reichenbach.). Ibis 98.
R. Gensichen: Podiceps cristatus in Brandenburg. Gefied.
Welt 187.
Alcidae. Abbildung. Alca impennis Hancock, B. Nor-
thumb. t. 13.
Spheniscidae. Ueber Dasyrhamphus Herculis Finsch. S a 1 v a d .,
Atti Acc. Torino IX 634 (wohl = D. Adeliae juv.).
Neue Art: Eudyx>tula albosignata Fmsch, Journ. f. Orn. 219
et Proc. Z. S. 207, N.-Seeland.
Abbildung, Aptenodytes Pennantii Eyton, Osteol, Av. II
Suppl, P. 2. t. 21, sternum.
Uriidae, Neue Art: Uria sp. nov.? Swinhoe, Ibis 166,
Japan.
Frocellaridae. Puffinus major bei Christiania geschossen. R.
CoUett, Journ. f. Orn. 455,
Thalassidroma pelagica. Dresser, P. Eur. P. XXIX—XXX,
sine fig.
Diomedea culminata Gould wurde von Capt. Conrad nicht in
der Molukken-Passage, sondern in der^^Nähe der Kerguelen erlegt.
Dr. Finsch, Journ. f. Orn. 206.
Abbildung. Thalassidroma leucorrhoa Dresser, B. Eur.
P. XXVI.
Laridae. Howard Saunders: Remarks on the Grey-capped
Gulls and on the Species with which they have been confounded.
Proc. Z. S. 291.
Sclater: Ueber Larus leucophaeus. Ibis 100.
Landbeck: Ueber Sterna Frobeni. Arch. f. Naturg. XL
1874. 113.
52 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte etc.
Abbildungen. Xema Sabinii Dress., B. Eur. P. XXXI. —
Larus ichthyaetus, Dunenkleid, Marchand, Rev. de Zool. t. 13. —
Köpfe von Larus cachinnans (Heuglini Bree) f. 1 und L. Hemprichii
f. 2, Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 36. — Köpfe der Dunenkleider von
Slerna leucopareia, arctica, minuta, Hirundo, nigra Marchand, Rev.
de Zool. t. 10. f. 1 — 5. — Eier von Rhynchops flavirostris f. 3,
Larus leucophthalmus f. 4, L. Hemprichii f. 5, Sterna media f. 6,
St. Bergii f. 7, Hydrochelidon albigena f. 8, Heuglin, Orn. N.-O.-
Afr. t. 50. — Eier von Hydrochelidon infuscata f. 1. 2. u. Anous
stalidus f. 3. 4, Heugl. ib. t. 51.
Phaetontidae. Abbildung. Ei von Phaeton aethereus Heug-
lin, Orn. N.-O -Afr. t. 51. f. 5, 6, 7.
Plotidae. E. Marno: Der Schlangenhalsvogel (Plotus Levail-
lantii Temm.). Zool. Gart. 425.
Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Säugethiere während des
Jahres 1874.
Von
Troschel.
lu einem geistreichen Vortrage „/au* Entwickelung
der Organismen" resumirt Volkmann das Folgende: Er
tritt der Annahme Darwin's bei, dass wie die höheren
Thiere, so der Mensch, durch allmähliche Metamorphose
aus unvollkommenen und unvollkommensten Organismen
entstanden, und hält diese Annahme für gerechtfertigt,
weil die Möglichkeit einer fortschreitenden Metamorphose
durch die Vorgänge der embryologischen Entwickelung
constatirt ist, während eine plötzliche, bei jeder anderen
Thierart sich wiederholende Schöpfung aus der Keihe un-
serer Erfahrungen vollständig herausfällt. Er läugnet nicht,
dass die Differenzirung der Arten zum Theil von jener
natürlichen Zuchtwahl abhänge, welche Darwin als Ur-
sache der Metamorphose schildert; ist aber geneigt, den
Einfluss derselben für einen untergeordneten zu halten.
Die llauptursache aller organischen Entwickelung sucht er
in dem Walten einer intelligenten Macht, welche nach
Zwecken handelt, und welche für den Process des Werdens
die Bedingungen wählt und passend zusammenstellt. Es-
scheint ihm, dass wenigstens den Haupttypen der Thiere
ein verschiedener Plan zu Grunde liegt; ein Plan, der in
den Urkeimen derselben wahrscheinlich eben so vorge-
54 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
bildet war, wie der Plan des Hühnchens schon vorbedingt
ist in dem Ei, aus dem es sich entwickelt. Die Ansicht,
dass alle Thiere durch Vermittlung der natürlichen Zucht-
wahl aus einem einzigen Urkeime entstanden, findet er so
unwahrscheinlich, dass ihm unverständlich ist, wie sie selbst
unter den geachtetsten Zoologen einzelne Anhänger finden
konnte. Sitzungsber. der naturf. Ges. zu Halle 1874.
Mammalia, recent and extinct. An elementary treatise
for the use of the public schools of New South-Wales, by
A. W. Scott. Sydney. Vergl. die Anzeige in Annais nat.
bist. XIlI. p. 58.
Pansch: lieber das Gehirn der Säugethiere. Schrif-
ten des naturw. Vereins für Schleswig-Holstein I. p. 193.
Wilder hat sich mit der Untersuchung und Ver-
gleichung einer grösseren Zahl (32 Arten) von Gehirnen
der Säugethiere in Beziehung auf die Furchen beschäftigt,
hat sie beschrieben und in Holzschnitt abgebildet. Proc.
Amer. Assoc. for the advancement of sc. Portland p. 214.
Im Anschluss daran studirte Wilder ib. p. 234 die
Veränderungen des - Gehirns an 32 Gehirnen von Haus-
hunden.
Lieberkühn hat in den Schriften der Gesellschaft
zur Beförderung der gesammten Naturwissenschaften zu
Marburg X. p. 297 das Auge des Wirbelthierembryos be-
handelt. Er beschreibt das Auge des Säugethiers p. 331
—357.
Jobert hat am Schwänze der Mäuse und Spitzmäuse
ähnliche Tastorgane gefunden, wie sie in den Flügeln der
Fledermäuse vorkommen. Comptes rendus 0. Avril 1874;
Revue et magasin de zool. 1874. p. VII.
Wilder verglich die Brustmuskeln von 22 Säuge-
thiergattungen. Proc. Amer. Assoc. for the Advancement of
science, Portland p. 305.
Ueber Kaumuskeln und Kaumechanismus bei den
Wirbelthieren schrieb v. Teutleben in unserem Archiv
p. 78.
M a r e y machte Untersuchungen über die Bewegung
beim Gehen und Laufen bei den Menschen und den Qua-
der Säugethiere während des Jahres 1874. 55
drupeden. Von letzteren ist ausschliesslich das Pferd in
Betracht gezogen. Robin, Journal de Tanatoraie IX. p. 42.
Gruber: Ueber die Verbindung der Schlät'enbein-
schuppe mit dem Stirnbeine und über die Analogie ihrer
beiden xVrten bei dem Menschen und bei den Säugethieren.
Mem. de l'acad. des sc. de St. Petersbourg XXI. No. 5.
Grub er: Ueber die Infraorbitalkanäle bei den Men-
schen und bei den Säugethieren. Ib. No. 10.
Die Abhandlung von Cope „On the homologies and
origin of the types of molar teeth of Mammalia educabilia
(vergl. vor). Ber. p. 111) ist im Journal of the Academ}^
of natural sciences of Philadelphia VIII. p. 71, durch Holz-
schnitte erläutert, erschienen.
Legros et Magitot: Contributions ä l'^tude du de-
veloppement des dents. Premier memoire. Origine et for-
mation du foUicule dentaire chez les Mammiferes. Robin,
Journal de l'anatomie IX. p. 449 mit sechs Tafeln.
Magitot: Etudes sur les anomalies du Systeme den-
taire chez les Mammiferes, ib. X. p. 254. Diese Abhand-
lung ist ein Auszug aus einem in der Bearbeitung begrif-
fenen Buche : Histoire des anomalies du Systeme dentai\e
chez l'homme et les mammiferes, welches in 4. mit 20 Ta-
feln erscheinen soll.
Magitot: De l'anomalie de siege ou heterotopie, ib.
p. 422. Verf. versteht darunter jede Entstehung eines
Zahns an einem anderen Ort, als wo er normal stehen
sollte.
Rosenthal: Zur Kenntniss der Wärmeregulirung
bei den warmblütigen Thiereü. Programm, Erlangen 1872.
Körner: Beiträge zur Temperatur-Topographie des
Säugethierkörpers. Diss. Breslau 1871.
Sabatier: Observations siir les transformations du
Systeme aortique dans la serie des Vertebres. Annales
des scienc. nat. XIX. Article 2.
Gulliver hat die rothen Blutkörperchen von Hip-
popotamus amphibius, Otaria jubata und Trichechus ros-
marus gemessen und mit denen des Menschen und anderer
Säugethiere verglichen. Proc. zool, soc. p. 579.
Eimer hat Untersuchungen über den Bau und die
5ö Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Bewegung der Sameufäden angestellt. Er ging von den
Samenfäden der Fledermäuse aus, und erstreckte sich auf
die der Amphibien, Vögel und Wirbellosen. Es hat sich
herausgestellt, dass die Vorwärtsbewegungen der Sperma-
tozoen, sobald sie eine rasche ist, unter Drehung um die
Längsaxe vor sich geht, und er hat überall, bei den Sa-
menfäden der höchsten Thiere so wie bei denen der Krypto-
gamen eine Bewegung nach dem Prinzip der Schraube
gefunden, wodurch sie sich also in das Ei wie Bohrer ein-
bohren. Verh. der phys. med. Gesellsch. in Würzburg VI.
p. 93—136.
Ludwig von der Eibildung bei den Säugethieren s.
p. 173—184 in Verhandl. der Würzburger phys. med. Ge-
sellsch. VII.
Chat in untersuchte einige riechende Drüsen bei den
Säugethieren, nämlich von Herpestes fasciatus, Viverra
zibetha, Ocelot, Putorius foetidus, Atherura africana, Mus
decumanus und einiger Fledermäuse. Association frangaise
pour l'avancement des sciences. 1. Session. Bordeaux 1872.
p. 557. In der weiter ausgeführten Arbeit, Annales des
sc. nat. XIX. Artikel 1 mit 9 Tafeln, ist auch der Biber,
das Aguti und das Murmelthier berücksichtigt. Bei den
Viverriden sind die Differenzen zusammengestellt, nach
denen sogar die Gattungen und Arten unterschieden wer-
den können.
Anatomische Untersuchungen über die Hautdrüsen
einiger Säugethiere von Chodakowski. Diss. Dorpat
1871.
Refe rent machte auf die Organe aufmerksam, welche
von den Thieren dazu benutzt werden, fremde störende
Einflüsse von der Oberfläche des Thierkörpers zu besei-
tigen, und bezeichnete sie als Organe der Reinlichkeit
oder der Abwehr. Verhandl. des Vereins der preuss.
Rheinlande und Westfalens, Correspondenzbl. p. 82.
Pagenstecher beschreibt einen Besuch in den zoo-
logischen Gärten zu Köln und Frankfurt a. M. Zool. Gar-
ten p. 19 und 55.
Die Arbeiten über geographische Verbreitung der
Säugethiere und die Bearbeitung einzelner Faunen sind
der Säugcthiere während des Jahres 187-i, 57
diesmal weniger zahlreich ausgefallen als in früheren
Jahren.
Sola t er hat in Manchester einen interessanten Vor-
trag über die geographische Verbreitung der Säugethiere
gehalten. Science Lectures for the people. No. 5. Sixth
Series. 1874. Er führte aus, dass jede Species, wie auch
jedes Genus und jede Familie ihren bestimmten Bezirk
(Area) auf der Erde hat, und dass diese Bezirke continuir-
lich sind oder früher gewesen sind. Verf. kommt dann
näher auf die Landsäugethiere und proponirt die Einthei-
lung der Erde in vier Theile: 1) Arctogaea, Nord-
land, Land wo nur Monodelphia vorkommen, keine Mar-
supialia oder Monotremata ; Europa, Asien, Africa, die Asia-
tischen Inseln bis zu Wallace's Linie und Nordamerika
bis zum Isthmus Tehuantepec. 2) Dendrogaea, Baum-
land, Land wo Monodelphia und Marsupialia vorkommen,
keine Monotremen ; Amerika südlich vom Isthmus von Te-
huantepec. 3) Antarctogaea, Südland, Land wo Mar-
supialia vorwiegen, keine anderen Monodelphia als Nage-
thiere und Fledermäuse, Monotremen; Australien. 4) Or-
nithogaea, Vogelland, Land ohne Säugethiere, mit
Ausnahme der Fledermäuse; Neu-Seeland und die paci-
fischen Inseln. — Wenn nun dieser letztere Theil wegen
Mangels an Säugethieren ausfällt, und anderseits das Nord-
land weiter in vier Abtheilungen getheilt wird, dann er-
geben sich für die Säugethiere sechs Regionen, 1) die Pa-
läarctische Region, Europa, Africa nördlich vom Atlas und
Nordasien, 2) die Ethiopische Region, Africa südlich vom
Atlas und Madagascar, 3) die Indische Region, Südasien,
die Philippinen und Inseln des Indischen Archipels bis zu
Wallace's Linie, 4) Nearctische Region, Nordamerika bis
zum Isthmus von Tehuantepec, 5) Neotropische Region,
Centralamerika, südlich vom Isthmus von Tehuantepec und
Südamerika, 6) Australische Region, Australien, Neu-Gui-
nea und die Inseln bis hinauf zu Wallace's Linie. Diese
Regionen werden dann in kurzem Ueberblick durch ihre
charakteristischen Säugethierformen bezeichnet.
Europa. Lilljeborg hat ein Werk von grösserer
Ausdehnung über die Rückgratsthiere Schwedens und Nor-
58 Truschcl: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
wegens heraus zu geben begonnen: Sveriges och Norges
Ryggradsdjur. Der erste Theil, die Säugethiere enthaltend,
ist in zwei Abtheilungen, zusammen von 1088 Seiten in
Upsala 1874 erschienen. Da das Buch in Schwedischer
Sprache geschrieben ist, und dessen Durchlesung bei dem
Umfange mir nicht möglich war, beschränke ich mich
darauf, anzuzeigen, dass die Familien und Gattungen sehr
ausführlich geschildert und alle Arten beschrieben sind.
Besondere Rücksicht ist dem Skelett und dem Gebiss ge-
widmet. Es kommen vor 13 Chiroptera, 5 Insectivora,
24 Glires, 18 Ferae, 7 Pinnipedia, 2 Perissodactyla, 2 Bel-
luae, 11 Pecora, 24 Cete, zusammen 106 Arten. Vor einer
jeden Ordnung ist eine Uebersicht sämmtlicher dahin ge-
hörigen Familien gegeben. Das Buch scheint sehr fleissig
gearbeitet zu sein.
Von „A history of british Quadrupeds, including the
Cetacea, by Thomas Bell erschien eine zweite Auflage,
revised and partly rewritten by the Author, assisted by
R. F. Tom es and E. R. Als ton. London 1874.
Jäger: Deutschlands Thierwelt nach ihren Stand
orten eingetheilt, 1. und 2. Band, Stuttgart 1874. Zu em-
pfehlendes Buch.
Von Bohlen-Bohlendorf hat die auf die Vertil-
gung der Wölfe und Luchse bezüglichen Verordnungen
der Regierung gesammelt, aus denen Nachrichten über das
Vorkommen und die Verbreitung des Luchses (Felis lynx)
und des Wolfes (Canis lupus) im ehemaligen Schwedischen
Antheil von Pommern im 17. und 18. Jahrhundert hervor-
gehen. Mittheil, aus dem naturw. Vereine von Neu- Vor-
pommern und Rügen V. p. 1.
In den Naturgeschichtlichen Beiträgen zur Kenntniss
der Umgebungen von Chur, als Erinnerung an die 57. Vers,
der Schweizerischen Naturf.-Ges. herausgegeben von der
Naturf.-Ges. Graubündens 1874. p. 159 hatBrtigger 1 Ein-
hufer, 7 Wiederkäuer, 2 Sus, 14 Raubthiere, 16 Nager,
8 Insectivoren und 7 Fledermäuse verzeichnet. Von ihnen
sind Equus caballus, Bos taurus, Ovis aries, Capra hircus,
Sus domesticus, Canis familiaris, Lepus cuniculus und do-
mesticus (Kaninchenhase) als gezüchtete Arten, dagegen
der Säugethierc während des Jahres 1874. 59
Capra ibex, Sus scrofa, Canis lupus, Felis lynx und catus
als in jüngster historischer Zeit ausgerottete einheimische
Thierarten von Chur bezeichnet, so dass jetzt nur 41 wild-
lebende Arten übrig bleiben. Bei den einzelnen Arten ist
angegeben, ob sie in der Thal-Ebene, in der montanen,
alpinen oder nivalen Zone vorkommen.
Praetorius schrieb über die Hausthiere der alten
Griechen. Rinder, Pferde, Esel, Maulesel, Schafe, Ziegen
und später auch Schweine wurden gezüchtet; ebenso kam
als Hausthier vor der Hund und die Katze und als Luxus-
thiere Affen. Zool. Garten p. 459.
Rockstroh hielt in der Gesellsch. Isis in Dresden,
Sitzungsber. p. 31, einen Vortrag über die Fauna des Rilo
Dagh auf der Balkauhalbinsel, dessen höchste Gipfel bis
zu 2800 M. emporsteigen. Von Säugethieren finden sich
hoch oben Gemsen, am Fuss in den Nadelwaldungen
Hirsche, Rehe, denen der braune Bär nachstellt; auch der
Luchs, eine Anzahl Marderarten und der Fuchs kommen
vor. Auf den kräuterreichen Hochwiesen weiden Schaf-
und Ziegenheerden. Die Nordseite des Rilo Dagh fällt
steil zu zwei Ebenen ab, die von Samakof und Dubnitza,
deren Fauna fast ganz mitteleuropäisch ist, und nur we-
nige Vertreter südöstlicherer Zonen hat, wie Canis aureus
und Bos bubalus.
Africa. Peters nannte sechs Säugethiere, die von
Rohlfs und Ascherson in der Libyschen Wüste ge-
sammelt waren, nämlich eine Fledermaus und fünf Nager.
Sitzungsber. Ges. Naturf. Freunde p. 66.
Die Untersuchungen, welche Alphonse Milne-Ed-
wards über die alte Fauna der Mascarenen-Inseln an-
stellte, beziehen sich zwar vorzugsweise auf jetzt ausge-
storbene Vögel, die noch im 17. Jahrhundert auf der Insel
Rodrigues gelebt haben, und deren Ueberreste in den
Höhlen gefunden werden. Unter Säugethier-Resten , die
ebendaselbst aufgefunden sind, erkannte Verf. die Haus-
katze, ein sehr junges Schwein, Mus alexandrinus und zahl-
reiche Fledermäuse, vermuthlich Pteropus rubricollis. Än-
nales des sc. nat. XIX. Article 3.
E. V. Martens theilt Zoologisches aus Schlagint-
60 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungeu in cl. Naturgeschichte
weit's Reisen in Hochasien (Bd. IL 1872. S. 209—218)
mit, die sich auf die Eegion der Salzseen Tibets beziehen.
Von Raubthieren finden sich Wölfe, Schakale, Füchse,
wilde Hunde, Katzenarten und der tibetanische Bär; von
Pflanzenfressern der Kyang, Yak, Steinbock, Argali, Ovis
nalioor, dann Arctomys bobac und Lepus pallipes. Alle
leben in bedeutenden Höhen, von 14000 bis 19500 Fuss.
Vergl. zool. Garten p. 71.
Mohnike hat in seiner Schrift „Banka und Palem-
bang nebst Mittheilungen über Sumatra im Allgemeinen,
Münster 1874" auch die Fauna nicht unberücksichtigt ge-
lassen. Auf l^)anka finden sich (p. 54) von wilden Thieren
Cervus muntjac, Sus vittatus, Cercopithecus cynomolgus,
Tarsius spectrum, Galeopithecus variegatus und eine Menge
von Fledermäusen. Diese Säugetliierfauna ist, mit der
von Sumatra, Java und Bornco verglichen, eine arme und
zugleich keine eigenthümliche, da alle genannten Mam-
malien sich auf jenen grösseren Inseln wiederfinden. —
Die Fauna der Residentschaft Palembang, wie überhaupt
auf der östlichen Hälfte von Sumatra, besitzt im Allgemei-
nen einen continentalen und zwar spccifisch indischen Cha-
rakter, stimmt aber mehr mit der von Borneo als mit der
von Java überein. Es kommen über 80 Laud-Säugethiere
vor. Als die bemerkenswerthesten werden genannt (p. 141)
der Elephant, ein zweihörniges Rhinoceros, der indische
Tapir, der malaiische Bär, Königstiger, zwei Panther,
einige kleinere Katzen und Arten aus den Gattungen My-
daus, Canis, Herpestes, Lutra, Linsang, Mustela, Viverra,
Paradoxurus, Arctictis, ferner Cervus equinus und muntjac,
Antilope sumatrana, von Affen Siamanga syndactyla, Hy-
lobates variegatus, Semnopithecus nasicus, flavimanus, me-
lalophus und sumatranus, Cercopithecus cynomolgus, Inuus
nemestrinus. Stenops tardigradus, Tarsius spectrum, viele
Eichhörnchen und Fledermäuse. Daran schliessen sich
Schilderungen des Lebens der Elephanten, Tapire und
Tiger.
Australien. Hutton: Die geographischen Beziehun-
gen der Neu- Seeländischen Fauna. Aus den Transactions
of the New-Zealand Institute V. 1872 in Annais nat. bist.
der Säugetbiere während des Jahres 1874. 61
XI IL p. 25. Neu-Seeland, obgleich von geringer Ausdeh-
nung, enthält eine so eigenthümliche Fauna, dass man sie
als eine eigene biologische Provinz betrachtet hat. Es
bietet, was Verf. die Elemente einer continentalen Fauna
nennen möchte, oder eine continentale Fauna in ihrem ein-
fachsten Zustande. Von Fledermäusen kommen zwei Arten
vor, Scotophilus tuberculatus und Mystacina velutina ; von
Pinnipedien Stenorhynchus leptonyx und Arctocephalus
cinereus, vielleicht auch Morunga proboscidea; von Ceta-
ceen sind 12 bis 14 Arten bekannt. Den Mangel an Land-
Säugethieren sieht Verf. als einen Beweis an, dass keine
Landverbindung zwischen Neu-Seeland und Australien statt
gefunden habe, seit letzteres von Beutelthieren bewohnt ist.
Mus rattus und Canis familiaris sind gewiss eingeführt.
America. Markham hat, London 1874, ein Buch her-
ausgegeben „A Whaling cruise to Baffins Bay and the
gulf of Boothia. Dasselbe enthält auch Notizen über einige
Säugethiere nebst Abbildungen derselben in Holzschnitt.
So p. 33 den Seehund, p. 51 Balaena mysticetus, p. 96
und 225 den Esquimauxhund, p. 139 den Narwal und Eis-
bär, p. 145 Walross, p. 267 Rennthier, p. 298 den Polar-
fuchs.
Gundlach hat ein Verzeichniss der Säugethiere der
Insel Cuba zusammengestellt, in welchem er 24 Arten auf-
zählt, nämlich 19 Volitantia, 1 Insectivoren, 3 Nager, 1 Ma-
natus. Ausserdem sind unsere bekannten drei Arten Mus
eingeführt. El Artista IL 2; Memorias sobra la Hist. nat.
de la isla de Cuba I. p. 30; Ann. de la soc. esp. de hist. nat.
de Madrid I. p. 231. 1878. Vergl. Gervais Journal de
Zoologie III. p. 231.
Quadrumana.
Gätarrhinae. Schöpff schilderte das Benehmen des im zoo-
logischen Garten zu Dresden befindlichen Chimpanse. Zool. Garten
p. 8G.
Macalister beschrieb die Musculatur des Gorilla. Proc.
Royal Irish Academy I. p. 501.
Gervais bildete den Schädel eines Gorilla ab, der im Ober-
kiefer rechts und im Unterkiefer beiderseits sechs Backenzähne be-
62 Troschcl: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
sitzt. Diese überzähligen Zähne schieben sich nicht, wie bei den
Affen der neuen Welt als dritte Prämolaren ein, sondern bilden
die hintersten Zähne der ganzen Reihe. Journal de Zoologie III.
IX 164. pl. 6.
In der Zeitschrift Nature Jan. 1874, p. 243 wird mitgetheilt,
dass Hylobates agilis Mitleid und Beihülfe gegen ihre kranken Ge-
nossen zeigen, während sie gegen deren Leichen gleichgültig sjnd.
Anderson will sich durch Vergleichung zweier richtig be-
stimmten Exemplare im Pariser Museum von Macacus arctoides
Geoffr. St. Hil. und M. brunneus überzeugt haben, dass beide Arten
specifisch verschieden seien. Sclater und Murie hatten sie 1872
für identisch erklärt. Proc. zool. soc. p. 652.
LemnrinL Mixocehus Peters, Berliner Monatsber. p. 690.
__ ^ 3.3 11-113.3 16 ^ ^...„
Dentes 5—- - — — - 3—- = -— , mcisivi superiores tenues stihformes ;
o.ol 4 lo.d lo
pars ossium iuterraaxillarium inferior prominens, interparietale nnl-
lum; auriculae vix e vollere prominentes, ungues ecarinati reliqua
ut in Lepidolemure. M. canieeps von Madagascar.
Volitantia.
Frugivora. F'ritz Meyer zeigte die Geburt eines Pteropus
fimerens in Leipzig an. Zool. Garten p. 238.
Pteropus Whitmeei Aiston, Proc. zool. soc. p. 96, pl, 14, von
den Samoa-Inseln.
Gymnorhina. JEmhallomira atrata Peters, Berliner Monatsber.
p. 639, von Madagascar.
Promops honariensis Peters, Berliner Monatsber. p. 232, von
Buenos-Ayres, mit Abbildung.
Insectivora.
Talpina. Hilgendorf theilte mit, dass der japanesische
Maulwurf, Talpa mogura Schleg., das Auge von der Körperhaut
vollständig bedeckt hat. Zool. Garten p. 155,
Carnivora.
Ursina. Joh. v. Fischer schilderte die Lebensweise des
Wickelbären, Cercoleptes caudivolvulus, den er in der Gefangenschaft
der Säugethiere während des Jahres 1874. 63
hielt. Er wird besonders als launenhaft dargestellt, sonst aber als
liebenswürdig, zuthulich und reinlich. Zool. Garten p. 300.
Gill macht darauf aufmerksam, das§ Nearctos Gray (1873)
identisch ist mit Tremarctos Gervais (1855). Annais nat. bist XIII.
p. 15. — Gray erwidert darauf, dass er die Gervais'sche Arbeit
nicht kenne, und dass er seine Gattung Nearctos auf gute zoolo-
gische Charaktere des Schädels gegründet habe, während Gervais
nur ein Foramen im Humerus zur Unterscheidung benutzt habe.
Ib. XIV. p. 93.
Mustelina. Marno fand die Lebensweise des Bandiltiss,
Rhabdogale zorilla Wiegm., sehr ähnlich dem des Iltiss. Er fand
constante Unterschiede, so dass er vermuthet, er habe Rh. lybica
Ehrbg. und Rh. mustelina Wagn. beobachtet. Zool. Garten p. 382.
Gray gab eine Notiz über die Varietäten der Westamerika-
nischen Wiesel, Mustelabrasiliensis, xanthogenys und affinis. Annais
nat. bist. XIV. p. 374.
V. Droste-Hülshoff hatte ein Wiesel, Mustela erminea ge-
fangen, das sich todt stellte, um ihn zu täuschen und zu entfliehen.
Zool. Garten p. 194.
Mustela macnira Taczanowski, Proc. zool. soc. p. 311. pl. 48,
aus Peru.
Macalister bearbeitete die Anatomie der Gattung Aonyx
Less. Die untersuchte Art stimmte nach der Angabe des Verf. mit
keiner der drei asiatischen Arten, A. leptonyx, indigitata und auro-
brunnea überein. Proc. Royal Irish Academy I. p. 539.
Viverrina. Herpestes ferrugineus P>lanford, Proc. zool. soc.
p. 661. pl. 81, aus Sind. Daselbst ist auch H. persicus Gray be-
schrieben.
Macalister berichtete über die Anatomie von Viverra ci-
vetta und Galera barbata, soweit es die Muskeln betrifft. Proc.
Royal Irish Academy I. p. 506.
Gray bringt die Paradoxurinae des britischen Museums in
folgende Uebersicht : I. Der Hintertheil des Bauches mit einer ver-
längerten nackten Drüsenfalte, Gatt. Paradoxurus. deren Arten
einen gefleckten Rücken haben, P. hermaphroditicus, nigrifrons, fa-
sciatus und dubius; oder einen gestreiften Rücken, P. philippensis ;
oder einen einförmig grau gesprenkelten Rücken haben, P. bondar.
II. Der Hintertheil des Bauches zwischen den Schenkeln mit Haaren
bedeckt, ohne Drüsenfalte, Gatt. Paguma, Rücken einförmig grau
gesprenkelt, mit P. zeylonica, Crossii, Grayii, Tytleri, stigmatica,
leucoraystax, larvata, Ärctogale mit gestreiftem Rücken, A. tri-
virgata und Nandinia mit geflecktem Rücken, N. binotata. Alle
Arten sind asiatisch, mit Ausnahme der Westafricanischen Nandinia.
— Schliesslich werden Paguma stigmatica Temm. und Tytleri Blyth
beschrieben. Annais nat. bist. XIV. p. 241.
G4 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Gervais hatte Gelegenheit ein Skelet von Eupleres Goudotii
zu untersuchen und bildete zahlreiche Knochen desselben ab. Er
vermuthet, es stamme von einem weiblichen Thiere. Auch er er-
klärt dieses Thier für einen Carnivoren, und bringt es in die Fa-
milie Viverrina als besondere Tribus Euplerina. Journal de Zoo-
logie III. p. 236. pl. Vir.
Canina. Wilder fand, dass das Os scaphoUmare im Carpus
der Hunde aus drei Knochen verschmolzen ist. Proc, Amer. Assoc.
Advanc. of science, Portland p. 301.
Sclater nannte den schwarzen Wolf aus Thibet, den er
früher zu Canis laniger zog, als eigene Art Canis niger, und bildete
ihn ab. Proc. zool. soc. p. 654. pl. 78.
Martin erzählt, wie ihm ein gezähmter Fuchs entlaufen,
aber nach acht Tagen zurückgekehrt sei. Zool. Garten p. 151.
Nyctereutes procynides Gray ist Proc. zool. soc. p. 323. pl. 50
abgebildet. Das Exemplar stammt aus dem Amurlande.
Felina. Busk konnte zwei Tigerschädel, die Swinhoe in
China gesammelt hatte, vergleichen. Der eine von einem kurzhaa-
rigen Thier war aus dem Süden, der andere von einem langhaa-
rigen aus dem Norden. Er konnte keine Differenzen bemerken,
die auf specißsche Trennung schliessen Hessen. — Dasselbe gilt von
zwei Leoparden-Schädeln aus denselben Gegenden. Beigegeben sind
die Maasse in Odontogramms und in Tabellenform. Proc. zool.
soc. p. 146.
Gray machte Bemerkungen über die kleineren gefleckten
Katzen Asiens und dessen Inseln. Er ordnet die des britischen Mu-
seums folgendermassen : I. Schwanz cylindrisch, kürzer als der
Körper und mit schwarzen Flecken gezeichnet, Körper mit un-
gleichen Flecken, zuweilen an der Rückeulinie vereinigt, a. Körper
mit zahlreichen kleinen Flecken. F. chinensis Gray aus China und
euptilura Elliot (undata Radde) aus Sibirien, b. Körper mit 5 oder
6 Linien länglicher Flecke f, Flecke des Körpers klein und länglich,
Pelz kurz, ziemlich starr, F. javanensis und Jerdoni von Java,
ff Flecke des Körpers Verlängert, grösser, Pelz weich, F. minuta
(sumatrana Horsf.) von Sumatra, Herschelii (servalina Gray) aus
Indien. — IL Schwanz cylindrisch, stumpf, von Länge des Körpers,
mit dunklen, mehr oder weniger verfliessenden Flecken, Körper mit
unregelmässigen dunklen Flecken, a. Die Flecke des Körpers läng-
lich, solid, F. wagati aus Indien, pardochroa von Nepal, tenasseri-
mensis aus Indien, b. die Flecke am Körper grösser, viereckig und
im Centrum hell, F. nepalensis aus Indien. III. Schwanz am Ende
verdünnt, fast von Länge des Körpers, mit deutlichen schwarzen
Ringen und einer schwarzen Spitze, F. pardinoides. Annais nat.
bist. XIII. p. 52.
Gray zeigte ib. p. 472 an, dass das britische Museum Felis
der Säugethiere während des Jahres 1874. 65
euptilura von Shanghai erhalten habe- — Ebenso p. 475, dass Felis
pardinoides von Bogota eingesandt war.
Gray verzeichnete ferner ib. XIV. p. 351 die 62 Katzenarten
des britischen Museums, und vertheilt dieselben in 17 Genera.
I. Katzen, Ohren rund ohne Haarbüschel, Beine massig, Schwanz lang.
A. Wangen ohne Streifen vom hintern Augenrande, 1 Leo, 1 Uncia,
4 Leopardus, 4 Serval, 4 Puma. B. Wangen mit einem schmalen
Streifen vom hintern Augenwinkel, 1 Pajeros. C. Wangen mit zwei
dunklen Streifen vom hintern Augenwinkel, a. Orbita vollständig,
Kopf länglich, 3 Viverriceps, 1 Aelurina. b. Orbita unvollständig,
Schädel oblong, Nase etwas vorgezogen, 1 Tigris, 2 Neofelis, 2 Cato-
lynx, 1 Pyrofelis, 1 Pardalina. 24 Felis. IL Luchse, Ohren mit Haar-
büscheln, Beine lang, Schwanz kurz, 4 Chaus, 7 Lyncus, 1 Caracal.
Gray machte auf die Färbung der jungen Katzen aufmerksam,
die häufig von denen der alten abweicht. So soll Leopardus onga
in der Jugend einfarbig braun sein, Leopardus varius ist gleich der
Mutter gefleckt, aber der Schwanz ist länger, Gueparda guttata ist
ungefleckt, die jungen Puraas sind gefleckt, so auch bekanntlich die
jungen Löwen. Annais nat. bist. XIV. p. 377.
Gray erwähnt ib. p. 385, dass die Leoparden-Schädel (Leo-
pardus pardus) des britischen Museums von verschiedenen Locali-
täten sehr variiren, und vermuthet, es seien darunter mehrere Arten
vorhanden. Die südafrikanischen sind die grössten, die indischen
kleiner, die von dem indischen Archipel die kleinsten.
Sclater Hess Felis servalina in Proc. zool. soc. p. 496. pl. 63
abbilden.
Felis hadia Gray, Proc. zool. soc. p. 322. pl. 49, von Borneo.
Viverriceps Gray (1867), gegründet auf Felis planiceps Vig.
Horsf., und Ailurogale Fitz (1869) sind nach Gill identisch mit
Aelurina Gervais. Annais nat. bist. XIL p. 16. — Gray will ib. p. 93
Aelurina und Viverriceps aufrecht erhalten; Viverriceps habe einen
einwurzeligen cylindrischen ersten Backenzahn, der bei V. Bennettii
klein und conisch, bei V. EUiotti sehr klein und rudimentär ist,
bei V. rubiginosa früh ausfällt; bei Felis planiceps ist er zwei-
wurzelig und bildet den Charakter der Gattung Aerulina.
J. E. Gray erörterte die Synonymie von Pardalina Warwickii.
wohin Felis himalayanus Warwick und Felis Geoffroyi Sclat. ge-
zogen wird, und von Pardalina? guigna, wozu Felis guigna Mol.
Phil, und Felis Geoffroyi d'Orb. gehört. Das Vaterland der ersteren
Art ist unbekannt, das der letzteren ist Buenos-Ayres. Annais nat.
bist. XIII. p. 49.
Thüme sprach von einer im Dresdener zoologischen Garten
befindlichen Katze, die er für Spielart von Felis mitis Cuv., Felis
Maracaya Wagn. hält, und welche Annäherungen an Felis pardalis
zeigt. Sitzungsber. der Ges. Isis in Dresden p. 134.
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. E
66 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Gray theilte mit, dass die Zeichnung Hamilton Smith's
von einer weissen Katze, jedenfalls nicht Felis colocolo Molina nach
Philippi ist. Er führt dann aus, weshalb die Zeichnungen von
Hamilton Smith so wenig wissenschaftlichen Werth haben. An-
nais nat. hist. XHI. p. 259.
J. E. Gray beschrieb, Proc. zool. soc. p. 31, Chans caudatus
als neue Art aus der Steppe von Bokhara, und bildete sie ab, nebst
dem Schädel. Vergl. auch Annais nat. hist. XHI. p. 188.
v. Droste-Hülshoff machte bekannt, dass am 20. Januar
1872 der letzte Luchs in Preussen, und zwar in dem zum Gute
Lauck gehörigen Walde, erlegt worden sei. Zool. Garten p. 297.
Pinnipedia.
Gervais bezeichnet mit dem Namen Thalasso theria die
Phoken, Sirinen, Balaeniden, Cetodonten und Zeuglodonten, weil sie
befähigt sind, den grössten Theil ihres Lebens im Seewasser zuzu-
bringen. Sie bilden zwar keine natürliche Abtheilung, aber Verf.
versucht durch die Untersuchung des Gehirns ihr Verhältniss zu
einander festzustellen. Journal de zoologie HL p. 570.
Phocina. Nach Gray kommt Halichoerus grypus an der
Nordküste von Cornwall vor, Annais nat. hist. XIV. p. 96.
Murie setzte, Transactions of the zool. soc. of London VHL
p^ 501 — 582. pl. 75 — 82, seine Untersuchungen über die Anatomie
der Pinnipedien fort, indem er die Anatomie des Seelöwen, Otaria
jubata, beschrieb. Er behandelt hier das Skelet, Nervensystem,
Sinnesorgane, Gefässsystem, Athmungsorgane. Gervais Hess im
Journal de zoologie HL pl. XIV einige Figuren aus dieser Arbeit
ohne erläuternden Text abbilden.
J. E. Gray verglich die Schädel der Otarien und Seehunde
von den Auckland-Inseln. Nach ihm kommen dort vor: Stenorhyn-
chus leptonyx, Otaria jubata?, Phocarctos Hookeri und Gypsophoca
spec, Arctocephalus cinereus jun. Hector. Annais nat. hist. XIV.
p. 24.
J. E. Gray stellte nach Schädeln zwei neue Arten auf: Otaria
minor und pijgmaea; beide unbekannten Vaterlandes. Annais nat.
hist. XIII. p. 325.
Rodentia.
Holländer: De dentium ex ordine Rodentium structura pe-
nitiori. Programm. Halle 1873.
Sciurina. R. Meyer kam nochmals auf das Brutnest des
Eichhörnchens zurück, das er im vorigen Jahr beschrieben hatte
(vergl. vorj. Ber. p. 130). Zool. Garten p. 457. .
4>
der Säugethiere während des Jahres 1874. G7
Marno schildert den Sahara, Xerus leucoumbrinus Rüpp.
als ein sehr hässliches Thier, namentlich wegen der sehr grossen
Geschlechtsorgane des Männchen. Zool. Garten p. 335.
V. Dellatorre schilderte das Betragen zweier gefangenen
Murmelthiere. Berichte des naturw.-mediz. Vereines in Innsbruck
IV. p. LI.
Murina. Nickel glaubt aus einer Notiz vom Jahr 1573
schliessen zu können, dass die Wanderratte schon damals bei Neapel
beobachtet sei. Zool. Garten p. 155.
Joh. V. Fischer hat Versuche über Kreuzungen verschie-
dener Farbenspielarten innerhalb einer Species angestellt, die zu
sehr interessanten Resultaten geführt haben. Er hat besonders
drei Hauptvarietäten unterschieden, Melanismus, Leucismus und
Flavismus (fuchsrcth). Zu seinen Versuchen benutzte er vorzugs-
weise die Wanderratte, und stellte sie in so grosser Häufigkeit an,
dass die daraus gezogenen Schlüsse wohl gerechtfertigt erscheinen.
Es wurden seit 18G8 976 Geburten registrirt (von denen 501 bei
grauen Weibchen mit weissen Männchen, 475 bei weissen Weibchen
mit grauen Männchen stattfanden) die im Ganzen 5847 Junge er-
gaben. 3880 waren normal grau und 2017 reine Albinos; kein
einziges intermediär gefärbt. Auch partieller Leucismus wurde mit
Normalfärbung gekreuzt, ebenso Kreuzung der angeführten Farben-
varietäten mit allen drei zusammen. — Er zieht folgende Schlüsse:
1) wenn zwei verschiedene Farben Varietäten einer und derselben Art
unter einander gekreuzt werden, so trägt das Product dieser Kreu-
zung stets die Färbung des Vaters. 2) Wenn eine Farbenvarietät
mit mehreren andern derselben Art gekreuzt wird, so vermischen
sich die Farben nicht, sondern die Juugen tragen die Färbung der
einzelnen Väter, erzeugen aber häufig nebenbei partiellen oder reinen
Melanismus. 3) Der reine und der partielle Melanismus mit jeder
andern oder mit mehreren Varietäten gekreuzt, verhält sich wie
bei 1. und 2. 4) Der Melanismus hat seinen Ursprung aus Mischehen
von verschiedenen Varietäten zusammen innerhalb einer und der-
selben Art. 5) Trägt das Product einer Kreuzung zwischen Eltern,
deren Art fraglich ist, die Färbung des Vaters, so gehören dieselben
zu einer und derselben Art; ist das Prodnct aber intermediär oder
sonst vom Vater abweichend gefärbt, so sind die Eltern specifisch
verschieden. Demnach sollen Mus rattus und alexandrinus nicht
verschieden sein ; schwarze Mus rattus und weisse decumanus paarten
sich mehrmals, aber bis jetzt ohne Resultat. Zool. Garten p. 361.
Chase erzählt Wunderliches von einer Califoraischen Wald-
ratte, welche etwas grösser ist als die Californische Waldratte, mit
dünn behaartem Schwänze. Das Thier baut sein Nest aus trockenen
Zweigen, die sie zu einem domförmigen Bau verflechten, oft 10 bis
12 Fuss hoch und 6 — 8 Fuss im Durchmesser. Verf. beschreibt
68 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
dann ein Nest, welches sich in einem unbewohnten Hause fand, aus
grossen Nägeln erbaut mit allerhand zusammengeschleppten Gegen-
ständen darin. Amer. Journ. of sc. and arts VIII. p. 73.
Hanau beobachtete an einer in Gefangenschaft gehaltenen
Maus, dass sie ihre eben geborenen Jungen tödtete und zum Theil
auffrass. Zool. Garten p. 233.
Peters taufte die von ihm im Jahr 1866 aufgestellte Mäuse-
gattung Lasiomys in Lopliuromys um, weil der Name bereits
früher von Burmeister verwendet war. Berliner Monatsber. p. 234.
Martin eifert gegen die Vergiftung der Feldmäuse, das Weg-
schaffen der Hecken und Gebüsche, so wie der hohen Bäume auf
den Feldern, weil dadurch ein Schaden an nützlichen Thieren er-
zielt werde, der dem herbeigeführten Nutzen keineswegs die Waag-
schaale hält. Zool. Garten p. 331.
Heteromys adspersus Peters, Berliner Monatsber. p, 354, mit
Abbildungen, aus Panama.
Subungulata. Dasyprocta antillensis Sclater, Proc. zool. soc.
p. QQQ. pl, 82, von den Antillen.
Leporina. Seit dem Jahr 1874 erscheint eine eigene Zeit-
schrift »Blätter für Kaninchenzucht, Zeitschrift für Züchter, Händler
und Liebhabercr, herausgegeben von E. Rasch, Hildesheim. Sie ver-
folgt in den zahlreichen kleinen Artikeln, oft humoristisch, den Zweck
über alles, was Kaninchen, ihre Racen, ihre Zucht, ihre Krankheiten,
ihre Zubereitung als Nahrungsmittel betrifft, zu belehren und dadurch
die Kaninchenzucht zu fördern, und diese Thiere als Nahrung in An-
sehen zu bringen. Diese Zeitschrift wird auch wissenschaftlich von
Interesse werden, weil allerhand Beobachtungen durch sie zur
Oeffentlichkeit gelangen, die sonst unbeachtet bleiben würden. So
erzählt z. B. v. Brincken p. 79, dass eine Seidenhäsin von einem
Belier-Rammler belegt, nach 14 Tagen von einem Rammler der
Normandiner Race wieder belegt wurde. Dreissig Tage nach der
ersten Paarung warf das Thier 7 und 14 Tage später nochmals
9 Junge, ein Beweis, dass sie mit zwei verschiedenen Würfen zu-
gleich tragend gewesen ist.
Wildt schrieb eine Dissertation »lieber die Zusammensetzung
der Knochen der Kaninchen in den verschiedenen Altersstufen«.
Leipzig 1872. Hauptsächlich chemisch.
Roman es beobachtete, dass angeschossene Kaninchen immer
wieder in ihre Höhlungen zu schlüpfen scheinen, dass sie aber nach
dem Tode wieder vor denselben gefunden werden. Er glaubt, dass
sie von ihren Genossen hinausgebracht werden. Wenn er jedoch
todte Kaninchen in die Höhlen steckte, blieben sie darin. Nature,
August 1874. p. 264.
Lepus Dayanus Blanford, Proc. zool. soc. p. 663, aus Sind.
der Säugethierc während des Jahres 1874. 69
Edentata.
Bradypoda. Mackiutosh untersuchte die Muskeln von Bra-
dypus. Proc. Royal Irish Academy L p. 517.
Turner Hess den ScMuss seiner Arbeit über die Placenta der
Faulthiere (vergl. vorj. Ber. p. 133) in Humphry und Turner Journal
of Anatomy VIII. p. 362 nochmals abdrucken.
Gingulata. Murie veröffentlichte eine grosse Abhandlung
über Lebensweise, Bau und Verwandtschaft des Tolypeutes conurus
Geoffr. in Transact. of the Linnean Society of London XXX. p. 71
— 132 mit 7 Tafeln. Das Exemplar, welches dem Verf. zu Gebote
stand, hatte im zoologischen Garten in London gelebt. Es war ein
erwachsenes Männchen. Es hatte einen lebhaften, munteren Gang,
trotz seines festen Panzers ; der Körper ist höher und schmäler, die
Beine länger, dünner als bei den anderen Gürtelthieren und an den
Vorderbeinen sind sehr grosse Nägel; der Schwanz hängt gewöhn-
lich senkrecht herab, und ist wie der Kopf vom Boden entfernt; es
wägt sich auf den Zehenspitzen und strauchelt wie ein hastiger
Bote vorwärts und rückwärts immer rastlos umhereilend. Zum
Schlaf kugelt es sich ein. Die Anatomie ist vollständig abgehandelt.
In Betreff der Verwandtschaft mit den Glyptodonten meint Verf.,
dass die Gleichzeitigkeit des Vorkommens derselben mit Tolypeutes
die Ansicht nicht zulasse, dass diese in der posttertiären Epoche
aus jenen entstanden seien.
Tom es hat die Existenz des Schmelzes bei Tatusia peba nach-
gewiesen. Während sich, an den Zähnen keine Spur von Schmelz
findet, lässt sich in der ersten Zahnanlage ein deutlicher Schmelz-
keim erkennen, vollkommen identisch mit dem bei den andern
Säugethier-Fötus gleichen Alters. Quarterly Journ. of mikrosc.
science 1874. p. 44.
J. E. Gray hatte Gelegenheit das Skelet, Stirn- und Rücken-
schild und den Schwanz des kurzschwänzigen Armadiis Tatusia sep-
tcmcincta zu untersuchen, und gründet "auf diese Art eine eigene
Gattung Muletia. Er theilt die Tatusiadae nach folgendem Schema
ein: I. Schwanz mit glatten Caudalringen, der hintere Theil' des
Gaumens convex mit einer Grube jederseits, die hinten breiter ist.
1. Tatusia. Schwanz cylindrisch, so lang oder ' länger als der
Körper, mit vielen Ringen und zahlreichen Schwanzwirbeln, Ohren
gross, Rückenschild mit 9—7 freien Gürteln. T. peba ct. 2. Mu-
letia. Schwanz kurz, am Grunde deprirairt, nicht so lang wie der
Körper, mit 13 Ringen und 13 Schwanzwirbeln, Ohren klein, Rük-
kenschild mit 6 freien Gürteln. M. septemcincta ct. II. Schwanz
70 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
mit vorspringendem Hinterrande der Täfelchen der basalen Schwanz-
riuge, hinterer Theil des Gaumens breit, coucav, mit vorstehendem
Rande an jeder Seite. 3. Praopus. Schwanz etwa von Länge des
Körpers, ziemlich dick am Grunde. P. Kappleri. Proc. zool, soc.
p. 244.
Solidungnla.
Equina. Kiefer erzählt einen Fall von »sittlichem Gefühl«
eines Pferdes, der jedenfalls von einem hohen Grade von Intelligenz
zeugt. Das Pferd nahm nämlich ein Kind, welches auf seinem
Wege lag, mit seiner Schnauze fort, um es nicht zu verletzen. Zool.
Garten p. 355.
Gervais erörtert die Frage nach der typischen Form der
Gliedmassen bei der Familie Equidae. Er geht auf die älteren fos-
silen Formen zurück, bis auf Orohippus Cope, kleiner als ein Fuchs
und mit vier Zehen an den Vordergliedmassen. Ferner weist er
auf die Gegenwart eines Trapezes am Carpus von Hipparion hin,
welches innerhalb des Trapezoides für die innere Zehe bestimmt
ist, und kommt so dahin, den Pferden ursprünglich fünf Zehen zu-
zuschreiben, ohne die Hauptzehe als eine Verwachsung der zweiten
und dritten Zehe der Wiederkäuer zu beanspruchen, und ohne die
Kastanien als fünfte Zehe zu Hülfe zu nehmen. Journal de Zoo-
logie III. p. 300.
Praetorius sprach von einem nackten Pferde, Equus nudus,
das er in Breslau in einer Menagerie sah, von welchem er annimmt,
dass es aus Africa stamme. Zool. Garten p. 36.
Panceri berichtete über einen Fall, wo eine Mauleselin einen
männlichen Fötus von 7 bis 8 Monaten abortirte. Sie war beinahe
20 Jahre alt, in welchem Alter die Stuten die Fruchtbarkeit ver-
loren haben, während sie bei den Eselinnen bis zum dreissigsten
Jahre dauert. Am ersten Tage gab sie Milch aus der rechten Zitze,
später aus beiden bis zum 10. Tage. Wahrscheinlich war sie von
einem Eselhengste befruchtet, und der Fötus hatte auch mehr Aehn-
lichkeit mit einem Esel an Kopf und Gliedmassen. Dergleichen
Beispiele sind sehr selten vorgekommen, und Verf. nennt gegenüber
den Jungen von Pferd und Mauleselin, denen De Nanzio den Namen
Mionqopo beigelegt hat, die Jungen von Esel und Mauleselin Otto-
mione. Atti del R. Istituto d'incoraggiamento XI. 1874.
Born schrieb über die Ent Wickelung des Eierstockes des
Pferdes. Reichert u. Dubois Archiv für Anatomie 1874. p. 118.
Nutt berichtete brieflich über die Jagd eines wilden Esels,
Equus onager. Proc. zool. soc. p. 1.
der Säugethiere während des Jahres 1874. 71
Multungnla.
Proboscidea. Die Krankengeschichte eines Elephanten zu Schön-
brunn, s. Zool. Garten p. 239 und 251.
Obesa. Eine Notiz über das junge Nilpferd des Berliner zoo-
logischen Gartens findet sich (aus der Vossischen Zeitung abgedruckt)
im Zool. Garten p. 437.
Hartmann beobachtete öfters am blauen Nil das Wasser-
spritzen der Flusspferde, welche bald einen feinen Sprühregen, bald
Strahlen aus ihren Naslöchern auswerfen, Sitzungsber. Ges. naturf.
Freunde zu Berlin p. 104.
Marno beschrieb zwei Nilpferdjagden. Zool. Garten p. 81.
Macalister machte Mittheilungen über die Anatomie von
Chaeropsis liberiensis nach einem sehr jungen Exemplar, welches
aus Liberia nach dem Zoologischen Garten in Dublin gebracht war,
wo es bei der Ankunft starb. Es war 22^2 Zoll lang. Proc. Royal
Irish Academy I. p. 494. pl. 28. Gehirn und Füsse sind abgebildet.
Setigera. Parker untersuchte Bau und Entwickelung des
Schweineschädels (Sus scrofa), und stellte in Proc. Royal Soc. June
1873 die Hauptresultate zusammen. Vergl. auch Annais nat. bist.
Xin. p. 249.
• Jacke 1 hat ein Schwein gesehen, das an allen vier Füssen
einhufig war. Zool. Garten p. 439.
Anisodactyla. Gray vergleicht zwei junge asiatische Tapire,
Rhinochoerus sumatranus, die zwar verschieden in der Zeichnung
der Flecke und Streifen sind, aber er glaubt, dass diese variabel
sei, und nicht auf zwei verschiedene Species hindeute. Annais nat.
bist. XIll. p. 400.
Garrod gab einen kurzen Bericht über den Leichenbefund
eines Rhinoceros unicornis, das 23 Jahr im zoologischen Garten zu
London gelebt hatte. Proc. zool. soc. p. 2.
Ein neuerlich nach London gebrachtes Rhinoceros sondaicus
wurde Proc. zool. soc. p. 182, pl. 28 abgebildet.
Wood zeichnete genau die Anordnung der Hautfalten bei
Rhinoceros sondaicus und Indiens. Nature, April 1874. p. 447.
Wallace glaubt unter Vorlage einiger Hörner, dass auf
Borneo ein zweihörniges Rhinoceros lebe. Proc. zool. soc. p. 498.
Gelegentlich der Beschreibung einer neuen Art Dendrohyrax
BaJceri vom tropischen nordöstlichen Africa unterscheidet J. E.
Gray die vier Arten dieser Gattung, D. Bakeri, arboreus, dorsalis
und Blainvillei, sowohl noch den äusseren Charakteren, wie nach
den Schädeln. Annais nat. bist. XIV. p. 132.
72 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen iu d. Naturgeschichte
Ruminantia«
Lemoigne machte eine Mittheihing über die Theorie des
Mechanismus des Wiederkauens. Rendiconti del R. Ist. Lombardo.
VI. p. 387.
Gervina. Fitzinger setzte seine Ansichten über die Gattungen
der Familie der Hirsche (Cervi) nach ihrer natürlichen Verwandt-
schaft auseinander. Er gab zunächst die Eintheilungen von Smith,
Gray, Wagner, Reichenbach, Sundevall, Pucheran und endlich cha-
rakterisirt er seine Gattungen, deren Merkmale er besonders von
der Schnauze, Oberlippe, Afterklauen, Nasenkuppe, Haarbüscheln
an den Beinen, Form des Nasenrückens und Rückens, Länge des
Schwanzes und der Ohren, Thränengruben, Hufe, Geweih, Klauen-
drüsen und Eckzähnen hernimmt. Seine Gattungen sind dann:
2 Arten Alces, 2 Tarandus, 1 Dama, 1 Strongyloceros, 3 Cervus,
1 Panolia, 1 Elaphoceros, 2 Capreolus, 1 Hyelaphus, 2 Axis, 10 Rusa,
1 Rucervus, 2 Otelaphus, 8 Reduncina, 2 Creagroceros, 4 Blasto-
ceros, 5 Subulo, 2 Doryceros, 2 Nanelaphus und 5 Prox. Wiener
Sitzungsber. 68. p. 332. — Daran schliesst sich dann ib. 69.. p. 519
und 70. p. 239 die Beschreibung der sämmtlichen Arten.
Dorner beschrieb die Hirsche des zoologischen Gartens in
Hamburg. Zooh Garten p. 412.
AI tum: Die Geweihbilduug bei Rothhirsch, Rehbock, Dam-
hirsch. Ein Beitrag zur Jagdzoologie. Berlin 1874.
Jeitteles zeigte in einem Aufsatze über die geographische
Verbreitung des Damhirsches in der Vorzeit und Gegenwart, dass
derselbe in vorhistorischer Zeit am Libanon, in Südrussland, Italien,
Frankreich, Oberösterreich, Würtemberg, Baden, Sachsen, bei Ham-
burg und in Dänemark gelebt habe. In geschichtlicher Zeit fand
er sich in Aegypten und Assyrien, und auch noch im späten Mittel-
alter in der Schweiz und im Elsass. Jetzt kommt er noch wild in
Kleinasien, Nordafrica, Sardinien, in einem Theile Spaniens, in Grie-
chenland, vielleicht selbst noch in den Sevennen und in den Alpen
der Dauphine vor. Zool. Garten p. 288.
Edwin Ward zeigte eine Damhirsch -Hindin mit doppelten
Ilinterfüssen an, dessen Junge, obgleich alljährlich von einem an-
deren Bock belegt, immer dieselbe Missbildung hatten. Proc. zool.
soc. p. 90,
Brooke glaubt, dass der Hirsch, welchen Sclater 1872 als
Cervus savannarum Gab. abbilden Hess, fälschlich als diese Art be-
stimmt sei, von der ein einziges Exemplar im Berliner Museum
vorhanden ist. Proc. zool. soc. p. 606.
Gray hat in Folge einer neuen Sendung peruanischer Hirsch
der Säugethiere während des Jahres 1874. 73
an das britische Museum sich überzeugt, dass das Exemplar, nach
welchem er den Xenelaphus chilensis beschrieb, eine Missbildung
des Geweihes gehabt hat, und mit Cervus antisiensis d'Orb., Cervus
chilensis Gay und Gervais identisch sei, auch der Gattung Furcifer
Sundevall angehöre. Er nennt nun das Thier Furcifer chilensis.
Annais nat. hist. XIII. p. 331.
Sclater äusserte sich über Swinhoe's Cervus euopis, den er
vorläufig als eigene Art anerkennt. Proc. zool. soc. p. 151.
Brooke stellt, Proc. zool. soc. p. 42, auf Grund eines Ge-
weihes einen neuen Hirsch aus Persien auf, den er Cervus caspicus
nennt.
Cavicornia. L. Glitsch hat den Bau der Nase der Antilope
Saiga, sowohl auf die knöchernen, wie auf die weichen Theile unter-
sucht. Das gänzliche Fehlen der Nasenbeine, was schon Pallas
hervorgehoben hatte, wird bestätigt. Nova acta Acad. Leop. Carol.
Naturae curioäorum Tom 86.
St. John gab das Vaterland von Oryx beatrix als das süd-
östliche Arabien an. Proc, zool. soc. p. 95.
Gazella muscatensis Brooke, Proc. zool. soc. p. 141. pl. 22,
von Muscat. Zur Vergleichung ist der Kopf von G. arabica Hempr.
Ehrbg. in Holzschnitt abgebildet.
Brooke kommt auf Cervulus Sclateri (1873) zurück, und
giebt eine Monographie der Gattung, indem er die bekannten Arten
zusammenstellt. Diese sind C. muntjac Zimm., C. Sclateri Swinhoe
und Q. Reevesi Ogilby. Die beiden letzteren sind abgebildet. Verf.
geht dabei auf eine interessante Vergleichung der Knochen des
Tarsus und Carpus der Pecora ein. Proc. zool. soc. p. 33.
Swinhoe glaubt für ein Thier aus den Gebirgen bei Ningpo
eine neue Gattung Lopliotragtis gründen zu dürfen. Es unter-
scheidet sich von Elaphodus durch den Mangel der Hörner. Das
dichte Haar giebt dem Thiere ein ziegenartiges Ansehen, statt der
Hörner hat es einen dicken Büschel grober Haare an der Stirn;
die Thränengrube ist 0,8 Zoll lang. L. michianus Ib. p. 452. pl. 59.
Sclater hält den wilden Steinbock von Greta, den Erhardt
Capra picta nannte, für nicht verschieden von Capra aegagrus Pall.
Proc. zool. soc. p. 89.
Blanford hält es für wahrscheinlich, dass die wilden Ziegen
aus Nordpersien, Kleinasien, Creta, Südpersien und Sind derselben
Species augehören. Ib. p. 248.
Leith Adams theilte mit, dass verwilderte Ziegen auf den
Klippen von Old Head of Kinsale in Irland ähnliche Hörner hatten
wie Capra aegagrus, dass sie im Betragen Aehnlichkeit mit den
wilden Arten hatten, und dass ihre Hörner ungewöhnlich lang waren.
Proc. zool. soc. p. 2. *
Edwin Ward stellte nach einem Schädel mit Hörnern eine
74 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
neue Art Ovis BrooTcei von Ladak auf. Proc. zool. soc. p. 143. Ist
in Holzschnitt abgebildet.
Stoliczka bildete Ovis poli ßlyth ab, und beschrieb dieselbe.
Proc. zool. soc. p. 425. pl. 53.
Die Differenz in den Ansichten zwischen Brooke und Gray
über Bos pumilus, vgl. vorj. Ber. p. 140, führte noch zu weiteren
Erörterungen: Brooke in Annais nat. bist. Xill. p. 159 und Gray
ib. p. 258. Jeder von beiden glaubt sich im Recht.
Nataiitia.
Munter ist der Ansicht, dass die Ostsee sich nicht dazu
eigne, den Walfischen beständigen Aufenthalt zu bieten, dass sie
daher nur als Sommer- und Herbstgäste in derselben erscheinen.
Die in den letzten 50 Jahren bekannt gewordenen Fälle von ge-
strandeten Cetaceen seien daher auch sehr sparsam. Dass in früheren
Zeiten ebenfalls schon dergleichen Fälle vorgekommen sind, beweisen
die Knochenreste, welche in Kirchen, Schlössern und Rathhäusern
Pommerns conservirt worden sind. Verf. hat diese Knochentheile
untersucht, und ältere Notizen aus Chroniken u. s. w. dazu gesam-
melt. Wahrscheinlich hat sich einst eine Balaena biscayensis in
die Ostsee verirrt. Eine Rippe in der Kirche zu Hoff am Ostsee-
strande schreibt er einer Megaptera longimana Gray zu. Dann
werden einige Reste auf Pterobalaena gryphus Mtr. zurückgeführt.
Endlich folgen die Reste einiger Zahnwale. Mittheil, aus dem na-
turwiss. Vereine von Neu-Yorpommern und Rügen 5. p. 31.
Möbius zeigte den Fang eines weiblichen und eines männ-
lichen gestreiften Delphins, Grampus griseus Cuv., in der Nordsee
bei Büsum an der Westküste Holsteins an. Zool. Garten p. 240.
Derselbe knüpfte an den Bericht über die beiden bei Büsum
gefangenen gestreiften Delphine die Aufzählung der bisher in der
Kieler Bucht beobachteten Cetaceen: Phocaena communis Fr. Cuv.,
Pseudorca crassideus Gray, Delphinus tursio Fabr., Lagenorhynchus
albirostris Gray und Hyperoodon rostratum Pontopp. Schriften des
naturw. Vereins fiir Schleswig-Holstein I. p. 200.
Gray sagt in einer Note über Neu-Seeländische Walfische,
dass in dem Museum zu Auckland eine junge Neobalaena marginata
von 27^ Fuss Länge sei, die schon das vollständige Fischbein und
alle Charaktere der Erwachsenen habe. Ferner komme daselbst
Dolichodon Layardi und Epiodon australis Burmeister vor, Annais
nat. bist. XIV. p. 166. — Vergl. eine Notiz von Hector ib. p. 316.
Hartmann hat sowohl in der Strasse von Messina von Phy-
seter, wie im Kattegat von Pterobalaena minor das Wasserspritzen
der Säiigethiere während des Jahres 1874. 75
gesehen. Die Strahlen waren 6 bis 8 Fuss hoch und etliche Zoll
dick. Sitzungsber. Ges. natiirf. Freunde zu Berlin p. 104.
Delphinoidea. Buche 1 verfasste eine Vergleichende Osteo-
logie des Delphinus hastatus und der Phocaena communis. Zeit-
schr. für die ges. Naturwissenschaften IX. p. 379—413. Verf. be-
nutzte drei Schädel aus dem Kieler Museum, einen Schädel aus
dem Altonaer Museum, ein Skelet aus der Hagenbeck'schen Handels-
Menagerie und ein Skelet ohne Schädel und Extremitäten von Pho-
caena communis, so wie ein vollständiges Skelet und einen Schädel
von dem Cap'schen Delphinus hastatus des Hamburger Museums.
Gray beschrieb den Schädel eines Delphins, den er als neue
Art anspricht, und Feresa attenuata nennt. Annais nat. hist. XIV.
p. 238.
Van Beneden beschrieb einen neuen Delphin von Rio- Ja-
neiro. Er erkennt die Gattung Scotalia Gray an, die derselbe auf
den Delphinus guyanensis gegründet hat, und nennt die neue Art
Scotalia hrasiliensis. Mem. de l'acad. de Belgique 41; Journal de
Zoologie III. p. 290.
Turner spricht von einem Narwal-Schädel mit zwei Zähnen,
von denen der eine 7 Fuss 4 Zoll, der andere 7 Fuss 1 Zoll lang
war. Sie divergirten so, dass zwischen ihren Enden ein Mann stehen
konnte. Humphry and Turner Journal of Anatomy and Physiology
Vni. p. 133.
Ziphoidea. Van Beneden zeigte den Fang eines Hyperoodon
rostratum von 4^2 Meter Länge in der Scheide an. Bulletin de
l'acad. de Belgique 37. p. 35.
Struthers fand rudimentäre Fingermuskeln bei Hyperoodon
bidens. Humphry and Tarner, Journal of anatomy and physiology
VIII. p. 114.
Hector konnte das Skelet von Dolichodon Traversii mit
einem Paar Kiefer von dem echten Dolichodon Layardii vom Cap
vergleichen. Er fand nur darin eine Differenz, dass die Zähne
hinten nicht gestreift waren, wie bei der Neuseeländischen Art.
Annais nat. hist. XIV. p. 316.
Physeteroidea. Gray erklärt Kogia breviceps vom Cap, Kogia
Mac Leayii von Australien und Kogia Floweri von Mazatlan, welche
Gill in einem halbpopulären Aufsatze als neu beschrieben hat
(American Naturalist 1871) für derselben Species angehörig. Annais
nat. hist. XIII. p. 182.
Haast besehrieb eine neue Art Euyhysetes Pottsii, einen ka-
todonten Wallfisch von 7 Fuss, der in Governor's Bay bei Ohini-
taki, Neu-Seeland, zwischen den Klippen gestrandet war. In der
Beantwortung der Frage, weshalb alle delphinartigen Thiere einen
asymmetrischen Schädel haben, ist Verf. zu keinem Resultat ge-
kommen. Proc. zool. soc. p. 260; Annais nat. hist. XIV. p. 167.
76 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Balaenoidea. J. E. Gray erhielt von Hutton das Skelet eines
Walfisches, bestimmt als Physalus antarcticus, von Neuseeland. Er
ergeht sich nun in Vermuthungen, dies möchte eine Neobalaena sein,
und eine neue Familie der Walfische zwischen Balanen und Finn-
fischen bilden müssen. Annais nat. hist. XIII. p. 316. — Später
erkannte Gray diesen Walfisch, ib. p. 448, als eine Balaenoptera,
die er B. Huttoni nennt. Er theilt die Gattung Balaenoptera in
zwei Sectionen: Balaenoptera mit 50 Wirbeln, die Nackenwirbel
zuweilen verwachsen, Rückgratskanal breit, dreieckig, Finger kaum
von Länge des Unterarms^ ß. rostrata in den nördlichen Meeren ;
Dactylaena mit 48 Wirbeln, Nackenwirbel ganz frei, Rückgrats-
kanal breit, oblong, niedrig, Finger von Länge des Vorderarms, B.
(D.) Huttoni in den antarctischen Meeren.
Gray ist der Ansicht, dass Balaena nodosa Bonnaterre, Me-
gaptera americana Gray und Megaptera bellicosa Cope identisch
seien. Annais nat. hist. XIII. p. 186.
J. E. Gray beschrieb das Schulterblatt eines Walfisches von
Neu-Seeland, von dem er glaubt, dass wenn man erst mehr Skelet-
theile kennen wird, es wahrscheinlich der Typus eines neuen Genus
der Balaeniden sein wird. Er nennt die Art vorläufig Balaena
Hectori. Annais nat. hist. XIII. p. 56.
Hector berichtete über einen Walfisch, der bei Port Under-
wood an der Südseite der Cookstrasse gestrandet war, und den J.
E. Gray für eine neue Gattung erkennen will, die er Stenohalaena
xanthogaster nennt. Die kurzen Brustflossen, der gefaltete Bauch
und die niedrige zurückgekrümmte spitze Flosse über dem After sind
seine Hauptunterscheidungsmerkmale. Annais nat. hist. XIV. p. 304.
Van Beneden zeigt, dass die Gray'schen Gattungen Caperea
und Macleayius eingehen müssen, ebenso Hunterius, welche letztere
auf einer Anomalie gegründet ist, so dass unter den echten Wal-
fischen nur die Gattung Balaena übrig bleibt. Balaena antipodum
ist also auch die einzige Art, welche von Neu-Seeland bekannt ist.
Bulletin de l'academie de Belgique 37. p. 832.
Marsupialia.
Ilalmaturus luctuosus d'Albertis, Proc. zool. soc. p. 110, von
Neu-Guinea. Ist ib. p. 247. pl. 42 abgebildet. — H. apicalis Gün-
ther, ib. p. 653. pl. 77, von Cap-Crafton in Nordwest- Australien.
Monotremata.
Martins verglich die Vordergliedmassen des Ornithorhynchus
und der Echidna mit den entsprechenden der Reptilien, Vögel und
der Säugethiere während des Jahres 1874. 77
Säugethiere. Die Aehnlichkeit mit denen des Maulwurfs ist augen-
fällig im Oberarm und den parallelen Knochen des Unterarms; das
Brustbein ist verschieden. Ein Episternale articulirt sich in Länge
des Brustbeins selbst mit dem Manubrium, es trägt eine Crista,
welche an das Brustbein der Vögel erinnert und articulirt sich seit-
lich mit dem ersten Rippenpaar und oben mit zwei kurzen und
kräftigen Schlüsselbeinen. Auch der Maulwurf hat einen Verstär-
kungsapparat, aber er reducirt sich auf das Episternale. Die Mo-
notremen allein haben Coracoidbeine, Epicoracoidbeine und Inter-
clavicularia; das Episternum allein persistirt, wie übrigens bei vielen
nicht grabenden Thieren, den Phoken, dem Tapir, Schwein, Klipp-
dachs und einigen Katzenarten. Das zusammengesetzte Brustbein
des Ornithorhynchus und der Echidna hat keinen functionellen Zweck,
es ist eine Erbschaft von den ichthyoiden Reptilien, ebenso wie
alle Charaktere, entweder den Reptilien, oder den Vögeln, oder
beiden eigenthümlich, welche bei den Monotremen mit wichtigen
mammologischen Charakteren vereinigt sind, ihnen eine Stelle auf
der äussersten Grenze der Säugethiere anweisen. Sie bilden den
Uebergang zu den Reptilien, denen die Vögel ebenso entsprossen
sind. Comptes rendus 73. p. 107; Revue et mag. de zool. p. III.
— Vergl. eine Bemerkung von AI ix, wonach der kleine Knochen
an dem Schultergelenk nur bei Ornithorhynchus vorkomme, und
in keinem Fall mit dem der Os humero-capsulare der Vögel ver-
glichen werden könne. Comptes rendus Febr. 1874. Dagegen sagt
Martins ib. p. 465, der Vergleich jener beiden Knochen stamme von
Owen, er müsse ihm aber beistimmen. — Die Abhandlung erschien
in den Memoires de l'Academie de Montpellier VIII. p. 325, und
Annales des sc. nat. XIX. Artikel 6. Vergl. auch Association fran-
gaise pour l'avanc. des sc. Lyon p. 533.
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1874.
Von
Troschel.
Schreiber hat als besonderes Werk herausgegeben:
Herpetologia europaea, eine systematische Bearbeitung der
Amphibien und Reptilien, welche bisher in Europa auf-
gefunden sind. Braunschweig 1875. 639 Seiten. Die Zahl
der Europäischen Arten beläuft sich danach auf 1 Proteus,
8 Triton, I Pleurodeles, 1 Chioglossa, 1 Spelerpes, 1 Bra-
dybates, 1 Salamandrina, 2 Salamandra ; 2 Pelobates, 1 Bom-
binator, 1 Pelodytes, 1 Alytes, 1 Hyla, 1 Discoglossus,
2 Rana, 3 Buf o ; 1 Trigonocephalus, 2 Vipera, 1 Pelias,
1 Tarbophis, 1 Psammophis, l Coelopeltis, 3 Tropidonotus,
3 Elaphis, 1 Periops, 2 Zamenis, 2 Callopeltis, 1 Rhinechis,
3 Coronella, 1 Eryx, 1 Typhlops; 1 Blanus, 1 Ophiomorus,
1 Anguis, 1 Seps, 1 Ablepliarus, 1 Gongylus, 1 Pseudopus,
1 Ophiops, 2 Podarcis, 3 Acanthodactylus, 1 Psammodro-
mus, 7 Lacerta, 3 Notopholis, 1 Tropidosaura, 1 Phryno-
cephalus, 1 Agama, 1 Stellio, 1 Uromastix, 2 Gymnodac-
tylus, 1 Phyllodactylus, 1 Hemidactylus, 1 Platydactylus,
1 Chamaeleon; 1 Sphargis, 1 Thalassochelys, 2 Chelone,
1 Emys, 1 Cistudo, 2 Testudo. Also 16 geschwänzte Ba-
trachier, 12 ungeschwänzte Batrachier, 24 Schlangen, 34 Ei-
dechsen und 8 Schildkröten, zusammen 94 Arten. Scheint
eine sehr fleissige Arbeit zu sein.
Segond hat in Robin's Journal de TAnatomie IX.
Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie etc. 79
p. 1 eine Abhandlung beendigt, Reptiles et Batraciens classes
d'apres leurs affinites par rapport a cinq types dont les
caracteres sont empruntes aux parties les moins modifiables
du squelette.
Nardo hat eine kritische historische Uebersicht der
Arbeiten, welche in diesem Jahrhundert über die Natur-
geschichte der Reptilien und Amphibien in Venezien er-
schienen sind, begonnen. Sie beginnt mit Wurffbein 1683
und gelangt bis zu De Betta 1870. Eine Fortsetzung ist
verheissen. Atti del R. Tstituto Veneto.
Cartier untersuchte in seinen Studien über den
feineren Bau der Haut bei den Reptilien die Wachsthums-
erscheinungen der Oberhaut von Schlangen und Eidechsen
bei der Häutung. Er zeigt, dass es bei diesen beiden
Ordnungen reine Wachsthumsvorgänge der Epidermis sind,
welche die Trennung der oberflächlichen Zellenlage her-
beiführen. Lagerung, Form und Verbindungsweise der
beim Häutungsprozess betheiligten Elementartheile sind
bei den untersuchten Schlangen und Eidechsen wesentlich
übereinstimmend. Die Cuticularsubstanz allein erleidet in
ihrer Form und ihren Veränderungen eine nach der Orga-
nisation der Thiere verschiedene Ausbildung. Verhandl.
d. Würzburger phys. med. Ges. V. p. 192, .
Lieb erkühn hat in seiner Abhandlung über das
Auge des Wirbelthierembryo, Schriften der Ges. zu Mar-
burg X. p. 358 auch Alytes obstetricans berücksichtigt.
Huxley machte eine Bemerkung über die Entwicke-
lung der Columella auris bei den Amphibien. Report of
the 14. Meeting of the British Association advanc. sc.
Belfast, p. 141.
Calberla: üeber die Endigungs weise der Nerven
in den quergestreiften Muskeln der Amphibien. Zeitschr.
für wiss. Zoologie 24. p. 164. Untersucht sind Triton,
Salamandra, Bombinator, Rana und Bufo. Die Arbeit er-
schien auch als Dissertation, Leipzig 1874.
In einem Supplementhefte zum XL Bande des Archiv
für mikroskopische Anatomie, welches nach dem Tode
Max Schultze's von v. La Valette St. George und Wal-
deyer herausgegeben wird, hat Oscar Hertwig eine
80 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
längere Abhandlung „über das Zahnsystem der Amphibien
und seine Bedeutung für die Genese des Skelets der Mund-
höhle, eine vergleichend anatomische, entwicklungsgeschicht-
liche Untersuchung" veröjffentlicht. Als Untersuchungsob-
jecte dienten ihm Rana esculenta, Pelobates fuscus, Siredon
pisciformis, Salamandra maculosa und Triton. Die Arbeit
zerfällt in einen anatomischen und in einen embryologischen
Theil. Im ersteren sind in besonderen Abschnitten die
Anatomie des Mundhöhlenskelets, und die Anatomie und
Histologie der Zähne geschildert; im anderen kommt die
embryonale Entstehung der Zähne und des Skelets der
Mundhöhle zur Darstellung. In einem dritten allgemeinen
Theil werden die gewonnenen allgemeinen Resultate mit
den Verhältnissen in anderen Wirbelthierklassen verglichen
und zum Schluss eine Theorie der Entstehung des Kopf-
skelets der Wirbelthiere gegeben.
Landois hat der Stimme der Amphibien seine be-
sondere Aufmerksamkeit geschenkt. Thierstimmen, Frei-
burg 1874. p. 178 — 228. Namentlich an den Fröschen hat
er eigene Untersuchungen angestellt, aber auch die Molche,
Schlangen, Eidechsen und Schildkröten sind nicht unberück-
sichtigt geblieben.
Ludwig, von der Eibildung bei den Amphibien und
Reptilien, bildet Abschnitte in seiner Abhandlung über die
Eibildung im Thierreiche p. 152—163. Verhandl. der
Würzburger phys. med. Gesellsch. VII.
Europa. Nach Brüggemann sind bisher um Bremen
3 Eidechsen, 3 Schlangen, 9 ungeschwänzte und 5 ge-
schwänzte Batrachier beobachtet worden. Unter ihnen be-
findet sich auch Triton helveticus. Er traf ein Weibchen
von Bufo vulgaris in Begattung mit zwei Männchen von
Pelobates fuscus. Abhandl. des naturw. Vereins zu Bremen
IV. p. 205.
Von Amphibien finden sich nach Brügger in dem
Gebiete von Chur 3 Triton, 1 Salamandra, 1 Hyla, 3 Bufo,
1 Bombinator, 2 Rana, 1 Coronella, 1 Tropidonotus, 1 An-
guis und 3 Lacerta, zusammen 17 Arten. Naturgesch.
Beitr. zur Kenntnis» der Umgebungen von Chur. 1874.
p. 151.
während des Jahres 1874. 81
Crivelli machte Bemerkungen über die Knoblauchs-
kröte, Pelobates fuscus. Rendiconti dcl R. Istituto Lom-
bardo VI. p. 172. — Cornalia fand diese Art auch in der
Umgegend von Maihmd. Er kennt 8 Batrachier aus der
Lombardei. Ib. p. 295.
Africa. Reichenow berichtete im Archiv für Na-
turgesch. p. 287 über eine Sammlung Lurche und Kriech-
thiere von Westafrica. Er schildert die dortigen Naturver-
hältuisse als sehr günstig für diese Thiergruppen. Es
werden dann 6 Batrachier, 12 Schlangen, 10 Eidechsen und
3 Schildkröten aufgezählt, darunter eine neue Gattung und
eine neue Art aus der Familie der Laubfrösche.
Günther bearbeitete eine kleine Sammlung Reptilien
vom Camaroon-Gebirge, die aus 11 Arten bestand. Proc.
zool. soc. p. 442.
Peters zählte 11 Amphibien aus der libyschen Wüste
auf, gesammelt von Rohlfs und Ascherson. Sitzungsber.
Ges. Naturf. Freunde p. 66.
Asien. W. T. Blanford beschrieb acht neue Ei-
dechsen aus Persien und Baluchistan, unter denen zwei
neue Gattungen. Annais nat. bist XITL p. 453; und ferner
acht neue Eidechsen, zwei neue Schlangen und einen neuen
Batrachier ebendaher, ib. p. XTV. p. 31.
Nach Schlagintweit zeigen sich am Ufer des Sees
Tsomoriri in Tibet in Höhen von über 15000 Fuss noch
dreierlei Eidechsen (Hinula indica, Phrynocephalus Tickeli,
Barycephalus Sykesii) und eine Schlange Spilotes Hodg-
sonii. Von Batrachiern kommt nur Bufo vulgaris vor,
ihre Höhengrenze liegt aber 5000 Fuss niedriger. Von
Schildkröten findet sich Emyda punctata in Sikkim bei
2100 Fuss Höhe. Vergl. Zool. Garten p. 72.
Australien. Günther machte einige Bemerkungen
über die Fauna der Savage-Insel. und beschreibt dann
5 Reptilien von da, nämlich Ablepharus poecilopleurus
Wiegm., Gchyra oceanica Less., Mabouia Baudinii D. B.
und zwei neue Arten, Mabouia Lawesii und Platurus schisto-
rhynchus. Proc. zool. soc. p. 295.
A. B. Meyer gab in den Berliner Monatsberichten
p. 128 eine vorläufige Uebersicht der von ihm auf Neu-
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. F
82 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Guinea und den Inseln Jobi, Mysore und Mafoor im Jahre
1873 gesammelten Amphibien. Von den 63 verschiedenen
Formen (57 Arten und 6 Varietäten) sind 34 für die Wissen-
schait neu, und von den übrigen 29 war der grössere Theil
bis jetzt noch nicht von Neu-Guinea und den besuchten Inseln
im Norden von Neu-Guinea bekannt. Das Verzeichniss
zählt 2 Schildkröten, 32 Eidechsen, 16 Schlangen und
7 Batrachia anura. Die neuen Arten sind unten namhaft
gemacht.
Nach Hutton kommen auf Neu-Seeland acht Ei-
dechsen vor, von denen vier zu den Scincoiden, drei zu
den Geckonen gehören, und von denen Sphenodon puncta-
tum eine eigene Ordnung oder doch Familie bildet. Von
Schlaugen finden sich Platurus scutatus und eine Varietät
von Pelamis bicolor. Von Batrachiern besitzt Neu-See-
land nur Liopelma Hochstetteri ; Litorea aurea ist von
Australien eingeführt und hat sich schnell verbreitet. An-
nais nat. bist. XIII. p. 38.
America. Brüh in konnte bei einem fünfjährigen
Aufenthalte im County Milwaukee nur 2 Schildkröten, 1 Ei-
dechse, 3 Schlangen und 6 Batrachier, im Ganzen 12 Spe-
cies ausfindig machen, die er aufzählt. Zool. Garten p. 312.
Von Bocourt erschien die dritte Lieferung der Re-
ptilien in Mission scientifique au Mexique et dans l'Ameri-
que centrale mit fünf Tafeln. Darin sind beschrieben 1 Lae-
manctus, 3 Corythophanes, 3 Basiliscus, l Iguana, 5 Cteno-
saura, 1 Dipsosaurus, 1 Cachryx, 1 Sauromalus, 1 Leio-
saurus, 2 Crotaphytus, 1 Callisaurus, 4 Holbrookia, 1 Phy-
matolepis, 19 Sceloporus. Einige neue Arten s. unten.
Bocourt beschrieb drei neue Eidechsen aus dem
tropischen America. Annales des sc. nat. XIX. Article 4.
s. unten.
Chelonii.
J. von Fischer gab einige Winke für die Aufzucht junger
Schildkröten. Als den Hauptfactor für die Erlangung einer guten
Gesundheit bezeichnet er die Wärme. Zool. Garten p. 262.
Günther legte der Royal Society eine Abhandlung über die
während des Jahres 1874. 83
lebenden und ausgestorbenen Riesenschildkröten vor, von denen
ihm ein reiches Material von Mauritius und Rodriguez zu Gebote
stand, und die er mit denen der Galapagos-lnseln verglich. Er
zeigt zunächst, dass diese Thierc auf den Galapagos und den Mas-
carenen als eingeboren betrachtet werden müssen. Der zweite Ab-
schnitt enthält die Beschreibung der Galapagos-Schildkröten. Verf.
bestätigt die ältere Meinung, dass die verschiedenen Inseln der
Gruppe verschiedene Rassen enthalten. Er unterscheidet vier Spe-
cies: Testudo elephanto]3us Harlan, nigrita Dum. Bibr., ephippinm
Gthr,, ausgestorben, von Charles-Island und microphyes Gthr. von
Hood's-Island. Der dritte Abschnitt soll die noch lebenden Land-
schildkröten, der vierte die ausgestorbenen der Mascarenen bringen.
Proc. Royal Soc. ; Annais nat. bist. XIV. p. 311.
Eine Notiz des Referenten über die geographische Verbreitung
von Emys europaea s. Sitzungsber. der Niederrheinischen Ges. zu
Bonn p. 115 und 134.
Clemmys [Heteroclemmys] gibhera n. Subgen., Peters, Ber-
liner Monatsber. p. 622. Taf. II, von Borneo.
Saurii.
Groeodilini. Marno erzählt seine Beobachtungen über das
Nilkrokodil. Zool. Garten p. 131.
Mohnike gab in seiner Schrift »Banka und Palembang,
Münster 1874(i: p. 167 — 178 eine interessante Schilderung des auf
Sum.atra lebenden Crocodilus biporcatus. Es werden jährlich in
der Residentschaft Palembang gegen 1000 Menschen von ihnen ge-
tödtet; anderseits giebt es gutmüthige sehr zahme Exemplare, mit
denen die Kinder spielen. Sie werden bis 25 Fuss lang. Junge
Krokodile haben eine blökende Stimme.
Mohnike theilte mit, dass Crocodilus biporcatus in der Ju-
gend eine Stimme habe ; Exemplare von 5 — 10 Fuss Länge liessen
bei Berührung mit dem Stocke ein eigenthümliches Blöken hören.
Vollkommen ausgewachsene Exemplare Ton 20 — 25 Fuss Länge lassen
dagegen niemals eine Stimme hören. Er erklärt dies durch eine
Veränderung, welcher die Zunge, sowie die Knorpel und Bänder des
Kehlkopfes unterliegen. Sitzungsber. der Niederrheinischen Ges.
p. 63.
J. E. Gray fand die Krokodile von Madagascar verschieden
von denen des continentalen Africa und nannte sie Crocodilus ma-
dagascariensis. Proc. zool. soc. p. 145. pl. 23.
Gray bildete ib. p. 177 den Kopf von Crocodilus Johnsoni
Krefft (1873) ab, und berichtigte den Namen nach brieflicher Mit-
theilung Kreflft's in C. Johnstotii. Er fand den australischen Kro-
84 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d, Herpetologie
kodil so verschieden von den africanischen Arten, dass er zwei
Subgenera gründete: 1. Crocodilus, Kopf flach, ziemlich breit,
vorn verschmälert, Stirn und Obertheil des Gesichts flach, an den
Seiten abschüssig. Cr. vulgaris und madagascariensis. — 2. Philas,
Kopf verlängert, dünn, konisch ; Stirn vor und zwischen den Augen
flach, mit einer schwach convexen Leiste vorn bis zur Mitte des
Schnabels, Gesicht seitlich von der Centrallinie abgerundet, Nase
subcylindrisch. Cr. Johnstoni.
Rhynchocephali. Peters beschrieb die Gehörknöchelchen und
ihr Verhältniss zu dem ersten Zungenbeinbogen bei Sphenodon
punctatus, und bildete zur Vergleichung auch die Gehörknöchelchen
des Uromastix spinipes in Holzschnitt ab. Monatsber. der Berliner
Akademie p. 40.
Monitores. Monitor doreanus von Neu-Guinea und Tcordensis
von Mysore, Meyer, Berliner Monatsber. p, 130.
Ameivae. Ameiva edracantha Bocourt, Annales des sc. nat.
XIX. Art. 4. p. 3, aus Mexico.
Lacertae. Eimer hat seine Beobachtungen über Lacerta mu-
ralis von dem isolirten Felsen bei der Insel Capri (vergl, vorj. Ber.
p. 125) in dem zweiten Hefte seiner Zoologischen Studien auf Capri,
Leipzig 1874, veröffentlicht. Er geht speciell auf die Varietäten
dieser Art ein. Verf. constatirt, dass diese Thiere vollkommen
furchtlos sind, während das scheue Wesen derselben Art von Capri
und sonst bekannt ist; auch haben diese Eidechsen zeitweise eine
Stimme. Im Schlussabschnitte knüpft Verf. seine Ansichten über
die Entstehung der Abarten an, die Beachtung verdienen. — In
einer Nachschrift critisirt Eimer die inzwischen in Jena 1874 er-
schienene Schrift »lieber die Entstehung der Farben bei den Ei-
dechsen« von Jaques v. Bedringa scharf.
Lacerta carinata aus Barawa und spinalis aus Bogos, Peters,
Berliner Monatsber. p. 368. Fig. 1 und 2.
Aus der Familie der Lacertidae machte Blanford als neue
Arten bekannt: Lacerta princeps aus Süd-Persien, Eremias persica
und fasciata aus Persien, Mesalina brevirostris und pardaloides aus
Persien und Acanthodactylus microphoUs aus Baluchistan, Annais
nat. bist. XIV. p. 31.
Zootoca Lüfordi Günther, Annais nat. bist. XIV. p. 158, von
der kleinen Insel Ayre an der Südostküste von Minorca.
Peters berichtigt das Vaterland von Poriodogaster Grayi
Smith (vergl. Bericht üb. d. J. 1863. p. 212, wo fälschlich Porio-
dactylus gedruckt ist), welche Eidechse nicht aus Niedercalifornien,
sondern aus Panama stammt. Proc. zool. soc. p. 307.
Ghamaeleontes. Peters legte Bemerkungen von Buchholz
über die im Camaroongebiet vorkommenden Arten von Chamaeonten
vor. Verf. beobachtete vier Arten lebend, nämlich Chamaeleo super-
während des Jahres 1874. 85
ciliaris, Owenii, cristatus und eine neue Art Chamaeleo montium, die
ausschliesslich iin Gebirge vorkommt. Sie sind am Boden unbe-
holfen, bewegen sich aber auf den Zweigen mit grosser Schnellig-
keit, und sind reizbar und sehr unverträglich. Abweichend davon
ist Ch. superciliaris träge und langsam, auch sanftmüthiger, und
die Fähigkeit die Kehle aufzublasen fehlt dieser Art. Während
manche Stellen des Körpers, wie die Furchen des Kehlsackes keine
Farbenveränderung zeigen, bewegt sich der Wechsel der Färbung
überall zwischen zwei äussersten Extremen, innerhalb deren das
System der Färbung bei jeder Art ein constantes und charakteri-
stisches ist. lieber die Gültigkeit der von Gray aufgestellten Gat-
tungen ist Verf. noch nicht schlüssig geworden, da sich in den
Charakteren Uebergänge finden. Monatsber. der Berliner Akad.
p. 77. — Buchholz fügte ib. p. 298 die Beschreibung des Farbeu-
wechsels von Chamaeleo senegalensis Daud. hinzu. Daselbst ist
auch Ch. montium mas et fem., sowie Ch. spectrum mas (= super-
ciliaris) abgebildet.
Günther liess Chamaeleon montium Buchholtz und Rampho-
leon spectrum Buchholtz in Proc. zool. soc. p. 442. pl. 56 und 57
abbilden.
Agamae. Gonyocephalus {Ilypsiluriis) nigrigularis von Neu-
Guiuea, binotatus von Jobi, aiiritiis von Neu-Guinea und tnodestus
von Jobi, Meyer, Berliner Monatsber. p. 129.
Stellio liratus aus Baluchistan und microlepis aus Persieu,
Blanford, Annais nat. bist. XIII. p. 453,
Ägama cariniventris Peters, Berliner Monatsber. p. 159, von
der Zanzibarküste.
Uromastix microlepis Blanford, Proc. zool. soc. p. 658. pl. 80,
aus Mesopotamien.
Centrotrachelus loricatus Blanford, Proc. zool. soc. p. 660, von
Bushire am Persischen Meerbusen.
Iguanae. Ctenosaura cotnpleta Bocourt, Mission scient. au
Mexique livr. 3.
Enyalus heterolepis Bocourt, Annales des sc. nat. XIX. Art. 4.
p. 1, von Veragua.
Sceloporus cupreus Bocourt, Annales des sc. nat. XIX. Art. 4.
p. 3, von Oaxaca. — S. acanthinus, Lunaei, smaragdinus, Dugesii
Bocourt, Mission scient. au Mexique III. livrais.
Barcena schilderte die Sitten des Phrynosoma orbiculare,
welches er während eines Jahres beobachtete. La Naturaleza III. p. 45.
Sanders beschreibt die Myologie von Phrynosoma coronatum.
Proc. zool. soc. p. 71 — 89, mit Abbildungen in Holzschnitt.
Ascalabotae. In der Geckonen-Familie beschrieb Blanford,
Annais nat. bist. XIII. p. 453, folgende neue Arten: Gymnodactylus
hreviceps aus Baluchistan, G. heterocercus aus Persien, Bunopus
86 TroBuhel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
tuberculatus aus Persien, Pristurus rtipestris von der Insel Kharg
im Persischen Meerbusen und von der arabischen Küste, Geramo-
dactylus JJoriae von der Küste des Persischen Meerbusens, und
Agamura cruralis aus Baluchistan. Die drei neuen Gattungen haben
folgende Charaktere:
Bunopus, Genus inter Gymnodactylum et Stenodactyhim fere
medium, cum illo digitis ad latera haud denticulato-fimbriatis, cum
hoc scutellis infradigitalibus verrucosis concordat,
Ceramodactylus, Digiti ad latera fimbriati, subtus squamis
parvis imbricatis in series obliquas ordinatis obtecti, caput corpus-
que squamis parvulis uudique induta, crura longiuscula, palpebra
inferior nuUa.
Agamura, Genus novum Geckotidarum propter squamas di-
gitosque ad Gymnodactylum aceedens, dorso tuberculato, palpebris
inferioribus uullis, pupilla verticali, dentibus numerosis aequalibus-
que, lingua antice brevissime fissa, sed membris elongatis, cauda
subcylindrica, valde flexibili, nunquam regenita, Agamae simile
(sie !).
Hemidactylus (Peropus) brevipalmatus Peters, Berliner Monats-
ber. p. 159, von den Pelewinseln.
Peripia mysorensis Meyer, Berliner Monatsber. p. 129, von
Mysore.
Gehyra papuana Meyer, Berliner ?rIonatsber. p. 129, von Neu-
Guinea.
Gymnodactylus (Heteronota) arfalo'anus Meyer, Berliner Mo-
natsber. p. 129, von Neu-Guinea.
Scinci. In der Familie der Scincoiden stellte O'Shaughnessy
folgende neue Arten auf, die sich im britischen Museum befinden:
Mocoa Uchenigera von Lord Howe's Insel, Mocoa pretiosa von Tas-
mania, Mocoa mustelina von Neu-Süd-Wales, Mocoa microlepidota
von Van-Diemensland, Mocoa metalUca ebendaher, Mocoa pseudo-
carinata von Tasmania, Mdbouya punctatissima vom Cap ?, Euprepes
fogoensis Dum. Bibr. von den Cap-Verdischen Inseln ; durch die zwei-
kieligen Schuppen mit Macroscincus Coctei verwandt, aber die Zähne
sind nicht gesägt, und Diploglossus miUepunctatus.
Lygosoma (Hinulia) johiensis von Jobi, latifasciata und mi-
nuta von Neu-Guinea, Lygosoma (Garlia) Novae-Guinea, Lygosoma
(lApinia) aurea von Jobi, Meyer, Berliner Monatsber. p. 131. — L.
(Mocoa) JReichenowii Peters, ib. p. 160, von dem Camaroongebirge.
Cyclodus (Homolepida) nigricans Peters, Berliner Monatsber.
p. 621, ohne Vaterlands-Angabe.
Eumeces uniformis Meyer, Berliner Monatsber. p. 133.
Mahouia Lawesii Günther, Proc. zool. soc. p. 297. pl. 45.
fig. A, von der Insel Savage. — Mabuya kordoanus Meyer, Berliner
während des Jahres 1874. 87
Monatsber. p. 133, von Mysore. — M. parvisquameus Peters, ib.
p. 160. von den Saraoa- und Tidji-Inseln.
Heteropus tricarinatus Meyer, Berliner Monatsber. p. 133; von
Neu-Guinea.
Coplioscincus obscuriis O'Shaughnessy, Annais nat. bist. XIV.
p. 35.
Euprepes (Tiliqua) laeviceps Fig. 3, aus Barawa, £J. (Euprepis)
Hüdebrandtii Fig. 4, ebendaher, E. (Mahuia) viicrostictus von den
Pelew-Inselu, Peters, Berliner Monatsber. p. 371. — E. (Mahuia)
virgatiis Peters, ib. p. 621, von den australischen Inseln.
Auf Euprepes Coctei Dum. Bibr. gründete Referent in Ver-
handl. des naturf. Vereins für Rheinland u. Westphalen p. 224 eine
neue Gattung Charactodon, welche freilich bereits von Bar-
bozaduBocage in dem Journal in Lissabon als Gattung Ma-
crosc*»ctt6' ^aufgestellt war. Diese portugiesische Zeitschrift ist mir
noch nicht zugänglich. Ein Auszug der Abhandlung fmdet sich
in Gervais Journal de Zoologie III. p. 1. pl. I. Der Name Macro-
scincus hat also die Priorität. Der Unterschied der Gattung von
Euprepes liegt wesentlich in dem Mangel der Gaumenzähne und in
den gekerbten Kieferzähnen. Vergl. ferner dies Archiv 1875. p. 111.
Celestiis büobatus O'Shaughnessy, Annais nat. bist. XIV. p. 257,
von Costa-Rica. — C. variegatus Peters, Berliner Monatsber. p. 370,
ohne Angabe des Fundortes.
Fritz Meyer beobachtete die Begattung der Blindschleichen.
Das Männchen packt das Weibchen derb mit den Zähnen am Hin-
terkopfe, und nähert sich hierauf mit dem Ilintertheil der Cloake
des Weibchens. Zool. Garten p. 318.
Ophiomori. Zygnopsis n. gen., Blanford, Anuals nat. bist.
XIV. p. 33, genas affine Ophiomori, naribus inter duo scuta, aliud
supra, aliud infra, supranasalibus contiguis, sed membris quatuor
debilibus praeditum. Z. brevipes aus dem südlichen Persien.
Sepsidae. Sepsina (Rhino scincus) tetradactyla n. subgen.,
Peters, Berliner Monatsber. p. 374. Sehr ähnlich der Sepsina ango-
lensis, aber vorn und hinten vierzehig.
Ablephari. Ablepharus quinquetaeniatus Günther, Proc. zool.
soc. p. 296, von der Westküste Africas. — A. pusillus Blanford,
Annais nat. bist. XIV. p. 33, aus Persien. Vergl. dazu auch ib.
p. 461. — A. (Morethia) taeniopleurus Peters, Berliner Monatsber.
p. 375, von Port Bowen in Nord-Australien.
Serpentes.
Flesch machte eine Mittheilung über die Zapfenschiebt der
Schlangenretina. Phys. med. Ges. in Würzburg.
88 Troscbcl: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpotologie
Panceri und Gasco setzten ihre Untersuchungen über die
Wirkung des Schlangengiftes fort, und stellten namentlich Versuche
darüber an, wie das Gift von Naja, von Echis carinata und Cerastes
aegyptiacus auf das Ichneumon einwirken. Unter gewöhnlichen Um-
ständen widerstehen diese Thiere dem Gift, während bei Anwendung
übermässiger Mengen doch auch der Tod erfolgte. Kendiconto
della R. Accademia sc. fisiche e matematiche Juglio 1874.
Feuvrier berichtete über zwei Fälle von Vipernbiss in Mon-
tenegro, die geheilt wurden. Comptes rendus 73. p. 1793.
Typhlopidae. TypMops persicus Blanford, Annais nat. bist.
XIV. p. 34, aus dem südlichen Persien. — T. Conradi Peters, Ber-
liner Monatsber. p. 162. Fig. 1, von Nord-Celebes.
Onychocephaliis (Lethobia) lumhriciformis Peters, Berliner Mo-
natsber. p. 377, von der Küste Zanzibar.
Peropodes. Metadier fand bei der männlichen Boa die Kloake
durch eine Scheidewand in zwei Kammern getheilt. In die untere öffnet
sich der Darm; in die obere, dicht über der Scheidewand, die Harn-
wege, und am hinteren Ende finden sich vier Oeffnungen, deren
beide äusseren den Ruthen entsprechen, die beiden inneren zwei
Drüsen. Von diesen nimmt Verf. an, dass sie Secretiouen ausschei-
den, durch deren Geruch die Geschlechter sich angelockt fühlen.
Association pour l'avancement des sciences 1. Session, Bordeaux,
1872. p. 659.
Chondro Python n. subgen,, Meyer, Berliner Monatsber.
p, 134. Habitus wie Morelia; die ganze Kopfhaut granulirt bis
zwischen die Internasalia, zwischen und vor den Augen fein, nur
am Hinterkopf und gegen die Schnauze hin ein wenig gröber ;
kein Verticalschild ; Rostrale einfach mit 2 tiefen Gruben ; Frontalia
variirend; die oberen vorderen und unteren hinteren Labialia mit
tiefen Gruben ; Nasenlöcher seitlich nach oben und hinten in einem
einfachen ungefurchten Nasale ; Pupilla aufrecht, elliptisch ; Schuppen
glatt; Subcaudalia zweireihig, Anale einfach. Ch. azureus von
Mysore.
Äspidopython n. subgen., Meyer, Berliner Monatsber. p. 135.
Habitus wie Liasis ; Kopf mit grossen Schildern bedeckt bis an die
Rückenschuppen; 2 Internasalia, 2 Paar Praefrontalia, 1 Frontale;
mehrere Paare grosse Parietalia; Nasenlöcher seitlich in einem ein-
fachen Nasale, welches nach hinten eine Furche hat; Schuppen
glatt; Subcaudalia zweireihig; vordere obere und hintere untere La-
bialia mit Gruben. Ä. JaJcati von Neu-Guinea und Jobi.
Goronellidae. Simotes Conradi Peters. Berliner Monatsber.
p. 376, aus Bangkok.
Natricidae. Geisen heyner berichtet, dass Tropidonotus tes-
sellatus bei Kreuznach sehr häufig ist, auch im Alsenzthale vor-
kommt. Zool. Garten p. 430.
während des Jahres 1874. 89
S t e i u d a c h u e r zeigte einige Unregelmässigkeiten in der Be-
schildiiug des Kopfes bei Tropidonotus tessellatus an. Verhandl.
zool.-bot. Ges. in Wien 24. p. 479.
Colabridae. Calamophis n. subgen., Meyer, Berliner Mo-
natsber. p. 135. Rostrale nicht vorspringend, abgernndet, Nasalia
klein, einfach, seitlich; Internasale einfach, pentagonal; 2 Praefron-
talia ; ein Frontale ; Subcaudalia doppelt, im Habitus und Gebiss
wie Calamaria, aber mit einfachem Internasale. C- johiensis von
Jobi.
Lycodontidae. Heterolepis Gueinsii Peters, Berliner Monatsber.
p. 163. Fig. 2, von Port Natal.
Lycophidium elapoides Günther, Proc. zool. soc. p. 444.
Lycodon magnus und parvus Meyer, Berliner Monatsber.
p. 136, von Neu-Guinea.
B othr olycus n. gen., Günther, Proc. zool. soc. p. 444. Körper
kräftig, Kopf ziemlich kurz, deprirairt, mit einer schief abgestutzten
Schnauze, Schwanz kurz; eine tiefe Grube in der Zügelgegend;
Schuppen glatt in 19 Reihen; Analschild ganz, Subcaudalia zwei-
reihig; Pupille rund; die vorderen Zähne im Oberkiefer beträchtlich
grösser als die folgenden, von ihnen durch einen kurzen Zwischen-
raum getrennt. B. ater pl. 57. fig. B, von dem Camaroon-Gebirge.
Dipsadidae. Dipsas rhinopoma Blanford, Annais nat. bist.
XIV. p. 34, aus Carmania.
Elapidae. Pringle beschrieb Naja tripudians in der Zeit-
schrift Nature, Januar 1874. p. 203.
Hydrini' Platurus schistorhynclius Günther, Proc. zool. soc.
p. 297, von der Insel Savage.
Grotalini. Effeldt beobachtete die Wasser-Mokassin-Schlange,
Cenchris piscivorus, von den Amerikanern Copperhead genannt, in
der Gefangenschaft. Er schildert sie als feindselig gegen alle an-
deren Thiere, Nach einer Begattung am 21. Januar erhielt er am
6. Juli acht lebendige Junge von 26 Centimeter Länge. Er erkannte
auch spirituose Getränke, bis zur Betäubung genossen, als das
sicherste Mittel gegen den Biss giftiger Schlangen. Zool. Garten p. 1.
Batracliia.
Schnetzler zeigte durch Exi)eriment, dass Froschlarvcn im
Dunklen sehr langsam wuchsen. Sie hatten fast gar kein schwarzes
Pigment, so dass der Körper durchsichtig bleibt. Ihre Ernährung
ging gut von statten, aber sie blieben klein. Nach 7 Monaten waren
sie nur etwa 4 Cm. lang, noch ohne Gliedmassen, die inneren Kiemen
persistirten noch, während die Lungen anfingen gleichzeitig mit den
90 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Kiemen in Funetion zu treten. Wurden die Larven aus der Dunkel-
heit ans Licht gebracht, dann trat eine schnellere Entwickeluug
ein. Bull. Soc. Vaudoise des sc. nat. XllL p. 273.
Hylae. Limnodytes papuensis Meyer, Berliner Monatsber.
p. 138, von Neu-Guinea und Jobi.
Polypedates Crossleyi Peters, Berliner Monatsber. p. 618, von
Madagascar.
Bhacopliorus madagascariensis Peters, Berliner Monatsber.
p. 618, von Madagascar.
Hyperolius nigropunctatus und pygmaeus Meyer, Berliner Mo-
natsber. p. 139, von Jobi.
Leptopelis rufus Reichenow, dies Archiv j). 291. Taf. 9. fig. 1,
vom Fusse des Camerunberges.
Litoria ohtusirostris Meyer, Berliner Monatsber. p, 139.
Hijla parvidens und calliscelis Peters, Berliner Monatsber.
p.620, aus Australien, erstere von Port Philipp, letztere von Adelaide.
Petropedetes n. gen., Reichenow, dies Archiv p. 290. ZV
cameronensis, Taf. 9. fig. 2, aus den Vorbergen des Camerun.
Ranae. Moll beobachtete, dass ein Frosch, Rana temporaria,
einen lauten Schrei hören liess, als Katzen ihn angriffen. Dies wie-
derholte sich, als er selbst ihn aiifasste. Nature, October 1874.
p. 461. — Dies findet ib. p. 483 und XL p. 48 Bestätigung.
Rana Arfdki Meyer, Berliner Monatsber. p. 186, von Neu-
Guinea.
Bufones. Bufo oUvaceus Blanford, Annais nat. bist. XiV. p. 35,
aus Baluchistan.
Salamandrina. Wieder sheim hat vorläufige Mittheilung von
dem Bau des Schädels bei Salamandra perspicillata und Geotritou
fuscus gemacht, worüber eine ausführliche Bearbeitung zu erwarten
steht. Physik, medic. Gesellsch. in Würzburg, Sitzung vom 31. Oc-
tober.
Lessona beschrieb die Ent Wickelung von Salamandrina per-
spicillata, mit Abbildungen. Atti della Acc. di Torino X. p. 47.
L. Kessler: Untersuchungen über die Entwickelung des
Auges, angestellt am Hühnchen und Triton. Diss. Dorpat 1871.
Nach einer Beobachtung von Schnetzler, der einen Triton
alpestris isolirte, und von ihm nach drei Wochen Eier erhielt, die
sich durch alle Stadien entwickelten, muss die Befruchtung eine innere
sein. Er fand auch Zoospermen, welche in die weiblichen Ge-
schlechtsöffnungen eingedrungen waren. Die von v. Siebold be-
schriebenen Receptacula seminis der Tritonen scheinen ihm nicht
bekannt gewesen zu sein. Bull. Soc. Vaudoise des sc. nat. XII.
p. 440.
Auch Robin zeigte an, dass die Befruchtung der oviparen
Batrachia urodela, Siredon und Triton, eine innere sei, wie bei den
während des Jahres 1874. 91
viviparen, nicht eine äussere, wie bei den Anureu. Die Eier werden
schon in der Kloake befruchtet. Coinptes rendus 73. p. 1254; Au-
nals nat. hist. XIV. p. 96; Robin, Journal de l'anatomie et de la
Physiologie X. p. 376.
Steindachner erhielt von Brussa in Kleinasien ein Exem-
plar des seltenen Triton ophryticus Berthold und beschrieb dasselbe.
Verhandl. zool.-bot. Gescllsch. in Wien 24. p. 480.
Ichthyodea. S t u d e r beobachtete das Abstreifen der Epidermis
von Amphiuma didactyla an lebenden Exemplaren. Mittheil, der
naturf. Ges. in Bern 1873. p. 48.
Huxley beschrieb, Proc. zool. soc. p. 186. pl. 29—31, den
Bau des Schädels und des Herzens von Menobranchus lateralis.
Beim Vergleiche des Schädels mit dem der übrigen Amphibien tritt
eine Aehnlichkeit mit Proteus hervor; die Beziehungen zu anderen
Amphibien und Fischen werden besprochen. — Das Herz wird als
Ergänzung der Beschreibungen von Meyer und Van der Hoeveu
beschrieben. Vergl. auch Gervais, Journal de Zoologie HI. p. 499.
Apoda. Peters hat einige Angaben über die Entwickelung
der Caecilia compressicauda D. B. machen können. Das Thier ist
lebendig gebärend, die Jungen haben am Nacken zwei Blasen, auf
welchen sich ein Gefässstamm verzweigt, und die an der schmalen
queren Basis zusammenhängen. Diese Blasen sind die äusseren
Kiemen, welche an die glockenförmigen äusseren Kiemen von Notodel-
phys ovifera erinnern. Demnach kommt bei den Caecilien, wie bei den
froschartigen Batrachiern eine verschiedene Kiemenbildung vor, es
entwickelt sich keine Allantois und kein Aranios. Monatsber. der Ber-
liner Akad. p. 45. Vergl. auch Annales des sc, nat. XIX. Artikel 13.
Siplionops hremrostris Peters, Berliner Monatsber. p. 617.
Taf. I. Fig. 2, von Guinea
Gymnopis n. gen., Peters, Berliner Monatsber. p. 616. Taf. I.
Fig. 1, Augen nicht von der Haut überzogen, frei, keine Gesichts-
gruben. G. miiltipUcata von Veragua, war im Nomenciator Bcpti-
lium et Amphibiorum Musci Berol. 1856 als Siphouops mexicanus
aufgeführt.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1874.
Von
Troschel.
Von Brühl erscheint ein neues grösseres Werk in
Lieferungen: Zootomie aller Thierklassen für Lernende,
nach Autopsien skizzirt. Ulustrirt durch 200 Tafeln mit
nahe 4000 vom Verf. meist nach der Natur gezeichneten
und sämmtlich von ihm mit dem Diamant in Stein radirten
Figuren. Atlas in 50 Lieferungen zu 4 Tafeln. Die erste
bis dritte Lieferung (Wien, 1874) liegen mir vor. Sie ent-
halten die Darstellung des Schädels der Fische (5 Tafeln),
Saurier (1 Tafel), Urodelen (2 Tafeln), den Digestionsap-
parat der Vögel (1 Tafel), das Visceralskelet des Mundes
der Insecten (1 Tafel), das Herz der Reptilien (1 Tafel),
den Schädel der Anuren (1 Tafel). Als Text dient eine
ausführlichere Erklärung der Tafeln. Die Abbildungen
sind recht verständlich ausgeführt.
Bibliotheca ichthyologica et piscatoria. Catalogus van
Boeken en Geschriften over de natuurlijke geschiedenis
van de visschen en walvisschen, de kunstmatige vischteelt,
de vischerijen, de wetgeving op de visscherijen ct., be-
werkt door D. Mulder Bosgoed. Haarlem 1873. Fleis-
sige und verdienstliche Arbeit.
Segond hat wie über die drei übrigen Wirbelthier-
klassen, so auch Studien über die Verwandtschaften des
Skeletes der Fische gemacht. Nachdem er die verschie-
Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie etc. 93
denen ichthyologischen Systeme kritisirt hat, glaubt er in
einigen Theilen des Skelets das geeignete Mittel zu finden
die Familien und ihre Verwandtschaften zu begründen.
Ein weiterer Auszug aus dieser Arbeit würde einen zu
grossen Raum erfordern. Robin, Journal de Zoologie IX.
p. 511 und 607.
Pouch et fand, dass in Folge der Entfernung der
Augen bei den Fischen die schwarzen Farbenbläschen per-
manent ausgedehnt waren und daher die Thiere eine
dunklere Färbung annahmen. Experimente an Carassius
vulgaris, Aspius rapax und Gobio vulgaris bestätigten dies.
Robin, Journal de l'anatomie X. p. 558.
Bereits im Jahr 1873 hatte Pouch et durch Experi-
mente nachgewiesen, dass der Ausgangspunkt für die Far-
benänderungen die Retina ist, deren Eindrücke, dem Ge-
hirn mitgetheilt, auf die Farbenbläschen der Haut reagiren,
und dass die Nerven diese Thätigkeit mittels des grossen
Sympathicus regeln. Diese Abhandlung erschien in Ar-
chives des missions scientifiques I. p. 535 und ist abge-
druckt im Journal de Zoologie III. p. 105.
Engström: Om fjällens byggnad hos Osteopterygii
jemte nägra undersökningar öfver Sidoliniens fjäll hos
Skandinaviens fiscar. Diss. Lund 1874. Verf. hat den
Bau der Schuppen bei den Percoiden und den Salmoniden
untersucht, und namentlich die Verschiedenheiten des Ka-
nals an den Schuppen der Seitenlinie zur Unterscheidung
der Gattungen brauchbar gefunden. — Bei den Percoiden
Scandinaviens giebt er folgende Diiferenzen an: I. Der
freie Theil der Schuppe wenigstens am Rande mit Zähnen
versehen. A. Kanal einfach unverzweigt, a. Der freie
Theil hat Zähne auf beiden Seiten der Mittellinie des Ka-
nals, of. Kanal lang und ziemlich schmal, nimmt nur Vs
der Breite der Schuppe ein. * Der freie Theil ohne Leisten
(äsar), Basaltheil mit deutlichen Zähnen, Perca. ** Der
freie Theil mit convergirenden Leisten, Basaltheil ohne
deutliche Zähne, aber mit wellenförmigem Rande, Labrax.
ß. Kanal ungewöhnlich breit und ziemlich kurz, mindestens
von Vs der Schuppenbreite, Lucioperca. b. Der freie Theil
hat fast nur auf einer Seite der Mittellinie des Kanals
94 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Zähne, die grösste Breite des Kanals nimmt Vs der Schup-.
penbreite ein, Acerina. B. Kanal verzweigt, Mullus. TL Der
freie Theil der Schuppe ohne Zähne, der Kanal sehr lang,
nimmt mindestens Vs der Schuppenläuge ein, Trachiniis.
— Unter den Salmoniden findet Verf. folgende Gattungs-
unterschiede: I. Der freie Theil ohne Zähne. A. Der Kanal
nimmt bloss einen Theil, höchstens ^U tler Längsaxe der
Schuppe ein, Schuppen nicht transversal, a. Basaltheil
mit einem oder einigen Zähnen, a. Sculptur concen-
trisch, ohne deutliches Feld, Salmo. ß. Sculptur concen-
trisch, mit deutlichem Felde, Coregonus. b. Basaltheil
mit mehreren fast gleichgrossen, kleineren Zähnen, Thy-
mallus. B. Der Kanal nimmt fast die ganze Längsaxe
der Schuppe ein, Schuppe transversal, Osmerus. IL Der
freie Theil mit Zähnen, Argentina.
Vaillant: üeber die Schuppen der Seitenlinie bei
verschiedenen Percoiden. Er zeigte, dass diese Schuppen
constante Structurverschiedenheiten besitzen, und glaubt,
dass sie zur Classification benutzt werden können. Die
ausführliche Abhandlung ist zu erwarten. Gomptes rendus ;
Revue de zoologie 1874. p. LVIIL
Dobson hat Untersuchungen über die Athmung einiger
indischen Süsswasserfische angestellt, welche sich an die
Arbeit von Day (vergl. Ber. 1868« p. 40) anschliessen, und
den Zweck verfolgen, zu bestimmen, welche andere Fische
Luftathmer oder Mischathmer sind, und wie lange sie von
der Luft abgeschlossen leben können. Verf. fand die Zeiten,
wie lange Zeit zur Asphyxie erforderlich war, bei Anabas
scandens 12 Minuten, Plotosus caninus 1 Stunde, Ophio-
cephalus striatus 1 Stunde 5 Min. bis 1 St. 35 Min., Ophio-
cephalus punctatus 1 St. 38 M. bis 4 St. 40 Min., Sacco-
branchus singio 2 St. 4 M., Trichogaster fasciatus 3 St.
40 M. bis 4 St. 15 M., Mastacembelus pancalus 5 St. 15 M.,
Rhynchobdella aculeata 5 St. 35 M., Lepidocephalichthys
balgara 24 St., Macrones tengara 8 St. 20 M. Amphipnous
cuchia lebte 5 Tage ausser Wasser. Proc. zool. soc.
p. 312.
Moreau bestätigt die Angaben von Biot, dass mit
der Tiefe, in der die Fische gefangen werden, die Sauer-
während des Jahres 1874. 95
stoffmeiige in der Schwimmblase zunimmt. Comptes rendus
73. p. 541 u. 737; Revue de Zoologie 1874. p. LXYII.
D uf 0 SS e setzte seine langjährigen Beobachtungen über
die Töne, welche die europäischen Fische hören lassen,
und über die Organe, durch welche sie erzeugt werden, fort.
Verf. unterscheidet zwei Kategorien von Tönen, erstens
unregelmässige Töne, welche von einer Menge von Fischen
in verschiedenster Weise zufällig hervorgebracht werden,
wenn sie sich ausser dem Wasser befinden ; zweitens regel-
mässige, willkürliche, constante, immer durch dieselben
Organe gebildete, die der Species eigenthümlich sind. In
dieser letzten Kategorie werden zwei Sectionen unterschie-
den, 1) alle incommensurablen expressiven Töne, die a. durch
Reiben entweder der Schlundknochen (Scomber brachyurus
L.), oder elfenbeinartiger Zwischenkiefer (Orthragoriscus
raola) hervorgebracht werden, oder b. durch Ausstossen
von Luft, 2) die durch Schwingungen, Vibrationen ge-
wisser Muskeln erzeugten Töne, und diese werden a. durch
Muskeln, unabhängig von der Schwimmblase, oder b. mit
Hülfe der Schwimmblase erzeugt. Annales des sc. nat.
XIX. Art. 5 und XX. Art. 3.
Montgomery-Vignal hat die secundären Kiemen-
lamellen der Fische mit einem Epithelium bedeckt gefun-
den, welches aus cylindrischen Zellen besteht, die neben
einander liegen. Archives de Zoologie experimentale III.
p. XXIV.
Ueber die Eibildung bei den Fischen vergl. Ludwig
in der Abhandlung über die Eibildung im Thierreiche
p. 142—152. Verhandl. der Würzburger phys. -med. Ge-
sellsch. VII.
Forel erstattete Bericht über eine Krankheit, welche
1873 die Barsche des Genfer See's befallen hatte. Bulletin
de la Soc. Vaudoise sc. nat. XIII. p. 400.
Oellacher: Ueber Doppelmissbildungen bei Salmo
salvelinus. Berichte des naturw. mediz. Vereines in Inns-
bruck IV. p. LXI.
In Nordisk Tidsskrift for Fiskeri II. p. 1 hat L j u n g-
mann einen Auszug seiner Schrift Berättelse öfver en med
kanonängbaten Gunhild under sommaren 1871 företagen
96 Troschel: Bericbt üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
expedition for anställande of ätskilliga imdersökninger tili
hafsfiskets befrämjande uti Skagerrack och Kattegat, Up-
sala 1873, gedruckt als Manuscript, gegeben. Verf. fordert
für die Beförderung der Fischerei die wissenschaftliche
Kenntniss der Varietäten der Fischarten, ihrer Entwicke-
lung, Nahrung, Feinde, periodische Wanderungen, der Ur-
sachen des plötzlichen Auftretens oder Verschwindens,
ferner der hydrographischen Beschaffenheit der Gewässer.
Auch würde manche Verbesserung in der Conservirung und
Zubereitung zur Handelswaare aus wissenschaftlichen Un-
tersuchungen zu gewinnen sein.
Skrydstrup schrieb ib. p. 15 über die Lachsfischerei
bei Bornholm und p. 34 über die Härings- und Dorschfischerei
bei Bornholm.
Ueber die Fischerei an den Faröern im Jahr 1871 —
1873 gab Host ib. p.31 eine kurze Notiz. Anderson stellte
einen schematischen Bericht über die Fischerei in Limfjord
vom 1. April 1873 bis 3. März 1874 zusammen. Ib. p. 55.
G. V. Yhlen berichtete über die Meeresfischerei von
Bohuslän im Jahr 1873. Nordisk Tidsskrift for Fiskeri
IL p. 66.
United states commission of fish and fisheries Part IL
Washington 1874 von Spencer Baird enthält 1) die Un-
tersuchungen über die Abnahme der essbaren Fische der
Seeküste und der Seen, nebst der Frage nach den Ursachen
und wie durch die Gesetzgebung dem Uebel abzuhelfen
sei, 2) die Geschichte der Maassregeln, welche bis zum
Juli 1873 zur Vermehrung der essbaren Fische der Flüsse
und Seen und zur Uebertragung auf neue Localitäten an-
gewendet worden sind, um die Nahrungsquellen der Ver-
einigten Staaten zu vermehren und den Preis der Waare
zu ermässigen.
Yarrow berichtete kurz über die Fischzucht in den
Vereinigten Staaten. Association frangaise pour l'avanc.
des sc. Lyon p. 539.
Horro cks: Die Kunst der Fliegenfischerei auf Forellen
und Aeschen in Deutschland und Oesterreich. Weimar 1874.
Europa. Günther machte Bemerkungen über einige
Fische, welche Wy vi lle Thomson in grossen Tiefen im
während des Jahres 1874. 97
nördlichen atlantischen Ocean gefangen hatte. Er bestimmte
sie als Gadiculus argenteus Guich., Coryphaenoides nor-
vegicus Simdeval, Argyropelecus hemigymnus, Anguilla
Kieneri, Motella macroplithalma Gthr., Blenuiops Ascaiiii
Wallb., Gobius Jeffreysii Gthr. und Liparis vulgaris Flcm.
Einige derselben waren bisher nur aus südlicheren Gegen-
den bekannt. Annais nat. bist. XIII. p. 138.
M'Intosb verfasste ein Verzeichniss der Fische,
welche bei St. Andrews vorkommen. Es enthält 33 Acan-
thopterygii, 2 Pharyngognathi, 26 Anacanthini, 11 Physo-
stomi, 3 Lophobranchii, 1 Plectognathi, 1 Ganoidei, 12 Pla-
giostomata, 2 Cyclostomata und 1 Leptocardii. Annais
nat. bist. XIV. p. 412.
Von Alph. de la Fontaine erschien die Beschrei-
bung der Fische des Grossherzogthums Luxemburg in den
Publications de Finstitut royal Grand-Ducal de Luxembourg
section des sc. nat. et math. XIII. p. 1 — 80. Die 4G Arten,
welche diesem Gebiete angehören, sind nicht eif^entlich
beschrieben, wohl aber werden ihre verschiedenen Namen,
ihr Vorkommen, ihr Fang, ihre Lebensweise, ihre Verwen-
dung besprochen. Sie vertheilen sich nach Familien in
2 Percoiden, 1 Cottiden, 1 Gasterosteiden, 1 Pleuronectes,
1 Gadoiden, 27 Cyprinoiden, 5 Salmonoiden, 2 Clupeiden,
1 Esox, 1 Muraena, 1 Acipenser und 3 Petromyzou. Chon-
drostoma nasus var. auratus ist auf zwei Tafeln abgebildet.
Brügger verzeichnete als im Gebiete von Chur vor-
kommende Fische 22 Arten, nämlich 1 Anguilla, 2 Cobitis,
1 Esox, 3 Salmonoiden, 13 Cyprinoiden, 1 Cottus und 1 Perca.
Naturgeschichtliche Beiträge zur Kenntniss der Umgebungen
von Chur 1874. p. 149.
Forel zählt die Fische aus der Tiefe des Genfer
See's auf, wie in einer Note bemerkt ist, nach Lunel,
bist. nat. des poissons du bassin du Leman. Geneve 1868
— 1873, welches Buch mir leider noch nicht zugänglich
geworden ist. Forel nennt 19 Arten. Bull. Soc. Vaudoise
des sc. nat. XIII. p. 149. — lieber das Werk von Lunel
fol. mit 20 Tafeln vergl. Gervais, Journal de Zoologie
IlL p. 228.
Chatelanat beschreibt kurz die Wanderungen der
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. Gr
98 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
bekannteren Fische des Genfer See's, soweit sie den Fischern
bekannt sind, und giebt ihren Aufenthalt nach den ver-
schiedenen Jahreszeiten an. Diese Angaben beziehen sich
auf 7 Arten. Bull. Soc. Vaudoise des sc. nat. XITL p. 36.
Dybowski hatte 1871 die Resultate seiner ich-
thyologischen Untersuchungen im Baical-See, in russischer
Sprache verfasst, der sibirischen Abtheilung der geogra-
phischen Gesellschaft in Irkutsk zum Druck tibergeben,
mit Abbildungen, Tabellen und Maassangaben. Ein Aus-
zug dieser Arbeit, die Diagnosen der Baicalfische betreffend,
ist nun in Verhandl. zool.-bot. Ges. in Wien 24. p. 383
gegeben. Das Verzeichniss enthält 28 Arten in 18 Gat-
tungen, darunter 1 Acerina, 6 Cottus, 1 Squalidus, 1 Co-
regonus, 1 Thymallus, 1 Esox, 1 Cobitis und 1 Sterledus
neu.
Kessler: „Die Fische des Schwarzen und des Kas-
pischen Meeres" St. Petersburg 1874. Diese Schrift in
Russischer Sprache ist auf Anordnung der Petersburgischen
Gesellschaft der Naturforscher veröffentlicht. Beschrieben
werden darin 29 Gobius, 1 Latrunculus, 1 Bentophilus,
2 Atherina, 4 Clupea, 1 Siphonostoma, 3 Syngnathus, 1 Ne-
rophis, 1 Hippocampus. Die neun neuen Arten der Gat-
tung Gobius sind unten namhaft gemacht ; fünf Arten sind
auf einer Tafel abgebildet.
Africa. Günther beschrieb vier neue Fische von
Marocco, die durch Rein und v. Fritsch gesammelt waren.
Annais nat. bist. XIII. p. 230.
Gervais protestirt gegen die Ansicht, dass die aus
den artesischen Brunnen der Sahara ausgeworfenen Fische,
Coptodon und Cyprinodon, ein Beweis des unterirdischen
Zusammenhanges mit dem Mittelmeer seien. Er erklärt
sie für Süsswasserfische. Comptes reudus 79. p. 557; Re-
vue de Zoologie 1874. p. LX; Annais nat. bist. XIV. p. 462;
Journal de Zoologie III. p. 455.
Nach Peters kommt Cyprinodon dispar in der li-
byschen Wüste bei der Oase Siwah vor. Sitzungsber. Ges.
Naturf. Freunde p. 67.
Asien. Das britische Museum erhielt eine Sammlung von
Fischen aus dem Tigris, gesammelt durch Colvill bei Bagdad,
während dos Jahres 1874. 99
Über welche Günther Bericht erstattete. Es befand sich
dabei ein Carcharias gangeticus von 2V2' Länge, nur ein
Acanthopterygicr, nämlicli Mastacembehis aleppensis, zwei
Welse, Silurus triostegus und ein neuer Macrones, und
7 Cyprinoiden, worunter ein neuer Barbus. Annais nat.
bist. XIV. p. 36.
Günther lieferte einen dritten Beitrag zur Fisch-
fauna von China, nach Exemplaren, welche Swinhoe bei
Cbeefoo gesammelt hat. Der frühere Beitrag enthielt 1 1 Ar-
ten von dieser Localität; ihnen werden hier 36 Arten hinzuge-
fügt, darunter 6 neue Arten. Annais nat. bist. XIII. p. 154.
Australien. Castelnau lieferte in Proceed. of the
zoological and acclimatation Soc. of Victoria 1873. p. 37
weitere Beiträge zur Ichthyologie Australiens (vergl. vorj.
Ber. p. 183). Verf. verzeichnet Fische von Victoria 32 Arten,
mit einer neuen Gattung Riipx)elia prolongata; von Süd-
Australien 22 Arten, wovon neu Vincentia Waterhojiisn,
Aploactisoma SchomhurgJcii, Heteroclimis Ädelaidae,
Opliiocliniis antardicus, Heteroscarus modestus; von
Nord- Australien 16 Arten, neu Zantecla pusilla und die
neue Gattung Ellerya; von der Insel Knob 11 Arten,
neu Neomyripristis amoenus und Neocirrhites ar-
matus; von Neu-Caledonien 14 Arten, neu Neosudis vo-
rax; von West-Australien 46 Arten, neu Edelia vittata
und viridis, JBostocliia porosa, Neochaetodon vittatum;
endlich 3 Arten als neu für die Fatma von Victoria. —
Ich bedaure über die neuen Gattungen und Arten nichts
Näheres angeben zu können, da mir die Zeitschrift von
Victoria nicht zugänglich ist. Die obigen Notizen entnehme
ich aus Gervais Journal de Zoologie III. p. 85.
Von Gaste In au's Schrift „Notes of the edible fishes
of Victoria, Melbourne 1873" ist in Gervais Journal de Zoo-
logie III. p. 144 ein Auszug erschienen. Indem Verf. die
essbaren Fische der verschiedenen Familien aufzählt, ist
dies zugleich ein Beitrag zur ichthyologischen Fauna
Australiens. Im Allgemeinen sind die dortigen Fische von
sehr bescheidenem Ansehen und entbehren der schönen
Farben tropischer Meere.
Hut ton giebt an, dass von Neu-Seeland 134 Arten
100 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
mariner Fische bekannt sind. Von diesen sind 51 nirgend
anderswo gefunden; 38 erstrecken sich in die Meere von
Australien und Tasmania, aber nicht weiter; 6 reichen bis
zu den pacifischen Inseln, 5 bewohnen Südamerica, 4 Süd-
africa und eine Kerguelenland und die Auckland-Inseln.
Von den Süsswasserfischen kommen 4 auch auf den Cha-
tham-Inseln, 3 auf den Auckland-Inseln vor, und dies sind
alle Süsswasserfische, die an diesen Orten leben; 3 finden
sich in Australien, 2 in Tasmania, 2 in Südamerika, 1 auf
Timor und 1 verbreitet sich von China nach Europa und
Westindien (Anguilla latirostris). Verf. schliesst daraus,
dass eine enge Verbindung zwischen Australien, Neu-See-
land und Südamerika bestanden habe, und dass die Ver-
bindung mit den Chatham- und Auckland-Inseln viel später
bestand als mit Australien. Annais nat. bist. XIII. p. 85.
Das fünfte Heft des Journal des Museum Godeffroy,
Hamburg 1874, enthält die Fortsetzung der Abhandlung
„Andrew Garretts Fische der Südsee", beschrieben und
redigirt von Günther. Sie ist von zahlreichen schönen
Abbildungen begleitet. Als neue Arten sind nur drei be-
schrieben, aber zahlreiche bisher unvollständig bekannte
Arten machen diese Abhandlung wichtig für die Fauna
Polynesiens und die Artkenntniss der Ichthyologie über-
haupt. Das Heft enthält 1 Dules, 2 Therapon, 5 Dia-
gramma, 1 Gerres, 3 Scolopsis, 1 Heterognathodon, 1 Pen-
tapus, 2 Caesio ; 28 Chaetodon, 1 Chelmo, 3 Heniochus,
9 Holacanthus, 1 Drepane; 1 Upeneoides, 2 Mulloides.
Gill machte Mittheilung über die neueren Hinzufü-
gungen zur Fischfauna von Massachusetts. Im Jahr 1867
verzeichnete Stör er 134 Arten, denen in einem Anhange
Putnam 21 Arten hinzufügte. Seitdem hat Baird als
Commissionär der Fischereien 23 fernere Arten zusammen-
gebracht, wonach also gegenwärtig diese Fauna sich auf
178 Arten belaufen würde. Die letzteren Arten sind nam-
haft gemacht. Alle sind Bewohner tropischer Gewässer,
von denen nur wenige als regelmässige Sommergäste in
Massachusetts angesehen werden dürften, die Mehrzahl
möchte durch Zufall dahin gekommen sein. Proc. Amer.
Association for the advanc. of sc. Po rtland p. 34.
während des Jahres 1874. 101
Cope bestimmte eine Sammlung von Fischen aus
Utah. Die meisten Arten sind neu; er unterschied auch
eine neue Gruppe der Cyprinoiden unter dem Namen Pla-
gopterinae, s. unten. Proc. American Phil. Soc. XIV. p. 129.
Steindachner bearbeitete die Süsswasserfische des
südöstlichen Brasilien nach den Sammlungen von Agassiz
und dem Verf. selbst. Wiener Sitzungsber. 69. Dec. 1874.
Nach ihm bildet in ichthyologischer Beziehung der ganze
südöstliche Küstenstrich Brasiliens von der Mündung des
Rio de la Plata bis zu jener des Rio San Francisco ein
eigenes Faunengebiet. Der bisher erschienene Theil der
Arbeit enthält die Familien der Chromiden und Characinen,
über welche wir unten das Nähere mittheilen.
Lütken beschrieb einige neue Characinen aus dem
centralen Brasilien, welche von Reinhardt in der Pro-
vinz Minas-Geraes gesammelt waren, und fügte dann eine
Aufzählung der Fische hinzu, welche im Rio das Velhas,
im See Lagoa Santa und in den Zuflüssen leben. Dieselbe
enthält 21 Siluroiden, 26 Characinen, 4 Gymnotinen und
2 Sciaenoiden. Dazu kommen noch 6 Siluroiden, 4 Cha-
racinen und 2 Sciaenoiden aus dem Fluss S. Francisco,
die im Rio das Velhas nicht vorkommen. Endlich werden
noch 13 zweifelhafte Arten erwähnt, die zum Theil als
Synonyme der übrigen aufgezählten Arten sich ergeben
möchten. Overs. over d. K: D. Vidensk. Selsk. Forh.
1874. No. 3.
Acanthopteri.
Percoidei. In einer Revision der Arten des indischen Archipels
aus der Gruppe Epinephelini, die Bleeker durch den Oberkiefer
ohne regelmässige Schuppen, glatte Stacheln und Strahlen, Kopf
ohne gezähnelte Leisten, nicht verwachsene untere Schhmdknochen,
eine ungetheilte Dorsale, abgerundete Pectoralen, deren mittlere
Strahlen die längsten, characterisirt, sind etwa 240 Arten bekannt,
von denen 53 im Indischen Archipel vorkommen. Die Gattungen,
welche im Archipel keine Repräsentanten haben, werden in einer
Anmerkung charakterisirt, nämlich Siniperca Gill, Serranus Cuv.
(Diplectron Holb.. Haliperca Gill), Centropristes Cuv. (Mentiperca
und Triloburus Gill), Prionodes Jen., Dules Cuv., Acanthistiüs Gill,
Iü2 Troschcl: Bericht üb. tl. Leistungen in d. Ichthyologie
Ilypcplectrus Gill (Hypoplectrodes Gill und Gonioplectrus Gill), Tra-
cliypoma Güuth., Aulacocephahis SchL, üriphaeton Swains. (Phaeton-
ichthys Blkr.), Gonioperca Gill, Parepinepheius Blkr. Aus den in-
dischen Gattungen werden beschrieben 1 Paraserranus, 2 Variola,
3 Paracanthistius, 2 Anyperodon, 1 Cromileptes und 44 Ephinephe-
lus. — Als Anhang folgen die Myriodontini, deren Schlundknochen
verwachsen und mit stumpfen Zähnen bewaffnet sind, dahin 1 Myrio-
don, — ferner die Diplopriontini, die sich von den Epinephelini
durch die getrennten Rückenflossen und von den Grammisteini durch
die stark ctenoiden Schuppen unterscheiden, mit 1 Diploprion, —
endlich die Grammisteini mit kleinen Cycloidschuppen und mit fast
vollständig getrennten Dorsalen mit 2 Grammistes, wozu ausserdem
noch die Gattungen Pihypticus Cuv., Smecticus Val. und Promicro-
pterus Gill gehören. Verhandelingen der koninklyke Akademie van
Vetenschappen XIV.
Bleeker unterwarf die Arten des indischen Archipels der
Gattungen Lutjanus und Aprion einer Revision. In die Gattung
Lutjanus Bloch zieht er die Gattungen Diacope und Mesoprion Cuv.,
Genyoroge Cantor, Macolor Bleeker, Proamblys, Hypoplites, Rhom-
boplites, Ocyurus, Evoplites und Tropidinius Gill. Er beschreibt
aus dieser Gattung 32 Arten. — Die Gattung Aprion Cuv. Val. ist
identisch mit Apsilus C. V., Chaetopterus Schi., Pristipomoides Blkr.,
Sparopsis Kner und Platyinius Gill. Sie enthält 3 Arten. — Als
Anhang wird die Gattung Aphareus mit 1 Art beschrieben. Ver-
handelingen der koninklyke Akademie van Wetenschappen XIII.
Bleeker verfasste ferner eine Revision der Arten der Gruppe
Apogonini, welche im Indischen Archipel gefunden werden. Daselbst
kommen 57 Arten der Gattung Araia Gron, vor, unter welchem
Namen er die Gattungen Apogon Lac, Apogonichthys Blkr., Mono-
prion Poey, Mionorus Krefft und Archamia, Lepidamia und Glos-
samia Gill vereinigt, ferner 3 Arten Paramia Blkr. = Cheilodipterus
C. V. und 2 Arten PseudamiaBlkv., welche letztere Gattung von
Paramia wegen der kleineren und cycloidischen Schuppen und wegen
der convexen Schwanzflosse getrennt wird. Alle Arten sind aus-
führlich beschrieben. Natuurk. Verhandel. Holl. Maatschappy der
Wetenschappen Deel II. No. 1.
Daran schliesst sich ib. No. 2 eine Revision der Ambassis
und Parambassis des Indischen Archipels. Verf. charakterisirt die
vier Gattungen dieser Gruppe folgendermassen :
Amhassis C. V. Dentes maxillis parvi, aequales vel sub-
aequales, squamae magnae vel mediocres, os suborbitale denticulatum,
pinnae dorsalis et analis radiis 8 ad 11.
Fs e II d amhassis Blkr. Dentes intermaxillares serie externa
ceteris conspicue longiores, curvatae, squamae valde parvae, os orbi-
. talo denticulatum, pinnae, dorsalis radiis 12 ad 14, analis radiis 14 — 17.
während des Jahres 1874. 103
Parambassis Blkr. Dentes iniermaxillares ei inframaxil-
lares serie externa ceteris multo longiores ex parte canini, squamae
mediocres vel parvae, pinnae, dorsalis radiis 10 vel 11, analis radiis
9 ad 11.
Bog od a Blkr. Dentes maxillis conici, inframaxillares externi
anteriores majores apice curvato antrorsum spectantes, squamae
minimae vix conspicuae, os sul)orbitale edentulum, pinnae, dorsalis
radiis 14 ad 17, analis radiis 16 ad 18. — Von Ambassis kommen
im Indischen Archipel 9 Arten, von Parambassis 2 Arten vor.
Gill erklärt Dinolestes Mülleri Klunzinger, Neosphyracna
multiradiata Castelnau und Lanioperca mordax Günther für iden-
tisch mit Esox Levvini Griffith in Cuvier's Animal Kingdom ed. X.
1834. Er nennt nun die Art Dinolestes Leioini, und stellt die Gat-
tung mit Günther zu den Chilodipteridae. Annais nat. hist. p. 159.
Äcerina Gzekanoiüskii Dybowski, Verhaudl. zool.-bot. Ges. in
Wien 24. p. 383, aus dem Fluss Angara.
Serranus atricauda Günther, Annais nat. hist. XIII. p. 280,
von Marocco.
Änthias (Hemanthias) peruanus Steindachuer, Wiener Sitzuugs-
ber. Oct. 1874.
Gill reducirt die Arten der Gattung Grystes, für die er dem
Lacepede'schen Namen Micropterus den Vorzug giebt, auf zwei,
nämlich M. salraoides mit kleinem und nigricans mit grossem Munde.
Beide Arten sind beschrieben und die ganze Synonymie angegeben.
Proc. Amer. Assoc. Advanc. of science, Portland p. 55.
Steindachner gründete auf Grystes lunulatus Guich. eine
neue Gattung Pikea. Kiemenstrahlen 7, zahlreiche Ilechelzähne
auf den Kiefern, am Voiner und auf den Gaumenbeinen, keine Hunds-
zähne; Vordeckel am hintern Rande nur mit äusserst zarten Cilien
besetzt; Deckel mit drei platten Spitzen; eine Dorsale mit einer
tiefen, bogenförmigen Einbuchtung am stacheligen Theile, Anale mit
3 Stacheln, Dorsale und Anale mit Ausnahme der ersteren Stacheln
stark beschuppt. Kopf vollständig beschuppt, auch auf der Unter-
seite, nur die Lippen schuppenlos. Wiener Sitzungsber. Oct. 1874.
Mitchell beobachtete einen kleinen Fisch aus der Barsch-
Familie, der seine kleinen Jungen in einer kleinen Aushöhlung im
Sande eines Flusses in Trinidad eifrig bewachte, und sie am nächsten
Tage, vielleicht in Folge der Störung, an einen anderen Ort gebracht
hatte. Nature XI. p. 48.
Nandoidae. Bleeker beschränkt die Familie der Nandoiden
auf die Gattungen Nandus CV., Badis Blkr. und Catopra Blkr,, und
verwirft die Erweiterung dieser Familie, wie sie Günther vorge-
schlagen hat. Die Gattungen Plesiops Cuv. und Trachinops Gthr.
erklärt er für echte Pseudochromiden und Achornes Müll. Tr. für
nicht verschieden von Cichla. Die Nandoiden bringt er in die Ab-
104 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
theihing der Percoiden, wo sie zwischen der Gruppe Centrarchini
und den Familien der Osphromeuoiden und Poiycentroiden ihren
Platz einnehmen soll. Sie unterscheidet sich von den Percoiden
durch die unterbrochene Seitenlinie, von den Osphromenoiden durch
das Fehlen der Labyrinthanhänge der Kiemen, von den Pseudochro-
miden durch den Mangel der Pseudobranchien und von den Ci-
chloiden durch die doppelten Naslöcher jederseits und durch den
Bau der unteren Schlundknochen. Im indischen Archipel kommen
vor 1 Nandus und 2 Catopra. Archives neerlandaises des sc. exactes
et nat. IX. p. 455.
üranoscopidae. F. T. Schmidt hat über den Stich und den
Giftapparat von Trachinus draco Nachrichten gesammelt, und den
Apparat untersucht. Die Verwundung mit dem Kiemendeckelstachel
erzeugt unerträgliche Schmerzen, die vier Tage andauern können.
Aussaugung der Wunde und Erweiterung der Wunde mit starker
Blutung oder feste Umschnürung der Wunde werden häufig als Heil-
mittel angewendet; Baden mit Scorpionöl, Auflegen eines Stücks
roher Leber des Fisches, Eintauchen in Theer sollen den Schmerz
mildern. Salmiakgeist, und namentlich Scheidewasser sollen sofort
den Schmerz dämpfen und weitere Folgen verhindern. Die genaue
Untersuchung ergab, dass sowohl der Kiemendeckelstachel, wie die
Stacheln der Kückenflosse von einer Hautscheide umgeben sind und
Drüsen besitzen, welche das Gift absondern. Nordiskt medicinskt
Arkiv VI. No. 2.
Sphyraenidae. Sphyraena pinguk Günther, Annais nat. hist.
Xni. p. 157, von Cheefoo in China.
Cataphracti. Landois hat in soiner Schrift Thier-Stimmen
p. 167 eigene Untersuchungen über das Knurren des Cottus scorpius
L. angestellt, ebenso über die Lautäusserungen des Pitzger. Vergl.
auch Mittheil, aus dem naturw. Vereine von Neu-Vorpommern und
Rügen. 5. p. XVI.
Cottus Greiüingkn, Kesslern, Knerii, GodlewsJdi, Jeittelesii und
baicalensis Dybowski, Verhandl. zool.-bot. Ges. in Wien 24. p. 384,
aus dem Baical-See.
Bhamphocottus u. gen. Günther, Aunals nat. hist. XIV.
p. 369. Kopf ausserordentlich gross, comprimirt, Schnauze in einen
kurzen, schmalen Schnabel ausgezogen, der schwache Unterkiefer in
dem oberen aufgenommen ; Augen seitlich ; Körper klein, comprimirt,
mit Stacheln bedeckt; zwei Kückenflossen von massiger Höhe; fast
alle Brustflossenstrahlen einfach; Ventralen thoracisch, dreistrahlig;
Kiefer und Vomer mit hecheiförmigen Zähnen; keine Zähne am
Gaumen. Eh. Bichardsonii von Fort Rupert in Nordamerica.
Uranidea Wheeleri Cope, Proc. Amer. phil. soc XIV. p- 138,
aus dem ßeaver River, Utah.
Octogrammus n. gen. Bleeker, Verslagen kon. Akad. VHL
während des Jahres 1874. 105
p. 370, squamae ctenoideae, membranae brauchiales isthmo separatac,
liueae laterales plures, pinna dorsalis profunde incisa. D. 19 . . . .
A. 24. Typ. Labrax octogrammus Schi.
In einer Revision der Synanceoiden des Indischen Archipels
stellt Bieeker diese Familie zwischen die Scorpaenoiden und Cot-
toiden, und unterscheidet sie durch die deprimirte Form des Kopfes,
das Fehlen jeder Beschuppung, die einzige lange Rückenflosse und
den breiten Isthmus zwischen den Kiemenspalten. Er kennt drei
Arten Pelor, wovon P. hracliyrhynclms von Singapore neu, 3 Synan-
ceia, wovon S. platyrliynchus von Amboina neu, 1 Leptosynanceia
und 1 Polycaulus. Alle Arten sind abgebildet. Natuurk. Verhandel.
HoU. Maatschappy der Wetenschappen, Deel II. No. 3.
Parabemhras n. gen. Bieeker, Verslagen en Mededeel. kon.
Akad. Vlllr p. 870, caput mediocriter depressum, pinna dorsalis
anterior dorsali posteriori et anali multo longior, dorsalis posterior
et analis altiores quam longae, squamae mediocres. B. 7. D. 9 — 9.
A. 8. Typ. Bembras curtus Schi.
Gasterostei. Sau vage bearbeitete eine Revision der Gruppe
der Stichlinge. Er unterscheidet drei Subgenera : 1. Gasterosteus
mit drei Gruppen, nämlich die gepanzerten (G. aculeatus, 8 Arten,
worunter G. suppositus neu und G. semiarmatus 4 Arten. G. te-
xanus neu), die mit glattem Schwänze (G. leiurus 12 Arten, G. al-
geriensis und islandicus neu, und G. tetracanthus 2 Arten), und die
ganz nackten (G. Williamsoni 1 Art, und G, apeltes 3 Arten) ;
2. Gasterostea mit den Gruppen G. pungitia, 6 Arten, neu G.
Blanchardi von New-York, G. sinensis 1 Art und G. laevis 5 Arten,
neu G. globiceps von Nordamerica; 3. Gastraea, G. spinachia
1 Art. Nouvelles Archives du Museum X. p. 1 mit einer Tafel
Abbildungen.
Sciaenoidei. Bieeker beschränkt die Familie der Sciaenoiden
auf langstreckige Fische, mit beschupptem Kopf, zahnlosem Gaumen,
ununterbrochener Seitenlinie, einer Rückenflosse mit 8 — 12 Stacheln
und viel längerem weichen Theile, höchstens halb so langer Anale,
vereinigten Kiemenspalten, mit Anhängen versehener Schwimmblase.
Er scheidet damit die Conodon und Eleginus aus, ferner die Ace-
rina, Sillago, Ancylodon parvipinnis, Isopisthus, Seriphus, Scombrops
und Dinolestes, welche letzteren vier Gattungen er als eine eigene
kleine Familie, Scombropsoidei, ansieht, die sich durch die völlige
Trennuug der Dorsalen und die längere Afterflosse unterscheidet.
Die indischen Arten gehören in folgende Gattungen: 4 Otolithus,
2 Collichthys, 9 Pseudosciaena, 9 Johnius, 3 Sciaena. Verhandelingen
der koninkl. Akad. van Wetenschappen XIV.
Die Sillagoiden erhebt Bieeker ib. p. 62 zu einer eigenen Fa-
milie, die sich von den Sciaenoiden durch die lange Afterflosse, die
lange spitze Schnauze, die Vomerzähne, die horizontale Lage des
106 Troschel: Bericht üb. d. Leistuagen in d. Ichthyologie
unteren Praeopercularrandes, die sich auf die Caudale erstreckende
Seitenlinie, die vollständige Trennung der Dorsalen und nur 6 Strahlen
in der Kiemendeckelhaut unterscheidet. Aus der Gattung Sillago
kommen im Indischen Archipel 5 Arten vor, die beschrieben werden.
Günther bildete, Annais nat. bist. XIV. p. 349. pl. XVIII,
eine eigenthümliche Schwimmblase ab, die er einem der Sciaenoiden-
familie angehörigen Fische zuschreiben möchte.
Umbrina Lafonti Moreau, Revue de Zool. p. 118. pl. 14, aus
dem Golf von Gascogne.
Corvina nigripinnis Günther, Annais nat. bist. XIV. p. 453,
von der Küste von Cameroon.
Sparoidei. Grenidens macracanthus Günther, Annais nat bist.
XIV. p. 368, von Madras.
Chrysoplinjs Swinhonis Günther, Annais nat. bist. XIII. p. 155,
von Cheefoo in China.
Bleeker lieferte in Vcrhandelingen der kouinklyke Akademie
XIII eine Revision der Arten der Gattungen Dentex, Synagris, Gym-
nocranius, Gnathodentex und Pentapus, sofern sie im Indischen
Archipel und in Japan vorkommen (vergl. vorj. Ber. p, 187). Er
beschreibt 21 Dentex, 1 Synagris, 4 Gyranocranius, 1 Gnathodentex,
7 Pentapus. Alle sind ausführlich beschrieben.
Günther giebt die Stellung der Gattung Gerres unter den
Pharyngognathen auf, namentlich weil die Wirbelzahl 10 + 14 ist.
Gerres gigas Gthr., die einzige von Polynesien mit Sicherheit be-
kannte Art, ist Taf. 24. Fig. A abgebildet. Journal des Museum
Godefifroy V. p. 29.
Diapterus Lefroyi Brown Goode, Araer. Journ. of sc. and arts
VIII. p. 123; Annais nat. bist. XIV. p. 379, von den Bermuda-Inseln.
Squ^mipennes. Chaetodon trichrous von den Gesellschafts-
Inseln, Taf. 36. Fig. A, und flavirostris von den Freundschafts-Inseln,
Taf. 32. Fig. A, Günther, Journal des Museum Godeffroy V. p. 40.
Parachaetodon n. gen. Bleeker, Verslagen koninkl. Akad.
VIII. p. 371, maxillae aequales non productae, inferior ramis con-
tiguis immobilibus, pinna dorsalis spinosa radiosa plus triplo brevior
spinis subcontiguis posterioribus ceteris longioribus, linea lateralis
dorso caudae desinens. D. 6, 30. A. 3, 20. Typ. Chaetodon oliga-
canthus.
Chelnio trochüus Günther, Annais nat. bist. XIV. p. 368, von
Australien. — Gh. pulcher Steindachner, Wiener Sitzungsber. Oct.
1874, von Mauritius.
Holacanthus loriculus Günther, Journal des Museum Godeffroy
V. Taf. 40. Fig. C.
Labyrinthici. Carbon nier erzählt vom Anabas scandens,
dass man ihn oft in zahlreichen Haufen mehrere hundert Ellen vom
Gewässer findet, indem sie aufs Land kriechen und von einer Stelle
wäbreud des Jahres 1874. 107
zur andern wandern. Das Klettern in Bäume bestreitet er. Bull.
Soc. d'acclimatation 1874. p. 526; Nordisk Tidskrift for Fiskeri
II. p. 94.
Jaques v. Bedriaga beschrieb das Treiben des Macropodus
venustus nach eigener Anschauung an Exemplaren die aus China le-
bend nach Paris gebracht worden waren, namentlich die Kämpfe der
Männchen zur Begattungszeit, unter denen dann das Weibchen das
am schönsten gefärbte und kräftigste auswählt, ferner das Laichen,
welches unter der Umarmung des Männchen und Weibchen statt-
findet, und den Nestbau, Zool. Garten p. 93.
Mugiloidei. Agonostoma glohiceps Günther, Annais nat. bist.
XIV. p. 370, von Vera Cruz.
Scombridae Centrolophus peruanus Steindachner, Wiener
Sitzungsber. Oct, 1874, aus dem stillen Ocean.
Carangidae. Egimla ehngata Günther, Annais nat. bist. XIV.
p. 369, von Nord-Celebes.
Teuthyes. Steindachner Hess Naseus punctulatus C. V. in
Wiener Sitzungsber. Oct. 1874 abbilden.
Chromides. Steindachner beschrieb die Chromiden des
südöstlichen Brasilien in Wiener Sitzungsber. Dec. 1874. Die Gat-
tungen Acara und Heros zieht er zusammen, weil der unterschei-
dende Charakter, 8 — 4 oder mehr als 4 Analstacheln variabel ist.
Den Gattungen Hydrogonus, Petenia, Neotroplus und Mesonauta
räumt er nur die Bedeutung von Untergattungen ein. Er beschreibt
dann Acara (Heros) autochthon Gthr., Acara faceta Jenyns, wozu
er auch Heros acaroides Hensel zieht, Acara (Heros) spuria Heckel,
Geophagus brasiliensis Q. et G. mit dem er 6 Hensel'sche Arten
vereinigt, Crenicichla lacustris Castelnau, in die er Cr. punctata und
polysticta Hensel einverleibt. Abgebildet sind Acara autochthon,
spuria und Geophagus brasiliensis, letztere in beiden sehr verschie-
denen Geschlechtern.
Pseudochromides. Notothenia Veüclüi Günther, Aunals nat.
bist. XIV. p. 370, vom Chonos-Archipel.
In einer kleinen Abhandlung über die Arten des Indischen
Archipels der Opisthognathoiden, die einestheils mit den Blennioiden,
anderntheils mit den Pseudochromiden verwandt sei, kennt Bleeker
vier Arten, 2 Opisthognathus und 2 Gnathypops, die früher vom
Verf. auch in die Gattung Opisthognathus eingereiht waren. Alle
vier Arten sind abgebildet. Archives Neerlandaises des sc. exactes
et naturelles IX. p. 466. pl. 9.
Haplopteri.
Notacanthini. Pararhynchohdella n, gen. Blecker, Ver-
slagen kouinkl, Akad. VIII. p. 368, rostrum inferne uou transvcrsim
108 Troschel: Bericht üb. d, Leistungen in d. Ichthyologie
striatum, praeoperculura edentuhim, piunae verticales plane con-
fluentes non distinctae. Typ. Rhynchobdella maculata Rwdt.
Folyacanthonotus n. gen. Bleeker, Verslagen kon. Akad.
Vlll. p. 368, Spinae dorsales liberae plus quam 30, rostrum in pro-
boscidem productum. Typ. Notacanthus Rissoanus Fil. Veran.
Taenioidei. Trachyptems Weicharti Philippi, Archiv f. Na-
turgesch. p. 117. Taf. III.
Äcanthocepola n. gen. Bleeker, Verslageu koninkl. Akad.
Vlll. p. 369, Caput ossibus opercularibus squamatum, praeoperculum
dentatum vel spiniferum, squamae trunco regulariter imbricatae.
Typ. Cepola Krusensterni Schi.
Gobioidei. Von Bleeker erhielten wir in Archives neerlau-
daises des «c. exactes et nat. IX. p. 289 die Skizze eines natürlichen
Systems der Gobioiden. Die Familie wird charakterisirt als Stachel-
flosser, ohne röhrige Seitenlinie, mit schwachen biegsamen, nicht
stechenden Dorsalstachein, freien oder verwachsenen thoracischen
Ventralen mit vier oder fünf gegliederten Strahlen, deren zwei hin-
teren länger sind als die übrigen. Die Callionymus und die F'laty-
ptera werden als besondere Familien ausgeschlossen. I. Eleotriformes
mit getrennten Bauchflossen. 1. Eleotr ini mit cylindrischem Kör-
per und breitem glatten Kopfe, a. Phüypni, Dentes maxillis pluri-
seriati, dentes vomerini, Gatt. Philypnodon Blkr., Bostrichthys Dum.,
Philypnus Val. b. Eleotrii, Dentes palato linguaque nulli, Gatt.
Odonteleotris Gill, Eleotris Gron., Guavina Blkr., Oxyeleotris Blkr.,
Ophiocara Gill, Mogurnda Gill, Culius Blkr., Gobiomorphus Gill,
Belobranchus Blkr., Gymneleotris Blkr. c. Butü, Dentes utraquc
maxilla pluriseriati, palato linguaque nulli, canini nulli, Gatt. Butis
Blkr., Prionobutis Blkr, Odontobutis Blkr. 2. Hypseleotrini
mit kurzem comprimirten Körper und grossen Schuppen. Gatt.
Dormitator Gill, Asterropteryx Rüpp. 3. Parele otrini mit langem
comprimirten Körper, Kopf höher als breit, Gatt. Brachyeleotris Blkr.,
lletereleotris Blkr., Valenciennesia Blkr., Eleotriodes Blkr., Ptere-
leotris Gill, Orthostomus Kncr, Oxymetopon Blkr. — IL GobÜformes,
Bauchflossen verwachsen, zwei Rückenflossen. 1. G ohiodontini,
Körper dick, comprimirt, fast eiförmig, Gatt. Gobiodon K. v. H.,
Pseudogobiodon Blkr., Paragobiodon Blkr. 2. Gymnohiini, Körper
langstreckig und schuppenlos, Gatt. Boreogobius Gill, Cristallogobius
Gill, Benthophilus Eichw., Gymnogobius Gill, Gobiosoma Gir., Ophio-
gobius Gill, Alepidogobius Blkr. 3. Latrunculini, Zähne im Un-
terkiefer einreihig, Schnauze und Wangen nackt, Körper mit grossen
Schuppen, Gatt. Latrunculus Gthr., Gobiopterus Blkr., Loptogobius
Blkr., Evorthodus Gill. Sicyopus Gill. 4. Triaenophorichthyini,
Bauchflossen nur an der Basis verwachsen, Zähne dreispitzig, Gatt.
Triaenophorichthys Gill, Triaenopogon Blkr. 5. Sicydiini, Bauch-
Üosse mit grgsser centraler Scheibe am Bauch angewachsen, Gatt.
während des Jahres 1874. 109
Tridentiger Gilh Sicydium Val., Sicyopterus Gill, Microsicydium
Blkr., Lentipes Gthr. G. Gohiini, Körper verlängert, Unterkiefer-
zähne in 2 oder mehreren Reihen, Banohflossen mir mit der Basis
an den Bauch angewachsen, a. Brachygobii, Corpore brevi ob-
longo, sqiiamis magnis, caninis nuUis, pinnis dorsali radiosa et anali*'
brevibus, Gatt. Lophogobius Gill, Brachygobius Blkr. b. Plati/gohn,
Corpore elongato, antice cylindraceo, capite valde depresso latiore
quam alto, dentibus utraque maxilla pluriseriatis, rictu magno, dor-
sali radiosa et anali brevibus, Gatt. Giilichthys Coop., Gobiopsis
Steind., Glossogobius Gill, Platygobius Blkr. c. Eiigobii, corpore
elongato, capite obtuso altiore quam lato ad paulo latiore quam
alto, cirris maxillae inferioris nullis, rictu mediocri vel parvo ; caudali
integra obtusa vel acuta, Gatt. Gobius Art., Acanthogobius Gill,
Hypogymnogobius Blkr., Eucyclogobius Gill, Lepidogobius Gill, Cal-
logobius Blkr., Stenogobius Blkr., Actinogobius Blkr., Hemigobius
Blkr., Cephalogobius Blkr., Awaous Val., Rhinogobius Gill, Cteno-
gobius Gill, Centrogobius Blkr., Acentrogobius Blkr., Porogobius
Blkr., Amblygobius Blkr., Cryptocentrus Ehr., Zonogobius Blkr.,
Lophiogobius Gthr., Odontogobius Blkr., Stigmatogobius Blkr., P]ucte-
nogobius Gill, Oxyurichthys Blkr. d. Chaeturichthyi, Corpore elon-
gato, antice cylindraceo, capito convexo, superne lateribusque squa-
mato, maxilla inferiore pluricirrata, caudali lanceolata capite lon-
giore, Gatt. Chaeturichthys Rieh,, Amblychaeturichthys Blkr., Para-
chaeturichthys Blkr. e. Gohmulli, Corpore valde elongato, capite
non depresso obtuso, convexo, squamato, genis alepidoto, maxilla
inferior cirris nullis, pinnis dorsali radiosa elongata, caudali lan-
ceolata, isthmus latus, Gatt. Synechogobius Gill, Gobionellus Gir.
7. Periopht haimini mit erectilen Augen, durch ein freies un-
teres Augenlied geschützt, und mit Dorsalen von gleicher Länge,
Gatt. Periophthalmus Bl. S., Euchoristopus Gill, Periophthalmodon
Blkr. 8. Äpocrypteini mit einreihigen Unterkieferzähnen, langer
zweiten Rückenflosse, a. Äpocryptei, Caudali lanceolata, oculis vix
vel non erectilibus palpebra libera nuUa, pinna dorsali spinosa non
alteriore quam longa, Gatt. Apocryptodon Blkr., Parapocryptes Blkr.,
Apocryptes Val., Pseudapocryptes Blkr. .b. Boleophthälmi, Caudali
lanceolata vel oblique rotundata, oculis erectilibus cute supraorbi-
tali mobili, cute infraorbitali palpebram latam liberam efficiente,
dorsalibus dista.ntibus, anteriore altiore quam longa, Gatt. Boleoph-
thalmus Val., Scartelaos Swns. — III. Amblyopodiformes mit ver-
einigten verticalen Flossen, einer langen Dorsale, Augen klein,
Schuppen cycloidisch oder fehlen. 1. Amhly opodini, Körper
langstreckig, ohne Schläfeiigrube, Gatt. Tyntlastes Gthr., Brachyam-
blyopus Blkr., Gobioides Lac, Odontamblyopus Blkr., Taenioides
Lac. 2, Trypauclienini, Körper stark comprimirt, mit tiefer
Schläfengrube, kleinen abfallenden Schuppen, Gatt. Trygauchen Val.,
110 Troscbel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Trypanchenichthys Blkr. — IV. Luciogobüformes langstreckig-, schup-
penlos, die kurze Rückenflosse weit hinten, Gatt. Luciogobius Gilb
Bleeker berichtigte weiter in Verslagen koninkl. Akad. VIII
p. 372 die Diagnose der Gattung Valenciennesia und vereinigte mit
*ihr die Gattung Eieotriodes, trennte aber Eleotriodes cyanostigma
als besondere Gattung Ämhlyeleotr is ab. Hier scheint ein Ver-
sehen vorgekommen zu sein, denn Verf. giebt als Typus Eleotris
periophthalmus an, während er auf Eleotris cyanostigma und ensifera
n. sp. die Gattung B r ach y eleotris gründet.
Gohius orca und seorpioides Collett. Annals nat, bist. XIII.
p. 446, von der Norwegischen Küste. — G. caffer von Port Eliza-
beth und natalensis von Port Natal, Günther, Annals nat. bist. XIV.
p. 453. — G. cobitiformis, capitonellus, älhosignatus, Goebelii, lynx,
Bogdanoiüi, cyrius, Weidemanni, eurycepJialus Kessler, die Fische
des Schwarzen und des Kaspischen Meeres L c.
Koelbel erklärt Gobius semilunarius Heckel und Gobius
rubromaculatus Kriesch für identisch mit Gobius marmoratus Pallas.
Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. in Wien 24. p. 569.
TriaenoplboricMhys taeniatus Günther, Annals nat. bist. XIII.
p. 156, von Cheefoo in China.
Doliichtliys n. gen. Sauvage, Pievue de Zoologie 1874. p. 336.
Vom Ansehen der Agonus ; Körper mit grossen Stachelhöckern be-
deckt; Kopf breit und flach; Zähne in mehreren Reihen in beiden
Kiefern, keine am Gaumen; Mund schief gespalten, der Unterkiefer
etwas länger; Augen oberhalb; Dorsalen getrennt, die vordere mit
wenigen Strahlen; Anale ebenso entwickelt wie die weiche Dorsale,
ziemlich weit von der Schwanzflosse entfernt; Ventralen ohne Sta-
cheln, zu einer am Bauch nicht angewachsenen Scheibe vereinigt,
mit sechs sehr getheilten Strahlen; Afterpapille vorspringend; Kie-
menspalte vertical, ziemlich weit; 4 Kiemenhautstrahlen; Isthmus
sehr breit; Pseudobrauchien. 2). stellatus aus dem Don.
DiSCOboli. P uinam machte Bemerkungen über die Gattungen Li-
paris, Cyclopterus und Verwandte. Er fand einen Unterschied zwischen
den Geschlechtern von Liparis Montagui, indem die ersten sechs
Strahlen der Dorsale beim Männchen verlängert und ganz fleischig
sind. Die Familien Liparididae und Cyclojoteridae findet er verwandt
mit den Cottidae, wogegen er die Gobiesocidae in die Nähe der Gobieu
und Blennien bringt. Die übrigen Bemerkungen beziehen sich auf
die geographische Verbreitung. Zwei neue Arten Liparis werden
vorläufig charakterisirt, und sollen in einem Catalogue of the Agassiz
Collection of fishes weiter beschrieben werden. Proc. Amer. Assoc.
for the Advancement of sc, Portland p. 335.
