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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEG MANN,
FORTGESETZT VON
W. F. ERICHSON UND F. H. TROSCHEL.
HERAUSGEGEBEN
VON
DR. ED. VON MARXENS,
PROFESSOE AN DER FRIEDRICH -WILHELMS -UNIVERSITÄT ZU BERLIN.
NEUN UND VIERZIGSTER JAHRGANG,
Zweiter Band.
Berlin,
Nicolaische Verlags -Buchhandlung
R. Stricker.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiet der
Arthropoden während des Jahres 1882. Von Dr. Ph. Bert-
kau in Bonn.
Allgemeines 1
Crustacea 7
Myriapoda 39
Arachnoidea 43
Insecta 81
Thysanura 97
Rhynchota 98
Orthoptera 113
Pseudoneuroptera 120
Neuroptera 127
Diptera 129
Lepidoptera 151
Hymenoptera 206
Coleoptera 224
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mollusken
während des Jahres 1882 von Prof. E. v. Martens.
Allgemeines . 293
Geographische Verbreitung 300
Cephalopoda 320
Gasteropoda 329
Pteropoda 373
Lamellibranchia 373
Brachiopoda 383
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
tlliere während des Jahres 1882 von Ant. Reichenow . . 385
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der VÖgel
während des Jahres 1882 von Ant. Reichenow 427
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1882 von Dr. Oskar Böttger ........ 502
IV Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1882 von Prof. Ed. v. Martens .555
Bericht des Dr. v. Linstow für 1882 vergl. unten 623
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Aüthozoen
im Jahre 1882 von Th. Studer 664
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der freileheil-
den Würmer in den Jahren 1882 und 1883 von Prof.
Dr. Max Braun.
Allgemeines 710
Faunistisches 721
Ringelwürmer einschl. Gephyreen 728
Enteropneusta, Gastrotricha, Chaetognatha und Dinophilus . 756
Freilebende Plattwürmer * .... 758
Dicyemida und Orthonectida 768
Trichoplax 771
Berichte über die Leistungen in der Naturgeschichte der Ein-
geweidewürmer in den Jahren 1882 und 1883 von Dr. von
Linstow.
1882 1883
Allgemeines 623 772
Nematoden 629 774
Gordiaceen . 645 796
Acanthocephalen 645 796
Trematoden 647 797
Cestoden 656 807
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im
Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1882.
Von Dr. Ph. Bertkan in Bonn.
J. Schütz schreibt über den Dotterkern, dessen
Entstehung, Structur, Vorkommen und Bedeutung;
Inaugural- Dissertation, Bonn 1882; gr. 4^ S. 1—21 mit
Taf. Die Untersuchung wurde vorzüglich an Eiern der
Tegenaria domestica und civilis angestellt, deren Dotter-
kern bekanntlich wie der mancher anderer Spinnen ein
besonders charakteristisches Gepräge hat. Anfänglich be-
steht derselbe aus einem Häufchen von Körnern, die bei
Druck auf das Ei auseinanderweichen und sich hernach
wieder sammeln; später ordnen sich dieselben zu concen-
trischen Ringen an und verschmelzen schliesslich mit ein-
ander, so dass der Dotterkern in diesem Stadium aus con-
centrischen, das Licht abwechselnd stärker und schwächer
brechenden Schichten besteht. Noch später geht vom In-
nern des Dotterkernes aus ein Zerfall dieser Schichten
vor sich, durch den derselbe in eine fein granulirte Masse
ähnlich dem Protoplasma des Eies übergeführt wird. Sein
Verhalten gegen Reagentien lässt die Möglichkeit zu, dass
der Dotterkern aus Leucin bestehe, das nach Gorup-Besanez
einen Bestandtheil des Spinnenkörpers ausmacht. Hinsicht-
lich der Entstehung desselben glaubt Schütz aus dem Ver-
halten ganz junger Dotterkerne gegen Druck die Balbiani'-
sche Annahme einer eingewanderten Zelle für nicht an-
nehmbar halten zu müssen, und sieht in ihm eine Aus-
Archiv f. Naturg., XLIX. Jahrg. 2. Bd. A
2 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Scheidung aus dem Dotter, die mit dem Wachsthum des
Eies zu dessen Aufbau und zur Dotterbildung verbraucht
wird. Dem entsprechend ist auch seine Bedeutung, wenn
er auch nicht für eine ganz unwesentliche Verdichtung
des Dotters zu halten ist, nicht allzu hoch anzuschlagen;
an eine Betheiligung desselben bei der Entwickelung des
Embryos, wie wiederum Balbiani gewollt hatte, ist gar
nicht zu denken. Ausser bei Spinnen beobachtete der Ver-
fasser selbst den Dotterkern unter Arthropoden noch bei
Myriapoden (Chilopoden und Chilognathen), konnte ihn
dagegen beim Flusskrebs, Asseln und Argulus, wo er nach
andern Beobachtern ebenfalls vorkommen soll, nicht auf-
finden.
Bellonci bestätigt in seiner Vergleichung des Ge-
hirns von Sphaeroma serratum, das nach ihm in der
Mitte zwischen dem der Decapoden und Insekten steht,
den von Claus und Berger hervorgehobenen Unterschied,
dass die seitlichen Lappen des Gehirns der höheren Kru-
ster nicht, wie Dietl wollte, die lobi optici sind, sondern
dass das gangl. opt. das wahre optische Centrum ist und
den lob. optic. der Insekten entspricht. In der That ent-
springen von den seitlichen Anschwellungen der medianen
cerebralen Segmente feine Fibrillen, welche zu den inne-
ren Antennennerven gehören, und sie entsprechen, sowohl
der Lage als dem Bau nach, den Antennenanschwellungen
des Insektengehirns. Ferner dringen, bei den Krustern
ebenso wie bei den Insekten, die Fasern der lob. opt.
zwischen diesen Anschwellungen und den oberen Lappen
durch, und wenn man beachtet, dass die Nervenanschwel-
lungen der äusseren Antennen den Krustern eigeuthümliche
Bildungen sind, so sieht man, dass die glomerul. olfact.
dieselbe Lage zu der Oesophagealcommissur haben , wie
dieselben Theile bei den Insekten. Bei den Krustern sind
die inneren Lappen des oberen Gehirnabschnitts die wah-
ren Homologa der pilzhutförmigen Körper. — Von Insek-
ten wurde zum Vergleich Gryllotalpa herangezogen. Archiv.
Ital. de Biol. I p. 176 ff.
Ray Lankester's „Studies on Apus, Limulus
and Scorpio", London, J. u. A. Churchill, 1881, habe ich
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. S
nicht gesehen; vgl. unten bei Poecilopoda und Nature Nr.
647 p. 479 f.
Gratacap untersuchte den Einfluss verschiede-
ner Gase auf „Insekten"; Amer. Natur. 1882 p. 1019 ff.
Im Sauerstoff zeigten sie anfänglich Symptome von freu-
diger Aufregung mit einer „rastlosen Neigung zu springen",
später war nichts Auffallendes an ihnen zu bemerken und
sie starben erst längere Zeit, nachdem sie der Wirkung
des Gases ausgesetzt waren. Musca domestica lebte 29
Stunden; Colorado- und Mehlkäfer (Tenebrio molitor?;
meal-bug) lebten nach 3 Tagen wieder vollkommen auf;
Phalangium dorsatum lebte 24, eine Noctua 36, Colias
Philodoce 12 Stunden. In Wasserstoffgas waren die Flie-
gen sofort betäubt, lebten aber, obwohl anscheinend todt,
noch eine lange Zeit nachher. Noctua und eine schwarze
Wespe starben sofort; Colorado -Käfer erholten sich nach
einem zweitägigen Aufenthalte wieder vollkommen. In
Kohlensäure starben Fliegen sofort. Colorado - Käfer er-
holten sich nach dreistündigem Aufenthalte und nach einem
solchen von 45 Minuten in Kohlenoxyd. Blausäure- und Sal-
petersäuredämpfe tödteten, aber die Colorado-Käfer zeigten
mehr Widerstandsfähigkeit als die anderen. Ebenso waren
Chlordämpfe tödtlich, aber auch hier widerstanden die Co-
lorado-Käfer am längsten und lebten zum Theil hernach
wieder auf. In Stickoxyd lebte Noctua IV2, die Käfer 2
Stunden, während junge Caloptenus femur- rubrum nach
einer zweistündigen Einwirkung nur wenig beeinflusst schie-
nen. In Leuchtgas waren die Käfer sofort niedergestreckt,
aber nach einem einstündigen Aufenthalte erholten sich
einige wieder; Ectobia germanica kamen nach Va, junge
Caloptenus nach einer ganzen Stunde, Fliegen nach 5 Mi-
nuten langem Aufenthalte in Leuchtgas wieder zu sich.
H. Roedel stellte Versuche an über das vitale
Temperaturminimum wirbelloser Thiere, deren Re-
sultate in seiner Inaugural- Dissertation (Halle 1881) nie-
dergelegt sind. Den Arthropoden sind S. 15 — 26 seiner
Schrift gewidmet. Von Krustern ertrugen Daphnien, Gam-
marus pulex und Asellus aquaticus das Erfrieren nicht,
ohne zu sterben; auch Cyclops ging nach zweistündiger
4 Bertkau: Bericht üb. die wissenachaftl. Leistungen
Einwirkung von — 6^ zu Grunde. Hydrachna cruenta und
Argyroneta aquatica gingen nach V2— 3 stündigem Aufent-
halt in einer Temperatur von — 4<^, nachdem sie völlig
durchfroren waren, zu Grunde. Phalangium opilio hei
— 9*^, Tegenaria bei kürzerem Aufenthalt in — 8^ — 9^,
während sie geringere Kälte längere Zeit ertragen konnte,
bevor sie starb. Auch bei Fliegen erfolgte der Tod bei
— 8^ nach 20, bei — 5« erst nach 40 Minuten. Von
Schmetterlingen sind Eier und Puppen sehr widerstands-
fähig gegen Kälte; auch Raupen starben erst bei 2V2Stün-
digem Aufenthalte in — 10^. Käferlarven vermögen — 6^
längere Zeit ohne Schaden zu ertragen; auch von den
Imagines sind einige, z. B. Rüsselkäfer, durch grosse Wi-
derstandsfähigkeit ausgezeichnet. Phytonomus ging erst
bei l\'2Stündiger Einwirkung von — 12 0 zu Grunde. Für
Ameisen trat meist erst bei 3stündiger Wirkung von — 15^,
für Bienen schon bei 3V2 Stunden in — 1,5 ^ der Tod ein.
— Die Eier der genannten Thiere konnten weit niedere
Grade ungefährdet ertragen, und für die Eier ist die tödt-
liche untere Temperaturgrenze noch nicht ermittelt.
In einem Artikel über Farben und Farbensinn
in der Thierwelt bespricht Keller einige biologisch
interessante Erscheinungen aus dem Arthropodentypus, na-
mentlich die Mimikry ; Mitth. Thurg. Naturf Gesellsch. V,
p. 72 ff.
In Kap. IV und V, S. 49—121 von Die Verwand-
lungen der Thiere, VIT. Bd. vom „Wissen der Gegen-
wart" schildert 0. Taschenberg die Metamorphose der
Arthropoden und erläutert dieselbe durch Holzschnitte.
G. Joseph liefert ein Systematisches Verzeich-
niss der in den Tropfsteingrotten von Krain ein-
heimischen Arthropoden nebst Diagnosen der vom
Verfasser entdeckten und bisher noch nicht be-
schriebenen Arten als Fortsetzung von desselben „Er-
fahrungen etc." (s. den vor. Ber. p. 3); Berl. Entom. Zeit-
schr. 1882 p. 1 ff. Der Verfasser giebt hier ein vollstän-
diges Verzeichniss der ihm bekannten Höhlenbewohner,
soweit sich deren Namen ermitteln oder Beschreibung lie-
fern Hessen. Sämmtlichen Arten sind wichtige Bemerkungen
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 5
literar-historischen oder biologischen Inhaltes hinzAigefügt.
Neben den von anderen Forschern hervorgehobenen Eigen-
thümlichkeiten der Höhlenfauna wiederholt hier Joseph
seine früher gemachte Entdeckung des Ersatzes der Augen
durch Tasthaare bei einzelnen Arten; vgl. dies. Ber. über
1875 und 1876,' 1. H. p. 213 (5). Im Ganzen sind 110 Arten
aufgeführt, 17 Crustaceen, 26 Arachniden, 5 Myriapoden, 62
Insekten, doch ist von letzteren noch eine grössere Anzahl
„Micro -Orthopteren" (d. h. Thysanuren) unbestimmt und
unbenannt geblieben.
In der Naturaleza VI Entr. 6 u. 7 finden sich auf
S. 51 ff. des Apendice in der Breve notitia . . . animales
de Mexico, por G. J. Clavigero Angaben populärer Na-
tur über solche Arthropoden, welche auch dem gewöhn-
lichen Volke aus irgend einem Grunde auffallen ; von den
meisten sind bloss die mexikanischen Namen angegeben.
Cavanna bringt die Narrazione della escursione
fatta al Vulture ed al PoUino . . . nebst einem Kata-
log der bei dieser Gelegenheit gesammelten Arthropoden;
die Myriapoden haben Fanzago, Arachniden Simon, Or-
thopteren Targioni - Tozzetti und Stefanelli, Neuropteren
M'Lachlan, Rhynchoten Cavenna, Lepidopteren Curö und
Marcini, Hymenopteren Gribodo und Emery, Coleopteren
Baudi, Piccioli und Cavanna zum Verfasser; Bull. Soc.
Entom. Italiana 1882 p. 1 ff. In dem Reisebericht sind auch
Pflanzen, Wirbelthiere und Mollusken erwähnt.
