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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS ON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR. R. LE UCK ART IN LEIPZIG
HERAUSGEGEBEN
DR. F. H. TROSGHEL,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
BBEI UND YIEBZIG8TEB JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin,
Nicolaische Verlags-Buchhandlung
R. Stricker.
1877.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1876, Von August von Pelzeln
in Wien 1
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1876. Von Troschel . . 57
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1876. Von Troschel 97
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1876. Von Troschel 118
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1876. Von Troschel . . 161
Cephalopoden 190
Heteropoden 190
Gasteropoden 191
Pteropoden 218
Lamellibranchiaten 214
Brachiopoden 219
Tunicaten 219
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen auf dem Ge-
biete der Arthropoden während der Jahre 1875 — 1876.
Von Dr. Philipp Bertkau in Bonn. Zweite Hälfte.
Hymenoptera 221
Neuroptera 243
Orthoptera . 249
Lepidoptera 281
Diptera 341
Hemiptera 356
IV Inhalt.
Seite.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niederen Thiere während der Jahre
1876—1879. Von Dr. Rud. Leuckart 397
Vermes 407
Annelides 414
Gephyrei 510
Chaetognathi 530
Nematodes 532
Acanthocephali 572
Bericht über die Leistungen in der NaturgescMchte
der Vögel während des Jahres 1876.
Von
August von Pelzein
in Wien.
Das Jahr 1876 muss als ein für die Förderung der
Ornithologie günstiges bezeichnet werden; insbesonders sind
einige wichtige Werke begonnen worden. Der gegenwärtige
Bericht schliesst sich in der Art der Bearbeitung seinen
Vorgängern an. Da jedoch in neuester Zeit erfreulicher
Weise mehrere Organe entstanden sind, welche Schutz,
Pflege und Haltung der Vögel, sowie populäre Schilderungen
aus der Vogelkunde enthalten, so würde durch die An-
führung des gesammten Inhaltes dieser Schriften der Um-
fang des Berichtes weit über die gesetzten Grenzen hinaus-
gehen. Es musste daher die Beschränkung eingehalten
werden, nur die auf systematische Ornithologie bezüglichen
und von den übrigen nur die wichtigeren Aufsätze hier zu
verzeichnen. Um jedoch ein näheres Eingehen zu ermög-
lichen, füge ich ein Verzeichniss der wichtigsten Zeit-
schriften der erwähnten Richtung bei.
Ornithologisches Centralblatt, Organ für Wissenschaft
und Verkehr. Herausgegeben von Prof. Dr. Cabanis und
Dr. A. Reichenow. Von Juli 1876 an.
Gefiederte Welt. Herausgegeben von Dr. Karl Russ.
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. A
2 Pelzeln: Bericht üb. d. LeistuDgen in d. Naturgeschichte
Isis, Zeitschrift für alle naturwissenschaftlichen Lieb-
habereien. Herausgegeben von Dr. Karl R u s s und Bruno
Dur igen. Vom April 1876 an.
Mittheilungen des Ausschusses des Ornithologischen
Vereins in Wien an die Mitglieder. In zwanglosen Nummern.
Monatschrift des Sächsisch-Thüringischen Vereins für
Vogelkunde und Vogelschutz in Halle a./S. Redigirt von
E. V. Schlechtendal. I. Jahrgang i).
Mittheilungen des tirolischen Jagd- und Vogelschutz-
vereines.
Es ist von sehr beachtenswerther Seite (Ibis 1877) be-
merkt worden, dass in der systematischen Anordnung der
Jahresberichte einige Aenderungen wünschenswerth wären.
So grosses Gewicht ich auf die erwähnten Ausführungen
lege, so muss ich doch bemerken, dass es mir bei Ver-
fassung der Berichte nicht sowohl darauf anzukommen
scheint, die möglichst beste systematische Anordnung zu
geben, als Denjenigen, welche diese Uebersichten benutzen,
die Möglichkeit zu verschaffen, jedes Citat leicht und sicher
zu finden. Zu diesem Zwecke habe ich Gray 's Handlist
of Birds zu Grunde gelegt, nicht weil ich mit der darin auf-
gestellten Anordnung in Allem und Jedem einverstanden bin,
sondern weil nach diesem in Jedermanns Händen befindlichen
Werke jede beliebige Art sogleich aufgefunden werden
kann. Vielleicht werde ich im nächsten Berichte im Stande
sein, einige Modificationen vorzunehmen, um beiden Ge-
sichtspunkten möglichst zu entsprechen.
Begonnen wurden während des Jahres 1876 die perio-
dischen Schriften: Ornithologisches Centralblatt, Bulletin
de la Societe Zoologique de France, Bulletin of the Nuttall
Ornithological Club, dann Shelley: Monograph of the
Cinnyridae, Dr. A. Dubois: Faune illustree des Vertebr^s
de la Belgique, v. Riesenthal: Die Raubvögel Deutsch-
lands, Stölker: Die Alpenvögel der Schweiz, Baldamus:
Handbuch der Federviehzucht. Fortgesetzt wurden: Giebel:
Thesaurus Ornithologiae (1877 geschlossen), Dawson Row-
1) Der erste Jahrgang dieser Zeitschrift konnte für den Bericht
nicht benutzt werden.
der Vögel während des Jahres 1876. t
ley: Ornith. Miscellany, E. v. Martens: Preussische
Expedition nach O.-Asien, Dresser: Birds of Europa,
A. Newton: Yarrell's Hist. of Brit. Birds, Layard:
Birds of S.-Airica n. edit., Gould: Birds of New-Guinea,
Malsant: Hist. nat. des Oiseaux-mouclies, Brehm: Ge-
fangene Vögel, Russ: Fremdländische Stubenvögel. (Von
Gould 's Birds of Asia ist mir in diesem Jahre kein Heft
zugekommen.) Abgeschlossen erschienene Werke sind:
Eastern Persia. Zoology by W. T. Blanford und de la
Blenchere's Oiseaux Gibier.
Durch den Tod wurden der Wissenschaft im Jahre
1876 geraubt die beiden hochberühmten Gelehrten Ch. G.
Ehrenberg und K. E. von Baer, der ausgezeichnete Er-
forscher N.-O.-Africa's v. H engl in, der thätige Ornithologe
F. Zander, Dr. R. Meyer in Offenbach, R. Effeldt.
Allgemeines.
Im Zoological Record for 1874 edited by E. C. Rye
ist S. 21 der sehr schön gearbeitete Jahresbericht über
Vögel von R. B. Sharpe und J. Murie enthalten.
Dr. C. Giebel: Thesaurus Ornithologiae Halbband V.
1876. Pachycephala — Querquedula.
A. Boucard: Catalogus avium hucusque descripto-
rum. London 1876. 8.
Bericht über die I. Jahres-Versammlung der allgem.
deutschen ornithologischen Gesellschaft zu Berlin am 13. — 16.
Sept. 1876. Journ. f. Orn. 337.
Dr. J. J. Kaup: Grundriss zu einem Systeme der Natur.
Nach des Verf. Tode herausgegeben von Dr. K. 0. A.
Röder. Wiesbaden. 8.
Prof. A. Newton: On the Assignation of a Type to
Linnaean Genera, with especial reference to the Genus
Strix. Ibis 94.
W. K. Parker: On Aegithognathous Birds Part. II.
Auszug Proc. Z. S. 256; wird vollständig in den Transact.
Zool. Soc. erscheinen.
A. H. Garrod: On some Anatomical Charactei*s which
bear upou the Major Divisions of the Passer ine Birds
Part. I. Proc. Z. S. 506 t. 48—53.
4 Pelz ein: Bericlit üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Prof. Cabanis: lieber Abarten und deren Grenzen.
Journ. f. Orn. 94. lieber sogenannte klimatische Abarten
ib. 443.
L. Martin: Lieber weisse und ungewöhnlich hell ge-
färbte Vögel ib. 392.
Brooks: lieber Hybriden im wilden Zustande. Ibis 504.
Röttiger: Zur Bastardzucht. Gefied. Welt 422 et 431.
Dr. F. C. Noll: Die Erscheinungen des sogenannten
Instinctes. Zool. Gart. 51, 90, 127, 180, 239, 271, 319, 344
(Schluss).
M. Perty: lieber das Seelenleben der Thiere. 2. Aufl.
Leipzig und Heidelberg 1876. 8.
V. Wundt: Beiträge zur Kenntniss des Seelenlebens
der Vögel. Gefied. Welt 287.
Von Dawson Rowley's Ornithological Miscellany er-
schienen im Jahre 1876 P. III, IV, V. M. D. Rowley's
Aufsatz On British Birds (P. IL N. 2. 1875) wurde zwar
im vorigen Berichte bereits nach dem Ibis citirt, da mir
das Werk aber seither durch eigene Anschauung bekannt
geworden, sind hier die dazu gehörigen Abbildungen nach-
träglich angeführt.
E. V. Martens: Die preussische Expedition nach
Ost-Asien. Zool. Abth. I. Bd. 2. Hft. 1876. gr. 8. S. 1—192
(Madeira, atl. Ocean, Rio Janeiro, Südl. Ocean, Sunda-
strasse, Chinesische See, Japan, China, Philippinen theil-
weise) war schon 1866 erschienen. Der vorliegende Theil
umfasst Philippinen (theilweise), Siam, Singapore, indisch.
Archipel. In den Anmerkungen finden sich auch sehr nütz-
liche Literaturnachweisungen. Am Schlüsse Verzeichniss
der gesammelten oder beobachteten Wirbelthiere. Tafel 3
zeigt japanische Zeichnungen von Vögeln, Tafel 4 stellt
Procellaria haesitata Forst. ? dar.
H. Giglio li: II viaggio della Magenta intorno al Globo.
Roma 1876.
H. de la Blanchere: Les Oiseaux-Gibier-Chasse-
Moeurs-Acclimatation. Paris 1876. 4. Mit 44 (45) Tafeln.
E. Oustalet: Melanges de Mammologie d' Ornitho-
logie. Revue de Zool. 394. Nach werthvollen Mittheilungen
des Herrn Grafen A. Marschall an Professor A. Mi Ine-
der Vögel während des Jahres 1876. 5
Edwards, welche geeignet sind den wissenschaftlichen
Verkehr der Zoologen Oesterreichs und Deutschlands mit
denen Frankreichs zu fördern.
A. Newton: Address to the Biological Section of the
Brit. Assoc. Glasgow Sept. 6. 1876.
Verzeichniss der literarischen Arbeiten von Otto
F ins eh. Mit einem biographischen Anhang. Als Manu-
script gedruckt. Bremen 1876. 12. Höchst erfreuliche Ueber-
schau des wissenschaftlichen Wirkens eines der ausge-
zeichnetsten Zoologen unserer Zeit.
Dr. F. C. Noll: Besuch einiger zoologischer Gärten
und Aquarien im Juli 1876. Zool Gart. 335, 368, 408, 447.
N. Quepat: L'ornithologie au salon de peinture de
1876. Paris 1876.
Dr. A. C. E. Baldamus: Vogelmärchen. Dresden
1876. Bietet in poetischem Gewände treffliche Schilderungen
des Vogellebens.
Ph. L. Martin: Die Praxis der Naturgeschichte.
I. Theil Taxidermie. 2. vermehrte und verbesserte Auflage.
Nebst einem Atlas von 10 Tafeln. Weimar 1876.
L. Eger: Der Naturaliensammler. Praktische An-
leitung zum Sammeln, Präpariren, Konserviren organischer
und anorganischer Naturkörper. Mit 2 Tafeln. Wien 1876. 8.
A. K. Wallace: The Geographical Distribution of
Animals with a study of the relations of living and exstinct
Faunas as elucidating the past changes of the Earth's
Surface. 2 Vol. London 1876. Ohne Zweifel eine der
wichtigsten Erscheinungen der zoologischen Literatur.
A. R. Wallace: Die geographische Verbreitung der
Thiere. Nebst einer Studie über die Verwandtschaften der
lebenden und ausgestorbenen Faunen in ihrer Beziehung
zu den früheren Veränderungen der Erdoberfläche. Autori-
sirte deutsche Ausgabe von A. B. Meyer. Mit 7 chromo-
lithogr. Karten in 4. und 20 Tafeln gr. 8.
A. R. Wallace: Opening Address Brit. Assoc. Biolog.
Section „Nature" 1876. 403 et 473.
Ueber den gegenwärtigen Stand unserer Kenntniss
der geographischen Zoologie von P. L. Sclater. Ueber-
setzt von H. Schal ow. Journ. f. Orn, 225.
6 Pelz ein: Beficht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
R. B. Sharp e: The Birds of the Globe. A Lecture.
Manchester Science Lectures 1875. N. III.
W. A. Forbes: Mr. Wallace on the Distribution of
Passerine Birds „Nature" N. 368. 16. Nov. 1876. 58.
W. T. Blanford: Note on the „Africa-Indien" of
A. V. Pelz ein and on the Mammalion Fauna of Tibet
Proc. Z. S. 631 enthält auch allgemeine Bemerkungen über
geographische Verbreitung.
Eyton: Osteologia Avium Suppl. II. Part. 3 Schluss.
London 1875. 10 Taf. 4. Ist mir noch nicht zugekommen.
W. K. Parker: On the Structure and Developement
of the Birds Skull. Part. II Transact. Linn. Soc. London
2. ser. Zool. Vol. I. P. III. 1876. 99 t. 20-27.
Gadow: lieber das Verdauungssystem der Vögel.
Ornith. Gesellsch. zu Berlin 6. Dec. 1875 et Journ. i Orn.
1876. 95 et 163.
Dr. F. Ho seh: Ueber den Sehapparat der Vögel.
(Vortrag geh. i. d. ornith. Gesellsch. zu Basel.) Zool. Gart.
421 mit 4 Holzschnitten.
Beauregard: Recherches sur les reseaux vasculaires
de la chambre posterieure de Toeil des Vertebres. Annal.
des sc. nat. 6. ser. IV. 1876. Art. 1.
G. J. Romanes: Sense of Hearing in Birds and
Insects. ,Nature" N. 374. Dec. 1876. 177.
Dr. C. Giebel: Die Muscheln im Geruchsorgane der
Singvögel nach Chr. L. N i t z s c h 's Untersuchungen.
Zeitschr. f. d. gesammte Naturwiss. N. F. XIII 1876. 486.
Tab. II B.
Ch. H. Wade: Notes on the Venous System of Birds.
Journ. Linn. Soc. Zool. XII. N. 64. 531.
Alesi: Sulla borsa di Fabricio negli Uccelli Atti
Soc. Ital. s. nat. XVHI.
M. Jovanowitsch: Ueber das Flugvermögen der
Vögel. Journ. f. Orn. 147.
J. Vian: L'appareil costal auxiliaire puissant de la
locomotion aerienne dans les Oiseaux. Bull. Soc. Zool.
France 1876.
C. Clement: Note sur la structure microscopique des
plumes (dessins dans le texte) ib. 282.
der Vögel während des Jahres 1876. 7
Comte Hugo: Sur Telectricite developpee a la surface
des plumes d'oiseau ib. 329.
F. Lescuyer: Oiseaux de passage et tendues 2. ed. 8.
J. A. Palmen: lieber die Zugstrassen der Vögel.
Mit einer lith. Tafel. Leipzig 1876. 8. — Besprechungen
von E. V. Homeyer Journ. f. Orn. 387 und Cabanis
ib. 443.
K. Petermann: Verspätete Zugvögel. Gefied. Welt 111.
Dr. Brehm: Gefangene Vögel I. Tb. 2. Bd. Lief.
12 u. 13.
Dr. C. R u s s : Die fremdländischen Stubenvögel.
Hannover 8. 4. Lieferung.
Dr. Ed. Baldamus: Illustrirtes Handbuch der Feder-
viehzucht. L Bd. Hühner, Enten, Gänse. Mit 66 Holz-
schnitten zumeist von Pr. H. Bürkner, Dresden.
Dr. H. Moreau: Elevage des Oiseaux de Chasse
et de Voliere. Bullet. Soc. Acclim. Paris 3. ser. HI 1876.
145 mit Holzschnitten.
J. Hopkins Walters „Towering" of Birds „Nature^
N. 374. Dec. 1876. 177.
Landescultur und Vogelschutz. Flugschrift N. 1 des
Sächsich-Thtiring. Ver. f. Vogelkunde und Vogelschutz zu
Halle a./S.
E. Hodek: Thatsächliches über die Verminderung
der Vögel. Mittheil. Aussch. Orn. Ver. Wien N. 4 et 5.
Entwurf eines Vogelschutz - Gesetzes nebst Motiven-
bericht ib. N. 5.
Golz: üeber Vogelschutz. Journ. f. Orn. 207; Dis-
cussion ib. 208.
G. A. Künstler: Schutz den Vögeln. Wiener Obst-
und Garten-Zeitung Januar 1876. 29 mit Holzschnitten.
C. W. L. Gl og er 's Vogelschutzschriften 11. Die
nützlichsten Freunde der Land- und Forstwirthschaft unter
den Thieren, mit 66 Abbild, u. 3 Holzschn.-Taf. 7. Auflage.
Neu herausgegeben und zeitgemäss bearbeitet von K. Russ
und Bruno Dürigen. Leipzig. 8.
V. Tschusi-Schmidhofen: Winke zum Schutze
und zur Hegang der nützlichen Vögel, mit Holzschnitten.
Salzburg 1876. 12.
8 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Zum Vogelschutz. Gefied. Welt 1, 91, 141, 181, 209,
219, 229, 239, 249, 267, 285, 296, 303, 313, 323, 331, 342,
351, 361, 371, 381, 389, 400, 409, 419, 427, 437, 445, 455,
465, 477, 487, 498.
Neue und seltene Erscheinungen des Vogelmarktes
ib. 5, 94, 833.
Aus den Vogelstuben ib. 14, 21, 50, 131, 202, 204,
211, 262, 345, 353, 404, 458, 490.
A. Wiener: Einführung seltener Vögel ib. 298.
A. Wiener: Akklimatisationsbestrebung und Züch-
tungen in England ib. 268.
Dr. V. Gloeden: lieber die Einbürgerung fremdlän-
discher Vögel im Freien ib. 457.
Dr. K. Russ: Wirthschaftliche Vogelzucht ib. 231,
252, 272.
A. Wiener: Ornithologische Plaudereien ib. 410.
Tscheiner: Der Vogelfänger und Vogelwärter. 4. Aufl.
Siegmund mit 24 Abb. Wien, Pest, Leipzig 1876.
Roullier-Arnoult et Arnoult: Le mirage des oeufs
par l'indiscrete, leur choix et les causes principales de leur
infecondite Instructions pour l'Hydro-mere. Bull. Soc.
Acclim. 3. Ser. III. 729 mit Holzschnitten.
L'incubation artificielle aux Etats Unis ib. 882.
Dr. V. Gloeden: Ueber die Quelle woher die Vögel
ihr Kalkbedürfniss zur Bildung der Eischale befriedigen.
Journ. f. Orn. 283.
Baron R. König- Warthausen: Ueber die zur Unter-
scheidung der Vogeleier dienenden Merkmale. Württemb.
naturwiss. Jahreshefte 1876 und Sitzgber. ib.
Europa.
Von H. E. D r e s s e r 's History of the Birds of Europe
erschienen während des Jahres 1876 P. XLVI— L.
D'Hamonville: Catalogue des Oiseaux d'Europe.
Paris 1876. 8.
M. Marchand: Poussins des oiseaux d'Europe.
Rev. de Zool. 432 (Sula bassana s. alba t. 14, Ardea cinerea
t. 15).
der Vögel während des Jahres 1876. 9
0. von Riesenthal: Die Raubvögel Deutschlands
und des angrenzenden Mitteleuropa. 1875, 1876.
Dr. Theel: Note sur les oiseaux de la Nouvelle
Zemble (Exp. Nordenskiold 1875) Annal. des sc. nat. 6. ser.
IV. 1876. Article 6.
A. Bau: Ornithologische Notizen aus den Lulea
Lappmarken. Gefied. Welt 446, 459 et 469.
Gätke: Ueber ornith. Vorkommnisse in Helgoland
im Herbste 1875. Journ. f. Orn. 99.
J. Cordeaux (aus einem Briefe H. Gätke 's): Ueber
Vögel von Helgoland. Ibis 128.
M. Bogdanow: Quelques mots sur Thistoire de la
Faune de la Russie d'Europe Archiv des Sciences de la
Biblioth. Univers. (Geneve?) Mai 1876.
Hand-Atlas der geographischen Ausbreitung der im
europäischen Russland nistenden Vögel, zusammengestellt
von Dr. B. Radakoff. Moskau 1876. Querfolio.
H. Seebohm: On the Migration of Birds in North
East Russia in Dr. Rowley's Orn. Mise. IV. 239.
H. Seebohm and J. A. Harvie Brown: Notes on the
Birds of the Lower Petchora. Ibis 105, 215 t. 5, 289 t. 7,
434 (Schluss), auch Eier, Nester, Dunenkleider.
Dr. J. A. Palmen: Die geographische Verbreitung
der Hühner, Sumpf- und Wasservögel im faunistischen Ge-
biete Finnland. Journ. f. Orn. 40.
E. V. Home y er: Deutschlands Säugethiere und Vögel.
Zool. Gart. 81, 133, 197, 248, 282 (Säugeth.), 325, 355,
393, 435 (Schluss [Vögel]). Sehr reich an werthvollen Be-
obachtungen.
Dr. G. F. H. Müller: Beobachtungen über das Leben
und die Fortpflanzung gefangener einheimischer Körner-
fresser. Ornith. Centralblatt 23 und 27. vergl. Dr. v. Gloeden
ib. 38.
Ein Neunzigjähriger. Beobachtungen und Erfahrungen
über die allgemein bemerkte Abnahme der Vögel ib.
31, 35.
J. R 0 h w e d e r : Bemerkungen zur Schleswig-Holsteini-
schen Ornithologie nach einem Vortrage in der General-
versammlung des naturwiss. Vereines. Schleswig 1875. 117.
10 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistnupren in d. Naturgsschiclite
J. Rohweder: Ornithologisclie Notizen aus Schleswig-
Holstein. Ornith. Centralblatt 33.
Materialien zu einer Ornis der Mark Brandenburg. In
Verbindung mit Alexander Bau bearbeitet von Hermann
Scbalow. Journ. f. Orn. 1 et 113, auch Eier, Nisten.
A. Nehrkorn: Die Riddagshauser Teiche. Journ.
f. Orn. 154, auch über Nisten.
Dr. W. Hess: Ein Ausflug nach Borkum. Ornith.
Centralbl. 39.
Monatschrift des Sächsisch-Thüringischen Vereins für
Vogelkunde und Vogelschutz. Redigirt vonE. v. Schlech-
tendal. I. Jahrg. 1876.
J. P. Müller: Verzeichniss der im s. w. Theile des
Kreises Tondern vorkommenden Vögel nebst einigen Be-
merkungen. Zool. Gart. 287, auch Eier, Nester?
C. Sachse: Ornithologische Beobachtungen vom Wester-
walde. Journ. f. Orn. 279. Nisten, Eier.
R. Förtsch: Elbinger Thierschutzverein. Erster
Jahresbericht £ d. Jahr v. Dec. 1874—75. Elbing.
L. Martin: Eigenthümlichkeiten und Veränderungen
in der Vogel weit des Stuttgarter Thaies. Orn. Centralbl.
11 u. 15 (Schluss),
Ja ekel: Seltenere Vorkommnisse in Bayern. Zool.
Gart. 30.
W. V. Reichen au: Die Abstammung der Vögel und
Vogelleben in den oberbaierischen Voralpen. Mainz, gr. 8.
H. Schacht: Verfrühte und verspätete Zugvögel im
Jahre 1875. Zool. Gart. 109.
Dr. Max Schmidt: Verschiedene Jagd. Zool. Gart.
237 (Cormorane auf der Schwalbenjagd etc.).
V. Tschusi-Schmidhofen: Ornithologische Mit-
theilungen aus Oesterreich (1875). Journ. f. Orn. 330.
Verzeichniss der von H. Julius Finger dem k. Museum
als Geschenk übergebenen Sammlung einheimischer Vögel.
Mit Angabe der Localitäten und Beobachtungen nach Mit-
theilungen des H. J. Finger. Zusammengestellt von A. v.
Pelzein (als 3. Beitr. zur ornith. Fauna d. österr.-ung.
Monarchie). Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXVI. 1876. 153.
der Vögel während des Jahres 1876. 11
J. Finger: Vom Neusiedler See. Ornithologische
Notizen. Mitth. Aussch. Orn. Vereins Wien N. 5.
Dr. A. Fritsch: Ornithologische Notizen aus Böhmen.
Journ. f. Orn. 76.
V. Tschusi-Schmidhofen: Die Vögel Salzburgs.
Nachträge und Berichtigungen. Zool. Gart. 333.
E. Hadek: Mittheil, über eine Reise a. d. unteren
Donau. Mitth. Aussch. Orn. Ver. Wien N. 3 und N. 4.
Ornithologische Notizen aus Lesina, gesammelt von
S. Buch ich, mitgetheilt von Dr. A. Fritsch. Journ. f.
Orn. 66. Verzeichniss der Brutvögel.
Yarrell's Hist. of Brit. Birds 4. ed. edited and revised
by A. Newton erschien bis P. 10.
D. Rowley: Birds in Britain. Ornith. Mise. V. 63
t. 45—47.
A. Wiener: Reifliche Mittheilungen aus England.
Gefied. Welt 194, 232, 253, 354, 429, 491 (auch über exo-
tische Vögel).
Z. Gerbe: Simples notes sur quelques oiseaux de
France Rev. de Zool. 1. I. Exces des mäles, par rapport
aux femelles, chez le Pinson vulgaire. II. Observations
sur quelques habitudes naturelles des Traquets stapazin et
oreillard. III. Passage extraordinaire de Geais glandivores
et Observation sur quelques habitudes de ces oiseaux. IV.
p. 268. Reproduction de la Perdrix rouge en captivite.
A. Newton: On some Ornithological Errors in the
.,Reliquiae Aquitanicae". Ann. nat. hist. Febr. 1876.
Neree Quepat: Ornithologie Parisienne (Supplement
zur Schrift gleichen Titels vom Jahre 1874). Rev. de Zool. 424.
Nouel: Catalogue des Oiseaux observes dans le de-
partement du Loiret. Orleans. 8.
A. Lacroix: Pterocles arenarius (Temm. et Pall.) et
Anas Casarca (L.) observes dans les environs de Toulouse.
Rev. de Zool. 389.
A. Lacroix: Le Faucon coucolore, le Canard couronne
et le Traquet obscur dans le midi de la France. Bullet.
Soc. Zool. de France 1876. 93.
Lacroix: Ueber seltenere ornith. Vorkommnisse in
S.-Frankreich ib. 328.
12 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
A. Bernard: Nouvelles acquisitions de la Faune de
la Sarthe. Le Merle varie ou dore. — Le Gros-bec a gorge
rousse ou de Montaigne, ou Linotte a bec jaune. — Le
Phalarope platyrhynque. — Le Macareux moine ou aretique.
Bullet. Soc. Zool. de France 1876. 83.
Dr. C. Stölker: Ornithologische Beobachtungen (IIL
Reihenfolge). Verh. d. St. Gall. naturw. Gesellsch. 1874—75.
Dr. C. Stölker: Die Alpenvögel der Schweiz. Photo-
graphirt von d. Gebr. Taschler. Abbildungen von Vögeln,
welche in der Schweiz der Alpenregion eigenthümlich sind;
in Lieferungen von je 15 Stück. Selbstverlag. St. Gallen,
gr. 4.
Dubois : Faune illustree des vertebres de la Belgique
Serie IL Les oiseaux Livr. 1. Bruxelles et Paris 1876.
Nur nach der Probenummer bekannt.
D. J. Arevalo y Boca: La Sierra de la Juma (Pro-
vincia de Malaga). Anales soc. espanola de Historia na-
tural Tome V. Cuaderno 2. 1876. 233. Verzeichniss der
Vögel mit Bemerkungen.
H. Sannders: Catalogue des Oiseaux du midi de
l'Espagne. Bullet. Soc. Zool. de France 1876. 305. Auch
Eier, Nester, Lebensw. (wird fortgesetzt).
C. Bygrave Wharton: Notes on the Ornithology of
Corsica. Ibis 17. vergl. auch Dr. W. Jesse.
W. Jesse: Ueber Vögel von Corsica. Ibis 380.
P. L. Sclater and E. C. Taylor: Ornithological
Notes from Constantinople. Ibis 60 (auch über Vögel aus
dem Museum des American College zu Bebek).
Alleou et J. Vian: Explorations ornithologiques sur
les rives europeennes du Bosphore (Buse albicaude, Aigle
imperial et moineau espagnol, epervier brun Rev. de Zool.
312. Lebensweise, Nisten, Zug.
Asien.
Reprint of Eversmann's Addenda ad celeberrimi
Pallasii Zoographiam rosso - asiaticam Edited by H. E.
Dresser. London 1876.
M. Bogdanow: Uebersicht der Reisen und natur-
historischen Untersuchungen im Aralo-Caspischen Gebiet
der Vögel während des Jahres 1876. 13
seit dem Jahre 1720 bis zum Jahre 1874. Russische Revue
VIII. 1876.
Deutsche Expedition nach W.-Sibirien. Briefe von
Dr. 0. Finsch „Nature" 1876. 358, 514, 579.
L. Taczanowski: Revue critique de la faune orni-
thologique de la Siberie Orientale. Bull. Soc. Zool. de
France 1876. 113, 157 et 237, wird fortgesetzt.
L. Taczanowski: Verzeichniss der Vögel, welche
durch die Herren Dr. Dybowsky und Godlewski im
südlichen Ussuri-Lande und namentlich an den Küsten des
Japanischen Meeres unter 43*^ n. Br. gesammelt und be-
obachtet worden sind. Journ. f. Orn. 189, auch Eier,
Nisten.
H. E. Dresser: Notes ou Severtzoff's Fauna of
Turkestan (Turkestanskie Jevotnie). Fortsetz, aus Ibis 1875.
342. Mit Benutzung von Msc. Noten H. Severzow's. Ibis
1876. 77, 171, 319, 410 (Schluss).
J. Scully: A Contribution to the Ornithology of
Eastern Turkestan. Stray Feath. IV. 41 — 205, mit 2 Karten.
Lebensw., Nester, Eier. Mit Anmerkungen von M. A. Hume.
Mongolia, the Tangut Country and the Solitudes of
Northern Tibet, being a narrative of three years travel in
Eastern High Asia. By Lieut. Colon. N. Prejevalsky, of
theRussianStaff. Corps. Translated by E. DelmarMorgan.
With introduction and notes by Colon. N. Yule. 2. Vol.
with map. and illustr. London 1876.
Dr. V. Mollen dorf: lieber die Fauna der Berge
N.-Chinas im Journal der k. k. geograph. Gesellsch. Wien
Sept. 1875. 386, 388 et 389.
R. Swinhoe: On the Contents of a third Box of
Birds from Hakodadi in Northern Japan (von M. Blakist on).
Ibis 330 t. 8 (auch über Vögel von Kamtschatka).
C. G. Danford: Ornithologische Nachrichten aus dem
Taurus-Gebirge. Ibis 280.
Zur Ornis Persiens. Note di un viaggio in Persia
nel 1862 di F. de Filippi. Milano 1865. Catalogo degli
uccelli. Uebersetzt und mit Anmerkungen versehen von
H. Schalow. Journ. f. Orn. 173.
Eastern Persia an account of the journeys of the
14 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte.
Persian Boundary Coinmission 1870—72. Vol. II. Zoology
and GeologybyW.T.Bla lifo rd. London 1876. 8. Taf.9-18.
E. Bishop: Dromas ardeola and Mergus castor from
the Persian Gulf and the Mekran Coast. Stray Feath.
IV. 49G.
Republications-Kecently describedSpecies. Stray Feath.
IV. 216 et 489. Mit Noten von M. A. Hume.
W. T. Blanford: The African Element in the Fauna
of India, a Criticism of M. Wallace's views as expressed
in the „Geographica! Distribution of Animals". Ann. nat.
bist. 4. ser. XVIII. 277.
Marq. T w e e d d al e : Notes on the late Colonel T i c k e 1 l's
manuscript Work entitled „lUustrations of Indian Ornitho-
logy". Ibis 336 t. 9, 10.
A. Hume: Official Ornithology. Stray Feath. IV. 506.
W. T. Blanford: On the Physical Geography of the
Great Indian Desert with especial reference to the former
Existence of the Sea in the Indus Valley; and on the
Origin and Made of Formation of the Sand-hills. Journ.
As. Sog. Beng. XLV. P. IL 1876. 86; auch über Ornitho-
logie. — Auszug Proc. As. S. B. 1876. 141.
J. Cockburn: Ueber Totanus fuscus im Sommer-
kleide und andere Grallatores (auch Eier). Stray Feath.
IV. 509. Note von A. Hume.
W. E. Brooks: A few Ornithological Notes and
Corrections. Ibis 499.
Querquedula falcata und Clangula glaucion in Ostindien.
Stray Faeth. IV. 225.
J. Hayes Lloyd: Ueber Vorkommen von Pterocles
senegallus und Pt. arenarius, dann einige andere Vögel von
Kattiawar. Ibis 280.
A. Hume: Additional Species from Kutch and Kat-
tiav^ar. Stray Feath. IV. 496.
E. A. Butler: Notes on the Avifauna ofMount Aboo
and Northern Guzerat (Schluss von Vol. III). Stray Feath.
IV. 1—41. Lebensw., Eier, Nester. Mit Noten von A. Hume
und sehr instructiven Uebersichten über geographische Ver-
breitung.
Zusätze zur Vogelfauna von Sindh ib. 225.
der Vogel während des Jahres 1876. 15
W. T. Blanford: Glareola pratincola und Cotyle
riparia in Sindh ib. 507.
Ueber M. E. Brooks Notes upon a collection of Birds
made between Mussoorie and Gangaotrie in May 1874
(Stray Feath. 1875). Mountaineer ib. 225.
W. E. Brooks: Ornithological Notes and Corrections
ib. 268 mit Noten von A. Hume.
V. Ball: Notes on some Birds collected in Sambalpur
and Orissa Stray Feath. IV. 231 — 237. Mit Noten von
A. Hume.
S. B. Fairbank: List of Birds collected in the vici-
nity of Khandala, Mahabalashwar and Belgaw, along the
Sahyadry Mountains ; and near Ahmednagar in the Dakhan
ib. 250. Mit Noten von A. Hume, einer Notiz über Nisten
und Uebersichts-Tabellen über die Verbreitung.
A. Hume: A First List of the Birds of the Travancore
Hills, ib. 351—405 (Sammlungen von M. F. Bourdillon).
Beschreibung d. Kleider, Eier, Nester.
J. Armstrong: Notes on some Birds collected in
the Eastern or Rangoon District of the Irrawaddy Delta,
ib. 295 — 351 mit einer Karte und Noten von A. Hume.
R. Wardlaw Ramsay: On an undescribed Species of
Nuthach and another Bird from Karen-nee (Burmah). Proc.
Z. S. 677 t. 63.
A. Hume: A third list of the Birds of the Tenasserim
Provinces. ib. 223.
Godwin Austen: List of the Birds collected on the
Expedition into the Dafla Hills, Assam, together with those
obtained in the adjacent Darrong Terai. Journ. A. S. B.
XLV. P. H. 1876. 64. t. 3 et 4. — Auszug Proc. A. S. B.
June 1876. 119. — Bemerkungen von W. T. Blanford
ib. 120.
Baron E. v. Ran sonn et: Skizzen aus Singapur und
Djohor. Mit 11 Hlustr. in Schwarz- und Buntdruck, 11
Holzschnitten und 1 Kartenskizze. Braunschweig 1876. fol.
Enthält naturhistorische Bemerkungen.
W. V. Legge: Notes on and Additions to Ceylonese
Avifauna with a Notice of some apparently new Species.
Stray Feath. IV. 242. Mit Noten von A. Hume.
16 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
W. V. Legge: Ueber Vögel von Ceylon (Briefl.
Mitth.). Ibis 126.
A. Hume: Additioual Notes on the Avifauna of the
Andaman Islands. Stray Feath. IV. 279.
A. Hume: The Laccadives and the West Coast ib.
413 — 483 mit 3 Karten. Auch Eier, Nester. Die Lake-
diven haben keine unterschiedene Fauna und Flora, keine
Landvögel, ausgenommen einige wenige der gewöhnlichsten
indischen Species.
R. B. Sharpe: Contributions to the Ornithology of
Borneo. Part. L Ibis 29 t. 2. (Sammlung von M. A. Everett.)
R. B. Sharpe: Professor S teere's Expedition to
the Philippines. „Nature" 1876. 297.
Pelzeln: Ueber eine von H. Dr. Richard Ritter von
Dräsche dem k. k. zoologischen Hofcabinete zum Ge-
schenk gemachte Sendung von Vogelbälgen (hauptsächlich
von Celebes, dann der Molukken und Papua-Inseln). Verb,
zool. bot. Gesellsch. Wien XXVI. 717. t. 13.
Dr. F. Brüggemann: Beiträge zur Ornithologie von
Celebes und Sangir. Abh. natnrwiss. Ver. Bremen V. 1876.
35 (basirt auf der Sammlung des H. D. J. Fischer und
früheren Sendungen von v. Rosenberg, Riedel u. s. w.)
t. 3 et 4.
T. Salvadori: Ueber Dr. Brüggemanns Beiträge zur
Ornithologie von Celebes und Sanghir in Abh. nat. Ver.
Brem. Ibis 385.
T. Salvadori: Intorno a due piccole Collezioni di
Uccelli, l'una di Patta (Isole Sanghir) e Taltra di Tifore
e di Batang Katcil (vgl. Australien) inviate dal Signor
Brujin al Museo Civico diGenova. Ann. Mus. Genova IX. 50.
E. V. Martens: Die preussische Expedition nach
Ost-Asien. Zool. Abth. I. Bd. 2. Hft. 1876 vgl. Allgemeines.
Dr. J. Cabanis und Dr. A. Reichenow: Uebersicht
der auf der Expedition Sr. Maj. Schiff „Gazelle" gesam-
melten Vögel. Journ. f. Orn. 319.
Africa.
J. H. Gurney jun.: Rambles of a Naturalist in Egypt
and other Countries London.
der Vögel während des Jahres 1876. 17
G. Altona: Afrikanische Vögel. Gefied. Welt 422.
Aus einem Briefe H engl in 's cid. Cairo 25. Febr.
1876. Cabanis Journ. f. Orn. 212 (auch über Brutge-
schäft des Flamingo).
D. Vicente Mompö Catalogo de los Aves de Tenerife
observados por — Annal. Soc. espanola de Hist. nat. T.
V. quaderno 2. 1876. 241.
Barboza du Bocage: Aves das possess. portug.
d'Africa occidental Undecima Lista. Um fragmento de
Ornithologia da ilha de Boiama. Duodecima Lista (Sen-
dung S.-Anchieta, dann von Quanza, Angola) in Journ.
Sc. math. physe nat. N. XIX et XX. Lisboa 1876.
Barboza du Bocage: Aves d' Angola encontradas nas
colleccoes de Dr. Wel witsch, ib. XXII.
Barboza du B o c a g e : Melanges ornithologiquen I. Ob-
serv. sur Dryoscopus major etc. XVIII. 1875. 1. Corvo de
Archipeiago de Cabo Verde, ib. 13; Thalassidroma n. sp.?
ib. 19. II. Observations sur les especes du genre Sycobius.
ib. XX. 1876. 17.
Die im Museum zu Lissabon befindlichen Vögel der
westafrikanischen Besitzungen Portugals. Von Prof. Barboza
du Bocage übersetzt und zusammengestellt von IL Gadow.
Journ. f. Orn. 285 et 401 (Schluss). Nachtrag a. d. XI.
Liste ib. 436.
Prof. Cabanis: lieber neue westafrikanische Arten
von Dr. Falken stein zu Chinchoncho an der Loango-
küste gesammelt. D. Orn. Gesellsch. zu Berlin 6. Dec. 1875
u. Journ. f. Orn. 1876. 91.
Die Loangoküste in 72 Original-Photographien nebst
erläuterndem Texte von Dr. Falkenstein. Berlin 1876.
R. B. Sharpe etA, Bouvier: Etudes d'Ornithologie
Africaine. Catalogue d'une collection recueillie a Landana
et Chinchonxo (Congo) par M. Louis Petit pendant les
mois de janvier, fevrier, mars et avril 1876 in Bull, de la
Soc. Zool. de France 1876. t. 2.
R. B. Sharpe et A. Bouvier: Sur les coUections
dans la region du Congo par M. M. le Dr. A. Lucan et
L.Petit depuis le mois de Mai jusqu'en Septerabre 1876.
ib. 200.
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. ß
18 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
A. Bouvier: Description de trois oiseaux de la cote
occidentale d'Afrique. ib. 228 t. 6.
Prof. Giebel: lieber einige westafrikanische Vögel.
Zeitscbr. f. d. ges. Naturvviss. N. F. Jan. 1876. 72.
E. L. Layard: The Birds of Sautb Africa, New
edition, thorougbly revised and augmented by R. B. Sharp e.
Part. II. 2 pl. vgl. Ibis 272.
R. B. Sharpe: Descriptions of two new Species of
South African Birds. Ibis 52.
T. E. Buckley : Berichtigungen und Zusätze zur Liste
der im Matabili-Lande 1873 gesammelten oder beobachteten
Vögel. Ibis 132.
F. A. Barratt: Ornithological Notes made during
Trips between Bloemfontain and the Lydenburg Gold fields.
Ibis 191 t. 4 (auch Eier, Nester).
Th. Ayres: Notes on Birds collected and observed in
the Lydenburg District of the Republic of Transvaal Com-
municated by J. H. Gurney (mit Noten). Ibis 422.
A. et E. Newton: On the Psittaci of the Mascarene
Islands. Ibis 281 t. 6 (auch eine Aufzählung der Mauritius
und Reunion gemeiusamen Arten anderer Familien S. 284).
Ch. Velain: Les oiseaux de l'ile Saint Paul (Albatros,
Stercoraire et Gorfous). Rev. scientif. de la France et de
l'Etranger 2. ser. V. 1876. 409, mit einem Holzschnitte.
C ab a n i s und R e i c h e n o w : Uebersicht der auf der
Expedition S. M. Schiff „Gazelle" gesammelten Vögel.
Journ. f. Orn. 319 (Mauritius, Kerguelen) auch Eier.
Contributions to the Natural History of Kerguelen
Island I. Ornithology by Dr. Elliott Coues. Bulletin of
the Unit. States National Museum N. 2. Vgl. auch R. B.
Sharpe „Nature" 17. August 1876. 330, et A. E. Eaton
ib. 368 et Riviewer ib. 351.
J. H. Kid der: Contributions to the Natural History
of Kerguelen Island. Bull. 1. c. N. 3.
America.
Bulletin of the Nuttall Ornithological Club Vol. T.
1876 (nicht gesehen).
der Vögel während des Jahres 1876. 19
P. L. Sclater and 0. Salvin: Notes on some of
tlie Blue Crows of America. Proc. Z. S. 268.
Dr. 0. Fiusch: Mein dritter Beitrag zur Vogelfauna
Grönlands. Abh. naturwiss. Ver. Bremen 1876. 343 (Samm-
lungen des H. Star ick).
J. Payer: lieber Vögel in Ostgrönland. Oesterr.-ung.
Nordpol-Exped. Hft. 18. 1876. 555.
A. Wiener: Amerikanische Finken nebst Zusatz von
Dr. Russ. Gefied. Welt 182 et 210.
H. Nehrling: Nordamericanische Vögel im Frei-
leben geschildert, ib. 363, 382, 411.
H. G. Vennor: Our birds of prey, or the eogles,
hawks and Owls of Canada. Illustr. with 30 fullpage pho-
togr. gr. 4. 156 p. Montreal 1876.
F. H. S n 0 w : Catalogue of the birds of Kansas. Con-
tributed to the Kansas Academy of Science 3. ed. St. Law-
rence (Kansas) 1875. 8.
W. Flagg: The birds and seasons of New England.
With heliotype iiiustr. Boston 8. 1875.
Th. A. Brüh in: Ueber einige Vögel Wisconsins.
Zool. Gart. 261.
G. N. Lawrence: Birds of southwestern Mexico
collected by Francis E. S um ichrast. Bullet. Unit. Stat.
Nation. Mus. N. 4. 1876. Auch Eier, Nester, Wichtiges
über geogr. Verbr.
P. L. Sclater: On some additional Species of Birds
from St. Lucia, West Indies. Proc. Z. S. 13. t. 2 (Sendung
von J. E. Semper).
0. Salvin: On two additional Species of Central
American Odontophorinae. Ibis 379.
0. Salvin: On some new Species of Birds from
Western Ecuador. Ibis 493 t. 14 (gesammelt von M. M.
Buckley und Villagomez).
Pelz ein: Ueber eine weitere Sendung von Vögeln
aus Ecuador (gesammelt von Priestern der Gesellsch. Jesu).
Verh. zool. bot. Gesellsch. Wien XXVI. 765.
P. L. Sclater and 0. Salvin: On Peruvian Birds
collected by M. Whitely. Part. IX. Proc. Z. S. 15 t. 3.
Exploration of Lake Titicaca. By Alexander Agassi z
20 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
and C, W. Gar man III. List of Mammals and Birds by
J. A. Allen with Field Notes by M. G arm an in
Bullet. Museum Comp. Zool. Cambridge Vol. IIL N. 15. 16.
1876. 349.
J. Orton: The Andes and the Amazon or across the
continent of South America. Third edition, revised and
enlarged containing notes of a second journey across the
continent from Para to Lima and Lake Titicaca with two
maps and numerous illustr. (Holzschnitte.) N. York 1876. 8.
Eine Expedition unter Führung von Prof. James
Orton wird die Quellen des Madeira- Stromes und die
Ostabhänge der Anden in Bolivien erforschen. Cope Proc.
Acad. Philad. 264.
P. L. Sclater and 0. Salvin: Descriptions of new
Birds obtained by Mr. C. Buckley in Bolivia. Proc. Z.
S. 253.
P. L. Sclater and 0. Salvin: Ou new Species of
Bolivian Birds. Proc. Z. S. 352 t. 30—33 (Sendg. von M.
Buckley).
H. Durnford: Ornithological Notes from the Neigh-
bourhood of Buenos Ayres. Ibis 157, auch Eier, Nester.
W. H. H u d s 0 n : Notes on the Rails of the Argentine
Eepublic. Proc. Z. S. 102, auch Eier, Nester, Lebensweise,
sowie Betrachtungen über gesellige Instincte bei verschie-
denen Vögeln und Säugethieren.
Cabanis und Reichenow: Uebersicht der auf der
Expedition S. M. Schiff „Gazelle" gesammelten Vögel.
Journ. f. Orn. 419 (Magellanstrasse).
0. Salvin: On the Avifauna of the Galapagos Archi-
pelago Trans. Z. S. Vol. IX. P. 9. 1876. 447 t. 84 (Karte)
85—89.
Com. Cookson: Report of a visit by H. M. S. „Petrel"
to the Galapagos Islands in July 1875. Proc. Z. S. 178
(nur wenige Worte über Vögel und ihre Zahmheit).
Australien.
lieber die Ausbeute der H. Filhol und de Tlsle auf
der Expedition zur Beobachtung des Venus-Durchganges:
der Vögel während des Jahres 1876. 21
La Nature N. 162. 8, Juli 1876 und Bull. Soc. Accliniat.
3. ser. III. 724.
T. Salvador!: Intorno a due piccole Collezioni di
Uccelli l'una di Petta (Isole Sanghir vgl. Asien) e Taltra
di Tifore e di Batong* Ketcil, inviate dal Signor A. A.
Bruijn al Museo Civico di Genova. Annal. Mus. Genova
IX. 50. (Character der letzten Insel scheint mehr der der
Molukken.)
T. Salvador! : t*rodromus Ornithologiae Papuasiae
et Moluccarum. Paradisseidae. Ann. Mus. Genova IX. 188.
IL Columbae ib. 194. Vorläufer eines umfangreichen Werkes
über die Vögel Papuasiens und der Molukken. Diese Ueber-
sichten sind von grösstem Werthe und sicher allen Orni-
thologen höchst willkommen.
Cabanis und Reichenow: Ilebersicht der auf der
Expedition S. M. Schiff „Gazelle" gesammelten Vögel.
Journ. f. Orn. 319 (Timor, Molukken etc.)
Pelze In: Ueber eine von Dr. Richard Ritter von
Dräsche dem k. k. zoologischen Hdfkabinete zum Ge-
schenk gemachte Sendung von Vogelbälgen (aus Celebes,
dann den Molukken und Papua -Ins.). Verh. zool. bot.
Gesellsch. Wien XXVL 718. t. 13.
T. Salvador!: Catalogo di una collezione di Uccelli
deir Isola di Buru, inviata al Museo Civico di Genova dal
Sign. A. A. Bruijn. Annal. Mus. Genova VIII. 367.
T. Salvador!: Catalogo dagl! Uccelli raccolti dai
Sigg. A.A. Bruijn ed 0. Beccari durante il viaggio del
trasporto di guerra olandese „Surabaia" dal Novembre
1875 al Gennaio 1876 (N.-Guinea und Papua-Ins.) ib. 395.
P. L. Sclater: On Recent Ornithological Progress
in New-Guinea. Ibis 243 (mit Auszügen aus Coras Cosmos
III. 73 über Beccari's Exped. nach N.-Guinea).
P. L. Sclater: Further Ornithological News from New
Guinea. Ibis 357. Enthält auch Nachrichten über d'Albertis'
Reisen nach Berichten von Dr. George Bennett und d'Albertis
in Sydney Morning Herald (vergl. auch Proc. R. Geogr.
Soc. 13. March. 1876), über d'Albertis' Excursion in Ort-
schaften des Festlandes gegenüber von Yule Island (Cos-
mos III. April 1876. 217), eine Partie unter der Führung
22 Pelze In: Bericlit üb. d. LeisluEgen in d. Naturgeschichte
von M. Stone macht von Port Moresby aus Excursionen ins
Innere (vgl. Proe. R. Geogr. Soc. 13. March 1876), einige
Worte über Dr. Comrie's Vögel von der Basilisk-Expedition.
P. L. Sclater: Nachrichten über d'Albertis' Reisen.
Proc. Z. S. 414.
d'Albertis' Brief an Dr. Bennett dd. Yule Island
29./9. 1875 aus Sidney Morning Herald in Verh. Ver. na-
turwiss. Unterh. Homburg IL 1876. 64.
T. Salvadori: Cataiogo di una seconda collezione
di Uccelli raccolti dal Sig. L. M. d'Albertis uell' Isola
Yule e sulla vicina costa della Nuova Guinea e di una
piccola collezione della regione bagnata dal Fiume Fly.
Ann. Mus. Genova IX. 7.
Sclater: lieber eine kleine Sendung von d'Albertis
von Yule Island und der benachbarten Küste N.-Guineas.
Proc. Z. S. 519 t. 54.
d'Albertis : Expedition up the Fly River, New-Guinea.
Brief an Dr. Bennett „Nature' N. 373. 21. Dec. 1876. 165.
Salvadori: Ueber von d'Albertis auf der ersten
Fly River-Expedition gesammelte Vögel. Proc. Z. S. 752.
Ueber d'Albertis' projectirte neue Reise auf dem
Fly River, N. Guinea. Proc. Z. S. 519.
R. B. Sharpe: On 0. C. Stone's Expedition to New
Guinea. „Nature^ 17. August 1876. 338.
Stone: On his Recent Journeys in N. -Guinea. Brit.
Assoc. et „Nature" 1876. 489.
R. B. Sharpe: Contributions to the Ornithology of
New Guinea Part. I. Notes on a Small Collection of Birds
from South-eastern New Guinea (von M. M. Farlane).
Journ. Linn. Soc. XIII. 1876. 79.
Capt. J. Moresby: Discoveries and surveys in New
Guinea and the Extrecasteaux Islands, a cruise in Polynesia
and Visits to the Pearl-shelling stations in Torres Straits of
H. M. S. „Basilisk". London 1876. 8.
Dr. P. Comrie: Ueber auf der Fahrt des „Basilisk"
an der Küste von New Guinea gesammelte Vögel. Proc.
Z. S. 422.
P. L. Sclater : On the Birds collected by Dr. Comrie
on the South-east Coast of New Guinea during the Survey
der Vögel während des Jahres 1876. 23
of H. M. S. „Basilisk'^ Proc. Z. S. 459, t. 42. 43 und ein
Holzschnitt.
Dr. A. B. Meyer: Berichtigung einer Angabe in
Beccari's Ornithological letter. Ibis 383.
V. Rosenberg: Reistocliten noor de Geelvinkbai op
Nieuw Guinea in de Jaren 1869 en 1870. Uitgegeven door
het Kon Inst voor de Toal - Landen Volkenkunde von
Nederl. Indie. Met Kaavten en Afbeeldingeu S. Gravenhage
1875. 4. Citirt und besprochen von Sclater, Ibis 257, wo
auch die wichtigsten Abbildungen angeführt werden.
J. Gould: The Birds of New Guinea and the Adja-
cent Papuan Islands, iucluding any new Species that may
be discovered in Australia. P. I— IV. 1875--76.
Part. I. Peltops Blainvillei, Parotia sexpennis, Drepa-
nornis Albertisi, Ailuroedus melanotis, arfakianus, macu-
losus, buccoides, Climacteris placens, Aprosmictus insignis-
simus, Cyclopsitta Maccoyi, Collocalia terrae reginae,
Xenophilus pectoralis, Sericorvis minimus.
Part. IL Charmosyna papuensis, Diphyllodes Guglielmi
III, D. speciosa, chrysoptera, Pitta maxima, Melampitta
lugubris, Campephaga strenua, Melithreptus laetior, Ptilotis
frenata, flavostriata, Rhipidura dryas, Ptilonopus nanus,
Amytis Goyderi.
Part. III. Tanysiptera Carolinae, Ceyx solitaria, Char-
mosyna Josephinae, pulchella, Psitteuteles Arfaki, Wilhel-
minae, placens, Diphyllodes respublica, Cicinnurus regius,
Pachycephala flavogrisea, Eupetes coerulescens, Sternula
placens, Glyciphiia subfasciata.
Part. IV. Pitta Novae Guineae, Rosenbergii, Paradisea
sanguinea, raggiana,Melirrhophetes leucostephus, ochromelus,
Melidectes torquatus, Melipotes gymnops, Machaerirhynchus
albifrons, uigripectus, Psittacella Brehmii, Malurus albosca-
pulatus, Parus Arfaki.
Salvador i: Synonymische Bemerkungen zu Gould's
Birds of New Guinea. Ibis 277.
Withmee: Fauna and Flora of New Guinea and the
Pacific Island. „Nature" 1876. 271.
Birds of New Guinea etc. in Dawson Rowley's
24 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ornitli. Mise. P. III. 141 (die einzelnen Aufsätze sind an
ihren Orten citirt).
H. B. Tristram: Notes on a Collection ofBirds from
the New Hebrides (von Mr. Inglis eingesandt). Ibis 259,
auch Eier.
J. Forrest: Explorations in Australia. London 1876
(ob auch Naturhistorisches ?).
E. Pierson Kamsay: List ofBirds met with in North-
eastern Queensland, chiefly at Rockingham Bay Part. II
(fortges. von 1875. 603). Proc. Z. S. 1876. 114 (Eier, Nester,
Lebensw. u. a. von Talegalla Lathami, Megapodius tumulus,
Casuarius australis).
W. L. Buller: Notes on the Ornithology of New
Zealand Transact N. Zeal. Instit. VIII. 181 (hauptsächlich
Eier und Nester).
W. L. Buller: Remarks on Dr. Finsch's Paper on
New Zealand Ornithology. ib. 194.
W. L. Bull er: Remarks on various species of New
Zealands Birds, in explanation of Specimens exhibited at
Meetings of the Wellington Philos. Soc. 1875—76. ib. 196.
Dr. 0. Finsch: Further remarks on some New Zea-
land Birds ib. 200.
Dr. Hector: Ueber Federmatten, verfertigt von den
Mooris Neu-Seelands. Proc. Z. S. 2.
J. Hector: Notes on Birds observed during the
Voyage to England in a letter to the President ib. 199.
Dr. 0. Finsch: Zur Ornithologie der Südsee-Inseln
IL 1. Ueber neue und weniger gekannte Vögel von den
Viti-, Samoa- und Carolinen-Inseln. Journ. Mus. Godeffroy
Hft. XIL 1876. 1—42. t. 1. 2. 2. Einige Notizen über
Chrysoena victor Gould v. Th.Kleinschmidt, mitgetheilt
von 0. Finsch. ib. 12. 3. Einiges über den Giekau,
Ptilotis procerior H. u. F. von Th. Kleinschmidt, mit-
geth. v. 0. Finsch ib. 13. Ei, Nest. 4. Vögel von Ponape
(Seniavin-Gruppe) von Dr. Finsch. ib. 15. 5. Ueber den
Schwalbenwürger (Artamus) der Palau-Inseln. ib. 41.
Dr. 0. Finsch: Notes on some Fijian Birds, inclu-
ding Description of a new Genus and Species. Proc.
Z. S. 19.
der Vögel wälirencl des Jahres 1876. 25
E. L. Layard: Notes on some little-known Birds
of the new Colony of the Fiji Islands. Ibis 137 (auch
Eier und Nester).
E. L. Layard: Notes on the Ornithology of Fiji,
with Descriptions of new or little-known Species ib. 152
(auch Eier, Nester).
E. L. Layard: Description of a new Species of
Fly Catcher (Myiagra) from the Fijis and some Remarks on
the Distribution of the Birds found in those Islands. Ibis
387, mit Tabelle.
E. L. Layard: Description of a new Species of
Myiolestes from Fiji. ib. 498.
E. L. Layard: Description of a new Trush from
Taviuni, one of the Fiji Islands. Proc. Z. S. 420.
P. L. Sclater: Exhibition of and remarks upon a
series of skins of the Parrots of the Fiji Islands obtained
by Mr. E. L. Layard. Proc. Z. S. 307.
Dawson Rowley: The Birds of the Fidschi Islands.
Ornith. Mise. IV. 259. t. 35. 36, ib. V. 23. t. 39—41.
E. L. Layard: lieber Vögel von den Samoa-Inseln,
Ibis 504.
E. L. Layard: Notes on the Birds of the Navigator's
and Friendly Islands with some Additions to the Ornitho-
logy of Fiji. Proc. Z. S. 490 (auch Eier und Nester).
Ueber M. Layard's Ornithologische Untersuchungen
in der Südsee. Ibis 386.
R. B. Sharpe: Description of an apparently new
Species of Owl from the Solomon's Islands. Proc. Z. S.
673. t. 62.
Accipitres.
0. von Riese nthal: Die Raubvögel Deutschlands und des
angrenzenden Mitteleuropa. Kassel, gr. 8. Atlas fol. Lief. 1. 2 ^).
Dr. Brehm: Ueber das fliegen und Gebahren verschiedener
Raubvögel in der Luft. Allg. d. Ornith. Gesellsch. 3./1. 1876 in
Journ. f. Orn. 101.
1) Die Abbildungen von Lieferung 2 werden speciell im nächsten
Berichte citirt werden.
26 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Andrew Anderson: Corrections of and Additions to „Rap-
torial Birds of North-western India'', Part. II. (P. I P. Z. S. 1875.
16.) Proc. Z, S. 1876. 310 t. 23 (auch Eier und Nester). Part. III
ib. 776 t. 82.
H. G. Vennor: Our birds of prey or the eagles, hawks and
owls of Canada. Illustr. with 30 fullpag. photogr. 4. 150 p.
R. B. Sharps: On the Geographica! Distribution of the Acci-
pitres vgl. Vulturidae.
Vülturidae. R. B. Sharpe: On the Geographica! Distribution
of the Accipitres. Part. I The Vulturidae. Journ. Linn. Soc. Zool.
XIII. 1876. N. 68. 1 with plat. 1—9 (Karten).
Mewes: Ueber rostrothe Brustfärbung des Gypaetus barbatus.
Journ. f. Orn. 368.
Falconidae. J. H. Gurney: Notes on „a Catalogue of the
Accipitres in the British Museum" by R. B. Sharpe (Forts, v. Ibis
1875. 370). Ibis 1876. 65, t. 3, 230, 364, 467 (Buteoninae) , sehr
wichtige Auseinandersetzungen.
D. Rowley: Falconry. Ornith. Mise. IV. 213, t. 17—19.
R. Ridgway: Studies of American Falconidae-Ornithology of
Guadeloupe Island with 2 pl. Washington. 8.
Alleon et J. Vian: üeber den Zug der grossen Raubvögel,
über Aquila imperialis, Buteo ferox und Astur badius. Rev. de
Zool. 312.
A. Hume: Ueber Spizaetus cirrhatus, Buteo plumipes, ferox etc.
Stray Feath. IV. 356, 358 etc.
W. H. Legge: Ueber ceylonische Falken. (Briefl. Mitth.)
Ibis 126.
Sclater: Ueber eine Varietät des Polyborus tharus. Proc. Z.
S. 333. t. 25.
E.V. Homeyer: Notiz zur ,, Gruppe der Schreiadler". Journ.
f. Orn. 162.
W. E. Brooks: Ueber Aquila maculata Gm. und A. rufonuchalis
(naevia Auct.). Stray Feath. IV. 268, 269.
L. Bureau: L'Aigle botte Aquila pennata (Cuv.) d'apres des
observations recueillies dans l'ouest de la France. Bull. Soc. Zoöl.
France 1876. 54.
Dr. 0 Finsch: Ueber Falco candicans u. F. gyrfalco. Abh.
naturwiss. Ver. Bremen 1876. 345.
H. E. Dresser: Falco labradorus in D. Rowley's Orn. Mise.
III. 185.
H. E. Dresser: Ueber Falco peregrinus. Birds Eur. 47. 48 Text.
D. Rowley: Falca tinnuuculus. Orn. Mise. III. 135.
Ueber Nützlichkeit oder Schädlichkeit von Falco tinnunculus
L. Allgem. d. Orn. Geseüsch. 3. Januar 1876 und Journ. f. Orn. 100.
R. Ridgway : Second Thoughts on the Genus Micrastur. Ibis 1.
der Vögel während des Jahres 1876. 27
J. H. Gurney: Ueber Astur rufitorques und Circus approximans
(Wolfi?). Ibis 383.
J, H. Gurney: lieber Accipiter virgatus, Circus macroscelus
und C. Maillardi. Ibis 278.
J. H. Gurney: Ueber Circus Maillardi uad C. melanoleucus.
Ibis 129.
A. Nehrkorn: Einige Bemerkungen über die Rohrweihe.
Ornith. Centralblatt 28.
Neue Gattung: (nachträglich) Onycliotis Ridgway (Buteo
ninae) in Baird, Brewer and Ridgway Hist. N. Amer. Birds III. 252;
Ridgway Studies Amer. Falcon. 134 (0. Gruheri Ridgway).
Neue A rten: Buteo hypospodius Salvin, J. H Gurney, Ibis 73,
N. -Granada, Venezuela, R. Amazon, Brasilien. — Leucopternis occi-
dentalis Ssdv., Ibis 496, W. -Ecuador (vgl. auch J. H. Gurney, ib. 475).
— Onychotes Gruberi Ridgway, Hist. N.-Amer. Land. Birds III. 252
(nachträglich); Studies Araer. Falc. 134; J. H. Gurney, Ibis 476,
N.-Amer. — Cerchneis angolensis Bocage, Av. poss. port. Liste XI.
8. Angola S. Anchieta. — Ba^a ceylonensis Legge: Stray Feath.
IV. 247, Ceylon; Note von M. A. Hume ib. — Astur tenuirostris
Brüggem., Abh. naturw. Ver. Bremen V. 43, Celebes, v. Rosenberg.
— Ästtir (Micronisus) sp. Blanford, Eastern Persia II. 108, Persien.
— Ästurina saturata Sclater et Salv., Proc. Z. S. 357, Bolivien, M.
Buckley.
Neuer Artname: Aqxiila rufonuchalis W. E. Brooks, Stray
Feath. IV. 269 (für Aquila naevia Auct. aus Europa).
Abbildungen. Polyborus tharus var. Sciater, Proc. Z. S.
t. 25. — Buteo vulgaris Riesenthal, Raubvögel t. 1. — B. hypospo-
dius Salv., Gurney, Ibis t. 3. — Archibuteo lagopus Dresser, B. Eur.
XL VI. 2 taf. ; Riesenthal Raubvögel t. 2 (Buteo lagopus). — Pandion
haliaetus Dress. ib. XLIX et L. — Haliaetus leucoryphus ib. LV— LVI.
— Poliaetus plumbeus A. Anders., Proc. Z. S. t. 82. — Falco pere-
grinus Dresser, B. Eur. XL VI. — F. minor ib. L. — F. candicans
ib. LI — LH et LIV. — F. barbarus ib. — F. islandicus ad. et juv.
ib. LIII. — F. babylonicus Gurney, A. Anders., Proc. Z. S. t. 23. —
F. labradorus H. E. Dresser in D. Rowley's Orn. Mise. HI. t. 24 ad
t. 25 juv. — Milvus migrans Dresser, B. Eur. LI — LH. — Peruis
apivorus Riesenthal Raubvögel t. 3. 4. — Astur iogaster (M. et
Schi.) var. Mülleri, Wall., Brüggem., Abh. naturw. Ver. Bremen V.
t. III, f. 1 (Schnabel). — A. tenuirostris Brüggem. ib. f. 2 (Schnabel).
— Accipiter nisus m. D. Rowley, Orn. Mise. P. II. N. 2. t. 10. —
Circus aeruginosus D. Rowley ib. V. t. 45.
Strigidae. A. Hume: Besprechung von R. B. Sharpe's
Catalogue of the Striges Stray Feath. IV. 220.
A. Newton: On the Assignation of a Type to Linnaean Genera,
with especial reference to the Genus Strix. Ibis 94.
28 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
R. B. Sharpe: lieber ein in Wiltshire geschossenes Ex. von
Surnia ulula. Proc. Z. S. 334.
R. Ridgway: The Genus Glaucidiura. Ibis 11. t. 1.
Glaucidium fuscatum (Tem.)? aus Ecuador. Pelz ein, Verh.
zool. bot. Gesellschaft Wien XXVI. 766.
R. B. Sharpe: On the Geographica! Distribution of Barn Owls
in D. Rowley's Orn. Mise. IV. 269, mit Karte I— III (lieber die Ver-
breitung der Striginae) et V. 1.
Neue Arten: Ninox Solomonis R. B. Sbarpe, Proc. Z. S. 673
(Athene variegata Sclater, P. Z. S. 1869. 123), Salomon-Ins. — N.
hurmanica A. Hume (scutulata Raffl?), Stray Feath. IV. 285, Pegu,
Tenasserim, Nicobaren? — N. innominata A. Hume, ib., Tipperah,
Cachar etc. — Ephialtes nicolaricus A. Hume (E. pennata ante),
Stray Feath. IV. 283, Nicobaren.
Abbildungen. Ninox Solomonis Sharpe. Proc. Z. S. t. 62.
— Glaucidium Jardinii Ridgw., Ibis 14 t. 1. — Asio otus Dresser,
Birds Eur. XLIX. — A. accipitrinus ib. L. — Scops giu ib. XLVII
— XLVIII. — Aluco flammeus D. Rowley, Orn. Mise. IL N. 2 1875. t. 11.
Passeres flssirostres.
Caprimulgidae. A. Hume: lieber Batrachostomus moniliger
und verwandte Arten. Stray Feath. IV. 376.
A. Hume: Capriraulgus ünwini a pale race of C. europaeus.
ib. 501.
J. R. Gripps: Goat-sucker feigniug cripplenes to entice from
the neighboorhood of her nest. ib. 508.
Neue Art: Caprimulgus sp. Blanford, Eastern Persia IL 128,
Persien.
Gypselidae. Neue Arten: Cypselus Sharpii Bouvier, Ball.
Soc. Zool. de France 1876. 228; Sharpe et Bouvier ib. 303, W.-
Africa, M. Lucan. — Collocalia Garmani Oustalet in Soc. philomath.
de Paris seance 22. Janv. 1876; Institut N. Ser. Anee IV. N. 159. 36,
auch über Nest., Ins. Pulo Condor östl. von Cambodja.
Abbildungen. Cypselus Sharpii Bouvier: Bullet. Soc. Zool.
de France t. 6, f. 1.
Hirundinidae. H. Schacht: Zur Schwalbenstatistik. Zool.
Gart. 203.
Prof. Jeitteles: lieber eine weisse Mehlschwalbe (Hirundo
urbica) und über Abnormitäten im Nestbau von H. urbica und H.
rustica. Mitth. Ausschuss. Orn. Ver. Wien N. 3.
E. v. Homeyer: Bastard von Hirundo rustica und urbica.
Journ. f. Orn. 203.
W. T. Blanford: Cotyle riparia in Sindh. Stray Feath. IV. 507.
der Vögel während des Jahres 187G. 29
Neue Art: Psalidoprocne Petiti R. B. Sharpe et A. Bouvier,
Bullet. Soc. Zool. de France 1876. 3, Congo.
Abbildung. Psalidoprocne Petiti Sh. et Bouv., Bull. Soc.
Zool. France t. 2.
Eurylaimidae. üeber Cymbirhynchus macrorhynchus (C. affinis
Salvad.). Ibis 48. — Salvadori ib. 277.
Neue Art: Eurylaemus Steerii R. B. Sharpe, „Nature" 1876.
297, Basilan, Philippinen, M. Steere.
Trogonidae. A. Hume: Harpactes fasciatus in the Forests of
Central India Stray Feathern IV. 498.
Alcedinidae. E. Linden: Der Jäger — oder Lachliest (Paralcyon
gigas). Ornith. Centralbl. 44.
D. Rowley: Tanysiptera Riedelii. Orn. Mise. III. 176.
Neue Arten: Dacelo intermedius Salvad., Ann. Mus, Genova
IX. 21, N.-Guinea, d'Albertis. — Halcyon cyanocephala Brüggem,
(princeps juv. Schleg., monachus juv. Sharpe), Abh. naturw. Ver.
Bremen V. 51, Celebes, D. G. Fischer. — Cyandlcyon stictolaema
Salvad., Ann. Mus. Genova IX. 20, Fly River, N.-Guinea, d'Albertis.
Neue Var. ? Tanysiptera galatea var. minor Salvad., Ann.
Mus. Genova IX. 21, Ins. Yule et Fly River, N.-Guinea, d'Albertis.
Abbildung: Tanysiptera Carolinae Gould, B. N.-Guinea P.
in. — Ceyx solitaria ib.
Meropidae. Abbildung. Merops viridis Dresser, B. Eur.
LI-LII.
Passeres tennlrostres.
Upupidae. T. Salvador!: Prodromus Ornithologiae Papuasiae
et Moluccarum. Ann. Mus. Genova IX. 188 (Epimachinae).
J. A. Ogden: Reraarks on Ptiloris Wilsonii Ogden. Proc.
Acad. Philad. 1876. 182.
Neue Art: Drepanornis sp. nov. Salvadori, Proc. Z. S. 776
et Prodr. Orn. Pap. et Mol. in Ann. Mus. Genova IX. 190, Geelvinck-
Bai, N.-Guinea.
Abbildung. Drepanornis Albertisi Gould, B. N.-Guinea P. I.
Promeropidae. Capt. Shelley: A Monograph of the Cinnyridae
or Family of Sunbirds. London. 4. Tafeln von Keuleraans (es sollen
12 Lieferungen werden). Ref. nur durch den Prospect bekannt.
T. Salvadori: Intorno alla supposta femmina del Dicaeum
retrocinctum Gould. Annal. Mus. Genova VIII. 509 (Dicaeum rubri-
venter Less.),
A. Hume: Dicaeum olivaceum from the Bhootan Doars. Stray
Feath. IV. 498.
Beschreibung der f. von Dicaeum trigonostigma R. B. Sharpe,
30 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ibis 42, und von m. j, dann f. von Prionochilus maculatus (Temra.)
ib. 43.
Neue Arten: Aetliopyga flagrans Oustalet, See. Philom. de
Paris seance 25 Mars 1876; Instit. n. s. N. 168, 5 Avr. 108, Lu§on.
— Ae. magmß,ca R. B. Sharpe, „Nature" 1876. 297, Ins. Negros,
Philippinen. — Ae. Slielleyi Sharpe, ib., Palawan, Philippinen. —
Ae. pulcherrima Sharpe, ib., Basilan, Philippinen. — Hermotimia sp.
Salvadori, Ann. Mus. Genova IX. 30 et 31, Fly River and Naiebui,
N.-Guinea, d'Albertis. — Arachnosthera dilutior Sharpe, „Nature"
1876. 297, Palawan. — Dicaemn dorsale Sharpe, ib., Palawan. —
D. hiipoleuciim Sharpe, ib., Basilan. — D. haematostictiim Sharpe,
ib., Guimaras, Philippinen; sämmtlich von Prof. Steere's Expedit. —
J). rubro-coronatum Sharpe, ,, Nature" 17. Aug. 1876. 339, N.-Guinea,
M. Stone; Salvad., Ann. Mus. Genova IX- 31, N.-Guinea und Ins.
Yule, d'Albertis, — D. sanghirense Salvad., ib. 58, Pettä, Sanghir-Ins.
— Frioiiochiliis sanghirensis n. sp. ? S^alvad., ib. 59, Pettä.
Abbildungen. Nectariuia ( Arachnechthra) brevirostris Blanf.,
East. Persia II t. 14. — Dicaeum trigonostigma f. Marq. Tweeddale,
Ibis t. 17 f. 2.
Caerebidae. Neue Art: JDiglossa glauca Sclater et Salv., Proc.
Z. S. 253, Bolivien, M. Buckley.
Trochilidae. Von Mulsant und E. Verreaux Hist. nat. des
Ois. raouches erschienen 1876 Vol. III. Livr. 1. 2. 3.
D. G. El Hot: Notes on the Trochilidae. The Genus Lampro-
pygia, Ibis 54, the Genera Cyanomyia and Heliotrypha ib. 311, Helio-
thrix, Calliphlox, Catharma and Petasophora ib. 394.
L. Bevalet: Ornithologie (oiseaux mouches) Paris. Schöne
Abbildungen von Selasphorus flammula, Rhamphomicron olivaceus
Chrysolampis chlorolaema, Calligenia dichroma, Saturia Isaacsoni,
Eriocnemis dyselia. Nur aus Metzger's Biblioth. Hist. nat. XXVI
2. Hft. 152 bekannt.
Ueber lebende Colibris in Paris nach Mittheil. von Prof. M.
Edwards an Graf Marschall. Mitth. Ausschuss. Orn. Ver.
Wien N. 4.
D. G. Elliot: Remarks on some Type specimens of Trochi-
lidae from the Museums of Neuchätel and Florence, Ibis 5. Beschr.
des M. von Bourcieria insectivora (Tsch.) u. s. w.
D. G. Elliot: Description d'un Eriocnemis nouveau, oiseau
mouche provenant de Bolivie. Bullet. Soc. Zool. France 1876. 227.
C. L. Landbeck: Der gemeine chilenische Colibri (Trochilus
sephanoides Less.) als Traubenverwüster, Zool. Gart- 225.
Neue Gattungen: Catharma D. G. Elliot, Ibis 400 (Ornis-
mya orthura Less.). — Eudosia Muls., Hist. nat. Ois. Mouch. III. 2
(E. Travesii Muls. et Verr.). — Pilonia Muls., ib. 4 (P. Prunnellii
Bourc. Muls. et P. Wilsoni Del. et Bourc). — Helymus Muls., ib.
der Vögel während des Jahres 1876. 31
93 (H. micraster Gould). — Nodah'a Muls., ib. 99 (N. Barrali
MiÜs. et J. Verr.). — Dialia Muls., ib. 208 (D. adorabilis Salv.).
— Idas Muls., Cat. Ois. Mönch. 1875. 27 et Hist. nat. 0. M. III.
211 (I. magnifica Vieill.).
Veränderter Gattungsname: Cephallepis Muls., Hist.
nat. Ois. Mouch. III. 185 für Cephalolepis.
Neues Subgenus: Äurinia Muls., Hist. nat. 0. M. III. 221
(Polemistria Verreauxi Bourc).
Neue Arten: Chalyhura sp. nov.? Pelzein, Verh. zool. bot.
Gesellsch. Wien XXVI. 767, Ecuador. — Cynanthus sp. nov. ? Pelzeln,
ib. 768, Ecuador. — Cyanomyia microrliynclia I). G. Elliot, Ibis 315,
316, Honduras? — Eriocnemis assimilis Elliot, Bull. Soc. Z00I.
France 1876. 227, Bolivien.
Abbildungen. Avocettinus eurypterus Muls., Hist. nat. Ois.
Mouch. t. — Urosticte Benjaraini ib. — U. rufocrissus ib. — Metal-
lura Jelskii ib. — Homophonia insectivora ib. — Heliodoxa jacula ib.
— Chrysuronia Josephinae ib. — Nodalia Barrali ib. — Heliothrix
Barroti ib. — Euclosia Grayi ib. — Selasphorus flamraula ib. —
Phaeolaema rubinoides ib.
Meliphagidae. Einiges über den Giekau (Ptilotis procerior H.
et F.) von Th. Kleinschmidt, mitgeth. v. Dr. Finsch. Journ.
Mus. Godeftr. Hft. XH. 15, Ei, Nest.
T. Salvador i zieht Tatare? viridis Layard zur Gattung Lep-
tornis. Ibis 507.
Neue Gattung: Melidipnus Cab. et Reichen., Journ. f.
Orn. 321 (M. megorhynchus [Gray] u. M. gilolensis [Temra.]).
Neue Arten: Ptilotis xanihophrys Finsch, Journ. Mus. (lodeffr.
Hft. XII 1876. 5, Navigator-Ins. — Pt. similis Layard, Ibis 148,
Fidschi-Ins. — Pt. flavoaurita Layard, ib., Fortuna-Ins. — Pt. alho-
notata Salvad., Ann. Mus. Genova IX. 33, S. N.-Guinea, d'Albertis. —
Zoster ops ponapensis Finsch, Journ. Mus. Godeffr. XII. 27, Ins. Ponape.
Abbildungen. Glyciphila subfasciata Gould, Birds N.-Guinea
P. IH. — Ptilotis frenata ib. I. — P. flavostriata ib. — Melirrho-
phetes leucostrephos ib. IV. — M. ochromelas ib. — Melidectes
torquatus ib. — Melipotes gymnops ib. — Melithreptes laetior ib. I.
— Zosterops ponapensis Finsch, Journ. Mus. Godeffr. XII. t. 2 f. 1.
— Z. siamensis Blyth., Marq. Tweeddale, Ibis t. 10 f. 1.
Anabatidae. Neue Art: Sitta magna R. Wardlaw Ramsay,
Proc. Z. S. 677, Karen-nee (Burmah).
Abbildungen. Sitta magna R. W. Ramsay, Proc. Z. S. t. 63.
— S. rupicola Blanf., East. Persia II, t 15. f. 2.
Certhiidae. Abbildung. Climacteris placens Gould, B. N.-
Guinea P. I.
32 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Troglodytidae. Adolf Müller: Zwei merkwürdige Nester des
Zaunkönigs (Troglodytes parvulus), Zool. Gart. 376.
Neue Art: Thryothorus mesöleucus Sclater, Proc. Z. S= 14, St.
Lucia.
Passeres dentirostres.
LnSCinidae. W. E. Brooks: Ueber Drymoipus terricolor, D.
longicaudatus, Prinia Stewarti, Curruca affinis u. C. garrula. Stray
Feath. IV. 229.
A. Hume: On the Identity of Drymoipus terricolor and D.
longicaudatus ib. 407,
A. Hume: A supercilium in Prinia Stewarti and sucialis ib. 497.
A. Hume: Ueber Horeitesarten ib. 497.
Cabanis: Ueber Acrocephalus agricolus Jerd. in Europa zwi-
schen Wolga und Ural geschossen. Journ. f. Orn. 222.
Dresser: Ueber Acrocephalus dumetorum. B. Europe P.
LÜI. Text.
J. Rohweder: Beobachtungen über Salicaria locustella (Penn.)
in Holstein. Journ. f. On:. 79, auch Nisten.
Gätke: Ueber einen 1867 zu Helgoland erlegten zweifelhaften
Laubvogel (Phyllopneuste). Allg. d. Orn. Gesellsch. 3. Jan. 1876 u.
Journ. f. Orn. 100.
Dresser: Uefeer Phylloscopus tristis und Calliope Kamtschat-
kensis. B. Eur. XLVL Text.
Identity of Abrornis chloronotus Hodgs. and A. maculipennis
Bl, W. E. Brooks and A. Hume. Stray Eeath. IV. 505.
W. L. Buller: Note on Gerygone flaviventris. Transact. N.-
Zeal. Inst. VIII. 190.
Dr. Lazarus: Ueber die Gesangsbildung des Sprossers. Gefied.
Welt 3.
W. Hinz: Ein absonderlich singender Sprosser in Pommern,
ib. 332.
Dresser: Ueber Daulias philomela. B. Eur. XLIX, Text;
über D. luscinia ib. L, Text.
A. Hume: Daulias Golzii Gab. from the Oudh Terai. Stray
Feath. IV. 500.
Brüten von Ptuticilla thitys im Walde (beobachtet von Hesse-
link). Journ. f. Orn. 353.
A. Hume: Ruticilla nigrogularis Moore doubtfully distinct
from R. schisticeps. Stray Feath, IV. 497.
A.Müller: Blaukehlchen (Cyanecula sueclca) in der Gefangen-
schaft. Zool. Gart. 389.
Nehrling: Nordamerikanische Vögel im Freileben geschildert.
I. Sialia Wilsoni. Gefied. Welt 363.
der Vögel während des Jahres 1876. 33
Neue Gattung: Drymochaera Finsch, Proo. Z. S. 19 et.
Journ. Mus. Godeffr. Hft. XIT. 5 (Dr. })adiceps Finsch).
NeueArten: Suya Khasiana G. Auiiten, Ann. nat. hist 4. ser.
XVHI. 411, Assam. — Drymochaera hadiceps Finsch, Proc. Z, S. 20,
et Journ. Mus. Godeffr. XII. 6, Viti Levu H., Kleinschmidt. — Drymoeca
hypoxantha Sharpe, Th. Ayres, Ibis 425, Transvaal Republ, Natal.
— Cisticola Landanae Bouvier, Bullet. Soc. Zool. France 1876. 228:
Sharpe et Bouv. ib. 305, W.-Africa, M. Lucan. — Cisticola sp. Sal-
vad., Ann. Mus. Genova IX. 35. S.N.-Guinea, d'Albertis. — Malurus
sp. Salvad., ib. 36, N.-Guinea ? d'Albertis, — Sphetioeacus macriirus
Salvad., ib. 35, S.N.-Guinea, d'Albertis. — Ärundinax Blalcistoni
Swinhoe, Ibis 332, Hakodadi, Japan, M. Blakiston. — Äcrocephalus
fulvolateralis Sharpe, Edit. Layard B. S. Afr. 289 ; Sharpe et Bouvier
Bullet. Soc. Zool. France 307, Südafrica, Landana, Congo, M. Petit.
— Bradypterus BarratU R. B. Sharpe, Ibis 53, Barratt, ib 202, Th.
Ayres, ib. 416, S.-Africa, M. Barratt, Natal, M. Shelley, Transvaal-
Republ., M. Ayres. — B. rufescens Sharpe et Bouvier, Bull. Soc.
Zool. France 807, Landaua, Congo. — JErytliaciis Hyrcanus Blanf.
(rubecula Def.), Fast. Persia II. 160, Persien. — Petroica Kleinschmidti
Finsch, P. Z. S. 19? et Journ. Mas. Godeffr. 6, Viti Levu H., Klein-.
Schmidt. — Lamprolia minor Kleinschmidt, Layard, Ibis 154, Fid-
schi-Ins., H. Kleinschmidt.
Neue Varietäten: Prinia socialis small var. Godwin Austen,
Journ. A. S. ß. XLV. II 79, Assam ? — Accentor rubidus Temm. et
Schi. var. Blanford, Eastern Persia II. 202.
Abbildungen. Orthotomus borneonensis Salvad., Sharpe
Ibis t. 2, f. 1. — Scotocerca inquieta (Ruepp.) Blanf., East. Persia II.
t. 13, f. 2. — Malurus alboscapulatus Gould, B. N.-Guinea lY. —
Amytis Goyderi ib. II. — Calamodyta Doriae Salv., Sharpe, Ibis t. 2,
f. 2. — Äcrocephalus aquaticus Dresser, B. Eur. LI— LH. — A.
agricola et dumetorum, ib. LIII. — A. schoenobaenus, ib. LV — LYI.
— A. palustris ib. — A. streperus ib. — Ärundinax Blakistoni
Swinhoe, Ibis t. 8, f. 1. — Braclypterus Cettii Dresser, B. Eur.
XLVII— XLVIII. — B. Barratti Sharpe, Ibis t. 4. — Lusciniola
melanopogon Dresser, B. Eur. LV — LVI. — Sylvia salicaria, ib. LUX.
— S. rufa, ib. L. — S. curruca, ib. XLVII— XLVIII. — S. rubescens
Blanf., East. Persia II. t. 12. — Phylloscopus Bonelli et sibilatrix
Dresser, B. Eur. XLVII- XLVIII. — Sericornis miuimus Gould, B.
N.-Guinea I. — Daulias philomela et luscinia Dresser, B. Eur. XLIX.
— D. Hafizi (? Severz.) Blanf., East. Persia II. t. 10, f. 2. — Ruti-
cilla mesoleuca Dresser, B. Eur. LIV. — Erythacus Hyrcanus Blanf.
East. Persia II. t. 15, f. 1. — Saxicola chrysopygia Def. Blanf.
Eas'tern Persia II. t. 10, f, 1. — S. albonigra Hume, ib. t. 11. —
Petroica Kleinschmidti Finsch , Journ. Mus. Godeffr. XII. t. 1, f. 2,
— Lamprolia Victoriae Finsch, D. Rowiey Orn. Mise. V. t. 40.
Archiv für Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. C
34 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Faridae. Ueber einen vielleicht hybriden Vogel zwischen Lopho-
phanes bicolor und Parus atricapillus. Americ. Sportsman 12. Dec.
1874. 117; R. Ridgway. Ibis 1876. 169.
Neue Art: Siitliora Daflaensis Godwin Austen, Ann. nat. bist.
Dec. 1875 et Journ. A. S. B. XLV. P. II. 1876. 72, Assam.
Abbildungen. Parus camtschatkensis Dresser, B. Eur.
XLVII— XLVIII. — P. Arfaki Gould, B. N.-Guinea IV. — P. phaeo-
notus Blanf., East. Persia II. t. 16, f. 1. — P. (Cyanistes) Persicus
Blanf., ib. t. 16, f. 2. — Suthora Daflaensis G. Austen, Journ. A. S.
B. XLV. P. II. t. 3. — Xerophila pectoralis Gould, B. N.-Guinea I.
— Aegithalus castaneus Dresser, B. Eur. LI — LH. — Ae. pendulinus,
ib. LIII.
Muiotiltidae. R. Ridgway: Notes on the Genus Helmintho-
phaga. Ibis 166, auch Eier und Nisten (H. Lawrencii ob hybrid ?).
0. Salviu: Dendroeca chrysoparia Sclater et Salv. in D.
Rowley Gm. Mise. III. 181.
J. Nehrling: Nordamericanische Vögel im Freileben geschildert.
II. Dendroeca aestiva. Gefied. Welt 382.
Neue Gattung: Leucopeza Sclater. Proc. Z. S. 14 (L.
Semperi n. sp.).
Neue Arten: Helmintlwphaga leucohronchialis Brewster, Amer.
Sportsman Oct. 17 1874. 33; R. Ridgway, Ibis 1876. 168 et 170,
N.-America. — Leucopeza Semperi Sclater, Proc. Z. S. 14, St. Lucia.
— Basüeuterus eiiophrys Sclater et Salv., Proc. Z. S. 352, Bolivien,
M. Buckley.
Abbildungen. Dendroeca chrysoparia Sei. et Salv. in D.
Rowley's Gm. Mise. III. t. 23. — Leucopeza Semperi Sclater, Proc.
Z. S. t. 2.
Motacillidae. Brooks: Ueber die Type von Motacilla dukhu-
nensis Sykes. Stray Feath. IV. 506.
Neue Arten: Änthus neglectus W. E. Brooks, Ibis 501, Ost-
indien. — Agrodroma Godleioskii Taczan, Bullet. Soc. Zool France
157, Sibirien?
Neue Varietäten: Motacilla personata Gould var. Persica
Blanf., East. Persia II. 232, Persien. — Budytes Bayi var. Blanf.,
ib. 234, Persien.
Abbildungen. Motacilla alba et lugubris Dresser, B. Eur.
XLVII — XLVIII. — M. personata var. Persica Blanf., East Persia
II. S. 233. Holzschnitt von Kopf und Hals.
Turdidae. Richai-d Baron König-Wart hausen: Ueber ein
monströses Ei von Turdus musicus. Journ. f. Orn. 444.
Golz: Ueber Mauser von Petrocincla saxatilis, ib. 209,
R. B. Sharpe: Ueber die Arten von Copsychus. Ibis 87.
Neue Arten: Turdus Tempesti E. L. Layard, Proc. Z. S.
420, Taviuni, Fidschi-Ins. — Oreocincla pectoralis Legge, Stray Feath.
der Vögel während des Jahres 1876. 35
IV. 244 (Note von A. Humeib.), Ceylon. — Merula (Ttirdus) vitiensis
Layard, Ann. nat. hist. 4. ser. XVII. 305 et Ibis 390, Fidschi-Ins. —
Catharus mentalis Sclat. et Salv., Proc. Z. S. 352, Bolivien, M. Buckley.
— Copsychus pröblematicus R. B. Sharpe, Ibis 36, Borneo, M. Everett.
Abbildung. Turdus Sibiriens Dresser, B. Eur. L.
Hydrobatidae. Neue Art: Cinclus sp. (? leucogaster Evers.)
Blanf., East. Persia II. 214, Persien.
Eupetidae. Neue Art: Eupetes nigricrissiis Salvad., Ann.
Mus. Genova IX. 36, S. N.-Guiuea, d'Albertis.
Abbildung. Eupetes coerulescens Gonld, B. N. -Guinea P. III.
PycnODOtidae. Le Boulange: Multiplication en voliere de
l'Ixos erythrotis de Java. Bullet. See. Acclimat. 3. ser, III. Nov.
1876. 785.
Dr. K. Russ: Bülbüls in der Vogelstube. Gefied. Welt 163, 173.
A. Hume: Ixos annectens Waiden identical with I. Davisoni
Hume. Stray Feath IV. 498.
A. Newton: On the Species of Hypsipetes inhabiting Mada-
gascar and the neighbouring Islands in D. Rowley's Ornith. Miscell.
V. t. 42.
G. Austen: Garrulax albosuperciliaris G. Aust. identical with
G. sanuio Swinhoe. Ann. nat. hist. July 1876 et Stray Feath IV. 502.
E. W. Gates: A Note on Pellorneum minor Hume and P.
Tickellii Blyth. Stray Feath IV. 406.
Neue Arten: Fycnonotns? stictocephalus Salvad., Ann. Mus.
Genova IX. 34, S. N.-Guinea, d'Albertis. — Brachypodius immaculatus
R. B. Sharpe (melanocephalus Salv. nee Gm.), Ibis 39, Borneo, Marq.
Doria, M. Everett. — Phyllostrephus fidviventris Cabanis, Journ. f.
Orn. 92, Loangoküste, Dr. Falkenstein. — Griniger theiodes A. Hume,
Stray Feath. IV. 214, Johore bei Singapor, M. Davison. — Ändro-
padus flavostriatus R. B. Sharpe, Ibis 53 ; Th. Ayres ib. 427, S.-Africa,
M. Barratt, M. Ayres. — Pliyllornis pcdaivensis Sharpe, „Nature"
1876. 297, Palawau, Philippinen, M. Steere. — Garrulax ruchalis
G. Austen, Ann. nat. hist. 4. ser. XVIII. 411, Assam. — Jantliocincla
Berthemyi A. David et Oustalet, Sog. Philomath. de Paris 8. Juillet
1876; Instit. N. 183; Bullet. Sog. Aeclimat. 3. ser. III. 724, Fo-Kien.
Neue Varietät: Pomatorhmus mficolUs Hodgs. var. Godwin
Austen, Journ. A. S. B. XLV. II. 75, Assam.
Abbildungen. Hypsipetes madagascariensis Müll., A.Newton
in D. Rowley's Ornith. Mise. t. 42, f. 1 (Kopf). — H. borbonicus
Gm., ib. f. 2 (Kopf). — H. olivaceus Jard. et Selby, ib. f. 3 (Kopf).
— H. crassirostris Ed. Newton, ib. f. 4, a. ad, b. juv. — Crateropus
(Chatorhea) Huttoni (Blyth) Blanf., East. Persia II. t. 13, f. 1. —
Actinura Daflaensis Godwin Austen, Journ. A. S. B. XLV. II. t. 4.
Artomidae. Marq. Tweeddale: üeber die Artamus- Arten von
den Philippinen, Pelew und Sunda-Inseln. Ibis 133.
36 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Neue Arten: Ärtamuspeleioensis Finsch, Journ. Mus. Godeffr.
Hft. XII. 41, Palau-Ins. — Ä. brevipes Brüggem., Abb. naturwiss.
Ver. Bremen V. 70, Inseln des stillen üceans.
Neue Varietät: Ärtamus levcorrhynclms (L.) var. celehensis
Brüggem., Abh, naturwiss. Ver. Bremen V. 69, Celebes, Dr. G. Fischer.
Oriolidae. T. Salvadori: Prodromus Ornithologiae Papuasiae
et Moluccarum, Paradiseidae. Ann. Mus. ('en. IX. 188.
T. Salvadori: On Sericulus xanthogaster Schi, and Xantho-
melus aureus (L.). Ibia 267.
T. Salvadori: Intorno alla identita specifica del Sericulus
xanthogaster Schleg. e del Xanthomelus aureus L. x\tti Accad.
Torino XI. 1876. 688.
Neue Art: Ailiiroedus Stonei U. B. Sharpe, „Nature" 17. Aug.
1876. 339; Salvadori, Ann. Mus. Geuova IX. 193, S.-O. N.-Guinea,
M. Stone.
Abbildungen. Ailuroedus melanotis Gould, B. N.-Guinea
P. I. — A. arfakianus ib. — A. maculosus ib. — A. buccoides ib.
Fittidae. Neue Arten: Pitta palUceps Brüggem., Abh. na-
turwiss. Ver. Bremen V. 61, Saugir, Dr. G. Fischer. — P. Kochi
Brüggem., ib. 65, Luzon, H. Othberg. — P. coeruleitorqties Salvad.,
Ann. Mus. Genova IX. 53, Pettä (Ins. Sanghir). — Brachyurus Steerii
R. B. Sharpe, „Nature" 1876. 297, Mindanao, Philippinen, M. Steere.
Abbildungen. Pitta maxima Gould, B. N.-Guinea P. II. —
P. Novae Guineae, ib. P. IV. — P. Rosenbergi ib. — P. Kochi
Brüggem., Abh. naturwiss. Ver. Bremen V. t. 3, f. 6, Kopf. — P.
palliceps Brüggem., ib. f. 7. 8- 9. 10. Schnabel. — Melampitta lugubris
Gould, B. N.-Guinea P. II.
Formicariidae. Neue Arten: Grallaria erythrotis Sclater et
Salv., Proc. Z. S. 357, Bolivien, ^l. Bnckley. — Forinicivora speciosa
Salvin, Ibis 494, W. -Ecuador. — Thamnophilus melnnchrous Sclater
et Salvin, Proc. Z. S. 18, Peru, M. Whitely. — Th. subfasciatus
Sei. et Salv., ib. 357, Bolivien, M. Buckley.
Abbildungen. Thamnophilus melanchrous Sclat. et Salv.,
Proc. Z. S. t. 3. — Th. subfasciatus Sclat. et Salv., ib. t. 33.
Aegithinidae. Aglaia von E n d e r e s : Der Sonnen vogel (Leiothrix
luteus). Gefied. Welt 202, 210, 220.
Neu: Beitrag zur Kenntniss des Sonnenvogels, ib. 326.
C. Vogt: Sonnenvögel und kein Ende, ib. 44.
A. Hume: Stachyris rufifrons Hume from the Bootan Doars
Stray Feath. IV. 501.
Ueber Pyctoris altirostris (Jerd.) Godwin Austen Ann. nat.
bist. Jan. 1876 et A. Hume Stray Feath. IV. 504.
Neue Arten: Mmla Mandelln G. Austen, Ann. nat. bist.
Jan. 1876 et Journ. A. S. B. XLV. II. 82, Assam. — Herpornis
hrunnescens R, B. Sharpe, I])is 41, Borneo. — Alcippe Bourdilloni
der Vögel während des Jahres 1876- 37
Hume, Stray Foath. IV. 399 et 485, Travancore. — Jora nigrolutea
E. F. L. Marshall, ib. 410, Ost-Indien. — Trichostoma Finschi Marq.
Tvveeddale, Ibis 376, Celebes (Macassar).
Abbildungen. Trichostoma Finschi Marq. Tweeddale, Ibis
t. 11, f. 1. — T. celebense Strickl, ib. f. 2.
Muscicapidae. Nach Layard Proc. Z. S. 501 soll Monarcha
nigra Sparrm. ausgestorben sein.
Butalis grisola in Sindh gefunden. Stray Feath. IV. 225.
D. Rowley: lieber Machaerirhynchus nigripectus Schleg. v.
N.-Guinea. Proc. Z. S. 414 et Orn. Mise. V 55. t. 43.
Cabanis: Ueber Terpsiphone flaviventris (Verr.). Journ. f.
Orn. 333.
R. B. Sharp e: On the Geographica! Distribution of the Genus
Pericrocotus. Stray Feath. IV. 205.
NeueArten: Monarcha commutata Brüggem. (? iuoruata Gray),
Abb. naturwiss. Ver. Bremen. V. 68, Celebes, Dr. G. Fischer. —
Myiagra castanekjularis Layard, Ibis 389, Fidschi-Ins. — M. pliito
Finsch, Journ. Mus. Godeffr. XII. 27, Ins. Ponape. — üMpiduTa
fuscescens Gab. et Reich., Journ. f. Orn. 319, N.-Guinea. — jRi^.
Knharyi Finsch, Journ. Mus. Godeffr. XII. 29, Ponape. — Todopsis
sp. Salvad., Ann. Mus. Genova IX. 25, N.-Guinea, d'Albertis. —
Graucalus angnstifrons Sharpe (G. hypoleucus Gould, Salv. et d'Al-
bertis), Journ. Linn. Soc. XIII. 1876. 81, S.O. N.-Guinea. — Volvocivora
insperata Finsch, Journ, Mus. Godeffr. XII. 27, Ponape.
Abbildungen. Peltops Blainvillei Gould, B. N.-Guinea P. I.
Myiagra aziireocapilla Layard, D. Rowley, Orn. Mise. IV. t. 35. —
Machaerirhynchus nigripectus (Schleg.), ib. t. 43 et Gould B, N.-
Guinea P. IV. -- M. albifrons Gould, B. N-Guinea P. IV. — Rhipi-
dura Dryas, ib. P. II. — Rh. Kubaryi Finsch. Journ. Mus. Godeffr.
XII. t. 2, f. 2. — Campephaga strenua Gould, B. N.-Guinea P. II
(nach Salvadori Ibis 277 irrig statt Ptilodela Beyeri Gray).
Tyrannidae. G. N. Lawrence: Note on Muscipeta incanescens
Wied. Ibis 497.
Neue Arten: Ochtliodiaeta fuscorufus Sclater et Salv., Proc.
Z. S. 354, Bolivien, M. Buckley. — Oclithoeca piilchcUa Scl&ier et Salvin,
ib. 355, Bolivien, M. Buckley, — Euscarthmiis ocularis Salvin, Ibis 493,
W.-Ecuador. — Anaeretes flavirostris Sclater et Salv., Proc. Z. S,
355, Bolivien, M. Buckley. — SuUegatus {Elainea) griseocularis (Land-
beck) Sclater et Salv., Proc. Z. S. 17, Mendoza (Weisshaupt), Peru,
Whitely. — Leptopogon tristis Sclater et Salv., Proc. Z. S. 254, Bo-
livien, M. Buckley. — Pitangus Gabhii Lawr., Ann. Lyc. N.-Y. XI.
1876. 288, St. Domingo.
Ampelidae. C. Clement: Sur les palettes terminales des
remiges et des rectrices du jaseur de Boheme (Ampelis garrulus L.).
Nimes. 8.
38 Pelz ein: Bericht üb. cl- Leistungen in d. Naturgeschichte
II. Nehrling: Nürdamericanische Vögel im Freileben ge
schildert. III. Ampelis cedrorum. Gefied. Welt 411.
Gotingidae. Neue Art: Lathria iiropygialis Sclat. et Salv.
Proc. Z. S. 355, Bolivien, M. Buckley.
Abbildung: Lathria uropygialis Sclater et Salvin, Proc. Z
S. t. 32, Holzschnitt der Primarien ib. S. 356.
Laniidae. E. L. Layard: Berichtigungen zu den Beschrei
bungen von Pachycephala- Arten (Proc. Z. S. 1875). Proc. Z. S
1876. 494.
Prof. Cabanis: üeber Lanius major Pall. in Deutschi. Journ
f. Orn. 211.
Cabanis: üeber Lanius major und L. Homeyeri in Deutsch
land, ib. 222.
Schalow: üeber Lanius major, ib. 222.
Schalow: Ueber Otomela magnirostris Less., 0. lucionensis
L., Lanius sphenocercus Gab., L. brachyurus Pall. (bucephalus Temm.).
Journ. f. Orn. 214, 215.
H. Schalow^: Notiz über Otomela phoerncuroides (Sev.). Journ.
f. Orn. 145 (auch über die grauen Würger Helgolands).
Hans Graf Berlepsch: Lanius minor in Niederhessen und
seine geographische Verbreitung. Journ. f. Orn. 380.
Dr. Lazarus: Beobachtungen über einige der besten ein-
heimischen Sänger. IV. Der rothrückige Würger. Gefied. Welt 51.
Barboza du Bocage: Observations sur le Dryoscopus major
Hartl. et especes voisines d'Angola Mel. Orn. I. Jörn. d. Sciencias
math., phys. e uatur. XVIII. 1875. 1.
Neue Arten: Myiolestes macrorhynclms Layard, Ibis 145,
Fidschi-Ins. — M. huensis Layard, ib., Fidschi-Ins. — M. Fortunae
Layard, ib., Ins. Fortuna NO. der Fidschi-Ins. — M. compressirostris
Layard, Ibis 153, Fidschi-Ins. — 31. maxima Layard, Ibis 498,
Fidschi-Ins. — M. sp. Layard, Ibis 153, Fidschi-Ins. — Beetes
Draschei PelzelHf Verh. zool. bot. Gesellsch. Wien XXVI. 718, Papua-
Ins. ? — Pachycephala torqimba Layard, Ibis 146, Fidschi-Ins. — P.
intermedia Layard, ib. 154, Fidschi-Ins. — Nicator Vireo Caban.,
Journ. f. Orn. 333, W.-Africa, Dr. Falkenstein ?
Neue Subspecies: Lanius affitds Legge, Stray Feath IV.
243, Ceylon (Note von A. Hurae ib. = caniceps Blyth).
Abbildungen. Pachycephala flavogrisea Gould, Birds N.-
Guinea P. II. — Nicator Vireo Caban.. Journ. f. Orn. t. 2, f. 2.
Passeres conirostres.
Gorvidae. Sclater and Salvin: Notes ou some of the Blue
Crows of America. Proc. Z. S. 268.
der Vögel während des Jahres 1876. 39
G. Greig: Cissa speciosa on the borders of the Dhoon. Stray
Feath. IV. 509. Zusätze von A. Hume.
Wagen führ: Brüten von Struthidea cinerea im zoologischen
Garten za Berlin. Journ. f. Orn. 334.
R. Blas ins: Nisten von Nucifraga caryocatactes im Harz.
Journ. f. Orn. 352.
Thiele: Der Tamienhäher im Harze brütend, ib. 364.
Dr. A. Girtanner: Der Kolkrabe (Corvus corax) in der
Schweiz. Zool. Garten 304.
Barboza du Bocage: Observacoes ä cerca do Corvo do Archi-
pelago de Cabo Verde (Corvus ruficoUis Less.) Melang. ornith. I.
Jörn. Sc. math., phys. e natur. VHI. 1875. 13.
Adolf Müller: Züge aus dem Leben der gemeinen Krähe (C.
corone). Zool. Gart. 314.
Dresser: Ueber Corvus monedula. B. Eur. P. XLVI. Text.
Neue Arten: Cyanocitta germmia Sclat. et Salv. (beachii et
crassirostris Auct. nonnulL), Proc. Z. S. 270, Belize, Peten, Merida,
Yucatan. — Cyanocorax nigriceps Sclater et Salv., Proc. Z. S. 354,
Bolivien, M- Buckley. — Corvus capellanus Sclater, ib. 694, Türkisch
Arabien, pers. Meerbusen, M. Hartley. — C. annectens Brüggem.,
Abh. naturwiss. Ver. Bremen V. 75, Celebcs, v. Rosenberg. — C.
fallax Brügg., ib. 76, Celebes, v. Rosenberg. — C. modestus Brüggem.,
ib. 77, Celebes, v. Rosenberg.
Neue Varietät: Cyanocitta armiUata (Quindiana) Sclat. et '
Salv., Proc. Z. S. 272.
Abbildungen. Garrulus Hyrcanus Blanf., East. Persia II.
t. 18. — Corvus capellanus Sclater, Proc. Z. S. t. 66. — C. annectens
Brüggem., Abh. naturwiss. Ver. Bremen V. t. 3, f. 3. Schnabel. —
C. fallax Biüggem., ib. f 4. Schnabel. — C. modestus Brügg., ib.
f. 5. Schnabel.
Paradiseidae. S al v a d o r i : Prodromus Ornithologiae Papuasiae
et Moluccarura Familia Paradiseidae. Ann. Mus. Genova IX. 188.
Neue Gattungen: Uranornis Salvadori, Ann. Mus. Genova
IX. 191 (U. rubra). — Bhipidornis Salvad., ib. 192 (Rh. Guglielmi
tertii).
Abbildungen. Paradisea sanguinea Gould, B. N-.Guinea P.
IV. — P. raggiana ib. — Cicinnurus regius, ib. P. III. — Diphyllodes
Gulielrai III., ib. P. II. — D. speciosa ib. — D. chrysoptera ib. —
D. respublica, ib. P. III. — Parotia sexpennis, ib. P. I.
Sturnidae. T. Salvadori: Prodromus Ornithologiae Papuasiae
et Moluccarum. Ann. Mus. Genova IX. 188.
Bau: Ueber Vorkommen von Pastor roseus in N.-Deutschland.
AUgem. d. Ornith. Gesellschaft 3./1. 1876 und Journ. f. Ornith. 101.
A. J. Jäckel: Ueber das Vorkommen des Rosenstaares (Pastor
roseus) in Bayern. Zool. Gart. 105.
40 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgoschichte
J. Roh weder: Zur Fortpflanzungsgeschichte des Staares.
Journ. f. Orn. 375.
Grunack: üeber Sturnns faroensis. Jonrn. f. Orn. 216;
Bolle ib. 2.
W. L. Buller: On the Nesting Habits of the Huia (Hetera-
locha acutirostris). Transact. N.-Zeal. Instit. VIII. 192, auch Ei.
J. D. Enys: An account of the Maori manner of preserving
the Skin of the Huia (Heteralocha acutirostris) Bull er, ib. 204.
R. B. Sharp e: Ueber Calornisarten. Ibis 45.
Dr.^fi'insch: Ueber Calornis striata (Gm.). Journ. Mus. Godeffr.
Hft. XH. 33.
T. Salvador i: Nota intorno al Fregilupus varius (Bodd.).
Atti Accad. Torino XI. 1876. 482, wichtige Nachweisungen.
Neue Gattung: Myiopsar Caban., Journ. f. Oru. 93 (M.
cryptopyrrhus n. sp.).
Neue Arten: Manucodia Cowrn Sclater, Proc. Z. S. 459 SO.
N.-Guinea, Dr. Comrie. — Gracula gnathoiitila Gab. et Reich,, Sitzgsb.
Gesellsch. naturf. Freunde. Berlin 16. Mai 1876. 72 et Journ. f. Orn.
322, N.-Haunover. — Sturnns sp. (? vulgaris var.) Blanf., East. Persia
II. 267, Persien. — Myiopsar cryptopyrrhus Cabanis, Journ. f. Orn.
93, Loangoküste, Dr. Falkenstein. — Aplonis Pelzeini Finsch, Journ.
Mus. Godeffr. Hft. XII. 32, Ins. Ponape. — A. Fortunae Layard,
Ibis 147 (wohl = A. tabuensis Layard, Proc. Z. S. 499), Ins. For-
tuna n.-ö. der Fidschi-Ins, — A. vitiensis Layard, Proc. Z. S. 499,
Fidschi-Ins. — Calornis sanghirensis Salvad., Ann. Mus. Genova IX.
60 et 502, Petta (Ins. Sanghir).
Neuer Artnai.me : Sturnus ainUguus A. Hume (für St. nitens
Hume nee Brehm). Stray Feath. IV. 512.
Abbildungen. Manucodia Comrii Sclater, Proc. Z. S. t. 42;
Holzschnitt des Kopfes ib. S. 459. — Aplonis Pelzeini Finsch, Journ.
Mus. Godeffr. Hft. XII. t. 2, f. 3. — Scissirostrum dubium (Lath.)
Brüggem., Abh. naturwiss. Ver. Bremen V. t. 3, f. 11. 12. Schnabel
des jungen und alten Vogels.
Icteridae. v. Schi echten dal: Bemerkungen über Leistes
frontalis und einige verwandte Arten. Gefied. Welt 13.
Ploceidae. Barboza duBocage: Observations sur les especcs
du genre Sycobius Melang. ornith. II in Jörn. Sc. math., phys. e
nat. XX. Lisboa 1876. 17.
D. G. Elliot: A Review of the Genus Malimbus Viciil. Ibis
456. t. 13.
Jantzen: Prachtfinkenzüchtung. Gefied. Welt 430 et 438.
J. Stichling: Zur Keuntniss von Ploceus sanguinirostris,
ib. 480.
• Neu; Ein Pärchen Schmetterlingsfinkeu als Pflegeeltern, ib. 501 .
E. Kratz: Diamantfinkeu-Zucht, ib. 374.
der Vögel während des Jahres 1876. 41
Neue Siibgcnera: Atalochroiis D. G. Elliot, Ibis 458
(Maliubus Rachelie). — Anaplcctes D. G. Elliot, ib. 459 (M. nie-
lanotis et rubriceps).
Neue Arten: Hypliantornis suhpersonata Cabanis. Journ. f.
Orn. 92, Loaiigoküste, Dr. Falkeustein. — Sycohms albinucha Bocage,
Melang. ornith. II. Jörn. Sc. math., phys, e nat. XX. 22, Angola.
— S. rubriceps Reichenow, Journ. f. Orn. 209, Cameron, Dr. Reichenow,
— Estrelda burmanica A. Hume, Stray Feath. IV. 336 et 484,
Rangoon. — Munia caniceps Salvad. , Ann. Mus. Genova IX. 38,
S. N.-Guinea, d'Albertis. — Erythrura glauca Finsch, Journ. Mus.
Godeffr. Hft. XII. 35, Ins. Ponape.
Abbildungen. Malimbus Cassini Elliot, Ibis t. 13, f. 1. —
M. rubriceps (Sundev.), ib. f. 2.
Tanagridae. Sclater: Description of a new Tauager of the
Genus Calliste and Remarks on other recently discovered Species.
Ibis 407. t. 12.
Neue Gattung: Malacothraiipis Sclater et Salv., Proc.
Z. S. 3.53 (M. dentata n. sp.).
Neue Arten: Malacotliraupis dentata Sclater et Salv., Proc.
Z. S. 353, Bolivien, M. Buckley. — Calliste mekmotis Sclater (C. cya-
notis ante), Ibis 408, Ecuador. — C. punctidata Sclater et Salv.,
Proc. Z. S. 353, Bolivien, M. Buckley. - C. fiävicervix Sei. et Salv.,
ib. 354, Bolivien , M. Buckley. — C. argyrofenges Sei. et Salv., ib.,
Bolivien, M. Buckley. — Buarrenwn melanops Sclat. et Salv., ib. 253,
Bolivien, M. Buckley. — Chlorospingus calophrys Sei. et Salv., ib. 354,
Bolivien, M. Buckley.
Abbildungen. Malacothraupis dentata Sei. et Salv., Proc.
Z. S. t. 31; Holzschnitte von Kopf, Fuss und Flügel, ib. S. 353.
— Calliste melanotis Sclater, Ibis t. 12, f. 1. — C. cyanotis Sei.,
ib. f. 2. — C. fulvicervix Sei. et Salv., Proc. Z. S. t. 30, f. 1. —
C. argyrofenges Sei. et Salv., ib. f. 2.
Fringillidae. Dr. Müller: Ueber in Gefangenschaft gelegte
Eier von Fringilla spinus, carduelis, serinus und Pyrrhula rubicilla,
auch Nester. Journ. f. Orn. 361.
A. Plume: Uebersicht der Arten von Leucosticte und Monti-
fringilla. Stray Feath. IV. 486.
C. Jex: Ueber die Fortpflanzung des Zeisigs in der Gefangen-
schaft. Zool. Gart. 217 et 413.
A. Wiener: Amerikanische Finken nebst Zusatz von Dr.
Russ. Gefied. Welt 182 et 210.
F. Wilde: Weisse Stieglizze, ib. 374.
Dresser: Passer domesticus et italiae. B. Eur, P. XLVII et
XLVIII Text, P. hispaniolensis ib.
L.Bureau: Note sur la reproduction du Passer hispaniolensis
— P. domesticus — P.montanus. Bullet. Soc. Zool. de France 1876. 184.
42 Pelzein; Bericht üb. d. Leistungen in d, Naturgeschichte
A. Hume: Dusky type of Passer montanus from Thibet. Stray
Feath. IV. 499.
Dr. V. Gloeden: Zur Unterscheidung des Geschlechtes der
Dompfaffen im Nestgefieder. Journ. f. Orn. 373.
Dr. Müller: Zerbeissen von Primelblättern durch den Dom-
pfaffen. Zool. Gart. 301.
F. Smith: The Canary; its Varieties Management and Bree-
ding. With Portrait of the Authors own Birds 4. ed. Post 8. 152 S.
Dr. K. Russ: Der Kanarienvogel. Seine Naturgeschichte, Zucht
und Pflege. 2. Aufl. Hannover 1876. 8.
Dr. Salzmann: Zwei Canarienvögel aus einem Ei. Journ. f.
Orn. 207.
F. H. Lieb seh er: Blaue Kanarienbastarde (Vater wol Hypo-
chcra ultramarina oder nach Dr. Russ Spiza cyanea). Gefied. Welt 480.
A. Hume: Ueber Propasser Murrayi. Stray Feath. IV. 502,
Mützel: Aus dem Gefangenleben des Cardinalis virginianus.
Journ. f. Orn. 442.
E. Winkler: Ueber die Brut der Kardinäle. Gefied. Welt
448 et 467.
J. Vi an: Le Starrique Perroquet en Suede. Bull. Soc. Zool.
de France 1876. 1.
Neue Arten: Ghrysomitris Dyboiuskii Taczanowski, Journ. f.
Orn. 199 et Bullet. Soc. Zool. de France 1876. 180, Ussuri. —
Montifringüla Blanfordi Hume, Stray Feath. IV. 487, Tibet. — 31.
Mandeln Hume, ib. 488, Tibet. — Bucanetcs sp. Blanf., East, Persia
U. 251, Persien.
Abbildungen. Fringilla montifringilla D. Rowley, Orn. Mise.
P. II. N. 2. 1875. t. m. f. 1, m. var. f. 2 (Köpfe). — Montifringilla
nivalis Dresser, B. Eur. XLVII — XLVIII. — Carduelis elegans D.
Rowley a. a. 0. t. var. f. 1, type f. 2, var. f. 3 (Köpfe). — Ghryso-
mitris spinus Dresser, B. Eur. XLVII— XLVIII. — Serinus canonicus,
ib. XLIX. — S. pusillas, ib. LV— LVI. — Passer montanus, ib. XL VI.
— P. hispaniolensis ib. — P. Italiae et domesticus, ib. XLVII — XLVIII.
P. Simplex, ib. LV — LVI. — Camarhynchus variegatus Sclater et
Salv., Salvin Transact. S. Z. IX. P. 9. t. 85 m. f., Holzschn. v.
Kopf und Flügel, ib S. 489. — C. prosthemelas Sei. et Salv., ib.
S. 490, Holzschn. v. Kopf und Flügel. — C. Habeli Sei. et Salv., ib.
t. 86 m. f., Holzschn. v. Kopf u. Flügel S. 491. — Holzschnitte von
Kopf u. Flügel von Certhidea fusca Sei. et Salv., ib. S. 477, Cactornis
Abingdoni Salv. S. 487, C. pallida Sei. et Salv. ib., Holzschnitte der
Schnäbel von Geospiza magnirostris Gould S. 479 et 484, G. stcenua
Gould S. 481 et 484, G. fortis Gould S. 482 et 484. - G. fuliginosa
Gould ib. — G. parvula Gould m. f. S. 483 et 484. — Zonotrichia
albicollis D. Rowley, Orn. Mise. V. t. 46, f. 3. — Pyrrhula vulgaris
Dresser, B. Eur, L. — P. murina ib. — P. major, ib. LI— LH. —
der Vögel während des Jahres 187G. 43
Erythrospixa sanguinea ib. — E. obsoleta Blanf., East. Persia II.
t. 17. — Linaria cannabina Dresser, B. Eur. XLVI. — Linola flavi-
rostris, ib. LIII. — L. Hornemanni, ib. LV — LVl.
Emberizidae. Prof. Jeitteles; lieber einen lebenden Schnee-
ammer (Plectrophanes nivalis) nebst Bemerkungen über die geogr.
Verb, dieser Art. Mitth. Aussch. Orn. Verein Wien N. 2.
Neue Art: ScJioenidus pi/rrhulinvs Swinhoe, Ibis 333 (vgl.
auch Ibis 1875. 451), Hakodadi, Japan, M. Elakistou.
Abbildungen: Schoeniclus pyrrhulinus Sv^inhoe, Ibis t. 8,
f. 2. — Emberiza hortulana D. Rowley, Orn. Mise. P. II. N. 2. 1875.
t. f. 1 (Kopf). — E. caesia, ib. f. 2 (Kopf). — E. citrinella, ib. V.
t. 46, f. 1. — E. cirlus, f. ib. f. 2 et f. var. ib. f. 4.
Alaudidae. 0. v. Krieger: lieber Lerchenjagd und Lerchen-
fang. Journ. f. Orn. 67.
N. Stahl: Die Heidelerche (Alauda arborea) als Sänger und
Pflegling. Gefied. Welt 40.
W. T. Blanf ord: Note on the Synonymy of Spizalauda. Stray
Feath. IV. 237.
D. Rowley: Ammomanes deserti (Licht.) and isabellc Birds.
Orn. Mise. IV. 263. t. 28.
Neue Arten: Otocoris Parvexi Taczan, Bullet. Soc. Zool. de
France 161, Sibirien? — 3IelanocorypUa sp. (? calandi-a var.) Blanford,
East. Persia 11. 244, Persien.
Abbildungen. Alauda arvensis var. D. Rowley, Orn. Mise.
P. II. N. 2. 1875. f. 4 (Kopf). — Ammomanes deserti (Licht.), ib.
IV. t. 28.
Goliidae. Prof. C aban is: lieber Coliusarten. Journ. f. Orn. 94.
A. H. Garrod: Notes on the Anatomy cf the Colies (Colius).
Proc. Z. S. 416.
Sclater: lieber Colius custanonotus. Proc. Z. S. 413.
Neue Art: Colius minor Cabanis, Journ. f. Orn. 94, P. Natal.
Abbildung. Colius castanonotus, Proc. Z. S. t. 35; Holzschn.
des Gaumens A. H. Garrod, ib. S- 417.
Opistbocomidae. J. ßerwick Perrin: On the Myology of
Opisthocomus cristatus. Transact. Z. S. Vol. IX. P. 6. 1876. 353.
t. 63—66.
Abbildungen. Opisthocomus cristatus. Anatomie Berwick
Perrin, a. a. 0. t. 63—66.
Bucerotidae. Giebel: lieber Bucerotidae. Zeitschr. f. d. ge-
sammt. Naturwiss. N. F. XIII. Febr. — März 1876. 292.
Dr. Brüggemann: lieber Buceros-Arten. Journ, f. Orn, 445;
Reichenow ib.
A. H. Garrod: On a Peculiarity in the Carotid Arteries and
44 PelzelD: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
other Points in the Auatoray of the Ground Hurnbill (Bucorvus
abyssinicus). Proc. Z. S. 60.
Neue Art: Buceros Icucopygus Giebel, Zeitschr. f. d. gcs.
Naturwiss. N. F. XIII. 1876. Jan. 73, Febr. et März 292, Gabon,
Baron Koppeufels.
Scaiisores.
Fsittacidae. Sclater: lieber die Arten der Gattung Pyrrhu-
lopsis. Proc. Z. S. 307.
A, et Ed. Newton: On the Psittaci of the Mascarene Islands.
Ibis 281. t. 6 (auch Eier v. Palaeornis echo).
Salvin: Uebersicht der Arten von Piouopsitta. Ibis 496.
Nach Layard (Proc. Z. S. 501) soll auf Vavau ein kleiner
Papagei mit 2 langen Federn im Schwänze nunmehr nicht mehr
existiren.
A. H. Garrod: Notes on the Anatomy of certain Parrots.
Proc. Z. S. 691.
D. Rowley: Subfamily Nasiterninac. Orn. Mise. V. 152.
F. K. Göller: Des Wellensittichs Zucht und Pflege. Weimar
1876. 8.
H. V. Berlepsch: Der Karolinasittich im Freien. Gehed.
Welt 250.
P. L. Sclater: lieber Coriphilus Kuhli von der Palmyra-Gruppe.
Proc. Z. S. 421.
Dr. F in seh: Trichoglossus Musschenbroekii in D. Rov/ley's
Orn. Mise. V. 61. t. 44.
D. Rowley: Trichoglossus Arfaki (A. B. Meyer), ib. III. 145,
V. 53.
Dr. Finsch: Trichoglossus pulchellus (Gray), ib. 149.
T. Salvadori: Tanygnathus gramineus (Gm.) von den Jägern
des H. Bruijn auf der Insel Buru wieder aufgefunden. Ann. Mus.
Genova VIII. 369.
D. Rowley: Psittacus erithacus L. Orn. Mise. III. 164.
Dr. Finsch: Nasiterna geelvinkiana and its allies ib. 157.
Neue Arten: Platycercus taviunensis Layard, Ibis 141, Fid-
8chi-Ins. (wohl Pyrrhulopsis taviunensis Sclater, Proc. Z. S. 307). —
Aprosmicius buruensis Salvad. (amboinensis Auct. plur.), Ann. Mus.
Genova VIII. 371, Ins. Buru. — yl?*« Co?</o7n' Sclater (Conurus Illigeri
Tschudi F. Per., Sittace maracana part. Finsch Papag.), Proc. Z. S.
255, Hochperu, v. Tschudi- ~ Chalcopsittacus chloropterus Salvad.,
Ann. Mus. Genova IX. 15, S. N.-Guinea, d'Albertis. — Trichoglossus
flavicans Gab. et Reich., Sitzgsb. Gesellsch. naturf. Freunde Berlin
der Vögel während des Jahres 1876. 45
16. Mai 1876. 73 u. Joiirn. f. Orn. 324, Neu-Hannover. — T. stih-
placens Sclater, Proc. Z. S. 519 (veigl. auch Salvad. , Ann. Mus.
Genova IX. 16), S. N.-Guinea, d'Albertis et Tonmsiuelli. — Pionopsitta
jpyrrhops Salviu , Ibis 495, W.- Ecuador. — Cydopsitta sucwissima
Sclater, Proc. Z. S. 520 (vergl. auch Salvad., Ann. Mus. Genova IX.
12), S. N. -Guinea, d'Albertis et Tomasinelli. — Cydopsütacits fusci-
frons Salvad., Ann. Mus. Genova IX. 14, Fly River, N.-Guinea,
d'Albertis. — Nasiterna Beccarü Salvad., ib. VIII. 396, N.-Guinea,
Beccari u. Bruijn.
Neuer Art na nie: Palaeornis echo A. et E. Newton, Ibis
284, eventuell für den Palaeornis von Mauritius, da P. eques auf den
Vogel von Reunion basirt ist.
Abbidungeu: Aprosmictus insignissimus Gould, B. N.-Guinea
P. I. — Palaeornis Wardi A. et E. Newton, Ibis t. 6 (m. et f.). —
Ära Oouloni, Holzschn. des Kopfes, Sclater. Proc. Z. S. 255. —
Lorius solitarius Lath., Finsch in D. Rowley's Orn. Mise. V. t. 41.
— Trichogiossus aureocinctus Layard, Finsch, Journ. Mus. Godeffr.
Hft. XII. 1. 1, f. 1; D. Rowley Orn. Mise. IV. t. 36. - T. Musschenbroeki
(Rosenb.) Finsch, ib. V. t. 44. — T. Arfaki (A.B.Meyer) D. Rowley,
ib. III. t. 16. — T. pulchellus (Gray) Finsch, ib. t. 17. — Charmo-
syna jDulchella Gould, B. N.-Guinea III. — Ch. Josephinae ib. — Ch.
papuensis, ib. P. IL — Psitteuteles Arfaki ib. — Ps. Wilhelminae
ib. — Ps. placens ib. — Psittacella ßrehmii, ib. P. IV. — Psittacus
erythacus D. Rowley, Orn. Mise. III. t. 22. — Cydopsitta Maccoyi
Gould, B. N.-Guinea P. I. — C. suavissima Sclater, Proc. Z. S. t. 54
m. et f. — Nasiterna geelvinkiaua Schleg, m. et f., Orn. Mise. III.
t. 18. — N. pygmaea q. et G., ib. m. t. 19, f. t. 20. — N. pusio
Sclater, ib. t. 21.
Gapitonidae. Neue Arten: Pogonorhynchus eogaster Gab.,
Journ. f. Orn. 92, Loan^oküste, Dr. Falkenstein. — Capito squamatus
Salvin, Ibis 494, W. -Ecuador.
Abbildungen. Pogonorhynchus eogaster Gab., Journ. f. Orn.
t. 2, f. 1 et Bouvier, Bullet. Soc. Zool. France t. 6, f. 2. — Capito
squamatus Salvin, Ibis t. 14.
Picidae. W. K. Parker: On the Morphology of the Wood-
peckers (Picidae) and Wrynecks (Yungidae). Transact. Linn. Soc.
London 2. ser. Zool. Vol. I. P. I, t. 1—5. 1875.
E. V. Homey er: Die Spechte, ihr Nutzen und Schaden. Ornith.
Centralblatt 16.
Prof. Borggreve: Ueber die Nützlichkeit der Spechte. Journ.
f. Orn. 354.
T. Salvadori: Ueber Picus leucopterus Salv., Ibis 386.
Dr. Reicheuow: Ueber Picus (Campethera) maculosus Val.
und P. permistus n. sp. Orn. Gesellsch. Berlin 6. Dec. 1875 et
Journ. f. Orn. 1876. 95.
46 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
0. Salvin: Ueber die Vorräthe des Melanerpes formicivorus.
Proc. Z. S. 414.
J. Gammie: Micropternus phaioceps nesting in ants' nests.
Stray Feath. IV. 511, auch Ei. Zusatz von A. Hume.
Neue Arten: Picus (Campethei^ä) permistusB.eichenow (hrsichy-
rhynchus Malherbe nee. Swains.), Journ. f. Orn. 97, W.-Africa. —
Brachypternus intermedüis Legge, Stray Feath. IV. 242, Ceylon
(Note von A. Hume ib.). — Hypoxanthus atriceps Sclater et Salv.
(H. Rivoiii Sei. et Salv. P. Z. S. 1878. 780), Proc. Z. S. 1876. 254,
Peru (Whiteiy), Bolivien (Buckley).
Abbildungen. Picus atratus Blyth. (m. et f.), Marq. Tweed-
dale, Ibis t. 9. — Picus St. Johannis Blanf., East. Persia II. t. 9.
Cuculidae. R. B. Sharpe: Revision of the Family Indica-
toridae in D. Rowley's Orn. Mise. III. 192.
H. E. Dresser: lieber Coccoyzus erythrophthalmus. B. Eur.
LIV. Text.
Prof. Giebel: Ueber Centropus Francisci. Zeitschr. f. d. ges.
Naturwiss. N. F. XIII. 1876. 292.
Discussion über Lebensweise des gemeinen Kuckuck. Journ.
f. Orn. 353.
L. Holtz: Ueber den gemeinen Kuckuck (Cucuhis canorus L.).
Mittb. a. d. naturwiss. Vereine von Neu -Vorpommern und Rügen,
herausgeg. von Dr. Th. Marsson. Jahrg. VIII. 1876. 45.
Ad. Walter: i^eobachtungen in dem Leben und Treiben des
Kuckucks. Journ. f. Orn. 368.
The Cuckoo. „Nature" 1876. 210, 231, 255, 309, 369 (Lebensw.).
L. Martin: Ein Kuckucksei im Nest eines kleinen Lappen-
tauchers. Journ. f. Orn. 391.
Dr. v. Gloeden: Begegnung mit einem Paar Kuckucke, ib. 204.
Neue Arten: PolopMlus nigricans Salvadori (P. sp. Ann.
M. G. VII. 813), Ann. Mus. Genova IX. 17, N.-Ginnea u. Ins. Yule,
d'Albertis. — Cuculus virescens Brüggem. (Cacomantis sepulcralis L.
Waiden), Abh. naturwiss. Ver. Bremen V. 59, Celebes, Dr. G. Fischer.
— C. asturinus Brüggem. (Hierocococcyx crassirostris Gab. rase),
ib. 101, Gorontalo, Celebes, H. Riedel. — C. sp. Taczanowki, Journ.
f. Orn. 200, Ussuri.
Abbildungen. Indicator Barianus Heuglin , D. Rowley's
Orn. Mise. III. (IV?) t. 26. — Prodotiscus regulus ib. — Coccyzus
americanus et C. erythrophthalmus Dresser, B. Eur. LIV.
Columbae.
Golumbidae. Salvadori: Prodromus Ornithologiae Papuasiae
et Moluccarum II. Columbae. Ann. Mus. Genova IX. 194.
der Vögel während des Jahres 1876. 47
Einige Notizen über Chrysoena victor Gould v. Th. Klcin-
schmidt, mitgeth. v. Dr. Finsch. Journ. Mus. Godeör. Hft. XII. 12.
W. L. Bull er: On varieties of Carpophaga Novae Zelandiae.
Transact. N.-Zeal. Inst. VIII. 196.
W.agonführ: Monströse Haustaube und Brüten von Phlogoenas
cruentata und Caloenas nicobarica im Berliner zoologischen Garten.
Journ. f. Orn. 334.
Rieh. B. König-Warthausen: Nest von Coluraba palumbus.
Journ. f. Orn. 444.
G. Neuraeister: Das Ganze der Taubenzucht. 3. Aufl. v. G.
Prütz, mit 17 Taf. Weimar 1876. fol.
E. Gayot: Le Pigeon. Ilist. nat., races d'utilite et d'amateurs,
reproduction, education, hygiene, maladies, ecoles de tir Paris 1876, 8.
Prof. Bonizzi: J. Colombi di Modena con tavole. Modena
1876 (auch über Hybridismus mit tortora domestica).
P. Bonizzi: Süll' utilitä dei Colombi. Modena 1876.
Le Perre de Roo: l'Instinct d'orientation chez le Pigeon
voyageur. Bull. Soc. Acclimat. Paris Fevr. 1876. 71.
L. Schneider: Vertheidigung gegen das Kriegsmittel der
Brieftauben. Gefied. Welt 162, 169, 184.
Ueber Brieftaubenpost ib. 362 et 372 (aus ,.Industrielle Blätter").
Salvadori: Intorno al tipo della Goura Scheepmakeri Finsch
ed agli esemplari del genere Goura raccolti dal d'Albertis nella
penisola Orientale della Nuova Guinea ad attribuiti alla medesima
specie Atti Accad. Torino XI. 1876. 624.
Salvadori: Ulteriori osservazioni intorno al tipo della Goura
Scheepmakeri etc., ib. 674. t. 7.
Neues Subgenus (v. Ptilopus): Oedirhinus Gab. et
Reich., Sitzg.-Ber. Gesellsch. naturf. Freunde Berlin 16. Mai 1876.
73 et Journ. f. Orn. 326 (Pt. [Oed.] globifer n. sp.).
Neue Arten: Ptilopus (Oedirhinus) globifer Gab. et Reich.,
Sitzungsb. Gesellsch. naturf. Freunde Berlin 16. Mai 1876. 73 et
Journ. f. Orn. 326, Neu-Irland. — Pt. zonurus Salvad., Ann. Mus.
Genova IX. 197, Aru-Ins., Wallace, v. Rosenberg, Beccari. — I^ili-
nopus nuchalis Brüggem., Abh. naturwiss. Ver. Bremen V. 80, Riedel,
Dr. G. Fischer, Wallace? — Pt. Fischeri Brüggem., ib. 82, Celebes,
Dr. Fischer. — Carpophaga poecilorrlioa Brüggem., ib. 84, Celebes,
Dr. G. Fischer. — C. sp. (Sundevalli et tumida Auct. part) Salvad.,
Ann. Mus. Genova IX. 200, Luisiade-Ins., Mc. Gillivray, — Jontliaenas
Bawlinsonii R. B. Sharpe, „Nature" 17. Aug. 1876. 339 et Salvad.
1. c. 203, SO. N-Guinea, M. Stone. — Macropygia Keyensis Salvad.,
1. c. 204, Ke-Ins., Wallace, v. Rosenb., Beccari. — M. griseinucha
Salvad., ib., Jobi, Beccari, Misore, v. Rosenb., Beccari, Miosnom,
Beccari, Mafor v. Rosenberg. — M. sp. Salvad., ib. 62, Pettä (Ins.
Sanghir). — Colmnba alhipennis Sclater et Salv., (C. maculosa Sei.
48 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
et S., Proc. Z. S. 1869. 600), Proc. Z. S. 1876. 18, Peru, M. Whiteley,
Bolivien, Dr. Forbes. — Goura ATbertisii Salvad. (G. Scheepmakeri
Salv. e d'Alb., A. M. G. VII. 797), Atti Accad. Torino XI. 624, 628
et 680 et Annal. Mus. Genova IX. 208, Oestl. Halbinsel N.-Guineas,
d'Albertis. — G. Sclateri Salvad., Ann. Mus. Genova IX. 45 et 207,
Fly River, N. -Guinea, d'Albertis. — G. Beccarii Salvad., ib. VIII.
405 et IX. 194 et 208, Humboldt-Bai, Beccari und Bruijn.
Neue Varietäten: Ftilinopus melanoceplialus (Forst) var.
celebensis Brüggem , Abb. naturwiss. Ver. Bremen V. 80 et 81, Celebes,
Dr. G. Fischer, var. sulaensis, ib., Sula-Ins., Ceram. — Pt. coronulatus
var. marglnälis Brüggem., ib. 82, N.- Guinea, Salawatti, var. senex
ib. Jobi.
Abbildungen. Ptilonopus nanus Gould, B. N.-Guinea P. II.
— Ptilinopus Fischeri Brüggem., Abb. naturwiss. Ver, Bremen V.
t. 4. — Chrysoena victor Gould, D. Kowley Orn. Mise. V. t. 39. —
Gymnophaps poecilorrhoa (Brüggem.) Pelzelu, Verh. zool. bot. Ge-
sellsch. Wien XXVI. t. 13. — Columba oenas Dresser, B. Eur. LI— LH.
— Turtur vulgaris, ib. L. — T. senegalensis, ib. LI — LH. — T.
Orientalis, ib. LV — LYI. — Goura Albertisii Salvad., Atti Accad.
Torino XI. t. 7.
Dtdidae. Alf. Newton: Exhibition of and remark on a book
belongiug to M. Hooper, containing a notice of the Dodo. Proc.
Z. S. 333.
Gallinae.
Fterociidae. Frank Wise: Ueber Pterocles-Arten. Stray Feath.
IV. 230.
E. A. Butler: Pterocles senegalla 70 miles north-west of
Jodhpoor, ib. 508, mit Zusatz von A. Hume.
Abbildung. Syrrhaptes parodoxus Dresser, B. Eur. LIII.
Gracidae. Abbildungen. Crax globicera Garrod, Proc. Z.
S. t. 12, f. 5, coracoid bone. — Mitua tuberosa, Holzschu. d, Schä-
dels, ib. S. 198. f. 3.
Megapodidae. Marquis d'Hervey deSt. Denys: Ueber Hal-
tung von Talegallen. Bullet. Soc. Acclimat. Paris 3. ser. III. Nov.
1876. 797 et Dec. 828.
E. Pierson Ramsay: Ueber Lebensweise und Nistgeschäft von
Talegalla Lathami und Megapodius tumulus. Proc. Z. S. 716.
Ueber Zucht des Catheturus Lathami im zoologischen Garten
zu Berlin. Journ. f. Orn. 342.
Sclater: Ueber Megapodius Macgillivrayii. Proc. Z. S. 460.
Neue Art: Megapodius Hueslceri Gab. et Reich., Journ. f.
Orn. 326, Neu-IIannover-
der Vögel während des Jahres 1876. 49
Abbildung. Megapodius Macgillivrayii Gray, Sclater, Proc.
Z. S. t. 43.
Phasianidae. D. G. Elliot: Ueber Severzow's Phasianus semi-
torquatus (= Ph. mongoiicus?), Ph. chrysomelas (= insignis Elliot)
und Ph. persicus (Ph. Shawi?). Ibis 131.
A. Wiener: Fasanenzucht. Gefied. Welt 240.
Dr. Kuss: Ein brütender Fasanhahn, ib. 286.
G. Andelle: Note sur la reproduction du Faisan de Soemme-
ring (auch über Tragopan Temminckii und Pucrasia xanthospila).
Bull. Sog. Acclimat. 3. ser. III. Dec. 1876. 825.
Julien: Augenkrankheit beim Faisan venere, ib. Fevr. 96.
Sclater: üeber das Weibchen von Euplocamus Andersoni.
Proc. Z. S. 274 (von Gould Birds of Asia als W. von E. praelatus
dargestellt).
Ussher: Ueber Lobiophasis Bulweri. „Nature" 1876. 582.
Sclater: Beschreibung der Henne von Lobiophasis Balweri
Sharpe. Proc. Z. S. 465 (auch anatom. Notiz, v. A. H. Garrod).
G. Marienval: Le Lophophore. Bullet. Soc. Acclimat. 3. ser.
III. Nov. 1876. 800.
A. Pro sc he: Das Huhn von Yo-ko-hama (aus Dresdener
Blätter für Geflügelzucht). Gefied. Welt 213.
Dr. Kipping: Ein Huhn mit vier Beinen, ib. 332.
H. Baumeyer: Das künstliche Ausbrüten und die Hühner-
zucht. Mit Holzschn. Hamburg. 8.
P. Taseher: On the Fecundation of the Egg in the Common
Fowl. Vom Verf. sanctionirter Auszug des preisgekrönten Aufsatzes
in Naturhist. Tidsskr. Copenhagen ser. 3. Vol. X. 1875 in Ann. nat.
bist 4. ser. XVIII. 1876. 369 et 511 (Berichtigung).
Dareste: Ueber Ernährung des Embryo im Hühnerei. Compt.
reiid. Acad. frang. 30. Oct. 1876. 836.
A. Raub er: üeber die Stellung des Hühnchens im Entwick-
lungsplan. Leipzig 1876. gr. 4.
Prof. Cabanis: Characteristik der Perlhuhnarten. Journ. f.
Orn. 210.
Neue Art: Numida orientalis Gab., Journ. f. Orn. 210, Zanzibar.
Abbildungen. Phasianus colchicus de la Blanchere, Ois.
Gibier t. 9. — Euplocamus albocristatus (Muskeln) Garrod, Proc.
Z. S. t. 15, f. 2. — Lobiophasis Bulweri Sharpe fem. (et m.), Sclater,
ib. t. 44.
Tetraonidae- Turnix jondera Hodgs. von A. Le Messurier
bei Karrachee in Sindh gefunden. Stray Feath. IV. 225.
Cabanis: Ueber die Arten der Gattung Oreotetrax (Megalo-
perdix), nebst brieflichen Mittheilungen Dr. Raddde's. Journ. f.
Orn. 217.
Archiv f. Naturg. XXXXm. Jahrg. 2. Bd. D
50 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
H. E. Dresser: Remarks on a Hybrid between the Black
Grouse and the Hazel Grouse (Tetrao tetrix et Bonasia betulina).
Proc. Z. S. 345.
Dresser: lieber Tetrao Mlokosiewiczi. B. Eur. LI— LH Text.
Radde; Briefliche Mittheilungen über das neue kaukasische
Birkhuhn. Journ. f. Orn. 219.
Dr. Elliott Coues: On the Breeding Habits, Nest and Eggs of
the White-tailed Ptarmigan (Lagopus leucurus) in Bullet, of the
Unit. St. Geolog, and Geograph. Survey of the Territories N. 5 second
series Washington 1876 (January) 263.
Neue Arten: Odontophorus cinctus Sa,\\in, Ibis 379, Veragua,
M. Arce. — Tetraogallus tauricus Danford, Dresser, Proc. Z. S.
675, auch Ed. Taurus.
Neue "Varietät: Caccdbis Chukar Gray var. Blanf., East
Persia II. 275, Persien.
Abbildungen: Francolinus vulgaris Dresser, B. Eur. P. LI
— LII. — Starna cinerea de la Blanchere, Ois. Gibier t. 6. — Coturnix
vulgaris, ib. t. 8; D. Rowley Orn. Mise. P. II N. 2. 1875 (C. dacty-
lisonans) t. f. 3. var. ib. f. 4 (Köpfe). — Turnix sylvatiea Dresser,
B. Eur. LV— LVI. — Ortyx texanus D. Rowley, Orn. Mise. P. II.
N. 2. 1875. t. f. 3. var. f. 4 (Köpfe). — Philortyx virginiana de la
Blanchere, Ois. Gibier t. 7. — Caccabis rubra, ib. t. 4. — C. petrosa
Kaup, ib. t. 5. — Tetrao ürogallus, ib. t. 2. — T. tetrix, ib. t. 3. —
Lagopus mutus, ib. t. 1.
Struthiones.
Ostriches and Ostrich Farming By Julius de Mos enthal and
J. E. Harting (Ostriches byHart.; Ostr. Farm, by Mosenth.). With
lUust. (Holzschnitte). London 1877 (bereits 1876 erschienen). 8. Ent-
hält Behandlung der Genera Struthio, Rhea, Casuarius, Dromaeus
und Apteryx.
Struthionidae. A. Leb ou vier: Les Autrnches au Cap de
Bonne Esperance. Bull. Soc. Acclimat. 3. ser. IIL Nov. 1876. 805
(Zucht).
Dr. K. V. Scherz er : Die Straussenzucht im Caplande und deren
Erfolge. Augsb. Allg. Zeitg. N. 67. 7./3. 1876, Beilage 949.
Creput: Ueber Straussenzucht bei Oran. Bullet. Soc. Acclim.
a. a. 0. Dec. 857.
Rheidae. Comte Hugo; Torsion de la plume de Rhea ameri-
cana. Bull Soc. Zool. de France 1876. 328.
Gasuariidae. E. Pierson Ramsay: Lebensweise, Nisten und
Eier von Casuarius australis. Proc. Z. S. 119.
der Vögel während des Jahres 1876, 51
P. L. Sclater: Ueber zwei junge Casuare aus Neu-Britannien
und Verzeichuiss der im Londoner zoologischen Garten lebenden
Casuare, ib. 413.
Ueber Zucht des Dromaeus Novae Hollandiae im zoologischen
Garten zu Berlin. Journ. f. Orn. 341.
C. Nissle: Fortpflanzung des neuholländischen Casuars im
zool. Garten zu Berlin. Zool. Gart. 214.
Dinornithidae. W. L. W. Vaux: On the probable origin of
the Maori Races. Transact. N.-Zeal. Instit. VIII. 3, auch über die
Zeit der Ausrottung der Moas.
Travers: Notes on the Enstinction of the Moa, with a review
of the discussions on the subject, published in the Transactions of
ths N.-Zealand Instit. ib. 58, mit wichtigen Mittheilungen von M,
John White über Lebensweise, Federn u. s. w. der Moas.
G. T hörne jun.: Notes on the Discovery of Moa and Moa-
hunters Remains at Patana River, near Whangarei ib. 83. t. 1—8.
C. H. Robson: Notes on Moa Remains in the vicinity of
Cape Campbell ib 95. t. 4.
Taylor "White: Notes on Moa Caves etc. in the Wakatipu
District ib. 97 (Federn von 2 Moa-Arten, Eifragmente von Dinornis
casuarinus und einer anderen Art u. s. w.). Noten hierzu von F. W.
Hutton ib. 101.
Extracts from a Letter from F. E. Maning, relative to the
Exstinction of the Moa, ib. 102.
F. W. Hut ton: Notes on the Maori Cooking Places at the
Mouth of the Shag River, ib. 103.
F. F. Cheaseman: Notice of the discovery of Moa Remains
at Ellerslie near Auckland. Auckl. Instit. 16. Aug. 1875. Transact.
N.-Zeal. Instit. VIII. 427.
H. A. H. Monro: Ueber Ausrottung der Moas, ebenda.
Dr. V. Haast: On Cave-Hunting. Philos. Inst. Canterbury et
„Nature" 1876. 576. Ueber Zeit des Erlöschens der Moas vgl.
auch ib. 90.
Apterygidae. W. L. Buller: On the Occurence of Apteryx
Oweni at high altitudes in the North Island. Transact. N.-Zeal. Inst.
VHI. 193.
Tinamidae. E. AI ix: Myologie du Rhynchotus rufescens
Gervais. Journ. de Zool. V. 1876, 411.
Grallae.
Otididae. W. Thienemann: Einige Mittheilungen über die
Zwergtrappe, Otis tetrax. Journ. f. Orn. 36.
52 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
W. Thienemann: lieber den gegenwärtigen Stand der An-
siedlung der Zwergtrappe in Thüringen, ib. 350.
Nach Graf Roedern wurde 0. tetrax auch in Schlesien in den
letzten Jahren wiederholt bemerkt und hat in diesem Jalire dort
gebrütet, ib. 352.
Abbildungen. Otis tarda de la Blanchere, Ois. Gibier t. 10.
— 0. tetrax, ib. t. 11. — 0. undulata Dresser, B. Eur. LIV. — 0.
Macqueeni ib.
Gharadrildae. Abbildungen. Oedicuemus crepitans de la
Blanchere, Ois. Gibier t. 12. — 0, scolopax Dresser, B, Eur. LV— LVI.
Squatarola helvetica (pull.), ib. XLVII— XLVIII; Seebohm u. H.
Brown, Ibis t. 5 (Eier). — Pluvialis apricarius de la Blanchere,
Ois. Gib. t. 13. — Morinelius sibericus, ib. t. 14. — Aegialitis
hiaticula Dresser, B. Eur. XLVII— XLVIII. — Ae. cantiana, ib. XLIX.
— Ae. curonica, ib. LI— LH.
Glareolidae. W. T. Blanford: Glareola pratincola in Sindh.
Stray Feath. IV. 507.
Ghionididae- Dr. A, Reichenow. Osteologie von Chionis
minor und Stellung der Gattung im System. Journ. f. Orn. 84; nach
Verf. in die Familie Charadriadae in gleichwerthiger Stellung mit
Glareola und Haematopus.
Abbildung. Chionis minor Ei. Journ. f. Orn. t. f. 2.
Gariamidae. Gadow: üeber die osteologischen und splanchno-
logischen Verhältnisse von Dicholophus cristatus III. Journ. f. Orn. 445.
Ärdeidae. Abbildung. Ardea cinerea (Dunenkleid) Marchand.
Rev. d. Zool. t. 15.
GicOüiidae. C. T. Bi ngham: Anastomus oscitans. Stray Feath.
IV. 212, Kleider, Nest, Eier, Lebensw.
Plataleidae. W. H. Hudson: Note on tbe Spoonbill of the
Argentine Republic. Proc. Z. S. 15. (Verf. hält den Vogel d. argent.
Republik für verschieden von der nördlicheren Platalea ajaja.)
Neue Art: Platalea sp. Hudson, Proc. Z. S. 15, Argentinische
Republik.
Tantalidae. A. Nehrkorn: lieber das Ei des Tantalus ibis
und seine Bastardirung mit der männlichen Ciconia leucocephala.
Zool. Gart. 414.
Dr. Brüggemann: lieber Ibis hagedash. Journ. f. Orn. 445;
Reichenow ib.
Neue Art: Falcinellus Eidgivayi Allen in Bullet. Mus. Comp.
Zool. Cambridge Vol. III. N. 15—16. 358, See Titicaca.
Scolopacidae. J. H. Gurney: lieber Himantopus candidus aus
Egypten. Stray Feath. IV. 230.
Dresser: lieber Tringa minuta. B. Eur. XLVII— XLVIII.
Appendix.
der Vögel während des Jahres 1876. 53
lieber das Meckern der Becassine Prof, Borggreve, Journ.
f. Orn. 357, Mewes ib., E. v. Homeyer ib. 359, auch Discussion,
E. V. Homeyer, Zool. Gart. 28.
W. Mewes: lieber den Schnarrlaut der Becassine, mit 1
Holzschn, Zool. Garten 204.
Pralle: lieber Eier von Scolopax gallinula. Journ. f. Orn. 363.
Neue Arten: Totanus Haughtoni Armstrong, Stray Feath.
IV. 344, Irrawaddy Delta, Zusatz von A. Hume ib. 346. — Limi-
cola sibirica H. E. Dresser, Proc. Z. S. 674, Sibirien, China (India?).
Abbildungen. Totanus ochropus Dresser, B. Eur, LIII. —
Tringites rufescens, ib. XLVII— XLVIII. — Recurvirostra avocetta,
ib. XL VI. - Tringa minuta (pulli), ib. XLVII— XLVIIL Seebohm u.
H. Brown, Ibis t. 7 (Eier). — T, alpina Dresser, B. Eur. XLIX. —
Limicola platyrhyncha, ib. LI — LH. — Gallinago major, ib. LV — LVI
et de la Blanchere, Ois. Gibier t. 16. — G, scolopaciua de la Blanchere,
Ois. Gibier t. 17. — G. gallinula, ib. t. 18. — Scolopax rusticola,
ib. t. 15.
Rallidae. W. H. H u d s o n : Notes on the Rails of the Argentine
Republie, Proc. Z. S. 102, Lebensw., auch Eier, Nest.
A. H. Garrod: On the Anatomy of Aramus scolopaceus. Proc.
Z. S. 275.
R. Swinhoe: lieber Porzana exquisita. Ibis 507.
Abbildung. Schädel von Aramus scolopaceus (Holzschnitt)
Garrod, Proc. Z. S. S. 276. f. 1—3.
Gallinulidae. Dresser: lieber Porphyrio veterum, B. Eur.
L. Text.
Buller: On a remarkalfle variety of Porphyrio melanotus.
Transact. N.-Zeal. lustit. VIIL 197.
Neue Arten: Porphyrio aneiteunensis Tristram, Ibis 265,
N.-Hebriden, M. Inglis. — Gallinula Garmani Allen, Bullet. Mus.
Comp. Anat. Cambridge Vol. IIL N. 15-16. 1876. 357, See Titicaca.
G. lepida Brüggem., Abh. naturwiss. Ver. Bremen V. 91 v. Rosenberg.
Neue Var.: Porphyrio indicus Horsf. var. palliatus Brüggem.,
Abh. naturwiss. Ver. Bremen V. 89, Celebes, Dr. G. Fischer (P. in-
dicus L. Waiden).
Abbildungen. Porphyrio smaragnotus Dresser, B. Eur.
LV — LVI. — P. veterum ib. — Gallinula chloropus (Muskeln) Garrod,
Proc. Z. S. t. 14, f. 2.
Parridae. W. H. Hudson: lieber Lebensw., Ei und Nest von
Parra jacana. Proc. Z.S. 103 (Notes on the Rails of theArgent.Republ.).
Palamedeidae. A. H. Garrod: On the Anatomy of Chauna
Derbiana and on the Systematic Position of the Screamers (Pala-
medeidae). Proc. Z. S. 189. t. 12—15.
Abbildungen. Chauna Derbiana Garrod, Proc. Z. S. t, 12 — 15
und Holzschnitte 1 und 4 S. 189 Anatomie.
54 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Anseres.
PhoeniCOpteridae. Ueber Brutgeschäft des Flamingo. Couvidan:
Voyage a travers de l'Isthme de Souez. Port Said 1876, mitgeth.
durch V. Heuglin. Journ. f. Orn. 213.
Anatidae. P- L. Sclater and 0. Salvin: A Revision of the
Neotropical Anatidae. Proc. Z. S. 1876. 357. t. 34. Vortreffliche
Monographie, Beschreibungen, auch Eier, Nester, Lebensw., Hybriden,
besonders aber geogr. Verbreitung mit Tabelle.
Sclater: üeber Sarcidiornis melanonota aus- Indien und S.
carunculata aus S. -America. Proc. Z. S. 694. t. 67, 68.
A. Hume: The first plumage of Anser indicus. Stray Feath.
IV. 499.
J. H. Gurney jr.: Ueber Anser erythropus in Egypten erlegt.
Proc. Z. S. 414.
H. Stevenson: üeber die röthliche Farbe am Halse von
Schwänen (von Eisen herrührend). Ibis 276.
J. H. Gurney: üeber Junge des Cygnus immutabilis Yarrell.
Proc. Z. S. 466; Sclater: Bemerkungen hierüber ib.
Üeber Querquedula falcata und Clangula glaucion in Indien.
Stray Feath. IV. 225.
Dr. F. Brüggemann: üeber die Paarung der Schell-Ente
(Clangula glaucion L.). Zool. Gart. 366.
D. F. Brüggemann: üeber die Lebensweise der LöÖel-Ente
(Spatula clypeata L,), ib. 195.
E. v. Homeyer: üeber die Mauser von Harelda glacialis.
Journ. f. Orn. 317.
Nach Travers: Transact. N.-Zeal. Instit. VIII. 75 (note) war
Tarepo der von den Maoris für Cnemiornis calcitrans gebrauchte
Name.
Neue Gattung: Tacliyeres Owen, Transact. Z. S. IX (1875).
254 (T. cinereus [Gm.]).
Neue Art: Querquedula Eatoni Sharpe, Coues Bullet. Unit.
St. Nat. Mus. N. 2, Kerguelensland ?
Abbildungen: Sarcidiornis melanonota Sclater, Proc. Z. S.
t. 67. _ S. carunculata, ib. t. 68. — Chen albatus Cassin D. Rowley,
Orn. Mise. V. t. 47. — Chenolopex aegyptiaca de la Blanchere,
Ois. Gibier, t. 25. — Anser cinereus, ib. t. 20. — A. sylvestris Briss,
ib. t. 21, — A. albifrons, ib. t. 22. — Bernicla leucopsis, ib. t. 23.
— B. branta, ib. t. 24. — B. ruficollis Dresser, B. Eur. LI— LH. —
Bastarde von Bernicla dispar und B. magellanica Sclater et Salv.,
Proc. Z. S. 365. Holzschnitt a. Male, b. female. — Chloephaga
magellanica Garrod, Proc. Z. S. S. 198. 2 Holzschn. d. Schädels. —
Cygnus ferus de la Blanch , Ois. Gib. t. 19. — Tadorna Beloni, ib.
der Vögel während des Jahres 1876. 55
t. 26. — T. Kasarka, ib. t. 27. — Aix sponsa, ib. t. 35. — Mareca
peuelope, ib. t. 31 et Dresser, B. Eur. XLVII— XLVIII. 2 taf. —
Dafila acuta Blanch., Ois. Gib. t. 32. — Anas boschas, ib. t. 29 et
D. Rowley, Orn. Mise. P. II. N. 2. 1875. t. f. 5 (fem.). — Querque-
dula circia Blanch., Ois. Gib. t. 33. — Q. crecca, ib. t. 34. — Q.
andina Sclat. et Salv., Proc. Z. S. t. 34. — Chaulelasmus strepera
Blanch., Ois. Gib. t. 30. — Spatula clypeata, ib. t. 28. — Branta
rufina, ib. t. 36. — Fuligula cristata, ib. t. 37. — F. marila, ib. t.
38. — F. ferina, ib. t. 39. — F. nyroca, ib t. 40- — Clangula
glaucion, ib. t. 41 et Dresser, B. Eur. XLVL — Gl. histrionica
Blanch., Ois. Gib. t. 42. — Harelda glacialis Dresser, B. Eur. XLVII
— XLVni. 2 taf. — Soniateria moUissima Blanch., Ois. Gib. t. 43.
— Oedemia nigra, ib. t. 44. — Oe. fusca, ib. t. 45.
Golymbidae. Abbildung. Colymbus septentrionalis Dresser,
B. Eur. LIV. — C. arcticus, ib. LV— LVI.
Alcidae. J. A. Allen: The Exstinction of the Great Auk.
Alca irapennis at the Funk's Islands Americ. Naturalist X. Jan. 1876. 48.
J. Vi an: Le Macareux de Graba en France. Bull. Soc. Zool.
de France 1876. 7.
Abbildung. Mornion Grabae J. Vian, Bullet. Soc. Zool. de
France 1876. t.
Spheniscidae. Ne ue Art : Eudyptes Schlegeli Finsch (diadematus
N. 1 et 3 Schleg.), Transact. N.-Zeal. Inst. VIII. 204, Macquarie Islands.
Abbildung. Spheniscus mendiculus Sund. Salvin, Transact.
Z. S. IX. P. 9. t. 89.
Procellaridae. 0. Salv in: Critical Notes on Procellariidae,
D. Rowley's Orn. Mise. IV. P. I. Banks' unpublished Drawings (auch
Solander's msc) 223. P. IL The new Species of Petrels obtained
during the Voyage of the Italiau Corvette Magenta round the World,
ib. 249.
lieber Synonymie von Procellarien aus Anlass von M. Kidders
Contrib. Nat. Hist. Kerguelen Island edit. by M. Elliott Coues.
Ibis 274.
Dresser: Ueber Puffinus anglorum. B. Eur. LV — LVI, Text.
Neue Arten: Oestrelata phaeopygia Salvin, Trans. Z. S. IX.
P. 9, Galapagos-Ins., MM. Kellett und Wood. — Oe. Kidderi E. Coues
in Bullet. Unit. St. Nat. Mus. N. 2, Kerguelen-Land. (Nach Salv.
Orn. Mise. 235 = A. brevirostris; vgl. auch R. B. Sharpe, „Nature"
17. Aug. 1876. 330.) — TJicdassidroma jabe-jabe BairhozB, du Bocsige,
Melang. ornith. I in Jörn. Sc. math., phys. e natur. XVIII. 1875.
19, Cap Verden.
Abbildungen. Procellaria haesitata Forst (?) Martens,
Preussische Expedition nach Ost-Asien I. Bd. 2. Hft. t. 4. — P.
Tethys Bp. Salvin, Trans. Z. S. IX. P. 9. t. 88. f. 2. — Oestrelata
phaeopygia Salv., ib. f. 1 et 3. — Oe. Magentae Gigl. et Salvad.,
56 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte d, Vögel.
Orn. Mise. IV. 30. — Oe. Arminjoniana Gigl. e Salvad., ib. t. 31. —
Oe. Trinitatis Gigl. e Salvad., ib. t. 32. — Oe. Defilippiana Gigl. e
Salv., ib. t. 33. — Puffinus elegans Gigl. e Salvad., ib. t. 34.
Laridae. Howard Saunders: On the Stercorariinae or Skua
Gulls. Proc. Z. S. 317. t. 24.
A. Hume: Occurrence of Larus fuscus within our limits
doubtful. Stray Feath. IV. 502.
Howard Saunders: On the Sterninae or Terus with Descrip-
tions of three new Species. Proc. Z, S. 638. t. 61 und Holzschnitte ;
auch Eier und Nester.
Marq. Tweeddale: lieber Sterna albigena Rüpp. in Indien
erlegt. Ibis 384.
Dresser: lieber Sterna Dougalli. B. Eur. 54, Text.
Giebel: lieber Rhynchops flavirostris (Federstellung). Zeitschr.
f. d. ges, Naturwiss. N. F. XIH. 1876. 293.
Neue Arten: Stercorarius chilensis (Lestris antarctica var. b.
chilensis Bp.) H. Saunders, Proc. Z. S. 323, Chile, Magellanstrasse,
Bolivien? — Sterna tibetana H. Saunders, ib. 649, Tibet, Baical-See,
Yarkand? — St. eurygnatlia H. Saunders, ib. 654 (St. elegans Leotand?
cayanensis Gmel. Pelz.), S. -Brasilien bis Trinidad. — Grygis macro-
rhyncha H. Saunders, ib. 668, Marquesas-Ins.
Abbildungen. Stercorarius parasiticus Dresser, B. Eur.
LI — LII. — St. crepidatus, ib. LV — LVl. — St. chilensis H. Saunders,
Proc. Z. S. t. 24. — Larus fuliginosus Gould, Salv., Transact. Z. S. IX.
P. 9. t. 87, f. 1 ad., f. 2 jun. — L. leucopterus Dresser, B. Eur. XLIX.
— Sterna Dougalli, ib. LV — LVI. — St. minuta ib. — St. eurygnatha
H. Saunders, Proc. Z. S. 654, Holzschnitt des Kopfes. — Holzschnitte des
Fusses von Sterna fuliginosa f. 2 und St. anaestheta f. 3, H. Saunders,
ib. 665. — Hydrochelidon leucoptera Dresser, B. Eur. XLVII— XLVIII.
2 taf. — n. nigra, ib. LIV. — Sternula placens Gould, B. N.-Guinea
P. III. — Holzschnitte der Köpfe von Gygis Candida f. 4 und G.
macrorhyncha f. 5, H. Saunders, Proc. Z. S. S. 668. — Köpfe von
Anous tenuirostris, melanogenys und leucocapillus H. Saunders, ib.
t. 61, f. 1. 2. 3.
Flotidae. A. H. Garrod: Notes on the Anatomy of Plotus
anhinga. Proc. Z. S. 335. t. 26-28.
Abbildungen. Plotus anhinga Anatomie Garrod, Proc. Z.
S. t. 26—28.
Pelecanidae. Neu e Art : Phdlacrocorax Finschi Buller, Transact.
N.-Zeal. Instit. VHI. 197, N.-Seeland (vergl. Graculus Finschi Sharpe
— Finsch ib. 203).
Abbildungen. Sula bassana (alba) Marchand, Rev. de Zool.
t. 14, Dunenkleid. — Phalacrocorax pygmaeus Dresser, B. Eur. LI
— LH. — Ph. africanus, ib. LIV. — Halieus verrucosus Gab., Journ.
f. Orn. t. f. 1.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Säugethiere während des Jahres 1876.
Von
Troscliel.
Von Giebels Bearbeitung der Säugethiere in Bronn 's
Klassen und Ordnungen des Thierreichs, wissenschaftlich
dargestellt in Wort und Bild, erschienen während des
Jahres 1876 die Lief. 11 und 12. Sie beschäftigen sich
mit dem Gebiss.
J. E. Gray hatte 1844 in dem Reisewerk Erebus and
Terror den Abschnitt über die Seehunde begonnen. Erst
1875 ist dieser Abschnitt mit der Familie Otariadae ver-
vollständigt, worauf wir unten weiter zurückkommen. Da-
rauf folgen Miscellanea p. 12*— 12^ mit kurzer Beschreibung
der auf pl. 18—29 abgebildeten Säugethiere: pl. 18 Jacchus
rufiventer, 19. Scotophilus Gauldii und morio, 20. Sc. pu-
milus und Greyii, 21. Nyctophilus Geoffroyi und major,
22. Mystacina tuberculata und Molossus norfolcensis, 25. An-
techinus Swainsonii, leucogaster, affinis, 26. A. crassicau-
data, flavipes, Phascogale calurus, 27. A. albipes, leucopus,
apicalis, 28. Hapalotis albipes, Richardsonii, 29. H. longi-
caudata, melanura.
Leicering Atlas der Anatomie des Pferdes und der
übrigen Hausthiere erschien Leipzig 1866—1874. Zwei
Bände fol. mit 43 Tafeln.
A. v. Mojsisovics, die Nervenendigung in der Epi-
dermis der Säuger. Wiener Sitzungsber. Bd. 71. III.
p. 242.
58 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Hannover, La retine de Thomme et des Vert^bres,
Memoire histologique, historicocritique et physiologique, avec
six planches gravees. Copenhague 1876. 4*^.
Faber, der Bau der Iris des Menschen und der Wir-
belthiere mit besonderer Berücksichtigung ihrer Musculatur.
Leipzig 1876, Berücksichtigt p. 61 von Säugethieren die
Iris von Kaninchen, Maus, Katze, Schwein, Ziege und Rind.
Ferner p. 70 die Iris von Lacerta, Anguis und Tropido-
notus, Triton, Salamandra, Rana und Bufo, von Fischen
p. 76 Cyprinus barbus.
Was sich in der Dissertation von Tauber über die
Zahnbildung und Zahnentwickekmg bei den Wirbelthieren
auf die Säugethiere bezieht, möge man in dem Bericht über
die Ichthologie nachsehen.
Baraldi zeigt in einem Aufsatze über das Jochbein,
dass in allen Fällen, wo eine Verdoppelung dieses Knochens
angegeben worden ist, nämlich bei Cercopithecus sabaeus,
Mycetes stentor, Mycetes seniculus, Callithrix sciurea, Tri-
chechus rosmarus, Pagophilus groenlandicus und Phasco-
lomys fossor, dieselbe einer individuellen Zufälligkeit zuzu-
schreiben ist. Atti della Societä Toscana II. p. 13.
Friant macht darauf aufmerksam, welche Rolle das
Schläfenbein in dem Bau des Schädels der Wirbelthiere
bildet. Er schliesst, dass von den vier Elementen des
Schläfensystems nur eines, das Felsenbein, der Theil ist,
welcher immer in die Zusammensetzung der Schädelwände
eintritt; dass die übrigen Theile den höchsten Grad der
Verschmelzung mit dem Felsenbein beim Menschen und
den Säugethieren erreichen, und noch alle in die Schädel-
hülle eintreten; dass bei allen Oviparen die Abgliederung
des Schläfenapparates sich mehr und mehr ausspricht, und
dass dies immer zum Nutzen des Kauapparates geschieht.
Bulletin de la soc. de Nancy IL 1876 p. 147.
Brock hat Untersuchungen über die Entwickelung
des Unterkiefers der Säugethiere angestellt. Er ist der
Ansicht, dass die Untersuchung verschiedener Thiere auch
verschiedene Resultate geben werde, und hat sich deshalb
vorzugsweise auf die Fötus des Schweins beschränkt. Er
behauptet, dass die erste Anlage des Unterkiefers periosteal
der Säugethiere während des Jahres 1876. 59
ist, dass beim Schwein nie mehr als eine Knorpelanlage
existirt, und dass die Verknöcherung weder ausschliesslich
metaplastisch, noch ausschliesslich endochondral ist, son-
dern sich aus beiden Typen zusammensetzt. Zeitschr. für
wiss. Zoologie 27 p. 287—318 Taf. 19 und 20.
Welcker hat in einem Aufsatze „Nachweis eines
ligamentum interarticulare (,,teres'^) humeri, sowie eines
lig. teres sessile femoris", worin namentlich das Meer-
schweinchen, Tapir u. s. w. berücksichtigt sind, daran er-
innert, dass das ligamentum teres beim Orang fehle, jedoch
beim Chimpanse vorhanden sei. Er findet es auffällig,
dass in den Discussionen über Descendenzlehre dieser
merkwürdigen, bei zweien so nahe verwandten Thieren
bestehenden Verschiedenheit keine Erwähnung geschieht.
Zeitschr. für Anatomie und Entwickelungsgeschichte IL p. 105.
Wood, Strange dwellings being a description of the
habitations of animals abridged from Homes without hands.
London 1876. In dem ersten Kapitel handelt Verf von den
grabenden Säugethieren, Maulwurf, Spitzmaus, Fuchs, Dachs,
Prairie-Hund (Spermophilus Ludovicianus), Kaninchen, Pseu-
dostoma bursarius, Eisbär, Chlamydophorus truncatus, Manis
pentadactyla, Orycteropus capensis, Ornithorhynchus para-
doxus und Echidna hystrix werden beschrieben; von meh-
reren sind die Baue abgebildet. Einige Säugethiere (p. 117)
machen auch hängende Nester. Als solche werden hervor-
gehoben Micromys minutus und Sciurus vulgaris. Als ein
Säugethier, welches verzweigte (branch-building) Nester
baut, wird p. 320 Muscardinus avellanarius hervorgehoben.
Dobson beschreibt die eigenthümliche Bildung der
Füsse bei Mystacina tuberculata, und macht auf einen Ab-
satz an den Krallen aufmerksam, von dem er annimmt,
dass er das Thier für die unvollkommene Einrichtung der
Vordergliedmassen als Greiforgai;i entschädigt. Proc. zool.
soc. p. 486.
Derselbe studirte ib. p. 526 pl. 55 die Sohlen einiger
Säugethiere, welche die Fähigkeit haben, an glatten per-
pendiculären Wänden zu gehen. Er spricht namentlich von
Hyrax, und einigen Fledermäusen. Ausser ihnen ist auch
der Fuss von Hemidactylus Coctaei abgebildet.
60 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Foulis über die Entwickelung der Eier und den
Bau des Ovariums beim Menschen und anderen Säuge-
thieren. Daselbst wird der Eierstock des Kalbes und der
jungen Katze beschrieben. Proceedings of the Royal Soc.
of Edingburgh VIII p. 437; Transactions XXVII p. 345.
E. van Beneden, La maturation de l'oeuf, la fe-
condation et les premieres phases du developpement em-
bryonnaire des Mammiferes däpres des recherches faites
chez le lapin. Journal de Zoologie V. p. 10—56
Dastre hat eine längere Arbeit über die Allantois
und das Chorion einiger Säugethiere geliefert. Annales
des sc. nat. III. Art. 4. 118 Seiten.
Wallace hielt in der British Association die Eröff-
nungsrede über die geographische Verbreitung der Thiere :
„The geographica! Distribution of Animals, with a study of
the Relations of living and extinct faunas as elucidating
the past changes of the earth's surface. London 1876."
Vergl. auch Crookes the quarterly Journal of science, January
1877 p. 47.
Peters machte eine Mittheilung über die von S. M.
S. Gazelle gesammelten Säugethiere aus den Abtheilungen
der Nager, Hufthiere, Sirenen, Cetaceen und Beutelthiere.
Es sind 4 Arten aus der Familie der Mäuse, darunter eine
neu, 1 Cervus, 1 Sus, 1 Halicore, 5 Cetaceen, wovon 1 neu,
und 1 Hypsiprymnus. Berliner Monatsber. p. 355.
Europa. Co 11 et t machte Bemerkungen zu der Säu-
gethierfauna von Norwegen. Er verzeichnet 7 Chiroptera,
4 Insectivora, 15 Glires, unter denen dem Lemming beson-
dere Aufmerksamkeit geschenkt wird, und wobei auöh
noch der Biber aufgezählt wird, 12 Ferae, 6 Pinnipedia,
4 Cervidae, 18 Cetaceen, zusammen 66 Arten. Nyt ma-
gazin for Naturvidenskaberne i Christiania 22. p. 54 — 168.
Olsson hat eine Reise nach Jemtland zur Erforschung
der Fauna unternommen. Er verzeichnet von dort 2 Fle-
dermäuse, 4 Insectivoren, 13 Raubthiere, 12 Nager, 2 Pa-
chyderraen und 5 Wiederkäuer, zusammen 38 Säugethiere,
worin 7 Hausthiere mit einbegriffen sind. Vom Biber wird
gesagt, dass er möglicherweise noch in einzelnen Exem-
plaren vorkommen könne. Öfversigt Vetensk. akad. För-
handlingar 1876. No. 3 p. 105.
der Säugethiere während des Jahres 1876. 61
Cederströ-m bezeichnet als im nördlichen Bohuslän
vorkommend 25 Säugthiere, nämlich 3 Fledermäuse, 3 In-
sectenfresser, 8 Raubthiere, 7 Nager, 2 Seehunde und 2
Cetaceen. Verf. hält selbst das Verzeichniss für unvoll-
ständig, namentlich was die Fledermäuse betrifft. Ofver-
sigt Ventensk. akad. Förhandlingar 1876 No. 4 p. 57.
Plant erwähnte das Vorkommen einiger Säugethiere
in der Cymmeran Bay, Anglesea, namentlich Phoca vitu-
lina, Tursio truncatus, Phocaena communis. Proceed. Soc.
of Manchester XV. p. 48.
V. Home y er schrieb, Zool. Garten p. 81, 133, 197,
248, 282 eine längere Abhandlung über Deutschlands Säu-
gethiere und Vögel, ihren Nutzen und Schaden. Was die
Säugethiere betrifft, so befindet sich Verf. zuweilen im
Gegensatz zu der gewöhnlichen Ansicht über Nutzen und
Schaden. Die besprochenen Arten sind ziemlich voll-
ständig alle in Deutschland lebenden. Wir heben hier nur
bei den wichtigsten die Ansichten des Verfassers hervor.
Den Nutzen der Fledermäuse gesteht er zu, weniger den
der Spitzmäuse; den Nutzen des Maulwurfs hält er für über-
trieben; den Fuchs ist er eher für schädlich zu halten ge-
neigt. Marder, Iltis und Wiesel sind schädlich, ebenso
Eichhörnchen und Hamster, wenngleich aus anderen Grün-
den. Der Schaden der Fledermäuse ist ausserordentlich
gross. Die Schweine werden für nützlich erklärt.
Struck verzeichnete die Säugethiere Mecklenburgs
mit Berücksichtigung der ausgestorbenen Arten. Es sind
im Ganzen 79 Arten, nämlich 14 Fledermäuse, 7 Insecten-
fresser, 16 Raubthiere, 3 Pinnipedien, 18 Nagethiere, 11 Wie-
derkäuer, 2 Einhufer, 4 Vielhufer, 4 Cetaceen. Von ihnen
sind 14 ausgestorben, 57 im Freien lebend, 9 domesticirte.
Als ausgestorben finden sich erwähnt: Felis catus und lynx,
Canis lupus, Ursus arctos und spelaeus, Castor fiber, Alces
palmatus, Cervus megaceros und tarandus, Bos primigenius
und bison, Elephas primigenius, Sus palustris und eine Art
Balaena, Die Gaumenfalten der Chiropteren, auf einer Tafel
abgebildet, sind von Kolenati entlehnt. Archiv des Vereins
in Mecklenburg 30. p. 23—119.
Giebel sah im Pontresiner Thal von Säugethieren
62 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Dur Eichhörnchen und Wiesel, etwa 4 Arten von Spitz- und
Wühlmäusen, Siebenschläfer, Murmelthier und Gemse. Letz-
tere sollen an Wintertagen in grossen Rudeln in die Wäl-
der bis in die Nähe der Häuser kommen. Zeitschr. für die
ges. Naturwissenschaften XIV. p. 115.
Africa. Leared „Marocco and the Moors, London
1876" spricht p. 292 von den Hausthieren in Marocco.
Die Kameele sind die wichtigsten als Lastthiere und wegen
ihrer Milch und ihres Fleisches, ferner Pferde, Maulthiere,
Esel, Rinder, Schafe, Ziegen. Was über die dort wild le-
benden Thiere und die Jagd gesagt wird schlägt nicht
eigentlich in die Zoologie ein. Da ist die Rede vom wilden
Bär, von einer kleinen Antilope, El Horreh, deren Fell
als Unterlage beim Gebet benutzt wird, und welche den
Bezoarstein liefert, vom wilden Schaf, von den Affen, den-
selben wie auf Gibraltar; Löwen sollen nur im Atlas vor-
kommen, Felis caracal in waldigen Districten, die ge-
streifte Hyäne ist gemein in den Gebirgen.
Peters berichtete über die von Buchholz in West-
africa gesammelten Säugethiere. Es handelt sich um 9
Simiae, 5 Prosimii 11 Chiroptera, 2 Insectivora, 3 Ferae,
17 Glires, 1 Edentata, 7 Ungulata und 1 Manatus. Meh-
rere Arten sind als neu beschrieben und unten namhaft ge-
macht. Berliner Monatsber. p. 469.
Rohlfs sagt, in Dachel gäbe es ausser den Haus-
thieren keine grösseren wilden Thiere. Das grösste dürfte
wohl der Wolfshund sein; Fenneks sind ebenfalls zahlreich,
ebenso Gazellen, Mäuse, Springmäuse. Expedition zur Er-
forschung der libyschen Wüste. Cassel 1875 pag. 303.
Emin Ef feudi beschrieb den Thiermarkt von Khar-
tum als sehr in Verfall gekommen, seit die Schiffahrt auf
dem weissen Flusse verboten ist. Er nennt als die Thiere,
welche dort noch am häufigsten zum Verkauf geboten werden
Cercopithecus griseo-viridis und ruber, Gazella dama und
Soemmeringii, junge Löwen und Geparda, Genetta senega-
lensis, Viverra civetta und Hystrix cristata.
Raffray hat in seinem Buche „Abyssinie, Paris 1876"
auch einige auf die Thierwelt bezügliche Notizen. So fand
er, p. 68, zwei Leichen neben einander, einen Orycteropus
der Säugethiere während des Jahres 1876. 63
capensis und eine Hyäne, die offenbar in einem Kampfe
beide ihr Leben eingebüsst hatten, und Einiges andere.
Peters berichtete über eine kleine Sammlung von
Säugethieren aus Momba^a in Ostafrica, welche auf eine
eigenthtimliche Fauna dieser von den höchsten Gebirgen
sich herabsenkenden Gegend zu deuten scheint. Ausser
einem neuen Galago, vier Fledermäusen, unter denen eine
neue Art, enthält die Sammlung Hörner von drei Anti-
lopen, einem Bos und einem Rhinoceros. Berliner Monats-
ber. p. 913.
Brooks „Natal, a history and description of the co-
lony, including its natural features, productions, industrial
condition and prospects, edited by Mann. London 1876*'
enthält p. 106—125 die Schilderung der dort wild lebenden
Säugethiere, mit Notizen über Lebensweise, Verbreitung
u. s. w. Von Antilopen werden 26 Arten aufgezählt.
Noble, Descriptive Handbook of the Cape Colony,
its condition and resources, London 1876, bringt in einem
Abschnitte „pastoral and agricultural resources" p. 253
Nachrichten über Schafzucht, Angoras, Pferde, Rind u. s. w.
Buckley hat bei seinem Aufenthalte in Süd-Africa
Notizen über die Grenzen der Verbreitung der grossen
Säugethiere gemacht, verglichen mit den Berichten früherer
Reisenden, um festzustellen in welchem Maasse diese Thiere,
deren Ausrottung er nur für eine Frage der Zeit hält,
immer weiter ins Innere zurückgedrängt werden. Er spricht
dann von dem Elephanten, 2 Nashörnern, 3 Equus, 17 An-
tilopen, 1 Büffel und von der Giraffe. Proc. zool. soc.
p. 277.
Asien. In einem Aufsatze von Alb in Kohn „Die
Raubthiere Nordasiens'' finden Ursus arctos, Gulo borealis,
Canis lupus, Zobel, Baummarder, Steinmarder und die
übrigen Wieselarten, Fischotter und Phoca foetida ihre Be-
sprechung. Ule und Müller die Natur. Neue Folge I. p. 323,
348, 363, 380, 387.
Blanford äusserte sich über das africanische Ele-
ment in der Indischen Fauna, als Kritik von Wallace's in
der geographischen Verbreitung der Thiere ausgesprochenen
Ansichten. Er meint die Wirbelthierfauna von Indien ent-
64 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
halte drei Elemente, die zu drei verschiedenen Perioden
aus Gegenden herstammten, welche mit Africa in Zusammen-
hang waren. Das erste besteht aus den Formen, die der
Aethiopischen und Orientalischen Region gemeinschaftlich
sind, wie die Viverriden, Tragaliden und Maniden; das
zweite besteht aus Formen gemeinsam der Aethiopischen
Region und Indien, die aber sich nicht östlich von dem
bengalischen Meerbusen erstrecken, wie Mellivora, Antilope,
Portax, Tetraceros; das dritte setzt sich aus Arten mit
Aethiopischen Affinitäten zusammen, welche von Arabien
und Beludschistan eingewandert sind, wie Gazella Bennetti.
Annais nat. bist. 18. p. 277.
In der Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens
der k. k. zoologisch - botanischen Gesellschaft in Wien hat
V. Pelze In eine Abhandlung „über die Malayische Säuge-
thierfauna" verfasst. Ihr Gebiet erstreckt sich über China
südlich vom Flusse Yangtsze und Formosa, über das grösste
Gebirgsland der Erde, Tibet und den Himalaja, Nepal,
Butan, Hinterindien, die Andamanen, Nicobaren, Sumatra,
Java, Borneo und die Inseln bis zu Wallace's Linie, Saigon,
Hainan und die Philippinen. Die erste Unterabtheilung,
die südchinesische bildet China, die zweite, die tibe-
tanische Tibet mit Nepal und Butan, die dritte, die
hinte rindische die Halbinsel gleichen Namens nebst
den Andamanen, Nicobaren und Hainan, die vierte, die
sundaische, Sumatra, Java, Borneo, in ihr findet die Ma-
layische Fauna ihren reinsten Ausdruck, die fünfte, die phi-
lippinische, die Philippinen. Daran schliessen sich dann
die Ausläufer nach Südwest, Hindostan, und nach Südost,
Oceanien. Die Malayische Region bietet das Bild einer
der reichsten Säugethierfaunen der Erde, welche zahlreiche,
höchst eigenthümliche und merkwürdige Typen enthält.
In derselben sind die Affen, und unter ihnen auch die
schwanzlosen, die Chiropteren, die Insectenfresser, die Raub-
thiere in ihren verschiedenen Gruppen, mitunter durch sehr
grosse Formen, und die Wiederkäuer in sehr reichem
Maasse vertreten, grosse Pachydermen treten in mehreren
Arten auf, Lemuriden und Edentaten sind repräsentirt,
aplacentale Säugethiere fehlen gänzlich. Unter allen gegen-
der Säugethiere während des Jahres 1876. 65
wärtig die Erde bevölkernden Faunen 'Steht die Malayische
ohne Zweifel der äthiopischen (mit welcher die eigentlich
hindostanische zusammenfallen dürfte) am nächsten.
Blanford bespricht, Proc. zool. soc. p. 631, die vor-
stehende Abhandlung. Er findet in der tibetanischen Ab-
theilung keine Verwandtschaft mit der Malayischen Fauna.
Er fügt eine Liste der Säugethiere bei, welche die tibeta-
nische Hochebene bewohnen. Sie enthält 1 Chiroptera,
1 Insectivora, 13 Carnivora, 13 Rodentia und 8 Ungulata.
Aus Severtzoffs Abhandlung über die Wirbelthiere
von Turkestan, welche 1873 in Russischer Sprache er-
schien, übersetzte Craemers den Abschnitt über die Säu-
gethiere. Die Zahl derselben ist eine sehr grosse: 4 Ves-
perugo, 2 Plecotus, 1 Rhinolophus, 2 Sorex, 1 Erinaceus,
1 Ursus, 1 Meles, 4 Foetorius, 8 Mustela, 1 Lutra, 6 Canis,
7 Felis, 2 Arctomys, 3 Spermophilus, 3 Arvicola, 2 Mus,
4 Cricetus, 4 Meriones, 5 Dipus, 1 Ellobius, 1 Hystrix,
1 Lagomys, 1 Lepus, 2 Camelus, 2 Antilope, 6 Ovis, 3 Ca-
pra, 3 Bos, 3 Cervus, 3 Equus, 1 Sus. Unter den beschrie-
benen Arten finden sich auch einige neue, auf die wir
unten zurückkommen. Annais nat. bist. 17 p. 40 — 57,
168—174, 208—225, 325—336, 377—388.
Blanford verzeichnete die von Stoliczka in Kash-
mir, Ladak, West-Turkestan, und Wakhan gesammelten
Säugethiere, 42 Arten, und beschrieb die darunter befind-
lichen neuen Arten, die wir unten namhaft machen. Diese
neuen Arten, welche hier nur durch kurze Diagnosen kennt-
lich gemacht sind, beabsichtigt Verf in einem grösseren
Werke ausführlicher zu beschreiben. Journal Asiat. Soc.
of Bengal 44 p. 105.
Derselbe erwähnte auch Proc. Asiat. Soc. of Ben-
gal 1875 p. 197 einer Sammlung von Säugethieren von
Darjeling.
In einem Werke „Ceylon, a general description of
the Island, historical, physical, Statistical, containing the
most recent Information. By an officer, late of the Ceylon
rifles" Vol. II ist eine eingehende Betrachtung der Fauna
dieser Insel enthalten; die Säugethiere werden p. 97—138
abgehandelt. Nach einer Zusammenstellung dessen, was
Archiv f. Natiirg. XXXXIII. Jahrg. 2, Bd. E
66 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
bisher über die Vergleichnng der Ceylonischen Fauna mit
der Indischen und Australischen bekannt geworden war, geht
Verf. die einzelnen Ordnungen der Säugethiere durch mit
Schilderungen einzelner Arten, und fügt dann ein Namen-
verzeichniss bei. Dasselbe enthält 7 Quadrumana, 20 Chi-
roptera, 6 Insectivora, 14 Carnivora, 21 Kodentia, 1 Eden-
tata, 2 Pachydermata, 7 Ruminantia, 5 Cetacea, zusammen
83 Arten. Von diesen sind 9 Arten als Ceylon eigenthüm-
lich bezeichnet: Presbytes ursinus und Thersites Blyth,
Sorex montanus und feroculus Kelaart, Paradoxurus ceylo-
nicus Pall., Mus ceylonicus Kelaart und fulvidiventris Blyth,
Golunda Newera Kelaart und Axis oryzus Kelaart.
Mongolia, the Tangut Country and the Solitudes of
Northern Tibet, being a Narrative of three Years' Travel
in Eastern High Asia by Prejevalsky. Translated by
Delmar Morgan, London 1876 soll nach einer Anzeige
in Annais nat. bist. 18 p. 501 auch Bemerkungen über die
Thiere der Ebenen wie der Bergdistricte enthalten, nament-
lich über Ovis argali und Antilope caudata.
Wir ver weissen auf ein Verzeichniss der Säugethiere
China's, welches Armand David in seinem „Journal de
mon troisieme voyage d'exploration dans l'empire chinois
IL" p. 324 — 335 gegeben hat, nachdem im Verlaufe des
Textes Bemerkungen über einzelne Thiere eingestreut sind.
Von Fauvel erhielten wir einige Notizen über die
Fauna des westlichen China's bei der Alceste- Insel. Er er-
wähnt einige Seehunde, die dort ihre Jungen gebären. The
China Review. IV. p. 348.
Heine giebt in seinem Pracht werke „Japan, Beiträge
zur Kenntniss des Landes und seiner Bewohner 1875"
in' der Abtheilung Naturgeschichtliches Taf. 4 und 5 photo-
graphische Abbildungen von Füchsen (Canes vulpes L. und
argentatus Shaw.) und von Hunden.
Blyth veröffentlichte in einer Extra-Nummer zum
44. Bande des Journal of the Asiatic Soc. of Bengal einen
Catalog der Säugethiere und Vögel von Burma. Von Säu-
ge thieren zählt das Verzeichniss 129 Arten, nämlich 2 Hy-
lobatus, 2 Inuus, 1 Macacus, 4 Presbytes, 1 Nycticebus, 1
Galeopithecus, 1 Pteropus, 1 Cynouycteris, 1 Eonycteris,
der Säugethiere während des Jahres 1876. 67
1 Macioglossus, 1 Cynopterus, 3 Taprhozous, 1 Rhinopoma,
1 Megaderma, 5 Rhinolopbus, 5 Phyllorhina, 1 Asellia, 3
Nycticejus, 1 Vesperugo, 1 Tylonycteris, 1 Kerivoula, 2 Ves-
pertilio, 2 Canis, 2 Viverra, 1 Viverricula, 4 Paracloxurus,
1 Arctictis, 1 Urva; 6 Felis, 1 Lutra, 1 Aonyx, 1 Hartes,
1 Helictis, 2 Aretonyx, 1 Helarctos, 1 Tupaia, 1 Hylomys,
4 Pachyura, 1 Crocidura, 1 Talpa, 1 Orceüa, 1 Balaenop-
tera, 1 Eleplias, 1 Pteromys, 2 Sciuroptenis, 15 Sciurus,
1 Hapalomys, 1 Nesokia, 9 Mus, 4 Rhizomys, 2 Hystrix,
1 Atherura, 1 Lepus, 1 Sus, 1 Tragulus, 1 Rusa, 1 Hye-
laphus, 1 Panolia, 1 Cerviüus, 1 Capricornis, 3 Bos, 1 Bii-
baliis, 1 Tapirus, 1 Rliinoceros, 2 Ceratorhinus, 1 Halicore,
1 Pangolinus. Also 10 Quadrumana, 30 Chiroptera, 24 Car-
nivora, 8 Insectivora, 2 Cetacea, 1 Proboscidea, 37 Rodentia,
15 Ungiüata, 1 Sirenia, 1 Edentata.
Günther machte nach einer Sendung von Säuge-
thieren aus Borneo Bemerkungen über einige Arten, na-
mentlich über Macacus melanotus, Gymnura Rai'flesii var.
Candida, Tupaia minor n. sp. und tana var. chrysura, wobei
die 9 bekannten Arten dieser Gattung aufgezählt werden,
Paradoxurus philippensis, Viverra tangalunga. Proc. zool.
soc. p. 424.
Derselbe beschreibt ib. p. 736 einige neue Arten
aus derselben Gegend Borneo's.
In der zweiten Hälfte des ersten Bandes der zoologi-
schen Abtheilung der Preussischen Expedition nach Ost-
Asien, welche E. v. Härtens bearbeitet hat, sind manche
Beiträge zu den Localfaunen mehrerer Inseln gegeben, na-
mentlich auch über die Landsäugethiere der Philippinen
p. 193, wilde Säugethiere von Siam p. 217, Hausthiere von
Slam, Landthiere in Singapore (Tiger, Tapir), Landsäuge-
thiere des indischen Archipel p. 248, Heersäugethiere (Phy-
seter, Halicore) p. 320. Sowohl im Text, wie in Anmerkungen
am Schluss jeden Abschnittes sind interessante Bemer-
kungen niedergelegt. Nach dem Verzeichniss der gesam-
melten oder beobachteten Wirbelthiere hat Verf. 77 Säuge-
thiere mitgebracht.
Günther zeigte eine kleine Sammlung von Säuge-
thieren von den Philippinen an, welche über die geogra-
68 T rösche 1: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
phische Verbreitung derselben einige Auskunft geben. Ein
neues Eichhörnchen. Proc. zool. soc. p. 735.
Australien. D'Albertis theilte brieflich von Yule
Island, südlich von Neu-Guinea, mit, dass die Säugethiere
dort sehr sparsam vorkommen. Er erlangte nur einen Cus-
cus, einen Belideus, einige Arten Insecten fressender Fle-
dermäuse, einen Pteropus, zwei Fledermäuse und Sus pa-
puensis. Halmaturas luctuosus ist sehr gemein in den
dichten Waldungen, hat aber immer Eckzähne und wird
vom Verf. der Gattung Dorcopsis zugewiesen. Eine zweite
Känguruh-Art ist wahrscheinlich Macropus papuensis Pe-
ters und Doria Proc. zool. soc. 1875 p. 531.
D'Albertis hat auf Neu -Guinea von Säugethieren
Dorcopsis luctuosus, und eine andere Känguruh-Art, die
über 5 Fuss hoch wird, Cuscus maculatus und eine Art
Dactylopsila gesammelt. Letztere ist der trivirgata Gray
ähnlich, und lebt von Ameisen und Käferlarven. Ver-
handl. des Vereins für naturw. Unterhaltung zu Hamburg
IL p. 65.
Auf der Yule-Insel finden sich, von Fledermäusen ab-
gesehen, nur drei Säugethiere: ein Schwein, eine Katze und
wahrscheinlich ein Parameles. ib. p. 73.
De Kicci sagt in seinem Buche „Fiji, our new pro-
vince in the South Seas, London 1875'^ p. 213, dass die
Säugethiere der Fidschi-Inseln nicht zahlreich sind, es
sind Ratten, fünf Arten Fledermäuse, zwei geschwänzte
und drei ungeschwänzte, zwei Delphine und zwei Walfische.
Pferde wurden 1851 eingeführt, zum grossen Entsetzen der
Eingeborenen.
Nach M ei nicke „Die Inseln des Stillen Oceans"
I. p. 30 sind diese Inseln an Säugethieren überaus arm ; es
giebt deren kaum 50, von denen über die Hälfte allein in
Neu-Guinea zu Hause ist. Alle sind den entsprechenden
Indischen Arten nahe verwandt, zum Theil mit ihnen iden-
tisch. Affen und Wiederkäuer fehlen ganz, die meisten
gehören den Raub- und Beutelthieren an, ausserdem giebt
es einige Nagethiere und Pachydermen. Die Raubthiere
sind fast ausschliesslich Fledermäuse, bis auf einen Hund
und einen Paradoxurus in Neu-Guinea, und finden sich in
der Säuge thiere während des Jahres 1876. 69
der nördlicheD Hemisphäre bis Hawaii, in der südlichen
nicht weiter östlich als in Samoa und Tonga. Die Beutel-
thiere gehören fast alle Neu- Guinea an und erstrecken sich
nicht östlicher als bis in die Salomoninseln. Wildlebende
Pachydermen (Sus) scheinen nicht über Melanesien vorzu-
kommen. Ratten finden sich allenthalben. Von Meersäuge-
thieren finden sich im westlichen Theile des Oceans Hali-
core, fast allenthalben Delphine und Physeter. Balaena und
Phoken zeigen sich nur um Neu-Seeland.
Palmer giebt an, dass auf der Davis-Insel kein Säu-
gethier lebe, ausser der polynesischen Ratte, kein Land-
vogel ausser dem Huhn und kein Reptil. Proc. of the Soc.
of Liverpool XIX p.^276.
In William Harens Buch „South Australia, its his-
tory, resources and productions. London 1876'^ hat Water-
house p. 283 ein Verzeichniss der Säugethiere der Pro-
vinz Süd-Australien gegeben. Es enthält 9 Chiroptera, 1
Canis, 2 Phocidae, 13 Rodentia, 1 Balaena, 44 Marsupialia,
2 Monotremata.
S tu der hielt einen Vortrag über das Thierlebeu auf den
Kerguelen. Er nennt als zur Fauna Kerguelens gehörend nur 4
Säugethiere: die Maus, Cystophora leonina, Stenorhynchus
leptonyx und Arctophoca gazella Peters n. sp. Verhandl. der
Ges. für Erdkunde zu Berlin III. p. 159.
America. Durch Vergleichung sehr zahlreicher Exem-
plare von Schädeln überzeugte sich Allen, dass von der
Regel, nach welcher die Grösse mit der geographischen
Breite abnehmen soll, viele Ausnahmen vorkommen. Die
meisten Säugethiere Nordamerika's gehören zu Familien,
welche ihre grösste Entwickelung in der gemässigten oder
kalten Zone der nördlichen Hemisphäre haben, wie die
Cervidae, Canidae, Mustelidae, Sciuridae, Leporidae, Ca-
storidae, Arvicolinae unter den Muridae, Saccomyidae, Ge-
omyidae u. s. w. Die deutlichsten Ausnahmen, wo nach
Süden die Grösse zunimmt, trifft man in den Familien,
welche ihre grösste Entwickelung unter den Tropen haben,
wie bei den Felidae und Procyonidae. Verf. stellt fol-
gende drei Sätze auf: 1. Die grösste physische Entwicke-
lung des Individuums wird erreicht, wo die Umgebung die
70 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
günstigsten Bedingungen für das Leben der Species bietet,
2. die grössten Species einer Gruppe finden sieb, wo die
Gruppe ihre höchste Entwickelung erreicht, oder wo sie
das Centrura ihrer Verbreitung hat, 3. die typischsten Re-
präsentanten einer Gruppe findet man also nahe ihrem Ver-
breitungs- Centrum, indem auswärtige Formen im Allge-
meinen mehr oder weniger aberrant sind. Bulletin U. S.
Geological Survey of Territories; American Naturalist X.
p. 625.
Scammon, The marine mammals of the North-We-
stern Coast of North America described and illustrated,
togefher with an account of the American Whale Fishery.
San Francisco and New- York, 1874. 4» mit 27 Tafeln ist
mir nicht zu Händen gekommen.
Allen bespricht die frühere Verbreitung der Raub-
thiere in Neu-England. Wegen der Gefahren, die sie den
Menschen bereiteten, wurden sie in vernichtender Fehde
verfolgt, und der Gewinn beim Pelzhandel, die Leiden-
schaft der Jagd trugen viel zu ihrer Verminderung bei.
lieber Felis concolor, Lynx canadensis und rufus, Canis
lupus, Urocyon virginianus, Mustela Pennanti und ameri-
cana, Lrsus americanus und maritimus, Trichechus ros-
marus und Phoca vitulina werden dann nähere Angaben
gemacht. American Naturalist X. p. 708.
Brüh in fand bei Centreville mehrere Thiere, welche
in Milwaukee nicht vorkommen, obgleich beide Orte nur
23 Stunden von einander entfernt sind, so Arvicola riparia
und Lepus americanus. Letzterer soll mit dem Ueber-
handnehmen von Lepus sylvaticus verschwinden. Zool.
Garten, p. 26 L
Ein Aufsatz von Knox über die Säugethiere von
Kansas in Transactions of the Kansas Academy of science
Vol. IV, Topeka 1875 ist mir noch nicht bekannt ge-
worden.
Thiel ens schildert in einem Aufsatze „Excursions
scientifiques dans lesforets vierges Canadiennes" auch einige
Säugethiere und deren Lebensweise; so Castor fiber, On-
drata zibethicus, Arctomys monax, und erwähnt ferner als
dort vorkommend Cervus canadensis, Lepus americanus,
der Säugethiere während des Jahres 1876. 7 l
Felis catus ferus, Mephitis americanus. Bolletino della Soc.
adriatica in Trieste IL p. 14.
Von den fünf durch Krug auf Puertorieo gesammelten
Säugethieren, 4 Fledermäuse und Mus rattus, ist nach P e -
ters keine der Insel eigenthümlich. Die Fledermäuse
kommen auch auf anderen westindischen Inseln vor, die
Ratte ist offenbar durch Schiffe eingeführt. Berliner Mo-
natsber. p. 704.
Napp ;,die Argentinische Republik, im Auftrag des
Argentinischeu Central-Comite für die Philadelphia-Aus-
stellung. Buenos-Aires 1876." enthält p. 150—190 eine
Uebersicht über die Thierwelt, bearbeitet von Weyen-
bergh. Verf. bezeichnet die Exploration der Argentini-
schen Republik in zoologischer Hinsicht noch auf der nied-
rigsten Stufe stehend, und als die Aufgabe einer neu ge-
gründeten Argentinischen zoologischen Gesellschaft. Die
Aufzählung der Arten macht keinen Anspruch auf Voll-
ständigkeit: 4 Affen, 4 Katzen, 5 Hunde, 4 Mustelinen, 2
Nasua, 1 Leptonyx, 3 Cervus, 2 Auchenia, 1 Dicotyles, 1
Tapirus, 1 Manatus, 14 Cetaceen, (für die Burmeister in
den Anales des Provinzial-Museums von Buenos-Aires eine
Monographie bearbeitet hat), 10 Chiroptera, 13 Rodentia,
5 Edentata, 1 Didelphis. — Daselbst p. 318 findet sich ein
Abschnitt über die Viehzucht (Pferde, Maulesel, Hornvieh,
Schafe, Ziegen, Schweine).
In einem Buche: Das Kaiserreich Brasilien auf
der Weltausstellung von 1876 in Philadelphia. Rio de
Janeiro 1876. Dasselbe ist in mehreren Sprachen ge-
druckt, und stellt sich die Aufgabe eine Beschreibung
Brasiliens nach allen Richtungen zu geben. Das Thier-
reich ist p. 27 geschildert, freilich nur in allgemeinen
Zügen. Namhaft gemacht sind 37 Affen, 11 Fledermäuse,
17 Raubthiere, 9 Nager, 3 Dickhäuter, 4 Wiederkäuer, 9
Zahnlose, 5 Beutelthiere, 3 Cetaceen. Es sind jedoch diese
nur als die bemerkenswerthesten genannt, zuweilen mit
ganz kurzen Bemerkungen. Noch kürzer sind die Rep-
tilien und Fische behandelt.
Carrey hat in seinem Buche „Le Perou tableau de-
scriptif, hivStorique et analytique des etres et des choses de
72 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d, Naturgeschichte
ce pays. Paris 1875" auch ein Kapitel über die wild-
lebenden Thiere, p. 105. Er schildert das Land als im Gan-
zen sehr günstig für das Thi erleben, sowohl an reichlicher
Nahrung als auch wegen der geringen Verfolgung durch
die Menschen. Von Säugethieren werden die wichtigsten
genannt und geschildert, wie Myrmecophaga tamandua,
Tapirus americanus, Dicotyles torquatus, Dasypus tatuay,
Bradypus trivittatus, Mycetes seniculus, Ateles ater, Chry-
sothrix sciureus, Hapale leonina, Didelphys, Mephitis ama-
zonica u. s. w. Die Vampire werden als gefährliche Blut-
sauger an Mensch nnd Thier geschildert. Wie wenig
wissenschaftlich diese Arbeit gehalten ist, ergiebt sich
schon daraus, dass er den Aal unter die Amphibien, den
Delphin unter die Fische stellt; von dem Manati heisst es
ausdrücklich, man könne ihn eben so gut unter die Säuge-
thiere wie unter die Fische stellen.
Als Säugethiere vom See Titicaca in Peru zählte Allen
auf: Conepatus nasutus Gray, Auchenia Glama, Pacos, Vi-
cugnia, Guanaco, Habrothrix spec, Reithrodon spec, Cavia
boliviensis, Dasyprocta Azarae und Lagidium Cuvieri. Bullet.
Mus. comparative zool. III. p. 350.
Qnadramana.
Schlegel hat im 7. Bande des Museum d'histoire na-
turelle des pays-bas, revue methodique et critique des col-
lections deposees dans cet etablissement. Leiden 1876. die
Affen bearbeitet. In dieser Monographie ist das Material
bis auf die neuste Zeit wohl vollständig aufgearbeitet. Sie
eignet sich vortrefflich zum Bestimmen der Arten und giebt
zugleich ein Bild von dem Reichthum des Leidener Mu-
seums, welches 1037 ausgestopfte Affen, 37 Stücke in Spi-
ritus, 209 Skelette und 569 Schädel besitzt. Vom Verf.
werden anerkannt: 3 Simia, 9 Hylobates, 19 Colobus, 27
Semnopithecus, 25 Cercopithecus, 7 Cercocebus, 12 Ma-
cacus, 9 Papio, 8 Mycetes, 3 Lagothrix, 14 Ateles, 13 Cebus,
3 Nyctipithecus, 10 Pithecia, 11 Callithrix. 4 Saimiri, 24
der Säugethiere während des Jahres 1876. 73
Hapale; 6 Kycticebiis, 19 Indris, 11 Lemnr, 5 Hapalemur,
5 Cheirogaleus, 6 Galago, 1 Tarsius, 1 Daubentonia, 1 Ga-
leopithecus. Dies ergiebt 182 altweltliche Affen, 91 Affen
der neuen Welt, 45 Halbaffen, im Ganzen 237 Arten. Ver-
gleiche eine Anzeige von v. Pelzeln in Verhandl. der zool.
bot. Gesellsch. in Wien 1876 p. 91.
Joseph äusserte seine Ansicht über die morpholo-
gische Bedeutung des Scheitelkammes an den Schädeln der
Affen. Der Scheitelkamm bildet sich auch an den Schä-
deln mehrerer Gattungen der amerikanischen Affen (Cebus
fatuellus und Pithecia Satanas), bei Affen der alten und
neuen Welt nur im männlichen Geschlechte. 53. Jahres-
bericht der Schlesischen Ges. für vaterl. Cultur 1875. p. 42;
Morphologisches Jahrbuch IL p. 519—533 mit Taf. 34, auf
welcher Schädel von Cebus fatuellus, Pithecia satanas, Hapale
Geoffroyi und Nyctipithecus trivirgatus abgebildet sind.