Blennioidei. Lepidoblennius n. gen. Sau vage, Revue de
Zoologie 1874. p. 337. Körper langstreckig, mit sehr kleinen Cy-
cloidschuppen bedeckt; keine Seitenlinie; Schnauze kurz, Mund
während des Jahres 1874. 111
schief gespalten, mit etwas längorem Unterkiefer; keine Mahlzähne,
keine Gaumenzähne, eine Reihe starker unbeweglicher Zähne, ein
Paar etwas stärkerer und hakiger Zähne vor den andern an der
Symphyse des Unterkiefers ; Kiemenspalte sehr schmal und vertical,
Isthmus breit, Pseudobrauchien, drei Kiemenhautstrahlen; einige
Schleimporen an der Wange; Ventralen jugular, nicht verwachsen
aus 5 weichen Strahlen; zwei Dorsalen mit biegsamen unverzweigten
Strahlen nehmen die ganze Rückenlänge ein und sind am Grunde
vereinigt; Anale ebenso entwickelt wie die zweite Dorsale; Caudale
gerade abgestutzt; keine Analpapille. L. caledonicus von Neu-
Caledonien.
Gunnellops n. gen. Bleeker, Verslagen koninkl. Akad. VIII.
p. 368, Corpus elongatum squamatum, linea lateralis conspicua unica,
dentes maxillis parvi, dentes vomerini et linguales, pinnae verticales
continuae, D. 100. A. 90. V. 1. Typ. Gunellus roseus Val.
Poey beschrieb einen neuen Fisch Grammicolepis bra-
chiKSCulus von der Havanna, und gründet auf ihn eine neue Familie.
Anales de la Sociedad espanola de historia natural. Tome II. 1873.
Mir nur aus der Anzeige in der Revue de Zoologie 1874. p. XXIII
bekannt. Daselbst ist nicht angegeben, wohin diese Familie gehört.
Der Fisch ist kurz, platt, mit runzeliger Haut, sehr grossem Auge
und kleinem Munde.
Anaeantliini.
Lycodidae. Lycodalepis n. gen. Bleeker, Verslagen koninkl.
Akad. VIII. p. 3G9, squamae nullae, maxillae non cirratae, linea la-
teralis inconspicua, pinnae ventrales rudimentariae, appendices py-
loricae 2, D. 90. V. 3. A. 70. Typ. Lycodes mucosus Rieh.
Paralycodes n. gen. Bleeker, ib. squamae rudimentariae,
Caput latius quam altum, maxillae non cirratae, dentes maxillis et
palatini uniseriati, pinnae ventrales bene conspicuae. D. 73. V. 2.
A. 65. Typ. Lycodes variegatus Gthr.
Macruridae. Macruroplus n. gen. Bleeker, Verslagen kon.
Akad. VIII. p. 369, rostrum breve, dentes scobinati, squamae non
carinatae, pectinato-striatae, pinna dorsalis anterior radio V valido
spinoso-serrato. D. 1, 9-100. V. 8. A. 80 ad 90. B. 7. Typ. Ma-
crurus serratus Lowe.
Paramacrurus n. gen. Bleeker, ib. p, 370, caput laminulis
spinulosis scabrum, rostrum breve trianguläre, os inferum, dentes
maxillis pluriseriati villiformes, squamae singulae carinis 12 vel 13,
pinnae dorsalis anterior radio longissimo edentulo, posterior vix
post initium analis incipiens, pinnae ventrales sub pectoralibus in-
sertae. D. 2, 11—88. V. 7. B. 7. Typ. Lepidoleprus auatralis Rieh.
112 Troscliel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Oxymacrurus n. gen. Bleeker, ib. p. 370, caput cristis os-
seis scabrum, rostrum acutum, rictus inferus horizontalis, dentes
maxillis pluriseriati parvi, squamae singulae carinis pluribus spiuu-
losis vel spiniferis, pinnae dorsalis prima radio longiore edentulo,
secunda paulo post initium analis incipiens, pinnae ventrales sub
pectoralibus insertae. D. 2, 9—80. V. 7. A. 77. B. 6. Typ. Ma-
crourus japonicus Schi.
Pleuronectae. Reichert ging genauer auf die osteologischen
Verhältnisse bei dem asymmetrischen Bau des Kopfes der Pleuro-
necten ein. Der asymmetrische Zustand des Kopfes betrifft vor-
zugsweise die Orbitalregion des Obergesichts. Da das Obergesicht
mit den späteren Augengruben bei der ersten Anlage der Augen
noch nicht vorhanden ist, so ist es ganz natürlich, dass die Augen
bei Plattfischen zuerst in normal-symmetrischer Stellung auftreten,
und dass erst bei späterer Ausbildung des Obergesichts mit den
verschobenen Augengruben auch die Verschiebung der Augen sich
beraerklich macht. Verf. macht schliesslich noch auf die sogenannte
»knöcherne Schutzwehr« aufmerksam, die in seitlichen Erweiterungen
der Schädeldecke und Stirnplatte besteht, und die bei den Platt-
fischen im Wesentlichen so symmetrisch normal gebaut sind, wie
bei den übrigen Teleostiern. Reichert und Du Bois-Reymond Archiv
für Anatomie 1874. p. 196. Taf. V und VI.
Oncopterus n. gen. Steindachner, Wiener Sitzungsber. Oct.
1874. Augen rechts, Mundspalte links länger und stärker bezahnt
als rechts ; beide Kiefer mit einer schmalen Binde kleiner Hechel-
zähne, ohne Hundszähne; Vomer und Gaumen zahnlos; eine halb-
mondförmige tiefe Spalte auf der augenlosen Kopfseite in der Höhe
des oberen Auges ; in dieser Spalte liegt der steife, sichelförmig ge-
bogene erste Dorsalstrahl verborgen; alle übrigen Dorsal- und
Analstrahlen gegliedert und zunächst der Spitze getheilt; Schuppen
ziemlich klein, cycloid; Seitenlinie mit einer starken Bogenkrümmung
über der Pectorale und mit mehreren Querästen. 0. Darwinü von
der Ostküste Patagoniens.
Solea melanochira Moreau, Revue de zool. p. 115. pl. 15.
fig. a, b, c.
Physostomi.
Siluroidei. Lütken beschrieb einige neue oder unvollständig
bekannte Welsarten aus verschiedenen Erdgegenden. Videnskabelige
Meddelelser naturh. Forening i Kjöbenhavn 1874. p. 190, Die neuen
Arten sind: Ageneiosis imrdalis von Venezuela, Pseuäoariodes pan-
therinus von Venezuela, Pimelodus Valenciennis und labrosus aus
dem La Plata, Galeichthys peruvianus aus Peru, Arius argenteus aus
während des Jahres 1874. 113
China. — Von Arius jatius Buchan. werden die Gaumenzähne be-
schrieben ; Hemibagrus macropterus ßl, scheint die Jugendform von
Macrones elongatus zu sein ; und Macrones menoda Buchan. ist
wahrscheinlich identisch mit Bagrus trachacanthus Val.
Macrones ColvilUi Günther, Annais nat. bist. XIV. p. 3G.
pl. VIII, aus dem Tigris.
Chimarrichtliys n. gen. Sauvage, Revue et mag. de Zoo-
logie 1874. p. 332. Fettflosse kurz, aber viel länger als die Anale;
Dorsale kurz mit einem schwachen Dorn und 6 Strahlen; ein
Bartfaden zwischen den Naslöchern; Oberlippe am freien Endo
verbreitert und in einen kurzen Bartfaden endigend; vier sehr
kleine Bartfäden am Unterkiefer; Mund unterhalb, Oberkiefer
länger als der Unterkiefer; keine Zähne am Gaumen, Kiefer mit
kleinen Zähnen; Kopf flach, nicht gepanzert; Augen sehr klein,
oberhalb; Kiemenspalte ziemlich gross, oberhalb, durch eine lange
Klappe bedeckt, ein grosser Saugnapf vor den Ventralen; Körper
unterhalb flach, um sich anzuheften; Pectoralen aus zwei Theilen,
der untere und horizontale ist stark gestreift, der andere verticale
besteht aus 14 Strahlen, an der Vereinigung beider Partien ist ein
schwacher Dorn in der Membran verborgen; Ventralen auch aus
zwei Theilen, der untere kann als Saugnapf dienen, der obere hat
6 Strahlen, Schwanzflosse nicht gabiig. Verwandt mit Glyptosternum
und Glyptothorax Gthr. C'/t. Davidi aus dem östlichen Thibet.
Boll fand die electrischen Platten von Malapterurus electricus
var. Benineusis in sofern verschieden von denen der Torpedo (s.
unten), dass zu der electrischen Platte sich nur eine einzige völlig
unverästelte gewöhnliche Nervenprimitivfaser begiebt, während bei
Torpedo eine Anzahl Nervenfasern sich in ein dichtes Netz auflösen ;
dass bei Malapterurus die eigenthümliche Structur, welche bei Tor-
pedo nur auf einer Seite sich zeigt, an beiden Seiten vorhanden
ist. Archiv für mikrosk. Anatomie X. p. 242.
Oreias n. gen. Sauvage, Revue de zool. 1874. p. 834. Keine
Fettflosse, Dorsale fast den Ventralen gegenüber, ohne Dorn, sehr
kurz; Naslöcher an einander, das vordere mit einer Klappe; Kopf
platt, nicht gepanzert; Körper nackt, cylindrisch; 4 Bartfäden in
der Mitte des Oberkiefers, einer jederseits am Mundwinkel; keine
an den Naslöchern; Mund unterhalb, dreieckig, ohne Zähne; Kie-
menspalte klein, perpendiculär, Isthmus breit; Pectoralen und Anale
ohne Dornen, Anale sehr kurz, hinten. 0. Bahryl aus dem öst-
lichen Thibet.
Cyprinoidei. Auf Suffield's Frage nach dem Alter der
Karpfen, Nature, June 1874. p. 147, erfolgte ib. July p. 165 die
Antwort, dass deutsche Soldaten in Fontainebleau Karpfen gefangen
hätten, die nach Bezeichnungen auf Silberplättchen über 300 Jahre
alt waren.
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. H
114 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Feddersen lieferte einen Aufsatz über Karpfenteiche. Nor-
disk Tidsskrift for Fiskeri II. p. 79.
Barbus Beinii, Früselin und nasiis Günther, Annais nat. bist.
XIII. p. 231. pl. 13 und 14, von Marocco. — B. Sharpeyi Günther,
Annais nat. bist. XIV. p. 38. pl. 9, aus dem Tigris.
Sinibarhus n. gen. Sauvage, Revue de Zoologie 1874. p. 335.
Seitenlinie vollständig bis zur Mitte der Caudale, Schuppen ziemlich
gross ; Dorsale gegenüber den Ventralen, mit erweitertem Knochen-
strahl und wenigen weichen Strahlen, Anale kurz; Schnauze rund,
Mund quer, zwei Bartfäden ; Schlundzähne in einer einzigen Reihe,
fünf, hakig übergebogen. S. vittatiis aus China.
Ceratichthys ventricosus Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XIV.
p. 136, aus Arizona.
Bhinichthys HensTiavii Cope, Proc Amer. Phil. Soc. XIV. p. 133,
vom Utah-See.
Squalius baicalensis Dybowski, Verhandl. zool.-bot. Ges. in
Wien 24. p. 888, aus allen Flüssen des Baical-Wassersystems, im
Baical-See sehr selten.
Clinostomus taenia Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XIV. p. 133,
vom Utah-See. — Cl. phlegetontis Cope, ib. p. 137, aus Utah, Beaver
River.
Hyboscis timpanogensis Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XIV.
p. 134, aus dem Utah-See.
Myloleucus parovanus Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XIV. p. 136,
aus Utah.
Haplochüus floripinnis Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XIV.
p. 138, aus dem Platte River, Colorado.
Heteroleuciscus Sauvage, Revue de Zoologie 1874. p. 339.
Körper mit grossen Schuppen; Seitenlinie bis zur Mitte der Caudale;
Dorsale kurz, ohne harten Strahl, den Bauchflossen gegenüber ; Anale
sehr kurz mit 5 verzweigten Strahlen ; Unterkiefer nicht schneidend ;
ein Bartfaden am Mundwinkel; Schlundzähne in zwei Reihen, 5 und
3, hakig gekrümmt; Mund vorn; Zwischenkiefer nicht protractil;
Isthmus schmal, die Anheftung der Kiemenhaut an den Isthmus
etwas hinter dem Auge. H. JulUeni aus Cochinchina.
Eine neue Gruppe der Cyprinoiden, Plagopterinae, wurde
von Cope, Proc. Amer, Phil. Soc. XIV. p. 129, unterschieden. Sie
zeichnet sich durch den Besitz zweier starken Knochenstrahlen der
Rückenflosse aus, deren hinterer in eine Grube an der Hinterfläche
des vorderen eingelassen ist, ohne mit ihm verwachsen zu sein, und
bildet so einen zusammengesetzten Dorn, Die Strahlen der Bauch-
flosse, mit Ausnahme des ersten und zweiten, sind ähnlich modi-
ficirt ; der grössere Theil ihrer Länge besteht aus einem knöchernen
dolchförmigen Dorn mit gefurchtem Hinterrande, der die Ränder
des folgenden Strahls umfasst, wenn die Flosse wie ein Fächer ge-
während des Jahres 1874. 115
schlössen ist; der gegliederte Theil des Strahls ragt entweder aus
der Grube unter der freien Spitze des Dorns hervor, oder erscheint
als ein Fortsatz der Spitze selbst. Dahin gehört Meda fulgida
Girard und folgende zwei neue Gattungen:
Plagopterus, Schlundzähue 2.5 — 4.2, hakig, ohne Kaufläche;
ein Bartfaden am Oberkiefer; keine Schuppen, Seitenlinie wohl ent-
wickelt; Bauchflossen vor der Dorsale beginnend, längs dem inneren
Strahl angeheftet; obere Lippenfalte rund um das Schnauzende fort-
gesetzt. PI. argentissimus von West-Colorado.
Lepidotneda. Die Dorsale beginnt hinter der Bauchflosse,
welche mit dem inneren Strahl angewachsen ist; Körper beschuppt,
Seitenlinie vorhanden, Schlundzähne 4—4 in der inneren Reihe,
keine Bartfäden. L. vittata und Jarrovii aus dem Colorado Chi-
quito River, Arizona.
Aus dem Werke von Lunel »Histoire naturelle des poissons
du bassin du Leman« ist im Journal de Zoologie III. p. 372 der
Abschnitt über die Fortpflanzung und Lebensweise der Schleihe
entnommen. Sie hält sich einen grossen Theil des Jahres verborgen
zwischen Wasserpflanzen oder eingewühlt in den Schlamm, selbst
an Orten, wo das Wasser zeitweise ganz austrocknet.
Gastro my 2 071 n. gen. Günther, Annais nat. hist. XIV. p. 454,
unterschieden von Homaloptera durch die zahlreichen (21) Strahlen
der Bauchflossen, die zu einer Saugscheibe verwachsen sind. G.
horneensis aus Gebirgsbächen im Innern von Borneo.
Catostomus alticolus Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XIV. p. 138.
aus dem Twin-See, Colorado.
Minomus platyrhynclms und Jarrovii Cope, Proc. Amer. Phil.
Soc. XIV. p. 134, aus dem Utah-See.
De Rougemont beobachtete den Cobitis fossilis und theilte
seine Eigenthümlichkeiten, namentlich die Athmnng vermittels des
Darmkanals mit. Bulletin de la Soc. de Neuchalel X. p. 81.
C e d e r s t r ö m stellte Untersuchungen an über das Vorkommen
von Cobitis taenia in Skandinavien, und fand Geschlechtsunterschiede
bei dieser Fischart. Die Männchen sind etwas kleiner, schlanker,
mehr zusammengedrückt als die Weibchen, ihre Brustflossen ein
wenig länger, die vorderen Suborbitalknochen mit drei oder sogar
vier einfachen oder gabiigen Zacken versehen. Verf meint, diese
dienen theils zum Schutz der Augen im Schlamm, theils als Mittel
sowohl die zur Nahrung dienenden Gegenstände hervorzukratzen,
als auch hinderliche Stoffe wegzuräumen. Die Schlundknocheu fand
Verf. aus einem biegsamen Bindegewebe bestehend, und nicht aus
Knochensubstanz, ihre Zahl von 8—12 variirend. Dieser Aufsatz
ist von einer Tafel mit Abbildungen begleitet. Ofversigt kongl.
Vetensk. Akad. Förhandlingar p. 47.
Joh. V. Fischer spricht von einer goldgelben Schmerle mit
116 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
blutrothen Augen, die bei Gotha im Leinakanal gefangen wurde.
Zool. Garten p. 491.
Colitis Toni Dybowski, Verhandl. zool.-bot. Ges. in Wien 24.
p. 392, aus den Flüssen Irkut, Sieleufj^a, Angara und dem See
Kossogal.
Gyprinodontes. Weyenbergh unterschied eine neue Art
Xiphophorus Heckelii aus dem Fluss Primero, und wandte dann
vornämlich seine Aufmerksamkeit auf die Fortpflanzung dieser klei-
nen lebendig gebärenden Fische. Der Uterus ist einfach, aus dem
rechten und linken verwachsen; er enthält etwa 30 Junge, die bei
der Geburt 1,5 Cm. lang und 2,5 Mm. breit sind. Von der Be-
fruchtung bis zum Freiwerden im Uterus braucht der Embryo gegen
20 Tage, und wächst dann schnell, die ganze Schwangerschaft dauert
6 bis 7 Wochen. Die Begattung hat Verf. nicht beobachtet, aber
er fand fünfmal soviel Weibchen als Männchen. Letztere sind fast
Va kleiner als die Weibchen, schlanker und dunkler von Farbe.
Auch die Hoden sind zu einem unpaarigen Organ verschmolzen, das
äussere Geschlechtsorgan ist eine allmählich verengte Röhre von
8 Mm. Länge, die sich an den ersten Strahl der Afterflosse anlehnt.
Verslagen en Mededeelingen konin kl. Akad. VIII. p. 291 mit 2 Tafeln.
Fundulus Bermudae Günther, Annais nat. hist. XIV. p. 370,
von den Bermudas.
Mollienesia Jonesii Günther, ib. p. 371, aus dem See Alco-
huaca in Mexico, 8000 Fuss ü. M.
Characini. Lütken beschrieb folgende neue Characinen aus
der brasilianischen Provinz Minas Geraes in Overs. Vidensk. Selsk.
Forh, 1874. No. 3 : Curiniatus albula Ltk., Prochilodus afßnis Rein-
hardt, Leporellus n. gen. (verschieden von Leporinus durch die
genäherten Naslöcher, die weiten Kiemenspalten, die freie Kiemen-
haut, die kaum unten angewachsen ist, und die zum Theil schuppigen
Lappen der Schwanzflosse) pictus Kner, Leporinus Beinhardti Ltk.,
L. taeniatus Reinh., L. Marcgravii Reinh., Tetragonopterus Cuvieri
Ltk., lacustris Reinh., rivularis Ltk., gracilis Reinh., nanus Reinh.,
Chirodon Girsirö. ei Odontostilbe Cope char. emendatus: Pinna dor-
salis brevis in medio corpore, post pinnas ventrales sita; analis
mediocris; corpus ovale; squamis mediocris magnitudinis tectum;
linea lateralis continua vel interrupta; venter rotundatus; os an-
gustum; dentes intermaxillares et mandibulares serie singula, sub-
tiliter crenulati, dentes maxillares nonnulli (2 — 3) vel nulli; nares
approximati; fissurae branchiales confluentes, Ch. piabahütk., Bry-
con Beinhardti Ltk,, Lundii Reinh., XiphorJiamphus lacustris Reinh.,
Serrasälmo Brandtii Reinh., Myletes (Tometes) micans Reinh.
Lütken giebt ferner, Videnskabelige Meddelelser naturh.
Forening i Kjöbenhavn 1874. p. 220, neue Beschreibungen von Co-
rynopoma Searlesii Gill, Curimatus argentens Gill, Tetragonopterus
während des Jahres 1874. 117
Brevortii Gill und taeniurus Gill, alle von Trinidad. Tetragono-
pterus trinitatis Ltk. gehört zum Subgenus Hemibrycon, Tetrago-
nopterus pulcher Gill ist ein Odontostilbe Cope, oder vielmehr ein
Chirodon Gir., welche beide Gattungen nicht getrennt werden
können. Chirodon alburnus Gthr. möchte vielleicht wegen der ab-
weichenden Form der Zähne zu Aphyocharax gebracht werden
müssen. Die Dornen an den Ventralen und Analen gewisser Exem-
plare von Tetragonopterus-Arten (Männchen?) kommen nicht bei
allen Arten der Gattung vor. Die jungen Exemplare von Caryno-
poma Riisei G. haben keine Verlängerung des Deckels; dieser Cha-
rakter scheint vom Alter abzuhängen. — Als neu werden beschrie-
ben: Tetragonopterus Örstedi aus Centralamerika, Pygocentrus no-
tatus und Procliüodiis asper von Venezuela.
Steindachner beschreibt in seiner Bearbeitung der Chara-
cinen des südöstlichen Brasilien Macrodon trahira Bl. S., Erythrinus
unitaeniatus Spix, Curimatus Gilbert! Q. G., G. elegans n. sp., Pro-
chilodus vimboides Kner, Pr. Hartii n. sp., und hrevis n. sp. Die
beiden letzteren sind abgebildet. Wiener Sitzungsber. 1874. Dec.
Salmones. Noll berichtete über die Salmfischerei bei St.
Goar, die im Jahr 1873 sehr günstig ausfiel. Es wurden 1162 Sal-
men gefangen, die zusammen 16612 Pfund wogen. Dieser günstige
Ausfall wird der Beschränkung der Ausbeute in Holland zugeschrie-
ben. Zool. Garten p. 447.
Barfurth schrieb eine Dissertation, Bonn 1874, über Nah-
rung und Lebensweise der Salme, Forellen und Maifische. Wir
können auf die Arbeit selbst um so mehr verweisen, als sie in
unserem Archiv 1875. p. 122 vollständig abgedruckt ist. Als wich-
tigstes Resultat seiner Untersuchungen mag hier nur angedeutet
werden, dass die Frage über die specifische Differenz von Salmo
salar und Salmo hamatus dahin entschieden wird, dass letztere die
geschlechtlich entwickelte Form sei, bei den Fischern unter 'dem
Namen Laichsalm bekannt, wogegen die erstere, der sogenannte
Wintersalm, nicht zum Laichen in demselben Jahr reif sei. Im
süssen Wasser fressen die aus dem Meere kommenden Salme nichts,
auch die Wintersalme nicht, ebensowenig -die Maifische. Auch bei
den Forellen bilden Fische nur einen untergeordneten Theil der
Nahrung.
Allport berichtet als einen Beweis des Gelingens der Accli-
matisation der Salmen in Tasmania, dass am 4. Dec. 1873 ein Grilse
von 19 Zoll und 2 Pfund 14 Unzen schwer aus dem Meere in den
Fluss Derwent kam. Proc. zool. soc. p. 206.
Kitchen Parker schrieb über den Bau und die Entwicke-
lung des Schädels des Lachses. Trausact. philos. R. Soc. of London
1874, vergl. auch Journal de Zoologie III. p. 341.
Coregonus iaicalensis Dybowski, Verh. zool.-bot. Ges. in Wien
118 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
24. p. 389, aus dem Baical-See. — G. generosus Peters, Berliner
Monatsber. p. 790, aus dem Puls -See in der Mark Brandenburg.
Thymallus Gruhii Var. haicalensis Dybowski, Verhandl. zool.-
bot. Ges. in Wien 24. p. 391, aus dem Baical-See. — Jli. inicrolepis
Steindachner, Wiener Sitzungsber. Oct. 1874.
Esoces. Esox Beicliertii Var. haicalensis Dybowski, Verhandl.
zool.-bot. Ges. in Wien 24. p 392, aus Teichen und Seen des Baical-
Wassersystems, im Baicalsee selten.
Mormyri. ßleeker gründete in der Familie der Mormyri
drei neue Gattungen, Verslagen koninkl. Akad. VIII. p. 367.
Campylomormyrus, rostrum acutissimum in tubum gracilem
deorsum curvatum productum; maxilla inferior cirro brevi; dentes
maxillis parvi parci conici non emarginati ; pinna dorsalis anali
paulo brevior; squmae 80 circ. in serie longitudinali. D. 28. V. 6.
A. 31. Typ. Mormyrus tamandus Gthr.
Oxymormyrus, rostrum acutissimum in tubum gracilem
rectiusculum productum ; maxilla inferior cirro nullo ; pinna dorsalis
anali duplo brevior, corpus elongatum. D. 17. A. 38. Typ. Mor-
myrus zanclirostris Gthr.
Solenomormyrus, rostrum acutissimum tubiforme produc-
tum, maxillae sidiaequales, pinna analis parti dorsalis posticae oppo-
sita et dorsali pluritoties brevior. Typ. Centriscus niloticus Bl.
Sehn. (Genus dubium.)
Glupeacei. EngrauUs choerostotmis Brown Goode, Amer. Jouru.
of sc. and arts VIII. p. 125, Aunals nat. bist. XIV. p. 380; von den
Bermuda-Inseln. — E. cliefuensis Günther, Annais nat. hist. XIII.
p. 158, von Cheefoo in China. — E. olidus Günther, ib. XIV. p* 455,
aus dem Parana.
Fellona Fürthii und panamensls Steindachner, Wiener Sitzungs-
ber. Oct. 1874, von Panama.
Heteropygii. Die Arbeit von Putnam über die blinden P'ische
der Mammuthhöhle (vergl. Ber. ü. d. J. 1871. p. 119) ist im Aus-
zuge in Gervais Journal de zoulogie III, p. 539 abgedruckt.
Muraenoidei. Grube machte in der Sitzung der Schlesischen
Gesellschaft vom 13, Mai Mittheilungen über Lebensweise und Fort-
pflanzung des Aales (Anguilla fluviatilis), indem er über die An-
gaben von Crivelli und Maggi berichtet. Dass der Aal in die Erbsen-
felder gehe, wird bezweifelt.
Greve spricht sich gegen die Behauj^tung Eberhard's in der
Gartenlaube, dass der Aal lebendig gebärend sei, aus, . und erklärt
die Jungen für die Brut von Zoarces viviparus. Zool. Garten
p. 354. (Herr Eberhard hat selbst brieflich diesen Irrthum zuge-
standen. Ref.)
Syrski hat in der Frage über die Reproductions-Organe der
Aale einen neuen Fortschritt gemacht, indem er die Entdeckung
während des Jahres 1874. 119
machte, dass sie doch getrennteu Geschlechtes sind. Die männlichen
Aale sind kleiner als die weiblichen, und Verf. fand bei 86 Aalen,
von 218 bis 430 Mm. männliche, bei 90 von 275—1050 Mm. weib-
liche Geschlechtsorgane. Es scheint also, als ob man bisher die
männlichen Geschlechtsorgane deshalb noch nicht gefunden hatte,
weil man glaubte die grössteu Exemplare, als die geschlechtsreifsten,
zur Untersuchung wählen zu müssen. Die Hoden liegen an der-
selben Stelle, wie die Eierstöcke. Das was Crivelli und Maggi für
Hoden ansahen und damit die Aale für Zwitter ausgaben, erklärt
Verf. für reine Fettbildungen. Wiener Sitzungsber. 69. p. 315 mit
2 Tafeln.
Plectognathi.
Sclerodermi. Monacantlms septentrionalis Günther, Annais
nat. hist. XIII. p. 158, von Cheefoo in China.
Lophobrancliii.
Syngnathoidei- Syngnatlms Jonesii Günther, Anuals nat. hist.
XIV. p. 455, von den Bermudas. — S. JulUeni Sauvages, Revue de
Zoologie 1874. p. 338, aus Cochinchina.
Dufosse, der die Hippocampus lebend beobachtet hat, giebt
von ihnen an, dass sie ihre langsamen Schwimmbewegungen nur
mittels der Flossen und mittels des Wasserstroms aus den Kiemen-
spalten ausführen, dass wenn man aus ihrer grossen Schwimmblase
nur ein kleines Luftbläschen entfernt, sie auf den Boden fallen, und
dass der Schwanz ein wahres Greiforgan ist, dessen Unterseite weich
und sehr empfindlich gegen äussere Reize ist. Sie brauchen auch
den Schwanz als Reinigungsorgan, mit dem sie selbst eine in den
Körper gesteckte Nadel herausziehen konnten, und als Organ, mit
welchem die verschiedenen Geschlechter zum Zweck der Copulation
sich festhalten. Robin, Journal de l'anatomie X. p. 368.
Ran vi er hat die Muskeln der Rückenflosse von Hippocampus
untersucht, aufmerksam gemacht durch die eigenthümliche Bewegung
dieses Fisches, die nicht durch ruckweise Bewegung der Rücken-
flosse erfolgt, sondern durch eine Reihe von Schwingungen. Brown-
Sequard, Charcot, Vulpian Archives de physiologie 1874. p. 16.
Fanzago beobachtete in der zoologischen Station in Neapel,
als Bestätigung von Canestrini's Vermuthung, vergl. Bericht von
1871. p. 122, die Art wie die weiblichen Hippocampi die Eier in
die Tasche der Männchen übertragen. Beide Individuen halten sich
mit dem Greifschwanz fest, was sie freilich auch an anderen Gegen-
120 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
ständen im Grunde des Meeres thun. Das Männchen verhält sich
passiv, und erwartet träge, dass das Weibchen das Geschäft aus-
führe. Dieses legt in Zwischenräumen seine Geschlechtsöffnung an
die Oeffnung der Tasche des Männchens, und zwar ist die Berüh-
rung von kurzer Dauer. Es scheint, als ob jedesmal nur ein oder
wenige Eier übertragen werden. Verf. sah diese Paarung sich in
kurzer Zeit fünfmal wiederholen, und weiss nicht wie viele andere
schon vorhergegangen sind, auch nicht, ob das Weibchen nur das
eine Männchen erwählt, oder ob sie mehr als eines beladen habe.
Atti della Societa Veneto-Trentina di scienze naturale in Padova
111. p. 163.
(janoidei.
Äcipenserini. SterUdus ruthenus Var. sihiricus Dybowski, Ver-
handl. zool.-bot. Ges. in Wien 24. p. 394, aus dem Angara-Flusse.
Selachii.
Schenk verglich den Dotterstrang der Plagiostomen mit dem
der Säugethiere. Wiener Sitzungsber. 69. p. 301 mit einer Tafel.
Er fand in ihm sämmtliche Schichten des Embryonal-Leibes, ähnlich
wie im Nabelstrange der Säugethiere, nur dass sie keine Allantois
besitzen, daher man auch nicht jenen anatomischen Bestandtheilen
im Dotterstrang begegnet, welche mit Ausbildung der Allantois an-
gelegt werden. Auch sind im Dotterstrange der Plagiostomen nur
zwei Blutgefässe.
Der Berichterstatter legte in der Nieder rheinischen Ges. zu
Bonn, Berichte p. 85, einige Eier von Selachiern vor, die sehr
abweichende Gestalt hatten, deren Abstammung er jedoch nicht
bestimmen konnte.
Squali. Steenstrup wies nach, dass die räthselhaften Or-
gane von Selachus maximus, die aus langen Nadeln oder hornigen
Strahlen gebildet sind, einem sehr verlängerten Kamm gleichen,
und die Hannover für äusserlich auf der Haut sitzend angesehen
hatte, im Innern des Mundes liegen längs den enormen Kiemen-
spalten, wie kleine Wallfischbarten, und die wie ein Sieb functio-
niren, um die Nahrung zu sieben. Sie seien gleichsam sehr lange
und dünne Zähne. Overs. K. D. Vidensk. Selsk. Forhandl. 1873.
p. 47.
Parascylliuvi nuchale M'Coy, Annais nat. hist. XIII. p. 15.
pl. II, von Melbourne.
wähi-eiiJ des Jahres 1874. 121
Nies voröffentlichte eine Photographie unter der Bezeichnung
»die Bezahnung von Cestracion Philippi Cuv. als paläontologisches
Demonstratiousmittel, Würzburg 1874 «. Er zeigt darin, dass die
Bezahnung von Cestracion neben einander Zähne wie Acrodus. De-
ratodus und Psammodus hat, und warnt, auf einzelne Zähne Species
aufzustellen.
Turner machte weitere Bemerkungen über die Anatomie
von Laemargus borealis (vergl. vorj. Ber. p. 198). Er konnte durch
Untersuchung eines jungen männlichen Exemplares seine Beschrei-
bung vervollständigen. Humphry and Turner, Journal of Anatomy
and physiology VIII. p. 285.
Rajae. Boll hatte in Florenz Gelegenheit, die sehr seltene
Schrift von Stefano Lorenzini »Osservationi iutorno alla Torpedini,
1678, einzusehen, und gab daraus einen kurzen Auszug unter der
Ueberschrift »Ein historischer Beitrag zur Kenntniss von Torpedo.
Reichert und Dubois-Reymond, Archiv für Anatomie 1874. p. 152.
Steiner beobachtete in Neapel Zitterrochen und stellte an
ihnen Versuche an, um die Angaben Boll's über die Immunität der-
selben gegen ihren eigenen Schlag zu prüfen. Das Resultat seiner
Versuche war, dass sie sowohl in der Luft wie im Wssser auf ihren
eigenen Schlag zuckten. Ib. p. 684.
Boll, Archiv für mikrosk. Anat. X. p. 101. Taf. VIII, untere
suchte die feinere Structur der electrischen Platten von Torpedo,
wobei es ihm gelungen ist, den Uebergang der Nerven in ein Ter-
minalnetz nachzuweisen, welches die untere Fläche der electrischen
Platten bildet, die obere Platte ist die glashelle Membran, in der
die doppelt contourirten Kerne liegen.
Auch Ciaccio hat die feinere Structur des electrischen Organs
von Torpedo untersucht. Rendi conto delP Accad. di Bologna 1874.
p. 105 ; vergl. auch Gervais Journal de zoologie III. p. 482. Nach
Ciaccio bestehen die electrischen Platten aus zwei leicht trenn-
baren Lamellen. Die obere nennt er Gefässlamelle, weil sich in
ihr die capillären Blutgefässe verbreiten; die untere besteht aus
sehr feinen Fasern, deren Grundsubstanz homogen und granulirt
erscheint. Diese Granulationen nimmt er für das, was Boll Punc-
tirung genannt hat, und er nennt die Lamelle die Nervenlamelle,
weil sich in ihr die Nervenfasern des Bindegewebes verästeln und
endigen, welches die kleinen prismatischen Säulen des electrischen
Organs verbindet, und in die Platten, die diese Säule bilden,
übergehen.
Schenk untersuchte den histologischen Bau der Eier von
Raja quadrimaculata Bonap. Wiener Sitzungsber. 68. p. 363.
Baja porosa Günther, Annais nat. bist. XIII. p. 154, von
Cheefoo in China.
122 Troschel: Bericht üb. d. Lcistimgen iu d. Ichthyologie etc.
Leptocardii.
Kossmann zeigte, dass die Chorda dorsalis des Amphioxus
lanceolatus nicht die eigentliche Chorda dorsalis sei, er fand da-
gegen die echte Chorda auf. Er schliesst daraus, dass das eigen-
thümliche Verhalten der inneren Chordascheide die Leptocardier
weit mehr von den Cyclostomen, als bisher zugegeben wurde, ent-
ferne; sie sei jedenfalls das Resultat einer Entwickelung, deren
Richtung von der der übrigen Wirbelthiere abseits führe. — Verf.
kommt dadurch zu einer abweichenden Meinung von der Kova-
lewsky's. Die Entwickelung der Chorda bei den Ascidien nach Ko-
valewsky's Darstellung Hesse sich mit den entsprechenden Vor-
gängen bei den Wirbelthieren in keiner Weise in Einklang brin-
gen ; und wenn seine Behauptungen wirklich richtig wären, so
hätte er nicht bewiesen, dass die Entwickelung der Ascidien mit
der gewisser Wirbelthiere übereinstimme, sondern höchstens, dass
Amphioxus eine Ascidie und nicht ein Wirbelthier sei. Verband!,
der phys. med. Gesellsch. in Würzburg VI. p. 82.
Wilder hat an sehr vielen Exemplaren die seitliche Lage
des Afters bei Amphioxus ermittelt. Proc. Amer. Association for
the advancement of science, Portland p. 275. Der wirkliche After
ist eine schiefe längliche Oeffnung an der rechten Seite der Kloake
und beträchtlich rechts von der Mittellinie; aber der Basaltheil der
Flosse liegt unter dieser Oefi'nung und erstreckt sich nach unten
und durch die Mittellinie, so dass, wenngleich der After links von
der Flosse liegt, doch nicht nur der wirkliche After von beiden
Seiten unsichtbar ist, sondern die faeces, um ganz den Körper zu
verlassen vom wirklichen After nach links sich wenden müssen und
an einem Punkt austreten, der wirklich links von der Mittellinie liegt.
— Verf. spricht dann auch von der Lage des Afters bei Protopterus
und Lepidosiren, bei Ceratodus, bei Myxine, Bdellostoma, Petromyzon
und bei der Larve von Rana pipiens.
Bericht über die Leistungen in der Natur-
gesehielite der Mollusken während des
Jahres 1874.
Von
Troschel.
Von Pfeiffer's Novitates conchologicae, Abbildung
und Beschreibung neuer Conchylien, 1. Abtheilung: Land-
Conchylien erschien im Jahr 1874 eine Doppellieferung,
44 und 45. Sie bringt Beschreibungen von Helix planor-
bella Lam., retrodens Mouss., inutilis Mouss., Bethencour-
tiana Shuttl., temperata Mouss., Paeteliana Shuttl., psathyra
Lowe, saponacea Lowe, Fritschi Mouss., invernicata Mouss.,
consobrina Fer., Gaudryi Orb. Mouss., Gaudryi Orb. Ffr.,
distensa Mouss., Adonis Mouss., efferata Mouss. ; Buliminus
encaustus Shuttl., ocellatus Mouss., propinquus Shuttl., ta-
bidus Shuttl., nanodes Shuttl., consecoanus Fritsch, servus
Mouss., Maffioteanus Mouss.; Pupa debilis Mouss., taeniata
Shuttl, castanea Shuttl., pythiella Mouss.; Cionella valida,
Reissi, lanzarotensis, Fritschi und attenuata Mouss. ; An-
cylus rupicola Shuttl. Die fünf Tafeln enthalten Abbil-
dungen, zu denen noch der Text fehlt.
Von der Küster'schen Ausgabe des Systematischen
Conchylien-Cabinets von Martini und Chemnitz erschie-
nen während des Jahres 1874 die 223. bis 232. Lieferung.
Der Text bezieht sich auf die Genera Anodonta, Turbi-
nella, Conus, die Cycladeen, die Melaniaceen, Ficula, Bul-
124 Tro.schcl: Bericht üb. d. Leistungen in d, Naturgeschichte
bus, Tudicla, Pyrula, auf die wir unten zurückkommen
werden.
Der 14. Band von Reeve's Conchologia iconica, wel-
cher 1874 erschien, obgleich die meisten Monographien
bereits früher begonnen waren, enthält folgende Gattungen :
Helicina mit 310 Arten, Panopaea 11 A., Scalaria 125 A.,
Cumingia 13 A., Glycimeris 1 A., Cyprina 1 A., Anati-
nella 4 A., Plicatula 14 A., Emarginula 70 A., Gnathodon
6 A., Cemoria 8 A., Rimula 5 A., Cardilia 3 A., Cranopsis
2 A., Zeidora 2 A., Typhis 15 A., Pleurotomaria 2 A.,
Galeomma 9 A., Scintella 54 A., Stomatella 34 A., Sto-
matia 12 A., Gena 16 A., Solen 34 A., Adeorbis 21 A.,
Teinostoma 8 A., Broderipia 4 A., Cultellus 30 A., Cyclo-
strema 23 A., Pharus 1 A., Megaspira 2 A., Chilina 18 A.,
Physa 100 A., Solecurtus 39 A., Petricola 24 A., Astarte
21 A., Venerupis 30 A., Pandora 23 A.. Trichotropis 13 A.
Auch dieser Band hat wie die früheren schöne Abbildungen,
aber der Text lässt viel zu wünschen übrig.
Sowerby's Thesaurus Conchyliorum or figures and
descriptions of recent shells Parts 31 und 32 brachte eine
Monographie der Gattung Mitra. Die Gattung ist in 13 Sec-
tionen getheilt, woran sich noch die Gattung Dibaphus mit
1 Art schliesst. Von Mitra sind 494 Arten auf 28 Tafeln
abgebildet.
Im dritten Stück der zweiten Abtheilung des dritten
Theils seines Leerboek van de grondbeginselen der Dier-
kunde in hären geheelen omvang, Tiel 1874 behandelt
Harting p. 506 — 540 das Nervensystem der Weichthiere
(Mollusca). Er findet nur bei den eigentlichen Mollusken
eine Einheit in der Bildung des Nervensystems, während
die Gruppen der Bryozoen, der Tunicaten und der Brachio-
poden Eigenthümlichkeiten zeigen, die schwerlich von sol-
cher Einheit des Planes hergeleitet werden können. Einige
Holzschnitte erläutern das Nervensystem der einzelnen
Gruppen. — Daran schliesst sich die Beschreibung der
Sinnesorgane, und zwar der Tastorgane der Mollusken
p. 595, der Geschmacks- und Geruchsorgane p. 605, der
Gehörorgane p. 621, und der Gesichtswerkzeuge p. 646.
Das Journal de Conchyliologie, comprenant l'etude
der Mollusken während des Jahres 1874. 125
des Mollusques vivants et fossiles, publie sos la direction
de Mm. Crosse et Fischer hat seinen regehnässigen Fort-
gang gehabt. Mir waren jedoch das 4. Heft von 1872
und das 1. und S.Heft von 1873 beim Abschluss der beiden
vorigen Berichte noch nicht zu Händen gekommen. Ich
hole diese Versäumniss desshalb im gegenwärtigen Berichte
nach. Ich gebe bei den einzelnen Artikeln immer die
Nummer des Bandes an, damit man sogleich erkenne,
welche nachgetragen sind.
Fischer hat es übernommen, das lange unterbrochene
Conchylienwerk von Kiener wieder aufzunehmen und zu-
nächst die angefangenen Monographien zu vollenden. Im
Jahr 1873 erschien die Monographie der Gattung Turbo,
die nun 43 Tafeln enthält, indem den 36 von Kiener er-
schienenen sieben neue hinzugefügt sind.
E. V. Märten s stellte in einer Vorlesung das Wissens-
werthe über Purpur und Perlen zusammen. Sammlung
wissensch. Vorträge von Virchow und Holtzendorff Heft 214.
Landois erwähnt in seinem Buche „Thier-Stimmen^
Freiburg 1874. p. 8 von tönenden Muscheln nur Pecten.
Die Lungenschnecken bringen durch das Ausströmen der
Luft auch wohl Töne hervor. Bei dieser Gelegenheit
macht Verf. darauf aufmerksam, dass der sogenannte Win-
terdeckel der Helices eine Stelle hat, die durch Drüsen,
welche das Athemloch umgeben, gebildet wird. In diesen
Drüsen ist weniger Schleim vorhanden, und deshalb bleibt
diese Stelle porös, und gewährt der Luft Durchtritt. Da-
durch wird eine wenn auch nur geringe Athmung selbst
während der Winterruhe ermöglicht. Hierin sieht auch
Verf. die Ursache, weshalb die Schnecken immer in der
Winterruhe so liegen, dass der^ Deckel nach oben ge-
richtet ist.
E. V. Märten s fertigt Herrn Weinkauff, der sich,
gegen die Benutzung der Mundtheile zu einer natürlichen
Classification ausgesprochen hatte, ab. Nachrichtsblatt p. 66.
— Dagegen remonstrirt Weinkauff ib. p. 81. Man merkt
dieser humoristisch sein sollenden Entgegnung die Gereizt-
heit an. Die von Herrn Weinkauff vorgebrachten Gründe
gegen die Berechtigung der Schneckenzungen als syste-
126 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in cl. Naturgeschichte
matischer Charakter dürften wohl nur Schwache über-
zeugen ; den Witz von der Troschel'schen Jungfrau Schnek-
kenzunge nehme ich ihm weiter nicht übel.
He ekel hat über die Localisation mineralischer und
organischer Materien bei den Gasteropoden und Cephalo-
poden experimentirt. Er fütterte Helix aspersa und Zo-
nites algirus mit Mehl, worunter Bleiweiss gemengt war,
und fand Blei in der Leber und die oberen Schlundgang-
lien wurden ganz schwarz gefärbt, was durch Schwefelblei
hervorgebracht war. Er vergleicht daher die oberen Schlund-
ganglien dem Gehirn, die unteren dem kleinen Gehirn.
Eine gewöhnliche Miessmuschel, die in eisenhaltigem Me-
dium lebte, bekam grüne Ganglien. Calmar und Sepien,
zwei Monate lang mit Krapp gefüttert, hatten rothe Knorpel,
während der Sepienknochen und die Calmarfeder davon
keine Spur zeigten; auch die Schalen der Heliceen wurden
nicht gefärbt. Verf. sieht darin die Ansicht bestätigt,
dass der Sepienknochen nicht ein Skelettheil, sondern eine
innere Schale sei. Comptes rendus; Revue de Zoologie 1874.
p. Lxn.
W. North Rice hat Versuche über die Einwirkung
von Giften auf Mollusken angestellt; für den Zweck, sie
ohne starke Contraction zu tödten, und so für Museen ge-
eignet zu machen. Im Allgemeinen sind sie von keinem
günstigen Erfolge gekrönt worden. Die besten Resultate
gab noch Hydrocyansäure, auch gelangen einige Versuche
mit Coniin; im Durchschnitt waren die in diesen Giften
getödteten Thiere nicht besser beschaffen, als die in ab-
ständigem Wasser getödteten. Proc. Amer. Ass. Advanc.
of sc, Portland p. 201.
Lankaster lieferte Beiträge zur Entwickelungsge -
schichte der Mollusken, deren Resultate er in der Royal
Society am 12. März 1874 vortrug. In dem ersten Ab-
schnitt behandelt er das Eierstocksei und die frühste Ent-
wickelung von Loligo. Im zweiten, dritten und vierten
Abschnitt ist die Entwickelungsgeschichte von Pisidium,
Aplysia, Tergipes, Polycera und Neritina enthalten. Verf.
spricht sich über die Gastrula-Phase aus und beschreibt
sie von Pisidium, Tergipes, Polycera, Limax, Limnaeus.
der Mollusken während des Jahres 1874. 127
Ferner gebt er auf die frühste Entwickelimg der Schale
ein. Annais nat. bist. XIV. p. 81. — Naebdem Sälen sky
in uniserem Arebiv p. 137 Einwendungen gegen das Vor-
handensein des Gastrula- Stadiums bei gewissen Mollusken
gemacht hatte, trägt Lankaster seine Ansiebten vor,
und hofft in Kurzem durcb Vorlage von Zeicbnungen den
Beweis zu liefern, dass das primitive Endoderm bei den
von ihm citirten Mollusken durcb Invagination entstebt.
Ib. p. 458.
Perez bat bei seinen Untersuchungen über die Zeu-
gung der Gasteropoden gefunden, dass die Befrucbtung
bei den Limax und Helix, so wie wabrscbeinlicb aucb bei
den übrigen Scbnecken, nicbt im Augenblick des Eierlegens
oder kurz vorher stattfindet. Ein Theil des Sperma steigt
einige Stunden nacb der Begattung aus dem Receptaculum
seminis, vermöge der eigenen Bewegungen der Samenele-
mente, bis in den Eileiter, um in dem Diverticulum am
Grunde des Canals der Zwitterdrtise Platz zu nebmen.
Dort muss die Befrucbtung vor sieb geben. Das Sperma,
welches nicbt aus dem Receptaculum seminis getreten ist,
desorganisirt sieb daselbst. Die Spermatophore der Helix
entstebt wäbrend der Begattung durcb eine Ausscheidung
der Peniswände, welcbe den aus dem Vas deferens kom-
menden Samen einbüllt. Der Liebespfeil dient immer nur
für eine Begattung; bald fällt er nacb aussen, bald durcb-
bobren sich die Helices einander, und man findet ibn dann
später durcb Resorption in der Eingeweideböble, bald
lässt die Umstülpung des Sackes den Pfeil in das Vesti-
bulum fallen und er steigt dann in den Kanal der Tascbe,
wo er sieb allmäblicb resorbirt; bald endlicb bleibt er in
dem Sack, wo die Resorption sebl* scbnell vor sieb zu
geben scbeint. In allen Fällen regenerirt sich der Pfeil,
fünf bis secbs Tage genügen zu seiner völligen Repro-
duction. Mem. de la Soc. des sciences pbys. et nat. de
Bordeaux 1873; Journal de zool. III. p. 94.
Fol bat vorläufige Mittbeilungen über die Entwicke-
lung der Pteropoden und Cepbalopoden gemacht. Die
Entwickelung der Pteropoden soll in einer besonderen Ab-
bandlung ausführlich veröfi'entlicht werden. Der Zweck
128 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
dieser Untersuchungen war vorzüglich die Erforschung der
Bildung des Nervensystems und des Nahrungskanals. Ar-
chives de zoolog. experimentale III. p. XXXIII.
Ludwig hat in seiner ausgedehnten Abhandlung
„über die Eibildung im Thierreiche" p. 79— 93 zusammen-
getragen; was über die Eibildung der Mollusken bekannt
gemacht worden ist. Als Resultat ergiebt sich für die
Mollusken, dass das Ei eine einfache Zelle ist, welche eine
umgewandelte Epithelzelle darstellt. Die Dotterelemente
werden in dem Protoplasma der Eizelle erzeugt. Die Ei-
zelle ist umgeben 1) von primären Hüllen, Dotterhaut kommt
nur bei den Lamellibranchiern, Pulmonaten und Cephalo-
poden vor, Chorion kommt nur bei den Ascidien vor; 2) von
secundären Hüllen, eine weiche Hülle, die an der Ober-
fläche zu einer Schale erhärtet und von besonderen Hüll-
drüsen gelieiert wird, bei den Cephalophoren und Cephalo-
poden, oder eine weiche Hülle unbekannter Herkunft bei
vielen Lamellibranchiern. Verhandl. der Würzburger phys.
med. Gesellsch. VII.
Die faunistischen Arbeiten sind im verflosseneu Jahre
wieder ziemlich reichlich gekommen.
In Turin erschien eine Zoologia del Viaggio intorno
al giobo della Regia Fregata Magenta durante gli anni 1865
—1868. Malacologia, di Cesare Tapparone-Canefri. 1874.
4^, 162 S. und 4 Tafeln. Leider ist mir dieses mit Luxus
ausgestattete Werk noch nicht bekannt geworden. Die
Namen der als neu beschriebenen Arten entnehme ich aus
einer Anzeige im Journ. de Conchyliologie 22. p. 319, um
sie unten entsprechenden Orts anzuführen, bin aber nicht
in der Lage das Vaterland derselben anzugeben.
Europa. In dem Bericht über die zweite Deutsche
Nordpolexpedition IL p. 246 hat Möbius die Mollusken
bearbeitet. Er zählt daselbst 11 Gasteropoden, 9 Lamelli-
branchier und 2 Brachiopoden auf. Vergl. auch Annais
nat. bist, XIII. p. 196.
Mörch bestimmte 11 Arten von Novaja Semlia, näm-
lich 1 Cylichna, 1 Trichotropis, 2 Pleurotoma, 2 Margarita,
1 Macoma, 2 Astarte, 1 Nuculana und 1 Modiolaria. Journ.
de Conchyl 21. p. 37.
der Mollusken währeud des Jahres 1874. 129
Weste rl und verzeichnete eine Reibe von Rinnen-
conchylien, die in einem schwedischen submarinen Torf-
moore, bei Ystad, gefunden worden sind. Ebenso solche
aus dem dänischen Kalksteintuff^ von denen viele mit
denen des Torfmoores gemeinschaftlich sind. Malak. Bl.
22. p. 51.
M'Intosh schrieb über die Mollusken, welche bei
St. Andrews vorkommen. Er spricht einleitend über den
ökonomischen Werth, wobei Mytilus edulis die Hauptrolle
spielt, über das Bohren in Felsen, indem er die verschie-
denen Ansichten der Autoren zusammenstellt, und seine
Meinung dahin ausspricht, dass die Art des Bohrens nicht
bei allen dieselbe sei, und über die Häufigkeit des Vor-
kommens. Dann werden die Arten aufgezählt, nämlich
7 1 Lamellibranchier, 1 Solenoconchia, 93 Schnecken, 4 Ce-
phalopoden. Annais nat. bist. XHI. p. 342 und 420.
Schepman nannte einige bei Maastricht und Valken-
burg in Limburg gesammelte Heliceen als neu für die
dortige Fauna. Tijdschrift der Nederlandsche dierkundige
Vereeniging I. p. 158.
Co Hin gab Verzeichnisse der Mollusken aus ver-
schiedenen Fundorten des Hainaut in Proces verbaux soc.
malac. de Belgique IlL p. CLXin. Von Givry, Harmi-
gnies, Spiennes, Havay und Rouveray verzeichnete er 1 Arion,
2 Limax, 1 Vitrina, 2 Succinea, 4 Zonites, 12 Helix, 3 Bu-
limus, 2 Clausilia, 1 Pupa, 1 Vertigo, 1 Carychium, 5 Pla-
norbis, 1 Physa, 5 Limnaea, 1 Ancylus, 1 Bythinia, 1 Val-
vata, 1 Anodonta, 1 Unio, 2 Pisidium, 2 Cyclas. Bei Pie-
ton-Carnieres wurden von Colbeau gesammelt 3 Helix,
1 Bulimus, 2 Clausilia, 1 Limnaea, 1 Ancylus. Bei Er-
quelinnes, Merbes-le-Chäteau und la Buissiere fand Collin
2 Succinea, 3 Zonites, 5 Helix, 2 Bulimus, 1 Clausilia,
2 Pupa, 1 Carychium, 4 Planorbis, 4 Limnaea, 1 Bythinia,
1 Paludina, 3 Unio, 2 Cyclas, 1 Dreissena.
Collin hat in der granitischen Region der Vogesen,
welche die hohen Gebirge umfasst, in der Umgegend von
Remiremont gesammelt, und giebt durch sein Verzeichniss
eine Ergänzung des Essai sur les MoUusques des Vosges
par Puton 1847. Er fand 2 Arion, 3 Limax, 2 Vitrina,
Archiv f. Natiirg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. J
130 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Natnrgeschiclite
2 Succinea, 2 Zonites, 10 Helix, 1 Bulimus, 2 Clausilia,
1 Planorbis, 4 Limnaea, 1 Ancylus, 1 Bythinia, 1 Pisidium.
Proces-verbaux Soc. malac. de Belgique IIL p. XXVTI.
Jules de Gnerne hat Dreissena coebleata auch in
Frankreich, Departement du Nord, gefunden. Bull, scienti-
fique du Dep. du Nord. Lille 1873.
Nach Pascal, Catalogue des Mollusques terrestres
et des eaux douces du departement de la Haute Loire et
des environs de Paris (Archives des missions scient. L
p. 327, 1873) kommen bei Paris 115 Arten vor, nämlich:
3 Arion, 4 Limax, 1 Testacella, 1 Vitrina, 3 Succinea,
10 Zonites, 23 Helix, 4 Bulimus, 5 Clausilia, 8 Pupa,
3 Vertigo, 1 Carychium, 11 Planorbis, 3 Physa, 8 Lym-
naea, 2 Ancylus, 1 Cyclostoma, 2 Bythinia, 1 Paludina,
4 Valvata, 1 Neritina; 2 Anodonta, 4 Unio, 5 Pisidium,
4 Cyclas, 1 Dreissena; — im Departement de la Haute
Loire 84.
Fischer hat in einem zweiten Supplement zur ma-
rinen Conchylienf'auna der Gironde und der südwestlichen
Küsten Frankreichs den früher aufgezählten 347 Arten
wieder andere 112 Arten hinzugefügt, nämlich 7 Brachio-
poden, 18 Muscheln, 79 Schnecken, 2 Pteropoden und
6 Cephalopoden. Actes de la Soc. Linnecnne de Bordeaux
XIX. 1874.
Fischer hat die Littoralzone im Kanal La Manche
bei Trouville, im Ocean bei Biarritz und im Mittelmeer
am Cap Martin bei Menton verglichen. Er unterscheidet
bei Trouville 5 Regionen, der Littorinen, der Balanen, der
Patellen, der Mytilus und der Halichondrien; bei Biarritz
4 Regionen, der Littorinen, der Balanen, der Patella vul-
gata und der Patella tarentina ; am Cap Martin 4 Regionen,
der Littorinen, der Balanen, der Patella tarentina und der
Trochus. Aus dieser Vergleichung ergiebt sich, dass die
Littoralzone überall eine analoge zoologische Bevölkerung
hat, die aber um so mehr eingeschränkt ist, je geringer
die Sümpfe sind. Im Mittelmeer müssen die littoralen
Arten in dem Raum zwischen Ebbe und Flut leben, wäh-
rend sich im Kanal und im Ocean noch der Raum zwischen
den Sümpfen hinzufügt. Comptes rendus 78. p. 1716.
der Mollusken während des Jnlires 1874. 131
Fack erwähnt einige Holstein eigentbümliclie oder
hier bisher nur selten gefundene Mollusken. Schriften
des naturw. Vereins für Schleswig-Holstein Lp. 207.
Fack fand auf dem Gypsberg zu Segeberg 10 Schnek-
ken-Arten. Schriften des naturw. Vereins für Schleswig-
Holstein I. p. 210.
Derselbe verzeichnete ib. p. 112 die Helices im
nördlichen Holstein, nämlich 9 Hyalina und 18 Helix.
Hartwig Petersen fügte der Hamburger Fauna
5 Arten hinzu: 1 Helix, 1 Pupa, 2 Vertigo und 1 Valvata.
Nachrichtsbl. p. 13,
Krause gab ein Verzeichniss der von ihm bei Brom-
berg gesammelten Mollusken, die von v. Martens und Rein-
hardt bestimmt waren. Es enthält 1 Vitrina, 6 Hyalina,
15 Helix, 1 Buliminus, 1 Cionella, 9 Clausilia, 8 Pupa,
2 Succiuea, 1 Carychium, 7 Limnaea, 2 Physa, 8 Planorbis,
2 Ancylus, 3 Paludina, 2 Bithynia, 2 Valvata, 1 Neritina,
1 Dreissena, 3 Unio, 1 Auodonta, 4 Cyclas und 2 Pisi-
dium. In einer Nachschrift hebt v. Martens das Vorkom-
men von Helix austriaca als nördlichsten Fundort der Art
hervor. Jahrbücher Malak. Ges. L p. 59,
Reinhardt hat über die Binnenmollusken Magde-
burgs Kenntniss gegeben, Abhaudl. des naturw. Vereins
in Magdeburg 6. p. 19. Er findet wegen des Mangels an
Wäldern und wegen der bedeutenden Ausdehnung des dem
Pfluge verfallenen Gebietes die Umgebung Magdeburgs
dem Gedeihen der Mollusken, wenigstens der Landmol-
lusken wenig günstig; sehr günstig dagegen für Wasser-
molluskeu. Das Verzeichniss bringt 2 Arion, 1 Limax,
2 Vitrina, 6 Hyalina, 15 Helix, 1 Buliminus, 1 Cionella,
1 Caecilianella, 8 Pupa, 3 Clausilia, 3 Succinea, 1 Cary-
chium; 7 Limnaea, 2 Physa, 12 Planorbis, 2 Ancylus, 2 Pa-
ludina, 2 Bithynia, 2 Valvata, 1 Neritina; 2 Cyclas, 4 Pi-
sidium, 4 Unio, 1 Anodonta und l Dreissena. Also 44 Land-
schnecken, 30 Süsswasserschnecken, 12 Muscheln, zusam-
men 86 Arten.
Wiegmann hat die Vorräthe von getrockneten Wach-
holderbeeren nach Schneckenhäusern untersucht, und in
denen aus Thüringen und aus Italien verschiedene Arten
182 T rösche 1: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
gefunden, die er verzeichnete. Er vermuthet, dass die
Schnecken nur zur Zeit der Fruclitreife die Büsche be-
steigen, oder dass die Thiere sich erst beim Lagern der
gesammelten Frücbte am Erdboden einfinden. Nachrichts-
blatt p. 49.
Reinhardt hat in einem Berliner Schulprogramm
Beiträge zur Molluskenfauna der Sudeten geliefert. Die
Abhandlung ist erweitert in unserem Archiv 1874. p. 179
abgedruckt.
In seinem Aufsatze über die Falkensteiner Höhle,
Württembergische naturw. Jahreshefte 30. p. 122 erwähnt
Fries eine Ilydrobia vitrea, der er eine längere Bespre-
chung widmet, und ein Pisidium, in welchem er P. fonti-
nale vermuthet.
Ein Verzeichniss der Molluskenfauna der Schwäbischen
Alp von We Inland im Nachrichtsblatt p. 41 enthält
73 Arten. Von diesen waren in Württemberg G, auf der
Alp 24 noch nicht gefunden worden.
C 1 e s s i n erweiterte die Kenntniss der Molluskenfauna
Südbayerns um 10 Arten, von denen Helix rubiginosa Ziegl.
und Amphipeplea glutinosa Müll, bisher nur im nördlichen
Deutschland bekannt waren. Nachrichtsblatt p. 19.
C) es sin fand die Molluskenfauna der Torfmoore
weder an Species noch an Individuen arm. Fast alle
Species zeichnen sich durch dunkle Färbung, kleine Form
und dünne, durchsichtige Schalen aus. Die Arten der
Torfmoore sind 3 Limnaea, 8 Planorbis, 1 Bythinia, 1 Val-
vata, 2 Physa, 1 Unio, 2 Sphaerium, 1 Pisidium. Im Lin-
denriede und Lindenweiher bei Essendorf fand er ausser-
dem noch Limnaea palustris und ovata, Planorbis raargi-
natus, Bythinia tentaculata und Valvata piscinalis. Verf.
macht auf die Verschiedenheit der Mollusken aufmerksam,
wie sie von ihrer Umgebung abhängig ist. Württember-
gische naturw. Jahreshefte 30. p. 164.
Clessin untersuchte die in den Tuffsteinbrüchen am
Ammersee vorkommenden Mollusken, um sie mit den jetzt
noch im und am Ammersee lebenden Arten zu vergleichen,
und daraus mit Sicherheit auf das Umbilden derselben im
kleiner werdenden See schliessen zu dürfen. Die 24 Arten
der IMolluskeii während des Jahres 1874. 133
Landraollusken stimmen im Ganzen völlig mit den lebenden
Species überein, nur Ilelix terrena (s. unten) macht eine
Ausnahme, da sie nicht mehr lebend vorhanden ist. Auch
von Wasserschnecken stimmen einige mit den lebenden
überein, aber die einzig vorkommende Planorbis bildet
eine Zwischcnibrm zwischen PL marginatus und carinatus,
die jetzt beide im Ammersee leben. Die fossile Valvata
alpestris Shuttl. ist jetzt im Ammersee durch V. contorta
vertreten, und Verf. nimmt an, dass für sie nur eine im
See selbst vor sich gegangene Formverwandlung vorliege.
Nachrichtsblatt p. 81.
In den naturgeschichtlichen Beiträgen zur Kenntniss
der Umgebungen von Chur 1874. p. 107 hat Am Stein
73 Mollusken verzeichnet, welche bisher auf dem Gebiet
von Chur beobachtet worden, nämlich o Limax, 1 Amalia,
2 Vitrina, 11 Hyalina, 3 Arion, 23 Helix, 4 Buliminus,
2 Cionella, 8 Pupa, 1 Balea, 7 Clausilia, 3 Succinea,
1 Carychium, 3 Limnaea, 1 Acme.
In dem Vortrage, welchen Forel bei der Schweize-
rischen uaturf. Ges. in Schaaffhausen (Verhandl. p. 136)
über die Tiefenfauna des Lac Leman hielt, werden wieder
drei Mollusken genannt: Limnaeus pereger, Valvata spir-
orbis und Pisidium. — Dagegen führen Forel und Du
Plessis im Bull, de la Soc. Vaudoise XIII. p. 53 aus
den Ticien des Genfer See's an: Valvata obtusa, Limnaea
abyssicola Brot, L. stagnalis, wobei erwähnt wird, dass
bei den Limnaeen die Lungen keine Luft, sondern Wasser
enthielten, aber an die Oberfläche gebracht, sogleich Luft
athmeten. — Von Mollusken, welche aus den Tiefen der
verschiedenen schweizerischen Seen gefangen wurden, nennt
Brot ib. p. 109 Oyclas Cornea aus dem Bodensee, Pisidium
amnicum Jen. eben daher, Pisidium lenticulare Norm, aus
dem Genfer, Constancer, Züricher und Neuchateier See,
Valvata obtusa aus dem Genfer und Constancer See, Lim-
naeus stagnalis aus dem Genfer und Züricher See, L. abys-
sicola aus dem Genfer und Constanzer See. Diese Formen
der Tiefen waren sehr klein. Von diesen letzteren sagt
Brot, dass diese Thiere, die offenbar in der Tiefe keine
Luft athmen, in einem Wasserglas^ sofort wieder ihre nor-
134 Troscliel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
male Lebensweise annahmen, und zum Athmen an die Ober-'
fläche kamen, als wenn sie es niemals anders gethan hätten.
Verfasser schliesst mit der Bemerkung, dass die grosse
Tiefe hemmend auf das Wachsthum der Thiere einwirkt. —
Clessin, dem die Pisidien zur Untersuchung vorgelegen
haben, macht ib. p. 147 daraus 7 Species, von denen er 5 für
neu hält, die er aber alle als der Tiefenfauna eigenthüm-
lich ansieht. Die neuen Arten sollen erst später beschrieben
werden, bis dahin halten wir auch deren Namen zurück.
Jickeli verzeichnete die auf seiner Reise nach dem
Rothen Meere in Europa aufgegriffenen Mollusken, nämlich
8 Arten in Krain, Bahnstation Eisenbrück, 11 Arten in
Italien, Triest, Campagna Goseletti, 11 Arten in der Türkei
bei Varna, 13 aus der Wallachei, 3 Stunden vom Töme-
scher Pass entfernt, und 6 Arten von Skutari. Nachrichts-
blatt p. 8.
Jeffreys hat Bemerkungen über die Mollusken des
Mittelmeers gemacht. Report British Association for the
advancement of sc. for 1873; übersetzt in Jahrbücher Ma-
lak. Ges. I. p. 337. Er berechnet das Totalresultat der
bis jetzt aus dem Mittelmeer bekannten Arten auf 842 Ar-
ten, von denen 622 auch den nordatlantischen Ocean be-
wohnen, so dass nur 220 Arten dem Mittelmeer eigenthüm-
lich verbleiben. Als Grundlage nimmt er den von Allery
de Monteserato bearbeiteten Catalog der schalentragen-
den Mittelmeerconchylien an.
L u i g i S t a 1 i 0 machte historische Bemerkungen über
den Fortschritt des Studiums der Malacologie des Adria-
tischen Meeres, in denen er die sämmtlichen Schriftsteller,
von Belloni bis auf die neuste Zeit würdigt. Atti del R.
Istituto Veneto 11. p. 867 — 910. ~ Im Anschluss daran
folgen dann ib. III. p. 1559 und 1709 die Verzeichnisse
der von den einzelnen Schriftstellern zuerst beschriebenen
Arten, nebst den Benennungen, welche sie in der mo-
dernen Nomenclatur führen. Den Beschluss macht ib. p. 1853
das systematische Verzeichniss der bis jetzt im Adriatischen
Meere beobachteten Arten, welches 9 Cephalopoden, 2 Pte-
ropoden, 2 Heteropoden, 448 Gasteropoden, 228 Conchiferen
und 6 Brachiopoden enthält, zusammen 695 Arten.
der Mollusken während des Jahres 1874. 135
Kobelt hat in Jahrbüchern der Malak. Ges. 1. p. 65
ein Verzeichniss der von ihm bei Tarent gesammelten fos-
silen Conchylien angefertigt, welches 260 marine, aller-
meist noch jetzt im Mittelmeer lebende Arten, und 21 Bin-
nenconchylien enthält, die sämmtlich heute noch in der
Umgebung ihres Fundortes leben. Eine neue Bulla wird
beschrieben und abgebildet.
Der Marquis de Monte rosato hat beim Cap Santo
Vito, an der Nordwestkitste von Sicilien zwischen Palermo
und Trapani mit dem Schleppnetz in einer Tiefe von
200 Meter conchyliologische Nachforschungen angestellt.
Er fand an dieser Localität einen grossen Reichthum von
Arten, welche aufgezählt, werden : 3 Brachiopoden, 70 Con-
chiferen, 6 Solenoconchier, 142 Gasteropoden, 4 Hetero-
poden und 7 Pteropoden. Journal de Conchyl. 22. p. 243.
— In einem Nachtrage, den Verf. ib. p. 359 in Folge einer
neuen Nachforschung an demselben Orte im nächsten Jahre
geben konnte, werden den vorigen 26 Arten hinzugefügt,
4 Conchiferen, 19 Gasteropoden und 3 Pteropoden. Somit
beträgt die ganze Zahl der dort gefundenen Arten 258.
Von Hidalgo's Werk Moluscos marinos de Espana,
Portugal y las Baleares (vergl. Ber. über 1871. p. 139) er-
schienen im Jahr 1874 die Lieferungen 8—12 mit 20 Ta-
feln. Sie bringen die Monographien der Gattungen Can-
cellaria, Ranella, Ovula, Purpura, Argonauta, Actaeon und
Cypraea. Das Werk ist mir leider noch nicht zugänglich
geworden.
Africa. Mousson hat die von v. Fritsch und Rein
in West-Marocco gesammelten Land- und Süsswasser Mol-
lusken in den Jahrbüchern der Malacozoologischen Gesell-
schaft I. p. 1 und 81 bearbeitet.^ Er beschreibt daselbst
54 Arten, und zwar von Küstenarten 8 Land- und 5 Fluss-
Mollusken, von Arten Spaniens und Algeriens 11 Land-
und 4 Fluss -Mollusken und von Westmaroccanischen Arten
22 Land- und 4 Fluss-Mollusken. Verf. zieht den Schluss,
dass diese Fauna als eine geographische Fortentwickelung
derjenigen des Mittelländischen Meeres, und somit derje-
nigen Algeriens und Südspaniens betrachtet werden müsse.
Eigenthümliche Formentypen finden sich keine. Die neuen
13G Troschel: Bericht üb. d Leistungen in d. Naturgeschichte
Arten, 16 an der Zahl, sind alle zu den Westmaroccanischen
Arten gezählt.
Ein Verzeichniss von Gwyn Jeffreys über die
durch Carpenter an der Küste von Tripoli gesammelten
Conchylien enthält 1 Brachiopoden, 13 Muscheln, 21 Schnek-
ken. Folgende Arten waren bisher nur fossil bekannt:
Axinus transversus Bronn, Pecchiolia granulata Seguenza,
Solarium discus Philippi, Pleurotoma torquata Philippi,
PI. Renieri Scacchi, PI. hystrix Jan. Journal de Conchyl.
22. p. 134.
E. V. Martens zeigte ein Cerithium conicum Blainv.
aus der Ammons-Oase, die auch in Strandseen lebt, deren
Salzgehalt starken Schwankungen unterworfen ist. Er zählt
diese Art mit einigen anderen Mollusken zu der eigen-
thtimlichen Brakwasserfauna, auf die er schon früher (1858)
aufmerksam gemacht hatte, und für welche Möbius die
Ausdrücke eurytherm und euryhalin vorgeschlagen hat.
Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 112.
E. V. M a r t e n s berichtete über die Conchylien, welche
während der Expedition in die libysche Wüste von A scher-
son und Zittel gesammelt sind. In den Oasen wurde
keine Landschnecke lebend gefunden, sondern nur Süss-
wassermoUusken, und zwar bei Farafreh Ampullaria ovata,
bei Ain-Scherif Melania tuberculata, Physa contorta und
Limnaea natalensis, bei Kasr-Dachl Lanistes carinatus, in
halber Höhe des Berges Gebel Gus el Abu seid bei Fa-
rafreh ein leeres Exemplar von Bulimus pullus Gray (Pupa
insularis Ehrbg.). Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde p. 63.
Ed. V. Martens hat in den Jahrbüchern der Malak.
Ges. L p. 119 nach der Sammlung von Dr. Fritsch über
einige südafricanische Mollusken berichtet, und dadurch
einen Beitrag zu dieser Fauna geliefert. Es sind 19 Land-
und Süsswasser-Mollusken und 146 Meer-Mollusken aufge-
zählt. Bei allen ist der nähere Fundort angegeben, bei
vielen sind Bemerkungen über Varietäten, über Syno-
nyme u. s. w. gemacht. Euthria lacertina Gould, Rapana
Fritschi n. sp. und Bullia diluta Var. mediolaevis sind
abgebildet.
Crosse hat die noch so wenig bekannte Fauna der
der Mollusken während dos Jahres 1874. 137
Land- und Süsswasserconchylien der Insel Rodriguez be-
schrieben, wozu ihm eine Sammlung von Desmazures die
Veranlassung gab, der drei Monate dort verweilte. Er
durchschritt die Insel der Quere nach in 4 Stunden, und
umschiffte sie in 36 Stunden. Sie ist bergig mit flachem,
trockenen und saudigen Ufer ; sie ist wenig bewaldet, und
wenig bewässert, und hat nur einen Fluss, den Cocosfluss,
der nach Süden ins Meer fliegst, sonst nur kleine Bäche.
Die Zahl der gesammelten Arten ist 24, nämlich 3 Gono-
spira, 2 Pupa, 1 Stenogyra, 2 Helix, 1 Succinea, 1 Pla-
norbis, 3 Cyclostoma, 3 Omphalotropis, 1 Truncatella, 3 Me-
lania; 3 Neritina und 1 Navicella. Die neuen Arten, be-
reits 1873 vom Verf. charakterisirt, sind hier pl. 8 abge-
bildet: Gonospira metableta (früher Dupoutiana), Rodri-
guezensis, chloris, Pupa Desmazurezi, Lienardiana, Helix
Rodriguezensis, Succinea Nevilli, Pianorbis Rodriguezensis,
Cyclostoma Desmazuresi, Omphalotropis taeniata, littori-
nula, Hameliana. Journal de Conchyl. 22. p, 221.
Asien. Mousson hat im Journ. de Conchyl. 22.
p. 5 die Land- und Süsswasser-Conchylien, welche Schaefli
im Orient gesammelt hatte, der Bearbeitung unterworfen,
um die beiden bereits 1859 und 1863 erschienenen Artikel
in der Züricher Vierteljahrschrift zu ergänzen, und so die
Arbeit abzuschliessen. Verf. meint, mit der Arbeit von E.
V. Martens über die Hausknecht'schen Conchylien, und
dieser seiner eigenen werde die Fauna von Mesopotamien
ziemlich vollständig sein. Von Merssina und Alexandrette
werden verzeichnet: 1 Leucochroa, 11 Helix, 1 Buliminus,
2 Bulimus, 2 Chondrus, 1 Pupa, 1 Acicula, 1 Melanopsis
und 1 Neritina. Einige Arten zeigen, dass die Syrische
Fauna sich längs der Küste bis nach den Grenzen Klein-
asiens ausdehnt, während sie sich mit anderen nördlicheren
Arten mischt; so dass die Syrische und Kleinasiatische
Fauna keine bestimmte Grenze haben. — In Ober-Meso-
potamien sammelte Schaefli 2 Hyalina, 13 Helix, 2 Buli-
minus, 2 Chondrus, 2 Pupa, 1 Ancylus, 2 Melanopsis, 3 Ne-
ritina; in Nieder-Mesopotamien 3 Helix, 1 Buliminus, 1 Aci-
cula, 3 Limnaea, 2 Physa, 2 Pianorbis, 2 Bythinia, 1 Amni-
cola, 1 Hydrobia, 1 Melania, 3 Melanopsis, 1 Neritina,
138 T rose hei: Bericht üb. d, Lcistimgen iu d. ]N/iturgeschiehte
2 Anoclonta, 2 Margaritana, 1 IJnio und 3 Cyrena. Die
Syrische Fauna reicht bis an die Wüste. Im Norden, von
Haleb aus, wo sie noch ganz rein ist, nach den Gebirgs-
ländern von Kurdistan hin, mischt sie sich immer mehr,
und macht einer Transcaucasischen Fauna Platz, welche
neben gewissen eigenthümlichen Typen auch noch euro-
päische Arten enthält. Hinabsteigend zu den Ebenen des
Tigris und Euphrat, durch einst cultivirte, jetzt dürre und
sandige Gegenden, verarmt die Natur, so dass Schaefli
während eines ganzen Jahres nur 4 Landschnecken sam-
meln konnte ; es fehlen die günstigen Bedingungen, feuchtes
Klima, wechselnder Boden und ursprüngliche Vegetation.
Reich ist dagegen die lacustre Fauna.
E. V. Märten s hat in einer besonderen Schrift
„Ueber Vorderasiatische Conchylien, Cassel ohne Jahres-
zahl" die Sammlungen des Professor Hausknecht bearbeitet
und mit 9 Tafeln Abbildungen begleitet. Zunächst werden
an Land- und Süsswasser-Mollusken aufgezählt: 49 Pul-
monaten, 7 Taenioglossen, 3 Rhipidoglossen und 4 Bival-
ven, und dann giebt Verf. eine Uebersicht der bis jetzt
aus Vorderasien bekannten Arten, in dem geographischen
Umfange der Kaukasusländer, der asiatischen Türkei und
Persiens. Dieses Verzeichniss enthält 2 Daudebardia, 9 Li-
max, 4 Zonites, 22 Hyalina, 5 Leucochroa, 103 Helix,
61 Buliminus, 1 Stenogyra, 8 Cionella, 3 Tornatellina,
92 Clausilia, 24 Pupa, 2 Succinea, 11 Planorbis, 1 Physa,
1 Amphipeplea, 7 Limnaea, 4 Ancylus, 1 Cyclotus, 4 Cy-
clostoma, 1 Pomatias, 2 Valvata, 2 Paludina, 4 Bithynia,
ISHydrobia, 1 Melania, 4Melanopsis, 13 Neritina, 1 Dreis-
sena, 27 Unio, 9 Margaritana, 2 Anodonta, 3 Cyrena, 1 Cy-
clas und 1 Pisidium, zusammen 458 Arten. — Es folgen
ferner die Meer-Conchylien. Die Mollusken des schwarzen
Meeres stellt Verf. nach dem Material des Berliner Museums
und nach den Angaben in der Litteratur zusammen, und
erhält so 1 Cephalopoden, 51 Gasteropoden und 39 Bi-
valven. — Auch die Conchylien des kaspischen Meeres
werden zusammengestellt. Danach besteht die kaspische
Fauna aus 11 Gattungen und 19 Arten, die sich in drei
Kategorien gruppiren, a. vier Süsswasserthiere der umge-
der Mollusken während des Jahres 1874. 139
benden Küstenländer, b. zwölf eigenthümliche und c. vier
an den europäischen Küsten verbreitete Arten. — Von der
syrischen Küste sind 79 Arten verzeichnet. — Aus dem
persischen Meerbusen sind bis jetzt 112 Arten bekannt,
von denen 48 auch im Rothen Meer vorkommen. — Die
neuen Arten sind unten namhaft gemacht, ebenso die neuen
mit besonderen Namen versehenen Varietäten.
E. von Märten s bearbeitete den conchyliologischen
Theil des Reisewerkes von Fedtschenko, und führte
darin alle Mollusken auf, welche überhaupt aus Turkestan,
vom Aralsee bis Kokand bis jetzt bekannt geworden sind;
es sind zusammen 56 Arten, worunter 29 Landschnecken,
21 Süsswasser-Mollusken und 6 dem Aralsee angehörige
Arten. Entschieden eigenthümlich, von allen europäischen
verschieden sind 17 Landschnecken, worunter 10 neue, die
jedoch europäischen Gattungen angehören; dazu kommen
noch zwei der indischen Gattung Macrochlamys angehörige
Arten. Die SüsswassermoUusken haben durchschnittlich
eine weitere geographische Verbreitung als die Land-
schnecken. Vergl. nähere Erläuterungen über diese Arbeit
vom Verf. selbst in Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu
Berlin p. 43. — Die Abhandlung selbst ist in russischer
Sprache geschrieben, und mir daher nur insoweit verständ-
lich, als die Diagnosen der Arten lateinisch sind. Die
meisten Arten sind auf drei Tafeln abgebildet.
Mörch verfasste einen Catalog der Land- und Süss-
wasser-Mollusken der alten dänischen Colonien des benga-
lischen Meerbusens im Journal de Conchyliologie 20. p. 303.
Er verzeichnete zunächst 46 Arten von den Nicobaren, die
auf der Expedition der Galathea von Reinhardt gesammelt
waren, deren neue Arten bereits im Bericht ü. d. J. 1872
nach Vidensk. Meddelelser nat. Foren, i Kjöbenhavn an-
gegeben sind. Darauf folgen die Land- und Süsswasser-
Mollusken, welche von dem österreichischen Schiffe Novara
auf den Nicobaren gesammelt waren, 48 Arten; dann die
Land- und Süsswasser-Mollusken von den alten dänischen
Colonien auf der Küste Coromandel, 45 Arten.
G. und H. Nevill beschrieben eine Anzahl neuer
mariner Mollusken aus dem Indischen Ocean im Journal
140 T rose hei: ijericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Asiatic Soc. ofBengal 43. Die einzelnen Arten sind unten
namhaft gemacht.
Von Mollusken finden sich im Gebiete der Salz-
seen Tibets nur Limnaea auricularia und eine Cyclas.
S c h 1 a gi n t w e i t Reisen II ; vergl. v. M a r t e n s, Zool. Garten
p. 73.
Von Semper's Reisen im Archipel der Philippinen
erschienen vom zweiten Bande des zweiten Theils im Jahr
1874 die 6. und 7. Lieferung, in welchen B er gh die Pleu-
rophylliadae, Pleuroleuridae, Bornella und Hero behandelte;
vom dritten Bande das 3. Heft als Fortsetzung der Heli-
ceen. Das Nähere s. unten.
Lischke Hess als viertes Supplement zu den Dun-
ker'schen Novitates conchologicae einen dritten Theil seiner
Japanischen Meeres-Conchylien erscheinen. Derselbe ent-
hält ergänzende Bemerkungen zu 64 der in den früheren
Bänden behandelten Arten, und die Aufzählung von 104 Ar-
ten, welche in den früheren Sendungen nicht enthalten
waren, sämmtlich süd japanischen Ursprungs. Im ganzen
sind also in den drei Theilen 429 Arten, darunter 64 neue,
aufgeführt. Von diesen sind 10 Arten bisher nur aus dem
Nordjapanischen Meere bekannt, eine ist von nicht näher
bezeichnetem Fundort, fünf sind pelagisch. Die übrigen
413 sind vom südlichen Japan. Von diesen sind 145 Arten
nur von Japan bekannt, 28 kommen auch an der Fest-
landsküste des japanischen Meeres vor; ferner sind nach-
gewiesen 37 von China, 17 von den Philippinen, 11 von
China und den Philippinen, 120 von China und den Phi-
lippinen und ausserdem von anderen Oertlichkeiten, 165
aus anderen Theilen des grossen Indo-pacifischen Reiches
mit Ausschluss von Australien, davon 47 im Rothen Meere
und 28 an der Südspitze Africas, 59 kommen auch in
Australien vor, 21 bei Neu-Seeland, 17 an der Westküste
Africas, 5 im Mittelmeer, 7 an der atlantischen Küste Euro-
pa's, 4 an der atlantischen Küste Nordamerica's, 13 des
tropischen America' s, 28 von der pacifischen Küste Ame-
rika's, 10 im Ochotskischen oder dem Behringsmeer, 4 sind
circumpolare Arten. Die neuen Arten sind meist schon
in den Malacologischen Blättern aufgestellt, mit Ausnahme
der Mollusken während des Jahres 1874. 141
einer Lyonsia und eines Lithophagus. Die Abbildungen,
9 Tafeln, sind wie die frlibereu vortrefflicb.
Australien. Hutton bericbtet, dass von Neu-See-
land etwa 4()0 Mollusken bekannt sind, von denen etwa
die Hälfte nur bier gefunden wird. Sie zeigen eine be-
merkenswertbe Aebnlichkeit mit Australien, aber sind doch
sehr verschieden. Es fehlen Olivella, Vanikoro, Entropia,
Perna, Trigonia und andere, während Mitra, Columbella,
Marginella, Natica, Scala, Conus, Cypraea und Cardium
sehr schwach in Neu-Seeland vertreten sind. Von Cepha-
lopoden kommen 11 Arten vor, von denen nur 2 für Neu-
Seeland eigenthümlich sind. Marine Gasteropoden und
Conchiferen giebt es 330 Arten, von denen etwa 160 ende-
misch sind. Von Land- und Süsswasser-Mollusken besitzt
Neu-Seeland 114 Arten, von denen 97 eigenthümlich sind.
Von Brachiopoden giebt es 8 oder 9 Arten. Die Tunicaten
sind noch wenig bekannt. Annais nat. bist. XIII. p. 88.
Bereits im Jahr 1873 erschien von Hutton ein Ca-
talogue of the Marine Mollusca of New-Sealand. Welling-
ton 116 Seiten, der die Aufzählung der Arten mit kurzer
Beschreibung der einzelnen enthält. Durch Einsicht des-
selben bin ich in der Lage unten die neuen Arten anzu-
geben, die überaus zahlreich sind.
E. V. Märten s, mit einer Zusammenstellung der
Neuseeländischen Mollusken beschäftigt, bemerkte, dass
die Landschnecken grösstentheils der Inselgruppe eigen-
thümlich, meist von geringer Grösse sind, und vorherr-
schend den Gattungen Patula und Hyalina angehören. Von
Süsswasser-Mollusken finden sich Unio und Melanopsis.
Von Meerconchylien sind Struthiolaria und Amphibola cha-
rakteristisch für Neu-Seeland. Eine nicht geringe Zahl
mariner Arten kommt auch bei Neuholland vor; auch bis
zum Cap und zur Magellanstrasse dehnen sich einige
Arten aus. Grosse Arten von Haliotis und Chiton sind
für die südlich gemässigte Zone überhaupt charakteristisch,
und während der nördlichste Theil des stillen Oceans in
dieser Beziehung in schroffem Gegensatz zum atlantischen
steht, ist er in üebereinstimmung mit der südlichen Zone.
Sitzungsber. der Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 5.
142 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
America. Dali hat in Proc. California Acad. Febr.
1874 ein Verzeichniss der in der Beliringsstrasse und in
den angrenzenden Tlieileu des arctischen Oceans lebenden
Mollusken zusammengestellt. Es enthält 3 Tunicaten, 2 Bra-
chiopoden, 45 Muscheln und 72 Schnecken, zusammen
121 Arten, darunter drei neue.
W. G. Binney stellte einen Catalog der Landschnek-
ken Nordamerika's zusammen, und machte Bemerkungen
über ihre geographische Verbreitung, die, gestützt auf
neueren Erfahrungen, die Grenzen der früher angegebenen
Sectionen etwas modificiren. Von den einzelnen Provinzen
und Regionen sind die eigenthümlichen Species aufge-
zählt. Ein weiteres Eingehen auf den Inhalt dieser Ab-
handlung würde mehr Raum erfordern, als uns hier zu
Gebote steht. Bull. Mus. Compar. zoology at Harward
College, Cambridge, Mass. Vol. III. No. 9.
Whiteaves hat neue Tiefsee - Schleppnetz - Unter-
suchungen im Golf von St. Lawrence veranstaltet, in denen
auch einige Mollusken erziele wurden. American Journal
of sc. and arts VII. p. 210.
Verrill erstattete einen 6. Bericht über die Resultate
der neuen Schleppnetz-Expeditionen an der Küste von
Neu-England, ib. p. 405. Das Verzeichniss der Mollusken
aus dem Meerbusen von Maine, die auf Schlammboden in
einer Tiefe von 60—150 Faden leben, besteht aus 1 Ce-
phalopoden, 41 Gasteropoden, 40 Muscheln, 13 Tunicaten
und 1 Brachiopoden. — Im 7. Bericht desselben findet
sich ein Verzeichniss der Arten vom festen Boden an den
äusseren Gestaden, nämlich 41 Gasteropoden, 29 Muscheln,
10 Tunicaten und 1 Brachiopode.
Verrill berichtete über seine neuen Schleppnetz-
Expeditionen an der Küste von Neu-England, die er in
der Nähe der Insel Seguin angestellt hatte. Es handelt
sich hier um die wenigen Localitäten mit felsigem Grunde
in Tiefen von mehr als 25 Faden, die selten sind, da diese
Tiefen meist schlammigen Grund haben. Da werden denn
auch die gefundenen Mollusken aufgezählt. Dana and Sil-
liman American Journ. 7. p. 38. — Eine fernere Mitthei-
lung enthält die Schleppnetz-Erfolge an den Küsten von
der Mollusken während des Jahres 1874. 143
Cap Elisabeth, wo der verschiedene Grund bei niedrigem
Wasser sehr günstig ist. Die Küsten-Molhisken waren ent-
schieden nordisch und die Arten nicht sehr zahh'eich. In
einem Verzeichnisse der Molhisken aus einer kleinen Bucht
am oberen Ende der Quahog-Bay sind auch einige süd-
liche Arten enthalten, die eigentlich zu der Region südlich
vom Cap Cod gehören. Ib. p. 135.
Verrill stellte die Resultate seiner obigen Berichte
in Proc. Amer. Assoc. advanc. of science, Portland p. 340
zusammen.
Der 6. Bd. der Abhandlungen des Naturw. Vereins
in Hamburg enthält p. 1—69 einen Beitrag zur Kenntniss
der Fauna mexicanischer Land- und Süsswasser-Conchylien
von Strebel. In diesem Beitrage beschreibt Verf. 2 Cy-
clophorus, 1 Cyclotus, 1 Cistula, 1 Proserpinella, 7 Heli-
cina, 1 Schasichila, 3 Ampullaria, 1 Valvata, 1 Hydrobia,
4 Pachychilus, 7 Planorbis, 7 Physa, 2 Limnaea, 3 Neri-
tina und 1 Ancylus. Mehrere Arten werden zwar als neu
bezeichnet, wurden aber noch nicht mit Namen versehen.
Alle Arten sind auf 5 Tafeln abgebildet, die mit vielem
Fleisse und sehr sauber ausgeführt sind, an denen Verf.
jedoch einige Ungenauigkeiten bemerkte. Theils um solche
Fehler zu berichtigen, theils um grösseres Material zu liefern
hat er ausserdem noch 4 Tafeln Conturen auf Stein ge-
zeichnet. Diese Conturen beziehen sich auf die Gattungen
Cyclophorus, Helicina, Ampullaria und Physa.
Von Crosse und Fischer, Etudes sur les moUus-
ques terrestres et fluviatiles de Mexique et du Guatemala
erschien die vierte Lieferung (vergl. vorj. Ber. p. 220).
Sie enthält den Schluss der Gattung Eucalodium, dann die
Cylindrellidae, die Orthalicidae und den Anfang der Buli-
mulidae. Eine eingehende Angabe der sämmtlichen in dem
Werke abgehandelten Arten findet sich von Pfeiffer in
Malak. Bl. 22. p. 29. Vergl. auch eine Anzeige in Journal
de Conchyl. 22. p. 127.
Maze hat ein Verzeichniss der von ihm auf Martini-
que gesammelten Land- und Süsswasser-Conchylien zusam-
mengestellt. Es enthält 4 Stenogyra, ] Glandina, 1 Lepti-
naria, 11 Helix, 0 Bulimulus, 1 Cylindrella, 1 Amphibu-
144 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
lima, 1 Succinea, 2 Melampus, 1 Pedipes, 4 Planorbis,
1 Aucylus, 1 Pliysa, 2 Ampullaria, 2 Cyclopliorus, 2 Trun-
catella, 6 Helicina, 3 Neritina, 1 Sphaerium, zusammen
51 Arten. Journal de Conchyl. 22. p. 158.
Kobelt erfuhr durch eine Sendung brasilianischer
Conchylien, dass Dolium galea, Tritonium succinctum,
Pyrula morio, Purpura haemastoma und Murex senega-
lensis Gmel. an beiden Seiten des atlantischen Oceans vor-
kommen. Fasciolaria aurantiaca Lam., Voluta hebraea L.
und Columbella avara wurden durch diese Sendung als
brasilianisch nachgewiesen. Nachrichtsblatt p. 57.
In einer neuen Zeitschrift Boletin de la academia
nacional de Ciencias existente en la Universidad de Cor-
dova. Ent. I, die mir leider noch nicht zugänglich geworden
ist, findet sich nach einer Anzeige in der Revue de Zoo-
logie 1874. p. XXXn eine Abhandlung von Doering über
die malacologische Fauna der Republik Argentina, die als
arm geschildert wird. Die 85 bekannten Arten der Land-
und Süsswasser- Mollusken werden aufgezählt. Mehrere
neue Arten von Succinea und Oraalonyx sollen daselbst
beschrieben sein.
Von Hidalgo Moluscos del viaje al Paciiico verifi-
cado de 1862 a 1865 por una comision de naturalistas
enviada por el gobierno espanol. Parte primera. Univalvos
terrestres, Madrid 1872 mit 8 Tafeln ist mir nur Kenntniss
durch eine Anzeige im Malak. Bl. p. 39 geworden. Die
abgehandelten Arten waren schon früher im Journal de
Conchyl. 18. p. 27 verzeichnet. Vergl. Ber. ü. d. J. 1870.
p. 131.
Cephalopoda.
Munier-Chalmas wies durch Untersuchung des Phrag-
mostracum der Cephalopoden nach, dass die Ammoniten nicht zu
den Nautiliden gehören, sondern mit Spirula verwandt sind, also
zu den Dibranchiaten gehört haben. Comptes rendus 1873. p. 1557 ;
Annais nat. bist. XIII. p. 183.
Harting hat die Chromatophoren der Embryonen von Loligo
vulgaris genau untersucht. Er ist der Ansicht geworden, dass der
contrahirte Zustand der active, der erweiterte der passive sei ; auch
der Mollusken während des Jahres 1874. 145
haben sie nie eine sternförmige Gestalt, weshalb er der Meinung
widerspricht, dass sie durch Muskelfasern erweitert werden. Alle
Chromatophoren liegen in einer sehr dünnen Lage, unmittelbar unter
der Oberhaut, in der künftigen Cutis, die ein noch ungeformtes
Bindegewebe ist; sie liegen darin in linsenförmigen mit Flüssigkeit
erfüllten Höhlen. Ob die Chromatophoren eine eigene Wand haben,
davon hat sich Verf. nicht mit Sicherheit überzeugen können ; ebenso
blieb er in Ungewissheit über das Vorhandensein eines Kerns in
jeder Chromatophore. In demselben Maasse, wie die Chromatophoren
sich ausdehnen, werden sie dünner und durchscheinend. Sie sind
von strahligen Fasern mit kolbig verdicktem Ende umgeben, die
jedoch keine Muskeln sind, so dass die Formveränderung in dem
Körper der Chromatophoren selbst ihren Sitz hat, sondern in denen
Verf. die Enden eines Nervengebildes vermuthet. Die Bewegungen
des Inhalts der Chromatophoren vergleicht Verf. denen des Proto-
plasma, und er hält die Embryonen von Loligo für ein sehr geeig-
netes Object, um den Einfluss verschiedener äusseren Einwirkungen
auf das Protoplasma zu studiren. Tijdschrift der Nederlandsche
Dierkundige Vereeniging I. p. 209 mit Taf. XL
Hughes beobachtete, dass die Tintenflüssigkeit der Cephalo-
poden sich nicht im Wasser löst, sondern eine compacte Masse
bildet. Sie könne daher nicht dazu dienen, das Thier zu verbergen ;
er glaubt vielmehr, dass die Verfolger durch den unverhofften An-
blick erstaunt würden. Nature, Mars 1874. p. 363.
Ü s s 0 w hat die Resultate seiner embryologischen Untersu-
chungen der Cephalopoden in diesem Archiv 1874 p. 329 nieder-
gelegt.
Grenacher hatte bei San Vincente, einer der Cap-Ver-
dischen Inseln, einen grossen Eihaufen von 75 Cm. Länge und
16 Cm. Durchmesser gefunden, und konnte die Entwicklung
der Eier zu einem Cephalopoden beobachten, den er jedoch nicht
zu bestimmen vermochte, weil die Ent Wickelung nicht weit genug
verfolgt werden konnte. Verf. glaubt aber aus der Beschaffenheit
der Saugnapfe schliessen zu können, dass es sich um einen Deca-
poden handelte, obgleich er kein Exemplar mit mehr als acht
Armen gesehen hat. Sehr bemerkenswerth ist es, dass diesen jungen
Cephalopoden der äussere Dottersack gänzlich fehlt. — Verf. geht
dann p. 455 ausführlich auf eine Kritik der morphologischen Theo-
rieen des Cephalophoren- und Cephalopodenfusses ein. Ausgehend
von den Ijarven der Gasteropoden fordert er für das »Protopodium«
den Character einer medianen, unpaaren Anlage. Ein solches Organ
fehlt bei den Cephalopoden, der Kiel bei den Heteropoden ist ein
Organ sui generis, charakteristisch für die Heteropoden, das er »Deu-
topodium« nennt. Das »Epipodium« entsteht aus den paarigen Em-
bryonalanlagen. Sie gehen bei den Cephalopoden unter totaler
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. Bd. 2. K
14G Troscliel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Verschmelzung in die Bildung des Trichters ein; bei den gymno-
somen Pteropoden bleiben die beiden Faltenpaare getrennt, aus dem
inneren bildet sich der sog. hufeisenförmige Theil des Fusses, aus dem
äusseren gehen die Flossen hervor, bei den Thecosomen scheinen
die inneren Falten ganz zu fehlen. Die Arme der Cephalopoden
ist Verf. noch am ersten geneigt, mit Loven, dem Velum der
Schneckenlarven zu vergleichen. — Endlich bringt Verf. noch das
Verhältniss des Gehör- und Gesichtsorgans der Cephalopoden zu
dem der Gasteropoden zur Sprache. Zeitschr. für wiss, Zoologie
24. p. 419—498, mit Tafel 39-42.
Der bei Neufundland gefundene Riesen-Cephalopode hat wei-
tere Besprechungen veranlasst: von Harvey in Annais nat. bist.
XIII. p. 67, von Kent in Proc. zool. soc. p. 178. Es war ein De-
capode, verwandt mit Loligo oder Ommatostrephes, dessen nähere
Bestimmung noch auf weiteres Material warten muss.
Auch Verrill bespricht, American Journal of sc. and arts VII.
p. 158, die fünf Vorkommnisse von riesigen Cephalopoden bei Neu-
Fundland, und meint, es scheine, dass sie alle zu zwei Arten ge-
hören, nämlich Architeuthis monachus und dux. Uebergegangen in
Annais nat. bist. XIII. p. 255.
Weiter schrieb Kent, Proc. zool. soc. p. 489, über die gigan-
tischen Cephalopoden von Neufundland. Er will die Individuen von
Conception und Logie Bay als Ommatostrephes Harveyi unterschei-
den. Den Architeuthis dux Steenstr. hält er für identisch mit Om-
mastrephes todarus d'Orb.
Hilgendorf zeigt einen grossen Ommatostrephes an, der im
April 1873 in Yedo ausgestellt war. Er war 900 Cut. lang. Mit-
theil, der deutschen Ges. in Ostasien ; Zool. Garten p. 157.
Sepiacea. Stieda hat begonnen seine Studien über den Bau
der Cephalopoden zu veröffentlichen. Zeitschr. für wiss. Zoologie
24. p. 84. Er beginnt mit dem centralen Nervensystem des Tinten-
fisches (Sepia officinalis). Nach einer äusseren Beschreibung folgt
eine Schilderung der Elemente des Nervensystems und des feineren
Baus der Ganglien. Dazu Tafel XIII.
Fischer behauptet, die Sepia officinalis des Mittelmeeres sei
verschieden von der S. officinalis des nördlichen Europa, dagegen
identisch mit S. Filliouxi, und synonym mit S. Fischeri. Journ. de
Conchyl. 22. p. 368.
Oasteropoda.
Taenioglossa.
CyclOtacea. Gydotus angulatus v. Martens, Jahrbücher Malak.
Ges. I. p. 56, aus dem Sulu-Meere.
der Mollusken wäbrend des Jahres 1874. 147
Pterocyclus chinensis v. Möllendorf, Jahrbücher Malak. Ges.
I. p. 78, aus China.
Ah/caeus Koheltianus v. Möllendorf, Jahrbücher Malak, Ges
I. p. 79, aus China.
Cydophorus Martensianiis v. Möllendorf, Jahrbücher Malak.
Ges. I. p. 78, aus China. — C. (Düropis) Whüei Brazier, Proc. zool.
SOG. p. 669. pl. 83. flg. 5—7, von der Insel Fitzroy an der Nord-
ostküste von Australien.
Piqoina Pctfardi Crosse, Journ. de Conchyl. 22. p. 370, von
Nordost-Australien.
Biplommatina Montrouzieri Crosse, Journ. de Conchyl. 22.
p. 110 und p. 394. pl. 12. fig. 8, von Neu-Caledonien. — D. Gowl-
landi Brazier, Proc. zool. soc. p. 670. pl. 83. fig. 19 — 21, von der
Insel Fitzroy an der Nordostküste Australiens.
Diplommatina Perroquini Crosse (1871) ist Journ. de Conchyl.
21. p. 44. pl. 1. fig. 6 abgebildet. Vergl. auch ib. 22. p. 394.
Cyclostoma (Leonia) scrobiculata Mousson, Jahrbücher Malak.
Ges. I. p. 98. Taf. V. Fig. 2, aus Marocco.
Euptychia metableta Crosse et Fischer (1873) ist Journ. de
Conchyl. 22. p. 80. pl. 1. flg. 5 abgebildet.
Choanoporaa Nev/combi, Gabbi und Moreletianum Crosse (1873)
sind Journal de Conchyl. 22. p. 82. pl. 3 abgebildet. — Ch. Sumi-
clirasti Crosse et -Fischer, ib. p. 283, aus Mexico.
Cistula Raveni von Curacao ist ib. p. 40. pl. I abgebildet.
Truncatellacea. TruncateUa dehilis Mousson, Jahrbücher Ma-
lak. Ges. I. p. 99. Taf. V. Fig. 3, aus Marocco.
ÄmpuUariacea. Ampullaria catamarcensis Sowerby, Proc. zool.
soc. p. 600. pl. 72. fig. 4, aus Peru.
Paludinacea. Bythinia ejecta Mousson, Journ. de Conchyl. 22.
p. 46, aus Mesopotamien,
Schepman fand in der alten Maass bei Rhoon eine Menge
Lithogkphus naticoides und beschrieb Schale und Thier. In der
Form der Aussenlippe der Schale bemerkte er einen Geschlechts-
unterschied, indem bei den Männchen das Labrum vorgezogen er-
scheint, während es beim Weibchen gerade verläuft. Er bildet auch
die Kiefer und die Platten der Radula sfehr gut ab. Letztere stim-
men mit meiner Abbildung von L. fuscus, Gebiss der Schnecken I.
p. 105. Taf. VII. Fig. 12 ziemlich überein. Meine Abbildung war
dem Verf. nicht bekannt. Tijdschrift der Nederlandsche Dierkundige
Vereeniging I. p. 124, pl. 6.
Assiminea recta Mousson, Jahrbücher Malak, Ges. I. p. 100.
Taf. V. Fig. 4, aus Marocco.
Paladilhe gründete in der Paludinenfamilie eine neue Gat-
tung Peringia, und bearbeitete dieselbe monographisch. Die
Schnauze des Thiers ist vorn zweilappig, die Fühler haben an der
148 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Spitze einen schwarzen Fleck, der einem Auge ähnlich sieht, die
wirklichen Augen liegen am Grunde der Fühler, bie Windungen
der Schale sind platt, die Nähte wenig vertieft, die letzte Windung
in der Mitte mit einer Spur von Kiel, die Apertur vollständig, gegen
die Basis des Spindelrandes leicht ohrförmig. Alle Arten leben im
Salzwasser an den Küsten, die Männchen sind kleiner als die Weib-
chen. Dahin P. Pictonwn von La Rochelle, Girardoti von Pouliguen,
ulvae (Turbo nlvae Penn,), gallica (Assiminea gallica 1867), seqiia-
nica aus der Seine-Mündung, Massoti von Salces, PencJiinati eben-
daher, margaritae von der Insel St. Marguerite, suhumhilicata (Turbo
subumb. Montagu 1803). Annales des sc. nat. l. Article 2 mit einer
Tafel Abbildungen.
Als Anhang des obigen Aufsatzes beschrieb Pal ad il he p. 29
folgende neue Arten: Paludinella utriculus von Ariege, curia von
Lusignan, Baudoni Girondo, elUptica Basses-Pyrenees; Hydrohia
procera Vendee; Päludestrina subulata Vannes, suhobesa Belle-Ile
en mer.
Weinland fand im Ermsthal, unmittelbar unter der Ruine
Hohen-Wittlingen an einer Quelle eine Hydrobia, welche mit H.
Quenstedtii Wiedersh. identisch ist. Da mit der Falkensteiner Höhle
nicht die geringste Beziehung besteht, so glaubt er, dass sie in un-
zugänglichen, unterirdischen Tuffsteinklüften lebt. Nachrichtsblatt
p. 46.
Hydrohia Gentüsiana Crosse, Journ. de Conchyl. 22. p. 112
und p. 395. pl. 12. fig. 9, von Neu-Caledonien. — H. Crosseana
Gassies, Journal de Conchyl. 22. p. 215, von Neu-Caledonien.
Hydrohia (Ämnicola) hrevicula und pallida v. Martens, Fedt-
schenko's Reisen p. 30. Taf. 2. Fig. 28 und Fig. 27, von Maracanda
und Sarafschan.
Melaniacea. Brot bearbeitet die Familie der Melaniaceen
in Küster 's Conchylien-Cabinet. Einleitend giebt er die üebersicht
seiner Eintheilung dieser Familie. Er unterscheidet die Subfamilien
1) Strepomatidae, mit einfachem Mantel, eierlegend und mit
den Gattungen Pleurocera Raf., Lithasia Hald., Leptoxis Raf., Gy-
rotoma Shuttl. und Goniobasis Lea, 2) Melanidae, mit gelapptem
oder gezähntem Mantel, lebendig gebärend, mit der Gatt. Tanalia
Gray, Stomatodon Bens., Paludomus Swains., Philopotamis Layard,
Melania Lam. (Subgen. Melanella, Acrostoma, Pachychilus, Sulco-
spira, Nigritella, Melanoides, Melania, Striatella, Plotia, Plotiopsis,
Tiara, Tiaropsis, Tarebia, Sermyla), Doryssa Adams, Vibex Oken,
Hemisinus Swains., Melanopsis Fer., Clea Adams, Canidia Adams,
Faunus Montf., Melanatria Brotl. — Verf. beginnt dann gleich mit
der Gattung Melania, da ihm von den Strepomatidae noch nicht
hinreichendes Material zu Gebote steht, und da Paludomus bereits
der Mollusken während des Jahres 1874. 149
von Küster bearbeitet war. Er beschreibt dann 6 Arten Melanella,
2 Acrostoma, 14 Pachychilus.
Paludomus luteus Adams, Proc. zool. soc. p. 585. pl. G9.
fig. 5, von Borneo.
Melania Doriae und Brotiana Tapparone-Canefri Viaggio della
Magenta 1. c.
Schizostoma Lewisii Lea (1869) ist Journal Acad. Philadel-
phia VIII. pl. 21. fig. 16 abgebildet.
Goniobasis Lawrencii und baculoides Loa (1869) sind Journ.
Philadelphia VIII. p. 62. pl. 21. fig. 17, 18 abgebildet.
Melanopsis costata var. infracincta v. Martens, Vorderasiat.
Conch. p. 32. Taf. ä. fig. 38, aus den Quellen des Chabur bei Ptas-
el-ain. — M. fasciata, fragilis, aurantiaca, elongata, Brotiana Gassies,
Journ. de Conchyl. 22. p. 381, von Neu-Caledonien.
Melanopsis Lambert! Souverbie (1872) ist Journ. de Conchyl.
21. p. 64. pl. 4. fig. 8, abgebildet.
Littorinacea. Littorina trisHs Mousson, Jahrbücher Malak.
Ges. I. p. 101. Taf. V. Fig. 5, aus Marocco.
Bissoa riigulosa, nana, siihfiisca, plicata, imrpurea, impolita,
rosea Hutton, Catalogue p. 28, von Neu-Seeland.
Bissoina minuta und evanida von den Andamancu, und B.
percrassa von Mauritius, Nevill, Journ. Asiatic Soc. p. 25. pl. 13 — 15.
— B. artensis Montrouzier und suhconcinna Souverbie, Journ. de
Conchyl. 20. p. 364; 21. p. 61. pl. 4. fig. 5 und 6, von Neu-Ca-
ledonien.
Fossarus ealedonicus Crosse, Journ. de Conchyl. 22. p. 206,
von Neu-Caledonien.
Gerithiacea. Cerithium altematum, Kirki, cinctum, exilis und
C. (Ino) minimus Hutton, Catalogue p. 26, von Neu-Seeland. —
Hutton bemerkt ib. p. 107 in einem Anhange, dass sein 0. cinctum
identisch sei mit Cerithium (Bittium) terebelloides MS., welchem
Namen er gern den Vorzug giebt.
Laeocochlis n. gen. Dunker und Metzger, Nachrichtsblatt 1874.
p. 7; Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 146. Testa sinistrorsa, acumi-
nato-turrita, unicolor alba, tenuicula, sub^ellucens, anfractibus 12
aequaliter convexis, transversim costatis et liratis, sutura profunda
divisis instructa; anfractus embryonales per lougitudinem plicati;
apertura subrhombea et canaliculo brevi lato et aperto pauUulum
torto terminata; columella laevis subrecta; labrum internum leviter
sulcatum. Gehört nach dem Thier in die Familie der Cerithiaceen.
Von fossilen Cerithien gehört wohl C. sinistratum Nyst und C. gra-
nosum Wood hierher. L. Pommeraniae von der Norwegischen Küste.
Turritellacea. Turritella (Haustator) fulminata und vittata,
T. (Eglisia) symmetrica Hutton, Catalogue p. 29, von Neu-Seeland.
Mathilda (Turbo) quadricarinatus Brocchi ist nach der Ver-
150 TrüBcliol: Bericht üb. d. LeiotLuigcn iu d. Naturgeschichte
Sicherung von Kobelt auf jugendlichen Exemplaren gegründet,
ausgewachsene sind von Adams als Eglisia Macaudreae beschrieben.
Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 226. Taf. 11. Fig. 2.
Vermetacea. Siphonium lamellosum Hutton, Catalogae p. 80,
von Neu-Seeland.
Fyramidellacea. Obeliscus roseus Huttou, Catalogue p. 22, von
Neu-Seeland.
Chemnitzia zedlandica Hutton, Catalogue p. 22, von Neu-
Seeland.
Eulimacea. EuUma clmtliamensis Hutton, Catalogue p, 23,
von den Chatham-Inseln.
Arcuella n. subgen. von Euliraa G. et H. Nevill, Jouru.
Asiatic Soc. of Bengal 43. p. 26, unterschieden von Eulima durch
die regelmässige spirale Streifung und durch die nach hinten ge-
wundene Columella, so dass sie au der Basis der Apertur einen
spitzen Winkel bildet. E. {Arcuella) mirifica pl. I. Fig. 10, von
Ceylon.
Leiostraca Montrouzieri Souverbie, Journ. de Conchyl. 20.
p. 365; 21. p. 63. pl. 4. fig. 7, von Neu-Caledonien.
Stiliferidae. Apicalia Holdsivortld Adams, Proc. zool. soc.
p. 585. pl. 69. fig. 1, von Ceylon.
Trichotropidae. Trichotropis inornata Hutton, Catalogue p. 26,
von Neu-Seeland.
Alata. Stromhus robustus Sowerby, Proc. zool. soc. p. 599.
pl. 72. fig. 5, von Hongkong.
Aporrhaidae. Referent fand diis Gebiss der Aporrhais oc-
cidentalis sehr ähnlich dem von A. pespelecani. Sitzungsber. der
niederrheinischen Gesellschaft in Bonn p. 166.
Amphiperasidae Ovulum sinense Sowerby, Proc. zool. soc.
p. 599. pl. 72. fig. 1, von Hongkong.
Naticacea. Natica Umacina von den Antillen, Manceli von
Mauritius, cernica von Mauritius, Bourbon und Madagascar, Bayani,
lineozona und insecta unbekannten Fundortes, Jousseaume, Revue
de zool. p. 14. pl. n. — N. vitrea Hutton, Catalogue p. 21, von
Neu-Seeland. — iV. Gaidei Souverbie, Journ. de Conchyl. 22. p. 196.
pl. 7. fig. 7, von Neu-Caledonien.
Souverbie bildet, Journ. de Conchyl. 22. p. 198. pl. 7.
fig. 8, den Deckel von Naticina papilla Chemn. ab.
Neverita larvata Tapparone-Canefri Viaggio della Magenta 1. c.
Gypraeacea. Cypraea tricornis von Mauritius und C. Lienardi
von Mauritius und Neu-Caledonien, Jousseaume Revue de zool. p. 9.
pl. 1. fig. 3, 4 und 1, 2.
Die Gebrüder Nevill erklären Cypraea Macandrei Sowerby
Thes. für eine Varietät von C. Beckii Gaskoin. Journ. Asiat. Soc.
of Bengal 43. p. 29.
der Mollusken währoutl des Jahres 1874. 151
Tritoniidae. Kobelt beschreibt Tritonium Segueuzae Ar. et
Ben. nach sicilianischen Exemplaren, vergleicht sie mit T. nodi-
ferum, variegatum und nobile, und bildet ein junges Exemplar ab.
Jahrbücher malak. Ges. I. p. 347. Taf. 14.
Triton {Gutturnium) orientalis Nevill, Journ. Asiatic Soc. of
Bengal 43. p. 29, von den Andamanen. — Tr. (Simpulum) acclivis
Hutton, Catalogue p. 13, von Neu-Seeland. — Tr. (Epidromus) com-
ptus Sowerby, Proc. zool. soc. p. 598. pl. 72. fig. 2, von Hongkong.
Rbipidoglossa.
Helicinacea. Helicina Gassiesiana und Noumeensis Crosse,
Journ. de Conchyl. 22. p. 111 und 184. pl. 4. fig. 6, 7, von Neu-
Caledonieu. — IL Mazei und euglypta Crosse, ib. p. 119, von Mar-
tinique. Beide sind ib. p 203. pl. 4. fig. 5 und 4 abgebildet. Da-
selbst figurirt H. Marzei als Varietät von H. Antillarum Sow.
Helicina Gabhi Crosse und Newcomb (1873) ist Journ. de
Conchyl. 22. p. 87. pl. 1. fig. 4 abgebildet.
Hydrocenacea. Hydrocena rubra Gassies, Journ. de Conchyl.
22. p. 214, von Neu-Caledonien.
Georissa muUüirata Brazier, Proc. zool. soc. p. 670. pl. 83.
fig. 8 — 10, von der Insel Fitzroy an der Nordostküste Australiens.
Nerltacöa. Neritina anatolica var. mesopotamica und N. ein-
ctella V. Martens, Vorderasiat. Conch. p. 33. Taf. 5. Fig. 42 und
43, aus Mesopotamien. — N. Icarasuna Mousson, Journ. de Conchyl,
22. p. 34, aus Mesopotamien. — iV". eupliratica und N. (Mitrida)
Schlaeflii Mousson, ib. p. 49, erstere aus Mesopotamien, letztere von
der Insel Ghaes im Persischen Meerbusen,
Clithon strigilatus Tapparone-Canefri Viaggio della Magenta 1. c.
Souverbie beschreibt den Deckel von Neritopsis radula L.
Journ. de Conchyl. 22. p. 199.
Auch Adams hat, Proc. zool. soc. p. 585. pl. 69. fig. 4, den
Deckel von Neritopsis radula abgebildet, wonach die Gattung näher
den Neritaceen als Natica verwandt ist.
Trochacea. Calcar Bahelis Fischer, Journ. de Conchyl. 22.
p. 205, unbekannten Fundorts.
Liotia (Ärene) SJiandi Hutton, Catalogue p. 35, von den
Chatham-Inseln. — Liotia Gowllandi Brazier, Proc. zool. soc. p. 672.
pl. 83. fig. 1, 2, von der Insel Percy an der Nordostküste Australiens.
EutrocJius Lessonaeanus Tapparone Canefri Viaggio della Ma-
genta 1. c.
Ädeorbis varius Hutton, Catalogue p. 35, von Neu-Seeland. ,
Chrysostoma fulminata, simulata, inconspicua und rosea Hutton,
Catalogue p. 36, von Neu-Seeland.
Nach Fischer kommt Turbo phasianellus Desh. von der
Insel Reunion auch im Caledonischen Archipel vor, und hat einen
152 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
dünnen, hornigen Deckel, gehört also zu Trochus. Journal de
Conchyl. 22. p. 156.
Trochus satrapius v. Martens, Vorderasiat. Conchyl. p. 100.
Taf. 6. Fig. 50, aus dem Persischen Meerbusen. — Tr. fanuloides
Fischer, Journ. de Conchyl. 22. p. 373, ohne Vaterlandsangabe.
Polydonta chathamensis Huttou, Catalogue p. 36, von den
Chatham-Inseln.
Clanculus festivus Tapparone-Canefri Viaggio della Magen ta
1. c. — Cl. Tonnerrei Nevill, Journ. Asiat. Soc. of Bengal 43. p. 27.
pl. I. Fig, 2, von Aden.
Monodonta confusa Tapparone-Canefri Viaggio della Magenta
1. c. — M. zeus von Neu-Holland, und vermiculatus unbekannten
Vaterlands, Fischer, Journ. de Conchyl. 22. p, 372.
Labio Ilectori Hutton, Catalogue p. 37, von Neu-Seeland.
Euchelus bellus Hutton, Catalogue p. 37, von den Chatham-
Inseln. — E. persicus v. Martens, Vorderasiat. Conchylien p. 100.
Taf. 6. Fig. 51, aus dem Persischen Meerbusen.
Omphalius Smithii Tapparone-Canefri, Viaggio della Magenta 1. c.
Monika zealandica Hutton, Catalogue p. 40, von Neu-Seeland.
— M. Warnefordi und Masoni Nevill, Journ. Asiat. Soc. of Bengal
43. p. 27. pl. I. Fig. 3, 4, von den Andaraanen. — M. (Solariella)
casta Nevill, ib. pl. I. Fig. 1, von Ceylon.
Stomatellacea. Stomatella granosa Larabert, Journ. de Con-
chyl. 22. p. 374, von Neu-Caledonien.
Fissurellacea. Fissurella squamosa und riibiginosa Hutton,
Catalogue p. 42, von Neu-Seeland,
Lucapina monilifera Hutton, Catalogue p. 42, von Neu-
Seeland.
Scutus abnormis Nevill, Journ. Asiatic Soc. of Bengal 43.
p. 28. pl. L Fig. 12, von Penang und Chandpur in der Bai von
Bengalen.
Rhachiglossa.
Volutacea. Voluta (Alcithoe) suhplicata und V. {CymUola)
KirJci Hutton, Catalogue p. 18, von Neu-Seeland.
Prevost gab, Journ. de Conchyl. 21. p. 38. pl. 1. fig. 1,
eine verbesserte Diagnose nach einem frischen Exemplare von Vo-
luta Thatcheri Mac-Coy (1868).
Marginellacea. Marginella {Glahella) picturata von Mauritius,
M. {Volvarina) inconspiciia von Mauritius und M, (Volvarina) de-
formis von Ceylon, Nevill, Journ. Asiatic soc. of Bengal 43. p. 23.
— M. albescens und vittata Hutton, Catalogue p. 19, ven Neu-
Seeland.
Fasciolariacea. Schacko hat die Radula des Fusus incon-
stans untersucht, und gefunden, dass sich diese Art eng an Fascio-
der Mollusken währeud des Jahres 1874. 153
laria anschliesst. Diese Thatsachc ist um so wichtiger, als von den
typischen Fusus wegen Mangels an Material noch keine Art unter-
sucht ist. In einem Zusatz schliesst v. Martens, dass mau eine
Gattung Fusus s. str. annehmen müsse, in die auch des Ref. Aptyxis auf-
zunehmen sei, und die zu den Fasciolariaceen gehöre, wogegen Neptu-
nea, Euthria, Hemifusus u. s. w, zu den Muriciden oder Bucciniden ge-
stellt werden müsse. Dadurch wird es allerdings geboten, meine
Bezeichnung Fusacea zu beseitigen, und die Gruppe lieber Buccina-
cea mi nennen. Diese kann ich aber nicht so weit fassen, wie v.
Martens vorschlägt, und von Murex ist sie durchaus verschieden.
Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 115.
Fusus traversi, corticatus, plebejtis, inferus, hicinctus Hutton,
Catalogue p. 9, von Neu -Seeland.
Mitracea. Unter der Ueberschrift »Studien über die Conchy-
lien des Rothen Meeres I.« hat Jickeli die Gattung Mitra im alten
Sinne bearbeitet. Er zählt 48 Arten aus dem Rothen Meere auf,
nämlich 5 Mitra, 1 Nebularia, 2 Scabricula, 4 Cancilla, 3 Cbrysome,
3 Strigatella, 1 Mitreola, 1. Zierliana, 1 Turricula, 18 Costellaria,
1 Callithea, 5 Pusia und 2 Cylindra. Die neuen Arten sind auf
Tafel II abgebildet: 3Iitra HempricM Fig. 1, M. (Scabricula)
Ehrenbergii Fig. 3, 31. {CancUla) Tathnae Fig. 4, Turricula
(Costellaria) semitica Fig. 8, aetJiiopica Fig. 9. Turricula Pho-
raonis Adams wird in T. (Costellaria) Äppelii Fig. 5, umgetauft.
Ausserdem sind noch abgebildet: Mitra pretiosa Reeve Fig. 2, M.
Osiridis P^ig. 5, Turricula (Costellaria) Judaeorum Dohrn Fig. 7, T.
(Pusia) amabilis Reeve Fig. 10. Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 17.
Mitra dbscura Hutton, Catalogue p. 19, von Neu-Seeland. —
M. jucunda Tapparone-Canefri Viaggio della Magenta 1. c.
Kobelt hat die Exemplare von Mitra zonata Marryat und
Mitra Santangeli verglichen, und hält sie für identisch. Jahrbücher
malak. Ges. I. p. 227. Taf. XI. Fig. 3, 4.
Mitra (Pusia) cernica Nevill, Journ. Asiatic Soc. of Bengal
43. p. 24. pl. I. fig. 9, von Mauritius.
Tritonofusus (Fusus) Moebii Dunker und Metzger, Nachrichts-
blatt p. 8, Jahrbücher Malak. Ges. 1. p. 148. Taf. 7. Fig. 1, von
Norwegen.
Lathyrus albellus Dunker und Metzger, Nachrichtsblatt p. 8,
Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 150, von Norwegen.
Buccinacea. üeber Buccinum fusiforme Kiener, vergl. Kobelt,
Jahr!)ücher Malak. Ges. I. p. 230 und ferner p. 346.
Buccinum luridum Hutton, Catalogue p. 14, von Auckland.
Volutopsis attenuata Dali, Proc. California Acad. Febr. 1874,
aus der Behringsstrasse.
Kobelt will die Gattungen Pyrula und Fusus im alten La-
154 Trosuhül: Bericht üb. d. Loistmigou iu d. Naturgeschichte
marck'schen Sinne genommen, in Küste r's Conchyliencabinet be-
arbeiten, und er erkennt als dahin gehörig die Gattungen Ficula
Swaiijs., Bulbus liumphr., Tudicla Bolten, Pyrula Lam., Busycou
Bolten, Neptunea Bolten, Euthria Gray und Fusus Lam. Den An-
fang macht Ficula mit 6 Arten, neu F. tessellata aus Australien,
dann folgt Bulbus mit 2 Arten, Tudicla mit 7 Arten, Pyrula (mit
den Untergattungen Cassidulus, Myristica, Pugilina, Volema und
llcmifusus) bis zur 8. Art abgehandelt.
Turbinellacea. Die Monographie der Gattung Turbinella in
Küster's Conchylienkabinet ist von der 61. bis zur 85. Art fort-
gesetzt worden. Als neu werden beschrieben T. filamentosa Koch
von Westindien, Paeteliana von China, hicolor ohne Angabe des
Fundortes, trocUlearis von St. Jan in Westindien, fallax vermuthlich
aus Polynesien, Amaliae unbekannten Vaterlandes.
Nassacea. Nassa elongata von China, lirata von den Philip-
pinen und lucida von Keelings-Insel Marrat, Annais nat. bist. XI II.
p. 70. — N. {Hima) sistroidea von den Andamanen, N. (Telasco)
Stoliczkana von Calicut, N. (Ärcularia) callospira Adams an n. sp. ?
von den Andamanen, N. {Niotlia) simisigera Adams var. cernica
von Mauritius, Nevill, Journ. Asiatic Soc. of Bengal 43. p. 24. pl. I.
flg. 5 — 8. — N. persica v. Martens. Vorderasiat. Conchylien p. 94.
Taf. 5. Fig. 47, aus dem Persischen Meerbusen. — N. dominula
Tapperone, Viaggio della Magenta 1. c.
Columbellacea. Columbella {Atüia) rubiginosa Hutton, Cata-
logue p. 20, von Neu-Seeland.
Columbella {Änachis) sinuata Sowerby, Proc. zool. soc. p. 600.
pl. 72. fig. 3, von Ober-Californien. — C. (Mitrella) RasselU Brazier,
Proc. zool. soc. p. 671. pl. 83. fig. 17, 18, von den Claremont-Inseln,
nordöstlich von Australien. — C. {Änachis) Digglesi und GoiüUandi
Brazier, ib. p. 671. pl. 83. fig. 11, 12 und 15, 16, von Nordost-
Australien.
Amycula de Füippü Tapparone-Canefri, Viaggio della Ma-
genta 1. e.
Strigatellacea. Die Gebrüder Nevill taufen Mitra assimilis
Garrett (1872) in Tiirricida Garrcttii um. Journ. Asiat. Soc. 43.
p. 29.
Muricea. Mmex senilis von den Philippinen und M. flavidus
von unbekanntem Fundort, Jousseaume, Revue de zool. p. 5. pl. 1.
fig. 5, 6 und 7, 8. — M. Crossei Lienard, Journ. de Conchyl. 22.
p. 70. pl. 1. fig. 2, von Mauritius.
Murex Lienardi Ci-osse (1873) ist Journ. de Conchyl. 22. p. 74.
1)1. 3. fig. 4 abgebildet.
Pteronotus eos Hutton, Catalogue p. 8, von Neu-Seeiand.
Biwcinopsis canaliciilata Dali, Proc. California Acad. Febr.
^ 1874, von Cap Espenberg.
der Mollusken während dos Jahrey 1874. 155
Purpuracea. Lcptoconchus Robillaidi Lienard (1870) ist nach
Gebr. Nevill = Corallobia fimbriatus Adams. Jouru. Asiat. Soc.
of Bengal 43. p. 29.
Kobclt bemerkt, Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 222. Taf. 11.
Fig. 1, dass Coraliiophila Meyendorffii Calcara bis jetzt immer unter
dem Namen Coraliiophila scalaris Brocchi gegangen ist, aber dass
sie mit Murex scalaris Brocchi nicht idcntificirt werden kann, dass
diese Art zu Coraliiophila gehört, bestätigt sich auch durch den
Mangel des Gebisses.
Toxoglossa.
Conoidea. Die Bearbeitung der Gattung Conus von Weiukauff
in Kiister's Conchylien-Cabinet gelangte von der 198. bis zur
258. Art.
Wein kauf f hat einen Catalog der bis jetzt bekannt gewor-
denen Arten der Gattung Conus L. zusammengestellt. Er unter-
scheidet folgende Gruppen: 1. Marmorei mit 7 Arten, 2. Litterati
22 A., 3. Figulini 8 A., 4. Arenati 5 A., 5. Mures 19 A., 6. Varii
19 A., 7. Ammirales 43 A., 8. Capitanei 17 A., 9. Virgines 18 A.,
10. Dauci 15 A., 11. Magi 43 A., 12. Achatini 32 A., 13. Aspen
35 A., 14. Terebri 22 A., 15. Bulbi 11 A., 16. Tulipae 14 A.,
17. Texti 22 A., zusammen 352 Arten. — Bei der Zusammenstellung
in geographische Provinzen werden vier übersehene Arten hinzuge-
fügt, so dass die Gesammtzahl 356 Arten beträgt, von denen wieder
42 unbekannten Fundorts abzuziehen sind. Von den übrigen 314 Arten
kommen auf Europa 1 Art, Westafrica 27. Ostamerica 32, Südafrica
22, Westamerica 30, Ostafrica 70, Südasien 76, Ostasien 123, Austra-
lien 113 Arten. Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 236 und 273.
Crosse und Marie verzeichneten die Conus von Neu-Cale-
donien und der zu ihnen gehörigen Inseln. Bestimmt dort gesam-
melte Arten sind 84, wozu noch 6 andere kommen, die als von
dort stammend von andern Autoren erwähnt sind. Die Verfasser
haben besonders die Deckel derselben in Betracht gezogen, und 26
derselben abgebildet. Joarnal de Conchyl. 22. p. 333 mit pl. 13
und 14.
Conus (Chelyconus) pretiosus und Masoni von den Andamanen,
und C. {lihizoconua) seychellensis voji den Seychellen, Nevill, Journ.
Asiatic Soc. ofBengäl 43. p. 22. — C zealandicus Uutton, Catalogue,
von Neu-Seeland. — C. Mazei Deshayes, Jouru. de Conchyl. 22.
p. 64. pl. 1. flg. 1, von den Antillen.
Plenrotomacea. Pleurotoma nivosa Dali, Proc. California Acad.
Febr. 1874, von den Aleuten. — Fl trailli, laevis, albula Hutton,
Catalogue p. 11, von Neu-Seeland. — PI. liougeyroni, Giliherti,
varicosa, scalata, Moquiniana Souverbie, Journal de Conchyl. 22.
p. 187. pl. 7. fig. 1 —5, von Neu-Caledonien.
156 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Weinkauff hat in einem Aufsatze ȟber einige kritische
Arten aus der Gruppe der kleinen Plearotomen« in Jahrbüchern
Malak. Ges. I. p. 208 die europäischen Arten der Gattung Raphi-
toma (Mangelia), wie er hofft, endgültig festgestellt, nämlich R.
Bertrandi Payr., sicula Reeve, Sandriana Brus., multilineata Desh.
und rugulosa Phil. Alle sind abgebildet. In einer Anmerkung p. 209,
die hauptsächlich gegen E. v. Martens angeht, ohne dass er irgend-
wie dazu provocirt wäre, spricht er wieder auch gegen meine Me-
thode, d. h. gegen den Werth der Zungenbewaffnung für die Classi-
fication. Es ist hier nicht der Ort, um dem Verf. gründlich den
Standpunkt klar zu machen, der mich bei meinen Untersuchungen
leitet; ich will nur darauf hindeuten, dass ich seine Gründe, so-
wohl die Hauptgründe wie die Neben- und Verstärkungsgründe für
schwach halte, und bedaure, dass er seinem Wissen solche Blossen
gegeben hat.
Lachesis sulcata Hutton, Catalogue p. 12, von Stewards-Insel,
Neu-Seeland.
Glathurella roseotincta Montrouzier, Journal de Conchyl. 20.
p. 861; 21. p. 55. pl. 4. fig. 1, von Neu-Caledonicn.
Defrancia nigrotincta Montrouzier, Journal de Conchyl. 20.
p. 362; 21. p. 56. pl. 4. fig. 2, von Neu-Caledonien.
Cithara amabilis Nevill, Journ. Asiatic Soc. of Bengal 43.
p. 23. pl. I. Fig. 11, von Mauritius. — C, Guestieri und bidathrata
Souverbie, Journal de Conchyl. 20. p. 362; 21. p. 58. pl. 4. fig. 3
und 4, von Neu-Caledonien. — C. Balansai Crosse, ib. 21. p. 65,
von Neu-Caledonien.
Gancellariacea. Cancellaria traUli Hutton, Catalogue p. 26,
von Neu-Seeland.
Ptenoglossa.
Scalariacea. Scalaria Mariei Crosse (1873) ist Journal de
Conchyl. 22. p. 102. pl. 2. fig. 7 abgebildet.
Solariacea. Kobelt hat die mittelmeerischen Arten der Gat-
tung Solarium einer Kritik unterworfen. Er stellt die Synonymie
derselben folgendermassen : 1. Solarium pseudoperspectivum Bronn
= perspectiviforme Tiberi, juv. = discus Phil. 2, S, mediterra-
neum Monteros. = pseudoperspectivum Desh. = pulchellum Tib.
non Michelotti. 3. S. siculum Cautr. = stramineura Phil, non Lam.
= fallaciosum Tib. 4. S. conulus Wkff. = luteum Phil, ex parte
non Lam. = hybridum Lam, non Gmel. 5. S. Archytae Costa =
Sowerbyi Hanl. 6. S. moniliferum Bronn. Jahrbücher Malak. Ges.
I. p. 107. — Fernere Bemerkung ib. p. 344.
Tornatellacea. Tomatella Fahreana Crosse, Journ. de Conchyl.
21. p. 66, von Neu-Caledonien.
der Mollusken während des Jahres 1874. 157
Docoglossa.
Patellacea. Patella octoradiata, Pottsi und flava Hutton, Ca-
talogue p. 44, von Neu-Seeland.
Nacella flexuosa Hutton, Catalogue p. 45, von Neu-Seeland.
Ghitonldae. Aus der Chitonenfamilie beschreibt Hutton, Cata-
logue p. 48, mehrere Arten, die er bereits früher in Transactions
of the New-Zealand Institute IV. p. 178 aufgestellt hatte: Chiton
empleiirus und rudis, Tonicia ruhiginosa, Äcanthochaetes ovatus von
Neü-Seeland.
Dentaliacea. Laeaze-Duthiers hat auch bei Dentalium
den Ursprung des Nervus acusticus von den obern Schlundganglien
nachgewiesen. Er spielt bei dieser Gelegenheit auf die Verwandt-
schaft der Dentalien an, indem er sagt, dass in Dentalium die Ga-
steropoden-Natur sich zu raanifestiren beginnt, obgleich sie mit den
Acephalen noch näher verwandt ist als mit den höheren Typen.
Archives de Zoologie experimentale III. p. XX.
Dentalium pacificutn Hutton, Catalogue p. 5, von Neu-Seeland.
Fulmonata.
Binney beschrieb die Geschlechtsorgane und die Zungenbe-
waffnung einer Anzahl von Arten aus den Gattungen Lim ax, Zenites,
Helix, Strophia, Geomalacus, Pallifera, Bulimus, Cylindrella, Buli-
mulus, Orthalicus, Liguus, Succinea und Partula. Zu dieser Ab-
handlung gehören sechs Tafeln, Annais Lyceum New-York XI. p, 20.
Semper behandelte im 3. Heft des dritten Bandes des zweiten
Theils seiner Reisen im Archipel der Philippinen die zweite Gruppe
der Heliceen, Aulacognatha Mörch, die als Heliceen mit fein ge-
streiftem Kiefer charakterisirt sind. Verf. spricht sich gegen die
Brauchbarkeit dieser Gruppe aus, behält sie aber vorläufig noch bei,
da noch Anhaltspunkte zu einer besseren Eintheilung fehlen. Er
bespricht die Gattungen Philomycus, Cionella, Tornatellina, Steno-
gyra, Endodonta. Auf den Philippinen kommen vor: 10 Stenogyra,
wovon 5 neu, 1 Cionella neu, 1 Pupa, 1 Tornatellina, 4 Endodonta,
alle neu, 2 Buliminus. — Darauf folgt p. 142 die Gruppe Odonto-
gnatha mit geripptem oder stark gestreiftem Kiefer und meist mit
vorspringenden Zähnen an der Schneide desselben. Darin unter-
scheidet Semper zwei Abtheilungen: 1) ohne Anhangsdrüsen des
Geschlechtsapparats mit den Gattungen Achatina, deren sechs unter-
suchte Arten aus den Subgenera Liraicolaria, Achatina und Perideris
anatomisch gut übereinstimmen, Amphidromus mit 5 Arten Hinter-
indiens und 2 philippinischen, Bulimus, ßulimulus, Partula, Hadra,
von denen werthvolle Bemerkungen über die Anatomie beigebracht
sind. 2) mit Anhangsdrüsen der Geschlechtstheile, wohin die Gat-
tung Cochlostyla, in deren Bearbeitung der Text abbricht, ün-
158 Troscbel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
zweifelhaft sind die Untersuchungen Semper's für die Kenntniss der
Mollusken von unschätzbarer Wichtigkeit.
Helicea. Helix rußspira, ruhens, pliaeosona, FecUschenIcoi v.
Martens in Fedtschenko's Reisen 1. c. p. 9. Taf. 1. Fig. 6 — 9, aus
dem Sarafschan-Thale. — Helix adela Westerlund, JMalak. Bl. 22.
p, 57. Taf. 2. Fig. 1 — 4, aus dem submarinen Torfmoor bei Ystad.
— H. longipila Mousson, Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 85, aus Ma-
rocco. — H. Bruniana, Bourailensis und Melaleucarum Gassies,
Journ. de Conchyl. 20. p. 365, von Neu-Caledonien. — H. Mac-Neili
Crosse, ib. 21. p. 67, 22. p. 71. pl. 2. fig. 3, von Neu-Caledonien. —
IL Bazini pl. 4. fig. 1, Prevostiana pl. 12. fig. 3, corymhus pl. 12.
fig. 4, Taslei pl. 4. fig. 2, Vimontiana Crosse, ib. 22. p. 105 und
p. 180, von Neu-Caledonien. — H. vermiculosa Morelet, ib. 22. p. 179,
aus Marocco. — H. säburra Gassies, ib. 22. p. 207, von Neu-Cale-
donien. — H. rufotincta und inculta Gassies, ib. 22. p. 376, von
Neu-Caledonien.
Helix Lamberti, decreta und Koutoumensis Gassies (1871) sind
Journ. de Conchyl. 21. p. 46. pl. 2 abgebildet. — Ebenso Helix
calliope, Alleryana, Noumeensis und minutula (1869 und 1870) ib.
22. p. 97. pl. 2 und 3.
Endodonta philippinensis, constricta, irregularis, lacerata Sem-
per, Reisen III. p. 140, erstere von Luzon, die drei letzteren von
den Palauinseln.
Clessin hat die Gruppe Fruticola Held des Genus Helix L.
genauer zu bearbeiten begonnen, und zunächst den Formenkreis der
Helix rufescens Penn, in Angriff genommen. Dieser umfasst nach
seinen Untersuchungen folgende Schnecken: 1) Helix rufescens Pen-
nant = H. striolata C. Pfeiff. = circinnata Rossm, (pars). 2) Helix
claudestina Hartmann. 3) Helix danubialis n. sp. = claudestina
Born.? 4) Helix montana Stud. = montana C, Pfeiff. = erecta
Hartm. = circinnata Rossm. (pars) = rufescens var. minor Jeffr.
5) Helix coelata Stud.? — H. rufescens ist vorzugsweise in England
und Deutschland verbreitet, wo sie überall von H. montana begleitet
wird; H. danubialis folgt nur dem Laufe der Donau; H. clandestina
findet sich nur in der Schweiz. Jahrbücher Malak. Ges. L p. 177.
— Darauf folgt ib. p. 305 der Formenkreis der Helix hispida L.
und sericea Drap., um welche sich die Formen dieser Gruppe scharen.
Hierbei stellt Verf. H. Putonii aus den Vogesen, die sich an his-
pida anschliesst, und H. expansa aus Bayern, carneola aus den
Alpen, dubia von Innsbruck und terrena fossil im Löss, auf,
Clessin erkannte die als Helix hispida bestimmte Art, die
in ungeheurer Menge im Löss bei Günzberg vorkommt, als ver-
schiedene Species und nannte sie Helix terrena. Nachrichtsblatt
p. 46.
Helix {Xeropliila) eamerata und suhapicina Mousson, Jahr-
der Mollusken während des Jahres 1874. 159
bücher Malak. Ges. I. p. 12. Taf. IV. Fig. 1 und 2, aus Marocco.
— H. (Xeropküa) commeata und mesopotamica Mousson, Journ. de
Conchyl. 22. p. 21, aus Mesopotamien.
Helix [CochUcella) dupUcata Mousson, Jahrbücher Malak. Ges.
I. p. 83, Taf. IV. Fig. 3, aus Marocco.
Westerlund gab in Malak. Bl. 22. p. 54 ein Clavis Cam-
pylaearum conamen.
Helix (Tachea) atrolabiata var. nemoraloides v. Martens, Vor-
derasiat. Conch. p. 13. Taf. 1. Fig. 14; aus Georgien.
Helix (Macularia) Beräyana, Beaumieri, Atlasica, praedispo-
sita Mousson, Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 87. Taf. IV. Fig. 4 — 7,
aus Marocco. — H. {Macularia) Esclieriana Mousson, Journ. de
Conchyl. 22. p. 26, aus Mesopotamien.
V. Martens setzt auseinander, dass Helix strigata Müll, nicht
das sei, was man jetzt so als H. strigata bezeichnet, man müsse
vielmehr Helix strigata Ferussac schreiben. Nachrichtsblatt p. 12.
Helix (Pomatia) cincta var. anctostoma v. Martens, Vorder-
asiat. Conch. p. 19. Taf. 4. Fig. 21, von Orfa.
Helix (Camena) latilabris v. Möllendorf, Jahrbücher Malak.
Ges. I. p. 79, aus China.
Godwin-Austen beschrieb fünf neue Arten von Plectopylis
vom Nägagebirge und Munipür, nebst Bemerkungen über die übrigen
bekannten Arten, bildete auch die Arten in Beziehung auf die inneren
Leisten ab. Die neuen Arten sind : Plectopylis serica, shiroiensis,
nagaensis, munipur ensis, pseudophis. Proc. zool. soc. p. 608. pl. 73
und 74.
Leucochroa degenerans Mousson, Jahrbücher Mal. Ges. I. p. 7,
aus Marocco.
Cochlostyla polymorpTia Tapparone-Canefri, Viaggio della Ma-
gen ta 1. c.
Fischer beschrieb, Journal de Conchyl. 20. p. 289, die Zun-
genbewafifnung einiger Bulimus-Arten, nämlich Bulimus decollatus,
detritus und guadelupensis, nebst Abbildungen auf Tafel XV.
Bulimus turgidulus, imbricatus, aesopeus Gassies (1871) sind
Journ. de Conchyl. 21. p. 49. pl. 2 abgebildet. — Desgleichen B.
Pancheri var. Candida (1872) ib. 22. p. r02. pl. 2. fig. 5.
Achatina Vignoniana Morelet, Journ. de Conchyl. 22. p. 372,
von Gaben.
Morelet hat sich nun überzeugt, dass Achatina Dohrniana
Pfr. (vorj. Ber. p. 237) eine selbstständige Art sei. Journ. de Con-
chyl. p. 60.
Crosse setzt Achatina Gundlachi Pfr., die er ausser Cuba
auch von Haiti erhielt, in seine Gattung Geostilbia. Journ. de Con-
chyl. 22. p. 88.
Bulimulus Mazei Crosse, Journ. de Conchyl. 22. p. 118 und
160 Troschel: Bericlit üb. d, Leistungen in d. Naturgeschichte
202. pl. 4. %. 3, von Martinique. — B. Cuernavacensis Crosse et
Fischer, ib. p. 283, aus Mexico.
Buliminiis alhopUcatus, Sogdianus, miser, intumescens v. Mar-
tens, Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 46; Fedtschen-
ko's Reisen p, 19. Taf. IL Fig. 14 — 18. — B. {Petraeus) mesopota-
micus V. Martens, Vorderasiat. Concb. p. 22. Taf. 4. Fig. 25. — B.
(Petraeus) Carduchus v. Martens, ib. p. 24. Taf. 4. Fig. 26, aus
Kurdistan. — B. Samavaensis Moussön, Journ. de Conchyl. 22.
p." 38, aus Mesopotamien.
Binney machte einige Bemerkungen über das Gebiss der
Achatinellen im Journal de ConchyL 22. p. 135.
Cionella philippinensis Semper, Reisen III. p. 139, von den
Philippinen.
Weinland beschreibt eine Cionella Pfeifferi von riesiger
Grösse, 10 Mm., als neue Art, zweifelt aber, ob sie nicht bloss Va-
rietät von C. lubrica sein möchte. Nachrichtsblatt p. 34. — C.
[Aseca) viaroccana Mousson, Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 94.
Taf. V. Fig. 1, aus Marocco, subfossil.
Tornatellina Mariei Crosse, Journ. de Conchyl. 22. p. 109
und 393. pl. 12. fig. 7, von Neu-Caledonien.
Acicula {Caecilianella) minuta Mousson, Journ. de Conchyl. 22.
p. 39, vom Euphrat.
Stenogyra pilosa, pagoda, montana, arayatensis, minuta Sem-
per, Reisen III. p. 138, von den Philippinen.
Rumina decollata var. maura Crosse ist Journ. de Conchyl.
22. p. 73. pl. 2. fig. 6 abgebildet.
Eucalodium insigne und neglectum Crosse et Fischer, Journ.
de Conchyl. 20. p. 301, aus Mexico.
Cylindrella Raveni und Tatei (1872) sind ib. 21. p. 40. pl. I
abgebildet.
Auf Cylindrella turris Pfr. gründeten Crosse et Fischer, Journ.
de Conchyl. 20. p. 302 eine neue Gattung Goelocentrum: Testa
anguste rimata, cyliudraceo-turrita, eucalodiiformis, arcnato- striata,
dextrorsa; spira late truncata, utrinque plus minusve perspectiva;
truncatura medio peculiariter angulato-perforata ; foramen spirae
truncatae sat latum, rotundatum; sutura impressa; anfractus super-
stites sat numerosi (10 — 18), ultimus spira multo minor, breviter
solutus, infra medium filocarinatus; apertura subovata aut ovato-
rotundata; peristoma breviter solutum, continuum, reflexiusculum.
Columna interna tubo politissimo constituta, extus distanter costata,
interdum in quovis anfractu supra septum sinu instructo. Tubus
diametro ab apice crescens usque ad anfractum penultimum, tum
decrescens et rapide contractus in ultimo.
Eavenia n. gen. Crosse, Journ. de Conchyl. 21. p. 69 und
22. p. 67. pl. 2. fig. 4, Testa imperforata, turrita, tenuis, translu-
der Mollusken während des Jahres 1874. 161
cida, longitudinaliter striata; spira elongata, apice obtuso; sutura
impressa; anfractus lente accrescentes, ultimus spira multo minor;
apertura subverticalis, subauriforrais; peristoma haud continuum,
subincrassatam, marginibus disjunctis, columellari spiratim contorto,
basali rotundato, externo medio inflexo, angulatim prominulo, den-
tem validum, aperturam coarctantem intus emittente. Zwischen
Spiraxis und Pupa. B. Blandi von den Antillen.
Pupa cristata v. Martens in Fedtschenko's Keisen p. 23.
Taf. 2. Fig. 19, aus dem Sarafschan-Thale. — Pupa Dupuyi Wester-
lund, Malak. Bl. 22. p. 58. Taf. 2. Fig. 5—7, aus den Pyrenäen. P.
calpica Westerlund ist ib. Taf. 2. Fig. 6—8 abgebildet. — P. Fa-
breana Crosse, Journ. de Conchyl. 20. p. 359 und 22. p. 392. pl. 12.
fig. 6; aus Neu-Caledonien. — P. (Sphyradium) scyphus var. meso-
potamica (an species ?) Mousson, ib. 22. p. 31, aus Mesopotamien.
Westerlund studirte, Malak. Bl. 22. p. 61, Pupa bigorrensis
und die ihr verwandten Arten: P. megacheilos Jan, goniostoma
Küst., Arigonis Rossm., Moquiniana Küst., pyrenaearia Mich., Ver-
gniesiana Charp., clausilioides Boub., ringens Mich, und bigerrensis
Moq. Tand.
Pupa obstructa und Lifouana Gassies (1871) sind Journ. de
Conchyl. 21. p. 52, pl. 2 abgebildet. Ebenso P. paitensis (1872) ib.
22. p. 391. pl. 12. fig. 5. — Desgleichen P. longurio (1872) ib. p.40.
pl. I.
Pupa (Vertigo) Macdonnelli und Scotti Brazier, Proc. zool.
soc. p. 669. pl. 83. fig. 22, 23 und 24—26, von der [nsel Fitzroy
an der Nordostküste von Australien.
Chondrus arctespira Mousson, Journ. de Conchyl. 22. p. 29.
Clausula (Phaedusa) chinensis v. MöUendorf, Jahrbücher Ma-
lak. Ges. I. p. 79, aus China.
E. V. Martens erklärt Clausilia Braunii Charp., welche bei
Weinheim lebt, für identisch mit Cl. itala, und glaubt sie durch Wein-
reben eingeschleppt. Nachrichtsblatt p. 17.
Gr edler findet üebergänge zwischen einigen Clausilien und
unterscheidet unter diesen nur zwei Arten Clausilia Rossmaessleri
Pfeiff., nebst Var. Lorinae Gredl., und Clausilia Stentzi Rossm. mit
den Varr. cincta Brum., Funki Küst., und Letochana Gredl. Nach-
richtsblatt p. 77.
Westerlund machte, Malak. Bl. 22. p. 59, Bemerkungen
über Clausilia plicata Drap., C. plicatula und C. Grimmeri Parr.
V. MöUendorf machte Bemerkungen über die Clausilien-
gruppe Clausiliastra. Nachrichtsblatt p. 60,
Fischer machte, Journal de Conchyl. 22. p. 137. pl. 5, 6,
anatomische Bemerkungen über vier Succinea- Arten von den An-
tillen, S. unguis Fer. var. Guadeloupensis, patula Brug., rubescens
Desh. und depressa Rang, die sich auf das Gebiss, das Nervensystem
Archiv f. Naturg, XXXXI, Jahrg. Bd. 2. L
162 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
und die Geschlechtsorgane beziehen. Nur Succinea anguis kann als
Untergattung Homalonyx in der Nähe von Succinea bleiben, die
drei übrigen Amphibulima patula, Ehodonyx rubescens und Pelli-
cula depressa müssen als Unterabtheilungen der Gattung Amphi-
bulima betrachtet werden. Die Gattung Amphibulima in diesem
Sinne gehört in die Familie der Bulimuliden mit den Gattungen
Gaeotis, Peltella, Simpulopsis, Bulimulus ct. Diese Familie ent-
hält also Baumschnecken mit dünnem, wenig zusammenhängendem
Kiefer, dessen Falten in der Mitte schräg sind, wie bei Cylindrella,
Macroceramus ct. Sie bilden eine parallele Reihe mit den Heli-
cidae, Succineidae, Testacellidae.
Succinea cälcarea Gassies, Journ. de Conchyl. 22. p. 375. von
Neu-Caledonien.
Vitrinidae. Vürina conoidea v. Martens, in Fedtschenko's
Reisen 1. c. p. 8. Taf. 1. Fig. 5, von Samarkand. — F. rugulosa
Koch, ib. p. 7, von Karakasuk.
Westerlund vertheidigt die Artberechtigung von Hyalina
hammonis Ström, petronella Charp. und pura Aid. Malak. Bl. p. 66.
Conulus Elleryi und Russelli Brazier^, Proc. zool. soc. p. 668.
pl. 83. fig. 3, 4 und 13, 14, von Nordost- Australien.
Parmacella dorsalis Mousson, Jahrbücher Mal. Ges. I. p. 3.
Taf. I. Fig. 1, aus Marocco.
Amdlia maculata Koch u. Heynemann, Jahrbücher Malak.
Ges. I. p. 152. Taf. 6. Fig. 5, aus Turkestan, Fedtschenko's Reise
p. 2. Taf. 3. fig. 35, Radula.
Limax [Agriolimax) Fedtschenkoi Koch u. Heynemann, Jahr-
bücher Malak. Ges. I. p. 153. Taf. 6. Fig. 6, aus Turkestan, Fedt-
schenko's Reise p. 1. Taf. 3. fig. 36, Radula.
Heynemann führte aus, dass die bisher beschriebenen Arten
der Gattung Triboniophorus Humb. sämmtlich nur einer und der-
selben Species angehören, die den ältesten Namen T. Gräffei behält.
Die Abbildung der Radula, welche im Text als auf Tafel IX. Fig. 6
enthalten citirt wird, ist nicht gegeben. Jahrbücher Malak. Ges. I.
p. 195.
Zoßitidae. Zonites suhnitens Gassies, Journ. de Conchyl. 20.
p» 366, von Neu-Caledonien. — Z. Hamelianus Crosse, ib. 22. p. 104,
von Neu-Caledonien.
Macrochlamys turanica v. Martens bei Fedtscbenko p. 7.
Taf. 1. fig. 3, aus dem Thal Sarafschan.
Helicarion sardous Issel, Annali del mus. civ. di Genova
Vol. IV, von Sardinien.
Hemiplecta Beddomei Blanford, Annais nat. bist. XIV. p. 406,
aus der Provinz Travancore im südlichen Indien.
Testacellidae. Testacella Gestroi Issel, Annali del mus. civ.
di Genova Vol. IV, von Sardinien.
der Mollusken während des Jahres 1874. 163
Fischer beschreibt die Anatomie von Helix inaequalis, mul-
tisulcata und Cabriti von Neu-Caledonien, die er als fleischfressend
erkennt, und mit Semper zu Rhytida und in die Familie Testacel-
lidae bringt. Journ. de Conchyl. 21. p. 5. pl. III.
Crosse und Fischer schliessen daran, ib. p. 13, die Cha-
raktere der Gattungen Rhytida und Diplomphalus :
Bhytida Albers. Testa umbilicata, sat tenuis, convexo-de-
pressa, undulato-rugosa vel striata; spira parum elevata; anfractus
4 — 5 planiusculi; umbilicus latus, infundibuliformis ; apertura ob-
longe ovato-lunata; peristoma siraplex, acutum, marginibus conver-
gentibus. Dahin Rh. aequalis Pfr. und 13 andere Arten.
Diplomphalus n. gen. Testa latissime et perspective um-
bilicata, subdiscoidea, planorbiformis, utrinque concava; spira perde-
pressa, concava, medio profunde immersa; anfractus angustissimi,
immersi, sutura valde impressa discreti, ultimus caeteros involvens ;
apertura angusta; peristoma simplex, fere subcontinuum, marginibus
callo lamelliformi plus minusve prominulo, antice remoto junctis,
externo inflexo, subacuto. — Animal carnivorum, maxilla destitutum,
lateraliter compressum; pes valde acutus, tenuissimus; radula in
series transverse obliquas, arcuatas, regulariter intermixtas disposita ;
dens medianus nuUus; locus dentis deficientis nudus; dentes acuti,
spiniformes, angusti, obliqui, subaequales, numerosi, densi, basi me-
diana, subinflata. Dahin H. Cabriti Gassies und drei andere Arten.
Diplomphalus Mariei Crosse var. ß ist Journ. de Conchyl. 22.
p. 387. pl. 12. fig. 1 abgebildet; ebenso D, Vaysseti Marie (H.
Vaysseti 1871) pl. 12. fig. 2.
Feroniadae. OncMdella griseo-fusca Tapparone-Canefri, Viaggio
della Magenta 1. c.
Aariculacea. Melampus exesus und strictus Gassies, Journal
de Conchyl. 22. p. 212, von Neu-Caledonien.
OpMcardelus Coxianus Tapparone-Canefri, Viaggio della Ma-
genta 1. c.
Cassidula pilosa und truncata Gassies, Journal de Conchyl.
22. p. 209, von Neu-Caledonien.
Auricula australiana Tapparone-Canefri^ Viaggio della Ma-
genta 1. c.
Limnaeacea. Physa (Isodora) lirata Mousson, Journ. de Con-
chyl. 22. p. 43, aus Mesopotamien. — Fh. incisa und doliolum
Gassies, ib. 378, von Neu-Caledonien.
Physa Carltonii und Wolfiana Lea (1869) sind Journ. Phila-
delphia VIII. p. 63. pl. 21. fig. 19 und 20 abgebildet.
Aplexa Adamsiana Tapparone-Canefri, Viaggio della Ma-
genta 1. c.
Westerlund hat nach kritischen Bemerkungen über Pla-
norbis vortex L , Rossmaessleri Auersw. deformis Hartm. und den
164 Troschel; Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Verwandten dieser Typen, Malak. Bl. p. 70, einen Conspectus spe-
cierum et varietatum in Europa viventium generis Planorbis Guett.
(ib. p. 98) folgen lassen. Er unterscheidet in der 1. Gattung Go-
retus Adans. (Spirodiscus Stein) 2 Arten, nämlich PI. corneus mit
7 Varietäten und PI. Dufourii Graells. In der 2.Gatt. Tropidiscus
Stein werden drei Gruppen geschieden, a. carinati mit PI. umbili-
catus Müll, (marginatus Drap, nebst 3 Var. und PI. carinatus Müll,
nebst 6 Var. b. Vortices, wohin PI. vortex L. mit 5 Var,, PI. vor-
ticulus Trosch. mit 2 Var. c. Spirorbes, wohin PI. septemgyratus
Ziegl., PI. Dazuri Mörch, PL spirorbis L. mit 1 Var. und PI. rotun-
datus Poir. mit 1 Var, gehören. Die 3. Gatt. Bathyomphalus
Agass. besteht aus PI. contortus L. mit 1 Var. Die 4. Gatt. Gy-
raulus Agass. umfasst PI. albus Müll, mit 5 Var., PI. Gredleri
Bielz, PI. Rossmaessleri Auersw., PI. devians Porro., PI. borealis,
womit der Text abbricht.
Planorbis (Gyraulus) intermixtus Mousson, Journ. de Conchyl.
22. p. 45, aus Mesopotamien.
Limnaea limosa L. Var. Broecki Collin, Proces-verbaux Soc.
malac. de Belgique III. p. XXXIII. — L. euphratica, canalifera und
hordeum Mousson, Journ. de Conchyl. 22. p. 40, aus Mesopotamien.
— L. dbyssicola Brot, Bulletin Soc. Vaudoise sc. nat. XIII. p. 112.
pl. 3. fig. 5, 6, aus den Tiefen des Genfer See's.
Jousseaume erklärt seine Gattung Lantzia (vergl. Ber. 1872.
p. 203) für identisch mit Erinna Adams (1855). Die Gattung hat
demnach zwei Arten, nämlich E. Newcombii Adams von den Sand-
wichinseln, und carinata Jouss. von Bourbon. Revue de zool. p. 25.
Notobranchiata.
Sauvage hat, Journ. de Conchyl. 21. p. 25, ein Vezeichniss
der Nudibranchier von den Küsten des Boulonnais, nach den Ma-
nuscripten von Bouchard-Chantereaux zusammengestellt. Es sind
22 Arten, von denen zwei sehr wahrscheinlich neu sind, eine Po-
lycera und eine Antiopa. ^Dieselben sind jedoch nicht benannt.
Auf die Gattungen vertheilen sich die Arten so: 5 Doris, 1 Gonio-
doris, 1 Thecacera, 3 Polycera, 1 Idalia; 2 Tritonia; 1 Dendronotus,
1 Doto, 3 Eolis, 2 Antiopa, 2 Elysia.
Doridae. OncMdoris tuberculatus Hutton, Catalogue p. 54,
von Neu-Seeland.
Drepania n. gen. Lafont, Journ. de Conchyl. 22. p. 369.
Corpus molle, laeve, supra convexum, postice acuminatum; caput
arcuatum; tentacula antica cylindrica; tentacula super na clavata,
medio lamellosa, appendice falciformi ad basin munita; branchiae 3,
plumosae, appendice laterali, falciformi, utrinque munitae; pes an-
gustus, superne dilatatus et utrinque productus; orificium genitale
der Mollusken während des Jahres 1874. 165
infra tentaculum dextrum superum situm. Verwandt mit Thecacera,
Polycera und Ancula. Dr. fusca von Arcachon.
Doridopsis indacus Tapparone-Canefri, Viaggio della Ma-
genta 1. c.
Tritoniadae. Aus der Gattung Bornella Gray, die mit den
Dendronotiden nur entfernt verwandt ist, und sich schon äusserlich
durch federförmige Kiemen an den Papillen unterscheidet, hat
Bergh in Semper's Keisen zwei Arten, nämlich B. calcarata Mörch
und digitata Aid. et Hanc. ausführlich anatomisch beschrieben.
Melibe papulosa Tapparone-Canefri, Viaggio della Magenta 1. c.
Eolidiae. Bergh setzte seine Beiträge zur Kenntniss der
Aeolidiaden (vergl. vorj. Ber. p. 245) in den Verhandlungen der
zool.-bot. Gesellsch. in Wien 24. p. 394 fort. Daselbst werden be-
schrieben: Aeolidia papillosa L.,^ ÄeoUdiella occidentalis n. sp. von
den Antillen, Facelina Drummondi Thomps., F. Veranyana n. sp.
aus dem Mittelmeer, F. Janii Ver., F. Panizzae Ver., Hervia modesta
Bergh, Matharena oxyacantha Bergh. Von ihnen sind auf 4 Tafeln
einzelne Theile, namentlich das Gebiss abgebildet.
Bergh hat in Semper's Reisen II. p. 308, die einzig sicher
bekannte Art der Gattung Hero Loven (Cloelia olim), beschrieben.
Lophocercidae. Pagenstecher hat Lophocercus Sieboldii,
den er mit Oxynoe olivacea Raf. und Icarus Gravesii Forbes für
identisch zu halten geneigt ist, beschrieben, und kommt namentlich
durch Untersuchung des Gebisses zu dem Ergebniss, dass nicht
allein die Einreihigkeit, sondern auch der Charakter der Zähne
entscheidend dafür sei, dass Lophocercus und wohl zugleich Lobiger
ganz nahe zu Elysia und Pontolimax gehören. Die Gattungen der
Gruppen werden kurz so charakterisirt :
Pontolimax Creplin (Limapontia 0. F. Müller) ohne Fühler,
ohne Seitenlappen, ohne Kiemen, ohne Schale. Elysia Risso, zwei
eingerollte Fühler und seitlich aufsteigende, hinten zusammentre-
tende Hautplatten, ohne Kiemen, ohne Schale.
Lophocercus Krohn, zwei eingerollte Fühler und seitlich auf-
steigende, hinten zusammentretende Hautplatten mit Kiemen in
Blätterform am Dach einer Athemkammer, mit Schale.
Lobiger Krohn, zwei eingerollte Fühler, Seitenlappen tief
eingeschnitten, mit Kiemen in Blätterform am Dach einer Athem-
kammer, mit Schale.
Verf. will sie als Monostichoglossa zusammenfassen, und
die Familien der Pontolimaciden, Elysiaden und Lophocerciden un-
terscheiden. Mit den Bullen, Bullaeen und Aplysien haben sie keine
nahe Verwandtschaft. Verhandl. des Naturh. Medicin. Vereins zu
Heidelberg L p. 58.
Lophocercus (Cylindrobulla) Souverbiei Montrouzier, Journ.
de Conchyl. 22. p. 195. pl. 7. fig. 6, von Neu-Caledonien.
166 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Aplysiacea. Phyllaplysia n. gen. Fischer, Journ. de Con-
chyl. 20. p. 294. pl. 15. fig. 1—3. Corpus depressum, Collum breve,
pes latissimus, lobi natatores minuti, cavitatem branchiarum te-
gentes. Tentacula fistulosa et fissa. Coitus ut in Helicibus reci-
procus. Dentes linguales tricuspidati, obtusi, non aculeati. Testa?
Dahin Aplysia depressa Cantr., Dolobella ornata Desh. und Ph. La-
fonti n. sp. von Arcachon. — Ph. punctulata Tapparone-Canefri,
Viaggio della Magenta 1. c.
Acera. Buccinuliis Kirhi und albus Hutton, Catalogue p. 51,
von Neu-Seeland.
Cylichna striata Hutton, Catalogue p. 52, von Neu-Seeland.
Amphisphyra quadrata Monteserato, Journ. de Conchyl. 22.
p. 280, von Palermo.
Bulla Amdliae Kobelt, Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 76, fossil
von Tarent.
Reinhardt hatte Gelegenheit das Manuscript von Faber's
Reisen einzusehen, welches sich in seinem Besitz befindet. Er glaubt
daraus zu erkennen, dass Mörch recht hatte, als er behauptete,
Faber habe Akera bullata für Clio retusa gehalten, als er deren
Vorkommen im Kattegat angab. Vidensk. Meddelelser naturh. For-
ening i Kjöbenhavn 1874. p. 126.
Philine striatella Tapparone-Canefri, Viaggio della Magenta 1. c.
Aglaia Gigliolii Tapparone-Canefri, Viaggio della Magenta 1. c.
Monopleurobranchiata.
Ancyloidea. Fack hatte Gelegenheit die Entwicklung des
Ancylus fluviatilis zu beobachten. Der Laich war eine rundliche
Masse, durch dünne radienartig gestellte Häutchen in 3 Abthei-
lungen getheilt, deren jede ein Ei enthielt. Von diesen entwickelten
sich zwei in 21 Tagen, Schriften des naturw. Vereins für Schleswig-
Holstein I. p. 209.
Hypobranchiata.
Fleurophyllidiadae. Diese Familie enthält nach der Bearbeitung
von Bergh in Semper's Reisen IL p. 213 siebzehn Arten Pleuro-
phyllidia, 3 Linguella und 1 Camarga. Als neu beschrieben werden
Pleurophyllidia gracilis von Bombay, luguhris und pallida von den
Philippinen, Linguella punctilucens aus China. Diese neuen Arten
sind ausführlich anatomisch beschrieben.
Sehr nahe stehend den vorigen ist die neue Familie, welche
Bergh ib. p. 276 Pleural euridae nennt. Sie unterscheidet sich
von jenen nur durch den vollständigen Mangel von Kiemenblättern
und Seitenlamellen. Dahin nur die Gattung PZewroZeitra mit einer
neuen Art. PI. ornata von den Philippinen, ausführlich beschrieben.
der Mollusken während des Jahres 1874. 167
LamellibrancMata.
Ostreacea. Kobelt berichtet über die Muschelzucht in Ta-
rent. Zool. Garten p. 8.