Derselbe zählt die Artropodi raccoltia Lava-
jano (Prov. di Pisa) auf; ebenda p. 353; mit Noten von
Simon, Latzel, Targioni-Tozzetti, Cavanna, Ferrari, Carobbi,
Baudi di Selve, Piccioli, Magretti.
M. Weber erstattet in dem Verslag. o. d. Vierden
Tocht van de Willem Barents naar de Ijszee (Haarlem 1882)
auf S. 100 ff. einen Bericht über die zoologischen Unter-
suchungen, die sich der Natur der Sache gemäss zumeist
in Meeresformen bewegten. Auf S. 130 ist die Landfauna
von Matotschkinshau auf Novaja Semlia besprochen. Es
wurden Fliegen, Mücken, einige Schlupfwespen, zwei Bom-
bus-Arten gefangen, eine am Eingang zu ihrem Nest. Un-
ter Sieinen waren neben Poduriden namentlich kleine Spin-
6 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
nen häufig (gesellig), vermuthungsweise der Gattung Eri-
gone zugeschrieben; auch eine mit Trombidium holoseri-
ceum verwandte Milbe, vielleicht Rhagidia gelida.
Bei Vardoe (S. 118) wurden ebenfalls Fliegen, Schlupf-
wespen, unter Steinen eine grosse Coccide'? (Burmeister
hielt s. Z. die Larve von Microdon auch für eine Coccide)
ein Phalangium und eine schwarze Spinne (letztere zahl-
reich) gesehen.
Note sur la Zoologia de la cath6drale de
Strassbourg; par F. Reiber; Bullet. Soc. Hist. Nat. Col-
mar 22 et 23 ann. p. 215 ff. Neben gelegentlichen Besu-
chern ist Argas reflexus auf den dort nistenden Tauben
und ßryophila muralis, deren Raupe von den Steinflechten
des Münsters lebt, zu erwähnen.
W. V. Reichenau sucht in 6 Spaziergängen zu ver-
schiedenen Jahreszeiten die Physiognomie des Mainzer
Sandes zu schildern, an der die Arthropoden keinen ge-
ringen Antheil haben. Jahrb. Nassauischen Ver. f. Naturk.
35 p. 21 ff.
Die Beiträge zur Arthropodenfauna Tirols
von Dalla Torre zählen aus dem alpinen Tirol 51 Or-
thoptera genuina, 2 Psociden, 54 Pseudoneuropt. amphibio-
tica; 101 Hemiptera, 31 Homoptera, 4 Psylliden, 61 Ich-
neumoniden, 29 Neuropteren, 33 Myriapoden auf und geben
ferner neue Fundstellen der (52) alpinen Spinnenarten Ti-
rols; Berichte des naturwissensch.-medizin. Vereins in Inns-
bruck, XII p. 32 ff
In T. Spencer Cobbold's „The Parasites of
Elephants" sind von Arthropoden 1 Milbe (Symbiotes
elephantis, nach Megnin nur Homopusform vom Tyrogly-
phus siro), 1 Laus (Haematom. elephantis Piag.) und 2
Fliegen (Gastrophilus elephantis Cohb. und die Eier einer
nicht bekannten Art) aufgeführt; Pharyngobolus africanus
Brau, war ausgelassen; Transact. Linn. Soc. (2. Ser.) II
p. 223 ff
Beijerinck schrieb über die Entstehung der Gal-
len; Rev. Internat. Sei. Biol. IX (1882) p. 373 f.; vgl. unten.
V. Schlechtendal handelt über einige z. Th. neue
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 7
Phytoptocecidien; Jahresbericht Ver. i. Naturk. Zwickau
1882 p. 26 ff. Taf. I-III.
Brise hke lässt seinem Verzeichniss der Blattmini-
rer (s. d. vor. Ber. p. 100) ein solches der Pflanzen -De-
formationen (Gallen) und ihrer Erzeuger in Dan-
zigs Umgebung folgen; Schriften . . . Danzig (N. F.) V
Nr. 3 p. 185 ff. Es werden die Pflanzen in systematischer
Reihenfolge aufgezählt und die Gallen mit ihren Erzeugern
angegeben. Von den Cynipiden ist auch eine Tabelle der
Inquilinen und Schmarotzer angeschlossen.
E. Kay -Robinson berichtet über eine Puppe von
Bombyx Mori, aus der 2 Schmetterlinge, ein cT und ein
$ ausschlüpften, die beide verkehrt in der Puppe steck-
ten, d. h. den Hinterleib dort hatten, wo an der Puppe die
Gliedmassen, Flügel etc. sichtbar waren. Die Raupe erschien
keineswegs auffällig; ebenso war die Puppe von gewöhn-
licher Grösse und Gestalt. Die Imagines krochen wunderbarer
Weise mit dem Hinterleibe zuerst aus der Puppe. Bald
stellte sich heraus, dass zwei Geschlechter in der Puppe
vertreten waren; vom 14.— 20. Juli bewegten sie ihre Hin-
terleiber unaufhörlich in der Luft; dann legte das $ 5
Eier, am 24. noch ein Ei und starb dann; das ^ war
noch am 26. Juli am Leben.'' Entomologist Nr. 229; nach
Entom. Nachr. 1882 p. 55 f. (Sollte hier nicht eine Selbst-
täuschung vorliegen? Dass 2 und sogar 3 Raupen sich
einen gemeinschaftlichen Cocon spinnen, ist von Bomb. Mori
oft beobachtet; Refer.).
Anomalie bei Oryctes grypus p. 280, Monstrosität
bei Silpha granulata Oliv. p. 284; Ragusa, II Naturalista
Siciliano I, Tav. XI, Fig. 7.
Melolontha vulgaris $ mit 8 Füssen, 3 an
dem Schenkel des linken Hinterbeines; Treuge, Entom.
Nachr. 1882 p. 177.
Eine fünfflügelige Zygaena Minos; Sitzber. Zool.
Bot. Ges. Wien XXXII p. 34 mit Holzschn.
Hagen erinnert an die Beschreibung Me isner 's von
einem halbierten Zwitter von Parnassius Apollo, an dessen
Hinterleibsende er auch „den häutigen Sack" des Weib-
chens erwähnt, der nach v. Siebold erst bei der Begat-
8 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
tung gebildet wird, so dass in diesem Falle also eine Be-
gattung eines Zwitters stattgefunden hätte; Stett. Eni Zeit.
1882 p. 407.
A. Pagenstecher macht 3 Zwitterbildungen bei
Lepidopteren bekannt und knüpft daran Bemerkungen
über die Zwitterbildung überhaupt (Sphinx Convolvuli, Sa-
turnia pavonia, Rusina tenebrosa); Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 35 p. 88 ff. mit Taf.
Zwitter von Lasiocampa Trifolii; Entomol. Monthl.
Mag. XIX p. 111; von Bombyx Rubi; Moureau, Bull.
Sog. Entom. de la Gironde etc. Nr. 8.
Parthenogenesis bei Chilopoden? Sograff,
Zool. Anz. Nr. 124 p. 582 f. ; bei Trombidium fuliginosum
Serm.?; Henking, Zeitschr. wiss. Zool. XXXVIII p. 594 f.;
Tegenaria Guyonii; M. Campbell, Journ. Linn. Soc.
XVI p. 536 ff. ; Zaraea fasciata; Osborne, Entom.
Monthl. Mag. XIX p. 97.
S. H. Scudder, A Bibliography of fossil In-
sects. Bull. Harvard University. Cambridge 1882.
Nach Scudder ist Palaeocampa 3IeeJc sl. Worthen
weder eine Raupe noch ein Wurm, sondern ein Myria-
pode, der ein Beweis für die grosse Formverschiedenheit
ist, die schon zur Steinkohlenzeit unter dieser Klasse be-
stand. Nach mehreren gut erhaltenen Exemplaren, die
Scudder durch Carr und Bliss erhielt, gibt er folgende
Beschreibung von Palaeocampa. Es ist ein raupenähn-
liches, segmentirtes Geschöpf, 3—4 cm lang, ausser dem
Kopf aus 10 ähnlichen und gleich grossen Segmenten be-
stehend, deren jedes (mit Ausnahme des Kopfes) ein Paar
gedrungener, spindelförmiger, stumpf zugespitzter Beine
von der Länge der Breite des Körpers trägt; dieselben
sind aus mehreren gleich langen Gliedern zusammenge-
setzt. Jedes Körpersegment hat ausserdem 4 cylindrische
aber divergirende (? cylindrical but spreading) Bündel dich-
ter, steifer, schlanker, ruthenähnlicher Borsten, die ein
wenig länger als die Beine sind. Diese Bündel sitzen auf
Warzen und sind in dorsopleuralen und lateralen Reihen
angeordnet. Jede einzelne Borste, obwohl etwa nur 0,1
mm breit, hat etwa 18 grössere und in jedem Zwischen-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 9
räum zwischen diesen 2—3 kleinere Längsrippen. Die-
selben sind gesägt, die Hauptrippen in weiteren, die Ne-
benrippen in engeren Zwischenräumen, und diese Struktur
gibt den Borsten ein gegliedertes Ansehen. Es ist eine
bemerkenswerthe Thatsache, dass schon in so früher Zeit
Arthropoden mit so hochorganisirten Hauptgebilden exi-
stirten und ferner, dass schon damals die Myriapoden in
mindestens ebensoweit verschiedenen Formenreihen ver-
treten waren wie heutzutage. Silliman's Americ. Journ.
Sei. a. Arts. (3) Vol. XXIV p. 161 ff.; Ann. a. Mag. N. H.
(15) X p. 286 ff.
Crustacea.
Matzdorf f stellte Untersuchungen an über die Fär-
bung von Idot(h)ea tricuspidata Desm. (= irrorata
Say); Jenaische Zeitschr. XVI p. 1 ff. Taf. I, IL In dem
deskriptiven Theil werden die zahlreichen Färbungsvarie-
täten dieses Thieres in die 5 Gruppen gebracht: einfar-
bige, einstreifige, zweistreifige, gefleckte, braun-
weis se. In dem anatomischen Theil wird die Lage und
Beschaffenheit der Chromatophoren besprochen. Er er-
kennt in ihnen amöboide Zellen mit Kern, die in be-
stimmten Abständen dem kernhaltigen Lager unter den
Chitinogenzellen der Hypodermis eingebettet sind, deren
untere Schicht dieses Syncytium bildet. Sie entsenden
Fortsätze sowohl in die obere Schicht der Hypodermis als
auch in die Bindegewebsschicht unter der Hypodermis.
Auf ihre Beschaffenheit und Funktion hat weder Nahrung,
noch Salzgehalt, Temperatur, Licht Einfluss. Dagegen
werden die Chromatophoren direkt vom Gehirn aus beein-
flusst, wenn farbige Strahlen das Auge treffen; war
das Auge durch einen Lacküberzug unempfindlich gemacht,
so äusserte farbiges Licht auch bei solchen Thieren keinen
Einfluss, die sonst innerhalb weniger Minuten eine sympa-
thische Aenderung ihrer Farbe hatten eintreten lassen.
Zum Schluss gibt der Verfasser an, wie er sich phyloge-
10 Bertkau: Bericht üb. die wissensehaftl. Leistungen
netisch den Vorgang der speziellen Anpassung der Farben-
varietäten an ihre Umgebung denkt.
Huet fand die von Lereboullet entdeckten Drüsen
der landbewohnenden Isopoden auf die 7 Hinterleibsseg-
mente ausgedehnt, und beschreibt deren Bau genauer. Sie
münden in dem oberen Theile der Epimeren in einer sieb-
ähnlichen Oeffnung. Im Schwänze öffnen sie sich in einem
Spalte, der mit linear angeordneten Oeffnungen versehen ist.
Diese Anordnung findet sich bei Porcelli scaber; Oniscus
murarius, Armadillo, Ligia ; Pore, pictus hat nur die Kau-
daldrüsen. Bei den Wasserbewohnenden Isopoden (Ligia
oceanica, Anilocra, Idothea, Asellus aquaticus) fehlen sie.
Weber's Mittheilung über denselben Gegenstand (s.d. vor.
Ber. p. 25) scheint Huet nicht gesehen zu haben. Compt.
Rend. Ac. d. Sei. XCIV p. 810 ff.
Jousset de Bellesme behandelt die Anastomo-
sen zwischen den Primitivbündeln der gestreiften
Muskeln der Wirbellosen, die nach ihm besonders deut-
lich an den sog. Leberschläuchen von Amphipoden und
Isopoden (Gammarus, Ligia, Corophium) sind; C. R. de
l'Acad. d. Sei. XCV p. 1003 f.
Hartog macht darauf aufmerksam, dass die Struktur
des unpaaren Crustaceenauges sich auch bei einigen Wür-
mern, Chaetognathen und Planarien wiederfindet; Compt.
Rend. 22. Mai 1882 p. 1430; Ann. a. Mag. N. H. (5) X
p. 71 f.
In einer Preliminary Classification of the
brain of Crustacea schreibt Packard den Decapoda,
Tetradecapoda, Phyllocarida, Cladocera, Entomostraca ein
Syn-cerebrum, den Phyllopoda, Merostomata und Cirripe-
dia? ein Archi - cerebrum zu. Das erstere tritt in 3, das
letztere in 2 verschiedenen Modifikationen auf; Amer. Na-
tur. 1882 p. 588.
Freud glaubt nach Untersuchung frischen Materials,
an dem er einen überlebenden Zustand beobachtete, fol-
gendes über den Bau der Nervenfasern und Nerven-
zellen beim Flusskrebs aussagen zu können. Die Ner-
venzellen im Gehirn und in der Bauchganglienkette be-
stehen aus zwei Substanzen, von denen die eine, netzför-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 11
mig angeordnete, sich in die Fibrillen der Nervenfasern,
die andere, homogene, in die Zwischensubstanz derselben
fortsetzt. Der Kern der Zelle besteht aus einer gegen
den Zellenleib nicht scharf abgegrenzten homogenen Masse,
in welcher geformte Bildungen von verschiedener Gestalt
und Haltbarkeit sichtbar sind. Diese Inhaltskörper des
Kernes zeigen Form- und Ortsveränderungen, „durch welche
der tiberlebende Zustand der Zelle dargethan wird." Sitzber.
k. Akad. Wissensch. Wien, 86. Bd. (3. Abth.) p. 9 ff. mit 1 Taf.