Catarrhinae. Hartmanu hielt einen Vortrag: „Die menschen-
ähnlichen Affen". Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher
Vorträge Heft 247. Berlin 1876.
Hartmann sprach über das auf der deutschen westafricaui-
schen Expedition erlangte Material an anthroporaorphen Affen. Die
Schädel des Gorilla zeigen ausserordentliche Variation. Die Ohrgrösse
hält er für ein unbrauchbares Unterscheidungsmittel zwischen Go-
rilla und Chimpanse, dagegen ist die Nase bei beiden Thierformen
verschieden gebildet, sie ist beim Chimpanse kürzer, schmaler und
platter, ohne die tiefe Längsrinne, auch ist sie mit einer sie oben,
seitlich und an der Lippenbasis umgebenden Furche versehen. Die
Hände und die Färbung des Balges werden als schlechte Unter-
scheidungsmerkmale bezeichnet. Verf. stellt die Möglichkeit hin,
dass die Variationen durch Kreuzungen zwischen Gorilla und Chim-
panse entstehen möchten, oder dass man es nur mit einer Art mit
mehreren Varietäten zu thun habe. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 22.
A. B. Meyer setzte die unterscheidenden Merkmale der an-
thropoiden Affen auseinander. Von Troglodytes gorilla wird hervor-
gehoben: Die absolute Grösse, der des Menschen gleichkommend,
braunrothe Färbung des Ober- und Hinterkopfes, Kleinheit der Ohren,
Plumpheit der Hände, Bindehaut zwischen den Fingern. — Vom
Chimpanse, Troglodytes niger: Grösse der des Menschen nachstehend,
tiefschwarze Färbung, grössere Ohren, Schlankheit der Hände, keine
Bindehaut zwischen den Fingern. — Vom Orang-Utang Simia sa-
torus: Grösse der des Menschen nachstehend, lauge Arme, Zehen
74 Troschel: Bericht ü}). d. Leistungen in d. Naturgeschichte
und Finger, braune Färbung, zottige Haare, auffallende Prognathie,
Gesichtsschwielen. — Von den Gibbons (Hylobates): Körperkleinheit,
sehr lange Arme u. s. w. — Verf. fügt dann Bemerkungen über die
Geschlechtsunterscliiede dieser Aft'en hinzn. Jahresbericht der Ges.
für Natur- und Heilkunde in Dresden 1876 jd. 144; Sitzuugsber. der
Ges. Isis 1876 p. 30.
Bolau hat in einem Hefte der Abhandlungen aus dem Gebiete
der Naturwissenschaften, herausgegeben vom Naturw. Verein zu
Hamburg-Altona, und vertheilt als Festgabe an die Mitglieder der
49. Naturforscher-Versammlung drei Abhandlungen über die menschen-
ähnlichen Affen des Hamburger Museums veröffentlicht. In der ersten
„zur Naturgeschichte des Gorilla'*' erörtert er die Stellung des Gorilla
zum Chimpanse, und weist namentlich von Neuem nach, dass die
Mafuka des Dresdener zoologischen Gartens entschieden ein Chim-
panse sei. (Vergl. auch Schriften des Vereins in Schleswig-Holstein
n. p. 220.) In der zweiten beschreibt er die Brust- und Baucheinge-
weido des Gorilla. In der dritten, bearbeitet von Pansch in Kiel,
werden die Furchen und Windungen am Gehirn eines Gorilla be-
schrieben. Auf den beiden beigegebenen Tafeln ist der Kopf des
Gorilla und das Gehirn photographisch abgebildet.
Moore zeigte an, dass ein lebender junger Gorilla in Liver-
pool angekommen sei, im Besitz der Expedition der deutschen afri-
canischen Gesellschaft, um nach Berlin gebracht zu werden. Es ist ein
junges Männchen von 2 bis 3 Jahr alt, drei Fuss hoch, und seit
8V2 Monaten im Besitz der Gesellschaft. In dieser Zeit ist er 6 Zoll
gewachsen. London. Times Juni 23; American Naturalist X p. 627.
In Compiegne's Gabonais Pahanins-Gallois Paris 1875 ist p. 280
ein weiblicher Gorilla abgebildet.
Fr i edel schildert die drei anthropomorphen Affen des Ber-
liner Aquariums, nämlich einen etwa 120 Cm. grossen männlichen
Pithecus satyrus, einen jungen weiblichen derselben Art, und einen
Chimpanse. Zool. Garten p. 73.
Bisch off beschrieb das Gehirn eines Drang -Outan's, welches
ihn in seiner früher ausgesprochenen Ansicht, dass das Orang-Gehirn
das entwickeltste aller Anthropoiden ist, bestärkte. Sitzungsber.
Akad. München 1876. p. 193.
Thane untersuchte das Gehirn des Gorilla, und illustrirte die
Beschreibung durch Holzschnitte. Natura XV. p. 142.
Barnard beschrieb die Muskulatur der Gliedmassen von Si-
mia satyrus, und vergleicht die Myologie des Menschen mit denen
der Affen. Proceedings Amer. Assoc. advancement of science held
at Detroit, Michigan p. 112 — 142 mit zwei Holzschnittfiguren.
G. v. Hoffmann berichtete über einige Sectionsbefande an
anthropomorphen Affen aus dem Berliner Aquarium, zwei Drang-
der Säugethiere während des Jahres 1876. 75
Utangs und drei Chimpansen. Sitzungsber. Ges. Naturf. Freunde in
Berlin p. 139.
Sclater theilt mit, dass Anderson seinen Macacus briinneus
für identisch hält mit M. arctoides Geoffr., und dass M. speciosus
Geoffr. den Siamesischen Affen, und nicht die Japanosische Art. die Tem-
minck abgebildet hat, vorstellt. Er giebt daher dem Namen M. ar-
ctoides den Vorzug, und nennt die Japanesische Art M. fuscatus. Proc.
zool. soc. p. 332.
Joh. V. Fischer besass einen lebenden jungen Mandril (Cy-
uocephalus mormon). dessen Betragen, Erkrankung und Tod er be-
schreibt. Zool. Garten p. 116 und 174.
Arctopitheci. Hapale leucojJics. Günther Proc. zool. soc. p. 743
pl. 72 aus Columbien.
Prosimii. Max Schmidt beschreibt die Lemuren des zoologi-
schen Gartens in Frankfurt a. M. und schildert ihr Gebahren, welches
recht verschieden ist. Er bestimmt sie als Lemur macaco L. f;^,
Lemur mongoz $, Lemur xanthomystax Gray $, und Lemur brunnens
Iloev. c/. Zool. Garten p. 45 und 78.
Otolictms pusillus Peters (Demidofiii Peters olim) Berliner Mo-
natsber. p. 473 von üongila.
Galago lasiotis Peters Berliner Monatsber. p. 912 von Mombaga
in Ostafrica.
Volitaiitia.
Dobson, Monograph of tlie Asiatic Chiroptera, and
Catalogue of tlie species of bats in the Collection of the
Indian Museum, Calcutta. London 1876. Diese Monographie
enthält die Beschreibung aller Chiropteren, welche mit Be-
stimmtheit als in Asien vorkommend bekannt sind. Da
alle Europäischen Fledermäuse, mit Ausnahme von vier,
auch in Asien gefunden werden, so ist auch die Beschrei-
bung dieser vier in Anmerkungen beigefügt. Im Ganzen
sind 122 Arten beschrieben; von ihnen sind 87 Asien eigen-
thümlich. Die Eintheilung ist dieselbe, wie sie Verf. in
Annais 16 p. 345 dargelegt hat, und wie wir sie im vor-
jährigen Bericht p. 16 mitgetheilt haben. Von den sechs
Familien sind nur fünf in Asien vertreten, nämlich Ptero-
pidae mit 5 Gatt., Rhinolophidae mit 4, Nycteridae mit 2,
Vespertilionidae mit 8, Emballonuridae mit 5 Gattungen,
wonach in Asien nur 24 Gattungen von den 79 heimisch
sind. Die einzelnen Arten sind beschrieben und vielfach
durch Holzschnitte wesentlicher Theile kenntlich gemacht.
76 Troschel; Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Leche verfasste eine akademische Abhandlung über
das Milchzahngebiss und die Homologien der Zähne bei
den Fledermäusen (Studier öfver mjölkdentitionen och tän-
dernas Homologier hos Chiroptera), Lund 1876. Er hat
von folgenden Arten das Milchzahngebiss untersucht: Ves-
pertilio murinus Sehr., Vespertilio Daubentonii Leisl., Ves-
perugo Nathusii Blas. Keys., Vesperugo noctula Sehr., Ves-
perugo serotinus Sehr., Vesperus borealis Nilss., Vesperus
(Histiotus) velatus Geoffr., Plecotus auritus L., Sturnira
lilium Geoffr., Glossophaga soricina Pall. und Rhinolo-
phus hipposideros Rechst. Nach einer historischen Ueber-
sicht dessen, was bereits über die Milchzähne bekannt
geworden ist, bespricht Verf. die Zahl und Stellung der
Milchzähne. Die Formel für sämmtliche Vespertiliones isti.d.
2-2 .1-1 . 2--2 „.. ^. . 2—2 1-1
-j-, c. d. j— -^ m. d. 232' ^^^^ Sturnira ^—^, ^^^,
2 2 2 2 1 1
r— -^, für Glossophaga i. d. ^— ^, für Ehinolophus ^-^,
9 9 2 2
'- — ^, ^r — -. Dann kommt er auf die Form der Milchzähne,
die im Allgemeinen langstreckig, schmal und rund sind.
Entgegen der Angabe von Owen fand Ver£, dass im All-
gemeinen die oberen Milchzähne, meistens auch die unteren,
erst nach der Geburt das Zahnfleisch durchbrechen. Der
Wechsel geht in sehr zartem Alter vor sich, aber doch, mit
einer Ausnahme, bei Allen extrauterin ; nur bei Rhinolophus
ist er ganz und gar foetal. Den Beschluss der Arbeit macht
die Entwickelung der bleibenden Zähne. Zwei Tafeln mit
Abbildungen begleiten diese sorgfältige Arbeit. Einen Aus-
zug derselben hat Verf im Archiv für Naturgeschichte 1877
mitgetheilt.
Dobson hatte früher (vergl. Ber. 1875 p. 16) seine
Eintheilung der Fledermäuse in Familien veröffentlicht. Da
nun einige Autoren seine Familien Emballonuridae und
Nycteridae als gleichbedeutend mit den Familien Noctilio-
nidae Gray und Megadermata Peters angezeigt haben, so
stellte er die Gattungen dieser Gruppen nach Peters, Gray
und Dobson zusammen, um die Differenz deutlich zu machen,
und zu zeigen, dass seine Namen nicht bloss die Synonymie
vermehren. Annais nat. bist. 18 p. 345.
der Säugethiere während des Jahres 1876, 77
Hanau erzählt von einigen in Gefangenschaft gehal-
tenen und ziemlich zahm gewordenen Fledermäusen, Ves-
perugo pipistrellus und Rhinolophus hippocrepis. Zool.
Garten p. 215.
Ninni giebt 14 Fledermäuse als in Venedig vor-
kommend an. Atti della Soc. Veneto-Trentina di sc. nat.
residente in Padova III. p. 202.
Ueber die Fledermäuse, welche Severtzoff in seiner
Fauna von Turkestan anführte, machte Dobson folgende Be-
merkungen : Vesperugo turcomanus Eversm. = Vesperugo
serotinus Sehr., Vesperugo Blythii Wagn. = Vesperugo
abramus Temm., Vesperugo akokomuii Temm. var. alma-
tensis Severtzoff = V. abramus Temm., Plecotus auritus var.
brevimanus Jenyns = P. auritus L., Plecotus leucophaeus
n. sp. = ? P. auritus L., Rhinolophus euryale Severtzoff
= ? R. ferrum equinum Schreber. Annais nat. bist. 18
p. 130.
Frugivora. Peters fand unter den von dem Schiff Gazelle mit-
gebrachten Flederthieren eine neue Art Pteropus capistratus von
Neu-Irland, welche auf einer Tafel abgebildet ist. Ferner beschreibt
ler als neu Fter opus degener von den Aru-Inseln. Berliner Monatsber.
Istiophora. Peters erklärte sich dahin, dass die Geoffroy'sche
Gattung Stenodernia nicht, wie er früher meinte, mit Vampyrops,
sondern mit Histiops zu identificiren sei, welche am meisten mit
Phyllops übereinstimmt. Dabei beschreibt er eine von Leche als
Phyllops n. sp. bezeichnete Art als eine neue Gs.tin-ng Fe Itorliinu s:
Hufeisen vorn festgewachsen mit einer mittleren linienförmigen Wulst
der Oberlippe zusammenhängend; Lanzette oval, vor der Spitze plötz-
lich verschmälert; Körperbehaarung fein und wollig, dehnt sich spar-
samer auf den Vorderarm, die Flughaut zwischen Ellbogen und Fuss,auf
die Schenkelflughaut und bis zu den Krallen der Hinterextremität
aus. P. achradophilus (Artibeus achradophilus Gosse) von Jamaica.
Berliner Monatsberichte p. 429 mit 2 Tafeln.
Triaenops afer Peters Berliner Monatsbericht p. 913 von
Mombaga.
Macrotus hocourtianus Dobson Annais nat. bist. 18 p. 436 aus
Guatemala.
Gymnorhina. Dobson lieferte eine Monographie der Gattung
Taphozous Geoffr. Er theilt dieselbe in zwei Subgenera: 1. Taphozous
mit deutlicher Radiometacarpal-Tasche, Unterlippe kaum gefurcht,
7 Arten. 2. Taphonycteris ohne Radiometacarpal-Tasche, Unterlippe
78 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
in der Mitte der oberen Fläche und vorn durch eine tiefe schmale
Furche getheilt, 3 Arten. Proc. zool. soc. 1875 p, 546.
Dobson verfasste ferner eine Monographie der Gruppe Mo-
lossi, welche er nach Ausschluss von Mormopterus Ptrs. auf die
Gattungen Molossus, Nyctinomus und Cheiromeles beschränkt, die
er folgendermassen unterscheidet: a. erste Zehe viel grösser und
dicker als die übrigen Zehen und von ihnen trennbar, Ohren ganz
getrennt. «. Zwischenkiefer verwachsen, obere Schneidezähne sehr
stark, vorn dicht beisammen, Cheir onieles. b. erste und fünfte
Zehe viel dicker als die drei andern, Ohren genähert, ß. Zwischen-
kiefer verwachsen, obere Schneidezähne vorn dicht beisammen, 3fo-
lossus. y. Zwischenkiefer getrennt oder nur durch Knorpel verbunden,
obere Schneidezähne vorn getrennt Nyctinomus. Die Gattung
Cheiromeles enthält nur eine Art Ch. torquatus, welche im Indischen
Archipel lebt. Molossus enthält 9 Arten, alle aus dem tropischen
und subtropischen Amerika. Nyctinomus urafasst 21 Arten, wovon
19 mit vier oberen Vorderzähnen zu Nyctinomus Peteis, zwei mit
zwei oberen Yorderzähnen zu Momopterus Peters gehören. Sie leben
sowohl in der alten wie in der neuen Welt. Als neu werden be-
schrieben Nyctinomus megalotis von Surinam und N. (Mormopterus)
albiventer von Madagascar. Proceed. zool. soc. p. 701 mit einigen
Holzschnitten.
Nyctinomus africanus Dobson Annais nat. bist. 17 p. 348 aus
Südafrica.
ßeling sah eine Fledermaus, wahrscheinlich Vespertilio no-
ctula, kurz vor Mittag umherfliegen. Zool. Garten p. 261.
Vesperugo {Vesperus) Grandidieri Dobson Annais nat. bist. 18
p. 500 von Zanzibar.
Chalinolobus signifer Dobson ib. 17 p. 289 von Queensland.
Plecotus leucophaeus Severtzofi Annais nat. bist. 18 p. 42 aus
Turkestan. Ist nach Dobson ib. p. 42 = P. auritus L.
InsectiYora.
Scandentia. Günther giebt eine Uebersicht der Arten der
Gattung Tupaia, und theilt sie folgendermassen ein. I. Arten mit
gesprenkeltem Haar am Hinterrücken und Schwanz, a. Grosse Arten:
T. ferruginea Raffl.. Elliotti Waterh., Belangeri Wagu. b. Kleine
Arten: T. javanica Horsf., minor n. sp von Borneo, murina Müll.
Schleg. IL Haare des HiuteiTÜckens und Schwanzes einfarbig schwarz,
braun oder roth. a. Grosse Arten: T. tana Raffl. mit 3 Varietäten,
nicobarica Zelebor. b. Kleine Arten: T. splendidula Gray. T. tana
var. chrysura ist auf Taf 36 abgebildet. Proc. zool. soc. p. 425.
Soricina. Crocidura doUchura Peters Berliner Monatsber. p. 475
der Säugethiere während des Jahres 1876. 79
Taf. 2 Fig. 1 von Bonjongo — G. myoides Blanford Journal Asiat.
Soc. Bengal 44 p. 106 von Ladak.
Gillinan fing in Michigan einen Sorex Thompsonii Baird, und
beobachtete, dass dieses Thier ein sehr feines Gehör besass. American
Naturalist X p. 430.
Talpina. Günther beschreibt weitere Exemplare und nament-
lich den Schädel seines Chrysochloris Trevelyaui (vorj. Ber. p. 20),
der von den übrigen Arten dieser Gattung in vielen Punkten ab-
weicht. Annais nat. bist. 17. p. 346 pl. 20 fig. A. und B.
Carnivora.
Ursina. Hensel sprach über die Unterschiede zwischen Ursus
spelaeus und H. arctos. Ihm scheint die Zusammensetzung der Zahn-
formel ganz unabweisbar gegen eine Abstammung des gemeinen
Bären vom Höhlenbären zu sprechen; es liege viel näher letzteren
von U. priscus abzuleiten. Sitzungsber. Ges- Naturf. Freunde zu
Berlin p. 48.
Martin berichtet, dass im November 1875 im Ungarischen
Comitat Trensin ein alter Bär im Gewicht von 6 Centner erlegt
wurde. Zool. Garten p. 21.
Martin zeigte an, dass eine braune Bärin zwei Bastarde vom
Eisbär warf, Sie sollen beide weiss sein. Zool. Garten p. 20.
Ursus leuconyx Severtzoff Annais nat. bist. 18 p. 43 aus Tur-
kestan. Vielleicht isabellinus Horsfield.
Allen gründete auf einen Schädel eine neue Gattung der Pro-
cyoniden Bassaricyon, welche sich einerseits Procyon nähert, an-
dererseits Bassaris. Die Art heisst B. Gahhii, und stammt von
Costa Rica. Proc. Philadelphia 1876 p. 20.
Schwendler berichtet über die Lebensweise des Ailurus
fulgens, namentlich die eigenthümliche Art des Fressens. Er lebt
7000—12000 Fuss über Meer im südöstlichen Theil des Himalaya.
Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1875 p. 98.
Mustelina. Alix beschrieb die Myologie des Iltis, Putorius
communis. Journal de Zoologie V. p. 152 — 188 pl. 5, 6.
V, Krieger schildert die Lebensweise des Iltis (Foetorius pu-
torius). Zool. Garten p. 9. — Ebenso erzählt er ib. p. 188 von zwei
gezähmten aber wieder verwilderten Steinmardern.
R. Meyer erzählt, dass von vier Iltissen, zwei Paaren, die in
der Gefangenschaft gehalten wurden, zuerst das eine Männchen, dann
das eine Weibchen getödtet und aufgefressen wurden. Zool. Garten
p. 450.
Mustela intermedia Severtzoff Annais nat. bist. 18 p. 45 aus
Turkestan.
80 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Franz Schmidt belauschte eine Fischotter, welche ihre drei
Jungen aus ihrem Lager vor den Verfolgern wegtrug. Archiv des
Vereins in Meklenburg 30. p. 275.
Lutra Lovii Günther Proc. zool. soc. p. 736 von Borneo.
Viverrina. Joh. v. Fischer erklärt den Ursprung des Namens
Vansire (Herpestes Galera Desm.) Zool. Garten p. 88L
ßlanford tadelt, dass seine Abbildung von Herpestes ferru-
gineus , 1874 pl. 81, auf einem Baum dargestellt sei, während doch
das Thier ausschliesslich auf der Erde lebe. Proc. zool. soc. 1875
p. 540.
Viverra taugalunga Gray von Borneo ist Proc. zool. soc. pl. 87
abgebildet.
Canina. Jeitteles, Die Stammväter unserer Hunde-Rassen
Wien 1877, nach einem am 12. Jänner 1876 im Vereine zur Ver-
breitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in Wien gehaltenen Vor-
trage erweitert. Verf. führt aus, dass der Wolf (Canis lupus), der
Fuchs (Canis vulpes), der Buansu (Canis primaevus Hodgs.) und der
Walgie (Canis simensis Rüpp.) keinen Antheil an der Bildung der
Hunderassen genommen haben. Dagegen stamme der Hund der
Steinzeit vom Schakal (Canis aureus) ab, der Hund der Bronze-Pe-
riode vom indischen Wolf oder Bheria (Canis pallipes Sykes). Der
africanische Dib oder grosse Schakal (Canis lupaster Ehrbg. Hempr.)
wurde in Egypten schon in alter Zeit, aber später als der kleine
Schakal, gezähmt, Uebrigens ist nach des Verf. Meinung die Frage
nach der Herkunft unserer Hunderassen unbedingt lösbar, er hält
dazu eine vollständige Sammlung der Schädel aller jetzt noch le-
benden wilden Caniden für erforderlich, und empfiehlt Bastar-
dirungen in zoologischen Gärten. - Vergl. auch ,,der Hund, Organ
für Züchter und Liebhaber reiner Racen" I. Bd. p 73.
Fitzinger, Der Hund und seine Racen. Naturgeschichte des
zahmen Hundes, seiner Formen, Racen und Kreuzungen, mit 6 Ta-
feln Abbildungen und vielen Text- Vignetten in Holzschnitt. Wien
1876. Eine fleissige Arbeit, welche den Hund nach den verschie-
densten Beziehungen in Betracht zieht.
Das Buch der Hundeliebhaber, mit specieller Berücksicktigung
der Ausstellungen in England, Frankreich und Deutschland. Von
Hundefreunden des In- und Auslandes. Erstes Heft. Mit 20 Abbil-
dungen in Holzschnitt von Strich-Chapell. Stuttgart 1876.
v. Mosengeil bemerkte, dass bei einzelnen Individuen grös-
serer Hunderassen öfters eine sechste sog. Wolfszehe vorkommt.
Sitzungsber. Niederrhein. Ges. in Bonn 1876 p. 83.
Hartmann über die rudimentären Claviculae des Canis pictus.
Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 168.
Canis (Nyctefeutes) viverrinus Temm. ist von v. Martens,
der Säugethiere während des Jahres 1876. 81
die Preussische Expedition nach Ost-Asien zool. Abth. Taf. I ab-
gebildet.
Burmeister über einige Cauis- Arten des südlichen Südame-
rikas, Canis gracilis und cancrivorus, Archiv für Naturgesch. p. 116.
Pelina. Fayner The Royal Tiger of Bengal, his lifo and death.
London 1875. 99 Seiten. Enthält die Naturgeschichte und Schilderung
der Lebensweise des Tigers.
Muir erzählt von einer Katze, die sich von Niemanden lieb-
kosen liess, ausser von ihrem Herrn, und die namentlich Kinder nicht
leiden konnte. Als dessen Sohn ins Haus kam, beroch sie ihn und
war sofort mit ihm sehr befreundet. Nature XIV. p. 192.
Joh. V, Fischer hatte ein junges Pärchen von Felis Diardi
während eines Winters iii Gefangenschaft. Er nennt sie nächtlich,
scheu, wild und unzähmbar. Zool. Garten p. 279.
Pinnipedia.
J. E. Gray Handlist of seals, morses, sealions and
sea-bears in the British Museum mit 30 Tafeln ist bereits
1874 erschienen.
PhOCina. Turner beschrieb den Uterus und die Placenta der
Seehunde (Halichoerus gryphus), das Auftreten des Foetus und ver-
glich die Placenta der Seehunde mit der der Carnivoreu. Transactions
of the Royal Soc. of Edingburgh XXVH p. 275. Daraus übersetzt in
Journal de zoology V. p. 205.
Tenow lieferte einen Beitrag zur Kenntniss des Zahnwechsels
bei der Gattung Phoca L. Die Kiefer von Phoca foetida, groenlan-
dica und barbata sind mit bleibenden und Milchzähnen beschrieben
und abgebildet. Bihang tili kongl. Svenska Vetensk. Akad. Handlingar
m. 1875 No. 9.
Stearns bemerkt, dass die Seehunde auf den Felseninseln an
der Einfahrt nach San Francisco gesetzlich geschont worden sind,
dass man aber damit umgeht sie auszurotten, da sie der Fischerei
Schaden thun. American Naturalist p. 177.
Otariadae J. E. Gray theilte in seiner Arbeit Erebus and
Terror 1875 die Familien der Ohrroben folgendermassen ein: I.
Otariina Seelöwem Gaumen reicht hinter die Oeffnung der In-
nern Naslöcher bis vor die Condylen, obere Backzähne 6 — 6. Gatt.
Otaria, 3 Arten. II. Seebären. Gaumen kürzer, mit der Oeffnung
der innern Naslöcher etwas vor der Linie der Condylen. 1. Gypso-
phocina. Obere Backzähne 6 — 6, der fünfte und sechste ganz
hinter dem Hinterrand des vordem Theils des Jochbogens. Gatt.
Gypsophoca, 1. Art. 2. Arctocephalina. Obere Backzähne 6 — 6,
der sechste hinter dem Hinterrande des Vordertheils des Jochbogens,
der fünfte ist zuweilen rudimentär, a. Kopf länglich, Gesicht vorn
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. JP
82 Troschel: Bericht üb. d. Leistuugen in d. Naturgeschichte
vorgestreckt. Gatt. Phocarctos. b. Kopf länglich, Gesicht kurz, ge-
rundet. Gatt. Callorhinus. c. Kopf breit. Gatt. Arctocephalus Krone
der Backzähne breit, schwach lappig; Gatt. Euotaria Krone der Back-
zähne comprimirt. lappig; Gatt. Eumetopias fünf obere Backzähne
bald ausfallend. III. Zalophina Obere Backzähne 5 — 5, der fünfte
in einer Linie oder vor dem Hinterrande des Vordertheils des Joch-
bogens. Gatt. Zalophus und Neophoca.
Clark schrieb eine Abhandlung über die Ohrrobben von den
Inseln St. Paul und Amsterdam und über die Ohrroijben von Neu-
seeland. Er stellt am Schluss die Synönyraie der folgenden vier
Arten zusammen: 1. Otaria Forsteri Lesson (Phoca Ursina Forster,
Arctocephalus cinereus Gray, Gypsopboca tropicalis Gray). 2. Otaria
cinerea Peron. 3. Otaria albicoUis Peron (x\rctocephalus lobatus
Gray, Otaria australis Q. G., Neophoca lobatus Gray, Zalophus lo-
batus Allen). 4. Otaria Hookeri Clark (Arctocephalus Ilookeri Gray,
Phocarctos Hookeri Gray). Proc. zool. soc. 1875. p. 650 — 677 mit
drei Tafeln und mehreren Holzschnitten.
Peters hält nach näherer Untersuchung die Pelzrobbe von
der Insel St. Paul für eine neue Art, die er Otaria (Arctophoca)
elegans nennt. Berliner Monatsber. p. 315.
Rodeutia.
Als ton hat sich Proc. zool. soc. p. 61 mit der Clas-
sification der Nagethiere beschäftigt. Mit Berücksichtigung
der Versuche von Waterhouse (1839), Gervais (1848),
Brandt (1855) und Lilljeborg (1866) hat er auf Grund
neuer Untersuchungen und unter Hinzuziehung der fossilen
Formen einige Aenderungen in der Anordnung der Fami-
lien vorgenommen und eine neue Unterordnung hinzugefügt.
Er gelangt so zu folgender Eintheilung: I. Glires sim-
plicidentaU | Schneidezähne. A. Sciuromorpha Prae-
molaren vorhanden, vrenn mehr als einer im Oberkiefer
vorhanden sind, ist der erste kleiner als die übrigen;
Mahlzähne mit oder ohne Wurzeln ; postorbitale Stirn-Fort-
sätze vorhanden oder fehlend, infraorbitale Oeffnungen ver-
schieden ; Jochbogen hauptsächlich aus dem malar zu-
sammengesetzt, der unten nicht durch eine Verbindung mit
dem Processus zygomaticus des Oberkiefers gestützt wird;
äussere Wände der Pterygoidgruben obsolet; keine Inter-
pterygoidspalte ; Foramina incisiva klein oder massig, nicht
in die Kiefer reichend; der Winkel des Unterkiefers ent-
springt vom unteren Rande der Knochenbedeckung des un-
der Säugethiere während des Jahres 1876. 83
teren Schneidezahns, er ist mehr oder weniger gerundet,
nicht spitz ; Coronoidfortsatz hoch und sichelförmig; Schlüssel-
beine vollkommen ; Fibula als ein besonderer Knochen das
Leben hindurch persistireud, und meist vollkommen frei ;
Oberlippe meist gespalten, Muffel klein und nackt; Nas-
löcher Commaförmig, oben gerundet; Schwanz cylindrisch
und behaart (mit Ausnahme der Castoridae. Dahin die
Familien: ÄnomaUmclae mit der Gatt. Anomalurus, Sciu-
ridae mit den Gatt. Pteromys, Sciurus, Xerus, Tamias,
Spermophilus, Cynomys, Arctomys, Ischyromyidae mit der
fossilen Gatt. Ischyromys, Haplodontidae mit der Gatt. Ha-
plodon, Castoridae mit den Gatt. Castor, Diobroticus, Ste-
notiber, Castoroides. B. My omorpha Praemolaren vor-
handen oder fehlend, Mahlzähne mit oder ohne Wurzeln;
keine postorbitalen Stirnfortsätze, Infraorbitalöffnung ver-
schieden ; Jochbogen dünn ; der malar selten weit nach vorn
reichend, und gewöhnlich unten durch eine Verbindung
des Processus zygomaticus des Kiefers gestützt. Foramina
incisiva meist lang und bis in die Kiefer; äussere Wände
der Pterygoidgruben oft obsolet, keine Interpterygoidspalte
(ausser Bathyerginae) ; Winkel des Unterkiefers entspringt
vom unteren Rande der Knochenbedeckung des unteren
Schneidezahns (ausser Bathyerginae); Schlüsselbeine voll-
kommen (ausser Lophiomyidae) ; Tibia und Fibula im Alter
vollkommen verwachsen, mindestens im unteren Drittel;
Oberlippe meist gespalten, Muffel klein und nackt, Nas-
löcher Commaförmig, oben gerundet; Schwanz cylindrisch,
haarig oder mit Schuppen geringelt. Dahin die Familien
Myoxidae mit den Gatt. Myoxus, Muscardinus, Eliomys,
Graphiurus, LopJdomyidae mit der Gatt, Lophiomys, Mu-
ridae Gatt. Sminthus, Hydromys, Platacanthomys, Gerbillus,
Mystromys, Otomys, Dasymys, Phlaeomys, Nesokia, Den-
dromys, Steatomys, Lophyromys, Cricetus, Saccostomus,
Cricetomys, Mus, Pelomys, Echinothrix, Uromys, Hapalotis,
Acomys, Nesomys, Brachytarsomys, Drymomys, Holochilus,
Hesperomys, Ochetodon, Reithrodon, Sigmodon, Neotoma,
Fiber, Arvicola, Myodes, Ellobius, Siphneus, Spalacidae
Gatt. Spalax, Rhizomys, Heterocephalus, Bathyergus, Geo-
rychus, Heliophobius, Geomyidae Gatt. Geomys, Thomomys,
84 Troschel: Bericht üb. d. Leistucgen in d. Naturgeschichte
Dipodomys, Perognathus, Heteromys, Theridomyidae Gatt.
Theridomys, Archaeomys, Issidioromys, Dipodidae Gatt.
Jaculus, Dipus, Alactaga, Platycercomys, Pedetes. C. Hy-
stricomorpha. Ein Praemolar oben und unten (ausser
Ctenodactylus) ; Mahlzähne mit oder ohne Wurzeln, nicht
höckerig; Stirnbeine mit keinem deutlichen Postorbitalfort-
satz (ausser Chaetomys); Infraorbitalöffnung gross, drei-
eckig oder oval. Jochbogen verhältnissmässig stark ; malar
nicht weit nach vorn reichend (ausser Ctenodactylinae und
Chinchillidae) und nicht unten durch eine Verbindung mit
dem Processus zygomaticus des Kiefers gestützt; Foramina
incisiva klein, Foramina am Grunde des Schädels verhält-
nissmässig gross, eine Interpterygoidspalte ; Winkel des
Unterkiefers entspringt von der Aussenseite der Knochen-
bedeckung des unteren Schneidezahns, dreieckig, meist
hinten spitz; Coronoidfortsatz klein, Condylus niedrig;
Schlüsselbeine vollkommen oder unvollkommen; Fibula
durch das ganze Leben als ein besonderer Knochen per-
sistirend; Oberlippe selten gespalten; Muffel mit feinen
Haaren bekleidet; Naslöcher oben spitz, sigmoid oder li-
near; Ohren meist hinten ausgerandet; Schwanz haarig,
fast nackt, oder schuppig. Dahin die Familien Octodon-
tidae Gatt. Ctenodactylus, Pectinator, Petromys^ Ctenomys,
Schizodon, Spalacopus, Octodon, Habrocoma, Carterodon,
Myopotamus, Cercomys, Loncheres, Mesomys, Echinomys,
Dactylomys, Plagiodon, Capromys, Aulacodus, Hystri-
cidae Gatt. Chaetomys, Sphingurus, Erythizon, Atherura,
Hystrix, ChincJiülidae Gatt. Chinchilla, Lagidium, Lagosto-
mus, und die fossilen Amblyrhiza und Loxomylus, Dasy-
prodidae Gatt. Dasyprocta, Coelogenys, Dinomyidae Gatt.
Dinomys, Caviidae Gatt. Cavia, Dolichotis, Hydrochoerus.
IL Glires duplicidentati ^ Schneidezähne bei der Ge-
burt f. Dahin die Familien Lagomyidae Gatt. Lagomys
und die fossile Titanomys, Leporidae Gatt. Lepus, Palaeo-
lagus. IIL Glires hehetidentati \ Schneidezähne. Dahin
die Familie Mesotheriidae mit der fossilen Gatt. Meso-
therium.
Sciurina. Sciurus calliurus ßachholz ist von Peters Berliner
Monatsber. p. 47G Taf. 1 abgebildet. — Sciurus Steerii Günther Proc.
zool. SOG. p. 735 pl. 69.
der Säugethiere während des Jahres 1876. 85
Rainey glaubt den Namen Sciurus palmarum L. aus Bichos
de Palmeyras herleiten zu können, wie die Portugiesen das Thier
nennen, Proc. Asiatic Soc. of Bengal 1875 p. 159.
Blanford erkennt vier Arten von Arctomys im Himalaya,
Tibet und naheliegenden Gegenden an. Er unterscheidet a. kurz-
schwänzige, deren Schwanz weniger als ein Drittel der Länge von
Kopf und Rumpf hat A. himalayanus Hodgs, b. langschwänzige,
deren Schwanz länger ist als ein Drittel von Kopf und Rumpf, A.
hemachalanus Hodgg., caudatus Jacq., aureus Blanf. — In einer nach-
träglichen Note werden A. bobac und A. dichrous für eigene Arten
erklärt. Journal Asiatic Soc. of Bengal. 44 p. 113.
Arctomys aureus Blanford ist zuerst ib. p. 106 aufgestellt; sie
stammt vom Kaskasu-Pass zwischen Yarkand und Sarikol, westlich
von Pamir.
Trecul beschrieb die Dörfer der Arctomys oder Cynomys
ludoviciana, und fand in einer der Höhlungen auch eine kleine Eule,
in einer andern eine Klapperschlange. Comptes reudus 1876 p. 603;
Annais nat. hist. 18 p. 440.
Liebe spricht von senkrecht in die Erde eingehenden Röhren
auf dem oberen Kulm in Thüringen, deren Alter er auf 70 bis 80
Jahre schätzt. Möglicherweise könnten sie von Spermophilus citil-
lu8 herrühren, deren Verbreitung dann früher eine viel weitere ge-
wesen sein müsste. Zool. Garten p. 106.
Hoy schilderte den Winterschlaf von Spermophilus tredecim-
lineata, gab auch eine Zeichnung von dem Bau desselben unter der
Erde. Er fand im October in den Muskeln 30^0 lösliches Eiweiss,
während ein Eichhörnchen, Sciurus hudsonius nur 20*^/o, ein Frosch
40 ^/o hatte. Im April fand er bei Spermophilus nur 18 °/o Eiweiss.
Im Winterschlaf, December, schlug das Herz nur vier mal in der
Minute, die Lungen waren ganz passiv. Das Thier kann nur 6 bis 8
Grad Frost ertragen. Proceedings Amer. Assoc. advanc. of science
held at Detroit p. 148.
Myoxina. Franz Schmidt berichtet über das Vorkommen des
Siebenschläfers in Mecklenburg. Archiv des Vereins in Mecklenburg
30. p. 280.
Palmipedia. Bach brachte in seinen ,, Studien und Lesefrüchte
aus dem Buche der Natur" IV. p. 1 — 17 eine Abhandlung über
den Biber (Castor fiber L.)
Murina. Hapolotis macr?<r« Peters Berliner Monatsber. p. 355
mit Abbildung aus dem nördlichen x\ustralien.
D ul i t z schilderte das Betragen eines Hamsters in der Gefangen-
schaft. Isis, Zeitschr. für alle natnrwiss. Liebhabereien; Probenummer
April 1876.
Cricetus murinus Severtzoff Annais nat. hist. 18 p. 54 von
86 Troschel: Bericht üb, d. .Leistungen in d. Naturgescbichte
Sarepta. — Cr. (Cricetuliis) fulvus . Bi&nford Journal Asiat. Soc. of
Bengal 44 p. 108 aus West-Turkestan.
Nach Franz Schmidt kommt Mus rattus L. noch in der
Stadt Wismar vor, soll aber auf dem Lande gänzlich fehlen. Archiv
des Vereins in Mecklenburg 30. p. 279.
Mac Gillavry untersuchte die Structur der Schneidezähne
von Mus decumanus, hauptsächlich in der Absicht die Entwickelung
des Zahn-Emails zu ermitteln. x\rchives neerlandaises des sc. exactes
et naturelles X. p. 337.
Severtzo ff spricht Annais nat. bist. 18. p. 53 von einer Va-
rietät von Mus Wagneri Var. major, die vielleicht eine neue Art
sein könnte.
Trott er fand Mus leucopus in dem verlassenen Nest von
Vireo olivaceus, welches sich die Maus für ihre Zwecke zugerichtet
hatte. American Naturalist X. p. 555.
Franz Schmidt hörte wieder eine singende Maus. Archiv
des Vereins in Mecklenburg 30 p. 280.
Mus rutilans von Limbareni und univittatus von Dongila Pe-
ters Berliner Monatsber. p. 478 Taf. 2 Fig. 2 und 3. — M. (Nan-
nomys) setulosus Peters ib. p, 480 Taf. 2 Fig. 4 von Victoria, Came-
runs. — 31. pächycei'cus Blanford Journal Asiat. Soc. of Bengal 44
p, 108 aus West-Turkestan.
Nesokia Scullyi Wood Mason Proc. Asiat. Soc. of Bengal April
1876; Annais nat. bist. 18 p. 76 aus Central- Asien.
Als ton stellte zwei neue Hesperomys-Arten auf, Hesperomys
teguina aus Guatemala und Couesi aus Mexico. Proc. zool. soc.
p. 755.
A. B. Meyer berichtet das Vaterland der drei Arten von
Uromys. ü. macropus Gray lebt in Nordaustralien, Cap York, U.
aruensis Gray in den Aru-Lnseln, ü. papuanus Meyer in Neu-Guinea
Annais nat. hiat. 17 p. 145.
Ärvicola leucura Severtzoff Annais nat. bist. 18' p. 52 aus Tur-
kestan. — Ä. StoliczJccmus Blanford Journal Asiat Soc. of Bengal 44
p. 107 von Ladak.
Crotch verwirft alle Theorien zur Erklärung der Wanderungen
der Lemminge. Er glaubt, diese Wanderer gehen westwärts
aus einem angeerbten Instinct ihrer Urahnen, die in alten geologi-
schen Zeiten in ein Land gingen, welches nun in den atlantischen
Ocean untergetaucht ist. Sie ertrinken dann im Meere. Nature XIV
p. 113.
Macropoda. Meriones (Rhomhomys) collium Severtzoff Annais nat.
bist, 18 p. 55 aus Turkestan.
Gerbilhis cryptorliimis Blanford Journal Asiat. Soc. of Bengal
44 p. 108 aus West-Turkestan.
Orycterina- Günther hat Proc zool. soc. p. 744 Schädel und
der Säugethiere während des Jahres 1876. 87
Gebiss von Lasiuromys villosus in Eolzöchnitt abgebildet und be-
schrieben.
Echimys dimidiatus Günther Proc. zool. soc. p. 747 von unbe-
kanntem Fundort, Schädel in Holzschnitt abgebildet. P^benso zur
Yergleichung E. brevicauda. Echimys ferrugiueus ib. pl. 74 vom
Huallaga River.
Loiicheres caniceps Günther Proc. zool. soc. p. 745 pl. 73 aus
Columbia. Schädel in Holzschnitt.
Gervais hatte Gelegenheit ein lebendes Exemplar von Cte-
nodactylus Massonii Gray zu beobachten. Er beschreibt dasselbe mit
Abbildung Journal de Zoologie V. p. 222 pl. VH.
Hystriclna Hystrix crassispinis Günther Proc. zool. soc. p. 736.
pl. 70 von Borueo. Schädel in Holzschnitt abgebildet.
Trichys n. gen. Günther Proc. zool. soc. p. 739 pl. 71. Ver-
wandt mit Atherura, aber der Schwanz ist zu einem kaum merk-
lichen Hauptzipfel reducirt ; Gebiss wie bei Atherura, aber die un-
teren Vorderzähne mehr comprimirt; Gesichtstheil des Schädels
comprimirt; ein Postorbital Fortsatz. Tr. lipura von Borneo, Schädel
in Holzschnitt abgebildet. Verf. bezieht auf diese Art auch die
Abbildung von Gervais in der Voy. ßonite Mamm. pl. 11 fig. 4 — 6,
welche Gervais für identisch mit Hystrix macrura hielt. — Im An-
schluss hieran beleuchtet Günther die Differenzen im Schädel der
Arten von Atherura, mit Abbildungen der Schädel von A. macrura
und africana,
Subungulatä. Aiston unterscheidet zehn Arten der Gattung
Dasyprocta, wobei er die Färbung der langen Steisshaare für den
zuverlässigsten Charakter hält. Eine neue Art Dasyprocta isthmica
wird beschrieben, D. Azarae Lichtst. ist abgebildet.
Garrod über das Coecum coli von Hydrochoerus capybara.
Proc. zool. soc. 1876 p. 80 mit Holzschnitt.
Burmeister beschreibt eine neue Art Dolicliotis salinicöla
mit Abbildung. Proc. zool. soc. 1875 p. 634 pl. 69. Später ib. 1876
p. 461 vergleicht er die neue Art mit der D. patagonica, und findet
in einem grossen schwarzgrauen Fleck am Rücken über der Becken-
gegend ein diagnostisches Merkmal für erstere Art, da derselbe bei
patagonica schwarzbraun ist.
Leporina. Lagomys rw)t*7i/s Severtzoff Annais nat. bist. 18 p. 168
aus Turkestan.
Hermann von Nathusius hat in einer besonderen Schrift
„über die sogenannten Leporiden" Berlin 1876 die bisher über diese
Bastarde zwischen Hasen und Kaninchen erschienenen Schriften mit
gründlicher scharfer Kritik beleuchtet. Es sind die Arbeiten von
Amoretti 1773, Thuisfield 1831, Broca 1858, Darwin 1868, Conrad
1867, Zürn 1871, Gayot 1868, Sanson 1872. Diese Zusammenstellung
ist ura so wichtiger für die Zoologie, als die meisten dieser Schriften
88 Troschel: Bericht üb. d. Leislungen iu d. Naturgeschichte
in unseren Berichten nicht es wähnt sind, weil sie in landwirthschaft-
lichen Zeitschriften erschienen und übersehen waren; das Buch ist
daher ganz besonders zu empfehlen. Wichtig erscheinen die vom
Verf. festgestellten specifischen Differenzen zwischen Hasen und Ka-
ninchen. Hasen werden mit offenen Augen, behaart, in oberirdischen
Lagern geboren,. Kaninchen unreif, mit geschlossenen Augen, kahl in
unterirdischen Bauen. Hasen leben einzeln, oberirdisch, Kaninchen ge-
sellig in selbstgegrabenen Bauen. Bei Hasen ist die Ulna schwächer als
der Radius, hinter diesem liegend, bei Kaninchen ist die Ulna stärker als
der Radius, radial gestellt. Beim Hasen sind die Nageiglieder ohne
Furche, bei Kaninchen mit einer Furche auf der obern Seite. Glied-
massen relativ länger beim Hasen, kürzer beim Kaninchen, Oberarm
beim Hasen länger als der Unterarm, beim Kaninchen gleich lang.
Unterarm um V* der Schienbeinlänge kürzer als das Schienbein
beim Hasen, Va beim Kaninchen, Gaumenlücke beim Hasen so breit
wie 2 Bakenzähne, beim Kaninchen wie 1 Baken zahn. Verf. weist
in der ganzen Abhandlung klar darauf hin, welche Fragen für die
hinreichende Kenntniss der Leporiden noch zu lösen sind. — Vergl.
auch die Anzeige dieses Buches von Brüggemann in der Jenaischen
Literaturzeitung 1876 Artikel 531.
Ninni handelt über das Vorkommen des Lopus variabilis in
den Venetischen Alpen. Atti del R Istituto Veneto H. p. 1087.
Lepus Lehmanni Severtzoff Annais nat. bist. 18 p. 169 aus Tur-
kestan. — L. Stoliczkanus von Kashghßr, auritns von Ladak, griseiis
von Kuenluen südlich von Sangu-Pass Blanford Journal Asiat. Soc.
of Bengal 44 p. 110. — L. hypsibius Blanford Proc. Asiat. Soc. of
Bengal 1875 p. 233, Journal As. Soc. 44 p. 214 aus den Hochthälern
der Provinz Ladak im westlichen Tibet.
Edentata.
Gingulata. Reinhardt erörtert eine Angabe Tauher 's in dessen
Dissertation über die Zahnbildung und Zahnentwickelnng bei den
Wirbelthieren, in w^elcher er die Angabe von Tomes (Ber. 1874
p. 69) bestätigt, dass sich an den Zähnen von Tatusia peba eine
Schraelzlage finde. Verf. spricht seinen Zweifel dagegen aus. Vi-
denskabelige Meddelelser fra Naturh. Forening i Kj^benhavn 1876
p. 421.
Kerbert hat in seiner Abhandlung über die Haut der Repti-
lien und anderer Wirbelthiere p. 45, Archiv für mikrosk. Anatomie
XIH. Die Haut von Dasypus novemcinctus an zwei Embryonen
untersucht.
Vermilinguia. Pouch et, Memoires sur le grand Fourmilier
(Myrmecophaga jubata L.) Paris 1874. Prachtwerk mit den Ab-
der Säugethiere währoiid des Jahres 1876. 89
schuitten Membre auterieur, Orbite, Region siishyoidicnne, systcme
vasculaire, embryon. 218 Seiten und 18 Tafeln.
Mnltungula.
ProbOSCidea. Ule, Der africanische Elephant und der P'lfen-
bcinhandel. Ule und Müller die Natur, Neue Folge I. p. 242, 251.
Garrod berichtet über den am 15. Juli 1875 im zoologischen
Garten zu London gestorbenen Elephanten. Er war 25 Jahr alt,
und hatte 4 Jahre gesogen. Bei der Section zeigte sich die eine
Lunge tuberculös. Proc. zool. sog. 1875 p. 542.
Günther theilte mit, dass Low Backenzähne von Elephas
Indiens aus Borneo eingesandt habe, und dass derselbe nicht zweifle,
dass daselbst im Innern wirklich eingeborene Elephanten vorkämen.
Proc. zool. soc. p. 736.
Setigera. v. Martens bildete den Schädel des japanischen
Wildschweines ab. Die Preuss. Expedition nach Ost-Asien Taf. IL
Monges machte Mittheilungen über das "Warzenschwein
(Phacochoerus Aeliani). Lebensweise, seine Feinde Löwe und Leo-
pard, Jagd, Fleisch ausgezeichnet von Geschmack. Zool. Garten
p. 265.
Anisodactyla. Flower konnte 54 Schädel von Rhinoceros ver-
gleichen und brachte die Arten danach in folgende Uebersicht: A.
Bhinoceros. Im Alter mit einem grossen comprimirten Schneidezahn
oben jederseits, und zuweilen ein kleiner seitlicher, unten ein sehr
kleiner mittlerer und ein sehr grosser gestreckter spitzer seitlicher
Schneidezahn; der Postglenoid- und Posttympanik- Fortsatz der
Schuppe unter dem äusseren Gehörgang vereinigt; die hintere Oc-
cipitalfläche von unten nach oben und vorn aufsteigend, die Leiste
vor den Condylen; Nasenbeine vorn spitz; ein Nasenhorn; Haut sehr
dick, mit starken Leisten und Falten 1. Rh. unicornis L. (indicus
Cw,, stenocephalus Gray) 2. Rh. sondaicus Cav. (javanicus F. Cuv.
Geoffr., Floweri Gray, nasalis Gray). B. Ceratorhimis. Im Alter
mit einem massig grossen comprimirten Schneidezahn oben, und
einem seitlich gestellten, spitzen gestreckten Schneidezahn unten,
der zuweilen bei alten Thieren ausfällt; der Postglenoid- und Poat-
tympanik-Fortsatz der Schuppe nicht unter dem Gehörgang zu-
sammentreffend; Hinterhauptsleiste hinter den Condylen; Nasenbeine
schmal und vorn spitz; ein Nasen- und ein Stirnhorn durch einen
Zwischenraum getrennt ; die Haut faltig, aber nicht so stark mar-
kirt wie bei Rhinoceros. 3. C. sumatrensis Cuv. (suraatranus Raffl., niger
Gray), 4. C. aliotis Sclater. C. Atelodus. Im Alter sind die Vorder-
zähne rudimentär oder fehlen ganz ; Postglenoid- und Posttyrapanik-
Fortsatz nicht vereinigt unter dem Gehörgange; Hinterhauptsleiste
90 Troschel: liericht üb. d. Leistungen iu -1. Naturgeschichte
hinter den Condylen; Nasenbeine verdickt und vorn gerundet oder
abgestutzt; ein vorderes und hinteres Hörn eng beisammen; Haut
ohne bleibende Falten. 5. A. bicurnis L. (africanus Cuv., keitloa
Smith) 6. A. simus Burcholl (Oswellii Gray). Proc. zool soc. p. 443,
mit einigen Holzschnitten.
Drummond ist der Meinung, dass in Africa vier Species von
Rhinoceros leben, nämlich Rh. simus, keitloa, bicornis major und
bicornis minor, wozu noch Osweili kommt, wenn es nicht, wie ver-
muthlich, nur eine Varietät ist. Proc. zool. soc. p. 109.
Sclater schliesst aus einem oberen Hörn eines zweihörnigen
Rhinoceros aus dem Brahmaputra-Thale, dass ein solches in Assam
vorkommt, wahrscheinlich dasselbe w^ie das von Chittagong. Proc.
zool. soc. 1875. p. 566.
Derselbe hält ein junges in den Sunderbunds bei dem Ray
Mangalßusse gefangenes Rhinoceros für Rh. sondaicus. Proc. zool.
soc. p. 751.
Fräser fand bei Rhinoceros sondaicus ein theilweise ver-
knöchertes Septum narium, Journal xlsiatic soc. of Bengal 44 p.
10 pl. V.
Leydy nimmt an, das Hyraceum sei der getrocknete Urin von
Hyrax capensis. Cope bemerkte dazu, dass eine ähnliche Substanz
in den Felsspalten in Neu-Mexico gefunden werde. Er hält es für
wahrscheinlich, dies sei der getrocknete Koth und Urin von Neotoma.
Proc. Philadelphia 1876 p. 325.
Rnminautia.
Turner zeigte, dass die Placenta der Wiederkäuer
eine hinfällige (deciduafe) sei, wobei er freilich den Be-
griff der Hinfälligkeit erweitert, indem er sie auch dann
schon hinfällig nennt, wenn nur das Epithel des Mutter-
gewebes abgeworfen wird. Proc. R. Soc. of Edinburgh
VIII p. 537.
Kölliker beschrieb die Placenta der* Gattung Tra-
gulus. Verhandl. phys. med. Ges. in Würzburg X. p. 74.
Tylopoda. Finsch macht es wahrscheinlich, dass es noch
wilde Kameele (Camelus bactrianus) in der Wüste Gobi gebe, mög-
licherweise seien sie aber auch verwildert. Sie sollen höher auf den
Beinen und dunkler gefärbt sein; die Kirgisen sollen es jagen and
essen. Sie werfen alljährlich im Februar oder März ein Junges,
selten zwei, während die zahmen nur alle zwei Jahre werfen. Proc.
zool. soc. p. 696.
der Säiigelhiere während des Jahres 1876. Ol
Auch durch Brehm erfahren wir, dass es in der wüstenartigen
Ilochsteppe Gohi noch wilde Kameele giebt. Zool. Garten p. 339.
Im Report of the Commissioner of Agriculture for the year
1875, Washington 1876 p. 437 wird auf die Schwierigkeit, das Al-
paca zu acclfmatisiren, aufmerksam gemacht; doch sei die Hoffnung
auf guten Erfolg nicht aufzugeben.
Cervina. In American Naturalist p. 39 sind als Auszug von
Caton's „a summer in Norway'' hübsche Holzschnitt -Abbildungen
vom Hirsch, Rennthier Männchen und Weibchen, und vom Elenn
gegeben.
Pansch gab Notizen über die Verbreitung und die Varie-
täten des Rennthiers. Schriften des Vereins für Schleswig-Holstein
n. p. 215.
Taczanowski beschrieb Proc. zool.' soc. p. 123 einen neuen
gefleckten Hirsch aus dem südlichen Üssuri-Lande, den er Cervus
Dyhowskii nennt. Das Geweih ist in Holzschnitt abgebildet.
Brooke gab vier Holzschnittabbilduiigen des Geweihes von
Cervus mesopotaraicus. Ib. p. 298. Ferner bildete Brooke ib.
p. 304 das normale und ein monströses Geweih von Cervus Schom-
burgki Blyth ab.
Sclater erhielt durch Le Soeuf in Melbourne ein Hirsch-
geweih von Mauritius übersandt, um es zu bestimmen. Es war von
Cervus rusa, der in Java einheimisch, aber seit Jahren in Mauritius
eingeführt ist. Er erinnert an diese Abstammung, da der Hirsch
wahrscheinlich auch in Australien das Bürgerrecht erlangen wird.
Proc. zool. soc. p. 179.
Blanford stellte nach dem Geweih eine neue Art Cervus
eustephanus von dem Thian Shan Gebirge auf. Das Geweih ist in
Holzschnitt abgebildet. Proc. zool. soc. 1875 p. 637.
Caton fand eine neue Varietät von Cervus macrotis in Cali-
fornien, die er C. macrotis var. californicus nannte. American Na-
turalist X. p. 464.
Tristram zeigt das Vorkommen von Cervus capreolus in
Palästina an. Proc. zool. soc. p. 420.
Sclater gab nach einem lebenden Exemplare eine Notiz über
Lophotragus michianus mit Abbildung eines Männchens in Holzschnitt.
Proc. zool. soc. p. 273.
Garrod (ib. p. 757) hatte bald Gelegenheit, dessen Leiche zu
untersuchen. Er erklärt das Thier für identisch mit Elaphodus ce-
phalophus A. Milne-Edwards, und vereinigt die Gattungen Cervulus
und Elaphodus zu einer Subfamilie Cervulinae. Bei Cervulus sind
die Stirnzapfen divorgirend und haben an ihrer Wurzel starke Su-
praorbital-Leisten, die Geweihe divergiren in eine Augensprosse und
eine einfache Stange; eutwickelte Hautdrüsen an der Innenseite jeder
Supraorbital-Leiste. Bei Elaphodus sind die Stirnzapfen conver-
92
Troschel: Bericht üb. d, liüistuugeii in d, Naturgeschichte
gireiid und haben keine Supraorbitall eisten, Geweihe klein und ein-
fach, kaum über den Haarbüschel der Stirn hervorragend; keine
Stirndrüseu. Kopf und Gehirn sind abgebildet.
Caton über Antilocapra americana mit Abbildungen in Holz-
schnitt. American Naturalist p. 193.
Hoff mann zeigte ein Hörn von Antilocapra americana mit
drei Zacken an, bildete es auch in Holzschnitt ab. Proc. zool. soc.
1875 p. 532.
Jeffrey Bell beschreibt die Muskulatur der Beine von Mo-
schus moschiferus. Proc. zool. soc. p. 182.
Gavicorniä. Cephalophus cdllipygm Peters Berliner Monats-
ber. p. 483 Taf. 3 und 4 von Westafrica.
Blanford erörterte die Frage über die Namen des Markhor
und Sind Steinbocks. Der Sind-Ibex ist identisch mit der wilden
Ziege von Persien und Westasien, und war früher hauptsächlich als
die Quelle des echten Bezoar bekannt. Das von verschiedenen äl-
teren Schriftstellern und von Linne als Capra bezoartica beschrie-
bene Thier kann nicht wiedererkannt werden, da diese Autoren ver-
schiedene Antilopen mit der wilden Ziege confundirten, deren Name
Capra aegagrus ist. Der Markhor-Steinbock ist Capra megaceros
Hutton, das Kashmir-Thier C. Falconeri Hügel, und wenn diese
beiden Thiere dieselben sind, wie die meisten Naturforscher an-
nehmen, dann muss der letztere Name als der ältere angenommen
werden. Die Synonymie wird zusammengestellt. Proc. Asiatic Soc.
of Bengal 1875 p. 120; Journal Asiat. Soc. of Bengal 44 p. 12.
Im Report of the Commissioner of agriculture for the year
1875, Washington 1876 ist eine Abhandlung von Dodge über die
Schafe und Wolle der Welt abgedruckt, begleitet von 10 Abbildungen
verschiedener Rassen.
Bond machte Studien über die Rassen der Schafe. Proc. Boston
Soc. 18. p. 356.
Landbeck hatte einen jungen Hammel, der sich bemühte
zwei kämpfende Truthähne zum Aufgeben des Kampfes durch Stossen
zu bewegen. Zool. Garten p. 380.
Bei Gelegenheit der Beschreibung eines neuen Argali-Schafes.
0ms juhata aus dem östlichen Theile der Mongolei, im Norden von
Peking, theilte Peters die von Severtzow aufgestellte Uebersicht
der Wildschafe (1873) mit, welche 21 Arten enthiilt. Berliner Monats-
berichte p. 177.
Ovis Karelini, Heinsii und nigrimontana Severtzoff An-
nals nat. bist. 18 p. 171 und 208 aus Turkestan. Verf. lässt sich
hier eingehend über die Schafe, ihre Unterschiede, Eintheilung
u. s. w. aus.
Blanford hebt als eine Unrichtigkeit hervor, dass das Männ-
chen von Ovis polii auf Tafel 53 im Jahrgang 1874 mit einem
der Säugethiere während des Jahres 1876. 93
langen buschigen Schwanz, und das Weibchen mit einer schwarzen
Rückenlinie abgebildet sei, auch sei die Mähne fälschlich. Proc. zool.
soc. p. 540,
Allen schrieb eine umfangi'eiche Abhandlung ,,The American
bisons living and extinct," mit 12 Tafeln und einer Karte. Memoirs
of the Museum of comparative zoology at Ilavard coUege, Cambridge.
Vol. IV No. 10. 246 Seiten, Unter den fossilen Resten werden zwei
Arten Bison latifrons Leidy und Bison antiquus Leidy bestimmt
unterschieden, die lebende Art ist Bison americanus, die ausführlich
beschrieben wird. Der zweite Theil (p. 71) beschäftigt sieh mit der
geographischen Verbreitung und der rapiden Verminderung des
ßu£falo, mit seinen Producten, seiner Jagd, seiner Domesticirung,
von der bedauert wird, dass nicht längst mehr Sorgfalt auf der-
artige Versuche gerichtet worden sei, da diese Thiere ihrem baldigen
Aussterben entgegen gingen.
Hensel schildert als Beitrag zur Kenntniss der Thierwelt
Brasiliens das dortige Rind in seiner Lebensweise. Er hält dafür,
dass das Rind ursprünglich für das Leben im Walde bestimmt sei,
und daher auch leicht verwildert, wo es sich im Walde verbergen
kann. Zool. Garten p. 37, 97 und 139.
Allen erwähnte einer Missgeburt eines Brahmin bull mit einer
überzähligen Vorderextremität an der linken Schulter. Dieselbe
hatte drei Zehen. Proc. Philadelphia 1876 p. 143. — Ferner ib.
p. 163 eine überzählige Extremität bei einer Hauskuh.
Natantia.
C o p e gab einen vierten Beitrag zur Naturgeschichte der le-
benden Cetaceen. Er bildete pl. III. Grampus griseus Cuv. ab und
beschrieb als neue Arten Globicephalus brachypterus aus der Dela-
ware Bay mit Abbildung des Schädels, Phocaena lineata aus dem
Hafen von New -York, Lagenorhynchus perspicillatus von Portland,
Maine und Lagenorhynchus gubernator (pl. IV) ebendaher. Proc.
Philadelphia 1876 p. 129—139.
Turner hatte Gelegenheit einen trächtigen Uterus von Mo-
iiodon monoceros zu untersuchen. Er war zweihörnig und enthielt
in dem linken Hörn einen Foetus von 5 Fuss 5 Zoll. Proc. R. Soc.
of Edingburgh IX p. 103.
Cunningham beschrieb ein junges Weibchen von Delphinus
albirostris, welches bei Great Grimsby gefangen war. Proc. zool. soc.
p. 679. — Ebenso Clark ib. p. 686 ein junges Männchen der-
selben Species. Beide sind abgebildet, so wie der Magen dea
letzteren.
94 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Belphimis (Steno) 'perspicülaius Peters Berliner Monatsber. p.
360 mit Abbildung, aus dem Atiantischeu Ocean,
Fischer beschrieb eine neue Art Orca antarctica, welche auf
der Reise des Astrolabe und der Zelee in den Meeren der Poweli-
inseln und der südlichen Neu-Shetlandiuseln beobachtet worden ist.
Er macht dann die 10 bis jetzt bekannten Arten der Gattung Orca
namhaft. Journal de Zoologie V. p. 146.
Munter beschrieb ein in der Ostsee am Ausflusse der Peene
lebend gefangenes Weibchen von Lagenorhynchus albirostris mit pho-
tographischen Abbildungen. Er erklärt die Art für verschieden von
Lagenorhynchus leucopleurus Gray. Mittheil, naturw. Verein von Neu-
Vor|)ommern und Rügen VIII. p. 1 — 38.
J. von Haast beschrieb ein Skelet von Ziphius novas Zea-
landiae, und bildete Skelet und Schädel ab. Proc. zool. soc. p. 466.
Dazu macht Flow er einige Bemerkungen, in denen er vermuthet,
die Species sei nicht verschieden von Z. chathamiensis Hector, und
es existire überhaupt nur eine Art dieser Gattung.
J. von Haast beschrieb einen neuen Ziphioiden unter dem
Namen Mesoplodon Grayi von Neu-Seeland. Proc. zool. soc. 1876.
p. 7. — Weiter bemerkt Verf. ib. p. 457, dass der Besitz einer Reihe
kleiner Zähne im Oberkiefer ein beständiger Charakter seines Meso-
plodon Grayi ist, und erhebt diese Art zur eigenenlGattung unter.
dem Namen Oulodon. Er konnte vier gestrandete Exemplare ver-
gleichen.
Ferner beschrieb J. von Haast das Skelet von Mesoplodon
Floweri, welches ihm von M. Layardi verschieden erschien. Proc.
zool. soc. p. 478, — Flow er bemerkt ib. p 485 dazu, dass er die
Species nicht für verschieden von Layurdi hält. Er sieht das Ver-
dienst der Abhandlung in der Beschreibung des ganzen Skelets,
welches eine errosse Aehnlichkeit mit der bekannten nordischen
Form, M. sowerbiensis, zeigt.
Gervais stellte Betrachtungen über die Cetaceen Japans an.
Er bespricht die einzelnen von den Autoren erwähnten Walfische,
kömmt aber zu keinem sicheren Resultat. Vielmehr hält er weitere
Nachforschungen noch für nöthig, um eine sichere Nomenclatur der
Japanischen Balaeniden festzustellen. Der Schädel und die Gehör-
kapseln von einer Art, welche die Japanesen Naguzu-Kuzira nennen,
Sibbaldius ? Schlegelii Flower sind abgebildet. Jt)urnal de Zoologie
V. p. 1—10 pl. 1 und 2.
Richiardi beschrieb das Skelett einer Balaenoptera mus-
culus, welche am 10. Juni 1871 in der Nähe von Livorno gestrandet
war, und berücksichtigte die individuellen Verschiedenheiten, v/elche
bei dieser Art vorkommen. Zwei Schädel sind abgebildet, Atti Soc.
Toscana di sc. nat. I. p. 246 pl. 3 und 4.
Jouan erörterte die Frage, welche Art von Balaena bei den
der Säugethiere während des Jahres 1876. 95
Inseln St, Paul und Amsterdam vorkomme, ohne zn einer rechten
Entscheidung zu gelangen. Mem. de Oherbourg 19 p, 234.
Owen hat den 5. Theil der Osteologie der Marsu-
pialia veröffentlicht. Derselbe enthält die Gattung Macro-
pus. Transactions of Ihe zooiogical society of London Vol.
IX part. VIIL
Nachträglich sei erwähnt, dass K refft in Transact
R. Soc. of New South Wales for the Year 1873 p. 135,
Sydney 1874 über die Säugethiere Australiens und ihre
Classification eine Mittheilung gemacht hat. Dieselbe be-
zieht sich auf die Ornithodclphia und Didelphia. Verf.
weist auf manche Irrthümer hin, welche in der Beurtheilung
der fossilen Knochen gemacht worden seien. Die Mono-
tremen hält er für die ältesten bekannten Säugethiere, und
nimmt an, dass sie sich aus den Sauropsida entwickelt
hätten. Unter den Marsupialien bespricht er die Phalan-
gistidae, Phascolomyidae, Macropodidae, Peramelidae, Dasyu-
ridae in Beziehung auf die Zähne.
Baruard machte Bemerkungen über die Entwickeiung von
Didelphis virginiana. Die Tragzeit ist 24 — 28 Tage. Bei Ornitho-
rhynclms sind die Milchdrüsen weder erhaben noch vertieft, ])ei
Echidna dagegen sind die Oefifnungen der Milchdrüsen vertieft und
bilden jede eine schmale Grube, in welche das Junge die Schnauze
einsenkt und festheftet, und so hängend ernährt wird. Diese kleinen
Gruben will er als den Anfang des Beutels ansehen. Beim jungen
Opossum sind die Vordergliedmasseu mehr entwickelt als die hin-
teren. Die Augen sind anfänglich unter der Haut verborgen, die
Ohren bilden kleine Erhabenheiten, während die Lippen eigenthüm-
lich entwickelt sind. Auffallend ist, dass die männlichen Jnngen
zuerst ein Marsupium haben wie die weiblichen, das aber allmählich
schwindet. Einige Holzschnittfiguren. Proceed. Amer. assoc. for the
advancement of science held at Detroit, Michigan p. 145.
Pierson Rarasay zeigte an, dass das gestreifte Opossum,
Dactylopsila trivirgata Gray, auch am Herbert River, nahe der
Rockingham ßay, vorkommt. Annais. nat. hist. 17. p, 331.
d'Albertis schreibt, dass eine Dactylospila, ähnlich der D. tri-
virgata Gray, nicht von Früchten, sondern von Insecten lebt. Ver-
handlungen des Vereins für naturwiss. Unterhaltung zu Hamburg
H. p. 65.
96 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgesch, d. Säugetb. etc.
Schaefer und Williams bescbrieben die Structur der
Scbleimbäute des Magens der Känguruhs. Die Untersuchungen
wurden an Macropus giganteus und an Dorcopsis luctuosa angestellt.
Proc. zool. soc. p. 165.
Monotremata.
Doria entdeckte in Neu-Guinea eine neue Art Echidna. Na-
ture XV. p. 66.
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1876.
Von
Troschel.
Die Abtheilmig der Amphibien in Bronn 's Klassen und
Ordnungen des Thierreiclis, bearbeitet von Hoff mann, ist
um die 12. und 13. Lieferung gefördert. Sie bringen den
Schluss der Sinnesorgane, die Haut, und den Anfang der
Organe der Ernährung.
Beauregard, Recherches sur les reseaux vasculaires
de la chambre posterieure de l'oeil des vertebres. Aus-
gehend vom Kamm der Vögel studirt er dann auch p. 55
das Auge der Säugethiere, p. 70 Reptilien und Batrachier,
p. 87 Fische. Verf. hält den Kamm der Vögel, mit Leuckart
und Mihalkovics, für ein Gefässnetz zur Ernährung des
Glaskörpers und zum Theil auch der Retina, zugleich aber
auch sei seine Thätigkeit analog der der Choroidea, kurz
sie sei eine dependance von dieser. Bei den Eidechsen,
welche einen kleinen Kamm des Auges besitzen, soll er
eine ähnli-che Rolle wie bei den Vögeln spielen, zu Gunsten
des monocularen und binocularen Sehens, und bei den
übrigen Reptilien, die keinen Kamm besitzen, sollen die
Gefässnetze der hinteren Kammer gleichsam denselben ver-
treten. Bei den Fischen enthält die hintere Augenkammer
zwei verschiedene Apparate, einen Gefässapparat und einen
Archiv f. Naturg. XXXXTTI. Jahrg. 2. Bd. <J
98 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Muskelapparat (campanula). Dass der letztere der Accom-
modation diene, wie Leuckart meint, möchte Verf. be-
zweifeln, da er manchen Fischen gänzlich fehlt. Annales
des sc. nat. IV. Article 1. p. 1 — 158 mit 6 Tafeln.
Paul Meyer, Etudes histologiques sur le Labyrinthe
membraneux et plus specialement sur le limagon chez les
Reptiles et les Oiseaux. Strasbourg 1876. Mit 5 Tafeln.
Alb recht schrieb eine Abhandlung: Beitrag zur
Morphologie des Musculus omo-hyoides und der ventralen
inneren Interbranchialmusculatur in der Reihe der Wirbel-
thiere. Kiel 1876. Ausgehend von den Säugethieren ist
eine vergleichende Untersuchung angestellt bei Spinax
acanthias, Raja clavata, Acipenser sturio, Gadus morrhua,
— Siren lacertina, Proteus anguinus, Menobranchus lateralis,
Siredon mexicanus, Amphiuma tridactylum, Menopoma
alleghaniense, Cryptobranchus japonicus, Triton marmora-
tus, Salamandra maculosa, Rana temporaria, Siphonops
annulata.
Leydig hat eine Abhandlung über die allgemeinen
Bedeckungen der Amphibien im Archiv f. mikrosk. Anat.
XII, p. 119—242 veröffentlicht. Es ist unmöglich, auf den
reichen Inhalt hier näher einzugehen. Die verschiedenen
Abschnitte bieten viel Interessantes; wie über die Organe
des sechsten Sinnes, über den Farbenwechsel, die Fuss-
blätter der Geckotiden und vieles andere.
Unabhängig von der Leydig 'sehen Arbeit schrieb
Kerbert über die Haut der Reptilien und anderer Wirbel-
thiere Archiv f. mikrosk. Anat. XIII, eine Arbeit, die auch
als Leipziger Inaugural- Dissertation benutzt wurde, 58
Seiten mit 3 Tafeln. Erst nach Abschluss seiner Abhand-
lung war ihm die Leydig 'sehe bekannt geworden. Vergl.
auch Sitzungsber. der Ges. Isis 1876 p. 127.
Spengel theilte vorläufig seine Befunde über die
Segmentalorgane der Amphibien mit. Verband 1. phys. med.
Ges. in Würzburg X. p. 89.
V. la Valette St. George gab eine kurze Mit-
theilung über die Resultate seiner Untersuchungen betreffend
die Spermatogenese der Amphibien. Sistzuugsber. der
niederrheinischen Ges. in Bonn p. 45.
während des Jahres 1876. 99
Br a im beschrieb die Zwillingsbildung von Salamandra
maculosa und Tropidonotus natrix. Bei ersterem Tbiere
lagen zwei völlig getrennte Embryonen auf einem gemein-
schaftlichen Dotter, unter zahlreichen anderen Embryonen ;
bei letzterem stammen zwei Zwillingsbildungen aus einem
und demselben Thiere. Verhandl. phys. med. Ges. in Würz-
burg X. p. 67.
Von grabenden Reptilien führt Wood in „Strange
dwellings being a description of the habitations of animals
abridged from homes without hands, London 1876'' p. 44
nur Testudo graeca und Chilabothrus inornatus an. Diese
Zahl hätte w^ohl vermehrt werden können.
Blanford kritisirt die Bestimmungen Günther 's
(1875) in dem zweiten Bericht über indische Reptilien.
Der Vereiniguiig von Cabrita brunnea und Leschenaulti
stimmt er zu; der Vereinigung von Ophiops Jerdoni Blyth
und Cabrita Jerdonii Beddome und Blanford widerspricht
er; Hemidactylus Coctaei und H. giganteus hält er für speci-
fisch verschieden, ebenso H. Berdmorei Blyth. Proc. zool.
soc. p. 635. — Derselbe hat eine Schlange von Purneah
mit einer Zügelgrube als Elachistodon Westermanni be-
stimmt, eine Gattung, die durch ihre Schlundzähne (gular
teeth) auffällt. Platyceps semifasciatus identificirt er mit
Zamenis ventrimaculatus, und Ablepharus pusillus erkennt
er als verschieden von A. agilis (Blepharosteres agilis Stol.).
Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1875. p. 234.
Von Arbeiten, welche sich auf die geographische Ver-
breitung und Faunen beziehen, sind zu erwähnen:
Peters bearbeitete die von S. M. S. Gazelle mitge-
brachten Amphibien. Es sind 38 Arten verzeichnet, die
wegen der Fundorte Interesse haben. Zwei neue Species,
von denen die eine eine neue Gattung bildet. Berliner
Monatsber. p. 528.
Europa. Das Vorkommen von Amphibien in Jemt-
land ist nach den Beobachtungen von Olsson ein sehr
sparsames. Mit Sicherheit sind ihm aus dieser Provinz
nur Lacerta vivipara, Vipera berus, Rana temporaria und
Triton punctatus bekannt. Anguis fragilis und Coluber
100 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
natrix sind zweifelhaft. Öfversigt Vetensk. Akad. Förhand-
lingar 1876 No. 3 p. 124.
Im nördlichen Bohuslän kommen nach Cederström
2 Eidechsen, 3 Schlangen und 2 Batrachier vor. Öfversigt
Vetensk. Akad. Förhandlingar No. 4 p. 63.
Meisheime r fand bei Linz am Rhein und Umgegend
von Amphibien 4 Triton, 1 Salamandra, 1 Bombinator, 1
Alytes, 1 Hyla, 2 Rana, 2 Bufo; 1 Tropidonotus, 1 Coro-
nella ; 1 Anguis, 3 Lacerta. Verhandl. des naturh. Vereines
der Rheinlande und Westfalens 1876, Correspondenzbl. p. 87.
La taste verfasste einen Catalog der Amphibien der
Umgegend von Paris : „Catalogue des Batraciens et Reptiles
des environs de Paris, et distribution geographique des
Batraciens et Reptiles de TOuest de la France." Das Ver-
zeichniss enthält 6 Schlangen, 5 Eidechsen, 10 unge-
schwänzte und 6 geschwänzte Batrachier. Actes de la Soc.
Linn. de Bordeaux 30; Journal de Zoologie V. p. 268.
Lataste „Essai d'une Faune herpetologique de la
Gironde." Eine grössere Arbeit von 352 Seiten und 40
Tafeln, welche in den Actes de la Soc. Linn. de Bordeaux
30 erschienen ist. Sie beschäftigt sich mit 25 Arten, näm-
lich 1 Schildkröte, 7 Schlangen, 6 Eidechsen, 8 unge-
schwänzten und 3 geschwänzten Batrachiern.
Scarpa's Catalog der Reptilien und Amphibien von
Treviso enthält 1 Schildkröte, 4 Eidechsen, 7 Schlangen,
6 ungeschwänzte und 5 geschwänzte Batrachier. Atti della
Societä Veneto-Trentina di sc. nat. residente in Padova
IIL p. 192.
Oscar Böttger konnte von der Insel Chios fünf
Reptilien beschreiben: Stellio vulgaris Latr., Ablabes mo-
destus Mart, Tropidonotus natrix L., Callopeltis quadri-
lineatus Pall. und Callopeltis lacertina Fitz. Ablabes (Eirenis)
modestus ist abgebildet. 15. und 16. Bericht des Offen-
bacher Vereins für Naturkunde.
Africa. Peters brachte eine zweite Mittheilung über
die von Herrn Professor Dr. R. Buchholz in Westafrica
gesammelten Amphibien. Ausser einigen Bemerkungen über
Arten, die bereits in der ersten Mittheihiug (1875) erwähnt
während des Jahres 1876. 101
waren, sind auch einige neue Arten beschrieben. Berliner
Monatsber. p. 117.
In Brooks „Natal" London 1876 edited by Mann
werden die Amphibien p. 125—143 in allgemeinen Zügen
geschildert. Krokodile sind häufig, viele Eidechsen, ein
Laubfrosch kommen vor. Von Schlangen werden erwähnt
Python natalensis, der bis 25 Fuss lang wird, und einige
Giftschlangen.
Asien. Günther gab einen dritten Bericht über
Sammlungen Indischer Reptilien. Dieser bezieht sich auf
Batrachier. Es werden 20 neue Species und eine neue
Gattung beschrieben, von denen die meisten auf 4 Tafeln
abgebildet sind.
In dem Abschnitt über die Reptilien von Ceylon in
„Ceylon a general description of the Island ct. by an officer,
late of the Ceylon rifles'' London 1876 IL p. 178—207 wird
über Crocodile, ihre Gefährlichkeit und ihren Fang, über
verschiedene Eidechsen, über giftige Schlangen und Gegen-
gift u. s. w. berichtet. Das Verzeichniss der Ceylonischen
Arten bringt 2 Crocodile, 5 Schildkröten, 36 Eidechsen, 52
Schlangen, 36 Batrachier. Von ihnen sind 1 Schildkröte
12 Eidechsen, 13 Schlangen und 18 Batrachier als Ceylon
eigenthümlich bezeichnet.
Blanford stellte ein Verzeichniss der von Stoliczka
in Kaschmir, Ladak, West-Turkestan und Wakhan ge-
sammelten Amphibien zusammen. Es enthält 15 Eidechsen,
9 Schlangen und 4 Batrachier; Schildkröten sind nicht in
der Sammlung. Sechs neue Eidechsen sind beschrieben,
s. unten. Proceed. Asiatic Soc. 1875 p. 201 ; Journal Asiatic
See. of Bengal 44. p. 191.
Blanford beschrieb drei neue Eidechsen von Sind,
Proc. Asiatic Soc. of Bengal 1875 p. 232.
In V. Märten s Die Preussische Expedition nach Ost-
Asien zool. Abth. I sind auch Mittheilungen über die Rep-
tilien enthalten, so p. 196 über die Philippinen, p. 212
über die Land-Reptilien in Siam, p. 231 über die Reptilien
auf Singapore, p. 277 Reptilien des indischen Archipels.
Australien. Nachdem das bekannte Werk „The zoo-
logy of the Voyage of H. M. S. Erebus and Terror" längere
Iü2 Troschel: Bericht üb. cl. Leistungen in d. Herpetologie
Zeit unterbrochen war, hat Günther im Jahre 1875 die
Reptilien zum Abschluss gebracht, indem er ein vollstän-
diges Verzeichniss aller bis jetzt bekannten Saurier von
Australien und Neu -Seeland gab. Es sind 155 Arten,
worunter 5 neue. Mehrere sind abgebildet.
Auf den Fidschi -Inseln giebt es verhältnissmässig
wenige Schlangen; sie leben meist auf Bäumen. Ebenso
eine grosse Eidechse Chloroscartes fasciatus. Ausserdem
kommen noch vier andere Arten vor. Ricci, Fiji p. 217.
Garrett fand auf den Viti-Inseln Frösche, Platymantis
Vitiana D. B. und platydactyia Gthr., und Landschlangen,
Ogmodon vitianus Pet. und Enygrus Bibronii D. B. Eine
Eidechse, Brachylophus fasciatus, erreicht eine Länge von
3 Fuss. Jede Art von Reptil wird von den Eingeborenen
gegessen. Verhandl. des Vereins für naturw. Unterhaltung
zu Hamburg IL p. 61.
Landreptilien sind nach Meinicke auf den Inseln
des Stillen Oceans nicht häufig. Schlangen finden sich
nicht weiter südlich als bis zu den neuen Hebriden und
östlich bis Tonga; Frösche sind noch seltener; dagegen
sind Eidechsen allgemein verbreitet. Die Inseln des stillen
Oceans I. p. 31.
America. Cope hielt einen Vortrag über die Ver-
breitung der Batrachier und Reptilien in Nordamerika,
welcher in Proceed. Amer. Assoc. advanc. of science held
at Detroit, Michigan p. 197—201 im Auszuge mitgetheilt ist.
Bocourt bearbeitete die durch Sumichrast auf dem
Isthmus von Tehuantepec (Mexico) gesammelten Reptilien.
Sur quelques reptiles de l'isthme de Tehuantepec. Journal
de Zoologie V. p. 386. Verf. bespricht nur einige Arten. Von
den fünf gesammelten Schildkröten wird nur Chelopus
mexicanus Gray näher beschrieben und an Cinosternon
Shawianum knüpft sich eine vergleichende Beschreibung der
11 Arten der Gattung Cinosternon. Von Emydosauriern
kommt eine Varietät von Alligator punctulatus vor; man
weiss dadurch, dass in diesen intertropicalen Gegenden
auch Alligatoren vorkommen. Unter den erwähnten 8
Eidechsen befinden sich zwei neue Arten, s. unten. Von
Schlangen wird eine neue Art der Boiden beschrieben,
während des Jahres 1876. 103
ferner die vier Arten der Gattung Tomodon; auch werden
drei Arten der Gattung* Bothrops charakterisirt.
Cope verzeichnete 18 Amphibien, 8 Batrachier, 6
Eidechsen und 4 Schlangen, welche durch Bransford
während der Nicaraguan Canal Survey im Jahr 1874 ge-
sammelt wurden. 2 neue Arten s. unten. Journ. Acad.
Philadelphia VIII p. 155—157.
Am See Titicaca fanden Agassiz und Gar man 2
Cyclorhamphus feine Art neu\ 1 Pleurodema, 2 Leiuperus,
1 Bufo, ferner 4 Eidechsen und eine Schlange. Bull. Museum
compar. zool. Cambridge III. N. 11 p. 276.
Gar man bespricht eine Sammlung von Amphibien
vom Isthmus von Panama, welche 1 Schildkröte, 5 Eidechsen,
8 Schlangen, 5 Batrachier enthielt. Proc. Boston Soc. 18
p. 402.
Cope bearbeitet die Batrachier und Reptilien von
Costa Rica. Der Staat Costa Rica, an Ausdehnung etwa
gleich Süd-Carolina, ist sehr reich an Amphibien. Verf.
zählt ISO Arten auf, nämlich 36 Batrachier, 28 Eidechsen,
60 Schlangen und 6 Schildkröten. Die zahlreichen neuen
Gattungen und Arten sind unten notirt. Journal of the
Acad. of Philadelphia VIII p. 93—154.
Peters hat die durch Krug und Gundlach auf
Puertorico gesammelten Amphibien bestimmt und verzeichnet.
Von den 19 Arten stimmen nur zwei mit denen von Cuba
tiberein, während die meisten auch aufHayti oder auf den
kleinen Antillen vorkommen. Zwei Schlangen sind der
Insel eigenthümlieh, zwei Anolis sind neu. Berliner Monats-
berichte p. 704.
Weyenbergh führt in Napp's Werke „Argentinische
Republik" p. 163 von Amphibien nur die gemeinsten Arten
an, da sich bis jetzt Niemand mit ihrem genaueren Studium
beschäftigt hat. Eine neue Hyla wird beschrieben.
Cope berichtete über die durch 0 r t o n vom mittleren
und oberen Amazon und aus dem westlichen Peru mitge-
brachten Reptilien. Es sind 33 Eidechsen und 41 Schlangen,
worunter 17 als neu beschrieben werden. Journ. Acad.
Philadelphia VIII p. 159—188.
Stein dachner verfasste eine Abhandlung über die
104 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Schlangen und Eidechsen der Galapagos-Inseln, welche in
der Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens der
zool. bot. Ges. in Wien p. 303 abgedruckt ist. Von Schlangen
kommt auf jenem Archipel nur eine Art vor, Dromicus
Chamissonis Wiegmann (Herpetodryas dorsalis Gthr.) und
zwar in zwei Varietäten, dorsalis und Habelii. Von Eidechsen
werden beschrieben Tropidurus (Craniopeltis) Grayii Bell,
und pacificus n. sp., Amblyrhynchus cristatus Bell, Cono-
lophus subcristatus Gray, Phyllodactylus galapagensis
Peters. Alle diese Arten, mit Ausnahme der letzteren, sind
abgebildet, von Amblyrhynchus und Conolophus auch die
Schädel und sonstige osteologische Verhältnisse, 7 Tafeln.
Chelonii.
Anderson beschreibt die Cloacal-Blasen und die Peritoneal-
Kanäle bei den Schildkröten. Journal Linnean Society XII. p. 434.
Cookson berichtete über die Häufigkeit der Schildkröten an
den Galapagos-Inseln. Proc. zool. soc. p. 178.
Emydae. Brockmüller stellte zahlreiche Fälle zusammen,
in denen in Mecklenburg Schildkröten, Emys europaea, gefunden
sind, glaubt aber, dass sie nur im südöstlichen Theile Mecklenburgs
spontan vorkommt. Archiv des Vereins in Mecklenburg 30. p. 250.
Bocourt beschreibt eine neue Art Cinosternon rostellum von
Guanajuato. Für den Zweck der Unterscheidung dieser Art ist eine
Synopsis der 11 Species dieser Gattung beigefügt. Journal de Zoo-
logie V. p. 390.
Chelopus Gabbii und funereus Cope Journal Acad. Philadelphia
VIII. p. 153 von Costa Rica.
Ghilotae. Theobald machte weitere Bemerkungen über die
Indischen und Burmesischen Arten von Trionyx (vergl. vorj. Bericht
p. 43). Durch neues Material ist er zu dem Resultat gekommen,
dass drei Arten in Bengalen zu unterscheiden sind, T. gangeticus
Cuv., T. Sewaare Buch, und T. ocellatus Buch. Den Burmesischen
Arten T. Phayrei Theob., javanicus Geolfr., peguensis Gray werden
zwei neue hinzugefügt: T. Grayii pl. 3 aus dem Irawadi-Thal und
T. ephippium pl. 5 von Tenasserim. Diese acht Arten sind dann
synoptisch charakterisirt. Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1875 p. 170.
— Wood-Mason bemerkte dazu^ dass die sehr jungen in allen drei
gangetischoii Arten mit Augenflecken versehen, wie denn bei einer
Menge verwandter Formen die früheren Jugendzustände fast ununter-
während des Jahres 1876. 105
scheidbar ähnlich seien. Er knüpft daran Betrachtungen phylogene-
tischer Natur. Ib. p. 179.
Peters bildete ein ganz junges Exemplar von Cycloderraa
Aubryi Dum. in natürlicher Grösse ab. Berliner Monatsber. p. 117.
Saurii.
Born, Zum Carpus und Tarsus der Saurier. Er resumirt:
1. Ein Theil der Saurier besitzt im Carpus ein dem der Urodelen
und Chelonier homologes Intermedium, einem anderen Theile ist
dasselbe im erwachsenen Zustande spurlos verloren gegangen. 2. Der
Carpus von Chamaeleo besitzt ein Ulnare, Radiale, keilförmiges Cen-
trale von derselben Beschaffenheit, wie bei allen übrigen Sauriern,
in zweiter Reihe ein Tarsale 2, Tarsalß 5, und ein Tarsale 3, 4;
Tarsale 1 ist verloren gegangen. Er ist also bis auf einige Reduc-
tionen und Verschiebungen, die mit der Ausbildung des Greiffusses
zusammenhängen, gleichgebildet. 3. Der Bau des Tarsus ist bei allen
Sauriern im Wesentlichen derselbe. 4. Der Tarsus von Chamaeleon
gleicht in allen Bestandtheilen dem der übrigen Saurier, nur dass
zur Ausbildung des Greiffusses eine Verschiebung der Metatarsalia
stattgefunden hat. Morphologisches Jahrbuch IL p. 1 Taf. I.
Grocodilini. Rabl-Rückhard theilte die Ergebnisse seiner
Untersuchungen über die Hirnnerven des Alligator lucius mit, soweit
sie sich auf die Beschaffenheit und Zahl der verschiedenen Nerven-
wurzeln beziehen . ohne deren extracraniellen Verlauf zu berück-
sichtigen. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde p. 125.
Rbynchocephali. Sphenodon Güntheri Buller von den Bruder-
Inseln. Nature XV p. 66.
Ämeivae. Ämiva Gabhiana Cope Journal Acad. Philadelphia
VIII. p. 117 von Costa Rica.
Cnemidophorus armatulus Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 164 aus dem Thal Jequetepeque, Peru.
Bicrodon calliscelis Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 163
aus dem nördlichen Peru.
Gentropyx altamazoniciis Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 162 von Moyabamba, Peru.
Neusticiirus ecpleopus Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 161 vom Amazon.
Lacertae. J. v. Bedriaga hat in einer besonderen kleinen
Brochüre „Die Faraglione-Eidcchse und die Entstehung der Farben
bei den Eidechsen, Heidelberg 1876" eine Erwiderung an Herrn Prof.
Dr. Th. Eimer erlassen (vergl. Ber. 1874 p. 84), in der er auch
näher auf die Aeusserungen Leydig's in dessen Schrift „Ueber die
106 Trosch(3l: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
allgemeinen Bedeckuurjen der Amphibien" p. 117 eingeht, und sie
zu widerlegen sucht.
Simons sah eine Lacerta viridis in der Gefangenschaft eine
Lacerta muralis verzehren. Zool. Garten p. 378. — Dem fügt Noll
hinzu, dass Lacerta agilis sämmtliche Exemplare von Lacerta vivipara
auffrass, die mit ihr gehalten wurden. Ib. p. 380.
Perez zeigte an, dass er zwei Embryonen von Lacerta muralis
verschiedenen Alters vergleichen konnte. Der kleinste, bei dem der
Schädel noch nicht verknöchert war, hatte an allen Extremitäten
Schwimmhäute und die Zehen waren noch sehr kurz uud divergirend.
Bei dem anderen waren die Zehen sehr lang und dicht aneinander
mit Ausnahme des Daumens; die Schwimmhaut ist am Verschwinden
und ein leiser Druck trennt die Zehen. An einem noch älteren
Embryo zeigen sich die Zehen vollkommen frei. Soc. des Sciences
de Bordeaux, Extrait des proces-verbaux 1874 — 75 p. X.
Sahlberg fing Lacerta agilis bei Svir und erörterte ihre
geographische Verbreitung. Meddelanden of Societas pro fauna et
flora fennica L p. 65.
Zootoca JDanfordi Günther Proc. zool. soc. p 818 aus Kleinasien.
Eremias YarJcandensis (E. cueruleo-ocellata Anderson 1872
nee Dum. Bibr.) und E. vermdeidata Blanford Journal Asiat. Soc. of
Bengal 44. p. 194 aus West-Turkestan.
Ägamae. ÄmpMholurus imhricatus Peters Berliner Monatsber.
p. 529 aus dem nördlichen Neuholland.
Grammatopliora caudiclncta Günther Zoology of Erebus and
Terror p. 11 von Nicol-Bay.
^ Stellio Stoliozkanus Blanford Journal Asiat. Soc, of Bougal 44.
p. 191 aus West-Turkestan.
Phrynocephalus axillaris Blauford ib. p. 192 aus West-Turkestan.
Trapelus riihrigularis Blanford Proc, Asiat. Soc. of Bengal 1876
p. 233 von Sind.
Basüiscus plumifrons Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 125 pl. 25 flg. 1 von Costa Rica. Verf. unterscheidet die ihm
bekannten sechs Arten dieser Gattung. — B. guttidatus Cope ib.
p. 156 von Panama.
Enyalius coeridescetis Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 169 aus Peru.
Lockwood schildert die Lebensweise des sogenannten Florida-
Chamaeleon, Auolis principalis, und seinen P'arbenwechsel. American
Naturalist p. 4.
Änolis Gundlachi und Krugi Peters Berliner Monatsber. p. 705
von Portorico. — A. pachypus pl. 24 lig. 3 und oxyloplms pl. 24
fig. 4 Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 122 von Costa Rica.
— A. Bocourtii, trachyderma und hombiceps Cope ib. p. 167 von
Na Uta.
während des Jahres 1876. 107
Scytomyctcrus n. geu, Cope Journ. Acad. Philadelphia VIII.
p. 165. Unterscheidet sich von Auolis, dass die hinteren Zähne
dreispitzi«? sind, mit grösserer mittlerer Spitze; das Rostrale ist in
einen biegsamen Anhang vorgestreckt. Sc. laevis aus dem öst-
lichen Peru
Sceloporus melanorhinus Bocourt Anuales des sc. nat. III Art.
12. p. 2; Journal de Zoologie V. p. 401 von Tehuantepec.
Proctotretus multiformis Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 173 vom See Titicaca, Peru.
Microlo'phus mguinalis Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 172 aus Peru.
Hyperanodon peltigerus Cope Journal Acad. Philadelphia
aus Peru p. 170.
Tropidurus [Craniopeltis) pacificus Steindachner P'cstschrift 1. c.
p. 313 pl. 2 flg. 2 und 3 von den Galapagos-Inselu.
Ascalabotae. Phyllodactylns inaeqiialis und microphylliis Cope
Journal Acad. Philadelphia VlII. p. 174 aus Peru.
Ptyodactyliis Jiomolepis Blanford Proc. Asiat. Soc. of Bengal
1875 p. 232 von Sind.
Gymnodactylus elongatus und microtis Blauford Journal Asiat.
Soc. of Bengal 44. p. 193 aus West-Turkestau.
Stenodactylus orientalis Blanford Proc. Asiat. Soc. of Bengal
1875 p. 232 von Sind.
Stenodactylopsis tessellatus Günther Zoology of Erebus and
Terror p. 16 von Australien.
Ptychopleurae. Gerrhonotus Bocourti aus Mexico und rhombifer
aus Chiriqui Peters Berliner Monatsber. p. 297.
Lepidophyma Smithii Bocourt Journal de Zoologie V. p. 402
von Tehuantepec.
Scinci. La taste bemerkte über die sogenannten Luftkauäle
in den Knochenschuppen der Scincoiden, dass sie nicht Luftkanäle
sind und bestimmt für eine supplementäre Hautrespiration, wie
Blanchard annahm; es sind vielmehr Gefässschlingen der Schuppen-
Papille, die die Schuppe durchsetzen. Societe de Biologie de Paris
Mai 1876; Journal de zoologie V. p. 267.
HinuUa gastrosticta von den Känguruh-Inseln und pallida von
der Nicol-Bay Günther Zoology of Erebus and Terror p. 11.
Süurosaurus depressus Günther ib. p. 15 vom Swan River.
Mabuia alUacea Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 115
aus Costa Rica.
Lepidosoma carinicaiidatiim Cope Journal Acad. Philadelphia
Vlil. p. 160 vom Maranon.
Chalcidolcpis n. gen. Cope Journal Acad. Philadelphia VlII.
p. 116. Dorsale Schuppen glatt, in ununterbrochenen Querringeln
rund um den Körper, fast gleich gross an den verschiedenen Körper-
108 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
gegenden, auch am Nacken und an der Kehle. Zehen 5 — 5, alle mit
Krallen ; ein Interfrontonasalschild, zwei Praefrontalia, ein Frontale,
zwei Frontoparietalia, zwei Parietalia durch ein Interparietale ge-
trennt; Trommelfell deutlich, Nasenloch in einer Nasalplatte; keine
Schenkelporen; Zähne comprimirt mit einer Hauptspitze und einem
Spitzchen jederseits. Gehört zu den Ecpleopidae, ähnelt aber den
Chalcididae in der Beschuppung. Ch. metalUcus von Costa Rica.
Allodactylus n. gen. Lataste et Rochebrune Journal de Zoo-
logie V. p. 238 pl. 10. Schnauze vorstehend, platt, fast schneidend;
Ohröffnungen ; vier Beine, die vorderen mit drei, die hinteren mit vier
cylindrischen Zehen, ohne Zähnelung; Körper rund, unten etwas ab-
geplattet; Schwanz conisch, am Ende spitz; Schuppen glatt. A. de
Vislei aus Japan.
Coloscincus n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 532:
Pedes omnes monodactyli, reliqua Anomalopus. C. trimcatus Fig. 1,
aus dem südlichen Australien, Moreton Bai.
E'paphelus n. gen. Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 115. Scincoid in der Nähe von Gymnophthalmus, ohne Augen-
lieder; Zehen 4 — 5; Nasenlöcher in einer Platte, keine Supranasalia,
1 Zügelschild; Frontonasalia deutlich; ein grosses Supraoculare und
ein grosses Supraorbitalc, Frontoparietalia und Interparietale ver-
schmolzen, Parietalia deutlich ; Schuppen gross, glatt, fast gleich ;
Gehörgang offen. JE. Sumiclirasti aus Tehuantepec.
Amphisbaenae. AmpMsbaena occidentalis Cope Journal Acad.
Philadelphia YIII. p. 176 aus Peru.
Vhractogonus scalper Günther Proc. zool. soc p. 678 von
Angola mit Holzschnitt.
Ophidii.
Nicholson berichtigte in einem Vortrage über Indische
Schlangen 18 mehr oder weniger allgemein verbreitete Irrthümer.
Proc. Soc. of Liverpool 30. p. 211.
Gatodonta. Stenostoma phenops Cope Journal Acad. Philadelphia
VIII. p. 128 von Tehuantepec. Mit übersichtlicher Vergleichung der
bekannten 6 Arten.
Platyplectrunis Hewstoni Beddome Proc. zool. soc. p. 701 von
Mauantoddy im Wynad.
Peropodes. Jourdain hat Untersuchungen über das Circu-
lationssystem an einem grossen Python gemacht. Bulletin de la Soc.
de Nancy II. 1876 p. 104.
Chaille Long erzählt in „Naked truths of uaked people, au
account of expeditions to the lake Victoria Nyanza and the Makvaka
Niam-Niam west of the Bahr-el-Abiad (White Nile), London 1876"
während des Jahres 1876. 109
p. 193 von einer Boa constrictor, die 30 Fuss lang gewesen sein soll.
Eine Abbildung stellt dar, wie 11 Leute die Schlange tragen. Boa
kommt aber in Africa nicht vor, wird wohl Python natalensis ge-
wesen sein.
Peters bildete die Beschuppung des Kopfes von Liasis
amethystinus Sehn, ab, um die Abweichung einer Varietät deutlich
zu machen. Berliner Monatsber. p. 533 Fig. 2 und 3.
XipJwsoma annulatum von Costa Rica und Ruschenhergereri von
Panama, Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 129.
Loxocenms Sumichrasti Bocourt Annales des sc. nat. 1876;
Journal de Zoologie V. p. 404 von Tehuantepec.
Calamaridae. Cope stellte die zahlreichen mit Stenorhina
verwandten Gattungen in folgender Uebersicht zusammen: I. Keine
Internasalschilder. 1. Rostrale reicht nach hinten bis zu dem Frontale,
Nasalia und das erste Labiale verschmolzen, Ficimia Gray. 2. Das
Rostrale trennt die Präfrontalia nicht, a Nasalia und das erste
Labiale verschmolzen, Anale ganz, Sympholis Cope. /? Nasalia und
das erste Labiale getrennt, Anale getheilt, Conopsis Gthr. II. Inter-
nasalia mit den Nasalschildern verschmolzen. 1. Gebiss glyphodont,
Stenorhina D. B. 2. Gebiss isodont, Rostrale schaufeiförmig,
CJiilomeniscus Cope. III. Internasalia und Präfrontalia getrennt.
1. Internasalia durch einen hinteren Vorsprung des Rostrale getrennt,
die Nasalia mit dem ersten Labiale verschmolzen, Gyalopium Cope.
2. Präfrontalia durch einen vorderen Fortsatz des Frontale getrennt,
ein Nasale, getrennt vom Labiale, Toluca Kenn. 3. Präfrontalia
berühren sich mitten, a. Gebiss isodont. « Subcaudalschilder ge-
theilt. ♦ kein Zügelschild, Anale getheilt, zwei Nasalia, Rostrale
vorgezogen, Geagras Cope (mit einer neuen Art 6r. redimitus aus
Tehuantepec). *♦ ein Zügelschild, Anale ganz, zwei Nasalia, Rostrale
vorgezogen, Cemophora Cope. **♦ ein Zügelschild, Anale getheilt,
ein Nasale, Zügelschiid stark vorgestreckt, Chionactis Cope.
*♦♦* ein Zügelschild, Anale getheilt, zwei Nasalia, Rostrale stumpf,
nicht vorgezogen, Sonora B. et G. ß Subcaudalschilder ganz,
Rostrale vorgezogen, Schilder normal, Rhinochilus B. eiG. b. Ge-
biss glyphodont, Rostrale wenig vorgezogen, Nasale getrennt, unge-
theilt, Ogmius Cope. IV. Präfrontalia an der Mittelliuie verschmolzen.
1. Internasalia getrennt, Rostrale vorgezogen, Ligonirostra Cope.
2. Internasalia mitten vereinigt, Prosymna Gray. Journal Acad.
Philadelphia VIII. p. 141.
Aspidura GuentJieri Proc. zool. soc. p. 819 von Ceylon.
Catostoma psephotum Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 146 von Costa Rica. Dahin bringt Verf. auch seine Colobognathus
dolichocephala und brachycephala (1871).
Coronellidae. Lygophis poecüostomus Cope Journal Acad.
Philadelphia VIII. p. 180 aus Peru.
110 T rose hei: Bericht üb. d, Leistungen in d. Herpetologie
Tantilla himaculata von Mazatlan, rubra von Tehuantepec und
canula von Yukatan Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 143.
Dabei werden die 14 Arten dieser Gattung unterschieden. — T.
capistrata Cope ib. p, 181 aus Peru.
Cope sucht die Arten der Gattung Hhadinaea zu entwirren,
zu der auch die meisten Arten der Gattung Enicognathus gehören.
Er zählt dahin und unterscheidet Dromicus Godmannii Gthr., R.
serperastra Cope, Taeniophis vermiculaticeps Cope, B^ fulvivittis n.
sp. von Orizaba, Vera Cruz, Dromicus taeniatus Peters, Lygophis
lacrymans Cope, Dromicus loreatus Gthr., Dromicus ignitus Cope,
Cöronella decorata Gthr. Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 138.
Cope unterscheidet die fünf Arten der Gattung Conopbis,
welche von Costa Rica bis Yucatan vorkommen. Ebenso die sieben
Arten der Gattung Coniophanes, die nördlich von Panama und süd-
lich von Coahuila leben. Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 137.
Natricidae. Bocourt beschreibt die vier Arten der Gattung
Tomodon, nämlich T. lineatum Dum. Bibr., vittatus Peters, pulcher
Cope und nasutus Cope. Journal de Zoologie V. p. 406.
Leptophis aeruginosus und saturatus Cope Journal Acad.
Philadelphia VIII. p. 133 von Costa Rica. — L. Ortonii Cope ib.
p. 177 vom mittleren Amazon.
Contia calligaster Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p, 146
von Costa Rica.
Dryadidae. Herpetodryas holochlorus Cope Journal Acad.
Philadelphia VIII. p. 178 vom Maranou,
Dendrophidium mela7iotropis Cope Journal Acad. Philadelphia
VIII. p. 134 pl. 26 fig. 1 von Costa Rica.
Brymohius Heathii Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 179 aus Peru.
Spüotes chrysobronchus Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 136 von Costa Rica.
Nach Yarrow kommt Cyclophis vernalis in Neu-Mexico vor.
American Naturalist X. p. 494.
Dipsadidae. Leptognathus argus pl. 27 fig. 1 und pictiventris
Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 130 von Costa Rica.
Trimorpliodon collaris Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 131 von Orizaba. Vera Cruz.
Elapidae. Naja annulata Buchholz und Peters Berliner
Monatsber. p. 119 vom Ogowe in Westafrica.
Grotalini. Trecul beschrieb die Weise, wie er Klapper-
schlangen fing. Comptes rendus 1876 p. 603; Annais nat. bist. 18
p. 439.
Cope giebt eine Uebersicht der Gattungen der Gruppe Teleura-
spides aus der Familie der Klapperschlangen, welche sich durch un-
getheilte Analschilder und den Mangel der Klapper auszeichnet, und
während des Jahres 1876. 111
zwischen den echten Trigonocephali mit getheilten Schwanzschildern
und ohne Klapper, und den Crotali mit Klapper und einfachen
Scliwanzschildern in der Mitte steht. I. Kopf oben beschuppt.
1. Körper comprimirt, Greifschwanz, a. eine Reihe hornartiger
Schuppen über dem x\uge, aussen von dem Superciliarschilde,
Teleuraspis (T. Schlegelii ist pl. 27 fig. 2 abgebildet), b. das
Superciliarschild erreicht den Rand der Augenöfinung, keine Hörner,
Bothriechis. 2. Körper cylindrisch, Schwanz gerade, a. Ein Nasen-
schild, Porthidium, b. Zwei Nasenschilder, Bothriopsis (B.
proboscideus n. sp. pl. 27 fig. 3 von Costa Rica). II. Kopf oben mit
9 Schildern, Körper cylindrisch, zwei Nasenschilder, Äncistrodon.
Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 148.
Bocourt charakterisirt Bothröps Lansbergii Schleg., brachy-
storaa Cope und nasutus Bocourt. Journal de Zoologie V. p. 410.
— B. microphthahnus Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 182
aus Peru.
Lachesis stenophrys Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 152.
Batrachia.
Born, über die Nasenhöhlen und den Thränennasengang der
Amphibien. Verf. giebt zunächst eine eingehende Beschreibung der
Nasenhöhle, ihrer Wände und Drüsen, des Thränenkanals und seines
Verlaufes bei den erwachsenen Thieren, lässt dann die Entwickelungs-
geschichte dieser Theile folgen, und schliesst daran eine Erörterung
der einschlagenden morphologischen Probleme. Morphologisches
Jahrbuch II. p. 577—646, Taf. 39-41.
Leydig legte seine Beobachtungen über den Bau der Zehen
bei Batrachiern und die Bedeutung des Fersenhöckers vor. Verf.
ist geneigt, den Fersenhöcker als sechste Zehe der Batrachier zu
betrachten, diese gehöre aber nicht zu den typischen Theilen des
Knochengerüstes. Sitzungsbor. Niederrhein. Ges. in« Bonn p. 83;
Morphol. Jahrbuch II. p. 165 mit 4 Tafeln.
Spengel arbeitete eine grössere Abhandlung über das Uro-
genitalsystem der Amphibien aus. Er behandelt in drei Kapiteln
die Coecilien p. 2—39, die Urodelen p. 39—77, die Anuren p. 77—108.
Arbeiten aus dem zoologisch -zootomischen Institut in Würzburg
III. p. 1.
Eeaudata.
Lataste untersuchte die Begattungsbürsten der ungeschwänzten
Batrachier, die sich bei der Brunst an den Vordergliedmassen ent-
wickeln. Ev findet, dass die Form der Papillen bei jeder Speciea
112 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
verschieden und constant sind, so dass sie als specifisches Merkmal
dienen können. Annales des sc. nat. III. Art. 10.
Moquin-Tandon hat Untersuchungen über die ersten Phasen
der Entwickelung der ungeschv/änzten Batrachier angestellt. Verf.
resumirt zunächst die verschiedenen Beobachtungen, welche bisher
an ungeschwänzten Batrachiern angestellt worden sind. Er erklärt
die Differenzen zum Theil dadurch, dass die Beobachter verschiedene
Arten untersucht haben. Er vergleicht daher namentlich Bufo cinereus
und Pelobates fuscas und beschreibt seine Beobachtungen. Annales
des sc. nat. III. Art. 3; Bibliotheque de l'ecole des hautes etudes,
Section des sc. nat. XIV. Article 5. 1876. 50 Seiten mit 2 Tafeln.
Hylae. Günther hatte Gelegenheit Beobachtungen über die
eigenthümliche Fortpfianzungsweise einiger Ceylonesischer Laubfrösche
zu machen. Von einer Art sind eiförmige Klumpen nahe über dem
Wasser aufgehängt, in denen die Eier sich befinden, vermuthlich von
einer Art Ixalus. Polypedates reticulatus hat die Eier unter dem
Bauche angeheftet pl. 20 Fig. C, und zwar das Weibchen. Annais
nat. bist. 17 p. 377.
Ferguson, der die Objecte an Günther gesandt hatte, be-
merkt ib. 18 p. 356 dazu, dass die oben erwähnten Klumpen von
Polypedates maculatus herstammen, nicht von einem Ixalus.
Ixalus montanus pl. 66 fig. A vom Kudra Mukh, diplostictus
pl. 63 fig. C von Malabar, clialazodes pl. 66 fig. B von Travancore,
Jerdonii von Darjeeling, Beddomii von Malabar. stictomerus von
Ceylon. Günther Proc. zool. soc. 1875 p. 574. — I. Fergusonii und
liypsomelas Günther Annais nat. bist. 17. p. 379 von Ceylon.
Polypedates cMoronotus pl. 65 fig. A von Darjeeling, formosiis
pl. 65 fig. B von Khassya, Jerdonii von Darjeeling, Beddomii pl. 63
fig. B von Malabar, hrachytarsiis von den Anamallays, brevipalmatus
von Malabar. Günther Proc. zool. soc. 1875 p. 569.
Hyperolius oUvaceus und fimbriolatus Buchholz und Peters
Berliner Monatsber. p. 121 von Limbareni am Ogowe. — H. fusci-
ventris und vittiger Peters ib. p. 122 von Liberia.
Phyllohates hylaeformis Cope Journal Acad. Philadelphia VIII.
p. 107 pl. 23 fig. 8 von Costa Rica.
Lithodytes podiciferus pl. 23 fig. 9, muricinus, hahenatus,
melanostictus pl. 23 fig. 10, megaceplialus pl. 23 fig. 11, gulosus
Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 107 von Costa Rica. —
Jj. diastema Cope ib. p. 155 von Panama.
Hyla Stelzneri Weyenbergh bei Napp Argentinische Republik
p. 165. — Uyla Gahbii, uranochroa, nigripes pl. 23 fig. 7, elaeocliroa
Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 103 von Costa Rica.
Peters theilte eine Beobachtung von Gundlach mit, welche
die Entwickelung des Hylodes martinicensis ohne Metamorphose be-
stätigt, wie von Bello angegeben. Die jungen Thieie sind bereits
während des Jahres 1876. 113
im Ei mit völlig entwickelten Gliedmassen versehen, ohne Spur von
Kiemen, aber mit einem Schwänze, dessen Rudiment auch noch an
den eben ausgeschlüpften Jungen sichtbar ist. Berliner Monatsber.
p. 709 Taf. 1.
Hylodes cerasimus Cope Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 112
von Costa Rica.
Callula triangularis von Malabar, olivacea pl. 64 fig. B von
den Yellagherry-Bergen. Günther Proc. zool. soc. 1875. p. 576.
Pedostipes n. gen. Günther ib. p. 576 unterschieden von
Callula im Ansehen, das Bufo gleicht; Gaumen concav ohne Quer-
leisten. P. tuberculosus pl. 64 fig. C von Malabar.
Ranae. Jourdain zeigte, dass das Blut bei Rana viridis,
welches nicht in die Lungen, sondern an die Haut tritt, so dass
man der Haut einen Theil der Respiration zugeschrieben hat, nicht
in die linke Seite des Herzens zurücktritt, wie es sein müsste, wenn
es wirklich der Athmung unterworfen gewesen wäre, sondern viel-
mehr in die rechte Seite. Bulletin de la Soc. de Nancy H. 1876.
p. 103.
Bana verrucosa und pygmaea Günther Proc. zool. soc. 1875.
p. 567, beide von Malabar. — B. DyhowsJcii Günther Anuals nat.
bist. 17 p. 387 von Abrek Bay bei Wladiwostok, Nordost- Asien.
Cyclorhamphus culeus Garman Bull. Museum comp. zool. Cam-
bridge III. No. 11 p. 276 pl. I vom See Titicaca.
Brocchi erkannte die sogenannten Zähne im Unterkiefer von
Hemiphractus scutatus Spix nicht für wahre Zähne, da sie wesentlich
aus Knochengewebe gebildet sind, ihr oberer Rand zeigt eine deutlich
verschiedene Schicht, die jedoch vollständig amorph ist und wie
vitro-dentin erscheint, an der Basis setzt sie sich ohne Abgrenzung
in die Substanz des Kiefers fort; sie seien vielmehr einfach Odon-
toiden. Die Summe der osteologischen Charaktere scheint den Hemi-
phractus den Bufoniformes anzunähern, aber die Gegenwart wahrer
Zähne im Oberkiefer führt ihn zu den Raniformes; er besitzt auch
Gaumen- und Vomerzähne. Comptes rendas 83 p. 664; Journal de
Zoologie V. p. 355.
DiscoglOSSidae. De l'Isle, Memoire sur les moeurs et l'ac-
couchement de l'Alytes obstetricans. Verfasser hat zahlreiche Ex-
cursionen bei Tage und bei Nacht gemacht und hat mehr als fünfzig
Begattungen beobachtet. Die Begattungszeit dauert vom März bis
Ende August, und das Weibchen laicht zu drei oder vier Malen mit
Zwischenräumen von einigen Wochen. Wie bei den übrigen Ba-
trachiern ist der Oviduct in zwei Abtheilungen getheilt, in dem ersten
im Thorax gelegenen Theil scheidet sich eine dicke und resistente
Kugel von Leim aus, und in dem im Abdomen gelegenen Theil eine
dünne Röhre von grosser Elasticität, in welche die Eier mit ihrer
Eiweissschicht in Zwischenräumen eingehen, so dass sie eine rosen-
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. JJ
114 Troschel: Bericht üb, d. Leistungen in d. Herpetologie
kranzartige Schnur darstellen. Solcher Schnüre werden gleichzeitig
zwei abgelegt. Die Begattung besteht aus zwei Phasen; in der ersten,
sehr genau nach allen Details geschilderten, wird das Geschäft bis
zum Austritt der Eier getrieben ; in der zweiten werden die Eier
befruchtet und um die Hinterbeine des Männchens gewickelt, wobei
das Männchen eine andere Lage annimmt. Jede Phase dauert etwa
eine halbe Stunde. Die P]ierschnüre werden nicht durch das Männchen
aus dem Weibchen gezogen, das Reiben der Kloake erweitert nur
die Oeffnungen des Uterus. Die Entwickelung der Eier wird dann
weiter verfolgt. Annales des sc. nat. III. Art. 7.
Bufones. Ansonia ornata Günther Proc. zool. soc. 1875. p. 568
pl. 63 fig. A von den Brumagheiries.
Knauer schildert den Begattungsact von ßufo vulgaris. Ver-
haudl. d. zool. bot. Gesellsch. in Wien. 1876 p. 73.
Bufo Beddomü und IwloUus Günther Proc. zool. soc. 1875
p. 569, letztere pl. 64 fig. A abgebildet, beide von Malabar. — B.
auritus Cope Journal Philadelphia VIII. p. 99 pl. 23 fig. 4 von
Costa Rica.
Aus der Familie Bufoniforraia beschrieb Cope drei neue Gat-
tungen von Costa Rica. Journal Acad. Philadelphia VIII. p. 96:
Cr anops is keine Ostia pharyngea, kein Tympanum, keine
Vomerzähne; Schädeldecke ganz von einer runzligen Ossificatiou ein-
genommen; Parotiden vorhanden; Finger und Zehen distinct, letztere
mit Schwimmhäuten. Wie Peltapiiryne, aber ohne Trommelfell. C.
fastidiosus pl. 23 fig. 1.
Crepidzus keine Ostia pharyngea, Tympanum vorhanden,
keine Vomerzähne, Parotiden vorhanden; Kopfhaut nicht verknöchert;
Finger an allen Füssen in die Haut eingehüllt, die längste Mittelzehe
vorstehend, innere Zehen rudimentär. Cr. epioticus pl. 23 fig. 2.
Oll Otts keine Ostia pharyngea, kein Trommelfell, Parotiden
vorhanden, Zehen an allen Füssen frei; Schädelhaut nicht ossificirt.
0. coerulescnns pl. 23 fig. 3.
Caudati.
Leydig über die Schwanzflosse, Tastkörperchen und Endorgane
der Nerven bei Batrachiern. Der Endfaden am Schwanz von Triton
helveticus birgt keine Wirbel in sich, sondern das Endstück einer
bleibenden Chorda dorsalis, welche Erscheinung sich auch bei Triton
taeniatus wiederholt, so dass hier bei den erwachsenen Thieren das
Endstück des Rückenmarkes auf tief embryonaler Stufe stehen bleibt.
Ferner untersuchte Verf. den Flossensaura, ging auf die Tast-
körperchen ein und sprach aus, dass Terminalganglienkugeln den
wesentlicb.sten Theil des Tastkörperchens ausmachen, die er^bei vielen
Amphibien gefundeu hat, aber noch nicht bei Tritonen und Sala-
mandern; er beschreibt emilich Etidorgane an den Nerven von
während des Jahres 1876. 115
Salamandra und Menopoma,. die er von den Organen des sechsten
Sinnes für durchaus verschieden erklärt. Archiv für mikrosk. Ana-
tomie XII. p. 513, Taf. 21.
In seinem Aufsätze über „die Hantdecke und Ilautsinnesorgane
der Urodelen" geht Leydig die histologische Beschaffenheit der-
jenigen Gattungen und Arten der geschwänzten BatrHchier durch,
welche er selbst geprüft hat, namentlich die Gattungen Proteus,
Menopoma, Cryptobranchus, Salamandra, Triton, Salamandriua. Die
Hautsinuesorgane und Haiitdrüsen hält er für verwandt, indem sie
als zellige Partien entstehen, welche sich von der Epidermis ab-
grenzen. Morphologisches Jahrbuch II. p. 287 — 318 mit Taf. 18—21.
Wiedersheim, Die ältesten Formen des Carpus und Tarsus
der heutigen Amphibien. Morpholog. Jahrbuch II. p. 421 — 434,
Taf. 29. Er beschreibt im G egenb au r 'sehen Sinne und bildet ab
Carpus und Tarsus von Ranodon sibiricus, Salamandrella Keyserlingii
und Wosnessenskyi, und den Tarsus von Cryptobranchus japonicus.
Er fasst die Resultate seiner Untersuchung dahin zusammen, dass
das doppelte Centrale carpi sich auf die ostsibirischen Urodelen
fortvererbt habe, dass das von Cryptobranchus bekannte doppelte
Centrale noch bei 4 anderen asiatischen Urodelen vorkommt; ferner
dass bei Ranodon sibiricus die Zahl 12 der Tarsalia die höchste
unter den lebenden Vertretern der oberen Wirbelthierklassen ist.
was auf ein sehr hohes Alter jener Gattung schliessen lässt; dass
sich die Reste eines sechsten Strahles auch bei den geschwänzten
Amphibien nachweisen lassen, und endlich, dass die Reduction der
Finger nicht auf der radialen, sondern auf der ulnaren Seite statt-
gefunden hat, man müsse also den fünften Finger als ausgeworfen
betrachten. — In einem Nachtrage zu obigem Aufsatze ib. p. 152
bemerkt Wiedersheim, dass er in mehreren Fällen bei Menopoma
und bei Cryptobranchus auf einer Seite zwei, auf der andern nur
ein Centrale fand.
Wiedersheim untersuchte die Kopfdrüsen der geschwänzten
Amphibien. Er hat 15 Arten untersucht. Das Sekret dieser Drüsen
ist fettig und sehr klebrig, und Verf. erblickt in ihnen nicht allein
ein passives, sondern auch ein actives Vertheidigungsmittel, das dem
Thiere beim Losfahren auf die Beute von entschiedenem Nutzen sei.
Die Zwischenkieferdrüse öffnet sich an der Stelle des Gaumens, wo
die Zungenspitze des Frosches anstreicht, und der anhaftende Schleim
wird also von der Zunge abgewischt; Verf. betrachtet sie als eine
Schleimdrüse. Den Drüsenabschnitt, welcher an die Peripherie des
Augapfels zu liegen kommt, deutet Verf., wo es sich um einen festen
Verband der Drüse mit der Haut handelt, als Meibom'sche Drüsen,
wo jedoch eine Abschnürung von der Haut stattfindet, als Harder'sche
Drüse der Schlangen. Als den Zweck dieser Drüsen sieht er eine
EinöUmg des Bulbus an. Zeitachr. wiss. Zoologie 27 p. 1 mit 4 Tafeln,
116 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Salamandrina. Am Schlüsse ihres Aufsatzes über die Ver-
wandlung des Axolotl (s. unten) erwähnt Marie v. Chauvin eines
Versuches, bei dem es ihr glückte^, einen Fötus von Salamandra atra,
der aus der Mutter entnommen war, im Wasser lebend zu erhalten. Das
Thierchen warf die grossen Kiemen nach Verlauf von vier Tagen gänz-
lich ab, bekam aber statt derselben Kiemen von ganz abnormen Formen,
mit denen es im Wasser athmete, um sich nach vierzehnwöchent-
lichem Aufenthalt im Wasser in den schwarzen Alpensalamander zu
verwandeln, v. Siebold machte einen Zusatz zu dieser Mittheilung,
der sich besonders auf Salamandra atra bezieht. Zeitschr. für wiss.
Zoologie 27 p. 534.
Waga beschrieb Revue et magasin de Zoologie p. 326 eine
neue Salamandergattung Exaeretus, maxillarum margines densissimis
subtilissimisque denticulis arraati; lingua cordata, medio et apice
anteriore adhaerens; pedum anteriorum digiti quatuor, posteriorum
sex. E. caiicasicus vom Caucasus über der Baumgrenze. Ein zweites
Exemplar hatte hinten nur 5 Zehen ; die Sechszahl ist wohl als eine
Monstrosität anzusehen, die bei Salamandern zuweilen beobachtet ist.
Van Hasselt berichtet über einen Triton taeniatus, dass er
19*/2 Jahr alt wurde und sich I6V2 Jahr in der Gefangenschaft be-
fand, auch dass er sich längere Zeit auf dem Lande lebend erhalten
kann. Verslagen koninkl. Akad. X. p. 209.
Brüggemann beschrieb den Triton helveticus Archiv für
Naturgesch. p. 19.
Boettger fand bei jungen Exemplaren des Riesensalamanders
(Cryptobranchus japonicus) die Kiemenspalten offen. Sie scheinen
bei einer Grösse des Thieres von 0,25 M. verloren zu gehen. Zool.
Garten p. 432.
Rein gab nähere Aufschlüsse über Fundort und Lebensweise
des Cryptobranchus japonicus, mit Hinzufügung der Abbildung eines
jungen Thieres in naturgetreuer Farbe, zimmetbraun mit schwarzen
Flecken. Zool. Garten p. 33.
Amphiumidae. Grote hat die Abstreifung der Haut von
Menopoma alleghaniense beobachtet. Sie beginnt bei weit geöffnetem
Munde an den Lippen und schreitet bis zu den Hinterbeinen vor.
Dann fasst das Thier die Haut mit dem Munde, streift sie vollends
ab und verschlingt sie. Amer. Journ. sc. and arts XII. p. 472.
Perennibrancbiata. Marie v. Chauvin machte ihre interes-
santen Züchtungsversuche am mexicanischen Axolotl bekannt, bei
denen es ihr gelang durch Wasserentziehung bei reichlicher Nahrung,
die meist den Thieren aufgezwungen werden musste, die Umwandlung
in Amblystoma zu erzielen. Durch diese Versuche wurde nament-
lich erwiesen, dass die Annahme, nur sterile Exemplare verwandelten
sich, irrig sei. Es hängt vielmehr nur davon ab, dass die Larven
kräftig genug sind und hinreichend entwickelte Lungen haben, um
während des Jahres 1876. 117
sich an das Landleben zu gewöhnen. Zeitschr. für wiss. Zoologie
27 p. 522. Vergl. Weismann im vorj. Ber. p. 52.
Blanchard theilte mit, dass es in Paris gelungen sei die aus
Axolotln entstandenen Amblystoma zur Fortpflanzung zu bringen.
Gomptes rendus Maerz 1876 p. 916; Annais nat. bist. 17 p. 414;
Zool. Garten p. 380.
Eisbein erzählt, dass seine im Aquarium gehaltenen Axolotl
von Aalen zerstört wurden. Er meint sie seien von diesen verfolgt
in die Felsspalten gekrochen und dort verhungert. Zool. Garten p. 411.
Franz Eilhard Schulze wies nach, dass Proteus anguinus
Eier legt, die denen des Axolotl ähnlich, aber ganz unpigmentirt
sind. Ein Weibchen legte im Mai 56 Eier. Zeitschr. für wiss.
Zoologie 26 p. 350.
Erb er hatte Gelegenheit, einen Siren lacertina lebend zu be-
obachten. Als er das junge Thier erhielt, waren ihm die Füsse
und die Kiemen gänzlich abgefressen; dieselben entwickelten sich
aber vollkommen wieder. Es scheint eine grosse Lebenszähigkeit
zu besitzen und wächst schnell, Verhandl. d. zool. bot. Gesellsch.
in Wien 1876 p. 114.
Apoda.
Aus Epicrium carnosum Beddome bildet Günther Proc. zool.
soc. 1875 p. 577 eine neue Gattung Gegenes. Sie unterscheidet
sich von Epicrium, dass die Lippengrube bis an den Vorderrand
des Mundes reicht und durch die sehr undeutlichen Ringfalten der
Haut; Augen nicht sichtbar.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1876.
VOD
Troschel.
Von Bronn's Klassen und Ordnungen des Thierreichs
hat Hu brecht die Bearbeitung der Abtheilung der Fische
übernommen. Davon erschienen die l. und 2. Lieferung.
Verf. beginnt mit den Palaeichthyes, und giebt den Anfang
der Elasmobranchier.
Wilder theilte seine Beobachtungen über die Nord-
amerikanischen Ganoiden Amia, Lepidosteus, Acipenser
und Polyodon mit. Er spricht 1. über die Respiration von
Amia und Lepidosteus, 2. über die Umbildung des Schwanzes
von Lepidosteus, 3. über die Umbildung der Brustflossen
von Amia und Lepidosteus, 4. über das Gehirn von Amia
Lepidosteus, Acipenser und Polyodon. Verf. schliesst daran
eine provisorische Anordnung der Wirbelthiere: L Lepto-
cardii. Hirn nicht differenzirt vom Rückenmark; Herz eine
contractile Röhre. 2. My^ontes. Optische Nerven nicht sich
kreuzend; ein mittleres Nasloch; Hemisphären kleiner als
die olfactorischen Lappen; Thalamus und Prothalamus nicht
deutlich getrennt; Thalamus vorn und oben geschlossen;
Cerebellum eine schmale und dünne Lamina, fehlt viel-
leicht bei den Myxinoiden. ?>. Selachii. Optisches Chiasma;
rhytmisch contractiler Bulbus arteriosus, mit mehreren
Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie etc. 119
Klappenreihen; olfactorische Lappen gestielt; Hemisphären
kleiner als die olfactorischen Lappen ; Prothalami und Tha-
lami getrennt; letztere als Schenkel; im Embryo ist der
Prothalamus ein dünnwandiges Bläschen, mit einer ein-
fachen Höhlung, die im Alter zu zwei nach vorn diver-
girenden Kanälen reducirt ist; Prothalamus bleibt vorn
und oben geschlossen; Naslöcher paarig, aber nicht in den
Mund geöffnet; Cerebellum quergefaltet. 4. Holocephali^
Hirn mit Charakteren der Selachier, Ganoiden und Ba-
trachier; Crura thalami sehr verlängert; wahre Hemi-
sphären, grösser als die Prothalami und die olfactorischen
Lappen; Monro'sches Foramen sehr gross. 5. Ganoideiy
Optisches Chiasma, rhytmisch contractiler Bulbus arterio-
sus mit mehreren Klappenreihen ; Hemisphären rudimentär ;
olfactorische Lappen sitzend; Prothalami vorn und oben
getrennt; Cerebellum ohne Querfalten; Monro'sche Foramina
gross. 6. Teleostei. OptischeNerven kreuzen sich, aber bilden
kein Chiasma ; Bulbus arteriosus nicht rhytmisch contractu,
mit einer einer einzelnen Klappenreihe; olfactorische Lappen
sitzend oder gestielt; die sogenannten Hemisphären sind
wahrscheinlich Prothalami ; wahre Hemisphären rudimentär
oder fehlen; Monro'sche Foramina und seitliche Ventrikel
klein oder oblitterirt. 7. Dipnoi. Hemisphären grösser als
die olfactorischen Lappen ; Herz dreikammerig; wahre Nas-
löcher; optisches Chiasma. 8. Batrachia. Hemisphären
grösser als die olfactorischen Lappen; Herz dreikammerig;
optisches Chiasma; keine corpora striata oder Commis-
suren ; Wände des Hirns dünn und Ventrikeln gross ; wahre
Naslöcher. 9. ReptiUa. Wahre Hemisphären; Corpora
striata und vordere Commissuren; Herz drei- oder vier-
kammerig; rechte und linke Aortenbogen bleibend. 10. Äves.
Hirn wie bei den Reptilien ; Herz vierkammerig ; rechter
Aortenbogen bleibend. 11. Mammalia. Corpora striata,
vordere Commissur, Corpus callosum ; Fornix ;• pons Varolii ;
Herz vierkammerig; linker Aortenbogen bleibend. Procee-
dings of the Amer. Assoc. for the Advancement of science,
heid at Detroit, Michigan p. 151—190 mit 3 Tafeln.
Wilder untersuchte die Gehirne der Fische, und gab
einzelnen Theilen eine andere Deutung als die gewöhn-
120 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in der Ichthyologie
liehe. Er nennt das zweite Loben paar prothalami. Von dem
vorderen Theil des Raumes zwischen diesen uod, bei Ganoi-
den und Teleostiern, deutlich in der Basis der olfactorischen
Loben fand Verf. zwei Oeffnungen, die in die Höhlung der
olfactorischen Loben führen ; sie betrachtet er als die Mon-
ro'schen Foramina, und charakteristisch für die Hemi-
sphären. Er fand sie bei Myxine, Petromyzon, Mustelus,
Carcharias, iVcipenser, Polyodon, Amia, Lepidosteus, Perca,
Scomber und Anguilla. Die Hemisphären der Ganoiden
seien repräsentirt in erhabenen Lippen des Monro'schen
Foramen. Chimaera hat eine Combination der Charak-
tere zwischen den Selachiern, Ganoiden und Dipnoen. Proc.
Philadelphia 1876 p. 51.
Fritsch machte vorläufige Bemerkungen über den
feineren Bau des Fischgehirnes, in denen er sich auf eine
Deutung der einzelnen Theile einlässt. Berliner Monats-
ber. p. 26.
Stefano St. Sihleanu hat in einer Schrift „Dei
pesci elettrici e pseudo-elettrici, Napoli 1876", welche mir
nicht zu Händen gekommen ist, und deren in Annuario
della Soc. dei Naturalisti in Modena X. p. 238 Erwähnung
gethan wird, die electrischen und pseudoelectrischen Fische
aus den Familien der Torpedines und der Mormyri studirt.
Er hat die electrischen Organe anatomisch, embryologisch
chemisch untersucht und die electro-physiologischen Er-
scheinungen beobachtet. Dann wird auch Gymnotus und
Malapterurus und Mormyrus berücksichtigt und endlich
werden die histologischen, morphologischen und electro-
physiologischen Thatsachen zusammengestellt. Das Buch
wird von dem Berichterstatter sehr gerühmt. Vergl. auch
einen Bericht von Joliet in Archives de Zoologie experi-
mentale V. p. IV.
Winther hat eine vergleichend anatomische Unter-
suchung des Angesichts der Fische angestellt. Schiedte
Naturhist. Tidsskrift X p. 107—210 Tab. H und III. Er
stellt die Resultate in folgenden 16 Punkten zusammen:
1. Den Fischen fehlt der mittelste Stirnlappen, auch ganz
das eigentliche Angesicht, die Nasenschalen bleiben in
ihrer foetalen Form und die Mundhöhle ist nur homolog
während des Jahres 1876. 121
mit dem Schlünde (Pharynx) der höheren Wirbelthiere.
2, Die Jacobson'schen Organe sind vorhanden. 3. Die hin-
teren Naslöcher sind bei den Fischen eine eigenthtimliche
Bildung, die von den Naslöchern der höheren Thiere ganz
verschieden ist. 4. In Folge des Mangels des eigentlichen
Gesichts treten die Oberkieferbeine nur als Gaumenäste
auf und erreichen nur den Vorderrand des primitiven
Nasenbeins. 5. Der Mundrahmen schliesst sich vorn an
zwei selbstständige Blasteme, Zwischenlippenblasteme,
welche unter den Jacobsonschen Organen auftreten und
den Fischen eigenthtimlich sind. 6. Den Fischen fehlen
Zwischen- und Oberkieferbeine; ihr Oberlippenbein und
Zwischenlippenbein sind nur analog aber nicht homolog
mit dem Ober- und Zwischenkiefer der höheren Wirbel-
thiere. 7. Die Zwischenlippenbeine entwickeln sich in dem
den Fischen eigenthtimlichen Zwischenlippenblastem. 8. Es
findet sich nur ein Keimbogen (Fosterkrumning), da der
Ethmo-Orbitalbogen wegen des Fehlens des mittelsten
Stirulappens sich niemals bildet. 9. Der Rand der Oeff-
nungen der Nasenschalen zeigen durch den erhöhten Hinter-
rand bloss eine Andeutung von dem Nasendach der höheren
Wirbelthiere, weshalb auch das Nasenbein fehlt. 10. Das
Gaumensegel wird homolog mit dem Gaumendach bei den
höheren Wirbelthieren angelegt, seine Seitentheile sind ho-
molog mit den Seiten desVelum palatinum dieser. 11. Die
Mitte des Gaumensegels ist aus den Zwischenlippenblaste-
men gebildet, und ist daher eine den Fischen eigenthtim-
liche Bildung, die nur analog, aber nicht homolog mit dem
Gaumentheil des Zwischenkiefers der höheren Wirbelthiere
ist. 12. Die vordersten Enden der Tubae Eustachi i ver-
schmelzen mit einander zusammen zur Bildung des Ein-
ganges zur Kiemenhöhle und den beiden Kiemenspalten.
13. Die ursprüngliche Schlundöffnung der Fische, welche
sich zwischen dem Vorderende der beiden Tubae Eusta-
chii befindet, verschwindet, und eine secundäre Schlund-
öffnung bildet sich hinter der Kiemenhöhle. 14. Die Kie-
menhöhle und die Kiemendeckel mit der Kiemenhaut ent-
sprechen den Seiten und Vordertheilen des Halses der
höheren Wirbelthiere. 15. Die Grenze zwischen der eigent-
122 Troscliel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
liehen Mundhöhle und der Kiemenhöhle wird im Boden
der Mundhöhle durch die Durchgangsstelle für Hypophysis.
IG. Der Pericardialraum liegt ursprünglich auf dem Hinter-
rande des zweiten Keimbogens (Fosterbue), unter den übrigen
Kiemenbogen, aber w^ird während der Entwickelung hinter
diese zurückgedrängt; so dass die Vorderfläche des Halses
frei bleibt.
Jaeger hob hervor, dass die Kiemenspalten der
Fische nicht bloss eine respiratorische Verrichtung haben,
sondern dass sie auch für die Einnahme der Nahrung
wichtig sind. Ohne Anwesenheit der Kiemenspalten würde
ein Fisch keinen Gegenstand aufschnappen, also nicht
fressen können, da ihm der Bissen beim Schliessen des
Mundes, ohne Abfluss des Wassers nach hinten, wieder zum
Munde herausfahren würde, wie beim Ausspucken. Würt-
tembergische Jahreshefte 32. p. 95.
Tauber hat in einer Doctor- Dissertation „Tanddan-
nelse og Tandudvikling hos Hvirveldyrene, Jagttagelser
og Bemaerkninger, Kjebenhavn 1876" Untersuchungen über
die Zahnbildung und Zahnentwickelung bei den Wirbel -
thieren angestellt, die vorzüglich auf die erste Anlage der
Zähne und auf den Zahnwechsel gerichtet waren. Die Ar-
beit zerfällt in zwei Hauptabschnitte: 1. Die Zähne der
Mundhöhle, wo denn die erste Anlage und Entwicklung bei
den einzelnen Wirbelthierklassen, und ferner der Zahn-
wechsel bei denselben durchgegangen werden. 2. Die Haut-
zähne bei den Fischen, wo wieder in zwei Kapiteln die
Hautzähne der Plagiostomen und die Schuppenbildung der
Teleostier und Ganoideu erörtert werden. Wir heben von
den Resultaten hervor: Bei den kaltblütigen Wirbelthieren
entspricht eine stärker entwickelte Lage von Epithelzellen
dem Schmelz der Säugethiere, aber niemals entwickelt sich
im Innern Gallertgewebe; niemals findet sich ein geschlos-
sener Zahnsack aus Bindegewebe; mit Ausnahme vonSalmo
trutta und Triton findet sich ein Zahnsack, aus dem Cy-
linderepithel des Mundes gebildet; die Anlage der Ersatz-
zähne findet sich innerhalb des ersten Zahnsatzes; die erste
Zahnaulage bei Fischen und Batrachiern besteht aus einer
einzigen Zelle, welche von Epithel bedeckt ist; erst später
während des Jahres 1876. 123
zeigen sich mehrere Zellen innerhalb des Epithels; die
Zahnpulpa bei Batrachiern und Lacerta steht in directem
Zusammenhange mit dem Markraum des Kiefers ; bei den-
selben ragen die Zähne nur mit den Spitzen aus dem
dicken Mundepithel hervor. — Ersatzzähne entwickeln sich
bei allen kaltblütigen Wirbelthieren, die überhaupt Zähne
haben, und sie sind einem Zahnwechsel unterworfen, jedoch
nicht einmal wie die Säugethiere, sondern mehrmals das
ganze Leben hindurch. Hauptsächlich hat Verf. in diesem
Abschnitt den Säugethieren seine Aufmerksamkeit zuge-
wendet. Da die Säugethiere, bei denen der erste Back-
zahn noch nicht in beiden Sätzen bekannt ist (Hippopota-
mus, Ursus im Oberkiefer, Viverridae, Mustelidae, Hyaena
im Oberkiefer) alle stark entwickelte Eckzähne haben, und
wenn man den Umstand in Betracht zieht, dass bei Ursus
und Hyaena der erste Milchbackzahn im Unterkiefer ge-
funden ist, so meint er die hierhingehörigen Formen müssen
einer erneuerten Untersuchung unterworfen werden. Ebenso
verdienen Pferd und Walross erneute Untersuchung. —
Die Schuppen der Haifische und Rochen hält Verf. für reine
Zahnbildungen, deren Anlage in einer aus Bindegewebe
gebildeten Papille besteht, umgeben von einem Cylinder-
epithel, gebildet aus der innersten Zellenlage der Ober-
haut. Daran schliessen sich die Stacheln in den Rücken-
flossen gewisser Haifische an. — In Betreff des Baues der
Schuppen der Knochenfische beobachtete er, dass die Längs-
kanäle zahlreiche Luxurationen zu den Seiten aussenden,
häufig wie übersäet mit Mandl'schen Körpern, dass diese
Luxurationen oft zwischen zwei und zwei Längskanälen
und dass sie häufig Anastomosen bilden; nicht alle
Längsfurchen beginnen vom Centrum, sondern tauchen
häufig erst weit aussen an der Peripherie auf, und
gehen in verschiedener Höbe vom Centrum aus, was
Alles für die Richtigkeit der Mandl'schen Ansicht spricht.
Verf. beschreibt dann seine Beobachtungen über den
Bau und erste Bildung der Schuppen bei Fischen, in
deren Schuppen sich keine deutlichen Blutgefässe, Knochen-
körper oder Dentine finden (Zoarces viviparus, Belone
rostrata, Carassius vulgaris, Labrus bergylta, Perca fluvia-
124 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
tilis), und solche, worin sich deutliche Blutgefässe, Knochen-
körper oder Dentine finden (Gasterosteus aculeatus, Syn-
gnathus typhle, Aspidophorus cataphractus, Cyclopterus lum-
pus, Clupea harengus, Acipenser sturio, Balistes vetula,
Monacanthus pardalis, Diodon sp., Ostracion triqueter, Pristis
cnspidatus, Hippocampus guttulatus, Dactylopterus volitans).
Endlich vergleicht er die placoiden, ganoiden und cycloiden
Schuppen mit einander, wobei er hervorhebt, dass die cy-
cloiden Schuppen mit den ctenoiden in zahlreichen Ueber-
gängen vermittelt werden.
Tomes, On the development of the teeth of Fishes
(Elasmobranchii and Teleostei) Philosophical transactions
of the Eoyal Soc. of London. Vol. 166 Part I. p. 257—267
pl. 31.
Gegenbaur hat „zur Morphologie der Gliedmaassen
der Wirbelthiere seine Anschauungen dargelegt. Wir müssen
auf ein näheres Eingehen auf den Inhalt der Abhandlung
verzichten, da er sich kurz nicht wohl fassen lässt. Mor-
phologisches Jahrbuch IL p. 396—420.
H a s s e ist darauf ausgegangen die Wirbel und sonstigen
Reste fossiler Fische und Saurier histiologisch zu unter-
suchen, um dadurch die verwandtschaftlichen Beziehungen
zwischen den fossilen und lebenden Arten zu ermitteln. Er
bearbeitete in dieser Richtung zunächst die fossilen Haie.
Morphol. Jahrbuch IL p. 449.
Oscar Hertwig hat begonnen, Untersuchungen über
das Hautskelet der Fische anzustellen. Er beginnt mit den
Siluroiden und den Acipenseriden, deren Hautskelet er in
gesonderten Abschnitten beschreibt. Er stellt zum Schluss
den Satz auf: Die Placoidschuppen der Selachier und die
Hautzähne der Siluroiden, sowie die Hautstacheln der Aci-
penseriden sind homologe Gebilde, und zwar müssen die
letzteren von ersteren abgeleitet werden. Morphologisches
Jahrbuch IL p. 328—395, Taf. 23—28.
Syrski schrieb eine Abhandlung über die Geschlechts-
organe der Knochenfische in einer Zeitschrift Kosmos
in polnischer Sprache. Ein kurzer Auszug in lateini-
scher Sprache, und die lateinische Erklärung der 8 beige-
gebenen Tafeln machen den Inhalt einigermassen zugäng-
während des Jahres 1876. 125
lieh. Es wird darin gehandelt von dem Verhältniss der
männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane zu einander
in Beziehung auf ihre Entwickelung, Form, Lage und Ver-
änderung zur Fortpflanzungszeit. Gewisse Fische haben
nur ein Ovarium und einen Hoden. Fadenförmige An-
hänge an den Eiern von Atherina hepsetus und Heliastes
chromis. Hermaphroditisch sind Chrysophrys aurata, Pagel-
lus mormyrus, Box salpa, Charax puntazzo, Sargus Salviani
und Sargus annularis. Wie bei den Säugethieren schon
das äussere Ansehen, noch mehr die Ontogenie lehren, dass
die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane aus ver-
schiedenen Anfängen abstammen; so beweist dagegen
bei den. Knochenfischen die Beschaffenheit in reifem Zu-
stande, dass sowohl die weiblichen wie die männlichen
Organe nur aus einem gemeinschaftlichen Organe, einem
Neutrum, entstehen können. Der Porus genitalis liegt in
beiden Geschlechtern an derselben Stelle, und führt in einen
anfangs einfachen, dann meist in zwei Coeca getheilten
häutigen Schlauch, bursa und sacci genitales. Die Ein-
heit der Genitalien der Knochenfische geht auch daraus
hervor, dass im Parenchym des Hoden zuweilen Eihaufen
wie Inseln gefunden werden. Besonders aber zeigt sich
die Einheit der Genitalien darin, dass bei den meisten
Fischen nicht der ganze Umfang der Genitalsäcke, son-
dern einzelne innere Theile derselben von dem Paren-
chyme des Ovariums eingenommen werden, während die
unteren und seitlichen, zuweilen auch die oberen, eine
area lucida darbieten, wogegen die unteren und seit-
lichen Theile von dem Parenchym des Hoden einge-
nommen, die inneren Theile der Säcke frei bleiben und
nur als Vasa deferentia fungiren. Bei einigen anderen
Fischen sind das Parenchym der Hoden und die Vasa de-
ferentia nur zwischen den unteren und seitlichen Wänden
der Genitalsäcke enthalten, während die Säcke selbst ent-
weder frei sind, wie bei Pagellus erythrinus, oder nur an
ihrem inneren Umfange vom Parenchym des Ovariums ein-
genommen werden, wie bei Chrysophrys aurata, woraus
der Hermaphroditismus entsteht. Das wird von der Ein-
heit der Geschlechtstheile im Allgemeinen erörtert; das
126 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
besondere Verhalten wird durch Abbildungen von Tinea
vulgaris, LopMus piseatorius, Anguilla vulgaris, Conger
vulgaris, Scorpaena scrofa, Gadus luscus, Pleuronectes
platessa, Cyprinodon calaritanus, Perea fluviatilis, Atherina
hepsetus, Engraulis encrasicolus, Scomber scombrus, Caranx
trachurus, Rhombus maximus, Pagellus erythrinus, Chryso-
phrys aurata, Naucrates duetor, Olupea sardina, Gobius
ophiocephalus, Ophidium barbatum, Labrus coeraleus, Ser-
ranus scriba, Pagellus mormyrus erläutert.
His theilte seine Untersuchungen über dieEntwicke-
lung von Knochenfischen, besonders über diejenige des
Salmes mit. His und Braune, Zeitschrift für Anatomie
und Entwickelungsgeschichte I. p. 1—40 Taf. I und IL
Malm hatte schon in früheren Jahren zuweilen auf
Zwitterbildungen bei Häringen und bei Makrelen aufmerk-
sam gemacht. Er stellt nun die Thatsachen zusammen.
Zunächst beschreibt er die männlichen und die w^eiblichen
Organe von Scomber scombrus (Taf. IV), dann die zwitt-
rigen Organe von zwei Scomber scombrus (Taf. V) und
endlich zwei Zwitter vou Clupea harengus (Taf. VI). Verf.
meint, dass alle diese zwittrigen Fische nach ihrer Grösse
so entwickelt waren, dass sie sich schon vorher fortge-
pflanzt hatten, wobei die Befruchtung beim gleichzeitigen
Austritt des Samens und der Eier geschehen konnte; dies
sei um so gewisser, als männliche wie weibliche Organe
in allen diesen Fällen vollkommen gesund und sogar gleich
gross ausgebildet waren. Für den P'all, dass das Indivi-
duum sich nicht von dem reifen Samen und von den reifen
Eiern befreien könnte, musste dies nothwendig schwere
krankhafte Veränderungen zur Folge haben, wovon sich
indessen nicht die mindeste Spur vorfindet. Verf. hatte
früher in diesen Bildungen eine Zwillingsbildung erkennen
wollen. Da jedoch bei den höheren Thieren die Ge-
schlechtsorgane doppelt angelegt sind und sich nach der
Regel nur in einer Richtung entwickeln, so dass bloss
Hoden oder bloss Eierstöcke sich entwickeln, sohlst er jetzt
mehr geneigt anzunehmen, dass in diesen Fällen die Ent-
wicklung der doppelten Anlagen zu Eierstock und Hoden
neben einander vorgehe, und dass also hier ein wirklicher
während des Jahres 1876. 127
Hermaphrodit vorliege. Ofversigt Vetensk. Akad. For-
handlingar 1876 No. 5. p. 67. Tai'. 4-6.
Heincke machte auf den Farbenwechsel der Fische
aufmerksam. Schriften des Vereins für Schleswig-Holstein
II. p. 214.
Wood nennt als die besten Nestbauer unter den
Fischen Gasterosteus aculeatus und spinachia, ohne die
übrigen mit ähnlichen Fähigkeiten begabten Fische 7ai be-
achten. Strange dwellings being a description of habita-
tions of animals, London 1876 p. 225.
V. Wille moes-Suhm ist der Ansicht, dass die Ster-
noptyx, Chauliodus und Verwandte mit Macrurus in der
Tiefe des Meeres leben, und dass sie wahrscheinlich alle
phosphorescirend sind. Zeitschr. wissensch. Zoologie 26
p. LXXX.
F. de Castelnau zeigte an, dass der Name Barra-
mundi drei verschiedenen grossen Fischen in Neuholland
gegeben werde, nämlich dem Ceratodus Forsteri Krefft,
dem Neoceratodus Blanchardi n. sp. und Osteoglossum
Leichardtii Gthr. Letzterer Fisch weicht jedoch so be-
trächtlich von der Gtinther'schen Beschreibung ab, dass
ihn Verf. für eine eigene Art hält, die er Osteoglossum
Güntheri nennt. S. unten. Journal de Zoologie V. p. 129.
Als einen Beitrag „zur Entdeckungsgeschichte der
künstlichen Fischzucht" brachte Häpke interessante Nach-
richten über den Vater der künstlichen Fischzucht, Jacobi,
bei. Abhandlungen des naturw. Vereins zu Bremen V.
p. 157.
Nachträglich zu erwähnen ist ein Aufsatz von Dam-
beck „Die geographische Verbreitung der Fische in Be-
ziehung zur Physiologie. Ule und Müller Die Natur XXIII
1874 p. 189, 198, 203^ 220. — Ferner Neue Folge I „Die
horizontale und verticale Verbreitung der Fische" p. 145,
153, 161, 171, 186, 193. f
Peters gab eine Uebersicht der während der von
1874 bis 76 unter dem Commando des Frh. v. Schleinitz
ausgeführten Reise S. M. S. Gazelle gesammelten Fische.
Die Sammlung enthielt 184 Arten darunter 3 neue Gattungen
und 20 neue Arten. Verf. legt besonderen Werth auf den
128 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d, Ichthyologie
genauen Nachweis des Vorkommens bereits bekannter Arten.
Berliner Monatsber. p. 831—854.
Europa. Nach Olsson besteht die Fischfauna von
Jemtland aus 20 Arten, nämlich 1 Perca, 1 Acerina,
1 Cottus, 2 Gasterosteus, 1 Cyprinus (gibelio), 3 Leuciscus,
1 Abramis (alburnus), 1 Esox, 3 Salmo, 1 Thymallus, 2 Co-
regonus, 1 Lota, 1 Muraena, 1 Petromyzon. Öfversigt Ve-
tensk. Akad. Förhandlingar 1876 No. 3 p. 126.
Das Verzeichniss der Fische, welches Cederström
vom nördlichen Bohuslän zusammengestellt hat, ist sehr
reichhaltig, und Verf. hält es für ziemlich vollständig. Es
enthält 90 Arten. Am reichsten sind vertreten die Clupea-
ceen mit 5 Arten, die Gadoiden mit 11 Arten, die Pleuro-
necten mit 10 Arten, die Selachier mit 9 Arten. Öfver-
sigt Vetensk. Akad. Förhandlingar 1876 No. 4 p. 64.
G. von Yhlen erstattet Bericht über Bohuslän's See-
fische im Jahr 1874. Nordisk Tidsskrift for Fiskeri III.
p. 54. — Andersen über die Fischerei in Lirafjorden vom
April 1874 bis März 1875. ib. p. 58. — Lund über die
Fischerei in Tornby Tolddistrict im Jahr 1874. Ib. p. 60.
— Drammer über die Fischerei bei Halsnaes im Jahr
1875. Ib. p. 63. — Eimbaud's Aufsatz über die Ur-
sache des Fischmangels ist ib. p. 80 aus dem Bulletin
mensuel de la Soc. d'acclimatation II. p. 652 übersetzt.
S i e V e r s theilte ein Verzeichniss der Fische von der
Insel Hogland im Finnischen Meerbusen mit. Es enthält
20 Arten. Meddelanden af Societas pro fauna et flora fen-
nica. I. p. 60.
Sabanjeew gab in Russischer Sprache heraus: Die
Fische Russlands; Leben und Fang unserer Süsswasser-
fische. Band 1. Moskau 1874. Mit zahlreichen Holz-
schnitten, die sowohl die ganzen Fische, wie einzelne Theile
darstellen, oder auch den Fischfang anschaulich machen.
Der Text ist mir wegen der Russischen Sprache unver-
ständlich.
Hubrecht hat ein kleines Verzeichniss von Fischen
mitgetheilt, welche bei der holländischen zoologischen Sta-
tion De Helder vorkommen; es enthält nur 17 Arten. Tijd-
während des Jahres 1876. 129
Schrift der neederlandsche dierkundige Vereeniging III.
Heft 3.
Plant zählte 21 Fische auf, die in Cymmeran Bay
gefangen wurden. Proc. Soc. Manchester XIV p. 147. —
Denselben fügte Plant als in der Cymmeran Bay
vorkommend hinzu: Acanthias vulgaris, Raja maculata,
Rhombus maximus, Belone vulgaris und Trigla gurnardus.
Ib. XV. p. 49.
Andrews, lieber den Stand der Küstenfischerei
von Irland. Journal of the R. Dublin Soc. VI. 1875 p.
397—418.
Jouan berichtet über einige Fische, die selten bei
Cherbourg vorkommen: Capros aper Lac, Monochirus va-
riegatus Thomps., Echinorhinus spinosus Bp. 2,30 Meter
lang, Trigla lyra L. und Lepadogaster cornubiensis Flam.
Mem. de Cherbourg 19 p. 237.
Häpke, Zur Kenntniss der Fischfauna des Weser-
gebiets. Dieses Gebiet enthält 44 Arten, unter denen 11
Wanderfische : 1 Perca, 1 Acerina, 1 Cottus, 2 Gasterosteus,
1 Lota, 1 Platessa, 20 Cyprinoiden, 6 Salmonen, 1 Esox,
3 Clupeoiden, 2 Cobitis, 1 Anguilla, 1 Acipenser, 3 Petro-
myzon. Abhandlungen vom naturw. Vereine zu Bremen V.
p. 165.
Africa. Peters verzeichnete die von Buchholz in
Westafrica gesammelten Fische. Es sind 79 Arten, da-
runter 4 neue, die auch abgebildet sind. Berliner Mo-
natsber. p. 244.
Kossmann und Räuber haben die durch Kossmann
im Rothen Meer gesammelten Fische bearbeitet. Es wurden
im Ganzen 79 Species gesammelt. Unter diesen sind 35
Species, welche von Klunzinger im nördlichen Theile des
Rothen Meeres nicht gefunden sind, und von diesen sind
12 neue Species, 6 neu für das Rothe Meer, 17 bereits
von andern Forschern gefunden. Die neuen Arten sind
unten namhaft gemacht. Verhandl. Naturhist. med. Ver-
eins zu Heidelberg. I. Bd. p. 375.
Peters hat die durch K. Möbius in Mauritius und
bei den Seychellen gesammelten Fische bestimmt. Es sind
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. J
130 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d, Ichthyologie
189 Arten, unter denen sechs als neu beschrieben werden.
Berliner Monatsber. p. 435.
Die Flüsse von Natal sind den Fischen nicht günstig,
da sie zu reissend fliessen. Die innere Bucht ist jedoch
unerschöpflich an Seefischen; der gemeinste ist Serranus
Cuvieri. Ein Verzeichniss von 44 Arten essbarer Fische
wird beigefügt. ;, Natal, a history and description of the
colony". By Brooks, editedby Mann. London 1876. p. 138.
Asien. Das Verzeichniss der Fische von Ceylon in
„Ceylon, a general description of the Island by on officer,
late of the Ceylon rifles. London 1876^ IL p. 242—268
ist nach Cuvier und Günther zusammengestellt und enthält
235 Arten.
Francis Day stellte die Fische von Yarkand zu-
sammen. Er verzeichnet 21 Arten, die den Gattungen
Exostoma, Oreinus, Schizothorax, Ptychobarbus, Schizopy-
gopsis, Diptychus, Cirrhina und Nemacheilus angehören.
Die Schizothorax finden sich auch in Afghanistan und Tur-
kestan, Diptychus auch in Tibet und Turkestan, Schizo-
pygopsis auch in Tibet, ebenso Ptychobarbus. Die Stachel-
flosser vermindern sich, je weiter man ins Innere Indiens
vordringt, am Himalaya schwinden sie ganz. In Yarkand
kommen daher keine vor. Acht Arten gelten als neu. Proc.
zool. soc. p. 781.
J 0 u a n spricht von einer reichlichen Sterblichkeit
der Fische an der Küste von Malabar zu gewissen Jahres-
zeiten, ohne den Grund davon angeben zu können. Mem.
de Cherbourg 19. p. 242.
Im Jahr 1876 erschienen die 31. und 32. Lieferung
von Bleeker's Atlas ichthyologique des Indes orientales
n^erlandaises. Die erste dieser genannten beiden Lie-
ferungen bringt die Fortsetzung der Percaeformes und die
Datniaeformes, womit der 7. Band des Werkes geschlossen
ist. Die Tafeln 361 und 362 gehören noch zu den Per-
coiden, die Tafeln 363 bis 370 stellen Chaetodontoiden
dar. — Die 32. Lieferung enthält im Text die Fortsetzung
der Percoiden-Familie, als Anfang des achten Bandes, und
zwar die Subfamilie der Spariformes, in der unterschieden
werden die Phalanx Pristipomatini mit den Gatt. Scolop-
während des Jahres 1876. 131
siS; Lobotes Cuv., Hapalogenys Rieh., Plectorhynchus Lac.
(Diagramma Cuv.), Pomadasys Lac. (Pristipoma Cuv.), Dat-
nioides Blkr., dann die Phalanx Maenini mit den Gatt.
Pinjalo Blkr., Gymnocaesio Blkr. auf Smaris gymnopterus
gegründet, Caesio Comm., Pterocaesio auf Caesio multira-
diatus Steind. gegründet, ferner die Phalanx Dipterygono-
tini mit der einzigen Gattung Dipterygonotus, und die Pha-
lanx Lutjanini, deren Anfang die Gattung Lutjanus Bl.
macht, in welcher Verf. die Gattungen Dipterodon Lac,
Diacope und Mesoprion C. V., Genyoroge Cani, Macolor
Blkr., Neomaenis Gir., Proamblys, Hypoplites, Rhombo-
plites, Ocyurus, Evoplites und Tropidinius Gill vereinigt.
Damit bricht der Text des Heftes ab. Die Tafeln 371—380
gehören zur Familie der Chaetodontoiden.
V. Martens machte einige Angaben über Fische der
Philippinen, namentlich aus dem Flusse Pasig und der
Laguna del Bay, aus der Laguna de Taal, aus der Bai
von Manila, sowie von Zamboanga auf Mindanao. ' Die
preuss. Expedition nach Ostasien p. 198. — Ebenso über
die Fische von Slam ib. p. 209. Als den singenden Fisch
an der Mündung des Menam erhielt er eine Seezunge,
Plagusia. — Desgl. p. 232 über die Fische von Singapore.
— Endlich ib. p. 297 in ausführlicherer Schilderung über
die Süsswasserfische des indischen Archipels. — Das Ver-
zeichniss der überhaupt vom Verf. auf seiner Reise ge-
sammelten Fische beträgt 686 Arten, von denen mehrere
als species ineditae bezeichnet sind, deren Bekanntmachung
also wohl noch zu erwarten ist. — Auf 11 Tafeln sind
die folgenden Fische, schön illuminirt, abgebildet: Datnio-
ides microlepis Blkr., Polynemus multifilis Schleg., Ophio-
cephalus microlepis K. H. und argus Cantor, Chaca ban-
kanensis Blkr., Bagroides melanopterus Blkr., Homaloptera
(Octonema) rotundicauda Martens, Luciocephalus pulcher
Gray, Mastacemblus argus Gthr., Barbus sumatranus Blkr.
und Schwanefeldi Blkr., Osteochilus vittatus C. V., Lucio-
soma trinema Blkr., Barbus fasciatus Blkr., Osteogiossum
formosum S. Müll., Syngnathus Martensi Peters, Synaptura
melanorhyncha Blkr., Tetroden palembangensis Blkr., Po-
lyodon (Psephurus) gladius Martens und Nomeus Gro-
novii Gmel.
132 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
America. Stein da ebner beschrieb 17 seltene oder
neue Fiscbarten von der Westküste der nördlichen Tbeile
Nordamerika' s. Wiener Sitzungsber. 74 Juli. Die neuen
Arten sind unten namhaft gemacht.
- Sau vage machte Bemerkungen über die ichthyolo-
gische Fauna von St. Paul. Nur drei Arten sind auch aus
anderen Gegenden bekannt, Acanthias vulgaris, Latris he-
katria und Nemadactylus concinnus; zwei andere sind auf
offener See gefangen. Die übrigen gehören den Gattungen
Serranus, Bovichthys, Sebastes, Mendosoma, Labrichthys
und Motella an. Serranus novemcinctus Kner aus der
Gruppe von S. scriba gehört in die Gruppe, welche in das
Mittelmeer wanderte, in der Tertiärepoche, als noch eine
Verbindung mit dem rothen Meere bestand, ebenso Se-
bastes Mouchezi n. sp. zu der Gruppe Sebastichthys, deren
Repräsentant S. dactylopterus in derselben Epoche ins
Mittelmeer einzog, und die Verwandte in Südaustralien hat.
Labrichthys Lantzii n. sp. und isleanus n. sp. gehören
Gruppen an, die in Südaustralischen Meeren vertreten sind;
Mendosoma elongatum Kner ist durch eine andere Art in
Chili vertreten; Bovichthys psychrolutes Gthr. trägt das
Ansehen nordischer Gattungen; Motella capensis das der
kalten Theile der südlichen Hemisphäre. Comptes rendus
1875 p. 987 ; Annais nat. bist. 17 p. 94.
In dem 10. Annual Report of the Commissioners of In-
land Fisheries for the Year ending January 1. 1876, Boston,
erstattet von Lyman, Brackett und French wird wieder
in erster Stelle den Fischwegen Beachtung geschenkt ; dann
dem Fange von Alosa praestabilis und einigen Arten von
Salmo. Im Appendix C. berichtet Lyman über den Fort-
schritt der Fisch-Cultur in Neu-England.
Bulletin of the United States National Museum No. 5
enthält ein Verzeichniss der Fische der Bermudas von
B r 0 w n G 0 0 d e. Es ist mir noch nicht zur Ansicht ge-
kommen.
Als einen Beitrag zur Fischfauna von Panama be-
spricht Steindachner 36 Arten, nämlich 5 Serranus,
1 Centropristes, 1 Lobotes, 1 Upeneus, 2 Polynemus, 2 Um-
brina, 1 Nebris, 1 Pelamys, 1 Nematistius, 1 Chorinemus,
während des Jahres 1876. 133
1 Caranx, 2 Gerres, 2 Aelnrichthys, 10 Arius, 1 Galeich-
thys, 1 Pimelodus, 1 Cetengraulis, 2 Engraulis. Die da-
runter befindlichen neuen Arten sind unten namhaft ge-
macht.
Steindachner lieferte einen Beitrag zur Fischfauna
von Panama, Acapulco und Mazatlan in den Wiener Sitzungs-
berichten Bd. 74. Juli 1876. Er beschrieb 14 meist neue
Arten, unter denen auch zwei neue Gattungen.
Gill berichtete über eine Anzahl Fische, die durch
Bransford am Isthmus von Panama gesammelt wurden.
Abgesehen von einigen neuen Arten sind in dieser Samm-
lung zwei Genera vertreten, Platypoecilus und Piabucina,
die bisher aus dieser Gegend noch nicht bekannt waren.
Von ersterer war bisher nur eine Mexicanische Art bekannt,
von letzterer zwei Arten von Guiana und Venezuela. Proc.
Philadelphia 1876 p. 33.
Pocy beschrieb einige neue Fische von Cuba. Annais
Lyceum New- York. XL p. 58.
Weyenbergh sagt in Napp's „Argentinische Re-
publik" p. 166 die Fische seien noch weniger bekannt als
die Reptilien, ihre Kenntniss sowohl der fluviatilen wie
der marinen sei eine höchst oberflächliche. So giebt denn
auch die folgende Aufzählung von Arten gewiss ein sehr
unvollständiges Bild dieser Fauna.
Steindachner stellte vier neue Arten von den Küsten
Brasiliens auf. Wiener Sitzungsber. 74 Juli.
Steindachner brachte eine Fortsetzung der Süss-
wasserfische des südöstlichen Brasiliens, in welcher zahl-
reicher Arten, auch mehrere neue, der Characinen und der
Siluroiden beschrieben und abgebildet sind. Wiener Sitzungs-
berichte Bd. 74. November 1876.
Steindachner beschrieb drei Fischarten aus dem
Amazonen-Strome, Pimelodus altipinnis, den er schon 1864
nach einem kleinen Exemplare beschrieben hatte, einen
neuen Pirinambus und ein neues Platystoma. Wiener
Sitzungsber. p. 605.
Steindachner beschrieb eine grössere Anzahl neuer
Fischarten, insbesondere Characinen und Siluroiden aus
dem Amazonenstrome. Wiener Sitzungsber. Juli 1876.
134 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Stein dachner schrieb über einige neue oder sel-
tene Fischarten aus den Gebirgsbächen der hohen Anden
in Peru, und beleuchtete 3 Tetragonopterus, 1 Piabina,
1 Pimelodus, 2 Arges, 1 Chaetostomus und 1 Orestias, von
denen fünf Arten als neu beschrieben werden, s. unten. Wiener
Sitzungsber. 72 p. 590.
A. Agassiz und Gar man haben Forschungen über
den See Titicaca angestellt. Die Fische hat Garman be-
arbeitet. Es giebt dort nur eine Art Trichomycterus und
fünf Arten Orestias. Bull. Museum comp. zool. Cambridge
III. No. 11 p. 273.
Teleostei.
Acantliopteri.
Bleeker gab eine Revision der Abtheilung der Barsche,
Systema Percarum revisum. Archives Neerlandaises XI, p. 247 — 288.
Da diese Fischgruppe in ihrer systematischen Anordnung noch immer
am wenigsten klar gestellt ist, theilen wir seine Uebersicht voll-
ständig mit. Er unterscheidet in der ersten Familie Percoidei zwölf
Subfamilien: 1. Centrarchiformes corpore oblongo-ovali, capite
superne squamato, squamis trunco imbricatis, inguinibus squama
elongata nulla, pinnis radiis laevibus, dorsali indivisa, pectoralibus
radiis superioribus ceteris longioribus, Gatt. Pomoxys, Centrarchus,
Ambloplites, Acantharchus , Hemioplites, Leporais, Mesogonistius,
Chaenobryttus, Enneacanthus. 2. Priacanthiformes corpore ob-
longo-ovali vel subrhomboideo, capite superne, lateribus maxillisque
squamato, ore supero, inguinibus squama elongata nulla, pinnis dor-
sali indivisa et anali radiis spinulis scabris, caudali radiis fissis 14,
dorsali spinis 10, pectoralibus radiis subsuperioribus ceteris longiori-
bus, Gatt. Priacanthus, Pseudopriacanthus. 3. Serraniformes
corpore oblongo, capite squamato, squamis trunco imbricatis, ingui-
nibus squama elongata nulla, pinnis dorsali indivisa basi vagina
squamosa libera nulla, pectoralibus radiis mediis ceteris longioribus,
anali spinis 3. a. Anthianini cjipite superne cristis serratis nullis,
ossibus supramaxillaribus squamis regulariter imbricatis, palato den-
tato, Gatt. Dactylanthias, Anthias, Odontanthias, Pseudanthias, Capro-
don, Plectranthias, Hemanthias, Glaucosoma, Brachyrhinus, Callanthias.
b. Polypriontmi capite superne operculoque cristis osseis serratis,
pinnis spinis ex parte sulcatoserratis, dorsali spinis 11, Gatt. Poly-
prion. c. Epinephelini capite superne cristis serratis nullis, osse supra-
maxillari alepidoto vel squamis minimis tantum, dentibus raaxillis
pharyngealibusque acutis, pinnis spinis laevibus, caudali radiis fissis
während des Jahres 1876. 135
15, Gatt. Ceutropristes, Üules, Aulacocephalus, Trachypoma, Siniperca,
Paraserrauus, Serranus, Variola, Hypoplectrus, Paracanthistius,
Acanthistius, Anyperodon, Epinexjheliis, Parepinephelus, Gonioperca,
Cromileptes. d. Myriodontini capite superne cristis serratis nullis,
dentibus maxillis, palato et pharynge conicis obtusis et graniformibus
vel molaribus, ossibus pharyngealibus inferioribus coadunatis, caudali
radiis fissis 12, Gatt. Centrogenys. 4. Grammiste iformes corpore
oblongo, capite squamato, palato dentato, squamis cycloideis verticil-
latis non imbricatis cute iramersis, inguinibus squama elongata nulla,
praeoperculo et operculo dentibus spinaeformibus armatis, pectoralibus
radiis mediis ceteris longioribus, Gatt. Grammistes, Smecticus,
Rypticus. 5. PercÄeforwes corpore oblongo vel subelongato, capite
squamato, squamis trunco imbricatis, inguinibus squama elongata
nulla, pinna dorsali basi vagina squamosa libera nulla, parte spinosa
et parte radiosa non vel dimidio inferiore tantum continuis, pectora-
libus rotundatis, anali spinis 2 vel 3. a. Diplopriontini corpore
oblongo-ovali, capite superne alepidoto rugoso scabro, squamis trunco
minimis, pinna dorsali parte spinosa et parte radiosa non contiguis,
parte radiosa spina nulla, anali spinis 2, Gatt. Diploprion. b. Apogonini
capite superne nee rugoso nee scabro-, squamis trunco magnis deciduis,
pinna dorsali parte spinosa et parte radiosa subaequilongis, spinosa
spinis 6 ad 8, radiosa spina unica et radiis 7 ad 10, Gatt. Amia,
Vincentia, Nannoperca, Smerdis, Percamia, Microichtbys, Acropoma,
Paramia, Pseudamia, Telecops, c. Grysteini corpore oblongo vel
subelongato, capite superne squamato vel laevi, dentibus maxillis,
vomerinis et palatinis parvis, praeoperculo edentulo inermi, squamis
trunco parvis vel mediocribus sessilibus, anali spinis 3, Gatt. Huro,
Micropterus, Pikea, Oligorus, Stereolepis, Liopropoma. d. Ldbracini
corpore oblongo vel subelongato, capite superne squamato vel laevi,
dentibus maxillis, vomerinis, palatinis parvis, praeoperculo armato,
squamis trunco mediocribus vel parvis sessilibus, anali spinis 3,
Gatt. Labrax, Lateolabrax, Plectropoma, Morone, Niphon, Psammo-
perca, Hypopterus, Oxylabrax, Percichthys, Actenolepis. e. Percini
corpore oblongo vel subelongato, capite superne laevi vel squamato,
praeoperculo serrato, squamis trunco sessilibus ctenoideis parvis,
pinna dorsali parte spinosa spinis 12 ad 15, anali spinis 2, Gatt.
Perca, Centropomus. 6. Acerinaeformes corpore oblongo vel
subelongato, capite alepidoto ossibus lacunosis, squamis trunco im-
bricatis, inguinibus squama elongata nulla, pinna dorsali continua
basi vagina squamosa libera nulla, pectoralibus rotundatis radiis
mediis ceteris longioribus, anali spinis 2, Gatt. Percis, Gymnocephalus,
Percarina. 7. Datniaeformes corpore oblongo capite squamato
superne alepidoto, squamis trunco imbricatis, inguinibus squama
elongata nulla, pinna dorsali basi vagina squamosa propria libera,
parte spinosa et parte radiosa continuis, pectoralibus radiis sub-
136 Troschel: Bericht üb. d. Leistuugen in d. Ichthyologie
superioribus ceteris longioribus, anali spinis 2 vel 3, Gatt. Therapon
Plectroplites, Paradules, Moronopsis, Macquaria, Enoplosus, Hypero-
glyphe, Paristiopterus. 8. Histiopteriformes corpore oblongo
valde elevato, capite lateribus tantum squamato, superne et operculo
cristulis vel granulis osseis nudis rugoso, squamis trunco imbricatis,
inguinibus squama composita, pinna dorsali iudivisa basi vagina
squamosa libera, parte spinosa parte radiosa pluritoties breviore,
ventralibus sub basi pectoralium insertis, anali spinis 3, pectoralibus
subfalcatis, Gatt. Histiopterus. 9, Pentacerotiformes corpore
oblongo-ovali, capite lateribus tantum squamato superne nudo cristulis
vel granulis osseis rugoso, squamis lateribus imbricatis, regione
thoraco-ventrali osseis juxtapositis, ventre piano, squamis inguinibus
elongatis vel compositis nuUis, pinnis dorsali indivisa basi vagina
squamosa libera nulla, ventralibus post basin pectoralium insertis,
anali spinis 4 vel 5. B. 7, Gatt. Pentaceros, Pseudopentaceros. 10.
Spariformes corpore oblongo vel subelongato, capite superne laevi
vel squamato, squamis trunco imbricatis, inguinibus squamis elongatis,
pinnis pectoralibus radiis subsuperioribus ceteris longioribus, ven-
tralibus sub parte basali pectoralium insertis, anali spinis 3 vel 2.
a. Pristipomatmi dentibus maxillis simplicibus conicis vel setaceis
acutis, caninis nullis, vomere et ossibus palatinis edentulis, capite
superne, fronte et vertice squamato, praeoperculo serrato, pinna
dorsali unica indivisa, Gatt. Scolopsis, Lobotes, Hapalogenys, Plecto-
rhyuchus, Parapristipoma, Diabasis, Pomadasys, Pygaeus, Conodon,
Paraconodon, Datnioides. b. Maenini corpore oblongo-ovali vel
subelongato, dentibus maxillis parvis acutis conicis vel setaceis,
caninis nullis, dentibus vomerinis et palatinis rudiraentariis vel nullis,
maxilla superiore alepidoto raediocriter ad valde protractili, prae-
operculo non serrato, pinna dorsali indivisa spinis gracilibus, Gatt.
Maenas, Pinjalo, Paracaesio, Gymnocaesio, Caesio, Liocaesio, Ptero-
caesio. c. JDipterygonitini corpore subelongato, dentibus maxillis
minimis vel nullis, palato edentulo, ore in tubum horizontalem
protractili, pinna dorsali bipartita, usque ad basin divisa vel spinis
posterioribus solitariis, parte spinosa parte radiosa longiore, Gatt.
Centracauthus, Erythrichthys, Dipterygonotus. d. Liitjanini corpore
oblongo vel subelongato, dentibus maxillis et vomerinis acutis, nun-
quam incisivis, graniformibus vel molaribus, dentibus palatinis acutis
vel nullis, maxilla superiore non vel parum protractili, praeoperculo
serrato, Gatt. Arripis, Xenichthys, Etelis, Aprion, Lutjanus, Hemi-
lutjanus, Banjos, Parascorpis. e. Apliareini corpore oblongo-sub-
elongato, ore non protractili, dentibus maxillis minimis acutis,
vomerinis et palatinis nullis, maxilla inferiore prominente truncata
ramis elevatis compressis, apertura branchiali usque prope mentum
extensa, Gatt. x\phareus. f. Denticini corpore oblongo vel subelongato,
dentibus maxillis conicis acutis ex parte caninis, vomerinis et pala-
während des Jahres 1876. 137
tiiiis nullis, ore non vel vix protractili, pinna dorsali indivisa, parte
spinosa alepidota, pectoralibus acutis, Gatt. Synagris, Gymnocranius,
Symphorus, Deiitex, Gnathodentex, Pentapiis, Latilus. g. Boridianini,
corpore oblongo vel subelongato, dentibus maxillis molaribws vel ex
parte molaribus, dentibus palatinis nullis, praeoperculo serrato, pinna
dorsali divisa parte spinosa et parte radiosa basi tantum continuis,
spinis analibus 3, Gatt. Boridia, Hoplopagrus. h. Sparini corpore
oblongo vel subelongato, dentibus maxillis ex parte conicis ex parte
molaribus, incisivis nullis, dentibus voraerinis et palatinis nullis,
pinna dorsali indivisa, alepidota vel infima basi tantum squamata,
parte spinosa parte radiosa non breviore, anali spinis 3, Gatt.
Monotaxis, Boopsidea, Lethrinus, Lithognathus, Sparus, Odonteua.
i. Sargini corpore oblongo vel subelongato, dentibus maxillis omnibus
vel ex parte incisivis integris vel lobatis, pinna dorsali indivisa,
alepidota vel infima basi tantum sqnamata, parte spinosa parte
radiosa non breviore, anali spinis 3, Gatt. Glyphodes, Boops, Can-
tharus, Scatharus, Oblada, Sargus, Puntazzo, Crenidens. 11. Hople-
gnathiformes corpore oblongo-ovali valde compresso, capite squa-
mato, ore parvo, dentibus maxillis aggregatis in laminam creuatam
coalitis, pharyngealibus acutis, inguinibus squamis elongatis, pinna
dorsali indivisa basi vagina squamosa libera, pectoralibus radiis
superioribus ceteris longioribus, anali spinis 3, caudali radiis fissis
15, ossibus pharyngealibus inferioribus liberis gracilibus, Gatt.
Hoplegnathus. 12. Gerreiformes corpore oblongo-ovali valde com-
presso, squamis imbricatis cycloideis vestito, capite squamato, ore
antico parvo in tubum conicum protractili, dentibus maxillis parvis
acutis liberis, incisivis vel molaribus nullis, squamis inguinilnis
elongatis, pinna dorsali indivisa basi vagina squamosa libera, spinis
valde compressis, pectoralibus falcatis, caudali biloba radiis fissis 15,
B. 6. Gatt. Diapterus, Pentaprion.
Im zweiten Theil ib. T. XI. p. 289 — 340 werden in ähnlicher
Weise die übrigen Familien der Percae im Bleeker'schen Sinne
diagnosticirt. Wir müssen davon abstehen alle Diagnosen mitzu-
theilen und beschränken uns auf die Angabe der Namen. 2. Fam.
Embiotoeoidei mit den Gatt. Hysterocarpus, Cymatogaster, Rhaco-
chilus, Embiotoca, Brachyistius, Holconotus, Amphistichus, Ditrema.
3. Fam. Bogoidei Gatt. Ambassis, Parambassis, Hamiltonia, Pseu-
dambassis. 4^. Fam. Chaetodontoidei mit 10 Suhfaimilien. a. Pime-
lepteriförmes Gatt. Pimelepterus, Dipterodon, Doidixodon, Pachy-
metopon, Gymnocrotaphus, Girella, Tephraeops, Neotephraeops, In-
cisidens. b. Proteracanthiformes Gatt.Proteracanthus,Tripterodon.
c. Scorpidiformes a. Microcanthini Gatt. Microcanthus, Atypich-
thys. /5. (Scor^idmi Gatt. Scorpis, Caesiosoma. d. Lepodontiformes
Gatt. Lepodus, Taractes, Schuettea. e. Chaetodipteriformes Gatt.
Chaetodipterus, Ilarches, Harpochirus. f. Scatophagiformes Gatt.
138 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Ephippus. g. Taurichthyiformes. «. Chelmonini Gatt. Chelmon,
Prognathodus. ß. Taurichtliyini Gatt. Parachaetodon, Taurichthys,
Hemitaurichthys, Chelmonops, Coradion, Tetragonoptrus , Megapro-
todon. h. Holacanthiformes Gatt. Chaetodontoplus, Holacanthus,
Acanthochaetodon, Chaetodon, i. Plataciformes Gatt. Platax.
k. Zancliformes Gatt. Zanclus. 5. Fam. Hypsinotoidei Gatt.
Hypsinotus, Capros. 6. Fam. Toxoteoidei Gatt. Toxotes, Ambly-
toxotes. 7. Fam. Pempheridoidei Gatt. Pempheris , Parapria-
canthus. 8. Fam. Cirrhitoidei a. Cirrhiteiformes a. Cirrhiteini
Gatt. Cirrhites, Amblycirrhitus, Paracirrithes, Cirrhitichthys ; Oxy-
cirrhites. ß. Cheilodactylini Gatt. Cbironemus, Cheilodactylus, Nema-
dactylus, Mendosoma, Latris. b. Aplodactyliformes Gatt. Aplo-
dactylus, Crinodus. 9. Fam. Nandoidei Gatt. Nandus, Badis,
Pristolepis. 10. Fam. Polycentroidei Gatt. Polycentrus, Mono-
cirrhus. 11. Fam. Pseudochromidoidei a.Cichlopsini Gsitt.Cichlo-ps,
Pseudochromis, Pseudogramma, Grarama, Trachinops. ß. Plesiopsini
Gatt, Plesiops, Paraplesiops. y. Pseudo-plesiopsini Gatt. Pseudoplesiops.
12. Fam. Sciaenoidei a.Sciaenini Gatt.Eques; Aplodinotus, Pogonias,
Leiostomus; Genyonemus, Paralonchurus , Lonchurus, Micropogon,
Pachypops. Sciaena, Pachyurus, Johnius. ß. Hemisciaenini Gatt.
Nebris, Hemisciaena, Amblyscion. Larimus, Pseudosciaena, Atracto-
scion: Odontoscion, Cynoscion, Otolithus, Sciaenoides, Ancylodon.
13. Fam. Sillaginoidei Gatt. Sillago. Sillaginodes, Sillaginopsis.
14. Fam. Mulloidei Gatt. Upeneus, Upeneichthys, Mulloides, Pseudu-
peneus, Parupeneus, BrachymuUus, Mullus.
Percoidei. Apogon semiomatus Peters Berliner Monatsber.
p. 436 von Mauritius.
Chüodipterus affinis Poey Annais Lyceum New York XL p. 58
von Cuba.
Äprion microdon Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
von den Sandwichinseln.
Serranus Dämeln Günther Annais nat. bist. 17 p. 391 von
Sydney. — S. panamensis Steindachner Wiener Sitzungsber. 72 p. 551
Taf. 1 Fig. 1 von Panama. — S. criientatus Peters Berliner Monatsber.
p. 244 von Victoria in Westafrica. — S. multinotatus Peters Berliner
Monatsber. p. 435 von Mauritius.
Pseudoserranus bicolor Kossman und Räuber 1. c. Taf. III
Fig. 1 aus dem Rothen Meer.
Callanthias Allporti Günther Annais nat. bist. 17. p. 390 von
Tasmania.
Jordan und Copelaud erkennen nur eine Species in der
Gattung Pomoxys an, die den Rafinesque 'sehen Namen P. annularis
führen soll. Alle andern Speciesnamen sind synonym. Proc. Phila-
delphia 1876 p. 68.
während des Jahres 1876. 139
Uranoscopidae. Uranoscopus (Upselonplwriis) sexsptinosus Stein-
dachuer Wiener Sitzungsber. 74 Juli Taf. XIII Fig. 1 von Rio Janeiro.
Percis AUporti Günther Annais nat. bist. 17 p. 394 von
Tasmania.
Bemhrops n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli.
Habitus Bembras ähnlich, Kopf stark doprimirt, spateiförmig; In-
fraorbitalring mit dem Vordeckel in keiner Verbindung; Mundspalte
lang, subhorizontal; kleine Zähne in den Kiefern, am Vomer und
Gaumen; Augen halb lateral, von bedeutender Grösse; Operkel mit
2 Stacheln, kleine Stacheln am Vordeckehvinkel ; Kiemenspalte sehr
laug mit 7 Strahlen; Pseudobranchien ; Pectorale jugular; 2 von
einander getrennte Dorsalen; Bauchseite flach, Brücken gewölbt;
Schuppen gross, sehr fein gezähnt. B. caudimacula von Japan.
Spbyraenidae. Sphyraena megalolepis Peters Berliner Monatsber.
p. 842 von Neu Irland.
Gataphracti. Trigla (Lepidotrigla) 5irawc7m Steindachner Wiener
Sitzungsber. 74. Juli von Hakodate. — Tr. kumu Less. Garn. Var.
dorsomaculata Steindachner ib.
Platycephalus Bansonnetii Steindachner Wiener Sitzungsber.
74 Juli von Singapore.
Artedius pugetensis Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
Taf. 14 Fig. 2 aus dem Puget-Sunde.
Hypsagonus Swanii Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
Taf. IV vom Puget-Sunde.
Siphagonus barbatus Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
Taf. V von der Behringsstrasse und Japan.
Lütken machte vorläufige Mittheiiungen über die Nordischen
Cottoiden. Vidensk. Meddelelser naturh. Forening Kjobenhavn 1876
p. 355. Verf. hat die Absicht, später eine kritische Beschreibung
der grönländischen Fische zu geben, will jedoch über die einzelnen
von ihm durchgearbeiteten Familien die Resultate in kürzeren Aus-
zügen veröffentlichen, und beginnt hier mit den Cottoiden. Den
Sebastes marinus L. und S. viviparus Kr., die von verschiedenen
Autoren für identisch gehalten sind, sieht er als verschiedene Arten
an; er erörtert dann die Synonymie von Phobetor ventralis Cuv. Val.;
unterscheidet Cottus scorpioides Fabr., den er für identisch mit C.
pachypus Gthr. erklärt, von C. virginianus; erkennt den Cottus
groenlandicus C. V. als Varietät von C. scorpius L.; zeigt, dass
Cottus quadricornis L. auch an der Küste von Groenland vorkommt;
vergleicht Cottus Lilljeborgii Coli, mit C. bubalis Euphr. (pull.).
Die ferneren Bemerkungen beziehen sich auf Triglops Pingelii Rhrdt.,
Centridermichthys uncinatus Rhrdt., Icelus hamatus Kr., Agonus
decagonus Bl. und cataphractus L., deren ersterer bei Groenland,
letzterer an den Europäischen Küsten vorkommt, Aspidophoroides
monopterygius Lacep., neben welchem eine neue Art A. Olrikii auf-
140 Troschel: Bericht üb. d. Leistimgen in d. Ichthyologie
gestellt wird, and die Arten von Trigla, namentlich hirundo L. und
gurnardus L.
In dem Memoire sur les especes insulindiennes des Scorpeuoides
von Bleeker in Verhandelingen der koninkl. Akademie XVI. 1876
wird die früher gegebene Uebersicht der Gattungen (vergl. vorj. Ber.
p. 66) wiederholt, und demnächst sind die 39 im indischen Archipel
vorkommenden Arten unterschieden, beschrieben und zum Theil
(25 Arten) auf 5 Tafeln abgebildet.
Als Anhang der eben erwähnten Arbeit Bleeker 's erscheint
die Charakterisirung der Familie Crossodermatoidei Guich. mit der
Gattung Caracanthus Kroyer (Micropus Gray). Verf. stimmt aber
Guichenot in der Stellung dieser Familie neben den echten Percoiden
nicht zu, setzt sie vielmehr in die Nähe der Scorpaenoiden.
Sabatier sprach über die Classification der Gattung Sebastes,
bezeichnete die verschiedenen davon abgetrennten Gattungen und
deren geographische Verbreitung. Association frangaise pour l'avance-
ment des sciences. Lille, p. 468.
Tetraroge gallus Kossmanu und Räuber 1. c. aus dem Rothen
Meere.
Gasterostei. Bach hat den Nestbau von Gasterostcus aculeatus
beschrieben. Studien und Lesefrüchte IV. p. 42 — 56.
Sciaenoidei. Umbrina panamensis Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 72 p. 559 von Panama. — U. januaria Steindachner ib. 74 Juli
von Rio Janeiro.
Corvina subaequalis Poey Annais Lyceum New -York XI. p. 58
von Cuba.
Pristipomatidae. Pristipoma Fürthii Steindachner Wiener
Sitzungsber. 74 Juli von Panama.
Diagramma ornatum Kossmann und Räuber 1. c. Taf. III Fig. 3
aus dem Reihen Meere.
ScoJopsis affinis Peters Berl. Monatsber. p. 832 von Neu Irland.
Girrhitidae. Holoxenus n. gen. Cirrhitidarum Günther Annais
nat. bist. 17. p. 393. Körper comprimirt, bedeckt wie die Flossen
mit lockerer Haut, welche fein gekörnelt oder mit kleinen Schuppen
versehen ist; der grösste Theil der stachligen Dorsale bildet eine
besondere Flosse, einige der hinteren Stacheln sind mit der weichen
Flosse verbunden; drei Analstacheln; Caudale gerundet; Brustflossen-
strahlen einfach, nicht verlängert oder verdickt; Augen klein; Mund
massig weit mit Binden sammtartiger Zähne; Kiemenspalte sehr
weit; vier Kiemen mit Spalte hinter der vierten; Pseudobranchien.
H. cutaneus von Tasraania.
Sparoidei. Sargus Kotschgi Steindachner Wiener Sitzungsbe-
richte 74 Juli vom Arabischen Meerbusen und Madagaskar. Zugleich
ist S. auriventris Pet. beschrieben.
Bleeker, welcher tür die Gattung Chrysophrys, deren Typus
während des Jahres 1876. 141
Sparus aurata L. ist, den Namen Sparus wieder herstellt, von dem
denn auch Pagrus und Pagelhis nicht verschieden seien, stellt die
unterscheidenden Charaktere von Sparus Schlegeli, datnia und hasta
fest, säubert ihre Synonymie und bildet sie ab. Verslagen en Meded.
XI. mit drei Tafeln.
Sparus (Chrysophrys) heterodus Peters Berliner Monatsber. p. 833
aus dem Congo.
Eucinostomus productus Poey Annals Lyceum New -York XI.
p. 59 von Cuba.
Squamipennes. Bleeker Notiz über die Gattungen und Arten
der Chaetodontoiden aus der ünterfarailie Taurichthyiformes. Diese
zerfällt in zwei Phalangen: 1. Chelmonini mit röhrenartig ver-
längerten Kiefern, mit 1 Chelmonund2Prognathus. 2. Taurichthyini
mit kurzen Kiefern, mit 1 Parachaetodon, 1 Chelmonops, 4 Taurich-
thys, 2 Hemitaurichthys, 2 Coradion, 62 Tetragonopterus (= Chae-
todon Cuv.), 1 Megaprotodon. Die Gattung Tetragonopterus zerfällt
wieder in die Untergattungen Citharoedus, Rabdophorus, Tetra-
gonopterus, Hemichaetodon, Chaetodontops, Lepidochaetodon, Lino-
phora, Oxychaetodon und Gonochaetodon. Verslagen en Meded. X.
p. 308.
Chaetodon Klunzingeri Kossmann und Räuber 1. c. aus dem
Rothen Meere.
Bleeker bewahrt nach dem Vorgange von Gill den Gattungs-
namen Chaetodon für die Arten, welche Lacepede und Cuvier
als Pomacanthus bezeichneten. Ervereinigt jedoch nicht, wie Günther,
alle C u vi er'schen Arten zu einer einzigen, sondern unterscheidet 1.
Ch. arcuatus L. mit 85 bis 90 Schuppenreihen über der Seitenlinie,
65 Schuppen in einer Längsreihe, schwärzlich mit zwei Binden.
2, Ch. aureus Bl, mit 65 Schuppenreihen über der Seitenlinie, 50
Schuppen in einer Längsreihe, orange mit einer Binde. Archives
neerlandaises XI. p. 178.
Bleeker unterscheidet die Subfamilie der Holacanthiformes
von den übrigen Chaetodontoiden durch den starken Stachel am
Winkel des Vordeckels, durch die harten Ctenoidschuppen mit längs-
gerunzelter Oberfläche, den ganz schuppigen Kopf, die dreispitzigen
Zähne, die ungetheilte Dorsale mit getrennten beweglichen Stacheln,
die au einem sehr schmalen Isthmns befestigte Kiemenhaut, den
Unterkiefer mit freien nicht hinter der Symphyse vereinigten Aesten,
und die Abwesenheit verlängerter Schuppen in den Achsein. Verf.
sieht in dieser Subfamilie vier Typen von generischem Werth.
1. Chaetodon Art. (Pomacanthus Cuv.) Corpus rhomboideum; pinna
dorsalis parte spinosa parte radiosa multo ad duplo breviore spinis
8 ad 11 approximatis postrorsum valde accrescentibus, parte radiosa
acuta; os praeorbitale edentulum; membrana branchialis sub gula
contiuua; caudalis convexa; squamae trunco irregulariter seriatae,
142 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
supra lineam lateralem in series 60 ad 90 transversas dispositae.
6 Arten, Typus Chaetodon paru Bl. 2, ÄcaiithochaetodonBlkr.
Corpus subrhomboideum ; pinna dorsalis parte spinosa parte radiosa
paulo tantam longiore spinis 12 ad 14 postrorsum valde accre-
scentibus ; os praeorbitale denticulatum; membrana branchialis sub gula
contiüua; caudalis obtusa; squaraae trunco irregulariter seriatae,
supra lineam lateralem in series 50 ad 90 transversas dispositae.
11 Arten, Typus Holacanthus annularis Lac. 3. Holacanthus Lac.
(Genicanthus Swns., Centropyge Kaup) Corpus subrhomboideum vel
ovale; pinna dorsalis parte spinosa parte radiosa valde multo ad
plus duplo longiore. spinis distantibus 13 ad 15; os praeorbitale
denticulatum; membrana branchialis sub gula continua vel sub-
continua; squamae trunco supra lineam lateralem in series 50 ad 55
(vel ad 70) transversas dispositae; series squamarum lateribus longi-
tudinales obliquae postrorsum adscendentes. 27 Arten, Typus Hola-
canthus tricolor Lac. 4. Chaetodontoplus Blkr. Corpus ovale;
pinna dorsalis parte spinosa parte radiosa sat multo minus duplo
longiore spinis distantibus 11 ad 13 posterioribus 5 vel pluribus
subaequilongis, parte radiosa obtusa rotundata. Membrana branchialis
sub gula non continua sat longa a linea mediana isthmo affixa;
squamae trunco irregulariter seriatae, supra lineam lateralem in
series 90 ad 140 transversas dispositae; caudalis convexa. 6 Arten,
Typus Holacanthus septentrioualis Schi. Es folgt dann eine dia-
gnostische üebersicht der bekannten Arten der Gattungen Acantho-
chaetodon und Chaetodontoplus. Acanthochaetodon alternans ist
abgebildet. Archives Neerlandaises des sc. exactes et naturelles
xn. p. 17.
Parascorpis n. gen. Bleeker Archives neerlandaises des sc.
exactes et naturelles X. p. 381. Unterscheidet sich von Scorpis
durch die grosse Mundspalte, schmale tief eingeschnittene inter-
brachiale Haut, 12 Stachein in der Dorsale, der weiche Theil der
Dorsale kürzer als der vordere, nur 14 — 15 weiche Strahlen in der
Dorsale und Anale, viel kleinere Schuppen. P. tyjjus vom Cap.
Labyrinthici. Spirobranchus Bainsii Günther Annais nat. bist.
18 p. 67 aus dem Kafferlande.
Carbonnier beschreibt den Nestbau von Colisa vulgaris C. V.
Das Männchen bringt eine Conferve durch Anbringung von Luftblasen
auf der Unterseite zum Schwimmen und bildet so eine schwimmende
Insel von 8 Cm. im Durchmesser. In das Nest legt das Weibchen
die Eier, welche vom Männchen befruchtet werden. Das Männchen
übernimmt die weitere Sorge. Es sammelt mit dem Munde die Eier,
welche durch die Pflanze zerstreut sind, und ordnet sie in dem Nest,
zieht dann den Eingang zusammen. Nach 70 Stunden durchbohrt
es den Gipfel des Nestes, lässt die Luftblasen entschlüpfen, und das
Gewölbe flacht sich auf dem Wasser ab. Die jungen Fische bewacht
während des Jahres 1876. 143
es sorgfältig bis sie hinreichend kräftig geworden sind. Dasselbe
Paar laichte dreimal während des Sommers 1875, jedesmal etwa 150
Eier. Comptes rendus Dec. 1875 p. 1136; Annais nat. bist. 17.
p. 172; Bull. Sog. d'acclimatation 1876 p. H; Journal de Zoologie
V. p. 120.
Auch von Osphronemus olfax schilderte Carbonnier den
Nestbau. Das Männchen glänzt zur Begattungszeit in den schönsten
Farben und baut aus Luftblasen ein schaumartiges Nest von 15 bis
18 Centimeter Durchmesser und 10 — 12 Centimeter Höhe. Es lässt
das Weibehen Eier legen, was sich bis 40 mal in drei Stunden
wiederholt. Die Zahl der Eier wird auf 2000 bis BOOO geschätzt.
Um die Eier in das Nest zu befördern wendet das Männchen eine
eigene List an. Es steigt auf und nimmt eine Menge Lnft ein, steigt
dann wieder nieder unter die Eier und stösst plötzlich die Luft
durch die Kiemenspalten wieder aus, die in zahllose kleine Bläschen
getheilt die Eier an die Oberfläche hebt. In den ersten Tagen nach
dem Ausschlüpfen schwimmen die Jungen mit dem Bauch an der
Luft und haben die Gestalt einer Kugel mit einem kleinen Schwanz.
Nach sechs Tagen ist die Embryonalentwickelung beendigt, aber der
Vater hält sie durch Ströme von Luftbläschen in Ordnung, bis sie
nach zehn Tagen sich selbst überlassen werden. Comptes rendus
83 p. 1114; Journal de Zoologie V. p. 442.
Mugiloidei. Mugil rodericensis Günther Annais nat. bist. 17.
p. 397 aus dem süssen Wasser von Rodriguez. — M. trichodon Poey
Annais Lyceum New-York XL p. 66, Bei dieser Gelegenheit werden
auch M. brasiliensis und Gaimardianus erörtert und abgebildet.
Myxus coecutiens Günther Annais nat. bist. 17 p. 397 aus dem
süssen Wasser von Rodriguez.
Scomberoidei- Burnell erzählt, dass beim Kreuzen der Linie
zwei Pilotfische (Naucrates ?) und ein grosser Haifisch gesehen wur-
den. Man fing letzteren mit der Angel und fand die beiden Pilot-
fische an ihm angeheftet. (Sollte das nicht Echeneis gewesen sein?
Ref.) American Naturalist X. p. 687.
Platystethus Huttonii Günther Annais nat. bist. 17 p. 395 von
Neuseeland.
Carangidae. Caranx Fürthii Steindachner Wiener Sitzungsber.
72 p. 562 von Panama.
Seriola hippos Günther Annais nat. bist. 17 p. 392 von Sydney.
— S. mazaÜana Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli von
Mazatlan.
Günther erkannte die Identität seiner Gattung Neptomenus
mit Seriolella Guichenot. Sie gehört zu den Caraugiden. Annais
nat. bist. 17 p. 394.
Pempheris rhomboideus Kossmann und Räuber 1. c. Taf. III.
Fig. 4 aus dem Rothen Meere.
144 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Bleeker hat die Gattung Pempheris einer Revision unter-
worfen. Er erkennt 6 Arten an. Ai chives neerlandaises des sc. exac-
tes et naturelles XII. p, 42.
Xiphiidae. Munter gab die Maasse von zwei am Strande Rü-
gens vorgekommenen Schwertfischen (Xiphias gladius L.). Mittheil,
naturw. Verein von Neu-Vorporamern und Rügen VIII p. 39.
Lütken's Bemerkungen über Histiophorus (vergl. vorj. Ber,
p. 69) sind auch in das Journal de Zoologie V. p. 60. pl. 3 aufge-
nommen.
Teuthyes. Äcanthurus plagiatus Peters Berliner Monatsber. p.
489 von Mauritius. — Ä. Monroviae Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 74 Juli von Monrovia.
Teuthis Studeri Peters Berliner Monatsber. p. 834 von Neu-
Britanien.
Labroidei. Trochocopus unicolor Günther Annais nat. bist. 17
p. 398 von Sydney.
Platyglossus (Güntheria) Pagenstecheri Kossmann und Räuber
1. c. Taf. III Fig. 5 aus dem Rothen Meere.
Novacula (Xirichihys) carneoflava Peters Berliner Monatsber.
p. 843 von den Dana-Inseln.
Pseudoscarus augustinus und ismailius Kossmann und Räuber
1. c. aus dem Rothen Meere. — Ps. maculiceps Peters Berliner Mo-
natsber. p. 443 von Mauritius.
Pomacentridae. Bleeker beschrieb Verslagen kouinkl. Akad.
X. p. 385 folgende neue Arten aus der Familie der Poraacentroiden
aus dem Indischen Archipel: Pomacentrus melanocliir und dimidiatus,
Paraglyplhidodon oxycephalus, Chromis (Heliases C. V.) lepidolepis
und insulindicus. Die neue Gattung, wohin Glyphidodon bonang,
melanopus. Behuii, xanthurus, melas, xanthonotus und oxyodon ge-
hören, hat folgende Charaktere:
Para glyphidodon. Dentes maxillis biseriati integri com-
pressi; os pharyngeale inferius trianguläre; corpus ovale; ossa sub.
orbitalia et praeoperculum edentula; rostrum squaraatum: maxilla
superior non vel vix protractilis; squamae trunco 28 circ. in serie
longitudinali; series squamarum P/a vel 2 liueam lateralem inter
et lineam dorsalem sub spina posteriore; linea lateralis trunco tu-
bulis siraplicibus notata; pinna dorsalis spinis 13 et radiis 12 ad 16
mediis vel praemedianis eeteris longioribus, analis radiis 12 ad 15,
caudalis parum vel mediocriter emarginata lobis non productis.
Durch eine erneuerte Revision der indischen Arten hat Bleeker
erkannt, dass viele Arten der Pomacentroiden zusammen gezogen
werden müssen. Er verzeichnete dieselben. Archives neerlandaises
des sc. exactes et naturelles XII p. 38.
Ghromides. Geophagus (Satanoperca) crassilabris. Steindachner
Wiener Sitzungsber. 74 Juli von Panama.
während des Jahres 1876. 145
Pseudochromides. Stigmatonotus n. gen. Peters Berliner Mo-
natsber. p. 838. Körper elliptisch, massig zusammengedrückt; Maul
tief gespalten; Vordeckel gezähnelt, Kiemendeckel bedornt; Subor-
bitalia schmal, mit grossen Poren, unbewaffnet; eine Binde kleiner
spitzer Zähne auf den Kiefern, dem Pflugschar und den Gaumen-
beinen; Schuppen kammförmig, Seitenlinie unvollständig. Eine lange
Rückenflosse mit weniger Stachel- als Gliederstrahlen; Afterflosse
mit drei Stacheln; Bauchflosse etwas vor den Brustflossen stehend,
mit einem Stachel und fünf Strahlen. Kiemenöffnung weit, mit sechs
Kiemenstrahlen; drei und eine halbe Kieme; freie fadenförmige
Pseudobranchien. Untere Schlundknochen von einander getrennt.
St. australis von West-Australien. Holzschnitt.
Notothenia antarctica von Kerguelensland und squamipes aus
der Magelhaensstrasse. Peters Berliner Monatsber. p. 837.
Haplopteri.
Gobioidei. Gobius papuanus Peters Berliner Monatsber. p. 839
von Neu -Guinea. — G. diadema Steindachner Wiener Sitzungsber.
74 Juli von Hongkong.
Gohiosoma multifasciatum Steindachner Wiener Sitzungsber.
74 Juli von den Antillen.
Gobiodon punctatus Kossmann und Räuber 1. c. aus dem
Rothen Meere.
Bleeker revidirte die Arten des Indischen Archipels aus der
Subfamilie Eleotriformes. Man kennt von dort 41 Arten. Die Unter-
abtheilungen sind wesentlich dieselben, wie sie Verf. früher geordnet
hat (vergl. Ber. 1874 p. 108); die Arten vertheilen sich folgender-
massen in die Gattungen : 1 Bostrychus, 1 Odonteleotris, 1 Eleotris,
3 Oxyeleotris, 4 Ophiocara, 1 Pogoneleotris, 6 Culius, 1 Belobran-
chüs, 1 Odontobutis, 5 Butis, 2 Prionobutis, 3 Asterropteryx, 2 Bra-
chyeleotris, 5 Valeuciennesia, 1 Amblyeleotris, 2 Ptereleotris, 1 Or-
thostomus und 1 Oxymetopon. Verslagen en Meded. XI.
Callionymtis picturatus Peters Berliner Monatsber. p. 840 von
Salawatty.
Discoboli. Crepidogaster Hectoris Günther Annais nat. bist. 17
p. 396 von der Cooksstrasse.