So u bei ran machte auf die Umstände aufmerksam, welche
bei der Austernzucht zu beachten seien, und glaubt, dass es nur
an der Achtsamkeit und dem Fleisse der Züchter liege, wenn die
Versuche ungünstige Eesultate geliefert haben. Er will besonders
beachtet wissen : die Temperatur, atmosphärische Störungen, Strö-
mungen, Salzgehalt des Wassers, Beschaffenheit des Bodens, Reini-
gung der Bänke durch Abschaben, Feinde, Verbot des Fanges zu
gewissen Zeiten. Association pour l'avancement des sciences. 1. Ses-
sion, Bordeaux 1872. p. 614. — Ebenda p. 619 machte Auschitzky
Bemerkungen über die Austernzucht im Bassin von Arcachon.
Ostrea lutaria Hutton, Catalogue p. 84, von Neu-Seeland.
Anomia Stoivei Hutton, Catalogue p. 83, von Neu-Seeland.
Pectinea. Spondylus Wrightianus Crosse, Journ. de Conchyl.
20. p. 360, aus Australien.
Pecten radiatus und P. (Detitipecten) velUcatus Hutton, Cata-
logue p. 82, von Neu-Seeland. — P. Lamberti Souverbie, Journ. de
Conchyl. 22, p. 200. pl, 7. fig. 9, von Neu-Caledonien. — P. secer-
nendus Tapparone-Canefri, Viaggio della Magenta 1. c.
Arcacea. Area Bouvieri Fischer, Journ. de Conchyl. 22.
p. 206, von den Cap-Verdischen Inseln.
Pectunculus planatus Nevill, Journ. Asiatic Soc. of Bengal 43.
p. 29. pl. 1. fig. 16, von den Andamanen.
Limopsis compressa Nevill, Journ. Asiatic Soc. of Bengal 43.
p. 28. pl. I. fig. 17, von den Andamanen.
Nuculacea. Mörch bringt Yoldia abyssicola und obtusa Sars
zur Gattung Malletia Desra. (Solenella Sow.). so dass diese Gattung
mit den drei südamerikanischen fünf Arten enthält. Er setzt die
Charaktere der Nuculaceen in den unten getheilten und scheibenartig
ausdehnbaren Fuss und die federförmig^en Kiemen. Dahin gehören
die Gattungen Solenomya Lam., Malletia Desm., Ctenoconcha Gray,
Yoldia Müll., Nucularia Link, Nucula Lam. und Trigonia Brug.
Najades. Clessin hat über die Familie der Najaden ge-
schrieben, indem er die Thiere untersuchte und ihre Charaktere
für die Unterscheidung der Gattungen verwerthete. Besonders ge-
eignet zur Bestimmung der Genera erscheinen ihm der Mantel, die
Kiemen, die Muskeln, unter denen er Schliessmuskeln, Haftmuskeln
und Bewegungsmuskeln unterscheidet, die Mundlappen und der
Fuss. Er nimmt die Adams'schen Familien Unionidae und Mutelidae
einstweilen als Subfamilien an, je nachdem der Mantel ganz offen,
168 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
oder am Hintertheile verwachsen ist. In ersterer unterscheidet er
die Gattungen Unio Retz., Anodonta Cuv., Margaritana Schum.,
Monocondylaea d'Orb., Microcondylaea Vest, Alasmodonta Say, My-
cetopus d'Orb., Byssanodonta d'Orb., Dipsas Lea, Plagiodon Lea;
in letzterer Spatha Lea, Mutela Scop., Iridina Lam., Hyria Lam.,
Castalia d'Orb. und Leila Gray. Die einzelnen Gattungen werden
dann charakterisirt, sowohl nach der Schale, wie nach dem Thier,
soweit es dem Verf. zugänglich geworden ist. Malacozool. Blätter
22. p. 1. Auf einer Tafel sind die Thiere von Iridina coelestis,
Spatha Caillaudii und Anodonta cellensis abgebildet.
Clessin erkannte an Anodonten und Unionen, dass sie keine
Winterruhe halten, jedoch im Winter ihre Schale nicht weiter bauen
können, weil keine Kalkablagerung stattfindet. Durch diese Unter-
brechung des Wachsthums entstehen die Jahresringe an den Mu-
schelschalen des süssen Wassers. Nacbrichtsblatt p. 25.
Flemming: Ueber die ersten Entwicklungserscheinungen am
Ei der Teichmuschel. Archiv für mikroskopische Anatomie X. p. 257
—292 mit Taf. XVI.
Hermann v. Jhering hat Untersuchungen über die Ent-
wickelungsgeschichte der Najaden angestellt. Er nimmt an, dass
die Schale ein Ausscheidungsproduct der peripherischen Zellenschicht,
und die Porencanäle Lücken seien, welche den von ihm beschrie-
benen Zellenfortsätzen ihren Ursprung verdanken. Von dem Byssus-
faden der Najadenembryonen sagt er, er entstehe in einer langen
schlauchförmigen Drüse. Die sogenannten Forel'schen Wimperor-
gane scheinen ihm die Anlage später erscheinender Organe, viel-
leicht des Nervensystems zu sein. Sitzungsber. der naturf. Ges. zu
Leipzig I. p. 3.
Lea gab einen neuen Index to Vol. I. to XIII. Observations on
the Genus Unio. Philadelphia 1874 heraus. Derselbe enthält die Arten
des XIII. Bandes, und dann folgt ein supplementärer Index, in Be-
ziehung auf die anatomischen Details, die Lebensweise und andere
Eigenthümlichkeiten der Unionen ct. in den Voll. I — XIII. Die Be-
nutzung der werthvollen Arbeiten des Verf. wird hierdurch sehr
erleichtert.
Lea hat im Journal of the Academy of Philadelphia VIII.
p. 5 auf 18 Tafeln folgende 52 Arten Unioniden abbilden lassen,
welche in den Jahren 1871 und 1872 in Proc. Philadelphia Acad.
aufgestellt waren : Unio globatus, validiis, subgiobatus, Lawii, ob-
uncus, recurvatus, tuscumbiensis, appressus, radiosus, crudus, cir-
cumactus, pattinoides, litus, cahabensis, simulans, dispansus, santeen-
sis, radiolus, Stevensii, Jeffreysianus, exilior, Macnielli, Pealei,
acuens, flavidus, pauciplicatus, lenticularis, tellicoensis, yadkinensis,
conasaugaensis, conspicuus, brevis, Anderson ensis, vesicularis, cur-
vatus, amplus, insolidus, attenuatus, differtus, cuspidatus, rostellum,
der Mollusken während des Jahres 1874. 169
irwinensis, exacutus, subparallelus, subsquamosus, basalis, ligatus
bellulus, infuscus, oblongus, ratus, dissimilis. — In einem Supple-
ment sind noch 10 Arten ib. p. 55 aus dem Jahr 1873 hinzug-e-
fügt: ü. cirratus, hastatus, strumosus, subolivaceus, subcylindraceus,
corneus, infulgens, Dooleyensis, Gesnerii, invenustus. — Ferner
werden die Weichtheile der Thiere von ünio Tappanianus, Ro-
wellii und Hydeians, so wie von Anodonta Leonensis, und die em-
bryonalen Formen von 14 Unionen und von Margarita Spillmanii
beschrieben und abgebildet.
Unio Ksibianus Mousson, Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 104.
Taf. V. Fig. 6, aus Marocco. — U. Pfisteri, rufescens, eeltiformis,
Heudei Bazin MS., capiiatus, pisciculus, Languilati Heude, Journ.
de Conchyl. 22. p. 112, ans der Provinz Nanking.
Monocondylea Nankingensis Heude, Journ. de Conchyl. 22.
p. 116, aus dem Nanking-Flusse.
Gl essin hat in Küster'^s Conchylien-Cabinet die Gattung Ano-
donta von No. 81 bis 149 weiter gefördert. Als neu werden ange-
sehen: A. capitata Küster aus Dalmatien, japonica Martens von
Yokohama, Gruneriana Clessin unbekannten Vaterlandes, spatiosa
(Dipsas) Clessin (A. herculea Reeve) von Nordchina.
Anodonta Schlaeflii Monsson^ Journal de Conchyl. 22. p. 51, aus
Mesopotamien. — A. edulis Hende, ib. p. 117, aus der Provinz Nanking.
M'^cetopus iridineus Heude, Journ. de Conchyl. 22. p. 117,
aus der Provinz Nanking.
Mytilacea. Sabatier beschreibt die Circulations- und Respi-
rationsorgane von Mytilus edulis. Comptes rendus: Revue et maga-
sin de Zoologie 1874. p. LXI. ,
Mytilus (Hormomya) Boeckii, M. (Aulacomya) diluculum und
M. (Chloromya) pusio Phil. Var. Mörch, Journal de Conchyl. 22.
p. 174, von der Norwegischen Küste. — M. Msc/iermwws Tapparone-
Canefri, Viaggio della Magenta 1. c.
Modiola Bellardiana Tapparone-Canefri, Viaggio della Ma-
genta 1. c.
Lithophagus curtus Lischke, Japanische Meeres-Conchylien III.
p. 111. Taf. 9. Fig. 14—17, von Jedo; Jahrbücher Malak. Ges. I. p. 59.
Astartacea. Gouldia isabella Huttou, Catalogue p. 76, von
Neu-Seeland.
Laseidae. Pythina Stowei Hutton, ib. p. 75, von Neu-Seeland.
Galeommidae. B arclayia n. gen. Adams, Proc. zool. soc.
p. 585, testa transverse ovata, subaequilateralis, tumida, solida,
omnino clausa, striis concentricis et striolis confertis radiantibus
decussata, umbonibus subcentralibus vix prorainentibus, margine
crenulato ; cardo dentibus duobus contiguis tuberculaeformibus in-
structus, ligamentum internum, linea pallialis simplex. Gegründet
auf Scintilla incerta Desh. pl. 69. fig. 3.
170 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Cyclädea. Clessin hat in Küster's Conchylien-Cabinet be-
gonnen die Familie der Cycladeen zu bearbeiten. Er fügt den in
diese Familie gehörenden Gattungen Corbicula, Batissa, Velorita,
Cyrena, Sphaerium und Pisidium noch die aus Sphaerium ausge-
schiedenen neuen Gattungen Limosella und Calyculina hinzu. Den
Anfang macht die Gattung Pisidium, die im Texte bis zur 24. Art
vorliegt, und die er in drei Gruppen theilt: Fluminina, Muschel
gross, festschalig, in jeder Schale 2 Cardinalzähne, die neben ein-
anderstehen, Bivulina, Muschel von mittlerer Grösse, ziemlich
festschalig, in der linken Schale 2 nebeneinandergelegene Cardinal-
zähne, in der rechten Schale ein Cardin alzahn, Fossarina, Muschel
von mittlerer Grösse oder klein, dünnschalig, in der linken Schale
2 hinter einander stehende Cardinalzähne, in der rechten Schale
ein Cardinalzahn. P. rivulare aus Bayern, hispanicum aus Spanien,
Moreanum von Vardara, HeldreicJiii aus Attica und üalieum werden
als neue Arten aufgestellt.
Pisidium ohliquatum, acuminatum, sphaeriforme und turanicum
Clessin, in Fedtschenko's Reisen p. 36. Taf. 3. fig. 31 — 34, aus dem
Thal von Sarafschan und von Maracanda.
Corhicula tigridis Mousson, Journ, de Conchyl. 22. p. 55, aus
Mesopotamien. — C. minima Clessin, in Fedtschenko's Reisen p. 35.
Taf. 3. Fig. 30, aus den Kanälen von Maracanda.
Glauconomyidae. Glauconome Isseliana Tapparone - Canefri,
Viaggio della Magenta 1. c.
Conchae. Venus jedoensis Lischke, Jahrbücher Malak. Ges.
I. p. 57, von Jedo.
Chione crebra und gibbosa Hutton, Catalogue p. 70, von Neu-
seeland.
Dosinia Genei Tapparone-Canefri, Viaggio della Magenta 1. c.
Crosse verzeichnete die 15 bekannten Arten der Gattung
Meroe (Sunetta), und bildete eine derselben, M. Roetersiana Crosse
(1873) ab. Journ. de Conchyl. 22. p. 89. pl. 3. fig. 7. — Lischke
wies ib. p. 364 nach, dass Meroe excavata Hanley = Cytherea men-
strualis Mke. und Meroe magnifica Reeve sei und von Japan stamme,
während Meroe vaginalis Mke. von Australien eine verschiedene Art
sei. — Diese Angabe benutzend reducirt Crosse ib. p. 367 sein oben
erwähntes Verzeichniss auf 14 Arten.
Nymphacea. Psammobia Eossiteri Crosse, Journ. de Conchyl.
21. p. 66, von Neu-Caledonien.
Teilina lintea Hutton, Catalogue p. 67, von Neu-Seeland.
Mactracea. MuUnia notata Hutton, Catalogue p. 64, von
Neu-Seeland.
Darina pusilla Hutton, Catalogue p. 64, von Neu-Seeland.
Eaeta perspicua Hutton, Catalogue p. 65, von Neu-Seeland.
Anatinidae. Lyonsia rostrata Lischke, Japanische Meeres-Mol-
der Mollusken während des Jahres 1874. 171
lusken III. p. 102. Taf. 9. %. 13, von Süd-Japan ; Jahrbücher Malak.
Ges. I. p. 58. — L. vitrea Hutton, Catalogue p. 61^, von Neu-Seeland.
Neaera trailli Hutton, Catalogue p. 62, von Neu-Seeland.
Poromya Forhesi Adams, Proc. zool. soc. p. 586. pl. 69. fig. 6,
ohne Vaterlandsangabe.
Pholadidae. Teredo antarctica Hutton, Catalogue p. 59, von
Neu-Seeland.
Brachiopoda.
Von Kowalevski erschien im 14. Bande der Schriften der
k. Gesellschaft für Naturgeschichte zu Moskau eine Abhandlung
»Beobachtungen über die Entwickelung der Brachiopoden«, mit fünf
Tafeln mit Abbildungen. Ich bedaure über den Inhalt nichts Wei-
teres berichten zu können, da die Arbeit in Russischer Sprache
geschrieben ist. Nur soviel ersehe ich, dass die Gattungen Argiope
und Thecidium das wesentliche Material für die Beobachtungen ge-
liefert haben.
Terebratula cernica Crosse (1873) ist Journ. de Conchyl. 22.
p. 75. pl. 1. fig. 3 abgebildet.
Tnnicata.
Reichert hob die wesentlichsten Punkte aus der Abhandlung
v. Baer's »Entwickelt sich die Larve der einfachen Ascidien in der
ersten Zeit nach dem Typus der Wirbelthiere?« hervor (vergl. vorj.
Ber. p. 252). Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 14.
Lacaze-Duthiers hat in seinen Archives de Zoologie ex-
perimentale III. p. 119, 257, 531 eine ausgedehnte Arbeit über die
einfachen Ascidien der französischen Küsten begönnen. Er hat
zunächst Studien an einer Molgulide gemacht, die er für Molgula
tubulosa hält, aus welcher Hancock seine Gattung Eugyra bildete,
jedoch mit Zweifel über die Richtigkeit der Bestimmung. Dieser
erste Abschnitt enthält eine Beschreibung des Thieres, und eine
Darstellung seiner Anatomie und Physiologie, so wie der Entwicke-
lungsgeschichte. Dieser Theil der Arbeit, soweit er im Jahr 1874
erschien, ist von 15 Tafeln begleitet, und bildet gleichsam die Ein-
leitung zu der Arbeit, deren Fortsetzung zu erwarten steht.
Giard hatte schon darauf hingewiesen, dass die Molgulae
mit abnormen Embryonen im erwachsenen Zustande frei sind,
während die regelmässig gebildeten Larven zu festgehefteten Arten
sich ausbilden. Er beobachtete dies weiter bei einer Molgula, in
der er M. socialis Alder vermuthet. An ihren Larven zeigt das
Ende des Schwanzes Strahlen, die er den Strahlen in den Flossen
von Fischembryonen vergleicht. Diese Erscheinung fand er noch
viel mehr ausgebildet bei den Embryonen gewisser Cynthien, na-
mentlich solchen, die zu der Gruppe Styela Sav. gehören. Er be-
172 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte ct.
schreibt sie näher bei einer Art, die er Polystyela^Lemirri nennt
Comptes rendus 1874. p. 1860; Annais nat. hist. XIV. p. 164.
Kowalevsky hat die Knospung der Ascidien genauer stu-
dirt. Er benutzte zu seinen Untersuchungen eine neue Art Didem-
nium styliferum und Amoroecium proliferum M. Edw. Jede Knospe
besteht aus zwei Häuten, einer äussern und einer innern. Die
äussere liefert nur die Bedeckungen der Knospe, die innere, welche
gewöhnlich die Form eines Bläschens hat, alle inneren Organe. Bei
der Ascidienbildung aus der Knospe zerfällt die innere Haut in drei
Abschnitte. Aus dem grösseren, inneren derselben entsteht der
Kiemensack, aus den beiden seitlichen die, anfangs paarigen, später
auf der Rückenseite des Kiemensackes verschmelzenden Perithora-
calräume. Längs der oberen Mittellinie des inneren Abschnittes
entsteht das Nervenrohr; und aus dem hinteren Ende des Kiemen-
sackes wächst der Darm mit seinen Anhängen aus. Auf der Bauch-
seite des Kieraensackes bildet sich der Endostyl und an einer Seite
das Herz. Verschieden verhält es sich mit der Abstammung der
inneren Haut. Bei Botryllas bildet sie sich als eine Ausstülpung
der äusseren Lamelle des Perithoracalraumes ; bei Perophora aus
der Lamelle der Scheidewand, welche als eine unmittelbare Fort-
setzung des Kiemensackes anzusehen ist; bei Amoroecium aus dem
Ende der Scheidewand in jedem Abschnitte des Abdomen. Zwischen
der Knospung der Ascidien, Pyrosomen und Salpen erkannte Verf.
eine sehr grosse üebereinstimmung, Archiv für mikrosk. Anatomie
X. p. 441—470 mit zwei Tafeln.
Heller legte der Wiener Akademie die erste Abtheilung einer
Arbeit über die Tunicaten des Adriatischen Meeres vor. Er zeigt,
dass das sogenannte Herz der Ascidien nur die Fortsetzung eines
unter dem Kiemensacke verlaufenden Gefässstammes sei, und weist
auf die grosse Üebereinstimmung hin, welche sich zwischen dem
Gefässsysteme der Ascidien und dem von Amphioxus finde. Es
werden 12 Arten aufgeführt, von denen besonders Ascidia mentula
genauer untersucht wurde. Zu der Abhandlung gehören sechs
Tafeln. Ob sie nur im Manuscript vorgelegt wurde, oder ob sie
bereits gedruckt sei, ist nicht gesagt. W^iener Sitzungsber. 1874. p. 2.
Die Beschreibung der mteressanten Gattung Bh ab dapleur a
von Sars, Quarterly Journ. of micr. sc. XIV. p. 23, hatLankaster
Veranlassung gegeben (ib. p. 77), sich über die systematische Stel-
lung der Polyzoen zu äussern. Er hält durch Rhabdopleura die
Polyzoen fest an die Reihe der Mollusken gebunden, und mit den
Polyzoen gehen die Brachiopoden. Rhabdopleura hat einen grossen und
wohlentwickelten Fuss. Der Mundschild rechtfertigt die Annahme,
dass das Epistom der Süsswasser-Polyzoen den Fuss der Mollusken
bedeutet. Die Abwesenheit einer Mantel-Falte (mantlefold) ist ihm
von geringer Bedeutung, ebenso die Verkümmerung der Kopfgegend.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen auf
dem Gebiete der Entomologie während der Jahre
1873 nnd 1874.
Von
Dr. Ph. Bertkau
in Bonn.
Zweite Hälfte.
(Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf die Separatausgabe.)
Hymenoptera.
J. Lubbock erörtert, angeregt durch die Berichte
älterer Beobachter, die Frage, ob Bienen, Wespen und
Ameisen ein Mittel gegenseitiger Verständigung hätten.
Verschiedene Versuche entscheiden zu Ungunsten einer
bejahenden Beantwortung dieser Frage. Wenn er einer
bezeichneten Biene oder Wespe Honig vorgesetzt hatte,
so kehrte sie selbst allerdings von Zeit zu Zeit zurück,
um die Stissigkeit wieder zu geniessen, brachte aber nie
ihre Kameraden mit. — Töne, selbst von bedeutender
Stärke, schienen keinen Eindruck auf Bienen und Wespen
zu machen. Journ. Linn. Soc. XII. No. 58. p. 116 ff.
V. Hagens handelt (in der Berl. Ent. Zeitschr. 18.
p. 25 ff.) von den Copulationsorganen (Genitalien
V. Hagens) der männlichen Bienen, besonders der
Gattung Sphecodes. Nachdem schon Schenck in den
Copulationsorganen der (^ der 13 in Nassau vorkommenden
Hummelarten eine grosse Verschiedenheit gefunden, die
dieselben zur Unterscheidung der Arten sehr geeignet er-
scheinen lassen, liefert Hagens eine Uebersicht über diese
Theile bei einer grösseren Zahl von Bienengattungen.
Dieselben bestehen im Allgemeinen aus zwei Paaren hor-
niger Organe, „Zangen", aus 1—3 Gliedern bestehend,
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. ^
174 Bert.kau: Bericlit üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
und « Klappen", die zwischen den ;, Zangen" liegen und
eingliederig sind. Dieser allgemeine Bau findet nun in
den einzelnen Gattungen und noch mehr bei den einzelnen
Arten mannichfache Abänderungen, und zwar so, dass meist
die Gattung, mindestens aber die Art an den Genitalien er-
kannt werden kann. Indem v. Hagens nun die betreffen-
den Organe einer grossen Zahl von Sphecodesindividuen
untersucht, die er früher den Ausführungen SicheTs
folgend, für Varietäten von Sph. gibbus L. hielt, unter-
scheidet er 8 scharf geschiedene Formen, von denen 3 neu
sind. Ferner ist noch hervorzuheben, dass die Genitalien
sonst nahe verwandter Gattungen grosse Abweichungen von
einander zeigen, und dass dieselben von Apis mellifica über-
haupt nicht mit dem vorhin gegebenen Schema stimmen,
indem die „Zangen" kegelförmig und von weicher Be-
schaffenheit sind und die ;,Klappen" ganz fehlen.
Denselben Gegeil^tand behandelt derselbe in dem
Corresp.-Blatt des Naturhist. Ver. d. preuss. Rhein-
lande und Westfalens; 1874. p. 64 ff. lin
A. Hensel giebt in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
p. 153 ff. ein Referat über die im vorigen Berichte p. 326
(106) erwähnte Abhandlung von H. Müller: Anwendung
der Darwinschen Lehre auf Bienen. ',,' ' "'''""^^^'"
Ueber die Ent Wickelung des Stachels bei oienen-
artigen Insekten s. diesen Ber., Erste Hälfte, p. 286 (34).
E. F. Cressön. Hymenoptera Texana. Trans.
Am. Ent. Soc. IV. p. 153—292. Enthält ein Verzeichniss
von über 600 Arten, die in Texas nachgewiesen sind.
Mit Ausnahme der Chrysididen und Formiciden sind alle
Familien vertreten. Gegen 300 Arten sind als neu be-
handelt.
T. A. Marshall. A Catalogue of British Hyme-
noptera; Oxyura. London 1873. Dieser vierte Theil
des projectirten Catalogs enthält Proctotrypidae (3 G.,
17 A.), Ceraphronidae (6 G., 39 A.); Bethylidae (5 G., 6 A.);
Dryinidae (6 G., 27 A.); Embolimidae (2 G., 2 A.); Helo-
ridae (1 G, 3 A.); Belytidae (10 G., 26 A.); Diapriidae
(13 G., 52 A.); Scelionidae (10 G., 61 A.); Platygastridae
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 175
(15 G., 111 A.); Mymaridae (12 G., 36 A.), im Ganzen
83 G.; 373 A.
A. Dours. Catalogue synonymique des Hyme-
nopteres de France. Mem. de la Sog. Linn. du
Nord de la France IIL (Vgl. Rev. et Mag. Zool. 1874.
p. XL.)
Dieser Katalog führt 2700 Arten in Frankreich auf,
mit zahkeichen Angaben über Parasitismus u. s. w. die
Synonymie ist möglichst vollständig.
S. S. Saunders. On the Habits and economy
of certain Hymenopterous Insects wich nidificate
in briars; and their parasites. Trans. Ent. Soc.
London. 1873. p. 407 ff. Handelt von der Lebensweise
einiger Eumeniden, einer neuen Gattung Crabroniden und
zwei neuen Arten von Chrysididen und Chalcidiern, alle
von Albanien.
F. Smith. Description of Aculeate Hymeno-
ptera of Japan, collected by Mr. George Lewis
at Nagasaki and Hiogo. Trans. Ent. Soc. London
1873. p. 181 ff. Beschränkt sich auf die Aculeata, (80 A.),
von denen 52 neu sind, während die übrigen schon von
den benachbarten Gebieten; Europa (3) und Nordamerika
(2), bekannt sind.
S. C. S. van VoUenhoven. Pinacographia.
Illustrations of more than 1000 Species of North-
West-European Jchneumonidae sensu Linnaeano.
Afbeeldingen van meer dan 1000 Soorten van
Noordwest-Europeesche Sluipwespen. (Ichneu-
mones sensu Linnaeano). 'sGravenhage 1875. 4.
p. 1—8. Taf. I— IV. Ist der Anfang eines umfangreichen
Werkes über Entomophaga in englischer und holländischer
Sprache.
' Von dem neuen Verzeichniss der Niederlän-
dischen Hymenoptera von Sn. van VoUenhoven
ist der 2. Theil erschienen. Tijdschr. v. Entom. 2. VIII.
p. 147 ff. Derselbe enthält die Ichneumoniden (No. 300 —
755), Braconiden (756—914), Chalcididen (915—918), Ptero-
malinen (919 — 1072). Auch hier sind schätzbare Nach-
weise über die Literatur und die Wirthe der betreffenden
176 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Arten beigefügt. Als neu sind 13 Arten beschrieben. Vgl
diesen Bericht 1870. p. 145.
Zur Hymenopteren - Fauna Siebenbürgens.
Von AI. Mocsäry. Verh. u. Mitth. d. siebenb. Ver. f.
Naturw. i. Hermannstadt. XXIV. p. 117 ff. Mocsäry liefert
ein Verzeichniss der für Siebenbürgen nachgewiesenen
Arten, das mit der Zahl 192 dem wirklichen Bestände
wohl noch sehr fern steht.
Benj. D. Walsh. DescriptionsofNorth Ameri-
can Hymenoptera. With Notes by E. T. Cresson.
Transact. of the Acad. of science of St. Louis. Vol. III.
No. 1. p. 65 ff. Die beschriebenen Arten, unter denen
manche neue und neuen Gattungen angehörige, sind aus
den Familien Tenthredinidae und Ichneumonidae im (wei-
teren Sinne).
A. Raddatz-Rostock bringt eine Uebersicht über
die bisher in Meklenburg beobachteten Blatt- und Holz-
wespen. Archiv des Vereins der Freunde der Naturge-
schichte in Meklenburg. 27. Jahr. p. 1—22. Dieselbe
macht 237 Arten namhaft, 229 Blatt-, 8 Holzwespen.
B. G. Wilder erwähnt einen nicht näher bezeich-
neten Ichneumoniden als Parasiten der Eier von Epeira
riparia Hentz, der seinerseits wieder von einem Chalcidier
verfolgt wird. Proc. of the Amer. Assoc. for the Advanc.
of Science. 32. Nat. Hist. p. 357 ff.
Apidae. Schenck giebt in der Berl. Ent. Zeitschr. 18.
p. 347 ff. eine Eintheilung der deutschen Bienen unter Zugrunde-
legung des Lepeletier'schen Systems, das hauptsächlich die Lebens-
weise, den Sammelapparat und die Mundtheile benutzt.
Die 14 Subfarailien sind: 1. Apidae; 2. Bombidae; 3. Antho-
phoridae; 4. Melittidae; 5. Xylocopidae: 6. Rhophitidae; 7. Panurgidae;
8. Andrenidae; 9. Megachilidae ; 10. Sphecodidae; 11. Prosopidae;
12. Psithyridae; 13. Melectidae; 14. Stelidae.
Derselbe hat in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 141 ff.
und 246 f. eine »Erwiderung« gegen eine Kritik seiner Arbeiten
von Seiten Gerstäcker's (dies. Zeit. XXXIII. p. 294 f.) veröffent-
licht, worin er namentlich die von ihm neu aufgestellten Gattungen
und Arten, sowie die von ihm angenommene Synonymie zu recht-
fertigen sucht.
Derselbe (»Aus der Bienen-Fauna Nass au's, Berl.
Ent. Zeitschr. 18. p. 161 ff., 335 ff.) liefert kritische und synony-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 177
mische Notizen über Nassauische Bienenarten. Eingezogen wird
Halictus grisescens Schck. (= H. punctatissimus Schck.) p. 161;
H. albidus Schck. erhält den Namen älbidulus Schck.; daran
schliessen sich Bemerkungen über Prosopisarten, Andrenaarten und
einige andere Bienen. Als neue Arten werden p. 161 beschrieben
Halictus tricinctiis, H. bicinctus, beide von Weilburg; ferner p. 342
nach männlichen Exemplaren Nomada pygmaea, nana, megacephala
aus der Gegend von Weilburg.
Einige Abnormitäten an Bienen beschrieben von Prof.
Schenck. Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 350. — Ein ^ von Pros-
opis (Hylaeus) varigata mit abnormen Fühlern; Andrena Listerella
K., ein ^ und $ von Sphecodes ephippius L., ein r^ von S. rufi-
ventris Wesm,, ein ^ von S. rufescens Fourcr. mit abnormem
Zellenbau an den Vorderflügeln; endlich ein offenbarer Zwitter von
Apis mellifica L. mit anderen Abnormitäten.
Derselbe. lieber einige streitige und zweifelhafte Bienen-
arten. Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 243 fP. Handelt von Bombus so-
roensis und einigen andern Hummelarten; Anthophora retusa L. u.
K. u. A. aestivalis Pz., Osmia leucomelaeua K., Pasites punctata
Schck. u. Phileremus punctatus F., mehreren Nomada-, Halictus-
und Andrenaarten.
Bull, de la Soc. Imp. des Naturalistes de Moscou
bringt in seinem Tome XLVII. p. 133 ff. die Fortsetzung und
in Tome XLVHI. p. 132 ff. das Ende von 0. de Bourmeister-
Radoszkowsky's »Supplement indispensable etc.«
Ändrenides. Cresson beschreibt in den Trans. Am. Ent.
Soc. IV. CoUetes texana (Texas) p. 249; Sphecodes texana, mandi-
bularis (Texas); p. 250; Halictus occidentalis, armaticeps, texanus,
bardus p. 251, ornatipes, impiirus, lusorkis p. 252, connexiis, dis-
parilis p. 253, coactus, stultiis, albitarsis p. 254; Agapostemon texa-
nus p, 255, Andrena reflexa, Belfragn p. 256, permitis, melUventris,
verecunda p. 257, imitatrix, brunneiventris, texana p. 258, miserabilis,
bipunctata p. 259 (alle aus Texas) und ebenda V. Halictus trizonatus
(Nevada) p. 101; Agapostemon melUventris (?); Nomia nevadensis
(Nevada).
Prosopis floralis, perforata; Sphecodes simülima; Halictus
occidens, scitulus, tarsatus, aerarius; 'Nomio.japonica (Japan); Smith,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1873. p. 199 ff.
Dours beschreibt weitere Hymenopteres du Bassin Me-
diterraneen. Rev. et Mag, de Zool. 1873. p. 274 ff. Andrena
Vukana, circinata, 7'ubiginosa, ventncosa, nigro-olivacea, Giraudii,
albo-virescens, oerinifrons, nigro-viridula, ftavopicta, (Campylogaster
n. g.) fulvocrustatus, subglobosus, abbreviatus, Biareolina (n. g.)
neglecta, Ferezella.
Kriechbaumer beschreibt in den Verh. Zool. Bot. Ges.
178 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Wien, 23. folgende neue Arten: Andrena pyropygia $ (Jerusalem),
macularis (^ $ (Lesina, Sicilien) p. 52, Bhodia $ (Rhodus), api-
formis $ (Lesina) p. 54, parviceps $ (Chur, Triest) p. 55, muciöla $
(Turin) p. 56, hasüinea $ (Turin) p. 57, vulpecula $ (Veglia) p. 58,
punctatissima $ (Lesina) p. 59; Halictus costulatiis (/' ^ (Tirol,
auch bei München) p. 59 , morhillosus <^ $ (Bozen, Turin) p. 61,
Gribodi (^ $ (Turin) p, 62 ; Anthidium quadriseriatiim (^ $ (Bozen,
Corfu) p. 63; beschreibt ferner das bis dahin unbekannte ^T von
Psithyrus lugubris Kriechb. und erkennt Osmia quadricornis Kriechb.
als identisch mit LatreüUi Spin. p. 68.
Ritsema beschreibt Steganomus (n. g. Andren, acutil.)
javaniis. Tijdschr. v. Entom. 2. VlIL p. 224 ff. Taf. X. Fig. 4.
Versl. p. LXI. f.
Äpides. 0. de Bourmeister- Radoszkowsky bemerkt
die Verschiedenheit der Angaben, die hinsichtlich der Gliederzahl
der Maxillartaster bei Megachile, Chalicodoma, Osmia, Diphysis,
Anthocopa, Lithurgus, Chelostoma, Heriades und Anthidium bei ver-
schiedenen Autoren bestehen und hebt die Wichtigkeit gerade die-
ser Theile für eine natürliche Klassifikation hervor; a, a. 0. XLVH.
p. 137 ff. und XLVin. p. 132 ff.
J. Lichtenstein fand zwei Nester zweier Osmia -arten, ge-
schieden durch ein solches eines Anthidium , auf demselben Stein ;
Bull. Soc. Ent. Franc. III. p. XVI.
M. Girard giebt in den Ann. Soc. Ent. Franc. IV. p 567
ff. Notizen über die Lebensweise der Brasilianischen Melipona- und
Trigona-arten, von denen mehrere bei Bordeaux von Drory gezüch-
tet werden; (7 M., 4 Tr.). Bei M. scutellaris, der einzigen, die in
ihrer Heimath gezüchtet wird, schmarotzt ein neues Genus der Sil-
phiden.
H.Müller (Nature, VIII. p. 201) vermuthet von einer kleinen
Trigona-art (T. cacafogo n. sp.), dass sie die Exkretionen einer
Membracis auflecke; ebenso wurde sie an dem Leichnam einer Kröte
saugend beobachtet. lieber die Lebensweise der Melipona-arten, die
neben den Brutzellen, in einer horizontalen Schicht angelegt, sog.
Honigtöpfe bauen, handelt ein Vortrag von Dr. H. Müller (Jahres-
ber. Zool. Sekt. Westf. Provinz. Ver. 1874. Münster 1875.
p. 50 ff.). Vgl, auch Nature IX. p. 308 und X. p. 102.
A. Laboulbene beschreibt die Nester von Heriades tru n-
corum, bei der Anthrax aethiops F. schmarotzt. Ann. Soc. Ent.
Franc. HL p. 57 ff.
Giotti Ulivi. La Parteuogenesi e Semipartenoge-
nesi delle Api. Firenze, Roma. 1874. 8ve. 24 p. lieber die-
ses Werkchen kann ich nur nach eineni kurzen Referate urtheilen,
das die Ausführungen des Autors in folgenden drei Punkten zu-
sammenfasst: 1. Ist eine regelrechte Begattung vollzogen worden,
der Eutomologie wäbrcud der Jahre 1873 und 1874. 179
so kanu vdn einer wahren Parthenogenesis nicht die Rede sein.
2. Die Wirkung der Spermatozoen besteht nicht in dem Wachrufen
des vorausgesetzten schlummernden, sondern in einem wahren Ein-
flössen des vorher nicht vorhandenen Lebens. 3. Durch die Be-
fruchtung kann das Geschlecht nicht beeinflusst werden.
V, Siebold setzt in allgemein verständlicher Weise den Bau
der drei Speicheldrüsenpaare der Honigbiene auseinander. Bienen-
zeitung 1872. Nördlingen. p. 280 ff. Die drei Drüsen werden als
untere und obere Kopfdrüse und als Brustspeicheldrüse imterschie-
schieden. Die erstere ist lang gestreckt und vielfach gewunden;
die Drüsenfollikel sitzen kurz gestielt dem chitinisierten Ausfüh-
rungskanal auf, der auf dem »Zungenbein«, da, wo die Zungenbein-
hörner demselben sich anfügen, ausmündet. Das zweite und dritte
Paar besitzt einen lappigen Bau und die Ausführungsgänge beider
vereinigen sich zu einem gemeinsamen Kanäle, indem die der obe-
ren Kopfspcicheldrüse sich mit dem vom Thorax her nach vorn
laufenden der Brustspeicheldrüse verbinden. Die Intima dieses Aus-
führungskanales besitzt einen spiralig verlaufenden Chitinfaden, der
Fischer veranlasst hatte, in der Brustspeicheldrüse ein Athmungs-
organ zu sehen. Bei den Arbeitsbienen sind diese Drüsen am stärk-
sten entwickelt ; bei der Königin und den Drohnen ist das erste
Paar ganz verkümmert ; bei der Königin ist noch die Mündungsstelle
des Ausführungskanals am Zungenbein sichtbar (?). Originalbeob-
achtungen liegen wenige vor, auch die Figuren sind z. Th. Copieen
nach Meckel, Leydig. — Diesen Speicheldrüsen ist nach den Unter-
suchungen V. Schneiders eine wichtige Rolle bei den Veränderun-
gen zuzuschreiben, die die von den Bienen aufgenommene Nahrung
erfährt. Die Versuche haben ergeben, dass die Bienen mit ihrer
Hülfe (bei gleichzeitig stickstoffhaltiger Nahrung) Wachs secer-
nieren und Blüthensaft, Zucker u. s. w. in Honig verwandeln. Sie
sind also keine Sammler, sondern die Bereiter von Wachs und
Honig.
K. V. Dallatorre. Die Apiden Tirols in ihrer horizonta-
len und vertikalen Verbreitung. Ferdinand eum. Dritte P'olge,
18tes Heft, p. 251 ff. Die gesellig lebenden Bienenarten Tirols sind
aufgezählt; bei den selteneren Arten die Fundstätten angegeben. Im
Ganzen fanden sich in Tirol 33 Arten: Apis 1, Bombus 25, Psithy-
rus 7,
E. Hoffmann schildert die Lebensweise der Honigbiene
und deren Feinde; Jahreshefte des Vereins für vaterlän-
dische Naturkunde in Würtemberg. XXX. p. 34 ff.
In den Bemerkungen über einige Hummelarten, Stett.
Ent. Zeit. XXXIV. p. 335 ff. wiederholt Kriechbaumer, dass Bombus
fragrans der neueren Autoren nicht der B. fragrans Pall. sei. Den
180 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Morawitz'schen Namen B. distinguendus für die erstere Art hält er
aber für überflüssig, da Sei dl schon 1837 dieselbe kenntlich als B.
elegans beschrieben habe. B. equestris F. ist vielleicht synonym mit
B. canus Pall; B. mesomelas Gerst. eine gute Art; B. monticola
Gerst. eine andere Art als die gleichnamige Lepeletier's, weshalb
dieselbe jetzt B. alticola Kriechb. genannt wird.
Bayley beobachtete, dass Hammeln, anstatt von oben in die
Blüthe von Gerardia pedicularia hineinzukriechen, in die CoroUa ein
seitliches Loch beissen, und sich so Eingang zu der Blüthe ver-
schaffen. Amer. Natur. VIl. p. 689 f.
Bombus soroensis Pz. kommt nach Schenck bei Weilburg
in 3 Varietäten vor: mit rothen, weissen und schwarzen Endseg-
menten; die erste ist die häufigste, die letzte die seltenste. Berl.
Ent. Zeitschr. 17. p. 244.
B. Proteus Gerst. ist nach Schenck die rothafterige Varietät
von B. soroensis; ebenda p, 245.
B. tristis und B. Fieberanus Seidl. sind dunkle Varietäten des
B. muscorum (senilis) F.; derselbe ebenda p. 247.
Bombus senex (Sumatra); Sn. van Vollenhoven, Tijdschr.
v. Entom. 2. VIII. p. 229, Taf. X. A. B.
Osmia leucomelaena (K.) Smith = 0. interrupta Schck. , wel-
chen letzteren Namen der Autor als schon an eine spanische Art
vergeben in foveolata Schck. umändert. Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 249 f.
0. platycera Gerst. = C. villosa Schck. Phileremus nasutus
Gerat. = Pasites punctata Schck.; derselbe ebenda p. 250 f.
Nach A. Müller in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 154 ff.
ist der Fundort des neuen Anthidium curvipes Imhoff nicht die
Umgegend Basels, sondern die von Andermatt nach dem Oberalpsee
führende Landstrasse.
Ritsema beschreibt und bildet ab 2 neue Anthidiumarten
(A. Smithi und A. Forsteni) vom Indischen Archipel. Rev. et
Mag. de Zool. 1874. p. 111 fi.
Stelis strigata, eine neue, in der Zeichnung dem Anthidium
strigatum sehr ähnliche und bei demselben wahrscheinlich schma-
rotzende Art; Kriechbaumer, Corresp. d. zool.-mineral. Ver.
Regensburg. 1874. p. 74.
Morawitz beschreibt in den Hör. Ent. Ross. X. Anthidium
affine (Corfu), insulare, laticeps (Epirus), litorale (Bacu), alpinum
(Curusch), clypeare (Derbent); Bombus alpigenus (Curusch); Plisto-
trichia (n. g., Type Nomia flavilabris Lucas), Noraada mmacw^a^a,
distingiienda; Epeolus tarsalis; Coelioxys conspersa, pulchella; Cro-
^\s& affinis; Eucera caspica, caiicasica; TeirsAoniai velutina, fossulata,
nana (alle von Derbent).
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 181
F. Smith giebt in den Trans. Ent. Sog. London. 1874.
d. 247—302 eine Monographie der Gattung Xylocopa mit 123 Arten,
von denen folgende neu sind: X. olloyiga, flavilabris (Cap), cupri-
petmis (Algier), producta , angölensis (Angola), inconstans (N'gami)?
rufescetis, ignita (Indien), pictipennis (Java), sonorina (Sunda-Inseln),
yiigrocaerulea (Celehes), bombiformis (Philippinen), anthophoroides
(Brasilien), artifex (Südbrasilien), lucida, simüis, metdllka (Para),
ornata (St. Paulo), rotundiceps, varians, erratica (Brasilien), ordina-
ria (Tejuca), electa (Venezuela), mordax (San Domingo), cyanea^ lo-
ripes, tenuata, formosa (Mexico), opifex (Califomien).
Xylocopa circumvolans (Hiogo); derselbe ebenda. 1873.
p. 205. X.neglecta (Nieder-Guinea) ; Ritsema, Rev. et Mag. Zool.
IL p. 207. X. texana, purpurea (Texas); Cresson, a.a.O. p. 283 ff.
C. Ritsema liefert die Beschreibung der Xylocopa perversa f/
Wied. (1824) von Java und wirft die Frage auf, ob nicht X. me-
soxantha Lepel. (1841) als $ zu dieser Art gehöre, in welchem Falle
der Lepeletier'sche Name fallen müsste. Tijdschr. v. Entom. 2.
VIII. p. 221 f. Taf. X. 1 und 2.
Dours beschreibt in der Rev. et Mag. de Zool. 1873.
folgende neue Arten aus den Mittelmeerländern : J)\\io\n:Q2. Tutoniana
(Hospenthal) p. 291; Ancyla hrevis (Algier) p. 292; Osmia mucida
(Algier) p. 293, pseiido-aurulenta p. 294, cbicta p. 295, cincteUa
p. 296, rufic6üis (Algier), microgramma (Archipel) p. 297; Chalico-
doma nohilis (Hyeres) p. 298, luctuosa, leuco-pogonata (Archipel)
p. 299; Megachile dimidiativentris (Algier), davicrus (Archipel) p. 302;
Anthidium undulatum p. 304, stigmaticorne (Algier); Epeolus aureo-
vestitus (Algier) p. 306; Melecta rugosa (Archipel) p. .307; Nomada
pyrosoma (Algier) p. 308, tridenti-rostris (Algier) p. 309; Eucera
canestens (Algier) p. 311, nigro-thoracica , albo-punctulata p. 313.
hi-balteata (Archipel) p. 314. pedata (Archipel) p. 316, semi-strigosa
(Archipel, Ungarn) p. 318, coJaris (! Algier) p. 319, obesa (Algier)
p. 320, eucnemidea (Südfrankreich), brevicornis (Algier) p. 322.
Smith giebt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII. p. 318,
357, 440 eine Revision der Gattungen Epicharis, Centris . Eulema
und Euglossa und beschreibt die neuen Arten Epicharis tnacidata
(Mexico), scutelJata (Brasilien), affinis p. 320, conica. aJbofasciata
(Brasilien) p. 321; Centris discolor (Catagallo), melanclüaena (! Mexico)
p. 360, agüis (Vera Cruz) p. 361, personata (Ega), ignita (Mexico)
p. 362, semicoeridea (Venezuela) p. 363, detitipes (Ega) p. 366, ar-
d^ns (Ega), apicaUs (St. Barthelemy), iimdaris (S. Domingo) p. 367,
aj) i/orm i6' (Santarem), nitida (Honduras) p. 368, nigrocoenüea (Mexico)
p. 369, thoracica (San Domingo), concinna (Tapajos), simiUima (San
Domingo), perforator (Pernambuco) p. 370, ternünata (Para, Santa-
rem), tarsata (Santarem) p. 371, elegans (St. Vincent Isl.), crassipes
182 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(Jamaica), ])icta (Süd-Brasilien) p. 372; Englosssi decorata (St. Paulo)
p. 444.
Cresson beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. IV.
p. 259 ff. neue Arten in den Gattungen Panurgus, Osmia, Megachile,
Anthidium, Nomada, Coelioxys, Stelis, Melissodes, Anthophora, Cen-
tris, Apathus aus Texas; und V. p. 102 Melissodes nevadensis.
Smith beschreibt in den Trans. Ent. Soc. London. 1873.
p. 202 fF. die neuen Arten aus Japan: Lithurgus collaris (Ilakodadi) ;
Nomada japonica, fervens (Hiogo); Coelioxys fenestrata (Hakodadi,
auch Nordchina); Eucera socidbüis (Hiogo); Bombus speciosus, ter-
minälis, ignitus.
Anthophora segusina, mucidci', Eucera concinna (Susa); Gri-
bodo, Bull. Soc. Ent, Ital. V. p. 79 ff.
Nach den Copulationsorganen der ^ stellt v. Hagens a.a.O.
die neuen Arten auf: Sphecodes distinguendus p. 38, brevicornis p. 40,
variegatus p. 41.
Vespidae. Puton giebt in den Pet. Nouv. Ent. p. 344 eine
analytische Tabelle der geselligen Wespen Frankreichs.
Rouget beschreibt die Lebensweise und den Nestbau von
Vespa crabro, media, silvestris, rufa, germanica, vulgaris; Polistes
gallica und diadema, welche letztere er im Gegensatz zu Sichel und'
V. Siebold für verschiedene Arten hält. Mem. Acad. Dijon. (3) L
p. 164 ff. • ■';'
Ein von dem gewöhnlichen Bauplan abweichendes Wespen-
nest (von welcher Art, ist nicht bemerkt) ist kurz beschrieben in
den Proceed. Bost. Soc. XV. p. 163.
P. R. ühler schreibt aus Lehm gebaute Zellen, in die ge-
lähmte Spinnen, Insekten etc. eingetragen werden, einer Polistes zu;
mit welchem Recht, ist nicht ersichtlich. Proceed. of the Amer.
Assoc. for the Advanc. of Scienc. 22. Nat. Hist. p. 108.
Dieselbe Beobachtung ist reproducirt im Amer ic Natur. VII.
p. 678. Riley hält Pelopoeus lunatus Fabr. für den Verfertiger
der Zellen; ebenda VIII. p. 229.
K r i e c h b a u m e r beschreibt die (/* von Paragia decipiens Shuck.,
von der Shuckard nur das $ beschrieben hat, und erwähnt das mas-
senhafte Vorkommen von Strepsiptereu (vermuthungsweise Xenos-
art) auf dieser südaustralischen Wespe. Stett. Ent. Zeit. XXXV.
p. 254.
Derselbe spricht sich ebenda p. 255 dafür aus, dass das
von Smith als (^ zu seiner P. tricolor gezogene Exemplar den
Namen P. Smithii Sauss. zu behalten habe.
Masaris Edivardsi (Californien) p. 87; Eumenes Belfragii,
Bolli p. 232; Odynerus texanus, clusinus p. 234, evcctus, designatus
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 183
p. 235, dcUcatus, cuUus p. 236, verus p. 237, ductus, fuscus p. 238,
firmus p. 239, geminus p. 240, manifcstiis, colon p. 241, fimdatus
p. 242, austrinus, hellultis, electus p. 243; Pterochilus texanus, lati-
ceps p. 244; Polistes perplexus, generosus, texanus p. 246, bellicosus^
variatns p. 247, IV; Masaris occidentalis, texanus p. 348, III (alle
von Texas); Vespa occidentalis (Nevada, Neu-Mexico) p. 100, V; E.
T. Cresson, Trans. Am, Ent. Soc.
Aus Japan und den benachbarten Gebieten beschreibt Smith
a. a. 0, die neuen Arten Eumenes fraterna (Hiogo) p. 195, sinensis
(Nordchina) p. 462; Ehynchium ardens (Nagasaki) p. 196; Odynerus
(Symmorphus) captimis (Hiogo) p. 197.
Lionotus caspicus; Pterochilus Fausti (Kräsnowodsk) ; Mora-
witz a. a. 0. p. 295 f.
Eumenes Walkeri p. 199. Taf. XI. Fig. 7; Belonogaster brun-
neus p. 202; Polistes inornatus p, 203, Fig. 8 (von Nieder-Guinea) ;
C. Ritsema, Tijdschr. v. Entom. XVII.
Fossores. F. Smith bringt Descriptions of new Species
of Fossorial Hymenoptera etc. Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(IV) XI. p. 441 ff., XII. 49-54 Pompilidae; 54 ff. Sphegidae; p. 99 ff.
Crabronidae, Philanthidae, p. 253 ff. Dorylidae, Pompilidae, Sphe-
gidae; p. 291 Larridae, Bembicidae; p. 402 Nyssonidae, Philanthidae.
Scoliidae. F. Smith beschreibt folgende neue Arten aus
Japan: Tiphia fuscipennis, pimctipennis p. 183, rvfimandibulata, or-
dinaria, agilis p. 184; Scolia fascmata, japonica p. 185, ventralis
p, 186. Trans. Ent. Soc. London. 1873.
Von Texas lehrt Cresson folgende neue Arten kennen:
Myzine dubiosa, texana, rufiventris; Elis lupina. Trans. Am. Ent.
Soc. IV. p. 200 ff.
Pompilidae. Pompilus dongatus, ornatissimus; Ritsema,
Tijdschr. v. Entomol. XVII. p. 188 und 191; T. XI. F. 34.
Pompilus fervidus (Para) p. 441, decedens (Para), diver sa (Ega)
p. 442, varietatis (Ega), vividus (Santaram) p. 443, detcctus (ebenda),
vitabilis, exclusus, iratus p. 144, conter minus (alle von Para) p. 445,
Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist. XI.
Agenia agitata p. 445, multipicta gloriosa, comparata, coeruleo-
cephala, deceptor, timida p. 447, reversa, gracilenta, modesta (alle von
Para) p. 448, ordinaria, aureicornis (Santarem), gratiosa p. 449,
tarsata (Ega), laetabilis, fortipes, conspiciia, cursor (Para) p. 451;
Notocyphus maculifrons (Para); Pepsis eximius (Santarem) p. 49,
tinctipennis, fuscipennis, optimatis p. 50, purpureus (Para); Cero-
pales crassicornis p- 51, lugubris, pedestris, irreguJaris p. 52; Aporus
qucidrimaculatns, canescens, minutus (Para) p. 53; Salius bipiinctatus
(Toscana)j p. 254, dorsalis (Sibirien); Chirodamus distinctus (Chili)
184 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
p. 255; Mygnimia belUcosa (Bengalen), saevissima (Indien) p. 256,
laeta (Birmah), intermedia (Indien, Ceylon), vitripetmis (Sumatra)
p. 257, purpureipennis (Java), momentosa (Borneo), pulcliripennis
(Philippinen) p. 258, Australasiae (Australien!) p. 259. Derselbe
ebenda XII.
Derselbe beschreibt folgende neue japanische Arten Pom-
pilus (8 Arten); Priocnemis irritahilis, atropos', Agenia constructor.
Trans. Ent. Soc. Lond. 1873. p. 186 £f.
Cresson beschreibt in den Transact. Am. Ent. Soc. IV.
folgende neue texanische Arten: Priocnemis Heiligbrodti, texanus
p. 204, facetiis; Agenia Belfragii, longa p. 205; Parapompilus vicinus^
texanus, contiguus p. 206; Notocyphus dorsalis, texanus; Planiceps
feralis; Aporus minimus, rufiventris p. 207; Ceropales texana, ele-
gans, fulvipes p. 208.
Sphegidae. Ammophila guineensis (Niederguinea),; Ritsema
a. a. 0. p. 192.
Ammophila grossa, inepta p. 209; Pelopoeus texanus p. 210;
Sphex abdominalis, rußventris p. 211, texana, Belfragii, lauta p. 212,
dubitata; Trionyx brunnipes ^. 213, neue Arten von Texas; Cresson,
Trans. Am. Ent. Soc. IV.
Ammophila m/esia (Hiogo) ; Smith, Trans. Ent. Soc. Lond.
1878. p. 190. Sphex sellae (Sicilien); Gribodo, Bull. Soc. Ent.
Ital. V. p. 86.
Smith beschreibt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII.
folgende neue Sphegiden: Trigonopsis cyclocephalus (Ega), plesio-
saurus (ebendaher) p. 54; Ampulex trigonopsis (Ega) p. 55; apicalis
(Süd-Africa) p. 292; Ammophila spinosa (Hong-Kong), laeviceps
(Santiago) p. 259, barbata (Mexico); Chlorion regalis (Afghanistan);
Sphex torrida (Madagascar), tuber culata (Sierra Leone) p. 291; Doli-
churus laevis (Brasilien) p. 292.
Ämpulicidae. Nach Kriechbaumer in der Stett. Ent.
Zeit. XXXV. p. 52 ist Ampulex Europaea Gir. = A. fasciata Jur.
Derselbe beschreibt ebenda Waagenia (n. g.) SiMimemis
von Sikkim.
Larridae. Larrada Vollenliovia (Niederguinea); Ritsema
a. a. 0. p. 194. T. XL F. 5. ,im\tm
Smith hat die neuen Arten (Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII)":
Larrada fasciata p. 55, facilis, tenebrosa, pruinosa, aethiops (Ega
und St. Paulo) p. 56, limpidipennis (Parä); vestita (Indien), coelestina
(Hong-Kong) p. 293, ferox (Africa), diabolica (Sierra Leone), dypeata
(Neu-Caledonien), crassipes (Süd-Australien) p. 294; Tachytes iridi-
pennis (Ega), fervens p. 57, simulans^ aurovestitus (ebenda), frontalis
(St. Paulo) p. 58; Pison maculipennis, pilosus (Ega) p. 295.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 185
Larrada docilis, nigricans^ Tisiphone, amplipennis, Erebus
(Japan); Smith, TruBs. Ent. .Soc. 1873. p. 192 f.
L. americana, texana p. 214, Belfragii; Tachytes elongatus
p. 215, validns, sericatus p. 216, obscurus, texanus, rufifasciatus
p. 217; Astata rufiventris, terminata p. 218; neue Arten aus Texas;
Cresson, Trans. Am. Ent, Soc. IV.
Bembicidae. Smith beschreibt in den Ann. a. Mag. Nat
Hist. XII. folgende neue BemLexarten ß. albofasciata (Zulu), cra-
broniformis (Port Essington) p. 296, diversipennis (Angola), severa
(Schwanen Fi.) p. 297, palmata (Nord-Austr.), tridentifera (Moreton-
Bay) p. 298, flaviventris (Schwanen-Fluss), flavilabris (West-Austr.)
p. 299, multipicta, palUdipicta (Mexico) p. 300.
Bembex niponica (Hiogo), derselbe, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1873. p. 194.
B. nubilipennis, texana, Belfragii; Monedula /brmosa, neglecta;
neue Arten von Texas; Cresson, Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 218 ff.
Bembex rostrata trägt Eristalis tenax und Syrphus Ribesii,
Blepharipus dimidiatus Arten von Thereva, Leptis, Chrysomyia, Do-
lichopus seinen Larven als Nahrung zu. Brischke a. a. 0. p. 8.
Tliynnidae. Iswara fasciata (Lind); Smith, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. XII. p. 258.
Larra agilis (Ega) p. 402, cornuta (Bombay), (magnifica)
(Egypten) p. 403, flavomaculata (Süd-Africa); 'Ny sson pilosus (Parä)
p. 404; Sericophorus bicolor (Schwanen-Fluss) p 405; Megalomma
politum, elegans, nigriceps (Brasilien) p. 406 ; Gorytea specialis, vespo-
ides (Ega) p. 407, triangtdaris, facilis (Para) p. 408; Smith, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. 4. ser. Vol. XII.
Stizus nevadensis (Nevada); Cresson, Trans. Am. Ent. Soc.
V. p. 99; S. texanus p. 222, fervidus; Nysson texanus p. 223, inermis;
Gorytes Belfragii p. 224, costalis, Bolli p. 225; Alyson texanus
p. 226 (Texas), derselbe ebenda IV.
Crabronidae. Aus dieser Familie beschreibt Smith in den
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. die neuen Arten: Trypoxylon vagum
(St. Paulo) p. 99, superbum, riigifrons p> 100, laevifrons, fabricator
(alle von Ega); p. 101, Crabro nasicornis (Ega), pugnans (Para),
megacephala (Parä) p. 102, carinatus (St. Paulo), sculpturatus (Ega)
p. 103, dentatus (Parä), verticalis (St. Paulo) p. 104.
S. S. Saunders stellt die neue Gattung Niteliopsis auf, deren
Flügelgeäder fast mit dem von Pison übereinstimmt, während die
Antennen und Augen wie bei Nitela gebildet sind. N. pisono'ides
(Jonische Inseln). Trans. Ent. Soc. 1873. p. 410 ff.
Crabro texanus; Mimesa tibialis (Texas), Cresson, Trans.
Am. Ent. Soc. IV. p. 227.
Sichel hält Mimesa lutaria Dahlbom und M. Scukkardi
186 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Wesm. für identisch mit M. equestris F. Mem. d. 1. Soc. R. d. Sc.
de Liege IL ser. T. IIL p. 5.
Trypoxylon obsonator (Hiogo); F. Smith, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1873. p. 194.
Philanthidae. Derselbe beschreibt ebenda p. 195 Cerceris
navitatis (Hakodadi).
Cerceris mimica, gnara, firma, morata, fasciola, jucunda (Texas),
Cresson, a. a. 0. p. 238 ff. '" ' .':""' \'
Smith beschreibt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII.
p. 105 ff. folgende neue Philanthidae: Trachypus disjunctus,
hascäis (St. Paulo); Cerceris reversus (Para), pullatus (St. Paulo),
modestus (Ega), 7iigriceps (Para), ruficeps (St. Paulo); stnaia (Para),
rostrata (Mexico) p. 409, exsecta, graphica (Mexico) p. 410, miUti-
picta (Angola), fervens (Nord-Indien) p. 411, älbopicta (Indien), flu-
vlalis (Schwanen-Fluss) p. 412, varipes (Adelaide), venusta (Queens-
land), opposita (Victoria) p. 413, saeva (Victoria), aurantiaca (Süd-
Australien) p. 414; Philanthus nüoticus (Weisser Nil), elegans (Nord-
Indien) p. 415.
Mutillidae. Gerstäcker giebt eine systematische und
synonymische Synopsis der Mutillen von Südamerika.
Dieses Archiv. 1874. I. p. 41 ff., 299 ff., in der 145 Weibchen
und 67 Männchen aufgeführt resp. beschrieben sind. Nach der Be-
schaftenheit der Augen, dem Fehlen oder Vorhandensein und der
Beschaffenheit des Petiolus sind die Arten, Weibchen sowohl wie
Männchen, in correspondierende Gruppen gebracht und so die Mög-
lichkeit geboten, wenigstens annäherend die zusammengehörenden
Geschlechter zu ermitteln. Als neu werden beschrieben: M. specu-
laris (= cephalotes Burm.), Monarcha (Saltogrande), voluptuosa (Bo-
gota), moneta, erythraspis, mystica, dulcis, sumptuosa {Älegretto), em-
pyrea, pretiosa, leptothorax, suhida, statua, tricondyloides, scenica,
hepatica, umhratica, leucogramma, pardalis, patricialis, superba, se-
rena (= derasa Burm.), rotifera, Hecate, Jiüaris (= laeta Smith),
tetraspüota, Croesus, nodifrons^ macrojns, argyrospila, confinis, cera-
sina, cruenta, debüis, cubiceps, cometa, phythagorea, muUicolor, cJiry-
somalla, staphyloma, argyrocephala, nummularis, amabilis, haematodes,
polyspila, microphthalma, cardinalis, satrapa, harpyia, plagiata, dis-
soluta, teviporalis, trochanterata (== diophthalma Burm.), virgindlis,
auriculata, trinacria, cälycina, tetrastigma, trivirgata, lunigera, gemina,
vivax (= quadrum Burm.), austera, sigillata, abrupta, hemicycla, m-
telligera, aequinoctialis, puella, bivittata (= obsoleta Burm.), dupli-
cata (= Americana Burm.), grossa, spilota, spectabilis {— tristis
Burm.), zebrata, graphica, ursina, juvenilis, funebris, miniata, diabo-
lica, moesta, paradoxa, heterospila, suspensa, hoplites, imbecilla, puli.
caria, siiavissimaf geographica, sancta (= parallela Burm,) nach
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 187
weiblichen Exemplaren, und acutangula, leucocyda, callizona, corpu-
lenta, authracina^ mucida, semirubra, leporina, subuUventris, angu-
stiventris, dasypijga, pompiliformis, floccosa, chrysozona, colorata, viil-
nerata, melaleuca, funesta (= mijops ^^ Burm.), foveiventris, cristata,
mesoleuca, aethiops (= affinis ^ Burm.), infernalis, protuberans, ater-
rima, rorida, charactcrea, selligera, niusculus, soricina, tenehrosa, dis-
juncta, scoparia, gastrica, lucidiventris, terminalis, ardens, fülviventris,
benihicina. cribrosa, pugmaea, polydora, fastuosa, fulvipennis (= fu-
ronina J" Burm.), holochrysa, deaurata, diclirocera (= concinna ^^
Burm.), trifida, psüogastra, eoelestis, signativentris nach männlichen
Exemplaren, deren Gesammtzahl, wie oben bemerkt, um mehr als
die Hälfte kleiner ist als die der Weibchen. Die Zusammengehörig-
keit beider Geschlechter ist mit Sicherheit erst von äusserst wenigen
Arten bekannt.
C. A, Blake. Synopsis of North American Mutillidae.
Trans. Am. Ent. Soc. III, p. 217 ff. und Additions to the Syno-
psis etc ebenda IV. p. 71 ff. Der Verfasser stellt eine dritte Unter-
gattung von Mutilla, Sphaerophthalma auf (Augen rund, glatt);
und die neue Gattung Agama, deren Kennzeichen (Ocellen gross;
Äugend rund, Körper einfarbig, Flügel hell; Abdomen gestielt,
Apex mit 2 Dornen), nach den allein bekannten Männchen auf-
gestellt sind. Ausser 12 neuen Arten gehört Mutilla unicolor
Cress. und 5 andere Mutillaarten in diese Gattung. In der Gattung
Mutilla (im weiteren Sinne) sind 102, Myrmosa 1, Methoca 2 Arten,
im Ganzen also 123 Nordamerikanische Arten beschrieben, darunter
eine grosse Zahl neu.
M. pustidata, insidiator, ardescens, pungens; 1873. p. 182;
(pungens, insidiator), petulans 1874. p, 407 f; F. Smith, Trans.
Ent. Soc. London.
M. (suavis) (Mombas, Cap) p. 341, porphyrea (See Jipe)
p. 437; Gerstäcker, Gl. v. d. Decken's Reisen a. a. 0.
\' Agama albipes (Nevada); Crossen, Trans. Am. Ent. Soc.
V. p. 99.
Dorylidae. Derselbe beschreibt ebenda IV. p. 194 f. La-
bidus nigrescens, minor (Texas).
Dorylus Shuckardi (Niederguinea); Ritsema, Tijdschr. v.
Entomol. XVII. p. 182.
Formicidae. Eine wichtige Arbeit über diese Familie ist:
Les Fourmis de la Suisse .... par Auguste Forel. Zürich
1874. (Bd. XXVI der »Neuen Denkschriften der allgemeinen
Schweizerischen Gesellschaft für die gesammten Naturwissenschaften).
Der Inhalt dieses Werkes, das 445 Seiten Folio mit 2 Tafeln Ab-
bildungen enthält, zerfällt in den systematischen Theil (p. 1 — 104),
Anatomie und Physiologie (p. 105—149) Nestbau (p. 150—209), geo-
188 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
graphische Verbreitung innerhalb der Schweiz; Beziehungen zu der
übrigen Natur (p. 210—241); die Seiten 242-445 enthalten eine
grosse Reihe von Beobachtungen und Experimenten, die über die
Gewohnheiten der Ameisen Aufschluss geben. Zur Systematik hebt
Forel hervor, dass die Unterfamilie der Formiciden am besten
begrenzt ist, während die Poneriden und Myrmiciden nicht so scharf
geschieden sind ; die Abzweigung der Odontomachiden und Doryliden
von den Poneriden, die Mayr vorgenommen, hält Forel für ver-
fehlt (p. 21). Von der Gattung Ponera kommen in der Schweiz die
beiden Arten P. contracta und P. punctatissima Rog. vor; Herma-
phroditen (?) der letzten Art hatte Roger als besondere Art (P.
androgyna) angesehen. Im ganzen sind von Formiciden 9 Gattungen
mit 18 Arten, Poneriden 1 Gattung mit 2 Arten, Myrmiciden 13
Gattungen mit 16 Arten vertreten. Die geringe Zahl der Arten
rührt daher, dass Forel eine ganze Reihe der von Nylander,
Mayr, Förster, Schenck u. a. aufgestellten Arten als Varietäten
behandelt; wichtige Bemerkungen über den systematischen Werth
eines Charakters ünden sich pag. 13 — 19. Im anatomischen Theile
ist namentlich die Entdeckung zweier Organe zu verzeichnen, deren
Untersuchungen allerdings noch nicht abgeschlossen sind. Die
ersteren finden sich als 5 — 12 chitinöse Röhren, die vom Enddrittel
des letzten Fühlergliedes mit einem langen Kanäle rückwärts ver-
laufen und im ersten Drittel in einer ringförmigen Oeffnung aus-
münden. Die etwas angeschwollene Basis dieser Röhre steht mit
dem Fühlernerv in Zusammenhang und die vielfach verschlungenen
Kanäle sind in ein Bündel vereinigt. Eine Deutung dieser Gebilde
versucht Forel nicht. Ferner fand er neben den »Tast- und Riech-
kolben«, die Leydig entdeckt hatte, zunächst bei Polyergus rufe-
scens, dann aber auch bei anderen Arten eine dritte Form von
Haargebilden, die abgeplattet sind und in eine längliche Grube der
Haut eingesenkt erscheinen. An dem unteren Drittel ist diese
Grube von einem Porenkanal durchbohrt, in dem eben das Haar
steht und durch den die Ernährung geschieht. Obwohl nicht beob-
achtet, wird doch ein Zusammenhang dieser Haare mit dem Nerven-
system vermuthet und der Apparat mit einer Sinnesthätigkeit in
Beziehung gesetzt; sie finden sich nahezu am ganzen Fühler, obwohl
gegen das Ende weit reichlicher. Am wichtigsten und interessan-
testen ist der der Lebensweise gewidmete Theil, der eine Reihe
der merkwürdigsten Beobachtungen, angestellt an 29 Arten, enthält.
Hervorzuheben ist das bereits früher wiederholt beobachtete Eier-
legen der Arbeiter (von Formica sanguinea); aus den Eiern ent-
wickeln sich Larven, die sich auch verpuppten; der Grösse und
Farbe nach schienen es (^ zu sein, von denen auch später eins
ausschlüpfte; die grosse Mehrzahl der Puppen ging indessen mit
dem ganzen Stock zu Grunde, p. 324—328.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874, 189
Geleitet durch die Kenntniss der Stimmorgane bei den Mu-
tillen suchte und fand Landois auch bei Ponera und anderen
Ameisen ähnliche Apparate (Thier stimmen p. 133 f.). Hier ist
die Oberseite des zweiten und dritten Hinterleibssegraentes mit ge-
rillten Leisten versehen, die von dem vorhergehenden Ringel ange-
geigt werden. Bei unseren Ameisen ist das Geräusch zu schwach,
um von dem menschlichen Ohr vernommen zu werden, also proble-
matisch. Landois glaubt, dass gerade dieses Geräusch als Mittel
der Verständigung für die Ameisen diene, und nicht die Fühler,
deren Bewegung man bisher in diesem Sinne gedeutet hatte.
0. M. Reuter. Ameisen-Aehnlichkeit unter den He-
mipteren. Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch. IV. p. 156 — 159.
Hebt die grosse Aehnlichkeit von Systellonotus triguttatus L. und
Diplacus albo-ornatus St. hervor. Vergl. auch J. W. Douglas,
Ent. Monthl. Mag. XI. p. 138.
M. Traherne Moggridge. Harvesting Ants and
Trap-door Spiders. Studien an Ameisen (namentlich Atta bar-
bara und structor) angestellt, bringen den Verfasser zu der Ueber-
zeugung, dass dieselben Vorräthe (Grassamen) in eigens dazu herge-
richtete Kammern eintragen. Körner gewisser Grasarten werden
sogar zum Keimen gebracht, und die jungen Keimlinge dienen als
Nahrung für die Larven.
Gentry berichtet über eine Beobachtung, in Folge deren er
zu der Ansicht gelangt, dass die Arbeiterinnen von Formica sanguinea
in 2 Gruppen zerfallen: den einen liegt die Pflege der jüngeren, den
anderen die der erwachsenen Larven ob. Die älteren Larven finden
sich in mehr oberflächlichen Räumen, die jüngeren in geschützteren
Zellen des Stockes. Proceed. of the Academy of Natural
Sciences of Philadelphia. 1873. p. 298 f.
Nach H. Edwards finden sich in einem Nest von Myrmeco-
cystus Mexicanus drei Arten von Arbeitern: 1. Gelbe, Wärterinnen.
2. Gelbe, Honigbereiterinnen. 3. Schwarze, Wächter und Soldaten.
Die 2ten verlassen niemals den Stock und werden von No. 1 mit
Blumen, Pollen u. s. w. versehen, woraus sie den Honig bereiten.
Proceed. of the California Academ. 1873 — 1874. p. 72 if. und
Amer. Natur. VH. p. 722 fi"., VIH. p. 365.
Blake berichtet die merkwürdige Thatsache, dass bei dieser
Art (Myrmecocystus Mexicanus) der Darm blind ende, so dass die
Excremente durch den Mund entleert werden müssten. Proceed,
of the California Acad. 1873—1874 p. 98.
Perty erwähnt eigenthümlich gerollter und mit einander ver-
bundener Blätter der Rosskastanien, welche Formica fuliginosa, die
sonst in Holz baue, auf diese Weise zu ihrer Wohnung hergerichtet
habe. Mitth. der naturf. Ges. in Bern. No. 812—827. p. 41.
Köhler giebt ein Verzeichniss der von ihm im Voigtlande
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. N
190 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
gefundenen Ameisen. Sitzungsberichte der naturwissen-
schaftlichen Gesellschaft Isis in Dresden. 1873. p. 32.
Enthält 19 Arten.
E. Andre. Description des fourmis del'Europe. Nach
einer Einleitung, die die angewandte Terminologie und den äusseren
Bau der Ameisen erläutern soll, folgen Tabellen für die 3 ünter-
familien, Gattungen und Arten. An diese sind angeschlossen Ver-
zeichnisse von Ameisenfreunden unter den Arthropoden, die (einschl.
3 Arachniden und 1 Crustaceums) 588 Arten enthält. Andre selbst
scheint zu befürchten, dass diese Zahl zu hoch sei, da er beklagt,
dass manche Angaben darin ungenau seien, dass sie ein einmal zu-
fällig in einem Ameisenhaufen gefundenes Insekt sofort als Myrme-
cophil ausgeben. Aufgefallen ist mir, dass dasselbe Insekt unter
drei Nummern vorkommt (569 Sphaerium acervorum, 570 Myrme-
cophiia acervorum, 571 Blatta acervorum), wo schon derselbe Species-
name den Gedanken an Synonyme nahe legen musste.
M. A. Forel konservirt die aus Erde aufgeführten Nester
von Ameisen mit Wasserglas. Bullet, d. 1. Soc. Vaudoise d.
scienc. natur. Vol. XII. p. 451.
Derselbe vervollständigt die Gattungsdiagnose von Brachy-
myrmex Mayr und beschreibt die neue Art B. Heeri, die sich im
botanischen Garten zu Zürich im Orchideenhaus fand, wohin sie
wahrscheinlich mit tropischen Orchideen gelangt war; a. a. 0.
p. 90 ff.
Derselbe liefert ebenda p. 99 die Beschreibung des bis
dahin unbekannten (^ von Ponera punctatissima Roger, ferner p. 93
die Gattungsdiagnose von Anergates n. g., zu den Myrmiciden ge-
hörig und ausgezeichnet durch den Mangel von Arbeitern. Die
einzige in diese Gattung gehörige Art ist A. atratulus = Myrmica
atratula Schenck. p. 94 ist das bis dahin unbekannte ^ von Temno-
thorax recedens Nyl. beschrieben.
Forel beschreibt a. a. 0. Les Fourm. d. 1. Suisse p. 94 die
neue Schweizer Art Strongylognathus Huberi, von der nur die Ar-
beiter bekannt sind.
Smith beschreibt in den Trans. Ent. Soc. London 1874.
p. 403 ff. folgende neue Arten aus Japan: Camponotus vitiosus;
Polyrhachis lamelUdens; Tapinoma flavipes; Ponera solitaria; Aphae-
nogaster aciculata; Ischnomyrmex famelicus; Leptothorax congruus;
Monomorium intrudens; Phidole fervida, nodus; Crematogaster
laboriosa.
Ectatomma sociale (Murrumbidgee, Austr.); W. Mac Leay,
Trans. Ent. Soc. N. S. Wales, III. p. 369.
Chrysididae. F. Smith giebt in den Trans. Ent. Soc.
Lond. 1874. p. 451—471 eine Revision der Gattungen Cleptes, Par-
nopes, Anthracias, Pyria, Stilbum und beschreibt als neu Cleptes
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 191
aurora (Ega) p. 452; Parnopes smaragdina (Cap) p. 453; Chrysis
artifex (Nord-China), faustus (Australien) p. 456, reversus, viridifrons,
interceptor p. 457, intrudens, parallelus p. 458 (Australien) volatilis,
janthinus, fossulatus p. 459, slianghaiensis (China), imperiosus (Austra-
lien) p. 460, principalis, varicolor (China) p. 461, gemmatus, agilis,
hiparütus, festivus p. 462; Pyria violacea, Proteus p. 465 (Australien).
Chrysis Daphne (Hiogo); derselbe ebenda p. 399.
Homalus nanus (Jonische Inseln, bei Niteliopsis pisonoides
n. sp. schmarotzend); Saunders; ebenda 1873. p. 411.
Chrysis Stondera Pz. = Ch. Stoudera Jurine; Correspon-
denzbl. d. zool.-raineral. Vereins in Kegensburg, XXVII.
p. 28.
Ichneumonidae. L. Provancher beginnt in Le Naturaliste
Canadien V. p. 435 fi"., 470 ff., VI. p. 29 ff., 55 ff. eine Aufzählung
und Beschreibung der in Quebec vorkommenden Arten, nebst einer
analytischen Gattungstabelle.
E. T. Cresson bringt Description of Mexican Ichneumonidae.
Proceed. of the Acad. of Natur. Scienc. of Philadelphia.
1873. p. 104 ff., 374 ff. und beschreibt die neuen Arten Ichneumon
(Patroclus) nigrocaeruleus p. 104; (Ichneumon) chiapus, curiatus,
dilucidus p. 112, ahlatus, passivus p. 113, additus, citrinus, izucarus
p. 114, arrogans, cupidus, opacülus p. 115, junceus, zocatecus p. 116,
actuosus p. 117, solitarius, prolixus p. 118, zaptlanus, excuratus p. 119,
inoratus, mendicus p. 120, ignarus, placitus (!), epieus p. 121, nigro-
femoratus, abjectus p. 122, cepTidlotes, amecus p. 123, parandus, dba-
eulus p. 124, abitus, durus p. 125, virescens p. 126, abactus p. 127,
simüans p. 128; (Oedicephalus) vicinus p. 130; Trogus latipennis,
hlandita p. 132; Cryptus aztecus p. 133, tantillus, tenuiventris p. 134,
Celaya, arcuatus p. 135, transversus, angulatus p. 186, cltus, pulchri-
pennis p. 137; Joppidium dubiosum p. 138, ardens, donabilis (!) p. 139;
Phygadeuon satageus, zapotecus p. 140; Mesostenus (Polycyrtus) fe-
rox, maior p. 143, acerbus, maeer p. 144, mancus, paululus, jwweus
p. 145, reliquus, copiosus p. 146, accuratus, furvus p. 147, univitta-
tus,paUidus\ atriceps p. 148; (Polyaenus) eotypus, ablatus p. 149;
(Mesostenus) aztecus, propmquus p. 152,. compactus, discus, facilis
p. 153, acceptus, modicus, communis p. 154, cliicMmccus, admirandus
p. 155, arcuatus, admotus p. 156, onexicanus, lassatus p. 157, mora-
tus, absolutus p. 158, accolens, novatus, stupidus p. 159, abactus, ad-
monitus p. 160, incertus, animatus p. 161, pertenuis, collaris, arctus
p. 162, (Christolia) nubecula p. 163, calcarata, zapotecus p. 164, mi-
rahilis, mirandus, abdominalis p. 165; Cryptanura iS'iom'c/irasf* p. 166,
delecta, acolhua p. 167, Pachymenae (an h. g. ?) p. 168; Hemiteles
lascivus, patruelis p. 170, exilis, rarus, irritatus p. 171, ingenuus,
adjicialis p. 172, adultus, bimaculatus p. 173, centralis, junctus, sci-
tulus, monilis p. 174, admirabilis, sulsus, transilis p. 175, servilis
192 ßertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
p. 176; Ophion mexicanus, atriventris p. 374; Thyreodon niger, ma-
culipennis p. 375, laticinctus, ornatipennis; Anomalon mexicanum
p. 376, vitticolle, magum (!), peritum p. 377, residuum, scelerosum
p. 378, tumipenne, agnatum, elegans (an h. g. ?) p. 379; Ophiopterus
ferrugineus; Eipliosoma mexicana p. 380; azteca p. 381; Campoplex
opimus, tepanecus p. 382, lacivius, aurifer, flavipennis, melUventris
p. 383, lectus, gnarus, calcaraUis, macilentus p. 384, divisus, macera-
tus, nefastus, legalis p. 385, inaequälipes ; Limneria insolens (an h.
g. ?) p. 386; Nonnus (n. g.) atratus, antennatus p. 387; Mesochorus
totanacus; Pristomerus mexicanus p. 388; Exetastes vittatipes, tar-
salis, mexicanus p. 389; Mesoleptus aztecus p. 390, anguina (an h.
g. ?); Tryphon mexicanus p. 391; Metopius femoratus, scutatifrons
p. 393; Epirhyssa mexicana; Epliialtes atriceps p. 394; Epimecis
tlioracicus (an h. g. ?); Theronia Montezuma p. 395, tolteca, mellosa
p. 396, Tacubaya; Pimpla caeruleata p. 397, crocdpes, punicipes
p. 398, feralis, crassicauda, alhipes p. 399, semisanguinea, Sumichrä-
sti p. 400, azteca, marginipennis, zonata p. 401, zapoteca, chicMmeca
(an b. g. ?) p. 402, iclmeumoniformis p. 403, pulcherrima (an b. g. ?)
Iraconoules, atriceps p. 404; Glypta longula, albopicta p. 405, deco-
lorata p. 405; Lycorina apicalis (an h. g. ?); Meniscus crassitarsus
p. 409, mexicanus, alternatus (an h. g. ?) p. 410, orbitalis (anb. g. ?);
Pnytodietus gracilicornis p. 41i, mexicanus; Labena gloriosa p. 412;
Grotea mexicana p. 413. Die meisten Arten stammen von Cordova
oder Orizaba.
Kriecbbaumer giebt eine erneute Beschreibung des seit
Gravenhorst nicht wieder aufgefundenen Ich. subannulatus Gr.
nach einem bei Rosenheim gefangenen Exemplar, p. 146, und be-
schreibt als neue Art J. pulvinattis (bei Tegernsee auf Blüthen des
Huflattich) p. 148. Correspbl. d. zool.-miueral. Ver. in Re-
gen sburg. 28. Jahrg. 1874.
Tischbein giebt eine Uebersicht der europäischen Arten des
Genus Ichneumon (Wesmael). Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 345 ff.,
417 ff., XXXV. p. 104 ff., 133 ff., 288 ff. Das Verzeichniss enthält
488 Arten, die in Unterabtheilungen, Sectionen u. s. f. gruppirt sind.
Als neu sind beschrieben: lehn. Mayri (XXXIV. p. 350), I. falcatus
(353), I. liolsatica ! (418), I. retractus (419), retectus (420), I. crassi-
cornis (421), I. ßavifemur (422), l.vivacior,majuscidus {424:), l.oclira-
ceus (426), I. rarus (427), I. simidans, perhiematus (428), I. oblon-
gatus (434), I. rugosus (435), I. guttatus, flavipetiolus (436), I. per-
fidus (439); I. redimitus (XXXV. 107), I. importunus (109), 1. rivalis
(110), I. holsaticusl (134), I. invisus, albihucca (135); Aoplus (n. g!)
inermis (137); Bhysaspis (n. g.) rugosus (139); Amhlyieles Syraensis
(143), A. vexülarius (293), A. carborator (294).
Wal ah beschreibt a. a. 0. p. 69 Joppidium ruficeps. Nord-
america.
der Entomologie während der Jahre 187o und 1874. 193
Ichneumon alhidipes, diversipes, lanccolattis, insolitus (Japan);
F. Walker, Cist. Entom. XI. p. 301 f. J. B elf r agil, propitius
(Texas); Cresson, Trans. Am. Ent. See. IV, p. 156. 3. generosus,
cognatorius, doUtiirics, cursorius, flavitarsis, virulentus, improvidus
incanescens, vexator, irritator, riifitarsis, dentatus, intrudcns; Trogus
arrogans (Japan); F. Smith, Trans. Ent. Soc. Lond. 1874 p. 387 fif.
T. Quebecensis ; Joppa canadensis (Quebec); L. Provaucher
a. a. 0. p. 335 f.
Exophanes fulvescens (Rotterdam); v. Vollcnhoven, Pina-
cographia p. 5. Taf. II. Fig. 5.
Cryptides. C. G. Thomson beginnt in seinen Opusc. En-
tomol. V. p. 455 ft". und VI, p. 589 ff. eine Klassifikation und Be-
schreibung der Schwedischen Cryptiden, Ichneumon und Cryptus
Grav., deren Spiegelzelle regelmässig Seckig oder quadratisch ist,
fasst er als Ichneumones pentagones zusammen, gegenüber den J.
deltoidei (Pimpla, Ophion, Tryphon Gr.) mit deltoidischer oder feh-
lender Spiegelzelle. Die Cryptiden theilt er in Cryptina , Phyga-
deuonina , Hemitelina und Stilpnina ein und stellt zahlreiche neue
Gattungen und Arten auf.
Cryptus laticeps, exulans p. 157, älhicollaris p. 158, sororius,
huccatus, comalensis p. 159; Phygadeuon texamis, intermedius p. 160,
timidus p. 161; Mesostenus (7 A.); Hemiteles inconspicuus , neue
Arten von Texas; Cresson, Trans, Am. Ent. Soc. IV,
Cryptus ambulator, carhonarius, hasalis, penetrator p. 392,
ptmctator, macuUpes (Japan); F. Smith, Trans. Ent, Soc. Lond.
1874, C. variator p. 303; Ischnocerus Mcinctus; Mesostenus lati-
cinctus (Japan), Walker, Cist. Entom. XI.
Provancher beschreibt a. a. 0, p. 178 ö". 14 Cryptus-,
p. 280 ff. 16 Phygadeuon-, p. 299 ff. 3 Mesochorus-, 4 Mesostenus-,
p. 331 ff. 9 Hemitelesarten von Quebec,
Agrothereutes batavus (Holland); Aptesis hngicauda (Geldern);
V. Vollenhoven, Tijdschr. v. Entom. 2. VIII, p. 209 ff.
Cryptus longicauda (Fiume, Triest); Kriechbaume r; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 49 ff.
Cryptus atricollaris p. 72, rhombo'iäalis , cmctipes p, 74, rufi-
frons p. 75, nigricalceatus (nach Cresson Varietät von C. albitarsis
Cress.) p. 77, albisoleatus p. 80, albicaligatus (nach Crossen Varietät
von C. albitarsis), picticoxus p, 82, neue Arten aus Nordamerika;
Walsh a. a. 0.
Nach Cresson ist Ischnus albitarsis Cress. das ^T von
Cryptus americanus Cress. Transact. of the Acad, of science
of St. Louis. Vol. in. No. 1. p. 77.
Bassus tripicticrus p. 85, ruficrus p. 86, semifasciatus p. 87,
bicapülaris p, 88 neue Arten aus Nordamerika; Walsh. a. a. 0,
Kriech baumer weist Cryptus praedator Rossi, C. bimacu-
194 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
latus Gr. und Mesostenus funebris Gr. als Angehörige der baierischen
Fauna nach. Bei ersterer Species wirft er die Frage auf, ob die-
selbe mit (dem von der Kossi'schen Diagnose etwas abweichend
beschrieben) Cr. praedator Gr. identisch sei und meint, diese Frage
Hesse sich nur durch Vergleichung des Gravenhorst'schen Original-
exemplars und Prüfung desselben mit Bezug auf die Tarsen ent-
scheiden; ebenso die von Gravenhorst vermuthete Zusammenge-
hörigkeit (als $) zu C. sanguinolentus (/*. Correspondenzbl. d.
zool.-miner al. Vereins in Regensburg. XXVII. p. 23 ff.
Ophionides. Cresson beschreibt in den Trans. Am. Ent.
Soc. IV. von Texas die neuen Arten Anomalen magniceps, pallitarse,
orbitale 1^' 170, melleum; Trachynotus texanus p. 169; Charoißs UMalis
p. 173; Porizon (8 A.); Pharsalia (n. g.) texana, virginiensis
p. 177; Iphosoma texanum; Campoplex expertus, hellus p. 171; Lim-
neria (5 A.); Mesoohorus uniformis, electilis', Exetastes bioculatus.
Anomalen /asaa^?ww (England) ; T. A. Marshall, Ent. Monthl.
Mag. IX. p. 240.
Paniscus ornatus (Groningen); V. Vollenhoven, Tijdschr.
V. Entom. 2. VIII. p. 218.
Von Hiogo beschreibt F. Smith in den Trans. Ent. Soc.
London 1874. p. 395 ff. Thyreodon purpurascens ; Anomalen flavi-
frons, insidiator ; Paniscus wmcoZor; Oi^hion pungens, flavipictus, uni-
color.
Campoplex albimanus; Sagaritis ventralis; Charops luteipes
(Japan); Walker, Cist. Entom. XI. p. 306 f.
Provancher beschreibt a. a. 0. VI. p. 61 ff. 5 Banchus-,
p. 78 2 Exetastes-, p. 81 1 Arotes-, p. 104 1 Ophion-, p. 105 ff.
7 Paniscus-, p. 143 ff. 7 Campoplex-, 8 Limneria-, 1 Macrus-, 3
Atractodes-, p. 175 f. 2 Cremastusarten aus Quebec.
TrypJionides. Holmgren bringt eine Dispositio metho-
dica der (45) Skandinavischen Arten der Gattungen Colpotrichia
Holmgr., Triclistus Forst., Metacoelus Forst., Exochus Grav., Thy-
loconmus Holmgr., Chorinaeus Holmgr. Neu sind Tricli&ius pallipes
(Wermeland und Norwegen), nigritellus (= podagricus Holmgr.,
Monogr. Tryph. Suec. 320—29); Exochus decoratus (Scania), Wold-
stedtii (Süd-Schweden), procerus (mittleres und nördliches Schweden),
melanarius (Jemtland), dlbicinctus (Upland), septentrionalis (Lapp-
land), pmnüus (Westrogothl.), vafer (üpland, Wermeland); Oevers.
Kongl. Vetensk. Akad. Förh. 1873. No. 4. p. 55 ff".
Walsh beschreibt a. a. 0. die neuen Arten Catocentrus
(n. g.) philanthoides p. 90; Exochus annidicrus patriceps p. 95, albi-
ceps p. 96; Exochlscus (n. g.) pusülus p. 97; Polyrhabdus (n. g.)
cariniger p. 98; Orthocentrus (PacJiyonyx n. g.) trifasciatus, stig-
matius p. 101.
A. E. Holmgren liefert eine Monographie der Schwedischen
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 195
Arten der Gattung Campoplex. Bihang tili Kong. Sv. Vetensk.
Akademiens Handl. I. No. 2. Stockholm 1872. Zur Einleitung
setzt Holmgren den Bau des äusseren Chitinskelets und die aus
demselben sich ergebende Terminologie auseinander und schickt
der ausführlichen Beschreibung der (42) Schwedischen Arten eine
Uebersichtstabelle voraus. Wo Holmgr. ohne ältere Literaturangabe
als Autor einer Art steht, nehme ich dieselbe als neu an; es sind
dies C. twlnlitaUis p. 19, belUpes p. 21, unicinctus p. 35, histrigosus
p. 37, trisculptus p. 39, pmeticola p. 44, similatorius p. 47, Tschehii
p. 54, obUteratus (= falcator Zett. p. p.) p. 59, pülchripes p. 62,
submlcatus p. 66, ForsselU p. 73, eurynotus p. 75, facialis p. 77,
fiUcornis p. 80, rußpes p. 81, ulceratiis p. 83, minutus p. 85, conso-
brinus p. 87.
Tryphon atricoxus (Nordamerika); Walsh a. a. 0. p. 104.
Exenteron ornatiis ebendaher; derselbe ebenda p. 105.
Cteniscus albiUneatus desgl. p. 107.
Mesoleptus bicoloratus, delicatus p. 166, strigosus, rotundiceps,
stigmaterus; Exochodes texana p. 167; Exochus evectusy texanus;
Metopius Hageni (Texas); Cresson a. a. 0.
Bassus quadrinotatus (Leyden); Scolobates corallinus (Holland);
V. Vollenhoven, Tijdschr. v. Entom. (2) VIII. p. 211.
B. monticola (Schweiz); derselbe, Pinacogra phia, p. 4.
Taf. I. Fig. 9; 10 Arten von Quebec; Pro van eher a. a. 0. VI.
p. 32, 55 ff.
Mesoleptus Midleri (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Voy. Ereb.
u. Terror ; II. p. 27.
M. stygius (Japan); Walker, Cist. Entom. XI. p. 306.
Ephialtes gigas p. 110, pygmaeus, pusio p. 111; Lampronota
(= Lissonota Gr.) amphimilaena (amphimelaena?) p. 117, interpellata
p. 118, pictiventris p. 119^ breviventris p. 120, iinitatrix p. 121; neue
Arten aus Nordamerika; Walsh a. a. 0.
Pimplides. V. Vollenhoven beschreibt in der Tijdschr.
V. Entom. (2) VIII. Rhyssa fractinervis (Auekland, Neu-Seeland)
p. 67. Taf. IV. Fig. 1, laniaria (Amboina) p. 68, Fig. 2, Doreica
(Dorey) p. 69, Taf. IV. Fig. 3; Pimpla vincta p. 312, laevidorsum
p. 213; Glypta elegans p. 214; Taf. IX. Fig. 2; Coleocentrus abiae
p. 215, F. 3, Sixi p. 216, F. 4 (aus Holland).
Provancher beschreibt neue Arten von Quebec in den
Gattungen Coleocentrus, Tropistes, Acaenitus, Thalessa, Polysphincta,
Cylloceria, Glypta, Lampronota, Meniscus, Eucerus, Xylonomus,
Phytodiaetus, Echthrus a. a. 0. VI.
Macrus apicifer; Lissonota semistriata; Echthrus atrator; Xy-
lonomus investigator, neue Arten aus Japan; Walker, Cist. Eritom,
XI. p. 305 ff.
196 Berikaii: Bericht ülj. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Pimpla destructor, liictuosa (Hiogo); F. Smith, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1874. p. 394.
Glypta diversipes, rufipluralis p. 125, alUscutellaris p. 127,
ruficornis p, 129; Vim^la. pictipes p. 135, vidna p. 140, coelebs -p. 141,
investigatrixip. 142; Poly gphincta m'^/nceps, nigrita j). 144, pimplo'ides
p. 145; Exetastes suaveölens p- 146; Leptobatus ilUnoiensis p. 148;
Cryptocentrus (n. g., neben Cryptocentrum Kirby wohl kaum zu
halten) für Tryphon submarginatus Cress.; Echthrus annuUcornis
p. 159; neue Arten aus Nordamerika; Walsh a. a. 0.
Braconidae. Cresson beschreibt in den Trans. Am. Ent.
Soc. IV. p. 173 ff. neue Texanische Arten in den Gattungen Opius,
Eubadizon, Phylax, Macrocentrus, Helcon, Ichneutes, Sigalphus,
Chelonus, Microdus, Ischinus, Agathis, Microgaster, Bracon, Rhogas,
Exothecus, Horraius, Megischus, Dacnusa.
Derselbe desgl. im Canad. Entoraol. V. p. 51 ff. in den
Gattungen Microdus (11 A.), Toxoneuron (8 A.), Proterops (1 A.),
Ilolcon (5 A.) aus Nordamerika.
Die Schwedischen, Sigalphus nahestehenden Gattungen und
Arten beschreibt C. G. Thomson, Opusc. Entom. VI. p. 553 ff.
Neu sind Sigalphus collaris (N. W. Schweden), glypturus, (Smäland),
striöla, luteipcs (Gothland); Chelonus (17 A,); Ascogaster leptopus,
cavifrons, gibbiscuta, sternalis, lapponiciis.
Bracon macidifrons, corallinus (S. W. Afrika); Ritsema,
Tijdschr.v. Entom. (2) VIII. p. 177 ff.
B. scolytivorus; Spathius trifasciatus (beide in Scolytus Caryac,
Missouri); Riley, V. Rep. Ins. Miss. p. 106.
B. semüuteus ; Spathius fasciatus; Hecabolus cinctus; Chelonus di-
versus ;Vroiero-ps &<xsaZ/s (Japan); Walker, Cist. Entom. XI. p. 307ff.
Vipio insidaris (Seeland) ; Polemon albiwmms (Holland) ; v.
Vollenhoven, Tijdschr. v. Entom. (2) VIII. p. 218 f. Taf. IX.
Fig. 5 und 5 a.
Verschiedene Microgasterlarven verfertigen nach dem Verlassen
ihres Wirthes ein gemeinsames Gespinnst, das von Ratzeburg für
Spinneneier gehalten worden war. Microgaster congestus Nees lebt
in Raupen von Plusia gamma; M. spurius Wsm. in Noctua xantho-
cyanea; M. pallipes Reinhard in Plusia chrysitis u. Botys verticalis.
Siehe Brischke a. a. 0. p. 7 f.
Evaniidae. J. 0. West wo od beschreibt im Thesaur.
Entom. Oxon. p. 123 fi. die neuen Arten Trigonalys lacrimosa
(Mindanao), Taf. XIII. Fig. 5, marginata (Venezuela), Taf. 10; Mono-
machus antipodcdis (Melbourne), Taf. XXIV. Fig. 1; Stephanus da-
mellicus (Australien), Fig. 2, natcdicus (Natal), Fig. 8, Sdlamonis
(Neu-IIebriden) ; Ophionellus (n. g., Abdomen zusammengedrückt
und gekrümmt wie bei Ophion, sonst Stephanus nahestehend) fra-
güis (Brasilien) Fig. 3.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 197
Aulacostethus (n. g.) ruhriventer: Plumarius (n. g.) niger;
Ascogaster (?) rufivcntris n. A. aus Chili; Philip pi, Stett. Ent.
Zeit. XXXIV. p. 299 fif.
Ghalcididae. Die europäischen Torymiden biologisch und
systematisch bearbeitet von Dr. Gustav Mayr. Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. 24. p. 53 ff. Die Einleitung enthält die allgemeine
Biologie dieser Insekten, die meist schmarotzend von Gallerzeugern
und deren Einmiethern leben; der geringe Bruchtheil schmarotzt
in freilebenden Insekten. Die Arten sind indessen im Allgemeinen
nicht wie die Einmiether an bestimmte Wirthe gebunden, kommen
vielmehr in den Gallen verschiedener Arten, sogar verschiedener
Pflanzen vor. Wegen der grossen Variabilität fast sämmtlicher
Körpertheile ist die Bestimmung gefangener Exemplare nahezu
ein Ding der Unmöglichkeit; nur die Zucht kann eine Species
und den Umfang ihrer Variation feststellen. — Eine Tabelle giebt
eine Uebersicht der Torymiden - Arten nach ihren Wohnthieren.
Die Gattung Podagrion Spin, ist aus dieser Unterfamilie ent-
fernt, deren Charaktere p. 63 sehr genau angegeben sind. Dann
folgt die Beschreibung der Arten, nämlich in der Gattung Lochites
Forst. 1, Mo nodontomerus Westw. 6 {ströbili aus Zapfen von
Nadelhölzern in Unterösterreich p. 67), Diomorus Walk. 3, Syn-
tomaspis Forst. 6 {Cerri aus Gallen von Synophrus politus Hart.,
Andricus singularis Mayr in Oesterreich p. 79), Oligosthenus Forst.
2, Cryptopristus Forst. 1, Holaspis n. g. 6 (Kiesemoetteri bei
Triest gefangen p. 83, Stachidis (Stachydis?) aus Gallen von Stachys
silvatica in Oesterreich p. 84, arinata in Unterösterreich gefangen
p. 85, pannonica bei Pest gefangen p. 86, Äpionis aus Köpfen von
Trifolium pratense p. 84); Torymus 49 (Gleclwmae Forst, i. 1. aus
Gallen von Aulax Glechomae p. 90, Eglanteriae aus Rhodites Eglan-
teriae p. 100, igniceps gefangen p. 103, Ärtemisiae aus Gallen der
Cecidomyia Ärtemisiae in der Dobrudscha p. 105, Mbernans aus
Eichengallen von Neuroterus lenticularis Ol. in Sachsen und Oester-
reich p. 111, Hieracii aus Stengelgallen von Aulax Hieracii p. 112,
Lini aus Linum usitatissimum p. 113, sodalis aus Gallen von Neu
roterus lenticularis und laeviusculus in^ Sachsen p. 120, pygmaeus
aus Zerreichengallen der Cecidomyia suhuUfex n. sp. p. 120, Corni
aus Gallen der Cec. Corni bei Wien p. 121, sociits aus verschiedenen
Umbelliferen-Gallen p, 126, Medicaginis aus M. falcata p. 127) Me
gastigmus Dalm. 6 (Synophri aus Gallen von S. politus Hart. p. 129)
Exurus (n. g.) Colliguagae, eine neue in Gallen der Kätzchen
von Colliguaya odorifera Molina lebende Art. Philippi, Stett
Ent. Zeit. XXXIV. p. 296 f. Als Schmarotzer derselben Misocam
pus laetus Phil., ebenda p. 298.
Aus dieser Familie beschreibt J. 0. Westwood, Thesaur
Entom. Oxoniens. p. 134 ff. die neuen Gattungen und Arten Po
198 Bertkau-. Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
listomorpha fasciata (Amazon.); Leucaspis Darlingii (Australien),
cupreovirdis (Neu- Granada), regalis (Luzon), anthidio'ides (Amazon);
Chaetospila (n. g.) elegans (Nordamerica?) ; Euchrysia (n. g.)
deptidea, gemma, prasina (Australien); Polychroma (n. g., von
Dejean für eine Käfergattung vergeben) Jiistnonica, regalis, l^-den-
tata, 1-dentata (Brasilien), cuprescens (Melbourne) ; Eurytoma mellea
(Brasilien); Chryseida amazonica; Oodera (n. g.) gracilis (Aru), rufi-
mana (Cambodja), ohscura {'?); Belonea(n. g.) australica (S.-Austra-
lien), femoralis (Neu-Guinea), brevicaudata (Mysol); Schizaspidia rudis
(Australien), caffra (Caffrarien), maculata (Brasilien) ; Eucharissa stig-
matica, cuprifrons (Caffrarien); und einige andere Arten.
F. Waliser beschreibt in den Trans. Ent. Soc. Lond.
1874. p. 399 folgende neue Arten von Hiogo: Chalcis obscurata;
Haltichella apicdlis; Epitranus albipennis; Eurytoma antica, und in
eist. Entom. XI. p. 311 ff. vom Amurland neue Arten in den
Gattungen Eurytoma, Callimome, Perilarapus, Lamprotatus, Semiotus,
Pachylarthrus, Pteromalus, Heteroxys, Encyrtus, Eulophus, Pleuro-
tropis, Tetrastichus.
Osten-Sacken beschreibt 8 Callimomearten nebst Angabe
der Gallen, aus denen sie erzogen wurden. Trans. Am. Ent. Soc.
III. p. 58 ff.
Cresson bringt ebenda IV. p. 29 ff. eine Synopsis der Nord-
Amerikanischen Arten der Gattungen Leucaspis, Smicra, Chalcis und
beschreibt L. bulbiventris, apicalis, Sumichrasti, dubiosa, tolteca
(Mexico), texana (Texas); S. canadensis (Canada), flebiUs, delumbis,
torvina (Massachusetts), rufifemorata, delira, subohsoleta, sanguini-
ventris, biociilata, barbara, dorsata, delicata (Texas); mendica töluca,
mexicana, lecta, ambigua, lauta, coccinata, flammeola, miranda, ex-
ornata, compactüis, Montezuma, Äzteca, lenta, Tolteca, juxta (Mexico),
arcana, coxalis (Delaware), Nortoni (Columbien), encausta (Colorado),
mirabilis (Georgien, Texas); Chalcis tegularis, pedalis (Texas), colo-
radensis (Colorado). •-
Haltichellsi osmicida (Epirus auf Osmia tridentata) ; Saunders,
Trans. Ent. Soc. 1873. p. 414.
Proctotrypidae. F. Walker (The Entomologist. VII.) be-
spricht die Scelioniden, Ceraphroniden, Diapriiden, Belytiden, Pro-
ctotrypiden, Heloriden, Embolemiden, Bethyliden und Dryiniden und
beschreibt Epyris crassicornis (Cistul. Entom. XI. p. 309), apicdlis
(Transact. Ent. Soc. London 1874, p. 402) von Japan.
S. C. Sn. v. Vollenhoven erörtert die Verwandtschaftsver-
hältnisse der Dryinus nahe stehenden Gattungen; Gonatopus zieht
er zu Dryinus und Chelogynus zu Antaeon. Eine neue Art ist Dry-
inus spectrum (Harlem); Versl. en Meded. k. Akad. Amsterdam
(2) Vm. p. 150-162.
Westwood stellt in seinem Thesaur. Entom. Oxon,
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 199
p. 158 ff. die neuen Gattungen Eupsenella, Äpenesiaj Loho-
scelidia auf und beschreibt neue Arten in den Gattungen Epyris,
Pristocera, Mesitius, Gonizus, Scleroderma.
Dryinus atriventris; Gonatopus älatus; Epyris laeviventris,
analis (Texas); Cresson, Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 193.
Cynipidae. R. Osten-Sack en beschreibt in den Trans.
Am. Ent. Soc. III. p. 52 ff. Cynips quercus-notha (New -York),
quercus-ecJiinus (Californien). Die Galle von C. quercus-palustris
O.-S. enthält eine Cocongleiche Masse, in der die Puppe liegt.
Liopterum bifasciatuin, nigripenne, fuscicorne, abdominale,
apicale, subpetiolatiim, clavicorne, unifaseiatum, (Amazon.); J. 0.
Westwood, Thesaur. Entom. Oxon. p. 132.
F. Walker beschreibt in der Cist. Entom. XI. p. 309
Rhodites japonica und Synergus japonicus von Japan.
Referent giebt eine kurze Notiz über die histiologische Zu-
sammensetzung der Ovarien von Cynips Quercus folii L. sowie die
Entwickelung der Eier dieser Gallwespe; Sitzber. d. Niederrh.
Ges. f. Natur- und Heilkunde. 1874. p. 265.
Nach H. F. Basset (mitgetheilt von Riley, Americ.
Natural. VII. p. 519) hat Cynips quercus Operator zwei Genera-
tionen, eine Herbst- und eine Frühlingsgeneration. Die erstere
besteht aus lauter Weibchen, deren parthenogenetische Brut sich in
Frühlingsgallen zur zweiten Generation entwickelt. Diese besteht
aus (^ und $, die aber kleiner sind als die der Herbstgeneration.
Die befruchteten Eier würden demnach grössere Weibchen, die un-
befruchteten eine kleinere Generation mit beiden Geschlechtern liefern.
Nach G. Mayr schrumpfen von der Mutterpflanze abgelöste
Gallen (z. B. von Dryophanta scutellaris, Cynips radieis) nicht ein;
die letzteren, auf feuchten Sand gelegt, wachsen sogar nicht unbe-
trächtlich fort. Sitzber. Zool. Bot. Ges. Wien. 24. p. 37.
Fuss erhielt mehrere Exemplare von Biorrhiza aptera F., die
am 12. Januar auf frisch gefallenem 5" hohem Schnee zahlreich um-
herliefen. Verhandl. u. Mitth. d. sieb enb. Vereins f. Natur-
wissensch. i. Hermannstadt. XXIV., p. 36.
Uroceridae. J. 0, Westwood giebt in seinem Thesaur.
Entom. Oxoniens. p. 112 ff. die Beschreibung (und Abbildung)
folgender neuer Arten: Xiphydria orientalis (Indien), Walslii (Neu-
York); Sirex fulvo-cincUis, latifasciatus, graciUs, dimidiatus, morio,
abbadon, melanchoUcus (Nord- America) ; Tremex Pandora (Indien),
maurus (Nordamerica), rugicollis (Philippinen), purpureipennis (Ma-
lacca); Oryssus imperialis (Goldküste), Batesianus, fulvistigma, ama-
zonicus (Amazon.); Derecyrta bicdlor (Chili), lugubris (Brasilien).
Urocerus tricolor (Canada), in beiden Geschlechtern nebst
Larve abgebildet; Provancher, Le Natur. Canadien III. p. 77
und 78. Fig. 10.
200 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Sirex japonicus (Hiogo); F. Smith, Trans. Ent. Soc.
London. 1874. p. 386.
Oryssus dentifrons (Valdivia); Philippi, Stett. Ent. Zeit.
XXXIV. p. 303.
Tenthredinidae. E. Norton bringt Notes on North Ame-
rican Tenthredinidae, with descriptions of new species;
Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 77—86. Die Bemerkungen beziehen
sich auf die Synonymie und Entwickelung einiger Arten. Neu sind
Ptenos (n. g.) niger, nigripectus (Texas); Hylotoma consohrina;
Pachylota varicolor; Dictynna cordovensis, polita; Seiandria Smni-
chrasti, longipennis, fasciipennis, coccinata (Mexico), inaequidens (!);
alhicolUs; Lophyrus fulvus; Xyela aenea; Emphytus BolU; Hemi-
chroa albidivariata, fraternalis (Texas); Cladius aequalis (Connec-
ticut); Dolerus distinctus, coccinifer (Californien) ; Cephus cinctus
(Colorado).
Eriocampa testaceipes p. 128 ; Taxonus glotteanus p. 220, neue
Arten aus Schottland; P. Cameron, Entom. Monthl. Mag. XI.
Das 17 otuk der Inlandsche Bladwespen von Sn. van
Vollenhoven Tijdschr. v. Entom. 2. ser. VIII p. 1 fF. enthält
Beschreibung und treffliche Abbildung der verschiedenen Stadien
von Lophyrus virens Klug, Lyda clypeata Klug und Seiandria cereipes
Voll. n. sp.j deren Larve auf Polystichum fllix mas lebt; die Art
ähnelt sehr S. stramineipes Klug.
Kriechbaum er spricht die Vermuthung aus, dass die ver-
meintlich brasilianische Cimbex venusta Perty unsere deutsche C.
Betulae Zadd. sei, von der ein Exemplar unter die in Brasilien ge-
sammelten Insecten gerathen sei. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 417 f.
Nach Brischke a. a. 0. p. 9 kommt auch bei Nematus pa-
vidus Parthenogenesis vor.
Vaichyprotsisis nigronotata (Bayern) neue Art; Kriechbaumer
im Correspondenzbl. zool.-mineral. Verein. Regensburg.
1874. p. 51.
D. H. R. von Schlechtendal beschreibt eine neue Vär. von
Allantus consobrinus Klug, die er var. Zwickoviensis Schlecht, nennt.
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 88.
S. V. Vollenhoven meldet ein abnormes Flügelgeäder bei
Seiandria serva und Tenthredo instabilis. Tijdschr. v. Entom.
XVII. Versl. p. 252 und 267.
J. 0. Westwood stellt in Thesaur. Ent. Oxoniens.
p. 109 ff. die neuen Gattungen Perantherix und Brachytoma
auf und beschreibt neue Arten in den Gattungen Lyda und Cephus.
F. Smith beschreibt in den Trans. Ent. Soc. London
1874. p. 374 ff. die neuen Arten aus Japan Hylotoma nigritarsis,
imperator, humcralis, ephippiata, similUma, similis, trinotata, cap-
tiva; Seiandria nigriceps (Hiogo); Strongylogaster iridipennis; Pachy-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 201
protasis erraticus (Hakodadi); Microphya (11 A.); Tenthredo erratica
(Hakodadi), providens, hilaris, volatiUs; Dülerus ephippiatus, fusci-
pennis, mhfasciatus, nigro-caeruleus.
Neuroptera.
Die im vorigen Bericht p. 340 (p. 120) angezeigten
«Skandinaviens Neuroptera I. Neuroptera Planipenuia"
von Wallengren sind besprochen von M. Kostock in den
Sitzungsberichten der naturwissenschaftlichen
Gesellschaft Isis in Dresden. 1873. p. 9 ff.
Derselbe liefert ebenda p. 20 und Nachtrag p. 85
ein Verzeichniss der in Sachsen beobachteten Neu-
roptera. Dasselbe enthält 57 Planipennia, 130 Trichoptera.
Hagen giebt ein Verzeichniss der Orthoptera Pseudo-
neuroptera (Odonata, Corrodentia, Perlina Ephemerina)
und Neuroptera von Nordamerika nach der Sammlung von
W. Harris. Proc. Bost. Soc. XV. p. 663 ff. Von den
ersteren sind 81, von den letzteren 55 Arten aufgeführt.
Tacchetti. Dei alcuni Neurotteri dei din-
torno della cittä di Padova. Enthält nur Pseudoneu-
roptera.
M'Lachlan verzeichnet die Arten dieser Ordnung
von Neu-Seeland und beschreibt einen neuen Stenosmylus.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (IV.) XIL p. 37 ff.
Ascalaphidae. H. Hagen beschreibt in der Stet t. Ent. Zeit.
XXXIV. p. 33 ff. die Larven von 16 Ascalaphiden, von denen er
10 in natura vor sich hat, während bei den 6 übrigen die Be-
schreibungen anderer Autoren reproducirt werden. Dieselben ge-
hören an: Ascalaphus macaronius Scop., A. coccajus Schifferm., A.
longicornis L.; Puer maculatus Oliv.; Theleproctophylla barbara L.;
Hybris subjacens Walk.; Suphalasca Dietrichiae?; Helicomitus (?)
spec; Glyptobasis incusans?; Ulula Macleayana, U. senex Burm.,
U. aurifera? M'Lachl. ; Haploglenius spec. 4? Nach der Lage der
Stigmen und Seitenlappen des Abdomens, nach der Zahl der Zähne
an den Mandibeln, Kopfform, Oberlippe, Lippentaster versucht
Hagen dann eine Diagnose für die Larven der verschiedenen Gat-
tungen aufzustellen, wobei er aber selbst die Möglichkeit von Irr-
thümern zulässt, da nur für 3 Arten die Zucht des vollkommenen
Insektes eine Gewissheit geschaffen hat.
Ascalaphus meridionalis bei Bingen vorkommend. Zool.
Garten. Frankfurt 1874. p. 470.
Myrmeleontidae. In derselben Weise wie die Larven der
202 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Ascalaphiden bearbeitet H. Hagen auch die der Myrmeleontiden.
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 249 ff., 377 ff. Das grosse, quer-
liegende Grundstück der Beine deutet Hagen als Trochanter, da
im anderen Falle das erste Tarsenglied bei manchen Arten Sporen
tragen würde, was man doch nur bei Tibia gewohnt ist. Den als
erstes (Lippen-) Tasterglied beschriebenen Theil sieht Hagen als
die getrennte Unterlippe an, das Stück, an dem sie artikulirt, als
Mentum, das hier unbeweglich mit dem Kopfe verwachsen ist. Be-
schrieben und gruppirt sind 21 Larven ; eine zeigt solche Ab-
weichungen, dass für sie eine neue Gattung aufgestellt werden muss;
sie ist vermuthlich der bisherige Palpares cephalotes. Die be-
schriebenen Larven sind: Palpares libelluloides L,; P. Hispanus
Hag.; P. (?) cephalotes (?) Klug; Acanthaclisis occitanica Villers, A.
fallax (?) Rbr., A. congener (?) Hag.; Dendroleon pantherinum F.,
dobroletum Sag.; Formicaleo tetragrammicus Pall., Myrmecaelurus
spec? Glenurus Japonicus M'Lachl.; Macronemurus appendiculatus
(?) Latr.; Gymnocaemia variegata (?); Myrmeleon formicalynx L.,
M. formicarius L., M. immaculatus de Geer, M. spec. 5 (?).
Notes sur les Myrmeleonides decrits par M. le Dr.
Rambur. Par R. Mac Lachlan. Annal. Soc. Ent. Belg. 16.
p. 127. Der Verfasser versucht hier, nach Einsicht der Sammlungen
Rambur's und Marchal's die schwierige und sehr verwickelte
Synonymie dieser Familie zu entwirren, und wenn er auch selbst
von dem Resultat seines Versuches wenig befriedigt ist, so ver-
dient er doch wegen dessen, was er geleistet, den Dank der Ento-
mologen. Von den nahezu 200 Artennamen, die in der Literatur
sich finden, werden folgende erörtert. Palpares gigas Ramb. =: M.
(Symmathetes) gigas Dalm. P. libelluloides = P. libelluloides L., ce-
phalotes = cephalotes Klug, soUicitus Walker (wovon subducens
Walk, eine Varietät ist), gigas Burm.?; unter P. papilionoides Klug
scheinen 2 Arten abgebildet zu sein, vielleicht das $ einer Varietät
von libelluloides L., radiatus, speciosus L., zebratus, manicatus, co-
gnatus furfaraceus, latipennis, tesselatus (= Percheronii Guerin?),
pardus, spectrum, venosus = Pamexis luteus Thunberg, translatus
Walker, venosus Burm., pardalinus = conspurcatus Burm. ; Acantha-
clisis occitanica Vill., baetica Ramb., distincta, americana (nicht
= americana Burm.), brachy gaster, longicollis, longicornis Ramb.;
Myrmeleon fallax = impostor Walker, longicaudus, conspersus =
irroratus Burm., nebulosus, insignis, anomalus, annulatus, lineosus,
subpunctatus, bistrigatus = perjurus, torvus, violentus Walker, te-
tragrammicus, pulverulentus, aegyptiacus, V-nigrum = mortifer,
pervigil Walker (Creagris nigro-strigatus M'Lachl.?), pallidipennis
= plumbeus Oliv., africanus = Creagris luteipennis Burm., perfidus,
sedulus, adversus Walker, submaculosus, confusus, appendiculatus,
nigrocinctus = Glenurus obsoletus Say, ocellatus Burm., flavus =
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 203
trigrammus Pallas, atomarius, angusticollis, formicarius (nicht =
formicarius L.), lanceolatus notatus, lineola, obscurus, capensis =
fictus Walker, ochroneurus, 5-maculatu8 Hag. = lethalis Walker,
tenuipennis, innotatus = formicarius L., incertus (=), distinguendus,
roseipennis = Glenurus gratus Say, erythrocephalus, guttatus, elegans,
clavicornis; Megistopus bisignatus = flavicornis Rossi; Azesia
Napoleo Lefebvre = Stilbopteryx costalis Newm.
Derselbe beschreibt ebenda p. 142 Echthromyrmex orien-
talis (Moluccen) n. sp.
Ebenda p.| 444 ff. beschreibt M'Lachlan die Larven von
Palpares hispanus Hag., P. latipennis? Rambur und führt p. 449 f.
weitere Gründe für seine Ansicht auf, dass die als M. formicalynx
allgemein bekannte Art mit ungefleckten Flügeln als der wahre
M. formicarius anzusehen sei, der M. formicalynx dagegen eine nicht
näher zu bestimmende Afrikanische Art bezeichne (vgl. den vor.
Bericht, p. 341 (121)).
Osmylidae. Stenosmylus eitrinus, eine neue Art von Neu-
seeland; M'Lachlan in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XH. p. 37.
■*• Albarda bemerkt Versl. Tijdschr. v. Entomol. XVII.
p. XVI — XIX das Vorkommen von Psectra diptera in Holland. Die
Individuen mit verkümmerten Hinterflügeln scheinen ihm Weibchen
zu sein.
Sialidae. Bei den Larven von Corydalus cornutus schwillt
die vordere Partie der Tracheenlängsstämme vor dem 2ten Abdo-
minalstigma an und entsendet Zweige zum Kopf. Vom ersten Ab-
dominalstigma geht ein ebenso starker Stamm, wie der vordere
Theil des Hauptstammes aus und beide senden nach der Stelle, wo
man ein mesothorakales Stigma vermuthen sollte, einen Ast aus,
durch welchen sie mit einander anastomosieren. A. S, Packard jr.
im Americ. Natural. VIII. p. 533.
Mantispidae. Die Lappen, die Hagen in seiner Americ.
Synopsis an den Tarsen von Mantispa brunnea beschrieben hatte,
sind in der That Pollinien von Orchideen. Hagen, Proc. Bost.
Soc. XV. p. 300.
Nemopteridae. Westwood bildet jn seinem Thesaur. Eni
0#on. neben bekannten Arten folgende neue ab: Nemoptera Jie-
braica p. 178. Taf. XXXIII. 5; albostigma (Zulu) p. 179, Fig. 7,
remifera (Cap) Fig. 9, tipularia (Damaraland) Fig. 10.
Hemerobiidae. Mac Lachlan meldet das Vorkommen von
Megalomus hirtus bei Aberdeen. Ent. Menth. Mag. X. p. 90.
Hagen giebt eine vorläufige Notiz über die Larven der He-
merobien; Proc. Bost. Soc. XV. p. 245 ff. Nach dem jetzigen
Stande unserer Kenntnisse von den Larvenzuständen dieser Insekten,
lässt sich folgendes über dieselben sagen. Die bis jetzt bekannten
Larven besitzen saugende Mundwerkzenge und einen geschlossenen
204 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Darm; an der Stelle wo man den After vermuthen sollte, befindet
sich ein Spinnorgan. An den Mandibeln und Maxillen finden sich
feine Zähnchen, die mit denen der anderen Seite alternieren. Die
Unterlippe besteht aus zwei Lappen, an die sich jederseits die 3glie-
derigen Tarster anfügen. Der Prothorax ist in drei Segmente ge-
theilt, die Hagen als praescutum, prothorax s. str. und scutellum
bezeichnet. Die im Wasser lebende Larve von Sisyra hat an den
7 ersten Hinterleibssegmenten als Kiemen entwickelte falsche Beine,
(falsa legs, developed as gills).
Trichoptera.
R. Mac Lachlan hat den ersten Theil einer Mono-
graphie Revision and Synopsis of the Trichoptera of the
European Fauna erscheinen lassen. S. 1—46. T. I— V.
Dieser erste Theil eines Werkes, das die Beschreibung
sämmtlicher Arten und Abbildungen der wesentlichen Theile
bringen soll, enthält in der Einleitung eine kurze Ausein-
andersetzung des Baues der Trichoptera, die der Verfasser
als Ordnung angesehen wissen möchte. In Bezug auf den
geographischen Umfang des in Betracht gezogenen Gebietes
ist zu bemerken, dass Mac Lachlan die ganze Palae-
arctische Region Sclaters hineingezogen hat. Vgl. den vor.
Ber. p. 354 (134).
Die Phryganeiden sind in diesem Part. I. absolvirt
und die Limnophiliden begonnen.
A. Costa. Fauna del Regno di Napoli, Neurotteri.
Dieser Band enthält p. 1—8 „Aggiunte alle precedente fa-
miglie" und in besonderer Pagination p. 1 — 6 „Famiglia de
Friganeidei."
H. Hagen liefert in den Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. 23. p. 377 „Beiträge zurKenntniss der Phry-
ganiden." Die Unterfamilie der Phryganiden, charakte-
risiert durch 4gliederige, breite, platte Taster und 2. 4. 4.
Sporen, hat die meisten ihrer Vertreter in dem kälteren
Theile der gemässigten Zone. Arten der alten Welt
kommen nicht zugleich in Amerika vor, werden aber durch
sehr ähnliche Formen daselbst vertreten. Die Revision
der (lebenden) Arten zählt in der Gattung Neuronia 18,
Phryganea 13, Agrypnia 6 Arten, im ganzen also 37 Arten
in dieser ünterfamilie auf. An diese Revision der voll-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 205
kommenen Insekten scliliesst Hagen eine Beschreibung
der Gelläuse uud Larven von 2 Neuronia-, 5 Phryganea-,
2 Agrypniaarten. Hervorgehoben wird die Aehnlichkeit
der Larven von Neuronia mit der von Sialis, so dass eine
Trennung der Phryganiden von den Neuroi)teren unnatür-
lich ist. Eine neue Art ist Phryganea Nattereri Brauer
aus Spanien, p. 408, die erste jenseit der Pyrenäen auf-
gefundene Vertreterin dieser Unterfamilie; vgl. Hagen
a. a. 0. p. 378. Von Limnophiliden (p. 442 ff.) werden
12 Arten aufgeführt, 6 in der Gattung Glyphotaelius, 6 in
Grammotaulius, In letzterer Gattung wird p. 449 eine
neue, dem G. nitidus nahe stehende Art aus Island, von
der ein cT sich im Berliner Museum befindet, angemerkt,
aber wieder benannt noch beschrieben.
Derselbe stellt ein Verzeichniss der Phryganiden
Nordamerikas mit 16 Arten auf; P ro c. Bos t. S oc. XV. p. 384.
Mac Lach 1 an ergänzt seine „synonymische Bemer-
kungen" zu den von Rambur beschriebenen Phryganiden.
Annal. Soc. Ent. Belg. 16. p. 149 ff.
Derselbe giebt im Entom. Monthl. Mag. X.
p. 163 — 165 Aufklärung über die Synonymie einiger von
Zetter stedt beschriebener Arten. Danach ist dessen
Phryganea borealis = Limnophilus pavidus Hagen; (Ph.
borealis aut. ist xanthodes genannt); Ph. atomaria = L.
marmoratus Curt.; P. notata = L. affinis Curt.; P. nigri-
ceps = L. striola Kolen.; P. stigmatella = Apatania fri-
gida Mc'Lachl.; P. fusca = L. fumigatus Germ.; P. dis-
coidea = L. bipunctatus Curt.; P. laevis ist eine Anabolia;
P. testacea ein Stenophylax.
Limnophilidae. Mac Lachl an beschreibt in seiner Monogr.
Rev. etc. I. folgende neue Gattungen und Arten: Astratus (n. g.
mit Colpotaulins verwandt, aber das erste Tarsenglied der Vorder-
beine beim ^ länger als das zweite) asiaticus (Turkestan) p. 36;
Hemipterna (n. g. mit Stenophylax verwandt; erstes Tarsenglied
beim ^-^ weit kürzer als das zweite); Anisogamus (n. g., Flügel
bei den Geschlechtern verschieden gebildet) für Stenophylax diflformiß
M'Lachl.; Apatidea (n. g., Apatania nahe stehend; Sporen 1.2.2);
Glyphotaelius petsicus (Nord-Persien).
L. fuliginosus (Neapel); Costa, Fauna di Napoli, p. 4.
Taf. XII. Fig. 8.
Archiv f. Naturg. XXXXI Jahrg. 2, Bd. 0
206 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leisir, auf d. Gebiete
Micropterna (n. g.) oropMla (!) Stein n. A. vom Harz und
Altvater; Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 247.
Ritsema berichtet über die Zucht der auf dem Lande
lebenden Larven von Enoicyla pnsilla (Liranophilus pusillus) Burm.
Correspondenzbl. d. zool.-mineral. Vereins in Regensburg.
XXVIL p. 92 ff*. Diese Larven lassen sich in einem mit feuchter
Erde halb angefüllten Kasten mit Mnium hornum Hedw. sowie
trockenen Eichen- und Buchenblättern bis zu ihrer Verwandelung
füttern. Zum Schluss giebt Ritsema ein Verzeichniss der Punkte,
an denen die Art bis jetzt beobachtet ist. Otto Walser fand
dieselbe auch in Baiern (Isarauen bei München und bei Dillingen),
ebenda p. 14 f.
ChaetOpterygidae. Stein beschreibt in der Stett. Ent.
Zeit. XXXV. p. 248 ff. die neuen Arten Chaetopterygopsis (n.
g.) Maclachlani vom Altvater und aus der sächsischen Lausitz, Ano-
malopteryx (n. g.) Chauviniana aus Schlesien (Warmbrunn?) und
stellt die neue GattuDg Psilopteryx auf für P. (Chaetopteryx)
psorosa Kol.
SericOStomatidae. M'Lachlan beschreibt das bisher unbe-
kannte $ von Oeconesus maori (Neu-Seeland) ; Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIL p. 39.
Leptoceridae. H. Albarda beschreibt und bildet ab Lepto-
cerus riparius (Holland, Bona); Tijdschr. v. Entomolog. XVH. p. 23L
Taf. XIV. 8-17.
Hydropsychidae. Nyctiophylax stagnalis (Holland); Albarda
a. a. 0. p. 229, Fig. 1-7.
Hydroptilidae. A. E. Eaton. On the Hydroptilidae, a
family of the Trichoptera. Trans. Ent. Soc. London 1873.
p. 125—151. Taf. H. und IIL Eaton weist nach, dass die Kiefer-
taster in beiden Geschlechtern Sgliedrig sind und demnach diese
Familie in die Nachbarschaft der Rhyacophiliden gehört. Die Dal-
man'sche Gattung Hydroptila lässt sich nicht mehr mit Sicherheit
ermitteln; in ihrer jetzigen Ausdehnung ist sie durch den Besitz
1. 3. 4 Sporen ausgezeichnet. Neben dieser und der Gattung Agray-
lea gehören noch vier neue Gattungen in diese Familie: Flirixo-
coma (ohne Nebenaugen, Sporen 0. 2. 4. Flügel spitz) für sparsa
Curi, pulchricornis Pict., fuscicornis Schneider, albicornis Hagen,
und die neuen Arten forcipata (England), occulta, femoralis (Eng-
land, letztere auch am Corner See) p. 135; ItJiytricUia (mit
Nebenaugen, Sporen 0. 3. 4; Flügel gespitzt, der Innenwinkel der
vorderen mit einem Anhang) lamellaris (England) p. 140; Ortho-
trichia (Ohne Nebenaugen, Sporen 0. 3. 4) für angustella Mac
Lachl. und atra Hagen; Oxyethira (Mit Nebenaugen, Sporen 0. 3.
4 ; Flügel gespitzt, Innenwinkel ganz) für costalis Curt. und albiceps
Mc. Lachl. Agraylea pallicornis (Turin) p. 148.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 207
Hierhin scheinen auch 2 Insekten zu gehören, welche Cham-
bers im Canad. Entom. V. p. 114 und 125 unter dem Namen
Clymene (n. g-., von Savigny bei Würmern vergeben) fasciella (Ken-
tucky) und Cyllene (n. g., Coleopt. und Mollusc. !) minutissimella
(Kentucky) als Tiueiden beschrieben hat.
Orthoptera.
Systematische Uebersicht der Orthopteren
Nord- und Mitteldeutschlands. Von Dr. Ferd.
Rudow. GiebeFs Zeitschr. ges. Naturw. 42. p. 281 ff.
Die Orthopteren sind hier in dem Umfange von Bur-
meister's Gymnognatha orthoptera und Dermatoptera ge-
fasst. Auf die Einleitung,' die Fingerzeige zum Fang und
zur Konservierung dieser Insekten sow^ie Angabe der be-
nutzten Literatur enthält, folgt eine analytische Tabelle
zur Bestimmung der deutschen Orthopteren, zuerst der
Familien, dann der Gattungen und zuletzt der Arten. Der
letzten Tabelle sind Bemerkungen zu den einzelnen Spe-
cies hinzugefügt, die sich auf 78 Arten ausdehnen und
neben einer ausführlicheren Beschreibung biologischer und
faunisti scher Natur sind. Von Stenobothrus rufus L. ist
die Begattung weiblicher Larven durch ausgebildete </
erwähnt, p. 299. Oedipoda coerulescens und fasciata sind
nach dem Vorschlage v. Siebold's als eine Art behandelt,
0. fasciata v. Sieb. p. 306.
Ein Verzeichniss der bis jetzt in Norwegen beob-
achteten Orthopteren (im Sinne Fischer's) findet sich im
Fase. L der Enum. Ins. Norwegic. (s. oben p. 257 (5)) auf
p. 55—60 (5 Familien, 9 Gattungen, 35 Arten).
Thysanura. Sir John Lubbock. Monograph of the
CoUembola and Thysanura. London. ^ 1873. 8. 265 S. 78 Taf.
(publ. durch die Ray Societ.) Dieses Werk enthält im Zusammen-
hang dasjenige, was derselbe Verfasser früher (namentlich in den
Trans. Linn. Soc.) über diese Gruppe veröffentlicht hat neben einer
vollständigen Bibliographie. Die Ansicht über die Zugehörigkeit
dieser Abtheilung zu den Insekten, die er von der Campodea ab-
leitet, sind dieselben geblieben. Die 78 Tafeln geben vergrösserte
(meist farbige) Abbildungen zahlreicher Arten, und anatomische De-
tails. Die CoUembola enthalten 16 Gattungen in 6 Familien: Pa-
piriidae, Smynthuridae, Degeeriidae, Poduridae, Lipuridae, Anuridae;
die Thysanura (s. Lubb.) 6 Gattungen in den 3 Familien Japygidae,
208 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Campodeidae, Lepismidae. Als neue Arten aus England sind be-
schrieben Seira nigrimaculata p. 146; Lepidocyrtus pKrpureiis p. 155.
A. S. Packard jr. giebt eine Synopsis of the Thysanurä
of Essex County, Mass., with descriptions of a few ex-
tralimital forms und beschreibt nach einem kurzen Resume det
Literatur über die Nordamerikanischen Arten folgende neue: Anura
gibbosa; Ac^iioruies boletivorus, marmoratus (Maine), Texensis (Texas),
pratorum (Maine); Isotoma nivalis, albella (Maine), leonina, glauca
(Massach.), Belfragei (Texas), Wdlkerii (bereits früher aufgestellt),
tricolor,. plumbea (Massachusetts), purpurascens (Texas)] Lepidocyrtus
marmoratus (Massach.), metallicus (Maine), albus (Tenness.), bipun-
ctatus (Texas); Degeeria perpulclira (Texas), griseo-olivata (Mass.),
purpurascens (Maine), decem-fasciata (Mass.); Orchesella carneiceps
(Tenness.), flavo-picta (Massach.); Papirius marmoratus (Maine),
Texensis (Texas) ; Smynthurus roseus (Mass.), quadri-signatus (Maine) ;
Lepisma quadriseriata (Mass.), domestica (Mass.), spinulata (Texas),
mucronata (Pulvon, West Coast Nicaragua); Machilis brevicornis
(Texas), orbitalis (Idaho Territory). V. Ann. Rep. Trust. Peabody
Acad. of Science, for the year 1872. Salem, 1873.
Die von Guerin als Tracheenkiemen angesprochenen Anhänge
auf der Bauchseite von Machilis haben mit diesen Organen nichts
zu thuen. Die von Latreille vermissten Stigmen finden sich auf dem
nach unten umgeschlagenen Seitenrand der Dorsalplatten, und haben
die Eigenthümlichkeit, dass sie zwei, einem stärkeren und einem
sehr viel schwächeren, Tracheenstämmen den Ursprung geben, die
unverästelt eine längere Strecke nebeneinander herlaufen. Ger-
stäcker, Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXIV. p. 233 f.
A. S. Packard entdeckte in der Nähe der Mamraouth Cave
in Kentucky einen neuen Japyx, J. subterraneus Pack., 0,58 Zoll
lang, dem europäischen J. solifugus näher stehend als dem mexika-
nischen J. Saussurii. Amer. Natur. VIII. p. 501 f.
Japyx Wollastoni Westwood, Thesaur. Entom. Oxoniens.
p. 196. Taf. XXXVII. 3.
Nach Stein in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 242 f. ist
Kolenati's Heterotoma viaticum (L.) = Achorutes Bielanensis
Waga, während die Linne'sche Art von Nicolet als Desoria viatica
richtig erkannt worden ist.
Genuina. IgnacioBolivar. Ortöpteros de Espana
nuevos ö poco conicidos. An. Soc. Esp. Hist. Nat. II.
p. 213—237. Taf. IX. Enthält die Beschreibung einiger
neuer Arten.
E. Frey-Gessner. Orthopterologisches. Mitth.
Schweiz, entom. Gesellsch. IV. p. 7—20. Taf. I.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 209
Zu den bisher als freie Schweizer bekannten Arten kommen
8 hinzu, wodurch die Gesammtzahl auf 88 steigt.
S. H. Scudder. Notes on the Orthoptera
collected by Dr. F. H. Hayden in Nebraska. Hay-
den's Survey of Nebraska 1872.
H. Krauss liefert einen „Beitrag zur Ortho-
pteren-FaunaTirols" in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
23. p. 17 ff. nebst Beschreibung einer neuen Pterolepis.
Es sind hier die Orthoptera genuina (Burmeisters Gymno-
gnatha orthoptera) aufgezählt; das Verzeichniss enthält 8
Arten mehr, als das im 17. Bd. derselben Verhandlungen
erschienene von V. Grab er, so dass nun ans der Familie
der Forficulina 7 Arten (F. gigantea),- aus der der Blattina
5 (Aphlebia maculata), der Gryllodea 8 (Gryllus burdigalensis
Latr.), der Locustina 27 (Meconema varium F., brevipenne
Yersin, Rhapidiphora cavicola Kollar, Pterolepis Bnmneri
Krauss), der iVcridiodea 41 Arten (Stenobothrus pullus
Philippi) bekannt sind, während die Mantodea nur die
eine bekannte Art, Mantis religiosa L. aufweisen.
C. Thomas. Notes on Orthoptera. Hayden's
Ann. Rep. Geol. Surv. Terr. VI. p. 719—725.
H. de Saussure. Fedtschenko's Turkestan. (Or-
thoptera). 4to 52 S. 2 T. EnthältGForficuliden, 7Blattiden,
13 Mautiden, 1 Phasmide, 20 Grylliden, 27 Locustiden.
Derselbe. Mission scientifique au Mexique etc.
3me livr. 1874. p. 293—516. S. 7 und 8. Die vorliegende
Lieferung handelt hauptsächlich von Grylliden.
Cursoria. Forficulidae. Forficula FedtschenJcoi (Sarafschan,
Fergana) ; Saussure, Fedtschenko's Turkestan. p. 6. Taf. I.
F. 2. F. petropolis {Süd- Ameriks); Forficesila longissima (Chontales);
J. G. Wood, Insects Abroad, p. 279, 280.
Blattidae. C. Stäl. Recherches sur le Systeme des
Blattaircs. Bihang tili Kong. Sv. Vetensk. Ak. Handl. II. No 13.
Stockholm, 1874. Indem Stäl die Grundlagen der früheren Systeme
prüft, findet er, dass bei den Blattariae spinosae am Ende des Vor-
derschenkels zwei lange Dornen (spinae geniculares) stehen, die ent-
weder den muticis ganz fehlen, oder doch denjenigen unter ihnen,
die dazu gerechnet wurden, obwohl sie bedornte Schenkel hatten
und giebt nach diesem Kennzeichen eine präcisere Diagnose von
Bl. spinosae und muticae. (Indessen bleiben einige Asiatische und
Australische Epilampraarten bei den Bl. spinosae und die mit zwei
210 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
grossen Kniedornen versehenen Euthyrrhapha und Holocompsa bei
den muticae). Die vier Br unner'schen Tribua der Bl. spinosae
werden, wenn auch mit anderen Diagnosen beibehalten und dann
neue Gattungsdiagnosen für die Gattungen der Phyllodromidae,
Epilampridae, Periplanetidae aufgestellt. Anaplecta wird von den
Ectobidae zu den Phyllodromidae versetzt und in dieser Tribus
Liosilpha n. g. für Blatta pumicata, adspersicollis Stäl, dilatata
Sauss. aufgestellt. Die Epilampriden werden durch Cyrtilia n. g.
für Bl, convexa Thunb., Poeciloderrhis und Molytria für Epil. in-
quinata Stäl; die Periplanetiden durch Melanozosteria für Polyz*
nitida Brunn., Zonioploca (alutacea n. sp. von Australien), Cosmo-
zosteria für Polyz. ligata Brunn., Eurycotis für Polyz. rufovittata
Brunn., Homalosilpha für Peripl. ustulata Burm. bereichert. Bei
den Bl. muticae verwirft Stäl die systematische Verwendung der
Haftlappen und löst die Gruppen der Panchloridae und Panesthidae
auf, indem er sämmtliche Gattungen der ersteren und Hormetica,
Parormetica u. s. w. von den Panesthidcn mit den Blaberiden, Pan-
esthia und mehrere andere Gattungen der Panesthiden mit den
Perisphaeriden vereinigt. Beide Tribus würden sich so unterscheiden
lassen, dass bei den Blaberiden die plaque suranale eine sehr deut-
liche Ausrandung in der Mitte hat, während dieselbe bei den Peri-
sphaeriden fehlt; ferner sind die Augen der Perisphaeriden kurz, die
der Blaberiden lang. Die Gattungen der ersteren sind zu wenig
bekannt, um eine scharfe Umgrenzung zuzulassen; für die Blabe-
riden stellt Stäl eine analytische Tabelle auf, in der Phoetalia für
Nauphoeta laevigata P. B.), Byrsostria (für Blabera Thunbergii
Guer.), Blaptica (für Blab. claraziana Sauss., Blatta bipustulata
Thunb.) neu sind.
Blatta borealis Sauss. vermuthlich = Ischnoptera pensylvanica
$ De Geer, Stäl, Rech. syst. Blatt, p. 8.
Blatta carpetana (Spanien); Bolivar a. a. 0. p. 214. Fig. 1.'
Saussure beschreibt a. a. 0. aus Turkestan folgende neue
Arten: Aphlebia tartara (Sarafschan, Terghana) p. 7, Fig. 4; Lobo-
ptera tartara (Sarafschan) p. 8; Periplaneta tartara (Khokand) p. 9;
EUipsidion ö'»'«c«7e (E-ockhampton), Butler, Cist. Entom. X.
p. 294.
Nach den Oberflügeln beschreibt S. H. Scudder zwei fossile
Blattinaarten (B. bretonensis und Heeri) aus den Kohlenschichten
vom Cape Breton. Canad. Nat. (n. a.) VII. p. 271 f.
Gressoria. Phasmidae. C. Stäl. Reche rches sur le Sy-
steme des Phasmides. Bihang tili Kong. Sv. Vetensk.
Akad. Handl. II. No. 17. Stockholm. 1875. Stäl weist zunächst
auf das Ungenügende der bisherigen Phasmidensysteme hin, die in
erster Linie das Vorhandensein oder Fehlen der Flügel in beiden
oder im weiblichen Geschlecht, deren Grösse, Vorkommen von Ocellen
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 211
u. s. w. berücksichtigt hatten. Einzelne Gattungen werden in
mehrere aufgelöst, und so für Bacillus Natalis Westw., gracilis
Burm. Clonaria Stäl, für B. Pcristhenes Westw. Ecliellus Stäl;
für Bacteria turgida Westw. Bostra Stäl, Lonchodes sarmentosus
Westw. Phrygani Stria Stäl aufgestellt. Für die Eintheilung ver-
wirft Stäl auch die Dimensionsverhältnisse des Metathorax, legt
hingegen das grösste Gewicht auf das Vorkommen einer dreieckigen
oder halbovalen eingedrückten Stelle an der Unterseite der Tibien,
wenigstens der hinteren. Dieselbe fehlt bei Clonaria Stäl, Bostra
Stäl, Bacteria Latr., Phrygani stria Stäl, Podacanthus Gray, Platy-
crania Gray, Arrhidaeus Stäl (n. g. für Necr. Styxius Westw.), Necr-
oscia Serv., Diapherodes Gray, Eurycantha Boisd., und ist vor-
handen bei Phyllium 111., Bacillus Latr., Heteropteryx Gray, Orobia
n. g. Stäl, Archipasma Westw., Donusa n. g. Stäl, Phasma Stoll;
die weiteren Principien des Systemes lassen sich nicht auszüglich
angeben. — Als neue Arten beschreibt derselbe p. 16 ff. Cionistria
(n. g.) Bartholo7naea (St. Barthelemy); Orobia nigro-lineata (Mada-
gascar); Donusa prolixa (Valparaiso).
Wood-Mason zeigt, dass die r^ mancher bisher zu der
Gattung Bacillus gerechneten Arten die Charaktere der Gattung
Lonchodes haben und dass demnach B. cunicularis Westw., hy-
phereon Westw., patellifer Bates, scytale Bates, ramosus Sauss.j Pen-
thesilea Wood-Mas., furcillatus Wood-Mas. insignis Wood-Mas. zur
Gattung Lonchodes gehören. Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIL p. 347 f.
Proc. Ac. Soc. Beng. Juli 1873.
Derselbe beschreibt im Journ. Asiat. Soc. Bengal (n. s.)
XLU. 2. p. 45 ff. die neuen Arten Bacillus fuscilineatus (Punjaub),
hispidulus (S,-Andaman), oxytenes (Pegu), laevigatus (Assam), West-
lüoodi (S.-Andaman), (Baculura) insignis (Assam), Penthesilea, furcil-
latus, scabriiisculus (Bhutan).
Westwood beschreibt und bildet ab (Thes. Ent. Oxon.
p. 172 ff., Taf. XXXII.) Heteropteryx Gasteinaudi (Tringany); Ecta-
tosoma hufonium (Australien); Ceroys laciniatus (Nicaragua).
Mantidae. C. Stäl. Recherches sur le Systeme des Man-
tides. Bihang tili Kongl. Sv. Vetensk. - Akad. Handl. I. No. 10.
Diese Untersuchungen zerfallen in zwei Theile: der erste enthält
eine Prüfung des von Saussure in jüngster Zeit aufgestellten
Systems, der zweite eine vergleichende Charakteristik der ver-
schiedenen Körpertheile der Fanghe uschrecken. Das S a u s s u r e'sche
System wird von Stäl vollständig verworfen, sowohl in seinen
beiden Hauptgruppen, den Lobipedes und Nudipedes, wie in seiner
weiteren Eintheilung. Obwohl Saussure sagt, das »künstliche«
Kennzeichen der lappenförmigen Anhänge an den Beinen und dem
Thorax gehe mit wichtigen Organisationsverschiedenheiten Hand in
Hand, so vermisst Stäl doch die Angabe solcher, die allen Lobi-
212 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d, Gebiete
pedes und Nudipedes eigen wären und zeigt die Unsicherheit des
Autors selbst an dem Beispiele von Gonatista, die er trotz ihrer
Lappenanhänge zu den Nudipedes gebracht hat, ohne Angabe der
positiven Merkmale, die diese Gattung mit jenen gemeinsam hätte.
Zudem weist Stäl darauf hin, dass die Lappen an den Füssen
immer von einem Kiele ausgehen, und dass daher das Vorhanden-
sein oder Fehlen eines solchen in erster Linie hätte berücksichtigt
werden müssen. Nicht besser ergeht es den Tribus, in die Saus-
sure nun weiter die Lobip. und Nudip. eintheilt. Zunächst (und
mit Recht) tadelt Stäl die Anwendung des von Brunner aufge-
stellten Principes, dass bei der Variation die specifischen Charaktere
sich erhalten und die generischen sich ändern, so dass nach Saus-
sure ein Abkömmling von Empusa von den Empusiden ausge-
schlossen werden dürfte. Im einzelnen haben nicht alle Pectini-
cornes im männlichen Geschlecht gekämmte Fühler, und die Tribus
vereinigt so heterogene Elemente, dass sie sich nicht scharf um-
grenzen lässt; mit ihr steht und fällt die der Harpagiens. Die Nudi-
pedes theilte Saussure in Mantiens und Orthoderiens ein, je nach-
dem der Thorax verbreitert ist oder nicht. Aber auch hier hat
sich Saussure die grössten Inconsequenzen zu Schulden kommen
lassen, indem er Gattungen mit stark verbreitertem Thorax zu den
Orthoderiens stellt, ohne dafür den geringsten Grund anzugeben.
Die systematischen Kategorien dritter Ordnung sind ebenso un-
natürlich, wie sich nur durch Anführung der mit einander vereinigten
verschiedenartigsten Gattungen darthun lässt. — Stäl stellt nun
selbst kein System auf, sondern macht nur auf die Unterschiede
aufmerksam, die sich an den wichtigsten Körperthcilen (Kopf,
Thorax, Abdomen und Beinen) zeigen und für eine natürliche Syste-
matik von Bedeutung sind.
Bolivar beschreibt a. a. 0. p. 216 Mautis Ässoi n, sp. aus
Spanien.
Saltatoria. Recensio orthopterorum. Revue critique
des orthoptcres decrits par Linne, De Geer et Thunberg,
par C. Stäl 1 und 2. Stockholm 1873 und 1874. Gestützt auf die
Vergleichung der von den genannten Autoren hinterlassenen Ori-
ginaltypen nimmt Stäl eine Reinigung unserer Nomenklatur vor,
die in vielen Fällen zu dem wenig trostreichen Resultat führt, dass
allbekannte Linne'sche etc. Namen heutzutage auf andere Arten
augewandt werden, als vom Autor. Daneben (und dadurch gewinnt
die Stäl'sche Abhandlung ein besonders Gewicht) ist ein auf Be-
rücksichtigung bisher nicht oder nicht genug gewürdigter Körper-
theile gegründetes neues System der Acridier gebeben, dessen Grund-
züge anzugeben hier zu weit führen würde. Eine eingehendere Be-
sprechung dieses Systemes in seinen Principien findet sich in den
Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien, 24. p. 225 ff, von Brunn er von Wat-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 213
tenwyl, der auch einige eigene Ideen ausspricht. I behandelt die
Acridier, II die Locustiden.
Stäl beschreibt in Oefvers. Kongl. Vetensk, Akad. För-
handl. 1873. No. 4. p. 39 ff. eine grosse Anzahl neuer Gattungen
und Arten von Orthopt. genuina (zu den Locustina und Acridiodea'
gehörig).
V. Grab er. lieber den Bau und die Entstehung einiger noch
wenig bekannter Stridulationsorgane der Heuschrecken und Spinnen.
Mitth. d. naturw. Vereins f. Steiermark. 1874. p. 32 ff. Wie
bereits früher so zeigt der Verfasser auch hier, dass die sog.
Schrillleisten dadurch entstehen, dass die gewöhnliche Haarbeklei-
dung des Körpers sich in regelmässig angeordnete, verdickte Zäpf-
chen verwandelt, so bei Gryllacris combusta, wo die Stridulations-
organe auf der 2ten und 3teu Rückenschiene liegen. Bei der Gat-
tung Dcinacrida, die stumm sein sollte, liegen an der Rückenschiene
des zweiten Hinterleibsringes 6 Leisten, die nach Graber durch
die Hinterschenkel gestrichen, einen Ton erzeugen. Diese Borsten
finden sich am 3ten Hinterleibsring nur äusserst schwach angedeutet;
dagegen ist die Haut hier mit zahlreichen kleinen Dörnchen besetzt.
So soll nun früher die Haut auch am 2ten Hinterleibsring gewesen
sein; wie sie aber am Hinterschenkel angestricheu wurde, nutzten
sich diese Dörnchen ab, und die Leisten wurden stärker, bis sie
ihre heutige Ausbildung erlangt hatten.
Ueber die Homologie zwischen dem trommelfellähnlichen
Apparat der Grillen und dem DAcridierohra s. oben p. 275 (23).
Kurzer Bericht über eine grössere, die sog. Gehör-
organe der Geradflügler betreffende Arbeit. Von Dr.
V. Graber. Mitth. d. naturw. Vereines f. Steiermark. 1874.
p. 22 ff. Da im nächsten Bericht die inzwischen erschienene Arbeit
selbst ausführlicher ausgezogenen werden soll, so brauche ich jetzt
nicht näher darauf einzugehen.
Ueber die äusseren Gehörorgane der Orthoptera. Von L.
Brunner v. Wattenwyl. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
p. 285 ff. Ist eine Zusammenstellung unserer Kenntnisse von den
äusseren Gehörorganen der Orthoptera Saltatoria.
Acridiidae. Stäl (Orthoptera nova in Oefvers. Kongl.
Vetensk. Akad. Förh. 1873. No. 4. p. 50 ff.) beschreibt die neuen
Arten Monistria (n. g. von Pyromorpha durch längere, am Grunde
kaum dreikantige, fast runde Fühler unterschieden; Flügeldecken
rnäimQui'^v) pustulosa (Australien); Phymateus virldipes (Caffrarien);
Tropinotus anfjulatus (Bahia); Colpolopha sinuata (Neu-Granada) ;
Ischinacridia (n. g.) tacniata (?); Oxyrrhepes (n. g. für Opo-
mala lineatitarsis Stäl); Coeloptertia (n. g. für Acridium acumina-
tum De Geer); Pneumora granulata (Caffrarien).
Derselbe stellt in seiner Recensio Orthopt. I. folgende
214 Bertkau ; Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
neue Gattungen und Arten auf: OchropJilebia für Gryllus caffer L.
Poecilocerus ligneolus Serv. und radiata (Caffr.); Porthetis cinera-
scens (Caffrarien), ignota (?),- Taeniopoda siiperba (Honduras), picti-
corms (Mexico); Zonipoda für Acr. tarsatum Serv. und emarginata
(San Jago d'Estrella); Hermistria pulchripes (Mexico); Cosci-
neuta für Acridium coxale Serv. und Gryllus virens Tiibg.; Tctra-
taenia für Gr. surinamus L., Taeniophora dentipes (Neu-Granada),
geniculata (Nord-Brasilien); Bhytidochrota tiirgida (Antiochien),
antennata, sellata (Neu-Granada); Goniaea rugulosa (?); Phaeo-
paria für Grj liuea-alba L. und annulicornis, mordax (Neu-Gra-
nada); Coptacra für Acr. foedatum Serv. und praemorsum Stäl;
Traulia für A. flavo-annulatum Stäl; Calyptenus (Euryphymus fer-
rugi'nosus (?); Tristria lacerta (China); Stenopola livibatipennis
(Neu-Granada); Arnilia für Opomala cylindrioides Stäl; Leptysma
für 0. filiformis Serv., Tryx. obscurus Thbg. und 0. marginicollis
Serv., Tropidolopa für 0. fasciculata Charp.; Acrida acuminata
(Caffrar.); Machaeridia bilineata (Sierra Leone); Mermiria Bel-
fragii (Texas); Syrbula für Oxycoryphus montezuma Sauss. und
leucocera (Texas); Tryxalis angusticornis (Süd-Carolina), (Orphula
subg. n.) intricata (Buenos Ayres); Amhlytropidia fcrruginosa
(Brasilien); Ärphia für Oed. sulphurea Burm. und sanguinaria
(Vancouver Isl.); Camnula tricarinata (Vancouver Isl.); Psophus
für Acr. rubripenne De Geer; Tycnodictya für Gr. obscurus L.;
Cosmorhyssa für Gr. fasciatus und sulcatus Thbg.; Pachytylus
(Oedaleus) Wahlbergi, acutangulus (Caffr.); Prionidia für Gr. bi-
maculatus und villosus Thbg.; Heteropternis für Acr. pyrrho-
scelis var. a. de Haan ; Oedipoda Bdfragii (Texas), punctata (Mexico) ;
Trilophidia für Oed. cristella Stäl, Gryll. annulatus Thbg. und
rw^osa (Caffrar.); Psinidia für Oed. fenestralis Serv., capito, fusci-
frons (Texas); Trimerotropis für Oed. placida Stäl und Locusta
maritima Harr.; Acrotylus flavescens, apricarius (Cap); Bulla longi-
cornis (Caffrar.): Pompholyx für Pneum. granulata Stäl; Tettix
impressus (Caffrar.).
Acridoidea nonnulla nova insigniora descripsit.
A. Gerstäcker. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 185 ff. Beschrieben
werden: Monachidium carbunculus (Brasilien); Romalea nuptialis,
schlanker mit schmäleren und anders gezeichneten Flügeln und
Flügeldecken als bei der verwandten R. colorata Serv. (Salto grande
in Brasil.), R. psittacus (Bogota), R. trogon (Costa Rica); Xipho-
cera cyanoptera (Cametä in Brasil.), X. hymenaea (Brasilien), X. bi-
lunata, X. bivittata, (Columbien), X. picticollis (Bogota); Petasia sa-
tanas (Südafrika); Acridium amethystinutn, A. cubiceps (Brasilien),
A. trochilus (Bogota), A. bracteatum, virgatum, porphyreum, nasicum,
falconiniim (Brasilien); Dactylotum pictum (Mexico); Perixerus (n.
g. a Dactyloto Charp. differt corpore piloso, .... prothoracis com-
der P^ntomologie wählend der Jahre 1873 und 1874. 215
pressi sulcis transversis fere obsoletia, margine postico rotimdato-
producto, haud siuuato, elytris alisque squamiformibus, subfornicatis,
irregulariter areolatis) squamipennis (Mexico); Diponthus festiviis
D. dispar, (Brasilion) ; Ommatolampis venusta (Mexico), 0. cardinalis
(Guiana), 0. pugnax (Bogota), acantUopm (Guayaquil), 0, carinipes
(Bogota); Sphenarium histrio, ictericum (Mexico).
Synopsis oftheAcrididaeofNorth America. ByCyr US
Thomas, Ph. D. Being Part I. of the Fifth Volume of the
Report of the Ünited-States Geological Survey of the Ter-
ritories, issued by the Departement of the Interior. 4to:
Washington, 1873. Von diesem Werk, das mir selbst nicht zuge-
kommen ist, kann ich nur sagen, was m den Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIII. p. 322 davon ausgezogen ist. Danach wird zuerst der-
äussere und innere Bau dieser Insekten beschrieben und durch 2
Tafeln Abbildungen erläutert. Bezüglich der Lebensweise wird von
der »Wanderheuschrecke des Westensa (Caloptenus spretus) hervor-
gehoben, dass sie ihre Eier in der Zahl von 50 — lüO in eine zähe
Masse eingehüllt ablege, während C. femur-rubrum ihre Eier lose
in moderndes Holz ablegend gefunden wurde. In der allgemeinen
Eintheilung der Orthoptera adoptiert Thomas das System von
Burmeister und theilt die Familie der Acrididae in 2 Unter-
familien mit den 8 Gruppen: Proscopini, Tryxalini, Trigonopterygini,
Oedipodini, Acridini, Xiphocerini, Phymatini, Tettigini. Walkers
Pampbagidae sind mit den Xiphocerini vereinigt. Von diesen
Gruppen sind die erste, dritte und siebente in der Nordamerika-
nischen Fauna nicht vertreten. Die Acridinae zählen in Nordamerika
120 Arten, von denen gegen 40 von Thomas in vorliegendem
Werke oder auch schon früher beschrieben sind. Neue Arten sind:
Tryxalis brevipennis (Florida); Pyrgomorpha punctipennis (Tennessee);
Chrysochraon abdominalis (Montana); Stenobothrus occipitalis, tri-
carinatus (Wyoming); Gomphocerus clavatus (Kansas); Tragocephala
paci fica (CsiYdormen); Oedipodo, plattet (! Platte Rivers) ; Hoffmani
(Nevada); Pezotettix unicolor (Illinois); Platyphyma montana (Mon-
tana). Für Gryllus formosus Say wird Tropidolophus n. g. ge-
gründet p. 138.
Ephippigera longicauda p. 220. Taf. IX. Fig. 3, Martinezi
p. 222. Fig. 4, Miegii p. 224. Fig. 5; Thriacus Perezi^.2U. Fig. 9
(Spanien); Bolivar a. a. 0.
Pedioscertetes (n. g.) Nevadensis; Acridium Shoshone neue
Arten von Nevada, Utah, Arizona; Thomas inProceedofthe
Acad. of Natural Sciences of Philadelphia. 1873. p. 295 ff.
Nach Haller bringt die Gattung Tetrix durch Reiben der
Hinterschenkel am Pronotum einen leisen Ton hervor. Zool,
Garten. Frankfurt. 1874. p. 107.
21G Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
lieber den »knipsenden« Ton von Stetheophyma p:rossum Li
s. oben p. 276 (24).
Oedipoda tuberculata lässt beim Fluge ein ganz harmonisch
klingendes schrrrr, schrrrr hören, dessen Ursprung wahrscheinlich
in dem Zusammenschlagen der Unterflügel zu suchen ist. V. Graber,
Sitzber. Kais. Akad. Wissensch. Wien. Mathem. Naturw.
Klasse. Bd. LXVI. Abth. I. p. 211 ff.
Locustidae. Stäl giebt eine analytische Tabelle der zu den
Phaneropteriden zu rechnenden Gattungen; gründet auf Heterodes
longipes Charp. die neue Gattung Äcanthopliis (von den ver-
wandten G. Heterodes und Anepsisceptus verschieden durch den
mit 6 Dornen versehenen, Hinterrand des Pronoturas; die Vorder-
schenkel sind nicht kürzer als die hinteren) und beschreibt die neuen
Arten : Steirodon ponderosum (= Steirodon citrifoliuni Serv., während
Gryllus citrifolius L. ein anderes Steirodon ist, dessen Diagnose
Stal ebenfalls giebt) ; Vhilo^hyUia guttiilata (Brasilien); Plagiopleura
nigro-marginata (Brasilien); Plagioptera cincticornis (Brasilien);
Eurycorypha 6'^^Za^a (Sierra Leone); Anaulacomera nodulosa (Surinam),
opacifoUa (Brasilien) (und submaculata = Phaneroptera subm. Stäl,
Freg. Eug. resa); Holochlora fatidlca (Sierra Leona), venosa (Java);
Oefvers. Kongl. Vetensk. Akad. Förh. 1873. No. 4. p. 39 ff.
Derselbe (ebenda p. 44 ff.) desgl. von der Unterfamilie der
Pseudophylliden mit der Beschreibung der neuen Arten: Pseudo-
phyllus Uneolatus (?), Afzelii (Sierra Leone); Phyllomimus gramilosus
(?) ; Pterochroza sinuosa (Brasilien) ; Scopiorus sutorius (Columbien) ;
Phyllostachys nitidula (Brasilien); Acanthodis spiculata (Columbien);
Cocconotus mucidifrons (! maculifrons?, Columbien); Bliastes puncti-
frons (Columbien); Jschnomela graciUs (Columbien); Liparoscelis
pallidispina, nigrispina (Mexico); Trichotettix pilosula (! Columbien);
Stenotettix macüentus (! Columbien).
Derselbe beschreibt ebenda p. 50 Copiophora brcvirostris von
Carthagena (America).
Derselbe giebt in seiner Recensio Orthopt. IL eine
analytische Tabelle der, Unterfamilien und Gattungen in denselben.
Er stellt in den fünf Unterfamilien folgende neue Gattungen auf:
(Phyllophoridae) Dinarchus für Loc. armadillo Thbg.; Ducetia
für L. japonica Thbg.; Elimaea für Phaneroptera subcarinata Stälj
Caedicia pictipes (Cap York); Polichne für Ph. parvicauda Stäl;
Turpilia punctata (St. Barthelemy) ; Phrixa nasuta (Mexico)', Peu-
cestes (für Ph. citrifolia Blanch. und) coronatus (Mexico); Posi-
dippus für Gryllus citrifolius L. ; Frontinus für Locusta citrifolia
De Geer; Aegimia cultrifera (Mexico); Plagioptera nitidipennis
(Columbien); Holochlora biloba; Eurycorypha prasinata (Madagas-
car); (Pseudophyllidae) ilf^esi^MS für Pseud. Afzelii Stäl; Cleandrus
für P, grauiger Serv.; Cratglus für Conoc. inflatus Thbg. und P.
der Entomologie wahrend der Jahre 1873 und 1874. 217
lineolatuB Stäl: Onomarchus iür F. lenconoiuaSerw.; Sathrophyllia
für Gryllus rugosns Ij.,>Loc, femorata de Haan, und fuUginosa (In-
dien); mminorata torrida (?); Tcirphe für L. Novae Hollandiae de
Haan und viridinotata (Assam) ; Termera für Acanthodis imperialis
Westw.; Tanusia für Pterochroza sinuosa Stäl; Parysatis crassi-
cornis (Nord-Brasilien); Tetragonomera für Acanthodis marraorata
Burm.; Pleminia für Ac. brachyptera Burm. und repanda (Me-
xico); Brisilis longicauda; Aca.nthoAis cuspidata (Columbien) ; Meron-
cidius alutaceus (Brasilien); afrispinus (Costa Rica); Teleutias
adimcus (?); Cocconotus retiarms (Columbien); Moristus nuhiliis Q)\
(Conocephalidae) Copiophora conspersa (Surinam), capito (Süd-
America); Vestria nigricauda (?); Suhria nitida (Columbien);
Teuthras für Listroscelis pectinata Serv. ; Thysdrus für Loc.
teres De Geer, Conoc. virens Thbg. und tcner (Süd -Brasilien) ; Ter-
pandrus für Hexacentrus horridus Burm.
Lucas stellt Ann. Soc. Ent. Franc. III. p. 162 die mit
Callimerus verwandte neue Gattung Idioderus auf für C. grandis.
Westwood (The säur. Entom. Oxon. p. 175) beschreibt
und bildet ab Pseudophorina (n. g.) Livingstonii (Zambesi) Taf.
XXII. 5; Tetricordina (n. g.) luteo-marginata (Dorey) Fig. 6.
Pycnogastcr Graellsi (Manzanares) ; Platycleis Boscae (Escorial)
p. 219. Bolivar a. a. 0. p. 218.
Thamnotrizon tartarus; Decticus (Platycleis) Fedtschenicoi, ta-
merlanus', neue Arten aus Turkestan; Saussure a. a. 0. p. 42, 45
und 46.
Platycleis saussuriana (Wallis) p. 8; Barbitistes ruficostata
(Ticinus) p. 79. Taf. I. Fig. 2. Frey-Gessner a. a. 0.
Ceutophilus Sloanii (in einer Höhle Indianas); Packard,
Peabod. Acad. V. p. 93.
0. Her mau bringt eine Revision der Decticiden der
Brunner von Wattenwyl' sehen Sammlung. Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. 24, p, 191 ff. In dieser Revision versucht Herman
die Gattungen und deren Typen festzustellen. Als von grossem
klassifikatorischem Werthe sieht er die Beschaffenheit des Proster-
nums an (ob mit oder ohne Dornen), fei'ner das Pronotum (gekielt
oder ungekielt). Indem er dann noch die Plantula, die Genitalan-
hänge und die Flügel in Betracht zieht, gelangt er zur Aufstellung
resp. Begründung folgender Gattungen: Gampsocleis Fieber, Rha-
cocieis Fieber, Metahallus n. g. Herman, Bhachidorus n. g.
Herman, Thyreonotus Serv., Ar ytropteris n. g. Herman, Pterolepis
Fischer, Drymadusa Stein mit Paradrymadusa n. subg. Herman,
Decticus Serv., Platycleis Fieb., Steiroxys n. g. Herman, Psoro-
donotus Brunner, Anabrus Ilaldem., Thamnotrizon Fisch. Die acht
ersten Gattungen bis Paradrymadusa einschl. befiitzen ein zwei-
stacheliges Prosternum; der Rest hat ein ungestacheltes Prosternum
218 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Neue Arten sind: Metaballus sagaeformis (Australien) pag. 202,
Rbachidorus marginatus (Nordaustr., Queensl.) p. 203, Arytropteris
Steindachneri (Fox-Island, Pouget Sund, Californien) p. 204.
Vteroleyis Brunnen, neue Art aus Südtirol (Bad Ratz), Krauss
in den Verb. Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 20.