Nach Pouch et, Robin's Journ. Anatom, et Physio-
logie XVIII (1882) p. 202 ff. ist das Blut der Kruster durch
seinen hohen Salzgehalt ausgezeichnet. Obwohl die mei-
sten Blutkörperchen in ihrer Gestalt sehr variiren, so
kann man doch einen gemeinsamen Typus immer erken-
nen. Die amöboiden Bewegungen scheinen nicht einzu-
treten, so lange das Blut in dem Gefässsystem kreist. (Nach
dem Ref. im Journ. R. Microsc. Soc. 29 (August 1882 p. 505).
F. Mocquard studirte den Bau der sogen, ampull.
pyloric. der Podophthalmen und ihre Funktion. Sie dienen
nach ihm wesentlich zum Zerkleinern der Nahrung ; Comp-
tes Rend. Ac. des Sei. XCIV (1882) p. 1208 ff.
Unter der Aufschrift On the homologies of the
Crustacean limb vergleicht Packard die Gliedmassen
der verschiedenen Ordnungen in den verschiedenen Kör-
perregionen mit denen der Phyllopoden; Amer. Natur. 1882
p. 785 ff. PL X — XII nebst mehreren Holzschnitten.
T. Tullberg stellte Studien über den Bau und
das Wachsthum des Hummerpanzers und der Mol-
luskenschalen an; Kgl. Sv. Vet. Akad. Handl. XIX Nr. 3.
Nach Smith mischen manche Amphipoden unter das
Material, aus dem sie die Wandung ihres Wohngehäuses,
herstellen, ihre Exkremente. Trans. Conn. Acad. IV p. 248.
Albinism in a Crustacean (Porcellio sp.); Amer.
Natur. 1882 p. 243.
Nach Versuchen, die L. Prüderie q mit C. maenas
anstellte, geschieht das Abdrehen der Beine beim Ergrei-
fen u. s. w. in Folge von Reflexbewegungen; Archiv, de
Biologie III p. 235.
Nr. 1 von Vol. IX der Memoirs of the Museum of
12 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Comparative Zoology enthält als erste der Selections
from Embryological Monographs eine Kompilation
wichtiger embryologischer Abbildungen aus der Klasse der
Crustaceen von W. Faxon; 14 Taf. Der Text beschränkt
sich auf eine ausführlichere Figurenerklärung.
Nachträglich sei hier noch auf die früher von mir
übersehene Mittheilung von W. Faxon in den Bull. Mus.
Compar. Zool. V Nr. 11 p. 253 ff. mit 5 Taf. On some
young stages in the development of Hippa (talpoi-
da), Porcellana (Polyonyx macrocheles), Pinnixa hin-
gewiesen.
Mereschkowski macht eine neue Art von Bla-
stodermbildung bei den Decapoden bekannt. Die-
selbe schliesst sich am nächsten an den durch Mayer
bei Eupagurus geschilderten Vorgang an, bietet aber noch
mehr Aehnlichkeit mit der Blastodermbildung der Insekten
(und Myriapoden; vgl. unten bei Chilopoden). Er wurde
bei Callianassa mediterranea beobachtet und besteht darin,
dass sich durch Theilung des Kerns mit dem umgebenden
Plasma 2, 4, 8^ dann 16 Zellen im Innern der Dottermasse
bilden und dann an die Oberfläche rücken. Hierauf fängt
auch der Dotter an sich zu theilen, wobei die 16 Zellen
als Anziehungszentren wirken. Die Theilung des Dotters
schreitet von aussen nach innen vor, macht aber im äusse-
ren Drittel des Radius schon Halt, so dass von vornherein
eine ungetheilte centrale Dottermasse vorhanden ist. Die
Zellen sind nicht linsenförmig abgeplattet, sondern hoch
cylindrisch oder durch gegenseitigen Druck prismatisch
gestaltet. Später theilen sich diese Zellen immer mehr,
werden kleiner und zugleich platter. Zool. Anz. Nr. 101
p. 21 ff. mit Holzschn.
Forel schreibt über die Pelagische Fauna der
Süsswasserseen; Biolog. Centralblatt II p. 299 ff. Von
Crustaceen kommen in Betracht: Cypris ovum; Sida cry-
stallina; Daphnella brachyura; Daphnia pulex, magna, lon-
gispina, hyalina, cristata, galeata, quadrangula, mucronata;
Bosmina longirostris, longispina, longicornis; Bythotrephes
longimanus; Leptodora hyalina; Cyclops coronatus, quadri-
cornis, serrulatus, tenuicornis, brevicornis, minutus; Hete-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 13
rocope robusta; Diaptomus castor, gracilis; s. auch Ann.
a. Mag-. N. H. (5) X p. 320 ff., Nature Nr. 682 p. 92 f.
Pelagic Life; Address . . . by H. N. Mosely; Na-
ture Nr. 675 p. 589.
Unter den Schmarotzern der Phallusia mentula 0. F.
Müll, fand Gies brecht im Golf von Neapel folgende
Kruster: Pontonia flavomaculata i/eZ?. ; Pinnotheres veterum
Bosc.\ Leucothoe sp. (spinicarpa?) und eine andere nicht
näher bezeichnete Amphipodenart; Lichomolgus forficula
Thor.j Notodelphys prasina Thor.] Botachus cylindratus
Thor.; Notopterophorus papilio Hesse, elatus Costa; in Ph.
mamillata Cuv. theilweise dieselben Arten, (mit Ausnahme
der Decapoden, des zweiten Amphipoden und Botachus cylin-
dr.) und selten Notodelphys Allmani Thor. ; statt der bei Ph.
mentula genannten Formen papilio und elatus kommt hier
eine dritte, elongatus Costa^ vor; über die Notodelphyiden
sind weitere Mittheilungen gemacht ; s. unten. Mitth. Zool.
Station Neapel, 3. Bd. 3. Heft p. 295 ff.
In einer Schilderung der Marine Fauna offthe
Southern Coast of New England, Nr. 7 u. 8 erwähnt
Verrill, dass er öfter die grösseren Arten von Cancer,
Geryon, Paguriden die Schalen von Muscheln habe entzwei
brechen sehen, um das Thier zu verzehren. Ausserdem
leben sie aber auch von andern Sachen, in Aquarien z. B.
von Diatomaceen, anderen Algen, Copepoden, etc. ; Pinnixa
chaetopterana St. wurde häufig in den Röhren des Chae-
topterus pergamentaceus gefunden; Amer. Journ. Sei. a. Arts
XXIV Nr. 143 p. 360 ff, Nr. 144 p. 447 ff
C. V. S. Aurivillius, Bidrag tili kännedomen om
Krustaceer, som lefva hos Mollusker och Tunikater; med
3 Tafl.; Öfv. Kgl. Sv. Vet.-Akad. Förhandl. 39. Nr. 3 p. 31 ff.
In einer Note sur les poissons, crabes et mol-
lusques vivants rejetes par les puits artesiens
en Algerie macht Rolland besonders Telphusa fluviatilis
namhaft, die nebst lebenden Fischen und Mollusken sowohl
in Gewässern an der Oberfläche sich finden, als auch von
Sprudelquellen ausgeworfen werden. Es ist daher eine grosse
unterirdische Wasserfläche anzunehmen, die mit der Ober-
14 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
fläche durch gewisse alte und neue Brunnen kommunizirt.
Compt. Rend. Aead. d. Sei. Paris, Se. du 12 dec. 1881.
S. J. Smith meldet das gelegentliche Auftreten
folgender tropischer und subtropischer Decapo-
den an der Küste Neu-Englands: Ocypode quadrata
F. ; Grapsus pictus Lam. ; Pachygrapsus transversus Stinips. ;
Nautilograpsus minutus Müne-Edw. ; Neptunus Sayi Stimps. ;
Calappa marmorata F. ; Polyonyx macrocheles Stimps. ;
Petrolisthes armatus Stimps. ; Latreutes ensiferus Stimps. ;
Penaeus Brasiliensis Latr. Trans. Connect. Acad. Arts a.
Sei. IV p. 254 ff.
W. F. Bundy liefert eine List of the Crustacea
of Wisconsin, with notes on some new or little known
species; Trans. Wiscons. Acad. Vol. V p. 177 ff.
S. J. Smith gibt eine Preliminary Notice of the
Crustacea dredged . . New-England; Proc. U. S. Na-
tion. Mus. III p. 413 ff.
Derselbe erstattet einen Report on the Crustacea
(Part I Decapoda), die während des Sommers 1880 bei
der Küstenuntersuchung durch den Dampfer ^ßlake^ an
der Ostküste der Vereinigten Staaten gedredgt sind; Bull.
Mus. Comp. Zoology Vol. X Nr. 1 p! 1 ff. PL I— XVI.
Forbes handelt von einigen Entomostraken des
Michigan-Sees und der angrenzenden Gewässer; Amer.
Natur. 1882 p. 537 ff., 640 ff. PI. VIII, IX.
A. Milne-Edwards stellt die Resultate der Tiefsee-
forschungen im Mittelländischen Meere und dem Atlan-
tischen Ocean durch den „Traveilleur" zusammen; Compt.
Rend. 28. Nov., 5. Dec. 1881 p. 876 und 931; 16 janvier
1882; s. auch Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 37 ff.
Im Atlantischen Ozean wurden folgende bemerkens-
werthe Arten erbeutet: Bathynectes longispina; Eupagurus
Jacohii; Galathodes acutus, rosaceus; Elasmonotus Vaillan-
tii] Diptychus rubro-vittatiis \ Pontophilus Norvegicus, Jac-
queti; Richardina spinicincta; Acanthephyra purpurea;
Pasiphae Villegentii.
Observations sur quelques Crustaces de la
M^diterranöe par Lucien Joliet; Lacaze-Duthiers'
Archives etc. X p. 101 ff. (Sur une troisieme espece du
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 15
genre Lamippe, . . .; sur l'usage des pieds dorsaux chez
les Crustaces Notopodes; un exemple de mimetisme: Pon-
tonia diazona sp. nov.).
P. P. C. Hoek zählt die 173 Crustaeeen, gesam-
melt während der Fahrten des „Willem Barents"
in den J. 1878 und 1879 auf. Niederl. Archiv f. Zoologie,
Supplementb. I, dritte Lieferung; 75 S., 3 Taf.
V. Storm zählt in seinem Bidrag til kundskab
om Throndhjemsfjordens Fauna III 19 Arten mit
kurzen faunistischen Bemerkungen auf; Kgl. Norske Vi-
densk. Selsk. Skrifter p. 82 ff.
G. 0. Sars gibt eine Oversigt af Norges Cru-
staceer med forelobige Bemaerkninger over de nye eller
mindre bekjendte Arter; Christiania Videnskabsselskabs
Forhandl. 1882 Nr. 18 p. 1-24, Tab. I— VI. Der erste
Theil dieser Uebersicht behandelt die Podophthalmen und
Edriophthalmen (576). An die systematische Aufzählung
schliessen sich Bemerkungen zu den weniger bekannten
und die Beschreibungen der neuen Arten an. Die Tafeln
enthalten die vom Autor nach einem bereits früher ver-
öffentlichten und bei Conchylien angewandten Verfahren
autographirten Abbildungen ganzer Thiere und einzelner
Theile; die Abbildungen sind durchweg deutlich und scharf.
Die Durchforschung des Grasmere Lake durch
Conrad Beck bereichert die Brittische Fauna mit fol-
genden drei Arten: Holopedium gibberum Zadd.\ Latona
setifera Straus; Bythotrephes sp., von longimanus verschie-
den; Ray Lankester, Ann. a. Mag. N. H. (5) IV p. 53.
G. Leslie und W. A. Herdman zählen in The
Invertebrate Fauna of the Firth of Forth, Edin-
burgh 1881 auf S. 42 ff. 85 Krebsthiere von genannter Lo-
kalität auf; unberücksichtigt blieben Ostracoden und Co-
pepoden.
A. Wierzejski. 0 Faunie jezior Tatrzanskich (Die
Fauna der Tatraseen}; Krakau 1881. Habe ich nicht
gesehen.
Pavesi schildert in seinen Prime linee di uno
studio zoologico delle nostre acque minerali in
den Rendic. d. R. Istit. Lomb. (Milano) (2) XIV die Fauna
16 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
und Flora der Schwefelwässer von Stabio und der Eisen-
schwefelwässer von Paraviso. In ersteren fand sich ein
Arthropode, ein Cyclops, wahrscheinlich C. Clausii Hell.
(= Helleri Brad.^ Kaufmanni TJlj.)\ in letzteren Cypris
Ovum Jwr., Candida Müll. ; Cyclops crassicornis Müll.^ Amy-
monea satyra Müll., lauter Formen, die im süssen Wasser
vorkommen, wogegen der Brauch iurus quadripes Viviani
von Paraviso bisher nur marin bekannt war).
Hilgendorf führt als von v. Maltzan bei Groree
(Senegambien) gesammelt auf Cardisoma armatum HerU,;
Ocypoda Cursor Z., hexagonura n. sp. ; Gelasimus Tangeri
Eydoux ; Grapsus pictus Latr. var. Webbii Brüll. ; Plagusia
depressa F.\ Sitzgsber. Gesellsch. naturf. Freunde. Berlin
1882 p. 22 ff.
Studer's Beiträge zur Meeresfauna West-Afri-
cas zählen von Crustaceen 9 Arten auf, von denen die mei-
sten bisher nur aus dem Mittelmeer oder dem Nordatlan-
tischen Ozean bekannt waren; Zool. Anz. Nr. 14 p. 335.