Blennioidei. Steenstrup hat durch sorgfältige Untersuchung
nachgewiesen, dass im Atlantischen Ocean drei Arten der Gattung
Anarrhichas zu unterscheiden sind. A. lupus L. (strigosus Gmel.,
vomerinus Agass Storer.) Europa und Grönland, A. minor Olafs,
(pantherina Zouiw., maculatus Bl. S., Eggerti Stp., Island, Grön-
land, Finmarken, Nordrussland, A. latifrons Stp., Island, Grönland.
Die Unterschiede sprechen sich besonders in den Schädeln und in
dem Gebiss aus, welche abgebildet sind. Vidensk. Meddelelser nat.
Forening i Kj«benhavn 1876 p. 159 tab. III.
Archiv für Naturg. XXXXHI. Jahrg. 2. Bd. K
146 Troschel: Bericht üb. d. Leistungon in d. Ichthyologie
Blennius striatus Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
von Panama. — Bl. (HypleurochüusJ paytensis Steindachner ib.
von Peru.
Petroscirtes elegans Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
von Nangasaki.
Solanas niger Kossmann und Ptäuber 1. c. aus dem Rothen
Meere. — S. gigas Wiener Sitzungsber. 74 Juli von Peru.
Oremnobates marmoratus Taf. XII Fig. 6 und Cr. fasciatus Stein-
dachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli von Cuba. Dabei ist auch Cr.
macrophthalmus Günther an n. sp. ? nnd Cr. affinis beschrieben.
Blake a n. gen. Steindacnner Wiener Sitzung&ber. 74 Juli.
Körper gestreckt, mit sehr kleinen Schuppen bedeckt; Seitenlinie
deutlich entwickelt; Kopf zugespitzt, Schnauze massig lang; Kiefer-
und Vomerzähne konisch, abgestumpft (in zwei Reihen); Dor-
sale lang, zum grössten Theile von Stacheln gebildet, die vordersten
derselben höher als die übrigen und bedeutend weiter als letztere
von einander entfernt; Anale mit zwei Stacheln und zahlreichen ein-
fachen, biegsamen Strahlen; Ventralen jugular, einander genähert,
mit massig langen Strahlen; Kiemenstrahlenhäute an der Brust mit
einander vereinigt, am Isthmus frei ; Kiemenstrahlen sechs. Gegründet
auf Myxodes elegans Cooper von S. Diego.
Günther fand die Aualpapille bei Clinus despicillatus von
Südaustralien beim Männcheu sehr gross. Sie besteht aus zwei
Theilen ; der hintere ist 5 Linien lang, der vordere kürzer und breiter
und hinten längs gefurcht, gleichsam eine Stütze für den hinteren
Theil. Der gemeinsame Kanal für die Vasa deferentia und die Ure-
thra ist an der Bauchseite mit einer dicken Muskelmasse bekleidet.
Der sehr schmale Kanal in der Papille erweitert sich im Abdomen.
Der Same sammelt sich in der schwammigen Höhlung des gemeinsamen
Ganges, und wenn diese durch den Muskel comprimirt, wird der-
selbe mit beträchtlicher Kraft durch die enge Röhre der Papille
getrieben. Vielleicht ist dieser Fisch vivipar und eine Begattung
nöthig. Annais nat. hist. 17 p. 403.
Clinus himaculatiis von Cuba und ocellatus Tal Xll Fig. 5
von den Bahama-Inseln Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli.
Tripterygion elegans Peters Berliner Monatsber. p. 441 von
Mauritius.
Psychrolutidae. Neophrynichthys n. gen. Günther Annais nat.
hist. 17. p. o95. Kopf breit und deprimirt; Haut nackt; keine
Hundszähne; Gaumen glatt; Kj^mendockel ohne Dornen; zwei Dor-
salen, die erste mit neun biegsamen Stacheln; Ventralen dicht zu-
sammen, thoracisch, rudimentär; drei und eine halbe Kieme; Pseu-
dobranchien; Kiemenspalten reichen bis zum unteren Winkel der
Pectoralen, Gegründet auf Psychrolutes latus Hutton.
Pedlculati. Whitmce schilderte die Lebensweise von Anten-
während des Jahres 1876. 147
narius coccineus Less. und einiger anderen Arten, Diese Fische
heften sich mit den Bauchflossen an Felsen an, sind carnivor.
Thalassophryne amazonica und Nattereri Steiudachner Wiener
Sitzungsber. 74 Juli aus dem Amazonenstrome. — Th. punctata
Steindachner ib. von Bahia.
Anacanthini.
Pleuronectae- A. Agassiz hat die Eni Wickelung von fünf
Arten Pleuronectes beobachtet, um zu entscheiden auf welche Weise
die Augen von der blinden Seite auf die andere gelangen. Das Auge
der blinden Seite wandert von seinem ursprünglichen Platze, wo es
symmetrisch mit dem der anderen Seite liegt, nach vorn und oben,
indem es die Gewebe auf seinem Wege resorbirt, und hinter sich
neue Gewebe bildet; dann folgt eine gewisse Drehung des ganzen
Vordertheils des Kopfes, wenn das Auge fast den oberen Rand er-
reicht hat. Diese Drehung findet statt, wenn der Schädel noch
knorplig ist. In vier von den untersuchten Arten erstreckt sich
die Rückenflosse im jugendlichen Stadium nicht bis zum Hinter-
rando der Augenhöhle. In einer anderen Art erstreckt sich die
Dorsale allmählich bis unter den Vorderrand der Augenhöhle, nach-
dem das Auge auf die obere Seite getreten ist, und das giebt den
Anschein, als ob das Auge durch den Kopf hiudurchgetreten sei.
Verf. hat sich jedoch durch Beobachtung überzeugt, dass der Vor-
gang wie bei den übrigen Arten stattgefunden hat. In einem an-
deren Fall bei jungen ganz durchsichtigen Plagusiae (Bascania
Schiödte) verfolgte er jedoch den Durchtritt des Auges von der
rechten zur linken Seite durch die Integumente des Kopfes,
zwischen der Basis der Dorsale und dem Stirnbein. American Natu-
ralist X. p. 705.
Darbishire legte eine Reihe sehr junger Exemplare von
Rhombus vulgaris vor, welche die Augen an beiden Seiten, ferner
die Entfernung des Auges der Unterseite zum Rande, und dann das
Auftreten beider Augen auf einer Seite zeigten. Proceed. literary
and philos. Soc. of Manchester XV. p. 134.
Hippoglossina n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber.
74 Juli. Augen an der linken Körperseite ; Mundspalte lang, Zähne
klein und einreihig; keine Zähne am Gaumen; Dorsale über dem
Auge beginnend; Dorsal- und Analstrahlen mit Ausnahme der zu-
nächst dem hinteren Flossende gelegenen einfach; Stirn sehr schmal,
leistenförmig vorspringend; Seitenlinie vorn stark bogenförmig ge-
krümmt; Ventralen seitlich eingelenkt ; Caudale unregelmässig rhom-
benförmig. H. macrops Taf. III von Mazatlan.
Coli in theilt mit, dass unter den zahlreichen Flundern,
welche in Limtjorden gefangen werden, an gewissen Stellen im
Sommer einige vorkommen, welche einen ganz eigenthüraliclien An-
148 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
hang am Munde haben. Es ist ein vollkommen geschlossener Ring,
der lose durch den Mund und die Kiemerispalte der blinden Seite
hängt und so stark ist, dass man den Fisch daran herausheben
kann, ohne ihn zu sprengen. Er besteht theils aus verschiedenen
Algen, theils aus einem zähen thierischen Schleim und ist von der
Dicke eines gewöhnlichen Bleistifts. Das Vorkommen solcher Ring-
flundern beschränkt sich auf bestimmte Stellen, auch soll sich der
Ring nur bei männlichen Individuen finden. Eine Erklärung der
Erscheinung vermag Verf. nicht zu geben. Nordisk Tidsskrift for
Fiskeri III. p. 51.
Solea tubifera Peters Berliner Monatsber. p. 444 von Mauri.
tius. — S. (Achims) melanosticta Peters ib. p. 845 von der Insel
Bougainville. — S. panamensis Steindachner Wiener Sitzungsber, 74
Juli Taf. II. von Panama — S. (Archiropsis) Nattereri Steindachner
ib. aus dem Amazonenstrome.
Synaptura punctatissima Peters Berliner Monatsber. p. 249
aus Victoria in Westafrica. — S. dicholepis Peters ib. p. 844 von
Neu-Hannover.
Scomberesoces.
Scomberesoces. Lütken, Bidrag til Flyvefiskenes (Exocoeter-
nes) Diagnostik, hat sich um die Artunterscheidung der Gattung Exo-
coetus bemüht. Indem er keine neue Art, auch nicht solche Arten
anführt, die er nicht selbst untersuchte, giebt er folgenden Con-
spectus. I. Pinnae ventrales anticae, breves, pinnae pectorales elon-
gatae caudalem fere attingunt. a. barbati: E. georgianus Val. b.
barba nulla: E. evolans L. et E. obtusirostris Gthr. II. Pinnae ven-
trales posticae. A. Pinnae pectorales breves insertionem ventralium
vix attingunt. a. Ventrales elongatae caudalem attingunt, barbati:
E. spilurus Gthr. b. Ventrales breves an um haud attingunt: E. mi-
cropterus Val. B Pinnae pectorales mediocres partem mediam pin-
nae dorsalis apicibus attingunt. ventrales quoque mediocres: E. (Pa-
rexocoetus) hillianus Gosse. C. Pinnae pectorales elongatae apicem
pinnae dorsalis vel basin caudalis attingunt, ventrales quoque elon-
gatae a. Radius secuudus p. pectoralis fissus. «. Radius pectoralis
primus longiusculus dimidiam partem radii tertii superat. aa. Pinna
analis brevis longe post dorsalem incipiens. X barbati. * filamen-
tum singulum: E. comatus Mitch. ♦♦ filamenta duo: E. furcatus
Mitch. XX barba nulla. ♦ Pectorales maculis multis minutis fuacis
pictae: E. callopterus Gthr. ■«■♦ Pectorales vitta distincta obliqua
transversa albida : E. spilopus Val., E. volitans L. *** Pectorales uni-
colorea vel vestigio vittae transversae ornatae: E. bahiensis Ranz,
bb. Pinna analis longa sub origine pinnae dorsalis incipiens, barba
nulla. ♦ Pectorales vittatae: E. speculiger Val. ** Pectorales unico-
lores. ß. Radius pectoralis primus brevior dimidiam partem tertii
während des Jahres 1876. 149
miiiime aequat, barba nulla, piiina aualis louga. X. Pectorales et
ventrales unicolores, uigrescentes, albomarginatae : E. Bondeletii Val.
XX. Pectorales et ventrales vittatae: E. exiliens L. (an junior prae-
cedentis?) b. Radius secundus pinnae pectoralis simplex, haud fis-
8US, barba nulla. aa Pinna analis longior dorsalem aequat vel su-
baequat: E. brachycephalus Gthr., E. lamellifer Kn. St. bb. Pinna
analis dorsali raulto brevior: species indescriptae plures. — Exo-
coetus comatus und furcatus Mitch. sind abgebildet. Vidensk. Med-
delelser nat. Foren, p. 389.
Siluroidei. Lophiosilurus n. gen. Steindachner Wiener
Sitzungsber. 74 Juli. Kopf sehr gross, breit und äusserst stark de-
primirt, Mundspalte sehr weit mit vorstehendem Unterkiefer und
hecheiförmigen Zähnen im Zwischen- und Unterkiefer; Vomer- und
Gaumenzähne fehlen; ein Bartfaden am Mundwinkel, vier am Unter-
kiefer; Narinen klein, von einander entfernt, Kiemenstrahlenhäute
unten von einander getrennt, nur am vorderen unteren Ende mit
dem Isthmus verbunden; Dorsale und P^ettflosse von sehr geringer
Höhe, erstere mit einem kurzen kräftigen Stachel bewaffnet, letztere
von der Caudale getrennt. Hat Aehnlichkeit mit Chaca. L. Alexandri
Taf. XV. aus dem Araazonenstrome.
Platystoma LütJceni Steindachner Wiener Sitzungsber. 72 p.
609 Taf. 13 aus dem mittleren Laufe des Amazonenstroms, —
PI Parahyhae Steindachner il) 74 Nov. Taf. IX aus dem Rio Parahyba.
Bhamdia Bransfordii Gill Proc. Philadelphia 1876 p. 337 vom
Isthmus von Panama.
Pimelodiis (PseudorhanidiaJ Chagresi Steindachner Wiener
Sitzungsber. 72 p. 584 von Panama. — P. {Pseudorhamdia) brasiliensis
Taf. VII und Harttii Steindachner ib. 74. Nov. aus dem Rio Parahyba.
— P. (Rhamdia) Parahyhae Steindachner ib. aus dem Rio Parahyba.
— P. (Rhamdia) Knerii von Marabitanos und C'uyahae von Cuyaba
Steindachner ib. — P. pictiis, Agassizii Steindachner ib. Juli aus
dem Amazonenstrome.
Pimelodinan. gen. vel. subgen, Steindachner Vv^'iener Sitzungs-
ber. 74 Juli. Schnauze massig deprimirt, verlängert, Mundspalte
unterständig, quer gestellt mit sehr schwach entwickelten Kiefer-
zähnen; Vomer- und Gaumenzälme fehlen; Kopfoberseite überhäutet;
übrige Charaktere wie bei Piraelodus. P. flavipinnis Taf. XIII. Fig. 2
aus dem Amazonenstrome.
Pirinamhns Agassizii Steindachner Wiener Sitzungsber. 72
p. 607 von Parä am Amazonenstrom.
Conorhynclms glaher Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Nov.
pl. VIII von Porto Seguro in Süd-Brasilien.
Arius alatus Brandtii, Kessleri, planiceps, Fiirthii, hypophthal-
150 Trosche): Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
nms Steindachner Wiener Sitzungsber. 72 p. 569 Taf. 3 — 6 und 10
von Panama. — Ärius grandociilis Steindachner ib. 74 Nov. Taf. IX
aus dem Rio doce.
Äelurichthys pinnimaciilatus Steindachner Wiener Sitzungsber.
72 p. 565 Taf. II von Panama.
Äuchenipterus glaber Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Nov.
aus Demerara.
Äuchenipterus {Pseudauchenipterus) Jequitinhonhae Taf. VII.
Fig. 1 aus dem Pdo Jequitinhonha, afßnis aus dem Rio S. Matheus,
striatulus aus dem Rio Parahyba Steindachner Wiener Sitzungsber.
74 Nov.
Wertheitneria n, gen. Steindachner Wiener Sitzungsber. 74,
Nov. Kopf breit, deprimirt. lang, mit stark entwickeltem Helme; Rumpf
gestreckt, mit schlankem Schwanzstiele und halbmondförmig einge-
buchteter Caudale : Kiemenspalte auf die Unterseite des Kopfes herab-
reichend, Kiemenstrahlenhäute mit der Haut des Isthmus in der
mittleren Kehlgegend zusammenfliessend ; Dorsale kurz, mit einem
Stachel und sechs Strahlen; Kieferbarteln sechs, cylindrisch, vier
davon am Unterkiefer ; Zähne im Zwischen- und Unterkiefer bürsten-
förmig: Gaumen zahnlos; Augen klein, überhäutet, weit über der
Mundspalte und hinter den hinteren Narinen gelegen; Ventrale in
verticaler Richtung hinter der Dorsale eingelenkt. W. maculata Taf. X
aus dem Rio Jequitinhonha.
Centromochlus intermedius Steindachner Wiener Sitzungsber. 74
Nov. aus Parä.
Corydoras Ägassizii Taf. XII Fig. 2, eqiies, Taf. XII Fig. 3,
elegans, Nattereri Taf. XI Fig. 1 Steindachner 74 Juli aus dem Ama-
zonenstrom.
Arges peruamis Steindachner Wiener Sitzungsber. 72 p. 601
Taf. 9 Fig. 3—6. von Amable Maria in Peru,
CalUcJithys adspersus Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
Taf. XI aus dem Amazonenstrom.
Plecostomus anguUcauda Taf. XII und afßnis aus dem Rio
Mucuri, microps Taf. XIII von Rio Janeiro und Johnii aus dem Rio
Puty Steindachner Wiener Sitzungsber. Nov.
Chaetostomus Jelskii Steindachner Wiener Sitzungsber. 72
p. 603 von Amable Maria und Monterico in Peru.
Loricaria Bransfordii Gill Proc. Philadelphia 187G p. 338 vom
Isthmus von Panama,
Exostoma Stoliczkae Day Proc. zool. soc. p. 782 von Yarkand,
Quellwasser des Indus. Hierbei werden die sechs bisher bekannten
Arten dieser Gattung unterschieden.
Harttia n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber. 74. Nov.
Körpergestalt gestreckt, auffallend stark deprimirt wie bei den Lo-
ricarinen; Fettflosse fehlend, ebenso die beiden seitlichen gezähnten
währeud des Jahres 1876. 151
Läjjgsleisteii , zwischen deiieu die Seiteulinie bei den Loricarinen
verläuft; Zähne in beiden Kiefern; Mund unterständig; Schwanzflosse
am hinteren Rande halbmondförmig eingebuchtet, schwach ent-
wickelt wie bei den Loricarinen. Bildet ein Uebergangsglied zwischen
den Loricarinen und Hypostomiden. H. loricariformis Taf. VI Fig. 2
aus dem Rio Parahyba.
Cyprinoidei. Fatio hat bei der Schweizerischen Naturforscher-
Versammlung in Basel, im August 1876 eine Mittheilung über Cy-
prinoiden gemacht. Er machte zunächst darauf aufmerksam, dass
die Form des Oberkiefers und der Mahlfläche, gegen welche die
Zähne wirken, gute generische Charaktere bieten, die auch Gelegen-
heit geben die hybriden Formen zu beurtheilen. Dann spricht er
von den Veränderungen, welche Leuciscus rutilus in dem Alpensee
Seewli auf dem Brünig erlitten hat, nachdem der See durch Aus-
trocknung sehr klein geworden ist. Endlich kommt er auf die Ge-
schlechtsdifferenzen der meisten Cyprinoiden. die sich namentlich in
den Strahlen der Brustflossen kenntlich macheu.
Thynnichthys cocliinensis Günther Anuals nat. bist. 17 p. 401
aus Cochin.
Scliizothorax Biddulplii Günther Annais nat. bist. 17 p. 400
von Yarkand. Diese Art wird von Day ib. p. 784 als identisch mit
Racoma chrysochlora bezeichnet und demnach Schizothorax chryso-
chlora genannt. Seh. pimctatiis aus dem Kaschmir-See, microcephalus
aus Nebenflüssen des Oxus und irregularis von Yarkand sind weitere
neue Arten von Day ib. p. 785-
Ptychobarbus laticeps und longiceps Day Proc. zool. soc. p. 789
von Yarkand.
Opsaridium Buchholzi Peters Berliner Muuatsber. p. 251 aus
dem Ogowe Fluss in Westafrica,
Bleeker beschrieb den Naseus dahuricus als Elopichthys da-
hiiricus, und erörterte die Synonyinie. Proc. zool. ^oc. 1875 p. 534 pl,
60 aus dem Yang-tse-kiang.
Nehrkorn giebt die Laichzeit des Cobitis fossilis als der Regel
nach in die Monate April und Mai fallend an, dass sie sich aber
auch bis in den August verspäten kann, wenn diese Monate kalt
und uass sind. Zool. Garten p. 148.
Nemacheilus yarko,ndensis, tennis und graciUs Day Proc. zool.
soc. p. 796 von Yarkand.
Cyprinodontes. Cyiynmdon Martac Steindachner Wien. Sitzuugs-
ber. 72 p. 610 von S, Marta in der Nähe der Mündung des Magda-
lenen-Stromes.
Cynolehias n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli.
Unterkieferhälften fest verbunden, Dorsale und Anale vielstrahlig,
letztere länger als erstere und vor dieser beginnend; eine Binde
spitzer Zähne in beiden Kiefern, vor dieser eine Reihe ungleich grosser
152 Troschel: Bericht üb. d Leistaugen in d. Ichthyologie
Hundszähne; Ventrale klein, in sehr geringer Entfernung vor der
Anale ; Kiemenspalten weit, unten von einander getrennt. C. porosus
Taf X Fig. 3 von Pernambuco,
Bivulus Poeyi Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli aus
dem Amazoneustrom.
Cope erhielt aus dem See Titicaca durch Orton vier Arten
der Gattung Orestias, von denen er drei für neu hält: Orestias
Bairdii, Ortonii, frontosus. Journal Acad. Philadelphia VIII p. 185.
Platypoecüus mentalis Gill Proc. Philadelphia 1876 p. 335 aus
Panama in einem Strom der an atlantischen Seite,
Cbaracini. Erythrinus Kessleri Steindachner Wiener Sitzungsber.
74. November von Bahia.
Curimatus (Änodus) pristigaster, G. bimaculalus, C. {Curimato-
psis) wacrolepis, G. Knerii Steindachner Wiener Sitzungsber. 74
Juli Taf. VI. aus dem Amazonenstrome.
Leporinus Mülleri Taf. IX Fig. 5, Agassi zii Taf. IX Fig. 4,
trifasciatus, Nattereri Taf. XII Fig. 1 Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 74 Juli aus dem Amazonenstrome.
Piahucina panamensis Gill Proc. Philadelphia 1876 p. 336 aus
dem Rio Frijoli, Panama.
Tetragonopterus alosa Günther Annais nat bist. 17 p. 399 von
Peru. — T. Jelslcii und maximus Steindachner Wiener Sitzungber.
72 p. 590 von Monterico in Peru. Letztere Art ist Taf. VII abge-
bildet. — T. gibhosus Taf. I Fig. 1 aus dem Rio Parahyba, hahiensis
von Bahia, doceanus aus dem Rio doce, Jenynsii Taf. III. Fig. 1. aus
dem Rio Parahyba Steindachner Wiener Sitzungsberichte 74. No-
vember. — T. Agassizü Taf. VIII Fig. 2, Tahatingae, multiradiatus
Steindachner ib. 74 Juli aus dem Amazonenstrom.
Pidbina peruana Steindachner Wiener Sitzungsber. 72 p. 596
von Monterico in Peru.
JBrycon fei^x Taf. IV Fig. 1 aus dem Rio Mucuri, insignis
Taf. IV. Fig. 2 aus dem Rio Parahyba Steindachner Wiener Sitzungsber.
74 November.
Par agoniates n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber. 74
Juli. Körpergestalt gestreckt, stark comprimirt, mit schneidigem
nicht gesägtem Bauchrande; Dorsale kurz, hinter der Mitte der Kör-
perlänge eingelenkt, Anale sehr lang; Kieferzähne einreihig, spitz;
die vorderen grösseren Unterkieferzähne und sämmtliche Zwischen-
kieferzähne mit 1 — 2 kurzen Nebenzacken; Mundspalte ziemlich
lang, Schuppen gross; Seitenlinie schwach entwickelt (nur im vor-
deren Theile des Rumpfes). P. alburnus Taf. VIII Fig. 3 und MiXlleri
aus dem Amazonenstrome. — P. microlepis Steindachner Wiener
Sitzungsber. 74 November von Rio Janeiro.
Nannostomus trifasciatus Taf. IX Fig. 2, eques, Fig. 3, wiifor
sciatus Fig. 1, anomalus Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
während des Jahres 1876. 153
aus dem Amazonenstrom. Verf. giebt eine verbesserte Gattungs-
diagnose, da er den Mangel der Fettflosse nicht für entscheidend hält.
Creagrutus nasutus Günther Annais nat. hist. 17. p. 400
von Peru.
Chdlcinus Knerii Steindachner Wiener Sitzangsber. 74 Juli
Taf. XII. Fig. 4 aus dem Amazonenstrome.
Lüthenia n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber, 74 Juli,
Habitus wie Tetragonopterus, Bauch sehr stark comprimirt, mit
schneidigem Rande wie bei Chalcinus; Mundspalte klein, wie bei
Tetragonopterus gestaltet; Zähne im Zwischen- und Unterkiefer vor-
handen, einreihig, comprimirt, mehrspitzig; Dorsale in senkrechter
Richtung über der Ventrale liegend; Anale lang; Narinen unmittel-
bar hinter einanderliegend; Kiemenspalte lang, Kiemenstrahlenhaut
mit dem Isthmus nicht verwachsen und getrennt von der entgegen-
gesetzten Kopfseite. L. insignis Taf. VIII Fig. 1 aus dem Ama-
zonenstrome.
Xiphorhamphus macrolepis Steindachner Wiener Sitzungsber.
74. November aus dem Rio Jequitinhonha.
Xiphostoma longipinne Steindachner Wiener Sitzungsber. 74
Juli aus dem Amazonenstrome.
Distichodus abbreviatus Peters Berliner Monatsber. p. 845 von
dem Congo.
Scopelini. Scopelus Hectoris Günther Annais nat. hist. 17 p. 399
von der Cooksstrasse.
Idiacanthus n gen. Peters Berliner Monatsber. p. 846.
Rückenflosse sehr lang, nur die hintersten Strahlen gegliedert, nahe
bei einanderstehend und durch eine Haut mit einander verbunden,
die vorderen sehr dünu, fast häutig, ungegliedert, getrennt, hinter
der Basis eines gekrümmten spitzen Dorns stehend ; Analflosse eben-
falls lang, die hintersten Strahlen ebenfalls gegliedert und durch
eine Haut verbunden, die getrennten vorderen ungegliederten sehr
dünnen Strahlen entweder hinter der Basis eines einzelnen Stachels
oder zwischei^ einem Paar seitlich neben einander stehender Stacheln
befindlich; keine Brustflossen; Bauchflossen aus sechs gegliederten
Strahlen zusammengesetzt, L fasciola von Nordaustralien und Neu-
Guinea.
Salmones. Nachdem sich Fitzinger über die Abnahme des
Fischreichthums, besonders an edlen Fischen, in den Seen des Salz-
kammergutes, Salzburgs und Berchtesgadens geäussert, und ihn durch
den zahlreicheren Besuch der Touristen und Städter erklären zu
können glaubt, erörtert er die Frage über die Natur des Silber-
lachses (Salmo Schiff'erraülleri Bloch). Diese unter dem Namen Mai-
forelle bekannte Lachsart laicht gar nicht, ist vielmehr constant
steril, ihre Geschlechtsorgane verwandeln sich in eine Fettmasse,
und es ist also gewiss eine Bastardbildung, wahrscheinlieh zwischen
154 Troschel: Bericht üb. d. Leistungeu in d. Ichthyologie
Salmo salvelinus fem. und Trutta lacustris ^, oder zwischen Trutta
hicust.ris und Trutta fario. Wiener Sitzungsber. 72, I p. 235.
Mormyri. Mormyrm grandisqiiamis Peters Berliner Monatsber.
p. 250 aus dem Ogowefluss.
Osteoglossidae. Pantodon n. gen. Peters. Soll zugleich eine
neue den Malacopterygii abdominales angebörige Gruppe von Fischen
bilden, die Pantodontes genannt wird, und die mit den Günther"-
schen Hyodontes und Osteoglossa die Familie Osteoglossidae zu-
sammensetzen würde. Hervorragende Merkmale der Gattung sind
die Bezahnung aller Knochen der Mundhöhle, der Mangel eines Sub-
und Interoperculums und die auf eine halbe reducirte vordere Kieme.
P. BuchhoUi aus dem Victoria-River, Westafrica. Berliner Monats-
ber. p. 195.
Osteoglossum Güntheri Castelnau Journal de Zoologie V. p. 131
aus Neuholland.
Clupeoidei. Winther lieferte einen Beitrag zur Aufklärung
über die Häringsrassen des Sundes. Er zeigt, dass der im Frühling
laichende Häriog sowohl wie der im Herbst laichende als Zugfisch
auftritt, nicht als Standfisch, in seinen Wanderungen derselben Regel
folgt, und dieselbe periodische Ab- und Zunahme an Menge zeigt.
Die Frage, ob die im Frühling und im Herbst laichenden Häringe
Rassen oder selbstständige Arten bilden, kann nicht durch ihre Bio-
logie entschieden werden, die sich als wesentlich übereinstimmend
gezeigt hat, wenn sie beide als Zugfische auftreten. Nordisk Tids-
skrift for Fiskeri 1876 p. 1.
In der Zeitschrift ,,Nature'' XIV. p. 352 wird erwähnt, dass
die Häringe eine niedrige Temperatur lieben, wie die Meteorological
Society of Scotland ermittelt hat. Daher gehen sie bei warmem
Wetter mehr in die Tiefe, und es werden dann weniger gefangen.
Nach fortgesetzten Beobachtungen, so meint dieser Artikel, möchte
man befähigt sein, die Häringsfischerei einträglicher zu betreiben.
Kupffer sprach, Schriften des Vereins für Schleswig-Holstein
II. p. 209, über die Häringsfischerei in der Schlei. Anfang Juni
fanden sich in der oberen Schlei geschlechtsreife Häringe. Die Eier
fallen im Wasser zu Boden und kleben fest. Die jungen Thierchen
von 11 Mm. Länge hatten ausser der Brustflosse nur eine Rücken
und Bauch umziehende continuirliche Saumflosse.
Bach hat einen Aufsatz über den Häring geliefert. Studien
und Lesefrüchte aus dem Buche der Natur IV. p. 18—41.
Max Weber ergänzte die Beobachtutigen Barfurths über die
Nahrung von Alausa vulgaris. Archiv für Naturgesch. p. 169.
Pristigastcr (Odontognathus) panamaisis Steindachner Wiener
Sitzungsber. 74 Juli von Panama.
Chatoessus breviceps Peters Berliner Monatsber. p. 848 von
Neu-Hannover.
während des Jahres 1876. 155
Engraulis panamensis Steindachner Wiener Sitzungsber. 72
p. 589 von Panama.
Muraenoidei- Dareste beschäftigt sich mit den Fischen der
Gattung Muraena L,, welche nach seiner Ansicht eine eigene Ord-
nung bilden müssen, in welche die Familie Anguillidae, Muraenidae
und Symbranchidae gehören. Yorläufig publicirt er das Resultat seiner
Untersuchungen, soweit es in die Gattung Anguilla fällt. Liune kannte
nur eine Art, Kaup unterschied 44, Günther reducirte sie auf 23.
Unser Verf. glaubt nur 4 Arten anerkennen zu dürfen, nämlich A.
vulgaris, marmorata, megalostoma und mowa. In einem zweiten
Abschnitt werden die Gattungen Anguilla, Conger, Myrus. Murae-
nesox und Nettostoma unterschieden, und von Conger die vier Arten
C. vulgaris, balearicus, mystax und acutidens beschrieben. Die Arten
der übrigen Gattungen werden nur aufgezählt. Archives de Zoologie
experimentale IV. p. 215 — 232.
Melsheimer theilte seine Beobachtungen über die Aale mit.
Ihre Nahrung besteht vorzugsweise aus Gamraarus pulex, Astacus
fluviatilis, kleineren Fischen und Regenwürmern. Sie gehen nicht
freiwillig aufs Land. Sie steigen in die Flüsse im März und April,
gehen zurück Ende August und September. Die Laichzeit steht in
Beziehung zu ihrem Abwärts wandern. Verhandl. des naturh. Ver-
eins der preuss. Rheinlande und Westfalens 1876, Correspondenz-
blatt p. 84.
Franz Schmidt erzählt einige Fälle, wo Aale ausserhalb des
Wassers angetroffen wurden, namentlich einen, wo die Fundstätte
ein hohler Baum war. Archiv des Vereins in Mecklenburg. 30.
p. 267.
Muraena panamensis Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
von Panama. — M. longieauda Peters Berliner Monatsber. p. 850
aus dem atlantischen Ocean.
Gymnothorax umhrosus und polygonius Poey Annais Lyceum
New York XL p. 67 pl. 9, 10 von Cuba.
Neoconger perlongus Poey Annais Lyceum. New York XL p. 67
pl. 9 Fig. 3—4 von Cuba.
MuraenicJithys hreviceps Günther Annais nat. bist. 17 p. 401
von Tasmania.
Ophiclithys {Sphagebranchiis) anguiformis Peters Berliner Mo-
natsber. p. 849 aus dem atlantischen Ocean.
Pleetognatlii.
Gymnodontes. Tetrodon FürtliU Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 74 Juli von Panama.
Chilomycterus orbitosus Poey Annais Lyceum New York XL
p. 69 von Cuba.
156 Troschcl: Bericht üb. d, Leistungen in d. Ichthyologie
Sclerodermi. Jouan hält das Vorkommen eines kleinen Ostracion
in der Gesellschaft von Medusen, wie er es im Osten der Laquediven-
Inseln beobachtete, für einen Fall von Commensalismus. Mem. de
Cherbourg 19 p. 241.
Balistes polylepis Steindachner Wiener Sitzungsber. 74 Juli
aus der Magdalena-Bay an der Westküste Mexico's.
MonacantJms melcis von Tasmania und Dämelii von Sydney
Günther Annais nat bist. 17 p. 402. — M. cirrosus Kossmann und
Räuber 1. c. aus dem Rothen Meere.
liophobraiichii.
Syngnathoidei. Hippocampus planifrons Peters Berliner Monats-
ber. p. 651 von Nordwest-Australien.
Palaeichthyes.
Stöhr hat den Klappenapparat im Conus arteriosus der
Selachier und Ganoideu untersucht und beschrieben. Er fasst die
gewonnenen Resultate kurz in folgender Form zusammen: 1. Die als
besondere Klappenformeu beschriebenen Gebilde der hinteren Quer-
reihen im Conus der Selachier und Ganoiden sind in verschiedenen
Stadien der Rückbildung begriffene Taschenklappen. 2. Da die
meisten der hinteren Querreihen in Rückbildung bis zum vollstän-
digen Ausfall begriffen sind, kann nur die vorderste Querreihe, welche
stets vollkommene P'ormen aufweist, mit der einzigen der Teleostier
verglichen werden. 3. Die Zwischenklappen sind rudimentäre Glieder
ausfallender Längsreihen. 4. Der Uebergaug von dem mit vielen
Querreihen besetzten langen Conus der Selachier und Ganoiden, zu
der zwischen Ventrikel und Bulbus stehenden einzigen Querreihe der
Teleostier wird durch Amia vermittelt. Morphologisches Jahrbuch
n. p. 197-226 Taf. 12 u. 13.
Oaiioidei.
Dybowsky hielt einen Vortrag über die mit Lungen ver-
sehenen Fische. Er gab das Historische über die Gattungen Lepido-
siren; Protopterus und Ceratodus in kurzen Zügen. Sitzungsber. der
Dorpater Naturf. Ges. IV. p. 225.
Huxley konnte den Ceratodus Forsteri anatomisch unter-
suchen. In der Beschreibung des äusseren Baues konnte er der
Günther'schen Beschreibung im Allgemeinen wenig hinzufügen. Nur
die Lage der Naslöcher ist anders; die vorderen liegen auf der
Aussenfläche des Kopfes, aber freilich an der Unterseite der Schnauze.
Er vergleicht das Riechorgan mit den Selachiern; in Bezug auf die
Lage der äusseren Naslöcher stehen Cestracion und Scyllium zwischen
während des Jahres 1876. 157
Chimaera und Ceratodus. Von inneren Organen werden dann das
Gehirn, der Schädel und die Brustgliedmassen beschrieben. Schliess-
lich fügt Verf. Bemerkungen über die Classification der Fische hinzu,
und spricht die Meinung aus, dass es besser sei die Müller'schen
Dipnoi, Ganoidei, Teleostei, Plagiostomi und Chimaeroidei als gleich-
werthige Gruppen beizubehalten, als nach Günther's Vorschlage die
Teleostei den übrigen, als der gemeinschaftlichen Abtheilung Palae-
'icbthyes, gegenüber zu stellen. Die weitere Ausführung sehe man
in der Abhandlung selbst nach. Proc. zool. soc. p. 24; vergl. auch
Journal de Zoologie V. p. 446.
Dipnoi. Huxley untersuchte die Lage der vorderen Nasen-
löcher bei Lepidosiren annectens. Sie liegen äusseriich an der
Spitze des Kopfes, unmittelbar hinter dem vorderen Rande. Proc.
zool. soc. p. 180.
Ramsay berichtete über einige Ceratodi, welche sich lebend
in dem Museum zu Sydney in einem grossen Teich befinden. Ihre
Bewegungen werden aalähnlich geschildert, sie fressen Schnecken,
und Verf. zweifelt, dass sie ganz aus dem Wasser gehen, Proc. zool.
soc. p. 698.
Gervais erhielt von Francis de Castelnau die Nachricht, dass
im Fitzroy River in Süd-Australien ein Fisch lebe, der mit Ceratodus
verwandt sei. Er wird Neo ceratodus Blanchardi genanui. Comptes
rendus May 1876 p. 1034; Annais nat. bist. 17. p. 486. — Castelnau
beschreibt Journal de Zoologie V. p. 133 diesen Fisch. Die Gattung
ist von Ceratodus durch die Bezahnung verschieden, welche in ein-
fachen Knochenplatten besteht. Später ib. p. 342 erkennt Castelnau
diesen Fisch für ein schlecht entwickeltes Exemplar von Ceratodus
Forsteri an.
Selachii.
Viault hat eine grössere Arbeit über den histiologischen Bau
des centralen Nervensystems der Plagiostomen geliefert. Er kommt
zu der üeberzeugung, dass die Fische in den cerebralen Typus der
übrigen Wirbelthiere eintreten. Das Gehirn der Plagiostomen gleicht
in gewissen Beziehungen mehr dem Gehirn der Batrachier als dem
der Teleostier. Der Bulbus und das kleine Gehirn stehen unendlich
viel höher als die der Batrachier, das Mittelhirn und das vordere
scheinen dagegen ziemlich vergleichbar in beiden Gruppen. Archives
de Zoologie experimentale p. 441—528 und pl. 19—22.
Wilder machte Bemerkungen über die Entwickelung und die
Homologien der vorderen Hirnraasse bei Haifischen und Rochen.
Silliman Amer. Journal XII. p. 103.
Balfour, On the development of the spinal Nerves in Elasmo-
branch fishes. Philosophical Transactions of the Royal Soc. of
London Vol. 166 Part. I p. 175—195 pl. 16—18.
158 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Parker theilte die Resultate seiner Untersuchungen über Bau
und Eutwickehing des Schädels der Haifische und Rochen mit,
worüber eine Abhandlung in den Transactions zool. soc. erscheinen
soll. Er wählte zu seinen Untersuchungen Scyllium canicula, Raja
maculata, Raja clavata und eine Art Pristiurus. Proc. zool. soc.
p. 699.
Balfour, On the developraent of Elasmobranch Fishes. Er
stellt hier seine Beobachtungen zusammen, die er schon in einigen
früheren Abhandlungen veröffentlicht hatte. Sie beziehen sich auf
das reife Eierstocksei und die P'urchung. Humphry and Turner
Journal of anatomy and physiology X. p. 377. pl. 15, 16.
Schenk, Die Kiemenfäden der Knorpelfische während der
Entwickelung. Wiener Sitzungsber. Bd. 71, III. p. 227.
Squaii. CarchaHas {Aprionoäon) Munzingeri Kossmann und
Räuber 1. c. aus dem Rothen Meere.
Perceval Wright theilte mit, dass Selache maxima häufig
am westlichen Theile der britischen Inseln vorkommt, und eine
Länge von 40 Fuss erlangt. Die Figur von Steenstrup von den
langen Dornen der Kiemenbogen ist hier wiederholt und eine Original-
zeichnung eines Kieraenbogens hinzugefügt. Nature XIV. p. 313.
Er sagt, diese Anhänge seien aus einer fischbeinähnlichen Substanz.
Dem widerspricht A lim an ib. p. 368.
Auch Paul Gervais und Henri Gervais berichten über
ein bei Concarneau gefangenes Exemplar des Squalus maximus
(Cetorhiuus maximus) von 3,65 Meter Länge, das 250 Kilogramm
wog. Die Beschreibung ist von drei Tafeln mit Abbildungen er-
läutert. Journal de Zoologie V. p. 319—329.
Rajae. Malm hat einen Beitrag zur Entwickelungsgeschichte
der Rochen geliefert. Er hat sich überzeugt, dass das Junge erst
aus dem Ei ausschlüpft, nachdem es vom Weibchen abgelegt ist.
Ueber Raja clavata stellt er folgende drei Sätze auf: 1. Die Brust-
flossen sprossen bei der Entwickelung des Embryo über den fünf
hinteren Kiemeuöfi'nungen hervor und, bei der gleichzeitigen Biegung
der Schnauze nach oben, unter der ersten oder vordersten Kiemen-
öfihung, welche dadurch aussen seine Lage an der Oberseite des
Kopfes hat, ohne damit in nennenswerthem Grade seine Lage zum
Rachen zu verändern. Da diese Kiemenöffnung bei den erwachsenen
Fischen mit einer Reihe von Kiemenblättern versehen ist, fährt sie
fort, ihre Function als Respirationsorgan zu behalten, und ist mit
den übrigen Kiemen homolog ; daher ist der Name Spiraculum oder
Spritzloch überflüssig. 2. Die Lage der Hautflossenlappen am Rücken
bei dem Embryo von Raja clavata scheint anzudeuten, dass diese
resorbirt werden, und dass bei fortschreitender Entwickelung die
bleibende Rückenflosse in der Nähe der Schwanzspitze in der dort
liegenden Hautflosse angelegt wird. 3. Da der Roche im in Rede
während des Jahres 1876. 159
stehenden Entwickelungs Stadium im höchsten Grade das Gepräge
eines Haies hat, z. B. eines Hexauchus, und folglich das Stadium
dieser Thierformen durchläuft, ehe er schliesslich eine typische Raja
wird, müssen wohl die Raja als die höchst entwickelten Plagiostomen
angesehen werden, was auch durch die paläontologischen Forschungen
bestätigt zu werden scheint. Darauf wiad ein fast vollständig aus-
gebildeter Embryo von Rhinobatus beschrieben, der noch zwei Centi-
meter vom Nabelstrange besass, woraus Verf. schliesst, dass er aus
dem Ei genommen sei. Öfversigt kongl. Yetensk. Akad. Förhand-
lingar 1876 no. 3 p. 91.
Baja Eatonii Günther Annais nat. hist. 17 p. 390 von Ker-
guelens Land.
Holocephala. Hubrecht lieferte einen Beitrag zur Kenntniss
des Kopfskeletes der Holocephalen. Er untersuchte Callorhynchus
antarcticus und Chimaera monstrosa. Niederländisches Archiv für
Zoologie HI. p 255—276. Taf. 17.
Hartmann über den äusseren Habitus und den inneren Bau
der Chimaera monstrosa. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu
Berlin p. 83.
Cyclostomi.
Hyperoartia. Huxley, On the nature of the craniofacial
apparatus of Petromyzon. Er kommt zu dem Resultat, dass dieser
Apparat der Lampreten auf denselben Typus zurückgeführt werden
kann, wie der der höheren Vertebraten, vermittelst der Zwischen-
formen der Kaulpadden. In dem Bau und der Thätigkeit der Zunge
der Marsipobranchier sieht er eine besondere Aehnlichkeit mit der
Radula der Mollusken. Humphry and Turner Journal of anat. and
phys. X. p. 412. pl. 18.
Fritz Mayer über die Nieren der Flussneunaugen (Petro-
myzon fluviatilis). Centralblatt f. d. med. Wissensch. 1876 No. 2,
Hyperotreta. Hartmann über Myxine glutinosa, die er auf
Gäsö beobachtete. Er hebt hervor, dass das Thier in kurzer Zeit
eine Menge Schleim von sich giebt, woraus es eine Art Nest spinnt.
Sitzungsber. Ges. Naturf. Freunde p. 166.
lieptocardii.
Langerhans hat sich mit der anatomischen Untersuchung
des Araphioxus lanceolatus beschäftigt. Von der Bearbeitung des
Skeletsystemes hat er Abstand genommen; die übrigen Systeme
wurden genauer untersucht. Diese Untersuchungen lehren zwar
überall sehr einfache Verhältnisse kennen, sind aber doch nur ge-
eignet, die Wirbelthiernatur des Amphioxus zu unterstützen. Dahin
rechnet Verf, vor allem die Existenz des Bulbus olfactorius. die
Ueberoinstimmung im Bau der Riechgrube mit den höheren Verte-
160 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie etc.
braten; auch stimmt die Entwickelung der Geschlechtsdrüsen in
ihrem feineren Verhalten gut überein mit der der höheren Wirbel-
thiere. Was die Segmentalorgane anlangt, deren Fehlen Semper
benutzt hat, um Amphioxus von der Stellung bei den Wirbelthieren
zu entfernen, so meint Verf., es werde sich eine Homologisirung
derselben mit der ersten Anlage der Geschlechtsdrüsen nicht ver-
meiden lassen; dass die Function eine so differente sei, könne die
morphologische üebereinstimmung nicht beeinträchtigen. Archiv
für mikrosk. Anatomie XII. p. 290—342 mit Tafel 12 bis 15.
Etwas anders drückt sich Rolph aus, der seine Untersuchungen
über den Bau des Amphioxus lanceolatus (vergl. vor. Bericht p. 84)
in Gegenbaur's Morphologischem Jahrbuch II p. 87 bekannt gemacht
hat. Er glaubt nachgewiesen zu haben, dass Amphioxus seiner Ge-
sammt-Organisation nach vollkommen in den Typus der Wirbelthiere
hineinpasst, dass er ein Mittelglied zwischen Ascidien und Verte-
braten bildet. Durch den Nachweis, dass der als Leibeshöhle auf-
gefasste Raum eine umfangreiche Kiemenhöhle ist, wird eine Kluft
überbrückt, die den Amphioxus sowohl von den Vertebraten als den
Ascidien trennte. Durch Nachweis dieses Bindegliedes werden die
Tunicaten auch anatomisch den Vertebraten näher gerückt und
namentlich mit Amphioxus in so nahe Verwandtschaft gebracht, dass
ich mich, so sagt Verf., der neuerdings aufgestellten Zusammen-
fassung der letzteren Thiere als Protochordonier gegenüber den
Craniota als Chordonier anschliessen zu müssen glaube.
Peters erkannte eine neue Gattung Epigonichthys, nahe
verwandt mit Branchiostoma: Pinna dorsalis radiata alta, caudalis
analisque nullae; apertura analis mediana. E. ciütellus aus Australien,
Moreton Bai. Berliner Monatsber. p. 322; Journal de Zoologie V.
p. 348.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Mollusken während des Jahres 1876.
Von
Troschel.
Küster's Ausgabe des Systematischen Conchylien-
Cabinets von Martini und Chemnitz wurde im Jahre
1876 von der 245. bis zur 256. Lieferung fortgesetzt, hat
also einen Zuwachs von 12 Lieferungen erhalten. Nach
dem Tode Küsters haben Kobelt und Weinkauff die
Herausgabe übernommen und so ist die Weiterftihrung ge-
sichert und in den besten Händen. In den im Jahr 1876
erschienenen Lieferungen sind Fortsetzungen den Gattungen
Turbinella, Anodonta, Melania, Pleurotoma, Triton und
Oliva gewidmet. Wir kommen unten noch auf die einzelnen
zurück.
Von L. Pfeiffer 's Novitates conchologicae, Abbildung
und Beschreibung neuer Conchylien erschienen im Jahre
1876 zwei Doppellieferungen, 48 bis 51. Die erste schliesst
den 4. Band dieses Werkes und enthält Bulimus asperatus
Albers, Stenogyra Wallisi Mouss., Spiraxis incerta Mouss.,
Helix triscalpta, tectum sinense, angusticollis, Richthofeni,
kiangsinensis sämmtlich von Martens, Cristaria megadesma
Martens, Modiola lacustris Martens, Paludina (Melantho)
auriculata Martens, Unio Richthoteni Mart., U. retortus
Mart., Anodonta gibba Benson, Perideris torrida Gould,
Archiv t. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. L<
162 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
interstincta Gould, mucida Gould, auripigmentum Reeve,
Bulimulus Stelzneri Dohrn, Buliminus pallens JoDas. — In
der zweiten Doppellieferuiig, welche den Anfang des fünften
Bandes bildet, ist die frühere Einrichtung, dass der Text
in deutscher und französischer Sprache abgefasst war, auf-
gegeben. Den grössten Theil derselben nimmt eine Arbeit
über die Bulimus- Arten aus der Gruppe Borus von E. v.
Martens ein, auf die ich unten zurückkomme. Ausserdem
sind beschrieben und abgebildet Streptaxis Monroviana Rang,
Macroceramus Johannis Pfr., Helix Haughtoni und Helix
indecorata Gould; sowie Helix Febigeri Bland und Helix
Massoni Behn, für welche der Text noch fehlt.
Das Kien er 'sehe Conchylienwerk „Species general
et Iconographie des Coquilles Vivantes, publiees par Mono-
graphies, comprenant la collection du Museum d'histoire
naturelle de Paris, la collection Lamarck, celle de Mr. le
baron Delessert et les decouvertes recentes des voyageurs",
welches seit dem Tode Kieners eine lange Unterbrechung
erfahren hatte, wird nunmehr von P. Fischer fortgesetzt.
Bereits im Jahre 1875 erschienen die Lieferungen 139 und
140, welche die Gattung Turbo L. mit 81 Arten behandeln.
Ferner 1875 bis 1876 die Lieferungen 141— -149, welche
den Text der Gattung Trochus (in sehr weitem Sinne auf-
gefasst) enthalten. Wir kommen unten darauf zurück. Verf.
hat einen grösseren Werth auf die Ausarbeitung des Textes
gelegt, indem er die Synonymie vollständiger giebt, auch
dem geographischen Vorkommen mehr Aufmerksamkeit
widmet. Verf. hofft nach Vollendung der von Kiener an-
gefangenen Monographien auch die nicht edirten Mono-
graphien mariner Conchylien liefern zu können, wenn die
Gunst des Publicums es ihm möglich macht.
Von Rossmässler's Iconographie der Europäischen
Land- und Süsswasser-Mollusken, fortgesetzt von Kobelt,
erschienen während des Jahres 1877 die 2. bis 6. Lieferung
in zwei Mappen. Dieselben bringen zahlreiche Helix- und
Zonites-Arten und deren Varietäten aus verschiedenen
Gruppen auf 20 Tafeln, ferner 4 Tafeln mit Unio und 1
Tafel Anodonta. Damit ist der vierte Band des Werkes
beendigt.
der Mollusken während des Jahres 1876. 163
Bereits seit einigen Jahren erscheint eine neue der
Conchyliologie gewidmete Zeitschrift: The quarterly Journal
of Conchologie, condncted by Nelson and Taylor. Da-
von erschienen 1874 drei Hefte, 1875 vier Hefte, 1876 zwei
Hefte, sämmtlich noch zum 1. Bande gehörig. Wir holen
unten am entsprechenden Orte die nähere Bezeichnung des
Inhaltes nach.
H. V. Jhering hat in einer vorläufigen Mittheilung,
als Vorläufer einer grösseren Arbeit, seine Ansichten über
ein natürliches System der Mollusken dargelegt. Jahrbücher
d. Malak. Ges. III. p. 97 — 148. Verf. geht davon aus, dass
eine wirklich wissenschaftliche vergleichende Anatomie der
Mollusken noch nicht existirt, und dass er sich zur Aufgabe
gesetzt, eine solche zu schaffen. Er sucht dann zuerst nach-
zuweisen, dass physiologische Merkmale, namentlich die
Athmungsorgane, ferner der Aufenthalt im Salzwasser oder
Süsswasser u. s. w. für die Systematik werthlos seien. Er ent-
wickelt dann weiter, dass nach dem Prinzipe, für die
grösseren Abtheilungen müssen die Merkmale den wich-
tigsten Organen entnommen werden, nicht den Geschlechts-
organen, sondern dem Nervensystem der erste Rang gebühre.
Dem kann man im Allgemeinen gewiss zustimmen ; es fragt
sich nur, was man unter den grösseren Abtheilungen ver-
steht, und — wie man das Nervensystem ansieht. Man
kann unzweifelhaft aus dem Nervensystem sehr Verschie-
denes herauslesen. Demnächst wird der Schale und der
Radula die meiste Bedeutung zugestanden. Dass Verf. gegen
manche Gruppen, die aus der Betrachtung der Radula ge-
wonnen wurden, Einwendungen zu machen hat, ist mir
nicht auffallend. Ich möchte bei dieser Gelegenheit nur
bemerken, dass ich bei meinen Untersuchungen nie der
Meinung gewesen bin, dass die Radula das erste und un-
umstössliche Merkmal abgeben solle, sondern ich hatte die
Absicht, ein möglichst grosses Material zusammenzubringen,
welches dann zur Begründung eines natürlichen Systemes
zu verwerthen wäre. Ich fühlte wohl, dass es mir nicht
gelingen könnte, die ganze Anatomie sämmtlicher Gastro-
poden durchzuarbeiten; um so mehr als ich die Forderung,
man sollte zu einem natürlichen Systeme sämmtliche Organe
Iü4 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
in Rechnung bringen, für eine unausführbare halte, deshalb,
weil man ungleichartige Grössen nicht addiren kann. Ich
finde auch, dass alle sogenannten natürlichen Systeme auf
künstlichen Merkmalen basirt sind, und es sein müssen,
wenn man die Gruppen soll unterscheiden können. Wenn
Verf. mir nicht beistimmen will, dass ich danach trachte,
den einzelnen Abtheilungen eine möglichst scharfe Ab-
grenzung zu geben, so muss ich bekennen, dass es mir als
Systematiker überall auf scharfe Grenzen und Diagnosen
ganz besonders ankommt, und dass leider in neueren
Schriften solche nur zu oft vermisst werden. — Zu welchen
Resultaten Verf. durch seine Untersuchungen gekommen ist,
mag aus dem von ihm aufgestellten System ersichtlich wer-
den. Zunächst bildet er aus den Chitoniden ein eigenes
Phylum der Würmer, Amphineura, mit den Klassen Aplaco-
phora, wohin Chaetoderma Lov. und Neomenia TuUb. als
zwei Familien, und Flacophora mit der Familie Chito-
nidae gehören. Unter den Mollusca unterscheidet er dann
4 Phylen: 1. Acephala Cuv. (Lamellibranchiata Blv.), 2.
Solenoconchae Duth. (Scaphopoda Bronn), 3. Arthrocochli-
des Jher. (Prosobranchia Edw. p.), 4. Platycochlides Jher.
Die beiden letzteren Phylen sind nun die einzigen, auf deren
Eintheilung weiter eingegangen wird, und deren Hauptzüge
wir hier mittheilen.
Arthrocochlides. Thier von seitlichen Hautduplica-
turen, dem Mantel, umgeben, der eine napfförmige oder
spiralige Schale absondert, an welche das Thier durch den
Spindelmuskel befestigt ist; Kopf und Gehörorgane vor-
handen; hinter dem Kopfe die Kiemenhöhle, in der nur
selten die Kiemen fehlen, und in welche Enddarm, Niere
und Uterus sich öffnen; in der Regel 2 Kiemen, von denen
häufig eine, seltener beide rudimentär; die Kiemenvenen
münden vorne ins Herz ein; Mund an der Spitze einer
Schnauze oder eines einstülpbaren Rüssels ; Mundmasse fast
immer mit Radula; Kriechfuss breit, oft mit Operculum;
am Centralnervensystem sind Cerebral-, Pedal-, Commissural-
und Visceralganglien vorhanden, welche mit ihren Com-
missuren einen vorderen und hinteren Schlundring bilden;
die Arteria pedalis tritt nie zwischen letzteren beiden hin-
der Mollusken während des Jahres 1876. 165
durch; Geschlechter meist getrennt; Penis, wenn vorhanden,
ein solider Fortsatz, auf oder in den sich das Vas deferens
als Rinne oder als geschlossenes Gefäss fortsetzt; Larven
mit Velum und Embryonalschale.
1. Klasse. Chiastoneura Jher. Das Visceralnerven-
system ist asymmetrisch, bildet eine doppelte Schiinge ; nie-
mals eine Proboscis oder ein Sipho. 1. Ordn. Zeugo-
hranchia Jher. Jederseits eine zweifiedrige Kieme, deren
Spitze frei ist, Herz vom Mastdarm durchbohrt, hat 2 seit-
lich ansitzende Vorhöfe, kein Penis, Otoconien, Mantelrand
vorne tief gespalten, daher die Schale mit Löchern oder
mit einem Schlitze. Gebiss rhipidogloss. Fam. Fissurellidae,
Haliotidae, Pleurotomaridae. 2. Ordn. Änisohranchia
Jher. Primäre linke Kieme rudimentär, primäre rechte stark
entwickelt; meist schon links gelegen, bei einigen (Trochoi-
den) ist noch das Herz vom Mastdarm durchbohrt, a. Patel-
loidea Jher. (Docoglossa p.) Schale napfförmig, ohne Deckel,
Zähne balkenförmig, Kiemenhöhle mit einer zweifiedrigen
Cervicalkieme oder ohne solche, ausserdem noch bei vielen
eine kranzförmige Epipodialkieme, kein Penis, Otoconien.
Fam. Tecturidae, Patellidae, Lepetidae. b. Bhipidoglossa
Jher. (Trosch. p.) Schale spiralig, Gebiss rhipidogloss, kein
Penis, Otoconien, Fam. Trochidae. c. Taenioglossa Jher.
(Trosch. p.) Schale spiralig oder röhrenförmig, mit Oper-
culum, Gebiss taenioglosS; Penis meist vorhanden, Otoconien
oder Otolith. Fam. Littorinidae, Rissoellidae, Rissoidae,
Cyclostomacea, Cyclotacea, Pomatiacea, Aciculidae, Paludi-
nidae, Melaniidae, Tubulibranchia, Turritellidae, Pyrami-
dellidae.
2. Klasse. Orthoneura Jher. Das Visceralnerven-
system bildet eine einfache Schlinge, Herz ausser bei den
Neritaceen nicht vom Mastdarm durchbohrt und nur mit
einem Vorhofe versehen. Schale ausser den Capuloideen
immer spiralig, meist mit Deckel. 1. Ordn. Rostrifera
Jher. Mund an der Spitze einer einfachen oder von der
Spitze einsttilpbaren Schnauze, meist kein Sipho. a. Bhipi-
doglossa. Nur eine zweifiedrige Kieme vorhanden, die rechte
oder beide verkümmert, Herz vom Mastdarm durchbohrt,
mit 2 seitlichen Vorhöfen, Otoconien, meist kein Penis,
166 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Gebiss rhipidogloss. Farn. Neritacea, Helicinacea, Proser-
pinacea. b. Ptenoglossa. Nur eine einfiedrige Kieme, Ge-
biss ptenogloss, kein Penis, Otoconien. Janthinidae, Sola-
riidae, Sealariidae. c. Tamioglossa Farn. AmpuUariacea,
Valvatidae, Capuloidea, Phoridae, Sigaretina, Marseniadae,
Cypraeidae, Cerithiacea, Alata, Aporrhaidae. 2. Ordn. Fro-
boscidifera Jher. Langer von der Basis einziehbarer
Rüssel, Penis vorhanden, Otolith, Sipho. a. Taenioglossa,
Fam. Velutinidae, Sycotypidae, Doliidae, Cassidea, Trito-
niida«, Ranellacea. b. Toxoglossa, Fam. Pleurotomacea,
Cancellariidae, Terebridae, Conoidea. c. Bhachiglossa^ Fam.
Volutidae, Harpidae, Olividae, Mitridae, Strigatellacea,
Fasciolariidae, Columbellidae, Buccinidae, Nassacea, Pur-
puracea, Muricidae. 3. Ordn. Heteropoda.
Platycochlides Jher. Weiche ungegliederte, meist mit
einem Fusse kriechende oder schwimmende Thiere, oft mit
Schale, stets mit After und entwickeltem Getässsysteme; Mund-
masse fast immer mit Radula und Kiefern ; Kopf fast immer
deutlich differenzirt ; Gehörorgane vorhanden ; das Central-
nervensystem besteht nur bei denProtocochliden aus einer ein-
fachen Ganglienmasse mit einfacher Schlundcommissur, bei
den andern aus Cerebral-, Pedal- und Visceralganglien; wo
das Visceralnervensystem völlig gesondert ist und unter dem
Schlünde liegt, tritt die Arteria pedalis zwischen ihm und den
Pedalgauglien hindurch; Buccalganglien und damit zusammen-
hängendes Darmnervensystem ohne Ausnahme vorhanden;
mit Ausnahme der Cephalopoden sind alle Zwitter, an deren
Geschlechtsapparat Zwitterdrüse, Eiweissdrüse und Recep-
taculum seminis überall vorhanden; der Penis ist nie ein
solider Körperanhang, sondern ein im Innern des Körpers
gelegener ausstülpbarer Schlauch, der entweder das Ende
des Vas deferens ist, oder ein mit diesem durch eine
Flimmerrinne verbundener Blindsack; Larven meist mit
gedeckelter Schale und mit Velum.
1. Klasse. Ichnopoda Jher. Breite Sohle, am Kopfe
Augen und Tentakel, athmen durch die ganze Körperober-
fläche, durch Kiemen oder durch Lungen; Kiemenhöhle
dorsal mit Eingang am Nacken, nie mehr als eine Kieme,
äussere Gcnitalöifnungen an der Seite des Körpers. L Ordn.
der Mollusken während des Jahres 1876. 167
Frotocochlides 3hQY. Farn. Rhodopidae, Tethydae, Meli-
bidae. 2. Ordn. Fhanerohranchia Jher. Fam. Tritoniadae,
Scyllaeidae, Dendronotidae, Bornellidae, Heroidae, Dotonidae,
Aeolidiadae, Phyllirroidae, Dorididae, Onchidorididae, Trio-
pidae, Corambidae, Doriopsidae^ Pbyllidiadae, Pleurophylli-
diadae. 3. Ordn. Sacoglossa. Fam. Limapontiadae, Ely-
siadae, Pbyllobranchidae, Placobrancbidae , Hermaeadae,
Lophoceroidae. 4. Ordn. Steganobranchia Jber. (Tecti-
branchia Cuv. p.) Fam. Runcinidae, Siphonariidae, Pleuro-
branchidae, Aplysiidae, Philinidae, Bullidae, Cylichnidae,
Aplustridae, Actaeonidae. 5. Ordn. JBranchiopneusta
Jher. (Piilmonata basommatophora Schmidt) Amphiboiidae,
Gadiniidae, Limnaeidae, Auriculacea. 6. Ordn. Nephro-
pneusta (Pulmonata stylommatophora Schmidt).
2. Klasse. Pteropoda.
3. Klasse. Cephalopoda.
Wenn in diesem neuen Systeme Verf. darauf einen
besonderen Werth legt, ob das Visceralnervensystem eine
doppelte oder eine einfeche Schlinge bildet, wie man es
wohl kurz ausdrücken kann, und in Folge dessen die
Rhipidoglossen und Taenioglossen zerlegt, so muss das doch
Anstand erregen, zumal doch auch andere wichtige und
auffallende Charaktere hinzutreten, die sehr zu Gunsten der
Vereinigung sprechen, als da sind die Durchbohrung des
Herzens durch den Mastdarm, die zweifiedrige am Ende
freie Kieme, wenn nicht Luft geathmet wird, der Mangel
eines Sipho. Das eine Merkmal an einem untergeordneten
Theile des Nervensystems soll gegen alle übrigen Charak-
tere entscheiden und ich meine, dadurch werde das System
ein künstliches. Aehnlich verhält es sich mit den Taenio-
glossen u. s. w. Dass Chiton kein Mollusk mehr sein soll,
wird auch gewiss nicht allgemeine Anerkennung finden.
Immerhin sind die Untersuchungen des Verf mit Dank
aufzunehmen.
Inzwischen ist denn auch das grössere Werk des Verf.
über den vorstehenden Gegenstand: „Vergleichende Ana-
tomie des Nervensystems und Phylogenie der Mollusken,
Leipzig 1877" in voller Ausführlichkeit erschienen. Der
soeben gegebene Auszug aus dem Vorläufer wird uns über-
168 Troscbel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
heben nochmals näher auf die Resultate des Verf. einzu-
gehen. Das Werk ist schön ausgestattet und enthält auf
acht Tafeln die klare Darstellung des Nervensystems zahl-
reicher Gattungen aus den verschiedenen Gruppen, auf
deren genaue Richtigkeit man zweifelsohne wird vertrauen
dürfen.
Giard spricht sich in einer Arbeit „Les faux prin-
cipes biologiques et leurs consequences en taxonomie*,
welche in der Zeitschrift La revue scientifique de la France
1876 No. 37 und 38 erschienen ist, gegen die rein ana-
tomischen Classificationen (Cuvier), gegen die auf die Mor-
phologie der Erwachsenen begründeten (Lacaze-Duthiers),
sowie gegen die embryogenisch sein sollenden (Semper),
sowie auch gegen die rein objectiv genannten (Huxley) aus,
und bringt dann seine eigenen systematischen Ansichten
vor. Davon gehört nur das in unsern Bericht, was sich
auf die Mollusken bezieht. Er erkennt den Molluskentypus
nicht an, er sei nur eine unwesentliche Modification des
Anneliden-Typus; und die alte Gruppe der Anneliden be-
stehe aus den heterogensten Bestandtheilen, sei eine ganz
künstliche Abtheilung. Er beruft sich beispielsweise auf
die völlige Uebereinstimmung der ersten embryonalen Sta-
dien, und das allgemeine Vorhandensein des Stadiums
Trochosphaera bei den Mollusken, den polychäten Anneli-
den, den Rotiferen, den Brachiopoden und den Bryozoen.
Den Einwand, dass die Embryogenie der Oligochäten, der
Hirudineen, derCephalopoden, der Nematoden von den vorher
genannten sehr abweiche, will er dadurch beseitigen, dass diese
Gruppen mit jenen durch eine Reihe benachbarter Formen so
innig verbunden sind, dass man sie als die äussersten Enden
dieser Reihen ansehen müsse. Die Tunicaten entfernt er
von den Mollusken ganz, sie führen eben zu den Vertebraten
hin. Der Stammbaum, aus der Gastraea entspringend, ist
ziemlich complicirt.
Brooks erörterte die Frage über die Verwandtschaft
der Mollusken und Molluskoiden. Er fand durch Unter-
suchung der Entwickelung mehrerer Gasteropoden, dass
die Gasteropoden, obgleich sie mehr specialisirt und höher
entwickelt sind als die Lamellibranchier, viel enger mit
der Mollusken während des Jahres 1876. 169
dem embryonalen Typus übereinstimmen als dieselben Organe
in einem erwachsenen Lamellibranchier. Die letztere Gruppe
müsse daher als ein Seitenzweig des Hauptstammes be-
trachtet werden, von dem die Gasteropoden eine mehr
directe Fortsetzung sind. Verf. geht die embryonalen Zu-
stände der verschiedenen Abtheilungen der Mollusken durch.
Die meisten Gasteropoden haben einen Larvenzustand mit
einem Segel (Veliger), welches freilich bei den Pulmonaten,
namentlich bei den Landschnecken gänzlich zu fehlen scheint;
die Scaphopoden durchlaufen ein Veliger-Stadium ; von den
Lamellibranchiern ist es nicht recht ausgemacht, ob sie ein
Veliger-Stadium haben oder nicht; die thecosomen Ptero-
poden haben es ; bei den Cephalopoden ist keine Spur da-
von. Er nimmt an, dass alle Mollusken auf eine frei
schwimmende Ahnen-Form zurückgeführt werden können,
von welcher der Veliger der Repräsentant ist; wo dieser
zu fehlen scheint, sind wenigstens Rudimente vorhanden,
wie bei Anodonta und den Pulmonaten. Zwischen diesem
Veliger und einem Polyzoon erkennt er nun eine grosse
Aehnlichkeit, nicht bloss im allgemeinen Plan, sondern auch
im detail. Er führt deshalb den Veliger auf eine Polyzoen-
Form zurück, und findet es angezeigt, dass der gemeinsame
Ahnentypus der Mollusken nicht ein wirkliches Polyzoon,
sondern nur eine polyzoonähnliche Form gewesen sei. Den
älteren Versuch, die Mollusken und Polyzoen mittels der
Lamellibranchier zu verbinden, erklärt Verf. für so incorrect,
dass, geleitet durch die unzweifelhafte Verwandtschaft der
Polyzoen und Brachiopoden mit den Würmern, viele Zoologen
geneigt sind, diese unteren Formen von den eigentlichen
Mollusken zu trennen. Morse stellt die Brachiopoden zu
den Würmern, aber seine Untersuchungen zeigen auch die
enge Verwandtschaft der Brachiopoden mit den Polyzoen,
und so sind sie durch den Veliger mit den echten Mollusken
verbunden. Somit wäre diese Klasse ein Verbindungsglied
zwischen Mollusken und Würmern, und eine scharfe Grenze
existirte nicht. Den Stammbaum, welchen nun Verf zufügt,
möge man in der Abhandlung selbst nachlesen! Proceed.
Boston Soc. 18 p. 225.
In dem neu gegründeten Quarterly Journal of Concho-
170 Troschel: Bericht üb. d Jieistungen in d. Naturgeschichte
logy I. p. 93 ist von Simpson unter der Ueberschrift
„Conchological Difficulties, or Species versus Varieties"
die Frage über Arten und Varietäten zur Sprache gebracht.
Darauf gehen dann Marsh all ib. p. 131 und Sherriff
Tye ib. p. 171 und Gloyne ib. p. 175 ein. Nach der
Natur der Sache konnte durch diese Discussion der Unter-
schied zwischen Art und Varietät nicht hinreichend be-
gründet und begrenzt werden. Gloyne stellt dem Begriff
der Varietät noch den der Monstrosität gegenüber.
Auch Clessin hat sich, Jahrbücher D. Malak. Ges.
III. p. 155, über die Frage geäussert: Was ist Art, was
Varietät? Er unterscheidet zunächst „climatische Abände-
rungen'^, die an den Verbreitungsgrenzen vorkommen können,
und „Standortsabänderungen", die sich im ganzen Ver-
breitungsgebiet zerstreut finden. Den Schalen wird eine
grössere Variabilität zugewiesen, als dem Thiere, daher
fordert Verf., dass die Species der Mollusken sich im
Wesentlichen auf das Thier gründen sollen, und jede neue
Art soll erst dann als sog. gute Species anerkannt werden,
wenn die Untersuchung des Thieres Unterschiede ergeben
hat. Zu einer Feststellung, was Species sei, kommt Verf.
nicht, ihm erscheint die Defiiiirung von Art und Varietät
noch verfrüht, weil es an Material zur Beurtheilung der
Frage fehle. Er meint der persönliche Tact werde immer
das Massgebende bleiben.
Otto Semper machte einige Mittheilungen über sein
Exemplar des Cataloges „Museum Boltenianum", von der
Ausgabe 1798, das mit Papier durchschossen ist, und Notizen
des Maklers Noodt über den Verkauf der Conchylien ent-
hält. Verhandl. Vereins für naturw. Unterhaltung zu Ham-
burg IL p. 121.
V. Martens zeigte ein altes Manuscript vor, welches
sehr wahrscheinlich der von Martini verfasste Catalog seiner
Conchyliensammlung ist. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 99.
Bilroth hat gründliche Untersuchungen über die
Sinneswerkzeuge unserer einheimischen Weichthiere ange-
stellt, in denen er zwar nicht alle Species, aber doch Arten
aus den Hauptgruppen zu den Objecten seiner Forschung
der Mollusken während des Jahres 1876. 171
gewählt hat. Er beschränkt sich auf Paludina vivipara
und impura, Neritina fluviatilis, Planorbis corneus, Limnaea
stagnalis und auricularia, Helix pomatia und hortensis,
Arion rufus, Anodonta und Cyclas. Die Untersuchungen
sind vornämlich histologischer Natur. Zunächst p. 240
werden die höheren Sinnesorgane, Auge und Ohr abge-
handelt, woraus hervorzuheben ist, dass Verf. auch bei den
Muscheln den Ursprung des Gehörnerven aus den oberen
Schlundganglien nachgewiesen hat; er trennt sich nahe dem
Fussga'nglion von der Commissur zwischen oberen und
Fussganglien ab, um sich zu dem Hörbläschen zu begeben.
Die niederen Sinne will Verf. lieber in solche unterscheiden,
deren Endorgane durch chemische Affection erregt wer-
den, und solche die mehr durch mechanische, physi-
kalische Eindrücke die Wahrnehmung vermitteln, als von
der Trennung in Tast-, Geruch- und Geschmacksinn aus-
zugehen. Er ist jedoch nach ausführlicher Erörterung
nicht abgeneigt, den Landschnecken einen Geruchssinn in
den Fühlern zuzusprechen, während derselbe bei den Wasser-
schnecken mindestens sehr abgeschwächt sei. Den Ge-
schmacksinn findet er in den Sinneszellen am Eingang in
den Mund, in dem Semper'schen Organe. Das Lacaze'sche
Organ, am Eingange in die Kiemenhöhle, sieht er auch für
ein Sinnesorgan an, und setzt seine specifische Function
darin, dass es das Thier von der Distanz von dem Wasser-
spiegel unterrichtet. Zeitschr. f. wiss. Zoologie Bd. 26.
p. 227—349.
H. V. J he ring schrieb als Habilitationsschrift eine
xibhandlung „Die Gehörwerkzeuge der Mollusken in ihrer
Bedeutung für das natürliche System derselben, Erlangen
1876". Er nimmt an, dass in den verschiedenen Gruppen
überall die niederst stehenden Familien mit Otoconien, die
höher organisirten mit Otolithen ausgerüstet sind, und er
sucht darzuthun, dass derselbe phylogenetische Prozess in
den verschiedensten Abtheilungen des Systemes sich voll-
ziehen kann, und also ein gleiches Organ nicht immer auf
Verwandtschaft schliessen lässt. Dass die Otocysten meist
in der Nähe der Fussganglien liegen, erklärt er dadurch,
dass die Mollusken allermeist nicht durch die Luft, sondern
172 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in cl. Naturgeschichte
durch die feste Unterlage Töne wahrnehmen, was er denn
auch durch ein sinnreiches Experiment erweist. Im zweiten
Kapitel folgt dann das Specielle über die einzelnen Gat-
tungen.
Lancaster über die Coincidenz von Blastopore und
Anus in Paludina vivipara. Quarterly Journal of micro-
scopical science XVL p. 377.
Bütschli glaubt sich überzeugt zu haben betreffs Lan-
kester's Behauptung, die Einstülpungsöffnung oder Gastrula-
mündung werde bei Paludina vivipara zum After. Er knüpft
daran einige vorläufige Bemerkungen. Zeitschr. wiss. Zoo-
logie 27 p. 518.
Lancaster, Remarks on the Shell-gland of Cyclas
and the Planula of Limnaeus. Quarterly Journal of micro-
scopical science XVI. p. 320. Erwiderung auf H. v. Jhering's
Aeusserungen.
Percz äusserte sich weiter über die Zeugung der
Zwitterschnecken (vergl. Bericht ü. d. J. 1874 p. 127).
Society des sc. de Bordeaux. Extr. des Proces-verbaux I.
p. XXIII.
Wood handelt in seinem Buche Strange dwellings ct.
p. 53 — 63 auch von den bohrenden Mollusken. Er erwähnt
Helix saxicava, Mya arenaria, Patella obgleich mit sehr
flachen Aushöhlungen, Pholus dactylus, Lithodomus caudi-
gera, Solen ensis, Teredo navalis.
Sutton sprach gleichfalls über bohrende Muscheln:
Pholus dactylus, Teredo navalis, Cardium edule, Solen ensis,
Nichts Neues. Quarterly Journal of Conchology I. p. 49.
Bland machte Bemerkungen über eine Anzahl Land-
mollusken, mit Beschreibung neuer Arten. Die letzteren
sind unten namhaft gemacht. Annais Lyceum New- York
XI. p. 72.
V. Märten s machte einige interessante geographische
Bemerkungen, die auf Conchylien Bezug haben. Nachrichts-
blatt p. 68.
Europa. Jeffreys hat die durch Eaton bei Spitz-
bergen gesammelten Mollusken bestimmt. Es sind 25 Arten,
nämlich 2 Pteropoden, 12 Gasteropoden, 10 Conchiferen und
1 Brachiopode. Annais nat. bist. 18 p. 499.
der Mollusken während des Jahres 1876. 173
Kobelt hat aus den Sammlungen, welche Verkrtizen
aus dem nördlichsten Theile Norwegens heimgebracht,
Veranlassung genommen, Beiträge zur arctischen Fauna zu
liefern. Er bespricht zunächst die Neptuneen der borealen
Zone, dann zwei Arten Buccinum, zwei Bela, Scalaria
Loveni Ad., Admete undatocostata Verkr., und Natica flava
Gould. Jahrbücher D. Malak. Ges. III. p. 61, 165 und 371.
Wir kommen unten auf einige dieser Punkte zurück.
lieber das Vorkommen von Mollusken in Jemtland
macht Olsson nur eine kurze Angabe nach Nyström.
Ofversigt Vetensk. Akad. Förhandlingar 1876. No. 3 p. 150.
Heb den verzeichnete die Land- und Stisswasser-
Conchylien der Umgegend von Wäkefield. Es sind 12
Muscheln und 60 Schnecken. Quarterly Journal of Concho-
logy I. p. 3.
Ashford lieferte ein Verzeichniss der Land- und Süss-
wasser-Mollusken aus der Umgebung von Ackworth, York-
shire. 10 Muscheln und 68 Schnecken. Ib. p. 19.
Ebenso Tutton von Northumberland und Durham.
8 Muscheln und 79 Schnecken. Ib. p. 22.
Tye nennt ib. p. 30 14 Landschnecken, 7 marine
Muscheln und 7 marine Schnecken vonTenby, Pembrokeshire.
Leslie sammelte 4 Muscheln und 50 Schnecken bei
Erith, Kent. Dann kommen 6 Arten in den Flüssen Cray
und Darent vor, 4 im Bereiche der Fluth, 4 nur in Wäldern
und auf uncultivirtem Lande, 3 nur auf dem Kalk bei
Dartford, 3 fanden sich nur in je einer Localität des
Districtes, die übrigen 34 haben ein allgemeines Vor-
kommen. Ib. p. 33.
Pidgeon zählte die Land- und Süsswasser-Mollusken
aus der Gegend von Banbury, Oxfordshire auf. Es sind
10 Muscheln und 57 Schnecken. Ib. p. 54.
Tye desgleichen von Birmingham und Nachbarschaft.
Von Grossbritanien sind 310 Arten und Varietäten bekannt,
nämlich 46 Arten und 91 Varietäten fluviatile und 78 Arten
und 95 Varietäten terrestre. Davon kommen in der vor-
liegenden Liste 38 Arten und 45 Varietäten fluviatile und
44 Arten und 24 Varietäten terrestre vor, also etwa 50 %.
Ib. p. 57 und 68.
174 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Simpson berichtet über die Schnecken von Cooper's
Hillj südwestlich von Cheltenham, wo er 31 Arten fand.
Ib. p. 65.
Lang don verzeichnet ib. p. 89 die marinen Mollusken
von Hastings, 52 Muscheln, 25 Schnecken und 3 Cephalo-
poden.
Hat eher sammelte bei Tresco Abbey auf den Scilly-
Inseln 18 Conchylien. Quarterly Journal of Conchology I.
p. 138.
Plant fügte seinem Verzeichniss der Mollusken der
Cymmeran-Bay, Anglesea 62 Arten hinzu, so dass es nun-
mehr 141 Arten enthält. Proceed. liter. and philos. Soc.
of Manchester XV. p. 50. Weiter vervollständigte er das-
selbe, indem er die Bestimmungen einiger Arten berichtigte
und 14 andere hinzufügte. Ib. p. 138.
Duprey hat ein Verzeichniss der Mollusken der Lit-
toralzone, der Süsswasser- und Land-Conchylien in Jersey
zusammengestellt. Er rechnet die Littoralzone so weit, wie
sie bei niedrigster Ebbe trocken gelegt wird, dies ist von
der niedrigsten Fluth mehr als 40 Fuss und erstreckt sich
bis zu zwei Meilen. Dazu kommt der günstige Umstand
für den Sammler, dass sich die verschiedensten Arten des
Bodens finden, Felsen, Steine, Sand und Bedeckung mit
Seegras. Daher ist die Molluskenfauna sehr reich. Er hat
63 Conchiferen, 1 Dentalium, 68 Gasteropoden, 6 Cephalo-
poden von der Littoralzone, 3 Conchiferen und 9 Gastero-
poden aus dem süssen Wasser und 37 Landschnecken ge-
sammelt. Annais nat. bist. 18 p. 338.
Von Mansel-Pley dell ist ein Buch erschienen Orni-
thology et Conchology of the County of Dorset. 120 S.
Wir entnehmen aus einer Anzeige in Quarterly Journal of
Conchology, dass aus dem Lusitanischen Typus 5, aus dem
südbritischen 18, aus dem europäischen 43, aus dem cel-
tischen 39, aus dem britischen 5, aus dem atlantischen 16,
aus dem oceanischen 0, aus dem borealen 4, aus dem ar-
ctischen 0 vorkommen. Er fasst die Typen, wie sie von
Forbes aufgestellt sind. Von Landschnecken zählt Verf. 40,
von Süsswasser-Mollusken 31 Arten auf.
Desmars, Essai d'uu catalogue methodique et de-
der Mollusken während des Jahres 1876. 175
scriptif des Mollusques terrestres, fluviatiles et marins ob-
serves dans l'Ile et Vilaine, les departements limitrophes
de rOuest de la France, et sur les cötes de la Manche
de Brest ä Cberbourg. Redon 1873. Diese Schrift sei hier
nachträglich angeführt.
Der Marquis de Fol in theilt mit, dass eines der
alten Betten des Adour, der Teich von Ossegor, dessen
Wasser vollkommen süss war, und Fische und Mollusken
in Menge ernährte, neuerlich mit dem Meere in Verbindung
gesetzt worden ist. Alle Süsswasserthiere starben in 24
Stunden. Die Seethiere traten ein und ersetzten sie. Man
hat dort Austern eingesetzt, welche prosperiren, und man
will Austerbänke anlegen. Massenhafte Schalen von Süss-
wasser-Conchylien werden ans [Jfer geworfen. Journal de
Conchyl. 24 p. 312.
Fi scher hat über die recenten und fossilen Conchylien
geschrieben, welche in den Höhlen des südlichen Frank-
reichs gefunden worden sind. Die lebenden Conchylien,
wie sie von den Menschen in der Rennthierzeit benutzt
wurden, stammen theils aus dem Ocean, theils aus dem
Mittelmeer, keine aus dem Indischen Ocean. Somit war
auch die in Asien und Africa als Münze verwandte Cypraea
moueta damals im westlichen Europa noch nicht bekannt.
Die des Oceans sind alle abgenutzt, also wohl am Strande
aufgelesen; vorherrschend Littorina littorea. Dagegen sind
die aus dem Mitteimeer in der Höhle der Provence und
Liguriens vollkommen frisch. Die Patellen dienten als
Nahrungsmittel, die kleineren waren bald durchbohrt, bald
ganz; die am häufigsten durchbohrte ist Nassa neritea.
Bull. Soc. geolog. de la France IV. p. 239; Journal de
Zoologie V. p. 449.
Fischer hat die malakologische Fauna des Thaies
von Canterets in den Pyrenäen erforscht. Das Thal hat
eine Höhe von 507 M. bis 1986 M. und besitzt nach dem
Verzeichnisse des Verf. 53 Arten: 1 Amalia, 1 Limax, 3
Vitrina, 7 Zonites, 1 Arion, 14 Helix, 6 Pupa, 2 Vertigo,
2 Buliminus, 1 Caecilianella, 1 Balea, 1 Azeca, 1 Zua, 4
Clausilia, 3 Limnaea, 1 Ancylus, 1 Cyclostoma, 1 Pomatias,
1 Hydrobia, l Pisidium. Verf. unterscheidet fünf Höhen-
176 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Zonen: 1. bis 1000 M. die Zone von Helix carthusiana,
2. 1000 bis 1200 M. Zone der Helix aspersa, 3. von 1200
bis 1500 M. Zone der Helix limbata, 4. von 1500 bis 2000 M.
Zone der Helix nemoralis, 5. von 2000 bis 2500 M. Zone
der Helix carascalensis. — Daran schliessen sich Betrach-
tungen über die Verbreitung der Mollusken in Europa, er-
läutert durch eine Karte, auf welcher durch verschiedene
Farben die fünf Regionen bezeichnet sind, die Verf. unter-
scheidet; nämlich 1. die nördliche oder deutsche, 2. die
westliche oder atlantische, 3. die südliche oder circum-
mediterranische, 4. die centrale oder pontische und 5. die
östliche oder kaspische. Die Pyrenäen bilden keine natür-
liche Region. Journal de Conchyl. 24 p. 51. — Verf. hatte
in obiger Arbeit einige Ausstellungen über einen Catalog
von Fagot und Nansouty gemacht, worüber Fagot ib. p.
156 sich ausspricht.
H 0 e k hat in der Beschreibung der zoologischen
Station des niederländischen zoologischen Vereins zu De
Helder, welche dem dritten Heft des 3. Bandes der Tijd-
schrift der Nederlandsche dierkundige Vereeniging beige-
geben ist, ein Verzeichniss der dort vorkommenden Mollusken
zusammengestellt. Es enthält 10 Muscheln und 12 Schnecken,
die alle weit verbreitet in der Nordsee vorkommen.
Plateau berichtete über die Excursion der Malacol.
Gesellschaft nach Namur, und verzeichnete die an den
einzelnen Localitäten gesammelten Arten; im Ganzen 52
Arten. Annales soc. Malacol. de Belgique X. p. 97.
Ho uze au de Lehaie zählte 38 Conchylien auf,
welche im Alluvium der Trouille, zwischen Mons und Hyon
gesammelt waren. Annales Soc. malacol. de Belgique X.
p. 33.
Hector Roffiaen sammelte bei Gand 21 Arten Con-
chylien. Proces verbaux de la Soc. malacol. de Belgique
V. p. LIX.
Colbeau legte ein Verzeichniss der bisher im Bezirk
von Walcourt beobachteten Mollusken vor. Es enthält 1
Arion, 2 Limax, 3 Succinea, 1 Zonites, 11 Helix, 2 Buli-
mus, 3 Clausilia, 2 Pupa, 2 Planorbis, 1 Physa, 3 Limnaea,
1 Ancylus, 1 Bythinia, 1 Nerita, 1 Anodonta, 1 Unio, 2
der Mollusken während des Jahres 1876. 177
Pisidium, 1 Cyclas, zusammen 39 Arten. Procös verbal
de la Sog. malacologique de Belgique p. LXXVIII.
Thielens verzeichnete die Land- und SUsswasser-
Mollusken aus der Umgebung von Macon, 52 Arten. . An-
nales SOG. malae. de Belgique X. Bulletin p. 87.
Clessin hat begonnen eine deutsche Exeursions-Mol-
lusken- Fauna herauszugeben. Er will damit dem deutschen
Sammler das Mittel in die Hand geben, seine Funde leicht
zu bestimmen. Alle in Deutschland beobachteten Arten
sollen in guten Holzschnitten abgebildet werden. Das Werk
erscheint in vier Lieferungen bei Bauer und Raspe in
Nürnberg.
Clessin zählt unter der Ueberschrift „Die Mollusken-
fauna Holsteins" die durch Petersen an 15 Localitäten
gesammelten Conchylien auf. Er erkennt 109 Arten an,
worunter 59 Land- und 49 Wasser-Mollusken. Er lässt
sich dann in Erörterungen über die geographische Ver-
breitung der Arten in Deutschland ein. Die Molluskenfauna
Deutschlands setzt sich nach ihm aus fünf Gruppen zu-
sammen: 1. Weit verbreitete, den Grundstock der Fauna
bildende Arten, 2. von Südeuropa am Schlüsse der Eiszeit
vorgedrungene Arten, 3. der Meeresküste folgende Arten,
4. speciiisch nordische Arten, 5. den Alpen oder höheren
Gebirgen eigenthümliche Arten. Für Holstein giebt auch
die erste Gruppe die grösste Mehrzahl der häufigsten Arten,
die zweite vermehrt vorzugsweise die im Wasser lebenden
Arten, von der dritten und vierten erfährt diese Fauna ge-
ringen Zuwachs, während die fünite vollständig fehlt.
Anders ist es in Süddeutschland, wo die dritte und vierte
Gruppe vollständig mangelt, und die fünfte einen sehr wesent-
lichen Zuwachs von Landmollusken zuführt. Verhandl. Ver-
eins für naturw. Unterhaltung IL p. 252.
H. V. Heimburg hat das Verzeichniss Kaestner's
von Ostholsteinischen Mollusken durch Nachforschungen bei
Eutin um eine Anzahl von Arten bereichern können. Da-
mit ergeben sich für den Theil Ost-Holsteins mit den Centren
Eutin, Bordesholm und Kiel 9 Nacktschnecken, 64 Land-
und 56 Wassermollusken. Nachrichtsblatt p. 133.
Die wirbellosen Thiere der Travemünder Bucht, Resul-
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. M
178 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
täte der im Auftrage der Freien- und Hansa-Stadt Lübeck
angestellten Schleppnetzuntersucbungen unter Mitwirkung
von C.Arnold und Dr. Wiechmann-Kadow bearbeitet
von Heinrieb Lenz. Tbeil L Berlin 1875. Daselbst
sind die Mollusken p. 17 — 24 bebandelt, und zwar sind die
Lamellibrancbia, Opistbobrancbia und Prosobrancbia von
Arnold und Wiecbmann-Kadow bearbeitet. Die Lamelli-
brancbia sind in 18 Arten, die Opistbobrancbia in 8, die
Prosobrancbia in 4, die Cepbalopoden in 1, die Tunicaten
in 4 Arten vertreten. Der einzige Cepbalopode, Loligo
breviceps Steenstr. ist auf Taf. I abgebildet. Vergl. auch
Nacbricbtsbl. p. 43.
Otto Semper macbte Notizen über einige Mollusken
der Umgegend Hamburg-Altona's. Verbandl. Vereins für
naturw. Unterbaltung zu Hamburg ü. p. 248.
Konow erwäbnt das Vorkommen einiger seltener
Concbylien in Mecklenburg, nämlicb Pupa umbilicata, Ver-
tigo edentula, pusilla und substriata, Buliminus tridens,
Balea perversa, Ampbipeplea giutinosa und Limnaea glabra.
Arcbiv des Vereins in Mecklenburg 30 p. 283.
F. Meyer verzeicbnet als der Concbylien-Fauna von
Metz angebörig 102 Arten. Nacbricbtsblatt p. 36 imd 51.
F. Meyer bat HagenmüUer's Verzeicbniss der Land-
und Süsswasser-Mollusken des Elsass (vergl. Beriebt 1872
p. 178) im Nacbricbtsblatt p. 104 und 113 wieder ab-
drucken lassen.
Morl et bemerkt zur raalacologiscben Fauna des Elsass
gegen Hagenmüller (vergl. Ber. 1872 p. 178), dass Zonites
Dutaillyanus Mabille und Helix aspersa von ibm nicbt irr-
tbümlicb angeführt seien, dass Gl. solida Drap, allerdings
nicbt im Elsass vorkomme, und dass Hydrobia Cbarpyi
Mabille keineswegs Bytbinia Ferussina äbnlicb sei; ferner,
dass Hagenmüller Succinea Pfeifferi und S. Cbarpentieri
ausgelassen babe. Journ. de Concb}^. 24 p. 240.
Coli in gab einige Ergänzungen zu seinen früheren
malacologischen Beobachtungen in den Vogesen (vergl.
Ber. 1874 p. 129), die sich besonders auf das Vorkommen
und die Lebensweise beziehen. Annales de la Soc. malac.
de Belgique X. Bulletin p. 67.
der Mollusken während des Jahres 1876. 179
Bach beschreibt einige der grösseren einheimischen
Helix-Arten in populärer Form. Studien und Lesefrüchte
IV. p. 224—246.
Daniel hat einen Catalog der Mollusken aus der
Umgebung von Heidelberg zusammengestellt. Derselbe ent-
hält 89 Schnecken und 16 Muscheln. Quarterly Journal
of Conchology I. p. 111.
Weinland stellte die Weichthierfauna der Schwäbi-
schen Alb zusammen. Er hat 74 Arten aufgeführt, von
denen sechs in Württemberg bisher noch nicht gefunden
waren, nämlich Hyalina nitidula, pura, striatula, Helix
edentula, Clausilia cruciata und Pupa edentula; als neu
sind sechs Varietäten beschrieben. Das Plateau der Alb
wird, obgleich 2000' ti. M. günstig für die Vegetation ge-
schildert, auch günstig durch die Mannigfaltigkeit der
Landschaft für das Leben der Mollusken. Die Arten ver-
theilen sich auf folgende Gattungen: 5 Limax, 3 Vitrina,
9 Hyalina, 3 Arion, 22 Helix, 3 Buliminus, 2 Cionella, 9
Pupa, 1 Balea, 8 Clausilia, 3 Succinea, 1 Carychium, 2 Lim-
naeus, 1 Acme, 1 Hydrobia und 1 Pisidium. Bei den ein-
zelnen Arten sind reichlich Bemerkungen über Vorkommen,
Lebensweise, Varietäten, Monstrositäten u. dergl. gegeben.
Württembergische Jahreshefte 32 p. 234 mit einer Tafel,
auf der vornämlich die neuen Varietäten abgebildet sind.
Ressmann hat 99 Conchylien aufgezählt, die er in
der gräflich Egger'schen Herrschaft St. Georgen am Läng-
see seit vielen Jahren gesammelt hat. Es sind 95 Schnecken
und 4 Muscheln. Nachrichtsblatt p. 87.
Ressmann zählt als zur Fauna des Kanalthaies
in Kärnthen gehörig 71 Schnecken auf. Nachrichtsblatt
p. 129.
Van den Broeck berichtete über eine wissenschaft-
liche Excursion in die Schweiz, welche im August und
September 1875 ausgeführt wurde. Gesammelt wurden 51
Schnecken, die mit Angabe der Fundorte aufgezählt sind.
Annales Soc. malac. de Belgique X. p. 129—167.
Colbeau nennt 18 Heliceen von Schaaffhausen und
Constanz. Proces verbal de la Soc. malacologique de Bel-
gique p. XCIV.
180 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
S tos sich zählt eine grössere Zahl der Mollusken auf,
welche im Golf von Triest vorkommen. Bollettino della
Soc. adriatica in Trieste IL p. 359.
Manzoni zählt die Conchylien auf, welche todt bei
Venedig an die Küste geworfen werden. Die häufigste ist
Pectunculus violascens, ferner Pholas dactylus var. gracilis,
Mactra corallina, Cardium edule, Area tetragona, Ostrea
edulis, Modiola barbata, Venus gallina, Pecten glaber var.
sulcatus, Pecten varius, Solen vagina, Solen siliqua, Venus
verrucosa, Tellina planata, Murex erinaceus var. tarentina
und Cerithium vulgatum.
Napoleon e Pini schrieb über die Land- und Süss-
wassermollusken aus dem Gebiete von Esino. Mailand 1876.
Diese Gegend in der Provinz Como enthält nach diesem
Verzeichnisse 102 Arten. Diese Schrift ist mir nur aus der
Anzeige von Pfeiffer in Malak. Bl. p. 249 bekannt ge-
worden.
Die Arbeit von Ära das und Benoit, Conchologia
vivente marina della Sicilia e delle isole ehe la circondano,
deren erste Abtheilung im Bericht 1872 p. 181 angezeigt
ist, wurde im Jahr 187G vollendet. Sie enthält im Ganzen
792 Arten. Die neuen Arten werden unten namhaft ge-
macht. Vergl. auch die Anzeige von Kobelt in Jahrb. D.
Malak. Ges. IIL p. 281.
Seguenza verzeichnet eine Anzahl Mollusken aus
einer Tiefe von 150 bis 200 Meter des Meers von Messina,
die bei Gelegenheit der Korallenfischerei erlangt wurden.
Bullet. Soc. malac. Italiana IL p. 62.
Monterosato hat an der Südküste Siciliens an einer
grossen Korallenbank 189 Arten Mollusken gesammelt, da-
runter 9 Brachiopoden, 46 Muscheln, 76 Schnecken und 8
Pteropoden. Broschüre, Palermo 1875, vergl. auch Journ.
de Conchyl. 24 p. 290.
Dybowsky berichtete über Fundorte von Hei ix ar-
bustorum und Amphipeplea bei Dorpat. Sitzungsber. der
Dorpater Naturf. Ges. IV. p. 258.
Africa. Watson, welcher seit einigen Jahren bei
Madeira gedredscht hat, bestätigt den mediterranen Cha-
rakter der Mollusken, wie ihn Macandrew bezeichnet hat.
der Mollusken der während des Jahres 1876. 181
Er schliesst 12 Arten von Macandrews Verzeichniss aus,
als irrthümlich hineingekommen, fügt dagegen 200 bis 250
Arten hinzu, von denen er 80 bis 100 für neu hält. Er
hofft sie bald zu veröffentlichen. Proc. R. Soc. of Edinburgh
IX p. 153.
Watson stellte Betrachtungen über die Verbreitung
der Landschnecken Madeira's an. Aus der Zahl von 194
Arten der Inselgruppe streicht er vier Arten als Jugend-
formen oder Varietäten anderer, und elf Arten, die ihm
mehr marin sind, nämlich die Gattungen Truncatella,
Auricula, Pedipes und Assiminea. So bleiben noch 179.
Von diesen sind 33 auch in anderen Gegenden gesammelt,
und er nimmt an, dass sechs derselben in neuerer Zeit im-
portirt sind; sieben in der ältesten Periode des Menschen,
vor etwa 450 Jahren; vier in der vormenschlichen Zeit;
von zweien ist er zweifelhaft, ob sie in Madeira eingeführt
oder von dort ausgeführt sind, Helix armillata und Acha-
tina folliculus; acht Arten von diesen hält er für einhei-
misch, sie kommen auch subfossil vor. Einheimisch, ohne
auch anderwärts beobachtet zu sein, bleiben dann noch 146
Arten, von denen er mindestens 46 Arten als solche an-
sieht, die als Varietäten einzuziehen sein werden. Journ,
de Conchyl. 24 p. 217.
E. V. Martens erörtert einige Conchylien, welche
von der Fahrt der Corvette Gazelle an den Capverdischen
Inseln aus der Tiefe gesammelt worden sind. Er bestimmte
namentlich Ranella laevigata Lam., Xenophora crispa Koe-
nig, Nassa limata Var. und Mitra scrobiculata Brochi als
solche, die nun lebend an diesem Fundorte gefunden sind,
u. s. w. Jahrbücher D. Malak. Ges. III. p. 236.
Wollaston berichtete brieflich über die Malacolo-
gische Fauna von St. Helena. Die Mollusken sind dort
schwach vertreten. Den etwa 30 verzeichneten Arten konnte
Verf. fünf hinzufügen: Helix pulchella Müll, eine Patula
wahrscheinlich identisch mit Helix pusilla von Madeira,
eine Hyalina, einen Bulimus und eine röthliche Limnaea.
Die meisten anderen Arten sind eingeführt. Journ. de Con-
chil. 24 p. 308.
E. V. Martens bearbeitete die von Buchholz in West-
182 Troschel: Bericht üb. d. Leistimgen in d. Naturgeschichte
africa gesammelten Land- und Süsswasser-Mollusken: 38
Landschnecken, unter denen 19 neu, und 8 Süsswasser-
Mollusken mit einer neuen Art. Das Fehlen der Gattung
Helix und das Hervortreten der Achatinen ist acht africa-
uisch. Berliner Monatsber. p. 253.
Von Taparone Canetri erschien eine Arbeit über
dieMuriciden des Rothen Meeres, Studio monografico sopra
i Muricidi del mar Rosso. Die Familie der Muriciden
wird in einer seltsamen Ausdehnung gefasst, denn es werden
aufgezählt: 23 Murex, 18 Tritonium, 2 Distortrix, 9 Ra-
nella, 4 Fasciolaria, 2 Cancellaria, 5 Latirus, 1 Scolymus,
3 Cassidulus, 1 Pisania, 3 Pollia, 6 Fusus. Drei Arten
werden als neu beschrieben. Die Abhandlung erschien in
Annali del Museo Civico di storia nat. di genova VII 1875.
Vergl. Journ. de Conchyl. 24. p. 187. — Kobelt hat nach
Untersuchung desselben von Jickeli gesammelten Mate-
rials Bemerkungen zu der genannten Arbeit gemacht. Jahr-
bücher D. Malak. Ges. III. p. 38.
Morel et beschrieb einige neue oder unvollständig
bekannte Conchylien von den östlichen Inseln Africa's. Das
Material war von Evenor Dupont gesammelt. Ausser
drei neuen Arten sind es namentlich die Deckel einiger
Cyclostomen und die Vaterlandsangabe einiger Conchylien,
welche in dieser Mittheilung bekannt gemacht werden.
Journal de Conchyl. 24 p. 85.
E. V. Martens zählt 15 Land- und Süsswasser-Mol-
lusken von der Comorischen Insel Anjuana auf, die von
Hildebrandt gesammelt wurden, darunter ein Cyclostoma
und 2 Ennea neu. Ausserdem sind noch 17 Arten von den
Comoren nach Morelet bekannt. Jahrbücher D. Malak. Ges.
IIL p. 250.
Edgar Smith gab die Diagnosen von 5 neuen Arten
von Rodriguez. Annais nat. bist. 17 p. 404.
Asien. Westerlund giebt Diagnosen von einem
Dutzend neuer Binnenmollusken aus Sibirien, denen noch
einige neue Varietäten anderer Arten beigefügt sind. Nach-
richtsblatt p. 97.
Dybowski bearbeitete die Gasteropoden des Bai-
cal-Sees. Er beschrieb 25 Arten, 3 Benedictia n. gen., 2
Hydrobia, 2 Valvata, 13 Limnorea n. gen., 5 Choanom-
der Mollusken während des Jahres 1876. 183
phalus und 2 Ancylus. M6moires de FAcad. de St. Peters-
bourg XXII.
Mo US so n lieferte eine dritte Notiz über die von Dr.
Sievers im Asiatischen Russland gesammelten Conchylien.
Es werden 20 Arten besprochen. Die Zahl der Trans-
caucasischen Land- und SüsswassermoUusken wird dadurch
um 9 Arten vermehrt, so dass die ganze Zahl nunmehr
160 beträgt. Mehrere neue Arten s. unten. Journ. de Con-
chyl. 24 p. 137.
Grimm hat in einer russisch geschriebenen Abhand-
lung über die Thiere des kaspischen Meeres, Petersburg
1876 p. 122—168 die Mollusken behandelt. Erwähnt
werden 1 Corbicula, 4 Cardium, 4 Adacna, 1 Anodonta,
3 Dreissena, 1 Neritina, 3 Hydrobia> 1 Eulima, 1 Bithyuia,
1 Rissoa, 1 Lithoglyphus, 1 Planorbis, zusammen 22 Arten.
Es werden 6 Zonen unterschieden mit einem Typus für
jede: 1.- bis 8 M. Typus Neritina liturata, 2. bis 16 M.
Dreissena polymorpha, 3. bis 30 M. Cardium edule, 4. bis
36 M. Dreissena caspia, 5. bis 216 M. mit drei Unterab-
theilungen, die durch Hydrobia caspia, Lithoglyphus cas-
pius und Dreissena rostriformis charakterisirt werden, 6.
tiefer als 216 M. Rissoa dimidiata. 16 Arten sind abge-
bildet. Vergl. die frühere Mittheilung vorj. Ber. p, 100;
und Archives de Zoologie experimentale V. p. XIV.
Mousson bearbeitete in einer zweiten Notiz (vergl.
Ber. 1873 p. 213) die von Dr. Sievers in den Transkau-
kasischen Ländern gesammelten Conchylien. Er zählt 44
Arten auf, von denen 4 europäisch sind, 1 gehört Klein-
asien an, 12 sind als neu beschrieben (s. unten); diese 17
Arten fehlten in der früheren Uebersicht, und erheben die
Zahl der Arten auf 151. Schliesslich macht Verf. darauf
aufmerksam, dass die Küste des Caspischen Meeres von
Lenkoran bis an den nördlichen Abhang der Kette von
Eiburs mehrere eigenthümliche Arten beherbergt, welche
dem übrigen Transkaukasien fremd sind, und die vielleicht
die Vorläufer einer etwas verschiedenen Fauna sein möchten,
die man in Khorassan und Turkestan zu suchen hätte.
Journal de Conchyl. 24 p. 24.
V. Martens verzeichnet 79 transkaukasische Mol-
184 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
lusken, welche von 0. Schneider gesammelt wurden: 8 Hya-
lina, 2 Patula, 21 Helix, 13 Bulimus, 4 Vertigo, 9 Clausilia,
2 Cionella, 1 Caecilianella, 2 Succinea, 1 Carychium, 3 Lim-
naea, 2 Planorbis, 1 Cyclostoma, 1 Cyclotus, 1 Paludina,
1 Hydrobia, 1 Valvata, 1 Neritina, 1 Dreissena, 2 Cardium,
1 Adacna, 1 Corbicula, 1 Pisidium. Drei neue Arten. Jahrb.
D. Malak. Ges. III. p. 364.
Hanley und Theobald haben ein grösseres Werk
Conchologia indica, illustrations of the Land and Fresh-
water Shells of British India. London 1876 herausgegeben.
Es enthält 160 Tafeln mit colörirten Abbildungen, die von
Sowerby ausgeführt sind. Der Text, 65 Seiten, ist nur
eine Erklärung der Tafeln, und enthält die Namen nebst
einigen Citaten. Das Werk ist schätzenswerth, weil darin
zahlreiche Abbildungen gegeben sind von Arten, die bis-
her noch nicht abgebildet waren, und deren Sicherstellung
durch die Diagnosen und kurzen Beschreibungen nicht
immer möglich war.
v. Martens machte Bemerkungen über einige (9 Arten)
Binnen-MoUusken aus dem Gebiet von Chiwa; darunter
auch ein neuer Buliminus. Jahrb. D. Malak. Ges. IIL
p. 334.
Godwin-Austen stellte drei neue Arten Nanina und
vier neue Glessula von dem Khasi- Gebirge und von Muni-
pur auf, die auf Tafel I abgebildet sind. Journal Asiat.
Soc. of Bengal 44 p. 1. — Ferner beschrieb derselbe neue
gedeckelte Landschnecken aus den Gattungen Craspedo-
tropis, Alycaeus und Diplommatina vom Naja-Gebirge und
Assam. Ib. p. 7 pl. IV. — Desgleichen vier neue Arten
aus der Familie der Zonitidae aus Bengalen. Ib. p. 4 pl.
IL und IIL
Langdon stellte ein Verzeichniss mariner Gastero-
poden von Ceylon zusammen, die mit wenigen Ausnahmen
bei Trincomale gesammelt waren. 345 Arten, blosses
Namensverzeichniss. Quarterly Journal of Conchology
L p. 71.
In „Ceylon, a general description of the island, by an
officer, late of the Ceylon rifles, London 1876" sind IL p.
der Mollusken während des Jahres 1876. 185
270 die Mollusken sehr kurz abgehandelt. Es ist nur ein
Verzeichniss der Gattungsnamen beigefügt.
Mörch hatte 1872 ein Verzeichniss der Landeonchy-
lien der Nicobaren zusammengestellt. Durch Zusendungen
eines Herrn v. Roepsdorf werde er veranlasst dieses
Verzeichniss zu revidiren, und dasselbe auf 35 Arten zu
erweitern. Sechs neue Arten werden aufgestellt. Das Ver-
zeichniss besteht aus 1 Hyalimax, 10 Nanina, 3 Helix, 3
Bulimus, 1 Streptaxis, 1 Ennea, 7 Cyclophorus, 1 Lepto-
poma, 1 Alycaeus, 1 Registoma, 2 Omphalotropis, 4 Heli-
cina. Verf. macht darauf aufmerksam, dass fast von jeder
Art grosse und kleinere Exemplare vorhanden sind. Die
älteren Sammler fanden last immer grosse, die neueren
kleinere. Verf. erklärt dies dadurch, dass bei der Grün-
dung der Colonien die Urwälder noch unberührt und dem
Gedeihen der Schnecken günstig waren, wogegen mit der
Lichtung der Wälder die Verhältnisse für die Schnecken
ungünstiger wurden. Journ. de Conchyl. 24 p. 353.
Crosse und Fischer haben Journ. de Conchyl. 24
p. 313 ein Verzeichniss der in Cambodja vorkommenden
Stisswassermollusken zusammengestellt, wozu sie die von
Deshayes und Jullien kürzlich beschriebenen neuen Arten
benutzten und die bereits vorher bekannten Formen hinzu-
fügten. Der Catalog enthält ein Planorbis, 8 Ampullaria,
1 Cerithidea, 11 Paliidina, 1 Bithinia, 1 Pachydrobia n.
gen., 3 Lithoglyphus, 2 Melania, 4 Canidia, 14 ünio, 5
Pseudodon, 3 Anodonta, 1 Cyrena und 4 Corbicula, zu-
sammen 56 Arten. Unter ihnen sind 1 Pachydromus, 1
Unio und 1 Pseudodon als neu beschrieben und abgebildet.
Paludina Frauenfeldi Desh. ist in P. Battei umgetauft. —
Im Anschlüsse hieran sprechen sich die Verf. dahin aus,
dass die Indo- Chinesische malacologische Fauna, wohin
sie Siam, Cambodja und Annam rechnen, nebst Malacca
und Birmanien, sowohl von der Indischen wie von der
Chinesischen sehr verschieden sei. Sie nähert sich am
meisten der von Sumatra und Java. Charakteristisch ist
die starke Entwickelung der Gattung Paludina (24 Arten).
Pachydrobia, Lacunopsis und Canidia scheinen dieser Fauna
eigenthtimlich.
186 Troschel: Bericht üb. tl. Leistungen in d. Naturgeschichte
,v. Martens hat in der preuss. Expedition nach Ost-
Asien auch mehrfach auf die Molhisken jener Gegenden
Bezug genommen.
Edgar Smith beschrieb einige neue Arten Land-
und Süsswasserschnecken aus Japan nach einer Sammlung
von Goodwin, die dem Britischen Museum zugekommen
war. Die ganze Sammhmg bestand aus 21 Arten. Quar-
terly Journal of Conchology I. p. 118.
V. Martens, über einige japanische Landschnecken.
Jahrb. D. Malak. Ges. III. p. 357. Darunter drei neue
Clausilien.
Australien. Edgar Smith hat für das unterbrochene
Reisewerk Erebus and Terror bereits 1874 die Mollusken
bearbeitet. Vier Tafeln geben Abbildungen von bisher
noch nicht abgebildeten und unvollständig beschriebenen
Arten. Die ersten drei Tafeln enthalten Arten von Neu-
seeland, die vierte Australische Land- und Süsswassermol-
lusken. Die fünf neuen Arten sind unten namhaft ge-
macht; eine Pupa ist zweifelhaft als neu angegeben.
Brazier beschrieb in der Zeitschrift einer 1875 neu
gegründeten Gesellschaft, Proceedings of the Linnean So-
ciety of New- South- Wales I. 1876 p. 1 und p. 17 neue
Arten australischer Conchylien, deren Namen unten genannt
werden.
Ramsay sagt über die Fauna des Rockingham-Bay
Districts, dass nur die Land- und Süsswasser-Mollusken
arm seien. Er erhielt im Umkreise von etwa 50 Meilen
nur etwa 15 Arten aus den Gattungen Helix, Pupina, Bu-
limus, Vitrina, Geotrochus, Physa, Lymnaea, Melania, Cy-
clas und Anodonta. Annais nat. bist. 17 p. 331.
An gas nennt 27 Helix, als die bis jetzt bekannten
Arten dieser Gattung aus dem südlichen Australien. Quar-
terly Journal of Conchology I. p. 184.
Derselbe erwähnt ib. p. 178, dass Bednall zu dem
Verzeichnisse, welches Angas Proc. zool. soc. 1865 mit 333
Arten von marinen Mollusken der Provinz Südaustralien
veröffentlicht hatte, einige Arten hinzugefügt hat, wodurch
er die Zahl auf 358 erhöhte.
Fischer berichtigte die Synonymie einiger marinen
der Mollusken während des Jahres 1876. 187
Arten Neu-Caledoniens, und machte zugleich Bemerkungen
über ihre Fundorte. So ist Pedipes subglobosus Garrett
= P. Jouani Montrouzier, Plecotrema turrita Garrett =
PL Souverbiei, Rissoina supracostata Garrett = R. Mont-
rouzieri Souv., Odostomia densecostata = 0. interstriata
Souv., Rissoina terebra Garrett = R. incerta Souv., Cithara
melanostoma Garrett = Pleurotoma scalata Souv., Tallor-
bis reseola Nevill = Trochus Lamberti Souv. Journ. de
Conchyl. 24 p. 148.
Garrett theilte mit, dass auf der Vitigruppe 1400
Arten Conchylien vorkommen, an den Samoa-Inseln 300,
Tahiti ergab 500. Jede Inselgruppe hat besondere Arten
von Landschnecken; die SüsswassermoUusken sind weiter
verbreitet als Landmollusken. Drei Arten Neritina kommen
auf Tahiti und auf den Samoa-Inseln vor, aber nicht auf
den dazwischen liegenden Gruppen ; mehrere Arten Neri-
tina, Navicella und Melania der Samoagruppe kommen auch
auf der Vitigruppe vor. Dagegen sind die Stisswassermol-
lusken der Sandwichinseln alle denselben eigenthümlich.
Von Mitriden fand er 130, von Pleurotomiden 100 Arten
an den Vitiinseln. Verhandl. des Vereins für naturwiss.
Unterhaltung zu Hamburg IL p. 59.
Liardet fand die Landschnecken von Taviuni, einer
der Fidschiinseln wenig zahlreich und unansehnlich; sie
bewohnen meist die Küstenstriche und sind alle klein; erst
in einer Höhe von 500 Fuss kommen Pupinen und grössere
Species von Bulimus, Helix und Helicina vor. Da Korallen
zeigen, dass diese Inseln bis zu der Höhe untergetaucht
gewesen sind, so schliesst Verf., dass die letzterwähnten
Schnecken die eigentlichen Repräsentanten der Mollusken-
fauna des früheren Continentes gewesen sind, deren Gipfel
jetzt die Fidschiinseln bilden. Es werden 11 neue Species
beschrieben und abgebildet. Proc. zool. soc. p. 99.
America. In gersoll hat ein Verzeichniss der Mol-
lusken gegeben, welche in Colorado gesammelt waren. An-
nual Report of the United States Geological and Geographi-
cal Survey of the territories embracing Colorado and parts
of adjacent territories, being a Report of progress of the
exploration for the year 1874. Washington 1876. p. 389—410.
188 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Das Verzeichniss enthält 2 Valvata, 9 Amnicolinen, 1 Po-
matiopsis, 6 Melaniidae, 9 Pupidae, 15 Vitrinae, 22 Heli-
cinae, 8 Succininae, 19 Physidae, 11 Planorbinae, 3 Pomphi-
liginae, 5 Ancylinae, 14 Limnaeidae, 12 Corbiculadae,6 Unio-
nidae, also 142 Arten. Darunter sind 2 Limax, 1 Pupilla,
und 1 Helisoma neu. — Diesem Verzeichniss fügte Verf.
American Naturalist X p. 745 noch sechs Arten hinzu:
Limnaea lepida Gould, Physa inflata Lea, Planorbis bica-
rinatus Say, Goniobasis pulchella Anthony, Goniobasis li-
vescens Mke und eine vielleicht neue Anodonta.
Ein Verzeichniss der Landschnecken, die Carpenter
in Colorado gesammelt hatte und welches Binney zu-
sammengestellt hat, enthält nur 6 Arten: Helix pulchella
Müll., Vitrina Pfeifferi Newc, Patula striatella Anth., Coo-
peri Binney, strigosa Lea und Succinea lineata Binney.
Annual report of the United States geological and geogra-
phical survey of territories, embracing Colorado for the
Year 1873 p. 623.
Strebel hat einen zweiten Theil seiner Beiträge zur
Kenntniss der Fauna Mexicanischer Land- und Süsswasser-
Conchylien, Hamburg 1875 herausgegeben, 58 Seiten mit
15 Tafeln in 4<^. Dieser Theil behandelt die Gattung Stre-
belia mit der einzigen Art S. Berendtii Pfr. und die Gat-
tung Glandina Schum. Verf. legt einen besonderen Werth
auf die ersten, embryonalen Windungen, die denn auch in
starker Vergrösserung abgebildet sind. Sechs neue Arten
sind aufgestellt. Vergl. auch die kritische Anzeige von
Crosse in Journ. de Conchyl. 24 p. 392, und die von
V. Martens in den Jahrbüchern der Deutschen Malak. Ges.
IIL p. 185.
Calkins, The land- and fresh- water shells of La
Salle County, Illinois P. Ottawa Ac. 1874 mit 1 Tafel, ist
mir noch nicht bekannt geworden.
Smith und H arg er berichteten über ihre Schlepp-
netzunternehmung in der Gegend von St. George's Bank.
Die Verzeichnisse von den verschiedenen Localitäten
zeigen, dass die Fauna dieser Gegend fast ganz dieselbe
ist, wie in der Fundy Bay, in denselben Tiefen und auf
ähnlichem Boden. Es sind ausserdem auch einige nordische
und einige südliche Arten gefunden worden, die in Fundy
der Mollusken während des Jahres 1876. 189
Bay nicht vorkommen. Abgebildet sind von Mollusken:
Stylifer Stimpsonii Verrill, Ringicula nitida Verrill, Entalis
striolata Stimpson, Astarte lens Stimpson, undata Gould,
elliptica Brown, Cryptodon obesus Verrill und Astarte
Banksii Leach. Transactions Connecticut Academy III. p.
1-57 pl. I.
E. V. Martens machte Bemerkungen über Land-
schnecken aus Costarica und Guatemala. Er bespricht 10
Arten aus Costarica; aus Guatemala 31 Arten, unter denen
zwei als neu beschrieben und abgebildet sind. Jahrbücher
D. Malak. Ges. III. p. 253.
E. V. Martens verzeichnete 29 Land- und 3 Süss-
wasser- Schnecken, welche durch Salvin in Guatemala ge-
sammelt waren; darunter eine Helicina neu. Proc. zool.
soc. 1875 p. 647.
Mörch brachte von seiner Synopsis Molluscorum ma-
rinorum Indiarum occidentalium imprimis insularum dani-
carum (vergl. vorj. Ber. p. 105) eine Fortsetzung. Sie ent-
hält 24 Rissoina, 1 Cingulata, 6 Bissoa, 3 Cingula, 2 Diala,
1 Fenella, 3 Alaba. Die neuen Arten sind unten notirt.
Malak. Bl. 23 p. 45. — Ferner 14 Cerithidea, 4 Pyrazus,
23 Bittium, 3 Cerithiopsis, 11 Triphoris, 26 Cerithium, G
Planaxis, 4 Turritella, 7 Modulus, 1 Nina, 24 Littorina.
Ib. p. 87. —
Marie verzeichnete Conchylien von den Antillen,
welche er der Soc. Linneenne de Normandie zum Geschenk
machte, 46 Arten von Guadeloupe, 9 von Cayenne, 11 von
verschiedenen Antillen und 5 von den Bahamainseln und
Florida. Blosses Namenverzeichniss. Bulletin de la Soc.
Linneenne de Normandie X. p. 19.
Weinland stellte acht neue Land- und Süsswassercon-
chylien von Haiti auf. Malak. Bl. 23 p. 170 und 230.
LechmereGuppy zählte die Land- und Süsswasser-
conchylien von Trinidad auf. 58 Arten mit Bezeichnung,
ob sie auch in Süd- und Centralamerika und auf den An-
tillen vorkommen. Quarterly Journal of Conchology I.
p. 109.
Weyenbergh macht in Napp's „Die Argentinische
190 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Republik" p. 170 über die Molluskenfauna dieses Landes
nur oberflächliche Angaben.
Döring veröffentlichte eine Arbeit über die Mollus-
kenfauna der Argentinischen Republik. Boletin de la Aca-
demia nacional de ciencias exactas existente en la univer-
sidad de Cordova. I. p. 48 und p. 434. Das Verzeichniss
enthält 85 Arten, nämlich 26 Landschnecken, 9 Süsswasser-
schnecken, 7 Amphibische Schnecken (Ampullaria), 8 Pa-
ludestrina, 35 Süsswassermuscheln. Die neuen Arten,
deren Diagnosen auch im Nachrichtsblatt der Deutschen
Malak. Ges. p. 3 abgedruckt sind, machen wir unten nam-
haft. (Vergl. auch die Anzeige von Pfeiffer in Malak. Bl.
23 p. 39). — Ib. p. 457 wird die Liste auf 127 Nummern
erhöht, indem 6 Landschnecken, 5 Süsswasserschnecken,
3 amphibische Schnecken und 28 Süsswassermuscheln hin-
zugefügt werden.
Cephalopoda.
Verill berichtigt, dass das als Radula von Architeuthis mo-
nachus beschriebene Organ (Amer. Jouru. of science and arts IX p.
128 pl. 4 flg. 6) nicht dieses Organ sei, sondern eine Chitin-Partie
des Mundes oder Pharynx mit scharfen Chitinzähnen und harten
Granula. Er fand später die wirkliche Radula. Diese ist 70 Mm.
lang, 12 Mm. breit. Die Platten stehen in sieben Reihen mit einer
äusseren Reihe kleiner unbewaffneter Platten jederseils. Sie sollen
Aehnlichkeit mit Loligo und Ommatostrephes haben. Sie soll nächstens
abgebildet werden. Auch die Beschreibung einer Riesenform von
Alaska, welche Dali gesammelt hat, Ommastrephes robustus, wird
in Aussicht gestellt. Amer. Journ. of sc. and arts XII p. 236.
Heteropoda.
Fol schrieb eine Abhandlung über die Entwickelung der He-
teropoden. Die Atlantaceen legen isolirte Eier, die übrigen zahl-
reiche Eier in langen Schnüren. Die Eier entwickeln sich gut bis
zum Ausschlüpfen, es gelang- jedoch nicht die Larven über das erste
Stadium hinaus am Leben zu erhalten, Verf. schildert dann den
Furchungsprozess und das Auftreten der ersten Organe, so wie der
ersten Larvenzustände. Archives de Zoologie experimentale V. p.
105—158 pl. I — IV. Die Untersuchungen sind an Firoloides Desma-
resti, an Carinaria und Pterotrachaea angestellt.
der Mollusken während des Jahres 1876. 191
Claus ist dem feineren Bau des Gehörorgans der Heteropoden
näher getreten, und beschreibt denselben als einen sehr zierlichen
Apparat. Den Anschauungen Ranke's (vergi. vorj. Ber. p. 109) tritt
er in einigen Punkten entgegen. Archiv für mikr. Anatomie XII.
p. 103. — Ranke äussert sich dann ib. p. 565 wiederum seinerseits.
Gasteropoda.
Leydig schrieb eine Abhandlung über die Hautdecke und
Schale der Gastropoden, nebst einer üebersiciit der einheimischen
Limacinen, Archiv für Naturgesch. p. 209.
Wiegmann, der Sohn des Gründers unseres Archivs und
meines unvergesslichen Lehrers und Freundes, hat durch Unter-
suchung der Wachsthumsverhältnisse der Radula, vom Embryo im
Ei an bis zum erwachsenen Thiere, einen recht interessanten Beitrag
zur Entwickelungsgeschichte der Reibeplatte und des Kiefers bei
den Landschnecken geliefert. Die Untersuchungen scheinen mit
grosser Genauigkeit ausgeführt zu sein und behandeln einen noch
kaum bisher gewürdigten Gegenstand, Sorgfältige Messungen sind
überall vorgenommen. Jahrbücher der Deutschen Malak. Gesellsch.
m. p. 193—235 mit Tafel 6 und 7.
Pfeiffer hat sich beim Abschluss seiner Monographia Heli-
ceorum in acht Bänden, in Bemerkungen zu denselben, ausgesprochen.
Er wiederholt ausdrücklich, dass er nicht die Absicht gehabt hat,
ein neues System zu gründen; er hat nur eine Zusammenstellung
aller bekannten Arten veranstalten wollen, um danach bestimmen
zu können. Er spricht sich dann gegen die Gattungen aus, welche
nach Merkmalen der Thiere gegründet sind. Die alte Eintheilung
in Lungenathmer und Kiemenathmer will er festhalten und unter
den ersteren Tetraceren oder Heliceen mit 4 retractilen Fühlern,
und Diceren mit 2 nicht retractilen Fühlern unterscheiden. Es
folgen dann kurze Bemerkungen über die Gattungen der Tetra-
ceren. — Dann legt Verf. auch über den Gang seiner Arbeiten
auf dem Felde der Pneumonopomen Rechenschaft ab. In die
weite Trennung der Helicinaceen von den Cyclostomaceen scheint
er sich zwar schwer, aber doch endlich finden zu wollen. Wir
finden in diesen Bemerkungen über die Heliceen-Gattungen und Pneu-
monopomen-Gattungen vieles Interessante, was zwar in des "Verf.
Büchern bereits zerstreut enthalten ist, hier aber in kurzer Ueber-
sicht mehr in die Augen fällt. Malak. Bl. 23 p.58, 77, 143, 196.
Von dem dritten Supplement von Pfeiffer 's Monographia
Pneumonopomorum vivcntium (vergl. vorj. Ber. p. 109) erschien das
zweite Heft. Es bringt die Fortsetzung der Subfamilie Helicinea,
Gatt. Trochatella, Lucidella, Heiicina, Schasicheila, Alcadia, Phaneta,
und die Subfamilie Georissea, Gatt. Georissa, Chondrella. Dann folgt
192 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
die Familie Proserpinacea mit den Gatt. Ceres, Proserpina, Proser-
pineila, Cyane. x\ngeschlossen ist auch die Familie Auriculacea mit
den Subfamilieu Otinea, Gatt. Otina und Camptonyx; Melampea,
Gatt. Mclamp\i8, Marinula, Pedipes; Auriculea, Gatt. Pythia, Pleco-
trema, Cassidula, .\uriculus, Alexia, Blauneria, Leuconia, Coilostelc,
Carychium. In einem Anhange sind dann noch Nachträge gegeben.
Taeuioglossa.
Cyclotacea. Alycaeus sculptiirus Godwiu-Austen Journal Asiat.
Soc. of Bengal 44 p. 8 pl. 4 Fig. 2 aus Munipui-.
Cycloplwnts (Craspedotropis) üoepstorfi und pölynema Mörch
Journ. de Conchyl. 24 p. 361 von den Nicobaren. — C. ophis Hauley
Proc. zool. soc. 1875. p. 605 aus Tenasserim.
Craspedotropis fimhriatus Godwin-Austen Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 44 p. 7 pl. 4 Fig. 1 vom Naja-Gebirge.
Lagocheüus hispidus Liardet Proc. zool. soc. p. 101 pl. 5 Fig. 10
von Gamia, Fidschi.
Toniocyclus Gealei Crosse und Fischer ist Jahrb. d. D. Malak.
Ges. III. p. 278 Taf. 8 Fig. 2 abgebildet.
Pupina japonica Mart. ist durch Kobelt Jahrbücher D.
Malak. Ges. III. p. 35 Taf. 1. Fig. 6 abgebildet. — P. Macleayl
von Queensland, und Angasi von Neu-Guinea Brazier Proc. N. S.
Wales I. p. 5.
Diplommatina taviensis Liardet Proc. zool. soc, p. 101 pl. 5
Fig. 9 von Taviuni, Fidschi. — D. Burtii vom westlichen Himalaya
und convoliita vom westlichen Burrail Godwin-Austeu Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 44. p. 8. pl. 4 Fig. 4 und 8. Dabei sind auch Varie-
täten von D. Sherfaienais und D. tumida abgebildet.
Pfeiffer hat für die von 0. Semper aufgestellten Arten aus
der Gattung Diplommatina, die als Gattung Palaina im Journal de
Conchyliologie abgebildet sind, Diagnosen entworfen Malak. Bl.
23 p. 15.
Gyclostomacea. Cydostoma Dupontianum Moreiet Journ. de
Conchyl. 24 p. 86 pl. III Fig. 1 von Madagascar. — C. defloratum
Moreiet ib. p. 88 Fig. 3, subfossil von der Insel Bourbon. — C.
Hüdebrandti v. Marteus Jahrl). D. Malak. Ges. III. p. 250 Taf 9
Fig. 6 von den Comoren.
Cyclostomus caspiciis Mousson Journ. de Conchyl. 24 p. 46
pl. 4 Fig. 2 vom Kaspischen Meere.
TudoraKazika Weinland Malak. Bl. 23 p. 173 und 234 Taf. 2
Fig. 17, 18 von Haiti.
Chondropoma scripturatum Weinland Malak. Bl. 23 p. 173 und
233 Taf. 2 Fig. 15, 16 von Haiti.
Trancatellacea. Tnmcatella Haitensis Weinland Malak. Bl. 23.
p. 172 und 233 Taf. 2 Fig. 12—14 von Haiti.
der Mollusken während des Jahres 1876. 193
Omphälotropis vitiensis Liardet Proc. zool. sog. p. 101 pl. 5.
Fig. 11 von Taviuni, Fidschi.
Ämpullariacea. Ampullaria Schrammi Crosse Journ. de Con-
chyl. 24 p. 102 aus dem französischen Guyana. — A. Theöhdldi
Hanley Proc. zool. soc. 1875 p. 605 aus Birmah.
Valvatacea. Valvata sibirica und aliena Westerland Nachrichts-
blatt p. 101 aus Sibirien.
lieber die Gattung Heterocyclus (vergl. Ber. über 1872 p. 188)
hat Crosse neuerlich erfahren, dass sie im süssen Wasser lebt, und
stellt sie daher neben Valvata. Verf. verrauthet auch, dass Valvata
pupoidea zur Gattung Heterocyclus gehöre. Journ. de Conchyl.
24 p. 99.
Faludinacea. Benedictia n. gen. Dybowski Mem. de St. Pe-
tersbourg XXII. auf Kosten der Gattung Paludina gegründet,
von Limnaeusartigem Ansehen, bauchiger letzten Windung, erwei-
tertem Peristom; die Ruthe ragt äusserlich hervor, Deckel spiral
und hornig.
Bithinia hyalina Brazier Proc. N. S. Wales I. p, 9 von New
South Wales.
Amnicola Fetter diana und Simsoniana Brazier Proc. N. S.
Wales I. p. 19 von Tasmaniu.
Limnorea n. gen. Dybowski Mem. de St. Petersbourg XXII
verwandt mit Hydrobia, Schale thurmförmig, sehr langstreckig,
in dem Subgenus Ligea mit Längsrippen versehen, lebt in
grossen Tiefeu.
Pachydromia n. gen. Crosse et Fischer Journal de Conchyl.
24 p. 320. Testa iraperforata, oblongo-ovata, rissoaeformis, crassius-
cula, spira mediocris, sutura impressa, anfractus sat numerosi, me-
diocriter convexi, altimus ventre planatus, apertura semicircularis,
peristoraa sinuosum, incrassatum, continuum, marginibus callo va-
lido junctis. Opereulum subovatum, tenue, corneum, paucispira-
tum, apice antico. Animal degit in aquis dulcibus. P. paradoxa von
Cambodja.
Melaniacea. Melania rodericensis Edgar Smith Annais nat. bist.
17 p, 404 von Rodriguez. — M. Beiniana Brot Jahrb. D. Malak.
Ges. III. p. 277 Taf. 8 Fig. 4, 5; der Fundort ist nicht speciell an-
gegeben, wahrscheinlich Nippon. — M. Niponica Edgar Smith
Quarterly Journal of Conchology I. p. 128 aus dem See Biwa bei Kiyota.
In der Küster'schen Ausgabe des Conchyliencabinets ist die
Gattung Melania von No. 127 bis 199 fortgesetzt. Als neu sind
beschrieben M. Salomonis von den Salomonsinseln, perplicata, con-
stricta, LÖbbeckii von Japan und distingiienda von Borneo.
Melania Sargi Crosse et Fischer (1875) ist Journ. de Conchyl.
24 p. 385 pl. 11 Fig. 4 abgebildet.
V. Martens erklärt Melania fusca Gmel. und quadriseriata
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jalirg. 2. Bd. J^
194 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Gray für dieselbe Art; letztere sei nur eine Varietät, welche die ju-
gendliche Skulptur immer beibehält. Sitzungsber. Gesellsch. naturf.
Freunde zu Berlin p. 18.
Lewis giebt an, dass die Arten von Jo nur in reissenden
Gebirgswassern, also auch nur in den Quellgebieten des Holston
River und seiner Zuflüsse leben. Die robustesten leben im Holston
River, die rauhsten im Freuch Broad River, die schlanksten und
zierlichsten im Clinch River, die kleinsten im Powells River. Ameri-
can Naturalist p. 321.
Littorinacea. Littorina floccosa Beck, angustior und Biisii Mörch
Malak. Bl. p 138.
Modulus Krebsii Mörch, convexior Beck, pisum Beck, canali-
culatus Beck und M. sp. n. Malak. Bl. 23 p. 129 von den Antillen.
Rissoacea. Ein Aufsatz von Krebs über die Westindischen
Rissoinen in Proc. scient. assoc. of Trinidad 1873 ist mir nicht zu-
gänglich geworden. Verf. reducirt die 31 von den Antillen be-
schriebenen Arten auf 8 bis 10. Vergl. die Anzeige von Crosse in
Journ. de Conchyl. 24 p. 208.
Bissoa peloritana, nicolosiana, Sciutiana und Allergana Aradas
e Benoit Conch. della Sicilia 1. c.
Pyramidellacea. Odostomia torcula Mörch Malak. Bl. p. 45;
Journ. de Conchyl. 24 p. 372 von St. Thomas. — 0. Silvestri und
Teresiana Aradas e Benoit Conchol. della Sicilia 1. c.
Cingulina carinata Mörch Malak. Bl. 23 p. 53 von St. Thomas.
Eulimacea. SuheuUma Lamherti Souverbie (1875) ist Journ. de
Conchyl. 24 p. 380 pl. 13 fig. 2 abgebildet.
Scalenostoma apiculatum Souverbie Journ. de Conchyl. 24 p.
385 von Mauritius.
Jopsis Gabbii Mörch Journ. de Conchyl. 24 p. 371 von Porto-
rico. Diese Gattung war von Gabb 1873 charakterisirt, und wegen
des mit Jo ähnlichen Kanals benannt worden; sie scheint in die
Nähe von Eulima zu gehören.
Cerithiacea. Cerithium Antülarum Dunker, floridanum ala-
bastrum, alabastrulum, oryza Mörch Malak. Bl. 23 p. 112 von den
Antillen.
Bittium galactis, alalastrulum, einer eoflavum Mörch Malak.
Bl. 23 p. 95 von St. Thomas.
Triforis Benoitiana Aradas e Benoit 1. c.
Cerithidea minor Mörch Malak. Bl. p. 92 von Cuba.
Planaxis nudeola Mörch. Malak. Bl. 23 p. 126 von St. Croix.
Cerithiopsidae. Bidla leithii Edgar Smith Proc. zool. soc. 1875
p. 537 aus Californien. Die Abbildung ist mit der von Carinifex
Ponsonbii verwechselt. — D. n. sp. ohne Namen Mörch Malak. Bl.
23 p. 56 von St. Thomas.
Turritellacea. Monterosato zieht Turritella squamosa Börsen
der Mollusken während des Jahres 1876. 195
als Synonym zu Mathilda quadricarinata. Bollet. Soc. Mal. Ita-
liana 1875.
Mathilda coronata Monteserrato von der Südküste Siciliens.
Broschüre Palermo 1875.
Schacko fand die Zeugerbewaffnung der Gattung Struthio-
laria sehr eigenthümlich, indem ausser der Mittelplatte, den Zwischen-
platten und inneren Seitenplatten jederseits vier äussere Seiten-
platten vorkommen, also 13 Platten in jedem Gliede. Er meint die
Mundtheile würden der Gattung noch am ersten einen Platz in der
Nähe von Turritella anweisen. Jahrb. D. Mal. Ges. III. p. 317.
Vermetacea. Vermetus Seguenzianus Aradas e Benoit Conchol.
delle Sicilia 1. e.
Gapuloidea. Stecker beschrieb die Vorgänge der Furchung
und Keimblätterbildung bei Calyptraea. Morphologisches Jahrbuch
II. p. 535—549.
Alata- Schmeltz giebt von einer Reihe Arten der Gattung
Strombus die beglaubigten Fundorte im stillen Ocean an. Ver-
handl. Vereins für naturw. Unterhaltung zu Hamburg 11. p. 213.
De la F'ontaine bildet eine scalare Monstorsität von Strom-
bus luhuanus L. ab. Annales de la Soc. malacol. de Belgique X. p. 21
pl. II fig. 1, 2.
Sigaretina. Natica (Bulbus) flava Gould ist Jahrb. D. Mal. Ges.
HI. Taf. III. Fig. 4 abgebildet.
Marseniadae. Lechmere Guppy zeigt an, dass auch an den
Antillen eine Art der Gattung Haliotinella (vergl vorj. Ber. p. 114)
vorkomme. Er hält sie für marin, und stellt sie in die Nähe von
Lameilaria. Die Species nennt er H. patinaria. Journ. de Conchyl.
24 p. 161.
Lamellaria perforata Liardet Proc. zool. soc. p. 101. pl. 5 fig.
8 von Taviuni, Fidschi.
Gypradacea. Gypraea Sophiae Brazier Proc. N. S. Wales I. p. 7.
von den Salomonsinseln.
Tritonidae. In dem Küster'schen Conehyliencabinet hat die
Gattung Triton eine Fortsetzung von No. 48 bis 84 gefunden.
Tritonium Seguenzae Aradas e Benoit 1. c.
Epidromus Bednalli Brazier Proc. N. S. Wales I. p. 6 aus
Südaustralien.
Kobelt's Catalog der Gattung Ranella Lam. enthält 7 Apollon
Montf., 53 Ranella Lam. und 5 Eupleura Stimpson. Jahrb. D. Mal.
Ges. in. p. 323.
Cassidea. Kobelt's Catalog der Gattung Cassis Lam. enthält
40 Arten. Jahrb. D. Mal. Ges. III. p. 77.
Cassis (Casmaria) Tliomsoni Brazier. Proc. N. S. Wales I. p. 8
von Sydney.
196 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Rhipidoglossa.
Helicinaceä- Gloyne berichtigt die Beschreibung seiner Heli-
cina bicincta (1872) und bildet sie ab. Journ. de Conchyl. 24 p. 159
pl. 5 fig. 5. — R. anozona Martens Proc. zool. soc 1875 p. 649
von Guatemala; Jahrb, D. Malak. Ges. ILl. p. 261 Taf. 9 Fig. 7. —
H. (Trochatella) Sophiae Brazier Proc. N. S. Wales I p. 4 von den
Salomonsinseln.
Bland hatte die Stellung der Gattung Bourciera zu den He-
licinaceen auch durch die Absorption der inneren Septa der Win-
dungen bestätigt gefunden. Quarterly Journal of Conchology I.
p. 128.
Neritacea. Otto Semper geht auf eine Erörterung der Gat-
tung Neritopsis ein, und zeigt dass die Gattungen Peltarion Des-
longchamps, Cyclidia Rolle und Scaphanidia Rolle mit ihr identisch
sind. Verhandl. Vereins für naturw. Unterhaltung zu Hamburg
II p. 204.
Trochacea. Turho Carduus unbekannten Fundortes und steno-
gyrus von den Philippinen Fischer in Kieners Coquilles Vivantes p.
112 und 118.
Die Gattung Trochus theilt Fischer bei Kiener Coquilles
Vivantes in 5 Gruppen: 1. Calcar Montf. mit Kalkdeckel, 2. Trochus
innen perlmutterartig, Deckel hornig mit vielen Windungen und
mittlerem Nucleus, 3. Xenophora innen ohne Perlmutter, Deckel oval,
hornig mit seitenständigem Nucleus, 4 und 5. Tectarius Val. und
Risella Gray ohne Perlmutter, mit Thieren wie Littorina. Die Gat-
tung Calcar umfasst in dieser Bearbeitung 37 Arten, deren Zahl
durch die bereits von Kiener beschriebenen 5 Arten auf 42 steigt.
Die Gattung Trochus ist dann bis zur 58. Art fortgeführt. Die aus
ihr gebildeten zahlreichen Genera erkennt Verf. nur als Subgenera
an. Trochus indistinctus Kiener vyird in erogatus, elegans Kiener in
Lesueuri umgetauft.
Toxoglos^a.
Gonoidea. Roeters van Lennep hat als Ergänzung des
Cataloges der Conus, welchen Crosse 1858 herausgegeben hat, ein
Verzeichniss der seitdem beschriebenen 76 Arten drucken lassen,
mit Angabe des Autors, des Vaterlandes und des Citates. Verf.
glaubt die Thatsache, dass manche Arten so selten sind, durch die
Meerestiefe, in welcher sie leben, erklären zu können. Die Zahl der
bekannten lebenden Arten beträgt gegen 526. Das Heftchen ist da-
tirt Twello Mars 1876, aber ohne Angabe des Druckortes. — Conus
{Bhizoconus) Sophiae Brazier Proc. N. S. Wales I. p. 7 von den Sa-
lomonsinseln. — C. Pauhicciae von Mauritius, superscriptus von
der Mollusken während des Jahres 1876. 197
Madagaskar, baccatus und reflectus Sowerby Proc. zool. soc. p.
752 pl. 75.
Conus Traversianus Edgar Smith Quarterly Journal of Con-
chology I. p. 107 unbekannten Fundortes mit Abbildung in
Holzschnitt.
Schmeltz glaubt, dass Conus rhododendron Couth. nicht
von den Sandvvichinseln stamme, sondern giebt das Bampton-Riff,
die Cooks Inseln und die Maiden- und Baker-Insel als sichere
Fundorte an. Verhandl. Vereins für naturw. Unterhaltung zu Ham-
burg H. p. 217.
Pleurotomacea. Weinkauff vergleicht seine Eintheilung der
Pleurotomen mit der von Bella rdi im Bullettino della Societa ma-
lacoiogica Italiana 1875 p. 16 gegebenen. Jahrbücher D. Malak. Ges.
III. p. 1.
Die Gattung Pleurotoma ist in dem Küster'schen Conchylien-
Cabinet von No. 50 — 172 weitergeführt. Als neu sind darunter ent-
halten: PI. {Drillia) Paeteliana, PI. (Clavus) nigrozonata von den
Philippinen (vidua Reeve non Hinds), PI. indurata (variegata Reeve
non Kiener), PI. [Turgula) versicolor, PI. (Clavus) DunJceri, PI. (Dril-
lia) Schillingi von Zanzibar, radulaeformis von der Bassstrasse, Äp-
pelii, PI. (Clavus) polygonalis von Zanzibar, PI. (Crassispira) cinerea,
clionellaeformis vom Amurland und zebroides von den Antillen.
Otto Semper will die Gattung Conopleura Hinds von allen
Defraucia- Arten, die ihr später zugezählt worden sind, freigehalten
wissen, verlangt aber noch ein weiteres Studium. Verhandl. Vereins
für naturw. Unterhaltung zu Hamburg IL p. 209. — Derselbe äus-
sert sich gegen einige Weinkauff'sche Behauptungen in dem eben
angeführten Vergleiche seiner Eintheilung mit der Belardischen mit
Beziehung auf die Gattung Conopleura. Jahrbücher D. Mal. Ges. III.
p. 161.
Bela Kohelti Verkrüzen Nachrichtsblatt p. 17 von Vadsoe;
Jahrbücher D. Malak. Ges. III. p. 178 Tai. IV Fig. 5.
Cancellariacea. Admete undato-costata Verkrüzen ist Jahrb.
D. Mal. Ges. 111. Taf. IV fig. 6 abgebildet.
Rhachiglossa.
Volutacea. v. Martens über Voluta abyssicola Ad. von der
Agulhas-Bank. Sitzungsber. Gesellsch. naturf. Freunde p, 19.
Crosse beschreibt eine neue Varietät von Voluta musica unter
dem Namen polypleura. Journ. de Conchyl. 24 p. 162 pl. 5 fig. 6,
wahrscheinlich von den Antillen.
Marginellacea. Marginella Tyermani von Westafrica, perla?,
praecallosa? , Warrenii 50^ N., 60*^ W., callosa aus dem Rothen Meer
Marrat Quarterly Journal of Conchology I. p. 136.
Mitracea. Mitra fmus, brevicula, adumbrata Souverbie Journ.
198 Troscbel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
de Conchyl. 24 p. 376 pl. 13 fig. 3, 4, 5, 6 von der Insel Lifo u vom
Caledonischen Archipel.
Baccinacea. Kobelt findet Buccimim Finmarkiamim Ver-
krüzen sehr veränderlich ; Buccinum parvulum Verkr. n. sp. Taf. II
Fig. 3, 4. Jahrbücher D. Malak. Ges. III, p. 175 — JB. inflatum Ara-
das e Benoit Conch. della Sicilia 1. c.
Monterosato zieht Buccinum fusiforme Kiener, verschieden
von B. fusiforme Brod. und B. fusiforme Desh., als Synonym zu
Buccinum Humphreysianum Bennett. BoUet. Soc. Mal. Italiana 1875.
Morse fand in dem Hafen von Eastport in grosser Zahl Buc-
cinum undatum, von denen die Männchen zwerghaft nur die Hälfte
der Grösse der Weibchen erlangen. Er erklärt diese Erscheinung
dadurch, dass die Weibchen bei der Copula am Felsen haften bleiben,
während das Männchen auf die Schale des Weibchens steigt, wo es
durch die Brandung leicht fortgeschleudert wird. Er will hier eine
natürliche Zuchtwahl erkennen. Proceed. Acad. Philadelphia 1876
p. 284.
Brot hat Journ. de Conchyl. 24 p. 343 nachgewiesen, sowohl
durch die Beschaffenheit des Deckels, wie durch den Bau der Ra-
dula, dass die Gatt. Canidia und Clea Adams nicht, wie man bisher
annahm, zu den Melanien gehören, sondern zu den Buccineen. Ein
recht schlagender Beweis von der Bedeutsamkeit des Gebisses für
die Systematik. Beide Gattungen sind nunmehr als fluviatile Ver-
treter der Buccineen aufzufassen. Es werden dann verbesserte Diag-
nosen der Genera nebst einer Aufzählung der Arten gegeben:
Canidia H. Adams Testa turbinata, solida, epidermide cras-
siuscula induta, apertura antice attenuata, abscissa et valde emar-
ginata, columella subrecta. margine parietali haud callosa, dextro
antice sinuato. Operculura corneum, lamellosum, pyriforme, apice
basali unguiculato, lamellis symmetrice superpositis. 11 Arten und
zwei neue C. teniiicostata und Bocourti, beide von Siam.
Clea A, Adams. T. turbinata, epidermide crassa vestita, aper-
tura ovato-acuta. basi abscissa et profunde sinuata, margine dextro
regulariter arcuato, callo parietali nullo vel tenui. Operculum cor-
neum, lamellosum, subtrigonum, antice attenuatum, postice dilatatum
nucleo basali, lamellis oblique superpositis. 2 Arten.
Fusus {Sipho)iorbis) Pfaffii Mörch Journal de Conchyl 24. p.
369 von Groenland und productus vom Nordcap im stillen Ocean.
Verf. bemerkt hierbei, dass die Radula von Fusus islandicus Chemn.
wenig von der des Fusus (Sipho) gracilis Dacosta verschieden sei.
Loven's Abbildung der Radula gehöre aber nicht der Chemnitz'schen
Art an, sondern sei Fusus Berniciensis Brod. Da ich nach der Ab-
bildung den Fusus islandicus zu den Fasciolarien gebracht hatte
(Gebiss der Schnecken), so ist mir diese Berichtigung sehr wichtig.
der Mollusken während des Jahres 1876. 199
F. Berniciensis hält Mörch für eine eigene Gattung, welche er
Troschelia nennen will.
Von den Neptuneen der borealen Zone spricht Kobalt aus-
führlich: Er weist zunächst nach, dass die Verweisung der Gattung
zu den Fasciolariiden, wie sie Ref. nach einer Abbildung Loven's
für geboten hielt, zu verwerfen sei. und Loven's Angabe offenbar
auf einem Irrthum beruht habe. Verf. bespricht dann die Verbrei-
tung der Arten und wendet sich dann zu den einzelneu von Herrn
Verkrüzen mitgebrachten Arten. N. despecta L. geographisch von
antiqua und tornata getrennt; Turtoni Bean.; ferner Sipho VerTcrü-
zeni n. sp. Taf. IL fig. 1, tortuosus Reeve Taf. IL fig. 2, ebur
Mörch Taf. III fig. 1, gracilis Taf. IIL fig. 2 und Taf. IV fig. 1.
und verwandte und glaber Verkr. Jahrbücher D. malak. Ges. IIL p.
62 und 165.
Turbinellacea. Die Gattung Turbinella ist bei Küster von
No. 86—124 Schluss fortgeführt. Neu sind T. infracincta aus Poly-
nesien, Löhheckei Polynesien, Sutoris, Desliayesii von Mauritius, mi-
crostoma Mauritius. Anhänglich 17 noch nicht abgebildete Arten
von Latirus und Peristernia. Hierauf beginnt Fasciolaria mit 19 Arten
bis zum Schluss.
Kobelt hat einen Catalog der Gattung Turbinella Lam. aus-
gearbeitet, er trennt 4 Gattungen: Turbinella Lam. s. str. mit 19
Arten, Leucozonia Gray mit 12 Arten, Plicatella Swains. mit 68
Arten und Peristernia Mörch mit 14 Arten. Jahrbücher D. Malak.
Ges. III. p. 10.
Turbinella Crosseana Souverbie (1875) ist Journ. de Conchyl.
24 p. 382 pl. 13 fig. 1 abgebildet.
De la Fontaine bildete eine abgeflachte Monstrosität von Tur-
binella napus Lam. ab. Annales de la Soc. malacol. de Belgique X
p. 21 pl. II fig. 8—5.
Olivacea. Weinkauff hat in dem Küster'schen Conchylien-
cabinet Lief. 255 und 256 die Gattung Oliva bis zur 36. Art be-
arbeitet.
Strigatellacea. Turricula {Costellaria) Bawsoni Mörch Journ.
de Conchyl 24 p. 373 von den Antillen.
Muricea. Murex hopUtes Fischer Journ. de Conchyl. 24 pl. 8
fig. 3 von der Westküste Africa's. — M. Sofiae, diadema, hyhridus
Aradas e Benoit 1. c.
Trophon Heuglini Mörch Journ. de Conchyl. 24 p. 368 aus
dem Polarmeere.
Purpuracea. Monte rosato erklärt Coralliophila Meyendorffii
Calcara für seiner Gattung Pseudomurex angehörig Bolletino Soc.
Mal. Italiana 1875.
Rhizochilus (Coralliophila) squamosissimus Edgar Smith Annalß
nat. bist. 17 p. 404 von Rodriguez.
200 Troschel: Bericht üb, d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ptenoglossa.
Scalariacea. Scalaria Celesti Aradas e Benoit 1. c.
Tapparoue- C anefri taaft eine Anzahl Sealarien um. So
wird Scalaria principalis Sow. = simillima, unicostata Sow. = Fi-
scheriana, attenuata Sow. = microsoma, elegans Adams (japonica
Nyst) = jucunda, raricosta Carpenter = Carpenteri, Opalia borealis
Gould = Sc. (Psychrosoma) Gouldi, Opalia bullata Carpenter = Sc.
(Psychrosoma) Crosseana, Scalaria Mörchi Sow. = Sc. (Psychrosoma)
erronea, Scalaria decussata Kiener = Cirsotrema Kieneri, meist weil
die Namen schon anderweitig verwendet waren. Journ. de Gonchyl.
24 p. 152.
Bereits im vorj. Bericht p. 123 wurde einer Arbeit von Mörch
über die Westindischen Sealarien erwähnt. Dieselbe ist nun mit
Abbildung einiger neuen Arten im Journal Acad. of Philadelphia
Vol. VIII p. 189 pl. 39 erschienen. Verf. giebt an, sie seien zwitterig,
was mir sehr unwahrscheinlich ist.
Scalaria Loveni Adams Hess Kobelt Jahrb. D. Mal. Ges. III.
Taf. IV. tig. 4 abbilden.
Hoplo^teron n. gen. Fischer Journ. de Conchyl. 24 p. 232.
Testa imperforata, elongato-turrita, nitens, ad apicem obtusa; sutura
lineari; anfractus contigui, non soluti, priores laevigati, inermes,
subplanulati ; reliqui lateraliter et utrinque alam triangulärem, com-,
planatam gereutes; apertura ovatorotuada, integra; peristoma Sim-
plex, acutum, marginibus continuis; axis columellaris simplex. H.
Tcrquemi aus dem chinesischen Meere, 1 Mm. lang. Verf. stellt die
Gattung in die Nähe von Scalaria.
Doeoglossa.
Patellacea. Von Dali erschien in Proc. Philadelphia 1876 p.
239 ein Aufsatz über die Ausstossuug der Samenproducte bei den
Patellen nebst einigen Bemerkungen über die Phylogenie der Do-
coglossen. Nach mehrfachen vergeblichen Versuchen bei verschie-
denen Arten, gelang es dem Verf. bei Ancistromesus mexicanus eine
Lösung zu finden. Wenn Ovarium oder Testis bereit sind ihre Pro-
ducte zu entladen, erlangt der Theil derselben, welcher reif ist, seine
Beschaffenheit durch eine Erweiterung der Gänge bis zum Platzen.
Gleichzeitig werden die darüber liegenden Membranen des Nieren-
sackes schlaff und Durchbohrungen zeigen sich unmittelbar an den
dehiscirenden Gängen. Durch diese Oeffnungen treten die Samen-
producte. Eine Contraction der Fussmuskeln reicht hin das Aus-
werfen zu bewirken. Nachdem sie den Nierensack erreicht haben,
macht die Frage nach dem Ausstossen der Eier oder des Samens
keine Schwierigkeit mehr. Es geschieht durch die Renalpapille, und
die Befruchtung geschieht im Wasser wie bei Chiton — Weiter er-
der Mollusken während des Jahres 1876. 201
örtert Verf. die Gattungen der Docoglossen nach ihrer Genealogie
und geographischen Verbreitung. Mag man das Gebiss, die Ath-
raungsorgane oder die Entwickelung besonderer Organe in Betracht
ziehen, so sind die Abranchiata, ohne Augen, Kiemen, oder Seiten-
zähne die untersten, und stehen am Fuss des Stammbaums; Lepeta
und Pelidium reichen an die Ostküste Amerikas und bis zu den He-
briden. Dann folgen die Acmaeiden mit entwickelter Radula, einer
Nackenkieme, Augen, zahlreich im Nordwesten Amerikas; westlich
dringen sie nach Japan, China und Amboina, südlich von Califor-
nien bis Tierra del Fuego und dann an die Nordküste von Südamerika
bis Rio de Janeiro, nur Acmaea testudinalis und virginea erreichen
das Nördliche Europa. Lottia grandis, in den warmen Gewässern
Californiens eine bedeutende Grösse erreichend, hat auch eine un-
vollständige Kieraenreihe ausser der Nackenkieme. Weiter südlich
vervollständigt Scurria die Kieraenreihe und erreicht die höchste
Stufe der Entwickelung in dem Abwerfen unnützer Theile. So
schwindet bei den Patellidae die Nackenkieme und die Radula ist
wohl entwickelt. Die höchste Stufe wird endlich erreicht in der
Gattung Ancistromesus.
Patella antipodum Edgar Smith Erebus et Terror p. 4. pl. 1
Fig. 25 von Neu-Seeland,
Ghitonidae. Carpenter findet in der Familie der Chitoniden
zw^ei parallele Gruppen, nämlich die gegliederten oder vollkommenen
Chitonen und die ungegliederten oder unvollkommenen Chitonen.
Jede derselben zerfällt wieder in regelmässige und unregelmässige
Formen, und diese wieder in Familien, Gattungen und Untergattungen.
Die palaeozoischen Chitonen waren alle unvollkommen, und gipfelten
in der Kohlenperiode; sehr wenige leben noch jetzt. Die neozoischen
Epochen entwickelten allmählich vollkommene Chitonen, welche in
der gegenwärtigen Zeit gipfeln. Report of the 45. Meeting of the
British Association for the advancement of science held at Bristol,
p. 161.
Chiton {PlaxiphoraJ terminalis Edgar Smith Erebus et Terror
p. 4. pl. 1 Fig. 13 von Neu-Seeland,
Pulmonata.
Der achte Band von Pfeiffer 's Monographia Heliceorum vi-
ventium ist als zweiter Band des vierten Supplementes (vergl. vorj.
Ber. p, 123) erschienen. Er enthält die Gattungen Bulimus, Par-
tula, Auriculella, Achatinella, Carelia, Columna, Rhodea, Spiraxis,
Ravenia, Orthalicus, Perideris, Pseudachatina, Limicolaria, Achatina,
Geostilbia, Ferussacia, Azeca, Tornateliina, Oleacina, Streptostyla,
Pupa, Zospeum, Pineria, Macroceramus, Cylindrella, Berendtia, Coe-
liaxis, Megaspira, Temesa, Balea, Clausilia. Ein Anhang bringt Zu-
sätze zum siebenten Bande, welche die Erscheinungen des Jahres
202 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
1876 mit einschliessen, da das Schlussheft erst im Jahr 1877 erschienen
ist. Ein Index schliesst das Ganze ab.
B i n n e y machte Bemerkungen über die Genitalien, Kiefer-
und Zungenbewafihuug einer grösseren Anzahl von Species aus den
Gattungen Glandina, Nanina, Trochomorpha, Zonites, Limax, Pa-
tula, Endodonta, Helix, Anadenns, Orthalicus, Ariolimax, Binneya,
Caecilianella, Stenogyra, Strophia, Bulimulus, Cylindrella, Amphibu-
lima, Succinea, Tornitellina. Annais Lyceum New-York XI p. 166.
Derselbe beschreibt das Gebiss und die Genitalien von Arten
der Gattungen Macrocyclis. Zonites, Limax, Onchidella, Ariolimax,
Binneya, Carelia, Microphysa, Triodopsis, Turricula, Helix, Polygyra
Caracolus, Mesodon, Aglaja, Arionta, Glyptostoma, Bulimulus und
Succinea mit einer Tafel Abbildungen. Proc. Philadelphia 1876 p.
183. pl. 6.
H. V. I he ring fordert zu Experimenten über die Fort-
pflanzungsgeschichte der Pulmonaten auf, namentlich zur Entschei-
dung der Frage, ob bei denselben eine Selbstbefruchtung möglich
und wie lange eine Begattung erfolgreich sei. Nachrichtsblatt p. 49.
Helicea. H. v. Ihering stellte Untersuchungen über das Cen-
tralnervensystem von Helix pomatia an. Er kam zu dem Resultat,
dass die einzelnen Centren nicht specifischen Functionen vorstehen,
sondern dass jedes von ihnen sowohl sensibeln als auch motorischen
Nervenfasern Ursprung giebt. Die Nervenfasern von Helix sind
nach ihm Fibrillenbündel, die von einer structurlosen Scheide um-
schlossen w^erden. Göttinger Nachrichten 1876. No. 13.
Seibert hat Züchtungsversuche mit Helix hortensis und ne-
moralis über das Verhalten der Bändervarietäten angestellt. Er be-
nutzte nur die Eier des zw^eiten Jahres von ganz gleichartigen Va-
rietäten zu seinen Versuchen, da es ungewiss war, welche Varietät
etwa beim ersten Legen in der Gefangenschaft befruchtend mitge-
wirkt habe. Bei diesen Versuchen zeigten sich Grundfarben und
Bänder als erblich. Nachrichtsblatt, p. 65.
Kobelt hat eine neue Varietät Wesseliana Maltzan von Helix
caffra Jahrbücher D. Malak. Ges. III. p. 149 Taf. 5 Fig. 1 abgebildet;
ebenso eine Varietät von Helix Araaliae ib. fig. 2.
Babber über die Varietäten und die Verbreitung von Helix
Cooperi in Colorado. American Naturalist X p. 529.
Kobelt hat eine Varietät von Helix (Camena) Senckenbergi-
ana abgebildet. Jahrb. I). Malak. Ges. III. p. 275 Taf. 8 Fig. 1.
Daniel fand in einem Jahre 5 links gewundene Exemplare
von Helix aspersa an verschiedenen Localitäten. Quarterly Journal
of Conchology I. p. 50. — Fanny Hele fand ein linksgewundenes
Exemplar von Helix hortensis bei Bristol, Ib. p. 92. Ein ferneres
von Helix hortensis und von Helix aspersa ebendaselbst. Ib. p. 248.
der Mollusken während des Jahres 1876. 203
Lataste fand Gelegenheit eine monströse Helix aspersa von
Gestalt eines Füllhorns lebend zu beobachten. Sie warf die älteren
Windungen allmählich ab, nachdem vorher eine neue Wand gebildet
war. Einmal zog er sie ganz aus der Schale, und steckte sie wieder
hinein, ohne dass sie in ihren Lebensfunctionen gehindert schien.
Journal de Conchyl. 24 p. 242,
Clessin fand bei Helix ammonis Schm. an dem vollkommen
durchsichtigen Deckel einen runden, weisskalkigen undurchsichtigen
Flecken, welcher der Mündung des Athemloches entspricht. Nachrichts-
blatt p. 56.
Gloyne erklärt einige Europäische Heliciden für identisch.
Azeca Nouletiana Dupuy und Azeca Mabilleaua Fagot==A. tridens
Pult.; Clausilia nigricans Pult., Reboudii Dupuy, ebietina Dupuy ==
Gl. rugosa Drap,, Caecilianella Liesvillei Bourg. und anglica Bourg.
= C. acicula Müll. u. s. w. Quarterly Journal of Conchology I.
p, 133.
Fischer Journal de Conchyl. 24 p. 94 erklärt Helix asturica
Pfr. für identisch mit Helix Buvinieri Michaud.
Schepman hält Helix mograbina Mor. und degenerans Mouss.,
die Kobelt in der Rossmässler'schen Iconographie für identisch er-
klärte, nach Untersuchung des Thieres doch für verschieden. Nach-
richtsblatt p. 135,
Koch bestätigt, dass bei Güstrow im Wallgarten ausschliess-
lich Helix hortensis, im 100 Schritte davon entfernten Logengarten
nur H. nemoralis zu finden sei. Zwischen beiden liegt ein Gärtchen,
in welchem sich beide Formen vermischten, Archiv des Vereins in
Mecklenburg 30 p. 294.
Clessin hat Helix tenuilabris Braun lebend in Bayern ge-
funden. Nachrichtsblatt p. 67.
Sheriff Tye zeigt das Vorkommen von Cochlicopa tridens
Var. crystallina Dupuy in der Nähe von Birmingham an, Quarterly
Journal of Conchology I. p. 7.
Mazyck fand Helix terrestris Chemn. in Charleston, und gab
eine Abbildung des Gebisses. Proc. Philadelphia 1876 p. 127.
Ueber die Verbreitung von Helix pulchella in Nordamerika
schrieb Hemphill. Quarterly Journal of Conchology I, p. 128.
Neue Arten: Helix Sganziniana Crosse et Fischer Journ. de
Conchyl. 24 p. 167 von Madagaskar, zwischen lanx und sepulcralis
in der Mitte. — H. finitima, conopsis und maroccana Morelet Journ.
de Conchyl. 24 p. 374 aus Marocco. — H. Princei, Pinnochi, Bar-
kasi und Clayi Liardet Proc. zool. soc, p, 100 pl. 5 fig. 4 — 7 von
Taviuni, Fidschi. — H. beatrix, Eamsdeni, Moreshyi und rJioda An-
gas ib. p. 265 pl. 20. H. Moresbyi ist von Queensland, die übrigen
von den Salomonsinseln. — H. malantensis von den Salomonsinseln,
Gomrei von Neu-Guinea, Bohülardii von Madagascar, Teneriffensis
204 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
von Madagascar, Eyrei aus Centralaustralien, Adams und Angas ib.
p. 488 pl. 47. — H. papüliformis, Nipponensis Kobelt Jahrbücher
D. Malak. Ges. III. p. 30 Taf. I Fig. 1, 2 von Nippon. Dabei sind
auch fig. 3 zwei Varietäten von Helix peliomphala abgebildet. —
H. distans, Dirphica und Clialcidica Blanc ib. p. 338 Taf. 12 Fig. 1,
2, 3 aus Griechenland. — H. Richardsonii und millestriata Edgar
Smith Erebus et Terror p. 2 pl. 4 fig. 14 und Fig. 5 von der Du-
puch-Insel an der Westküste Australiens. — H. Goodwinn Edgar
Smith Quarterly Journal of Conchology I. p. 119 von Cobe in Japan.
Helix (Charopä) nupera Brazier Proc. N. S. Wales I. p. 18
von Südwestaustralien.
Helix (Triodopsis) Van Nostrandi Bland Annais Lyceum New-
York XI p. 200 aus Südcarolina.
Helix {Misodon) Wetlierhyi Bland Annais Lyceum New -York
X p. 3ßl aus Kentucky.
Helix (Fruticola) septemgyrata Mousson Journ. de Conchyl. 24
p. 29 pl. 2 fig. 2 von Kera.
Helix {Dorcasia) BlackalU Brazier Proc. Linn. Soc. New-South-
Wales L p. 1 von Queensland.
Helix (Äglaja) Yocotulana Döring Boletin de Cordoba p. 445 ;
Nachrichtsblatt p. 4 von der Sierra de Belen.
Helix [Epiphragmopliora) Hieronymi Döring ib. p. 447 ; Nach-
richtsbl. p. 5 von Quebrada del Tala. H. Guyana Döring ib.
Als Fortsetzung der Betrachtungen der Campylaeen Ober-
italiens (vergl. vorj. Ber. p. 126) liess Kobelt, Jahrb. D. Mal.
Ges. IIL p. 344 die Gruppen von Helix cingulata und frigida folgen.
Eine neue Art,
Brusina beschrieb einige seltene Arten aus der Gruppe der
Campylaeen aus Dalmatien und Croatien, nämlich C stenomphala
Menke, denudata Rossm., denudata Ziegl., die er imberbis nennt,
praetextaParr., lutescens Kutschig, crinita Sandri, J5n(smae Stossich.
Bollet. Soc. Malac. Italiana 1876.
Helix (Campylaea) Appeliana Mousson Journ. de Conchyl. 24
p. 32 pl. 2 fig. 3 aus dem Caucasus.
Helix (Macularia) ghilanica Mousson Journ. de Conchyl. 24
p. 33 pl, 2 fig. 4 aus Persien.
Helix {Trichia) Stuxbergi Westerlund Nachrichtsblatt p. 98
aus Sibirien.
Helix {Eulota) NordensUöldi Westerlund Nachrichtsblatt p. 97
aus Sibirien.
Helix (Plagioptycha) Sargenti Bland Annais Lyceum New-York
XI. p. 79 von den Bahamas.
Helix (Planispira) delibrata Bs. Var, fasciata Godwin Austen
Journal Asiatic Soc. of Bengal 44 p. 1 pl. I fig. 1. vom westlichen
Khasigebirge.
der Mollusken während des Jahres 1876. 205
Helix (Hadra) Bayensis Brazier Proc. N. S. Wales I. p. 2 von
Queensland. — H. rufofasciata von Südaustralien und Cookensis von
Nordostaustralien Brazier ib. p. 17.
Helix (GeotrocJius) Brenclüeyi Brazier Proc. N. S. Wales I. p.
3 von den Salomonsinseln.
Helix (Corasia) Wisemani Brazier Proc. N. S. AVales I. p. 3
von den Salomonsinseln.
Schmeltz erklärt auf Grund der Vergleichung sehr zahl-
reicher Exemplare den Bulimus Koroensis Garret und den B. Kan-
taruensis Crosse für identisch, und wählt für die Art den ersteren
Namen, da sie auf Kantavu gar nicht vorkommt. Verhandl. des
Vereins für naturw. Unterhaltung zu Hamburg II. p. 215.
Morelet hält die Identität seines Bulimus Semannei (1875)
mit B. Bourguiguati Letourneux 1870 für möglich, und bildet die
Art ab. Journ. de Conchyl. 24 p. 160 pl. 4 fig. 7.
Bulimus {Fjumecostylus) Macfarlandi Brazier Proc. N. S. Wales
I. p. 4 von den Salomonsinseln.
Bulimus (Odontostomus) multi'plicatus, Olainensis, Biojanus,
subsexdentatus, Martensü, macidosus, profundidens, tumulorum, Pu-
caranus und PhiUppii Döring Boletin de Cordoba p. 452; Nachrichts-
blatt p. 5 von Cordoba.
Aus der Gruppe Borus in der Gattung Bulimus unterscheidet
v. Martens 23 Arten und versucht ihre gegenseitige Verwandt-
schaft darzulegen. Er hat die Skulptur der ersten Windungen als
guten Charakter für die Reihenfolge benutzt. Er bringt sie in fol-
gende Uebersicht: J. Dichtstehende, scharf ausgeprägte Rippchen
auf den obersten Windungen. -\- Mundsaum weiss oder aussen blass-
gelb, a. Mündung trapezoidiscb. verhältnissmässig kurz, Bulimus
Topelairianus Nyst, maximus Sow., Huascari Tschudi. b. Mündung
mehr birnförmig, Dimensionen kleiner, ßul. Santae crucis Orb., la-
cunosus Orb. Matthews! Orb., Dürfeldti Dohrn, Castelnaui Hupe.
-f+ Mundsaum rosenroth, Bul. granulosus Rang. II. Weitläufigere
faltenartige Sculptur auf den obersten Windungen, a. Schale konisch-
eiförmig, matt, nicht gekörnelt, Mundsaum weisslich, Bul. Valen-
ciennesi Pfr,, proximus Sow., accelerans Martens. b. Schale elliptisch,
glänzend, Mundsaum weiss oder roth, Bul. intercedens Martens,
ovatus Müll. c. Schale gekörnelt, Mundsaum rosenroth, ßul, Bronni
Pfr. III. Feine dichtgedrängte Rippenstreifen auf den obersten Win-
dungen, Bul, oblongus Müll., Lichtensteini Alb , auritus Sow. IV.
Grosse Kerben an der Naht der oberen Windungen, Bul. rosaceus,
King, crenuiatus Pfr., pachychilus Pfr, V. Nur feine Streifung auf
den obersten Windungen, Bul. lutescens King, globosus Martens.
Pfeiffer Novitates eonchologieae V. p. 1.
Bulimus (Prosopeas) Boepstorfl Mörch Journ. de Conchyl. 24
p. 358 von den Nicobaren.
206 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Buliminus (Petraeus) hrevior Mousson Journ. de Conchyl. 24
p. 34 pl, 2 fig. 5 und p. 139 vom oberen Araxes. — B. Oxianus
Härtens Jahrb. D. Mal. Ges. III. p. 335 Taf. 12. Fig. 8. vom Nord-
abhang des Balkan, nahe der ehemaligen Mündung des Oxus.
Bland machte Bemerkungen über die Classification der Achati-
nellen, und theilt die Eintheilung von Gulick mit, in welcher zwei
Gruppen unterschieden werden : Baumgattungen mit 7, und Erd-
gattungen 3 Gattungen. Annais Lyceum New-York XI. p'. 191.
Crosse Hess einige früher (1870) beschriebene Achatinellen
in Journ. de Conchyl. p. 95 auf pl. 3 und 4 abbilden, nämlich Lep-
tachatina turgidula, costulosa, balteata, tenebrosa, laevis, antiqua,
Amastra sphaerica und rugulosa.
Achatina (Glessula) Senator und isis Hanley Proc. zool. soc.
1875 p. 606 aus dem südlichen Indien.
Glessula orthoceras vom Khasigebirge, iUustris vom nördlichen
Cachargebirge, Burrailensis und Butleri vom westlichen Burrailge-
birge Godwin Austen Journal Asiat. Soc. of Bengal 44 p. 2 pl. I.
fig. 4-7.
Boog Watson bildete aus den Achatinen eine neue Gattung
Lovea, die sich zu Achatina verhält wie Arion zu Limax, und wie
Nanina zu Helix. Der Mantel dehnt sich rundum über den Rand
der Apertur aus; er breitet sich dünn über die Aussenseite der Schale
aus und erstreckt sich wie eine Zunge hinter der Hinterecke der
Apertur nach hinten; der Schwanz trägt eine Schleimdrüse und ist
abgestutzt. Dahin Achatina melampoides, tornatellina, triticea und
oryza Lowe. L. tornatellina ist in Holzschnitt nebst Kiefer und
Radula abgebildet. Proc. zool. soc. 1875 p. 677.
Achatina pulchella v. Martens Berliner Monatsber. p. 258 Taf.
3 Fig. 1 und 2 von Bonjongo im Camerun-Gebirge.
Crosse lieferte eine Monographie der Gattung Rhodea, deren
generische Bedeutung er anerkennt, über deren verwandtschaftliche
Stellung er jedoch nicht zu einer bestimmten Ansicht gekommen ist.
Er giebt eine vervollständigte Gattungsdiagnose : Testa pone colu-
mellam imperforata, sed ante, in loco axis longitudinalis, profunde
umbilicata, cylindraceo-turrita, parum crassa, subtranslucida, oblique
striata, sub epidermide tenui, plus minusve decidua, corneo-lutescenta,
albida; spira elongata, polygyrata, apice rotundato, obtusulo; sutura
in anfractibus superis linearis, in sequentibus magis ac magis im-
pressa, mox funiculiformis ; anfractus numerosi, primi convexiusculi,
sequentes planati, ultiraus spira multo minor, carina valida, promi-
nula circumdatus, infra carinam excavatus; apertura subobliqua,
triangularis ; peristoma (in adultis speciminibus) continuum, mar-
ginibus junctis, parietali appresso, columellari arcuato, dilatato, basin
attingente, truncaturam simulante , cum basali angulum formante,
supra valide torto, spiraliter circumvoluto , basali subhorizontali,
der Mollusken während des Jahres 1876. 207
alterum angulum cum externo formante. Es werden dann drei Arten
ausführlich beschrieben: Bh. Pfeifferi (Achatina californica Pfr.),
Rh. gigantea Mousson und Rh. Wallisiana Dohrn, alle aus Neu-
Granada. Journal de Conchyliologie 24. p. 5.
Stenogyra (Opeas) octomüa Weinland Malak. Bl. 23 p. 171 und
232 Taf. 2 Fig. 7, 8 von Haiti. — St. retifera, oleata, pileata v. Här-
tens Berliner Monatsber. p. 260 von Westafrica, alle abgebildet.
Macroceramus Swifti von den Bahamas und Klatteanus von
Haiti Bland Annais Lyceum New-York XI. p. 83.
Streptostyla Sargi Crosse et Fischer (1875) ist Journal de
Conchyl. 24 p. 884 pl. 11 fig. 1 abgebildet.
Balea variegata A. Adams ist von Kobelt Jahrbücher D.
Malak. Ges. HI. p. 34 Taf. 1 Fig. 5 abgebildet.
Otto Semper hat bisher bei Hamburg- Altona nur Clausilia
laminata Mont., biplicata Mont. und nigricans Pult, gefunden. Er
führt die sechs von Thorey als vorkommend bezeichneten Arten auf
diese zurück. Verhandl. Vereins für naturw. Unterhaltung zu Ham-
burg n. p. 246.
Clausilia (Älinda) fusorium Mousson und Gl. (Marpessa) Baddei
Sievers Journ. de Conchyl. 24 p. 41 pl. 2 fig. 8 und pl. 4 fig. 3,
erstere von Ssori im Gouvernement Koutais, letztere vom Berg
Schambobel, 6000'. — Gl. (Mentissa) acuminata und Gl. {Älinda)
griseo-fusca Mousson ib. p. 144 pl. 5 fig. 4 und 3 von Tabizhuri. —
Gl. acrolepta v. Martens Nachrichtsblatt p. 90. — Gl. ducalis Kobelt
Jahrbücher D. Malak. Ges. III. p. 152 Taf. 5 Fig. 7. Daselbst ist
auch eine Varietät von Cl. Reiniana Taf. 5 Fig. 8 abgebildet. —
Gl. nipponensis Kobelt ib. p. 275 Taf. 8 Fig. 3, — Cl. Bland, Thehana,
osculans und Messenica Martens ib. p. 340 Taf. 12 Fig. 4 — 7 aus
Griechenland. — Cl. platydera, interlamellaris und validiuscula Mar-
tens ib. p. 362 von Japan. — Cl. acrolepta Martens ib. p. 370 aus
Transkaukasien. — Gl. hilabrata und Köbensis Edgar Smith Quarterly
Jonrnal of Conchology I. p. 120 von Cobe in Japan.
Gloyne gab eine Notiz über die Gattung Cylindrella Pfr.
Quarterly Journal of Conchology I. p. 51.
Cylindrella (Gongylostoma) polygyrella v. Martens Jahrb. D.
Malak. Ges. III. p. 261 Taf. 9 Fig. 8 von Guatemala. — C innata
und Kraussiana Weinland Malak. Bl. p. 170 und 230 Taf. 2 Fig. 1,
2 und 3, 4 von Haiti.
Bupilla alticola Ingersoll Annual Report ü. S. geol. Survey
1. c. p. 390 aus Colorado, in Holzschnitt abgebildet. — P. interrupta
Reinhardt Jahrb. D, Mal. Ges. III, p. 367 aus Transkaukasien.
Pupa {Pupilla) superstructa und micula Mousson Journ, de
Conchyl. 24 p. 37 pl. 2 fig. 7, erstere von Lailasch im Gouvernement
Koutais, letztere von Mahmoutli. — P. Baillensi Dupuy Revue agri-
208 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
cole et horticole du Gers 1873 aus den Pyrenäen, war in dem da-
maligen Bericht von mir übersehen. Vergl. Journ. de Conchyl. 24
p. 121. — P. muscorum Var. Lundströmi Westerlund Nachrichts-
blatt -p. 98 aus Sibirien. — P. (Vertigo) arctica Var. extima Wester-
lund ib. p. 99. — P. (Vertigo) JRossiteri Brazier Proc. N. S. Wales
I. p. 18 von New South Wales.
Vertigo (Isthmia) clavella Reinhardt Jahrb. D. Mal. Ges. III.
p. 368 aus Transkaukasien.
Ennea Bupuymia Crosse Journ. de Conchyl. 24 p. 167 von
den Coraoren. Ist p. 387 pl. 11 fig. 2 abgebildet. — E. quadri-
dentata und Comorensis v. Martens Jahrb. 1). Malak. Ges. III. p.25I
Taf. 9 Fig. 4, 5 von den Comoren. — E. stylodon, conica, mucronata,
Bucliholzi, trigonostoma, complicata, columellaris, cavidens v. Martens
Berliner Monatsber. p. 263 von Bonjongo inCamerun; alle abgebildet.
Chondrus diffusus Mousson Journ. de Conchyl. 24 p. 36 pl. 2
fig. 6 vom Araxes. — Ch. tricolUs Mousson ib. p. 141 pl. V. Fig. 2
von Azhuz im Thal des Kura.
Streptaxis (Scolodonta) Semperi Döring Boletin de Cordoba IV.
p. 436; Nachrichtsblatt p. 4 von Cordoba. Verf. zerfällt die Gattung
Streptaxis in drei Gruppen, deren erste, wohin obige neue Art ge-
hört, Scolodonta gena.nnt wird. Von ihrem Gebiss heisst es: Dentes
laterales radulae subaequales, non hamati, cultriformes, basi petiolati,
in lineis utrinque obliquis dispositi, paulum flexuosi, seriei medianae
parvi, subrhomboidales.
W. T. Blanford erklärt die Gattungen Coelostele Benson und
Francesia Paladilhe für identisch. Coelostele scalaris Benson war
1864 beschrieben, nachdem sie als Carychium scalare versandt war;
Trancesia (Annali del Museo civico di Genova 1872) wurde zu den
Limnaeen gestellt. Verf. vermuthet, sie möchten in die Nähe von
Ennea, Streptaxis und Streptostele gehören. Proc. Asiatic Soc. of
Bengal 1875 p. 138; Journal Asiat. Soc. of Bengal 44 p. 41.
Streptostele Buchliolzi v. Martens Berliner Monatsber. p. 262
Taf. 3 fig. 16, 17 von Bonjongo in Camerun.
Shepman hat die Verschiedenheit der Arten Succinea putris
und Pfeifferi, an der man neuerlich mehrfach gezweifelt hatte, nach-
gewiesen, indem er auch an den Genitalien Difi'erenzen fand. Tijd-
schrift der nederlandsche dierkundige vereeniging II. p. 248 pl. 14
fig. 17—20.
Succinea turgida Westerlund Nachrichtsblatt p. 99 aus Sibirien.
— S. labiosa Phil. Var. Cornea, Bosarinensis und porrecta Döring
Boletin de Cordova I. p. 74 aus der Argentinischen Republik.
Maze hat Amphibulima patula Brug. auf der Insel Marie-
Galante wieder aufgefunden. Sie kann mehrere Stunden unter Wasser
verweilen und ernährt sich ausschliesslich von Vegetabilien. Journ.
der Mollusken während des Jahres 1876. 209
de Couchyl. 24 p, 394. — Ä. Bawsonis Bland Annais Lyceum New-
York XI. p. 199 von Westindien.
Omalonyx patera Döring Boletin de Cordoba I. p. 67 aus der
Argentinischen Republik,
Vitrinidae. Nanina taviunietisis, vitrinina und Bamsayi Liardet
Proc. zool. soc. p. 99 pl. 5 fig. 1 — 3 von der Insel Taviuni, Fidschi.
— JV. atricolor vom Cachargebirge und Shisha vom Khasigebirge
Godwin-Austen Journal Asiatic Soc. of Bengal 44 p. 2 pl. I. fig. 2, 3.
Helicarion Shülongense nebst einer Varietät, H. brunneum,
Nagaense und Farmarion? rubrum, Godwin-Austen aus Bengalen.
Er bildete dabei auch Helicarion solidum Godwin Austen (1872) und
Helicarion gigas Benson ab, welche zuerst von Benson als Vitrina
beschrieben worden ist. Journal Asiatic Soc. of Bengal 44 p. 4 pl.
II und III. — Helicarion Sieversi Mousson Journ. de Conchyl. 24
p. 137 pl. 5 fig. 1 von Tabizhnri. — H. semimembranaceus und
plicatulus v. Marteus Berliner Monatsber. p. 253 von Westafrica.
Helix (Thalassia) Gayndahensis Brazier Proc. N. S. Wales I.
p. 2 von Queensland.
Nanina (Botularia) Boepstorß Mörch Journ. de Conchyl. 24
p. 354 von den Nicobaren.
Nanina (Videna) iopharynx Mörch Journ. de Conchyl. 24
p. 356 von den Nicobaren.
Trochonanina tumidula und percarinata v. Martens Berliner
Monatsber. p. 256.
Jentink schrieb eine Dissertation über die Systematik und
die Generationsorgane der nackten Pulmonaten Leiden 1875. 68 S.
mit 2 Tafeln.
Malm bestimmte die Arioniden und Limaciniden des zoolo-
gischen Reichsmuseums in Stockholm, namentlich die von Smitt und
Engdahl auf den Azoren gesammelten, und einige Arten aus dem
nördlichsten Skandinavien. Er führt an a. von den Azoren: Prolepis
fuscus, Milax gagates, Agriolimax agrestis mit 7 Varietäten; b. aus
Skandinavien: Lochea atra, alba, Prolepis fuscus und hortensis,
Euiimax maximus und cinereo-niger, Malacolimax tenellus, Agrio-
limax agrestis und Lehmannia marginata. Öfversigt kongl. Vetensk.
Akad. Förhandlingar I p. 73.
Leydig unterscheidet in seiner Abhandlung über die Haut-
decke der Gastropoden 4 Arion und 10 Limax, unter denen eine
Art Limax gracilis von Tübingen und Würzburg neu. Archiv für
Naturgesch. p. 209.
Limax montanus und castaneus Ingersoll Annual Report ü. S.
geol. Survey l, c. p. 394 aus Colorado. Die Zungenbewaffuung ist
im Holzschnitt abgebildet. — L. hyperboreus Westerlund Nachrichts-
blatt p. 97 aus Sibirien.
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. 0
21Ö Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ägriolimax meridionalis Döring Boletin de Cordoba p. 434;
Nachrichtsblatt p. 3 von Cordoba.
Ariolimax Hemphilli Binney Annais Lyceum New-York XI.
p. 181 aus Californien.
Urocyclus Buchliolzi v. Martens Berliner Monatsber. p. 269
Taf. 5 Fig. 1 von Aburi. Westafrica.
Zonitidae. Zonites Lansingi und Stearnsii Bland Annais Lyceum
New-York XL p. 74 von Oregon, mit Holzschnitt-Abbildungen der
Schalen und des Gebisses.
Hyalina (MesompMx) semisculpta Mousson Journ. de Conchyl.
24 p. 26 pl. 2 fig. 1 vom Persischen Ufer des Kaspischen Meeres.
Helix [Sagdinella) microtrochus Mörch Journ. de Conchyl. 24
p. 358 von den Nicobaren.
Testacellidae. Helix (Bhytida) Langleyana Brazier Proc. N.
S. Wales L p. 18 von Tasmania.
Streb el zerlegt die Gattung Glandina in 16 Gruppen, haupt-
sächlich unter Benutzung der Embryonalwindungen. Als neue Arten
sind beschrieben Glandina cognata und radiata von Tehuantepec,
lucida von Neu-Granada, tenella von Veracruz, pseudoturris aus Ju-
quila in Oajaca. Beitrag zur Kenntn. der mexicanischen Land- und
Süsswasser-Conchylien 1, c.
GUndina Cleriei Weinland Malak. Bl. p. 170 und 231 Taf. 2
fig. 5, 6 von Haiti.
Veronicellidae. Veronicella pleuroprocta v. Martens Berliner
Monatsber. p. 268 Taf. 5 fig. 2—5.
Vaginula rodericensis Edgar Smith Annais nat- bist. 17 p. 405
von Rodriguez.
Auricalacea. Auricula Beiniana Kobelt Jahrbücher D. Malak.
Ges. III. p. 151 Taf. 5 fig. 3—6 von Nippon.
Limnaeacea. Skutsberg hat in der Höhe von Cap Schaitanskoi
eine Physa entdeckt. Dies ist der nördlichste Punkt, wo bisher
Süsswassermollusken gefunden sind. Journ. de Conchyl. 24 p. 135.
Physa (Aplexa) hypnorum Yar. polaris und Ph. {Isidora) sibirica
Westerlund Nachrichtsblatt p. 100 aus Sibirien.
Strebel bildete eine Reihe von Abnormitäten von Limnophysa
palustris und Limnaea stagnalis auf zwei Tafeln ab. Yerhandl.
Vereins naturw. Unterhaltung zu Hamburg IL p. 267.
Planorbis Mauritianus Morelet Journ. de Conchyl. 24 p. 91
pl. III. Fig. 7 von Mauritius — PI. infraliratus Westerlund Nach-
richtsblatt p. 101 aus Sibirien. — PI Weinlandi Pfeifi'er Malak.
Bl. 23 p. 172 und 232 Taf. 2 fig. 2—11 von Haiti. — PI. meridio-
nalis Brazier Proc. N. S. Wales I. p. 20 von Tasmania.
Planorbis Bavayi Crosse (1875) ist Journ. de Conchyl. 24 p. 388
pl. 11 fig. 3 abgebildet.
der Mollusken während des Jahres 1876. 211
G redler erklärt den von Westerlund beschriebenen Planorbis
centrogyratus aus Tirol für ein überreifes Individuum von PI. rotun-
datus. Nachrichtsblatt p. 19. — Derselbe widerruft dies ib. p. 76
in einem an Westerlund gerichteten Briefe.
Clessin machte Bemerkungen über die deutschen Arten des
Genus Planorbis Guett. Er bespricht die Gruppen PI. vorticulus
Trosch. und charteus Held, vortex L.. contortus L. und dispar West.
Jahrbücher D. Malak. Ges. IIL p. 262.
Helisoma plexata Ingersoll Annual report ü- S. geol. Survey
1. c. p. 402 aus Colorado, in Holzschnitt abgebildet.
Carinifex Ponsonbii Edgar Smith Proc. zool. soc. 1875 p. 536
aus Californien. Die Holzschnitt-Abbildung ist offenbar mit der auf
p. 539 als Diala leithii gegebenen verwechselt,
Referent äusserte sich über das Athmen der Limnaeen, in
welchem v. Siebold nach den Beobachtungen Forel's ein Anpassungs-
vermögen sieht (vergl. vorj. Ber. p. 133). Er machte darauf auf-
merksam, dass nach seinen Beobachtungen die Limnaeen im W^inter
gar nicht an die Oberfläche kommen, und ist der Meinung, dass
dann die Athmung überhaupt auf ein Minimum zurückgedrängt sei.
Sitzungsber. der Niederrheinischen Ges. in Bonn p. 30.
Limnaea Goodwinii Edgar Smith Quarterly Journal of Concho-
logy I. p. 125 von Yokohama.
Issel zeigt an, dass in dem kleinen See Alice in Piemont
Limnaea palustris, auricularia und peregra mit Binden auf der letzten
Windung vorkommen. Bullettino Soc. malac. Italiana IL p. 50.
Notobraiichiata.
H. V. Jhering lieferte eine anatomische Untersuchung von
Tethys leporina, woran er einen Beitrag zur Phylogenie der Gastero-
poden anschloss. Es ergiebt sich ihm durch die Verschiedenheit des
Nervensystems die Unhaltbarkeit einer Vereinigung von Tethys mit
den übrigen Nudibranchiern. Aus der Beschreibung des Darmtractus
ist hervorzuheben, dass die eigenthümlichen Anhänge, welche vielfach
als Parasiten beschrieben sind (Phoenicurus varius Rudoiphi, Ver-
tumnus tethidicola Otto), Lebergänge, die Verf. Bergg'sche Leber-
schläuche zu nennen vorschlägt, in sich aufnehmen. Er vergleicht
sie den Rückenpapillen der Eolidier. Beim Geschlechtsapparat be-
schreibt Verf ein eigenthümliches Organ, das er „Penistasche'' nennt.
Dass der männliche Saame, welcher in den weiteren Kanal, Eileiter,
dringt, zu Grunde geht, oder erst durch die Prostata befruchtungs-
fähig wird, benutzt Verf. zur Erklärung, dass die Zwitterschnecken
sich nicht selbst befruchten können, wenn nicht etwa eine Selbst-
begattung stattfände. Nachdem dann ferner noch die Niere und die
Ontogenie von Tethys beschrieben ist, wendet sich Verf. zu der
Phylogenie der Gasteropoden. Er verwirft mit Nachdruck die Ver-
wendung der Ontogenie für die Ermittelung der Phylogenie, viel-
212 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
mehr seien die entscheidenden Kriterien der Homologien der ver-
gleichenden Anatomie zu entlehnen. Uebrigens sieht er die Proso-
branchicr als ein von den Giiederwürmcrn abstammendes Phylum
an, das er Arthrocochlides nennt, wohin auch die Pulmonaten ge-
hören; dagegen sollen die Opisthobranchier von den Plattwürmern
ihren Ursprung haben, und werden daher Platycochlides genannt.
Innerhalb der Letzteren wird Tethys nebst den übrigen Platycoch-
liden mit einfacher Protoganglienmasse als erste Unterabtheilung
allen übrigen dahin gehörigen Schnecken entgegengestellt. Morphol-
Jahrbuch II. p. 27.
Dorididae. Calycidoris n. gen. Abraham Annais nat. bist.
18 p. 132. Corpus subdepressum, pallium ultra caput et pedem ex-
tensum, papillis gracilibus obtectum, tentacula dorsalia laminata
intra foramina retractilia, branchiae simplices, laminatae, in cavitatem
subretractiles, anum circumdantes, medialiter in dorso postico positae,
tentacula labialia in velum conjuncta, lingua angusta ordinem unci-
norum unum undique in longum exhibens. C. Gimtlieri pl.VI fig. 1.
Vaterland unbekannt.
Hexäbranchus pellucidulus unbekannten Fundortes und suezensis
aus dem Rothen Meere Abraham Annais nat, bist. 18 p. 136 pl. 6
fig. 2, 3.
Plocamopherus naevatus Abraham Annais nat. bist. 18. p. 139
pl. 6 fig. 4. Von Neu-Südwales.
Fischer beschreibt als neue Art Ceratosoma cdledonicum und
fügt eine Aufzählung der bis jetzt bekannten 4 Arten dieser Gattung
bei. Die Gattung stellt er in die Familie der Polyceriden. Journ.
de Conchyl. 24 p. 91. — C. tenue, brevicaudatum und öblongum
Abraham Annais nat. bist. 18 p. 141 pl. 7 fig. 5, 6, 7. Die beiden
letzteren von Australien.
Treveiyana concinna Abraham Annais nat bist. 18 p. 145 pl. 7
fig. 8 von Suez.
Aeolidiae. Von Bergh erhielten wir einen vierten Beitrag
zur Kenntniss der Aeolidiaden in den Verhandl. der k. k. zool. Ges.
in Wien p. 737. Verf. handelt hier zunächst über die Phyllobranchi-
den, die er charakterisirt, und die in den äusseren Formverhält-
nissen sich noch sehr den Aeolidiaden nähern. Dahin gehören die
Gattungen Phyllobranchus Alder Hancock (= Polj'braBchia Pease
und Lobifera Pease) mit 5 Arten, Cyerce Bergh mit 2 und Caliphylla
da Costa (= Beccaria Trinchese) mit 2 Arten. Caliphylla raedi-
terranea Costa und Cyerce nigra Semper (Lobifera nigricans Pease)
werden dann ausführlicher beschrieben — Ferner zeigt Verf., dass
■ die Gattung Facelina Aid. Hancock und Acanthopsole Trinchese
identisch sind, da die eigenthümliche Penis-Bewaffnung. auf Grund
deren Trinchese seine Gattung Acanthopsole gründete, auch bei den
anderen Arten von Facelina vorhanden ist. Facelina gigas und
der Mollusken während des Jahres 1876. 213
Drnmmondi werden beschrieben. Endlich wnrd Spurilla ncapolitana
näher erörtert. Vier zugehörige Tafeln erläutern die anatomischen
Verhältnisse.
Äcera. Lacaze-Duthiers hat von Philine aperta ermittelt,
dass Doppel-Missgeburteu durch das Verschmelzen zweier Eier ent-
stehen, und dass dies durch ein Uebereilen beim Ablegen der Eier
hervorgebracht wird, indem dann leicht zwei Eier in eine Hülse
kommen. Archives de Zoologie experimentale IV. p. 483 —492.
Hy pobr an cb lata .
PleurophyllidiadaCw Bergh veröffentlichte Malak. Bl. 23 p. 1
Neue Beiträge zur Kenntniss der Pleurophyllidien. Der Conspectus
Pleurophyllidiarum mit 19 Arten Pleurophyllidia, 3 Linguella und
1 Camarga. Als neu werden beschrieben Pleurophyllidia Vancou-
verensis von der Vancouver-Insel Taf. I. fig. 8 — 17 und cygnea von
Swan River fig. 1—7.
Pteropoda.
Die bereits im vorj. Bericht p. 138 erwähnte Abhandlung von
Fol über die Entwickelung der Pteropoden ist in Archives de Zoo-
logie experimentale IV. p. 1—214 mit 10 Tafeln erschienen. Wir
heben aus den Resultaten, die Verf. am Schluss zusammenstellt, her-
vor. Das Resultat der Furchung ist die Entwickelung einer Nahrungs-
hälfte, die aus drei grossen Kugeln besteht, und einer Bildungshälfte,
die aus transparenten Kügelchen besteht. Die Nahrungszellen theilen
sich dann, bringen eine oberflächliche Schicht kleiner Zellen hervor,
welche die drei grossen Nahrungskugeln einhüllen und das Ectoderm
bilden. Die vierte der grossen centralen Kugeln besteht nur aus
Protoplasma, theilt sich vollständig und giebt Veranlassung zu einer
Verdickung der Ectoderma-Schicht. Diese Gegend entspricht dem
unteren Ende der Larve. Die Linie, in welcher die drei Nahrungs-
kugeln zusammentreffen, fällt mit der oral- aboralen Achse zusammen.
— Die Verdauungshöhle bildet sich durch einfache Differenzirung
der Nahrungszellenmasse. Es entsteht eine geschlossene dreilappige
Höhle. Aus dem mittleren Lappen entsteht der Nahrungskanal. Die
Entwickelung desselben entspricht Punct für Punct der der Rotiferen.
— Die Larven bedecken sich niemals mit einem zusammenhängen-
den Flimmerüberzuge. Die ersten Flimmern sind motorische, sie
stehen ringförmig in kleinen Büscheln um den Mund. Das Segel
ist mit verästelten Muskelfasern versehen, und ist rein transitorisch.
— Der Fuss entsteht aus einer Verdickung des Ectoderms; er theilt
sich in einen mittleren und zwei seitliche Lappen, die zu den Flossen
werden. — Die Mantelhöhle bildet sich durch Einsenknng des Ecto-
derms zwischen dem Schaleurande und dem Halse der Larve, immer
rechts vom After. — Die Pteropodenlarven haben zwei contractile
214 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Sinus, einen am Fnss, den andern am Rücken, die jedoch denen des
Embryo von Limax nicht entsprechen. — Die Niere bildet sich aus
dem Ectoderm, das Herz aus einem Zellenhatifen des Mesoderms. —
Die Magenwände differenziren sich in zwei Schichten, eine äussere
Muskelschicht und eine innere Schleimschicht ; die letztere erzeugt
fünf Hornzähne. Die Nahrungssäcke, anfänglich zwei, verschmelzen
zu einem einzigen bei den Orthoconchen. Dieser Sack wird bei den
Hyalaeaceen schnell resorbirt, entwickelt sich dagegen bei den
Styliolaceen und Creseideen, wo er provisorisch die Rolle der Leber
zu spielen scheint. Er vermindert sich überall in dem Masse wie
die Leber sich entwickelt. Die Leber besteht aus kleinen Divertikeln
der Magenwand. — Die Otocysten bilden sich früh inmitten einer
Schicht, welche aus einer Spaltung des Ectoderms resultirt. Der
Otolith entsteht in der Wand der Blase und fällt später in ihre
Höhlung. — Dem Auftreten der Schale geht die Bildung einer Ein-
stülpung des Ectoderms vorher, ein wenig vor dem aboralen Pol;
sie w^endet sich um und auf dem so gebildeten Yorsprunge bildet
sich das erste Rudiment der Schale. — An diese Arbeit schliesst
sich eine Reclamation von Ray Lankester ib. p. 1 und deren Be-
antwortung von Fol p. XXXHL
Lamellibrancliiata.
Holm an Peck hat sich mit dem feineren Bau der Lamelli-
branchier beschäftigt. Er sieht die Kiemenblätter der ünioniden als
eine höher entwickelte Form an, welche von einem einfacheren An-
fange abstammt, in welchem die Kiemen nicht aus Blättern, sondern
aus einer Reihe nebeneinander liegender freien Filamente besteht,
wie bei Area und Mytilus. Diese hält er mit Lankester für genau
homolog mit den Tentakelfäden der Polyzoen und mit den Fila-
menten der Spiralen Lophophoren der Brachiopoden. Nach einer
Erläuterung der Kiemen im Allgemeinen beschreibt er dann den
Bau der Kiemenblätter bei Area, Mytilus, Anodonta und Dreissena
mit 4 Tafeln Abbildungen. Microscopical Journal XVU. p. 43—66.
Pectiuiforniia.
Ostreacea. Die vom englischen Parlament eingesetzte Com-
mission für die Erforschung der Ursachen der gegenwärtigen Ab-
nahme der Austern setzt als Hauptursache, dass bei dem gesteigerten
Bedarf und dem hohen Preise in Folge der Eisenbahnen, vielfach
unreife Austern versandt werden, die sich noch nicht vermehren
konnten. Nature XIV. p. 285.
Gerbe hat durch Untersuchungen festgestellt, dass die Austern
sich schon im ersten Jahre fortpflanzen. Er schliesst daraus, dass
das Bestehen eines Austernparks gar nicht von dem Vorhandensein
grosser Austern abhängig sei; denn obgleich die kleinen Austern von
der Mollusken während des Jahres 1876. 215
35 Mm, nur einen Kubiccentimeter Eier liefern, während Individuen
von 3 — 4 Jahren vier bis fünf Centimeter und mehr geben, so sei
doch ihr Product hinreichend zur Bevölkerung des Parkes. Verf.
glaubt auch, dass die Austern zweimal in einer Saison laichen, und
dass sie in bestimmten Zeiten laichen, die vielleicht mit den Mond-
phasen correspondiren. Revue et magasin de Zoologie p. 274.
Dabry de Thersant machte eine Mittheilung über die
Austernzucht in China. Die Austern kommen an allen Chinesischen
Küsten in zahlreichen Arten vor. Er führt einige seltsame Ansichten
der Chinesen über die Austern an, z. B. dass sie immer eine be-
stimmte Richtung in ihrer Lage hätten, im Norden seien sie immer
mit der Oeffnung nach Osten, im Süden nach Westen gerichtet; oder
dass sie alle männlich seien und könnten sich ohne Beihülfe des anderen
Geschlechts fortpflanzen u. dergl. Die Chinesen essen wenig frische
Austern, weil sie den Magen erkälten sollen; sie werden gekocht
oder getrocknet. The China Review. Honkoug 1876. IV. p. 38.
Pectinea. Pecten fragüis Jeffreys Annais nat, hist. 18 p, 424.
Nordsee.
Amussium lucidum Jeffreys Annais nat. hist. 18 p. 425. Nordsee
Lima subovata und gibba Jeffreys 18 p. 427 Nordsee. — L.
zedlandica Sowerby Proc. zool. soc. p. 754 pl. 75 fig. 1 von Neu-
seeland.
Arcacea. Area despecta Fischer Joarn. de Conchyl. 24 p. 238
pl. 8 fig. 1 von der Westküste Africas. — Ib. fig. 2 ist Area Bouvieri
(1874) abgebildet.
Nuculidae. Nucula perminima Monteserrato 1. c. von der Süd-
küste Siciliens. — N.reticulata Jeffreys Annais nat. hist. 18 p. 429
von Irland und Neufundland.
Leda pusttdosa, expansa, lata, sericea Jeffreys Annais nat. hist.
18 p. 430 aus der Nordsee.
Glomus n. gen. Jeffreys ib. p. 433. Schale fast sphärisch,
Knorpel innerlich länglich, Zähne klein und schief gestellt. Ansehen
von Pectunculus und Schloss wie Leda. Gl. nitens, Nordsee.
Limopsis tenella und cristata Jeffreys ib. p. 433, Nordsee.
Malletia cuneata Jeffreys ib. p. 435, Nordsee.
Trigoniidae. M'Coy hat in der Bass-Strasse ein lebendes
Exemplar von Trigonia acuticosta aufgefunden, eine Art, die er vor
einigen Jahren als fossil beschrieben hat. Annais nat. hist. 18 p. 273;
Journal de Conchyl. 24 p. 396.
liuciniforniia.
Aviculacea. Avicula fusco-purpurea Edgar Smith Annais nat.
hist. 17. p. 405 von Rodriguez.
In „Ceylon, a general description of the island, by an officer,
late of the Ceylon rifles, London 1876" ist IL p. 277—300 der Perl-
216 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
fischerei ein eignes Kapitel gewidmet. Es werden interessante No-
tizen beigebracht.
Najades. Rabl, üeber die Entwickhingsgeschichte der Maler-
muschel, eine Anwendung der Keimblätter-Theorie auf die Lamelli-
branchiaten, Verf. sucht den Nachweis zu liefern, dass auch bei
den Muscheln, wie bei allen Metazoen, die Keimblätter-Theorie an-
wendbar sei. Er schildert zunächst die Eifurchung, welche zur Bil-
dung der Blastosphaera, einer kugeligen, hohlen, einschichtigen Blase,
führt, deren Wand sich dann einstülpt. So besteht der Embryo aus
zwei Zellenschichten. Die äussere stellt das äussere Keimblatt oder
Ectoderm dar, die innere das innere Keimblatt oder Entoderm.
Zwischen beiden entsteht eine dritte Zellenschicht, das mittlere
Keimblatt oder Mesoderm. Darauf zieht Verf. drei Puncte in nähere
Betrachtung: 1. die Richtungsbläschen und ihre Bedeutung, 2. die
Eifurchung und ihr Verhältniss zu den anderen Arten inaequaler
Furchung, namentlich zu derjenigen der Gastropoden, 3. die Bil-
dungsweise und das Lagerungsverhältniss der Keimblätter. — Ueber
die weitere Entwickelung, die Bildung der Organe, bis zum Aus-
schlüpfen aus dem Ei giebt Verf. interessante Auskunft. Wir ver-
weisen auf die Schrift selbst. Jenaische Zeitschr. für Naturwissen-
schaft X, p. 310—393 mit drei Tafeln.
Flemming, Notiz zur Entwickelungsgeschichte der Najaden.
Er erkennt nun seine Vorderwulst als Entodermwulst, und sein
Mittelschild als Oralepithel an. Zeitchr. für wiss. Zoologen 26 p. 357.
Die Anodonta sind in Küster's Conchyliencabinet von No.