Gryllidae. Saussure (Miss, scient. p. 296—332) setzt den
äusseren Bau dieser Familie und seine Ansichten über eine natür-
liche Klassifikation derselben ausführlich auseinander. Er nimmt
die 5 Unterfamilien Gryllotalpiens, Trigonidiens, Grylliens, Myrme-
cophiliens, Oecanthiens an und beschreibt die neuen Arten: (GryJ-
lotalpini) Gryllotalpa maculata (Surinam), maior (Illinois), inter-
media (Mexico), claraziana (Argentinien); Tridactylus fissipes (Loui-
siana), denticulatus (Para); Rhipipteryx trüobata (Guiana), circiim-
cincta (S. America), cyanipennis {Surinam, Venezuela); (Trigonidini)
Homoeoxiplia n. g. Tibion ganz durchbohrt); Phylloxyrtus coeruleus,
Brunnerianus (Mexico); Anaxipha (n. g. für A. pulicaria Burm.);
Cyrtocypha Gundlachi (Cuba), azteca, tdlteca, angusticollis (Mexico),
peruviana (Peru); (Gryllini) Nemobius longipennis (Argentinien),
cuhensis (Cuba), Paranae, nemoralis (Argentinien), dissimilis (Bra-
silien), araucanus (Chili); Gryllus argentinus (Argentinien), scud-
derianus (N.-America), capitatus (Peru), hicolor (Guiana), periiviensis
(Peru), forticeps (Brasilien), Laplatae (Argentinien); Gryllodes
(n. g. für Gr. muticus De Geer, pusillus Burm. und 9 n. A.);
(Myrm ecophilini) Cycloptilum americaniim (Cuba); (Oecanthini)
Diplacusta (n. g.) fuscipennis (Brasilien), inalata (Surinam); Prosth-
acusta (n. g.) mexicana Dyscophus (n. g.) saltator (Peru);
Heterogryllus (n. g.) ocellaris; Paragryllus rex ; (Brasilien); Am-
phiocausta (n. g.) grandis (Cuba), phalangium (Central- America);
Phalangopsis Gaudichaudi (Brasilien); Cophus (n. g.) tlioracicus
(Cuba); Oecanthus argentinus, californicus; Ectrotrypa (n. g.)
olmeca (Mexico); Paroecanthus fallax (Cuba), aztecus (Mexico), niger,
Guatemalae (Guatemala); Diatrypa (n. g.) tolteca (Mexico), tid)er-
culata (Buenos-Ayres), ornata (Surinam); Eneoptera Heydeni (Bra-
silien); Aphitis azteca (Mexico), annuUcornis (Surinam); Orocharis
helvöla (Guiana), Antillarum (Guadeloupe), Rodriguezi (Central-
America), conspersa (Brasilien); Euscirtus mexicanus; Podoscirtus
Couloni (Cuba), viduus (Brasilien); An au du s (n. g.) tlioracicus
(Bahia); Aphonus (n. g. für Platydact. diversus Walk., Eneopt.
livida Burm. und) mutus, peruvianus, Jelskii.
Derselbe beschreibt aus Turkestan die neuen Arten Gryl-
lotalpa unispina p. 24; (Tridactylus tartarus = Xya variegata Kitt,
p. 26); Gryllus tartarus p. 34; Nemobius tartarus (Samarkand und
Caucasus) p. 36.
Im Winter bilden Grillen einen wesentlichen Beatandtheil
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 219
der Nahrung des Gecinus viridis. Haller im Zool. Garten.
Frankfurt 1874. p. 34.
Pseudoneuroptera. L. R. Meyer -Dürr. Die Neu-
ropterenfanna der Schweiz bis auf heutige Erfah-
rung. Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch. IV. p. 281 —
352. Enthält den Anfang eines Verzeichnisses schwei-
zerischer Orthoptera Pseudoneuroptera mit namentlich fau-
nistischen Bemerkungen. Zählt 20 Psocidae, 34 Perlidae,
37 Ephemeridae, GO Odonata auf.
M. Rostock verzeichnet die bisher in Sachsen auf-
gefundenen Pseudoneuroptera. Sitzungsberichte der
naturwissenschaftlichen Gesellschaft Isis in Dres-
den. 1873. p. 17 ff. und 85. Danach sind für Sachsen
nachgewiesen von Odonaten 36, Ephemeriden 22, Perliden 18,
Psociden 20 Arten.
M'Lachlan liefert einen Katalog der Pseudoneuro-
ptera Neu-Seelands nebst der Beschreibung einiger neuer
Arten. Ann. a. Mag. Nat. Eist. (IV) XII. p. 30 ff.
Zur Morphologie der Orthoptera amphibio-
tica. Von A. Gerstäcker s. oben p. 288 (36).
Spagnolini liefert Verzeichnisse von Odonaten;
Bull. Soc. Entom. Ital. V. p. 166—169 (20 Arten von Mo-
dena); VI. p. 31— 37 (25 Arten von Modena);. 38—42 (16
Arten von Leghora) ; Tacchetti desgl. ebenda V. p. 257 —
263 (23 Arten von Padua).
H. Hagen giebt eine Uebersicht der Odonaten-
Fauna Georgiens, die von Aeschnina 9 (1 neu), Cordu-
legasterina 3, Gomphina 6, Cordulina 8, Libellulina 24,
Calopterygina 5, Agrionina 11, im ganzen 66 Arten ent-
hält. Proc. Bost. Soc. XVI. p. 349 ff.
Psocidae. Troctes pulsatori US ^bringt einen Ton hervor
und zwar durch Aufschlagen des Kopfes auf die Unterlage. Hall er
im Zool. Garten. Frankfurt. 1874. p. 108.
Zu den bisherigen Revisionen der von Rambur beschriebenen
Neuropteren (Phryganiden, Ascalaphiden, Myremeleontiden) kommt
nun auch die Revision des Psocides decrites par Rambur
mit einem Verzeichniss der bisher in Belgien beobachteten Arten
von M. de Selys-Longchamps. Annal. Soc. Ent. Balg. 16.
p. 5 ff. Danach ist P. infuscatus Ramb., P. affinis Ramb. = P.
nebulosus $ J" Steph., P. lineatus Latr. das (^ von P. longicornis
F., P, naso = P. (Elipsocus) unipunctatus Müll. (= aphididioides
220 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Sehr.), P. quadripunctatus F. = (Stenopsocus) cruciatus L., P. sub-
fasciatus Ramb. = (Peripsociis) alboguttatus Dalman, P. conspur-
catus Ramb. = P. quadrimaculatiis Latr., P. binotatus Ramb. =
(Coecilius) pedicularius L., P. pedicularius Villers = (Psyllipsocus)
Ramburii de Selys, vermuthlich eiue mit Pflanzen eingeschleppte
ausländische Art. Das Artenverzeichniss enthält in der Gattung
Atropos 1, Clothilla 1, Elipsocus 2, Coecilius 5, Psocus 7, Steno-
psocus 3, Peripsocus 2, im Ganzen also 21 Arten.
Termitidae. Beiträge zur Kenntniss der Termiten.
Von Fritz Müller. Jenaische Zeitschrift für Medizin und
Naturwissensch. VII. p. 333 ff. und 451 ff.
I. Die Geschlechtstheile der Soldaten von Calo-
termes p. 333 ff. Während Müller bei mehreren, den ver-
schiedensten Gruppen angehörigen Arten der Gattung Termes ver-
geblich unter den Soldaten und Arbeitern nach Geschlechtsdn-üsen
gesucht hatte, fand er solche bei einer Calotermesart (Canellae n.
sp.) auf's schönste entwickelt, und zwar sowohl Eierstöcke, wie
Hoden (natürlich in verschiedenen Exemplaren). Die weiblichen Ge-
schlechtstheile der geflügelten Calotermes Canellae bestehen aus
G — 7 Eiröhren jederseits; dem vereinigten Eileiter sitzt die Samen-
blase auf; dazu kommt noch die verästelte Kittdrüse, die von
Hagen bei Termes nigricans und T. dirus als Samenblase gedeutet
worden war. Die Geschlechtstheile der ($) Soldaten unterscheiden
sich von denen der fortpflanzuugsfähigen geflügelten $ nur durch
die geringere Grösse und das Fehlen der Samenblase ; Eiröhren und
Kittdrüse sind vorhanden. Den Hoden der geflügelten </ vergleicht
Müller mit einer Hand mit 3 — 6 kurzen Fingern; die vasa effe-
rentia münden in eine birnförmige Tasche. Die Hoden der unge-
flügelten Soldaten sind ihnen durchaus ähnlich, nur etwas schlanker.
Müller sieht in den angegebenen Verhältnissen eine weitere Be-
stätigung der Ansicht, dass bei den Termiten der Stand der Soldaten
und Arbeiter sich aus Larven zuständen entwickelt habe.
n. Die Wohnungen unserer Termiten p. 341 ff. Calo-
termes legt keinen eigentlichen Bau an, sondern bohrt Gänge in
das Holz. Eutermesarten, die ebenfalls in Holz leben, verfertigen
bei Wachsthum der Colonie die sogen. Baumnester, als deren
Material sie ihren Koth verwenden.
III. Die »Nymphen mit kurzen Flügelscheiden. «
p. 451 ff. Zunächst konstatiert hier Müller, dass die Begattung
nach dem Ausfluge im Neste und wahrscheinlich mehrere Male er-
folge; jede Königin habe ihren König. Als Samen sieht er blasse
rundliche Körperchen an. Die »Nymphen der zweiten Form« ent-
wickeln sich nun nach Müller, ohne Flügel zu bekommen und
ohne den Stock zu verlassen, zu geschlechtsreifen Individuen (Er-
der Entomologie während der Jalire 1873 und 1874. 221
satzmännchen und -weibchen) aus, von denen aber nach Müllers
Schätzung 30 Stück kaum so viel Eier liefern als eine Königin.
Derselbe erwähnt als neue Arten Calotermes Canellae p. 334,
Smeathmani p. 455; Eutermes inquilinus p. 345, vernalis p. 453;
Termes saliens, Lespesii; Anoplotermes n. g. (Staaten nur Arbeiter
neben König und Königin, keine Soldaten) pacificus p. 345.
Perlidae. Im Anschluss an die Darstellung der Tracheen-
kiemen (s. oben p. 289 (37)) bei Nemura lateralis Pict., wozu N. nitida
Pict. als $ gehört, giebt Gerstäcker a. a. 0. p. 237 fF. einige
Details über die Mundtheile und den Geschlechtsapparat dieser Gat-
tung. Die Maxillen besitzen einen aus zwei Stücken bestehenden
Cardo; der Squaraa des äusseren dieser Stücke sitzen die (wie bei
Pteronarcys) vi er gliederigen Kiefertaster auf. Die Unterlippe lässt
die für die Orthopteren charakteristische Zusammensetzung aus 4
zu zwei und zwei symmetrischen Stücken erkennen und besitzt
kurze, dreigliederige Taster. Von den Hinterleibsringen sind im
männlichen Gescblechte die 4 letzten (7 — 10.) umgewandelt. Der
7te sendet einen langen zungenförmigen Fortsatz nach hinten; der
8te zerfällt durch 2 Läugslinien in drei Stücke, von denen das
mittlere bis zum Hinterleibsende reicht und leicht aufwärts gebogen
ist; in seinem vorderen Theile ist es etwas vertieft und wird von
dem zungenförmigen Fortsatz des 7ten Ringes bedeckt. Der 9te
Ring lässt auf der ventralen Seite nichts besonderes erkenneu, der
lote dagegen ist durch den Besitz der paarigen Appeudices anales
und eines nach oben umgeschlagenen und dem Rücken aufliegenden
langen Fortsatzes ausgezeichnet. Die App. an. bestehen aus zwei
platt sichelförmig nach aussen gekrümmten und spitz zulaufenden
Leisten, an der einander zugekehrten Seite mit einem zapfenförmigen
Polster versehen, während an der Aussenseite, aber getrennt von
den Chitinleisten, die zapfenförmigen Ralfen entspringen. So ist
die Beschaffenheit der Ventralseite dieser Ringe. Die Rückenseite
lässt am 7ten und 8ten Ringe nur eine aus Borsten bestehende
»Raspel« erkennen, die eine unterbrochene und etwas geschwaaigene
Querleiste darstellt. Der 9te Ring ist tief ausgehöhlt, um den un-
paaren Anhang des lOten aufzunehmen; -der letztere ist kein Be-
gattungsorgan, scheint vielmehr nur zum Festhalten des Weibchens
zu dienen. Die Hoden sind zwei lange Schläuche, die sich mit
einem gemeinsamen, sehr langen und vielfach verschlungenen Aus-
führungsgang in das mittlere verlängerte Stück des achten Ringes
einsenken; dieser Theil wird daher als Penis bezeichnet. Anhangs-
drüsen fehlen; dagegen ist die Wandung des Ausführungsganges
drüsiger Natur und Gerstäcker meint, derselbe producire noch
Sperma; (natürlicher scheint mir zu sein, in seinem Drüsenbeleg
einen Ersatz für die mangelnden Anhangsdrüsen zu sehen; Refer.)
Die weibliche Geschlechtsöfthung findet sich am 7ten Hinterleibs-
Archiv f. Naturg. XXXXI, Jahrg. 2. Bd. p
222 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
ringe und wird von Chitinleisten gestützt, die sich rückwärts bis in
den 6ten Ring verlängern und eine in ihrer Gesammtheit glocken-
förmige Gestalt haben. An dem vorderen Ende dieser Glocke
münden die beiden Eileiter und zwischen ihnen eine ziemlich grosse,
eiförmige Blase, ein, die aber kein Keceptaculum seminis zu sein
scheint. Die ellipsoidischen Eier besitzen an dem einen spitzen
Ende einen kurzen abgestumpften Cylinder, der von einer zart-
häutigen Kappe bedeckt ist. Gerstäcker vermuthet, dass die
Begattung in abgewendeter Lage vollzogen werde; Referent sah bei
mehreren, allerdings nicht näher bestimmten Perlarienarten das (^
während der Begattung neben dem $ sitzen.
Gerstäcker stelltauf a.a. 0. (Festschrift etc.) p. 62 Biam-
phipnoa n. g. (Mandibulae apice trifidae, margine interne bidentatae.
Maxillae lamina interna acutissima, externa Cornea, rostriformi, palpo
quadriarticulato, articulis singulis breviusculis. Labium palpis tri-
articulatis, .... Branchiae thoracicae nullae, abdominales utrinque
quatuor) für eine neue Art {lichenalis) von Puerto Montt an der
Chilenischen Küste.
Derselbe beschreibt ebenda p. 65 Pteronarcys frigida aus
Labrador.
Der Unterschied zwischen den Gattungen Pteronarcys und
KoUaria Pict., die beide 4gliederige Kiefer-, und dreigliederige
Lippentaster haben, beruht auf einem Irrthum, und die Gattung
KoUaria ist daher einzuziehen. Pt. frigida Gerst. vielleicht = K. in-
signis Pict. Gerstäcker, Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXIV.
p. 238; Orthopt. Amph. p. 25.
Ephemeridae. A. E. Eaton veröffentlicht in den Trans. Ent.
Soc. 1873. p. 381 — 406 kritische Bemerkungen zu seiner »Mono-
graph of the Ephemeridae«, die zum grossen Theile durch
briefliche Informationen Hagen's veranlasst und synonymischer
Natur sind.
E. Joly. Note sur les caracteres d'une larve d'ln-
sectes Orthopteres de la famille des Ephemeriens. Rev.
des Soc. savantes. 2. ser. III. Handelt von einer vermuthlich zu
Coenis gehörenden Larve, deren Respirationsorgane von zwei tra-
pezoidischen Lamellen bedeckt sind.
Bezüglich der Hyperraetamorphose bei Palingenia virgo (siehe
den vorigen Bericht p. 351 (131)) macht A. Humbert darauf auf-
merksam, dass ähnliche Verhältnisse in viel genauerer Weise durch
Lubbock bei Chloeon bekannt gemacht worden sind und unter-
zieht auch die Bezeichnung »Hypermetamorphosaa, sowie die Ana-
logieen mit der Entwickelung der Crustaceen einer missbilligenden
Kritik. Bibl. Univ. 15. Dec. 1872. Bull. Soc. p. 415. (Im Original
mir nicht zugänglich gewesen; abgedruckt oder ausgezogen in Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (IV) XL p. 317).
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 223
Nachträglich [s. d. vor. Ber. ]). 251 (39)] sehe ich, dass Ley-
dig- ebenfalls die Tracheen des Binocuhis hemisphaericus GeofFr. ge-
sehen hat (dies. Arch. 1871. I. p. 9); auch Leydig hält ihn für die
Larve eines Insektes. Vrgl. auch Rolph a. a. 0. p. 37; der aller-
dings keine Erweiterung unserer Kenntnisse dieses Thieres giebt.
M'Lachian giebt im Ent. Monthl. Mag. Octob. 1874.
Vol. X. p. 108 ff. und vollständiger im Journ. Linn. Soc. XII.
No. 58. p, 139 ff. die Diagnose einer neuen Gattung dieser Familie,
hauptsächlich durch flächenartige Verbreiterungen der 4 letzten
Ilinterleibssegmente ausgezeichnet. Der Leib endet mit 3 Schwanz-
borsteu, von denen die mittlere die schwächste ist; beim Männehen
kommen dazu 2 5-gliederige Zangen. Die Larven haben 4 Paar
dorsaler Kiementracheen auf den vorderen Hinterleibssegmenten.
Das Insekt, Oniscigaster Wäkefieldi, stammt von Neu-Seeland, wo
es in der Umgegend Christchurch's ziemlich gemein zu sein scheint.
Libellulidae. Hagen giebt nach Einsicht der Scudder'schen
Originaltypen folgende synonymische Notizen: Agrion Maria Sc. =
Neoneura palustris Hag., Agrion coecum ($) Sc. = Agrion (Lepto-
basis) aduncum H., Macromia cubensis Sc. :±= Erythemis longipes H.,
Tramea insularis Sc. ($j = T. abdominalis H., Libellula vinosa Sc.
= Dythemis rufinervis Burm., D. pleurosticta Sc. ($) = Macro-
themis celeno Sel.-Longch., Mesothemis Poeyi Sc. = Dythemis-
dicrota H., M. Gundlachii Sc. = M. simplicicollis Say, Diplax ab-
jecta (^) Sc. = D. ochracea Sc, eine noch nicht beschriebene Art,
für die Hagen den Namen D. fratenia vorschlägt; Perithemis Do-
mitia Sc. = P. Metella Selys. Proc. Bost. Soc. XV. p. 373 ff.
Ebenso derselbe über die Odonaten Scudder's von den
White Mountains, ebenda p. 376. Cordulegaster lateralis = Ae.
obliqua Say; Aeschna eremita Sc. (vielleicht) = A. juncea L., Cor-
dulia eremita Sc. = C. albiciucta Burm., C. elongata Sc. = C. s^-
turata Hag.
Aeschnina. Bei Aeschna juncea beschreibt Landois (Thier-
stimmen p. 63) am Stigma des Prothorax eine zwischen Zähnen
schlaff ausgespannte Haut, die aus einer Lage polygonaler Zellen
besteht und durch die ausströmende Athemluft in vibrierende Be-
wegung versetzt wird, wodurch die schwache Stimme dieser Thiere
entstehen soll. *
Aeschna antüope (Georgien); Hagen, Proc. Bost. Soc. XVI.
p. 354.
Gomphina. M. E. de Selys-Longchamps bringt weitere
Nachträge zu seiner Synopsis des Gomphines. Bull, de l'Acad.
Roy. d. Sciences etc. de Belgique. H. ser. T. 35. p. 732 ff.
T. 36 p. 492 ff. Es werden darin die neuen Arten (Rassen) be-
schrieben: Heterogoraphus Smühii (Nord Indien); Onychogomphns
?'wpiws (Amur); Ophiogomphus Z>iso9i (Calitornien) ; Gomphus con-
224 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
fraternus (Californien), sohrinus (Californien), epophthalmus (Irkutzk),
olivaceus (Californien), Scudderi (Nordamerika), personatus (Assam),
promelas (Madras); Cyclogomphus vesiadosus (Indien), verticalis (In-
dien); Hemigomphus lateralis (Australien), amphiclitus ; Cyanogom-
phus Wältheri (Rio de Janeiro); Progomphus paucinervis (Quito),
pygmaeus (Bogota), horealis (Oregon); Gomphoides pacifica (Mexico),
amhigua (Guatemala), regularis (Brasilien); Hagenius aherrans (Indien);
Goraphidia Mac Lachlani (Labuan), mordax (Assam), australis {(Queens-
land) ; Thecagaster parvisUgma (Himalaya) ; Cordulegaster immaculi-
frons (Tanger), anatoUeus (Kleinasien); Allopetalia (subg. n.) pustu-
losa (Bogota), reticulosa (Nordamerika).
IllustratedCatalogue ofthe Museum of comparative
Zoology (Cambridge) enthält in No. V die Beschreibung und Abbil-
dung des Larvenstadiums von Gomphinen. Die anderen Unterfamilien
will der Verfasser, Louis Cabot, nach den reichen Vorräthen des Mu-
seums in gleicherweise behandeln. Beschrieben werden die Larven
von Herpetogomphus spec. (Brasilien); Gomphus pilipes, vulgatissimus
und 4 andern Arten von Illinois, Massachusetts, Texas und Hima-
laya; Macrogomphus spinipes; Progomphus (??) spec. (Wareliam
Mass.); Gomphoides 2 Arten von Brasilien; Hagenius brevistylus;
Sieboldius japonicus; Ictinus spec. vom Himalaya; Cordulegaster Sagi,
annulatus, bidentatus.
M. E. de Selys-Longchamps vervollständigt seine Syn-
opsis des Cordulines durch Nachträge in Bull. d. l'Acad.
Roy. d. Sc, etc. de Belgique. II. ser. T. 37 p. 16 ff., w^o die
neuen Arten beschrieben werden: Hemicordulia Novae HoUandiae;
Epitheca nasalis (Nordamerika); Goraphomacromia Volxemi (Bra-
silien); Macromia wza^jfm/ica (Californien), /Za'y^cwcia (Bengalen), West-
woodii (Penang), ilfoorei (Himalaya); Synthemis regina (Queensland),
mrgula (Melbourne).
Lihellulina. Kuwert berichtet von einem ungeheueren
Schwärm der Libellula quadrimaculata L., der am 13. Mai
1873 der herrschenden Windrichtung entgegen über Wernsdorf
bei Tharau nach dem frischen Haff zog. In dem augenblicklieh
herrschenden Futtermangel nach den für die Vermehrung dieser
Thiere günstigen Vorjahren sieht Kuwert die Veranlassung zu
diesem Zuge! Stett: Ent. Zeit. XXXIV. p. 374 f. üeber eine
ähnliche Beobachtung s. Jabreshefte des nat. Ver. Lüneburg
VI. p. 205.
Mesothemis composita (Yellowstone River); Hagen, in Hay-
den's Report Geol. Surv. Ton. VL p. 728.
Calopterygina. M. de Selys-Longchamps bringt Nach-
träge zu seiner Synopsis des Calopterygines. Bull. d. l'Acad.
Roy. d. Sc. etc. de Belgique. H. ser. T. 35 p. 469; 36. p. 610. Es
werden darin die neuen Arten beschrieben : Vestalis melania (LuQon) 35
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 225
p. 474. apicalis (Indien); 36. p. 612; Lais guttifera (Brasilien);
Heiaeriua sanguinea (E^a), Donna (Entrerios) 35 p. 478, capi-
talis p. 482; Dysphaea lugens (Borneo) p. 485, semilmbata (La-
buan) p. 486; Rhinocypha hmneralis (Labuan) p. 488, semitincta
(Gilolo) p. 49, ciicullata (Labuan) p. 492, monochroa (Celehes) p. 614,
dlbistigma (Malacca) p. 615; Libellago cyanifrona (Gabou) 35 p. 493;
Micromerus semiopacus (Saravvak) 36 p. 617; Thorc picturata (Ca-
yeune) 35 p. 499. Euthore plagiata (Rio l^egro) p. 501; Cora Älcyone
(Bogota), Inca (Quito) p. 503.
Agrionina. Telebasis zealandica, sobrina, neue Arten von
Neu Seeland; M'Lachlau in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (IV)
XII. p. 35 f.
Lepidoptera.
Landois (Thierstimmen p. 92) vermuthet in einem
„eigenthiimlichen Organ, dicht unter dem Knie der Vorder-
beine, also an der Basis der Schiene'' das Ohr der Schmet-
terlinge. (Das betreffende Organ ist jedenfalls das Schienen-
blatt der Schmetterlinge, das unter den Rhopaloceren bei
den Papilioniden und Hesperiiden, unter den Heteroceren
und Microlepidopteren in weiterer Verbreitung vorkommt.
Dieselbe Vermuthung hat Referent schon früher mündlich
geäussert, doch konnte er durch die mikroskopische Beob-
achtung nicht einmal die Ueberzeugung von dem Vor-
handensein nervöser Elemente in diesem Organ gewinnen).
Dr. Staudinger spricht über die Varietätenbildung
unter den Schmetterlingen mit Bezugnahme auf die Darwi-
nistische Theorie. Sitzungsberichte der naturwissen-
schaftlichen Gesellschaft Isis in Dresden. 1873.
p. 77 ff. Nach dem Referat in den „Sitzungsberichten"
nimmt der Vortrag auf die darwinistische Theorie keinen
Bezug, mit Ausnahme der Fälle von Mimikry. Haupt-
gegenstand desselben scheint die Eintheilung der ver-
schiedenen Arten von Varietäten bei Schmetterlingen ge-
wesen zu sein. (Aberrationen, Localvarietäten, Zeitvarie-
täten u. s. w.).
A. Pagen Stecher, lieber den Ursprung einiger
Europäischen Schmetterlinge. Verh. d. Naturh.-
Medic. Vereins zu Heidelberg. Neue Folge. I. 1.
p. 77 ff. Pagenstecher will zunächst die drei bekann-
testen europäischen Papilioarten, P. Machaon, Poda-
226 Bertkau: Bericht üb. d. vvisseiisch. Leist. auf d. Gebiete
lirius und Alexanor von Amerikanischen Formen ab-
leiten, da die amerikanische Fauna viel reicher an Papi-
lionen sei als Europa, die Abstammung der Europäischen
Formen von Amerikanischen daher auch viel wahrschein-
licher als die umgekehrte. Er glaubt nun für P. Machaon
eine Ahnenreihe in P. Troilus, Asterias, Calchas, Sadalas
(Hospiton) gefunden zu haben, die durch Abnahme der
schwarzen und Uebergreifen der gelben Farbe zuletzt zu
P. Machaon hinführen. Für P. Podalirius und P. Alexa-
nor lässt sich eine solche Reihe mit gleicher Wahrschein-
lichkeit nicht aufstellen. Um die früheren Zustände hat
sich Pagen Stecher nicht gekümmert, auch nicht um die
Frage, auf welchem Wege denn wohl Abkömmlinge der
Amerikanischen Arten nach Europa gekommen sein sollen,
lieber die Arten der Gattung Parnassius finden sich nur
Andeutungen, die eigentlich nichts weiter besagen, als
dass das Pagenstecher vorliegende Material noch nicht
ausreicht, um die vorgenommene Arbeit auszuführen.
Edwards beschreibt in den Proc. Cal. Ac. of
Sciences 1873—1874. p. 161 u. 325 ff. die Larven und
Puppen verschiedener Tagschmetterlinge von Californien
(Papilio Philenor, Zolicaon, Asterias, Eurymedon, Rutulus;
Neophasia menapia; Colias Eurytheme; Terias Nicippe;
Danais Archippus ; Melitaea chalcedon, Editha, palla; Phy-
ciodes mylitta, Grapta satyrus, zephyrus ; Vanessa Antiopa,
Milberti; Pyrameis Huntera, Cardui, Atalanta; Junonia
Coenia; Limenitis Lorquini, Californica; Papilio Daunus;
Pieris protodice; Anthocharis ausoniades; Terias Lisa,
Delia; Danais Berenice; Agraulis Vanillae; Pyrameis
Caryae; Thecla halesus, arsace, mopsus; Phryganidea
Californica; Leucarctia acrea; Halesidota sobrina, argen-
tata; Pyrrharctia Isabella; Platysamia Ceanothi; Gastro-
pacha sp.; Choerodes aegrotata.
A. S. Packard theiltx im Americ. Natur. VIL
p. 486 f. die wichtigsten Momente aus der Entwickelungs-
geschichte der Lepidopteren nach Kowalewsky's „Em-
bryologische Studien etc.^' mit. Zum Schluss w^eist er
auf den Unterschied in der Entwickelung der Schmetter-
linge (mit innerem Primitivband) gegenüber der der Phry-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 227
ganiden hin, der einem frenetischen Zusammenhang zwischen
beiden Gruppen nicht günstig ist.
Naake. lieber den Einfluss verschiedener
Stoffe auf die Lebenskraft der Macrolepidopteren.
51. Jahresber. d. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur.
Verfasser geht zunächst die als Tödtungsmittel empfohlenen
Stoffe durch und giebt bei den einzelnen die Mängel an,
die dem Gebrauche derselben im Wege stehen. Speciell
Chloroform- und Aetherdampf, obwohl als Betäubungsmittel
von grossem Werth, machen den Schmetterling zu steif
für eine Herrichtung für die Sammlung. Naake stellte
daher eine grosse Reihe von Versuchen mit den verschie-
densten Stoffen (namentlich des Pflanzen- und Mineralreichs)
an und glaubt in dem schwefelsauren Zink (Zinkvitriol)
ein Mittel gefunden zu haben, das, in wässeriger Lösung
mittels einer Nadel u. s. w. in den Organismus eingeführt,
ohne die oben gerügten Uebelstände nach sich zu ziehen,
denselben rasch tödtet.
Mrs. Mary Treat führt mehrere Reihen von Fütte-
rungsversuchen mit Schmetterlingsraupen an, aus denen
hervorgehen soll, dass reichliches Futter $, spärliches cT
hervorbringe. Am er. Natur. VIL p. 129 ff. Den Ein-
wänden gegen diese Anschauung, die namentlich die Ent-
wickelungsgeschichte liefert, verleiht Packard Ausdruck;
ebenda p. 175 ff.
Gentry dagegen spricht sich für die Anschauung
von Mrs. Treat aus und führt einige von ihm selbst unab-
hängig gemachte Erfahrungen bei verschiedenen Spinnern
und Schwärmern an, die die Abhängigkeit des Geschlechtes
von der Masse der Nahrung beweisen sollen. Proceed.
of the Acad. of Natur. Sciences of Philad. 1873.
p. 281.
Von der im vorigen Bericht p. 361 (141) ausgezogenen
Mittheilung Scudder's über die verschiedenen Brüten von
Brenthis Bellona ist eine Uebersetzung nebst Bemerkungen
von Ad. Speyer erschienen. Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. 23. p. 145 ff
Riley beobachtete auch bei einem Theil der Raupen
von Phyciodes Nycteis Doubled. einen sommerlichen
228 Bertkau: Bericht üb. d. wisseuscb. Leist. auf d. Gebiete
Schlaf und spricht die sehr plausibele (und als Thatsache
bekannte) Vermuthung aus, dass Species, die in nördlichen
Breiten nur eine Generation erzeugen, in südlicherem
Klima deren zwei produciren. Hinzugefügt ist eine Be-
schreibung der Raupe und Puppe von Ph. Nycteis. Pro-
ceed. of the Americ. Assoc. for the Advanc. of
Science. 23. Nat. Hist. p. 108.
Kalender theilt weitere Erfahrungen mit, wonach
er Raupen (von Eulen und Spinnern), die sonst überwintern,
durch künstliche Wärme bei geeignetem Futter schon
während des Winters zur Verwandlung gebracht hat.
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 366 f.
Lepidopterologische Beobachtungen von
Wiesenhütter. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 226 ff.
Wiesenhütter theilt seine Versuche über die Durch-
winterung einiger Raupen mit und liefert zu einem früheren
Verzeichniss 4 neue Arten hinzu, die als Schmetterlinge
überwintern.
Brischke stellt die Resultate seiner Untersuchungen
sehr zahlreicher Raupen von Gastropacha pini, Trachea
piniperda, Fidonia piniaria und Sphinx pinastri aus dem
Jahre 1874 zusammen. Auffallender Weise waren nur
sehr wenige Raupen von Gastropacha pini von Ichneu-
monen (3 Anomalon circumflexum, 7 Meteorus bimaculatus
von 1798 Raupen) befallen, obwohl sie seit einigen Jahren
in wachsender Häufigkeit aufgetreten waren. Von 202
Puppen von Trachea piniperda waren 27 von Ichneumonen,
10 von Tachinen befallen. Von 312 Puppen von Sph.
pinastri waren 56 von Ichneumonen heimgesucht. Schriften
der naturf. Gesellsch. in Danzig. Neue Folge.
III. 3. p. 1 ff.
De Borre giebt einen Auszug aus Kirbys: Geo-
graphische Verbreitung der Schmetterlinge verglichen mit
der der Vögel (s. den vorigen Bericht p. 353 (133)).
Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. 16. p. CXXXVIII ff.
Die Isoporien der europäischen Tagfalter.
Von Dr. Ernst Hoffmann. Jahreshefte des Vereins
für vaterländische Naturkunde in Würtemberg.
XXIX. p. 255 ff. Hoff mann sucht die Herkunft der
der Eutomologic wäbrcud der Jahre 1873 und 1874. 229
europäischen Tagfalter in der gegenwärtigen Erdperiode
zu ermitteln. Die auf die warme Miocenperiode folgende
Eiszeit nöthigte die damalige Fauna Europas zu einer
Auswanderung nach Süden; w^ahrscheinlich besass das
vollständig vergletscherte Mittel-Europa während der Eiszeit
eben so wenige Tagschmetterlinge, wie gegenwärtig Spitz-
bergen und Island. Wie nun die Eiszeit allmählich einem
milderen Klima Platz machte, bevölkerte sich Europa auch
wieder mit den Son*ne liebenden Faltern und zwar von
drei Seiten her. Ein geringes Kontingent stellte Nord-
afrika mit den früher in Europa eingebürgerten Arten.
Die Zahl derselben beläuft sich auf 8 und sie haben auch
einen kleinen Verbreitungsbezirk, der nördlich von den
Pyrenäen und Alpen begrenzt wird und diese Grenze nur
in Südfrankreich tiberschreitet. Den weitaus grösseren
Theil der jetzt Europa belebenden Tagfalter lieferte
Kleinasien und Sibirien. Dabei ist es nach Hoff mann
wahrscheinlich, dass die gegenwärtige Artenzahl bei Be-
ginn der Einwanderung noch nicht existirte, dass vielmehr
mit dem weiteren Vordringen nach Westen sich auch
neue Formen bildeten ; er sucht dies durch eine Reihe von
Beispielen zu erläutern, bei denen die westlichsten Arten
am w^eitesten von ihren vorausgesetzten östliichen Stamm-
eltern abgewichen sind. Die Haupteinw anderung in Europa
ist sibirisch. Und zwar langten zuerst Formen in Europa
an, die, einem kalten Klima angehörend, jetzt in den Ge-
birgen wohnen, dann solche für ein milderes Klima und
endlich die skandinavische Bevölkerung. Die ganze Wie-
derverbreitung zeigt deutlich, dass Windströmungen die
Haupttriebkraft gewesen sind, und dass nicht nur Meeres-
arme, sondern auch die Einwanderüngsriehtung kreuzende
Gebirgskämme ein Wanderungshinderniss bilden. Zur
Veranschaulichung der gewonnenen Resultate führte Hoff-
mann einen Gedanken Speyer's aus, indem er die Orte,
die eine gleiche Falterzahl besitzen, durch Linien verband.
So stellte er zwei Karten her, deren eine (Isoporien
der Kleinasiaten) nur die Arten berücksichtigt, die
Europa von Kleinasien (und vielleicht auch Nordafrika)
erhalten hat; hier weisen die aufeinander folgenden Linien
280 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Lcist. auf d. Gebiete
eine Differenz von 3 auf. Die 2. Tafel (Isoporien der
Sibirier) gestattet einen Einblick in die Verbreitimg der
sibirischen Arten in Europa; da diese eben weit zahlreicher
sind, so wurde hier als Differenz 10 angenommen, so dass
der Abstand der Artenzahl auf zwei auf einanderfolgenden
Linien 10 beträgt.
lieber das Vorkommen südlicher oder seltener Schmet-
terlingsarten bei Bingen macht Glaser im Zool. Garten
1874. p. 435 f. Mittheilungen.
H. de Peyerimhoff bringt ein Supplement au Cata-
logue des Lepidopteres d'Alsace, das 93 Arten, meist
Kleinschmetterlinge, behandelt. Bullet, de la Societe
d'Histoire Naturelle de Colmar 1873 et 1874. p. 555.
Gabriel Höfner liefert ein Verzeichniss der
Schmetterlinge des Larantthales und der Kor- und
Saualpe in Kärnthen. Jahrb. des Naturh. Landes-
Museums von Kärnten. 12. Heft. p. 1 ff.
Geiger giebt in einem Verzeichniss von um Spalato
gesammelten Schmetterlingen einen Beitrag zur Schmetter-
lingskunde Dalmatiens. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
23. p. 167.
Mann bringt ein Verzeichniss von in der Umgegend
Livorno's und Pratovecchio's gesammelten Schmetterlingen.
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 117 ff
Tacchetti beginnt eine Fauna Entomologica del
Padovana mit einem Verzeichniss der Rhopalocera (30
G., 105 A.). Atti Soc.Venet.-TrentinaScienz. Naturali.
Vol. I. Fase. IL p. 97 ff; Sphingidae (5 G., 19 A.), Sesii-
dae (2 G., 12 A.), Zygaenidae (2 G., 10 A.), Syntomidae
(1 G., 1 A.); Fase. IIL p. 144 ff; Hepialidae (3 G., 4 A.;
Zeuzera und Cossus eingerechnet); Vol. IL Fase. I. p. 19 ff.
P. C. T. Snellen verzeichnet einige auf der Prinzen-
insel (Ilha do Principe) in der Bucht von Guinea ge-
sammelte Schmetterlinge (15 A., eine neu.) Tijdschr. v.
Entomologie. 2. VIIL p. 71 ff.
Abth. 3 von Theil V der 2. Lieferung (Zoogeogra-
phische Untersuchungen) von A. P. Fedtschenko's „Reise
in Turkestan" behandelt die Lepidopteren von Tur-
kestan, bearbeitet von N. G. Erschoff. Dieser Theil
der P^ntomologie während der Jahre 1873 und 1871, 231
enthält 128 Seiten Text in 4^ und 6 illuniinierte Tafeln.
Die 367 beschriebenen Arten sind im östlichen Theile der
Provinz Syrdarja im General-Gouvernement Tiirkestan, so-
wie im Chanate Kokan gesammelt; 92 derselben sollen
neu sein, 14 neue Varietäten bilden. Eine ausführlichere
Besprechung von Dr. C. Crüger findet sich in der Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 386 ff.
H. Druce bringt ein Verzeichniss von Siamesischen
Tagschmetterlingen, von denen 6 neu sind. Proc. Zool.
Soc. London. 1874. p. 102 ff.
Derselbe giebt ein Verzeichniss von Tagschmetter-
lingen von Borneo nebst der Beschreibung 29 neuer Arten.
Proc. Zool. Soc. London. 1873. p. 337 ff.
Beitrag zur Lepidopterenfauna von Celebes
von C. Hopffer. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 17 ff Die
165 Arten, unter denen 19 neue sich befinden, sind von
W. Meyer in Xord-Celebes und den benachbarten Togian-
und Sijau- Inseln gesammelt worden und jetzt in der
Sammlung des Königlichen Entomologischen Museums in
Berlin.
A. G. Butler liefert ein Verzeichniss der (104) Tag-
schmetterlinge der Südseeinseln nebst der Beschreibung
5 neuer Arten. Proc. Zool. Soc. London. 1874. p. 274 ff.
Derselbe desgl. von Costa Rica, ebenda p. 330 ff.
G. Semper verzeichnet (12) auf der Insel Yap
(Carolinen) gesammelte Schmetterlinge und deren Ver-
wandlungsgeschichte. Journal des Museum Godeffroy.
Heft IL p. 59-^64 (131—136) nebst Taf. VIIL
3 Lepidoptern -Zwitter (Anthocharis Cardamines
L., Bombyx lanestris L., Angerona prunaria L.) beschreibt
M. F. Wocke in den Ent om. Mise eilen, herausgeg. vom
Verein f. schles. Insektenkunde (Breslau 1874) p. 42 ff.
S. H. Scudder giebt eine Anleitung zur Herrichtung
von Raupenbälgen für die Sammlung. Americ. Natural,
VIIL p. 321 ff
Roelofs referirt über G. Koch's: Die Geographische
Verbreitung der Europäischen S chmetterlinge in andere
Welttheile. Leipzig 1865 und 1866. [Koch hatte nur 3 Faunen-
gebiete angenommen: das Europäische, das Südasiatische oder Indische
(wozu Australien und Afrika als ünterreiche gehören) und das Trans-
232 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
atlantische] und A. Murray's: On the geograi)hical relations of
the relations of the chig Coleopterous Faunae (vrgl. den Bericht
über 1870. p, 198). Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. 16. p. XXV. ff.
Von folgenden Lepidopterologischen Werken ist mir
nur der Titel bekannt geworden:
Gr. Koch. Indoaustralische Lepidopterenfauna. 2.
Auflage.
J. Mann. Zur Lepidopterenfauna Etruriens.
V. Em ich. Beitrag zur Lepidopterenfauna Trans-
kaukasiens und Beschreibung zweier neuer Arten.
P. C. T. Snellen macht einige Anmerkungen zu der 2. Auf-
lage des Lepidopterenkatalogs von Staudinge rund Wecke. Tijd-
schr. V. Entom. 2. VIII. p. 36 ff.
Von C. W. Hewitson's .,Exotic Butterflies"
sind Parts 85—92 erschienen; von H. Strecker's „Le-
pidoptera" 2— 11; C. Wards „Afrikan Lepidoptera"
2; W. H. Edwards „Butterflies of North America"
Vol. IL Pt. 1 und 2. A. G. Butler's „Lepidoptera Exo-
tica" sind mit den Lieferungen 15—20 zu Ende gebracht.
Derselbe veröffentlicht „Tropica 1 Butterflies
andMoths, with descriptions. London, 1873. 4to. 10 Tafeln
in Farbendruck.
R. Felder und A. F. Rogenhof er veröffentlichen
„Reise der Oesterreichischen Fregatte Novara, Lepi do-
pt era, Heft IV. Atlas der Heterocera ; Sphingida-Noctuida."
Wien, 4to. 1874. Taf. LXXV— CXX; S. 537—548. Der
Text giebt den Index zu den bereits früher abgebildeten
Rhopalocera; auf Taf. LXXV— CVII ist der Name der ab-
gebildeten Arten selbst angebracht, die übrigen Tafeln
haben je eine Seite erläuternden Text.
C. Hopfer beschreibt neue (Macro-) Lepidopteren von
Peru und Bolivia. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 329 ff. Die-
selben gehören den Gattungen Euterpe (7), Leptalis (4), Pieris (4),
Ilesperocharis (1), Terias (2), Tithorea (1)^ Dircenna (2), Ithomia (4),
Hymenitis (1), Ceratinia (4), Napeogenes (1), Melinaea (1), Acraea
(10), Heliconius (2), Melitaea (1), Eresia (6), Morpheis (1), Perisama
(1), Prepona (1), Paphia (5), Morpho (3), Opsiphanes (2), Taygetis (1),
Antirrhaea (1), Tisiphone (1), Pronophila (1), Lymanopoda (3),
Cremna (1), Necyria (1), Siserae (1), Anteros (1), Emesis (1), Syni-
machus (1), Charis (1), Baeotis (1), Lasaia (1), Achlyodes (2), Anti-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 233
gonus (1), Pythonides (1), Carterocephalus (1), Eudamus (1), Oxy-
netra (1), Pyrrhopyge (4) an.
Notice sur les epoques d'apparition des Lepido-
pteres diurnes de Bresil recueillis par M. C. vanVolxem.
Par J. B. Capronnier. Auual. Soc. Ent. Belg. 17. p. 5 ff.
Der Titel lässt eigentlich mehr erwarten als geboten wird: es werden
130 Arten von Tagschmetterlingen mit genauer Angabe des speciellen
Fundortes und Datums des Fanges aufgezählt, die van Volxem
auf einer 5-monatlichen Sammelreise (August bis December 1872) au
verschiedenen Punkten Brasiliens und Argentiniens zusammengebracht
hat; 10 derselben sind neu und sauber coloriert auf Taf. I in Ober-
und Unterseite dargestellt.
W. C. Hewitson. Descriptions of new species
of butterflies collected by Mr. Buckley in Bolivia.
London. 1874. 8to. 22 S. Enthält 52 Arten.
A. Dibrik führt als Novitäten der Fauna Livlands
folgende Schmetterlinge auf: Argynnis Dia L., Deilephila
Nerii L., Ocneria dispar L., Nonagria Cannae 0., Gram-
mesia trigrammica Hufn., Coli ix sparsata Tr. Stett. Ent.
Zeit. XXXIV. p. 113 f.
„Lepidopterologische Mittbeilungen aus Nord-
Finnland'' von J. G. Schilde. Stett. Ent. Zeit. XXXIV.
p. 157 ff; XXXV. p. 57 ff. Der Verf. zählt die Ausbeute
an Macrolepidoptera auf, die er während eines längeren
Aufenthaltes in der Umgegend von Kuusamo gemacht bat.
Im Ganzen weist das Verzeichniss 111 Arten nach, von
denen 11 rein nordisch zu sein Scheinen, während
41 lokale Abweichungen zeigen. Tagschmetterlinge 21;
Schwärmer 1; Spinner 15; Eulen 32; Spanner 42. Manche
Spinner mussten allerdings, da von ihnen nur Raupen
vorlagen, unbestimmt bleiben. Unter den Spannern ist eine,
Eupithecia Helveticaria ähnliche, Art wahrscheinlich neu.
0. F. Rosenberger bereichert die Fauna Kurlands
um 3 Arten (Setina Kuhlweinii Hb. ; Cucullia praecana Ev. ;
Heliaca tenebrata Scop.) Correspondenzbl. d. Natur-
forscher-Vereins zu Riga. 20. Jahrg. p. 44 ff.
Von G. Raman's „Die Schmetterlinge Deutsch-
lands und der angrenzenden Länder" sind die fol-
genden Lieferungen bis incl. Heft 27 erschienen.
Naake zählt einige bemerkenswerthe Erscheinungen
der Lepidopteren-Fauna von Reiuerz in Schlesien auf
234 Berikau: Beriebt üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
und vergleicht das Auftreten derselben in den Jahren 1873
und 1874. Im Ganzen war das erstere Jahr ergiebiger,
und die Schmetterlinge kamen in demselben früher zur
Entwickelung als 1874. Die Gesammtzahl der beob-
achteten Arten (Macrolepidopteren) beläuft sich auf 472.
52. Jahresber. d. Schles. Ges. f. vaterl. Cultur.
p. 161 ff.
Wocke zählt (9) für Schlesien neue Lepidopteren
(meist Kleinschmetterlinge) auf; ebenda p. 164 f.
Derselbe fügt in einem Nachtrage dem früher er-
schienenen Verzeichniss der Macrolepidopteren Schlesiens
(s. den vorigen Bericht p. 357 (137)) 4 neue Arten hinzu
(Agrotis agathina Dup.; Cirroedia ambusta F.; Acidalia
Herbariata F. ; Eupithecia Actaeata Waldersdorff); s. Zeit-
schrift f. Entomol. Breslau. 1874. Neue Folge. 4.
Heft p. 108.
Ein eben solches liefert Priebisch von den bei
Schneeberg gesammelten Arten. Dritter Jahres-
bericht des Annaberg-Buchholzer Vereins für
Naturkunde p. 76 ff. Rhopalocera 67, Sphiugiden 21,
Bombyciden 55, Noctuiden 71, Geometriden 41 Arten, im
Ganzen also 255, wozu noch zwei Varietäten kommen.
C. Ploetz giebt ein Verzeichniss der in der Gegend
von Greifswald als überwinternd bekannten Schmetterlinge.
Mitth. a. d. naturw. Vereine v. Neu- Vorpommern
u. Rügen. 5. u. 6. p. 78 ff.
C. T. Glitz veröffentlicht ein Verzeichniss der
bei Hannover und im Umkreise von etwa einer
Meile vorkommenden Schmetterlinge, das 653 Arten
von Grossschmetterlingen enthält; die Kleinschmetterlinge
sind nicht berücksichtigt. 24. Jahresbericht der Naturh.
Gesellsch. zu Hannover, p. 24 ff.
Ein Verzeichniss der Macrolepidopteren der Um-
gegend von Osnabrück findet sich im 2. Jahresbericht
des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Osnabrück
p. 63 ff. In welchem Umkreise um Osnabrück gesammelt
wurde, ist nicht gesagt; das Verzeichniss enthält die
immerhin bedeutende Zahl von 681 Arten (Tagfalter 92,
Schwärmer 26, Spinner 95, Eulen 267, Spanner 201).
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 235
Die „Bemerkungen über die Lepidopterenfauna
des oberen Wispertbales und der angrenzenden
Gebirgsböben" von A. Fuebs zäblen 4 neue Gross-
scbmetterlinge in Nassau auf, nämlicb Aporopbyla lutulenta
Bkb.; Eupitbecia togata Hb.; E. exiguata Hb.; Gnopbos
pullata var. nubilata Fuebs, so dass bis jetzt 880 Gross-
scbmetterlinge als Bürger der nassauiseben Fauna nacb-
gewiesen sind. Die „speciellen Bemerkungen'' bezieben
sieb auf die besonderen Fundstätten, Ersebeinungszeit,
Zabl der Generationen u. s. w. einzelner bemerkenswertber
Arten. S. Jabrbücber des Nassauiseben Vereins für
Naturkunde. XXVHL p. 172 ff.
H. Edwards bringt Beiträge zur Kenntuiss der
Pacific Coast Lepidoptera. Proceed. of tbe Cali-
fornia Academy. 1873—1874. p. 109 ff., 161 ff., 183 ff,
264 ff., 325 ff., 344 ff., 365 ff, 413 ff, 423 ff
Die Scbmetterlinge Californiens. Von A. Kefer-
stein. GiebeFs Zeitscbr. ges. Naturw. 44. p. 222 ff.
Kefer stein tbeilt einen Brief des Dr. Bebr aus S. Fran-
cisco mit, der die von letzterem beobacbteten (Macro-)
Lepidopteren Californiens, zumeist mit Futterpflanze, auf-
zäblt.
Seiner früberen Abbandlung (s. den vorig. Beriebt
p. 359 (139)) bat Zell er weitere „Beiträge zur Kenntniss
der nordamerikaniscben Nacbtfalter, besonders der Mikro-
lepidoptera folgen lassen. Verb. Zool. Bot. Ges. Wien.
23. p. 201 ff. Aucb bier werden zablreicbe neue Arten be-
scbrieben.
A. R. Grote bringt ein Verzeicbniss der Nordameri-
kaniscben Platypterices (6 A.), Attaci (1 1 A.), Hemileucini
Gr. a. Robins. (10 A.), Ceratocampädae (8 A.), Lacbneides
(13 A), Teredinides (= Cossidae, 7 A.), Hepiali (12 A.);
Proc. Am. Pbil. Soc. XIV. p. 256 ff.
Lepidoptera Rbopaloceres and Heteroceres
etc. Herman Strecker. Dieses in Heften in Grossquart
erscbeinende Werk ist mir nur dem Namen nacb bekannt
geworden; eine ausfübrlicbere Recension von H. B. Möscbler
findet sieb in der Stett. Eni Zeit. XXXV. p. 307 ff.
Einen Beitrag zur Scbmetterlingsfauna von
236 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Labrador giebt Mö schier in der Stett. Eni Zeit.
XXXV. p. 153 nebst der Beschreibung einiger neuer Arten
(Agrotis, Cidaria, Botys, Tortrix, Grapholitha).
0. Staudinger beschreibt einige neue Lepido-
pteren des europäischen Faunengebietes. Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 87 ff. Die Arten gehören den Gat-
tungen Lycaena (2), Deilephila (1), Psyche (1), Agrotis
(1), Spintherops (1), Hybernia (1), Schoenobius (1) an.
Ein drittes Supplement zu den Macrolepid. de Breda
von F. J. M. Heylaerts weist 7 weitere Arten nach.
Tijdschr. V. Entom. 2. VIII. p. 146. (Gesammtzahl 579).
Novitäten für die Belgische Fauna: Plusia moneta F.,
Cidaria quadrifasciaria Dup., Eupithecia Helveticaria B.
(?). Compt. ßend. Soc. Ent. Belg. 16. p. XLI.
Beschri jvingen en Afbeeldingen van Neder-
landsche Vlinders. Sepp's Nederlandsche Insecten.
II; Ser. III. Deel. Byeengebragt door Dr. S. C. Snellen
van Vollenhoven. No. 1—44. 'SGravenhage, Martinus
Nyhoff. Ich habe diese Fortsetzung des Sepp'schen Werkes
im vorigen Jahre übersehen und gehe daher bei der Be-
sprechung bis auf 1870 zurück, wo die erste Nummer des
dritten Theiles der zweiten Serie erschien. Je zwei
Nummern mit 8—12 Seiten Text in Quartformat und 2
Tafeln colorirter Abbildungen erscheinen zusammen. Der
Text giebt die ausführliche Schilderung der verschiedenen
Entwickelungszustände, Futterpflanze, Lebensweise u. s. w.
nach eigenen Beobachtungen oder den neuesten Quellen,
Verbreitung, Zeit des Erscheinens. Die Tafeln zeigen die
verschiedenen Stadien und einzelne Theile (oder bei
kleineren Objekten diese ganz) in trefflichen, colorierten
Abbildungen; auf naturgetreue Darstellung der Futterpflanze
ist weniger Gewicht gelegt. Die vorliegenden Nummern
enthalten hauptsächlich Spanner und Kleinschmetterlinge,
nächstdem sind 4 Psychiden, 2 Noctuiden, 3 Zygaeniden,
1 Lithosiide, 1 Hesperiide und 1 Lycaenide abgebildet.
J. L. Leconte. An instance of replacement of
injurious insects by human agency. Proceed. of
the Amer. Assoc. for the Advanc. ofScienc. 23. p 44.
Enthält die Notiz, dass Ennomos subsignaria, der bis dahin
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 237
in Philadelphia grossen Schaden angerichtet hatte, durch
die von Europa eingeführten Sperlinge mit Erfolg be-
kämpft worden ist, dass aber jetzt Orgyia leucostigma
ebenso lästig zu werden droht, wie es der oben genannte
Spanner gewesen ist.
Hewitson giebt ein Verzeichniss von Tagschmetter-
lingen von den An dam an -Inseln nebst der Beschreibung
(5) neuer Arten. Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV. p. 35G ff.
Moore verzeichnet die" Arten einer Sammlung, die in
Cashmire gemacht wurde und beschreibt 9 neue Arten.
Proc. Zool. Soc. Lond. 1874. p. 264 ff
Ueber Pronuba Yuccasella und die Befruchtung
der Yucca durch dieselbe s. unten bei den Tineidae.
Nach dem defekten Abdruck eines Insektenflügels in
der Kohlenformation Englands (Stonesfield slate) stellt A.
G.Butler die neue (Brassoliden-) GiSiüung Palaeonfina,
mit Dasyophthalma verwandt, auf; die Art, P. oolithiea,
würde demnach der älteste Schmetterling sein. Geolog.
Magaz., 1873, Vol. X. p. 2, Taf. I. Fig. 2; Lepidopt.
Exotica. Scudder schreibt dagegen den Flügel einem
Cicadenähnlichen Insekt zu. Mem. of the Amer.
Assoc. for the Advanc. of Science. I. p. 89 ff.
Papilionidae. Barmeister bespricht die eigenthümlicheu
Anhänge, die sich am 8. Hinterleibssegmeute der $ von Eiiryades
Feld, vorfinden, und vermuthet, dass dieselben, da sie die Genital-
öfthung bedecken und somit eine Begattung unmöglich machen
würden, sich erst während der Begattung, vielleicht aus einem vom
J gelieferten Secret bilden. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 427 f.
vgl. den vorigen Bericht p. 384 (144).
G. Sem per beschreibt und bildet ab a. a. 0. p. 59 in ver-
schiedenen Stadien die Raupe und Puppe von Pap. Alphenor
Gramer von der Insel Yap. Sie lebt hier auf wilden Orangenbäumen.
Die Puppen kommen in zwei Farbenvarietäten vor, von denen nach
Kubary 's Angaben die hellgrünen Falter ohne geschwänzte Hinter-
flügel liefern. Da nach Notizen von A. Semper auf Bohol aus den
dunkelen Puppen die ungeschwänzten Weibchen hervorgehen sollen,
so schliesst G. Semper hieraus, dass die Puppenfarbe in gar keinem
Verhältniss zum Geschlecht oder zu der Form des Falters steht.
Von den von Wall ace (demKirby folgt) aufgestellten 4 Arten
unter den vikarirenden Formen von Pap, Pammon erkennt Semper
nur zwei an: P. Polytes (^ Pamnon) und P. Alphenor (</ Lede-
bouria); ebenda p, 60.
Archiv f. Natnrg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. Q
238 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
üeber den Ursprung der Europäischen Arten der Gattung
Papilio s. oben p. 225 (201).
Ueber die Gabel der Raupe von Papilio Machaon vonStuder;
in den Mitth. der naturf. Ges. in Bern. No. 812—827. p. 101 if.
vgl. oben 1874. p. 278 (26).
Hewitson stellt die neue Gattung Smerina auf für einen
Schmetterling von Madagascar. Da ich die systematische Stellung
derselben nicht ermitteln kann, so setze ich sie voran. Die Art ist
S. Vindorissa. Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV. p. 359.
Ixias verna (Nahconchaisee in Slam); Druce, Proc. Zool. Soc.
London. 1874. p. 108.
Ornithoptera flavicöUis p. 356. Papilio Lowii, acuta p. 358 ;
neue Arten von Borneo; Druce, Proc. Zool. Soc. London. 1873.
P. Mayo (Andaman-Inseln); Alk in so n, ebenda p. 736.
Die Naturgeschichte des Pap. (Iphiclides) Ajax ist abgehandelt
im Amer. Natur. VIII. p. 257 ff. (Aus Scudder's Butterflies of
New England etc.).
Edwards beschreibt Papilio Pergamus, eine Art aus der
Gruppe des P. Asterias und Zolicaon von Californien, Proc Calif.
Acad. of Sciences. 1873—1874. p. 423.
P. rhodostictus (Costa Rica), Butler, Proc, Zool. Soc. London.
1874. p. 364.
Papilio Meyeri, n. A. von Celebes, Hopffer in der Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 19.
P. Liomedon (Malabar), Moore ebenda p. 575.
F.Charicles (Andaman Inseln) ; Hewitson, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIV. p. 356.
Nach Strecker in den Lepid. Rhop. a. Heteroc. Heft 2 ist
Papilio Burtonii Reak. = P. Columbus Hev/., P. Caleli Eeak = P.
Polymetus Godt. (sec. Mö sohl er a. a. 0.).
P. Illyris (Goldküste); Hewitson, Ent. Monthl. Mag. IX.
p. 232; P. Colonna, Phüonoe (Ribe), Ward, ebenda X. p. 151 f.;
V.Sadyattes (Costa Rica), H. Druce, ebenda XI. p, 36; V.Lormieri
(Madagascar); W. L. Distant, p. 129; P. incandescens {^2ivk)^ Taf. VI.
F. 1, Drucei, (Ecuador) Fig. 2, Metaphaon (Mexico), polystictus
(Brasilien); A. G. Butler, Trans. Ent. Soc. London 1874. p. 433 ff.;
P. anticostensis (Fox Bay, Anticosti Isl., Labrador), Strecker,
Lepidoptera, p. 10, Taf. II, Fig. 2. t
Mesapia Ä/jawu (Chang Lang Pass, 18000 Fuss); II. W. Bat es,
Henderson und Hume's, »Labore to Yarkand« p. 305.
Atkinson gründet eine neue Gattung, Bhutanitis, auf ein
Insekt vom Himalaya mit langen, schmalen Vorder- und 3- (oder 4)-
fach geschwänzten Hinterflügeln; die Art ist B. Lidderdalii. Proc.
der P^ntoinologie wäLrend der Jahre 1873 und 1874. 239
Zool. Soc. London. 1873. p. 570 (= Armandia ihaidina Blanch.?
s. d. vor. Ber. p. 364 (144)).
Callinaga Buddha Moore ist kein Equitine, sondern Nymphaline.
P. C. T. Snellen, Tijdschr. v. Entom. 2. VIII. p, 123.
Pieridae. C. Hop ff er beschreibt in der Stett. Ent. Zeit.
XXXV. die neuen Arten: Euterpe suadela (p. 329) vom Rio Chan-
chamayo und Bolivia), E. alma, chelidonis (p. 330) von Bolivia, E.
Susiana (Peru), E. Prioneris (Chanchamayo), E. Zenohina (331), E.
Pieris (Bolivia, p. 332); Leptalis Amelina (p. 332), L. Pimpla (Bo-
livia), L. Thermesina (p. 333), L. Penia (Chanchamayo); Pieris
Palaestra, P. Nephthis (Chanchamayo, p. 334), P. Erinna (Peru),
P. Menthe (Chanchamayo, p. 335); Hesperocharis Nere'ina (Chancha-
mayo); Terias Pomponia (Chanchamayo, p. 336), T. Sybaris (Chan-
chamayo); Tithorea Neitha (p. 337).
Butler beschreibt in Cist. Entom. VII. p. 171 ff. Loptosia
sinensis (Shangai); Synchloe me^a??iera (Japan) ; Megonostoma cynops
(Haiti); Euterpe rosacea (Quito), approximata (Polochic Thal), ni-
gripennis (Bogota); Sphaenogona graditata (Para), eetriva (Archi-
clona); 'Nychitoua nupta (Angola) und in den Transact. Ent. Soc.
London 1874. p. 432 f. Ixias familiaris (Tybet); Belenois solilucis
(Angola).
Euterpe amastris (Bolivia); W. C. Ilewitsou, Butter fl.
Boliv. p. 3.
Raupe und Puppe von Pieris (Tachyris) Ada Cramer be-
schrieben und abgebildet von G. Semper a. a. 0. p. 60, Taf. VIII.
Fig. 4. 5.
Eine gelbe Varietät von Pieris rapae, die in p]uropa nicht
vorkommt. Proc. Bost. Soc. XV. p. 188.
Pieris Euryponia, n. A. von Celebes, Hop ff er a. a. 0. p. ,23;
Terias latimargo, derselbe ebenda p. 25.
Pieris van Völxemii (Buenos- Ayres); Capronnier a. a, 0.
p. 11. Taf. I. Fig. L
Terias sinoules (Itaipü) (Boisd.) Capronnier a. a. 0. p. 13
und 61. Taf. I. Fig. 2.
Der unter dem Namen Terias Rahel F. von P. C. T. Snellen
beschriebene und abgebildete Schmetterling ist T. Brigitta Cram.
Tijdschr. v. Entora. 2. VIIL p. 124.
Terias atinas (Bolivia); Hewitsou, a. a. 0. p, 4.
Nepheronia compacta (Indien) p. 234; Thcracolus chrysowelis
(Aden) p. 244; Butler Cistul. Entomol. I.
Tachyris alhata, n. A. von Celebes, Hopf f er in der Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 22.
Catasticta Theresa (Costa Rica); Butler, Proc. Zool. Soc.
London. 1874. p. 358.
Disraorphia paUläiäa (ebendaher); derselbe ebenda p. 363.
240 ßertkan: Bericht üb. d. wissciisch. Leist. auf cl, Gebiete
Coiias Pyrrhothea Hübn. var. Heliceoides (Buenos-Ayres) Ca-
pronnier a. a. 0. p. 13.
A. Dihrik beschreibt einen Hermaphroditen von Rhodocera
Rhamni L. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 113.
AnthocharisJwZm (Colorado); Strecker, Lepidoptera. p. 50.
Taf. VI. Fig. 6 und 7.
Hesperocharis Agasides (Bolivia); Hewitson, Butterfl.
Boliv. p. 3; II. ÄJitipater (Vera Pas); H. Druce, Cist. Entom. I.
p. 285.
Nymphalidae. C. Hop ff er beschreibt in der Stett. Ent.
Zeit. XXXV die neuen Arten: Melitaea fasciata (Chanch.amayo);
Eresia Prisca (Chanch., Mexico), E. Äcraea (Peru, p. 349), E. Ari-
cilla (Chanchamayo), E. Calena (Chanchamayo), E. Catula (Bolivia,
p. 350); E. Geminia (Moxos, Chanchamayo); Morpheis Felden (Bo-
livia); Perisama JPriene (Moxos, p. 351); Prepona Bexamemis (Chan-
chamayo); Paphia Sosippus (Chanch., p. 852), P. falcata (Chancha-
mayo), P. Fhantes (Chanchamayo, p. 353); P. Cluvia (Bolivia), P.
BetiUina (Chanchamayo, p. 354), P. Praxias (Chanch., p, 355).
Cethosia insulata (Ke Isl.); A. G. Buttler, Cist. Entom
VIII. p. 165.
Cynthia celehensis (Menado); derselbe ebenda I. p. 243.
Cynthia Ada (Queensland); Atelia Boiodenia (Freundschafts-
inseln); Butler, Proc. Zool. Soc. London. 1873. p. 686 f.
Die Raupe von Argynnis Aphirape var. Ossianus Hbst. be-
schrieben in der Stett. En't. Zeit. XXXIV. p. 175.
Argynnis Bhodope (Columbien) p. 13, Nitocris p. 15, Naii-
sicaa p. 104 (Arizona), opis (ßr. Columbren) p. 105, Clio (Montana);
W. H. Ed ward's, Trans. Am. Ent. Soc. V. A pallescens (Hako-
dadi), meowstans (Australien); A.G. Butler, Cist. Ent. VIÜ. p. 164.
Argynnis Vühata, Sipora (Cashmire); Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1874, p. 568.
Argynnis Cashmirensis (Soonamurg); Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1874. p. 267.
Militaea balbita (ebendaher); Symbrenthia hysudra, Asthala
(Cashmire), derselbe el)enda p. 268 f.
S. Cotanda (Darjeeling), Khasiana (Khasia Hills) p. 579, Da-
ruJca (Nordiudien) p. 570; derselbe ebenda.
Melitaea Melicerta (var. nov.) wahrscheinlich Bastard zwischen
M. Athalia Rott. u. M. Dictynna Esp. J. Pfützner in der Berl.
Ent. Zeitschr. 17. p. 159 f.
Melitaea acastus (Montana, Nevada, Utah); W. II. Edward 's,
Trans. Am. Ent. Societ. V. p. 16.
Phyciodes nana (Peru); H. Druce, Trans. Ent. Soc. Lon-
don. 1874. p. 156.
Eresia Yoreti Reak. = E. Egra Ilew. Strecker a. a. 0.
der EuioiuüIoj;ic vvähreini der Jahre 1873 uud 187d. 241
Heft 2; E. Sydra Reak. == E. Acesas Hew. cbcüda lieft 2. (sec-
Mö schier a. a. 0. p. 208, 209).
Ercsia cori/bassa (Bol.) ; Hewitson, Butt. Bol. p. G; K. eutro-
pia (Panama) derselbe, Ent. Mouthl. Mag. XL p. 56; E. coela
(Costa Rica), K. Druce, ebenda p. 37.
Syuchloe crocale (Arizona, Mexico) p. 17; Grapta rusticuSj
silvius p. 107 und 108 (Californien) ; W. H. Edwards Trans. Am.
Ent. Sog. V.
Boisduval stellt in Rev. et Mag. d. Zoolog. 1873. No. 12.
p. 409 eine vermeintlich neue Varietät {atrebatensis) von Vanessa
urticae auf, welche Selys-Lougchamps schon früher wegen der
Aehnlichkeit mit V. ichnusa von Corsica als var. ichnusoides Sel.-
Lonch. be?:eichnet hatte. Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. 17.
p. XXXVIl.
Eunica octomaciilata (Ost-Peru); A. G. Butler, Cist. Entom.
VII. p, 160; E. amata (Costa Rica), IL Druce, ebenda I. p. 285.
Perisama vichada (Columbien), canoma (Peru), derselbe,
Trans. Ent. Soc. London. 1874. p. 156; P. lineata viridinota,
oclireipennis, tristrigosa ; Callizona tapajona, fiilvescens (Pei-u) ; A. G.
Butler, Cist. Entom. VII. p. 160 fi'.
Catagramma cabirnia, cotyora, clis ither a (\io\i\ia)', Hewitson,
Butt. BüL p. G f.
Ectima rectifascia (Costa Rica); Butler und Druce, Proc.
Zool. Soc. 1874. p. 545.
Diadema piilchra (Neu Caledonien), Montrousieri {= lassia-
nassa Montr.!) (Schiffer-Inseln), pcUlcscens (Salomon-lnseln), liitescens
(Ovalau, Fiji Inseln); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1874.
p. 281 ff.
Diadema Monteironia (West-Africa) ; H. D r u c e, Cist. Entom.
I. p. 286; D. phiUppensis (! Philippinen). A. G. Butler, ebenda
p. 243; D. Wallaciana (Indien), intcrstincta (Assam); derselbe
ebenda VII, p. 157. D. Chapmani (Calabar); Hewitson, Ent.
Month. Mag. IX. p. 233. D. deceptor (Natal); Trimen, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1873. p. 105.
Godartia Wakcfieldi (Ribe); Ward, Entom. Monthl. Mag.
X. p. 152.
Panopea Drticci (Madagascar) ; A. G. Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1874 p. 426; P. jjro^rrtc^a (Cabinda), derselbe, Entom.
Monthl. Mag. XI. p. 164. Pseudacraea Trimeni (Natal) ebenda
p. 57; P. fulvaria (Ambrix), epigea (West-Africa) derselbe, Cist.
Ent. I. p. 212 f., P. Simulator (West-Africa), derselbe ebenda
VL p. 125.
Hestina mmetica (Java); A.G.Butler, Trans. Entom. Soc.
London. 1874. p. 426.
Minetra Salentia (Celebes) ; Hopffer a. a. 0. p. 35.
242 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Hetcrochroa Zezfcma (Guatemala); H. Druce, Cist. Eutom. I,
p. 286; H. tmnida (Peru, Bolivia), A. G. Butler, ebenda VII. p. 163;
II. cognata (Bolivia); Hewitson, Butterfl. Bol. p. 8.
Neptis Nolana (Chentaboon in Siara); Druce, Proc. Zuol.
Soc. London. 1874. p. 105.
N. Kamarupa (Assara), Papaja (Sumatra) p. 570, Harita
(Bengalen), Omeroda (Penang) p. 571; Moore ebenda.
N. C/waca?zs (Andaman Inseln); Hewitson, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIV. p. 357.
Neptis iVicow?(?^es, Nicoteles, Nehrodes (Angola); W. C. Hewit-
son, Entom.Monthl. Mag. X. p. 205f.; N. /er?;6scews (Philippinen),
A. G. Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1874. p. 427.
Euryphene PMo (Camaroons), Ward, Entom. Monthl.
Mag. X. p. 57; E. pUstonax (Angola), cinaetlion (Gaboon); Hewit-
son, Exot. Butterfl. V. Taf. IX. und X.
Rhomaleosoraa inanum (! Aschanti), permixtum (Gaboon); A.
G. Butler, Cist. Entom. VII. p. 158; Ph. Wardi (Camaroons);
II, Drnce, ebenda I. p. 286; R. imitator (^&iQ.\), Trimen, Trans.
Ent. Soc. London. 1873. p. 107.
Aterica clorana (Angola) ; Harma dandianus (Camaroons) ,
Cassandra (Angola); H. Druce, ebenda 1874. p. 157; H. harmiUa,
heliada, aniturgis (West-Alrica); Hewitson, Exot. Butl. Entom.
Monthl. Mag. X. p. 274; H. amenides (Gaboon) a. 1. 0. XI. p. 56.
Atliyma Ämkara; Adolias bellata, neue Arten von Borneo;
Druce, Proc. Zool. Soc. London. 1873. p. 344.
Adolias lupina (Philippinen); H. Druce, a. a. 0. p. 158; A.
bellata (Borneo), derselbe, Zool. Soc. 1873. p. 344..
Adolias Acontius, Cibaritis (Andaman Inseln); Hewitson,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV. p. 537 f.
Tanaecia Kobertsi (Malacca); A. G. Butler, Cist. Ent. I.
p. 235.
Tanaecia Flora (Penang; mimetische Form von Adolias pu-
seda Moore); M.R.Butler, Proc Zool. Soc. Lond. 1873. p. 235.
Limenitis Lepcchini (Saraarkand), eine der calilbrnischen Adelpha
Lorquinii sehr nahe verwandte neue Art; Erschoff a. a. 0. Taf. I.
Fig. 10.
Limenitis Hydaspes (Cashraire); Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1874. p. 270.
Apatura leilia (Arizona), Edwards, Trans. Am. Ent. Soc.
V. p. 103; A. substituta (Nord-China, Japan), A. G. Butler, Cist.
Entom. VII. p. 158; A Clcocharis (Angola); Hewitson, Ent.
Monthl. Mag. X. p. 58.
Charaxcs Andarae, Andriba (Madagascar); C. Ward, Entom.
Monthl. Mag. IX. p. 209 f.; C. nobilis (Alt - Calabar) Druce,
ebenda p. 13; C. pytlioderus [kngoXdi) p. 57, cecirmiis (West- Africa)
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 243
p. 247, Hewitson, ebenda; C. clitarchus (Nen Caledonien), pitho-
derus (Angola) derselbe, Exot. Butt erfl. C. hjsianassa {ABcha.nii) ]
Westwood, Thes. Ent. Oxon. p. 181. Taf. XXXIV. T. 3. 4. Pa-
phia cratais (Bolivia); Hewitson, Butt. B oliv. p. 9; F. HaiixwelU
(Pebas); H. Druce, Trans. Ent. Sog. London 1874. p. 158; P.
beatrix, ambrosia {Chiriqui), pedila {GnB,tema\?i), mora (Neu-Granada);
derselbe, Cist. Entom. I. p. 287 f.
Cybdelis Whitelyi (Peru): A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Bist. XII. p. 226.
Mynes Doryca (Dorey); A. G. Butler, Cist. Entom. VIII.
p. 163.
A. G. Butler giebt eine Revision der Gattung Protogo-
nius, und beschreibt die bisher als Varietäten von P. Hippona
Fabr. angesehenen F'ormen dieser Gattung als die neuen Arten P.
Driirü (Brasilien, mimetische Form von Heliconius Eucrate), P.
quadridentatus (Bolivien, Mime von Molinaea zaneka), P. Bogotanus
(Bogota, M. von M. tachypetis), P. Tithoreides (Neu-Granada, M.
von Tithorea megara), P. ochr accus (Cayenne), Lilops (Venezuela,
M. von Melinaea lilis), divisus (Peru, M, von M. moeliis?), P. casta-
neiis (Ega, M. von Tithorea egaensis), albinotaUis (Bogota, M. von
Melinaea meosatis). Die Zahl der Arten dieser Gattung ist demnach
jetzt 11. Proc. Zool. Soc. London. 1873. p. 772 ff.
Danaidae. Euploea ilfeyen, coracina, mmira, n. A. von Celebes;
Hopf f er in der Stett. Ent. Zeitschr. XXXV. p. 29 ff.
Euploea ^owato (Borneo); Druce, Proc. Zool. S oc. Lon-
don. 1873. p. 338.
E. Ändamensis (Ab AamRu-lnseln), Atkinson, ebenda p. 736.
E. Perryi (Savage Isl); Butler, Proc. Zool. Societ. Lon-
don. 1874. p. 278.
E. Layardi (Chentaboon in Siam). Druce, Proc. Zool. Soc.
London. 1874. p. 103.
En^\oe& Lorraini (Java), Chapman, Entom. Monthl. Mag.
IX. p. 263; E. magnifica (Tybet); Butler, Trans. Ent. Soc. Lon-
don. 1874. p. 423; E. mesoeala (Waigiou); v. Vollenhoven, Tijd-
schr. V. Entomol. (2) VHI. p. 244. Taf. XL F. 1. 2.
Amauris hyalites (Ambriz); A. G. Butler, Cist. Entom. I.
p. 209.
Danais Archippus in Australien; Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (iV.) XI. p. 440 u. XH. p. 184.
G. Sem per stellt die ihm bekannt gewordenen Thatsachen
über die Wanderung dieses Schmetterlings über die Inseln der Süd-
see bis nach Australien und Celebes zusammen. Journal des Mu-
seum Godeffroy. Heft IV.
Danais obscnrata (üpolu); Butler, Proc. Zool. Soc. Lon-
don. 1874. p. 275.
244 B'ertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
D. septentrionis (Penaiig) micro^ticta (Boriieo), leucoptcra (Do-
rey), exprompta (Ceylon), vulgaris (Indien); A. G. Butler, Eutom.
Monthl. Mag. XL p. 163 f.
Heliconiidae. C. Hopffer beschreibt in der Stett. Eut.
Zeit. XXXV. die neuen Arten: Dircenna xanthophane (Chancha-
mayo), Äbendrothi (Peru) p. 338; Ithomia Aquinia (Moxos) p. 339,
Grispinilla (Chanchamayo), AselUa (Chauchamayo, Lima), p. 340,
Afrania (Moxos); Hyraenitis Andania (Chanchamayo) p. 341; Cera-
tinia Mestra, Pyrippe (Peru) p. 342, Mctella (Chanchamayo) Parda-
lina (Peru) p. 343; Napeogenes Galintliias ; Melinaca Dodona (Bo-
livia) p. 344; Heliconius Favorinus (Moxos) p. 348.
A. G. Butler beschreibt in CistuL Entom. VIL p. 151 fif.
Meihona, cotifusa (= Psidii Bates nee Linn., Tapajos, Peru); Dircenna
öbfuscata (Ega); Hymenitis albinotata (Bogota); Mechanitis fallax
(Bogota), deceptus (Cuenca), veritahilis (Bogota); Ithomia nigrimargo
(Cuenca); Melinaea parallelis (! Panama); Tithorea pscudcihra (Bra-
silien), egaensis (Ega), Pavonii (Panama); Heliconius vetustus (De-
merara), radiosus (Villa Nova), vittatus (Bogota), hicoloratus (Peru),
metabilis (Venezuela), diffusus (Para), mimulinus (Bogota), rufilim-
hatus (Tapajos); Eueides imifasciatus (Ega), liippolinus (Ost-Peru).
Napeogenes flossina (Columbien); derselbe, Lepid. Exot,
p. 14L Taf. L. F. 8.
Tithorea tamassa, Taf. VIL Fig. 1—3; Heliconia tamarinda
Fig. 23; (Neu Granada); Hewitson, Exot. Butter fl. (86), Tith.
a. Helic.
Ithomia cyreilla, deomella, torquatilla, pupilla, crinippa, ellara
(Bolivia), crispina, hesonilla (Neu Granada), cytharista, tcdiate, statilla,
thira, verticüla, canilla (Peru), derselbe ebenda TaL XXXII.
und XXXIIL
Tithorea togarma (Bolivia), derselbe Butterfl. Boliv. p. 4.
Heliconia theudela (Panama) Hewitson, Entom, Monthl.
Mag. X. p. 224. H. arcuella (Nanta), LLDruce, Trans. Ent. Sog.
London. 1874. p. 156.
Acraeidae. C. Hopffer beschreibt in der Stett. Ent. Zeit.
XXXV. die neuen Arten: Acraea Crassinia (Chanchamayo), A. Adri-
ana (Bolivia, p. 345), A. Miicia (Chanchamayo), A. Nicylla (Chanch.,
Bolivia), A. AUteria (Chanchamayo, p. 346), A. Anaxo (Chancha-
mayo), A. AeihiUa (Bolivia), A. Eresina (Bolivia, p. 347), A. carbo-
nciria (Bolivia, p. 348).
Acraea acerata (Mansu), Hewitson, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIII. p. 381.
Acraea cydonia (Angola), Samhanae (Madagascar) p. 59 ; rdbhälc
(Ribe) p. 152; Ward, Ent. MonthL Mag. X; A. i^o^r^^m (Angola),
Hewitson, ebenda p. 87; vinidia (Angola), orina, oreta, oppidia,
orestia (Fernando Po) derselbe ebenda XL p. 130 f; A. hysia,
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 245
cordtila (Bolivia), derselbe, Biitterfl. Boliv. p. 5 f.; A. (Tel-
chinia) pseudolyzia (Quantza) : A. G. Butler, Cist. Ent. I. p. 213.
Actinota griseata (Peru); derselbe ebenda VII. p. 170.
Planema epiprotea, elongata (Gaboon), 7netaprotca, Monteironis,
formosa (Ambrix); derselbe Cist. Entom. I. p. 210 ft'.; P. anti-
fascia, pseiidoprotea, amphiprotea (Angola); derselbe Trans. Eut.
Soc. London. 1874. p. 427 f.
Morphidae. Morpho DüKus (Chanchamayo), M. Papirius (Chan-
cham.), M. Popilius (Bolivia, Venezuela) n. A.; C. Hopffer in der
Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 335, 336, 337.
Nach H. B. Möschler in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV.
p. 197 ff. ist Morpho Telemachus Cr. = M. Metellas Cr. und ersterer
Name in M. Crameri Kirby (= M. Metellus var.) umzuändern. Die
Raupen dieses Morpho leben gesellschaftlich und dicht gedrängt au
einer Schlingpflanze, von der sie Morgens processionsweise zum
Frass ausziehen, der nur V2 Stunde dauert. Eine Zucht ergab 6 M.
Metellus u. 11 var. Crameri.
Morpho Lympharis (Peru); A. G. Butler in Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (IV.) XIL p. 225.
M. Alexandroivna (Peru); IL Druce, Transact. Ent. Soc.
Lond. 1874. p. 155.
H. Burmeister giebt Beschreibung und Abbildung der Raupen
und Puppen (und Imagines) von Morphideu Brasiliens; Revue
et Mag. de Zool. 1873. p. 17 ff.
Brassolidae. Caligo dentina (Süd- Peru); IL Druce, Trans.
Ent. Soc. London. 1874. p. 155.
Opsiphanes luteipennis (?), A. G. Butler, ebenda p. 425-
Opsiphanes zelotes (Neu Granada) , Hewitson, Exot.
Bntterfl. (86).
Opsiphanes Arsippe (Chanchamayo), 0. Berecynthina (eben-
dah.), neue Arten; C. Hopffer in der Stett. Ent. Zeit. XXXV.
p. 358.
Narope anartes (Bolivia), Hewitson, Butterfl. Boliv. p. 9.
Ueber Palaeontina (n. g.) Butl. s. oben p. 237 (213).
Satyridae. C. Hopffer beschreibt die neuen Arten (Stett.
Ent. Zeit. XXXV.): Taygctis Sosis (Peru, Surinam, Bahia); Antir.
rhaea Avernus (Chanchamayo, p. 389); Tisiphonc macidata (Bolivia,
Costa Rica p. 360); Pronophila clhrysotaenia (Peru, p. 361).
A. Fuchs theilt seine Beobachtungen über Pararge Adrasta
Hb. u. var. Maja Fuchs mit; Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 98 ff.
und XXXV. p. 78. Die Entstehung von Maja führt er auf die starke
Sommerhitze und die ungenügende Nahrung im trockenen Sommer
zurück.
A. G. Butler stellt die neue Gattung Stibomorpha auf für
eine neue Art, S. decorata, von Santiago. Auch Sat. tristis Blanch,
246 Bertkaii: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(necGuer.) gehört zu dieser Gattiin^fj: und ist genannt S. BeedL Ent.
Month. Mag. X. p. 204 und Lepid. Exot. p. 179 f.
Hetaera cerijce; Gerades tricordatus, callipoUs; Lyraanopoda
insulsa; Hewitson, Butt. Boliv. p. 10 ff.
Euptychia pecuUaris, stdligera (Miuas Geraes), angelica (Rio);
A. G. Butler, Trans. Ent. Soc. Loud. 1874. p. 424.
Euptychia disaffecta (Costa Rica), Butler, Proc. Zool. Soc.
London. 1874. p. 336.
Oxeoschistus submaculatus (ebendaher), derselbe ebenda
p. 338.
Epinephele interposita (Turkestan); Erschoff a.a.O. Taf. II.
Fig. 16.
Epinephele CasJimirensis (Goolmurg, Cashmire); Moore, Proc.
Zool. Soc. London. 1874. p. 265.
Callerebia DaMisa, (ebendaher); derselbe ebenda p. 266.
Hipparchia Cadesia (Cashmire); Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1874. p. 565.
Leptoneura dingana (Natal); Ercbia irrorata (Cap-Colonie);
Trimen, Trans. Ent. Soc. Lond. 1873. p. 102.
Chionobas Iduna (Californieji), W. H. Edwards; Butterfl.
North- Am er. II. Chionobas. Taf. 1.
Satyrus Wheeleri (Rocky Mountains), derselbe. Trans. Am.
Entom. Soc. IV. p. 243; pliocus (Columbien), derselbe ebenda
V. p. 14.
Satyrus Hofmanni (Nevada); Strecker a. a. 0. Heft 4 ($)
und 8 ((/). (Möschler a. a. 0. p. 310, 312.)
Erebia maracandica(?) vom Berge Tschupanata bei Samar-
kand; Erschoff a. a. 0. Taf. I. Fig. 13.
Satyrus Kaufmanni (Samarkand), ebenda Fig. 14.
S. H. Scudder liefert die Beschreibung des Eies und des
Jugendzustandes der Raupe von Oeneis Aello, Annal. Soc. Ent.
Belg. 16. p. 145 ff.
C. Berg beschreibt Ei und junge Raupe von Ooneis Jutta
IIb. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 145. Die Raupe frass an der
Bartflechte, Bryopogon jubatus Link.
C. Hopf f er beschreibt in der Stett. Ent. Zeit. XXXV.
die n. A.: Lymanopoda Larunda (Chanchamayo, Venezuela), L. Ve-
nusia (Chanchamayo, p. 361), h. Äpulia (Bolivia); Gvemnsi. Bleleagris
(Chanchamayo, p. 362).
Lyraanopoda ocellifera, ruhescens p. 219, eiibagidides p. 220;
Steroma umbracina; Pedaliodes ferratilis, niveonota p. 221; Oxeo-
schistus mirabüis p. 222; Pronophila variabiUs, venerata p. 223;
Corades fusciplaga p. 224; neue Arten aus Peru; A. G. Butler in
den Ann. a. Mag. Nat. Ilist. XII.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 247
Hewitson (Exot. Butte rfl. (88) beschreibt 5 neue Myca-
lesisarteu von Gaboon, Philippinen, und Angola.
M. perspima (Natal); Trimen a. a. 0. p. 104. M. ihitina
(Madagascar); Ward, Ent. Monthl. Mag. X. p. 60. Mycalesis
amoena (Borneo); Druce, Proc. Zool. Soc. Lond, 1873. p. 339.
Mycalesis Khasiana (Khasia Hills), C7^rtra/ca (Bengalen) p. 566;
Yphthima Nikaea (Himalaya), Avanta (Cashmire), Äriaspa (Punjab)
p. 567 f.; Moore, Proc. Zool. Soc. London. 1874.
M. Madetes (zwischen Mansu- und Prah-Fluss); Hewitson,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XH. p. 381.
Mycalesis Megamede Hew. wahrscheinlich = M. Janardana
Moore. Stett. E^nt. Zeit. XXXV. p. 38. Eine neue Art von Cc-
lebes ist M. Pandaea Hopffer, ebenda p. 39.
Coenonympha Nolckeni (vom Berge Naubid in Turkestan),
Erschoff a. a. 0. Taf. H. Fig. 17.
Fologne beschreibt Coenonympha Hero L. var. Areteoides;
Compt. Rend. Soc. Ent. Bclg. 17. p. XCVIH.
Yphthima megdlomma (Shanghai) ; A.G.Butler, Cist. Entora.
I. p. 236.
Coenonympha Fei%i (Gran); C. Oberthur, Pet. Nouv. Ent.
VI. p. 412.
Girochilus iritonica (Arizona); W. II. Edwards, Trans. Am.
Ent. Soc. V. p. 16.
Hewitson [Exot. Butterfl. (89)] beschreibt 12 Arten der
Gattung Pronophila von Ecuador, Venezuela und Bolivia.
Capronnier beschreibt a. a. 0. die neuen Arten aus Bra-
silien: Neonympha Melobosis (Chapeo d'üvas) p. 30; Taf. I. Fig. 5;
N. Abretia (Valenga) p. 31. Fig. 6.
Eurytelidae. A. G. Butler beschreibt in den Trans. Ent.
Soc. London. 1874. p. 425 Dyctis astrifera (Batchian).
' Elymnias (Sm^r/mZa (Colombo, Ceylon); F.Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1874. p. 568.
Melanitis Cottonis ( Andaman-Iuseln) ; H e w i t s o n, A n n. a. M a g.
Nat. Hist. XIV. p. 358.
Libytheidae. W. C. Hewitson XButterfl. Boliv.) beschreibt
ans Bolivia folgende neue Arten: Erycina mina, miranda p. 13;
Eurygona chirone, corduena\ Nymphidium anthias, aetietus, cyneas
p. 14; Lcmonias ciindis, antanitis p. 15; Hermathena (n. g.)
candidata; Syramachia chrysame p. 16; Baeotis felix, creusis p. 17;
Xynias (n. g.) cynosema p. 18. Limnus cercopcs, aegates, am-
hryllis p. 19.
Zemeros cübipunctata (MaXdiCCs) ] A.G.Butler, Cist. Entom.
I. p. 236.
Abisara Butherfordi (West-Africa), W. C. Hewitson, Ent,
Monthl. Mag. XL p. 56.
248 Bertkau: Bericht üb. d. wissciisoh. Leist. auf d. Gebiete
Mesoseraia (5 Arten), derselbe, Exot. Butterfl. V. Meso-
semia. Taf. XII.
M. (5 Arten), A. G. Butler, Trans. Ent. Soc. 1874. p. 430.
M. ceropia (Costa Rica); H. Druce, ebenda p. 159.
Cremna cebrenia (Honduras); Pacbythone palades, pasicles
(Espiritu Santo), pliüonis (Santa Martha); Hewitson, Exot.
Butterfl. V. Pachythone and Cremna.
Eurygone /'erü^(Za (Maracaibo) p. 431; Panara awmona (Minas
Geraes), arcii/ascmto (Espiritu Santo) p. 432; A. G. Butler, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1874.
Necyria WMtelyicma (Peru) , Butleria (Neu Granada) ; H.
Druce, ebenda p. 159.
Necyria Westwoodi (Chanchamayo, p. 362); Siseme Liicilius
(Bolivia, Chanch.); Anteroa principalis (Chanchamayo, p. 363); Eme-
sis Heterochi'oa (Moxos, Chanchamayo); Symmachia Psittacus (Chan-
chamayo); Charis fasciata (? p. 364); Baeotis cleganbula; Laaaia mi7i-
taris (Chanchamayo) p. 365; C. Hopffer a. a. 0.
Eusalkia Charon (Rio); A. G. Butler, Transact. Ent. Soc.
London. 1874. p. 432.
Helicopis Lindem (Amazon,), A. R. Grote, Bull. Buff. Soc.
II. p. 108.
Anteros Medusa (Panama); H. Druce, a. a. 0. p. 160.
Mesene pyrippe, phüonis, capissene (Espirit. Santo); H e w i ts o u,
Exot. Butterfl. V.
Baeotis iacaenis, harzunes (Ecuador), derselbe ebenda.
Barbicornis dihaphina, melanops (Brasilien); Zelotoea Idothea
(Rio Janeiro); A. G. Butler Cistul. Entom. VII. p. 170 f.
Lemoöias Cythcra (Arizona); Edwards, Transact. Am er.
Ent. Soc. IV. p. 345. L. lynccstcs (Cayenne), Charis (Brasilien);
Hewitson, Exot. Butterfl. V.
Lycaenidae. Hewitson giebt den V. und VI. Theil seiner
»lUustrations of Diiirnal Lepidoptera« London 1873. p. 137 — 151
und 1874, p. 151—185; Taf. LV— LXXIII. Dieselben enthalten haupt-
sächlich Beschreibung und Abbildung bisher noch nicht bildlich
dargestellter Thecla- Arten.
Pentila Picena, Petreia, Pliidia; Epitola Belli (Indien) Hewit-
son, Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII. p. 382.
Epitola cercmnia (West-Africa), cercene, hyetta (Angola), carcina,
zelzac (Alt-Calabar), cephena (Gaboon); Hewitson, Ent. Monthl.
Mag. X. p. 149 fif.
Liphyra leucyania (Alt Calabar); Hewitson, Trans. Ent.
Soc. 1874. p. 355.
Myrina himaciilata (Gaboon), nomenia (Alt-Calabar); derselbe
ebenda p. 353.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 249
Deudorix Simsoni (Queensland); W. H. Miskin, Entom.
Mönthl. Mag. XI. p. 165.
Jolaus carina (West-Africa), hoUssus (Congo), canissus (Süd-
Afrika); Hewitson, Ent. Monthl. Mag. X. p. 122 f.; J. apJmae-
o'ides (Grahamstown); Trimen, Transact. Ent. Soc. Lond. 1873.
p. 110; J. Mimosae (Süd-Africa), derselbe, ebenda 1874. p. 330.
^ Pseudodipsas innotatus (Queensland), Miskin, a. a. 0. p. 165;
P. cep/ime.s (Indien), D/^^/Zesi (Queensland) ; ^ ov\i\di ^plidlaena, pheretia,
pleiirata, patina (Singapore). pTialia, pJiarijge, (Borneo), philota
(Sumatra), promiäa (Java); Lycaenesthes Uisones, lucretüis, Uones
(Gaboon)^ leptines (Congo). lysicles (Alt-Calabar), lacides, liyures
(Angola), Ucates (Macassar), Hewitson, Trans. Ent. Soc. 1874.
p. 344 ff.; L. lyzanius (Alt-Calabar), derselbe, Ent. Monthl.
Mag. XI. p. 36. Hypolycaena nruma (Gaboon), mera, naara (An-
gola) p. 124; Btixtoni {Süd- A^tiG2i) p. 206, derselbe, ebenda X; H.
Seamcmi (Süd-Africa), Trimen a. a. 0. p. 332,
Miletus irrorattiS] Cupido agnata (Nahconchaisoe in Siam);
Druce, Proc. Zool. Soc. London 1874. p. 106.
Miletus regina, nivalis p. 348; Cupido cornuta, caerulea, al-
mora, adava, aluta, angusta p. 349, akaha; Hypochrysops elegans;
Aphnaeus frigidus ; Ilerda (?) superha p. 350; Sithon aiirea, scopula,
pallida, valida p. 352; Amblypbodia Olinda p. 354; neue Arten von
Borneo; Druce, Proc. Zool. Soc. London 1873.
Chrysophanus Zariaspa p. 271; Scolitantides Cashmirensis ;
Deudorix Selira p. 272; neue Arten aus Cashmire; Moore, Proc.
Zool. Soc. London 1874.
Chrysophanus aditya (Ladak) p. 571; Niplianda (n. gen.)
tessellata (Penang); Polyommatus Vardhana (Busahir) p. 572, Om-
pliisa (Ladak), Devanica (ebenda), Jdloka (Cashmire) p. 573, Sa-
»muZrrt (Baltistan) ; Lycaena ^rt^aies (Cashmire) p. 574; Dipsas Jeana
(Ilimalaya) p. 575; Moore. Proc. Zool. Soc. London 1874.
Aphnaeus plianes (Griqualand) p. 111, pseudozeriUs (Cap-Co-
lonie) p. 113; Trimen a. a. 0. 1873; Aphn. namaquus (Namaqua-
land), derselbe, ebenda 1874. p. 334.
Cigaritis amine (Goldküste); A. G-. Butler, ebenda p. 533.
Hewitson in seinen 111. Diurn. Lep. V und VI beschreibt 51
neue Arten von Thecla aus verschiedenen Ländern; 7 Arten im P^nt,
Monthl. Mag. XL p. 105 f.; von Bolivia (Butterfl. Boliv. p. 18 f.)
2 Arten.
T. chrysalus (Paso-See) IV. p. 344; Siva (Arizona) V. p. 110;
Edwards, Trans. Am. Ent. Soc.
Thecla lenis (Itaipü), Capronnier a. a. 0. p. 16. Taf. I.
Fig. 3; T. Dehorrei (Botafogo), derselbe, ebenda, p. 17. Fig. 4.
Er seh off beschreibt und bildet ab a. a. 0. Taf. I. Fig. 4
Thecla mirabüiR (Zaravschanthal) ; T. lumdata (Fig. 5, ebendaher);
250 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Thestor Fedtschenkoi (Fig. 6, Samarkand); Polyommatus Solskyi
(Fig. 7, ebendaher); Lycaena Tengstroemi (Fig. 8, Kisilkumwüste
und Syrdarja), L. prosecusa (Fig. 9, Turkestan).
Nach Staudinger in der Slett. p]nt. Zeit. XXXV. p. 87
ist Lycaena lucifera Stgr. nicht synonym mit L. subsolana Eversm.
Derselbe beschreibt ebenda p. 88 L. ChristopM aus Persien
und Turkestan und p. 90 L. Mirza aus Nordpersien.
Murray beschreibt neue Lycaena-arten in den' Trans. Ent.
Sog. London 1874. p. 526 ff. ; im Ent. Monthl. Mag. X. p. 107
und 126, und XI. p. 167; Hewitson, ebenda p. 107, und Melvill,
ebenda IX. p. 263; Oberthur, Pet. Nouv. Entom. VI. p. 412
L. Allardi (Algier); Edwards, Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 346
L. melissa (Colorado, Nevada, Arizona); II. K. Morriso» im Bull.
Buff. Soc. L p. 186 L. pseudofea (Florida); Christoph (Hör. Eut.
Boss. X. 23 ff. L. Sieversi, aegagrus, Staiiclingeri (Nord-Persien).
Lycaena RJiode, Philo n. A. von Celebes; Ilopffer, Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 27.
C. J. Maynard beschreibt Lycaena modesta n. A. von Florida:
Amer. Natural. VII. p. 178.
Lycaena fortunata Stgr. = Polyommatus Webbianus Brülle.
L. Lysimon Hbn. kommt auch auf den Cauaren vor. Stett. Eut.
Zeit. XXXV. p. 48.
LB,m^\diGs pseudocassius (Brisbane), R. P. Murray, Entom.
Monthl. Mag. X. p. 126.
Hesperiidae. S. H. Scudder glaubt bei Larema Accius
Smith-Abbot und L. Pattenii ein Nebenauge entdeckt zu haben,
während dieselben sonst bei Tagschmetterlingeu fehlen und bei
den Heterocera paarig vorhanden sind. Proc. Bost. Soc. XVI.
p. 165.
Eudamut barisses (Bolivien); Hewitson, Butterfl. Boliv.
p. 22. E. Zelotes (S. Paulo), derselbe, Exot. Butterfl. V. Eu-
damus Taf. L E. PhiUstus (Cauchamayo), Hop ff er, a. a. 0. p. 367.
Carystus Theogenis (Botafogo) p. 34. Fig. 8, Lucia (Therezo-
polis) p. 35. Fig. 9; Capronnier, Ann. Soc. Ent. Belg. XVII;
derselbe führt ebenda p. 34 für Goniloba Corope H.-Sch den Namen
Carystus Orope ein.
C. placeus (Bogota); A. G. Butler, Trans. Eut. Soc. Lond.
1874. p. 435. C. fulvimargo (Venezuela); Pyrrhopyga latifasciata
(Bogota), A. G. Butler, Cist. Ent. VII. p. 176.
P. Phaeax, Sergius (Chanchamayo), Papius (Neu-Granada,
Moxos), Sejaims (?); C. Hopffer a. a. 0. p. 368 f.
P. Creon (Varagua), Cydonia (Mexico), Creona (Peru), Druce,
Cist. Entom. p. 289 f.
P. cosinga, phylleia (Bolivia); Hewitson, Butterfl. Boliv.
p. 20.
der Entomologie währeiKl der Jahre 1873 und 1874. 251
Ericides charonitis (Bolivia); derselbe, ebenda p. 21.
Hesperia Acalle (Celebes); C. Hopf f er, a. a. 0. p. 41; H.
chusca, yuma (Arizona); Edwards, Trans. Am. Ent. Soc. IV.
p. 346.
Oxynetra zamhesiaca (Zambesi). Westwood, Thcs. Entom.
Axon. p. 183.
0. Felderi (= semihyalina $ Feld. Wien. ent. Monatschr,
1862. p. 182) (Chanchamayo), C. Hopffer a. a. 0.
S. II. Scudder giebt eine Aufzählung der (8) Arten des
Genus Pamphila, mit 3 Bestimmuugstabellen : 2 dienen zur Artbe-
stimmung beider Geschlechter auf Grund der Flügelfärbung; die
dritte berücksichtigt die Afterzangeu zur Bestimmung des männ-
lichen Geschlechtes. Auf Tafel X sind ^^ und $ colorirt darge-
stellt (auch die Unterseite) ; Taf. XI giebt vergrösserte Abbildungen
der Afterzangen der (/". Als neu sind beschrieben P, Nevada (Co-
lorado) p. 348; Colorado (Colorado, Arizona) p. 349, Mamtoha (Co-
lorado, Winnipeg See) p. 351. Memoirs of the Boston Society
of Natural. History. Vol. II. Part III. Number IV.
P. flossites (Ega); A. G. Butler. Proc. Zool. Soc. London.
1873. p. 487.
P. dimila (Busahir), Moore ebenda 1874. p. 576. P. Morantii
(Natal) ; Pyrgus chaca (Süd-Africa) ; T r i m en, Trans. Ent. Soc. London
1873. p. 118 fif.
P. Caslimirensis p. 274, Dravira (Cashraire) p. 576; Moore,
Proc. Zool. Soc. London 1874.
Goniloba Ploetzii (Therezopolis Bras.); Capronnier a. a. 0.
p. 33. Fig. 7.
Ismene exceUens (Celebes), C. Hopffer a. a. 0. pag. 39; I.
Mahintha {B\irm3Lh), Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1874. p. 575.
Syrichthus bocelioris (Bolivia), Hewitson, Butterfl. Boliv.
p. 22.
Cyclopides croües, cynone (Australien), critliote (Ecuador),
ceracrates (Mexico), derselbe, Exot. Butterfl. V. Cyclop. C.har-
berae (Capcolonie), meninx (Transvaal), Triraen, Trans. Ent. Soc.
London 1874. p. 436.
Carterocephalus Planciis (Chanchamayo); C. Hopffer a.a.O.
p. 367.
Pterygospidea potifera (Neilgherries), tahrica (Darjeeling),
Hewitson. Exot. Butterfl. V. Pter
Taractrocera (Naheonchaisee in Siam); Druce, Proc, Zool,
Soc. London 1874. p. 109.
Pythonides hierax (Chanchamayo), Hopffer a. a. 0. p. 366.
Achlyodes Termon (Chanchamayo), Trochüus (Moxos), Hopffer
a. a. 0. p. 365 f.
252 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Antigonus decens (Peruv. Amazon.); A. G. Butler, Trans.
Ent. Soc. London 1874. p. 436.
A. ianthinus (Botafogo); Capronnier a. a. 0. p. 38. Fig. 10.
Antigonus mutüatus (Chanchamayo) ; Hop ff er a. a. 0, p. 366.
Astictopterus armatus; Plesioneura yria p. 359, signata; Sa-
tarupa affinis ; Tagiades striata p. 360, neue Arten von Borneo;
Druce, Proc. Zool. Soc. London 1873.
Sphingidae. Frey und Wullschlegel (Mitth. Schweiz,
entom. Ges. IV. p. 206 fif.) konstatiren das Vorkommen von Hy-
briden zwischen Deilephila vespertilio und Hippophaes; D. vesp.
und Euphorbiae; D. elpenor und porcellus; Smerinthus ocellatus
und Populi.
Grote giebt im Bull. Buff. Soc. I. p. 17 — 28 ein Verzeich-
niss der Nordamerikanischen Arten; für Sph. astylus Drury gründet
er Calasymbolus n. g. p. 23 und beschreibt Hemaris tenuis (Penn-
silvanien) p. 4, marginalis (Michigan) p. 6.
iL palpalis {Golmnbien); Lepisesia Victoria; Philampehis wzm^-
catMS (Cuba); Ceratomia TFaz/em (Texas) ; derselbe, ebenda II. p. 145 ff.
Strecker giebt eine Monographie der (10) Nordamericanischen
Smerinthus-arten; neu ist Sm. pallens (Texas); Lepidoptera, VII. p. 51 ff.
Do^^hnxxsa. Miskini (Queensland); R. P. Murray, Cist. Entom.
VH. p. 178.
Walker beschreibt in den Trans, of the Glasgow Nat.
Hist. Soc. I. p. 328 f. Ambulyx constrigilis ; Smerinthus suhjectus;
Basiana suffusa (Congo).
Macroglossa fumosa (Albanien) ; Sphinx eremitoides (Kansas) ;
Strecker a. a. 0. p. 93.
Felder (Reise der etc. Novara) bildet ab Rhamphoschisma
rectifascia (Ceylon), scottiarum (Australien) ] P er igoni^ magna (Peru);
Microlophia (n. g.) sculpta; Cornipalpus (n. gen.) succinctns ;
Tylognathus (n. g.) philampelo'ides, scriptor, smerinthoides ; Ste-
nolophia (n. g.) tenebrosa; Parapteryx (n. g.) molucca; Ambulyx
subocellata (.Java), hyposticta, tigrina (Venezuela), eurysthenes (Co-
lumbien) ; Chaeroeampa hystrix; Pergesa fuscimacula; Philampelus
dolicho'ides, orientalis (Himalaya); Daphnis angustans (Amboina),
protrudens (Gilolo); Zonilia malgassica (Madagascar) ; Sphinx lan-
ceoZaia (Guatemala), awaZ^s (Shanghai); Smerinthus J/ßM^Z/m, pusillus.
Sphinx perelegans (Gilroy, Santa Clara Cy. in Califoi-nien),
oreodaphne (Napa Cy.), Vancouveriensis (Vancouver Isl.); H. Ed-
wards, Proc. Cal. Acad. 1873—1874. p. 109 ff.
lieber Philampelus Vitis L. und P. Jussieuae Hbn. s. Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 303 ff.
G. Sem per bringt a. a. 0. p. 62 die Beschreibung und Ab-
bildung der Raupe von Chaeroeampa GeUrio L., die auf Yap wie
anf den Samoa-Inseln auf Arum esculentum lebt, die Färbung der
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 253
sehr veränderlichen Raupe weicht von der europäischer Exemplare
erheblich ab.
G. Höfner a. a. 0. p. 11 fand die Raupen von Deilephila
Galii an Euphorbia cyparissias fressend und l)ezweifeH (mit Unrecht!),
dass sie Galium verum zu eich nehmen.
D. Chamaenerii Harr. = D. Galii L. ; Stett. Ent. Zeit.
XXXV. p. 157.
Deilephila Nerii im Jahre 1870 wieder in Siebenbürgen (Her-
niannstadt) beobachtet; Verhandl. u. Mitth. d. Vereins f. Na-
tu rw. i. Hermannstadt XXVII. p. 22.
Deilephila Bienerti Stgr. n. A. aus dem nördlichen Persien.
Stett. ent. Zeit. XXXV. p. 91.
H, N. Mosely kommt durch eine Reihe von Experimenten
zu dem Schluss, dass der Todtenkopf den eigenthümlichen Ton
durch Exspiration durch eine schlitzähnliche Spalte des Rüssels
hervorbringe, wie schon Wagner behauptet hatte. Am. Natur.
VII. p. 173. Vrgl. auch Landois Thierstimmen p. 91.
Thyrididae. Thyris montana (Rocky Mountains, Colorado);
Edwards, Proc. Calif. Acad. 1873—1874. p. 413.
Sesiidae. A. Gärtner (die Sesien des Brünner Faiinen-
gebietes; Verhandl. naturf. Vereins in Brunn XII. 2. p. 22 ff.)
liefert ein Verzeichniss der (15) bei Brunn vorkommenden Arten
aus der Familie der Sesiodea, nebst Anleitung zum Auffinden und
zur Zucht der Raupen dieser Schmetterlinge.
Bemerkungen über verschiedene Arten dieser Familie macht
Butler in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV. p. 407 ff. und be-
schreibt die neuen Arten : Aegeria modesta (Espiritu Santo) p. 408,
deceptura (Santa Marta) p. 409; Tarsopoda (n. g.) remipes (Villa
Nova); Melittia latimargo (Rio Janeiro) p. 410, indica (Indien), na-
tälensis (Port Natal) p. 411. Auf Aegeria plumipes Walker gründet
er die neue Gattung Euryphrissa p. 409.
Derselbe beschreibt ebenda folgende neue Arten: S. Grotei
(Texas) p. 365, alternata (Hakodadi) p. 366, Whitelyi (Hakodadi) p. 367.
P. Germadins beschreibt im Amer, Natur. VIII. p. 57 Tro-
chilium acericolum n. sp., der von Riley für Aegeria acerni Walker
(Troch. acerni Clem.) erklärt wird; ebenda p. 123.
Felder (Novara a. a. 0.) bildet folgende neue Arten ab:
Eiihlepliaris (n. g.) ruficincta; Trochilina (n. g.) candescens;
Austrosetia (n. g.) semimfa; Desmopoda (n. g.) bomhiformis:
Pachythiris (n. g.) siculo'ides.
Aegeria ruhi (Ver. Staaten); C. V. Riley, VI. Rep. Ins. Mo.
p. 111 £f.
Agaristidae. Von dieser Familie liefert Boisduval in der
Rev. et Mag. de Zool. 1874. p. 26 ff. eine monographische Bear-
beitung. Er vereinigt in dieser Familie die Gattungen Urania
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. ß,
254 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(2 Arten), Cydimon (7 A.), Nyctalemon (5 A.), Cocytia (1 A.), He-
catesia (3 A.), Aegocera (10 A.), Charilina (2 A.), Eiidryas (3 A.),
Alypia (9 A.), Amazela (2 A.), Agarista (27 A.), Eusemia (49 A.),
Phaegorista (2 A.), Egybolis (1 A.). Als neu werden beschrieben:
Urania JDruryi (= U. Rhipheus Drury) p. 53; Cydimon Amphielus
(= C. Leilus var. Guen.) p. 36: Eudryas Bartholomaei (S. Barthe-
lemy) p. 59; Alypia Edwardsii (Süd- Amerika) p. 63; Amazela CaUsto
(Neu-Holland) p. G6, Ecliione (Natal) p. 67; Eusemia Lambertiena
(Timor?) p. 88, Arniana (Arrow) p. 100, flavicülata (Philippinen)
p. 104.
Agarista guttata Boisd. = Callimorpha sp.; derselbe, ebenda
p. 110.
Aus dieser Familie bildet Felder a. a. 0. folgende neue
Arten ab: Pycnodonta (n. gen. bei Agarista) spadicea leucono'e;
Arettioneura Lorquini; Agonis (n. g. bei Callidula) lycaeno'ides ;
Gleis plagdlis, crycinoides, versicolor; Calidula jiicunda; Castnia
(5A.); ^yuQmow icaria,'partheno%des, hesperioides ; Charilina w/cmsa;
Agarista (8 A.); Aegocera rubida, Trimeni.
Massaga virescens (Goldküste); A. G. Butler, Lepid, exot.;
Monteir onis (Cahinäa)', derselbe, Cist. Entom. I. p. 214; Eusemia
pardalina (Congo); Walker, Trans. Glasgow Nat. Hist. Soc.
I. p. 329.
Zygaenidae- In dieser Familie stellt Edwards die neue Gat-
tung Pseudalypia auf, gegründet auf eine Art, P. Crotchii, von
San Diego in Californien und beschreibt ferner Ctenucha Walsing-
liamii von Oregon. Proeeed. of the Calif. Acad. 1873 — 1874.
p. 111 f.
Derselbe beschreibt ebenda p. 184 Scepsis Matthewi (Van-
couver Isl.) und p. 344 die Larvenzustände von Ctenucha multi-
faria Boisd,
A. Speyer beschreibt einen Zwitter von Zygaena trifolii E.;
Statt. Ent. Zeit. XXXV. p. 98 ff.
Zygaena sogdiana (Taschkent, Taf. II. Fig. 20), Z. cocandica
(Kisilsu, Taf. IL Fig. 22), Erschoff a. a. 0.
Poecilosoraa Vesparis; Chrysocalle florella, neue Arten aus
Peru; A. G. Butler in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 227.
Grote giebt im Bull. Buff. Soc. I. 29—36 ein Verzeichniss
der Nord- Amerikanischen Arten; für Alypia Lorquini Grote bildet
er die neue Untergattung Androloma; für Apistoria multifaria
Walk. Euctenucha n. sect. von Ctenucha, und für Procris Smith-
sonianus Triprocris n. g.
Felder (Novara a. a. 0.) bildet sehr zahlreiche neue Arten
ab, von denen ein grosser Theil neuen Gattungen angehört.
Balacra ocJirncea (Congo); Walker, Trans. Glasgow Nat.
Hist. Soc, 1. p. 331.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 255
Zygaena ochreipennis (Ambriz); A. G. Butler, Cist. Enlora.
I. p. 215.
Syntomidae. Syntomis hactriana (Zaravschanthal und bei Sa-
raarkand), Erschoff a. a. 0. Taf. II. Fig. 24.
Weinmann berichte* über eine Zucht überwinternder Raupen
von Syntomis Phegea; Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. IG. p. LXI;
vgl. auch p. XLXVIII ff.
Nycteolidae. SarothripawmscMZa^ia (Zaravschanthal); Erschoff
a. a. 0. Taf. II. Fig. 27.
Sarothripa indica (Indien); Earis plaga (Süd-Africa) ; Felder
a. a. 0. Taf. CVI und CVIII.
Sarothripa Columhiana (Victoria); Edwards, Proc Cal. Ac.
of Sciences 1873—1874. p. 184.
Speyer beschreibt in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 357 ff.
die Raupe von Nola confusalis, die er von Eichen geklopft hatte.
LithOSiidae. G. Semper beschreibt und bildet ab a. a. 0.
p. Gl. Taf. VIII. Fig. 11. 12 die Raupe und Puppe von Nycteraera(!)
integra Walker von der Insel Yap.
Raupe von Setina Kuhlweinii Hb. beschrieben im Correspon-
denzbl. d. Naturf.-Vereins zu Riga XX. p. 44.
Calligenia (?) apicalis (Rio Janeiro); Zeller, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 24. p. 424.
Lithosia Candida (Victoria, Vanc. Isl.); Clemensia irrorata
(ebendaher); Edwards, Proceed. Calif. Acad. of Sciences 1873
—1874. p. 184.
Chrysauge limbata (Peru); A. G. Butler in den Ann. a.
Mag. Nat. Eist. XII. p. 228.
Felder bildet aus dieser Familie zahlreiche neue Gattungen
und Arten ab; a. a. 0. Taf. LXXXIII; XCIII; CIV, CV, CVI.
Walker beschreilbt in den Trans. Glasgow Nat. Hist.
Soc. I. p. 330 ff. die neuen Gattungen und Arten von Congo: Nycte-
mera simplex, decisa; Leucopsumis cryptochroma; Aletis postica;
Phaegorista similis; Surina (n. g.) hypsoides; Hypsa dissociata;
Zaracfia (n. g.) extranea; Barsine indecisa; Soloe quadrigutta.
Gyara clara; Pericopis lucifev, Sibylla (Espir. Santo); fan-
tasma (Bogota), flora (Guatemala); A. G. Butler, Cigt. Entom.
VI. p. 126 ff
Eucyane egaensis (Ega), derselbe, Entom. Monthl. Mag.
XI. p. 77.
Gnophria ceramensis (Ceram); Crambomorpha aurora (Sala-
watti); V. VoUenhoven, Tijdschr. v. Entom. (2) VIII. p. 24C.
Ärctiidae. Edwards giebt einige Notizen über das Vorkom-
men von Arten dieser Familie in Californien und den benachbarten
Distrikten (Proceed. Calif. Acad. 1873—1874. p. 186 f.) und
beschreibt Spilosoma Pteridis von Vancouver (ebenda p. 264).
256 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Arctia borealis Möschler = A. parthenos Harr; A. americana
Harr. = A. caja L. Strecker a.a.O. Heft 3 (Möschler a.a.O.
p. 309).
Arctia guttata (Zaravschanthal, Taf. II. Fig. 28); Spilosoma
turensis (Kisilkumwüste, Fig. 29), S. melanostigma (Zaravschanthal,
Fig. 30); Erschoff a. a. 0.
Anaxita sannioris (Peru); A. G. Butler in den Ann. a. Mag.
Nat. Hist. XII. p. 228.
Auch aus dieser Familie bildet Felder a. a. 0. zahlreiche
neue Gattungen und Arten ab. Stretch, Zygaen. a. Bombyc.
North Amer. beschreibt und bildet ab Euchaetes oregonensis (Ore-
gon) p. 187, elegans (Californien) p. 189; Leucarctia albida (Cali-
formen, Costa Rica) p. 203; Arctia intermedia (Texas) p. 216, arizo-
nensis (Arizona) p. 217, Yarrowi (Arizona) p. 221, superba (Van-
couver Isl.) p. 227.
Spilosoma mmm^fa; Sciatta (n, g.) inconcisa (Congo) ; Wal-
ker, a. a. 0. p. 236 f.
A. G. Butler beschreibt drei neue Arten von Erat ei na
Doubled. (E. latipemiis, cometaris, discalis, alle von Peru); Ann.
a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 229.
Liparidae. Das Vorkommen von Dasychira Abietis Esp. in
Livland konstatirt. Sitzungsber, d. Dorpat. Naturf.-Gesell-
schaft 3. Bd. 6. Heft. 1874.' p. 454.
59 neue Lipariden bilden Felder und Rogenhofer a. a. 0. ab.
Walker beschreibt vom Congo Artaxa squamiplaga ; Zarfa
(n. g.) lunigera; Sizalisca (n. g.) graminosa; Viara (n. g.) velu-
tina; a. a. 0. p. 338 ff.
Dasychira Groenlandica (O.-Grönl.); A. v. Homeyer, die
zweite deutsche Nordpolfahrt IL p. 409.
Darala Zwnowe« (Rockhampton); A. G. Butler, Cist. Entomol.
I. p. 291.
Erschoff beschreibt und bildet ab a, a. 0. die neuen Arten
Leucoma flavosulpliurea (Samarkand), Taf. III. Fig. 34; Ocneria
sartus (Taschkent, Samarkand) Taf. II. Fig. 32.
Orgyia badia (Victoria, Vanc. Isl.) mit Ei, Raupe und Puppe
beschrieben von Edwards, Proc. Cal. Ac. of Sciences 1873 —
1874. p. 188.
Fsychidae. C. Berg berichtet über die Lebensweise des Oike-
ticus Kirbyi Guild. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 230 ff. Die
Bicho canasto von den Argentinern genannte Raupe dieses Schmet-
terlings schlüpft im September und Oktober aus dem Ei, verfertigt
sich einen Sack und beginnt dann ihren verheerenden Frass, dessen
Folgen an den entblätterten Anpflanzungen nur zu unangenehm
zu Tage treten. Im Februar verpuppt sie sich, nachdem sie sich
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 257
zuvor in dem angesponnenen Sack herumgedreht hat. Nach 5 — 6-
wöchentlichcr Puppenruhe sind die Schmetterlinge entwickelt; die
^ verlassen den Sack und schwärmen lebhaft nach den $ umher,
deren Puppenhülse in 3 Stücke auseinanderspringt, aber nicht ver-
lassen wird, — Aus dem Vorkommen von Kolonieen, die nur $
enthalten, schliesst Berg auf eine exceptionelle Parthenogenesis mit
Thelytokie.
Die Raupe von Phryganidia Californica, die die Anal-
füsse wie Notodonta Ziczac L. erhoben trägt, befestigt sich am
After und mit einem Brustgürtel, wie die Gürtelpuppen der Tag-
schmctterlinge. Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 44. p. 225.
Psyche qiiadr angularis Christoph neue Art aus Persien; Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 92 und Hör. Entom. Ross. X. p. 32 ff.
Psyche hibernicella (Howth), C. S. Greg3on, The Entomo-
logist VI. p. 409.
Felder und Rogenhof er a. a. 0. Taf. LXXXIII und XCII
bilden ab Eumeta Nietneri; Psychoglene basinigra; Perophora strigi-
fera, sanguinolenta.
NotOdontidae. Felder und Rogenhofer a. a. 0. bilden 13
neue Arten dieser Familie ab.
Grote beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 293
Charadra propinquilinea (Rhode Isl.).
Edwards beschreibt die neuen Arten Stretchia (n. g.) plu-
siaeformis (Nevada auf der Weissfichte) p. 267 und Heterocampa (?)
conspecta (Napa County) p. 366. Proc. Calif. Acad. 1873—1874.
H. B. Mö schier giebt nun auch die Beschreibung des ^^
seiner Lomatosticha nigrostriata. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 148.
A. G. Buttler hält die Artberechtigung seiner Tarsolepis
remicauda aufrecht und glaubt an eine mimetische Form denken
zu können. Ann. a. Mag. Nat. XI. p. 78.
Limacodidae. Walker in den Trans. Glasgow Nat. Hist.
Soc. I. p. 342 f. beschreibt Nyssia rudis und Zinara (n. g.) ner-
vosa vom Congo.
Felder und Rogenhofer bilden 13 neue Arten ab.
Drepanulidae. Dieselben bilden ab Homoeopteryx saussu-
roides Taf. XCIV. F. 6 ; Rosema demorsa, costalis, myops Taf. XCVI.
F. 11—13.
Vacna (n. g.) nadeo'ides (Congo); Walker a. a. 0. p. 341.
Saturniidae. Von Maassen und Weymer's »Beiträge zur
Schmetterlingskunde« ist der 3. Theil mit Abbildungen von Attacus,
Actias, Polythysana, Copaxa, Samia, Antheraea, Bunaca und Urota-
arten erschienen. Als neu ist beschrieben Attacus speculmn (Bra-
silien), heliis (Südamerica) ; Syntherata (n. g.) Weymeri (Austra-
lien); Samia sccurifera (Australien).
258 Bertkau: Bericht üb. d, wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Antheraea rJiodophila, intermiscens (Congo); Walker a. a. 0.
p. 343, 344.
Felder und Rogenhofe r bilden a. a. 0. p. 42 Saturniiden
als neu ab.
Eudaemonia Jehovah, neue Art aus Brasilien; Strecker, Le-
pidoptera, p. 93.
Mamillo curtisea (Buenos Ayres) nebst Raupe und Puppe be-
schrieben und abgebildet von Weyenbergh, Tijdschr. v. Entom.
XVII. p. 220 ff.
Hemileuca Dmwa (Colorado); A. S. Packard jr. in Hayden's
Rep. U. S. Surv. 1873. p. 557.
Tropaea madagascariensis (an h, g.?) eine neue Art von Ma-
dagascar; Bartlett, Proc. Zool. Soc. London 1873. p. 336.
Antheraea Confuci (Shanghai); Moore, Proc. Zool. Soc.
London 1874. p. 578.
Nach P. Maassen in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 111
ist Antheraea Gueinzii Stgr. = A. Dione Fabr. und A. Wahlbergii
Boisd. eine Varietät von A. LUone Fabr. oder eine dieser sehr nahe
stehende Art.
Jaeger bespricht der Vorzüge des Eichenseideuspiuners, Au-
therea Pernyi, gegenüber der A. Yama-mai und Attacus Cynthia,
die namentlich in der grossen Accomodationsfähigkeit dieser Art
an unser Klima bestehen und berichtet über den günstigen Erfolg
seiner Zuchtversuche. Jahreshefte des Vereins für vatcrl. Natur-
kunde in Würtemberg XXIX. p. 92 ff., XXX. p. 169 ff.; vgl. auch
XXX. p. 271 f.
lieber die Acclimatisation des Anth. Yama-Mayu in den Ost-
seeprovinzen s. F. W. C. Berg im Bull, de la Societ. Imp. des
Natural, de Moscou XLVL 1. p. 96 ff".
Die Raupen von Dryocampa senatoria in verheerender Menge
auf Eichen in New Jersey, aber nachher z. Th. vernichtet durch
einen Pilz, Achlya prolifera. Proceed. of thc Acad. of Natur.
Sciences of Philadelphia 1874. p. 160.
Das Verbreitungsgebiet der Telea Polyphemus (American silk
worm) erstreckt sich über Californien. Americ. Natur. VIII.
p. 243.
Gentry glaubt, dass Ceratocampa regalis, die. auf Wallnuss
lebt, sich aus C. (Dryocampa) imperialis, deren Raupen sich von
Nadeln verschiedener Coniferen nährt (Juniperus communis, J. Vir-
giniana, einigen Pinus-arten) entwickelt habe, eben in Folge des
veränderten Futters. Proceed. of thc Acad. of the Natural.
Sciences of Philadelphia 1873. p. 274 f.
A. Duges giebt eine oberflächliche Beschreibung und Abbil-
dung von Brennhaaren der Raupe (vermuthlich) von Attacus Metzli
der Entomologie während der Jahre 1873 uud 1874. 259
Salle, deren brennende Wirkung weit intensiver sein soll, als die der
Gastropacha proeessionaria. La Natur aleza II. p. 314 ff. ♦
Einen Beitrag zur Naturgeschichte der Saturnia Pyri bringt
Jäckel (lange Puppenruhc und Einbürgerung dieses Spinners in
Mittelfranken). Zool. Garten 1873. p. 396.
Bombycidae. Moore stellt die neue Gattung Atossa auf,
gegründet auf (A. Nclecinna) ein Insekt vom Himalaya, das im Ha-
bitus einige Aehnlichkeit mit einem Tagschmetterling hat. Proc.
Zool. Soc. London 1874. p. 577.
Epicopelia Macia (Shanghai); derselbe, ebenda p. 578.
Edwarde stellt auf Thauma n. g. für eine von der Van-
couver Insel stammende, auf Ribes divaricatum lebende Art, T. Rihis.
Proc. Calif. Acad. of Sciences 1873—1874. p. 265 f.
Bar stellt in den Ann. Soc. Eutom. Franc. IIL p. 300 f.
die neue Gattung Palustra auf, deren Larve im Wasser lebt; die
Art ist P. Laboulbeni. Ueber die Lebensweise und Anatomie der'
Larve handeln noch p- 297-306, 542—544, und Bull. p. XII und
XIII und IV. p. CLXXXVI.
Felder und Rogenhofe r beschreiben 19 neue Eombyciden.
L. F. Harvey beschreibt im BuH. Buff. Soc. L p. 262 f.
Heteropacha (n. g.) Hleyana (Missouri); Heterocampa subrotata
(Alabama), celtiphaga (?).
Poecilocampa siiblineata (Congo), Walker a. a. 0. p. 342.
Brahmaea Japomca (Japan); A. G. Butler, Entom. Monthl,
Mag. X. p. 56.
Brahmaea Ledereri (Cilicischer Taurus), Rogenhofer, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 23. p. 574.
Lasiocampa sordida (Samarkacd, Kisilkumwüste); Erschoff
a. a. 0. Taf. IL Fig. 33. Die Raupe wurde von Christoph auf
Alhagi Kirghisorum gefunden und ist Taf. VI. Fig. 95 abgebildet.
W. Heuäcker beschreibt die 2. Generation von Lasiocampa
quercifolia L. als c. var. Hoegii, die von L. popuiifolia Esp. als a.
var. obsciira. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 244.
Nach Grote ist Adelocephala ruspa Bdv. = A. albolineata
Gr. und die Gattung Ceroderes Bdv. synonym mit Syssisphiux Hübn. ;
vgl. den vorigen Bericht p. 377 (152); Compt. Reud. Soc. Ent.
Belg. 17. p. VL
Ein Zwitter von Bombyx lanestris L. äusserlich beschrieben;
Entomol. Miscellen herausgeg. vom Verein f. schles. Insekten-
kunde (Breslau 1874) p. 43.
Im B Ausland« 1875. No. 46. p. 923 findet sich die Notiz, dass
sich Seidenraupen ausschliesslich und bis zu ihrer Ver-
puppung mit Lattich füttern lassen.
Hepialidae. Felder und Rogenhofer a. a. 0. geben die
Abbildung von Charagia Fischeri; Trichadia umbrifera; Pielus hy-
260 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
drographus, maculosus; Charagia argyrographa ; Sudoclita similis;
Ptychofoma aurifaba. Taf. LXXX. 1-3; LXXXI. 1-3; LXXXII. 11.
Epialus modestus (San Miguel, Calif.) p. 113, Mattheioi (Van-
couver Isl.) p. 265, Tacomae (Wash. Territ.) p. 365; Edwards,
Pfoc. Calif. Acad. of Sc. 1873-1874.
Gossidae. Felder und Rogenhofer bilden folgende Arten ab:
Endoxyla angasi, strigillata; Pachyplebias thoracicus; Langsdorfia
andensis, Taf. LXXXI. 4 — 7; Arctiocossus antargyreus LXXXII. 10.
Hypopta ^Zonosa (Kisilkumwüste) ; Er seh off a. a. 0. Taf. II.
Fig. 31.
E. Kalender theilt seine Beobachtungen über den Zeuzera
aesculi L. mit; Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 203. Nach ihm schlüpfeü
aus den in die Rindenrisse der Eschen gelegten Eiern nach 14 Tagen
die Raupen, die nach dem Verzehren der leeren Eischale anfangen,
sich in die Rinde einzubohren. In demselben Jahre häuten sich
dieselben zwei Mal und überwintern dann in einem aus abgenagten
Holzsplittern angefertigten Cocon. Im nächsten Sommer häuten sie
sich noch drei Mal und überwintern dann, nahezu ausgewachsen,
zum zweiten Mal. Zur Verpuppung begiebt sich die Raupe im
nächsten Frühjahre dicht unter die Rinde, verfertigt am Grunde
eines vertikalen Rindenganges ein Cocon, in dem sie sich nach
3 Wochen in eine Puppe verwandelt. Diese durchbricht nach
5 Wochen mit ihrem starken Stirustachel die Decke des Cocons
und arbeitet sich, unterstützt von den Hakenkränzen der Hinter-
leibsringel, in dem Gang in die Höhe und bis zu einem Drittel ihrer
Körperläuge aus dem Flugloch heraus. — Nach K. soll die Raupe
nur selten an Aesculus Hij)pocastanum zu finden sein; die Angabe,
dass sie auch in Eichenstämmen lebe, scheint K. ganz zu bezwei-
feln; doch fand Ref. den frisch ausgekrochenen Schmetterling zu
wiederholten Malen neben der leeren Puppenhülse an der Ross-
kastauie und im August 1872 auch au einer Eiche (im Walde bei
Markgrafenhaide nächst Rostock).
Noctuidae. H. D. J. Wallengren bringt ein Verzeichniss
der bisher in Norwegen und Schweden gefundenen No-
ctuiden. Bih. tili Kon. Svensk. Vet. Akad. Handl. II. No. 4.
p. 1 ff. Dasselbe weist (einschl. der Deltoidae) 285 Arten in 89 Gat-
tungen nach.
K. H. Morrison beschreibt neue Noctuiden; Proc. Bost.
Soc. XVII. p. 131 ff. und p. 209 S.
List of the Noctuidae of North- America by Aug. R.
Grote. Buffalo, Mai 1874. Da mir dieses Verzeichniss nicht aus
eigener Anschauung bekannt geworden ist, so verweise ich anstatt
einer ausführlicheren Besprechung auf die Recension H. B. Mö soh-
le r's in der Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 313 ff. und erwähne hier
nur, dass dasselbe 812 Arten in 214 Gattungen aufzählt gegen
der Eutomologie während der Jahre 1873 und 1874. 261
170 Gattungen mit 979 Arten, die nach dem Stand inger^schen
Katalog dem europäischen Faunengehiet angehören. 35 neue Arten
sind beschrieben.
A. R. Grote beschreibt New Species of North-American
Noctuidae. Proceed, of the Acad. of Natur, Sciences of
Philadelphia 1874. p. 197 iF.
Derselbe macht Bemerkungen zu einzelnen Arten von No-
ctuiden und beschreibt neue. Proc. Bost. Soc. XVI. p. 239 ff.
Derselbe stellt in den Bull. Buff. Soc. I und II eine sehr
gi'osse Zahl von neuen Gattungen, z. Th. auf alte Arten, zum grössten
Theile aber auf neue Arten begründet, auf. Dieselben gehören
sämmtlich den Vereinigten Staaten, namentlich den südwestlichen
an. Auch in alten Gattungen sind dort zahlreiche neue Arten be-
schrieben, deren namentliche Aufführung ich mir erlassen werde.
Walker beschreibt a. a. 0. die neuen Arten vom Congo
Tachosa (n. g. Bryophilid.) acronycto'ides, metapliacaria p. 345 f.;
Tuerta (n. g. Glottulid.) chrysochlora p. 347; Pterinia (n. g,
Glottulid.) lignosa p. 348; Agrotis hemüeuca, catenifera p, 349;
Tavila (Acontiidae) indeterminata ; Erastria decora p. 350; Hy-
drelia terminatn; Micra convergens, intricata p. 351; Eutelia quadri-
liturata p. 352; Nedroma (n. g. Hemicerid.) ferruginea p. 353;
Stridor a (n. g. Hypogrammid.) albigutta p. 354; Briarda contur-
hata; Tolna (n. g. Erebid.) versicolor p. 355; Ophideres divitiosa
p. 356; Achoea opJiismo'ides p. 357, partita; Hypaetra atriplaga
p. 158, biangulata p. 359, nana; Athyrma dlbicincta p. 360; Ophiusa
subaenescens ; Grammades curvilinea p. 361; Obba (n. g. Ophiusid.)
prompta p. 362; Zirona (n. g. Psaphilid.) marginata; Amphigonia
fiimosa p. 363; Thermesia sejuncta p. 364; Capnodes trinotata
p. 365; Bicla (n. g. Thermesiid.) expandens; Baclia (n. g. Therm.)
cervina p. 367.
Felder und Rogenhofe r a. a. 0. haben die neuen Gat-
tungen und Arten: Amphitape (n. g, mit Leucania verwandt)
crassitibia (Neu-Seeland), Taf. CIX. 10; Äbolla (n. g. mit Plusia
verwandt ?) palUcosta (America) CXI. 5; Dysedia (n. g. bei Ano-
phia) sibelUna (Sarawak) CXII. 8; Ägonista (n. g. für Lygniodes
Guen. ; schon bei den Fliegen vergeben) Text zu Taf. CXIII; Gata-
melas (n, g. mit Nymbis verwandt) caripina (Amazona) CXIX. 21;
Thyatira casta (?) XCVIII. 8; Bryophila leucorrliiza, iridescens, vc-
lutina(l) C. 12, 13, 14; Dylomia (n, g. ?) tortricina, caesia, ciliata,
diagonalis (?) XCVII. 13, 14, 15; XCXIII. 5; Toxoloma australe (?)
C. 16; Scolopocneme cerussata (?) C. 11; Galleriomorpha lichenoides
(Ceylon) C. 15; Acronycta (3 A. von Japan); Leucania (5 A.); Tri-
chotis picta (?) XCVII. 19; Ichthyosoma ligniferum (?) 17; Nycte-
rotis poecila 20; Trigonophora Speyeri (S.-Africa) CX. 2 und 5;
Luperina Angasi (Australien) CIX. 26; Psilocron luteovirens (?) XCVII.
262 Bertkau: Beriebt üb. d. wisseusch. Leist. auf d. Gebiete
22; Apamea connivens (Natal) CIX. 27; Caradrina Iluegeli, palli-
cornis (Süd-Africa) 13 und 20; Agrotis (10 A.); Brotis stenogaster
(Cayeiine) CXIX. 5; Pachnobia Australiae (Austr.) CXI. 27; Xeno-
chroa notodontina (?) XCVII. 23; Xanthia minor (?) CIX. 3; Cir-
rhoedia areola (Cap) CVIII. 22; Plastenis marginea, leprosa (Cap),
scapularis (Südafrica) CXI. 8, 9, 10; Dischorista mdccisa (Cap) CX.
1 ; Calymnia virens, oryx (Venezuela) CIX. 5, 35 ; Cosmia sundana
(Amboina) CX. 38; Dianthrecia aeramen, botonga (Südafrica) CIX.
15, 28; Euplexia (4 A.); Polyphaenis Fraiienfeldi (Rio Janeiro) CIX*
14; FrinoitiersL ampUata (Amazon) CXVII. 27; Orthosoma diffusum (?)
XCVII. 18; Dryobota agnata (Brasilien) CIX. 4; Magusa dissidens,
sarpida (Bogota) CVIII. 50, 51; Nystalea (11 A.); Cucullia (8 A.
von Südafrica); Lobogonia hapygia (?) XCVIII. 4; Epimecia abunda
(Cap), aenigma (Natal); Aspila tergemina (Venezuela) CVIII. 55;
Heliochilus translucens (Himalaya) CVIII. 49; Anarta ladakensis (Hi-
malaya) CVIII. 88: Ariola Bansonneti (Ceylon) CVIII. 1; Xanthodes
adunca (?) CVIII. 89; Euphasia diens (?) 48; Acontia (13 A.); Era-
stria (4 A.); Talpochares (14 A.); Metoptria ohdta (Cap) CVIII. 36;
Palindia (6A.); Dyops pupillata (Surinam) CXI. 21; Eriopus (3 A.);
Phlegetonia Bellona (Cayenne) CXII. 1; Penicillaria Nattereri (Bra-
silien) CX. 19; Eurhipia Geyeri (Japan), BowJceri (Caffraria) CX.
23, 29; Dysodia thyridina (Cayenne) CXVII. 20; Diastenia multigutta
(Amazon.) CXIX. 20; Plusia (7 A.) ; Thyria /w^^icZa (Cayenne) CX. 37:
Plusiodonta nummeria (Cap) CXI. 6; Oraesia nobilis (Amazon.); Gono-
donta dentata (Amazon.), fidvidens (Cayenne) ; Platyodonta calpe (?); Ca-
nodia camora (Amazon.); Arcyiphora Zandcri (Abyssinien); Hemiceros
plusiata. nystalina (?); Plusiodes rußpes (Bogota); Achantodes atava
(Süd-Africa) und 168 weitere Arten aus verschiedenen Ländern,
Eutolype (n. g.) Bdlandi (Massachusetts, Missouri); Grote,
Proc. of the Acad. of Nat. Sciences of Philadelphia. 1874.
p. 198.
Demas diversicolor (New York); Morrison, Proc. Bost. See.
XVII. p. 132.
Acronycta increta (New York), aspera (Adirondak Mounts.,
New York); derselbe, ebenda p, 181; A. dactylina (Quebec),
albaruf a (Missouri), litliospila (New York); Grote, ebenda XVI.
p. 239; exilis (New York), paupercula (Texas), derselbe, Proc.
Acad. N. S. Philad. 1874. p. 197; A. centralis (Samarkand); Er-
schoff a. a. 0. Taf. III. Fig. 35.
Copipanolis 1;ernaZ^s (Massachusetts); Morrison, Proc. Bost.
Sog. XVII. p. 133.
Charadra dispulsa (Texas), derselbe, ebenda p. 213.
B ryophila percara (Texas); derselbe, ebenda; B. Galathea
(Seealpen), oxybiensis; Millicre, Rev. et Mag. de Zool. 1874.
p. 241 f.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 263
C. Berg giebt eine Beschreibung der naeh ihn: auf Andro-
meda polifolia und mehreren Salix-arten lebenden Raupe von Agrotis
subrosea Stph. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 146.
A. hyperborea Zett. in Livland; Sitzungsber. Dorp. Na-
tu rf. Geseilsch. 3. Bd. 6. Heft. p. 454.
A. coraparata Möschl. = A. imperita Hb.; eine neue Art ist
A. Erdmanni aus Labrador; Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 158.
A. polygonides (Caucasus); Stau dinge r, Stett. Ent. Zeit.
XXXV. p. 94; A. Engadinensis (Engadin) ; Milliere, Rev. et Mag.
de Zool. 1873. p. 3; A. nomas (Kokan) Taf. HI. 36, solida (Kokan)
41, Golickci (Turkestan) 39 u. 40; Erschoff a, a. 0.; A. tricosa
(New- York); Lintner, Rep. New York Mus. XXVI. p. 159; A.
innotabüis (Californien), eiiroides (Californien), Bostoniensis (New-
tonville); Grote, Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia. 1874. p. 202 f.;
A. saxigcna (White Mts,), clamformis (Massach.), decolor (New York),
gladiaria (Massachus.) p. 162, stigmosa (Massach.), plagigera (Colo-
rado), hochus (Nebraska), permmida (Canada), tenuicola (New York)
p, 163, cinereo-macitlata (St. Louis), simplicms (Texas), intrita (Ca-
liforn.), perpura (Calif.) p. 164, monochromatea (Massachusetts), redi-
macula (Colorado), rttfipectus (New York), scropulana (Mt. Washing-
ton), opipara (ebendaher) p. 165, unimacula, exsertistigma (Cali-
fornien), Rileyana (St. Louis), manifestolahes (Massachusetts) p. 166;
Morrison, Proc. Bost. Soc. XVII.
Mamestra passa (Californien) p. 139, impolita (Quebec, Canada)
p. 140, ülcibefacta (Massachusetts) p. 141, oUvacea (New York, New
Hampshire) p. 143, incincta p. 156, teligera (Texas) p. 215; der-
selbe, ebenda; M. cinnaharina (CaMfornicn), Grote, ebenda XVI.
p. 241; M. siri (Kisilkumwüste) Taf. III. 42, irrisor (Turkestan)
Taf. IV. 53; Erschoff a. a. 0.
Dianthoecia modesta (Massachusetts); Morrison a. a. 0. p. 144;
D. pensiUs (Victoria); Grote, Proceed. Acad. Nat. Scienc. Philad.
1874. p. 199.
Eurois astricta (New Hampshire); Morrison, Proc. Bost.
Soc. XVII. p. 135.
Polia perqiiiritata (White Mounts.) p. 136, speciosa (Cam-
bridge), confragosa (Quebec, Canada) p. 138; derselbe, ebenda.
Apamea pwpuripennis (Newtonville, Massach.); Grote, Proc.
Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1874. p. 206.
Homohadena retroversa (Missouri) p. 157; Iladena rasilis (St.
Louis); vulgivaga (Nebraska) p. 145, relicina (Texas) p. 216, Mor-
rison, Proc. Bost. Soc. XVII; congermana, derselbe, Canad. Entom.
VI. p. 106; H. versicolor, tracta (Texas), Grote, Proc. Acad. Nat.
Sc. Philad. 1874. p. 204.
Euplexia ciiprea (Himalaya); Moore, Proc. Zool. Soc. Lon-
don 1874. p. 578.
264 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist, auf d. Gebiete
Hydroecia semiaptera (Massachusetts) p. 105; Ceramica ruhe-
facta (Massachusetts) p. 249; Morrison, Canad. Entomol. VI.
Gortyna cerina (Kansas); Grote, Proc. Ac. N. Sc. Philad.
1874. p. 200.
Mycteroplus didymogramma (Kisilkumwüste) ; E r s c h o f f a. a. 0.
III. 43.
Leugdania Bogdanovi (Kokan); derselbe Taf. IV. Fig. 54.
Segetia fidicularia (Adirondak) p. 145, fahrefacta (? New York)
p, 146, orhica (Texas) p. 216; Morrison a. a. 0.
Himella (n. g., Caradrina-ähnlich, aber Augen behaart) fidelis,
furfurata (Albany); Grote, Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1874.
p. 201.
Perigrapha semiaperta; Morrison, Canad. Entom. VI.
p. 105; P. Normani (Canada); Grote, ebenda p. 115.
Taeniocampa modißca (Massachusetts) p. 150, carina (Cali-
fornien) p. 158, confluens (St. Louis) p. 159, intractata (Missouri)
p. 160; Morrison, Proc. Bost. Soc. XVII; T. I^avtrtß (Californien),
Strecker a. a. 0. p. 94; T. capsella (Albany), Grote, Proc. Ac.
Nat. Sc. Phil. 1874. p. 201.
Thaumatopsis (n. g.) longipcdpiis (St. Louis);. Morrison
a. a. 0. p. 162.
Glaea sericea (Boston), pastüUcans (New Hampshire), derselbe
ebenda p. 151.
Cosmia Sambuci (Californien), Strecker a. a. 0, p. 94.
Orthosia minusctda (Tuckurnuck Isl.) p. 147, haliola (Massa-
chusetts) p. 148, Belangen (Quebec, Canada) p. 149; Morrison
a. a. 0.; 0. purpurea (Californien) p. 125, infumata (New York)
p. 160, Grote, Canad. Entom. VL
Pseudorthosia pectinata (Colorado), derselbe, Proc. Acad.
Nat. Sc. Philadelphia 1874. p. 207.
Xanthoptera nigrocaput (!, Texas?), Morrison a. a. 0. p. 153;
X. coccinifascia (Texas), rosalba (Pennsilvanien), fax (Georgien);
Grote, Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 296.
Marasmalus histrio (Texas), derselbe ebenda p. 299.
Scopelosoma dcoia (St. Catherine's), derselbe, Proc. Acad.
Nat. Scienc. Philad. 1874. p. 209; S. napaea (Massachusetts),
Morrison, Proc. Bost. Soc. XVH. p. 152.
Calocampa einer itia (Newtonville, Massach.); Grote, Proc.
Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1874. p. 210.
Pyrrhia üliterata (Mendota), derselbe ebenda p. 211; angulata
(Buffalo), derselbe, Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 93. Calophasia
ChristopU (Kisilkumwüste); Erschoff a. a. 0. Taf. III. Fig. 44.
Die Eaupe von CuculUa praecana ausführlich beschrieben im
Correspondenzbl. d. Naturf. Vereins zu Riga. XX. p. 45.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 265
Morrison gründet Tornos n. g. (verwandt mit Adipsophanes
und Crambodes); die Art ist T. ruhiginosus (Texas); a. a. 0. p. 217 f.
Plusia Emichi (Giaur Dagh), Rogenhofe r, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. 23. p. 599; P. EchinocysUdis (Californien), Strecker
a. a. 0. p. 94; P. lahrosa (Californien), epi^aea (New- York), Grote,
Proc. Ac. N. S. Philad. 1874. p. 207 f.
An&rtB. quadrüunata, suhfuscula (Colorado); derselbe, Proc.
Bost. Soc. XVI. p. 244.
Arzama vidnifica (Pennsylvanien) ; derselbe, Trans. Am.
Ent. Soc. IV. p. 294.
Heliothis proruptus (Californien); derselbe ebenda; H.
(Melicleptria) inücliripennis (Californien), derselbe, Proc. Bost. Soc.
XVI. p. 241: H. Feudi (Karaksteppe) Taf. III. Fig. 45, jugorum
(Alpen von Kokan) Taf. III. Fig. 46; Erschoff a. a. 0.
Taraila tertia (Texas); Grote, Proc. Acad. Nat. Scienc.
Philadelphia. 1874. p. 212.
Tarache tenuicola (Texas); Morrison, Proc. Bost. Soc.
XVII. p. 218.
Acontia Hueberi (Kisilkumwüste) ; Erschoff a. a. 0. Taf. III.
Fig. 47.
Talpochares Pyrami (Cilicien) p. 570, fumicollis (Cilicischer
Taurus) p. 571; Rogenhofer. Verh. Zool. Bot. Gesellsch.
Wien. 23.
Erastria quadrifera (Mexico), Zell er, ebenda 24. p. 525;
E. mitograplia (Alabama), malaca (Philadelphia), Grote, Trans.
Am. Ent. Soc. IV. p. 295.
Photedes Jcisühimensis, secunda (Kisilkumwüste), Taf. III. 48
und 49; Erschoff a. a. 0.
Eustrotia obaurata (Massachusetts), Morrison, Proc. Bost.
Soc. XVII. p. 154.
Agrophila <nmcai?iZa (Texas), Zeller, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. 23. p. 203.
Metoponia oUusula (Texas) derselbe ebenda; M. suhflava,
ochracea (Kisilkumwüste), Erschoff a. a.^0. Taf. III. Fig. 51 u. 52.
Remigia latipes Guen. var. texana; Morrison a. a. 0.
p. 219.
Euclidia mirifica (Kisilkumwüste); Erschoff a. a. 0. Taf. IV.
Fig. 56.
Syneda deducta, pavitensis, (Texas), Morrison, Proc. Bost.
Soc. XVII. p. 220 f., S. Langi (Zaravschanthal) ; Erschoff a. a. 0.
Taf. IV. Fig. 57.
Leucanitis spüota (Kisilkumwüste); derselbe ebenda Fig. 58.
Ophiusa constricta (Rockhampton), latizona (Queensland); A.
G. Butler, Cist. Entom. I. p. 293.
26G Bertkau: Bericht üb. d, wissensch. Leist. auf d. Gebiete
^Calliodes rubripicta (Moreton Bay); A. G. Butler, Ent.
Monthl. Mag. XL p. 77.
Schinia rectifascia (Alabama, Pennsylvanien) ; Grote, Proc.
Bost. Soc. XVI. p. 242.
Catephia ecclesiastica, dubia (Rockhampton) ; A. G. Butler,
eist. Entomol. I. p. 292.
Catocala. Whitneyi (Vereinigte Staaten), Dodge, Canad.
Entom. VI. p. 125; Meslcii (New York) p. 161, Arizonae (Arizona)
p. 163, Grote, ebenda V; simulatilis (Ohio) p. 94, Levettii (In-
dianopolis) p. 95, adoptiva, coelehs, Anna (Texas) p. 96, derselbe,
Trans. Am. Entom. Soc. V. p. 112; Editlia (Arizona) Edv/ards,
ebenda p. 112; ohscura (New York) p. 19, faustina (Arizona) p. 21,
perplexa (Brocklyne) p. 38, AhoUhah p. 72, Aspasia p. 94, Agrip-
pina, Sappho, Judith p. 95, Delilah, Aliolah p. 96, Magdalenae,
Atarah, Myrrah, Mariana, Ilippolyta, Cleopatra, Luciana, perdita,
Strecker a. a. 0. C. residua (New York, Canada), Grote, Proc.
Bost. Soc. XVI. p. 242.
Spintherops glehicolor (Kokan in Gletschernähe); Erschoff
a. a. 0. Taf. IV. Fig. 58, 59; S. gracilis (Kosodonovsk); Staudinger,
Statt. Ent. Zeit. XXXV. p. 95.
Morrison stellt auf Pteroscia n. g., von Eccrita Led.
unterschieden durch die bedornten Vorderschienen, haarigen Femora
und breiten Vorderflügel; die Art ist P. atrata (Alt- Washington);
Proc. Bost. Soc. XVII. p. 155 f.
Homopyralis (n. g. zwischen Homoptera und den Deltoidea)
tactus (Massachusetts, Texas), tantillus (Texas), Grote, Proc Acad.
Nat. Scienc. Philadelphia. 1874. p. 213 f.
Aug. R. Grote hält den Cotton-Worm, Äletia argillacea
Hübn. (Anomis xylina Gr.) für ein eigentlich in Nordamerika nicht
einheimisches Insekt, welches vielmehr in allen Jahren, in denen es
sich dort zeigt, vom Süden eingeschleppt wird und dann auf den
Baumwollplantagen Ende Juni seine erste Brut erzeugt. Proceed.
of the Am er. Assoc. f. th. Advanc. of Science. 23. Nat. Hist.
p. 13 ff.
Denselben Gegenstand behandelt derselbe im Amer. Natur.
VIII. p. 562 und 722 ff., sowie L. A. Dodge ebenda VII. p. 213 ff.,
der eine Abbildung von Raupe und Schmetterling hinzufügt, nebst
eben solchen einer zweiten auf der Baumwollenstaude, aber von den
Samenkapseln lebenden Eule (Boll worm).
Deltoidae. Grote giebt ein Verzeichniss der Nordamerika-
nischen Arten dieser Gruppe; Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 309 f.
und beschreibt die neuen Gattungen und Arten Cleptomita (n. g.
mit Zanclognatha verwandt) atrilineella (Texas) p. 301; Phalaeno-
Stola (n. g. mit Philometra verwandt) larentioides (New York),
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 2G7
citrina (Virginien) p. 303; Phalaenonympha (n. g, bei Kenia)
nirigena (New York, Pennsilvan.) p. 305; Tetanolita (n. g.) lixdlis
(Alabama, Texas) p. 306; Mcgachyta (n, g. mit Chytolita verwandt,
für M. lituralis Hbn.) Chytolita (n. g. für Herminia morbidalis
Guen.) p. 308.
Derselbe stellt in Bull, Buff. Soc. I. die neuen Gattungen
und Arten auf: Plathypena (n. g. für Hyblaea scabra F.) p. 38;
Macrhypena (n. g. für Hypena deceptalis Walk.); L omanalt es
(n. g.) laetulus (Philadelphia); Eiirhypena (n. g. für IT. toreuta
und sordidata Grote); Pityolita (n. g. für Herminia pedipillalis
Guen.), Philometra (n. g. für Herminia longilabris und serrati-
cornis Grote) p. 39, und H. Antiblemma canalis (New York) p. 76;
Pseudaglossa (u. g. für Epizeuxis lubricalis Geyer) p. 46, 47.
Derselbe im Canad. Entomol. V. p. 225 ff. Bomolocha
scutellaris (Albany, Quebec); Hypena olivacea (Alban.); Sisyrhy-
pena (n. g. Tetanolita nahe stehend) pupillaris.
Luceria Burgessi (Tuckurnuck Isl.), loculata und var. conspicua
(Massach., New York); H. K. Morrison, Bull. Buff. Soc. II.
p. 109 fF.
Orixa (n. g. Herminid.) filifera (Congo); Walker, Trans.
Glasgow Nat. Hist. Soc. I. p. 307.
Auch Felder und Rogenhof er bilden zahlreiche neue Arten
dieser Gruppe ab.
Geometridae. H. D. J. Wallengren veröffentlicht einen
Index specierum Geometrarum in Scandinavia huousque
detectarum. Bih. tili Kon. Svensk. Vetensk. Akad. Handl. 2.
No. 4. p. 20 ff. Das Verzeichniss, das bei jeder einzelnen Art die
engeren Verbreitungsbezirke angiebt, enthält 237 Arten in 63 Gat-
tungen.
A. S. Packard liefert einen zweiten Beitrag zur Lepi-
dopterenfauna Californiens, indem er die von H. Edwards
eingesandten Geometriden aufzählt, unter denen sich 27 neue Arten
mit 4 neuen Gattungen befinden ; 24 derselben sind (in nicht sehr
kenntlicher Weise) auf photographischem Wege abgebildet. Proc.
Bost. Soc. Nat. Hist. XVI. p. 13 ff. -
II. K. Morrison beschreibt ebenfalls neue Arten aus dieser
Familie; ebenda p. 194 ff.
Tomopteryx n. g., gegründet auf die drei Arten amoena,
laeta, virescens aus Valdivia und ausgezeichnet durch zweilappige
Hinterflügel. Philippi, Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 313 ff.
Geometrä congrua; Traina (n. g. Palyid.) stramineata;
Timana (desgl.) costalis; Micronia tenella, neue Arten vom Congo;
Walker a. a. 0. p. 371 f.
Chionopteryx alucitaria (Prinzeninsel); P. C. T. Snellen,
Tijdschr. vo Entom. 2. VHI. p. 72. Taf. IV.
268 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Eunemoria (n. g. Nemoria nahe stehend) unitaria (Nevada),
tricoloraria (Californieu) p. 31; Chlorosea (n. g, der vorhergehenden
nahe stehend) Nevadaria (Nevada) ; Packard, Pro c. Bost. So c. XVI.
Nebessa (n. g. Acidal.) clialybeata (Congo); Walker a. a. 0.
Acidalia latifera (Congo), derselbe ebenda; A. eiigeniata
(Marseille), Dardouin und Milliere, Ann. Soc. Linn. Lyon.
XIX, p. 38 f.; A. Vesubiata, Milliere, Rev. et Mag. de Zool.
1873. p. 6; A. suhalharia (Californien), ruhrolinearia (ebendaher),
Packard a. a. 0. p. 28; A. alhogilvaria, cacuminaria (Massachu-
setts); Morrison a. a. 0. p. 194 f.; A. adulteraria (Kisilkumwüste)
Taf. IV. Fig. 61, halimodendrata (Syrdarja Fig. 62, Becker aria
Taf. V. Fig. 76; Erschoff a. a. 0.
A. Fuchs beschreibt die Raupe und Zuchtversuche von A.
contiguaria Hb. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 81 ff. und 241.
Hyria occidentaria (Californien); Packard, Pro c. Bost. Soc.
XVI. p. 29.
Abraxas lassulata (Cilicischer Taurus), Rogenhofe r, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 571.
Bapta niatica (Quebec), Grote, Bull. Buff. Soc. II. p. 265.
Sicya crocearia (Californien, Nevada); Ilespcrumia (n. g.)
ochreata (ebendaher) p. 37; Metrocampa viridi-perlata (Californien)
p. 38; Packard, Proc. Bost. Soc. XVI.
Grote stellt im Canad. Entom. V. p. 145 Eriplatymetra
n. g. auf für Eugonia coloradaria und angularia.
Endropia Warneri (New York); Grote, Bull. Buff. Soc.
II. p. 121.
T eir&cis parallelia; Eutrapela /aZcaia (Californien); Drepanodes
Panamaria (Panama); Packard, Proc. Bost. Soc. XVI. p. 38 f.
Eurymene excavaria (New York); Morrison, Bull. Buff.
Soc. I. p. 189.
Ein dem äusseren Habitus und der Färbung nach zwitteriges
Exemplar von Angerona prunaria L. beschreibt M. F. Wocke in
den Entom. Miscelleti, herausgeg. vom Verein für sohles.
Insectenkunde. Breslau 1874. p. 43 f.
Ueber Macaria signaria Hbn. s. Stett. Ent. Zeit. XXXV.
p. 241.
M. unimodaria, sectomaculata (Massachusetts). Morrison a.
a. 0. p. 197.
Azelina maracandica (Zaravschanthal) Taf. IV. Fig. 68 ; Himera
StschurovsJcyi (Samarkand) Fig. 64; Hibernia (?) occataria (Samar-
kand) Taf. VI. Fig. 96; Erschoff a. a. 0.
II. olivacearia (Massachusetts), Morrison a. a. 0. p. 201;
H. Ankeraria $, Staudinger, Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 96.
B. P. Mann beschreibt ein $ von Anisopteryx pometaria mit
verkümmerten (nicht fehlenden) Flügeln XVI. p. 163 und setzt in
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 260
sehr detaillierter Weise die Unterschiede zwischen dieser Art und
A. vernata auseinander XV. p. 381 ff.; Proc. Bost. Soc.
Biston cinerarius (Samarkand), Taf. IV. Fig. 65; Er sc ho ff
a. a. 0.
Hemerophila latifasciaria (Californien) p. 33 ; Metanema auran-
tiaria (Nevada); Eurhinosea (n. g.) flavaria (Sierra Nevada p. 35;
Packard, Proc. Bost. Societ. XVI.
Nychiodes p7ms^V?ana (Caucasus), Rogenhofer, Verh. Zool.
Bot. Gesellsch. Wien. 23. p. 572.
ßoarmia abruptaria (Congo); Walker a. a, 0.; B. (?) cocan-
daria (Soch) Erschoff a. a. 0. Taf. IV. Fig. 63.
Gleora umhrosaria (Nevada), Packard, Proc. Bost. Soc.
XVI. p. 23.
Tephronia nigroseriata, fälcataria (Californien), Packard,
ebenda p. 32; T. diffusa (Congo), Walker a. a. 0.
A. Fuchs berichtet über die Lebensweise und Zucht der
auf Sedum album lebenden Raupe von Gnophos glaucinaria var.
plumhearia Stgr. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 107 ff. und XXXV.
p. 242; über G. pullata var. nubüata Fuchs ebenda XXXV. p. 79 ff.
Gorytodes trüinearia (Nevada); Packard, Proc. Bos-t. Soc.
XVI. p. 24.
Grote beschreibt Bullet. Buff. Soc. I. p. 12 f. Mellella
(n. g. Fidonia nahestehend) chamaechrysaria (Atlant. Staaten).
^\diOm.d, quadripunctata (Massachusetts, New York), Morrison
a. a. 0. p. 199.
Panagra subminiata (Goose Lake, Calif.); Halia quadrüinearia
Sierra Nevada), tripunctaria (Californien); Packard, Proc. Bost.
Soc. XVL p. 25.
Phasiane flavofasciata (Colorado); Marmopteryx tessellata
(Arizona), A. S. Packard in Hayden's Unit. Stat. Surv. Terr.
1873. p. 552.
Scodiona cephalotes (Congo); Walker a. a. 0.
Ligia turanica (Stadt Turkestan); Erschoff a. a. 0. Taf. IV.
Fig. 69.
Sintenis beschreibt in den Sitzber. Dorp. Naturf. Ge-
sellsch. 2. Bd. 5. Heft. 1873. p. 398 einen Zwitter von Lythria
purpuraria, dessen linke Brust- und Kopfhälfte, sowie ganzer Hinter-
leib männlich sind; Fühler und Flügel der rechten Seite sind
weiblich.
Lithostege Staudingeri (Katty-Kurgan) ; Erschoff a. a. 0.
Taf. IV. Fig. 70; Anaitis excdsata (Kisilkumwüste) Fig. 71.
P. C. Zeller fand die Raupen von Chimatohia brumata L.
und Ch. boreata Hbn. gemischt an denselben Futterpflanzen (Eichen,
Birken) fressend. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 121. — Nach dem-
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. S
270 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
selben ist die nordamerikanische Anisopteryx remota = Ch. brumata
L. ; ebenda p. 124,
Cidaria rubidata S. V. in Livland; Sitzber. Dorp. Naturf,
Gesell seh. 3. Bd. 6. Heft. 1874. p. 493. Ueber C. olivata Bkh, s.
Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 242.
C. FedtschenJcoi (Isfaira), Erschoff a. a. 0. Taf. IV. Fig. 72;
C. suspectata, algidata (Labrador), Möschler, Stett. Ent. Zeit,
XXXV. p. 160 ff. ; C. albo-punctala (Massachusetts, New Hampshire)
Morrison a. a 0. p. 202; C. luscinata (Texas), der Varietät con-
jugata von polygrammata sehr nahe stehend; Zeller, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien, 23. p. 205; C. glaucata (Californien) ; Packard,
Proc. Bost. Soc. XVI. p. 20; Larentia aeneiformis (Montreal),
Grote, Bull. Buff. Soc. II. p. 264; h. 12-Iineata (Californien);
perlineata (Albany); Packard, Proc. Bost. Soc. XVI. p. 20; Hy-
psipetes viridata p. 21, speciosata (Californien) p. 22; Melanippe
Kodiakata (Kodiak Isl., Alaska; = Cid. lugubrata ? Stgr.); der-
selbe ebenda; M. ^ew.i*a?iaia (Engadin) ; Milliere, Rev. et Mag.
Zool. 1873. p. 1.
Heuäcker liefert ein Verzeichniss der (32) Eupithecia-
arten, die bei Oster wieck am Harz vorkommen. Stett. Ent. Zeit.
XXXV. p. 419 ff.
C. Dietze setzt seine Beiträge zur Kenntniss der Gat-
tung Eupithecia Curt. fort; ebenda p. 209 ff., 270 ff., vgl. den
vorig. Ber. p. 380 (160).
Ucber E. insicjnata Hb., togata Hb., millefoliata Rössl., suhci-
liata Gn. s. ebenda p. 242 f., eine wahrscheinlich neue Art p. 274.
Zur Naturgeschichte von E. irriguata Hb. und E. pusillata F.
ebenda XXXIV. p. 342 ff., E. pusillata var. laricis und E. lariciata
Fr. p. 361 ff.
E. Helveticaria in den Niederlanden; Tijdsch. v. Entom. 2.
Vm. p. 146.
E. Tcnautiata (Bolton); Gregson, The Entomologist VII.
p. 255 nebst Raupe und Puppe; E. magnata (Schweiz), 1873. p. 2;
E. (?) fenestrata (Fenestro), primulata (Celerina) 1874. p. 243 f.,
Milliere, Rev. et Mag. de Zool.
Microlepidoptera.
H. W. De Graaf und P. CT. Snellen führen als Novitäten
der Niederländischen Microlepidopterenfauna auf Botys
octomaculata L., Pempelia adornatella Treits., Myelois suavella
Zinck., Tortrix dumetana, Conchylis rutilana, Grapholita aeraulana,
obscurofasciana Hein. (?); Dichrorhampha agilana Hein., saturnana
Hein., Solenobia Pineti Zell., Epichnopteryx Tarnierella Bruand,
Blabophanes fenestratella Heyd., Incurvaria tenuicornis Staint,, Mi-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 271
cropteryx unimaculella Staint., Depressaria hepatarielia Zell.; Ge-
lechia oppletella H.-S., arundinetella Staint., inornatella Staint.;
Oecophora Panzerella Steph.; senescens Staint.; Coleophora ochri-
pennella Zell., biliueatella Zell., Butalis ericetella Hein.; apicella
Staint., argentula Zell.; Laverna Raschkiella Zell., LithocoUetis Kle-
manuella Fabr.; Nepticula Aucupariae Fry; Oxyptilus Boheraanni
Wallengr., Aciptilus paludum Zell.; Crambus uliginosellus Zell.;
Alispa angustella Ilübn.; Tortrix rusticana Tr. ; Grapholitha roseti-
colana Zell., funebrana Tr., rufillana Staint., (Phoxopteryx) upupana
Tr.; Phthoroblastis gallicolana Zoll., Ochsenheimeriana; Semioscopis
anella Hübn.; Gelechia lucidella Steph. ; Coleophora milvipennis Zell.,
bicolorella Staint., discordella Zell., therinella Tengstr., Tijdschr.
V. Entom. 2. VIII. p. 26 ff. und p. 231 ff.
In derselben Weise wie früher (s. den vor. Ber. p. 357 (137))
von den Macrolepidopteren liefert M. F. Wocke ein Verzeichniss
der Microlepidopteren Schlesiens; Zeitschr. f. Entomo-
logie; Neue Folge. 4. Heft; Breslau 1874. p. 1 ff. Nach dem-
selben sind in Schlesien 1343 Arten von Kleinschmetterlingen nach-
gewiesen.
Die verhältnissmässige Armuth der Tropen an Kleinschmetter-
lingen liegt nach J. G. Schilde in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV-
p. 163 in dem Mangel einer wirklichen Dämmerung und dem Vor-
herrschen harter, starrer Pflanzenblätter in den Tropen.
Pyralidina. Walker beschreibt a. a. 0. vom Congo folgende
neue Arten: Pyralis crassalis; Samea figuralis p. 368; Botys inter-
ficalis; Xasca (n. g. Botyd.) trigonalis p. 370; Opula (n. g. Botyd.)
impletalis p. 371; Subrita luctuosa p. 377; Vatica (n. g.) rutüalis
p. 389.