Miers führt als von Robillard bei Mauritius gesam-
melte Arten auf : Naxia (Naxioides) Robillardi n. sp. ;
Neptunus Sieboldi M.-Edw.\ Coenobita perlata M.-Edw.
und Callianassa mauritiana n. sp. Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 339 ff. PI. XX; ferner Palinurus longimanus; Pseud-
ibacus Pfefferi n. sp.; Dromia vulgaris; Lysiosquilla ma-
culata; ebenda p. 538 ff. PI. XXXVI.
Richters bearbeitete auf S. 139 ff. Taff. 15—18 die
Decapoden in Beiträge zur Meeresfauna der Insel
Mauritius und den Seychellen, von Moebius, Richters
und V. Martens.
In der Fortsetzung der Promenades d'un Natu-
raliste dans l'archipel des Chusan erwähnt A. Aug.
Fauvel auf S. 31 f. eine Dorippe, Orithyia mamillaris,
PoUicipes mitrata, eine Gonoplax- Art, auf S. 56 einen Li-
mulus von dem Hot de la baie deHsiang-shan, S. 137 den
Fang verschiedener Krebsthiere und S. 196 die auf der
Fischereiausstellung in Berlin 1880 ausgestellten Kruster
aus der Umgebung Ningpo's; M^m.Soc. Nation. Sei. Natur. . .
Cherbourg, XXIII p. 29 ff.
Chilton macht aus Neuseeland eine subterrane, blinde
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 17
Crustaceenfauna bekannt, die in einem Isopoden und 3
Amphipoden besteht ; Trans. New Zealand Inst. XIV
p. 174 ff.; Nature 1882 p. 542.
Im Auftrage der Trustees des Australian Museum,
Sydney, bat Haswell, der zur Crustaceenfauna der Austra-
lischen Region schon so manche Beiträge geliefert hat,
einen Catalogue of the Australian Stalk- and Ses-
sil-eyed Crustacean verfasst, Sydney, 1882. Da das
Buch zunächst dem die dortige Fauna Studirenden eine
Art Handbuch sein soll, so ist es eigentlich eine Synopsis
der Australischen Malacostraca, mit einer Einleitung, die
die angewandte Terminologie erläutert. Es enthält 538
Arten, von denen manche von Haswell zuerst in den
Proceed. Linn. Soc. New-South Wales beschrieben und in
diesen Berichten bereits früher angeführt sind; manche
sind aber auch in einem mir noch nicht zugekommenen
Bande dieser Proceedings beschrieben; einige Arten sind
auf den beigefügten 4 Tafeln abgebildet.
Phyllopoda.
J. M. Clarke boschreibt New phyllopod Crustaceans
from the Devonian of Western New York, nämlich Estheria
'pulex p. 476, Fig. 4; Spathiocaris (n, g.; Schild aus einem Stück
(?), im Umkreise länglich elliptisch, hoch erhoben, vom höchsten
Punkte läuft eine nach hinten sich erweiternde Spalte; . . .) Emer-
sonii (!) p. 477 Fig. 1, 2, 3; Lisgocaris (n. g. ; Schild aus einem
Stück, von fünfeckigem Umkreise; Analspalte wie bei Spathiocaris)
Lutheri p. 478 Fig. 5; Amer. Journ. Science, No. 138.
W. Woodword, On a series of phyllopod crustacean
shields from the upper Devonian of the Eifel; and one
from the Wenlock shale of S. Wales, deutet die von den Ein-
geborenen als „Tintenflecke" bezeichneten dunkelen zweiklappigen
Eindrücke in- den Schichten von Büdesheim als Phyllopodenreste
und beschreibt sie als solche unter den Gattungsnamen Cardio-
caris und Pholadocaris. Der aus dem Wenlock shale von Pon-
carreg stammende Rest wird unter dem Namen Aptychopsis Salteri
beschrieben und abgebildet. Geol. magaz. (1882) IX p. 385 if. PI. IX.
Derselbe beschreibt in einer Note on Ellipsocaris De-
loalquei, anew phyllopod crustacean shield from the upper
Devonian of Belgium unter obigem Namen ein ovales, vorn halb-
A.rchiv f. Naturg, XLIX. Jahrg. 2. Bd. B
18 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
kreisförmiges Schild als einem Phyllopoden angehörig, für den er
die n. G. Ellipsocaris aufstellt, deren Unterschiede von den ver-
wandten Gattungen Aptychopsis Wbodw., Discinocaris Woodw. und
Peltocaris Salter durch Abbildungen der Schilder der genannten
Gattungen erläutert werden; ebenda p. 444 f. mit 4 Holzschnitten.
(Nach dem Referat von Dames im N. Jahrb. f. Mineral, etc., 1883
I p. 319 f., der die Crustaceennatur dieser Reste bezweifelt und
dieselben lieber als Aptychen von Goniatiten angesehen wissen
möchte).
Lyncodaphnia (n. g.) macrothro'ides ! (Lake Minnetonka,
Minnesota ; eine die Charaktere der Daphniaden und Lynceiden ver-
einigende Form); Herr ick, Amer. Natur. 1882 p. 1006 f. mit Taf.
Nach dem Autor müssten die Lyncodaphniaden eine eigene Familie
mit den Gattungen Macrothrix, Lyncodaphnia, Drepanothrix, Latho-
nura (=Pasithea), Ilyocryptus bilden.
Leptodora peUucida (Grotten von Cumpole und S. Canzian bei
Divazza); Joseph a. a. 0. p. 3.
Herrick macht eine vorläufige Mittheilung über die Entwicke-
lung von Daphnia (Schäfferi =) magna. Die ersten Stadien ver-
laufen wie Grobben von Moina beschrieben hat. Das zweite An-
tennenpaar des Nauplius hat einen deutlichen Palpus. Ein langer
Anhang an der Rückenregion der Schale wird zum Rückendorn, der
bei den in Gefangenschaft gehaltenen Exemplaren bis zur Geschlechts-
reife sich erhält; Herz und Gefässe sind komplicirter als bisher an-
gegeben. Amer. Natur. 1882 p. 813 £f . ; vgl. Zool. Anz. No. 110
p. 234 f.
Lubbock hat seine Versuche über den Einfluss verschieden-
farbigen Lichtes auf Daphnia auch in Nature No. 644 p. 422 ver-
öffentlicht; vgl. d. vor. Ber. p. 8.
Bundy erwähnt eine nicht näher bestimmte, wahrscheinlich
neue Limnetis-Art aus Wisconsin (Jefierson); Trans. Wisc. Acad. V
p. 184.
Estheria coeca (Grotten von Gurk und Podpec) ; Joseph
a. a. 0. p. 2.
Packard fand in dem Eiersack von Apus lucasanus ein Di-
stoma; der erste Schmarotzer, wie er meint, bei den Phyllopoden.
Amer. Natur. 1882 p. 142.
Apus (!) productus in Mähren (Napagell); Verh. naturf.
Ver. Brunn, XX, Sitzber. p. 20.
A. Wierzejski, Bau und geographische Verbreitung
von Branchinecta paludosa; Rozpraw Akad. umiej. Wydz. mat.-
przyr. Tom. X.
Branchipus pelltwidus (Grotten von Ober -Gurk, Cumpole und
Podpec); Joseph a. a. 0. p. 1.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 19
Ceratiocaris grandis (Water Lime Group near Buflfalo); Pohl-
mann, Bull. Buffalo Soc. N. H. IV p. 17 fif. mit Holzschnitt.
Trilobita etc.
The Trilobite: New and old evidence relating to its Orga-
nization. By C. D. Wale Ott ist im Amer. Natur. 1882 p. 40 be-
eprochen; vgl. den Bericht über 1880 p. 11.
H. Milne-Edwards schliesst aus den Untersuchungen Wal-
cotts, dass die Verwandtschaft der Trilobiten mit den Isopoden und
Phyllopoden eher befestigt als wankend gemacht sei, und dass eine
Zusammenstellung der Trilobiten mit den Poecilopoden und Eury-
pterina unnatürlich sei. Ann. Sei. nat. XII (1881) Art. No. 3 mit
3 Taf.
G. Holm. lieber einige Trilobiten aus dem Phyllo-
graptusschiefer Dalekarliens; Stockholm 1882, 16 S. 8** mit
1 Tafel.
Bronteus Waldschmidti (Wildungen; =; B. thysanopeltis Wald-
schm. nee Barr.); v. Koenen, Neues Jahrb. f. Miner. u. Paläontol.
1882. I p. 108.
Eurypterus Eriensis (Hydraulic limestones of the Lower Hel-
derberg Group); Whitfield, Ann. New York Acad. Sei. II p. 196;
Palaeont. of Ohio III PI. I Fig. 81, 82.
Walcott gründet auf Eurypterus? Clevelandi die neue Gat-
tung Echinognathus („Endongnathary limbs formed of 8 or 9
joints, 6 of which carry long, backward curved spines articulated
to their posterior side; terminal Joint slender, elongate, acuminate ;
surface of the body and larger joints of the cephalic appendage or-
namented with scale-like markings as in Pterygotus") ; Silliman's
Amer. Journ. Sei. a. Arts (3) XXIII p. 213 mit Holzschn.; vgl. den
vor. Bericht p. 13.
Poecilopoda.
Ray Lankester's Aufsatz „Limulus an Arachnid** (s.
d. vor. Bericht p. 1 f.) gibt Packard nochmals Veranlassung, die
Frage: „Is Limulus an Arachnid?" zu verneinen; Americ. Na-
turalist 1882, April p. 287 und Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 396 ff.
Hagen erinnert an seine frühere Mittheilung, dass bei Limu-
lus zur Häutung die Schale rings um den Vorderrand in einer Quer-
nath reisse; Nature No. 658 p. 126.
Moseley berichtet zur Unterstützung Ray Lankester's An-
sicht, dass Willemoes-Suhm den früher dem Limulus rotundi-
cauda zugeschriebenen Nauplius als einem Cirripedien angehörig er-
20 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
kannt habe; Natura, 20. April 1882 No. 651 p. 582 und Ann. a. Mag.
N. H. (5) IX p. 412.
Im Amer. Natur, 1882 p. 48 ff. finden sich Observations
on the species of Planarious parasitic on Limulus von
Ryder, und p. 52 über die ebenfalls auf den Kiemen des Limulus
lebende Bdelloura Candida Girard von Gissler.
Copepoda.
Friö macht eine Note preliminaire sur l'onto-
g^nie de nos Copepodes d'eau douce; Zool. Anz. No.
121 p. 498 ff.
Gnathostomata.
Auf die vorjährige (d. Ber. p. 15) vorläufige Mittheilung lässt
nun Gies brecht die ausführliche Arbeit folgen: Die freileben-
den Copepoden der Kieler Foehrde; IV. Bericht der Kom-
raiss. z. Unters, d. deutschen Meere in Kiel; S. 88 — 168, Taf. I —
XII. In der Einleitung bespricht der Verfasser die Methode zum
Fangen und Präpariren , als deren geeignetste er die Tödtung
durch Osmiumsäure, Härtung durch Alkohol von allmählich stärke-
rem Konzentrationsgrad und Einbettung in Glycerin erprobte. Auf
eine Aufzählung der 23 Arten lässt er eine Besprechung ihrer ört-
lichen und zeitlichen Vertheilung in der Föhrde folgen und stellt
dann 2 Tabellen auf, die die Verbreitung der Kieler Gattungen und
Arten in den andern Meeren zeigen. Als Bemerkungen allgemeine-
ren Inhaltes erwähnt er eine weitgehende Ausbildung sekundärer
Geschlechtsunterechiede, indem sich fast keine Art findet, bei der
alle Organe bei ^T und ^ gleichgebildet wären, deutet die blassen
Anhänge der vorderen Antennen, da sie bei $ und ^ und auch
bei Jungen vorhanden sind, als Organe, die über den Salzgehalt des
Wassers Auskunft geben sollen und führt von Dias und Centropagus
hamatus an, dass die $ kein Eiersäckchen verfertigen, sondern die
Eier ins Wasser fallen lassen; vgl. den vorig. Bericht p. 17 (Ceto-
chilus). Hinsichtlich der Gruppirung der Familien der freilebenden
Copepoden schliesst sich Gies brecht Claus an; er theilt daher
dieselben zunächst in solche, die einen fusslosen Hinterleib haben,
Gymnopleoden, und solche, die am ersten Hinterleibsringe noch
ein Fusspaar haben, Podopleoden; den Thorax rechnet Giesbrecht,
soweit die fusstragenden Segmente gehen; bei den Gymnopleoden
fällt Thorax und Vorderleib, und Abdomen und Hinterleib zusam-
men; bei den Podopleoden hat der Thorax ein Segment mehr als
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 21
der Vorderkörper, das Abdomen ein Segment weniger als der Hin-
terkörper. — Der grösste Theil der Arbeit ist der sehr eingehenden und
sorgfältigen Beschreibung der einzelnen Arten gewidmet, deren wich-
tigsten Körpertheile auf den 12 Tafeln, zur Vergleichung neben ein-
ander, abgebildet sind. Einzelheiten aus diesen anzugeben, würde
zu weit führen, und ich muss auch dieserhalb auf das Original ver-
weisen. — Aus der Claus'schen Beschreibung der Clausia elongata
Boeck ersieht Giesbrecht, dass sein LucuUns acuspes mit dieser Art
identisch ist. Die erneute Aufnahme der Temora finmarchica (für
longicornis) wird beanstandet und Halitemora Giesbr. (= Temora
i. sp. Claus) und Eurytemora Giesbr. (= Temorella Cls.) eingezogen.