164 — 179 fortgeführt, dabei neu A. serpentina Südamerika, viridana
Mexico, angustata Südamerika, Kickxii Colbeau Belgien. — - Dann
schliesst sich an die Gattung Iridina Lam. mit 3 Arten. Dann wieder
Anodonta No. 180—188, neu Ä. undulifera aus dem nördlichen
China. Nun kommt Monocondj'laea d'Orb. mit 9 Arten, Columba
Lea mit 3 Arten, Microcondylaea Vest mit 10 Arten, Margaritana
beginnt mit 4 Arten.
Issel fand in den Anodonten des Sees Alice in Piemont häufig
Perlen. Die Arten bezeichnet er als A. cygnea L. und variabilis
Drap. Bullet. Soc. malac. Italiana II, p. 51.
Unio vidcanus Hanley Proc. zool. soc. 1875 p. 606 aus Birmah
oder Pegu. — U. Baudoni aus dem lac d'Ondres, Landes und U.
Morelcti lac de la Negresse, Basses-Pyrenees, Folin et Berillon Bull.
Soc. de Bayonne 1875.
Unio (Ärconaia) Delaportei Crosse et Fischer Journ. de Con-
chyl. 24 p. 327 pl. X fig. I und XI fig. 5 von Cambodja,
Pseudodon Harmandl Crosse et Fischer Journ. de Conchyl. 24
p, 331 pl. X fig. 2 von Cambodja. — Monocondylaea tumida Desh.
wird ib. p. 330 in Pseudodon Moreleti umgetauft.
der Mollusken während des Jahres 1876. 217
MytÜacea. Sabatier hat eine grössere Abhandlung über die
Anatomie des gewöhnlichen Mytilus edulis geschrieben. Die Musku-
latur, der Verdauungsapparat. Circulationsapparat, Niere oder Bo-
janus'sches Organ, Respirationsapparat bilden den Gegenstand der
abgehandelten Abschnitte. Eine Fortsetzung steht in Aussicht.
8 Tafeln. Memoires de l'Acad. de Montpellier VIII. p, 413—537.
Idas n. gen. Jeffreys Annais nat. bist. 18 p. 428, Schale quer
oblong, dünn, perimutterartig, Ligament äusserlich, kein Knorpel,
Schloss zahnlos, Schlossplatte crenulirt an beiden Seiten der Wirbel.
J. argenteus aus der Bay von Biscaya und Nordsee,
Solemyidae. Solemya Parkinsonii Edgar Smith Erebus and
Terror p. 6 pl. 3 fig. 1 von Neuseeland.
Galeommidae. Scintüla ebumea Mörch Journ. de Conchyl.
24 p. 373 von St. Thomas.
'Laseidae. KelUa symmetros Jeflfreys Annais nat. bist. 18 p. 491.
Nordsee.
Lucinacea. Lucina Schrammi Crosse Journ. de Conchyl. 24 p.
166 von Guadeloupe.
Äxinus incrassatus Jeffreys Annais nat. bist. 18 p. 492.
Nordsee.
Diplodonta lateralis Edgar Smith Annais nat. bist. 17. p. 405
von Rodriguez. — D. Torelli Jeffreys ib. 18 p. 493. Nordsee,
Spitzbergen.
Teneriformia,
Gardiacea. Gardium omatum Sowerby Proc. zool. soc. p. 755
pl. 75 fig. 2 von Hongkong.
Im Anschluss an seinen Aufsatz über Adacna, Monodacna ct.
(vergl, vorj. Ber. p. 140) geht nun W. v. Vest auf die Arten der Gat-
tungen ein. Zu Donacicardium Vest zählt er: D. donaciforme Schroet.
und australiense Reeve (Taf. 10 fig. 1), zu Didacna: D. trigonoides
Fall., crassa Eichw., zu Monodacna; M. caspia Eichw. (fig. 2). pseu-
docardia Desh., colorata Eichw. (fig. 3), edentula Pall., zu Adacna:
A. plicata Eichw., vitrea Eichw. (fig. 4) und laeviuscula Eichw.
(fig. 5). Zum Schluss fügt Verf. Betrachtungen über die wahrschein-
liche Entwickelungsweise der angeführten Cardiaceen hinzu.
Gycladea. Herrn, von Jhering schrieb einen Aufsatz über
die Ontogenie von Cyclas und die Homologie der Keimblätter bei
den Mollusken. Er bestätigt im Wesentlichen die älteren Angaben
von Leydig und Stepanoff über die Entwickelungsgescbichte von
Cyclas, stellt jedoch die Existenz eines Wassergefässsystems in Ab-
rede. Was Leydig für ins Innere führende Kanäle gehalten, seien
nur Furchen, äusserlich gelegene Rinnen auf dem Epithel des Fusses.
In Betreff des Verhaltens der Keimblätter äussert er die Hoffnung,
dass alle zu diesem Phylum gehörenden Glieder einen gemeinsamen
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. 0*
218 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Typus der Ontogenie zeigen, der sich so präcisiren lassen würde,
„dass die Furchung eine inaequale ist und die kleinen formativen
Zellen die grossen nutritiven umwachsen und von den so gebildeten
beiden primären Keimblättern wesentlich nur das äussere sich an
dem Aufbau des Körper betheiligt, indess das primäre Entoderm
ganz oder grossentheils der Resorption anheim fällt. Derselbe Ent-
wickelungsmodus scheint bei den Turbellarien, von denen die Pla-
tycochliden abzuleiten sind, allgemein verbreitet zu sein. Dagegen
sprechen alle bis jetzt bekannt gewordenen Beobachtungen über die
Ontogenie der Lamellibranchien dafür, dass bei ihnen zwar die
Furchung und die Keimblätteranlage in gleicher Weise wie bei den
Platycoehliden verläuft, aber das primäre Entoderm nie resorbirt
wird, sondern den gesammten Darmtractus mit seinen Annexen
liefert." Weiter möchte er Haeckel's Gastraeatheorie soweit modi-
ficiren, dass sie sich auch auf die Mollusken ausdehnen lässt; und
da die Embryonalform, die keinen nach aussen ofienen IJrdarm be-
sitzt, den Namen Gastrula nicht verdient, so belegt er diese bei den
Mollusken soweit verbreitete Embryonalform mit dem Namen „Le-
posphaera", mit Rücksicht auf den Umstand, dass das Ectoderm wie
eine Hülse den centralen Entodermkern umgiebt. Zeitschr. Wiss.
Zoologie 26 p. 414.
Sphaerium levinodis Westerlund und nitidum Clessin Nachrichts-
blatt p. 102 aus Sibirien.
Calyculina lacustris var. septentrionalis Clessin Nachrichtsblatt
p. 103 aus Sibirien.
Pisidium Nordenskioldi, sibiricum, boreale und mucronatum
Clessin Nachrichtsblatt p. 103 aus Sibirien. — P. demissura, Foreli,
urinator, occupatum und profundum Clessin sind in der weiteren Be-
arbeitung der Tiefseefauna des Genfer Sees von Forel beschrieben
und abgebildet. Bulletin de la Soc. Vaudoise XIV. p. 235 pl. III.
Tellinacea. PsammoUa circe Mörch Journ. de Conchyl. 24 p.
873 von Tortola.
Fischeria truncata v. Martens Berliner Monatsber. p. 271 Taf.
ö Fig. 6 — 8 aus dem Mungo-Bach im Delta des Camerun.
Mactracea. Wiechmann zeigt an, dass er Mactra subtruncata
im Magen von Platessa vulgaris in der Ostsee bei Warnemünde ge-
funden habe. Nachrichtsblatt p. 18.
Plioladiforinia.
Anatinidae. Poromya rotundata Jeffreys Annais nat. bist. 18 p.
494, Nordsee.
Pecchiolia gibbosa uud tornata Jeffreys ib p. 494, Nordsee.
Neaera striata, exigua, notabilis, circinata, papyria, angularis
Jeffreys ib. p. 495, Nordsee.
Pholadidae. Mörch erklärt den Scutus abnormis Nevill (Ber.
der Mollusken während des Jahres 1876. 219
1872 p. 152) für die Rückenschale von Pholas Siamensis Spengl.
Journ. de Conchyl. 24 p. 367.
Watelet schlug: ein neues Genus Hydrateredo vor, das sich
von Teredo durch dichotomische Röhre mit mehreren Anschwellungen,
um mehrere Schalen zu bergen, unterscheidet. Lefevre hält dies
eher für eine neue Art von Teredo. Proces verbaux de la Soc. ma-
lacol. de Belgique V. p. LVIII.
Brachiopoda,
Unter der üeberschrift .,Quest-ce quun Brachiopode?'' giebt
Davidson (nach unedirtem Manuscript aus dem Englischen über-
setzt von Lefevre) eine allgemeine Schilderung der Brachiopoden.
In Betrefif der Classification hält er fest an zwei Abtheilungen: Tre-
tenterata mit den Familien Lingulidae, Discinidae, Craniadae und
Trimerellidae und Clistenterata mit den Familien Terebratulidae.
Spiriferidae, Rhynchonellidae, Strophoraenidae und Productidae. Er
hält es für verfrüht über die Verwandtschaft der Brachiopoden mit
den übrigen Thierklassen eine bestimmte Meinung auszusprechen,
ist aber der Ansicht, dass sie in eine besondere Gruppe in der
Nähe der Mollusken oder Annulaten gestellt werden müssen ; sie be-
sitzen hinreichend eigenthümliche Charaktere, um eine wohl be-
grenzte Klasse zu bilden. Eine beigefügte Tafel giebt eine Ueber-
sicht über die geologische Verbreitung nach der Zeit. Annales de la
Soc. malacologique de Belgique X p. 36 — 77. pl. III — VI.
Jeffreys beschrieb drei Brachiopoden aus dem Nördlichen
Atlantischen Ocean, nämlich Terebratula tenera n. sp., Atrelia
gnomon n. gen. und spec. und Discina atlantica King. Die Charak-
tere der neuen Gattung lauten: Schale ungleichschalig, dreieckig,
undurchbohrt, von fibröser Textur, Schnabel vorstehend und spitz,
aber nicht gekrümmt, Byssusöfi'nung länglich, Schlossrand schmal,
Skelet besteht aus zwei trichterförmigen Fortzätzen, welche vom
Schnabel in der oberen oder grösseren Schale divergiren, und aus
zwei klingenähnlichen Fortsätzen ausser einer aufrechten Platte
oder Septum in dem obern Theil der unteren oder kleineren
Schale. Von Rhyncbonella nur durch den geraden nicht ge-
krümmten Schnabel, und die nicht aufgewundenen Arme unter-
schieden. Annais nat. bist. 18 p. 250.
Tunicata.
Ascidiae. Fischer verzeichnete die im Departement der Gi-
ronde vorkömmenden zusammengesetzten Ascidien, die besonders
bei Arcachon gesammelt waren, und deren Zahl 22 Arten betrug.
Er fügte dann hinzu, dass die Zahl der bisher von der französischen
Küste des Kanals und von den Küsten der Bretagne bekannt ge-
wordenen Arten sich auf 50 beläuft. Von diesen sind 20 auch von den
220 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgesch. d. Moll. etc.
Britischen Inseln angegeben, nur 9 oder 10 aus dem Mittelmeer. Actes
Soc. Linneenne de Bordeaux XXX; Journal de Zoologie V. p. 458.
Bei Gelegenheit der Ueberreichung seiner Arbeit ,,Zur Ana-
tomie des Schwanzes der Ascidien-Larven (Botryllus .violaceus)" aus
den Abhandlungen der Berliner Academie 1875 erläuterte Reichert
in Kurzem die Ergebnisse seiner U;itersuchungen mit Beziehung auf
die von Kowalevsky und Kupffer mitgetheilte Entwickelung der As-
cidienlarven. Er hebt hervor, dass den Embryologen die spaltför-
mige Zu- und Ausgangs-Oeffnung der Athemhöhle unbekannt war,
wogegen sie berichten, dass an derselben Stelle die angeblichen
Rückenplatten mit der Rückenfurche auftreten ; dass ferner ihnen die
eigentliche cuticulare Testa der Larve mit der dazu gehörigen Flosse
des Schwanzes nicht bekannt gewesen. Er erklärt daher, wie aus
anderen Gründen die von Kowalevsky und Kupffer gegebene Dar-
stellung von der Entwickelung der Acidienlarven für unhaltbar.
Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 45. Die vollständige
Abhandlung ist von fünf Tafeln begleitet.
Thaliadao. Salensky hat die embryonale Entwickelungs-
geschichte der Salpen studirt, vorzugsweise au Embryonen von
Salpa mucronata, die sich auf dem Leibe von Salpa democratica
bildeten. Er theilt die Entwickelung der Salpen in drei Perioden,
1. bis zur Beendigung des Furchungsprozesses, 2. Bildung der
Keimblätter und Auftreten der ersten Anlage der innern Organe
bis zur Bildung des Herzens, 3. die definitive Entwickelung der
äusseren und inneren Organe. In den Schlussbemerkungen spricht
sich Verf. gegen die Vereinigung mit den Mollusken aus, nament-
lich wegen des Mangels des Mantels und des Fusses, so wie des
provisorischen Segels. Den sogenannten Cellulosemantel findet er
dem Mantel der Mollusken nicht homolog. Zeitschr. wiss. Zoologie
27 p. 179 mit 3 Tafeln.
Die Arbeit von Brooks über die Embryologie von Salpa (vergl.
vorj. Ber. p. 143) ist in uuserem Archiv p. 347 in der Uebersetzung
mitgetheilt.
Unter dem Titel „A remarkable life history and its meaning"
schilderte Brooks auch in The American Naturalist X p. 641 die
Entwickelungsgeschichte von Salpa, wobei er denn ausführt, dass es
sich hier nicht um einen Generationswechsel handelt, sondern dass
die Ketteusalpen die Männchen sind, welche zugleich das Ei in sich
aufnehmen, schützen und ernähren.
In ausführlicherer Form erschien die Abhandlung von Brooks
über die Entwickelung von Salpa in Bull. Museum Comp. zool.
Cambridge III. No. 14 p. 291—348. Zunächst wird der Bau der
erwachsenen Thiere geschildert, dann die Embryologie der ein-
zelnen Salpe, des Weibchens, ferner die Entwickelung der Salpen-
kette, Alles durch zahlreiche Holzschnitte erläutert.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen auf
dem Ciebiete der Arthropoden während der Jahre
1875 und 1876.
Von
Dr. Philipp Bertkau in Bonn,
(Zweite Hälfte.)
Hymenoptera.
Gelegentlich seiner Abhandlung über das Riech Or-
gan der Biene (s. oben 1876 p. 322 (114)) giebt Wolff
p. 69 ff. eine sehr eingehende Darstellung der Mundwerk-
zeuge der Hymenopteren, ihrer Muskeln u. s. w. Eine ver-
ständliche Reproduction ohne Abbildung ist nicht möglich
und muss daher hier unterbleiben; nur in Betreff des Saug-
werkes der Biene lässt sich das Resultat der Untersuchung
kurz angeben. Die Zunge ist nicht, wie vielfach behauptet
worden ist, hohl, sondern an ihrer Unterseite nur bis zur
Mitte ihrer Länge rinnig ausgehöhlt und von den erweiterten
Rändern mantelartig umfasst. In dieser Rinne kann Flüssig-
keit durch die blosse Capillarität in die Höhe steigen bis
zu einer Stelle („Geschmackshöhle'O, die reichlich mit
Nerven ausgestattet ist, die wahrscheinlich der Geschmacks-
empfindung dienen. Zum Saugen stellen sich aber die
verschiedenen Mundtheile (namentlich Unterlippe, Unter-
kiefer mit ihren Tastern und Oberlippe mit Gaumensegel)
zur Bildung eines Saug r obres zusammen, mit welchem
die Flüssigkeiten durch die Bewegungen des Schlundes
in diesen und weiter in den Magen befördert werden.
Eine kürzere Mittheilung über Hymenopteren-
ArcMv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. P
222 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Bauten von Brischke enthält im Wesentliclien die An-
gabe, dass ein Odynerums parietum seine Brutzellen in einem
Federhalter angelegt habe. Schriften naturf. Ges.
Danzig. Neue Folge III. Bd. 4. Heft. p. 29 f.
H. Burmeister macht in der Stett. Ent. Zeit.
XXXVII. Hymenopterologische Mittheilungen: 1.
die Xylocopa-Arten des La Plata-Gebietes p. 151
ff.; 2. die Argentinischen Centris-Arten p. 159 ff.;
3. einige Myzine-Plesia-Arten p. 166 ff.
F. "Morawitz. J. A.' Fedtschenko's Puteshes-
tvie von Turkestan; Zoogeographicheskia Izledo-
vania, Ser. 9, vol. IL p. 5, Pcheli (Mellifera), fasc.
1. p. 1—160. St. Petersburg und Moscau. 1875. Hat
mir nicht zur Benutzung vorgelegen.
S. 0. Snellen von Vollenhoven hat Part II seiner
Pinacographia erscheinen lassen. S'Gravenhage 1875.
4to, p. 9—16. PI. VI— X. (Ichneumonidae und Chalci-
didae).
Ein erster Beitrag zur Kenntniss der Hymeno-
pteren der Umgegend von Hamburg von Dr. H. Beu-
thin (Abh. Ver. naturw. Unterh. Hamburg. I. p. 129 ff.)
enthält ein Verzeichniss der Bienen. Dasselbe enthält
149 Arten, die, nach dem Schenck'schen Systeme in Un-
terfamilien vertheilt sind. (Apidae 15, Anthophoridae 6,
Rhophitidae 2, Panurgidae 5, Melittidae 3, Andrenidae 64
bestimmte, viele unbestimmte, Sphecodidae ?, Prosopidae 2,
Megachilidae 15, Psithyridae 5, Melectidae 22, Steli-
dae 6 A.).
Ein Nachtrag dazu (IL p. 226 ff.) fügt 41 weitere
Arten, sowie die Namen der 15 Sphecodesarten hinzu.
Derselbe giebt ein Verzeichniss der um Hamburg
beobachteten Gr ab w es pen, das 82 Arten enthält (Crabronid.
30, Pemphredonid. 4, Philanthid. 12, Bembecid. 1, Mellinid.
2, Larridae 8, Sphecidae 7, Pompilidae 12, Sapygidae 2,
Scoliadae 2, Mutillidae 2); p. 229 ff.
V. Schlecht endal verzeichnet die bisher von ihm
bei Zwickau beobachteten Blatt-, Holz-, Gall-, Raub-,
Falten-, und von Blumenwespen die Gattungen Bom-
bus und Psithyrus und versieht sein Verzeichniss mit
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 223
einigen biologischen Anmerkungen. Jahresbericht des
Vereins für Naturkunde in Zwickau. 1871. p. 25 fF.
1872. p. 2 ff., 1876 p. 51 ff.
0. Radoszkowsky liefert die Fortsetzung seiner
Materiaux pour servir ä une faune hymenoptero-
logique de la Russie. Hör. Soc. Eni Ross. XII. p.
82 ff., 333 ff. Enthält meist Apiden.
Compte-Rendu des Hymenopteres recueillis
en Egypte et Abyssinien en 1873. Von demselben;
ebenda XII. p. 111 ff. Zählt 113 Arten auf.
F. Smith liefert Descriptions of new Species
of Indian Aculeate Hymenoptera in den Trans. Ent.
Soc. London. 1875. p. 33 ff. (Meranoplus bicolor Sm.,
Pseudomyrma bicolor Guer. $, Elis thoracica (F.), Nomia
curvipes (F.) und mehrerer neuer Arten.)
Taschenberg zählt die Nyssonidae und Cra-
bronidae des Halle'schen Museums auf. Giebel's Zeitschr.
ges. Naturw. 45 p, 359 ff.
Notes on British Tenthredinidae and Cyni-
pidae. By P. Cameron. Entom. Monthl. Magaz. XIII.
p. 173 ff; 196 ff.
Ein Bijvoegsel tot de nieuwe naam lijst van
Nederlandsche vliesvleugelige Insecten door S. C.
Snellen van Vollenhoven fügt den früheren Verzeich-
nissen 308 weitere Arten und neue Fundorte schon be-
kannter Arten hinzu. Tijdschr. voor Entomologie.
19. p. 211.
E. F. Cresson giebt eine List of Hymenoptera,
collected by J. D. Putnam, of Davenport, with
descriptions of two new species; Proc. Davenport
Acad. Nat. Science. I. p. 206 ff.
Kriechbaumer giebt eine kurze Anleitung zum
Tödten und Präpariren der Hymenopteren. Stett.
Ent. Zeit. XXXVI. p. 88 ff. Als bestes Tödtungsmittel
empfiehlt er die durch Verbrennen von Schwefel erzeugte
schweflige Säure.
Apidae. Ans der Bienenfauna Nassau's von Schenck
(D. Ent. Zeitschr, 1875. p. 321 ff.) bringt Notizen über die Lebens-
224 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
weise und geographische Verbreitung einiger Bienenarten neben der
Beschreibung einiger neuer Arten.
F. Morawitz liefert Beiträge zur Bienenfauna der
Caucasusländer, Horae Societ. Entom. Rossicae, XII. p. 3 ff.»
in welchen die während einer Reise im Jahre 1875 neu beobach-
teten Arten aufgezählt, resp. beschrieben sind. Zu den bekannten
138 Arten kommen 173 neue hinzu, so dass die Zahl der jetzt be-
kannten Arten in den Caucasusländern 311 beträgt.
V. Hagens zählt einige Bienenzwitter auf (Prosopis obscu-
rata Schenck; Nomada glabella Thomson; Sphecodes reticulatus
Thoms.) Correspbl. Naturh. Vereins preuss. Rheinl, und Westf.
1875. p. 73.
Manual of the Apiary. By A. J. Cook. Lansing, Mich.
1876. 8vo. pp. 59. (Mir nicht näher bekannt geworden.)
H. Putze berichtet über Bienenstöcke, die durch Galleria
mellonella gänzlich zu Grunde gerichtet waren und eine Menge
anderer Insekten, aber keine Bienen mehr beherbergten; Winter
hält dies allerdings für möglich nur bei einem schwachen, weisel-
losen Volke, da ein kräftiges die Maden herauswerfe. Abh. Ver.
naturw. Unterh. Hamburg. II. p. 241, 242.
Ansei hielt einen populären Vortrag über das Fortpflan-
zungsgeschäft der Honigbienen im normalen und überdie
abnorme Eierlage der Arbeitsbienen im weisellosen Stock.
Jahreshefte Ver. vaterl. Naturk. in Württemberg. XXXI. p. 67 ff.
Ueber Bienenspeichel, Bienenbrod u. s. w. s. oben.
1876. p. 334 (126).
H. Müller schildert in ausführlicherer Weise als in dem im
vorigen Bericht (1875 p. 178 (154)) angeführten Aufsatze die Lebens-
weise der Meliponaarten und empfiehlt dieselben zur Einführung
in hiesigen zoologischen Gärten. Zool. Garten XVI. p. 41 ff. und
Jahresber. Zool. Section Westf Provinzial- Vereins pro 1874. Münster.
1875. p. 50 f.
Ebenda p. 291 theilt F. Müller im Auszuge Poey's 1851
gemachte Beobachtungen über die .Naturgeschichte der Honigbiene
von Cuba, M. f ulvipes Guer. mit und versieht dieselben mit Anmer-
kungen.
Diese amerikanischen Arten leben wie unsere Honigbienen
gesellig und bereiten Honig, besitzen aber keinen Stachel; das Wachs
scheiden sie an der Oberseite der Hinterleibsringe ab. Ihren Bau
legen sie meist in hohlen Bäumen an, wo die Brutwaben für die
gleichgrossen Arbeiterinnen und Drohnen einschichtig, die Oeffnung
der Zellen nach unten, ctagenmässig über einander gebaut werden.
Getrennt von den Brutwaben durch ein Labyrinth von Wachssänlen
sind die sog. Honigtöpfe, deren Grösse von einer Haselnuss bis
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 225
zu einem Hühnerei steigen kann, obgleich die Meliponen meist
kleiner sind als unsere Bienen. Auch unter den Meliponen giebt
es Raubbienen und Kuckucksbienen, p. 50 f.
Melipona (lineata Lep.?) in Deutschland; Sitzber.
Niederrh. Ges. Natur- u. Heilk. 1875. p. 184.
Bombus apicalis (Eriwa^n) p. 13; Anthophora onosmarum
(Azchur) p. 15, carhonaria (Akstafa-Thal) p. 17, Eaddei (Etschmiad-
zin) p. 18, Sieiversi (Borshom) p. 23, croceipes (Helenowka) p. 25,
Fixseni (Sardarabad) p. 26, Sdlviae (Eriwan) p. 29 ; Tetraionia vicina
(Borshom) p. 31 ; Eucera puncticoUis (Alexandropol) p. 33, tristis
(Borshom) p. 34; Rhophites caucasictts (Gudaur) p, 35; Osmia bi-
dentala (Etschmiadzin) p. 38, linguaria (Azchur) p. 39, longiceps
(Borshom) p. 40, Cerinthidis (Borshom) p. 41, antennata (Schufifna-
badell) p. 43. hicallosa (Borshom) p. 44, tiflensis (Tiflis) p. 45; Me-
gachile ruficrus (Sardarabad) p. 47 ; Anthidium carduele (Etschmiad-
zin) p. 48, ducale (Borshom) p. 50, nigricolle (Borshom) p. 52; Me-
litta dimidiata (Mastara) p. 54; Morawitz, Bienenfauna der
Caucasusländer, Horae Soc. Entom. Rossic. XII.
Osmia incerta] Radoszkovsky, Compte-Rendu etc. in
den Hör. Soc. Ent. Ross. XII. p. 113; Megachile nigrita p. 114,
incerta, Branicki p. 115, minutissima p. 116; Anthidium ecMnatum
p. 118; Stelidomorpha Äegyptiaca p. 120; Nomada sdbulosa p. 121,
vagans\ Melecta assimilis p. 122, Äegyptiaca p. 123, octomacidata
p. 124; Crocisa Äbyssinica p. 125; Eucera hifasciata', Tetraionia
Dziedzickii (= Tetr, atricornis Spin, nee Euc. atricornis Pz.) p.
126; Xylocopa Äbyssinica p. 127, TaczanovsMi p. 129; neue Arten,
meist aus Aegypten; derselbe ebenda.
Coelioxys argentifrons, basalis p. 48, cuneatus -p. 49, confusus]
Nomada adiista; Anthidium rasorium (Barrackbore, Präsidentsch.
Bombay); F. Smith, Trans. Ent. Soc. London. 1875.
Dasypoda Italica (Italien) p. 89; Anthidium amurensis (Ussuri)
p. 90, superbum (Amasia); Nomada amurensis (Ussuri) p. 91, Dy-
bovskij (Baikal) p. 93, amabilis (Caucasus) p. 94, bicolor (ibid.); Me-
lecta calabrina (Calabrien) p. 95, Jdkovlewii (Astrachan) p. 333, ita-
lica (Italien) p. 96; Eucera graeca (Syra); Anthophora eburnea (Eri-
wan) p. 98, persica (Persien) p» 99; Habropoda Bolassogloi (Etsch-
miadzin) p. 334; Bombus Morawitzi (Schweiz) p. 101; Radosz-
kovsky, Materiaux etc. in den Hör. Soc. Entom. Ross. XII.
Anthophora albata (Colorado); Cresson, Proc. Davon p.
Acad. I. p. 211, PI. XXXV. Fig. 2.
H. Burmeister bestätigt das von Gerstäcker angegebene,
von Smith aber nicht berücksichtigte Geschlechtsmerkmal bei
Xylocopa ((-^ Hinterschienen nur an der vorderen Endecke mit
einem Sporn) nach Untersuchung der 10 La Plata-Arten. Von
226 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
diesen 10 Arten sind bei drei die ^ gelb," $ vorwiegend schwarz,
während die Grundfarbe der 7 übrigen Arten in beiden Geschlech-
tern schwarz oder stahlblau ist; ein üntershied in der Bildung der
5, nach dem sich bestimmen Hesse, ob ihr ^ ebenfalls dunkel oder
gelb gefärbt wären, Hess sich mit Bestimmtheit nicht auffinden;
doch haben die $ der gelben ^ sehr kräftige Schenkel und Tro-
chanteren. Die 7 in beiden Geschlechtern dunkel gefärbten Arten
brino^t Burmeister in 2 Abtheilungen, je nachdem die innere
(oder hintere) Endecke der Hinterschienen bei den ^ stumpf oder
dornartig spitz ist, wie dies schon Gerstäcker bemerkt hatte.
Aus letzterer Abtheilung beschreibt er die neuen Arten X. seripes
(Rio Janeiro) p. 156 und ciliata (Buenos Aires und Paranä) p. 158.
Stett. Ent. Zeit. XXXVII.
C. Ritsema Cz. führt aus Afrika, Asien, Australien und Ame-
rika Xylocojpaarten mit den Autoren und dem Literaturnachweise auf,
die von Smith in dessen Monographie (s. den Bericht 1875 p. 181
(157)) weder als selbständige Arten noch als Synonyme Aufnahme
gefunden haben. Tijdschr. v. Entomologie. 19. p. 61 ff. Nach
demselben ist X. Ranunculorum Bo7td. = X. valga Gerst.; ca-
nuta Bond. = cyanescens Brülle.
Derselbe beschreibt ebenda X. myops (Banka) p. 178,
Äruana (Aru) p. 178, nigroplagiata (ibid.) p. 179, tricolor (Xulla
Isl.) p. 180, comhinata (Obi Isl.) p. 181, leucocepfiala (Solo Isl.),
Smithii (Celebes) p. 182, splendidipennis (Sumatra) p. 183.
Nomada Putnami (Utah); Cresson, Proc. Davenp. Acad.
Nat. Scienc. 1. p. 210. PI. XXXV. Fig. 1.
H. Lucas beschreibt und bildet ab Megachile australis (nebst
ihrem Nest, das gleich dem unserer M. centuncularis aus Blatt-
stücken besteht) aus Neu-Caledonien; x\nn, Soc. Ent. France. 1876.
p. 302 ff. Taf. 4. 9—12.
V. Schlechtendal beschreibt die bekannten Zellen (vgl.
diesen Bericht pro 1871/72 p. 110) von Anthidium strigatum Ltr.
und einer davon abweichenden Form, deren Zellen mehr in die Länge
gezogen erscheinen. Jahresber. Ver. f. Naturk, zu Zwickau
1872. p. 12 ff. Fig. 2 und 3.
Bei der Gattung Centris giebt Burmeister folgende Ge-
schlcchtsunterschiede an: Die Krallen der $ sind kleiner und zeigen
(entweder an allen oder nur an den hinteren Füssen) nicht die tiefe
Spaltung in zwei ungleiche Spitzen wie die </*, sondern sind ent-
weder ganz einfach oder haben nur einen schwachen Zahn an der
Unterseite. Der Aussenrand des ersten Tarsengliedes an den vier
vorderen Füssen ist beim $ fein gekämmt, trägt dagegen beim ^
einen Saum steifer Haare. Stett. Ent. Zeit. XXXVH. p. 159 f.
Als neu werden beschrieben C. pectorälis (Corrientes) p. 161, muralis
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 227
(Mendoza, Patagonien, früher für eine Xylocopa gehalten) p. 162,
vulpecula (Argentinien) p. 164, nigriventris (Mendoza, Buenos-Ayres)
nudipes (Paranä) p. 165.
Nomia oxybeloides (Nischiudipore) p. 42, aurifrons (Silhet) p.
43, ElKoti (Madras), simüUma (Barrackpore) p. 44, scuteJlata (Cal-
cutta), thoracica (Barrakpore) p. 45, antennata (Bombay) p. 46, ca-
pitata (Nord-Indien), clypeata (Indien) p. 54, hasalis (Indien), fervida
(Dekhan) p. 55, combusta (Bombay), pilipes (Nord-Indien), terminata
(Birmah) p. 56, carinata (Ceylon), alhofasciata (Java), fuscipennis
(Sumatra) p. 57, quadridendata (Celebes), floralis (Hong-Kong) p. 58,
opposita (Nord-China), cTialyleata (Shanghai) p. 59, australica (Ade-
laide), moerens (Australien) p. 60, generosa (Moreton Bay), gracilipes
(Adelaide) p. 61, nana (ibid.), ruficornis (Sydney), dentiventris (ibid.)
p. 62, aerata (Australien), aenea (Port Essington), Nilotica (Weisser
Nil) p. 63, rußpes (Gambia), tridentata (ibid. und Cap) p. 64, rubeUa
(Gambia), lamellata (ibid. und Aegypten) p. 65, cinerascens (Natal),
producta (ibid.), serratula (ibid.) p. 66, rufitarsis (Angola), armata
(Sierra Leone) p. 67, fulvo-hirta, Candida, nuhecula p. 68, tegulata
(ibid.), Kirhii (Brasilien) p. 69; Cyathocera (n. g., die beiden
letzten Fühlerglieder des ^^ zusammengedrückt, verbreitert) nodi-
cornis (Lucknow, Pulta, Barrackpore) p. 47; F. Smith, Trans.
Ent. Soc. London. 1875.
Nomia Buddha (Indien) p. 209, Sylcesiana (ibid.) p. 211, iri-
descens (ibid.) p. 213, punctata (China), rustica (Ceylon) p. 214, ca-
lida (Süd-Afrika) p. 215, patellifera (Cap) p. 216, Cressoni (Mexico)
p. 218, caelestina (ibid.) p. 220, tarsalis (Brasilien) p. 221; Monia
(! n. g.) grisea (Mexico) p. 222; J. 0. Westwood, ebenda.
Andrena adjacens (Alexandropol) p, 55, semirubra (Achalka"
laki) p. 57; Halictus salinus (Sardarabad) p. 58; Panurginus alticola
(Kasbek) p. 59, punctiventris (Alexandropol) p. 60; Epimethea
(n. g. Panurgino Nyl. affine; .... alae cellula radiali apice trun-
cata breviterque appendiculata; cellulis cubitalibus duabus, secunda
prima subaequali venas recurrentes excipiente . . . ) variegata (Alexan-
dropol) p. 62, pictipes (ibid.) p. 64; Ammobates armeniacus {Eriwa.n)
p. 67: Stelis simillima (Akstafa-Thal ; Morawitz, Zur Bienen-
fauna der Caucasusländer, Hör. Ent. Ross. XII.
Andrena iecia (Caucasus) p. 82, fasciata (ihid.), metallica {ihid.)
p. 83, assimilis (ibid.) p. 84, Ämasia (Amasis) p. 85, elongata (Astra-
bad) p. 86; Halictus tectus (Caucasus) p. 87, DyhoiosTcii (Amur) p.
110; Cilissa robusta (Caucasus) p. 87; Rados zkowsky, Materiaux
etc. in den Hör. Soc. Ent. Ross. XH.
Stylopisierte Andrenen s. oben 1876. p. 421 (213).
V. Hagens bringt weitere Beiträge zur Kenntniss der
deutschen Sphecodesarten; D. Ent. Zeitsc hr. 1875. p. 315 ff.,
228 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
die sich hauptsächlich mit der Unterscheidung der Arten beschäf-
tigen. Die $ finden sich vom April an, die cT erscheinen erst im
August. Neu sind S. hrevis und riibicundus p. 317 und 318.
Prosopis trimaciilata, diserepans (Nassau); Schenck in der
D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 326.
l^roso^is agilis p. 484, relegatus, capitosus; 'Da.sy coWeiea vestitus
p. 485; Lamprocolletes /^uZyesce^is ; Halictus famüiaris p. 486; Arten
von Neu-Seeland. F. Smith, Trans. Ent, Soc. London. 1876.
Colletes fodiens eine Sitaris sp. beherbergend; C. R. Soc.
Ent. Belg. XIX. p. LXXIL
May et beschreibt und bildet ab die Larve und Nymphe von
Colletes succinctus und Epeolos tristis. Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 90 ff, PI. 4.
Halictus nigerrimus, quadrifasciatus p. 321, hifasciatellus p. 322;
Schenck a. a. 0.
Vespidae. H. de Saussure. Synopsis of the American
Wasps. Solitary Wasps. Smithson. Miscellan. Collect. Nr.
254. Washington 1875. p. 1—385 8vo. Habe ich nicht einsehen
können.
F. Rudow giebt eine Naturgeschichte der in Mecklenburg
beobachteten Faltenwespen mit Berücksichtigung der in
Norddeutschland vorkommenden Arten. Archiv des Ver-
eins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg.
30. Jahrg. 1876. p. 188 ff. Eine kurze Einleitung erörtert die syste-
matische Stellung und giebt einige biologische Notizen, jedoch etwas
dürftig. Es sind in Mecklenburg beobachtet: Vespa mit 8, Polistes
mit 1-, Eumenes mit 2, Discoelius mit 1, Ancistrocerus mit 7, Sym-
morphus mit 9, Lionotus mit 10, Hoplopus mit 6, Pterochilus mit
1 Art. Bei Polistes erzog Rudow beide Varietäten (gallica und
diadema) aus demselben Nest. Neue Arten sind Hoplopus rugulosus
und ruficornis p. 234.
A. Kuwert beschreibt einen Riesenbau von Vespa ger-
manica. Stett. Ent. Zeit. 36. p. 221 ff.
H. Lucas beschreibt und bildet ab das Nest, die Puppe und
Imago von Eumenes Germaini (Neu-Caledonien) ; Ann. Soc. Ent.
France. 1876. p. 291 ff.
Eumenes Wagae (Caucasus) p. 142; Hoplopus Eversmanni
(Aeg. ?) p. 144; Odynerns Raffray i (Abyssinien) ; Pterochilus dives
A®&- '') P* 145; Radoszkovsky, Compte Rendu etc. in den
Hör. Soc. Ent. Ross. XII.
üeber den Bau eines Odynerus parietum in einem Federhalter
8. oben p. 222 (254).
Polistes gallica und var. diadema bei Bonn; Sitzber.
Niederrh. Ges. Natur- u. Heilkunde 1876. p. 106.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 229
Fossores. ScoUidae. Psetido-Scolia (n. g.) maculata
Taschkent); Radoszkowsky, Materiaux etc. in den Hör. Ent.
Soc. Ross. XII. p, 103. Taf. II Fig. 6.
Pompilidae. Burmeister a. a. 0. hat sich durch die
Beobachtung die copula versuchender Exemplare überzeugt, dass die
„schlanken ^ mit den langen Fühlern, die Fabricius z. Th. zu
Elis gebracht hat", als ^ zu Plesia gehören. Er unterscheidet die
beiden Unter-Gattungen Myzine Burm. (die Radialzelle der
Oberflügel berührt den Rand des Flügels in beiden Geschlechtern)
mit den neuen Arten M. carbonaria (Neii-Freiburg) p, 168 und ery-
thropyga (Cordova) p. 169), und Plesia Burm. (Die Radialzelle der
weiblichen Flügel lässt vor ihrem Rande einen freien, nach der
Spitze hin weiter werdenden Saum) mit M. sexcincta (?) und para-
uensis Gerst., dupUcata ($ Rio Guaiquiraro), maculatissima (^ ^
Cordova) p. 173, robusta ($ Mercedes) p. 175, gemellata f$ Corrien-
tes) p. 176, frontalis (^ Rio Guaiquiraro) p. 177, clegans (^ Cordova)
p. 178, albosignata {^ $ Cordova) p. 179, paUidipennis (^ $ Rio
Guaiquiraro) p. 180, cuyana ( ! ^ Mendoza) p. 181, bonacrensis
(^ 2 Buenos- Aires, Paranä) p. 182.
Agenia festinata; Priocnemis peregrinus p. 37; Mygnimia rtitro-
pos p. 38, neue Arten aus Indien; F. Smith, Trans. Ent. Soc.
London. 1875.
Pompilus Badosz'koiüskyi (Abyssinien) ; Priocnemis riifipictus
(ibid.), incertus (ibid.); Radoszkowsky, Compte Rendu etc. in
den Hör. Soc. Ent. Ross. XII. p. 133 f.
Priocnemis conformis, maculipennis p. 482, diligens PI. IV.
Fig. 3, margitiatusVig. 2. p. 483, Arten von Neu-Seeland; F.Smith,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1876.
Sphegidae. Sphex grandis (Abyssinien); Radoszkowsky,
Compte-Rendu etc.. Hör. Soc. Ent. Ross. XII. p. 132.
Pelopoeus convexus (Rodriguez); F. Smith, Ann. a. Mag,
Nat. Hist. (4. ser.) XVH p. 449.
Pelopoeus destillat orius 111. bei Lemberg. Stett. Ent
Zeit. XXXVII. p. 389.
Psen ornatus (Java): C, Ritsema, Ent. Monthl. Magaz
XU. p. 185.
Miscophus sericeus] Tachytes funebris (Aegypten); Radosz
kowsky, Compte-Rendu etc. in den Hör. Soc. Ent. Ross,
XH. p. 134. f.
Larridae. Astata agilis (Nisohindipore) ; F. Smith, Trans
Ent. Soc. London. 1875. p. 39.
Thynnidae. Aelurus ßavopicUis (Aru); C. Ritsema, Ent
Monthl. Magaz. XIL p. 185.
Grabronidae. Taschenberg a. a. 0. beschreibt die neuen
230 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Arten: Trypoxylon rostratum $ (Brasilien) p. 371, punctulatum 2
(Brasilien) p. 372, armatum ^ (Venezuela) p. 373, rufosignatum ^
$ (Brasilien) p. 374, coloratum ^ ^ (Mendoza) p. 375, aureovesti-
tum cT (Mendoza) p. 376, annulipes </* (Venezuela), gracile $ (Vene-
zuela) p. 377, javanum ^ (Java) p. 378, scutiferuni (Brasilien) p.
379; Oxybelus fasciatus ^ (Cap) p. 380; Crabro cubiceps 2. (Bra-
silien) p. 382, ehurneus ^ (Nordamerica) p. 383, macuUcornis $
(Mendoza) p. 384, rugoso-punctatus ^ (Venezuela) p. 385; Mimesa
aiirifrons (^ 2- (Brasilien) p. 387; Diodontus atratulus 2 (Cap) p.
388; Cerceris rufimana 2 (Parana) p, 389, larvata ^ (Mendoza) p.
390, picturata $ (Brasilien) p. 391, rustica $ (Rio de Janeiro) p.
393, annuligera ^ 2 (Mendoza) p. 394, alhimana 2 (Venezuela) p.
395, contracta (Brasilien) p. 396, velutina (Brasilien) p. 397, unicincta,
rufonigra p. 399, rufa 2 P- 400, seminigra (Chartum), variegata (^
(Chartum) p. 401, lutea ^ 2 (Chartum) p. 402; Philanthus fulvi-
pennis 2 (Brasilien) p. 404, terminalis ^ (Brasilien) p. 405, varius
^ 2 (Brasilien) p. 405, flamdus ^ (Brasilien) p. 406, elegans ^ 2
(Mendoza) p. 407, egregius $ (Mendoza) p. 409.
Trypoxylon accumulator] Oxybelus squamosus (Indien); F.
Smith, Trans. Ent. Soc. London. 1875. p. 38.
Mimesa Aegyptiaca; Radoszkowsky, Comptfe-Rendu etc.
in den Hör. Soc. Ent. Ross. XII. p. 131.
Laboulbene erzog Cemonus unicolor (und rugifer) in grösserer
Menge aus Zweigen der wilden Rose, die zum Aufpfropfen edlerer
Sorten beschnitten waren. Ann. Societe Entom. de France.
1875. p. 302 f.
Rhopalum perforator (Neu - Seeland); F. Smith, Trans.
Ent. Soc. London. 1876. p. 483.
Nyssonidae. Taschenberg beschreibt a. a, 0. die neuen
Arten Stiza spectabüis ^ 2 (Brasilien) p. 360 ; Larra hicolor ^
(Chartum), Brendeli ^ (Illinois) p. 361, dimidiata $ (Aegypten) p.
362, argentata 2 (-A-Cgypten) p. 363, hicincta 2 (Mendoza) p. 364;
Gorytes areatus 2 (Brasilien) p. 365; Hoplisus anthracipennellus
(Columbien, Brasilien) p. 366, semipunctatus 2 (Mendoza) p. 367,
fuscus 2 (I^io de Janeiro) p. 368, petiölatus $ (Rio de Janeiro)
p. 369.
Pseudo-Nysson (n. g.) ' fasciatus (Caucasus); Radosz-
kowsky, Materiaux etc. in den Hör. Soc. Ent. Ross. XII. p.
105. Taf. II. Fig. 7.
Gorytes amatorius p. 39, tricolor; Cerceris viscosus p. 40, ru-
finodis, velox p. 41, Arten aus Indien; F. Smith in den Trans.
Ent. Soc. London. 1875.
Matillidae. H. Burmeister liefert in Bol. d. 1. Acad. nac.
d. Cienccas exactas existente en la Univers. d. Cordova
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 ii. 1876. 231
I. p. 461— 502 („Mutillae Argentinae") die Beschreibung der von
Argentinien bekannt gewordenen Arten in lateinischer und fran-
zösischer Sprache. Er nimmt die schon früher von ihm aufgestellten
Divisionen Liophthalmae (mit Serratocinctae, Pedunculatae, Capitatae),
Megalocratinae (mit Pendulae, Subsessiles), Helophthalmae (mit Ca-
rinatae, Quadrato-dorsatae, Lateriplanae, Longitergae) an. Eine neue
Gattung, Scaptodactyla, passt in keine der drei Divisionen, son-
dern bildet eine Gruppe für sich, in die wahrscheinlich M. tenui-
ventris Spin. ^ und Bradynobaenus Spin. $ ebenfalls gehören. Die
^ dieser Gattung sind sehr schlank, Thynnus ähnlich ; die $ plump,
an den Vordertarsen mit Grabborsten; Mittel- und Hinterschienen
mit dreifacher Dornreihe; die Art, S. heterogama von Mendoza, ist
mit Einzelheiten in beiden Geschlechtern abgebildet p. 500 ff. An-
dere neue Arten sind: M. centralis, lasiogastra (Cordova), cuyana,
infernalis, catulus, fraterculus (Mendoza), mitis (ibid. und Patagonien),
argijrosticta (Mendoza und Cordova), asinana (Cordova), crassiceps
(Parana), hraconina (Buenoä-Ayres und Cordova), rubro-cälva. poly-
argyrea (Carmen Pat.), infantilis, sororcula (Buenos-Ayres), minima
(Parana).
Methoca orientalis (Indien); F. Smith, Trans. Ent. Soc.
London. 1875. p. 35.
Mutilla Äegyptiaca, Baffrayi p. 138, Mniszechi p. 139; Ra-
doszkowsky, Compte-Rendu eto. in den Hör. Soc. Ent.
Ross. XH.
Crossen beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. V p. 119 f.
die neuen Mutilla-arten: M. pecuUaris ^ (Californien), Edioardsii ^
(Oregon), tecta (Californien), erudita $ (Searsville, Cal.), pacifica ^
(Californien), Ursula </ (Texas), Ärota (Californ.).
Formicidae. Im Journ. Mus. Godeffroy, XII. p. 56 ff.
schrieb Mayr über die australischen Formiciden. Er stellt mit
den neu gesammelten Arten des Museum Godeffroy auch die ihm
bereits bekannten australischen Arten zusammen und giebt so ein
Bild über die Ameisenfauna Australiens. Die Arten vertheilen sich
auf folgende Gattungen: 25 Camponotus Mayr. (neu: C. alhopilosus
östl. Neuholland, similis Rockhampton, splendidus Peak-Downs, pur-
pureus Peak-Downs, cinereiis Peak-Downs, arcuatus Rockhampton,
capito Peak-Downs, crenatus Rockhampton, subnitidtis Peak-Downs,
extensus Rockhampton, ruhiginosus Peak-Downs, Kubaryi Palau-In-
seln) — 7 Colobopsis Mayr., 21 Polyrhachis Shuck (neu: semiaurata
Sidney, trapesöidea Queensland, Daemeli Queensland, punctiventris
Rockhampton, ornata Rockhampton, contemta Gayndah in Queens-
land, Jiirsuta Rockhampton, micans Queensland), — 1 Oecophylla
Smith. — 1 Myrmecopsis Smith. — 1 Leptomyrmex Mayr., 4 Prenolepis
Mayr., 1 Plagiolepis Mayr. — 1 Cataglyphis Forst., 10 Hypoclinea
Mayr. (neu: scro&zcwZaia Peak-Downs in Queensland), — 4 Tapinoma
232 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Forst, (neu: pusillum Rockhampton, Sidney), — 4 Odontomachus
Latr. (neu: conant/s Queensland), — 2 Anochetus Mayr. (neu: rectan-
gularis Rockharapton), — 1 Bothroponera Mayr. — 1 Diacam ma
Mayr. — 2 Ponera Latr. (neu: insulana Samoa Inseln), — 3 Lobo-
pelta Mayr (neu: fallax Queensland, conigera Queensland, excisa
Rockhampton), — 8 Ectatomma Smith (neu: scabrum Queensland,
cristatum Gayndah, nudatum Gayndah, convexum Queensland, Impres-
sum Gayndah), — 3 Amblyopone Erichs., — 19 Myrmecia Fabr. (neu:
varians Queensland), — 1 Aphaenogaster Mayr. — 4 Tetramorium
Mayr. — 1 Vollenhovia Mayr. (neu: samoensis Samoa Inseln), — 5
Monomorium Mayr. (neu: rubriceps Queensland, laeve Rockhampton),
— 1 Leptothorax Mayr. — 10 Pheidole Westw. (neu: varidbilis
Rockhampton, proxima Peak Downs, opaciventris Rockhampton, im-
pressiceps Rockhampton, longiceps Rockh., brevicomis Rockh.), —
5 Cremastogaster Sund (neu: fusca Rockh., australis Peak Downs,
rufotestacea Sidney), — 6 Podomyrma Smith (neu: micans Rockh.,
inermis Peak Downs), — 1 Solenopsis Westw. — 1 Sima Rog. — 2
Meranoplus Smith, (neu: hirsutus Ga^yndüih), — 1 Strumigenys Smith.
J. Traherne Moggridge. Supplement to Harvesting
Ants and Trap-door Spiders. London, Reeve 1874. (Habe
ich nicht einsehen können.)
Tetramorium nitidum, striatum {^exxSeel.); F. Smith, Trans.
Ent. Soc. London. 1876. p. 480, 481.
Ponera castanea p. 489; Amblyopone eephalotes (Auckland)
p. 490; Orectognathus perplexus (Tairua); Arten von Neu-Seeland ;
derselbe ebenda.
Cryptocerus fervidus (Rio), gibbosiis (Mexico) p. 605, jitcundus,
pallidicephalus (Mexico), varians (Cuba) p. 606, maculatiis (Bahia),
fenestralis (St. Paulo) p, 607, basalis (Chontales) p. 608 ; Meranoplus
intrudens (Natal) p. 609, vestigator (Matabello), attenuatus, puncticeps
(Para) p. 610; Cataulacus hispidus (Singapore) p. 611; derselbe,
ebenda.
Tapinoma palli2?es, fragile ; Monomorium impressum, elongatum
neue Arten von Rodriguez; derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVII. p. 447 f.
X. Forel beschreibt in dem Bull. Soc. Vaud. d. Sc. Natur.
Nr. 75. p. 33 ff. Formica Berthoudi $ (Lessouto, Südafr.), sowie die
bisher unbekannten f/ und $ der wahrscheinlich aus Mittel amerika
stammenden und vor kurzem in Orchideenhäusern entdeckten Brachy-
myrmex Heeri For. (p. 38 ff.). Letztere Art, von dem Garteninspektor
des Züricher botanischen Gartens seit 20 Jahren beobachtet, und
vergeblich bekämpft, züchtet 3 Arten von Phytophthires: Dactylopis
Adonidum L., Lecanium hemisphaericum Targ. und Boisduvalia La-
taniae Boisd. p. 57 ff. enthalten einige Beobachtungen über die
Lebensweise von verschiedenen Arten.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876, 233
lieber die Lebensweise unterirdischer Ameisen handelt
Dr. C. Emery in den Ann. Mus. Civ. Genova, ohne indessen
Originalbeobachtungen zu bringen. Als neue Arten beschreibt er
Solenopsis orhula (Corsica) und Epitritus Baudueri und giebt eine
genauere Charakteristik der Gattung Epitritus. (Auch im Auszug
mitgetheilt in der Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 71 £f.)
John Sahlberg (Om tvenne för Finland nya myrarter)
erwähnt das Vorkommen von Camponotus pubescens Fabr. und Ponera
punctatissima Rog. in Finnland und giebt eine üebersicht der 31 in
Finnland beobachteten Ameisenarten. Not. ur Sällsk. pro Faun.
Flor. Fenn. Förh, XIV. p. 310 ff.
H. Mc Cook schildert die Bauten, Zerstörungen, Lebensweise
von Formica Pennsilvanica, die Pennsilvania Carpenter Ant der
Amerikaner. Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 277 ff.
Cataglyphis argentata (Aegypten); Radoszkowsky, Hör.
Soc. Ent. Ross. XU. p. 140.
Chrysididae. Beut hin verzeichnet die (16) bei Hamburg be-
obachteten Arten der Chrysididae (Chrysid. 7, Hedychrid, 4, Elampid.
3, Cleptid. 2). Abb. Vereins nat. ünterh. Hamburg. II. p. 229.
G. Gribodo beschreibt in Pet. Nouv. Ent. 1875. p. 491
Euchroeus Doursi aus Südfrankreich. Derselbe desgl. in Ann.
Mus. Civ. Stör. Nat. Genova VI. Chrysis Krieclibaumeri (Austr.)
p. 358, halictula (Calif.), Doriae (N.-Am.), Gestroi (Algier) p. 359,
Äiisträlasiae (Austr.), macrostoma (Algier) p. 360.
Chrysis mirabiUs, obscura (Caucasus) p. 106, Branicki (Aeg.)
p. 107, Caucasica (Caucasus); Hedychrum callosiim (Syra) p. 108,
Mokosieivitzi (Caucasus) p. 109; Radoszkovsky, Materiaux etc.
in den Hör. Soc. Ent. Ross. XII.
Chrysis Taczanovskii p. 146, minutissima p. 147, dubia (Abys-
sinien), Abyssinica (ibid.) p. 148; derselbe, Compte-Rendu etc.
ebenda.
Ichneumonidae. Synoptische Üebersicht der Gattun-
gen und Arten in der Familie der Stilpnoiden. Von
Prof. Dr. Förster in Aachen. Verh. Naturh. Ver. Preuss.
Rheinl. und Westf. XXXIII. p. 17 ff. — Förster gründet diese
Familie auf wenige Gattungen, deren Stamm das Gravenhorst'sche
Subgenus von Ichneumon, Stilpnus, bildet. Neben einigen neuen
Gattungen kommt dazu Atractodes Grav. (von letzterem zu Ophion),
sowie Exolytus (die als Art von Mesoleptus von Gravenhorst zu
Tryphon) und Polyrherabia (die als Hemiteles zu den Cryptoiden
gestellt war). Die von Förster aufgestellte Gattung Delolytus, ge-
gründet auf Atractodes varicornis Holmgr., fällt aus, da die Art
mit Mesoleptus coxator Grav. zusammenfällt, auf welche "bereits die
Gattung Callidiotes der Mesoleptiden gegründet war. Das wesent-
liche Unterscheidungsmerkmal dieser Familie von den echten Ichneu-
234 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
moniden liegt darin, dass die Lunulae auf dem zweiten und dritten
Segment fehlen; am Metanotum sind area supero- und postero-media
vollkommen verschmolzen; die Unterschiede von den üphioniden
sind weniger scharf zu fassen, und auch sind die Gattungsunter-
schiede im ^ Ge&chlechte weit schwieriger herauszufinden als beim $.
Die meisten Gattungen sind reich an Arten, diese aber arm an In-
dividuen, also selten, und noch nicht durch Zucht erhalten, sondern
gefangen. Die Arten, wohl zum grossen Theil neu, sind meist nicht
mit einer ausführlichen Diagnose versehen, sondern nur auf analy-
tischen Tabellen charakterisiert. Sie vertheilen sich in folgender
Weise auf die einzelnen Gattungen: Seleucus Holmgren 1 A., Zete-
sima Förster 1 A., Xestophya (nicht-phyes) 2 A., Asyncrita Förster
8 A., Stilpnus Grav. 34 (^, 19 ^^ von denen nur 1 zu einem der
$ gehört, Polyrhembia Forst. 20 A., Exolytus 57 $, 138 </, von
denen 7 die zugehörigen $ haben, Atractodes Grav. 156 A.
L, Provancher setzt im Natur. Canad. VII die Aufzählung
der bei Quebec gefundenen Arten fort und giebt auf S. 333—353
eine allgemeine Uebersicht; danach sind 53 Gattungen mit 386 Arten
vertreten, von denen 239 als neu beschrieben sind. In diesem Bde.
sind die neuen Arten beschrieben: (Ichneumonides) I. pilosulus, si-
müaris, mellicoxus, calcaratus, stadaconensis, varijyes, vagans, cincti-
pes, signatipes, Mfasciatus, indistitictus, aequalis, placididus, lobaUis,
Quehecensis, lacrymans, scutellatus, nitidus, erythropygus, fortis, haesi-
tans, marianopolitanensis, mucronatus, lineölatus, caudatus, Immilis,
inflatus, cervulus, dccoratus, Clopini; lsQhn\is pyrifonnis, lentus, ruß-
cornis, placidus, exilis, scutellatus, impressits, parvus, variegatus;
Alomjia. pulclira, abdominalis', M.ega.stylus iJolitus -, (Cryptides) Stilpnus
canadensis] Cryptus cinctus, brevicornis, rußcoxus, caudatus, occi-
dentalis) Phygadeuon maculatus, rectus, insignis, annulatus, ruficor-
nis, quadricarinatus, ovalis, apicatus, rufipes, ornatus, nigrovarie-
gatus, mcllinus; Mesostenus rußpes (bis!), pallipes, nigricornis, seri-
ceus, anmdatus, tarsatus, alhicoxus, rußcoxus, apicalis; Nematopodius
canadensis, coxatus; Barycerus rliopalocerus; Hemiteles mandibidaris-,
F ezomachus Quebecensis; (Ophionides) Leptobatus Canadensis; Campo-
plex luctuosus; Limueria excavata, rußcoxa, pJena, rußcornis, pallipes,
basilaris, sericea, clavata, sessilis-, Plectiscus pleuralis', Podogaster
radiolatus; Atractodes meWepes, fusiformis; (Tryphonides) Mesoleptus
micans, depressus, maculosus, variabilis, incompletus, longipes, erectus,
Sancti-Hyacinthi\ Tryphon canalicidatus, Immer alis, Canadensis, lau-
rentianus, sanguineus, tardus, annulatus, Moyetii, clypealis, Dufresnei,
excavatus; Cteniscus concolor\ Orthocentrus Canadensis, pleuralis',
Bassus fuscitarsis, pulchripes; P{r?)osocentrus (n. g.) Huardi;CB.io-
centrus dilatatus; (Pimplides) Polysphincta rußpectus, cingulatus,
pleuralis-, Arenetra Quebecensis-, Xorides Canadensis; Echthrus cau-
datus; Westwoodia fumipennis; Phytodiaetus gracilis.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 235
Tischbein hat sich überzeugt, dass I. (Amblyteles) quadri-
cingulatus Gr. von I. uniguttatus nicht specifisch verschieden sei,
und giebt eine Tabelle der (39) Varietäten dieser sehr veränder-
lichen Art. Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 41. Derselbe stellt ebenda
p. 281 die neue Gattung Hybophorus (bei Trogus) für den lehn,
aulicus Grav. auf.
Ichneumon perfidiosus, invectus, conspiratus p. 475, placidus,
insidiator, consanguineus p. 476, exhüaratus, deceptus p. 477, Neu-
seeland; F. Smith, Trans. Ent. Soc. London. 1876.
Seiner früheren üebersicht der Arten des Genus Ich-
neumon fügt Tischbein Zusätze und Bemerkungen hinzu, meist
Beschreibung neuer Formen. Stett. Ent. Zeitschrift. XXXVEI.
p. 273, 413 m
Kriechbaumer beschreibt 6 neue Ichneumon-Arten: I. higut-
tulatus (Tegemsee) p. 151, novem- älbatus (Allach bei München),
aries (Isarauen) p. 152, mordax (Is.) p. 154, rufigena (Chur) p. 155,
vulpecula (München) p. 156; dieselben sind lauter^. Corrbl. Zool.
min. Ver. Regensburg XXIX. Derselbe beschreibt ebenda p. 157
I. caloscelis Wesm. var. sonalis.
Derselbe vermuthet, dass die von Gravenhorst als Europäer
aufgeführten Trogus vulpinus (= dem nordamerikaniechen Psiloma-
stax exesorius?), T. fuscipennis, Ichneumon lugubrator, 1. conde-
coratus Nordamerikaner sind. Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 89 fi".
Cryptides. Taschenberg beschreibt einige neue tro-
pische, namentlich südamerikanische Cryptiden. Giebels
Zeitschr. ges. Naturw. 48. p. 61 ff. Ausser 7 südamerikanischen
und 8 javanischen Cryptus-Arten sind dies folgende: Linoceras
testaceiim </ $ (Brasilien, Venezuela) p. 71, testaceo-nigrum ^ (Bra-
silien) p. 73, tlioraciciim ^T $ (Brasilien) p. 74; Mesostenus testciceus
$ (Brasilien), leucostomus ^ p. 76, maculipemiis ^ (Lagoa-santa)
p. 78, nigro-Uneatus ^ (Brasilien) p. 79, callosus <^ (Rio de Janeiro)
p. 80, areolatus $ (Lagoa-santa, Venezuela) p. 81, zebra ^ (Brasil.)
p. 82, stramineus $ (Venezuela) p. 83, robustus $ (Lagoa-santa) p.
84, ruficrus $ (Brasilien) p. 85, V-albiim $ (Brasilien), älbimaculatus
cf (Rio de Janeiro) p. 86, pilosus ^ (Venezuela) p. 87, curvipes $
(Rio de Janeiro) p. 88, sanguineus ^, leucopygus $ p. 89, propinquus
(/, apertus $ p. 90 (Brasilien), violascens ^ (Parana) p. 91, ruß-
thorax $ (Rio) p. 92, denticulatus (Brasilien) p. 93, luxuriosus $
p. 94; Hemiteles rufipes $ (Mendoza) p, 96, jucundus $ (Brasilien)
p. 97, albo-annulatus $ (Lagoa-santa) p. 98, affinis $ (Rio) p. 99,
haemorrJioidalis $ (Lagoa-santa) p. 100, trifasciatus $, nigromacu-
latus $ (Brasilien) p. 101, trimaculatus $ (Brasilien) p. 102, scutel-
laris (Parana) p. 103, rufus (Parana) p. 104.
Mesostenus albopictus (Neu-Seeland) ; F. Smith, Trans. Ent,
Soc. London. 1876. p. 477. PI. IV. 1.
233 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Limneria croceipes (Cadder Wilderness) ; Bassus personatus (in
Larven von Nematus cadderensis, ibid.); T. A. Marshall, Entom.
Monthl. Magaz. XIL p. 194.
Mesolius arctophylax] Bsinsus hyperhoreiis; Ot thocevAr us reptiUs
(mit unvollkommenen Flügeln); Mesochrus ddlorosiis, alle von Spitz-
bergen; T. Ä. Marshall, Entom. Monthl. Magaz. XIIL p. 241 f.
Opliionides. Taschenberg bringt die zahlreichen Arten
der Gattung Ophion unter wesentlicher Berücksichtigung des Flügel-
geäders in Gruppen und beschreibt zahlreiche neue. Giebels Zeit-
schrift ges. Naturw. 46. p. 421 ff.
I. Randzelle lanzettförmig (Thyreodon Brülle). Neue Art; 0.
fenestratus (Rio de Janeiro) p. 425.
II. Randzelle sichelförmig. 1. Grosse Zelle ohne gefärbten
Chitinfleck, a. Querader des Hinterflügels in der Mitte oder deren
nächster Nähe gebrochen; a. Hintere Begrenzung der grossen Zelle
gebrochen, mit oder ohne Nervenast.
IL 1. a. ß. Hintere Begrenzung der grossen Zelle gebogen.
0. holosericeus (Paranä) p. 427.
II. 1. a. y. Hintere Begrenzung vollkommen geradlinig und
ohne Nervenast; Fifssklauen nicht gekämmt. 0. septemfasciatus $
(Spanien) p. 428;
II. 1. b. Querader des Hinterflügels merklich über der Mitte
gebrochen. 0. infuscatus (Brasilien ?) p. 429.
IL 1. c. Querader merklich unter der Mitte gebrochen.
«. Hintere Begrenzung der grossen Zelle gebogen. 0. stramineus $
(Nordamerika), alhigena (?) p. 431;
11. 1. c. ^. Hintere Begrenzung gebrochen. 0. hiangularis
(Lagoa-santa) p. 432.
IL 2. a. Der schwanzartige Anhang des Hauptfleckes gleich-
falls gefärbt und dann drei Flecke, wenn er an seiner Basis etwas
unterbrochen ist. 0. trimaculatus (Brasilien) p. 433; hicolor (Neu
Freiburg), acicidatus (Java) p. 434, lativertcx (Java);
IL 2. b. Zwei getrennte Chitinflecke, der Schwanz des Haupt-
fleckes nicht gelb gefärbt. 0. Vollenhoveni (Halmaheira), pallidulus
(Chartum) p. 4M)
H. 2. c. Nur ein Chitinfleck in der grossen Zelle. 0. nigri-
cauda (Brasilien, Venezuela) p. 437.
Ophion inutüis, peregrinus; Paniscus ephippiatus (Neu-Seel.);
F. Smith, Trans. Ent. Soc. London. 1876. p. 478. 479.
Paniscus perforator (Rodriguez); derselbe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIL p. 449.
Tryphonides. F. W. Woldstedt bringt einen Bidrag tili
kännedom af Finlands Tryphonider. Bidr. Finnl. Nat. og
Folk. XXL p. 25—59. Es werden im Ganzen 179 Arten, mit An-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 237
gäbe ihrer Verbreitung aufgezählt; dieselben vertheilen sich folgen-
dermaassen auf die einzelnen Gattungen: Mesoleptus 18 (j)raetermissiis,
luguhris, vividus, süvaticus, glacidlis), Catoglyptus, Orthocentrus 6,
Euryproctus 7 (vafer), Perilissus 7 (disceclens, stigmaticus), Tremato-
pygus 7, Eclytus 1, AdelDgnathus 1, Eumesius 1, Monoblastus 1,
Periope 1, Mesolius 45 (Palmeni, autumnalis, Sahlhergi, aliitaceus,
dlmi, longicornis), Tryphon 12 (perfidus), Polyblastus 14 (Holmgreni,
affinis), Errhomenus 4, Acrotomus 2, Exyston 2, Exenterus 15 {um-
hellatanim, pratorum), Exochus 9, Chorinaeus 3, Metopius 3, Bassus
32 {frigidus, confusus).
A. E. Holmgren liefert eine Dispositio Synoptica Meso-
leiorum Scandinaviae; Kongl. Svensk. Vet.-Akad. Handlingar.
Bd. Xin. Nr. 12. Die Sectionen sind vorwiegend nach der Sculptur
des Thorax und dem Flügelgeäder , die niedrigeren Abtheilungen
nach der Farbe einzelner Körpertheile aufgestellt. Es sind folgende
Sectionen unterschieden:
Sectio I. Mesopleura regulariter et fortiter punctata, inter-
stitiis fere laevibus, nitidis. Alae inferiores nervo transverso ordi-
nario I. anali postfurcali et supra medium fracto. Larven leben in
Cimbexlarven. Diese Section zählt die 3 Arten M. heros Holmgr.,
vepretorum Grav., rufus Grav.
Sectio n. Mesopl. reg. punctata, interstitiis laevibus, nitidis;
macula speculari laevissima. Alae inf nerv, transv. ord. subopposito
vel ante furcam brachii sito, plerumque in medio fracto. Segmenta
anteriora abdominis subcoriacea vel rugoso-punctata, raro laeviora,
nitidula. lieber die Larven ist nichts bemerkt. Diese Section zählt
die Arten M. cpMppiger $, anceps Holmgr., senilis cT $ P- "^^ P"l"
verulentus Holmgr., melanogaster Holmgr., placidus Holmgr.
Sectio HI. Mesopl. alutacea vel scabricula, interdum tota vel
maxima ex parte laevissima et nitidissima, punctura irregulari, saepius
subtilissima, rarius fortiore. Alae inf nerv, transv. ordinario in
medio vel saepius infra medium fracto. Die Larven dieser an Arten
reichsten Abtheilung scheinen in Lophyrus-Larven zu schmarotzen.
Es gehören hierhin M. lophyrorum Hart., dispar Holmgr., opthal-
micus Holmgr., marginatus Brischke, spectabilis p. 8, frutetorum
Hart., consimilis Holmgr., aulicus Grav., suspicax p. 9, silvarum,
sepulchralis p. 10, adpropinquator Grav., ventosus p. 11, tibialis
Holmgr., Drewsenii Holmgr., caligatus Grav., Wahlhergii, astutus,
assiduus p. 13, sanguinicollis Grav., älpestris, solitarius p. 14, alti-
cola Holmgr., ciliatus Holmgr., patagiatus p. 15, modestus p. 16,
haematodes Grav., vigens Holmgr., parvus Holmgr., flavicaudatus
Holmgr,, commotus p. 17, curvicrus, exiguus, contrarius p. 18, per-
vicax, borealis Holmgr., söbrinus, efferus p. 19, circumspectus p. 20,
amabilis Holmgr., juvenilis Holmgr., discedens Holmgr., mixtus
Archiv f. Natui-g. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. 0
238 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Holmgr., tristis Holmgr., fraudator Holmgr., obscurus Holmgr., sub-
fasciatus Holmgr., amictus Holmgr., viduus Holmgr., difformis p. 24,
callidulus Holmgr., hamulus Grav., leptogaster Holmgr., ruficollis
Holmgr., Sahlbergi Woldst., lituratus Holmgr., gracilicornis Holmgr.,
sternoxanthus Grav., sanguinosus Holmgr., aemulas Holmgr., celator^
linitus Holmgr., facetus p. 29, luctuosus Holmgr., torvus p. 30, sin-
cerus Holmgr., rufonatatus p. 31, dorsalis Grav., ignavus Holmgr.,
contractus Holmgr., dubius Holmgr., opticus Grav., furax Holmgr.,
suspicax Holmgr., obtusus Holmgr., hyperboreus Holmgr., nubilis (!)
Holmgr., corrugatus p. 35, nigricollis Grav., perturbatus p. 36, spu-
rius Holmgr., simulans Holmgr., vicinus Holmgr., aequdbüis p. 37,
monticola Holmgr., versutus Holmgr., mollis Grav., gracilipes Holmgr.,
perspicuus Holmgr., carinatus Holmgr., filicornis p. 40, improbus
Holmgr., armillatorius Grav., multicolor Grav., napaeus Holmgr.,
dives Holmgr., fallax Holmgr., tenellus Holmgr., ustulatus Holmgr.,
semicaligatus Grav., insolens Grav,, pubescens Holmgr., erythrogaster
p. 44, unifasciatus Holmgr., geniculatus Holmgr., coriaceus Holmgr.,
imitator Holmgr. , pallifrons Holmgr. , rufilabris Zett. , guttiger
Holmgr., fraternus Holmgr., Försteri Holmgr., virgultorum Grav.,
praecatorius p. 48, alacer Grav., melanocephalus Grav., testaceus
Fabr., gracilentus Holmgr., ruficornis Grav., niger Grav. Einschliess-
lich der 34 als neu beschriebenen zählt diese Gattung in Schweden
bis jetzt 129 Arten.
Colpotrichia affinis (Arnheim) p. 12, Taf. VIH. Fig. 2 ; Exo-
chus semilividus (Schweiz) p. 13, Taf. VIH. Fig. 11; Sn. v. Vol-
lenhoven, Pinacographia.
Pimplides. Rhyssa antipodvm (Neu-Seel.); Smith, Trans.
Ent. Soc. London. 1876. p. 479. PI. IV. 4.
Braconidae. v. Schlechtendal beobachtete, wie eine Art der
Gattung Aphidius ihre Eier in verschiedene Aphis- Arten (A. Pruni,
Rosae) ablegte, und zwar wurde der Stachel in die Bauchhälfte
eingeführt. Jahresbericht Vereins f. Naturk. z. Zwickau.
1874. p. 22.
C. V. Riley beschreibt und bildet ab den in dem Buprestiden
Chrysobothrys affinis schmarotzenden Bracon charus] VH. Rep. Ins.
Miss. p. 75. Fig. 13.
Evaniidae. Foenus crassipes p. 479, unguicularis p. 480. PI.
IV. Fig. 8 (Neu-Seel.); F. Smith, Trans. Ent. Soc. Lond. 1876.
Ghalcididae. Die europäischen Encyrtiden. Biologisch
und systematisch bearbeitet von Dr. Gustav Mayr. Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. XXV. p. 675 jBT. Der biologische Theil dieser Ar-
beit beschränkt sich auf ein Verzeichniss und Angabe derjenigen
Insekten (resp. Eier), als deren Schmarotzer Encyrtiden bekannt ge-
worden sind. Als Diagnose dieser Unterfamilie scheint Mayr die
etwas modificierte Förster'sche gelten zu lassen: Fühler mehr als
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 239
achtgliederig (der Scheitel hinten scharf gerandet), Mittelbrustseiten
nicht durch Gruben oder Furchen getheilt, schildförmig, Mesonotum
nicht von dem Schildchen eingedrückt, Mittelschienen an der Spitze
mit einem sehr starken Dorn, Tarsen fünfgliederig. Der eingeklam-
merte Passus soll bei Förster die Encyrtiden von den Eupelmiden
unterscheiden, doch hat er zu den ersten Gattungen mit ungeran-
deten Scheitel gestellt (Anusia, Euryscapus, Aglyptus), und ferner
zeigt Mayr, dass die Gattungen Encyrtus und Ericydnus Arten mit
gerandetem und ungerandetem Scheitel enthalten. Als wichtiges
Unterscheidungsmerkmal beider ünterfamilien sieht Mayr an, dass
die -^ der Eupelmiden keine ungetheilten Pleuralschilde haben.
Dem speciellen Theile ist eine analytische üebersichtstabelle der
Gattungen (für beide Geschlechter eine) vorangestellt. Im Ganzen
sind als wohl bekannt 25 Gattungen mit 103 Arten charakterisiert
und bei den einzelnen Arten, wo es anging, die Wirthe angegeben,
in denen sie leben; manche Arten sind allerdings nur in einem Ge-
schlechte bekannt. Neue Gattungen und Arten sind: Holcothorax
(n. g., für Encyrt. testaceipes Ratz., fuscicollis Dalm., atricollis Dalm.
und) Neptimdae $ (?, aus N. splendidissimella) p. 693; Äphycus
(n. g. für Enc. apicalis Dalm., punctipes Dalm., hederaceus Westw.)
p. 695; Blastotlirix (n. g. für E. sericeus Dalm., erythro stethus
Walk., Bohemanni, Schönherri Westw. und) hifasciata $ (wahrschein-
lich aus Schildläusen der Zerreiche) p. 701; Prionomitus (n. g.
für Enc. chlorinus Dalm.) p. 701; Encyrtus hyaUpennis $ (Sachsen),
Uneola ^ (Wien), Bogenhoferi ^ (Aachen und Ems), bifasciatellus
^ $ (Aachen), Festucae ^ ^ (aus Coccus Festucae ?), Försteri $,
aphidivorus ^ <^ (aus Blattläusen auf Ribes aureum und Rosa cen-
tifolia), Notodontae $ (aus Ei von Not. palpina?); Prionomastix
(n. g. für Enc. morio Dalm.) p. 725; Psilophrys (n. g. für Enc.
longicornis Walk.) p. 727; Liothorax (n. g. für E. glaphyra Walk.)
p. 728; Leptomastix histrio $ (Italien) p. 730; Co^fidosomsi terebrator
$ p. 736, Coleopliorae ^ $ (aus C. luteipennella und vibicella)
Hartmanni $ (Garpocapsa splendana), Krieclibaumeri (Depressaria
arcuella), Cidariae (C. variata) p. 738; Comys Lecaniorum $ p. 740;
Chiloneurus microphagus $ (Eichenschildläuse), Quercus $ (Lee. auf
Eichen) p. 746, Kollari $ (Wien) p. 747; Homalotylus (n. g. für
E. flaminius Dalm., vinulus Dalm., fiaviceps Dalm.) p. 752; Bothrio-
thorax ScTilechtendali § (Halle) p. 756; Phaenodiscus intermedius $
(Wien) p. 759; Ericydnus Beinhardi ^ p. 765; Baeocliaris (n. g.)
pascuorum ^ ^ (aus Cocciden an Gräsern) p. 768; Anusia Heydeni
$ p. 770.
C. G. Thomson's „Skandinaviens Hymenoptern" enthal-
ten in ihrem 4. Theile, Lund. 1875, die Familie der Pteromalinen,
in der die 11 Tribus Chalcidina, Perilampina, Eurytomina,
Torymina, Eupelmina, Encyrtina, Aphelinina, Pirenina,
240 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Tridymina, Spalangiina, Pteroraalina unterschieden werden
nach der analytischen Methode. Jeder Tribus ist dann eine Bestim-
mungstabelle der Gattungen vorausgeschickt, und dazu hat jede Tribus,
Gattung und Art eine lat. Diagnose. Als neu sind beschrieben: (Chal-
cidina) Smiera microstigma p. 14; (Perilampina) Peril. emarginatus p.
23 ; (Eurytomiua) Decatoma fasciata p. 29, incrustata p. 31, strigifrons,
inaequalis, caudata, siibmutica p. 32 f. ; Eurytoma claripennis p. 35,
düatata, angulata, strigifrons p. 36, globiventris p. 37, suhsidcata,
microphthalma p. 38, incrassata p. 39, nasalis p. 41, petiolata p. 42,
crassinervis p. 44, Salicis p. 47, arctica 48, umhilicata 49, parvula,
stenostigma 50, cylindrica 51, intermedia 52; Isosoma huccata, opaca
55, inaequalis 56; (Torymina subtr, Megastigmides) Megastigmus
microspilus 62 ; (T. subtr. Torymides) Monodontomerus rugulosiis 68 ;
Syntomaspis incrassata 75, annellus 76; Callimomus scaposus 77;
Torymus horealis 83, alpinus 85, (ßohemani = speciosus May.), _2)ZeM-
raKs 89, triangularis 96, pidchellus 98; Lioterphus (für T. pallidi-
cornis Bhn. und) üfMm 99; (Encyrtini) Liocarus (für Enc. morio
Dahlm.) 121; Ericydnus latiusculiis 125; Stenoterys orhitalis 129;
Sphaeropisthus pascuorum 132; Bothriothorax conforrtiis 134,
trichops 135; Nobrimus (für E. flarainins Dlm., Eitelweini Batz.,
vinulus Dlm., flavipes Dlm.); Trichomasthus (für E. cyaneus Dlm.
und) albimanus 144; Caenocercus puncticollis 145; Chiloneurus
claviger, submuticus 150; (Cerapterocerus multiradiata ! = mirabili-
cornis Westw. ex parte; pilicornis = mirabilicornis Westw. 152);
Microterys (für E. sericeus. sylvius, conocephalus, chalcostomus
Dlm. etc.) claviger 164, radialis 166; Metallon fuscitarsis 169; ii-
tomastix (für Enc. chalconotus Dlm. und) truncatulus 173, awn-
coW^■s, latifrons, Phalaenarum 175, ungularis 176, fuscisquama, trian-
gularis 177, genalis 178, stylatus 180, annellus 181; (Aphelinina)
Aphelinus transversus (= A. Chaonia Walk. ?), brevicalcar (= Myina
abdominalis Nees ?) 185; (Pirenina) Macroglenes occultus, hrevicornis
189; Henicetrus annellus, caudatus, filicornis 191. (Mit Beginn der
Tridymina schliesst dieser Band.)
Opmerkingen omtrent zes markwaardige inlandsche
Pteromalinen (en eene Proctotrupide), door G. A. Spix. Tijd-
schr. voor Entomologie. 19. p. 133 ff. Plaat 6. — Beziehen sich
auf Ericydnus paludatus Hai.; Ectroma dunense Six p. 134, Fig. 2;
Encyrtus flavosulcatus Six p. 135, Fig. 3; Merisus öicoZor Six Fig. 5,
eine unbekannte Chalcidide und Enlophus fulvicollis Walk.
V. Schlechtendal beobachtete das Eierlegen von Allotria
erythrpcephala Hart, in ^ von Aphis Rosae L. Die Aphis
schien sich anfangs wehren zu wollen, aber von dem Schmarotzer
mit den Fühlern gestreichelt in ähnlicher Weise, wie sie es von Sei-
ten der Ameisen gewohnt ist, beruhigte sie sich und Hess der AI-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 241
lotria Zeit, ihr Ei auf dem Rücken zwischen den Honigröhren ab-
zulegen. Jahresb. Ver. f. Naturk. zu Zwickau. 1874. p. 21.
Isosoraa eximium Gir. var. sabuleti (oder Art?) Snellen
van Vollenhoven, Tijdschr. v. Entomologie. 19. p. 168.
Chalcis argenteopüosa; Radoszkovsky, Compte-Rendu
etc. Hör. Soc. Ent. Ross. XH. p. 150.
Halticeila Myrmeleonis (Donnemarie aus Larven des Ameisen-
löwen); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France. 1875. p. CCIV.
Proctotrupidae. Mymar taprohanicus (Ceylon); C. 0. Ward,
Ent. Montbl. Magaz. XI. p. 197.
Eine nicht näher bestimmte Ceranisusart beschrieben und
abgebildet in Tijdschr. v. Ent. 19. p. 136.
Cynipidae. v. Schlechtendal berichtet über die Zucht von
Rhodites rosae L. aus Gallen, die das merkwürdige Resultat er-
gab, dass eine Galle nur (20) Männchen, die anderen dieses Ge-
schlecht wenigstens in der üeberzahl lieferten. Jahresb. Vereins
f. Naturk. zu Zwickau. 1871. p. 34.
Ebenda 1872. p. 11 f. beschreibt derselbe ein mon-
ströses Weibchen von Trigonaspis megaptera Pnz.
Derselbe erzog aus glatten Gallen der Rosa canina eine
Rhoditesart, die er für neu hält, und deren Merkmale im Gegen-
satz zu der nahe verwandten R. Rosae er in einer Paralleldiagnose
hervorhebt. Er benennt dieselbe R. 3Iayri. Ebenda 1876. p. 59 ff.
Uroceridae. L. Pro van eher beschreibt inLe Natur. Canad.
VII. Xi^hy dria Ganaclenses (St. Hya^einthe) p. 373; Xiphidion (n. g.
von Serville schon an ein Locustidengenus vergeben; wie Xiphy-
dria, beide rücklaufende Nerven münden in die zweite Cubitalzelle)
Canadensis (! Quebeck) p. 374.
Tremex Smithii] Sirex xanthus (Nord-Indien); Cameron,
Trans. Ent. Soc. London. 1876. p. 470 f.
Derecyrta deceptus (Neu-Seeland); Smith, ebenda p. 474.
PI. IV. Fig. 6.
Tenthredinidae. Nach mehr als zehnjähriger Unterbrechung
haben Zaddach und Brischke eine Fortsetzung ihrer Beobach-
tungen an Blatt- und Holzwespen folgen lassen. Schriften
der physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königs-
berg. Jahrg. XVI. p. 23-89. Taf. I-lII. Es werden in diesem Auf-
satze die Nematiden behandelt, zu denen Zaddach die Gattungen
Nematus Jur., Cryptocampus Hart., Leptopus Hart., Cladius 111.. Di-
neura Dahlb. und Leptocerca Hart, rechnet. Dieselben sind im er-
wachsenen Zustande mehr durch eine Uebereinstimmung im Ver-
hältniss der einzelnen KÖrpertheile zu einander als durch ein ge-
meinsames leicht in die Augen fallendes Merkmal gekennzeichnet;
das gemeinsame Band, welches die in diese Gruppe vereinigten
Gattungen verbindet, ist die Fusszahl der Larven; die letzteren be-
242 Bertkau: Bericht über die wissenschaftliclieii Leistungen
sitzen nämlich ausser den drei Paaren Brustfüssen 6 Paar Bauch-
füsse am 2. — 7. Hinterleibssegment und 1 Paar Afterfüsse. Der
specielle Theil beschäftigt sich vorläufig nur mit Arten der Gat-
tung Nematus, die nach ihrer Färbung in Gruppen gebracht sind,
um die Bestimmung einer Art zu erleichtern. Beschrieben und
grösstentheils mit verschiedenalterigen Larven, Futterpflanzen, s. w.
abgebildet sind 28 Arten; daneben werthvolle biologische Notizen
hinzugefügt. Als neu werden beschrieben N. Brisclikii p. 57. Taf.
(7) Fig. 2. (Auf dem mir vorliegenden Separatabdruck ist Taf. (7)
nicht vorhanden Refer.), ÄnderscM (ohne Larve) p. 62, imperfectus
(ohne Larve) p. 80, turgidus p. 82, umhrinus p. 84, maestus p. 85.
Auf den drei erschienenen Tafeln sind z. Th. die Larven von Arten
abgebildet, die im Text nicht besprochen sind, während Abbildungen,
auf die der Text hinweist, z. Th. fehlen.
Snellen van Vollenhoven liefert 18. und 19. Stuk von De
inlandsche Bladwespen etc. Tijdschr. v. Entom. 18. p. 33 £P.
mit Taf. 3—5. 19. p. 258 ff., mit Taf. 10—12. (Cimbex silvarum
F., Phyllotoma tenella Zadd. ; Tenthredo Colon Kl.; Seiandria can-
didata Fall., albipes L. ; Nematus crassulus Dablb., luridiventris Fall.)
D. H. E,. V. Schlechtendal beschreibt einige Blattwespen
mit monströsem Flügelgeäder (Tenthredo impressa Kl., aucupariae
KL; Dolerus coracinus Kl. Jahresber. Ver. f. Naturk. zu
Zwickau. 1872. p. 7 f.
üeber monströse Cimbex axillaris s. oben 1876. p. 349 (141).
J. P. E. Frdr. Stein beschreibt in der Stett. Ent. Zeit.
XXXVn. folgende neue Arten: Cimbex scapularis (Balkan, Smyrna)
p. 53; Amasis Kryperi (Attica, Smyrna), concinna (Rumelien) p. 54
(nach Tischbein ebenda p. 235 = Abia mutabilis Tischb.); Tarpa aZ-
bicincta (Macedonien) p. 55, Loeiüii (Kleinasien) p. 56; Lyda viacu-
Upennis (Smyrna); Xyela (rr^eeci (Griechenland) p-"57; Cephus s^ecia-
büis (Spalato) p. 58, älbo-maculatus (Bagusa), variegatus (Ragusa) p.
59; Pachyceplius (n. g., von. Cephus verschieden durch die sechs-
zehngliedrigen Fühler) Smyrnensis (Smyrna) p. 60.
Blennocampa Tüiae p. 78 ; Phyllotoma ^cem p. 91; Monophadnus
Iridis p. 717 (Deutschi.); Kaltenbach, „Pflanzenfeinde".
Hylotoma aTbocincta, xantlio gaster, lutea p. 419, microcephala
(Indien), flavicollis (Hong-Kong); Athalia tihialis (Indien) p. 460;
Monophadnus rufus (Nordchina), caendescens (Nepaul), hengalensis
(Bengalen) p. 461; Änisoarthra (n. g.) caerulea, cyanella (Ceylon);
Eriocampa ruficornis (Nordchina) p. 462; AUomorpha incisa (Nord-
china) p. 463; Änisoneura (n. g.) stigmaticalis; AUantus flawma-
culatus (Nordchina), iy^oc/mwiemiz/s (Nordindien) p. 464; Pachyprotasis
versicolor ; Macrophya rotundiventris (Nordindien) ; Tenthredo incerta
(Burmah) p. 465, amoorensis (Amoor), metaUica, clypeata (Nordindien)
p. 466, xantlioptera (Nepaul), trimaculata, melanotarsus (Nordchina),
auf dem Gebiete der Arthropoden währeDd der Jahre 1875 u. 1876. 243
xanthotarsus, xanthopiis (Japan) p. 467, indica (Nordindien), flavo-
ftaZ^eato (Nordchina) p. 468, öbscura (Nordchina); Dolerus rufocinctus
('Indien), fcicoZor (Nordchina) p. 469, affinis (Chma,); Dineura africana
(iJierra Leone) p. 470; Cameron, Trans. Ent. Soc. London. 1876.
Strongylogaster femordlis (Paisley) p. 250; Dineura selandrii-
fornis (St. Albani): derselbe, Ent. Monthl. Magaz. XL
'Nematns Marschalli (Corsica); derselbe, ebenda XII. p. 9.
Nematus Cadderensis (Larve auf Salix cinerea) p. 127, dorsatus
(Larve auf Birken) p. 129, flavipennis, haccarum (aus Gallen
von Salix aurita ?) p. 189, crassipes Thoms. var.. vacciniellus
(aus Gallen von V. Vitis-Idaea) p. 190, Sharpi p. 191; Phaenusa
alhipes p. 131, neue Arten aus Schottland; derselbe, ebenda.
Macrophya n, sp. (nicht benannt); Sn. van Vollenhoven,
Tijdschr. v. Entomologie 19. p. 215.
Die Larve von Emphytus amaurus Kl. (?) lebt minierend
in den Blättern von Alnus glutinosa, spinnt erwachsen die
Ober- und Unterseite der Mine zu einem kreisrunden Gehäuse zu-
sammen, das sich allmählich von dem zur Erde gefallenen Blatte
ablöst. In demselben überv^intert die Larve und verpuppt sich erst
im nächsten Jahre. Nach Letzner in dem 53. Jahresb. Sohle s.
Ges. vaterl. Cultur p. 181.
Neuroptera.
Die Neuropteren Europas und insbesondere
Oesterreiclis sind mit Rücksicht auf ihre geo-
graphische Verbreitung kritisch zusammenge-
stellt von Dr. F. Brauer. Wien, 1876. Festschrift zur
Feier des 25-jährigen Bestehens der K. K. Zoolog.-Bot.-
Gesellschaft in Wien. p. 265 fif.
L. Meyer-Dür vollendet seine Neuropter en-Fauna
der Schweiz bis auf heutige Erfahrung (s. den Be-
richt 1875. p. 219(195)) mit den echten Neuropteren (Pla-
nipennia und Trichoptera); Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch.
IV. p. 353-364.
Beuthin liefert in den Abh. Ver. naturw. Unterh.
Hamburg I. p. 124 ff. ein Verzeichniss von den (60) bei
Hamburg beobachteten Neuroptera, unter denen eine Chry-
sopa neu ist (Trichoptera 33, Panorpidae 3, Rhaphidiodea
4, Osmylidae 1, Hemerobiidae 18, Myrmeleontidae 1).
H. A. Hagen giebt einen Report on the Pseudo-
Neuroptera and Neuroptera collected by Lieut. W.
244 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
L. Carpenter in 1873, in Colorado. Report U. S.
Geol. Survey Terr. for 1873 (1875) p. 571-606.
R. M'Lachlan hat die Bearbeitung der Neuro ptera
(und Pseudo-Neuroptera (excl. Odonata)) in Fedtschenko's
„Turkestan''; Zoogeographicheskia Izsledovacia
p. 1 — 60; pl. IV. übernommen. Die Diagnosen der Arten
sind in lateinischer, die übrigen Angaben in russischer
Sprache abgefasst, was die Benutzung erschwert.
R. M'Lachlan's A Sketch of our present know-
ledge of the Neuropterous Fauna of Japan (exclu-
ding Odonata and Trichoptera) in den Trans. Ent. Soc.
London. 1875. p. 167 ff. weist in Japan 5 Ephemeriden,
9 Perliden, 3 Sialiden, 1 Rhaphidiide, 5 Myrmeleontiden,
2 Ascalaphiden, 1 Mantispide, 1 Hemerobiide, 4 Osmyliden,
4 Chrysopiden, 10 Panorpideu nach. Viele der aufgeführten
Arten sind neu.
Descriptions de plusieurs Neuropteres-Pla-
nipennes et Trichopteres nouveaux de File de
Celebes et de quelques especes nouvelles de Di-
pseudopsis avec considerations sur ce genre. Par
M. R. Mac-Lachlan. Tijdschr. voor Entom. 18. p.
1 ff. Taf. I u. IL Es werden 10 vielfach interessante Arten
beschrieben und abgebildet.
Nach Einsicht der in dem Leidener Museum aufbe-
wahrten Sammlung Pictet's, die die Typen zu dessen Arten
enthält, giebt M'Lachlan synonymische Bemerkungen zu
diesen Arten. Tijdschr. v. Entomol. 18. p. 22 ff.
Planipennia.
Ascalaphidae. K M'Lachlan beschreibt in Fedtschenko's
Turkcstan, Neuro ptera Idricerus sogdianns p. 11 Taf. I Fig, 8;
Ascalaphus Kolyvanensis var. Taf. I. Fig. 9 und 10.
A. Kolyvanensis var. Ponticus (Alarura posticarum macula pallida
apicalis hyalina (nee flavo-opaca), annulus niger apicalis supra in-
completus); derselbe, Entomol. Monthl. Magaz. XIII. p. 35.
A. Bambiiri (Japan); derselbe, A. Sketch .... Neuro-
pterous Fauna of Japan; Trans. Ent. Soc. London. 1875.
p. 177.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 245
Myrmeleontidae. R. M'Lachlan beschreibt und bildet ab in
Fedtschenko's Turkestan Maracanda (n. g., Schienen ohne
Sporen; Fühler und Beine kurz) amoena p. 2, Taf. II Fig. I; Myr-
mecaelurus major p. 4, Fig. 2, FedtscJienTcoi p. 4. Fig. 3 und 4;
Macronomurus pauhis p. 6 Fig. 5, clarus p. 7. Fig. 6; Myrmeleon
Ulianini p. 8. Fig. 7, fanaticus p. 10.
Aus Japan macht derselbe (A. Sketch etc. . . . Neuro-
pterous Fauna of Japan) Acauthoclisis Ja|>om'ca; Formicaleo con-
tiiberndlis und Myrmeleon miccms bekannt; a. a. 0. p. 174, 175, 176.
Myrmeleon celehensis (Celebes); derselbe in der Tijdschr.
voor Entomologie, 18. p. 5.
Osmyiidae. Osmylus flavicomis (Yokohama) p. 119, tessellatus
Pryeri (ibid.) p. 180, hyalinatiis (ibid. und Kobe); derselbe, A
Sketch etc. a. a. 0.
Fanorpidae. Ebenda macht derselbe folgende neue Gat-
tungen und Arten von Panorpiden bekannt. Panorpa Pryeri (Yoko-
hama, Hakodadi) p. 185, Wormaldi (Yokohama) p. 186; Lejoto-
panorpa (n. g.; von Panorpa habituell durch die Schlankheit sämmt-
licher Körpertheile unterschieden) Bitsemae (Japan) p. 187, Sieholdii
(ibid.) p. 188; P anorpodes (n. g. zwischen Panorpa und Euphania
Westwood) paradoxa (Yokohama) p. 189.
Henry L. Moody (The Aborted Wings of Boreus;
Psyche I. p. 161 f.) beschreibt bei B, brumalis auf der Unterseite
der verkümmerten Vorderflügel eine Keihe spitzer, rechtwinkelig
abstehender Dorne und vermuthet eine Verwendung dieser Ein-
richtung bei der Begattung.
Mantispidae. Mantispa scabricolUs (Turkestan und Kokand);
R. M'Lachlan in Fedtschenko's Turkestan p. 13. Taf. I.
Fig. 11.
M. japonica (Yokohama); derselbe, A. Sketch etc. a. a. 0.
p. 178.
M. Burqiiei (Ste. Hyacinthe, Canada); Provancher, Le Na-
tural. Canadien. VII. p. 247.
Hemerobiidae. Hemerybius conspurcaUis (Kokand) p. 15, Taf.
I. Fig. 15, triangularis p. 16, Taf, I. Fig. 14; R. M'Lachlan,
Fedtschenko's Turkestan; Neuroptera.
Ghrysopidae. Chrysopa centralis p. 19, sogdianica p. 20, sy-
haritica p. 21, Fedtschenicoi ]). 22, Taf. I, Fig. 12; Chrysopisca (n.
g., wie Chrysopa, aber dritte Cubitalzelle der Vorderflügel ohne thei-
lende Ader) minuta p. 23, Fig. 13; derselbe ebenda.
Chrysopa rufkeps p. 2; Apochrysa Älbardae p. 3, neue Arten
von Celebes; derselbe in der Tijdschr. voor Entomol. 18.
Notochrysa japom'm (Japan) ; derselbe A. Sketch . . . .
246 Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
of the Neuropterous Fauna of Japan in Transact. Entom.
Societ. London. 1875. p. 182.
N. Mac Laclilani (Transvaal; statura N. fulvicipitis, at major
et aliter colorata) ; Wallengreen, Insecta Transvaaliensiap. 131.
Chrysopa Behni (Hamburg; Chrysopae capitatae valde affinis;
Caput aureo-flavum, puncto nigro inter antennes ornatum, ....
pedes flavescentes, .... unguiculi dentiforme amplificati ....);
Beuthin, Verhandl. Ver. f. Naturw. ünterh. Hamburg 1871—1874. p. 126.
Trichoptera.
R. M'Lachlan setzt seine Monographie Revision
& Synopsis of the Trichoptera etc. fort mit Part. II
(Mai 1875),.III. (October 1875), IV. (April 1876), V. (Novem-
ber 1876) p. 47-250 nebst Suppl., P. I. p. I-XII; PI. VI—
XXXI. Die auf den Tafeln gegebenen Abbildungen stellen
neben Bruchstücken von Flügeln zumeist die vergrösserten
charakteristischen Genitalanhänge dar. Wegen des ein-
zelnen s. unten.
Phryganeidae. M'Lachlan stellt in seiner Monogr. Rev.
etc. Part VL Suppl. Pt. I. p. II auf Ägrypnetes n. g. (Nur 1, 2,
3 Sporen ; keine Spur von mittleren Sporen an den Mittel- und
Hinterschienen . . .; 2. — 4. Tarsenglied der Vorderfüsse sehr kurz;
die Tarsen der Mittelfüsse abgeflacht, aber nicht verbreitert, auf der
Unterseite mit starren Haaren dicht besetzt; Dornen nahezu, feh-
lend; Fühler weit kürzer als die Flügel, sehr stämmig; . . . Nerva-
tur im Allgemeinen wie bei Agrypuia) für eine nur im männlichen
Geschlecht bekannte Art (A. crassicornis) von Finnland PI. XXVI.
Limnophilidae- Aus dieser Familie behandelt M'Lachlan in
seiner „Monograph. Rev. etc." die Gattungen Limnophilus (mit
41 Ai'ten, unter denen congener (St. Petersburg, Archangel, Fin-
land) p. 56, PI. VIII, pantodapus (Lappland) p. 70, PI. IX, picttira=
tus (Schweden, Nord-Russland) p. 78, PI. X, siihnitidus ^ (Samar-
cand) p. 85, PI. IX, miser (Bothn. Meerb., Finmark, Kola) p. 89,
PI. IX, peeuliaris (Caucasus) p. 98, PI. VII, exulans ^ (Issland)
Suppl. Part. I. p. VI. PI. XXXI neu sind), Anabolia mti 3, Phaco-
pteryx mit ], Arctoecia n. g. (Sporen in beiden Geschlechtern 1,
3, 4; erstes Glied der Vordertarsen in beiden Geschlechtern gleich-
gebildet; Taster lang und schwach; Form und Grösse der Flügel
bei beiden Geschlechtern verschieden; . . . Hinterleib fast wie bei
Anabolia, aber das 9. Dorsalsegment beim ^ in Gestalt einer haa-
rigen, dreieckigen Platte sichtbar) mit 1 Art (dualis) von Schweden,
Lappland etc. p. 108, PI. XI, Anisogamus n. g. (Sporen in beiden
Geschlechtern 1, 3, 4; erstes Glied der Vordertarsen in beiden Ge-
schlechtern lang; Flügel in beiden Geschlechtern verschieden ge-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 247
bildet, für Stenophylax difformis M'Lachl. und) noricanus (Norische
Alpen) p. 110, PL XII, Acrophylax mit l,Discooecusii. g.für Stenoph.
palatus M'Lachl. p. 112, Stenophylax mit 23 Arten, darunter fii-
sorius ^ (Lappland) p. 116, PI. Xu, spinifer (Pyrenaeen) p. 120.
PI. XIII, cnidus ^ (Kuusamo) p. 121, PI. XIII, fissus (Montpellier,
Griechenland) p. 133, PI. XIV, speliincarum (Krain), mitis ^ (ibid.)
p. 136, iicenorum (Frankreich) Suppl. Part. I, p. IX. PI. XXX,
Micropterna mit 4 Arten, Platyphylax mit 3 Arten, darunter palle-
scens ^ (Berner Oberland) p. 144, PL XV, neu; Halesus mit 16
Arten, unter denen antennatus ^ (Mendrisio) p. 153, Mlaris (Ai-
rolo) p. 154, PL XVI, lignifer $ (Monte Rosa) p. 155, PL XVI.
mendax (Schweiz) p. 156, PL XVII, Melampus ^ (Airolo, Zürich) p.
158, PL XVI, moestus ^ (Norische Alpen) p. 159, PL XVI neu, Drusus
mit 12 Arten, worunter monticola ^ (Schweiz) p. 174, PL XIX,
Melancliaetes (St. Gotthardt) p. 177, PL XIX, Monocentra mit 1 A.,
Peltostomis mit 2 Arten, neu graeca (Parnassus) p. 180, PL XX,
Crypthothrix mit 1 Art, Potamorites mit 1 Art, Ecclisopteryx mit
2 Arten; Chilostigma n. g. (Sporen in beiden Geschlechtern 1, 2,
2; erstes Tarsenglied der Vorderfüsse in beiden Geschlechter lang;
. . . ; Flügelmal scharf umschrieben, gefärbt; . . .) für Chaetopte-
ryx Sieboldii Hag. i. 1. p. 188, PL XX; Psilopteryx mit 2 Arten
{Zimmeri von der Schweiz und Sachsen p. 189, PL XXI), Chaeto-
pteryx mit 8 Arten, neu: SaJilbergi (Lappland) p, 195, PL XXI, ob-
scurata ^ (Schweiz) p. 196, PL XXII, clara (Krain) p. 197, PL XXI,
Gessneri (Airolo, Gotthard) p. 198, PL XXII; Chaetopterygopsis mit
1 Art, Anomalopteryx mit 1 Art, Thamastes mit 1 Art, Enoicyla
mit 3 Arten, neu: Costae ^ (Neapel p. 208, PL XXLII, Apatanea
mit 6 Arten, Apatidea mit 2 Arten, Radema mit 1 Art.
Derselbe desgl. in Fedtschenko's Turkestan Colpotau-
lius asiaticiis p. 25, Taf. II. 1; Limnophilus (Goniotaulius) subniti-
dus p. 27; Fig. 2; Apatidea (n. g. Apatania nahe stehend, 1. 2.
2. Sporen) elongata p. 28, Fig. 3, copiosa p. 29, Fig. 4.
Platyphylax atripes: Stenophylax gilvipes (Colorado); Hagen,
Rep. ü. S. GeoL Surv. Ters. for. 1873. p. 600, 601.
Halesus helvetiais p. 393, dlpinus p. 395; Drusus nigrescene
(Schweiz) p. 396; Meyer-Dür, Mitth. Schweiz. EntomoL Ge-
sellsch. IV.
Sericostomatidae. Folgende Gattungen dieser Familie werden
von MacLachlan in dessen Monographie Rev. etc. besprochen:
Sericostoma mit 16 Arten; neu: pedemontanum ^ (Turin, vielleicht
nur Lokalform von personatum ?), memorabiU ^ (Dauphine) p.
229, PL XXV, turbatim (Belgien) p. 231, PL XXV, siculum {Sicilien),
hamiferum (England) p. 232, PL XXV; Gerasma n. g. (vom An-
sehen eines Sericostoma; Kiefertaster des ^ nur wenig vorragend;
Kopf des (^ vorn in zwei hornartige Fortsätze vorgezogen . . .)
248 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
mit der neuen Art cornuta ^ (Caucasus) p. 235, PI. XXVI, Schizo-
pelex n. g. für Sericostoma festivum ßamb. und granjae Pict.,
Oecismus n.g, (Ansehen eines Sericostoma; Kiefertaster des ^ nur
wenig vorragend, . . . Discoidalzelle der Hinterflügel geschlossen,
durch eine Querader mit dem Radius verbunden . . .) für die beiden
Arten 0. (Sericostoma olim) monedula Hag. und mucidus (Parnassus)
p. 237, Pl.XXV, Notidobia mit 2 Arten, Goera mit 1 Art; Lithax
n. g. (Ansehen eines Silo, Flügelbildung verschieden) für S. (Silo)
niger Hag., Silo mit 8 Arten, Selis n. g. (im Allgemeinen wie
Silo; die Haare der Kiefertaster des ^ verdickt, aber nicht keulen-
förmig; Flügel schmäler und länger, ^ mit einer schmalen aber
tiefen Grube auf den vorderen .... für S. (Silo) auratus Hag. p.
251; Brachycentrus mit 3 Arten, Oligoplectrum mit 1 Art, Micr ei-
sern a (n. g. für Dasystoma togatum Hag., Oligoplectron morosum
M'Lachl., Dasyst. moestum Hag., naevum Hag., nigrum Brauer,
Rhyaeophila microcephala Pict., setifera Pict. und) Micrasema tri-
stellum ^ (Savoyen) p. 261, longulum (Sachsen) p. 263 PI. XXIX,
gelidum (Finnland), minimum (Tir«l) p. 264, PI. XXVHI, exiguum
$ (Sachsen) p. 265, PI. XXVIIJ, Thremma n. g. (Sporen 1 (2?), 3,
4; allgemeines Aussehen wie von Micrasema, Ocellen gross und
deutlich; erstes Fühlerglied länger als der Kopf; Abdomen haarig,
sehr kurz; Flügel kurz und breit . . . .) anomalum (Parnassus) p.
266, PI. XXIX, Helicopsyche. ? mit 1 Art {sperata ^ von Corsica
p. 269); Crunoecia n. g. für Goera irrorata Curt (und Mormonia ?
parvula M'Lachl. ?) p. 271, Lepidostoma mit 2 Arten, Lasiocephala
mit 1 Art, Dinarthrum mit 1 Art, Maniconeura (s. unten) mit 1 Art.
Dinarthrum pugnax p. 30, Taf. II, 5; Maniconeura (n. g.
bei Mormonia; Maxillartaster des ^ in einen Pinsel langer Haare
endend; untere Hälfte der Vorderflügel ohne Geäder) penicillata p.
32, Fig. 6; Mormonia parvula p. 33, Taf. III. 2; Brachycentrus
maracandicus p. 34, Fig. 1 (Turkestan); M'Lachlan, Fedtsch.
Turkest.
Le Helicopsyche in Italia; Lettera agli Entomologi
Italiani di C. de Siebold 8vo. p. 10. Habe ich nicht benutzen
können.
Anisocentropus croesiis p. 8, Pieper si p. 9, cretosus p. H;
Setodes lanuginosa p. 12, neue Arten von Celebes; M'Lachlan,
Tijdschr. voor Entomologie. 18.
Leptoceridae. Triaenodes interna p. 35, Taf. III. Fig. 3; Se-
todes similis p. 36, Fig. i, paiila Fig. 5 (Turkestan); M'Lachlan,
in Fedtschenko's Turkestan.
Oestropsidae. Brauer stellt in den Verh. Zool. Bot. Ge-
sellsch. Wien XXV. p. 69 auf Phanostoma (n. g.; Sporen 2,
4, 2; die der Vorder schienen sehr klein; Endsporen der Mittel- und
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. i876_. 249
die der Hinterschienen ungleich, indem der innere Sporn viermal
läDger ist als der äussere; Vorderflügel lang und schmal,
zwischen costa nud subcosta ca. 5 Queradern ; . . . . zwischen Thy-
ridium und Sector eine verdickte Stelle der Flügelhaut, eine vena
spuria bildend und eine von Brauer als falsche Discoidalzelle
bezeichnete Zelle über der Thyridiumzelle undeutlich abschliessend;
. . . .) für Ph. senegalense cTp- 71; Äethaloptera (Sporen (0),
3, 2; Taster abfällig, bei vielen Exemplaren fehlend; Flügelgeäder
beider Geschlechter verschieden und sehr unregelmässig; . . . .)
für A. dispar </ ^ p. 72 (beide Arten von Senegal) und beschreibt
ferner Oestropsis hipunctata ^ (yielleicht = Polymorphanisus nigri-
cornis Walk.? Blauer Nil) p. 73.
RhyacopMIidae. M'Lachlan beschreibt in Fedtschenko's
Turkestan folgende neue Arten: Glossosoma dentatum Taf. IV
Fig. 4; Agapetus hidens p. 43, Fig. 5, tridens Fig. 6, cocandicus
p. 44, Fig. 7; Beraea dira p. 45, Fig. 8,
Hydroptilidae. Unter den von Fedtschenko auf seiner
Reise nach Turkestan erbeuteten Objekten ist eine neue Art
dieser Familie: AgrsMlea palUdtda^ beschrieben von M'Lachlan, a.
a. 0. p. 46, Taf. IV Fig. 8.
Hydropsychidae. Hydropsyche erythropldlialma p. 37, Taf. III
Fig. 6, carbonaria p. 38, Taf. III, Fig. 7, ardens p. 39, Taf. IV,
Fig. 1, straminea p. 40, Fig. 2; Psychomyia usitata p. 41, Fig. 3;
M'Lachlan in Fedtschenko's Turkestan.
Das letzte Glied der Kiefertaster der Gattung Dipseudopsis
ist gegliedert und die Gattung gehört daher in die vorstehende
Familie; M'Lachlan, Tijdschr. voor Entomologie 18. p. 14
Neue Arten sind: D. infuscatus (?) p. 15, stellatus (Shanghai) p. 16,
indicus (Indien) p. 18.
D. fasciata (Senegal); Brauer in den Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXV. p. 69.
Ortlioptera.
1. Thysanura.
Collembola borealia. — Nordiska Collembola,
beskrifna af Tycho Tullberg. 0 ef vers Kgl. Svenska
Vetensk.-Akad.Förh. 1876. Nr. 5, p. 23ff. Taf. VIII— XL
Ist eine Aufzählung der (32) im nördlichsten Europa, Asien
und Amerika beobachteten Arten; beschrieben sind eigent-
lich nur die neuen Arten, bei deren Diagnose namentlich
250 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
die Organa postantennalia eine ausgiebige Verwendung
finden.
0. M. Reuter liefert einen Catalogus praecur-
sorius Poduridarum Fenniae in Meddelanden af Societ.
pro Fauna et Flora Fennica. I. Helsingfors 1876. p. 78 ff.
Derselbe weist das Vorkommen von 43 Arten nach, von
denen 15 auf die Sminthurinae, 21 auf die Templetoninae,
4 auf die Lipurinae fallen. Hinzugefügt ist eine Beschrei-
bung der Arten, die Tullberg in seinen Sveriges Po-
durider nicht beschrieben hat. Neu sind Sminthurus fla-
viceps var. fennicus, S. insignis p. 83, püosicauda^ lineatus
p. 84, Tullhergi\ Papirius dorsalis] Degeeria (?) superba
p. 85; Isotoma halteata p. 86.
C. Parona. Delle Poduridi e specialement di
quelle racolte aPavia. Annuario scient. Istit. tecn.
Pavia. 1875. (Kenne ich nur nach dem Titel.)
Podura aquatica ist unmittelbar nach der Häutung farblos
und erhält ihre dunkle Farbe erst, nachdem das Licht eine Zeit
lang auf die Haut eingewirkt hat. Bull. Soc. Ent. France. 1875.
p. LXL
Sminthuridae. Sminthurus variegatus (Sibirien; fulvus, signa-
turis nigris distinctis; furcula j)edibusque flavis; antennae capite
multo longiores; unguiculus inferior non vaginatus, uno dento ar-
matus) p. 29, Taf. VIIL 1 — 4, Malmgrenii (Spitzbergen; pilosus vio-
laceus; articulus ultimus antennarum haud annulatus; .... un-
guiculus superior nudus, inferiore non longior) p. 30, Taf. VHL
5—7; Papirius ehloropus (Sibirien) p. 31, Taf. VHL 8. Tullberg,
Collembola borealia.
Degeeriidae. Tomocerus minutus (Sibirien, Novaja Semblja,
antennae corpore non longiores; spinae dentium simplices lOvelll;
unguiculus superior dentibus duobus vel tribus armatus, inferior
late lanceolatus), Iwidus (Sibirien .... spinae dentium simplices,
7 vel 8, intima parva; unguiculus superior dentibus tribus instru-
ctus, inferior lanceolatus) p. 32, Corynothrix (n. g.; mesonotum
non prominens; segmentum 4 um abdominale 3"vix longius; antennae
capite duplo longiores, quadri-articulatae; . . . ., dorsum pilis cla-
vatis denseinstructum; squamae nullae) horealis (Novaja Semlja) p.
34, Taf. IX. 13—16; Isotoma bidenticulata (Novaja Semlja, Grön-
land) Stuxbcrgii (Novaja, Semlja, Sibirien) p. 35, violacea (Sibirien),
sewsi&«;iis, (Novaja Semlja) p. 30; Tullberg, Collembola borealia.
Lipuridae. Achorutes longispiniis (Novaja Semlja; unguiculus
inferior adest ; mucrones furculae crassi, convergentes : spinae anales
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 251
magnae, tarnen unguiculis superioribus nonnihilo breviores; papillae
basi separatae; 2mm) p. 37, Taf. X. 31 — 34, Theelii (Novaja Semlja,
. . . miicrones furculae acuminati, non convergentes ; Spinae anales
perparvae, rectae, papillis inter se proprinquis breviores; 2 mm.),
Taf, X. 36—39, diibius (Novaja Semlja; .... mucrones furculae
graciles acuminati, non convergentes; Spinae anales perparvae, ar-
matae, papillis inter se propinquis affixae; 1mm. Taf. X. 40 — 43,
p. 38 ; Lipura arctica (Spitzb., Nov. Seml., Sib.), Organa postanten-
nalia tumoribus 18 — 30 subovalibus composita; basis antennarum
punctis ocelliformibus tribus instructa; .... 3,5 mm.), p. 39, Taf.
XI. 47—50, octo-punctata (Sibirien; Org. postant. tumoribus 33 subo-
valibus composita; basis antennarum punctis ocelliformibus quattuor
instructa; .... 2V2nim) Taf. XL 51—53, sibirica (Sibirien) org.
postant. tumoribus 10 vel 11 subovalibus composita; basis antennarum
puncto ocelliformi unico instructa; .... 2mm), Taf. XI. 54 — 56,
grönlandica (Grönland, Spitzbergen) tumor utriusque organi postan-
tennalis unicus; basis antennarum punctis ocelliformibus tribus
instructa; .... 1,5 mm.) Taf. XI. 57, 58; Anura gigantea (Sibivien',
Organa postantennalia adsunt; ocelli in utroque latere capitis quin-
que 5mm.) Taf. XI. 59. p. 41. Tullberg, Collembola borealia.
J. Lubbock stellt auf Tullhergia (n. g. Lipurid., Corpus
elongatum, antennae non clavatae, quadri-articulatae; Organa post-
antennalia transversa, unguiculi inferiores nulli ; spinae anales magnae)
für eine Art von den Kerguelen (gemein im feuchten Moos der Ob-
servatory-Bay, Royal-Sound), die er T. antarctica nennt. Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 324.
Japygidae. Wood-Mason erwähnt (aber beschreibt nicht)
eine neue Japyx-art aus Indien. Proc. As. Soc. Beng. Aug. 1876j
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XYIII. p. 511. (Zu den dort als
bekannt aufgeführten vier Arten ist noch J. subterraneus Pack hinzu-
zufügen. Refer.)
2. Gennina.
Samuel H. Scud der stellt in der Psyche Vol. I. auf
Synoptical Tables for determining N. A. Insects. Ortho-
ptera; p. 169 ff. giebt die Bestimmungstatabelle der Fami-
lien, p. 177 ff. eine solche der Forficulariae.
C. Stäl hat mit Part III seiner Rccensio Orthd-
pterorum. Revue critique des Orthopteres döcrits
par Linne, De Geer et Thunberg, Stockholm 1875.
8vo. p. 1—105. dieselbe beendet. Der gegenwärtige Theil
bezieht sich hauptsächlich auf Phasmidae, s. unten.
252 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen etc.
M. H. de Saussure hat den Vme Fase, seiner M6-
langes Orthopterologiques folgen lassen. Mem. d. 1.
Soc. d. Physique et d'hist. Nat. de Geneve. XXV.
Prem. Partie, p. 1 ff. Tff. 11—15. Derselbe behandelt im
Anschluss an und zur Vervollständigung der Miss, scientif.
au Mexico 3rae livr. die Grylliden. Vgl. den Bericht
1875 p. 208 (195) und 1873 p. 346 (126).
Stäl's Observations Orthopterologiques im Bi-
hang tili K. Svenska Vet. Ak. Handlingar Band 3. Nr. 14
enthalten im Auszuge die Systematisation nouvelle
des Phasmides des 3. Theiles der Recensio Ortho-
pterorum, p. 1 ff., Bemerkungen Sur le Systeme des
Acridiides p. 21 ff. und Diagnoses d'Orthopteres
nouveaux p. 24 ff. s. unten.
Die Schweizerischen Orthopteren. Von Dr.
Gustav Schoch, Zürich, 1876. Auf eine kurze Einlei-
tung, die die angewandte Terminologie enthält, folgt eine
analytische Tabelle zur Bestimmung der Familien, dann
"Solche zur Bestimmung der Gattungen und Arten. Zum
Schluss giebt Verfasser einen Catalog der Orthopteren Eu-
ropas. Als in der Schweiz vorkommend sind behandelt in
der Familie der Forficulina 3 Gattungen 7 Arten, Blattina
3 Gattungen 8 Arten, Mantodea 1 Gattung 1 Art, Gryllo-
talpina 2 Gattungen 2 Arten, Gryllodea 3 Gattungen 6
Arten, Locustina 13 Gattungen 26 Arten, Acridiodea 13
Gattungen 40 Arten, im Ganzen 38 Gattungen 90 Arten.
Aus den angeführten Familien ist zu ersehen, in welchem
Umfange die Orthopteren genommen sind.
Beuthin verzeichnet die (34) in der Umgegend Ham-
burgs beobachteten Orthoptera genuina (Forficulina 2, Blat-
tina 5, Gryllodea 3, Locustina 7, Acridiodea 17 Arten).
Abb. Ver. naturw. Unterh. Hamburg II. p. 219 ff.
Bidrag tili södra Afrikas Orthopter-fauna Af C. Stäl.
Oefvers Kong. Vet. Akad. Förhandlingar. 1876. Nr.
3. p. 29 ff. I. Orthoptera frän Damara och Ovambo. II. Ortho-
ptera frän trakten af Capstaden. In I werden 49 Acridiodea,
,11 Locustina, 3 Gryllodea, 4 Phasmodea, 11 Mantodea, 6 Blat-
tina, 1 Forficuline, darunter mehrere neue Gattungen und
Arten, aufgezählt, resp. beschrieben; in II werden 21 Arten
aufgezählt.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 253
S. H. Scudder liefert Decade II (Locustidae^, III,
IV (Acridiodea), V. VI (Forficulidae) seiner Century of
Orthoptera. Proceed.Bost. Soc. XVII.p. 454 ff., 472 ff.,
510 ff, XVIII. p. 251 ff, 257 ff.
Derselbe giebt Notizen zu den von J. Orton im
nördlichen Peru gesammelten Orthoptera nebst der Be-
schreibung zahlreicher neuer Gattungen und Arten; ebenda
XVII. p. 257.
C. Thomas giebt A List of Orthoptera, collected
by J. Duncan Putnam, of Davenport, Jowa, during the
Summers of 1872,-3,-4 und 5, chiefly in Colorado,
Utah and Wyoming Territories. Proc. Davenport
Acad. Nat. Sciences. Lp. 249 ff. Dasselbe enthält von
Mantidae 2 Arten, Blattina 4 Arten (1 neu); Acridiodea
32 Arten (3 neu), Locustidae 10 Arten (1 neu), Gryllidae
3 Arten.
De Borre gründet auf den Abdruck einer Flügeldecke in
den Kohlen schichten von Mons die Gattung Pachytyhpsis, zu der
er auch den Rest eines in denselben Schichten gefundenen ünter-
flügels zieht. Da derselbe grösser ist als nach dem Oberflügel zu
erwarten wäre, so schreibt er denselben einer zweiten Art derselben
Gattung zu (P. borinensis ] die Art, der der Oberflügel angehört hat,
istP. Persenairei. C. R. Soc. Ent. Belg. XVin. p. GL.
Van Volxem sucht zu beweisen, dass die Nervatur des Ab-
druckes eine andere sei, als sie bei den Flügeldecken der Acridier
vorkommen, dass demnach der Best von keinem Acridier herrühre,
und der Name Pachytylopsis schlecht gewählt sei. Ebenda XIX. p.
XXIX ff. (Der P. borinensis zugeschriebene Abdruck wird übrigens
p. XLVI f. für einen Schmetterlingsflügel (!) erklärt.)
Abdruck eines Termitenflügels in den Kohlen schichten bei
Mons; C. R. Soc. Ent. Belg. XVIII. p. XLI.
Die morphologische Bedeutung der Segmente,
speciell des Hinterleibes bei den Orthopteren hat
C. Brunner von Wattenwyl zum Vorwurf einer aus-
führlichen, durch 3 Tafeln Abbildungen erläuterten Abhand-
lung gemacht. (Festschrift zur Feier des 25jährigen Be-
stehens der K. K. Zool.-Bot.-Gesellschaft in Wien. 1876.)
Als Theile, aus denen die Bedeckung oder das Skelet eines
Segmentes bei Insekten besteht, nimmt Brunn er folgende
6 an: eine erhärtete Dorsal- und eine eben solche Ster-
nal platte, die sich beide nach hinten in ihre weichen
Archiv f. Naturg. XXXXIH. Jahrg. 2. Bd. R
254 Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Dorsal-, resp. Sternalhäute fortsetzen und mit einander
durch die weichen Seitenhäute verbunden sind. Das
Vorkommen dieser 6 Theile sucht nun der Verfasser in
scharfsinniger Weise an den 16 von ihm angenommenen
Körpersegmenten der Orthopteren nachzuweisen. Entgegen
der gewöhnlichen Auffassung, die die Zahl der paari-
gen Anhänge als Maasstab für die Zahl der Segmente
annimmt, aus denen der Kopf gebildet ist, setzt sich nach
Brunn er der Kopf aus 3 Segmenten zusammen. Die Dor-
salplatte des ersten Segments wird von der Stirn, die Ster-
nalplatte von der Oberlippe dargestellt; der Scheitel ist die
Dorsalplatte, die Mandibeln die Sternalplatte des zweiten
Segmentes und das dritte Segment wird von den übrigen
Mundtheilen gebildet, ist also vollkommen nach unten ge-
rückt. Gerade hierin scheint sich mir, abgesehen von
der Entwickelungsgeschichte, das ganz Unzulässige dieser
Betrachtung zu dokumentiren; im Begriff eines Meta-
mers oder Segments liegt, dass es einen Ring senkrecht
auf die Längsachse des Körpers darstelle, nicht in der
Längsachse selbst liege; ferner können Sternaltheile
nur mit Sternaltheilen, Dorsaltheile nur mit Dorsaltheilen
in der Längsrichtung zusammenhangen, während hier auch
das Umgekehrte eintreten würde. In Uebereinstimmung mit
Dewitz (s. oben 1876 p. 332 (124)) sieht auch Brunner den
Hinterleib der Orthopteren als aus 10 Segmenten zusam-
mengesetzt an und weist die typischen 6 Theile an den
einzelnen nach. Mit Ausnahme des ersten, das gewöhnlich
mit dem letzten Brustsegment mehr oder weniger innig
verschmolzen ist, und der drei letzten, die durch die äusseren
Geschlechtstheile etwas modificirt sind, ist dies bei den-
selben leicht, und sie haben ja wohl gerade als Typus
flir den angenommenen normalen Bau eines Segmentes her-
halten müssen. (Bei den Mantiden und Blattiden ist aller-
dings schon die 7. Sternalplatte der Weibchen zu einer
äusseren lamina subgenitalis ausgebildet, unter der die
wirkliche 1. s. als Sternaltheil des 8. Segmentes versteckt
liegt.) Bei den Männchen ist das ganze 8. Segment nor-
mal gebildet ; bei den Weibchen ist das Sternum desselben
in die lam. subg. verwandelt und trägt in den beiden un-
teren Lamellen der Legescheide die Sternalhaut. Das
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 255
Sternum des 9. Segmentes bildet im männlichen GescUeclit
die lam. subgenitalis und umschliesst in der Sternalhaut
den Penis, im weiblichen Geschlecht das obere Lamellen-
paar der Legescheide und hat die Sternalhaut als innere
Scheide entwickelt. Das letzte Segment hat die Dorsal-
platte zur lamina supraanalis ausgebildet, während der
Sternaltheil durch die weichen Polster dargestellt wird,
die die Afteröffnung von unten her umgeben; die anderen
Theile lassen sich nicht nachweisen. Eigenthtimlich ist
die Deutung, die den cerci und styli, wenn auch nur ver-
muthungsweise, gegeben wird: es sollen nämlich modifi-
cirte Stigmen des vorletzten, resp. letzten Segments sein.
0. Schmidt. Die Gehörorgane der Heu-
schrecken. Archiv f. mikroskopische Anatomie
XL p. 195 ff. Taf. X, XI, XII. Obwohl die Arbeit nach
den einleitenden Worten des Verfassers in der Absicht
unternommen ist, zu entscheiden, ob in den histiologischen
Verhältnissen der Gehörorgane bei Acridiern und Locu-
stiden Convergenzerscheinungen auftreten (eine Frage, die
mit Unrecht verneint wird), so sind die durch die erneuten
und sorgfältigen Untersuchungen gewonnenen Thatsachen
von einem allgemeinen Interesse, erweitern unsere Kennt-
nisse dieser interessanten Bildungen und berichtigen einige
Irrthümer. Bei dem Acridierohr betrifft dies namentlich
den Hornvorsprung, der ungefähr in der Mitte des Trommel-
felles, vordem „Vereinigungshöcker" Leydigs liegt. Nach
Schmidt ist dieser dreieckige Vorsprung eine hohle Kapsel
und dadurch gebildet, dass die innere der beiden Schichten,
aus denen das Trommelfell gebildet ist, an dieser Stelle
von der äusseren zurückgewichen ist; nur diese innere
Schicht ist an der betreffenden Stelle von feinen Poren
durchsetzt, die schon Leydig beobachtet hatte. Durch eine
Röhre, die sich nachher in eine Rinne öffnet, ist diese
Kapsel mit den Verbindungshöckern in Zusammenhang ge-
bracht. Das Gehörganglion, das bekanntlich an dem Ver-
bindungshöcker sich befindet, sendet einen Nerv in die
Rinne, resp. Röhre, und dieser Nerv schwillt in der Kapsel
zu einem Ganglion an, dessen feinere Struktur allerdings
nicht erkannt wurde, nachdem derselbe ungefähr in der
256 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mitte seines Weges ebenfalls ein Ganglion gebildet hatte.
Das in der Kapsel eingeschlossene Ganglion ist aber nicht
als Endapparat des dahin abgehenden Nervs aufzufassen,
sondern als Sammelcentrum für anderweitige zahlreiche
Elemente, die von der Peripherie des Trommelfelles her-
kommen und, von einer feinen, zwischen Matrix des Trom-
melfelles und Tracheenblase gelegenen Membran getragen,
fadenförmige Fortsätze durch die erwähnten Poren der Kap-
sel und in das eingeschlossene Ganglion hineinsenden.
(Von Grab er wird übrigens die Richtigkeit dieser Angaben
bestritten.) Die wichtigsten Angaben über das Ohr der
Locustiden betreffen die Elemente der Hörleiste und deren
Zusammenhang mit dem sie begleitenden Nerven. Bekannt-
lich tritt die Gehörleiste seitlich aus dem Ganglion heraus
und wendet sich dann unter einem rechten Winkel ab, so
dass ihre Längsrichtung mit der des Nerven zusammen-
fällt. Sie ist umgeben von einer chitinigen Haut, die durch
eben solche Querwände (nach Grab er einfach die Zellen-
wände) in eine Anzahl sich nach vorn verjüngender Fächer
getheilt, deren jedes einen „Stift'' mit Zubehör trägt. Dieses
Zubehör ist nach Hensen eine Deckelzelle, zwei Seiten-
zellen und eine Basalzelle. Ueberzogen ist der Stift von
einer Membran, nach Hensen eine Duplikatur der Mem-
bran der Deckelzelle, nach Schmidt aber eine eigene
Hülle, die nur an dem Dach des Stiftes mit der Membran
der Deckelzelle verschmolzen ist. Den Stift selbst sieht
Schmidt als Zelle an, der bis dahin nur vermuthete Tu-
bus im Inneren, durch welchen die „Chorda" zum Köpfchen
tritt, wurde von Schmidt beobachtet. Die Seitenzellen
sind nach Schmidt sehr oft durch unregelmässige Haufen
kugeliger Bläschen ersetzt. Was die Basalzelle Hensen's
sein soll, lässt Schmidt unentschieden. Nach ihm ist das
weitere Verhalten folgendes. Der die Chorda nach ihrem
Austritte aus dem kegelförmigen Stift umhüllende Schlauch
geht von einer unmittelbar der Tracheenblase aufliegenden
„Basalganglionzelle" aus und diese selbe Basalganglion-
zelle sendet einen zweiten Ast zu der „Seiten-Ganglion-
zelle", deren Zusammenhang mit dem Gehörnerven schon
durch Hensen bekannt gemacht wurde, (üebrigens wurde
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 257
der Tibialnerv von Locusta viridissima weit unter dem
Bereich des Gehörganges mit grossen Zellen besetzt ge-
funden, die nicht wohl etwas anderes als Ganglienzellen
sein konnten.)
J. Ranke studirte mehr vom physiologischen Gesichts-
punkte aus und um zu einem Verständniss der Tonempfin-
dung bei dem Acridierohr zu gelangen, denselben Gegen-
stand. Beiträge zur Lehre von den Uebertragungs-
Sinnesorganen. Zeitschr. wissensch. Zoologie. XXV.
p. 143 ff. Tat. X. Die Untersuchungen sind ausschliesslich
an Acridium coerulescens angestellt und insofern be-
schränkt, als sie nur die stiftförmigen Elemente in dem
Hauptganglion zum Gegenstand haben. Von diesen weist
nun Ranke nach, dass sie sich durch ihre feine, starre
Fortsätze mit je einer kleinen Ganglienzelle der Körner-
schicht verbinden. Diese kleinen Ganglienzellen sind die
von Leydig als echte Kerne bezeichneten Elemente und
bipolar: die eine Faser setzt sich in den Stift fort, die
andere in eine der grösseren Ganglienzellen des Haupt-
ganglions. Wird nun das Trommelfell durch einen Ton
in Vibration gesetzt, so wird die Erschütterung durch die
stiftförmigen Elemente zunächst den kleinen und durch die
zweite Faser den grossen Ganglienzellen und damit weiter
dem Gehörnerv mitgetheilt. (Demnach liegt bei den Stiften
des Acridierohres ein ähnliches Verhältniss vor, wie bei
denen des Locustidenohres, wenigstens sofern ihr Zusam-
menhang mit den Ganglienzellen des Hauptganglions in
Betracht kommt; die „kleinen Ganglienzellen'' der Acridier
würden den „Basalganglienzellen'' der Locustiden entsprechen.
Dagegen wäre nach Grab er (s. unten) das Verhältniss
ein in anderer Weise übereinstimmendes. Die Basal-
ganglienzellen Schmidt's und die kleinen Gang-
lienzellen Ranke's sind nach Graber Kerne, die mit
den Stift- oder birnförmigen Körperchen nichts zu thun
haben. Die Chorda der letzteren setzt sich vielmehr ohne
Vermittelung interpolirter Zellen oder Kerne in eine (, nach
Ranke's Bezeichnung, grosse) Ganglienzelle fort, die ihrer-
seits wieder unmittelbar mit dem Gehörnerv durch Fasern
in Verbindung steht. Die Darstellung Graber's scheint mir
plausibeler. Ref.)
258 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Dieselbe Frage hat V. Grab er von einem viel umfas-
senderen Gesichtspunkte behandelt und die Resultate der
diesbezüglichen 2jährigen Forschungen in den Denkschr.
K. Akadem. d. Wissens eh. Mathem. Naturw. Klasse.
36. Bd. Wien. 1876 2. Abtheil. p. 1—140. Taf. I-X nie-
dergelegt unter dem Titel: Die tympanalen Sinnes-
apparate der Orthopteren. Diese Arbeit ist wohl als
das Wichtigste anzusehen, was über diesen Gegenstand
bisher erschienen ist, nicht nur weil sie, auf eine grosse
Anzahl von Arten ausgedehnt, eine stufenweise Entwicke-
lung dieser Organe im Systeme aufweist, sondern auch,
weil sie manche bisher übersehene anatomische und histio-
logische Einzelheiten aufdeckt, wenn auch gerade in die-
sem sehr subtilen Gebiete, wie der Verfasser selbst zuge-
steht, noch manche Ergänzungen nöthig sein werden; auch
ist das Endresultat in sofern ein unbefriedigendes zu nennen,
als es über die physiologische Bedeutung dieser Organe,
die bei den Fachzoologen doch als feststehend angenommen
werden konnte, wieder eine beängstigende Ungewissheit
verbreitet hat. Aus dem überaus reichen Inhalt kann ich
nur die hervorragendsten Momente herausheben. Das Trom-
melfell, bei Locustiden und Grylliden unter dem Knie an
den Vorderschienen gelegen, ist eine besonders modificierte
Stelle des allgemeinen Integumentes ; der Grad dieser Mo-
difikation ist ein sehr verschiedener, und es giebt Arten,
bei denen das Trommelfell durch seine dicke Bekleidung
mit Häärchen, Durchbohrung mit Porenkanälen, Pigmen-
tierung u. s. w. sich nur wenig von dem benachbarten
Integumente unterscheidet. Als einfachste Form ist das
sogen, offene Trommelfell anzusehen, wie es sich bei den
Grylliden und zahlreichen Locustiden findet und aus der
sich das sog. geschlossene einiger Locustiden dadurch ab-
leitet, dass vom inneren ^) Rande des Trommelfellsrahmens
her sich eine Hautduplikatur über dasselbe nach aussen
vorwölbt und so eine Höhle bildet, die sich an der Aussen-
seite der Schiene mit einem engeren oder weiteren Spalt
1) Ich nehme die Bezeichnung in üebereinstimmung mit Gra-
ber; dieselbe ist so gewählt, dass das Bein rechtwinkelig vom Kör-
per abstehend, die Tibia senkrecht auf den Boden gerichtet ist.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 259
öffnet. (Die von Hensen für diese Höhle vorgeschlagene
Benennung als Paukenhöhle verwirft Grab er mit Recht.)
Bei manchen Arten ist die Vorder- und Hinterseite der
Schiene mit je einem Trommelfell ausgerüstet, bei anderen
nur die eine (meist vordere) Seite, und zwischen beiden
Extremen giebt es eine ganze Reihe von Zwischenformen.
Ontogenetisch tritt die Differenzierung dieser Hautstelle,
wodurch sie eben die ausgezeichnete Beschaffenheit an-
nimmt, erst spät ein (vom 4. letzten Stadium an), verläuft
aber bei den mit einem tympan. obtectum versehenen Lo-
custiden rascher als den mit t. apertum ausgerüsteten For-
men. Die Tracheen, die bekanntlich an dem Organ eine
besondere Entfaltung gewinnen, sind nun bei den Lo-
custiden insofern eigenthümlich, als sie aus einem beson-
ders grossen Stigma, neben dem normalen Prothorakalstigma
entspringen, während die Grylliden nur ein Stigmenpaar
am Prothorax besitzen. Grab er zeigt nun, dass bei letz-
teren dieses eine Stigma, durch eine Knickung der einen
Verschlusslippe in 2 Theile zerlegt ist, von denen der eine
dem accessorischen Stigma der Locustiden homolog ist, das
also als der selbständig gewordene Theil jenes Grylliden-
stigmas aufgefasst werden kann. Grab er bestätigt übri-
gens die von Brunn er mitgetheilte Beobachtung, dass
dieses accessorische Stigma bei den stummen Locustiden,
gleichviel, ob sie tympana haben oder nicht, fehlt oder
doch sehr klein ist, und in seiner Entfaltung gleichen
Schritt mit der Stärke der producierten Töne hält. Unter
dem Knie schwillt nun die Beintrachea an und theilt sich
in 2 Aeste; sind die beiden Tympana gleich, so auch an-
nähernd die beiden Tracheenäste; sind die Tympana da-
gegen ungleich entwickelt, wie es namentlich bei vielen
Grylliden der Fall ist, so zeigt sich eine den Tympanis
parallel gehende verschiedene Entfaltung der beiden Tra-
cheenäste. Einige trommelfelllose Formen, z. B. Carcin-
opsis, haben ungespaltene Tracheen; bei anderen, und
zwar der Mehrzahl, ist die Trachea in 2 Aeste aufgelöst,
die sich aber durch ihr geringes Kaliber auffallend von
dem mit Tympanum ausgerüsteten unterscheiden. (Auch die
Mittel- und Hinterbeintrachea der mit Tympanum an den
260 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Vorderschienen versehenen Arten; z. B. Locusta, sind ge-
spalten. Wenn aber Grab er meint: „die Annahme ist
daher gewiss nicht aus der Luft gegriffen, dass die Tym-
panaltrachea von Locusta aus einer Anlage hervorgegangen
sein mag, wie wir sie heute noch am entsprechenden Ab-
schnitt der Mitteltibia vor uns haben", so möchte doch
zu bedenken sein, ob nicht nach dem Gesetz homotyper
Organe nachträglich eine Spaltung der Mittelschientrachea
eingetreten sei.) Beiläufig seien hier auch einige berich-
tigende Angaben Grab er 's über die Beschaffenheit der
chitinogenen Matrix und des sog. fibrinoiden Bindegewebes,
das an der Trachea ein Suspensorium bilden soll (vgl. d.
Bericht 1874, p. 283 (31)) angemerkt. Nach den letzten
Untersuchungen ist die chitinogene Matrix eine einfache
Epithellage, sowohl bei dem äusseren Integumente, wie bei
den Tracheen, lässt aber allerdings an manchen Stellen
Bindegewebe aus sich hervorgehen. An einigen Stellen
nun ist die Trachea am Integumente befestigt, d. h. die
Epithelzellen der Integumentmatrix und die der Tracheen-
matrix haben sich in die Länge gestreckt und bilden fase-
rige Fortsätze, durch die je 2 Zellen mit einander verbun-
den sind; auf diese Weise ist das scheinbare fibrinoide
Bindegewebe und Tracheensuspensorium zu Stande gekom-
men. Uebrigens bleiben an dem Tympanum, obwohl hier
die Trachea sich eng an dasselbe anlegt, die Matrices bei-
der Chitinhäute streng und scharf durch die Basalmembran
geschieden.
Ein Querschnitt durch das Bein an seiner Tympanal-
region lässt nun 3 Regionen erkennen: der (nach Grab er 's
Bezeichnung, s. d. Anm. vorhin) innere Raum ist von Mus-
keln, den zugehörigen Nerven und Luftgefässen eingenom-
men, im mittleren nimmt die Tracheenblase mit angelager-
tem Nerv Platz, und der äussere Raum, der nach Hensen
mit einer eiweissartigen Flüssigkeit angefüllt sein sollte,
in den die „Gehörleiste" hineinragte (Labyrinth), ist ein
einfacher Blutraum, wie nicht nur aus den in ihm enthal-
tenen Blutkörperchen, sondern noch deutlicher aus seinem
Zusammenhang mit dem über ihm liegenden Blutraum der
Tibia hervorgeht.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 261
Hinsichtlich des Tympanalnervs verhalten sich Giyl-
liden und Locustiden ein wenig verschieden, und da die
ersteren ein einfacheres Verhältniss darbieten, so sei mit
ihnen der Anfang gemacht. Bezüglich der Angaben über
seinen Ursprung ist denen früherer Forscher nichts hinzu-
zufügen. Unterhalb des Kniees sendet er nun zunächst zwei
sich weiter verzweigende Aeste aus, deren weiterer Verlauf
allerdings nicht näher ermittelt wurde. Dann theilt er sich
in zwei unter einem spitzen Winkel abgehende Aeste, die
bald (zu dem Ganglienknopf) anschwellen und je ein auf
der Tracheenblase sich bandförmig ausbreitendes Ganglion
bilden (Tympanalganglion oder g. supratympanale, weil
es sich noch etwas oberhalb des Tympanum befindet). Die
Zahl der dieses Ganglion zusammensetzenden Zellen Hess
sich nicht ermitteln; wahrscheinlich ist (nach der Darstel-
lung sogar gewiss) aber, dass die Zahl der Ganglienzellen
mit der der Endschläuche übereinstimmt. Die Ganglien-
zelle ist eine bipolare Nervenzelle, deren nach dem Nerven-
faden gerichteter, meist nur schwer sichtbarer Fortsatz als
centraler bezeichnet wird, während der peripherische (dem
Nervenfaden abgewandte Theil) als Endschlauch die von
Siebold bekannt gemachten Stifte umschliesst. Dieser
Endschlauch hat eine lang spindelförmige Gestalt, und ist
von einer Membran umgeben, die die direkte Fortsetzung
der Membran der Ganglienzelle ist. An dem centralen (d. h.
nach der Ganglienzelle zu gerichteten) Theile wurde kon-
stant ein Kern („Wurzelkern"), bisweilen ein zweiter Kern
in dem peripherischen Theile („Gipfelkern") beobachtet.
Dagegen zeigt er sich nicht, wie Hensen angegeben hatte,
als aus 3 Zellen zusammengesetzt. Neben den beiden Ker-
nen umschliesst nun jeder Schlauch das bekannte stiftför-
mige Körperchen, von der Gestalt eines sehr spitzen Kegels
mit ebenfalls kegelförmig zugespitzter Basis (Kopf). Der
Körper des Stiftes ist hohl, der Kopf solide, gewissermassen
nur eine Anschwellung der Hülle des Körpers. Mittels
eines dünnen Fadens (chorda Hensens) steht dieser Stift
mit der Ganglienzelle in Verbindung; in welcher Weise,
lässt auch Grab er unklar; nur soll sich der Faden zwi-
schen Wurzelkern und Ganglienzelle nach der letzteren hin
262 Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
verbreitern; den in den Stiftkörper eingetretenen Theil
dieses Fadens nennt Grab er die Axenfaser. Jenseits des
stiftförmigen Körpers setzt sich der Endschlauch noch wei-
ter fort und tritt als „Verbindungsfaser" mit der Hypoder-
mis des gewöhnlichen Integumentes (nicht des Trommel-
felles) in Verbindung.
Auch bei den Locustiden spaltet sich der Tympanalnerv
in 2 Aeste, einen oberen (Supratympanalnerv), der sich in ein
vollständig ähnlich wie bei den Grylliden gebautes Ganglion
mit Endschläuchen ablöst, und einen unteren (Intratymp anal-
nerv), der innerhalb der Tympanalregion in eigenthtimliche
Blasen mit „birnförmigen" Körperchen eintritt, die anfäng-
lich zu einem Haufen angeordnet sind, sich später aber einer
Reihe anordnen und so die crista acustica Hensens oder das
bandförmige Siebold'sche Endorgan bilden, wie
Grab er diesen Theil seinem Entdecker zu Ehren nennt.
Das Supratympanalganglion verhält sich genau wie bei den
Grylliden; wesentlich ist bei dem Siebold'schen Organ der
Nachweis, dass es eigentlich nur eine besondere Modifika-
tion des ersteren Ganglions ist. Vom Nerv gehen nämlich
auch hier bipolare Ganglienzellen aus, deren peripherischer
(den Endschläuchen entsprechender) Fortsatz eben an seinem
Ende jene Blasen trägt; die Fortsätze der Ganglienzellen
sind im Allgemeinen länger als bei den Endschläuchen,
werden aber nach dem Ende des Organs zu, wo die Blasen
kleiner werden, ebenfalls kürzer, ohne dass jedoch, wie
Hensen angegeben hatte, die letzteren auf den Nerven-
faden zu liegen kämen. Nachdem der peripherische Fort-
satz sich zu der Endblase erweitert hat, finden sich hier
alle Theile wieder, die wir in dem Endschlauche kennen
lernten: ein (von Schmidt als selbständige Zelle, Basal-
ganglionzelle, aufgefasster) Wurzelkern, ein zweiter, neben
dem „birnförmigen" Körper liegender (Gipfel-) Kern und
dann das Analagon des stiftförmigen Gebildes, das hier
entsprechend der mehr in der Breite gehenden Entwicke-
lung ebenfalls gedrungener erscheint, eben „birnförmig".
Als Abweichungen von dem Bau der Endschläuche ist bei
diesen Blasen zu vermerken, dass das birnförmige Körper-
chen in einer helleren Centralmasse (Binnenblase) liegt.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 263
dass sich dieselben nicht durch „Verbindungsfasern" an
das Integ'ument anheften, sondern wie die ganze intratym-
panale Nervenausbreitung von einer Haut bedeckt ist. Die-
selbe entspringt mit zwei Wurzeln, von denen die eine mit
dem Integument, die andere mit der Glashaut der Trachea
zusammenhängt und erlangt namentlich auf dem Siebold-
schen Endorgan, wo sie eine Art Stützgerüst herstellt, eine
besondere Bedeutung. Im Uebrigen ist aber die Endblase
wie der Endschlauch gebaut und namentlich hervorzuheben,
dass die 4 Zellen, die (als Deckel-, 2 Seiten- und Basal-
zelle) das birnförmige Körperchen umgeben sollten, auf
Täuschung beruhen.
Hinsichtlich der Entwickelung dieses nervösen Appa-
rates ist zu bemerken, dass sie im Wesentlichen schon in
sehr frühen Stadien erfolgt und schon vollendet ist, wenn
die Differenzierung des Integumentes zum Trommelfell noch
nicht einmal begonnen hat.
Bei den A c r i d i e r n kann ich mich kurz fassen.
Grab er zeigt auch hier, dass das Trommelfell keine be-
sondere Bildung, sondern nur eine eigenthümliche Modifi-
kation des Integumentes ist. Die Entwickelung desselben
geht im Allgemeinen parallel der Körpergrösse und das
Längenverhältniss des Körpers zu demselben schwankt zwi-
schen 10 : 1 und 23 : 1, im Mittel 13 : 1. Im Allgemeinen
sind diese Organe bei stummen Acridiern weiter verbrei-
tet als bei den Locustiden und Grylliden. Die übrigen
Verhältnisse sind entweder bekannt oder übereinstimmend
mit dem g. supratympanale der Gryllen und Laubheu-
schrecken. Nur hinsichtlich des Tracheenverschlusses ist
zu bemerken, dass derselbe nach Grab er durch einen dop-
pelten Muskel, einen abductor und adductor erreicht wird,
während Landois nur den letzteren kannte.
Was nun die physiologische Bedeutung dieser trom-
melfellähnlichen Hautbildungen mit ihrem Nervenapparat
u. s. w. anlangt, so ist das Resultat der sorgsam abwä-
genden Ueberlegungen und der zahlreichen angestellten
Experimente Graber 's ein negatives. Graber gesteht:
„Ich weiss nicht, welche Funktion die Tympanalorgane
haben; ich kann aber beweisen, dass es entweder nicht die
264 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
eigentlichen Gehörorgane der betreffenden Thiere sind, oder
dass, wenn dies der Fall wäre, ausserdem und vermuthlich
für den gleichen Zweck noch andere akustische Apparate
vorhanden sein müssen". Diese letzteren würden dann,
nach dem Verhalten der Thiere Tönen gegenüber, entwe-
der in den Fühlern liegen, oder den letzteren würde doch
eine Hauptrolle bei dem Hören zuzutheilen sein. Nicht un-
beachtenswerth scheint mir übrigens auch ein Gedanke
'Graber 's zu sein, dass die Schallwellen die Haare des
Körperinteguments afficiren und so eine der Tastempfin-
dung ähnliche Sinneswahrnehmung zu Stande kommt, die
vom Hören himmelweit verschieden ist. Mayer hat das
Vibrieren der langen Haare von Mückenfühlern bei ver-
schiedenen Tönen beobachtet; vergl. den Bericht 1874. p.
274 (22).
Derselbe. Die abdominalen Tympanalorgane
der Cikaden und Gryllodeen. Ebenda p. 272 ff. Mit
2 Tafeln. Während die betreffenden Organe der Cikaden
unten behandelt werden sollen, seien hier nur die dies-
bezüglichen Angaben reproducirt, die Grab er über die
trommelfellähnlichen Gebilde bei den Grylliden macht, auf
die in neuerer Zeit duijch Landois wieder die Aufmerk-
samkeit gelenkt ist; vgl. d. Ber. 1873 p. 233 (13) und 1874
p. 275 (23). Im Gegensatz zu den Tympanis der Cikaden
und Acridier, welche aus einer Differenzierung der seit-
lichen Theile der Rückenschiene des 1. Hinterleibssegmen-
tes hervorgehen, sind die trommelfellartigen Gebilde der
Grylliden modificirte Stellen jener nachgiebigen seitlichen
Gelenkhaut, welche die derben Chitinplatten der Rücken-
und Bauchfläche beweglich mit einander verbindet. Da
aber in dieser weichen Haut bei den Grylliden die Stigmen
liegen, die bei den Acridiern in dem unteren Theile der
Dorsalschienen angebracht sind, so ist es sehr wahrschein-
lich, dass dieselben dem unteren, stigmentragenden Stück
der Acridierrückenschienen entsprechen, und dass somit
die Gryllidentympana den Acridiertympanis homodyname
Bildungen sind. Das Segment, dem bei den Grylliden das
Tympanalorgan angehört; ist niedas ersteHinterleibs-
segment; beim Heimchen gehört es entschieden dem 3.,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 265
bei Pbalangopsis und Tridactylus dem 2. an, und wie sich
so eine Variation hinsichtlich der Lage ausspricht, ist in
anderen Fällen schwer zu entscheiden, welchem der beiden
Segmente es angehört. Die von Landois nach Unter-
suchung eines spärlichen Materials behauptete Proportiona-
lität zwischen der Stärke des Zirpvermögens und den Di-
mensionen des Trommelfelles (schwach zirpende Werre mit
grossem, stark zirpendes Heimchen mit kleinem Trommel-
fell) erweist sich als unhaltbar. An der trommelfellartigen
Membran entspringt ein Muskel, dessen Angriffspunkt nahe
dem Unterrande (nur bei Tridactylus nahe der Mitte) und
dessen Insertionsstelle an den Seitenecken des Vorderran-
des des 2. (nicht, wie Landois angab, L) Hinterleibsseg-
mentes liegt. Er gehört mit in die Kategorie der lateralen
Gelenksmuskeln, lässt sich dagegen nicht mit Bestimmtheit
dem Trommelfellspanner der Acridier oder Stridulations-
muskel der Cikaden homologisieren. (Auch hier weist
Grab er neben dem von Landois angegebenen Schliess-
muskel der Stigmen einen abductor nach, und bei der
Werre sogar einen 3. sich an den Bügel heftenden Mus-
kel, der dem eigentlichen Schliessmuskel in die Hände
arbeitet.) Bemerkenswerth ist noch, dass die Tympana
der Grylliden, obwohl dem 2. oder 3. Hinterleibssegmente
angehörig, gleich denen der Acridier von dem Metathorakal-
ganglion innerviert werden.
Die Bedeutung dieser tfommelfellähnlichen Bildungen
ist noch unklar; sie können weder schallerregende, noch
schallempfindende Organe sein; am wahrscheinlichsten ist
es nach Grab er, dass diese eine leichte Ausdehnung er-
möglichenden Hautstellen einfach der Kespiration dienen,
indem sie für das Füllen und Entleeren der abdominalen
Luftbehälter den nöthigen Spielraum gewähren. (?)
Cursoria. S. H. Scudder (The mode in wich Cockroaches
and Earwigs fold their wings; Americ. Natr. X. p. 521) erläu-
tert durch Holzschnitte die Art und Weise, wie die ünterflügel der
Orthopteren zusammengelegt werden und muss dabei die allbekannte
Thatsache bestätigen, dass die Flügel in ihrem Analfelde, das sich
gegen das vordere Feld umschlägt, fächerartig zusammengefaltet
werden; bei den Ohrwürmern wird wegen der kurzen Flügeldecken
266 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
auch die Spitze der Flügel umgeschlagen. Im einzelnen herrscht
in dieser Hinsicht einige Mannichfaltigkeit.
Forficulidae. S. H. Scudder giebt kritische und histo-
rische Notizen zu dieser Familie und Verzeichniss der bisher be-
schriebenen Gattungen und Arten. Proc. Bost. Societ. XVIII. p. 287 ff.
Er schlägt den neuen Gattungsnamen Carcinophora vor für Che-
lidura robusta Scudd. aus Peru p. 291 und Typhlolahia für die
von Philippi aus Peru beschriebene Forficula? larva. Das Ver-
zeichniss enthält 249 Arten (incl. einer fossilen).
Derselbe beschreibt ebenda Cylindrogaster nigra (Parä) p.
251; Labidura auditor (Natal); Chelisoches comprimens (Africa) p.
252; Ancistrogaster arthritica (Brasil.); Forficula variana (Liberia)
p. 253, velUcans (Brasilien) p. 254, luteipes (Brasilien), variicornis
(Brasilien) p. 255, hirsuta (Brasilien), arcuata (Brasilien) p. 256;
Neolobophora volsella (Orizaba) p. 257 ; Thermastris Chontalia (Chon-
tales) p. 258; Spongophora forfex (America); Ancistrogaster gulosa
(Puebla) p. 259; Forficula vara (Puebla) p. 260, tolteca (Mexico) p.
261, exilis (Texas), aculeata (New- York, Illinois, Michigan) p. 262;
Labia rotundata (Mexico) p. 263, hrunnea (Cuba) p. 264, guttata
(Texas) p. 265, Burgessii (Florida) p. 266, melancholica (Waco, Tex.)
p. 267 und XVII. p. 280 Thermastris DoJwnii (Peru); Neolobo-
phora (n. g., Vertreter von Lobophora in der neuen Welt, Abdomen
breiter, Zange schlanker und cylindrisch) hogoteiisis (Bogota) p. 282.
Forficula (Brachylabis) varicornis (Rodriguez); F. Smith,
Ann. a. Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XVIL p. 450.
Bllattidae. C. Kupffer. Die Speicheldrüsen von
Peripl. Orientalis und ihr Nervenapparat. Festgabe an Carl
Ludwig. Leipzig 1875. Habe ich nicht einsehen können.
Cirphis (n. g., Oxyaloae affine, differt thorace latiore, capite
depresso, alis area apicali plicata triangulari lata instructis, vena
discoidali ramos numerosiores intus emittente) pallipes (Damara);
Stäl, Bidr. tili södra Afr. Orthopt.-fauna.
F. Walker lehrt in Melliss' St. Helena von jener Insel fol-
gende (endemische ?) Arten kennen : Euthyrrhapha Stae - Helenae ;
Epilampra signatura; Blatta hicincta] Polyzosteria oniscoides p.
165—167.
I schnoptera ftmWaia (San Francisco, Cal.); C. Thomas, Proc.
Davenp. Acad. N. S.; I. p. 250, 265. PI. XXXVI. Fig. 1, 2.
S. H. Scudder führt in den Proc Boston Societ. Nat.
Bist. XVIL p. 280 drei von Orton in Peru gesammelte Blattiden
auf (Periplaneta americana; Blabera armigera Scudd. und Panchlora
signifera n. sp.).
Blatta livida, lapponica in Finnland; Meddelauden af
Societ. pro Fauna et Flora Fennica. I. Helsingfors. 1876.
p. 131.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 267
üeber Blatta sepulta aus den Kohlenschichten von Cap Breton
s. oben 1876. p. 351 (143).
Gressoria. Phasmidae. S. H. Scudder beschreibt folgende
neue Arten aus Peru: Bacteria nigripes (^, exigua c^\ Phasma
radiatum$; Proceed, Boston Societ. Natural Hist. Vol. XVII.
p. 278, 279.
Stäl stellt in der Recensio Orthopterorum III folgende
neue Gattungen auf, deren Charaktere anzugeben ich unterlassen
muss: Myronides p. 8 (Type Lonchodes Pfeifferae Westw. und M.
Kaupi (Moluccen) p. 63; Phra.ortes p. 8 (Type: Phasma elongata
Thbg.); Carausias (Type: C. strumosus (Java), macer (Samarang) p.
64, 65); Dixippus (für Ph. crawangense Haan und Lonchodes unifor-
mis Westw.); Clitumnus p. 9 (für Lonch. nematodes Haan etc.);
Hyrtacus p, 10 (H. tuberculatus von Australien p. 67); Sthneboea
(mit den Unterg. Sthn. s, str. für S. mälaya (Malacca) p. 68 und
Medaura, für M. (Lonchodes) praon Westw. und M. Brunneri
(Silhet) p. 69); Caudovia p. 12 (für Bacteria coenosa Westw); Ma-
cella p. 13 (für Bacillus suchongia Westw. und dentata (Cochin-
China) p. 70); Gratidia p. 14 (für G. sansibarica p. 70); Entoria
p. 15 {denticornis (Philippinen), spinicornis (Silhet) p. 72); Proma-
chus p. 17 (für Acanthoderus Wallacii Westw.); Oxyartes p. 18
(für Phasma despectum Westw.); Mexexenus p. 18 (für Acanth. la-
certinus Westw.) ; Lamponius p. 19 (für Pygirrhynchus Guerini Sauss);
Caulonia p. 20 (für Ceroys rhabdota Westw. und C. bifolia (Antio-
chia) p. 74); Libethra (für Bacteria strigiventris, Ceroys ignavus
Westw. und L. Nisseri (Antiochia) p. 74, sutoria (Bogota) p. 75);
Sermyle p. 23 (für Ceroys mexicanus Sauss. und S. Saussurei (Mex.)
p. 77); Dyna p. 24 (für D. bifrons (Peru) p. 77); Calynda p. 24
(bicuspis (Chiriqui) p. 78); Phanocles p. 28 (für Bacteria Burkarti
Sauss., aetolus Westw.); Hirtuleius p. 29 (laeviceps (Brasil.) p. 81);
Clitarchus p. 34 (für Bacillus Hookeri und C. laeviuscula (Neu-Seel.)
p. 82); Anchiale p. 36 (für Cyphocrania maculata Westw.); Vetilia
p. 36 (für Cyph. enceladus Westw.); Arphax p. 37 (für Bac. australis
Westw.); Graefifea p. 40 (für Lopaphus coccophagus Westw.); Calvisia
p. 42 (für Necroscia sangarius, medosa Westw.); Sosibia p. 42 (ni-
grispina (Malacca) p. 87); Orxines p. 43 (für Lopaphus Macklotti
Haan und Anophelepis xiphias Westw,); Candaulus p. 43 (sparnius
(Malacca) p. 87); Sadyattes p. 44 {Borrii (?) p. 88); Hermarchus
p. 45 (für Phibalosoma pythonius Westw. 2)? Asprenas p. 45 (femo-
ratus (Neu-Caledonien) p. 89); Neanthes p. 46 {Brunneri (Neu-CaXeä.)
p. 90); Canachus p. 47 (crocodilus, salamandra (Neu-Caledonien) p.
90. 91); Obrimus p. 49 (für Acanthoderus bufo Westw.); Tisamenus
p. 50 (serratorius (Philippinen) p. 92); Pylaemenes p. 54 (für Acan-
thoderus coronatus Haan); Datames p. 54 (für Ac. Oileus Westw.);
Dares p. 54 (validispinus (ßorneo) p. 93); Canuleius p. 55 (für Ac.
268 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen..
euterpinus Westw.); Agathemera p. 56 (für Anisomorpha pardalina
Westw. und claraziana Sauss,); Autolyca p. 56 (für Anis, bogotensis
Westw. und Aut. palUdicornis p. 95); Charmides p. 56 (für An. cer-
berus Westw.); Decidia p. 57 (für Phasma soranus Westw.); Stra-
todes p. 57 {cinctipes (Panama) p. 96) ; Phocylides p. 57 (für Phasma
lineolatum Serv., Tithonus Gray und Phoc. hicarinatus (Columbien)
p. 96j; Prexaspes p. 59 (für Metriotes Servillii Gray etc.); Isagoras
p. 59 (für Metriotes obscurus Westw.) ; Planudes p. 59 (für Bacteria
molorcha Westw. und P. periUus (?) p. 98) ; Damasippus p. 60 ( West-
woodi (Panama) p. 101); Leosthenes p. 60 (aquatiUs (Neu-Caledon.)
p. 102); Phalces p. 62 (für Bacillus coccyx Westw.); Macynia p. 62
(für Bacillus gramineus Bates, annuiatus Westw. und M. trilineata
(Transvaal) p. 103); Chitoniscus p. 62 (für Phyllium lobiventre
Blancb.). — Derselbe beschreibt ferner nachfolgende neue Arten:
Bostra dorsuaria (Chiriqui), podagrica (Panama) p. 79; Ctenomorpha
nigro-varia (Cap York) p. 83; Diura virgiuea (ibid.) p. 84; Rhaphi-
derus alliaceus (Indien); Arrhidaeus vittipennis p. 85, viridinervis
(Philippinen) p. 86; Anisomorpha dentata (St. Catharina) p. 95;
Xerosma senticosa (Bahia) p. 99; Metriotes agathodes (Australien)
p. 100.
Bactrodalema hrevitarsis (Damara); derselbe, Bidr. tili
södra Afrik. Orthopt. fauna p. 67.
Derselbe giebt in der oben angeführten Systematis. nouv.
des Phasmides eine synoptische Uebersicht der Gattungen dieser
Familie, die sich an die in seiner Recensio Orthopterorum.
Pars III niedergelegten Anschauungen anlehnt, indem sie nur eine
kürzere Fassung des dort aufgestellten Systems ist.
'Samuel H. Scudder (Odoriferous Glands in Phasmi-
dae, Psyche, Vol. I. p. 137 £f.) bestätigt eine von Say vor längerer
Zeit gemachte Mittheilung über das Vorkommen von Stinkdrüsen
am Prothorax von Anisomorpha buprestoides Stolb, Das Vorkommen
dieser Drüsen ist indessen nicht auf diese Art beschränkt, sondern
zeigt sich bei allen Phosmiden beiderlei Geschlechts, die Scudder
untersuchte. Die Drüsen erstrecken sich bei Autolyca pallidicornis
von dem hinteren Rande des Mesothorax nach vorn und münden
an der oberen Seite des Prothorax in einer Oefifnung (von Scudder
als foramen repugnatorium bezeichnet) aus, die grosse Aehnlichkeit
mit einem Stigma hat, und von Stäl auch für ein solches gehal-
ten wurde.
Mantidae. I. Wood-Mason fand an den Vorderschenkeln
aller von ihm untersuchten, zahlreichen Gattungen dieser Familie
zwei aus steifen Haaren bestehende Bürsten, deren Bedeutung ihm
unbekannt blieb. Proc. Asiat. Soc. ßengal. June 1876. Abge-
druckt in den Ann. a. Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XVIII. p. 488.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 269
Nach einem in den Proc. As. Sog. Beng. Aug. gemachten Zusätze
würden sie dazu dienen, die Augen und Nebenaugen zu reinigen
und brauchbar zu erhalten. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.)
XVIII. p. 507.
Derselbe beschreibt am letzteren Orte p. 441 fif. Heterochaeta
tricolor von Calcutta, eine vierte der Arten, die gleichzeitig gedornte
Augen und blattförmige cerci anales haben.
Derselbe hebt die Geschlechtsdifferenzen einiger Arten her-
vor; ebenda August (Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p.
506). Bei Hestias Brunueriana findet sich auf dem Kopf des Weib-
chens ein zweispitziger Höcker, der beim Männchen ganz rudimentär
ist. Bei einer neuen, Ceratomantis Saussurii benannten, Art ist der
Kopfhöcker ebenfalls zweispitzig, und jederseits ebenfalls mit zwei
Spitzen versehen; das Männchen dieser Art scheint nicht bekannt
zu sein. Bei einem Weibchen einer weiteren neuen Art (Phyllocra-
nia (?) Westwoodi) trägt der Kopf auf der Stirn ein blattartiges Hörn,
am Ende abgestutzt, vorne undeutlich gekielt und dreimal so hoch
als der Kopf; beim Männchen ist dasselbe kaum halb so hoch als
der Kopf.
Ameles (Antistia) maculipennis (Damara) p. 69; Fischeria
(Carvilia) Saussurii (ibid.) p. 70; Gilnia (n. g.) latipes (Ovambo) p.
71; Bisanthe (n. g.) pulchripennis (Damara); Stäl, Bidrag tili södra
Afrikas Orthopter-fauna und Bihang tili K. Svenska Vetensk.
Akad.-Handl. Bd. III. Nr. 14. p. 43.
Fischeria laticeps (Kolapur, Ind.; allgemeines Ansehen von F.
ocellata Sauss.); J. Wood-Mason, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4.
ser.) XVIH. p. 337.
Ueber Lithomantis carbonarius Woodw. s. oben 1876.
p. 351 (143).
Saltatoria. S. H. Scudder verzeiclinet 4 von Pal-
mer auf der Insel Guadalupe gefundene Saltatoria (1
Gryllus, 1 Acridium, 2 Trimerotropis) ; mit Ausnahme der
durch kurze Flügel und Decken ausgezeichneten Gryllus-
Art scheinen keine der Insel ausschliesslich anzugehören,
da zwei von den Acridiern schon in Californien aufgefun-
den sind und für die dritte Art das Vorkommen auf dem
Festlande wenigstens wahrscheinlich ist. Proceed. Bost.
Societ. Nat. Hist. XVIII. p. 268 ff.
C. Stäl bespricht die diagnostischen Unterschiede
zwischen den Locustiden und Grylliden und kommt zu dem
Resultat, dass weder die Gliederzahl der Tarsen, noch die
Haltung und Beschaffenheit der Flügeldecken ein brauch-
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. • S
270 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bares Untersclieidungsmerkmal abgeben. Wichtiger scheint
ihm zu sein, dass bei den Locustiden die Hüften quer ste-
hen und breiter als lang sind, während dieselben bei den
Grylliden so lang oder länger als breit sind. Nach diesem
Kennzeichen müssten aber die Gryllacrididen und Stenopel-
matiden zu den Grylliden gestellt werden. C. R. Soc. Ent.
Belg. XIX. p. IX.
Desselben Bemerkungen: Sur le Systeme des
Acridiides a. a. 0. p. 21 geben einige Berichtigungen
resp. Aenderungen zu dem in der Recensio Orthoptero-
rum I. von ihm aufgestellten System. Namentlich wird
hier auf das Vorhandensein oder Fehlen von Dornen am
Ende der Hinterschienen grosses Gewicht gelegt, und es
werden sowohl die Gattungen der echten Acridier mit, als
auch die ohne solche aufgezählt.
Acridiidae. Aus dieser Familie macht Scudder in den Proc.
Bost. Societ. XVII folgende neue Peruanische Gattungen und Arten
bekannt: Astroma hastata ^ (Anden); Mastax nigra ^ (Anden),
{Gundlachii ^ $ (Cuba)) p. 226; Hippacris (n. g., ohne nähere
Beziehung zu einer bekannten Gattung) erassa ^ (Anden); Zono-
cerus? bilineatus $ (Anden); Machaerocera nigromarginata $ (.An-
den) p. 268; Prorhachis (n. g., Procolpia Stäl nahe stehend) gra-
nulosa ^ (Anden) p. 269; Elaeochlora Brimneri ^ (Anden) p. 270;
Aplatacris (n. g., Lophacris Scudd. nahe stehend) colorata ^ $
(Maraßon) p. 271; Ommatolampis leucoptera ^ $ (Anden) p. 272,
aptera ^^ $ (Anden), nigriguttata </ $ (Anden) p. 273; Phaeparia
curtipennis (^ {Kudidn)] Acrid. (Osmilia) Saussurei $ (Anden) p. 274;
Euparnops (n. g., mit Oxya Serv. verwandt) caeruleum ^ $ (An-
den) p. 275; Cornops (n. g., der vorhergehenden ähnlich) bivittatum
^ (Anden) p. 276; Coelopterna Ä^ä/n $ (Marauon); jTettigidea cuspi-
(lata $ (Anden) p. 277. Auf Xiphicera octomaculata Scudd. gründet
er die neue Gattung Aeolacris, in die auch X. Caternaultii Feisth.
und X. octolunata Serv. gehören; p. 269 Anmerk.
Derselbe beschreibt ebenda Pezotettix olivacea (^ $ (Dallas,
Texas), acutipennis (^ $ (ibid.) p. 472 ; Caloptenus ponderosus ^T $
(ibid.),-; röbustus ,^ $ (ibid.) p. 473, devorator ^ $ (ibid.) p. 474,
deletor ^ Q.ip. 475, helluo, glaucipes p. 476 (alle von Dallas), fasciatus
^ $ (Glencoe, Nebr.) p. 477, minor ^ (Nebraska) p. 478; Chloealtis
hrunnea c^^V- ^^^j Amblytropidia subhyalina ^ $; Gomphocerus
virgatus \^ p. 511; Psoloessa (n. g., Tragocephala nahe stehend)
texana r^ ^ p. 512, ferriiginea (^ $, macuUpemiis ^ p. 513; Arphia
Simplex ^T 2» conspersa <^ ^ p. 514, luteola cT ^ P- ^1^» ^^^ 1®^^-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 271
ten 9 alle von Dallas, Tex.; Phlibostroma (n. g., Psinidia Stäl
nahe stehend, Scheitel weniger winkelig, Vorderhälfte des Kieles
auf dem Pronotum ohne Einschnitte) pictum (Glencoe, Nebraska)
p. 517.
Auf Gryllus aequalis Say gründet derselbe ebenda p. 467
die neue Gattung Spharageraon (!) und giebt eine Synopsis der (6)
in dieselbe gehörigen Arten: S. aequale, Bolli ^ (Dallas), haltea-
tum ^ $ (New Jersey, Maryland) p. 469, Wyomingianum (= Oed.
wyom. Thom.), collare (= Oed. coli. Scudd.), cristatum ^ $ (Dallas)
p. 470.
Derselbe giebt ebenda p. 478 ff. eine Revision der Arten der
beiden Gattungen Encoptolophus (n. g., auf Oedip. sordida Burm.
gegründet; umfasst ausserdem noch 0. costalis Scudd. und E. par-
vus ^ n. sp. von Dallas p. 480) und Tragocephala Harris. Letztere
Gattung hat 4 bekannte Arten : T. viridifasciata Harr., pacifica Thom.
und hrevipennis $ (Californien), cubensis (/" $ (Cuba) p. 483.
Stäl beschreibt in dem Bihang tili Kon. Svensk. Vetensk.
Akad. Handl. III. Nr. 14 folgende neue Gattungen und Arten:
Rubellia (n. g., Monistriae et Poecilocero affine, fastigium
capitis fortiter productum, longius quam latius, . . .) nigro-signata
^ $ (Madagascar); Monistria conspersa $ (Australien); Gyrtonc
(n. g., Systellae affine, differt corpore superne fortiter compresso,
pronoto abdomineque dorso acutissime tectiformibus, nee planis nee
teretibus) compressa $ (pupa $ Malacca) p. 25; Charilaus (n. g.
prope Atractomorpham locandum, capite breviore, structura
thoracis, femoribus posticis dorso anterius haud productis, elytris
brevioribus, minus dense venosis distinctum) carinatus ^ (Trans-
vaal); Pyrgomorpha <7rawMZaia $ (roseae simillima; Südafrica); Por-
thetis sdbulosus r^ (Südafrica) p. 26, serratus (^ (lineato simillimus,
ibid.); Dericoris acutispina ^ $ (Aegypten); Tropinotus granulatus
^ (Monte Video); Colpolopha Burmeisteri $ (sinuatae affinis,
(Venezuela) p. 27; Munatia (n. g., Procolpiae d^^i^no) punctata ^
(Chiriqui); Elaeochlora granulosa $ (scabrae maxime affinis, Bogota)
p. 28); Euthymia (n. g.) melanocerca ^ $ (Madagascar); Gergis
(n. g.) pallidinervis ^ (Madagascar) p. 29; Hysia (n. g.) nigricor-
nis ^ (ibid.) p. 30; Cratippus (n. g. Goniaene affine) hufo $
(Austral.), rana $ (ibid.); Traulia specularia ^ ^ (Malacca) p. 31;
Pezotettix nigro-vittatus ^ (Mexico); Platyphyma vittipennis $ (Cap-
land); Oxya polychroa ^ (Malacca) p. 32, punctatissima ^ (West-
Africa); Lilaea (n. g. ad Eremobiam appropinquans, corpore
aptero, depresso, lato, tibiis posticis superne in margine exteriore
Spina apicali destitutis . . . divergens) depressa $ (?) p. 33; Methone
(n. g. Eremobiae affine, femoribus posticis latissirais, dilatatis, . . .
corpore robustiore, subaptero divergens) Anderssonii $ (Damara-
272 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungeü
land) p. 34; Eremobia biloba ^ (Daghestan), einer ascens J*^, sub-
sulcata ^ $ (Persien) p. 35; Thericles (n. g. Mastaci affine, an-
tennis brevioribus et crassioribus, capite inter summos oculos an-
gustiore et compresso, . . . divergeus) obtusifrons $, compressifrons
$ (Südwestafrica); Erucius (n. g. Mastaci affine, für Mastax
agrionoides Haan); Erianthus (n. g. Choroetypo affine, pronoto
dorso tereti, leviter carinato, antice truneato, . . ., alis elytris non-
nihil brevioribus et quiescentibus apicera elytr. haud superantibus,
area radiali , . . haud caudato-producta .... divergens, für Mastax
guttata Westw.) p. 36.
Ochrophlebia violacea (Ovambo) p. 32; Phymateus baccatus
(ibid.) p. 33; Xipbocera (Hoplolopha) serrata (Damara) p. 36, Sparr-
mani (ibid.), arenosa (ibid.) p. 37, (Porthetis) puncticornis (Daraara)
p. 39; Euryphymus curvipes (Damara) p. 41, Vylderi (ibid.) p. 42;
Calliptenus pallidicornis (Damara, Ovambo) p. 43; Euprepocnemis
prasinata (Damara), ambigua (ibid.) p. 44; Tristria nigro-taeniata
(Damara) p, 45 ; Ochrilidia brevipes (Damara, Ovambo) p. 47; Pnorisa
tricarinata (Ovambo) p. 48; Phlaeoba chloronota (Ovambo) p. 48;
Epacromia temporalis (Ovambo, Sierra Leone) p. 49; Pachytylus
sulcicollis (Damara), pwictifrons (Damara) p. 50; Sphinctonotus sca-
briculus (Damara) p. 51; Acrotylus angulatus (Ovambo) p. 52; The-
rides puberulus (Damara); Tettix latipes (Damara) p. 56; Trachy-
tettix (n. g., Tettigi affine, capite, thorace et femoribus tuberculis,
dentibus lobulisque scaberrimis, antennis leviter clavatis, oculis bre-
viter Stylatis, sulco costae frontalis lato, marginibus inter antennas
ampliatis instructo, distinctum) scaberrimus (Damara) p. 57; der-
selbe, Bidrag tili södra Afrikas Orthopter-fauna.
Acridium vagum (Guadalupe, San Diego, Californien) p. 269;
Trimerotropis vinculata (Guadalupe, San Diego, Mexico) p. 270,
lauta (Guadalupe) p. 271; S. H. Scudder, Proc. Bost. Society
XVIII.
Psoloessa (?) coJoradensis (Colorado) p. 252; Trimerotropis
fontana (Spring Lake, Utah) p. 256; Cratypedes Putnami (Colorado)
p. 258; C. Thomas, Proc. Davenp. Acad. Nat. Scienc. I. PI.
XXXVI. Fig. 3 und 4, 5, 6.
Oedipoda obumbrata; Stenobothrus viridipes, annulicornis^
unduUfer, vittifer (St. Helena); F. Walker in Melliss' „St. He-
lena« p. 168—170.
Stenobothrus elegans; Chrysochraon dispar in Finnland;
Meddel. af Societ. pro Faun, et Flor. Fenn. I. Helsingfors.
1876. p. 132.
Epachromia rodericensis (Rodriguez); A. G. Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIL p. 410.
In Missouri hat die Rocky Mountain Locust (Caloptenus
spretus Thom.) .im Jahre 1875 grosse Verwüstungen angerichtet.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 273
Transact. Academy of Science of St. Louis. Vol. III. Nr. 3.
p. 345 ff.
C. V. Riley ist der Ansicht, dass diese Art als Nahrungs-
mittel Verwendung finden könnte. (Locusts as food forMan.
Proc. Am. Assoc. for the Advanc. of Science. XXIV. (1875)
p. 208.
Pachytylus cinerascens aut. (nee Fabr., migratorius L.? Phil.,
Gerst.) in grosser Zahl bei Bonn. Sitzber. Niederrh. Ges. Nat.-
u. Heilk. 1876. p. 243.
lieber das Auftreten desselben Insektes bei Berlin und Mag-
deburg spricht Gerstäcker; Sitzber. Gesellsch. naturf. Freunde.
Berlin 1875. p. 106 f.
Brügger und Müller berichten über das Auftreten und die
Verheerungen des Pachytylus migratorius L. im Bündner-Rheinthale
und an den Ufern des Bieler Sees. Verh. Schweiz. Naturf. Ges.
58. Jahresvers. Jahresber. 1874/75. p. 169 ff., 188 ff. (Obwohl
die Referenten behaupten, den „unzweifelhaften" P. migr. L. vor
sich gehabt zu haben, so wäre doch noch fraglich, ob es nicht die
obige Art, P. cinerascens aut. (non F.), deren Deutung als P. migrat.
L. doch noch zweifelhaft ist, gewesen ist. Die Larven werden aller-
dings als vorherrschend braun gefärbt angegeben, während die von
P. cinerascens aut. grau gefärbt sind.)
Oedipoda migratoria L. funnen i Finland; Meddel.
af Societ. pro Fauna et Flora Fennica. I. Helsingfors 1876.
p. 131.
Truxalis nasuta L. bei Brunn; Sitzber. naturf. Ver.
Brunn. XIV. p. 77.
Locustidae. Referent theilt einige Beobachtungen über das
Eierlegen einheimischer Locustiden mit, denen er einige ältere
Literaturangaben vor anschickt. Sitzber. Niederrh. Ges. Natur-
und Heilk. 1876. p. 239 ff. und dieses Archiv 1877. L p. 108 ff.
Meconema (varium) und Odontura (punctatissima ?) beobachtete der-
selbe, erstere zu wiederholten Malen, wie dieselben mit ihrer Lege-
röhre in der Rinde alter Ulmen und Rosskastanien feststaken, ohne
loskommen zu können. Bei der erstem Art wird das Ei, das im
Eierstock cylindrisch ist, beim Passieren der Legescheide abgeplat-
tet; bei Odontura sind die legreifen Eierstockseier schon zweischnei-
dig platt.
Scudder boschreibt in den Proc. Bost. Societ. XVII fol-
gende neue Arten aus Peru: Steirodonopis (n. g.) büohata ^
(Marafion) p. 260; Orophus peruvianus ^ (Anden); Phylloptera tri-
punctata $ (Anden) p. 261; Anallomes (! u. g., Phaneroptera nahe
stehend) unipunctata ^^ (Anden) p. 262, marawowrt $ (Anden); Coe-
lophyllum (n. g.) simplex $ (Marafion) p 263; Meroncidius trans-
274 Bertkau; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
vittatus 2, (Anden); Leptotettix tessellata $ (Anden) p. 264; Cono-
cephalus infuscatus ^ {Anden); Orchelimum Ortoni^ (Maranon) p. 265.
Derselbe stellt ebenda p. 454 die neue Gattung Stalia auf,
am nächsten verwandt mit Hetrodes; Kopf von ungewöhnlicher
Grösse, und beschreibt die 10 Arten Stälia foUata $ (Alt Calabar)
p. 457; Lirometopum (n. g. unter den Conocephaliden, ohne
nähere Beziehung zu einer bekannten Gattung) coronatum $ (Neu-
Granada) p. 458; Belocephalus (n. g., mit Conocephalus verwandt)
subapterus Q, (Florida); Orchelimum nigripes ^ $ (Dallas) p. 459;
Xiphidium strictuni ^ (Dallas), antipodum (^ ^ (Neu-Seeland), meri-
dionale $ (Brasilien) p. 460, ictiim ^^ $ (Mexico), Gossypii $ (Ar-
kansas, legt seine Eier in die Baumwollenstauden) p. 461, nemoräle
^ $ (Jowa) p. 462.
Stäl beschreibt im Bih. tili K. Svensk. Vetensk. Akad.
Handling. Bd. III. Nr. 14 Cycloptera imiisa ^ (Chiriqui); Scopiorus
nigridens ^ (ibid.) p. 37; Diophanes (n. g. Pseudophyllid.) rosa-
ceus $ (Chiriqui); Brisilis curvidens (ibid.) p. 39; Platyphyllum tu-
berosum (ibid.) p. 40; Diyllus (n. g., ad typum Meroncidii referen-
dum, alis multo longioribus quam latioribus pedibusque longis et
gracilibus) discophorus (ibid.); Meroncidius incurvus (ibid.) p. 41:
Eppia (n. g. Subriae affine, fastigio verticis latiore, apice oculis
latitudine subaequali, .... prosterno spinis duabus longis armato,
raesosterno et metasterno postice bilobis distinguendura) triincati-
pennis (ibid.); Callimenus dilatatus und var. latipes ^ $ (Klein-
asien, die var. aus Persien) p. 42.
Tylopsis longipennis (Damara) p. 58; Horatosphaga leptocerca
(ibid.) p. 59; Melidia (n. g. Phaneropterae proximum. fastigio ver-
ticis magis declivi, elytris latioribus et longioribus, apicera femorum
posticorum sat longe superantibus distinguendura) Brun-
nen (Damara) p. 60; Eurycorypha brevicollis (Ovambo) p. 61;
Conocephalus ambiguus (Damara) p. 62; Maxentius (n. g., a Ste-
nopelmate dififert antennis longioribus, pronoto antice minus
ampliato, prosterno tantum antice transversim elevato, inermi . . .)
repens (Damara) p. 64; derselbe, Bidrag tili södra Afrikas Or-
thopter-fauna.
Ceuthophilus utahensis (Mt. Nebo, Utah); C. Thomas, Proc.
Davenp. Acad. Nat. Scienc. I. p. 264. PI. XXXVI. Fig. 8.
Locusta viridissima, cantans; Xiphidium dorsale; Tham-
notrizon cinereus; Decticas brevipennis in Finnland; Medde-
landen af Societ. pro Fauna et Flora Fennica. I. Helsingfors.
1876. p. 131 f.
Gryllidae. Der Vme Fase, von M. H. de Saussure's Me-
langes Orthopterologiques beschäftigt sich ausschliesslich mit
dieser Familie. Nachdem der äussere Bau der verschiedenen Körper-
theile auseinandergesetzt und die angewandte Terminologie erläutert
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 a. 1876, 275
ist, giebt der Verfasser eine eingehende Charakteristik dieser am
nächsten mit den Locustiden verwandten Familie (vgl. oben Stäl), von
denen er sie doch durch die geringere Zahl der Tarsenglieder und durch
das flach auf dem Rücken liegende Discoidalfeld der Flügeldecken unter-
scheiden zu können glaubt; dazu kommen noch einige untergeordnete
Unterschiede in der Bildung des Ovipositors und der Genitalanhänge,
die aber alle nicht in allen Fällen stichhaltig sind. Der grösste
Theil der Abhandlung (p. 15 ff.) ist der Klassifikation gewidmet; die
charakteristischen Theile, auch wohl der ganze Körper, zahlreicher
Arten sind auf den beigefügten Tafeln, z. Th. vergrössert, dargestellt.
Neue Arten sind: (Trib. Gryllotalpii) Gryllotalpa devia (Cap) p. 25,
Fig. I. 10; Cylindrodes Kochii (Neu-Holland) p. 40, Fig. III; Tri-
dactylus riparius (Sunda Inseln, Banka) p. 48. Fig. IV, capensis
(Cap; = fossor F.?) p. 50; (Trib. Gryllii) Pseudonemobius (n. g.,
auch Paranemobius geschr.; Flügeldecken ohne „Trommelfell") p^ciMS
(Cashmir) p. 67, Fig. VI; Nemobius major (Brasilien) p. 75, annu-
Upes (Neu-Holland) p. 77, aethiops (Congo), Grandidieri (Madagascar)
p. 82, infernalis (Java), Novarae (Java) p. 83, Javanus (ibid.) p. 85,
Geylonicus (Ceylon) p 86, regulus (Adelaide) p. 87, rufus (Brasilien)
p. 88, dlbipalpus (Rio de Janeiro) p. 89, truncatus (Neu-Holland),
dentatus (Samoa Isl.) p. 91, femoratus (Sidney) p. 92, Fig. VII, 2 — 4,
Malgachus (Madagascar), nigritus (Java) p. 94, histrio (Java) p. 95,
pulex (Nord-Australien) p. 96, acrobatus (Sierra Leone), bicölor (In-
dien) p. 98; Hemigryllus Kriechbaumeri (Brasilien) p. 101; Apiotar-
sus Gryllacroides (Viti Isl.) p. 107; Äpterogryllus (n. g.) Brun-
nerianus (Neu-Holland) p. 109; Brachytrupus (subg. Macrogryllus)
epTiippium i^i) p. 113, (subg. Brachytr. s. str.) Grandidieri (Madag.)
p. 119, (subg. Gymnogrxjllus) pulviUatus (Java) p. 124, angustus
(ibid.) p. 126, miuriis (Gabon) p. 131; (Äcanthogryllus n. g. für
Gryllus fortipes Walk p. 132); Liogryllus (n. g. für Gr. campestris
L., morio F., bimaculatus De Geer und) Eitsemae (Japan) p. 136;
Gryllus miopteryx (Peru) p. 152, Fig. X, 5, infernalis (Tschifu, China),
(Servillii = Gr. fuliginosus Serv. nee Stoll) p. 156, afer (Mozam-
bique, Algoa, Madagascar) p. 159, gracilipes (Ind., Südafrica, Sunda-
Inseln, Neu-Guinea) p. 160, Fig. X, 4, longipennis (Indien) p. 161,
niger (Indien, Java) p. 164, ignobiUs (Java), plebejus (Philippinen)
p. 165, quadristrigatus (Senaar, Goldküste) p. 166, typographiciis
(Zanzibar) p. 168, qiiadrimaculatus (Indien) p. 172, ornaticeps (Gold-
küste) p. 178, vaginalis (Java), consobrinus (Indien, China, Philip-
pinen, Senegal) Fig. XI, 4, p. 188, Cyprius (Cypern) p. 190, Älgirius
(Algier) p. 191, Fig. XI, 5, Clarellus (Java) p. 192. Fig. XI, 2, am-
bulator (??) p. 193, Fig. XI, 6; Gryllodos episcopus (Goldküste) p.
201, Fig. XII, 1, apricus (Aegypt.) p. 203, Bertliellus (Japan, Banka)
p. 205, hebraeus (Palaestina) p. 206, Fig. XII, 3, hemelytrus (Java)
p. 208, Kirschii (ibid.) p. 209, Maorius (Neu-Seeland) p. 210, Hof-
276 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
manni (Gazellen-Fluss, Africa) p- 211, fistulator (Melbourne) p. 212,
flavispina (Grahamtown, Austr.) p. 213, extraneus (Flores) p. 214,
blennus (Java) p. 215, Guyennensis (Surinam) p. 216, dehüis (Borneo)
p. 217, mibecillus (Borneo) p. 218, cantans (Indien), Niloticus (Aeg.)
p. 221, terrestris (Turkestan) p. 224, saltator (Bar el Abiad, Africa)
p. 226, Toltetus (Mexico) p. 228, histrio (Indien) p. 229, Fakonneti
(ibid.) p. 230, furcatus (ibid.) p. 231; Copliogryllus (n. g.. Vor-
derschienen ohne Gehörorgan, für Gryllus physomerus Gerst. und)
WaXkeri (??) p. 283, Delalandi (Südafrica) p. 234, euzonus (Java)
p. 235, älbipälpus (Indien) p. 236, Fig. XIII, 3; Scapsipedus (n.
g.) limbatus (Madagascar) p. 241, Fig. XIV, 2, ielderi (Senuaar;
Madagascar) p. 242, Äfricanus (Südafrica) p. 244, Fig. XVI, 7,
hastatus (Indien) p. 245, mandibular is (Bombay) p. 246, Fig. XVI, 1,
micado (Japan) p. 247; Homaloblemmus (n. g.) Zambesi (Inner-
Africa) p. 248, Fig. XV; Loxoblemmus (n. g.) equestris (Moluccen,
Celebes) p. 252, Fig. XVI, 4, arietulus (Java, Japan) p. 253, Taicoun
(Japan, Jara) p. 256, paräboUcus (Java) p. 258; Stephoblemmus
(n. g.) Humbertiellus (Ceylon) p. 260, Fig. XVII; Platyblemmus &ar-
barus (Berberei, Marocco) p. 267, Fig. XVIII, 3; Landrevus Hector
(Isle de Bourbon) p. 272, Fig. XXV, 5, Coulonianus (Java) p. 273,
Fig. XXV, 1, rostratus (Amboina) p. 274, 2, Bitsemae (Java) p. 276,
4, pictus (Ceylon) p. 277; Odontogryllus (n. g.) setosiis (Peru) p.
279, Fig. XXV, 6; Anuro gryllus (n. g. für Gr. muticus De Geer
etc. und) Äustralis (Neu-Holland) p. 285, brevicaudatus (Brasilien)
p. 286; (Trib. Myrmecophilii) Myrmecophilus dnbius (Bitang; der
Autor sagt selbst: Nous ne trouvons aucune difference appreciable
entre cet insecte et le M. acervorum), Americanus (Columbien) p.
293; Mogisoplistus occultus (Chili) p. 299, tridentatus (Chinchoxo,
Guinea) p. 300; Ectatoderus longicaudus (Nicobaren) p. 304, alatus
(Brasilien), lorieatus (Chinchoxo, Guinea) p. 306, varieolor (? ?) p.
307; Cycloptilus Brasilianus (Brasilien) p. 309; Arachnocephalus
Yersini (Südeuropa, Yere) p. 311, Fig. XXVIII, JDalmatinus (Dal-
raatien) p. 312, Steini (Lugon), maritimus (Viti Isl.) p. 313, Brun-
nerianus (Celebes) p. 314, Dewitsi (Manilla); Liphoplus (n. g.)
Novarae (Tahiti) p. 315, Guerinianus (? ?) p. 316; Acanthoplistus
(n. g.; Hinterschienen zweireihig bedornt) carinatus (Inner -Africa)
p. 320, Fig. XXXI, 1, acutus (Accra, Afr.) p. 321, Birmanicus (Bir-
mah) p. 322, Fig. XXXI, 2; Cachoplistus Brunnerianus (Australien)
p. 327, Fig. XXXn, 1, Bogenhoferi (Cashmir) p. 329, Fig. XXXII, 2,
Weshooodi (Neu - Holland) p. 330, Fig. 3; Pteroplistus acinaceus
(Malacca) p. 333, Fig. XXXIII, 1 u. "2.
Clearidas (n. g., Gryllo et Nemobio valde affine, differt fastigio
capitis angustiore, antennis crassioribue, . . . venis omnibus longitudi-
nalibus elytrorum parallelis, . . . vena mediastina simplici) nigriceps
(Damara) p. 65; Riipilius (n. g,, a reliquis generibus Enneopteri-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 277
darum divergit aus brevioribus, spinis mobilibus tibiarum posticarum
brevioribus et minus gracilibus capiteque depressiore) nigro-signatns
(Damara) p. 66; Stäl, Bidrag tili södra Afr. Orth.-fauna.
Gryllus insularis (Guadakipe): Scudder, Proceed. Bost.
Societ. XVIII. p. 268.
Zaora hifasciata (St. Helena); F. Walker in Mellis' „St.
Helena" p. 168.
Bei Gryllotalpa vulgaris sind die Hirnschenkel vor dem
unteren Schlundganglion durch eine Quercommissur verbunden, eine
Erscheinung, die bei Crustaceen bekanntlich sehr häufig, bei In-
secten bisher aber nur bei Telephorus und Dytiscus durch Leydig
beobachtet ist. M. J. Dietl, Zeitschr. wiss. Zoolog. XXVIT. p. 50.
Paola Riccardi beginnt indem Annuario d. Soc. Natur,
in Modena (II) Anno IX*'. p. 70 fif. ein ausführliches Referat über
Gryllot. vulgaris.
Gryllotalpa maranona (Peru), kleiner und anders gefärbt als
G. hexadactyla Perty; Scudder, Proceed. Boston Societ. Nat.
Hist. XVII. p. 257.
Nemobius hiteolus (Rodriguez); A. G, Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 409.
3. Psendonenroptera.
Die Bearbeitung dieser Unter - Ordnung in Fedtschenko's
„Turkestan" hat R. Mac Lachlan übernommen. Neuroptera
und Pseudo-Ncuroptera (excl. Odonata).
Derselbe giebt in den Trans. Ent. Soc. London 1875. p.
167 ff. A. Sketch of our present knowledge of the Neuropterous Fauna
of Japan (5 Ephemeriden, 9 Perliden).
Derselbe macht nach Einsicht der in dem Leidener Museum
aufbewahrten Sammlung Pi et et 's synonymische Bemerkungen zu
dessen Arten in der Tijdschr. vocr Entomologie. 18. p. 22 ff.
H. A. Hagen giebt einen Report on the Pseudo-Neuroptera
(and Neuroptera) collected by Lieut. W. L. Carpenter in 1873 in
Colorado. Ann. Rep. U. S. Geol. a. Geogr. Surv. Territories for
the year 1873. By F. V. Hayden. Wash. 1874. p. 571 ff. Von Ter-
miten werden 2, Perliden 10, Ephemeriden 7, Odonaten 25 Arten
aufgezählt, darunter einige neue.
Derselbe giebt eine synonymische Aufzählung
der Odonata Amerikas. Proc. Bost. Societ. XVIIL
p. 20 — 93. Im Vergleich zu der im Jahr 1861 veröffent-
lichten Synopsis desselben Autors ist gegenwärtige um eine
beträchtliche Zahl von Arten reicher (480 gegen 367); die
Agrionina sind nicht berücksichtigt.
278 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Beuthill verzeichnet in den Abb. Vereins naturw.
Unters. Hamburg p. 122 ff. 57 Orthoptera Pseudoneu-
roptera der Umgegend Hamburgs.
Pbysopoda. Aptinothrips fasciatus (Rodriguez); A. G. Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XYII. p. 412.
Termitidae. Fritz Müller setzt seine Beiträge zurKeunt-
uiss der Termiten fort. IV. Die Larven von Calotermes
rugosus Hag. Jenaische Zeitschr. für Naturwissenschaft.
IX. p. 241 fi. — Die Larven der in der Ueberschrift genannten Art,
die ohne eigentliches Nest in Holzgängen lebt, sind nach Müller
deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie primär (d. h. nicht an-
gepasst an die veränderte Lebensweise) sind. Besonders ausgezeich-
net sind sie durch breite flächenartige Fortsätze des Pro- und Meso-
thorax, während der Metathorax von der Breite der Hinterleibsringe
ist. Die jüngsten Larven haben 9gliedrige Fühler, bei den Häu-
tungen wächst die Zahl der Fühlerglieder (bis auf 15), indem sich
am dritten (immer?) ein neues Glied abschnürt; Müller theilt daher
auch den Termitenfühler in Schaft (die beiden ersten Fühlerglieder)
und Geissei und glaubt diese Theilung schon bei einem noch im Ei
befindlichen Embryo gefunden zu haben, der schon Sgliedrige Fühler,
aber noch ungegliederte Beine besass. Die Unterlippe ist deutlich
gespalten; jede Hälfte besitzt 2 Laden uud einen 3 gliedrigen Taster,
(üebcr die flügeiförmigen Fortsätze der Vorder, und Mittelbrust s.
oben 1876. p. 346 (138).) Auch die jungen Larven haben schon
4 wohl zu unterscheidende Fussglieder. An den Schienen sämmt-
licher Beinpaare (bei allen Altersstufen) aller Termiten findet sich
ein eigenthümliches Organ, das von Müller dem Gehörorgan der
Locustiden und Grylliden an die Seite gestellt wird. Am Darm ist
das Paar Speicheldrüsen mit seinen beiden Speichelblasen bemer-
kenswerth. Gegenüber den Angaben Ha gen 's, nach denen die
Speicheldrüsen von Termes bellicosus in den verschiedenen Ständen
grosse Verschiedenheiten zeigten, konstatiert Müller für vorliegende
Art eine vollständige Uebereinstimmung; die Speicheldrüsen sind
traubig gebaut mit langem Gang; von demselben führt ein eben-
falls langer Gang rückwärts in die Speichelblase. Vorne vereinigen
sich die Speichelgänge zu einem gemeinsamen Ausführungsgange,
der am Grunde der Zunge mündet. (Bei Termes Lespesii und saliens
münden die beiden Gänge getrennt.) Ursprünglich sind nur 4 Harn-
gefässe vorhanden, daneben sprossen aber noch 2 neue Paare hervor,
die aber anfänglich weit kleiner sind als die ursprünglichen. Stig-
men haben die Termiten 10 Paar: 2 thorakale und 8 abdominale.
Die ersteren liegen zwischen Pro- und Mesothorax, und zwischen
diesem und dem Metathorax; zwischen Metathorax und dem ersten
Hinterleibsring finden sich keine Stigmen; die 8 abdominalen sind
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1.875 u. 1876. 279
au den 8 ersten Hinterleibsringen angebracht. Von den Stigmen
gehen kurze, S-förmig gebogene Röhren aus, in die die vereinigten
beiden Seitenäste eines zickzaokförmig verlaufenden Rücken- und
Bauchhauptstammes einmünden. Der Bauchhauptstamm der einen
Seite tritt mit dem der anderen zwischen je zwei Stigmen durch
einen Querast in Verbindung und diese Queräste kommunicieren ihrer-
seits wieder durch 2 symmetrisch (und dicht neben der Ganglien-
kette) gelegene Längsstämme. — In der Zahl der Stigmen scheinen
alle Termesarten übereinzustimmen; im Uebrigen herrscht einige
Verschiedenheit, indem z. B. Termes saliens an den Querbrücken
der Bauchlängsstämme die mittleren beiden verbindenden Längs-
stämme fehlen.
Im Cambridge Entomological Club (12. Nov. 1875) zeigt
Hagen Königinnen von T. flavipes, aus Florida, die vorher von hier
und überhaupt mit einer einziger Ausnahme nicht bekannt waren.
(Amer. Natur. X. p. 62.)
Ueber die Gefahren, die von Seiten der „weissen Ameisen" zu
befürchten sind, lässt sich derselbe ebenda p. 401 ff. aus.
Perlidae. Unter den von Carpenter gesammelten Arten fan-
den sich folgende neue, die Hagen a. a. 0. beschreibt: Pteronarcys
regularis ^ (Truckee, Sierra Nevada), hadia ^ (Bridger Basin, Wyom.,
Utah, Colorado) p. 573; Dictyopteryx signata ^ $ (Colorado) p. 575;
Isogenus elongatus 2 (Colorado, Utah), colubrinus ^ $ (Idaho) p.
576; Perla sobria $ (Colorado), ebria $ (ibid.) p. 577.
Dictyopteryx Olgae p. 49, PI, IV, Fig. 10; Perla cocandica
(Kokand) p. 50, Fig. 11, cadaverosa Fig. 12, immersaFig. IS, p. 51;
Isopteryx curia (Kokand) p. 53, Fig. 14; Taeniopteryx maracandica
p. 54, Fig. 15; Nemoura ornata (Kokand) p. 55; M'Lachlan in
Fedtschenko's Turkestan, Neuroptera und Pseudo-Nen-
roptera.
Perla tinctipennis p. 171, mponensis, lugubris p. 172; Arten
aus Japan; derselbe, A. Sketch etc.
Ephemeridae. N. Joly theilt seine Beobachtungen über die
Embryogenie von Palingenia virgo Oliv, mit, ohne eigentlich wesent-
liche Neuigkeiten oder interessante Einzelheiten zu bringen; mit
L üb bock 's Abhandlung über die Entwickelung von Chloeon dimi-
diatum scheint er nicht bekannt gewesen zu sein. Die Larve ver-
lässt das Ei erst 6—7 Monate, nachdem dasselbe abgelegt ist, an-
geblich ohne Nerven-, Circulations-, Verdauungssystem, und geht
dann eine Reihe von Häutungen, verbunden mit Aenderungen, durch,
die schon früher bekannt gemacht worden sind, aber auch jetzt
wieder unpassender Weise unter den Begriff der Hypermetamorphose
gebracht werden. Comptes Rendus. 1. Mai 1876. p. 1030; Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII p. 482.
280 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
E. Joly übersetzt eine von Imhoff 1852 (Bericht Verh.
naturf. Gesellsch. Basel. X. p.) über Oligoneuria Rhenana
g^emachte Mittheilung und versieht dieselbe mit Anmerkungen. Bull,
Soc d'Etudes Scientif. d'Angers. IVe et Ye annee. Angers 1876.
p. 37 — 46. In der Note H. weist er die von Imhoff gemachte, aber
schon von Hagen in der Stett. Ent. Zeit. XVI. p. 365 aus theore-
tischen Gründen bezweifelte Angabe zurück, dass die 4 Flügel durch
Spaltung von zweien entständen, durch den Hinweis auf die Nymphen,
die jederseits 2 übereinander liegende Flügelscheiden haben.
Derselbe beschreibt und bildet ab die Larven von 0. garum-
nica (Garrone, Ile des Grands-Ramiers), die ebenfalls nur die Innen-
seite der Vorderbeine mit langen Haaren besetzt hat. The Zoo-
logist, Aug. 1873 und Bull. Soc. d'Et. Scient. d'Angers. IVe et
Ve annee.
Derselbe macht mich brieflich darauf aufmerksam, dass er
bereits 1870 in der Revue des Societes Savantes. (2) V. 1870. p.
4 — 6 eine Mittheilung über die Insektennatur von Prosopistoma
punctifrons gemacht habe.
Ephemera compar (Colorado) p. 578; Heptagenia hrunnea (Ne-
vada) p. 580; Leptophlebia pallipes (ibid. und Colorado) p. 582;
Hagen, Rep. U. S. Geol. Surv. Terr. for 1875.
Ephemera orientalis p. 168, japonica-, Leptophlebia elongatula
p. 169; Dipteromimus (n. g. prope Siphlurus et Hexagenia) tipu-
Uformis p. 170, Arten aus Japan; M'Lachlan, A. Sketch etc,
Baetis reticulata Burm. ist eine richtige Art und gehört zur
Gattung Leptophlebia; B. aurantiaca Burm. ist eine Heptagenia.
Rostock in der D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 333 f.
Libellulidae. Diplax atripes (Yellowstone), decisa, paUipes
(Colorado); Hagen, Rep. ü. S. Geol. Surv. Territ. for 1873.
p. 588 f.
Aeschna hudsonica (White Bay); Selys-Longchamps, Ent.
Monthl. Magaz. XL p. 242.
Aeschna yamasJcanensis (St. Hyacinthe); L. Provancher,
Natural. Canadien. VH. p. 248.
Ophiogomphus severus (Colorado); Hagen, Rep. U. S. Geol.
Surv. Territ. for 1873. p. 591.
Aenallagraa horecüe (New-Foundl., White Bay); Selys-Long-
champs, Ent. Monthl. Magaz. XL p. 242.
Ueber Libellula carbonaria aus den Kohlenschichten
von Cap Breton s. oben 1876. p. 351 (143).
Während die Larven und Nymphen von Libellula depressa
(ebenso wie die anderer Orthoptera und Neuroptera) kurz gedrungen
sind, geht nach dem Abstreifen der Nymphenhaut eine beträchtliche
Streckung des Integumentes des Abdomens vor sich, das auf der
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 281
Einfuhr von Luft, nicht in das Tracheen System, sondern in den
Darmkanal (?) beruht. Nach einen Referat F. Plateau's über eine
Mittheilung von Jousset de Bellesme. C. R. Soc. Ent. Belg.
XIX. p. LVII.
Lepidoptera.
Die im Erscheinen begriffenen Werke sind fortgesetzt
worden: W. C. Hewitson's ,jExotic Butterflies" mit
Part 93—96; H. Strecker's „Lepidoptera" mit Pt. 12.
Die Lepidoptera (Zoologischer Theil, IL 2) der „Reise
der 0 esterreich. Fregatte Novara um die Erde" sind mit
einem 5. Theile von Felder und Rogenhofer zu Ende
gebracht worden. Der vorliegende Band enthält Tafel
CXXI— CXL, jede mit dem dazugehörigen Text. Diesel-
ben sind den Geometriden und Microlepidopteren gewidmet;
hinzugefügt ist ein Generalindex.