Zeller stellt in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 23.
p. 206 Cordylopeza n. g. aaf (Ocelli nulli; capilli sublaevigati;
antennae mediocres, simplices, f^ crassiusculae, microscopice ciliatae;
^ . . . . Pedes longiores, robusti, mediorum et posticorum tibiae et
metatarsi squamis nodosi .... Alae anteriores in costa media ^^
bis, $ latius semel emarginatae ....), das in die Nähe von
Lederer's Amblyusa gehört und beschreibt die neuen Arten: C.
nigrinodis (Massachusetts) p. 206; Botys vibicalis (Texas; im Text
steht ribicalis) p. 208, sesquialteralis (Texas), nasonialis (Texas)
p. 209; Orobena octonalis (Texas) p. 211; Melissoblaptes furelliis
(New- York) p. 212, latro (Adelaide in Neu-Holland) p. 213. Ferner
ist das Vorkommen der europäischen Botys terrealis Tr. und
Aphomia sociella L. in Nordamerika bemerkenswerth.
Grote beschreibt im Bull, B uff. So c. I. Eurycreon costalis
(Albany, Massachusetts, Alabama); Botys hadipennis (Maine, New
Hampshire) p. 89, gentilis, magistralis (Massachusetts), suhdentalis
(?) p. 173, Pseudasopia (n. g. zwischen Asopia und Endotrichia)
^72 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
squamulalis (New York) p. 172; Argyrophyes (n. g., Bindeglied
zwischen Zünslern und Spannern) ciUco'ides (New Jersey) p, 175;
Cordylolomia (n. g., Dyponchelia nahe stehend) participialis (Penn-
sylvanien); Deuteroliyta horedlis (Massachusetts) p. 177.
C. Berg giebt im Boletin de la Academia nacional de Cien-
cias exactas existente en la Univ. de Cordova I. p, 150 — 182. Die
Beschreibung der 21 in der Argentinischen Republik bisher gefundenen
Arten, von denen 4, Asopia veruaculalis; Eurycreon evanidalis iind
var. obsoletalis, consularis; Ceratoclasis verecundalis, neu sind.
Cledeobia consessoralis (St. Turkestan und Zaravschanthal)
Taf. V. Fig. 77, 78; C. infumatalis (St. Turkestan) Fig. 79; Hypotia
cribellalis (Kisilkummwüste) Fig. 80; Emprepes pentodontalis (Zarav-
schanthal) Taf. VI. Fig. 97; Botys fractilinealis (Samarkand) Taf. V.
Fig. 82, B. monialis (Samarkand) Fig. 83; Erschoff a. a. 0.
, Stemmatophora cMews^s (Valparaiso); Zeller, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. 24. p. 426.
Hypotia tamaricalis (Livorna); Mann, ebenda 23. p. 124.
Scoparia rectiUnea (Vancouver Isl.); Zeller, ebenda 24.
p. 427; S. gallica (Frankreich); Peyerimhoff , Pet. Nouv. Entom.
1873. p. 332.
Botys turbidalis Tr. in Livland; Sitz her. Dorp. Natur f.
Gesell seh. 3. Bd. 6. Heft. 1874. p. 493. B. castalis und B. muri-
nalis in Schweden. Ofvers. Kongl. Sv. Veten sk. Akad. Förh.
1873. No. 6. p. 43 f. B. hyperborealis, eine neue Art aus Labrador;
Möschler, Stett. Ent. Zeit. 35. p. 163.
C. Ritsema giebt in der Tijdschr. v. Entom. 2. VIH.
p. 16 ff. weitere literarische Notizen über Acentropus (niveus) und
sein Vorkommen in England, Deutschland, Russland und Belgien.
Schoenobius AlplieraMi (Taganrog in Südrussland); Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 97.
Crambus hiliturellus (Vancouver Isl.), Zeller, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. 24. p. 429; C. carpenterclliis (Colorado), A. S.
Packard, Hayden's U. S. Surv. Terr. 1873. p. 548.
Eromene funiculella var. Jaxartella (Kisilkumwüste), vielleicht
eigene Art; Erschoff a. a. 0.
Nephopteryx saturejella (Cannes); Milliere, Rev. etMag.
Zool. 1873. p. 7.
Pempelia cyriella (Sardarja) Taf. V. Fig. 84, 85, oUiteratella
(Kisilkumwüste), livorella (Kisilkumwüste) Fig. 88, campicolella (Ki-
silkumwüste); Gymnancyla harbatella (Samarkand) Fig. 89; Eucarphia
lixiviella (Samarkand) Fig. 90 ; Erschoff a. a. 0. E. effoetella (Pa-
lermo), Mann, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 130.
Myelois hituminella, asteriscella (Cannes), Milliere, Rev. et
Mag. Zool. 1873. p. 87; M. convergens (Zaravschanthal) Taf. VI.
Fig. 98, urbicella (Dschisak) Fig. 99, vestaliella (Kisilkumwüste)
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 273
Taf. V. Fi<r. 92, alhistriga (Kisilkumwüsto) Fig. 93, Tcngstrocmidla
(Samarkand) Fig. 91, Uturosella (Zaravschanthal) Taf. VI. Fig. 100;
Alispa aeervella (I^isilkum) Taf. V. Fig. 94; Erschoff a. a. 0.
Zophodia mediterranella; Enzophera mistraleUa (Cannes);
Milliere, Rev. et Mag. de Zool. 1874. p. 248 ff.
Homoeosoma dealbatella (Samarkand), Erschoff a. a. 0.
Taf. VI. Fig. 101.
Ephestia lugdunella (Lyon); Milliere, Rev. et Mag. Zool.
1874. p. 256; egerüla (Cannes), derselbe Pet. Nouv. Entom.
1873. p. 310; E. MoxburgU (England), Gregson, The Entomo-
logist VI. p. 318.
Rhodophaea romaneUa (Rom); Milliere, Ann. Soc. Linn.
Lyon. (2) XTX. p. 70, 72.
Tortricina. C. G. Earret bringt im Entom. Monthl. Mag.
weitere »Notes on BritishTortrices« IX. p.212 — 215 (Tortrix, Lo-
zotaenia) ; 266 f. (Ditula, Ptycholoma, Spilonota, Lithographa, Phlaeo-
des); X. p. 2—9 (Paedisca, Catoptria); p. 34—38 (Halonota), p. 65
— 67 (Coccj'x-Steganoptycha), p. 95 f. (Anchylopera, Bactra-Peronea) ;
p. 143—149 (Peronea-Stigmonota); p. 243—247 (Paedisca, Stigmo-
nota, Retinia); XI. p. 12—15; 28—31; 59—62; 132—134; 152—156.
Lithographa cinerana Haw. = nisella Cl. var. Catoptria sco-
poliana Wilk. = cana Haw. C. Hoghenwarthiana Wilk. (nee Tr.) =
scopoliana Haw. Grapholitha modestana H. S. ist eine Catoptria.
Halonota scutulana Wilk. (nee Tr.) = Pflugiana Haw.; die echte
scutulana Tr. kommt in England nicht vor, dagegen ist H. grand-
aevana Zell, in South Shields gefunden. Anchylopera subarcuana
Wilk. = inornatana H. S. Peronea potentillana Cooke = comariana
Zell. Semasia obscurana Wilk. (nee Steph.) = gallicolana Zell.
Neu ist Asthenia cognatana (Britafinien) ; X. p. 244.
Teras 7WMc/(^awa (Elsass); Peyerimhoff, Pet. Nouv. Entom.
1873. p. 346; T. senescens (Vancouver Isl.); Zeller, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. 24. p. 431.
Tortrix Lintneriana (New York); Grote, Trans. Am. Ent.
Soc. IV. p. 424; T. georgiana (Philadelphia), Jwiistonana (Texas)
derselbe. Bull. Buff. Soc. L p. 15; T. arcticana (Labrador);
Mö schier, Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 164.
Sciaphila Crt >msmwa (Cannes) ; Milliere, Rev. et Mag. Zool.
1874. p. 247.
Zur Lebensweise des Heu- und Sauerwurms (Conchylis
uvana und reUquana) bemerktes c hm i dt, dass sich die Raupe unter
der Rinde, nicht in der Erde verpuppe. Zur Vertilgung der Puppen
empfiehlt derselbe daher das »Abreiben«. Zeitschr. des land-
wirthsch. Vereins f. Rheinpreussen. 1873. p. 45 f. Ebenda
p. 86 wird als ein in der Schweiz bewährtes Mittel das »Brühen«
der Reben in Erinnerung gebracht.
274 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d, Gebiete
P. C. Zell er beschreibt die Raupen und Puppen der auf
Schafgarben lebenden C. Smeathmanniana F. und C. Dipoltella Hbn.
Statt. Ent. Zeit. XXXIV. p. 124 £f.
C. nomadana (Samarkand); Taf. VI. Fig. 102, retextana (Syr-
darja) Fig. 103; Erschoff a. a. 0.; C. stramino'ides (?) Grote,
Bull. Buff. Soc. I. p. 16.
Retina polUnis (Cannes); Milliere, Rev. et Mag. de Zool.
1874. p. 251.
Phaecasiophora (n. g.) niveiguttana; Penthina hlackeana,
torcuta (Pennsilvanien), matutina (Texas); Grote, Bull. Bufif. Soc.
I. p. 90 f. P, Ä^72^7mwa (Cannes), Milliere, Rev. et Mag. de Zool.
1874. p. 247; P. Zederiana (Kokan in Gletschernähe), Erschoff
a. a. 0. Taf. VI. Fig. 104. ,
lieber P. pyrolana Wocke und P. roseo-maculana H.-S. s.
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 127.
Grapholitha Tarandana (Labrador), Möschler, Stett. Ent.
Zeit. XXXV. p. 165; G. fessana (Cilicischer Taurus), Mann, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 573. G. Ji^towa (New York), Grote,
Bull. Buff. Soc. I. p. 92. G. (Semasia) corculana (Vancouver Isl.),
Zeller, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24. p. 433.
G. citrona in Livland; Sitzber. Dorp. Naturf. Gesellsch.
3. Bd. 5. Heft. 1873. p. 398.
F. Eppelsheim beschreibt Raupe und Puppe von G. Mer-
curiana Hb.; Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 92.
P. C. Zeller theilt seine Beobachtungen über das Vorkom-
men, die Raupen, Puppen etc. von G. ocellana S. V. und var. lari-
cana, G. roborana S. V., G. incarnatana H. mit; ebenda p. 129 ff.
Tinema. Von H. T. Stainton's »Natural History of the
Tineinaa ist Vol. XIII, London 1873, mit 8 kolorirten Tafeln er-
schienen (Phylloporia bistrigella; Myrmecozela ochraceella; Incur-
varia musculella, pectinea, koerneriella; Adela fibulella, rufmitrella,
violella; Nemotois scabiosellus, fasciellus, minimellus; Micropteryx
subpurpurella, unimaculella, salopiella: Eidophasia messingiella ; Eni-
costoma lobella; Philabocera quereana; Psecadia funerella, bipun-
ctella, decemgutella; Exeretia allisella; Hypsolophus ustiolellus, fa-
sciellus, limosellus).
V. T. Chambers setzt seine Bemerkungen über Nordameri-
kanische Kleinschmetterliuge fort. Canad. Entom. V und VI und
beschreibt zahlreiche neue Gattungen und Arten, von denen der
grösste Theil Kentucky zu seiner Heimath hat. Ich werde nur die
Gattungen anführen: Ärgiope (bei Hyponemeuta) V. p. 13, Biete
(verw. mit Tinea) p. 73, Pitys (desgl., der Name von Beck schon
bei Mollusken vergeben) p. 110; Cyane (desgl.) p. 112; Clymene
p. 114; Cyllene (verw. mit Clymene) p. 124; Euippe (bei Try-
panisma und Agnippe) p. 185; Eidothea, Heliee (desgl.) p. 186;
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 275
Enchrysa (Gelechia nahe stehend) p. 182; Sinoe (desgl.) p. 231;
Taygetc, Harpalyce (desgl.) p. 234; Neda (bei Anarsia und
Cleodora) p. 244; Polyhymno (Gelechiid.) p. 246; Dryope (bei
Chauliodus) VI. p. 49; Oenoe (Hybroma) p. 50; Perimede (Stil-
bosis und Laverna) p. 81; Chrysopelia (bei Laverna) p. 72;
Äeaea (! bei Chrysopelia) p. 73; Theisoa (mit Elachista verwandt
p. 75; Philonome (?) p. 96.
Zelier bereichert die Fauna Nordamerikas mit folgenden
neuen Arten (Verh. Zool. Bot, Ges. Wien. 23): Seardia Bomhy-
cina (Massachusetts?) p. 216; Xylesthia congeminatella (Massachu-
setts) p. 218; Tinea defectella (Californien) p. 220, grumella (Massa-
chusetts) p. 221 ; Setomorpha operosella (Texas) p. 223, iuamoenella
(Texas) p. 234, rudcrella (Texas) p. 225; Adela chahßeis (Texas)
p. 225, Uviella (Massachusetts?) p. 226, Schlaegeri (Ohio) 227; (Oeta
fulviguttata, wahrscheinlich aus Neu-Holland, p. 231) Tegetieula
n. g. (Capilli breves, hirsuti, etiam in fronte Palpi labiales
breves, tenues, porrecti Alae oblongae, brevius ciliatae,
posteriores dense piloso-squamatae, acuminatae) alba (Texas) p. 232 ;
Depressaria hüarella (Massachusetts auf Robinia pseudacacia) p. 234,
scabella (Ohio) p. 236, nebulosa (Massachusetts) p. 237; Cryptolechia
piperateMa (Texas) p. 239, obsoletella (Ohio) p. 242, ferruginosa
(Ohio), cretacea (Texas) p. 243, lülwsina (Texas) p. 244, nubecülosa
(Texas) p. 245, vestalis (Texas) p. 247; Epicorthylis n. g. ( . . . .
Palpi labiales porrecti, thorace multo longiores, articulo secundo
subarcuato, subtus laevis, supra postice squamis erectis cristato ;
terminali setaceo erecto . . . .) inversella (Texas) p. 248; Tachy-
ptilia innocuella (Texas) p. 249, consonella (Missouri) p. 251; Ge-
lechia caecella (Massachusetts) p. 252, versutella (Texas) p. 253,
Lynccella (Texas) p. 255, nimdinella (Texas) p. 256, unctiüella
(Texas) p. 257, violaceo-fusca (Texas) p. 258, Olympiadella (Texas)
p. 259, {[iiinella (Texas) p. 260, albilorella (Texas) p. 261; Bryo-
tropha (?) operculella (Texas) p. 262, glochinella (Texas) p. 263;
Lita (?) ternariella (Texas) p. 264, Uturosella (Texas) p. 265; Teleia
gilviscopella (Texas) p. 266, dorsivittella (Texas) p. 267, leuconota
(Texas) p. 268; Poecilia (?) basifasciella (Texas) p. 269, basistrigella
(Texas) p. 270, fragmentella (Texas) p. 271; Ergatis pudibundella
(Texas) p. 273; Anacampsis glandiferella (Texas) p. 275; Cerato-
phora (?) fullonella (Texas) p. 276; Doryphora (!) piscipellis (Texas)
p. 277; Trichotaphe (?) serrativittella (Texas) p. 280; Malacotricha
büobella (Washington, Ohio) p. 281 ; Enclirysa n. g. ( . . . . Alae
anteriores acuminatae, margine costali postice subexcavatae, margine
postico longo . . . .) dissectella (Ohio) p. 283; Nothris dolabella
(Texas) p. 288; Oceophora determinatella (Texas) p. 289, constrictella
(Texas) p. 291; Butalis tricinctella (Texas) p. 292, püosella (Massa-
cbusetts) p. 293; ßlastobasis sciaplnlella (Texas) p. 295 (segnella
276 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
aus dem südöstlichen Russland, p. 296), nubüella (Texas) p. 297,
retectella, fractüinea (Texas), quisquilieUa (Texas) p. 298, UvoreJla
(Texas) p. 299, aufugella (Texas) p. 300, fltixella (Texas) p. 301;
Hypatima siibsenella (Texas) p. 302 ; Argyresthia quadristrigella (Texas)
p. 304, äeletella (Texas), austerella (Texas) p. 305; Gracilaria JBur-
gessiella (Massachusetts) p. 307, atomosella (Texas); Coleophora oc-
cidentalis (an = nigricella Haw. ?) p. 309 ; Laverna definiteUa (Texas)
p. 311, circumscriptella (Texas) p. 312; Batrachedra striolata (Texas)
p. 313 ; Heliozelä gracüis (Texas) p. 314 : Phyllocnistis magnaUlla
(Massachusetts) p. 315; Trifurcula ohrutella (Texas) p. 316.
Nordamerikauische Tineen, von H. Frey und J. Boll.
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 201 ff. Die Verfasser führen im
Ganzen 27 wohl bestimmte, grösstentheils ne «e Arten nebst ihren
Futterpflanzen auf, die aus der Umgegend von Boston-Cambridge
stammen.
Riley stellt auf Pronuha n. g., im Flügelgeäder den Gat-
tungen Anaphora und Amydria Clem. nahe stehend, hauptsächlich
durch 5-gliederige Maxillarpalpcn ausgezeichnet, deren Grundglied
beim $ in einem langen aufgerollten 5'ortsatz ausgezogen ist. Dieser
Fortsatz ist mit Dornen besetzt, und dient dem $ der Art. P.
Yuccasella n. sp. dazu, Pollen (von Yucca-arten) zu sammeln, der dann
auf die Narbe abgelegt wird. So wird die Befruchtung vollzogen
und die Eier in den Fruchtknoten aborelegt. (üebrigens zeigt die
Abbildung des Fortsatzes des Maxillarpalpus grosse Aehnlichkeit
mit dem Rüssel der Schmetterlinge.) Transact. of the Acad. of
science of St. Louis. Vol. IIL No. 1. p. 55 ff. und 178 ff.
Derselbe giebt eine Notiz über das Eierlegen dieser Art, die
den Fruchtknoten von Yucca-arten ansticht. Amer. Natural. VIT.
p. 619. Diese Beobachtungen sind wiedergegeben von H. Müller
im Zool. Garten. 1874. p. 377 ff.
Atychia wmM^fwZa (Zaravschanthal) ; Er seh off a.a.O. Taf. VI.
Fig. 105.
Oeta gemmata (Cuba): Grote, Bull. Buff. Soc. I. p. 93.
Lypusa (?) fulmpenella (Schwarzwald); Hof mann, Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 318.
Psilothrix latiorella (Palermo); Mann, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. 23. p. 131.
P. C. Zeller erzog Tinea arcuatella Stt. aus einem Boletus
und T. lapella H. nebst T. rusticella, Gelechia notatella, Oeco-
phora luridicomella aus Vogelnestern. Stett. Ent. Zeit.
XXXIV. p. 133.
Tinea sexguttella (Montenero); Mann, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. 23. p. 127: T. cdlonella (Samarkand) Taf. VI. Fig. 106,
longipennis (Samarkand) Fig. 107, caerulipennis (an h. g.?) (Zarav-
schanthal) Fig. 108; Tineola macropoäella (Samarkand) Fig. 109;
der Entomolofific während der Jahre 1873 und 1874. 277
Erschoff a. a. 0. T. himmctdla (Spanien, Alcricr); E. L. Rago-
not, Ann. Soc. Ent. Fr^anc. IV. p. 579; Bull. p. CLXXI.
Ochsenheiraeria fie^erarmw (Cannes), Milliere, Rev. et Mag.
de Zool. 1874. p. 249.
Acrolepia Citri (Corsica) ; derselbe, Pet. Nouv. Entoni.
1873. p. 310.
Phitella incarnatella (Graubünden); Steudel, Stett. Ent.
Zeit. XXXIV. p. 340 ff.
Hemioscopis axella Hb. ein Bürger der Livländischen
Fauna; Sitzber. Dorp. Naturf. Ges. 3. Bd. 6. Heft. 1874. p. 495.
(Die Angabe Livl. hinter dieser Art in Stand. Cat. beruhte bis
dahin auf einem Irrthum und gehörte zu S. avellanella, wo sie fehlt.)
Psecadia distigmoteUa (Samarkand) Taf. VI. Fig. 111; De-
pressaria homochroella Fig. 12, despoUatella Fig. 113; Erschoff
a. a. 0.
D. hrunneella (Lardy), Ragonot, a. a. 0. p. 585 und CLXXII:
D. cJiamberseUa (Kirkwood, Miss.), M. E. Murtfeldt, Canad. En-
tom. VI. p. 222.
Ileliostihes n. g. Mattheioi (Valparaiso) p. 435; Cryptolechia
ochracea (Valparaiso) p. 436, fasciatipedella (Valparaiso) p. 437,
lurideUa (Valparaiso) p. 438, fencstelkt (Valparaiso) p. 439, iistimacula
(Valparaiso) p. 440; Gelechia placidella (Vancouver Insel) p. 441;
Zeller in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 24. G. ruhensella
(Missouri), Murtfeldt a. a. 0. p. 222; G. Benedeni (Cap Verde),
Weyenbergh, Entom. Monthl. Mag. X. p. 122; G. (Anacampsis)
ohliqudla (Lardy); Ragono t, Ann. Soc. Ent. Franc. IV. p. 586.
G. cauligenella bei Danzig (in Stengeln von Silene nutans)
gefunden; Brischke, Schriften naturf. Gesellsch. i. Danzig.
N. F. III. 2. p. 9.
W. Heuäcker beschreibt G. Kiesenioetteri aus dem Harz;
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 94.
Bryotropha gehicoloreJla (Samarkand) Taf. VI. Fig. 114; Cera-
tophora radlosella (Taschkent) Fig. 115; Cladodes hiareatella (Kisil-
kumwüste) Fig. 116; Megacraspedus exoletellus (Zaravschanthal)
Fig. 117; Oecophora bisinuella (Stadt Turkestan) Fig. 118; Erschoff
a. a. 0.
VlenroiB, Ämaniella (Cilicischer Taurus); Mann, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. 23. p. 573.
Gracilaria elegantella, miraUlis, astericola; Coriscium para-
doxum, neue Arten aus Nordamerika, Frey und Boll a. a. 0.
p. 202 ff.
Ornix Fragariae (Darlington); Coleophora obtusella (Ports-
mouth), Stainton, The Entomologists Annual, p. 160 f.; C.
infihidatella (Stuttgart), Hofmann, Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 318;
C. pidmonarieUa (Frankreich, Deutschland), Giraudi (Thal von
278 Bertkaii: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Bourg d'Oisaux), Ragonot, Ann. Soc. Ent. Franc. IV. p. 593,
596 und Bull. p. CLXXI.
Laverna (?) tetrazonella (Samarkand) ; Erschoff a. a. 0.
Taf. VI. Fig. 119.
L. conturbatella in Livland auf Epilobium; Sitzber. Dorp.
Natur f. Gesell seh. 3. Bd. 5. Heft. 1873. p. 398.
Butalis asmodella (Cannes), Milliere, Pet. Nouv. Entom.
1873. p. 310; B. triangulella (Frankreich), Ragonot a. a. 0. Bull,
p. CLXXII; B. capitalis (Zaravschanthal) Taf. VI. Fig. 120, B. ta-
bidella H.-S. var. inquilinella, vielleicht neue Art; Erschoff a. a. 0.
LithocoUetis quercetorum, Hagenii (?), longestriata (?), inter-
media, obsoleta, mirifica (?), Scuderella, consimilella, ignota, Bostonica
auronitens, gemmea (?), aenigmatella, n. A, H. Frey und J. Boll
a. a. 0. p. 207 ff., L. pseudoplatanella , geniculella (Frankreich);
Ragonot, Ann. Soc. Entom. Franc. IV. p. 600 und Bull,
p. CLXXIII.
Tischeria aurifrontella (Frankreich), derselbe ebenda p. 604
u. CLXXII; T. roseticola, aenea (Boston-Cambridge), IL Frey und
J. Boll a. a. 0. p. 222 f.
Bucculatrix alhipedella (Tübingen); Hofraann, Stett. Ent.
Zeit. p. 318. XXXV.
Guenea ioi'reonella (Seealpen), Milliere, Rev. et Mag. de
Zool. 1874. p. 246.
Pterophorina. Zeller zählt in den Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. 23. p. 317 ff, die ihm in natura bekannten Pterophoriden
Nordamerikas auf und beschreibt die neuen Arten: Oxyptilus Dela-
waricus (Delaware) p. 320, nigrociliatus (Delaware) p. 322; Mimese-
optilus semicostatus (Texas) p. 323, pumilio (Texas) p. 324; Oede-
matophorus inquinatus (Texas) p. 325; Leioptilus paleaceus (Ohio)
p. 326; Scoptonoma n. g. (. . . .; alae integrae, anteriores sine
plica heteronoma, angulo dorsali prominente, tibiae sine nodis . . .)
integra (Texas) p. 328, interrupta (Texas) p. 329.
Neue Arten aus Amerika sind ferner: Platyptilia brevipennis
(Peru) p. 442; Lioptilus hololeucos (Valparaiso), Mathewianus (Van-
couver Insel) p. 445; Aciptilia alternaria (Valparaiso) p. 447; der-
selbe ebenda. 24.
Derselbe bespricht in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV.
p. 135 ff. die unterschiede von Platyptilia ochrodactyla Hbn. und
P. Bertrami Rssl., und schlägt für Platyptilus isodactylus de Graaf
den Namen P. Graaßi vor, da isodactylus Graaf = similidactylus
Stgr. ist.
W. Buckler giebt im Ent. Monthl. Mag. X. p. 182 die
Naturgeschichte von Mim aeseoptilus aridus.
C. S. Gregson beschreibt im Entomologist VI. p. 426 f. die
der Eutomologie während der Jahre 1873 und 1874. 279
Larve von Platyptilus gonodactylus und p. 512 die von Liopt.
lienigianus.
Pteroph. braehydactylus bei Dorpat; Sitzber. Dorp.
Naturf. Ges. 3. Bd. 5. Heft. 1873. p. 398.
Diptera.
Hermann Loew. Beschreibungen ei|ropäischer
Dipteren. Band IIL Halle. 1873. 28 to. 310 S. In diesem
Bande sind 213 Arten beschrieben, die meisten neu und
von A. Fedtschenko's Sammlung in Turkestan her-
rührend.
Camillo Rondani. Muscaria exotica Musei
Civici Januensis observata et distiucta. Ann. Mus. Civ.
Genova. IV. p. 282 — 300. Die beschriebenen Arten sind
von Beccari und Antinori in Abyssinien und vonDoria
in verschieden östlichen Ländern gesammelt worden.
Diptera nova, in Pannonia inferiori et in
confinibus Daciae regionibus a Ferd. Kowarzio
capta. Descripsit H. Loew. Es sind hier 67 ver-
schiedenen Familien angehörige Zweiflügler, z. Th. aller-
dings nur in dem einen Geschlechte, beschrieben.
Beschreibung südafrikanischer Diptera aus
den Familien Psilidae, Micropezidae. und Osci-
nidae. Von Prof. Dr. H. Loew. Giebel's Zeitschr. ges.
Naturw. 44. p. 191. Es werden 3, 1 neue Arten beschrieben,
und 11 Arten aus der Familie der Osciniden (den Gat-
tungen Oscinis, Chlorops, Meromyza, Pachylophus, Eurina
und Anatrichus angehörend) ausführlicher gekennzeichnet.
Loew hat den dritten Theil der Monographs of
the Diptera of North America mit der Familie der
Ortalidinae folgen lassen. Smithsonians Miscella-
neous Collections. Vol. XL Washington, 1873. S. unten.
Derselbe giebt in Giebel's Zeitschr. ges.
Naturw. 43. p. 413 ff. die Diagnose von 22 neuen Arten
verschiedener Familien, die Christoph bei Schahrud,
Sarepta, Astrabad gesammelt hatte.
A. Grzegorzek bringt eine Uebersicht der bis dahin
in der Sandezer Gegend West-Galiziens gesammelten Di-
pteren; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 25 ff. Das-
selbe enthält Mycetophilidae 129, Simulidae 3, Bibionidae
280 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
14, Tipulidae 115, Rliypliiclae 3, Coenomyina 1, Stratio-
myidae 23, Tabanidae 13, Lepidae 17, Asilidae 22, There-
vidae 6, Scenopinidae 2, Bombylidae 11, Empidae 99, Do-
licliopodidae 88, Lonchopteridae 4, Muscidae calypterae
201, Muscidae acalypterae 286, Pipunculidae 9, Conopidae
10, Syrpliidae 115, Phoridae 21, Hippoboscidae 2 Arten;
im Ganzen also 1194 Arten. Bemerkenswert!! ist das Vor-
kommen von Metoponia vagans Loew in dortiger Gegend,
dem einzigen bis jetzt bekannten Fundort in Europa.
Als Beitrag zur Dipterenfauna Ungarns bringt
Kowarz ein Verzeicbniss der in den Umgebungen von
Herculesbad und Orsova gesammelten Dipteren; Verb.
Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 453 ff. Das Verzeichniss,
das Apbaniptera und Pupipura nicht berücksichtigt, zählt
141 Nemocera (12 neue), 239 Brachycera orthorapha (26
neue), 516 Brachycera cyclorapha (29 neue) auf, im Ganzen
also 896 Arten, darunter 67 neue. Die letzteren sind von
Loew in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 33 ff. beschrieben.
C. H. Priebisch ein desgl. der bis jetzt in der Um-
gebung von Annaberg beobachteten Arten. Dritter
Jahresbericht des Annaberg-Buchholzer Vereins für
Naturkunde, p. 66 ff. Dasselbe enthält von Nematocera
35, von Brachycera 103, im Ganzen also 138 Arten und
wird wohl, selbst bei dem geringeren Umfang des Sammel-
gebietes die Zahl der wirklich dort vorkommenden Arten
bei weitem nicht erschöpfen.
Beitrag zur Dipteren-Fauna Oesterreichs. Von
Joseph Mik. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24. p. 329.
Mik beschreibt mehrere neue Arten und stellt 2 neue Gat-
tungen auf; s. unten.
Uebersicht der in Mecklenburg bis jetzt beob-
achteten Fliegen. Von A. Raddatz. Archiv des Ver-
eines der Freunde der Naturgeschichte in Mecklen-
burg. 27. Jahr. p. 22—131. Diese Uebersicht enthält die
Nematocera, die Phoridae, die Muscidae calypterae und
M. acalypterae mit Ausschluss der Borborinae, Phycodrominae
und Agromyzinae. Ebenso fehlen die Aphaniptera, die
als nicht zu den Fliegen gehörend behandelt zu sein
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 281
scheinen. Aufgeführt sind 1025 Arten, die der Verfasser
grösstentheils bei Rostock gesammelt hat.
Bemerkungen über die von Herrn F. Walker im
5. Bande des Entomologist beschriebenen ägyptischen
und arabischen Dipteren. Von Dr. H. Loew in Guben.
Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 42. p. 105 ff. Die Be-
merkungen beziehen sich auf die im vorigen Bericht p. 391
(171) erwähnte Beschreibung 48 neuer Arten, bei der
Walker sich grober Vernachlässigung älterer und neuerer
Literatur schuldig gemacht habe.
Mehrere Fliegen (z. B. Calliphora vomitoria) sind im
Stande auf dreierlei Weise Töne hervorzubringen. Die
raschen Flügelbewegungen erzeugen einen verhältnissmässig
tiefen Ton (Flugton). Die lebhaften vibratorischen Be-
wegungen, die die Hinterleibssegmente einer festgehaltenen
Fliege ausführen, erzeugen einen anderen, höheren Ton.
Endlich besitzen die meisten Fliegen, wenn auch in ver-
schiedenem Grade der Vollkommenheit, „Brummapparate",
deren Bau schon früher auseinandergesetzt ist. Landois,
Thierstimmen p. 65 ff.
A. S. Packard referiert nachträglich über die embryo-
logischen Arbeiten Weismanns bei den Fliegen (The
Metamorphosis of Flies) Americ. Natural. VIII. p. 603 ff.,
66i ff., 713 ff.
Townend Glover. Manuscript Notes from my
Journal, or Illustrations of Insects, Native and
Foreign. Diptera or Two- winged Flies. Washington,
D. C. 1874. 4to. p. I— III. pls. I-XII (jede mit einer Seite
Erklärung). Ist mir nicht zugänglich gewesen.
Gecidomyidae. F. Loew theilt in »Beiträge zur Kennt-
niss der Gallmücken«, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
p. 143 ff. seine Beohachtiingen üher die Entstehung der Gallen von
Diplosis tremulae Winn. und Asphondyha ononidis F. Loew mit;
p. 160 ff. Danach wird das Ei nicht in das Blattparenchym von
Pop. tremula, sondern auf die Fläche, gewöhnlich die obere, ganz
junger Blätter gelegt. An dieser Stelle bildet sich eine Mulde, die
immer tiefer wird, bis sich endlich ihre Ränder zusammenschliessen
und so die schönen, kugeligen Gallen herstellen. Wenn die Larve
ihren Frass einstellt, so vertrocknen auch die Wände der Ilohlkugel
und ziehen sich zusammen, dadurch der Larve eine Oeffnung zur
282 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Auswanderung gewährend; die Verpuppung erfolgt in der Erde.
Die Larven von Asphondylia Ononidis verpuppen sich in der die
Zweigspitzen von Ononis spinosa krönenden Galle, welche von der
Puppe seitlich durchbrochen wird, wenn die Mücke ausschlüpfen
will. — Als neue Arten beschreibt derselbe Cecidomyia Trifolii auf
Trif. pratense L., p. 143, Hieracii auf H. murorum (var. silva-
ticum) p. 145 und 321; Epidosis flavescens p. 147; Asynapta longi-
pennis, griseipennis p. 148; Lasioptera carophila auf Carum Carvi
L. p. 149. Ferner werden Larven noch unbekannter Arten in Gallen
von Fagus silvatica L., Populus tremula L. p. 156, Carpinus betulus
L., Pimpinella saxifraga L. p, 157; Fagus silvatica L. p. 158; Quer-
cus Cerris L., Thymus serpyllum L., Galium verum L., Erineum
album Pers. und betulinum Schumm. p. 159 aufgeführt.
Aus der Galle von Carpinus betulus erzog Loew C. Carpini
n. sp. p. 322, aus der von Pimpinella saxifraga Asphondylia Pimpi-
nellae n. sp. p. 326. — Cecidomyia albipennis Winn. = C. saliciperda
Duf.; p. 324.
Cecidomyia subulifex aus Gallen von der Oberseite der Zerr-
eichenblätter; Mayr, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24. p. 61.
F. M. van der Wulp macht in der Tijdschr. v. Entomol.
XVII. p. 108 ff. Bemerkungen über die Lebensweise dieser Fliegen
und beschreibt die neuen (Holländischen) Arten Colpodia pdllidula;
Epidosis nitida; Catocha crassitarsis (Rotterdam).
V. Frauenfeld beschreibt in den Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. 23. p. 184 Diplosis /S'c/imm (auf der schmalblätterigen Varietät
des Buxbaumes) und p. 186 Asphondylia Cytisi (auf Cytisus
austriacus L.).
A. ononidis (Pressbaum im Wienerwalde); Loew, ebenda
p. 139. A. Ulicis, aus Gallen von Ulex europaeus; J. W. H. Traill;
Scot. Natur. IL p. 172.
Cecidomyia resinicola (in Gallen von Pinus inops, New York);
Osten-Sacken, Trans. Am. Ent. Soc. IIL p. 345 f., C. (Diplosis)
huxi, Laboulbene, Ann. Soc. Entom. Franc. (5) III. p. 32.
Brischke fand eine Cecidomyialarve (C. pyri ?) auf den
Blättern der Populus tremula lebend, deren Einrollen sie verursacht.
Kürzere Mittheilungen in Schriften d. naturf. Gesellsch. in
Danzig. Neue Folge III. 2. p. 2.
Mycetophilidae. F. M. van der Wulp giebt Notizen über
die Lebensweise der einheimischen Arten und beschreibt Exechia
rufitJiorax; Brachycampta rufkauda; Mycetophila sordida, (Amster-
dam); Platyura concolor aus Holland. Tijdsch. v. Entom. XVII.
p. 114 ff.
Mik beschreibt folgende neue Arten aus Oesterreich: Diado-
cidia valida p. 329; Paratinia n. g. sciarina p. 331; Verh, Zool.
Bot. Ges. Wien. 24.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 283
Beling erzog aus Larven folgende 4 neue Arten: Sciara
egregia, concolor, tremulae, hortulana. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
23. p. 550 ff.
Ueber eine fragliche Heerwurmserscheinung s. Jahres-
hefte des naturwissenschaftlichen Vereins für das Fürstenthum
Lüneburg. VI. p. 206.
Ghironomidae. H. Weyenbergh beschreibt ein zweiköpfiges
Monstrum einer Chironomuslarve und spricht dabei über Monstra
im allgemeinen. Monstra nennt er diejenigen Missbildungen, die sich
innerhalb der Eihüllen entwickelt haben ; für alle später eintretenden
Abv/eichungen vom normalen Bau hat er den Namen »Deformitäten.«
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 432.
Chironomus fluminicöla, eine wahrscheinlich neue Art von
Cordova (La Plata), derselbe ebenda p. 454.
Blepharoceridae. C. R. Osten -Sacken stellt in Hayden's
Ann. Rep. of ü. S. Geol. etc. Survey of the Territ. for 1873
(Washington, 1874) p. 564 die neue Gattung Bibiocephala auf.
Von der nahe verwandten Blepharocera unterscheidet sie sich durch
eine zwischen der ersten und zweiten eingeschobene Längsader und
Kürze der Fühler. B. grandis, Colorado.
Gulicidae. Pagenstecher handelt in einem populären Auf-
satze (Fühling's laudwirthschaftliche Zeitung. Heft 3. 1874. p. 161 ff.)
von der Schnacke, Culex pipiens L., welche er für die Art er-
klärt, die 1872 und 1873 in manchen Rheingegenden zu einer
wahren Plage geworden ist. Der Aufsatz giebt zunächst Kenntniss
von den allgemeinen Organisationsverhältnissen und Eintheilung der
Dipteren; sodann wird ihre Stellung im Haushalte der Natur be-
sprochen und werden die Arten eingehender behandelt, die als
Blutsauger Menschen und Vieh besonders lästig werden. In aus-
führlicher Weise schildert Pagenstecher die Lebenweise der Cu-
lex pipiens, ohne unsere Kenntniss gerade zu bereichern und em-
pfiehlt als Schutzmittel in den Schlafzimmern das Abbrennen ge-
wisser Räucherkerzchen, die namentlich in Venedig fabrizirt werden
und hauptsächlich aus persischem Insektenpulver, Salpeter und
Honig zu bestehen scheinen.
Culex ZeMCO^ramwMS (Seh ah rud); Loew in Giebel's Zeitschr.
ges. Naturw. 43. p. 413.
C. lencacantlius (Ungarn); derselbe, Berl. Ent. Zeitschr.
17. p. 33.
Limnobiidae. H. Loew beschreibt (Europ. Dipt. III) p. 41 ff.
Rhypholophus bivittatus '(Harz, Schlesien), tephronoUis (Galizien),
helveticus (Schweiz); Erioptera limhata (Galizien); Acyphona melarrt'
podia (Harz), pallens (Rheinland); Mesocyphona fossarum (Meseritz);
Symplecta grata (Neusiedler See); Gonomyia jucunda (Galizien);
284 Bert kau: Bericlit üb. d. wisSensch. Leist. auf d. Gebiete
connexa (Schweiz), ahhreviata, laeta, lurida (Reichenhall); Lipsothrix
nöbüis; Trichocera Umpidipennis (Galizien).
Sigmatocera /Zawpenm's (Mexico); Osten-Sacken, Smiths^
Mise Collect. 256. App. p. IX.
Rhypholophus pentagonälis ; Cladura fiiscula; Dynatosoma no-
Ulis; Sciophila pallens, nigriceps; Linmobia decemmaculata u. A. aus
Ungara; H. Loew, ßerl. Ent. Zeitschr. 17. p. 34 f.
Rhypholophus phryganopterus Kol. wahrscheinlich = Erio-
ptera fascipennis Zelterst. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 241.
Erioptera areolata, quadrivütata neue Arten aus Norwegen;
Siebke a. a. 0. 97.
Limnophila pallida (Harz), Larve in modernden Baumstämmen,
ßeling in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 556,
Limnobia ohscuricornis (Harz); derselbe ebenda p. 559.
Syraplecta elongata (Schahrud); H. Loew in Giebel's Zeitschr.
ges. Naturw. 431. p. 414.
Tipulidae. Beling bringt in den Verh. Zool. Bot. Ges.
W^ien. 23. p. 575 ff. einen Beitrag zur Naturgeschichte ver-
schiedener Arten aus der Familie der Tipuliden, indem er
Larven, Puppen und deren Lebensweise von folgenden Arten be-
schreibt: Ctenophora bimaculata L., Tipula nubeculosa Meig., scripta
Meig., hortensis Meig., pabulina Meig., varipennis Meig., flavo-liueata
Meig., ochracea Meig., paludosa Meig., Winnertzii Egger, irrorata
.Mcqt.; Ejiiphragma picta F.; Limnobia annulus Meig., tripunctata
F.; Rhiphidia maculata Meig.
Dolichopeza opaca Mik = D. silvicola Gurt. ; D. silvicola Gurt.
(in Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 1869) = D. nitida n. sp.
Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24. p. 350, 351.
Tipula opaca (Norwegen); Siebke in Nyt Mag. f. Natur-
vidensk. 19. p. 99.
T. pannonia, truncata, hispina, helvola; neue Arten aus Ungarn.
H. Loew in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 33 ff.
T. hifascicidata (Istrien, Dalmatien) p. 18, pachyprocta (Lai-
bach) p. 21, tergestina (Triest), hiülata p. 25, alpina (Kärnthen)
p. 28, dedecor (Corfu) p. 31, praecox p. 33, cinerascens p. 35 (Triest),
selenis (Rhodus) p. 37; H. Loew, Europ., Dipt. HI.
T. senex (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Zool. of Voyage
Erebus and Terror. IL p. 27, T. VIL F. 15.
Bibionidae. Bibio macer (Ungarn); H. Loew in der Berl.
Ent. Zeitschr. 17. p. 36.
Stratiomyidae. Loew (Europ. Dipt. III) beschreibt Metoponia
vagans (Nordrussland) p. 71 ; Clitella olscuripennis (Jagnob) p. 72, rufi-
corniB (Alai) p. 73, cinerascens (Kisilkum) p. 74 ; Oxycera tricolor p. 76,
atra p. 77, rufifrons p. 78, melanodactyla p. 80, aemula p. 81, nana
p. 83, proxima (Frankfurt a. M.) p. 85, fasciventris p. 86, bipunctata
der Entomologie währciul der Jahre 1873 und 1874. 285
p. 88, hyhrida p. 89, nigriventris p. 91, notata p. 92, fraterna p. 95,
hirticeps p. 96.
Diphysa apicalis (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Erebus a.
Terror, p. 27: Taf. VII. F. 17.
Odontomyia periscelis (Ungarn), H. Loew in der Berl. Ent.
Zeitschr. 17. p. 3G.
Xylophilidae. llhachicerns nigripälpus (Mexico) n. sp., Loew
in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 378.
Tabanidae. Kriechbaumer stellt in den Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. 23. p. 69 Haemophila n. g. (Antennae quinque-articu-
latae, articulo primo et quinto elongatis, secundo-quarto brevissimis ;
palpi feminae oblique a rostro distantes. Alae hyalinae) auf; die
Art (nach einem $) ist H. Fallotii p. 70.
Tabanus quadrifarkis, sabuletorum, neue Arten von Schahrud;
H. Loew in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 43. p. 414.
T. ispaJianicus (Nordpersien); Rondani, Ann. Mus. Civ. Genov.
IV. p. 300.
Leptidae. Osten-Sacken giebt im Bull. Bufif. Soc. II. p. 171 —
174 ein Verzeichuiss der (47) Nordamerikanischen Arten in 6
Gattungen.
Tour nie r beobachtete, wie die $ von Atherix Ibis F. in
ungeheuerer Zahl (5 — 6000) an einem dünnen über dem Wasser-
spiegel hängenden Zweig sich angeklammert hatten und in den so
gebildeten Haufen ihre Eier ablegten. Die Alten sterben dann und
ihre Leichen dienen den ausschlüpfenden Maden zur. Nahrung, bis
der Klumpen auseinanderfällt und die Larven so ins Wasser ge-
langen. Compi. Rend. Soc. Ent. Belg. 17. p. LXXXIX.
H. Loew beschreibt in-der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 36
Chrysopila maerens (Ungarn).
Chrysopila ohscuripennis (Hadschyabad) ; H. Loew, Eur.
Dipt. m. p. 99.
Chrysopila nigricanda (Harz), Beling, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. 23 p. 547.
H. Loew beschreibt Chrysopila humilis (San Francisco); Tripto-
tricha discolor (San Francisco), fascivcntris (Pennsylvanien) n. A.
Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 379 ff.
Therevidae. H. Loew stellt auf Caenophanes nov. gen.
pulvillis nullis; die Art ist C. insignis von Schahrud; Giebel's
Zeitschr. ges. Naturw. 43. p. 415.
Thereva syharita (Calabrien), derselbe; Europ. Dipt. III.
p. 144.
Mydasidae. Osten-Sacken bringt ein 28 Arten in 2 Gat-
tujjgen enthaltendes Verzeichniss der bekannten Nordamerikanischen
Arten und beschreibt Mydas audax (Kentucky), carbonifer (Cayugad
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. f
28G ßertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
See) p. 186, chrysostomus (Texas) p, 187; Bull. Buff. Soc. II.
p. 174 f.
Scenopinidae. H. Loew (Europ. Dipt. III) beschreibt Sceno-
pinus opaculus (Sarepta) p. 145, brevicornis (Warsaminor) p. 146,
varipes (Ussunata) p. 148, nitidulus (Balfrusch) p. 149, clausus (Sa-
marcand) p. 150; und in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 43.
p. 416 S. Umpidipennis (Schahrud).
Acroceridae. Derselbe (Eur. Dipt.) p. 101 Oncodes formosus
(Schahrud).
Bombyliidae. Derselbe beschreibt ebenda Lomatia tibialis
p. 152, hella p. 153 (Jagnob); Exoprosopa latiuseula p. 154, occlusa
p. 158 (Kisilkum), eomplda (Karak) p, 161, fallaciosa (Krasnowodsk)
p. 162; Mulio lugubris (Taschkent) p. 164, melaleucus (Tnrkestan)
p. 167, albifrons, dispar (Kisilkum) p. 168, fenestratus (Jagnob)
p. 170, fenestrulatus (Tschardara) p. 172, farinosa (Karak) p. 173;
Callostoma soror (Saravschanthal) p. 175, desertorum (Turkestan)
p. 176; Amictus latifrons (Keles) p. 177; Antonia Fedtschenkoi
(Turkestan) p. 178; Heterotropus cdbidipennis) Usunata) p. 180;
Ploas decipiens (Iskander), nobilis (Elbrus) p, 183, bombyliformis
(Turkestan) p. 184 ; Borabylius dorsalis (Kossaral) p. 187, pericaustus
(Keles) p. 188, mobüis (Taschkent) p. 190, hololeucus (Kisilkum)
p. 191, modestus (Naxos) p. 192, argentifrons (Andalusien) p. 194,
simüis (Taschkent) p. 196; Phthiria atriceps (Warsaminor) p. 197,
quadrinotata (Samarkand) p. 198; Apolysis eremophüa p. 199; Oligo-
dranes modestus p. 200 (Kisilkum); üsia notoi« (Turkestan), unicölor
(Samarcand) p. 201; Platypygus lativentris p. 202, melinoproctus
p. 203, pumüio p. 204 (Turkestan); Cyrtosia pusüla (Kisilkum) p. 206,
cinerascens (Jagnob) p. 207; Glabella (n. g.) femorata p. 208.
Die Walke r'sche Gattung Dimorphophora fällt mit Loew's
Antonia zusammen; D. syrphoides Walk. = A. suavissima Lw. ;
Loew, Bemerkungen etc. p, 106 und 108.
Anthrax erythrostoma (Nord Persien); Rondani, Ann. Mus.
Civ. Genov. IV. p. 299; A. plumipes (Mendoza); Philippi a. a. 0.
p. 307.
Exoprosopa gloriosa Walk. = E. Helena Lw.; Loew,
Bemerkungen etc. p. 108.
Exoprosopa melaena; Platypygus maculiventris, neue Arten
von Schahrud; H. Loew in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 43.
p. 416.
Nemestrinidae. Derselbe beschreibt in den Europ. Dipt. III
folgende neue Arten aus Westasien: Hirmoneura w7Zosrt (Snmarcand)
p. 103; Nemestrina melaleuca (Bairukum), naso (Turkestan) p. 104,
Simplex (Samarcand) p. 105, fraudatrix (Saravschan) p. 108, eristalis
p. 110, ruhriventris p. 112, capito p. 116, marginata p. 117 (Kisil-
kum), laeta (Astrabad) p. 113, dedecor (Turcomanien) p. 115.
der Entomolo<^ie während der Jahre 1873 und 1874. 287
Äsilidae. C. R. Osten-Sack en verzeichnet im Bull. Buff.
Soc. II. p. 176—185 die Nordamerikanischen Arten (141 in 28 Gat-
tungen).
Rondani (Ann. Mus. civ. Genov. IV. p. 291 ff.) beschreibt
Promachus (Alcimus) taeniopus (Keren); Habropogon Doriae (Nord-
Persien); Protacanthus Schah; Haliotosoma (n. g.) puella (Nord-
Persien); Codionus (n. g.) chlorizans (Caucasus).
H. Loew (Europ. Diptera III) hat die neuen Arten Dioctria
lugens (Hadschyabad) p. 120, liturata (Losonz) p. 121; Ceraturgus
dispar (Europa) p. 122; Saropogon pittoproctus p, 124, cdternatus
p. 127 (Samarcand); Scleropogon rufipilus p. 129, sciron (Schahkuh)
p. 130, Theseus (Astrachan) p. 132; Anarolius frontosus (Taschkent)
p. 133; Ctenota molitrix (Bairakum) p. 135; Pogonosoma unicölor
(Lenkoran) p. 137, lugens (Samarcand) p. 139; Apoclea trivialis,
helvipes (Kisilkum) p. 140, 141; Polysarca neptis (Kasak) p. 142.
Scleropogon superbiis (Astrabad); Portschinsky, Horae
Entom. Ross. IX. p. 292. T. IX. 7. 8.
Laphria consimiUs (Natal), J. G. Wood, »Insects Abroad«
p. 758. Fig. 501.
Neue Nor damer ikani sehe Dasypogonina. Beschrieben
von Dr. H. Loew in Guben. Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 353 ff-
Beschrieben sind die folgenden Arten: Leptogaster eudicranus
(Texas) p. 353; Ospriocerus eutrophus (Texas); Scleropogon helvolus
(Texas) p. 355; Steuopogon morosus (Sierra Nevada) p. 356; Cyrto-
pogon callipedihis (Sierra Nevada) p. 358; Cyrtopogon longimaniis
(San Francisco) p. 360, montanus (Sierra Nevada) p. 362, leucozomis
(Sierra Nevada) p. 364; Holopogon phaeonotus (Texas); Lasiopogon
opaculus (Illinois) p. 367, tetragrammus (Canada) p. 368; Psilocurus
nudiuscidus (Texas) p. 370; Saropogon conibustus (Texas) p. 373,
adustus (Texas) p. 375. -»
Derselbe schlägt ebenda p. 377 vor, statt Lasiopogon Dati-
lopogon. statt Heteropogon Anisopogon in Gebrauch zu nehmen.
Ablautus ändert er in Ablaut atust^ Archilestes Schin. in Ar cht-
lestris, Blax in Blacodes um. Für Discocephaia Mcq. nimmt er
Helcocephala Zaennicke an.
Scleropogon avus; Pycnopogon melanostomus, beide von Schah-
rud; derselbe, Giebel's Zeitschr. 43. p. 414 f.
Derselbe macht (Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 44. p. 71 ff.)
Bemerkungen zu den Arten der Gattung Blepharotes Westw. und
beschreibt p. 75 B. macro Stylus n. sp., der bisher mit B. coriarius
Wied. verwechselt worden ist und wohl wie die beiden anderen
Arten aus Neuholland stammt.
Erax cinctipes Walk. = Promachus rectangularis Lw. ; E.
cinicolor Walk. = P. Rueppeli Lw.; Laphria nobilis Walk, =
288 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch, Leist. auf d. Gebiete
Lamyra vorax Lw. ; Dasypogon contrarius Walk. = Sisyrnodytes
floccus Lw. Loew, Bemerkungen, p. 108.
Hybotidae. Hybos vagans (Lenkoran, Astrabad); H. Loew in
Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 43. p. 417.
Empidae. Empis eupeza (Astrabad); H. Loew in Giebel's
Zeitschr. ges. Naturw. 43. p. 417.
Leptopeza sphenoptera (Partenkirchen bei München) p. 215;
Iteaphila italica (Lucca) p. 216; Pachymeria ohscuripes (Smyrna)
p. 218, subclavata (Parnassus) p. 220, ptüocnemis (Kurusch) p. 222 ;
Erapis basalis, candidata (Kurusch p. 223, Eversmanni (Russland)
p. 227, aemula (Galizien) p. 228, pittoprocta (Kultuk) p. 229, prae-
putiata, depilis (Sarepta) p. 231; Derselbe, Europ. Dipt. IIL
Empis procera, älampra, nüidiventris, tanysphyra, pleheja,
melanotricha, filata, levis, leucopeza; Rhamphomyia sphenoptera, eu-
pterota, leptopus; Hilara scrobiculata, cornicula, platyura, eiimera,
tetragramma, pubipes, cuneata; Clinocera fallaciosa, neue Arten aus
Ungarn; Derselbe in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 37 ff.
Stein fand am Hinterleibe der Empis Bistortae Meig. $ jeder-
seits ein wurmförmiges Organ, das am lebenden Thier in steter Be-
wegung war. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 242.
Dolichopodidae. Raddatz beschreibt Dolichopoden aus
Mecklenburg, meist neue Arten, nämlich Campsienemus perforatus;
Sympycnus tumidulus; Porphyrops patulus; Psilopus vialis. Stett.
Ent. Zeit. XXXIV. p. 323 ff.
Auf Sympycnus tumidulus gründet Mik die neue Gattung
Telmaturgus; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24. p. 349.
Loew beschreibt einen Synarthrus cinereiventris, bei dem Kopf,
Thorax, Flügel und Hinterleib die Merkmale des weiblichen, die
Beine dagegen die des männlichen Geschlechtes zeigen. Giebel's
Zeitschr. ges. Naturw. 44. p. 75 ff.
F. Kowarz giebtr in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
p. 453 ff. eine Revision der europäischen Arten der Gattung
Chrysotus in dem engeren Umfang, den Loew dieser von Meigen
errichteten Gattung gegeben hatte. Unter den 16 Arten, deren
Unterscheidung z. Th, auf sehr feinen Merkmalen begründet ist,
finden sich folgende neue: Chr. pulchellns (Oesterreich, Ungarn,
Deutschi.) p. 461, blepharosceles ^ (Marktbreit bei Würzburg) p. 462,
monoehaetus (Galizien, Steiermark) p. 468, microcerus (Deutschland,
auch bei Warschau) p. 469, varians (Tatra, München) p, 471, anguli-
cornis r^ (Salzburg, Innsbruck) p. 474.
H. Loew setzt (Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 41.
p. 249 ff.) die Unterschiede von Syntormon (Rhaphium) biseriatus
Lw. u. denticulatus Zett. aus einander und beschreibt p, 252 S.
Freymutliae (Moskau), durch bedeutende Grösse ausgezeichnet.
Hydrophorus JRogenhoferi p. 334; Sphyrotarsus (n. g.) argy-
der Entomologie während der Juhre 1873 und 1874 289
rostomus p, 337, neue Arten aus Oesterreich; Mik in den Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
A. Laboulbene giebt in den Ann. Soc. Entom. Franc.
III. p. 49—56 eine sehr eingehende und durch Abbildungen auf
Taf. V erläuterte Beschreibung der Lebensweise und Larve von
Systenus appropinquans Lw.
Dolichopus a/'er (Sciotel) ; Rondani,Ann. Mus. civ. Geuov.
IV. p. 291.
D. lonchophorus (Kultuk); Gymnopternus 'placiäus (Sarepta);
H. Loew, Europ. Dipt. IIL p. 234, 236.
Psilopus hellus, ludens, neue Arten aus Ungarn; Derselbe in
der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 44.
Phoridae. Vhova setigera, neue Art von Sarepta; H. Loew in
Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 43. p. 420.
Syrphidae- H. Loew beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr.
17. p. 36 f. die neuen Arten aus Ungarn: Xylota rufipes; Brachy-
palpus eunotus; Ceria tridens.
Siebke beschreibt 3 neue Varietäten von Milesia vespiformis
L. Nyt Mag. f. Naturw. 19. p. 85.
Derselbe eine eben solche von Xylota coeruleiventris Zett.;
ebenda p. 86.
Syritta abyssinica (Keren) ; Microdon asthiopicus (Sciotel) ;
Rondani a. a. 0. p. 282.
Sericomyia 7iigra (Irkutsk); Portschinsky, Hör. Entom.
Boss. IX. p. 29L
G. H. Verral giebt im Ent. Monthl. Mag. IX. p. 251 ff.,
283 ff. synonymische Bemerkungen über mehrere Arten und beschreibt
als neu Syrphus punctulatus, compositarum p. 254, flavifrons p. 256
(Grossbritaunien) ; Melanostoma gMadnmacMZrtii*wi (Schottland) p. 281.
Fipunculidae. Loew beschreibt Chalarus bascdis (Galizien);
Europ. Dipt. p. 218.
Conopidae. Sphixosomaa/^ricawww (Ansaba); Bondani a. a. 0.
p, 283.
Muscidae. PhasHdes. Rondani stellt a. a. 0. p. 284 Bo-
gosia n. g. auf; B. Antinorii.
Tachinides. ¥. Walker bringt ein Verzeichuiss europäischer
Tachiniden nebst den Insekten, als deren Schmarotzer sie bekannt
sind. eist. Entom. X. p. 279—283.
Tachina (Belvosia) auricincta (= bifasciata F ?) in Amisota;
C. V. Riley V. Rep. Ins. Miss. p. 140 f.
Echinomyia dlhanica (Albanien); J. M. Bigot, Ann. Soc.
Ent. Franc. IV. p. 116.
E. persica (Astrabad), Portschinsky, Hör. Ent. Ross. IX.
p. 293. T. IX. F. 9.
290 Berikau: Uericht üb. d. wisbeiisch. Lciat. auf d. Gebiete
Siebke beschreibt zwei neue Varietäten von Echinomyia
Marklini Zett. Nyt Magaz. f. Naturw. 19. p. 87.
Echinomyia xenoprepes (Schakku) ; Ocyptera rohusta (Schahrud) ;
H. Loew in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 43. p. 418.
Psilides. Chyliza Immeralis; Loxocera rufa (Caffrarien),
lateralis (Cap); neue Arten, derselbe ebenda 44. p. 194.
Sciomyzides. Sc. clathrata (Sarepta); Loew, Giebel's
Zeitschr. 43. p. 418.
Micropezides. Micropeza m^m (Schahrud) ; Low, Giebel's
Zeitschr. 43. p. 418.
Calobata öremjpmms (Caffrarien); Loew, Giebel's Zeitschr.
ges. Naturw. 44. p. 196.
C. latifrons, stylifera, nitens (Kultuk), longiceps, adusta
(ßaiern); derselbe, Europ. Dipt. III. p. 253 ff.
Tanypezides. Rondani giebt im Bull. Ent. Soc. Ital.
VI. p. 167—182 eine analytische Beschreibung der Italienischen
Arten. Auf Nemopoda stercoraria Macq. gründet er die neue Gat-
tung Meroplius; neu sind M. melitensis, Schembrii (Malta) p. 175 f.;
auch Sepsis Falleni und lucidus Stäg. gehören hierher.
Dexides. Dinera pallicornis (Sarawschan); H. Loew, Europ.
Diptera IIL p. 287.
Sarcopliagides. Rondani beschreibt Ann, Mus. civ.
Genov. IV. p. 284 f. S. distinguenda, sejimgenda von Keren.
Neue Varietät von Sarcophaga cruontata Meig. Siebke, Nyt
Magaz. f. Naturw. 19. p. 88.
Museides. Rondani stellt a. a. 0. p. 287 die neue Gattung
Beccarimyia auf, ß. glossina und beschreibt Somomyia at^^Wmiews
p. 285; Stomoxys scitiens p. 288, alle von Keren.
Mesembrina decipiens (Kultuk); Loew, Europ. Dipt er. III.
p. 239.
Leidy erwähnt das Vorkommen der Filaria Muscae in Musca
domestica. Proceed. of the Acad. of Natural Sciences of
Philadelphia. 1874. p. 139.
Grube handelt von der geographischen Verbreitung der
Tsetsefliege, Glossina morsitans und schildert die Krankheitser-
scheinungen, die der Stich dieses Insektes an verschiedenen Thieren
hervorruft. 51. Jahresber. d. Schles. Gesellsch. f. vaterl.
Cultur. p. 50.
A. S. Packard jr. giebt die Entwickelungsgeschichte von
Musca domestica L. Proc. Bost. Soc. Nat. Hist. XVI. p. 136 ff,
(mit einer Tafel).
Änthomyides. H. Loew giebt eine Synopsis der deutschen
Arten der Gattung Azelia Desvoidy (Atomogaster Macquart), in der
zahlreiche Irrthümer früherer Autoren berichtigt und die (8) Arten
mit bekannter Schärfe charakterisirt werden. A. monodactyla p. 34
der Entomolufj^ie während der Jahre 1873 uud 1874. 291
aus den baierischen Alpen und Ungarn ist eine neue Art. Entomo-
logische Miscellen; herausgeg. v. Verein f. Schles. Insekten-
kunde. Breslau, 1874. p. 1 ff.
F. Loew beschreibt die Tonnenpuppe von Hydrotaea irritans
Fall. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 143.
Weyeubergh jr. giebt Beschreibung und Abbildung von
Authomyia floralis Fall, nebst deren in Radieschen lebenden Made.
Tijdschr. v. Entom. 2. VIII. p. 131 £f. Taf. VIII.
Anthorayia lutewcntris (Keren); ßondani, Ann. Mus. civ.
Genov. IV. p, 288.
Hydrotaea impexa (Baiern); Lispe nubüipennis (Sarepta); H.
Loew, Europ. Dipt. III. p. 243 f.
Spilogaster ulmicola (Paris), Laboulbene, Ann. Soc. Ent.
Fr. III. p. 307 ff. T. VIII. 1—8.
Cordylurides. Loew beschreibt (Europ. Dipt. III. p. 245 ff.)
Cordylura melaleuca (Griechenland), umhrosa (Ungarn), melanacra
(Schlesien), breviventris (Sarepta), nigricans (Baikal-See).
C. similis (Norwegen); Siebke, in Nyt Mag. f. Naturvidensk.
19. p. 92.
Ortalidinae. Loew's Monographie der Nordamerikanischen
Ortalidinen (Smithsonians Mise. Collections. XI. No. 256) ist
das Wichtigste, was 1873 — 1874 über diese Familie erschienen ist.
Nach einer geschichtlichen Einleitung werden die natürlichen
Charaktere der FamiUe, aus der die Diptera aciphorea ausgeschlossen
werden, angegeben. Die Gattungen zerfallen in zwei Divisionen.
I. Die erste Längsader mit Schuppen oder Haaren. II. Die erste
Längsader nackt. In der ersten Division finden sich 5 Sectionen.
1. Pyrgotina. Ovipositor nicht abgeflacht. 2. Platystomina. Ovipo-
sitor nicht abgeflacht, Stes Antenneuglied nicht kreisrund, weder am
Pro-, noch am Mesothorax Borsten. Hierher die neuen Gattungen
und Arten Ämphicnephes pertusus p. 84; Himeroessa pretiosa
p. 85; Rivellia conjuncta p. 88, variabilis p. 91, flavimana p. 92,
micans p. 94, pallida p. 95; Stenopterina caerulescens p. 97. 3. Ce-
phalina wie 2, aber am Mesothorax eine Borste. Hier die neuen
Gattungen und Arten Tritoxa (p. 102) incurva p. 104, cuneata
p. 107; Diacrita aemida p. 114; Idana n. g, p. 115 für Ortalis
marginata Say. 4. Ortalina, wie 3, aber auch am Prothorax eine
Borste. Neue Gattungen und Arten: Automola n. g. p. 118 für
die Brasilianischen Arten Ortalis atomaria Wied. und 0. trifasciata
Wied. ; Teiano-ps hiridipennis p. 119, integrap. 121; Ceroxys otscwn-
cornis p. 126, ocliricornis p. 126, similis p. 127; Anacampta latiu-
scula p. 130; Apospasmica n. g. p. 131 für Ortalis fasciata Wied.
= Tephritis quiuquefasciata Macq. von Chile. 5. Pterocallina; Ovi-
positor nicht platt; drittes Antennenglied kreisrund. Neue Gattungen
und Alten: Pterocalla strigida p. 133; Stictocephala cribellum
292 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
p. 134, crihrum p. 135, corticälis Fitch p. 136; Callopistria n, g.
p. 140 für Platystoma annulipes Macq. Die 2te Division hat nur 2
Sectionen. L.Ulidina. Hinterwinkel der Analzelle spitz; Schenkel
unbewaff»et. Euxesta nitidiventris p. 157. 2. Richardina. Hinter-
winkel der Analzelle stumpf, abgerundet. Schenkel meist bewaffnet.
Hier die neuen Gattungen und Arten: Goniceps (p. 177) niger
p. 178; Cyrtometo'pa n. g, p. 179 für Odontomera ferruginea Macq.;
Stenomacra n. g. p. 180 für Sepsis Guerini Bigot; Syntaces n. g.
p. 182 für Setellia apicalis Macq. aus Brasilien; Etiolena n. g.
p, 183 für Michogaster egregius Gerst. von Columbien; Idiot ypa
appendiculata p. 183; Steneretma Inticauda p. 187; Coelometopia
himacidata p. 189; Hemixantha spinipes p. 190; Melanoloma
afßnis p. 192.
Derselbe beschreibt (Europ. Dipt. III). Tetanops pictipennis
(Kultuk) p. 265 ; Ortalis laticornis (Kultuk) p. 269 ; Ceroxys nanus
(Spanien) p. 275, ohscuripes (Sarawschan) p. 276; Anacampta moros a
(Sarepta) p. 278, rohusta (Sarawschan) p. 279.
In einer Revision der Nordamerikanischen Arten der
Gattung Trypeta von H. Loew (Smithson. Miscell. Collections.
Vol. XI. Art. ITI. (No. 256)) werden folgende neue Arten beschrieben:
T. (Hexachaeta) amcd)iUs p. 219, (Acrotoxa) Indens p. 222, tricincta
p. 225, liamata p. 229, integra, consohrina, pseudoparallela p. 130,
die 4 letzteren aus Brasilien, (Stenopa) mdnerata p. 232, (Epochra)
canadensis p. 235, (Oedicarena) tetanops p. 245, hiseriata (Brasilien)
p. 252, (Oedaspis) gibha p. 260, pJioenicura (Brasilien) p. 269, (Ble-
pharoneura) poecilogastra p. 270, (Acrotaenia) testtidinea p. 272,
(Acidigona) melanura p. 283 (Icterica) cireinnata p. 288, peregrina
(Brasilien) p. 292, (Tephritis) alhiceps p. 302, euryptera p. 304, platy-
ptera p. 306, (Euaresta) pura p. 320, spectabilis (Brasilien) p. 309,
ohscuriventris (Brasilien) p. 313, tenuis (Brasilien) p. 316, (ürellia)
Polydona p. 324, actinobola p. 326. Im Ganzen zählt die Revision
in Nordamerika 61 Arten auf.
Philippi erzog aus den Gallen von Baccharis rosmarini-
folia Hook., die nach Molina eine Cynips (C. Rosmarini Chilensis)
liefern soll, eine Fliege, der er den Namen Percnoptera (n. g.)
angustipennis giebt. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 305 ff.
Tephritis florescentiae Fall. var. nov. Siebke inNytMag.
for Naturv. 19. p. 93.
Platystomides. Loew beschreibt (Eur. Dipt.) Platystoma
suavis (Sarawschan) p. 281, rufimana (Caucasus) p. 284.
Ulidiides. Ebenso ülidia mdampodia p. 287; Empyclocera
ahstersa (Sarawschan) p. 289; Goniceps carbonarius (Sarepta) p. 290.
Rondani stellt Myiodella n. g. auf für M. brachialis (Keren);
Ann. Mus. civ. Gen, IV. p. 290.
der Entoiiiülogic während der Jahre 1873 uud 1874. 293
Ulidia riififi'ons Walk. = U. sniaragdiua Lw.; Loew, Be-
merkungen etc. p. 109.
Sapromyzides. Loew besehreibt (Europ. Dipt. IIT.) Lonchaea
splendida (Sicilien) p. 292; V^iWoviev^i lactabüis (Reichenhall) p. 293,
costalis (Schlesien) p, 295, palleiis (Kultuk) p. 296: Sapromyza dedecor
(Oesterr.?) p. 298, adumbrata (Spanien) p. 299, poeciloptera (Lan-
geuau) p. 300.
Lonchaea silvatica (Harz), Beling, Verh, Zool. Bot. Ges.
Wien. 23. p. 549.
Palloptera Umhata (Piemont) p, 257; Stephanilla (n. g.)
sertidata (Parma) p. 268; Lonchaea scutellaris (Parma) p. 271; Ron-
dani, Bull. Soc. Ent. Ital. VL
Drosophilides. Amiota poecüogastra (Astrabad) p. 419;
Haplcgis ohscuripennis (Sarepta) p. 420; H. Loew in Gicbel's
Zeitschr. ges. Naturw. 43.
Diopsides. Diopsis dubia (Natal), fallax (Borneo) p. 111,
argentifera (Celebes) p. 112, belzebuth p. 113, villosa p. 114 (Borneo),
cotliimiata (Celebes) p. 115; J. M. Big ot, Ann. Soc. Ent. Franc. IV.
lieber die Arten der Gattung Sphyracephala Say. Von Dr. H.
Loew. Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 42. p. 101 fF. Von dieser
Gattung sind 3 lebende Arten bekannt: S. brevicornis Say = S. sub-
bifasciata Fitch; S. nigrimana. S. Hearseiana Westw. = S. Hoar-
seiana Macquart. Eine im Bernstein vorkommende Art nennt Loew
S. succini p. 105.
Sepsides. S. pilipes (Ungarn); Nemopoda pectinulata (Posen);
Loew, Eur. Dipt. IIL p. 304 f.
Ephydrides. H. Loew beschreibt Athyroglossa nudiuscula
(Kasan) p. 307; Pelina nüens (Calabrien) p. 309, ventriiosa (Schlesien)
p. 310. Eur. Dipt. III.
Scatella tetra (Sarepta); derselbe Giebel's Zeitschr. 43.
p. 419.
Thyriomyza macriira p. 247; Piophila melanocera p. 249; Och-
thiphila frontella p. 260, obscuripes p. 261; Rondani, Bull. Soc.
Ent. Ital. VL
Loew erörtert die systematische Stellung und Charaktere der
Gattung Canace Hai., die sich unter allen Ephydridae durch
den Besitz einer 3ten Basal- oder Analzelle auszeichnet; ferner ist
die Discoidalzelle von der zweiten Basalzelle gesondert. Zu der
1839 von Haliday beschriebenen Art (nasica) hat derselbe später
aber eine andere Art in Abbildung geliefert, die Loew C. ramda
nennt und in ihren Unterschieden von nasica sehr ausführlich be-
schreibt. Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 76 ff.
Geomyzides. Anthomyzä imgidata (Baikal): Balioptera diver-
gens, adusta (Baiern), ders. Eur. Dipt. III. p. 301.
294 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Geomyza pictipennis, calceata, hraccata (Parma); Rondani,
Bull. Ent. Soc. Ital. VI. p. 252 f.
Leucopis talaria p. 264, minuscula p. 265, palUditarsis, armil-
lata p. 266, Ballestrerii p. 267; Rondani, Bull. Soc. Ent. Ital. VI.
H. Loew beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
p. 52 Agromyza trivütata (Ungarn).
Oestridae. Larve einer Oestrusart in dem Schultergeschwür
eines Knaben. S. J. Stroop, Am. Natural. VII. p, 437.
Cuterebralarve in einem Hautgeschwür von Didelphys murina
von Guiana; Girard, Bull. Soc. Linn. du Nord. France.
VI. No. 3.
Fliegenlarven, vermuthungsweise einem Oestrua zugesprochen,
in 6 Exemplaren an verschiedenen Körperstellen und zu verschie-
denen Zeiten unter der Haut eines Kindes gefunden. Proceed.
Bost. Soc. XV. p. 155.
Nycteribiidae. Plateau signalisiert das Vorkommen von Ny-
cteribia Fraüenfeldii Kol. in Belgien und giebt eine Beschreibung
und Abbildung dieser grossen Art (= N. pedicularia Westw. ?).
Bullet, d. la Societe Royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-
Arts de Belgique IL ser. T. 36. p. 332 ff.
Fulicidae. C. Ritsem a giebt ein Verzeichniss von den (17)
in den Niederlanden beobachteten Arten der Aphaniptera nebst ihren
Wirthen. Tijdsch. v. Entom. 2. VIII. p. LXXXIV.
Derselbe veröffentlicht eine chronologische Uebersicht
der bisher beschriebenen Arten der Gattung Pulex Linn.
mit Berücksichtigung ihrer Synonymen und Angabe ihrer Wirthe.
Correspondenzbl. d. zool. mineralog. Vereins, in Regensburg. 28.
Jahrg. 1874. p. 76 ff.
Kunkel theilt Beobachtungen über die Larven von Pulex
felis Bouche und P. fasciatus Bosc. und die der Puliciden überhaupt
mit. Die Larve besitzt einen Stirnstachel, der ihr beim Sprengeü
der Eihülle wesentliche Dienste leistet. Ann. Soc. Ent. Franc. III.
p. 129—142. Bull. p. VI, VII.
Laboulbene nimmt den Namen Derraatophilus Guer. anstatt
des jüngeren Sarcopsylla Westw. für Rhynchoprion Herm. an, welcher
letzterer für eine Arachnidengattung vorgeschlagen war. Ebenda
Bull. IV. p. CLV.
Hemiptera.
Hemiptera Africana descripsit C. StaL 1. Hol-
miae 1874. In einem Vorwort zu der Beschreibung der
Afrikanischen Wanzenarten hebt Stäl die Aehnlichkeit
der Afrikanischen Hemiptereüfauna mit der Asiatischen
und Australischen hervor, wogegen sich die Europäische
der Eutomologie während der Jahre 1873 imd 1874. 295
beträchtlich unterscheidet. Die Afrikanischen Mittelmeer-
länder tragen dagegen in ihrer Fauna ein europäisches Ge-
präge und sind daher mit theilweiser Ausnahme Aegyptens
unberücksichtigt geblieben. Den Familien sind Gattungs-
tabellen vorangestellt, die bei kleineren Familien (oder
Unterfamilien) sich nicht auf die Afrikanischen Gattungen
beschränken. In diesem ersten Theile sind die Arthropteri-
dae, Cydnidae, Pentatomidae von Stäl beschrieben. Dass
neue Arten beschrieben sind, versteht sich von selbst ; die-
selben sind durch den Autornamen und Mangel anderen
Literaturnachweises kenntlich gemacht; ich werde sie bei
den betreffenden Familien aufführen.
C. Stäl setzt seine Enumeratio Hemipterorum.
Bidrag tili en Förteckning öfver alla hitills kända
Hemiptera fort. K. Sv^ Vetensk. Akad. Handl. Bd. XI.
No. 2 enthält Part. III (Enum. Scutellerinorum Europae,
Asiae, Africae et Australiae p. 33 — 100, Cimicidarum extra-
europaearum p. 101 — 105, Nabidarum extraeuropaearum
p. 106—114, Tingitidarum extraeuropaearum p. 115 — 134,
Aradidarum extraeuropaearum p. 135—147, Acanthiidarum
extraeuropaearum (= Saldid. der meisten Aut.) p. 148,
149); Bd. XII. No. 1 enthält Part. IV (Enum. Reduviidarum
Europae, Africae, Asiae et Australiae p. 3—97, Lygaeidarum
extraeuropearum p. 98—170). Ich werde dieses Werk
citiren: Stäl a. a. 0. IIL u. IV.
J. Scott bringt ein Verzeichniss der von Lewis
während seines 5jährigen Aufenthaltes in Japan gesammelten
Heteroptera nebst der Beschreibung neuer Gattungen und
Arten Ann. a. Mag. Nat. Hist. (IV) XIV. p. 289 ff.,
360 ff., 436 ff. Dasselbe enthält 114 Arten, darunter zahl-
reiche neue, andere die auch in Europa vorkommen. Fol-
gende Familien sind in der Sammlung nicht vertreten:
Odontoscelidae, Oxijnoüdae, Fhloeidae, Edessidae^ Sparto-
ceridae, Nematopidae, Syromastidae, Stenocephalidae, Bery-
tidae, Dipsocoridae, Antliocoridae, Microphysidae, Largidae^
Phymatidae, Macrocephalidac, Zosmenidae^ Hebridae, Pies-
midae^ Aradidae, Acantlmdae, Iloloptüidaej Lohocephalidae,
Sycanidae, SaccoderidaCj Ilaematocoridae, Tagalidaej Apio-
meridcWj Saldidae, Emesidae, Veliidae, Galgididae^ Cor'ixidae,
290 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Fase. I. der Enum.Jiis. Norwegic. (s. oben 1874. p. 257
(5)) enthält auf p. 1 — 52 das Verzeicbniss der in Norwegen
gefundenen Rhynchoten (mit Ausschluss der Pediculina)
und weist 388 Arten in 25 Familien und 124 Gattungen auf.
Von den Inlandsche Hemipteren, von Sn. van
Vollenhoven ist der 4te Theil (Anthocoridae 11 A., Ara-
didae 3 A., Tingididae 12 A.) erschienen mit 3 (nicht
farbigen) Tafeln.
L. Lethierry's „Catalogue des Hemipteres du De-
partement du Nord" ist in zweiter Auflage erschienen.
Lille 1874. 8vo. 108 S. 2. T. Diese zweite Auflage ent-
hält 670 Arten gegenüber 373 der ersten. Neben genauen
Ortsangaben sind auch Futterpflanzen, Lebensweise u. s. w.
berücksichtigt und einige neue Arten beschrieben.
A. Raddatz liefert eine Ueb er sieht der in Meck-
lenburg bis jetzt beobachteten Wanzen. Archiv des
Vereines der Freunde der Naturgeschichte in
Mecklenburg. 28. Jahr. p. 49—80. Die Uebersicht
weist von Scutata 39, Coreoden 16, Berytiden 4, Coecigena 1,
Lygaeoden 41, Tingididen 13, Hebroiden 1, Aradoiden 5,
Capsina 125, Anthocoriden 16, Reduvina 13, Oculata 8,
Hydrometriden 11, Naucoriden 1, Nepina 2, Notonectica 2,
Corisiden 17, im Ganzen 315 Arten auf.
B. Jakovlev giebt ein Verzeicbniss der im Czarthum
Astrachan vorkommenden Hemiptera Heteroptera. Bull, de
la Soc. Imp. des Naturalistes de Moseou. Tome
XLVIIL p. 218 ff. Eine vollständige Benutzung ist mir
durch den v^orherrschenden Gebrauch der Russischen Sprache
nicht möglieh. Es sind aufgezählt: Tetyrae 28, Cydnidae
13, Macropeltidae 38, Coreidae 30, Berytidae 2, Lygaeidae
68, Tingidae 37, Aradidae 5, Phytocoridae 62, Anthocoridae
5, Saldidae 5, Phymatae 1, Reduviidae 20, Hydrometrae 7,
Naucoridae 1, Nepidae 2, Notoneetae 2, Corisae 4 Arten.
Neue Heteroptera aus Ungarn beschrieben von
Dr. G. V. Horväth in Pest. Berl. Eni Zeitschr. 18.
p. 332 ff". Beschrieben werden 5 Arten, den Gattungen
Zosmenus, Agramma, Monanthia, Aradus, Corisa angehörig.
Derselbe liefert ein Verzeicbniss der S c h i 1 d w a n z e n
Ungarns; Budapest 1873. Dasselbe ist mir nicht zuge-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 297
gangen; nach dem sehr kurzen Referate von Kraatz in
der Berl. Ent. Zeit sehr. 18. p. 231 enthält dasselbe 16
Scutellerides und 72 Pentatomides.
Naturgeschichtliche Beiträge zur Kenntniss
der Umgebungen von Chur (Chur, 1874) enthalten auf
S. 112 — 116 ein Verzeichniss der in der näheren Umgebung
Churs aufgefundenen Heteroptera (143 Arten aus 97 Gat-
tungen und 13 Familien.
P. Vinzenz Gredler hält eine Nachlese zu den
Wanzen Tirols, in der neben neuen Fundstellen wenig
verbreiteter Arten auch 22 Arten und 4 Gattungen der
Tiroler Fauna hinzugefügt werden.
Hemiptera Agri Ligustici hucusque lecta
enumerat P. M. Ferrari. Genova. 1874. 8vo. 103 S.
Ferrari zählt 361 Heteroptera in 205 Gattungen auf;
einige Arten sind neu, meist Persische.
A. Puton. Notes pour servir ä l'etude des Hemi-
pteres. Ann. Soc. Ent. Franc. III. p. 11—26. Taf. I.
Enthält synonymische Bemerkungen und specielle Ortsau-
gaben über bekannte sowie die Beschreibung einiger neuer
Arten.
Francis Walker. Catalogue of the Specimens
of Hemiptera in the Collection of the British Mu-
seum. VI. (Pyrrhocoridae, Fortsetzung, Capsjdae, Phyma-
tidae, Tingididae); VII (Tingididae, Piesmidae, Brachy-
rhynchidae, Aradidae, Holoptilidae, Piratidae, Reduviidae);
VIII (Reduviidae, Stenopodidae, Ectrichodidae, Apiomeridae,
Harpactoridae, Saccoderidae, Emesidae, Hydrometridae,
Lfeptopodidae, Saldidae, Pelogonidae, Hebridae, Veliidae,
Gerridae, Galgulidae, Naucoridae, Nepidae, Corixidae, No-
tonectidae). Zahlreiche neue Arten sind z. Th. nur be-
nannt, nicht beschrieben.
C. G. Giebel. Insecta epizoa. Die auf Säuge-
thieren und Vögeln schmarotzenden Insekten nach
Chr. L. Nitzsch' Nachlass bearbeitet. Siehe oben 1874.
p. 260 (8).
lieber Ameisenähnlichkeit unter Hemiptereu siehe
oben 1875 p. 189 (165).
298 Bertkau: Bericht üb. d, wissensch. Leist. auf d. Gebiete
/ Heteroptera.
Arthropteridae. Coptosoma conspersum (Calabar) p. 12,
Afzelii (Sierra Leona) p. IB, pictulum (Natal) p 14, incliisum (Caf-
frarien) p. 17; Stäl, Hemipt. Africana. I.
Pachycoridae. Stäl a. a. 0. III. beschreibt folgende neue
Arten: Hyperoncus linmticornis (Ind. Archipel) p. 7; Poecilochroraa
equestris (Malacca) p. 12; Philia fulgurans (Mysol), cuprina (Neu-
Guinea) p. 16; Calliphara cruenta (Australien) p. 17; Phymato-
genia (subg. u. für Hotea denticulata p. 24; Phimodera laevüinea
(Daurien) p. 28; Anoplogonius n. g. für Choerocoris nigricollis Sign.
Trigonosoma holopMla (Astrachan, Sarepta) ; Phimodera tuber-
culata; Jakovlev a. a. Ö. p. 229, 232.
Eurygastridae. Stäl a. a. 0. III. p. 29 ff. stellt folgende
neue Gattungen auf: Xerohia (für Eurygaster sculpturatus St. und
verrucosa n. sp. von Beirut; Holophlygdus (subg. n. Euryg.
für E. hottentottus Fabr.); Macrocarenus für Eur. acuminatus
Dallas.
Eurygaster nicoletanensis (Canada); Provancher, Le Na-
tural. Canad. IV. p. 73.
V saiCB,st3i Lethierrii (Batna); Puton, Ann. See. Ent. Franc.
III. p. 11.
Tarisa dimidiatipes, leprosa (Biskra), derselbe, Pet. Nouv.
Entom. VI. p. 452.
Scotinophora tarsalis (Japan); Scott; Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIV. p. 292.
Podopidae. Podops dilatata (Madrid). Puton, Ann. Soc.
Ent. Franc. III. p. 12„ Taf. I. Fig. 1 und 1 a.
Perillus marginatus (Canada), Provancher, a. a. 0. p. 74.
Odontoscelidae. Arctocoris incisus (Bengalen); Stäl, a. a.
0. III. p. 31.
Asopidae. Asopus punctatus L. neu für die Niederländische
Fauna. Tijdschr. v. Entom. 2. VIII. p. 116.
Picromerus iew;m (Japan) ; Scott, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
XIV. p. 293.
Cydnidae. Neue Arten aus Japan sind: Aeihus nigropiceus;
Macroscytus japonensis p. 294; Cantophorus niveimarginatus p. 295,
Sehirus triguttatus p. 296: Scott in den Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIV.
Drinostia Leivisi (ebendaher); derselbe ebenda p. 296.
(Aethus rufirostris = Aeth. rufirostrum Sign.) p. 23; Amaii-
rocoris laticeps (Chartum) p. 31, Stäl, Hemipt. Afric. I.
Aethus leptospermi (Neu-Seeland); A. G. Butler, Zool. Voy.
Erebus a. Terror. II. p. 25. PI. VII. 3.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 299
A. saprino'ides (Mombas), sciilptus (Moschi), macrops (Endara);
Gerstäcker, Cl. v. d. Decken's Reisen etc. a. a. 0. p. 403 f.
Cydnus dilutus (Persien); P. M. Ferrari, a. a. 0. p. 9.
Jakovlev beschreibt a. a. 0. p. 235 Cydnus r?«//ost*s aus dem
Astrachaner Gouvernement.
Sciocoridae. Nach Puton, Ann. Soc. Ent. Franc. III.
p. 23 ist Sciocoris basalis Fieb. = macrocephaius $ Fieb. Eine
neue Art ist Sc. convexiuscidus (Algier), derselbe, Pet, Nouv.
VI. p. 439.
Gerstäcker stellt a. a. 0. p. 397 die neue Gattung Änarropa
auf; verwandt mit Caystrus und Dymantis; zweites und drittes
Glied der Fühler und des Schnabels fast gleich; die seitlichen Kopf-
lappen nicht länger als der mittlere; Ocellen entfernt; die Art ist
A. trivialis (Uru) p. 398; Taf. XYII. Fig. 1.
Puton beschreibt in den Ann. Soc. Ent. Franc. III. p. 12 f.
Menaccarus ovcdis (Biskra), Mrticornis (Bona).
Dictyotus polystictus (Neu-Seeland) ; A. G. Butler a. a. 0.
p. 26. Taf. VII. Fig. 5.
Halydidae. Brachynema melanota (Astrachan); Jakovlev
im Bull, de la Soc. Imp. des Naturalistes de Moscou.
Tome XLVIII. p. 240. B. quadrinotata (Georgien); Provancher a.
a. 0. p. 74.
Pentat omidae. ProciUa (n. g, für Calliphara nigricornis
Sign. p. 35) scintülans (Calabar), praetoria (Gabon) p. 37; Grapto-
coris n. g. Eucoryssi affine für Tetyra comes F., Scutellera pinguis
Germ. u. s. w.; Hotea acuta (Calabar) p. 55, denticidata (Madagascar)
p. 56; Sergia (n. g. Hoteae affine) obesa (Senegal), nigro-punctata
(Senegal) p. 57, illota (N'Gami) p. 58; Alphocoris indutus (Caffrarien),
cras6ws (Senegal) p. 61; Platynopus innocuiis (Guinea) p. 71; Claudia
(n. g. Zicronae äff. für Pent. pavonina Westw. und) nudiventris
(Sierra Leone) p. 75; Marmessus (n. g.) nigricornis (Natal) p. 76;
Cyptocoris Wahlbergi (= Lundii Germ, nee Fabr.) p. 83; Trigono-
soma ohesum (Aegypten) p. 84; Thoria n. g. für Podops natalensis
Stäl und P. sinuatus Sign.; Memmia n. g. Atelocerae prox, für At.
femoralis, vicina Sign.; Halys Hedenhorgi (Bahr el Abiad), macidi-
pennis (Senegal) p. 100; Scribonia n. g. für Coenomorpha pilosa
Stäl p. 102; Orthoschizops obsoleta (Cap), conspurcata, lineaticeps
(Cap), Immeralis (?) p. 107; Menaccarus cüiosus (= piceus Am. et
S.) p. 123; Pododus obtusangidiis (Cap) p. 125; Diploxys confusa
(= rostrata F.?; Caffrarien) p. 127; fallax (Caffrarien) p. 129; Cu-
ratia (n. g. Dipl. atf.) denticornis (?), truncaticornis (?), (Keis Kaama)
p. 130; Sepontia n. g. für Bolbocoris misellus Stäl p. 133; Penta-
toma (Aspavia) pdllidispina Cap), longispina (Mauritius) p. 137,
(Carbula) Gapito (Guinea) p. 146, {Durmia) bellicosa (=i Mor-
midea albido-lüscata Stäl) p. 147, Capreola (Madagascar) p. 149,
300 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist, auf d. Gebiete
Haedula (= Cim. Typhoeus H.-S., Madagascar) p. 150, {Veternd)
unicolor (Guinea) p. 158, (Cappaea) taeniata (Cap) p. 162, pavida
(Caffrarien) p. 163, (Her da) ruhicunda p. 170, petulans (Mada-
gascar); Afrania für Strachia Wahlbergi Stäl; Bathyeoelia ovalis
(Calabar) p. 190; Nezara Dolirni (Calabar) p. 195, Fieberi (Gabon)
p. 196, teretipes (Nubien) p. 198; Flaminia n. g. für Eusarcoris
natalensis Dali. p. 199; Antestia inermiventris (Rondebosch), Spair-
manni (Cap) p. 205; Dinidor tristis (var. D. fünebris $ F.?; Ca-
labar) p. 212; Aspongopus sepulcralis (Grand Bassam) p. 214, femo-
ralis (Grand Bassam) p. 215, mysticus (Caffr.) p. 218; J.w^t&^s (n. g.
für Cim. sparsus Germ., Rhaphig. fusco-irroratus Stäl); Stäl, Hemipt.
Africana I.
Gerstäcker beschreibt a. a. 0. die neuen Arten Aeliomorpha
nasica (Mombas, Cap) p. 399; Pentatoma (Carbula) jipensis (See
Jipe) p. 400.
Reed (Anal, de la Univers, di Chili XLI. p. 355) hat die
neuen Arten Ditomotarsus Uribei (Llanquihue); Nopalis Bogersi
(Rio Puelo).
Bagrada eZe^ans (Aranjuez); Puton, Ann. Soc. Ent. Franc.
III. p. 14. Taf. I. Fig. 2—2 c.
Aelia Fieberi p. 297; Plautia Stall; Nezara antennata p. 299:
Palomena rubricornis p. 300; Aoanthosoma scutellata p. 301; P]las-
mucha Putoni p. 302, Signoreti p. 303, neue Arten aus Japan,
Scott a. a. 0.
Urostylidae. Urostyiis striicornis, annulicornis, Westwoodii,
neue Arten aus Japan; Scott a. a. 0. p. 361 ff.
Mictidae. Mictis cervina (Wanga); Gers tack er a. a. 0.
p. 406.
Stäl a. a. 0. III. p. 37 ff. stellt zahlreiche neue Gattungen
und Arten auf; da eine Charakterisierung derselben wegen Mangels
an verfügbarem Raum unterbleiben muss, so hat eine namentliche
Anführung derselben ebenfalls kein Interesse.
Homoeoceridae. Stäl a. a. 0. p.57ff. beschreibt folgende neue
Arten Ascliistiis (n. g.) für Ornytus brevicornis Dali.; Horaoeocerus
inornatus (Pondicherry), biplagiatus (Bombay), sigillatus (Hindostan),
laevilineus (Ceylon), faseiolatus (N.- Hindostan), albiguitulus, imma-
culipennis (Cochinchina), urbanus (Ternate), lineaticollis (Borneo),
tenuicornis (Singapore); Ptyctus subg. n. von Latimbus für Philo-
nus punctatus Dali, und Homoeocerus concolor Germ.; Latimbus
nigripennis (?); Pendulinus laminatus (Java); Amblypelta (g. n.)
hilineata (Neu-Caled.), nitida (Australien).
Homoeocerus striicornis (Japan); Scott a. a. 0. p, 362.
Anisosceh'dae. A. Duges berichtet, dass eine von den
Mexikanern Llaraado pedorro genannte Art (wahrscheinlich Pachylis
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. oOl
gigas) das übelriechende Sekret von Drüsen durch zwei vor den
Hinterhüften gelegene spaltförmige Oefi'nungen auf drei Fuss weit
fortspritzt. Den Drüsenapparat besitzt die Larve auch bereits, aber
die Oeffnungen sind noch nicht vorhanden. La Naturaleza. III. p. 52.
Sciophyrus für Lybas inermis St., Äcanthotyla für Cletus
fasciatus Walk; neue Gattungen; Stäl, a. a. 0. III. p. 6G ff.
Plinachthus bicoloripes (Japan); Scott, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIV. p. 363.
Alydidae. Neue Gattungen und Arten beschrieben von
Stäl a. a. 0. III. p. 88 ff.
Stenocephalidac. Stenocephalus marginatus (Persien), setu-
losus (Serravalle Scrivia); Ferrari a. a. 0. p. 26.
Leptocorisap7it/imca (Mbaramu); Gerstäcker a.a.O. p. 406.
Berytidae. Neides decurvatus (New Hampshire), P. R. Uhler
a. a. 0. p. 100 (= gracilipes Stäl; Stäl a. a. 0. XII. No. 1. p. 128).
0. M. Reuter giebt in den Ann. See. Ent. Franc. IV-
p. 559 f. folgende synonymische Berichtigungen: Berytus vittatus
Fieb., commutatus D. u. S., Fieberi Dohrn, clavipes Hahn F.,
Sahlb. = minor H.-S., die eine dimorphe Art ist; B. pygmaeus Reut.
=: geniculatus Fieb.
B. striola (Genua), distinguendus, pygmaeus (Stazzano); Fer-
rari a. a. 0. p. 144 ff. Die letztere Art, eine nicht veröffentlichte
Fieber's, kommt auch bei Lille vor; Lethierry a. a. 0. 2. Ed. p. 12.
Coreidae. Neue Gattungen und Arten beschreibt Stäl a. a.
0. UI. p. 73 ff.
Phyllomorpha indica (Indien); Westwood, Thesaur. Ent.
Oxon. p. 190. T. XXXVI. 1.
P. tetraptera (Moschi, See Jipe); Mevania hystrix (Mombas);
Gerstäcker a. a. 0. p. 407 f.
Spathocera Stali (Bona); Puton, Ann. Soc. Ent. Franc.
III. p. 14.
Centrocarenus Annae, degener (Biskra); Terapha nigridorsum
(Algier); derselbe, Pet. Nouv. VL p. 435.
Gonocerus venator F. in Holland; Tijdschr. v. Entom. 2.
VIII. p. 117.
Paraplesius (n. g.) unicolor (Japan); Scott, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. XIV. p. 364.
Ehopalidae. Stäl stellt a. a. 0. III. p. 97 Peliochrous n. g.
auf für Corizus nigrimaculatus St.
Lygaeidae. Derselbe a. a. 0. IV. p. 98 ff. beschreibt neue
Gattungen, Untergattungen und Arten.
Ischnodemus bacillus (Moschi, See Jipe) p. 409, Taf. XVII.
2; Lygaeus amoenulus, nasdlis (Wanga) p. 411; Astacops mutüatus
(Mombas) p. 412, Fig. 3; Gerstäcker, a. a. 0.
Üphthalmicus timidus; Proderus amahilis (Biskra), Puton,
Archiv f. Natui-g. XXXXI, Jahrg. 2. Bd. Ü
302 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Ann. Soc. Ent. Franc. III. p. 16 f.; Megalonotus nitidicollis (Cor-
sica), Colon (Syra), derselbe ebenda IV. p. 213 f. Taf. VII. 5; M.
setosiis (Algier); Plociomerus calcaratus (Algier; Vaucluse); Nysins
longicornis; Melanocoryphus fulvescens; Geocoris thoracicus, cardi-
nalis, hispidulus (Biskra): Proderus Bellevogii; Plinthisus pUUoides
(Syrien); derselbe, Pet. Nouv. Ent. VI. p. 436 fif.
Ophthalmicus persicus; Plinthisus marginatus (Persien), longi-
pennis (Stazzauo), mellae (Legnano); Blissus Doriae (La Spezia,
Hyeres); Ferrari a. a. 0. p. 41 ff.
Rhyparochromus punctatus; Nysius Saintcyri (Canada); Pro-
vancher, a. a. 0. p. 76 f.
N. destructor (Missouri); Riley; V. Report Ins. Miss. p. 113.
Fig. 41.
Megalonotus hungarieus (Buda Pesth); G. v. Horvath, Pet.
Nouv. Ent. VI. p. 456.
Scott beschreibt in dieser Familie folgende neue Arten aus
Japan (Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV): Arocatus melano Stoma;
Ischnodemus spinicaput (!) p. 426; Chauliops (n. g.) fallax p. 428;
Tropistethus antennatus; Lasiosomus paUipes p. 429; Diplonotus
rusticus p. 430, hemipteriis p. 431, luridus, lateralis p. 432; Met-
ochus (n. g.) abhreviatus p. 434; Prosomaeus (n. g.) bruneus
p. 436; Gyndes alhomarginatus p. 437; Lethaeus Dallasi p. 438;
Calyptonotus (subg. Raglius Stäl) albomaculatus p. 439.
Jakovlev beschreibt a. a. 0. die neuen Arten Ischnodemus
staphylinus (geschr. stapsyliuus) von Sarepta, p. 244; . Bracliy-
pterna (n. g.) salina von Astrachan p. 248; Hyalocoris (n. g.)
püicornis von Astrachan p. 253; Platychihis (n. g.) dilaticollis
von Astrachan p. 259; Anomaloptera setidosa p. 263.
Pachymerus luniger Schill, in Holland; Tijdschr. v.
Entom. 2. VIII. p. 119.
AnthOCOridae. A. Puton macht in den Ann. Soc. Ent.
Franc. IV. p. 228 folgende synonymische Bemerkungen: Lyctocoris
rubicundus und Cardiastethus currax Garb. = L. domesticus Seh.;
Brachysteles pilicornis M. u. R. = parvicornis Costa; Cardistethus
flavicans, fasciiventris Garb., testacens Pcrr. = rufescens Costa.
Scoloposcelis crassipes Flor, Rogeri Baer. = pulchella Zett.,
derselbe ebenda III. p. 23.
Eine neue Art ist Brachysteles foveolatus (Lille); Lethierry
a. a. 0. p. 39.
Pyrrhocoridac. Walker a. a. 0. VI. p. 5 ff. beschreibt
neue Arten in den Gattungen Dindymus, Melamphaus, Physopelta,
Ectatops, Largus, Arhaphe, Acinocoris.
Gerstäcker beschreibt a. a. 0. p. 413 ff. Pyrrhocoris volu-
cris (Wanga); Cenaeus äbortimis; 'RoHcias ühistris ; Dysdercus cardi-
nalis (Mombas, letztere auch von Kiriama).
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 303
Pyrrhocoris coriaceus (Japan); Scott, Ann. a. Mag. Nat.
Eist. XIV. p. 440.
Capsidae. F. Walker a. a. 0. VI. p. 56 If. beschreibt neue
Arten in den Gattungen Lopus (3), Capsus (63), Leptomerocoris (3),
Monalocoris (1), Monalonium (5), Eucerocoris (2), Helopeltis (2).
Puton beschreibt in den Ann. Soc. Ent. Franc. IV. p. 217 ff.
die neuen Arten Orthocephalus coracimis (Südeuropa), Taf. VII. 6
und 7; alutaceus (Madrid) Fig. 7; AUocotus (n. g., von Litocoris
unterschieden durch den hinten gekielten Kopf) ruhidus (Metz) ;
lly drophyes (n. g., von Megalodactyhis unterschieden durch ein
längeres 2tes Tarsenglied, länger als das dritte) sulphurella (Frank-
reich); Psallus punctidatus (Ste Baume, Var); Macrocoleus gracilis,
lepidus (Sarepta), Fig. 3.
Derselbe in den Pet. Nouv. Ent. VI. Phytocoris Salsolae
(Biskra) p. 436; Auchenocrepis aJbo-scutellatus p. 440; Myrniecoris
Saundcrsi (Griechenland) p. 452.
Provancher a. a. 0. p. 79 stellt auf Collaria (n. g.) vom
Ansehen einer Miris, Kopf hinter den Augen merklich verschmälert
und beschreibt die neuen Arten Miris vicina p. 77, Belangen, viridis
p. 78; Collaria Mcilleuri p. 79; Capsus flavonotatus p. 103, flavipes
p. 104; Rhopalütomus ruhronotatus p. 105, alle von Canada.
Flagiotylus (n. g. mit Pachylops Fieb- verwandt) macidatus
(Torla); Scott, Ent. Monthl. Mag. X. p. 272 f.
Phytocoris Artemisiae (Stazzano) ; Ferrari a. a. 0. p. 64.
Liio^omd, Bouglasi (England); Saunders, ebenda XI. p. 63.
AUocotus rubidus Put. var. Moncreaffi (England); Douglas
und Scott, ebenda p. 147.
Systellonotus alpinus (Wallis), neue Art; Frey-Gessuer,
Mitth. schw. ent. Ges. IV. p. 21.
Reuter bereichert die Fauna Schwedens um 25 Arten, von
denen Psallus lapponicus (Lappland) p. 47, und Oncotylus pulchellus
(Stockholm) p. 48 neu sind. Öfvers. Kongl. Vetensk. Akad.
Förh. 1874. No. 4. p. 45 ff.
Die schwarze Varietät des Capsus trifasciatus L. von Sterzing
südlich des Brenners benennt G redler als ultramontana, var. (od.
sp.?) n; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24. p. 556.
Tingitidae. Eine Auseinandersetzung der europäischen Gat-
tungen dieser Familie versucht Stäl, Öfvers. Kongl. Vetensk.
Akad. Förh. 1874, No. 3. p. 43 ff. Die Gattungen bringt der-
selbe in den beiden Unterfamilien Piesmina mit der einzigen Gattung
Piesma (= Zosmenus Lap. Fieb.) und Tingitina mit den Gattungen
Cantacader, Serenthia (= Agramma Westw.), Galeatus, Derephysia,
Dictyonota, Scraidia (n. g., Antennen kurz behaart, Antennentra-
genden Höcker nicht divergirend, nicht bedornt; Arten: S. Fieberi,
strichnocera, marmorea. Anbei), Acalypta Westw. (= Orthostira
304 Bertkau: l>ericht üb. d. wisseiisch. Leist. auf d. Gebiete
Fieb.), Campylostira, Stephanitis, Elasmotropis (n. g), Tingis,
Lasiotropis (n. g.), Lasiacantha, Physatochila, Dictyla (n. g.),
Oncochila, Eurycera. Catoplatus, Mouanthia unter. Die Typen der
neuen Gattungen sind Elasmotropis Echinopsidis, Lasiotropis (Mo-
uauthia) grisea, Ragusana; Dictya (Monanthia) platyomia.
Zosmenus porcaUis Horvath. eine neue Art von den Sandhaiden
bei Pest; Horvath in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 332.
Walker a. a. 0. VI. beschreibt neue Arten in den Gattungen
Dictyonota (1), Tingis (13), Monanthia (6) und VII. p. 3. Phyllo-
tingis (n. g.) arida (Ega).
Puton beschreibt Monanthia nassata (Algier, Corsica, Spanien)
p,436; Biskria (! subg. n. von Dictyonota; Fühler wie bei Acalypta ;
Flügeldecken wie bei Scraulia) graciUcornis (Biskra) p. 440) Pet.
Nauv. VI; Mon. (Platychila) triclionota (Avig.), Ann. Ent. Fr. IV. 216.
Cantacader Staudingeri Bär. var. Doriae (Spezzia) p. 56; Or-
thostira propinqua (Serravalle Scrivia) p. 58; Campylostira parvula
(Persien) p, 59, Ferrari a. a. 0.
Agramma minutum Horvath, dem A. laetum Fall, ähnlich, aber
mit rudimentären Flügeln ; Horvath in der Berl. Ent. Zeitschr.
18. p. 533.
Agramma depressa (Fieb. i. litt.) von Sarepta; Jakovlev, a.
a. 0. p. 265.
Tingis pyrioides (! pyri ähnlich) aus Japan; Scott, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. XIV. p. 440.
Monanthia Fiebert p. 442; Cantacader Lethicrryi p. 443; der-
selbe ebenda.
Monanthia ajugarum (Wallis), neue Art; Frey-Gessner,
Mitth. Schweiz, ent. Ges. IV. p. 21.
Horvath beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr, 18. p. 334.
Monanthia flavipes n. sp, von den Bergen bei Ofen und Fünfkirchen
M. (Tropidochila) Olivieri (Bona); Puton, Ann. Soc. Ent.
Franc, III. p. 180.
Brachyrhynchidae, Mezira scahrosa (Japan); Scott, Ann.
a. Ma. Nat. Hist. XIV. p. 444.
Aradidae. Nach einem Exemplar aus der Gegend von Ofen
beschreibt Horvath in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 335. Ara-
dus sordidus n. sp.
Jakovlev beschreibt a. a. 0. p. 268 eine neue Art, Aradus
Sarcptanus, von Sarepta.
A. cedri (Batna); Puton, Ann. Soc. Entom. Franc. III.
p. 20.
Walker a. a. 0. VII hat neue Arten in den Gattungen Brachy-
rhynchus (1), Crimia (19), Mezira (10), Aneurus (1), Aradus (6),
Isodermus (1).
Äcanthiidae. Steinvorth berichtet über das Auftreten von
der PJtitomologie während der Jahre 1S73 und 1874. 305
Acanthia lectularia, welches es wahrscheinlich macht, dass die Bett-
wanzen auf Schwalben gehn und von diesen wiederum in die mensch-
liche Wohnung gelangen, wie der Volksglaube annimmt, aber von
fachmännischer Seite vielfach bestritten worden ist. Jahr es h. des
naturw. Ver. f. d. Fürstenth. Lüneburg. VI. p. 213.
Reduviidae. Einige Reduvier (z.B. R. personatus) besitzen
zwischen den Hüften der Vorderbeine am Prosternum eine fein quer-
gerillte längliche Leiste. Indem die Spitze des Saugschnabel» über
diese „Reibleiste" gerieben wird, entsteht ein zirpendes Geräusch.
Landois a. a. 0. p. 38 f.
Bei Coranus subapterus De Geer beschreibt 0. M. Reuter die
gleiche Vorrichtung. Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch. IV.
p. 159.
Dagegegen wird nach G. Haller (Zool. Garten, XV. 1874.
p. 109) der Ton dadurch hervorgebracht, dass eine quergerillte Stelle
des Halses (d. h. doch wohl des halsförmig eingeschnürten
Kopftheiles) über eine scharfe Leiste des Pronotums gerieben wird.
(Burraeister liess den Ton wie bei den Bockkäfern durch Reiben
des Vorderrückens am Mittelrückeu entstehen. Schneidet man einem
solchen Reduvier, z. B. R. personatus, den Sohnabel ab, so hört
das Zirpen auf, obwohl die Bewegungen des Kopfes fort-
dauern; es scheint demnach die Landois'sche Entstehungsweise des
Geräusches die richtige zu sein; Refer.)
E. Mulsant und C. Rey geben in den Ann. Soc. Liun.
Lyon. XX. p. 65—166 eine Revision der französischen Reduviiden
und p. 167 — 184 eine solche der Emesiden, die Abbildung mehrerer
bekannter und die Beschreibung folgender neuer Arten: Harpactor
Perrisi (Bona) p. 77 ; Coranus Bevellieri (Corsica) p. 90; Pirates am-
bigiius (Südfrankr.) p. 123; Prostemma fuscipennis (! Südfr.) p. 131;
Emesa mantiformis (Languedoc) p. 169, F. 12.
Walker a. a. 0. VII beschreibt neue Arten in den Gattungen
Mastys (6), Lestomerus (6), Pirates (44), Pachynomus (1), Prostemma
(8), Stenopirates (n. g. von Pirates und Prostemraa durch die
fadenförmigen Fühler unterschieden) (2), Nabis (3), Platymeris (1),
Spiniger (16); Acanthaspis (10), Reduvius"(41), und VIII Opinus (6),
Tiarodes(l), Petalochirus (3), Conorhinus (6), Opisthoplatys (1), Onco-
cephalus (3), Sastrapada (3), Stenopoda (2), Pygolampis (5), Ectri-
chodia (28), Pothea (2), Apiomerus (10), Prionotus (3), Yolinus (4),
Sycanus (10), Pristhesaucus (3), Helonotus (2).
Reduvius albosignatus ; Darbanus Georgiae (Georgien); Pro-
vancher a. a. 0. p. 105 und 106.
Cerascopus (Emesodema) grassator; Pachynomus Lethierrü
(Biskra); Puton, Pet. Nouv. Ent. VL p. 440.
Eine kurze Notiz über Prostemma guttula F. (die Form mit
306 Bertkau: Bericht üb d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
den verkümmerten Flügeldecken) giebt Letzner im 52. Jahresber. d.
Schles. Gesellsch. f. vaterl, Cultur p. 178.
AcanthasiDis humeralis (Japan); Scott, Ann. a. Mag. Nat.
II ist. XIV. p. 444.
MenAiB japonensis derselbe ebenda p. 445.
Nabis hrevüineatus derselbe ebenda.
Gerstäcker beschreibt a. a. 0. Pantoleistes hasalis (Endara)
p. 417. Taf. XVII. 2; Ectrichodia carnifex (Mombas) p. 421.
Holoptilus dimidiatus (Ternate), hurmaniciis (Burmah), agnellus
(Penang), viverra (Indien), (Äradcllus subg. n.) cygnalis (Schwanen-
Fl.); Westwood a. a. 0. p. 192 f.
Emesa corsicensis (Corsica); Emesodema Huttoni (Neu-Seeland) ;
I. Scott, Entom. Monthl. Mag. X. p. 270 f.
Saldidae. 0. M. Reuter giebt in den Ann. Soc. Ent.
Franc. IV. p. 565 f. folgende synonymische Bemerkungen: Salda
opacula Flor, (nee Zett.) = Acanthia raarginalis Fall.; S. costalis
Thoms. ist verschieden von costalis F. Sahlb. = opacula Zett. S. ri-
paria Hahn nee Fieb., Fall., Zett. ist genannt nigricornis; S. palli-
pes F. var. I F. Sahlb. ist nicht = xanthochila sondern pallipes F.
I. W. Douglas weist im Entom. Monthl. Mag, XI. p. 9 u.
142 als Novitäten für England nach S. opacula Zett., marginella
Fieb., fucicola I. Sahlb. und beschreibt S. palustris (England) p. 10,
vestita (England und Schottland) p. 11,
Provancher a. a. 0. p. 106 f. beschreibt aus Canada die
neuen Arten Sciodopterus Boiichcrvillii; Salda maior, ohscura, variegata.
Acanthia coxalis (Ciiha) ', Stäl, L. Vetensk. Ak. Handl. III.
p. 149.
Pelogonidae. Pelogonus flavomarginatus (Japan); Scott,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV. p. 446.
Gerridae. Limnobates abholineatus aus Japan; derselbe
ebenda p. 447.
Veliidae. Micro velia Douglasi (Japan); derselbe ebenda
p. 448.
Naucoridae. Naucoris exclamationis aus Japan, derselbe
ebenda p. 449.
Belostomidae. Appasus Lewisi (Japan); derselbe ebenda
XIV. p. 450.
A. procerus (Mombas); Gers tack er a. a. 0. p. 442.
Nepidae. Laccotrephes &rac7imZis (S. Jipe), derselbe ebenda.
Laccotrephes japonensis p. 450; Ranatra pallidenotata p. 451,
MwicoZor p. 451 ; neue Arten aus Japan; Scott, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIV.
Corisidae- Nach Landois (Thierstimmen p. 38) bringt
das Männchen von Corixa den zirpenden Ton, den schon Ball 1845
beobachtet hatte, dadurch hervor, dass es eine Zahnleiste auf der
der Entomologie wäliieiid Jer Jahre 1873 und 1874. o07
Innenseite der Vordertarsen über die quergeriefte Oberfläche des
vorletzten Saugschnabelgliedes reibt.
Buchanan White beschreibt im Entom. Monthl. Mag.
X. p. 60 fif. einen anderen Apparat. Die Männchen besitzen nämlich
am Hinterrande des sechsten Abdominalsegmeutes oben einen Fort-
satz, der in einer Platte besteht, die sich mit einem kurzen Stiel an
die Körperhaut anhängt. Diese Platte, deren Bildung bei 20 eng-
lischen Arten beschrieben ist, trägt mehrere Reihen dicht stehender
Zähnchen. Er nennt diese Platte nebst Stiel ,,strigil" und gründet
auf das Fehlen derselben bei C. praeusta, concinna Fieb., socia,
Boldi, Wollastoni, sodalis, cognata D. u. S. die neue Untergattung
Gallicorixa; für C. alpestris D. u. S. stellt er die neue Unter-
gattung Orinocorixa auf.
C. trilineata, hiUneata (Quebec), Provancher a. a. 0. p. 108;
C. vcrmiculata (Biskra). Puton, Pet. Nouv. Entom. VI. p. 440.
Sigara liydroporina (Mombas), Gerstäcker a. a. 0. p. 425.
Corisa Frivaldsliyi Horvkih, eine neue Ait von Pest; Horvath
in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 336.
Notonectidae. Euithares cineta; Anisops pellucens, äehilis
(Mombas); Gerstäcker a. a. 0. p. 424 f.
Homoptera.
A. Ptaddatz giebt eine üebersicht der in Mecklenburg bis
jetzt beobachteten Cicadinen. Archiv des Vereines der Freunde
der Naturgeschichte in Mecklenburg. 28. Jahrg. p. 82-98. Nach
dieser Üebersicht, die meist nach des Verfassers Exkuts Ionen in die
Umgebung Rostocks angefertigt ist, sind für Mecklenburg nachge-
wiesen von P^ilgorina 34, Cercopina 8, Membracina 4, Jassina 103,
zusammen 149 Arten.
Cicadidae. Landois (Tbierstimmen p. 28) hält an seiner
früheren Darstellung über die Hervorbringung des Tones der Cicaden
fest: Der Gesang ist die Stimme dieser Thiere. Sie wird durch das
Auspressen der Luft durch die Stigmen des Metathorax (Schrill-
stigmen), die mit einem breiten Hautsaume (Stimmbänder) versehen
sind, hervorgebracht. Die bisher als Tonapparate gedeuteten Organe
sind lediglich Resonanzapparate und finden sich in verkleinertem
Massstabe auch beim Weibchen vor, während die Stimmbänder hier
auf ein Minimum reducirt sind.
Nach A. Puton, Ann. Soc. Ent. Franc. III. p. 25 ist Zygina
ericetorum I, Sahlb. = rubrivittata Leth. und IV. p. 229 Tibicina
baetica Rarab. = cisticola Gene; Cicadetta Helianthemi Ramb. =
argentata Oliv.
A. G. Butler giebt in Cist. Entom. VIII. p. 183—198 eine
308 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Monographie der Gattung Platypleura, aus der 52 Arten bekannnt
sind einschliesslich der neuen fuscangulis (Sarawak), stklina (Sierra
Leone, = limbata Stäl nee F.), quadraticöllis (N'gami), (Oxypleura)
acutipennis (Banda), niveonotata (N'gami).
Cercopidae. Derselbe unterzieht die Gattungen Cosmoscarta
und Phymatostetha einer Revision, ebenda X, p, 245 ff., die erstere
zählt 104 A. (21 neu), die letztere 22 (2 neu).
Derselbe beschreibt C. Distanti (Penang); Proc. Zool.
Soc. Lond. 1874. p. 672.
Derselbe beschreibt (Voy. Erebus u. Terror a. a. 0. p, 26)
Ptyelus trimaculatus (Neu-Seeland).
P. albiceps (Canada); Provancher, a. a. 0. p. 351.
Cercopis cardinalis; Selenocephalus compactus (Endara); Ger-
stäcker a. a. 0. p. 432 f., Taf. III. 10 und 11.
Membracidae. Honigabsondernde Arten werden von Phidole
gepflegt; der Saft auch von Hypoclinea geleckt. T, Belt, Natura-
list in Nicaragua p. 227. Ebenso soll eine Trigonaart das Ex-
cret auflecken; H. Müller, Nature, VIII. p. 201.
Gerstäcker beschreibt a. a. 0. die neuen Arten Centrotus
fencstratus (Endara) p. 429, pacificus (Mombas) p. 430; Coloborrhis
perspicillaris (See Jipe) p. 431.
Tragopa hrunea (Canada); Provancher a. a. 0. p. 320.
Jassidae. J. Scott giebt in Ent. Monthl. Mag. X. die
Beschreibung der in England vorkommenden Arten; neu sind
Pediopsis Ulmi p. 129; distinctus p. 191, tihialis p. 195; Idiocerus
venustus p. 239; Strongylocephalus Megerlü XI. p. 122.
Cephalehis amcricanns p. 350; Tettigonia qiiehecensis ; Acopsis
viridis; Penthimia incta p. 352; Bythoscopus sanguinolentus, quadri-
punctatus; Pediopsis flavescens p. 376; Macropsis clitellarms, ocellatus
p. 377; Jassus aurantiacus, siihcupreus, mdanogaster, sexpunctatus,
citrouellus, nervatus; Typhlocyba rosea (Canada) p. 378; Provancher
a. a. 0.
Lethierry beschreibt a. a. 0. in Anmerkungen die neuen
Arten von Lille Typhlocyba Lelievrii p. 72; Anomia Norgueti p. 73;
Zygina angusta p. 70.
Derselbe in den Pet. Nouv. Entom. VI. Thamnotettix
alhoguttata, Putoni p. 444; Agallia intermedia; Typhlocyba fascio-
lata, hiskrensis; Athysanus minutepunctatus ; Opsius (subg. n. von
Athysanua für A. stactogalus Amyot, Heydeui Fieb. und) scutellaris,
Pallasi, jucundus p. 449 (Biskra).
A. canescens, cognatus (Grossbritannien), Douglas und Scott,
Ent. Monthl. Mag. IX. p. 210, 211.
Eupteryx Äbrotani (Grossbritannien), Douglas und Scott,
Ent. Monthl. Mag. IX. p. 118.
A.G.Butler beschreibt T etiigomü, Jßlvina (Amazonas); Ledr-
der Entomologie während der Jahre 1S78 und 1874. 300
opsis coecinea (Nord- Australien). Proc. Zool. Soc. London.
1874. p. 672 f.
Wocke theilt ein Verzeichniss der seh lesischen Arten
der Typhlooybae mit, das 35 Arten, darunter wahrscheinlich
3 neue (nicht beschrieben) enthält. 51. Jahresber. d. Schles. Ge-
sellsch. f. vaterl. Cultur. p. 181.
Fulgoridae. A. G. Butler bringt ein Verzeichniss der Arten
der Gattung Fulgora (incl. Ilotinus Am. et Serv.) und beschreibt
die drei neuen Arten F. brevirostris (Peuang) p. 97, gigantea (Sara-
wak) p. 99, stellata (Labuan) p. 100 Proc. Zool. Soc. London.
1874.
Derselbe beschreibt F. curtiprora (^ikkim), cardinaUs (Nepal);
Ann. a. Mag. Nat. Eist. (IV) XIV. p. 131. Die Gesamratzah! der
Arten beträgt jetzt 30.
J. Scott beschreibt im Ent. Monthl. Mag. folgende neue
Liburniaarten: L. aemidator , consangiiinca IX. p. 238 f., L. Marshalli,
Lethierrn (Corsica), guaramancnsis (Andalusien), scutellata (England)
X. p. 104 ff., L. Putoni (Biskra) XI. p. 119. L. perspicillata Boh.
kommt auch in England vor, derselbe X. p. 270.
Lethierry stellt Pet. Nouv. Entom. VI. p. 444 die neue
Gattung Haplacha (seticulosa) auf und beschreibt Hysteropterum
angusticeps, beide von Biskra.
Gerstäcker beschreibt a. a. 0. p. 427 Pyrops pustitlosiis
(See Jipe), Taf. XVII. 9 und gründet für Enchophora sicca Walk,
die neue Gattung Fyr'goteles, von Aphaena Guer. verschieden
durch den Kopf, der schmäler als der Prothorax und mit einem
leicht gekrümmten Fortsatz versehen ist; von Prolepta Walk durch
den gekielten Prothorax.
Delphax ufiipunctata, furcata (Canada); Pro van eher a. a. 0.
p. 319 f.
Psyllidae. Ps. Delarhraei (Lioran), Puton, Ann. Soc. Ent.
Franc. III. p. 21.
Diraphia viridesccns; Ps- ochracea, hrimnea (Canada) Prov.
a. a. 0. p. 379. P. triosoides (Pas-du-Calais) p. 89, silvicola (Valen-
ciennes) p. 90; Aphadra paJlida (Mormal) p. 95; Lethierty, Catal.
'Hemipt. Depart. du Nord, II. ed.; A. Salsolae (Biskra), der-
selbe, Pet. Nouv. Entom. VI. p. 449; A. Targionii (Montpel-
lier, Africa), J. Lichtenstein, Bull, Soc. Ent. Franc. IV.
p. CCXXVIII.
F. Loew beschreibt in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
23. p. 141 ff", die Eier, Larven und Nymphen von Trioza flavipennis
Forst., die auf Lactuca muralis und Hieracium Pilosella und pratense
leben. Der Hinterleib von Larve und Nymphe ist nicht 5-, sondern
Tgliederig und auch die Nymphe mit Wachsflaum bekleidet.
Aphidae. lieber Phylloxera vastatrix handeln:
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2, Bd. Ü*
310 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
T. E. Planchon und J. Lichtenstein. Le Phylloxera de
1854 ä 1873: Resume pratique et scicntifique. 4. Montpellier 1875.
M. Girard. Le Phylloxera de la Vigne, son Organisation,
ses moers; choix des procedes de destruction. Paris 1874. 12mo.
119 S.
M. Cornu. Etudes sur la nouvelle maladie de la vigne.
Vol. XXII. No. 6 der »Mem. pres. par divers savants ä l'Acad. d.
Sciences.« Paris 1873.
Gerstäcker, üeber die Gattung Phylloxera und über die
Fortpflanzung der unter dem Namen der »Reblaus« als Verwü Sterin
des Weinstocks bekannt gewordenen Phylloxera vastatrix. Sitzber.
Gesellsch. naturf. Freunde. Berlin 1874. p. 117 £f.
V. Frauenfeld theilt in den Verh. Zool. Bot. Ges. 23.
p. 1 ff. die Entdeckung Faucon's (s. Siecle vom 29. Sept. 1872) g e-
f lüg elter Exemplare von Phylloxera vastatrix mit, die aber von
ihren Flügeln keinen Gebrauch machten, wie auch nach v. Frauen-
feld in Klosternen bürg beobachtet wurde. Wenn daher auch die
Vermuthung, dass die geflügelten Exemplare (^ seien, nicht richtig
sein sollte, so reicht diese Entdeckung geflügelter Exemplare nicht
aus zur Erklärung des Auftretens dieses Insekts an weit entlegenen
Stellen; viel wahrscheinlicher ist eine Verschleppung durch die
Rebstöcke selbst.
Als Gesammtresultat der in den verschiedenen Büchern, Abhand-
lungen u. s. w, niedergelegten Beobachtungen sind folgende Züge
für die Lebensweise der Ph. vastatrix festgestellt. Im Anfang des
Frühjahres beginnen überwinterte Larven ihre zerstörende Thätigkeit,
wachsen dabei sehr rasch und produciren zahlreiche Eier, aus denen
in kurzer Zeit eben solche Larven ausschlüpfen, die bald gleich-
falls zum Eierlegen fähig sind. Mitte Juli treten neben den bis-
herigen Larven solche mit schlankerem Körper und Flügelansätzen
auf: sie verwandeln sich in geflügelte Weibchen, die Eier von
zweierlei Grösse ablegen. Aus den grösseren entwickeln sich Weib-
chen, aus den kleineren Männchen; beide sind ungeflügelt und
haben einen verkümmerten Rüssel. Eine Begattung ist nicht beob-
achtet worden, aber das Weibchen legt nur ein Ei (»Winterei«,
oeuf d'hiver), das Balbiani unter Widerspruch Gerstäckers für
diejenige Form hält, unter der dieses Insekt überwintert. Neben
den ungeflügelten Larven haben sich nun auch (im November) solche
gefunden, welche ihnen im übrigen ganz gleich, aber mit Flügel-
stummeln vqrsehen waren, wenn dieselben auch nicht die ganze
Grösse der sich zu geflügelten Weibchen umbildenden Nymphen
hatten. Auch diese Larven, die wahrscheinlich sich nicht zu ge-
flügelten Weibchen entwickeln, produciren zahlreiche Eier.
Neue Phylloxeraarten sind: P. corticalis, Kaltenbach, Pflan-
zenfeinde p. 677; Bälbianii und bipunctata, Lichtenstein,
der P]ntomologie während der Jahre 1873 und 1874. 311
Bull. So c. Ent. Franc. IV. p. CC; Bileyi (Nordamerika auf Eichen),
C. V. Riley, VI. Ann. Rep. Ins. Miss. p. 64, 86; Lichtenateini
(Frankreich) Balbiani, Compt. Rend. LXXIX. p. 640.
Toxoptera Scirpi (Parma auf Sc. lacustris), G. Passerini, Bull.
Soc. Ent. Ital. VI. p. 137.
Pemphigus PoscMngeri Holzner, eine neue auf Abies balsamea
und A. Fraseri lebende Wurzellaus. Stett. Ent. Zeit. XXXV.
p. 221 und 321 ff.
Coccidae. Ann. Soc. Ent. Franc. (5) III. pp. 27, 48, 395—
448; IV. p. 87—106 enthalten Pt. X, XI und XII von V. Signoret's
»Essai sur les Cochenilles ou Gallinsectes.« Es werden die neuen
Gattungen Lichtensia (Fühler achtgliederig, keine Wollfäden unter
dem Schilde) III. p. 27, Äclerda IV. p. 96, Fairmairia (Schild
aus koncentrischen Kreisen bestehend), Cacteria (für Coccus lacca
Kerr) p. 101, Bipersia, Westiooodia, Icerya aufgestellt und
neue Arten in den Gattungen Pulvinaria, Lecanium, Kermes be-
schrieben.
My tilsisipis pomicorticis, C. V.'Riley, Rep. Ins. Miss. V. p. 95.
Pediculidae. C. G. Giebel (Insecta epizoa) giebt eine aus-
führliche Charakteristik der 4 Gattungen dieser Gruppe (Phthirius
Leach, Pediculus Linn., Haematopinas Leach, Pedicinus Gerv.) und
giebt neben den Abbildungen und Besehreibungen bekannter Arten
auch die von Haemat. brevicornis (auf Camelopardalis giraffa) p. 43.
Westwood (Thesaur. Ent. Oxon. p. 198) schlägt die neue
Familie Polyctenidae vor für Polyctenes fumarius (auf Molossus fu-
marius, Jamaica) und P. molossus (auf Mol. chinentis). Der Rüssel
beider Arten ist ähnlich dem der echten Heteroptera; vielleicht be-
sitzen dieselben im vollkommen entwickelten Zustande Decken oder
Halbdecken.
Mallophaga. Giebel liefert ein Verzeichniss der auf Vögeln
schmarotzenden Nirmus arten nebst ihren Wirthen. Im Ganzen
sind 166 Arten namhaft gemacht, die in dem oben (1874 p. 260 (8))
angeführten Hauptwerke ausführlicher charakterisirt sind. Giebel's
Zeitschr. ges. Naturw. 46. p. 52 ff.
A. S. Packard beschreibt in Hayden's Ann. Rep. Geol.
Surv. Terr. VI. p. 731—734 folgende Arten von den Rocky Moun-
tains: Menopon picicola (auf Picoides arcticus und dorsalis); Goni-
odes Merriamaiius (auf Tetrao Richardsoni), Mephitidis (auf Me-
phitis); Nirmus buteonivorus (Buteo Swainsoni); Docophorus Syrnii
(Syrnium nebulosum).
Dieselben sind^ auch im Am er. Natur. VIII. p. 219, 220 abge-
bildet.
Äncistrona (n. g. Liothcid.; Unterseite des Kopfes mit
einem grossen zweitheiligen hornigen Fortsatz) Procellariae (auf
Proc. capensis); Westw^ood, Thes. Ent. Oxon. p. 197.
312 Bortkau: Ber. üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete d. Eiit. etc.
Folgende beiden Notizen bitte ich am gehörigen Orte
nachzutragen:
0. Btitschli. Ein Beitrag zur Kenntniss des Stoff-
wechsels, insbesondere der Res])iration bei den Insekten.
Reichert u. DuBois-Reymond's Archiv. 1874. p. 348 ff.
Eine Reihe von Versuchen, die bei verschiedenen
Temperaturen (zwischen 3^ und 32^) mit Periplaneta
Orientalis angestellt wurden, ergaben das Resultat, dass
im Allgemeinen der Stoffwechsel dieser Thiere ein höherer
ist als bei den höheren Wirbelthieren und dass bei niederer
Temperatur ein beträchtlicher Theil des 0 im Körper auf-
gespeichert, bei höherer Temperatur dagegen fast sämmt-
licher 0 als CO2 ausgeathmet wird. Der Stoffwechsel
dieser („kaltblütigen'') Thiere ist daher direkt proportional
der äusseren Temperatur, während es bei den warmblütigen
Thieren umgekehrt ist, indem hier die Energie des Stoff-
wechsels die dem Thier zusagende Körpertemperatur zu
erhalten sucht.
Derselbe. Einiges über das Chitin. Ebenda
p. 362 ff
Als die beste Methode zur Bestimmung des N-gehaltes
gereinigten Chitins erprobte Bütschli die Dumas'sche,
indem die Varrentrapp-Will'sche 1% zu wenig anzeigte
(6,4% gegen 7,4o/o). Dagegen lässt sich nicht aller N, wie
Städeler vermuthet zu halben scheint, als NH3 abspalten,
sondern nur 5,54%, also 75% der Gesammtmenge. Da
von dem im Chitin vorhandenen C sich ^^13 (*«^2,3o/o) nach
Behandlung mit Schwefelsäure in Form von Traubenzucker
vorfinden, so vermuthet Bütschli, dass die fehlenden 7,7%
mit den 25% N einen bisher unbekannten Körper bilden.
Von dem in rauchender H Cl (oder H2 SO4) gelösten Chitin
fällt auf Zusatz von H2 0 ein weisser, gallertiger Körper
aus, während in der Lösung zwei Körper bleiben, die durch
reichlichen Zusatz von Alkohol ausgeschieden werden
können. Der eine derselben ist in Wasser löslich, der
andere nicht, und beide scheinen in die Gruppe der Kohle-
hydrate von der Formel der Cellulose (Ce Hio O0) zu ge-
hören. Da ihr N-gehalt mit dem des Chitins fast genau
tibereinstimmt, so hält Bütschli denselben für das reinste
bis jetzt dargestellte Chitin, das (oder vielmehr: in welchem?)
demnach ein celluloseartiger Körper (enthalten?) wäre.
(Dieser Umstand möchte auch auf das Vorkommen von
Cellulose im Mantel der Tunikaten einiges Licht
werfen. Refer.)
Bericht über die wisseiischaftliclieii Leistungen in
der Naturgeseliiclite der niederen Tliiere während
der Jahre 1872—1875.
(Zweite Hälfte.)
Von
Dr. Rud. Leuckart.
II. Echinodermata.
Der früheren Abhandlimg „über den Bau der Echino-
dermen" (J. B. 1871. S. 141) lässt Greeff jetzt (Sitzungs-
ber. Gesellsch. Naturwiss. Marburg 1872 N. 6) eine zweite
Mittheilung folgen, die zunächst und vorzugsweise dem
Blutgefässsystera der Echinodermen gewidmet ist. Nach
vielen vergeblichen Versuchen ist es dem Verf. gelungen,
die Existenz eines analen und oralen Gefässringes voll-
ständig zu bestätigen. Der letztere liegt nach unten und
-innen vom Wassergefässringe, zwischen der Mundhaut und
dem Nervenringe, der ein verhältnissmässig weites Rohr
darstellt, so dass der Gefässring, der viel dünner ist, in das
Lumen desselben hineinragen kann und innerhalb desselben
zu liegen kommt. Injicirt man nun eine farbige Flüssig-
keit in die häutige, den Steinkanal umhüllende Erweiterung,
so füllen sich alle diese Ringe : es steht also der anale
Gefässring nicht bloss mit dem oralen Gefässringe, son-
dern auch mit dem Nervenrohre und dem Wasserge-
fässsystem durch diesen Schlauch in directem Zusammen-
hange. In den Armnerven lassen sich ausser dem primären
Hohlräume auch noch röhrenförmige Fortsetzungen des
oralen Gefässringes hinein verfolgen. Der erstere bleibt
Aro.ljiv f. Nahirg. XXXXI. Jalirg. 2. Bd. V
314 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Übrigens nicht auf das Nervensystem beschränkt, sondern
geht auch auf die Ambulacralfüsschen über, von denen sich
zwischen der Muskulatur und der Hautschicht, die eine
directe Fortsetzung des Nervenbandes ist, und vom Verf.
desshalb auch als Nervenschicht bezeichnet wird, ein enges
Längsgefäss hinzieht. In der sackartigen Erweiterung, die
den Steinkanal einhüllt und beim lebenden Thiere stets
prall mit Wasser gefüllt ist (Herz) fand Verf. (bei Astera-
canthion rubens, das überhaupt den Angaben desselben
zu Grunde liegt), ein eigenthümliches lappiges Drüsenge-
bilde, das eine wimpernde Höhlung in sich einschliesst und
wahrscheinlich mit den Blutgefässen in directer Verbindung
steht. Zwei gleichfalls bisher übersehene spindelförmige
Organe, die der Madreporenplatte anliegen, scheinen mit
diesem Drüsenschlauche zusammenzuhängen und dürften,
nach Meinung des Verf's., vielleicht einen innern Kiemen-
apparat abgeben. Eine beckenförmige Aushöhlung an der
untern Fläche der Madreporenplatte enthält eine Anzahl
von Bläschen, die sich bei der Injection des Wassergefäss-
systems und speciell des Steinkanales füllen und wahr-
scheinlicherweise physiologisch, wie morphologisch den
Ampullen der Ambulacralcanäle und den Polischen Blasen
entsprechen. Von einer sphärischen Linse hat Verf. auch
fernerhin in den Augen der Seesterne Nichts auffinden
können. Wohl aber sind die Pigmenttrichter von einer
weichen hellen Substanz gefüllt, die nach der — freilich
nur schwer und unvollständig gelingenden — Isolation den
Krystallkegeln der Arthropoden ähneln, jedoch nicht homogen
sind, sondern aus vielen kleinen schichtenweise über ein-
ander liegenden kernartigen Körperchen zusammengesetzt
und in der Achse von einem Faden oder Kanäle durch-
zogen sind. Die Pigmenttrichter sind gegen das Paren-
chym des Auges übrigens nur unvollständig abgegrenzt,
und, wie dieses, der Hauptmasse nach anscheinend aus
Nervensubstanz gebildet.
In einer dritten Mittheilung (ebendas. 1872. N. 11)
schildert Verf. vorzugsweise die peripherischen Blutgefässe
der Asteriden, so wie die Zuleitungsorgane des Seewassers.
Wir erfahren hier, dass die seitlichen Ausläufer der radi-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 315
ären Nervengefässe nicht bloss an die Ambulacralfüsse
treten, sondern auch zwischen die wirbelartigen Ambula-
cralplatten hindurch in die Leibeshöhle eindringen und auf
der Innenfläche der Körperwand sich ausbreiten. Auch
von dem oralen Nervengefässringe selbst wird die Haut
von Gefässen versorgt, die mit den Ausläufern der Radiär-
gefässe ein dichtes, jedoch mehrfach lacunäres Netzwerk
bilden, aber auch mit den Blutwegen der Geschlechtsor-
gane sich verbinden und durch diese mit dem analen Ge-
fässringe in Communication treten. Was Tiedemann
als Darmvenen beschreibt sind keine Gefässe, sondern
solide Fäden, die zur Befestigung der Blinddärme dienen.
Dagegen findet sich zwischen jedem Blinddarme und der
Unterseite der Rückenhaut ein radiärer Blutsinus, der
freilich eben so wenig wie die problematischen Darmvenen
in den Analring einmündet, aber doch vielleicht insofern
von besonderer Bedeutung für das Blutsystem ist, als er
die Ernährungsflüssigkeit zunächst aufzunehmen und in die
Hautgefässe überzuführen geeignet erscheint. Was den
Eintritt des Seewassers betrifft, so geschieht dieser be-
kanntlich durch die Madreporenplatte, deren Poren jedoch
nicht ausschliesslich in den Steinkanal und somit das
Wassergefässsystem führen, sondern zum Theil auch —
es gilt das besonders von den randständigen Poren — eine
directe Verbindung mit dem Herzen d. h. dem Blutgetäss-
system eingehen. Mit einer mehrfachen Madreporenplatte
ist stets auch eine entsprechende Verviellältigung des
Steinkanales und Herzens, ja sogar der neben dem Stein-
kanale liegenden kiemenartigen Organe verbunden. Uebri-
gens glaubt Verf auch annehmen zu dürfen, dass durch
die Madreporenplatte das Seewasser in die Leibeshöhle
und in das Hautgefässsystem eintrete. Ein weiterer Zu-
sammenhang zwischen dem Blutsystem und dem See-
wasser wird durch die Gefässe der Geschlechtsorgane ver-
mittelt, die aus dem analen Ringe hervorkommen und sehr
eigenthümliche Verhältnisse zeigen. Nach dem Eintritte
in die Genitalien lösen sich diese Gefässe nämlich nicht
in immer feinere Zweige auf, sie erweitern sich vielmehr
mit ihren Hauptzweigen sackartig und nehmen die Lappen
Bl6 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
und Läppchen der Drüse in sich auf, so dass das ganze
Gebilde direct und lacunenartig von Blut urasptilt ist.
Doch nicht genug. Die Genitalöifnungen, die in der Regel
in den Interradien des ScheibenrUckens liegen und z. B.
bei Solaster papposus leicht zu sehen sind, führen nicht
gleich in die Drüsen, sondern zunächst in die vom analen
Gefässcirkel ausstrahlenden Stämme der Genitalgefässe,
so dass die Geschlechtsproducte auf ihrem Wege nach
Aussen dieselben passiren müssen. Dieselben würden auch
in das übrige Blutgefässsystem übertreten, wenn der Anal-
ring nicht von einem ansehnlichen, frei in das Lumen hinein-
ragenden Wulste, wie von einer Klappe, durchzogen würde.
An einzelnen Stellen bildet dieser Wulst ein Paar drüsen-
artige Ausbreitungen, die eine wimpernde Aushöhlung ent-
halten, wie die oben beschriebenen kiemenartigen Organe,
denen die betreffenden Bildungen in der That auch an die
Seite zu stellen sein dürften.
Baudelot handelt in seinen „Etudes generales sur
le Systeme nerveux" (Archiv, zoolog. experim. T. L p. 177 —
216) über das Nervensystem der Echinodermeu. Er schil-
dert in ausführlicher Weise die allmähliche Entwickelung
unserer Kenntnisse über dieses wichtige Gebilde (bis zu
den siebenziger Jahren), fügt auch einige eigne Beobach-
tungen hinzu, weiss dem Gegenstande aber, da er nur auf
die gröbern Verhältnisse eingeht, keinerlei neue Seiten
abzugewinnen. Den Ansichten von Greeff gegenüber, die
nachträglich noch angezogen werden — die Arbeit von
Owsjannikoff ist dem Verf. unbekannt geblieben — ,
verhält Baudelot sich ziemlich skeptisch, obwohl es
doch leicht ist, die Richtigkeit derselben an mikroscopischen
Querschnitten junger Seesterne ausser Zweifel zu stellen.
Nach den zunächst auf dem Challenger angestellten
— später auch von Studer bestätigten — Beobachtungen
existiren im antarctischen Meere ungewöhnlich viele Echi-
nodermeu, deren Junge sich ohne Schwärmzustand und
Metamorphose in Taschen am mütterlichen Körper ent-
wickeln; ein Umstand, der den Schluss zulässt, dass hier
Bedingungen obwalten, welche der Entwickelung frei-
schwimmender Jugendstadien ungünstig sind. Reisebriefe
in d. Natiirgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1876. 317
von Willeraoes-Suhm, Ztschrft. für wissensch. Zoologie
Bd. XXTV. S. XXII.
Fischer und Fol in machen Angaben über das Vor-
kommen einiger Echinodermen am Cap Breton, Cpt. rend.
T. 74 p. 750-753 u. T. 77 p. 582—585. Ebenso Lafont
über die Echinodermen von Arcachon, Act. Soc. Linn. Bor-
deaux T. XXVIII p. 278.
Moebius und Bütschli liefern in den schon früher
angezogenen Berichten der Commission zur Durchforschung
der Nordsee (S. 143—151) eine Zusammenstellung der von
der Pomraerana gesammelten Echinoderaaen. Es sind
im Ganzen 45 Arten (9 Holothurien, 11 Echiniden, 12Aste-
riden, 12 Ophiuren, 1 Crinoide) ungefähr zwei Dritttheile
jener, welche von der Norwegenschen und Brittischen Küste
bekannt sind. 32 dieser Arten sind durch die ganze Nord-
see und bis in das Kattegat verbreitet, und 13 gehen sogar
bis ins Mittelmeer und noch weiter.
Eine Zusammenstellung der im Kopenhagener Museum
enthaltenen Echinodermen aus Grönland liefert Lütken
in Rup. Jones, manual of the natural history of Greenland
and the neighbouring regions, London 1875 p. 184 u. 185.
M' I nt osh führt unter den Wirbellosen von St. Andrews
(Ann. nat. bist. Vol. VIX. p. 68—74) neun Holothiurien,
acht Echiniden, acht Asteriden und acht Ophiuriden auf,
sämmtlich bekannte Arten. Ausführlicher und mit Abbil-
dungen: Marine Invertebrates and fishes of St. Andrews,
Edinb. und London 1875 (nicht gesehen).
V er rill zählt in seiner Abhandlung über die Radia-
ten von Nord-Carolina 13 Echinodermen (Amer. Journ. arts
and sc. 1872. T. IIL p. 432). Ebenso (ibid. V u. VI) und
Baird's Report 1. c. p 515—522) aus dem Vineyard-Sund
und den benachbarten Küsten von Neu-England 22 Species.
Einige Mittheilungen über die Echinodermen des Gol-
fes von St. Lorenz bei Whiteaves in den Ann. nat. bist.
Vol. X. p. 346.
Ueber die Echinodermenfaune der Canarischen Inseln
siehe Gree ff, Madeira und die kanarischen Inseln in natur-
vrissenschaftlicher, besonders zoologischer Beziehung. Mar-
burg 1872. S. 30 u. 31.
318 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Hoffmann stellt eine Liste der um Madagascar
lebenden Echinodermen zusammen, Rech, sur la Faune de
Madagascar et de ses dependances d'apres les decouvertes
de Pollen et van Dam T. V. 2. p. 45 u. 46 T. X (nicht
gesehen).
Gray liefert ein Verzeichniss der von M' Andrew in
dem Golfe von Suez gesammelten Echinodermen (Ann. and
Mag. nat. hist. Vol. X. p. 115—124) und stellt diese mit
den übrigen aus dem Rothen Meere bekannten Arten zu
einer Liste zusammen. Dieselbe enthält 1 Comatulide,
6 Ophiuriden, 11 Asteriden, 19 Echiniden, 3 Holothurien.
Hutton 's „Catalogue of Echinodermata of New Zea-
land", Wellington 1872 ist Verf. nicht zu Gesicht gekom-
men. Derselbe enthält eine Beschreibung von 34 Arten,
von denen 18 vermuthlich neu sind.
Von besonderm Interesse sind die Aufschlüsse, die
wir durch die Englischen Tiefseeexpeditionen sowohl der
Porcupine und Lightning, wie auch des Challenger über
die Echinodermen der Tiefsee erhalten haben. Wir werden
später darauf noch mehrfach zurückkommen, machen aber
schon hier darauf aufmerksam, dass Wy v. Thomson's Ein-
gangs dieses Berichts erwähntes Werk: The depths of the
sea London 1873 eine Anzahl von Capiteln enthält, die
grösstentheils oder gar ausschliesslich unsern Thieren ge-
widmet sind. Auch die der „Nature" an verschiedenen Stellen
einverleibten Berichte nehmen auf Echinodermen viel-
fache Rücksicht.
1. Scytodermata.
Greeff macht darauf aufmerksam, dass der Nerven-
ring und die radialen Nervenstämme der Holothurien sich
durch ihren Bau genau an die entsprechenden Bildungen
der Asteriden anschliessen. Nur darin findet sich ein Unter-
schied, dass die Nerven nicht bloss Canäle umschliessen,
sondern auch in ganzer Ausdehnung leistenförmig in einen
nach Aussen davor gelegenen canalförmigen Hohlraum
hineinragen, wie das übrigens schon von J. Müller beob-
achtet ist. Die Anordnung dieser äussern Canäle erinnert
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 319
SO auffallend an die Verhältnisse der Ambulacralrinnen
der Asteriden, dass Verf. kein Bedenken trägt, beiderlei
Gebilde miteinander zu parallelisiren und die betreffenden
Canäle damit als röhrenförmig geschlossene Ambulacral-
rinnen zu deuten. Da sich die gleiche Bildung nach den
Beobachtungen Gree ff 's auch bei denEchinen undOphiu-
ren findet, gewinnt es den Anschein, als wenn diese Homo-
logie einen wesentlich neuen Gesichtspunkt für die ver-
gleichende Morphologie der Echinodermen in Aussicht
stellt. Marburger Sitzungsber. 1872. N. 11. S. 165—169.
Grab er liefert in seinem „Beitrage zur Histologie der
Stachelhäuter" (Jahresber. der k. k. Staatsgymnasiums zu
Graaz 1872. S. 45—54 Taf I u. II) Mittheilungen über
den feinern Bau der Holothuria tubulosa mit besonderer
Berücksichtigung des Darmkanales, des Blutgefässringes
und Steinkanales.
Selenka untersucht „die Embryologie von Cucu-
maria doliolum" und lässt seinem Berichte darüber (Sitzungs-
ber. der physikal. medicin. Soc. zu Erlangen 1875. Jun.)
später (ebendas. Dec.) noch eine Mittheilung „zur Ent-
wicklung von Holothuria tubulosa" folgen. Beide, obwohl
in sofern verschieden, als die letztere einer vollkommenen
Metamorphose unterliegt, während die erstere sich ziem-
lich direct entwickelt, stimmen doch in den Hauptzügen
ihrer Ontogenese mit einander überein. In beiden Fällen
verwandelt sich der Dotter nach der Durchfurchung in
eine einschichtige Keimblase (Blastula), die dann durch
Einstülpung des einen Poles die Form einer Gastrula an-
nimmt. Noch bevor diese Einstülpung beträchtliche Fort-
schritte gemacht, ja nur eigentlich begonnen hat, löst
sich von den Entodermzellen, die sich schon frühe durch
gewisse Eigenthümlichkeiten erkennen lassen, eine immer
grössere Anzahl von Wanderzellen ab, die, mit amöboider
Beweglichkeit versehen, den ganzen ursprünglich von einer
hellen Gallertmasse gefüllten Innenraum durchsetzen und
sich namentlich an den Flächen desselben (an der Innen-
fläche des Ectoderms und der Aussenfläche des Entoderms)
membranenartig ausbreiten. Es sind dieselben Zellen, die
von Mecznikoff als Cutiszellen betrachtet wurden, in
320 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Wirklichkeit aber die Mesodermzellen darstellen und be-
stimmt sind, in die Muskulatur sowohl der Leibeswand,
wie auch des Darmes sich zu verwandeln. Die Einsttil-
pungsstelle entspricht nicht dem Munde, sondern dem After,
indem der erstere erst nachträglich entsteht, nachdem die
Einstülpung den ganzen Innenraum der Larve durchwachsen
hat. Noch bevor das aber geschieht, hat sich von- dem
Urdarm ein zipfelförmiger Fortsatz abgetrennt, der eine
Zeitlang in Form eines blasenartig geschlossenen Hohl-
raumes neben dem Darme liegt, dann aber weiter zerfällt
und schliesslich in das Wassergefässsystem und die Leibes-
höhle mit ihrer Peritonealbekleidung sich umwandelt. Aus
diesem Grunde bezeichnet Verf. das betreffende Gebilde
als „Vasoperitonealblase". Bei Holothuria tubulosa, die
zunächst zu einer bilateralen Form sich entwickelt, bildet
dasselbe noch vor dem zweiten Zerfall einen Rtickenporus,
der später natürlich der Wassergefassblase verbunden
bleibt. Das die Seitentheile der Peritonealblase mit den
sg. Lateralscheiben oder wurstförmigen Organe identisch
sind, braucht kaum hervorgehoben zu werden.
Dohrn macht gelegentlich (Mittheilungen aus und
über die zoologische Station in Neapel, Ztschrft. für wissen-
schaftl. Zoologie Bd. XXV. S. 470) darauf aufmerksam,
dass sich Pentacta in ihrer Ernährungsweise sehr auffallend
von den echten Holothurien unterscheidet, indem sie keinen
Sand schluckt, sondern durch ein fortwährendes eigen-
thümliches Spiel der Tentakel, bei dem auch die beiden,
scheinbar rudimentären Tentakel ihre Rolle spielen, wahr-
scheinlich kleine Thiere der manchfaltigsten Art zu Munde
bringt.
Durch W. Thomson 's Mittheilungen vom Bord des
Challenger erfahren wir von einer sehr eigenthümlichen
Tiefseeholothurie (2125 Faden), die durch die Entwicke-
lung einer scharf begrenzten Sohle an Psolus erinnert,
aber abweichend von allen bekannten Arten ein von Gal-
lertsubstanz gebildetes äusserst dickes Perisom hat, das
die Leibeshöhle verengt und seitlich neben der Mittellinie
des Rückens eine Reihe abgerundeter Lappen mit je einem
Ambulacraltubus im Innern trägt. Auch die Ränder der
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1675. 321
Bauchscheibe sind jederseits mit einer Anzahl blattförmiger,
wahrscheinlich der Respiration dienender Anhänge besetzt.
Nature, T. VII. p. 388.
Ludwig liefert „Beiträge zur Kenntniss der Holo-
thurien'^ (42 Seiten mit 2 Tafeln Wurzburg 1874, aus dem
zweiten Bande der Arbeiten aus dem zoologisch-zootomischen
Institut in Würzburg bes. abgedruckt) und beschreibt darin
54 neue Arten, von denen zwei als Typen neuer Gattungen
betrachtet werden. In einem Nachtrage wird denselben
später noch (ebendas.) eine neue Art Thyonidium (1%. occi-
dentale aus Surinam) hinzufügt. Die neuen Arten sind:
Synapta hanJcensis, S. asymmetrica (mit Asymmetrie der An-
kerarme), S. incerta, alle drei von Banka, S. innominata
Philippinen, S. Polii Barbadoes, Chirodota contorta von
unbek. Fundort, Cummaria ignava St. Vincent, C. punc-
tata Barbadoes, C. nohüis Norwegen, C. perspicua ebendah.,
C. parva Chili, C. exigua China (?), G. improvisa Algoa
Bay, C. Salmini Celebes, C. tenuis ebendah., C. fallax
Alaska, Colochirus frisfis Zanzibar, G. australis Austr., G.
minutus ebendsih.., Pseudocucumis {n. gn.) acicula Viti(von
Semper irriger Weise als Cucumaria acicula beschrieben)
Äctinocticumis (n. gen.) typica Austral., Thyone suspecta
Barbad., Thyone (Stolus) mirabilis^ Thyonidium Schmeltm,
mit der vorhergehenden aus Austr., Orcula tenera Samoa,
Phylloporus Frauenfeldi Roth. Meer, Ph. liolothurioides
hab.?, Stichoporus errans Barbadoes, St. ftiscus Patagouien,
Mülleria excellens Samoa, Labidodemas dubiosum Tahiti, Ho-
lothuria (Stichopodes) signata Qhendsih.j H. (St) pertinax Ssl-
moa, H. (Sporadipus) Kubaryi Pelew, H. (Sp.) mexicanaH. ( Sp.)
sulcata Westind., H. (Sp.) notabilis Austr., H. (Sp.) line-
ata ebendah., H. caesarea, Samoa; H. (Sp.) occidentalis
Westind., H. (Sp.) cubana H. (Sp.) Dietrichii Austral., H.
(Sp.) peregrina ebendah., H. (Sp.) insignis ebendah., H. (Sp.)
modesta Antillen, H. (Sp.) clemens Samoa, H. captiva Bar-
bad., H. depressa Tahiti, H. imitans Samoa, H. samoana^
Hol. rugosa Samoa, H. curiosa Austr., Hol. bowensis eben-
dah., H. surinamensis. Zum Schluss fügt Verf. noch einige
Bemerkungen über Hol. impatiens Frsc, Hol. vagabunda
Sei. Var., Cucumaria syracusana Gr. Var. hinzu. Die Ta-
322 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
fein enthalten Darstellungen der Kalkkörperchen, die be-
greiflicher Weise ganz besonders die Aufmerksamkeit des
Verf.'s in Anspruch genommen haben.
In seiner „Kritik adriatischer Holothurien" sucht
V. Marenzelle r (Verhandl. der k. k. zool.-bot. Gesellsch.
in Wien 1874 (22 S.) die in der Adria lebenden Holo-
thurien von den verwandten und vielfach — auch von den
neuesten Schriftstellern — mit ihnen verwechselten Arten zu
unterscheiden und die Synonymie derselben festzustellen.
So wird die gewöhnlich als Cucumaria doliolum beschrie-
bene Mittelmeerform als C. Planci Brdt. bestimmt, da
erstere (Actinia doliolum PalL), die vom Cap stammt, als
ein Colochirus (C. doliolum) sich erwies. Cucumaria Dic-
quemarii Gr. ist von C. Dicquemari Cuv. verschieden und
eine neue Art (G. Grubci), wie denn auch Cucumaria cu-
cumis Risso eine Art für sich darstellt und keineswegs
mit C. pentactes L. (= C. elongata Kor. et Dub.), wohl aber
mit der gleichnamigen Art Selenka's identisch ist. Cu-
cumaria Kirchsbergii Hell, gehört wahrscheinlich zu Ocnus.
Auch die Beziehungen von Holothuria tubulosa, H. Poli und
H. Stellati sind vielfach verkannt worden. Interessant ist
das Vorkommen der bisher bloss in der Nordsee aufgefun-
denen Cucumaria Hyndmani Thomps., von der übrigens C.
Korenii Lütk. (= Pentacta calcigera Stimps.) abzutrennen
ist, so wie die Anwesenheit einer bei gewissen Exemplaren
von Thyone zwischen der Basis der zwei dorsalen Ten-
takeln gelegenen Papille, auf deren Spitze die (männliche)
Geschlechtsdrüse nach Aussen mündet, eine Bildung übrigens,
die schon von Koren und Costa (bei Uroxia = Thyone)
beschrieben wurde.
V er rill berichtigt in Baird's schon früher in un-
serm Berichte erwähnten Report die Synonymie der um New-
England vorkommenden Holothurien (p. 715 u. 716). Ana-
perus Carolinus Troschel wird dabei mit Thyone briareus
Les., Cucumaria fusiformis Des. mit Stereoderma unisemita
Ayr., Embolus pauper Sei. mit Molpadia (?) oolithica
Pourt., Leptosynapta tenuis Verr. (so wie Synapta Ayresi
Sei. und vielleicht S. gracilis Sei.) mit L. Girardi Pourt.
zusammengestellt. Neu ebendas.; Leptosynapta roseolaYevv.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 323
Thyone scabra n., ebenfalls von Neu-England : V e r r i 1 1,
Amer. Joiirn. Arts and sc. T. V. p. 100.
Thyonidium (Colocliirus) gemmatum Pourt. ist durch
die Zehnzahl seiner Tentakel, die Anhäufung seiner Kalk-
körperchen, die Bildung seiner Oralplatten und Genitalien
von den typischen Formen des Gen. Thyonidium so verschie-
den, dass derselbe Autor dafür den neuen Genusnamen
Thyonella vorschlägt. L. c. T. III. p. 437.
2. Actinozoa.
Echinoidea.
A. Agassiz erörtert in eingehender Weise (American
Naturalist. Vol. IL p. 398 — 406 mit zahlreichen Holz-
schnitten) „the homologies of Pedicellariae^' und liefert dabei
nach einem Kückblicke auf deren manchfaltige charak-
teristische Bildung den Nachweis, dass dieselben den
Stacheln, Höckern, Klauen und Ankern gleichwerthig seien,
theils weil sie auf wesentlich gleiche Weise entständen,
theils auch, weil mancherlei Zwischenformen zwischen
ihnen vorkämen. Selbst die Platten und Schilder gehören
der gleichen Organengruppe an, so dass in letzter Instanz
die sämmtlichen Hartgebilde der Echinodermen, mögen
dieselben in Grösse und Form und Function noch so sehr
von einander abweichen, als homolog zu betrachten sind.
Mac Intosh veröffentlicht (Tr ansäet. Irish Acad.
1875. Vol. XXV. p. 519—558 Tab. XXXI-XXXIII) „Re-
searches on the structure of the spines of Diadematidae",
die den bei Weitem grössern Theil der dahin gehörenden
Genera umfassen und keinen Zweifel lassen, dass der fei-
nere Bau der Stacheln ebenso charakteristische Merkmale
für dieselben abgiebt, wie die tibi-ige Organisation. Nur
das Gen. Echinothrix Pet. macht eine Ausnahme, die aber
darin ihre Erklärung finden mag, dass die betreffenden
Arten (Ech. calamaris Ag. und E. turcarum Pet.) keines-
wegs so nahe verwandt sind, wie man gewöhnlich annimmt.
Dass bei der Vergleichung der Durchschnitte immer nur
entsprechende Absciinitte der Stacheln zu Grunde gelegt
werden dürfen, versteht sich von selbst, da der Bau nicht
in ganzer Länge der gleiche ist, Uebrigens gehören die
324 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Stacheln der Diademiden sammtlich dem sg. quirlförmigen
(verticillate) Typus an, der durch die gezähnelte Beschaffen-
heit der Längsleisten charakterisirt ist, wenngleich daneben
noch bei den Geschlechtern mit dimorphen Stacheln (Cen-
trostephanus und Asthenosoma) Stacheln von anderer Bil-
dung vorkommen. Ebenso sind die Stacheln mit seltenen
Ausnahmen hohl und von einer weichen Pulpa durchzogen
(Sarcode, wie Verf. mit Carpenter vermuthet), welche
von da in die Lückenräume des Stiletnetzes übertritt. Auch
der histologische Bau zeigt gewisse gemeinsame Züge, die
im Einzelfalle (besonders bei Asthenosoma) mehr oder
minder modificirt sind, lieber die Bildung und das Wachs-
thum der Stacheln ist bis jetzt erst wenig bekannt, obwohl
namentlich das letztere mancherlei wichtige Aufschlüsse in
Aussicht stellt.
Die Untersuchungen, welche der Darstellung des Verf s.
zu Grunde liegen, sind übrigens schon vorher im Auszuge
durch die Mittheilungen, welche das Journ. microsc. sc
1875 Vol. XV. 11. dd. über die Verhandlungen des Dub-
liner mikroscopischen Vereines bringt, bekannt geworden.
Des Mo Uli ns, sur les epines des Echinocidarites,
Actes Soc. Linneenne de Bordeaux T. XXVIL p. 162—170.
PL X und XL
Steward beschreibt die Hartgebilde in den Saug-
scheiben von Podophora atrata, monthly microscop. Journ.
T. IX. p. 55. PI. VIL
van Ankum findet bei Echinometra lucunter neben
den schon früher bekannt gewordenen Hartgebilden noch
dreistrahlige Kalkkörperchen, die denen der Kalkspongien
ähnlich sind und einen Protoplasmafaden in sich ein-
schliessen, welcher den kohlensauren Kalk secerniren soll.
Kalklichaampjes by Echinometra lucunter, Tydschr. Nederl.
dierk. Vereen. D. L p. 188—196. Tab. IX, X.
Grab er berichtet in seinem „Beitrage zur Histologie
der Stachelhäuter" (a. a. 0. S. 52 — 54) u. a. auch über
den Darmkanal von Schizaster canaliferus. Er schildert
denselben nach Bau und Structur und findet sowohl am
Ende des Munddarmes, wie auch am Mitteldarme einen
eigenthümlichen Anhang von drüsiger Beschaffenheit. Der
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 325
Munddarmanhaiig hat die Gestalt eines in mehrere dünne
Röhren auslaufenden Sackes. Der Mitteldarmanhang ist
offenbar dasselbe Gebilde, welches Delle Chiege bei Spa-
tangus purpureus als Blinddarm bezeichnet (und Ho ff mann
inzwischen, J. B. 1871. S. 321 als „gewundenes Organ"
beschrieben hat). Trotz seiner Verbindung mit dem Mit-
teldarm steht es mit demselben keineswegs in offener Ver-
bindung.
Hoffmann veröffentlicht in dem Niederländischen
Archiv für Zoologie Bd. I S. 184—186 Tab. XIV einen
Nachtrag zu der schon früher (Bericht 1871 S. 322) be-
rücksichtigten Abhandlung „über das Blutgefässsystem der
Echiniden" und behauptet darin im Gegensatze zu seinen
frühern Mittheilungen, dass die Echiniden eben so wenig,
wie die Spatangiden einen oralen und analen Blutgefäss-
ring besässen. Nur am Oesophagus finde man einen Ge-
fässring, aber dieser gehöre dem Wassergefässsystem an,
obwohl die an der Rücken- und Bauchseite des Darmes
verlaufenden Blutgefässe in denselben einmünden. Das
vom Scheitel bis zur Laterne herabsteigende Gefäss, welches
in seiner Mitte das sg. Herz trägt und nach den älteren
Mittheilungen die beiden Blutgefässringe verbinden soll,
erweist sich als Steinkanal (mit Wassergefässkranz), der
von der Madreporenplatte entspringt und in den Wasser-
gefässring einmündet. Was man früher als Steinkaual
deutete, ist eine daneben hinlaufende bandartige Verdickung
des Mesenteriums. Das Blut- und Wassergefässsystem der
Echiniden stimmt also in der Hauptsache vollkommen
mit dem der Spatangiden überein. Nur in sofern findet
sich ein Unterschied, dass der Zusammenhang der Blut-
gefässe mit dem Wassergefässappafate bei den Echiniden
direct durch die (bei den Echinoiden allein vorhandenen)
Darmgefässe, bei den Spatangiden aber durch ein eigenes
aus dem Bauchgefässe entspringendes Magengefäss ver-
mittelt wird.
Nach einer Bemerkung Gre eff 's (Marburger Sitzungs-
ber. 1872. N. 11. S. 163. Anm.) beruht übrigens diese An-
gabe über das Fehlen des analen Gefässringes bei den
Echinen auf einem Irrthume. Es ist ein weiter, fast sinu-
326 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
öser Ring um den After und zwischen diesem und den
Genitalplatten gelegen.
Zu demselben Resultate kommt auch Perrier, der
den Circulationsapparat der Seeigel specieller untersucht
hat, Rech, sur l'appareil circulat. des oursins (Ann. zool.
exper. T. IV. p. 605-643 PI. XXIII u. XXIV, im Aus-
zuge Compt. rend. T. 79 p. 1128—1132).
Nach den Beobachtungen van Ankum's zeigt der
Generationsapparat der regulären Seeigel keineswegs bei
allen Exemplaren die bisher diesen Thieren vindicirte Zu-
sammensetzung aus fünf vollständig getrennten Säcken;
es verschmelzen diese letzteren vielmehr häufig, besonders
bei Echinus sphaera, zu einer mehr oder minder zusammen-
hängenden lappigen Masse, die nur in dem zur Auf-
nahme des Mastdarmes bestimmten Interradius beständig
getrennt bleibt. Verf neigt sich der Auffassung zu, dass
die Antimeren der Echinodermen eine ursprünglich indivi-
duelle Bedeutung besitzen und sieht in Uebereinstimmung
hiermit in der Verschmelzung der Keimdrüsen das Zeichen
einer fortschreitenden Centralisation. Mededeelingen om-
trent de vergroeiing van de generatie-organen by Echinus
en eenige verwante geslachten, Tydschrift Nederl. dierk.
Vereen. I. 1875 p. 176—187 Tab. XI oder (franz.) Archiv
n6erland. sc. exact. natur. 1876 p. 97—117 PI. IX, X.
lieber die Vorgänge der Eibildungbei Echinus berichtet
Ludwig in der schon früher (Th. I. S. 22) angezogenen
Abhandlung S. 9 ff.
0. Hertwig legt seinen „Beiträgen zur Kenntniss
der Bildung, Befruchtung und Theilung des thierischen
Eies"; (morpholog. Jahrbuch 1875, Bd. I. S. 347—435,
Tab. X— XIII) Untersuchungen zu Grunde, die er an den
Eiern von Toxopneustes lividus gemacht hat. Zur Reife-
zeit der Eier, so zeigt derselbe, erleidet das Keimbläschen
eine regressive Metamorphose und wird durch Contractio-
nen des Protoplasma an die Oberfläche getrieben. Seine
Membran löst sich auf, sein Inhalt zerfällt und wird zu-
letzt vom Dotter wieder resorbirt; der Keimfleck aber
scheint unverändert erhalten zu bleiben, in die Dotter-
masse selbst hineinzugelangen und zum bleibenden Kerne
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 327
des jetzt befruchtimgsfähigen Eies zu werden. Nach der
Befruchtung unterscheidet man neben diesem sg. Eikerne
noch einen zweiten Kern, der sich von der Peripherie aus
immer mehr dem erstem nähert und von unserm Verf.
als Spermakern bezeichnet wird, weil er sich berechtigt
glaubt, denselben auf ein von Aussen eingedrungenes Sper-
matozoon zurückzuführen. Beide Kerne stossen schliesslich
aufeinander und verschmelzen zu einer einfachen Masse,
um welche herum die Dotterkörnchen in Kadien sich an-
ordnen. Der auf diese Weise durch Copulation ent-
standene Körper erscheint nun als der Kern der ersten
Furchungskugel, den Verf als ein mit activen Kräften
ausgerüstetes automatisches Centrum betrachtet. Jedenfalls
beobachtet man an demselben amöboide Bewegungen, die
schliesslich zu sehr charakteristischen Veränderungen hin-
führen. Die Form wird oval, sodann hanteiförmig, und
schliesslich fällt das Mittelstück, dessen feste Substanz
inzwischen in Längsfasern sich zusammengruppirt hat,
aus einander, so dass statt des ursprünglich einfachen
Furchungskernes deren zwei vorhanden sind. Schon vorher
hat ein jeder dieser Kerne durch Anziehung des homo-
genen Dotterprotoplasma seine eigne Radienfigur gebildet
und damit den Zerfall der Dottersubstanz in zwei Ballen
(Furchungskugeln) eingeleitet. Dass dieser Process auch
bei den späteren Furchungen in wesentlich derselben Weise
wiederkehrt, braucht nach den schon früher durch Auer-
bach bekannt gewordenen Thatsachen (J. B. I. S. 543) kaum
besonders hervorgehoben zu werden.