Gyclopidae. Cyclops hyalinus (Grotten von Planina und die
mrzla jama im Kreuzberg bei Laas) p. 5, anophthalmus (Grotte von
Cumpole) p. 6; Joseph a. a. 0., Thomasi Fig. 10, 11, 16, insectus
Fig. 6 (Michigan S.); Forbes, Amer. Natur. 1882 p. 649 PI. IX.
Calanidae. Ospliranticum (n. g. Diaptomo affine) läbrone-
ctmn (Michigan-See); Forbes, Amer. Natural, 1882 p. 645 PI. VIII
Fig. 24, 28, 29; IX Fig. 1, 2, 4, 5, 7, 9.
Diaptomus sicilis! p. 645 PI. VIII Fig. 9, 20, leptopus Fig. 17—
19, stagndlis Fig. 8, 10—12, 14 p. 646, (sanguineus Fig. 1—7, 13,
p. 647); Forbes, Amer. Natur. 1882.
Notodelphyidae. Giesbrecht bringt Beiträge zur Kennt-
niss einiger Notodelphyiden; Mitth. Zool. Stat. Neapel, 3. Bd.
3. Heft p. 293 ff. Taf. XXII— XXIV. Zur Untersuchung dienten na-
mentlich die im Golf von Neapel in Phallusia mentula und mamil-
lata vorkommenden Notopterus papilio Hesse und elongatus Costa,
elatus Costa, deren äussere Form sehr genau beschrieben wird.
Ausserdem werden noch nach eigener Anschauung einige Angaben
über Doropygus gibber (in Ciona intestinalis) und auritus (in C. canina
und venosa) gemacht. Eine vergleichende Betrachtung der zu den
Gattungen Notopterophorus und Doropygus gezählten Arten lehrt
einmal, dass zwei zu Doropygus gerechnete Arten, D. auritus und
gibber. eher zu Notopterophorus gehören, sowie ferner, dass beide
Gruppen nicht als selbständige Gattungen, sondern als Untergat-
tungen anzusehen sind. Für die gemeinsame Gattung schlägt nun
Giesbrecht nicht den älteren Costa'schen Namen, sondern Doropygus
Thor, vor, weil letzterer bezeichnender sei und vollständiger charac-
terisirt; im Interesse einer rationellen Nomenclatur läge es, diesem
Vorschlage nicht zu folgen. Die Gattung Doropygus im Giesbrecht'-
schen Sinne zerfällt nun in die beiden Untergattungen Doropygus
s. Str. und Notopterophorus. Zu Notopt. gehören die 3 Arten pa-
pilio Hesse, elongatus Costa mit den 3 Varr. elongatus s. str., ela-
tus Costa und auritus Thor., und gibber Thor. ; zu Doropygus s. str.
D. psyllus Thor.y Normani Brady, pulex Thor., porcicauda Brad. —
Not. Veranyi Leticlc., Heller ist mit elongatus Costa identisch, wahr-
22 Bertkan: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
scheinlich auch N. bombyx Hesse] Vogt hatte unter N. papilio so-
wohl den echten papilio als auch elatus Costa vereinigt. — Die Thiere
sind gewöhnlich nur mit den hinteren Antennen festgehakt; die
Schwanzhaken nehmen sie nur vorübergehend zu Hülfe, wenn sie
sich aus der Vorwärtsbewegung zur Ruhe bringen, oder eine Wendung
machen wollen; die kriechende Vorwärtsbewegung erfolgt mittels
der Brustfüsse.
Für die mächtige Entfaltung des Fettkörpers lässt Giesbrecht
die Claus'sche Erklärung als Vorrathskammer bei unseren Thieren
nicht gelten: es ist vielmehr eine einfache Folge der reichlich zu-
geführten Nahrung, die von dem trägen Thiere nicht verbraucht
und daher in den Bindegewebszellen abgelagert wird. Dieselbe Er-
klärung ist für die Rückenanhänge an den 4 ersten Brustringen der
Notopt. gegeben, die ihrem histiologischen Bau nach weit eher als
Ausstülpungen der Leibeshöhle, denn als einfache Hautduplikaturen
zu bezeichnen sind. Bei dieser rein mechanischen Erklärung, die
Giesbrecht gibt, ist von vornherein der Vorwurf, den man den mei-
sten Darwinistischen Erklärungen von der Entstehung eines nützlichen
Organs machen muss, natürlich ausgeschlossen, da dieselben Gründe,
die die Entstehung herbeiführten, auch ihre Erhaltung bewirken.
Die Eierstöcke lässt Giesbrecht in einem jugendlichen Sta-
dium aus einer homogenen tunica propria mit einem Beleg von
Epithelzellen bestehen. Letztere lösen sich später von der tunica
propria ab und bilden in dem Lumen des Ovariums, das von die-
sem Momente an eigentlich nur noch als Eileiter fungirt. Schnüre;
unentschieden bleibt, ob sich soviel Eischnüre bilden, als Längsrei-
hen von Epithelzellen vorhanden waren. In der Wandung der frü-
heren t. propr. der Ovarien finden sich jetzt Kerne, über deren Her-
kunft nichts mitgetheilt wird. Einzelne der Eikeime werden grösser
und wandeln sich zu (membranlosen) Eiern um, die bei dem gänz-
lichen Mangel von Muskeln in den Ovarien resp. Ovidukten wahr-
scheinlich durch die pendelnde und peristaltische Bewegung in den
Brutraum gefördert werden. In den in den Ovarialschläuchen zu-
rückbleibenden Eierschnüren werden weitere Eier gebildet, wobei
einzelne Stellen, die sich durch besondere Kleinheit der Zellen, ge-
knäuelte Beschaffenheit auszeichnen, als Keimheerde in Anspruch
genommen werden.
Die ^ suchen die Weibchen schon auf, bevor dieselben die
letzte Häutung überstanden haben und klammern sich an dieselben
fest; so verbleiben sie oft Tage lang. Während der Häutung selbst,
bei der das Weibchen aus der alten Haut durch einen Spalt vorn
am Kopfschild herauskriecht, nimmt das Männchen neben ihm Platz.
Ist die Häutung vor sich gegangen, so klammert sich das Männchen
mit seinen Haftantennen an die basalia des vierten Paares des Weib-
chens an und sucht dann nnter wiederholten S-förmigen Krümmun-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 23
gen des Leibes seine Geschlechtsöffuung an die des Weibchens zu
bringen. Der durch diese Krümmungen hervorgebrachte Druck treibt
die Spermatophoren heraus, und so werden dieselben dann ohne
irgend welche Beihülfe von Gliedmassen dem Weibchen angeklebt.
Dasselbe Weibchen wird zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen
Männchen wiederholt befruchtet.
Siphonostomata.
R. R. Wright beschreibt und bildet ab in seinen Notes on
American parasitic Copepoda No. I ausser zwei neuen Arten
Lernaeopoda Edwardsii Olsson von Salmo fontinalis (= Basanistes
salmonea Milne-Edio.) p. 246 PI. I Fig. 1 — 11; Proceed. Canad. In-
stitute, Toronto I p. 243 ff. PI. I, H.
Peroderma Bellottii (Mittelmeer, auf Scopelus Benoiti); Ri-
chiardi, Proc. verb. Soc. Toscana Sei Nat. 7 maggio 1882; Zool.
Anz. No. 120 p. 475.
Die Entdeckung einer neuen Lamippe-Art, L. Duthiersii auf
Paralcyonium elegans 3L-JSdw., gibt L. Joliet Gelegenheit, einige
Punkte der Anatomie dieses Schmarotzers und seine systematische
Stellung zu besprechen. Joliet möchte für denselben die beson-
dere Gruppe der Lamippiens unter den Copep. paras. errichten;
Lacaze-Duthiers Archives etc. X p. 100 ff. PI. VI.
Ergasilidae. Giesbrecht fand Ergasilus Sieboldii zwei-
mal an den Kiemen des Heringes aus der Kieler Bucht. IV. Bericht
d. Commiss. z. Unters, d. deutschen Meere, p. 88.
E. Centrarchidarum (auf den Kiemen mehrerer Arten ge-
nannter Familie; Küste von Canada) ; R. R. Wright, Proc. Canad.
Instit. Toronto I No. 3 p. 243 ff. PI. I Fig. 12—18.
Chondracanthidae. Chondracanthus Ninnü (auf Gobius Pa-
nizzae); Richiardi, Proc. verb. Soc. Toscana Sei. Nat., 9 luglio
1882; Zool. Anz. 121 p. 504.
Lernaeopodidae. Achtheres Micropteri (Küste von Canada; in
der Mundhöhle und an den Kiemenbogen von M. salmoides); R. R
Wright, Proc. Canad. Instit. Toronto I No. 3 p. 249 PI. LI.
Cirripedia,
Scalpellum mjmpJiycola (an den Beinen von N. robustum Bell,,
Nördl. Atlant., 375—540 F.); Hoek, Report on the Pycnogonida
dredged by H. M. S. Challenger ... p. 98 und 144.
Plumulites Devonicus (Hamilton shales in Ontario Co.); Clarke,
Amer, Journ. Sei. a. Arts (3) XXIV p. 55 mit Holzschn., Newberryi;
Whitfield, Ann. New York Akad. of Sei., March 1882.
24 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Ostracoda.
Fr. Schmidt und K Jones: On some Silurian Leper-
ditiae; Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 168 fif.; bezieht sich auf des
letzteren vorjährigen Artikel; s. den vor. Ber. p. 21.
Leperditia cmgulifera (Hydraulic liraestones of the lower Hel-
derberg group); Whitfield, Ann. New York Acad. Sei. II p. 197.
Palaeontol. of Ohio III PI. 1 Fig. 28—30.
Cypris stygia (Grotte von Podpec); Joseph a. a. 0. p. 4.
F. Müller hat eine ausführliche Beschreibung nebst Abbil-
dungen von Elpidium Bromeliarum F. Milll. in den Arch. do
Mus. Nacion. de Rio de Janeiro IV p. 27 ff. Est. II erscheinen las-
sen; vgl. den Bericht für 1880 p. 8.
Amphipoda.
Laemodipoda. Caprella tenuis (Port Jackson) p. 276 PI. XII
Fig. 5, echinata p. 346 PI. XXIII Fig. 2, cornigera (Clark Isl.) p. 347
Fig. 5, inermis Fig. 3, obesa (Port Jackson) p. 348 PI. XXIV Fig. 1 ;
Haswell, Proc. Linn. Soc. N. S. W. IV und a. a. 0. p. 312 ff., ciliata
(Westk. Norw.); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 114
Tab. 6 Fig. 9.
Vroto Novae- Hollandiae (Port Jackson) ; Haswell, Proc. Linn.
Soc. N. S. W. IV p. 275 PI. XII Fig. 3 und a. a. 0. p. 310.
Protella australis (Port Jackson); Haswell, Proc. Linn. Soc.
N. S. W. IV p. 276 PI. XH Fig. 4 und a. a. 0. p. 311.
Crevettina.
Crangonyx antennatus (Nickajack - Höhle) ; Packard, Amer.
Natur. 1881 p. 880 PI. VII Fig. 2.
Crangonyx lucifugus (Abingdon, Jll.) p. 144, bifurcus p. 145;
Hay, Americ. Natural. 1882, conipactus (Neuseeland); Chi 1 ton, Trans.
New-Zealand Inst. XIV; Natura 1882 p. 542 f.
Gorophiadae. Smith ergänzt Say's Beschreibungen der Gat-
tungen Cerapus, ünciola und Lepidactylis und macht Bemer-
kungen zu den Arten C. tubularis Say, Erichthonius diflformis M.-E.\
Unciola irrorata Say\ Lepidactylis arenarius (Slnbber). Von Cer.
tubularius sind einige Extremitäten und das Pleonende abgebildet ;
mit Unciola ist der jüngere und ausserdem schon zwei Mal verge-
bene Name Kröyer's Glauconome synonym; Lepidactylis Say (1818)
hat vor Pterygocera Latr. (1825) die Priorität; vgl. den Bericht
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 25
für 1880 p. 20 ; Trans. Connect. Acad. Arts a. Sei. IV p. 268 ff.
PI. II a.
Neohela phasnia (Neu England); Smith, Proc. U. S. Nation.
Mus. III p. 448.
Sij)honoecetes pallidus (Norw. Westk. bis Finmarken, in Den-
talien); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 113 Tab. 6
Fig. 7.
Icilius australis Hasiv. ist abgebildet von Haswell a.a. 0«
PI. IV Fig. 4.
Podoceridae. Podocerus tuhercidatus (Barents-See, 67 Faden);
Hoek a. a. 0. p. 64 Taf. III Fig. 32, minutus (Norw.); Sars, Christ.
Vid.-Selsk. Forh. 1882 No! 18 p. 112 Fab. 6 Fig. 6.
Microdeutopidae. Gammaropsis melänops (= erythrophtalma
Boeclc nee Lilljeh.); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 111
Tab. 6 Fig. 5.
Photidae. Photis tenuicomis (Varangerfjord); Sars, Christ.
Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 110 Tab. 6 Fig. 4.
Ampeliscidae. Haploops lacvis (Barents-See); Hoek a. a. 0.
p. 61 Taf. III Fig. 31.
Byblis erythrops (Norw); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Foth. 1882
No. 18 p. 109 Tab. 6 Fig. 3.
Ampelisca gibha (Norw.) p. 107 Tab. 6 Fig. 1, anomala (ibid.)
p. 108 Fig. 2; Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18.
Gammaridae. Melita peZZwcif/a (Norweg.); Sars, Christ. Vid.-
Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 106 Tab. 5 Fig. 9.
Gammarus fragüis (Neuseeland, blinde, unterirdische Form);
Chilton, Trans. New-Zeal. Inst. XIV, Nature 1882 p. 542 f.
Niphargus orcinus (Grotte Potis Kawez ; mrzla jama im Kreuz-
berg bei Laas ; durch colossale Grösse (51 mm) und sehr kurze Füh-
ler ausgezeichnet; wahrscheinlich im Aussterben begriffen); Joseph
a. a. 0. p. 7.