G. Ramann's „Die Schmetterlinge Deutsch-
lands" und der angrenzenden Länder liegen nun vollendet
in 36 Heften vor. Die Vollständigkeit und Naturtreue der
Abbildungen macht das Werk namentlich dem Anfänger
unentbehrlich. Die letzten Hefte geben eine Darstellung
des Baues von Schmetterling und Raupe, Anleitung zum
Fangen, Tödten, Herrichten einer Sammlung u. s. w. und
sind separat unter dem Titel „Der Schmetterlings-
sammler", Berlin 1875, erschienen (9 Mark).
Von F. Berge's Schmetterlingsbuch wird eine
neue (5.) Auflage von Dr. W. Steudel besorgt, von der
schon Liefer. 1 und 2 erschienen sind. (1876, Stuttgart,
Jul. Hoffmann.)
S. H. Scudder giebt ein alphabetisches Verzeichniss
der für Tagschmetterlinge vorgeschlagenen Gattungsnamen,
mit Jahreszahl, Autor, Literaturnachweis und Angabe der ur-
sprünglich dazu gerechneten Arten, mindestens der typischen
Art. Proc. Am. Acad. of Arts and Sciences. New Ser.
Vol. IL (1875) p. 91—293.
R. H. Stretch macht synonymische Bemerkungen zu
einigen von Felder und Rogenhofer (Novara IV) abgebil-
deten Castniidae, Zygaenidae und Bombycidae ; C ist. Ent.
IL p. 11-19.
282 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
J. M. af Tengström zeigt Nykomlingar i'öt
Finska Fjäril-Faunan an. Notiser ur Sällskapets
pro Fauna et Flora Fennica Förhandlingar. Fiort.
Haft. p. 29 ff. Als neu für die Finnische Fauna werden
folgende Arten (im Ganzen 55) nachgewiesen : Pieris Dapli-
dice L. ; Colias Edusa F. ; Lophopteryx Carmelita (Agrotis
hyperborea var.), A. recussa Hübn. ; Aplecta sincera H.-S. ;
Hadena rubrirena F., oculea var. leucostigma Esp.; Helo-
tropha leucostigma H.; Dyschorista Ypsilon S. V., Plusia
diasema Dalm., Anarta Bohemanni Stdgr., melanopa Thbg.,
funesta Payk; Cidaria incursata var. fuscolimbata, frigida-
ria Gn., sociata var. cingulata; Eupithecia pimpinellata var.
cinerascens, satyrata var. Callunaria Dbl., argillacearia H.-
S., exiguata Hbn. ; Crambus silvellus Hbn.; Scoparia murana
Curt.; Teras Schalleriana var. latifasciana Hw.; Tortrix
reticulana Hbn., Gerningana S. V.; Concbylis Sanguisor-
bana Metz, phaleratana H.-S.; Penthina ocbroleucana Hbn.
sauciana var. obscura, postremana var. Karelica; Grapho-
litba expallidana Hw., leguminana Z., granitana H.-S., ra-
mella ab. confluxa, biarcuana var. inornatana; Tinea frau-
dulentella H.-S.; Incurvaria tenuicornis Staint.; Micropteryx
chrysolepidella Z. ; Semioscopis anella Hübn. ; Gelechia ru-
fescens Hw., incomptella H.-S., carchariella Z., luctuella
Hübn., murinella H.-S., acuminatella Sirc, ingloriella Mus.
Zell., HübneriHw.; Ornix Betulae Staint., Loganella Staint;
Coleopbora ochripennella Schlag.; Laverna Schrauckella
Hübn. ; Lithocolletis Betulae Z. ; Bucculatrix Cidarella Zell. ;
Pteropborus lithodactylus F.
A. G. Butler. Descriptions of new Genera and
Species of Lepidoptera in the Collection of the
British Museum; Ann. a. Mag. Nat. Hist. XV. p. 396 ff.
Beschrieben werden 9 neue Arten, 3 neue Gattungen.
Synonymic List of the Butterflies of North-
America, North of Mexico. By S. H. Scudder. Part.
L Nymphales. Bull. Buff. Soc. 1875. — Ist mir nicht
persönlich bekannt geworden. Eine Kritik derselben von
H. B. Mose hl er findet sich in der Stett. Eni Zeit.
XXXVH. p. 32 ff. Möschler tadelt mit Recht die Sucht
neue Gattungen (nur nach der Zeichnung!) aufzustellen, und
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 283
die Ersetzung gut charakterisierter Gattungsnamen durch
solche aus Htibner's Tentamen. So ist die Gattung Anosia
und Danaida, Basilarchia und Limenitis, Semnopsyche und
Argynnis, Euphydryas und Melitaea nur durch die Färbung
verschieden; Melitaea Fabr. durch Lemonias Hb., Libythea
Fabr. durch Hypatus Hb. ersetzt; entgegen der neueren
Nomenklatur wendet Scudder eigensinnig den Linn6-
schen Gattungsnamen Papilio auf Vanessa Antiopa L. an,
weil Linne diese Art zuerst unter Papilio aufgeführt habe.
S. H. Scudder liefert sehr ausführliche Beschreibun-
gen von Tagschmetterlingen aus Labrador. Proc. Bost.
Soc. Nat. Hist. Vol. XVIL p. 294 ff. (Brenthis Triclaris
H.-S., Charidea H.-S., Freija Thunb., polaris Boisd., Frigga
Thunb.; Agriades Aquilo Boisd.).
P. C. Zeller bringt die dritte Abtheilung seiner Bei-
träge zur Kenntniss der nordamerikanischen Nacht-
falter, die neben Nachträgen zu den beiden ersten Ab-
theilungen hauptsächlich von Tortricinen handelt. Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p. 207 ff. Taf. VIII— X.
Von H. Edwards': The Butterflies of North-
America. Boston, ist Pt. IV. erschienen. Derselbe ent-
hält Abbildung und Schilderung der Lebensweise von Me-
litaea Phaeton; Papilio brevicauda; Argynnis Euryuome,
Bischoffi, Opis; Grapta, Hylas, Marsyas. Irrig ist die An-
gabe, dass die Reihen Haare tragender Tuberkeln bei der
frisch ausgeschlüpften Raupe von M. Phaeton die Stellung
der späteren Dornen anzeigen. Ferner ist diese Art nicht
die einzige, die sich im Raupenstande durch ein gemein-
sames Gewebe schützt. Auch die Angabe der Futterpflanze
(Viburnum tentatum) ist wohl irrig, da sie auf sehr ver-
schiedenen Pflanzen (Aster, Corylus, Berberis, Solidago,
Virnonia, Clematis, Rubus) gefunden ist. (Amer. Natur. X.
p. 108.)
Scudder verzeichnet 14 auf Cape Breton Isl. gefan-
gene Tagschmetterlinge; Proc. Boston Society Natur.
History, Vol. XVIIL p. 188 ff.
Einige Bemerkungen On the Geographica! Distri-
bution of the Moths of Colorado macht A. S. Packard
in dem Rep. U. S. Geol. Surv. Territ. for 1873 p. 543 ff.,
284 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
die namentlich einiges Licht über die alpine Fauna der
Rocky-Mountains verbreiten; einige Arten hat diese Fauna
mit der der Schweizer Alpen gemeinsam; Chionobas se-
midea, alpin bisher nur vom Mt. Washington bekannt, fand
sich auch in Colorado. Mit Rücksicht auf die Neu-England,
Labrador und (der alpinen Region in) Colorado gemeinsamen
Arten ist bei einer grossen Zahl von Arten zu bemerken,
dass die in Colorado vorkommenden Exemplare grösser als
die im Norden des Continentes beobachteten sind.
J. D. Pytnam veröffentlicht in den Proc. Daven-
port Academy Nat. Science L folgende Verzeichnisse:
List of Lepidoptera collected in the Vicinity of Davenport
p. 174, L. 0. L. c. in Colorado 1872, p. 182, by Cap.
Jones Expedition to Northwestern Wyoming in 1373 p. 189,
— in the Vicinity of Spring Lake Villa, Utah Co. p. 193.
A. G. Butler. On some new Species of Butter-
fiies from Tropical America. Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XV. p. 222 ff. 7 neue Arten von Veragua.
Derselbe. Descriptions of new Species of Le-
pidoptera from Central America; ebenda p. 338 ff.
Beschrieben werden 7 neue Arten.
P. C. T. Snellen setzt das Verzeichniss der von Ba-
ron von Nolcken in Neu- Granada, St. Thomas, Jamaica
gesammelten Spanner und Zünsler mit letzteren fort.
Tijdschr. voor Entomol. 18. p. 187 ff. Enthält 85
Arten und die Beschreibung und trefflich colorirte Abbil-
dung 45 neuer.
Staudinger schickt der Beschreibung neuer Lepi-
dopteren des südamerikanischen Faunengebietes einige all-
gemeine Bemerkungen voraus, die auf den grossen Reich-
thum dieses Gebietes an Arten überhaupt (4200 bekannt)
und an eigeuthümlichen Arten insbesondere hinweisen.
Staudinger glaubt, früher sei Nord- und Südamerika ge-
trennt gewesen, was auch Günther aus der Uebereinstim-
mung zahlreicher Fischarten auf beiden Seiten von Central-
amerika schloss. Verh. Zool. Bot. Ges.Wien. XXV. p. 89ff.
Druce giebt ein Verzeichniss von Peruanischen Tag-
schmetterlingen mit der Beschreibung und theilweisen Ab-
bildung von 18 neuen Arten; Proc. Zool. Soc. 1876. p. 205 ff.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 285
C. Berg zählt Patagonische Lepidopteren, be-
obachtet auf einer Reise im Jahre 1874, auf. Bull.
Sog. Imp. Natur, de Moscou. XLIX. (1875) Nr. 4. p.
191 ff. Es sind im Ganzen 56 Arten, 20 neue, von denen
19 Patagonien ausschliesslich angehören. Mittheilungen
über Raupen, Futterpflanzen u. s. w. sind bei den einzelnen
Arten gemacht; hervorgehoben wird die Eigenthümlichkeit,
dass die Raupen aller Familien, selbst von Tagschmetter-
lingen, carnivor sind, und dadurch erklärt, dass die trockenen
Sommer leicht die Vegetation zum Verdorren bringen. Die
Raupen fressen dann Ihresgleichen und vererben diese
Eigenschaft auf ihre Nachkommen, die dasselbe thnn, auch
wenn kein Nahrungsmangel sie dazu treibt.
Notizen über die Lepidoptereufauna der Nieder-
Elbe finden sich in Abh. Vereins naturw. Unterh.
Hamburg I. p. 136 ff.; II, p. 235 ff.
Wocke giebt Nachträge zum Verzeichniss der
Falter Schlesiens (4 Macro-, 11 Micro-Lepidoptera).
Zeitschr. Entom. Breslau. Neue Folge. 5. Heft. p. 39 ff.
Derselbe handelt in dem 53. Jahresber. Schles.
Ges. vaterl. Cultur p. 157 ff. von der Lepidopteren-
fauna des Stilfser Jochs in Tirol, die bei dem ge-
ringen Flächeninhalt des betreffenden Ortes eine überaus
reiche, wenn auch nicht eigenthümliche ist. (Rhopalocera
61, Sphinges 6, Bombyces 7, Noctuae 38, Geometrae 63,
Pyralidina 45, Tortricina 37, Tineina, 52, Micropterygina
2, Pterophorina 10, im Ganzen 331 Arten.)
G. Höfner beginnt ein Verzeichniss der Schmetter-
linge des Lavantthales und der beiden Alpen, Kor-
u. Saualpe; Jahrb. naturh. Landesmus. Kärnthen.
XII. p. 1 ff. Dasselbe enthält die Grossschmetterlinge
(190 G., 535 A).
A. V. Kalchberg liefert Beiträge zur Lepido-
ptereufauna Siciliens; Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p.
138 ff., indem er die von Staudinger verfassten Beschrei-
bungen von 13 neuen Arten und einer neuen Varietät, die
er auf jener Insel gefunden, veröffentlicht und mit Bemer-
kungen versieht.
F. Sintenis giebt in dem Archiv für die Natur-
A.rchiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. T
286 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
künde Liv-, Ehst- und Kurlands, 2. Ser. Bd. VII.
Liefer. 3. ein Neues Verzeichniss der in Ehstland,
Livland, Curland und auf Oesel bisher aufgefun-
denen Schmetterlinge. Dasselbe weist 84 Arten mehr
auf, als die vor 5 Jahren erschienenen „Lepidopterologische
Fauna" des Baron Nolcken und zwar 784 Macrolepido-
ptera (gegen 747) und974Microlepidoptera (gegen 927 der
Nolcken'schen Fauna).
Novitäten der Livländischen Schmetterlingsfauna s.
in den Sitzungsber. der Dorpater Naturforschen-
den Gesellschaft. Bd. IV. p. 27, 76, 110 und 266.
C. Berg liefert in einem Beitrag zur Lepidopte-
renfauna Liv-, Kur- und Ehstland s ein Verzeichniss
derjenigen Arten, deren Zugehörigkeit zu jener Fauna ent-
weder angezweifelt oder gar nicht bekannt war. Corrbl.
Naturf. Ver. Riga. XXXL p. 1 ff. Ebenda p. 43 ff.
sind neue Eulen der dortigen Fauna aufgezählt.
Beitrag zur Lepidopterenfauna des Moscau-
ischen Gouvernements. Von Ludwig Albrecht.
Horae Soc. Entom. Rossic. XIL p. 72 ff. Ergänzt das
frühere Verzeichniss der von Moskau bekannten Schmetter-
linge durch Hinzuftigung der inzwischen neu aufgefun-
denen Arten.
Beitrag zur Kenntniss der Lepidopterenfauna
Transcaucasiens. Von W. v. Hedemann. Ebenda p.
153 ff. Fügt zu der Zahl der bisher aus dieser Gegend
bekannten Arten 68 neue hinzu.
N. Erschoff giebt Diagnosen neuer Lepido-
pteren aus den verschiedenen Provinzen des Rus-
sischen Reiches. Ebenda p. 336 ff. (40 Arten, meistens
Kleinschmetterlinge.)
Die Sammel ergebnisse aus Nordpersien, Kras-
nowodsk in Turkmenien und dem Daghestan
von H. Christoph (ebenda p. 181 ff. mit Taf. V— VIII)
behandeln nur die lepidopterologische Ausbeute. (62
neue Arten resp, Varietäten.)
M. C. Piepers verzeichnet einige (81) Arten von
Tagschmetterlingen von B ata via, die P. C. T. S neuen
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 287
mit Anmerkungen versieht. Tijdschr. voor Entomol.
19. p. 138 ff. Taf. 7.
R. W. Fereday giebt ein Verzeichniss der bis 1870
auf Neu-Seeland gefundenen Schmetterlinge. Trans,
a. Proeeed. New-Zealand. Instit. t. VI. p. 171.
List of the Butterflies now known to inhabit
New Zealand, with descriptions of a new genus
and a new species, in the Collection of John D. Enys,
Esq. By Arthur G. Butler. Entom. Monthl. Magaz.
XIII. p. 152 ff. Enthält 14 Arten in 8 Gattungen; die
neue Art ist ein Lycaenide.
Derselbe verzeichnet die (39) Arten einer Sammlung,
die am Cap York gemacht wurde; 6 sind neu. Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 122 ff.
Derselbe desgl. 41 von den Neu - Hebriden und
Freundschaftsinseln mit der Beschreibung und Abbildung
(18) neuer Arten; Proc. Zool. Soc. London. 1875. p-
610 ff.; von den Fiji-Inseln p. 619 ff ; ein zweites von den
Neu-Hebriden, ebenda 1876. p. 251 ff.
Druce giebt ein Verzeichniss von Tagschmetterlingen
von Angola und die Beschreibung einiger (15) neuer Arten.
Proc. Zool. Soc. Lond. 1875. p. 406 ff.
A. G. Butler. On a Collection of Lepidoptera
from Southern Africa with Descriptions of new
Genera and Species. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.)
XVI. p. 394 ff. Die Sammlung enthält in 104 Gattungen
138 Arten zumeist von Natal; 33 neu.
Europäisch- amerikanische Verwandtschaften.
Von Dr. A. Speyer. Stett. Ent. Zeit. XXXVL p. 97 ff.,
131 ff., 345 ff. Speyer vergleicht die nordamerikanischen
Noctuiden mit den europäischen wesentlich, um festzu-
stellen, welche nordamerikanische Arten mit den europäi-
schen identisch sind, welche nicht. Von den verglichenen
51 Arten hat Amerika 20 mit Europa gemeinsam (einschliess-
lich 4, deren amerikanisches Indigenat noch zweifelhaft ist);
16 amerikanische Arten sind von den nahe verwandten
europäischen specifisch verschieden; über den Rest konnte
Speyer noch kein Urtheil fällen. Als allgemeines Resultat
dieser Vergleichung hat sich ergeben, dass in die bei den
288 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Noctuiden vorherrschenden, aus Schwarz, Weiss und Roth
gemischten, grauen und braunen Farben bei den Amerika-
nern weniger Roth, dafür in der Regel mehr Schwarz ein-
geht als bei den Europäern, und diese Verschiedenheit wird
von Speyer auf die Verschiedenheit des kontinentalen
Klimas von Amerika gegenüber dem insularen Westeuropas
zurückgeführt. Beim Flügelschnitt ist noch häufig, wenn auch
nicht durchgreifend, zu bemerken, dass die Flügel der
Amerikaner kürzer und breiter sind als die der Europäer.
Vgl. unten Art. Grote bei den Noctuiden und Stett. Ent.
Zeit. XXXVIL p. 198 ff.
Die Anomalie, dass einige Raupen von Acronycta ob-
linita, die sich 1873 in ungeheuerer Menge auf einem
kleinen Bezirk einfanden, während sie in der ganzen Um-
gebung fehlten, sich verpuppten, ohne ein Gespinnst ver-
fertigt zu haben, giebt Th. G. Gentry Gelegenheit zur
Aeusserung seiner Anschauung über den Stammbaum der
Lepidoptera. Er leitet dieselben in der hergebrachten
Weise von den Phryganiden ab, von welchen sich die im
Larvenzustande in selbstgesponnenen Hülsen lebenden Arten
am wenigsten entfernt haben. Gentry nimmt an, dass
ursprünglich alle Raupen ein Puppengespinnst verfer-
tigten, und dass daher diejenigen Familien, die dies
jetzt unterlassen (also die meisten Tagschmetterlinge) am
jüngsten sind. Eine ausführliche Darlegung der verwandt-
schaftlichen Beziehungen, die nach Gentry zwischen den
einzelnen Familien bestehen, lässt sich in Kürze nicht gut
geben, ein ausführlicheres Eingehen auf diesen Gegenstand
scheint mir aber wegen der sehr unvollständigen Begrün-
dung der vorgetragenen Anschauungen nicht geboten. Nur
folgendes will ich noch bemerken. Gentry verfährt in
der Beziehung abweichend von der gewöhnlichen Weise,
dass er für eine bestimmte systematische Gruppe (z. B. die
Rhopalocera) nicht nothwendiger Weise einen einzigen
Ahnen aufstellt, sondern dieselbe nach Bedürfniss von meh-
reren Urformen ableitet und dass er manche Erscheinungen,
die man bisher als Mimikry zu deuten gewohnt war, auf
Blutsverwandtschaft zurückführt. (So kommt er zu dem
Resultate, dass die Hymenopteren durch die Sesiiden von
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 289
den Schmetterlingen abstammen.) Proceed. Acad. Natur.
Sciences of Philadelphia 1875. p. 24 ff.
C. Lafaury giebt Descriptions de Chenilles in6-
dites ou peu connues de Microlepidopteres. Ann.
Soc. Ent. France. 1876. p. 423 ff. Beschrieben werden
die Raupen von Agrotera nemoralis (auf Castanea vulgaris),
Botys ferrugalis (auf Cirsium palustre), Teras mixtana (auf
Erica, namentlich E. multiflora), Aphelia venosana (in Cy-
perus longus), Grapholitha aspidiscana (auf Solidago virgau-
rea), micaceana (auf ülex europaeus), Phoxopteryx curvaua
(auf Pomaceen), Depressaria purpurea (auf Daucus carota).
Description de chenilles et de lepidopteres
inedits d'Europe par M. P. Milliere. Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 11 ff Taf. I und Bull. p. CLXV. f.
Beschrieben und abgebildet werden die Raupen und Schmet-
terlinge von Asthena Blomeraria Curt., Selidosema am-
bustaria Hub. , sowie die Schmetterlinge von Bryophila
Galathea Mill. und Oxyhiensis Mill.
Rogenhofer beschreibt die ersten Stände einiger
Schmetterlinge (Lycaena orbitulus Prun.; Hesperia Sao
Hüb.; Agrotis musiva Hüb., Mamestra Serratilinea Tr.;
Euclidia triquetra Fb.; Brahmaea Ledereri Rog.). Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p. 797 ff
A. G. Wetherby. Descriptions of Lepidopterous
Larvae, with Remarks on Their Habits and Affi-
nities. The Cincinn. Quart. Journ. Sciences. IL p.
363—371. (Habe ich nicht einsehen können.)
Eine vergleichend anatomische und histiologische Dar-
stellung der Spinndrüsen der Schmetterlingsraupen
lieferte E. Helm in Siebold's Zeitschr. wissensch. Zoologie
XXVI p. 434 ff. (Auch separat als Inauguraldissertation der Univer-
sität Leipzig erschienen.) Ein historischer Rückblick, der mit
Malpighi anhebt, zeigt den allmählichen Zuwachs unserer Kennt-
nisse von diesen Organen, als deren Typus man gewöhnlich die von
Bombyx Mori betrachtete. Dagegen dehnte Helm seine Unter-
suchungen auch auf die wichtigsten anderen Familien der Macro-
lepidopteren und Microlepidopteren aus, und fand ihren Bau im
Allgemeinen übereinstimmend. Sie finden sich als zwei Schläuche,
die neben dem Darm herlaufen, an der Grenze zwischen Thorax und
Abdomen nach vorn, und dann wieder nach hinten umbiegen. An
der ersten Umbiegungsstelle sind die Drüsen im Aligemeinen am
290 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dicksten und nehmen von da an nach beiden Enden, aber ungleich-
massig ab. Der hintere Theil ist bald gerade gestreckt, bald mehr
oder weniger gewunden, und zwar natürlich um so mehr, je länger
die Drüse im Vergleich zur Körperlänge ist. Als Extreme sind hier
zu nennen Pieris brassicae (Körperlänge zur Drüsenlänge = 36 : 26)
Vanessa Je (32 : 26), Vanessa urticae (38 : 28) und Smerinthus Tiliae
(63 : 205), Bombyx mori (56 : 262), Harpyia vinula (52 : 251), Anthe-
raea Yaraamayu (100 : 625); die Zahlen geben die betreffenden Längen
in Millimetern, In ihrer Länge lassen sich an den Drüsen indessen
nicht, wie Lyonet that, drei, sondern nur zwei Theile unterschei-
den, nämlich der hintere, allmählich dicker werdende Abschnitt, der
bis zur zweiten Biegung reicht, und der vor dieser lagernde Theil,
der rasch sich verdünnend, zuletzt haarfein, in gerader Richtung zur
Unterlippe verläuft.
Hinsichtlich des feineren Baues bestätigt Helm die Angaben
M eck eis und Leydigs. Der eigentliche Stamm der Drüsen sind
die seceruirenden Zellen; dieselben sind umgeben von einer homo-
genen Membran, der tunica propria, über deren Herkunft der Ver-
fasser nichts sagt. Die seceruirenden Zellen sind durch ihre Grösse
ausgezeichnet, die allerdings nach der Grösse der Raupe variiert.
(Bombyx mori 2,38mm breit, 0,782mm lang; Grapholitha funebra
Tr. 0,071mm breit, 0,027mm lang; als Länge der Drüsenzeilen ist
ihr in die Längsachse der Drüse fallender Durchmesser bezeichnet.)
Die Dicke Hess sich nicht genau ermitteln; sie wird im mittleren
Abschnitt der Drüse (also da, wo die Zellen am dicksten sind) bei
B. mori auf 0,088 mm angegeben. Eigenthümlich ist diesen Zellen
die sehr stark verästelte Form ihres Kernes, irgend eine Hauptrich-
tung lässt sich in diesen Verästelungen aber nicht erkennen. Es
sind immer nur 2 Zellen, die den ganzen Umfang der Drüse aus-
machen, und in Gestalt sechseckiger Platten sich aneinander fügen;
jede dieser Zellen ist also in Form eines Halbcylinders gekrümrat.
Das Lumen der Drüse ist von einer tunica propria ausgekleidet,
die ausserordentlich fest und ziemlich dick ist (0,004). Helm lässt
sie von Porenkanälen durchsetzt sein, welche den Uebertritt der von
den Drüsenzellen secernirteu Flüssigkeit in die Drüsenhöhlung er-
möglicht. Sie wird ferner, was übrigens unbezweifelt ist, für eine
Cutikularschicht erklärt, Eigenthümlich ist die Art und Weise, wie
Helm diesen Satz begründet: sie sei eine modificirte Fortsetzung
der äusseren Körperwand, durch deren Einstülpung sie entstanden
und werde mit den Häutungen z. Th. abgestreift. (Dasselbe ge-
schieht ja übrigens auch bei der ,,Chitinisehne" der Krebsscheere.
Referent.)
Beide Spinngefässe rücken nun in der Nähe des Mundes zu-
sammen und vereinigen sich zuletzt, wobei aber die beiderseitigen
Lumina getrennt bleiben, indem die tunicae intimae an der Beruh-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 29 1
rungsstelle nur mit einander verschmelzen, aber nicht resorbirt
werden. Bald nach der Vereinigung der beiden Drüsenschläuche
verengt sich das Lumen derselben beträchtlich; der vor dieser
Stelle gelegene Theil wird von Helm als Spinnapparat bezeichnet
und zerfällt in 2 Abschnitte : der hintere, die „Fadenpresse" ist auf
der Unterseite mit Muskeln besetzt, die eine starke Verengerung
durch Anpressen der unteren Wand an die obere ermöglichen, und
so dem Faden die Gestalt eines abgeplatteten Bandes geben. Der
so fertig gebildete Faden verläuft nun in dem vorderen Theile des
Spinnapparats, dem „Leitungsohr'* nach vorn und ist, wie schon
Leeuwenhoek wusste und es seiner Entstehung nach nicht anders
sein kann, aus 2 Hälften zusammengesetzt, deren jede eben der
einen Hälfte der Drüse entspricht. An der Stelle, wo sich die beiden
Drüsen vereinigen, treten noch zwei Anhangsdrüsen auf, die zuerst
von Lyonet gesehen, wenn auch nicht richtig erkannt sind. Sie
sind als Ausstülpungen des Drüsenlumens zu betrachten und zwar
bald bloss der t. intima mit ansitzenden eigenthümlich modificirten
Secretionszellen, oder aber als Ausstülpungen des ganzen Drüsen-
epithels. Es bleibt entweder bei einer einmaligen Ausstülpung und
diese Anhangsdrüse dadurch einfach cylindrisch oder dieselben wie-
derholen sich, wodurch die Drüse gelappt wird. Es wird vermuthet,
dass diese Anhangsdrüsen den Klebstoff liefern, welcher die Seiden-
fäden sowohl unter sich verbindet^ als auch zum Anheften beim
Spinnen geschickt macht.
Diese Spinngefässe, zu deren Schilderung die Verhältnisse er-
wachsener Raupen genommen wurden, unterliegen einer fortschrei-
tenden Metamorphose bei der wachsenden Raupe bis zur Verpuppung ;
bei der Puppe findet eine rückschreitende Metamorphose bis zum
völligen Schwunde Statt. Bei der jungen Raupe ist der Kern der
Sekretionszellen rundlich , wird dann länglich und vet-ästelt
sich allmählich immer mehr. — Die rückschreitende Metamorphose
beginnt mit dem Einspinnen; durch den Verlust des Sekrets werden
die Drüsen kürzer und schmäler; die Kerne der Sekretionszellen zer-
fallen in mehrere Stücke, die sich später abrunden. Mit der Häu-
tung, wodurch also die Larve die Puppenform annimmt, wird die
Intima ausgestossen (?) und die Sekretionszellen liegen nun lose in
der t. propria; auch sie zerfallen allmählich in (meist viereckige)
Stücke und vom 10. Tage an nach der Verpuppung ist von dem
ganzen Apparat nichts mehr aufzufinden.
Th. Goossens theilt sein Experiences sur la re-
production consanguine de la Lasiocampa Pini mit.
Ann. Soc. Ent. France. 1876. p. 429 ff. Von einem
Päärchen des genannten Spinners war die reine, durch
fortgesetzte Inzucht erhaltene Nachkommenschaft bis zur
292 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leiatungen
10. Generation kräftig; mit dieser aber begann eine De-
generation : sie legte weniger Eier, aus denselben schlüpften
weniger Raupen, von den sich wiederum ein geringerer
Procentsatz zu Puppen und Schmetterlingen entwickelte.
Von der 11. Generation wurden nur 25 Raupen, 5 Puppen,
2 Schmetterlinge erhalten. — Nebenbei wird ein Fall von
Parthenogenesis dieses Schmetterlings erwähnt.
H. K. Morrison (On an Appandage of the male
Leucarctia acraea, Psyche, Vol. I. p. 21 f.) fand bei
den Männchen dieser Art sowie Danais Erippus Cr., Agrotis
plecta L. und Euplexia lucipara L. zwei eigenthümliche
fadenförmige Organe von ungefähr 20 mm Länge, die von
dem Grunde einer zwischen letzten Körpersegmenten be-
findlichen Tasche entspringen, aussen mit Haaren besetzt
und inwendig von einer gelblichen Flüssigkeit erfüllt sind ;
ihre Funktion ist nicht ermittelt.
Eine auffallende Anpassung an eine abweichende Le-
bensweise zeigt die Gattung Ophideres (fullonica L., ma-
terna L., salaminia Gram., Imperator Boisd. und andere
Arten). Der Rüssel derselben ist nicht aufgerollt, sondern
steif, leicht säbelförmig gekrümmt und mit Stacheln und
Haken versehen. In dieser Gestalt wird er von seinem
Besitzer wie ein Bohrer benutzt, um die Schale von
Früchten (namentlich Orangen) zu durchbohren und dann
den süssen Saft aufzusaugen. Diesem Geschäfte sind die
Schmetterlinge in Sommernächten mit solchem Eifer hin-
gegeben, dass sie sich mit den Händen greifen lassen. M.
J. Kunkel, Comptes Rendus etc. 1875. p. 397 ff. Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 372 ff. und Fr. Dar-
win , Quart. Journ. of Microsc. Science XV. 1875, p. 385.
0. M. Reuter. Om stridulationsförmägan hos
Lepidoptera. (Medd. af Soc. pro Fauna et Flora Fennica.
L p. 133.) R. erwähnt, dass er an den Palpen und dem
Rüssel zahlreicher Schmetterlinge ein Stridulationsorgan
entdeckt habe, ähnlich dem von Acherontia Atropos, wenn
auch das menschliche Ohr keinen Ton wahrnehme.
S. H. Scudder spricht in dem Cambridge Ento-
mological Club (12. Nov. 1875) über die vermuthete
Beziehung zwischen den „Osmateria" gewisser Tagschmet-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 293
terlinge (Equites) und der Querspalte und dem Greiforgan
anderer. (Amer. Natur X. p. 62.)
E. Bi roh all glaubt die Erscheinung des Melanismus
bei Schmetterlingen durch natürliche Zuchtwahl erklären
zu können und zählt die Arten auf, die in den schottischen
Hochlanden als dunkle Varietäten vorkommen. Entom.
Monthl. Mag. XIII. p. 129 ff. Denselben Gegenstand be-
handelt etwas ausführlicher ebenda p. 145 ff. Buchanan
White; p. 201 ff. C. G. Barrett.
Observations sur les migrations des Sphin-
gides et de quelques autres Lepidopteres. Par M.
A. Gaschet. Ann. Soc. Ent. France. 1876. p. 509 ff.
Entgegen Boisduval, der das temporäre Auftreten ge-
wisser Sphingiden (Acherontia Atropos; Chaerocampa Ce-
lerio; Sphinx Convolvuli, Nerii) in Europa auf Einwande-
rungen aus dem Süden zurückgeführt und die Möglichkeit
bestritten hatte, dass die genannten Schwärmer sich in
Frankreich länger als einen Sommer halten können, sucht
Gaschet wenigstens für wenige obiger Arten darzuthun,
dass sie Jahr aus Jahr ein in Frankreich leben und immer
ein Theil überwinternder Puppen die Generation des
Sommers liefert.
Packard beschreibt ein gynandromorphes Exemplar
von Callosamia Promethea. Memoirs Boston Soc. Nat.
Hist. Vol. IL Part. IV. Nr. III. p. 409 ff. PI. XIV 1 und
2. Diese Beschreibung des Aeusseren bietet kein Interesse.
Packard hält die Erklärung v. Siebold's, nach der der
Gynandromorphismus auf einer unvollständigen Befruch-
tung des Eies beruhe, für am meisten wahrscheinlich, ver-
gisst aber dabei, dass bei den Schmetterlingen die parthe-
nogenetischen Individuen beide Geschlechter liefern.
Die bis jetzt bekannt gemachten fossilen Reste von
Tagschmetterlingen hat S. H. Scudder in einem stattlichen
.Quartbande zusammengestellt und ihrer systematischen
Stellung nach besprochen. Die betreffende Arbeit führt
den Titel: Fossil Butter flies und bildet das erste der
Memoirs of the American Association for the Ad-
vancemant of Science. Salem, 1875. 99 S. 3 T. Es
sind hier 9 Arten behandelt, von denen zwei zum ersten
204 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mal bekannt gemacht werden. Jeder Rest ist in natürlicher
Grösse und Beschaffenheit durch eine Abbildung wieder-
gegeben; daneben eine Abbildung derjenigen jetzt lebenden
Art, mit der die fossile am meisten Verwandtschaft hat.
Alle 9 Arten gehören verschiedenen Gattungen an und zwar
sind 7 fossilen Gattungen zugeschrieben; einigermassen be-
denklich kann es scheinen, dass 2 Arten heutigen Gattungen
eingereiht werden. An die Beschreibung und Besprechung
der einzelnen Reste ist angeschlossen eine Aufzählung der
vermuthlichen Futterpflanzen ihrer Raupen. Die betreffenden
Arten sind:
1. Neorinopis sepulta (Boisd.). Von dieser Art ist
ist die Unterseite des rechten Ober- und Unterflügels, er-
sterer z. Th. durch letzteren verdeckt, sowie ein Bein der
rechten Seite wohl erhalten. Der Rest fand sich in den
Ligurischen Schichten des Obereocaens bei Aix in der Pro-
vence und wurde zuerst als ein Cyllo beschrieben. Nach
der Scud der 'sehen Bezeichnung gehört er zu den Oreades
(Satyriden).
2. Lethites (n. g.) Reynesii (Scudd.). Der Rest
stammt aus denselben Schichten wie der vorhergehende
und zeigt den Schmetterling mit zusammengeklappten,
etwas defekten Flügeln.
3. Eugonia atava (Charp.). Von diesem ist der vor-
dere Theil eines Vorderflügels erhalten; gefunden wurde
derselbe im Miocaen von Radoboj in Kroatien.
4. Mylothrites (n. g.) Pluto (Heer^, ebendaher; der
Schmetterling ist mit ausgebreiteten Flügeln erhalten ; Kopf,
ein Theil des Hinterleibes und Hinterflügel fehlen.
5. Coliates (n. g.) Proserpina Scudd. Ein ziemlich
wohl erhaltener Oberflügel aus den Tertiärschichten von Aix.
6. Pontia Freyeri (Heer), von Heer schon als Pieride
erkannt und einer neu gegründeten Gattung Pierites zuge-
schrieben. Scudder zeigt, dass das Geäder unzweifelhaft
darthue, dass der Rest einer Pontia angehöre; er stammt
von Radoboj.
7. Thaites Ruminiana Heer von Aix.
8. Thanatites vetula (v. Heyd.), aus den Braunkohlen-
ablagerungen bei Rott, von Hey den ursprünglich einer
auf d&m Gebieteder Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 295
Vanessa zugeschrieben, nach Scudder aber unzweifelhaft
zu den Hesperiden gehörig. Der Kest zeigt den Schmetter-
ling ziemlich vollständig mit zusammengeklappten Flügeln.
9. Pamphilites (n. g.) abdita Scudd., ein Oberflügel
von Aix.
Irrthümlich als Schmetterlingsreste sind nach Scudder
folgende angesehen: Cyllonium Boisduvalianum Westw.
und Hewitsonianum Westw. beide aus den Purbeckschichten
Englands und Palaeontina oolitica Butl. aus den Kohlen-
schichten Englands, nach Scudder einer Cicade zugehörig.
Auf den sehr zweifelhaften Rest eines Insektenflügels,
in den Kohlenschichten von Mons stellt de Borre die
Gattung Breyeria (Art horinensis) auf. C. R. Soc. Ent.
Belg. XVIII, p. LVI ff. Das Geäder zeigt einige Aehn-
lichkeit mit dem von Attacus aurota, und die Gattung
wird daher zu den Saturniden gestellt. (Der photographi-
sche Abdruck erweckt, wie auch Plateau aussprach, den
Gedanken an den Unterfittgel eines Käfers. Ref.) Dieselbe
Frage wird noch ebenda XIX. p. II, III, XII, XXIII,
LIII besprochen; vgl. auch oben 1876, p. 253 (285).
Daudet fand in den Ablagerungen von Aix eine Raupe,
die er Satyrites incertus nennt. Revue et Magasin de
Zoologie. 1876. p. 414.
Ueber das Oeligwerden der Schmetterlinge bringt C.
A. Teich nur bekannte Thatsachen vor und äussert eine
sonderbare Vermuthung über den Einfluss der ,, öligen
Flüssigkeit'^ (?) bei frisch ausgeschlüpften Schmetterlingen
auf die Konsistenz der Flügel. Corrbl. Natur f. Verein
Riga. XXXI. p. 130 ff.
G. L. Wittmack beschreibt sein Verfahren, Raupen
für Sammlungen zu präpariren; Abb. Vereins naturw.
Unterh. Hamburg I. p. 75 ff.
G. Dimmock empfiehlt Chlorkalk zum Entfärben der
Schuppen von Schmetterlingsflügeln, wenn man das Ge-
äder der letzteren studieren will. (AMethodofBleacking
Wings of Lepidoptera to facilitate the study of
their Venation. Proc. Amer. Assoc. for Advanc. of
Science. XXIV. (1875.) p. 228 f.
H. Backhaus beschreibt in der Stett. Ent. Zeit,
296 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
XXXVII. p. 192 ff. einen Apparat, der sich nach seinen
Erfahrungen am besten zur Ueberwinterung von Schmet-
terlingspuppen eignet.
Macrolepidoptera.
Von F. J. M. Heylaerts fils. Les Macrolepido-
pteres de Breda et /de ses Environs sind Liste sup-
plementaire Nr. 4, 5 (script. 6 !) erschienen. Tijdschr.
voor Entomol. 18. p. 79 ff., 19. Verslag. CXIV. Durch
Auffindung von Heterogenea Asella Schiff^ Phasiane petra-
ria Hb., Cidaria comitata L., Agrotis interjecta Hb., Ha-
dena adusta Esp., Taeniocampa opima Hb., Zonosoma pu-
pillaria Hb. steigt die Zahl der aus dortiger Gegend be-
kannten Arten auf 592.
S. H. Scudder giebt eine Beschreibung des äusseren Baues
von Eumaeus Atala Hb. (Eumenia Toxea God.) und deren von
den Blättern der Zamia integrifolia lebenden Raupe. Mem.
Bost. Soc. Nat. Eist. Vol. IL Pt. IV. Nr. Hl. p. 413 ff. PI. XIV.
Die systematische Stellung dieses Schmetterlings ist von verschie-
denen Autoren sehr verschieden beurtheilt; mit den Satyriden
hat er indess keine Verwandtschaft, wie Hübner meinte. Nach
Scudder müssten die Erycinidae (Vestales) mit den Lycaenidae
(Ephori) in die Familie der Rurales vereinigt werden ; (die beiden
Ünterfamilien zeigen am meisten unterschiede vielleicht in den Lar-
venständen;) die Eumaeidae würden dann beide Tribus mit einander
verbinden.
Eine neue Lepidopterengattung, Colletria (Antennae squamis
incrassatae, subdepressae, triente terminali attenuato. infra subsinato,
ciliato; frons laevigäta; ocelli nulli; abdomen ^ utrinque penicillo
pilorum duplici i^raeditum, fasciculus ^ analis bilobus crispus . . .)
für C. pyrrhociocis F. & Rgh. Bei den (/' dieses Schmetterlinges
befindet sich an der nach unten gebogenen Oberseite des H.-Flügels
dicht am Rande, etwas oberhalb des Anal winkeis, ein kleiner gelber
glänzender Fleck, Sobald bei frischen Exemplaren die Flecke beider
Flügel sich berühren, so haften sie sogleich aneinander. W. Nolken,
Hör. Soc. Ent. Rossic. XH. p. 76 ff.
Papilionidae. Im (vermeintlichen) Widerspruch zu Bur-
nie ister behauptet Hagen, die eigen thümlichen Genitalanhänge der
$ der Euryades seien derselben Natur und hätten dieselbe Bedeu-
tung wie bei Parnassius (Begattungszeichen). Ein altes $ zeigte
diese Tasche, ein junges, aber ganz unverletztes, besass den Appa-
rat nicht. Der einzige Unterschied von Parnassius besteht darin,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 187G. 297
dass bei Euryades dis Tasche in zwei grosse Lappen getheilt ist.
C. R. Soc. Ent. Belg. XVm. p. LV f.
(Dasselbe hatte ja auch Burmeister in der Stett. Ent.
Zeit. 1874. p. 427 behauptet. Diese Mittheilung Burmeisters
seheint Hagen nicht zu Gesicht gekommen zu sein, und der Wi-
derspruch Hagen's sich demnach gegen Burmeisters früher (St.
E. Z. 1870. p. 415 ff.) gemachte Angaben zu richten. Ref.)
H. Strecker beschreibt das bis dahin unbekannt gebliebene
$ von Papilio Indra Reakirt; Proc. Acad. Nat. Sciences of
Philadelphia. 1876. Part. II. p. 150.
Neue Papilioarten sind: P. tragicus (Zambesi), auriger (Ga-
boon), rhodifer (Andaman Isis.); A. G. Butler, Entom. Monthl.
Magaz. XIII. p. 56 f. ; P. a&5<rMsi«s (Mare) ; Derselbe, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1875. p. 618; P. indicatus (Port Moresby); Derselbe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 248; P. Maagoura
(Madagascar) ; W. C. Hewitson, Entomol. Monthl. Magaz. XI.
p. 226; P. Xynias (Bolivien), Derselbe, ebenda XII. p. 153; P.
Oharicles (Andaman Isis.), Antonio (Philippinen), himacidatus (Ecua-
dor) derselbe, Exotic Butterflies V. Papilio, pl. XIV, Fig.
45—47; Papilio Guaco (Chiriqui); Stau dinge r. Verh. Zool. Bot.
Gesellsch. Wien. XXV. p. 91; P. Egipius (Queensland); Miskin,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1876. p. 451.
Eurycus Troilus (Port Moresby); A. G. Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist (4. ser.) XVIII. p. 247.
Pieridae. A. G. Butler giebt eine Revision der zahlreichen
Arten der Gattung Teracolus, die er nach der Färbung der Flügel
in Gruppen bringt; Proc. Zool. Soc. London. 1876. p. 126 ff.
Als neue Arten werden beschrieben und abgebildet: T. Buxtoni ^
2 (Natal) p. 130, rosaceus </ (Akote) Taf. VII, Fig. 6, p. 134,
oriens ^ ^ (Kalka, Himal.) Fig. 7, solaris J' (N. W. Indien), ve-
stalis r^ ^(Punjab) Fig. 10, p. 135, puellaris ^ ^ (Punjab), ochrei-
pennis ^ $ (Punjab) p. 136, protractus </ $ (Punjab), modestus
^ $ (Ceylon) p. 137, carnifer ^ (Punjab) Fig. 8, 9, p. 138, sub-
fuiüosus ^ $ (Natal) Fig. 3, p. 139, Lycoris ^^ $ (Natal) Taf. VI, Fig. 6,
Flaminia ^ $ (Natal) Fig. 1, p. 140, Lyaeus ^ $ (Natal) Fig. 2,
p. 141, Friga d^ $ (! Natal) Fig. 5, galathinus ^ $ (Natal) p. 142,
Lucullus </ 2. (Ambritz, Loanda) Fig. 4, gelasinus ^ (Quanza, Am-
britz) p. 143, Glycera ^ (Afrika?) p. 144, Lais (Orange FL), Haly-
attes (! Natal) Fig. 8, p. 145, Ithonus r^ $ (Natal) Fig. 7, Harmo-
nides ^ $ (Natal) p. 146, Hippocrene J" $ (Natal), ignifer ^ $
(S. Afrika) p. 147, siraplex J' (D'ürban) p. 148, (Helle ^ ^ (Weiss.
Nil), Hyperides ^ ^ (Natal) p. 149), Trimeni ^ $ (S. Afrika) Hero
^ $ (S. Afrika) p. 150, omphaloides ^ $ (S. Afrika) p. 151, suf-
fusus $ (Ambritz) Fig. 10, hybridus ^ $ (Plattenberg Bay, Natal),
298 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
p. 152, pseudocale ^ $ (S. Afrika) Fig. 9, angolensis ^ ^ (Angola)
p. 154, Pseudacaste ^ $ (W. Nil) Fig. 11, p. 156, Walleugrenii $
(Natal), dulcis ^ $ (Kattywur) Taf. VII, Fig. 13, dirus ^ (Scinde)
Fig. 11, p. 157, eboreoides ^ $ (Indien) Fig. 12, sanguinalis (Ceylon)
p. 158, pernotatus ^ $ (Punjab) Fig. 1, farrinus ^ $ (Indien) Fig.
2, p. 159, purus ^ <^ (Punjab) Fig. 14, 15, p. 160, limbatus ^
(Ceylon), Casimirus (Cashmir) Fig. 5, p. 161, citreus J* $ (Hör Ta-
manib) p. 162, Xanthevarne ^T (W. Nil), syrtinus ^ (Senegal) p.
163, Pseudevanthe ^ "^ (Indien) Fig. 16, p. 164.
T. cinerescens ^ $ (Natal); derselbe, Cist. Entomol. I.
p. 172, Nr. 53. Durch diese neue Arten ist die Zahl der in dieser
Gattung enthaltenen auf 129 gestiegen.
T. abyssinicus, gaudens, microcale, phaenius (Abyssien); der-
selbe, Ann. a. Mag. Na t. Eist. (4. ser.) XVIII. p. 486—488.
Terias bisinuata, regularis (Abyssinien); derselbe, ebenda p.
485 f.; T. butyrosa (Aru Isis.), solifera (Ambritz), diodina (Venezuela),
derselbe, ebenda XV. p. 396; T. sulphurata (Mare), variata (Erro-
niango), Ilebridina (Tanua) Taf. LXVU, Fig. 8, inanata (Mota Isla.,
Erromango), pumilaris (Tanna, Vate), Fig. 7; derselbe, Proc. Zool.
Soc. London, 1875, p. 617.
On an Immense Flight of Small Butterflies (Terias lisa) in
the Bermudas, von J. M. Jones; s. Psyche, Vol. I. p. 121 ff. unge-
heure Schaaren dieses kleinen Weisslings zeigten sich am 1. Oktober
1874 auf diesen 600 Meilen von der nächsten Festlandküste ent-
fernten Inseln, auf denen die Art nicht einheimisch zu sein scheint.
Dieser Schwärm (der zweite, der hier beobachtet wurde,) kam von
Nordwesten her über die Insel und wurde zuerst für eine Wolke
gehalten. Jones nimmt au, dass heftige Stürme in den oberen
Luftschichten diese Schmetterlinge verschlagen hätten.
Eurema (Terias) vetiustula (Chiriqui) ; Staudinger, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXV. p. 93.
S. H. Scudder fügt in den Proceed. Boston Soc. Natur.
Bist. XVII. p. 206 den 3 von Butler als Nordaraerikaner aufge-
führten Arten der alten Gattung Callidryas zwei weitere hinzu (C.
(Metiera) Cypris Edw. und Philea Edw.) und beschreibt Aphrissa
Butleri (Tehuaatepec) p. 208.
G. Sem per verzeichnet die (10) philippinischen Arten der
Gattung Tachyris und beschreibt die neue Art T. Maria p. 415,
deren Q_ irrthümlicher Weise von Felder zu dessen Pieris Agave
gezogen worden war. Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 393 ff.
Die Raupe von Colias Palaeno L. scheint nur auf Vacci-
nium uliginosum zu lebeu. 53. Jahresber. Schles. Ges. vaterl.
Cultur p. 154 ff. (Assmann fand sie, was Naacke unbekannt
geblieben zu sein scheint, auf Hydrocotyle vulgaris. Ref.)
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 299
Colias Eriphyle (Br. Columbien); Edwards, Trans. Am.
Ent Soc. V. p. 202.
Daptonura florinda und var (?) monstrosa (Bugaba, Verag.);
A. G. Butler, in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p.
224 f.
Daptonoura Panamensis nebst varr. anceps (Chiriqui) und Clia-
gris (Panama) p. 94:, Chiricana (Chiriqui) p. 95; Staudinger, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXV.
Zegris Fausti (Krasnowodsk); Christoph, Hör. Soc. Ent.
Boss. XII. p. 231. Taf. V. Fig. 1, 2.
Leptalis Medorina (Bolivia), Hippotas (Ecuador); W. C. He-
witson, Ent. Monthl. Magaz. XII. p. 9 f.
Synchloe Adelina (Panama); Staudinger, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXV. p. 102.
Phaenogena semiflava (Trinidad); G. A. Butler, Ann. a.
Mag. Nat, Hist. (4. ser.) p. 396.
Catopsilia aleurona; Herpaenia lacteipennis (Abyssinien); der-
selbe, ebenda XVIII. p. 489.
Elodina andropis; Belenois latiUmbata (Port Moresby); der-
selbe, ebenda XVIII. p. 246.
Einen neuen Fall, wo Raupen von Pieris brassicae, nachdem
sie das eine Kohlfeld kahl gefressen, nach dem benachbarten, jen-
seits der trennenden Eisenbahn liegenden, auswanderten und dabei
durch die Räder zerquetscht, eine Verkehrsstörung herbeiführten,
bringen die Verh. Vereins naturw. Unterhaltung zu Hamburg 1871
bis 1874 (1875) p. 17 zur Kenntniss. Vgl. auch C. A. Dohrn in
der Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 108 ff.
Pieris Achamantis (Patagonien); Berg, Patagonische Lepi-
dopteren etc. p. 196.
Sem per berichtet über ein Eier legendes ^ von Anthocharis
Daplidice L., das mit grosser Vorsicht nur die auf gemähtem Korn-
felde stehenden Pflanzen von Siuapis arvensis auswählte, die grösseren,
auf benachbarten Buchweizen- und Kartoifeläckern stehenden
Pflanzen dagegen nicht mit Eiern belegte. Abh. Ver. naturw. Unterh.
Hamburg IL p. 236.
M. F. Wocke beschreibt einen Zwitter von Anthoch. Carda-
mines L., bei dem die Oberseite des rechten Vorderflügels die
Zeichnungdes $, die Unterseite die des ^ hat. Entom. Miscellen,
herausgegeben vom Verein f. Schi es. Insektenkunde (Breslau
1874) p. 42.
Styx (u. g., Palpen sehr kurz, Fühler etwas über Vs der
Vorderflügellänge, die 6 Beine entwickelt, aber ebenfalls sehr kurz. ..)
infernalis (Chanchamayo); Staudinger, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXV. p. 93.
300 Bertkau: Bericht über die wissenschaftliehen Leistungen
Nymphalidae. Rhinopalpa parva-, Cethosia imperialis, neue
Arten von Cap York. A. G. Butler, Ann. a. Mag, Nat. Hist.
(4. ser.) XVIII. p. 123, 124.
Messaras Turneri (Port Moresby); derselbe, ebenda. XVIII.
p. 214.
lieber die 3 P^ormen Argynnis Aphirape-Ossianus-Tri-
claris s. Corrbl. Naturf. -Vereins Riga XXXI. p. 188 fif.
Fr. Baron Huene giebt die Beschreibung von Argynnis
Frigga Thnbg., die in Ehstland auf Moorwiesen vorkommt. Stett.
Ent. Zeit. XXXVI. p. 188 f.
Argynnis improba (Winter Cove und Cambridge Bay im Ark-
tischen Amerika); A, G. B utler, . Eutom. Monthl. Magaz. XIII.
p. 206.
A. Carpenterii (Neu Mexiko) p. 204, Älcestis (Illinois, Jowa,
Colprado) p. 291; P^dwards, Transact. Amer. Entom.Soc. V.
Paphia Alberta Täf. XVII I. 6 (Peru); Druce, Proc. Zool.
Soc. London. 1876. p. 234.
Paphia Ada (Bugaba, Veragua, Bogota) p. 222, rutüans (Pu-
cartarabo, Peru); A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.)
XV. p. 223.
Eresia mimdina Taf. XVIII. 4 p. 221, nussia 5, Pearcei 3
(Peru); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1876. p. 222.
On stridulation in the genus Ageronia. By A. H.
Swinton, Entom. Monthl. Magaz. XIII. p. 207. Wie bei Va-
nessa; s. diese.
Perisama Goeringi (Merida, Venez.) H. Druce, Cist. Entom.
I. p. 358.
Catagramma Bugaha (Chiriqui); Staudinger, Verh. Zool.
Bot. Ges. V/ien XXV. p. 103.
A. H. Swinton erinnert daran, dass mehrere Arten der Gat-
tung Vanessa einen stridulierenden Laut ertönen lassen können; der-
selbe wird wahrscheinlich dadurch hervorgebracht, dass die auf der
Oberseite hervorragende Randader der Unterflügel ül»er die auf der
Unterseite stark hervorragende und geriefte lunenrandsrippe der
Oberflügel gerieben wird. Entom. Monthl. Magaz. XIII. p. 169 ff.
S. H. Scudder bespricht die geographische Verbreitung von
Vanessa Cardui und Atalanta und hält erstere Art für eine in
Amerika eingeborene. Proceed. Boston Society Natur. Hist.
Vol. XVIII. p. 201undtheilweise im Amer. Nat. X. 392 ff., G02 ff.
Diadema Perryi (Erromango, N. Hebrid.); Butler, Proc.
Zool. Soc. London. 1875. Taf. LXVIL Fig. 3. p. 613.
Tenaris Jamesi (Neu-Guinea) Taf. LXXVII. Fig. 4; Butler,
Proc. Zool. Soc. London. 1876. p. 767.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 301
Megalura Älcibiades (Chiriqui); Staudinger, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien, XXV. p. 104.
Junonia micromera (Abyssinien) ; A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 482.
Neptis latifasciata (Queensl.) p. 4, mortifacies (ibid.); Junonia
albicincta (Austral.) p. 5; Diadema constans (Tasmanien?) p. 6;
Butler, Trans. Ent. Soc. London. 1875.
Riley beschreibt und bildet ab die Raupe und Puppe der
auf Celtis (Hackberry der Amerikaner) lebenden Apatura Lycaon T.
und A. Herse F. Trans. Acad, of Science of St. Louis. Vol. III. p.
193 ff.. Die Eier der letzteren Art werden von einem Chalcidier
angestochen, der zu den Trichogrammiden gehört und augenschein-
lich mit Brachista sehr nahe verwandt ist.
Rhomaleosoma coprates (Angola); Druce in den Proc. Zool.
Soc. London. 1875. p. 411.
Adolias Satropaces (Moulmein); W. C. Hewitson, Entom.
Monthl. Magaz. XIH. p. 150.
Prepona Xenagoras (Bolivia) W. C. Hewitson, Entom.
Monthl. Magaz. XIL p. 153.
Atella cervina (Neu-Guinea), Taf. LXXVII, Fig. 5; Butler,
Proc. Zool. Soc. London. 1876. p. 767.
Ergolis Äctisanes (Gaboon, Cameroons); W. C. Hewitson,
Entom. Monthl. Magaz. XL p. 188.
Eurybia Patrona (Sa. Fe de Bogota); G. Weymer, in der
Stett. Ent. Zeit. XXXVL p. 368.
Harma Hecataea (Ashanti); W. C. Hewitson, Entom.
Monthl. Magaz. XIH. p. 277.
Doleschallia Herrichii, Montrouzieri (Neu-Hebriden) ; Butler
Proc. Zool. Soc. London. 1875. p. 612 f.
Adolias cenespolis (Borneo); W. C. Hewitson, Entom.
Monthl. Magaz. XL p. 183.
Protogonius aequatoriälis (Curary), Taf. V. 1, fiilvus (Pebas)
2, diffusus (Curary) 3, semifulvus (Villagomes Ecuad.) 4; A. G.
Butler, Proc. Zool. Soc. London 1875. p. 35 f.
Danaldae. Euploea torvina (Aneiteum, Neu-Hebriden); A. G.
Butler, Proc. Zool. Soc. London. 1875. p. 611; E. cZoZosa (Neu-
Guinea), derselbe ebenda 1876, p. 766. Taf. LXXVH. Fig. 1;
E, resarta, lugens (Port Moresby); derselbe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVHL p. 241.
Calliploea violetta (Port Moresby), derselbe ebenda p. 242;
C. niveata (Queensland) 1875. p. 2; C. Jamesi (Neu-Guinea) Taf.
LXXVH. Fig. 2, infantiUs (Neu-Guinea) Fig. 3; 1876. p. 766; der-
selbe in den Proc. Zool. Soc. London.
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. ü
302 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ituna älbescens; Mechanitis ovata, labotas (Costa Rica); Distant,
Proc. Ent. Soc. London. 1876. p. XI, XII.
M. ortygia ^ Taf, XVII. Fig. 5, ocona c^ (von Peru); Druce,
Proc. Zool. Soc. London. Ib76. p. 208.
Ceratinia Alexia $ Taf. XVII. Fig. 4, Baana $, tigrina $
Fig. 2 (Peru); derselbe ebenda, p. 207; C. JBoiicardi, Mylassa,
(Veragua), derselbe, Ent. Monthl. Magaz. XII. p. 126.
Napeogenes Pyrrha $ Taf. XVII. Fig. 1; (aus Peru); der-
selbe, in den Proc. Zool. Soc. London. 1876. p. 209, 211.
Danais Erippus auf Neu-Seeland; Trans, a. Proc. New-
Zeal-Inst. t. VI. p. 183.
D. Hebridisea, moderata, n. A. von den Neu-Hebriden ; A. G.
Butler in den Proc. Zool. Soc. London. 1875. p. 610,611. Taf.
LXXVn. Fig. 6.
Heliconiidae. Melinaea i?i?)&ei (Chiriqui) ; Staudinger, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p. 97.
Melinaea chincha ^ Taf. XVII 3 (Peru); Druce, Proc.
Zool. Soc. London. 1876. p. 211.
Eueides Lyhiöides (Chiriqui); Staudinger, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. XXV. p. 99.
Ithomia Pagasa (Veragua); H. Druce, Ent. Monthl. Mag.
XII. p. 126.
Heliconius Heivüsoni (Chiriqui); Staudinger, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. XXV. p. 98.
Heliconius Bartletti J" $ Taf. XVIII. 2 (Peru); Druce,
Proc. Zool. Soc. London. 1876. p. 219.
Heliconius clarescens (Bugaba, Verag.) p. 223, superioris (Ega,
Villa Nova), nubifer (Fonteboa; Mime von Mechanitis egaensis) p.
224; A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV.
Heliconia longarena (Neu- Granada), gynaesia (?); W. C. He-
witson, Ent. Monthl. Magaz. XI. p. 182.
G. Weymer beschreibt und bildet ab die neuen Arten Dir-
cenna lorica (Guyana) p. 370; Ithomia munda (Südamerika) p. 372,
Methonella (Brasilien) p. 373, pellucida (Trinidad, Brasilien) j). 374,
aquata (Brasilien) p. 375; Aeria Olena (Brasilien) p. 376; Ilymenitis
nepos (Neu-Granada) p. 377; Melinaea Bihhei (Panama) p. 379; He-
liconius satis (Brasilien) p. 380, robigus (Venezuela) p. 382; Stett.
Ent. Zeit. XXXVL
Acraeidae. Telchinia Buxtoni (Cap); A. G. Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 395.
Acraea lygus (Angola) ;Druce, Pr. Zool. Soc. Lond. 1875. p. 408.
A.nam-a(Merida, Venezuela); derselbe, Cist. Entom. Lp. 358.
Morphidae. Morpho rhetenor var. Cacica (Chanchamayo) p.
100, Candelariae (Rio Caudelaria) p. 101; Staudinger in Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXV.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 303
Morpho polybaptus (Costa Rica; auf der Oberseite dem M.
Montezuma sehr ähnlich); A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XV. p. 338.
Brassolidae. Opsiphanes Bogotanus (Bogota); W. L. Distant,
Entom. Monthl. Magaz. XI. p. 203.
Satyridae. Pararge Maera var. Sicula (Sicilien, dort die
Stammart vertretend); v. Kalchberg, Stett. Ent. Zeit. XXXVII.
p. 138.
Pararge Nasshreddini (Schahrud) p. 240. Taf. V. Fig. 13 und
14; Epinephele capella (Schahkuh) p. 241. Fig. 15 und 16; Christoph,
Hör. Soc. Ent. Ross. XIT.
Euptychia Butleri (Costa Rica); Distant, Proc. Ent. Soc.
London. 1876. p. XII.
E. Heushaiüi (Arizona); Edwards, Tran s. Arne r. Ent. Soc.
V. p. 205.
Euptychia moUis p. 105, macrophthdlma p. 106 (Chiriqui);
Staudinger a. a. 0.
Erebia Turanica (Turkestan); Erschoff, Diagnosen etc. in den
Hör. Soc. Ent. Ross. XH. p. 336.
E. menüa (Neu-Seeland); W. C. Hewitson, Entom. Monthl.
Magaz. XII. p 10.
Oxeoschistos Thammi, leucopüos (Peru); Staudinger a. a. 0.
p. 107 f.
Lambrichs macht eine neue Varietät von Satyrus Semele
bekannt, die er wegen der fehlenden Augen auf den Plügeln var.
anopenopterus nennt; Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. XVIII. p. XXII.
Satyrus Statilinus Hf. bei Brunn; Sitzber. naturf.
Vereins in Brunn. XIII. p. 33.
lieber die Raupe des fossilen Satyrites incertus Daudet s.
oben p. 295 (327).
Ueber die geographische Verbreitung von Oeneis semidea
vgl. Grote, oben 1876 p. 317 (109) und im Amer. Naturalist
X. p. 129 ff.
Pedaliodes Zoippus Tsif. XYIU. 1 (Peru); Druce, Proc. Zool.
Soc. London. 1876. p. 214.
Mycalesis miitata, lugens (Neu-Hebr.) ; Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1875. p. 612.
Mycalesis flagrcms (Port Moresby); A. G. Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIH. p. 243.
Mycalesis desölata, pavonis; Yphthima simplicia neue Arten
von Abyssinien; derselbe ebenda XVIII. p. 480 f.
Zo^\io'<d^%2i dirphia (Darjeeling); H. Druce, Ci st. Ent. I. p. 257.
Zophoessa Atkinsonia (Darjeeling); W. C. Hewitson, Ent.
Monthl. Magaz. XIH. p. 151.
Pseudonympha neita (Transvaal), grösser als die sonst ähn-
liche Ps. narycia, Wallengren, Ins. Transvaal, p. 84.
304 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Daedalma Whitelyi Taf. XVII. 6, 7 (Peru); Druce, Proc.
Zool. Soc. London. 1876. p. 215.
Debis Serhonis (Darjeeling); W. C. Hewitson, Entom.
Monthl. Magaz. XIIL p. 151.
Xenica Kershaivi (Victoria) p. 452; Epinephele Baivnsleyi (Bris-
bane); Heteronymia Digglesi (Brisbane) p. 454; Miskin, Trans.
Ent. Soc. London. 1876.
Antirrhaea tomasia (Bugaba, Veragua); A. G. Butler, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 222.
Hypocysta undulata (Champion Bay) p. 2, metirius (Austra-
lien), pseudirius (Sydney, Moreton B.) p. 3, epirius (Moreton Bay)
p. 4; A. G. Butler, Trans. Ent. Soc. London. 1875.
S. H. Scudder bildet in seiner List of the Butterflies
etc. „Nymphales" (s. o.) p. 241 Cercyonis n. g. für Pap. alope
F. und p. 242 Satyr ödes n. g. für Pap. Eurydice L.
Eurytelidae. Melanitis Masoura (Madagascar); W. C. Hewit-
son, Entom. Monthl. Magaz. XL p. 227; M. Beza (Mindanao),
derselbe ebenda XIII. p. 179.
Libytheldae. Charis Ins (Chiriqui); Staudinger, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p. HO.
Amblypodia Japonica (Japan); R. P. Murray, Entom.
Monthl. Magaz. XL p. 170.
Crudaria (n. g. . . . palpi elongati, capite multo longiores,
.... oculi nudi, .... angulus analis alarum posticarum haud
productus ; costae fere ut in Zerythi, sed costa al. ant. septima bira-
mosa vel triramosa, et costa secunda al-post. recta, für C. (Ambly-
podia olim) leroma. Wallengren, Ins. Transv. p. 86.
Erycinidae. W. C. Hewitson bildet auf verschiedenen Tafeln
seiner Exot. Butte rfl. V. Erycinidae früher von ihm beschriebene
Arten ab und folgende neue: Necyria zaneta (Quito) Fig. 1; Panara.
soanol (Brasilien) Fig. 2, sicora (Esp. -Santo) Fig. 3, 4; Anteros cupris
(Venezuela) Fig. 5; Esthemopsis carnutes (Neu-Granada) Fig. 6;
Calydna cephissa (St. Paulo) 7, 8, catiena (Brasilien) 9 ; Charis clu-
sia (Bolivien) 10; Limnas opites (Brasilien) 16; Baeotis harissus,
Barce (Mexiko); Lemonias laobotas (Panama), lencates (?) Fig. 11.
H. Druce zählt in der Cist. Entom. I 5 Lyropteryxarten
auf und beschreibt L. clades (Guatemala) p. 359; Anteros micon
(Calobre) p. 360.
Eurybia persona (Chiriqui); Staudinger a. a. 0. p. 109.
Stiboges (n. g.; verwandt mit Abisara, vom Ansehen eines
Nymphidium) nympMdia (Pinang); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1876. p. 309. Taf. XXIL 1.
Dodona Deodata (Moulmein); W. C. Hewitson, Entom.
Monthl. Magaz. XIIL p. 151.
Esthemopsis strigosus (Chiriqui); Stau ding er a. a. 0. p. 110.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 305
C. Bar unterzieht die Palindidae von französisch Guyana
einer Revision. Ann. Soc. Ent. France. 1875. p. 289 ff., 1876. p. 5 ff., 245 ff.,
433 ff., 1875, mit 8 Tafeln colorirter Abbildungen. Beschrieben und
abgebildet werden Calydia BourgauUi p. 292, PI. 5, 1. osseata p.
293, PI. 5, 2; Palindia Stella (= Corinna Guenee nee Cram.) p. 297,
PI. 5, 4; Emilia p. 299, PI. 5, 5, formosa p. 300, Fig. 6, Lucia
Fig. 7, Sabina p. 301, Fig. 8, (1876), aglaura p. 7, PI. 1, Fig. 10,
11, Candida p. 8, Fig. 12, ornata p. 11, Fig. 15, albula p. 12, Fig.
16, piilchella p. 245, PL 5, Fig. 17, viridissima p. 248, Fig. 21,
Chloris Fig. 22, Atalanta Fig. 23, reticulata Fig. 24, p. 249, micra
p. 433, PL 7, Fig. 25, magdalensis p. 434, Fig. 26; Dyomix Egista
p. 439, Fig. 28, egistoides p. 440, Fig. 29, Janus p. 441, Fig. 30,
Guenei p. 442, Fig. 31.
Lycaenidae. Myrina Genuba (Cameroons, W.-Afr,); W. C. He-
witson, Entom. Monthl. Magaz. XII. p. 106.
Myrina Symira (Darjeeling); derselbe, ebenda XIII. p. 152.
Chrysophanus JVais(Californien); Edwards, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 291.
Chrysophanus Enysii (Neu-Seeland); A. G. Butler, Entora.
MonthL Magaz. XIII. p. 153.
Jolaus Cytaeis (Fernando Po); W. C. Hewitson, Entomol.
MonthL Magaz. XI. p. 182.
Miletus hamada (Yokohama), docus (Madagascar) ; Thecla dama
(Calobre); H. Druce, Cist. EntomoL I. p. 361. 362.
Deudorix Dariaves (Delagoa Bay, Zanzib.); W. C. Hewitson,
Entom. Monthl. Magaz, XIEI. p. 205.
Hypochrysops delicia (Australien), Bubases (Malacca); Aph-
naeus Vixinga (Borneo); W. C. Hewitson, Entom. Monthl.
Magaz. XII. p. 38 f.
Hypochrysops Epicurus (Brisbane) p. 454; Jalmenus Eubulus
(Rockhampton) p. 457; Miskin, Trans. Ent. Soc. London. 1876.
Scolitantides excellens (Tanna, Neu-Hebr.); Butler, Proc.
Zool. Soc. London. 1875. Taf. LXVIL Fig. 1. 2. p. 616.
Holochila intensa ; Dauis nemophila (Port Moresby) ; A. G.
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII p. 245.
Spängberg beschreibt Cupido fylgia (Ober-Torneä) und
giebt Notizen über die ebenfalls nordischen C. Alexis (Scop.) und
Chiron (Rott.). Stett. Ent. Zeit. XXXVIL p. 91 ff. (Nach Stau-
dinger Aberration von C. Chiron Hufn.; ebenda p. 235.)
Satsuma (n. g. für Lycaena ferrea Butler); Dipsus Japonica,
orientalis (3 {ii^2in)\ R. P. Murray, Ent. Monthl. Mag. XI. p. 168 f.
Jolaus Trimeni\ Aphnaeus cliaTca (A. masilikatzi Wall, valde
affinis, sed alis omnibus infra albescente flavidis maculis baseos
nigris, aureo-repletis ....); Wallengren, Insecta Transvaa-
liensia p. 86 ff.
306 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lycaena koa Taf. XVIII. 7 (Pozuzu); Druce, Proc. Zool.
Soc. London. 1876. p. 239.
Lycaena Alcedo (Schahkuh) p. 233, Taf. V 3 und 4, Cytis
(ibid.) p. 234, Fig. 5 und 6, Myrmecias (Krasnowodsk) Fig. 7, Aedon
(Schahkuh) p. 236, Fig. 8, Dämon var. Phyllis (Schahknh) p. 237,
Fig. 9 und 10, var. Posthumus (Schahkuh) p. 238, Fig. 11, Änthra-
Qias (Krasnowodsk) p. 239, Fig. 12; Christoph, Hör. Soc. Ent.
Ross, xn.
Lycaena gnoma p. 169, PI. 7. Fig. 1, Lysizone p. 161, Fig.
2 und 2a, pygmaea p. 163 Fig. 3, neue Arten von Java; P. C. T.
Snellen, Tijdschr. voor Entomol. 19.
Lycaena caduca (Erromango, Neu-Hebr.); Butler, Proc.
Zool. Soc. London. 1875. p. 616.
Ein Zwitter von Lycaena Alexis; Bull. Soc. Entom.
France. 1875. p. XIV.
W. Bück 1er giebt eine ausführliche Naturgeschichte der Ly-
caena Argiolus; Entom. Monthl. Magaz. XIIL p. 29 flf.
Rogenhofer beschreibt Raupe und Puppe von Lycaena
orbitulus Prun. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXV. p. 797.
Die Raupe von Lycaena Argiolus scheint ausschliesslich
in den Hülsen von Leguminosen (beobachtet in denen von Astra-
golus glycyphyllos) zu leben. Zeitschr. Entom. Breslau. Neue
Folge. 5. Heft. p. 41.
Lampides armillata (Vate), deplorans (Mare) p. 614, carissima
(Erromango) Taf. LXXVII. Fig. 4, 5, evanescens (Erromango) p.
615; n. A. von den Neu-Hebriden; A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1875.
L. Goodenovii $ (Espiritu-Santo, Neu-Hebriden) derselbe,
ebenda, 1876. p. 252.
L. sigillata, cyclopteris p. 483; Lycaenesthes princeps] Casta-
lius resplendeus p. 484, cretosus p. 485; neue Arten von Abyssinien ;
derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII.
Hesperiidae. P. Mabille. Sur la ClassificationdesHespe-
riens avec la description de plusieurs especes nouvelles.
Ann. Soc. Ent. France. Die europäischen Gattungen werden in
folgende Reihenfolge gebracht: Sclerothrix, Spilothyrus, Erinnys,
Battus, (Pamphila), Thymelicus, Cyclopides, Carterocephalus. Als neu
werden beschrieben: Ismene spleyidida (Philippinen) p. 264, quadri-
punctata (Moluccen) p. 265; Hesperia neglecta (Manilla) p. 268; Ta-
giades insularis {= T, Ophion Boisd. nee Drury, Madagascar) p.
272, ohscuriis (Malayischer Archip.) p. 274; Ismene Phul (Philippi-
nen), mixta (Manilla), Lorquhii (ibid.), Boisduvalii (Celebes). Sargon
(ibid.), Belesis (Java), Assur] (Celebes) ; Pamphila Floridae (Florida),
ebenda. Bull. p. IX, X, XI; Ismene Klwda (= I. vittae Butl. ?),
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 307
moestissima (Celebes), perplexa (Mohiccen), simplicissima (ibid.) p.
XXV; Tagiades fumatus (Philippinen), fuligo (Java), pulligo (ibid.);
Pamphila qiiaternata (Senegambien), musca (Philippinen) p. XXVI;
Sclerothrix (Pyrgus) alhistriga (Ostasien) p. XXVII; Pterygospidea
Tibetana (Tibet), Davidii (ibid.), p, LIV, Latreilliana (Brasil.); Pam-
phila caeriilescens (Tibet), catocyanea (ibid.) p. LV, Boiiddlia, ner-
vulata (ibid.); Cyclopides Dalai-Lama (ibid.) p. LVI; Pterj'gospidea
Moori (Tibet), p. CLII; Hesperilla Lucasii, Blanchardi p. CLIII;
Thyraele Hydarnes (Brasilien) p. CXCVII; Erycides grandimacula
(ibid.); Pamphila Bama (Himalaya) p. CXCV III; Hesperilla luteisqiiama
(ibid.), Porus (ibid.) p. CXCIX; Leucochitonea scintiUans (Guyana);
Achlyodes argyrospila (Para) p. CG, Cyclops (Columbien); Aniso-
choria (u, g.) polysticta (Columbien), oligosticta (ibid.) p. CGI.
Derselbe beschreibt Thymele albimargo (Panama); Sclero-
thrix Carthami (Schweiz), trisignatus (Valparaiso), Zona (Pecking);
Cyclopides Hotva (Madagascar) ; Bull. Soc. Ent. France. 1875. p.
CCXIII £f.
W. C. Hewitson, Description of twenty new Species,
of Hesperidae in Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII, be-
schreibt folgende neue Arten: Ismene Taranis (Zanzibar, J. Pansa
nahe stehend) p. 347; Eudamas Astrapaeus (Villa Nova, Chancha-
mayo), NicepJiorus (Amazon), Phraxanor (Neu-Granada, Chiriqui) p.
348, Mephitis (Chiriqui), ridens (ibid.) p. 349, aegiochus (ibid.),
oenander (Parä), meretrix (Ecuador) p. 350, Gephisus (Chiriqui), Leb-
baeus (ibid.) p. 351, Thaddaeus (Neu-Guinea), Hymenaeus (Aru),
Migonitis (Mysol) p. 352, Aenesiiis (Dorey), Calathus (Sumatra)^
praestes (Cayenne) p. 353, litanicus (Amazon), laogonus (Brasilien),
Marpessus (ibid.) p. 354.
Weitere Arten desselben Autors sind ebenda: Hesperia Cy-
linda (Angola) p, 449, Ligora (ibid.), Cyrina (Darjeeling), Maracanda
(Angola) p. 450, Sybirita (! Singapore), Dacela (Fernando Po) p.
451, Dasia (?), Schaedia (Sumatra), Crataea (Bahia), Decinea (Brasi-
lien) p. 452, Lacida (Gaboon), Soritia (ibid.), Dacera (ibid.) p. 453,
Sicania (Brasil.), Cydia (ibid.), Corduba (Gaboon), Dimassa (Brasil.)
p. 454, Corissa (Borneo), Mammaea (Brasil.), Papaeä (Espiritu Santo)
p. 455, Lamponia (Brasil.), Locutia (ibid.), Cynea (Venezuela) p. 456,
Cormasa (Borneo), Malthina (Malabar) p. 457.
Riley handelt in ausführlicher Weise von Megathymus Yuc-
cae, deren Rau^je in den unterirdischen Stamratheilen der Yucca
minierend lebt. Bei Besprechung der systematischen Verwandtschaft
neigt sich Riley der Ansicht zu, dass der vorliegende Schmetter-
ling ein üeberbleibsel einer Gruppe sei, aus der sich nach der einen
Seite die Hesperiiden, nach der anderen die Castniiden ent-
wickelt hätten; doch hält er dafür, dass er eine abweichende Form
308 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
der Hesperiiden sei und daher zu diesen und nicht zu den
Castniiden gestellt werden müsse. Trans. Acad. of Science of
St. Louis. Vol. m. Nr. 3. p. 323 ff.
Aegiale Cofagui (Georgia); H. Strecker, in den Proc.
Acad. Natural Sciences of Philadelphia PI. 11. 1876. p.
148 ff.
M. H. Burmeister giebt eine detaillirte Beschreibung und
Abbildung der Raupen (und Puppen) von Goniuris Tmolis, Exa-
deus; Phlebodes clericalis; Achlyodes Sebaldus; Thra-
cides Ethlius und versucht deren Verschiedenheiten im Dienste
der Klassifikation zu verwenden. Rev. et Mag. de Zool. 1875.
p. 50 ff. Taf. L
Erycides gaudialis (Chiriqui) p. 250. tenehricosa (Chanchamayo),
teutas (St. Paulo, Amaz.); Pyrrhopyga Agenoria (Chanchamayo) p.
251; W. C. Hewitson, Entom. Monthl. Magaz. XIL
Erycides orasus (Cosnipata), Taf. XVIIL 9; Carystus simulius
(Cosnipata), Fig. 8, n. A. aus Peru; Druce, Proc. Zool. Soc.
London. 1876. p. 248.
Thanaos Älpheus (New-Mexico) ; Hesperia comus (Texas) p.
206, Nereus (Apache), Zampä (ibid.) p. 207, Deva p. 292; Edwards,
Trans. Am. Ent. Soc V.
H. cephdla, cerata (Darjeeling); W. C. Hewitson, Entom.
Monthl. Magaz. XIII. p, 152.
Raupe und Puppe von Hesperia Sao Hüb.; Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. XXV. p. 797.
Telegonus Chiriquensis, Henricus (Chiriqui); Staudinger a.
a. 0. p. 111 f.
Daimio (n. g. ; Antennae costae medium superantes, gracillimae;
clava fusiformi, hamata; palpi sat breves, squamosi, articulo ultimo
distincto; für Pyrgus Tethys Men.); Pamphila vitrea, varia, pellu-
cida (Japan); R. P. Murray, Entom. Monthl. Magaz. XI.
p. 171 f.
P. flava (Japan); derselbe, ebenda XU. p. 4.
Pamphila brunnea p. 164, PI. 7, Fig. 4; Thymelicus nigrölim-
hatus p. 165, Fig. 5; Arten von Java; P. C. T. Snellen, Tijdschr.
voor Entomol. 19.
Telegonus lacyäus Taf. XVIH. 10 (Ucayali); Druce, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1876. p. 247.
Pyrrhopyge cossea (Columbien), cosyra (Bugaba, Veragua);
Erycides romula (Columbien); Druce, Cist. Ent. I. p. 362, 363.
W. C. Hewitson giebt in seinen Exot. Butterfl. V. die
Abbildungen folgender neuer Arten : Pyrrhopyge periphana (Bolivien)
Fig. 36, rhacia (Minas Geraes) Fig. 37, Erycides Oriades (Peru)
Fig. 32, 35; Leucochiionea latrea (Nicaragua) Fig. 14, Locutia (Pa-
nama) Fig. 19, 20, lucetia (Angola) Fig. 21.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 309
Ismene liheon ; Pyrgus colates ; Tagiades Hereiis, neue Arten von
Angola; H. Druce in den Proc. Zool. Societ. London. 1875,
p. 416 f.
Pyrrhopyge Aesculapus (!) p. 112, insana p. 113, Cyclops;
Pythonides Amaryllis p. 114; Achlyodes Osyris (!) (an gen. Helias?),
Änacreon p. 115; RQUas Äscalaphiis, (Ascalon?, mirocapiUa'?) p. 116,
Bihbei -p. 117; neue Arten von Chiriqui; Staudinger in den
Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien. XXV.
Sphingidae. J. A. Boisduval. Histoire Naturelle des
Insectes. Species General des Lepidopteres. Tome Pre-
mier. Sphingides, Sesiides, Castnides. Paris. 1874. 8vo.
pp. 568. pls. 11. („Suites ä Buffon".) Hat mir nicht zu Gebote ge-
standen.
H. B. Möschler bespricht A. R. Grote's Catalogue of
the Sphingidae of North- America. Stett. Ent. Zeit. XXXVI.
p. 102 fif.
Butler beschreibt in den Proc. Zool. Soc. London 1875
folgende neue Sphingiden: (Macroglossidae) Sataspes uniformis
(Silhet), centralis (Hongkong, Silhet) p.- 3, scylocoparis (Shanghai) p.
239; Macroglossa fervens (Canara), proxima (Canara, Ceylon) p. 4,
obsGura (Java), trocliüoulcs (Sierra Leone) p. 5, affictitia (Canara),
vialis (Canara) p. 240, glaucoptera (Ceylon), nigrifasciata (Ceylon),
luteata (Silhet) p. 241, Interrupt a (Darjeeling), pyrrliosticta (Shang-
hai), insipida (Ceylon) p. 242, catapyrrha (Indien, Ceylon), hemi-
chroma (Silhet), Imperator (Ceylon) p. 243 ; Hemaris mandarina
(Shanghai); Bhopalopsyclie (n, g., Macroglossa verwandt, aber die
Fühler wie bei Hesperiiden deutlich keulenförmig, Flügel kürzer,
Endglied der Taster mehr hervorragend) hifasciata (Süd-Indien)
p. 239; Lophura Masuriensis (Masuri, Himal.), pusilla (Silhet) p.
244; Calliomma lutescens (Haiti) p. 5, (Chaerocampinae) Pannera
perfecta (Darjeeling) p. 391, metdllica (Nord-Indien) p. 6, Ella (Sil-
het) p. 246, regularis (Java) p. 247 ; Daphnis pallescens (Queensland)
p. 6; Pergesa aurifera (Sikkim) p. 7, aegrota (Silhet), gloriosa (Dar-
jeeling) p. 246; Chaerocampa macromera (Silhet) p. 7, gracüis
(Congo, Sierra Leone), elegans (Java, Silhet), argentata (Moreton
Bay) p. 8, virescens (Bogota), docilis (Ecuador), Haitensis (Haiti), p.
9, ignea Moreton Bay) p. 10, Leioisii (Japan), fraterna (Simla, N.-Ind.)
p. 247, miräbilis (Himalaya), Bosina (Masuri), punctivenata (Masuri)
p. 248, histrigata (Java), gonograpta (Bombay), minor (Masuri), major
(Darjeeling) p. 249; (Ambulycinae) Ambulyx liturata nebst Larve
(und Puppe) auf Amoora Rohituka) p. 250, rhodoptera (Darjeeling)
sericeipennis (Masuri), Lahor a (N. W. Himalaya) p. 251, turbata
(Darjeeling) p. 252, Moorei (Java), marginata (Rio Janeiro) p. 10;
(Sphinginae) Amphonyx regularis (Ega); Protoparce (Burm., Ma-
310 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
crosila Grote) fulvinotata (Süd-Afrika) p. 11, contractu (Rio Janeiro)
p. 12, griseata (Venezuela) p. 259; Isognathus fumosa (! Brasilien),
metascyron (Villa Nova); Dilophonota Domingonis (Haiti) p. 258;
Pseudosphinx cyrtölophia (Madras); Dolba Hartioegii (Oaxaca) p. 259;
D\\xxdi\2k grandis (Nepal), ruhescens (! Nord-Indien) p. 260^, hrevimargo
(Brasilien), rufescens (!Rio)p. 12, melanomer a (ßilhei), vates (Ceylon),
natalensis (Natal) p. 13; Nephele Bosae (Borna), variegata (Congo)
p. 15; Hyloicus asiaticus (Scinde, Indien), uniformis (Hiraalaya) p.
261; (Smerinthinae)LeucophlebiacZawiascewct(Sikkim) p. 392, rosacea
(Coimbatoor), hicolor (Almorah) p. 16 ; Basiana exusta (Kunawur,
Hirn.) p. 252: Triptogon gigas (Silhet), cristata (Darjeeling) p. 253,
albicans (Masuri), sinensis (Hong-Kong), javanica (Java) p. 254, cey-
lanica (= Sm. dyras Walk, part.), Silhetensis (= Sm. dyras Boisd.
i. 1. Walk, part.), oriens (Indien) p. 255, Massuriensis (Massuri), fu-
scescens (Darjeeling), spectabilis (Darjeeling) p. 256, roseipennis (Ha-
kodadi) p. 257.
On stridulation in the genus Acherontia. By A. H.
Swinton, Entomol. Monthl. Magaz. XIII. p. 217 ff. Keine
Originalbeobachtuugen,
^^hinxplota (Montreal); H.Strecker, Lepidoptera p. 106.
Deilephila Mariae (Transvaal), D, lineata ähnlich aber kleiner;
Wallengren, Ins. Transv. p. 93.
Höfnor fand die Raupe von Deilephila galii an Euph. cypa-
rissias und fütterte sie damit; als ihre „eigentliche" Nahrung vermu-
thet er Galium silvaticum, aber nicht G. verum, das die Raupen
nicht annahmen. Jahrb. naturh. L'andesm useum Kärnthen.
Xn. p. 11. (Die erstere Beobachtung ist schon wiederholt gemacht,
die zweite würde, die Richtigkeit der Bestimmung vorausgesetzt,
den merkwürdigen Fall zeigen, dass die Bewohner verschiedener Ge-
genden verschiedene Lebensweise haben, wie z. B. in anderer Hin-
sicht für die männerlose Generationen von Solenobia nachgewiesen
ist. Bei uns findet sich D. Galii immer an G. verum. Refer.)
NoU theilt (was übrigens schon bekannt war) mit, dass die
Raupe von D. Elpenor auch auf Fuchsien lebe. Zool. Garten.
XVI. p. 113.
Nach G. Weymer ist Philampelus Linnei Grote der echte
Ph. Vitis L,, während die bisher als Ph. Vitis L, bezeichnete Art
mit rothem Aussen- und Innenrande der Hinterflügel P. fa sc latus
Sulzer zu nennen sei. Stett. Ent. Zeit. 36, p. 46.
Nach demselben (ebenda p. 49) ist Smerinthus Pavoninus
Hübn. = Excaecatus Abbot. Vgl. auch ebenda XXXVII p. 313, 314.
Kefersteiu berichtigt einen Irrthum Boisduval's, der
Acherontia Atropos das europäische Bürgerrecht abgesprochen
hatte. Stett. Ent. Zeit. XXXVH. p. 236 f. (Uebrigens beruht
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 311
der Widerspruch Keferstein's z. Th. auf einem Missverständniss,
wozu Boisduval allerdings durch unbestimmten Ausdruck Veran-
lassung gegeben hat. In Norddeutschland wenigstens pflanzt sich
der genannte Schmetterling nicht fort (nur Joseph, so viel ich
weiss, hat eine entgegengesetzte Angabe; 49, Ja h res b er. Schles.
Ges. vateri. Cultur. p. 167 f.); die im September, Oktober aus-
schlüpfenden Schmetterlinge zeigen ganz rudimentäre Ovarien (^Z*
habe ich noch nicht untersucht); die überwinternden Puppen gehen
zu Grunde, d. h. diejenigen Puppen, die sich bis Oktober nicht ent-
wickelt haben, entwickeln sich überhaupt nicht. Vgl. oben p. 293
(325) Referent.)
Mimas ^ermwea (Malacca) ; Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1876. p. 310, Taf. XXII. Fig, 3.
Proserpinus aenotheroides (! wohl oen.; „if we had not ob-
tained this from a Collect, of Bras. Sph., I should have considered
it merely a pale variety of P. Oenotherae")*, A. G. Butler, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1875. p. 621.
Macroglossa aetkra (Montreal); H. Strecker, Lepidoptera
p. 107.
M. obscuriceps (MalsiccB,); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
London. 1876. p. 309; Taf. XXIL Fig. 5.
Lophura minima (Malacca); derselbe ebenda p. 310, Fig.
2; L. himachala (Himalaya), sangaica (Shanghai), erehina (Indien)
derselbe ebenda 1875. p. 621.
Sesiidae. Aegeria floridensis (Florida), Type einer neuen
Gruppe, Pyrrhotaenia-, A. R. Grote, Canad. Entom. VII.
p. 174.
Sura c7m?2/&ea (Singapore); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1876. p. 309, Taf. XXIL 4.
Isanthrene crahroniformis (Chiriqui); Staudinger a, a. 0.
p. 120.
Agaristidae. W. F. Kirby bespricht Boisduval's Mono-
graphie des Agaristides (s. d. Ber. 1875. p. 252 (228)), zählt
die von Boisduval übersehenen Arten auf und macht zu einigen
anderen berichtigende Bemerkungen. Cist. Ent. I. p. 343 ff.
R. H. Stretch erhebt Eusemia transiens zum Typus einer
neuen Gattung (Seudyra), zu der auch Agarista aegoceroides Feld,
gehört. Ebenda II, p. 19.
A. G. Butler giebt Notes on certain Genera of Aga-
ristidae, with Descriptions of new Species. Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 135 ff. In diese Familie rechnet
Butler die von Walker anderwärts untergebrachten Gattungen
Hespagarista und Damias, sowie Phasis, Massaga und Psychomorpha,
während Cocytia Boisd. eine Mittelstellung zwischen den Agaristiden
312 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und Zygaeniden einnimmt. Die neuen Arten sind: Vithora agrio-
nides (Hakodadi) p. 137; Agarista polysticta (Sydney) neptioides
(Port Albany, Nord-Austr.) p. 138; Eusemia silhetensis (Silhet), orien-
talis (Mussooree) p. 139, nigripennis (Ceylon), nipalensis (Nepal),
distincta (Silhet), communis (Silhet) PI. XIII. Fig. 1, p. 140, villi-
co'idcs (Hakodadi), Fig. 2, siiperha ("Zulu, Natal) Fig. 3, p. 141, afri-
cana (ibid.), ochracea (Congo), tricolor (Sarawak) p. 142, pulchra
(Muhrut, Ind.) Fig. 4, vittata (Java) p. 143.
Agarista daemonis (Port Moresby); derselbe, ebenda XVIII.
p. 249.
Derselbe unterzieht die Gattung Eusemia einer Re-
vision, Entom. Monthl. Magaz. XII. p. 116 £f, und beschreibt E.
sectmotis, contracta (Indien) p. 117, simplex (Canara), afflicta (Bom-
bay) p. 118, Vtdcania (Burmah) p. 123, Eudamakles (Celebes) p.
124; im Ganzen zählt die Gattung jetzt 64 bekannte Arten.
Mimeusemia (n. g., von Eusemia verschieden durch folgende
Merkmale: Flügel beträchtlich schmäler; Fühler kürzer und schlan-
ker) persimilis (Eusemia villicoides ähnlich, Hakodadi); A. G. But-
ler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 397.
Nach Lucas ist Urania Croesus Gerst. = U. Ripheus var.,
deren Synonymie angegeben wird. Bull. Soc. Ent. France. 1876,
p. CXXVI.
Felder und Rogenhofer bilden a. a. 0. neben einigen be-
kannten Arten auch Alcidis arnus (Aru?) T. C. XXI. 1 und Larunda
rosina (Bogota) Fig. 3, 4 ab.
Zygaenidae. Butler giebt Notes on the Lepidoptera of
thc Family Zygaenidae. Jouru. Linn. Societ. XH. Zoology.
p. 342 ff. Dieselben enthalten z. Th. synonymische Bemerkungen,
z. Th. Beschreibungen neuer Gattungen und Arten. Zur
Aufstellung neuer Gattungen sieht sich Butler namentlich
durch die Berücksichtigung des bisher vernachlässigten Flügelge-
geäders veranlasst. Procris contraria W. = Zyg. pectinicornis
Schauf. ; neue Arten sind: Harrisina fulvinota (Espiritu Santo) p.
361; Histioea Meldolae (Trinidad), Gölumhiae (Neu-Granada), Amazo-
nica (Ega), inferioris (! Unter- Amaz.) p. 362; Euchromia Leonis
(Sierra Leone) p. 363, Africana (=Madaga8cariensis Walk, nee Boisd.,
Natal), Oelebensis (Celebes), orientalis (N.-Indien), p. 364, Siamensis
(Siam), oenone (Salomon Isis.) p. 365; Syntomeida albifasciata (Hon-
duras) p. 366; Psoloptcra n. g., verwandt mit Calonotus und
Amycles, von ersterem verschieden durch die stärker behaarten An-
tennen, von letzterem durch die Nervatur der Hinterflügel, für Eu-
chromia thoracica W. und Glaucopis leucosticta Hübn. p. 369; Pseu-
dosphenoptcra n. g., Calonotus sehr ähnlich, verschieden durch
Nervatur der Hinterflügel, für Euchromia 'basalis W.; Ichoria n.
g. (wie vorige G.) für Eachr. quadrigutta W., concisa W., Glaucopis
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 313
tricincta H. S. p. 370; Macrocneme ferrea (Neu-Granada), Esmeralda
(Ega), indistincta (Para), splendida (Santa Marta) p. 371; Mastigo-
cera cyanea (Brasilien), pusilla (= Euchr. Aeacus Walk, nee Gramer,
Para) p. 372, tihialis (Haiti) p. 373; Horama Grotei (Jamaica) p,
374; Homoeocera Stretchii (Santa Marta) p. 375, beata (ibid.), Sal-
vini (Panama) p. 376; Sarosa pompilina (Espiritu Santo) p. 377;
Erruca Grenadensis (Neu-Granada), notipennis (Villa Nova) p. 378,
vespiformis (ibid.) p. 379: Sphecosoma (n. g., Pseudosphex sehr
ähnlich, aber Nervatur der ünterflügel wie bei Euchromia; für Ps,
aretata W., testacea W. und) fasciolatum (Santa Martha); Loxo-
phlebia n. g. für Poecilosoma vesparis Butler p. 381; Ändreni-
morpha n. g. für Glaucopis xanthogastra Perty p. 382; Laemocha-
ris fenestrina (Brasilien) p. 383; Echoneura (u. g. mit Laemocharis
und Pheia verwandt, für Euchr. intricata Walk, und) angusta, tenuis
(Espiritu Santo), catastibina (Brasilien); Thrinacia n. g. für Glau-
copis afflicta Walk. p. 384; Pheia gemmata (Santa Martha) p. 385;
Mochloptera n. g. für Glaucopis acroxantha; Cosmosoma elegans
(Espiritu Santo) p. 386, clidlcosticta (Para) p. 387, coccineum (Espi-
ritu Santo), pyrrhostethus (Neu-Granada) p. 388, cingulatum (Veragua),
erubescens (Brasilien) p. 389; Ilipa notata (Neu-Granada) p. 390,
determinata, stilbosticta (Pacho, Neu-Granada) p, 391; Leucotmemis
n. g. Ilipa und Mochloptera hinsichtlich der Nervatur nahe stehend;
verschieden durch den grossen Kopf und die stark gekämmten
Fühler, für Ilipa latilinea Walk. p. 391; Dycladia hemileuca (Peru),
margariphera (! Para) p. 393, climacina (Epiritu Santo) p. 394, minor
(Brasilien); Marissa rubripunctata {— M. columbinaWalk., Jamaica),
latenigra (Honduras) p. 395; Methysia n. g., Habitus von Thrinacia,
Nervatur der Vorderflügel wie in Cosmosoma, für Glaucopis nota»
bilis W.; Dixophlebia, n. g. für Pseudomya quadristrigata Walk.
p. 397; {Mallodeta n. g. == Lycorea W. nee Doubled.); Eunomia
carnicauda (= E. sanguiflua Walk, nee Hübn.) p. 400, fulvicauda (St.
Paulo), sarcosoma (Pacho, Neu-Granada) p. 401; Coremaiura, n.
g. für • Glaucopis chrysogastra Perty; Ärgyroeides (lArgyrodes
Arachnide) n. g. für Glaucopis Ophion W. p. 403; Pesaptera u.
g. für Eunomia sordida W. p. 404; Trichura aurifera (= Tr. melas
var.? W. nee Gramer, Para); Syntrichura (n. g: Subcostalrippe der
Vorderflügel am Ende sehr kurz gegabelt) virescens (St. Paulo) p.
405; (Subf. Antichlorinae Butl.) Mallost ethus n. g. für Pseudo-
mya metamelas Walk. p. 408; Pseudaclytia n. g., für Pampa
opponens W.; Chloropsinus (n. g., mit Ausnahme der Nervatur in
jeder Hinsicht mit Pseudosphenoptera sehr nahe verwandt) lanceo-
latus (St. Paulo) p. 409; Ixylasia, n. g. für Aclytia trogonoides W.
p. 410; Procalypta, n. g. für Euchromia subcyanea W.; Ptery-
gopterus (n. g., Antichloris verwandt, Flügel dunkel etc.) clavi-
pennis (Espiritu Santo) p. 411; Ceramidia (n. g. für Pampa fumi-
314 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
pennis W. und) cataleuca (Peru); Passineura, n. g. für Pampa
fusiformis W. p. 412; Antichloris Scudderii (Santarem) p. 413; Eri-
phia tractipennis (Chontales, Nicaragua) p. 414. Die Unterfamilie
der Charideinae wird von Butler zu den Arctiiden gestellt; s.
diese.
Zygaena cacuminum (Schahkuh); Christoph, Hör. Soc.
Entom. Ross. Xll. p. 243. Taf. VI. Fig. 17.
Glaucopis (Cosmosoma) Hector (Chiriqni); Staudinger a.
a. 0. p. 120.
Cocytia chlorosoma (Aru); A. G. Butler in den Ann, a.
Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XY. p. 144.
Von Florida macht A. R. Grote folgende neue Arten
bekannt: Didasys (n. g. bei Burtia) Belae-, Duhana (n. g.
zwischen Glaucopis und Ctenucha) atripennis; Canad. Entom. VII.
p. 174 f.
Syntomidae. Nach Butler, Journ. Linn. Soc. XII. Zoology.
p. 343 ff. ist Syutomis Schönherri Boisd. = S. cyssea Gramer,
Passalis F. = Creusa L,, simplex W. ($) = nostalis W. ((-^, mone-
dula Wallengr. = nostalis Walk., germana Felder = Thelebus F.,
(Tipulodes ?) apicalis W. = S. flaviplaga (?) W. ; die Arten annulata
F., aperta W., fulvescens W., bivittata W. und wahrscheinlich auch
vitrea, fusiformis, tineiformis, penangae, guttulosa, diversa, vacua,
linearis, octomaculata, basigera gehören zur Gattung Hydrusa Walk. ;
S. myodes Boisd., longipes H.-S. zur Gattung Byblisia W.; S.
minuta Boisd. ist eine Artona, S. amazona H.-S. eine Epi-
toxis. Neue Arten sind: (S. oenone = diaphana var.? Walk.)
Midas (= fenestrata W., non Drury), Georgina (Indien, Ceylon),
Lucina (Nepal), KJiasiana (Khasiaua Hills) p. 345, cysseoides (Neil-
gherris), Edioardsii (Formosa), Formosae (ibid.), lujdatina (Calcutta)
p. 346, Elisa (Sarawak), Annetta (China), Atkinsonii (Moulmein), Ar-
tina (Calcutta), cupreipennis (Calcutta) p. 347, marina (Cougo), Jo-
hanna (Knysna), Anna (ibid.), Alicia (Abyss.), Thomasina (Sierra
Leone) p, 348, Francisca (ibid.), fantasia (Cap), montana (Indien),
mandarinia (Shanghai) p. 349, florina (Sarawak), marella (an generis
Hydrusa?), Emma (China) p. 350; Callitomis (n. g. mit Syntomis
verwandt, Antennen mit wenigen Gliedern, mit kleinen Haaren, aber
nicht gesägt oder gekämmt; Flügel weit breiter, Nervatur wie bei
Hydrusa), syntomoiäes (Cashmere), leucosoma (ibid.) p. 351; Hydrusa
cingiilata (Moreton B.), humeralis (Nord-Austr.), nigriceps (Hunter-
River) p. 352, intensa (Sydney), insularis (Barnard Isis.) p. 353;
Trianeura (n. g., sehr nahe mit Hydrusa verwandt, verschieden
durch Nervatur der Hinterflügel; für subaurata = Glaucopis sub-
aurata Walk., Synt. pravata Moore und) Moorei (Bombay) p. 354;
Procotes n. g. für Euchromia diminuta W.; Notioptera n. g.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 a. 1876. 315
für Synt. dolosa Walk, (und glaucopoides, strigosa, expansa?); Thyr-
assia n. g. für Synt. subcordata Walk. p. 355; Artona zehraica
(Almosa, N.-Indien), nigrescens (Punjab), fulvida (Mulmein) p. 356,
Hainana (Hainan), confusa (N.-Indien); Tascia virescens (Natal) p.
357, pulchra (Congo) p. 358 ; Thyretes Monteiroi (Ambriz) p. 359.
Syntomis mölanna (Transvaal): antennis maris pectinatis, femi-
nae sat longe serratis . . .; colore Ceryci thyretiformi Wall,
non absimilis); Wallengren, Insect. Transv. p. 94.
V. Wacquant- Geozelles macht eine neue Aberration (d.
Pflümeri) von Syntomis Phegea bekannt. Stett. Ent. Zeit.
XXXVII. p. 370.
Lithosiidae. A. G. Butler giebt in den Trans. Ent. Soc.
London. 1875. p. 315 ff. ein Verzeichniss der Arten der Gattung
Hypsa Hübn. und die Beschreibung der neuen Arten H. dieta
(Borneo) p. 316, clavata (Hong-Kong), persecta (Ceylon, Silhet) p.
317, Clara (Java) p. 318, (Damalis) plaginota (Indien), producta (Cey-
lon) p. 320, strigivenata (Penang) p. 321, (Aganais) nebulosa (Sara-
wak) p. 322; Panglima gloriosa (Cabinda) p. 324; Pachyphilona
(n. g. für Hypsa correcta Walk. p. 325); Fiu-plocia. moderata (= E.mem-
bliaria Moore nee Gramer, Java) p. 327, inconspicua (Macassar) p.
328 ; Neochera stibostethia (Bourou) p. 329.
Nola meridionalis (Transvaal ; kleiner als N. cucuUatella, caffra
(ibid.); Wallengren, Insecta Transvaal p. 99 f.
Nola taeniata (Celebes) p. 65. PI. 6. Fig. 1, dimidiata (Java)
p. 66. Fig. 2, Aegyptiaca (Cairo) p. 67. Fig. 3, pumila (Celebes) p.
68. Fig. 4; P. C. T. Snellen, Tijdschr. voor Entomol. 18.
N. ovüla (Canada); A. R. Grote, Canad. Entom. VII.
p. 221.
Ruscino latifasciatus (Veragua; Lokalform von R. menea); A.
G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 341.
Themiscyra varicosa (Cap York): derselbe ebenda XVIII.
p. 126.
Manulea planissima (Transvaal); Wall eng ren, Insecta
Transvaaliensia p. 100.
Cisthene bisigna (Patagonien); Berg, Patagonische Lepi-
dopteren etc. p. 208.
Aglaope primularis ^ ^ (Darjeeling); Cadphises iüfoom (Dar-
jeeling); n. A.; A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1875.
p. 392.
Celerena vulgaris (Neu-Guinea); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1876. p. 767.
Auf Celerena sobria Walk, in Lepid. Heteroc, die er
dort als Typus der Gattung Celerena angegeben hatte, während er
bei der ersten Publikation die Art C. divisa dafür ausgegeben hatte,
gründet derselbe Craspedosis n. g.; ebenda Anm.
316 Bertkau: Beriebt über die wissenschaftlicben Leistungen
Aucb Felder und Rogenbofer bilden zablreicbe (48) neue
Arten aus dieser Familie ab; a. a. 0., Taf. CXXVH— CXXX.
Arctiidae. Butler spricht im Journ. Linn. Sog. XII. Zool.
p. 408 die Ansiebt aus, dass die bisherige Unterfamilie der Zygae-
niden, die Charideinae, zu dieser Familie gehörten; ihr Körper sei
mehr robust, ihr Flügelgeäder dem der Arctiiden ähnlicher, die
Raupen stark behaart. Als neue Arten stellt er auf Aclytia pun-
ctata (= Euchromia heber W. nee Gramer; Honduras) p. 414; Cha-
ridea Älonzo (Venezuela), imogena (Peru) p. 415, Hurama (Ecuador)
p. 416; Heliura (n, g., Charidea nahe stehend, Männchen gewöhn-
lich mit breit geschwänzten Hinterflügeln, mit Haarbüschel, für H.
apicalis H.-S., Zygaena capys F. und) solicauäa (= Euchromia tetra-
gramma W., Honduras), lactmwta (= Euchr. capys var.? W, Tapa-
jos, Ega), p. 417, pyrrhosotna (Para); Äcridopsis (n. g., der vori-
gen Gattung verwandt, Flügel in beiden Geschlechtern gleich, der
erste subcostale Ast der Unterflügel fehlt, für Eucerca latifascia W.
u. a, m.) p. 418; Automolis fulgurata (Espiritu Santo), Packardii
(Para) p. 420, ameoldes (Ecuador) p. 421; Äpiconoma, n. g. Auto-
molis nahe stehend, Subcostalrippen der Hinterflügel gestielt, für
Euchr. apposita Walk. u. a. m., p. 422; Galetlialea, n. g. Habitus
von Halesidota, Hinterleib wie Eucereon, Geäder wie bei Charidea,
für Halesidota pica Walk.; Cercopimorpha (n. g.) homopteridea
(= Euchr. pectinata var.? W., Para) p. 424; Metanycles n. g. für
Aclytia contracta W.; Epanycles n. g. für Pampa imperialis W.
p. 425; Sciopsyche (n. g. für Euchromia tropica W. und) cinerea
(Espiritu Santo) p. 426; AndroQhsirtB, hrasiliensis (Brasilien), Stretchn
(Peru, Amazonas), parvipennis (St. Paulo, Ega) p. 427.
Belemuia Jovis (Veragua, Honduras; im Allgemeinen der B.
oryx ähnlich, aber weit grösser und glänzender gefärbt); derselbe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 339.
Derselbe giebt eine Revision of the Subfamily Perico-
piinae of the Lepidopterous Family Arctiidae, with
Descriptions of new Species. Ann, a. Mag. Nat. Hist. (4.
ser.) XVI. p. 163 ff. Es gehören hierhin Pericopis mit 8 Untergat-
tungen und 61 Arten, Phaloesia Walk, mit 6 Arten, P. fulvicollis
(Santa Marta), Venezuelae (Venezuela), chalyhea (Vera-Cruz) p. 171
neu; Composia Hübn. mit 2 Arten, Hyclosia Hübn. mit 3 Arten,
Esthoma Hübn. mit 10 Arten, Eucyane Hübn. mit 11 Arten, E. Diana
(Ega), (subg. Calodesma) marginata (?) p. 174 neu; Hyalurga Hübn.
mit 7 Arten, H. amazonica (Ega) p. 175, pura (Para) p. 176 neu;
Cobrosia mit 2 Arten.
Derselbe revidirt in der Cist. Entom. II. p. 21 ff. die mit
Spilosoma verwandten Gattungen und beschreibt Areas cardinalis
(Philippinen) p. 22, roseicostis (Rockingham Bay), Moorä (N. Indien);
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 317
Euchaetes aurata (Espiritu Santo); Lacydes arhorifera (Loanda) p.
26; Epilacydes (n. g.) simulans (West- Afrika) p. 27; Ardices ca-
9^escens (Australien) p. 29; Euryalpenus (n. g. für Spil. testaceum
Walk.) p. 35; Spilarctia (n. g.) nydia (Nepal), Jotie (Hakodadi)
p. 41, confiisa (Indien) p. 42; Leucalva (n. g. für Spilos. eugra-
phicum Walk.) p. 44.
Josia cn<<J*ata (Veragua; nahe stehend der J. fulvia Walk, und
J. ligata, aber von beiden zu unterscheiden durch eine schmale
weisse Längslinie an der Seite des Abdomens); derselbe, Ann. a.
Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XV. p. 340.
Pericopis Lucretia (Veragua; P. zerbina nahe stehend, aber
Flügel breiter und kürzer); derselbe ebenda.
Äcridura (n. g., vom Ansehen der Zygaenidengattung Eeho-
neura) gryllina (Espiritu Santo), metallica (ibid.); Hyaleucerca
(n. g.) vulnerata (ibid.); Thysanoprymna (n. g.) für Th. pyrrho-
pyga Walk.; derselbe ebenda p. 398.
Phaegoptera rhodosoma (Ecuador), fumosa (Brasilien); der-
selbe ebenda XVI. p. 233.
Areas punctipennis (Cap York); derselbe ebenda XVIII.
p. 126.
C. Berg erweitert unsere Kenntnisse über die zuerst von Bar
(vgl. den Bericht 1875. p. 259 (235)) bekannt gemachten Wasser-
raupen der Gattung Palustra in nicht unerheblicher Weise. Mom. 1.
en la Soc. cientif. Argentina y publ. en los Anales d. 1.
mism. Soc. Tome. II. p. 184— 190; 241—246. Von dieser Gattung,
die nach Berg in vorstehende Familie, zwischen Antarctia und
Ocnogyna, nicht zu den Notodontina oder Bombycoidea gehört, werden
drei weitere Arten bekannt gemacht: P. Burmeisteri (Uruguay,
Coralito auf Syena und Potamogeton) p. 184 ff., Azollae (Trigre auf
Azolla filiculoides Lam.) p. 241 und tenuis (Boca del Riachuelo) p.
205. Die Zucht von P. Burmeisteri misslang; die Raupe von P.
Azollae ist bemerkenswerth desshalb, weil sie auf dem Wasser lebt
und einfach durch Tracheen (nicht Tracheeukiemen) athmet; von P.
tenuis ist die Raupe noch unbekannt.
J. 0. West w 00 d lehrt eine merkwürdige, auf Pyrops cande-
laria in Hong-Kong schmarotzende Art, Epipyrops (n. g.)
anomala, kennen. Trans. Ent. Soc. Lond. 1876. p. 519 fif. PI. VII.
Halesidota Davisii neue Art von Arizona; Edwards, Proc.
Calif. Acad. of Scienc. 1873—1874. p. 365.
Antarctia severa (Patagonien); Berg, Patagonische Le-
pidopteren etc. p. 209; (Bomb, deserticola, ein flügelloses $? ^in-
scheinend zu den Arctiiden gehörend, die Gattung nicht anzugeben,
p. 212).
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. Y
318 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Arctia cervinoides (Colorado); der A. Quenselii von Labrador
und A. Cervini von den Alpen nahe stehend; Strecker in Proc.
Acad. Nat. Scieuc. Philadelphia, 1876, p. 151.
Arctia michaba (Nebraska), Stretchi (Texas), Snowi (Kansas);
Euchaetes Äpra^/we* (Kansas); A. R. Grote, Canad. Entom. VIIL
p. 196-200.
Deiopeia pulchella L. in Württemberg; Württemb.
naturw. Jahreshefte. 32. Jahrg. p. 477.
Aganais celebensis (Celebes); C. Hop ff er, Stett. Ent. Zeit.
XXXV. p. 43.
Spilosoma scortillum (Transvaal; capite fusco, fronte verti-
ceque flavis; thorace albo, abdomine infra et supra ad basim albo,
de cetero nigro-fusco maculis lateralibus magnis flavis uniseriatis;
. . . statura Senurae albae Wall., at minor), p. 101, screäbüe (ibid.,
forma fere praecedentis, sed major; caput cum thorace grisescente-
canum, . . .); Eutaenia (n. g., a Spilosomate, cui affine, alis
anticis gracilioribus calcaribusque pedum posticorum tantum 2 raox
dignoscitur) scapulosa (ibid.) p. 102; Wallengren, Insecta
Transvaaliensia.
Liparidae. Lymantria inhonorata (Celebes); C. Hopffer,
Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 44.
Orgyia quadripunctata (Transvaal, vielleicht nur Varietät
von 0. Dregei: nur ^ bekannt); Wallengren, Insecta Trans-
vaal, p. 99.
Lopera punctulata (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 400.
Dreata triseriata (Pulni Hills, Ind.), Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1875. p. 393.
Liparis dispar var. disparoides (Bordeaux); Gaschet, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. CCXIII; Annales 1876. p. 521.
Phialidae. Phiala flavipennis (Transvaal; alis anticis supra
albo-flavicantibus, atomis nigris rarioribus adspersis, posticis fulve-
scente-flavis , fascia submarginali ex atomis nigris condensata, in an-
gulo anteriore alaelatiori; omnibus infra fulvescente-flavis, apice an-
ticarum nigro-atomato, ciliis flavis) ; Waliengren, Insecta Trans-
vaaliensia p. 98.
Psychidae. F. J. M. Heylaerts jun. beschreibt den Sack,
Raupe, Puppe und Imago von Epichnopteryx Tarnierella Brd.,
die er neuerdings wieder bei Breda aufgefunden hat. Stett. Ent.
Zeit. XXX VL p. 35 ff.
Cryptothelea Tuckeri (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 400.
Ueber den Sack von Psyche quadrangularis Christoph
oder eine verwandte Art s. Ann. Soc. Ent. France. 1875. p- 222 ff.
Notodontidae. H. Lang beschreibt die Raupe von Lopho-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 319
pteryx Sieversi Men., die gleich der der ähnlichen L. carmelita
auf Birken lebt. Hör. Soc. Ent. Rossic. XII. p. 151 f.
Derrio'ides (n. g., verwandt mit Paravetta Moore) hypenissa
(Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI.
p. 401.
Dicranura vinula var. Delavoiei (Rochefort); Gaschat, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. CCXIII, CCXIX; Annales, 1876. p. 522.
Cerura multiscripta (Nordamerika auf Weiden, unserer C. bi-
cuspis ähnlich); Riley in den Transact. Acad. of Science of
St. Louis. Vol. III. p. 241 f. Eig. 13.
Satur&iidae. Boisduval giebt einen monographischen
Versuch der Gattung Jo, unter welchem Namen er die von Hüb-
ner als Automeris, Gamelia und Hyperchiria beschriebenen Arten
zusammenfasst; Ann. Soc. Ent. Belg. XVIII. p. 205 ff. Die von
dieser Gattung gegebene Diagnose ist etwas kurz. Von den behan-
delten 71 Arten scheinen 38 neu zu sein: Jo PoJegon (Brasilien) p.
211, Banus (Mexico) p. 212, Phales (Südamerika), Pylades (Brasilien)
p. 213, Coffeae (Neu-Freiburg auf Coffea) p. 214, amoena (Cayenne)
p. 216, divergens (= jucunda ^ Gramer), ErisichtQijon (Caraccas)
p. 218, Godarti (?) p. 219, Brasiliensis (Brasilien), Orestes (Cayenne)
p. 220, ( Crameri = Phal. Jo Gram.), Lucasii (Chili?) p. 222, Taf.
I. Fig. 3, Fabricü (= Bomb. Jo Fabr. Nordamerika, Taf. IV. Fig.
4, (Raupe), Cecrops (Mexico) p. 224, Mendosa (?) p. 226, fu-
mosa, tristis p. 226, umbrata, orodes p. 227, Stollii (== Ph. Jo $
Cram.) p. 228, mimusops (Brasilien), fa\lcata (Cayenne) p. 231, Nor-
cestes (Brasilien) p. 232, Bamoeus (?) p. 234, Enhneri, Amphirene
p. 237, Hersilia, erubescens p. 238, Porus (Brasilien) p. 239, Dioxip-
pus p. 240, Oberthuri (Buenos Ayres) p. 241, episcopus (Surinam) p.
243, arguta (Brasilien) p. 244, Theseus (Ozza), Pandarus (Brasilien)
p. 245, Barii (Cayenne) cruenta (Brasilien) p. 246, coesa (Columbien)
p. 247.
C. Berg stellt an Untersuchungen über die Gattung
Mimallo Hübner's und ihre Arten. Hör. Soc. Ent. Ross. XII.
p. 158 ff. Diese Gattung, mit der Saccophora, Perophora, Cicinnus
Pamea, Euclea, Trogoptera, Eglites synonym sind, gehört nach Berg
zu den Saturniden und zählt 18 bekannte Arten. Die in einem
Sacke lebende Raupe von M. despecta Walk, ist genau beschrieben
und auf Taf. IV abgebildet.
Parasa incisa Harvey = Euclea paenulata Clemens; Strecker
in den Proc. Acad. Natur. Sciences of Philadelphia, 1876.
p. 153.
Pseudonazis Nuttali (Rocky Mts.); H. Strecker, Lepido-
ptera, p. 107.
Attacus Hercules (Cap York; mit geschwänzten; Hinterflügeln) ;
Miskin, Trans. Ent. Soc. London. 1876. p. 7.
320 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
üeber die Zucht von Antheraea Pernyi; Compt. Rend.
soc. ent. Belg. Seanc. 3. juill. 1876. u. Stett. Ent. Zeit. XXXVII.
p. 435 ff.
üeber ein gynandromorphes Exemplar von Callosamia
Promet hea s. oben p. 293 (325).
üeber die fossile (Steinkohlen!-) Gattung Breyeria s. oben p.
295 (327).
BombyGidae- E. Duseigneur- Kleber. Le cocon de Soie.
Histoire de ses transformations, descriptions des races
civilisees et rustiques, production et distriboition geo-
graphique, maladie des vers a soie, physiologie de cocon
et du fil de soie. 2me edit. Paris 1875. Ist in der Natur e,
XL p. 206, 207 sehr günstig beurtheilt; ich selbst habe keine Ein-
sicht in das Werk genommen.
Sem per züchtete durch Auslese innerhalb 8 Jahren eine Va-
rietät von Bombyx Mori, deren Raupen dunkel sind, und die sich
durch grosse ünernpfindlichkeit gegen Kälte auszeichnet, allerdings
auch gröbere Seide liefert. Abh. Vereines naturw. ünterh.
Hamburg. I. p. 90.
Eriogaster levenna (Transvaal, E. prompta Walk, ähnlich,
aber grösser); Wallengren, Insecta Transvaaliensia p. 98.
Dryocampa pallidae (= D. rubicunda var. alba Grote, daher
wohl alba zu benennen; Quebec, Kansas); G. J. Bewies, Canad.
Entom. VIIL p. 108.
Hemileuca Diana $ (Plum Creek; von der nahe verwandten
H. Juno verschieden durch den weissen Prothorax, den kleinen Dis-
kal-Fleck, das deutliche, über beide Flügel sich hinziehende weisse
Band); A. S. Packard, Report ü. S. Geol. a. Geogr. Surv.
of the Territories for 1873.
Edema Padcardii (Waco, Texas); H. K. Morrison, in Ann.
Lyc. Nat. Hist. New-York. Vol. XL p. 92.
Raupe von Brahmaea Ledereri Rog.; Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. XXV. p. 80L
Simyra capülata (Transvaal, capite maculaque thoracis ferru-
gineis; alis anticis flavicaute-albis, versus marginem exteriorem
obscurioribus, striga longitudinali per discum alteraque marginis in-
terioris pallide ferrugineis; posticis utrinque et anticis infra albis);
Wallengren, Insecta Transvaaliensia p. 104.
flepialidae. Hepialus Thule (Montreal) p. 105. PI. XII. Fig.
6, desolatus (Owen's Lake, Nevada) p. 107; Strecker a. a. 0.
Cossidae. Cossus incanescens (Natal); A. G. Butler, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 402.
Cossus nanus (Colorado), einem kleinen C. ligniperda ähnlich ;
Strecker, in den Proc. Acad. Natur. Sciences of Philadel-
phia 1876. p. 151.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 321
Zeuzera sponda (Transvaal; thorace capiteque grisescentibus ;
alis utriuque albis anticis supra lineolis nigris subreticulatis plaga
r^licta media longitudinali alba); Wallengren, Insecta Trans-
vaaliensia p. 96.
Noctuidae. Check List of the Noctuidae of America,
North of Mexico, by A. R. Grote. Bombyciae and Noctue-
litae Buffalo. NY. 1875. Ist mir nicht zugekommen; eine kurze
Besprechung des Verzeichnisses von Speyer s. Stett. Ent. Zeit.
XXXVII. p. 198 ff.
On Noctuidae from the Pacific coast of North America.
By A. R. Grote. With a Photographie Plate. 8vo. pp. 10. Buffalo.
1876. (Ist mir nur dem Namen nach bekannt geworden.)
lieber die nordamerikanischen Noctuiden von A. R.
Grote. Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 193 ff., 340 ff. und XXXVÜ.
p. 134 f. 31 (oder 32) Arten hat Nordamerika mit Europa gemein-
sam. Die übrigen Bemerkungen sind specieller Natur.
H. K. Morrison, bringt Notes on the Noctuidae, with
Descriptions of certain ncw Species. Proc. Acad. Natur.
Sciences of Philadelphia. 1875. p. 55 ff., 428 ff.
Ferner beschreiben noch A. R. Grote im Bull. Buff. Soc.
II, in der Check List, sowie im Canad. Entom. VII, und Harvey
im Bull. Buff. Soc. II und III zahlreiche neue Gattungen und
Arten, deren namentliche Aufführung ich mir ersparen werde.
üeber europäische und nordamerikanische Noctuiden s. oben
p. 287 (319).
Die Noctuinen der Schweiz von Wullschlegel sind mir
nur durch das Referat von Jäggi bekannt geworden. Vgl. Mitth.
der naturf. Gesellsch. in Bern. 1874. Sitzungsbor. p. 32.
Leucania apparata, substituta p. 105, inßma p. 106; Cara-
drina pervicax, murcida p. 107; Anophia illegitima p. 108; Acontia
tincUUs p. 109, Trimenii p. 110; Metopioplasta süus p. 111; Le-
ptosia/St^eWem■; Thalpochares Staudingeri p. 112; Xanthoptera miirae-
nula p. 113; Microphysa Perssoni p. 114, miistelina p. 115; Bolina
revulsa p. 116; Polydesma sagulata p. 117; neue Arten aus Süd-
afrika (Transvaal); Wallengren, Insecta Transvaaliensia.
Agrotis degeniata (Schahkuh) p. 244. Taf. VI. Fig. 18, soUers
(ibid.) p. 245. Fig. 19, Eaddei (Elbrus) p. 246. Fig. 20, Heringi
(Schahkuh) p. 248. Fig. 21, mustelina (ibid.) Fig. 22, conifera (Ku-
rusch) Fig. 23, p. 249; Mamestra Zeilen (Krasnowodsk) p. 250, Fig.
24; Thalpochares fugitiva (Schahrud) p. 253, Fig. 25, jocularis
(Schahrud) Fig. 26; Pericyma terrigena (ibid.) Fig. 27, p. 254; Leu-
canitis cailino var. picta (Krasnowodsk) p. 257, Fig. 28; Christoph,
Hör. Soc. Ent. Rossic. XII.
Caradrina expoUta p. 407; Diomea bryopMlo'ides: Homoptera
322 Bertkau: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
turbida p. 408, neue Arten von Rodriguez; A. G. Butler, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII.
Hadena intonsa p. 215; Xylophasia patagonica p. 217; Helio-
this eximius p. 218, patagonicus p. 220; Euclidia Tehuelcha p. 221;
Berg, Patagonische Lepidopteren etc. im Bull. Soc. Imp.
des Natur, de Moscou. XLIX. (1875) Nr. 4.
Mamestra luhens (Canada); Heliothis cupes (Texas) p. 118;
Cleopbana occata (ibid.); Orthosia disticha (ibid.) p. 114; Agrotis
excellens (Vancouver Isis.); Heliophila ligata (Texas) p. 115; Pro-
thymia orgiae (ibid.) p. 116; Cirrhobolina (n. g. für Syneda de-
ducta Morr.. pavitensis Morr. und) incandescens p. 117; A. R. Grote,
Trans. Am. Ent. Soc. V.
Eucalyptra (n. g., Amolita und Thaumatopsis verwandt),
bipuncta (Massachusetts); H. K. Morrison, Ann. Lyc. Nat. Hist.
New-York. XI. p. 104.
Homophoheria (n. g.) cristata (New-Jersey); Morrison,
Proc. Bost. Soc. XVIII. p. 125,
Cymatophora (?) magnifica ^ (Florida) H. Strecker in den
Proc. Acad. Nat. Sciences of Philadelphia. 1876. p. 151.
Cymatophora zmprom's« (Washington Terr.); Edwards, Proc.
Calif. Acad. 1873—1874. p. 189.
Acronycta pudorata (New-York, Canada); H. K. Morrison,
in Ann. Lyceum Nat. History of New-York. Vol. XI. p. 93.
Dicopis electilis (Easton); H. K. Morrison, Proc. Boston
Society. Vol. XVUI. p. 114.
Charadra c^ecora (Californien) ; H. K. Morrison, Proc. Acad.
Natural Sciences Philadelphia. 1875. p. 55.
Bryophila Galathea (Saint Martin in den Seealpen), OxyMemis
(Cannes; Raupe auf dem Oelbaum?); Milliere, Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 13. P. I, Fig. 8 ä 9, 10 ä 12.
Panthea leucomela{e)na (New -Hampshire); H. K. Morrison,
Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1875. p. 428.
An Illustration of North American. Agrotis and
Oncocnemis. By Leon F. Harvey. With a Photographie Plate
8vo., pp. 4, Buffalo. 1876. (Mir nicht zugekommen.)
Agrotis gilvipennis Grote = Chardingi Bdv.; H. K.
Morrison, Proc. Boston Soc Nat. Hist. XVIII. p. 147.
Raupe und Puppe von A. musiva Hübn. beschrieben in Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p. 798. A. Morrisoniana (von A.
subgothica nach herilis variirend); C. V. Riley, Proc. Bost. Soc.
Nat. Hist. XVII. p. 286; A. digna (Texas), infracta (Colorado),
claviformis Morr. ^ p. 115, mam/esia (New-York), oblata (Anticosti
Isl.) p, 116, praefixa (Rocky Mts.), p. 117, perpoZtia (Orono, Maine)
Fauna (Guadeloupe) p. 237, OUvia (Utah), comosa (Colorado), Hero
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 323
(Beverly, Mass.), personata (Illinois) p. 238, orthogonia (Nebraska)
p. 239; H. K. Morrison, ebenda XVIII; A. decUvis (New- York)
p, 93, montana (Colorado; von Grote zum Typus einer neuen Gat-
tung Ägrotiphüa gemacht) p. 94; derselbe, Ann. Lyc. Nat.
Hist. New-York Vol. XI. A. düucida (New-Hampshire) p. 55,
Fernaldi (Orono Maine), tristicula (ibid.) p. 429, hortulana (San
Francisco) p. 430; derselbe, Proc. Acad. Nat. Sciences Phila-
delphia. 1875.
A. campestris (Vancouver Isl.) p. 423, gularis (Canada) p. 424,
A. R. Grote, ebenda.
A. älbifurca, difficilis (ibid.); Erschoff, Hör. Soc. Ent.
Ross. Xn. p. 337.
Auf Agrotis montana Morr. (s. vorher) gründet Grote
die Gattung Agrotiphila (Alle Tibien bedornt; Augen nackt,
Thorax dicht behaart, ohne Büschel; Maxillen kurz, Fühler einfach,
beim ^ unterhalb gewimpert; Gestalt des Hinterleibes und Habitus
einer Anarta) und zeigt, dass die Beziehungen zwischen dieser Art
und der Gattung Anarta nicht mimetischer Art sind, wie Morrison
gewollt hatte, sondern wirklich verwandtschaftliche. Ann. Lyc.
Nat. Hist. New-York XL p. 108.
Apatela Harveyana (Sharon Springs, N. Y.), lanceolaris (New-
tonville, Mass.); A. R. Grote, Proc. Acad. Natur. Scienc. Phil.
1875. p. 418.
Mamestra cwria (Colorado), promulsa (ibid.); H. K. Morrison
in den Ann. Lyc. of Natur. Hist. New-York. Vol. XI. p. 96 f.
Mamestra repentina (West-Hoboken, N. J.), ectypa (West-Vir-
ginia) p. 118, rugosa (Maine) p. 119; derselbe, Proc. Boston
Societ. Vol. XVIIL
Mamestra thecata (Glen Valley, N. H.) p. 59, rufula (= M.
Brassicae Grote nee. L.) p. 62; derselbe, Proc. Acad. Nat, Sc.
Philad. 1875.
M. quadrannulata (Dodge Co., Nebraska), derselbe ebenda
p. 430.
M.vindemialis (Massachusetts) p. 418, DimmocJci (White Mounts.)
p. 420; A. R. Grote, ebenda.
Raupe und Puppe von Mamestra Serratilinea Tr.; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXV. p. 799.
Oncocnemis meadiana (Colorado); H. K, Morrison, Proc.
Acad. Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 60.
Anchocelis insularis (nebst der Verwandlungsgeschichte) ; Apa-
mea subvelata, Arten von St. Helena; F. Walker, in Mellis' St.
Helena p. 182, 184.
Actinotia derupta (Texas); H. K. Morrison, Proc. Acad.
Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 62.
Sintenis liefert eine genaue Beschreibung der Raupe von
324 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hadena amica Tr. und ihrer Entwickelung. Stett. Ent. Zeit.
XXXVII. p. 368 f.
Hadena suffusca (Massach., Conn., Colorado) p. 61, inordinata
(Massachusetts) p. 63, stipata (Illinois), paginata (Florida) p. 645
H. K. Morrison, Proc, Acad. Natur. Scienc. Philad. 1875.
H. vultuosa (Canada, New- York); A. R. Grote, ebenda
p. 420.
Metahadena (n. g. ^ Antennen einfach, Augen nackt.
Ocellen vorhanden; Palpen aufgerichtet, kurz, kräftig, letztes Glied
klein und gerundet; . . . Abdomen ohne Afterbusch, Schienen unbe-
waffnet) atrifasciata (Orono, Maine); H. K. Morrison, ebenda
p. 431.
Leptosoma infuscata, consobrina, latifascia; Argiva Celebensis
(Celebes); C. Hopffer, Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 45 f.
Patula 3Iac Farlanei (Cap York); A. G. Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 127.
Nonagria laeta (New- Jersey); H. K. Morrison, Proc. Bost.
Societ. XVIII. p. 120.
Tapinostola ?;anVma (Detroit, Mich.) ; H. K. Morrison, Proc.
Acad. Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 432.
C. J. Grube (Bijdrag tot de Kennis van Calamia
lutosa Hb., Tijdschr. v. Entomologie 18. p. 118 ff. PI. 7 Fig.
a-e) meldet und bildet einige Farbenvarietäten von Cal. lutosa ab.
C. V. Riley theilt der Academy of Sciences, St. Louis
1. Mai 1876, seine Beobachtung über das Eierlegen der Lecania
unipuncta (Army-worm-moth) mit.
Laphygma inflexa (Jacksonville, Florid.); H. K. Morrison,
Proc. Acad. Natur. Sciences Philad. 1875. p. 65.
Segetia mersa (Californien), proocima (Texas) p. 240; H. K.
Morrison, Proc. Boston Soc. XVIIL p. 120.
Caradrina derosa (New- Jersey) ; derselbe ebenda p. 121.
Taeniocampa vegeta (Dallas, Texas); H. K. Morrison, Proc.
Acad. Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 432.
Taeniocampa revicta (Galena, 111.); derselbe, Proc. Bost.
Soc. XVIII. p. 241.
Cosmia peroplboroides (Florida): Strecker in den Proc. Acad.
Natur. Sciences of Philad. 1876. p. 152.
Orthosia perpura, differta (New- York), immamlata (Nevada)
p. 433; H. K. Morrison, Proc. Acad. Nat. Scienc. Philad.
1875. p. 66 f.
Synonymische Bemerkungen über 0. ferrugineoides von A. R.
Grote, 8. ebenda p. 328.
Riley giebt eine erneute Beschreibung, Abbildung, Schilde-
rung der Lebensweise und Verwandlung der Xanthoptera semi-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 325
crocea Guen. Trans, of the Acad. of Scienc. of St. Louis
Vol. III. p. 236.
Derselbe beschreibt ebenda p. 241 X. Midingsii. n. sp.
Homoglaea (n. g., Scopelosoma nahe stehend, verschieden
durch die Antennen, die im männlichen Geschlecht eine doppelte
Reihe stumpfer, kurzer Zähne tragen, von denen jeder mit einem
langen gelben Büschel versehen ist) hircina (Galena, 111.), Morrison,
Proc. Best. Soc. Nat. Hist. XVIII. p. 240.
CucuUia luna (Yellowstone River, der ganze Körper und
Flügel fast einfarbig, glänzend silberweiss) ; derselbe ebenda
p. 122.
Plusia pulchrina Haw. und Jota L. in eigenthümlichen Va-
rietäten in Livland. Corrbl. Natur f. Vereins Riga. XXXI. p. 44.
Die Raupe von Plusia interrogationis L. lebt spontan
auf Vaccinium myrtillus und uliginosus, frisst in der Gefangenschaft
auch Lonicera und Symphoricarpus racemosus, jedoch nicht Urtica.
53. Jahresber. Schles. Ges. vaterl. Cultur. p. 156.
P. latidcwia (New- York); IL K. Morrison, Ann. Lyc. Nat.
Hist. New-York XL p. 98.
Anarta membrosa (White Mounts., N. H.) ; H. K. Morrison,
in den Ann. Lyc. of Nat. Hist. of New-York XL p. 101; niva-
ria (Colorado); Grote, ebenda p. 107.
Telesilla vesca (Texas); Morrison, Ann. Lyc. Nat. Hist.
New-York XL p. 103.
Eutricopis (n. g. bei Omia und Heliolonche) nexilis (Colo-
rado); IL K. Morrison, Ann. Lyc. Nat. Hist. New-York. Vol.
XL p. 102.
Fala (n. g., verwandt mit Stibadium und Plagiomimicus) pty-
cophora (Californien) ; A. R. Grote, Proc. Acad. Nat. Scienc.
Philad. 1875. p. 426.
Heliothis liicens (Massach., Nebraska); H. K. Morrison,
Proc. Acad. Natur. Scienc. Philad. 1875. p. 69.
H. luteitinctus (Nebraska); A. R. Grote, ebenda p. 426.
Aedophron Äwowi (Kansas); A. R. Grote, Proc. Acad. Nat.
Scienc. Philad. 1875. p. 422.
Chariclea pretiosa (Kansas); IL K. Morrison, Proc. Bost.
Soc. XVIIL p. 122.
Tarache obatra (Louisiana); H. K. Morrison, Proc. Bost.
Societ. XVIII. p. 124.
Tarache patula (Texas), crustaria (Nebraska); H. K. Morri-
son, Proc. Acad. Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 69 f.
T. angustipennis (Texas); A. R. Grote, ebenda p. 426.
Lithacodia penita (New-York); H. K. Morrison, Proc.
Acad. Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 71.
326 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Thalpochares carmelita (Texas); derselbe ebenda p. 434.
Syneda ingeniculata (Dallas); derselbe ebenda p. 435.
Syneda graphica Hübu. var. media; derselbe, Proc. Bost.
Soc. XVIII. p. 125.
Homoptera galhanata (Nebraska); derselbe, Proc. Acad.
Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 435.
Raupe und Puppe von Euclidia triquetra Fb.; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p. 800.
Schinia gracilenta var. oleagina (Texas) p. 67, Tepperi (Texas)
p. 68; H. K. Morrison, Proc. Acad. Nat. Scienc. Philad. 1875.
Schinia media (Kansas); derselbe, Proc. Bost. Societ.
XVIII. p. 122.
Auf S. Tepperi Morr. gründet derselbe die neue Gattung Po-
lenta; ebenda p. 124.
Catocala NebrasTcae (Nebraska); G. M. Dodge, Canad. Ent.
VII. p. 2. C. Jbcrtsfe (Kansas) ; H. Strecker, „Lepidoptera" p. 107.
Catocala J.k&am<:te (Deraopolis, Alab.); A. R. Grote, Proc.
Acad. Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 427.
Ueber Ophideres s. oben p. 292 (324).
Perigea Icole (Appalach.); Grote, Proc. Bost. Soc. Natur.
Hist. XVIII. p. 414.
Lygranthoecia limhalis (Kansas); A. R. Grote, Proc Acad.
Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 421.
Lygranthoecia scissae (Appalach.); derselbe, Proc. Bost.
Soc. XVIII. p. 415.
Heliophila piUpalpis (Appalach.); derselbe ebenda.
Heliophila pertracta (Philad.); H. K. Morrison, ebenda
p. 120.
Heliophila lapidaria (Buffalo); A. R. Grote, Proc. Acad.
Nat. Scienc. Philad. 1875. p. 419.
Phurys ^Zaws (Appalach.) ; derselbe, Proc. Bost. Soc. XVIII.
p. 416.
Apamea natalensis p. 403; Acontia fornwsa p. 404; Gonitis
pusilla p. 405; Patula Wallceri (= P. raacrops Walk. nee. Linn., D.
Urban); Sphingomorpha Monteironis (auch Ambriz) p. 406; Tatorina
(n. g. Thermesiid., von Thermesia unterschieden durch die klei-
neren Augen und längeren Palpen mit kürzerem Endglied) Bur-
rowsii p. 408; neue Arten von Natal; A. G. Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI.
Deltoidae. L. F. Harvey macht folgende neue Arten be-
kannt: 1^8e\idRgloss2L denticulalis (Pennsylv.); Bomolocha, perangulalis
(New-York) p 283; Fseudorgyia (u. g.) versuta (Texas) p. 284.
Bull. Buff. Soc. n.
Felder und Rogeuhofer bilden a. a. 0, die neuen Arten
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 327
ab: Ta.myr9, physophora (Brasilien) Taf. CXXXVII. 10, pusÜla (Araaz.)
11, tumida (Bogota) 12, splendens (Cayenne) 15, crumena (Bogota)
16, gibhosa (ibid.) 36; Dichromia 'taminia (Java) Taf. CXXXIX. 29;
Semnia egaealis (! Amazon.) Taf. CXXXIV. 13, aurivitta (ibid.) 20,
dlhwiUa (Brasil.) 21, 22, funerea (Amazon) 23; Acronolepia iri/p^ae-
nalis (Amaz.) 17, higuttalis (ibid.) 18, josialis (ibid.) 24.
Herminia rectalis (St. Helena); F. Walker in Meliss' „St.
Helena" p. 188.
Renodes pallidula\ Selenis costaUs; Hypena velatipennis, n.
A. von Natal; A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.)
XVI. p. 409 f.
Hypotia rwsswZaZiS (Schahrud) p. 263. Taf. VlI. Fig. 35; Asopia
ohatralis (Krasnowodsk) p. 264. Fig. 36; Noctuomorpha magnificalis
(ibid.) p. 266. Fig. 37, modestalis (ibid.) p. 267. Fig. 38; Noctuelia
alticolalis (Schahkuh) p. 268. Fig. 39; Anthophilodes plumhiferälis
(Krasnowodsk) p. 270. Fig. 40, eruhescens (ibid.) Fig. 41, turcomanica
(ibid.) Fig. 42, p. 271; Christoph, Horae Soc. Ent. Ross. XII.
Aglossa nocturna, ociilaris, fragilis, inconspiciia, formosa, ma-
gnifica, neue Arten von Natal; A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVI. p. 412 ff.
Bomolocha opulenta (Asterabad); Christoph, Hör. Soc.
Ent. Ross. XII. p. 258. Taf. VI Fig. 29.
Hypenodes iCa?cÄ&er5f^■ (Sicilien); v. Kalchberg in der Stett.
Ent. Zeit. XXXVII. p. 139.
Simplicia rectalis Ev. und Zanclognatha bidentalis
Hn. in Nassau gefangen; letztere ist wahrscheinlich eine blosse Va-
rietät von Z. tarsipennalis. Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 50 ff.
Geometridae. Eine Monographie der Nordamerikanischen Arten
dieser Familie hat A. S. Packard erscheinen lassen unter dem
Titel: A. Monograph of the Geometrid moths or Phalae-
nidae of the United States. Washington: 1876. (Report of
the United States Geological Survey of the Territories
Vol. X.) Dieselbe enthält 607 S. Text nebst 13 Tafeln Abbildungen.
In dem allgemeinen Theile ist behandelt die Synonymie, Geschichte,
unterscheidenden Merkmale der Familie, vergleichende Tectologie
des Kopfes, Thorax und des männlichen Begattungsapparates, eine
Vergleichung mit anderen Schmetterlingsfamilien, eine (sehr kurze)
Anatomie der Larven, Gewohnheiten der Arten. Entwicklung des
Thorax, die secundären Geschlechtsunterschiede der Imago, (Ursprung
der Gattungen und Arten), Mimikry, Terminologie. Einige dieser
allgemeinen Bemerkungen beziehen sich entweder gar nicht, oder
doch nicht ausschliesslich auf vorstehende Familie; die Entwicke-
lung des Thorax in der Puppe ist z. B. an einer Tineide geschildert.
Der specielle Theil enthält die Beschreibung der in Unterfamilien
vertheilten Gattungen und Arten; den Unterfamilien ist eine Syno-
328 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
psis der Gattungen, letzteren eine solche der Arten vorangestellt.
Neu sind: Eupithecia albicapitata (Quebec, Canada) p. 48, T. VIII,
sygadeniata (Texas) p. 51, T. IL 7, longipalpata (Mendocino, Cal.)
p. 56, Taf. X. 6, Belirensata (Sanzalito, Calif.) p. 59, T. IX. 5, ravo^
costata (Norway, Me.) p. 60, T, YIII. 9; Ochyria Gueneata (Sanza-
lito, Cal.) p. 141, T. VIII. 60, lacteata (Sanzalito) p. 143, T. IX. 2;
Lobophora inequaliata (! Long Isl., N. Y.) p. 180, T. IX, 20; Hetero-
phelps (!) Harveiata (Ithaca, N. Y.) p. 193, T. IX. 27; Euspilates
(n. g.) spinataria p. 204; Ghloraspilates (n. g.) hicoloraria (Bas-
trop, Texas) p. 212. T. XIIL 40; Stenaspilates (n. g.) Meskaria
(Texas) p. 213. T. XIIL 50; Tornos approximaria (Kentucky) p.
215, T. IX. 40; Lythria Bilevaria (Missouri) p. 221, T. IX. 43,
Snoviaria (Lawrence, Kans.) p. 222, T. IX. 42; Loxofidonia (n.
g. für Fidonia acidaliata Pack.) p. 223, T. IL 8; Eufidonia (n. g.
für Fid. notataria Pack.) p. 225, T. II. 9; Bas y fidonia (n. g. für
Fid. avuncularia Guen.) p. 233, T. II. 13; Orthofidonia (n. g. für
Larentia exornata Walk.) p. 235, T. IL 14; Eufitchia (n. g. für
Abraxas ribearia Fitch) p. 248, T. III. 1; Tharanonoma Guenearia
(Californien) p. 252, T. IX. 70, flavicaria (Mauitou, Col.) p. 256, T.
XIIL 49; Marmopteryx (n. g. für Anisopteryx strigularia Minot
und Tephrina marmorata) p. 259, T. III. 3; Phasiane atrofasciata
(Waco) p. 264, Taf. IX. 74, nuhiculata (Colorado) p. 267, T. XIIL
45, irrorata (San Diego, Cal.) p. 273. T. X. 7; Semiothisa disloearia
(Waco) p. 282, T. XIIL 48; Eudeilinia (n. g. für Corycia hermi-
niata Guen.) p. 803, T. III. 9; Deilinia pacificaria (Victoria, Van-
couver Isl.) p. 307, T. X. 28; Guenaria (n. g. für Ellopia basiaria
Walk.) p. 307, T. III; Gallizzia (n. g.) amorata (Quebec) p. 315,
T. X. 33; Euacidalia Floridata (Dallas) p. 319, T. X. 36; Eois gem-
mata (Waco) p. 320, T. X. 37, ferrugata (Amherst, Mass.) p. 321,
T. X. 39; Ceratodalia (n. g.) Gueneata {Yicioridi, Vancouver Isl.) p.
323, T. X. 40; Asthena hrunneifasciata (Victoria) p. 825, T. X. 42;
Acidalia productata (Philadelphia) p. 334, T. X. 51, albocostaliata
(Demopolis, Ala.) p. 336, T. X. 54, roUmdopennata (Brunswick) p.
837, T. X. 55, qiiadrilineata (Brookline) p. 345, T. X, 64; Eucrostis
Zelleraria (Waco, Tex.) p. 370. T. X. 76; Chlorosea histriaria (Ne-
vada) p. 378, T. XIIL 55, perviridaria (Sanzalito, Cal.) p. 379, T.
X. 82; Aplodes briirmearia (West-Virginien) p. 388, T. X. 88, rubro-
marginaria (Montreal, Can.) p. 389, T. XIIL 44; An aplodes (n.
g.) pistaciaria (Sanzalito) p. 392, T. XIIL 58; Cymatophora (= Boar-
mia) polygrawmaria (Amherst, Mass.) p. 439, T. XL 49; Gnophos
Haydenata (Colorado) p. 445, T. XI. 27 ; Stenotrachelys permagnaria
(Missouri) p. 450, T. XL 31; Cleora nigrovenaria (Victoria, Van-
couver Isl.) p. 454, T. XL 34; Äntepione (n. g. Eunomin, für
Epione depoutanata Grote, Heterolocha sulphurata Pack.) p. 484,
T. V. 16; Endropia pilosaria (?) p. 501, T. XII. 8, apiciaria
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 329
(Brunswick) p. 502, T. XU. 9; Tetracis Grotearia (Manitou, Colo.)
p. 553, T. XII. 48; Eutrapela furciferata (New-York) p. 559,
T. XIII. 64.
Marraopteryx tessellata ^ (Arizona); derselbe, Rep. U. S.
Geolog. Surv. Terr. for 1873. p. 552. Fig. 6.
Felder und Rogenhofer füllen a. a. 0. mehrere Tafeln mit
Abbildungen von neuen Arten dieser Familie, von denen zwei neuen
Gattungen (Merida und Acrasia) angehören.
Lomaspilis Batesii (statura, forma partium corporis et costa-
rum omnino L. marginatae L., sed antennae fere densius ciliatae)
p. 119; Ellopia WaTkeri (forma alarum et partium corporis omnino
E. fasciariae L., sed species multo minor); Macaria Kirhyi p. 120;
Tephrina acrobelia p. 122; neue Arten aus Südafrika (Transvaal);
Wallengren, Insecta Transvaaliensia.
Aspilates glessaria (Kurusch) p. 259, Taf. VII. Fig. 30; Eusarca
vastaria (Krasnowodsk) Fig. 31 und 32, cuprinaria (Schahrud) Fig.
33, p. 261; Eupithecia sutiliata (Schahrud) p. 262, Fig. 34; Christoph,
Horae Soc. Ent. Rossic. XII.
Gnophos creperaria (Irkutsk) p. 337; Ortholitha Alpherdkii
(Armenien); Stammodes Banüovi (Südwest-Sibirien); Cidaria deflo-
rata (Irkutsk) p. 338, incurvaria (ibid.) p. 339; Erschoff, Dia-
gnosen etc. in den Hör. Soc. Ent. Ross. XII.
Milliere beschreibt und bildet ab die Raupe von Asthena
Blomeraria Gurt, (auf Ulmus montana) und Selidosema am-
bustaria Hüb. (auf Hypericum perforatum). Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 11 und 12 PI. I. Fig. 1 ä 2, 3 ä 7.
Pellonia Per e^arm (Spanien); C. Oberthur, Ann. Soc. Esp.
IV. p. 372.
Acidalia separata, atlantica (St. Helena); F. Walker, in
Melliss' „St. Helena" p. 186, 187.
Nach Fuchs hat Acidalia contiguaria Hb. zwei Generationen
im Rheingau und kommt dort auch in einer dunklen Varietät (var.
obseiira Fuchs) vor. Stett. Ent. Zeit. XXXVI p. 227 ff.
Acidalia natalica, cinerascens; Argyris vestalis, neue Arten von
Natal; A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI.
p. 418 ff.
Acidalia mutilata, determinata (Palermo); v. Kalchberg in
der Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 140, 141.
B. P. Mann theilt weitere Fälle von ungefiügelten Aniso-
pteryx ^ und geflügelten $ mit. Proc. Bost. Soc. Natur. Hist.
Vol. XVIU. p. 201. (A. vernata ^^ mit unentwickelten Flügeln,
ebenso mehrere von A. pometaria und ein $ der letzteren Art mit
theilweise entwickelten Flügeln).
Riley zeigt, dass unter dem Canker-Worm der Amerikaner
zwei Arten mit einander verwechselt sind: Anisopteryx pome-
330 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
taria und Paleacrita (n. g.) vernata. Trans. Acad. of
Science of St. Louis. VoL III. p. 273 ff.
Fuchs beschreibt dunkle Aberrationen von Boarmia repan-
data L. und B. glabraria Hb. Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 231 f.
Hyperythra leiicicolor (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 417.
Caberodes interpellans (Natal); derselbe ebenda.
Gnophos umbratilis (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 417.
Thamnonoma Acquiaria (Italien); Mi liiere, Bull. Soc.
Ent. France. 1875. p. CLXV.
Selidosema oZzmraia (Portugal); Mabille, ebenda 1876. p. CIX.
Aspilates arenosa (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 419.
Lygris cicatriculata (Patagonien); Berg, Patagonische Le-
pidopteren etc. p. 223.
Scordylia Salvini (Veragua); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 341.
C. Dietze setzt seine Beiträge zur Kenntniss der Arten
der Gattung Eupithecia Curt. fort; Stett. Ent. Zeit. XXXVI
p. 69 ff., 236 ff. und beschreibt p. 248 ff. die 5 neuen Arten: E.
(nicht benannt, Graubünden), undosata (Livland), subvirens (Cali-
fornien), suspiciosata (ibid.), rivosulata Led. i. 1. (Altai).
E. luteostrigata (Palermo); v. Kalchberg in der Stett.
Ent. Zeit. XXXVI p. 142.
E. albipunctata var. angelicata (England); C. G. Barrett,
Ent. Mouthl. Magaz. XIII. p. 278.
Nach A. Fuchs ist die Raupe von E. subciliata Gn. der von
E. irriguata sehr ähnlich und lebt wie diese auf Eichen. Stett.
Ent. Zeit. XXXVL p. 59.
Derselbe vervollständigt die Beschreibung der Raupe von
E. millefoliata Rössl. Stett. Ent. Zeit. XXXVL p. 234 ff. 290 ff.
Siculldac. Siculodes lunula (Brasilien) Taf. CXXXIV. 1, fal-
cata (Südamerika) 2, roseola (Bogota) 5, amethystea (Amaz.) 6, jjmw-
ciwm (ibid.) 7, cmereoZa (Venezuela) 8, carneola (Amazon) 10, glaceola
(Java) 11, fulviceps (Amazon) 12, sterna (Bogota) 13, striola (Am-
boina) 14, xanthina (Amazon) 15; Draconia oleigutta (Amazon) 3.
Felder und Rogenhofer a. a. 0.
Microlepidoptera.
Microlepidoptera nieuw voor de Fauna van
Neederland medegedeelt door H. W. de Graaf en
P. C. T. Snellen. Tijdschr. voor Entomologie.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 33 1
18. p. 109 ff. (Conchylis zephyrana Treits.; Grapliolitha
quadrana Hb., dorsana F.; Phthoroblastis vernana Knoggs,
pinetana Schläger; Oecophora lunaris Haw.; Perittea ob-
scure-punctella Staint. ; Argyresthia aurulentella Staint. ;
Nepticula Zelleriella Snell.; Bohemannia quadrimaculella
Boh.).
Species Tortricum et Tinearum Scandinaviae
enumeravit H. D. J. Wallengren. Bih. tili K. Sv.
Vetensk.-Akad. Handling. Bd. III. Heft I. Nr. 5. Es
werden aufgezählt mit genauer Angabe des engeren Ver-
breitungsgebietes von Tortricina 255 Arten in 37 Gat-
tungen, Tineina 434 Arten in 106 Gattungen, Ptero-
phoridae 28 Arten in 9 Gattungen, Alucitina 1 Art in
1 Gattung.
Pyralidina. Von dieser Familie gilt mit Rücksicht auf
Felder und Rogenhofer dasselbe wie oben von den Geom etridae.
C. Berg giebt ein Verzeichniss der (18) von ihm bei
Buenos Aires gefundenen Arten, von denen 4 mit Europa, 3 mit
Asien, 3 mit Afrika, 9 mit Nordamerika, 1 (Asopia farinalis L.) mit
Europa, Asien, Afrika, Nordamerika und Australien gemein sind.
Als neu sind beschrieben Asopia vernaculalis p. 131; Eurycreon
evanidalis p. 134, consularis p. 135; Ceratoclasis verecundalis (nebst
Raupe) p. }141; Nomophila inY^ca?^5 p. 155. D. Ent, Zeitschr. 1875.
Derselbe bringt weitere Beiträge zu den Pyralidinen Süd-
amerikas mit der Beschreibimg der neuen Arten Botys amiculatalis
(Buenos Aires) p. 343, suavidalis (Rio Janeiro) p. 345; Paraponyx
indomitalis, effrenatalis p. 354. Stett. Ent. Zeit. XXXVII.
Asopia Graafialis (Cucqueta) p. 189, PI. 11. Fig. 1; Aporodes
arbutdlis p. 190, Fig. 2; Odontia exoticalis p. 191, Fig. 3; Botys
vicarialis (Bogota) p. 194, Fig. 4, polygamalis (ibid.) p. 195, Fig. 5
und 6, communalis (ibid.) p. 196, Fig. 7, griseälis p. 198, Fig. 8,
graphitalis (Baranquilla) p. 199, Fig. 9, acutalis (Sambrano, Yondo,
Rio de Magd.) p. 200, Fig. 10, acutangulalis ^. 201, Fig. 11, incalis
(Rio de Magdalena) p. 202, Fig. 13, Claudialis p. 204, Fig. 14, sa-
mealis p. 205, Fig. 15, variegalis p. 207, PL 12, Fig. 1, 2; Eurycreon
asopialis (Rio Magdalena) p. 209, Fig. 3, fuscocilialis p. 210, PI. 13
Fig. 1; Salbia deformalis (Rio Magdalena) p. 214, PI. 12. Fig. 4, 5,
6, abnormalis Fig. 7, 8, cognatalis Fig. 9, 10, p. 215; Salbio-
morpha (n. g.) ancidalis p. 217, Fig. 11, 12; Hileithia (n. g.)
Appialis p. 219, Fig. 13, 14; Prenesta (n. g.) Fabialis (Calamar
und Conejo am Rio Magdalena) p. 220, Fig. 15, 16, Sunidlis (ibid.)
p. 221, Fig. 17, 18; Nolclenia (n. g.) margaritalis p. 224, PL 13,
332 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Fig. 2, 3; Margarodes spurcalis (Yondo am Rio Magdalena) p. 224,
Fig. 4; Phakellura auricollis Fig. 5, SatanaUs (Mochilla am Rio Magd.)
Fig. 6, p. 231, Guenealis (Conejo)p. 2SS, gigantalis {Cimdai) p. 234, Fig.
7, 8; Sestia (n. g.) oleosalis p. 236, Fig. 10, 11; Syllepis latifascialis
p. 238, Fig. 12; Psara (n. g.) pallicaudalis p. 240, Fig. 13,
14; Megastes pusiälis (Yondo) p. 241, Fig. 15; Metasia deltoidalis
(Bogota) p. 248, Fig. 16; Steniodes (n. g.) lutealis (Ubaque) Fig.
17, 18; Blepharomastix vestalialis PI. 14, Fig. 1. p. 245; Cerato-
clasis tenehralis (Rio Magdalena) p. 246, Fig. 2, 3, Boalis p. 247»
Fig. 4; Desmia geminalis p. 249, Fig. 5, naclialis p. 250, Fig. 6, 7,
jovealis p. 252, Fig. 8, 9; Cindaphia impuralis p. 254, Fig. la; Le-
dereria (n. g.) Nölckenialis (Couejo) p. 257, Fig. 11, Seppalis p, 258,
Fig. 12 ; Paraponyx Guenealis p. 260, Fig. 13, distinctalis (Punto
de Ocaiio am Rio Magdalena) p. 261, Fig. 14, Hydrothionalis p. 262,
Fig. 15; P. C. T. Snellen, (Geometrina en) Pyralidina van
Nieuw Granada, St. Thomas en Jamaica, in Tij dschr. voor
Entomologie 18.
Derselbe giebt ebenda 19, p. 186 flf. eine Revision der Arten
der Gattung Oligostigma Guenee und beschreibt 0. bümealis
(Punjaub) p. 196, PI. 8, Fig. la— c, unilmealis (Java) p. 197, Fig.
2a, b, /iama7*s (Punjaub) p. 199, Fig. 4 a— c, aur eolalis (Ja.w3i) p. 200,
Fig. 5 a — c, simplicialis {ibid.) i:>. 201, Fig. 6, latifascialis (Celebes) p.
202, Fig. 7 a, b, tripunctalis (Java) p. 205, PI. 9, Fig. 9 a, b,
nectalis (ibid.) p. 206, Fig. 10, sejunetalis (Punjaub) p. 207, Fig.
11 a— c.
Pyralis secretalis (P. farinali L, colore costisque alarum posti-
carum sat similis; palpi labiales elongati porrecti; . . . antennae
biseriatim ciliatae; cilia vero longissima crassa, versus apicem an-
tennarum sensim breviora, ut antennae pectinatae appareant) p. 122;
Lepyrodes piabilis p. 124; Ancylolomia mirabilis p. 125; Crambus
lieliocaustus', Chilo recalvus p. 126; Melissoblaptes murinus p. 127;
neue Arten aus Südafrika (Transvaal); W allen gren, Insecta
Transvaaliensia.
Botys Capparidis (Schahrud) p. 272, Taf. VII. Fig. 43 und
var. Daghestanica (Derben t) p. 273, Fig. 44, ustrinalis (Derbent) p.
274, Fig. 45; Eurycreon scalaralis (Krasnowodsk) p. 275, Fig. 46;
Stenia intervacatalis (Schahrud) p. 276, [Fig. 47; Eromene (?)
SM&scma (Krasnowodsk) p. 277, Fig. 48; Nephopteryx vaZifieZ/a (ibid.)
p. 278, Fig. 49, 50; Pempelia praetextella (ibid.) p. 279, Taf. VIII.
Fig. 51; Epischnia staminella (ihiä,) p. 281, Fig. 62, sidcatella (ihid.)
Fig. 53; Myelois Staudingeri (Schahrud) Fig. 54, p. 282, terstrigella
(Krasnowodsk) p. 283, Fig. 55, cifictipalpella (ibid.) p. 284, Fig. 56,
Substratella (ibid.) p. 285, Fig. 57, pollinella (ibid.) p. 286, Fig. 58,
Solskyi (Schahkuh) p. 287, Fig. 59, Sieversi (Krasnowodsk) p. 289,
Fig. 60; Christoph, Hör. Soc. Entora. Ross. XII.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 333
Arta (n. g., mit Asopia verwandt) statalis (New- York); Botys
feudalis (ibid. und Massach.), qiiinque-linealis (ibid ), (Pyrausta) ma-
tronalis (Canada), hircinalis (New- York), niveicilialis (ibid.); A. R.
Grote, Bull. Buff. Soc. II. p. 229—232.
Die Fauna von St. Helena birgt nach F.Walker in Mellis'
„St. Helena" p. 189, 190 die neuen Arten Scopula delineatalis',
Scoparia nigritalis, lucidalis und Nephopteryx privata.
Siparocera (n. g.) nöbüis (Robinson); Grote, Ann. Lyc.
Nat. Hist. of New-York Vol. XL p. 128 f.
Perispasta (nov. gen., . . . antennae mediocres, siraplices,
setaceae ; ocelli distincti, palpi labiales pilosi, . . . alae anteriores
acutae, costa valde convexa . . .) caeeulalis _7* (Texas); Zeller a.
a. 0. p. 333.
Pyralis smaragdina (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 411.
Oectoperia (n. g., ocelli nulli; . . . alae ant, latae, acutae,
Costa in medio late emarginata, bis incisa, ^ costa inde a basi so-
leuis instar ante emarginationem aperti inflata, . . . , pedes me-
diocres, mediorum tibiae spisse piloso-squamatae . . .) sincera ^T $
(Texas); Zeller in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXV.
p. 332.
Pyrausta aurea (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVI. p. 414.
Hymenia griseata (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVI. p. 415.
Botys facetälis (Rio Negro); Berg, Patagonische Lepi-
dopteren etc. p. 224.
Botys trinalis var. Bornicensis (Nassau); A. Fuchs in der
Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 105.
Botys straminea (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVI. p. 416.
Orobena Manglisalis (Manglis); Erschoff, Hör. Soc. Ent.
Rossic. XII. p. 339.
Cataclysta fraterna (Natal); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 415.
W. Bück 1er beschreibt Larve und Lebensweise von Cata-
clysta lemnalis. Ent. Monthl. Magaz. XIL p. 102.
C. Ritsema Cz. giebt ein Tweede Aanvulsel tot het Ge-
schiedskundig overzigt van het Ges lacht Acentropus Gurt,
nebst weiteren Bemerkungen über die geographische Verbreitung
von Acentr. niveus. Tijdschr. voor Entomol. 19. p. 1 ff. S. auch
Proc. Ent. Soc. Lond. 1876. p. XXXIL ff.
Chilo cinnamomellus (Rio Negro); Berg, Patagonische Lepi-
dopteren etc. p. 227.
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. W
334 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Crambus pdlustrellus (Landes); Ragonot, Bull. Soc. Ent.
France. 1876. p. LXXVIIL
Cr. Garpenterellus (Colorado); A. S. Packard, Rep. U. S.
Geol. Surv. Terr. for 1873. p. 548. Fig. 1.
Nephopteryx maculata (Palermo); v.Kalchberg in der Stett.
Ent. Zeit. XXXVIL p. 143.
Pempelia mellogamella (Nordpatagonien; Palermo bei Buenos
Aires) p. 230; Bliinaphe (n. g. zwischen Semnia und Anerastia)
signicollis p. 233; Berg, Patagonische Lepidopteren etc.
Catastia (?) mnhrosella (Irkutsk) p. 339, pyrausto'ides (ibid. und
Kultuk); Hypochalcia caminariella (Irkutsk); Eucarphia (Megasis)
gregariella (ibid.) p. 340; Erschoff, Hör. Soc. Ent. Boss. XIL
Acrobasis slngtilaris (Palermo); v. Kai ebb er g in der Stett.
Ent. Zeit. XXXVII p. 144.
C. G. Barrett bespricht die in Grossbritannien beobachteten
Ephestia- Arten (E. elutella Hübn., serairufa Stn., ficella Stn.,
ficulella, passulella) ; Entom. Monthl. Magaz. XI. p. 269 ff.
Ephestia ochrifrontella ^, liospitella ^ $ (Texas), Miller i
(Mittelamerika?); Zell er a. a. 0. p. 338 ff.
lieber die zahlreichen (5) Generationen der Galleria mello-
nella L. s. Ab. Ver. uaturw. Unterhalt. Hamburg. H. p.
241, 242.
Tortricina. Etüde sur l'organisation exterieure des
Tordueuses. Par M. Henri de Peyerimhoff. Ann. Soc.
Ent. France. 1876. p. 523. Planche X, XI, XIL Nach einer
Schilderung der Lebensweise und Larvenstadien geht der Verfasser
zum vollkommenen Insekt über, dessen Theile in folgender Reihen-
folge behandelt werden: Kopf, Augen, Nebenaugen, Antennen, Palpen,
Rüssel, Thorax, Beine, Flügel, Abdomen. Mit besonderer Ausführ-
lichkeit verbreitet sich der Verfasser über die für die Systematik
in hervorragender Weise wichtige Nervatur der Flügel. Die Ab-
bildungen auf den beigefügten drei Tafeln dienen zur Erläuterung
der Terminologie.
Auch durch Bereicherung dieser Familie mit ausländischen
Formen erwerben sich Felder und Rogenhofe r Verdienste.
Tortrix (Ptycholoma) Erscliofß (Asterabad) p, 289, Taf. VIII.
Fig. 61, (Heterognomon) verhascana (?) Fig. 62; Conchylis Zelleri
(Krasnowodsk) Fig. 63, p. 290; Grapholitha ephedrana {Schahrnd) p.
291, Fig. 64; Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross. XH.
Tortrix (Idiographis) excentricana (Irkutsk); Cheimatophila
praeviella (ibid.); Conchylis (Phtheochroa) pistrinana (ibid. und
Krasnojarsk); Penthina enervana (Kultuk) p. 341; Grapholitha äba-
cana (Irkutsk), stihterminana (ibid.); Phthoroblastis dorsüunana (ibid.);
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 335
Choreutis solaris (ibid.) p. 342; Erschoff, Diagnosen etc. in den
Hör. Sog. Ent. Ross. XII.
Teras pecuUana $ (Texas) p. 210, variolana ^ (Texas) p.
212; Zeller a. a. 0.
Teras maKwrawfi Ragonot, Bull. Sog. Ent. France. 1875.
p. LXXI. (Der Name wird in T. pyrivorana uxa^Qhndievi: derselbe
ebenda, Annales. 1876. p. 49.)
Tortrix, (Cacoecia) infumatana ^ $ (Missouri) p. 216, (Loxo-
taenia) sescuplana (^ $ (Maine, Texas) p. 220, (Idiographis) ani-
plexana ^T (Neu-Seeland) p. 222, (Argyrotoxa) trifurculana ^ $
(New- York, Texas) p. 226, conigerana (/ ^ (Maine, Massach.) p.
227, (Platynota) labiosana ^ $ (Texas) p. 237, exasperatana J^ ^
(Texas, New- York) p. 238. Zell er a. a. 0.
Tortrix Lafauryana (Dax, auf Myrica Gale), (Lophoderus) Ma-
hilUana (Corsica auf Pistacia lentiscus) ; Ragonot, Bull. Sog. Ent.
France. 1875. p. LXXII.
Tortrix histrionaua in verheerender Menge in Mähren.
Sitzber. naturf. Vereins Brunn. XIV. p. 51.
Genopis (n. g., frons ^ profunde excavata, . . . alae poste-
riores r^ subtus Gallo prope marginem internum decurrente . . .
für Tortr. Pettitana Rob. und) testulana ^ (Texas); Zeller a. a.
0. p. 241.
Sciaphila incomptana (Rio Negro) ; Berg, Patägonische
Lepidopteren p. 234.
Die auf Solidago virgaurea und Sedum telephium lebende
Raupe von Sciaphila virgaureana nebst Verwandlung beschrieben
von Brischke in der Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 68.
Conchylis vitellinana (Maine ?) p. 243, seriatana J" (Texas) p.
244, glaucofuscana $ (Texas) p. 245; Zelle r a. a. 0.
Die auf Solidago virgaurea lebende Raupe etc. von Lobesia
permixtana beschrieben. Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 68.
Penthina aWeolana ^ (Massachusetts) p. 263, cliionosema ^
(Nordamerika) p. 265; Ecdytolopha (n. g Alae posteriores
latae, .... superne penicillo ex sulco juxta venae medianae basim
eminente, sonst in die Verwandtschaft von Penthina gehörig) insiti-
ciana J" (Massachusetts); p. 266; Exartema (Eccopsis) quadrifidum
^ (Massachusetts) p. 268, exoletum ^ (Massach.) p. 270, albofa-
sciatum ^ (Ohio, Illinois) p. 272, appendiceum J" $ (Massach.) p.
275; Zeller a. a. 0.
Grapholitha Ädenocarpi (Dax); Ragonot, Bull. Sog. Ent.
France. 1875. p. LXXIII.
Grapholitha obcaecana (Fontainebleau) ; Ragonot, Bull.
Sog. Ent. France. 1876. p. LXV.
336 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
G. orhitana (Patagonien); C. Berg, Patagonische Lepi-
dopteren, a. a. 0. p. 236.
Grapholitha VestaUana $ (Texas) p. 286, trivittana ^ ^
(Texas, Illinois) p. 287, spiculana $ (Texas) p. 289, stercoreana ^ $
(Maine?) p. 290, Moessleri ^ (Nordamerika) p. 291, (Poecilochroma)
malachitana ^ $ (Missouri) p. 292, usticana $ (Nordam.) p. 294,
suhnisana ^ $ (Maine?) p. 294, (Hedya) allufana ^ ^ (Texas) p.
295 (Ephipp.) ecUpsana </ (Texas) p. 298, perfluana $ (Texas) p.
299, Packardi $ (?) (Texas) p. 300, suhversana ^ $ p. 318.
Paedisca inclinana ^ ^ (New- York, Texas) p. 301, clavana (^
$ (Ohio, New- York) p. 303, quintana (^ (Texas) p. 304, constri-
ctana ^ (Texas) p. 305, desertana ^ (Texas) p. 306, affusana $
(Nordamerika) p. 307, tripartitana ^ (Texas) p. 308, tephrinana ^ $
(Maine) p. 309, vertumnana ^ $ (Texas) p. 310, dodecana ^ $
(Texas) p. 311, monogrammana (/" (Texas) p. 313, albiguttana f^
(Texas) p. 314, occipitana r^ (Texas) p. 315, comatulana $ (Texas)
p. 316, nmnerosana (/' (Texas) p, 317; Zeller a. a. 0.
Rag 0 not entdeckte die auf Centaurea jacea lebende Raupe
von Grapholitha caecimaculana Hb. Bull. Soc. Ent. France.
1875. p. CXXI.
Die Raupe von Grapholitha Servillana Dup. lebt in
Zweigspitzen von S alix daphnoi'des; Brischke in der Stett.
Ent.Zeit.XXXVII. p. 68.
Euchromia hemidesma Q_ (Massachusetts); Zeller a. a. 0.
p. 261.
P. C. T. Snellen beschreibt und bildet ab Raupe und Puppe
von Carpocapsa grossanaHaw., deren Raupen im März und April
an Buchenstämmen gefunden wurden und sich meist im April ein-
spannen. Tijdschr. voor Entomologie. 19. p. 54 f. PI. 2,
Fig. a— f.
Setiostoma (n, g. . . . Palpi labiales reflexi, squamati . . .)
xantJiobasis ^ (Texas), clüoröbasis $ (Brasilien); Zeiler a. a. 0. p. 325.
Atteria rivularis (Veragua, vikariirende Form der A. volca-
nica von Neu-Granada) ; A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XV. p. 342.
Phoxopteris semiovana ^ (New-York) p. 250, Burgessiana
^ 2 (Massachusetts) p. 252, lacmiana ^T $ (Massachusetts) p. 253,
suhaequana ^f $ (Maine?) p. 254, angulifasciana ^ $(Ohio, Massach.)
p. 256, Floridana J" (Ohio) p. 258, amhlygona $ (Washington) p.
259, marcidana (Texas); Zell er a. a. 0.
Sericoris argyroelcma ^ (New-York) p. 277, consteUatana (^
$ (Ohio, Now-York) p. 279, astrologana ^ (Texas) p. 281, poana
^ $ (Ohio, Massach.), campestrana J" $ (Maine) p. 282, fuscalhana
</ (Ohio) p. 284, caesiaTbana ^ (Massachusetts) p. 285; Zell er
a. a. 0.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 337
Dichrorhampha aurisignana ^ (Washingt.) ;derselbe ebenda
p. 319.
Tineina. Seite 209—228 der Stett. Eni Zeit. XXXVII.
enthalten die Besprechung und Beschreibung von 31 Tineidenaus
Texas von Frey und Boll.
V. T. Chambers veröffentlicht in dem mir nicht zugänglichen
Cincinn. Quart Journ. Sciences Vol. I und II eine Reihe von Ar-
tikeln über Tineina, z. Th., wie es scheint, polemischer Natur:
Prof. Frey of Zürich and some American Tineina I. p.
193—211.
Notes and Errata on a former paper on Prof.
Frey and some American Tineina; ibid. p. 338 — 340.
Tineina of the United States. II. p.« 97—121; 226—259.
Tineina of Colorado; ibid. p. 289—305.
Derselbe beschreibt im Canad. Entomol. VII an verschie-
denen Stellen neue Tineiden, von denen einige zur Aufstellung fol-
gender neuer Gattungen Veranlassung gegeben haben: Naera (bei
Laverna; Name als vergeben hernach in Leuce umgeändert p. 58)
p. 9, Glauce (bei Gelechia) p. 12, Eriphia (schon bei kurz-
schwänzigen Krebsen vergeben) p. 55, Äetole (bei Heliozela) p. 73,
Ithome (neben Ithomia wohl nicht haltbar, Elachista nahe stehend)
p. 93, Phaetusa (Evippe benachbart) p. 105, Phigalia (bei Pe-
ritta; schon bei Spannern vergeben) p. 107, Leucophryne p. 210.
Tinea ursella^ binotatella, suhaeneella ; Cerostoma anticella; Gelechia
Sanctae-Helenae , ligniferella; Lithocolletis arifascia; Cemiostoma
auronivea^ neue Arten von St. Helena; Walker in Mellis' St.
Helena p. 190—193.
Atteva impunctella (Sumatra); C. Ritsema, Pet. Nouv.
Entom. VIII. p. 479.
Auch die Tineiden werden durch Felder und Rogen-
hof er mit zahlreichen neuen ausländischen Arten bereichert.
Nemophora dorsiguttella (Kachtak); Adela infantella (Irkutsk);
Cerostoma falculella (ibid.); Psecadia nigripedella (Ost-Sibirien) p.
343; Depressaria muUiplicella (Ussuri), anticella (Irkutsk); Gelechia
cinctipunctella (Albasin a. Amur.) p. 344, (Lita) melanotephrella (Ir-
kutsk), (Teleia) trijugella (ibid.), (Anacampsis) Laclitensis (Lachta
bei St. Petersburg) p. 345; Oecophora ochricolor (Tiflis), lutiviliella
(ibid.); Glyphipteryx ynagnateUa (Irkutsk); Coleophora lativittella
(ibid.) p. 346; Butaüs sagittatella (Albasin); Staintonia (?) fiilgens
(Amur) p. 347; Erschoff, Diagnosen etc. in den Hör. Soc. Ent.
Ross. xn.
Aanteekening o ver Oinophila v-flava Haw. ; Tinea ni-
gripunctella Haw., parietariell a Bruand, en Coryptilum
Klugii Zeller. (P. C. T. Suellen in Tijdschr. voor Entom.
338 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
19.- p. 51 fif.). Oinophila steht durch den Bau der bisher übersehenen
Kiefertaster und der Flügel der Gattung Tinea nahe, aus wel-
cher dagegen T. nigripunctella und parietariella entfernt werden
müssen, da auch mit der stärksten Vergrösserung Kiefertaster nicht
wahrzunehmen waren; sie werden in der Gattung Dysmasia ihren
Platz finden. Coryptilum Klugi hat dagegen wieder Kiefertaster
und die Gattung ist daher nahe verwandt mit Lampronia und In-
curvaria.
Psecadia vitalhella (Krasnowodsk) p. 292, Taf. VIII. Fig. 65;
Depressaria caucasica (Kurusch) p. 293, Fig. 66; Cryptolechia mur-
cida (Derbent) p. 294, Fig. 67; Teleia i/^rina (Krasnowodsk) p. 296,
rig. 68; Anarsia Hdlimodendn (Krasnowodsk) p. 297, Fig. 69; Bu-
talis gurdella (Derbent) p. 298, Fig. 70; Christoph, Hör. Soc.
Entom. Rossic. XII.
Cerostoma crispulella (Rio Santa Cruz) p. 238; Depressaria
desertorum (Rio Negro) p. 239; Gelechia invennstella (Rio Negro)
p. 240, ferella (Rio Santa Cruz) p. 241; Berg, Patagonische Le-
pidopteren etc.
Euplocamus stupeus p. 127; Blabophanes pellucida', Crypto-
lechia haeresiella p. 128; Lecithoccra anthologella p. 129; Wallen-
gren, Ins. Trans vaaliensia.
Simaethis rimulalis $ (St. Thomas), vicarialis $ (Maine);
Zeller a. a. 0. p. 321. f.
Simaethis aurofasciana (St. Martin) p. 74, PI. 6. Fig. 7, in-
scriptana (Celebes) p. 76, Fig. 6, albimaculana (Macassar) p. 77,
Fig. 5; P. C. T. Snellen, Tijdschr. voor Entomol. 18.
Nemophora annulatella] Ragonot, Bull. Soc. Ent. France.
1876. p. LXVI.
Adela trigrapha ^ $ (Californien?); Zell er a. a. 0. p. 342.
Zelleria fusca (Grossbritannien); H. T. Stainton, Entom.
Monthl. Magaz. Xlfl. p. 1.
Boll beschreibt das Eierlegen der Pronuba Yuccasella
Riley (Tegeticula alba Zell.) in gleicher Weise wie Riley (vgl. den
vorigen Bericht 1875. p. 252 (276)), bezweifelt aber, ob dadurch die
Befruchtung vollzogen werden könne. Stett. Ent. Zeit. XXXVII.
p. 401 ff. (Boll scheint mir Riley missverstanden zu haben; wie
ich Riley verstanden habe, soll durch die Manipulation der ^
Pollen auf die Narbe gelangen, und dieser Pollen die befruchtenden
Schläuche treiben, nicht der zu Klumpen geballte, der in die in
den Fruchtknoten gebohrten Oeffnungen hineingeschoben wird.
Refer.) Nach Boll hat der in die Oeffnungen eingeführte Pollen
(gewöhnlich mit Antherenhaaren vermischt) den Zweck, den Saftaus-
flu88 zu hindern.
Riley gibt noch eine kurze Notiz über das Eierlegen der
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 339
Pronuba Yuccasella. Transact. of the Academ. of Science
of St. Louis. Vol. IIL Nr. 2, p. 208 f.
Zeller wiederholt in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXV. p. 340 f. die Angaben Riley's über die Brutpflege der Pro-
nuba Yuccasella Riley, womit seine Tegeticula alba identisch ist.
Bei der Verpuppung schiebt sich die Puppe durch eine Rücken-
spalte der Raupenhaut hervor, so dass diese ihre ganze ursprüng-
liche Länge behält.
Cryptolechia atropicta $ (Nordamerika); Zell er a. a. 0.
p. 343.
Dactylota (n. g.) Kirikerella (Niederlande); P. C. T. Snellen,
Tijdschr. voor Entomol. 19. p. 23. PI. I.
Embryonopsis (n. g. Gelechiid.) Tialticella (Kerguelen; Larve
zwischen den Blattscheiden von Festuca Cookii und erecta); A. E.
Eaton, Entomol. Monthl, Magaz. XIL p. 61.
Die in Stengeln von Silene nutans lebende Raupe von Gelechia
caligeuella sowie zwei andere auf Populus pyramidalis und Saro-
thamnus scoparius lebende Gelechienraupen beschrieben von
Brischke in der Stett. Ent. Zeit. XXXVIL p. 69 f.
Neben Doryphora decemlineata droht in Algier der Kartoffel
Gefahr von einer kleinen Gelechia (G. solanella), deren Raupen
die Knollen selbst durchminieren. (Nach einem Referat im Zool.
Garten. XVL p. 238.)
Lita singula, (?) pimctata (Palermo); v. Kalchberg in der
Stett. Ent. Zeit. XXXVÜ. p. 145, 146.
Ergatis (Gelechia) staticella (St. Marguerite) ; M il 1 i e r e , Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. CLXVL
Teleia femoralis (Palermo); v. Kalchberg in der Stett.
Ent. Zeit. XXXVIL p. 146.
Die in den Blüthenständen von Tanacetum vulgare lebende
Raupe von Cleodora tanacetella Sehr, beschrieben von Brischke
in der Stett. Ent. Zeit. XXXVIL p. 69.
Anacampsis (?) hasalis (Castelbuono, Sic), p. 147 ; Mesophleps
(?) acmninatiis (Palermo) p. 148; Symmoca (?) pallida (Castelbuono,
Palermo); p. 149, v. Kalchberg a. a. 0.
Ragonot entdeckte die Raupe von Symmoca signatella
H.-S. (in den Rindenrissen der Linde): Bull. Soc. Ent. France.
1875. p. CXLV.
Neu ist S. nigromaculella (Coimbra); ebenda p. CXCIV.
Oecophora Jourdheuilleüa ; Ragonot, Bull. Soc. Ent. France.
1875. p. LXXIIL
Gracilaria obscuripennella p. 209, consimilella p. 210, aurife-
rella (aus Rhus typh.), interpositella (auf Quercus obtusifolia) p. 212,
340 Bertkau: Bericht über die wissenschaftliclien Leistungen
Coriscium rhomhiferellum p. 213,- alle von Dallas in Texas; Frey
und Boll a. a. 0.
Vie evolutive de la Coleophora nutantella Mühl. Par
M. Guenee. Ann. Sog. Ent. France. 1876. p. 505 ff. Enthält
die Beschreibung der in den Kapseln der Silene nutans lebenden
Larve des in der Ueberschrift genannten Schmetterlings.
Coleophora nigricella Steph.' in verheerender Menge auf
Crataegus; Sitzber. Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p.24.
lis.xerna, plumipes (Rodriguez); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4 ser.) XVIL p. 409.
Macroceras (n. g.) oecophila (Palermo); v. Kalchberg in
der Stett. Ent. Zeit. XXXVIL p. 150.
ßrischke beschreibt die einer Pterophoren-Raupe gleichende
Raupe von Schreckensteinia festaliella, die bei Danzig auf
Himbeeren lebt. Stett. Ent. Zeit. XXXVU. p. 69.
H. Frey erzog Cosmopteryx Scribaiella v. Heyd. aus Minen
von Phragmites communis bei Bremgarten an der Reuss, Mitth.
s chweiz. ent. Gesellsch. IV. Auch Stett. Ent. Zeit. XXXVL p. 44.
Elachista pusilla (aus Grasblättern) p. 215, Texanica p. 216,
beide von Texas; Frey und Boll a. a. 0.
Lithocolletis alnivorella, cmidiferella, parvifoliella', Ragonot,
Bull. Soc. Ent. France. 1875. p. LXXIIl f.
Lithocolletis affims (in Lonicera-Minen) p. 222, Solidaginis (in
Solidago-Minen) p. 223, modesta (ülmus fulva), occitanica (ebenda)
p. 224, tenuistrigata (Quercus obtusifolia) p. 225, pusillifoliella p.
226, neue Arten von Dallas in Texas; Frey und Boll a. a. 0.
Lithocolletis conglomemteUa ^ (Texas) p. 346, Texanella </
$ (Texas) p. 349, atomariella ^ $ (Massachusetts) p. 350, alterna-
tella ^ (Texas); Zeller, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXV.
Tischeria Nolckenii (Dallas in Texas); Frey und Boll a. a.
0. p. 270.
Tischeria concolor $ (Texas); Zeller a. a. 0. p. 352.
Tischeria decidua (Schlesien in Eichenblattminen, ähnlich
denen der T. Dodonaea; die Raupe lässt sich erwachsen mit ihrer
in der Mine bereiteten Wohnung aus dem Blatte herausfallen);
Wocke in der Zeitschr. Entomol. Breslau. Neue Folge V. p. 41.
Phyllocnistis insignis (Dallas in Senecio - Blättern); Frey und
Boll a. a. 0. p. 217.
Bucculatrix litigiosella ^ (Texas); Zell er a. a. 0. p. 354.
Bucculatrix angustata, Eileyi, beide von Dallas in Texas;
Frey und Boll a. a. 0. p. 218, 219.
Opostega accessoriella'? (Dallas in Texas); Frey und Boll
a. a. 0. p. 216.
Nepticula Zellenella (Holland); P. C. T. Sn eilen, Tijd sehr,
v. Entomologie, 18. p. 113 ff., PI. 7. Fig. 1—4.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 341
Nepticula Dallasiana (Dallas in Blättern einer Rubus-Art) ;
Frey und Boll a. a. 0. p. 228.
Pterophorina. Agdistis StaUcis (! St. Marguerite), Satanas
(Cannes), Lerinsis (ibid.); Milliere, Bull. See. Ent. France.
1875. p. CLXVI f.
Oxyptilus languidus (Bogota) Taf. CXL. 47, vigens (N.-Seeland)
49, nuhüus (Bogota) 53; Miraaeseoptilus hogotanus, tenuis, posticus
(Bogota), sabius (Caffrar.) 48, 50, 51, 60; Amblytilia taprohanes (Cey-
lon) 54; Aciptilia patruelis (Neu-Seeland) 56; Cnemidophorus alti-
cola (Himalaya) 59; Stenoptycha Linäigi (Bogota) 61; Felder und
Rogenhofer a. a. 0.
Platyptilus suhnotatus (St, Helena); F. Walker in Mellis'
„St. Helena" p. 193.
Platyptilia terminalis (Uluntai bei Irkutsk) p. 347; Mimaeseo-
T^iilus pinarodactylus (Irkutsk) p. 348; Erscho'ff, Diagnosen etc.
in den Hör. Soc. Ent. Ross. XII.
Oedematophorus Constanti (Frankreich, auf Inula montana);
Ragonot, Bull. Soc. Ent. France. 1875. p. CCV.
Leioptilns chrysocomae (Chrys. Linosyris); Ragonot, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. LXXIV.
Berg deutet Aciptilia alternaria Zell. (s. d. vorigen Bericht
1875 p. 254 (278)) als Pterophorus leucodactylus F., und
giebt eine ausführliche Beschreibung dieser in Süd-Amerika verbrei-
teten und häufigen Art unter dem Namen Aciptilia leuco-
dactyla. Patagonische Lepidopteren etc. p. 243 ff.
Alucitina. Aus dieser Familie bilden Felder und Rogen-
hofer a. a. 0. Taf. CXL. Fig. 62, 63 Alucita eudactyla (Bogota;
Brasilien) und capensis (Knysna) ab.
Alucita Butler i (Transvaal; palporum articulo ultimo brevis-
simo adscendente, palpis, capite thoraceque supra albicantibus; alis
supra gilvescentibus ; fasciis tribus obscure cinereis, infuscatis, albo-
marginatis, posteriore in digito secundo interrupto in macula mar-
ginali digiti primi unicam coarctata (mir unverständlich geblieben;
Ref.), maculis marginalibus digiti primi G, tertia medium digiti non
tatengit); Wailengren, Insecta Transvaal, p. 130.
Diptera.
Beling liefert in einem „Beitrag zur Metamor-
phose der zweiflügeligen Insecten" betitelten Auf-
satz die Beschreibung der Larven und Puppen folgender
Fliegen: Xylophagus ater Meig., cinctus Deg.; Tabanus
bromius L.; Haematopota pluvialis L.; Empis trigramma
Meig.; Leptogaster cylindricus Deg., Asilus geniculatus F.;
342 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Thereva nobilitata F.; Leptis scolopacea L., tingaria L.,
latipennis Loew, lineola F.; Ghrysopila atrata Meig.; Do-
lichopus latilimbatus Macq. ; Xylota segnis L. ; Boletina
nigricoxa Staeg. Dieses Archiv 1875. I. p. 31 ff.
Jules Kunckel d'Herculais. Recherches sur
rOrganisation et le developpement des Volu-
celles, Insects dipteres de la famille des Syrphi-
des. gr. in-4^' av. pl., Paris, 1875. Mir unbekannt geblieben.
C. Rondani liefert Fragment III seiner Muscaria
exotica Musei Civici Januensis, enthaltend die von
Doria und Beccari in Sarawak gesammelten Arten. Annal.
Mus. Civic. di Stör. Natur, di Genova. VII. p. 421 ff.
J. 0. West wo od veröffentlicht in den Trans. Ent.
Soc. London. 1876. Notae Dipterologicae I. p. 497 ff.
(Bombylii at Pompeji), IL p. 501 ff. (D escriptions of
some new exotic species of Tipulidae), IIL p. 507
ff. (Descriptions ofnew genera and species of the
family Acroceridae), IV. p. 571. ff. (Monograph of the
genus Systropus with notes on the economy of a
new species of that genus.)
Osten-Sacken giebt ein Verzeichniss von (12) Di-
pteren, die Palmer während seines Aufenthaltes auf Gua-
dalupe im stillen Ocean gesammelt hat. Manche der
Arten sind ganz identisch mit denen anderer Lokalitäten,
andere dagegen tragen ein eigenthümliches Gepräge. Proc.
Bost. Society Nat. Hist. Vol. XVHI. p. 133.
A. E. Eaton beschreibt die merkwürdigen (flügel-
losen) Fliegen von den Kerguelen. Sie gehören sämmt-
lich neuen Gattungen an, und zwar 4 Gattungen zu den
Muscideu, je eine zu den Tipuliden und Cecidomyiden
Entom. Monthl. Magaz. XH. p. 58 ff.
F. M. van der Wulp macht Opmerkingen be-
treffende eenige exotische Diptera. Tijdschr. v.
Entomologie 19. p. 170 ff. (Midas concinnus Macq.,
Leptogaster nitidus Macq. ; Laparus princeps Macq. ; Dys-
machus suillus F.; Mochtherus gnavus v. d. W.; Eccopto-
pus erythrogastrus Low.; Gigamyia gigantea Wied.).
Loew liefert Beschreibungen (17) neuer ameri-
kanischer Dipteren. Giebel'sZeit. ges. Nat.48. p. 317 ff.
auf dorn Gebiete der Arthropoden während der Jahr e 1875 u. 1876. 343
C. R. Osten-Sacken gibt einen Report on the
Diptera collected b. Lieut. W. L. Carpenter in Co-
lorado during the Summer of 1873. (7.) Ann. Rep.
U. S. Geol. Surv. Terr. for 1873. p. 561 ff. Die Arten
sind nur zum geringeren Theile identificirt und die neuen
nicht beschrieben; bemerkenswerth ist der Fund einer zur
Familie der Blepharocerid'en gehörigen neuen Gattung
und Art; s. unten.
Portchinsky trägt Materiaux pour servirä une
faune diptörologique de la Russie zusammen; Hör.
Soc. Ent. Ross. XL p. 27 — 36. Beschrieben wird eine
Syrphide und mehrere Museiden, namentlich Ortali-
dinen.
Kaltenbach beschreibt in seinen „Pflanzenfeinde
etc." mehrere Fliegen, deren Larven in verschiedenen
Pflanzentheilen leben, namentlich den Gattungen Cecido-
myia, Phytomyza, Agromyza, Anthomyza angehörig. In
dem (überhaupt nicht sorgfältig abgefassten) Register sind
zß,hlreiche Arten als n. sp. bezeichnet, die der Verfasser
bereits früher in den Verh. Naturh. Ver. pr. Rheinl.
u. West f. bekannt gemacht hatte.
J. Palm liefert mit der Beschreibung von (11) neuen
Arten einen Beitrag zur Dipteren-Fauna Oesterreichs. Ve rh.
Z. B. Ges. Wien XXV. p. 411ff.
K. Fritsch beginnt in den Denkschr. K. Akad.
d. Wissensch. Wien. Math.-Nat. Classe. Bd. 34 p. 33
ff. eine, wie es scheint, grössere Reihe von Artikeln über
die Jährliche Periode der Insectenfauna von
Oesterreich-Ungarn mit I. : Die Fliegen. Von 870
Arten ist die erste Zeit ihres Erscheinens, von häufiger
beobachteten auch die Zeit des mittleren Erscheinens, das
beobachtete Zahlenverhältniss beider Geschlechter und hin
und wieder einige andere Notizen angegeben; eine zweite
Tabelle enthält die (35) Beobachtungsstationen mit einem
Hinweise auf die an denselben beobachteten Arten. Wei-
tere Tabellen enthalten Register der ähnlichen Ver-
theilung der Arten, Gattungen und Familien und ihrer
Frequenz in den einzelnen Monaten und im ganzen Jahr;
für 72 Arten sind auch die meteorologischen Verhältnisse
•344 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
der Beobachtungstage angegeben. In welcher Weise sich
dieses, jedenfalls mit grossem Fleiss zusammengetragene
statistische Material wird verwerthen lassen können, ist
noch nicht abzusehen; in der gegenwärtigen Behandlungs-
weise ist es eben nichts weiter als todtes Material.
Systematische Uebersicht der Fliegen, welche
in Bayern und in der nächsten Umgebung vor-
kommen, zusammengestellt von Georg Kittel und Dr.
Kriechbau mer, Adjunkt an der zoologischen Sammlung
des Staates. Abh. der Naturhistorischen Gesellsch.
zu Nürnberg. V. Bd. p. 1 ff. Dieses in den früheren Be-
richten übersehene Verzeichniss enthält die Familien Stra-
tiomyidae,Xylophagidae,Coenomyidae,Tabanidae,
Bombyliidae, Acroceridae, Empidae, Asilidae,
Scenopinidae, Thcrevidae, Leptidae, Dolichopo-
didae, Platypezidae, Lonchopteridae, Pipuncu-
lidae, Syrphidae, Conopidae, Oestridae. Neben der
Zeit des Erscheinens sind bei weniger verbreiteten Arten
der genaue Fundort und die Beschaffenheit seiner Um-
gebung angegeben.
AI. Laboulbene. Accidents produits par des
piqures des mouches. Bull. Societ. Entom. France.
No. 54. Laboulbene berichtet über den Verlauf der
Krankheitserscheinungen, die in zwei Fällen nach dem
Bisse von mit Leichengift inficirten Fliegen eingetreten waren.
Einen Fall vom Vorkommen ausgewachsener
Dipterenlarven in der Nasenhöhle des Menschen
bringt Gerstäcker zur Kenntniss. Sitzber. Ges. naturf.
Freunde Berlin. 1875. p. 108. Die Larven erregten
Nasenbluten und kamen z. Th. freiwillig im ausgewach-
senen Zustande aus den Nasenlöchern hervorgekrochen, im
Ganzen etwa 15. Dieselben, den Larve n der Rachenbremsen
einigermassen ähnlich, entwickelten sich zu Sarcophila
magnifica Schin., von der ähnliche Fälle schon bekannt
sind; vgl. auch unten bei Sarcophagides.
Cecidomyidae. F. Loew beschreibt neue Cecidomyiden der
Wiener Gegend. Yerh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p. 13 ff.,
Cecid. asperulae ^T $ p. 13, sonchi ^ $ p. 18; Diplosis centaureae
^ $ p. 20.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 345
Ebenda p. 803 handelt von Haimh offen über die Blatt-
galle und deren Erzeuger auf Yitis vinifera. Die Gallen finden sich
als linsenförmige über die Unter- und Oberseite des Blattes hervor-
ragende Auftreibung an den Blattrippen und werden von der erwach-
senen Larve auf der Blattunterseite durchbohrt, um ihr einen Aus-
gang ins Freie zu verschaffen. Die Verpuppung erfolgt gegen Mitte
Juni in der Erde und die Puppen liefern nach ungefähr 14 Tagen
die Mücken. (Beobachtet wurden nur Weibchen.) Die Art ist neu
und Cec. oenephüa benannt p. 809.
Cecidomyia (Diplosis) ramicola; in haselnussgrossen Gallen
lebend, die sich an der Spitze der noch nicht verholzten Schöss-
linge von Tilia finden; Rudow, Giebel's Zeitschr. 46, p. 239.
C. floricola, in erbsengrossen, einkammerigen Gallen der Blü-
thenstiele und Flügel von Tilia; derselbe ebenda p. 240.
C. bedeguariformans, in Eosenbedeguarähnlichen Gallen der
Pop. tremula; derselbe p. 250.
C. (Asynapta) ströbilina^ das bisher unbekannte Thier be-
schrieben; Rudow, ebenda p. 279.
Cecidomyia Na]pi p. 34, Frauenfeldi (auf Tilia) p. 79, Fruni
p. 175, Heraclei p. 235, Scabiosae p. 318, Coryli p. 637, Iridis p.
717, Sambuci (in den Blüthen von S. nigra) p. 785; Kaltenbach,
Pflanzenfeinde.
C. Tiliae verrucicola (Niagara; Cambridge Mass.), Urticae
urnicola (Georgs See, Trenton Falls); Asphondylia Asteris recondita
(Long. Isl.); C. R. Osten-Sacken, Canad. Ent. VII. p. 201 f.
G. H. Verrall liefert eine ausführlichere Beschreibung von
Asphondylia Ulicis Traill; Entom. Monthl. Magaz. XI.
p. 224 f.
Psila rosea Daucus Carota schädigend; Sitzber. naturf.
Ver, Brunn. XIH. p. 40.
Limnophyes (n. g.) pusülus (Kergaelen); A. E. Eaton,
Entom. Monthl. Magaz. XIL p. 60.
Mycetophilidae. Sciara foUorum, in den Lindenblattgallen, die
Reaumur und Bremi hypothetisch einer Cecidomyia (tiliaca) zu-
geschrieben hatten; Rudow, Giebels Zeitschr. 46. p. 241.
Grzegorzek beschreibt neue Pilzmücken aus der San-
dezer Gegend. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p. 1 ff.,
nämlich Platygusa 77iorio ^ ^ p. 1; Empalia stylifera p. 3; Phronia
umbricula ^ p. 4, aterrima ^ p. 6; ferner das bisher unbekannte
^ von Leptomorphus Walkeri Curt.
Chironomidae. Ceratopogon agas (Sarawak); C. Rondani,
Ann. Mus. Civ. Genova. VII. p. 462.
Blepharoceridae. Osten-Sacken stellt auf Bibiocephala
n. g. (Blepharocera sehr nahe verwandt; Fühler kurz, lögliederig;
346 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Flügel mit einer eingeschobenen Längsader zwischen der ersten und
zweiten Ader) für eine nur im männlichen Geschlecht bekannte Art
(B. grandis) von den Colorado Mts.; (7.) Ann. Rep. U. S. Geol.
a. Geogr. Surv. Territ. for 1873. p. 564 ff,
Hapalothrix (n. g., Paltostoma Schin. nahe stehend;
Augen (beim ^) auf der Stirn scheinbar zusammenstossend, und
wie der ganze Kopf, Thorax und Hinterleib mit langer, dichter Be-
haarung bedeckt; Rüssel sehr kurz, Taster noch etwas kürzer, aber
deutlich; Klauen in verhältnissmässig grosse, platte, pulvillenförmige
Lamellen umgewandelt , dazwischen das rudimentäre Empodium,
(keine Pulvillen) liigubris (Macugnaga am Mte. Rosa, wie Paltostoma
superbiens Schin. nur im niännlichen Geschlechte bekannt); H.
Loew, Deutsche Entom. Zeitschr. 1876. p. 212.
Limnobiidae. Limnobia Satsuma (Japan) p. ^; Libnotes
(n. g.) Ihtüaitesiana (Ceylon); J. 0. West wo od, Notae Diptero-
logicae. l. p. 404, 405 a. a. 0,
Limnobia fiimipennis (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Cist.
Entom. I. p. 355.
Tipultdae. Tipula punctifrons (Ssirsiwsik}', C. Rondani, Ann.
Mus. Civ. Genova VIL p. 463.
A. Hammond verbreitet sich im Science Gossip 1875. p.
10—15, 171—175, 201—205 in eingehender Weise über the ana-
tomy of the larva of the Crone fly, Tipula oleracea. Auf der
Rücken- und Bauchseite des 3. — 10. Segmentes liegen unter der
Haut eigenthümliche paarige Organe, in Gestalt kleiner mit einer
kleinen Körner enthaltenden Flüssigkeit erfüllter Kapseln. (Nach
einer kurzen Notiz, deren Nachweis ich aufzuzeichnen versäumt
habe; ich selbst habe den Artikel nicht einsehen können.)
Halirytus (n. g., capite minimo thoraci paulo retracto; an-
tennis brevibus robustis 6-articulatis, . . . thorace dorso gibbo spi-
raculis anticis promiuentibus, alis debilimis (!) perminutis spathu-
latis nervis carentibus . . .) amphibius, auf den Kerguelen zwischen
den von der Fluth erreichbaren Enteromorphen; A. E. Eaton,
Entom. Monthl. Magaz. XII. p. 60.
Semnotes (n. g.) imperatoria, ducalis (Australien); Ozodicera
longipedalis {A.y\strd\ien) p, 503; Tiipwla. Broledignagia (China), Mikado
(Japan) p. 504; J. 0. Westwood, Notae Dipterologicae L
a. a. 0.
Bibionidae. Plecia tergoraia (Sarawak); C. Rondani, Ann.
Mus. Civ. Genova. VII. p. 462.
Stratiomyidae. J. M. F. Bigot giebt eine synoptische Ta-
belle der Arten der Gattung Cyphomyia Wied. Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 483 ff. und beschreibt die neuen Arten C. cyani-
spinis (Amazonia), Scolaris (Mexico) p. 487.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 347
Sargus leoninus, h'evipennis (?); Chrysochlora haccö'ides (Sa-
rawak); C. Rondan i, Ann. Mus, Civ. Genova. VII. p. 454.
Tabanidae. Einer späteren Monographie der nordamerikani-
schen Tabaniden will C. R. Osten-Sacken durch seinen Prodro-
mus den Weg bahnen. Mem. Bost. Soc. Nat. Hist. Yol. II. Bl.
IV. Nr. I und IV. p. 365—397, 421—479. Die Familie ist in Nord-
amerika jetzt in den 6 Gattungen Pangonia, Chrysops, Silvius, Ta-
banus, Diabasis, Haematopota vertreten. Die Gattung Pangonia
zählt 4 Arten, darunter Pangonia tranqiiüla (Massachusetts, White
Mts., Canada), pigra (Kentuky) p. 367, chrysocoma (Mittel St., De-
laware) p. 368 neu. Bei der Gattung Chrysops hebt Osten-Sacken
die grosse Farbenverschiedenheit zwischen ^ und $ hervor, die
manchmal die Erkennung der Zusammengehörigkeit sehr schwierig
macht; da die ^ weit seltener in den Sammlungen sind, als die
Weibchen, so ist die analytische Tabelle und auch die ausführliche
Beschreibung nur nach den ^ entworfen und die Charaktere der
^, wo dieselben bekannt sind, nachträglich hinzugefügt. Ferner
macht der Autor auf die übereinstimmende Färbung aufmerksam,
die mit nur geringer Aenderung die Augen der amerikanischen
Arten im Leben ziert und führt einige neue Benennungen in der
Farbenvertheilung der Flügel ein. Die Gattung ist in 24 Arten be-
kannt, von denen folgende neu sind: Ch. atropos $ (Florida) p.
372, mitis $ (Canada und nördlich) p. 374, fugax $ (Maine, N.
Hampsh.) p. 375, celer $ (Mittelst.), sordidus $ (White Mts.) p. 376,
callidus ^ $ (New Jersey, Delaware) p. 879, delicatulus $ (N.
Hampsh.) p. 380, pudicus ^ (Massachus.) p. 381, montanus ^ (N.
Yersey) p. 382, indus ^ (N. York), frigidus J' $ (Massach., Quebeck)
p. 384, moechus ^ ^ (Columbia, Georgia) p. 387, morosus 2 (Mary-
land) p. 389, striatus $ (Columbia, Illinois), hüaris ^ (Pennsylv.) p.
391, fallax $ (Massachus.) p. 392; 4 von anderen Autoren beschrie-
bene Arten, die nicht identificirt werden konnten, sind hierin nicht
mitbegriffen. Von der Gattung Silvius hat Wiedemann die O.-
Sack en unbekannt gebliebene Art, isabellinus, beschrieben, der S,
trifoUum (2 $ ;von Vancouver Isl., Washington Terr.) hinzugefügt
wird, p. 395. Auch Haematopota ist nur mit 2 Arten vertreten, H.
punctulata Macq., die dem Autor unbekannt geblieben ist, und H.
americana ($) n. sp., unserer H. pluvialis nahe stehend, p, 395.
Diabasis hat nur die eine Art, D. ferrugata (F.). Aus der Gattung
Tabanus sind bisher 102 nordaraerikanische Arten beschrieben, von
denen 34 wiedererkannt, 26 als synonym nachgewiesen sind; zu den
34 kommen 20 neue Arten, so dass 54 wohl definirte Arten aus
Nordamerika vorliegen. Die neuen Arten sind: T. fronto $ (Geor-
gia) p. 431, tectus ^ $(Peuns.) p. 436, tener ^/^ (Georgia) p. 440,
Orion J' Q. (Canada) p. 442, Actaeon $ (Massach.) p. 443, cymato-
phorus ^ (Kentucky), venustus 2. (Dallas) p. 444, psammophüus </
348 Bertkau: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
$ (Florida), nivosus (New Jersey) p. 445, vivax ^ (Trenton Falls)
p. 446, longns ^ (Mittelst.) p. 447, sagax ^ (Illinois) p. 452, pun-
ctifer ^ $ (Utah) p. 453, Wiedemanni ^ (= T. ater Wied. non Palisot.