Marion erzieht mittelst künstlicher Befruchtung Ba-
stardlarven von Sphaerechinus brevispinosus und Toxo-
pneustes lividus, die für gewöhnlich übrigens in verschie-
dener Tiefe leben und auch in verschiedener Jahreszeit
zur geschlechtlichen Reife kommen. Die Mehrzahl der
befruchteten Eier ging freilich schon in frühen Stadien
der Entwicklung zu Grunde, aber andere lieferten einen
Pluteus, der von den entsprechenden Formen der Stamm-
eltern nur durch einzelne wenig auffallende Gestaltver-
hältnisse unterschieden war. Eine Aufzucht der jungen
Echinodermen wollte nicht gelingen, aber es ist bekannt,
328 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dass solche auch bei reiner Inzucht in den gewöhnlich
dabei in Anwendung kommenden kleinen Aquarien un-
möglich ist. Reproductions hybrides d'Echinodermes, Cpt.
rend. 1873. T. 77. p. 963—966.
Loven's Untersuchungen über die Morphologie und
den Aufbau des Echinidenskelets, die wir nach einer —
inzwischen auch in deutscher Uebersetzung Archiv f. Na-
turgesch. 1873. Th. I. S. 16—70 Tab. IV erschienenen —
vorläufigen Mittheilung schon im vorigen Berichte (S. 315)
anziehen konnten, haben inzwischen in den „Etudes sur
les Echinoidees par Loven" (Stockholm 1875, 91 Seiten
in Quart mit 53 Tafeln, vgl. Skenska Vetensk. akad. hand-
lingar Bd. XL N. 7, im Auszuge Cpt. rend. 1872. T. 75.
p. 803—811) eine weitere Veröffentlichung gefunden. Erst
jetzt lässt sich der Umfang und die Tiefe vollständig über-
sehen, in der diese Untersuchungen angestellt sind, und
die Bedeutung ermessen, welche sie für die richtige Auf-
fassung sowohl des Gesammtbaues, wie auch der morpho-
logischen Beziehungen zwischen den einzelnen Gruppen
und den in den einzelnen Erdperioden auf einander fol-
genden Formen besitzen. Dem Verf. in das Detail seiner
Darstellung zu folgen ist freilich unmöglich; wir müssen
uns hier unter Hinweis auf die grosse Wichtigkeit des
Werkes mit einigen wenigen Bemerkungen begnügen und
können uns dabei um so kürzer fassen, als wir bereits
früher die hauptsächlichsten der vom Verf. gewonnenen
Resultate hervorzuheben in der Lage waren. Zunächst
erwähnen wir den Umstand, dass der Inhalt des jetzt vor-
liegenden Werkes in zwei an Umfang freilich sehr un-
gleiche Theile zerfällt, von denen der erste den vom Verf.
entdeckten Sphäridien (p. 1 — 11), der andere aber der
Morphologie des Echinoidenskelets gewidmet ist. Die
erstem sind nach der Darstellung des Verf.'s offenbar, gleich
den Pedicellarien, modificirte Stacheln. Sie bestehen aus
einem von Epithel überzogenen Sceletgewebe, das in dem
Stiele die bekannte Structur besitzt, während es in dem
Köpfchen eine mehr homogene Beschaffenheit zeigt und
eine meist ziemlich regelmässige Schichtung erkennen lässt.
Im Uebrigen hat der Bau, wie auch die Anordnung und
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 329
Zahl je nach Art und Familie mancherlei Unterschiede,
die der Verf. eingehend darstellte. Der zweite Theil des
Werkes behandelt in gleich eingehender Weise das ambu-
lacrale Skeletsystem (p. 11—46), die Interradialzonen (p. 46
—61), die Saumlinien (61—64) und die Apicalregion (65—
90), Abschnitte, die nach der Ansicht des Verf.'s in mor-
phologischer Beziehung sämmtlich von einander verschieden
sind und keineswegs als gleichwerthige Theile des Ske-
letapparates betrachtet werden dürfen. Am deutlichsten lässt
sich solches für das Ambulacralsystem nachweisen, dessen
Skeletstücke sich nach Wachsthum und Verschiebung ganz
selbstständig verhalten, und das schon bei den sonst mehr-
fach eigenthümlichen palaeOzoischen Echiniden, den sg.
Perichoechiniden, die Verf. auf p. 29—33 vollständig zu-
sammenstellt und nach ihren Hauptcharakteren schildert.
Auf Grund der bei den Spatangiden der Kreide vorkom-
menden Anordnung der Madreporenplatte verlegt Verf.
auch die Madreporenplatte der sg. regulären Seeigel in
den vordem rechten Interradius, so dass die Längsachse
(antero -posterior axis) derselben gleichfalls durch ein un-
paares Ambulacrum hindurchgeht. Andere Spantangiden
zeigen freilich in der Lage des Madreporenapparates, der
eigentlich der Centralplatte des Apicalfeldes zugehört, man-
cherlei Abweichungen, obwohl auch unter ihnen zahlreiche
Formen sind, bei denen die rechte vordere (für gewöhn-
lich freilich nicht isolirte) Genitalplatte von der Madre-
porenplatte in Anspruch genommen wird. Uebrigens
ist die Symmetrie der Ambulacren, wie auch der Inter-
ambulacralzonett in Bezug auf diese Längsachse oftmals
mehr oder minder auffallend gestört, und zwar bei den
sg. regulären Formen nicht minder, als bei den übri-
gen. Wie diese Asymmetrie, so findet auch die Hetero-
nomie des vorderen Seitenfeldes (bei Ananchytes und den
Spatangiden), wie die progressive Differenzirung der vor-
dem unpaaren Area bei den Zahnlosen eine eingehende
Darstellung. Dem erst neuerdings gehörig gewürdigten
Verhalten der sg. Echinothuriden gegenüber ist der Nach-
weis von Interesse, dass auch bei den Spatangiden an
gewissen Stellen deutliche Spuren einer schuppigen Bil-
Arclüv für Natura- XXXXI. Jalirg. 2. Bd. W
330 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dung der Skeletstücke auftreten. Die Saumlinien sind nach
den Untersuchungen des Verf.'s durch eine Auflagerung höck-
riger Sceletsubstanz gebildet, die eben so wenig zu den
ambulacralen , wie den interambulacralen Platten irgend
eine Beziehung darbietet, ihrer morphologischen Bedeu-
tung nach aber ziemlich räthselhaft ist. Für die in der
gegenwärtigen Fauna überwiegenden Formen mit ring-
förmig den Afterpol umfassenden Saumlinien bringt Verf.
die Bezeichnung Prymnodesmia in Anwendung, während er
die übrigen Arten je nach der Anwesenheit und dem gänz-
lichen Mangel von Saumlinien als Prymnadeta oder Adeta
bezeichnet. (Die fossilen Spantangiden gehören mit Aus-
nahmen eines einzigen Geschlechtes sämmtlich den beiden
letztgenannten Gruppen an.) Die Verhältnisse des Apex
und die daran anknüpfenden morphologischen Erörterungen
über die Beziehungen der Echiniden zu den Crinoiden
sind schon in dem frühern Berichte hervorgehoben; wir
fügen dem damals Mitgetheilten nur noch die Bemerkung
hinzu, dass diese Beziehungen hier eine sehr eingehende
Berücksichtigung finden und schliesslich auch auf die Aste-
riden |jbertragen werden (p. 70—91). Die Systematik be-
treffend heben wir hervor, dass Verf. eine Dreitheilung der
Echinoiden verwirft und bloss zwei Hauptgruppen annimmt,
die Zahntragenden und Zahnlosen, die dann beide wieder
eine grössere Anzahl von Familien enthalten. Die dem
Werke beigegebenen Abbildungen repräsentiren den Körper
der Seeigel mit allen Einzelnheiten in einer einzigen Ebene,
nach einer Methode, die zu einem raschen Ueberblicke
und zur Vergleichung der verschiedenen Formen mehr als
irgend eine andere sich eignet, meines Wissens aber früher
nur von H. Welcker für craniologische Zwecke in An-
wendung gebracht ist. Gelegentliche Mittheilungen machen
uns auch mit einigen neuen Arten bekannt, von denen
wir hier zunächst die Tiefseeformen Salenia goesiana (An-
tillen), Pal aeotropus {n. gen.) Josephinae (Azoren) j Hemi-
aster expergitus (Atlant. Ocean) und Py gaster relictus (Antillen)
erwähnen. Die beiden letzten gehörten zu zweien sonst aus-
gestorbenen Geschlechtern, die von den jetzt lebenden Ver-
wandten mehrfach abweichen. Es gilt das namentlich von
in d. Naturgesch. d. nied. Thiero währ. d. Jahre 1872—1875. 331
Hemiaster, der sich durch eine ganz besondere Bildung
des Apicalfeldes von allen jetzigen Spantangiden unter-
scheidet. Auch Palaeotropus erinnert auf den ersten Blick
an gewisse ausgestorbene Arten, besonders Ananchytes
ovata, hat aber perianale Saumlinien und, wie Homolampas,
fünf gleichmässig entwickelte Ambulacren. Eine bloss bei-
läufige Erwähnung findet Ahatus Philippii n. und Cassidulus
Eugeniae n., während von bekannten Formen Arachnoides
placenta L. und A. Zelandiae Gr. eine nähere Beschreibung
finden.
Der Illustrated catalogue ol the Museum of compara-
tive zoology at Harvard colledge, der unsere Litteratur be-
reits mit zahlreichen werthvollen Beiträgen bereichert hat,
bringt in Nr. VII (1872/74) unter dem anspruchslosen
Titel „Revision ofEchini by AI. Agassiz" eine Monographie,
die so ziemlich Alles ersetzt, was in zoologischer und syste-
matischer Hinsicht bisher über diese Thiere veröff'entlicht ist.
Man wird die Bedeutung des Werkes schon dem Umstände ent-
nehmen können, dass A. Agassiz demselben nicht bloss
die reichen Schätze des oben genannten Museums zu Grunde
legte, das Dank seinen fast unerschöpflichen Hülfsmitteln
und seiner umsichtigen Leitung auf dem besten Wege ist,
die übrigen zoologischen Institute sämmtlich in den Schatten
zu stellen, sondern auch die in den Europäischen öffent-
lichen und privaten Sammlungen vorhandenen Original-
exemplare mit elaer bisher noch niemals ermöglichten
Vollständigkeit zu benutzen vermochte. Die Resultate
dieser umfangreichen und eingehenden vieljährigen Unter-
suchungen nun sind es, die uns hier in einem Werke ge-
boten werden, dessen vier Abtheilungen nicht weniger als
764 Seiten in Quart füllen und von 94 meist in Lichtdruck
ausgeführten Tafeln begleitet sind, auf denen die bis jetzt
bekannt gewordenen Arten zum grossesten Theile, viele so-
gar in mehrfacher Abbildung und verschiedenen Alters-
stufen, mit einer bisher unübertroffenen Naturwahrheit
ihre Darstellung gefunden haben. Die Zahl der Tafeln
würde eine noch grössere geworden sein, wenn nicht ein
Theil derselben — zum vierten anatomisch-morphologischen
Abschnitte gehörig ~ mit den Zeichnungen und Notizen
332 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bei dem grossen Brande in Boston (1874) zerstört worden
wäre. Der breiten Anlage des Werkes entsprechend be-
ginnt Agassiz nach einer kurzen Einleitung und einer
alphabetisch geordneten vollständigen Zusammenstellung
der betreffenden Litteratur mit einem Capitel über „No-
menclatur" (p. 1—30), in welchem derselbe das Princip
der Priorität als allein maassgebend auch für solche Fälle
zu rechtfertigen versucht, in denen die (nachweislich authen-
tische) Bezeichnung, wie vielfach bei den Echinen und Echi-
nodermen überhaupt, aus vorlinneischer Zeit stammt. Der
hier mit aller Schärfe vertretene Grundsatz ist bestimmt völlig
gerechtfertigt, obwohl wir es bedauern, dass ihm eine An-
zahl von Namen zum Opfer gefallen sind, die, wie Acro-
cladia und Podophora durch ihren Wohllaut und das Tref-
fende ihrer Bezeichnung einen allgemeinen Eingang ge-
funden hatten, und andere, wie Toxopneustes, ihrer ge-
wöhnlichen Anwendung entgegen auf Formen übertragen
werden, die wir bis dahin mit einem andern Namen zu
bezeichnen pflegten. Bei jeder einzelnen Art soll der Name
sowohl dessen, der die Species zuerst beschrieben, wie
auch dessen, der dieselbe zuerst seinem richtigen Genus
zuertheilt hat, Berücksichtigung finden. Nach diesen Prin-
cipien wird sodann eine „chronologische Liste" (p. 31 — 85)
entworfen, die sämmtliche Arten, so viel deren beschrieben
sind, der Zeitfolge nach aufzählt und auf ihre richtige
Benennung zurückgeführt. Wie dieses Capitel der Ge-
schichte der Namen, so ist das folgende (p. 87 — 169) der
Geschichte der einzelnen Species gewidmet, indem darin
die Synonymie der vom Verf. angenommenen Geschlechter
und Arten in alphabetischer Aufzählung behandelt ist.
Wir müssen uns leider versagen, der zahlreichen Auf-
schlüsse zu gedenken, die hier geboten werden und viel-
leicht mehr, als Anderes, den kritischen Takt und die reiche
Erfahrung des Verf.'s in's rechte Licht stellen, behalten uns
aber vor, auf Einzelnes bei späterer Gelegenheit zurückzu-
kommen. Der (p. 170—203) angehängte synonymische Index,
der in gleichfalls alphabetischer Ordnung ein Verzeichniss
sämmtlicher bisher aufgestellten Gattungen und Arten enthält,
erlaubt durch beständigen Hinweis auf die vorausgehende Liste
in d. Naturgesch. d. nitd. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 333
eine rasche Orientirung und liefert in Zusammenhang mit
dieser eine Uebersicht über die Geschichte der einzelnen
Arten, wie sie sonst wohl schwerlich irgendwo in gleicher
Vollständigkeit und kritischer Schärfe dem Systematiker
zu Gebote steht. In einer vierten Liste (p. 213—220) hat
Verf. schliesslich seinen Ansichten über den verwandtschaft-
lichen Zusammenhang der einzelnen Formen Ausdruck ge-
geben. Wir kommen weiter unten darauf zurück und er-
wähnen hier nur soviel, dass der Verf. die von ihm ange-
nommenen 207 Species (lebender Echinen) mit ihren 81
Geschlechtern über 9 Familien vertheilt und diese wieder
in 3 Ordnungen einreiht. Da den einzelnen Arten zugleich
die Hauptfundstätten beigefügt sind, so dient die Liste zum
Ausgangspunkte der Betrachtungen über die geographische
Verbreitung der Echinen (p. 205—242), mit denen der erste
Theil des klassischen Werkes abschliesst. Auf Grund der
darin niedergelegten Thatsachen unterscheidet Verf. vier
geographische Provinzen, eine Amerikanische mit den west-
lichen und östlichen Küstendistricten (Echinarachnius, Ar-
bacia, Mellitta, Hemiaster), eine Atlantische, die durch das
Mittelländische und Kothe Meer hindurch bis nach Japan
sich erstreckt (Schizaster, Sphaerechinus, Echinocardium,
Spatangus), eine Indo-pacifische (Phyllacanthus, Colobro-
centrotus, Heterocentrotus, Parasalenia, Fibularia, Echino-
strephus, Laganum, Maretia) und eine Australische, die mit
ihren antarctischen Formen scharf gegen die übrigen ab-
setzt, gleich diesen aber selbst wiederum in eine Anzahl von
kleinern Districten zerfällt, wie das auf sechs Karten in über-
sichtlicher Weise dargestellt wird. Der zweite (p. 247—378)
und dritte Theil (p. 388—628) des Agassi z 'sehen Werkes ist
der Beschreibung der einzelnen Arten gewidmet, zunächst
(Th. II) der Beschreibung der an der Ostküste der ver-
einigten Staaten vorkommenden Arten mit Einschluss zu-
gleich jener, die bei den Tiefseeforschungen des Grafen
Pourtales um Florida aufgefunden wurden, — im Gan-
zen 42 Spec. — und sodann (Th. III) der übrigen. Neue
Arten sind nur wenige zu verzeichnen, da diese schon
früher von unserem Verf. in den Bullet. Mus. compar. zoo-
logy T. IL p. 253 und 455 (vgl. J. B. 1869 S. 375, 1870
334 Leuckart: Bericht üb. d. wissenscliaftlicheu Leistimgen
S. 330) und T. III. p. 56--58 in Kürze charakterisirt
wurden. (Die zuletzt hier angezogenen Mittheilungen, die,
dem Jahre 1872 angehörig, bisher in unserm Berichte noch
keine Berücksichtigung fanden, handeln über Strongylocen-
trotus armiger n. von Australien, Sphaerechinus Australiae
n. ebendah., Ämhhjpneustes pentagonus n. von Mauritius?,
A. inflatus n. von Neu-Holland, Ä. purpurascens n. ebendah.,
Spatangus Lütkeni n. von China, Lovenia cordiformis n.
von Californien, Moera stygia n. aus dem Kothen Meere,
Bhynchobrissus pyramidalis n. aus China). Der vierte und
letzte Theil des Werkes ist morphologisch -anatomischen
Inhaltes. Er enthält eine Darstellung sowohl des Baues
wie auch der Entwicklungsgeschichte unserer Thiere (p. 635
—712). Was über letztere (p. 708 ff.) gesagt wird, ist
im Wesentlichen eine Reproduction dessen, was Verf. schon
früher in Betreff der Eientwicklung und Metamorphose
(J. B. 1864 S. 154), sowie auch der Jugendzustände der
Echinen (J. B. 1869 S. 373) veröffentlicht hat, so dass wir
hier darüber mit der Bemerkung hinweggehen können, dass
die frühere Darstellung in der neuen Bearbeitung mehr-
fach weiter ausgeführt und vervollständigt ist. Die Mit-
theilungen über den Bau betreffen vorzugsweise die Hart-
gebilde, die Morphologie der Schale, sowie die Ver-
mehrung und das Wachsthum der einzelnen Platten (p. 637
—643), die Stacheln und Pedicellarien (p. 650 — 670), den
Kieferapparat (p. 686 ff.) und den Apex mit seinen Skelet-
stücken (p. 689). Auch hier haben viele der früher von un-
serem Verf. veröffentlichten Beobachtungen Aufnahme und
Erweiterung gefunden. Die Madreporenplatte wird unter Be-
rücksichtigung besonders des Verlaufes des Enddarmes
überall in den linken hintern Interambulacralraum verlegt,
während Loven derselben gerade die entgegengesetzte
Stellung anweist. Apex, Mundfeld und Corona lassen
sich bei der Mehrzahl der Echinen scharf gegen einander
absetzen, doch giebt es auch Fälle — und dahin gehören
ausser den Palaeechiniden auch die Tiefseeformen mit
beweglichem Schuppenpanzer (Asthenosoma Gr.) — , in
denen das (bekanntlich schon bei Cidaris beschuppte) Mund-
feld bis zum Apex sich erstreckt, eine eigentliche Co-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 335
rona also fehlt. Die Vermehrung der Plattenzahl in der
Corona, die sonst bekanntlich durch Neubildung am apicalen
Rande geschieht, und zwar in den ambulacralen und inter-
ambulacralen Zonen nach verschiedenem Numerus, tritt bei
den Diadematiden, Echinometraden und Echiniden, welche
in den Jugendformen stets einfache Ambulacralplatten be-
sitzen, gleichzeitig an verschiedenen Stellen zwischen den-
selben durch Einschaltung neuer (secundärer) Platten ein,
die dann freilich bei den einzelnen Genera wieder ver-
schieden sich verhalten. Die Stacheln der Cidariden zeigen
in ihrem mikroscopischen Verhalten mancherlei Eigen-
thümlichkeiten, die um so auffallender sind, als darin sonst
bei den verschiedenen Gruppen im Ganzen eine grosse
Uebereinstimmung obwaltet, wie das Verf. durch eine ein-
gehende Darstellung der Structurverhältnisse nachweist.
Die bei den Spatangiden in den sg. Semiten stehenden
Stacheln bleiben beständig von einer (Anfangs überall
nachweisbaren) Flimmerhaut bekleidet und erweisen sich
auch in anderer Hinsicht als jugendliche Gebilde. Rhyn-
chopygus und Metalia besitzen an der Uebergangsstelle
des Oesophagus in den eigentlichen Darmkanal anstatt
des bei Spatangus hier vorhandenen einfachen Blindsacks
— gleich Schizaster, vgl. Grab er S. 324 — ein Bündel von
Blindschläuchen. Die Geschlechtsorgane zeigen bei den
Clypeastriden und Spatangiden in Form und Lagerung
mehrfach Abweichungen von den gewöhnlichen Formen,
indem sie als baumartig verästelte Schläuche erscheinen,
die besonders bei den Clypeastriden über den Darm hinaus,
bis weit in das Mundfeld hineinreichen. Die beiden hin-
tern Drüsen sind sehr allgemein, bisweilen schon bei Echi-
nus — vgl. hierzu die oben angezogene Mittheilung von
van Ankum — , stärker entwickelt als die übrigen. Sie
sind auch die einzigen, die constant vorkommen, denn die
vordem sind bei den Spatangiden nicht bloss ganz allge-
mein in Zahl reducirt, sondern bisweilen auch gänzlich
verschwunden. Der aus den Ocularplatten hervortretende
Tentakel entspricht trotz der Abwesenheit eines Augen-
fleckes schon durch seine Beziehungen zu den Ambulacral-
röhren, die in denselben auslaufen, so vollständig den sg.
386 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Augententakeln der Seesterne, dass die Homologie mit
diesen Gebilden ausser Zweifel steht. Die in der Ent-
wicklung dieser Anhänge sonst, besonders bei den Formen
mit petaloider Bildung, vorkommenden Unterschiede finden
bei unserm Verf. (p. 693—703) gleichfalls eine eingehende
Berücksichtigung. Bei Gelegenheit der Pedicellarien (p. 660)
werden über die denselben Gegenstand betreffende Arbeit
vonPerrier (J. B. 1870. S. 325) mancherlei Ausstellungen
gemacht, denen gegenüber letzterer sich in dem Archiv,
zool. exper. T. III. p. VII— XV zu rechtfertigen sucht.
Den descriptiv zoologischen Theilen des Werkes entlehnen
wir die schon oben erwähnte Uebersicht, der wir zugleich
die wichtigsten synonymischen Bezeichnungen hinzufügen.
I. Desmosticha.
1. Farn. Cidaridae.
*Goniocidaridae: Cidaris Kl. (= Gymnocidaris A. Ag.)
3 Arten, Dorocidaris A. Ag. 1 Art (D. papillata, der auch
Cid. hystrix, affinia, abyssicola zugerechnet werden), Phyl-
lacanthus Br. (= Chondrocidaris A. Ag.) 6 Arten, Stepha-
nocidaris A. A. 1 Art, Porocidaris Desm. 1 Art, Goniocidaris
Desm. (= Temnocidaris Cott.) 3 Arten.
**Salenidae: Salenia Gr. (= Salenocidaris x\. Ag.) 1 Art.
2. Farn. Ärhaciadae: Arbacia Gr. (= Echinocidaris Desm. und Te-
trapygus Ag.) 6 x4.rten, Podocidaris A. Ag. 1 Art, Coelo-
pleurus Ag. (= Keraiaphorus Mich.) 2 Arten.
3. Farn. Diadematidae: Diadema Schynv. 2 Arten, mit D. setosum
(= D. Savignyi, antillarum, tenuispina), Centrostepha-
nus Pet. (= Echinodiadema Verr. und Trichodiadema A.
Ag.) 3 Arten, Echinothrix Pet. 3 Arten mit zahlreichen
Synonymen, Astropyga Gr. 2 Arten, Asthenosoma Grube
(= CalveriaW. Thoms., ein Geschlecht, das später übrigens,
p. 846, übereinstimmend mit Wyv. Thomson als lebender
Repräsentant der eine besondere Gruppe bildenden Echino-
thuriden betrachtet wird) 2 Arten.
4. Fam. Echinometradae : Colobocentrus Brdt. (= Podophora L. Ag.)
2 Arten, Heterocentrotus Brdt. (= Acrocladia L. Ag.) 2 Ar-
ten, Echinometra Rondel. (= Ellipsechinus Lütk.) 6 Arten
mit Ech. subangularis Leske (= acufera, Michelini etc.),
Parasalenia A. Ag., Stomopneustes L. Ag., (== Heliocidaris
Ag.) 1 Art, Strongylocentrotus Brdt. (= Toxopneustes Ag.,
Loxechinus Desm^, Toxomdaris A. Ag., Anthocidaris Lütk.,
Euryechinus Verr., Loxechinus Bronn) 9 Arten, darunter
St. Droebachiensis und St. eurythrogrammus mit sehr ver-
in d. Naturgesch. d. nied Thiere ^vähr. d. Jahre 1872—1875. 337
wirrtei- Synonymie, Sphaerechinus Desui. 3 Arten, Pseudo-
boletia Tr. 2 Arten, Echinotrephes A. Ag. 1 Art.
5. Farn. Echinidae.
*Temnopleuridae: Temnopleurus Ag. (= Toreumatica Gr.)
3 Arten, Pleurechinus Ag. 1 Art, Temnechinus Forb. (=
Gouocidaris A. Ag.) 1 Art, Microcyphiis A. Ag. 1 Art,
Trigonocidaris A. Ag. 1 Art, Salmacis Ag. 5 Arten, Mes-
pilia Desm. 1 Art, Amblypneustes Ag. 5 Arten, Holopneustes
Ag. 3 Arten.
**Triplechinidae: Phyraosoma Haime (= Glyptocidaris
AI. Ag.) 1 Art, Hemipedina Wright (= Caenopedina A.
Ag.) 1 Art, Echinus Rond. (= Psammechinus Ag. p. p.)
11 Arten (Ech. virens K. D. = E. miliaris, E. rarispinus
Sars und Ech. Flemmingii Ag. = E. norvegicus), Toxo-
pneustes Ag. (= Boletia Des., Lytechinus A. Ag.) 4 Arten,
Hipponoe Gr. (=Tripneustes Ag.) 3 Arten, Evechinus Verr.
1 Art.
IL Clypeastridae.
1. Farn. Eudypeastridae.
*FibuIarinae, EcliinocyarausvanPhels. (= Scutellina Ag.)
1 Art, E. pusillus mit vielen Synonymen, Fibularia Lamk.
3 Arten.
**Echinanthidae: Clypeaster Lk. (= Stolonoclypus A. Ag.)
4 Arten mit zahlreichen Synonymen, Echinanthus Breyn
2 Arten (mit Clyp. rosaceus.)
*** Laga nidae: Laganum Kl. 3 Arten und Peronella Gr.
4 Arten.
2. Farn. ScutelUdae: Echinarachnius Leske (= DendrasterAg., Scaph-
echiuus Barn., Chaetodiscus Lütk.) 3 Arten (darunter
Ech. parma = Ech. Rumphii), Arachnoides Kl. 1 Art (Ar.
placenta), Echinodiscus Breyn (= Lobophora Ag.) 3 Ar-
ten mit vielen Synonymen, Meilita Kl. 5 Arten, Astri-
clypeus Yerr. 1 Art (A. Manni Verr. = Crustulum gratulans
Tr.), RotulaKl. (= Scutella Lk. p.p.) 2 Arten, Encope Ag.
5 Arten, darunter E. emarginata jnit zahlreichen Synonymen.
in. Petalosticha.
1. Farn. Cassidulidae.
*Echinonidae: Echinoneus van Phels. 2 Arten.
**Nucleolida e mit Neolampas A. Ag. 1 Art, Echinolampas
Gr. 3 Arten, Rhynchopygus d'Orb. (= Cassidulus Lk.) 2 Ar-
ten, Echinobrissus Kl. 1 Art, Nucleolites Lk, 1 Art, Ano-
chanus Grube 1 Art.
2. Fam. Spatangidae.
*Ananchytidae: Pourtalesia A. Ag. 1 Art, Homolampas
338 Leuckart; Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
n. gen. 1 Art (Lissonotus fragilis A. Ag.), Platybrissus
Grube 1 Art.
**Euspatangina: Spatangus Kl . 3 Arten, Maretia Gr. 2 Ar-
ten, Eupatagus Ag. 1 Art, Lovenia Des. 3 Arten, Breynia
Desm. 1 Art, Echiuocardium Gr. {= Amphidetus Ag.) 5
Arten, darunter Echin, cordatum (= Spat, arcuarius Lk.,
Amph. Kurtzii Gr.) und Ech. flavescens Müll. (= C.ovatum).
***Leskiadae: Paleostoma Lov = Leskia Gr.) 1 Art.
****Brissina: Hemiaster Des (= Abatus Tr.) 2 Arten,
Tripylus Phil. 1 Art, Bhynchobrissus n. gen. 1 Art, Bris-
sopsis Ag. (= Kleinia Gr.), Agassizia Val. 2 Arten, Brissus Kl.
3 Arten, darunter Br. unicolor Kl. (= Br. columbaris Lk.),
Metalia Gr. 4 Arten, Meoma Gr. 2 Arten, Linthia Merr.
(= Desoria Gr.) 1 Art, Faorina Gr. 1 Art, Schizaster Ag.
5 Arten, Moira A. Ag. 3 Arten.
Indem wir für alles Weitere auf das Werk selbst verweisen,
fügen wir nachfolgend nur noch die Diagnosen der zwei neuen Ge-
nera hinzu:
Homolampas B. gen.la intermediate between Cardiaster and
Holaster. It has, like those genera, ambulacra flusb with the test,^
but, unlike Holaster, has a well developed anal and subanal fa-
sciola, while it wants the lateral fasciola of Cardiaster. The ambula-
cral pores form no petals; they extend as simple pores between
the ambulacral plates from the phyllodes to the apex. The actinal
surface is flat; the actinostome is pentagonal, not bilabial with well
developed phyllodes, but without trace of bourrelets — a strong con-
necting link between the Cassidulidae and Spatangoids proper. The
compactness of the apical System of this genus is in marked contrast
with its structure in allied genera, such as Cardiaster and Holaster.
The general outline of the test resembles Maretia, but is some-
what more elongate. Jt is closely allied to Platybrissus, but the pres-
ence of a subanal fasciola as well , as a slight anterior groove
readely distinguish the two genera in additiou of the presence of a
rudimentary rosette in Platybrissus, wanting to this genus. (P. 347.)
Mhynchohrissus n. gen. Test thiu; outline from above dia-
mont-shaped; vertex posterior ; lateral ambulacra petaloid. Odd. ante-
rior ambulacrum flush with the test. Peripetalous fasciola existing with
independent anal and subanal fasciolae. Anal fasciola forming a
closed anal area. Tubercles remarkable for the great development of
the flat raised scrobicular area. Spines of abactinal surface short,
silk-like, curved ; on the actinal surface long, curved. Posterior late-
ral ambulacra passing gradually into the actinal surface, without
forming a marked edge of the test in the posterior extremity. The
edge of the test is well defined in the anterior actinal extremity. (P. 590.)
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 339
In der voranstehenden Uebersicht handelt es sich
ausschliesslich um recente Formen. Was die fossilen
anbetrifft, so schliessen sich diese, soweit sie im Jura
und der Kreide vorkommen, nahe an die lebenden an,
aber die paläozoischen Formen, die sg. Perischoechinidae
Mc. Coy, unterscheiden sich davon so auffallend, dass Verf.
dieselben mit Römer (Archiv für Naturgesch. 1855. Th. I.
S. 312) als Repräsentanten einer besondern, den gesamm-
ten übrigen Formen gleichwerthigen Gruppe ansieht (L. c.
p. 644—750). Aehnlich urtheilt auch Loven, der die bis
jetzt beschriebenen Arten dieser Gruppe einzeln aufzählt
und dieselben nach der Beschaffenheit der Interradial-
platten in drei Abtheilungen einordnet: Lepidocentridae
(mit schuppenförmigen Interradialen), Palaeechinidae (mit
Tuberkeln auf den Interradialen) und Palaeocidaridae (mit
einem zapfenförmigen grossen Gelenkhöcker auf den Inter-
radialen).
Im Anschluss an dieses Werk von A. Agassiz dür-
fen wir hier auch wohl der Mittheilungen über Echinen er-
wähnen, die von demselben Autor in den mitPourtales
gemeinsam herausgegebenen „zoological results of the Hass-
ler Expedition" Part. I. p. 1—24 PI. I— IV (Illustrated
Catalogue etc. N. VIII. Cambridge 1874, auszugsweise auch
Bullet. Mus. comp. Zool. T. III. 1873 p. 187—190, the
Echini collected on the Kassier Expedition) veröffentlicht
sind und in gewisser Beziehung einen Nachtrag zu der grös-
sern Arbeit bilden. Die Mittheilungen betreffen, von Asthe-
nosoma (Calveria) hystrix und Encope (Monophora) Dar-
winii Des. abgesehen, vornehmlich Arten aus der Familie der
Arbaciaden und Spatangoiden, deren letztere durch dieselben
mit zwei sehr ausgezeichneten Formen : Paleopneustes (n.
gen.) cristatiis von Barbadoes und Na c o spatangus (n. gen.)
gracilis von Juan Fernandez bereichert wird. Das neue
Gen. Paleopneustes gleicht auf den ersten Blick einer Anan-
chytes, deren lebenden Repräsentanten es auch darstellt,
obwohl es insofern davon verschieden ist, als der obere
Theil der seitlichen Ambulacren unvollständig petaloid ist.
Die Schale ist hoch, von conischer Form, mit flacher Mund-
region, ohne Semiten. Durch die Bildung des ambulacralen
340 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlicheR Leistungen
Systemes schliesst es sich andrerseits am Asterosoma an,
von dem es sich jedoch insofern wieder unterscheidet, als
die actinale Fläche ohne Rinnen ist. Der Mund ist eine
von queren Lippen begrenzte Oeffnung. Nacospatangus
bildet eine Zwischenform zwischen Maretia und Micraster.
Das allgemeine Aussehen und die Körnelung der Schale
ist wie bei Micraster, aber der äussere Theil der vordem
Ambulacra ist bis auf einzelne Poren verkümmert, die hin-
tern gleichen denen von Maretia. Der Analtheil der Schale
verhält sich wie bei Spatangus.
Troschel handelt über „die Familie der Echinoci-
dariden" (Archiv für Naturgesch. 1872. Th. I. S. 253—256,
1873. Th. I. S. 308—356). Er sucht zunächst — u. a. auch
mit Hinweis auf die Beobachtung von J. Müller, dass die
Saugfüsschen durch ihre Fiederung auf der Rückseite des
Perisoms zu den Ambulacralkiemen der Spatangiden den
Uebergang machen — die Behauptung zu begründen, dass
die Arten des Gen. Echinocidaris Desmoul. =: Arbacia Gr.
eine besondere Familie darstellen und charakterisirt diese als:
„Reguläre Seeigel von kreisförmiger Gestalt mit undurchbroche-
nen glatten Höckern, niedriger, als hoch. Die Ambulacralfelder schmal,
mit zwei Höckerreihen. Die Porenpaare der Ambulacren bilden eine
senkrechte Reihe, die sich auf der Bauchseite verbreitert und dort
3—5 Porenpaare in jeder schrägen Reihe erkennen lässt. Das Peristom
ist sehr gross, grösser, als der halbe Durchmesser der Schale, pen-
tagonal, mit abgerundeten Ecken. Keine Mundeinschnitte. Die Säulen
der Aurikeln (Mundohren) getrennt. Ein Sphäridium (Loven) nahe
dem Peristom in einer Niesche am Grunde der Ambulacren. Das
Periproct ist durch vier dreieckige Platten geschlossen. Füsschen
von zweierlei Art, die untern mit Saugplatten, die dorsalen gefiedert.
Verf. erkennt in dieser Familie nur zwei Genera an:
Echinocidaris Dem. und Pygomma n. g., die beide frei-
lich wieder in zwei Untergeschlechter zerfallen. Temno-
trema A. Ag. und Parasalenia A. Ag. (die, gleich den
Echinocidariden vier Periproctplatten besitzen sollen) er-
wiesen sich als Jugendformen : T. sculpta von Temnopleu-
rus japonicus und Parasalenia von Echinometra. Auch in
Podocidaris A. Ag. und Trigonocidaris A. Ag., die Verf.
nicht aus eigener Untersuchung kennt, werden Jugend-
formen vermuthet. Der Charakteristik der einzelnen Ar-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 341
ten folgt eine eingehende historische Darstellung unserer
Kenntnisse über die Echinocidariden und dieser schliesslich
eine ausführliche Beschreibung mit Synonymie. Die Be-
grenzung der Gattungen und Untergattungen geschieht
folgendermassen :
Echinocidaris Desm, Keine Ocularplatte erreicht das Periproct;
die Platten der Interambulacralfelder tragen nur eine Querreihe von
Stachelhöckern.
a. Die oberen Platten der Interambulacralfelder haben einen
innern stachelloseu. fein punktirten Theil, wodurch ein nackter Stern
um den dorsalen Pol entsteht (Agarites A. Ag.) Hieher E. punctu-
lata Lam., E. Dufresnii Blainv. E. stellata Blainv., E. alternans n.
sp. (Atlant. Ocean), E. africana n. sp. (ursprünglich als loculata
Blainv. bestimmt).
b. An den obern Platten der Interambulacralfelder lässt sich
kein fein punktirter Theil unterscheiden; kein nackter Stern um
den dorsalen Pol. (Echinocidaris s. st.). E. pustulosa Klein, E. aequitu-
berculata Blainv., E. grandiosa Val., E. australis n. sp. (Australien).
Pygomma n. gen. Eine oder mehrere Ocularplatten erreichen
das Periproct.
a. Die obern Platten der Interambulacralfelder haben einen
innern stachellosen, fein punktirten Theil, wodurch ein nackter Stern
um den dorsalen Pol entsteht. (Pygomma s. st.). P. spatuligerum Val.
b. Kein nackter Stern um den dorsalen Pol. (Tetrapygus Ag.).
Pyg. nigrum Mol.
Agassiz hält es übrigens (zoolog. res. Hassler exp.
1. c. p. 6 ff.) für zweifelhaft, ob das Gen. Pygomma mit
Recht von Echinocidaris (Arbacia Ag.) abgetrennt werden
darf, und versichert, sich von der Identität der als pustu-
losa, aequituberculata und loculata unterschiedenen Arten
überzeugt zu haben. Ebenso widerspricht derselbe der
Behauptung, dass Parasalenia die Jugendform von Echino-
metra darstelle. Auch Podocidaris w^ird trotz ihrer grossen
Aehnlichkeit mit einer jungen Arbacia entschieden als ein
selbstständiges Genus in Anspruch genommen und gleich
Coelopleurus, der nach einem neuen vollständigen Exem-
plare eingehend (besonders auch in Bezug auf die Bildung
seiner Stacheln) beschrieben ist, nach wie vor den Arba-
ciaden zugerechnet.
Wyville Thomson berichtet über die bei den Tief-
seefischereien derPorcupine (Proceed. roy. Soc. Vol.XX. 1872.
342 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
p. 491—497 und Ann. and Mag. nat. bist Vol. X. p.300
-306) im Jahre 1868, 1869 und 1870 an der Englischen
und Portugiesischen Küste beobachteten Echiniden und
schickt dabei einige Bemerkungen über die Echinodermen-
fauna der Tiefsee überhaupt voraus, aus denen hervorgeht,
dass diese Thiere noch in einer Tiefe von 2000 Faden in
allen ihren Gruppen vertreten sind. Die aufgezählten Ar-
ten sind aus der Familie der Cidariden: Cidaris papillata
Leske, C. affinis Stokes, Porocidaris purpurata n. sp. (500
— 600 Faden), und der neu aufgestellten Familie der Echi-
nothuriden, deren Repräsentanten sich schon durch die Bieg-
samkeit ihrer Schale zur Genüge charakterisiren : Phormo-
soma (n. gen.) pZacew^a n. (500 Faden), Calveria (n. gen.)
hystrix n. sp., C. fenestrata n. sp., und der der Echiniden:
Echinus melo Lam., E. Flemmingii Ball, E. rarispina 0. Sars,
E. elegans K. etD., E. norvegicus K. et D., E. microstoma
n. sp., Sphaerechinus esculentus L., Toxopneustes droeba-
chiensis Müll., Psammechinus miliaris Lam., Ps. microtu-
berculatus Ag.; aus der Familie der Cassiduliden: Neolam-
pas rostellatus A. Ag., aus der der Clypeastriden Echino-
cyamus angulatus Leske, aus der der Ananchytiden: Pour-
talesia Yeffreysi n. sp., P. phyale n. sp., und der der Spa-
tangiden: Brissopsis lyriferAg., Tripylus fragilis D. et K.,
Schizaster canaliferus Val, Amphidetus ovatus Leske, Spa-
tangus purpureus 0. Fr. Müll, L. Raschi Lov.
Bei dem bisher nur im fossilen Zustande bekannten
Gen. Porocidaris Des. glaubt Verf. weniger Gewicht auf die
kleinen Löcher legen zu müssen, die im Umkreis der
grossen Gelenkhöcker sich vorfinden und wohl zur Inser-
tion der Stachelmuskeln dienen dürften, als auf die Ruder-
form der Mundstacheln und eine gewisse Tendenz zur
Verwachsung in der Scrobicular-Area. Zur Charakteristik
der gleichfalls bisher nur durch das fossile Gen. Echinothuria
Woodward repräsentirten Fam. Echinothuridae bemerkt
Verf. folgendes:
The Echinothuridae are regulär urchins with depressed
tests, rendered x^erfectly flexible by the whole of the plates, both am-
bulacral and interambulacral, being arranged in imbricating rows,,
the interambulacral plates overlapping one another from the apex
to the mouth, and the ambulacral plates in the opposite direction.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 343
The margin of the peristome is entire, and the peristomial mem-
brane is covered with imbricated scales, through which the ranges
of double pores and ambulacral tubes are continued to the edge
of the mouth as is Cidaris. The ambulacral plates are shrap-shaped
and the pores trigeminal; the two inner pairs of each are pass
through small accessory plates intercalated between the ambulacral
plates, and the third pair, remote from the others, pass through the end
of the ambulacral plate. The dental pyramid is broad and low, and
the teath are simply grooved as in Cidaris. The tw^o divisions of
the tooth-socket are not united by a closed arch; the ambulacral
tube-feet on the oral surface are provided with suckers, while
those on the apical surface are simple and conical.
Phormosoman. gen. Plates overlapping slightly and forming
a continuous shell, the Corona Coming to a sharp edge at the peri-
phery, and the upper surface of body differiug greatly in character
from the lower.
Calveria n. gen. Plates overlapping greatly in the middle
line of the ambulacral and interambulacral area. Plates narrow,
and leaving fenestrae between them which are fiUed up with mem-
brane. Character of the peristome with regard to the distribution
of spines, the structure of the pore-areae etc. nearly uniform from
the apex to the edge of the peristome.
Das Gen. Neolampas rechnet Verf., wie oben ange-
deutet, zu den Cassiduliden, obwohl es keine Ambulacral-
blätter hat. Ebenso wird Pourtalesia mit Rücksicht auf die
Gruppirung und Poren der Porenplatten, so wie auf den
Gesammthabitus neben Infulaster zu den Ananchytiden ge-
zählt und nicht zu den Dysasteriden, denen man sie nach
der Bildung des Apicalpoles gleichfalls verbinden könnte.
Eine ausführliche, von zahlreichen schön ausgeführten
Abbildungen begleitete Darstellung der hier aufgezählten
neuen und vielfach ausgezeichneten Arten siehe Transact.
roy. Soc. 1874. Vol. 164. p. 719-756. PL LIX-LXXI.
(On the Echinoidea of the „Porcupine" deep-sea dredging-
expeditions.)
Gleichzeitig mit der ersten Mittheilung über die Tief-
seeigel macht Wyville Thomson auch die von ihm auf-
gestellte Familie der Echinothuriden zum Gegenstaude einer
eigenen Darstellung (note of a new family of the Echino-
dermata, Proceed. roy. Soc. Edinb. 1872. Vol. VII. p. 615—
617). Der auffallendste Charakter dieser Familie, der
344 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
ausser den drei vom Verf. beobachteten Arten wahrschein-
lich auch das den Diademiden zugerechnete Gen. Astheno-
soma Grube zugehört, besteht nach Thomson weniger in
der Biegsamkeit der Schale, als darin, dass die einzelnen
Skeletstücke, ambulacrale so gut, wie interambulacrale,
statt in gewöhnlicher Weise mit den Rändern auf einander
zu stossen, durch Schuppennäthe verbunden sind. Die freien
Ränder der Ambulacralplatten sind dabei nach dem Apex,
die der Interambulacralstücke nach dem Peristom zu ge-
richtet, und erstere tiberdiess von den Seitenrändern der
letztern tiberragt, so dass sie tiefer liegen, als diese. Da diese
Eigenschaften auch dem cretacischen Gen. Echinothuria
zukommen, ergiebt sich eine Verbindung damit als sehr
natürlich. Das breite Peristomfeld ist mit 20 Reihen von
Kalkschuppen bedeckt, entbehrt aber der Kiemenausschnitte
und trägt Ambulacralfüsschen, wie bei den Cidariden, wäh-
rend die Bildung der Laterne und die hohle Beschaffen-
heit der Stacheln mehr auf die Diadematiden hinweist.
Die Füsschen sind nur an der Mundfläche mit Saugnäpfen
versehen, in der apicalen Hemisphäre dagegen mit einem
conischen Ende. Die beigegebenen Diagnosen stimmen
mit den schon oben angezogenen überein. Wir fügen nur
die Bemerkung hinzu, dass auch Pourtales diese sonder-
baren Seeigel gedregt hat (Ber. 1871. S. 330).
Vergl. über diese Familie der Echinothuriden und ihre
Repräsentanten weiter die Bemerkungen in den Depths of
the Sea p. 156—162, wo auch (Fig. 27 u. 28) Calveria
hystrix in schönem Holzschnitt abgebildet ist.
AI. Agassiz hält Calveria W. Th. für identisch mit
Asthenosoma Gr. und spricht sich nach Untersuchung eines
von Pourtales bei Barbadoes neu gefischten Exemplares von
Asthenosoma (Calveria) hystrix gleichfalls dahin aus, dass
dieses Genus von den Diadematiden abzutrennen sei, in-
dessen hält er es der Unvollständigkeit unserer Kenntnisse
von Echinothuria gegenüber für zweifelhaft, ob es mit letz-
terer zusammenzustellen sei. Zoolog, results Hassler Ex-
ped. I. p. 3.
Keeping will die Echinothuriden mit ihren Schuppen
sogar den übrigen Echiniden (Stereodermata) als Repräsen-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 345
tanten mit einer eigener Gruppe gegenübersetzen, Quar-
terly Journ. geolog. Soc. London T. XXXII. p. 40.
Ueber die Beziehungen der Echinothuriden zu den
paläozoischen Perischoechiniden vgl. Etherigde, Quarterly
Journ. geolog. Sc. London 1874. p. 307-366 PL XXIV.
Loriol, Description de trois esp^ces d'Echinoides appar-
tenant ä la famille des Cidarid6s, Ann. soc. Neuchatel
T. V. p. 21-36 PL III— V.
Gray handelt (Ann. nat. bist. Vol. X. p. 119, 120)
über Cidaris baculosa Lmk. und Diadema Savignii Mich.
(= Echinus calamarius PalL).
M'Intosh beschreibt „a malformed corona of Echinus
esculentus", Proceed. roy. Irish Acad. 1874. T. II. p. 206—
208, PL XXI u. XXIL
Wyville Thomson möchte den Echinus elegansKor.
et Dan., Ech. norwegicus Kor. Dan. und Ech. raritubercu-
latus 0. Sars sämmtlich nur als Varietäten von Ech. Flem-
mingii betrachten und ebenso den Toxopneustes pictus
Norm, und T. pallidus Sars zu T. Droebachiensis ziehen.
Depths of the sea p. 166.
Echinus rarispinus n. sp. (= Ech. norvegicus forma
maj. Kor. et Dub.) von Norwegen, Sars, forhandl. videns-
kab. selsk. Christiania 1872 p. 103.
Bolau liefert in den Abhandl. des naturwissensch.
Vereins zu Hamburg 1873 Bd. V eine kritische Revision
der „Spatangiden des Hamburger Museums^' (23 Seiten in
Quart mit einer Tafel), in welcher er den Versuch macht,
die ihm durch eigene Untersuchung bekannt gewordenen
Arten besonders des so schwer zu behandelnden Genus
Brissus (mit Einschluss von Metalia.) schärfer zu charak-
terisiren, als das bisher möglich war. Behandelt wurden
im Ganzen 24 Arten, 2 Spatangus, 2 Maretia (darunter
M, carinata n. sp. Viti-Ins.), 2 Lovenia, 2 Echinocar-
dium, 1 Breynia, 7 Brissus (Br. dimidiatus Ag., Br. cari-
natus Lam., Br. compressus Ag., Br. columbaris Lam.,
Br. maculosus v. Mart, Br. ventricosus Lam. non Klein,
von dem Verf. auch eine schöne Abbildung giebt, und
der sehr nahe damit verwandte, aber kleinere Br. sternalis
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. X
346 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Lam.), 1 Brissopsis, 1 Meoma, 1 Tripylus, 3 Schizaster,
1 Moera, 1 Agassizia.
Als Nachtrag hierzu beschreibt derselbe dann später
noch (Archiv für Naturgeschichte 1874. Th. I. S. 175—178
Tab. VI) zwei «neue Spatangiden des Hamburger Museums":
Maretia elliptica Südsee und JBrissus sternaloides Siam.
Des Moulins, specification et noms legitimes de six
Echinolampes Act. Soc. Linn. Bordeaux T. XXVII. p. 309
-322 PL XVIII -XX mit Abbildungen von E. Laurillardi,
Richard! und Rangii.
Humbert über Discoidea cylindrica, Agassizia gibbe-
rula, Echinolampas Orbignyi Revue et Mag. zool. 1876.
Salenia varispina A. Ag. abgebildet in Nature T. VIII
p. 248 (Wyville Thomson, Challengerexpedition).
Das sonderbare Genus Pourtalesia A. Ag. (J. B. 1869
S. 375) bereichert Wyv. Thomson mit einer neuen Form:
P. Jeffreysi, die in der Nähe der Umgebung der Faroeer
gedregt wurde und dadurch ausgezeichnet ist, dass die
Ambulacren des Triviums und des Biviums je in einem
besonderen Apex zusammenkommen, wie das bisher bloss
bei den fossilen Formen der Dysasteriden bekannt war.
The depths of the sea p. 108 Fig. 12.
Nach den auf zahlreichen Dredgungen basirten Mitthei-
lungen von Gauthier leben in dem Golfe von Marseille
nicht weniger als 14 Echiniden (6 reguläre, 8 irreguläre),
obgleich aus dem Mittelländischen Meere im Ganzen deren
nur 16 bis jetzt bekannt sind. Sur les Echinides qui vi-
vent aux environs de Marseille, Cpt. rend. T. 79 p. 401—403.
Ueber die bathymetrische Vertheilung der an der süd-
französischen Küste lebenden 4 Echini vergl. Marion 1. c.
Im Gegensatze zu der Behauptung, dass die Seeigel
den pflanzenfressenden Thieren zugehören, hat Dohrn
durch Beobachtung und Experiment die Ueberzeugung ge-
wonnen, dass Toxopneustes brevispinosus ein gefährlicher
Räuber ist, der selbst stark bewaffnete Geschöpfe, wie
Squilla mantis, mit seinen Füsschen umspinnt und über-
wältigt. Damit harmonirt auch die sonderbare Neigung
dieser Thiere, sich mit Muschelschalen zu bedecken, die
viel harmloser aussehen, als der Stachelpanzer des gefürch-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1876. 347
teten Echinodermes. Do hm zählte auf einem Exemplare
von zwei Zoll Durchmesser 26 Muschelschalen, jede von
etwa 1 Zoll Länge, die sämmtlich mittels der Saugftiss-
chen festgehalten wurden und den Körper vollständig be-
deckten. Ztschrft. für wissenschaftl. Zoologie Bd. XXV.
S. 471. Ueber die Lebensweise der Echinoiden vgl. auch
das betreffende Cap. bei Agassi z, Revision 1. c.
Asterida.
Hoffmann veröffentlicht Beiträge „zur Anatomie der
Asteriden" (niederl. Archiv für Naturgesch. Bd. IL S. 1—
28 Tab. I und II, in französischer Uebersetzung Archiv,
neerland. sc. exact. et natur. T. IX. p. 131 ff.). Dieselben
betreffen die äussere Körperhaut und ihre Anhänge, die
auch hier sehr allgemein mit Flimmern bekleidet sind,
die Verdauungsorgane, Genitalien, Nerven und Sinnesor-
gane, so wie das Blut- und Wassergefässsystem, so ziemlich
also den ganzen Organismus unserer Thiere, und schliessen
sich dadurch, so wie durch die gesammte Darstellungsweise
eng an die schon im letzten Jahresberichte angezogene
Abhandlung über den Bau der Echiniden an. Im Grossen
und Ganzen zeigen die Resultate der hier niedergelegten Be-
obachtungen eine so grosse Uebereinstimmung mit den An-
gaben Greeff's, dass wir uns auf wenige Bemerkungen
beschränken können. Es gilt diese Uebereinstimmung
namentlich auch für das Blut- und Wassergefässsystem,
für einen Organenapparat, der früher nur unvollständig
von unserm Verf. erforscht war, so dass derselbe noch in
seinen letzten Mittheilungen über das Blutgefässsystem der
Echiniden (s. o.) die Existenz eines oralen und analen
Circels für unsere Thiere in Abrede^ stellen konnte. Nur
in einem Punkte ergiebt sich eine grössere Abweichung
von den Angaben Greeff's, und dieser betrifft das Ge-
fässsystem der Genitalien. Nicht bloss, dass die Gefäss-
lacunen, welche die Genitalläppchen umschliessen sollen,
von unserm Verf. nicht beschrieben werden; derselbe giebt
weiter an, dass die Genitalgefässe direct in die Wände
der Drüsen übergingen, so dass das Blut frei in die Drüsen-
foUikel eintrete und die Geschlechtsproducte umfliesse.
348 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
Was Verf. hier als Genitalgefäss auffasst, ist ohne Zweifel
dasselbe Gebilde, welches Greeff als AusftihrungsgaDg be-
trachtet, zumal ja dieser auch nach Letzterem mit den Stämmen
der Genitalgefässe in offener Verbindung stehen soll. Die
eigenthümliche Klappenvorrichtung des Analringes ist Hoff-
mann entgangen; er ist desshalb denn auch der Meinung,
dass die Genitalproducte bei den Asteriden in das Blut-
gefässsystem übertreten und durch die Poren der Madre-
porenplatte nach Aussen kämen. Die „kiemenförmigeu Or-
gane'' des Herzens werden als die Bildungsstätten der in
den Gefässräumen des Körpers flottirenden Körperchen in
Anspruch genommen.
Möbius und Bütschli beschreiben (a. a. 0. S. 148)
die bei Solaster papposus unter den Augen stehenden Am-
bulacralfüsschen als lange und dünne Röhren, die statt
der Endscheibe Wärzchen tragen, auf denen kleine Spitz-
eben und einzelne starre, mit Nervenfasern in Verbindung
stehende Haare aufsitzen.
Ueber die Entwickelung des Eierstockseies bei den
Asteriden vgl. Ludwig's Preisschrift S. 9 ff.
Durch künstliche Befruchtung der Eier von Astera-
canthion beryllinus mit dem Samen von A. pallidus gelang
es A. Agassiz (Archiv zoolog. exper. T. IH. p. XL VI)
eine Brachiolaria zu erziehen, die ihrer Form nach zwischen
den Jugendzuständen der beiden Eltern in der Mitte stand.
Obwohl alle diese Thiere in den ersten Stadien der Echi-
nodermenbildung zu Grunde gingen, glaubt Verf. Angesichts
der Schwierigkeit, die Arten des Gen. Asteracanthion zu unter-
scheiden, darauf hin die Vermuthung aussprechen zu können,
dass diese Arten zahlreiche hybride Formen enthielten.
Nach den Bemerkungen, welche Lacaze-Duthiers
über die Entwickelung des Asteriscus verruculatus macht,
gehört dieser Seestern gleichfalls zu den Arten ohne schwär-
menden Jugendzustand. Die Eier (die wahrscheinlicher
Weise, was Verf. freilich nicht hervorhebt, von verhält-
nissmässig ansehnlicher Grösse sind) werden einzeln auf
Steinen abgesetzt und entlassen nach einiger Zeit einen
röthlich braunen Embryo, der trotz seiner amöboiden Be-
schaffenheit bald eine bestimmte Form annimmt. Er er-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 349
scheint dann als ein ziemlich starrer rundlicher Körper, der
an seinem einen Pole einen halbmondförmigen hellen Aufsatz
trägt, dessen weiche Spitzen ihn an fremden Gegenständen
befestigten. Nach einiger Zeit wachsen die Spitzen in zwei
helle armtormige Fortsätze aus, die eine grosse Contra-
ctilität besitzen und durch ihre Verkürzungen und wechselnde
Stellungen den Körper, der übrigens mit feinen Flimmer-
haaren bedeckt ist, bald so, bald anders schiebend und
kletternd bewegen. Die ersten Spuren des späteren See-
sternes entstehen in Rosettenform seitlich am Embryonal-
körper, nach der Ansicht unseres Verf. 's durch „Knospung
am Proembryo". Hat derselbe — auf Kosten des kugligen
Leibes — eine bestimmte Entwickelung erreicht, dann ver-
lieren die Embryonalarme die frühere Beweglichkeit und
Grösse, bis sie schliesslich vollständig verschwinden und
der Seestern allein zurückbleibt. Cpt. rend. T. 77. p. 24 —
30 od. Arch. zool. exper. T. III. p. 18-21 (sur une forme
nouvelle et simple du proembryon des Echinodermes).
Lütken handelt über die Selbsttheilung der Seesterne
und kommt in Betreff dieses Vorganges zu wesentlich den-
selben Resultaten wie Kowalewsky (J. B. 1871. S. 533).
Am evidentesten erscheint derselbe bei einer Anzahl sechs-
armiger Ophiuren, besonders der Gattungen Ophiothela
und Ophiactis, die dabei in zwei gewöhnlich ganz symme-
trische Hälften mit je drei Armen aus einander fallen und
dann jede Hälfte durch Regeneration zu einem vollstän-
digen Individuum ergänzen. In der Jugend scheint dieser
Vorgang häufiger vorzukommen, als später, und in ge-
wissen Fällen, wie bei Ophiocoma pumila, sind es sogar
nur die (sechsstrahligen) Jugendformen, die der Theilung
unterliegen und dann in fünfarmige Sterne auswachsen.
Aehnlich erscheint der Theilungsprocess bei manchen Aste-
riden, besonders Asterias problema und tenuispina, die
schon seit längerer Zeit durch ihre Regenerationsfähigkeit
bekannt geworden sind, während Linckia und Ophidiaster
eine sog. radiäre Theilung zeigen, bei der sicH die Arme
einzeln von der Scheibe abtrennen und dann mit den neuen
Armen auch zugleich eine neue Scheibe bilden. Asterias
helianthus, so erfahren wir beiläufig, vermehrt seine Arme
350 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dadurch, dass zwischen den bereits vorhandenen neue nach
Aussen hervorknospen. Zum Schlüsse vergleicht Verf. die
Theilung der Seesterne mit ähnlichen Erscheinungen bei
den Coelenteraten und Protozoen. Ophidiarum novarum
vel minus cognitarum descriptiones nonnullae, Kjobenhavn
1872 p. 34—83 (om selvdeling hos Echinodermer og andere
Straaldyr mit französischer üebersetzung, in's Englische
übertragen Ann. nat. bist. T. XII. p. 323 fip.).
Die „Revision de la collection de Stellerides du Mu-
seum dabist, nat. Paris parPerrier" (Archiv, zoolog. exper.
T. IV. p, 265-400.) enthält die Resultate von Studien, die
der Verf. in den Sammlungen nicht blos des Pariser Pflanzen-
gartens, sondern auch der Museen zu London (und Copen-
hagen) angestellt hat. Bei dem ungemeinen Reichthume dieser
Sammlungen — die Pariser Sammlung allein enthält nicht
weniger als 198 verschiedene Arten in über 1200 Exem-
plaren — repräsentirt diese „Revision'' eine fast vollstän-
dige monographische Bearbeitung der Asteriden, die um
so willkommener ist, als die Werke von Gray und Müller-
Troschel die unsern dermaligen systematischen Kennt-
nissen zu Grunde liegen, fast gleichzeitig veröffentlicht
wurden und, von sehr verschiedenen Gesichtspunkten aus
bearbeitet, die einzelnen Arten vielfach unter verschiedenen
Namen und in verschiedenem Zusammenhange aufführen.
Dazu kommt, dass die Originalnamen der von den frühe-
ren Monographen berücksichtigten Pariser Sammlung nicht
immer in gleicher und richtiger Weise benutzt wurden, so
dass die Synonymie ohne die jetzt vorliegenden neuen
Untersuchungen schwer festzustellen sein würde. Dass
sich inzwischen auch unsere systematischen Anschauungen
und Methoden vielfach verändert haben, braucht zur Em-
pfehlung der Perrier 'sehen Arbeit kaum besonders be-
merkt zu werden. Hiernach wird es nicht Wunder nehmen,
wenn Verf. nach einer historisch-kritischen Uebersicht der
einzelnen Gruppen das bisher übliche System verwirft
-- auch dasMüUer-TroscheFsche — , mit Rücksicht auf
die älteren Bezeichnungen die Nomenclatur vielfach ändert
und auf Grund der vorzugsweise von ihm berücksichtigten
Skeletbildungen die Familien so gut, wie die Genera in
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 351
neuer Begrenzung- und Charakteristik vorführt. Statt der
zunächst durch die Zahl der Ambulacralreihen und die
Bildung der apicalen Fläche (Anwesenheit oder Abwesen-
heit des Afters) gekennzeichneten Gruppen unterscheidet
Verf. sieben Familien, die mit den zugehörigen Arten in
nachfolgender Uebersicht zusammengestellt sind:
I. Pedicellaires pedoncules, droits üu croises; tubes ambiilacraires
ordinairement quadriseries.
1. Une seule famille: Asteridae.
A. Tubes ambulacraires quadriseries ou disposes en deux lignes
sinueuses.
a. Squelette dorsal reticule; bras au nombre de dix ou douze
au plus, ordinairement au nombre de cinq; disque petit lors-
que les bras sont plus nombreux Ästerias L.
b. Squelette dorsal reticule ; bras pouvant atteindre le nombre
de trente ä quarante, soudes dans la plus graude partie
de leur etendue de maniere ä former un disque tres large
Heliaster Gr.
c. Squelette dorsal presque nul, bras tres nombreux ....
Pycnopodia Stimps.
d. Squelette dorsal forme de pieces allongees transversalement
et disposees en series longitudinales . Stichaster M. -Tr.
e. Squelette dorsal forme de plaques imbriquees aussi longues
que larges et recouvertes par une peau nue Calvasterias n.
f. Squelette dorsal presque nul. Bras au nombre de cinq.
Anasterias n.
B. Tubes ambulacraires biseries.
a. Des pedicellaires droits et des pedicellaires croises . .
Labidiaster Lütk.
b. Des pedicellaires croises seulemeut . . PediceUaster Sars.
II. Pedicellaires scssiles, en pince ou valvulairos; tubes ambulacraires
ordinairement biseries,
1. Squelette dorsal reticule: P^im. Ech in asteridae.
a. Bras tres-nombreux, armes de longues epines; plusieures
plaques madreporiques Acanthastcr Gerv.
b. Bras nombreux, a ossicules portant des piquants rayonnants
Solaster Forb.
c. Bras ordinairement au nombre de cinq, ä ossicules portant
des epines isolees Echinaster M.-Tr.
d. Bras ordinairement au nombre de cinq, ä ossicules couverts
de tres petites epines sur toute leur etendue Crihrella Ag.
e. Bras au nombre de cinq, epines isolees, une rangee de
grand pedicellaires valvuloires le long du bord de chaque
bras Valvaster n.
352 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
f. Bras peu nombreux (cinq) a squelette portant des piquants
robustes couverts de petites ecailles . . MitJwodia Gr.
2. Squelette dorsal forme d'ossicules arrondis ou quadrangulai-
res disposes en series longitudinales, au moins sur la face
ventrale; peau generalement granuleuse: Fam. Linckiadae.
a. Papilles ambulacraires externes formant une rangee eloig-
nee de la gouttiere ambulacraire, beaucoup plus grosses et
moins nombreuses que Celles de la rangee interne. Bras
arrordis. Aires poriferes se trouvant jusque sur la face
ventrale Ophidiaster Ag.
b. Papilles ambulacraires formant une double rangee, serrees
les unes contre les autres. Face ventrale des bras aplatie,
formee par au moins trois rangees longitudinales de pla-
ques, entre lesquelles on ne voit pas de pores tentaculaires
Linckia Nard.
c. Papilles ambulacraires disposees sur deux ou plusieures
rangees et passant graduellement aux granules de la face
ventrale. Deux rangees au plus de plaques ventrales non
Separees par des pores tentaculaires . . Scytaster M. Tr.
d. Papilles ambulacraires disposees sur un seul rang Ferdina Gr.
e. Papilles ambulacraires ä peu pres comme dans le genre
Scytaster. Bras aplatis. Plaques marginales, ventrales et
dorsales plus grandes que les autres. Pores tentaculaires
isoles. (Fait transition a la famille suivante.) Fromia Gr.
3. Squelette forme, au moins ä la face ventrale, d'ossicules dis-
poses de maniere ä constituer une sorte de pavage. Des pla-
ques marginales, dorsales et ventrales tres distinctes. Fam.
Goniasteridae.
a. Squelette dorsal et ventral forme de plaques disposees en
pavage. Pedicellaires petits, par rapport aux plaques ou
peu nombreux.
«. Plaques squelettiques arrondies ou polygonales. . . .
Pentagonaster Linck.
ß, Plaques squelettiques dorsales etoilees Goniodiscus M.-Tr.
b. Plaques du squelette ventrale portant chacune un grand
pedicellaire valvulaire.
«. Squelette dorsal forme de plaques arrondies nues . .
Hippasteria Gr.
ß. Squelette dorsal reticule, recouvert de tres-gros granules
disposes en groupes Goniaster s. n.
y. Squelette dorsal reticule ou forme de plaques arron-
dies. Dermo recouvrant les plaques squelettiques et
donnant ä l'animal une apparence vernissee Änthenea Gr.
c. Plaques ventrales recouvertes de gros granules souvent
in d. Natiirgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 353
intermeles de petita pedicellaires. Squelette dorsal reticule
ou forme d'ossicules allonges.
cc. Corps pentagonal. Carenes brachiales presque nulles,
un grand nombre des ossicules portent d'enormes pi-
quants. Plaques marginales tres-distinctes NidorelUa Gr.
ß. Bras bien distincts, generalement carenes. Plaques mar-
ginales dorsales peu apparentes . . Pentaceras Linck.
y. Corps tres-epais, pentagonal sans bras, plaques margi-
nales peu distinctes Culcita Ag.
(f. Une paire de plaques marginales a l'extremite des bras
seulement Ästerodiscus Gr.
€. Cinq bras gros et courts ; plaques marginales non appa-
rentes, aires poriferes comme chez les Culcites . . .
Choriaster Lütk.
d. Derme lisse recouvant entierement les ossicules.
Genres: Gymnasterias Gr., Porania Gr., Ästeropsis M.-Tr.
= Patricia Gr., Dermasterias n.
4. Ossicules du squelette imbriques et portant des epines sur
leur bord libre ou arrondis et completement couverts de pe-
tits piquants disposes en brosse ou completement disjoints
Fam. Asterinidae.
a. Ossicules non imbriques, mais couverts d'un nombre con-
siderable de petits piquants disposes en brosse Patiria Gr.
b. Ossicules imbriques.
«. Plaques marginales plus petites que les autres, tout ou
plus egales.
♦ Corps tres aplati Palmipes Linck.
♦* Corps plus au moins convexe, bras robustes et courts
Ästerina Nard.
♦**Bras greles, plus ou moins allonges Nepanthia Gr.
ß. Corps borde d'une double rangee de plaques marginales
plus grandes que toutes les plaques dorsales et ventrales
Ganerias Gr.
c. Ossicules disjoints. Peau nue . . . . Disasterina n.
6. Squelette forme de paxilles. Fam.-Astropectinidae.
a. Point de plaques marginales distinctes . Chaetaster M.-Tr.
b. Des plaques marginales et ventrales seulement Luidia Forb.
c. Des plaques marginales, dorsales et ventrales.
♦ Point d'anus Astropecten Linck.
♦♦ün anus Archaster M.-Tr.
d. Face ventrale couverte de plusieurs rangees transversales
de plaques nues Ctenodiscus M.-Tr.
6. Revetement dermique Supporte par des piquants rayonnant
autour d'ossicules saillant du squelette. Fam. Pterasteridae.
Un seul genre Pteraster M.-Tr.
354 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Dass Verf. an Stelle des M.-Troscherschen Geniis-
namens Asteracantliion die alte Bezeichnung Asterias sub-
stituirt hat, rechtfertigt sich nicht bloss aus Prioritätsgrün-
den, sondern auch desshalb, weil letztere im Auslande
stets gebräuchlicher war. Ebenso sind Stellonia Nardo
und Uraster Ag. unterdrückt. Auch die VerrilTschen
Genera Margaraster, Uniophora und Coscinaster vermag
Verf. nicht als verschieden von Asterias anzuerkennen.
In gleicher Weise werden Coelasterias Verr., Stephanaste-
rias Verr. und Tonia Gr. zu Stichaster gezogen. Crossaster
M.-Tr. gehört zu Solaster, Othilia und Rhopia Gr. zu Echi-
naster, Nardoa, Gomophia und Narcissia Gr. zu Scytaster.
Hereaster Mich, fallt mit Mithrodia Gr. und Lepidaster
Verr. wahrscheinlich mit Leiaster Pet. (Leiaster coriaceus
Pet. = Ophidiaster Leachii Gr.) zusammen. Das neue
Gen. Valvaster wird auf Asterias striata Lam. begründet,
deren wichtigster Charakter früher verkannt wurde. Einst-
weilen beschränkt sich übrigens die Darstellung der Ge-
schlechter und Arten auf die drei ersten Familien, deren
Kenntniss durch folgende neue Species bereichert wird :
Ästerias Rodolphi von Ins. Kermandek, Ä. Jehennesii von
Madagascar, Ä. Fahricii von Labrador, Ä. borealis ebendah.,
Ä. horhonica von Isle de Bourbon, A. rarispino^ vom Cap
d. g. H., A. Vancouveri von Vancouver Eiland, A. hracJiiata
von unbekanntem Fundort, A. Donglasi von Labrodor (?),
A. nuda von der Torres-Strasse, A. capensis von Süd-Africa,
A. fungifera von Neu -Holland, A. sinusoida von Vandie-
mensland, A. Cumiinghami von deYM'ägeWaus-Sti'., A. meridio-
nalis aus dem antarctischen Meere, Anasterias mimita von
unbek. Fundort, Calvasterias asterinoides von der Torres-
St., Heliaster canopus von Juan-Fernandez, Ophidiaster
chinensis von Canton, 0. Germani (= Oph. cribrarius
Lütk.?) von Neu-Caledonien, LincUa Bouvieri vom grünen
Vorgebirge, L. nodosa von unbekanntem Fundort, Scytaster
novae Caledoniae, Sc. gomophia, beide von Neu-Caledonien,
Sc. ohttisus von den Philippinen, Fromia Balansae von
Neu-Caledonien. Was die Synonymie betrifft, so ver-
nehmen wir zunächst, dass Verf A. violacea als eine eigne
von A. rubens verschiedene Art betrachtet, die früher von
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 355
ihm unterschiedene A. Lacazii jetzt aber als Varietät von
A. arenicola Stps. in Anspruch nimmt. Acanthaster solaris
Gr. wird theils zu A. echinites, theils zu A. Ellisii ge-
zogen. Ebenso Othilia spinosa Gr. und Ö. crassispina
Verr. zu Echinaster echinophorus Lam. In dem Gen. Mi-
throdia nimmt Verf. nur eine Art an : M. clavigera Lütk. (=
Hereaster papillosus Mich, und Ophidiaster echinulatus
M.-Tr.). Ophidiaster flaccidus Ltk. wird mit 0. Guildingii
Gr., 0. porosissimus Ltk. mit 0. pyramidatus Gr., 0. aspe-
rulus Lütk. mit 0. cylindricus Lam., 0. granifer Ltk. mit
0. pusillus M.-Tr. vereinigt. Asterias coriacea Gr. gehört
zu Ophidiaster attenuatus Gr., Linckia nicobarica Ltk. zu
L. pacifica Gr. und Ophidiaster ornithopus M.-Tr. zu Lin-
ckia Guildingii Gr. Ebenso ergab sich Scytaster zodia-
calis M.-Tr. und Sc. Dujardinii Duj. Hupp6 = Sc. aegyp-
tiacus Gr., Narcissa Teneriffae Gr. = Scytaster canariensis
d'Orb., Scytaster pistorius M.-Tr. = Fromia milleporella
Lam. und Sc. milleporellus M.-Tr. = Fr. monilis Val. Sc.
indicus ist gleichfalls eine Fromia und Sc. subtilis Ltk.
eine Metrodira.
Ueber den zweiten Theil dieser Arbeit, der die übri-
gen vom Verf. unterschiedenen Familien behandelt, liegt
bis jetzt nur eine vorläufige Mittheilung (Cpt. rend. T. 8L
p. 1271—1274) vor. Wir entnehmen derselben die Angabe,
dass die Müller-Troschel'schen Genera Astrogonium,
Goniodiscus, Stellaster, Asteropsis, Oreaster, Culcita und
Goniaster einer tief greifenden Modification unterzogen
und theilweise aufgegeben werden mussten. Randasia und
Hosea Gr. werden unterdrückt, da die erstere — nach
Untersuchung von Originalexemplaren — auf Jugendformen
von Culcita gegründet wurde, die andere auf solche von
Anthenea. Das der Fam. der Asteriniden zugerechnete
Gen. Ganerias Gr. bildet ein interessantes, bis jetzt aber
erst wenig gekanntes Bindeglied zu den Astropectiniden.
Nepanthia Gr. wurde auf die typischen Formen reducirt,
während Gray demselben noch Arten des Gen. Chaetaster
zurechnet, welches den Astropectiniden angehört. Asterina
folium Ltk. ergab sich als synonym mit A. minuta Gr.,
A. pentagonus M.-Tr. mit A. Kraussii Gr., Astropecten
356 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
articulatus Say = A. dubius Gr., Asteropsis pulvillus und
A. ctenacantha M.-T. repräsentiren dieselbe Art in zwei
verschiedenen Erhaltungszuständen. Weiter fallen zusammen:
Linckia Guildingii Gr., Scytaster Stella Duch. und L. orni-
thopusVal, Gomophia aegyptiaea Gr., Scytaster zodiacalis
M.-Tr. und Oreaster Desjardinsii Mich., Astropecten arma-
tus M.-Tr., A. polyacanthus M.-Tr., hystrix Val. und Wappa
Val., A. armatus Gr., A. erinaceus Gr. und A. Oerstedii
Ltk., A. duplicatus Gr., A. Valenciennii M.-Tr. und A.
variabilis Ltk., Asteriscus minutus M.-Tr., A. marginatus
Val. und A. stellifer Moeb. Andererseits ist Asterias cana-
riensis d'Orb. nicht, wie Lütken vermuthete, mit Chaet-
aster longipes Retz. identisch, sondern eine eigne Art und
nichts Anderes als Narcissia Teneriffae Gr. Ebenso bringt
Martens mit Unrecht Astropecten mauritianus Gr. zu Arch-
aster angulatus M.-Tr., da derselbe ein wirklicher Astro-
pecten ist, der A. scoparius Val. nahe steht. Astrogonium
australe M.-Tr. ist nicht = Tosia australis Gr., die mit
A. geometricum zusammenfällt, sondern = Tosia aurata.
Savigny's Asteriscus stimmt mit A. cepheus Val. (nicht A.
verruculatus M.-Tr., wohl aber A. ßurtoni Gr.), Pteraster
inflatus Hutton gehört zu Palmipes und Ast. obtusangula
Lam. zu Goniaster. In Gymnasterias inermis Gr. erkennt
Verf. eine junge G. carinifera, wie denn auch Gray 's
Petalaster blosse Luidien aufweist. Luidia senegalensis
M.-Tr. und Goniaster africanus Verr. fallen mit den ame-
rikanischen L. Marcgravii Ltk. und G. americanus Verr.
zusammen. Auch Asterina stellifer Moeb. und Linckia
Guildingii sind beiden Küsten des Atlantischen Oceans
gemein.
V. Marenzeller liefert in den Verhandl. der zool.-
bot. Gesellsch. in Wien (1875 S. 361—372) eine „Revision
adriatischer Seesterne" und behandelt darin von Asteriden :
Goniaster placenta M.-Tr. (= G. placentaeformis Heller),
G. acutus Hell., Astropecten bispinosus Otto und A. platya-
canthus Phil, deren Verschiedenheiten eingehend erörtert
werden, so wie A. spinulosus Phil. Durch vergleichende
Untersuchung der verschiedenen Altersstufen von Ast. bispi-
nosus und polyacanthus kommt Verf. dabei in Betreff des
in 4. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 357
Wachsthums zu folgendem Resultate: „Die Seesterne ver-
grössern sich durch Zunahme des Scheiben- und Arm-
radius. Keineswegs aber geschieht dieses in einem für alle
Stadien constanten Verhältnisse. Die Länge eines Armes
nimmt nicht entsprechend zu, wohl aber sieht man die
dorsalen Randplatten in einem Verhältniss sich vermehren,
das zu dem wachsenden Scheibenradius fast constant zu
nennen ist. Die Armlänge ist daher für das relative Alter
des Seesternes nicht maassgebend, wohl aber die Zahl der
dorsalen Randplatten " .
Nach Thomson bildet Solaster papposus in der Tief-
see eine schöne Varietät mit zehn Armen und nur 40 Mm
Durchmesser (depths of the sea p. 118). Auch Astropecten
avicularis Norm, und Luidia Sarsii Kor. et Dan. werden
als kleine Tiefseevarietäten von Astropecten irregularis
und Luidia Savignii in Anspruch genommen (ibid. S. 121).
Von neuen Formen beschreicbt Verf. Korethraster (n. gen.)
hispidus — mit langen pinselförmigen Paxillen auf dem
Rücken und zarten glatten Stacheln an den Rändern der
Ambulacralfurchen, S. 120 Fig. 16 — , Hymenaster (n.
gen.) pellucidus — mit kurzen Paxillen auf dem Rücken
und langen Stacheln an den Rändern der Ambulacral-
furchen, die unter sich und mit den gegenüberstehenden
Stacheln des Nebenarmes der Art verwebt sind, dass die
Armwinkel vollständig gefüllt werden und der Stern eine
pentagonale Form annimmt, S. 120, Fig. 16 — , Ärchaster
hifrons (S. 122 Fig. 17), Ärch. vexiUifer (S. 151, Fig. 25),
Zoroaster (n. gen.) fulgens — eine Form von dem Aus-
sehen eines Ophidiaster, aber mit vier Reihen von Ambu-
lacralröhren, S. 154. Fig. 26. Der bisher nur aus der
Nordischen Fauna bekannte Ctenodiscus crispatus ist in
der Tiefsee weit nach abwärts verbreitet.
Greeff beschreibt ausser Ophidiaster canariensis n.
sp. und Ästeriscus Ärrecifiensis n. sp., beide von den Can. Ins ,
noch Asteracanthion (Stellonia) Webbianus Duj. et Hup6,
der in Habitus, Grösse und gesammten äussern Charak-
teren zwischen Ast. glacialis und A. africanus steht, doch
so, dass er dem letztern näher verwandt ist, als ersterem.
Der canarische Ast. tenuispinus zeigt, besonders an stei-
358 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
nigen, stark der Brandung ausgesetzten Stellen, dieselbe
Unregelmässigkeit in Zahl und Grösse der Arme und
dasselbe Reproductionsvermögen, wie die Mittelmeerform.
Vollkommene Exemplarn haben stets sieben Arme und zwei
oder drei (selten vier) Madreporenplatten. Marburger Sitzungs-
ber. 1872. N. 6.
lieber den dem aretischen Ctenodiscus crispatus Retz.
auf der südlichen Hemisphäre entsprechenden Ct. australis
Lov. macht Grube (Sitzungsber. der Schlesischen Gesellsch.
1872. Naturhist. Sect. S. 34) ein paar Bemerkungen.
Asterias molliSy A. scdber^ Pentaceras rugosus und Pter-
aster inflatus nn. sp., Hutton, descript. of some new Star-
fishesofNewZealand, Proceed. zool. Soc. 1872 p. 810— 812.
Der zweite Theil der unter dem Titel „on some remar-
kable forms of animal life^ von 0. Sars herausgegebenen Ab-
handlungen enthält „Researches on the structure and affinity
of the Genus Brisingo" (Christiania 1875, 122 Seiten in Quart
mit 6 Tafeln), und zwar nach Untersuchungen, die vornehm-
lich auf die von unserm Verf. entdeckte B. coronata sich
beziehen, eine Form, die sich, von der inconstanten Zahl
ihrer Arme abgesehen, hauptsächlich durch den Stachel-
besatz der basalen Rippen des Armskelets von Br. ende-
cacmenos Asb. unterscheidet und mit letzterer neulich
auch von Wyv. Thomson mehrfach in der Tiefe des At-
lantischen Oceans gefischt ist. Nach den Untersuchungen
des Verf.'s, die sich auf den gesammten äussern, wie Innern
Bau erstrecken und alle einzelnen Organenapparate berück-
sichtigen, kann es keinem Zweifel mehr unterliegen, dass Bri-
singa trotz der Kleinheit und der scharfen Begrenzung seiner
Scheibe, auch trotz der schlanken Form der Arme und der
Abwesenheit der Cuticulartentakel (tracheae) und Poren den
Asteriden zugehört und keinerlei unmittelbare Beziehungen
zu den Ophiuriden darbietet. Alle die charakteristischen
Organisationsverhältnisse der erstem sind in wesentlich
gleicher Weise auch bei Brisinga zu finden, wenn es auch
daneben nicht an Besonderheiten dieser und jener Art
fehlt. So sind u. a. die beiden ersten Ambulacralplatten
der Arme zu einem besondern, den Mund umfassenden
Ringe zusammengetreten. Stacheln und Pedicellarien, die
in d. Naturgeach. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 359
eine für die Ästenden ungewöhnliche Form besitzen und
in ungeheurer Menge sowohl an der Scheibe, wie den
Armen vorkommen und selbst auf der Aussenfläche der
Stacheln gefunden werden, sind scheidenartig von einer
dicken (cuticularen) Zellenlage umhüllt, wie sie in gleicher
Weise sonst kaum beobachtet ist. Augenpunkte fehlen,
dafür aber tragen die Brisingen an Stelle derselben einen
pigmentlosen hohlen Tentakel, der das Ende der Arm-
nerven in sich übertreten lässt und offenbar ein Sinnes-
organ darstellt. Trotz der Anwesenheit einer scheinbar
analen Oeffnung konnte Verf. die Anwesenheit eines End-
darmes nicht bestätigen. Jene Oeffnung soll nur den beiden
ungleich, im Ganzen aber ansehnlich entwickelten rectalen
Drüsenschläuchen zur Ausführung dienen. Ein Blutgefäss-
system, d. h. besondere, mit selbstständigen Wandungen
versehene Gefässe stellt Verf. für Brisinga nicht bloss, son-
dern auch die übrigen Asteriden in Abrede. Das Blut soll
nur in der weiten Perivisceralhöhle enthalten sein und von
da in besondere sinusartige Räume abfliessen, die es in
die unmittelbare Nähe des Nervensystemes und seiner ein-
zelnen Theile zu bringen hätten. Das sg. Herz besitzt eine
ansehnliche Grösse, hat aber mit einem wirklichen Herzen
wenig gemein und dient wahrscheinlich nur zum Ueber-
leiten des Blutes aus der Perivisceralhöhle in den dem
Nervenringe aufliegenden Sinus. An dem sonst in gewöhn-
licher Weise entwickelten Ambulacralsysteme wurde nur die
Polische Blase vermisst. Die Geschlechtsorgane, die, wie ge-
wöhnlich, in den Basaltheil der Arme eingeschlossen sind und
je ein Packet langer verästelter Schläuche darstellen, mün-
den jederseits durch eine deutliche Oeffnung nach aussen.
Ausser der geschlechtlichen Fortpflanzung nimmt Verf. für
Brisinga übrigens auch eine ungeschlechtliche in Anspruch,
die durch Abwerfen der Arme und deren Auswachsen ver-
mittelt werde, ohne dafür aber andere thatsächliche Gründe,
als das häufige Fehlen einzelner Arme und die starke
Regenerationsfähigkeit derselben anführen zu können. Die
Nahrung soll nicht, wie sonst bei den Asteriden, ausschliess-
lich aus grösseren und meist hartschaligen Thieren be-
stehen, sondern aus pelagischen Geschöpfen allerlei Art,
360 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bei deren Erwerb denn auch die Pedicellarien eine bedeu-
tungsvolle Rolle zu spielen hätten. Das kleinste vom Verf.
beobachtete Exemplar hatte eine Scheibe von nur 2,5 Mm
und Arme, die vielleicht die doppelte Länge besassen.
Auffallender Weise war die Scheibe gegen die Arme einst-
weilen noch nicht abgesetzt, sondern continuirlich, wie bei
den gewöhnlichen Asteriden, damit im Zusammenhang,
was vielleicht damit zusammenhing, dass auch die ersten
Ambulacralplatten noch nicht zur Bildung eines oralen
Skeletringes zusammengetreten waren, sondern in gewöhn-
licher Weise den Armen angehörten. Selbst bei Exem-
plaren mit einem Scheibendurchmesser von 10—12 Mm
(Arme 60—70 Mm) war die Bildung dieses Ringes noch
unvollständig. Die Pedicellarien entstehen je, wie die
Stacheln, im Innern einer Zelle, und zwar in Form dreier
stabförmiger Concretionen, die, Anfangs getrennt, erst später
zu einem gemeinschaftlichen Apparate zusammentreten.
Ein eifriger Anhänger der bizarren HäckeTschen (eigent-
lich Reicher tischen) Ansicht, dass die Asteriden eine mit
den Kopfenden zusammenhängende Gruppe wurmartiger
Thiere darstellten und auch wirklich durch Coalescenz aus
gewissen Urwtirmern entstanden seien, hält Verf. die Bri-
singa, die eine derartige Bildung gewissermassen noch in
ihren Anfängen darstelle, für eine sehr alte x4rt („an isola-
ted sur^iving representation of the Echinoderms of primi-
tive times"). Ueberhaupt seien die Asteriden die ältesten
Echinodermen und nicht die Crinoiden, wie man lange
Zeit irrthümlich angenommen habe, diese letzteren viel-
mehr, und ebenso die Ophiuriden und Echiniden, die dann
ihrerseits durch immer weiter gehende Centralisation schliess-
lich zu den Holothurien hingeführt, erst nachträglich aus
den Asteriden entstanden. Unter den übrigen jetzt leben-
den Asteriden habe Brisinga die nächste Beziehung zu
Pedicellaster und Asterias, die auch beide in Wirklichkeit
keineswegs einander so fern ständen, als es nach dem
heute üblichen, aber nur wenig fundirten Systeme den An-
schein habe. Zum Schluss wird die Diagnose sowohl der
Brisingidae, wie des dahin gehörigen Genus Brisinga fol-
gendermaassen festgestellt:
in d. Katurgescb. d nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 361
Fäm. Brisingidae. Habitus externus Ophiuridarum, structura
vero Asteridarum. Discus rainimus annulo sustentatus calcareo so-
lido e vertebris modo adoralibus firmiter inter se conjunctis com-
posito. Brachia perlonga, a disco bene definita, tesseilis ambula-
cralibus et interambulacralibus distinctis, marginalibus vero obsoletis,
sulcis veutralibus profundis, tentaculis magnis disciferis. Cavitas
intestinalis in brachia extensa, ibique caeca radialia bene evoluta
bifurcata et Organa generationis continens.
Gen. Brisinga Asb. Discus orbieularis, sat depressus, supine
cute coriacea dense spinigera tectus, inferne nullis angulis oralibus
prominentibus, sed cuticula nuda valde contractili os circumdante
instructus. Porus secretorius subcentralis in cute dorsali perspi-
cuus. Brachia numerosa semicylindrica, parte adorali in adultis
plus minusve subfusiformi, apicem versus sensim attenuata, apice
tenuissimo filiformi organo sensorio distincto terminato, ad basin
utrimque tesseilis marginalibus duabus tribusve rudimentariis in-
structa, cute dorsali in parte basali costis calcareis transversis vario
modo flexuosis ad intervalla firmata spinis marginalibus longissimis
et ut ambulacralibus vaginis cutaceis magnis obvelatis. Vertebra
prima brachiorum in adultis annulo calcareo disci firmiter adnata ;
tessellae connectentes annuli inter quamque vertebram tertiam, media
dorsaliter tuberculi instar prominente. Pedicellariae numerosissimae
forcipatae, apice fortiter dentato et in vaginis spinarum accumulatae
et in superficie dorsali brachiorum per fascias transversas plus minusve
perspicuas distributae. Tentacula ambulacralia biserialia e sulcis ven-
tralibus longe porrecta. Tentacula respirationis nuUa-
Auch Thomson giebt in denDepths of the seap. 67
eine Abbildung der Stacheln und Scheibe von Brisinga
coronata.
Ophiurida.
lieber die Selbsttheilung von Ophiothela und Ophi-
actis vergleiche man die schon oben bei den Asteriden an-
gezogenen Beobachtungen von Lütken.
Lyman handelt in seinen „Ophiuridae andAstrophy-
tidae new and old" (Bullet. Mus. compar. Zool. Cambr. Vol.
III. N. 10. 1874) p. 254—257 über die Morphologie des
Ophiurenskelets, besonders die Bildung der Zahneckstücke,
die nach seiner Darstellung jederseits aus drei Theilen
bestehen, von denen zwei dem Ambulacralsysteme ange-
hören, das dritte aber ein Interambulacralstück darstellt.
Schon die Zweizahl der Mundtentakel lässt die Theilnahme
Archiv f. Nattirg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. Y
362 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zweier Ambulacralwirbel vermuthen, da diese ja sonst
immer nur in einfacher Anzahl (rechts wie links) den ein-
zelnen Wirbeln angehören. Dass übrigens die sg. Ambula-
cralwirbel wirklich den Ambulacralplatten der Asteriden
homolog seien, wird vom Verf. in Zweifel gezogen, wogegen
er aber mit Recht betont, dass die Hartgebilde, Schilder
so gut, wie Dornen und Spitzen, morphologisch überall
den gleichen Werth besässen.
Einer kurzen Bemerkung Greeff's zufolge (Sitzungs-
ber. der Marburger Gesellsch. für Naturwissensch. 1874.
Febr.) ist es demselben jetzt gelungen, den auf der Spitze
eines jeden Armes bei den Asterien vorkommenden Fühler
auch bei den Ophiuren aufzufinden. Er zeigt hier dieselbe
Lage und ähnliche Formverhältnisse und tritt noch kräf-
tiger und deutlicher, den feinen Saugfüsschen gegenüber,
hervor.
Nach Panceri inhärirt die Leuchtfähigkeit der Ophiu-
ren (Amphiura squamata) nicht der Muskulatur derThiere,
wie das Quatrefages früher beobachtet haben wollte, son-
dern den äussern Bedeckungen und zwar in dem vom Verf.
beobachteten Fall der Rückenfläche der einzelnen Arm-
glieder. La luce di alcuni annelidi 1. c. p. 17.
Möbius berichtet „über eine zwei Jahre und acht
Monate in einem Aquarium gehaltene Ophioglypha albida"
und macht dabei Mittheilung über die Kriechbewegung,
Nahrung und Regeneration eines Armes, die einen Zeit-
raum von vier Monaten in Anspruch nahm. Schriften des
naturwissensch. Vereins für Schleswig - Holstein Bd. I
S. 179-181.
Derselbe findet die Hemieuryale pustulata v. Mart.
in Menge auf Verrucella guadalupensis Duch. et Mich,
und macht darauf aufmerksam, dass sie in Farbe und Form
eine grosse Aehnlichkeit mit den Zweigen der sie tragen-
den Hornkoralle habe. Da die Hemieuyrale sich von der
letztern nicht ernährt, das Pigment derselben also nicht
direct aufnimmt, gewinnt der Fall, als neues Beispiel der
sg. Mimicry, ein weiteres Interesse. Schriften des natur-
wiss. Vereins von Schleswig-Holstein Bd. I. Dec. 1873.
Durch descriptiv zoologische und systematische Ar-
in d. Naturgesch, d. nied. Thiere wäbr. d. Jahre 1872—1875. 863
beiten sind namentlich wiederum Lütken und Lyman
für die Erweiterung unserer Kenntnisse thätig gewesen.
Der erstere hat unter dem Titel: Ophiuridarum
novarum vel minus cognitarum descriptiones nonnullae
(Overs. kgl. D. Vetensk. Selsk. Forhandl. 1872. p. 75—
158 Tab. I und II) in dänischer Sprache eine neue an
Beobachtungen und kritischen Bemerkungen reiche Abhand-
lung über Schlangensterne veröffentlicht, auf die wir schon
oben, bei der Frage nach der Selbsttheilung der Seesterne,
hingewiesen haben. In derselben beschreibt Verf. zunächst
(p. 75—95) eine Anzahl neuer Arten, deren lateinische
Diagnosen (p. 106—108) zumeist auch durch Abbildungen
erläutert ' sind : Ophioderma tonganum von der Tonga Ins.,
Ophiostigma forniosum von Formosa, wie die vorige einem
Genus angehörend, dessen geographische Verbreitung viel
weiter ist, als man früher annahm, Amphipholis Andreae
von Java, Ä. Kochii Küste der Mantschurei, und eine dritte
mit A. Wundemanni und A. Lütkeni verwandte Art, die
wahrscheinlich zu der bisher nur im Jugendzustand be-
kannten A. septa Lütk. gehört, Ophiothrix Galatheae von
den Nicobaren und Ophiothela isidicola von Formosa,
eine Form, die gleich den übrigen Arten von Ophiothela
Verr. auf Polypenstöcken lebt. Auf diese folgt dann (p.
95 — 105) eine Reihe von Bemerkungen, die sich ergänzend
und erweiternd an die früheren Arbeiten unseres Verf.'s
anschliessen. Asterophyton Agassizii St., dessen Herkom-
men bisher unbekannt war, wird mit den Ueberresten an-
derer Echinodermen in dem Magen eines grönländischen
Haies gefunden. Ast. muricatum trägt in manchen Exem-
plaren auf der Rückenfläche Stacheln von ungewöhnlicher
Form, bisweilen so abweichend, dass man darauf hin leicht
besondere Arten aufstellen könnte. In Betreff der Hemi-
euryale v. Mart. kommt Verf. zu genau demselben Resul-
tate, wie Lyman, der darin eine echte Ophiure erkannt
hat, während er für Asteroschema bemerkt, dass es bei
der (auch für andere Euryaliden hervorgehobenen) Schwie-
rigkeit, die Zähne, Mundstacheln und Papillen scharf von
einander zu unterscheiden, kaum möglich sei, die Mund-
bewaffnung genau zu charakterisiren. Ophiactis abyssi-
364 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
cola Sars ist eine echte Ophiactis, während Oph. humilis
eine Ophiacantha ist, von der sich auch Ophiomitra Lym.
und Ophiothamnus Ljungm. kaum abtrennen lassen. Ausser
der Ophiothrix echinata und 0. quinquemaculata kommt
im Mittelmeere (Neapel) übrigens auch die 0. fragilis
der nordischen Meere vor. Das Gen. Ophiomaza Lym.
dürfte mit Ophiocnemis zusammenfallen, obwohl der Dis-
cus nackt ist, da ähnliche Unterschiede auch sonst (selbst
bei Exemplaren derselben Art) vorkommen. Ophioglypha
gracilis Sars ist Verf. geneigt für eine bloss meridionale
Varietät von Ophiocten Kroyeri zu halten. Schliesslich
wird noch bemerkt, dass Ophiarachna spinosa einer Mit-
theilung Ljun gm an 's zufolge den Typus eines neuen Gen.
Ophiope^ella abgebe, das Genus Ophiopsammus Lütk.
aber mit Ophiopeza zusammenfalle. Dagegen sei Pecti-
nura vestita Forb. von den übrigen Arten des Gen. Pecti-
nura auszuscheiden und als Ophiarachnella Lj . zu benennen.
Von Lym an erwähnen wir zunächst einer „Note sur
les Ophiurides etEuryales duMusee d'hist. natur. de Paris."
(Annal. des scienc. nat. 1872 T. XVI. Act. IV. p. 1-8), in
welcher zunächst Trichaster Iridis Duchass. mit nachfol-
gender Diagnose zum Typus eines neuen Gen. Astrocnida
Lym. erhoben wird.
Astronicda n. gen. Le disque est divise en dix lobes radi-
aux, par autant de rainures, dont une ä chaque aire brachiale et
interbrachiale. La face dorsale du disque est herissee de granules
et de grosses papilles. Les bras se bifurquent plusieures fois, comme
chez le Trichaster. Le tegument du disque et des bras est revetu
d'une mosaique de granules aplatis. Les articulations du bras sont
indiquees par de petites cretes de granules portant souvent des
crochets microscopiques. Les piquants des bras, modifies par des
dentelures ä leur extremite, sont disposes en rang serre au-dessus
du pore tentaculaire. Les papilles de la bouche, les dents et les
papilles dentaires sont spiniformes et se ressemblent toutes entre
elles. II y a, dans chaque aire interbrachiale, deux fentes genitales
placees le long des bras.
Das Thier lässt sich gewissermaassen als ein Astro-
omphus mit getheilten Armen betrachten. Ausserdem be-
schreibt Verf. noch Astromorpha laevis n. sp, aus Guade-
loupe. Astromorpha Steenstrupi Ltk. fällt mit Asteroschema
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 365
Rousseau! Michel., die freilich sehr unkenntlich beschrieben
ist, zusammen. Hemieuryale ist keine Euryalide mit ein-
fachen Armen, wie Hertens wollte, sondern eine echte
Ophiuride mit Greifarmen (wie Ophiochondrus) und einer
complicirten Plattenbekleidung auf dem Rücken (wie Ophio-
plocus). Die in der Encj^clopedie methodique Vers. PL 122
abgebildete Ophiura cuspidifera ist unstreitig gleichfalls
eine Hemieuryale. Zum Schluss macht Verf. den Versuch,
die von Duchassaing 1850 kurz und unkenntlich be-
schriebenen Ophiuren der Antillen auf Grund der von ihm
untersuchten Originalexemplare richtig zu deuten. Es
ergiebt sich hiernach Ophioderma variegatum Duch. = Ophi-
ura brevicauda Lym., Ophiod. saxatile Duch. = Ophiura
cinerea Lym., Ophiolepis annulosa Duch. = Ophiozona
impressa Lym., Ophiol. albida Duch. = Ophionereis reti-
culata Ltk., Ophiocoma scolopendrina Duch. und Oph.
hexactinia Duch. = Ophioc. pumila Ltk., Ophioc. crassi-
spina Duch. und serpentaria Duch. = Ophioc. echinata
Agass., Ophiothrix fragilis Duch. = Ophioth, Oerstedii
Ltk., Ophioth. quinquefissa Duch. = Oph. violacea Ltk.,
Ophiolepis Tancredi Duch. = Ophiomyxa flaccida Ltk.
Von anderen Arten fanden sich keine Originalexemplare
vor. Man sieht, dass Duchassaing vielfach irrte, als er
die Antillenformen auf Europäische Arten zurückzuführen
versuchte. Nichts desto weniger aber giebt es unter ihnen
eine Anzahl von Arten, die auch an der Europäischen und
Africanischen Küste vorkommen.
In der schon oben angezogenen Abhandlung „on Ophi-
uridae and Astrophytidae new and old" liefert derselbe
Verf. eine Aufzählung der von Semper während seines
Aufenthaltes auf den Philippinen und Pelew-Inseln ge-
sammelten (45) Schlangensterne, die dann, so weit sie neu
sind (11 Arten), mit andern theils schon bekannten, theils
gleichfalls neuen Arten beschrieben werden (p. 221—252).
Die Arten des Gen. Pectinura (incl. Ophiochasma Gr.
— Oph. adspersum Gr. = Pect, stellata Ltk. — und Ophiope-
zella Ljn.) werden dabei in einer synoptischen Tabelle
zusammengestellt, und die Europäischen Formen des Gen.
Ophiothrix (p. 240—249) einer kritischen Revision unter-
366 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zogen. Von letztern werden schliesslich acht Species auf-
geführt, von denen aber manche noch zweifelhaft sein
dürften. Als neu beschreibt Verf.: Pectinura rigiäa von
Zanzibar, OpJiiomastix flaccida Philippinen, Ophioplocus
Esmarci Californien, Amphkira laevis, Ophionephthys pha-
lerata, Ophiocnida longipeda (= Ophiophragmus echinatus
Ljn. ?), OpJiiopsammium (n. gen.) Semperi, Ophiothrix
Martensi, Oph. pusilla, Oph. exigua, Oph. stelligera^ OpJi.
plana sämmtlich von den Philippinen, Oph. rudis Califor-
nien, Astrophyton cacaoticum Guadeloupe, Ä, nudum Phi-
lippinen. Das neue zumeist mit Ophiothela verwandte
Gen. trägt als Diagnose:
Ophiopsammium Lym. Teeth; tooth-papillae numerous and
arranged in a vertical, oval clump, as in Ophiothrix. No mouth-
papillae. Disk and arms nacked below, but closely granulated above.
Arm-spines stout and thorny, mounted on a crest-like side armplate
as in Ophiothrix. Tentacles long, coverd with papillae, and issuing,
not from the under surface, but from the side of the arm.
Weiter veröffentlicht Lym an eine Abhandlung über
die Ophiuriden und Astrophytiden der Hassler-Expedition
(Illustrat. Cat. Mus. compar. Zool. N. VIII. 1875 Zoolog,
res. Hassler Exped. II, 34 S. in Quart mit 5 Kupfertafeln)
zunächst mit einer Zusammenstellung der ihm zur Beob-
achtung vorliegenden Arten, deren Zahl durch Zufügung
einiger von Dr. Stimpson gesammelten auf 76 gestiegen
ist. Die Mehrzahl der Formen und namentlich auch die
Mehrzahl der interessantem Formen (z. B. die mit einfachen
Armen versehenen Astrophytiden) stammte von der Küste
von Barbados aus einer Tiefe von etwa 100 Faden, wäh-
rend andere, besonders die weiter nördlich und südlich
lebenden Arten, von der Littoralzone bis zu 424 Faden
gesammelt wurden. Neunzehn Arten sind neu, zwei zugleich
Repräsentanten neuer Genera. Ihr Bau wird vom Verf.
sorgfältig beschrieben und abgebildet. Eine analytische
Tabelle giebt eine Uebersicht über die Euryaliden mit
verästelten Armen (Ästrotoman, gen., Astronyx, Astroporpa,
Astrogomphus, Ophiocreas, Astroschema mit Einschluss von
Astromorpha) und die 5 Arten des Gen. Astroschema.
Ebenso sind die Mundwinkel mit Schildern und Unter-
armplatten von 25 Species des Gen. Amphiura (und Am-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 367
phipolis, die durch A. aDomala in erstere übergeht)
dargestellt. Die neuen Arten sind folgende: Ophiomusium
acuferum, 0. testudo, Ophiozona nivea, Ophiacantha stellatttj
sämmtlich von Barbados, 0. Inrsiita Florida, 0. marsupialis
Juan Fernandez (gebiert lebendige Junge von ansehnlicher
Grösse), Ophiometra cervicornis Cuba, Ämphüira anomala
Juan Fernandez, Ä. JBarharae Californien, A. repens Flo-
rida, A. duplicata Barbados, Ophiocnida filogranea Florida,
Ophioplax (n. gen.) Ljungmani Barbad., Ophioscolex
Stimpsoni Florida, Astrotoma (n. gen.) Agasswii Magel-
lans-Str., Astroschema tenue Barbados, Astrophyton Pour-
talesii Patagonien, A. spinosum Panama.
Ophiopläxn. gen. Teeth : no tooth-papillae; numerous mouth-
papillae. Scaling of disk beset with granulation. Arms long and
rather stiff. Arm-spines few and smooth, arranged on the ridges
of the side armplates. One very large tentacle-scale on the sider
arm-plate, and others minute, on the under arm-plate. Two long
genital openings in each interbrachial space. (The genus stands
near Ophiocnida, biit is distinguished by the numerous mouth-papillae
arranged as in Ophiura, and by the singular tentacle-scales.)
Astrotoma n. gen. Disk and arms granulated. Radial ribs
low and narrow, running to centre of disk, Arms simple and tra-
versed by annular ridges bearing microscopic spines. Tentacle-spines
stout, erect, standing by all the pores except those close to the
mouth. No mouth-papillae. Teeth and tooth-papillae similar and
spiniform, arranged in an clump at the inner point of the mouth-
angle. Two genital openings lying at the outer corners of each
interbrachial space. (This simple-armed Astrophyton resembles
Astronyx in its dentition, while in the covering of the disk and
arms and in the tentacle-spines it is between Astroschema and
Astrogomphus.)
In den Actes Soc. Linn. Bordeaux T. XXVIII p. 79 u.
80 giebt Lyman schliesslich noch eine Aufzählung der
sechs bei Neu-Caledonien vorkommenden Ophiuriden.
Thomson erwähnt in seinem Werke über die Tiefsee
ausser einer mit Ophiothrix fragilis nahe verwandten Oph.
Lütheni (p. 174) und Ophiomusium Lymmii n. (p. 174,
Fig. 32 und 33) noch (p. 123) zweier anderer neuer Ophiu-
riden, einer Ophiomyxa und eines Ophiopus. Die Nature
1873. T. VIII p. 400 enthält ausserdem noch Holzschnitt
von Ophioglypha hullata n. sp.
368 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
V. Marenzeller handelt in seiner „Revision adria-
tischer Seesterne" über die mittelmeerische sg. Ophiothrix
fragilis und glaubt dieselbe nach seiner Beobachtung in
zwei Arten: Oph. alopecurus M.-Tr. und Oph. echinata
M.-Tr. aus einander legen zu müssen. A.a.O. S. 369— 372.
Ophiura hrachyura n. sp. von Suez, Gray, Ann. nat.
bist. T. X. p. 117.
Ophiura cylindrica, Ophiactis nigrescens, Ophiothrix
coerulea, Ophionereis fasciata nn. sp. von Neu Seeland,
Hutton, 1. c. p. 810 und 811.
Ophiocoma Raschii n. sp., Ophia regma dbyssorum
n. gen. et n. sp. (von dem Aussehen einer kleinen Amphi-
pholis, aber ohne Spur von Genitalspalten) Sars, Vorhandl.
vidensk selsk. Christ. 1872. p. 103—114).
Gray nimmt (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. X. p. 71)
in einer Notiz über die Synonymie der Euryaliden —
unter Hinweis auf seine Synopsis of the British Museum
1840 — für Asterochema Lütk. die Bezeichnung Laspailia
Gr. und für Asteroporpa Lütk. den Genusnamen Natalia
Gr. in Anspruch.
Pelmatozoa.
Perrier veröffentlicht Untersuchungen „sur Fanatomie
et la regeneration des bras de la Comatula rosacea" (Ar-
chiv, zoolog. exper. T. IL p. 29-85. Tab. I— IV, in vor-
läufiger Mittheilung Cpt. rend. 1873. T. 76 p. 718—720),
welche vorzugsweise die Weichtheile betreffen, die bisher
erst jWenig Berücksichtigung gefunden haben. Er liefert
dabei den bestimmtesten Nachweis, dass diese Weichtheile
keineswegs, wie hier und da, besonders von englischen
Forschern, behauptet worden, aus formloser „ Sarkode " be-
ständen, sondern in derselben Weise, wie bei den übrigen
Echinodermen, aus verschiedenen Gewebsformen, (Epithelien,
Muskelfasern, ßindesubstanz u. s. w.) sich zusammensetzten.
Er beschreibt im Innern der Arme, wenigstens bei den
erwachsenen Exemplaren, nur einen einzigen Kanal, den
ambulacralen Tentakelkanal, der unmittelbar auf der Ske-
letachse aufliege, und zwei in einander eingeschachtelte,
durch lockere Bindesubstanz vereinigte Wände erkennen
in d. Naturgescli. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 3G9
lasse, die im Profil leicht den Anschein zweier oder gar
dreier über einander liegender Kanäle erwecken könnten,
wie solche denn auch von früheren Beobachtern beschrieben
seien. Nur bei jüngeren Thieren lasse sich unterhalb
dieses Tentakelkanales noch ein kanalartiger Hohlraum
unterscheiden, der eine Fortsetzung der Leibeshöhle dar-
stelle, auf die einzelnen Pinnulae übergehe und in seiner
Wand die Geschlechtsproducte zur Entwicklung bringe*
Dagegen sah Verf. zwischen der epithelialen Auskleidung
der Tentakelrinne und dem Tentakelkanale noch einen
Strang hinziehen, der wegen seiner Längsstreifung als mus-
kulös bezeichnet wurde. Was die Tentakeln betrifft, so
lässt sich an diesen eine Unterscheidung in retractile und
nicht retractile, die man versucht hat, nicht durchführen. Sie
stehen je zu dreien zusammen und enthalten einen Hohl-
raum, der durch Hülfe eines gemeinschaftlichen Stammes
mit dem Tentakelkanale zusammenhängt. Die denselben
aufsitzenden Papillen sind wesentlich als Epithelwucherungen
anzusehen und am Ende mit drei starren Haaren besetzt,
die Verf. als Sinneshärchen (Gefühlshärchen) in Anspruch
nimmt, obwohl ihm der Nachweis eines Nervenappa-
rates nicht gelingen wollte, auch der von Müller beschrie-
bene Nervenstrang nicht aufgefunden werden konnte. Die
mit den Tentakeln alternirend gestellten kugligen Körper
sind keine Kalkdrüsen, wohl aber wahrscheinlicher Weise
excretorischer Natur. Noch räthselhafter sind gewisse
sackförmige Gebilde, die mittelst eines von eigenthümlichen
Zellen umgebenen Porus auf der weichen Mundhaut des
Kelches ausmünden und Anfangs in fünffacher Anzahl
regelmässig vertheilt gefunden werden, später aber in
grösserer Menge über die Interbrachialfelder sich verbreiten.
(Wir haben inzwischen durch Ludwig erfahren, dass
diese Gebilde keine Blindsäcke sind, sondern in die Leibes-
höhle hindurchbrechen und, den Wimpersäcken der Pori-
feren vergleichbar, zur Wasserzufuhr dienen.) Was Verf.
über die Regeneration der Arme angiebt, betrifft ebenso
wohl die Skeletstücke, wie die Weichtheile, und wirft in so
fern ein neues Licht über die Bedeutung des Tentakelka-
nales, als dieser dabei als ein evidenter Ernährungsapparat
370 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sich ZU erkennen giebt. Leider aber sind alle die das
Kanalsystem der Arme betreffenden Angaben des Verf. 's
verdächtig und unsicher, da er es unterlassen hat, die
hier vorliegenden Verhältnisse an Querschnitten zu prüfen,
vielmehr einfach auf die Untersuchung von Quetschpräpa-
raten sich beschränkt. So erklärt es sich denn auch,
dass spätere Beobachter zu mehrfach abweichenden Resul-
taten gekommen sind.
Zunächst Sem per, der in seinen „kurzen anatomischen
Bemerkungen über Comatula" (Arbeiten des zoolog. Insti-
tutes in Würzburg 1874. Th. I. S. 259—263 mit Holzschn.)
nicht bloss ganz allgemein bei diesem Thier eine kanal-
artige Verlängerung der Leibeshöhle unterhalb des Tentakel-
kanales auffindet, sondern zwischen beiden auch den Mül-
ler'sehen „Armnerv", der freilich nichts weniger ist, als
ein Nerv, vielmehr einen Theil des Geschlechtsapparates
bildet und eine Art Rhachis darstellt, auf der die den
Pinnulae verbundenen Geschlechtsdrüsen mittelst eines Stieles
aufsitzen. Als Nerv sei entweder das in der Achse der
Arme hinziehende und von Perrier übersehene Müller *-
sehe Gefäss zu betrachten, welches jedenfalls kein Gefäss
sei, oder, was Verf. wahrscheinlicher dünke, ein dem Ten-
takelkanale aufliegender fibröser — nach Perrier musku-
löser — Strang, der mitsammt den übrigen Theilen des Ar-
mes auf Querdurchschnitten (nach vorhergegangener Ent-
kalkung) leicht nachzuweisen sei.
In einer Nachschrift zu der englischen Uebersetzung der
voranstehenden Mittheilung (Ann. nat. hist. Vol. XVI. p, 202—
209) hebt Carp enter hervor, dass er nicht nur die Beziehung
der Müll er 'sehen Armnerven zu dem Genitalapparate in sei-
ner Arbeit über Bau und Entwicklung der Comatula (1865/66)
schon vor S emper klar gelegt, sondern inzwischen auch auf
experimentellem Wege von der nervösen Natur der Müller'-
schen Gefässe durch Reizung des in der Centrodorsalbasis
gelegenen sog. Herzens, mit dem diese Stränge zusammen-
hängen, sich überzeugt habe. In histologischer Beziehung
sei allerdings keine Uebereinstimmung mit dem Nerven-
apparate der übrigen Thiere nachzuweisen. (Durch die
Untersuchungen späterer Beobachter, über welche wir im
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1876. 371
nächsten Berichte zu handeln haben werden, hat sich in-
zwischen auch diese Deutung als unrichtig ergeben. Das
Nervensystem der Comatuliden ist vielmehr, ähnlich dem
der Asteriden, durch die epitheliale Bekleidung der Am-
bulacralrinnen repräsentirt: ein „ectodermatisches'^ Ner-
vensystem.) Schliesslich hebt Carpenter noch die grosse
Verschiedenheit der Crinoiden von den übrigen Echino-
dermen hervor, die so weit gehen, dass man dieselben fast
als hoch organisirte Polypen betrachten könne — eine
Angabe, die freilich Allem widerspricht, das wir früher und
später über unsere Thiere erfahren haben.
W. Thomson berichtet in der Proc. R. Soc. Edinb.
1871/72 Vol. VII. p. 764—773 „on the Crinoids of the Por-
cupina deep-sea dredging-expedition^ und behandelt darin
vorzugsweise die von ihm und Jeffreys gedregten ge-
stielten Formen: Pentacrinus WyvUle- TJiomsonii Jeffr. n.
sp., Rhizocrinus lofotensis Sars und eine neue gleichfalls
der Familie der Apiocriniden zugehörige Form, die als
Bathycrinus gracilis bezeichnet wird. Pentacrinus Wy-
ville-Thomsonii der in einigen 20 Exemplaren aus einer
Tiefe von 1095 Faden im Atlant. Oceane (39» 42' N. Br.,
9^43' L.) gefischt wurde, steht in mancher Beziehung ver-
mittelnd zwischen P. asteria und P. Mülleri, deren unter-
scheidende Charaktere Verf eingehend aus einander setzt.
Das untere Ende des 12 Cm langen Stieles war bei allen
Exemplaren gerundet, so dass Verf. nicht zweifelt, dass
die Thiere in erwachsenem Zustande frei sind, höchstens
im Schlamme stecken und gelegentlich wie die Comatu-
liden umherschwimmen, wie das vermuthlich auch bei den
zwei andern Arten der Fall ist. - Der neue Bathycrinus
gracilis, der übrigens nur in wenigen meist verstümmelten
Exemplaren zur Beobachtung kam und aus grosser Tiefe
(2435 Faden) in der Biskaya-Bai hervorgezogen wurde,
ist mit Rhizocrinus nahe verwandt, hat aber anstatt eines
zusammenhängenden Kelches fünf isolirte und gestielte
Basalien mit fünf Doppelarmen ohne Pinnulae. Die Genus-
diagnose lautet:
Bathycrinus n. gen. Stern long (90 mm) and delicate; joints
dice-box shaped as in Rhizocrinus, long and delicate, dimishing in
372 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
length towards the head, where additions are made in the form
of calcareous laminae beneath the coalescent joints which form the
base of the cup. The first radials five in number, closely opposed,
but not Seen to be fased as in Rhizocrinus. The centre of each
of the first radials rises into a sharp keel, while the sides are
slightly depressed towards the sutures, which give the calyx a fluted
appearance, like a folded filter paper. Second radials long and free
from one another, joining the radial axillaries by a straight syzy-
gial Union, peculiar in form. A streng plate-like keel runs down
the centre of the outer surface, and the Joint is deepely excavated
on either side, rising again slightly towards the edges. The radial
axillary shows a continuation of the same keel through its lower
half, and raidway up the joints the keel bifurcates, leaving a very
characteristic diamond - shaped Space in the centre towards the top
of the Joint. Two facets are thus formed for the insertion of two
first radials. The number of arms is therefore ten. The arms are
perfectly simple of few (12) joints each. No trace of pinnules, and
the arms resemble in character the pinnules of Rhizocrinus. The
first brachial is united to the sec(md by a syzygial Joint, but after
that the syzygies are not repeated, so that there ist only one of
these peculiar junctions in each arm. The arm-grooves are bordered
by circular fenestrated plates as in Rhizocrinus.
lieber Pentacrinus asteria L., P. Wyville - Thomsoni
Jeffr., Rhizocrinus lofotensis Sars und Bathycrinus gracilis
W.,-Th. vergleiche ferner Depths of the sea p. 337 — 450, wo
aucli Fig. 73— 75 Abbildungen dieser Formen gegeben sind.
Pourtales beschreibt eine zweite Art des Rhizocrinus,
B. Ratvsonii von Barbados, die sich durch beträchtlichere
Grösse, constante Fünfzahl der Arme, einfachere Bildung
des Wurzelendes und Anderes von Rh. lofotensis unter-
scheidet. Dass der untere Theil des Calyx, wie Sars will,
von den vergrösserten obern Stammgliedern gebildet werde,
wird in Abrede gestellt, der Calyx vielmehr in ganzer Aus-
dehnung, wie bei den jungen Comatuliden, aus einer Ver-
wachsung der Basalia und ersten Radialia abgeleitet. Die
nächsten Verwandten des Rhizocrinus sucht Verf. auch
nicht unter den Apiocriniden, sondern in dem fossilen Gen.
Belemnocrinus White. Zoological results of the Hassler
Expedition I. p. 26—31 PL V. (Illustr. Cat. Mus. compar.
zool. VIII. 1876).
Ebendas. liefert Pourtales auch eine kurze Be-
schreibung und Abbildung von Holopus Rangii. Der mit
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 373
dem untern Ende aufgewachsene Becher besteht aus einer
zusammenhängenden vSkeletmasse ohne Näthe, der im Um-
kreis des Mundes fünf bewegliche dreieckige Platten auf-
sitzen. Die zehn Arma entspringen paarweise auf einem Ba-
sale und schliessen beim Einschlagen mit ihren Seiten-
kanten hermetisch an einander. Sie umfassen in diesem
Zustande einen vor dem Munde gelegenen Hohlraum, in
den die eingerollten Enden der Arme und die spiralig ge-
krümmten Pinnulae hineinhängen.
Grube handelt (Jahresber. der Schlesischen Gesellsch.
1875. naturhist. Section S. 54, 55) über einige noch unbe-
schriebene Comatulen aus Nord-Borneo: Comatula laevis-
sima, C. Mertensi und C. (Actinometra) horneensis.
Alecto retiformis n. sp. Hincks, Supplem. Catal. Zoo-
phytes South Devon and Cornwall, Ann. and Mag. nat. bist.
T. VIII p. 81.
Nach Thoms on, depths of the sea (p. 124), ist Alecto
Eschschrichtii keineswegs so ausschliesslich, wie man
früher annahm, auf die nordischen Gegenden beschränkt,
sondern auch weit abwärts im atlantischen Ocean zu finden.
Th. Austin macht den Vorschlag, die Platycrinusarten
mit excentrischem Analkegel (PI. mucronatus u. s. w.) als
Repräsentanten eines eignen Genus nov. Medusacrinus von
denen mit centralem Schornstein (PI. laevis) abzutrennen.
Ann. nat. bist. 1875. Vol. XVI. p. 90, 91 mit Holzschn.
Crotalocrinus rugosus Mill. ist nach Salt er ein mit
Anthocrinus Müll, verwandter Crinoide, der nur insofern
abweicht, als die Arme desselben zur Bildung eines zu-
sammenhängenden Kelches unter sich vereinigt sein sollen.
On Crotalocrinus rugosus Miller; a.remarcable Crinoid in
the Woodwardian Museum, Transact. Cambridge philos.
Society 1871. Vol. XL P. 3 p. 481—484 PI. I.
III. Coelenterata.
Ha e ekel macht (Kalkschwämme Th. I. S. 463) den
Vorschlag, den von mir für die betreffende Gruppe seit
1847 gebrauchten Namen Coelenterata mit der Bezeich-
374 Leuckart: Bericht üb. d. wissenscliaftlichen Leistungen
nung Zoophyta zu vertauschen, „welche auch jetzt noch
in England und Frankreich die gebräuchlichere sei". Als
Grund für diese Namensveränderung wird das Alter „der
1552 von Wotton in die systematische Zoologie einge-
führten" Benennung Zoophyta angeführt, die unsichere Be-
grenzung der Gruppe, indem die meisten Zoologen darunter
nur die Nesselthiere verständen, während ich — und ebenso
auch Häckel — noch die Spongien dahin rechnete, und
schliesslich der Umstand, dass ich bei der Aufstellung des
Namens Coelenterata von der irrigen Meinung ausgegangen
sei, dass der Innenraum der so benannten Thiere mor-
phologisch als Leibeshöhle zu deuten sei. Ich habe auf
diesen Vorschlag zunächst zu erwidern, dass ich, da ich
doch — wie Häckel selbst unumwunden zugesteht (allgem.
Morpholog. Th. IL S. XLIX) — die hier in Betracht kom-
mende Gruppe zuerst als eine natürliche Einheit erkannt
und begründet habe, auch zuerst die Coelenteratennatur
der Spongien nachwies, nach den bisher üblichen Gesetzen
der Namenclatur auch die Beibehaltung des von mir der
neuen Gruppen gegebenen Namens verlangen kann. Selbst
wenn es ausgemacht wäre, dass ich in Betreff der mor-
phologischen Auffassung der Gruppe einen Missgriff be-
gangen haben sollte — was übrigens, wie wir alsbald sehen
werden, keineswegs feststeht — , würde das auf die Bezeich-
nung Coelenteraten keinen Einfluss haben, denn der Name
bedeutet an sich nichts anderes als „Hohlthiere" und besagt,
was Jedermann für richtig hält, dass die Eingeweide im
Wesentlichen durch einen einzigen Hohlraum vertreten
sind. Uebrigens ist schon von anderer Seite gegen die
ganz willkürliche Umänderung des Namens Coelenterata
Protest eingelegt und zwar von Seite englischer Natur-
forscher, obwohl diese dazu doch nicht den geringsten
Grund hätten, wenn die Behauptung Häckel's, dass man
in England und Frankreich unsere Coelenteraten als Zoo-
phyten zu benennen pflege, richtig wäre. Dass dem in-
dessen nicht so ist, wird schon durch die oberflächlichste
Bekanntschaft mit der bezüglichen Litteratur ausser Zwei-
fel gestellt. Wo in England und Frankreich von Zoophy-
ten gesprochen wird, handelt es sich nicht um unsere Coel-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wahr. d. Jahre 1872—1875. 375
enteraten, sondern um diese — gewöhnlich nur die fest-
sitzenden Formen — mit Einschluss der Bryozoen, also
um eine Gruppe, die nicht durch eine natürliche Verwandt-
schaft, sondern nur durch einen gemeinschaftlichen phy-
siognomischen Zug zusammengehalten ist.
Was nun übrigens die Bezeichnung Zoophyten betrifft,
so habe ich in einer kleinen Abhandlung (die Zoophyten,
ein Beitrag zur Geschichte der Zoologie, Archiv für Natur-
gesch. 1875. S. 58—70, ursprünglich unter dem Titel „de
zoophytorum et historia et dignitate systematica" als Leip-
ziger Decanatsprogramm gedruckt) den Nachweis geliefert,
dass dieselbe nicht, wie Häckel will, 300, sondern 2000
Jahre alt ist, indem sie nachweislich schon in den ersten
Jahrhunderten unserer Zeitrechnung bei den Alexandrinern
im Gebrauch war, und wahrscheinlich bald nach Aristo-
teles aufkam. Dass nicht Wotton es war, der die Gruppe
der Zoophyten in unsere Wissenschaft einführte, davon
hätte Häckel sich leicht überzeugen können, wenn er nur
jemals das von ihm angezogene Werk: de differentiis ani-
malium zu Händen genommen und daselbst p. 198 gelesen
hätte „. . . . mollia, crustacea, testacea et quae zoophyta
appellantur" und zwar, wie Petrus Belonius (1553)
und Gesner (1558), fast gleichzeitig hinzufügen „a Graecis
appellantur". In Wirklichkeit stammt der Begriff und die
Gruppe der Zoophyten von Aristoteles selbst her, der an
mehreren Stellen die Ascidien, Schwämme und Actinien
als Wesen bezeichnete, die zwischen Thier und Pflanze
schwankten (s7ia/iig)OT6Qi^ovTa -/.al cpvxi^ xal ^i^fco) und sogar
die Actinien mit Worten charakterisirte, die von den Zoo-
logen der Renaissance unverändert, nur in lateinischer
Uebersetzung, auf die Gruppe der Zoophyten übertragen
wurden. Man würde übrigens gewaltig irren, wenn man
annehmen wollte, dass der Inhalt dieser Zoophytengruppe
seit Wotton bis zur Aufstellung der „Coelenteraten" der
gleiche geblieben wäre. Häckel allerdings scheint solches
zu vermuthen, aber er beweist damit nur von Neuem, dass
er in der Geschichte unserer Wissenschaft wenig bewan-
dert ist. Er weiss nicht, dass die Thiere, die wir heute
gelegentlich als Zoophyten bezeichnen, ihrem wesentlichen
376 Leuckart: Bericht üb. d. wisseüschaftlichen Leistungen
Inhalte nach erst von Pallas, und zwar lediglich auf Grund
ihrer Prolificationsfähigkeit, unter diesem Namen zusam-
mengefasst sind, indem vorher die Ansichten der Zoologen
über die sg. Zoophyten so weit abwichen, dass z. B.
Linne bis zur zehnten Auflage seines Systema naturae
(1758) dieselben als „Vermes artubus donati" charakteri-
siren konnte, und zwar auf Formen hin, die, wie Sepia,
Salpa, Nereis, Medusa, Physalia, Asterias, Echinus, Baia-
nus, später den Ausgangspunkt der im Wesentlichen mit
denselben Worten charakterisirten Linne 'sehen Mollusca
(Mollia) abgegeben haben. Und diese auch später (von Cu-
vier, Blainville, Lesson, Johnston) — bis auf die
neueste Zeit — in dem verschiedensten Sinne charakteri-
sirte und mit vielfach wechselndem Inhalte ausgestattete
Gruppe der Zoophyten soll jetzt an die Stelle der Coelen-
teraten treten, weil noch nicht alle Zoologen darüber sich
geeinigt haben, ob denselben die Schwämme zuzurechnen
seien! In der That, der Subjectivismus hat in der Behand-
lung unserer Wissenschaft einen grossen Spielraum gewonnen.
Die Behauptung, dass die Hohlräume des coelente-
rischen Apparates keine Leibeshöhle, sondern Darmhöhle
seien, eine Leibeshöhle den Coelenteraten aber vollständig
abgehe, stützt sich im Wesentlichen (Häckel a. a. 0. S. 467,
Gastraeatheorie S. 21) auf die Behauptung, dass letztere,
— Häckel nennt sie vorsichtiger Weise „wahre" Leibes-
höhle (Coelom), allein von einer andern ist nirgends bei
ihm die Bede — in allen Fällen einer Spaltung des Meso-
derms ihren Ursprung verdanke und vom ersten Anfange
an ein selbstständiger Hohlraum sei, der mit dem Darm-
kanal niemals communiciren könne. Trotz dieser kate-
gorischen Behauptung besitzen nun aber zahlreiche niedere
Thiere — Huxley's Enterocoela, vergl. Ber. L S. 12 —
eine Leibeshöhle (d. h. einen mit Ernährangsflüssigkeit ge-
füllten Hohlraum zwischen Körpermuskulatur und Einge-
weiden, welcher der „wahren" Leibeshöhle der höhern
Thiere so vollständig gleich steht, dass Häckel die be-
treffenden Geschöpfe unbedenklich für „Coelomata" hält),
die keineswegs durch Spaltung des Mesoderms, sondern
durch Ausstülpung oder Differenzirung des Primitivdarmes
in d. Naturgeach. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 377
entsteht und somit denn auch mit diesem eine kürzere
oder längere Zeit hindurch in directem Zusammenhange
gefunden wird. Wir haben bereits oben auf diesen Um-
stand aufmerksam gemacht (Ber. I. S. 8) und hervorge-
hoben, dass die betreffenden Fälle nicht bloss theilweise
schon seit längerer Zeit bekannt sind, sondern auch aus-
drücklich in unserm Berichte — vor Häckel — zur Klar-
stellung der morphologischen Natur des coelenterischen
Apparates angezogen wurden. Doch vergebens sucht man
bei unserm Autor einen Hinweis auf diese Angaben. Ob-
wohl ihre Bedeutung für die hier vorliegende Frage bei
oberflächlichster Betrachtung einleuchtend ist, werden sie
einfach ignorirt. Mit ihrer Anerkennung wäre ja Vieles
von dem in Frage gestellt, was sonst als neu und sicher
Erkanntes gelten konnte. Wie die Verhältnisse gegen-
wärtig liegen, sehe ich demnach nicht den geringsten Grund,
den coelenterischen Apparat ausschliesslich als Darm zu
betrachten. Mag die erste Anlage desselben auch immer-
hin dem Primitivdarm der Gastruladen entsprechen —
wir wollen das zugeben, obwohl gewisse Beobachtungen,
wie namentlich die von Foll und Mecznikoff überGe-
ryonia (s. weiter hinten), damit keineswegs stimmen — so
dürften doch die späterhin daran vorgehenden Verän-
derungen am natürlichsten sich nach Analogie der bei den
sg. Enterocoelen beobachteten Erscheinung deuten lassen.
Wir würden in dem coelenterischen Apparate dann blei-
bend einen Zustand vorfinden, der bei den Echinodermen,
Enteropneusten, Brachiopoden, Chätognathen u. a. vorüber-
gehend ist, darin mit anderen Worten einen Darm + Leibes-
höhle zu sehen haben. Dass die Anlage dieser Leibeshöhle
für gewöhnlich in einem höhern Numerus erfolgt, als bei
den gewöhnlichen Enterocoelen, kann keinen Unterschied
bedingen, da ja meistens auch die übrigen Organe der
Coelenteraten, den Gesetzen des radiären Baues entsprechend,
in grösserer Menge sich bilden. In gewissen Fällen (bei
den sg. hydroiden Formen) hat es auch den Anschein, als
wenn die Leibeshöhle eine einfache Verlängerung der pri-
mitiven Darmhöhle darstellt, so dass die Abgrenzung der
beiderlei Gebilde dann eine sehr unvollständige ist; allein
Archiv f. Natiirg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. Z
378 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
auch das ist ein Verhalten, welches gegen die architecto-
nischen Normen der Radiärthiere in keinerlei "Weise ver-
stösst, da ja die axillaren Organe derselben sämmtlich
einfach sind, und erst mit der Verlegung an die Peripherie
in einem höhern Numerus sich wiederholen.
Auch Mecznikoff spricht sich auf Grund der hier
angezogenen entwicklungsgeschichtlichen Verhältnisse mit
aller Bestimmtheit dahin aus (Zeitschr. für wissensch. Zoo-
logie Bd. XXIV. S. 68—77), dass es unmöglich sei, das
Gastrovascularsystem der Coelenteraten schlechtweg für
einen Darm zu halten. Es entspreche dasselbe vielmehr
der Verdauungshöhle und der daraus sich hervorbildenden
Ausstülpungshöhle, die mit ersterer beständig in Commu-
nikation bleibe. Zur nähern Begründung dieser Auffassung
bemcksichtigt Mecznikoff aber nicht die Verhältnisse
der Enterocoelen im Allgemeinen, sondern speciell die der
Echinodermen, bei denen die Ausstülpungshöhle — die sg.
Lateralscheiben — bekanntlich nicht bloss zu der spätem
Leibeshöhle (Peritonealhöhle Mecznikoff 's) wird, sondern
weiter auch dem sg. Wassergefässsysteme den Ursprung
giebt. Auf diese Weise kommt er dann zu der Ueber-
zeugung, dass der Gastrovascularapparat speciell der Cteno-
phoren nicht bloss der Leibeshöhle der Echinodermen ent-
spreche, sondern der Leibeshöhle -fWassergefässsystem. Na-
türlich, dass letzteres dabei in derselben Weise mit der
Leibeshöhle, wie diese mit dem Magenraum bleibend in
Zusammenhang gedacht werden muss. Mecznikoff macht
sogar den Versuch, die Parallelisirung bis in die Einzeln-
heiten durchzuführen. Die Rippengefässe der Ctenophoren
werden dabei den Längswassergefässen verglichen, während
die an den Seiten des Magenrohres emporsteigenden zwei
Längsstämme mit dem Trichter der Peritonealhöhle, und die
Trichteröffnung dem Wasserporus als homolog zur Seite ge-
setzt werden. Auf diese Weise kommt Mecznikoff dann
zu der Auffassung, dass die Coelenteraten und Echinoder-
men — die nur mit gänzlichen Verkennung ihres Baues und
ihrer Entwicklungs weise von Häckel als Thierstöcke auf-
gefasst würden — trotz ihrer typischen Verschiedenheit
einander verwandt seien, wie etwa die Gliederwürmer
in d. Natiirgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 379
und Arthropoden, und im natürlichen Systeme stets neben-
einander gestellt werden müssten.
Was No sc hin bei gewissen Coelenteraten als Leibes-
höhle deutete (J. B. 1865. S. 176), hat zu der hier in Be-
rücksichtigung gezogenen „Peritonealhöhle" keinerlei mor-
phologische Beziehung. Es ist dasselbe ein Ueberrest der
sg. Furchungshöhle, die bei den Larvenformen der Gastru-
laden bekanntlich oftmals eine ansehnliche Weite besitzt und
früher allerdings nicht selten — wie das auch noch von
Mecznikoff geschieht — der „Leibeshöhle" der defini-
tiven Thiere parallelisirt wurde. (Ich darf bei dieser
Gelegenheit wohl erwähnen, dass ich — in dem 1873 er-
schienenen Programm über die Entwicklung der Echino-
rhynchen — wohl der erste gewesen bin, der die Verschie-
denheit dieser beiderlei „Leibeshöhlen" erkannt hat.) Ein
Gleiches gilt von der sg. Leibeshöhle der Sarsiaden, die
von E. Schulze neuerlich genauer untersucht wurde
(über den Bau von Syncoryne Sarsii und der zugehörigen
Meduse 1873 S. 28). Allerdings versucht Schulze den
Nachweis, dass die zwischen Gallert- und Muskelblatt der
Umbrella zu den Seiten der ßadialkanäle gelegenen
acht Hohlräume, welche diese sg. Leibeshöhle darstellen,
dem Mesoderm angehörten und somit denn auch mit
Recht als „Coelom" zu betrachten seien , allein die
Schulze 'sehe Deutung scheitert an dem Umstände, dass
die betreffenden Räume schon zu einer Zeit sich bilden,
in der die begrenzende Gallertschicht, die (ob mit Recht,
bleibt dahingestellt) als Mesoderm gedeutet wird, überhaupt
noch nicht vorhanden ist. Die betreffenden Hohlräume
entstehen also nicht durch Spaltung des Mesoderms, wie
es nach der HäckeTschen Definition des Coeloms der
Fall sein müsste, sondern zwischen Ectoderm und Ento-
derm, also ganz nach Art einer Furchungshöhle.
Im Uebrigen erklärt Schulze seine volle Ueberein-
Stimmung mit der Häckel'schen Auffassung des Coelen-
teratenbaues. Auch Kölliker (Morphologie undEutwick-
lungsgesch. des Pennatulidenstammes S. 61 und 45) spricht
sich dahin aus, dass die sg. Leibeshöhle der Polypen mit
den perigastrischen Fächern als „verdauende Cavität" zu be-
380 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
trachten sei, der sg. Magen aber nur die Bedeutung eines
Schlundes habe, wie das auch von Lacaze Duthiers (s.
unten) angenommen wird.
Aehnlich urtheilt Kowalewsky, und zwar auf Grund
von Untersuchungen über die Entwicklungsgeschichte der
Coelenteraten, die, ihren Hauptresultaten nach grossen-
theils schon früher bekannt (J. B. 1868 a. a. 0.), jetzt in
den Protokollen der Freunde der Naturwissenschaften zu
Moskau 1874 S. 1—36 (mit 8 Tafeln) — leider russisch —
eine ausführliche Veröffentlichung finden. Sie betreffen
Repräsentanten fast sämmtlicher Hauptgruppen, Cteno-
phoren, Akalephen, Hydroiden und Anthozoen, und werden
später noch speciell von uns berücksichtigt werden.
Eimer denkt (zoolog. Studien auf Capri I. S. 80) an
die Möglichkeit, das Thierreich nach dem Auftreten eines
Centralnervensystemes mit seinen Funktionen (Willen, Be-
wusstsein) abzugrenzen. Ein solches Verhalten würde, wie
er meint, nicht bloss der philosophischen Betrachtungs-
weise gerecht werden , sondern auch gemeinverständ-
licher sein, als die bisherigen Versuche, indem dabei z. B.
die niederen Coelenteraten („Zoophyten"), die der Laie,
„nach einem vielleicht mehr, als anerkannt ist, richtigen
Instincte" niemals als Thiere anerkennen werde, wieder
von dem Thierreiche ausgeschlossen würden. (!)
Gräffe handelt (Bollet. Soc.Adriat. T. I. 1875 p. 303
— 306) „über die Erscheinungszeiten der pelagischen Hy-
dromedusen und Akalephen im Meerbusen der Adria".
Häckel wiederholt (Kalkschwämme a. a. 0. S. 461)
die schon früher von ihm geäusserte Meinung, dass die
Coelenteraten in zwei Hauptgruppen zu theilen seien, in
die Akalephen (Cnidae s. Nematophora) und die Schwämme
(Spongiae s. Porifera).
AuchKölliker erkennt in den Spongien jetzt Glieder
des Coelenteratentypus und glaubt in diesem am natür-
lichsten vier Classen annehmen zu können : 1) Ctenophoren,
höhere Medusen, Anthozoen, 2) einfache Medusen, 3) Hy-
droidpolypen und Siphonophoren, 4) Spongien. Morphologie
und Entwicklungsgesch. des Pennatulidenstammes S. 71.
Auf Grund einer eingehenden morphologischen Ver-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 381
gleichung der den Coelenteraten zugehörendon Thierformen
stellt AI Im an (monograph of gymnoblastic or tiibularian
Hydroids, p. 187—199) dieselben folgendermaassen in
Gruppen zusammen:
I. No stomach-sac differentiated from the general body-cavity . .
Hydrozoa.
1. Locomotion never by bands of vibratile lamellae.
a. Generative elements discharging themselves externally.
*Neverwith a hydriform trophosome united with the gono-
some into a natatory colony Hydroida.
**Always with a hydriform trophosome united with the
gonosome into a natatory colony .... Siplionophöra.
b. Generative elements discharging themselves into the body-
cavity.
* Generative elements in symmetrically disposed longitudinal
bandlike projections of the inner siirface of the somatic
cavity. Body stalked, fitted for attachment . Liicernariae.
** Generative elements formed in symmetrically dispoped
pouch-like dilatations of the somatic cavity of the body,
which is not stalked and not fitted for attachment . . .
Discopliora.
2. Locomotion allways by bands of vibratile lamellae Ctenopiwra.
II. A stomach-sac differentiated from the general body-cavity . . .
Actinozoa.
1. Tentacles subuliforra; symmetry for the most part hexameral
ZoantJiaria.
2 Tentacles leaf-shaped, with the margins cirrated, symmetry
tetrameral Alcyonaria.
M'Intosh berücksichtigt in seiner Fauna derEverte-
braten und Fische von St. Andrews auch die Coelenteraten
(Ann. and Mag. nat. history Vol. XIII. p. 204—221) und
verzeichnet deren ausser 2 Ctenophoren, einigen Akalephen
und Siphonophoren (Diphyes und Yelella), 46 Hydroiden
mit nur 6 Thecaten, 1 Calycozoon, 13 Polypen, von denen
10 den Actiniaden angehören. Die Arten sind sämmtlich
bereits bekannt.
Eine Zusammenstellung der von Grönland bekannten
Calycozoen, Ctenophoren, Discophoren, Hydrozoen und
Anthozoen liefert Ltitken in dem schon früher erwähnten
Arctic manual p. 186—190.
Schulze behandelt in dem Jahresber. der Commis-
sion zur wissenschaftl. Untersuchung der deutschen Meere
382 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
für 1872/73 S. 121—142 PI. die Coelenteraten und führt
dabei 2 Ctenophoren, 3 Discophoren, 68 Hydroiden (Poly-
pen und Medusen), 1 Lucernaria und 23 Anthozoen auf.
Verrill zählt in dem Rep. Comm.Fish. (p. 722— 732)
aus dem Vineyard Sund 5 Ctenophoren, 3 Siphonophoren,
7 Discophoren und 57 Hydroiden auf. Darunter einige
neuen Arten, die mit andern gleichfalls neuen vom Verf.
auch in den Abhandlungen über die Wirbellosen von Neu-
England (Amer. Journ. arts and sc. T. V— VII div. 11.) zu-
sammengestellt und beschrieben sind. Unter den Radiaten
von Nord-Carolina (ibid. T. III. p. 432—439) werden von
demselben Verf. 7 Hydromedusen und 17 Polypen aufgeführt.
1. Ctenophora.
Kowalewsky's neue Mittheilungen über die Ent-
wicklung der Rippenquallen (1. c. p. 31 ff. Tab. VII und
VIII) enthalten mehrfache Ergänzungen und Verbesserungen
der frühern Darstellung (J. B. 1866. S. 335). Zunächst
bemerkt Verf , dass es ihm jetzt gelungen sei, das früher
sowohl von ihm, wie auch vonFoll (ebendas. 1868. S. 398)
vergebens gesuchte Keimbläschen in den Eiern von Esch-
scholtzia und Eucharis aufzufinden. Es liegt in der fein-
körnigen peripherischen Protoplasmaschicht des Dotters
und liefert die — früher gleichfalls übersehenen — Kerne
der Furchungskugeln. Wie gewöhnlich bilden sich An-
fangs erst zwei solcher Kugeln, dann vier und acht. Mit
der Achtzahl beginnt eine Differenzirung der Kugeln, in-
dem eine jede derselben in einen grössern und einen klei-
nern Ballen zerfällt, beide mit einem Kerne, sonst aber
insofern verschieden, als die kleinern Ballen einen proto-
plasmatischen Inhalt besitzen, die grössern aber ein mehr
homogenes helles Aussehen haben. Die acht grössern Ballen
liegen in einer Ebene neben einander und vermehren
sich nur langsam und in beschränktem Maasse, während
die kleinern rascher zerfallen und schliesslich zu einem
einschichtigen Blastoderm werden, welches die grossen
Ballen des Nahrungsdotters in sich einschliesst. Noch
bevor übrigens diese Umwachsung vollendet ist, entsteht
an der untern Fläche des Dotters eine Vertiefung, welche
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 883
sich rasch vergrössert und in einen kugligen Hohlraum
verwandelt, der durch einen engern Achsencanal nach
Aussen führt. Der Hohlraum wird zu dem Trichter und
den davon ausstrahlenden Kadiärkanälen, die übrigens erst
spät ihre definitive Ausbildung erreichen, nachdem der
davon ausgehende Canal, dessen Zellen schon früher eine
Cylinderform annehmen, schon längst in das Magenrohr
sich umgewandelt hat. Inzwischen hat der bis dahin immer
noch ziemlich platte Embryo an Höhe allmählich zugenommen,
bis der Höhendurchmesser schliesslich dem Querdurchmesser
gleichkommt. Sobald die Kugelform erreicht ist, entstehen
an der Rückenhälfte vier Längswülste, zwei auf jeder Seite,
die erste Anlage der Wimperrippen. Zwei andere seit-
liche Wucherungen des Blastoderms markiren die spätem
Tentakeltaschen und eine dazwischen im Centrum auftre-
tende unpaare Verdickung das spätere Ganglion mit dem
Otolithen-Apparate und- der Flimmerplatte. Die Otolithen
entstehen in der Vierzahl und liegen Anfangs im Innern
der Zellen, bis sie schliesslich auf die Flimmerplatte aus-
treten. Dass die Flimmerläppchen durch reihenweise Ver-
einigung ursprünglich getrennter Wimpern ihren Ursprung
nehmen, ist von unserm Verf. schon früher beschrieben.
Die Tentakel bilden sich als cylindrische Auswüchse auf
den schon oben erwähnten seitlichen Zellenwucherungen.
Die im Innern des Embryo befindlichen Dotterballen zerfallen
und verwandeln sich allmählich in immer mehr zusammen-
schmelzende Massen von Fettkugeln. Ihre Stelle wird schliess-
lich von einer Gallertmasse eingenommen, deren zellige
Einlagerungen aus demEctoderm sich ablösen. So wenigstens
bei Eucharis, während es bei Beroe den Anschein hatte,
als wenn die Dotterkugeln direct in die Gallertmasse
übergingen. Auch in sofern zeigt Beroe einige Unterschiede,
als die Tentakelanlagen fehlen und die Radiärkanäle
schon vor dem Austritte des Embryo aus dem Ei zur Ent-
wicklung kommen.
AI. Agassiz veröffentlicht in seiner „Embryology
of the Ctenophorae" (Cambridge 1874, 40 Seiten in Quarto
mit 5 Tafeln und zahlreichen Holzschnitten, aus den Me-
moirs Amer. Acad. Arts and Sc. Vol. X besonders abge-
384 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
druckt) eine Reihe von Beobachtungen, die dadurch be-
sonders werthvoll erscheinen, dass sie nicht bloss die er-
sten Stadien der Entwicklung betreifen, sondern auch die
Umwandlungsweise des jungen Thieres in die definitive Form
zum Gegenstande haben. Soweit diese Beobachtungen frei-
lich auf Mertensia ovum und Bolina alata Bezug haben,
sind sie bereits früher von unsermVerf. in seiner Abhand-
lung über Nordamerikanische Acalephen (J. B. 1865 S. 173)
veröffentlicht worden. Neu dagegen sind die Mittheilungen
über Idya roseola und Pleurobrachia rhododactyla, zwei
Formen, die unter diesem Namen von L. Agassiz be-
schrieben, wahrscheinlich aber mit Beroe ovata und Cy-
dippe pileus der Europäischen Küsten identisch sind. Beide
Arten sind Hermaphroditen, mit männlichen und weiblichen
Organen, die über die beiden Seitenflächen der Rippen-
gefässe vertheilt sind. Bei Cydippe liegen dieselben im
Innern der betreffenden Gefässe, bei Beroe aber an den
Seiten derselben, von wo sie sich in förmlichen Zweigen
bis weit in das Gallertgewebe hinein fortsetzen. Trotz
dem Hermaphroditismus laichen die Rippenquallen immer
in grösserer Gesellschaft nebeneinander an der Oberfläche
des Wassers. Die Eier von Cydippe haben eine verhält-
nissmässig ansehnliche Grösse und werden einzeln abge-
legt, während die von Beroe kleiner sind und in eine reich-
liche Schleimmasse eingehüllt werden. Dieser Grössen-
unterschied findet auch darin seinen Ausdruck, dass die
jungen Beroiden auf einer weniger vollständigen Ent-
wicklungsstufe die Eihülle verlassen und einen Theil ihrer
Metamorphose im Freien durchlaufen, die Cydippen da-
gegen bereits bei der Geburt ihren Eltern gleichen. Was
Verf. über die einzelnen Entwicklungsvorgänge mittheilt
stimmt im Ganzen mit den Darstellungen der frühern Be-
obachter. Es gilt das namentlich auch in Betreff der Fur-
chung und Blastodermbildung, nur dass Verf die (früher
bekanntlich auch von Kowalewsky übersehenen) Kerne
der Eier und der ersten Furchungskugeln nicht aufzufinden
vermochte. Die Entwicklung des Gastrovascularapparates
wird in eine verhältnissmässig späte Periode verlegt,
was sich dadurch erklärt, dass Verf. die erste Bildung
in d. Naturgesch, d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 385
des Entoderms übersehen bat und die Anlage des Darmes
mit der Differenzirung des Magenrobres identificirt. Aus
dem bintern Ende dieses Robres (Anus nacb Agassiz)
soll dann der Trichter mit den Radiärgefässen erst nach-
träglich hervorkommen. Auf Grund dieses Verhaltens
versucht der Verf. in den angebängten theoretischen Be-
trachtungen, die gegen die Berechtigung sowohl der
Gasträatheorie, wie der Coelenteratengruppe gerichtet sind,
(im Anscbluss an Mecznikoff) den Nachweis zu liefern,
dass die Ctenophoren weit mehr, als die übrigen Aka-
lephen den Echinodermen verwandt seien, gewissermaassen
die bleibenden Larvenformen der letztern repräsentirten.
Eimer handelt in Tb. I seiner „zoologischen Studien auf
Capri'' (Würzburg 1873, 91 Seiten in Quarto mit 9 Tafeln
Steindruck) „über Beroe ovatus" und liefert damit einen
„Beitrag zur Anatomie der Rippenquallen", der namentlich
den feinern Bau dieser Thiere vielfach in neuem Lichte
zeigt. Ob freilich die Angaben des Verf.'s überall zu-
treffen, ist dem Ref. zweifelhaft. Seiner Meinung nach
dürfte die Darstellung oder doch wenigstens die Deutung
des Verf.'s durch spätere Untersuchungen in mancherlei
Hinsicht gar sehr modificirt werden. Die. mit dem alten
Lamarekischen Namen bezeichnete Form (= Beroe albens
Panc, vielleicht auch Forsk., und Idya roseola Agass.) unter-
scheidet sich von B. rufescens Forsk., mit der Milne Ed-
wards dieselbe — in seiner B. Forskalii — zusammenwarf,
vornehmlich dadurch, dass die Seitenzweige der sg. Wasser-
kanäle isolirt bleiben und keine Anastomosen bilden. In
Betreff des Gastrovascularapparates constatirt Verf zu-
nächst die Thatsache, dass das .Magenrohr hinten durch
eine einzige spaltförmige Oeffnung mit dem sg. Trichter
in Zusammenhang stehe, wie das im Gegensatze zu der
Darstelluug von Will und Milne Edwards, welche diese
Communication durch zwei Oeffuungen geschehen lassen,
meines Wissens zuerst durch meine Untersuchungen fest-
gestellt ist. Durch zwei in den Anfangstheil dieses Trich-
ters (Trichterschlund) vorspringende Gallertwülste — die-
selben Gebilde, welche Eimer anfänglich (vgl. J. B. 1871.
S. 349) als Centraltheile des Nervensystemes auffasste —
886 Leiickart: Beriebt üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
kann übrigens unter dem Drucke der dieselben ringförmig
umgebenden Muskelfasern der Zusammenhang mit dem Ma-
genrohre zeitweilig unterbrochen werden. Eine Ausmüudung
des Trichters in der früher von verschiedenen Seiten be-
haupteten Weise fehlt, denn die vier kurzen nach dem
aboralen Stiele verlaufenden Gefässe, die aus dem hin-
tern Ende des Trichters hervorkommen, endigen mit einer
das Gehörbläschen zwischen sich nehmenden blinden Er-
weiterung (wie das wohl gleichfalls zuerst durch Ref. be-
schrieben ist). Nichts desto weniger aber findet sich in
der Gegend des Afterpoles jederseits ein kleiner Wasser-
porus, indem zwei der eben erwähnten Gefässe, die ein-
ander diagonal gegenüberliegen, hart nach ihrer Ursprungs-
stelle einen Canal abgeben, der sich nach Aussen öffnet.
Die Aussenfläche des Körpers ist, wie bei allen Rippen-
quallen mit einem einschichtigen platten Epithel belegt,
das hauptsächlich in der Gegend des Afterpoles und des
Mundrandes eine spärliche Anzahl becherförmiger Nessel-
zellen einschliesst. Unterhalb der Epidermis liegt eine
verhältnissmässig derbe homogene Haut, die äusserste Lage
einer muskelfreien Gallertschicht, welche, von der übrigen
(muskelhaltigen) Gallertmasse scharf abgegrenzt, den Körper
insbesondere am Afterpole in relativ bedeutender Mächtig-
keit umschliesst und mit der derbem Haut zusammen (als
„Nervea") von unserm Verf. zu dem Nervensysteme in eine
nähere Beziehung gebracht wird. Dieses Gallertgewebe
nun ist es, das unsern Verf. vor allem Andern beschäftigt
und zu Aufschlüssen geführt hat, welche von den Ansichten
der frühern Forscher beträchtlich abweichen. Nach der
Darstellung des Verf. ist dasselbe eine an sich vollkommen
structurlose Substanz, die allerdings, besonders in den
peripherischen Theilen des Körpers eine spärliche Menge
von körnigen Zellen enthält, von Zellen jedoch, die wahr-
scheinlicher Weise als blosse Wanderzellen zu betrach-
ten sind. Was sonst von geformten Bestandtheilen darin
vorkommt, gehört theils dem Nervensysteme an, theils
auch dem Muskel- und Bindegewebsapparate. Die bei-
den letztern bestehen aus Fasern, welche in wechselnder
Zahl bald so, bald anders — im Ganzen aber den Dirnen-
in d. Naturgescb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 387
sionen des Raumes entsprechend — durch den Körper
hinziehen und, wenn auch in ihren typischen Formen ver-
schieden, so manchfach durch Zwischenformen verbunden
sind, dass es nicht in allen Fällen möglich ist, sie aus-
einander zu halten. Dazu kommt, dass beiderlei Fasern
an ihren Kreuzungsstellen vielfach mit einander in direc-
tem Zusammenhange gesehen wurden. Da der gleiche
Zusammenhang auch zwischen den Bindegewebsfasern unter
sich und mit den Nervenfasern existirt, so erscheint das
faserige Bindegewebe bei unsern Thieren gewissermaassen
als ein Tragnetz, an dem die Muskel- und Nervenfasern
der Art aufgehängt sind, dass dieselben trotz der bestän-
digen, durch die grosse Imbibitionsfähigkeit der Gallert-
substanz bedingten Volumveränderungen des Körpers in
ihrer relativen Lage bleiben. Die Muskelfasern sind in
der Regel vielkernig und oftmals mit scharf geschiedener
Rinden- und Marksubstanz versehen, in andern Fällen aber
auch von gleichartigem Aussehen und dann von geringerem
Querschnitt. Sie besitzen eine beträchtliche Länge und
verlaufen, ohne zu anastomosiren, entweder geraden Weges
durch die Gallertsubstanz oder umgeben ringförmig Höhlen
und Kanäle. Im Umkreis des Leibes entwickeln sie sich
(unterhalb der Nervea) zu einer ziemlich dichten Schicht
von Längs- und Ringfasern. Ihre Enden sind bald einfach
zugespitzt, bald auch baumförmig verästelt, das letztere
namentlich an der Wand der Rinnen, welchen die Schwing-
plättchen aufsitzen, und an der Magenwand. Anders im
Umkreis des Magens, wo die Fasern durch häufige Thei-
lung und Wiedervereinigung eine förmliche gefensterte
Haut bilden. Uebrigens sind die Körpermuskeln bei Be-
roe von einer so reichen Entwicklung, dass Verf. geneigt
ist, sie weit mehr als die Schwingplättchen für die eigent-
lichen Motoren unserer Thiere zu halten (?). Die letztern,
die je eine Reihe verklebter Geisseifäden darstellen, haben
nach Verf. nur die Aufgabe, den Körper im Wasser schwe-
bend zu erhalten und denselben durch ungleiche Thätig-
keit um seine Querachse zu drehen. Das Auf- und Ab-
steigen geschieht durch Veränderungen des specifischen
Gewichts, die, wie Verf. meint, darauf beruhen, dass un-
388 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sere Thiere durch die Fälligkeit, ihre Gefässe zu erweitern
und den Inhalt derselben durch die (schon von Kölliker
und Wagen er beschriebenen) Stigmata in die stark imbi-
bitionsfähige Gallertmasse übertreten zu lassen, den Wasser-
gehalt ihres Leibes willkürlich verändern — Verf. sagt,
„das Wasser im Körper verdichten" — können. In
Betreff des Nervensystemes ist Verf. zu Resultaten gekom-
men, die von den bisher üblichen Ansichten noch beträcht-
licher abweichen. Den hinter dem Gehörorgane gelegenen
kugligen Körper vermag er auf Grund seiner histologischen
Bildung nicht als ein Ganglion anzuerkennen. Trotzdem
bringt er ihn (als „Sinneskörper") in eine gewisse — nicht
näher charakterisirte — Beziehung zu den anliegenden
Sinnesorganen, deren Zahl er durch den Nachweis von vier
pigmentirten Augen flecken mit je einer halbkugelförmig
vorspringenden linsenartigen Einlagerung noch vermehrt.
Die dem Nervensystem wirklich zugehörenden Theile lassen
sich sämmtlich nur mit Hülfe des Mikroskopes nachweisen.
Es giebt nicht eigentliche Nervenstämme, sondern blosse
isolirte Fasern, diese aber in so ausserordentlicher Menge,
dass man dieselben früher als integrirende Theile der Gal-
lertsubstanz auffassen konnte. Die Fasern erscheinen als
dünne blasse Fäden, welche ziemlich gradlinig verlaufen
und in meist nur kurzen Abständen varicöse Anschwellungen
mit meist einem Kerne erkennen lassen. Durch Abgabe
von Seitenästen, die meist von einer Varicosität entspringen,
werden die Fasern feiner und l^iner, bis die letzten Ver-
ästelungen theils netzartig in einander übergehen, theils
auch mit den Epithelzellen oder Muskelfasern sich ver-
binden. Unter der Nervea sieht man sogar die dünnen
Ausläufer der Muskelfasern direct in Nerveniibrillen sich
fortsetzen. Die Ganglienzellen sind nirgends in grössern
Massen vereinigt. Sie liegen vereinzelt in der Gallertsub-
stanz, besonders der Nervea des hintern Poles, und schicken
Ausläufer aus, die theils zur Verbindung der sonst isolirten
Zellen dienen, theils auch in Nervenfasern übergehen. Am
dichtesten gedrängt sind die Ganglienkugeln und Nerven-
fasern unter den sg. Rippen, doch auch hier vereinigen
sich dieselben nirgends zu selbstotändigen Gebilden. Wenn
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 389
man trotz alle dem bei uiisern Thieren von einem beson-
deren Centralnervensystem sprechen will, so kann nach
der Ansicht unseres Verf. 's nur die Nervea, besonders
der das Thier am Afterpole bedeckende verdickte Theil
derselben, als solches betrachtet v^erden, da dieser am
reichsten mit Ganglienkugeln und Nervennetzen durchsetzt
ist. Der Verf. findet diese Auffassung auch „mit dem Ge-
setze vom Connex zwischen Entwicklungsgeschichte und Phy-
logenie in höchster Uebereinstimmung" und erinnert an
die Kleinenberg'schen Neuromuskelzellen (J. B. 1871
S. 379), durch welche auch die oben erwähnten Beziehun-
gen zwischen den Nervenfibrillen und Muskelfasern, welche
zur Haut herantreten, ihre Erklärung fänden. Das Ento-
derm, welches Verf. schliesslich gleichfalls noch berück-
sichtigt, trägt im untern Theil der Magenhöhle und im
Trichter eigenthümliche starre Cilien, die je einzeln einer
Zelle aufsitzen, und bildet in den acht Kadiärgefässen durch
seine Wucherungen zwei strangförmige Wülste, die in den
Seitentheilen der Gefässwand einander gegenüberliegen
und morphologisch jedenfalls als Theiie der (vom Verf. nicht
näher untersuchten) Geschlechtsdrüsen zu betrachten sind.
Nach Panceri's Untersuchungen ist die Fähigkeit
zur Lichteutwicklung bei den Ctenophoren, wie bei den
übrigen Wirbellosen, an eine fettartig glänzende Sub-
stanz gebunden, die den Innenraum von mikroskopischen
(kernlosen) Bläschen ausfüllt. Der Verbreitungsbezirk
dieser Gebilde ist zunächst auf die Rippengefässe be-
schränkt, indessen giebt es auch Fälle, in denen die-
selben von da auf andere Gefässe übergehen. So leuchten
bei Cestum auch die untern Randgefässe, bei Beroe ru-
fescens Forsk. sogar die zwischen den Rippengefässen hin-
ziehenden Gefässnetze, die bei Beroe albens Forsk. fehlen
oder vielmehr nur durch blindgeendigte Ausläufer der Rip-
pengefässe vertreten sind. Durch Einwirkung des Lichtes
wird, wie schon AI Im an bemerkt hat, die Fähigkeit zu
leuchten für einige Zeit aufgehoben. Gli organi luminosi
e la luce dei Beroidei, Rencond. reale Accad. sc. fis. e
matem. Napoli 1872. Agosto (im Auszuge Ann. des sc. na-
tur. 1872 T. XVL N. 8 p. 59-67.)
890 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
2. Hydromedusae.
Mecznikoff's „Studien über die Entwicklung der
Medusen und Siplionophoren" (Ztschrft. für wissensch, Zoo-
logie Bd. XXIV. S. 15—83 Taf. II~X1I) werden weiter
unten von uns angezogen werden. Wir fügen hier nur die
Bemerkung hinzu, dass dieselben eine detaillirte Ausführung
der schon im letzten Berichte erwähnten (S. 481 und 484)
Mittheilungen enthalten.
Acalephae.
Zum Zweck einer physiologischen Prüfung der über
die Verbreitung der Nervenelemente im Körper der Schei-
benquallen bisher gültigen Ansichten hat Eimer den Schirm
der Aurelia aurita (und Cyanea capillata) methodisch nach
verschiedenen Richtungen eingeschnitten und zertheilt. Er
ist dabei zu einer Reihe von interessanten Resultaten ge-
kommen, die zur Genüge zeigen, wie unvollständig unsere
Kenntnisse über die anatomischen und physiologischen
Verhältnisse der niederen Thiere dermalen noch sind. Zu-
nächst hat sich bei diesen Versuchen herausgestellt, dass
der Schirm von Aurelia aus acht in gewisser Beziehung
selbstständigen Theilen besteht, die je ein Keilstück mit
einem Randkörperchen in der Mitte umfassen und durch ein
Centrum innervirt werden, welches in nächster Nähe der
Randkörperchen gelegen ist. Verf. nennt die nur wenige
Mm. breite Gewebsschicht, welche dieses Centrum enthält, und
welcher dasselbe seine selbstständige Contractilität verdankt,
die „contractile Zone". Diese acht contractilen Zonen ver-
mitteln nun durch ihre Zusammenziehungen, die im Nor-
malzustande stets gleichzeitig erfolgen, auch wenn sie viel-
leicht von dem einen oder andern Theilstücke angeregt
werden, die rhythmischen Bewegungen des Schirmes, die
für gewöhnlich unwillkürlich sind, auch immerfort statt-
finden, obwohl sie durch Willenseinflüsse regulirt, verlang-
samt und beschleunigt werden. Die Zahl der Contractionen
steht im umgekehrten Verhältniss zur Grösse des Thieres.
Sie erfolgen auch noch nach dem Ausschneiden einer oder
mehrerer contractiler Zonen, nur dass sie dann weit be-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872— 187B. 391
stimmter als sonst, — besonders bei grösserer Reduction
der Zabl — von den unverletzten Zonen ausgehen, hören
aber auf, sobald die letzte derselben entfernt ist. Halbirte
oder geviertheilte Thiere mit 4 resp. 2 Keilstücken be-
wegen sich nach Zusammenkrümmung der Schnittränder
ganz wie vollständige Thiere, nur langsamer, während die
Einzelantimeren gleichfalls Tage lang beweglich bleiben,
aber nicht mehr im Wasser schwebend sich erhalten können.