Leucothoadae. Tritropis inflata (Norw.) p. 105 Tab. 5 Fig. 7,
avirostris (Finmarken) p. 105 Fig. 8; Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh.
1882 No. 18.
Atylidae. Calliope sj^&fermnea (Neuseeland); Chilton, Trans.
New Zeal. Inst. XIV, Nature 1882 p. 542 f.
Amphithopsis wo£?t/era (Norw.); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh.
1882 No. 18 p. 103 Tab. 5 Fig. 6.
Halir(rh)ages megalops (Varangerfjord) p. 102 Tab. 5 Fig. 4,
inermis (Westk. bis Finmark.) p. 103 Fig. 5; Sars, Christ. Vid.-
Selsk. Forh. 1882 No. 18.
Atylus uncinatus (Norw.); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882
No. 18 p. 102 Tab. 5 Fig. 3.
Epimeriadae. Iphimedia minuta (Norw.); Sars, Christ. Vid -
Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 100 Tab. 5 Fig. 2.
26 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Paramphithoadae. Paramphithoe hrevicomis (Varangerfjord)
p. 98 Tab. 4 Fig. 11, assimilis (Westk. Norw.) p. 99 Tab. 5 Fig. 1;
Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18.
Oediceridae. Halicreion (?) laticeps (Varangerfjord) ; Sars,
Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 97 Tab. 4 Fig. 10.
Halimedon megalops (Finmarken) ; Sars, Christ. Vid.-Selsk.
Forh. 1882 No. 18 p. 96 Tab. 4 Fig. 9.
Oedicerus wicrops (Finmarken); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh.
1882 No. 18 p. 95 Tab. 4 Fig. 8.
Syrrhoidae. Bruzelia tuberculata (Loioten; Bejan); Sars, Christ.
Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 95 Tab. 4 Fig. 7.
Stenothoadae. Metopa ruhrovütata (Westk. Norw.; Varanger-
fjord) p. 90 Tab. 4 Fig. 2 leptocarjpa! (Christianssund) Fig. 3, borea-
lis (Finmarken; Westk. Norw.) Fig. 4 p. 91, calcarata (Westk.) p. 92
Fig. 5, gregaria (Westk) p.93 Fig. 6; Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh.
1882 No. 18.
Stenothoe tenella (Norw.) p. 88 Tab. 3 Fig. 12, hrevicomis (ibid.)
p. 89 Tab. 4 Fig. 1; Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18.
ÄmphilOChidae. Stegoplax {n. g.) Ion girostris (Lohten); Sars,
Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 118 p. 88 Tab. 3 Fig. 11.
Amphilochus wiermis (Varangerfjord); Sars, Christ. Vid.-Selsk.
Forh. 1882 No. 18 p. 87 Tab. 3 Fig. 10.
Stegocephalidae. Andania pectinata (Varangerfjord); Sars,
Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 86 Tab. 3 Fig. 9.
Stegocephalus gihhosus (Folgeroe) p. 85 Fig. 7, aiiratus (Norw.)
p. 86 Fig. 8; Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18.
Pontoporiadae. Ueber Lepidactylus s. oben p. 24.
Phoxus falcatus {= simi^lex BoecJc nee Sp.- Bäte); Sars, Christ.
Vid.-Selsk. Förh. 1882 No. 18 p. 84.
Lysianassidae. Haswell ändert den Namen seiner Gattung
Glycera (s. dies. Bericht über 1879 p. 362 (30)) in Glycerina um;
die typische Art, Gl. tenuicornis Hasw.j ist abgebildet PI. IV
Fig. 3; a. a. 0. p. 233 f.
Lysianella (n. g.) petalocera (Lyngsdalfjord; Bekkervig);
Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 78 Tab. 3 Fig. 3.
Normania latimana (Bukken, Norw.); Sars, Christ. Vid.-Selsk.
Forh. 1882 No. 18 p. 83 Tab. 3 Fig. 6.
Tryphosa ciliata (Egersund); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh.
1882 No. 18 p. 81 Tab. 3 Fig. 4.
Orehomene pectinatus! (Varangerfjord); Sars, Christ. Vid.-Selsk.
Forh. 1882 No. 18 p. 80 Tab. 3 Fig. 5, Batei (= Anonyx Edwardsii
Bote nee Kröyer) p. 81.
Anonyx Dehruynii (Barents - See, 128 Faden); Hoek a. a. 0. ,
p. 44 Taf. III Fig. 80.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 27
Ischnopus umbofiatiis (Norw.); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh.
1882 No. 18 p. 79 Tab. 3 Fig. 2.
Socarnes ovalis (Barents-See, 124 — 160 Faden); Hoek a.a.O.
p 42 Taf. III Fig. 29.
Orchestiadae. Talitrusa/)?ms(Tasman.); Haa well a.a.0.p.2l4;
Proc. Linn. See. N. S. W. V p. 97 PI. V Fig. 1.
♦ Hyperina.
Th. H. Street'8 „a study of the Phronimidae of the
North Pacific Surveying Expedition" in den Proc. U. S.
National Museum Vol. V p. 3 ff. mit 1 Taf. habe ich noch nicht er-
halten.
Clydonia6or-eaZis(Lofoten); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882
No. 18 p. 76 Tab. III Fig. 1.
Isopoda.
Ein Beitrag zur Kenntniss der vorweltlichen
Asseln von L. v. Ammon enthält ausser der Beschrei-
bung einer aus den unteroligocänen Mergelschichten von
Häring bei Kufstein stammenden neuen Palaega-Art eine
Aufzählung und Besprechung sämmtlicher (20) fossilen Iso-
podenformen. Sitzber. math.-phys. Klasse kgl. bayr. Aka-
demie d. Wissensch. München 1882 p. 507 ff. Taf. I-IV.
Anthuridae. Cruregens (n. g. Paranthurae affine; sex tan-
tum paribus pedum abdominalium insigne) fontanus (Neuseeland);
Chilton, Trans. New-Zealand Inst.'XIV; Nature p. 542.
Haliophasma (n. g., differt a Paranthura flagella bene evo-
luta in utraque vel exteriore antenna solum et forma parium pereio-
podum secundi et tertii) purpurea (Port Jackson) p. 476 PI. XVIII
Fig. 3, maculata (ibid.; Port Stephens; . .) p. 477 Fig. 2; Haswell,
Proc. Linn. Soc. N. S. W. V und a. a. 0. p. 305 f.
Paranthura australis (Port Jackson) p. 477 PI. XVIII Fig. 1,
(?) crassicornis (ibid.) p. 478 Fig. 5; Ha8well,??Proc. Linn. Soc. N.
S. W. V und a. a. 0. p. 304 f.
Tanaldae. Ai^seades australis (Broughton Isl.); Haswell, Proc.
Linn. Soc. N. S. W. VI p. 193 PI. IV Fig. 2 und a. a. 0. p. 307,
obtusifrons (Port Jackson); de rs eb e ebenda p, 748 PI. VI und a. a. 0.
p. 327.
Paratanais tenuicornis (Port Stephens); Haswell, Proc. Linn.
Soc. N. S. W. VI p. 194 PI. IV Fig. 3 und a. a. 0. p. 307.
Stenetrium (n. g.; corpore compresso, ubique aequa fere lati-
28 Bertkau: Bericht üb. die wissen schaftl. Leistungen
tudine, abdomine brevi , uniarticulato ; append. caudal. brevibus,
ramis non multi-articulatis) armatum (Port Jackson) p. 479 Fig. 1,
inerme (ibid.) p. 480 Fig. 2; Ha s well, Proc. Linn. Soc. N. S. W.
V PI. XIX und a. a. 0. p. 308 f. ; auf die Gattung gründet derselbe
die Unterfamilie Stenetrinac
Gymothoadae. Harponyx (n. g.) pranizoides (Westk. Norw.;
Corpus depressam, elongatura, parte dimidia antica, elongato-ovata,
postica subito multo augustiore, sublineari; caput trianguläre^ antice
medio acute productum; segm. liberum I ceteris majus; .... segm,
corporis postici 5 anteriora bene disjuncta, . . epimeris postice acu-
minatis, ultimum cum telsone confluens; oculi omnino desunt. An-
tennae I ad basim contiguae, reflexae, segment. II attingentes, 8-
art., flagella et pedunculo longitudine fere eadem; ü. longit. corp.
ant. aequantes, flagella elongata, 11-art. . . . Pedum solum modo
6 paria; 3 anteriora brevia et robusta, prehensilia, ungue fortissimo
et curvato; 3 posteriora gressoria, longitudine valde crescentia, te-
nuia, ungue valido bamuli instar curvato ; pleopoda omnia bene evo-
luta, natatoria; pinna caudalis magna et distincta . . .; wahrschein-
lich ein zeitweiliger Parasit); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882
No. 18 p. 60 Tab. II Fig. 1.
Codonopliilus (n. g. Aegathoin. ; body slightly convex, ab-
domen markedly narrower than the thorax, with 6 free articulations;
terminal segment lamellar ; epimera distinct, though small; head rather
narrower than the first segment of the thorax ; eyes very large ; an-
tenuae subequal, inserted under the head; mandibles with elongate
palpi; maxillipeds small, operculiform, 3-jointed: thoracic limbs all
anchor-like, with long dactyle ; posterior abdominal appendages free,
uniramous) argtis (Port Jackson, unter der Glocke eines Rhizostoma) ;
Haswell, Proc. Linn. Soc. N. ,S. W. V p. 471 PI. XVI Fig. 1 und
a. a. 0. p. 283.
Palaega scrohiculata (aus den Mergelschichten von Häring in
Tirol); v. Ammon a. a. 0. p. 519 Taf. I— IV.
Aega cyclops (Port Jackson); Haswell, Proc. Linn. Soc. N.
S. W. VI p. 11.
Rocinela vigüans (Holborn Isl.); Haswell, Proc. Linn. Soc.
N. S. W. V p. 472 PI. XVI Fig. 2 und a. a. 0. p. 285.
Cirolana microplithalma (Barents - See, 1C6 Faden); Hoek a.
a. 0. p. 28 Taf. H Fig. 12—17.
Cirolana lata (Broughton Isl.); Haswell, Proc. Linn. Soc. N.
S. W. VI p. 12 PI. IV Fig. 1 und a. a. 0. p. 286.
Sphaeromidae. Bellonci stellt Sistema nervoso e organi
dei sensi dello Sphaeroma serratum dar. Memorie R. Accad.
dei Lincei (s. 3) Vol. X p. 91 ff. mit 3 Tafeln; Archives Ital. de Bio-
logie I p. 176 ff., avec 3 pl. Das Nervensystem besteht ausser dem
Gehirn mit seinen 3 Abtheilungen, von denen die erste die lob. opt.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 29
enthält, die zweite die Nerven zu den inneren Antennen, und die
dritte die zu den äusseren entsendet, und welche letztere schon in der
Schlundkommissur liegt, aus dem aus 4 Ganglien verschmolzenen In-
fraösophag-ealganglion und dem Bauchstrang mit 7 Ganglien. Von
dem vorderen and unteren Theile der Schlundkommissur entspringen
2 Paar feine Schlundnerven, von denen das äussere zu feinen Gan-
glien anschwillt, entsprechend den Verhältnissen, die Sars bei Por-
cellio geschildert hat. — Die Marksubstanz (sostanzo • granoso-reti-
colata) sieht Bellonci als zusammengesetzt aus einem Nervennetz
und Bindegewebe an. Die in dem Bindegewebe verlaufenden und
durch entsendete Aeste und A estchen ein feines Netzwerk herstel-
lenden Fibrillen i^ammen theils von den peripherischen Nerven,
theils von den grossen Nervenzellen her. Letztere entsenden näm-
lich an demselben Pol 2 Fasern, von denen eine direkt in das Re-
ticulum geht, die andere eine peripherische Nervenfaser bildet. Die
kleinen Nervenzellen haben jede nur einen, direkt in das Netz ge-
henden Fortsatz; bipolare Zellen finden sich vorzugsweise am Ur-
sprung der Ganglienzellen.
Nachdem Bellonci noch die feinere Struktur der lobi optici
etc. beschrieben hat, bespricht er die Frage der Homologie des
Krustazeen- und Insektengehirns, die nach ihm vollkommen be-
steht. Die pilzhutförmigea Körper des Insektengehirns finden ihr
Homologon an den inneren Lappen des obersten Abschnittes ; das
„fächerförmige Gebilde" ist durch die centrale Netzsubstanz reprä-
sentirt. Die seitlichen Anschwellungen des Gehirns der höheren
Kruster sind nicht wie Dietl wollte, die lobi optici, sondern die
1. olfact.; die hinteren seitlichen Anschwellungen, aus denen die
äusseren Antennennerven entspringen, sind eine Eigenthümlichkeit
der Kruster. Diese Anschauungen befestigt der Verfasser durch die
Ptesultate, zu denen er bei der Untersuchung des Gehirns von Gryl-
lotalpa gelangt ist; vgl. oben p. 2.
Die Elemente der Reticula bestehen aus 5 langen Zellen, die
in direktem Zusammenhang mit den Optikusfasern stehen und als
innere Kutikula das 5stralige PJiabdom abgeschieden haben; mit
ihnen alternieren am vorderen Ende 5 schwarz pigmentirte Zellen. —
Ferner beschreibt der Verfasser noch genauer die Haare und andere
Kutikulargebilde, die er für Geruch- (!), Tast- und Hörorgane hält.
Calyptura (n.g, ; „general form of the body as in Cymodo-
cea; last segment of the thorax produced behind into a broad plate,
covering the abdomen") carnea (Port Jackson); Haswell, Proc. Linn.
Soc. N. S. W. V p. 476 PI. XVH Fig. 4 und a. a. 0. p. 301 f.