Beauv.j p. 455, eerastes $ (Kentucky) p. 462, socüis $ (Huds.-Bay)
p. 467, illotus.^ (Huds.-Bay) p. 469, microcephaliis ^ $ (White Mts.)
p. 470, astutus ^ ^ (White Mts.) p. 471, rhomhicus $ (Colorado Mts.).
p. 472. Der ausführlichen Beschreibung- der Arten sind analytische
Tabellen zum Bestimmen vorangeschickt ; eine Deutung der Wal-
ker'schen Arten ist nur in seltenen Fällen versucht; auch von Mac-
quart mussten mehrere Arten zweifelhaft bleiben.
Cerdistus albispinus ^ $ (Dalmatien); Palm, in den Verh.
Zool. Bot. Gesellsch. Wien. XXV. p. 414.
Pangonia lerda (!) adrel (!); Tabanus oiolus (JSeu-Seeland);
A. G. Butler, Cist. Eni I. p. 355 f.
Tabanus proping^ims ^ ^ (Dalmatien); Palm a. a. 0. p. 411-
Tabanus justorius p. 455, albo-scutatus, pauper p. 456, igno-
hilis, dives p. 457, fulvissimus^ variegatus p. 458, apicalis] Chrysops
unizonatus p. 459, impar, alter p. 460; Haematopota horneana p. 461;
n. A. von Sarawak; C. Rondani, Ann. Mus. Civ. Genova. VII.
Therevidae. Thereva (Tahuda) mela'noplüeha (San Fraucisco);
p. 317, Psilocephala l(a)evigata (San Francisco) p. 319, platmicdla
(I Texas) p. 321; Loew in Giebels Zeitschr. ges. Naturw. 48.
Acroceridae. Panops Lamarckianus (Mor.Bay) p. 508; Lasiaaewea,
aeneiventris, nigripes, hicolor (Chili) p. 509; Äpsona (n. g.) musca-
ria (Neu-Seeland); Leiicopsina (n. g.) odijneroides (Neu-Holland)
p. 510; Blegalybus (n. g.) jj*c^«s (Chili) p. 511, tristis graciUs
(Chili), siibcylindricus (Valdivia) p. 512; Pterodontia dimidiata (Co-
lumbien); Pialea (?) lutescens (Brasilien) p. 513; Pialeoidea (n. g.)
magna (Georgien) p. 514; Nothra (n. g.) hicolor (Neu-Holland);
Astomella apiformis (Süd-Europa), homhiformis p. 515; Ogcodes
Darivinii, Fortuni (Adelaide), Tasmannica (! Van Diemensl.), ignava
(Neu-Holland) p. 516; J. 0. Westwood, Notae Dipterologicae III.
Bombyliidae. Bigot gründet auf Anthrax rufiventris Blanch.
Paranthrax n. g. (Anthracum et Argyramaebarum affine, cellulis
alarum submarginalibus duabus, anali aperta); Bull. Soc. Ent.
France. 1876. p. LXVI.
Hyperalonia Oenomaus] Anthrax carbo (Sarawak); C. Ron-
dani, Ann. Mus. Civ. Genova. VII. p. 453.
J. 0. Westwood giebt in den Trans. Ent. Soc. London
1876. p. 571 fif. eine Monographie der Gattung Systropus und die
Beschreibung von S. crudelis (nebst deren in einem Cocon -ruhen-
den Puppe; die Larve wahrscheinlich parasitisch) p. 574, PI. X. Fig.
1 — 12, polistoides (Siam) p. 575, tipuloides (Sulu) p, 576.
Tlievenemyia (n. g., Eclimus nahe stehend) californicus (Ca-
lifornien); Bigot, Bull. Soc. Ent. France. 1875. p. CLXXV.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 349
Eclimus Jiirtus (Acarnanien) ; Loew in der D. Ent. Zeit sehr.
1876. p. 209.
Bombylius niveus ^ $ (Dalmatien) p. 412, capülatus ^, fla-
vescens $ (Lesina) p. 413; Palm a. a. 0.
Asilidae. Aailides exotiques noiiveaux von J. M. Bigo t.
Ann. Sog. Ent. de France. 1875. p. 237 ff. Beschrieben werden
AUocotasia vuJpina (Gelebes)^ cotlmrnata (Madagascar) p. 242; Em-
physoraera pilosula (Mexico) p. 243, bicolor (ibid.) p. 244, femorata
(Ceylon) p. 245 ; Ommatius vitreus (Haiti), pictipennis (Pulo Pinang)
p. 246, parvus (Mexico), fallax (Caffrarien) p. 247 und 1876. Bull,
p. LXXXV f. Ommatius orenoquensis (Guyana), vitticrus (Austra-
lien); Eraphysomera nigrifemorata (Amoy), hyacinthina (Natal).
Von Sarawak macht C. Rondan i in den Ann. Mus. Civ.
Genov. VII. folgende neue Arten bekannt: Microstylium indutum
p. 446, vestümn-, Laphria harbicrura (!) p. 447, fulvicrura (!), seti-
criira (!) p. 448; Pogonosoma Becearii p. 449; Ommatius taeniomerus,
signinipes (!) p. 450; Lecania tahescens; Asilus minusculus p. 451;
Trupanea dlho-pilosa p. 452.
Tolmerus lesinensis $ (Lesina); Palm, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. XXV. p. 415.
Leptonyma (n. g.) sericea (Damana); J. 0. Westwood,
Not. Dipt. III. p. 518. PI. VI. Fig. 7.
Hybotidae. Hybos hrachidlis (Sarawak); C. Rondani, Ann.
Mus. Civ. Genova. VII. p. 446.
Empidae. Pachymeria pUlocnemis (Kurusch); H. Loew in
Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 43. p. 417.
Cliuocera fuscipennis (New-Hampshire) p. 324, hinotata (New-
Yori?) p. 325; Loew in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 48.
Dolichopodidae. Loew (Bemerkungen über einige Do-
lichopodiden, Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 48. p. 9 ff.)
erörtert die Synonymie einiger Arten und kommt zu dem Resultat^
dass Musca ungulata L. Syst. nat. Ed. X. I. p. 598 Nr. 76 von
M eigen richtig gedeutet und als Dolichopus ungulatas aufgeführt
ist; die von Stannius ausgesprochenen Zweifel gründen sich dar-
auf, dass die M. ungalata der Fauna suecica Ed. II eine ganz andere
Art, mit ganz anderer Diagnose ist, die Loew auf Scellus notatus
F. deutet. Dol. longitarsis Stann. scheint mit Dol. equestris Hai.,
cinctus Stäg. und Stägeri Zett. identisch zu sein, und demnach für
die Haliday'sche Benennung eintreten zu müssen.
G. H. Verrall macht Bemerkungen zu einigen brittischen
Arten dieser Familie; Entora. Monthl. Magaz, XII. p. 31 ff., 142
ff., 195 ff., 245 ff., 268 ff. und beschreibt D. mediicornis p. 32, stri-
gipes p. 143; Porphyrops Simplex p. 195, tenuis p. 197; Diaphorus
dorsalis p. 198; Chrysotus palustris p. 247.
Archiv f. Nafcurg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. X
350 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Psilopus viUipes (Sarawak); C, Rondani. Ann. Mus. Civ.
Genova. VII. p. 445.
Phoridae. Schnabl g-iebt eine genaue Beschreiljung- der
(amphipneusten) Larve und Puppe von Phora rufipes M-eig.
D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 217 ff.
Syrphidae. H. Loe w weist nach, dass der Syrphus ambulans F.
identisch mit der von Rondani 1843 als Spazigaster Appenini ge-
nannten Art ist, wozu Costa's Syrphisoma lugubris als J^ gehört; die
Art hat demnach zu heissen Spathiogaster ambulans (F.) und ist bisher
nur in Italien beobachtet worden. Eine nahe verwandte deutsche Art
wurde 1836 von Schummel als Syrphus coarctatus, von Loew
1841 und 1845 als S. dispar benannt; beide Namen als schon früher
an andere Syrphusarten vergeben, können nicht bestehen bleiben.
Loew schlägt daher für diese Art, die Schiner irrthümlich für S.
(Spazigaster) ambulans F. gehalten hatte, den Namen Sp. Sclium-
melii vor. Zeitschr. Eutom. Breslau. Neue Folge 5. Heft,
p. 11 ff.
J. M. F. Bigot beschreibt in den Ann. Soc. Ent, France.
1875 folgende neue Arten: Sphixea fuscicosta (Sarawak) p. 469, fla-
vifacies (ibid.), circumdata (Columbieu) p. 471; Volucella Jeddona
(Japan) p. 472, Japowicöi» (ibid.) p. ^473, nuhecidosa (China), macro-
rJiina (Brasilien) p. 474, punctifera (Amazonien), tiotata (Montevideo)
p.475, fulvonotata (ibid.), castanea (Oaxaca) p. 476, tricincta (ibid.),
purpurifera (ibid.) p. 477, variegata (Mexico) p. 478, amethistina
(! ibid.), nigrifacies (Mexico) p. 479, pulcliripes (ibid.) p. 480, varians
(ibid ), viridula (ibid.) p. 481, tristis (ibid.) p. 482.
Syritta vittata (Astrachan); Portchinsky, Materiaux etc.
in den Hör. Soc. Ent. Ross. XI. p. 27.
Neue Arten von Sarawak sind: Eristalomyia Orientalis p. 421;
Sphixea Doriae; Xylota nigroaetiescens p. 422; Syrphus infirmus p.
423; C. Rondani, Ann. Mus. Civ. Gen. VII.
Bidrag tili kännedom om Syrphusflugornas larfver
och. puppor. Af F. Trybom. Oefvers Kongl. Vet.-Akäd.
Förh. 1875. Nr. 2. p. 75 ff. Taf. II. Enthält eine durch ver-
grösserte Abbildungen erläuterte Beschreibung der Larven und
Puppen verschiedener Arten, besonders Syrphus arbustorum und
floreus.
Osten- Sacken giebt eine Uebersicht der (10) in (dem west-
lichen) Nordamerika beobachteten Syrphusarten; Proc. Bost. Soc.
Nat. Hist. XVIII. p. 135 ff. und beschreibt die neuen Arten S.
torvus (= topiarius Zetterst., non Meig.) p. 139, rectiis p. 140, con-
tumax p. 146, amdlopis p. 148.
Derselbe (On a supposced case of Seasonal Dimor-
phism among Diptera, Psyche, Vol. I. p. 113 f.) spricht die
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 351
Vermuthung aus, dass S. torvus und S. rectus, die sich wesent-
lich nur durch die Augen unterscheiden (torvus mit behaarten,
rectus mit nackten), Saisonvarietäten einer und derselben Art seien.
(Diese Unterschiede würden allerdings erheblichere sein, als sonst
bei Saisonvarietäten beobachtet sind, w^o sie sich auf die Färbung
beschränken, wie Hensel auch für Dryorayza flaveola F. unter den
Dipteren wahrscheinlich gemacht hat. Ref.)
Orthoneura nigrovittata (San Francisco); Loew, Giebel's
Zeitschr. ges. Natur. 48. p. 32B.
Die Larven von Eumerus 1 an u latus Meigen in den Zwie-
beln der Narcissen; Ann. Soc. Ent. France. 1875. p. 9().
Ueber Blindschläuche am Ecddarm der Larven von Eristalis
tenax s. oben 1876. p. 328 (120).
Mnscidae. Unter dem Namen Fhasidae vereinigt Bigot in den
Ann. Soc. Ent. France. 1876. p. 389 die bisherigen Gruppen der
Phasiennes und Gymnosomees, ohne dieselben durch scharfe
Charaktere bezeichnen zu können. Die Gattungen, aus denen sich diese
Familie zusammengesetzt, sind: Gymnosoma, Wahlbergia, Christo-
foria, Cystogaster, Strongygaster, Hyalomyia, Phorantha, Alophora,
Elomyia, Trichopoda, Bogosia, Frerea, Xysta, Phasia, Evibrissa.
Als neue Arten werden beschrieben : Trichopoda nigricauda (Mexico)
p. 394, hicolor (Buenos-Ayres) p. 395, nigripennis (ibid.) p. 396,
arcuata (Chili) p. 397, pictipennis (Nordamerika) p. 398, ohsciira
(Buenos-Ayres) p. 399; Bogosia rufiventris (Natal) p. 400.
Nemoraea fasciata $; Exorista nigriventris ^ (Lesina); Pho-
rocera flavipalpis ^ (Dalmatien); Tachina spinicosta $; Hyalomyia
Hellen ^ {Innsbruck)', Palm, Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien.
XXV. p. 416-419.
Megistogaster costatus-, Rhynchomyia indica (Sarawak); C.
Rondani, Ann. Mus. Civ. Genova. VII. p. 423 f.
Rhynchomyia cuprea, tigrina (Australien); J. 0. Bigot, Ann.
Soc. Ent. France. IV. p. 242.
R.hinophora Faiisti, Ccmcasica (Caucasus); Portchinsky,
Materiaux etc. in Hör. Soc. Ent. Ross. XI. p. 27 f.
Pachystylum Letochai (Oesterreich) ; Mik, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. XXIV. p. 343 ff.
Sciomyza longipes (New-Hampshire) p. 328, Jmmilis (Texas) p.
330, apicata (Fort Resolution) p. 331; Loew in Giebel's Zeitschr.
ges. Naturw. 48.
Sciomyza crassiseta (bei Königsberg im Fruchtknoten von Co-
rydalis solida und fabacea); Kaltenbach, Pflanzenfeinde p. 770.
Phytorayza Glematidis (in den Fruchtblättern von Cl. Vitalba,
Loew beschrieb schon 1863 eine gleichnamige Fliege aus Colum-
bien in der Berl. Ent. Zeitschr. VH. p. 55.), Vüalbae (in den
352 Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Blättern derselben Pflanze minierend) p. 4, JRanunculi (in den
Blättern von Ranunculus flammula, repens, acris) p. 9, Hellehori (in
den Blättern) p. 12, Pisi (auf Ononis spinosa) p. 118, Scdi p. 258,
facialis (auf Bupleurum falcatum) p. 274, Angelicae p. 279, Heraclei
p. 284, Gorni p. 295, Xylostei (auf Lonicera Xyl.) p. 306, Senecionis
p. 364, Oröbanchia (auf Orob. Rapum) p. 457, Glechomae p. 489,
Populi p. 560, MUH (Blätter von Milium efFusum minierend) p. 761;
Kaltenbach, Pflanzen feinde.
Nothybu s (n. g. Tanypez ) longithorax p. 439; Tanipoda ca-
ligata p. 440, hiteolahris, cubitalis p. 441 (Sarawak); C. Rondani,
Ann. Mus. Civ. Genova. VII.
Formosia 'ya?-*^«/«^ (Australien) p. 461, smaragdifera (Batchian),
veluUna (Van Diemeusland) p. 463; Rutilia fulviventris (Van Die-
mensland) p. 465, echinomides (! Australien) p. 466; J. M. Bigot,
Ann. Soc. Ent. France, IV.
R. Moniez berichtet über Fliegenlarven, die er am und im
Kopfe lebender Kröten fand, und aus denen er eine Lucilia erzog,
die er für neu hält, L. bufonivora. Bull, scientif. du Departe-
ment du Nord. Fevr., Aoüt, Septbr. 1876. Nach der Mitthei-
lung Fairmaire's in den C. R. Soc. Ent. Belg. 1876. p. LXIV.
über diesen Gegenstand. (Bekanntlich hatte schon Boie in den
Verb. Zool. Bot. Ver. Wien. XV. p. 241 und G. Krefft in den
Trans. Ent. Soc. New-South-Waies X. p. 100 f. ähnliche Fälle
mitgetheilt. Ref.)
J. Portchinsky handelt in sehr ausführlicher Weise von den
Krankheiten, welche im Mohilew'schen Gouvernement
von den Larven der Sarcophila Wohlfarti entstehen, und
deren Biologie. Hör. Soc. Ent. Rossic. XI. p. 123 ff. Das Vor-
kommen der Sarcophila-Larven bei Kindern bis zum 13. Lebensjahre
wird oft beobachtet. Diese Larven leben in den Ohren, in der
Nase, und sogar in dem Gaumen und verursachen erhebliche Schmerzen.
Es werden zahlreiche Fälle, in dornen der Verfasser an der Myiasis
erkrankte Kinder zu behandeln hatte, geschildert und die Larven-
stadien sehr genau beschrieben. Ausserdem wird eine vergleichende
Diagnose der 3 zu Sarcophila Rond. gehörenden Arten (S. Meigenii
Schin., Wohlfarti Portch., maxima Portch.) gegeben.
Larve von Sarcophila magnifica in der Nasenhöhle des
Menschen und genau beschrieben s. oben p. 344 (376).
R. H. Meade giebt eine Monographie der brittischen Arten
der Gattung Saroophaga, Ent. Monthl. Magaz. XII. p, 216 fif., 260 fi.
Es sind aus England 20 Arten bekannt, darunter S. similis p.
261 neu.
Sarcophaga emigrata-, Cynomyia fulviventris (Sarawak); C.
Rondani, Ann, Mus, Civ, Genova. VIL p. 424 f.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 353
Sarcophaga mutata (Rodriguez); F. Smith, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 449.
J. Portchinsky giebt eine Enumeration des especes
du genre du Cynomyia du gouvernement de Mohilew,
Hör. Ent. Rossic. XI. p. 37 ff. Es sind 4 Arten, darunter C.
Mohüeuiana neu.
Gompsomyia (n. g., peristomii margine inferne pubescente
vel piloso, non setis etiam praedito, et carinis facialibus non ciHatis)
coerulco-virens, violacei-nitens p. 426; Somomyia xanthomera p. 427;
Flinthomyia (n. g. = Ochromyia prt. Macq.; peristomii margines
inferne setis ciliati; latera faciei superne non setulosa; carinae fa-
ciales setulis non ciliatae etc.) cmimelania (!); Musca scapuJaris p.
428; Stomorhyna muscina p. 429; neue Arten von Sarawak; C. Ron-
dani, Ann. Mus. Civ^. Genova. VII.
Amalopteryx (n. g. alis anguste liuearibus longis, prope
bases singulariter transverse replicatis posticeque reflexis etc.) mari-
tima; Apetaenus (n. g. alis squamiformibus minutis, halteribus
parvis, capite thoraceque vix abdomine angustioribus etc.) litora-
lis p. 58; Calycopteryx (n. g. ; paene aptera, alis minutissimis,
gemmascentibus halteribusque brevibus et parvis eto.) Mosleyi,
Anatalanta (n. g.; aptera anhalterata etc.) aptera p. 59 neue
Arten von den Kerguelen; A. E. Eaton, Entojaol. Mouthl.
Mag. XII.
Idia tripartita (Indien), tricolor (?) p. 236, nkjricauda (Bir-
mah) p. 237, qiiadri-notata (Borneo), cincta (Ceylon) p. 238; Rhinia
fulvipes (Ceylon), cribrata (Sierra Leone) p. 239; Cosmina laticincta
(Natal) p. 240, micans, pinangiana (Pulo-Penang) p. 241; J. M.
Bigot, Ann. Soc. Ent. France. IV.
Püllenia hasalis (Rodriguez); F. Smith, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVH. p. 449.
AntTiomyides R. H. Meade liefert eine synoptische Tabelle
der Gattungen dieser Familie und macht Bemerkungen zu den bri-
tischen Arten derselben. Entom. Mouthl. Magaz. XI. p. 199 ff.,
220 fif.
Rondani stellt ferner in dieser Familie die neue Unterfa-
milie Diopsidiuae (caput ad latera in pedunculos ocelliferos sat
aut valde productum) auf, in der er folgende Gattungen vereinigt:
Teleopsis (u. g. für Diopsis Sykesii Gray and hreviscopium, longi-
scopium), Diopsis L. s. str. (Typ. D. ichneumonea L.), Diasemopsis
(n. g., Type Diopsis aethiopica Rndn.), Hexechopsis (n. g., Type
Diopsis Beccarii Rndn.), Sphyracophala Say, Zygocephala [n. g.
Typ. Diopsis Hearsejana Wdm.), Zygotricha Wdm., Plagiocephala
Macq., Achias F. Neue Arten sind ferner Diopsis latimana und la-
tivoU] Ann. Mus. Civ. Gen. VII. p. 442 ff.
354 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Anthomyia Lychnidis (im Stengel und Wurzelstock von L.
dioica) p. 55, Polygoni (in Blättern von P. duraetorum und convol-
vulus) p. 512; Kaltenbach, Pflanzenfeinde.
Im Americ. Naturalist. X. p. 374 ist ein neuer Fall mitgetheilt,
dass (15) Larven von Anthomyia scalaris im Darmkanal des Menschen
leben können.
Die Angabe von Fairmaire im Bull. Soc. Entom. France
p. XXII, dass Larven einer nicht näher bestimmbaren Art (A. plu-
vialis?) im Ohr gelebt hätten, wird wohl auf eine unrichtige Be-
stimmung zurückzuführen sein.
Caricea leptosoma (Sarawak); C. Rondani, Ann. Mus. Civic.
Genov. VIL p. 429.
Cordylura variahilis (Massachusetts); Loew, Giebel 's Zeit-
schr. ges, Nat. 48. p. 326.
Senopterina labialis, sonalis p. 430; Heniigaster (n. g., epi-
stomium margine excavato, praelabro detecto; abdominis segmenta
duo tantum in dorso distincto) alhoviUatus p. 431; ElacTiigastef
(n. g., epist. margine non excavato, praelabro abscondito; abdomen
auperne biannulatum, segmento anteriore transverso angusto, ad la-
tera producto; posteriore conico, convexo) albitarsis p. 431; Dito-
mogaster (n. g., . . abdomen segmentis duobus transversis superne
distinctis; anteriori sat angusto ad latera non producto; sequente
lato, depresso) xantliomera (!) p. 433; Chalyphora (n. g.) horneana
p. 434; Themara hirtipes, ypsilon p, 435; Rioxa ere&ws (= lanceolata
Wlk. var?) p. 426, nox p. 437; Acanthipesa (n. g.) maculifrons;
Prosyrogaster (n. g.) chelynothus (!) p. 438: neue Arten von Sa-
rawak; C. Rondani, Ann. Mus. Civ. Genova VIT.
Pyrgota filiola (Texas); Tetropismenus Jiirtus (San Francisco);
An&C3,mi)ia. pyrrhocephala (CBliformen); Euxesta scoriacea (Texas);
H. Loew in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 48. p. ^2 — 336.
Carphotricha pavonina (Astrachan) ; Oxyna horealis (St. Peters-
burg); Tephritis suhvalicla (Caucasus); Platystoma strix, cana, pun-
ctiventris (Caucasus), sororcula, bipilosa (Ararat); Portchinsky,
Materiaux etc. in den Hör. Soc. Ent. Ross. XI. p. 30—36.
Ulidiides. Empyelocera amoewa (Shahrud); Loew in Gie-
bel's Zeitschr. ges. Naturw. 43. p. 419.
Ulidia rubida (Californien) ; derselbe ebenda 48. p. 337.
Sapromyza obsoletoides (Polen); Schnabl in der D. P^nt.
Zeitschr. 1876. p. 215.
Sapromyza squalida (Rodriguez); F. Smith, Ann. a. Mag.
Natur. Eist. (4. ser.) XVII. p. 450.
Gaurax signattis (Texas); Loew, Giebel's Zeitschr. ges.
Naturw. 48. p. 338.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 355
C. Rondani setzt im Bull. Soc. Ent. Ital. VII. p. 166—191
seine Species Italicae Ordinis Dipterorum mit der Stirps
XXIII. Agromyzinae fort. Er stellt die neue Gattung Crypto-
cJiaetum (ThermaM. nahe stehend, Antennen sehr gross, Borste nicht
sichtbar) für C. grandicorne von Parma, auf, p, 172 und beschreibt
ferner Domomj^za frontella, obsciiritarsis, luteitarsis, articulata, an-
thracipes, nigrella, hrevinervus, parva ; Agromyza Girsii, analis, fronti-
cornis, lateritia^ fulvella, lacertella; Anthophilina armiUaris, zumeist
aus Parma.
Lobioptera arcuata (Long Island); Loew, Giebel's Zeitschr.
ges. Naturw. 48. p. 439.
Agromyza BelUäis (auf Bellis perennis) p. 386, Echii (?) (auf
Borago officinalis) p. 445, Spiraeae p. 238, Bryoniae p. 255, Loni-
cerae p. 306, JEupatorii (Valeriana offic. und Eup. cannab.) p. 313
und 320, Solidaginis (S. virgaurea) p. 331, Ärtemisiae p. 358, Lamii
p, 488, graminis (auf Carex hirta und verschiedenen Gräsern) p. 730,
742 und 748; Kaltenbach, Pflanzenfeinde.
Sphecohjma (n. g., Drymeia nahe stehend, der Rüssel dick,
Augen des ^ nicht zusammenstossend, Abdomen nicht mit 2 Pa-
pillen endend, Flügel nicht parallel) flava (in Nestern von Vespa
germanica); Perris, Ann. Soc. Ent. France. 1876. p. 242.
Saltella parmensis, nig€rrima\ Rondani, Bull. Soc. Ent.
Ital. VI. p. 139 f.
Oestridae. C. H. Allen berichtet von einem 10jährigen Kna-
ben, aus dessen Körper er an verschiedenen Stellen 4 Oestridenlarven
ausgeschnitten habe. Dieselben hatten erwiesener Maassen ihren Platz
gewechselt, eine z. B. im Laufe eines Tages um 30, eine andere um
6Zoll, während die Subcuticulae sonst nur beunruhigt sich tiefer
einbohren. Erklärt wird dieses abnorme Verhalten durch das un-
gewohnte Wohnthier. Die Larven gehören der Gattung Hypoderma
an und waren von denen der H.Diana nicht zu unterscheiden. (De-
monstration of locomotion in theLarvae of the Oestridae.
Proc. Amer. Assoc. for the Advanc. of Science. XXIV. (1875.)
p. 230 flf.)
Brauer giebt eine ausführliche Beschreibung der (nackten)
Oestrus Clarkii Shuck. voniiCap. die zur Gattung Hypoderma zu
stellen ist, sowie der Larve von Cephenomyia trompe L. Als neue
Art wird (nach der Larve) unterschieden Hyp. Bonassi (unter der
Haut von Bonassus americauus); Verb. Zool. Bot. Ges. Wien.
XXV. p. 75 ff.
C. Berg beschreibt in ausführlicher Weise Rogen hofera
grandis (Guerin) und deren Larven, die sich unter der Haut von
Mus flavescens in der Nähe von Buenos Aires fanden; Stett. Ent.
Zeit. XXXVII. p. 268 ff. Dieselbe Art schmarotzt auch in Didel-
356 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
phys philander und Sciurus aestuans. (Auffallender Weise citirt
Berg wiederholt Bauer statt Brauer. Eefer.)
Braulidae. v. Schlechtendal giebt eine Beschreibung und
vergrösserte Abbildung der äusseren Körpertheile von Braula coeca.
Jahresber. Ver. f. Naturk. zu Zwickau. 1874. p. 22 ff.
HippobOSCtdae. C. Rondani stellt in den Ann. Mus. Civ.
Genova. VII. p. 464 die neue Gattung Myophthiria auf (caput
elongatum, a thorace distinctum, oculis lateralibus longitudinaliter
ellipticis; antennae squamiformes, setosissimae; alae breves, apice ro-
tundatae et pilosae, venis longitudinalibus duabus . . . . ; pedes va-
lidi, pilosi, unguibus trifidis) für eine Art {reduvio'ides) von Sara-
wak, über deren Lebensweise er nichts mittheilt.
Fulicidae. Sarcopsyllus gällinaceus (Ceylon auf Hausgeflügel);
Westwood, Entom. Month. Mag. XL p. 246.
Heiniptera.
Von C. Stäl's „Enuraeratio Hemipterorum" ist
Pars V. erschienen. Kongl. Svensk. Vet. Ak. Handl.
XIV. Band. 1. Heft. No. 4. Derselbe enthält Plataspina
p. 1 ff., Cydnina p. 17 ff., Pentatomina p. 28 ff., Aeantho-
somina p. 108 ff., Urolabidina p. 115 ff., Phyllocephalina
p. 117 ff., Phymatidae p. 131 ff., Galgulidae p. 137 ff., Nau-
coridae p. 141 ff. Den Familien, Unterfamilien etc. sind
meist Diagnosen, sowie Uebersichtsta])ellen zum Bestimmen
der Gattungen vorangeschickt und mehrere neue Arten be-
schrieben.
P. R. Uhler giebt eine List of Hemiptera of the
Region west of the Mississipi River, including
those colle-cted during the Hayden explorations of
1873. (Bull. ü. S. Geol. a. Geogr. Surv. Territ. F. W. Hay-
den in Charge. 1874 u. 1875. I. Washington, p. 267—361.
Pls. XIX— XXI.) Enthält nebenbei auch die Beschreibung
neuer Gattungen und Arten, die (nebst bekannten) auf den
beigefügten Tafeln (in etwas roher Weise) abgebildet sind.
Derselbe giebt ein Verzeichniss der (15) von Orton
in Peru gesammelten Rhynchoten; 2 neue sind darunter (1
Pachycoris und 1 Carineta); Proceed. Boston Societ.
Natur. Hist. Vol. XVII. p. 282 ff.
Von A. Puton's Catalogue des H^mipteres (He-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 357
teropteres, Cicadines et Psyllides) d'Europe et du
bassin de la M^diterranee ist eine 2e Edition. Paris
1875. 8vo p. 1 — 87 erschienen, die aus dem genannten
Faunengebiete 1577 Heteroptera in 372 Gattungen und 800
Homoptera (excl. Aphidina und Coccina) in 128 Gattungen
aufzählt.
Edward Saunders liefert eine Synopsis öi Bri-
tish Hemiptera-Heteroptera. Trans. Eni Soc. Lon-
don. Part. I (1875. p. 117 ff.), Part. II (p. 245 ff), Part.
III (1876. p. 613 ff).
Douglas- Scott u. a. beschreiben in den Entom.
Monthl. Mag. XI, XII an zahlreichen Orten für Gross-
britannien neue Arten.
Hemiptera heteroptera nova fennica descri-
psit John Sahlberg. Notiser ur Sällskapets pro
Fauna et Flora Fennica Förhandlingar. XIV. p.305ff.
und Heteropterorum novorum species aliquot de-
scripsit 0. M. Reuter; ebenda p. 328 ft". Sahlberg be-
schreibt 2 neue Arten aus Finnland und stellt die Diagnose
einer neuen Gattung auf; Reuter beschreibt 7 neue Arten,
z. Th. aus Finnland, z. Th. aus dem übrigen Europa.
John Sahlberg liefert in den Notiser ur Säll-
skapets pro Fauna et Flora Fennica Förhand-
lingar, 14 Heft. p. 241 ff. eine Synopsis Amphibico-
risarum et Hydrocorisarum Fenniae. Es sind darin
von Hydrometriden 8, Veliiden 2 (1 neue), Hebriden 2,
Limnobatiden 1, Nepiden 2, Notonectiden 2, Corisiden 22
(1 neue) Arten aufgeführt und z. Th. beschrieben.
Derselbe (0 m nägra för finska faunan nya
Hemiptera Heteroptera funna sommaren 1875 in:
Meddelauden af Societ.pro Fauna et Flora Fen-
nica. I. Helsingfors 1876. p. 87 ff.) führt als Novitäten der
Finnischen Fauna auf Pionosomus varius Wolff, Diplonotus
luridus H.-Sch., Aradus cinnamomeus Pz., Salda C. album,
Salda melanoscela und Microvelia Schneideri. Angeschlossen
ist eine synoptische Tabelle der Gattungen der Familie
Veliidae und Hebridae, sowie eine sehr ausführliche (latei-
nische) Diagnose der Gattung Microvelia Westw. und Art
M. Schneideri Scholz,
358 Bert kau: Bericht über die wissen schaftlichen Leistungen
Ebenda p. 137 f. führt 0. M. Reuter (Nya finska
Hemiptera Heteroptera) als neu für die Finnische
Fauna auf: Scolopostethus pilosus Reut., Aradus aterrimus
Dougl. et Sc., Coriscus major Costa.
Jakovleff giebt ein Verzeichniss von bei Astrachan
gefundenen Heteropteren mit der Beschreibung neuer Arten ;
Bull. Soc. Imp. Natur, de Moscou. XLIX. (1875) No. 3.
p. 145 ff.
Derselbe beschreibt neue Heteroptera der Russi-
schen Fauna; ebenda LI. (1876) No. 3. p. 85 ff.
Von Sn. van Vollenhoven's De Inlaudsche
Hemipteren ist das 5. und 6. stuck mit je 3 Tafeln er-
schienen. Tijdschr. v. Entomol. 18. p. 150 ff., 19. p. 65 ff.,
die Familie der Capsina enthaltend.
Reuter zählt die von Palmen im Mai-August in
Oester reich gesammelten Heteropteren auf; darunter be-
fanden sich 4 neue; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXV.
p. 83 ff.
St. de Bertolini „Contribuzione alla Fauna
Italiana degli Emitteri Eterotteri." Bull. Soc. Eni
Ital. Vn. p. 36—60. — Ein Verzeichniss der im Trentino
bisher beobachteten Arten.
Faunule des Hemipteres de Biskra, par MM.
Lethierry et Puton. Catalogue des Hemipteres re-
coltes ä Biskra. Ann. Soc. Ent. France. 1876. p. 13 ff.
Das Verzeichniss enthält 112 Arten (91 Heteroptera, 18
Hemiptera, 3 Psyllidae). Die Diagnosen der früher in den
Pet. Nouv. beschriebenen neuen Arten sind hier wiederholt.
Reib er et Puton. Catalogue des Hemipteres-
Heteropteres de TAlsace et de la Lorraine. Col-
mar. 1876. Habe ich nicht einsehen können.
0. M. Reuter (Maskerade Hemipterer, Medde-
landen af Societ. pro Fauna et Flora Fennica. I.
Helsingfors 1876. p, 136 f.) führt zwei weitere Beispiele
von Aehnlichkcit von Hemipteren mit anderen Insekten
auf. Die Larve von Alydus calcaratus gleicht einer Ameise,
ebenso Myrmecoris gracilis. Lethaeus Lethierry i Put. und
Lamprodema maura F. ahmen Amara-arten nach.
Bidrag tili känncdomen om nägra Hemipterers
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u, 1876. 359
Dimorphism. Af 0. M. Reuter. Oefvers. af Kongl.
Vetensk. Akad. Vörhandlingar. 1875. No. 5. p. 49 ff.
Der Dimorphismus der Hemipteren bestellt bekanntlicli in
dem Vorkommen von lang- und kurzflügeligen Formen der-
selben Art. Reuter führt nun eine Reihe von Arten auf,
die bisher nur in der einen Form bekannt waren, die er
aber auch in der anderen Form auffand. Diese Arten sind:
Berytus minor H.-Sch. (deren langflügelige Form als B.
vittatus von Fieber unterschieden war), Scolopostethus pi-
losus Reut., Orthosteira platychila Fieb., nigrina Fall.,
macrophthalma Fieb., parvula Fall., gracilis Fieb., Coriscus
minor Reut., flavomarginatus Scholtz, limbatus Dahlb., Salda
litoralis L,, flavipes F., Boh., riparia Fall., bifasciata Thoms.,
orthochila Fieb., fucicola J. Sahlb., saltatoria L., Miris hol-
satus F., Teratocoris, Hydrometra adspersa Schumm., Delto-
cephalus abdominalis F., Euides speciosa Boh,, Liburnia
lugubrina Boh., venosa Germ.
lieber denselben Gegenstand handelt derselbe in
den Ann. Soc. Ent. France. 1875.
F. X. Fieber, Katalog der europäischen Cica-
dinen. 1872. Wien, Gerold's Sohn. Dieser, in den
früheren Berichten übersehene Katalog sollte gewisser-
maassen der Vorläufer einer Synopsis sein, in der alle in
ihm enthaltenen Arten diagnosticirt sind. Durch den Tod
des Autors wurde der Druck aufgegeben, da sich kein
deutscher Entomologe fand, der die Herausgabe hätte über-
nehmen wollen, und das druckfertige Manuscript, von dem
schon einzelne, auf einige Unterfamilien und Gattungen
sich beziehende Theile in verschiedenen Jahrgängen der
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien erschienen sind, gelangte
an die Wittwe des Verstorbenen, von der Reiber, Puton
undLethierry es erwarben, in deren letzteren Besitz sich
die auf alle Gattungen ausgedehnten kolorirten Original-
zeichnungen Fieber 's bereits befanden. Leider sind die
Beschreibungen einiger Gattungen verloren gegangen
und durch solche von Puton und Lethierry ersetzt; im
übrigen aber ist das Manuscript unverändert ins Französi-
sche übertragen und erschien nun unter dem Titel: Les
Cicadines d'Europe d'apres les originaux et les
360 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
publications les plus recentes. Premiere Partie:
comprenant les familles des Membracida, Cica-
daea, Fulgorida, Cercopida, Ulopida, Paropida^
Sacrida^) disposees selon la metliode analytiqne. Par le
Dr. Franz Xavier Fieber. Traduit de rallemand par
Ferd. Reiber, Membre de la Societe entomologique de
France. Revue et Magasin de Zoologie. 1875. p. 288
—416; Deuxieme Partie: Description des especes.
1876. p. 11—268. (Noch nicht vollständig.)
Die Einleitung enthält eine Darstellung des äusseren
Baues der Zirpen, aber nur soweit eine solche zum Ver-
ständniss der angewandten Terminologie nöthig ist, mit
erläuternden Hinweisen auf die beigefügten Abbildungen,
äusserst dürftige biologische Notizen über „den Gesang"
der Cicaden, Hautsecret und Wachsabsonderung, Schaden
und Nutzen; Anleitung zum Fang, zur Conservirung und
Herrichtung für die Sammlung und zur Untersuchung be-
hufs Bestimmung der Gattung und Art, sowie ein Verzeich-
niss der einschläglichen Literatur. Zur Umgrenzung der
Familien und Gattungen findet das Flügelgeäder, Zahl und
Stellung der Ocellen, Insertion der Fühler, Richtung des
Kopfes, Beschaffenheit des Prothorax, der Beine in her-
vorragender Weise Verwendung; bei der Unterscheidung
der Arten werden die schon von Flor mit Erfolg in den
Kreis der Betrachtung gezogenen Theile des äusseren Ge-
schlechtsapparates in gründlicherer Weise berücksichtigt.
Namentlich geben die bisher nur unvollkommen gewürdigten
„Griffel'' styli (nicht Raife, cerci, wie es in den Grundz.
z. generell. Theil. der Delphacini hiess) treffliche Unter-
scheidungsmerkmale der männlichen Zirpen ab, sowie die
„Nebenplatten", paraplaga solche bei den weiblichen Del-
phacinen.
In den analytischen Tabellen scheint mir des Guten
zu viel gethan zu sein, indem nicht nur die trennenden
Merkmale hervorgehoben sind, sondern auch andere; eine
Diagnose ist darum aber doch nicht überflüssig geworden,
indem namentlich bei gattungsreichen Familien oder arten-
1) Die Familie der Jassida ist wohl nur durch ein Versehen
ausgeblieben.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 3G1
reiclien Gattungen die Charaktere bei der analytischen Be-
handhing ganz zerstreut gegeben werden. Ich habe daher
eine Gattungsdiagnose in den meisten Gattungen (einzelnen
ist. eine Diagnose beigefügt) mit Bedauern vermisst und
hätte lieber durch hinzugefügte Specialdiagnosen eine
Abweichung in der Abfassung dieses Werkes von den euro-
päischen Hemipteren etc. desselben Autors gesehen als in
der angegebenen Weise.
Im übrigen ist die Wissenschaft den Herren P u t o n ,
Lethierry und Reiber, die das baldige Erscheinen die-
ses umfassendsten der grundlegenden Werke über die in
Rede stehende Abtheilung der Insekten ermöglicht haben,
zu grösstem Dank verpflichtet. Es steht zu hoffen, dass
sie diesen Anspruch noch erhöhen durch separate Heraus-
gabe des Werkes und dabei vielleicht einigen der oben
gemachten Ausstellungen Rechnung tragen. Wegen des
Speciellen s. unten bei den Homoptera.
G r a b e r giebt in den D e n k s c h r. K. A k a d. d.
W i s s e n s c h. M a t h. - N a t u r w. C 1 a s s e. 36. Bd.
Wien 1876. p. 272 ff. eine, wie ich mich an trockenem
Material überzeugt habe, zu billigende Darstellung und Deu-
tung der zu dem Tonapparat der männlichen Cikaden gehöri-
gen Theile. Die verschiedenartig gestalteten, die ventrale
Trommelgrube überdeckenden Schuppen sind nichts weiter,
als die stark entwickelten Hinterränder der Epipleuren des
Metathorax, wie sich aus einem Vergleich mit den Epi-
pleuren des Meso- und namentlich Prothorax und mit den
Weibchen ergiebt. Das „gefältelte Häutlein^' ist nichts
anderes, als der laterale Theil der dorsalen Schiene des
ersten Hinterleibssegmentes und also dem Acridiertympanum
vollkommen homolog; an dieses schliesst sich das hornige
(von Reaumur und Kirby sogen. Mittel-) Stück an, das
demnach die ventrale Schiene des ersten Hinterleibsseg-
mentes ausmacht und hinten an die meist glasartige, spie-
gelnde, vorn an eine gelb gefärbte, derbere und gerunzelte
Haut anstösst. Die Nath, in der die beiden Mittelstücke zu-
sammengefügt sind, ist, wie bei den Sternen sehr gewöhnlich,
in eine crista erhoben und diese, sowie der hintere
Rand des Mittelstückes dient dem Stridulationsmuskel zur
362 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ansatzstelle. Die an dem hinteren und vorderen Rand an-
grenzenden erwähnten Häute sind Gelenkhäute, und zwar
die erstere (glashelle) zwischen zweitem und erstem Hinter-
leibsring, der letztere (gelbliche, derbere) zwischen dem er-
sten Hinterleibsring und Metathorax. Die (nicht bei allen
Arten vorhandene) Decke über der lateralen Höhle, in
der sich eben das gefältelte Häutchen befindet, wird durch
eine Duplikatur des Vorderrandes der zweiten Dorsal-
schiene gebildet, gleichwie der Hinterrand der Meta-
sternal-Epipleuren die Deckschuppe für die ventrale
Trommelhöhle abgab. Der Ton entsteht nun ganz un-
zweifelhaft durch Kontraktion des Muskels und Einziehen
des Häutchens ; ob es die aneinander geriebenen Adern
desselben sind, die den Ton erzeugen, oder ob derselbe auf
andere Weise entsteht, ist noch zu entscheiden. (Ich will
hier einen Versuch erwähnen, der zwar Nichts zur Ent-
scheidung beiträgt, mir aber doch mittheilenswerth er-
scheint. Ich machte in den eingetrockneten Hinterleib einer
Cikade, der eigentlich einen einzigen Hohlraum darstellte ^),
eine Oeffnung und sog nun abwechselnd Luft aus oder blies
dieselbe hinein. Jedes Mal beim Ansaugen war
ein schwacher zwitschernder Ton vernehm-
bar. Da ich nie Gelegenheit gehabt habe, eine Cikade zu
hören, so kann ich nicht sagen, wie weit dieser Ton mit
dem von der Cikade hervorgebrachten übereinstimmt; mit
dem, welchen eine künstliche Friction der Zirpader einer
Laubheuschrecke zu Wege bringt, hat er keine Aehnlich-
keit, was ich ausdrücklich bemerke, da G r a b e r den
durch Anziehen des Muskels entstehenden Ton da-
mit vergleicht. Refer.j
Eine Note von G. C a r 1 e t (S u r 1' a n a t o m i e et
la Physiologie de l'appareil musicale de
la Cigale; Compt. Rend. LXXXII p. 1207 und
LXXXIII. p. 78) ist wegen der Nichtbeachtung der neueren
Literatur über diesen Gegenstand sowie wegen der dort
aufgestellten kühnen Behauptungen merkwürdig. So wird
ein spannender Muskel an dem „gefältelten Häutlein" (Rö-
sel) oder timbale (Reaumur) in Abrede gestellt, ohne dass
1) ((V((if.(6aaQy.()g Anacreon.
auf dem Gebiete der Arthropoden wälirend der Jahre 1875 u. 1876. 363
verrathen wird, wodurch denn die nicht geleugneten rhyt-
mischen Bewegungen dieser Chitinmembran / zu Stande
kommen. Dagegen will C a r 1 e t an der oben erwähnten
derben gelben Haut (membrane plissee Reaumur's
nach Carlet) einen besonderen m. t e n s o r i u s entdeckt
haben, der während der ganzen Dauer des Gesanges im
Zustande der Contraktion bleiben soll. Wie bei so be-
wandten Verhältnissen diese schlaffe Haut vibriren soll,
wie Carlet angiebt, darüber lässt er uns im Unklaren.
Carlet selbst fasst das Resultat seiner Untersuchungen
in folgende drei Punkte zusammen: lo. l\ existe un
muscle speciale, destine a produire, pendant le chant, la
tension de la membrane plissee qui vibre alors par influence
et renforce le son; 2o. il n'y a pas de muscle tenseur de
la timbale; 3o. les deux timbales qui produisent leson vi-
brent synchroniquement. — Wäre nicht als dritter Theil des
Tonapparates noch der „miroir" erwähnt, so hätte ich eine
Verwechselung der „membrane plissee'^ mit dem „gefältelten
Häutlein" für möglich gehalten, wozu, abgesehen von allem
anderen, die Gleichbedeutung der Bezeichnung Veranlassung
geben könnte.
Ueber die Ausdünstungen der Wanzen und deren
Einfluss auf den thierischen Organismus s. oben (187G)
p. 321 (113).
Beiträge zur Anatomie und Histologie
der Pflanzenläuse, insbesondere der Coc-
c i d e n. Von Dr. E. L. Mark. Archiv m i k r o s k.
Anatomie. XIII. p. 31 ff. (Auch separat als Disser-
tation der Leipziger Universität. 1876.)
Diese Beiträge sind hauptsächlich der Darstellung der
Mundwerkzeuge und des Verdauungsapparates gewidmet,
über welche Theile sie allerdings schätzenswerthe Erwei-
terungen unserer Kenntnisse bringen. Die Mundtheile der
Cocciden stimmen in sofern mit denen der Hemiptera s.
Str. überein, dass sie aus 2 Paar Borsten bestehen, die aus
einem Rohr (hier Scheide genannt) hervorgestreckt werden
können. Die Frage, ob sie den Borsten der Hemiptera und
damit den Ober- und Unterkiefern der übrigen Insekten
homolog seien, oder ob die Verwerfung dieser Homologie,
364 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
die Mecznikoff auf Grund seiner embryologischen
Studien aussprach, Berechtigung hat, wird von Mark
nicht erörtert. Vor den Mundtheilen der übrigen Rhyn-
choten sind die der Cocciden sehr complicirt durch ein Sy-
stem von Chitinleisten, die nach Leydig als Horn-
gräten bezeichnet werden. Die Haupttheile dieser Horn-
gräten liegen bei Aspidiotus (die anderen Gattungen stim-
men in den wesentlichen Zügen mit Aspidiotus überein)
in zwei nahezu parallelen, horizontalen Ebenen; die obere
ist hinten etwas gegen die untere geneigt und beide sind
von nahezu dreieckiger Gestalt, die Spitze des gleichsehen-
keligen Dreiecks nach hinten gerichtet. Die Leisten, die
diese Dreiecke bilden, sind vorn durch 2 längere und in
der Mitte der Seiten durch 2 kürzere Stäbe verbunden, und
das ganze Gerüst dieser Stäbe stellt somit eine Pyramide
dar, dessen Grundfläche vorne liegt und senkrecht zur ven-
tralen Körperfläche steht und deren Spitze nach hinten ge-
richtet ist. In der Nähe der Spitze, zwischen den einander
genäherten Dreiecksebenen, liegt ein Apparat, durch den
die Borsten hindurchtreten und gerichtet werden, und der
deshalb als S t e u e r u n g oder c 1 a v u s ^) bezeichnet wird ;
er ist durch Leisten mit dem übrigen Chitingerüst ver-
bunden. Au die Steuerung fügt sich die S c h e i d e an,
ein mehr oder weniger kegelförmiges Organ, das zwischen
dem vorderen Beinpaar, mit der Spitze nach hinten liegt,
und entweder bloss eine Rinne oder eine cylindrische Höh-
lung trägt. Es ist der Schnabelscheide der übrigen Rhyn-
choten analog (ob auch homolog?), aber nur sehr kurz, ge-
wöhnlich zwei- oder gar nur e i n gliedrig. An dem vor-
deren Ende ist die obere Wand dieser Scheide als ein blin-
des Rohr in den Körper hinein eingestülpt; dieser Theil
wird von Mark als Tasche (crumena) bezeichnet. Die
Borsten selbst, bei den Cocciden bekanntlich von bedeuten-
der Länge, werden in „retortenförmigen" Säcken gebildet
(Mecznikoff), deren Ueberreste an ihrem einen Ende meist
noch sichtbar sind. Dieses im Körper bleibende Ende ist
1) Da clavus schon ganz allgemein zur Bezeichnung eines Thei-
les der Halbdecken acceptirt ist, so wird obige Benennung wohl einer
anderen Platz machen müssen.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 365
etwas trichterförmig erweitert und hohl und liegt ungefähr
in der halben Höhe der gedachten Pyramide, den Seiten
der Dreiecke genähert. Die Höhlung setzt sich bis zur
Steuerung fort ; von da ab sind die Borsten solide und aus
je 2 aneinandergelegten Stäben gebildet. Aus der Steue-
rung treten sie in die Tasche, um in dieser eine Schlinge
zu bilden, und dann erst durch die Scheide; werden sie
ausgestreckt, so zieht sich die Schlinge natürlich aus der
Tasche heraus, deren Wandung elastisch ist und sich dann
in Falten zusammenlegt. — Die vorderen Enden der Bor-
sten schliessen einen Raum ein, der nach Mark einem
echten Schlundkopf entspricht und eine Saugvorrichtung
besitzt, die aus einem Hohlcylin der mit Kolben und Kolben-
stange besteht; an der Stange inseriren Muskeln, die den
Kolben nach vorne ziehen können und so Pumpbewegungen
ausführen; ein Zusammenhang dieses Theiles mit dem Oeso-
phagus Hess sich allerdings nicht nachweisen.
Der Verdauungskanal ist nach M a r k von den bis-
herigen Beobachtern nicht richtig erkannt worden und ist
allerdings merkwürdig genug ; er besteht aus dem sehr en-
gen Oesophagus, der ziemlich lang ist. Die Wandung des-
selben lässt eine tunica propria erkennen, die bei Lecanium
anscheinend strukturlos ist, bei Dorthesia dagegen Kerne
enthält, eine mittlere Zelllage und eine häufig der Länge
nach gefaltete Intima. Auf den Oesophagus folgt der bei
weitem beträchtlichste Darmabschnitt, der Chylusmagen, der
bald nach seinem Beginn (?) den vereinigten Ausführungs-
gang zweier M a 1 p i g h i 'scher Gefässe aufnimmt. An-
fangs hat der Chylusdarm noch die Richtung des Oeso-
phagus, dann aber biegt er nach vorn um und bildet meh-
rere Spiralwindungen um seine eigene Achse neben dem
Oesophagus, wendet sich dann nach, links und nimmt hier
eben die M a 1 p i g h i 'sehen Gefässe auf; diesen ersten
Theil nennt Mark nach dem Vorgange Tozzetti's
Ansa minor. Hinter den M. G. behält der Darm Anfangs
noch den Verlauf nach links bei, wendet sich dann nach
vorn, rechts, hinten und wieder nach vorn und kommt zu-
letzt ganz nahe an die Stelle, wo die Ansa minor nach
ihren Sj)iralwindungen den Oesophagus verliess, um die
Archiv f. Natui-g. XXXXIII.'jalirg. 2. Bd. Y
866 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Wendung nach links zu machen ; au dieser Stelle geht er
in den Mastdarm über, nachdem er zuerst noch einen klei-
nen Blinddarm nach vorn gesandt hat. Dieser ganze Theil
wird als grosse Schlinge (Ansa major) bezeichnet. Das
merkwürdigste ist nun, dass die Ansa minor nebst dem
hinteren Theile des Oesophagus mit dem Mastdarm, dessen
vorderen Theil sie eingestülpt haben soll, verwachsen ist.
An dem ganzen Chylusdarm vermisst Mark eine In-
tima, während die tunica propria deutlich entwickelt ist,
und die Zellen in dem eingestülpten und frei in die Lei-
beshöhle hineinragenden Theile eine verschiedene Be-
schaffenheit zeigen. In dem mit dem Mastdarm verwach-
senen Theile nämlich sind die Zellen keilförmig, durch-
sichtig und haben nur einen Kern mit einem Kernkörper-
chen ; sie kleiden die t. propria nur an einer Seite
aus und ihre dem Lumen des Darmes zugewandte Seite
ist konkav, so dass der Querschnitt desselben linsenförmig
erscheint: das eine Bogenstück der Linse wird von der
konkaven Innenfläche einer Zelle, das gegenüberliegende
von der t. propria gebildet. In der ansa major sind die
Zellen unregelmässig gestaltet, locker aneinander gefügt ;
ihr Inhalt ist trübe und oft sondern sich 2 Kerne mit meh-
reren Kernkörperchen in ihnen. Im rectum ist die intima
dagegen wieder sehr stark entwickelt und in longitudiuale
Falten gelegt. Kerne konnte Mark in derselben nicht
auffinden. Eine Zellschicht, aus durchsichtigen Zellen ge-
bildet, aber nicht immer deutlich zu sehen, sowie eiile
massig ausgebildete propria sind ebenfalls vorhanden. Auf-
fallend für den Darm der Cocciden ist der gänzliche Man-
gel von muskulären Elementen.
Ausser den schon erwähnten M a 1 p i g h i 'sehen Ge-
fässen sind Speicheldrüsen als Anhangsdrüsen des Darmes
anzuführen. Dieselben sind paarig, gewöhnlich etwas ge-
lappt und besitzen einen gemeinsamen Ausführungsgang,
der ganz in den Anfang des Oesophagus einmündet. Ihre
t. intima ist mit radial gestellten Porenkanälen durchsetzt,
und die Drüsen selbst sind gewöhnlich durch Bindegewebe
mit dem Unterschlundganglion so eng verwachsen, dass der
Irrthum der früheren Forscher, die diese Organe für Theile
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 367
des Nervensystems ansahen, erklärlich ist. Dasselbe ist
mit einem median gelegenen blasenförmigen Körper der
Fall, der von Tozzetti ebenfalls als zum Nervensystem
gehörig, von Mark aber wegen der Aehnlichheit seiner
Zellen mit den absondernden als dritte unpaare Speichel-
drüse gedeutet wird. Ausser bei Cocciden hat Mark
diese bisher vermissten Speicheldrüsen auch bei Aphideu
(Aphis Sambuci; Schizoneura Ulmi; Chermes Abietis) nach-
Heteroptera.
Pentatomidae. Stäl beschreibt in seiner En vi Ine ratio He-
mipteroriim V folgende neue Arten: (Plataspina) Brachypiatys
nigri'pes (Philippinen; subaeneo - niger ; nitidus; scutello subtiliter
puuctato, hujus linea intramarginali, postice in medio interrupta, et
maculis duabus parvis distantibus basalibus, nee non pronoti raaculis
duabus parvis distantibus ante medium disci positis ferrugineo-flave-
scentibus; margine apicali capitis haud nisi obsoletissime reflexo ;
antennis, rostro^ pedibusque, nigris) p. 8 ; Scleropelta lateralis (ßor-
neo; sordide flavescens, nitida, superne glabra et nigro-punctata, sub-
tus cum pedibus puberula; angulis lateralibus pronoti et lateribus
scutelli punctis nigris destitutis, illis macula nigra notatis) p. 9;
Coptosoraa elegans (Borneo; pallide sordide flavescens, nitida nigro-
punctata; macula basali scutelli, mesostethio, metastethio et ventre
nigris, huius Hmbo flavescente) p. 11, australica (Nordaustr. C. bu-
foni Esch. maxime affinis, differt puuctura scutelli et praesertim pro-
noti distinctiore et densiore . . .), lyncea (Cap York; bufoni et austra-
licae maxime affinis, ab ambabus dififert forma structuraque capitis...)
p. 12, pardalina (Indien), tigrina (Cochin-China), punctiventris (Ma-
lacca) p. 13, podagrica (Nordaustralien) p. 14: Tropidotylus fascio-
latus (Ceylon; subaeneo-niger, subnitidus, punctulatus, superne macu-
lis parvis irregularibus confluentibus flavescentibus conspersus, ma-
cula anteriore pronoti distinctiore et maiore; macula parva angula-
rum basalium fasciaque abbreviata basali postice sinuata scutelli,
margine augusto maculisque intramarginalibus parvis ventris flave-
scentibus, laevigatis; basi antennarum, rostro pedibusque flavescen-
tibus) p. 15; (Cydnina) Cephalocteus piinctipennis (Capland ; C. sca-
rabaeoidi simillimus et maxime affinis, differt scutello hemelytrisque
totis, illo remote, ^is densius punctulatis) p, 21; (E entatomina)
Brachycerocoris afer (Damara; B. camelo A. Costa simillimus et
maxime affinis, diifert tuberculo anteriore pronoti et scutelli magis
elevatis (-to?), praesertim tamen scutello margiuibus latcrolibus di-
368 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
stinctius rotundatis instructo ) p. 31; Deroploa curvicornis (Rock-
hampton; D. parvae Westw. statura, punctura et ceteris simillima,
differt angulis lateralibus thoracis in cornu curvatum, sensim leviter
angustatum, oblique antrorsum vergens, apice tridentatum subtus
obsoletius carinatum productis • . .}; Testrica emarginata (Nord-
australien ; T. rudi Germ, maxime affinis, differt magnitudine minore,
thoracis angulis lateralibus oblique sinuato-truncatis, denteque angu-
lorura nonnihil latiore), bubala (T. anticae Walk, simillima, differt
angulis lateralibus thoracis longius extrorsum productis; lougioribus
quam latioribus, . . .) haedidea (! Westaustralien) p. 32; Niarius ve-
nosus (Rockhampton; niger articulo primo et basi articulorum duo-
rum apicalium antennarum, marginibus lateralibus lineaque lougitu-
dinali capitis et thoracis, maculis tribus parvis basalibus parteque
tertia apicali scutelli, veuis margineqae exteriore partis coriäceae
hemelytrorum, limbo abdomiuis, rostro pedibusque pallide flavescen-
tibus . . . .) p. 38; Eumecopus calidus (Cap York, Rockhampton; E.
armato F. simillimas, differt articulo secundo antennarum basi haud
incrassato, . , .) p. 40, vittiventris (Australien; E. Australasiae si-
millimus), pmictiventris (Adelaide), acantliopygius (Rockhampton),
fuscescens (Australien) p. 41; Aglaophon varius (Brisbane) p. 42;
Dalpada pilicornis (Neelgerris; angulis lateralibus thoracis magis mi-
nusve prominulis; sulco ab ostiis odoriferis ducto brevissimo, apice
in auriculum prominulo; . . .) p. 44 ; Aleria asopoides (Madagascar;
nigro-picea, remote pilosula, subtus albo-mucorea, superne distincte
punctata; . . . antennis piceo-flavescentibus, articulo primo nigro;
membrana alisque fuscis) p- 47; Mustha incana (Persien; statura M.
spiculosae, differt capitis marginibus lateralibus rectis, spinis margi-
nalibus corporis minoribus, setosis, . . .) p. 48; Anaxarchus parda-
linus (Moreton Bay). p. 72; Dolycoris indicus (Dekan, Darjeeling;
D. Verbasci simillimus et maxime affinis, diflerre videtur (sie!) sta-
tura angustiore capite pronoto scutelloque minus dense punctatis,
membrana lougiore, marginibus lateralibus anticis pronoti latius pal-
lidis, basi parce nigro-punctatisj p. 76; Ilerda pugnax (Sansibar; J.
punctatae simillima, differt thoracis dimidio antico pallidiore multo
remotius punctato et punctis plurimis pallidis instructo . . . .) p. 77;
Stollia fasciolata (Cap York, Rockhampton; frenis vix plus quam quin-
tam partem laterum scutelli occupantibus ; nigra, superne fortiter,
subtus et in capite minus fortiter punctata; . . .) p. 81; Alcimus
coronatus (Dekan) p. 88; Catacanthus violarius (Waigiu; C. sumptuoso
simillimus, differt disco inferiore capitis et pectore aurantiacis, ven-
tre vitta media destituto spinaque basali longa, nonnihil ante meta-
sternum producta, instructo) p. 89; Zangis virginea (Ceylon; Z. dor-
sali Dohrn maxime affinis et simillima, differt spiraculis ventris ni-
gris, angulisque imis apicalibus segmentorum ventralium nonnisi
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 369
apice imo nigris) p. 93; Acesines hreviceps (Indien) p. 94; Antestia
trivialis (Sansibar ; A. marginatae maxime affinis et simillima, differt
colore magis flavescente-olivaceo, marginibus lateralibus capitis et
tyli nigris, . . .; ventre ad spiracula macula nigro destituto, spira-
culis ipsis autem nigris) p. 96 ; Menidia Signoretii (Indien ; M. macu-
liventri simillima; differt tantum pronoto ad seriem puiictorum intra-
marginalem lateralem anguste laevigato et flavescente, margine antico
toto calloso et laevigato nee pone oculos punctato, capiteque non-
nihil breviore) p. 98; Anchesmus (n. g.?) ruficornis (Aegypien); Am-
biorix (n. g.?) aenescens (Indien) p. 100; lustina bipunctiila (lle Reu-
nion; Gastr. torquato H.-S. maxime affinis videtur) p. 101; Abeona
(n. g.?) gladiatoria (Indien); Cuspicona laminata (Neu Caledonien;
C. viridi simillima, differt lamina mesosternali longius producta,
marginem anticum prosterni tarnen haud attingente, anterias sensim
humiliore. . .) p. 102; Tropicoris laeviventris (Indien; a T. rupipede
divergit magnitudine maiore, colore paüidiore, punctura dorsi sub-
tiliore, iugis totis distantibus, thoracis processu laterali breviore ob-
tusiore, haud reflexo ) p, 105, punctipes (Indien; T. rupipedi
statura et punctura similis; differt colore dorsi totius lurido, apice
scutelli concolore et punctato, iugis distantibus, ...)', Agathocles
(n. g.?) limbatus (Indien; superne inridus, sat dense distincteque ni-
gro-punctatus et inter puncta maculis vel callis parvis pallescentibus
conspersus, subtus niger; marginibus imis lateralibus anticis pronoti,
limbo laterali prosthetii et limbo latiore ventris sordide rufescenti-
bus) p. 106; Placosternum alces, urus (Ceylon) p. 107; (Acantho-
somiua) Aesepus Signoretii (Au&tralien ; pallide griseo-flavescens,
dense distincteque fusco-punctulatus, ventre subtilius ferrugineo-pun-
ctulato, margine imo laterali thoracis, hemelytrorum et abdominis
laevigato, parce nigro-consperso, antennarum articulis 2o et 3o ferru-
gineis, spiraculis nigris) p. 110; x\gamedes pilicornis (Capland) p. 111;
Anaxandra nigro-lineata, sigiUata (Indien) p. 114; (Urolabidina)
Urochela guttulata (Darjeeling) p. 115, pilosa (ibid.) p. 116; ürola-
bida uniloba (Darjeeling; U. tenerae Westw. simillima, sed minor,
antennis brevioribus, minus gracilibus, articulo primo thoraci lon-
gitudine aequali, basi ima articuli secundi, articulo tertio toto et
parte apicali articulorum duorum apicalium nigris) p. 117; (Phyllo-
cephalina) Phyllocephala Volxemii (Lagos; Ph. senegalensi Lap.
statura, colore puncturaque simillima, differt capite nounihil longiore,
marginibus lateralibus basi denticulo destitutis, iugis divaricatis, su-
pra subtusque convexis, sensim angustatis, pronoto anterius depresso,
rugo transversa pallida discoidali distinctiore iustructo , . . .) p. 121;
Diplorhinus qiiadricornis (Indien; a D. furcato differt iugis longiori-
bus, sensim acuminatis, magis divarig(-c-)atis, marginibus lateralibus
rectis instructis, pronoto fortius rugoso . .) p. 122; Gellia punctulata
370 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Old Calabar; a G. angulicolli Stäl differt tantum magnitudine ma-
iore, capite maiore, magis dilatato, in medio quam posterius non-
nihil latiore, iugis dimidium lougitudinis capitis occupantibus, lobis
anticis pronoti longius productis, punctura corporis totius multo sub-
tiliore, concolore nullibi nigro, pronoto disco transversim distincto
subrugoso, antennis pauUo longioribus, ventre punctis rarissimis
consperso, subtilissime ruguloso) p. 123.
Jakovleff beschreibt im Bull. Soc. Imp. Natur, de Mos-
cou folgende neue Arten: (XLIX. 1875) Irochrotus caspius (Sarepta;
Fühlerglied 1 so lang 3, 2 kürzer als 1 und fast gleich mit 3 ; Ober-
seite flockig weiss und freihenweise (büschelig) schwarz-borstig be-
haart; Beine pechschwarz, Schienbeine lang-weiss behaart. L. 6 — 7V2
mm.) p. 146, caucasicus (Kurusch; Oberseite gleichmässig zottig be-
haart; Fühlerglied 2 kürzer als 3; oben schwarz mit grünem Schim-
mer; Körper überall mit langen, hackenförmigen Haaren zottig be-
setzt; Kopf anliegend schuppenartig behaart; Fühler braun, Glied 2
am Grunde bleich-bräunlich; L. 6 mm.) p. 249; Cyrtocliilus (n. g,
Pentatomin.; Breitoval, Stirnschwiele durchlaufend, Jochstücke vorn
abgerundet; Schnabel auf die zweite Bauchschiene reichend, schlank-
gliederig; Fühlerwurzel sehr kurz, zur Hälfte den Kopf überragend,
2 noch einmal so lang als das Wurzelglied und um V3 länger als 3 ;
4 verdickt, so lang als 2; 5 das längste, spindelig; . . . Pronotum
vorn tief bogig ausgeschnitten; Halsecke mit einem stumpfen Stachel ;
Schild laug, dreieckig, Ende spitz; Mittelbrust mit einem Mittelkiel;
Membran mit 9 — 10 einfachen Rippen an einer queren Grundzelle;
. . . Hinterfusswurzel kürzer als Glied 2 und 3 zusammen) flavoli-
neatiis (Ararat); Kopf, Pronotum, Schild, Fühler und Beine schwarz;
Unterseite bleichgelb; Fühlerwurzel am Grunde, Schenkel, Connexi-
vum, Seiteurand des Pronotum und des Corium am Grunde gelb;
Kopf mit einem, Pronotum mit 3 durchlaufenden gelben Streifen; . . ,
Kopf, Fühler und Beine dicht weiss behaart; L. 11 — 12 mm.) p. 254;
(LI. 1876) Dyboioslcyia (n. g. Scutellerin.; Einmdlich, beiderseits
hoch gewölbt, kahl ; Jochstücke lanzettlich, aneinanderliegend: Augen
sehr klein: Kopf vorn etwas gekrümmt; . . . Schnabel an das dritte
Hüftpaar reichend; ... Fühlerglioder dünn, 1 und 2 zusammen nicht
an das Kopfende reichend; 2 länger als 1 und so lang als 3, 4 = 1,
Endglied spindelig, = 3 -j- 4; Schild breit, den ganzen Rücken
deckend; hinter dem Buckel abgedacht) ussurensis (Ussuri; schwarz-
braun, dicht grobpunktirt; Fühler schwarzbraun, Glied 2, 3 und 4
am Ende röthlich; Kopf, Vordertheil des Pronotum, Bauchmitte und
Schenkel fast schwarz; Schild mit einzelnen braungelben Knötchen;
Pronotum und Schild mit feiner, braungelblicher, durchlaufender
Mittellinie) p. 87; Neottiglossa metallica (Ussuri; Unterseite, Kopf,
Vordertheil des Pronotum und Schild am Grunde metallisch schwarz-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 n. 1876. 371
violett; Membran hell, fast durchsichtig, Kopf verlängert, nicht ge-
krümmt; L. 5'/.> mm.) p. 88; Homalögonia (n. g. Pentatomin.,
Carpocoris Kti. nahe stehend) maculata (Ussuri) p. 90; Stromato-
coris (n. g. Piezodorus nahe stehend) amo enus (ÜBsnri) p. 93, viusi-
mis (ibid.) p. 96; Benardia (u. g. Pentatomin. für Tropicoris de-
cempunctata Motsch.) p. 99; Acro coris (n. g. Pentatomin..; ovaJ,
kahl; Kopf klein, Stirnschwiele eingeschlossen; Schnabel schlank-
gliederig, an das Ende der Hinterbrust reichend; Fühlerglieder
schlank, Wurzelglied kürzer als der Kopf, Glied 2 kaum kürzer als
1, 3 das längste, 4 so lang als 2, 4 nur ^/g. von 3; 5 (? fehlt);
Schulterecke des Pronotum spitz, rückwärts gerichtet, Pronotum-
Seitenrand gezähnelt; Schild etwas über den halben Rücken lang...;
Membran mit 7 — 8 Rippen; Bauchmitte schwach kielförmig, Bauch-
schiene 2 mit vorstehendem Spiess....; Mittelbrust mit einem Kiel)
serraticollis (üssuri) p, 104; Strachia festiva L. var. cdhiventris p. 105;
Elasmostethus dorsalis (Ussuri) p. 106; Dinorhi/nchus (n. g.; Kör-
per oval; Kopf gross, sehr lang, Stirnschwiele kürzer als die vorn
zugeruudeten Jochstücke; Schnabel sehr stark, kurz, an das Mittel-
briisteude reichend; Wurzelglied kürzer als der Kopf; Wangenplatten
linienförmig, vorn lappenförmig erweitert; Fühler sehr lang; Wurzel-
glied viel kürzer als der Kopf, Glied 2 6 — 7 mal länger als 1 und
fast so lang als 3, Glied 4 um ^4 länger als 3, Endglied bogig, so
laug als 8; Schulterecke spitz, stark vorstehend, , . .; Bauchgrund-
schiene mit spitzem Höcker; Membran mit 9 Rippen; Beine lang,
unbe wehrt) Dißo^cskyi (Insel Askold).
Corimelaena ciliata, cyanea, antJiracina (Californieu) ; P. R.
Uhler, Bull. U. S. Geol. etc. Surv. Terr. I. p. 270.
Homaemus consors (Calif.); Aulacostethus simulans (S. Fran-
cisco): Zophoessa consocia (Arizona); Uhler, Bull. U.S. Geol. etc.
Surv. Terr. p. 272—274.
Pachycoris discrepans ^ (Huallaja in Peru); Derselbe,
Proc. Bost. Soc. XVII. p. 282.
Graphosoma lineatum bei Dinant auf Umbelliferen;
C. R. Soc. Ent. Belg. XIX. p. LHI.
Älicroporiis (n. g.) ohliqims, testudinatiis ; TricJiocoris
(n. g.) conformis] Amnestus pusillus\ Maeroporus (u. g.) repetitiis',
Melanaethiis (n. g.) elongatiis (Californien); P. R. Uhler, Bull.
U. S. Geolog, a. Geographica! Survey Territ. I. p. 275—278.
Pentatoma planiuscuJa (a P. iuniperina corpore maiöre, subtuws
brunneo^ statura magis deplanata, limbo pronoti abdominisque con-
colore, rostro longiore mox distingueuda), neue Art aus Finnland;
0, M. Reuter, Not. ur Sällskap. pro Faun. Flor. Fenn. Förh.
XIV. p. 328.
372 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Chlorochroa congrua (Colorado); P. R. Uhler, Bull. U. S.
Geol. a. Geogr. Survey Territ. I. p. 288.
Mictidae. Mozena oUiisa (Texas, New-Mexico) ; Ders. ebenda
p. 296.
Goreidae. Platymelus (n. g. ; Körper länglich eiförmig; Schna-
bel auf die erste Bauchschiene reichend ; Wurzelglied so lang als der
Kopf; . . . Fühler stark; Wurzelglied prismatisch, so lang als der
Kopf, Glied 2 platt, breit, länger als 1 ; Glied 3 platt, oben spatelig,
so lang als 1; Glied 4 kurz, spindelförmig; Beine unbewehrt) Chri-
stophi (Sarepta); Jakovleff, BulL Soc. Imp. Nat. de Moscou.
1876. No. 3. p. 152.
Gonocerus annulipes Luc. gehört zur Gattung Bothroste-
thus; Puton, Bull. Soc. Ent. France. 1876. p. XXXIV.
0. M. Reuter beschreibt die ameisenähnliche Nymphe von
Alydus calcaratus (M'askerade Hemipterer) in: Meddelanden
afSociet. pro Fauna et Flora Fennica. I. Helsingfors. 1876.
p. 136.
Capsidae. Genera Cimicidarum Europae disposuit 0. M.
Reuter. Bihang tili Kongl. Svenska Vetensk.-Akad. Handlingar. III.
Bd. I. Heft. No. l. Reuter giebt eine Diagnose der Familie, eine
Uebersicht der vier von ihm angenommenen Unterfamilien (Capsina
R., Anthocorina R., Cimicina Stäl (= Acanthiina R.), Ceratocom-
bina), der Divisionen in letzteren, sowie der Gattungen in den Divi-
sionen, deren mehrere nur aus einer Gattung bestehen. Als neue
Gattungen werden aufgestellt: (Subf. Capsina) Teratodella (Ocelli
nuUi; caput inter oculos sulco tenui lougitudinali instructum vel
vertice postice transversim impresso ; pronotum lateribus saltem an-
tice acutis, apice emarginato; alae hämo nuUo; arolia nuUa; proste-
thii mucro triangularis, apice acuminatus, basi convexus;... corpus
planum, oblongo-ovatum; caj)ut ante oculos longe productum, hori-
zontale; die Art, T. anthocoroides stammt von Ronen; vielleicht zu
Schiff aus Senegambien eingeschleppt) p. 7; Euryopocoris (für
Orthocephalus nitidus Mey.) p. 24; Solenoxyphtis (für Macrocoleus
lepidus Fieb.) p. 38; Icodema (für Plagiognathus infuscatus Fieb.
= Orthotylus pallidus Mey.) ; Plesiodema (für Agalliastes pinetellus
Zetterst.) p. 45; Colpochilus (Div. Plagiognath., die Art ist C. te-
nuicornis aus dem Elsass) p. 60. (Subf. Anthocorina) Acompocoris
(für Temnostethus pygmaeus var. b. Reut., lucorum Fall.) p. 63.
Ferner beschreibt derselbe die neuen Arten: Calocoris (Pycnopterna)
Palraeni (Nassfeld) p. 14; Lygus (Orthops) conspurcatus (Algier)
p. 18; Orthotylus (Allocotus) curvipennis (Biskra) p. 36, Lethierryi
(^ibid.), Salsolae (Aude, Cette, Herault, auf Salsola) p. 37; Oncotylus
Putonii (La Nouvelle, Aude, auf Salso)a) p. 41 ; Atractotomus fusci-
nervis (Corsica), apicalis (Laibach, Grosskahlenberg) p. 46; Psallus
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 373
convexus (Frankreich) p. 52 ; Megalodactylus (Tuponia) Lethierryi
(Biskra) p. 53; Plagiognathus (Criocoris) fulvus (Frankreich) p. 54,
(Phoenicocoris) maior (Frankreich) p. 55, (Plagiognathus s str.)
alpinus (Kirschbaumeralpe, Tirol) p. 56, flavipes (Corsica) p. 57,
(Atomoscelis) concinnus (Biskra) p. 58; Temnostethus crassicornis
(Algier) p. 64; Piezostethus flavipes (Biskra) p. 65.
Capsinae ex America boreali in Museo Holmiensi
asservatae, descriptae ab 0. M. Reuter. Oefvers. Kongl.
Vetensk.-Akad. Förh. 1875 No. 9. p. 59 £f. Beschrieben wer-
den: Miris afßiis (Wisconsin, Pennsilv., New-Yersey); Trigonotylus
pulcher (Texas) p. 59; Callimiris (n. g. gen, Teratocori Fieb. stru-
ctura membranae affine) Uhleri, tarsalis (Wisconsin, Texas) p. 60;
Trachelomiris (n. g.) oculatus (Texas, New- York) p. 61; Palla-
cocoris (n. g.) suavis (Texas) p. 62; Clivinema (n. g.) villosa
(Texas) p. 63; Resthemia atripennis (Texas), nigricolUs [Nevf-Yersey),
maculicolUs (Texas) p. 65; Oncerometopus (n. g.) nigriclavus (Texas),
ruber (Texas) p. 66; Lomatopleiira (n. g.) caesar (Pennsilvanien);
Phytocoris eximius (Texas) p. 67, brevmsculus (Texas), iibidlis (Texas,
Wisconsin) p. 68, puella (New- York), palUdicornis (Wisconsin) p. 69;
Neurocolpus (n. g.) für N. nubilus Say ; Compsocerocoris [n. g.)
annulicornis (Texas) p. 70; Lygus Belfragii (New-York), vitticolUs
(Texas), Carölinae (Carolina) p. 71, yrasinus (Texas), faaciatus (Süd-
Carolina), convexicollis (Californien) p. 72; Systratiotus americanus
(Texas); Poeciloscytus basalis (Texas) p. 73; Poeciloeapsus (n.
g., prope Liocoris Fieb. locandum, für P. lineatus F. = 4 — vittatus
Say und) affinis (New-Jersey) p. 74, marginalis (New-York); Calli-
capsus (n. g.) liistrio (Texas, Carolina) p. 75; Euarmosus (n. g.)
Sayi (Texas) p. 76; Sixeo7iotus (n. g.) insignis (Texas, New-Jersey.
New-York); Gyrtocapsus (n. g. für Capsus caligineus Stäl) p. 78;
Serie ophanes (n. g.) ocellatus (Texas) p. 79; Semium (n. g.) Tiir-
tiim (Texas) p. 80; Cyrtopeltocoris (n. g.) albofasciatus (Texas)
p. 81; Trichia (n. g.) pimctulata (Texas) p. 82 ; Engytatus [n. g.)
geniculatus (Texas); Hyaliodes (n.g. für H. vitripennis Say) p. 83;
Parthenicus (n. g.) psalUoäes (Texas) p. 85; Ilnacora (! n. g.)
divisa (Texas), (subg. Corinala !) Stalii (Texas, New-York) p. 86;
Ceratocapsus (n. g.) lutescens (Texas), punctidatus (Cuba) p. 87;
Strongylotes (n. g.) sdliens (Texas) p. 88; Ehinacloa (! n. g.)
forticornis (Texas); Psallus guttulosus (Texas) p. 89; Episcopus
(n. g.) ornatus (Texas); Phoenicocoris pubescens (Texas) p. 90; Pla-
giognathus grandis (Texas); Atomoscelis seriatus (Texas) p. 91; Agal-
liastes suavis (Texas) p. 92.
0. M. Reuter veröffentlicht einen Bidrag tili Nordiska
Capsiders Synonymi (Notiser ur Sällskapets pro Fauna et
Flora Fennica Förhandlingar. Fjortonde Haftet p. 1 ff.,
374 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
der sich z. Th. auf Untersuchungen der Typen aus der Sammlung Fal-
len's, Zett erstedt's, Sahlberg's und Bohemans gründet. Es
ist darin die Synonymie von 45 Arten erörtert und auf Phytocoris
pilosus Boh. Trichymenus n. g. gegründet; p. 7.
Phytocoris öbscurus (Landes; Ph. intricato Flor similis, sed
articulo antennarum primo breviore, pronoto lateribus rectis etc.),
Flammida (Corsica); Derselbe ebenda p. 331 ff.
Derselbe. Revisio critica Capsinarum, praecipue Scan-
dinaviae et Fenniae. Försök tili de Europäiska C^psinernas
naturenliga Upstellning jämte kritisk Oefversigt af de Skandinaviskt-
finska Arterna. Akademisk Abhandling. R. Alexanders ünivers. i.
Finland. 27. Mai. 1875. Helsingfors 1875, 101, 199 pp. Bvo. Habe
ich nicht eingesehen.
Calocoris iZ^ßwfcei (Astrachan) p. 165, fasciatus (Sarepta) p. 167;
Orthocephalus hilineatus (Sarepta) p. 169, opacns (Sarepta, Bogdo,
Astrachaö) p. 170; Psallus ruhricatus (Bogdo) p. 171; Agalliastes
Icmuginosus (Sarepta); Jakovleff, Bull. Soc. Imp. Natur, de
Moscou. XLIX (1875) No. 3.
Lopus äfßnis (Kurusch, Cauc); Calocoris rubHpes (üssuri)
p. 115; Lygus aäustus (ibid.) p. 117; Psallus riihronotatus (Sarepta)
p. 119; Auchenocoris Beuteri (Krasnowodsk) p. 120; Agalliastes pii-
milus (Astrachan) p. 121; Derselbe ebenda LI (1876).
Lopus suhpatellatus (= Phythoc. flavo-marginatus Costa?) 18.
p. 172. PI. 9. Fig. 2 u. 2a; Lygu-s aurantiacus 19. p. 103; Snellen
van Vollenhoven, De Inlandschen Hemiptereu, inTijdschr.
voor Entomologie 18 und 19,
Calocoris (Pycnopterna) Palmeni (Salzburg) ; Atractotomus api-
cdlis (Laibach); Reuter, Verh. Z o o 1. Bot. Ges. Wien. XXV.
p. 86, 87.
Acetropis longirostris (Sarepta) p. 511; Beuteria (n. g.) Mar-
gueti {Tqvl\o8q)\ Thermocor is {n. g.) Miinieri (Algier) p. 510; A. Pu-
ton, Pet. Nouv. Ent. (1875.) ^
Calocoris tenehrosus (Sibirien); Lygus distinguendiis (ibid.)
p. 544; Macrocoleus Beiberi (Vosges) p. 540, soror (Sibirien) p. 544,
Psallus convexiis (Corsica) p. 540; 0. M. Reuter, ebenda.
Miris instabüis (Colorado); Orectoderus {n.g.) obUqmis (Ca-
nada); P. R. Uhler a. a. 0. p. 516, 519.
John Sahlberg stellt die neue Gattung Platypsallus mit
lauger Diagnose auf (statura brevi, lata, abdomine valde dilata (!)
formaque hemielytrorum primo intuitu generi Microphysae haud
dissimilis); die Art, P. acanthioides, scheint derselbe schon früher
bei einer anderen Gattung bekannt gemacht zu haben. Not. ur
Sällsk. pro Faun. Flor. Fenn. Förh. XIV. p. 307 f.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 375
Heterotoma diversipes (Corsica); Puton, Bull. Soc. Ent.
P>ance. 1876. p. XXXIX.
Deraeocoris (Calocoris) Zelleri (Palermo); J. Scott, Entom.
Monthl. Magaz. XIII. p. 104.
Phytocoris Beuteri (England); E. Saunders, Trans. Ent.
Soc. London. 1875! p. 265.
Cyphodema Oberthuri (Constantine) ; Puton, Bull. Soc. Ent.
France. 1875, p. CLVI.
Stiphosoma steganoides (St. leucocephala L. minor, angustior,
oculis raaioribus, coloreque capitis et pedum a congeneribus distin-
guenda) aus Russ. Lappland; John Sahlberg, Not. ur Sällsk.
pro Faun. Flor. Fennic. Förh. XIV. p. 306.
Oncotylus nigricornis (La Rochelle); E. Saunders, Entom.
Monthl. Magaz. XIL p. 222.
Plagiognathus alpinus (Tyrol); Reuter in den Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. XXV. p. 88.
P,sallus WoUastoni (Madeira); 0. M. Reuter, Entom.
Monthl. Magaz. XIIL p. 154.
Macrotylus melanocerus (Bona); Puton, Ann. Soc. Ent.
France. 1876. p. 282.
Neuerdings schädigt auch eine Art dieser Familie (Phyto-
coris gothicus?) die Weinberge; de Vibraye, Compt. Rend.
LXXX. p. 1407.
Anthocoris sibiricus (Sibirien); 0. M. Reuter, Pet. Nouv.
Entom. (1875.) p. 545.
Acompocoris alpinus (Sömmering; niger, antennis totis nigris
vel articulo secundo medio piceo ; hemelytris picoo-testaceis, mem-
brana f um ata, venis albidis (unde membrana fusco-vittata); jjedibus
piceo-testaceis, feraoribus basim versus nigro-piceis; Long. 3^2 i^im.);
Derselbe, Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien. XXV. p. 88.
Berytidae. Cardopostethus Uneatus (Astrachan; ganz bräun-
lichgelb, Pronotum grob punktirt, oben schwach metallisch; Corium-
spitze schwarz, Kopf braun gefleckt; Fühler schwarz geringelt;
Schenkelende und Bauchmitte schwarzbraun; Connexivum gelblich-
weiss, mit bräunlichem Querfleck; L. 6 — 6^1,2 mm.) p. 153, fidvus
(Sarepta; ganz orangegelblich; das verdickte Ende der Fühlerwurzel
und Schenkelende hell roströthlich; Fühler gelblich, Glied 1 am
Grunde fein braun geringelt, Fühlerwurzel V2 des Körpers (?); Glied.
2 und 3 gleichlang; Halbdecken länger als der Hinterleib; Membran-
uath und Fühlerglied 4 schwarz ; Rücken bräunlichroth ; Beine braun
gefleckt und geringelt; L. 5 mm.) p. 155; Jakovleff, Bull. Soc.
Imp. Natur, de Moscou. XLIX. (1875.)
Berytus pilipes (hirticorni simillimus, pedibus longe pilosis;
Algier); Puton, Pet. Nouv. Entom. 1875. p. 495 und Ann. Soc.
Ent. France. 1876. p. 275.
370 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
B. setipennis (Malta); E, Saunders, Entom. Monthl. Ma-
gaz. Xni. p. 102.
Lygaeidae. MonographiaLygaeidarum Hungariae. Akir
Magyar Termeszetudomanyi Tarsulat Megbizäsäbol. Irta
Dr. Horvath. Budapest, 1875. 4to. pp. 1—109; 1 Taf. Der Autor
führt 100 Arten als ihm aus Ungarn bekannt auf, womit die Zahl
der in Wahrheit dort vorkommenden gewiss lange nicht erschöpft
ist. Drei der Arten, Plinthisus hungaricus ^)\ Pachymerus (!) validus
und Emblethis cüiatus sind neu und auf der colorirten und wohl
ausgeführten Tafel abgebildet. Ausser den lateinischen Gattungs-
und Artdiagnosen ist das Werk in Ungarischer Si3rache abgefasst.
Jakovleff beschreibt im Bull. Soc. Imp. Natur, d. Mos-
cou LIX. (1875) folgende neue Arten: Blissus Putoni (Bogdo und
Ryu-Pesky; ganz schwärzlichbraun, lang zottig weiss behaart; Pro-
notum hinten, Schildspitze, Rücken und Membrannath röthlichbraun ;
Halbdecken weiss, fein bräunlich umschattet; Membran bleich, durch-
scheinend; Beine und Fühler röthlich; Pronotum hinten und Schild
grob punktirt und quer gerunzelt; L. 4 mm.) p. 156; F czocoris
(n. g.; Körper länglich; Kopf fünfeckig, so lang als breit; Fühlerglied
Iwalzig, zur Hälfte den Kopf überragend, Glied 2 über doppelt län-
ger, Glied 3 gleich lang mit 4, etwa ^/^ von 2; Schnabel auf die
Mitte der Hinterbrust reichend:...; Augen vom Pronotum entfernt ;
dieses trapezförmig, vorn leicht ausgeschweift und verschmälert, hin-
ten niedergedrückt, der Seitenrand kielförmig, fast gerade; Schild
schmal lang dreieckig; Membran mit 4 — 5 freien Längsrippen; Vor-
derschenkel ziemlich stark, unterseits mit 2 Stacheln, aussen mit 1
Stachel und kleinen Zwischenstiften; Hinterfuss kurz, Wurzelglied
so lang als Glied 2 und 3 zusammen ; Körper und Extremitäten
zottig behaart) villosus (Sarepta) p. IGO; Lygaeus (subg. Melanoco-
ryphus Stäl)a//?>//ö^ (Kaukasus; schwarz, dicht grau weiss behaart; Pro-
notum, Schildspitze, Corium und Connexivum roth; Pronotumvorder-
rand, ein viereckiger Fleck beiderseits auf der Ilinterhälfte schwarz ;
Corium auf der Mitte mit schwarzem rundem Fleck; L. b—b^izmm.)
p. 257; Proderus crassiconiis (Derbent) p. 260; und LI (1876) Ly-
gaeus veuustus Böb. var. marginatus (üssuri; Clavus schwarz, am
Ende roth; Corium schwarz, alle Ränder roth gesäumt) p. 110.
Ein Vcrzeichniss von in Belgien gefundenen Lygaeiden findet
sich in den C. R. Soc. Ent. Belg. XIX. p. XC ff.
A. Putou gründet in den Pet. Nouv. Entom. (1875) p. 512
Jal'owleffia (n. g. Oxycaren.) für Anomaloptera setulosa Jakowl.
Derselbe beschreibt im Bull. Soc. Ent. Ital. VIT. p. 255
Dieuches Bagusae von Pantellaria.
Phygadiscus Behretm (Calif.); Heiono tus (u. g.) dbbrematus
(Canada); P. R. Uhler a. a. 0. p. 312, 313.
1) Wahrscheinlich = P. convexus Fieb.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 877
Melanocoryphus erythroptenis (Naxos). Puton, Ann. Sog.
Eut. France. 1876. p. 276.
Calyptonotus P«^ow/ (Algier), Walher i (Malta); E. Sa anders,
Entom. Monthl. Magaz. XITI. p. 221.
Ischnoderaus Championi (Cepbalonia); Derselbe ebenda XIII.
p. 103.
Lj'^gaeosoma Lownii (Palästina); E. S a u n d e r s, Entom.
Monthl. M^gaz. XIIT. p. 103.
Scolopostethus brevis (Malta; Macropterna Lethierryi (Attica);
Derselbe ebenda XII. p. 231.
Plociomeras Doiiglasi (Neu-Seeland) ; Buchanan White,
Ent. Monthl. Mag. XIII. p. 105.
Pyrrhocoridae. Paul Mayer bringt eine anatomische und hi-
stiologische Monographie von Pyrrhocoris apterus (De Geer).
Archiv f. Anat. , Physiolog. u. s. w., von Reichert und Du
Bois-Reymond. 1874. p. 313 ff. Taf. VIT, YIII, IX und 1875.
p. 316 ff. Taf. IX, X. Wie schon Künckel von den Jungen von
Pentatoma berichtet hat, so besitzen auch die jungen Pyrrhocoris
einen accessori sehen Stinkapparat, bestehend in drei auf dem Rücken
des Hinterleibes in der Medianlinie auf drei aufeinander folgenden
Segmenten ausmündenden Drüsen, deren Oeffnuug durch gewöhnlich
geschlossene Lippen hergestellt wird; an jede dieser Lippen inse-
rirt sich ein Längsmuskel, der bei der Contracktion die Oeffnung
erweitert, während die Elasticität der Drüsenwandung das stark sauer
reagirende Secret hinaustreibt. Dieser Larven-Stinkapparat ist bei
dem erwachsenen Thier verschwunden; an seiner Stelle befindet sich
der typische Apparat, paarig oder doch mit 2 Oeftnungen vor dem
dritten Beinpaare auf der Unterseite der Brust mündend, der ebenfalls
mit wachsendem Alter eine allmähliche Reduktion eingeht. Dieser
typische Apparat ist in sofern komplicirter gebaut, als er ausser der
flaschenförmig gestalteten Drüsen ein davon gesondertes Reservoir
mit Verschlusskegel enthält. Die secernirenden Zellen stellen ein
Cylinderepithel dar; aus jeder Zelle entspringt ein kleines Canälchen
mit chitinisirter Wandung, das das abgeschiedene Secret in einen
gemeinsamen, nach dem hinteren Ende der Drüse hin gabelig ge-
theilten Ausführungsgang ableitet. Dieser Gang mündet in das eben-
falls kurze flaschen förmige Reservoir, nahe an dessen Mündung, die
durch den Verschlusskegel zugesperrt ist; starke Muskeln, die sich
an diesem inseriren, scheinen denselben entfernen und so dem Secret
einen Ausweg gestatten zu können. Das Secret dieser Bauchdrüse
ist ein aetherisches Oel mit stark sauerer Reaktion, aber von nicht
übelem oder von gar keinem Geruch, so dass der Zweck dieser Drüse
nicht wohl ein Schutz sein kann. — Aus den Angaben über den
Verdauungsapparat ist hervorzuheben, dass die schon von Ramdohr
378 Bertkaxi: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und Dufour beobachteten kleinen Bläschen am Dünndarm, vor der
Einmündung der Malpighi'scben Gefässe nur dem weiblichen Ge-
schlechte eigenthümlich sind; die Malp ig hi "sehen Gefässe, mit vier
Mündungen, sind jederseits ringförmig geschlossen, so dass man sie
als aus je zwei mit ihren blinden Enden verschmolzenen Schläuchen
ansehen kann; die Speicheldrüsen sind nach Mayer, wie allerdings
auch schon Landois und Dohrn an anderen Arten nachgewiesen,
erheblich einfacher gebaut, alä Dufour vermuthen>lässt, und besitzen
nur zwei Ausführungsgänge; der zweite, aus der Drüse entsprin-
gende enge Caual, den Dufour als Speichelreservoir aufgefasst hatte,
ist nach Mayer seiner Bedeutung nach zwar noch zweifelhaft, aber
wahrscheinlich nichts weiter, als ein stark in die Länge gezogener
Drüsenlappen selbst. (Ich muss übrigens gestehen, dass diese An-
gaben Mayer 's mir z. Th. unklar geblieben sind.) Die Drüse selbst
liegt im Thorax und erstreckt sich fast bis zum Abdomen; sie be-
steht aus vier ungleichen (und ungleich functionirenden) Lappen,
deren einer wieder secundär in drei Lappen zerlegt ist. — Die An-
gaben über den männlichen und weiblichen Geschlechtsapparat ent-
halten nichts Wesentliches. Hoden und Eierstöcke sind jederseits
sieben vorhanden ; von den ersteren meist die vier äusseren und drei
inneren enger mit einander verbunden; das uupaare receptaculum
seminis ist mit einem Beleg von Epithelzellen versehen, die ihr Be-
eret mittels feiner chitinisirter Böhrchen in das Lumen der Sameu-
tasche ergiessen, wie ähnliches durch Leydig schon von Syromastes
marginatus berichtet wurde. In Betreff der Athmungsorgane ver-
hält sich Pyrrhocoris durchaus so, wie es Schiödte als normal
für die Heteroptera nachgewiesen hatte: Am Thorax befinden sich
3, am Abdomen 7 Stigtuenpaare. Die Angaben über das Herz sind
etwas sparsam und vorwiegend negativer Natur, z. Th. auch durch
die im vorigen Bericht (1874. p. 280 (28)) besprochene Arbeit Gra-
ber's überholt. Die Weismann'sche Vergleichung des Insekten-
herzen mit einem Arthropodenholilmuskel, sowie Künkel's Angaben
von peritrachealen Capillaren werden zurückgewiesen. Der Baucli-
strang hat im Thorax zwei Ganglien und lässt verwachsene Commis-
surea erkennen, während im Abdomen dieselben einfach sind, wie
schon V. Siebold tür Nepa angegeben hatte. Bei der Hautdecke
macht Mayer auf einzelne graue Flecken aufmerksam, die in con-
stantcr Anordnung auf der Bauchfläche vertheilt und mit einem ex-
centrischen Haar versehen sind ; ein Nerv Hess sich an ihnen nicht
beobachten, und so werden sie in die Reihe der rudimentären Or-
gane gestellt.
Dermatinus notatus (Niger, supra punctulatus, apice summo
scutelli anguloque postici limbi lateralis thoracis infra flavo-albidls
thorace, scutello hemelytrisque j^ilis brevissimis rarioribus flavis de-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 379
pressis; pedum anticorum femoribus inermibus, tibiisque interdum
plus minus ferrugineis. L. 6 — 8 mm.; Waterberg, Christiana); Wal-
lengren, Insecta Trans vaaliensia a. a. 0. p. 134.
Reduviidae. Jakovleff stellt im Bull. Soc. Imp. de Mos-
cou. XLIX. (1875) auf Callidema n. g. p. 264 (Körper sehmal,
lang gestreckt, Kopf und Beine unbewehrt; Schnabelwurzel vor die
Augen reichend; Fühlerglieder dünn, Wurzelglied stabförmig, am
Grunde krumm, Glied 2 dünn, ^/^ von 1 ; 3 und 4 gieichlang. Pro-
notum vorn mit einem Halsring, Buckel durch eine Rinne getrennt;
die Seiten hinter derselben geschnürt; Schulterecke abgerundet,
Hinterrand über dem Schilde ausgeschv/eift, die Hinterecke lappen-
förmig, Schild kurz; Grundzelle der Membran klein, mit Seitenrippe,
Membrannath zackig, Füsse schlank, klein) für 0. lygaeiformis von
Derbent, p. 266; Phanerocoris n. g. p. 267 (Körper länglich, fein
behaart ; Hinterleib fast rautenförmig unter den Halbdecken mit den
breiten Ecken vorstehend; Kopf langhalsig; Schnabelwurzel so lang
als Glied 2 und 3 zusammen; Fühlerwurzel lang, am Grunde krümm,
Pronotum lang gestreckt, länger als hinten breit, vorn sehr verengt;
Schulterecke stark, spitz; Beine unbewehrt, Füsse klein, Hinterfuss-
wurzel sehr kurz, so lang als Glied 2) für Ph. cornutus (ganz bräun-
lichgelb; Fühlerwurzel röthlichbraun, weisslich geringelt; Schulter-
ecke, Schild, Corium und Schcnkelende röthlichbraun; Schildspitze,
Connexivum und Unterseite gelbweisalich; Kopf vorn mit 2 starken
Dornen bewehrt; L. 15 mm.) vom Ararat und beschreibt LI. (1876)
p. 123 Harpactor Dyboioshyi (schwarz, ziemlich glänzend, grau be-
haart; Kopf unten, Brustmittc, Schnabelwurzel, 2 Striche an den
Augen und ein Fleck zwischen den Ocellenhöckern gelb; Seiten und
Hinterrand des Pronotum röthiich ; Schild ganz schwarz ; Connexivum
gelb oder roth, die Grundhälfte der Schnittstücke schwarz; Halb-
decken schwarz oder braun, Beine ganz gelb, bisweilen Schenkel
bräunlichroth ; Länge 12—13 mm. üssuri).
Holoptilus lupus (Transvaal; testaceus, fusco-setosus, setis su-
perioribus articuli secundi antennarum albidis, lateribus ventris, mar-
ginibus segmentorum exceptis, fuscis, hemelytris abdomine pauUo
longioribus, sordide albido-hyalinis, membrana haud fuscoconspersa,
maculis 4 — 5 oblongis marginis exterioris, macula maxima transversa
subquadrata anteriore, marginem exteriorem antrorsum attingente
punctoque rnox pone illam atris; long. 7 mm,); Wallengren, In-
secta Trans vaaliensia a. a. 0. p. 135.
Oncocephalus 5iä?^^ (ibid.; pallide teataceo-stramineus antennis
concoloribus ; lineis 2 gracillimis supra in capite, linea utrinque ante
oculos, maculis 3 pone oculos, macula magna occipitis, vitta media
dorsali vittaque in utroque limbo laterali thoracis, macula in medio
partis inferioris rostri eiusque apice, lineola clavi, macula ceilulac
380 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sexangularis corii, puncto basali maculaque elongata areolae exterio-
ris membranae, apice femorum posticorum late, vittulis plurimis con-
fluentibus, apicis femorum reliquorum, macula interiore basali tibia-
rum, stigmatibus nee non niaculis irregularibus pectoris atris; clavo
versus apicem, corio postice ad suturam clavi membranaque infu-
scatis; long, 16 mm.); Derselbe ebenda p. 136.
Reduvius laniger (Rodriguez); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 411.
Apiomerus repletus (Callifornien) ; P. R. Uhler, Bull. U. S.
Geol. & Geogr. Surv. Territ. I. p. 329.
Nabis Poweri (England); E. Saunders, Trans. Ent. Soc.
London. 1876. p. 627 und Ent. Monthl. Magaz. XIL p. 250.
Saldidae. Salda m<sira?is (Neu-Seeland) ; F. Buch anan White,
Entom. Monthl. Magaz. XIII. p. 106.
Salda Sahlbergi (S. scoticae Gurt, similis et affinis, pilis desti-
tuta, pronoto minus transverso pedibusque flavis) von Kescholm Fen-
niae; 0. M. Reuter, Not. Sällsk. pro Fauna Flora Fenn.
Förh. XIV, p. 530.
Geratocombidae. Pachycoleus rufescens (Obovatus, rufo-brun-
neus, opacus, tenuiter pubescens, abdomine fusco, antennis pedibus-
que flavis, capite magno oblongo, triangulari, convexo; antennarum
articulo secundo primo circiter dimidio longiore, oculis fortiter gra-
nulatis; fuscis; pedibus i)arce breviter setosis, anticis apice
dilatatis; tarsis brevibus; Long. V2 Hn.) neue Art aus Finnland; John
Sahlberg, Not. ur Sällskapets pro Faun. Flor. Fenn. Förh.
XIV. p. 305.
Tingitidae. Jakovleff stellt im Bull. Soc, Imp. Natur.
Moscou folgende neue Arten auf (XLIX. 1875) p. 162: Tingis per-
spicuus (Sarepta ; ganz glasartig, hell, ungefleckt ; Körper, Beine ijnd
Fühler röthlichbraun, Brust schwarz, Rippen der Maschen bräunlich-
gelb; Kopf mit 5 langen Stacheln besetzt; Halsblase gross, eiförmig
spitz, weit über den Kopf ragend : Pronotumseiten mit 3 — 4 grossen
Maschen an den Schultern zugerundet; Mittelkiel fünfmaschig mit
braunem Fleck am Ende; Seitenkiele blattartig gerade; Decken am
Grundwinkel sehr geschnürt, Aussenecke spitzig; Randfeld breit, mit
grossen, gleichen, queren Maschen; Mittelfeld blasig erhöht, mit
grossen vertieften Maschen, deren Rippen bräunlich; Fühler und
Kiele fein lang behaart; L. S^l-^ mm.): (LI. 1876) Monanthia capitata
(Ussuri; Pronotummittelkiel feiu, Seitenkiel fehlt; Pronotumseiten
mit feinem Randkiel; Randfeld der Netzdecken linear, nur mit einer
Reihe Maschen; braungelb, kahl; Kopf, Bruststücke und Bauch am
Grunde schwarz; Mittelfeld am Ende und zwei Fleckchen an dem
Vordertheil des Pronotum dunkelbraun; Beine, Fühler und Kopfdorne
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 187G. 381
röthlichgelb ; L. 3^2 mm.) p. 110; (Platychila) helvina (üssuri; bräim-
lichgrau, ganz weisslich behaart; Kopf schwarz, dicht weissfilzig;
Pronotummitte dunkelbraun, Beine und Fühler bleich röthlichgelb ;
Netzdecken und Membran kleinfleckig; Mittelkiel des Pronotum am
Ende schwarz; Pronotumseiten schmal mit einer Reihe Maschen;
Randfeld der Decken mit 2 Reihen kleiner Maschen; Halsblase fast
viereckig, vorn gestutzt; Pronotum mit 3 Kielen; L. 3 mm.) p. 111.
Galeatus 5croj?7wcws (Scropha) ; E. Saunders, Entom Monthl.
Magaz. Xiri. p. 103.
Aradidae. Aradus ussurensis (Ussuri; Fühler stark, Glied 1
kurz, nicht an das Kopfende reichend, 3 um V* länger als 2 und so
lang als 4; Fühlerglieder schmutzig weiss, 2 und 3 am Ende, letz-
teres auch am Grunde bräunlich, Endglied dunkelbraun. Zimmt-
braun; Pronotum, Schild und Halbdccken schmutzig gelbweiss, Kopf
bräunlich, Schnabel auf die Mittelbrustmitte reichend ; Pronotum am
Rande gezahnt; Schild sehr vertieft, Rand hoch, Schildspitze mulden-
förmig, schwarz; Kopf, Pronotum und Schild kleinwarzig; Kiele
stark, die seitlichen vorne zusammengebogen, die mittleren in der
Mitte genähert; Halbdecken nicht vollkommen, rudimentär (J); Beine
schmutzig weiss, braun geringelt; L. 6V2 (c^)? 8 ($) mm.); Jako-
vleff, Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou. LI. (1876.) p. 113.
Aneurus Brouni (Neu-Seelaud); F. Buchanan-White, Ento-
mol. Monthl. Magaz. XIII. p. 106.
Aradus simillimus (A. bimaculato Reut, simillimus, colore ligneo,
antennis teretioribus, articulis duobus ultimis longioribus et minus
crassis, pronoto lateribus paullo magis dilatato nee non structura
segmentorum genitalium valde diversa distinguendus), laeviusculus
(A. lugubri Fall, simillimus et longitudine aequalis, corpore laeviu-
sculo, antennis teretioribus, articulo tertio toto nigro et quarto tan-
tum circiter V* longiore, rostro breviore etc. distinctus) ; neue Arten
aus Finnland; 0. M. Reuter, Not. ur Sällsk. pro Faun. Flor.
Fenn. Förh. XIV. p. 329 f.
Aradus ampliatus (Calif.), deUlis (Vancouver's Isl.), inornatus
(Nebraska etc.); Brachyrrhynchus simplex (Texas etc.); P. R. Uhler.
a. a. 0. p. 321—323.
Aradus Beuterianus (Frankreich, Corsica); A. Puton, Pet.
Nouv. Entom. (1875.) p. 483.
Fbymatidae. Stäl beschreibt in seiner Enum. Hemipt. V
Phymata breviceps (Neu-Granada, Bogota; P. Wolffii Stäl simillima ;
differt statura nonnihil latiore, processu capitis breviore, apicem
articuli prirai antennarum haud superante, apice obtusissime emar-
ginato, capite superne utrinque inermi, pronoto lateribus nonnihil
obtusius sinuato, pone sinum obtusius et magis sensim ampliato, ca-
rinis pronoti lobi postici anterius vix elevatioribus . . .) p. 133; Ma-
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. Z
882 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
crocephalus asper (La Guayra; flavescens, articulis secundo et tertio
antennarum superne fuscis, quarto fusco ; pronoto pone medium fu-
sco, scutello elytrisque fusco-nebulosis, illius carina media fasciisque
duabus indeterminatis, anteriore interrupta, pallidis) p. 135.
Veliidae. Mesovelia Parra, neue Art aus Finnland, früher als
Larve beschrieben (forma aptera); John Sahlberg, Synopsis Am-
phibicorisarum et Hydrocorisarum Fenniae. Not. Skpt.
pro Faun, et Flor. Fenn. Förh. XIV. p. 260 f. (Ist nach F. W.
Douglas, Ent. Monthl. Mag. XII. p. 113 in der That die Larve
von M. furcata Muls.)
Velia infernalis (Rodriguez); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser,) XVII. p. 411.
PelOgonidae. P. R. Uhler beschreibt a. a. 0. p. 335 Pelogo-
nus americanus von Texas, Pennsylv. etc. und Cuba.
Naucoridae. Stäl beschreibt in seiner Enum. Hemipt. V.
die neuen Arten: Amhrjsus gtittatipennis {Mexico; olivaceo-flavescens,
capite pronotoque minute fusco-conspersis; scutello hemelytrisque
nigricantibus, illius angulis, interdum quoque marginibus lateralibus
angustissimis, horum margine commissarali, maculis duabus parvis,
una ante medium disci, altera ad medium margiuis apicalis corii po-
sita, nee non embolio olivaceo-flavescentibus, hoc postice nigricante),
puncticollis (Texas; diiute olivaceus vel olivaceo-flavescens; pronoto
distincte et densiusculo punctulato, plagis duabus maximis, triangu-
laribns, nigro-conspersis, inter se spatium angustura haud conspersum
relinquentibus, hoc spatio postice angustissimo, antrorsum sensim am-
pliato, . . ., scutello hemelytrisque nigro-fuscis. . . ., corpore subtus
pallido, immaculato) p. 143; Pelocoris impicticollis (Nor dhrsLsiVxen; T,
bipunctulo H.-S. simillimus, sed multo minor et angustior, pronoto
immaculato, maculis fuscis punctiformibus haud consperso); Naueoris
conspersus (Sicilien, Algier; N. raaculato F. simillimus, differt sta-
tura angustiore, pronoto posterius minus lato, maculis sparsis heme-
lytrorum minoribus, minus confluentibus) p. 144, australicus (Austra-
lien; pallide olivaceo-flavescens, nitidus, scutello elytrisque opacis;
capite pronotoque partim fusco-conspersis; hemelytris nigro-fuscis,
obsolete pallido-subconspersis, commissura clavi et embolio pallidis,
hoc posterius fusco ; segmentis dorsi abdominis in angulis posticis
fusco-conspersis), congrex (Moreton Bay; a. N. australico diff"ert tan-
tum capite fere toto fusco- consperso, parte tertia basali pronoti Im-
maculata, haud fusco-conspersa, scutello nigro, hemelytris ferrugineo-
fuscis, posterius obscurioribus, embolio pallido, apice fusco) p. 145;
Heleocoris tabidulus (Syrien; pallidissime griseo-flavescens, superne
minutissime fusco-conspersus ; incisuris marginem ( — is?) abdominis
fuscis) p. 146.
Corisidae. Corisa intermedia^ neue Art aus Finnland (C. so-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 383
dali Dougl. et Scott simillima, colore dominante pallido, signaturis
nigris elytrorum angustioribus, magis irregularibus, pronoto prostice
magis producto, striis 7 — 8 nigris palarumque serie setosa interna
in mare magis abbreviata distincta); John Sahlberg, Not. ur
Sällskapets pro Fauna et Flora Fennica Förh. XIV. p. 282.
C, meridiondlis (Christiana Transvaaliae ; fusca; pronoto sub-
tilissime rastrato, margine lineisque 8 integris flavis, clayo sub-
tilissime rastrato, lineis baseos subparallelis aut furcatis figurisque
reliquis sigmoideis flavis; corio membranaque figuris irregularibus
undulatis, plus minus confluentibus, flavis; hemelytrorum costa et
membranae margine interno late pallidis absque figuris coloratis ;
capite subacutangulo, corpore infra ochroleucis; tarsis pedum posti-
corum vitta subfusca siipra notatis ; xypho brevi ; paus brevibus cul-
tratis, apice non arcuatis; ^ long. 7 mm.); Wallengren, Insecta
Transvaaliensia a. a. 0. p. 136.
C. snUilis (Colorado); P. R. Uhler a. a. 0. p. 329.
Sigara felix (Rodriguez); A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Eist. (4. ser.) XVII. p. 412.
Homoptera.
Lethierry beschreibt einige neue Homoptera aus
Europa und den angrenzenden Ländern; C. R. Soc. Ent.
Belg. XIX. p. LXXVI ff.
H. Beuthin verzeichnet 23 bei Hadersleben in Schles-
wig gesammelte Homoptera; Abh. Ver. naturw. Unterh.
Hamburg. I. p. 105.
Die Darstellung des äusseren Körperbaues, die Fie-
ber in seinem oben (p. 359 (391)) angeführten Werke über die
europäischen Cikadinen giebt, geht, wie schon be-
merkt, nur soweit, als es für das Verständniss der ange-
wandten Terminologie und somit zum Bestimmen der Arten
nöthig ist. Im Allgemeinen schliesst sich dieselbe an die
in den „europäischen Hemipteren" gegebene an. Der
dort „Jochstück" genannte, beiderseits der Stirn gele-
gene Theil des Gesichtes, wird hier Zügel, lora, genannt.
Die für das Schnabelrohr eingeführte Benennung „vagina"
ist aus doppelten Gründen misslich. An der Brust wird
bei den Cikadinen kein Xyphus unterschieden, da dieselbe
für die Unterscheidung der Gattungen und Arten von kei-
ner Bedeutung ist; nur bei den Cicadaea lässt sich die
Beschaffenheit des Metasternums in erfolgreicher Weise für
384 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
die Classification verwerthen. Der bei dieser Familie, so-
wie bei denFulgorida an den Hüften, namentlich Beinen,
sichtbare Dorn wird „Hilftdorn, meracanthus" genannt;
Hagen hatte ihn als Trochant er klappe bezeichnet (nicht
Trochanter (Klappe), wie es p. 303 heisst). Am Hiuter-
leibe finden namentlich die äusseren Geschlechstheile eine
eingehende Besprechung und Benennung. Den Versuch, die
hier auftretenden Theile ihrer morphologischen Natur nach
zu deuten, sie etwa mit den äusseren Geschlechtstheilen
(im weiteren Sinne) der Orthoptera zu vergleichen, hat
Fieber nicht gemacht; einiger massen überraschen muss es
aber, wenn er einmal der Oberseite des Hinterleibes ein
Segment mehr zuschreibt als der Unterseite und sich über
den Verbleib des fehlenden auch mit keinem Worte aus-
spricht, und dann bei den immerhin nahe verwandten Fa-
milien dieser Unterordnung verschiedene Benennungen ein-
führt, also auch in dem beschränkten Formenkreise, den
er sich zum Specialstudium ersehen hat, kein Bedürfniss
empfindet, die scheinbaren Verschiedenheiten auf ihren all-
gemeinen Typus zurückzuführen. Eine Auseinandersetzung
dieser Theile muss ich umsomehr unterlassen, als eine sol-
che ohne Hinweis auf die Figuren nicht verständlich sein
würde; einige Druckfehler, die sich gerade hier im Text (und
den Abbildungen?) finden, sind besonders störend. Ebenso
würde eine Darlegung der für die Flügeladern und die dadurch
gebildeten Zellen eingeführten Benennungen den Hinweis auf
die Abbildungen verlangen. Fieber unterscheidet 8 Fami-
lien: Membracida Stäl, Cicadaea Fieb., Fulgorida Stäl, Cer-
copida Stäl, Ulopida Fall., Paropida Fieb., Scarida Fieb.,
Jassida Stäl. Die Membracida (die Fieber in dem Um-
fange von Burmeister 's Membracidae, also mit Einschluss
von Stäl's Centrotidae nimmt, daher der Autorname Stäl
hinter dem Familiennamen eigentlich unangemessen) sind
durch die seit langer Zeit bekannten Merkmale charakteri-
sirt; dasselbe gilt von den Cicadaea (Stridulantia Latr.).
Bei den Fulgoridae wird in erster Linie das Vorhanden-
sein einer (ihrer morphologischen Bedeutung nach nicht
näher gewürdigten) Deckschuppe an der Basis der Flü-
geldecken berücksichtigt, die allen anderen Familien fehlt.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1876 u. 1876. 385
Bei den Cercopida sind die Hiuterschienen rund, nur
unterhalb mit einem schwachen Ansatz einer Leiste ver-
sehen, während bei allen folgenden Familien die Hinter-
schienen 4 Leisten tragen, von denen sich bei Ledra die
äussere blattartig verbreitert ; bei denUlopida und Paro-
pida sind alle Schienen gleichseitig, mit 4 Leisten; bei
den ersteren die Stirn convex, bei den letzteren concav ; bei
den Scarida und Jas si da sind nur die 4 vorderen Schie-
nen gleichseitig, die hinteren zusammengedrückt, so dass
nur die gegenüberstehenden Seiten gleich sind. Bei den
Scarida, die in Europa nur die Gattung Ledra zählt, ist
die obere der nach aussen gekehrten Leisten der Hinter-
schienen blattartig verbreitert, mit 3 Zähnchen in ihrer
unteren Hälfte, während der übrige Theil fein gewim-
pert ist.
Bei den Jassida ist die erwähnte Leiste mehr oder
weniger schneidig und allermeist mit starken Stacheln ver-
sehen. Die neue Familie der Ulopida ist auf Ulopa
Fall, Paropida auf Megophthalmus Curt. (Paropia Germ.)
und Parapulopa Fieb., Scarida auf Ledra F. gegründet.
Die Beschreibung der Arten reicht in dem Jahrg. 1876 der
Revue etc. bis zur Gattung Issus (incl.) der Fulgoriden.
Cicadidae. Fieber stellt a. a. 0. 1875. p. 337 Triglena n.
*-^. auf (Flügeldecken mit 7, Flügel mit 3 Apicalzellen ; . . . Fühler-
gruben gross, fast den ganzen Raum zwischen Augen und Stirn ein-
nehmend . . .); die Art T. virescens (Smyrna), 1876 p. 25, ist nur
im männlichen Geschlecht bekannt. Ferner beschreibt derselbe
(a. a. 0. 1876) Tibicina nigronervosa (Corsica; alle Flügeladern
schwarz) p. 30, intermedia (Karabagh) p. 34, Steveni Krynicky var.
viridinervis p. 36; Cicadatra platyptera (Syrien; Apicalzellen der
Flügeldecken kurz, nicht ein Fünftel der Länge der Flügeldecken)
p. 43, tenehrosa (Asiat. Türkei) p. 50, atra var. aqiiila (Griechenland,
Rhodus) p. 53, var. tau (Syrien) p. 54, var. palUpes (Kleinasien)
p. 55; Cicadetta Euphorbiae (Spanien) p. 67; Kollari (Südrüssland)
p. 77, Megerhi (Oesterreich) p. 79, transsylvanica (Siebenbürgen) p. 94,
Hageni (Griechenland, Cypern = Cicada annulata Hagen) p. 96, par-
vula (Amasien) p. 97, Bridlei (Südfranki*eich, Italien, Corfu) p. 99,
haematophleps (Georgien) p. 101, lobulata (Krim) p. 103, Sareptana
(Südrussland) p. 105, mediterranea (Italien) p. 107.
Cicada hesperiae (Colorado); P. R. Uhler, Bull. U. S. Geol.
a Geogr. Surv. Territ. L p. 342.
386 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lieber den Gesang der Cikade s, oben p. 361 (393) fif.
Ueber denselben Gegenstand handelt Clark (The song of the
Cicada) im Am er. Natur. IX. p. 70 ff. Er betrachtet allerdings
mehr die Rolle, die dieser Gesang bei Dichtern und Naturfreunden
spielt, berücksichtigt aber auch das Organ seiner Entstehung und
recapitulirt die Beschreibung, die schon Beaumur gegeben, fügt
aber hinzu, dass man durch Anziehen und Loslassen des Muskels
denselben Ton hervorbringen könne, wie das lebende Insekt.
Platypleura Cameroni (Angola); Butler, Proc. Zool. Soc.
London. 1876. p. 679.
Carineta socia ^^ (Amazonas in Peru); ühler, Proc. Bost.
Soc. XVII. p. 285.
Membracidae. Mehrere von Kirschbaum (in den Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 1867 und 1868) als neu beschriebene Centrotus-
arten (C. siculus, gallicus, italicus, turcicus und abbreviatus) zieht
Fieber a. a. 0. 1876. p. 16 ff. als Varietäten zu C. cornutus und
beschreibt ausserdem die neuen: var. depressus (Italien) p. 15, obtu-
sus (Südeuropa) p. 19.
Gargara sihirica (üssuri; G. genistae similis; carina media pro-
noti usque ad verticem prolongata, marginem eins non attingente;
in disco pronoti utrinque versus humeros duabus carinulis minimis
processuque pronoti longiore differt; 1. 4V2 mm.), paradoxa (ibid.;
praecedenti similis; pronoto supra angulos laterales cornuto, pro-
cessuque postice supra arcuato-gibboso differt; 1. 5 mm.); die letz-
tere Art nähert sich durch die seitlichen Prothorakalhörner der Gat-
tung Centrotus und gehört vielleicht in die von Stäl aufgestellte
Gattung Tricentrus; Lethierry, C. B. Soc. Entom. Belg. XIX.
p. LXXX.
Publilia modesta (Colorado); P. R. Uhler a. a. 0. p. 314.
Fulgoridae. Fieber stellt a, a. 0. 1875. p. 347 die neuen
Gattungen auf: Haplacha (wie Hemitropis Fieb., aber Gesicht
flach, Uebergang zum Scheitel fast rechtwinkelig) für H. seticulosa
(Algier) 1876. p. 167; p. 349 Trigonocranus (von Myndus Stäl
unterschieden durch die gebogene Querfurche zwischen Stirn und
Clypeus) für T. Emmae (Schweiz) p. 168; p. 353 Ommatissus (wie
Cixidia Fieb., aber Flügeldecken nicht hinter dem Clavus verbreitert)
für 0. hinotatus (Andalusien) p. 175; p. 354 Trirhacus (richtiger
wohl Trirrhacus; 3 Grübchen auf dem Scheitel, Flügel an ihrem
Aussenrande bis zur Faltennath bogig dreilappig) für T. setuhsus
(Griechenland) p. 176, und beschreibt ferner (1876) die neuen Arten :
Tettigometra atrata (Belgrad) p. 123, virescens Pz. var. hispanica,
concolor p. 135, lepida (Siebenbürgen) p. 138; Cixius discrepans (Ita-
lien) p. 178 nebst var. infumata, albicincta p. 179, pyrenaicus (Pyre-
naeen) p. 184, pallipes (Italien, Südfrankreich) p. 191; Hyalesthes lu-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 387
teipes (Triest) p. 197; Oliarus melanochaetiis (Südrussland), adiistus
fibid.) p. 198, tristis (Montenegro) p. 199, Umbatus (Andalusien)
p. 200, roridus p. 202, sphlendiäiilus (Parnass, Ungarn); p. 203, hya-
linus (Dalmatien) p. 204, sordidus (Griechenland) p. 208, concolor
(Parnass) p. 209, signatus (Südrussland) p. 210, lugubris (ibid.) p. 211,
lutescens (Spanien) p. 212, cuspidatus (ganz Europa, unter 0. lepo-
rinus L. übersehen) p. 215, apiculatiis (Südeuropa) p. 216; Dictyo-
phara (Stäl = Pseudophana Burm.) Krüperi (Griechenland) p. 220,
Iberica (Spanien) p. 224; Caloscelis afßnis (Dobrudscha) p. 223; Pel-
tonotus quadrivittatus (Steiermark) p. 237 ; Orgerius productus (Par-
nass) p. 239 ; Mycterodus sulcatus (Sicilien) p. 251 ; Issus Fissala
(Portugal) p. 259, luteus (Italien) p. 260, frontalis (Italien, Südfrank-
reich, Tirol) p. 264, truncatus (Südfrankreich) p. 265, climacus (Por-
tugal) p. 266.
Lethierry beschreibt in den C. R. Soc. Ent. Belg. XIX.
p. LXXyi f. Conosimus corsicus (Corsica; testaceus, pedibus et ho-
melytris, praesertim ad suturam, obscure fusco-guttatis; pronoto et
vertice in medio fuscis; Vertex pentagonalis, antice in medio sat
acute angulatus, pronoto in medio longior(-re?); carica tenue(-i) lon-
gitudinale(-i) integrä verticis, pronoti et scutelli pallidä; long. 3 mm.;
a C. caelato Muls. vertice longiore, antice acustiore differt); Issus
aciiminatiis (Orau ; . . . angustior, frons tumidula, ante verticem ro-
tundatim prolongata, carinis lateralibus obsoletis, pallida, transversim
nigro-trifasciata; Vertex pentagonalis, latior quam longior, antice ob-
tuse angulatus, carinä longitudinale(-i) media nullä . . . .; long. 4^2
mm.); Tettigometra sanguinea (Corsica; rubro-sanguinea, clypeo et
abdomine nigris; oblonga, duplo longior ac latior; frons ad clypeum
pallida; Vertex pronoto quarta parte brevior, antice semicircularis;
Homelytra rubro-sanguinea, punctata, lateribus non ciliatis, antice
ad scutellum tenuissime viridi-marginata; tibiis supra granulatis et
setosis; long. 4^2 mm.), Damryi (Corsica; capite, thorace, scutello
pedibusque aurantiacis, homelytris viridibus; brevis, frons ad cly-
peum pallida; Vertex pronoto tertia parte longior, antice angulatus;
tibiis supra granulatis et setosis; long. 0V2 mm )•
Scelops hesperius, grossus, angustatus; Liburnia vittatifrons;
Issus am'oreus, aciculatus\ Tylana ustulata, ustiilipunctata ; Dictyo-
nissus (n. g.) griphus, aus verschiedenen Theilen Nordamerika's
P. R. Uhler a. a. 0. p. 350—356.
A, G. Butler giebt eine synoptische List of the Specie's
of the Homopterous Genus Hemisphaerius, with Descri-
ptions of New Forras in the Collection of the British Mu-
seum. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 92 ff. Diese Gat-
tung, den Coccinelliden im Allgemeinen ähnlich, enthielt bis jetzt
42 Arten, denen Butler noch hinzufügt H. duhius (Ceylon = H.
388 Bertkau: Bericht über die wisseuschaftlichen Leistungen
Schaumi Walk, nee Stäl) p. 97, variabilis (Japan) p. 98, crtienta-
tus (?) p. 99, hacculinus (Borneo) p. 100.
Gercopidae. Lethierry beschreibt in den C. R. Soc. Entom.
Belg. XIX. p. LXXVIII f. Ptyelus lugubris (üssuri; supra nigro-pi-
ceus, homelytris flavo-maculatis, subtus flavus, nigro-variegatus . . . .)
und Philaenus nebulosus (Krasnowodsk ; oblongus, triplo longior ac
latior, supra griseus, pube sericea vestitus; subtus cum pedibus gri-
seus, nigro-maculatua ; frons brunnea, testaceo-maculata, rugulis trans-
versis obtecta; . . . sculellura quadrangulare, aequaliter longum ac
latum, apice acuti8sima(-o) long. 9^2 mm.).
P. R. Uhler beschreibt a.a.O. folgende neue Arten aus Nord-
amerika: Aphrophora permiitata (Colorado, Californien) p. 345; Phi-
laenus abiectus (Calif.) p. 346; Lepyronia angulifera (Florida); Cla-
stoptera delicata p. 314.
Jassidae. Lethierry macht in den C. R. Soc. Entom.
Belg. XIX. folgende neue Arten bekannt: Pediopsis bipunctata (Tou-
louse; ovata, testacea, supra nitida, glabra; capite flavo, fronte apud
oculos nigro-bipanctato; pronoto scutelloque pallidis; pronoto longi-
tudine duplo latiore, antice obtuse angulariter producto, postice ar-
cuatim emarginato, supra medio antice subcarinato, confertim obli-
que articulato-rugoso ; scutello ante apicem transversim angulariter
impresso; homelytris castaneis; 1. A^j^ mm.); Agallia dorsalis (Me-
deah, Alg. ; testacea; vertice maculis duabus obliquis parvis, saepe
deficientibus; pronoto punctulato, . . . testaeco; scutello homelytris-
que testaceis; abdomine supra testaceo, in disco longitudinaliter
nigro-vittato, infra testaceo, in medio nigro, pedibus testaceis; long.
2V2 — 3 mm.) p. LXXXI; Tettigonia semiglauca (üssuri); Penthimia
nitida (ibid.; afiinis P. atrae F., nitidior, glabra, rugis transversis
pronoti minus evidentibus; disco postico homelytrorum polito, niti-
dissimo differt; 1. 5 mm.) p. LXXXII; Acocephalus elongatus (Sare-
pta; longior, subtiliter punctulatus; vertice pronoto distincte lon-
giore, apice pauUo reflexo, supra pone oculos et in medio longitu-
dinaliter subcarinato, ocellis ab apice capitis dimidio magis quam
ab oculis positis (mir unverständlich!); fronte convexiuscula, latitu-
dine basale(-i) longiore, marginibus lateralibus leviter rotundatis.
1. 5 mm.); Selenocephalus corsicus (Corsica; kleiner und schmäler
als die sonst ähnlichen S, obsoletus Germ, und lusitanicus Sign.)
p. LXXXIII; Cicadula opacipennis (Astrachan), dimimita (Hazebrouck,
Nordfr.; C. sex-notatae simillima; verticis punctis minoribus scutel-
loque immaculato differt), vittiventris (Südfrankreich; Südrussland)
p. LXXXIV; Äconura (n. g.; vertex magnus, triangularis,
antice obtusus, postice arcuatira emarginatus, in medio
pronoto duplo maior; oculis magnis oblongis oblique si-
tis; sutura verticis et frontis convexa; clypeus quadran-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 389
gularis, elongatus, dimidiae parti frontis aequalis; pro-
notum breve, angulis rotundatis, antice semicirculare;
tarsi postici articulo primo duobus sequentibus simul
sumptis aequales (!), secundo tertiore diraidia parte bre-
viore; homelytra in raacropteris evidenter appendiculata;
$ vagina cum coleostro abdomine longior, vaginä coleo-
stro supra (?!) duplo maiore) Jakovlefi (Astrachan) p. LXXXV,
volgensis (ibid.) p. LXXXVI; Athysanus tigripes (ibid.; zwischen A.
scutellaris und Pallasi; von beiden durch geringere Grösse, weniger
verlängerte Gestalt und die schwarzen Flecken der Füsse unter-
schieden); Notus iuniperi (Batna, Alg.), ignicollis (?; ähnlich N. fla-
vipennis F.; grösser und kenntlich an dem halbkreisförmigen feuer-
farbenen Fleck an der Basis des Pronotnm) p. LXXXVIT, albicans
(Aigues-Mortes, Südfr.); Eupteryx corsica (Corsica; ai^nis E. auratae
L. et carpini Fourcr., colore obscurioro distincta; 1. 4 mm.), Piitoni
(Balaruc, Herault; E. melissae nahe stehend, durch bleichere Farbe
und 4 schwarze Flecke (statt 3) auf dem Scheitel verschieden)
p. LXXXVIII.
P. R. ühler stellt a. a. 0. die neue Gattung Gochlorhinus
(„mimics the Tettigonias of the group of T. brevis") auf für C.
Pluto von Californien p. 358 und beschreibt ferner Bythoscopus
siccifolius (Colorado, Texas) p. 359; Jassus laetus; Deltocephalus de-
Ulis (Colorado) p. 360.
Cicadula frontalis (Lastingham, Engl.); J. Scott, Entom.
Monthl. Magaz. XL p. 231.
Gnathodus roseus (Corsica); Phlepsius filigranus (Nimes); Tham-
notettix rw&n-yewosa (Corsica); Derselbe ebenda XIII. p. 83, 84.
Derselbe revidirt ebenda XII. p. 239 ff., 241 ff. die Arten
der Deltocephalidae und beschreibt Deltocephalus longicaput (!)
p. 240, flavipennis p. 242 aus England.
Dicranoneura pygmaea; Tyiphlocyhsi Crataegi, debilis, n. A. aus
Grossbritannien; F. W. Douglas, Entom. Monthl. Magaz. XII.
p. 208 f.
Stegelytra Putoni (Hyeres auf Eichen, blasser und schmäler
als St. alticeps); Muls. et Rey, Annales Societe Linneenne de
Lyon. XXIL p. 186.
J. Scott unterzieht die Gattung Athysanus einer Revision,
in welcher Kirschbaum 39 Arten beschrieben hatte, die z. Th. an-
deren Gattungen zuzuzählen, z. T. einzuziehen sind, so dass nur 12
bleiben, zu denen Scott noch 3 neue beschreibt: A. depressus p. 95,
irroratus p. 96, piceus p. 97; Entom. Monthl. Magaz. XII.
p. 93 ff., 168 fif.
Psyllodea. 0. M. Reuter (Catalogus Psyllodearum in
Fennia hactenus lectarum. Meddelanden af Societas pro
390 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Fauna et Flora Fennica. Första Haftet. Helsingfors. 1876.
p. 69 £f.) liefert ein Verzeichniss der bisher in Finnland beobachteten
Blattflöhe, das 36 Arten enthält, von denen 17 auf die Gattung
Psylla, 9 auf Trioza, 2 auf Rhinocola, 7 auf Aphalara und 1 aufLi-
via kommen. Beigefügt ist eine Beschreibung derjenigen Arten, die
in den Rhynchot, Livlands von Flor nicht beschrieben sind; dar-
unter sind Trioza salicivora p. 75 und Chenopodii p. 76 neu.
F. Rudow, Zur Kenntniss der Psylloden Norddeutschlands.
Progr. der Realschule in Neustadt -Eberswalde. 1875. 14. S. 4to.
Führt 2 Arten von Livilla {Callmtae), 2 Arytaena, 41 Psylla (oliva-
cea, frontalis, nigricornis, sulfureä, geniculata), 28 Trioza {piincti-
nervis, lepidopterä) , 11 Aphalara {crassinervis) 2 Rhinocola, 1 Li-
via auf.
Monograph of the British species belonging to the
Hemiptera- Homoptera , family Psyllidae; together with
the description of a genus wich may be expected to occur
in Britain. By John Scott. Trans. Ent. Soc. London. 1876.
p. 525 ff. PI. VIII und IX. Neu sind Psylla Löioii p. 541, viridissima
p. 543, rhamnicola p.548; Aphalara radiata p. 562; vermuthet wird
das Vorkommen der von Förster aufgestellten Gattung Rhinocola
für Psylla Ericae Gurt, und Chermes Aceris L. in England p. 564.
Thomas beschreibt durch Psylloden erzeugte Cecidien
an Aegopodium und anderen Pflanzen. Giebel's Zeitschr.
ges. Natur w. 46. p. 438 ff. Entgegen den Angaben über die Gallen
der Gallwespen behauptet Thomas, dass die Gallenbildungen der
Psylloden durch die Eiablage selbst hervorgerufen werde.
Psylla spartiisuga (Bona) p. 283, Cytisi (Guelma, auf Cytisus)
p. 284, Myrtlii (Hyeres) p. 285; Bactericera (n. g. habituell Trioza
ähnlich, ohne Stirnkegel, die drei ersten Fühlerglieder sehr dick;
drittes 5 mal so lang als das zweite, die folgenden sehr schwach,
fadenförmig) Perrisii (Landes) ; Puton, Ann. Soc. Entom.
France 1876.
Psylla vittipinneTla (Terglou Carnioliae); 0. M. Reuter, Not.
ur Sällsk. pro Faun, et Flora Fennic. Förh. XIV. p. 333.
Aphidae. Monograph of the British Aphides. By
Georg Bowdler Buckton. London. Ray. Society. 1876. pp. 193;
pls. 45. Habe ich nicht einsehen können.
Ueber die Speichelgefässe der Aphiden s. ob. p. 366 (398).
Aphis Gerann (auf G. molle und pusillum) p. 51, Luzulae
p. 725, (Sipha) graminis p. 756; Kaltenbach, Pflanzen feinde.
Pemphigus glandiformis in Galleu an Populus dilatata p, 247,
tortursiis an P. nigra, beide nur nach den von ihnen erzeugten Gal-
len bestimmt, (Stagona) vesicalis p. 248; Rudow, Giebel's Zeit-
schr, ges. Naturw. 46.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 391
Schizoneura Passer inii (Paris); Signoret, Bull. Soc. Ent.
France. 1875. p. CCIL
Chermes Fraxini p. 433, Fagi (an h. g.?) p. 631; Kalten-
bach, Pflanzenfeinde.
Eine Aphide (?) an den Wurzeln von Zea Mais; Sitzber.
Naturf. Ver. Brunn. XIII. p. 59.
Eine Reihe von Mittheilungen über Phylloxera von dem-
selben Verfasser mögen bei den eigenthümlichen und abweichenden
Ansichten desselben hier nach einander folgen.
J. Lichtenstein bringt einen Beitrag zur Biologie der
Gattung Phylloxera in der Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 355 f.
Nach seinen Beobachtungen erscheinen von Ph. guercus gegen Ende
August geflügelte Individuen in zweierlei Formen (Androphora und
Gynaecophora) mit kurzem Rüssel, die aber nicht ohne weiteres fort-
pflanzungsfähig sind, sondern ihre bisherige Eiche (Q. peduuculata
und pubescens) verlassen, auf Q. coccifera übergehen und hier kleine
seidene Hüllen oder Püppchen von zwei Grössen legen. Aus diesen
entwickeln sich Läuse, die den ersten Larven ähnlich sehen, aber
keine Spur von einem Rüssel besitzen. Dieselben begatten sich, wo-
rauf das ^ stirbt; das $ legt zwischen den Ritzen der Borke oder
den Schuppen der Knospen ein einziges grosses Winterei, aus dem
im Frühjahr eine dicke stachelige Mutterlaus schlüpft, die Anfangs
Mai an die eben entfalteten Blätter 150—120 Eier ablegt. Diese lie-
fern kleine glatte Läuse, die sich an den Eichenblättern fest ansaugen
und nach 10 — 12 Tagen die Nymphenform annehmen und gegen den
20. Mai in geflügelte Insekten von zweierlei Form übergehen, die
nun wieder auf die Q. pedunculata und pubescens wandern. —
Lichtenstein hält es nun auch für möglich, dass die bisher bekannt
gemachten 5 Phylloxera-Arten auf die beiden Arten Ph. vastatrix
und Quercus zurückgeführt werden müssen, da die verschiedenen
Generationen der Ph. Quercus eine sehr grosse Verschiedenheit ge-
zeigt haben. (Die Wanderung der verschiedenen Formen von Q. pu-
bescens und pedunculata auf Q. coccifera im Herbst und von dieser
wieder zurück auf erstere im Frühjahr scheint Lichtenstein aus
dem „plötzlichen" Auftreten der geflügelten Formen zu schliessen;
als beobachtete Thatsache kann diese Wanderung demnach unmög-
lich gelten und auch der Hinweis Lichtenstein 's auf eine Beob-
achtung Tozzetti's über einen Wechsel der Nährpflanze kann die-
ser Ansicht eine nur hypothetische Stütze verleihen. Ref.)
Derselbe vertheidigt seine Ansicht, nach der die Eier legende
Phylloxera zu den Cocciden, und nicht zu den (lebendig gebärenden)
Aphiden zu rechnen sei. Ausserdem hat Phylloxera wie die übrigen
Cocciden die beiden kolbigen Borsten über den Tarsen, die sich bei
keiner Aphide befinden. (Doch sind die Androphora und Gynaeco-
phora (nach des Autors eigenen Anschauungen wenigstens) vivipar,
392 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und daher das erste Kriterium uicht stichhaltig. Ref.) Ebenda
XXXVII. p. 64.
Derselbe liefert ebenda p. 231 f. weitere Beiträge zur
Geschichte der Phylloxera vastatrix, für die er wegen eines
geringfügigen Unterschiedes in der Fühlerbildung den Gattungsnamen
Bhizaphis Planchon annehmen möchte. Auch hier erscheinen geflü-
gelte Individuen ohne männliche und weibliche Geschlechtsorgane,
die eine grosse weibliche und eine oder zwei kleinere männliche
Puppen ablegen (Eier der anderen Autoren). Die aus diesen Puppen
ausschlüpfenden Insekten begatten sich und nach der Begattung legt
das Weibchen ein einziges grosses Ei. (Diese Biologie ist denn doch
nicht so ganz verschieden von der der Ph. Quercus, indem der
einzige wesentliche Unterschied der Gonochorisraus der die ge-
schlechtliche Nachkommenschaft producirenden geflügelten Läuse bei
P. Quercus ist, wogegen bei Ph. vastabrix dasselbe geflügelte In-
dividuum männliche und weibliche Puppen absetzt. Warum Lichten-
stein parthenogenetiöchen geflügelten Individuen die Existenz ab-
sprechen will, ist nicht ersichtlich; auch nach seiner Darstellung sind
die geflügelten Individuen durch Parthenogenesis entstanden und
geben auf parthenogenetischem Wege den „Puppen" das Leben. Ref.)
Nach desselben weiteren Beobachtungen ebenda p. 386 f.
lebt das Insekt im normalen Zustande auf der (amerikanischen)
Clinton-Rebe, wo das Ei von Oktober bis April auf der Rinde liegt.
Die dann ausschlüpfende Larve saugt sich an den Knospen an und
erzeugt dadurch Gallen, in die Eier abgelegt werden. Entweder
diese oder eine der späteren Generationen wandert hinab und lebt
nun als Wurzellaus, die ebenfalls Eier legt. Im August kriechen die
Nymphen der Wurzelgeneration hervor und werden zu geflügelten
Puppenträgern. Aus den Puppen gehen die geschlechthchen. unge-
flügelten, ungeschnäbelten Läuse hervor, die sich begatten, worauf
das $ ein befruchtetes Ei legt, womit der Kreislauf geschlossen ist.
— Finden die im Frühjahr sich entwickelnden Läuse keine Clinton-
rebe, so verkommen die meisten; einige siedeln, ohne an den
Blättern Gallen zu erzeugen, sofort an die Wurzeln über.
Eine Zusammenstellung der im Laufe der 2 Jahre gewonnenen
Resultate von demselben findet sich in den Ann. Soc. Ent«
Belg. XIX. p. 164 ff. Dort führt er auch den unglücklichen Ver-
gleich der die geschlechtlichen Formen gebärenden, geflügelten In-
dividuen mit einer monoklinen Phanerogamenblüthe weiter aus und
gründet sogar auf diese biologische Eigenschaft eine neue, den
Uebergang von den Aphideu zu den Cocciden machende Familie :
Homopteres Anthogenesiques. Dieselbe enthält die 3 Gattun-
gen Acanthochermos (Quercus Kollar), Phylloxera (cocciuea Heyden,
punctata Licht., Quercus Boyer, florentina Targioni, corticalis Kal-
tenb.) und Rhizaphis (vastatrix Planchon). Für die Reblaus ist hier
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 393
deshalb dieser Planchen 'sehe Gattungsname gewählt worden, weil
ihre dem überwinterten Ei entschlüpfende Brut sich nicht zu geflü-
gelten Formen entwickelt, wie es bei Phylloxera der Fall ist.
Nach Riley legen die geflügelten ^ die zweierlei Eier theils
in die Bodenrisse, theils (und zwar häufiger) auf die Unterseite der
Blätter, so dass an eine Zerstörung dieser Eier durch den Menschen
nicht gedacht werden kann. Derselbe bildet dann ferner das ge-
schlechtsreife $ von der Ober- und Unterseite, so wie das ^ einer
grösseren Art (Ph. caryaecaulis Ril.) ab; Trans. Acad. of Science
of St. Louis. Vol. III. p. 281 ff.
Le Phylloxera dans le Canton de Geneve 1875. (Rapports
par MM. V. Fatio et Demole-Ador.) 1876. (Rapport par V. Fa-
tio.) Geneve. 1875. 1876. Fatio constatirt bei den Insekten der
Schweiz die vorherrschende Neigung, unterirdisch zu leben: er fand
sogar ein Wintere! an einer Wurzel; die den Wintereiern ent-
schlüpfende Generation, die in Frankreich, wenn auch nicht so voll-
kommen wie in Amerika auf der Clintonrebe, Blattgallen erzeugt,
lebt bei Genf vorwiegend an den Wurzelanschwellungen (ist nodicole
anstatt gallicole nach Fatio); selbst die geflügelten Individuen, die
iii Genf verhältnissmässig spärlicher aufzutreten scheinen, als in
Frankreich, bleiben vielfach unter der Erde.
Ueber das Auftreten dieses Insekts bei Klosterneuburg s.
Sitzber. naturf. Ver. Brunn. XIII. p. 52 ff.
DieQuelques mots sur l'histoire naturelle du Ph. va-
statrix par M. J.-B. Schnetzler in den Bull. Soc. Vaud. d. Sc.
Nat. No. 74. p. 649 ff. bieten Nichte neues.
F.-A. Forel referirt über das Auftreten derselben in der west-
lichen Schweiz bis zum 31. Dec. 1874. Bull. Soc. Vaud. Sc. Nat.
No. 74. p. 661 ff
Delorme, Etudes sur la maladie des Vignes. Ann.
Soc. d'Agriculture etc. de Lyon. IVe Ser. Tome VIIL p. 73 ff.
Zoeller und Grote empfehlen statt des von Dumas ange-
wandten Kalium-sulfocarbonatus xanthogensaures Kalium, das einmal
in reichlicher Menge Schwefelkohlenstoff entwickelt, andererseits aber
nicht den den Weinstöcken schädlichen Schwefelwasserstoff. Mo-
natsber. d. Kgl. Preuss. Akad. d, Wissensch. zu Berlin aus
dem Jahre 1875. p. 387.
A. Baudrimont in den Mem. de la Soc. d. Sc. phys. et
naturelles de Bordeaux. Tome X. 2. p. 355 ff, 391 ff., 419 ff.
(Behandelt hauptsächlich die zur Vertilgung empfohlenen Mittel und
deren gleichzeitigen Einfluss auf den Weinstock; B. giebt den Vor-
zug dem Cr ebessac'schen Pulver, aus Schwelkalium und Naphthalin
bestehend.)
Becken Steiner will zur Vertilgung des Insektes in den be-
39-1: Bertkau: Bericht über die wissenschaftliclieii Leistungen
fallenen Weinbergen die Elektricität anwenden. Ann. Soc. Linn.
Lyon. XXI. p. 421. (Probatum est!)
Ferner enthalten die Compt. Rend. hebd. d. l'Ac. d. Sc.
de Paris eine Reihe von Mittheilungen, von denen die v^richtigeren
hier angeführt sind: Tome LXXX. p. 29 (Roesler meldet das Auf-
treten des Insektes auf amerikanischen Reben zu Annaberg bei
Bonn), p. 312 (Schnetzel desgl. in dem nördlichen Theile der
Schweiz); derselbe desgl. bei Stuttgart, LXXXIII p. 535), p. 386
(Lichtenstein nimmt seine Ansicht, dass Ph. acanthochermes Koll.
= Ph. Quercassei, als irrthümlich zurück; vgl. auch LXXXII. p. 1318),
486 (Girard setzte das Insekt ohne Schaden einer Temperatur von
6—10" aus), p. 637, 1044 (Mar es berichtet über die weitere Ver-
breitung in Frankreich und den Erfolg der zur Vertilgung ange-
wandten Mittel), 1048 (Dumas über die Wirkung der alkalischen
Sulfocarbonate ; vgl. auch LXXXI. p. 785), 1085 (Duclaux über die
Verbreitung), 1344 (Mo uillefert zeigt, dass das Insekt nachCognac
durch amerikanische Reben eingeschleppt ist) ; Tome LXXXI, p. 36
(Azam über die relative Verbreitung im Departement Gironde), p. 581
(Balbiani meldet, dass die geflügelten Weibchen ihre Eier theils
an der Unterseite der Blätter, theils unter der Rinde ablegen, dass
dagegen die befruchteten Weibchen die grossen Eier (Wintereier)
nur unter die Rinde absetzen; vgl. oben Riley und Balbiani
a. a. 0. LXXXII. p. 155 £f.), p. 737 (Cornu schreibt die Knoten-
bildung an den Wurzeln jetzt nicht mehr einem von dem Insekt aus-
geschiedenen Safte zu; vgl. auch p. 950); Tome LXXXII. p. 610
(Lichtenstein bestätigt die Angabe Gerstäcker's, dass die unge-
flügelten Wurzelläuse auch den Winter über dauern und sich fort-
pflanzen), p. 728, p. 833 (984, 1044; Balbiani beschreibt das frisch
dem Winterei entschlüpfte Insekt), p. 1252, 1316, p. 1376 (Fatio
meldet in einem Brief an Dumas, dass die Entwickelung in der
Schweiz z. Th. ohne Auftreten geflügelter Individuen vor sich gehe);
Tome LXXXIIL p. 31 (209 fif.; Jaubert, Mouillefert, Marion
berichten über die gute Wirkung des Kalium- und Natrium-Sulfo-
carbonats) p. 131 S. (Boiteau über die Gallen erzeugende Genera-
tion, p. 205 fi". (Balbiani vertheidigt seine Ansicht, dass das Ein-
schieben einer geschlechtlichen Generation zum Bestände der Arl
nöthig sei, und dass eine Zerstörung der Wintereier daher wahr-
scheinlich die Art vernichten würde), p. 699 fi". (derselbe ver-
gleicht die Lebensweise von Ph. Queren s mit der von Ph. vasta-
trix; die geschlechtliche Generation entsteht bei ersterer sowohl aus
Eiern, die von geflügelten, wie solchen, die von ungeflügelten Indi-
viduen gelegt sind), p. 732, p. 846, p. 863, p. 954 (1020, 1160; Bal-
biani stellt Untersuchungen an über die Struktur und das Verhalten
des Eies gegenüber verschiedenen Agentien), p. 1218 fi".
Ausserdem handeln über dasselbe Insekt sowohl noch einzelne
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 395
Artikel in verschiedenen Zeitschriften, als auch selbständige Werk-
cLen compilatorischer Natur, die ich nicht alle aufzählen werde.
Die wichtigsten Züge aus der Lebensgeschichte dieses inter-
essanten Insektes sind nun nach den neueren Beobachtungen folgende.
Das Insekt hat in den verschiedenen Gegenden eine verschie-
dene Lebensweise, indem z. B. in der Schweiz die unterirdische
Lebensweise dominirt und auch die dem Wintere! entschlüpfte Brut,
die in Frankreich noch vielfach Blattgallen erzeugt, sich in der Erde
aufhält. Abgesehen von dieser Verschiedenheit ist der normale Kreis-
lauf der folgende: Aus dem unter der Rinde abgelegten Wintere!
schlüpft im April bis Mai eine Laus aus, die die Blätter aussaugt
und Gallen erzeugt, in deren Höhlung zahlreiche unbefruchtete Eier
abgelegt werden. Die Nachkommenschaft setzt dasselbe Geschäft
fort ; eine spätere Generation aber begiebt sich in die Erde und saugt
nun an den feinen Wurzelfasern, sich aber immer noch parthenogene-
tisch forspflanzend. Unter den Wurzelläusen zeigen sich gegen Ende
Juli einzelne als Nymphen mit kurzen Flügelscheiden ; dieselben häu-
ten sich und werden zu einer Imago mit grossen, aber schwachen
Flügeln. Diese Imago verlässt den Erdboden und legt auf die Unter-
seite der Blätter zwischen dem feinen Wollüberzuge 2 — 4 Eier von
zweierlei Grösse; aus denselben schlüpfen bald geschlechtlich difie-
renzirte Individuen, und zwar die c^ aus den kleineren, die ^ aus
den grösseren Eiern. Diese Geschlechtsindividnen besitzen keinen
Saugrüssel, aber ein höher entwickeltes Nervensystem (nach Riley).
Nach der Begattung stirbt das ^ bald; das $ dagegen bringt ein
einziges, grosses Ei (Wintere!) zur Reife, das von ihm an der Rinde,
mittels eines Stieles befestigt, abgelegt wird. Der Formen cyclus
ist damit abgeschlossen ; nebenher bleiben aber auch mehr oder we-
niger zahlreiche ungeflügelte und sich parthenogenetisch fortpflan-
zende Wurzelläuse im Boden, von denen allerdings noch nicht genau
bekannt ist, auf wie viel ungeschlechtliche Generationen sie es brin-
gen können.
Coccidae. Signoret bringt P. 14, 15, 16, 17, 18 et derniere
seines Essai sur les Cochenilles ou Ga llinsectes. Ann. Soc.
Ent. France. 1^75. p. 15 ff., 305 ff., 346, ff., 374, 1876 p. 591 ff.
mit 7 Tafeln (XV— XXI der ganzen Reihe). Es werden behandelt:
Nidularia Targioni, Gossyparia (n. g., von Nidularia verschieden
durch Beibehaltung der Antennen und Füsse für G. (Coccus olim)
ulra! Geoffr., Gramunti! Planch., manniparus Klug et Ehrbg. (1875)
p. 20; Antonina (n. g., ohne Spur von Gliedmassen, Fühler sehr kurz;
die Art ist A. purpurea auf Milium und Agropyrum) p. 24; Capu-
linia (n. g., im späteren Alter nur mit den hintersten Beinen; die
Art ist C. Sallei aus Mexiko, auf Capulino der Mexikaner) p. 27;
Eriococcus Targ. (E. Ericae am Fusse des Heidekrautes, p. 31),
Acanthococciis (n. g., von Eriococcus durch einen längeren, an
396 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen etc.
den Enden zugespitzten Sack verschieden; A. Aceris auf Acer cam-
pestre) p. 34; Ehieococcus (n. g., nackt, Antennen 7gliedrig, R.
Gnidii an den Wurzeln von Daphne Gnidium) p. 36; Dactylopius
{Alaterni auf Rhamnus alaternus, Ceratoniae auf C. siliqua, Cyperi,
Ficiis auf der Feige, Hogae auf Hoga cornosa der Treibhäuser, in-
dicus auf Laurus indicus, Lavandulae auf L. stoechas, Pteridis, Eo-
hiniae, Viburni auf V. Laurus tinus) ; Pseudococcus {Aesculi^ hrunni-
tarsis auf Borago, Ilederae auf Epheu, Platcmi), Ripersia (n. g.;
6 Antennenglieder im Larvenstadium und weiblichen, 7 im männ-
lichen Geschlecht; R. Corynepliori p. 334), Westwoodia (n. g.,
Weibchen und männliche Larve mit 8- gliederigen, weibliche Larve
mit 6-gliederigen Fühlern; W. Perrisli auf Calamagrostis und Spha-
gnum (?) p. 337, Boisduvalia (n. g., 4 Schwanzfäden im männ-
lichen Geschlecht, für B. Lauri Boisd. und quadricaudata) p. 338,
Putonia (n. g., 12 Augen, lange 10-gliedrige Fühler im männlichen,
9-gliedrige im weiblichen Geschlecht; P. antennata auf Pinus sp.?)
p. 341, Coccus, Icesya (n. g., Antennen 10-gliedrig; für I. sachari
Guerin) p. 351, DrosichaWalk., Guerinia Targioni-Tozzetti, ieac/iia
(n. g.) p. 359, Monophlebus Leach, Ortonia (n. g., 0. Brouvari,
Uhleri) p. 367, Llaveia (n. g., für Coccus axinus Salle) p. 370,
Callipappus Guerin, Porphyrophora Brandt (Gallica auf Polygonum
aviculare?, Perrisii), Margarodes Guilding, Orthezia, Wallceriana
(n. g. für W. floriger Walk.) p. 390. Der letzte Theil enthält Be-
merkungen zu verschiedenen Arten der Brachysceliden, Zusätze und
Berichtigungen zu den früheren Artikeln, ein Verzeichniss der Arten
anderer Autoren, deren Gattung nicht zu ermitteln war, sowie ein
Generalregister zu allen vorhergehenden Artikeln.
Ueber die Mundtheile und den Verdauungsapparat der Cocci-
den s. oben p. 363 (395).
Coccus ceratiformis (Rodriguez); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVU. p. 412.
Chermes (an h. g.?) Fraxini p. 433; Lecanium (?) Myrtilli
(Vaccinium Myrtillus) p. 420; J. H. Kaltenbach, „Die Pflanzen-
feinde."
Dactylopus JBromeZiae (Zanzibar); Signoret, Pet. Nouv. Ent.
1875. p. 499.
Pediculidae. Ueber Pediculus capitis mit monströsem
Tracheensystem s. oben 1876. p. 349 (141).
Mallopbaga. Giebel beschreibt in seiner Zeit sehr. f. d.
ges. Natur w. 47 einige neue Federlinge, nämlich Nirmus tau-
rus (Westafrika auf Buceros leucopygus) p. 247 ; Docophorus pachy-
cnemis (desgl.) p. 248, horridus (Ciconia (Myotheria) australis) p. 249 ;
Menopon älbipes (auf Lobiovanellus albiceps) p. 250.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in
der Naturgeschichte der niederen Thiere während
der Jahre 1876—1879.
Von
Dr. Rud. Lenckart.
Claus veröffentlicht eine dritte (1875—77) und vierte
durchaus umgearbeitete und verbesserte Auflage seiner
„Grundzüge der Zoologie" (Bd. I, Wirbellose, 810 Seiten,
Marburg 1879—80), eines Werkes, das sich durch ge-
schickte Benutzung und Bearbeitung des gesammten wissen-
schaftlichen Materials mit Recht einer grossen Verbreitung
und Anerkennung erfreuet. An vielen Stellen bezieht sich
Verf. darin auf die Resultate eigner sonst nicht weiter
veröffentlichten Untersuchungen.
Das „kleine Lehrbuch der Zoologie" (892 Seiten), das
derselbe Verf. zum Gebrauche an Universitäten und
höheren Lehranstalten gleichzeitig hat erscheinen lassen,
unterscheidet sich von den „Grundztigen" fast nur durch
Kürzung der systematischen und descriptiven Abschnitte.
Die dritte Auflage dieser Grundztige wird von Mo-
quin Tandon unter dem Titel: „Traite de Zoologie par
Claus" (Paris 1878) in 's Französische tibersetzt und mit
einem Nachtrage bereichert, der die Lehre von der thie-
rischen Individualität behandelt und die systematischen
Versuche der Zoologen von Aristoteles bis zur Neuzeit
zusammenstellt.
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. AA
398 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Von andern Werken allgemeinern Inhalts erwähnen wir:
Gegen baur's „Grimdriss der vergleichenden Ana-
tomie", der 1878 in zweiter verbesserter Auflage erschien
(655 Seiten, Leipzig),
Huxley, a manual of the anatomy of invertebrated
animals, London 1877, in deutscher Uebersetzung (von
Sp en g el) : Grundzüge der Anatomie der wirbellosen Thiere
von Huxley (Leipzig 1878, 616 Seiten),
Balfour's „Handbuch der vergleichenden Embryo-
logie", dessen erster 1880 abgeschlossener Band (Jena,
580 Seiten, mit zahlreichen Holzschnitten) von Vetter
tibersetzt wurde. Das Werk behandelt die Entwickelungs-
vorgänge der Wirbellosen in systematischer Reihenfolge
und giebt eine eben so vollständige, wie anschauliche Dar-
stellung von dem Aufbau des thierischen Körpers und der
postembryonalen Metamorphose.
Die gleiche Aufgabe stellt sich, wie es scheint, der
Cours de l'^mbryogenie comparee par Balbiani (Paris 1878),
der Ref. übrigens nicht zu Gesicht gekommen ist.
Während die voranstehenden Werke wesentlich com-
pilatorischer Natur sind, beruhen die
Beiträge zur Kenntniss der Bildung, Befruchtung und
Theilung des thierischen Eies von 0. Hertwig (Morphol.
Jahrbuch Bd. I, HI u. IV an versch. Stellen) und
Foll, recherches sur la fecondation et le commence-
ment de l'henogenie (Geneve 1879, 307 Seiten, X Tafeln)
durchweg auf eigenen Untersuchungen, auf die wir,
da sie grossentheils an Thieren angestellt sind, welche
unserm Berichte anheimfallen, später noch mehrfach zu-
rückkommen werden. Die Lehre von der Befruchtung ist
durch die hier niedergelegten und von beiden Forschern in
übereinstimmender Weise festgestellten Thatsachen um ein
Beträchtliches gefördert und, so weit es sich dabei um
optisch erkennbare Vorgänge handelt, nahezu zum Abschluss
gebracht worden. Das wichtigste Resultat besteht in dem
Nachweise, dass der stets nur in einfacher Zahl in den
Dotter eindringende Samenfaden mit dem durch Abgabe
eines Theilstückes (des sog. Richtungsbläschens) verklei-
nerten Keimbläschen zusammenschmilzt. Das Product dieser
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 399
Copulation ist der Kern der ersten Furchungskugel, deren
Theilung durch eine auch sonst bei der Zellentheilung
jetzt vielfach festgestellte Kernmetamorphose (Bildung der
Kernspindel, Faser- und Strahlenmetamorphose) einge-
leitet wird.
In letzter Beziehung sind hier — ausser andern, mehr
zerstreuten Beobachtungen — besonders noch „Bütschli's
Studien über die ersten Entwickelungsvorgänge der Eizelle,
die Zellentheilung und Conjugation der Infusorien" (Frank-
furt 1876, 250 Seiten in Quart, mit XV Tafeln, aus dem
Bd. X der Abhandl. der Senkenberg, naturf. Gesellschaft)
anzuziehen.
Moseley bereichert unsere Kenntniss von den Farbe-
stoffen der niederen Seethiere mit einer ganzen Anzahl
einstweilen freilich nur mit Hülfe des Spectroskopes be-
stimmbaren Verbindungen (Quarterly Journ. microscop.
sc. T. XVII. p. 1—23, on colouring matters of various
animals).
Krukenberg untersucht die Verdauungsvorgänge
und die Enzyme der Evertebraten und stösst dabei auf
eine Reihe physiologisch interessanter Verhältnisse, die
später von uns noch besonders angezogen werden sollen.
Untersuchungen aus dem physiol. Institute der Univers.
Heidelberg. Bd. II.
Schmidtlei n's „vergleichende Uebersicht über das
Erscheinen grösserer pelagischer Thiere" (Mitth. der zool.
Stat. Neapel Th. I. S. 119—123) stützt sich auf Beob-
achtungen, die während der Jahre 1875 — 77 auf der zoo-
logischen Station zu Neapel gemacht sind, und betrifft vor-
zugsweise die Gruppe der Coelenteraten, während die
darauf (S. 124 — 136) folgenden „Beobachtungen über Träch-
tigkeit und Eierablags-Perioden" sich über fast alle Gruppen
der Seethiere erstrecken und von den uns hier zunächst
interessirendon Formen ausser den Coelenteraten und Echi-
nodermen auc^ die Würmer vielfach berücksichtigen. Bei
den für uns in Betracht kommenden Thieren sind es fast
ausschliesslich die Winter- und Frühlingsmonate, die der
Fortpflanzung dienen.
Unter den Versuchen, die Systematik des Thierreiches
400 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
unter Berücksichtigung der embryologischen Thatsachen
neu zu begründen, heben wir zunächst Ray Lankester's
„Notes on the embryology and Classification of the ani-
mal kingdom" (Quarterly Journ. microscop. sc. 1877.
Vol. XVII. p. 399—454) hervor, die einen weiteren Aus-
bau der Ideen bieten, welche derselbe in einem früheren
Aufsatze (J.-B. 1873. S. 414) dargelegt hat. Auch dieses
Mal sind es wieder die Keimblätter, von denen Verf. aus-
geht, nur dass deren Entstehungsweise und gegenseitige
Beziehungen mehrfach unter andern Gesichtspunkten be-
trachtet werden. Als einfachste und typische Bildung des
Entoderms wird die Delamination, nicht die Invagination
bezeichnet, die einen erst secundären Vorgang darstelle.
Ebenso wird die Bildung des Mesoderm überall an das
Entoderm angeknüpft, nicht bloss bei den sog. Entero-
coelen, sondern auch den Schizocoelen, nur dass bei den
letzteren nicht das Lumen des „Archenteron" an diesem Vor-
gange Antheil nehme, sondern bloss die Zellenlage dessel-
ben. Uebrigens könne man auch den Coelenteraten eine
Leibeshöhle nicht absprechen, denn die Anhänge des Innen-
raumes repräsentirten bei diesen Thieren bleibend die Zu-
stände der Enterocoelen. Es ist natürlich unmöglich, den
Ansichten und Speculationen des Verf.'s in's Detail zu fol-
gen, doch wollen wir noch soviel hervorheben, dass Verf.
die Flimmerkränze der Larvenzustände (architrochs) überall
für homologe Gebilde hält und vielfach auch in dem Flim-
merapparate der ausgebildeten Thiere (bei Rotiferen, Bryo-
zoen, selbst Lamellibranchiaten u. a.) wiedererkennt. Schliess-
lich geben wir noch eine Uebersicht des Systemes, das
Verf. für das natürlichste hält. Es geschieht das mit der
Bemerkung, dass die zunächst von dem Verhalten der
Keimblätter abgeleiteten Gruppen als „Grade", die ty-
pischen Abtheilungen als „Phylen^', die Unterabtheilungen
derselben als „Zweige" bezeichnet werden.
I. Plastidizoa. Animals consisting of simple plastids, or of
groups of plastids not differenciated in cell-layers.
Phyl. Protozoa.
II. Enterozoa. Animals consisting of many plastids primarily
arranged in two layers surrounding a food-receiving cavity (the en-
teren, the lumen of whfch is obliterated in some parasites).
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 401
A. Coelenterata (Diploblastica). Enterozoa in which the
enteron remains as a continuous cavity, either simple or much ra-
mified, coextensive with the body-wall. Persons telostomiate, gene-
rally with radial symmetry.
Phyl. 1. Porifera.
Phyl. 2. Nematophora.
B. Coelomata (Triploblastica). Enterozoa in which a second
cavity containing haemolymph (coelom), entirely shutt of from, though
in its origin a part of the enteron, is developed between the body-
wall and the enteric wall. Persons primarily prostomiate, bilaterally
symmetrica), with paired nephridia and nerve traits.
Phyl. 1. Echinodermata (mit Ambulacrata und Tentaculata).
Phyl. 2. Platyelmia (mit Ciliata u. Suctoria).
Phyl. 3. Appendicuiata (mit Chaetopoda, Rotifera, Gnathopoda
= Arthropoda).
Phyl. 4. Gephyrea.
Phyl. 5. Mollusca.
Phyl. 6. Enteropneusta.
Phyl. 7. Vertebrata.
Phyl. 8. Nematoidea.
Phyl. 9. Chaetognatha.
Wie Ray Lankaster, so glaubt auch Giard auf
Grund der entwickelungsgeschichtlichen Vorgänge bei der
Eintheilung des Thierreiches von den Cuvier'schen Typen
vollständig absehen zu müssen und ein System empfehlen
zu können, in dem neben den Vertebraten (mit Einschluss
der Tunicaten) und den Arthropoden (mit Peripatus) als
gleichwerthig unterschieden werden : die Gymnotoca (Mol-
lusken, Anneliden mit den Hirudineen u. Chaetognathen,
Brachiopoden u. Ciliaten), Nematelmia (Nematoden, Des-
moscoleciden, Gordiaceen, Acanthocephalen u. Nematorhyn-
chen), Echinodermata (Actinozoa, Scytodermata, Pel-
matozoa), Vermes (Platyelmia, Dicyemida, Orthonectida),
Coelenterata (Ctenophora, Hydromedusae, Anthozoa, Pori-
fera), Rhizopoda (Monera, Radiolaria, Foraminifera, Laby-
rinth lüida), Amoeboida (Protoplasta, Amoeboida), Grega-
rinida (Myxastraea, Gregarinea), F lageil ifera (Noctilu-
cida, Flagellata, Peridinea). Der Namen Gymnotoca ist für
die darunter zusammengefassten Formen desshalb gewählt,
weil ihre Larven, bilaterale Gastraeaden mit Flimmerkranz
= Trochosphaera, der Embryonalhäute entbehren, wie
sie bei den Wirbelthieren und Arthropoden vorkommen.
402 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Bei den Schwämmen werden die Geisseikammern und
deren Äquivalente als die eigentlichen Individuen gedeutet,
so dass der Schwammkörper demnach einen Stock dar-
stellt. In den Prorospermien endlich sieht Verf. Pilze und
keine thierische Organismen. Classification du regne ani-
mal (Bullet, scient. Dep. Nord Annee 1878. p. 2—5, p. 47
-49 u. 203-208).
Nahezu übereinstimmend hiermit sind die Ansichten,
welche Giard in seiner Critik der bisher bei Aufstellung
des Thiersystems in Anwendung gebrachten Principien (les
faux principes biologiques et leurs consequences en taxider-
mie, Revue scieutifique 1876. N. 37 u. 38) niedergelegt hat.
Es sind nach Ansicht des Verf 's wesentlich zwei Punkte,
welche die Einsicht in den natürlichen Zusammenhang der
Thierformen erschweren: das Gewicht, welches man un-
berechtigter Weise der Metamerenbildung beigelegt hat,
und die hergebrachte ^Ansicht von der specifischen Natur
des Molluskentypus, die nur eine unwesentliche Modification
des Annelidentypus darstelle. Ebenso wenig hat übrigens
auch die Gruppe der Würmer, der man die Anneliden ge-
wöhnlich zurechnet, ein gegründetes Anrecht auf systema-
tische Selbständigkeit.
Schon in seiner Abhandlung über die Entwickelung
von Salmacina (Cpt. rend. 1876 Jan.) vertritt Verf. übrigens
die Ansicht, dass die Anneliden mit den Mollusken näher
verwandt seien, als mit den Arthropoden. Bei den Roti-
feren, so meint derselbe, müsse man den gemeinschaft-
lichen Ausgangspunkt dieser drei Gruppen suchen.
Aehnliche Ansichten über den Zusammenhang der
Anneliden und Mollusken sind später auch, wie wir sehen
werden, von Hatschek ausgesprochen.
Huxley legt in den oben erwähnten „Grundzügen
der Anatomie der wirbellosen Thiere" das Hauptgewicht
auf sog. natürliche Ordnungen, d. h. solche Gruppen, „deren
Glieder in gewissen Beziehungen einander gleichen und
von andern Formen sich unterscheiden". Diese Ordnungen
gruppiren sich — von den Protozoen abgesehen, die durch
keinerlei Formen in die Metazoen überführen — in Folge
einer stufenweisen Veränderung ihres Baues in sechs Reihen,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 403
die Zoophytenreihe (mit den Abtheilungen der Physe-
marien, Poriferen, Coelenteraten), die Echinodermenreihe,
die Pharyngopneustenreihe (mit den Tunicaten und Entero-
pneusten), die Malacozoenreihe (mit den Malacoscoleces =
Bryozoa, ßrachiopoda und den Mollusca), die Annuloiden-
reihe (mit den Trichoscoleces = Rotiferen, Platoden und
den Anneliden) und die Arthrozoenreihe (mit den Nemato-
scoleces, den Chaetognathen und Arthropoden). In den
untersten Gruppen zeigen alle diese Reihen verhältniss-
mässig nur geringe Unterschiede, so dass es den Anschein
gewinnt, als ob sie sämmtlich auf eine gemeinsame Grund-
form hinwiesen.
Bis zu welchem Grade unsere Ansichten von dem
verwandtschaftlichen Zusammenhang der einzelnen Thier-
gruppen allmählich verändert sind, beweist am schlagendsten
vielleicht der eigenthümliche Eindruck, den der Versuch
Villot's macht, die vier Cuvier'schen Typen wieder zu der
frühern Geltung zu bringen (Classification du regne animal,
Grenoble 1877, 44 Seiten in Quart). Nicht bloss, dass die
Echinodermen dabei nach wie vor den Coelenteraten (mit
den Schwämmen) verbunden bleiben, und die Würmer in
ihrem ganzen Umfange als einheitliche Gruppe neben den
Krebsen und übrigen Arthropoden stehen, weit auffallender
noch ist das Schicksal der Protozoen, deren einzelne Grup-
pen in buntester Weise vertheilt sind, indem die Grega-
rinen den Helminthen, die Infusorien den Turbellarien, die
Foraminiferen den Molluskoiden und zwar zunächst den
Bryozoen angeschlossen, die Radiolarien aber als besondere
Klasse neben den Echinodermen aufgeführt werden. Auch
sonst fehlt es nicht an systematischen Bizarrerien. Sagitta
ist ein Chaetopode, der sich an Tomopteris und Syllis an-
reiht, Balanoglossus eine Gephyree, Polygordius eine Gor-
diacee, Dicyema eine Rhabdocoele, Lucernaria ein Hydroid-
polyp.
Durch die unter Forel's umsichtiger Leitung ausge-
führte planmässige Durchforschung des Genfer Sees sind
wir mit der Fauna desselben besser und gründlicher als
mit der irgend eines andern Binnensees bekannt geworden.
Die Resultate dieser Forschungen sind in einer grössern
404 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Anzahl von Abhandlungen niedergelegt, die in dem Bullet.
Sog. Vaud. des sc. natur. T. XIII— XVI veröffentlicht
wurden, aber auch unter dem Titel Materiaux pour servir
ä l'etude de la faune profonde du lac Leman (Lausanne
1874-1879, 542 Seiten mit 13 Tafeln) von Forel zusam-
mengestellt sind. Dieselben betreffen sämmtliche Gruppen
der Wasserthiere, der höhern sowohl, wie der niedern, und
enthalten eine Schilderung sowohl der littoralen, wie der
Tiefenfauna. Die letztere ist natürlich weit ärmer, als die
erstere, weist aber Repräsentanten aus allen Klassen auf,
die auch hier gefunden werden. Die grössere Anzahl der
Tiefenthiere lässt sich trotz mancherlei Eigenthtimlichkeiten
auf Formen der Littoralfauna zurückführen, doch giebfc es
unter ihnen auch Arten, die sich den abweichenden Lebens-
verhältnissen in einem solchen Maasse angepasst haben,
dass man sie als selbstständige Species betrachten muss.
Nach den bisher darüber vorliegenden Angaben (p. 474)
setzt sich die Tiefenfauna des Sees aus 76 Arten zusammen,
die bis auf 2 sämmtlich den Wirbellosen zugehören und
von den hier speciell uns interessirenden Thieren 3 Rhizo-
poden, 8 Infusorien, 1 Hydra, 1 Bryozoon, 2 Rotiferen,
18 Turbellarien, 1 Cestoden, 3 Nematoden, 5 Oligochaeten,
1 Hirudinee aufweisen. Auf einzelne dieser Arten werden
wir bei späterer Gelegenheit zurückkommen.
Grimm zählt in seinem (russisch geschriebenen) Werke
über das Caspische Meer und seine Fauna (Petersburg
1876 — 77) u. a. 5 Rhizopoden, 11 Infusorien, 2 Schwämme,
2 Turbellarien, 5 Hirudineen, 5 Plathelminthen, 5 Nema-
toden, 1 Echinorhynchus, 5 Oligochaeten, 1 Polychaeten,
3 Bryozoen. Die neuen Arten werden später namentlich
aufgeführt werden. Im Ganzen hat die Fauna des Cas-
pischen Meeres eine grosse Aehnlichkeit sowohl mit der
des nördlichen Oceans, wie mit der des Aral-Sees und des
schwarzen Meeres. Vergl. hierzu auch Grimm's vorläufige
Mittheilungen in der Zeitschrift für wissensch. Zool. Bd. XXV
S. 323 ff.
Marion dretscht an der Küste von Marseille und
sammelt dabei u. a. 55 Chaetopoden, 4 Gephyreen, 2 Ne-
mertinen, 16 Bryozoen, 12 Echinodermen, 15 Coelenteraten.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879- 405
Draguages au large de Marseille, Annal. des sc. natur.
T. VIII. Art. Nr. 7, 47 Seiten, 4 Tafeln.
Lenz bearbeitet als Anhang zu den Jahresber. 1874
—75 der Commission zur wissenschaftl. Untersuclumg der
deutschen Meere „die wirbellosen Thiere der Travemünder
Bucht" (Berlin 1875, 24 Seiten mit 2 Tafeln). Im Allge-
meinen mit der Fauna der Kieler Bucht übereinstimmend,
ist dieselbe doch ärmer als diese. Verf. zählt 3 Spongien,
8 Hydromedusen, 2 Echinodermen, 6 Turbellarien, 3 Ge-
phyreen, 1 Hirudinee, 16 Polychaeten, 5 Bryozoen.
Storm, Bidrag til kundskab om Tromdhjemfjordens
Fauna (in Kgl. Norske vidensk. Selsk. skrifter 1878. p. 32)
ist Kef. noch nicht bekannt geworden.
Mc' Intosh's marine Invertebrata and Fishes of St.
Andrews, die nach einer vorläufigen Mittheilung in den
x4.nn. and Mag. nat. history schon im vorigen Jahresberichte
Berücksichtigung gefunden haben, erscheinen als selbstän-
diges Werk mit Abbildungen und ausführlichen Beschrei-
bungen (Edingburg 1875 in Quart, mit 9 colorirten Tafeln).
V. Marenzeller berichtet „über die Coelenteraten,
Echinodermen und Würmer der k. k. österr.-ungar. Nord-
pol-Expedition" (aus dem 35. Bande der Denkschriften
der math. phys. Cl. der Akad. zu Wien besonders abge-
druckt, 42 Seiten in Quart mit 4 Tafeln) und liefert dabei
neben mancherlei Bemerkungen über bereits bekannte Arten
eine Beschreibung der neuen Species. Im Ganzen kamen
84 verschiedene Formen zur Untersuchung, 42 Würmer,
17 Echinodermen, 28 Coelenteraten, zum grössten Theil
Formen, die schon früher in dem Meere um Grönland und
Spitzbergen aufgefunden wurden.
Von Gwyn Jeffreys erhielten wir einen „prelimi-
nary report on the biological results of a cruise in H. M.
S. Valorous to Davis-Strait" (Proceed. roy. Soc. 1876. Vol.
XXV. p. 177 ff.), der über die Verbreitung und die Natur
der nord-atlantischen Fauna, besonders aucli der niedern
Thiere, zahlreiche werthvolle Aufschlüsse giebt.
Smith and Kargen geben in ihrem Report on the
dredgings in the region of St. Georges Bank in 1872 (Trans-
act. Connecticut Acad. of Arts and Sc. 1876. Vol III. P. 2.
406 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
p. 1—57. Tab. I— VII) ein Verzeichniss der in verschie-
denen Tiefen von ihnen aufgefundenen Wirbellosen und
beschreiben dabei eine Anzahl neuer Anneliden, Turbel-
larien und Radialen, auf die wir später zurückkommen.
Verrill veröffentlicht in Amer. Journ. arts and sc.
(1879. Vol. XVII. p. 239—243, 309—315, 472—474) „notice
of recent additions to the marine fauna of the eastern coast
of North Amerika" auf die wir später, bei den Echino-
dermen und Polypen, zurückkommen werden.
Ebenso „notice of recent additions to the marine In-
vertebrata of the north-eastern coast of Amerika, with de-
scriptions of new genera and species and critical remarks
on others" (Proceed. Un. St. nat. Museum 1879. p. 165—
205), die Ref aber nicht zu Gesicht gekommen ist.
Die „preliminary chek-list of the marine Invertebrata
of the atlantic coast from cape God to the gulf of St. La-
wrence", die Verrill (New Haven 1879, 32 Seiten) ver-
öffentlicht, enthält eine Aufzählung von 268 Würmern,
141 Bryozoen, 78 Echinodermen, 44 Anthozoen, 181 Aka-
lephen und Hydroiden, 50 Poriferen.
Die Philosoph. Transact. enthalten in ihrem 168. Bande
(London 1879, 579 Seiten in Quart mit 75 Kupfertafeln)
„an account of the petrological, botanical and zoological
collections made in Kerkuelen's Land and Rodriguez du-
ring the transit of the Venus", in dem Busk die Bryo-
zoen, Mc' Intosh, Grube und Ray Lankaster die Anne-
liden, Gulliver die Turbellarien, Smith die Echinodermen,
Eaton und Brüggemaun die Anthozoen, Allman die
Hydroiden und Carter die Spongien bearbeitet. Die
darin neu beschriebenen Arten werden später angezogen
werden.
Kidder's „Contributions to the natural history of
Kerguelen-Islands" (Bullet. Un. St. nat. Mus. N. 3) sind
Ref. nur durch das Amer. Journ. Vol. XII. p. 239 bekannt
geworden. Sie enthalten Beschreibungen einiger neuen
Anneliden, Echinodermen und Anthozoen (von Verrill).
Studer zählt in seiner Uebersicht über „die Fauna
von Kerguelensland" (Arch. für Naturgesch. 1879. Th. I.
S. 104—142) 49 Würmer und Brzozoen, 19 Echinodermen,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 407
18 Coelenteraten und Spongien auf. Wir werden später
Gelegenheit finden, auf die Arbeit zurückzukommen.
I. Vermes.
Was wir über die systematischen Versuche Ray La n-
kaster's, Huxley's und Giard's oben mitgetheilt haben,
lässt keinen Zweifel, dass unsere Ansichten über die ver-
wandtschaftlichen Beziehungen der sog. Würmer noch lange
nicht zur Abklärung gekommen sind. Darin freilich dürften
die heutigen Zoologen so ziemlich Alle übereinstimmen,
dass die Abtheilung der Würmer kein einheitliches und in
sich geschlossenes Ganzes darstellt — darüber hinaus aber
gehen die Ansichten auf das Manchfachste auseinander.
Während Ray Lancaster und Giard dieselben in ein-
zelne kleinere Gruppen auflösen und diese aus embryo-
logischen Gründen mit den Mollusken und Echinodermen
in eine nähere Beziehung bringen, versucht Semper, wie
wir weiter unten sehen werden, die höheren Würmer unter
starker Betonung des gegliederten Baues eng an die Ar-
thropoden und Wirbelthiere anzuknüpfen, und Hatschek
endlich, wie gleichfalls später erörtert werden wird, die
Würmer und Echinodermen und Mollusken und Arthropoden
und Wirbelthiere, kurz alle Thierformen mit Ausschluss
der Coelenteraten und Protozoen als Bilateralia unter ge-
meinschaftlichem Gesichtspunkte aufzufassen.
Andererseits aber fehlt es nicht an Stimmen, die da-
hin gehen, dass wenigstens einstweilen die Abtheilung der
Würmer in mehr oder minder grossem Umfange noch neben
den Arthropoden, Mollusken, Echinodermen und Coelente-
raten beizubehalten sei. Zu ihnen gehört u. A. Claus und
Gegenbaur, von denen der Erstere (a.a.O.) die Würmer
eintheilt in die Platyhelminthes (mit den Cestoden, Tre-
matoden, Turbellarien, Nemertinen), Nemathelminthes (mit
den Nematoden und Acanthocephalen), Rotatoria, Gephyrei,
Annelides (mit den Hirudineen und Chaetopoden) und En-
teropneusta, der Andere aber unter denselben die Platy-
helminthes (Turbellaria, Trematoda, Cestoda, Nemertina),
408 Leiickart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
Nematbelmintlies (Nematoda, Gordiacea), Chaetognathi,
Acaiithocephali, Biyozoa, Rotatoria, Enteropneusti, Gephy-
rea, Annulata (Hirudinea, Annelides) als besondere Gruppen
unterscheidet.
Hertwig u. Bütschli machen in den oben ange-
zogenen Schriften Beobachtungen über die ersten Entwicke-
lungsvorgäuge im Ei der Würmer. Dieselben betreffen
theils Nephelis (H., B.) und Haemopis (H.), theils Alciope
(H.), theils auch Sagitta (H.) und verschiedene Nematoden
(B.). Es handelt sich in allen diesen Fällen vornehmlich
um Bildung und Austritt der sog. Richtungsbläschen.
Hans Schnitze handelt (Arch. für mikroscop. Ana-
tomie 1875. Bd. XVI. S. 57-111. Tab. V u. VI) über „die
fibrilläre Structur der Nervenelemente bei Wirbellosen"
und berücksichtigt dabei u. A. auch die Nervenfasern und
Ganglienzellen von Hirudo und Lumbricus.
Unter dem Titel Annulata Danica I veröffentlicht
Tauber (Kjöbenhavn 1879, 145 Seiten) eine critische Re-
vision der in Dänemark vorkommenden höhern Würmer.
Aufgezählt werden: Chaetognatha 1 Art, Gephyrea 7, Ba-
lanoglossi 1, Discophorae mit Eiuschluss von Malacobdella
und Polystomeen 34, Oligochaeta 48, Gymnocopa 1, Poly-
chaeta 202. Die neuen Arten werden später besonders
namhaft gemacht werden.
V. Marenzeller führt in seinem Verzeichnisse der
bei der üst.-ung. Nordpolexpedition gesammelten Würmer
(a. a. 0. S. 32—40) ausser 27 Chaetopoden noch 2 Ge-
phyreen, 1 parasitischen Nematoden, 1 Nemertinen, 13 Bryo-
zoen auf.
Lütken veröffentlicht in dem Manual and Instructions
for the arctic expedition 1875 „a revised catalogue of the
Annelida and othcr not entozootic Worms of Greenland",
eine Abhandlung, die Ref. nicht gesehen hat.
Verrill zählt in der oben erwähnten Check-list nicht
weniger als 194 Chaetopoden, 10 Gephyreen, 8 Bdelloden,
2 Chaetoguathen, 2 Enteropneusten, 33 Nemertinen, 10 Den-
drocoelen, 9 Rhabdocoelen und 141 Bryozoen, die sämmt-
lich der Ostküste Nord-Amerikas angehören. In einem
Nachtrage werden noch 3 weitere Chaetopoden namhaft
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 409
gemacht. Ein ansehnlicher Theil der aufgezählten Arten
ist auch an der Europäischen Küste einheimisch.
C. Vogt giebt in seiner Abhandlung über „die Her-
kunft der Eingeweidewürmer der Menschen" (Basel 1878,
62 Seiten mit Holzschn., auch in franz. Sprache erschienen)
einen populären Ueberblick über die neuern Forschungs-
resultate.
van Beneden behandelt in dem achtzehnten Bande der
internationalen wissenschaftlichen Bibliothek „die Schma-
rotzer des Thierreiches" (deutsch bei Brockhaus, Leipzig
1876, 274 Seiten mit Holzschn.), unter denen natürlich auch
die Entozoen eine hervorragende Rolle spielen. Die Be-
ziehungen zu den Commensalen und Mutualisten werden
eingehend erörtert, und die Erscheinungen des parasitären
Lebens in ihren Hauptformen geschildert.
Die Bedeutung, welche die Parasitenlehre allmählich
für die Veterinärmedicin und die Landwirthschaft gewon-
nen hat, veranlasst Cobbold die von ihm ursprünglich
in einem englischen landwirthschaftlichen Journale ver-
öffentlichten Aufsätze über die Eingeweidewürmer unserer
wichtigsten Hausthiere zusammenzustellen und zu einem eige-
nen Werke: „the internal parasites of our domestical animals"
(London 1874, von Tomasi in's Italienische übersetzt,
174 Seiten mit Holzschn.) zu verarbeiten. Das Hauptge-
wicht legt Verf darin mit Recht auf die biologischen Ver-
hältnisse.
Weiter veröffentlicht derselbe Verf. : Entozoa, a trea-
tise on the Entozoa of man and animals, including some
account of the Entozoa" (London 1879, 510 Seiten), das
die Parasiten gleichfalls nach der Reihenfolge ihrer Wirthe
behandelt. Ref. hat keine Gelegenheit gehabt, das Werk
einzusehen.
Von dem Parasitenwerke des Referenten („die Para-
siten des Menschen und die von ihnen herrührenden Krank-
heiten" Leipzig) erschien 1878 die erste Lieferung einer
vielfach umgearbeiteten zweiten Auflage. Dieselbe behan-
delt in ihrem speciellen Theile (S. 221—234) die bei den
Menschen schmarotzenden Protozoen. Der vorausgeschickte
allgemeine Theil, der unter dem Titel einer „allgemeinen
410 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Naturgeschichte der Parasiten" auch besonders erschienen
ist, soll zur Orientirung über die Natur, die Lebensge-
schichte und medicinische Bedeutung der Parasiten handeln
und erörtert u. a. auch die Frage nach der Entstehung
und der allmählichen Ausbildung des parasitären Lebens.
Auch Küchenmeister veröffentlicht sein bekanntes
Werk über „die Parasiten des Menschen" in zweiter Auf-
lage. Er selbst hat sich freilich nur die Plattwürmer zur
Bearbeitung vorbehalten, für die übrigen Parasiten aber
der Mithülfe Zürn's versichert. Die erste bis jetzt allein
vorliegende Lieferung (252 Seiten, Leipzig 1878) enthält
die Protozoen und Bandwürmer.
Davaine's Traite des Entozoaires et des maladies
vermineuses wird gleichfalls neu aufgelegt (Paris 1877, 1003
Seiten). Das Werk hat seinen Werth bekanntlich vorzugs-
weise in der reichen Casuistik und besitzt somit ein mehr
klinisches als zoologisches Interesse. Was über den Bau
und die Lebensgeschichte der Entozoen mitgetheilt wird,
bleibt vielfach hinter dem heutigen Stande unserer Kennt-
nisse zurück. Auch der dem Werke angehängte Appendix
vermag diesem Missstande nicht vollständig abzuhelfen.
Sangall i handelt in den Memor. reale Instit. Lom-
bardo 1876. Vol. XIII. p. 349 — 363 „sopra alcuui punti
controversi di elmintologia". Auf Grund gewisser Beob-
achtungen spricht sich derselbe dabei ebensowohl zu Gunsten
der Behauptung aus, dass der Spulwurm die Fähigkeit be-
sitze, die Darmwand seines Wirthes zu durchbohren, wie
zu Gunsten der Möglichkeit einer Selbstinfection mit der
Brut von Taenia solium. Weiter erörtert derselbe noch
das Vorkommen der Taenia mediocanellata in Italien und
die Verbreitung des Dochmius duodenalis, der nicht bloss
im nördlichen Italien recht häufig sei — wenn ich einst
das Gegentheil behauptet habe, so geschah das auf die
Autorität meines verstorbenen Freundes de Filippi, der
sich vergebens bemühte, für mich einige frische Exemplare
dieses Parasiten herbeizuschaffen — sondern gelegentlich
sogar epidemisch auftrete.
Gribbohm's Inauguraldissertation „zur Statistik der
menschlichen Entozoen" (Kiel 1877, 12 Seiten in Quart)
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 411
stützt sich auf das Ergebniss von 1178 Sectionen, welche
in der Zeit von Nov. 1872 bis April 1877 im pathologischen
Institute in Kiel ausgeführt wurden. Nach Abzug der
Kinderleichen unter V2 Jahr, die fast alle frei von Para-
siten waren und weiterer 61 Fälle, in denen die Section
nur unvollständig ausgeführt werden konnte, erwiesen sich
nahezu 50 % als Parasitenträger. Die bei Weitem grösste
Zahl derselben (über 48 Vo) beherbergte Rundwürmer, in
erster Linie Trichocephalus, dann Oxyuris, am seltensten
Ascaris. Am häufigsten sind die Darmwürmer bei Kindern
bis zur Pubertätszeit (15 Jahren). Ebenso finden sich die-
selben häufiger bei Personen weiblichen Geschlechtes, als
bei Männern. Das Maximum des Vorkommens fiel in die
drei Anfangsmonate, das Minimum in die letzten Monate
des Jahres.
Bei der grossen Menge helminthologischer Funde, die
seit Dies ing's bekanntem Systema helminthum gemacht sind
und in den verschiedensten Schriften Veröffentlichung ge-
funden haben, ist das „Compendium der Helminthologie"
von V. L in stow (Hannover 1878, 382 Seiten), in dem
die bis dahin bekannten Helminthen, nach ihren Wohn-
thieren geordnet, mit den Litteraturquellen zusammenge-
stellt sind, als ein besonders verdienstliches Werk hervor-
zuheben. Im Ganzen sind nicht weniger als 1917 ver-
schiedene Wohnthiere verzeichnet, von denen manche aber
mehrere Dutzend verschiedener Eingeweidewürmer auf-
weisen. Die bei Weitem grössere Mehrzahl der Wirthe
(1554) kommt auf die Wirbelthiere — freilich nur ein Be-
weis, wie wenig die Jugendformen und deren Träger bis
jetzt uns bekannt sind. Die Säugethiere sind dabei mit
297 Namen, die Vögel mit 664, die Reptilien und Amphi-
bien zusammen mit 200, die Fische mit 393 vertreten. Ueber
einzelne kleine Versehen und Auslassungen wird man bei
dem Nutzen, den das Buch den Forschern gewährt, gerne
hinwegsehen.
Auch sonst erweist sich v. L in stow als ein sehr
fleissiger helminthologischer Schriftsteller. So veröffent-
licht er zunächst in dem Archiv für Naturgeschichte (1876.
Th. I. S. 1—19. Taf. I u, II) „helminthologische Beob-
412 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
achtungen" mit Beschreibungen von 23 meist neuen Arten,
die bis auf drei sämmtlich den Nematoden zugebören.
Diesen ersten Beobachtungen lässt derselbe sodann unter
dem Titel „Helminthologica" (ebendas. 1877. Tb. I. S. 1
—18. Taf. I, S. 173—198. Taf. XII-XIV) zwei Aufsätze
folgen, von denen der erste über 23, der andere über 46
Arten berichtet, von denen abermals ein grosser Theil,
meist wiederum, wenigstens im ersten Aufsatze, Nema-
toden, zum ersten Male beschrieben wird.
Die „neuen Beobachtungen an Helminthen" desselben
Verfassers (ebendas. 1878. Th. I. S. 218-245. Taf. VII—
IX) betreffen weitere 42 Arten und die „helminthologischen
Studien" (ebendas. 1879. Th. I. S. 165—188. Taf. XI u.
XII) deren abermals 42, theils neue, theils auch schon be-
kannte.
Ebenso unterzieht v. Linst ow die von Hering wäh-
rend seines 47jährigen Wirkens an der Thierarzneischule
in Stuttgart gesammelten Entozoen einer kritischen Revision
und findet unter denselben nicht weniger als 28 neue Arten,
die er in den Wtirtenberg. Jahresheften beschreibt und zum
Theil auch abbildet. Angefügt ist noch eine Reihe von
Bemerkungen über andere schon früher bekannte Arten.
(Helmintholog. Untersuchungen a. a. 0. Jahrg. 1879. S. 313
—343). Wir werden weiter unten, besonders bei Gelegen-
heit der Nematoden, auf die Arbeit zurückkommen.
Olsson's „Bidrag til Scandinaviens Helminthenfauna
(kgl. Svenska vetensk. Acad. handling. Bd. IV. 1876, 35 Sei-
ten in Quart mit 4 Tafeln) behandelt die Hirudineen und
Trematoden nordischer Seefische und macht uns mit zahl-
reichen neuen Arten bekannt, die später noch specieller
angezogen werden sollen.
Die von Ramsay Wright herausgegebenen Contri-
butions to the american helminthology (Proceed. Canad.
Instituts 1879. Vol. I. p. 1—24. PI. I u. II) enthalten Mit-
theilungen über Nematoden, Trematoden und Cestoden,
durch welche unsere Arten-Kenntniss mit einer Anzahl
interessanter Formen, besonders aus der Gruppe der Tre-
matoden, bereichert wurde. Wir werden dieselben an den
betreffenden Stellen anziehen.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d, Jahre 1876—1879. 413
Chatin's Etudes sur des Helminthes nouv. ou peu
connus (Paris 1875 mit 2 Tafeln Abbild.) sind Ref. nicht
näher bekannt geworden.
Villot handelt über die frei lebenden und para-
sitischen Helminthen an der Küste der Bretagne (Archiv
zool. exper. T. IV. p. 451-482. PI. XI— XIV). Als solche
macht er namhaft: 20 freie Nematoden (mit 9 sp. nn.),
2 Nematoden des Delphins (1 neu), 3 Nematoden von
Wasservögeln, 5 Acanthocephalen (2 neu), 10 Cestoden
(1 neu). Ebendaher zwei neue marine Cercarien.
Die Mittheilungen, welche Sonsino über die bei
Gelegenheit der letzten grossen Epizootie unter den Pferden
in Aegypten aufgefundenen Entozoen macht, betreffen fast
ausschliesslich die Gruppe der Nematoden. Veterinarian
1877, Febr. u. März (on the entozoa of the horse, in re-
lation to the late Aegyptian equine plague). Eine directe
Beziehung zu der Epizootie lässt sich nicht nachweisen.
Krabbe veröffentlicht in seinen „Undersögelser an-
gaaende forekomsten af indvoldsorme in Hestens tarmkanal"
(Overs. kgl. Dansk. Videnskab. Selsk. Forhandl. Dec. 1879.
p. 33—40) das Resultat einer helminthologischen Unter-
suchung von 100 alten Pferden, welches dahin lautet, dass
bei denselben 28 Mal die Taenia perfoliata, 8 Mal die viel-
fach damit verwechselte T. mamillata, 16 Mal Ascaris me-
galocephala, 86 Mal Strongylus armatus, 78 Mal Str. tetra-
canthus und nur 2 Mal die Oxyuris curvula gefunden ward.
Die jedesmalige Zahl der Würmer war meist eine sehr
beträchtliche. Eine Zusammenstellung mit den an andern
Orten gemachten Beobachtungen zeigt mancherlei Unter-
schiede, die für die Statistik und die Lehre von der geo-
graphischen Verbreitung der Helminthen nicht ohne Inter-
esse sein dürften.
In der von Snorre Jonsson verfassten Abhandlung
über die Isländischen Hausthiere und deren Krankheiten
(Tidssk. for Veterinaerer 1879. Bd. IX. p. 1-42) finden
auch die Helminthen eine kurze Berücksichtigung. Ausser
den Echinococcen sind es besonders die Lungenwürmer
(Strongylus filaria, Str. rufescens, Str. micrurus) die häufig
vorkommen. Leberegel fehlen bekanntlich in Island.
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. BB
414 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Eulenberg giebt eine nach amtlichen Quellen be-
arbeitete Zusammenstellung der im Jahre 1876 auf Finnen
und Trichinen untersuchten Schweine (Vierteljahrsscbrift
für ger. Med. u. öffentl. Sanitätswesen Bd. 38. S. 149).
Darnach kommt durchschnittlich ein Finuenschwein auf
367, ein Trichinenschwein aber erst auf ungefähr 2000.
Aniielides.
Chaetopodes.
Semper setzt seine Betrachtungen über die Stammes-
verwandtschaft der Wirbelthiere und Wirbellosen (J. B.
1875. S. 425) weiter fort und sucht durch Feststellung
der Homologien zwischen Vertebraten, Anneliden und Ar-
thropoden „die Verwandtschaftsbeziehungen der geglie-
derten Thiere" schärfer und bestimmter zu begründen, als
das bisher geschehen ist (Arbeiten aus dem zoologisch-
zootomischen Institute zu Würzburg, Bd. III. S. 115—404.
Taf. V— XV, in Vorlauf. Mittheilung auch in den physikal.
med. Verhandl. zu Würzburg 1876). Die Arbeit ist reich
an neuen Beobachtungen und Ideen und führt unseren Verf.
schliesslich zu dem Resultate, dass der Bildungstypus der
drei Gliederthierklassen vollständig identisch sei. Es wird
das ebensowohl durch den Nachweis begründet, dass die
betreffenden Thierformen in wesentlich gleicher Weise durch
Umbildung eines Keimstreifens entstehen, der einer unge-
gliederten Keimblase angehört und seiner Anlage nach bei
ihnen allen als identisch erscheint, wie auch durch eine
eingehende Vergleichung der Entwickelungsvorgänge und
der fertigen Organisation, die für beide eine weit grössere
üebereinstimmung kund thut, als man nach den früheren
Untersuchungen erwarten konnte. Den phylogenetischen
Ausgangspunkt der gegliederten Thiere sucht Verf aber
nicht in der Haeckel'schen Gastraea, die er für ein durch-
aus fragwürdiges Wesen hält, sondern in der von ihm
früher beschriebenen Trochosphaera (J. B. 1872. S. 480),
die ausser dem Gegensatze von Kopf und Rumpf auch
bereits einen solchen von Neural- und Cardialfläche aufweist,
oder, wie man gewöhnlich sagt, mit Rücken und Bauch
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 415
versehen ist, mit Regionen, deren Unterscheidung Verf.
verwirft, da sie statt eines morphologischen Gegensatzes
nur die verschiedene Lagerung gegen den Erdboden aus-
drücken. In der Gruppe der Wirbelthiere und Insecten
ist die bei den Anneliden bewegliche Embryonalform durch
die ruhende Keimblase (Atremasphaera) vertreten. Die
Untersuchungen, welche der Verf. seiner Darstellung zu
Grunde legt, sind zum weitaus grössten Theile an knos-
penden Naiden angestellt, die der Schnittmethode zugäng-
licher sind, als Embryonen, und Resultate liefern, welche
mit Fug und Recht auf die Vorgänge der Embryonalent-
wickelung übertragen werden dürfen. Auf diesem Wege
ist nun Verf. zunächst zu der Ueberzeugung gekommen,
dass das Bauchmark der Anneliden aus zweien verschie-
denen Theilen besteht, die in genetischer und morpho-
logischer Hinsicht wohl aus einander zu halten sind, aus
einem centralen Theile, der als eine ungegliederte Ecto-
dermverdickung entsteht und einen Belag von Ganglienzellen
darstellt, welcher auf der Bauchfläche des Nervenstranges
in ganzer Länge sich verfolgen lässt, und den beiden seit-
lichen Ganglienmassen, die dem Mesoderm angehören und
erst nachträglich mit dem centralen Strange verwachsen.
Nur der letztere ist dem Centralnervensysteme der Wirbel-
thiere zu identificiren, während die seitlichen Ganglien-
massen, zwischen welchen die durch eine Quercommissur
verbundenen Faserzüge verlaufen, den Spinalganglien der
Wirbelthiere zu vergleichen sind. Uebrigens ist auch das
Mesoderm in letzter Instanz eine Ectodermbildung, durch
eine Zellenwucherung entstanden, die jederseits von dem
Seitenfelde ausgeht und sich zu einer streifenförmigen
Platte gestaltet, welche im Innern des Muskelschlauches
den Darm von der Neuralfläche aus immer vollständiger
einhüllt. Nach Ausbildung des Bauchmarkes erkennt man
in der Lücke zwischen den beiden Mesodermstreifen nach
dem Darme zu einen soliden Zellenstrang, der von unserm
Verf. der Wirbelthierchorda verglichen wird, obwohl er
bei der allmählichen Ausbildung der Segmente zerfällt und
in mehr oder minder grosse Zellengruppen sich auflöst.
Die Kopfzone der Knospe, welche ausser dem eigentlichen
416 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
Kopfe noch die vordem Körpersegmente bildet, die Verf.
übrigens gleichfalls dem Kopfe zurechnet, bleibt an der
Neuralseite ohne mediane Ectodermverdickung. Der cen-
trale Nervenapparat derselben entsteht von dem Vorder-
ende des dahinter liegenden Bauchmarkes, das in die
Kopfzone hinein sich verlängert, mit zwei Schenkeln um
den neu entstehenden Schlund herumgreift, auf seinem
Wege jederseits mit einer plattenförmigen Ectodermwuche-
rung (der Sinnesplatte) verwächst und damit zusammen
dann schliesslich das dorsale Schlundganglion bildet. Alle
die auf diese Weise entstandenen Theile des Nervensyste-
mes mit den dazugehörigen Ganglienknoten glaubt Verf
dem Hirne der Wirbelthiere vergleichen zu müssen. Ebenso
wird ein dem Seitenfelde angehörender und zwischen den
zwei lateralen Muskeln liegender Zellstrang, der in die
Sinnesplatte hinein sich fortsetzt und in ganzer Körper-
lange bestehen bleibt (auch nicht bloss den Naiden zu-
kommt) den Seitennerven der Fischseiteulinie gleichgestellt.
Was die Entwickelung des Kopfdarmes betrifft, so ent-
steht dieser bei den Naiden durch die Vereinigung zweier
ursprünglich getrennter Anlagen, deren Ueberreste sich
auch bei dem erwachsenen Thiere noch am Schlundkopfe
in dem neuralen und cardialen Theile nachweisen lassen.
Der neurale Theil bildet sich durch Streckung des durch
die Kopfzone hindurchgehenden ursprünglichen Darmes,
während der cardiale sehr viel dickwandigere Theil dem-
selben als ein neues Gebilde sich anfügt. Durch Abglie-
derung von den zwei Seitenwülsten des Kopfkeimstreifens
entstehen seitlich neben dem Kopfdarm zunächst zwei
Zellenstreifen, die sich eng an die Darmwand anlegen
und schliesslich so vollständig damit verschmelzen, dass
sie förmlich in das Entoderm derselben aufgehen. An-
fangs solide, werden diese beiden Seitenstreifen allmählich
hohl; es bilden sich also in der Wand des Kopidarmes
zwei Seitengänge, die eine Zeit lang von einander getrennt
bleiben, dann aber auf der Cardialseite zusammenfliessen
und schliesslich sogar mit dem Lumen des übrigen Darmes
sich vereinigen. Die Abtrennung der Knospe geschieht
von der Bauchfläche aus, so dass schliesslich die Thiere
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879 417
nur noch mittels des alten Darmes und des Rückengefässes
zusammenhängen, mit Gebilden, die auch nach dem Los-
reissen der Knospe noch eine kurze Zeit oberhalb des
Mundes nach Aussen hervorragen. Sem per identificirt
die beiden Schlundkanäle den Kiemengängen der Wirbel-
thiere und beruft sich dabei besonders auf das Verhalten
von Chaetogaster, bei dem dieselben neben dem neuen
Munde nach Aussen sich öffnen, also förmliche Kiemen-
spalten bilden, die freilich später wieder vergehen. Auch
der Kiemenapparat der Sabelliden zeigt Verhältnisse, die
Verf. für seine Deutung geltend macht, indem vom Schlünde
derselben ein Paar Kanäle entspringen, die in ein compli-
cirtes System von Gängen und Hohlräumen führen, welche
an der Cardialfiäche und den Seitentheilen des Kopfendes
zwischen den Kiemenstrahlen ausmünden. Den Kiemen-
apparat selbst möchte Verf. dabei am liebsten als Homo-
logon des Schlundkopfes ansehen, der nur insofern eine
Veränderung erlitten habe, als er nach Aussen hervorge-
streckt und der Länge nach geschlitzt sei. Ebenso werden
die Segmentalorgane, wie früher, der Urniere der Verte-
braten als homolog zur Seite gesetzt. Den theoretischen
Betrachtungen, die Semper der Darstellung seiner Beob-
achtungen anschliesst, können wir hier nicht weiter nach-
gehen. Wir beschränken uns in dieser Hinsicht auf die
Bemerkung, dass Verf. den einzigen typischen Unter-
schied zwischen den Wirbelthieren und den übrigen Glie-
derthieren in der cardialen Lage des Mundes findet, in
einem Verhalten, das er um so mehr als ein erst secun-
däres zu deuten geneigt ist, als bei den Nemertinen bei-
derlei Mundöffnungen, sowohl die der Vertebraten (Rüssel-
öffnung), wie auch die der Anneliden, vorkommen. Kopf
und Rumpf der gegliederten Thiere bringt Verf. übrigens
in einen schärfern Gegensatz, als das bisher geschehen,
indem er beide als Zonen betrachtet, die durch Anlage
und Gliederung eine gewisse Selbständigkeit besässen,
eine solche ungefähr, wie wir sie den Proglottiden zuzu-
schreiben pflegen. Als Segmente lassen die letzteren sich
unmöglich auffassen, wie schon daraus hervorgeht, dass
sie am Vorderende der Kette entstehen, während die Seg-
418 Leuckart: Bericht üb. d. wisseDschaftlichen Leistungen
\
mente stets vor dem Aftersegmente, also hinter dem Leibe
ihren Ursprung nehmen. Bei der Segmentation sind also
stets die hintern Glieder die jüngsten, bei der Strobilation
dagegen die vordem.