Freilich ist die Contraction derselben noch langsamer, als
in den erstem Fällen, wie sich denn überhaupt die bemer-
kenswerthe Thatsache herausgestellt hat, dass die Summe
der in der Zeiteinheit von den gesammten Theilstücken
eines Thieres ausgeführten Contractionen ungefähr der
Anzahl derjenigen gleich ist, welche das ganze Thier vor
der Theilung zu machen pflegte. Da ein blosses Einschnei-
den des Schirmrandes keinen Einfluss auf die Abhängig-
keit der Contractionen der einzelnen Antimeren hat, so wird
dadurch die Annahme ausgeschlossen, dass etwa ein im
Schirrarande verlaufender Nervenring, wie man das ge-
wöhnlich annimmt, die einzige Nervenverbindung zwischen
denselben herstelle. Diese Abhängigkeit erlischt erst, wenn
der Schnitt bis gegen die Geschlechtsdrüse hin fortgeführt
wird. Man könnte daraus vielleicht den Schluss ziehen,
dass ein um die Kuppe der Qualle herumlaufender Ner-
venring die Verbindung vermittle, allein auch diese An-
nahme erweist sich dadurch als irrthümlich, dass der Schirm-
rand noch nach Entfernung der Kuppe die gewöhnliche
Schwimmbewegung zu vollziehen vermag. Selbst wenn
dieser isolirte Rand von der Peripherie und vom Centrum
aus gekerbt wird, bleibt die Bewegungsfähigkeit, bis die
den Zusammenhang vermittelnde Gewebebrücke unter ein
gewisses Breitenmaass herabsinkt. Aus diesen Beobach-
tungen nun folgert der Verf., dass die Verbindung der ein-
zelnen Strahlstücke der Scheibenquallen durch Nerven-
fäden von ausserordentlicher Feinheit vermittelt wird, welche
überall den Gallertschirm durchziehen, dass das Nerven-
system dieser Thiere demnach ähnlich beschafPen sei, wie
dasjenige, welches Verf. (s. o.) für Beroe beschrieben hat.
Besondere körperliche Ganglien in den contractilen Zonen
392 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
hat Verf. nicht auffinden können, wohl aber traf er unge-
wöhnlich zahlreiche Nervenelemente (Fasern und Zellen)
in der Umgebung der Randkörper, Elemente, welchen ohne
Zweifel zum Theil die Aufgabe zufällt, die contractilen
Zonen zu beherrschen, während sie zum andern Theile an
die Randkörperchen selbst treten. Die physiologische Be-
deutung der contractilen Zonen beschränkt sich übrigens
nach der Ansicht des Verf.'s nicht ausschliesslich auf
diese Beziehungen zu der Bewegung; er sieht in ihnen
zusammen mit dem von ihnen beeinflussten Aste des Gastro-
vascularsystemes noch weiter einen Pumpapparat für nutri-
tive Zwecke, einen pulsirenden Apparat, der abwechselnd
Wasser und mit demselben auch Nahrungsstoffe in die
Gastrovascularräume einsauge und auspresse. Dass die
Contractionen ausschliesslich von der Muskulatur der Sub-
umbrella abhängen, glaubt Verf. bezweifeln zu müssen,
da er der Ablösung derselben eine Lähmung, so lange die
contractilen Zonen intact waren, nicht folgen sah. „lieber
künstliche Theilbarkeit von Aurelia aurita und Cyanea
capillata im physiologischen Individuum", zoologische Un-
tersuchungen, Würzburg 1874, 1. Hft. S. 45 — 68.
Wie Eimer, so sucht auch Romanes auf experi-
mentellem Wege (durch Einschneiden, Abtrennen, Anwen-
dung von Reagentien und Reizen) der Frage nach der
anatomischen Anordnung und den Functionen des Nerven-
apparates bei den Medusen, besonders den nacktäugigen,
näher zu treten (Preliminary observat. on the locomotor
System of Medusae, Proceed. roy. Soc. 1874. Vol. XXIV.
p. 143—151). Wie es zum Theil sogar die gleichen Experi-
mente sind, die Romanes, ohne von Eimer zu wissen,
anstellt, so stimmen auch die Resultate desselben im We-
sentlichen mit den Angaben des deutsehen Forschers.
Da die Otolithen der Cyanea bei Zusatz von Säuren
nicht brausen, zweifelt Harting daran, dass dieselben mit
kohlensaurem Kalke imprägnirt sind. Der Rückstand,
welcher nach der Lösung der Salze bleibt, hat abgerundete
Ecken und eine durchsichtige Beschaffenheit. Ebenso
ist nach den Beobachtungen Harting's die Behaup-
tung, dass die Eier der Coelenteraten meist ohne Dotterhaut
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 393
seien, kaum richtig. Nicht bloss, dass es dem Verf. gelang,
an den Eiern der Tubularien und Coryniden unverkennbare
Zeichen einer solchen nachzuweisen, er fand bei Cyanea
sogar eine Dotterhaut von ansehnlicher Dicke, die nach
Art des sg. Chorions der Fischeier von zahlreichen Poren-
kanälen durchsetzt war. Die Befruchtung dieser Eier geht
bereits vor dem Ausstossen vor sich, so lange dieselben
noch in den Ovarien verweilen. Notices zoolog., Niederl.
Zeitschrft. für Zoologie Bd. II. S. 131—135.
Die Entwicklungsgeschichte der Akalephen studirte
Kowalewsky vornehmlich an Cassiopea borbonica und
Pelagia noctiluca (1. c. p. 3—11 Tab. II und III}, an zwei
Formen, von denen die erstere ein Scyphistomastadium
durchläuft, während die letztere bekanntlich direct aus dem
Schwärmling in die Scheibenqualle sich verwandelt. Was
nun zunächst die erstere betrifft, die ihren Laich an den
Armen umherträgt, so unterliegen die Eier derselben einer
regelmässigen Kltiftung, bei der die Theilung der Kerne
jedes Mal der Theilung des Dotters vorausgeht. Nach Ab-
schluss derselben erscheint der Embryo in Form einer
flimmernden hohlen Keimblase, deren Wand von langen
Cylinderzellen gebildet ist, sehr bald aber an einer bestimm-
ten Stelle sich einstülpt und eine Differenzirung in Ecto-
derm und Entoderm erleidet. Während die Larve dann
ihre ursprünglich kuglige Form mit einer mehr ovoiden
vertauscht, schwindet die Einstülpungsstelle, so dass das
Entoderm in eine geschlossene Blase sich verwandelt, die
den Innern Hohlraum aber nur unvollständig ausfüllt. Die
gleichen Veränderungen beobachtete Verf. bei Aurelia au-
rita. Auch von Rhizostoma Cuvieri 1'and er Larven, deren
Entoderm wahrscheinlicher Weise durch Einstülpung der
Keimhaut entstanden war. Sie hatten eine Scheibenform
und zeigten in allen Fällen eine äussere Oeffnung, so dass
es zweifelhaft blieb, ob auch hier eine Abschnürung des
Entoderms erfolgen dürfte. Im weitern Verlauf der Ent-
wicklung verliert nun die Larve von Cassiopea ihre Ei-
form, indem sie sich abplattet. Auf diesem Stadium ge-
schieht die Befestigimg. Während sie bis dahin frei umher-
schwamm, fixirt sie sich mit dem einen schon früher etwas
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. AA
394 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
verjüngten Körper ende. Das jetzt vordere breite Körper-
ende beginnt darauf abermals eine Einstülpung, in Folge
deren das Ectoderm becherförmig .in die Entodermblase
hineinwächst. Dabei lösen sich die vornehmlich in den
Seitenkanten des immer noch abgeplatteten Leibes zurück-
gedrängten Randzellen des Entoderms von den übrigen ab.
Sie bilden die Anlagen des Mesoderms, während der da-
hinter liegende blasige Theil des Entoderm durch Schwund
der Zwischenwand mit dem Innenraume der neuen Ein-
stülpung in Verbindung tritt, und auf diese Weise dem
spätem coelenteri sehen Apparat seinen Ursprung giebt. Erst
jetzt nimmt die Larve durch Ausbauchung der Breitseiten
eine vierkantige Säulenform an. Das Vorderende bildet
einen Ringsaum, der Anfangs trichterförmig nach Innen
wächst, später aber flach sich ausbreitet und dann im Cen-
trum von der Mundöffnung durchbrochen ist. Am Rande
der Kopfscheibe erheben sich acht Arme, vier grössere, die
den Kanten angehören, und vier kleinere. Im Umkreise
der Mundöffnung erkennt man einen Sphincter und in den
Kanten vier Längsmuskeln (die von Gegenbau r irriger
Weise für Längskanäle gehalten wurden). Auch die Arme
sind mit einer Muskulatur versehen, die aus dem Meso-
derm hervorgeht. Ectoderm und Entoderm sind immer
noch durch einen (vom Verf. der Leibeshöhle parallelisirten)
flachen Hohlraum abgetrennt. Die Veränderungen der Scy-
phistomen hatVerf leider nicht näher untersucht, dagegen
aber bemerkt er, dass er derartige Thiere mehrfach als
Parasiten in Schwämmen gefunden habe — eine Angabe,
auf die wir alsbald noch näher zurückkommen werden.
Die Eier von Pelagia noctiluca erhielt Kowalewsky da-
durch, dass er Quallen verschiedenen Geschlechtes in einem
grössern Poeale zusammenbrachte. Die Furchung, die auch
bei dieser Art ganz regelmässig verläuft, liefert gleichfalls
zunächst eine hohle Keimblase, die sich nach Innen ein-
stülpt, nur dass die Einstülpung hier viel kleiner bleibt,
als bei den früheren Formen, und einen nur sehr unbedeu-
tenden Theil der Furchungshöhle einnimmt. Anfangs kug-
lig, wächst die junge Larve, vornehmlich durch Vergrös-
serung der Ectodermblase, zu einer vierkantigen kurzen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 395
Pyramide aus, ohne dabei jedoch ihre Beweglichkeit auf-
zugeben. Die Einstülpung bleibt kurz und bildet nach
den Seiten hin eine Aussackung, so dass sie eine Zeitlang
aus einem mittlem Abschnitte und zwei seitlichen Anhän-
gen zu bestellen scheint. Später freilich geht diese Form
durch Abplattung des mittlem Abschnittes wieder verloren.
Dieser Abplattung des Innenraumes folgt eine entsprechende
Umgestaltung des gesammten Leibes, und damit wird un-
sere Larve dann allmählich in die spätere Scheibenform
übergeführt. Die vier Ecken der Scheibe ziehen sich in
vier stumpfe Fortsätze aus, in deren Bildung auch das
Entoderm eingeht. Durch Spaltung derselben verdoppelt
sich die Zahl der Vorsprünge, so dass die Scheibe dann
die für die kleinen Medusen so charakteristische Form
bekommt, deren weitere Ausbildung die Entwicklungsge-
schichte zum Abschlüsse bringt. Die Randkörperchen ent-
stehen als Ectodermbildungen, das Herkommen der Muskeln
aber und auch des Gallertgewebes Hess sich nicht fest-
stellen. An den Eiern von Geryonia hastata will Verf.
übrigens beobachtet haben, dass die Gallertsubstanz von
den centralen Partien der Blastodermzellen abstamme,
welche von den peripherischen Enden der spätem Ecto-
dermzellen, sich abschnürten und dann die Furchuugshöhle
ausfüllten. Durch die Untersuchungen von Foll, die wir
später folgen lassen, hat diese Angabe freilich keine Be-
stätigung gefunden. Auch in anderer Beziehung differiren
beide Beobachter, namentlich auch darin, dassKowalewsky
das Entoderm der Geryonia gleichfalls durch Einstülpung
aus dem Ectoderm hervorgehen lässt.
Möbius bestimmt den Wassergehalt eines 600 Gr.
schweren Exemplares von Medusa aurita auf 99,82 7o und
macht darauf aufmerksam, dass Stomobrachium octocostatum,
welches nicht selten in Medusenschwärmen des Kieler
Hafens gefunden wird, gelegentlich von derselben Hyperide
(Hyperia galba) bewohnt ist, welche für gewöhnlich nur
in den Bruttaschen der Ohrenquallen ihren Sitz aufschlägt.
Schriften des naturhist. Vereins für Schleswig -Holstein
Bd. I Oct. 1873.
Nach E. van Beneden ist nicht bloss die Ueberos-
396 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
miumsäure, sondern auch die Picrinsäure in concentrirter
wässriger Lösung ein treffliches Mittel zur Conservation
der Medusen und anderer durchsichtiger Seethiere. Annal.
des sc. natur. T. XVL Art. Nr. IX.
Hacke 1 liefert in der Jenaischen Ztschrft. für Na-
turg. 1874 Bd. VIII. S. 308-330 Tab. X und XI einen
neuen Beitrag zur Kenntniss der fossilen Medusen. Die
beiden Formen, die der Mittheilung zu Grunde liegen,
stammen, gleich den frühern vom Verf. untersuchten, aus
dem lithographischen Schiefer Bayerns. Die erste gehört
zu den Rhizostomiden, unter denen sie aber durch ihren
sechsstrahligen Bau bis jetzt isolirt steht (daher Hexa-
rhizites insignis), während die andere, die freilich nur wenig
gut erhalten ist, eine einmündige Meduse mit 4 Radien
(Semaeostomites Zittelii) darstellt. Der die frühern An-
gaben des Verf. 's über fossile Rhizostomiden vielfach recti-
ficirenden Arbeit von A. Brandt (J. B. 1871. S. 352) ge-
schieht auffallender Weise nirgends Erwähnung.
Hydroida.
V. Koch betrachtet die Beziehungen der Medusen zu
den Hydroiden im Lichte der Descendenztheorie und ent-
scheidet sich dahin, dass die erstem nicht aus einer Diffe-
renzirung hydroider Geschlechtsorgane, sondern durch An-
passung an die schwimmende Lebensweise und Uebernahme
der geschlechtlichen Fortpflanzung direct aus Hydroidpo-
lypen ihren Ursprung genommen hätten. Die Grundform,
so deducirt unser Verf. weiter, habe man sich als schlauch-
förmige Personen mit soliden Tentakeln auf der ganzen
äussern Körperfläche zu denken, die sowohl auf geschlecht-
lichem Wege, wie durch Knospung sich vermehrt hätten.
Vorläufige Mittheilungen über Coelenteraten , Jenaische
Ztschrft. für Naturwiss. 1872. Bd. VII. S. 464—468, 512—
515 Tab. XXIII und XXVI.
Dass die Otolithen von Eucope, wie Hensen es wollte
(J. B. 1863 S. 126), von besonderen Hörhaaren getragen
seien, stellt Harting in Abrede. Was Hensen sah, redu-
cirt sich nach den Beobachtungen des Verf.'s auf eine kissen-
artig in das Innere des Randbläschens vorspringende fase-
in d. Naturgresch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 397
rige Verdickung des Nervenringes, der sich mit über-
raschender Deutlichkeit repräsentirt. Die Otolithen selbst
waren — wie das auch früher schon vom Ref. beobachtet
ist — einzeln mittelst einer hellen Umhüllungshaut an der
Wand des Randbläschens befestigt. Ob übrigens die letz-
teren wirklich Gehörorgane und nicht etwa Träger eines
andern, vielleicht unbekannten Sinnes sind, erscheint dem
Verf. sehr zweifelhaft. Notices zoolog., Niederl. Archiv
für Zoologie Bd. IL S. 135-137.
Claus handelt (Verhandl. der zoolog. bot. Gesellsch.
in Wien, Jahrg. 1875. S. 1—3 Tab. I) „über die Structur
der Muskelzellen und über den Körperbau von Mnestra
parasites". Er macht darauf aufmerksam, dass der Schirm
dieser an Phyllirhoe schmarotzenden Qualle durch eine der
Firste der Anheftungsstelle entsprechende Furche in zwei
(meist) asymmetische Lappen getheilt sei, und findet ausser
den vier Radial- und dem Ringsgefässe noch vier von dem
letztern abgehende Mantelgefässe, deren Verlauf durch
breite Nesselkapselzüge und einen rippenartigen Vorsprung
noch besonders markirt werde. Sinnesorgane und Rand-
fäden waren auf vier bulböse Anschwellungen reducirt,
und Geschlechtsorgane wurden nicht einmal spurweise auf-
gefunden. Da das Mundstück zur Fixation dient, erscheint
das Vorkommen von Pigmentkörnern aus der Haut der
Phyllirhoe in den Gastrovascularräumen der Qualle sehr
begreiflich. Die Muskelzellen des Schirmes sind spindelför-
mig und enthalten Längszüge von quergestreiften Fibrillen,
welche durch breite Zwischenschichten feinkörnigen Pro-
toplasmas getrennt sind. Die Angabe, dass Mnestra ein
„constanter" Parasit der Phyllirhoe sei, mag für Neapel und
Messina ihre Richtigkeit haben, in Nizza dagegen habe ich
bei den von mir daselbst beobachteten (allerdings nicht
sehr zahlreichen) Exemplaren denselben niemals aufgefunden.
Schon Ray Lancaster hatte übrigens (Ann. and
Mag. nat. bist. 1875 Vol. XI p. 94) den Gefäss- und Ten-
takelapparat von Mnestra gesehen, auch den Reichthum
an Nesselzellen hervorgehoben, glaubt dabei aber einen
directen Zusammenhang zwischen dem Mundstiele der
Qualle und dem Gewebe ihres Wirthes annehmen zu müssen,
398 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
da es ihm nicht gelungen sei, beide ohne Verletzung von
einander zu lösen.
Unter dem^SimQnÄmetrangia (n. gen.) hemisphaerica
beschreibt Allman (rep. british Assoc. 1873. p. 108 and
Nature 1873. Vol. IX. p. 74) eine an der Südküste Irlands
gefischte halbzollgrosse Meduse mit reichlich 100 langen
Randfäden und ebenso vielen Ocellen. Das Manubrium
ist kurz und undeutlich vierlippig. Was unser Thier aber
besonders auszeichnet, ist die Bildung der Radiärgefässe,
die durch drei mittels eines Ringgefässes vereinigte Stämme
repräsentirt sind, welche im Verlauf zahlreiche theils blind
geendigte, theils gleichfalls dem Randgefässe verbundene
Seitenzweige abgeben. Die Geschlechtsproducte entstehen
in drei ovalen Säcken (sporosacs), die einzeln den drei
■Radiärstämmen anhängen. Die Eier entwickeln sich im
Innern derselben zu einer beständig cilienlosen, wenig be-
weglichen Planula, deren Metamorphose sich nicht weiter
verfolgen Hess. Die gleichfalls daselbst beschriebene neue
Circe invertens hat acht Radialkanäle und trägt einen co-
nischen Scheitelzapfen an der mit 90 ziemlich starren Rand-
fäden und etwa 16 Lithocysten (je einen Otolithen ent-
haltend) versehenen Umbrella, in die sich der obere Theil
mit dem Scheitelzapfen so weit zurückziehen kann, dass das
Manubrium frei nach Aussen hervorragt. Eine Zusammen-
stellung von Circe mit Trachynema, wie sie Agassi z vor-
geschlagen hat, hält Verf. mit allem Rechte für unzulässig,
zumal Circe ganz entschieden die Charaktere der Hydroid-
medusen zur Schau trage.
Encope lucifera Forb. gehört nach Schulze (Coelen-
teraten a. a. 0. S. 137) als Geschlechtsthier wahrschein-
lich zu Obelia dichotoma L. Ebendas. beschreibt Verf. zwei
Tima (Geryonopsis), von denen eine vielleicht neu ist.
Unter den von Heuglin aus dem Nordmeere mit-
gebrachten Coelenteraten befand sich eine vermuthlich neue
Sarsia mit hoher (19 Mm) und schmaler Glocke und einem
Magen, der nur die Hälfte der Glocke maass. A. a. 0. S. 260.
F oll 's Abhandlung über „die erste Entwicklung des
Geryonideneies" (Jenaische Ztschrft. für Med, und Natur-
wiss. 1873. Bd. VII. S. 471—492 Tab. XXIV und XXV)
in d. Naturgesch. d. nied. Tlilere währ. d. Jahre 1872—1875. 399
macht uns mit den Vorgängen der Furchung und Em-
bryonalbildung einer Medusenform bekannt, die sich auf
directem Wege, ohne Generationswechsel, entwickelt und
in ihren Jugendzuständen schon mehrfach (Leuckart,
Gegenbaur, Fr. Müller) zur Untersuchung gekommen
ist. Die Arbeit enthält zahlreiche interessante Thatsachen,
die wir jedoch kaum bis in die Einzelnheiten verfolgen
können. Die Eier, die augenblicklich abgelegt werden,
sobald die Weibchen (Geryonii fungiformis) mit sperma-
tisirtem Wasser in Berührung kommen, enthalten einen
Dotter, dessen peripherische Schicht (Ectoplasma) sich
durch eine dichtere Beschaffenheit von dem mehr wasser-
reichen Endoplasma unterscheidet, wie das übrigens auch
bei andern Coelenteraten der Fall ist. Bei der Furchung
verschwindet jedesmal der Kern der Dotterkugeln (resp.
das Keimbläschen). An seiner Stelle erscheinen dann zwei
sternförmige Figuren im Protoplasma, die Verf. für An-
ziehungscentren hält — obwohl sie im Laufe der Zeit, beson-
ders durch Auerbach und Bütschli eine andere Deutung
erfahren haben (vergl. S. 543) — und als eine bei der
Furchung weit verbreitete Erscheidung u. a. auch bei den
Rippenquallen, Alciope, Cavolinia und Doliolum beobachtete.
Nachdem der durchfurchte Dotter die Himbeerform ange-
nommen hat, zerfällt derselbe durch eine neue eigenthüm-
liche (im Ganzen concentrische) Furchung in zwei hohl-
kugelartige Zellenlagen, von denen die äussere, das Ecto-
derm, das gesammte Ectoplasma enthält, während die Zellen
des Innern Entoderms ausschliesslich aus endoplasmatischer
Substanz gebildet sind. Zwischen beiden wird dann eine
dicke, von radiären Fasern durchsetzte Gallertschicht ab-
gelagert, doch nicht an allen Punkten gleichmässig, so dass
die Entodermhöhle eine stark excentrische Lage annimmt
und in der Richtung des längsten Radius linsenartig sich
abplattet. Auf diesem Stadium bedeckt sich das Ectoderm
mit Wimpern, mittels deren der Embryo frei umherschwärmt.
Wo das Entoderm demselben bis zur Berührung anliegt, am
spätem oralen Pole, tritt nun eine Wucherung der Ectoderm-
zellen ein. Es entsteht hier eine ectodermatische Zellen-
scheibe, aus der nicht etwa der Magen, sondern die Schirm-
400 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
höhle mit Rand, Fangarmen, Sinnesorganen und Segel
hervorgeht. Der Magen entsteht, wie der gesammte coelen-
terische Apparat und auch der Achsenstab der soliden
Fangarme, aus dem Entoderm. Der Mund bricht an der
Verwachsungsstelle beider Keimhäute durch. Eine Bildung
des Verdauungsapparates durch Einstülpung findet weder
bei Geryonia noch den übrigen vom Verf. untersuchten
Coelenteraten (Nausithoe, Thaumantias, Oceania, Rippen-
quallen und Lucernarien) statt; die Magenhöhle ist vielmehr
die persistirende Furchungshöhle.
Was Mecznikoff über die „Entwicklungsgeschichte
der Geryonia (Carmarina) hastata" mittheilt (Ztschrft. f.
wiss. Zool. a. a. 0. S. 17—22 Tab. II), zeigt eine grosse
Uebereinstimmung mit den voranstehenden Angaben. Es
gilt das namentlich für die Bildungsweise und die Meta-
morphose der Keimblätter, die Verf. eingehend studirt hat.
Der Gastrovascularraum wird, wie von Foll, als die ver-
änderte Furchungshöhle in Anspruch genommen; man soll
ihn „mit grossester Leichtigkeit" rückwärts zu derselben
verfolgen können. Wo das Entoderm, das diese Höhle
umgiebt, dem Ectoderm anliegt, da bildet letzteres eine
scheibenförmige Verdickung, aus der die sechs ersten
„iüterradialen" Tentakel hervorbrechen. Der centrale Punkt
der Scheibe wird zur Mundöfifuung, indem er in den En-
todermsack sich einsenkt. Das Velum entsteht erst später,
nachdem die Tentakel bereits ihre charakteristische ge-
knöpfte Form erlangt und mit der dünnen Terminalgeissel
sich versehen haben.
An diese Darstellung knüpft Mecznikoff dann noch
Mittheilungen über die „Entwicklungsgeschichte der Poly-
xenia leucostyla Will. (= Aegineta flavescens Gegenb.)
und Aeginopsismediterranea", zweier Medusen also, die gleich-
falls durch einfache Metamorphose aus dem Ei hervorgehen,
dabei aber mehrfach von dem Verhalten der Geryoniden ab-
weichen* Die Eier durchlaufen einen ziemlich regelmässigen
Furchungsprocess und verwandeln sich, ohne dass es zu der
Bildung einer sg. Furchungshöhle kommt, in einen viel-
zelligen durchaus soliden Embryo. Anfangs liegen die
Zellen desselben ohne irgend eine Anordnung, bald aber
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 401
theilen sie sich in zwei gesonderte Lager, von denen das
äussere eine aus einer Schicht cylindrischer Zellen beste-
hende peripherische Umhüllung darstellt, während das innere
eine solide Masse agglomerirter Embryonalzellen bildet.
Nach dem Auftreten dieser beiden Theile, von denen der
äussere das Ectoderm, der innere dagegen das Entoderm
repräsentirt, bedeckt sich die Oberfläche mit Flimmer-
haaren, mittels deren derselbe zu schwimmen beginnt. Der
Anfangs rundliche Embryo verlängert sich darauf durch
Auswachsen der Polenden zu einem stäbchenförmigen Kör-
per, dessen mittlerer Theil mehr oder minder bauchig bleibt
und zahlreiche unregelmässig gelagerte Entodermzellen in sich
einschliesst, während die Enden mit zunehmender Länge
immer schlanker werden und ihre Entodermzellen immer
regelmässiger — - von der Spitze an — in eine einzige
Zellenreihe sich gruppiren lassen. Man erkennt in diesen
Gebilden allmählich zwei einander gegenüberliegende starre
und hornförmige Tentakel. Sobald dieselben eine be-
stimmte Länge erreicht haben, beginnt die dazwischen
liegende Masse stärker zu wachsen und durch Bildung
einer Anfangs kleinen und unregelmässig contourirten Höhle
im Innern der Entodermanhäufung, die schliesslich nach
Aussen (rechtwinklig auf die Längsachse) durchbricht, in
den eigentlichen Medusenkörper sich umzuwandeln. Zwei
neue Tentakelanlagen, die zwischen den Seitenhörnern
hervorsprossen, und zwei höckerförmige Sinnesbläschen,
die Anfangs nichts als Ectodermwucherungen darstellen
und ihren Otolithen erst später ausscheiden, vervollstän-
digen die Bildung des Rumpfes, der eine Zeitlang topf-
förmig bleibt und erst später nach weiterer Vermehrung
der Tentakel und Sinnesorgane durch Ansammlung von
Gallertsubstanz an der aboralen Fläche die spätere Schei-
benform annimmt. Der Magen behält noch längere Zeit seine
Sackform, selbst noch dann, wenn das Velum bereits sich
gebildet hat. Die ganze hier geschilderte Entwicklung
nimmt eine Zeit von nur wenigen (4—6) Tagen in An-
spruch. A. a. 0. S. 22—27. Tab. III und IV.
Auch die ungeschlechtliche Vermehrung der Aeginiden,
die bekanntlich im Innern des Gastrovascularraumes ge-
402 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
schiebt — freilich nur bei solchen Arten, bei denen dieser
Apparat durch eine complicirtere Bildung sich auszeichnet,
und „Mantelspangen" vorhanden sind — macht Meczni-
koff zum Gegenstande seiner Untersuchungen. Er beob-
achtete dieselbe bei zwei Arten Cunina (C. rhododactyla
Haeck. und C. proboscidea Meczn.) und schildert die von
ihm aufgefundenen jüngsten Knospen als rundliche Körper
mit einem Arme, an denen man ein Ectoderm und ein
Entoderm unterscheidet, das im Innern des Armes einen
geraden Zellenstrang bildet, im Körper selbst aber einen
Sack darstellt, dessen Tnnenraum die Anlage des Gastro-
vascularsystemes ist und nach Aussen durchbricht, nach-
dem sich dem ersten Arme noch ein zweiter hinzugesellt
hat. Auf dieser Entwicklungsstufe haben die Knospen
eine unverkennbare Aehnlichkeit mit den oben geschilder-
ten zweihörnigen Larven von Aeginopsis u, a., und das um so
mehr, als sie jetzt auch frei in der Gastro vascularhöhle
ihrer Mutter liegen und ein deutliches Flimmerkleid tragen.
Auch die weitern Veränderungen zeigen keinerlei beson-
dere Eigenthümlichkeiten, bis die Zahl der Tentakel
auf sechs gestiegen ist. Um diese Zeit beginnen die jun-
gen Medusen auch ihrerseits zu knospen, aber nicht im
Innern des Gastrovascularraumes, sondern auf der aboralen
Fläche, auf der zapfenförmig ein hohler Anhang sich er-
hebt, an dessen Bildung das Entoderm und Ectoderm gleich-
massig Antheil hat. Dieser Zapfen ist ein förmlicher Stolo
prolifer, der nach einiger Zeit, wenn die jungen Medusen
inzwischen — einstweilen freilich immer noch ohne Rand-
körperchen, Velum und Gallertsubstanz — zwölf Tenta-
kel erhalten haben, an seinem Ende ganz dieselben ein-
armigen Knospen erzeugt, wie vordem das Mutterthier es
gethan hatte. Nachdem diese Knospen in der oben ge-
schilderten Weise zu zweiarmigen Geschöpfen geworden
sind, fallen sie auch ihrerseits ab, um in dem Gastrovas-
cularsystem der erwachsenen Meduse d. h. ihrer Gross-
mutter weiter sich zu entwickeln. Vorher aber hat sich
an dem Stolo unterhalb der altern Knospe schon eine neue
angelegt, die dann auch ihrerseits wieder zu einer Anfangs
einarmigen Meduse wird. Wie gross die Anzahl der auf
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 403
diese Weise von einer Mutterknospe erzeugten Individuen
ist, lässt sich nicht bestimmen, dagegen aber ist leicht
nachzuweisen, dass der Entwieklungszustand derselben wäh-
rend der ganzen Prolificationsperiode ohne Veränderung
bleibt, alsbald aber Fortschritte macht, sobald die letztere
aufhört. Im Laufe dieser Metamorphose geht dann auch
der Stolo zu Grunde, eine Bildung übrigens, die weder
bei Cunina Köllikeri, noch bei C. prolifera von den frühern
Beobachtern bemerkt ist. Von der Existenz eines Dimor-
phismus zwischen der Knospenbrut und dem Mutterthiere,
wie ihn besonders Häckel bei Cunina Köllikeri und
Eurystoma rubiginosum annimmt, und auchKölliker be-
obachtet zu haben glaubt — Letzterer wurde dadurch sogar
veranlasst, die Knospenbrut als eine besondere von der
Mutter massenhaft gefressene Medusenform (Stenogaster)
zu deuten (J. B. 1853. S. 422) — konnte Mecznikoff
sich nicht überzeugen, obwohl in der Segmentzahl der
Knospen nicht selten Verschiedenheiten sich kundthaten,
denn auch die erwachsenen Thiere zeigten die gleichen
Schwankungen (zwischen 11 und 16). Mecznikoff ist
desshalb auch geneigt, bei den übrigen knospenden Aegi-
niden diesen sg. Dimorphismus auf die gleichen Verhält-
nisse zurückzuführen. Ebenso bezweifelt derselbe, dass
die nach Häckel im Geryonidenmagen knospenden Aegi-
niden mit der seinen Beobachtungen zu Grunde liegenden
Cunina rhododactyla identisch seien.
Das auffallende Vorkommen von Quallenknospenähren
im Magen der Geryonia oder Carmarina hastata, welches
Häckel zur Aufstellung einer eignen „allöogenetischen"
Fortpflanzungsform veranlasst h^t (J. B. 1865. S. 192),
findet durch zwei gleichzeitige, gegenseitig sich ergänzende
Abhandlungen von Fr. Eilh. Schulze und Oulianin
seine genügende Erklärung und zwar im Sinne Steen-
strup's, der die betreffende Erscheinung von vorn herein
für einen ungewöhnlichen Fall von Parasitismus zu halten
geneigt war (J. B. 1866. S. 406). Allerdings war eine
solche Deutung nur unter der Voraussetzung möglich, dass
die sehr positiven Angaben Hacke l's über den Zusammen-
hang der Knospenähre mit dem sg. Zungenkegel auf einem
404 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Irrthum beruhten, allein diese Voraussetzung hat sich voll-
kommen gerechtfertigt. Mit der Hack el 'sehen Allöogenesis
ist eine der allerfremdartigsten Erscheinungen aus der
Lehre von der thierischen Fortpflanzung verschwunden.
Die Angaben Schulze 's (über die Cuninen-Knospen-
ähren im Magen von Geryonien, Graz 1875, 35 Seiten in
Octav mit einer Kupfertafel, aus den Mittheilungen des
naturwiss. Vereins in Graz 1875 besonders abgedruckt)
stützen sich auf die Untersuchung zweier Geryonien, von
denen die eine nicht weniger als acht an verschiedenen
Stellen der Magenwand aufsitzende und verschieden grosse
(bis 10 Mm) Aehren trug. Beide Exemplare wurden
als Ger, hexaphylla Per. bestimmt und erwiesen sich als
geschlechtsreife Thiere. Es gilt das namentlich von dem
einen, bei dem Verf. auch auf das Bestimmteste den Ur-
sprung der Eier aus dem Ectoderm, nicht Entoderm, zu
verfolgen vermochte. Auffallender Weise war dieses Exem-
plar auch ein Zwitter, indem die schmale bandartige Mit-
telzone der Genitalblätter statt des anliegenden Eier halten-
den Epithellagers ein System von krausenartig vorsprin-
genden Querwülsten zeigte, in denen Verf. bei starker Ver-
grösserung eine Ansammlung kleiner, ziemlich stark licht-
brechender kugliger Elemente erkannte, die um so sicherer
als Spermatozoenzellen gedeutet werden konnten, als
zwischen den oberflächlichen Lagen derselben entschiedene
Spermatozoenköpfe (allerdings ohne Fäden) nachgewiesen
werden konnten. In Betreff der Form und des Baues der
Medusenknospen ergaben die Untersuchungen des Verf.'s
Resultate, die mit den Angaben Hä ekel 's vollkommen
tibereinstimmten. Anders aber, soweit diese Angaben auf
die Beschaffenheit und die Befestigungsweise des Achsen-
theils der Aehren Bezug haben. Denn dieser letztere er-
wies sich nicht als ein solider Zapfen, sondern als ein
Kohr, das aus einer äussern und Innern Zellenlage und
zweien dazwischen eingelagerten und durch eine hyaline
Stützlamelle von einander getrennten Muskelschichten sich
zusammensetzte, also im Wesentlichen den Bau eines
Polypiden hatte. Und dieser Achsentheil ging nicht direct
in das Körperparenchym der Geryonide über, sondern war
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 405
durch das äussere Epithellager der Aehre scharf und be-
stimmt dagegen abgegrenzt. Auch liess sich weiter noch
constatiren, dass die Knospen nicht, wie Häckel wollte,
als knöpf- oder scheibenförmige Epithelialverdickungen
ihren Ursprung nahmen, sondern als Ausstülpungen aus
der Wand des Achsenschlauches entstanden, wie das übri-
gens auch schon von Noschin (J. B. 1865 S. 200) er-
kannt ist. Im abgelösten Zustande gleichen die Quallen
der von Häckel abgebildeten Cunina rhododactyla, deren
Zugehörigkeit zu einer früher beschriebenen Art freilich
fraglich ist. Aus diesen Untersuchungen folgt nun ohne
Weiteres, dass der Achsentheil der Cunina- Knospenähren
nicht der veränderte Zungenkegel der Geryoniden sein
kann, auch sonst nicht durch Umwandlung oder durch
Auswachsen eines andern Theiles des Geryonidenleibes
entstanden ist, sondern einen selbstständigen Körper dar-
stellt, der, sonder Zweifel das Entwicklungsproduct eines
Cuninenembryos , erst nach dem Festsetzen des letztern
sich bildet und durch Knospung nun eine reiche Menge
neuer Cuninenbrut liefert. Um diese Abstammung von
einem Cuninenembryo plausibel zu machen, stellt Verf die
zahlreichen Beobachtungen von Vorkommen flimmernder
Embryonen in der Magenhöhle verschiedener Cuninen (von
Kölliker, Gegenbaur, Keferstein und Ehlers u. A.)
zusammen, die gewöhnlich allerdings als Abkömmlinge
ihrer Träger betrachtet werden, wahrscheinlich aber, wie Verf.
— mit Unrecht — annimmt, gleich dem vonMc. Cready (J.B.
1859. S. 171) beschriebenen Parasiten der Turritopsis, aus
Eiern sich entwickelten und fremde Eindringlinge darstellten.
Was Schulze hier vermuthet, das wird nun von
Uljanin (über die Knospung der Cuninen im Magen der
Geryoniden, Vorlauf. Mittheilung im Archiv für Naturgesch.
1874. Th. 1. S. 333—337) durch directe Beobachtungen
als vollkommen richtig nachgewiesen. Die jüngsten Ent-
wicklungszustände des spätem Schmarotzers, die Verf.
theils frei im Meere fischte, theils auch und öfters noch
im Magen und den radialen Canälen der Geryonia hastata
(zuweilen in grosser Menge) antraf, erschienen als flim-
mernde Körper von linsenförmiger Gestalt, die in ihren
406 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zwei Keimschichten eine mit feinkörniger Nahrungsmasse
gefüllte Höhle umschlossen. Aut eine von unserm Verf.
nicht klar geschilderte Weise verwandeln sich diese Lar-
ven dann in einen kegel- und glockenförmigen Körper,
dessen Mundrand sich mit kurzen tentakelförmigen Aus-
wüchsen umgiebt — Verf. vergleicht denselben mit dem
als Pyxidium von mir beschriebenen quallenartigen Wesen
(J. B. 1856. S. 241) — und sich mit diesem an irgend
einer Stelle des Geryonidenkörpers festsetzt. Am häufig-
sten geschieht das an der Zunge oder der Innern Ma-
genwand, doch beobachtete Verfasser auch Exemplare,
die hinter dem Velum oder an der Subumbrella mehr
oder minder dicht mit derartigen jungen Cuninapolypen
besetzt waren. Dass nur ein einziges Thier sich fest-
setzt, ist fast als Ausnahme zu betrachten. Die Para-
siten haften ziemlich fest, leben aber nach vorsichtiger
Abtrennung lange in Versuchsgläsern und entwickeln sich
hier auch weiter, indem sie auf Kosten des eingeschlosse-
nen Nahrungsmateriales rasch wachsen und die Anfangs
mehr breite und niedrige Form mit einer längern vertauschen.
Die Anlage der ersten Knospen ist übrigens schon an sol-
chen Polypen zu beobachten, die noch nicht angeheftet
sind. Leider Hess sich die Aufzucht der jungen Cuninen
nicht bis zur Geschlechtsreife durchführen, so dass auch
die Art, zu der die Parasiten — Schulze vermuthet in
ihnen (wohl mit Kecht) mehr Commensalen als Parasiten —
gehört, nicht bestimmt werden konnte. Anfangs hatten
die Knospen eine grosse Aehnlichkeit mit Cunina discoi-
dalis Kf. Ehl., aber später ging diese verloren, indem
sich auf jedem Segmente zwei neue Randkörperchen mit
den zugehörigen Mantelspangen entwickelten. Ebenso be-
darf es noch der Feststellung, wie weit der hier beob-
achtete Generationswechsel verbreitet ist. Da auch die
Mc. C r e a d y 'sehe Form eine echte Cunina ist, vermuthet Verf.,
dass vielleicht alle Arten dieses Genus — zum Unterschiede
der Gruppe Polyxenia, die sich direct entwickelt — einem
Generationswechsel unterworfen seien. (Die ausführliche
Arbeit Ul janin 's ist inzwischen — leider wiederum in
russischer Sprache ~ in dem 25. Bande der Protocolle
in d. Naturgeech. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 407
der Gesch. naturf. Freunde in Moskau, 16 Seiten in Quarto
mit zwei schönen Kupfertafeln 187G, veröffentlicht worden.)
Schulze handelt .,über den Bau von Syncoryne
Sarsii und der zugehörigen Meduse Sarsia tubulosa" (Leip-
zig 1873. 38 S. in Quart mit drei Kupfertafeln). Die
Darstellung berücksichtigt in gleich erschöpfender Weise
die anatomischen so gut, wie die histologischen Verhält-
nisse und schliesst sich durch Methode und Sorgfalt der
Untersuchung an die schon früher in unsern Berichten be-
rücksichtigte Monographie über Cordylophora lacustris an. In
vielfacher Beziehung ergiebt sich zwischen beiderlei Formen
auch eine grosse Uebereinstimmung. So namentlich in der
Bildung des Ectoderms und dem Auftreten einer Stützlamelle
zwischen den beiden Zellhäuten, der Structur der Arme,
der Bildung der Nesselkapseln u.' s. w. Die nach Aussen frei
hervorragenden Spitzen der Nesselzellen (Cnidocils) sind
complicirter gebaut als bei den verwandten Hydroiden und
keineswegs mit den schon seit längerer Zeit bekannten
sg. Palpocils zusammenzustellen, die eine sehr viel be-
trächtlichere Länge besitzen und vom Verf. als reine Tast-
apparate betrachtet werden, während den erstem nach
wie vor eine Rolle bei der Entladung der Nesselkapseln
vindicirt wird. Allerdings hat es dem Verf. auch bei Syn-
coryne nicht glücken wollen, ein Nervensystem nachzu-
weisen, allein damit dürfte der wirkliche Mangel eines
solchen noch keineswegs bewiesen sein. Ueber oder zwi-
schen den den Stützlamellen dicht aufliegenden, aber damit
keineswegs continuirlichen Muskelfasern der Polypen-
köpfchen könnten immerhin feine Nervenfasern verlaufen,
ja selbst kleine Ganglien im Innerp der Capitula oder an
andern Stellen vorhanden sein. Die Zellen des Entoderms
tragen, so weit sie den Innenraum begrenzen, sämmtlich
eine feine Geissei. Die Medusengeneration besitzt natür-
lich — in Uebereinstimmung mit den Anforderungen ihrer
Lebensweise — eine vollständigere histologische Bildung,
obwohl auch sie im Wesentlichen aus Ectoderm, Ento-
derm und einer dazwischen hinziehenden Gallertlage sich
aufbaut. Die letztere hat hier und da, wie z. B. im Velum,
wesentlich die Charaktere der frühern Sttitzmembran, er-
408 Leuckart: Bericlit üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
reicht aber in der Glocke eine sehr ansehnliche Dicke und
ist hier in zwei über einander liegende Schichten getheilt,
die in den Radien und Interradien zusammenhängen, sonst
aber getrennt sind und einen flachen Hohlraum zwischen sich
nehmen, der an der dickern Aussenwand einen platten
Zellenbelag zeigt und, wie schon oben (S. 379) erwähnt,
vom Verf. als Leibeshöhle (Coelom) in Anspruch genommen
wird. Die Gallertschicht selbst parallelisirt Verf. dem
Mesoderm der höhern Thiere, während er den coelente-
rischen Apparat in ganzer Ausdehnung als Darm betrachtet,
wie das bekanntlich auch von No sc hin, Semper, Häckel
u. A. geschieht. Die Fasern, die durch die Dicke der
Gallertschicht hindurchziehen, sich also zwischen den Zel-
lenüberzügen derselben ausspannen und damit vielleicht in
continuirlicher Verbindung stehen, dürften wohl als elastische
Fasern gedeutet werden. Das Entoderm beschränkt sich
jederzeit nur auf eine einschichtige zellige Auskleidung
des Gastrovascularsystemes, während das Ectoderm nicht
bloss die Epidermiszellen mit den tiefer gelegenen Nessel-
zellen — die zweierlei Kapseln, je mit besonders geformten
Cnidocils ausscheiden — bilden, sondern auch Muskel-
fasern, Nerven und die Geschlechtsproducte, weibliche so
gut, wie männliche, aus sich hervorgehen lassen. Das Ner-
vensystem erscheint als ein aus etwa acht Fasern bestehender
circulärer Strang, der an derselben Stelle, wie bei den
Geryoniden, dicht unterhalb des Ringkanales zwischen dem
Gallertmantel und der Insertion des Velums gefunden wird.
Der Magenschlauch besitzt ausser den (nur an der Um-
brella, dem Velum und den Tentakeln) quergestreiften
Muskelfasern, die der hyalinen Stützlamelle aufliegen und
einen circulären Verlauf haben, unterhalb dieser Lamelle
noch eine dünne Lage längsverlaufender blasser und glatter
Fasern, die Verf. gleichfalls dem Muskelsysteme zurechnet.
Eier und Samenkörperchen entwickeln sich ausserhalb der
Stützlamelle, obwohl Allman (bei Laomedea) die erstem
von einer beuteiförmigen Fortsetzung derselben umgeben sein
lässt und somit aus dem Entoderm ableitet. In Betreff" der
Synonymie ist zu erwähnen, dass die vom Verf. unter-
suchte Art, die bei Warnemünde in einer Tiefe von 7—8
in ä. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 409
Faden durchaus nicht selten ist, wahrscheinlich auch mit
Coryne mirabilis Agass. und Syncoryne decipiens Duj.
zusammenfällt. Die künstliche Aufzucht (in Aquarien) lieferte
immer nur kümmerlich entwickelte Formen, weniger und
einfacher verästelt, mit geringerer Tentakelzahl, blasser
und weniger gefärbt.
Nach Koch 's Untersuchungen an Coryne und Tubu-
laria, so wie an Saccanthus und Veretillum sollen die
Eier übrigens, und ebenso auch die männlichen Zeugungs-
producte, durch Umwandlung von Entodermzellen ihren Ur-
sprung nehmen. Ebenso lassen sich bei Tubularia die
wulstförmigen Verdickungen der Leibeswand im oralen
und aboralen Körperabschnitte, die aussen von der Mus-
kelschicht und dem Ectoderm bedeckt sind, auf das Ento-
derm zurückführen. An den flimmerlosen Planulae unter-
scheidet Verf. die auch sonst vorkommenden zwei Zellen-
schichten, die einen kleinen Innenraum einschliessen. Die
Tentakel, die Anfangs in vierfacher Anzahl erscheinen,
sind Ausbuchtungen des Ectoderms, mit einer Füllung von
Entodermzellen im Innern. A. a. 0.
Unter dem Titel: de la distinction du testicule et de
l'ovaire (Bruxelles 1874, 68 Seiten mit 2 Tafeln) schildert
Ed. van Beneden in den Bullet. Acad. roy. Belgique
T. XXXVII die Entwicklung der Genitalproducte in den
medusoiden Geschlechtsthieren von Hydractinia echinata.
Das Hauptresultat seiner Untersuchungen lässt sich in den
Satz zusammenfassen, dass die Eier Entwicklungsproducte
des Entoderms, die Samenkörperchen aber solche des Ecto-
derms sind. Verf. ist der Ansicht, dass dieser Satz auch
für andere Thiere Geltung besitzt upd glaubt in dem Nach-
weis eines derartigen verschiedenen Verhaltens sogar den
Ausgangspunkt einer neuen Befruchtungstheorie gefunden
zu haben. Nach einem kurzen Ueberblicke über das Vor-
kommen und die Bedeutung der Keimblätter . für den Auf-
bau der Thiere und einer historischen Darstellung der viel-
fach sich widersprechenden Angaben über die Abstammung
der Geschlechtsproducte bei den Coelenteraten, resp. deren
Beziehungen zum Ectoderm und Entodeinn, schildert Verf.
zunächst den anatomischen und histologischen Bau von
Archiv für Natiirg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. BB
410 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen LeistuDgen
Hydractinia. Wir heben daraus die Thatsache hervor, dass
Ectoderm und Entoderm dieses Thieres durch eine struc-
turlose dünne Sttitzlamelle geschieden sind, der äusserlich
eine dünne aus langen Fasern bestehende Muskel schiebt
aufliegt. Obwohl diese Fasern ihren eigenen von körniger
Substanz umgebenen Kern besitzen, glaubt Verf. doch be-
haupten zu können, dass dieselben durch einen dünnen
Protoplasmafaden den Ectodermzellen verbunden seien, dass
mit andern Worten auch Hydractinia ein Neuromuskel-
epithel besitze, wie Hydra (nach Kleinenberg), nur dass
die Differenzirung von Zellen und Muskelfasern hier bereits
weitere Fortschritte gemacht habe. In der von einer überall
einfachen Lage langgestreckter Geisseizellen gebildeten
Entodermschicht bemerkt man nun an den bekanntlich ten-
takellosen Ammen schon vor dem Auftreten der Geschlechts-
knospen da, wo diese sich unter Theiinahme der gesamm-
ten Leibeswand später nach Aussen hervorstülpen, eine
Anzahl von Zellen, die durch den Besitz eines ungewöhn-
lich grossen und hellen bläschenförmigen Kernes vor den übri-
gen sich auszeichnen. Es sind die Zellen, die dazu bestimmt
sind, später in die Eier sich zu verwandeln. Diese Weiter-
entwicklung geschieht aber erst nach dem Uebertritte der-
selben in die an der betreffenden Stelle knospenden Ge-
schlechtsthiere (sporosacs), und zwar dadurch, dass die
Zellen unter Verlust ihrer Geissei zu kugligen Ballen
von ansehnlicher Grösse auswachsen und durch die an-
liegenden unveränderten Zellen allmählich nach Aussen
in die Tiefe des Entoderms hinübergedrängt werden. An-
ders aber verhält es sich in den männlichen Geschlechts-
knospen, die bei der Dioecesie der Hydractinien bekannt-
lich immer an besonderen Stöcken gefunden werden. Die
Samenzellen entstehen nicht nach Art der Eizellen, wie
man früher ohne Weiteres anzunehmen pflegte, sondern
knüpfen (ohne alle Theiinahme des Entoderms) an die
Metamorphose des Ectoderms an, das auf bestimmter Ent-
wicklungsstufe zapfenartig vom Ende der Knospen gegen
das Entoderm hineinwuchert, wie das für die medusoiden
Anhänge des Siphonophorenkörpers so vielfach beobachtet
und beschrieben ist. Allerdings geht nicht die gesammte
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875, 411
Masse dieses „Knospenkernes" in die spätem GenitalstofFe
über, sondern bloss die innere Lage (lame testiculaire),
die durch Bildung eines nach Aussen offenen Spaltraumes
— desselben Raumes, der sich bei andern Formen in den
Glockenraum verwandelt — von der in den Mantel der
Geschlechtsknospe eingehenden sg. Lame medusoide ab-
trennt. Auch in den weiblichen Anhängen entsteht ein
solcher Knospenkern, aber er bleibt kleiner, mitunter sogar
abortiv, und hat keinerlei Antheil an der Bildung der
Geschlechtsproducte, die sich schon deutlich als Eier er-
kennen lassen, wenn die Ectodermwucherung anhebt. Verf.
sieht in dem Knospenkern der weiblichen Anhänge übri-
gens gleichfalls das Rudiment eines Testikels und vindicirt
den letztern damit einen „morphologischen Hermaphroditis-
mus", allein Ref. möchte die Berechtigung einer derar-
tigen Auffassung doch stark in Zweifel ziehen. Nicht bloss,
dass man in diesem Falle auch in den männlichen An-
hängen einen gleichen Hermaphroditismus, d. h. das Auf-
treten abortiver Eier erwarten sollte, wie sie Verf. in dem
Stiele der weiblichen Geschlechtsknospen beobachtet hat,
es müssten bei solcher Auffassung consequenter Weise auch
die andern Medusoiden, die auf gleiche Weise entstehen,
wie z. B. die Schwimmglocken der Siphonophoren, als rudi-
mentäre Männchen gedeutet werden, was doch kaum zu-
lässig sein dürfte. Der Knospenkern hat nach der Ansicht
des Ref. zunächst nur — wie etwa der epitheliale Lippen-
wulst der Wirbelthiere für die Abtrennung der Lippe —
für die Bildung des abstehenden Mantels oder, wenn man
lieber will, der Glockenhöhle Bedeutung, und nicht für
die Entwicklung der männlichen Geschlechtsproducte, die,
so zu sagen, bloss gelegentlich daraus hervorgehen.
Einen Abriss der hier angezogenen Untersuchungen
veröffentlicht van Beneden auch in Gervais, Journal de
Zool. T. m. Nr. 5.
Kowalewsky verfolgt in der schon mehrfach ange-
zogenen Abhandlung (1. c. p. 1 — 3 Tab. I) die Entwick-
lung der Campanularie aus den Eiern von Eucope polystyla,
die er vom Boden der Gefässe auffischte, in denen er diese
Meduse in männlichen und weiblichen Exemplaren aufbe-
412 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wahrte. Nach Ablauf der Furchung, die auch hier ganz
regelmässig vor sich geht und je wiederum durch eine
Theilung der Kerne eingeleitet wird, hat der Dotter die
Gestalt einer einschichtigen Keimblase mit weiter Furchungs-
höhle. Die Wand dieser Blase liefert das spätere Ecto-
derm, ist aber insofern auch die Bildungsstätte des Ento-
derms, als dieses — freilich in sehr eigenthümlicher Weise —
von der Innenfläche der Blase ausgeschieden wird. Die
Zellen desselben entstehen nämlich als fetttropfenartige
kleine Ballen, die zunächst in spärlicher Anzahl zwischen
den Ectodermzellen hervorknospen und erst nach ihrer
Abtrennung von dem Mutterboden einen Kern erkennen
lassen. Die Zahl dieser Zellen vergrössert sich allmählich,
bis schliesslich der ganze Innenraum der Larve, die in-
zwischen schon längst ihr freies Leben begonnen hat, auch
schon Nesselkapseln trägt, davon erfüllt ist. Sobald dieses
Stadium erreicht ist, entsteht die Anlage der künftigen
Verdauungshühle, aber nicht etwa durch Einstülpung, son-
dern selbstständig im Innern der Entodermmasse, die in
der Längsachse des allmählich immer mehr sich strecken-
den Körpers eine Spalte bildet, welche sich bald zu einem
grössern Hohlraum ausweitet, ohne jedoch jemals (vor Bil-
dung des Polypenköpfchens) nach Aussen hindurchzubrechen.
Gleichzeitig differenzirt sich das Ectoderm in zwei peri-
pherische Zellenlagen, von denen die äussere nach der
Vermuthung des Verf. 's dazu bestimmt ist, die Cuticula aus-
zuscheiden. Allerdings geschieht das erst nach dem Festsetzen
der Larve, nach dem unser Thier auch insofern sehr auffallend
sich verändert, als die Nesselkapseln schwinden und der
langgestreckte Körper eine vierlappige flache Scheibenform
annimmt. Aus dem Mittelpunkte dieser Scheibe erhebt
sich dann nach einiger Zeit ein stilförmiger Zapfen, der
unter Theilnahme sowohl des Entoderms, wie auch des
Ectoderms immer höher wächst und am äussersten Ende
schliesslich die keulenförmige Verdickung des spätem Po-
lypenkopfes erkennen lässt.
Nach den Beobachtungen von du Plessis soll Cam-
panularia volubilis nach Umständen freie Medusen (Win-
ters) und Gonophoren (Sommers) erzeugen, aus denen
iu d. Naturgesch. d. uied. Thiere währ, d, Jahre 1872—1875. 413
flimmernde Larven hervorkommen. 8ur im cas de double
generation alternante chez le Campanularia volubilis. Bullet.
Sog. Vaud. XIL p. 429-435.
Bei Campanularia neglecta Aid. findet Hincks die
bisher bloss von Allman bei Schizocladium beobachteten
planulaartigen Fortpflanzungskörper in den Endanschwel-
lungen gewisser Seitenzweige. Er ist geneigt diese Art der
Fortpflanzung („Schizocladism") für weiter verbreitet unter
den Campanulariaden und Hydroiden überhaupt zu halten und
bezweifelt desshalb auch die Berechtigung des Gen. Schi-
zocladium, das er als eine vermuthliche Obelia in An-
spruch nimmt. Ann. and. Mag. nat. hist. Vol. X. p. 390,
391. PI. XX.
Allman versucht den Nachweis, dass die weiblichen
Gonangien von Halecium als modificirte Segmente eines
(polypentragenden) Seitenzweiges und nicht als (polypen-
lose) Hydrotheken zu deuten seien, wie die männlichen
Gonangien, die in Nichts von den entsprechenden Gebilden
der übrigen Hydroiden abweichen, obwohl sonst Hydro-
theken bei Halecium fehlen. On the homology of the go-
nangium in the genus Halecium, Quarterly Journ. micr. Sc.
1873. Vol. XIII. p. 55-58 mit Holzsch. (Sollte die hier
vorliegende Dimorphie der weiblichen und männlichen
Gonangien nicht dafür sprechen, dass auch die gewöhn-
lichen Hydrotheken nur veränderte Segmente darstellen?)
Die Nematophoren der Plumulariaden (Sarcothecae
Hincks) enthalten in ihrem Chitinbecher nach den Beob-
achtungen von Hincks (Ann. nat. hist. Vol. X. p. 385 — 389)
keineswegs, wie man früher meist annahm, einen formlosen
Protoplasmakörper, sondern einen cylindrischen Zapfen, der
am freien Ende in zwei über einander stehende Lappen
ausläuft, von denen nur der untere sich pseudopodieuartig
verlängert, während der obere eine Batterie von Nessel-
zellen in sich einschliesst und deren Fäden gelegentlich
frei nach Aussen hervortreibt. Verf. glaubt diesen Gebilden
eine mehr nutritive als defensive Bedeutung beilegen zu
dürfen und bezieht sich dabei u. a. auf die von Allman
über den Bau der Graptolithen ausgesprochene Ansicht,
auf welche wir weiter unten zurückkommen. Ueber die
414 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
morphologische Bedeutung des Apparates schweigt der
Verf., er scheint auch keineswegs geneigt, die Nematopho-
ren als veränderte Polypiden gelten zu lassen, obwohl
seine eignen Beobachungen es doch nahe legen, den Nessel-
knopf als (einfachen) Taster zu deuten und den pseudo-
podienartig sich verlängernden Fortsatz dem Mundrtissel
eines gewöhnlichen Polypen zu vergleichen.
An der Aussenfläche der Tentakel von Cordylophora
lacustris, die inzwischen auch (Perrier, Arch. zool. exper.
T. IL p. XVII) im Pariser Pflanzengarten aufgefunden ist,
beobachtet Dönitz jetzt (Archiv für Anatomie undPhysiol.
1872. S. 1 — 4, über Cordylophora lacustris) ähnliche be-
wegliche Anhänge, wie er sie früher in den Saugten-
takeln der Siphonophoren beobachtet hatte. Sie werden
„Wimperhaken" benannt und als Fortsetzungen der proto-
zoischen Substanz beschrieben, aus der die äussere Haut
unserer Thiere bestehen soll.
Das vielfach beobachtete Vorkommen von jungen
Pycnogoniden in Hydroiden, bes. Coryne, ist nach Semper
(über Pycnogoniden und ihre in Hydroiden schmarotzenden
Larvenformen, Arbeiten aus dem zoolog. zootom. Institute
in Würzburg, Bd. I. S. 263 ff.) nicht dahin zu deuten, dass
dieselben an Ort und Stelle sich aus Eiern entwickelt
haben, welche von den Müttern daselbst abgesetzt wurden,
sondern die Folge einer activen Einwanderung der Anfangs
bekanntlich sechsbeinigen Larven. Die mit solchen Pa-
rasiten besetzten Polypen unterliegen einer Degenera-
tion, deren Grad mit der Zahl der Parasiten zunimmt.
Die Tentakel verkümmern, und die Ammen bilden nur wenig
oder gar keine Geschlechtsknospen. Unter allen Umstän-
den aber behält der Polyp seine Mundöffnung, aus der
die jungen Pycnogoniden später auskriechen.
Grobben handelt in dem 72. Bande der Sitzungsber.
der Wiener Akademie (1875 1. Abth. S. 1—32 mit 2 Taf.)
über „Podocoryne carnea" und schildert dabei den grobem
und feinern Bau dieses Polypen und seiner Meduse. Die
Skeletspitzen, die dem Wurzelskelet ganz nach Art der
Polypen aufsitzen und auch gleich diesen als ursprünglich
nur weichhäutige Ausstülpungen der gesammten Leibes-
in d. Naturgescli. d. nied. Thiere wälir. d. Jalire 1872 — 1875. 415
wand entstellen, ihr Ectoderm und Entoderm überdies zeit-
lebens behalten, werden vom Verf. als eine eigne Art von
Polypen (Skeletpolypen) bezeichnet. Auch die schon von
Hincks gesehenen „Spiralzoiden'^, die Allman als ab-
norm veränderte Nährpolypen betrachtet wissen wollte,
bilden, wie bei Hydractinia, eine selbstständige Individuen -
form, die aber nur den männlichen Stöcken zukommt, in
der Nähe der proliferirenden Individuen und am Rande der
Colonie gefunden wird. Wegen der massenhaften Einlage-
rung grosser Nesselkapseln an dem mundlosen Ende und
der grossen Beweglichkeit werden die betreffenden Anhänge
als Vertheidigungspolypen gedeutet. Verf. vergleicht sie,
wohl mit Recht den sg. Nematophoren der Plumulariaden,
obwohl Form und Aussehen noch mehr an die entsprechenden
Bildungen gewisser Campanulariaden, wie namentlich Ophio-
des und Lafoeina, erinnert. Eine äusserlich das Wurzel-
skelet überziehende Ectodermschicht, wie Allman sie an-
nahm, fehlt nach unserm Verf. gänzlich; nur die Spitzen
tragen gelegentlich einen von Aussen angelagerten weichen
Ueberzug. Zwischen Ectoderm und Entoderm liegt eine
äusserlich von Muskelfasern bedeckte Stützlamelle, die
um so dicker ist, je kräftiger die Muskulatur sich ent-
wickelt zeigt. Die Fasern selbst erwiesen sich trotz ihrer
verhältnissmässig beträchtlichen Länge und Stärke als
Fortsetzungen der Ectodermzellen, die also auch hier als
Neuromuskelzellen im Sinne Kleinenberg's aufzufassen
sind. Die Medusenknospen entwickeln, wie die Medusoi-
den der Siphonophoren, einen Knospenkern, aus dem nach
der Darstellung des Verf.'s die weiblichen Geschlechtsstoffe
eben so, wie die männlichen hervorgehen. Die Ausbildung
dieser Produete erfolgt übrigens lange vor dem Freiwerden
der Medusen. Zum Schluss beschreibt Verf. die durch den Pa-
rasitismus der Pycnogonidenlarven erzeugten Degenerationen
der Nährpolypen und proliferirenden Individuen, so wie eine
Anzahl von Missbildungen, unter denen eine Zwillingsme-
duse, wie sie auch Allman auffand, und eine solche mit
nur drei Tentakeln besonders hervorzuheben sein dürfte.
Die Entstehung der Zwillingsmeduse wird durch die An-
nahme erklärt, dass aus dem Stiele der Medusenknospe,
416 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlicheu Leistimgeu
wie das in der That gelegentlicli vorkommt, eine zweite
in nächster Nähe geknospt sei.
Durch Gerbe's Abhandlung über die Entwicklung
und Metamorphose von Coryne squamata (Journ. Auat. et
Physiol. 1875. p. 441—451 Tab. XI— XIII) werden unsere
bisherigen Kenntnisse nur wenig erweitert.
Anders aber verhält es sich mit den Untersuchungen,
welche All man „on the structure and development of
Myriothela" in den Transact. roy. Soc. (Vol. 165. P. IL
p. 549—575 Tab. LV— LVIII, im Auszuge Proceed. roy.
Soc. 1875. Vol. XXIII. p. 250—254 und Ann. nat. bist.
Vol. XIV. p. 317—321) niederlegt hat, indem diese uns
mit zahlreichen und zum Theil sehr unerwarteten That-
sachen bekannt machen und insofern über die Natur dieses
so interessanten Hydroiden ein neues Licht verbreiten, als
sie unzweifelhaft nachweisen, dass derselbe kein ein-
faches Thier ist, wie bisher sehr allgemein geglaubt wurde,
sondern eine Thiercolonie mit vier von einander verschie-
denen Individuenformen. Die frühere Auffassung erklärt sich
durch den Umstand, dass der bei Weitem grosseste Theil des
Hydroidenvon einem einzigen mächtig entwickelten Nährthiere
(hydranth) gebildet ist, das den Stamm der gesammten Colo-
nie bildet und mit seinem von einer Chitinscheide bedeckten
Wurzelende auf Steinen u. dgl. festsitzt, während das cylin-
drische, lange und ausserordentlich contractile Kopfende
mit einer beträchtlichen Menge (mehreren Hundert) ge-
knöpfter Tentakel besetzt ist. Das Mittelstück trägt die
Gonophoren (Geschlechtsthiere), die bekanntlich sessil sind,
aber nicht direct an dem Nährthiere knospen, sondern an
besonderen Seitenzweigen (blastostyles), die ganz nach Art
des Nährthieres gebaut sind, nur kleiner und mundlos
bleiben und eine nur geringe Anzahl von kurzen Tentakeln
tragen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass diese Anhänge,
wie schon Hincks wollte, besondere proliferirende Indivi-
duen darstellen, wie sie vielfach bei den Hydroiden gefun-
den werden. Neben der Anheftungsstelle derselben erhebt
sich aber noch eine andere bisher übersehene Form von
Anhängen (claspers), einfache tentakelartige Fortsätze von
cylindrischer Form und grosser Beweglichkeit, die den
in d. Naturgesüh. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 417
spiraligen oder sclilangenartigen Wehrthieren der Hydra-
ctinen vergliehen werden, aber nicht, wie diese, zur Ver-
theidigimg dienen, sondern eine bisher noch nirgends
beobachtete Verwendung finden, indem sie mittelst ihres
fast saugnapfartig gestalteten Endstückes die von den weib-
lichen Geschlechtsthieren gebildeten und nach der Reife
(Befruchtung?) hervortretenden Eier an sich befestigen und
in Form eines kugligen Aufsatzes bis zum Ausschlüpfen
der Larve umhertragen. (Mit Rücksicht auf diesen Um-
stand möchte Ref. für die betreffenden Anhänge den Na-
men Oophoren in Vorschlag bringen.) Männliche und weib-
liche Geschlechtsthiere haben eine einfache Kugelform mit
Manubrium, aber ohne Radiärkanäle und stehen ziemlich
regellos an demselben Fruchtzweige neben einander. Bei
mikroscopischer Untersuchung erkennt man überall bei
unsern Thieren ein Ectoderm und Entoderm, die beide von
einer mehrfachen Zellenschicht gebildet sind und eine von
Muskelfasern belegte Stützmembran zwischen sich nehmen.
Die letztere bildet zahlreiche zottenförmige Vorsprünge, die
in den Innenraum hineinragen und an ihrer freien Ober-
fläche mit Flimmerhaaren und Pseudopodien besetzt sind.
Ihre Zellen haben eine sphäroidale Gestalt und enthalten
am Ende der Zotten gewöhnlich eine Körnermasse, die
wohl als ein Excretstoff aufzufassen sein möchte, da man
derartige Zellen nicht selten auch frei in dem verdauenden
Hohlräume antrifft und durch den Mund nach Aussen her-
vortreten sieht. Das Ectoderm zerfällt in zwei scharf gegen
einander abgesetzte Lagen, von denen die äussere aus
runden, die innere aber aus keulenförmigen Zellen sich zu-
sammensetzt, die pallisadenförmig der Muskelschicht auf-
sitzen, ohne dass Verf jedoch einen deutlichen Zusammen-
hang damit constatiren konnte. Dafür aber sieht man die
Wurzelenden derselben häufig zusammentreten, so dass da-
durch gelegentlich der Anschein von förmlichen Zellen-
bäumchen entsteht. Verf ist geneigt, diese Zellen für ner-
vöse Elemente zu halten. Ebenso möchte er eine eigen-
thüraliche Form von Nesselkapseln, die neben andern un-
verkennbaren Gebilden dieser Art in den knopfförmigen
Endanschwellungen der Tentakel gefunden wurden, statt
418 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
eines dünnen und langen Fadens aber einen kurzen ziem-
lich dicken Cylinder in sich einschliessen, „wegen ihrer
Aehnlichkeit mit Pacinischen Körperchen" als Sinnesorgane
in Anspruch nehmen. Was Verf. über die Entwicklung
der Geschlechtsthiere oder Geschlechtskapseln mittheilt,
lässt sich mit unsern bisherigen Erfahrungen über diese
Gebilde nur schwer vereinigen. Die erste Andeutung der-
selben entsteht unter der Form einer Ausstülpung des
Innenraumes, welche die Stützlamelle vor sich hertreibt
und in das Ectoderm hineindringt, ohne Anfangs mehr als
eine leichte Auftreibung desselben hervorzurufen. Dicht
vor dieser Aussackung entsteht nun innerhalb der Stütz-
lamelle ein Gebilde, das mit dem sg. Knospenkern der
Medusoiden die grosseste Aehnlichkeit hat, aber nach un-
serm Verf. von dem Ectoderm völlig unabhängig ist. Es
soll einen selbstständigen mit protoplasmatischer Sub-
stanz gefüllten Hohlraum (gonogenetic Chamber) darstellen,
dessen Inhalt sich mit der Vergrösserung und weitern Ent-
wicklung des Anhanges sehr bald in eine Zellenmasse
differenzirt. In den männlichen Gonophoren nun führen
diese Zellen im Lauf der Zeit direct zu der Bildung
von Samenelementen, die bei Myriothela übrigens eine un-
gewöhnliche Kleinheit besitzen. Anders aber in den weib-
lichen Anhängen, in deren Innerm diese Zellen allmählich
zusammenschmelzen und schliesslich ein einziges von zahl-
reichen Kernen durchsetztes grosses Plasmodium bilden.
Dieses Plasmodium nun repräsentirt das Ei, das von einer
dünnen Membran bedeckt, nach seiner Reife aus der leb-
haft sich contrahirenden Hülle hervortritt und dann auf
der benachbarten Oophore sich befestigt. Erst jetzt be-
ginnt die Furchung, indem der Inhalt der Eihaut wieder
in zahlreiche gekernte Kugeln zerfällt, die sich zu einer
Hohlkugel mit mehrfach geschichtetem Ectoderm und En-
toderm zusammengruppiren. Nach einiger Zeit bemerkt
man auf der Oberfläche derselben eine Anzahl von Oeff-
nungen, die je in einen nach innen hineinragenden hand-
schuhfingerartigen Fortsatz führen. Die Anhänge, an denen
beide Keimhäute betheiligt sind, repräsentiren die ersten
Tentakel, wie man erkennt, wenn dieselben, bei der jetzt
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 419
erfolgenden Geburt, nach Aussen umgestülpt werden. Der
junge Embryo ist, wie bei den Tubularien, eine Actinula.
Anfangs von einer kugligen Form, streckt sich derselbe als-
bald, um dann im Umkreis des einen abgerundeten und
offenen (mit Mund versehenen) Endes eine Anzahl stumpfer
Höcker zu bilden. Diese letztern sind die Anlagen der
bleibenden Tentakel, denn die zuerst gebildeten langen
und cylindrischen Anhänge — dieselben Gebilde also,
welche bei den Tubularien den hintern Tentakelkranz
darstellen — gehen nach dem Festsetzen allmählich wieder
verloren. Nachdem dieselben verschwunden, hat das junge
Thier zunächst eine sehr einfache cylindrische oder keulen-
förmige Gestalt. Es ist kaum etwas Anderes, als der spä-
tere Kopf, an dem das Wurzelende und Mittelstück kaum
angedeutet sind, und die Anhänge des Mittelstückes natür-
lich noch gänzlich fehlen.
Kaum minder interessant ist die Erweiterung, welche
unsere Kenntnisse durch die Entdeckung eines sonderbaren
im Schwämmen lebenden und davon bis auf das vordere
Körperende völlig umwucherten Hydroid-Polypen gewonnen
haben. Die ersten Andeutungen über die Existenz der-
artiger Geschöpfe finden wir bei Eimer, der auf der
Leipziger Naturforscherversammlung 1872 (Bericht S. 62)
bei verschiedenen Kieselschwämmen aus der Gattung Esperia
und Reniera, sowie bei einem Myxillaartigen Hornschwamme
besondere polypoide Ernährungs- und Fangthiere beob-
achtet haben wollte, die mit Tentakeln ausgestattet wären
und in chitinigen Röhren lebten, wie Polypen, trotzdem
aber integrirende Bestandtheile der Schwämme darstell-
ten, indem ihre Weich- und Hartgebilde continuirlich in
die entsprechenden Gew^ebstheile derselben übergingen.
Um die gleiche Zeit etwa berichtete Carter von kleinen,
in erweiterten Hohlräumen, wahrscheinlich den Excretions-
canälen, von Reniera (bs. R. fibulata Schm.) lebenden Po-
lypen, deren nach Aussen hervortretende Tentakel dicht
mit Nesselkapseln besetzt wären (Ann. nat. bist. 1872.
T. X. p. 50, parasitic polyps and thread-cells in the par-
enchyme of a sponge). Er spricht dabei die Vermuthung
aus, dass diese Nesselzellen Veranlassung zu der gleichfalls
420 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
von Eimer (vergl. weiter unten) aufgestellten Behauptung
vom Vorkommen genuiner Nesselorgane bei Renieren u. a.
Schwämmen gegeben habe. Die ebenfalls hieher gehörigen
Mittheilungen von Kowalewsky haben wir schon oben an-
gezogen (S, 393). Diese Mittheilungen haben nun durch die
Untersuchungen von Aliman (Nature 1874. Vol. X. p. 257
oder Ann. nat. bist. T. XIV. p. 237 — ausführlicher und mit
einer Tafel Abbild, versehen in den Transact. Linnaean
Soc. sec. ser. Zoology Vol. I. p. 61—66 Tab. XIV.) ihren
vorläufigen Abschluss gefunden. Der nach Art eines Hy-
droidpolypen von einem röhrigen Chitinskelete umgebene
verästelte Stamm ist völlig versteckt im Schwammkörper,
so dass im entfalteten Zustande nur die in dichter Reihe
und grosser Anzahl nebeneinander stehenden Tentakel nach
Aussen hervorragen. Die Mundöffnung liegt in Mitten einer
flachen Kopfscheibe und führt in einen Hohlraum, in den
von den Seiten her vier kreuzweise gestellte Falten hinein-
ragen, die nach unserm Verf je ein Längsgefäss in sich
einschliessen, das unterhalb des Tentakelkranzes in ein
hier gelegenes Ringgefäss überführen soll. Nach hinten
gehen diese Falten allmählich verloren; Verf. glaubt, dass
sich hier die Längsgefässe in den Röhrenraum öffnen.
Das Chitinskleiet zeigt eine quere Ringelung und springt
von Zeit zu Zeit mit vier gleichfalls kreuzweise gestellten
Zapfen nach Innen hinein. Ueber die Geschlechtsverhält-
nisse Hess sich Nichts eruiren, doch meint Verf., dass sich
die Genitalien von den Längswülsten entwickeln würden.
Die Charaktere dieses ^^. Stephan ose yphus mir abüis sind
von dem gewöhnlichen Verhalten der Hydroiden in mehr-
facher Beziehung so verschieden, dass der Verf. die Frage
erörtert, ob der Polyp überhaupt diesen Thieren und nicht
etwa den Akalephen zugehöre. Schliesslich entscheidet
sich derselbe dahin, dass die betr. Form eine eigene neue
Gruppe der Hydrasmedusen (Hydrozoen) darstelle, die als
Ord. Thecomedusae bezeichnet und charakterisirt wird als:
Animal composite, zooids medusiform, with circular and
radiating canals and included in a chitinous rooted peri-
sarc, which forms thecae, with in which they are retractile.
StepJianoscyphus n. geu. Terminal orfice surrounded by
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d, Jahre 1872—1875. 421
a Single circlet of simple filiform contractile tentacula, four longi-
tudiiial caiials; velism and manubriam iindeveloped. Generative
Clements formed in the wall« of the longitudinal canals (?).
Wir wollen zum Schlüsse übrigens noch hinzufügen,
dass inzwischen Fr. Eilh. Schulze, der ein ganz ähn-
liches, wenn nicht identisches Thier untersucht hat {Spon-
gicola fisüdaris), die Existenz der von A lim an beschrie-
benen Canäle leugnet und dieselben auf vier Falten der
Stützlamelle zurückführt, welche in die Bildung der wulst-
förmigen Erhebungen eingehe. Aehnliche Bildungen finden
sich bei den Scyphistomen, und in der That trägt Schulze
auch keinen Anstand, die Polypen als eine Scyphistoma-
artige Jugendform in AnsjDruch zu nehmen. (Archiv für
mikrosk. Anat. 1876. Bd. XIII. S. 795-867 Tab.XLV und
und XL VI.) Dass mit dieser Auffassung auch die Angaben
von Kowalewsky übereinstimmen, ist schon oben ange-
deutet worden.
Mosely bestätigt die Angabe vonAgassiz, dass die
Polypen von Millepora zweierlei Art sind und eines Ma-
genrohres, wie auch der Mesenterien entbehren. An den
grössern Polypen wurden vier Tentakel gesehen. Die Mus-
kulatur ist gut entwickelt. Die äussere Schicht des Po-
lypenstockes ist von einem regelmässigen Netzwerk ge-
wundener Kanäle durchzogen. Aehnlich verhält es sich
bei Stylaster, dessen Polypen auch nach Hydroidenart einen
rüsseltormigeu Mundzapfen besitzen und unterhalb des
Tentakelkranzes — 22 Tentakel — einen einfachen oder
doppelten Kanal von sackförmigen (männlichen) Geschlechts-
anhängen tragen, die freilich nicht frei hervorragen, son-
dern in einem maschigen Faltenwerke der Leibeswand
versteckt sind. Die gleiche Structur wurde bei Crypto-
helia beobachtet, bei einem Polypen, der also keines-
wegs mit den paläozoischen echten Tubulaten zusammen-
gestellt werden kann (nach Verf. auch nicht in Betreff
seiner Mundklappe). Verf. zieht übrigens aus diesen Mit-
theilungen nicht gradezu den Schluss, dass die Millepori-
nen und Stylasteriden den Hydroidpolypen zu überweisen
seien: er hat sich davon erst später überzeugt, wie wir
in dem nächsten Jahresberichte hervorzuheben haben.
422 Leuckart: BericM üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Proc. roy. Soc. 1875. V. XXIV. p. 68, ausführlicher Philos.
transact. Vol. 166 p. 112 und 115.
AuchSars hebt bei den Polypen der von ihm wieder
aufgefundenen Millepora (Allopora) norwegica Gunn. die
Anwesenheit eines Mundzapfens hervor. Forh. Selsk. Christ.
1872. p. 115.
A lim an unterwirft die Frage nach den verwandt-
schaftlichen Beziehungen der Graptolithen einer eingehen-
den Untersuchung (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. IX. p. 364
— 383 mit Holzschn. oder Monogr. gymnobl. Hydr. P. 2
p. 177 ff.) und kommt dabei zu dem Resultate, dass diese
Thiere, die man nach ihrem auffallendsten Charakter viel-
leicht am besten als Rhabdophoren (Allm.) bezeichnet, der
Gruppe der Hydroiden zugehörten und zumeist mit den
Plumulariaden verwandt seien. So beweise nicht bloss die
Bildung der Becher, die offenbar den Nematophoren und
nicht den Hydrotheken homolog seien, sondern auch die vom
Verf. bestätigte Entdeckung corbulaartiger Fruchtzweige,
die dem Stamme anhängen. Auf diese Weise würden un-
sere Thiere dann zu Hydroiden ohne Polypenköpfchen,
bloss mit Nematophoren — zu Geschöpfen, von denen es
freilich zweifelhaft sein dürfte, ob sie überhaupt noch als
Coelenteraten (und nicht vielmehr als Rhizopoden) zu be-
trachten sein dürften. On the morphology and affinities of
Graptolithes.
Neue ausgezeichnete Formen von Graptolithen bei Al-
leyne Nicholson, Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XVL
p. 267—273 Tab. VII.
Hincks versucht in seiner „Note on Prof. Heller's
Catalogue of the Hydroida of the Adriatic" (Ann. and Mag.
nat. bist. Vol. IX. p. 116-121 vergl. J. B. 1868. S. 427)
eine kritische Revision der von Heller aufgezählten Ar-
ten, die um so dankenswerther ist, als letzterer bei der
Aufstellung seines Cataloges die sehr reichhaltige neuere
englische Hydroiden- Litteratur nicht näher berücksichtigt
hat, obwohl nicht weniger als mindestens 18 Species der
Adria und der englischen Küste gemeinsam sind. Zu den
letztern gehört u. a. Sertularia EUisii Hell. == Sertularella
polyzonias Auct., Dynamena pinaster Hell. = Diphasia
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 423
attenuata Hincks, Thuiaria lichenastrum Hei. = Tb. arti-
culata Fall., Laomedea gelatiiiosa Hell. = Campanularia
flexuosa Hincks, Campanularia volubilis Hell. = C. (Clytia)
Johnstoni Aid. Ebenso Anisocalyx (Plumularia) secimda-
riiis Cav., die wahrscheinlich eine stammlose Varietät von
Plum. Catharina Johnst. darstellt. Anis, bifrons Hell, ist
mit Plum. setacea Ell. sehr nahe verwandt, während die
PL setacea Hell, neu zu sein scheint und am besten als
PI. HeUeri benannt wird. Zwei der von Heller beschrie-
benen Arten (Coryne pusilla und Laomedea dichostoma)
lassen sich nicht identificiren.
AI Im an veröffentlicht in dem Journal Linnaean So-
ciety Zool. Vol XII. p. 251—284 Tab. IX— XXIII) „Dia-
gnoses of new genera and species of Hydroida", die uns
mit den folgenden neuen Formen bekannt machen: Peri-
gonimus muUicornis Kattegat (mit Gonophoren an den Po-
lypenstielen), Eudendrium rigiäum Dänemark, Hydractinia
monocarpa auf Trophon clathratum aus Spitzbergen (mit
sehr reducirten, immer nur eine einzige grosse Geschlechts-
kapsel tragenden Ammen), Podocoryne inermis auf Nassa
reticulata von der dän. Küste, Cladocoryne pelagica auf
Sargassum des Golfstromes, Amalthaea islandica Nord -Is-
land (mit hintern Tentakeln, die an Länge fast dem Stamme
gleichkommen), Monocaulus groenlandicus ; Campanularia
crenata Japan, C. grandis ebendah. (mit relativ sehr grossen
Thier - Bechern und gruppenweise zusammenstehenden
flaschenlormigen Gonangien), C. gracüis mit der vorigen Art
zusammen auf Selaginopsis fusca, C. juncea Ceylon (mit
dicken, 12" hohen Stämmen), Sertulariella Johnstoni Gray
Neu Seeland, S. integra ebendah.,^ S. ejjiscopus (mit auf-
fallend geformten, dreikantigen Gonangien) gleichfalls von
Neu Seeland, Sertularia arctica Spitzbergen, Besmoscyphus
(n. gen.) BusJcü Neuseeland, Synthecium (ein hier zum
ersten Male charakterisirtes Genus, dadurch ausgezeichnet,
dass einzelne Gonangien den Stiel eines Polypenbechers
in sich einschliessen) elegans ebendah., Thuiaria (ein Ge-
schlecht, das Verf. nicht bloss durch die — bisweilen
nur unvollständig — angewachsenen Polypenbecher, son-
dern vorzugsweise durch die grössere Anzahl der durch
424 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Internodien getrennten Becher charakterisiren möclite) crassi-
caulis Japan mit ungewöhnlich dickem Stamme, TL coro-
nifera ebendah. mit einem von verästelten Ranken gebil-
deten Korbe auf den reifen Gonangien, Th. Udens Neu
Seeland, 1%. doUchocarpa Nord Island und Neu Seeland,
TL cerastium von denselben Fundorten, Th. persocialis Na-
tal, Selaginopsis (n. gen.) /^«5ca Japan, Pericladium (n.
gen.) hidentatum Japan, Aglaophenia acantJiocarpa Neu-See-
land (mit Polypenbechern, wie Macrorhynchia, gleichzeitig
aber mit schöner Corbula), Ä. laxa ebendah., Halicornaria
(ein Genus, das sich nach unserem Verf. vorzugsweise
durch den Besitz freier Gonangien auszeichnet, wie Kir-
chenpauer's Macrorhynchia, ausserdem aber noch eine
Anzahl von Arten einschliesst, die nach der Bildung der
Nematophoren von letzteren verschieden sind) saccaria,
H. insigniSj H. bipinnata, sämmtlich von Ceylon. Zur näheren
Charakterisirung der neu aufgestellten Genera führen wir
in Folgendem die Diagnosen bei:
D esmo sc y phus efAm.Sevtnldir. AWm.. Hydrocaulus jointed, each
internode corresponding to one or more pairs of hydrothecae. Ily-
drothecae adnate to one another in pairs, and each pair adnate to
the front of the hydrocaulus. GoDangia simple, borne aloug the
front of the hydrocaulus.
Synth ecium Ailm. Hydrocaulus divided into internodes, each
internode carrying a pair of opposite sessile hydrothecae. Gonangia
supported upon peduncles which spring from within the cavity of
certain hydrothecae, where they take the place of the hydranth.
Pelaginopsis efam. Thuiar. Allm. Hydrophyton consisting of
a Single axile tube, to which the hydrothecae are adnate, and on
which they are disposed in several longitudinal rows, Gonosome not
known.
Pericladium e fam. Thuiar. Hydrothecae more or less immer-
sed and closely set round bifurcating ramuli, which spring from
the sides of a common stem. Gonangia scattered, springing from bet-
ween the hydrothecae.
Ha licornariaBusk. Hydrocaulus with pinnate ramification . Hy-
drothecae usually with an intrathecal ridge. Nematophores fixed;
mesial nematophore adnate for a greater or less extend to the front
of the hydrotheca, rarely free. Gonangia not included in corbulae
or protected by gonangial ramuli, but carried on the common stem,
or on more or less modified hydrotheeal pinnae.
Die Videnskab-Selsk. Forhandl. Christ, für 1873 ent-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872— -1875. 425
halten einen „Bidrag til kundskaben om Norges Hydroider"
(62 Seiten mit 4 Tafeln), in welchem 0. Sa rs die von ihm
in einer Tiefe von mehr als 50 Faden an der Norwegen-
schen Küste beobachteten Arten in systematischer Reihen-
folge aufführt und je nach ßedttrfniss mit mehr oder minder
eingehenden Bemerkungen (besonders über Bau und Syno-
nymie) illustrirt. Im Ganzen erstrecken sich die Unter-
suchungen des Verf/s über 58 Arten, von denen nicht
weniger als 16 (darunter Repräsentanten von 3 neuen Ge-
schlechtern) hier zum ersten Male — in lateinischer Sprache
— charakterisirt und beschrieben sind. Die grössere Mehr-
zahl (43) gehört zu der Gruppe der Thecaphoren. Aus
einer Tiefe von über 300 Faden wurde nur eine einzige
Art, Perigonimus abyssi (400 F.), hervorgeholt, zwischen
2 und 300 deren 5, zwischen 150 und 200 15, zwischen
100 und 150 schliesslich 20. Der Vollständigkeit wegen
werden auch die in geringerer Tiefe lebenden Formen auf-
gezählt: 6 Arten der Littoralfauna, 11 der Laminarienzone
(bis 10 Faden Tiefe), 13 der rothen Algenregion. Die
grosse Aehnlichkeit mit der brittischen Hydroidenfauna
spricht sich darin aus, dass der letztern — nach Abzug
der neuen Arten — nur 10 der norwegen sehen Formen
fehlen. 25 Arten theilt Norwegen mit Nordamerika — da-
runter auch den interessanten bisher nur an der Ostküste
N.-Amerikas beobachteten Acaulis primarius Stimps., der
im Normalzustande übrigens festsitzt und keineswegs frei
im Wasser umhertreibt — , 19 mit dem Mittelländischen
Meere, 11 mit Grönland und dem hohen Norden. Unter
ihnen sind 12 Arten (Thuiaria thuia, Sertularia pumila*
und abietina*, Sertularia polyzonias*, Diphasia tamarisca,
Halecium halecinum*, Lafoea dumosa, Campanularia volu-
bilis* und C. caliculata, Obelia geniculata, Tubularia in-
divisa* und T. larynx), welche Norwegen mit England,
dem Mittelmeer und Nord -Amerika gemein hat, und 6 —
die mit * bezeichneten — , welche daneben auch noch in
Grönland vorkommen. Die neuen Arten sind: Aglaophenia
radicellata, A. hicuspis (mit zerstreuten, nicht zu einer Cor-
bula vereinigten Gouophoren), A. infegra, Polyplumaria
(n. gen.) flabellata — stimmt durch das Verhalten seiner
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. CC
426 Leuckart: Bericht üb. d. wissenscliaftlichen Leistangen
Seiteiizweige, der Polypenbeclier und Nematophoren mit
Plumularia, besitzt aber dabei eine sehr eigentbümliche
und elegante fächerförmige Verästehmg — , Plumularia
elegantula, Ileteropyxis norwegica, Diphasia elegans, Sertu-
laria tenera, Opltiodes parasitica (auf Polyplumaria), Hale-
cium gorgonoide, Lafoea capillariSy L. pinnata, Calycella
producta j Lafoeina (n. gen.) tenuis — eine Form, die
in ihrem Habitus zunächst an Cuspidella sich anschliesst,
aber lange und in ganzer Länge von einer Skeletscheide
umschlossene Nematophoren trägt — Campamdaria pani-
culata, Perigonimus ahyssi (mit freier Medusenbrut, während
sonst die Tiefseehydroiden sämmtlich sessile Geschlechts-
thiere tragen), Dicoryne flexuosa (mit einem auf Sabellen-
röhren hinkriechenden Stolo), Bhizoragium (n. gen.)
roseum. Die Diagnose des neuen Gen. Rhizoragium lautet
wie folgt:
Bhizoragßum n. gen. e fam. Atractylid. Sars. Polyparium
carneum, e tubulo ramoso repente et surculis polypiferis de illo
surgentibus, siogulis, erectis, filiformibns, non ramosis constans, Ca-
pitiila polyponim clavata seu fusiformia, non retractilia, raedio ten-
taculis filiformibns uniserialibus circumdata; ore in proboscide pro-
minente terminali. Gonophori singiili, sessiles, numqnam caduci,
globosi seu ovati, breviter pedicellati, absque ore et cirris margina-
hbus, non in surculis sed in stolone enascentes, in aliis coloniis
omnes masculi, in aliis feminei.
Hincks macht (Ann. nat. bist. Vol. XIII. p. 125—139,
notes on Norvegian Hydroida from deep water) die hier
angezogene Arbeit von Sars zum Gegenstande eines Be-
richtes, der durch die zahlreich eingestreuten kritischen
und vergleichenden Bemerkungen besonderen Werth erhält
und somit eine wichtige Ergänzung der betreffenden Ab-
handlung bildet. Das früher verworfene Genus Hetero-
pyxis Hell. (= Loweia Menegh.) möchte Hincks jetzt
für die Plumularien mit annäherungsweise spiraliger Stel-
lung der Pinnae beibehalten wissen. Für Ophiodes para-
sitica wird ein besonderes Genus Opliionema und ebenso
für Halecium gorgonoide ein solches unter der Bezeichnung
Hydro dendron aufgestellt und in nachstehender Weise
begründet.
Ophionema Rincka. Shoots small, simple or slightly branched,
in d. Naturgesch. d. nied. Thißre währ. d. Jahre 1872 — 1875. 427
jointed, uot regularly pinnate or plumose, attached by a creeping
stolon; hydrothecae sessile, unilateral, cup-shaped; tentaculoid Or-
gans distributed only on the shoots, exteusile, filiform, terminating
above in a globniar capituliim filled with thread-cells, and protected
at the base by a chitinous cui); gonothecae of large size, borne
singly near the bases of the shoots; polypites not retractile within
the calycles.
HydrodendronUmcks. Zoophyte plant-like, much branched,
rooted by a creeping stolon ; hydrothecae biserial, tubulär, jointed
to a Short lateral process frorn of the stera; polypites very large,
partially retractile; tentaculoid appendages minute, filiform, nacked,
terminating above in a subglobose capitulum filled with thread-cells,
distributed over the stem and the branches, one beiow each calycle;
gonothecae unknown.
An diese Arbeiten scliliesst sich sodann eine Abhand-
lung von Hincks „on deep-water Hydroida from Iceland"
(ibid. p. 146—153 PI. VII— VIII) nach eineni Materiale,
das in einer Tiefe von 100 Faden von Wal lieh bei Rei-
kiavig gefischt wurde. Dasselbe enthielt 17 verschiedene
Arten, die zum grossen Theile der auch sonst in hohem
Norden vielfach vertretenen Familie der Lafoeiden ange-
hörten. Als neu werden aufgeführt und beschrieben: La-
foea grandis (= L. fruticosa 0. Sars), Calycella oUiqua^
C, qtiadridentata, Halecium cremdatum, Sertidarella geni-
culata.
Unter den von Kirchenpauer untersuchten Hydroi-
den der zweiten deutschen Polarfahrt (Reisewerk 1874
S. 416) Hessen sich vier 8pecies unterscheiden, die aber,
mit Ausnahme der Lafoea fruticosa, nur in Fragmenten
vorlagen. Eine derselben, eine Sertularia (S. filiformis, ra-
mosa, hydrothecis distantibus, alternis, tubulosis, adpressis,
ore integro), dürfte neu sein, dag Fragment war aber zu
klein, um bestimmt werden zu können.
Die in den Schriften des Otago Institute (May 1874)
enthaltenen „Notes on the New-Zealand Hydroideae" von
Coughtrey sind Ref. ebensowenig zu Gesicht gekommen,
wie Hutton's Arbeit über Neu- Seeländische Sertularien
(New Zealand Inst. Vol. V. 1872), die übrigens durch die
Bemerkungen Coughtrey's vielfach ergänzt und berich-
tigt sein soll.
Norman findet bei der Untersuchung der dem trans-
428 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
atlantischen Kabel aufsitzenden Thiere unter andern hin-
reichend bekannten Hydroiden (Ann. nat. bist. Vol. XV.
p. 173) auch die Cryptolaria exsuta Busk, die er als
Typus eines neuen Gen. Äcryptolaria in Anspruch nimmt.
Ein darauf angesiedelter an Coppinia erinnernder Hydroid
wird als Scapus iuhifer beschrieben.
Gen. Aeryptolaria'Novm. Zoophyte ramose, irregularly Viran-
ched, branches composed of several tubes; hydrothecae rather di-
stant, subspirally or rather alternately arranged, tubulär, not con-
tracted at the base and prolonged into the branche itself; mouth
somewhat patulous.
Gen. Scapus Norm. Zoophyte in the form of a spongious
mass roUed in cylindrical form round the stem of branching Hy-
drozoa and consisting of a series of somewhat closely packed sub-
quadrate hydrothecae, closed in above, except at the centre, where
tbe hydrotheca projected in form of a short simple, cylindrical
horny tube.
Allman's Report on the Hydroida collected during
the expeditions of H. M. S. Porcupine (Transact. zoolog.
Soc. T. VIII. p. 469—481 PL LXV-LXVIII) enthält die
Resultate von Untersuchungen, die uns nicht bloss mit zahl-
reichen neuen Formen bekannt machen, sondern auch auf
die Lebensverhältnisse derselben manch neues Licht werfen.
Zunächst hat sich dabei herausgestellt, dass die Hydroi-
den bis zu einer bedeutenden Tiefe (600— 700 Faden, viel-
leicht noch mehr) hinabsteigen und hier zum Theil sogar
durch Arten vertreten sind, die, wie Sertularella polyzonias,
Hydrallmannia falcata, Thuiaria articulata, auch in unbe-
deutender Tiefe beobachtet werden. Auch der zwischen
Schottland und den Faröern verlaufende kalte Strom ist
von Hydroiden bewohnt, obwohl, wie es scheint, nur von
solchen Arten, die anderweit nicht vorkommen. Alle Tief-
seehydroiden sind, und das ist ein weiteres Resultat von
allgemeinerer Bedeutung, Formen mit sessilen Geschlechts-
thieren, Droduciren also keine Medusengenerationen. Mit
Ausnahme von Eudendrium ramosum und wenigen andern
(Eudendrium und Perigonimus) gehörten die gesammelten
Arten auch sämmtlich zu den sg. calyptroblastischen Grup-
pen. Im Ganzen beträgt die Zahl der hier beschriebenen
Arten 11, und diese sind sämmtlich — vielleicht mit einer
in d. Naturgesch. d. uicd. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 429
Ausnahme - von unserm Verf. neu beobachtet und benannt.
Es sind: Lafoea halecioides ^ Thuiaria laxa, Th. hippuris,
Th. salicornia, Biphasia coronifera^ Serhdarella Gayi var.
robusta (die ohne die vorhandenen Zvvischenlormen be-
stimmt als eine neue Art betrachtet worden wäre), Acjla-
ophenia dromaius, Ä. elongata^ Halicornaria (Char. emend.)
ramtdifera, Cladocarpus{\i. gen.) formosus, Diplopteron
(n. gen.) insigne. Zur Charakteristik der neuen Formen
fügen wir folgende Genusdiagnosen bei :
Halicornaria Busk. Hydrocaulus with pinnate ramificatiou.
Hydrolhecae usiially with au intrathecal ridgc. Nematophores fixed;
lateral nematophores on each side of the orifice of the hydrotheca:
mesial nematophores usually ädnate for a greater or less extend to
the front of the hydrotheca, rarely free. Gonangia not included in
corbulae or protected by gonaugial branches.
Cladocarpiis Allm. Hydrocaulus with pinnate raraification.
Hydrotheca with an intrathecal ridge. Nematophores fixed; lateral
nematophores one on each sido of the orifice of the hydrotheca;
mesial nematophores usually adnate for a greater or less extent to
the front of the hydrotheca, occasionally free. Gonangia not inclu-
ded in corbulae, but borue on the sides or at the baae of special
protective branches, which are appendages of the pinnae. (Mit Agla-
ophenia verwandt, aber mit Geschlechtsauhängen, die, statt selbst me-
tamorphosirte Pinnae darzustellen, an den Pinnae befestigt sind.)
Diplopteron Allm. Hydrocaulus plumpse, doubly pinnate, ne-
matophores movable, never adnate to the hydrotheca; hydrothecae
destitute of intrathecal ridge; two paires of nematophores flauking
the hydrotheca. Gonangia not protected by corbulae or by special
ramuli.
Derselbe Verf. giebt auch einen provisorischen Bericht
über die von Graf Pourtales im Golfstrom an der Nord-
Amerikanischen Küste gesammelten Hydroiden (Bulletin of
the Museum of compar. Zoology 1873. N. 7). Es sind im
Ganzen 73 Arten, von denen 63 noch nicht beschrieben
wurden. Eilf derselben gehören zu den Gymnoblastischen
Formen, 62 zu den Calyptroblastischen (15 Campanulariaden,
19 Sertulariaden, 28 Plumulariaden). Von Europäischen
Formen finden sich nur wenige Vertreter: Tubularia indi-
visa, Filellum inmersum, Halecium muricatum, Sertularia
Gayii und S. robusta (Varietät der vorhergehenden Art),
Sertulariella polyzonias, S. tricuspidata, Antennularia^ra-
mosa und Plumularia Catharina.
430 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Weiter beschreibt Allman (Nature T. XL p. 179)
noch folgende neue Hydroiden, meist gleichfalls den Ca-
lyptroblastiden zugehörig: Hydracünia mo?^ocöfrpa Spitzber-
gen, Gampanularia grandis Japan, Sertularia arctica Spitz-
bergen, Macronychia (?) insignis Ceylon, Tax eil a (n. gen.)
eximia ebendah. Eine Sertularienforra mit paarweise ver-
wachsenen, nicht gegenüberstehenden Polypenkelchen wird
gleichzeitig zum Typus eines neuen Gen. Geinminella
gemacht.
Taxclla n. gen. Hydrothecae and nematophores formed on
the type of Aglaophenia, but gonophores not protected by corbulae;
ramification double pinnate.
Eine andere gleichfalls neue Sertulariadenform, Syn-
thecium elegans Allman, (monogr. Gymnobl. Hydroida p. 229)
charakterisirt sich durch den Besitz gerippter Gonangien,
die mittels eines schlanken Stieles aus der Tiefe der Po-
lypenbecher hervorgewachsen sind. Ob diese Becher ur-
sprünglich einen Nährpolypen beherbergten oder ausschliess-
lich zur Aufnahme der Gonangien zu dienen haben, Hess
sich nicht entscheiden, da dem Verf. bloss getrocknete
Exemplare zu Gebote standen. Die Polyparien stammten
aus Neuseeland.
Flumularia cornucopiae n. zumeist mit PI. Catharina
verwandt, Hincks, Ann. and Mag. nat. bist. Vol. X. p. 380
PI. XXI.
Plumidaria gracillima n. Sars, Forh. Selsk. Christ.
1872. p. 118.
Aglaophenia (Lytocarpia) Moehiin. sp. Schulze, Coel-
enteraten a. a. 0. S. 134 mit Gonocladien, die nicht vom
Stamme, sondern vom untersten Gliede einer Pinnula
entspringen und ohne Nematocladien sind.
Ohelia hicuspidata, 0. hidentata, Gampanularia pyg-
maeay Gonothyraea tenuis^ Operctdarella pmnila, Halecium
articulosum, Sertularia argentea var. divaricata, Flumularia
Verrillii nn. sp. Clark, Dqscript. ot new or rare species
of Hydroids from the New England Coast, Transact. Con-
nect. Acad. Vol. III. P. 2. p. 58-66. Tab. IX. (Ein Theil
der hier gegebenen Diagnosen ist in VerrilTs Verzeich-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 431
nisse der bei Neu -England neu aui'gefundenen Hydroiden
— Amer. journ. arts and sc. T. X. p. 42 — übergegangen.)
Weitere neue Arten aus Nordamerika: Haleciimi ro-
hiistiim nnd Sertidaria CaroUnensis Verrill I.e. T. III. p. 437,
Diphasia mirahiUs Verr. ibid. T. V. p. 9. Note.
Die zweite Abtheilung von All man 's classischer
Monographie über die Tubulariaden (a monograph of the
gymnoblastic or tubularian Hydroids, Part IL p. 155—441
PL XIV— XXIII London, Ray Society, 1872), deren erste
wir schon in dem letzten Jahresberichte unsern Lesern
vorführen konnten, ist vornehmlich (von p. 235 an), der
Systematik und Beschreibung der einzelnen Arten gewidmet,
die hier vollständig, so weit wir sie kennen, zusammen-
gestellt und nach Bau und Lebensgeschichte geschildert
werden. Die vorausgehenden Capitel behandeln die geo-
graphische Verbreitung und Paläontologie unserer Thiere
(p. 155—186), die Classification und Morphologie der Coel-
enteraten (p. 187—199) — seinem wesentlichen Inhalte
nach reproducirt in Transact. roy. Soc. Edinb. Vol. XX VI.
P. 2. p. 459—466, on the homological relations of the
Coelenterata — einige teratologische Fälle und patholo-
gische Veränderungen, besonders jene, die durch den Para-
sitismus der Phoxichilidien bedingt sind, (p. 200— 204) und
geben schliesslich noch (p. 205 — 227) zur Vervollständigung
und x\brundung des Ganzen eine eingehende Darstellung
von der Anatomie einiger typischer oder sonst charak-
teristischer Formen: Tubularia indivisa, Corymorpha nu-
tans, Clavatella prolifera, Cladomena radiatum, Hydracti-
nia echinata, Gemmaria implexa und Dicoryne conferta.
In Betreff der geographischen Vertheilung betont Verf. u. a.
die auffallende Thatsache, dass es keineswegs die Arten
mit freien Geschlechts thieren sind, welche die weiteste
Verbreitung haben, sondern solche mit sessilen (sporosacs).
Unter den letztern finden sich Formen wie Sertulariella poly-
zonias, Sertularia operculata undSert. pumila, denen man
einen nahezu kosmopolitischen Character vindiciren darf.
Uebrigens sind unsere dermaligen Kenntnisse von den fau-
nistischen Verhältnissen der Hydroiden noch sehr unvoll-
kommen. Nur die nördliche Hälfte des atlantischen Oce-
432 Leuckart: Bericht üb. d. wissensuhaftlicheu Leistungen
anes ist in dieser Hinsicht so weit durchforscht, dass wir
hier drei von einander verschiedene Provinzen aufstellen
können, die boreo-celtische, die nordamerikanische und mit-
telmeerische. Daneben unterscheidet Verf. noch als ziem-
lich gesichert eine westindische, eine nordpacifische, austra-
lische und neuseeländische. Die meisten Arten leben in
einer verhältnissmässig geringen Tiefe, bis 50 oder 100
Faden, doch ist durch die neueren Tiefseeex})editionen der
Nachweis geliefert, dass die bathymetrische Verbreitung
unserer Thiere damit noch lange nicht begrenzt ist. Was
wir mit Sicherheit von fossilen Hydroiden kennen, betrifft
fast ausschliesslich die Gruppe der Hydractinien. Oldhamia,
Corynoides und auch Palaeocoryne scheinen kaum auf
Hydroiden zurückgeführt werden zu können. Dafür aber
ist Verf. geneigt, die Graptolithen den Hydroiden zuzuge-
sellen, wie er das auch später noch in einer eignen kleinen
Abhandlung zu begründen versucht hat. Sie sollen am
meisten an die Plumulariaden sich anschliessen, insofern
aber abweichend sich verhalten, als statt eigentlicher Po-
lypenzellen (hydrothecae) blosse Nematophoren an ihnen
vorhanden waren. Die teratologischen Beobachtungen des
Verf.'s betreffen vornehmlich Doppelbildungen und Zustände,
die man der Antholyse an die Seite stellen kann. Unter
den erstem besonders interessant ist eine Zwillingsmeduse
von Syncoryne pulchella, die offenbar durch Verwachsung
zweier neben einander sprossender Glocken ihren Ursprung
genommen hat. Zu der andern Gruppe gehören Fälle von
Spiraltentakeln (Hydractinia) mit Fangarmen am Ende, und
von Geschlechtsthieren (Cordylophora), deren Manubrium
nach Entleerung der Geschlechtsstoffe in einen gewöhn-
lichen Polypen (hydranth) ausgewachsen ist. Den Einzeln-
heiten, die Verf. über die anatomischen Verhältnisse der
von ihm genauer untersuchten Formen mittheilt, können
wir natürlich nicht folgen, indessen dürfen wir daraus doch
das Eine oder Andere, so weit es von besonderem Interesse
ist, hervorheben. Dahin rechnen wir zunächst den Nachweis
einer durch freie Keime vermittelten eigenthümlichen Fort-
pflanzung von Corymorpha nutans, die in einiger Beziehung
an die bei Schizocladium beobachtete Vermehungsweise
in d. Naturgesch. d. iiied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 433
(Jahresber. 1870. S. 356) erinnert. Sie wird durch cilien-
lose kleine Körperchen vermittelt, die etwa V2 Linie lang
und Vs Linie breit sind, einen deutlichen Hohlraum in
pich einschliessen und scheidenartig von einer durchsich-
sichtigen zarten Röhre umhüllt werden. Offenbar sind diese
Körperchen, die zu neuen Corymorphen auswachsen, von
irgend einer Stelle des mütterlichen Körpers abgetrennt,
vielleicht, wie Verf. vermuthet, von dem gleichfalls in einer
zarten Scheide steckenden haarartigen Fortsätzen, die am
Wurzelende der Corymorpha unterhalb des zottentragenden
Abschnittes anhängen, nach der Ablösung des Polypen
binnen wenigen Stunden sich regeneriren und nach Art
der Wurzelfäden zur Befestigung dienen. Mit der Gene-
ration der Geschlechtsthiere (Steenstrupia) hat diese Fort-
pflanzung nicht den geringsten Zusammenhang. Was Verf.
über die Geschlechtsthiere von Clavatella und die von Cla-
donema berichtet, stimmt im Allgemeinen mit den Angaben
der altern Beobachter. Beide sind bekanntlich kriechende
Medusen, besonders die von Clavatella, die wegen der Ver-
kümmerung des Mantels ausschliesslich kriechend sich be-
wegen. Die Reduction der Schwimmglocke bringt es auch
mit sich, dass die Geschlechtsproducte auf der gewölbten
Rückenfläche des Körpers zur Entwicklung kommen. Ihre
Lage zwischen Ectoderm und Entoderm stimmt übrigens
mit dem sonst gewöhnlichen Verhalten. Männliche Exem-
plare wurden nicht aufgefunden, wie denn solche über-
haupt nur in einem einzigen Falle bisher (Krohn) zur Be-
obachtung gekommen sind. Dass die Clavatella - Medusen
ihrerseits wieder Knospen erzeugen, ist bekannt. Man
trifft dieselben sowohl zur Zeit der Geschlechtsreife, wie
auch früher, und zwar immer zu zweien einander gegen-
über am Scheibenrande zwischen den kurzen Radiärge-
fässen. Ihre Entwicklungsweise wiederholt genau die Zu-
stände, welche die Meduse beim Hervorknospen an dem
Mutterpolypen durchlaufen hat. Die vom Verf. beobachteten
Cladonema-Medusen hatten übrigens nicht acht Radiärge-
fässe, wie nach den früheren Darstellungen zu erwarten ge-
wesen wäre, sondern zehn, die paarweise, gelegentlich mit ge-
meinschaftlicher Wurzel, aus einer kurzen Aussackung des
434 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen LeiBtungen
Centralraumes hervorkamen. Hydractinia echinata besitzt
ein Polyparium, das von zahlreichen gitterlormig anasto-
niosirenden Chitinröhren gebiklet ist und das Entoderm in
sich einschliesst, während es äusserlich, wenigstens an
seiner freien Oberfläche von einer zusammenhängenden
dicken Ectoderraschicht (mit Nesselkapseln) bekleidet ist.
Tentakel -Polypen (Wright) kamen dem Verf. nicht zur
Beobachtung; er hält dieselben nicht für constante Gebilde
und vermuthet darin blosse missgebildete Spiralpolypen.
Die Medusen von Gemmaria implexa sind vermuthlich die-
selben, welche Gegenbaur als Zanclea beschrieben hat,
oder doch nahe damit verwandt. Die den beiden Tenta-
keln zweizeilig anhängenden Blätter sind Nesselknöpfe, deren
Stiel einer enormen Verlängerung fähig ist, obwohl es nicht
gelingt, darin besondere Muskelfasern oder sonst eine spe-
cifische Organisation nachzuweisen. Verf. glaubt desshalb
denn auch die betreffenden Gebilde den Pseudopodien an
die Seite stellen zu dürfen. Die Aussenfläche der Radiär-
kanäle ist durch einen Zug von Nesselkapseln ausgezeich-
net, die unterhalb des Ectoderms gelegen sind und den
Innenraum eines spindelförmigen Schlauches ausfüllen. Die
sehr eigenthüm liehen freien Geschlechtsthiere von Dicoryne
hat Verf. schon bei einer frühem Gelegenheit (J. B. 1862.
S. 228) beschrieben. Sie werden im Gegensatze zu den
schwimmenden und kriechenden Medusen der übrigen Hy-
droiden als „natatory sporosacs" bezeichnet, obwohl es
doch näher gelegen hätte, sie mit den zweihörnigen flim-
mernden Jugendformen der Aeginiden zusammenzustellen,
mit andern Worten sie als freie Medusen in Anspruch zu
nehmen, die zeitlebens im Larvenzustande verharren und
in diesem Zustande bereits geschlechtsreif von ihren Mutter-
thieren sich abtrennen. Man braucht die von unserm Verf.
gegebenen Abbildungen nur mit den flimmernden Larven
z. B. von Aeginopsis zu vergleichen, um die morphologische
Uebereinstimmung der betreffenden Bildungen auf den ersten
Blick zu erkennen. Sie erstreckt sich — natürlich von
den Geschlechtsproducten der Dicoryne abgesehen — bis
auf die Einzelnheiten, besonders auf die Bildung der Ten-
takel und des coelenterischen Apparates. Dass diese Be-
iu d. Naturgesch. d. niud. Thiere wähl-, d. Jahre 1872—1875. 435
Ziehungen auch für unsere Anschauungen von der systema-
tischen SteUung der Aeginiden von Bedeutung sind, braucht
kaum besonders betont zu werden. Wir entnehmen der-
selben einen neuen Grund für eine Zusanmienstellung mit
den Hydroiden, die auch All man empfiehlt, indem er für
unsere Thiere das nachfolgende System (p. 191) aufstellt.
I. Body iiever provided with a solid rod-like support.
1. Development from the ovum through the iiitervontion of a
hydriform trophosome.
a. Perisarc absent, zooids of trophosome nevcr permanently
attached . EleiiteroUastea (Hydra),
b. Hydropliyton more or loss extensively invested by a peri-
sarc; zooids of trophosome permanently attached,
(i. No hydrothecae or gonangia. Gymnoblastea (Tubularia etc.)
ß. Hydrothecae and gonangia present . Calyptroblastea.
* Hydrothecae separed on peduncles from the axis (Cam-
panularinae).
** Hydrothecae more on less adnate to the axis (Sertu-
larinae).
2. Direct development from the ovum . Monopsea (Aeginidae).
IL Body provided with a solid rod-like support in addition to its
chitinous perisarc Bhahdophora (Graptolites etc.)
Für die Gruppe der Aeginiden substituirt Verf. später (p. 225)
die ältere Bezeichnung Haplomorpha Gar. (Noch älter ist die Be-
nennung Ceratostera, die Ref. für die ohne Generationswechsel sich
entwickelnden Aeginiden mit Rücksicht auf die Starrheit ihrer Rand-
fäden schon in den Nachträgen zu van der Hooven's Zoologie —
1856 — in Anwendimg gebracht hat.)
Unter den Gymnoblasten, die Verf. in der vorliegenden
Monographie behandelt, unterscheidet derselbe 20 Familien,
über deren Charaktere und Inhalt die nachfolgende Zu-
sammenstellung eine Uebersicht giebt.
Farn. Clavidae. Hydrocaulus rudimental or developed. Hy-
dranthus with scattered filiform tentacles. Gonophores fixed sporosacs.
Clava Gmel. Hydrocaulus rudimental and consisting of very
short simple tubulär process from the free surface of a hydrorhiza,
which is composed of creeping tubes, either distinct or adnate to
one another by their sides, and invested, as well as the rudimental
hydrocaulus, by an obvious perisarc. Hydranths claviform. Sporo-
sacs springing from the body of the hydranth at the proximal side
of the tentacles.
Hieher Cl. squamata 0. Fr. Müll. (Gl. membranacea und Gl.
Cornea Str. Wright), Cl. multicornis Forsk. (= Gl. repens Wr. und
436 Leuckarl: Bericht üb. il. wissenschaftlichen Leistungen
Cl. discreta Allm.), Cl. diffusa AUm., Cl. leptostyla Ag., Cl, nodosa
Wrght.
Rhizogcton Ag. Hydrocaulus evanesceut. Hydrorhiza a cree-
ping tubulär stolon , invested by a delicate perisarc. Hydranths
sessile on the hydrorhiza, elongated, bubcylindrical, carrying towards
their distal extremity scattered filiform tenlacula. Sporosacs sprin-
ging from the hydrorhiza.
Rh. fusiformis Ag.
Cordylophora Allm. Hydrophyton consisting of a well develo-
ped ramified hydrocaulus, which gpriugs from, e creeping filiform
hydrorhiza; the whole invested by a perisarc. Hydranths fusiform.
Sporosacs borne on the hydrocaulus.
C. lacustris Allm., C. albicola Kirchenp.
Tubiclava Allm. Hydrophyton consisting of a conspicuous hy-
drocaulus in the form of simple or branched stems, and of a cree-
ping filiform hydrorhiza; the whole invested by a chitinous peri-
sarc. Hydranths claviform, with scattered filiform tentacles. (Gono-
phores adelocodonic, boruc by the hydranth at the proximal side of
the tentacles?)
T. lucerna Allm., T. fruticom n. sp. Tenby.
Merona Norm. Hydrophyton consisting of a developed hydro-
caulus and a creeping filiform hydrorhiza; the whole invested by a
chitinous perisarc. Hydranths claviform. Sporosacs borne on bla-
atostyles, which spring directly from the creeping hydrorhiza.
M. cornucopiae Norm.
Farn. Turridae, Hydrocaulus rudimental or developed. Hy-
dranths with scattered filiform tentacles. Gonophores medusiform;
planoblasts with simple radiating canals and simple margiual tentacles.
Turris Less. Hydrophyton consisting of a creeping filiform
hydrorhiza and a rudimental hydrocaulus, the whole invested by a
perisarc. Hydranths claviform. Gonophores phanerocodonic. Umbrella
of mature medusa subcylindrical: manubrium massive, with a four-
lipped mouth; radiating canals four; marginal tentacles numerous,
each with a bulbous base having a distinct ocellus.
Turris neglecta Less. (mit Clavula Gossii Str. Wright).
Campaniclava Allm. Hydrophyton a creeping filiform hydro-
rhiza; umbrella at the time of liberation deep bell-shaped; manu-
brium destitute of oral tentacles; radiating canals four; marginal
tentacles two, coutinuous with two opposite radiating canals and
having bulbous bases without ocelli, two intervening smaller bulbs
corresponding with the terminations of the other two radiating canals
in circular canal.
C. cleodorae Gegenb.
Corydendrium van Bened. Hydrophyton consisting of a well-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 437
developed hydrocaulus and a creeping filiform hydrorhiza; the whole
invested by a distinct perisarc. Hydranths fusiform, with scattered
filiform tentacles. Planoblasts borne on the hydrocaulus. Form of
raedusa unknown.
C. parasiticum Cav.
Fam, Corynidae. Hydrocaulus developed. Hydranths with
scattered or more or less spirally capitate tentacles. Gonophores
fixed sporosacs.
Coryne Gärtn. Hydrophyton consisting of a simple or branched
hydrocaulus, rooted by a creeping filiform hydrorhiza; the whole
invested by a chitinous perisarc. Hydranths claviform, with scatte-
red capitate tentacles. Sporosacs developed from the body of the
hydranth.
C. pusilla Gärtn. (= C, glandulosa Lara.), C. vermicularia
Hincks, C. vaginata Hincks, C. fruticosa Hincks, C. ramosa Sars,
caespes n. sp. la Spezziä. Zweifelhaft: C. nutans n, sp. Schottland.
Actinog onium n. gen. Hydrophyton consisting of a deve-
loped hydrocaulus springing from a creeping filiform hydrorhiza,
the whole invested by a conspicuous perisarc. Hj^dranths claviform,
with scattered capitate tentacles. Sporosacs developed from the body
of the hydranth and giving origin to actinulae.
A. pusillum van Ben. (= Coryne van ßenedini Hincks).
Fam. Syncoryuidae. Hydrocaulus developed or not deve-
loped; hydranthus with scattered or partly scattered and partly
verticillate capitate tentacles. Gonophores in the form of medusi-
form planoblasts with four radiating canals and simple (rarely un-
developed) marginal tentacles.
Syncoryne Ehrbg. Hydrophyton consisting of a simple or bran-
ched hydrocaulus, with creeping filiform hydrorhiza ; the whole in-
vested by a chitinous perisarc. Hydranths claviform, with scattered
capitate tentacles. Planoblasts developed upon the body of the hy-
dranth. Medusa, at the time of liberation, with a deep bell-shaped
umbrella; manubrium raoderately large, destitute of oral tentacles;
marginal tentacles four, with bulbous bases usually furnished with
on ocellus; or the medusae may never bocome free, the marginal ten-
tacles remaining at the same time in an imperfectly developed State.
S. Sarsii Lov., L. Loveni Sars (= racemosa Lov.), S. gravata
Wright, S. mirabilis Ag., S. pulchella AUm., S. decipiens Duj. (mit
Stenyo Duj.), Ä. frutescetis n. sp. Dublin, S. eximia Allm. (= Cor.
Listeri Alder), S. ferox Wriglit, S. reticulata A. Ag. Zweifelhaft;
S. Listeri van Bened., S. Johnstoni van Ben,, S. Lovenii van Ben.,
S. rosaria A. Ag.
Corynitis M'Cr. Hydrocaulus absent, so that the hydranths are
sessile on the hydrorhiza. Hydranths cylindroid. Planoblasts sprin-
488 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ging from the hydranth (Halocharis Ag.) Medusa, when fuUy deve-
loped, having a deep urabrella; mar.ubrium massive and destitute
of oral tentacles; marginal tentacles four, each with a clavate ex-
tremity and with an ocellus on the biilbous base; roof of umbrella-
cavity rising in four overarched Spaces between the roots of the ra-
diatiug canals.
C. Agassizii M'Cr.
Gymnocoryne Hincks. Hydrocaulus undeveloped. Hydrorhiza a
filiform stolon invested with a chitinous perisarc. Hydranths sessile
on the hydrorhiza, with numerous tentacles; the distal tentacles
disposed in a verticil round a conical hypostome, the others scatte-
red over the body. Gonosome not known.
G. coronata Hincks.
Gemmaria M'Cr. Hydrocaulus developed, invested by a peri-
sarc and rooted by a creeping filiform hydrorhiza. Hydranths clavi-
form with scattered capitate tentacles. Planoblasts from the body
of the hydranth. Umbrella at time of liberation deep bell-shaped:
manubrium moderately developed, destitute of oral tentacles or lobes ;
marginal tentacles two, developed from the distal extremities of two
opposite radiating canals, the alternate canals having each e small
tentacular tubercle at the corresponding point; the tentacles cora-
mence each with a large bulbous dilatation destitute of distiuct
ocellus, and are for the remainder of their course set with peduncu-
lated sacs filled with thread-cells; from the base of each tentacle
and intermediate tubercle a coecal claviform tube, filled with thread-
cells, extends for some distance in the walls of the umbrella, parallel
to the corresponding radiating canal (Zanclea M'Cr,).
Gemmaria implexa M'Cr. (= Coryne briaraeus Allm.)
Fam. Dicorynidae. Hydrocaulus developed, invested by a
perisarc. Hydranths with verticillate filiform tentacles. Gonophores
in the form of natatory ciliated sporosacs with two simple ciliated
basal tentacles.
Dicoryne Allm. Hydrocaulus consisting of branched or simple
stems, which arise at intervals from a creeping filiform hydro-
rhiza. Hydranths fusiform with a single circlet of filiform ten-
tacles surrounding the base of a conical hypostome. Sporosacs
developed upon blastostyles, detaching themselves as natatory pla-
noblasts, ciliated over their entire surface and having two filiform
tentacles diverging from the proximal eod.
Dicoryne conferta Alder. (= D. stricta Allm.)
Fam. Bimeridae. Hydrocaulus developed and invested with
a perisarc, or rudimental. Hydranths with the hypostome not
abruptly differenciated ; tentacles filiform in a verticil round the
base of the hypostome. Gonophores in the form of fixed sporosacs.
in d. Naturgesch. d, nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 439
Garveia Wright (= Corythamnion Allra.). Hydrophyton in-
vested with a conBpicuous perisarc and conHisting' ofbranched hydro-
cauhis, rooted by a filiform hydrorhiza. Hydranths fusiform with
filiform tentacles, which are disposed in a single verticil round the
base of a conical hj^postome. Sporosacs doveloped from the hydro-
phyton, where they are borne each at the summit of a short ramuhis.
G. natans Wright. (= Eudendrium bacciferum Allm.).
Bimeria Wright (= Manicella Allm.) Hydrophyton invested
with a conspicuous perisarc and coasisting of a branched hydro-
caulus, rooted by a filiform hydrorhiza Hydranths fusiform with a
conical hypostome and a single circlet of filiform tentacles; perisarc
continued over the body and hypostome of the hydranth to within
a Short distance of the mouth, and forming a sheath on the proxi-
mal portion of each tentacle. Sporosacs developod from the hydro-
phyton.
B. vestita Wright {= Manicella fusca Allm.).
Wright ia n. gen. (= Atractylis Wrght). Hydrophyton con-
sisting of a hydrocaulus in the form of simple funnel-shaped stems,
developed at intervals from a creeping filiform hydrorhiza, the whole
invested with a conspicuous chitinous perisarc. Hydranths retrac-
tile, fusiform, with filiform tentacles in a single circlet surrouuding
a conical hypostome. Sporosacs springing directly from the sides
of the hydrocaulus.
Wr. arenosa Aid.
Hydranthea Hincks. Hydrophyton consisting of a rudimental
hydrocaulus and a creeping filiform hydrorhiza, the whole invested
•by a chitinous perisarc. Hydranths fusiform, mouth surrounded by
a circlet of filiform tentacles. Sporosacs crowned by a ribbed cap
and developed from the hydrorhiza.
H. margarica Hincks.
Stylactis Allra. Hydrocaulus not developed. Hydrorhiza formed
by a network of anastomosing stolons invested with a chitinous
perisarc, but without a superficial layer of naked coenosarc. Hy-
dranths subclaviform or cj'lindrical, with the tentacles filiform and
arranged in a single circlet round the base of a conical hypostome.
Sporosacs borne on the hydranths at the proximal side of the tentacles.
St. Sarsii Allm. (= Podocoryne carnea Sars), St. fucicola Sars,
St. inermis n. sp. Nizza.
Heterocordyle Allm. Hydrophyton composed of a simple or
brauching hydrocaulus rooted by a creeping filiform hydrorhiza,
the whole invested by a chitinous perisarc. Hydranths fusiform,
with a Single circlet of filiform tentacles round the base of a coni-
cal hypostome. Sporosacs borne upon blastostyles.
H. Conybearei Allm.
440 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
Cionistes Wrght. Hydrophyten consisting of a retiform hydro-
rhiza without developed hydrocaiüus. Hydranths sessile on the hy-
drorhiza, minnte, with a single verticil of filiform tentacles. Sporo-
sacs borne by blastostyles, which spring from the hydrorhiza.
C. reticulata Wrght.
Farn. Bougainvillidae. Hydrocaulus more or less developed,
invested by a conspicuous perisarc. Hydranths with the hypostome
not abruptly difFerentiated; tentacles filiform, in a circlet round the
base of the hypostome. Gonophores phanerocodonic, with four simple
radiating canals, and with the marginal tentacles simple and distri-
buted either singly or in Clusters.
Bougainvillia Less. Hydrophyten consisting of a branching
hydrocaulus, which is rooted by a filiform hydrorhiza. Hydranths
fusiform, with a conical hypostome. Planoblastes (= Hippocrene
Brdt., Margeiis Steenstr.) borne by the hydrocaulus and having at
the time of liberation a deep bell-shaped umbrella, with the manu-
brium shorter then the height of the bell-cavity and with four simple
labial tentacles, each of which carries at its extremity a little capi-
tulum of thread-cells; radiating canals, each terminating at itsjun-
ction with the circular canal in a bulb, from which two tentacles
are developed, each tentacle having an ocellus at its base.
B. ramosa van Bened., B. fruticosa Allm., B. superciliaris Ag.,
ß. carolinensis McCr., B. rauscus Allm. Unsicher: B. Mertensii A.
Ag. und Eudendrium pusillum Sars.
Diplura n. gen. Hydrophyten solitary, rooted by a filiform
hydrorhiza, and surmounted by a claviform hydranth. Planoblasts
springing from the body of the hydranth at the proximal side of ten-
tacles. Umbrella deep bell-shaped; manubrium with simple or qua-
drilobate mouth; radiating canals terminating each in a marginal
bulb, one of which, in the mature medusa, carries a pair of filiform
tentacles, the others being destitute of tentacles.
D. fritillaria Steenstr.
Perigonimus Sars. Hydrophyten consisting of a branching or
simple hydrocaulus rooted by a filiform hydrorhiza. Hydranths fusi-
form, with a conical hypostome. Planoblasts developed from the
hydrophyton. Umbrella at the time of liberation, deep bell»shaped,
with the oral extremity of the manubrium either simple or more
or less deeply lobed; marginal tentacles either two or four, not in
Clusters, and with bulbous bases, which are not furnished with di-
stinct ocelli.
P. muscoides Sars, P, repens Wrght (= Eud. pusillnm Wrght),
P. minutus Allm., P. sessilis Wrght, P. palliatus Wrght., P. vestitus
Allm., P. serpens Allm., P. linearis Alder. Zweifelhaft: AtractyUs
bitentaculata und A. quadritentaculata Wrght.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wälir, d. Jahre 1872—1875. 441
Farn. Enden dridae. Hydrocaulus developed, invested with
a perisarc. Hydrautbs with the hypostome abruptly differentiated
from the body and with a Single set of verticiliate filiform tentacles.
Gonophores fixed sporosacs.
Eudendrium Ehbrg. (p. p.) Hydrophyten consistiug of a bran-
ching hydrocaulus rooted by a creeping filiform hydrorhiza. Hy-
dranths flask-shaped or oval with the hypostome expanded at ita
distal extremity so as to be more or less trumpet-shaped; tentacles
forming a verticil just below' the hypostome. Sporosacs developed
from the body of the hydranth at the proximal side of the tentacles
or from the hydrocaulus. Male sporosacs polythalamic, female spo-
rosacs monothalamic.
E. ramosum L., E. rameum Pall., E. capillare Alder, E. ar-
bnscula Wrght., E. insigne Hincks (= E. humile Allm.), E. dispar
Ag., E. annulatum Norm., E. vaginatum Allm., E. tenue A. Ag,,
E. racemosum Cav. Unbestimmbar: E. cingulatum Stimps.
Fam. Hydractinidae. Hydrophyten forming a continuous
adherent expansion, its deeper part eonsisting of freely intercom-
muuicatiug tubes of coeiiosarc, each invested by a chitiuous peri-
sarc and all adnate to one another by their sides, its free surface
overspread by a layer of naked coenosarc. Hydranths with filiform
verticiliate tentacles. Gonophores in form of fixed sporosacs.
Hydractinia van Bened. (= Syuhydra Quatref, Dysmorphosa
Phil.?) Hydranths claviform, developed at intervals from the free
nacked surface of the hydrophyton; tentacles filiform, forming a
Single circlet round the base of a conical hypostome. Sporosacs
supported by blastostyles, which arise like the hydranths from the
free naked surface of the hydrophyton, each carrying round its
distal extremity globular Clusters of thread-cells, which take the
place of tentacles in the hydranth.
H. echinata Flem. (= H. lactea und H. rosea van Bened.), H.
polyclina Ag.
Fam. Podocorynidae. Hydrophyton a continuous adherent
expansion formed by adnate and inosculating canals; the deeper
part with its component canals invested by a chitinous perisarc
while a layer of naked coenosarc spreads over the free surface. Hy-
dranths with verticiliate filiform tentacles. Gonophores phauerocodouic.
Podocoryne Sars (p. p.). Hydranths claviform, with a Single
circlet of filiform tentacles surrounding the base of a conical hypo-
stome. Gonophores phauerocodouic, borne on the body of the hy-
dranth at the proximal side of the tentacles. Planoblasts with a deep
bell-shaped umbrella, a small four-lipped manubrium, four radiating
canals and four or eight marginal tentacles with bulbous bases which
are destitute of ocells,
Archiv f. Naturg. XXXXT. Jahrg. 2. BiL DD
442 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
P. carnea Sars (= P. albida Sars, P. tubulariae Sara); P. pro-
boscidea Hincks, P. aculeata R. Wagn., P. areolata Aid.
Corynopsis Allm. Hydranths claviform, with a single circlet
of filiform teiitacles round the base of a conical hypostome. Plano-
blasts borne on the body of the hydranth at the proximal side of
tentacular circlet. Medusa deep bell-shaped; manubrium having
its mouth surrounded by four short capitate tentacles; radiating ca-
nals four, each terminating distally in a bulb, from which are deve-
loped two tentacles, each with a distinct ocellus at the base.
C. Alderi Hincks.
Fam. Cladonemidae. Hydrocaulus developed, invested by a
perisarc. Hydranths with two kinds of tentacles, one filiform, the
other capitate. Gonophores phanerocodonic with the radiating ca-
nals more than four, and with the marginal tentacles ramified.
Cladonema Duj. Hydrophyten (Stauridium Duj.) consisting of
a branching or simple hydrocaulus arising from a creeping filiform
hydrorhiza, the whole invested with a chitinous perisarc. Hydranths
clavate with two verticils of tentacles, each verticil consisting of
four tentacles disposed in a cross, the tentacles of the proximal ver-
ticil filiform, those of the distal verticil capitate. Planoblasts deve-
loped from the body of the hydranth. Mature planoblast with a
deep bell-shaped umbrella; manubrium with the mouth surrounded
by five Ups; radiating canals, eight or ten, each continued at the
umbrella - margin into a tentacle with a bulbous base which carries
an ocellus; brauches of tentacles of two kinds, one kind very exten-
sile and destitute of suctorial organs, the other, situated at the pro-
ximal side of these, scarcely extensile and provided with terminal
suctorial capitula.
Cl. radiatum Duj.
Fam. Nemopsidae. Hydranthus with a proximal and distal
circlet of filiform tentacles. Gonophores medusiform planoblasts
with four radiating canals and with the marginal tentacles clustered
and dissimilar.
Nemopsis Ag. Hydrophyten not known. Hydranth conical; the
proximal circlet of tentacles surrouuding the base of the hydranth,
the distal one situated at a short distance behind the mouth. Pla-
noblasts borne between the proximal and distal circlet of tentacles.
Medusae, when mature, deep bell-shaped; umbrella-walls thick; ra-
diating canals, terminating each at the margin of the umbrella in
a bulb, which Supports one of the Clusters of tentacles; two of the
tentacles in each Cluster clavate and but, slightly contractile, every
tentacle carrying a distinct ocellus at its root; manubrium with
four dichotomously, branched oral tentacles; generative elements
produced in four lobes, whose basis of attachment partly rest on
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 443
the walls of the manubrium and partly extend^for a greater or less
distance along the lenght of the radiating canals.
N. Gibbesii Mc Cr.
Fam. Pennaridae. Hydrocaulus developed or not. Hydrauths
with two kinds of simple tentacles, one filiform, the other capitate.
Gonophores medusiform plauoblasts with four radiating canals and
one or four more or less developed simple marginal tentacles.
Pennaria Goldf. Hydrophyton composed of a symmetrically
ramified hydrocaulus, rooted Ijy a creeping filiform hydrorhiza, the
whole iuvested with a chitinous perisarc. Hydranths flask-shaped,
with the filiform tentacles constituting a proximal set, and arranged
in a Single verticil round the base of the hydranth, aud the ca-
pitate tentacles a distal set scattered on the body of the hydranth.
Gonophores developed in a more or les perfect verticil between the
proximal and distal sets of tentacles. Urabrella deeply ovate; ma-
nubrium large, destitute of oral appendages; marginal tentacles four,
rudimental; uo ocelli.
P. Cavolinii Ehrbg., P. gibbosa Ag.
Halocordyle n. gen. (= Globiceps Ayres, Eucoryne Leidy).
Hydrophyton composed of a symmetrically ramified hydrocaulus,
rooted by a creeping filiform hydrorhiza, the whole invested with
a chitinous perisarc. Hydranths flask-shaped, with the filiform ten-
tacles forming a single verticil at the base of the hydranth, the ca-
pitate much shorter than the filiform, arranged in one or more
distinct verticil towards the distal extremity of the hydi-anth.
Gonophores phanerocodonic, developed between the filiform tenta-
cles and the proximal verticil of the capitate tentacles. Um])rella
deeply ovate, manubrium large, destitute of oral apendages; mar-
ginal tentacles four, rudimental ; ocelli absent.
H. tiarella Ayres (= Eucoryne elegans Leidy).
Stauridium Duj. Hydrophyton consisting of a simple or irre-
gularly branched hydrocaulus, arising from a creeping filiform hy-
drorhiza, the whole invested with a perisarc. Hydranths clavate,
with one or more verticils of capitate tentacles and one verticil of
filiform tentacles, the tentacles in each being four in number and
disposed in a cross; the verticil of filiform tentacles placed at the
proximal side of the others. Planoblasts developed from the Lody
of the hydranth.* Umbrella deep bell-shaped; manubrium with the
mouth simple; marginal tentacles four, nodulated with Clusters of
thread-cells and having a distinct ocellus on the l)asal bulb.
St. productum Wrght.
Vorticlava Alder. Hydrocaulus simple, destitute of a conspi-
cuous perisarc; hydrorhiza a filiform stolon, Hydranth claviform, with
two verticils of tentacles; teutacle's composing the proximal verticil
444 Leuckart: Bericht üb. d. wlsseüschaftlichen Leistungen
filiform, those composing Ihe distal verticil shorter and capitate.
Gonosome unknown.
V. humilis Aid., V. proteus Wrght.
Heterostephanus n. gen. (= Heteractis Allra.) Hydrocaulus
simple and solitary, destitute of perisare. Hydranths with two ver-
ticils of tentacles, a proximal and a distal; the tentacles composing
the proximal verticil filiform, those composing the distal verticil
shorter and capitate. Planoblasts borne on peduncles which arise
between the two tentacular verticils (?). Umbrella in the form of a shal-
low bell, with one large marginal tentacle and three rudimental ones.
H. annulicornis Sars.
Acharadria Wrght. Hydrocaulus simple or irregularly branched,
with a well developed perisare. Hydranths with two verticils of
tentacles, those composing the proximal verticil filiform, those com-
posing the distal verticil shorter and capitate. Gonosome unknown.
A. larynx Wrght.
Acaulis Stimps. Hydrocaulus unknown. Hydranth sub-cylindri-
cal ; tentacles of the proximal set long, filiform, disposed in a single
verticil near the proximal extremity of the hydranth; those of the
distal set short, capitate, scattered upon the body of the hydranth.
Gonophores sessile, scattered, springing from the body of the hy-
dranth, between the proximal and distal set of the tentacles. Form
of medusa unknown. (Den bis jetzt allein beobachteten freien Zu-
stand hält Verf. für zufällig durch Abtrennung vom Stocke entstanden.)
A; Primarius Stimps.
Fam. Clad ocorynidae. Hydranthus with both simple and
ramified capitate tentacles. Gonosome not known.
Cladocoryne Rotch. Hydrocaulus developed , invested by a
chitinous perisare and rooted by a creeping filiform hydrorhiza. Hy-
dranthus claviform with a single verticil of simple capitate tentacles
round the mouth and several verticils of branching capitate ten-
tacles on the rest of the body. Gonosome not known.
Gl. floccosa Rotch.
Fam. Myriothelidae. Hydranth solitary, attached; tentacles
scattered, capitate. Hydrocaulus not developed. Gonophores fixed
sporosacs borne on special processes which spring from the body of
the hydranth.
Myriothela Sars (= Candelabrum Bl., Arura Vig., Spadix Gosse).
Hydranth claviform or sub-cylindrical, springing from a broad adhe-
rent hydrorhiza, which is invested with a perisare; tentacles very
small, papilliform. Processes which support the sporosacs naked,
springing from the hydranth at the proximal side of the tubercles.
N. phrygia Fabr. (~ M. arctica Sars).
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 445
Farn. Clavatellidae. Hydranths with simple verticillate ca-
pitate tentacles. Gonophores in the form of ambulatory medusae
with undeveloped umbrella and branching- marginal tentacles.
Clavatella Hincks (= Eleutheria Krohn). Hydrocaulus rudimental,
springing from a creeping filiform hydrorhrza, the whole invested
with a chitinous perisarc. Hydranth elongated with its tentacles in
a Single verticil, wbich siirrounds the base of a conical hypostome.
Gonophores developed in Clusters on branched peduncles from the
body of the hydranth. Rudimental umbrella not fitted for natation.
Manubrium short, conical, destitute of oral appendages ; radiating
canals six; marginal tentacles six, bifurcatcd, the outer brauch of
the bifurcation terminated by a capitulum of large thread-cells, the
inner by a claviform enlargement, wbich carries a suctorial disk of
attachment; on ocellus at the root of each tentacle, but no distinct
marginal bulbs.
Gl. prolifera Hincks.
Fam. Corymorphidae. Hydrocaulus solitary, destitute of
perisarc. Hydranth with a proximal and a distal set of filiform ten-
tacles. Gonophores in the form of medusiform planoblasts with four
radiating canals and one or more simple marginal tentacles.
Corymorpha Sars (p. p.). Hydrocaulus emitting towards its
proximal extremity tubulär fleshy processes; perisarc replaced by a
delicate filmy pellicle. Hydranths flask-shaped, abruptly distinct
from the hydrocaulus; poximal tentacles imperfectly contractile, lar-
ger them the distal, and arranged in a single verticil near the base
of the hydranth, the distal tentacles very contractile, forming several
closely approximate alternating verticils round the base of a conical
hypostome. Planoblasts borne on branched peduncles which spring
from the body of the hydranth between the proximal and distal
set of tentacles, with a deep-belled umbrella, a well-developed simple-
mouthed manubrium and a single marginal tentacle; each of the
radiating canals terminates at the junction with the circular canal
in a bulbous expausion without distinct ocellus; one of these bulbs
is larger than the other, and from this ^alone the solitary tentacle
is developed.
C. nutans Sars.
Halatractus n.gen. Hydrocaulus surrounded towards its proxi-
mal extremity with tubulär fleshy processes. Hydranth abruptly
distinct from the hydrocaulus; the proximal set of tentacles in a
Single verticil, and larger than the distal, which are scattered or
subverticillate round the base of a conical hypostome. Planoblasts
sessile, springing from the body of the hydranth between the pro-
ximal and distal sets of tentacles; umbrella at the time of libera-
tion bell-shaped, with one of the four radiating canals continued
446 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
into a Short chib-shaped tentacle, while each of the others termi-
nates at the margin of the umbrella in a bulb destitute of tentacle ;
manubrium long with a simple raouth.
H. nanus Alden.
Amalthea Schm. Hydrocaulus emitting tubulär processes near
its proximal and; perisarc rudimental. Hydranth abruptly distinct
from the hydrocaulus; the proximal tentacles larger than the distal
and disposed in a single verticil near the base of the hydranth, the
distal tentacles sattered (or eise multiverticillate?). Planoblasts
borne upon peduncles which spring from the body of the hydranth
between the proximal and distal sets of tentacles, having a deep
bell-shaped umbrella and four equal marginal tentacles with bul-
bous bases.
A. uvifera Schm., A. Sarsii Steenstr,, A. Januarii Steenstr.
Farn. Monocaulidae. Hydrocaulus solitary, naked. Hydranths
with a proximal and a distal set of filiform tentacles. Gonophores
in the form of fixed sporosacs.
Monocaulus Allm. (Corymorpha Auct.) Hydranth abruptly di-
stinct from the hydrocaulus; proximal tentacles longer than the
distal and disposed in a single verticil near the base of the hydranth,
the distal set scattered over a zone dose to the summit of the hy.
dranth. Sporosacs borne upon peduncles, which spring from the
body of the hydranth between the proximal and distal sets of ten-
tacles.
M. glacialis Sars, M. pendulus Ag.
Fam. Tubularidae. Hydrocaulus developed, invested by a
chitinous perisarc. Hydranth with a proximal and a distal set of
vorticillate filiform tentacles. Gonophores in the form of fixed spo-
rosacs.
Tubularia L. Hydrophyten consisting of a simple or branched
hydrocaulus and a filiform adherent hydrorhiza. Hydranths flask-
shaped, abruptly marked of from the supporting stalk; tentacles
composing the proximal circlet larger then those composing the
distal one; distal circled surrounding the base of a conical hypostome.
Sporosacs developed upon branched peduncles, so as to form race-
miform Clusters, which spring from the body of the hydranth bet-
ween the distal and proximal circlet of tentacles. Embryonal deve-
lopment by actinulae.
Subg. Tubularia Ag. Sporosacs with conspicuous gastrovascular
canals. T. indivisa L., T. Couthoui Ag., T. regalis Boeck, T. insignis
n. sp. Dieppe (sieben Zoll hoch, mit Köpfchen, die einen halben
Zoll messen).
Subg. Thamnocnidia Ag. Sporosacs without gastrovascular ca-
nals, apical processes conical. T. larynx Ell. Sol. (= T. gracilis Harv.),
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 447
T. bellis Allm., T. attenuata AUm., T. simplex Alder (= T. Dumor-
tieri Johnst.), T. humilis Allm., T. calamaris van Bened,, T. pohj-
carpa n. sp. Süd-America, T. spectabilis Ag,, T. tenella Ag., T. pa-
cifica n. sp. Still. Oc.
Subg. Parypha Ag. Sporosacs without evident gastro-vascular
canals; apical processus in female sporosacs laterally compressed.
T. crocea Ag., T. cristata Mc Cr., T. mesemhryanthemmn n. sp. la
Speccia.
Provisorisch : T. aspera n. sp. Süd-Amer.
Farn. Hybocodonidae. Hydrocaulus developed, invested by
a chitinoous perisarc. Hydranths with a proximal and a distal set of
filiform tentacles. Gonophores medusiform planoblasts.
Hybocodon Ag. Hydrophyten consisting of a simple (or bran-
ched?) hydrocanlus, rooted by a filiform hydrorhiza. Hydranths flask-
shaped, abruptly distinct from the supporting hydrocaulus; the pro-
ximal set of tentacles long and forming a single verticil, the distal
set short and arranged on two distinctly separated verticils, Plano-
blasts springing from the body of the hydranth, betwcen the pro-
ximal and distal set of tentacles. Medusa at the time of liberation
with a deep-bell-shaped urabrella, simple-mouthed manubrium, four
radiating canals and with only one marginal tentacle, wich is pro-
longed from the distal extremity of one of the canals and is fur-
nished with a bulbous base destitute of distinct ocellus.
H. prolifer Ag.
Ectopleura Ag. Hydrocaulus filiform, rooted. Hydranths flask-
shaped abruptly marked of from the supporting stalk; tentacles of
the proximal set longer than those of the distal. Planoblasts on
branched peduncles, which are borne on the body of the hydranth
between the proximal and distal verticils of tentacles. Medusa at
time of liberation with a nearly spherical umbrella and simple-moun-
thed manubrium; four radiating canals and four marginal tentacles;
no distinct ocelli; umbrella furnished with eight prominent longitu-
dinal ribs, formed of linear series of thread-cells.
E. Dumortieri van Bened.
Fam. Hydrolaridae. Hydrocaulus undeveloped. Hydranths
with but two tentacles, wich are filiform and spring from one side
of the base of the hypostome; mouth with two lip-like lobes. Gono-
phores medusiform planoblasts with six simple radiating canals and
simple marginal tentacles.
Lar Gosse. Hydrorhiza a creeping filiform stolon covered with
perisarc; hydranths fusiform; hypostome separated by a constriction
from the body; oral lobes in the form of two opposable plates.
Planoblasts borne on blastostyles which spring from the hydrorhiza
and terminate distally in a globular Cluster of thread-cells. Medusa
448 Leuckai't: Bericht üb. d. wisaenschaftlichen Leistungen
at time of liberation with a sabglobular umbrella; manubrium mo-
derately large, destitute of oral tentacles; marginal tentacles six,
with biilbons bases destitute of ocelli.
Lar sabellarum Gosse.
Hincks beobachtet (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. X.
p. 891—393) die Medusenbrut von Cladonema radiatum
und findet dieselbe mit ihren unverästelten Tentakeln und
einlachen Saugknöpfen Anfangs ganz einer Clavatella ähn-
lich. Beim Fang und Fressen wird der Medusenschirm
umgeklappt und durch die Haftorgane der Tentakel auf
fremden Gegenständen befestigt, so dass der Rüssel frei
nach Aussen hervorragt und nach den verschiedensten Seiten
hin sich bewegen kann.
Der Hydroid der Zanklea (Gemmaria) implexa hat
nach Hincks bald verästelte, bald unverästelte Zweige
und zeigt unter solchen Umständen Verschiedenheiten, die
zur Aufstellung verschiedener Arten Veranlassung gegeben
haben. Alder beschrieb denselben als Coryne pelagica,
Allman als C. implexa und C. briareus, Wright als C.
margarica. Ebenso dürften auch die Medusengeschlechter
Zanklea Gegenb. und Gemmaria M'Crady zusammenfallen
müssen. Ann. and Mag. nat. bist. Vol. X. p. 393—395.
Wyville Thomson berichtet von einem colossalen
Hydroidpolypen, der aus einer Tiefe von fast 3000 Faden
im Stillen Ocean emporgehoben wurde und von Neuem
beweist, dass die Tiefseethiere vielfach von gigantischen
Dimensionen sind. Das Thier, ein Monocaulus, also ein soli-
tär lebender Corymorphoid, maass in seinen grössten Exem-
plaren nicht weniger als etwa 772 Fuss, und mag, bevor
er sich zusammenzog, noch grösser gewesen sein. Der Kopf
allein betrug gegen IV2 Zoll. Er war mit etwa 48—50
Mundtentakeln versehen, denen weiter unten noch ein Kranz
von etwa 100 langen und steifen, mit ihren Enden fast
1 Fuss auseinander stehenden weiteren Tentakeln folgte.
Die Geschlechtsthiere erschienen als einfache Sporosacs.
Nature 1875, Vol. XII. p. 555.
Carter macht (Ann. and Mag. nat. bist. T. XIII.
p. 1—15, transformation of an entire shell into chitinous
substance by the Polype Hydractinia PI. I) auf die That-
in d. Naturgesch, d. nied. Thiere währ. d. Jabre 1872—1875. 449
Sache aufmerksam, dass die Hydractinien in gleicher Weise,
wie das von gewissen Schwämmen schon seit lange be-
kannt ist, die Kalksubstanz der von ihnen bewohnten
Schneckenhäuser zu verdrängen im Stande sind, und meint,
dass dieser Resorptionsprocess durch pseudopodienartige
Fortsätze eingeleitet und unterhalten werde, die von den
Weichtheilen des Polypen in die Schale sich einsenkten.
Die wuchernden Chitinskelete solcher Hydroiden können
leicht für Hornschwämme gehalten werden, und sind es
auch wirklich, denn die von Gray (J. B. 1868) als Cera-
tella und Dehitella beschriebenen Formen ergaben sich bei
näherer Untersuchung in der That als die Skelete von
Hydractinienartigen Polypen. Unter den vom Verf. beob-
achteten Skeleten waren übrigens einige, die sich nicht
auf bekannte Arten zurückführen Hessen und als Hydra-
ctinia levispina von iinbek. Fundort, Ceratella proctimbens
und C. spinosa beide von Port Natal, sowie als Chitina
(n. gen.) ericopsis von Neu-Seeland beschrieben wurden.
Die letzte Form charakterisirt sich durch die Verästelung
und aufrechte Haltung ihrer Chitinzweige, wie das aus
der nachfolgenden Diagnose hervorgeht.
Chitina n. gen. Zoophyte erect, bushy, fragili - flexible, flawn-
coloiired. Trunk long, hard, irregiilarly round, composed of many
stems united clathi-alely and obliqiiely into a cord-like bündle, which
divides and subdivides irregiilarly into branches, that again unite
with each in substance (anastoraose) when in contact and finally
form a straggling bushy head. Hydrotheca long, clathrate, tubulär,
terminating the ends of the branchlets or prolonged from sorae of
the proliferous tubercles which beset the surface of the trunk and
1 arger stems.
Nachdem schon Fischer früher in Michelin's Celle-
pora echinata von Asti eine fossile Hydractinia erkannt
und eine zweite derartige Form aus dem obern Grttnsand
von Maus beschrieben hat, findet Allman jetzt im Coral-
line Crag von Suffolk (auf Purpura lapillus) gleichfalls eine
Hydractina, und noch dazu eine Art, die sich von der
lebenden H. echinata durch Nichts unterscheiden lässt.
Monthly micr. Journ. T. VIII. p. 150 (aus dem Geological
Magazine 1872. Aug.)
Des Mo u lins versucht den Nachweis, dass Hydra-
450 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ctinia echinata mit Adamsia palliata Boh. identisch sei (!).
Questions obsc. relat. ä FHydractinia echinata et ä TAlcjo-
nium domuncula, tous deux logeurs de Pagurus § 2. Hydra-
ctinia. (Acta Soc. Linn. Bordeaux 1872, T. XXVIII. p. 325—
342 PL)
Rotch beschreibt unter dem Namen Staurocoryne
eine von Coryne durch Wachsthumsweise und Tentakel-
stellung abweichende neue Hydroidform (Ann. and Mag.
nat. bist. Vol. X. p. 126) und giebt derselben die nach-
folgende Diagnose:
Staurocoryne Rotch. Stern simple, rooted by a creeping fili-
form stolon, the whole invested by a polypary. Polypites terminal,
clavate, with several verticils of capitate tentacula disposed in the
form of a cross. Reproduction unknown. St. Wortleyi n. sp.
Möbius erkennt in Dysmorphosa fulgurans eine zu
Podocoryne carnea gehörende Entwicklungsform. Bericht
u. s. w. S. 101.
Der seit seiner ersten Entdeckung (durch Gosse J. B.
1857 S. 163) nicht wieder beobachtete sonderbare Lar sa-
bellarum bildet den Gegenstand einer kleinen Abhandlung
von Hincks (on the hydroid Lar sabellarum, Ann. and
Mag. nat. bist. Vol. X. p. 313-317 Tab. XIX). Das Thier
sass, wie früher, dem Rande einer Sabellenschale auf
und erwies sich als eine den Coryniden zugehörige Form
mit einer sechsstrahligen Medusenbrut, die zu 3 oder 4
an tentakellosen und einfach geknöpften cylindrischen An-
hängen hervorknospeten. Auf Grund seiner Untersuchungen
entwirft Hincks von dem — eine eigne kleine Familie
bildenden — Genus die nachfolgende Diagnose:
Gen. Lar Gosse. Polypites fusiform, developed on a creeping
filiform stolon clothed with a polypary; tentacles two, filiform, sprin-
ging from one side of the base of a bilabiate proboscis, wbich is
separated by a constriction from the rest of the body. Repro-
duction by raeans of medusiform planoblasts, which are borne on
imperfectly developed polypides (blastostyles), terminating above in
a spherical Cluster of thread-cells. Gonozoid: umbrella (at the time
of liberation) subhemipherical; manubriura destitute of oral tentacles;
radiating canals six; marginal tentacles six, springing from non-
ocellated bulbs.
F u 1 1 a g a r macht nach Quarterly Journ. micr. sc. Vol. 49
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 451
p. 105 einige Mittlieiliingen on habits and economy of
the fresh-water pol^^ps. Ebenso (monthly micr. Journ. Vol.
XII. p. 57) über die Entwicklung von Hydra vulgaris aus
dem Eie.
Leidy findet, wie ich dem monthly micr. Journ. 1874
Bd. XII p. 87 entnehme, in der Nachbarschaft von Phila-
delphia zwei Süsswasserpolypen, die er von der Europäi-
schen Hydra fusca und H. viridis nicht zu unterscheiden
vermochte. Agassiz hat zwei ähnliche Formen (aus
Massachusetts und Connecticut als H. carnea und H. gra-
cilis beschrieben.
Durch Grimm erhielten wir (Materialien zur Kennt-
niss niederer Thiere, Petersburg 1873 p. 41— 55 — in rus-
sischer Sprache veröffentlicht) neue Beobachtungen über
den sonderbaren Owsjannikow 'sehen „Hydroidpolypen"
aus den Sterleteiern (J. B. 1870. S. 373). Die zu mehre-
ren auf einem gemeinschaftlichen Stiele befestigten Einzel-
thiere sind von ovaler Gestalt, haben auf dem etwas aus-
gezogenen Vorderende eine Mundöffnung und setzen sich
am hintern Ende in sechs armartige contractile Anhänge
fort, deren Spitzen deutliche Nesselkapseln mit langen
Fäden erkennen lassen. Die Innenhöhle ist ziemlich ge-
räumig und in die Arme hinein verlängert. Die Leibes-
wand besteht aus drei Schichten, einer mittlem Muskel-
schicht, die einen Faserbau zeigt, und zwei Zellenlagen.
Zwischen den Zellen der Aussenlage, die eine helle und
zarte Beschaffenheit haben, liegen nesselkapselartige Ge-
bilde, in denen man jedoch (von den Armen abgesehen)
keinen Faden unterscheidet. Sie entstehen in besonderen
tief gelegenen Zellen, die nach der Bildung der Kapseln
zu Grunde gehen. Die Zellen der Innenschicht enthalten
im Gegensatze zu denen des Ectoderms eine trübe Proto-
plasmamasse. Dass die Arme eingestülpt werden können,
ist schon von Owsjannikow beobachtet. Die eigentliche
Natur dieses merkwürdigen Geschöpfes ist übrigens auch
dem neuen Beobachter nicht klar geworden. Derselbe be-
zweifelt indessen, dass dasselbe den Hydroidpolypen zu-
gehöre, und ist geneigt, es als eine Larvenform (vielleicht
von Planarien?) zu betrachten.
452 Leuckart; Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leißtungeii
Siphonophora.
P. E. Müller veröffentlicht in der Naturhistorisk
Tijdsskrift Bd. VII. p. 261-332 Tab. XI-XIII (Kjöven-
havn 1871) „Jagttagelser over nogle Siphonophorer", mit
einem französisch geschriebenen Resume (IX Pag.). Die
hier niedergelegten Untersuchungen betreffen vornehmlich
zweierlei Punkte, die Eudoxien einmal und sodann die
Bildung und Befruchtung der Eier. Zunächst bestätigt
der Verf. die Thatsache, dass die Eudoxien dem Entwick-
lungskreise der Diphyiden zugehören und durch Abgliede-
rungj wie das durch mich nachgewiesen ist, aus denselben
hervorgehen. Er bestätigt das sowohl bei Diphyes Sie-
boldii, wie bei Abyla pentagona, für Eudoxien also mit
glockenförmigem, wie mit cubischem Deckstticke. Die Ab-
trennung der Eudoxien wird bei Diphyes durch eine ring-
förmige Einschnürung des Stammes zwischen zweien An-
hangsgruppen eingeleitet. Das Endstück, welches nach
der Abtrennung übrig bleibt; verfällt der Resorption, wäh-
rend das der isolirten Eudoxia anhängende Stück eine
fettige Umwandlung eingeht, in Folge deren es sich in
den sg. Flüssigkeitsbehälter verwandelt. So wenigstens
nach den Angaben unseres Verf.'s, während Ref. sich auf
das Bestimmteste davon überzeugt hat, dass diese Um-
wandlung nicht eintritt, der Flüssigkeitsbehälter vielmehr
aus dem Röhrenapparate des Deckstückes hervorgeht und
eine selbstständige Bildung neben dem beständig in der
Eudoxia persistirenden Stammende darstellt, wie das Verf.
bei Abyla auch selbst ganz richtig angiebt. Die mit der
Weiterentwicklung der Mantelgefässe gleichen Schritt hal-
tende Schwellung und Verlängerung des Deckstückes bildet
so ziemlich den ganzen Inhalt der Umwandlungen, welche
die Metamorphose einer Anhangsgruppe in eine Eudoxia
begleiten. Ref. fügt hinzu, dass diese Metamorphose unter
günstigen Umständen in kürzester Frist geschieht : fand
er doch ein Mal, dass eine allerdings sehr stattliche Diphyes
Sieboldii über Nacht nicht weniger als 15 Stück Eudoxien
abgestossen hatte! Wenn nun aber auch in Betreff der
Abstammung der Eudoxien mit dem Ref. gleicher Ueber-
in d. Naturgesch. d. nied, Tbiere währ. d. Jahre 1872—1875, 453
Zeugung-, kaDii Verf. doch die Auffassung nicht theilen,
dass diese Thiere einen Complex polymorpher Individuen
darstellten. Die einzelnen Anhänge des Physophoriden-
stammes möchten immerhin von diesem Gesichtspunkte aus
ihre einfachste und natürlichste Deutung linden, aber auf
die Eudoxien und auch Diphyiden sei eine derartige Auf
fassung nicht anwendbar. Eine Eudoxia sei eben nicht
mehr und nicht weniger zusammengesetzt, wie eine knos-
pende Sarsia. Das Deckstück mit seinem Gefassapparat ent-
spreche dem Mantel, der Polypid dem Magen und der Seuk-
faden einem Tentakel, wie etwa bei Steenstrupia. Das dieser
Tentakel neben dem Magenschlauche der Mantelachse an-
sitzt und nicht dem Rande, wird freilich nicht näher be-
rücksichtigt. Ebenso wenig die ausschliesslich bilaterale
Entwicklung der Mantelgefässe, die doch immerhin bei der
Vergleichung in's Gewicht fallen dürfte, selbst wenn man,
was Ref. freilich wenig gerechtfertigt erscheint, mit Verf.
den Flüssigkeitsbehälter dem Achsengefässe einer Steen-
strupia oder Turris parallelisiren wollte. Was aber dem
Versuche der Rückführung einer Eudoxia auf eine gewöhn-
liche Meduse am meisten im Wege steht, ist die ursprüng-
lich selbstständige Anlage aller der constituirenden Theile,
die, wenn auch bei den Diphyiden in nächster Nähe, doch
sämmtlich für sich aus dem Diphyidenstamme knospen
und erst im Laufe der Zeit — bei Abyla sogar auf einer
verhältnissmässig erst späten Entwicklungsperiode — zu
einem gemeinschaftlichen Körper zusammentreten. Dass
die Annahme, es möchte die Eudoxia aus einer ungewöhn-
lich geformten Knospe hervorgehen, deren einzelne Theile
durch Dislocation von einander getrennt seien (d'un bour-
geon de forme anomale, et donfles differentes parties sont
disloquees et tordues de maniere ä offrir l'aspect d'un
bourrelet irregulier), zur Erklärung dieser Thatsachen aus-
reiche, möchte Ref. um so mehr bezweifeln, als ja die Ge-
schlechtsglocken, die Verf. selbst für knospende Medusoiden
hält, ganz wie die gewöhnlichen Hydroidmedusen aus einer
einfachen (d'un bourgeon normal) hervorgehen. Consequen-
ter Weise überträgt Verf. seine Auffassung auch auf die
eigentliche Diphyes. Auch diese ist für denselben eine
454 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
einfache Meduse, wie die Eudoxia, nur dass der Magen-
sack derselben enorm — zu dem sg. Stiele — sich verlän-
gert hat und Knospen trägt, die theils eine normale ein-
fache Bildung haben (die Schwimmglocken, die natürlich,
wie die Geschlechtsglocken, Medusoiden darstellen), theils
auch von unregelmässiger Gestaltung sind und dann die
Eudoxien liefern. Bei jungen Diphyiden soll auch der
letzte Polypid, das Mundende des primitiven Thieres, keine
Umwandlung in eine Eudoxia eingehen. Als Mantel der
Diphyiden -Meduse bleibt bei solcher Auffassung nur die
Umgebung des sg. Flüssigkeitsbehälters übrig, die dann
natürlich von der vordem Schwimmglocke morphologisch
unterschieden werden muss. Der zweite Abschnitt unserer
Abhandlung beschäftigt sich mit den Geschlechtsglocken
von Hippopodius, und zwar vorzugsweise den Schick-
salen, welche die Eier auf den verschiedenen Stadien
ihrer Entwicklung durchlaufen. Verf. bestätigt, dass die-
selben aus einer Wucherung des Ectoderm hervorgehen,
die in das Innere der Knospe eindringt, lässt dieselben aber
nicht von vorn herein als Zellen existiren, sondern diese"
erst später durch eine Kltiftung der bis dahin ungeformten
protoplasmatischen Substanz ihren Ursprung nehmen. In
den Klüftungskugeln soll dann erst nachträglich ein Keim-
bläschen auftreten. Später werden nach der Darstellung
des Verf.'s die Eier von dem Entoderm auch einzeln um-
wachsen, so dass nur die Aussenfläche derselben, die das
Keimbläschen enthält und der umgebenden Zapfenwand an-
liegt, frei bleibt. Nachdem dann an dieser Stelle ein linsen-
förmiger heller Zwischenraum zwischen Ei und Zapfen-
hülle entstanden ist, bricht die letztere auf. Es entsteht
eine Micropyle, in welche bei der Befruchtung die Samen-
elemente einschlüpfen. Allerdings gelang es nicht, das
Einschlüpfen direct zu beobachten oder auch nur unver-
änderte Samenkörperchen in dem hellen Raum, dem sg.
Micropylhof, aufzufinden, allein nach der Befruchtung ent-
hält dieser Raum beständig einen kleinen rundlichen oder
ovalen Körper, der fast amöbenartig aussieht, und trotz
seiner Grösse und der Abwesenheit eines Fadens von un-
serm Verf. als veränderter Samenkörper in Anspruch ge-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 455
nommen wird. Hippopodius ist übrigens die einzige Si-
phonophore, bei der es gelang, diese sg. Micropyle nach-
zuweisen.
Die Untersuchungen, welche Mecznikoff über die
Entwicklungsgeschichte der Siphonophoren veröffentlicht (a.
a. 0. S. 35—68 Tab. VI— XII), betreffen Epibulia (Galeo-
laria) aurantiaca, Hippopodius gleba, Physophora hydro-
statica, AgalmaSarsii, Haiistemma rubrum und Stephauomia
(Anthemodes) picta. Sie stimmen im Ganzen mit den An-
gaben früherer Beobachter, besonders denen von Häckel
und Kowalewsky, übcreiu, stellen aber Manches in ein
schärferes Licht und liefern den sichern Nachweis, dass
die Einzelvorgänge der Entwicklung, so weit dieselben na-
mentlich die erste Anlage der Keimhäute und die Reihen-
folge der einzelnen Anhänge betreffen, noch grösseren
Schwankungen unterworfen sind, als das bisher bekannt
war. Am einfachsten gestaltet sich die Entwicklung von
Stephauomia picta (früher Haiistemma pictum Meczn.), bei
welcher der flimmernde Embryo nach allseitiger gleich-
massiger Entwicklung der Keimhäute sich zunächst und
direct in einen Polypen verwandelt, dessen oberer Kör-
pertheil noch vor Aufbrechen der Muudöffnung die Luft-
blase ausscheidet und den ersten Tentakel bildet. Die
Luftblase entsteht, wie bei den übrigen Formen, in einer
zapfenförmigeu Verdickung desEctoderms, die in den einst-
weilen noch von sg. Saftzellen (Nahrungsdotterzellen) gefüll-
ten Innenraum des Polypen hineinwächst und das Entoderm
vor sich herdrängt, oder wie Verf sich ausdrückt, in einer
von beiden Keimhäuten gebildeten Einstülpung. Die Ent-
wicklungsweise ist genau dieselbe, wie sie von AI. Agas-
siz bei Nanomia cara, von Häckel bei Anthemodes cana-
riensis und Stephauomia Amphitritidis, von Kowalewsky
bei seinem — wahrscheinlich mit St. picta identischen —
Agalma rubrum beschrieben ist, bei Formen, die am besten
wohl sammt und sonders (nach Verf) dem Gen. Stepha-
uomia zugerechnet werden. Die übrigen Arten zeichnen
sich dadurch aus, dass die Umwandlung des mit Nah-
rungsdotter gefüllten Embryo in einen Polypen erst dann
erfolgt, wenn an demselben zuvor anderweitige Anhänge,
456 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftHchen Leistungen
entweder in Form einer Scbwimmgloeke, wie bei den Di-
phyiden mit Einschluss von Hippopodius, sowie bei Hali-
stemma rubrum, oder in Form eines provisorischen Deck-
sttickes von kappenartiger Gestalt, wie bei der Mehrzahl
der Physophoriden (Agalma, Physophora, Crystallodes,
Athorybia) gebildet sind. Bei diesen letzteren Formen ge-
schieht auch die Anlage der Keimhäute zunächst einseitig,
da, wo die Anhänge knospen, meist am obern Ende, sel-
tener, wie bei Epibulia, tiefer, so dass dann die Anlage
einen förmlichen Primitivstreifen darstellt. Agalma Sarsii
bildet sogar vor Ausbildung des ersten Polypen noch einen
Kranz von gleichfalls provisorischen Deckblättern, die das
erste kappenartige Deckstück abstossen und den bis dahin
darunter versteckten Luftsack sich erheben lassen. Wenn dann
unter dieser Blattkrone der Polyp mit Fangfaden (der hier
wahrscheinlich, wie bei allen Physophoriden, zunächst gleich-
falls nur provisorische Nesselknöpfe von nierenförmiger Be-
schaffenheit trägt) und Tentakeln seine Ausbildung gewonnen
hat, dann gleicht die junge Siphonophore, wie schon von
Claus hervorgehoben ist, einer Athorybia in einem solchen
Grade, dass wir letztere derselben mit einem gewissen
Recht als bleibende Jugendform an die Seite setzen dürfen.