Sphaeroma (?) anomala (Port Jackson) PI. XVI Fig. 4, laevis
(Bondi, near Sydney) Fig. 5 p. 473, aspera (Port Jackson) p. 472
Fig. 3; Haswell, Proc. Linn. Soc. N. S. W. V und a. a. 0. p. 288 f.
Cerceis (Sphaeroma?) acuticaudata (Griffith's Point) p. 11 PI,
30 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
inFig. 9, (Cymodocea) trispinosa (ibid.) p. 9 Fig. 7; Haswell, Proc.
Linn. Soc. N. S. W. VI uud a. a. 0. 294 f.
Cilicoea tenuicaudata (Port Jackson) V p. 475 PI. XVII Fig. 2,
crassicaudata (Holborn Isl.) Fig. 3, hystrix (Port Stephens) VI p. 3
PI. III Fig. 1, spinulosa (ibid. und Port Jackson) p. 4 Fig. 3, curti-
Spina (Port Philip) Fig. 4, crassa (Port Jackson) p. 5; Haswell,
Proc. Linn. Soc. N. S. W. und a. a. 0. p. 295—298.
Zuzara integra (Port Philip, Tasman.) p. 6 PI. III Fig. 6, emar-
ginata (Griffith's Point) p. 7 Fig. 7; Haswell, Proc. Linn. Soc. N.
S. W. VI und a. a. 0. p. 299—801.
Idotheadae. In einer Revision dieser Familie im Journ. Linn.
Soc. London XVI p. 1 ff. PI. I— III theilt Mie^s dieselbe in die
beiden Unterfamilien Glyptonotinae mit Glyptonotus und Idoteinae
mit Idotea, Edotia und Cleantis. Von Glyptonotus sind 5, Idotea
28, Edotia 8, Cleantis 6 Arten mit Synonymen und Literaturnach-
weis beschrieben. Unterfamilien, Gattungen und Arten sind zuerst
in einer analytischen Tabelle, und dann ausführlicher diagnosticirt ;
auf den Tafeln sind Glyptonotus entomon, Sabini; Idothea Whym-
peri, lacustris, Whitei, Indica, Peronii, lobata; Edotia hirtipes, tu-
berculata; Cleantis filiformis und isopus theils ganz in Rückenan-
sicht, theils in einzelnen Organen abgebildet. Als neu sind J. Whym-
peri (North-mid-Atlant.) p. 23 PI. I Fig, 6, 7, Banai (Rio Janeiro)
p. 24; Cleantis isopus Grübe M. S. (Ojica, Goto Isl., Chefoo) p. 80
PL III Fig. 9—10 beschrieben.
Ärcturides (n. g. zwischen Arcturus und Cleantis Dana;
„Körper linear, cylindrisch, Segmente ohne Epimeren, das Pleon mit
dem Telson eine grosse Schwanzplatte bildend. Aussenfühler lang,
fünfgliedrig mit dreigliedriger Geissei, nur nach unten bewegliche
Greiforgane darstellend. Die 4 ersten Beinpaare kurz, mit Klauen
versehen, am zugeschärften Innenrand mit einer Reihe kurzer, stei-
fer Borsten; die drei folgenden Füsse längere Schreitbeine") cornutus
(Kerguelen); Studer, Sitzber. Ges. naturf. Freunde Berlin 1882
p. 57 f.
üeber die Färbung von Idothea tricuspidata Desm.
s. oben p. 9. (Matzdorff beruft sich für seine Schreibweise
Idotea auf Fabr. suppl. entomol. systematicae p. 297; ich kann für
dieselbe keine Berechtigung finden, während Idothea in der Meeres-
güttin EiöoO^a ihre volle Rechtfertigung hat. Aach der Grund,
dass der Artname tricuspidata „bezeichnender" sei als der ältere
irrorata Say ist nicht ausreichend, um den letzteren, der ja von
amerikanischen Schriftstellern vielfach angewendet wird, zu besei-
tigen. Ref.).
I. caudacuta (Griffith's Point) p. 1 PI. IV Fig. 4, excavata
(Tasmanien) p. 2; Haswell, Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI und a.a.O.
p. 276 f.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 31
Cymodocea aculeata (Port Jackson); Haswell, Proc. Linn.
Sog. N. S. W. V. p. 474 PI. XVI Fig. 6 und a. a. 0. p. 291, biden-
tata (Griffith's Point) ebenda VI p. 8 und a. a. 0. p. 291, coronata
(ibid.) p. 10 und 292, tuherculata (Port Stephens) p. 10 PI. III Fig. 8
und a. a. 0. p. 292.
Astacilla arietina (Hardangerfjord) p. 62 Tab. 2 Fig. 2, dila-
tata (Norwegen; Mittelmeer) p. 63 Fig. 3; Sars, Christ. Vid.-Selsk.
Forh. 1882 No. 18.
Arcturus longicornis (Austr.) p. 194, brevicornis (Broughton
Isl.) p. 195 PI. IV Fig. 5; Haswell, Proc. Linn. Sog. N. S. W. VI
und a. a. 0. p. 303 f., furcatus (Kerguelen) ; Studer, Sitzber. Ges.
naturf. Freunde Berlin 1882 p. 57 (Studer kannte bei seiner Be-
schreibung weder obige Haswell' sehe Arten, noch corniger und linea-
tas Stebbing von Südafrika; Ref.).
Munnidae. Pleurogonium menwe (Westk. Norw.); Sars, Christ.
Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 67 Tab. II Fig. 5.
Munnopsididae. Eurycope latirostris (Hardangerfjord); Sars,
Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 67 Tab. II Fig. 6.
As6llidae. Janira breviremis (Westk. Norweg.); Sars, Christ.
Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 64 Tab. II Fig. 4.
Dajidae. Notophryxus (n. g. für Leptophryxus clypeatus
und) ovoides (Norwegen; am 3. Hinterleibssegment von Amblyops
abbreviata) p. 71 Tab. II Fig. 9—11;
Aspidophryxus (n. g.) peltatus (Norwegen, bis Lofoten, auf
dem Rücken von Erythrops- Arten ; $ corpus symmtr., late obova-
tum peltiforme, dorso aqualiter convexo, suturis transversis 5 di-
stinctis diviso, ventre applanato et medio excavato, lateribus expan-
sis; . . oculi nulli; antennae minimae et rudimentariae, conicae, a
margine frontali remotae; pedum 5 paria simul cum antennis et
partibus oris aream perminutam circularem occupantia; lamin. in-
cubat. nullae . . .; <-^ corpus lineare angustum, distincte segmen-
tatum; caput cum segmento I trunci coalitum, applanatum, antice
obtuse rotundatum; corpus posticum attenuatum in segm. 2 distincta
divisum, anticum magnum, ovatum, posticum minutum, appendicibus
2 bisetosis terminatum; . . .) p. 72 Fig. 12— 15; Sars, Christ. Vid.-
Selsk. Forh. 1882 No. 18.
Gryptothiriadae. Cryptothiria Cypridinae (Lofoten, in den
Schalen von C. norvegica), p. 73 Fig. 17 — 21, (?) marsupialis (Südk.
Norw., in der Bruttasche von Eurycope cornuta und Ilyarachna lon-
gicornis); derselbe ebenda p. 74 Fig. 22, 23.
Bopyridae. R. Walz hat auf seine im vor. Bericht (p. 30)
erwähnte vorläufige Mittheilung eine ausführlichere Arbeit über
die Familie der Bopyriden folgen lassen; Arb. a. d. zool. Inst.
Univ. Wien etc. IV p. 125 fif. Taf. XIV— XVII. Ausser den allge-
meinen Organisationsverhältnissen sind hier auch die einzelnen For-
32 Bertkau: Bericht üb. die wisaenschaftl. Leistungen
men des Adriatischen Meeres (Büpyrus Squillarum, Virbii Walz, Gyge
branclaialis Com. et Panc; Phryxus abdominalis Krüy.) spezieller
behandelt.
MicYoniscus Calani (Lofoten, auf C. finmarchicus); Sars a.a.O.
p. 69 Ficr. 16.
Pleurocrypta -a/j^m's (Westk. Norw., unter dem Schilde von
Pandalus leptorrhynchus); Sars, Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18
p. 68 Tab. II Fig. 7, 8.
Gissl er macht einige Angaben über eine auf Palaemonetes
vulgaris schmarotzende Bopyrus-Art, die er zuerst B. marchattensis
genannt hatte, und später als B. palaemone ticola Pack. (Zool.
f. High Schools and Colleges, 3. ed.) erkennt. Er bezieht sich dabei
auf eine im Oktober 1881 gemachte Mittheilung in den Proc. Am.
Ass. Adv. Sei. XXX p. 243 ; Amer. Natur. 1882 p. 6 ff. PI. I und II
nebst mehreren Holzschnitten; Journal de Micrographie 1882 p. 123 ff.
mit 2 Tafeln.
Derselbe beschreibt ebenda p. 591 ff. eine auf Latreutes ensiferus
lebende Art, Bopyroldes latreuticola.
EntoniSCidae. R. Kossmann's Aufsatz über Entonisciden
ist in englischer Uebersetzung in den Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 81 ff.
erschienen; vgl. d. vor. Ber. p. 30. Kossmann entscheidet die Frage,
ob die Entonisciden Ekto- (Müller) oder Endo- (Fraisse) Parasiten
sind, zu Gunsten Fraisse's und fand an der Schlauchwandung ausser
den Brutblättern noch eine feine, durch kochende Kalilauge zerstör-
bare'Membran, die er für „eine blosse Entzündungsschwarte aus geron-
nenem Blut mit sehr massenhaften Blutkörperchen bestehend" ansieht.
Der Schmarotzer kann die Schlauchwandung selbst, oder, wenn er
sie dabei durchbohrt, das einströmende Blut verzehren. Dasselbe
stopft diirch sein Gerinnen die Oeffnung sofort wieder zu. Daran
schliesst Kossmann eine Eintheilung der Schmarotzer in Diosmo-
tici, Sedentarii und Vagantes. Zool. Anz. No. 103 p. 59 ff.
OniSCidae. Porcellio oUusifrons (Sydney); Haswell a. a. 0.
p. 280.
Titanethes fracticornis (Grotte Skednenza und Rajturnam und
von Podpec), hrevicornis (God jama bei Oberskirl) ; Josepli a. a. 0.
p. 11.
Typhloniscus (?) stygius (Grotten von Corgnale und Gabro-
viza); Joseph a. a. 0. p. 11.
Armadillidium subdentatum (Sydney; Tasmanien); Haswell
a. a. 0. p. 279.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 3S
Thoracostraca.
Stomatopoda.
G. Bellonci stellt nouve ricerche suUa struttura del
ganglio ottioo della Squilla mantis an; Memor. dell' Acc.
di Scienze d. Ist. di Bologna, ser. IV. t. IIL Bologna 1882 (con 2
tav. lit.); vgl. den Bericht f. 1877/78 p. 2G4 (46).
Lysiosquilla armata (Neu England); Smith, Proc. ü. S. Na-
tional Mus. III p. 446.
Cumacea.
Hemilamprops assimilis (Vardoe , Finmark.); Sars, Christ,
Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 55 Tab. I Fig. 23, 24.
Schizopoda.
Thysanopoda hidentata (Nozwegen); Sars, Christ. Vid.-Selsk.
Forh. 1882 No. 18 p. 50 Tab. I Fig. 11 — 14.
Thysanoessa horealis (ibid.); Sars, p. 52 Fig. 16 — 18, tenera
( Varangerfjord ; Westk. Norw.) p. 53 Fig. 19, 20; derselbe ebenda.
Heteromysis Norvegica (Westk. Norw.); Sars a. a. 0. p. 54,
der ebenda p. 55 seine Gattung Chironiysis als identisch mit Hetero-
mysis Smith erkennt.
Packard bespricht den Bau und die systematische Stellung
von Nebali a; Amer. Natur. 1882 p. 861 £f. mit 3 Taf.
Decapoda.
A. N. Vitzou stellt Recherches sur la structure et la
formation des teguments chez les Crustaces Decapod es
an; Lacaze-Duthiers' Archives etc. X p. 451 ff. PI. XXIII— XXVIII.
Sergestidae. Sergestes rohastus (Martha's Vinegard etc.) ; Smith,
Bull. Mus. Comp. Zool. X No. 1 p. 97 PL XVI Fig. 5-8.
Carididae. Bhachocaris (n. g.; richtiger Rhachicaris, Ver-
treter der neuen ünterfamilie der Rhachocarinael', „ant. thor.
legs stout, non chelate; second pair slender, chelate, and" with multi-
articulate carpi; coxae of the external maxillipeds articulated with
the adjaceut edge of the carapax"; antennal scales broad, oval, with
both margins ciliated; aus der langen Diagnose der Gattung kann
ich die wesentlichen Punkte nicht/ herausfinden) Agassizii p. 43 PL
V Fig. 2, VI Fig. 2, scwZj^to p. 49 PL V Fig. 3, VI 3, longirostris
p. 51 PI. V Fig. 1, VI Fig. 1 (Ostküste Nordam., 450—1050 Faden);
Smith, BulL Mus. Comp. Zool. X No. 1 p. 41 ff.
Arch. f. Naturgeach. XLIX. Jahrg. 2. Bd. ^
34 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Meningodora (n. g. Miersiae affine ; „Integument throughout
very thin and membranaceous; body compressed laterallyand thecarap.
carinate anteriorly, with a short triangulär rostrum, well-developed
branchiostegal spine, and with an antennal and hepatic sulcus, above
which there is a carina which is continiied back along the dorsal
lirait of the branchial region . . . Antennal scales broad and folia-
ceous; . . branchiae as in Miersia except that there is apparently
but one arthrobranchia at the base of the external maxilliped, ma-
king in all 11 branchial and 6 epipods each side") inoUis p. 74 PI. XI
Fig. 8—9, XII 5—9.