Die von Für bringer bei Gelegenheit seiner Unter-
suchungen über die Exeretionsorgaue der Wirbelthiere
(Morphol. Jahrbücher Bd. IV. S. 101) in Bezug auf die
von S e m p e r behauptete Homologie der Segmentalorgane
mit der Urniere der Vertebraten geäusserten Bedenken
veranlassen Semper zu einer Erwiderung, in der er die
letztern einer Critik unterzieht und als unberechtigt zu-
rückzuweisen sucht. (Ebendas. S. 822—327 „Sind die Seg-
mentalorgane der Anneliden homolog mit denen der Wirbel-
thiere?") Ohne auf die Streitfrage selbst einzugehen, er-
laube ich mir die sachliche Bemerkung, dass Semper die
Dreizahl der von mir bei Hirudo entdeckten Urnieren ohne
Grund in Zweifel ziehet. Nephelis mag derer immerhin
nur ein einziges Paar besitzen — obwohl Bütschli auch
hier von einem zweiten Paare spricht — Hirudo aber hat
deren drei, wie ich jeden Augenblick an Dauerpräparaten
nachzuweisen im Stande bin.
Uebrigens hat diese Entgegnung Ftirbr in ger keines-
wegs zu überzeugen vermocht, obwohl auch von anderer
Seite inzwischen — vergl. Eisig, Segmentalorgane der
Capitelliden — die hervorgehobene Homologie sehr stark
betont ist. Nach wie vor behauptet derselbe (über die
Homologie der sog. Segmentalorgane der Anneliden und
Vertebraten, ebendas. S. 663 — 678), dass Semper den
eigentlichen Beweis für seine Annahme schuldig geblieben
sei, indem es dermalen noch keinen einzigen Grund gebe,
der mit Nothwendigkeit für die behauptete Homologie
spreche, wohl aber solche, die sich dagegen erheben lassen
und nicht widerlegt seien.
Die weitere Fortführung dieses Streites führt über
das Thatsächliche hinaus in das Gebiet des Principiellen
und Persönlichen, in das hinein wir denselben nicht weiter
zu verfolgen haben. Vergl. Morphol. Jahrb. Bd. V. S. 395
u. 396 (zur Wahrung meines principiellen Standpunktes
von Semper, und über den principiellen Standpunkt des
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 419
Herrn Prof. Sem per von Für bringer), so wie weiter
Arb. aus dem zool. zootom. Institut in Würzburg Bd. V.
S. 93— 120. (Semper, Herr Professor Fürbringer als
Philosoph).
Auch Hatschek vertritt auf das Entschiedenste die
Ansicht, dass zwischen den Anneliden und Wirbelthieren eine
genetische Verwandtschaft obwalte, und basirt dieselbe vor-
nehmlich auf die Entwickelungsgeschichte des Nervensy-
stems und der Mesodermgebilde (Studien über die Entwicke-
lungsgeschichte der Anneliden. Wien 1878, Arb. des zool.
Instituts in Wien Heft 3. S. 102 ff.). Andererseits werden aber
auch die Beziehungen anerkannt, die letztere zu denAscidien
besitzen, nur dass diese durch die Annahe einer rtickschrei-
tende Metamorphose, wie solche schon Amphioxus (dessen Zu-
gehörigkeit zu den Wirbelthieren Semper schlechtweg in
Abrede stellt) in unverkennbarer Weise zur Schau trage. Die
Chorda wird für eine denWirbelthieren charakteristische Bil-
dung erklärt, da bei den vom Verf. auf ihre Entwickelung
untersuchten Formen keine Spur eines derartigen Gebildes
— auch nicht in der von Semper beschriebenen Form —
vorkommt. Ebenso glaubt Verf. die Kiemengänge und Kie-
menspalten Sem per's bezweifeln zu müssen, und der oben
angezogenen Darstellung eine andere Deutung unterlegen
zu können. Auch in Betreff des centralen Nervenapparates
gehen die Ansichten beider Forscher aus einander, indem
Hatschek die Ganglienkette in ganzer Ausdehnung als
Ectodermbildung betrachtet und dem Kückenmark der Wir-
belthiere zur Seite setzt. Die Urwirbel entsprechen den
Ursegmenten, und der Wolffische Gang der ersten Anlage
des excretorischen Apparates, der sich nach unserem Verf.
(Polygordius) in beiden Gruppen als ein anfangs ein-
facher Kanal bildet und in der Seitenlinie des Rumpfes
hinzieht. Erst später vereinigen sich damit die segmen-
talen Flimmertrichter, die mit freier Oeffnung in der Lei-
beshöhle beginnen. Ebenso ist auch die Gliederung des
Kanales eine erst secundäre Erscheinung. Dass der Wir-
belthiermund der gleichnamigen Oeffnung der Anneliden
nicht homolog ist, braucht nach den voranstehenden Bemer-
kungen kaum ausdrücklich bemerkt zu werden. Er ergiebt
420 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sich schon durch sein spätes Auftreten als eine jüngere
Bildung, die bei den Anneliden in keinerlei Weise reprä-
sentirt ist. Uebrigens sind es nicht bloss die Wirbelthiere,
mit denen unser Verf. die Anneliden in einen genetischen
Zusammenhang bringt. Auch die Mollusken glaubt er mit
ihnen von der gleichen Stammform ableiten zu können.
Dieselbe stand, so vermuthet Hat sehe k, der Loven'schen
Larve (Trochophora) nahe und wird als Trochozoon be-
zeichnet. Es ist theils der Besitz eines oralen, erst all-
mählich und oftmals nur unvollständig über dem Munde
sich schliessenden Flimmerapparates — dessen Zusam-
mensetzung aus einem motorischen und nutritiven Theile
bei der Loven'schen Larve übrigens wohl zuerst von
Ref. (Archiv für Anat. und Physiol. 1858. S. 574) er-
kannt ist — , der diese Form charakterisirt, theils auch
die Anwesenheit einer dem Ectoderm verbundenen Schei-
telplatte, die das spätere Oberschlundganglion liefert, und
einer Kopfniere, die bis auf unsern Verf. übersehen wurde.
Die Leibeshöhle der Trochophora liegt zwischen Entoderm
und Ectoderm resp. Mesoderm, das seinerseits von zwei
bilateral gelagerten Urzellen abstammt. Erst später wird
dieselbe von der definitiven Leibeshöhle, die durch Spal-
tung des Mesoderm entsteht, verdrängt. Die von dieser
gemeinschaftlichen Urform direct oder indirect abstammen-
den Thiere bilden eine gemeinschaftliche Gruppe, die Verf.
wegen der meist deutlich ausgesprochenen seitlichen Sym-
metrie ihres Körpers als Bilateralien bezeichnet. Auch die
Echinodermen werden, trotz ihrer pseudoradiären Körper-
form, dieser Gruppe zugerechnet. Ebenso natürlich die
Bryozoen und Brachiopoden. Eine einheitliche Klasse der
Würmer scheint Verf. übrigens nicht anzuerkennen. Die
Anneliden und Rotatorien werden den Mollusken vielfach
als gleichwerthig zur Seite gesetzt, und die Nematoden
als Verwandte der dem hypothetischen Trochozoon in ih-
rer Gesammtorganisation unter den lebenden Formen zu-
nächst stehenden Rotatorien bezeichnet. Die natürlichen
Beziehungen der Platoden u. a. Gruppen gelten als un-
entschieden. Ein besonderes Gewicht legt Verf. dabei auf
das Verhalten der Leibeshöhle, die keineswegs überall
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 421
als Coelom entstehe, sondern vielfach (bei den Bryozoen,
Nematoden, Rotatorien) zwischen Mesoderm undEntoderm
gelegen sei. Was speciell die Klasse der Anneliden be-
trifft, so betrachtet Verf. darin ausser den Borsten Würmern,
den Hirudineen und Gephyreen noch die Polygordiiden
als besondere Ordnung. In letztern (den sog. Archanneli-
den) sieht er sogar den ältesten und eigentlichen Stamm
der Anneliden. Ebenso glaubt er unter den Borstenwürmern
neben den Polychaeten und Oligochaeten noch die Sacco-
cirriden als Archichaetopoden unterscheiden zu dürfen.
Polychaeti. Hatschek giebt eine eingehende Dar-
stellung vom Bau der sog. Loven'schen Larve und schildert
deren Umwandlung in Polygordius (Studien über Entwicke-
lungsgeschichte der Anneliden S. 22—57. Tab. IV— VIII).
In Bezug auf erstere heben wir als besonders interes-
sant und wichtig zunächst die Thatsache hervor, dass
es dem Verf. gelang, schon vor Entwickelung des Rumpfes
bei derselben die Anwesenheit eines verhältnissmässig
hoch entwickelten Nervensystemes und eines Segmentalor-
ganes (einer „Kopfniere^O nachzuweisen. Das erstere hat
seinen Centraltheil in einer Entodermverdickung des Schei-
tels, einer „Scheitelplatte", von der mehrere Nervenstämme
ausstrahlen , die sich zum Theil nach dem praeoralen
Wimperkranze hin verfolgen lassen. Die Stämmchen be-
stehen aus einer einzigen Faser, die in ihrem Verlauf
mehrere, dem Entoderm dicht anliegende Ganglienzellen
enthält und sich gegen die Peripherie des Scheitelfeldcs zu
in immer reichere Verästelungen auflöst. Vermuthlich sind
diese Aeste grossentheils zur Innervirung der Geisseizellen
bestimmt. Im Rumpftheile des Körpers, der unterhalb
des Flimmerapparates kegelförmig nach aussen vorspringt,
ist einstweilen noch kein Nervensystem vorhanden, wohl aber
ein Paar schmaler Mesodermstreifen, die, der Bauchseite
angenähert, unterhalb des Ectoderms nach hinten laufen
und unter der Form zweier (einzelligen) Muskelfäden zu
den Seiten des Darmes bis zur Scheitelplatte emporstei-
gen. An diesen Muskelfäden ist nun beiderseits die Kopf-
niere befestigt, ein flimmernder Excretionskanal, der an
der Basis des Rumpfes nach aussen mündet und an seinem
422 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Vorderende durch einen offenen Trichter mit der Kopf-
höhle in Verbindung tritt. Noch vor weiterer Entwicke-
lung und Gliederung der Mesodermstreifen geht dieser Ex-
cretionskanal durch Bildung eines Querastes, der gleich-
falls einen Flimmertrichter trägt, eine weitere Umbildung
ein. Die nächste Entwickelungsperiode charakterisirt sich
durch das Auftreten der Ursegmente und Ausbreitung des
Mesoderms bis zur Mittellinie des Rückens und Bauches.
Die Ursegmente entstehen durch Gliederung der beiden
Mesodermstreifen, die dabei in eine äussere und innere
Platte zerfallen, die ersten Anlagen der späteren Haut-
und Darmmuskeln. Gleichzeitig hat die Zahl der Flim-
mertrichter um das Doppelte und noch mehr zugenommen.
Später, wenn der Rumpf cylindrisch auswächst, und die
Segmenthöhlen der ersten Urwirbel nach dem Rücken
sich weiter ausbreiten, entsteht im Zusammenhange mit
der Kopfniere ein Längskanal, der nach Bildung eines
Flimmertrichters von dieser sich ablöst und auf diese
Weise das erste Segmentalorgan liefert, dem dann die
übrigen der Reihe nach, wenn die Ursegmente ihrer
weiteren Entwickelung entgegengehen , nachfolgen. Auf
Querschnitten gewinnt man die Ueberzeugung, dass der
Längskanal der Segmentalorgane durch Einfaltung und
Abschnürung aus dem äusseren Blatte des Mesoderms sich
entwickelt, ganz ebenso also, wie der Wolf fsche Gang, an
den der Kanal um so mehr erinnert, als seine Gliederung
nach hinten zu erst in verhältnissmässig später Zeit ge-
schieht. Das innere Blatt (Darmfaserblatt) tritt gleichfalls
erst ziemlich spät auf die Entodermwand des Darmes
über, bleibt aber bekanntlich in der Mittellinie am Bauche
so gut, wie am Rücken, durch eine Art Mesenterium mit
der Körpermuskulatur in Zusammenhang. Die Bildung
der Bauchganglienkette geschieht vom Ectoderm aus, und
zwar im Umkreis eines Einstülpungsspaltes wie das nach
des Verf s. Beobachtungen auch bei den Schmetterlingen
der Fall ist. Die Kopfniere geht erst nach voller Aus-
bildung des Rumpfes verloren, ziemlich gleichzeitig mit
dem Flimmerapparat, dessen Schwund auch zugleich eine
Umformung des Kopfes zur Folge hat.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jabre 1876—1879. 423
Die „Beiträge zur Entwickelungsgescliichte der Cbae-
topoden^' von S tos sich (Sitzungsber. der Wiener Akad.
1878. Bd. 77. 12 Seiten mit 2 Kiipfertafeln) enthalten Beob-
tungen über die Entwickelungsgeschichte von Serpula
uncinata und glomerata. Der Verf., der schon früher die
Vorgänge der Befruchtung und die darauf folgenden Ver-
änderungen an den Eiern dieser Würmer zum Gegenstande
einer Darstellung gemacht hat (Bolletino soc. Adriat. sc.
nat. Trieste 1877. No. 3. Abb.), schildert zunächst die Fur-
chung, die einen regelmässigen Verlauf nimmt, und die Um-
wandlung des durchfurchten Dotters in eine einschichtige
Keimblase. Die Eihaut persistirt im Umkreis derselben
und wird von den auf den Ectodermzellen sich entwickeln-
den Flimmerhaaren durchbohrt, wie das von Schneider
schon vor längerer Zeit bei andern Chaetopoden nachge-
wiesen ist. Durch eine locale Invagination entsteht aus
der Blastula sodann eine Gastrula mit äusserst enger Darm-
höhle. Die Einstülpungsstelle wird zum After, während
der Mund eine Neubildung ist, deren Bildung durch Aus-
wachsen eines rechwiuklig von dem blinden Darmende
abgehenden Seitenastes, des späteren Oesophagus, einge-
leitet wird. Der Innenraum der Blastula, die vergrösserte
Furchungshöhle, verwandelt sich, nach der Angabe des
Verfs., direct in die Leibeshöhle, die somit nicht vom
Mesoderm umschlossen ^ird, sondern von den zwei pri-
mären Keimhäuten. Das Mesoderm selbst soll erst nach
der Anheftung der Larve gebildet werden. Trotzdem
wird übrigens angegeben, dass das Muskelsystera schon
frühe und zwar aus dem Ectoderm hervorgehe. Noch wäh-
rend der Schwärmperiode bildet die Larve oberhalb des
After ein eigenthümliches blasenartiges Organ (eine „Anal-
blase"), deren Auskleidung mit der äusseren Haut der Larve
im Zusammenhang steht. Ueber die Bedeutung desselben
Hess sich nichts Näheres feststellen. Verf hält dasselbe
für ein provisorisches Gebilde. Unterhalb desselben treibt
die Larve später einen zungenförmigen Fortsatz, mit des-
sen Hülfe sie sich festsetzt.
Giard's „note sur Fembryogenie de la Salmacina
Dysderi" (Compt. rend. 1876. Bd, 82. p. 233-235, übers.
424 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ann. nat. bist. Vol. XVII. p. 329) belehrt uns von der Tliat-
saehe, dass nicht bloss die Embryonalentwickelung dieses
Wurmes, sondern auch ein guter Theil seiner Metamor-
phose unter dem Mantel des mütterlichen Körpers abläuft.
Bereits bei der Achttheilung des Dotters macht sich der
Gegensatz zwischen Ectoderm und Entoderm geltend, in-
dem die vier kleinen Zellen, die an den vier grösseren
ihren Ursprung nahmen, die letztern umwachsen und
in sich einschliessen. Der Uebergang in den Gastrula-
zustand wird durch Bildung einer Invaginationsöffnung
vermittelt, die später zum After wird. Die Gastrula ent-
wickelt sich sodann zu einer Trochosphaera, unter deren
Schwimmgürtel der definitive Mund zur Ausbildung kommt.
Wenn die junge Larve den mütterlichen Körper verlässt,
dann unterscheidet man an ihr einen abgerundeten Kopf
mit vier x\ugen, einen flimmernden Nacken, einen Mantel,
der die Bauchseite bedeckt, und schliesslich, vom Mantel
umhüllt, die drei vordersten Brustsegmente, welche bereits
mit Borsten und Drüsen versehen sind und das mit zwei
kräftigen Seitenhaken ausgestattete Analende tragen.
Die Umwandlung der Larve in den definitiven Wurm,
die Verf. gleichfalls beobachtete (^^note sur le developpement
de la Salmacina Dysderi", ibid. p. 285—288), geschieht erst
nach dem Festsetzen und der ersten Anlage der Röhre.
Sie wird durch eine Umbildung des Kopfes eingeleitet, der
seine frühere Form zunächst mit einer dreilappigen ver-
tauscht, und die beiden Seitenlappen dann durch succes-
sive Theilung in den Kiemenapparat auswachsen lässt.
Inzwischen hat auch der Hinterleib sich gestreckt. Die bei-
den Endhaken sind in Folge dessen emporgerückt und
haben dadurch einem neuen Hakenpaare Platz gemacht,
bis auch diese wieder durch spätere ersetzt werden. Die
Vermehrung der Brustsegmente geschieht erst dann, wenn
die Gliederung des Hinterleibes nahezu vollendet ist.
Die Eier der bekanntlich zwitterhaften Thiere sollen en-
todermatischen, die Samenelemente aber ectodermatischen
Ursprungs sein.
Nach den Beobachtungen von Barrois besitzen die
Embryonen der Syllideeu, die sich in den (einzeln oder in
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 425
zwiefacher Anzahl) jederseits den Segmenten des mütterli-
chen Körpers aufgeklebten Eiern entwickeln, keine Larven-
organe und somit denn auch keinen Trochosphaerazustand.
Sie sollen durch die Wurmform ihrer Embryonen direct
an die Gastrotrichen und die niederen Würmer anknü-
pfen. Compt. rend. 1877. T. 85. p. 297, Ann. nat. bist.
Vol. XX. p.866.
Obwohl diese Beobachtungen von Barrois keinen
Zweifel lassen, dass man die Fortpflanzung der eiertragen-
den Syllideen nur irrthümlicher Weise gelegentlich als eine
Knospung auffasste, haben die Untersuchungen Mc' Intosh's
den Nachweis geliefert, dass es wirklich verästelte Syllideen
giebt (on a remarkabiy branched Syllis, Journ. Linnean. Soc.
1879. T. XIV. p. 720-724). Das vom Verf. beobachtete
Thier durchzieht mit seinen Zweigen und Seitenzweigen
die Basalkanäle einer Hexactinellide von den Philippinen
und lässt sich (an Spiritusexemplaren, wie sie dem Verf.
allein vorlagen) kaum unverletzt daraus ausschälen. Köpfe
Hessen sich weder an dem Mutterstamm, noch für gewöhn-
lich auch an den Zweigen und Nebenzweigen auffinden.
Dagegen aber schien es bisweilen, als wenn diese mit einer
freien Oeffnung endigten, mit einer Oeffnung, die in an-
deren Fällen wieder den Ausgangspunkt einer neuen Knospe
abgab. Solche Knospen entstehen überhaupt allerorten, so,
dass deren Zahl und Vertheilung ausserordentlich wech-
selt. Eine jede enthält ein Divertikel des mütterlichen Dar-
mes. Einer dieser Knospensprösslinge war mit Eiern ge-
füllt. Er zeigte sich an seiner Befestigungsstelle einge-
schnürt, trug Borsten anderer Beschaffenheit und war am
Ende mit zwei Augen und zwei Girren versehen, die
einem zweilappigen Kopfe aufsassen. Ein sehr ähnlicher,
gleichfalls weiblicher Wurm wurde frei gefunden. Ebenso
das Fragment eines zweiten, das vielleicht ein Männ-
chen war.
Mc' Intosh untersucht (Proc. roy. Soc. Edinb.Vol. IX.
p. 123—129) ^the structure of the body-wall in the Spio-
nidae" bei Nerine foliacea, Scolecolepis vulgaris, Polydora
ciliata, und schildert dabei namentlich das Verhalten der
Muskulatur und das Nervensystem.
426 Leuckart: Bericht üb. d. wissenscbaftlichen Leistungen
Sem per hebt in seiner Abhandlung über die Ver-
wandtschaftsverhältnisse der gegliederten Thiere (a. a. 0.
S. 145 ff.) die Unterschiede hervor, welche in Bezug auf
die mehr oder minder oberflächliche Lage des Bauchmarks
bei den Chaetopoden obwalten, und findet, dass in dieser
Hinsicht sogar bei den einzelnen Arten desselben Geschlech-
tes (z. B. Terebella) auffallende Unterschiede vorkommen.
Die sog. Leydig'schen Fasern, die Sem per eine Zeitlang
der Wirbel thierchorda gleichstellte, werden jetzt als Boh-
ren gedeutet, in denen eine gerinnbare Flüssigkeit enthal-
ten sei (S. 202).
AuchMc' Intosh handelt (Proc.roy. Soc. Edinb. 1876
— 77. p. 372—381) „on the arrangement and relations of
the great nerve-cords in the marine Annelides ".
Grab er veröffentlicht „morphologische Untersuchun-
gen über die Augen der „frei lebenden marinen Borsten-
würmer" (Archiv für mikroskopische Anatomie Bd. XVII.
S. 243- 323. Tab. XXVIII-XXX. 1879), die ebensowohl
an Alciope, wie an Nereis, Eunice, Hesione, Polynoe an-
gestellt wurden und den Nachweis liefern, dass das Ge-
sichtsorgan dieser Thiere sich eng an das Stemma der
Insecten anschliesst, demselben, wie Verf. sagt, homotyp
ist. Dasselbe besteht bei allen genannten Formen aus
zwei Haupttheilen, einem äussern, der nichts Anderes, als
eine mehr oder minder modificirte Strecke des allgemei-
nen Integumentes, besonders der Hypodermis, ist und den
dioptrischen Apparat darstellt, und einem inneren, der mit
dem Nervensystem verbunden ist und die Retina bildet.
Ein eigentlicher Augapfel fehlt, auch bei Alciope, da nur
der Retinabecher eine Umhüllung trägt, die sich als Fort-
setzung der Hirnkapsel ergiebt. Der dioptrische Apparat
erscheint in der Mehrzahl der Fälle als ein einfacher
Glaskörper, der aus Hypodermiszellen besteht, nur dass
diese schlauchartig ausgewachsen und mit einer durch-
sichtigen Flüssigkeit gefüllt sind. Bei Eunice, Nephthys
und besonders Alciope enthält dieser Glaskörper noch
eine besondere Linse, die völlig homogen ist und ein
cuticulares Gebilde mit einer bald ebenen, bald auch
deutlich gewölbten Vorderfläche darstellt. Was die Retina
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 427
betrifft, so bestellt diese aus den Opticusfasern und der
sog. Pallisadenschiclit, die den ansehnlichsten Theil der
Netzhaut darstellt und aus Elementen besteht, welche der
letzteren senkrecht aufsitzen und je in eine Opticusfaser
tibergehen. Einzeln erscheinen dieselben als Schläuche
mit mindestens zwei Kernen, einem apicalen am äussersten
Endstücke des Schlauches, und einem basalen in dem
einer Ganglienzelle vergleichbaren inneren Abschnitt. Die
Schlauchwandung zwischen beiden Kernen ist stark ver-
dickt und lichtbrechend. Sie bildet das sog. Röhrenstäb-
chen, das der Länge nach von einem dickeren Achsen-
faden durchzogen wird und eine oftmals über den ganzen
Schlauch sich ausdehnende Pigmentirung besitzt. Verf.
findet zwischen dieser Pallisadenschicht und der Retina des
Cephalopodenauges eine grosse Uebereinstimmung, ist da-
bei aber der Ansicht, dass dieselbe unmöglich als ein
Umwandlungsprodukt der Hypodermis angesehen werden
könne. (Bei Nautilus aber setzt sich diese Retina doch
continuirlich in die Epidermis fort!)
Auch Chatin betont in seinen „recherches pour ser-
vir ä l'histoire du batonnet optique chez les Crustaces et
les Vers" (Annal. des sc. natur. T. VII. Art. L p.22— 33.
Compt. rend. 1876. T. 83. p. 1248) die typische Ueberein-
stimmung in dem Bau der Augen bei den Arthropoden
(Krebsen) und Würmern, dabei freilich auf Beobachtungen
sich stützend, die er an den Augen der röhrenbewohnen-
den Chaetopoden angestellt hat, welche nur unvollständig
entwickelt sind. Wie bei gewissen niederen Krebsen beste-
hen die Augen dieser Thiere (Sphygmobranchus protensis,
Protula intestinum, Dasychone bombyx, D. lucullana, Ver-
milia clavigera), die Kiemenaugen sowohl, wie diejenigen,
welche bei Dasychone lucuUana an den Seitentheilen der
Körpersegmente angebracht sind — bei D. bombyx sind
die entsprechenden Bildungen blosse Pigmentflecke — aus
zweierlei Theilen, Stäbchen und Krystallkegeln, welche in bald
einfacher, bald auch mehrfacher Zahl vorhanden sind und irr-
thümlicher Weise gelegentlich als Linsen bezeichnet wurden.
Die Stäbchen sind, wie gewöhnlich, in eine Pigmentscheide
eingehüllt, so dass sie leicht der Untersuchung sich entziehen.
428 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Panceri's Opus posthiimum : La luce e gli organi
lumin. di alcuni Annelidi (NapoH 1875 mit 4 Tafeln) ist
dem Ref. leider nicht zu Gesicht gekommen.
Hin de findet in den Palaeozoischen Schichten Schott-
lands und Canadas zahlreiche Ueherbleibsel vorweltlicher
Anneliden, besonders deren Kiefer, und vertheilt die von
ihm unterschiedenen 55 Formen über sieben Genera, von
denen fünf den Euniciden, eines den Lycoriden und das
letzte den Glycereiden zugehören. Quarterly Journ. geolog.
sc. 1879. T. 35. p. 370.
Schon vorher hat übrigens Grinnell die Kiefer zweier
fossilen Nereiden (Nereidavus varians) in dem untern Silur
von Cinciunati aufgefunden. Amer. Journ. arts and sc.
1877. Vol. XIV. p. 229 u. 230 mit Holzschn.
Die sog. Leberanhänge der Aphroditeen dienen nach
Krukenberg (über die Enzymbildung in den Geweben
und Gefässen der Evertebraten, Unters, aus dem physiol.
Institute Heidelberg's IL S. 354) nicht zur Verdauung,
sondern, gleich der „grünen Drüse der Siphonostomen",
lediglich der Secretion, der Aufbewahrung und Ableitung
eines enzymhaltigen Secretes. In dem alcalinisch reagi-
renden Darmsaft von Arenicola Hessen sich gleichfalls En-
zyme nachweisen.
Nach den Beobachtungen Eisig's besitzen die Capi-
telliden einen besondern Nebendarm, der in Form eines
dünnen Rohres, genau von dem Bau des Darmkanales
unter der \^entralen Medianlinie des letztern hinläuft und
wahrscheinlich mit seinen beiden Enden — bestimmt aber
(bei Cap. capitata) mit dem Vorderende — in denselben ein-
mündet. Dasselbe Gebilde findet sich, wie Verf mittheilt,
bei Bonellia, wo es von Spengel aufgefunden wurde.
Dass es auch gewissen Echinodermen zukommt, ist schon
früher bei Gelegenheit des Referates über die Hoffmann'-
sche Spatangenarbeit (J. B. 1871. S. 321) hervorgehoben.
Mit Recht aber wird von unserm Verf. auch das sog. hy-
pochordale Embryonalorgan der Plagiostomen u. a. nie-
derer Wirbelthiere, auf das S e m per, Bai f o u r und G ö 1 1 e
neuerdings unsere Aufmerksamkeit gelenkt haben, als
Horaologon angezogen. (Der Nebendarm der Capitelliden
in d. Natiirgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 429
und seine Homologa, Zoolog. Anzeiger Th. I. S. 148
-152.)
In seinem Aufsätze „on the blood-corpuscles of the
Annelides" sucht Rolleston (Journ. Anat. and Physiol.
Vol. XII. p. 402—418) eine von ihm in seinen Forms of
animal life (1870) gegebene Darstellung von den Kreis-
laufsverhältnissen besonders der Branchiobdella gegen die
Einwürfe zu vertheidigen, die von Lancaster (Quarterly
Journ. microsc. sc. 1878. p. 70) dagegen erhoben sind.
Löwe liefert in seinen „Studien in der Anatomie der
Athmungsorgane" (Ztschft. für wissenschaftl. Zoologie Bd.
XXXII. S. 158—188. Tab. IX) eine eingehende Darstellung
der Anatomie der Serpulakieme und des Zusammenhanges
zwischen dem Kiemenlappen und dem vordem Körperende.
Die zahlreichen histologischen Eigenthümlichkeiten, die
dabei ihre Darlegung finden, können wir hier nicht näher
berücksichtigen. Wohl aber müssen wir hervorheben, dass
der Bau der Serpulakieme (Spirorbis) in mehrfacher Hin-
sicht von dem der Sabellenkieme abweicht. Besonders
insofern, als dieselbe an Stelle des fehlenden Knorpel-
skelets in ganzer Länge jederseits von einer Zellen-
säule durchzogen wird, die erst am Grunde der Kiemen-
fäden, wo dieselben zu der Bildung der Kiemenlappen
zusammentreten, verschwindet. Die Zwischenräume der
Fäden lassen sich übrigens noch eine Strecke weit in die
Kiemenlappen hinein verfolgen. Sie verwandeln sich dabei
in blindsackartige Spalträume, die nach Aussen sowohl,
wie nach Innen, gegen den Kopfdarm hin, geschlossen
sind und durch Scheidewände abgegrenzt werden, welche
den Kiemenstrahlen entsprechen und noch eine Strecke
weit mit den zu niedrigen Höckern reducirten Kiemen-
fiederchen besetzt sind. Verf. beschliesst seine Abhandlung
mit einem Rückblicke auf die Kiemenspalten der Wirbel-
thiere und versucht eine Homologisirung, die von ihm selbst
freilich als durchaus hypothetisch bezeichnet wird, auch
von der oben erwähnten Auffassung Semper's nicht un-
beträchtlich abweicht.
Cosmovici handelt über die Kammerung der Leibes-
höhle bei den sedentären Anneliden, so wie deren Seg-
Arcliiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd, CC
430 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
mental- und Geschlechtsorgane mit besonderer Berücksich-
tigung von Arenicola, Terebella, Chaetopterus, Clymenia
und Pectinaria (Cpt. rend. 1879. T. 88. p. 393 u. 1092).
Was man bei diesen Thieren früher als Segmentalorgan
zu bezeichnen pflegte, auch hier und da wohl als Ge-
schlechtsorgan deutete, besteht nach unserm Verf. aus zwei
von einander verschiedenen und gelegentlich auch (z. B. bei
den Sabellen) völlig getrennten Theilen, aus einem drüsigen
Abschnitte mit gefässreicher Wandung und Harncrystallen
im Innern, einem Bojanus'schen Körper, wie Verf. ihn
heisst, und aus dem Segmentalorgane im eigentlichen Sinne,
einem Abschnitte, der gewöhnlich nur durch einen Flimmer-
trichter repräsentirt ist. Wo beiderlei Gebilde mit ein-
ander verbunden sind, wie gewöhnlich, da communiciren
deren Hohlräume der Art, dass Alles, was die letztern
aufnehmen, durch erstem hindurcTizutreten hat. Was die
Bildung der Geschlechtsproducte betrifft, so entstehen diese
eben so wenig aus den Peritonealzellen, wie auf eine andere
sonst beschriebene Weise. Es existiren vielmehr bei den
sedentären Anneliden besondere Geschlechtsdrüsen, die in
ihrer Anordnung freilich manchfach wechseln, aber stets
mit den Blutgefässen in inniger Beziehung sind und in
ihrer Zahl meist mit der Zahl der Segmentalorgane über-
einstimmen. Sie bestehen aus Schläuchen, die des Win-
ters nur klein sind, zur Zeit der beginnenden Reife aber
beträchtlich wachsen und die in ihnen erzeugten Ge-
schlechtsstoffe schliesslich in die Leibeshöhle übertreten
lassen. Die Entleerung derselben geschieht durch Hülfe
der Segmentalorgane. Spirorbis communis ist, wie die
übrigen Spirorbisarten, hermaphroditischen Geschlechts.
„Die Segmentalorgane der Capitelliden" zeigen nach
Eisig (Mittheiluugeu der zoolog. Station zu Neapel 1878.
Bd. L S. 93— 118. Tab. IV) mancherlei eigenthümli che Ver-
hältnisse. Bei den erwachsenen Thieren, sov>^ohl von No-
tomastus linearis, wie von Capitella capitata, fehlen die-
selben in dem vordem Körperabschnitte, während sie bei
den Jugendformen und Larven hier vorhanden sind, aber
in demselben Grade verkümmern, als sie nach hinten zu
an Menge zunehmen. Bei Notomastus trifft man gelegent-
in d. Naturgesch. d. nied.Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 431
lieh übrigens au eh hinten auf Segmente, in denen die
betreffenden Gebilde bald nur auf der einen, bald auf bei-
den Seiten fehlen. In einzelnen Ringen sind dieselben
dafür nicht selten auch in vermehrter Anzahl vorhanden.
Bei Capitella ist eine solche Vermehrung ganz constant
und so ansehnlich, dass man gelegentlich 5 — 6 Paare in
demselben Segmente antrifft. Merkwürdiger Weise ent-
behren die Segmentalorgane dieses Wurmes der äussern
Oeffnung. Sie entleeren ihr Excret, wie Verf. auch ex-
perimentell — durch Verfütterung von Carmin, der durch
die Segmentalorgane wieder ausgeschieden wird — fest-
stellte, in die Haut resp. zwischen Haut und Cuticula, von
wo dasselbe dann vermuthlich erst bei der Häutung nach
aussen gelangt. Die Innern Mündungen haben bei Capi-
tella die Form von Flimmergabeln, während sie bei Noto-
mastus einfach sind. Bei letztern ist das Endstück, bei
Capitella sogar der ganze Drüsenschlauch in die zellige
Peritonealbekleidung eingelagert, so dass man fast in Ver-
suchung kommt, letzteres in derselben Weise für den
Mutterboden der Segmentalorgane zu halten, wie das bei
den Wirbelthiereu in Betreff der Urnierenkanälchen nach-
gewiesen ist. Verf. trägt seinerseits auch kein Bedenken,
diese beiden Gebilde vollständig mit einander zu homo-
logisiren, und glaubt durch seine Beobachtungen zum
grossen Theil die Bedenken beseitigt zu haben, welche
Fürbriuger (s. o.) gegen eine Zusammenstellung der be-
treffenden Gebilde geltend gemacht hat. Die auf der Grenze
des 7. und 8. Segmentes befindlichen Genitalöffnungen
führen bei beiden Geschlechtern in einen innen wimpern-
den urnenförmigen Schlauch, der nach der Leibeshöhle zu
breit geöffnet ist und vermuthlich auf das Segmentalorgan
des 8. Ringes zurückzuführen sein dürfte. Man trifft es
zur Brunstzeit bei beiden Geschlechtern mit Sperma gefüllt,
obwohl die Function insofern abweicht, als die Samen-
tasche des Männchens zugleich — durch Umstülpung —
die Rolle eines Penis zu üben hat. Allem Anscheine nach
handelt es sich in diesen Organen um die Anfänge einer
Bildung, welche bei den Oligochaeten zu sehr viel com-
plicirtern Einrichtungen hinführt.
432 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Eine zweite Arbeit desselben Forsebers (a. a. 0. S. 278
—342. Tab. VII) ist den „Seitenorganen und becberför-
migen Organen der Capitelliden" gewidmet. Was Verf.
hier als Seitenorgane bezeicbnet, repräsentirt (Notomastus)
einen segmental, an den Ringen sowohl des Tborax, wie
des Abdomen sieb wiederholenden Apparat, der sebon dureb
Keferstein und Claparede bei den Capitelliden auf-
gefunden, aber insofern falscb gedeutet wurde, als beide
darin die Ausmündungen von Segmentaldrüsen oder der-
gleichen zu seben vermeinten. Obwohl das Ausseben dieser
Seitenorgane am Abdomen und Tborax einigermassen dif-
ferirt, kann doch naeb den hier vorliegenden Untersucbun-
gen kein Zweifel mebr obwalten, dass dieselben identische
Bildungen darstellen, und zwar Sinnesorgane, die im We-
sentlicben mit den sog. Sinnesbügeln der wasserbewobnen-
den Wirbeltbiere übereinstimmen und von unserm Verf. mit
denselben auch in physiologischer, wie morphologischer
Hinsiebt zusammengestellt werden. Die betreffenden Or-
gane besteben ihrer Hauptmasse nach aus einer eigenthüm-
lichen Kurnersubstanz, der nacb Aussen zunächst eine
Scbicbt spindelförmiger Gebilde aufsitzt. Später folgt
eine Lage prismatischer Stäbchen, die dann durch die Cuti-
cula hindurch continuirlich in Sinnesbaare sich fortsetzen.
Ueber die Beziehungen zu dem Nervensystem ist Verf.
nicht völlig in's Reine gekommen, obwohl er Anfangs ge-
neigt war, einen an die Abdominalhügel von unten binan-
tretenden Strang, der sich schliesslich als einen Muskel er-
wies, für einen Nerven zu halten. Bei näherer Untersu-
chung ergaben sich die Hügelelemente als Modifieationen
der Hypodermiszellen, d. h. der fadenförmigen Hypoder-
miszellen, die sonst nur das Gerüste der Hypodermis ab-
geben und dann noch zahlreiche sog. Plasmazellen zwischen
sich nehmen. Die letztern fungiren als Drüsenzellen, wie
die sog. einzelligen Drüsen, von denen sie jedoch dadurch
abweichen, dass sie der äussern Hüllhaut entbehren und
eine nur kurze Zeit fungiren. Am Abdomen stehen die
Sinneshügel frei, obwohl sie (durch Hülfe des oben er-
wähnten Muskels) nach innen zurückgezogen werden kön-
nen, während sie am Thorax in förmlichen Hauthöhlen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876— 1879. 433
stecken, die je nach Umständen sich öffnen und schliessen.
Die becherförmigen Organe haben, wie bei den Wirbel-
thieren, manche Aehnlichkeit mit den seitlichen Sinnes-
hügeln, aber sie sind keine Segmental-Organe, sondern
unregelmässig angeordnet und auf Kopflappen, Thorax
und Rüssel beschränkt. Der letztere trägt fast auf jeder
Papille ein. becherförmiges Organ. Am Thorax sind die-
selben, besonders nach hinten zu, spärlicher, während der
Kopf lappen dagegen deren mehrere Hundert aufweist. Bei
der ausserordentlichen Kleinheit der Becher Hess sich
übrigens der feinere Bau derselben nur unvollständig ana-
lysiren.
Armauer Hansen veröffentlicht in dem Archiv for
Mathematik og Naturvidenskab. 1878 (p. 352—374 mit 10
Tafeln) eine Abhandlung über die „Anatomie von Leanira
tetragona", in der er die einzelnen Organsysteme der
Reihe nach durchgeht und ihre Eigenthümlichkeiten dar-
legt. Wir erfahren dabei u. A., dass die Peritonealbe-
kleidung der Leibeshöhle an gewissen Stellen, besonders
in den cirrenartigen Rückenanhängen, in den Füssen, in
der Umgebung der Segmentalöffnungen, so wie an der
Rüsselscheide mit langen Flimmerhaaren bekleidet ist.
Das Ende der ausstülpbaren Rüsselscheide ist im einge-
zogenen Zustande in den Rüssel (Pharynx) eingesenkt. Der
Darm liegt in der dorsalen Hälfte der Leibeshöhle und
trägt in den einzelnen Segmenten jederseits einen Fortsatz,
der mit seiner verjüngten Spitze in die Basis der Rücken-
anhänge hineinragt. Die Geschlechtsstoffe sind im reifen
Zustande frei in der Leibeshöhle vorhanden, entstehen
aber (wie bei den Aphroditeen) an besondern Eier- und
Samensträngen, die mit Ausnahme der vordem 25—30 Seg-
mente in jedem Ringe sich wiederholen und von den Seg-
mentalorganen aus in den Fuss hinein sich fortsetzen. Die
erstem liegen, wie gewöhnlich, am Boden der Leibeshöhle
und münden dicht innerhalb der Basis der Füsse nach
aussen. Aus diesen Oeffnungen sah Verf. das Sperma in
Form eines feinen Strahles hervortreten und durch Hülfe
kleiner Flimmerpapillen, die theils interpodial stehen, theils
auch auf der Unterfläche der Füsse angebracht sind, rück-
434 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wärts bewegt werden, bis derselbe hier oder da seitlich
am Körper abfloss. Der Bauchstrang besteht aus zwei
Hälften, die durch zahlreiche Queranastomosen verbunden
sind und von einer continuirlichen Lage rother Ganglien-
zellen begleitet werden. Die Umhüllung desselben wird,
wie die des Hirnes, aus einem maschigen Bindegewebe
gebildet, das Verf. als eine Art Lymphsystem betrachten
möchte. Dasselbe soll bis in die Nervensubstanz hinein
sich fortsetzen und im Schlundring durch einen einfa-
chen Centralkanal vertreten sein. Das Hirn zeigt einen
complicirten Faserverlauf und enthält in jeder Hälfte eine
Ganglienzelle von ansehnlicher Grösse. Die letzten En-
digungen der Hautnerven sollen durch die Poren der Cu-
ticula hindurch nach Aussen treten. In den Elytren, in
denen die Nervenverästelungen von der Eintrittsstelle
aus leicht zu verfolgen sind, lassen sich mehrere For-
men von Nervenendigungen auffinden: in den Endhaaren
der randständigen Tastpapillen, in kernartigen Anschwel-
lungen dicht unterhalb der Oberfläche, mit einfach zuge-
spitzten Ausläufern. Hier und da sind in die Elytren auch
unverkennbare Nervenzellen eingelagert.
Turnball's Abhandlung „on the anatomy and habits
of Nereis virens" (Transact. Connecticut Akad. Vol. HI.
p. 265 ff.) giebt eine eingehende Beschreibung der äussern
und Innern Organisation, besonders des Darmes und Ge-
fässsystemes. Im Ganzen schliesst sich der Bau des Thieres
eng an die Verhältnisse an, die von den europäischen Arten
bekannt sind. Neu ist die Beobachtung, dass die Unter-
schiede der Geschlechter an den Baucheirren sich vor-
nehmlich hinten, an den Rückencirren aber vorn kund thun.
St u der untersucht (Archiv für Naturgesch. 1878.
Th. L S. 111—119 mit Abbild.) den Innern Bau von Brada
mamillata Gr. und hebt dabei u. A. hervor, dass das schlin-
genförmig im Vorderlcibe zusammeugewundeue Darmrohr
mit zwei weissen Excretionsdrüseu und einem unpaaren
mittleren Drüsenschlauche versehen ist, der einen grün-
lichen Inhalt einschliesst. Die Genitalien bestehen aus
acht Geschlechtsdrüsen, welche in paariger Anordnung
rechts und links neben der ventralen Mittellinie gelegen
in d. Naturgescli. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 435
sind. Eigenthümlich für das den Pherusien zugehörige,
aber kiemen- und tentakellose Thier sind schlauchförmige
an der Spitze der Warzenhöcker ausmündende Hautdrüsen,
deren Secret die Kittsubstanz für die das Thier köcher-
förmig umgebenden Sandmassen abgibt.
Mac Intosh's „Beiträge zur Anatomie von Magelona"
(Ztschft. für wissensch. Zoologie Bd. XXXI. S. 101—172.
Tab. 29—38, im Auszuge Proceed. roy. Soc. Vol. XXV.
p. 559 — 564) enthalten eine eingehende Darstellung des
äussern sowohl, wie auch des Innern Baues eines Wurmes,
der ein interessantes Bindeglied zwischen den Spiouiden
und Chaetopteriden abgibt, in der Einrichtung des Rüssels,
dem Bau des Kopflappens und der Circulationsapparate
aber von beiden Gruppen auffallend abweicht. Ursprüng-
lich wurde der merkwürdige Wurm bekanntlich von Fritz
Müller (J. B. 1858. S. HO) an der Brasilianischen Küste
aufgefunden, später aber in grosser Verbreitung auch
(r= Maea mirabilis Johnst.) an der Englischen Küste be-
obachtet, wo er auf der Grenze des niedrigsten Wasser-
standes im Sande seine Gänge gräbt. Auf diese Lebens-
weise lassen sich auch die specifischen Eigenthümlichkeiteu
des Wurmes zum grossen Theile zurückführen. Die Cuti-
cula ist besonders am Vorderkörper von beträchtlicher
Dicke und mit einer Hypodermis in Verbindung, die nicht
bloss einen sehr beträchtlichen Theil des flachen Kopfan-
hanges bildet, sondern auch an der vordem Bauchfläche
zu einer mächtigen, von zahlreichen Fasern durchsetzten
Lage heranwächst. Im Innern umschliesst der Kopfanhang
ein eigenthümlich angeordnetes Chitingerüste, das durch
seine Festigkeit, seine Beziehungen zu dem Muskelappa-
rate und den Blutgefässen den Functionen des Vorder-
leibes in bewunderungswürdiger Weise angepasst ist. Die
Hypodermis selbst enthält zahlreiche flaschenförmige Drüsen
mit granulirten Ktigelchen und Stäbchenzellen. Die Mus-
kulatur des Vorderleibes ist ausserordentlich kräftig und
zeigt mancherlei Eigenthümlichkeiteu, die es erklärlich
machen, dass die Dissepimente erst mit dem neunten
Ringe, der dieselbe hinten begrenzt, ihren Anfang neh-
men. Die Mundhöhle (Pharynx Verf.) führt in einen dick-
436 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wandigen Oesophagus, der den Vorderleib durchzieht und
dann in den drüsigen Chylusdarm übergeht. Ausserdem
aber steht dieselbe noch mit einem besondern blindsack-
artigen Organe in Zusammenhang, das in der Ruhe unter-
halb des Oesophagus gelegen ist, während des Lebens
aber unausgesetzt nach Aussen sich vorstülpt und wieder
zurückzieht. Durch die Thätigkeit dieses Rüssels vermag
der Wurm unaufhörlich im Sande vorwärts zu bohren und
einen Gang herzustellen, in welchem der zartere Hinter-
theil des Körpers ruht. Das Zurückziehen des Rüssels
geschieht durch eine specifische Muskulatur, während das
Vorstossen theils durch den Druck der vordem Körper-
muskeln, theils auch durch den Andrang der Blutflüssig-
keit vermittelt wird. Das Blut selbst ist bekanntlich reich
mit körperlichen Elementen versehen, die eine blassröth-
liche Färbung besitzen, aber nur geringe Grösse haben.
Der vordere Theil des Körpers enthält einen medianen
Gefässstamm und zwei Lateralstämme, die durch zahlreiche
Queräste zusammenhängen und ihr Blut in den Rüssel
entleeren. Die Füllung des Dorsalstammes geschieht durch
die Thätigkeit zweier herzartiger Erweiterungen, die den
zwei hintern Dorsalgefässen augehören. Während der Bohr-
thätigkeit des Rüssels sind die Gefässe der Fühler blutleer,
während dieselben in der Ruhe einen eben so reichen, wie
lebendigen Kreislauf unterhalten. Trotz der Abwesenheit
von Cilien an den Fühlercirren haben die betreffenden
Gebilde offenbar auch eine respiratorische Bedeutung. Von
einer Leibeshöhle kann eigentlich nur in dem hintern
Körpertheile gesprochen werden, da der Körperhohlraum
vorn durch die Muskeln und Eingeweide vollständig ge-
füllt ist. Sie wird durch ein medianes Ligament, das dor-
sal und ventral au dem Blutgefässe befestigt ist, in zwei
Abtheilungen getheilt, nach aussen aber vollkommen ge-
schlossen. Ihr Inhalt besteht aus einer farblosen Flüssig-
keit mit zahlreichen ziemlich grossen und glatten Kügel-
chen. Das centrale Nervensystem liegt völlig im Bereiche
der Hypodermis, wie bei den verwandten Würmern, wäh-
rend es in andern bekanntlich bald der Muskulatur auf-
liegt, bald auch davon umschlossen wird. Ein vergleichender
in d. Naturgesch. d. nied, Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 437
Ktickblick auf das Verhalten der übrigen Familien belehrt
uns bei dieser Gelegenheit mit manchen bisher noch nicht
bekannten Thatsachen. Die „Röhrenfasern" sind gross und
äusserst deutlich, gelten unserni Verf. aber bloss als Neu-
ralkanäle. Die Geschlechtsproducte entwickeln sich in-
nerhalb der Körperwand der hintern Region. Bei dem
Männchen wird der ganze Raum zwischen den dorsalen
und ventralen Längsmuskeln von Samenzellen und Fäden
eingenommen. Ebenso beim Weibchen von Eiern, die An-
fangs innerhalb einer sehr feinen Grenzmembran oder eines
Ovariums gelegen sind. Bei beiden aber trifft man zur
Zeit der Geschlechtsreife am zehnten Segmente, gewöhnlich
auch noch an mehrern dahinter, jederseits auf eigenthüm-
liche Organe, Vorspränge der Körperwand, die einer faltigen
Masse oder einem zusammengewickelten Gange gleichen
und vielleicht einem Segmentalorgane analog sind.
Greeff veröffentlicht seine Beobachtungen über Al-
ciopiden in einer Monographie über diese interessante An-
neliden-Gruppe (Untersuchungen über die Alciopiden, Nov.
Act. d. Leop. Car. deutsch. Ak. d. Naturf. Bd. XXXIX.
N. 2. S. 35). In der Einleitung finden wir eine kurze
Schilderung der auf die Untersuchung der Meeresthiere
bezüglichen Verhältnisse des Strandes und Meeres der ca-
narischen Insel Lanzarote, auf welcher die ersten Beob-
achtungen über die Alciopiden angestellt wurden. Ver-
vollständigt wurden dieselben während eines Aufenthaltes
in Neapel (in der zoologischen Station) und durch die
Untersuchung einiger aus dem Museum Godeffroy erhal-
tenen Alciopiden-Formen. Dann wird in besondern Ka-
piteln „das Geschichtliche über die Kenntniss der Alcio-
piden", „Lebensweise und Vorkommen" und „äussere Ge-
stalt und Gliederung des Körpers" geschildert. Bezüglich
des Vorkommens und der geographischen Verbreitung wird
hervorgehoben, dass die ausschliesslich pelagisch lebenden
Alciopiden den wärmeren Meeren beider Erdhälften ange-
hören und den nördlichen Meeren völlig zu fehlen scheinen.
Es sind bisher im atlantischen Ocean, im Mittelmeer, im
chinesischen Meer und in der Südsee Alciopiden beobachtet
worden. In dem hierauf folgenden systematischen Theil
438 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungeis
werden vom Verf. die Alciopiden im Anscliluss an Ehlers,
Kinberg und Claparede als eine besondere den Pliyllo-
doceen verwandte Anneliden-Familie betrachtet und inner-
halb dieser sieben Gattungen unterschieden.
Farn. Alciopidae (Ehlers). Zwei grosse, hochorganisirte
Augen und fünf Fühler. An den Seiten der Segmente nahe der
Basis der Fussstummel hrauue, wulstartig vorspringende Körper
(Drüsen). Fussstummel paarweise an jedem Segment, bestehen aus
einem conischen einästigen Buder und einem demselben anhängen-
den oberen und unteren Cirrus. Ausserdem enthält das Buder eine
dasselbe in seiner ganzen Länge durchlaufende Stachelborste und
ein fächerförmig nach aussen strahlendes Bündel einfacher oder zu-
sammengesetzter Borsten. Körper glashell und durchsichtig. Lebens-
weise pelagisch.
Die Gattungen werden im Anschluss an die von Claparede
(Les Annel. chetop. du Golfe de Naples Suppl. p. 267) vorgeschlagene
Eintheilung nach der Bildung des Kopfes, Rüssels, der An- oder
Abwesenheit eines cirreuförmigen Anhangs des Ruders unterschieden;
ein weiterer differencirender Charakter liegt nach Greeff in der
Beschaffenheit der Borsten. Hiernach werden folgende Gattungen
aufgestellt.
1. Älciopa Aud. et M.-Edw. Kopflappen nicht über die Augen
hervorragend. Rüssel ohne Zähnchen. Cirrenförmiger Anhang am
äusseren Eude des Ruders fehlt. Borsten einfach. A. Cantrainii
(delle Chiaje) Clapar., A. lepidota Krohn, A. atlantica Kinberg, Ä.
cirrata nov. spec. Zweifelhaft: A. splendida Kinberg, A. pacifica Kin-
berg, A. Krohnii Hering, A. vittata Hering, A. Bartelsii Hering.
2. Halodora nov. gen. Kopflappen nicht über die Augen
nach aussen hervorragend; Rüssel ohne Zähuchen; cirrenförmiger
Anhang am äussern Ende des Ruders fehlt. Borsten zusammen-
gesetzt. H. Reynauldii (Aud. et M.-Edw.) Greeff.
3. Ästerope Claparede. Kopflappen nicht über die Augen
hervorragend, Rüssel mit Zähnchen. Cirrenförmiger Anhang am
äusseren Ende des Ruders fehlt. Borsten zusammengesetzt. A. Can-
dida Clapar.
4. Vanadis Claparede. Kopflappen nicht über die Augen her-
vorragend. Rüssel ohne Zähnchen, am äusseren Ende des Ru-
ders ein cirrenförmiger Anhang. Borsten zusammengesetzt.
V. formosa Clap., V. ornata nov. sp., V. crystallina nov. sp., V. pe-
lagica nov. sp.
5. Naiiphanta nov. gen. Kopflappen nicht über die Augen
hervorragend, Rüssel ohne Zähnchen. Zwei cirrenförmige Anhänge
an dem äusseren Ende des Ruders. Borsten zusammengesetzt. N.
celox nov. s]Dec.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 439
6. Callizona nov. gen. Kopflappen in ansehnlicher Höhe
über die Augen nach vorne sich erhebend. Rüssel ohne Zähnchen,
ein cirrenförmiger Anhang am äusseren Ende des Ruders. Borsten
zusammengesetzt. G. cincinnata nov. sp., C. nasuta nov. sp., C.
Gruhei nov. sp.
7. Bhynclionerella A. Costa. Kopflappen in ansehnlicher Höhe
über die Augen hervorragend. Rüssel ohne Zähnchen, cirrenförmiger
Anhang an dem äusseren Endo des Ruders fehlt. Borsten zusammen-
gesetzt. R. gracilis A. Costa, R. Angelini (Kinberg) Greeff, R. Aurora
(Kinberg) Greeff, B. capitata nov. spec.
Verf. beschreibt hierauf diejenigen von den oben an-
geführten Arten, die von ihm selbst genauer untersucht
werden konnten, nämlich: Alciopa Cantrainii Clapar., Ä.
cirrata nov. sp., Asterope Candida Clap., Vanadis ornata
nov. sp., F. pelagica nov. spec, V. crystallina nov. sp.,
Nauphanta celox nov. sp., Callisona cincinnata nov. sp., G.
nasuta nov. sp., C. Gruhei nov. sp., Bhynclionerella capi-
tata nov. sp.
In dem nun folgenden Abschnitt: „lieber den Bau
der Alciopiden" wird den Augen dieser Thiere, die durch
ihre enorme Grösse und hohe Organisation stets ein be-
sonderes Interesse erregt haben, eine sehr ausführliche
auf genaue Untersuchung gegründete Schilderung gewidmet.
Die wesentlichen Resultate hat Verf. schon in einer vor-
läufigen Mittheilung bekannt gemacht (Ueber das Auge der
Alciopiden, Marburger Sitzungsberichte 1855. 15. Dec).
Das Auge wird zunächst von zwei durchsichtigen Häuten
umschlossen, einer äussern, der direkten Fortsetzung der
äussern Haut, und einer unter dieser liegenden feinern
Innern, die auch das Gehirn und Bauchmark umkleidet
und sich von ersterem direkt auf das Auge fortsetzt. Auf
diese beiden Augenhäute folgt nach innen die breite Retina,
an welcher von dem Innern des Auges nach aussen ge-
hende vier Schichten unterschieden werden : 1) eine Stäb-
chenschicht, 2) eine Pigmentschicht, 3) eine Zellenschicht,
die vom Verf. kernhaltige Säulenschicht genannt wird, und
4) eine Opticusfaserschicht. Ein wesentlicher allgemeiner
Unterschied dieser Retina gegen diejenige des Wirbelthier-
auges liegt in der andern Lagerung der Schichten, indem
bei den Alciopiden übereinstimmend mit den Cephalopoden,
440 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
die Stäbchenschicht nicht die äussere, sondern die innerste
dem Glaskörper zugewandte Schicht ist. Die Pigment-
schicht ist ferner mitten in die Retina zwischen die Stäb-
chenschicht und Zellschicht eingeschoben. Unter den Re-
tinastäbchen der verschiedenen Alciopiden werden zwei
Formen unterschieden, cylindrische Pallisaden und nach
innen anschwellende Kolben. Beide, nur durch ihre
äussere Form verschieden, stimmen in ihrem Bau und ihrer
Bedeutung als Retina-Elemente miteinander überein. Beide
bestehen aus einer äusseren festeren quergestreiften Wan-
dung, die der Innensubstauz als Scheide dient. Durch die
weiche protoplasmatische Innenschicht verläuft in der ganzen
Länge des Stäbchens ein Axenfaden, der als Nervenend-
faden in Anspruch genommen wird, und dessen Zusammen-
hang mit der Zellenschicht und durch diese mit der Opti-
cusfaserschicht Verf. nachgewiesen hat. Die Pigmentschicht
besteht aus einer Lage rothbrauner Pigmentkörper, in welche
die äusseren Enden der Stäbchen eintauchen. Jedem Stäb-
chen entspricht ein Pigmentkörper. Nach vorne geht das
retinale Pigment in die aus einem von grossen sternför-
migen Pigmentplatten gebildete Iris über. Die auf die
Pigmentschicht folgende Zeilschicht wird vom Verf. als
kernhaltige Säulenschicht bezeichnet, da dieselbe
aus dicht aneinander liegenden langgestreckten mehrsei-
tigen Cylindern oder Säulen besteht, von denen jede einen
Kern enthält. Greeff hat diese Beschaffenheit der Zell-
schicht durch sorgfältige Untersuchung von Schnittpräpa-
raten nachgewiesen. Ebenso hat, wie schon oben ange-
deutet, der Verf. den Nachweis geliefert, dass die kern-
haltigen Säulen nach aussen mit der Opticusfaserschicht
in Verbindung stehen und nach innen sich in Nervenfäden
fortsetzen, die durch die Pigmentkörper in die Stäbchen
eindringen und in ihnen als Axenfaden bis gegen die Hya-
loidea des Glaskörpers (M. limitans interna) verlaufen.
Die Opticusfaserschicht geht aus dem hügelartig in das
Auge eindringenden Sehnerven hervor und besteht aus
sehr feinen Fasern, die, wie oben bemerkt, mit den Säulen
sich verbinden. Auf Grund dieses Zusammenhangs der
Säulen einerseits mit den Nervenfasern der Opticusfaser-
in d. Naturg^esch. rl. nied. Thiere währ, d. Jahre 1876—1879. 441
Schicht und andererseits mit den Axenfäden der Stäbchen ist
der Verf. geneigt jede einzelne Säule mit ihren inneren und
äusseren Fäden als eine Zelle, und somit die ganze Retina als
eine Zellschicht anzusehen. Bei einigen Alciopiden hat unser
Verf. auch die interessante Entdeckung von Gehörorganen ge-
macht, zweier Blasen, die der äusseren Fläche der Retina
anliegen. Die äussere Blase enthält eine innere kleinere,
mit einem kugeligen quergestreiften Otholiten. Ein ziem-
lich starker Nerv, nach Verfs. Beobachtung von den
Schlundcommissuren kommend, dringt durch die äussere
Schicht der Gehörblase und verbreitet sich auf der Aus-
senfläche der Innenblase. Als Geschmacksorgane nimmt
Verf. eigenthümliche kolbenförmige Gebilde in Anspruch,
die zwischen den Epithelien der inneren Schlundwand
liegen. Die Fühler, Fühlercirren und Girren der Fuss-
stummel documentiren sich durch die an ihrer Aussen-
fläche vielfach in Form von Härchen, Stäbchen, Papil-
len u. s. w. auftretenden Anhänge, die mit Nervenfasern in
Verbindung stehen, in hervorragendem Grade als Tastor-
gane. Die Beobachtungen, welche Verf. über die Fort-
pflanzung und Entwickelung der Alciopiden macht, schlies-
sen sich im Allgemeinen den bereits von andern Forschern
gewonnenen Resultaten an. Neu ist nur die Thatsache,
dass der durch Claparede - Panceri zuerst nachge-
wiesene Parasitismus der Larven nicht auf eine Art be-
schränkt ist, sondern wahrscheinlich die ganze Familie
betrifft. Ob freilich alle Arten in Ctenophoren schmarot-
zen oder auch in andere parasitische Thiere einwandern,
muss die weitere Erfahrung lehren.
Als eine Art Nachtrag zu den hier angezogenen Un-
tersuchungen ist eine kleine Abhandlung desselben Verf.'s
anzusehen, welche ;,über die Alciopiden des Mittelmeeres und
insbesondere des Golfes von Neapel" handelt und in den
Mittheilungen aus der zoolog. Station in Neapel (Bd. II.
S. 448—458. Tab. XIV) veröffentlicht ist. Den bisher da-
selbst bekannt gewordenen sieben Arten wird darin eine
achte neue Form unter dem Namen Älciope KroJinii hinzu-
gefügt, die sich besonders durch die breiten blattförmigen
Girren der Fussstummel vor den übrigen auszeichnet.
442 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Der im Jahre 1852 zuerst von W. Busch unter dem
Namen Typhloscolex Miüleri beschriebene pelagische Wurm
ist, nachdem er 25 Jahre hindurch kaum jemals zur Beoh-
achtung gekommen, inzwischen von einer Reihe verschie-
dener Forscher gesehen und untersucht worden — anfangs
freilich ohne Kenntniss des früheren Fundes.
Die ersten dieser neuern Beobachtungen stammen
schon aus dem Jahre 1872, indem Wag euer das von ihm
in Neapel und Messina gefischte Thier unter dem Namen
Sagittella beschrieb. Er charakterisirt zwei Arten: S. Ko-
walewskii und S. Bobretzkii, die letztere nur auf ein ein-
ziges und noch dazu jugendliches Exemplar hin, und un-
terschied bei der ersten Art wieder zwei Formen, je nach-
dem die Würmer am Kopfsegment mit einem Besätze
langer borstenartiger Anhänge versehen waren oder nicht.
In russischer Sprache geschrieben und in einer russischen
Gesellschaftsschrift (der Petersburger naturf SocietätBd. III.
p. 344 — 347) veröffentlicht, ist die Arbeit Wagener's, die
übrigens eine nur sehr unvollständige Darstellung unseres
Wurmes enthält (vergl. darüber die Mittheilungen Ulia-
nin's in der später anzuziehenden Abhandlung), im Aus-
land unbekannt geblieben. Und so konnte es denn kommen,
dass die erste der Wagener'schen Arten von Langer-
hans, der sie in Madera beobachtete, einige Jahre später
(Berl. Monatsber. 1877. S. 727 U..728 mit Abbild.) unter der
Bezeichnung Acicularia Virchowii abermals als „eine neue
Annelidenform '^ kurz beschrieben ward. Die Identität
dieser beiden Formen wurde dann später durch Eisig
(zool. Anzeiger 1878. Th. I. S. 126) und Ulla n in (ebendas.
S. 342) erkannt, von letzterm auch das Vorkommen dersel-
ben im rothen Meere hervorgehoben. Eine genauere Kennt-
niss der betreffenden Würmer datirt aber erst seit ;den
Untersuchungen von Greeff (über plagische Anneliden von
den Küsten der canarischen Inseln, Ztschr. für wissensch.
Zool. Bd. 32. S. 237-245. Tab. III) und Ulianin (sur le
genre Sagittella, Archiv. Zool. exper. T. VII. p. 1—32.
PL I— IV), zwei Arbeiten, denen sich dann später noch
ein ergänzender Nachtrag von Greeff (Typhloscolex Mül-
leri (Ztschr. f. wiss. Zool. a. a. 0. S. GGl— 671. Tab. XXXIX)
in d. Natiirgesch. d. nied. Thierc währ, d, Jahre 1876— 1879. 443
anschloss, nachdem ich meinerseits schon vorher die Ue-
bereinstiramung der Aciciilaria mit Typhloscolex betont
hatte (Zool. Anzeiger Bd. IL S. 190). Auch Ulianin ist die
nahe Verwandtchaft der beiden Formen nicht unbekannt
geblieben, doch glaubt er das Gen. Acicularia neben Ty-
phloscolex beibehalten 7a\ können — was übrigens kaum
angeht, da die zwischen beiden scheinbar obwaltenden Ver-
schiedenheiten wohl nur auf Beobachtungsfehler von Busch
zurückzuführen sein dürften. Er vereinigt beide Geschlech-
ter zu der Familie der Typhloscoleciden, die er — auf Grund
der spärlichen Borstenzahl — den Oligochaeten zurech-
net und folgendermaassen charakterisirt: Corps oblong, di-
vise en un nombre de Segments variable; segment ante-
rieur ou buccal muni d'un ou de plusieurs appendices
tentaculiformes et orue de cils ou de lamelies formöes de
cils soudes entre eux; tous les Segments du corps (le seg-
ment buccal y compris) portent sur leurs cötes ou une paire
d'elytres en forme de coussinets ou deux paires d'elytres
lamellaires; segment posterieur ayant a son extremite
posterieure deux lamelies entre lesquelles est place Torifice
anal. Une partie ou tous les Segments du corps (a l'ex-
ception du segment buccal) armes de chaque cote d'un
petit nombre de soies courtes et en forme d'epines. Ani-
maux pelagiques.
In Betreff der Arten stimmt Ulianin mit Wagen er
überein, nur dass er die Sag. Kowalewskii mit Kopfborsten
als eine eigene Species (Sag. harhata) betrachtet und die
S. Bobretzkii, die er übrigens nicht aus eigener Anschauung
kennt, als S, praecox aufführt. Greeff dagegen ist ge-
neigt, alle diese Formen, vielleicht allerdings mit Aus-
schluss der S. praecox, für verschiedene Entwickelungs-
zustände der gleichen Art und zwar derselben zu halten,
welche Busch einst als Typhloscol. Mülleri beschrieben
hat. Den „Borstenbesatz" der Sag. barbata hält er für
einen Larvencharakter, weil er in einem Falle das freiwil-
lige Abwerfen der „Kopfborsten^^ direct beobachten konnte.
Ob es freilich wirkliche Borsten sind, um die es dabei
sich handelt, ist zweifelhaft, da Ulianin dieselben den
Flimmerlappen der Ctenophoren vergleicht und wie diese
444 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
aus einer Verschmelzung von Cilien hervorgehen lässt.
Bei Jüngern Exemplaren sollen dieselben in der That noch
isolirt sein. Ebenso sind die Elytern noch plump und
die Segmente nur in geringer Zahl vorhanden. Bei alle-
dem aber durchläuft der Wurm keine eigentliche Meta-
morphose. Die Geschlechtsprodukte entwickeln sich in
der Leibeshöhle, deren Innenraum auch im unreifen Zu-
stande von einem zelligen Gewebe erfüllt ist. U lianin
lässt Eier und Samen in demselben Thiere entstehen
(während G r eef f den Typhloscolex für getrenntgeschlecht-
lich hält) und beiderlei Stoffe durch die in mehrfacher
Beziehung abweichend gebauten Seitenorgane des fünften
Segmentes nach aussen treten. Oberhalb des Oesophagus
besitzen unsere Würmer, wie schon Langerhans wusste,
ein eigenthümliches Drüsenorgan von retortenförmiger Ge-
stalt, dessen muskulöses Vorderende zapfenförmig aus der
Mundöffnung hervorgestossen werden kann. Ebenso schiebt
sich zwischen Oesophagus und Darm (nach Greeff) ein
besonderer Drüsenmagen ein. Das Gefässsystem besteht
aus einem Rücken- und einem Bauchgefässe, die nur an
den Enden mit einander communiciren und eine farblose
Flüssigkeit enthalten. Ueber das Nervensystem ist nur so
viel zu bemerken, dass es sich, wie gewöhnlich, aus Hirn
und Ganglienkette zusammensetzt. Sinnesorgane fehlen,
es müsste denn sein, dass die in grosser Menge in die
Elytren eingelagerten eigenthümlichen „Stäbchenbündel^^,
welche Greeff anfangs für drüssige Haftwerkzeuge zu
halten geneigt war, denselben zugehörten. Obwohl nicht
alle der gleichen Grösse und Beschaffenheit, erinnern sie
doch in unverkennbarer Weise an die von Eisig jüngst bei
den Capitelliden näher untersuchten sog. „Seitenorgane".
Vejdovsky's „Beiträge zur Kenntniss der Tomopte-
riden" (Zeitschr. für wissensch. Zool. Bd. XXXL S. 81—100.
Tab. VI u. VII) betreffen vorzugsweise das Nervensystem,
die Sinnesorgane und Geschlcchtsverhältnisse. Wir ent-
nehmen daraus die Thatsache, dass der Bauchstrang dicht
auf der Cuticula aufliegt und von der Muskulatur bedeckt
ist. Derselbe besteht aus zwei neben einander liegenden
Faserzügen, die jederseits, so wie im Centrum, mit Nerven-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 445
Zellen belegt sind. Die rosettenförmigen Organe der Flos-
sen werden als Flossenaugen in Anspruch genommen, und
die dendritischen Stränge im Innern als Drüsenschläuche
gedeutet. Die Samenfäden entwickeln sich, wie die Eier
auf der Peritonealmembran, flottiren nach vollendeter Reife
eine Zeitlang in der Leibeshöhle und gelangen dann durch
die flimmernde Innenöffnung hindurch in die Segmental-
organe, die sie blasenartig auftreiben. Die vorderen Gir-
ren scheinen nur den jungen Thieren und den Männchen
zuzukommen. Ausser T. onisciformis (Nordsee) und T. sco-
lopendra (Mittelmeer) unterscheidet Verf. als neu noch
T. vitrina (Triest). Auch Tomopt. Carpenteri und T. Danae
sind vermuthlich als berechtigte Arten anzusehen.
Was Greeff in seinen „pelagischen Anneliden der
canarischen Inseln" (Ztschft. für wiss. Zool. Bd. XXXII.
S. 256 — 277 mit Abb.) über Tomopteriden berichtet, lautet
übrigens in mehrfacher Beziehung abweichend. Nicht nur,
dass derselbe die Flossenaugen Vejdovsky's als Drü-
sen in Anspruch nimmt, deren Endschläuche mit gelbem
ölartigen Secrete gefüllt seien und sämmtlich gegen eine
bestimmte Stelle couvergirten, Greeff hat weiterauch die
Ueberzeugung gewonnen, dass die vordem Girren ganz all-
gemein bei den Tomopteriden vorkommen und die eigentli-
chen Fühler derselben darstellen. Dieselben entspringen an
der unteren Fläche des Kopfes, an der Basis der langen
borstentragenden Girren, können aber leicht übersehen wer-
den, da sie nicht selten unter dem Kopfe eingerollt wer-
den. Durch die in der Spitze eingelagerte Borste am
Ende beschwert, gehen sie nicht selten auch verloren,
ohne dass darin jedoch mehr, als ein Zufall gesehen wer-
den könnte. Der Bauchstrang, dessen Lage Vejdovsky
richtig beschrieben hat, bildet zwischen jedem Fussstum-
melpaare eine schwache Anschwellung, die freilich nicht bei
allen Arten gleich deutlich ist. Auch die rosettenförmigen
Organe zeigen in Vorkommen und Lage mancherlei bis-
her erst wenig berücksichtigte Verschiedenheiten. Die
nordische Form hält Verf. für verschieden von der die
Stidsee bewohnenden T. onisciformis. Er benennt sie als
T. helgolandica und beschreibt weiter noch zwei neue Arten
Archiv für Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. DD
446 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
von den Küsten der canarischen Inseln: T. Kefersteinii
(ohne schwanzartiges Hinterende) und T. levipes, so wie
ferner T. Eschlioltzn u., eine Art, die, wie T. oniseiformis
der Südsee entstammend, durch ihre kurzen dicken Fuss-
stummeln und den Mangel des Schwanzanhauges leicht
als eine eigene Art erkannt wird.
Auf der Versammlung russischer Naturforscher im
Jahre 1876 machte Uli an in Mittheilungen über die von
ihm in der Bucht von Sebastopol vorgenommenen Unter-
suchungen an Polygordius (Ztschft. für wissenschaftl. Zoo-
logie Bd. XXVIII. S. 389—392), Untersuchungen, welche
später — in russischer Sprache — in dem Bullet, soc.
imp6r. Mose. (1876. p. 1—44. T. I u. II) ausführlich ver-
öffentlicht sind. Nach Ulianin wird die Bucht von Se-
bastopol von zwei Arten des Gen. Polygordius bewohnt,
von denen eine mit dem von Schneider aus der Nordsee
beschriebenen P. purpureus übereinstimmt, die andere, P.
flavocapitatns, aber neu ist. Die peripherische Zellenlage
enthält zahlreiche einzellige Drüsen und steht in innigem
Zusammenhange mit dem centralen Nervensystem, das aus
zwei getrennt von einander neben der Mittellinie hinlau-
fenden Strängen besteht, welche vorne mit einem Kopf-
ganglion in Verbindung treten. Specifische Sinnesorgane
finden sich — von den zwei Flimmergruben abgesehen —
nur bei P. flavocapitatns und zwar unter der Form zweier
Augen und zweier unbeweglicher Otolithen, welche unmit-
telbar auf dem Kopfganglion aufliegen. Der Verdauungs-
kanal besteht aus Oesophagus und Darm, besitzt aber in
einer ventralen Aussackung der Mundhöhle noch ein bis-
her übersehenes muskulöses Organ von retortenförmiger
Gestalt, das zum Zerkleinern der ausschliesslich aus Pflan-
zenstoffen bestehenden Nahrung dient. Die innere Ober-
fläche des Tractus zeigt eine starke Flimmerung. Rücken-
und Bauchgefäss sind in ein Mesenterium eingelagert,
welches den Darm in der Medianlinie befestigt. Quere Ver-
bindungszweige setzen beide unter sich in Zusammenhang.
An einer Stelle ist das Rückengefäss zu einem pulsiren-
den, mit deutlichen Muskelfasern ausgestatteten Sacke er-
weitert. Dazu kommt dann auf der Grenze zwischen
in d. Naturgfcsch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1870—1879. 447
Kopflappen und Mundsegment noch ein ziemlieh complicirter
Apparat von Gefässen, der Zweige an die Fühler und den
Kopflappen abgiebt. Die Segmeutalorgane , die nur dem
Mundsegmente fehlen, scheinen der Innern Ausmündung
zu entbehren, ein Verhalten, welches vielleicht dadurch
bedingt wird, dass die Leibeshöhle mit einer Art Binde-
substanz gefüllt ist, welche die Eingeweide netzartig ein-
hüllt. Beide Arten sind Zwitter, deren weibliche Organe
in sämmtlichen Segmenten gefunden werden, während die
männlichen nur in den hintern (dem 10.— 13.) vorkommen.
Sie bestehen aus lappigen Zellenmassen , deren Produkte
schliesslich in die Leibeshöhle hineinfallen. Die Eier
treten durch eine besondere an der Bauchseite des letzten
Segmentes gelegene Oeifnung nach aussen und durchlau-
fen nach dem Ablegen eine totale Furchung. Mit den
Nematoden hat unser Wurm somit Nichts gemein. Er
ist ein Chaetopode ohne Borsten, am nächsten vielleicht
mit dem von Bobretzky entdeckten Saccocirrus verwandt.
(Hatschek macht aus den Polygordiiden, wie oben erwähnt,
eine eigene Ordnung der Chaetopoden, gleich werthig der
der Polychaeten und Oligochaeten.)
Den mehr systematischen Theil meines Berichtes über
Polychaeten glaube ich am passendsten mit einem Hinweise
darauf beginnen zu können, dass Grube in den Ber. der
schles. Gesellsch. für vaterl. Cultur seine Untersuchungen
über die Familien der Borstenwürmer bis an das Ende
1879 fortgesetzt hat. Leider hat ein jäher Tod den Ab-
schluss dieser Studien unterbrochen und uns um die Hoff-
nung gebracht, dieselben einst zu einem klassischen Werke
über Chaetopoden verarbeitet zu sehen. Um so werthvol-
1er aber sind die Bruchstücke, die nicht bloss das kritische
Talent, die auch den feinen Sinn und das reiche Wissen
des Autors in ein glänzendes Licht stellen.
Zuvörderst ist es die Familie der Chloraemiden, die
Verf. zum Gegenstande seiner Darstellung macht (a. a. 0.
Ber. der naturhist. Section 1876. S. 37—50). Er charak-
terisirt dieselbe nach ihren äussern und Innern Merkma-
len und begründet dabei deren Stellung .zwischen jenen
Anneliden, welche einer freiem Bewegung fähig, und den-
448 Leuckarl: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
jenigen, die auf den Aufenthalt in Röhren angewiesen
sind. Sie besitzen Nichts, was an einen vorstülpbaren
Rüssel erinnert, nicht mehr die schärfere Ausprägung der
Segmente und die gleichmässige Vertheilung der Kiemen,
stimmen aber durch die Einfachheit und Anordnung der
Borsten mit den Cirratuliden und durch die Eigenthümlich-
keiten ihres innern Baues vielfach mit den Arenicolen
und Terebellen. Andererseits fehlt ihnen die charakte-
ristische Form und Gruppirung der Steigborsten, wie wir
sie bei den echten Röhrenwürmern vorfinden. Die einzelnen
Gattungen glaubt Verf. am besten folgendermaassen cha-
rakterisireu und zusammenstellen zu können.
A. Die Borsten beider Zeilen jederseits an dem ersten, meist auch
am zweiten und dritten Segment sind linear sehr verlängert,
nach vorn über die Kopflappen gestreckt und stärker als die
der andern Segmente.
a. Die Haut des Leibes ist dünn und dicht mi^t haardünnen sich
schlängelnden Papillen besetzt.
Siphonostomum Otto. Leib mehr oder minder gestreckt,
vorne etwas aufgeblähet, mit durchscheinender Haut, die langen
Borsten der vordersten Segmente zahlreich, durch keine Mem-
bran verbunden, die Kiemen auf dem Vorderrande von zwei
Lappen sitzend, die Borsten der untern Zeile stärker, als die
obern, mit mehr oder minder deutlich abgesetzten klauenförmig
gekrümmten Endhaken. Die Haut sondert reichlichen klaren
Schleim ab. 6 vom Verf. näher charakterisirte Arten.
b. Die Haut ist mit kurzen höchstens griffeiförmigen, nur um die
Borsten herum oftmals längern und gehäuften weichen Pa-
pillen besetzt und runzelig.
Flabelligera Sars. Leib mehr oder minder gestreckt, fest-
wandiger; die langen Borsten des ersten Segmentes bilden
eine durch eine weit hinaufreichende Membran verbundene
Reihe und überragen so wie ein Schirm den Kopf läppen;
Kiemen auf dem Vorderrand von zwei Lappen, zahlreich. Die
Borstenbündel der übrigen Segmente ragen aus Köchern her-
vor, die Borsten der untern Zeile stärker, als die obern, mit
abgesetzten klauenförmigen Haken. Hieher gleichfalls sechs,
unter verschiedenen Genusnamen aufgeführte Arten.
Stylaroides delle Ch. (= Lophiocephalus Cost., Pherusa
Blainv., Trophonia Aud. Edw. p. p.). Leib gestreckt, nach
hinten sehr verjüngt, ziemlich festwandig, mit kurzen Papillen
besetzt. Das Mundsegment in ein zurückziehbares kurzes
Rohr verlängert, an dessen meist zweilappigem Vorderrand
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wälir, d. »Tahre 1876 — 1879 449
die oft zahlreichen Kiemenfäden sitzen. Die Borsten der vor-
dersten Segmente nach vorn gestreckt, sehr lang, öfters pracht-
voll glänzend und farbenspielend, stärker als die gewöhnlich
sehr schwachen Kückenborsten der übrigen Segmente, in
schmalen Fächern gruppirt, nicht durch Haut verbunden.
Borsten nicht aus langen Köchern hervortretend, die Bauch-
borsten mit sanft gekrümmter Spitze. Hieher rechnet Verf.
12, früher meist zu Siphonostomum gestellte Arten, die gleich-
falls grossentheils vom Verf. neu charakterisirt werden. Unter
ihnen als neu: Styl, parmatus von den Philippinen,
Trophonia Clap. Leib gestreckt, nach hinten massig ver-
dünnt, derb, mit stärkern Papillen besetzt. Das Mandsegment
in kein zurückziehbares Rohr verlängert. Kiemenfäden in
zwei Büscheln, meist wenig zahlreich. Die Borsten der vor-
dersten Segmente nach vorn gestreckt, aber nicht viel stärker,
als die Rückenborsten der übrigen Segmente, in schmalen
Fächern gruppirt, nicht durch Haut verbunden. Rückenborsten
und sehr zarte Bauchborsten, wie bei Stylaroides. Hieher
acht Arten sicher, andere unsicher.
B. Die Borsten beider Zeilen jederseits an dem ersten Segmente
oder an den zwei ersten Segmenten haarförmig, aber entweder
gar nicht oder nur wenig verlängert und nie starr oder glänzend.
Brada Stimps. Körper nie gestreckt, meist kurz spindel-
förmig, mit kurzen Papillen besetzt, um den Austritt der
Borsten derbe kurze, einen Ring bildende oder in einen Wulst
verwandelte Papillen. Kiemenfäden auf keinem Basalblatt be-
obachtet. 6 Arten, darunter Siphonostomum villosum Rathke
und Br. mamülata n. von den Kerguelen.
Eine zweite sehr eingehende Betrachtung widmet
Grube (ebendas. 1877. S. 37—62 u. 1878. S. 34-70) der
Familie der Euniceen. Diese durch die Zusammensetzung'
ihres vorstreckbaren Kieferapparates zur Gentige charalite-
risirte Gruppe glaubt Verf. am natürlichsten in drei Unter-
abtheilungen zerfallen zu können, die eben sowohl durch
die Zahl der Kieferstücke, wie durch das Auftreten von
Fühlern und die Form der Ruder von einander verschie-
den sind.
I. Labidognatha. Die Stücke des obern Kieferapparates ungleich-
artig; die kleinern bogenförmig um das Vorderende der .beiden
grossen (Zahn und Zange) herum angeordnet. Hintere Fühler,
Subtentacula (Palpen), fadenförmige Rücken- und Baucheirren,
meisselförmige Borsten und Kiemen. Augen selten.
450 Leuckart: Bericht üb. d. wissenachaftlichen Leistungen
A. Zwei Stirnfühler, fünf hintere 5'ühler mit geringeltem Basal-
gliede. Mundsegment einfach. Kiemen stets vorhanden, der
vordere Kiefer des dritten Paares der linken Seite kaum
gekrümmt und dem zweiten ähnlich, mit grössern Zähnen.
Alle scheinen Röhren zu bauen.
Diopatra A. et E. Kiemen federbuschförmig. Augen
zwischen dem unpaaren und den mittlem Fühlern, von an-
sehnlicherer Grösse. Zwei Fühlercirren. Röhren aus ver-
schiedenem Materiale bestehend. Hieher 18 Arten, die Verf.
übersichtlich neben einander stellt und kurz charakterisirt.
Onuphis A. et E. Kiemen kammförmig oder einfacher;
Augen etwas hinter und zwischen den mittlem und äussern
Fühlern, punctförmig, fast immer zwei Fühlercirren. Röhren
aus Sandkörnern und Steinchen bestehend, zuweilen auffal-
lend platt und breit. Mit 13 Arten, die nach der Bildung
der Fühlercirren, Kiemen und Borsten in eine Anzahl kleiner
Gruppen zerfallen.
Hyalinoecia Mgn. Kiemen cirrenförmig, sehr selten
mehrfädig. Augen punctförmig und wie bei Onuphis gestellt.
Keine Fühlercirren. Röhren hornig, starr, durchscheinend,
drehrund, ohne fremdes Material. 7 Arten.
B. Stirnfühler fehlen. Augen nach aussen von den mittlem
Fühlern, oder, wenn nur ein Fühler existirt, zu dessen
Seiten. Mundsegment zweiringelig. Die Kiefer des dritten
Paares gekrümmt.
Eunice Sav. Fünf Fühler, ihr Basalglied äusserst kurz,
nie geringelt. Kiemen kammförmig oder fast büschelig,
selten durchweg einfach. In letzterem Falle sind die Kiemen
ansehnlicher als die Rückencirren. Hieher die grossesten aller
Anneliden.
Subgen. Eriphyle Kbg. Zwei Fühlercirren, Stirnrand vier-
lappig. 7 Arten, darunter E. horneensis n.
Subgen. Leodice Sav. s. str. Zwei Fühlercirren, Stirnrand
zweilappig.
a. Arten, deren Kiemen vor oder in der Mitte oder doch
weit vor dem Ende des Körpers aufliören. 22 Species,
die nach der Fühlerbildung in Gruppen zerfallen.
b. Arten, deren Kiemen bis an das Ende des Körpers oder
fast so weit gehen. Die bei Weitem reichste Gruppe (mit
6 nn. sp. L. Martensi von Zaraboanga, L. aequabilis Neu-
Holland, L. fusicirris von unbekanntem Fundort, i. Ja-
gori Manilla, L. leucosticta Ostafr.), nach den Eigenthüm-
lichkeiten der Fühler und Kiemenbildung zahlreiche Grup-
pen bildend.
in d. NatnrgeaclL d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 451
Subg. Marphysa Sav. (= Nauphanta, Nausicaa Kbg.) Keine
Fühlercirren, Stirnrand zweilappig oder einfach.
a. Arten, deren Kiemen vor Mitte des Körpers aufhören.
Stirnrand glatt. 2 Arten.
b. Arten, deren Kiemen bis an's Ende des Körpers oder fast
so weit gehen. Stirnrand zweilappig. 15 Species.
Amphiro Kbg. Drei Fühler; Kiemen kammförmig oder
zweifädig. 1 Art.
Lysidice Sav. Drei Fühler. Kiemen fehlen. 15 Arten,
von denen aber einige nicht gehörig charakterisirt sind.
Nematonereis Quatref. Ein Fühler. Kiemen fehlen.
3 Arten, darunter Lumbriconereis unicornis Gr.
II, Lumbriconereidea Schmr. (mit Ausschl. von Lysidice). Die ge-
zähnelten Kiefer in zwei Längsreihen geordnet, der hinterste
jederseits, wie bei den Labidognathen, ein grösserer Haken;
Ruder einästig, mit einfachen Borsten, nur in den vordersten
Rudern gelegentlich Sichelborsten. Kiemen, Baucheirren und
fadenförmige Rückencirren,- Stirnfühler und Subtentacula fehlen,
Augen selten vorhanden.
1. Ohne blattförmige Rückencirren.
A. In den vordem Rudern Haarborsten, selten allein, gewöhn-
lich mit Sichel- oder Hakenborsten, in den übrigen Rudern
blos Hakenborsten.
Lumbriconereis Blv. Vier Paar Kiefer, in beiden Reihen
gleich, erstes Paar zahnlose Haken, zweites blattförmig, ge-
sägt, drittes und viertes mit einfacher oder gespaltener Spitze.
Lamina ventralis (Unterlippe) zart, dünn, vorn breit, ausge-
randet, nach hinten sehr verschmälert, am Ende kurz aus-
geschnitten. Zwei Kieferträger kurz, hinten dreieckig oder
lanzettförmig. Der einzige Rückencirrus mit versteckten
Borsten.
Zahlreiche als Lumbriconereis beschriebene Arten müssen
aus dem voranstehend charakterisirten Genus ausscheiden.
Die übrigen vertheilen sich in zwei Hauptgruppen, je nach-
dem an den vordem Rudern neben den Haarborsten Sichel-
borsten statt Hakenborsten vorkommen, oder die vordem
Ruder bloss Haarborsten, die folgenden Haar- und Haken-
borsten, die übrigen bloss Hakenborsten tragen. Aus erster
Gruppe beschreibt Grube 13 Species (darunter L. Januarü
n. = L. brasiliensis Gr.), während in der zweiten deren 32
aufgeführt werden (mit L. Vincentis Neu-Holl. und mehreren
bei Schmarda unter Notocirrus verzeichneten Formen).
LarymnaKbg. Fünf Paar Kiefer, erstes hakenförmig ge-
452 Leuckart: Bericht, üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zahnt, ungleich. Kieferträger und Lamina ventralis nicht
beschrieben. 1 Art.
B. Die Ruder tragen weder zusammengesetzte, noch Haken-
borsten, sondern bloss gesäumte Haarborsten, und diese
pflegen zum Theil stark geschweift oder fast knieförmig
gebogen zu sein. Die Kieferträger immer nach hinten sehr
verlängert und fadenförmig verdünnt, die sog. Unterlippe
derb hornig, schwarz, vorn zw^eilappig, hinten in zwei kurze,
weit aus einander stehende Griffel oder Zinken auslaufend
oder in zwei Hälften getheilt.
a. Vier Paar Kiefer.
Drilonereis Clap. Erste Kiefer hakenförmig, nicht
gesägt. Kiefer der rechten und linken Reihe gleich, ähnlich
wie bei Lumbriconereis; zwei Kieferträger. Reibplatten
nicht beobachtet. Hieher 5 Species, unter denen als neu:
D. quadricuspis , D. intermedia und D. lieterognatha^
sämmtlich aus Desterro.
Laranda Kbg. Erste Kiefer hakenförmig, mitten ge-
sägt. Ob alle Kiefer beider Reihen gleich sind, ist un-
bekannt. Drei Kieferträger, der unpaare kürzer. 2 Arten.
Arabella Gr. Erste Kiefer hakenförmig, an Basis fast
immer gesägt, alle Kiefer mehrzahnig, die des zweiten
Paares ungleich. Zwei Kieferträger. Reibplatten an er-
wachsenen Individuen ausgeprägt. 5 Arten.
Notocirrus Schmrd. Erste Kiefer nicht hakenförmig,
die übrigen drei mehrzahnig, hakenförmig, beiderseits
ungleich. Vier Kieferpaare (?), zwei Kieferträger (?), Typus :
N. chilensis Schm. (N. margaritaceus Qfg. vielleicht Typus
einer neuen Gattung.)
b. Fünf Paar Kiefer. Erster bis vierter mehrzahnig, der
rechte und linke des zweiten Paares meist ungleich, fünftes
Paar durch einfache Häkchen rej)räsentirt.
Aracoda Schmrd. Erste Kiefer grosse Haken, zweite
(nach Schmarda) gleich; zwei Kieferträger, Mundsegraent
einfach (?). 2 Species.
Maclovia Gr. Erste Kiefer grosse Haken, zweite un-
gleich. Drei Kieferträger, Mundsegment zweiringelig. Verf.
kennt von dieser ursprünglich auf Lumbriconereis gigantea
Q.uatrf. begründeten Gattung jetzt 6—8 Arten, darunter M.
macuUfera und 31. Iboensis nn.
Notopsilus Ehl. (= Lais Kbg.). Erste Kiefer nicht
hakenförmig. 1 Sp.
2. Mit blattförmigen Rückencirren. Kieferträger stabförmig
verlängert. Lamina ventralis stark, schwarz, hinten in
zwei weit auseinander stehende Griffel auslaufend.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 453
a. Drei kurze freie ungegliederte Fühler auf dem hintersten
Theile des Kopflappens.
Dasymene Knbg. Sechs Paar Kiefer oder ^Iq. Vier
Augen. Mundsegment nicht zweiringelig. 1 Art.
Halla Costa (Plioceras Qfs., Cirrobranchia Ehl.). Fünf
Paar hakige, bis auf das letzte gezähnelte und unsymme-
trische Kiefer; zwei Kieferträger. Mundsegment deutlich
zweiringelig. Ausser Halla parthenopeia Costa auch Ly-
sarete brasiliensis Knbg.
b. Drei versteckte Fühler. Am Vorderrande des Mundseg-
mentes zwei durch einen Mitteltheil verbundene vor-
stülpbare Läppchen, grösser als bei Lumbriconereis, so
dass sie einen ansehnlichen Theil des Kopflappens be-
decken. Zwei Kieferträger. Nach aussen von den Kiefern
Reibplatten, wie bei Arabella. Mundsegment zweiringelig.
Aglaurides Ehl. Fünf Paar Kiefer, alle mit Ausnahme
des zweiten Paares symmetrisch und hakig, der eine dieses
Paares breiter, als der andere. 1 Sp.
c. Weder Fühler noch Nackenläppchen.
Oenone Sav. Kiefer wie bei Aglaurides, auch sonst
grosse Uebereinstimmung mit dieser Gattung. 2 Species.
III. Staurocephalidea Knbg. Die gezähnelten Kiefer jederseits in
zwei Längsreihen angeordnet, sehr klein und zahlreich, der
hinterste nicht hakenförmig. Ruder zweiästig, Haar- und zu-
sammengesetzte Borsten; zwei Fühler, zwei fühlerförmige Sub-
tentacula, Rücken- und Baucheirren. Kiemen fehlen; Augen
meist zwei Paare.
StaurocephalusGr. (= Anisoceras Gr. und Prionognathus
Kfst.) mit 18 Arten, unter denen neu: St. hrachyceros Nordsee.
Die dritte und letzte Abhandlung betrifft die Fami-
milie der Phyllodoceen und Hesioneen (ebendas. 1879,
Ber. der naturhist. Section S. 41—65). Sie beginnt, gleich
den übrigen, mit einer Schilderung des Baues im Allge-
meinen und giebt sodann eine Uebersicht der Gattungen,
mit Aufzählung der dahin gehörigen, kritisch gesichteten
Arten.
Fam. Phyllodocea.
I. 3 Fühler, 2 Unterfühler.
A. Ruder zweiästig, 2 Augen.
Notophyllum Oerst. Jederseits 4 Fühlercirren. Blatt des
Rückencirrus auf einem nach oben gebogenen Stiel, hori-
zontal stehend. Rücken grösstentheils von den Blättern be-
454 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
deckt, die blattförmigen Baucheirren vertical ansitzend.
Körper kurz. 4 Arten, die je nach der Vertheilung der
Fühlercirren in 2 Gruppen zerfallen.
B. Ruder einästig.
Eulali a Sav. Jederseits 4 Fühlercirren. 2 Augen.
a. Alle Fühlercirren faden artig.
Subg. Eulalia s. str. Rüssel an der Mündung mit einem
Kranz niedriger Papillen, auf ganzer Oberfläche mit läng-
lichen Papillen besetzt. Zahlreiche Arten, die sich nach
Bildung der ^Rückencirren über 4 Gruppen vertheilen.
Subg. Eumida Mgn. Rüssel an Mündung ebenso, sonst
glatt. 7 Arten.
Subg. Sige Mgn. Rüssel ganz glatt, auch oline Papillen
an Mündung. 2 Arten.
b. Der untere Fühlercirrus am Segment IL blattförmig ver-
breitert, aber spitz.
Subg. Pterocirrus Clap. 5 Arten.
Porroa Qfr. Jederseits nur 1 Fühlercirrus. 4 Augen.
1 Art.
IL Nur 2 Fühler, 2 Uuterfühler.
A. Ruder 2-ästig,
Myriocyclum Gr. Jederseits 4 Fühlercirren; 4 Augen.
Körper sehr lang, Rücken von Girren gar nicht bedeckt. 1 Art
M. Schmardae Gr. (= Notophyllum myriocyclum Schm.)
B. Ruder l-ästig.
a. Jederseits 5 Fühlercirren.
Kinbergia Qfg. 2 Arten.
b. Jederseits 4 Fühlercirren.
Chaetoparia Mgn. Eigenthümliche sehr kurze Borsten
unter den Fühlercirren, die Segmente der Fühlercirren
fast ganz verschmolzen. Fühler äusserst kurz. 1 Art.
Phyllodoce Sav. Ohne solche Borsten. Körper lang
wurmförmig, ausser bei Macrophyllum,
«. Unterfühler einfach.
Subg. Anaitis Clap. (= Carobia Qfg.) Kopflappen
unten abgestutzt und leicht gerundet. Rüssel nicht mit
Längsreihen von Papillen.
Zahlreiche über 5 Gruppen vertheilte Arten. Darunter
neu: A71. chalyheia Viti-Ins.
Subgen. Phyllodoce (s. str.) Mgn. Kopflappen hinten
eingekerbt oder ausgeschnitten. Der Rüssel mit Längs-
reiheu von Papillen besetzt. Zahlreiche Arten, nach
Augenzahl und Kopfiappenbildung über 5 Gruppen
vertheilt.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wälir. d. Jahre 1876—1879. 455
Sabg. Macrophyllum Schmarda. Körper kurz, Blätter
der Rückencirren auf langen Stielen, liorixontal gerichtet,
den Rücken ganz bedeckend. Zwei oder vier Fühler.
Rüssel unbekannt. 2 Arten.
ß. ünterfühler zweigliedrig.
Subg. Nereiphylla Bl. (s. str.) 2 Arten.
c. Jederseits drei Fühlercirren.
Mystides Theel. Fühler verlängert, fadenförmig, länger
als der Kopflappen, die vordem unter sich wie von den
hintern weit abstehend. Zwei Augen. Rüssel unbekannt,
1 Art.
d. Jederseits zwei Fühlercirren.
Eteone Sav.
Subg. Etconella Mc' Int. Kopflappeu soll jederseits eine
Furche haben und scheint mit den folgenden Segmenten
verwachsen. 1 Art.
Subg. Eteone s. str. Mgn. Rüssel an Mündung mit wöl-
bigen Papillen; zwei gegenüberstehende oft grösser und
kieferartig. Zahlreiche nach Bildung der Augen und Kopf-
lappen über 5 Gruppen vertheilte Arten.
Subg. Mysta Mgn. Rüssel jederseits mit einer Längsreihe
längerer Papillen. 2 Arten.
Fam. Hesionea.
I, Kopflappen bloss mit 2 sehr kurzen Fühlern ohne Unterfühler.
Hesione Sav. Mit zwei Fühlern und 4 Paar Fühlercirren
jederseits.
8 Arten, früher dreien verschiedenen Genera (Hesione s. str.,
Fallacia Qfr. und Telamone Clap.) zugerechnet.
II, Kopflappen mit 2 einfachen Fühlern und zwei 2- (oder 8-)glie-
drigen Unterfühlern.
A. Ruder einästig.
a. Jederseits sechs Fühlercirren.
Magalia Mar. et Bobr. Am Rüssel ein Kranz von Pa-
pillen und sehr feinen biegsamen Borsten, 2 kurze zwei-
zackige Kiefer und eine Bohrspitze. Die Segmente mit
den Fühlercirren ganz verkürzt, der Kopfiappen in sie
hineingedrückt, alle Fühlercirren zu den Seiten des Kopf-
lappens. Köcherlippe meist dreispitzig. 1 Art.
b. Jederseits mit Fühlercirren.
Ke ferste in ) a Qfg. Am Rüssel ein Kranz sehr zahlreicher
gleichartiger, spitz-griffelförmiger Papillchen. Keine Kiefer.
Zwei gegenüberstehende einfache Köcherlippen.
1 Art (vielleicht auch noch Castalia aurantiaca Sars,
C. longicirris Sars und Oxydromus longisetis Gr.).
456 Leuckart: Bericht üb. d. v/issenschaftlichen Leistungen
c. Jederseits 7 Fühlercirren, 3 am ersten Segmente.
Periboea Ehl. Unterfühler 3-gliedrig. Segm. I sehr
kurz, n und III fast so lang, wie die folgenden. Am
Rüssel ein Kranz von langen Papillen, dazwischen ganz
feine Börstchen. 1 Art,
B. Ruder zweiästig, der obere Ast ganz rudimentär.
SyllidiaQfg. ünterfühler 3-gliedrig. Segment der Fühler-
cirren ganz verschmolzen, die 6 Paar Fühlercirren zu den
Seiten des Kopflappens. Unteres Ruder mit einfacher Lippe.
1 Art.
Castalia Sav. (Psammathe Johnst.) Ünterfühler 3-glie-
drig, Das untere Ruder in 3 dreieckige Läppchen aus-
laufend. Zehn Papillen an Rüsselöftnuug. Kiefer mit langem
Basalstiel. 6 — 8 Arten.
III. Kopf läppen mit 3 einfachen Fühlern und 2 Uuterfühlern. Der
untere Borstenköcher nie in drei Zacken auslaufend.
A. Der unpaare Fühler am Stirnrande oder doch vor dem 1.
Augenpaare.
a. Ruder einästig, nur zusammengesetzte Borsten.
Cirrosyllis Schmarda. Jederseits 3 Fühlercirren. Un-
terfühler einfache Fäden. 1 Art.
Irma Gr. Die 3 Fühlercirren tragenden Segmente ver-
schmolzen. Unterkiefer 2-gliedrig. Alle Segmente kurz.
Rückencirren mit starkem langen Basalgliede. Rüssel
unbekannt. 2 Arten.
Orseis Ehl. Jederseits nur 1 Paar Fühlercirren. Unter-
fühler einfach, wie Fühler gestaltet. 1 Art.
b. Ruder entweder zweiästig, mit oberem rudimentären Ast,
oder 1-ästig.
Podarke Ehl. Unterfühler mit kurzem oder fehlendem
Basalgliede. Jederseits 3 Fühlercirren, an Segmenten,
die kaum kürzer sind, als die nächstfolgenden. Leib kurz.
3 Arten (incl. Oxydromus fasciatus Gr. = P. albo-
cincta Ehl.).
Oxydromus Gr. Unter fühler 2-gliedrig, mit gleich
langen Gliedern. Jederseits 4 Fühlercirren, das erste Paar
neben dem Kopflappen au kurzem Segmente. 3 Arten.
Mania Qfg. Ruder einästig. Jederseits fünf Fühler-
cirren, Die vier ersten an 2 verschmolzenen Segmenten.
Aftersegment (mit 2 Girren) mit vorhergehendem anschei-
nend verschmolzen. 1 Art.
c' Ruder 2-ästig; im obern Aste Haarborsten, im untern
zusammengesetzte-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 457
Gyptis Mar. et Bobr. Oberer Ruderast klein, mit we-
nigen Borsten. Jederseits 4 Fühlercirren, von denen die
drei vordem zu Seiten des Kopflappens. Die zugehörigen
Segmente verschmolzen. Rüsselöffnung mit Kranz läng-
licher Papillen. 1 Art.
Ophiodromus Sars (= Stephania Clp.). Beide Ruder-
äste gleich lang und ausgebildet, jederseits 3 Fühlercirren
an drei fast vollständig verschmolzenen Segmenten.
B. Der unpaare Fühler nach hinten gerückt, zwischen den hin-
tern Augen; ein kurzer konischer Fortsatz auf der Grenze
des Stirnrandes und Rüssels. Ruder 2-ästig, oberer Ast viel
dünner und kürzer. Unterfühler 2-gliedrig.
Leoer ates Kbg. (= Lamprophaes Gr., Pyrrhena Clap.)
Jederseits 4 Paar Fühlercirren, an Segmenten, die zu einem
zusammengedrängt sind. Rüssel mit oberer und unterer
Bohrspitze, ohne Kiefer und Randpapillen. 4 Arten.
Lamproderma Gr. Jederseits 3 Fühlercirren. Sonst
wie Leocrates. 1 Art.
In der schon oben mehrfach angezogenen Arbeit „über
pelagische Anneliden von der Küste der canarischen In-
seln handelt Greeff (Ztscbrft. für wissenschaftl. Zoologie
Bd. XXXII. S. 245-249. Tab. XIV. Fig. 19—24) über zwei
kleine Chaetopoden von 1,6 und resp. 3 mm Länge, die
er Pontodora (n. gen.) pelagica und Pelagobia (n. gen.)
longicirrata benennt und am liebsten der Familie der Syl-
lideen zurechnen möchte. Beide besitzen einen Körper von
durchsichtiger Beschaffenheit, der nur eine geringe Menge
von Segmenten (14 und resp. 16) aufweist. Die Borsten sind
lang und zusammengesetzt, die Fühler und Fussstummel
bei Pontodora langgestreckt und von guter Entwickelung.
Letztere hat auch lange Fühler und Fühlercirren, die Pe-
lagobia abgehen, bei der dafür aber der Fussstummel des
ersten Segmentes in knieförmig geknickte lange Girren
ausgewachsen sind. Sehr bemerkenswerth sind die der
ersten Art den Fussstummeln einzeln oder gruppenartig
ansitzenden Wimperbecher, die mit einem inneren Kanal-
system in Verbindung zu stehen scheinen und vielleicht
den Segmentalorganen zugehören. Der tonnenförmige
Schlundkopf hat eine dicke Muskelwand und enthält in
seinem Innern eine eigenthümliche schlauch- oder faden-
förmige Masse (Drüsen?). Eine dritte gleichfalls neue pe-
458 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
lagisclie Form, Phalacropliortis (n. gen.) pictus, be-
sitzt in ihrem Scbhmdkopfe zwei ansehnliche schlanke
Zangen, wie die Lycoriden, denen Verf. die Art auch an-
reihet, obwohl sie sich durch den Besitz eines völlig an-
hangslosen viereckigen Kopfes und einfache Ruderbildung
von den gewöhnlichen Formen dieser Gruppe auffallend
unterscheidet. Der schlanke Körper hat eine Länge von
6 mm und mit Einrechnung des Kopfes 29 Segmente
(ebendas. S. 249-251. Tab. XIV. Fig. 26-30). Eine neue
von unserem Verf. an den canarischen Inseln aufgefundene
Saeconereis (S. canariensis) schliesst sich au die zu Autoly-
tus coronatus A. Ag. gehörige Saeconereis an. Verf. be-
schreibt dieselbe und schildert auch die ersten Entwicke-
lungszustände, so weit sie im Bauchsacke der Mutter
gefunden werden (a. a. 0. S. 251-255. Tab. XIV. Fig. 31
—36). Von den sehr zahlreichen Larvenformen, die fast
täglich unserem Verf. zu Gesichte kamen, wird nur eine
näher beschrieben (a. a. 0. S. 255. Tab. XV. Fig. 1), aller-
dings eine sehr merkwürdige, ein Thier, dessen 2 — 3 mm
langer Leib aus zwei scharf von einander abgesetzten
Theilen besteht, einem vorderen, grün gefärbten, der von
einem gemeinschaftlichen Rückeuschild bedeckt ist, und
einem hinteren, gegliederten Abschnitt. Auf der Bauch-
seite zeigt auch der Vorderleib eine deutliche Segmenti-
rung. Man erkennt hier ein Kopfsegment mit Fühler und
Augen, und eine Anzahl kurzer Segmente mit seitlichen
Wimperbüscheln und langen Girren. Der Mund liegt
zwischen dem dritten und vierten Segment. Der Hinterleib
besteht aus elf Ringen mit Fussstummelu, die mit Aus-
nahme der drei vordem ausser dem keulenförmigen
Bauchcirrus je einen breiten blattförmigen Rückencirrus
tragen.
Auch L angerha n s studirt ^die Wurmfauna von Ma-
deira" und veröffentlicht darüber in der Ztschr. für wissen.
Zoologie Bd. XXXII. S. 513—595. Tab. XXXI— XXXV. Bd.
XXXin. S. 271—316. Tab. XIV— XVII. und Bd. XXXIV.
S. 87—144. Tab. IV— VI eine umfangreiche Abhandlung,
in der er nicht bloss die von ihm während eines mehr-
jährigen Aufenthaltes daselbst aufgefundenen Arten auf-
n d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 459
zählt und so weit nöthij? beschreibt, sondern auch zahl-
reiche interessante und wichtige Beobachtungen über
Fortpflanzung und Entwickelung mittheilt und den morpho-
logischen Bau, so wie die genetischen Beziehungen der
einzelnen Arten vielfach zum Gegenstande eingehender
Betrachtungen macht. Im Ganzen sind es 153 Chaetopoden,
pelagische Formen, wie Glieder der Strandfauna, die Verf. in
Madeira untersucht hat. Von ihnen sind 57 Arten, also
mehr als ein Dritttheil, bisher noch nicht bekannt gewe-
sen. Sie mögen zum grossen Theile einer eigenen west-
afrikanischen Fauna augehören, obwohl die übrigen For-
men auf eine nahe Beziehung zu der europäischen Fauna
hinweisen. Die grössere Mehrzahl derselben theilt Madeira
mit dem Mittelmeere, doch finden sich unter ihnen auch
einzelne, die bis tief in das Eismeere hineingehen, und eine,
die noch an der nordamerikanischen Küste vorkommt (Lum-
briconereis fragilis). Drei Arten, darunter die schöne Am-
phinome carunculata, gehören der westindischen Fauna an.
Den ersten Theil seiner Abhandlung *lmt Verf. den S y lü-
de e n gewidmet, einer Gruppe, die um Madeira sehr reich
vertreten ist, da sie mit ihren 40 Arten fast den dritten
Theil der gesammten Annclidenfauna ausmacht. Der spe-
ciellen Darstellung wird eine Schilderung des Gesammt-
baues und der Fortpflanzungsweise vorausgeschickt. Von
letzterer unterscheidet Verf. drei verschiedene Formen.
Die einfachste besteht in der Annahme einer Art von epi-
toker Form zur Zeit der Keife, ganz ähnlich der Hetero-
nereisform der Lycoriden. Es entwickeln sich die Ge-
schlechtsprodukte in einer Anzahl von Segmenten , in
denen dann weiter ein dorsales Bündel einfacher und
zarter Borsten („Pubertätsborsten") auftritt, welche flach
ruderförmig gestaltet sind. Hand in Hand damit geht
öfters eine Vergrösserung der Augen. So ist es bei fast
allen Arten ohne Quertheilung (Odontosyllis, Eusyllis, Syl-
lides, Pionosyllis), so wie den Exogoneen, die nach Verf.
eine sehr natürliche Gruppe bilden, nur dass der Vorgang
hier durch eine Brutpflege von Seiten der Weibchen com-
plicirt wird. Die zweite Art der Fortpflanzung kommt
vor bei Syllis, Trypanosyllis und Opisthosyllis. Sie cha-
4G0 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
rakterisirt sich dadurch, dass die mit Geschlechtsproduk-
ten und Pubertiltsborsten versehenen hintern Segmente
durch Knospung einen neuen Kopf erzeugen und dann als
selbständiges Geschlechtsthier sich abtrennen. Diese Ge-
schlechtsthiere, die meist kürzer sind, als das Stammthier,
besitzen auffallender Weise einen verkümmerten Darm ohne
Schlund und Magen und zeigen bereits am Mundsegmente,
das sonst überall borstenlos ist, die gewöhnliche Bildung.
Die complicirteste Art der Fortpflanzung findet sich bei
den Arten der Autolytusgruppe. Sie ist durch die Bildung
mehrerer Geschlechtsthiere charakterisirt , die kettenar-
tig, das älteste hinten, aus dem Stammthiere hervorknos-
peu und successive, nach Bildung der Pubertätsborsten und
Geschlechtsprodukte davon sich loslösen. Im Bau des
Darmkanales stimmen diese Geschlechtsthiere mit denen
der vorhergendenden Gruppe überein, aber ihr Mundsegment
ist ohne Borsten und mit zwei Tentakelcirren jederseits
ausgestattet. Männchen und Weibchen zeigen eine sehr
verschiedene KopfbiMung, so dass erstere als Polybostri-
chus, Diploceraea und Crithida von den eine Brutpflege
übenden Weibchen (Saccocirrus) haben unterschieden wer-
den können. Ausser diesen drei Arten der Fortpflanzung
soll (nach Krohn) noch eine vierte existiren, bei der die
Knospen im Abdomen der Mutter zur Entwickelung kom-
men. Diese Systematik betreffend, glaubt Verf. am besten
drei Gruppen unterscheiden zu können, die der Syllideen
s. Str. mit nicht verwachsenen Palpen und verschieden
bewaffnetem Pharynx, die der Exogoneen mit verwachse-
nen, weit promonirenden Palpen und einem Pharyngealzahne
und die der Autolyteen mit zahnlosem Pharynx und ven-
tral vorgeklappten verwachsenen Palpen. In der ersten
Gruppe unterscheidet Verf. 10 Genera, die sich alle in
charakteristischer Weise um das Haupt- und Stammgenus
Syllis gruppiren, zwei derselben {Ophistliosyllis und OinstJio-
donta) werden dabei neu vom Verf. aufgestellt. Das
Genus Syllis selbst wird in vier Untergattungen (Haplo-
syllis, TyposylliSj Ehlersii, Syllis s. str.) zerfällt, die sich
vornehmlich durch die Beschaffenheit undVertheilung ihrer
Borsten unterscheiden. Die Verschiedenheiten, die bierin
in d. Naturgesch. rl. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 461
sich aussprechen, stehen unter sich übrigens in Zusam-
menhang, wie der Umstand beweist, dass das Subgenus
Syllis einem Borstenwechsel unterliegt, der in den ein-
zelnen Segmenten, je nach deren Alter, mehrere Stadien
durchläuft, und zwar dieselben, die bei den verwandten Un-
tergeschlechtern fixirt sind. Im Grossen und Ganzen be-
steht dieser Wechsel darin, dass die Segmente anfangs
nur mit zusammengesetzten Borsten versehen sind, später
durch Auttreten einfacher Borsten einen gemischten Besatz
bekommen und schliesslich nur noch einfache Borsten
tragen. Auf Grund der weiteren Beobachtung übrigens,
dass die hinten neugebildeten Segmente bei Syllideen und
Exogoneen dorsal und ventral auch noch mit einer einfa-
chen Borste versehen sind, die später verloren geht,
glaubt Verf. trotzdem annehmen zu müssen, dass sämmt-
liche Syllideen von einer mit einfachen Borsten versehe-
nen amblyosyllisartigen Form abzuleiten wären. Als neu
beschreibt Verf. JEhlersia (Syllis) rosea, Ehl. (Syll.) Sim-
plex, Opisthosyllis (n. gen.) brunnea, Op. viridis, Frio-
nosyllis Weismanni, Opisthodonta (n. gen.) morena,
Eysyllis Kupferi, TrypanosylUs aeolis, Amblyosyllis madei-
rensis^ Ä. immatura^ Sphaerosyllis ovigera, PaedopJiylax in-
signis, F. monilicornis, Froceraea fasciata, Virchowia (n.
gen.) clavata.
Der zweite Theil der Abhandlung enthält ein we-
niger reiches und durchgearbeitetes Material, bietet aber
trotzdem gleichfalls manche Angaben von allgemeinerm
Interesse. So überzeugt sich Verf. u. a. von der That-
sache, dass die Sinneshärchen an den Elytren der Aphro-
diteen, den Kiemenfäden der Serpulaceen und anderen
Localitäten stets besondern Zellen („ Fühlzellen ") aufsitzen.
Leontes Dumerili entwickelt sich, wie dies Ref. übrigens
schon vor vielen Jahren in diesen Berichten von einer
Nereide (wohl derselben Art) bemerkt hat, ohne Larven-
stadium und verlässt das Ei als ein Gliederwurm mit vier
Segmenten, von denen d^s zweite , welches die ersten
Borsten trägt, diese später, nach Vermehrung der Segment-
zahl verliert und mit dem Mundsegmente verschmilzt.
In dem von Ehlers bei Nephthys oberhalb des Bauch-
Arcbiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. EE
462 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Stranges aufgefundenen Bandapparate sieht Verf. eine Art von
innerem Skelet, das genau die Lage der Wirbelthierchorda
einnimmt, aber gegliedert ist und seitlihec Aeste abgiebt,
die in den Seitentlieilen des Körpers zu sternförmigen Fi-
guren zusammentreten und schliesslich in den Rudern mit
feiner Ausfaserung endigen. Auch sonst giebt Verf. manche
neuen Aufschlüsse über den anatomischen Bau seiner Ar-
ten. Für den merkwürdigen Saccocirrus, den Verf. den
Opheliaceen zurechnen möchte, obwohl derselbe anderseits
vielfach an Polygordius erinnert, werden die Angaben
von Bobretzky und Marion fast durchweg bestätigt.
Polygordius Schneiden (n. sp.) ist, wie P. lacteuS; im Ge-
gensatze zu den übrigen Arten getrennten Geschlechtes.
Das Hauptgewicht dieses zweiten Theiles liegt übrigens
in der Charakteristik der Arten, bekannter sogut, wie
neuer. Die letztern bestehen aus Folynoe Sonata, CJiryso-
petalum caecum, Leonnates pusülus (ohne hornige Paragna-
then), Lycoris funchalensis (vielfach auch in epithoker Form
beobachtet, während Perinereis floridana, die bisher nur
in epithoker Form bekannt war, in gewöhnlicher Form
zur Beobachtung kam), Diopatra madeirensis^ Hyalinoecia
rubra j Ampldro JoJmstoni, Halla stdpJmrea, Staurocephalus
pallidus, Nephthys agilis, Phyllodoce (Carobia) Dohrniij Ph.
(Anaitis) madeirensis , Eulalia (Eumida) notata, Mystides
caeca, M. hidentata^ Notopliyllum alatum, N. frontale, Al-
ciope (Halodora) Petersii, Vanadis tentamlata, Äricia acu-
stica (mit Gehörorganen, welche zahlreiche Otolithen ent-
halten und dem 8. — 11. Segmente dorsal aufsitzen), Spio
atlanticus, Polydora haniata, P. armaia, Spiochactopterus
madeirensis, Cirratidus viridis, Chaetozone macropMlialma,
Notomastus rosaceus, Axiotliea cirrifera, AmpJiarete minuta^
Leaena oculata, Polycirriis triglandula^ P. tenuisetiSj Sahella
(Potamilla) rubra, Jasmineira (n. gen.) caudata, Chone
arenicolaj Ch. collaris, Oria Einieri, Fabricia nigra, Serpula
concharum.
Die neuen Genera und Untergenera werden folgendermaassen
charakterisirt.
Syllis Sav. Syllideae cirris antonnisque articulatis; pharyngis
dens unus in anteriore parte.
in d. Naturgescb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 468
Sühgen. Haplophyllis. Setae omnes simplices.
Subg. Tryposyllis. Setae omnes compositae magnitudine pauUo
differentes.
Subg. Ehlersia Quatrf. Ch. emend. Ad setas in omnibus
segmentis compositas accedunt singulae vel binae multo differentes
compositae vel simplioes.
Subg. Syllis s. str. Setae segmentorum posteriorum compo-
sitae, mediorum vel et anteriorum simplices.
OpistJiosyllis gen. n. Syllideae cirris antennisque capitatis ;
dens umis in postremo pharynge (segmentum buccale in coUare
productum).
Opisthodonta gen. n. Syllideae cirris antennisque laevibus;
dens unus in ultimo pharynge.
Virchoiüia gen. n. Autolyteae cirris dorsalibus clavatis,
ventralibus nullis, segmento buccali appendicibus duabus dorsalibus
praedita.
Das Genus Macrochaeta Grube, das bisher bei den Syllideen
stand, gehört nach den Untersuchungen des Verf.'s zu der Familie
der Cirratuliden und trägt in Folge dessen folgende Diagnose: Cir-
ratuleen mit seitlichen Kiemen an einigen vordem Segmenten und
einem Paar Antennen am Kopfe. Mundsegment ohne Anhänge.
Für das Cirratuleengenus Dodekaceria Oerst. wird ein Paar
ventraler Tentakelcirren am Mundsegraente, je ein Paar Kiemen am
Mundsegmente und einigen darauf folgenden, so wie ein anhangsloser
Kopf als charakteristisch angesehen. D. concharum Oerst. fällt
wahrscheinlich mit Heterocirrus saxicola Gr. zusammen.
Jasmineira n. gen. Sabellaceae hamis uniserialibus manu-
brio longo thoracalibus; abdomine hamis brevibus ut in genere Sa-
bellae formatis armato. Das Genus nimmt eine Zwischenstellung
zwischen den Gruppen Sabella und Chone ein. Was die Eintheilung
der Sabelliden betrifft, so glaubt Verf. diese am besten folgender-
massen übersichtlich ausdrücken zu können (a. a. 0. Bd. XXXIV.
S. 111).
I. Tori am Thorax mit 2 Reihen Borsten.
A. Mit Collare.
a. Kiemenblatt spiralig Spirographis.
b. Kiemenblatt einfach.
«. subterminale Kiemenaugen Branchiomma.
ß. keine subterminalen Kiemenaugen.
1. dorsale Borsten am Thorax einerlei Art . Sabella.
2. „ „ „ „ zweierlei „ . Potamilla.
B. Ohne Collare Amphiglena.
II. Tori am Thorax nicht mit zwei Reihen Borsten.
A. üncini des Abdomen wie bei den Sabellen.
464 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
a. Haken am Thorax gestielt Jasmineira.
b. „ „ „ kurz.
a. Kiemen mit dorsalen Anhängen .... Dasychone.
ß. „ ohne dorsale Anhänge Laonome.
y. „ spiralig Bispira.
B. Uncini abdominales wie bei den Serpulen (und Terebellen).
a. Kiemen mit Membran.
a. Ohne Collare.
1. Thorax ohne Uncini Myxicola.
2. Thorax mit Uncini Leptochone.
ß. mit Collare.
1. keine Analrinne Chone.
2. Analrinne Euchone.
b. Kiemen ohne Membran.
cc. Kiemenfäden enden nicht in einer Ebene . Dialychone.
ß. „ „ in einer Ebene.
1. mit Collare Oria.
2. ohne Collare Fabricia.
Die Angaben, welche Marion über die von ihm bei
Marseille gedretschten Chaetopoden macht, betreffen (Ann.
sc. nat. T. VII. Art. 7. p. 13—31, in Vorlauf. Mittheilung
Rev. sc. nat. 1877. Avr.), vornehmlich Evarne Antilopes
M' Intosh (= E. Mazeli Mar.), Nephthys scolopendroides
Delle Gh., Syllis sexoculata Ehl., S. spongiocola Gr. var.
tentaculata, Sabellides octocirrata Sars var. mediterranea,
Potamilla reniformis Müll., Sphygmobranchus intermedius
n. sp., Spirorhis Beneti n. sp.
M' Intosh 's Abhandlung „on british Annelida" (Trans-
act. zoolog. Soc. Vol. IX. p. 371—394. PI. 67—70) betrifft
die Familien der Euphrosiniden, Amphinomiden, Aphrodi-
tiden, Polynoiden, Aeoetiden und Sigalioniden, deren Brit-
tische Arten Verf. aufzählt und mit synonymischen, wie cha-
rakterisirenden Bemerkuogen begleitet. Als neu beschreibt
derselbe Malmgrenea castanea, M. andreapolis, Harmothoe
Sibbaldi^ H. seilandica, H. Macleodi^ H. antilopes^ H. ha-
liaetij H. marphysae, Hermadion assimile^ Sigalion Busld.
Die Bemerkungen desselben Verf. „on the Anne-
lida of the Porcupine Expeditions 1869 and 1870'' (Ibid.
p. 395-416. PI. 71—73) beziehen sich auf Arten der glei-
chen Familie und machen uns ebenfalls mit einer Anzahl
neuer Species bekannt. Hieher Euphrosyne lancedlata, Küste
in d. Naturgesch. d. nied. Thierc wiilir. d. Jahre 1876— -1879. 4G5
von Irland, JEunoa hispanica, Lagisca Jeffreysi, Evarne John-
stoni^ Phyllantinoe niollis, Eiipanthalis Kinbergi, Sthenelais
aÜantica^ St. (?) ^etlandica, Eusthenelais hibernica.
Weiter bearbeitet Mc' Intosh auch (Transact. Linn.
Soc 1877. Vol. I. p. 499—511. PI. LXI, auszugsweise Pro-
ceed. roy. Soc. Vol. XXV. p. 215-222) „the annelida ob-
tained during the cruise of h. M. Sh. Valarous to Davis-
Strait". Es wurden im Ganzen 68 Species gesammelt, von
denen 13 bisher noch nicht aus der Grönländischen Fauna
bekannt w^aren und 9 vollständig neu sind. Die letztern
werden unter folgenden Namen beschrieben: Eusthenelais
ahyssicola, Äncistrosyllis groenlandicüj Äricia groenlandica,
Tradiytrypane Jeffreysi, Ämmotrypanella arctica, Travisia
glandulosa, Scolecolepis Jeffreysii, Ditrypa groenlandica (nur
nach Röhre beschrieben). Eine andere vom Verf. beschrie-
bene Wurmröhre, die an ihrem dickeren Ende mit baum-
artig verästelten Anhängen versehen ist, erinnert an Ehlers'
Aulorhipis.
Die während der brittischen Nordpolexpedition ge-
sammelten und gleichfalls von Mc' Intosh untersuchten
Anneliden gehören sämmtlich bis auf eine der Grönlän-
dischen Fauna an. Und auch diese eine ist nicht neu.
Journ. Linnean Soc. T. XIV. p. 126—133.
Unter den v. Marenzeil er aus den Vorräthen der
k. k. österr.-ungar. Nordpolexpedition bestimmten Chaeto-
poden findet sich nur eine neue Art, eine wahrscheinlich
schon von Claparede unter den Würmern der Lightning-
Expedition (J. -B. 1875) gesehene Serpulide, die Bezie-
hungen zu Spirorbis und Placostegus hat und unter dem
Namen Hyalopomatus (n. gen.) Claparedei von unserem
Verf. (a. a. 0. S. 37) beschrieben wird. Dem neuen Genus
wird folgende Diagnose gegeben:
Hyalopomatus v. Mar. Serpulide mit einem durchsichtigen,
weder kalkigen, noch hornigen zartwandigen Deckel von umgekehrt
konischer Form, der in seiner Mitte von einem dünnen Stiele ge-
tragen wird. Die Basis der Kiemen kein zusammengerolltes Basal-
blatt bildend. Ein Mantel (Thoracalmembran) fehlt oder war nicht
deutlich. 9 — 11 Kiemen jederseits. Sechs Thoracalsegmente mit
dorsalen Bündeln gesäumter Haarborsten, vom 2. an auch mit ven-
tralen Hakenborsten. Die Segmente des Abdomen, mit Ausnahme
466 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der letzten 9 — 14, welche noch einfache Haarborsten führen, nur
mit Hakenborsten versehen. Röhre kalkig, drehrund.
Weit ergiebiger ist die Annelidenausbeute der Scan-
dinavischen Nordmeerexpeditionen gewesen, über die wir
durch Hansen und Theel ein Näheres erfahren haben.
Der Erstere zählt in seinen „Annelider fra den norske
Nordhavsexpedition i 1876" (Nyt Mag. for Naturvidensk.
1878. Bd. XXIV. p. 1-17 mit 10 Tafeln) deren im Ganzen
35 auf und findet unter diesen nicht weniger als 16 neue
Arten: Folynoe aspera^ P. islandica, Nephthys aÜantica,
Typionereis (n. gen.) gracilis — ohne Augen — , Onuphis
liyperhoraea, Scalibregma (?) ahyssorum, Sc. (?) parvurn,
Ammotrypane cylindricaudata, Sphaerodorum ahyssorum,
TropJwnia Jiirsuta, Cirratulus ahyssorum, C. (?) ahrancJiia-
tus, Clymene Koreni, Myriochele Sarsii, Potamilla Malm-
greniy Protula arctica.
Die Annelidenausbeute derselben Expedition im Jahre
1878 beläuft sich (ibid. p. 267—272 mit 2 Tafeln) auf
47 Arten mit 3 nn. sp., die als Polynoe arctica, Aricia
arctica und Myriochele Ba^iielsseni beschrieben werden.
Theel sammelte seine Würmer bei Gelegenheit der
Nordenskjöld'schen Entdeckungsreise in dem Meere von
Novaja Semblja. Es sind nicht weniger als 90 Arten,
fast drei Mal so viel, als bisher von dort bekannt waren.
Dreizehn Arten ergaben sich als neu, und diese sind mit
den übrigen, so weit sich das als nothwendig ergab, von
Theel unter dem Titel: les annelides polychetes des mers
de la Nouvelle-Zemble" (75 Seiten mit 4 Tafeln in Quart)
in den kgl. Svenska vetensk. Acad. Handlingar Bd. 16.
N. 3 eingehend beschrieben worden. Wie aus der beige-
fügten Uebersicht der grönländischen und spitzbergischen
Arten hervorgeht, besitzt die Wurmfauna von Novaja Semblja
mit denen dieser Länder eine ausserordentliche Aehnlich-
keit, da sie mit beiden je 73 und 72 Formen (von 102)
gemein hat. Der Aufzählung der neu beschriebenen Arten
schicken wir übrigens die Bemerkung voraus, dass Verf.
weit davon entfernt ist, die von Malmgren empfohlene
weite Zersplitterung der Arten für zulässig zu halten. Zur
Erleichterung und Sicherstellung der Unterscheidung von
in d. Naturgesch. d. nied. Thisre währ. d. Jalire 1876—1879. 467
den verwandten Arten werden vielfach die differenziellen
Charaktere neben einander gestellt, wobei freilich nicht
selten der Fall eintritt, dass Verf. in der Abgrenzung der
einzelnen Arten von seinen Vorgängern abweicht. So werden
z. B. die von Malmgren als Antinoe Sarsi, A. promamme,
A. groenlandica beschriebenen Formen in eine einzige Art
{Folynoe hadia Theel) zusammengezogen. Von neuen Arten
beschreibt Verf. Folynoe horealiSy Bylgia (n. gen.) elegans,
Nephthys minuta, Mystides (n. gen.) horealis, Castalia
muUipapillata, Lumhriconereis minuta, Aricia Tidbergi, Eu-
menia longisetosa, Maldane temiis, Fraxilla polaris, Samytha
pallescens, Äpomatus (?) glohifer.
Char. gen. n. Bylgia e fam. Polynoid. Lobus cephalicus
antice in prominentias non productus. Antennae e parte anteriore
lobi cephalici productae. Tentaculum nullum. Elytra, paria 15,
totum dorsum tegentia, in segmentis 2, 4, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17,
19, 21, 23, 26, 29, 32.
Char. gen. n. Mystides e fam. Phyllodoce. Tentacula quat-
tuor longa. Cirri tentaculares, utrimque tres, par primum in seg-
mento prirao, secundura et tertium in segmento secundo. Cirri
anales nulli?
Auch Levinsen beschreibt in den Videnskab. Med-
delelser nat. for Kjöbenhavn 1879—80 p. 9-18. Tab. I
„to nye slägter of arctiske chaetopode Annelider": Dys-
ponetus pygmaeus und Paractius littoralis aus Grönland,
und giebt von den neuen Genera, deren ersteres zugleich
eine neue Familie repräsentirt, folgende Diagnose:
Dysponetus n. g. novae Fam. Corpus elongato - ovatum, e
segmentis paucis omnibus setigeris compositum. Lobus cephalicus
appendicibus brevissimis peduculatis Septem instructus. Pedcs bire-
mes, remis bene sejunctis, dorsalibus setas simplices cirrosque elon-
gate foliiformes, ventralibus setas compositas cirrosque minutos ge-
rentibus. ßranchiae nullae. Segmentum anale cirrorum loco pro-
cessu coniformi instructum. Pro boscis amphoriformis maxillis dua-
bus elongatis antice anguste hastiformibus munita.
Paractius n. gen. e fam. Eunic. Corpus elongatum. Lobus
cephalicus appendicibus brevibus inarticulatis quattuor instructus,
quarum duae in parte dorsali, duae sub marginibus lateralibus lobi
cephalici affixae sunt. Segmenta duo sequentia nuda. Pedes uni-
remes setas paucas (simplices et compositas) gereutes. Cirri nulli.
Segmentum anale cirris duobus ejusdem formae ac appendices ce-
468 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftliclieii Leistungen
phalicae. Proboscis maxillis inferioribus duabus maxillisque siipe-
rioribus utrimque octo, quarum quattuor posteriores hamatae sunt.
Aus Ehlers' vorläufigem Berichte über die bei den
Tiefseeforschungen des Nordamerikanischen Küstenschiffes
Blake im Meerbusen von Mexico aufgefundenen Würmer
(Bullet. Mus. compar. Zoology 1879. Vol. V. N. 12. p. 169
— 174) erfahren wir, dass dabei nicht weniger als 103 For-
men zu Tage gefördert wurden. Dieselben vertheilen sich
über 26 Familien, die freilich durch sehr verschiedene
Zahlen vertreten sind. Auffallend ist die grosse Menge
Euniciden, die mehr als ein Drittheil der gesammelten
Arten ausmachen (34). Sie finden sich noch in grosser
Tiefe, die unter 600 Faden hinausgeht und ausser ihnen
nur noch Vertreter aus den Familien der Aphroditeen,
Polynoiden, Opheliiden, Ampharetiden und Serpuliden auf-
weist.
Webster liefert im neunten Bande der Transact.
Albany Institute 1879 eine Abhandlung „on the Annelida
chaetopoda of the Virginian coast" (70 Seiten mit 11 Ta-
feln) und handelt darin über 59 Arten, die zu 49 Genera
gehören und grossentheils als neu beschrieben werden.
So Lepidonotus variahiliSj Äntinoe parasitica, Lepidame-
tria (n. gen.) commensalis (die vorhergehende Art unter
den Schuppen tragend), Phyllodoce fragüis, Eumida macu-
losüj Syllis fragüis (mit Geschlechtsthieren), SpliaerosyUis
fortuita, Faedophylax dispar, Proceraea tardigrada, Pr. (?)
coerulea, Nereis irritahilis, JDrüonereis longa, Staurocepha-
lus socialis, Troplionia arenosa, Spiochaetopterus ociäatus
(mit 20—30 mittlem Segmenten), Nerine heteropoda, Poly-
dora hamata, P. coeca, Äricia rubra, Äricidea (n. gen.)
fragüis, Sahellaria varians, Pectinaria (Lagis) dubia, Me-
linna macidata, Lysüla alba, Potamilla tortuosa, Cabira
(n. gen.) incerta, Phronia (n. gen.) tardigrada.
Gen. n. Lepidametria e fam. Polyn. Lateral margins of the
head prolonged to form the basis of the lateral antennae. Middle
antennae with distinct basal article. A small facial tubercle. Body
elongated, flattened. Elytra numerous, completely covering the
body or leaving a nacked median space of variable width; along
the posterior part of the body not always in pairs. Setae of dorsal
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 469
ramus few, delicate, of the ventral ramus for the most part biden-
tate, but with a few, stouter than the others, pointed.
Gen. n. Äricidea e fam. Aricid. One antennae. Feet bira-
mous. Dorsal rami with cirri; ventral rami with cirri on anterior
Segments only. Branchiae on anterior segments only, Setae all
simple, capillary. First segment with setae; no tentacular cirri.
Gen. n. Gabira incert. sed. Sides of head produced in thin
plates, which are covered with papillae. First segment with two
pairs of tentacular cirri, without setae. Dorsal cirri on all Seg-
ments; no ventral cirri. Ventral setae, stout hooks beginning on
the 6th setigerous segment, one to each ramus.
Gen. n. Phronia ine. sed. Head divided into palpi. Body
elongate, flattened, composed of numerous segments. First segment
with two pairs of tentacular cirri, without setae. Dorsal cirri of
second segment similar to the upper tentacular cirri. Remaining
dorsal cirri flattened, thin. Feet uniramous. Setae all simple, ca-
pillary. Anal segment not seen.
Von der St. Georgs Bank beschreibt Verrill (Smith
und Harpe, Transact. Connecticut Acad. Vol. III. p. 35
— 46) als neu : Äntinoe cmgiista, Nephthys circinata, Eusyllis
phospJwrea, Spirorbis valida. Ebendaselbst auch Abbildungen
von Phyllodoce catenula Verr., Ninoe nigripes Verr., No-
thria conchilega Malmgr., N. opalina Verr., Grymaea spi-
ralis Verr., Spirorbis uautiloides Lam., Protula sp. (Tab.
II-VI).
Unter den Anneliden der Davisstrasse erwähnt Mc'
Intosh (Proc. roy. Soc. Vol. XXV. p. 215— 222) u. a. eine
Tachytrypanc Jeffreysi n., die zwischen Linotrypane und den
übrigen verwandten Formen vermitteltj und eine Tr. arctica
n., so wie ferner eine — freilich nur nach den Kiefern
charakterisirte — Bitrypa groenlandica n.
„Die Annelidenausbeute von S. M. S. Gazelle", über
welche Grube in; den Monatsheften der Berliner Akad. 1877
(S. 509—554) berichtet, besteht aus nicht weniger als 67
Species, die an verschiedenen Localitäten zusammenge-
bracht sind und unsere Artenkenntniss mit 42 neuen, theil-
weise recht interessanten Formen bereichern. In Nach-
folgendem geben wir ein Verzeichniss dieser Formen mit
den Diagnosen der neuen Genera.
Laetmonice producta Kerguelen, Polynoe vesiculosa Magha-
laensstr., P. fullo ebendah., P. pycnolepis Neu-Brittannien, PanthalU
470 Leuckart: Beriebt üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
hicolor Congo, Sthenelais incisa ebendah,, Sigalion amboinense, Psam-
rnolyce umhonifera Atlant. Oc, Nereis (Ceratonereis) divaricata Neu-
Britt., Vanadis Greefflana zwischen den Kerguelen und Australien,
Lamproderma (n. gen.) longicirre Neu- Britt., Syllis BuchhoUiana
Westküste Africas, Hyalinoecia platyhrcmchis Capverd. Ins., H. Irrevi-
cirris Ost-Austr., Eunice comiüanata Timor, Eun. dilatata ebendah.,
Lumhriconereis amboinensis, Goniada corgoensis, Nephthys trisso-
phyllus Kerguelen, N. modesta ebendah., N. dibranchis Neu-Guinea,
Cirratulus atrocollaris Fundort unbek., Spiochaetopterus tropicus
Capverd. Ins., Maldane decorata Congo, Troplionia Kerguelarum,
Pynoderma (n. gen.) congoense, Brada mamülata Kerguelen, Phyl-
losomus (n. gen.) croceus Kerguelen, Thelepus Mac Intoshi (= Neottis
antarctica Mc Int.) Kerguelen, Terebella (Loimia) ochracea Nordwest-
Austr., T. {Phyzelia) büobata Maghalaenstr., Sabella costulata Ker-
guelen, S. torqiiata Westafrika, Serpida patagonica Kerguelen. (Die
3 nn. sp. Oligochaetorum s. w. u.)
Lamproderma Gr. n. gen. Hesionearura. Corpus brevius
vermiforme, segmentis paucis. Tentacula 2 frontalia, subtentacula
2 biarticulata. Pharynx exsertilis spinis brevissimis 2, una supe-
riore, altera inferiore armata, papillis nullis. Cirrorum tentacula-
rium utrimque paria 3. Pinnae pharetris setarum 2-nis, aciculis
2-nis, cirro dorsuali filiformi ventralique munitae. Setae superioria
simplices, inferioris falciquae.
Pynoderma Gr. n. gen. Chlorhaemiorum. Corpus vermi-
forme, gracile, cute dura, hyalina, papillis minimis obseta, segmentis
satis numerosis. Fasciculi setarura utrimque distichi, setae supe-
riores et inferiores capillares, dense annulatae, segmentorum anteri-
orum aliquot protentae, ceteris longiores. Branchiae filiformes,
segmento buccali affixae, lobus capitalis, tentacula retrahenda.
Phyllocomus Gr. n. gen. Amphareteorum. Corpus vermi-
forme, sectione anteriore fasciculis setarum torisque uncinigeris mu-
nita, posteriore pinnulas uncinigeras ferente. Lobus capitalis Sim-
plex, latus. Tentacula haud observata. Segmenta anteriora 2 nuda,
tertium et quartiim branchifera, ut quintum utrimque solo fasciculo
setarum instructa. Branchiae foliaceae apice longo attenuato.
Je weniger bisher von der Annelideufauna der ost-
asiatischen Gewässer bekannt war, desto freudiger be-
grüssen wir die Mittheilungen, welche uns von verschie-
denen Seiten darüber gebracht sind.
Vor allen umfangreich und wichtig in dieser Hinsicht
sind die Aufschlüsse, welche Grube in seinen „Aunulata
Semperiana" (Mem. Acad. St. Petersbourg 1878. T. XXV,
300 Seiten in Quart mit 15 fein ausgeführten Kupfertafeln)
in d. Naiurgesch. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 471
über die Chaetopoden der Philippinen gegeben hat. Die
Arbeit stützt sich auf das von Prof. Semper zusammenge-
brachte Material, das nach unserm Verf. nicht weniger als
166 Arten repräsentirt, von denen übrigens 11 in Singapore
gesammelt wurden. Dieselben vertheilen sich über 56 Gattun-
gen — nach der Systematik Kinberg's und Malmgren's
über etwa 70 — , von denen 5 (Lenora, Fulepis, Irma und
Flatysyllis) hier zum ersten Male charakterisirt werden.
Manche in den Europäischen Meeren weit verbreitete Familien
und Arten, wie namentlich die Cirratuliden und Arenicolen,
fehlen in dem vorliegenden Materiale, während andere kaum
minder zahlreich (Nereis z. B. durch 23 Arten, Polynge
durch 17, Eunice durch 14) vertreten sind, als an der Eng-
lischen oder Französischen Küste. Im Ganzen zählt Verf.
43 Gattungen, die auch in den Europäischen Meeren vor-
kommen. Die iVrten freilich sind ihrer weitaus grössern
Mehrzahl nach neu: nur 21 der hier beschriebenen (theil-
weise aber schon früher vom Verf. namhaft gemachten)
Species haben sich mit Sicherheit auf früher bekannte
Formen zurückführen lassen. Es sind Formen, die fast
zur Hälfte aus dem rothen Meere beschrieben wurden; die
übrigen sind mit indischen Arten und solchen des stillen
Meeres identisch. Der Beschreibung der neuen Arten ist
überall eine kurze lateinische Diagnose vorausgeschickt,
wie denn auch die Gattungen und Familien sämmtlich auf
Grund einer umfassenden Detailkenntniss von unserm Verf.
neu charakterisirt sind. Leider müssen wir es uns ver-
sagen, auf die vielfachen Berichtigungen und Erweiterun-
gen näher einzugehen, die unsere systematischen, wie mor-
phologischen Anschauungen dabei erfahren. Wir begnügen
uns im Allgemeinen darauf hinzuweisen und die Bedeutung
hervorzuheben, welche die vorliegende Arbeit auch nach
dieser Richtung hin besitzt. Zur Erleichterung des üeber-
blickes halten wir bei der Aufzählung der beschriebenen
Arten die einzelnen Familien aus einander.
Farn. Amphinomea (S. 1—12): Lenora (ii. gen.) phihppmensis,
Amphiuome (Linophorus Quatref.) hrevis, A. (Eurythoe) pacifica
Kinbg., Notopygus (= Lirione Kinbg.) maculata Kinbg., Chloeia
flava Fall., Euphrosyne laureata Sav.
47 J Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Farn. Palmyrea (S. 12 — 15): Palmyra aurifera Sav.
Fam. Aphroditea (S. 15 — 58): Hermione malleata Gr., Ponto-
genia indica Gr., Iphione muricata Sav., Polynoe (Lepidonotus) acan-
tholepis Gr., P. (Lepid.) trissochaetus Gr., P. (Lepid.) carinulata
Gr., P. (Lepid.) cristata Gr., P. (Lepid.) austera, P. (Lepid.) adspersa,
P. (Lepid.) pilosella, P. (Lepid.) cryptocephalus, P. fulvovittata Gr.,
P. fallax, P. ampuUifera, P. rutilans, P. subfutnida, P. ptycholepis,
P. fuscolimbata, P. boholensis, P. venosa, P. dictyoj)horus (auf ein
gefeldertes Elytron hin aufgestellt), Gastrolepidia amblyphyllus Gr.,
Panthalis melanotus Gr., P. nigromaculata, Eulepis (n. gen.) ha-
mifera Gr., Sthenelais luxuriosa, Psammolyce rigida Gr., Leanira
festiva.
Fam. Lycoridea (S. 58 — 94): Nereis (Leptonereis) cebuensis,
N. (Leonnates) virgata, N. (Ceraton.) similisetis, N. (Ceraton.) micro-
cephala, N. (Ceraton.) pectinifera, N. (Ceraton.) coracina, N. (Ce-
raton.) lapinigensis, N. (Platynereis) fusco-rubida, N. (Lycoris) Ehler-
siana (im Heteronereiszustande), N. (Lyc.) trifasciata, N. (Lyc.) ma-
salacensis, N. (Lyc.) badiotorquata, N. (Lyc.) Semperiana, N. (Lyc.)
Verrillii, N. (Lyc.) Quatrefagesi, N. (Lyc.) crucifera, N. (Perinereis)
Helleri, N. (Perin.) vancaurica Gr., N. (Perin.) singaporiensis, N.
(Perin.) striolata, N. (Perin.) obfuscata, N. (Perin.) camiguina (an P.
aberrans Kinbg. ?), N. (Perin.) aibuhitensis, N. (Perin.) perspicillata,
Dendronereis pinnaticirris.
Fam. Phyllodocea (S. 94 — 101): Phyllodoce tenuissima, Ph.
tenera, Ph. quadraticeps, Ph. (Eulalia) tenax, Ph. (Eul.) multicirris.
Fam. Hesionea (S. 101 — 110): Hesione intertexta, H. genetta
Gr., Leocrates Iris, L. cupreus Gr., Irma (n. gen.) angustifrons, I.
latifrons.
Fam. Syllidea (S. 110 — 136): Syllis uncinigera, S, singulisetis,
S. violaceo-flava, S. lycochaetus, S. flaccida, S. cerina, S. solida, S.
erythropis, S. umbricolor, S. nigrescens, Odontosyllis arenicolor, Od.
rubro-fasciata, Od. hyalina, Autolytus triangulifer (Geschlechtsthier),
Platysyllis (n. gen.) Semperiana.
Fam. Eunicea (S. 136— 180): Diopatra luzonensis (später S. 282
= D. Semperi), D. Claparedei, Hyalinoecia camiguina, Eunice aphro-
ditois Pall., Eun. badia, Eun. antennata Sav., Eun. Savignyi, Eun.
coccinea, Eun. flavo-fasciata, Eun. megalodus, Eun. collaris Gr.,
Eun. impexa, Eun. paupera, Eun. siciliensis Gr., Eun. stragulum,
Eun. (Marphysa) novae Hollandiae Kbg., Lysidice collaris Gr., Lys.
boholensis, Lumbriconereis ocellata, L. debilis, Aglaurides fulgida,
Arabella (n. gen.) planiceps, Aracoda Moebiana, Staurocephalus
filicornis, St. brevipinnis.
Fam. Glycerea (S. 180—186): Glycera saccibranchis. Gl. longi-
pinnis, Gl. subaenea, Goniada paucidens.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 478
Fam. Spiodea (S. 186—188): Polydora fulva.
Farn. Capitellacea (S. 189—191): Dasybranchus umbrinus, D.
lumbricoides.
Fam. Opheliacea (S. 192—198): Ophelina polycheles Gr., Oph.
(Armandia) leptocirris, Polyophthalmus australis Gr.
Fam. Chlorhaemia (S. 198 — 201): Stylarioides parmatus.
Fam. Maldaniae (S. 202—203): Maldane marsupialis.
Fam. Ammocharidea (S. 203 — 205): Ammochares orientalis.
Fam. Ampharetea (S. 205 — 208): Sabellides angustifolia. Am-
phicteis Philippinarum.
Fam. Amphictenea (S. 209 — 217): Pectinaria brevispinis (an
var. Amphictene capensis Sav.), P. clava, P. conchilega, P. parvi-
branchis, P. longispinis.
Fam. Hermellacea (S. 217—221): Sabellaria (Pallasia) sex-
hamata.
Fam. Terebellacea (S. 221—243): Terebella Sarsii, T. Monta-
gui, T, annulifilis, T. crassifilis, T. variegata Ehrenbg., T. ingens,
T. gracilibranchis, T. Claparedei, T. (Pista) typha, Phenacia robusta,
Ph. exilis, Ph. parca, Ph. leptoplocamus, Ph. paucibranchis, Tere-
bellides ypsilon, Polycirrtis boholensis.
Fam. Serpulacea (S. 244 — 280): Sabella (Potamilla) tenuitor-
ques, Sab. (Pot.) polyophthalmus, Sab. (Potam.) oligophthalmus, Sab.
pyrrhogaster, S. porifera, S. spectabilis, S. manicata, S. notata, S.
acrophthalmos, Sab. (Dasychone) cingulata Gr., S. (Das.) boholensis,
Sab. (Das.) serratibranchis, Myxicola ommatophora, Serpula furcifera,
S. minax, S. actinoceros Mörch, S. tricornigera, S. quadricornis, S.
chrysogyrus, Ditrypa gracillima.
Die neuen Gattungen werden charakterisirt, wie folgt:
Gen. n. Lenora Gr. (e fam. Amphinom.), Corpus brevius
vermiforme, tetragonum, segmeutis haud numerosis, postremo mi-
nimo, in tuberculum ventrale exeunte. Lobus capitalis subtriangulus,
Segmente primo impressus, retro angustatus, carunculam minutam
ferens. Oculorum paria dua, anterius juxta tentaculum impar collo-
catum. Tentacula tria, subtentacula nulla. Fasciculi setorum utrim-
que distichi, superioros cirro dorsuali, inferiores ventrali muniti.
Setae capillares. Branchiae dorsuales, marginales, pone cirrum dor-
sualem sitae, cristulara transversam humilem crenatam seu in lobulos
divisam exhibentes. Anus postremus dorsualis, segmentis pluribus
circumdatus.
Gen. n. Eulepis Gr. (e fam. Aphrodit.). Segmenta anteriora
aut elytris aut cirris dorsualibus munita, Polynoarum more alter-
nantia, posteriora solis elytris munita. Tentacula brevia tria, impar
posterius. Subtentacula duo. Cirri tentaculares utrimque duo fili-
formes, pinnae setigerae inserti, anales duo. Pinuae biremes, cirro
47<1 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dorsnali et ventrali instructae. Setae simplices. Elytra dorsum
tegentia.
Gen. n. Irma Gr. (e fam. Hesion.) Corpus brevius vermi-
forme, segmentis brevibns numerosissimis, postremo in cirros anales
duos excunte. Lobus cephalicus rotundatus, oculorum paribus duo-
bus. Tentacula tria, subtentacula duo biarticulata. Seginenta an-
teriora tria brevissiraa, utrimque cirris tentacularibus binis instructa.
Pinnae simplices, cirro dorsuali, articulo basali magno affixo, et
ventrali mvmitae. Setae compositae. Acicula nnum vel pluria.
Gen. D. Flatysyllis Gr. (e fam. Syllid.) Corpus longius
verraiforme, depressum, segmentis brevibus numerosis. Lobus capi-
talis rotundatus, oculorum paribus minime duobus. Tentaculum
unum, breve, e medio lobo capitali oriens. Subtentacula brevissima,
inter se distantia. Segmentum buccale supra vix distinguendum,
cirri tentaculares haud observati. Pinnae cirro dorsuali et ventrali
munitae, cirri dorsuales breves, haud filiformes. Setae simplices
singulae.
V. Marenzelle r bearbeitet „di^ südjapanischen An-
neliden" des k. k. Hofnaturaliencabinets in Wien und ver-
öffentlicht in dem 4L Bande der Denkschriften der dort.
Akademie den ersten 46 Seiten mit 6 Tafeln umfassenden
Theil seiner Untersuchungen, der mit Ausschluss der Tere-
bella-, Sabella-, Myxicola- und Sabella-Arten alle enthält,
die unserm Verf. vorlagen. Von den 30 Arten, die dabei
zur Sprache kommen, sind 24 neu, aber keine derselben
repräsentirt ein neues Genus, wenngleich Verf. sich ge-
nöthigt sah, auf Grund seiner Beobachtungen die Fassung-
einzelner Arten zu modificiren. Die sechs übrigen Arten
sind bereits aus andern Meeren bekannt, theils aus dem
rothen Meere und von den Philippinen, theils auch (^Po-
lynoe imbricata, Nereis pelagica, N. Dumerili, N. diver-
sicolor) von den Europäischen Küsten. Allerdings zeigen
die japanischen Formen dieser Arten einige Abweichungen
von den Europäischen, doch nicht so durchgreifende, dass
man dieselben von ihnen trennen könnte. Die neuen Arten
werden beschrieben als Euphrosyne superha^ Aphrodite ja-
ponica, Polynoe (Lepidonotus) gymnonotus^ P. (Lep.) plico-
lepis^ P. lamellifera (eine Laenilla? mit glatten Elytren
ohne gefranzte Ränder), Nereis 7nicrodonta, N. (Alitta)
oxypoda (mit N. virens Sars und N. Brandtii Malmgr. ver-
wandt, aber durch Stellung des Rückencirrus und Form
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 475
der Ruder verschieden), Notophyllum japonicum, Carohia
castanea (ein Genus, dessen Charaktere dahin präcisirt
werden, dass bei ihm das erste und zweite Segment meist
zu einem drei Paar Fühlercirren und ein Borstenbündel
tragenden, scheinbar ersten Segmente verschmolzen, das
nächstfolgende, eigentlich dritte Segment jederseits mit
einem Ftihlercirrus, einem blattartigen Bauchcirrus und
einem mehr oder minder ausgebildeten Ruder versehen
ist), Eulalia albopicta, Hesione reticulata mit genauer Dar-
stellung der nur selten richtig aufgefassten Kopfbildung
bei dem Gen. Hesione), Syllis inflata, Onuphis liolohranchiata^
Eunice congesta, Eun. microprion, Lumhriconereis japonica,
L. heteropoda, Glycera opisthohranchiata, Gl. decipiens, Ster-
naspis costata, Chaetopterus acutus, Cirratulus dasylophiuSj
G. comosus, Äcrocirrus validus (Verf. verlegt den Ursprung
der Greiffühlercirren nicht, wie Grube, auf das Buccal-
segment, sondern auf den Kopflappen).
Auch Grube beschreibt einige neue Anneliden des
japanischen (nordjapanischen) Meeres: Serpula diplochone^
Sabella (PotamiUa) suavis^ Samytha oculata, Aricia (Scolo-
plos) fuscibranchis, Eteone ornata. Naturhist. Ber. der
schlesischen Gesellsch. für vaterl. Cultur 1877. S. 62—64.
Später berichtet derselbe (ebend. 1879. S. 6Q) über
eine neue von Dybowski ihm gemachte Sendung nord-
japanischer Anneliden und erwähnt dabei als neu: Stauro-
ceplialus microphthalmuSj Phyllodoce (Anaitis) ruhens, Syllis
linibata und Heterocirrus luxurians mit überaus zahlreichen
langen Kiemen. Ueberraschend ist der Umstand, dass eine
ansehnliche Anzahl dieser Thiere mit europäischen, der
Nordsee und den arctischen Meeren angehörigen Arten
identisch ist.
Ebenso (a. a. 0. 1876. S. 25-28) über einige Würmer,
die von Dr. Reimann während der Expedition zur Beob-
achtung des Venusdurchganges im nördlichen China ge-
sammelt wurden. Mit Ausnahme zweier Nereiden, die von
der europäischen N. pelagica und N. cultrifera in keinerlei
Weise sich unterscheiden lassen, sind dieselben sämmtlich
neu: Polynoe (Lepidonotus) helotypiis, P. (Lep.) phaeopJiyl-
lus, P. (Halosydne) nehulosa, Lumhriconereis lucida, Ära-
476 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
coda Renieri, Glycera Mac lntosh% Cirratulus chefucensis,
Notomastus sinuosus.
Mc' Intosli beschreibt die während der englischen
Expedition zur Beobachtung des Venusdurchgangs auf den
Kerkuelen gesammelten marinen Borstenwürmer, Ann. nat.
bist. Vol. XXVIL p. 318—322 oder Philos. Transact. Vol.
168. p. 258—264 mit Abbild. Es sind im Ganzen nur
sechs Species, alle bis auf eine (Hermadion longicirratus
Kinbg.) neu: Eu])6lynoe moUiSy Nereis Eatoni^ Amphitrite
Jcerhuelensis, Neottis antarctica und Serpula sp.
Die von Verrill in Kidder's oben erwähnten Con-
tributions als neu von den Kerguelen beschriebene Nereis
antarctica und Neottis spectabilis sind wahrscheinlich mit
Nereis Eteoni und Neottis antarctica identisch.
Die Anneliden der von Studer bei den Kerguelen
gesammelten Chaetopoden sind von Grube bearbeitet und
in der schon oben angezogenen Annelideuausbeute der Ga-
zelle, so weit sie neu sind, aufgeführt.
Studer selbst hat später (Arch. für Naturgesch. 1879.
Th. I. S. 119— 124) denselben ausser einigen unbestimmten
Arten (Lumbriconereis, Syllis, Polydora, Spirorbis) noch
Ophryotrocha Glaparedi n. hinzugefügt, eine Form, welche
die Larvencharaktere anscheinend noch reiner erhalten hat,
als 0. puerilis Clap.
Unter den in St. Rodriguez gesammelten Vorräthen
findet Grube (Philos. Transact. 1. c. p. 555) auch Amphi-
nome (Eurythoe) pacifica Knbg.
Haswell handelt „on six new species of Annelids,
belonging to the faniily of Amphinomidae" (Proceed. Linn.
Soc. New South-Wales Vol. III. 1879. p. 341—347) Am-
phinome nitida, A, praelonga, Chloeia Maclayi, Notopygus
flavus, N. parvuSj Euphrosyne Mastersii, sämmtlich von
Australien.
Lenz ist (Wirbellose der Travemünder Bucht a. a. 0.
S. 13), wie Möbius zu der Ueberzeugung gekommen,
dass die von Malmgren unterschiedenen Nephthysarten
(N. ciliata, coeca, incisa, assimilis und vielleicht auch lon-
gisetosa) sämmtlich einer einzigen Species zugehören, da
in d. Naturgesch. d, nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 477
die Unterschiede in der Form der Ruderplatten gelegent-
lich sogar bei demselben Individuum sich vorfinden.
Tauber erwähnt in seinen Annulata Danica (p. 78)
einer Paramphinome n. sp. Ebenso M c' I n t o s h einer Anaitis
rosea n. sp. Journ. Linn. Soc. 1877. Vol. III. p. 215, und
Giard eines auf Ophiocoma schmarotzenden /Sp/iaero^orwm
Greffii, Ann. des sc. uatur. 1879. T. XV. p. 452 Anm.
Unter dem Namen Linotrypane (n. gen.) apogon
beschreibt M' Intosh weiter eine borstenlose, 3—4" lange
und schlanke Wurmform von der schottischen Küste, die er
den Opheliniden zurechnen möchte (Proc. roy. Soc. Edingb.
1874—75. p. 386—389) und später (Ann. nat. bist. 1875.
Vol. XVI. p. 369) mit Polygordius zusammenstellt.
Das von Giard neu aufgestellte Gen. Wartelia
umfasst Formen, die bisher vielfach (bes. von Gl apa-
rede) für jugendliche Terebellen gehalten wurden. Sie
leben in glashelleu Gehäusen — die von Giard unter-
suchte W. gonotheca auf Laomedea gelatinosa — und be-
sitzen sieben Tentakel, von denen der mittlere der grösste
ist, so wie im zweiten Segment jederseits eine Otolithen-
kapsel. Die Bildung der Borstenfüsse verbietet eine Zu-
sammenstellung mit Terebella, und die Entwickelung von
Geschlechtsproducten charakterisirt die Würmchen als aus-
gebildete Thiere. Verf. stellt seine Würmer mit den von
Busch beschriebenen „jungen Röhrenwürmern", so wie mit
Stimpson's Lumara zusammen, doch ist der älteste Be-
obachter wohl Duj ardin, dessen Sabellina mit Wartelia
zusammenfallen möchte. Auch Ref. hat über diese Formen
(Ber. für 1858 u. 1863) einige Mittheilungen gemacht und
wohl zuerst deren Otolithenkapseln aufgefunden. Bullet,
scient. Dep. Nord Annee I. p. 122—125. Cpt. rend. 1848.
T. 86. p. 1149.
Grimm beschreibt eine Ampliarete Kowalewslm n.
aus dem Caspischen Meere, Materialien u. s. w. Th. I.
p. 112. Tab. V. Fig. 1—7.
Unter dem Genusnamen Notaulax stellt Tauber
(Annulata danica p. 136) ein neues Sabellidengenus mit
nachfolgender Diagnose auf:
Corpus subteres, depressiiisculum. Collare integerrimum, dorso
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. YF
478 Leuckart; Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dimidiatum. Sulcus dorsalis in segmentis 45 ... . conspicuus; sulcus
ventralis nuUus. Segmenta thoracica 8. Tubercula setigera a seg-
mento collare incipientia. Die dahin gehörige Art bleibt unbenannt.
In seiner „oversigt over de norske Serpula-Arten"
handelt Hansen (Archiv for mathematik og Natiirvidensk.
Christiania 1878. p. 39—46. Tab. I~III) über Serpula
vermicularis, Hydroides norwegica, Potamoceros triqueter
(mit Einschluss von Vermilia porrecta), PJacostegus tri-
dentatus und Ditrype arietina, deren charakteristische
Eigenthümlichkeiten er durch Wort und Abbildung erläutert.
Anhangsweise dürfen wir hier wohl, wie früher,
der sonderbaren Myzostomen gedenken, und zunächst
der Mittheilungen, welche von Willemoes - Suhm in
seinen Reisebriefen von der Challenger-Expedition über
das Vorkommen und die Verbreitung dieser Schmarotzer
macht (Ztschft. für wissensch. Zool. Bd. XVI. S. LXXTX).
Nicht bloss, dass derselbe in der Arafura-See auf einer
grossen Comatula ein Myzostomum von verhältnissmässig
beträchtlicher Grösse beobachtete, das auf dem Kelche
schlängelnd umherkroch, ,,das grosseste, das er je ge-
sehen", auch die aus 500 Faden Tiefe hervorgeholten Pen-
tacrinen fand er mit ihnen besetzt. Auffallender Weise
aber waren diese letztern nicht frei, sondern sämmtlich
zu 2 oder 3 in Cysten eingeschlossen, die auf den Armen
Sassen und durch ein Loch nach aussen mündeten. Verf.
vermuthet, dass die Thiere schon im Jugendzustand sich
einbohren und in ihren Cysten dann geschlcchtsreif werden
und sich begatten. Auch auf einer Comatula wurden ein-
mal solche eingekapselte Thiere gefunden. Ausser diesen
gewöhnlichen Myzostomen giebt es übrigens auf Crinoiden
noch andere verwandte Formen, wie Verf das im antarc-
tischen Meere bei den aus 1375 Faden Tiefe hervorgeholten
Gattungen Hyocrinus und Bathycrinus beobachtete. Die
Hoffnung, diese sonderbaren Wesen einst daheim in Müsse
zu untersuchen und bearbeiten zu können, ist durch den
vorzeitigen Tod des Verf.'s leider vereitelt worden.
G raff veröffentlicht unter dem Titel „das Genus Mo-
nostomum" (Leipzig 1877, 82 Seiten in Quart mit 11 Ta-
feln) eine monographische Abhandlung, in der neben einer
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 479
vollständigen Sammlung des von früherher Bekannten
zahlreiche neue und wichtige Beobachtungen über unsere
Thiere niedergelegt sind. Verf. charakterisirt die Myzosto-
meen als seitlich symmetrische scheibenförmige Geschöpfe,
dem äussern Anscheine nach ungegliedert und von höch-
stens 4V2 nim Länge. Die Aussenfläche ist mit Flimmer-
haaren bekleidet. Der Umriss ihres Körpers ist rund oder
elliptisch, bisweilen am Hinterende tief eingeschnitten, der
Rand gezackt und mit ganz kleinen Wärzchen oder bis
1 mm langen beweglichen Girren besetzt. Der flachge-
drückte oder gewölbte Bücken ist entweder glatt oder mit
feinen Höckerchen besäet und durch gelbes, rothes, braunes
oder schwarzes Pigment verschieden gefärbt. Aus dem
vorn in der Mittellinie befindlichen Munde kann ein Schlund-
rohr als Rüssel hervorgestreckt werden. Der Darm ist
verästelt, doch finden sich in Zahl und Verästelung bei
den einzelnen Arten manche Unterschiede. Hinter dem Munde
sind fünf Paare Fussstummel mit vorstreckbarem Haken-
apparate angebracht. Jeder derselben besteht aus einer
langgestielten spitzen Klaue und einem Stützstabe, sowie
1—3 Ersatzhaken, die sämmtlich aus Chitinsubstanz be-
stehen. Nach aussen von den Fussstummeln, dem Zwischen-
räume zwischen je zweien solchen entsprechend, befinden
sich beiderseits vier Saugnäpfe. Das Endstück des verästel-
ten Darmes mündet mit der weiblichen Geschlechtsöffnung
in eine, hinten in der Mittellinie des Rückens oder der
Bauchseite geöffnete Cloake. Alle Arten sind Hermaphro-
diten und haben zwei männliche Geschlechtsöffnungen,
welche jederseits auf der Bauchseite angebracht sind und
bisweilen an der Spitze einer besonders hervorragenden
Genitalröhre stehen. Das bauchständige Centralnerven-
system ist eine compacte Masse von länglicher Form. Es
entsendet paarige Nervenstämme, von denen die beiden
vordersten den Schlund nach oben umfassen und so einen
Schlundring bilden, ohne jedoch in ihrem Verlauf zu Gang-
lien anzuschwellen. Besondere Respirations- und Circu-
lationsorgane fehlen. Was die systematische Stellung dieser
Thiere betrifft, so glaubt Verf., dass dieselbe zwischen
Chaetopoden und Tardigraden schwanke, so jedoch, dass
480 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
die Verwandtschaft zu den letztern grösser sei, als zu den
erstem. Am zweckmässigsten, so meint er, seien die My-
zostomen mit den Tardigraden und Linguatuliden (welche
letztere vom Verf. aber nur irrthümlich als Zwitter be-
trachtet werden, wie ich das in meiner Monographie über
diese Thiere zur Gentige dargethan habe) von den Arthro-
poden abzutrennen und in einer besondern Classe der
Stummelfüssler oder Stelechopoda zwischen Würmer und
Arthropoden einzuschalten. Von den bisher beschriebenen
Arten kann Verf. nur drei, dieselben, die bereits mein
Onkel Fr. S. Leuckart, der Entdecker und Begründer
des Gen. Myzostomum, unterschied, anerkennen (M. gla-
brum, M. cirriferum, M. costatum). Dafür aber fügt er
denselben neun weitere Arten hinzu: M. elcgans von Co-
matula triquetra und Actinometra armata, M. elongatum
von Com. triquetra, M. dubium ebendah., 31. cornutum
ebendah., M. hrachiatum (mit 30 Girren, die von der Bauch-
seite entspringen) von Com. nigra, M. verrucosum von
Com. triquetra, 31. pallidum von Actinometra solaris und
A. armata, 31. triste von Comatula sp. n., 31. lobatum von
Com. fimbriata. Die Anatomie wird nach Untersuchungen
besonders von Myz. glabrum und cirriferum geschildert.
Dabei finden sämmtliche Organe, und namentlich auch
der hochentwickelte Muskelapparat, ihre Berücksichti-
gung. Die Schleimdrüse, welche Semper im Fusse von
Myz. glabrum gefunden haben wollte, erwies sich als
ein Haufen von Samenzellen, die sich in Folge der Ver-
zweigungen des Hodens bis tief in die Fussstummel hinein
erstrecken. Die Eier füllen den Raum über und zwischen
den Darmästen. Sie entstehen durch Umwandlung der
ßundzellen des bindegewebigen Parenchyms, in Folge deren
die Lücken des letztern immer mehr sich ausweiten und
schliesslich zu eihaltigen Follikeln werden. Die letztern
münden von beiden Seiten paarig in den Uterus, indem
ihre peritoneale Hülle zur Wand desselben wird. Die
jüngsten Eutwickelungszustände, die unser Verf. beobach-
tete, bcsassen bei einer Länge von 0,2 mm bereits 3 — 5
Fusspaare. Mund und After hatten eine terminale Lage.
Im Inneren zeigten dieselben einen wohl ausgebildeten
in d. Naturgesch. cl. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 481
Bulbus musculosus und einen einfachen, unverzweigten
Magen. Ein Speciescharakter lässt sich einstweilen an
ihnen noch nicht erkennen. Derselbe tritt erst bei Larven
von 0,25 mm hervor, die auch schon ihre Saugnäpfe be-
sitzen. Bei 0,5 mm Länge besitzt M. cirriferum bereits
Kandcirren und Mundpapillen. Die ersten Larvenzustände
werden vermuthlich frei im Meere verlebt. Mit Ausnahme
der ausschliesslich bei gestielten Crinoiden lebenden en-
cystirten Myzostomeeu sind diese Thiere übrigens mehr
als Tischgenossen, denn als wahre Parasiten zu betrachten,
wie das auch die Beschaffenheit des Darminhaltes zur Ge-
nüge kundthut. Aus diesem Umstände erklärt sich auch
die constante Anheftung der Würmer an der Mundfiäche
ihrer Träger und das nicht seltene Vorkommen jugend-
licher Individuen auf dem vordem Rückenende älterer
Exemplare, an jener Stelle, die allein eine Nahrungsauf-
nahme von Aussen her zulässt.
Oligocliaeti. Horst veröffentlicht in Tijdskr. Nederl.
Dierk. Vereen. (Deel IIL Afl. 1) „Aanteckeningen op de
anatomie van Lumbricus terrestris" und berücksichtigt
dabei namentlich die Structur der Haut, den Verlauf der
Blutgefässe und den Darmkanal. Die Streifuug der Cuti-
cula, so überzeugt sich Verf., wird durch ächte Fasern
verursacht, welche sich kreuzen und auf Querschnitten öfters
am Rande hervorspringen. Ebenso besteht die intercellu-
lare Drüsenmasse von Claparede aus echten Zellen, die
in eine dunkle feinkörnige Substanz eingebettet sind. Die
Zellen der Hypodermis haben eine theils becher-, theils auch
birnförmige Gestalt. Claparede 's sog. Gefässschicht am
Gürtel ist nicht als eigene Schicht aufzufassen, denn die
Träger der Capillargefässe sind jene Bindegewebshäutchen ,
welche die einzelnen Säulen umgeben und sich bis zur
Ringsmuskulatur verfolgen lassen, wo sie die Gefässe auf-
nehmen. Der untere Theil der sog. Säulenschicht wird
aus Zellen gebildet, deren langausgezogener Hals vielleicht
mit den Porencanälen der Cuticula im Zusammenhange
steht. Die Längsmuskelu bilden eine zusammenhängende
Schicht des Leibesschlauches und treten nur in der Nähe
der Borstensäckchen auseinander. Was die Dissepimente
482 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
betrifft, so werden diese durch Muskeln der Ringfaser-
schicht gebildet. Die Borsten nehmen, wie schon Perrier
nachwies, von besondern Zellen ihren Ursprung, die an der
Basis des Follikels gelegen sind. Die von den Kalkdrüsen
ausgeschiedene Flüssigkeit enthält die schon bekannten
runden Körperchen, die Verf. als Calcosphaeriten bezeich-
net. Ueber die Function dieses Secretes äussert Verf. sicü
dahin, dass dieselbe darin bestehe, die überflüssige Kohlen-
säure und den mit der Nahrung in grosser Menge aufge-
nommenen Kalk aus dem Blute auszuscheiden und durch
den Darm zu entfernen. Zur Stütze seiner Hypothese ver-
weist Verf. auf die grosse Anzahl der Gefässe, die sich
an den betreffenden Drüsen verbreiten. Das im 10. Seg-
mente entspringende Seitengefäss läuft nach dem Kopfende
zu und geht hier in ein Capillarnetz über. Gleich bei
seinem Ursprünge giebt es einen Zweig an die vordersten
Kalkdrüsentaschen und in seinem weiteren Verlauf einen
zweiten an die Hoden und vordersten Receptacula seminis
ab. Die zwei hintern Kalkdrüsentaschen werden direct
vom ßückeugefässe versorgt. Für das Nervensystem findet
Verf. die Darstellung von Leydig, für den Geschlechts-
apparat die von Hering zutreffend. In Bezug auf letztern
wird nur hinzugefügt, dass die Receptacula seminis mit
einem Cylinderepithelium ausgekleidet seien.
Ohne diese Untersuchungen zu kennen, kommt v.
Mojsisovics in Bezug auf „den Bau der Lumbricushypo-
dermis" zu sehr ähnlichen Resultaten (Sitzungsber. d. k. k.
Akad. Wien 1877. Bd. 76. S. 1-14 mit Abbild.). Im Ge-
gensätze zu Claparede erkennt er darin eine Cylinder-
zellenlage, deren Elemente eine beträchtliche Höhe besitzen,
nach einer oder beiden Seiten hin spitz ausgezogen sind
und zahlreiche kolbig verdickte einzellige Drüsenschläuche
(Cl.'s Wabenräume) zwischen sich nehmen. Die Hypo-
dermis des Kopfsegmeutes, besonders der Oberlippe, ent-
hält noch zahlreiche „Geschmacksknospen", deren Härchen
die darüber hinziehende Cuticula siebförmig durchbohren.
Auch der Sattel ist durch eine eigenthümliche Entwicke-
lung seiner Hypodermis ausgezeichnet, so wie dadurch,
dass die Blutgefässe — wenigstens zur Zeit der höchsten
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 483
Ausbildung — bis in die untern und mittlem Partien
des Epithels hinein sich fortsetzen. Anstatt der gewöhn-
lichen Zellen enthält der Sattel Drüsenzellen von zweierlei
Art: langgestreckte Zellen mit grobkörnigem Inhalte, die
unmittelbar unter der Hypodermis liegen, und bauchige
Schläuche, die mehr in die Tiefe reichen und in ein pig-
ment- und gefässreiches bindegewebiges Netzwerk einge-
bettet sind. Dass die Streifen der Cuticula von Fasern
herrühren, ist wohl zuerst vom Ref. (in Wagner's Zooto-
mie) hervorgehoben.
Horst hat diesen Angaben gegenüber (Tijdskr. etc.
D. IV) sejne Prioritätsrechte geltend gemacht und dadurch
eine Entgegnung von Mojsisovics hervorgerufen (Zool.
Anzeiger Th. IL S. 89—91), durch welche der Autheil
beider Forscher an der hier vorliegenden Frage klar ge-
stellt ist.
d'Arcy Power überzeugt sich durch Hülfe der Sil-
berfärbung, dass die Endothelien der Leibeshöhle und der
Blutgefässe beim Regenwurm genau dieselbe histologische
Beschaffenheit besitzen, wie bei den Wirbelthieren. Quar-
terly Journ. micr. sc. T. XVIIL p. 158— IGl. Tab. X.
Horst handelt in dem Niederl. Arch. für Zool. Bd.
IV. S. 103—111 mit Abbild, „über eine Perichaeta von
Java". Der Oesophagus ist mit zwei grossen Drüsen ver-
sehen, auf welche nach hinten jederseits ein dichtes
Bündel spiralförmig gewundener Röhren folgt, die jedoch
in den Oesophagus nicht einzumünden scheinen. An dem
Darme hängen in einiger Entfernung hinter dem Muskel-
magen zwei ansehnliche Blindsäcke. In der Nähe des
Muskelmagens besitzt der Blutapparat herzartige Gefäss-
bogen, die eben sowohl zwischen Bauch- und oberm Darm-
gefäss, wie zwischen ersterem und Rückengefäss vermitteln.
Segmentalorgane sollen fehlen. Die im 13. Segmente ge-
legenen Ovarien haben eine traubenförmige Bildung und
stehen mit zwei trichterartigen Gebilden in Beziehung,
deren Ausmündung nicht sicher festgestellt werden konnte.
Dazu kommen dann im 6. — 9. Segmeute noch vier Paar
Samentaschen, je aus zwei gestielten Bläschen bestehend.
Die beiden Hoden, die im 11. und 12. Segmente liegen.
484 Leuckart: Bericht üb. d. wässenschaftlichen Leistungen
verhalten sich wesentlich wie bei Lumbricus, indem die
trichterförmigen Enden der (im 18. Segmente, hinter dem
Sattel ausmündenden) Samenleiter keineswegs, wie Perrier
angab, frei in der Leibeshöhle liegen, sondern von der
Aussenhülle der Hoden umgeben sind.
K r u k e n b e r g untersucht „die Verdauungssecrete und
deren Bildungsstätte bei Lumbricus communis" (Untersuch,
aus dem physiolog. Institute der Univers. Heidelberg Bd. H,
vergl. physiol. Beiträge zur Kenntniss der Verdauungsvor-
gänge S. 37) und findet, dass der Anfangstheil des Ver-
dauungstractus mit Einschluss des Kaumagens frei von En-
zymen ist, während solche in dem alkalinisch reagirenden
Darminhalte mit kräftiger Wirkung sich nachweisen lassen.
Die Oesophagealcontenta haben bisweilen eine saure Be-
schaffenheit. Ueber die Function der Chloragogenzellen
Hess sich nur so viel feststellen, dass sie keine Enzyme
liefern. Die Typhlosolis dient nur zur Vergrösserung der
resorbirenden Darmfläche.
Hensen macht auf die Bedeutung aufmerksam, welche
die Thätigkeit des Regenwurmes durch Eröffnung von Zu-
fuhrkanälen zu den Wurzeln, und durch Belegung dieser
Wege mit Humus für die Fruchtbarkeit des Erdbodens
hat. Ztschft. für wissenschaftl. Zool. Bd. XXVHL S. 354
—364.
Vejdowsky macht in den Sitzungsber. der böhm.
Gesellsch. der Wissensch. 1879 Juli eine vorläufige Mit-
theilung über die Entwickelung des Herzens von Criodrilus,
der zufolge die Anlage desselben (in den nachwachsenden
Hinterleibssegmenten) eine ursprünglich paarige ist. Im
ausgebildeten Herzen unterscheidet Verf. ausser der Epi-
thellage eine Muskelhaut mit Längs- und Querfasern, der
äusserlich dann die von Chloragogenzellen gebildete Peri-
tonealhaut aufliegt.
Fraisse untersucht die sog. Penies der Regenwürmer
und kommt zu der schon früher von Fr. Müller und Ref.
vertretenen Ansicht, dass dieselben Spermatophoren sind.
Ihre Bildungsstätte sucht Verf. in den Borstentaschen der
sie tragenden Segmente (meist zwischen dem 23. und
27. Ringe), die durch ihre Grösse nicht bloss und die
in d. Natiirgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 485
Beschaffenheit ihrer nach aussen niemals hervortretenden
Borsten ausgezeichnet sind, sondern auch dadurch, dass
sie dicht hinter ihrer Ausmündungsstelle mit besondern
drüsigen Ausbuchtungen versehen sind, welche den übrigen
Borstentaschen (auch den sog. glandes capsulogenes, deren
Borsten gleichfalls im Innern bleiben) fehlen. Jedenfalls
geht die Bildung der Spermatophoren weder in den Vasa
deferentia, noch in den Samenblasen vor sich. Die er-
wähnten Drüsen finden sich, wie die Spermatophoren, nur
bei geschlechtsreifen Thieren und nur zur Brunstzeit; man
sieht sie auch mitunter (Lumbricus agricola) in den einen
Drüsengang etwas hineinragen. Reisst man sich begat-
tende Würmer vor dem Samenergusse aus einander, dann
sieht man die Spermatophoren schon in ihrer typischen
Gestalt an ihren Stellen angebracht, aber noch sehr weich
und ohne Samen; man trifft bei Thieren, die sich zur Be-
gattung anschicken, statt ihrer aus jeder Drüse ein Schleim-
tröpfchen hervortreten, aus dem dann später die Sperma-
tophore hervorgehen dürfte. Wie freilich, ist eben so un-
bekannt geblieben, wie die nachträgliche Füllung der An-
hänge. Form, Grösse, Zahl und Anheftungsstelle zeigen
bei den einzelnen Arten mancherlei vom Verf. näher dar-
gestellte Verschiedenheiten, „lieber Spermatophoren bei
Regenwürmern", Arbeiten aus dem zoolog.-zoot. Institute in
Würzburg Bd. V. S. 38-56. Tab. IV.
Als „Beiträge zur Biologie der Oligochaeten" ver-
öffentlicht Semper in den von ihm herausgegebenen Ar-
beiten aus dem zoologisch-zootom. Institute der Universität
Würzburg (Bd. IV. S. 65—112. Tab. III u. IV) eine Reihe
von Beobachtungen, die er bei Gelegenheit seiner Unter-
suchungen über die Verwandtschaftsverhältnisse der geglie-
derten Thiere in Betreff der Knospung und der Fortpflan-
zungsverhältnisse der Naiden gemacht hat. Die unge-
schlechtliche Vermehrung dieser Thiere beruht in allen
Fällen, sowohl bei der Knospung, wie der sog. Thei-
lung, auf der Entwickelung einer „Knospungszone", die
sich entweder zwischen zwei ausgebildeten Segmenten
des Mutterthieres oder vor einer Knospenzone, zwischen
dem noch unausgebildeten vordersten Segmente derselben
486 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
und einem vorausgehenden altern Segmente, einschiebt.
Eine jede dieser Knospenzonen zerfällt, wie das schon früher
bekannt war, in zwei verschiedene Hälften, von denen die
hintere zAir Kopfzone des neuen Thieres wird, dem die
darauf folgenden Segmente als Rumpfsegraente sich an-
fügen, während die vordere Rumpfzone nach hinten aus-
wächst und die Rumpfsegmente eines davor sich einschie-
benden dritten Thieres liefert, dessen Kopfzone erst nach-
träglich durch eine neue Knospungszone gebildet wird.
Dazu kommt ferner, dass jede freie Afterzone nach hinten
auswächst und neue Knospenzonen erzeugt, sobald sie
die einem ungeschlechtlichen Thiere zukommende Seg-
mentzahl ttberscliritten hat. Da die Kopfzone unter solchen
Umständen nie die Vervollständigung eines in seinen Kör-
persegmenten vorher angelegten Thieres bewirkt, so beruht
•die ungeschlechtliche Vermehrung einmal auf der Fähig-
keit jeder Rumpfzone, beliebig viele Glieder nach hinten
zu aus dem Aftergelenke zu erzeugen, und sodann darauf,
dass ein jedes Thier an jeder Körperstelle eine neue Knos-
penzone einzuschieben vermag. Wird nun schon durch
diese doppelte Entstehungsweise der Sprösslinge eine
gewisse Manchfaltigkeit der Erscheinungen bewirkt, so
wächst dieselbe noch dadurch, dass die Trennung der Co-
lonien zu sehr verschiedener Zeit eintritt: die Zahlenge-
setze, auf die man die Wachsthumsverhältnisse der Colo-
nien hat zurückführen wollen, haben desshalb auch einen
nur bedingten Werth und lassen mancherlei Abweichungen
zu. Nichts desto weniger zeigen diese Verhältnisse übrigens
bei den einzelnen Arten eine gewisse Regelmässigkeit, die
für dieselben charakteristisch ist. So unterscheidet sich
z. B. Nais barbata von N. proboscidea (und den übrigen
Arten des Subg. Stylaria) dadurch, dass bei ihr nicht, wie
bei den letzteren, ein Glied des ältesten Thieres in das durch
Knospung entstandene hinüber genommen wird, die neue
Knospenzone vielmehr zwischen dem Vorderende der nächst
altern Rumpfzone und dem hintersten ausgebildeten Seg-
ment desjenigen Thieres auftritt, welchem jene Rumpfzone
anhängt. Eine Verminderung der Segmentzahl des ältesten
Thieres, wie solche bei Stylaria eintritt, findet also niemals
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 487
statt. Besonders variabel ist die Sprosstblge von Chaeto-
gaster (Ch. diaphanus), indem die neue Knospenzone bald
hier, bald dort vor den altern Knospensprösslingen sich
einschiebt. Die von Claus und Tauber für denselben
aufgestellten Formeln können desshalb auch keine allge-
meine Gültigkeit beanspruchen. Was die Beziehungen
zwischen der Knospung und der Geschlechtsthätigkeit be-
trifft, so wird allerdings auch bei den Naiden die erstere
durch die Bildung der Geschlechtsorgane aufgehoben, allein
dieser Gegensatz wird in Etwas wenigstens dadurch ver-
wischt, dass beide Processe noch eine Zeitlang neben
einander hinlaufen, und die Knospenbildung erst sistirt,
wenn das vorderste Thier begattungsreif geworden ist.
Bei Chaetogaster tritt während der Erzeugung der Ge-
schlechtsorgane in dem vordersten Thiere eine Umbildung
der noch persistirenden drei oder vier Knospenzonen ein,
der Art, dass diese, statt, wie das früher geschah, zu
selbstständigen Thiereu zu werden, blosse Rumpfglieder
liefern, welche zur Vergrösserung des Geschlechtsthieres
dienen und deren Segmentzahl von 3 auf 16 und mehr
erhöhen. Anders bei Nais, bei der die vorhandenen Knos-
penzonen successive zur weitern Entwickelung und Ab-
trennung kommen. So verhielt es sich wenigstens in den
vom Verf. beobachteten Fällen, neben denen aber mög-
licher Weise auch — wie Verf. vermuthet, unter andern
Verhältnissen — ein abweichendes Verhalten stattfindet.
Die Ausbildung besonderer Genitalborsten beruht keines-
wegs, wie das früher angenommen wurde, auf dem nach-
träglichen Einschieben eines völlig neuen Segmentes, son-
dern auf einem Borstenwechsel unter gleichzeitiger mehr oder
minder auffallender Veränderung der betreffenden Seg-
mente. Zum Schlüsse macht Verf. noch auf gewisse Va-
riationen aufmerksam, die eben sowohl in der Knospen-
folge, wie in der Segmentzahl der ungeschlechtlichen Thiere
und selbst den systematischen Charakteren unserer Thiere
vorkommen und, wie mit Rücksicht auf gewisse Beobach-
tungen vermuthet wird, von gewissen, nach den Oertlich-
keiten wechselnden Lebensbedingungen abhängen. So gicbt
es z. B. von Nais barbata an verschiedenen Orten grosse
488 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
uüd kleine Ketten, die nicht bloss eine verscliiedene Spross-
folge zeigen, sondern auch durch eine verschiedene Ent-
wickeluug ihrer Gesichtsorgane sich untersbheiden. Ebenso
wird bei dem Einschieben der Knospenzonen von N. pro-
boscidea nicht beständig ein altes Segment übersprungen,
sondern der sonst für N. barbata charakteristische Modus
eingehalten, während dafür letztere gelegentlich wie N.
proboscidea sich verhält. Diese Variabilität erstreckt sich
auch auf die Zeit der Geschlechtsreife, die keineswegs so
fest fixirt ist, wie man früher anzunehmen geneigt war.
Hatschek veröffentlicht (Sitzungsber. d. k. Akad.
Wien 1876. Bd. 74, 19 Seiten mit 1 Tafel) in seinen „Bei-
trägen zur Eutwickelungsgeschichte und Morphologie der
Anneliden" eine Darstellung von der Bildung des Central-
nervensystems bei Lumbricus rubellus. Die erste Anlage
desselben findet man bei solchen Embryonen, in deren vor-
dem Segmenten bereits die Seitenschläuche vorhanden sind,
und zwar, wie bei den Insekten, unter der Form einer
vor dem Muudwulste gelegenen Verdickung des Ectoderms,
einer sog. Scheitelplatte, von deren Seitentheilen dann zwei
strangförmige Verdickungen nach hinten hervorwachsen,
die den Mund umfassen und neben der Medianlinie bis
in die vordem Segmente sich fortsetzen und mit der Weiter-
entwickelung der Segmente immer weiter nach rückwärts
auswachsen. Zwischen den Strängen bilden die Ectoderm-
zellen eine seichte Rinne, die sich später vertieft und end-
lich einstülpt, um schliesslich mit ihren Wänden den mitt-
lem Theil des Bauchstranges zu bilden. Die Vorgänge,
die Verf an Querschnitten studirt hat, sind genau die-
selben, wie er sie bei den Lepidopteren früher beobachtete,
und bestärken ihn in der Ansicht, dass das Nervensystem
der Gliederthiere mit dem der Wirbelthiere zu homologi-
siren sei. Verf. sieht — mit Dohrn und Semper — in
den Vertretern dieser zwei Gruppen phylogenetisch verwandte
Geschöpfe (Bilateralien) und sucht die Schwierigkeiten der
Ableitung von einer gemeinschaftlichen Urform durch eine
nähere Erörterung der Verhältnisse zu beseitigen.
Später behandelt Hatschek (Studien u. s. w. S. 1
—22. Tab. I— III) die Entwickclungsgeschichte von Crio-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 489
drilus. Im Wesentliclien stimmt dieselbe mit der von Lum-
bricus, dem Criodrilus auch dadurch sich anschliesst, dass
die Embryonen aus kleinen Eiern hervorgehen und schon
frühe beginnen, durch Schlucken der in dem bekanntlich
ungewöhnlich grossen Cocon abgelagerten Eiweismasse sich
zu ernähren. Verf. ist der Meinung, dass drei grosse
oberhalb der Mnndöffnung gelegene Ectodermzellen, die
auch bei Lumbricus vorkommen, bei diesem Vorgange (als
„Schluckzellen") eine Rolle spielen. Die Bildung der Keim-
blätter scheint ähnlich zu geschehen, wie bei Nephelis und
Hirudo, die gleichfalls aus kleinen Eiern sich entwickeln
und dieselben drei Schluckzellen besitzen. Die Mesoderm-
anlage lässt sich schon frühe erkennen und zwar unter
der Form zweier symmetrischer Zellen, welche den Schluck-
zellen gegenüber, also hinten, zwischen Ectoderm und En-
toderm auftreten und in ihrer ursprünglichen Gr()sse und
Beschaffenheit am hintern Ende des Keimstreifens noch
nachweisbar sind, wenn dieser vorn schon weit in seiner
Metamorphose vorgeschritten ist. Die Zellen dieses Strei-
fens (Embryonal- oder Mesodermstreifens) sind sämmtlich
die Abkömmlinge derselben. Sie entstehen durch eine
continuirlich fortgesetzte ungleiche Theilung. Der Zwei-
zahl der Mutterzellen entsprechend sind es eigentlich auch
zwei Streifen, in der Mittellinie durch einen Zwischenraum
getrennt, in dem sich später vom Ectoderm aus der Bauch-
strang entwickelt, Anfangs bestehen dieselben aus einer
einfachen Zellreihe, die später mehrfach wird und sich
schichtet. In Zusammenhang mit dieser Umformung steht
dann die Bildung der Ursegmente, auf deren Kosten sich
später, von der definitiven Leibeshöhle abgesehen, die
Muskelfelder, Dissepimente, Segmentalorgane und Borsten-
säckchen entwickeln. Die primäre Leibeshöhle kommt
eigentlich nur im Kopfende zu einiger Ausbildung. Das
Kopfganglion entsteht unabhängig von der Bauchkette, aus
einer schon frühe vorhandenen Ectodermwucherung, der
sog. Scheitelplatte. Eine besondere Auszeichnung unseres
Criodrilus besteht in der Anwesenheit einer Flimmerfurche,
die sich schon frühe zu den Seiten der Mundöffnung anlegt
und allmählich zu einer ganz ansehnlichen Entwickelung
490 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
gelaugt, bis sie beide in der Mittellinie des Rückens schliess-
lich zur Verschmelzung kommen. Es braucht wohl kaum
hervorgehoben zu werden, dass dieser embryonale Apparat
dem Flimmerkranze einer Trochosphaera entspricht.
Eine zweite eingehende Darstellung von der Entwicke-
lung eines Regenwurmes erhalten wir durch Kleinenberg
(suUo sviluppo del Lumbricus trapezoides, Napoli, 56 Sei-
ten mit 2 Tafeln, in's Englische übersetzt, Quarterly journ.
microsc. sc. Vol. XIX. p. 206-244. PI. IX-XI). Sie be-
trifft eine Art, bei der die Eier merkwürdiger Weise je
zwei Embryonen liefern. Die ersten Stadien der Entwicke-
lung hat Verf. nicht beobachtet, da die zur Untersuchung
gelangten Eier bereits sämmtlich in Zweitheilung begriffen
oder schon weiter ausgebildet waren. Die Furchung ist
eine unregelmässige. Sie verläuft in einer ganz andern
Weise, als Kowalewsky es bei Lumbr. agricola be-
schrieben hat, und erinnert in einiger Hinsicht, besonders
Anfangs, an die Vorgänge bei Nephelis. Eine Zeitlang
bildet der Dotter eine einschichtige Zellenblase mit grossen
und kleinen Furchungskugeln, aber später schwindet die
Furchungshöhle, und dann beginnt an dem jetzt völlig
soliden Körper die Differenzirung der Keimblätter. Die
peripherischen Ballen vermehren sich rasch und platten
sich ab, besonders an dem einen Pole. Nur zwei Ballen
machen eine Ausnahme, indem sie sich vergrössern statt
zu zerfallen. Sie werden von den benachbarten Zellen
umwachsen und in die Tiefe gedrängt. Verf. bezeichnet
sie als mesoblastische Zellen, unterscheidet sie aber von
den Mesodermzellen, die seitlich ihnen anliegen und in
einfacher Reihe bogenförmig nach dem entgegengesetzten
Pole hinziehen. Die peripherischen Zellen bilden natürlich
das Ectoderm, während die im Innern liegenden Zellen,
welche die sog. Mesoblasten kappenartig umhüllen, die
Entodermanlage darstellen. Nachdem die Dotterballen in
eben beschriebener Weise sich gruppirt haben, beginnen
die Elemente des zweiten Poles, die bis dahin eine be-
trächtlichere Grösse besasseu, genau die gleiche Differen-
zirung, so dass schliesslich zwei Gruppen von Mesoblasten
und Mesodermzellen in symmetrischer Anordnung sich unter-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 491
scheiden lassen. Zwischen beiden Gruppen zeigt sich auf
der Dottermasse jetzt eine Einschnürung, die an der einen
Seitenfläche rasch in die Tiefe greift und den Dotter
schliesslich in zwei Ballen auflöst, welche eine Zeitlang
noch durch eine dem Ectoderm zugehörige Zellensilule
vereinigt sind, schliesslich aber sich trennen und dann je
zu einem eigenen Embryo sich entwickeln. Vor der Ab-
trennung hat aber jede der Hälften bereits ihre Darmhöhle
gebildet, und zwar dadurch, dass ihre Zellen die gruben-
förmige Demarkationsfurche schirmartig überwölbten. Auf
diese Weise wird eine jede der beiden Hälften zu einer
gastrulaartigen Zellenblase, die freilich zwischen Ecto-
derm und Entoderm schon die Anlage eines Mesoderms
in Form zweier bogenförmiger Zellenstreifen aufweist.
Wenn die beiden Keime, wie es mitunter geschieht, vereinigt
bleiben, dann entstehen Doppelmissbildungen mit Leibern,
die in der Nackengegend zusammenhängen. Hier und da
entwickeln sich auch einfache Embryonen, aber diese gehen
entweder zu Grunde oder sprossen schliesslich doch noch
einen Zwillingsbruder. Vielleicht, so vermuthet Verf., ist
diese sonderbare Erscheinung darauf zurückzuführen, dass
bei Lumbr. strapezoides statt eines einzigen Samenfadens
deren mehrere das Ei befruchten.
Die Mesoblasten liegen nach der Trennung der Keime
in der aboralen Körperhälfte, dem Rücken zugewandt, und
bilden das Ende der zwei Mesodermsträuge, welche bo-
genförmig von da, der Bauchfläche zugewandt, immer wei-
ter nach der Mundöffnung zu emporwachsen und unbe-
denklich von uuserm Verf. als Keimstreifen bezeichnet
werden, üeber die Beziehungen dieser Streifen zu den
Mesoblasten ist Verf. nicht völlig aufgeklärt, doch zweifelt
er kaum, dass die Zellen derselben durch Knospung an
den letztern ihren Ursprung nehmen. Freilich sollen da-
neben auch die Ectodermzellen durch Theilung und An-
fügung am Wachsthum des Keimstreifens participiren.
Sind die beiden Streifen unter gleichzeitiger Annäherung
an die ventrale Medianlinie bis zur Mundöffnung empor-
gewachsen, dann verschmelzen sie oberhalb derselben zur
Bildung der Kopfanlage. Die zwischen den beiden Bauch-
492 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
streifen gelegenen Ectodermzellen tragen Flimmerhaare,
die schliesslich auch in der Mundhöhle und deren Umge-
bung zur Entwickelung kommen. Ueber die Metamorphose
des Mesoderms, die Verf. genau verfolgte, können wir hier
hinweggehen. Sie beginnt an dem Vorderende des Kör-
pers und greift von da allmählich (durch Bildung der
Ursegmente und Leibeshöhle) immer weiter nach hinten.
Was Semper im Kopfende der Naiden für Andeutungen
von Kiemengängen gehalten hat, deutet Kleinenberg als
einfache Abspaltung der Pharyngealwaud von den periphe-
rischen Körpermuskeln. Mit der Entwickelung des Ner-
vensystemes hat der Keimstreifen nicht das Geringste zu
thun. Das Kopfganglion entsteht, wie Verf. mit aller Si-
cherheit beobachtete, aus dem Ectoderm und ist eine län-
gere Zeit hindurch ohne jede Verbindung mit den Ganglien
der ventralen Kette, von denen die vordem übrigens ziem-
lich gleichzeitig mit dem Hirne angelegt werden. Die Art
der Bildung schildert Verf. freilich anders, als Hatschek.
Zuerst, so bemerkt er, entsteht eine leichte Leiste auf
dem Ectoderm, die dann der Länge nach von dem Sulcus
ventralis durchsetzt wird. Zwei Zellen, die sich vom
Epithel des Sulcus loslösen, bilden die erste Anlage des
ßauchmarkes. Dadurch, dass die Differenzirung dieser
Zellen weiter fortschreitet, entstehen längs des Sulcus zwei
Schnüre, die nach hinten allmählich in das Ectoderm über-
gehen, vorn aber immer mehr sich annähern und zu einer
Platte verschmelzen, deren Elemente sich dann in Gan-
glienmasse und Commissuren aus einander legen. Zum
Schluss mag noch erwähnt sein, dass die Eikapseln von
Lumbr. trapezoides meist 3 — 8 Eier enthalten, von denen
gewöhnlich aber nur eins (höchstens 2—3) zur Entwicke-
lung kommt, während L. teres, den Verf. gleichfalls un-
tersuchte, Eikapseln bildet, in denen die Zahl der Eier,
die fast alle zur Reife kommen, bis auf 20 gestiegen ist.
Ray Lancaster erkennt in zwei kleinen Regen-
würmern von den Kerkuelen eine neue Art des Gen. Acan-
thodrilus Perr., dessen Diagnose freilich durch dieselbe
insofern einer Modification bedarf, als die Borsten hier,
statt paarweise in vier Reihen zu stehen, einzeln über
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 493
acht Reihen verthcilt sind. Philos. Transact. Vol. 168.
p. 264—268 mit Holzschn.
Unter Berücksichtigung dieser neuen Art {Ä. Jcergtie-
lenensis) wird die Diagnose Perrier's in folgender Weise
emendirt! :
Acanthodrilus Perr. Lumbricidae post - clitelUani, poris
genitalibus masculis qiiattuor, duobus in segm. 17, 18 vel 19, duobus
in segm. 19, 20 vel 21, prope setas ventrales positis. Setae ventra-
les, porös genitales juxta, valde elongatae et numerosae, peniales
dicuntur. Bursae copulatrices utrinque duae in segm. 7, 8 vel in
segmentis vicinalibus,
Ebenso beschreibt Grube (ibid. p. 554) eine Peri-
cJiaeta rodericensis n. von St. Rodriguez. Weiter (Anneli-
denausbeute der Gazelle a. a. 0. S. 553) PericJiaeta suh-
quadrangula n. von Viti Lewer Revafl., sowie Lumbricus
tongiiensis n. und L. kerguelarum n.
In der Overs. kgl. vetensk. Akad. Förhandl. 1878.
N. 3. (p. 63 — 6ß) giebt Eisen eine Aufzählung der bei
Gelegenheit der Schwedischen Polarexpedition gesammel-
ten Lumbricinen. Es sind im Ganzen 13 Arten, die bis
auf eine [AUolobopliora NordensJäöldii n. sp. aus Sibirien)
sämmlich schon früher, die meisten durch unsern Verf.
selbst (s. Jahresber. 1874), bekannt geworden sind. Aus
der beigefügten, die geographische Verbreitung illustri-
renden Tabelle geht hervor, dass manche dieser Arten, wie
Lumbr. terrestris, L. rubellus, L. foetidus u. a. in Nord-
Amerika so gut, wie in Europa zu Hause sind.
Perrier's Abhandlung über ^,les vers de terre du
Bresil" (Bullet, soc. zool. France T. IL p. 241—247) ist mir
nicht näher bekannt geworden. Der Verf. soll darin u. a.
die geographische Verbreitung der Brasilianischen Regen-
würmer behandeln. Während das Gen. Titanus hiernach
ausschliesslich auf Brasilien beschränkt ist, kommt Uro-
chaeta auch noch auf den Antillen und in Java vor, Peri-
chaeta sogar vielfach auch in der alten Welt. Als neu be-
schreibt Verf. PericJiaeta dicystis und P. tricystis, so genannt
wegen der verschiedenen Zahl der Begattungstaschen.
Weyenberg liefert (Bolet. Acad. nac. ciencias Ar-
gent. T. III. p. 213-218) Beschreibungen neuer Regen-
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. GG
494 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Würmer: Lumhricus matutimis, L. argentinus, L. dissidens,
L. corduvensis.
Verrill beschreibt in dem Report upon the inverte-
brate animals of Vinegard soiind (Washington 1874) aus-
ser den schon im letzten Jahresberichte aufgeführten Poly-
chaeten auch zwei neue Oligochaeten : ClHellio irrorata
und Halodrilus (n. gen.) littoralis^ und charakterisirt das
neue Genus (p. 329) folgendermaassen:
Halodrilus Verr. u. gen. Body long and slender. Blood
white or colourless. Setae small, acute, in four fan-shaped fascicles
on each segment. The alimentary canal consists of a pyriform
pharynx, followed by a portion, from whicb several (five to seven)
rounded or pyriform coecal lobes of different sizes arise on each
side and project forward and out ward ; those are followed by a
large two-lobed portion, beyond whicb the intestine is constricted,
then thikened and convoluted, and covered with polygonal greenish
glandulär cells, whicb become fewer farther back, where the inte-
stine becomes a long, narrow, convoluted tube. In the anterior part
of the body around the stomach and coecal lobes, there are nume-
rous convolutions of slender tubes. The blood-vessels running along
the intestine contain a colourless fluid.
Vejdovszky untersucht (Zeitschft. für wissensch.
Zoologie Bd. XXVII. S. 541-553. Tab. 37) die Anatomie
seines Trichodrilus Pragengis und kommt zur Ueberzeu-
gung, dass dieser Wurm, der in den Brunnen von Prag
vorkommt, in so vielen Merkmalen von der Gattung Tri-
chodrilus abweicht, dass für denselben eine neue Gattung
Phreatothrix aufgestellt werden muss , die folgender-
maassen charakterisirt wird:
Phreatothrix Vejd. Oliochaeten mit einem Paar Samenta-
schen im 11. Segment. Zwei Paar Samenleiter; vier Samentrich-
ter im 9. und 10. Segment. Die ausstülpbaren Penes münden am
10. Segment. Zwei Paare von Hoden, welche sich zu beiden Seiten
des Darmes vom 6. bis 15. Segment erstrecken. Mit einem Paar
Eileiter, welche am 13. Segment vor den Bauchborsten ausmünden.