Nach den Beobachtungen des Verf.'s entspringen übrigens
die Saftbehälter der Blätter nicht einzeln aus dem End-
stücke des Polypen, sondern mittels einer gemeinschaft-
lichen Röhre, so dass man diesen Athorybiaartigen Formen
mit einem gewissen Rechte eine eigne Schwimmsäule vin-
diciren kann, wie das gleichfalls von Claus bereits ge-
schehen ist. Was für Agalma Sarsii hier gesagt ist, gilt
in gleicher Weise auch für Crystallodes, deren Entwick-
lung nach H äcke 1 sehr ähnliche Zustände aufweist. Bei der
Darlegung dieser Untersuchungen nimmt Verf. übrigens
an verschiedenen Stellen Gelegenheit, sich gegen die An-
sicht von der polymorphen Natur der Siphonophoren aus-
zusprechen, wie er bereits früher gethan hat (J. B. 1871.
S. 374). Er sieht in den Siphonophoren keine schwim-
mende Hydroidenstücke mit medusoider Generation, son-
dern Medusen mit mehrfach wiederholten Organen (Schwimm-
glocken, Magen, Tentakeln), aber nicht einfache Medusen,
in d. Naturgesch. d. nied, Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 457
sondern Medusen, die an dem stammartig' auswachsenden
Magenstiele neue Medusen (die Geschlechtsthiere) durch
Knospung erzeugten. Ich will nicht nochmals hier hervor-
heben, wie wenig consequent es ist, die medusoiden Ge-
schlechtsanhänge für individuelle Gebilde zu erklären und
die Schwimmglocken, welche die medusoide Bildung oft-
mals noch in einem viel höhern Grade besitzen und in
ganz gleicher Weise sich entwickeln, wie diese Anhänge,
als Gebilde geringerer morphologischer Dignität zu deuten,
auch nicht betonen, dass Verf. im Princip die polymorphe
Natur seiner Medusenstöcke selbst anerkennt, wenn er den
Siphonophoren neben den schwimmenden und fressenden
Muttermedusen noch mundlose, oftmals auch sonst reducirte
medusoide Geschlechtsthiere zuertheilt, aber dagegen glaube
ich doch entschieden mich aussprechen zu müssen, dass
die Entwicklungsgeschichte der Siphonophoren, wie Verf.
angiebt (S. 67), die Theorie des Polymorphismus als un-
richtig erwiese. Es soll , so behauptet derselbe , die
flimmernde Larve sich niemals in einen isolirt lebenden Po-
lypen verwandeln, der dann die übrigen Anhänge durch
Knospung hervorbringt, wie ich es zur Begründung meiner
Ansicht annehmen müsse und wirklich auch angenommen
hätte, sondern überall aus derselben nach Medusenart „ein
Magen nebst einem dem Schirme entsprechenden Organe"
sich hervorbilden. Dieser Behauptung gegenüber darf ich
zunächst wohl hervorheben, dass die Theorie des Poly-
morphismus von mir zu einer Zeit (1851) entwickelt wurde,
in welcher die Entwicklungsgeschichte der Siphonophoren
noch gänzlich unbekannt war. Sie konnte sich also auch
nicht auf genetische Voraussetzungen stützen, sondern ledig-
lich auf die morphologische Analyse der fertigen Anhänge
und eine Vergleichung derselben mit den bekannten Ent-
wicklungszuständen der übrigen Hydromedusen. Auf Grund
der neuen Erkenntniss suchte ich dann, den spätem Er-
fahrungen vorgreifend, ein Bild der Entwicklungsgeschichte
unserer Thiere zu construiren, und dabei kam ich denn
allerdings (Ztschrft. für wiss. Zool. Bd. III S. 212) zu der Ver-
muthung, dass aus den Embryonen unserer Thiere zunächst
ein flottirender Nährpolyp sich hervorbilden werde, der
Archiv für Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. EE
458 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dann seinerseits die übrigen Anhänge, Glocken, Tentakel,
Taster und Gesehlechtstbiere, durch Knospung erzeuge. Ich
betrachte es meinerseits nun gerade als einen Beweis für die
Richtigkeit meiner Ansicht, dass die Entwicklung der
Siphonophoren im Wesentlichen nach dem von mir ge-
zeichneten Schema abläuft, und beziehe mich zur Begründung
dieser Behauptung auf die vom Verf. selbst beobachtete
Entwicklung der Stephanomien. Wie ich die Verhältnisse
auffasse, ist das Entwicklungsproduct des flimmernden Em-
bryo hier zunächst nichts Anderes als ein Nährpolyp mit
Luftblase. Auch Mecznikoff weiss das natürlich, aber
die Luftblase ist nach seiner Auffassung nicht ein Gebilde
von dem morphologischen Werth etwa der Fussscheibe, wie
solche von den sich festsetzenden Hydroiden gebildet wird,
sondern ein „dem Medusenschirme entsprechendes Organ",
das ganz nach Art einer Schwimmglocke durch Ausbuch-
tung der beiden Keimhäute entsteht, gewissermaassen eine
umgekehrte oder eingestülpte Glocke darstellt, und den Po-
lypen somit in derselben Weise zu einer echten Meduse
stempelt, wie es in andern Fällen das kappenartige Deck-
stück thut, oder die dem Polypen (Magen) anhängende
Schwimmglocke. Ich muss es natürlich dahin gestellt sein
lassen, ob die Mecznikoff 'sehe Auffassung ihre An-
hänger findet, kann ihr aber meinerseits um so weniger bei-
stimmen, als die oft gleichzeitige Anwesenheit von Luftblase
und Deckstück, das erstere doch vertreten soll, mit den
sonst üblichen Voraussetzungen einer morphologischen Identi-
ficirung nicht recht in Einklang zu bringen ist. Ueberdiess
hat die Bildung der Luftblase, wie M e c z n i k of f sie darstellt,
mehr Aehnlichkeit mit der Metamorphose eines sg. Knos-
penkernes, der bloss den Schwimmsack einer Meduse bil-
det, als mit den Vorgängen, welche die Knospung einer
Meduse begleiten. Meiner Auffassung nach ist der aus
dem flimmernden Embryo von Stephanomia sich bildende
Körper also nicht bloss der Magen einer Meduse, sondern
ein individuell begrenzter Polyp d. h. ein Gebilde, das, wie
der Hydroidpolyp, morphologisch einer Meduse in toto
gleichsteht und neue gleichwerthige Wesen zu knospen
vermag, wenngleich dieselben nach Form und Begabung
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 459
auf das Maiinichfaltigste abweichen. Und nicht viel anders
ist es auch bei den übrigen Siphonophoren, nur dass bei
diesen die Knospung schon zu einer Zeit anhebt, in der
die Metamorphose des flimmernden Embryo in den Mutter-
polypen noch nicht vollendet ist. Auf den ersten Blick
erscheint das allerdings sehr eigenthümlich, aber im Grunde
genommen ist es doch kaum auffallender, als die bekannte
Thatsache, dass eine Knospe schon vor ihrer vollen Aus-
bildung wieder zu knospen beginnt, zu einer Zeit viel-
leicht, in der sie noch weit von ihrer definitiven Gestal-
tung entfernt ist. Ich erinnere hier nur an Hybocodon
prolifer oder an die knospenden Embryonen von Chrysaora,
wie Busch sie uns kennen lehrte. Die Möglichkeit einer
solchen Knospung wird voraussichtlicher Weise sehr wesent-
lich von der Menge des vorhandenen Nahrungsmateriales
bestimmt; ob der Mutterpolyp einer Siphonophorenkolonie
also früher oder später knospet, vielleicht schon zu einer
Zeit, in welcher er noch im Embryonalzustande verharrt,
ist demnach — falls meine Auffassung die richtige ist — von
Factoren abhängig, die kaum irgend einen besondern mor-
phologischen Werth besitzen.
Die zuerst von Gegenbau r beobachteten eudoxien-
artigen Diplophysen sind nach den interessanten Beob-
achtungen von Claus die Abkömmlinge eiiier besonderen
kleinen Calycophoride, die sich von den sonst nahe ver-
wandten Diphyiden vornehmlich durch Abwesenheit der
untern Schwimmglocke unterscheidet. Die allein vorhandene
obere Schwimmglocke besitzt, gleich dem Deckstücke der
zugehörenden Diplophysen, eine sehr beträchtliche Dicke
und umschliesst in ihrer Wand ein« trichterförmigen Höhle,
die von der Basis des Flüssigkeitsbehälters ausgeht und
den schmächtigen Stamm mit seinen Anhängen in sich ein-
schliesst. Die betreffenden Formen sind schon früher
mehrfach beobachtet — nicht bloss von Huxley und Pagen-
stecher (J. B. 1869. S. 431), sondern auch von P. E.
Müller, der 1. s. c. auf Tab. XII Fig. 2 als „junges Indivi-
duum einer Diphyide (Praya diphyes?)" eine Monophysa gra-
cilis ganz unverkennbar abbildet — aber die vorliegenden
Angaben über dieselben sind so unvollständig, dass Verf.
460 Leuckarl: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sich berechtigt glaubt, den vonHuxley gebrauchten Namen
»Spaeronectes (J. B. 1859. S. 196), ohne Berücksichtigung
zu lassen und die schon früher in einer vorläufigen
Mittheilung (Nachrichten von der Göttinger Gesellsch. der
Wissensch. 1873. S. 527 flf.) von ihm in Anwendung ge-
brachte Bezeichnung Monophyes für dieselben beizubehalten.
Verf. beobachtete zwei Arten : M. gracilis (wohl mit Sphae-
ronectes Köllikeri Huxl. identisch) und M. irregulariSj die
beide eine durch Habitus und Nesselkapseln wohl charak-
terisirte Diplophysa abstossen. (Zu diesen Diplophysen
gehört auch die von Mecznikoff a. a. 0. S. 45 beschrie-
benen Larve einer Praya.) Gelegentlich der Beschreibung
dieser Formen macht Verf. darauf aufmerksam, dass die
Protoplasmamasse ihres Ectoderms sowohl am Stamme, wie
am Polypenstiele und den Fäden der Nesselknöpfe die
schönsten Pseudopodien zu bilden vermöge. Die gleiche
Erscheinung lässt sich auch bei andern Siphonophoren
constatiren und nicht bloss am Ectoderm, sondern auch
am Entoderm, wo sie auch früher schon gelegentlich, be-
sonders von Dönitz (J. B. 1871. S. 378), hervorgehoben
worden ist. Die Zellengrenzen sind dabei nicht überall
deutlich nachweisbar. „Die Gattung Monophyes und ihre
Abkömmlinge" im ersten Hefte von Claus' Schriften zoo-
logischen Inhalts Wien 1874. S. 27-33 Tab. IV.
Dönitz macht nach Untersuchungen an Diphyes,
Rhizophysa u. s. w., einige Mittheilungen über „die Entwick-
lung der Zoospermien bei Schwimmpolypen" (Sitzungsber.
der Gesellsch. naturf Freunde in Berlin 1872 S. 54) und
lässt diese ohne Theilnahme des Kernes aus Zellen her-
vorgehen, deren Inhalt sich direct in dieselben umbilde.
Ebenso beschreibt derselbe den Bau und die Ent-
wicklung der bald quergestreiften, bald auf glatten Mus-
kellasern der Siphonophoren, die er freilich, weil Nerven
fehlen, nur fraglich als solche anerkennt und als Differen-
zirungen der „protozoischen Substanz" betrachtet, welche die
Aussenschichte des Siphonophorenkörpers und seiner An-
hänge bilde. An dem Rande der Schwimmglocken ent-
wickele diese Substanz gelegentlich sogar grosse dicke
Pseudopodien, die als Tastorgane betrachtet werden könnten.
in d, Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 461
An derselben Stelle fand Verf. bei einigen Arten auch Ge-
bilde, die nach der gewöhnlichen Anschauungsweise für
Augen zu halten seien, da sie aus einem gelblichen
Pigmentflecke beständen, aus dem ein kugliger Körper
(Linse?) hervorrage. „Beiträge zur Kenntniss der querge-
streiften Muskelfasern", Archiv für Anat. und Physiol.
1872. S. 5—17.
Auch Claus bestätigt, wie schon oben bemerkt, die
häufige Bildung pseudopodienartiger Fortsätze am Ecto-
derm und Eutoderm gewisser Siphonophorenanhänge und
lässt die Zellen dieser Schichten nicht selten zu einem
förmlichen Plasmodium unter sich verschmolzen sein. Schrif-
ten zoolog. Inhaltes Hft. I. S. 31.
Was Macdonald bei Diphyes als Nervensystem be-
schreibt (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. IX. p. 114—116
mit Holzschnitt, on the anatomy of the nervous System of
Diphyes) reducirt sich auf die an die Schwimmglocken
tretenden und darauf sich vertheilenden Gefässe.
Der blaue Farbstoff derVelella zeigt nach Ray La n-
caster bei spectroscopischer Untersuchung keine Absorp-
tionsstreifen. Ein Gleiches gilt von dem mattrothen Pig-
mente der in der Leibeshöhle von Sipunculus nudus flot-
tirenden Körperchen, so wie von dem den Nucleus mancher
Salpen imprägnirenden Farbstoffe. Journ. micr. sc. 1873.
T. XIII. p. 142.
3. Polypi.
Cylicozoa.
Greeff spricht sich (Sitzungsber. der Gesellsch. für
Naturwiss. zu Marburg 1874 Febr.) dahin aus, dass die
Lucernarien nach ihrem Gesammtbau den Anthozoen zu
verbinden seien.
Korotneff berichtet in vorläufiger Mittheilung über
den anatomischen und histologischen Bau der Lucernaria
octoradiata (Cpt. rend. T. 81. p. 827-829). In der Körper-
wand unterscheidet Verf. vier Schichten, ein Ectoderm,
ein Entoderm und dazwischen eine Gallertschicht und eine
elastische Membran, die beide aber wohl zusammenfallen
462 Leackart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dürften. Ausser den Längsmuskeln finden sich im Umkreis
des Mundes, an den Seitenflächen des Körpers und in den
Tentakeln auch Ringsfasern. Die Mutterzellen der Nessel-
kapseln, die je eine Entladungsspitze tragen, ziehen sich
nach Innen in eine dünne Fibrille aus, mit der eine an-
dere bipolare oder multipolare Zelle, die als Nervenzelle
gedeutet wird, im Zusammenhang steht. Auf Grund dieser
Verhältnisse werden die betreffenden Gebilde als Tastkör-
perchen in Anspruch genommen. Das Entoderm enthält
zwischen den gen^nen Zellen auch Becherzellen, welche die
Verdauungssäfte bereiten. Ebenso sollen die Mesenterial-
filamente an einer Seite Drtisenzellen tragen. Die Geschlechts-
producte entwickeln sich in eigenen Kapseln, die nach
unserm Verf. im reifen Zustande durch einen besondern
Kanal sich öffnen. An der derben Eihaut erkennt man
eine grosse Micropyle. Sur i'anatomie et l'histologie de
la Lucernaire. (Die Untersuchungen des Verf. 's sind in-
zwischen auch, wie wir im nächsten J.-B. sehen werden,
in den Protokollen der Moskauer Gesellsch. naturf. Freunde
— russisch — mit Abbildungen veröffentlicht.)
G raffe erwähnt des Vorkommens von Lucernaria
campanulata Lmx. in der Nähe Triest's. Bollet. Soc. Adriat.
Vol. L 1875 p. 191.
Anthozoa.
Dana veröffentlicht auf Grund seiner reichen Er-
fahrungen und Untersuchungen über Corallen ein eigens
diesem Gegenstande gewidmetes Werk: Corals and coral
Islands (New- York 1872, 398 Seiten mit zahlreichen Ab-
bildungen). Er schildert darin den Bau, das Leben und
die Classification der Polypen, so wie die Form und die
Entstehungsweise der Corallenriffe und erörtert schliess-
lich, nach einem Rückblicke auf die geographische Ver-
breitung, deren Bedeutung für den Aufbau des Erdkör-
pers. Eine werthvolle Zugabe bildet die von Verrill
verfasste Reductionstabelle der vom Verf. früher (Report
on zoophyta in Wilke's exploring expedition) beschriebenen
Polypen mit manchen systematisch wichtigen Bemerkungen.
Den gleichen Gegenstand behandelt AI Im an, on coral
in d. Naturgescb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 463
islands an their architects, Proc. roy. Inst. 1873. Vol. VII.
p. 58—67.
Haeckel giebt in seinem mit fast orientalischem Luxus
ausgestatteten Buche über „arabische Korallen" (Berlin 1875,
45 S. in Folio mit zahlreichen Holzschnitten und Farben-
bildern) eine populäre Darstellung von Bau und Leben der
Polypen und eine durch zahlreiche Abbildungen illustrirte
Schilderung der Korallenbänke von Tor. Zum Schlüsse eine
Uebersicht über das System und den Stammbaum unserer
Thiere.
Die Entwicklungsgeschichte der echten Polypen studirt
Kowalewsky (1. c. p. 12-31, Tab. IV— VII) an Actinia,
Cerianthus, Caryophyllia und Astraea, Alcyonium und
Gorgonia. Er findet bei denselben mancherlei mehr oder
minder auifallende Unterschiede, besonders in der Bildungs-
weise des Entoderms, das bald durch Einstülpung, bald
auch durch Abspaltung aus der peripherischen Zellenlage
entsteht und im letztern Falle gewöhnlich eine ansehnliche
Masse von Nahrungsdotter einschliesst — ein neuer Beleg
für die schon früher mehrfach von mir ausgesprochene
Ansicht (vgl. u. a. J. B. 1870. S. 402), dass die Menge
dieses Materials oder, was dasselbe ist, die Grösse des
Eies auf die Vorgänge der Entwicklung von maassgeben-
dem Einflüsse sei. Solche Unterschiede finden sich ge-
legentlich sogar bei Arten desselben Genus, wie unser
Verf. das z. B. bei Actinia beobachtet hat. Im entwickel-
ten Zustande bildet dieses Entoderm den gekammerten
Innenraum, den Verf. desshalb auch nicht als Leibeshöhle,
sondern als Darm betrachtet wissen will. Der sg. Magen,
der durch eine nachträgliche Einstülpung oder, wenn man
lieber will, durch cylindrische Verlängerung des Mund-
saumes seinen Ursprung nimmt, würde dann höchstens
als eine Art Pharynx zu deuten sein. In Betreff der Ein-
zelnheiten bemerken wir Folgendes. Eine mit Actinia
mesembryanthemum identische oder doch nahe verwandte
Art enthält (Messina) während der Monate April und Mai
in ihrer Leibeshöhle Embryonen, die zunächst als flim-
mernde Keimblasen erscheinen, später aber becherförmig
mit der einen Hemisphäre sich einstülpen und durch Ver-
464 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
engerung der Einstülpungsstelle schliesslich wieder zu
einem kugligen Körper mit Ectoderm und Entoderm werden.
Schon aul diesem Stadium bilden sich die ersten Septa
in Gestalt zweier Entodermfalten, die in meridionaler Rich-
tung von vorn nach hinten in den Innenraum einspringen.
Nach der Anlage des Magens, die, wie erwähnt, durch
Einbiegung des Mundrandes geschieht, der wesentlich vom
Ectoderm gebildet ist, vermehrt sich die Zahl der Falten,
indem sich in Jeder der beiden Kammern zwei neue Längs-
falten erheben. Später erhebt sich zwischen diesen zwei
Falten noch eine dritte, so dass dann im Ganzen acht
Kammern vorhanden sind. Zwischen Ectoderm und Ento-
derm erkennt man auf Querschnitten jetzt noch eine mitt-
lere sg. Membrana propria, die allem Vermuthen nach von
dem Ectoderm abstammt und die Muskulatur zu liefern
bestimmt ist. Die bis dahin immer noch kuglige Larve
wächst von jetzt an in die Länge, sie flacht sich an den
Enden ab, verliert hinten den Flimmerüberzug und bildet
dann durch stärkere Entwicklung der Muskulatur ihren
Kriechfuss. Im Umkreis des Mundes entstehen acht war-
zenförmigen Höcker, die ersten Anlagen der Tentakel,
eine Zahl, die unter gleichzeitiger (ohne besondere Regel
erfolgender) Neubildung von Längsfalten ziemlich rasch
um ein Beträchtliches zunimmt. Die Furchung beobachtete
Verf. bei Act. parasitica, deren Eier ausserhalb des mütter-
lichen Körpers befruchtet werden. Sie verläuft in regel-
mässiger Weise und liefert einen Zellenhaufen, der mittels
Cilien umherschwimmt, aber ohne Furchungshöhle ist. Ob-
die später an dem einen Ende auftretende Einstülpung
zum Magen wird oder das Entoderm liefert, Hess sich bei
der Undurchsichtigheit der Embryonen nicht feststellen,
doch vermuthet Verf., dass das letztere eher durch Ab-
spaltung von dem Blastoderm seinen Ursprung nehme.
Jedenfalls ist dieses bei der (wiederum viviparen) Act.
aurantiaca der Fall, deren Larven auf weit vorgeschrit-
tener Entwicklungsstufe (mit kurzem Magen und acht
Mesenterialfalten) ihren Innenraum noch mit Nahrungs-
dotter gefüllt hatten. Cerianthus membranaceus lieferte
dem Verf. nur in wenigen Fällen Embryonen, und immer
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 465
nur aus abgelegten Eiern, während J. Hai nie dieselben
aus dem mütterlichen Leibe entnahm. Die Furchung ist,
wie in der Regel bei den Coelenteraten, eine totale und
von raschem Verlaufe, so dass sie nur 4—6 Stunden in An-
spruch nimmt. Sie führt zur Bildung einer Embryonal-
blase mit cylindrischen Blastodermzellen, die sich nach
kurzer Zeit einstülpt und eine Gastrulaform mit weitem
Innenraum und dicht anliegenden Keimschichten liefert.
Die Entodermzellen sind, besonders in der Tiefe, niedrig,
bilden aber Flimmerhaare, wie die cylindrischen Ectoderm-
zellen. Nach einiger Zeit verlängert sich die Larve; sie
nimmt eine ovoide und später, wenn durch Einkrümmung
des Mundrandes sich das Magenrohr zu entwickeln be-
ginnt, durch Verjüngung des hintern Endes eine keulen-
förmige Gestalt an. Uebrigens geschieht diese Bildung des
Magenrohres nicht in ganzer Peripherie gleichmässig. Statt
allseitig frei in den Innenraum hineinzuragen, ist es an
zwei gegenüberliegenden Flächen mit der Aussenwand im
Zusammenhang, so dass der Innenraum der Larve, so weit
derselbe das Magenrohr umfasst, gleich von vorn herein
in zwei Kammern getheilt ist. Durch Bildung von Nessel-
kapseln in den Zellen des Ectoderms und Anlage der
Tentakeln, welche in Form von vier kurzen Vorsprüngen
in der Peripherie des vordem Leibesendes sich erheben,
tritt die Larve dann in ein neues Entwicklungsstadium
über. Sie beginnt sich zu contrahiren und verdankt diese
Eigenschaft der Entwicklung einer Muskelschicht, die nach
der Ansicht des Verf.'s von dem Ectoderm abstammt, ob-
wohl dieselbe einer eignen „Membrana propria" aufliegt.
Auf Querschnitten erkennt man, dass die beiden Kammern
der vordem Leibeshöhle von einer mittlem Scheidewand
durchzogen, also wiederum getheilt sind. Auch hinter
dem Magenrohr sieht man diese Scheidewände als ein
paar Mesenterialfalten mit oft verlängerten freien Rändern
weit in den Innenraum hinein sich fortsetzen. Die weitern
Veränderungen beschränken sich, so weit Verf. dieselben
an frei aus dem Wasser gefischten Larven zu verfolgen
vermochte — die polypoiden Larven von Cerianthus sind
von Busch bekanntlich unter dem Namen Dianthus nobilis
466 Leuckart: Bericht üb. d. wiBsenschaftlichen Leistungen
als selbstständige Thierformen beschrieben (J. B. 1854.
S. 422) — im Wesentlichen auf Wachsthumserscheinungen.
Der Körper streckt sich und bildet neben der Mundöffnung
ein Paar Lippen, die sich unter gleichzeitiger Vermehrung
der Fühler in die Mundtentakel verwandeln. — Die Ent-
wicklungsgeschichte von Astraea konnte Verf. nicht voll-
ständig und nicht von Anfang an verfolgen. Er kennt
nur die schwärmenden Larven, die er auffischte, und
die daraus nach dem Festsetzen sich hervorbildenden
jungen Polypen. Die erstem erscheinen als ziemlich grosse
eiförmige Körper von ziegelrother Farbe, die mittels eines
Flimmerbesatzes frei im Wasser umherschwimmen. Auf
Querschnitten unterscheidet man in denselben zwei dicht auf
einander liegende peripherische Zellenlagen und eine cen-
trale Füllung von ansehnlicher Grösse, die von vereinzel-
ten Kernen durchsetzt ist, sonst aber aus Fettkörnern be-
steht. Die äussere der beiden Zellenlagen repräsentirt das
Ectoderm, während die innere als Entoderm zu betrachten
ist, obwohl später auch die centrale Füllsubstanz an dem
Aufbau des Entoderms sich betheiligt. Diese Schwärm-
linge leben eine längere Zeit — bis drei Wochen — ohne
wesentliche Veränderung, setzen sich dann aber fest, wobei
sie ihre frühere Gestalt mit einer schüsseiförmigen ver-
tauschen. In diesem Zustande ist der Innenraum des jungen
Polypen durch radiäre Scheidewände in zwölf Kammern
getheilt, die sämmtlich mit dem untern Ende einer in
Mitte der Scheibe befindlichen Vertiefung (dem spätem Ma-
genrohr) communiciren, sonst aber völlig geschlossen sind.
Im Umkreis der Mundscheibe bemerkt man die ersten An-
lagen des Tentakelapparates. Zwischen Ectoderm und
Entoderm hat sich eine structurlose Schicht, die sg. Mem-
brana propria, eingelagert, in der später die Kalkkörper-
chen auftreten. Die Ectodermzellen enthalten stäbchen-
förmige Gebilde, welche den Stäbchen der Planarien
nicht unähnlich sind und die Nesselkapseln darstellen.
In dem hintern Leibesabschnitte finden sich daneben noch
grössere Nesselkapseln, die in den tiefern Hautschichten
entstehen und bisweilen selbst ziemlich weit in das Ento-
derm hineinragen. Die Schwärmlinge von Caryophyllia,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 467
die sich im Innern des Mutterleibes entwickeln und erst
später (im Juli) abgesetzt werden, sind sowohl durch ihre
längliche Gestalt, wie durch die Abwesenheit des Nahrungs-
dotters von denen der Astraea verschieden. Sie bestehen
aus zwei Keimschichten, die dicht auf einander liegen
und einen nach Aussen offenen Innenraum einschliessen,
der wahrscheinlich, wie bei Actinia mesembryanthemum
und Cerianthus, durch Einstülpung einer Keimblase seinen
Ursprung genommen hat. — Bei Alcyonium digitatum ge-
schieht die Befruchtung erst (im August und September)
nach dem Ausstossen der Eier, die sich bekanntlich in
eigenen Kapseln an den durch den ganzen Polypenstock
hinziehenden Mesenterialfalten entwickeln und immer nur
in besonderen, zur Brunstzeit schon an der gelblichen Fär-
bung erkennbaren Stöcken gefunden werden. Ein Keim-
bläschen Hess sich in den Eiern, auch wenn sie mittels
der Schnittmethode untersucht wurden, nicht auffinden,
wie denn auch die ersten Furchungskugeln der Kerne ent-
behrten. Auch sonst zeigt die Furchung mancherlei Ab-
weichungen von der Norm, indem sie nicht regelmässig
mit dem Factor zwei sich wiederholt, sondern dadurch
eingeleitet wird, dass sich gleich von vorn herein auf der
Aussenfläche des Dotters zahlreiche Vorsprünge bilden,
welche von der übrigen Masse sich abtrennen, durch Thei-
lung sich vermehren und schliesslich nach Bildung der
Kerne in die Zellen des Blastoderms übergehen. Um dieselbe
Zeit zerfällt auch die centrale Dottermasse in grössere
kernhaltige Ballen, die freilich bald wieder undeutlich
werden, worauf dann der Zellenhaufen sich streckt und
durch Entwicklung eines Flimmerbesatzes in die Larve
sich verwandelt. Bei diesen Schwärmlingen differenzirt
sich nun die centrale Masse sehr bald in ein dickes En-
toderm, das eine stark körnige Beschaffenheit hat und
mit seinen nur wenig scharf getrennten Zellen der frühern
Blastodermschicht, dem jetzigen Ectoderm, anliegt, und
in eine grobkörnige Innensubstanz, in der nicht selten hier
und da ein Paar helle Vacuolen sich unterscheiden lassen.
In diesem Zustande fliessen die Larven, die übrigens nur
wenig beweglich sind und sich öfters klumpenweise an
468 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
einander drängen, bisweilen zu einem Körper zusammen,
der durch beträchtliche Grösse von den gewöhnlichen Lar-
ven unterschieden ist, allem Anscheine nach aber einer
weitern Entwicklungsfähigkeit ermangelt. Bei Beginn der
Metamorphose fixiren sich die Larven mit dem einen etwas
stumpferen Ende, während das gegenüberliegende freie
Ende eine Einstülpung bildet, um welche herum sich dann
in einer nicht näher erforschten Weise — vermuthlich
durch radiäre Erhebungen des Entoderms, wie bei den
Actinien — acht Kammern bilden, die zunächst noch von
der körnigen Innensubstanz erfüllt sind, im Laufe der Zeit
aber allmählich leer werden. Im Umkreis des Mundes
bilden sich die Anlagen des Tentakelapparates. Zwischen
den zwei primitiven Keimschichten hat sich eine structur-
lose Tunica propria gebildet, die bis in die Mesenterial-
falten sich erstreckt und äusserlich noch von einer eignen
— sonst nirgends weiter vorkommenden — Zellenschicht
begrenzt wird, aus welcher das von Kalkkörpern durch-
setzte Gallertgewebe der Alcyonien hervorgehen soll. Mus-
kelfasern lassen sich erst später bei unsern Polypen auf-
finden. Sie sollen, so weit sie wenigstens den Mesenterial-
falten angehören, aus dem Entoderm sich bilden. Die
Larven der Gorgonia verrucosa ähneln denen des Coral-
lium rubrum, die von Lacaze Duthiers beschrieben
sind. Man findet dieselben im Mai und Juni, wenn sie ihre
Mutterthiere verlassen haben, frei im Wasser, wo sie ihrer
ziegelrothen Färbung wegen leicht auffallen und eine lange
Zeit sich umhertummeln, bevor sie sich festsetzen. Die
Leibeswand besteht aus Ectoderm und Entoderm, die eine
Schicht structurlosen Gewebes zwischen sich nehmen und
einen grossen, mit Cilien aasgekleideten Hohlraum um-
schliessen. Eine nach innen dem Entoderm aufliegende
Körnerschicht betrachtet Verf. als den letzten Rest eines
den Innenraum früher ausfüllenden Nahrungsdotters.
An diese Untersuchungen von Kowalewsky schliessen
sich sodann die Beobachtungen an, die Lacaze Duthiers
über denselben Gegenstand gemacht hat:
Developpement des Coralliaires par Lacaze Duthiers.
Prem. mem. sur les Actiniaires sans polypies, Archiv zool.
in d. Naturgesch. d. nied. Tbiere währ. d. Jahre 1872—1875. 469
exper. T. I. p. 289—396. PI. XI— XVI. Deux. mem. Actiniaires
ä polypiers, Ibid. T. IL p. 269—348. (Im Auszuge Cpt.
rend. T. 77. p. 1201—1207, developpement des Polypes et
de leur Polypier, iu's Engl, übersetzt: Ann. nat. bist. Vol.
XIII p. 39 ff.) Aber nur die Identität der Untersuchuugs-
objeete ist es, welche zwischen diesen beiden Autoren
eine Beziehung statuiren lässt, denn das, was dieselben
bei ihren Untersuchungen im Auge hatten, ist beide Male
ein Anderes. Bei Kowalewsky ist es das embryolo-
gische, bei Lacaze Duthiers dagegen das morpholo-
gische Moment, was die Untersuchung leitet. Vergebens
suchen wir desshalb auch bei dem Letztern genaue und ein-
gehende Angaben über die Bildung und Beschaffenheit
der Keimhäute und den Antheil, den dieselben an dem
Aufbau des Polypen nehmen. Dafür aber finden wir bei
demselben eine auf entwicklungsgeschichtliche Grundlage
gestüzte Darlegung des Polypenbaues, die uns letztern viel-
fach in einem neuen Lichte zeigt und zu der Ueberzeugung
hinführt, das die früher darüber ausgesprochenen und schein-
bar €xact begründeten Ansichten (besonders von Milne
Edwards undHaime, so wie von Schneider undKötte-
ken) weit entfernt sind, der Wirklichkeit zu. entsprechen.
Bevor wir jedoch näher hierauf eingehen, bemerken wir,
dass die Beobachtungen des Verf 's auf vier Actinienarten:
Actinia mesembryanthemum (= A. equina), Sagartia bellis
und S. Trogiodytes, Bunodes gemmacea, und auf eine
Coralle, Astroides calycularis, sich beziehen, zum Theil
also dieselben Arten, die auch Kowalewsky untersucht
hat. Am vollständigsten lauten die Angaben bei Actinia
mesembryanthemum, deren Aufbau Verf lückenlos von den
ersten Anfängen an verfolgt hat. In Betreff der Geschlechts-
verhältnisse hebt Verf. hervor, dass die Actinien meist
hermaphroditisch, Astroides dagegen in der Regel getrenn-
ten Geschlechtes sei, obwohl Ausnahmen nicht weniger
als selten vorkämen, bei den hermaphroditischen Individuen
auch insofern mancherlei Unterschiede obwalteten, als männ-
liche und weibliche Follikel bald auf verschiedene Septa
vertheilt, bald auch untermischt an demselben Septum zur
Entwicklung kämen. Die ersten Anlagen der Follikel,
470 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
mögen diese Samenfäden oder Ei enthalten, bestehen
immer nm* aus einer einfachen Zelle, die dann später
auf endogenem Wege eine Brut von Tochterzellen erzeugt.
Bei den Actinien erstreckt sich die Dauer der Fortpflan-
zungszeit über den grossesten Theil des Sommers, während
sie bei Astroides nur auf wenige Wochen (Juni) beschränkt
ist. (Einem spätem Zusätze zufolge, 1. c. T. III. p. LVI, zeigt
übrigens der Eintritt dieser Geschlechtsreife bei Astroides
je nach der Localität mancherlei Unterschiede.) Befruch-
tung und Klüftung geschieht im Innern der Ei-Follikel,
deren Wand nach erlangter Reife theilweise schwindet,
so dass die Samenelemente freien Zutritt finden. Der nach
Aussen daraus hervortretende Körper ist bereits ein Em-
bryo, der mittels eines Cilienbesatzes im Leibesraume
seiner Mutter — Verf. betrachtet denselben, wie Kowa-
lewsky, als Verdauungshöhle, die durch einen kurzen
Oesophagus (vulgo Magenrohr) nach Aussen führe — um-
herschwimmt und eine längere oder kürzere Zeit darin
verweilt. Bei den vom Verf. beobachteten Actiniaden dauert
dieses parasitische Leben in der Regel bis zur Entwick-
lung der zwölf ersten Septa und Tentakel, während Astroi-
des meist schon früher geboren wird, auf einem Entwick-
lungsstadium, in dem der Embryo noch eine einfache läng-
liche oder wurmförmige Gestalt besitzt. Uebrigens zeigen
auch schon die einzelnen Actinien in dieser Hinsicht manche
Unterschiede, wie denn z. B. Sagartia früher geboren wird,
als Actinia und Bunodes, zu einer Zeit bereits, in der eben
die zwei ersten Tentakel hervorsprossen. Die Larve von
Sagartia erreicht auch niemals jene gestreckte Cylinder-
form, wie sie bei den andern Arten gefunden wird, sondern
bleibt niedrig und bildet dadurch gewissermaassen den
Uebergang zu Astroides, deren Embryonen beim Festsetzen
zunächst in eine genabelte Scheibe auswachsen. In der
Substanz des Embryonalkörpers unterscheidet man zwei
Schichten, eine peripherische, die besonders bei Astroides
schon frühe Nesselkapseln erkennen lässt, und eine cen-
trale, die zahlreiche Fettkörner in sich einschliesst. Verf.
bezeichnet beide gelegentlich als Ectoderm und Entoderm,
doch dürfte es zweifelhaft sein, ob dieselben in jeder Hin-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 471
sieht den gleichnamigen Keiinschichten identificirt werden
können. Die ersten Veränderungen, die an den Embryonen
zur Beobachtung kommen, bestehen in der Bildung des
Mundes, dessen Lippenränder dann durch Einstülpung in das
sg. Magenrohr auswachsen und durch letzteres mit dem im
Innern des Entoderms inzwischen entstandenen Leibesraum
in Verbindung treten. Anfangs ganz einfach gestaltet, be-
ginnt dieser Leibesraum alsbald durch Erhebung der vom
Verf auf Faltungen des Ectoderm zurückgeführten Septa
im Umkreis des Magenrohrs die ersten Kammern zu bilden.
Aber nicht sechs Kammern sind es, die gleichzeitig ihren
Ursprung nehmen, wie man früher anzunehmen pflegte, son-
dern zunächst deren nur zwei. Sie entstehen durch Bildung
zweier Septa, die an zwei einander gegenüberliegenden
Stellen von der Leibeswand hervorwachsen und die Peri-
pherie des Leibesraumes in eine grössere und eine kleinere
Tasche abtheilen. Die Taschen entsprechen, wie man sehr
bald bemerkt, da der Mund die ursprünglich runde Form
rasch mit einer mehr gestreckten vertauscht, den beiden
Mundwinkeln: die ersten Septa stehen also senkrecht auf
die durch Mund und Magenrohr bestimmte Verticalebene.
Doch die Zahl der Septa und der dadurch abgesetzten
Kammern vergrössert sich, indem zu den Seiten der ersten
Septa und parallel mit denselben rechts und links neben
der Mundebene zwei neue Erhebungen sich bilden, zunächst
in der grössern, dann auch in der kleinern Abtheilung. Bei
Astroides scheint diese sechsstrahlige Bildung einige Zeit
zu verharren, während sie bei den Actiniaden sehr bald
einer achtstrahligen Platz macht, die dadurch entsteht, dass
in der grössern Körperhälfte, und zwar wiederum jederseits
neben den zwei primären Septa, eine neue Faltung ge-
schieht. Durch abermalige Wiederholung des Processes,
zuerst in der kleinern, dann wiederum der grössern Ab-
theilung, immer aber zur Seite der erstgebildeten Septa,
steigt die Zahl der Taschen dann auf 12 (5 in der kleinern,
7 in der grössern Hälfte), und das nicht bloss bei den
Actiniaden, sondern auch bei Astroides, die sich bis
hieher in wesentlich derselben Weise entwickelt, wenig-
stens denselben allgemeinen Bildungsgesetzen folgt. Mit
472 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistung-en
aller Bestimmtheit folgt aus diesen Beobachtungen, dass
die Septa, wenigstens die zwölf ersten Septa der Poly-
actinien, nicht in zwei Sätzen (2x6) entstehen, auch nicht
paarweise für jede einzelne Tasche sich bilden, sondern
je zu zweien an gleicher Stelle einander gegenüber ihren
Ursprung nehmen, die jungen Polypen also eigentlich mehr
bilateral, als radiär sich aufbauen. Auch die Mesenterial-
lilamente kommen immer zu zweien an den einander ent-
sprechenden Septis zum Vorschein, die ersten an den
zwei ältesten Scheidewänden und so weiter, obwohl, wie
es scheint, die Reihenfolge der Bildung nicht immer ge-
nau durch das Alter der Septa bestimmt wird. Auch für
die Bildung der Tentakel gilt dieses Gesetz der bilateralen
Entwicklung, nur dass dieselben ihrer Lage nach nicht
den Scheidewänden, sondern den Taschen entsprechen, die
zwei ersten Tentakel also auch den ersten Kammern an-
gehören d. h. in der Richtung der Mundwinkel gefunden
werden. In der Regel geht dabei übrigens der Tentakel
der grössern Körperhälfte wieder voraus; es finden sich
sogar Arten, in denen dieser erste Tentakel einige Zeit
hindurch allein vorhanden ist. Die Reihenfolge des Er-
scheinens richtet sich streng nach dem Alter der einzelnen
Kammern: die neuen Tentakel bilden sich also stets in der
Nachbarschaft der zwei ersten Septa. Bei Bunodes beob-
achtet man an den Larven dieses Stadiums, die übrigens
immer noch ohne Fussscheibe sind und mittels ihrer
Flimmerhaare umherschwimmen, durch die durchsichtigen
Bedeckungen hindurch in der obern Hälfte der Scheide-
wände deutlich eine ziemlich ansehnliche Oeffnung, die
aus der einen Tasche direct in die benachbarte hinüber-
führt. Auch in sofern verhält sich diese Art etwas ab-
weichend, als der Embryo länger, als sonst, auf dem acht-
strahligen Entwicklungszustande verharrt. Die zwölf Ten-
takel sind Anfangs von völlig gleicher Bildung, allein es
dauert nicht lange, bis sie sich differenziren und zwar
der Art, dass sie abwechselnd sich nach Aussen und Innen
umlegen, sich also in zwei Cyclen gruppiren, und in diesen
dann auch allmählich eine ungleiche Grösse annehmen.
Bei Astroides erstreckt sich das ungleiche Wachsthum
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 478
selbst auf die Septa, indem auch diese abwechselnd stärker
und weniger stark auswachsen. Das gleiche Alter der den
zwei ersten Cyclen angehörigen Tentakel liefert einen
neuen Beweis, wie wenig zulässig es ist, aus dem Ver-
halten des ausgebildeten Thieres auf die Natur und die
Entstehungsweise der einzelnen Theile zurückzuschliessen.
Ohne Kenntniss der Entwicklungsvorgänge würde man —
wie das ja auch der Fall war — die ungleiche Grösse
und Stellung der Tentakel kaum anders erklären können,
als durch die Annahme zweier verschiedener Entwicklungs-
perioden. Doch bei den ersten zwölf Tentakeln bleibt es
nicht. Die Zahl verdoppelt sich, doch nicht etwa, wie
man geurtheilt hat, dadurch, dass je zwischen zwei alten
Tentakeln ein neuer sich einschiebt, sondern vielmehr
durch die Bildung von sechs Paaren neuer Anhänge, die
neben einander je in den Taschen der kleinern Tentakel
auf der Kopfscheibe hervorknospen. Bevor diese Tentakel
übrigens hervorkommen, hat die betreffende Tasche im
Innern zwei neue Septa gebildet, die natürlich ebenso viele
neue Taschen abgrenzen. Die Bildung beginnt auf der
Fussscheibe, die alsbald nach Anheftung des Polypen durch
Abplattung des hintern Körperendes entstanden ist, indem
hier eine zunächst einfache Leiste sich erhebt, die sich bei
ihrer Verlängerung nach der Körperwand zu spaltet und
dann in zwei neben einander aufsteigende Septa sich fort-
setzt. So ist es wenigstens bei den Actiniaden. Ob auch
bei den Corallen, ist zweifelhaft, da Verf. hier die Ein-
zelnheiten des Vorgangs zu verfolgen nicht im Stande
war. Die neugebildeten zwölf Tentakel unterliegen nun
aber derselben Diiferenzirung, wie^ die altern, indem sie
alteruirend sich ungleich stellen und vergrössern. Die grös-
sern gruppiren sich, einen neuen Cyclus bildend, zwischen
die ersten zwei Cyclen, wogegen die kleinern dem äussern
Cyclus sich einreihen, so dass die Zahl der dem letztern
zugehörigen Anhänge sich verdoppelt. Aber auch hier ist
die Entwicklung mit dem einmaligen Geschehen noch nicht
zum Abschluss gekommen. Der Process der Neubildung
wiederholt sich in ganz derselben Weise, auch dieses Mal
wieder in den Taschen des äussersten Cyclus. Die Zahl
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. FF
474 Leuckart: BericM üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
der Tentakel steigt von 24 (6 + 6 + 12) auf 48, die dann
nach abermaliger Differenzirung der Nachschübe in vier
Cyclen (6 + 6 + 12 + 24) geordnet sind. Dass die Menge
der Cyclen bei zahlreichen Arten noch weiter sich ver-
mehrt ist zur Geniige bekannt. Es geschieht das aber
überall nach dem hier beschriebenen Modus, so dass die
neuen Cyclen mit stets verdoppelter Tentakelzahl zwischen
den Randcyclus und die übrigen sich einschieben. Der
Randcyclus zählt dabei dieselbe Tentakelzahl, wie die
übrigen Cyclen zusammengenommen, aber seine Tentakel
sind, wenn auch die kleinsten, doch keineswegs, wie bisher
meist angenommen wurde, zugleich die jüngsten, sondern
eine Sammlung aller jener Altersstufen, die in den übrigen
Cyclen vertreten sind. In wie weit freilich diese Verhält-
nisse auch für die Steinkorallen Geltung haben, muss erst
durch spätere Untersuchungen constatirt werden, da die
Entwicklung des festen Skelets hier möglicher Weise
manche Abweichungen im Gefolge hat. Was übrigens die
Beziehungen dieses letztern zu den Weichtheilen betrifft,
so haben die Untersuchungen des Verf 's gezeigt, dass die
altern Ansichten auch hier nicht ganz richtig waren.
Während man früher der Meinung war, dass die Radiär-
lamellen des Skelets durch Umstaltung aus den weichen
Scheidewänden des Polypen hervorgingen, belehrt uns
Verf. von der Thatsache, dass dieselben zwischen diesen
Scheidewänden je in den einzelnen Kammern des Leibes-
raumes gelegen sind und hier auch unabhängig von den
erstem ihren Ursprung nehmen. Als Ausgangspunkt ihrer
Bildung wird das sg. Entoderm bezeichnet, das auf dem
Boden des Leibesraumes in beträchtlicher Menge angehäuft
sei. Hier treten noch vor Anheftung des Embryo in radi-
ärer Anordnung nach dem Numerus 12 je drei ursprüng-
lich isolirte Kalkstäbchen auf, die bald zu einem Stücke
zusammenschmelzen und allmählich in die einzelnen La-
mellen auswachsen. Die Bildung der Mauer geschieht erst
nach Anlage der Lamellen, durch Ausscheidung einer von
Anfang an zusammenhängenden ursprünglich weichen Masse,
die erst nachträglich mit den radiären Kalkkörperchen
durch deren nach Aussen gekehrte Doppelschenkel in Ver-
in (1. Naturo^esch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 475
binduDg tritt. Eben so selbstständig geschieht auch die
Anlage der Columella durch Kalkkörperchen, die im un-
tern Ende der Centralachse, gleichfalls also am Boden des
Leibesraumes, ihren Ursprung nehmen und erst später so-
wohl unter sich, wie mit dem übrigen Skelet in Ver-
bindung treten. Die sg. „Epitheca" ist ein Gebilde Von
sehr untergeordneter Bedeutung und desshalb auch häufig
abwesend; wahrscheinlich Nichts, als eine verhornende Se-
cretmasse, welche die einzelnen Polypen in Folge gewisser
äusserer Eingriffe zu ihrem Schutze absondern. In den
Knospensprösslingen entstehen die ersten Anlagen des
Skelets schon zu einer Zeit, in der die Skeletmasse der
Mutterthiere noch weit von denselben entfernt ist.
Einer kurzen brieflichen Mittheilung an Lacaze
Duthiers zufolge (Archiv zoolog. exper. T. IL p. XXXIX)
hat A. Agassi z sich jetzt davon überzeugt, dass die von
ihm früher als Arachnactis beschriebenen flottirenden Po-
lypen sich im Verlaufe ihrer weitern Entwicklung in Ed-
wardsien umwandeln. Man unterscheidet schon früher acht
radiäre Septa, während die Tentakel dem Anschein nach
unabhängig von den dadurch abgesetzten Kammern bila-
teral d. h. paarweise an den Seiten der zuerst vorhandenen
zwei Tentakel hervorbilden.
Alleyne Nicholson handelt (Transact. roy. Soc.
Edinbg. Vol. XXVII T. 3. p. 237-249, im Auszuge Proc.
roy. Soc. Edinb. 1875 p. 497) „on the mode of growth
and increase amongst the Corals of the palaeozoic period".
Er schildert dabei namentlich die verschiedenen Formen
der ungeschlechtlichen Vermehrung, die bei den paläozo-
ischen Korallen zur Beobachtung kommen und nicht selten
zu Stockbildungen hinführen, welche von denen der recen-
ten Arten mehr oder minder abweichen. Es gilt das vor-
nehmlich von derjenigen Form der Knospung, welche
vom Verf. als „simple calicular gemmation" bezeichnet wird
und darin besteht, dass die Mundfläche der Polypen eine
Knospe erzeugt, die entweder einfach bleibt oder den
Knospungsprocess in gleicher Weise wiederholt, so dass
dann förmliche Polypenketten entstehen, deren einzelne
Glieder bald gradlinig, bald auch winkelrecht mit einander
476 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
verbunden sind und im ersten Falle bisweilen so wenig
scharf gegen einander sich absetzen, dass die Grenzen
derselben als blosse ringförmige „Wachthumsfirsten" er-
scheinen. Wenn statt einer einzigen Knospe deren zwei
oder mehrere neben einander auf der Mundfläche des Po-
lypen sprossen, dann nimmt Verf. eine „composed calicular
gemmation" an, die unter Umständen gleichfalls zu eigen-
thümlichen Stockformen Veranlassung giebt. Daneben unter-
scheidet Verf. noch eine „basal gemmation", besonders bei den
incrustirenden Corallen, eine „parietal or lateral gemmation"
und eine „increase by fission^', Fortpflanzungsarten, die auch
bei den jetzt lebenden Corallen sehr häufig sind, und nicht
selten mit einander combinirt auftreten. Der systematische
Werth dieser differenten Fortpflanzungsformen ist übrigens
nach der Ansicht des Verf.'s weit geringer, als man das nach
Analogie der recenten Corallen gewöhnlich annimmt, da nicht
selten die nächsten Verwandten in Betreff ihrer Knospungs-
weise abweichen. Uebrigens wird die Physiognomie der palä-
ozoischen Corallenstöcke nicht ausschliesslich durch die
Form der Vermehrung, sondern zum Theil auch durch die
Epitheca und das Coenenchym bestimmt, von andern dabei
in Betracht kommenden Momenten zu geschweigen.
Nachdem die allgemeine Gültigkeit des von M. Ed-
wards für das Wachsthum der Korallen aufgestellten Ge-
setzes schon von Schneider bestritten worden (J. B. 1871.
S. 382), zeigt S e m p e r jetzt durch eine eingehende Unter-
suchung der von ihm gesammelten Philippinischen Turbi-
noliden und Eupsammiden, dass die Septa der einzelnen
Arten nach der Zeit und dem Ort ihres Entstehens viel-
fach von einander abweichen, ja dass fast jede Art in
Betreff ihres Wachsthumes ihr besonderes Gesetz hat. Für
die richtige Deutung und Bestimmung der Formen ist
die Kenntniss dieser Thatsache natürlich von grosser Wich-
tigkeit, zumal dadurch auch mancherlei individuelle Un-
regelmässigkeiten ihre Erledigung finden, die nach dem
E d war ds 'sehen Classificationsschema zu einer Abtrennung
besonderer Arten veranlassen mussten. Aber noch in an-
derer Beziehung haben die Untersuchungen Semper's ein
unerwartetes Resultat geliefert, indem sie nämlich den Nach-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 477
weis briogen, dass die Bildung abfallender Knospen unter
den Steinkorallen viel weiter verbreitet ist, als man früher
wusste (z. B. auch den Eupsammiden vielfach zukommt),
und bisweilen unter Verhältnissen auftritt, die einen Ver-
gleich mit den Erscheinungen des Generationswechsels (der
Strobilation) vollständig rechtfertigen. Am deutlichsten
ist das vielleicht bei gewissen Flabellen (Fl. variabile Semp.),
deren gestutzte Arten wahrscheinlich überall nichts An-
deres sind, als die abgetrennten Oralstücke von gestielten
Formen, die sich in mehrfacher Wiederholung von dem
persistirenden Fussstücke lösen und zur Geschlechtsreife
kommen, während die letzteren nach Ammenart geschlechts-
los bleiben. Ein Gleiches gilt für die Gattung Fungia,
deren Amme in manchen Formen sogar einen verästelten
Korallenstock darstellt und an den ringförmigen Vorsprtin-
gen der einzelnen Zweige sogar die Zahl der successiv
gebildeten Geschlechtsthiere erkennen lässt. Ob auch die
Knospung von Blastotrochus nutrix als ein Generations-
wechsel aufzufassen sei, scheint Ref. zweifelhaft, da die
abfallenden Korallen hier an den Seitenrändern eines ent-
wickelten Geschlechtsthieres hervorkommen. Freilich sind
die persistirenden Stielstücke auch hier zu der Production
einer neuen Generation von Korallen befähigt. Der eigen-
thümliche Bau von Diaseris ist nach Sem per gleichfalls auf
Knospenvorgänge zurückzuführen, da nur die allerkleinsten
nahezu gleichlappigen Individuen einen einfachen centralen
Mund besitzen, während die grössern ohne Ausnahme zu-
sammengesetzt sind. „Ueber Generationswechsel bei Stein-
korallen und über das Edward s'sche Wachsthumsgesetz
der Polypen. Zugleich ein Beitragt zur Fauna der Philip-
pinen." Leipzig 1842. 48 S. mit 6 Tatein. (Aus Ztschrft.
f. wiss. Zoolog. Bd. XXII, Hft. 2.)
Nach Verrill sind die paläozoischen Tubulaten mit
Ausschluss des Gen. Millepora echte Polypen und keine
Hydroiden. Sie repräsentiren auch keineswegs eine eigene
Gruppe, sondern müssen über verschiedene Familien des
natürlichen Systemes (Poecilloporiden, Astraeiden, Poritiden)
vertheilt werden, denn das, was sie charakterisiren soll,
die Anwesenheit regelmässiger Querscheidewände zwischen
478 Leuckai't; Bericht üb. d. wiasenschaftlichen Leistungen
den radiären Septen, findet ssich auch bei zahlreichen re-
centen Polypen und steht wahrscheinlicher Weise damit
in Zusammenhang, dass die einzelnen Kammern gleich-
zeitig ihre Geschlechtsstoffe entleerten. Wo die Entleerung
keine ganz gleichmässige ist, da bilden sich die Scheide-
wände der einzelnen Kammern in verschiedener Höhe. On
the affinities of palaeozoic tabulate Corals with existing
species, Amer. Journ. arts and sc. 1872 T. III. p. 187 — 194
oder Ann. and Mag. nat. bist. T. IX. p. 355 — 364.
Auch die Untersuchungen von Mosely beweisen zur
Genüge, dass die Polypen mit Querscheidewänden keines-
wegs zu einer einzigen Gruppe zusammengehören, solche
Bildungen vielmehr bei sehr verschiedenen Formen sich
entwickeln. Die bisher mit Millepora zusammengestellte
Heliopora (H. coeriilea) erwies sich sogar ganz unverkenn-
bar als ein Alcynoidpolyp mit Kalkskelet, wie das weiter
unten noch näher begründet werden soll. Nur bei Poecil-
lopora Hessen sich unverkennbar die Züge einer Polyacti-
nie (12 Tentakel in zwei Reihen mit ebenso vielen Me-
senterien) nachweisen, während Millepora und Stylaster
des Magenrohres und der Mesenterien entbehrten und offen-
bar beide — wie das Verf. in einer spätem Abhandlung
das Weitern auseinander gesetzt hat — den Hydroidpolypen
zugerechnet werden müssen. Für den von Verrill ver-
mutheten Zusammenhang der mehrfach wiederholten Boden-
bildung mit der Geschlechtsreife ergeben sich aus den
Untersuchungen Mosely 's übrigens keinerlei Anhaltspunkte.
Im Gegentheil beweisst das Vorkommen dieser Gebilde
in den polypenlosen Coenenchymröhren von Heliopora mit
Evidenz, dass diese beiderlei Vorgänge von einander ganz
unabhängig sind. Mosely, on the structure and relations
of Alcyonarian Heliopora .... and remarks on the affini-
ties of certain palaeozoic corals (Proceed. roy. Soc. 1875
Vol. XIV p. 59-70 oder Ann. nat. bist. Vol. XVÜI —
ausführlich inzwischen und mit Abbildungen veröffentlicht
in den Philos. transact. 1876 Vol. 166 p. 91—129 PL VIII
und IX.).
Kölliker glaubt auf Grund gewisser entwicklungs-
geschichtlicher und anatomischer Thatsachen die Alcyo-
iii d. Xaturgt'scli d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 479
narien und Zoantharien schärfer aus einander halten zu
müssen, als das gewöhnlich geschieht (Morphol. und Ent-
wicklungsgesch. des Pennatulidenstammes 8. 71). Er ur-
girt dabei die Thatsache, dass die Lagerung der Muskeln
an den Septis bei beiden verschieden sei, dass die ausge-
bildeten — bei Antipathes einzigen — zwei Mesenterial-
filamente bei den Zoantharien zweien gegenüberstehenden,
bei den Alcyonarien aber zwei dicht beisammenstehenden
Septis angehören, dass auch die Reihenfolge der 8epta bei
der Entstehung nicht die gleiche sei, und Gefässe schliess-
lich unter den Zoantharien nur bei den Zoanthinen und
Antipatharien gefunden werden. Alles zusammengenommen
scheinen unserm Verf. (wie Agassiz) die Alcyonarien an
die Spitze der Anthozoen zu gehören, und unter diesen
wieder die Pennatuliden die erste Stufe einzunehmen.
Gray liefert eine Aufzählung der zu M' Andrew bei
Suez gesammelten Polypen: 17 Steinkorallen und 7 Al-
cyonarien. Unter den letztern werden als neu genannt
(nicht beschrieben) 1 Sarcophytonj Anthelia grandis^ Alcyo-
nium atirimi. Ann. nat. bist. Vol. X. p. 124, 125.
Greeff berichtet über die von ihm auf Madeira be-
obachteten Polypen. A. a. 0. S. 31.
Ebenso liefert Lütken in dem schon früher mehr-
fach erwähnten Arctic manual (p. 186) eine Aufzählung der
Grönländischen Anthozoen.
Ueber die Anthozoen von Nord-Carolina, vgl. Verrill,
über die von St. Lawrence Witheaves, 11. cit.
Polyactinia. Allman macht auf einige Eigenthüm-
lichkeiten in dem Bau der Edwardsien aufmerksam, die
ihn veranlassen, diese Polypen als Repräsentanten einer
zwischen den Zoantharien und Alcyonarien vermittelnden
eigenen Gruppe zu betrachten. Die Angaben betreffen vor-
nehmlich die acht Radiärsepta, welche nirgends mit dem
Magenrohre in Verbindung stehen, und ein sonst bei den
Coelenteraten, wie es scheint, fehlendes kammförmiges
Organ, das den bandförmigen Geschlechtsorganen anhängt
und nach der Vermuthung des Verf.'s eine Art Kittdrüse
darstellt. Journ. microsc. sc. 1872 T. XII p. 394, Rep. Br.
Assoc. 1872. p. 132.
480 Leuckart: Bericht üb. d. vvissenschaftliclien Leistungen
Martin-Duncan betrachtet die Chromatophoren
der Actinia mesembryanthemum rait Schneider und
Röttcken als Augen und beschreibt dabei weiter noch
ein von Ganglienzellen durchwirktes plexusartiges Nerven-
system, das sich theils unterhalb der Chromatophoren im
Umkreis des Mundrandes hinziehe, theils auch in der Fuss-
scheibe unterhalb des Endotheliums gelegen sei und von
da sich zwischen die Muskeln hinein erstrecke. Proceed.
roy. Soc. T. XXTI. N. 148 p. 44 (1874) oder Archiv zoolog.
exper. T. III. p. XXIII, ausführlicher mit Abbild, monthly
microscop. Journ. T. XII. p. 65—79 PI. 69.
Anders dagegen Ludwig, der jenen „Augen" — und
bestimmt mit Recht — die ihnen von Röttcken beige-
legten Function in Abrede stellt und den Nachweis ver-
sucht, dass sie Nichts als verkümmerte Tentakel (Nessel-
knöpfe Ref.) darstellen. Die sg. Linsen reduciren sich
(wahrscheinlich) auf die Kerne von Epithelzellen, die Zapfen
auf Nesselkapseln, die Nervenschicht auf Bindesubstanz.
Bei Actinia mesembryanthemum lässt sich die gesammte
Epidermis auf Durchschnitten mehr oder weniger deutlich
auf das Röttcken 'sehe Schema des Actinienauges zurück-
führen. Nachrichten von der Göttinger Gesellsch. der
Wissensch. 1875. S. 491—500. (Ueber das Röttcken'sche
Auge der Actinien.)
Mosely untersucht die Pigmente von Bunodes cras-
sicornis und andern Actinien mittelst des Spectroscops
und findet bei dem erstem im Umkreis des Mundes (aber
nur hier) einen rothen Farbstoff mit einfachen Absorptions-
streifen, dem Hämaglobin nicht unähnlich (Actiniochrome).
On Actiniochrome, a colouring matter of Actinias, which
give an absorption spectrum, Journ. micr. sc. T. XIII
p. 133, 144.
Fischerzählt ander oceanischen Küste Frankreichs
nicht weniger als 31 verschiedene Actiniaden, die bis auf
6 auch zugleich an den Englichen Küsten gefunden werden.
Dafür haben die letzteren aber eine ganze Anzahl von
Formen, die in Frankreich fehlen, sämmtlich durch einen
eminent borealen Charakter ausgezeichnet. Die bathyme-
trische Vertheilung ist sehr einfach, da die Actiniaden nur
in d. Naturgesch. d. nied. Thicrc währ. d. Jahre 1872—1875. 481
selten in eine grössere Tiefe (über 72 Mtr.) binuntersteigen.
In der Littoralzone leben vorzugsweise Actinia equina,
Anemonia sulcata, Sagartia ignea, S. erytbrocbila, Bimodes
verrucosus, Palytboa sulcata u. s. w., in der Zone der La-
minarien mebr gestreckte Formen wie Metridium diantbus,
Sagartia spbyrodela, S. pellucida u. a., in der der NuUi-
poren endlicb die Muscbelbewobner Sagartia effoeta, S.
viduata, Adamsia palliata, Ghitonactis (n. gen.) coronata
und Palytboa Coucbi. Die Zabl der Tentakel und der
Tentakelcyclen scbeint dem Verf. übrigens ein Cbarakter
von sebr zweifelbaftem Wertbe, da in dieser Beziebung
nicbt bloss bei verwandten Arten, sondern selbst bei ver-
sebiedenen Individuen derselben Art bäufige Abweicbungen
vorkommen. Die bei Metridium diantbus vielfach beob-
achtete Fortpflanzung durcb Auswachsen kleiner Bruch-
stücke findet sich in gleicher Weise auch bei Sagartia
pellucida und S. ignea (nicht aber bei S. effoeta u. a.),
so wie bei Anemonia sulcata. Sur les Actinies des cotes
oceaniques de France, Cpt. rend. T. 79 p. 1207—1210, ins
Engl, tibersetzt Ann. nat. bist Vol. XV. p. 373—376. Aus-
ftibrlicber Nouv. Arch. Mus. T. X. p. 193—244, mit Sa-
gartia ignea, S. erythrochila und Bunoäes hisCayensis nn. sp.
Rob. Kyle handelt (Ann. and Mag. nat. bist. Vol.
IX. p. 304) über eine wahrscheinlich neue Actinie der
Irischen Küste, die zumeist an Tealia und besonders T.
digitata sich anschliesst, aber völlig warzenlos ist.
Cramb actis arabica n. gen. et n. sp. Haeckel, arab.
Korallen S. 4 Fig. 2. Eine neue Phyllactinie von den Ko-
rallenbänken Tors, die sich dadurch auszeichnet, dass oben
zunächst um den Mund herum ein mehrfacher Kranz von
zahlreichen zarten Fangfäden sich befindet, welche die
Gestalt von dünnem krausenartig gefalteten Koblblättern oder
Endivienblättern besitzen. Darunter steht ein mehrfacher
Kranz von zahlreichen dicken Fangfäden, welche von den
erstem ganz verschieden, derbhäutig, nicht gefaltet und
von einfacher spindelförmiger Gestalt sind. Der eigent-
liche Körper ist eine niedrige cylindrische Säule.
Eäivardsia lineata V e r r i 1 1 , Rep. Comm. Fish.
1. c. p. 739. Ebeudas. bemerkt Verf., dass Peachea para-
-182 Leuckart: Bt'richi üb. d. wiyseuschaftlicben Leistungen
sitica nicht bloss auf Cyanea arctica lebt, sondern auch
in niedrigem Wasser grabend im Sande gefunden wird.
Verrill beschreibt eine .neue gigantische Form von
Cerianthus, G. horealis von Neu -England mit einem fuss-
langen Schlammrohr. Amer. Journ. T. V. p. 5.
Cerianthus borealis Verr. und Epizoanthus americanus
Verr. abgebildet bei Smith and Hager, Transact. Connect.
Acad. Vol. IIL P. 2 PI. II und VIII.
Palythoa Savignii Aud. macht Haeckel in seinen
arabischen Korallen zum Typus eines neuen Gen. Paly-
thoaster. Tentakel kurz in zwei Reihen von verschie-
dener Form.
Peach on british Madrepores (Proc. R. Phys. Soc.
Edinb. 1874) ist dem Ref. nicht bekannt geworden.
Pourtales findet an den Gallopagos -Inseln, die be-
kanntlich hart an der Grenze der Korallenregion liegen,
noch sieben Kalkpolypen, alle oder nahezu alle tiberein-
stimmend mit Arten, die an der Landenge von Panama
gefunden wurden. Amer. Journ. arts and sc. T. X. p. 282,
oder Ann. nat. bist. Vol. XVI. 376.
le Conte macht darauf aufmerksam, dass die Ma-
dreporen an Localitäten mit ungleichem Wasserstande beim
Sinken des Niveau sämnitlich bis zu einer bestimmten
Höhe absterben, und erwähnt eines derartigen Falles bei
Fort Jefferson. Rate of growth of Corals, Amer. Journ.
sc. and arts. T. X. p. 34.
Semper untersucht (a. a. 0.) die Wachsthumsver-
hältnisse und die Fortpflanzung von Blastotrochus nutrix
Edw., FlaheUum irreguläre n. sp., Fl. variahile n. sp. (dessen
verschiedene Entwicklungszustände von Edwards als Fl.
aculeatum, Fl. spinosum, Fl. Owenii und Fl. Stockesii be-
schrieben sind), Placotrochus laevis Edw., TrocJiocyathus
philippinensis n., ParacyatJms rotundatus n., Heterocyathus
phüippinensis n., H. parasiticus n. (dessen Fuss in einer
eigenen Höhlung stets einen Sipunculiden beherbergt, wie
das auch bei Heteropsammia Michelinii der Fall ist),
Bhodopsammia (n. gen.) carinata n. sp., Rh. amoena
n., Rh. parallela n., Rh. socialis n., Rh. affinis n., Rh.
ovalis n., Rh. incerta n., Rh. dubia n., Heteropsammia Mi-
iu d. Naturgcsch. d. uied, Thierc währ, d. Jahre 1872 — 1875. 483
chelini Edw., H. rotundata n., H. ovalis n., Enclopachus Grayi
Edvv. Die Aufstellimg des neuenEupsammidengenus i^Äo-
^oj^sa^^imutfindetseine Motiviningdarin, dass es nach der
E d war ds'schen Classification unmöglich ist, die einzelnen
Genera naturgemäss zu unterscheiden. Sem per charak-
terisirt dasselbe folgendermaassen : Polyparium einfach
oder mit seitlichen Knospen; frei oder festsitzend; bald
rundlich conisch, bald seitlich zusammengedrückt. Keine
oder nur rudimentäre Epitheca. Rippen einfach, von unten an
sichtbar, mit mehr oder weniger sich erhebender, aus ge-
wundenen Blättchen bestehender Columella. Die Septa
schmal, scharfrandig, kaum über den Kelchrand sich er-
hebend, die der ersten Cycla gleich, bis dicht an die Co-
lumella herantretend, die der dritten kleiner, aber auch
mit der Columella sich verbindend, solche der nachfol-
genden — oft unregelmässigen — Cycla viel schmäler und
ausnahmslos mit denen des vorhergehenden Cyclus ver-
einigt.
Pourtales handelt über die von ihm bei Gelegen-
heit der „Hassler "-Expeditionen gedredgten Tiefseekorallen
(illustrated Catalogue Mus. comp, zoolog. N. VIII, Cambridge
1874 p. 33—45. PL VI-IX). Es sind im Ganzen 32 Arten,
die dabei aufgezählt und, so weit sie unvollständig oder
wenig gekannt sind, beschrieben werden. Die Mehrzahl
derselben stammt von Barbadoes, aus einer Tiefe von 80 —
120 Faden. In vielen Fällen schliessen sich die beob-
achteten Arten an fossile Formen an, wie denn überhaupt
die Westindische Korallenfauna eine auffallende Aehnlich-
keit mit jener besitzt, die zur Tertiärzeit in Europa lebte.
Auffallender Weise ist die Aehülichkeit mit den au Ort
und Stelle vorkommenden Tertiärkorallen eine weit ge-
ringere; eine Thatsache, welche Verf. durch die Annahme
zu erklären sucht, dass die Europäischen Korallen zur
Tertiärzeit westwärts gewandert wären und in den West-
indischen Gewässern grossentheils sich erhalten hätten,
während sie in Europa gleich den zu selbiger Zeit in
Westindien lebenden Arten zu Grunde gegangen seien.
Als neu beschreibt Verf. aus der Familie der Turbinoliden:
Caryophyllia Äntülarmn, Bathycyathus maculatus Bras.,
484 Leuokart: Beriebt üb. d. wisseriBchaftlicben Leistungen
Trochocyathus Batvsonii, ScliizocyatJius (n. gen.) fissilis
(mit Knospen, die an der Innenseite des Calyx, gewöhn-
lich an den seeundären Septen hervorkommen), Spheno-
trocJms auritus Bras., Flabellum hra^iUense, Mhizotroclms
tulipa. In Galaxea eburnea Pourt. erkennt Verf. jetzt die
Jugendform eines Desmophyllum. Die Fam. der Trocho-
smiliden wird durch Coenosmilia (n. gen.) arhuscula, die
der Stylophoriden durch Axohelia ScJirammii Guadaloupe,
die der Asträiden durch Antülia explanata (einem sonst
bloss fossil vorkommenden Genus zugehörig) und Clado-
cora patriarca Bras., die der Stylasteriden durch Bisticho-
pora harhadensis berichtet. Ebenso die Gruppe der Ru-
gosen durch Dune an ia (n. gen.) harhadensis j so wie die
der Antipatharien durch Antipathes abietina und A. Fer-
Die neuen Genera tragen die nachfolgenden Dia-
gnosen :
Schisocyathus Pourt. Corallum simple, without epitheca or
costae; no columella; pali in front of the last cycle, united in front
of tbe penultimate ; propagating by internal gemmation.
Coenosmilia Pourt. Parasmiliae propagating by gemmation
and thus becomiug Compound. Single corallites are typical Para-
smiliae.
Buncania Pourt. Corallum attached, cylindrical, covered with
a tliick wrinkled epitheca rising over the border of the calicle. Inter-
septal Chambers filling up solidiy from the bottom ; a multiple pil-
lared columella, Sometimes paliforra lobes. (Differs from Haplo-
phyllia Pourt. by the formation of the columella. From Thecocya-
thus, with which it might be confounded by the general appearence,
it is easely distinguished by its very different epitheca and by the
arrangement of the septa, which show no definite Systems and no
derivation from a primary hexameral division.)
Duncan veröffentlicht „a description of the Madre-
poraria dredged up during the expeditions of H. M. S.
Porcupine in 1869 und 1870^' (Transact. zoolog. Soc. T. VIII
p. 303-344. PI. XXXIX-XLIX) und liefert darin eine
eingehende durch zahlreiche treffliche Abbildungen erläu-
terte Darstellung nicht bloss der schon früher (vgl. J. B.
1871. S. 390) von ihm — nach den Resultaten der ersten
Expedition — kurz charakterisirten Formen, sondern auch
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wahr. d. jalire 1872—1875. 485
zahlreicher anderer, die erst bei Gelegenheit der zweiten
Reise und mit verbesserten Apparaten von den Zoologen
des Porcupine gedredgt werden. Es sind im Ganzen nicht
weniger als 28 verschiedene Korallen, die uns hier vorge-
führt werden, 27 Arten (darunter 14 neue) und 21 Varie-
täten. Auf diese Weise liefern die Untersuchungen des
Verf. 's eine neue Illustration zu der schon früher von dem-
selben ausgesprochenen Behauptung, dass die Tiefseeko-
rallen eine sonst kaum in gleichem Maasse beobachtete
Variabilität zeigen. Ebenso bestätigen dieselben von Neuem,
dass unter diesen Geschöpfen zahlreiche Formen vertreten
sind, — allein 11 Arten unter den hier in Betracht kom-
menden — , die bisher bloss in fossilem Zustande bekannt
sind oder fossilen Arten doch sehr nahe stehen. Auch sonst
ergaben sich mancherlei Resultate von allgemeinerer Be-
deutung, wie z. B. das, dass die Tiefseekorallen eine zum
Theil sehr beträchtliche Horizontalverbreitung aufweisen,
auch trotz der bedeutenden Tiefe, in welcher sie leben
(bis zu 1094 Faden), und der bis zu 29, 9^ Fahrenheit sin-
kenden Temperatur ihrer Umgebung, ein lebhaftes und
kräftiges Wachsthum besitzen. Mit wenigen Ausnahmen
gehören die Tiefseekorallen sämmtlich zu den solitären
Arten, vielfach auch zu besonderen, sonst nicht weiter be-
kannten Genera. In systematischer Beziehung wichtig ist
die Thatsache, dass Lophohelia prolifera und Amphihelia
oculata, die gewöhnlich den Oculiniden zugerechnet werden,
dadurch, dass ihr Skeletrohr von Innen nicht gefüllt wird,
an die Asträiden sich anschliessen, die erstere auch durch
Entwicklung von queren Scheidewänden im Innern gewisse
Züge besitzt, die man früher den sg. Tabulaten als cha-
rakteristisch beilegte. Dass manche der früher aufgestell-
ten Arten als Varietäten sich erweisen, ist schon durch
die Mittheilungen des letzten Berichtes bekannt geworden.
Aber auch gewisse Genera glaubt Verf als unberechtigt
bezeichnen zu dürfen, wie Ceratocyathus, das mit Caryo-
phyllia, und Thecopsammia, das mit Balanophyllia zu
verbinden sei. Im Uebrigen betreffen die Darstellungen
des Verf.'s vornehmlich folgende Arten zunächst aus der
Fam. der Turbinoliiden : CaryphyVia vermiformis n. sp.,
480 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
C. clavus Scacclii (mit 4 Varietäten, unter denen C. Smithii
Stock, und C. borealis Flem.), C. arcuata Edw.-H.; C. Se-
guenzae (= Ceratocyathus ornatus Seg.), C. cylindracea
Reuss, C. abyssonmi n., G. JiisMpi n., C. Cdlveri n., C.
vermiformis n., C. Fourtalesi n., JBatliycyathus aÜanticus n.,
Paracyathus Agassizi n., P. striatus Pliil., Sphenotrochus
intermedius Münst., Sabinotrochus (n. gen.) apertus n.,
Desmophyllum crista-galli Edw.-H. (== D. dianthus Ehrbg.,
D. Cumingi Edw.-H., D. costatum Edw.-H.), Flabellum
distinctum Edw.-H. (= Fl. extensura Mich.), BhisotrocJius
affinis n., Amphihelia (= Diplolielia) oculata L. und A. ramea
Müll., die beiden einzigen Species von Amphihelia, die Verf.
als berechtigt anerkennt und wegen der unverkennbaren Ver-
wandtschaft mit Ceratotrochus den Turbinoliden zurechnet.
Die Familie der Astraeiden, wie Verf. sie fasst, ist vertreten
ämch Solenosmilia (n. gen.) varidbilisn.^ und Lophohelia
prolifera Fall., welche letztere mit ihren zahlreichen Varie-
täten kaum noch länger den Oculiniden zugezählt werden
kann, die der Oculiniden durch Stylaster gemmascens Cop.,
während den Madreporariern Balanophyllia gaditana n., B.
cellulosa n., B. socialis Pourt. und Dendrophyllia cornigera
Lamk., denFungiidenFungia symmetrica Pourt. und den Cya-
thaxoniden das mit Haplophyllia Pourt. verwandte neue
Gen. Giiynia (G. annulata n.y, eine durch ihre asymme-
trische Bildung sehr eigenthümliche, aber nicht bekannte
Form und Pliobothrus symmetricus Pourt. zugehören. Zum
Schlüsse folgen hier noch die Diagnosen der von unserm
Verf. neu aufgestellten und neu begrenzten Genera:
SahinotrochusDunG. (e tribu Turbinoliacnarnm). T}]e coral-
him is simple, flatly turbinate, and adherent by a delicate pedun-
cle. The calice is flat. The septa are exsert; the costae are deli-
cate and numerous, and the columella consists of growths from the
septal terminations.
ÄmphiheliaM.. Edw.-H. The corallum is bush-shaped, and the
gemmation is alternate marginal and often double. The wall increa-
aes in thickness at the lower part of tho corallum and often in-
cludes the formerly free corallites. The corallites often coalesce.
The columella exists. The septa are in six Systems. There are not
many cycles of them. The ornamentation of the wall may be nono,
or the costal Striae may exist. The corallites do not fill up from
below. There is no dissepimental tissue.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 487
Solenosmilia Dune, (e tribu Euphylliacear. caespit.). The
corallum is bush-shaped, and the corallites, which rarely unite, are
cylindrical and bifurcate. The terminal calicea are produced by a
bi-gemraation; and their fossae and columellae are in common.
The tissue between the new calices is usnally costulate, and that
ovcr the rest of the coralhim granulär and without any epitheca.
The calices increase by fissiparity and form occasionally short series.
Septa numerous and not very exsert. Dissepiments common.
Lophohelia Pall. The corallum is dendroid and its gemma-
tion is subterminal and irregularly alternate. The wall is very
thick. The calices are very deep. The septa are irregulär in their
cyclical arrangement. There is no columella. There are dissepiments
and streng well-developed tabulae.
Guynia Dune. The corallum is simple and long. The wall
is thick and solid. The septa are well developed, lamellar, unequal,
and are continuous from the base to the calice. There are four
Systems of septa; and one primary septum is longer and larger then
the others. The columella is essential and is attached to the larger
septa. There is no endotheca. The costae are visible on the growth-
rings of the outside of the wall. There is an epitheca.
Die hier zuletzt erwähnte Guynia ist vom Verf. schon
vorher (on the structure and affinities of Guynia annulata,
with remarks upon the persistence of palaeozoic types of
Madreporaria, Transact. roy. Soc. 1872. p. 29—40 PI. I.)
eingehend beschrieben und als neu charakterisirt worden. Es
ist ausser Haplophyllia Pourt. (J. B. 1870. S. 388) der
einzige bis jetzt bekannte lebende Repräsentant der in den
altern Schichten so vielfach vertretenen Gruppe der Rugosen.
Wyville Thomson fischte zwischen San Miguel
und Santa Maria in grosser Tiefe (1000 Faden) lebende
Exemplare eines grossen neuen Flabellum {Fl. alabastrum
Mosely) und eines gleichfalls neuen Ceratotrochus (0. nohilis
M.) und giebt von beiden Beschreibung und Holzschnitt,
Nature 1873 T. VIII. p. 402.
Dem altern Funde von Ulocyathus arcticus Sars, einer
vielleicht mit dem fossilen Flabellum laciniatum H. et
Edw. identischen freien Turbinolide der norwegenschen
Küste (J. B. XX. S. 4G4), reiht sich jetzt der Nachweis an,
dass noch eine zweite verwandte Art dieser sonst nur
fossilen oder in wärmeren Meeren vertretenen Gruppe dem
Norden zukomme, eine Form, die nach ihrer äussern Er-
488 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
scheimmg leicht für eine kleine Fungie gehalten werden
könnte und desshalb denn auch als Fungiacyathus {F.
/ra^^'^isn.) bezeichnet wird (Sa rs, remarkable forms u. s. w.
I. p. 58—61 Tab. V). Das neue gleichfalls schon von
M. Sars entdeckte Genus wird mit nachfolgender Diagnose
in unser System eingeführt.
Fu7igiacyathus Sars. Polyparium simplex, liberum, absque
vestigio adhaesionis, discoideum vfl larnina modo instructum basaU
horizontali, plana, subtus subtiliter radiatim costa^:a, lamina vero
murali (theca) nulla. Calyx subcircularis supra (septis altis) convexus,
margine crispo. Columella nulla, pali nulli. Septa numerosa, syste-
mata 6 et ordines 6—8 formantia, primaria et secundaria valde
elevata, arcuata, subtiliter transverse plicata, margine superiore sub-
undulato, usque ad centrum producta, et hie irregulariter lobata
et flexuosa, omnia in tota lougitudine discreta, tenuissima, supra
marginem exteriorem calycis prominentia. Fossa calicinalis sat
magna et aequaliter depressa. Auimal simplex actiniiforme, sangui-
neum, ore elliptico plicato, tentaculis parvis conico-cylindratis, ver-
rucosis, apice obtuso, non retractilibus, 4 — 5 seriatis.
AUeyn Nicholson beschreibt eine den Turbino-
liden zugehörige paläozoische Koralle als Duncanella
(n. gen.) horealis, Ann. nat. bist. Vol. XIII. p. 333—335
mit Holzschn.
Lütken liefert (Yidenskab. Meddelels. naturh. foren.
Kjöbenhavn 1873 p. 65, mit franz. Uebersetzung) Beschrei-
bung und Abbildung eines wahrscheinlich aus Indien stam-
menden Vertreters des sonst bloss fossil bekannten Gen.
Cladangia, Cl. exusta Steenstr. Die Jugendformen leben
auf Muschelschalen und entsprechen dem bis jetzt gleich-
falls nur im fossilen Zustande aufgefundenen Gen. Rhizan-
gia, das vielleicht nur auf derartige Jugendformen hin auf-
gestellt ist.
Unter den Mittheilungen über Korallen und Penna-
tuliden in Thomson 's the depths of the sea erwähnen
wir hier die Abbildungen von Lophohelia prolifera Pall.
und AUopora oculina Ehrbg. (Fig. 30 und 31), von Theco-
psammia socialis Pourt. (Fig. 69), Caryophyllia borealis
Flemg. (Fig. 4 p. 27 und 431) und einem vielleicht neuen
Flabellum, Fl distinctum (Fig. 68. p, 431), die an der Por-
tugiesischen Küste gedredgt wurden.
Agassi z undPourtales beschreioen in dem Bullet.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 489
Mus. compar. Zoolog. (Vol. III. Nr. 13 p. 287—290) zwei Ko-
rallen, die in einer 3000' hoch gelegenen Schicht nahe
bei Tiliche in Peru gesammelt wurden und aus ver-
hältnissmässig noch junger Zeit stammen, in der die Küste
noch nicht gehoben war und jene Schlucht einen mit dem
jetzt 20 M. entfernten Meere nur in geringer Verbindung
stehenden Salzsee darstellte. Sie sind beide neu und ge-
hören Formen an, die sonst bloss aus altern Schichten
bekannt sind: Isophyllia dii]ßlicata und Convexastraea (?)
peruviana mit Abbildungen.
Duncan bemerkt (Philos. mag. 1872. Vol. 43 p. 75),
dass die den Tertiärformationen angehörende Caryophyllia
formosa durch die Tiefseedreggungen von Pourtales,
sowie von Carp enter und Gwyn Jeffreys noch lebend
aufgefunden sei.
Sars handelt über die seit Gunner nicht wieder
aufgefundenen Allopora (Millepora) norwegica (= A. oculina
Ehrbg.), sowie über das Vorkommen von Stylaster gem-
mascens Esp. an der Norwegischen Küste. Forhandl.
Selsk. Christ. 1872 p. 115. (Nach neuern Untersuchungen
gehören übrigens die Milleporen und Stylasteriden zu den
Hydroidpolypen.)
Octactinia. Monoxenia Danvinii n. gen. et
n. sp. Haeckel arab. Korallen S. 8. Fig. 4, 5. Eine neue
Octactinie des rothen Meeres aus der Familie der Mono-
xeniden (Haimea, Hartea). Der becherförmige weiche
Leib, der gar keine harten Theile einschliesst, trägt oben
einen Kranz von acht gleichen gefiederten Fangarmen.
Mund achtstrahlig, nicht zweilippig.
Dybowski veröffentlicht einen „Beitrag zur Kenntniss
der innern Structur der Tubipora musica" (Archiv für Natur-
gesch. 1873. Th. I. S. 284—292 mit Abb.), in welchem er
darauf aufmerksam macht, dass die Visceralhöhlen dieser
Polypen in der Achse von einer Skeletröhre durchzogen
werden, welche auf der Höhe der horizontalen Verbindungs-
lamellen zu einer verschieden geformten Ampulle anschwellen
und daraus eine Anzahl enger Kanäle hervortreten lassen,
die in radiärer Richtung verlaufen und in die Verbindungs-
lamellen übertreten. Durch Hülfe dieser Kanälchen werden
Archiv für Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. GG
490 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
somit die Röhrensysteme des ganzen Stockes unter sich in
Verbindung gesetzt. Obwohl die Beziehungen dieses Appa-
rates zu den übrigen Organen des Thieres einstweilen
noch unbekannt sind, darf man doch wohl vermuthen,
dass durch ihn auch die blutftihrenden Räume der ge-
sammten Colonie zusammenhängen. Und in dieser Hin-
sicht dürfte derselbe um so wichtiger sein, als die Neu-
bildung bei Tubipora nicht durch Kelch- oder Seiten-
sprossung geschieht, sondern von den Verbindungslamellen
ausgeht. Die hier beschriebenen Verhältnisse sind übrigens,
obgleich in neuerer Zeit unbeachtet, zum Theil schon den
altern Untersuchern bekannt gewesen und in ähnlicher
Weise auch bei der silurischen Gattung Syringophyllum
vorhanden, obwohl diese Form sonst doch kaum als ver-
wandt mit Tubipora anzusehen ist.
Auch V. Koch liefert durch seine an Spiritusexem-
plaren angestellten Untersuchungen über die „Anatomie
der Orgelkoralle, Tubipora Hemprichi" einen „Beitrag zur
Kenntniss des Baues der Zoophyten" (Jena 1874, 26 Sei-
ten mit 2 Tafeln). Ref. kennt nur den Auszug in der
Ztschrft. f. d. ges. Naturwissenschaften Bd. 44. S. 479. Er
entnimmt daraus die Bemerkung, dass die Kalkkörperchen
im Innern der Polypen auf das Mesoderm (die Sttitzmem-
bran) beschränkt sind, und Muskelfasern nur in den Ten-
takeln und den Septis vorkommen. Von den acht Mesen-
terialfilamenten sind zwei, die neben einander stehen und
ihre Muskulatur an den entgegengesetzten Flächen tragen,
von ansehnlicher Länge. Die zugehörigen Septa entbehren
der Geschlechtsorgane, die an den sechs andern vorhanden sind.
Kölliker's klassisches Werk über die „Alcyonarien"
hat inzwischen mit der Herausgabe der dritten Lieferung
(Frankfurt 1872, S. 261—451 Tab. XVIII— XXIV) seinen
Abschluss gefunden. Ausser der Fortsetzung der anatomisch-
systematischen Beschreibung und zahlreichen Zusätzen (S. 354
— 383) enthält dieselbe in- den „Schlussbemerkungen" all-
gemeine Betrachtungen zur Descendenzlehre (S. 384—414)
und zur Entwicklungsgeschichte des Pennatulidenstammes,
wobei nicht bloss die typische Gestaltung der Pennatuliden
und ihre Verwandtschaften (S. 414—435), sondern auch
in d. Natvirgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 491
deren geographische Verbreitung (S. 435—449) und hypo-
thetische Geschichte (S. 449 — 451) einer Erörterung unter-
zogen wurden. Wir haben schon oben Gelegenheit ge-
funden, Einzelnes aus diesen Schlussbemerkungen anzu-
ziehen, und werden auch später noch mehrfach darauf zu-
rückkommen, wollen aber zunächst den Versuch machen,
den reichen systematischen Inhalt des "Werkes durch eine
Zusammenstellung der von unserm Ver£ diagnosticirten
Formen, wie das für die Familie der Penniformes schon
in unserm letzten Berichte (S. 399—405) geschehen ist,
in Kürze zu skizziren.
2. Farn. Virgularieae. Pennatuleen mit langem, schmalem
Polypenträger und vollständiger bilateraler Symmetrie. Polypen mit
Kelchen, am Rande kleiner Blätter oder in vielen schiefen Reihen
rechts und links am Kiele gelegen, Zooide meist lateral.
A. Polypenträger mit Blättern. (Virgularinae.)
Virgularia Lam. Blätter klein, breit am Kiele ansitzend, am
untern Ende in eine lange Reihe unentwickelter solcher Organe aus-
laufend, an welche noch ein schmaler Streifen von unentwickelten
Polypen, der laterale Zooidstreifen, sich anreiht. Polypenzellen im
Ganzen wenig gesondert, nur am Rande oder in der äussern Hälfte
frei, einreihig und so alternirend, dass der Anschein von zwei Reihen
entsteht. Tentakel walzenförmig mit kurzen Nebenästen. Geschlechts-
organe in der Regel im Innern des Kieles enthalten, und zwar in
den Fortsetzungen der Leibeshöhlen der unentwickelten Polypen
der untern Blättchen, und nur bei einer Art (V. glacialis) in allen
Blättern zu finden. Zooide lateral in einfachen oder mehrfachen
Reihen zwischen je zwei Blättchen, manchmal bis an die Ventral-
seite des Kieles hinanreichend. Radiäre Canäle in zwei seitlich an
der Ventralseite des Kieles enthaltenen Längswülsten. Am Ende
des Kieles eine Endblase. Achse drehrund, im muskulösen Theile
des Stieles endend. Kalkkörper fehlen an der Feder, finden sich
jedoch in gewissen Fällen in geringer Anzahl in der Wand des
Stieles. Die Septa sind stellenweise von einigen wenigen grössern
Löchern durchbohrt, so dass die Fächer um den Magen direct mit
einander in Verbindung stehen.
I. Polypen von deutlichen Blättern getragen.
* Polypen höchstens 15 an Zahl.
1. Zooide ein- bis zweireihig, Kelche gut getrennt, Blätter mit
dem ventralen Rande höher stehend.
a.Blätterundurchscheinend,halbmondförmig,Polypen6undmehr.
aa. Polypen 6 — 9 1. V. mirabilis Lm.
bb. Polypen 11—15 2. V. multiflora Kn.
492 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
b. Blätter durchscheinend, Polypen4— 6. 3. V.Ljungmanniin.sTp.
2. Zooidc einen grossen Haufen bildend, Blätter mit dem dor-
salen Rand höher stehend.
a. Blätter fast rechteckig, dachziegelförmig sich deckend . .
4. V. glacialis Sars.
b. Blätter dreieckig, sich nicht deckend. 6. V. Steenstrupiin. 8]^.
** Polypen über 15 an Zahl.
1. Blätter entferntstehend, Polypen 22 — 30. 6. F. Lovenii n. sp.
2. Blätter dichtstehend, Polypen 40—44 . I.V. Rumphii n. sp.
II. Polypen von niedrigen Blättchen oder Leistchen getragen.
1. Blätter leistenförmig, nicht sich deckend . 8. V. juncea Pall.
2. Blätter schuppenförmig, sich deckend 9. V. Reinwardti Herkl.
Dazu kommen dann noch 6 unvollständig bekannte oder zwei-
felhafte Arten. V. van Benedenii und V. Leuckartii Rieh, werden
zu V. mirabilis und zwar zu der neben Var. pedunculata unter-
schiedenen Var. sessifolia gezogen. V. Ljungmannii stammt von den
Azoren, V. Steenstrupii von Finmarken, V. Lovenii von Port Jack-
son, V. Rumphii (= Sagitta marina alba Rumph 2. Soort), von
Ambrina.
Stylatula Verr. Pennatuliden vom Habitus der Gattung Vir-
gularia. Stiel mit Endblase. Kiel ohne untere Anschwellung, mit
einem kurzen lateralen Zooidstreifen (?) und radiären Kanälen, die
in besonderen, an Zahl den Blättern entsprechenden Wülsten dicht
an der Ventralseite der Blätter stehen. Blätter an der untern Seite
von einer aus grössern und kleinern Kalknadeln gebildeten Platte
gestützt, an deren Rand die grössern Nadeln frei hervorragen. Po-
lypen in kleinen, mehr weniger gesonderten Kelchen mit runder
Mündung enthalten, in einer oder theilweise auch in zwei Reihen.
Geschlechtsorgane in den untern Blättchen mit unentwickelten Po-
lypen sich erzeugend, aber auch in reifern Blättern zu treffen. Zooide
lateral. Achse rundlich, mit zwei seitlichen Längs furchen und langen,
breiten radiären Fasern.
I. Blätter dichtstehend, Kelche klein, wenig geschieden.
* Blätter und Kelche mit Kalknadeln.
1. 13—20 Polypen an einem Blatte.
a. Stacheln der Kalkplatte den Blattrand bei weitem nicht
erreichend 1. St. gracilis Verr.
b. Stacheln den Blattrand erreichend . 2. St. Darwinü n. sp.
2. 26 — 28 Polypen an einem Blatte.
a. Blätter gross, 8 — 11 Stacheln ... 3. St. Lacasii n. sp.
b. Blätter klein, 7—8 Stacheln . . 4. St. Antillarum n. sp.
** Blätter und Kelche ohne Stacheln.
1. Kalkplatte mit 18 Strahlen . ... 6. St. Kinbergii n. sp.
2 Kalkplatte mit 10-12 Strahlen ... 6. St. elongata Verr.
iii d. Naturgesch. d. nicd. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 493
IL Blätter entferntstehend, Kelche gut geschieden.
1. Polypen 4—5, gross, mit Kalknadeln an den Tentakeln . . .
7. St. elegans Daniels.
2. Polypen 15, klein, ohne Kalknadeln an den Tentakeln . . .
8. St. brasiliensis Gr.
St. Lacazii und St. Kinbergii sind ohne Angabe des Fund-
ortes, während St. Darwinii (= Virg. patachonica Gr.) aus Pata-
gonien und St. Antillarum von den Antillen stammt.
Äcanthoptilum n. gen. Vom Habitus der Gattung Scyta-
lium, lang, schmal, mit kleinen, dreieckigen, massig dichtstehenden
Blättern und dünnem Sarcoma. Blätter an der untern Seite durch
Kalknadeln gestützt, die eine Art Kalkplatte, ähnlich der von Sty-
latula b ilden, am dorsalen Rande mit einer einzigen Reihe von 4 — 6,
von laugen Kalknadeln gestützten, an den Spitzen getrennten Kel-
chen, an deren Mündungen die Nadeln mit Spitzen hervorragen.
Polypen ohne Kalkkörper. Am untern Ende der Feder eine lockere
Reihe immer kleiner werdender Blättchen, die endlich in einen late-
ralen Zooidstreifen ausgeht. Zooide ventral in 1 — 2 Längsreihen,
dicht unter der Insertion der Blätter und so gestellt, dass jede
Reihe dem Zwischenräume zwischen zwei Blättern entspricht. Kiel
an der Ventralseite frei und auch an der Dorsalseite nirgends ganz
bedeckt, ohne radiäre Kanäle, stellenweise mit Kalknadeln. Stiel
in der Haut mit Kalknadeln, am Ende mit einer Anschwellung.
Geschlechtsorgane in den entwickelten Blättern gelegen. Axe rund-
lich eckig, mit ganz kurzen radiären Fasern.
Hieher zwei neue Arten : Äc. Pourtalesii und Äc. Agassizii beide
von Graf Pourtales während der Golf Stream Exploration gedredgt.
Scytalium Herkl. Lange schlanke Seefedern vom Habitus der
Virgiilarien. Stiel mit einer nicht scharf begrenzten Endblase. Feder
ohne den lateralen Zooidstreifen der Virgularien und ohne die lange
Reihe unentwickelter Blättchen am untern Ende, in der ganzen
Länge mit kleinen Blättern besetzt, die am untern Ende in eine
kurze Reihe entfernt stehender kleiner Anhänge auslaufen, wie bei
den Pennatuleen. Blätter dreieckig, schief am Kiele ansitzend. Po-
lypen in deutlich gesonderten Kelchen enthalten, randständig, in
einer oder zweien Reihen. Geschlechtsorgane in den Blättern mit
entwickelten Polypen, sich bildend. Zooide lateral. Kiel mit spär-
lichen radiären Kanälen. Axe vierkantig, mit rudimentären radialen
Fasern, bis in die Endblase sich erstreckend und im ventralen Ka-
näle endigend. Polypenkelche, Blätter, Kiel und Stiel mit kleinen
Kalkkörperchen von Bisquitform versehen.
Scyt. Sarsii Herkl. und Scyt. Merstensü n. sp. aus dem chine-
sischen Meere. (Herklots hat bei seiner Art das obere Ende für
das untere gehalten.)
494 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Pavonaiia Köll. (non Cuv.) Lange starke Seefedern mit kur-
zem dickem Stiele und dicken niedrigen Blättern, deren Rand nur
undeutlich in Kelche geschieden ist. Am untern Ende des Kieles
eine kurze Reihe unentwickelter Blätter und ein längerer einfacher
Zug unentwickelter Polypen (lateraler Zooidstreifen). Polypen ein-
reihig, gross mit breiten kräftigen Tentakeln. Zooide lateral, die
ganzen Zwischenfelder zwischen zwei Blättern einnehmend. Radiäre
Kanäle fehlen. Geschlechtsorgane in den Blättern mit entwickelten
Polypen. Axe drehrund im Stiele, mit einer spindelförmigen An-
schwellung. Kalkkörper von typischer Nadelgestalt in den Haupt-
stämmen der Tentakel, in der Wand der Blätter und in der Haut
des ganzen Stockes.
Hieher als einzige Art P. fimarchica Sars.
B. Polypenträger ohne Blätter (Funiculineae).
Ilalipteris n. gen. (= Norticina Gr.) Lange schmale See-
federn mit kurzem Stiele und unmittellbar am Kiele sitzenden Po-
lypen, drehrunder Axe und Zooiden, die an den Seitentheilen des
Kieles zwischen den Polypenreihen ihre Lage haben. Polypen an
den Tentakelstämmen mit Kalknadeln. Polypenkelche walzenförmig,
nach der Mündung zu sich verschmälernd, bei zurückgezogenen Po-
lypen nahezu kegelförmig. Mündung ganzrandig mit einem kurzen
Zahne und einer demselben entsprechenden schwachen Leiste an
der untern ventralen Seite und schwacher Andeutung eines ähn-
lichen Vorsprunges am gegenüberliegenden Rande. In der Gegend
dieser Zähne tragen die Kelche je einen starken Zug von Kalk-
nadeln; spärliche Züge solcher finden sich ausserdem an der vom
Kiel« abgewendeten Seite der Kelche, fehlen dagegen an der an-
dern Seite ganz und gar. Keine kanalartigen Ausläufer der Leibes-
höhle in den Kelchrand. Haut des Stieles und Kieles mit Kalk-
nadeln. Stiel mit einem Septum transversale und freiem Ende der Axe.
Einzige bekannte Art: H. Christii Kor. et Dan.
Funiculina Lam. Lange schmale Seefedern mit kurzem Stiele,
der keine erhebliche Anschwellung besitzt , unmittelbar am Kiele
sitzenden Polypen und vierkantiger Axe. Polypen von langen Kel-
chen getragen, deren Rand in acht Spitzen ausläuft, von denen jede
im Innern das Ende eines hohlen Ausläufers der Fächer um den
Magen und in der Haut einen Längszug langer schmaler Kalknadeln
enthält, welche mehr weniger weit an den Kelchen herunterlaufen
und mit einer gewissen Zahl schief und quergestellter Nadeln endi-
gen. Polypen in schief aufsteigenden Reihen an den dorsalen Kan-
ten und den benachbarten Flächen des Kieles gelegen, an den Ten-
takeln ohne Kalknadeln. Zooide von Polypenform an der Dorsal-
fläche des Kieles einwärts von den Geschlechtsthieren gelegen, am
untersten Ende der Feder die Stelle der Polypen vertretend und
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d, Jahre 1872—1875. 495
mit einer einfachen Reihe an den Seitenflächen des Kieles endend.
Geschlechtsorgane in den Leibeshöhlen aller entwickelten Polypen.
Radiäre Ernährungskanäle nicht vorhanden. Haut des Stammes mit
Kalknadeln, die besonders im Stiele zahlreich sind.
Einzige Art: F. quadrangularis Pall. (Die zweifelhafte Gattung
Scirpearia Cuv. hat wahrscheinlich eine Gorgonellacee zum Gegen-
stande. Noch unsicherer ist die Pavonaria scirpea Pall., die viel-
leicht mit Halipteris Christii zusammenfällt.
S.Fam. Protoptileae (S. 380). Pennatuleen mit langem schma-
lem Polypenträger und nur an der Ventralseite ausgeprägter bilate-
raler Symmetrie. Polypen mit Kelchen, unmittelbar am Kiele sitzend.
Zooide dorsal, ventral und lateral. (Repräsentirten in gewisser Be-
ziehung die einfachste Form der Pennatuleen.)
Protoptilum n. gen. Vom Habitus einer imverästelten Gor-
gonide. Stock schmal, z. Th. kurz, z. Th. von grösserer Länge.
Polypenträger eben so lang, wie der Stiel. Letzterer mit Eudblase,
ohne erhebliche Anschwellung. Polypen mit Kelchen, die an den Sei-
ten und der dorsalen Fläche des Kieles ansitzen und jederseits alter-
nirende kurze schiefe Reihen von je zwei oder drei Individuen bil-
den. Kelche mit reichlichen Kalknadeln, die an der Mündung einige
vorspringende Zähne bilden. Polypen retractil, ohne Kalknadeln,
mit Ausnahme der Tentakel, die an den Stämmen deren eine grös-
sere oder geringere Zahl führen. Zooide überall am Kiele vorhanden,
mit Ausnahme der ventralen Mittellinie, von Kalknadeln umgeben,
die an der untern Seite derselben eine vorragende Spitze bilden.
Haut des Stieles und Kieles mit Kalknadeln. Letztere spindel- oder
walzenförmig mit je drei alternirend gestellten Längskanten an
beiden Enden. Axe drehrund, nahezu ebenso lang wie der Stock,
mit kurzen radiären Fasern.
1. Polypen in Reihen von drei Individuen jederseits, Stock lang,
Becher wenig vortretend Prot. Thomsoni n. sp.
2. Polypen in Reihen von zwei Individuen, Stock kurz, Becher
besser entwickelt.
a. Tentakelstämme in ganzer Lunge mit Kalknadeln, Cutis
des Stieles reich an Nadeln . . Prot. Carpenteri n. sp.
b. Tentakelstämme und Cutis arm an Nadeln Prot. Smittii n. sp.
Alle drei aus beträchtlicher Tiefe (230—700 Faden) des At-
lant. Oceanes, während der Porcupine-Expedition gedredgt.
4. Fam. Bathyptileae (S. 380). Pennatuleen mit kurzem
schmalem Polypenträger und vollständiger bilateraler Symmetrie.
Polypen ohne Kelche in zwei Seitenreihen direct am Kiele sitzend.
Geschlechtsorgane in den untersten unentwickelten Polypen sich er-
zeugend. Zooide ventral. (Vermitteln den Uebergang von den Penna-
tuleen zu den Veretilliden, zunächst Kophobelemnon.)
Bathyptiliim n. gen. Stock federförmig, ausgesprochen
496 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bilateral symmetrisch, mit je einer Reihe Polypen auf jeder Seite
des Kieles, Polypen gross, in allen Theilen reich an Nadeln, nicht
retractil (?), in geringer Anzahl vorhanden, am untern Ende jeder-
seits in eine lange Reihe unentwickelter Individuen übergehend.
Geschlechtsorgane in der Gegend dieser rudimentären Individuen
im Kiele. Zooide ventral, jederseits einen Längszug bildend. Achse
drehrund, dünn. Kalkkörper walzenförmig mit drei Längskanten,
an den Enden mit kleinen Warzen besetzt.
Einzige Art: B. Carpenteri n. sp. Gleich den Arten des Gen.
Protoptiium im atlantischen Ocean aus grosser Tiefe (650 Faden)
gedredgt.
Die zweite Zunft der Pennatuliden, die der Renillaceen,
die nicht bloss durch die blattartige Bildung ihres Polypenträgers,
sondern mehr noch eine beträchtliche Vereinfachung der innern Or-
ganisation charakterisirt ist, enthält nur ein einziges Genus.
Renilla Lam. Der Stock besteht aus einem Stiele und einem
blattförmigen Polypenträger. Ersterer besitzt unten meist eine kleine
Endblase und im Innern zwei durch eine Scheidewand getrennte
Längskanäle und zwar einen dorsalen und einen ventralen Kanal,
die im untersten Ende des Stieles unter einander zusammenhängen.
Am Polypenträger ist ein mittlerer Theil, der Kiel, von einem po-
lypentragenden Abschnitte, dem Blatt (frons), zu unterscheiden. Der
Kiel, der im Innern die blinden Enden der zwei Stielkanäle und
bei gewissen Arten selbst noch eine oder zwei andere Höhlungen
und in diesem Falle drei oder vier Räume enthält, ist im Ganzen
nur wenig scharf vom Blatte geschieden, doch erkennt man die
Grenzen desselben bei manchen Arten sehr deutlich. Am Blatte,
dessen Gestalt mehr weniger der nierenförmigen sich annähert, ist
eine Rücken- und eine Bauchfläche zu unterscheiden, von denen die
erstere allein die Polypen und auch die Zooide trägt, während die
Polypenzellen durch die ganze Dicke des Blattes sich erstrecken.
Eine Axe fehlt, dagegen finden sich zahlreiche, meist in verschie-
denen Nuancen rothe Kalkkörper in allen Theilen des Stockes, z. Th.
bis in die Polypen hinein, welchen dieselben ihre Farbe verleihen.
(Wahrscheinlicher Weise entwickeln sich die Polypen am obern Ende
der Axe zu beiden Seiten in Form zweier einfacher Reihen. In
weiterer Entwicklung werden dann die ersten Polypen von ihren
Leibeshöhlen aus durch Randsprossung eine zweite Reihe Polypen
bilden, und diese wieder eine dritte Reihe, bis schliesslich ein grös-
serer polypentragender Saum um die Axe gebildet ist. Jeden-
falls bilden die Renillen — abgesehen von den Zooiden — einzig
und allein am Rande des Frons neue Individuen, wie das übrigens
auch an den Blättern derjenigen Pennatuliden vorkommt, die an
einer oder beiden Flächen mehrfache Reihen von Individuen tragen.)
in d. Naturgesch. d. nicd. Thicre währ. d. Jahre 1872—1875. 497
I. Stiel lang angesetzt, d. h. Kiel an der Vcntralseite in grösserer
Länge sichtbar.
* Polypen ohne Nadeln an den Tentakeln.
a. Kalknadeln lang, spindelförmig.
1. Becher mit Zähnen . . . . 1. R. reniformis Fall.
2. Becher ohne Zähne .... 2. E. molUs n. sp.
b. Kalknadeln klein, bisquitförmig . 3. R. Edwardsii Herkl.
** Polypen mit Nadein an den Tentakeln 4. B. Besliayesii n. sp.
n. Stiel kurz angesetzt, d. h. Kiel an der Ventralseite nicht als be-
sondere Bildung wahrnehmbar.
* Polypen ohne Nadeln.
a. Zooide in den einzelnen Gruppen 12 — 15
5. R. Mülleri M. Seh.
b. Zooide zu 20-40 in Einem Haufen 6. R. amethystina Verr.
** Polypen mit Kalknadeln an der Basis.
a. Tentakeln ohne Kalknadeln, Stiel randständig
7. R. patula Verr.
b. Tentakeln mit Kalknadeln, Stiel entfernt vom Rande . .
8. R. peltata Verr.
Die neuen Arten stammen beide von Brasilien. Ren. Mülleri,
die hier gleichfalls zum ersten Male näher beschrieben wird, hat
den gleichen Fundort. Sie ist früher vielfach mit R. reniformis
zusammengeworfen und wahrscheinlich auch mit R. violacea Quoy et
Gaim. und R. Danae Verr. identisch. Ausser den hier namhaft ge-
machten Arten zählt Kölliker noch drei unvollständig bekannte
resp. unsichere auf. Darunter B. africana n. angeblich aus dem
rothen Meere und Renillina sinuata Gr., die Verf. übrigens für ein
junges Exemplar der Gattung Sarcophyton (Alcyonium) halten möchte.
Die dritte Zunft, die der Veretilliden, enthält die Penna-
tuliden von keulenförmiger Gestalt, mit Polypen, die niemals durch
echte Kelche gestützt sind und niemals von Blättern getragen werden,
sondern stets einzeln am Polypenträger (Kolben) stehen. In Betreff
der Anordnung der Polypen zeigen viele Gattungen äusserlich keine
Spur von seitlicher Symmetrie, während andere eine der Ventral-
seite der Pennatuliden entsprechende Längszone frei lassen. Die
Zooide finden sich überall am Kolben in grosser Menge in Längs-
reihen. Der innere Bau ist im Wesentlichen wie bei den Penna-
tuleen, nur finden sich bei den Veretilliden auch Formen ohne
Kalkaxe.
1. Fam. Kophobelemnoniae. Veretilliden, bei denen eine
schmale Längszone der Ventralseite von Polypen und Zooiden frei
ist, mit spärlichem Sarcoma.
Kophobelemnon Asbjrns. Stock keulenförmig. Polypen in
4—6 Längsreihen angeordnet, gross, in allen Theilen reich an Na-
498 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dein. Zooide von Kalknadeln umgeben, in Form von Warzen oder
Schuppen über den ganzen Polypenträger vertheilt, mit Ausnahme
kleiner, unterhalb eines jeden Polypen gelegener Felder, die den
Polypenzellen im Innern entsprechen. Geschlechtsorgane in den
Zellen der ausgebildeten Polypen entstehend. Achse im Querschnitt
rundlicb viereckig, mit kurzen radiären Fasern, dünne Kalkkörper
von der Form kantiger Nadeln, platter Stäbe und kürzerer Platten,
die, abgesehen von den Polypen, nur in der Cutis von Kiel und
Stiel, nicht im Innern sich finden.
Hieher drei Arten: K. stelliferum Müll., K. Leuckartii n. sp.
Nizza und K. Burgeri Herkl., sowie eine unsichere (K. clavatum
Verr.), Von ersterer Art unterscheidet Verf. zwei Varietäten: Var.
mollis und Var. dura, die letztere mit zahlreichern und stärkern
Kalkkörperchen, von Carpenter und Wyville Thomson auf
ihrer Dredgingexpedition mit dem Porcupine aufgefunden, vielleicht
eine besondere Art und dann als K. Thomsoni zu bezeichnen.
Sclerohelemnon n. gen. Stock walzenförmig, am Polypen-
träger etwas dicker, als am Stiele. Stiel ohne Endblase. Polypen
so gestellt, dass sie jederseits 10 — 11 schief aufsteigende Reihen von
je 5—6 Individuen oder 10 — 12 Längsreihen bilden und so weit den
Kolben bedecken, dass nur eine schmale Zone an der Ventralseite
frei bleibt. Tentakel der Polypen kürzer, als bei Kophobelemnon,
ohne Kalkkörper. Polypenträger in der untern Hälfte mit sehr
vielen Kalkkörpern, so dass die obere an solchen Gebilden arme
Hälfte in die untere, wie in einen Kelch sich zurückzuziehen im
Stande ist. Zooide klein, warzenförmig, braun, sehr zahlreich, regel-
mässige Längsreihen bildend. Axe sehr dick, walzenförmig, im
Querschnitte unregelmässig rund, stellenweise mit Andeutungen des
Rundlich-viereckigen, an der Oberfläche der Länge nach fein gefurcht,
nahezu eben so lang, wie der Stock und an beiden Enden einfach
leicht zugespitzt ausgehend, im Innern mit ziemlich langen radiären
Fasern. Kalkkörper bisquitförmige glatte eckige und stachlige
Platten, sehr spärlich in der Cutis des Stieles, reichlich im Kolben
um die Zooide und an den Polypen, nicht im Innern.
Sei. Schmeltzii n. sp. von Formosa.
2. Fam. Veretilleae. Veretilliden, bei denen der Kolben
ringsum mit Polypen besetzt ist, mit reichlichem Sarcoma.
Subfam. Lituaridae. Kalkkörper kurz, bisquit- oder linsen-
förmig, im Kolben nur in der Cutis vorhanden.
Lituaria Val. Stock keulenförmig, von mittlerer Grösse. Kolben
etwas länger, als der Stiel. Polypen klein, ziemlich regelmässig in
Längsreihen in Abständen von 1—2 Mm. angeordnet, ohne Kalk-
körper, fast ganz retractil, doch so, dass bei zurückgezogenen Po-
lypen der unterste Theil derselben eine kleine Warze bildet oder
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d, Jahre 1872—1875. 496
als eine Art Kelch sich ausnimmt. Zooido weiss, warzenförmig vor-
tretend, alle Zwischenräume zwischen den Polypen ausfüllend. Axe
fast die ganze Länge des Stockes einnehmend, unten hakenförmig
umgebogen und zugespitzt, in der Mitte vierkantig, in der oberen
Hälfte mit je zwei Seitenfurchen besetzt, die zu oberst in Reihen
von mehr weniger tiefen Gruben sich umwandeln, deren Ränder
scharf und unregelmässig stachelig sind, so dass der obere Vier-
theil der Axe einen sonderbaren stacheligen Körper darstellt, der
bis ans Ende des Kolbens verläuft. Kalkkörper von der Gestalt
bisquitförmiger, unregelmässig mit Stacheln besetzter Platten in der
Cutis des Stiels und Kolbens, in Menge vorhanden.
Lit. phalloides Pall.
Policella Gr. Stock keulenförmig gross. Kolben breiter als
der Stiel. Polypen gross, ganz retractil, ohne Kalknadeln, mit kür-
zern Tentakeln. Zooide zahlreich in Längsreihen, Axe stark, vier
kantig, mit zwei oder mehr entwickelten Seitenfurchen, von der
Mitte oder dem obern Drittheil des Stieles bis beiläufig zur Mitte
des Kolbens sich erstreckend, unten zugespitzt und umgebogen,
oben abgerundet und dick Radiäre Fasern der Axe von ziemlicher
Länge, Gewebe körnig faserig. Kalkkörper im Kolben ganz fehlend,
im Stiele einmal in ziemlicher Menge in den Muskellagen und den
Scheidewänden der Hauptkanäle in Gestalt sehr kleiner ovaler oder
bisquitförmiger otolithenähnlicher Körperchen, und zweitens in der
Cutis der obersten Stielgegend spärlich- in Form bisquitförmiger
Plättchen vorhanden.
Mit Sicherheit bekannt nur P. manülensis n. sp. Pol. australis
Gr. unterscheidet sich durch die Kleinheit der Polypen, das Vor-
kommen von Kalkkörperchen in der Rinde des Kolbens und durch
den Besitz von grossen, sonderbar geformten Kalkkörperchen.
Clavella Gr. (Char. emeud.) Stock keulenförmig, von mitt-
lerer Grösse. Kolben zwei Mal länger als der Stiel. Polypen klein,
annähernd in Längsreihen in Abständen von 3—4 Mm. gestellt, im
untersten Abschnitte mit Kalkkörpern besetzt, die bei retrahirten
Polypen in ähnlfcher Weise, wie bef Sclerobelemnon, als eine Art
Kelch erscheinen. Zooide alle Zwischenräume zwischen den Polypen
dicht gedrängt einnehmend, an vielen Orten deutlich in Längsreihen
angeordnet. Axe im Querschnitte rundlich viereckig ohne Seiten-
furchen, an der Oberfläche glatt, an Länge die Hälfte des Stockes
etwas überschreitend, am obern Ende abgerundet und dick, unten
zugespitzt und hakenförmig umgebogen. Kalkkörper von der Ge-
stalt bisquitförmiger Platten mit leistenförmigcn Vorsprüngen, an
der Oberfläche in der Cutis des ganzen Stockes zahlreich. Ausser-
dem kleinste Kalkkörner in den innern Lagen des Stieles.
Einzige bekannte Art: Clavella australasiae Gr.
500 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Veretillum Cuv. Stock walzenförmig, am untern Ende zuge-
spitzt. Polypen mit Kalkkörpern in wechselnder Zahl am untern
Ende des vorstreckbaren Abschnittes, ganz zurückziehbar, gross,
in unregelmässigen Reihen ringsherum auf dem Kolben vertheilt.
Zooide alle Zwischenräume zwischen den Polypen einnehmend, mehr
weniger bestimmt in Reihen gestellt, mit sehr langen Leibeshöhlen.
Axe, wenn vorhanden, sehr klein, drehrund, an der Ucbergangsstelle
des Stieles in den Kolben da gelegen, wo die vier Septa der Haupt-
kanäle zusammenstossen, oben und unten zugespitzt, nur selten am
untern Ende in geringer Länge frei. Kalkkörper linsenförmig oder
bisquitförmig, platt, häufig durch eine Querlinie oder eine Kreuz-
linie in zwei oder vier Stücke abgetheilt und wie Zwillinge oder
Vierlinge sich ausnehmend, im Stiele, in der Cutis und in den Mus-
kellagen sehr zahlreich, im untersten Abschnitte des Stieles auch in
den innersten Theilen vorhanden, im Kolben, abgesehen von den
Polypen, gänzlich fehlend oder nur in den äussersten Lagen um
die Zooide vorhanden. Im untern Ende des Stieles auch kleinste
otolithenartige Kalkkörper im Epithel der Hauptkanäle und in der
Ringsmuskellage.
Nur eine mit Sicherheit bekannte Art: V. cynomorium Pall.,
bald mit, bald ohne Kalkaxe (Var. stylifera und astyla).
Subfam. Cavernularidae. Kalkkörper lang, stabförmig, leicht
abgeplattet, auch im Innern des Kolbens vorhanden.
Cavernularia Val. (= Sarcobelemnon Herkl.) Vom Habitus
der Gattung Veretillum. Polypen klein, ganz retractil, ohne Kalk-
körper. Axe fehlend oder klein. Kalkkörper lang und schmal,
leicht abgeplattet, ohne Kanten, in fast allen Theilen des Stiels und
Kolbens mehr weniger reichlich vorhanden. Centrale Canäle in Stiel
und Kolben vier, gut entwickelt. Bau im Uebrigen wie bei Veretillum.
I. Ohne Axe.
1. Stiel mit Nadeln im Innern .... 1. Cav. obesa Val.
2. Stiel ohne Nadeln im Innern ... 2. Cav. elegans Herkl.
IL Mit Axe.
1. Axe sehr kurz, am Ende des Stiels ge-
legen oder fehlend 3. Cav. glans n. sp.
2. Axe länger, an der Grenze von Kolben
und Stiel gelegen 4. Cav. Lütkenii n. sp.
Cav. obesa bildet zahlreiche Varietäten, zum Theil als Ver.
Cantoriae Gr. beschrieben. Cav. glans stammt aus Ostindien, Cav.
Lütkenii aus der Bay von Bengalen.
Stylobelemnon n. gen. Vom Habitus der Gattungen Vere-
tillum und Cavernularia. Polypen klein, ganz retractil, mit Kalk-
körpern in der ganzen Leibeswand bis an die Basis der Tentakel.
Axe gut entwickelt, im Kolben und der obern Stielhälfte gelegen,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 501
drehrnnd, Stiel mit vier Hauptkanälen. Kolben unten mit vier,
oben nur mit zwei Kanälen. Leibeshöhlen der Polypen gross, durch
grosse Oefihungen unter einander und mit den Hauptcanälen com-
municirend. Zooide gut entwickelt, mit ihren Leibeshöhlen theils
in die Polypenzellen, theils in ein cavernöses Gewebe einmündend,
aus welchem ebenfalls Löcher in die Polypenzellen führen. Gefäss-
systera wenig entwickelt. Kalkkörper glatte Walzen, oft mit mitt-
lerer Verschmälerung, und Spindeln, sehr zahlreich im Kolben um
die Zooide und Polypen und in der Haut des Stieles, spärlicher im
Innern des Kolbens und ganz fehlend im Innern des Stieles, wo
dagegen otolithenähnliche Körperchen reichlich vorhanden sind.
Styl, pusillum Phil, (wahrscheinlich = Cavernularia Valen-
ciennesii Herkl.). Wohin Veretillum Stimpsonii und Ver. baculatum
Verr., so wie Cavernularia Haimei und Cav. Defiiippii Rieh, ge-
hören, lässt sich ohne Kenntniss des Innern Baues und namentlich
der Kalkkörper nicht entscheiden.
Die dem systematischen Theile des Werkes angehängten Zu-
sätze und Berichtigungen betreffen — von dem schon oben einge-
fügten interessanten Tiefseeformen den Protoptileen und Bathyptileen
abgesehen — vornehmlich die Fam. der Pennatuliden. Die von
Gray und Richardi beschriebenen Arten finden dabei ihre Berück-
sichtigung; die Gruppe Pteroeides hymenocaulon Bl. wird durch
eine n. Sp. Pt. Steenstrupü von Java bereichert ; es wird weiter (auf
Grund der an den Gray'schen Originalexemplaren angestellten Un-
tersuchungen) der Nachweis geliefert, dass Sarcophyllum australe
Köll. mit Sarcoptilus grandis Gray und Leioptilum undulatum Verr.
mit Ptilosarcus sinuosus Gr. zusammenfällt. Für erstere Form
wird fortan die Bezeichnung Sarcophyllum grandis, für die andere
Leioptilum sinuosum zu substituiren sein. Als neu wird schliess-
lich noch Leioptilum Grayi wahrscheinlich aus Australien beschrieben,
eine Art, welche die Kluft zwischen Leioptilum und Ptilocarcus
nicht unerheblich verändert, zugleich aber zwingt, den Gattungs-
charakter von Leioptilum folgendermaassen zu verändern.
Leioptilum Gr. (Char. emend.) Grosse Seefedern mit grossen
breiten Pinnulä, die der Gattung Pennatula sehr nahe stehen. Blätter
nierenförmig, weich, ohne grössere Kalknadeln mit Ausnahme der
randständigen Polypenzone, die zwei bis vier Reihen Polypen zeigt.
Polypenbecher mit einem oder zwei kleinen Zähnen. Polypen mit
Kalknadeln in den Tentakeln; dorsale Zooide fehlen, laterale Zooide
spärlich oder fehlend, ventrale Zooide von einerlei Art, klein, ohne
hervorragende Nadeln, ohne Mesenterialfilamente. Axe vierkantig,
im Stiele kurz.
Von besonderem Interesse unter diesen nacliträgliclien
Bemerkungen ist (S. 356 ff.) die Beschreibung einer jungen
502 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
25 Mm. langen Pennatulide mit nur sieben entwickelten
und fünf rudimentären Blattpaaren, der jüngsten unter den
bis jetzt beobachteten Entwicklungsformen, wenn wir die
Angabe Fr. Müll er 's ausser Acht lassen, der zufolge die
Renillen Anfangs nur, wie vorauszusehen, von einem ein-
zigen Polypen gebildet sind. Obwohl es Anfangs kaum
möglich schien, die Seefeder zu bestimmen, ergab sich
dieselbe bei mikroscopischer Untersuchung als eine junge
Pteroeides Läcazii. Besonders auffallend an ihr war die
Beschaffenheit des obern Kielendes, das eine von kleinen
Kalknadeln umgebene knopfförmige Anschwellung von
etwa 1 Mm. darstellte, die zwischen den obern Blättern ge-
legen war und sich schliesslich als ein Polyp von eigen-
thtimlicher Beschaffenheit herausstellte. Der Kelch desselben
glich im Kleinen einem Calyx der Gattung Muricea unter
den Gorgoniden. Er trug, wie dieser, am Ende acht von
starken Kalknadeln gestützte Zähne, die ihre Spitzen ein-
ander zuneigten und im Innern je einen keulenförmigen Aus-
läufer der perigastrischen Fächer einschlössen. Tentakel
fehlten an diesem Endpolypen, obwohl Magen und Septa
gut ausgebildet waren. Die Leibeshöhle dieses endstän-
digen Polypen schien in den dorsalen Längskanal des
Kieles überzugehen, doch gelang es leider nicht, die Schick-
sale der Septa genauer zu verfolgen. Dafür, dass, wie
Verf. früher vermuthete (J. B. 1870. S. 412), vier dieser Septa
kreuzweise mit einander verwachsen sind und an der Ver-
wachsungsstelle dann die Axe bildeten, ergaben sich keine
Anhaltspunkte. Es schien vielmehr, dass die Achse neben
der Leibeshöhle des endständigen Polypen und zwar an
der Bauchfläche desselben ihre Lage habe. Trotzdem
kann kein Zweifel sein, dass dieser endständige Polyp die
Grundlage und den Ausgangspunkt der spätem Colonie bildet,
dass er es ist, der in den Stamm der Seefeder auswächst
und die übrigen Polypen durch seitliche Knospung aus
sich hervorgehen lässt. Von den vier Hauptkanälen des
Stieles und Kieles scheint nach dem hier angezogenen
Befunde nur einer, und zwar der dorsale, die Leibeshöhle
des ursprünglichen Polypen zu repräsentiren , wogegen
die andern dann secundäre Bildungen d. h. Ernährungs-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 503
kanäle gleich denen darstellen würden, die bei den Gorgo-
niden die Achse umgeben und auch hier gelegentlich (Pte-
rogorgia) nur in geringer Zahl vorkommen. Damit stimmt
der Umstand, dass die Seitenkanäle bei der untersuchten
Jugendform im ganzen obern Theile des Kieles fehlten,
was bei andern Arten zeitlebens der Fall ist, wie denn
auch bei Veretilliden im untern Theile des Stieles Haupt-
kanäle neu auftreten, von denen die obern Theile keine
Spur zeigen. Die Entstehung der Achse würde dann gleich-
falls an die der Gorgoniden sich anschliessen und in der
Leibeswand des primitiven Polypen, nicht aber in den
verschmolzenen Septa stattfinden. Doch mag dem sein,
wie ihm wolle, so viel dürfen wir nach dem Voranstehenden
für ausgemacht ansehen, dass der Stamm der Seefedern
das Entwicklungsproduct eines eigenen „vegetativen" Po-
lypen ist, des ersten, der aus dem Embryo kervorkommt,
wie das von Ref. (Polymorphismus 1851 S. 25) schon
zwanzig Jahre früher vermuthet worden ist. In dem nach-
folgenden theoretischen Theile seines Werkes (der unter
dem Titel: Morphologie und Entwicklungsgeschichte des
Pennatulidenstammes, nebst allgemeinen Betrachtungen zur
Descendenzlehre, Frankfurt a. M. 1872. 86 S. in Octavo,
auch selbstständig erschienen ist) hat Verf. (S. 419 ff.)
übrigens selbst die Folgerungen entwickelt, die sich aus
der hier angezogenen Beobachtung und seinen sonstigen
Erfahrungen in Betreff der Morphologie der Pennatuliden-
stöcke ergeben. Indem wir für die Einzelnheiten auf diese
Darstellung verweisen, wollen wir nur so viel noch her-
vorheben, dass der axiale Polyp, der bei den Pennatuliden
und Renillaceen schon frühe verkümmert, bei den Vere-
tilliden sich zu erhalten scheint, um schliesslich gleich
den secundär aus ihm entstandenen Individuen als ge-
wöhnliches Geschlechtsthier zu fungiren. Falls dem wirk-
lich so ist, würde freilich der primitive Polyp in den ein-
zelnen Gruppen nicht überall die gleiche Rolle spielen und
auch anatomisch nicht überall sich gleich verhalten, allein
das ist ein Umstand, der bei dem Polymorphismus der
Pennatuliden um so weniger überraschen kann, als auch
die Ernährungsthiere mancher Gattungen (Halisceptrum ,
504 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Virgularia, Bathyptilum) dadurch von der gewöhnliclien
Bildung abweichen, dass sie in zweierlei Formen sich aus
einander legen, in solche, die Geschlechtsorgane bilden,
und solche, die steril bleiben. Zur Bildung von Knospen
und secundären Generationen ist übrigens nur der obere
Theil des primitiven Polypen, „des Haupt- oder Ammenpo-
lypen", befähigt und wird sein unterer Abschnitt zum Stiele
des Polypariums. Die Knospenbildung findet ferner so
statt, dass es immer nur eine bestimmte Zone ist, an der
die Knospen auftreten und zwar das untere Ende des Kieles
oder die Grenzzone zwischen Stiel und Kiel. Somit sind
die obersten Polypen oder Blätter die ältesten, die untersten
die eben erst gebildeten. Hier finden sich auch an fast
allen Stöcken die deutlichen Anzeichen einer fortgesetzten
Neubildung. In seltenen Fällen scheinen jedoch auch
zwischen den schon vorhandenen Theilen neue Individuen
zu entstehen (Veretilliden), was einfach durch eine später
vor sich gehende Umgestaltung von Zooiden erklärt werden
kann. Die gelegentlich an dem obern Ende der Stöcke vor-
kommenden kleinen Blätter und Polypen sind keine Nachbil-
dungen, sondern wahrscheinlich unvollkommen entwickelte
Gebilde aus der ersten Zeit. Die Blätter enthalten Anfangs
nur einige wenige, ursprünglich wahrscheinlich nur einen
einzigen Polypen, aus dem sich die übrigen nach und nach
an der Dorsalseite theils durch Theilung theils auch durch
Knospung hervorbilden. Ob auch bei den Polyparien mit
Reihen unmittelbar am Kiele sitzender Polypen alle Indi-
viduen einer Reihe genetisch zusammenhängen, bleibt noch
zu untersuchen. Anatomisch bestehen die Blätter, von den
Kanälen abgesehen, aus zwei Hautlagen und den Polypen-
zellen, während am Stiele und Kiele noch besondere Mus-
kellagen vorkommen, die an der Wand aller grössern Er-
nährungskanäle liegen und besonders an den Längs- und
Querkanälen der Stielwand entwickelt sind, in vielen Fäl-
len aber auch in den Septa und den Wandungen der vier
(bei den Renillen 2) Hauptkanäle vorkommen. Bei man-
chen Gattungen zeigen die Muskeln der Ringgefässlage am
obern Stielende eine besondere Entwicklung und bilden
einen Spincter pedunculi, der wahrscheinlich für die Bewe-
in d. Natnrgesch. d. nied, Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 505
gung des Stieles beim Einbohren in den Schlamm von
Wichtigkeit wird. Am Kiele sind diese Muskeln gleichfalls
vorhanden, aber sehr viel weniger entwickelt als am Stiele.
Uebrigens haben wahrscheinlich alle Pennatiiliden, auch
die Veretilleen, Anfangs eine bilateral symmetrische Bil-
dung, nur dass diese nicht immer bleibt, sondern gelegent-
lich in eine mehr radiäre Anordnung tibergeht. Auch die
einzelnen Polypen zeigen — wahrscheinlich übrigens bei
allen Corallenthieren — eine sehr bestimmte bilaterale Sym-
metrie, die sich nicht bloss in der dorso- ventralen Rich-
tung der Mundöffnung und der Stellung der Tentakel und
Septa, sondern auch in der Vertheilung der Muskeln auf
diese Septa und in der Anordnung der Mesenterialfilamente
(Epithelwülste) ausspricht, indem diese nicht allein am
freien Rande der Septa, sondern auch noch an einer Fläche
derselben ansitzen und zwar rechts und links der ventra-
len, wie die entsprechenden Muskeln (protractores KölL).
Dazu kommt, dass bei den mit Tentakeln versehenen In-
dividuen ausnahmslos zwei Epithelialwülste lang und schmal
sind, die übrigen aber sehr kurz und dick, während bei
den Zooiden in den häufigsten Fällen überhaupt nur die
den erstem entsprechenden zwei Epithelialwülste vorkom-
men. Die Geschlechtsorgane entwickeln sich immer nur
an den Septis mit kurzen dicken Epithelialwülsten und
häufig auch nicht einmal an ihnen allen, sondern nur an
vieren oder selbst nur zweien derselben. Dem feinern Bau
nach lässt sich eine doppelte, ectodermatische und ento-
dermatische Epithellage und ein bindegewebiges Mesoderm
unterscheiden, das im Polyparium,^ zu einer ansehnlichen
Entwicklung gelangt und auch die Hartgebilde in sich
ausscheidet. Ausserdem noch zwischen den Epithellagen
und der Mesodermschicht eine Muskellage, die innere
wesentlich aus queren Fasern, die äussere dagegen fast
ausschliesslich aus longitudinalen Elementen bestehend.
Bei der Zartheit dieser Elemente und der Abwesenheit
besonderer Kerne darf man wohl eine directe Bildung der-
selben in oder aus den Zellen des Ectoderms annehmen,
während die Fasern der Innern Muskellage, die ganz an-
ders ausgeprägt sind und auch Kerne besitzen, vielleicht
Archiv f. Naturg. XXXXI. Jahrg. 2. Bd. HH
506 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
von Zellen abstammen, die genetisch mit den angrenzenden
Entodermzellen zusammenhängen. Ein Mesoderm ist nach
Kölliker übrigens bei allen Coelenteraten (mit Ausschluss
der Spongien) vorhanden, obwohl die Entwicklung und
Wichtigkeit desselben sehr grosse Unterschiede darbietet.
Was die natürliche Formenreihe der Pennatuliden zunächst
vom Standpunkte ihres Baues betrifft, so sind die ein-
fachsten bis jetzt bekannten Formen die Protoptileen und
Bathyptileen, bilateral symmetrische Polyparien, deren Po-
lypen auf jeder Seite alternirend oder in kurzen Querreihen
von je zwei und drei Individuen stehen. Schon längere
Querreihen mit mehr Polypen besitzen die Funiculineen,
und von diesen führt dann, indem die Polypen verschmel-
zen und die verschmolzene Gruppe vom Kiele sich abhebt
und zu einem Blatte wird, eine continuirliche Reihe durch
Pavonaria und die Virgularineen zu den Penniformes. An-
dererseits gelangt man von Bathyptilum, wenn die Polypen
zahlreicher werden und auch an den dorsalen Kielflächen
sich entwickeln, zu den Kophobelemnoninen und den Vere-
tilleen. Um auch die Renillen mit diesen Formen zu ver-
knüpfen, müssen wir zu einer noch nicht beobachteten
Urform, dem hypothetischen Archiptilum, zurückgreifen,
zu einem einfachen Polypen mit der Innern Organisation
der Alcyonarien, an dem schon Stiel und Kiel als differen-
zirte Theile vorhanden sind. Aus einem solchen Geschöpfe
könnte man dann einerseits durch besondere Art der Knos-
penbildung die Renilliden, andererseits die Protoptileen und
Bathyptileen ableiten und auf diese Weise alle die ver-
schiedenen Pennatuliden mit einander verbinden. Die
Frage nach der Herkunft der Archiptileen führt naturge-
mäss auf die Gruppe der Hydroidpolypen, unter denen ja
die Tubulariaden durch die Bildung ihres coelenterischen
Apparates — wie schon seit längerer Zeit bekannt ist —
unverkennbare Beziehungen zu den Anthozoen darbieten.
Panceri findet die bisher nur an der Sicilianischen
Küste beobachtete Cavernularia pusilla (Veretillum cla-
vatum F. S. Lt.) auch in der Nähe Neapels und berichtet,
dass das Leuchten derselben in allen Punkten mit dem
der Pennatuliden übereinstimme. Rencond. r. Accad. sc.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 507
fis. e matem. 1872. Apr. oder Annales des sc. natur. 1872.
T. XVI. Nr. 8. p. 39-42.
Schulze liefert von Kophobelemnon Leuckarti eine
nach dem Leben gefertigte Abbildung (Coelenteraten a. a.
0. Tab. IL Fig. 1. S. 142) und berichtet von einer viel-
leicht zu K. Stelliferum gehörenden Jugendform, die bei
einer Länge von 48 Mm sechs in zwei Längsreihen ange-
brachte Polypen trägt und am obern Ende kegelförmig
in eine Spitze ausläuft.
Koren und Danielssen veröffentlichen in dem Nyt
Magaz. Naturv. 1874 T. XIL p. 422—427 einen „bidrag til
de ved den norske Kyst levende Pennatuliders naturhistorie"
und berichten darin über eine Anzahl neuer oder doch
wenig bekannter Arten, deren Beschreibung und Abbildungen
auch in den inzwischen (1877) erschienenen dritten Theil
der Fauna littoralis Norvegiae tibergegangen sind. Da
wir in späterm Berichte auf dieses Werk zurückkommen,
begnügen wir uns hier mit der Aufzählung der betreffenden
Formen und der Keproduction der (demselben entnommenen
und in englischer so gut wie dänischer Sprache abgefassten)
Diagnosen der zwei neuen Geschlechter Batea — später,
weil Namen schon vergeben, in Dtihenia umgewandelt — und
Lygomorpha. Beschrieben sindPtilella grandis Ehbg. =
Pennatula borealis Sars, Pennatula aculeata Dan. mit Var.
rosea, Pennahda distorta n. sp. mit langen und schlanken
gedrehten Strahlen, Virgularia affinis Kor. et Dan. (= V.
glacialis Köllk. und V. Steenstrupi Köllk.), Duhenia ahys-
sicola n. mit var. smaragdina n., Dubenia elegans D. (=
Stylatula elegans Köllk. und Rieh.), Lygomorpha Sarsi n. sp.
Gen. n. Dubenia Kor. et Dan. ^he habitus has some re-
semblance to the Stylatula. The stalk furnished with a terminal
bladder. The rachis had a rather long lateral band of zooids, and
radial canals issuing as well from the dorsal as from the ventral
canal and forming close to the fins a slight swelling on the dorsal
and ventral surfaces. The fins are rudiroentary and supported by
a calcareous plate composed of shorter or longer calcareous needles,
which project far up beyond the rudimentary fin. The polyps
without cells, long, cylindrical and not easely contractile, connate
at the basal part. The sexual organs in the hypogastric cavity of
the fully developed polyps. The zooids lateral. The axis round with
numerous radial fibres.
508 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Gen. n. LygomorpJia Kor. et Dan. Small sea-pens without
stout polypary. The end of the stalk club-shaped; the ventral sur-
face round, broad and naked. The cells thick, sessile, alternating on
the back and sides, have a semilunar aperture furnished with two
strong teeths. The polypes are retractile. The zooids few, scattered
on the dorsal surface. Calcareous spicules in the cells, the tentacles
and the sarcosome. The axis round.
V er rill erwähnt einer Pennatula und einer Virgularia
von Neu -England, die, obwohl mit Europäischen Formen
(P. phosphorea und V. mirabilis) verwandt, vielleicht eigene
Arten repräsentiren. Amer. Journ. arts and sc. T. V. p. 5.
An einem andern Orte nimmt derselbe Verf. die Pennatula
Canadensis Whiteaves als blosse Localvarietät von P. aeu-
leata Köll. in Anspruch, die kaum zu P. phosphorea zu
ziehen sein dürfte. Ebenso fällt die Virgularia von Neu-
England mit V. Lyngmanni Köll. zusammen. (Ibid. p. 100.)
Nach den Untersuchungen von Edw. Moss gehört
die von Gray (Ann. nat. bist. 1872. T. IX. p. 406) unter
dem provisorischen Namen Osteocella septentrionalis be-
schriebene (4—6 Fuss) lange runde Skeletachse einer Vir-
gularienartigen Seefeder an, die eine beträchtliche Grösse
und Dicke erreicht und an der Küste von Britisch Colum-
bien nicht selten von den Fischern gehoben wird (Proceed.
zool. Soc. 1873. p. 730-732 PI. LXI). Die Polypen stehen
in zahlreichen schrägen Reihen jederseits unmittelbar am
Kiele, doch so, dass die eine (Ventral-)Fläche in ganzer
Breite frei bleibt. Mit der Auffindung dieses Polypenstockes
ist natürlich die Ansicht Slater's widerlegt, der zufolge
jener Skeletstab die Chorda eines Knorpelfisches darstelle,
(Rep. Br. Assoc. 1872. p. 140), eine Ansicht, die Slater
übrigens (Nature 1873. T. VIIL p. 488) unter Hinweis auf
die Beobachtungen von Moss und die gleichzeitig über
denselben Polypen veröffentlichten Mittheilungen von Stearns
(Proceed. Californ. Academy 1873, Aug. oder Amer. Journ.
arts. and sc. T. VII. p. 68—70) selbst zurücknimmt. Der
letztere beschreibt den Polypen als ähnlich einer Pavonaria
quadrangularis, glaubt dafür aber ein eigenes Subgenus
Verrillia (F. Blakei n. sp.) aufstellen zu dürfen mit der
Diagnose: Polypidom linear-elongate, round, oval or ovate
in cross-section. Axis round, slender, bony; polyps arran-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiero währ. d. Jahre 1872—1875. 509
ged in two unilateral longitudinal series. Bei dem gros-
sesten der von Stearns beobachtete Exemplare (i)6 Zoll
lang, V4 Zell dick) enthielt jede Seitengruppe 245 Reihen
von Polypen, je mit 8 — 11 Einzelthieren, im Ganzen deren
gegen 500. In einer Am. jour. zugefügten Nachschrift be-
merkt Verrill, dass der Polyp seiner eigenen Untersuchung
nach am nächsten mit Halipteris Christii verwandt sei und
wahrscheinlich demselben Genus zuzurechnen sein müsse.
Eisen's „Bidrag til kännedomen om Pennatulidslägtet
Renilla'^ (Kongl. svenska vetensk. akadem. Handlingar Bd.
1874. XIII. N. 1, 15 Seiten in Quarto mit 3 Tafeln) be-
zieht sich auf eine wahrscheinlich neue californische Art
mit sehr regelmässig gruppirten Polypen, die nach äusserem
und innerem Bau eingehend — leider ohne irgendwelche
Rücksicht auf frühere Untersuchungen — geschildert wird.
Die Resultate der Untersuchung stimmen übrigens in den
Hauptpunkten so vollständig mit den Angaben Kölliker's
ttberein, dass wir uns eines nähern Eingehens auf diesel-
ben hier enthalten können.
Zu den interessanteren der durch die Tiefseeexpeditio-
nen der letzten Jahre an's Licht gebrachten Seethieren ge-
hört auch die Gattung Umbellula Cuv. , die allerdings
schon vor länger als einem Jahrhundert (durch EUis und
Mylius) nach zweien an der Küste Grönlands gesammel-
ten Exemplaren bekannt geworden ist, seitdem aber nicht
wieder aufgefunden ward und nach dem Verluste der Ori-
ginalexemplare Gefahr lief, zu einem ziemlich apokryphen
Geschöpfe zu werden. Zum ersten Male wurde dieselbe
im Jahre 1871 von Dr. Lindahl, der die damals ausge-
rüstete schwedische Expedition nach Grönland und Neu-
fundland begleitete, in der Baffinsbay aus beträchtlicher
Tiefe gehoben und sodann in einem zweiten Exemplar
weiter nördlich an der Grönländischen Küste aufgefunden.
Zwei Jahre darauf gelang es auch den Gelehrten des Chal-
lenger, unser Thier zu fischen und zwar zunächst im At-
lantischen Ocean, später auch an andern Orten, so dass
wir dasselbe heute fast aus allen Meeren kennen.
Lindahl machte über seinen Fund zunächst eine
kurze Mittheilung in den Ann. and. Mag. nat. bist. 1874
510 Leuckart: Bericht üb. d, vvissenschaftliclien Leistungen
T. XIII. p. 258, der er dann später in der kgl. Swenska
Vetensk. Akad. Handliiagar Bd. XIII. N. 3 (22 S.3 Tafeln
in Quarto) eine ausführliche von schönen Abbildungen be-
gleitete Abhandlung „om Pennatulid-slägtet Umbellula'^
folgen liess. Nach der Untersuchung und Darstellung Li n-
dahl's unterliegt es nun keinem Zweifel, dass Umbellula,
wie auch schon früher mehrfach vermuthet worden, ein
echter Polyp und zwar eine Pennatulide ist, die (vielleicht
mit Crinillum van der Hoven J. B. 1860. S. 348) unter
diesen Thieren eine besondere in mehrfacher Beziehung
sehr ausgezeichnete kleine Familie zu repräsentiren hat.
Die Polypen sind von beträchtlicher Grösse, mit schlanken
und langen Federtentakeln versehen und am Ende des
schlanken, oben etwas aufgeblähten Stieles wie ein Köpf-
chen zusammengruppirt, in dem sich bei näherer Unter-
suchung ausser einem terminalen Polypen, dem ältesten,
eine wechselnde Anzahl von solchen unterscheiden lässt,
die ihrer Stellung nach als laterale und dorsale zu be-
zeichnen sind. Die neu sich bildenden Polypen kommen
unter den altern hervor und sind anfangs noch ohne Ten-
takel, ganz wie die zahlreichen sg. Zooide, die auf der ven-
tralen Fläche und den Seitentheilen des obern Stielendes
gefunden werden. Genitalien konnten an den Einzelthieren,
die übrigens sonst das gewöhnliche anatomische Verhalten
zeigen, nicht aufgefunden werden. Durch die Bildung des
Stieles schliesst sich Umbellula im Wesentlichen an die
Funiculinen an. Das kalkige Aschenskelet ist vierkantig.
Nach der Ansicht Lindahl's gehören übrigens die von
ihm beobachteten zwei Exemplare verschiedenen Arten an
( U. miniacea n. und ü. pallida n.), doch sind die Unter-
schiede, wie es scheint, sehr unbedeutend, und möglichen
Falls auf die Verschiedenheiten des Contractionszustandes
und Alters — beide sind offenbar noch Jugendformen, ob-
wohl eine bereits 17 (die andere nur 9) entwickelte Po-
lypen trägt — zurückzuführen.
Dieser Ansicht ist auch Kölliker, der die zuerst
vom Challenger aufgefundenen zwei Exemplare (von fast
900 und 270 Mm Länge, während die Linda hl 'sehen
420—330 Mm. maassen) zur Untersuchung erhielt und den
in d. Naturgesch. d. med. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 511
Bau derselben gleichfalls in einer besonderen kleinen Ab-
handlung („di^ Pennatulide Umbellula und zwei neue Ty-
pen der Alcyonarien", Würzburg 1874. 23 Seiten in Quarto
mit 2 photographirten Tafeln) geschildert hat. Im Wesent-
lichen lauten die Angaben desselben mit Lindahl über-
einstimmend, indessen stellen sich hier und da doch kleine
Unterschiede heraus, von denen es freilich einstweilen
noch zweifelhaft bleibt, wie weit ihre Tragweite geht.
Am wichtigsten erscheint der Umstand, dass die Zooide
der Köllik er 'sehen Exemplare gleichfalls der Rückseite
angehören, auch Thiere (besonders an den Tentakeln) und
Polypenstiel Kalknadeln enthalten, die nach Lindahl
fehlen sollten. Ebenso fand Köllik er bei seinen Exem-
plaren (J) Geschlechtsorgane, die den zwei Paar seit-
lichen Scheidewänden anhingen. Auf Grund dieser Eigen-
thümlichkeiten hält Köllik er seine Exemplare für Re-
präsentanten einer besonderen Art, TJ. Tkomsoni n., wäh-
rend er die von Lindahl aufgestellten zwei Speeies unter
dem Namen U. Lindahli vereinigen möchte. Der letztern ge-
hört vielleicht auch die U. Eucrinus Ellis an, die so ziemlich
dem gleichen Fundort entstammt, auch durch die stärkere
Anschwellung des oberen Stielendes derselben ähnlich ist.
Die neue Familie (Umbelluleae) reiht Kölliker an
seine Familie der Bathyptileae an, und zwar mit folgender
Diagnose: „Pennatuleen mit langem dünnem Stiele und kur-
zem dickem Polypenträger, der an der Ventralseite eine
scharf ausgeprägte bilaterale Symmetrie zeigt. Polypen
sehr gross, ohne Kelche, nicht retractil, sitzend, an der
Dorsalseite des Kieles rechts und links in Seitenreihen
angeordnet, zu denen noch ein endstäudiger Polyp kommt.
Geschlechtsorgane in den untersten Theilen der Polypen
an vier Septis gelegen. Zooide zwischen und neben den
Polypen, ventral, lateral und auch wohl dorsal, die ven-
trale Mittellinie freilassend. Achse vierkantig mit abge-
rundeten Kanten und vier tiefen Furchen.''
Eine vorläufige Mittheilung von Kölliker über die
hier angezogenen Untersuchungen s. Würzburger Verhand-
lungen Bd. VIIL 1874 Mai. 6 Seiten.
Nach den Mittheilungen von Willemoes-Suhm
512 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
(notes on some young stages of Umbellularia and on its
geographica! distribution, Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XV.
p. 312—314 PI. XVIII. A) ist Umbellularia in den Tiefen
sowohl des Atlantischen, wie auch des antarctischen und
Stillen Oceans (1600—2600 Faden, während sie an der
Grönländischen Küste schon in einer Tiefe von 122 Faden
lebt) weit verbreitet. Ob die aufgefundenen Exemplare
freilich sämmtlich den Umb. Thomsonii Köll. angehören,
ist zweifelhaft und besonders für die Pacifische Form un-
wahrscheinlich. Unter der letztern fanden sich übrigens
einige Exemplare, die nicht bloss viel entschiedener, als
die von Kölliker und Linda hl untersuchten, die bila-
terale Bildung der Jugendform zur Schau trugen, sondern
auch über die Reihenfolge der Einzelthiere vollständigem
Aufschluss gaben. Das kleinste Exemplar maass nur 41
Mm und bestand aus einem einfach cylindrischen Stamme,
dessen freies Ende 3 Polypen trug, einen terminalen, welcher
der grosseste, also auch älteste war, und zwei laterale.
Spicula und Zooidien waren noch abwesend ; beide bilden
sich erst später, wenn die Polypen eine gleiche Grösse
erreicht haben, und zwar zunächst an der ßauchfläche. Durch
Bildung eines neuen terminalen Polypen wird dann der
erste aus seiner ursprünglichen Lage gebracht, so dass
jederseits deren zwei vorhanden sind. Der fünfte Polyp
entsteht im Centrum, während die übrigen unter den
zwei ersten Lateralpolypen ihren Ursprung nehmen.
An die Darstellung von Umbellularia reiht Kölliker
in der hervorgehobenen Abhandlung weiter noch (S. 13 — 17
Tab. II) eine Mittheilung über „Heteroxenia, eine neue
Gattung der Alcyoninae mit Dimorphismus der Polypen".
Die Form, um die es handelt {E. EUsabethae n.), kommt
aus der Südsee (Port Denison) und stellt eine grosse ge-
stielte Scheibe dar, die an der obern Fläche ziemlich dicht
mit grossen (40—55 Mm langen) Geschlechtsthieren be-
setzt ist. Dazwischen nun aber stehen ausserordentlich
zahlreiche kleine Zooide, wie sie Verf auch noch bei eini-
gen andern früher dem Genus Xenia zugerechneten, aber
noch nicht genauer untersuchten Arten gefunden hat, kleine
3—5 Mm lange Zäpfchen mit Mundspalte und acht kurzen
in d. Naturgesch. d. nicd. Thiere wälir. d. Jahre 1872—1875. 513
einfachen (nicht gefiederten) Tentakehi, deren Innuenraum
nur wenige Millimeter in die Tiefe sich senkt und dann
in Ernährungsgefässe sich auflöst, wie sie auch aus der
Leibeshöhle der Geschlechtsthiere hervorkommen. Die An-
wesenheit dieser heteromorphen Polypen bildet nun den
auszeichnenden Charakter des neuen Genus.
Heteroxenia Köll. Vom Habitus und Bau der Gattung Xe-
nia. Polypen an der Endfläche eines dicken fleischigen Stockes oder
Stieles gelegen, nicht retractil, von zweierlei Art. Geschlechtsthiere
gross, in kurzen Abständen stehend, am Rande der Scheibe kleiner.
Fühler V4 — V2 Mal so lang, als die Polypenleiber, mit vier Reihen
Fiederblättchen an jeder Seite. Zooide viel zahlreicher, als die Ge-
schlechtsthiere, alle Zwischenäume zwischen denselben ausfüllend,
frei hervorragend, walzenförmig, am Munde mit acht sehr kurzen
einfachen Tentakeln. ' Kalkkörper von der Beschaffenheit derer von
Xenia, im Innern des Stockes spärlich, reichlich im Ectoderma vor
Allem der beiderlei Polypen.
Den gleichen Dimorphismus beobachtete Mosely bei
einem Sarcophyton von der Küste der Admiralitäts-Inseln,
bei dem die Zwischenräume zwischen den ziemlich ver-
einzelt stehenden Polypen von zahlreichen Zooiden einge-
nommen waren. Der Zusammenhang mit den letztern
wird durch die Gefässe vermittelt, die in beträchtlicher
Anzahl aus den Polypenröhren ihren Ursprung nehmen
und im Coenenchym zu einem complicirten Netzwerk sich
vereinigen, aus dem dann die Zooidröhren sich erheben.
Die jüngsten Zooide^ d. h. diejenigen mit den kürzesten
und engsten Röhren, werden in der nächsten Umgebung
der Polypen gefunden. Von den acht Mesenterien sind
vier länger, als die übrigen, und zwei, die beiden „dorsalen'',
allein mit Filamenten versehen. ^ Die Muskeln an den Me-
senterien der Polypen zeigen die bekannte bilateral -sym-
metrische Anordnung und bilden dadurch ein intermesen-
teriales Fach am „Rücken", wie am „Bauche". On the
structure etc. 1, c. (Transact. p. 109—112).
Angesichts dieser Beobachtungen glaubt Ref. übrigens
die Vermuthung äussern zu dürfen, dass auch die von demsel-
ben Verf. bei Heliopora beschriebenen Coenenchymröhren, die
nach Verlauf und morphologischem Verhalten mit den
Polypenröhren die grosseste Aehnlichkeit haben, den Zooi-
514 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
den an die Seite zu stellen sind, obwohl sie weder Magen
noch Mesenterien enthalten, auch nicht nach Aussen aus-
münden, sondern mit einer von Ectoderm und Mesoderm
gebildeten weichen Gewebsschichte tiberdeckt sind, in
welcher ein Netzwerk von feinen und gröbern Kanälen
hinzieht, die ebenso wohl mit den Polypenröhren, wie mit
den Coenenchymröhren zusammenhängen. Die Polypen, die
übrigens immer nur im zurückgezogenen Zustande und mit
eingestülpten Tentakeln, wie sie sonst nur noch bei Coral-
linm vorkommen, beobachtet wurden, zeigen den gewöhn-
lichen Bau der Alcyonarien, nur dass zwei der acht Me-
senterialfilamente, wahrscheinlich die des Dorsalfaches,
länger sind, als die übrigen. Geschlechtsorgane wurden
nur einige Male und höchstens an vier Mesenterien beob-
achtet. Trotz der Achtzahl der Mesenterien zeigt auch die
kalkige Polypenröhre acht sg. Septa, leistenförmige Ein-
buchtungen, von denen vier — bald diese, bald jene —
ohne Beziehung zu den Mesenterien sind. Das Skelet be-
steht aus einer harten eigenthümlich gefügten Kalkmasse,
die keine Zusammensetzung aus Skleriteu zeigt, wie solche
denn auch in den Weichtheilen überall fehlen. Die untern
abgekapselten Kammern des Röhrenapparates entbehren
der sonst darin vorkommenden weichen Bekleidung (Me-
soderm, Entoderm) und sind somit als todte, vielfach von
bohrenden Thieren und Polypen durchsetzte Massen zu be-
trachten. Ebendas. p. 91—108.
In der gleichfalls von KöUiker (a. a. 0. 18—23)
neu beschriebenen Siphonogorgia (n. gen.) Godefroyi
aus der Südsee lernen wir ein Thier kennen, welches auf
den ersten Blick an gewisse Gorgoniden, besonders Para-
gorgia und Semperina, sich anschliesst, statt der Hornachse
aber eine knorpelharte Kernmasse enthält, die ganz, wie
bei den Alcyoniden, von den verlängerten Innenräumen der
Polypen durchzogen wird, während diese bei den ächten
Gorgoniden bekanntlich schon nach kurzem Verlauf blind
abgerundet endigen. Diese Röhren enthalten auch die
Fortsetzungen der Septen, aber nicht von allen acht wie bei
den Alcyoniden, sondern nur von vieren, und zwar jenen,
welche zugleich die Geschlechtsorgane und Mesenterial-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 516
faden tragen. Auf Grund dieser Eigentbttmlichkeiten er-
hebt Külliker seine neue Art zu einer besonderen zwischen
den Gorgoniden und Alc3^oniden die Mitte haltenden Familie
mit folgenden Charakteren (die zugleich auch die des ein-
zigen Genus darstellen):
Siplionogorgiaceae. Habitus der Gorgoniden. Sarcoma aus
vielen Kalkkanälen und Bindesubstanz bestehend, hart. Polypen nur
an den Enden der kleinsten Aeste befindlich, in wenig vorspringen-
den Kelchen enthalten, zurückziehbar. Darmhöhlen kanalartig ver-
längert, den ganzen Stock durchziehend, im Innern der Zweige und
Stämme befindHch. Von den Septa gehen nur vier in die verlän-
gerten Darmhöhlen hinein und zwar diejenigen, welche die Ge-
schlechtsorgane und die langen schmalen Mesenterialwülste tragen,
Geschlechtsproducte in den verlängerten Darmröhren der kleinsten
Acste enthalten.
Während Kölliker bekanntlich der Ansicht ist, dass
die Kalkkörper von Gorgonia an der Achsenbildung kei-
nerlei Antheil nehmen, die letztere vielmehr ganz unab-
hängig von erstem durch eine Ausscheidung von Horn-
substanz aus dem umgebenden Gewebe vor sich geht, glaubt
S tu der nach seinen Beobachtungen an Gorgonia Bertho-
loni Lamk. einen andern Vorgang annehmen zu müssen.
Die Spicula des Coenenchyms, so zeigt derselbe, bilden
auch bei Gorgonia den Ausgangspunkt der Achsenbildung,
indem sie zunächst einzeln von Hornsubstanz umhüllt
werden, dann unter sich verkleben und schliesslich durch
neue Hornmassen concentrisch umhüllt werden. Nach der
Ablagerung dieser Hornmasse aber werden die Spicula in
den meisten Fällen resorbirt, so dass dann an ihrer Stelle
ein Hohlraum entsteht, der sich etwas verengt und mit
„Schwammgewebe^' ausfüllt. Eine solche Betheiligung der
Spicula an der Achsenbildung ist wahrscheinlich überall
da vorhanden, wo die Hornlamellen Maschen bilden und
ein Schwammgewebe enthalten, wie schon der Umstand
vermuthen lässt, dass die Antipathiden (ohne Spicula)
solide Hornachsen besitzen. Die Gorgonien nehmen somit
in Betreff ihrer Achsenbildung eine intermediäre Stellung
ein, da bei den Corallinen bekanntlich — im Gegensatze
zu den Antipathiden — gar keine Hornbildung um die
verschmelzenden Kalkkörper vorkommt. Berner Mitthei-
516 Leuckart: Bericht üb. tl. wissenschaftlichen Leistungen
lungen 1873 (über Bau und Entwicklung der Achse von
Gorgonia Bertholoni, 12 Seiten mit 3 Tafeln).
Möbius macht einige Mittheilungen über Verrucella
guadalupensis Duch. et Mich., besonders über die den Kalk-
körperchen der Rinde inhärirenden Pigmente. Schriften
des naturhist. Vereins für Schleswig-Holstein Bd. I. 1873.
Die schon vor mehreren Jahren von dem altern Sars
an der norwegenschen Küste aufgefundene Mopsea borealis
findet in dem von dessen Sohn jetzt herausgegebenen Sam-
melwerke (some remarkable forms of animal life I. p. 50 —
57 Tab. V) eine eingehende Darstellung. Sie ist der niittel-
meerischen M. elongata nahe verwandt, aber kleiner (kaum
mehr, als 30 Mm hoch), und weniger verästelt, oftmals
sogar ganz ungetheilt. Die Kalksegmente haben eine un-
gewöhnliche Länge, während die hoi'nigen Zwischenstücke
dafür ausserordentlich'" kurz sind. Nach einer Abbildung
von Gunner zu urtheileu, dürfte übrigens im Nordmeere
noch eine zweite Isidee vorkommen.
Unter den von Verrill aufgezählten Polypen Nord-
Carolina's (Amer. Journ. sc. and Arts T. III. p. 432 ff.)
werden als neu beschrieben Leptogorgia Carolinensis und
Anthopodiu7n (n. gen.) nibens. Das neue Gen. Antho-
podium ist einerseits mit Telesto, andererseits mit Calli-
podium Verr. verwandt und wird folgendermaassen cha-
rakterisirt.
Änthopodium n. gen. Coralltim with an encrusting, firm
coenenchyma, from which arise prominent, tubalar Verrucae, with
rather large polyps at the summit. The surface of the coenenchyma
and Verrucae is minutely granulous with rough irregulär spicula,
closely united together. The spicula are of many forms and sizes,
and are remarkable for their irregularity and roughness; the most
prominent kinds are very roughly warted and spinulose oblong forms,
and rougher lacerate clab-shaped ones, many of which are flattened
at the large end. Besides these there are numerous rudely spinu-
lose spinales and an abundance of the small, short, glomerate kinds.
Unter dem Genusnamen Jukella beschreibt Gray
(Ann. and Mag. nat. bist. Vol. IX. p. 481 mit Holzschnitt)
eine neue Alcyonarie von Sir C. Hardy's Insel.
JuTcella n. gen. Coral hard, fleshy, forming a thick smooth
barren stem, marked by irregulär longitudinal grooves or ridges;
divided at the top into irregulär transverse foliaceous expansions,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 517
sinuated or lobed at the margins, which are covered with close re-
tractile polypes on each of their sides. All parts of the coral stud-
ded with calcareous cylindrical spicuies, which have four raore or
less large prominent separate trausverse plates, which are largest
in the middle and more or less small or rudimentary at the ends.
Sp. n. J. cristata.
Ebendas. (p. 483) liefert Gray eine Beschreibung
der bisher nur von Valenciennes beobachteten Thoua-
rella antarctica von den Falklands-Inseln, die, nach einem
besser erhaltenen Exemplare entworfen, mehrfach von den
altern Angaben abweicht.
In den „Notes on Corals from the south- and antarctic
seas" veröffentlicht Gray die Beschreibung folgender meist
neuer Arten (Proceed. zoolog. Soc. 1872. p. 744—747 PI.
LXIl — LXIV) : Mopsella australis, Fannyella (n. gen.)
Eossii, Errina fissurata, Tiibulipora nivalis^ Thouarella ant-
arctica Val., Porella antarctica Gr., Hookerella pulchella
Gr., Syäella (n. gen.) australis. Zur Charakteristik der
neuen Geschlechter reproduciren wir hier deren Diagnose.
Fanny ella Gr. Coral slightly furkately branched; branches
club-shaped, enlarging upwards and then rapidely contracting at the
tip; polypiferous cells many, in numerous close concentric rings,
forming regulär whorls round the branches, the cells oblong, cylin-
drical, contracted at the base and each covered with six longitudinal
series of transverse oblong hexangular scales, truncated at top and
closed with elongated more or less acute scales, converging to the
point, when the animal is withdrawn ; axis covered with small scales.
Sydella Gr. Coral erect (?), straight, cylindrical, rather tape-
ring, covered with cylindrical cells, tapering at tlie end and placed
in four rather irregulär longitudinal series, covered externally with
red fusiform spicuies, placed very close together in a longitudinal
direction. Polypes completely retractile, leaving a small rounded
end to the cell when contracted.
(Fortsetzung folgt.)
Üniversitäts-Biichdruckerei von Carl Georgi,
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1874. Von August v. Pelzeln in
Wien 1
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1874. Von Troschel . . . 53
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1874. Von Troschel 78
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1874. Von Troschel 92
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1874. Von Troschel. . . 123
Cephalopoda 144
Gasteropoda 146
Lamellibranchiata 167
Brachiopoda » . . . 171
Tunicata 171
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiete
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. Von
Dr. Ph. Bertkau in Bonn. Zweite Hälfte., ..... 173
Hymenoptera 173
Neuroptera 201
Trichoptera 204
Orthoptera 207
Lepidoptera 225
Microlepidoptera 270
Diptera 279
Hemiptera 294
Heteroptera 298
Homoptera 307
Nachtrag 312
IV Inhalt.
Seite
Bericht übor die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niederen Thiere während der Jahre 1872
—1875. Zweite Hälfte. Von Dr. Rud. Leuckart . . 313
II. Echinodermata.
1. Scytodermata 318
2. Actinozoa 323
Echinoidea 323
Asterida 347
Ophiurida 361
Pelmatozoa 368
III. Coelenterata 373
1. Ctenophora 382
2. Hydromedusae 390
Acalephae 390
Hydroida 396
Siphonophora 452
3. Polypi 461
Calycozoa 481
Anthozoa • . . 462
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