Die Eierstöcke am Dissepimente ^^/j, im 11. Segment. Jedes Seg-
ment ist versehen mit einer unbestimmten Anzahl der contiactilen
Seitengefässschlingen, welche mit zwei blinden Anhängen enden. Die
Borsten sind einfach, zart, in zwei Doppelreihen zu jeder Seite des
Körpers.
Ebenso veröffentlicht Vejdovszky ebendas. S. 332
—362. Tab. XXI— XXIV) „anatomische Studien an Rhynch-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 495
elmis limosella Hoffm.", demselben Wurme, den, wie Verf.
nachweist , Grube als Euaxes filiformis beschrieben
hat. Verf. schildert in dieser Abhandlung die einzelnen
Organsysteme und kommt durch die Ergebnisse seiner Un-
tersuchungen zu dem Resultate, dass Rhynchelmis, die
auffallender Weise im geschlechtsreifen Zustande über-
wintert, mit den Gattungen Lumbriculus, Stylodrilus und
Trichodrilus derselben Familie (den Lumbriculiden) zusam-
mengehört. Alle diese Formen stimmen zunächst darin
tiberein, dass ihre Borsten in vier Doppelreihen stehen und
höchstens undeutlich gespalten sind. Ein contractiles Herz
fehlt, aber dafür sind die Gefässe der einzelnen Segmente
zahlreich und bisweilen stark verästelt. Die in zweifacher
Anzahl vorhandenen Samenleiter vereinigen sich in ein
gemeinschaftliches drüsiges Atrium, das am 10. Segmente
ausmündet. Die Eileiter sind trichterförmig. Was das
Gen. Rhynchelmis selbst betrifft, so wird dieses folgender-
maassen charakterisirt.
Khynchelmis Hoffm. im Licolen mit einem Paar Samenta-
schen im 8. Segment, vier drüsigen Samenleitern, die sich zu zwei
im 10. Segment ausmündenden Atrien vereinigen. Zwei Hoden vom
13. — 50. (54,), zwei Eierstöcke im 51. (55.) Segment. Zwei, zwischen
11. — 12. Segment ausmündende Ovidukte, eine mitten im ^. Seg-
ment sich öffnende Eiweissdrüse. Die Prostatadrüse zieht sich längs
der ganzen Atrien hin ; der Penis fehlt. Ausser den normalen, das
Rückengefäss mit dem Bauchgefäss verbindenden Gefässschlingen in
jedem Segment noch ein Paar freier gefiederter Schlingen. An den
Fortpflanzungsorganen verlaufen drei dickere Gefässe, die sich zu
einem dichten Gefässnetz verzweigen. Borsten einfach in zwei paa-
rigen Reihen zu jeder Seite des Körpers.
Eisen beginnt seine Abhandlung „On the anatomy
of Ocnerodrilus" (Transact. Soc. Upsula 1878. 12 Seiten
mit 2 Tafeln in Quart) mit eiper Uebersicht über die Gat-
tungen der Lumbriculiden, die dabei folgendermaassen
zusammengestellt werden.
A. Die Samenleiter sind paarweise zusammengewachsen, ohne Pro-
stata an der Ausmündungsstelle. Samenleiter und Receptacu-
lum münden durch eine gemeinsame Oeffnung. Kein Atrium,
aber ein Herz. Das Rückengefäss ist im Vordertheile drei-
gabelig, das Bauchgefäss ungegabelt Ocnerodrilus n. gen.
496 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
I. Die Prostatadrüsen umgeben das Atrium von allen Seiten.
Das Receptaculum liegt vor dem Samenleiter.
1. Alle secundäre Gefässe gefiedert. Kein äusserlichcr Pe-
nis Lumbriculus Gr.
2. Gafässe sowohl gefiedert, als auch nicht. Kein Penis
Rhynchdmis Hoff m eis tr.
3. Gefässe nicht gefiedert. Mit Penis . . StyJodrüus Clap.
IL Die Prostatadrüsen umgeben das Atrium nur an der Spitze.
Receptaculum hinter dem Samenleiter.
4. Die Seitengefässe gegabelt. Ein Paar Receptaculum
Plireatothrix Vejd.
5. Die Seitengefässe ungetheilt. Zwei Paar Receptaculum
TrichoäriJns Clap.
Dieser Uebersicht folgt dann noch eine eingehende
Charakteristik der einzelnen Gattungen, der schliesslich eine
kurze Darstellung der Anatomie des neuen Genus ange-
fügt wird. Der Oesophagus, so berichtet unser Verf , geht
im 3. Segmente in einen langgestreckten Bulbus über, der
bis zu dem 9. Segmente reicht. Im 7. Segmente ist der-
selbe mit zwei sackförmigen Anhängen versehen, wie
solche sonst bei keinem Limicolen weiter vorkommen.
Das Rückengeläss pulsirt schwach, ist dafür aber im 8.
und 9. Segmente mit zwei Paar stark pulsirenden Herzen
versehen. Im 7. Segmente entspringen von dem Rückenge-
fäss zwei Seitengefässe, welche sich gegen den Mundlappen
fortsetzen. Das Bauchgefäss ist ungegabelt. Die secundä-
ren Gefässe sind von zweierlei Art: theils solche, die dem
Darm angehören, theils auch solche der Körperwand. Die
letzteren hängen mit dem Bauchgefässe zusammen. Sa-
menleiter und Prostata haben eine gemeinsame Oeffnung
im 16. Segment. Atrium und Prostatadrüsen fehlen. Die
zwei Paar Hoden liegen im 8. und 9. Segmente, der grosse
Eileiter nimmt das 13. Segment ein, während die Ovarien
(IPaar) sich im 11. Segment befinden. Das aussergewöhn-
lich grosse Receptaculum mündet im 16. Segment, reicht
aber von da aus bis zum 25. Eiweissdrüsen sind nicht
vorhanden. Die einzige bisher bekannte Art 0. occidcnta-
lis n. sp. stammt aus Californien. Zum Schluss spricht
Verf. übrigens die Ansicht aus, dass die Gattung Criodri-
lus, welche in so auffallenden Charakteren von den ver-
in d. Naturgescb. d. nied. Thicre währ. d. Jahre 1876—1879. 497
wandten abweicht, vielleicht nicht ohne Grund auch als
Repräsentant einer eigenen Familie (oder Subfamilie) be-
trachtet werden könne.
Derselbe versucht in seinem ^preliminary report on
Genera and Species of Tubificidae^' (Bihang tili k. svensk.
vet. Akad. handling. 1879. Bd. V. N. 16. 26 Seiten mit 1
Tafel), die Gattungs- und Art - Charaktere der Tubifici-
den durch streng anatomische Merkmale, besonders der
Geschlechtsorgane, festzustellen und gibt dabei nebst einem
Schlüssel zur Bestimmung der Gattungen eine gründliche
Beschreibung der bis jetzt bekannten und von ihm entdeck-
ten Arten. In einer kurzen anatomischen Einleitung wird
hervorgehoben, dass die Penisscheide, so wie die innere
Hülle des Oviductes bei den Tubificiden meistens chitinig
sei, die äussere Bekleidung des letzteren aber immer eine
muskulöse Beschaffenheit habe und an der Leibeswand
befestigt werde. Die Copulationsorgane sind von Muskeln
umgeben, die manchmal spiralig um dieselben aufgerollt
sind. Was nun die Systematik betrifft, so gestaltet sich
diese, nach der Meinung unseres Verf. 's am besten folgen-
dermaassen :
Subfam. Telmatodrilini'. Atrium mit mehreren Prostata-
drüsen. Gefässsystem mit 5 Paar undeutlich pulsirenden Herzen im
6. bis 10. Segment. Das Bauchgefäss ist an eine Körperseite
gerückt und dem Rückengefäss genähert, nicht contractu. Bor-
sten ähnlich, wie bei den Lumbriculiden, doch zahlreicher in jedem
Bündel; bei den erwachsenen Thiereu ungetheilt, bei jungen zuweilen
unvollständig gegabelt. Die Längscommissuren der Bauchganglien
sind durch Queranastomosen verbunden. Mündung des Recepta-
culum seminis und Vas efferens im 10. Segmente.
Telmatodrilus n. gen. Charaktere der Subfamilie.
Subfam.: Tuhifieini. Atrium mit nur einer Prostatadrüse.
Ein Paar pulsirender Herzen im 7. borstentragenden Segmente.
Bauch- und Rückengefäss einander genau gegenüber liegend. Längs-
commissuren der Bauchganglien ohne Queranastomosen. Borsten von
mehrerlei Art, die kurzen immer gegabelt. Mündung des Recep-tacu-
lums und Vas efferens wie bei den Telmatodrilini.
I. Borsten haar-, kämm- und gabelförmig; immer in zweien dieser
Formen vorhanden.
A. Das Kopfganglion vorn mit einem grossen konischen Fort-
satze. Die Spermatophoren ausserordentlich lang und spi-
ralig gewunden. Oviduct einfach . Spiroderma Gen. n.
498 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
B. Das Kopfganglion ohne vorderen konischen Fortsatz. Sper-
matophoren kurz und breit; nicht gewunden,
a. Vas efforens kurz und breit, nie viel länger als Atrium
und Copulationsorgane zusammen. Keine Herzen
Hyo drilus n. gen.
b. Vas efferens lang und schmal, länger als Atrium und
Copulationsorgane zusammen.
1. Basis des Receptaculums mit Drüsen. Am Vas efferens
oder Atrium eine grosse Vesicula seminalis. Haarför-
mige und gabiige Borsten, von denen die erstem bis-
weilen fehlen; niemals kammförmige Borsten. Mitt-
lerer Theil des Atriums drüsig Hemituhifex n. gen.
2. Basis des Receptaculums ohne Drüsen. Der mittlere
Theil des Atriums nicht drüsig. Atrium mit Vesi-
cula seminalis. Immer dreierlei Borsten
Psammorliyctes Vejd.
3. Basis des Receptaculums ohne Drüsen. Der mittlere
Theil des Atriums nicht drüsig. Ohne Vesicula se-
minalis. Mit haar- und gabelförmigen Borsten
Tuhifex Lam.
II. Nur gabelige Borsten.
1. Penis und Ovidukt ohne spiralige Muskeln
Limnodriliis n, gen.
2. Dieselben von einem muskulösen Spiralbande umgeben
C a mp to drilus n. gen.
Indem wir für die nähere Charakteristik der neuen
Genera auf das Original verweisen, lassen wir schliesslich
noch ein Verzeichniss der von unserem Verf. neu beschrie-
benen Arten folgen: Telmato drilus (n. gen.) Vejdovszhji^
Spirosperma (n. gen.) ferox^ Hyodrilus (n. gen.) Ter-
rieri, H. sodalis^ H. fragilis, Hemitiih ifex (n. gen.) insig-
niSj Tuhifex campanidatus, Limnodrilus ornaüiSj L. Steiger-
toaldi, L. monticola, L. cdpestris, L. Silvani, Camp to dri-
lus (n. gen.) spiralis, C. corallinus, G. californicus. Mit
Ausnahme von Spirosperma ferox und Hemitubifex insig-
nis, die in Schweden gesammelt wurden, stammen diesel-
ben sämmtlich aus Californien.
Ve jdovszky handelt in der Ztschr. f. wisseuschaftl.
Zoologie' (Bd. XX VII. S. 137— 154. Tab. VIII) über den
auch in Böhmen vorkommenden Tubifex umbellifer und
verwandte Gattungen, und kommt im Verlaufe seiner ün-
in d. Naturgesch. d. iiied. Thiere wälir. d. Jahre 1876—1879. 499
tersuchimgen zu der Ueberzeiigung, class dieses Thier in
seinem Bau gar wesentlich von den echten Tubifexarten
abweicht und mit allem Rechte als Repräsentant einer
eigenen neuen Gattung, für die Verf. die Bezeichnung
Fsammorhyctes in Anwendung bringt, zu betrachten sei.
Während die Gattung Limnodrilus bloss gegabelte Borsten
besitzt, Tubifex aber mit haarförmigen und gegabelten
versehen ist, hat Fsammorhyctes nicht bloss diese (letztere
sogar in zweierlei Form), sondern auch kammförmige. In
Betreif des Gefässsystems stimmt unser Wurm allerdings
mit Tub. Bonneti überein; es sind auch seine Geschlechts-
organe in denselben Segmenten gelegen, wie bei Tubifex
und Limnodrilus, aber dafür finden sich sonst wieder be-
trächtliche Abweichungen. So entbehren die Segmental-
organe der blasigen Erweiterungen , die bei den zwei
andern Gattungen vorkommen. Die Samenleiter, welche
bei Tubifex und Limnodrilus ohne Vesicula seminalis
sind und direct in das mit einer Kittdrüse versehene
Atrium übergehen, führen bei Fsammorhyctes in eine Sa-
menblase, welche ihrerseits die Kittdrüse trägt und durch
einen langen dickwandigen Kanal dem Atrium verbunden
ist. In Betreff des Begattungsorganes schliesst sich Fsam-
morhyctes insofern an Tubifex an, als dasselbe eine di-
recte Fortsetzung des Atriums ist, während es bei Limno-
drilus weit davon absteht ; aber andererseits unterscheidet
es sich durch seine Beschaffenheit, die chitinig ist, wie bei
Limnodrilus. Auch darin stimmt Fsammorhyctes mit Lim-
nodrilus, dass die Samenfäden, die bei Tubifex von der
Spermatophorenmasse allseitig umschlossen sind, mit ihren
Flimmerenden aus derselben hervorragen und den betref-
fenden Gebilden dadurch den Anschein lebendiger Organis-
men geben. In der Gestalt der Spermatophoren findet sich
freilich wieder ein Unterschied, indem diese bei Fsammo-
rhyctes ungewöhnlicher Weise mit Widerhaken versehen
sind. Eier und Spermatophoren werden bei Fsammorhy-
ctes auch durch dieselbe Oeffnung entleert, jedoch so, dass
erstere nicht durch die in den Eileiter eingeschlossene
Fenisscheide hindurchtreten.
Forel kennt aus der Tiefe des Genfer Sees zwei
500 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Arten Tubifex, von denen die eine eine sehr absonder-
liche warzige Haut besitzt, einen Lumbriculus, eine mit
Nais proboscidea verwandte Stylaria und einen Cbaetoga-
ster (Mater, faune prof. lac Leman. p. 322). Grube, der
diese Thiere näher untersuchte (Naturhist. Bericht der
schles. Gesellsch. für vaterl. Cultur 1878. S. 72), erkennt
in den erstgenannten Würmern die Saenuris variegata s.
Tubifex rivulorum und eine neue S. vehitina, erwähnt aus-
serdem aber noch einer Clüellio Lemani n., die möglicher
Weise einem neuen Genus Bythynomus zugehört.
In Betreff des letztern Wurmes wird von Grube später
(ebendas. 1879. S. 65) die Bezeichnung Bythynomus Le-
mani angenommen und bemerkt, dass derselbe ein Rücken-
gefäss habe, welches ausser den zum Bauchgefässe ge-
henden Aesten auch noch paarige kürzere blind geendigte
Seitenzweige besitze. Forel sei es gelungen, wird hin-
zugefügt, ein Exemplar dieses Wurmes in der Uferregion
aufzufinden und dadurch auch in diesem Falle die Her-
kunft von einem Uferthiere nachzuweisen.
Aus dem Caspischen Meere beschreibt Grimm von Oli-
gochaeten (1. c. T. I. p. 108—112) Nais sp., Tubifex deser-
ticola n., Limnodrilus Bogdanowii n., Limnodrilus sp., En-
cliytraeus sp.
Tubifex diaplianns n. sp., Facliydrilus fossarum n. sp.,
Enchytraeiis minutus n. sp., AmpJiichaeta (n. gen.) Ley-
digi n. sp. Tauber Annulata Dan. p. 70—76.
Das neue Gen. Äinphichaeta wird von Chaetogaster (wohin
Leydig die von ihm Arch. f. microsc. Anat. 1865. S. 252 beobach-
tete Form stellte) folgendermaassen unterschieden. Praestomium di-
latatum; os inferum; fasciculi uncinorum tam dorsalium, quam ven-
tralium.
Nach den Mittheilungen Sempers (Beitr. zur Biolo-
gie der Oligochaeten a. a. 0. S. 106) ist die Gattung Dero
ganz eben so, wie Nais, auch in den Tropen vertreten.
In den Sümpfen Mindanaos beobachtete derselbe eine
kleine Dero (D. philippinensis n.), welche in kleinen Stü-
cken abgebrochner Zweige lebt und diese wie ein Gehäuse
mit umherschleppt. Eine zweite gleichfalls neue Art (D.
Eodriguem) beschreibt derselbe von Minorka. In beiden
in d. Naturgesoh. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 501
Fällen waren es nur geschlechtslose Kettenthiere, die zur
Beobachtung kamen, wie denn überhaupt Geschlechtsthiere
von Dero bis jetzt noch nicht bekannt sind. Es erklärt
sich das vermuthlich durch den Umstand, dass die After-
kiemen, die den wichtigsten Charakter von Dero bilden,
bei der Entwickelung der Geschlechtsorgane der Eüekbil-
dung anheimfallen, wie das in meinem Laboratorium jüngst
von mir constatirt ist.
In der schon oben, bei Gelegenheit der Lumbrici-
den, angezogenen Abhandlung über die Oligochaeten der
Schwedischen Nordseeexpedition, beschreibt Eisen (p. 66
— 79) eine ganze Anzahl neuer Enchytraeiden, der früheren
Definition nach dem Genus Enchytraeus angehörig, einer
Gattung, die aber von unserm Verf. auf gewisse anatomi-
sche Charaktere hin folgendermassen in drei neue Gat-
tungen zerlegt wird:
Mesenchytrae US n. gen. Die SamenelemeKte sind in der
Leibeshöhle zu kleinen Ballen zusammengehäuft, deren jeder mit einer
Membran , umgeben ist. Supraösophagealganglion vorn tief einge-
schnitten, hinten gerade, mit unbedeutender Einbuchtung. Der Sa-
menleiter sehr kurz und breit, und jhöchstens 6 — 8mal so lang wie
der blasenförmige Theil desselben.
ÄrchencJiytraeus n. gen. Samenfäden beim Eintritt in
den blasenförmigen Theil des Samenleiters frei. Supraösophageal-
ganglion sehr tief eingeschnitten. Samenleiter lang und dünn,
knäuelförmig aufgewunden.
Neoe7ichytraeu s n. gen. Spermatozoon treten frei in den
Samenleiter über. Der hintere Rand des Oberschlundganglions ist
immer convex, die Samenleiter lang und dünn.
Die neuen Arten werden unter folgenden Namen auf-
geführt: MesencJiytraetis pritnaevtis (Novaja-Sembla, Je-
nesey), 31. mirabüis (Jenes.), M. falciformis (Nov.-Sembl.),
Archenchytraeiis Levinsonii (Süd. - Sibir.), Ä. tenelliis (Je-
nes.), A. lampas (Sibir.), A. Diclisonii (Nov.-S.), A. gem-
matus (ebendah.), A. ostraceus (ebendah.), A. nasittus (Je-
nes.), A. affinis (ebendah.), A, profugiis (Grönld.) == Euch.
Pagenstecheri 'Kis., A. nervosus (Noy.-^.), NeoencJiytraeus
fenestrafus (Sibir.), N. Vejdoivsslyi (Nov.-S.), N. Stuxhergii
(ebendah.), N. liydlinus (ebendah.), N. callosus (ebendah.),
N. durus (Schweden und Norweg.), N. Eatselii (Trömsö).
502 Leuckart: Bericht üb. d* wissenschaftlichen Leistungen
Dieser ersten Mittheilung lässt Eisen später noch
eine zweite folgen (on tlie Oligoebaeta collected during
the Sved. exped. to tbe arctic regions in 1870, 1875 and 1878.
kgl. Svenska vetensk. Akad. Handl. Bd. XV. N. 7. 79 Seiten
in Quart mit 16 Tafeln), in denen die von ihm untersuch-
ten Arten eingehend beschrieben werden, und namentlich
auch der Bau ihres Nervensystems und ihrer Geschlechts-
organe sorgfältig dargestellt ist. Dabei ergibt sich denn
die Thatsache, dass jene Arten, welche ein vorn convexes
Supraösophagealganglion besitzen, auch eine höhere Glie-
derung der übrigen Organe zeigen, so dass sie, nach An-
sicht des Verf.'s, als die jüngsten Formen derEnchytraeiden
zu betrachten sind (Neoenchytraetts). Jene Arten dage-
gen, bei welchen der vordere Theil des genannten Gan-
glions tief eingeschnitten ist, haben eine minder entwickelte
Organisation und lassen sich daher als die ältesten Formen
ansehen (Ärchenchytraeus). Zwischen beiden steht die
Gattung Mesenchytraeus, deren Arten zumeist ein vorn
flaches Ganglion besitzen, dabei jedoch höher organisirt
scheinen, als die Arten der Gattung Neoenchytraeus.
Verf. ist nicht geneigt dieselben von Archienchytraeus
abzuleiten, sondern glaubt, dass sie einen Seitenzw^eig des
Gen. Neoenchytraeus bilden.
Vejdowsky legt, nachdem er schon früher (Sitzgsber.
der böhm. Gesellsch. der Wissensch. 1877. Heft 5) eine
vorläufige Mittheilung über die Anatomie und Systematik der
Enchytraeiden gemacht hatte, die Resultate seiner Studien
über diese Thiere in einem umfangreichen Werke nieder,
das unter dem Titel : ^^Beiträge zur vergleichenden Mor-
phologie der Anneliden^', I. (Monographie der Enchytraei-
den) 1879 in Prag mit 14 Tafeln in Quart erschienen ist.
Der Verf. beginnt mit einer historischen Einleitung, be-
rücksichtigt sodann den anatomischen Bau seiner Thiere
und behandelt schliesslich in dem systematischen Theile die
von ihm untersuchten Arten. Von den Ergebnissen seiner
anatomischen Untersuchungen heben wir zunächst die That-
sache hervor, dass die Hypodermis aus Zellen besteht, die
in eine homogene Zwischenmasse eingelagert sind und an
einzelnen Stellen eine drüsige Beschaffenheit annehmen.^
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 503
Bei Anacliaeta unterscheidet man in Mitte der einzelnen
Segmente Drüsenzellen mit grtinem Inhalte (Chlorophyll-
dritsen) und hyaline Intersegmentaldrüsen. Der Gürtel der
geschlechtlich entwickelten Thiere bildet sich auf Ko-
sten der Hypodermiszellen am 12. und an der vorderen
Hälfte des 13. Segmentes. Die „Intercellulardrüsen" sind
als modificirte einzellige Hypoderm^isdrüsen aufzufassen.
Was Eatzel im 4., 5., 6. und 7. Segment als Ganglien-
paare des Schlundnerveusystemes gedeutet, stellt in Wirk-
lichkeit bloss eigenthümliche Septaldrüsen dar, die in kei-
nerlei Zusammenhange mit den Schlundkommissureu ste-
hen. Die typischen, in der Leibeshöhle flottirenden Wan-
derzellen sind als Ernährungszellen der Leibeshöhle und
als Abkömmlinge der ursprünglichen Mesodermzellen auf-
zufassen. Die Leibeshöhle communicirt mit der Aussen-
welt durch den Kopfporus, welcher sich bei Eucliytraeus
und Pachydrilus auf der Rückenseite zwischen Kopf-
und Mundlappen, bei Anachaeta auf dem vordersten Pole
des Kopflappens vorfindet. Die Borsten entstehen in der
Hypodermis, und zwar entweder gleichzeitig in den einzel-
nen Bündeln (gleichlange Borsten), oder es entwickeln sich
die mittleren erst später. In diesem Falle sind letztere
kürzer als die seitlichen. Bei Anachaeta sollen die Bor-
sten auf mächtig entwickelte, einzellige Hypodermisdrüsen
reducirt sein. In der Medianlinie der Bauchseite entsteht
durch Verdickung des Ectoderms und Bildung des Bauch-
stranges eine Unterbrechung der Muskelschichten, die sog.
Bauchlinie. Dabei aber inseriren sich die Quermuskeln in
paariger Anordnung an dem Neurilemm des Bauchstran-
ges. In Betreff des Schlundnervensystems constatirt Verf.
eine völlige Uebereinstimmung mit dem der übrigen Oligo-
chaeten. An dem Oesophagus unterscheidet man einen,
durch Verdickung des Entoderms entstandenen, bewegli-
chen Bulbus. Die für die Gattungen Enchytraeus und
Anachaeta charakteristischen Speicheldrüsen entstehen durch
Verwachsung der in einigen vorderen (5.-6.) Segmenten
befindlichen Segmentalorgane. Pachydrilus entbehrt dieser
Organe. An der Uebergangsstelle der Speiseröhre in den
Magendarm findet man bei Euch, leptodera ein Paar form-
501 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
lieber Lebern, die übrigens bei E. ventriculosus auf blosse
Verdickungen des Entoderms beschränkt sind. Das Baucb-
gefäss lässt sich durch den ganzen Körper verfolgen. Mit-
tels drei Paar Seitengefässschlingen führt dasselbe vorn
in das Ktickengefäss, welches sich als solches aber nur
in bestimmten Segmenten des vorderen Körpertheiles nach-
weisen lässt. Weiter nach hinten wird dasselbe zu einem,
in die Darm Wandungen eingelagerten Blutsinus, von dem die
peristaltischen Bewegungen des Magendarms ausgehen.
Bei Enchytraeus appendiculatus löst sich die Verbindungs-
stelle des Blutsinus mit dem Rückengefäss in ein Gefäss-
netz auf, das von Buch holz als ein Darmdivertikel be-
schrieben wurde. Die bei Lumbricus, Criodrilus und Tu-
bifex vorkommenden Blutkörperchen fehlen dem Enchy-
traeus. Das Blut von Anachaeta und Enchytraeus ist farblos,
das von Pachydrilus ockergelb oder roth. Die Segmental-
organe bestehen überall aus einigen wenigen durchbohrten
Zellen. Sie gliedern sich in ein vor dem Septum gelegenes
sog. Antiseptale, welches den Flimmertrichter trägt, und in
ein Postseptale mit der Aussenöffnung. Bei Pachydrilus be-
ginnen dieselben bereits im 3. Segment, während sie bei
Anachaeta im 6., bei Enchytraeus im 7. Segment ihren
Anfang haben. Die männlichen sowohl, wie die weiblichen
Geschlechtsstoffe entstehen aus dem Mesoderm und in paari-
ger Anordnung, die Hoden im 10. und 11. Segment als amor-
phe (Anachaeta, Enchytraeus) oder birnförmige (Pachydri-
lus) Gebilde. Ebenso markiren sich die Samenleiter zunächst
als solide Zellgruppen, welche die künftigen Samentrichter
darstellen, zu den Segmentalorganen aber in keinerlei Be-
ziehung stehen. Auch bei den übrigen Oligochaeten sollen
dieselben den Segmentalorganen nirgends homolog sein.
Als Eileiter fungiren zwei jederseits im Körper zwischen dem
12. u. 13., oder (bei E.galba) dem 13.— 14,14.— 15., 15.— 16.
Segment gelegene Oeffnuugen, die jedoch nur zeitweilig nach-
weisbar sind, so dass ihre Homologie mit den Segmental-
organen gleichfalls nicht annehmbar erscheint. Was schliess-
lich die Samentaschen betrifft, so münden diese zwischen
dem 4. und 5. Segment nach aussen. Sie entwickeln sich
ebenfalls unabhängig von den Segmentalorganen und zwar
in d. Naturgesch. d. iiied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 505
durch Einstülpung der Körperwand in die Leibesböhle des
5. Segmentes.
Im systematischen Theile des Werkes unterscheidet
Verf. folgende Gattungen :
Borsten stark hakenförmig gebogen. Blut ockergelb, oder roth.
Porns cephalicus zwischen dem Kopf und Mundlappen in der Mit-
tellinie des Rückens. Segmentalorgane in allen Segmenten vorhan-
den, vom dritten anfangend. Hoden gestielt in büschelförmigen
Gruppen zusammengestellt Pachydrüus Clap.
Borsten gerade, selten am freien Ende schwach farblos. Po-
rus cephalicus zwischen dem Kopf und Mundlappen in der Mittellinie
des Rückens. Die Segmentalorgane im 3. — 6. Segment zu sog.
Speicheldrüsen verwachsen. Rückenporen finden sich nur in den
vorderen Segmenten. Hoden amorph. . . . Enchytraeus Henle.
Borsten durch grosse in die Leibesböhle hinein ragende, ein-
zeln stehende Drüseiizellen vertreten. Blut farblos. Porus cephali-
cus am vordersten Ende des KopÜappens. Die Rückenporen fehlen
gänzlich. Die Segmentalorgaue modificiren sich im 3. — 5. Segmente
zu Speicheldrüsen. E[odenschläuche amorph. An ach acta n. gen.
Als neue Arten werden aufgeführt: Pachydrüus fos-
sor, P. sphagnetorum, Enchytraeus puteamts^ E. leptodera,
E. Buchhohiij E. humicuUor, E. lobifer, E. adriaticus, E.
Perrieri, E. Leydigiij E. hegemon, Anachaeta Eisenii. Fast
sämmtlich aus Böhmen.
Vej dovszky's „vorläufige Mittheilungen über die fort-
gesetzten Oligochaetenstudien" (Zoolog. Anzeiger Tb. II.
S. 183 — 185) enthalten einige Nachträge zu der eben ange-
zogenen Monographie , die Resultate von Beobachtungen,
welche durch die Entdeckung einer neuen in der Jugend
sehr durchsichtigen Art Anachaeta {An. hohemica) veran-
lasst wurden. Verf. erkannte an dieser Art, dass die so
vielfach und abweichend gedeuteten Glandes capsulogenes
von d'Udeken mittels zweier Ausführungsgänge in den
Schlundkopf münden, der seinerseits einen eigenen durch
Hülfe besonderer Muskeln ausstülpbaren Fangapparat dar-
stellt. Zwei beim Ausstülpen aus der Mundöffnuug hervor-
tretende Läppchen werden als Geschmacksorgane gedeutet.
Die früher bei Enchytraeus vermissten sog. Seitenstränge
erwiesen sich als Nerven, die zahlreiche Aeste abgeben und
als Sympatici aufzufassen seien. Schliesslich äussert sich
506 Leuckai't: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
Verf. dahin, dass Branchiobdella den Oligochaeten einzurei-
hen sei und unter diesen eine zumeist den Enehytraeiden
verwandte besondere Familie (D i s c o dr i 1 i d a) bilden müsse.
Die Kiefer derselben dürften ihr Homologon in den oben
erwähnten Geschmacksorganen von Anachaeta finden.
Derselbe erwähnt (Sitzungsber. der böhm. Gesellsch.
der Wissensch. 1879. p. 505) ein in Brunnen lebendes
neues Aeolosoma tenehrm-um, mit einem Bauchstrange, der
eine nur äusserst undeutliche Ectodermverdickung darstellt.
Die übrigen Arten sollen desselben gänzlich entbehren.
Verf. bildet aus den Aeolosomen desshalb eine eigene Fa-
milie der Amedullata', und sieht in diesen sehr nahe
Verwandte gewisser Turbellarienformen.
Enteropiieusti. Spengel macht auf der Münchener
Naturforscherversammlung (1877) folgende Mittheilung über
den Bau und die Entwickelung des Balanogiossus (B. mi-
nutus). Der nach Kowalevski und Agassiz beste-
hende Porus an der Spitze des Rüssels ist nicht vorhan-
den, ebenso wenig wie ein freier Hohlraum; der Innen-
raum des Rüssels ist vielmehr zum grossen Theile von
Muskulatur erfüllt, zwischen deren Lücken durch einen an
der Basis des Rüssels auf einer kegelförmigen Erhebung
gelegenen wimpernden Porus Wasser aufgenommen wird.
Der am Grunde des Rüssels befindliche Körper, in welchem
Kowalevski ein Ganglion erkennen zu sollen glaubte,
stellt ein complicirt gebautes Organ dar, bestehend aus
einem Divertikel des Schlunddarmes und dem Centraltheil
des Gefässsystems mit eigenthümlichen taschenartigen, von
einem Gefässnetz durchzogenen Anhängen, deren Hohlräume
mit dem dritten Bestandtheile des Organes, einem Ab-
schnitte der Leibeshöhle, communiciren. An die ventrale
Fläche dieses Centralkörpers des Rüssels legt sich der
vordere Theil des Stützskeletes, dessen hintere gabelför-
migen Enden sich an der innern Wand des Kragens unter
dem als Matrix des Skeletes aufzufassenden Darmepithel
hinziehen. Auch der wie der Rüssel von einem MuskeL
netze durchzogene Innenraum des Kragens nimmt Wasser
in sich auf, und zwar durch zwei mit dem vordersten
Kiementaschenpaar in Verbindung stehende Wimpertrichter,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 507
die Kragenporen. Eine ventrale und eine dorsale Scheide-
wand theilen denselben bei jungen Thieren in zwei seit-
liche Hälften, welche jedoch später durch Schwund der
dorsalen Scheidewand zu einem einzigen Räume verschmel-
zen. Als Rest dieser dorsalen Scheidewand erscheinen bei
B. minutus zwei, bei B. clavigerus drei oder vier haupt-
sächlich aus Fasern bestehende Stränge, welche die äussere
Epidermis mit einem eigenthümlichen longitudinalen Zellen-
strange verbinden. Dieser letztere, welcher als Centraltheil
des Nervensystems angesprochen wird, verläuft in der
Mittellinie von der Bertihrungsstelle zwischen Rüssel und
Kragen bis an den hintern Rand des letztern und geht an
seinem vordem, wie an seinem hintern Ende ohne Grenze
in die Epidermis über. Der an der dorsalen Seite des
Rumpfes liegende Kiemenkorb besteht aus einer mit dem
Alter des Thieres zunehmenden Zahl von paarigen Taschen,
welche durch je einen kleinen Porus nach aussen, durch
zwei Querspalten in den Darmhohlraum münden. Die
diese Spalten trennenden Gewebsbalken sind unter ein-
ander durch dünne Stäbchen verbunden und von einem
Skelete gestützt, das im Wesentlichen von Kowalevski
richtig erkannt ist. Hinsichtlich der Gestaltung des Darmes
und seiner Leberanhänge ist der Schilderung Ko walevski's
nichts hinzuzufügen. Die Leibeshöhle des Rumpfes, welche
gleichfalls von einem Muskelnetz durchzogen ist, zerfallt
wie die des Kragens, von der sie vollkommen getrennt
ist, in zwei seitliche Hälften, welche durch die in der
ventralen und dorsalen Mittellinie liegenden Hauptgefäss-
stämme geschieden sind. Ueber die feinere Structur der
in der Leibeshöhle des Rumpfes angebrachten Geschlechts-
organe konnte nichts mitgetheilt werden, da bisher keine
geschlechtsreifen Thiere zur Untersuchung gelangt waren.
Auf das Nervensystem wurde ein aus den Epidermiszellen
hervorkommendes Netz äusserst feiner Fäden, welche sich
an gewissen Stellen zu ziemlich mächtigen Strängen an-
häufen, bezogen. Diese Stränge verlaufen in der ventralen
und dorsalen Mittellinie des Rumpfes unmittelbar unter der
Epidermis, vereinigen sich am hintern Rande des Kragens
durch einen Ring, an den sich dorsal in der Medianlinie
508 L Guckart: BoricM üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ein unter dem oben als Centraltheil des Nervensystems
bezeiclineten Zellenstrang verlaufender Zug anscbliesst; die
Basis des ßttssels umgibt ein zweiter, naeb hinten in
den Centraltbeil übergebender, naeb vorn allmäblicb unter
der Epidermis verlaufender Ring solcher Fasern. Was das
Blutgefässsystem betrifft, so musste die Existenz der von
Kowalevski bescbriebenen lateralen Gelasse geläugnet
werden. Die medianen Längsstämme, von denen der dor-
sale sieb an das im Centralkörper des Rüssels gelegene
Herz anscbliesst, pulsiren naeb Beobacbtung an ganz jungen
Tbieren und communiciren unter einander durcb ein zwiscben
der Nervenscbicbt der Epidermis und der Körpermuskulatur
gelegenes feines Gefässnetz. Ein zweites, inneres System
von Gefässringen, das sieb jedocb nicbt, wie Kowalevski
angibt, an besondere Eängsstämme, sondern an die beiden
Hauptgefässe anscbliesst, findet sieb im Kiementbeil, und
aucb am Kragen sind Gefässnetze sowobl unter dem Darm
wie unter dem äussern Epithel entwickelt. Auf eine Scbil-
derung der complicirten Anordnung der Muskulatur musste
der Vortragende wegen der Kürze der Zeit verzichten.
Die Untersuchung zahlreicber Tornarien gestattete die Zu-
rückfübrung sämmtlicber Organe des Balauoglossus auf die
bekannten Anlagen der Larve. Die Entstebung der Kiemen
durcb paarige Ausstülpungen des Vorderdarmes wurde den
Angaben von Metscbnikoff und Agassiz entsprechend
erkannt. Die von Metscbnikoff als Seitenplatten be-
zeicbneten Organanlagen zu den Seiten des Magen- und
Enddarmes werden zur Leibesböble, und zwar das dem
Munde näher liegende Paar zur Leibesböble des Kragens,
das hintere zur Leibesböble des Rumpfes. Aus dem sog.
Wassergefüss wird der Innenraum des Rüssels, aus dem
dorsalen Perus desselben der Rüsselporus. Das Herz tritt
als eine Verdickung der Epidermis neben dem Rüsselporus
auf. Entsteht das sog. Wassergeläss wirklich, wie es nach
Götte der Fall ist, als eine Ausstülpung des Darmes, so
sind die in der Entwickelung der Innenräume des Körpers
gegebenen Beziehungen zu den Entwickelungsvorgängen
der Echinodermen unverkennbar. Dagegen erscbeint weder
die Vergleicbung des Rüssels mit dem gleicbnamigen Tbeile
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wäbr. d. Jahre 1876 — 1879. 509
der Nemertinen, noch die des Kiemenkorbes mit demjenigen
der Ascidien durchfülirbar.
Oiiycliopliori. Hutton's Abhandlung „on Peripatus
novae-zealandiae" (Ann. nat. bist. Vol. XVIII. p. 361—369.
PL XVII) macht uns mit einer Form bekannt, die 15 Bein-
paare besitzt, wie der von S aenger (J.-B. 1870. S. 410)
beschriebene P. Leuckarti, der unserm Verf. freilich un-
bekannt geblieben ist, obwohl seine neue Art vielleicht
damit zusammenfällt. Jedenfalls ist nicht der P. novae-
zealandiae, sondern der P. Leuckarti die erste Art des
Gen. Peripatus, die aus Australien kommt. Das Secret
der Schleimdrüse wird nach den Beobachtungen Hutton's,
der über die Lebensweise und das Fortpflanzungsgeschäft
von Peripatus manche neue Angabe macht, dazu benutzt,
die Beute, die bekanntlich aus lebenden Thieren besteht, zu
fangen und festzuhalten. Die Existenz wirklicher Tra-
cheen wird bestätigt, doch fand Verf. dieselben bei seiner
Art fast nur an der Rückenseite rechts und links, ab-
wechselnd mit den Füssen. Ausserdem noch eine einzige
unpaare Trachee, die auf der Bauchfläche hinter dem
Munde nach aussen mündete. Männliche Exemplare sind
dem Verf. nicht zu Gesicht gekommen. Er betrachtet seine
Formen desshalb als hermaphroditisch, zumal er an dem
hintern Ende der Oviducte, dicht vor deren Verbindung
mit dem unpaaren Ovarium, jederseits ein kleines sack-
förmiges Anhangsorgan auffand, das mit Samenfäden ge-
füllt war und als Hoden gedeutet wird.
Schon Moseley hat übrigens in seinen kritischen
Bemerkungen über den hier angezogenen Aufsatz (ibid.
1876. T. XIX. p. 85 — 91) darauf aufmerksam gemacht,
dass diese Deutung vermuthlich falsch sei. Offenbar han-
delt es sich in dem betreffenden Gebilde um eine Samen-
tasche, wie sie in ähnlicher Anordnung bei den Pentasto-
miden vorkommt, bei denen dieselbe gleichfalls längere
Zeit hindurch als Hoden galt. Auch in anderer Bezie-
hung spricht Moseley gegen die Darstellung Hutton's
manchen Zweifel aus.
Die Bemerkungen Moseley's sind freilich zunächst
ausser Stande gewesen, Hut ton von seinem Irrthum zu
Archiv für Natnrg. XXXXHT. Jahrg. 2. Bd. HU
510 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
tiberzeugen. Er verharrt bei der Ansicht (1. c. T. XXL
p. 81), dass sein Peripatus ein Zwitter sei, sieht sich aber
nach wiederholter Untersuchung genöthigt (ibid. 1878. T. I.
p. 204), seinen Irrthum einzugestehen und auch den übrigen
Einwürfen Moseley's gerecht zu werden. '
Balfour bestätigt für Peripatus die schon von Saen-
ger früher beobachteten Segmentalorgane, sowie die An-
wesenheit von ganglionären Anschwellungen an der Bauch-
kette und erkennt schliesslich in dem von Moseley be-
schriebenen Fettkörper eine in den Mund ausmündende
Speicheldrüse. (On certain points in the anatomy of Peri-
patus capensis, Quarterly journ. micr. sc. T. XIX. p. 431
—433 oder Zoolog. Anzeiger T. IL S. 332-334.)
Moseley hebt in seinen Notes on the Species of
Peripatus and especially on those of Cayenne and the
West Indies (Ann. nat. bist. 1879. T. III. p. 263-267)
die Unzulänglichkeit der bisherigen Artbeschreibungen
hervor und macht darauf aufmerksam, dass die Bildung
des ersten und letzten Fusspaares leicht zu einer falschen
Bestimmung der sonst so wichtigen Beinzahl veranlassen
könne. (In der aufgeführten Litteratur fehlt gleichfalls
Sänger's Abhandlung.)
Grube berichtet über zwei Peripatusarten, von denen
die eine, aus Neu-Seeland, mit Per. Leuckarti Sang, stimmt,
die andere aber unter der Bezeichnung Fer. periianus neu
beschrieben wird. Sie ähnelt am meisten dem Per. Ed>
wardsii. Ber. der schles. Gesellsch. für Cultur u. s. w.
aus dem Jahre 1875. Naturwiss. Ber. S. 52.
Gepliyrei.
Der dritte, von Danielssen und Koren herausge-
gebene Band der berühmten Fauna littoralis Norvegiae
(Bergen 1877, 163 Seiten in Folio mit 13 Tafeln) enthält
u. a. (p. 111—156. PL XIII— XV) „a contribution to the
natural history of the Norvegian Gephyreae", eine Ab-
handlung, welche ursprünglich — in dänischer Sprache
und ohne Abbildungen — unter dem Titel „bidrag til de
norske Gephyreers naturhistorie" in den Nyt mag. for na-
in d. Naturgesch. d, nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 511
turviclensk. 1876 (Bd. XXI. p. 108—138) veröffentlicht
wurde. In derselben wird nicht bloss der Bau der Sipun-
culiden und der Verwandten auf Grund eigener Unter-
suchungen eingehend behandelt, sondern namentlich auch
eine Beschreibung der äussern und Innern Organisation
aller bisher beobachteten nordischen Gephyreen hinzugefügt.
Die norwegensche Fauna ergiebt sich darnach als uner-
wartet reich, besonders an PhascolosomeU; indem die Verf.
nicht weniger als 19 Arten (darunter 10 Phascolosomen)
aufzählen, von denen 7 neu sind. Und doch werden manche
früher getrennte Species wieder zusammengezogen, wie
denn auch sonst die Synonjmie mancherlei Berichtigung
erfährt. Der vorausgeschickten anatomischen Darstellung
entnehmen wir zunächst die Thatsache, dass die Verff. die
Hautkörper wiederum als Drüsensäcke in Anspruch nehmen.
Die Anhänge des Rectums scheinen einem grössern Wechsel
unterworfen zu sein, als man bisher wusste, wie wenigstens
daraus hervorgeht, dass die Verff. bei vielen Arten (von
Sipunculus, wie Phascolosoma) dem Enddarm ein mit Speise-
brei gefülltes kleines Divertikel ansitzen sahen. Die Ten-
takelgefässe werden dem Wassergefässapparate der Holo-
thurien gleichgestellt. Mit den Hautgefässen haben die-
selben keinerlei Zusammenhang. Bei manchen Arten,
besonders den tentakellosen Genera Onchnesoma und Thy-
losoma, fehlen die Gefässe gänzlich. An den Segmental-
organen suchten die Verff. vergebens nach einer Communi-
cation mit der Leibeshöhle; sie sind geneigt, anzunehmen,
dass die Geschlechtsproducte, deren Bildung sie in die an
der Basis des Rüssels bei gewissen Phascolosomenarten
vorkommenden Blindschläuche verlegen möchten, durch
Bersten des hintern Leibesendes austreten. Die von unsern
Verff. speciell berücksichtigten Formen sind folgende:
Sipunculus norwegicus Kor. et Dan., S. priapuloides n.
mit einem eicheiförmigen Hinterleibsende, Phascolosoma
Loveni n., Ph. squamatum n., PJi. ahyssorum n. aus der
Tiefe von 2—300 Faden, Ph. pallidum n., gleichfalls ein
Bewohner der Tiefe, Ph. eremita Sars (= Chondrosoma
laeve Oerst. und Ph. boreale Keferst.), Ph. margaritaceum
Sars (= Ph. Oerstedi Keferst.), Ph. Harveji Forb. (= Ph.
512 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
margaritaceum Keferst. und Sip. obscurus Quatref.), Pb.
papillosum Tbomps., Pb. vulgare Blainv. (incl. Pb. elon-
gatum Keferst), Pb. Strombi Mont. (mit var. capitata
Ratbke und var. verrucosa u.), Onchnesoma (n. gen.)
Steenstrupi (= Sip. pyriformis Dan. und -Phase, pusillum
Sars), mit einem nur 3 mm langen Körper, dem ein 12 Mal
so lauger tentakeHoser Ktissel aufsitzt, 0. Sarsii (= Phase,
laevissimum Sars), Tylosoma Lütkenii n. gen. et n. sp.,
ganz ohne Rüssel, dafür aber dicht mit Papillen besetzt,
Priapuloides (n. gen.) typicus (= Priapulus bicaudatus
Dan.), Priapulus caudatus Lam. (incl. Pr. glandifer Ehlers
und Pr. brevicaudatus Ebb), Ecbiurus vulgaris Sav., Ecb.
Lütkenii Dies., Bonellia viridis Rol. In einem Nacbtrage
fügen die Verff. hinzu, dass sie das Gen. Pbascalion Tbeel
nicht als berechtigt anzuerkennen im Stande seien, da die
Cbaraktere, auf welche dasselbe begründet sei (Zabl der
Tentakel, wie der Retractoren u. s. w.) vielfach wechselten.
Die dabin gerechneten Arten werden als Varietäten des
Pbascolosoma strombi gedeutet. Ebenso unterwerfen die-
selben die von Tbeel in der alsbald zu erwähnenden
Mittheilung „sur les Gephyriens inermes des mers de la
Scandinavie, du Spitzberg et du Groenland" aufgestellten
neuen Arten des Gen. Pbascolosoma einer Critik, der zu-
folge Ph. luteum Tb. zusammenfällt mit Ph. Harveji, Pb.
dubium Tb. wahrscheinlich mit Ph. vulgare, Ph. albidum
Tb. und Pb. fulgens Tb. werden als jugendliche Exem-
plare von Ph. margaritaceum gedeutet und Pb. pyriforme
Tb. mit Pb. procerum Moeb. zusammengestellt.
Die neuen Genera werden cbarakterisirt, wie folgt:
Onchnesoma Kor. et Dan. The body small, pear-sliaped. The
proboscis long. The anal aperture a little in front of tbe base of
the proboscis, No tcntacles; no vascular System. One retractor.
Tylosoma Kor. et Dan. The body cyliudrical, densely co-
vered with papillae. Its anterior part truncatcd, broad, scutiforni,
haviüg in the centre a small prominent round oral aperture. Imme-
diately under this is the anal aperture. Its posterior extremity co-
nically tapered. No proboscis, no tentacles, no vascular system.
Priapuloides Kor. et Dan. The anterior part of the body
forms the proboscis. The mouth furuished with teeth. The anal
aperture in the posterior extremity, and on each side of it a long
iu d. Natnrgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 513
cylindrical appenda^^e (gill ?) covered with vesicles. Tbe genital
pores below, and ou the side of the anus.
Theel veröffentlicht (Bihang tili k. Svenska vet.
Acad. liandl. Bd. III. N. 6) „Etudes sur les Gephyriens
inerraes des mers de la Scandinavie, du Spitzberg et du
Groenland" (30 Seiten mit 4 Tafeln) und beschreibt darin
9 Arten Phascolosoma, 3 Phascalion, 1 Aspidosiphon, 4
Priapulus, 1 Halicryptus, 1 Chaetoderma. Sechs Arten
(5 Phascolosoma, 1 Sipunculus) werden als unsicher nur
namentlich aufgeführt. Neu aufgestellt und charakterisirt
sind Phascolosoma luteum (= Ph. margaritaceum Keferst.),
Fh. cluhimn, Ph. validum, Ph. albidum^ Ph. fiägenSj Ph. di-
gitatum^ Phascalion tuberosum^ Ph. spetshergense^ Äspido-
siphon mirabilis.
Die Segmentalorgane der Gephyreen und insonderheit
von Phascolosoma betrachtet Cosmovici (Cpt. rend. 1879.
Mai p. 1093), wie die der Anneliden, als eine Combination
eines eigentlichen Segmentalorganes mit einem Harnsack
oder Bojanus'schen Körper. Die Geschlechtsorgane sollen
in Form einer verzweigten Drüse, wie das auch die vorhin
genannten dänischen Forscher angeben, an der Basis der
hintern Ketractores proboscidis ansitzen und vermuthlich
einem Blutgefässe verbunden sein. Das Ei ist auf der
Dotterhaut, wie Verf. angiebt, mit Cilien besetzt.
Spengel macht (Tagebl. der Münchener Naturfor-
scherversammlung 1877) „anatomische Mittheilungen über
Gephyreen" und bestätigt dabei die Thatsache, dass die
Keimdrüsen der Phascolosomen in Form eines krausen
Querbandes an der Wurzel der ventralen ßetractores pha-
ryngis gelegen seien. Das Gehirn liegt in einem Kanäle,
der an der Basis der Tentakel sich öffnet und stellt eine
knopfförmige Verdickung des Kanalepithels dar. Bei Pha-
scolosoma, wo die Oeffnung dieses Kanales abweichender
Weise von den Tentakeln umstellt ist, sind am Gehirn
zwei Augenflecken angebracht.
Grube handelt in dem naturhist. Berichte der schles.
Gesellsch. für vaterl. Cultur (1876. S. 50) über einige neue
Sipuuculiden, namentlich Ph. japonicum und ein Aspido-
514 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
siphon von St. Vincent, das zumeist an A. Steenstrupii
sich anschliesst.
Salens ky berichtet (morphol. Jahrbücher Bd. IL S. 319
—327. Tab. XXII) „über die Metamorphose des Echiurus",
und zwar auf Grund von Beobachtungen, die er an einer
diesem Genus zugehörigen Larve in Neapel zu machen
Gelegenheit hatte. Dieselbe trug alle Charaktere einer
Annelidlarve des sog. Loven'schen Typus, Hess aber schon
den Bauchstrang erkennen und besass an den Seitenflächen
ihres Magens ein eigenthümliches in Form einer Flimmer-
rinne entwickeltes Organ, das bei dem Uebergange in den
definitiven Zustand allmählich zu Grunde ging und ver-
muthlich als ein provisorisches Athmungsorgan fungiren
dürfte. Die Metamorphose wird durch die Verkümmerung
des Schwimmgürtels eingeleitet, in Folge deren auch das
Schwimmvermögen verloren geht. Die Scheitelhälfte der
Larve wird zu dem löffeiförmigen Kopfanhange, indem
sie sich vor dem Munde rinnenförmig vertieft und am
Rande der Rinne aufwulstet, während die hintere Leibes-
hälfte beträchtlich auswächst und durch Streckung des
Darmes, Entwickelung der sog. Athemsäcke und Bildung
des Borstenapparates dem späteren Wurme immer ähn-
licher wird. Der hintere Borstenkranz war einfach, doch
vermuthet Verf., dass die zweite Borstenreihe noch nach-
träglich zur Entwickelung kommen werde.
„Die Organisation des Echiurus Pallasii'' wird von
Spengel untersucht und in einer vorläufigen Mittheilung
geschildert (Zool. Anzeiger Th. IL S. 542—547 — die aus-
führliche Arbeit ist bald darauf im 34. Bande der Zeit-
schrift für wissensch. Zool. erschienen). Die ziemlich regel-
mässig in Ringen angeordneten Hautwarzen bestehen aus
Anhäufungen einzelliger Drüsen, die ausserdem auch an
der Dorsalfläche des Kopflappeus gefunden werden. In
dem Hautmuskelschlauche unterscheidet mau ausser den
Ringsfasern und Längsfasern noch eine der Leibeshöhle
zugewandte Schicht von schrägen Fasern. Die Leibeshöhle
durchzieht nicht bloss den Rumpf, sondern unter der Form
eines von Muskelfasern durchsetzten niedrigen Kanals auch
den Kopf läppen. Das Bauchmark ist von einer Muskel-
in d. Naturgescli. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 515
scheide umgeben und an den Seiten in einer ununter-
brochenen Schicht mit Ganglienzellen belegt. Ein medianer
der Dorsalfläche angenäherter enger Hohlraum erinnert an
die Neuralkanäle (Röhrenfasern) der Anneliden. Am Vor-
derende spaltet sich der Bauchstrang in zwei Schenkel,
die den Mund umgreifen, an den Seitenrändern der Kopf-
lappen hinlaufen und schliesslich zu einem weiten Schlund-
ringe zusammentreten. Bauchmark wie Schlundring ent-
senden beiderseits Nerven, welche am Rumpfe geschlossene
Ringe bilden. Die Borsten werden je von einer einzigen
grossen Zelle gebildet, die im Grunde der Borstentasche
.liegt, wie das auch bei Bonellia der Fall ist. Am Darme,
der eine sehr bedeutende Länge besitzt, unterscheidet man
ausser Oesophagus, Pharynx und Enddarm einen Zwischen-
darm und Mitteldarm, die beide an der Bauchfiäche von
einer Flimmerrinne durchzogen werden, vor welcher der
schon früher (S. 428) erwähnte Nebendarm hinläuft. Die
dicht vor dem After in den Enddarm mündenden braunen
Schläuche (Analblasen) sind mit zahlreichen Wimpertrichtern
besetzt, welche in je einen kurzen nach innen in die Schläuche
sich öffnenden Kanal führen. Zwei Paare Segmentalorgane
stehen durch einen am Vorderende gelegenen lappigen
Wimpertrichter mit der Leibeshöhle in Zusammenhang und
nehmen durch diesen auch die reifen Geschlechtsstoffe aus
der Leibeshöhle auf. Die Keimstätte der letztern ist, wie
bei Bonellia und Thalassema der hintere Abschnitt des
Bauchgefässes, aber der Modus der Ei- und Samenbildung
schliesst sich mehr an die Verhältnisse von Sipunculus
und Phascolosoma an, indem eine jede weibliche Keimzelle
unter Ausscheidung von Dotterelementen zu einem Ei wird.
Ein Zusammenhang des Gefässapparates mit der Leibes-
höhle konnte nirgends constatirt werden.
In , seiner Monographie „die Echiuren" (Nova Acta
d. Ksrl. Leop. Gar. Deutsch. Akademie d. Naturforscher
B. XLL P. IL N. 1) giebt Greeff eine umfassende Dar-
stellung seiner Studien über diese Gephyreen-Gruppe, nach-
dem er die Resultate derselben zum Theil schon vorher
in den Sitzungsberichten d. Ges. z. Beförd. d. ges. Natur-
wissensch. zu Marburg (Jahrg. 1872 S. 106, 1874 S. 21,
516 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
1877 S. 343, 1879 S. 41) in Kürze bekannt gemacht hatte.
Das erste Kapitel bringt eine ausführliche Schilderung der
geschichtlichen Entwickelung der Kenntniss der Echiuren
nebst Literatur- Verzeichniss. Darauf folgt ein Abschnitt über
„Vorkommen, Lebensweise und geographische Verbreitung
im Allgemeinen", aus dem hervorzuheben, dass die Echiuren
auf dem Grunde des Meeres in Röhren des Sandes oder
in Höhlungen des Gesteines oder zwischen demselben leben,
die Larven aber sämmtlich, so viel wir wissen, pelagisch
sind. Vertreter der Gattungen Echiurus und Thalassema
finden sich in verschiedenen Meeren, Bonellia nach den
bisherigen Beobachtungen (fast Ref.) nur im Mittelmeer. Nach
einigen weiteren allgemeinen Bemerkungen über äussere
Körperform und Bewegung" wird der Bau der Echiuren nach
den einzelnen Organsystemen ausführlich behandelt. Die
bei den meisten Echiuren nach aussen, oft in mehr oder
minder regelmässigen Ringeln, vorspringenden Papillen
werden als Nervenpapillen in Anspruch genommen. Da-
neben aber finden sich auch Hautdrüsen. Die Muskulatur
besteht in der mittleren Körperregion aus drei Schichten,
einer äusseren und inneren Ringfaserschicht und einer
zwischen beiden liegenden Längsfaserschicht. Am Vorder-
und Hinterende des Körpers nehmen die Muskelfasern,
namentlich der inneren Ringfaserschicht, einen unregel-
mässigen Verlauf. Die Muskeln bestehen aus lang ausge-
zogenen spindelförmigen Fasern, die sich bei genauerer
Untersuchung als Bündel von feinen Primitivfibrillen er-
weisen, welche von einer gemeinschaftlichen Hülle um-
geben sind. Die Hautborsten sind auf der Aussenfläche
längsgestreift und aus dicht zusammengedrängten sehr feinen
Fäserchen zusammengesetzt. Die meisten Borsten ent-
halten einen Axenkanal. Neben den Hauptborsten ent-
stehen immer neue, die zum Ersatz der ausfallenden be-
stimmt sind. Verf. acceptirt die vom Ref. für den rüssel-
förmigen Anhang vorgeschlagene Bezeichnung Kopflappen
oder Kopfzapfeu, womit eine morphologische Uebercin-
stimmung dieses Gebildes mit dem der Anneliden hervor-
gehoben werden soll. Der Rüssel ist auf der ausgehöhlten
Innenfläche mit Cilien bekleidet. Am Darmkanal werden
in d. Natiirgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 517
vier Abschnitte unterschieden, Schlund, Speiseröhre, Mittel-
darm und Enddarm, von denen der sehr lauge Mitteldarm
dem Magen entspricht. Eine besonders ausführliche Dar-
stellung widmet Verf. dem Blutgefässsystem, das zunächst
aus einem Kücken- und Bauchgefässstamm besteht, die
durch Queräste miteinander in Verbindung treten. Das
Rückengefäss verläuft am Darm, ist pulsirend und zeigt
eine herzartige Erweiterung; nach vorne setzt es sich als
eine mediane Rüsselarterie fort, die sich auf der Spitze
des Rüssels gabiig theilt. Das Bauchgefäss liegt auf der
Mittellinie der inneren Bauchwand über dem Nervenstrang
und setzt sich in zwei in den Rändern des Rüssels hin-
laufende Gefässe fort, die vorne in die Gefässgabel der
Rüsselarterie übergehen. Ausserdem hat Verf. ein anderes
vielmaschiges System von Kanälen innerhalb des Rüssels
nachgewiesen, Fortsetzungen der Leibeshöhle, die als Lei-
beshöhlenkanäle des Rüssels bezeichnet werden. Auf Grund
von Gefässinjektionen glaubt Verf. annehmen zu müssen,
dass diese Leibeshöhlenkanäle auf der Spitze des Rüssels
mit dem Blutgefässsystem communiciren. Als Kiemen
(Analkiemen) nimmt Verf. die bekannten beiden braunen
Schläuche des Enddarms in Anspruch. Während diese
Schläuche bei allen bisher untersuchten Echiuren frei gegen
die Leibeshöhle gerichtete Wimpertrichter tragen, konnten
diese letzteren bei einer neuen freilich nicht frisch unter-
suchten Art, Thalassema Moehii von Mauritius, nicht auf-
gefunden werden. Hier konnte also eine Verbindung der
Leibeshöhle mit dem Innern der Schläuche und durch
diese mit der Aussen weit auf dem sonst durch Wimper-
trichter ermöglichten Wege nicht Statt haben. Dieser Be-
fund veranlasste Verf. zu einer genauen nochmaligen Unter-
suchung auch der übrigen Formen, die ihn dazu führte,
auch bei diesen eine durch die Wirapertrichter hergestellte
Verbindung der Leibeshöhle mit dem Schlauchlumen in
Abrede zu stellen. Von den Wimpertrichtern soll sich
vielmehr ein Kanalsystem nur in die Wandung des Schlau-
ches erstrecken, das die Leibeshöhlenflüssigkeit aufnimmt
und mit dem Wasser der Schläuche in Berührung bringt.
An dem Nervensystem wird der Bauchstrang und der im
518 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Kopfzapfen oder Rüssel liegende weite Nervenring unter-
schieden. Der Bauchstrang zeigt äusserlich keine ganglio-
nären Anschwellungen, aber eine deutliche Duplicität. Der
peripherische Theil desselben enthält hauptsächlich die
zelligen Elemente. Sowohl den Bauchstrang als den Schlund-
ring durchzieht ein innerer Längskanal, der als Central-
kanal bezeichnet wird. Als Fortpflanzungsorgane resp.
Keimdrüsen fungirt, wie zuerst Lacaze- Duthiers für
Bonellia nachwies, bei allen Echiuren ein auf dem hinteren
Theile des Bauchmarkes gelegener Zellstrang. Von ihm
gelangen die Zeugungselemente, auf einer frühen Stufe der
Entwickelung sich ablösend, in die Leibeshöhle, wo sie
reifen und so lange verweilen, bis sie von den vorderen
Geschlechtsblasen, den eigentlichen Segmentalorganen, ver-
mittelst der au jeder Blase sich befindlichen inneren trichter-
förmigen Oeffnuug aufgenommen und nach aussen geführt
werden. Der von Kowalewsky bei Bonellia entdeckte
sehr merkwürdige Dimorphismus der Geschlechter, dem
Verf. früher mit einiger Zurückhaltung begegnet war, wird
auf Grund erneuerter Untersuchung in vollem Maasse an-
erkannt. Die über den Bau der parasitischen Männchen
gewonnenen Resultate schliessen sich zumeist an diejenigen
an, welche Vejdovsky in der alsbald hier anzuziehenden
Abhandlung über diese interessanten Geschöpfe veröffentlicht
hat. Bezüglich der Entwickelung der Echiuren bestätigt
Verf. die von Salensky erhaltenen Resultate über die
bewimperten pelagischen Larven. Mehrfache Bemühungen,
durch künstliche Befruchtung der Eier des Echiurus Pal-
lasii über die ersten Entwickelungsstadien Aufschluss zu
erhalten, waren von nur geringem Erfolg, da die Befrach-
tungsversuche fast immer fehl schlugen. In den Eiern
des Echiurus Pallasii findet sich nach den Beobachtungen
des Verfassers sehr häufig ein doppelter Keimfleck, der
aus dem ursprünglich einfachen hervorgegangen zu sein
scheint. Den „Parasiten der Echiuren", auf die wir bei
späterer Gelegenheit zurückkommen, wird ein besonderes
Kapitel gewidmet. Der systematische Theil beginnt mit
einigen Bemerkungen über die zoologische Verwandtschaft
der Echiuren, in welchen die früher vielfach aufgestellte
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 519
Ansicht einer Zusammengehörigkeit dieser Thiere mit den
Echinodermen für unhaltbar erklärt wird. Weit eher kön-
nen die Echiuren den Anneliden angeschlossen werden,
da zwischen diesen beiden Thiergruppen wichtige Homo-
logieen bestehen, wie sie uns namentlich in den Segmental-
organen, dem Blutgefässsystem, dem Nervensystem und
den Larvenformen entgegentreten. Entsprechend der bis-
herigen Anschauung werden die Gephyreen als besondere
Wurmklasse bezeichnet, in der die Sipunculiden (Gephyrea
inermia) und Echiuren (Geph. armata) als besondere Ord-
nungen zu unterscheiden seien.
Ord. Echiurea. Der walzenförmige am Vorder- und Hinter-
ende mehr oder minder verjüngte und abgerundete Körper trägt
an seinem Vorderende einen nicht retractilen, halbkanalartig nach
der Bauchseite zu geöffneten rüsselförmigen Anhang, der entweder
schaufeiförmig endigt (Echiurus, Thalassema) oder in zwei ebenfalls
offene Arme ausgeht (Bonellia). Im Grunde des rüsselförmigen An-
hangs liegt der Mund, an dem hinteren Ende des Körpers der After.
Bald hinter dem Munde bauchwärts finden sich zwei nach aussen
hervortretende Hakenborsten, je einer seitlich neben der mittleren
Bauchlängslinie. Bei der Gattung Echiurus treten zu diesen beiden
vorderen Hakenborsten noch zwei Kränze von stiletförmigen Borsten
am Hinterende hinzu. Hinter den beiden vorderen Hakenborsten
liegen die äusseren Oeffnungen der Segmentalorgane entweder einfach
(Bonellia) oder paarweise (Echiurus, Thalassema). Der Hautmuskel-
schlauch besteht aus einer äusseren Epithelialschicht, einer darauf
folgenden Bindegewebsschicht und einer kräftigen, aus einer äusseren
und inneren Ring- und einer mittleren Längsfaserschicht zusammen-
gesetzten Muskulatur, vermittelst deren die beständigen, starken
und für die ganze Gruppe charakteristischen Contractionen des
Körpers und Rüssels ausgeführt werden. Die Leibeshöhle ist weit
und enthält den langen mehrfach aufgewundenen Darm, in dessen
Endstück zwei schlauchförmige Blasen (Analkiemen) münden. Das
Nervensystem besteht aus einem Bauchstrang und einem von seinem
Vorderende ausgehenden, in dem Rüssel verlaufenden Schlundring.
Zwei Hauptblutgefässstämme, ein Darmgefäss und Bauchgefäss, stehen
innerhalb der Leibeshöhle mit einander in Verbindung. Ausserdem
communicirt das Blutgefässsystem mit der Leibeshöhle. Die keim-
bereitende Geschlechtsdrüse ist unpaar und liegt auf dem hinteren
Theile des Bauchnervenstranges. Die von ihr sich lösenden Ge-
schlechtsprodukte gelangen in die Leibeshöhle und werden von den
inneren Oeffnungen der Segmentalorgane in diese aufgenommen. Die
Geschlechter sind getrennt und entweder äusserlich und innerlich
520 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
gleich gebildet, oder die Männchen sind heteromorph und hetero-
biotisch. Die pelagisch lebenden Larven sind ähnlich den Larven
der Anneliden, nach dem sog. Loven'schen Typus gebaut und mit
mittleren Wimperkränzen versehen,
Echiurus. Rüssel einfach, auf der Spitze nicht in zwei Arme
divergirend. Zwei vordere Hakenborsten. x\usserdem zwei Kränze
hinterer Stiletborsten.
E. Pallasii Guerin, E. forcipatus Reinhardt, E, ritchaensis
Brandt, E. chilensis Max Müller, E. caraibicus Diesing, E. chrysa-
canthophorus Pourtales.
Eine besonders ausführliche Schilderung über die Formen
und Lebensverhältnisse der angeführten Arten giebt Verf. von E.
Pallasii, den er an der Nordsee, besonders auf den westfriesischen
Inseln, vielfach aufgesucht und lebend beobachtet hat. E. Pallasii
lebt in meist über 1 Fuss tiefen Röhren und Gängen des Sandes
und Schlickes. Je zwei nach aussen mündende Röhren gehen unten
durch eine Querröhre bogenförmig zusammen. Bemerkenswerth auch
in systematischer Hinsicht für E. Pallasii sind die Hautpapillen, die
bei dieser Species verhältnissmässig ansehnliche Anschwellungen
bilden und als kugelige weisse Knötchen die Körperoberfläche be-
decken. Meistens lassen sich 21 — 23 Querringel von grösseren Pa-
pillen unterscheiden. Zwischen diesen ist noch eine sehr grosse
Anzahl kleiner entweder ebenfalls in Querreihen gestellter oder un-
regelmässig zerstreuter Papillen vorhanden.
Thalassema. Rüssel einfach auf der Spitze nicht in zwei
Arme divergirend. Zwei vordere Hakeuborsten. Die hinteren Borsten
fehlen.
Th. Neptuni Gaertner, Th. erythrogrammon Max Müller, Th.
gigas Max Müller, Th. Grohmanni Diesing, Th. Pelzelnii Diesing,
Th. Lessonii Diesing, Th. Baronii Greeff, Th. Moebii Greeff.
Th. Baronii fand Verf. auf den canarischen Inseln (siehe
Sitzungsberichte der Ges. zur Bef. d. ges. Naturwiss. zu Marburg
1872. S. 106 u. 1877. S. 68, erwähnt in diesem Jahresbericht Jahrg.
37. S. 412), und Th. Moebii ward von Moebius auf Mauritius ent-
deckt und dem Verf. behufs genauerer Untersuchung übergeben.
Bonellia. Rüssel sehr lang, auf der Spitze in zwei diver-
girende Arme sich theilend. Zwei vordere Hakenborsten. Hintere
Borsten fehlen.
Diese Gattuugscharaktere der Bonellia beziehen sich selbst-
rodend nur auf die Weibchen, während die sehr kleinen in den
Geschlechtswegen der Weibchen lebenden heteroraorphen Männchen
des charakteristischen Rüssels vollständig entbehren, neben den
Weibchen somit eine besondere Charakterisirung fordern. Ob der
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jalire 187G— 1879. 521
«
geschlechtliche Dimorphismus einen Gattungscharakter für Bonellia
darstellt, müssen weitere Untersuchungen entscheiden.
Bonellia viridis Rolande.
S tu der beschreibt als neu noch Thalassema verru-
cosum von den Kerguelen (Archiv für Naturgesch. 1879.
Th. I. S. 124).
„Die Eibildung und die Männchen von Bonellia viri-
dis" bilden den Gegenstand einer Abhandlung von Vej-
dovsky, die in der Ztschft. für wissensch. Zoologie 1878.
Bd. XXX. S. 487—508. Tab. XXX erschienen ist. Die
Eibildung, so geht daraus hervor, erinnert in vielfacher
Beziehung an die der Insekten, indem der Ausgangspunkt
des spätem Eies auch hier ursprünglich eine Gruppe gleich-
werthiger Zellen ist, von denen sich nur eine einzige auf
Kosten der übrigen entwickelt, während die umgebenden
Follikelzellen allmählich die Natur einer Umhtillungshaut
annehmen. Die männlichen Individuen leben anfangs, so
lange die Weibchen noch nicht geschlechtsreif sind, (zu
6 — 15) im Oesophagus, wohin sie wahrscheinlich mit dem
Schlamme gelangen, der die Hauptnahrung der Bonellia
abgiebt. Erst später, bei Ausbildung der Eierstöcke und
des Eibehälters wandern sie in den Eileiter, um hier bis
zur Befruchtung der Eier auszuharren. In der äussern
Gestalt und theilweise auch der Innern Organisation (be-
sonders des Darmapparates) den Rhabdocoelen, in Hinsicht
des Leibesschlauches auch den Nemertinen verwandt, stim-
men sie doch in anderer Beziehung, namentlich in dem
Bau des Nervensystems und der Geschlechtsorgane, mit
den Weibchen überein. Das erstere ist ein einfacher Strang
ohne Ganglien, der unter dem Darme hinzieht, und die
andern sind durch einen Spermatozoenbehälter ausgezeich-
net, der in Gestalt und Besitz eines Flimmertrichters mit
dem Eibehälter der Weibchen übereinstimmt. Dazu kommt
dann schliesslich noch der Umstand, dass die Männchen
der sog. kleinen Varietät von Bonellia nach den hier an-
gezogenen und inzwischen auch in dem Archiv, zool. ex-
per. 1877 veröffentlichten Beobachtungen Marion's hinter
der Geschlechtsöffnung, ganz wie die Weibchen, zwei starre
Borsten besitzen.
522 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Selenka lässt diesen Mittlieilimgen später (Zoolog.
Anzeiger* Th. I. S. 120, 121) einige Ergänzungen und Be-
richtigungen folgen, aus denen hervorgeht, dass den männ-
lichen Bonellien bisher nur mit Unrecht eine Mundöffnung
beigelegt wurde, indem diese eben so fehlt, wie der After.
Dafür aber besitzen dieselben im hintern Körperdrittheil
zwei bisher übersehene Segmentalorgane. Das Nerven-
system besteht nicht bloss aus dem mit Ganglienzellen
durchsetzten Bauchstrange, sondern auch aus zwei untern
Schlundganglien und einem weiten Schlundring. In der
Leibeshöhle und im parenchymatösen Bindegewebe finden
sich stets vereinzelte chlorophyllhaltige Wanderzellen von
derselben Beschaffenheit wie bei den Weibchen.
Auch Spengel behandelt (Mittheilungen aus der
zool. Station zu Neapel Bd. I. S. 357-419. Tab. VIII-XII)
„die Eibildung, die Entwickelung und das Männchen der
Bonellia" und bringt durch seine eingehenden und um-
fassenden Untersuchungen unsere Kenntnisse über die-
selben zu einem befriedigenden Abschlüsse. Ueber den
ersten Theil dieser Abhandlung, der den Vorgängen der
Eibildung gewidmet ist, können wir hier mit der Bemer-
kung hinweggehen, dass die Darstellung des Verf.'s im
Grossen und Ganzen an die im Wesentlichen auch von
Greeff bestätigte Schilderung Vejdovsky's sich an-
schliesst. An einzelnen Correcturen ist freilich kein Maugel,
doch müssen wir hierfür, wie überhaupt für die Einzeln-
heiten, auf die reichhaltige und wichtige Abhandlung selbst
verweisen. Nur das mag hier noch erwähnt sein, dass
die jüngsten Keimzellen oder, genauer gesagt, die Zellen,
deren Abkömmlinge das Ei liefern, die sog. Ureier,
dem Peritonealüberzuge des Bauchgefässes zugehören,
aus dem erst durch Veränderung dieser Zellen — be-
kanntlich nur in der hintern Hälfte des Gefässes — das
sog. Ovarium hervorgeht. Die Furchung des befruchteten
Eies ist eine inäquale, indem die zuerst entstehenden vier
Furchungskugeln nicht gleichmässig sich theilen, sondern
an ihrem obern feinkörnigen Pole mehrfach kleinere Blasto-
mcren abschnüren, welche sich dann weiter theilen und
die vier grossen Furchungskugeln, deren Protoplasma eine
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 523
Anzahl grosser Fettballen in sich einschliesst, bis auf einen
kleinen Porus allmählich umwachsen. Dabei fahren übri-
gens diese Macromeren fort, sich zu theilen, aber die Theil-
stücke gelangen nicht mehr an die Oberfläche der Embryo-
nalkugel, sondern bleiben unter der ectodermatischen Mi-
cromerenschicht liegen. Sie bilden die Anlage des Darm-
epithels und sind demnach als Entodermzellen aufzufassen.
Der Kern des Embryo wird von den immer noch recht
grossen vier Macromeren eingenommen, deren Fettballen
je in einen ansehnlichen Tropfen zusammengeflossen sind.
Eine ringförmig den Blastoporus umfassende tiefere Lage
von Ectodermzellen wird als die erste Anlage des Meso-
derms gedeutet. Allmählich bilden denn die Ectoderm-
zellen das charakteristische grüne Pigment, erst zerstreut,
später immer dichter. Gleichzeitig entstehen Wimpern,
Anfangs in Form eines einzigen äquatorialen Bandes, dem
sich aber bald nach hinten ein zweites Band hinzugesellt.
Die Entodermzellenmasse ist jetzt bereits von einer dünnen
Mesodermlage umschlossen, und das Nervensystem durch
eine locale Schichtung des Ectoderms in erster Anlage
gebildet. Nun beginnt der Embryo sich zu strecken
und gleichzeitig in dorsoventraler Richtung etwas abzu-
platten. Der Körper ist durch die Wimperschnüre in drei
Abschnitte getheilt, von denen der vordere eine halbkuglige
Gestalt hat und jederseits einen grossen dunkelbraunen
Augenfleck trägt. Auf diesem Stadium verlässt der Em-
bryo, indem er sich rasch noch weiter streckt und ab-
plattet, die Gallerthülle, in der er bisher gelegen war,
um nach Art einer mesotrochen Annelidlarve umherzu-
schwimmen. Die Bewegungen sind übrigens träge und
werden oftmals unterbrochen, indem die Thierchen sich
niederlassen und nach Art eines Strudelwurmes an fremden
Gegenständen umherkriechen. Die nächsten Veränderun-
gen betreffen das Mesoderm, das sich im Vorderleibe
zu einer ziemlich mächtigen schwammigen Masse ver-
dickt, in die das immer noch dem Ectoderm verbundene
Oberschlundganglionband mit seiner strangartigen Fort-
setzung hineinragt. Wo die Aeste des Schlundrings sich
vereinigen, bildet sich um diese Zeit auch der Oesophagus,
524 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaitlichen Leistungen
aber nicht vom Ectoderm aus, sondern als eine Wulstung
des Entoderms, die Anfangs ganz solide ist und erst später
mit dem Ectoderm in Verbindung tritt. Allmählich gehen
die Veränderungen des Mesoderms auch auf den übrigen
Leib über. Es zerfällt in eine splanchnische und soma-
tische Platte, von denen die letztere die stärkere ist und
am Rücken wie am Bauch seitlich von der Mittellinie
strangartig sich aufwulstet. Beide Sträuge bestehen An-
fangs aus gleichartigen Zellen, doch tritt sehr bald in
ihnen eine Differenzirung auf, deren Resultat die Ausbil-
dung einer aus Rings- und Längsfasern zusammengesetzten
Muskelschicht und eines darunter gelegenen schwammigen
Maschenwerks mit eingestreuten indifierenten Zellen ist.
Bis hierher ist die Entwickelung der männlichen, wie der
weiblichen Thiere durchaus übereinstimmend. Der Körper
trägt nach wie vor seinen Flimmergürtel und besitzt einen
Darm, der trotz der vorhandenen Oesophagealanlage all-
seitig geschlossen ist und ein Paar langgestreckte Oeltropfen
in sich enthält. Doch das ändert sich, sobald die ge-
schlechtliche Differenzirung anhebt. Bei den weiblichen
Individuen entsteht zunächst eine Leibeshöhle, die rasch
zu einer ansehnlichen Weite heranwächst und die beiden
hintern Körperabschnitte blasenartig auftreibt. Die Flüssig-
keit,, mit der dieselbe gefüllt ist, wird vermuthlich durch
die um diese Zeit als Ausstülpungen des hintersten Darm-
abschnittes entstehenden Analsäcke und den After, der
jetzt gleichfalls durchbricht, aufgenommen. Die darin
schwimmenden Zellenhäufchen entstammen dem Mesoderm,
das nur im vordem Abschnitte des Larvenkörpers, der zu
dem sog. Rüssel (richtiger Kopf läppen) wird, die frühere
parenchymatöse Beschaffenheit beibehält. Der ursprüng-
lich darin gelegene Darmtheil schwindet, so dass der gleich-
zeitig mit dem After entstandene Mund dem vordem Darm-
ende immer näher rückt. Wie die Durchbruchstelle des
Mundes zu dem vordem Wimperkranze sich verhält, lässt
sich nicht direct beobachten, da derselbe, weim auch später,
als der hintere, doch schon zeitiger verloren geht, als letz-
tere sich bildet. Zum Ersätze bedeckt sich die ganze
Epidermis des Wurmes mit einem gleichmässigen kurzen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 525
Wimperkleide. Im Innern des Kopfes trifft man nach
dem Schwinden des vordem Darmtheiles nur noch die
Aeste des Schliindringes, die vorn sich bogenförmig schlies-
sen, ohne ein besonderes Ganglion zu bilden, und drei
Ge fasse, zwei seitliche und ein mittleres, die sich nach
hinten in die Gefässe des übrigen Körpers fortsetzen. Da
der Leibeshöhleninhalt zeitweilig in letztere übertritt, stehen
beiderlei Theile offenbar irgendwo in Zusammenhang. Ein
Näheres hierüber Hess sich leider nicht feststellen, doch
hält der Verf. für ausgemacht, dass die Gefässe als üu-
plicaturen des Peritonaeums (der splanchnischen Mesoderm-
platte) entstehen. Auf diese Weise erklärt sich auch der
merkwürdige Umstand, dass die Peritonealbekleidung des
Darmes — ob Zeitlebens, ist freilich fraglich — einen
Blutraum darstellt, der Darm also gewissermaassen in einem
Gefässe liegt. Ueber die Bildung der Borsten können wir
hier hinweggehen. Sie geschieht schon frühe, wie denn
auch die ersten Anlange der Geschlechtsorgane schon zu
guter Zeit sich beobachten lassen. Vor den Borsten,
zwischen ihnen und der Mundöffnung finden sich zwei
dünnhäutige, frei in die Leibeshöhle hineinragende Kanäle,
die sonder Zweifel als Segmentalorgane zu deuten sind,
obwohl eine innere Oeffnung an ihnen nicht nachgewiesen
werden konnte. Freilich sind es nicht die bleibenden Ex-
cretionsorgane, welche hinter den Borsten liegen, sondern
solche von bloss vorübergehender Dauer. Wie die defini-
tiven entstehen, hat sich leider nicht beobachten lassen,
da die Würmer sämmtlich nach Aufzehren der Oeltropfen
im Darme zu Grunde gingen. Die spätem Veränderungen
sind übrigens nur untergeordneter Natur, da sie, von der
Verlängerung des Darmes und dem Körperwachsthum ab-
gesehen, fast ausschliesslich auf das Auswachsen des Kopf-
lappens sich beschränken. Was nun die Entwickelung
der männlichen Individuen betrifft, so unterscheidet sich
diese wesentlich in solchen Beziehungen, welche — von
der geschlechtlichen Ausbildung einstweilen abgesehen —
als ein Zurückbleiben auf der Stufe einer Larve sich kenn-
zeichnen. Es gilt das nicht bloss in Betreff des Kopf-
lappens und der gesammten Form des Körpers, die fast
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. JJ
526 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
vollständig den Larvenzustand bewahren, sondern aucli
für den Darmapparat, der stets geschlossen bleibt und
selbst die Anlage der Speiseröhre wieder untergehen lässt,
so wie für das Nervensystem. Das Mesoderm erreicht
niemals die mächtige Entwickeluug, wie bei den Weibchen,
und bildet eine nur enge Leibeshöhle, deren Zelleninhalt
alsbald in Samenelemente sich umwandelt. Die Eutwicke-
lung von Gefässen unterbleibt. Borsten bilden sich nur
bei der kleineu Bonellia minor, deren Larven auch an
Grösse nicht unbeträchtlich zurückbleiben, aber an der
Bauchfläche durch Wucherung des Epithels eine Art Saug-
scheibe entwickeln, durch welche sie von den Jugendformen
der gewöhnlichen Art in auffallender Weise abweichen.
Die Umbildung in die männliche Form geschieht übrigens
nicht im Freien, sondern am Körper der Weibchen, an
dem die männlichen Larven zunächst den Rüssel aufsuchen,
um dann von da, denselben entlang, in den Oesophagus
überzutreten, in dem sie auch bei geschlechtsreifen Weib-
chen nur selten vermisst werden. Erst nach Abschluss
der Metamorphose gelangen sie in die weiblichen Leitungs-
apparate, den sog. Uterus (Segmentaldrüse). Der Samen-
schlauch tritt auffallender Weise durch den Schlundring,
um am vordem Kopfende auszumünden und hat einen com-
plicirtern Bau, als bisher bekannt war. Die Entstehungs-
weise desselben ist schwer zu beobachten, so dass Verf. eine
Zeitlang der Ansicht war, es möchte derselbe von dem
vordem, ursprünglich weit in den Kopftheil hineinragenden
Ende des Darmes geliefert werden. Eine Zusammenstellung
mit dem Uterus des Weibchens ist unstatthaft; dagegen
dürfen die von Selenka bei den Männchen entdeckten
Segmentalorgane dem letztern als homolog zur Seite gesetzt
werden.
Ampliinenra. v. Ihering sieht (vergl. Anatomie des
Nervensystems und Phylogenie der Mollusken Leipzig 1877.
S. 30) in Chaetoderma und Neomenia (J.-B. 1875. S. 245
u. 247) Würmer, die unter sich in naher verwandtschaft-
licher Beziehung stehen, aber nicht den Gcphyreen zuge-
hören, obwohl sie an diese zunächst sich anschliessen,
sondern mit den Chitonen, die nur unrichtiger Weise als
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 527
echte Mollusken betrachtet würden, zu einer gemeinschaft-
lichen Gruppe zu verbinden seien. Mit Rücksicht auf die
Bildung des Nervensystems wird für diese neue Gruppe
die Bezeichnung Amphineura in Anwendung gebracht.
Sie soll den Ausgangspunkt der Prosobranchiaten, Gastero-
poden und Acephalen (der sog. Arthocochliden v. Iher.) ab-
geben — die übrigen Mollusken (Platycochliden v. Iher.)
sollen von Plattwtirmern abstammen — und wird folgen-
dermaassen charakterisirt:
Seitlich symmetrische coelomatöse Würmer von kurzer ge-
drungener Gestalt, cylindrisch oder mit ventraler Fusssohle. Leibes-
wand dick, sehr muskulös. Cutis mit zerstreut stehenden zahl-
reichen kurzen Stacheln. Augen und Fühler fehlen. Gehörorgane
nicht bekannt. After endständig. Nervensystem aas einem (bei
Chaetoderma wirklich unvollständigen?) Schlundringe und vier davon
abtretenden, den Körper der Länge nach durchsetzenden starken
Nervenstämmen bestehend, von denen die beiden ventralen durch
Quercommissuren strickleiterförmig unter einander verbunden sein
können. Coelom meist gänzlich von der Eingeweidemasse ausge-
füllt, bei manchen von Bindegewebszügen vielfach durchsetzt. Der
Geschlechtsapparat unmittelbar über dem Darme gelegen.
Graff, der darauf hin sowohl Chaetoderma, wie
Neomenia einer weitern Untersuchung unterwarf (Neo-
menia und Chaetoderma, Ztschft. für wissensch. Zool. Bd.
XXVIII. S. 557—570) und dabei unsere Kenntnisse beson-
ders über das Nervensystem dieser Thiere mehrfach be-
richtigte und erweiterte, trägt kein Bedenken, diesen An-
sichten, soweit sie die nahe Verwandtschaft der genannten
zwei Formen betreffen, beizupflichten. Es geschieht das
vorzugsweise in Anbetracht des Umstandes, dass es ihm
gelang, bei Chaetoderma nicht bloss den bisher vermissten
Schlundring aufzufinden, sondern auch die Anwesenheit
einer rudimentären Bauchfurche zu constatiren. Dieselbe
erscheint als eine nach innen einspringende stachellose
Hautfalte, ist aber nur von geringer Tiefe und ausschliess-
lich auf die Unterseite des Schwanztheiles beschränkt. Bei
Neomenia ist dieselbe nicht bloss über den ganzen Leib
ausgedehnt und breiter, sondern auch mit Flimmerhaaren
bekleidet. Die innern Längsnervenstämme sind, wie bei
den Chitonen, durch zahlreiche Quercommissuren verbunden
528 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistung-ön
und gleich den äussern, an ihrer Ursprungsstelle mit einem
deutlichen Ganglion versehen, das bei Chaetoderma fehlt,
wenn es nicht etwa durch die Seitentheile des stärker
entwickelten Oberschlundganglions vertreten ist. Quer-
commissuren fehlen bei Chaetoderma. Die bei Neomenia
rechts und links in den Magenraum vorspringenden Falten
bedingen eine Art Kammerung und repräsentiren nach
unserem Verf. eine Bildung, wie sie in ähnlicher Weise
bei gewissen Würmern gefunden wird.
Von hoher Bedeutung für die Frage nach der syste-
matischen Stellung von Chaetoderma sind auch die Resul-
tate der Beobachtungen, die A mau er Hansen in dem
nyt magaz. Naturvidensk. (1877. Bd. XXII. p. 354—377
mit 5 Tafeln) über den anatomischen Bau dieses merk-
würdigen Geschöpfes angestellt hat. Hiernach bedarf die
Vorstellung, welche wir uns auf G raff 's Untersuchungen
hin über dasselbe gemacht haben, einer gründlichen Umge-
staltung, in Folge deren Chaetoderma der Gruppe der Mol-
lusken in einem noch höhern Grade sich annähert. So
hat sich zunächst die Thatsache herausgestellt, dass der
vordere im Innern des Rüssels gelegene Mundraum in
vieler Hinsicht mit einem Schneckenpharynx übereinstimmt.
Der ansehnliche Zahn, der in der ventralen Mittellinie vor-
springt, ist in die Substanzmasse eines Wulstes eingesenkt,
die sich um so eher einer Zunge vergleichen lässt, als in
dessen Wänden zwei Gebilde vorkommen, die unsern Verf.
an einen Zungenknorpel erinnern. In dem Dotterstocke
Graffs erkannte Hansen ein sackförmiges Organ, das
hinten in den Darm mündet und mit seinen Querfalten
und dem dicken Epithelialbelage einen drüsigen Anhang,
eine Leber, zu bilden scheint. Was Graff im Vorder-
körper unseres Thieres als Eileiter deutete, ist nach Han-
sen ein Rückengefäss, das in ganzer Länge oberhalb des
Darmes hinzieht und sich am hintern Körperende herz-
artig erweitert. Im Umkreis dieses Herzens ist ein beson-
derer Pericardialraum entwickelt, in den von hinten zwei
ansehnliche Drüsen, dieselben Gebilde, welche Graff als
Theile einer Kiemenhöhle auffasste, mit Hülfe eines kurzen
flimmernden Ganges einmünden. Verf. hält es für wahr-
in d. Naturesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 529
scheinlich, dass dieselben Nieren seien, denkt aber auch,
da er in dem Pericardialranme ein Mal Eier vorfand, an
die Möglichkeit, dass sie als Schleimdrüsen zu functioniren
hätten. Die Keimdrüsen sind unpaare Schläuche, die ober-
halb des Darmes gelegen sind. Das Ovarium, in dem
die Eier auf verschiedener Entwickelungsstufe beobachtet
wurden, ist von Graff als Uterus gedeutet, die Hoden
aber sind übersehen. G r äff s männliche Keimzellen dürften
entweder Bindegewebskörper oder Blutzellen gewesen sein.
Die sehr abweichenden Resultate beider Untersucher finden
wohl darin ihre Erklärung, dass Graff nur zwei Exem-
plare zu seiner Disposition hatte, die er in Querschnitte
zerlegte, während Hansen die reichen Vorräthe des Ber-
genschen Museums zu benutzen in der Lage war. In Be-
treff der systematischen Stellung von Chaetoderma spricht
sich übrigens der Verf. sehr vorsichtig aus. Er erkennt
allerdings die vielen Beziehungen an, die unser Thier zu
den Mollusken hat, gesteht aber andererseits zu, dass das-
selbe in keiner der bis jetzt bekannten Gruppen passend
untergebracht werden könne.
Auch Theel betont (1. c. p. 24) die Verschiede*n-
heiten, welche zwischen Chaetoderma und den Priapuliden
sowohl, wie den Sipunculiden obwalten, glaubt ihnen aber
dadurch genügend Rechnung getragen zu haben, dass er
ersteres zum Typus einer eignen, den Gephyreen zuge-
hörenden Familie (Chaetodermidae Th.) macht. Was über
den Innern Bau des Genus mitgetheilt wird, ist zunächst
nur bestimmt, die Eigenthümlichkeiten desselben in das
rechte Licht zu stellen.
Was Neomenia betrifft, so wird dieses Thier übri-
gens von Koren und Danielssen mit aller Entschie-
denheit als eine Schnecke in Anspruch genommen. Die
norwegenschen Forscher bilden daraus eine eigne den
Opisthobranchiaten zugehörige Gruppe und erkennen in
der Tullbergischen Art — die Arbeit T u 1 1 b e r g's ist
inzwischen übrigens zum grossen Theile in dem Arch.
zooL exper. T. V. p. I— IV übersetzt worden — den schon
1868 von M, Sars aufgestellten, aber unbeschrieben ge-
bliebenen Solenopus nitidulus. Zur nähern Charakteristik
530 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
des Thieres wird eine kurze Darstellung des anatomischen
Baues hinzugefügt, die besonders insofern unsere Berück-
sichtigung verdient, als sie den Nachweis liefert, dass die
Geschlechtsorgane zwitterhaft sind und eine viel grössere
Zusammensetzung besitzen, als das bei Chiton der Fall
ist. Aus diesem Grunde bestreiten die Verf. auch die
Verwandtschaft mit Chiton. Sie stellen Solenopus zu den
Opisthobranchien und bilden daraus unter Berücksichtigung
des Umstandes, dass die schon von Tüll b er g gesehenen
retractilen Organe neben dem Mastdarm in Wirklichkeit
als Kiemen sich erwiesen, eine besondere Ordnung, die der
Telobranchiata. Dabei glauben unsere Verf. übrigens neben
der altern Art von Sars noch sechs neue Species unter-
scheiden zu können, Solefiopus affinis, S. Dalyelii (= Ver-
miculus crassus ? Dal.), S. incrustatus, S. margaritaceus, S.
horealis und S. Sarsiij Arten, welche mit Ausnahme der
erstem, die der jüngere Sars in Messina sammelte, sämmt-
lich den nordischen Küsten angehören. (Archiv for Mathe-
matik og Naturvidensk. Kristiania 1876: beskrivelse over
nye Arter, herhoerende til slägten Solenopus samt nogle
opslysninger om dens Organisation, 11 Seiten, in's Engl,
übersetzt Ann. nat. bist. 1879. T. III. p. 321—328.) Weitere
ausführliche Mittheilungen werden in Aussicht gestellt.
Den Darstellungen unserer Verff. gegenüber sucht v.
I he ring übrigens mit Rücksicht besonders auf die oben
angezogenen Untersuchungen Graffs die Berechtigung
seiner Auffassung von Neuem nachzuweisen. ;,Bemerkungen
über Neomenia und über die Amphineuren im Allgemeinen"
Morphol. Jahrbücher, Bd. IV. S. 147-155.
Norman hebt die Thatsache hervor, dass Neomenia
auch an der Brittischen Küste vorkomme, und zwar eben
sowohl in der Form von N. carinata TuUb. (Solenopus ni-
tidulus Sars), wie in der von N. Dalyellii. Ann. nat. bist.
1879. T. im. p. 164.
Chaetognathi.
Nach Moss gehören die Sagittcn zu den verbreitet-
sten und häufigsten Thieren der Oberflächenfauna in den
in d. Naturgescli. d. uied.Thiere wälir. d. Jahre 1876 — 1879. 531
arctischen Meeren. Prelim. notice of the surface-fauna of
the arctic seas. Journ. Linnaean Soc. T. XIV. p. 124.
Lange rhans handelt (Monatsber. der Berl. Akad.
1878. S. 189—193) „über das Nervensystem der Chaetogna-
then". Er bestätigt im Allgemeinen die Angaben Kr oh n's,
erweitert dieselben aber durch Entdeckung eines im Kopfe
gelegenen vollständigen Schlundringes, dem die vom Kopf-
ganglion zunächst nach vorn gehenden Nerven als Com-
missuren, und die schon von Krohn neben dem Munde
aufgefundenen zwei Ganglien als ventrale Schlundganglien
angehören. Von letztern gehen einige kleine Haut- und
Muskelnerven ab. Ebenso entsenden die Schlundcommis-
suren, kurz bevor sie ihre ventralen Ganglien erreichen, je
nach innen einen Nerven zu einem kleinen runden Knoten
(Buccalganglion), welcher dem Schlünde hart anliegt und
nach hihten einen Nerven an die Darmwand abgiebt. Verf.
meint, dass die Sagitten sich durch den Besitz dieses
Schlundringes von allen übrigen Würmern entfernen und
bestimmten Molluskenformen nahe rücken. Die Zellen der
cutanen Sinnesorgane, zu denen man die Nerven leicht
verfolgen kann, haben den charakteristischen Bau der Siü-
nesepithelien, zeigen aber bei den verschiedenen Arten in
Anordnung und Gruppirung mancherlei Unterschiede. Verf.
verspricht, seine Beobachtungen bei einer spätem Gelegen-
heit ausführlich mitzutheilen.
Die bei Madeira einheimischen Sagitten gehören nach
demselben Verf. (Ztschft. für wissensch. Zool. Bd, XXXIV.
S. 132 ff.) zu eilf verschiedenen Arten, von denen eine S.
magna als neu vom Verf. beschrieben wird. Die Arten
lassen sich in drei Genera ordnen.
Sagitta Slabb. Körper schlank; zwei Paar Nebeckiefer, zwei
Paar freie Seitenflossen.
Krohnia n. gen. Körper schlank; ein Paar Nebenkiefer,
ein Paar freie Seitenflossen. Hieher Kr. bamata Moeb.
Spadella n. gen. Körper gedrungen, subcutanes Gewebe sehr
entwickelt und bis zur einzigen Seitenflosse nach hinten reichend ;
zwei Paar Nebenkiefer.
Sagitta elegans n., Verrill Invertrbr. anim. Vineyard
soimd 1. c. p. 332.
532 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliche:! Leistungen
Nematodes.
In seinen „Untersuchungen über freilebende Nemato-
den und die Gattung Cliaetonotus" sucht Bütschli (Ztschft.
für wissensch. Zool. Bd. XXVI. S. 363—411) nach Darle-
gung seiner neuen Beobachtungen über Rhabditiden und
einer eingehenden Schilderung des Baues von Chaetono-
tus zunächst den Nachweis zu führen, dass letztere, und
die Gastrotrichen überhaupt, mit Echinoderes zu einer ge-
meinschaftlichen Gruppe, denNematorhynchen, zu ver-
binden seien, die dann ihrerseits zwischen den Nematoden
und Arthropoden vermittelten. Eine nähere Verwandtschaft
der letztern mit den Annulaten wird in Abrede gestellt,
es sollen beide freilich von einer gemeinschaftlichen (rä-
derthierartigen) Urform abstammen, unter sich aber kei-
nerlei directe Beziehungen haben. Aus den Arthropoden-
zweigen seien dann schon frühe die Nematoden, aus dem
Annulatenzweige die Plattwürmer (ohne Hirudineen, die
den Anneliden zugehörten) hervorgegangen. Der Rüssel von
Echinoderes wird der mit Borsten ausgekleideten vorstülp-
baren Mundhöhle von Chaetonotus verglichen, und dieFurca
als ein Extremitätenpaar in Anspruch genommen.
Die Aehnlichkeit der Nematoden mit den Anneli-
den ist nach Bütschli eine bloss scheinbare. Sie wird
vornehmlich durch die Seitenlinien bedingt, die aber bei
beiden Gruppen von verschiedener Bedeutung sind, indem
dieselben bei den Nematoden wohl kaum als Verdickungen
der Hypodermis entstehen, sondern vermuthlich dem Meso-
derm ihren Ursprung verdanken.
Aus den Mittheilungen über Chaetonotus (maximus
Ehrenb.) — die übrigens vor Publikation des Ludwig'-
schen Aufsatzes (J. B. 1875. S. 472 niedergeschrieben sind
— heben wir zunächst den Umstand hervor, dass die
Flimmerzone der Bauchfläche in der Medianlinie durch
einen flimmerlosen Hautstreifen unterbrochen ist. Das cen-
trale Nervensystem besteht aus einer länglichen Zellen-
masse jederseits neben dem Oesophagus. Ein Hautmuskel-
schlauch fehlt, seine Stelle wird von ziemlich ansehnlichen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1870. 533
mehrfach verästelten Zellen vertreten, die sich an die Lei-
beswände der iunern Organe anheften. Daneben finden
sich auch Anzeichen von Längsmuskelfasern, welche der
Hypodermis anliegen. Ein neben dem Anfangstheile des
Darmes gelegenes knäuelartig verschlungenes Gefäss (Was-
sergefäss?) scheint auf der Bauchseite auszumünden. Die
Eierstöcke sind in paariger Anordnung zu beiden Seiten
des; Darms gelagert, nicht unpaar. Männliche Thiere
oder deutliche Spermatozoen konnte Verf. nicht auffinden,
doch bemerkte derselbe in der Umgebung der Ovarien
vielfach eine Anzahl unregelmässig gestalteter körniger
Körper, „die man unter Umständen als Spermatozoen in
Anspruch nehmen könnte".
Was Verf. über freilebende Nematoden mittheilt
(S. 363—385), bezieht sich zum Theil auf neue, hier zum
ersten Mal beschriebene Arten, bietet aber mehrfach auch
eine Erweiterung und Verbesserung früherer Beobachtun-
gen. Die Angaben beziehen sich auf TylencJms imperfe-
cttis n., Aphelenchus sp. (Char. gen. emend.), Rhahditis
fluviatilis n., Rh. elongata Sehn., Diplogaster (mit verbes-
serter Genusdiagnose) longicauda Gl., D. similis n., D. ri-
valis Leydig (= D. micans M. Seh.), D. striatus n., D.
gracüis n., Anguillula sp. (Ehrbg. non Sehn. = Cephalo-
bus Bast, und Leptodera Sehn., Formen enthaltend, die
sich eng an Oxyuris anschliessen), Trilobus pellucidus Bast.,
Dorylaimus papillatus Bast. (/, D. stagnalis Duj. J", Tripyla
papillata Bütschli, Mononchus truncatulus Bast. cT, Ironus
ignavus Bast. Bei Diplogaster gracilis und D. similis
gelang es den Begattungsact zur Beobachtung zu bringen.
Bei Cephalobus rigidus (Leptodera rigida Sehn.) unter-
scheidet Verf. nach der Gestalt der Spicula und der An-
ordnung der Schwanzpapillen zwei von einander verschie-
dene männliche Formen.
Auch sonst haben unsere Kenntnisse von den frei le-
benden Nematoden viele Bereicherung erfahren. Zunächst
durch de Man's „Contributions ä la connaissauce des
Nematoides marins du golfe de Naples'' (Tijdskr. neerland.
dierkund. vereenig. Deel IIL 31 Seiten PI. VlI— IX). Nur
wenige der beobachteten Arten sind bereits von früherher
534 Leuckart: Bericht üb d. wissenschaftlichen Leistungen
bekannt. Die grösste Mehrzahl (15) ist neu, so dass wir
jetzt einige 60 Formen aus dem Mittelmeere kennen. Und
doch bilden diese offenbar erst den bei Weitem kleinsten
Theil der dortigen Nematodenfauna. Sämmtliche Arten
sind von unserem Verf. eingehend mit ihren charakteri-
stischen Merkmalen beschrieben und abgebildet. Es sind :
Symplocostoma tenuicoUis Bast., Oncholaimus albidus n.,
0. Dujardinü n., 0, assimilis n., 0. campylocercus n. (au-
genlos)^, Enchelidium Eherthi n. , Anticoma tyrrhenica n.,
Fhanoderma gracile n., Leptosomatum bacillatum Eb., Tho-
racostoma echinidon M.-, Monohystera gracilis n,, M. ce-
phalophora n., Spira hioadata n., Sp. mediterranea n., Gya-
tholainms spirophorns n., C. longicaudatus n., Chromadora
neapolitmia n., Ch. chlor opMJiahna n., Ch. laeta n.
Ebenso veröffenlicht de Man (ibid. Deel V. p. 2 ff.
^die einheimischen, frei in der reinen Erde und im süs-
sen Wasser lebenden Nematoden") als Prodromus einer
später von ihm herauszugebenden Monographie der frei
lebenden Nematoden eine Beschreibung der von ihm theils
entdeckten, theils auch eingehend untersuchten Formen.
Wir entnehmen daraus die Charaktere der neu aufgestellten
Genera und eine Aufzählung der Species novae.
Alaimus n, gen. Mundhöhle fehlend. Weibliche Geschlechts-
organe einseitig unpaar. Spicula ohne accessorische Stücke. A.
primitivus n. sp. A. dolichurus d. M. (= Monohystera dölichura d. M.).
Deontolaimus n. gen. Mundhöhle fehlend. Beim Männ-
chen am ventralen Vorderende des Körpers eine mediane Reihe
kreisförmiger Papillen. D. papülatus n. sp.
Bastiania longicaudata n. sp.
Aphanolaimus n. gen. Seitenorgane ausserordentlich gross,
ungefähr kreisförmig und so breit, dass sie beinahe die ganze Breite
des Kopfendes einnehmen. Mundhöhle fehlt. Beim Männchen vor
dem After eine mediane Reihe von vier chitinisirten Ausführungs-
gängen. A. attentus n. sp.
Monohystera micropMIialma -, M. macrura; M. vulgaris; M.
Simplex; M. agilis und M. bulhifera nn. sp.
Tripyla ßlicaudata; Tr. affinis; Tr. monohystera und Tr. are-
nicola nn. sp.
Desmolaimus n. gen. Mundhöhle mit drei concentrischen,
parallelen, kreisförmigen, chitinösen Verdickungsleisten. D. zeelan-
dicus n. sp.
in d. Naturgesch. d. iiied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 535
Microlaimus n. gen. Kopfende abgesetzt, knopfartig, ohne
Lippen, Papillen oder Borsten. Mundhöhle klein mit einem schwa-
chen dorsalen Zähnchen. M. glohiceps n, sp.
Gijatholaimus intermedius ; G. terricola und ruricola un, sp.
Ethmolaimus u. gen. Mundhöhle mit chitinösen Wänden,
aus zwei Theilen zusammengesetzt, der vordere Theil ist schüssei-
förmig mit longitudinalen Verdickungsstreifen an den Wänden und
mit einem dorsalen Zahn an seinem Boden; dieser letztere wird von
einer kreisförmigen Chitiuleiste gebildet, welche den Vordertheil der
Mundhöhle von dem folgenden verlängert prismatischen Theile ab-
trennt. E. pratensis n. sp.
Mononchus parvus n. sp,
Choanolainius n. gen. Mundhöhle trichterförmig, mit chi-
tinösen Wänden, aus einem vorderen erweiterten und einem hinte-
teren verschmälerten Theile gebildet, ohne Zähne. Gh. psaimnoplü-
lus n. sp.
Trilöbus leptosoma u. sp.
Aulolaimus n. gen. Mundhöhle ausserordentlich verlängert,
röhrenförmig, sehr enge, länger als der eigentliche Oesophagus, mit
chitinösen Wänden. Aul. oxyceplialus n. sp.
Frismatolaimus n. gen. Seitenorgane liuienförmig. Mund-
höhle von kurz prismatischer Gestalt, ohne Zähne oder einige Be-
waffnung, mit chitinösen Wänden. Eine mediane Reihe präanaler
Papillen beim Männchen, welche sich bis weit über das llinterende
des Oesophagus nach vorn hin ausstreckt. Fr. dolichurus n. sp.
Gy lindrolaimus n. gen. Mundhöhle eine verlängerte cylin-
drische Röhre mit chitinösen Wänden. C. communis und melancho-
licus nn. sp.
Diplogaster fluviatilis n. sp.
Gephalobus nanus; G. longicaudatus ; G. elongatus; G. emargi-
natusj G. fiUformis; G. vexilliger nn. sp. (Das von L in stow aufge-
stellte Genus Acrobeles wird mit Gephalobus synonimirt.)
Teratocephaliis crassidens und T. palustris nn. sp.
Plectus Schneideri; PL palustris; PI geophilus; PI. rhizophi-
lus und otopJiorus nn. sp.
Bihdbditis intermedia n. sp.
Macroposthonia n. gen. Mundhöhle fehlend ; Schwanz beim
Männchen von einer breiten Bursa umfasst. Spicula relativ sehr
gross. M. amiulata n. sp.
Bhabdolaimus n. gen. Kopfende ohne Lippen, Papillen
oder Borsten. Mundhöhle sehr verlängert, sehr enge, von drei
dünnen chitinösen Stäbchen begrenzt, welche nach hinten zu ein
wenig convergiren, und welche jeder an seinem Vordereude mit
536 Leuckart: Bericht üb. d. wisseuschaftlichen Leistungen
einem kleinen hakenförmigen Körperchen in Zusammenhang stehen.
Bh. aquaticus und Wi. terrestris nn. sp.
Odontolaimus n. gen. Mundhöhle sehr langgestreckt, sehr
enge, mit chitinösen Wänden: beim Beginn der Mundhöhle liegt
ein dreieckiger, dorsal und median gestellter chitinöser Zahn. 0.
chlorurus^ n. sp.
DiplitJier ophora n. gen. In der ovalen länglichen, tascheu-
förmigen Mundhöhle liegen drei einander genäherte, nach hinten in
ein Kuöpfchen auslaufende Stäbchen, die am Vorderende mit drei-
eckigen chitinösen Käppchen in Zusammenhang stehen. Die Häu-
tuugsmembran wird sehr spät abgestossen. D. communis n. sp.
Tylolaimophorus n. gen. Ein wie bei Tylencholaimua
gebauter Mundstachel, welcher an seiner vorderen Spitze von einem
Käppchen umgeben wird, welches aus drei kurzen, gebogenen, an
ihren Vorderenden verbundenen Stäbchen gebildet ist. T. typi-
eus n. sp.
Aphelenchus helophilus n. sp.
Tylcnclms lamelUferus; T. pratensis; T. gracilis; T. interme-
dius; T. leptosoma und T. macrophallus nn. sp.
Dorylaimus primitivus; D. labiatus; D. superbus; D. macrodo-
riis; D. hrachyuris; D. intermedius ; D. pratensis; D. hryophilus ;
D.microdoriis; D. elegans; D. monohystera; D. centrocercus ; D.acu-
ticauda; D. parvus; D. Hartingii : D. lugdunensis; D. attenuatus;
D. agilis; D. Umnophilus; D. rotundicauda und D. maerolaimus nn. sp.
Später (ibid. S. 138—143) liefert de Man zu dieser
Abhandlung noch einige Nachträge, in denen er noch ein
Paar neuer Arten beschreibt und die Synonymie (beson-
ders der Bastianschen Trilobusarten) berichtigt. Als neu
wird dabei aufgeführt Monohystera paludicola, Cliromadora
Orleji, Aphelenchus agricola (= A. avenae Bütschli). Bei
Trilobus gracilis Bast. (= Tr. pellucidus de Man) und
Tr. pellucidus Bast. (= Tr. leptosoma de M.) glaubt Verf.
die Beobachtung gemacht zu haben, dass die Thiere in
zwei Generationen auftreten, von denen die erste, die
Frtihlingsgeneration, durch eine geringere Grösse von der
andern sich unterscheidet:
Auch V. Linstow beschreibt in seinen „helmintholo-
gischen Beobachtungen" (Arch. fürNaturgesch. 187G. Th. I.
S. 6—18) eine Anzahl neuer frei lebender Nematoden:
Dorylaimus flavomaculatus ^ D. macrourtis \ D. pachysoma^
Aphelenchus erraticus , Trilohus octiespapillatuSj Tr. longi-
in d. Naturgesch. d. nied. Thierc währ. d. Jahre 1876—1879 537
caudaj Monohystera ocellata, Ghromadora Raf^ehurgensis,
Gh. viridis, Ehahditis agilis, Diplolaimus (n. gen.) gv^ilis^
und erläutert deren Bau durch entsprechende Abbildungen.
Das neue Gen. Diplolaimus lebt im Bodensande des Ratze-
burger Sees und charakterisirt sich besonders durch eine
von Längsfurchen durchzogene halbkugelförmige Mund-
kappe, an deren Peripherie feine Börstchen stehen. Bulbus
und Zahnapparat fehlen. Bei Dorylaimus stagnalis Duj.
schildert Verf. die allmähliche Umformung des Körpers vom
Embryonalzustande an und die Häutungen, welche die-
selbe vermitteln. Die von B ü t s c h 1 i einst als muth-
maassliche Jugendform der Sphaerularia bombi beschrie-
benen Nematoden möchte Verf. am liebsten mit Myoryctes
zusammenstellen, die immer nur zu einer gewissen Jahres-
zeit gefunden werde und desshalb denn auch nur ein tem-
porärer Parasit sei.
Später folgen (ebenda 1877. S. 6) noch Beschreibun-
gen von Tylenchus pillulifer (Männchen und Weibchen zu
mehrern in Kügelchen von Pflanzendetritus), wowMitrepho-
rus (n. gen.) hemisphaericns und J.cro&eZe5 (n.gen.) ciliatus.
Die neuen Genera zeichnen sich besonders durch ihre Kopf-
bildung aus. Bei Mitrephorus ist der Kopf halbmondförmig
und mit Oeffnungen versehen, die zu 4 resp. 8 in zwei Reihen
stehen und nach vorn je in einen kleinen Stiel auslaufen
(Papillen? Ref.), während Acrobeles im Umkreis seiner
Mundöffnung vier lange und vier kurze schlanke Auf-
sätze trägt.
Schliesslich fügt Verf. noch als neu hinzu (ebendas.
1878. Th. I, S. 165—167) Dorylaimus fasciatus, D. tenuis-,
Diplogaster viviparus, Rhahditis macroura.
MonJiystera hulhosa n.sp. aus dem kaspischen Meere,
durch doppelten Eierstock und doppelte Spicula ausge-
zeichnet. Grimm, L c. Th. I. p. 102.
Unter den Tiefseethieren des Leman wird von Forel
(1. c. p. 470) auch Dorylaimus stagnalis Duj. und Trilobus
gracilis Bast, aufgeführt.
Panceri's Osservat. intorno una nuova forma di vermi
nematoidi marini (Rencond. Accad. Neapoli 1876. p. 225 ff.)
sind Ref. nicht zu Gesicht gekommen.
538 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Joseph bandelt im zoologischen Anzeiger (Th. II.
S. 27.§^-277) „über die in den Krainer Tropfsteingrotten
einheimischen frei lebenden Rundwürmer", die sich bisher
unserer Kenntniss vollständig entzogen hatten, trotzdem
aber, wie die vorliegenden Beobachtungen zeigen, numerisch
einen bedeutenden Antheil an der Grottenfauna nehmen.
Vorne in den Grotteneingängen ist die Zahl der Arten aller-
dings am beträchtlichsten; es wurden hier deren nicht weni-
ger, als 14 beobachtet, die neun verschiedenen, sonst oberir-
disch lebenden Gattungen angehören. Die in dem Dämme-
rungsgebiete der Grottenräume aufgefundenen Formen zählen
sämmtlich zu dem Gen. Plectus, das auch für die innersten
Grottenräume eine Art stellt. Besonderes Interesse erregt
eine in der Recca-Grotte von Podredce aufgefundene Art,
welche bei oberflächlicher Betrachtung gleichfalls der Gat-
tung Plectus nahe zu stehen scheint, aber eine Grösse von
9—13 mm. erreicht und im männlichen Geschlechte einen
ausstülpbaren Cirrus besitzt, der nicht mit frei vorschieb-
baren Spicula, sondern mit einer Scheide versehen ist,
wie Trichocephalus. Da Verf. denselben Wurm auch im
schlammigen Meeressande an der Reccamündung beob-
achtete, liegt die Vermuthung nahe, dass er aus dem
Meere durch Wanderung flussaufwärts in die Grotte ge-
langt sei.
Jobe rt berichtet (Cpt. rend. T.27. p.941) über eine von
Anguilluli den herrührenden Krankheit des Kaffeebaumes in.
Brasilien, welche in kurzer Zeit die befallenen Bäume zum
Absterben bringt. Die Parasiten entwickeln sich in klei-
nen blasigen Auswüchsen der Wurzelfasern, die je 40—50
Eier oder geschlechtslose Würmer von 0,25 mm enthalten.
Nach Abschluss der Entwickeluug durchbrechen dieselben
die Blasenwand, worauf die Wurzeln dann den Angriffen
von Schmarotzerpflanzen erliegen.
Eine ganz ähnliche Krankheit beobachtet Cornu
(ibid. Th. 88. p. 668) an den Warmhausrubiaceen in
Frankreich.
Huber macht in dem 25. Berichte des naturhist.
Vereins in Augsburg darauf aufmerksam, dass die von
Tylenchus scandens erzeugten Gallen bisher meist nur nach
in d. Naturgesch. (1. med. Thiere währ. d. Jahre 1876— 1879. 539
ausgetrockneten Präparaten beschrieben seien. Im frischen
Zustande sind dieselben stark geschwollen, fast kuglig
und von grüner Färbung. Dass diese Gallen auch in
brandigem Weizen vorkommen, wird in Abrede gestellt, da-
für aber die Vermutbung ausgesprochen, dass dieselben
über ganz Deutschland verbreitet seien. Tylenchus tritici
fand Verf. auch im Spelze.
Nach den Beobachtungen und Culturversuchen Lieb-
scher's ist die Heterodera Schachtii eine der Hauptur-
sachen der sog. Rübenmüdigkeit des Bodens, lieber die
Beziehungen der Heterodera Schachtii zur Rübenmüdigkeit
(Hallesche Inauguraldissert. 1879).
Villot findet, wie er gelegentlich bemerkt (Annal.
des sc. nat. T. VUI. N. 2. p. 29), in der Leibeshöhle von
Ligia oceanica zahlreiche oftmals zu förmlichen Packeten
zusammengeballte Exemplare einer geschlechtsreifen Rhab-
ditis von etwa 0,5 mm. Die weibliche Geschlechtsöffnung
liegt ziemlich weit abwärts, gegen das hintere Körperdritt-
theil zu. Das Männchen trägt zwei gekrümmte Spicula
von 0,03 mm.
Örley schrieb eine „Monographie der Anguilluliden"
in ungarischer Sprache (1879, Budapest 165 Seiten. 7 Tafeln)
und fügt einen deutschen Auszug hinzu, in welchem der-
selbe neben den Resultaten seiner anatomisch embryolo-
gischen und systematischen Untersuchungen auch ein voll-
ständiges Verzeichniss der einschlägigen Literatur mittheilt.
Die Monographie soll , wie Verf. im Vorwort bemerkt,
als Leitfaden für Diejenigen dienen, welche sich mit
dieser Thiergruppe befassen wollen, aus welchem Grund
denn auch dem ungarischen Texte Tabellen zur Bestim-
mung der Gattungen und Arten (mit Ausschluss der Mee-
resformen) angefügt sind. In dem anatomischen Theil
werden die einzelnen Organe der Reihe nach behandelt.
Dem Corium wird eine mehr faserige als lamellöse Be-
schaffenheit beigelegt. Die Muskulatur der Diplogasterar-
ten scheint nach dem Typus der Polymyarier gebildet zu
sein. Das Seitengefäss soll in ganzem Verlauf eine Chitin-
bekleidung besitzen. Das Centralnervensystem beschreibt
Verf., wie Bütschli, als faserigen Ring um den Oeso-
540 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
pbagus, der Abzweigungen nach vorn und hinten absendet.
Die Augen von Monhystera bestehen bloss aus Pigment-
häufchen. Der zelligen Masse, welche den Oesophagus
öfters umgiebt, schreibt Verf. eine drüsige Funktion zu.
Da er bei Dorylaimus von ihr Röhrchen zu dem Oesopha-
gus laufen sah, glaubt er weiter die Vermuthung ausspre-
chen zu können, dass dieselben ein Sekret für den sich
öfters erneuernden Mundstachel liefere. Bei Flecüis tri-
plogaster (n. sp.) beobachtete er einen ganz eigenthüm-
lich gebauten Oesophagus , der durch drei Einschnü-
rungen in zwei länglich ovale Abschnitte und einen
Endbulbus gegliedert ist. Die Entwickelung untersuchte
Verf. an Anguillula aceti, bei der auch die Begattung kurz
geschildert ist. Nach der Bildung der Monerula treten
immer zwei Kerne auf, deren Stellung jedoch grosse Ver-
schiedenheiten darbietet. Die Vereinigung derselben ge-
schieht durch das Mitwirken des Protoplasmas. Die Kerne
selbst verhalten sich in diesem Stadium sehr passiv; nach
der Vereinigung aber zeigen sie eine auifallende Acti-
vität, so dass sie in Folge ihrer amöboiden Bewegungen
die verschiedensten Formen annehmen. Auerbach's caryo-
lytische Figur ist keine constante, sondern eine zufällige
Erscheinung. Ein eigentlicher Gastrulazustand fehlt, in-
dem die beiden primitiven Keimschichten wahrscheinlich
durch Delamination entstehen. Ein heller Streif in der
Mitte des Keimes deutet die Entwickelung einer Leibes-
höhle an, eine wellenförmige Linie die des Darmes. Spä-
ter differenzirt sich der Bulbus und Oesophagus. Die
Entwickelung des Mundstachels ist schon von Bütschli
richtig beschrieben, nur fügt Verf. hinzu, dass man nach
den vorhandenen Verdickuugsschichteu mit ziemlicher Si-
cherheit auf die Zahl der Häutungen zurückschliessen könne,
indem bei jeder Häutung eine neue Schicht sich anlege.
Die bohncnförmige Geschlechtsanlage besitzt zwei, durch
Abschntirung entstandene Endzellen, von denen aus der
ganze Geschlechtsschlauch sich aufbaut. Durch einfache
Theihmg dieser Endzellen entstehen beim Weibchen die
Ovarien, während der Uterus und die Tuben aus der An-
lage selbst hervorgehen. Beim Männchen theilt sich die
in il. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 187G— 1879. 541
untere Endzeile in der Richtung der Längsachse, bildet
dabei aber auffallender Weise die Samenleiter, während
die Hoden dagegen von der Anlage aus ihren Ursprung
nehmen.
Was die verwandtschaftlichen Beziehungen der An-
guilluliden betrifft, so glaubt Verf. diese am natürlichsten
dadurch ausdrücken zu können, dass er unter denselben
sechs Familien unterscheidet, die der Rhabditiden (mit
Cephalobus , Anguillula, Teratocephalus , Rhabditis und
Oxyuris), der Plectiden (mit Mononchus. Diplogaster und
Plectus), der Dorylaimiden (Tylencholaimus, Ironus, Dory-
laimus), der Tylenchiden (Tylopharynx, Aphelenchus und
Tylenchus), der Monohysteriden (Bastiania, Monhystera)
und der Leptolaimiden (Leptolaimus, Trilobus und Tri-
pyla). In der ersten dieser Familien sieht der Verf. eine
Uebergangsgruppe zu den parasitären Formen. Der un-
garische Text enthält noch eine kurze Charakteristik der
bis dahin bekannt gewordenen Species, während der deut-
sche dagegen vornehmlich nur eine Beschreibung der neuen
Arten aufweist. Als solche werden aufgezählt ; Plectus de
Mani, Fl. triplogaster^ Cephalobus graciliSj Rhabditis heterura
und Biplogaster macrodon. Plectus ornatus Bütschli wird mit
PL parietinus Bast., und PI. acuminatus Bast, mit PL velox
Bast, vereinigt. Anguillula oxophila soll, wie Verf. weiter
angiebt, nach der Bildung ihres Oesophagus zwei durch
mancherlei Uebergänge verbundene Formen aufweisen.
Ercolani veröffentlicht „osservazioni sulla vita libera
deir Ascaris maculosa" Mem. Academ. sc. Instit. Bologna
1877. T. VII. Marzo), infolge deren er bei der genannten
Art gleichfalls einen Dimorphismus der Generationen anzu-
nehmen sich veranlasst sieht.
Nach dem von Hoyer in der Ztschr. für wissensch.
Zoolog. (Bd. XXVIIL S. 412) gelieferten Bericht macht
Ganin in der fünften Versammlung russischer Naturfor-
scher Mittheilungen über die embryonale Entwickelung
von Pelodera teres, die, wie bei andern Rhabditiden, im
Mutterleibe abläuft. Schon nach der Bildung von sechs
Furchungskugeln erkennt man zwischen den vier mittlem
Archiv f. Naturg. XXXXIII. Jahrg. 2. Bd. KK
542 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Zellen eine deutliche Furchungshöhle, nach imserm Be-
obachter die erste Andeutung der Leibeshöhle. Später
bemerkt man an der einen etwas abgeplatteten Seiten-
fläche des Zellenhaufens (Bauchfläche nach Verf.), dass
die Zellen stärker sich vermehren und nach innen in die
Furchungshöhle hineinwuchern. Sie bilden die Anlage
des Entoderms. Es sind anfangs nur 3— 4 Zellen, aber sie
vermehren sich rasch und durchwachsen die Furchungs-
höhle, so dass diese nur noch in Form einer engen Spalte
auf dem Rücken sichtbar bleibt. An der Bauchfläche exi-
stirt eine Zeitlang eine kleine äussere Vertiefung, welche der
Einstülpung der Gastrula entspricht. Seitlich von dem soli-
den Entodermstreifen sondern sich zwei vollkommen gleiche
längliche Zellenmassen, die das Mesoderm darstellen. Auch
die Zellen des Entoderms sind regelmässig in zwei Reihen
angeordnet. Nach der Abscheidung des Mesoderms ge-
schieht an dem bis dahin einfach ovalen Embryo die Diffe-
renzirung von Mund- und Afterende, und zwar von Zellen
aus, die dem vordem Dritttheile des Entoderms angehö-
ren, das auch den grössern Theil des Vorderdarms liefert.
Während die Endtheile des Embryonalkörpers immer wei-
ter sich abtrennen, verdickt sich die Bauchfläche zu einer
Art Bauchstreifen, der an der breitern Kopfhälfte bis auf
den Rücken tibergreift, in Mitten des Körpers aber in dem-
selben Verhältniss wieder dünner wird, in welchem Kopf-
und Schwanzende sich verlängern. Mund und After ent-
stehen durch eiue trichterförmige Einsenkung, der erstere
an der Oberfläche des Kopfendes, der andere aus der
Bauchverdickung des Hintcrendes. Das Nervensystem geht
gleichfalls aus der Verdickung des Entoderms hervor. Es
bildet sich theils aus dem Rückentheile desselben als ein
dem Kopfganglion der Arthropoden vergleichbarer Zellen-
haufen, theils in Form zweier länglicher walzenförmiger
Körper neben der Mundvertiefung, rückt aber bei Verlän-
gerung des Vorderdarms immer weiter nach hinten, bis es
seine normale Lage zwischen den Bulbi einnimmt. Die
walzenförmigen Theile werden zu den sog. Ganglia latera-
lia, die wahrscheinlich dem Bauchstrange der Arthropoden
entsprechen, während das Bauchganglion, das erst viel
in d. Naturgesch. d. nied. Thiero währ d. Jahre 1876—1879. 543
später erscheint, verraiithlich eine anderweitige morpholo-
gische Bedeutung hat.
Den hier angezogenen Beohachtungen lässt Ganin
dann weiter (a. a. 0. S. 414) eine Darstelhing von Unter-
suchungen folgen, welche von Natanson üher die em-
bryonale Entwickelung der den Darm von Peripianeta be-
wohnenden Oxyurisarten angestellt sind und vielfach über-
einstimmende Resultate ergeben haben. Das Entoderm bil-
det sich durch leichte Einstülpung und Verdickung der
Bauchfläche nach der Furchungshöhe zu, die auch hier
als Leibeshöhle gedeutet wird, während die Zellen des
Mesoderm durch Sonderung vom Entoderm ihren Ursprung
nehmen. Mund und After entstehen durch Einstülpung.
Aus den Elementen des primären Entoderms sondert sich
der sehr lange Vorderdarm und der verhältnissmässig kurze
Mitteldarm. Die für die übrigen Nematoden so charakte-
ristische Umbiegung des mittlem Körpertheils ist bei den
Embryonen der Oxyuriden bekanntlich nicht vorhanden,
so dass diese gerade bleiben und nur den Schwanz
nach vorn umschlagen. Nach vollendeter Embryonalent-
wickelung umgiebt sich der Wurm mit einer Cyste, unter
der er eine unbestimmt lange Zeit in den Excrementen
der Schabe verharrt, bis er nach dem Uebertritt in den
Darm eines neuen Wirthes seine definitive morphologi-
sche und histologische Differenzirung erleidet. In Betreff
der Eibildung bemerkt Verf., dass das Deutoplasma unter
Betheiligung der ovarialen Epithelzellen sich entwickelt,
und das Chorium ein Ausscheidungsprodukt der Eileiter-
zellen ist.
Hallez handelt sur le developpement de TAnguillula
aceti (Revue sc. natur. 1879. T. V. p. 454—461. Tab. XII)
und schildert dabei, wie die anfangs kuglige Keimblase
durch Abplattung zu einer zweischichtigen Scheibe wird,
die sich, wie bei Cucullanus, zusammenkrümmt und schliess-
lich zu einer Gastrula gestaltet. Ob sich die Oeffnung
völlig schliesst oder in Form des Afters persistirt, ist zwei-
felhaft. Jedenfalls aber ist der Mund eine Neubildung,
die durch Ectodermeinstülpung ihren Ursprung nimmt. Das
Mesoderm entsteht vom Entoderm aus, indem sich einige
544 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Zellen desselben absondern und in die spaltförmige Lei-
beshöhle hineinwachsen.
A. Brandt veröffentlicht (Ztschft. f. wissensch. Zool.
ßd. XXIIL S. 364—384. Taf. XX u. XXI) Beobachtungen
„über die Eifurchung von Ascaris uigrovenosa", deren Re-
sultate er schliesslich dahin zusammenfasst, dass das Keim-
bläschen des Nematodeneies weder aufgelöst , noch auf
andere Weise zerstört wird, vielmehr persistirt und die
im noch ungetheilten Dotter bereits auftretenden beiden
neuen Kerne liefert, die somit ebenso, wie die Furchungs-
kerne, als Theilstücke resp. Descendenten des Keimbläs-
chens anzusehen sind. Der scheinbare Schwund des Keim-
bläschens eridärt sich aus dessen hochgradiger amöboider
Beweglichkeit, die bis zum Verschwinden und zu netzarti-
ger Verbreitung hinführt und dadurch die bekannten Stern-
figuren und verwandte Bilder hervorruft. Das Auftauchen
und Zusammenfliessen zweier oder noch mehrerer Kerne
dürfte als eine blosse Concentrirung der amöboid zertheil-
ten Keimbläschensubstanz aufzufassen sein. Die bei der
Theilung scheinbar im Kerne auftretenden Fasern sind nach
unserm Verf. blosse Falten, die nach dem Vortreten der
contractilen Substanz an der umgebenden Membran ihren
Ursprung nehmen.
Die Ansichten von Brandt liabcn in Vi Hot und
Stricker (vgl. Unger's Untersuchungen in Medic. Jahrb.
1878. S. 393) eifrige Vertreter gefunden, aber andererseits
auch den Widerspruch von Mayzel erregt, der zum Theil
an demselben Objecte seine Untersuchungen anstellte und
— durch längere Anwendung von Essigsäure — dabei
dieselben typischen Kerntheilungsbilder (mit fasriger Kern-
spindel, äquatorialer Platte und peripherischen Strahlen)
auffand, die sich an andern mehr durchsichtigen Eiern
und Gewebszellen zum Theil viel leichter und deutlicher
beobachten lassen. („Ueber die Vorgänge bei der Segmen-
tation des Eies von Würmern und Schnecken", Zoolog. An-
zeiger Th. IL S. 380-382.)
B üt s c h l i schildert die ersten Entwickelungsvorgänge
von Cucullanus elegans, besonders die Umwandlung des
Keimbläschens in einen später sich theilendcn und die
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 545
Richtungsbläschen liefernden spindelförmigen Körper, und
die Entstehung des Kerns in der ersten Furchungskapsel.
Derselbe entsteht, wie Verf. angibt, aus mehrern später
zusammenfliessenden Körperchen, aus Gebilden, deren Auf-
treten wahrscheinlich auch der (irrthümlichen) Darstellung
zu Grunde liegt, welche Kölliker von der Embryonal-
zellenbildung der Ascaris dentata geliefert hat. Abhandl.
der Senkenberg, naturf. Gesellsch. Bd. X. S. 10 — 19.
Ebenso beschreibt derselbe den Befruchtungsprocess
und die Schicksale des Keimbläschens in den Eiern ge-
wisser frei lebender Nematoden. (A. a. 0. S. 19—26.)
Chatin will (Cpt. rend. 1878. T. 86. p. 974) bei
einer Nematodenlarve aus der Muskulatur verschiedener
Fische (Agamonema Dies.) beobachtet haben, dass die Wand
des Chylusdarmes mit einer dicht gedrängten Menge mi-
croscopischer dunkler Blinddärmchen besetzt war, die durch
eine gemeinschaftliche Hülle zusammengehalten wurden
und als Leberschläuche gedeutet werden. Vermuthlich
sind diese Drüsenschläuche nur die Epithelzellen des
Darmes gewesen.
Derselbe beschreibt „echte" Muskelzellen von einer
bei Callichthys schmarotzenden neuen Nematodenform, Cpt.
rend. Soc. biolog. Annee 1877. p. 278.
Unter dem Titel „recherches sur les entozoaires des
Insectes" veröffentlicht Dr. Osman Galeb in dem Arch.
zool. experim. T. VIT (p. 283-390. Tab. XVII— XXVI)
Beobachtungen über Bau, Entwickelungsgeschichte und
Lebensweise der insectenbewohnenden Oxyuriden. Es sind
bekanntlich vorzugsweise die Familien der Blattiden und
Hydrophiliden, welche diese Würmer in ihrem Enddarm
beherbergen, exotische so gut, wie einheimische Formen,
so dass Verf angiebt, allmählich mehr als vierzig ver-
schiedene Arten derselben kennen gelernt zu haben. Eine
nähere Berücksichtigung finden freilich nur wenige Arten,
nur solche, die Verf. in frischen oder doch gut erhaltenen
Exemplaren beobachten konnte: Oxyuris blattae Hammer-
schm., 0. Diesingi Hammerschm., 0. hlattkola n. (aus Blatta
germanica u. a.), 0. Kunheli n. (aus Blatta americana),
0. aegyptiaca n. (aus Polyphaga aegyptiaca), 0. panestiae
546 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
n. (aus einer Panestia aus Neu-Guinea), 0. Jieterogamiae n.
(aus Heterogamia aegyptiaca), 0. spirotlieca Gyoiy, 0. hy-
dropliüi u. (aus Hydroph. piceus), 0. liyäroi n. (aus Hy-
drous caraboides), 0. hijdrobii n. (aus Hydrobius fuscipes).
Die letzten vier Arten bilden mit den sonst noch bei Hy-
drophilen vorkommenden Formen ein besonderes ünter-
genus, das Verf. wegen des die Eier umgebenden Spiral-
fadens, der ihnen allen in wesentlich übereinstimmender
Weise zukommt, ah Helicothrix zu bezeichnen vorschlägt.
Trotz aller Eigenthümlichkeit des Fundorts schliessen sich
übrigens die Insectenoxyuriden in allen wesentlichen Mo-
menten, sogar in der Lebensweise, wie man freilich schon
den frühern Mittheilungen, besonders von Bütschli (J.-B.
1870. S. 435) entnehmen konnte, eng an die Oxyuriden
der Wirbelthiere an, so dass es wohl am Platze ge-
wesen wäre, wenn Verf. häufiger und eingehender, als er
es gethan hat, auf letztere Rücksicht genommen hätte.
Man findet die Würmer während des Lebens mit den
Lippen, auf die auch bei ihnen nicht selten ein heller
mehr oder minder kragenartiger Ringwulst folgt, wie bei
Ox. vermicularis, fest der Darmwand anhängend, das
Schwanzende nach hinten gerichtet. Gleich den Oxyuri-
den der Wirbelthiere nähren sich dieselben nicht bloss
von den Säften, sondern auch dem Inhalte des Darmes.
Die Zahl der Weibchen ist gewöhnlich überwiegend, nicht
weil diese an sich häufiger wären, als die Männchen, sondern
desshalb, weil letztere eine kürzere Zeit leben. Bei 0.
blatticola will Verf. die Beobachtung gemacht haben, dass
auch ihre Entwickelung im Ei weit rascher ablaufe,
eine Angabe, die freilich dadurch etwas zweifelhaft wird,
dass die Embryonalform dieser sog. Männchen von der
weiblichen nicht unbeträchtlich abweichen soll. Einige
Arten tragen auf ihrer Cuticula einen Besatz von ver-
schieden langen, ziemlich dichten Haaren, lieber die Ver-
schiedenheiten in Körperform und Schwanzbildung beson-
ders der männlichen Thiere können wir hier hinweggehen,
eben so über die Schilderung, welche von der Organisation
unserer Thiere entworfen wird, da dieselbe für deutsche
Leser nur wenig Neues von Bedeutung bringen dürfte.
in (1. Naturgesch. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 547
Wir erwähnen in letzterer Hinsicht nur so viel, dass nicht
alle Arten einen eigentlichen Bulbus pharyngeus besitzen, und
auch die Chitinbekleidung des Schluckdarmes mancherlei
Verschiedenheiten darbietet. Ein Nervensystem hat Verf.
nicht auffinden können; er bezweifelt sogar dessen An-
wesenheit für die Mehrzahl der Nematoden. Die Lage
der Vulva wechselt, indem sie bald weit nach hinten
rückt, bald auch mehr nach vorn zu. In Folge dessen
ist auch die Anordnung der Innern weiblichen Organe nicht
überall die gleiche. 0. blatticola und 0. aegyptiaca be-
sitzen auffallender Weise nur eine einzige Eiröhre. Die
Eischale bildet sich erst nach der Befruchtung und besteht
bei mehrern Arten aus zwei Hälften, die mit ihren Rän-
dern in der Aequatorialzone auf einander stossen. Die
Eilage geschieht bald schon vor Beginn der Furchung,
bald erst nach vollendeter Embryonalentwickelung, und
zwar ersteres ganz allgemein bei den Parasiten der Blat-
tiden, das andere bei denen der Hydrophiliden. Die Eier
der erstem findet man im Kothe, mit dem dieselben auch
später wieder in ihre Träger zurückkehren, die der Hy-
drophiliden dagegen an Wasserpflanzen, denen sich die-
selben mit dem sich abwickelnden Spiralfaden anhängen.
Ein Ausschlüpfen im Freien findet nicht statt, auch nicht
bei den Parasiten der Hydrophiliden, welche letztere sich
erst nach vollendeter Metamorphose, wenn sie begin-
nen. Pflanzen zu fressen, mit ihren Parasiten inficiren.
Dass die Lebensgeschichte ohne Wirthswechsel abschlies^t,
hat Verf. auf experimentellem Wege ausser Zweifel ge-
stellt, indem er Blattiden und Hydrophilen aus parasiten-
freien Localitäten mit embryonenhaltigen Eiern fütterte.
Bei letztern glaubt Verf. unter Umständen übrigens ein
Ausschlüpfen der Embryonen im Darme selbst annehmen
zu müssen, ohne die Thatsache jedoch beweisen zu können.
Was die Entwickelungsvorgänge betrifft, so lässt Verf. den
Darm seiner Würmer aus zweien von den Körperenden
sich entgegenwachsenden und schliesslich verschmelzenden
Zellenzapfen hervorgehen. Die Geschlechtsorgane entstehen
von einer einzigen Zelle aus, die durch lebhafte Prolifi-
cation zunächst in einen Zapfen auswächst, der dann später
548 Leuckai't: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sich gabelt. Die Endzeilen der Aeste, die durch ihre
Grösse sich auszeichnen, liefern dabei die Eier.
Bei einer spätem Gelegenheit liefert Galeb weiter
den Nachweis, dass die schon vor fünfzig Jahren von D e s-
longchamps in Cysten des Fettkörpers von Periplaneta
Orientalis aufgefundene Filaria rhytipleuritis in dem Magen
der Ratten zu einem 2 cm laugen geschlechtsreifen Wurme
aus wach st, der unzweifelhaft dem Gen. Filaria zugehört
und schon nach acht Tagen ziemlich vollständig entwickelt
ist. Das Weibchen besitzt nur ein Ovarium, dessen Aus-
führungsgang in der Nähe des Mundes sich öffnet, wie
denn auch das durch ein korkzieherartig gewundenes
Schwanzende ausgezeichnete Männchen nur ein Spiculum
hat. Cpt. rend. 1878. T. 87. p. 75.
Auch V. Li n stow experimentirt mit den embryonen-
haltigen Eiern der Oxyuris blattae und überzeugt sich da-
bei von der directen Entwickelung derselben. Arch. für
Naturgesch. 1877. S. 8.
Michelson berichtet in der Berl. klin. Wochenschrift
1877. N. 33 über einen Fall, in dem die eczematös verän-
derte Genitocruralfalte mit ihrer Umgebung die Brutstätte
von Oxyuris vermicularis abgab. Da der Patient, ein 13jäh-
riger Knabe, schon längere Zeit hindurch an Oxyuris litt,
waren die Würmer offenbar auf die kranke Hautstelle über-
tragen und hatten dann ihre Eier hier abgesetzt. Die Mehr-
zahl derselben enthielt vollständig ausgebildete Embryonen.
. Die von Lespes im Darme sowohl, wie den Nestern
von Termes lucifugus so häufig aufgefundene Isakis mi-
grans (J.-B. 1856. S. 188) findet sich nach Leidy auch
unter gleichen Verhältnissen bei dem nordamerikanischen
T. flavipes. Proceed. Akad. Philad. 1877. p. 149.
Welcher Art die Nematoden gewesen sind, die von
Koren und- Daniels sen massenhaft bei Kolga hyalina
und Trochostoma Thomsoni theils eingekapselt in der
Darm wand, theils auf frei, und dann ausgebildet, im Darm-
inhalte beobachtet worden sind (Nyt Mag. Naturvidensk.
Bd. XXV. p. 90), lässt sich bei dem Mangel einer nähern
Beschreibung nicht bestimmen.
V. Linstow beschreibt die Embryonen der raerkwür-
iu d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879 549
digeii Sphaerularia bombi (Arch. für Naturgesch. 1878.
Th. I. S. 242) und beobachtet an den Wurzeln von Moos eine
Form, welche denselben auffallend gleicht, nur etwas grösser
ist. Ref. findet übrigens, dass die Beschreibung des Verf.'s,
so weit dieselbe namentlich den Darm betrifft, nicht ganz
zutreffend ist. Er fügt desshalb hinzu, dass das Darm-
lumen, und ebenso auch die Mundöffnung, äusserst eng
ist, so dass es auf den ersten Blick den Anschein hat, als
wenn ersteres völlig fehle. Es wird von zwei Reihen
grosser, stark mit Fettkügelchen durchsetzter Zellen ge-
bildet, die alternirend angeordnet sind und in jeder Reihe
zu etwa 12 vorhanden sind. Ein After fehlt, wie das auch
Verf. hervorhebt, aber das hintere Ende des Darmes bildet
ganz constant ein dünneres Divertikel, das in seinem
Aussehen nur wenig von dem übrigen Darme abweicht,
und desshalb wohl schwerlich als Rudiment eines Mast-
darms betrachtet werden kann. Hinter der Mitte der
Bauchfläche bemerkt man, wie gewöhnlich, eine einzellige
Genitalanlage. In feuchter Erde hielten sich die Embryo-
nen von Mai bis August lebendig und beweglich, ohne
sich, von einiger Grössenzunahme abgesehen, morphologisch
zu verändern.
Die Schlusslieferung des vom Ref. herausgegebenen
Hand- und Lehrbuches über „die menschlichen Parasiten
und die von ihnen herrührenden Krankheiten" (Bd. IL
Lief. 3, Leipzig 1876) enthält zunächst eine Darstellung des
Baues und der Lebensgeschichte von Trichina spiralis (S. 512
— 609), und behandelt sodann die Familie der Filariaden
(609-725) mit Fil. labialis Pane, Fil. bronchialis Rud. (?),
Fil. loa Guy., F. lentis Amm. (?), Fil. sanguinis hominis Lew.
und Dracunculus medinensis. Die Trichine hat, wie Verf.
gegen die Einwürfe Zenker's mit aller Entschiedenheit
wiederholt, ihren eigentlichen ujad natürlichen Träger in
der Ratte, und nicht im Schweine, das, wie der Mensch,
nur gelegentlich und beiläufig von ihr heimgesucht wird.
Dass die Filaria loa eine selbstständige Art repräsentirt und
keineswegs mit Dracunculus zusammenfällt, hat nachträg-
lich durch Untersuchung eines derartigen Wurmes, auf die
wir bei einer spätem Gelegenheit zurückkommen werden.
650 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
volle Bestätigung gefunden. Ebenso herrscht heute kein
Zweifel mehr über die Eichtigkeit der vom Verf. vertre-
tenen Ansicht, dass die Fil. sanguinis hominis den Jugend-
zustand einer Fiiarienart darstelle und von einer Form
abstamme, die im erwachsenen Zustand das Bindegewebe
des Menschen bewohne. Wie wir alsbald uns überzeugen
werden, ist es inzwischen gelungen, diesen Parasiten
aufzufinden. Besonders eingehend und ausführlich sind
die Mittheiluugen des Verf. 's über Trichina und Dracun-
culus, die ja auch in klinischer Hinsicht (neben der Fil.
sanguinis) unsere Aufmerksamkeit am meisten in Anspruch
nehmen. Obwohl nun aber Verf Alles gesammelt und
verarbeitet hat, was über diese Schmarotzer vorliegt, bleibt
in Betreff wenigstens des letzterwähnten Parasiten noch
manche Lücke in unsern Kenntnissen. Durch den Nach-
weis, dass derselbe seinen Zwischenzustand in Cyclopen
verlebt, ist die Uebertragungsweise des gefährlichen Para-
siten allerdings aufgehellt, und sein Vorkommen im Men-
schen begreiflich geworden, aber damit ist unserem scien-
tifischen Bedürfnisse doch noch nicht genügt. Es wird
das erst dann der Fall sein, wenn auch die Metamorphose
des Wurmes und namentlich der Uebergaug in den defini-
tiven Zustand erforscht ist. Die Kenntniss dieses üeber-
ganges aber ist für das volle Verständniss des ausgebil-
deten Thieres unentbehrlich, denn die* Mittheilungen, welche
Verf. auf Grund seiner Untersuchungen über die Organi-
sation des Wurmes macht, lassen keinen Zweifel, dass
durch die Entwickelung des brutgefüllten Uterus nicht
bloss der übrige Geschlechtsapparat, sondern auch der ge-
sammte Darm, und dieser noch mehr, als der erstere, in
auffallender Weise zurückgebildet und verändert ist. Die
unbedeutende Grösse und leere Beschaffenheit der Ovarien,
so wie der Mangel einer Geschlechtsöffnung beweisen das
nicht minder, als der allmähliche Schwund des Afters, der
histologische Bau des Darmes und namentlich die Bildung
des Oesophagus, der in seinem hintern Abschnitte fast
unwegsam ist, und vorn Verhältnisse aufweist, die ohne
Kenntniss ihrer Entwickelung fast unverständlich erschei-
nen. Für die Einzelnheiten verweisen wir auf die in dem
in d. Naturgeacb. d. nied. Thiere währ. d. Jabre 1876—1879. 551
Werke vorliegende Darstellung, die sieb in Kürze kaum
reproduciren lässt. Männliche Individuen sind bisher noch
niemals mit Sicherheit beobachtet, so dass auch die ge-
schlechtlichen Beziehungen des Dracunculus einigem Zweifel
unterliegen. Ueber die Kopfbildung haben die Unter-
suchungen des Verf/s uns hinreichend aufgeklärt. Das
schon früher bekannte Kopfschild trägt in seinem Mittel-
felde eine grubenförmige Vertiefung, neben der sich am
Rücken und Bauche ein zahnartig vorspringender starker
Zapfen erhebt. Ebenso ist der Aussenraud rechts und
links von einer kleinen Papille begrenzt, an die sich dann
weiter noch vier submediane kleinere Papillen anschliessen.
Norm and macht die überraschende Beobachtung,
dass die in Cochinchina an der daselbst endemischen Diar-
rhoe erkrankten Französischen Soldaten mit ihren De-
jectionen eine fast unglaubliche Menge kleiner Nematoden
entleerten. Sie wurden in den verschiedensten Entwicke-
lungsstufen aufgefunden, jugendliche Formen und erwach-
sene Thiere, die letztern bis zur Länge von 1 mm und
darüber. Die Zahl wechselte nach der Intensität der Er-
krankung, wurde in extremen Fällen aber (für 24 Stunden)
auf mehrere Hunderttausende bis zu einer Million geschätzt.
Wie die Section nachwies, waren die Parasiten nicht bloss
massenhaft über den ganzen Darmkanal, vom Pylorus bis
zum Rectum, verbreitet, sondern auch in den Gallengängen
mit der anhängenden Blase und den x^usführungsgängen
des Pancreas. (Cpt. rend. 1876. T. 83. p. 316, Mem. sur
la diarrhee dite de Cochinchina Paris 1877, extr. Arch.
med. navale 1877. p. 35.)
Nach den Untersuchungen des Dr. Bavay hat der
Wurm eine grosse Aehnlichkeit mit Rhabditis terricola Duj.
Das Männchen besitzt einen kürzern, etwas gekrümmten
Schwanz ohne Seitenflügel und hinter den zwei kleinen
Spicula noch eine breitere Hornplatte. Die Embryonal-
entwickelung geschieht im mütterlichen Leibe, so dass die
jungen Würmchen bisweilen schon vor der Geburt aus-
schlüpfen. Nach fünf Tagen sind dieselben völlig ausge-
bildet, doch gewöhnlich werden sie schon vorher mit den
Dejectionen nach aussen gebracht. Die Entwickelung wird
552 Leuckart: Beriebt üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dadurch nicht unterbrochen; sie geht vielmehr im Freien
vor sich, wie im Darme, obwohl die Würmer meist schon
5—6 Tage nach der Entleerung zu Grunde gehen. Neben
diesem Wurme, den Bavay als Änguülula stercoralis zu
bezeichnen vorschlägt, findet sich bisweilen noch eine
zweite Form (Ä. intestinalis Bav.), meist allerdings in viel
geringerer Menge, um ein Drittheil grösser und schlanker
als die erstere, mit cylindrischem Oesophagus und einer
mehr nach rückwärts gestellten Vulva. Die Eier werden
gewöhnlich schon vor Ausscheidung des Embryo abgelegt,
entwickeln sich aber nach Verlauf einiger Tage in den
Faeces und liefern eine Larve, die bis auf das abgestutzte
Schwanzende im Wesentlichen schon die Bildung und Kör-
perform des spätem Thieres hat. Männliche Exemplare
Hessen sich nicht auffinden. (Bavay, Journal de Zoologie
T. VI. p. 16-19 und Cpt. rend. Oct. 1876. T. 83. p. 494,
ibid. 1877. T. 84. p.266, reprod. in Davaine, Traite des
Entozoaires Ed. 2. p. 966-976.)
Diese Anguillula intestinalis ist aber keineswegs auf
Cochinchina beschränkt, sondern findet sich, wie Grassi
nachweist (l'Anguillula intestinalis, nota preventiva, Gazetta
med. Ital. Lomb. 1878. N. 48), auch in dem nördlichen
Italien, und zwar eben sowohl bei Säugethieren (Schwein,
Kaninchen, Wiesel), wie bei dem Menschen. Bei den er-
stem erreichen die Würmer freilich nicht ganz die Grösse,
wie bei dem Menschen (2,25 mm), doch zeigen dieselben
sonst nur wenige Unterschiede, so dass es zweifelhaft ist,
ob sie als eine eigne Form zu betrachten sind. Sie finden
sich ausschliesslich im Dünndarm und enthalten eine nur
beschränkte Anzahl (4—8) reifer Eier, die gewöhnlich mit
geklüftetem Dotter abgehen, gelegentlich aber auch schon
im Darme zu rhabditisartigen Embryonen mit bewaffnetem
Oesophagealbulbus sich entwickeln.
Eine zweite, gemeinsam mit den Brüdern Parona ver-
öffentlichte Mittheilung (sovra l'anguillula intestinalis del
uomo, Archivo per la scienze medicale T. III. 1879. N. 10)
behandelt unsern Wurm in zoologischer Hinsicht, wie nach
seiner klinischen Bedeutung. Die Verfif. geben darin zu-
nächst eine genaue Beschreibung des Parasiten und be-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 553
richten sodann über ihre Culturversuche, die wenigstens
so viel beweisen, dass die Embryonen länger als eine
Woche hindurch im Freien leben und während dieser Zeit
nicht bloss um mehr als das Doppelte (von 0,25—0,75 mm)
wachsen, sondern auch einer Häutung unterliegen und die
Bildung ihres Oesophagus verändern. Der Versuch, die
Würmer an einen Hund zu verfüttern, blieb ohne Erfolg.
Männliche Thiere wurden nicht beobachtet, wie denn auch
Grass i bei den mit Anguillula behafteten Säugethieren
vergebens nach ihnen suchte. Selbst Spermatozoen fehlten
bei den trächtigen Weibchen. Was die Häufigkeit des
Wurmes betrifft, so hatten die Verf. freilich nur ein Mal
Gelegenheit, den Parasiten massenhaft in der Leiche eines
an Tuberculose verstorbenen Bauern zu beobachten, da-
neben aber gelang es, in 20 andern Fällen, bei Personen,
die zum Theil an Diarrhoe, Sumpfcachexie und andern
Krankheiten litten, in den Faeces Embryonen und oftmals
sehr zahlreiche Embryonen aufzufinden, die sich von denen
des erstem Falles in Nichts unterscheiden. So schwere
und specifische Erkrankungen, wie in Cochinchina, scheint
der Wurm in Italien übrigens niemals zu verursachen.
Einer dritten Mittheilung von Grassi (sovra Tanguil-
lula intestinale, Rencond. Instit. Lombardo 1879. Vol. XH.
fasc. 5) entnehuien wir schliesslich noch die Mittheilung,
dass Verf. durch Vergleichung des Wurmes mit den übrigen
Nematoden, besonders des Strongylus filicollis, allmählich
zu der Ueberzeu^'ung gekommen ist, dass derselbe der
Familie der Strongyliden zugehöre und nicht unpassend
vielleicht als Strongyloides zu bezeichnen sei.
Parona und Grassi beobachten auch die Entwicke-
lungsgeschichte des Dochmius duodenalis. Sie überzeugen
sich, dass die Eier in einem bald frühern, bald auch spä-
tem Stadium der Klüftung mit dem Kothe abgehen und
nach Verlauf einiger Tage zu einem rhabditisförmigen
Würmchen werden, das ein freies Leben führt, sich zwei
Mal häutet und damit dann die erste Phase seines Lebens
zum Abschlüsse bringt (sullo sviluppo del Anchilostoma
duodenale in Atti Soc. Ital. sc. nat. Vol. XXL 1878, 6 Seiten
mit 2 Kupfertafeln und Intorno all' Anchilostoma duode-
554 Leuckart: Bericht üb. d. wigsenschaftlichen Leistungen
nale Pavia 1878, 12 Seiten). Die Beobachtungen der Verff.
stiüimen in allen wesentlichen Puncten mit den Angaben
überein, die ich auf Grund meiner Untersuchungen an
Dochmius trigonocephalus über die wahrscheinliche Le-
bensgeschichte des Dochm. duodenalis zu machen im Stande
war (Parasiten Bd. II. S. 443). Ebenso haben die Unter-
suchungen Wucherer's, der schon vor den Verff. die
rhabditisartigen Jugendzustände unseres Parasiten zur Ent-
wickelung brachte (J.-B. 1876), durch dieselben ihre Be-
stätiguDg gefunden. Wenn die Verff. übrigens in ihrer
ersten Mittheilung bemerken, dass die jungen Nematoden
vor der ersten Häutung der Filaria sanguinis zum Ver-
wechseln gleichen, und selbst der Annahme zuneigen, es
möchte diese letztere mit derselben identisch sein, so be-
ruht das wohl auf einer wenig vollständigen Analyse des
Pharyngealrolires, welches wenigstens bei Dochmius trigo-
nocephalus von Anfang an die Rhabditischaraktere erkennen
lässt. Sonsino, der sich gleichfalls gegen die Zusammen-
stellung dieser beiderlei Würmer ausspricht (Impartiale,
18 Maggio 1878), macht auch auf die zwischen ihnen ob-
waltenden Grössenunterschiede aufmerksam. Schon die
Verschiedenheit der Lebensweise hätte übrigens die Verff.
abhalten sollen, die Filaria sanguinis dem Entwickelungs-
kreise des Dochmius zuzurechnen. Sehr bald nach Ver-
öffentlichung ihrer ersten Mittheilung haben sie auch selbst
die Ueberzeugung gewonnen, dass ihre Vermuthung eine
irrige war.
Die gleichfalls von Grass i und Parona verfasste
Abhandlung: intornoal anchilostomiasi (Milano 1879, estratto
degli Annali univers. Medicina Vol. 247. p. 497) hat ein
wesentlich klinisches Interesse. Gleiches gilt von einigen
exquisiten Fällen von Anaemie in Folge des Dochmius,
insonderheit für die Fälle von Henschl (Mittheilungen
des Vereins der Aerzte in Niederösterreich, 1876 Mai),
Sonsino (Imparziale 1877. p. 317) und Grassi (Archivo
per sc. mediche 1879. Vol. III. N. 20). Der ersterwähnte
Fall verdient übrigens desshalb eine besondere Beachtung,
weil er in Wien zur Beobachtung kam, allerdings bei
einem Manne, der sechs Jahre vor seinem Tode als Oester-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 555
reichischer Soldat in der Lombardei stationirt war (oicht,
wie Pavesi in den Eencoiid. r. Instit. Lomb. 1878. Vol.
XL Fase. IX behauptet, das deutsche Oesterreich niemals
verlassen hatte). Lizwischen hat sich übrigens auch die
sog. Tunnelkrankheit bei den Arbeitern am Gotthard als
ein Dochmiusleiden herausgestellt. Id dem einen der beiden
Grassi'schen Fälle wird die Zahl der Dochmieu auf un-
gefähr 3000 abgeschätzt. Einzelne Würmer, zugleich die
kleinsten (von 3,6—4 und 6 mm) und geschlechtlich noch
unreifen, waren in die Darmhaut selbst eingelagert, wie
das auch Griesinger beobachtet hat, so dass man wohl,
wie ich das schon früher ausgesprochen habe, anneh-
men darf, es möchten die Dochmien sich, ähnlich dem
Sclerostomum tetracanthum u. a., nicht alsbald nach ihrer
Uebertragung in den Menschen in dem Lumen des Darm-
kanales ansiedeln. Für diese Annahme, die auch Grass i
und Parona theilen, spricht noch eine von mir jüngst
bei Inuus gemachte Beobachtung, der zufolge die Jün-
gern Dochmien — einer bis jetzt noch nicht beschrie-
benen Form zugehörig — sämmtlich in einem der Darm-
wand zugehörigen Balge lagen. Bei andern Dochmien
(D. tubaeformis) persistirt diese Einlagerung beständig, so
dass die Eier, wie ich mich überzeugen konnte, durch
kleine Oeffnungen den Balg verlassen und in das Darm-
lumen übertreten.
Ref. überzeugt sich, dass der Dochmius duodenalis
auch im Darm des Gorilla vorkommt. Parasiten des
Menschen, 2. Aufl. S. 219.
Der letzterwähnten Abhandlung von Grass i und Pa-
rona entnehmen wir übrigens die Thatsache, dass das
endemische Vorkommen des Dochmius in Italien auf ge-
wisse Provinzen beschränkt ist (vornehmlich Mailand, Pavia,
Novara), sonst aber nur selten und in vereinzelten Fällen
beobachtet wird. Uebrigens ist auch an den erstem Orten
die Häufigkeit des Leidens nach den Localverhältnissen
und der Zeit eine verschiedene. Personen niedern Standes,
besonders Land- und Sumpfbewohner, sind vorzugsweise
der Erkrankung ausgesetzt. Die Behauptung Sangalli's
(Mem. r. Inst. Lomb. 1877. Vol. XIII. p. 358), dass die
556 Leackart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Dochmien kein Blut saugten, sondern für gewöhnlich nur
von Darmschleim lebten, mrd mit Recht widersprochen.
Durch die eben genannten Forscher wurden wir weiter
auch mit einer neuen Art des Gen. Dochmius bekannt
gemacht (B. Baisami), die im nördlichen Italien den Dünn-
darm der Katze bewohnt und dem D. tubaeformis nahe
verwandt ist. (Rencond. Instit. Lombardo Vol. X. fasc.
VI, 1877, di una nuova specie di Dochmius, 7 Seiten,
I Tab.)
Später erfahren wir durch Grass i, dass dieser Wurm,
wenn er in grösserer Menge vorkommt, eine Krankheit
erzeugt, die mit der sog. ägyptischen Chlorose mancherlei
Aehnlichkeit hat. (Intorno ad una nuova malattia del
gatto, Gaz. med. Ital. Lomb. T. IIL 1878, 10 Seiten.)
Megnin beschreibt einen neuen- Strongyliden, Str.
mimitissinms, als Ursache der verminösen Pneumonie bei
den afrikanischen Schafen (Recueil med. veter in. Paris
1878. T. V. p. 636, Journ. Anat. et Physiol. Vol. XIV.
p. 548).
Osler berichtet in dem Veterinarian (Juni 1877) über
eine verminöse Epizootie, die in der Meute des Jagdklubs
von Montreal ausbrach und die jungen Hunde zum grossen
Theile dahinraffte. Sie rührte von einem Strongylus her,
der die feinern Bronchialverzweigungen bewohnte und als
Str. canis hronchialis bezeichnet wird. Den darüber vor-
liegenden Mittheilungen zufolge hat der bis dahin unbe-
kannte Wurm eine grosse Aehnlichkeit mit dem St. para-
doxus der Schweine. „Verminous bronchitis in dogs",
II Seiten mit Holzschnitt.
Im Gegensatze zu den Angaben von Bugnion, der
in einem Vortrage auf der Schweizer Naturforscherver-
sammlung in Andermatt (Pneumonie vermineuse, Cpt. rend.
1876, übersetzt Ann. nat. bist. Vol. XVII. p. 170) die von
mir aus der Lunge der Katze beschriebenen Wurmkuoten
auf die progressive Entwickelung eines unbekannten Ne-
matoden zurückzuführen suchte, liefert Stirling durch
seine Untersuchungen (Journ. microscop. soc. Vol. XVII.
p. 145—152. PI. XI) den Nachweis, dass es sich dabei,
wie ich behauptet, um Rückbilduugszustände eines als
iu d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 557
Embryo eiügewanderten Spulwurmes handele. „On the
changes produced in the lungs by the embryos of Ollu-
lanus tricuspis".
Nach der Vermuthung des Ref. ist übrigens auch der
Strongylus longevaginatus des Menschen mit dem Str. para-
doxus identisch. Menschl. Parasiten Bd. II. S. 880.
Sons in 0 findet im Harne und Blute der Ilämaturiker
zu wiederholten Malen die schon im Berichte für 1874 er-
wähnte Filaria und kommt durch Vergleichung mit den
Abbildungen und der Beschreibung von Lewis zu der
Ueberzeugung , dass der ägyptische Wurm wegen Abwe-
senheit der mantelartigen Scheide von dem indischen ver-
schieden sei und nicht unpassend als F. aegypüaca be-
zeichnet werden dürfe. Rencond. Accad. sc. fis. e math.
Napoli 1876 Marzo.
Andererseits aber wird von de Magalhaes bei den
brasilianischen Filarien die Anwesenheit der Embryonal-
scheide bestätigt, und zwar eben so wohl bei Würmern,
die in dem lymphatischen Exsudate eines mit Elephantiasis
behafteten Labiums, wie im Urine aufgefunden wurden.
0 progresso medico, Rio de Janeiro 1878. N. 14. p. 375 ff.
Als wir das letzte Mal über den interessanten und
klinisch so wichtigen Fund dieser Würmer zu berichten
hatten, herrschte über das Herkommen derselben noch ein
grosses Dunkel. Für den Helminthologen konnte allerdings
kaum ein Zweifel obwalten, dass dieselben eine Embryo-
nalform darstellten, deren Mutterthiere in dem Träger selbst
zu suchen seien — ich selbst habe mich von Anfang an
in diesem Sinne ausgesprochen, bereits zu einer Zeit, in
der die Würmchen meist noch für selbständige Formen
gehalten wurden — , aber der ausgebildete und geschlechts-
reife Zustand derselben blieb unbekannt, obwohl mehrfach
darnach gesucht wurde. Doch auch dieses Dunkel ist ge-
lüftet und zwar ziemlich gleichzeitig durch Lewis und
Bankroft. Dem Erstem gelang es (Lancet, 1877 Sept.
p. 453 mit Holzschnitt, Centralbl. f. d. med. Wissensch.
1877. N. 43) in einem Falle lymphatischer Elephantiasis
des Scrotums beim Zerzupfen eines Blutgerinsels zwei
Archiv für Naturg. XXXXill. Jahrg. 2, Bd. XjL
558 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Exemplare der reifen Filaria zu entdecken. Beide be-
wegten sich noch, obwohl sie mit den Nadeln verletzt
waren. Das besser erhaltene Exemplar, ein Weibchen, an
dem nur das Schwanzende fehlte, maass 38 mm. Der
Mund ist unbewaffnet und zeigt keine deutliche Lippen-
bildung. Oesophagus nur wenig ausgezeichnet. Die Ute-
rinschläuche sind vollgestopft mit Tausenden von Eiern
in verschiedenen Stadien der Entwickelung. In vielen
sah man die Embryonen sehr lebhaft in ihren Eihüllen
sich bewegen. Mit fortschreitender Embryonalentwickelung
wächst die Grösse der Eier, während die Hüllen immer
zarter und durchsichtiger werden.
Wenige Wochen vorher hatte ßankroft aber schon,
wie wir durch Cobbold erfahren (Lancet 1877. IL p. 70),
in Queensland (Australien) denselben Wurm gefunden und
das in nicht weniger als 20 Fällen von lymphatischen
Geschwülsten verschiedener Körpertheile, von Hydrocoele,
Varix, Haematurie u. s. w. (nicht aber bei Elephantiasis
der Füsse und des Scrotums). Der Wurm ist 3—4 Zoll
lang und gebiert lebendige Junge, die nahe dem Kopfende
hervortreten.
Das von Bank r oft an Cobbold übersandte Material
gab letzterm Gelegenheit, den Wurm genauer zu unter-
suchen und unter der Bezeichnung F. Banlcrofti (1. c. p. 495
mit Abbild.) davon eine Beschreibung zu entwerfen, die
etwa folgendermaassen lautet:
Fü. Barikrofti Cobb. Körper fadenförmig, 372 Zoll lang (^),
0,01 dick, nach dem Kopfende zu verjüngt, hinten beim Weibchen
stumpf abgerundet. Kopf ohne Papillen mit rundlicher Mundöff-
nung. Vulva nahe dem Kopfe, Anus über der Schwanzspitze. Em-
bryonen 0,008—0,010 Zoll lang, 0,0003—0,0004 dick; Eier 0,0006—
0,0010 im Durchmesser.
Mit der Entdeckung der geschlechtsreif en Filaria san-
guinis sind unsere Kenntnisse über diesen wichtigen Para-
siten aber immer noch nicht zu ihrem Abschlnsse gekom-
men. Es handelt sich nun weiter um die Frage nach den
Schicksalen der jungen Brut, die im menschlichen Körper
selbst keinerlei weitere Entwickelung eingeht. Ob diese
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 559
Frage durch die Beobachtungen Manson's gelöst ist, der
die Würmer in den Darm der Musquitos übergehen sah
und in diesen auch die weitern Entwickelungszustände
derselben beobachtet zu haben glaubt (on the development
of Filaria sanguinis and on the Musquitos considered as
a nurse, Journ. Linnaean Soc. 1878. T. XIV. p. 301-311),
scheint mir noch keineswegs so ausgemacht zu sein, wie
Cobbold es annimmt, wenn er behauptet, dass die durch
die Nieren auswandernden Embryonen für die Erhaltung
der Art ohne alle Bedeutung seien. Jedenfalls findet die
Annahme, der zufolge die Musquitos die wirklichen Zwi-
schenträger der Filarien seien, darin eine nur geringe
Stütze, dass die grössere Mehrzahl der mit dem Blute auf-
genommenen Parasiten in ihnen alsbald wieder zu Grunde
geht. Nur einige wenige Exemplare sollen sich weiter
entwickeln und schliesslich zu Würmern werden, die einen
drei- oder vierlappigen Mund besitzen. Dass diese letztern
aber in Wirklichkeit von den aufgenommenen Embryonen
abstammen, ist keineswegs nachgewiesen, so dass die
Darstellung und Beschreibung des Verf.'s noch manchen
Zweifel übrig lässt. Ebenso wenig ist die Annahme, dass
diese Würmer nach dem Tode der Musquitos in das Wasser
geriethen, indem sie die Leibeswand ihrer frühern Träger
durchbohrten, und schliesslich wieder durch die Haut (viel-
leicht auch auf andere Weise) in den Menschen einwan-
derten, durch irgend welche Beobachtung gestützt.
Die Mittheilungen, welche Lewis später (Quarterly
Journ. micr. sc. 1879. Vol. XIX. p. 245—259. PL XII, the
nematoid Haematozoa of man) über denselben Gegenstand
macht, sind schwerlich geeignet, diese Zweifel zu beseitigen.
Wohl bestätigt Verf. die Beobachtung, dass die Filaria
sanguinis in den Darm der blutsaugenden Musquitos über-
geht und gewisse Veränderungen erleidet; er findet auch
bei denselben jugendliche Nematoden, die möglicher Weise
einen weitern Entwickelungszustand der aufgenommenen
Embryonen darstellen, aber er ist durchaus nicht sicher,
dass dem in Wirklichkeit so sei, und spricht sich schliess-
lich dahin aus : „in the meantime I cannot, as a result of
560 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
personal Observation, affirm that a sejourn in the body of
the musquito and subseqnent transference to water suf-
fice to bring the Filaria sanguinis hominis to maturity."
Die Mittheilungen, welche Verf. über den ausgebildeten
Wurm macht, betreffen leider immer noch die beiden un-
vollständig beobachteten Exemplare, die wir oben erwähnt
haben. Ob Bankrott die gleiche Form beobachtet habe,
ist dem Verf. keineswegs zweifellos. Mit Recht erinnert
er bei dieser Gelegenheit an die Filaria loa, die hier
um so mehr in Betracht kommen dürfte, als sie, wie ich
hinzufügen kann, vivipar ist und Embryonen erzeugt, die
der Filaria sanguinis hom. täuschend ähnlich sind, nur an
Grösse hinter den Wucherer'schen Würmern, den einzigen,
die ich vergleichen kann, um ein Drittheil zurückstehen
(0,21 mm gegen 0,35). Eine Zusammenstellung der Fil. san-
guinis mit der sog. Trichina cystica, wie sie von Cobbold
versucht ist, ergiebt sich schon desshalb als unzulässig,
weil letztere vielfach noch in den Eihüllen beobachtet ist,
die geschlechtsreife Fil. sanguinis aber vivipar ist.
Unter dem Titel the life-history of Filaria Bankrofti
hat Cobbold in dem zuletzt erwähnten Journal (1. c. p. 356
—370) eine chronologisch geordnete Zusammenstellung der
Beobachtungen und Entdeckungen gegeben, die an unsern
Wurm anknüpfen, und ein sehr vollständiges Verzeichniss
der darauf bezüglichen Litteratur mitgetheilt.
Win ekel findet bei einer Missionärswittwe, welche
9 Jahre in Surinam gelebt hatte und an Ascites litt, in der
durch Function entleerten Flüssigkeit zahllose fadenförmige
Nematoden mit scharf zugespitztem Schwänze, die bis auf
die Anwesenheit von 4—5 Cilien am Kopfende (?Ref.)
den bei Chyluretikern vorkommenden Würmern ähnlich
gewesen sein sollen. Archiv f. klinische Medicin Bd. XVII.
S. 303.
Cobbold beobachtet bei dem Pferde die Coexistenz
von Haematozoeu und Filaria papulosa. Veterinarian 1877.
Febr. p. 2.
Ebenso constatirte derselbe nicht bloss die Existenz
einer Communication zwischen den Wurmcysten der Spi-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 561
roptera megastoma und dem Magen der Pferde, sondern
fand auch die Embryonen des Parasiten auf der Magen-
schleimhaut. Ibid. p. 3.
Schon vor seiner vermeintlichen Entdeckung hat
übrigens Manson den Haematozoen, und zwar nicht bloss
denen des Menschen, sondern auch des Hundes seine Auf-
merksamkeit zugewendet und zahlreiche Beobachtungen
darüber in med. Times and Gazette 1878 (chinese Hae-
matozoa p. 220 — 249, p. 304 — eine frühere Mittheilung
in the Custom's Gazette N. XXXIII Jan. bis März, Shan-
gae 1877 kenne ich nur dem Titel nach) niedergelegt.
Dieselben sind vorzugsweise von klinischem Interesse, bieten
aber auch sonst mancherlei bemerkenswerthe Aufschlüsse.
Was zunächst die Filaria immitis und sanguinolenta be-
trifft, so sind das zwei Parasiten, die in Amoy bei reich-
lich der Hälfte oder zweien Drittheilen aller Hunde ge-
funden werden und mancherlei krankhafte Zustände her-
vorrufen. Es gilt solches namentlich für die letztere Art,
deren Embryonen übrigens nach unserm Verf. (im Gegen-
satze zu den Angaben von Lewis) wahrscheinlich niemals
frei im Blute vorkommen, wie das bei F. immitis constant
der Fall ist. Auch die Filaria sanguinis hominis ist in
Amoy ausserordentlich häufig, so dass Verf. die Zahl der
daran leidenden Personen auf annähernd 8 7o zu schätzen
sich berechtigt glaubt. Die Anwesenheit der Würmer im
Blute wechselt auffallender Weise der Art, dass dieselben
zu Zeiten vollständig fehlen. Sie erzeugt auch keineswegs
immer besondere Krankheitszufälle. Nicht selten aber
treten periodische Fieberanfälle mit Anasarka, ohne gleich-
zeitige Affection von Herz und Niere, im Gefolge der Hae-
matozoen auf, wie denn auch Elephantiasis häufig damit
in ursächlichem Zusammenhange steht.
Galeb und Pourquier beschreiben unter der Be-
zeichnung Filaria haematica des Hundes vermuthlich gleich-
falls die Embryonen von Fil. immitis und geben an, die
Würmer auch in dem Blute eines Fötus gesehen zu
haben. (Gaz. de Paris 1877 F6vr., Cpt. rend. 1877 Fevr.
p. 271.)
562 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Auch Sonsino veröffentlicht (l'Impartiale 1877. N. 10.
p. 297 — 307) eine Abhandlung sugli ematozoi, come con-
tributo alla Fauna entozoica Egiziana mit Bemerkungen
über die Haematozoen des Hundes, Pferdes und der Raben,
die auch in Aegypten sehr häufig derartige Parasiten auf-
weisen. Einer nachträglich beigefügten Bemerkung zufolge
ist es dem Verf. jetzt auch gelungen, in einem Falle von
Elephantiasis genitalium der Menschen die Fil. sanguinis
aufzufinden.
Rivolta findet bei den von ihm zu pathologisch-
anatomischen Zwecken secirten Hunden auch in Italien
häufig Blutwürmer, und ist der Meinung, dass der Para-
sitismus derselben gar mancherlei krankhafte Störungen
erregen könne. ;,Vi ha relatione tra gli embrioni di Fi-
laria immitis del sangue del cane ed alcune lesioni pa-
tologiche" (aus der Giornale anat., phisiol. e patol. degli
animali 1877 abgedruckt in den Studi fatti nel gabin. di
Pisa 1879. p. 1-^8). Aus voranstehendem Aufsatze ent-
nimmt Ref. noch die Thatsache, dass die Fil. immitis nach
den Beobachtungen Ercolani's bei den Hunden nicht
bloss im Herzen, sondern auch im ünterhautbindegewebe
vorkommt und hier namentlich ganz constant bei Abwe-
senheit von Herzwürmern gefunden wird.
Ebendas. (p. 44) berichtet Rivolta über Blutwürmer
bei einem Stieglitz, bei dem vergebens nach dem Mutter-
thiere gesucht wurde.
Bore 11 (Archiv für pathol. Anatomie 1876. Bd. 65.
S. 399) lässt die Haematozoen der Krähe durch die Gal-
lenwege nach aussen auswandern, allein Beobachtungen,
welche K a h a n e in dieser Hinsicht auf meinem La-
boratorium angestellt hat , haben weder in den genann-
ten Organen, noch im Darme, noch sonst irgendwo bei
Anwendung genügender Vorsicht (mit Vermeidung also
jedes Blutergusses) Embryonen auffinden lassen. Unter
38 Krähen, die auf Haematozoen untersucht wurden, waren
übrigens nicht weniger als 28, also fast 80% damit be-
haftet, und manche derselben in solcher Menge, dass schon
das kleinste Bluttröpfchen deren mehrere aufwies. In
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 563
einem Falle wurden in 1 mg Blut 601 Würmer aufge-
funden.
Morton berichtet über einen Fall von Filaria loa,
die an der Westküste Afrika's im Unterhautbindegewebe
besonders des Auges und der Hand bei dem Menschen
durchaus nicht selten vorzukommen scheint, und fügt die
Resultate einer Untersuchung bei, welche Leid y an einem
Exemplare dieses Wurmes, das Verf. aus der Conjunctiva
einer Negerin in Gaboon hervorgezogen, angestellt hat
(Americ. Journ. med. 1877, July). Der Wurm war 16 mm
lang, hinten spitz zulaufend, vorn abgerundet und ohne
Waffen. Die Cuticula des Schwanzendes läuft in eine
kegelförmige Spitze aus. Der Darm endigt kurz vor der
Schwanzspitze. Ref., der von Herrn Dr. Falkenstein
gleichfalls diesen Wurm (aus der Conjunctiva eines Euro-
päers) von der Loangoküste zur Untersuchung erhielt, kann
hinzufügen, dass der vielfach mit Fil. medinensis zusammen-
geworfene Wurm unzweifelhaft eine eigene Art repräsen-
tirt. Schon der Grössenunterschied ist entscheidend. Das
mir vorliegende, vorn leider verstümmelte Exemplar erwies
sich bei einer Länge von 27 mm als ein Weibchen mit
zahlreichen, grossentheils noch in eine dünne Eischale
(0,035 lang, 0,025 mm breit) eingeschlossenen Embryonen.
Die Seitenfelder zeigen eine beträchtliche Breite und Höhe
und nehmen etwa 18—20 rinnenförmig ausgehöhlte Muskel-
bündel zwischen sich. Auf Querschnitten unterscheidet
man ausser dem Darme und dem mit Eiern verschiedener
Entwickelungsstufe erfüllten Ovarium meist zwei Uterus-
durchschnitte.
Scheeler berichtet über das Vorkommen eines faden-
förmigen Entozoon im Glaskörper einer Frau (Jahresber.
der früher Evers'schen Augenklinik in Berlin 1876. S. 39 if.J.
Der Wurm war spiralig gewunden, 12—15 mm lang, nach
dem einen Ende zu verdickt, und zeigte sehr lebhafte Be-
wegungen sowohl des ganzen Körpers, wie der einzelnen
Theile. Da derselbe nur mit Hülfe des Augenspiegels zur
Beobachtung kam, war eine genaue Bestimmung unmög-
564 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
lieh, doch Hess Grösse und Statur die Möglichkeit zu, dass
er dem Gen. Trichosomum zugehöre.
Harms findet (Jahresber. der kgl. Thierarzneischule
in Hannover 1875. S. 76) im Schlünde des Schafes unter
dem Epithel eine Spiroptera mit eigenthtimlicher Cuticu-
larbildung, Sp. scutata, dieselbe Form offenbar, die zuerst
(Oesterr. Vierteljahrsschrift für Wissenschaft!. Veterinär-
kunde Bd. XXI) von Müller beschrieben ist. Derselbe
Wurm wird später (ebendas. Bd. XXXXVIII. S. 220 mit
Abb.) von K o r z i 1 auch beim Schweine unter dem Epithel
der Zunge und des Schlundes aufgefunden.
Ebenso berichtet Megnin (Rev. möd. v6terin. T. V.
1878. p. 1151 mit Abbild.) über eine neue Filarieuform
aus dem Unterhautbindegewebe des Pferdes.
Drechsler fand im Darme des Rindes überaus zahl-
reiche Wurmknoten, die bis Erbsengrösse hatten und
je einen 1 — IV2 mm langen Nematoden mit zwei conischen
Mundpapillen (Larve einer Filaria? Ref.) in sich einschlös-
sen (Deutsche Ztschft. für Thiermed. u. vergl. Pathologie
Bd. IL S. 355). Die Affection scheint übrigens nichts
weniger als selten zu sein, da nicht bloss Verf. dieselbe
im Verlauf seiner Untersuchungen noch mehrfach nachzu-
weisen im Stande war, sondern auch Saake dieselbe acht
Mal bei Rindern mit Darm-Intussusceptionen constatiren
konnte (Arch. für wissensch. u. pract. Thier-Heilkunde
Bd. III. S. 195 u. 467 mit Abbild.).
Man hört nicht selten die Behauptung, dass die Tri-
chinen in Europa auf die nördlichen und mittlem Länder
beschränkt seien. Dass das ein Irrthum war, beweisen
die Fälle von Roth (Correspondenzbl. für schweizerische
Aerzte Jahrg. X), der ihr Vorkommen in der deutschen
und italienischen Schweiz constatirte, von Basti (Arch.
veter. 6col. d'Alfort 1879. p. 313), der von zwei trichinösen
Schweinen in Barcelona berichtet, von Perron cito, der
(Annali r. Accad. d'agric. Torico Vol. XX. 1877 Febr. und
besonders Vol. XXIII. 1879 Maggio) la trichina in Italia
behandelt. Letzterer stellt auch zahlreiche Experimental-
untersuchungen über die Widerstaüdsfähigkeit der einge-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 565
kapselten Muskelwtirmer gegen höhere Temperaturen an
und sieht dieselben ausgeschält auf dem Schultze'schen
heizbaren Objecttische bei 48 ^ C. sterben. Die grössere
xibhandlung (59 Seiten, 2 Taf.) enthält tiberdiess eine ein-
gehende Darstellung von der Organisation der Trichinen.
Auch Claus schildert den Bau und die Lebensge-
schichte dieser gefährlichen Parasiten („über die Trichine"
Vortrag, Wien 1877).
Dammann fand (Deutsche Ztschft. für Thiermed. u.
vergl. Pathologie Bd. III. S. 92) bei einem IV /^ Jahr vor-
her trichinisirten Schweine die Kapseln kaum verkalkt,
nur schwach getrübt, die eingeschlossenen Würmer aber
völlig intact und infectionsfähig.
Bei einem mit Hautgeschwüren besetzten zweijährigen
Hippopotamus aus dem zoologischen Garten in Marseille
beobachtete Heckel zahlreiche das anliegende Muskel-
fleisch durchsetzende Trichinencysten, deren Insassen frei-
lich weiter entwickelt gewesen sein sollen, als das bei
dem Schwein und dem Menschen der Fall ist. Verf. meint,
dass das Leiden des Thieres mit der Trichinose einen
Zusammenhang habe, und verspricht sich von seiner Beob-
achtung besondere Aufschlüsse über die Wanderungen und
den Um trieb dieser gefährlichen Parasiten (?). Cpt. rend.
1879. T. 88. p. 1139.
Solger handelt (Archiv für Naturgesch. 1878. Th. L
S. 19—23. Tab. II) über „eine neue Species von Trichosoma"
(Tr. recurvum), die sich nicht bloss durch die beträcht-
liche Grösse von 7 — 7,5 cm, sondern mehr noch dadurch
auszeichnet, dass sie in geschlängelten Gängen lebt, wel-
che in grosser Menge auf der Bauchseite eines jungen Cro-
codils (wahrscheinlich Cr. acutus) unterhalb der Epidermis
hinzogen und schon dem unbewaffneten Auge sich bemerklich
machten. Da die Gänge auch zugleich die Eier des Wurmes
enthielten, männliche Individuen aber nicht gefunden wur-
den, meint Verf., dass die Parasiten zum Zwecke der Eier-
ablage erst nachträglich vom Darm aus in die Haut ein-
gewandert seien.
566 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Grassi bezweifelt die Beweiskraft der Fälle, welche
als Beispiele für das gelegentliche Vorkommen der Ascaris
mystax bei dem Menschen angeführt werden, und sucht die
Frage auf experimentellem Wege dadurch zu entscheiden,
dass er zu verschiedenen Malen einzelne kleine Exemplare
des betreffenden Wurmes verschluckte. Da niemals eine An-
siedelung erfolgte, obwohl ein Mal alsbald nach dem Verschlu-
cken einzelne Eier im Kothe aufgefunden wurden, glaubt
Verf. — ob mit Recht, scheint Ref. freilich zweifelhaft, da
die Uebertragungsweise der betreffenden Würmer einstweilen
noch unbekannt ist — das negative Ergebniss seiner Ex-
perimente als eine Bestätigung seiner Ansicht betrachten
zu dürfen. ^Jntorno all Ascaris mystax" Gazetta med.
italiana lombard. 1879. N. 28. 6 Seiten.
Ref. findet die ilscaris lumbricoides auch im Darm-
kanal des Gorilla. Parasiten des Menschen. IL Aufl. S. 209.
Nach Chat in soll sich übrigens der Spulwurm des
Drang nicht bloss durch geringere Grösse, dichtere Rin-
gelung und kleinere Lippen von der Ascaris lumbricoides
des Menschen unterscheiden, sondern auch anatomisch
mehrfach von demselben abweichen, so dass er als eine
besondere Species (Ä. satyri n.) zu betrachten sei. Cpt.
rend. Soc. biolog. 1877. p. 384.
Ebenso wird auch der Spulwurm des Löwen (Asc.
leptocephala Rud.), den Verf. freilich nur in jugendlichen
Exemplaren beobachtete, wegen Abwesenheit der Kopfflü-
gel von Asc. mystax unterschieden. Ibid. p. 266.
Eine 43 mm lange weibliche Ascaris, die einem Grön-
länder Kinde abging , wird von Ref. unter dem Namen
Asc. maritima als neu beschrieben. (Menschl. Parasiten
Bd. IL S. 877.)
Krabbe handelt über die Spulwürmer der Robben und
Zahnwale und giebt — unter Berücksichtigung besonders
der Lippenbildung und oralen Papillen — eine Charakte-
ristik von Ascaris osculata Rud., A. decipiens n. sp. (aus
verschiedenen Robbenarteu), A. lobulata Sehn., A. simplex
Rud. und k. couocephalus (= Conocephalus typicus Dies.,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 567
eine Form, die, wie Verf. nachweist, keine Berechtigung
hat, da der sog. Kopf derselben nur ein Schleimklumpen
war). Saelernes og Tandhvalernes Spolorme, Overs. k. d.
Selsk. Forhandl. 1878. p. 43-51. Tab. I.
Wohin der von Chat in in dem Muskelfleische von
Otaria Stelleri aufgefundene Nematode (Cpt. rend. Soc.
biolog. 1877. p. 204) gehört, ist zweifelhaft.
Ramsay Wright zählt unter den in Nordamerika
von ihm beobachteten Entozoen von Nematoden auf: As-
caris adunca Rud. (Alosa sapidissima), Filaria triaemicJia
(Vormagen von Botaurus minor), Ancyracanthus cystidi-
cola Rud. (aus Schwimmblase von Salmo siscowet), Ä. ser-
ratiis n. (aus dem Herz von Coregonus albus). Contributions
to Amer. helminthology a. a. 0. S. 21—23.
Sp. Cobbold handelt über Filaria terebra Dies, aus
der Bauchhöhle von Cervus columbianus (Proc. zool. Soc.
1876. p. 200). Ebenso über Ascaris Cornelyi n. sp. (Nu-
mida vulturica), Strongylus hemicolor n. sp. (Pithecia leu-
cocephala), Spiroptera Muriei n. sp. (ebendah. aus Magen
und Speiseröhre), Ascaris Andersoni n. sp.) Sciurus sp. aus
Indien) und einige andere bereits bekannte Nematoden
(ibid. p. 294—298. PI. XXI).
Weit grösser noch sind die Bereicherungen, die unsere
Artenkenntniss durch die schon oben angezogenen Abhand-
lungen V. Linstow's erfahren hat. So beschreibt derselbe
zunächst im Arch. f. Naturgesch. 1876. Th. I. S. 3—6 als neu:
Strongylus serratus aus dem Ccecum von Anser domesticus,
Acanthophorus (n. gen.) tenids aus dem Oesophagus
von Mergus merganser und A. horridus aus dem Oeso-
phagus von Anas ferina. Das neue Genus wird nur auf
männliche Formen hin begründet, auf Thiere, die sich
durch zwei ungleiche Spicula, vier Reihen von Hautsta-
cheln und zwei Mundhaken in auffallender Weise aus-
zeichnen. Alle diese Charaktere finden sich übrigens auch
bei Würmchen, welche Lieberkühn als die muthmass-
lichen Männchen der sonderbaren Tropidocerca paradoxa
in Anspruch genommen und (Arch. f. Anat. u. Phys. 1855.
Tab. Xin.) in meisterhafter Weise abgebildet hat.
568 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
Uebrigens ist auch unserm Verf. die Tropidocerca
nicht unbekannt geblieben. Er macht darüber bei mehrern
Gelegenheiten Mittheilung (besonders 1875. S. 177 ff.) und
beschreibt sogar eine Anzahl neuer Arten : Tr, glohosa aus
Proventriculus von Fulica atra, Tr. inermis aus Vormagen
von Astur palumbarius, sämmtlich freilich nur nach weib-
lichen Exemplaren. Wo die Männchen von unserm Verf.
erwähnt werden, da zeigen dieselben übrigens mit der
Lieb erkü hn'schen Form keinerlei üebereinstimmung.
Der Verf. glaubt desshalb auch, dass letztere nur mit Un-
recht zu Tropidocerca gezogen werde.
In den „Helminthologica" wird dann von neuen Arten
hinzugefügt (Arch. für Naturgesch. 1877. S. 7—12): TricJto-
soma jjapüliferum aus Darm von Hirundo urbica, Filaria
tridentata aus Darm von Colymbus arcticus, Fil. ttiberculata
(== Spiroptera attenuata Auct. p. p.) aus den Magenhäuten
von Hirundo urbica, Fil. hamata aus Magen von Falco nisus,
Agamonematoäum tritonis (eine den Pol jmyariern zugehörige
Nematodenlarve, in der Darmwand von Triton taeniatus
eingekapselt), A. geotnipis aus dem Fettkörper von Geotru-
pes stercorarius. ■
Ebenso (a. a. 0. S. 174 ff.) Filaria strigis (= Tri-
china affinis Wedl p. p.) in Kapseln an der äussern Darm-
wand von Strix otus, eine echte Filarienlarve, Trichosoma
pacJiyderma im Oesophagus von Podiceps minor, Tr. hreve
im Darm von Totanus fuscus, Ascaris vimhae, eine Larve
aus der Darmwand und Leber von Abramis vimba. Da-
neben macht Verf. noch manche Angaben über bekannte
Formen, wie die früher unter der Bezeichnung x^sca-
ris acuminata zusammengeworfenen Nematoden des Fro-
sches u. a.
Später (ebendas. 1878. Th. I. S. 230 ff.) beschreibt
von Linstow noch als wqvl: Trichosoma brevispiculum aus
Lota vulgaris, Nematoxys tenerrimus aus Anguilla vulgaris,
Filaria papillifera zwischen den Magenhäuten von Sylvia
palustris, Fil. muscicapae zwischen den Magenhäuten von
Muscicapa atricapilla, Fil. echinata aus Darm von Alburnus
lucidus. Das Rudolph'sche Genus Trichosoma glaubt
in d. Naturgesch. d. nied. Thfere währ. d. Jahre 1876—1879. 569
Verf. im Gegensätze zuDiijardin in seiner ursprünglichen
Fassung beibehalten zu können. Nur Eucoleus Duj. wird
dabei ausgenommen, da der Mangel des Spiculums bei
den dahin gehörigen Arten, der bei Euc. tenuis Duj.
bestätigt werden konnte, wohl geeignet ist, als Merkmal
einer besonderen Gattung zu dienen.
Weiter (ebendas. 1879. Th. L S. 168—182): Äscaris
aurita aus dem Oesophagus von Anous melanogenus, Fi-
laria sx>ermospizae aus Leibeshöhle ven Spermospiza gut-
tata, Hystrichis Wedlii aus Brusthöhle von Fulica atra,
Heterakis longicaudata aus Megacephalon maleo, H. lon-
gicirrata aus Geopelia sp., Trichosoma striatum aus Astur
nisus.
Auch in seinen „Helminthologischen Untersuchungen"
beschreibt v. Linstow (Wtirtemb. nat. Jahreshefte 1879
S. 320 — 336) eine Anzahl neuer Nematoden: Ascaris tiara
(Darm von Varanus ornatus), Ä. Heringii (Darm von Myr-
mecophaga jubata), A. galUnulae (Darm von Gallinula
chloropus), A. phüornelae (Darm von Luscinia Philomela),
Filaria ascaroidcs (Bronchien von Cercopithecus mona, mit
zwei gleichen Spicula), F. involuta (Magenhäute von Strix
flammea), F. recta (Magenhäute von Podiceps cristatus),
F. urogalli (Unterhaut von Tetrao urogallus), F. coelebs
(Magenhäute von Lanius rufus), F. turdi (Magenhäutö von
Turdus merula), Fhysaloptera pyramidalis (an den Sehnen
der Zehen von Choloepus didactylus), Fh. crassa (Darm
von Alauda arvensis), Oxyiiris foecunda (Darm von Simia
satyrus), Oxyuris Jiamata (Darm von Myopotamus coypus),
Strongylus ( ? = Eucyathostomum) spinulosiis (aus Darm
von Capra ibex) , Str. alatiis (Darm von Manis tetrada-
ctyla), Str. longecirratus (Darm von Bos gruniens), Str. am-
leatiis (Darm von Macacus eynomolgus), TricJiocephalus ser-
ratus (Darm von Felis domestica), Trichosoma longevagina-
tum (Darm von Alauda arvensis), Tr. picorum^ Gordius Man-
tidis pusttdatae.
Bei den hier angezogenen Untersuchungen stiess von
Linstow häufig auch auf jugendliche Formen von Nema-
toden, Embryonen so gut, wie eingekapselte Larven. Ein
570 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Theil derselben ist schon unter den voranstehend aufge-
zählten Arten genannt , andere werden von ihm selbst in
seinen ;,neuen Untersuchungen" (a. a. 0. 1878. S. 236—243)
zusammengestellt. Hierher Ascaris capsularia Dies, aus
Alosa und Trutta, A. epulans (mit der von Die sing als
Agamonema bicolor beschriebenen Embryonalform), A. com-
munis Dies., Ä. flesi n., A. piscicola n. aus Esox, Blicca u. a.
(einer späteren Bemerkung des Verf.'s, ebenda. 1879. S. 169,
zufolge = Asc. acus Rud., deren Jugendformen schon in
meinem Parasitenwerke geschildert sind), Ä. süuri n., Ä,
osmeri n., Ä. carpionis n., A. acerinae n., Agamonema flesi n.,
A. acerinae n., Agamonematodum necrophori n., A. vespil-
lonis n., A. juli n. Späterhin (a. a. 0. 1879. S. 171) wird
noch hinzugefügt Asc, petromysi n.
Nach Leidy (Proc. Acad. Philad. 1878. p. 171) ist
Ascaris capsularia auch bei dem nordamerikanischen Mai-
fische ein sehr gewöhnlicher Parasit so weit verbreitet, und
mitunter so häufig, dass er eine förmliche Wurmkrankheit
hervorruft.
Bugnion macht auf der Versammlung der Schweizer
Naturforscher in Bex (1877. Extr. des Actes de la 60 Sess.
N. XIII) eine Reihe von Mittheilungen über die Blutkör-
perchen und die Organisation von Mermis aquatilis Duj.,
einer etwa 2 cm langen Art, die im Genfer See, sowohl in
der Küstenregion, wie in der Tiefe, durchaus nicht selten
vorkommt und ihre Jugendzeit vermuthlich in wasserbe-
wohnenden Dipterenlarven verlebt. Die Blutkörperchen,
die frei in der von zahlreichen Balken durchsetzten Lei-
beshöhle gefunden werden, haben ungefähr die dreifache
Grösse der menschlichen und sind von den Seiten zusam-
mengedrückt. So lange die Würmer noch mit ihrer Schwanz-
spitze versehen sind (= Filaria lacustris Duj.), lassen sie
sich nur unvollständig untersuchen, da der Darm in diesem
Zustande, in dem der Wurm eben erst das freie Leben
begonnen hat, stets mit Fettkügelchen gefüllt und stark
ausgedehnt ist. Mund und After fehlen dem Thiere; der
Darm (Fettkörper Meissner) ist ein einfacher, vorn, wie
hinten blind geschlossener Schlauch. Die von Meissner
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahra 1876—1879. 571
u. A. als Oesophagus beschriebene enge Röhre hält Verf. für
einen Secretionskanal, der sich nur insofern von dem sonst
bei den Nematoden vorkommenden excretorischen Apparat
unterscheidet, als er unpaar ist und weit nach vorn zu
ausmündet. Die Seitenlinien werden von zwei Reihen
grosser Zellen eingenommen. Die männlichen Geschlechts-
papillen bilden, wie bei M. lacinulata, drei Reihen. Die
Scheide liegt dicht hinter der Körpermitte und führt zu-
nächst in eine stark muskulöse Vagina, der die beiden Ge-
nitalröhren (mit Uterus, Oviduct und Ovarium) verbunden
sind. Die Eier. sind rund, ohne Anhänge an der Schale,
und beginnen ihre Klüftung oftmals schon, bevor sie abge-
legt werden.
Leidy berichtet über einen Gordius (G. robustus ?),
der in Menge zu einem Klumpen verschlungen an einem
regnerischen Decembermorgen in einem Walde aufgefun-
den wurde. Es waren nicht weniger als 52 Männchen und
7 Weibchen, sämmtlich vollkommen entwickelt, die daraus
entwirrt wurden. Proceed. Acad. nat. sc. Piladelphia 1879.
Th. I. p. 10.
V. L i n s t 0 w untersucht bei Gelegenheit seiner
helminthologischen Untersuchungen (Arch. für Naturgesch.
1877. S. 3) die Schichtenbildung in der Haut des Gordius
aquaticus und gibt an, dessen Embryonen eingekapselt in
Lymnaeus vulgaris aufgefunden zu haben.
Mermis seticornis n. sp. v. L instow (Arch. f. Na-
turgesch. 1879. Th. L S. 182), vermuthlich aus der Leibes-
höhle eines grossen ausländischen Insects.
Ob das von Verrill (Proceed. unit. St. nation. Mu-
seum 1879. p. 187) neu aufgestellte und einstweilen den Ne-
matoden verbundene Gqu. Nectonema wirklich den Spul-
würmern zugehört, scheint sehr fraglich. Der betreffende
Wurm {N. agilis n.) wurde an der Wasseroberfläche in'
Vineyard Sound lebhaft schwimmend gefunden. Er hat
eine Länge von 80—100 tnm und trägt an seineM faden-
förmigen Leibe hinten jederseits eine von haarförmigen An-
hängen gestützte feine Flosse. Das Hinterleibsende besitzt
572 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
eine kleine Endpapille und ist bei manchen Individuen
(Männchen?) mehr oder weniger eingebogen. (Ref. hat
keine Gelegenheit gehabt, die Originalbeschreibung ein-
zusehen. )
Acanthocephali,
Die 1876 erschienene Schlusslieferung des von Ref.
herausgegebenen zweibändigen Werkes über ^die mensch-
lichen Parasiten und die von ihnen herrührenden Krankhei-
ten" enthält (S. 725—841) eine eingehende Darstellung
vom Bau und der Entwickelung der Kratzer, die auf Unter-
suchungen besonders an Echinorhynchus gigas, Ech. proteus
und Ech. angustatus beruht und ein ziemlich vollständi-
ges Bild der Organisationsverhältnisse und der Lebensge-
schichte dieser eigenthümlichen Schmarotzer bieten dürfte.
Im Ganzen zeigt der Bau der Echinorhynchen, so weit er
bis jetzt bekannt ist, bei den einzelnen Arten eine grosse
üebereinstimmung. Nur der Ech. gigas besitzt, wie in Betreff
seiner Grösse, so auch in der Bildung seines Rtisselappa-
rates und seiner Geschlechtswerkzeuge mehrfach abwei-
chende Verhältnisse, die uns fast berechtigen, ihn als Re-
präsentanten eines besondern Genus von den übrigen Arten
abzutrennen. Zwischen den männlichen und weiblichen
Organen lässt sich trotz aller Unterschiede, welche diesel-
ben bei den ausgebildeten Thieren zeigen, auf Grund der
Entwickelungsgeschichte ein vollständiger Parallelismus
nachweisen. Die Ovarien, die anfangs, wie die Hoden,
im Innern des Ligamentes, einer dem sog. Darmfaserblatt
anderer Thiere vergleichbaren Bildung, gelegen sind, zer-
fallen im spätem Verlaufe der Entwickelung, worauf die
zelligen Elemente dann gewöhnlich in die Leibeshöhle über-
treten, um hier ihre definitive Metamorphose zu durchlaufen.
Nur bei Ech. gigas behalten die Ovarialzellen ihre ur-
sprüngliche Bildungsstätte. Sie verweilen in dem Hohl-
raum des Ligamentes, das dabei fast in ganzer Länge sich
spaltet und die Enden seiner untern Schenkel mit den bei-
den Oeffnungen der Uterusglocke in direkten Zusammen-
in d. Natargesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 573
bang bringt. Sonst communiciren diese Oefluungen be-
kauntlich mit der Leibeshöble. In morpbologiscber Hin-
siebt sind dieselben übrigens trotz ibrer abweichenden Bil-
dung beide als gleicbwertbig zu betrachten. Der weibliche
Leitungsapparat ist mit. andern Worten Y-förmig gespal-
ten, wie der männliche, aber die beiden Schenkel sind
nicht gleichmässig entwickelt, sondern durch Verkümme-
rung des einen in einen scheinbar unpaaren Apparat ver-
wandelt. Auf den leinern Bau der Uterusglocke können
wir hier nicht näher eingehen. 'Wir verweisen hierfür
auf das Orig'nal, das auch sonst über die eigenthümlichen
histologischen Verhältnisse der Echinorhynchen zahlreiche
neue Aufschlüsse giebt. Die nicht minder auffallenden
Vorgänge der Entwickelung sind uns schon durch eine
frühere Arbeit des Verf. 's (J. B. 1873. S. 564) bekannt ge-
worden, doch dürfte die Darstellung durch die beigege-
beuen Holzschnitte nicht unbeträchtlich an Anschaulichkeit
gewonnen haben. Der im eingestülpten Zustande sich ent-
wickelnde ßüsselapparat könnte nach seiner Bildungs-
weise leicht dem Pharynx anderer Würmer verglichen
werden.
A. Andres liefert eine von hübschen Abbildungen
begleitete Darstellung des weiblichen Geschlechtsapparates
bei Echinorhynchus gigas, welche sich im Wesentlichen
mi die von mir früher gegebene Beschreibung dieses son-
derbaren Apparates auschliesst und dieselbe in einzelnen
Punkten erweitert. Morphol. Jahrbücher Bd. IV. S. 584—
590. Tab. XXXI „über den weiblichen Geschlechtsapparat
von Echrinorhynchus gigas".
Giebel wiederholt die schon früher einmal ausge-
sprochene Behauptung, dass die Kratzer und Bandwürmer,
weil sie des Daimkanales entbehrten, der Protozoengruppe
zu überweisen seien. Ztschr. für die gesammten Naturwis-
schaftenl877. Bd. 50. S. 304—307. (Würden hiernach aber
nicht auch die männlichen Räderthiere , die Geschlechts-
thiere der Pbylloxeren und andere Metazoen mit verküm-
mertem Darme gleichfalls als Protozoen betrachtet werden
müssen ?)
tiLicliiv f. Naturg. XXXXIil. Jahrg. 2. Bd. MM
574 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen etc.
Kocourek findet in dem Echinorhynchus gigas die
Ursache einer seuchenartigen Sterblichkeit in einer Sehwei-
neherde. Oesterr. Monatsschrift, für Thierheilkunde Bd. II.
S.89.
Cobbold liefert in den Proceed. Zool. Soc. 1876.
p. 201—203, PI. XVI eine Beschreibung von Echinorhyn-
chus transversus Rud., Ech. echinodiscus Dies, und Ech.
elegansDies. mit Bemerkungen über den Hakenapparat und
den Rüssel.
Echinorhynclms lanceolatus n. sp. aus Charadrius hia-
ticula, V. Linstow, Arch. für Naturgesch. 1876. I. S. 2.
Echinorhynclms ingens n. sp. aus Darm von Procyon
lotor, V. Linstow, Württemb. Jahresheft 1879. S. 537.
lieber „Psorospermien" bei Echinorhjmchus proteus
s. Moniez, Bullet, scientif. dep. Nord. T. II. p. 6.
Üniversitäts-Buchdruckerei von Carl Georgi in Bonn.
MBL WHÜI LIBRARY
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