JEumiersia (n. g. „resembles Pandalus in the external form
. . but is more like Miersia in the structure of the thoracic legs . .)
ensifera p. 77 PI. XIII Fig. 1 — 9; derselbe ebenda.
Ämalopenaeus (n. g. Beuthesicymo Bäte affine) elegans
(Block Isl.); derselbe ebenda p. 87 PL XIV Fig. 8—14, XV 1-5.
Hymenopenaeus (n. g.; die Gattungscharaktere in die Art-
beschreibung verflochten; dehilis p. 91 PI. XV Fig. 6— 11, XVI 1—3;
derselbe ebenda.
Stenopusculus (n. g. Stenopodi affine; articul. basalis an-
tenn. int. squama instructus; articul. duo ultimi pedum IV et V
parcius articulati) plumicornis p. 167 Taf. XVIII Fig. 16 — 26, cras-
simanus Fig. 27—29, scabricaudatus Fig. 30—32 p. 168 (Fouquets);
Richters, Beiträge etc.
Sclerocrangon n. g. für (Crangon) boreas Phipps.; Sars,
Christ. Vid.-Selsk. Forh. 1882 No. 18 p. 45.
Benthesicyraus (?) Bartletti (Ostk. Nordam.) ; Smith, Bull.
Mus. Comp. Zool. X No. 1 p. 82 PI. XIV Fig. 1—7.
Anchistia tenella (Ostk. Nordam.); Smith, Bull. Mus. Comp.
Zool. X No. 1 p. 55 PI. IX Fig. 1.
Ad. Garbini: Sistema nervoso del Palaemonetes va-
rians; Atti d. Societä Veneto-Trentina . . . Padova VII., con G tav.
lit. Habe ich noch nicht erhalten.
Derselbe beschreibt den Apparecchio della digestione
nel Palaemonetes varians; Acc. Agricol. Arti e Commercio di
Verona (3) LIX. Verona 1882 con 3 tav. lit. Habe ich ebenfalls
nicht gesehen.
Desselben Zoologia del Pal. var. e di una sua varieta
beschreibt aus den Thermen von Caldiero (27° C.) und Abano eine
Varietät, die thermajophihis genannt ist; Bull. Soc. Ven.-Trent. . . .
Padova . . 1882; s. Bull. Soc. Ent. Ital. 1882 p. 389.
P. Malliardi {Mauritius) ] Richters, Beiträge etc. p. 160 Taf.
XVm Fig. 1-3.
Pontonia Diazona{e) (Mittelmeer ; ein Beispiel mimetischer
Anpassung an Diazona, auf der das Thier (zeitweise?) lebt); Joliet,
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 35
Arch. Zool. exper, et gener. X p. 101 ff., (Harpilius) dentata (Fou-
quets); Richters, Beiträge etc. p. 165 Taf. XVII Fig. 36—38.
Pandalus leptocerus p. 437, tenuipes p. 441; Smith, Proc. Na-
tion. Museum III und Bull. Mus. Comp. Zool. X No. 1 p. 58 f. PI.
XIII Fig. 12, acanthonotus p. 61 Fig. 10, 11, carinatus p. 63 PI. X
Fig. 2, XI Fig. 1—3 (Ostk. Nordam.); derselbe a. 1. 0.
Alpheus Comatularum (Cap York); Haswell a. a. 0. p. 189;
Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI, macrochirus (Fouquets); Richters,
Beiträge etc. p. 164 Taf. XVII Fig. 31—33.
W. K. Brooks. The metamorphosis of Alpheus; Johns
Hopkins ünivers. Circul. No. 17.
Athanas mascarenicus (Mauritius); Richters, Beiträge etc.
p. 165 Taf. XVIII Fig. 14.
Betaeus utricola (Mauritius, in selbstverfertigten Schläuchen
von Oscillatorien auf Maeandrinen); Richters, Beiträge etc. p. 164
Taf. XVII Fig. 34 f.
Miers liefert eine Note über eine auf Japan im süssen Was-
ser sehr häufig vorkommende Art, die er für Ephyra (Atyephyra
V. Mart.) compressa de Haan hält und von A. rosiana Brito Cap
unterscheidet. Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 193 ff.
Miersia Agassizii p. 67 PI. XI Fig. 5—7, XII 1 — 4, gracüis
p. 70 PI. XI Fig. 4 (Ostk. Nordam.); Smith, Bull. Mus. Comp. Zool.
X No. 1.
Caridina serrata Fig. 24—27, spathulirostris Fig. 28 (Mauri-
tius); Richters, Beiträge etc. p. 163 Taf. XVII.
Pontophilus gracüis p. 36 PI. VII Fig. 2, 3 brevirostris p. 35
Fig. 1 (Ostk. Nordamerikas); Smith, Bull. Mus. Comp. Zool. XNo. 1
(letzterer war schon 1881 in den Proc. Nat. Mus. III p. 435 be-
schrieben).
Sabinea princeps (Block Isl.); Smith, Bull. Mus. Comp. Zool.
X No. 1 p. 38 PI. VIII Fig. 1.
Cheraphilus neglectus (Norwegen); Sars, Christ. Vid.-Selsk.
Forh. 1882 No. 18 p. 45 Tab. I Fig. 7, Agassizii (Block Isl.); Smith,
Bull. Mus. Comp. Zool. X No. 1 p. 32 PI. VII Fig. 4, 5.
Gnathophyllum zebra (Fouquets); Richters, Beiträge etc.
p. 161 Taf. XVII Fig. 18-20.
Astacidae. Nephropsis «CMZeaiMS (Neu-England); Smith, Proc.
U. S. Nation. Mus. III p. 431.
Cambarus stygius (= typhlobius olim) Jos. näher beschrie-
ben vom Autor a. a. 0. p. 12 ; vgl. den Ber. über 1880 p. 30.
(Bundy hatte bereits 1876 einen C. stygius aus dem Lake Michigan
beschrieben).
Bundy setzt die Unterschiede der 11 Arten dieser Gattung,
die sämratlich in Wisconsin vorkommen, auseinander; Trans. Wiscons.
Acad. V p. 179 ff.
36 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
Hyatt schreibt das abnorme Wachsthum von Scheeren des
Hommarus Americanus Wunden und Störungen zu, die das Thier
■während der Häutung erlitt und sieht in diesen Erscheinungen eine
Illustration von Darwin's Lehre von der Pangenesis; Proc Brit.
Soc. Hist. XXI p. 278.
Polycheles sculptus (Neu-Schottland); Smith, Proc. U. S. Na-
tional Museum II p. 345 PI. VII.
Paliauridae. Arctus depressus (Neu-England); Smith, Proc.
ü. S. Nation. Museum III p. 429.
De Man erkennt seine Gattung Araeosternus als synonym mit
Palinurellus v. Martois; Notes Leyd, Museum IV p. 161; nach
Boas ist Synaxes Spence Bäte gleichfalls dieselbe Gattung. Zool.
Anz. No. 105 1882 p. 111 ff.; vgl. auch Pfeffer in den Verh. Ver.
naturw. Unterh, Hamburg V No. 7 p. 103 f. Winkler's ,, Etüde
carcinologique" ist von Dallas in den Ann. a. Mag. N. H. (5) X
p. 133 ff., 306 ff. übersetzt worden; vgl. vor. Ber. p. 33.
Pseudibacus Pfefferi (Mauritius); Miers, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1882 p. 542 PI. XXXVI Fig. 2, 3.
Palinurus longimanus var. Mauritianus (M); Miers, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1882 p. 540 PI. XXXVI Fig. 1.
Galatheadae. Galathea coraUicola (Port Molle), magnifica
(Broughton's Isl.), aculeata {^oXhom Isl.; Port Molle) p. 1G2, deflexi-
frons (Albany Passage) p. 163; Haswell a. a. 0.; Proc. Linn, Soc.
N. S. W. VI.
Thalassinidae. Callianassa Mauritiana (M.); Miers, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1882 p. 341, Ulrichi (fossil in der Kreide des Valley of
South Platte River); White, Proc. U. S. N. Nat. Mus. III p. 156 ff.
Gebia spinifrons (Port Stephens); Haswell a. a. 0. p. 165
PI. III Fig. 5; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Axius armatus (Neu-England); Smith, Proc. U. S. Nat. Mus.
ni p. 433.
Paguridae. Eupagurus poUUis (Martha's Vineyard etc.);
Smith, Bull, Mus. Comp. Zool. X No. 1 p. 12 PI. H Fig. 5.
Hemipagurus (n. g., differt a Spiropaguro Stimps. app.
generat. J* segm. ultim. thorac. a coxa lateris dexteri Oriente)
socialis p. 423, gracilis p. 426 (Neu-England); Smith, Proc. U. S.
Nat. Mus. III.
Calcinus terrae -reginae (Claremont Isl.); Haswell a. a. 0.
p. 158; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Notopoda. L. Joliet bestätigt an Ethusa mascarone die alte
Angabe Bosc's, dass die hintersten P'üsse den Notopodeu dazu dienen,
fremde Gegenstände auf dem Rücken festzuhalten; Lacaze-Duthiers'
Archives etc. X p. 111 ff.
Äscidiophilus (n. g. inter Dromiam et Caphyram!) caphy-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 37
raeformis (Mauritius, in der Kloake einer Ascidie); Richters,
Beiträge etc. p. 158 Taf. XVIII Fig. 6—10.
V orce\\s.na. pulchella (Holborn Isl.), vigintispinosa (ihiäi.), nitida
(Port Denison) p. 148, corallicola (Port Molle), transversa (Bowen)
p. 150; Haswell a. a. 0.; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI, villosa
(Mauritius); Richters, Beiträge etc. p. 160 Taf. XVII Fig. 11 f.
Petrolisthes inermis (Port Denison); Haswell a. a. 0. p. 146;
Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Lithodes Ägassim (Martha's Vineyard; Ostk.Nordam.) ; Smith,
Bull. Mus. Comp. Zool. X No. 1 p. 8 PI. I.
Dromia australiensis (Port Denison; Port Jackson) p. 139, octo-
dentata (Adelaide) p. 140, sculpta (Port Jackson), conchifera (Port
Denison. hält mit dem vierten Paar eine Muschelschale über den
Rücken) p. 141 PI. III Fig. 4; Haswell a. a. 0.; Proc. Linn. Soc.
N. S. W. VI.
^thusQ, microphthalma (Neu-Engknd) ; Smith, Proc. U. S. Nat.
Mus. IH p. 418.
Oxystomata. Lyreidus Bairdii (Südk. Neu-Englands) ; Smith,
Proc. U. S. Nat. Mus. p. 420.
Phlyxia Petleyi (Port Molle); Haswell a. a. 0. p. 125 PI. III
Fig. 3; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VL
Oxyrrhyncha. Naxia (Naxioides) JRo&iZZar(^z (Mauritius); Miere,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 339 PI. XX.
Paramithrax spatulifer (Port Stephens) p. 14, Coppingeri (Port
Molle, Whitsunday Passage) p. 15; Haswell a. a. 0. und Proc. Linn.
Soc. New-South-Wales VI.
Amathia Agassizii (Ostk. Nordamer., 333 Faden); Smith,
Bull. Mus. Comp. Zool. X No. 1 p. 1 PI. II Fig. 2, 3.
Micippe philyra Leach var. latifrons (Fouquets); Richters,
Beiträge etc. 142 Taf. XV Fig. 1—5.
Achaeus breviceps Hasw. = lacertosus Stimps.; Haswell
a. a. 0. p. 3.
Oncinopus angulatus Hasw. = subpellucidus (S^iwips.; Haswell
a. a. 0. p. 5.
Lambrus Verrillii (Neu-England) ; Smith, Proc. U. S. Nat.
Mus. III p. 415.
Tiarinia elegans (Off Broughton Islands): Haswell a. a. 0.
p. 29 und Proc. Linn. Soc. New-South-Wales VI.
Gyclometopa. PararuppelUa (n. g. „carapace as in Rup-
pellia, basal Joint of the antennae extreraely short, not nearly rea-
ching the front; second Joint stout, touching the front; flagellum
entirely excluded from the orbit by the union of the lower orbital
border with the front") saa;icoZa (Port Essington ; Port Curtis); Has-
well a. a. 0. p. 74; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VL
38 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Xanthodes atromanus (Austr.); Haswell a. a. 0. p. 49 PL I
Fig. 1; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Liomera maculata (Endeavour R.); Haswell a. a. 0. p. 47;
Proc. Linn. Soc. N. S. W. VL
Euxanthus maciilatus (Darnley Isl., Torres Str.); Haswell
a. a. 0. p. 48, Proc. Linn. Soc. N. S. W. VL
Cycloxanthus punctatus (Parramatta R.); Haswell a. a. 0.
p. 50, Proc. Linn. Soc. N. S. W. VL
Carpilodes gramilosus (Torres Str.); Haswell a. a. 0. p. 57;
Proc. Linn. Soc. N. S. W. VL
Panopaeus acutidens (Port Darwin); Haswell a. a. 0. p. 51
PI. I Fig. 21; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Leptodius granulosiis (Port Deuison; Port Molle); Haswell
a. a. 0. p. 61; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VL
Melia? hrevipes (Griffith's Point); Haswell a.a.O. p. 72 PL I
Fig. 7; Proc. Linn. Soc. N. S. W VI.
Pilumnus monilifera (Tasmanien) p. 65 und 325 PL I Fig. 3,
(fimbriatus M.-Edw. abgeb. Fig. 4), terrae -reginäe (Port Molle)
Fig. 5, vestitus (PovtJ&ckson; Port Stephens) p. 68, (fissifrons ÄiiWjJS.
abgeb. Fig. 6), glaberrimus (Port Jackson) p. 69, inermis (ibid.) p. 70,
integer (ibid.) p. 325; Haswell a. a. 0.; Proc. Linn. Soc. N. S. W.
VI p. 545.
Caphyra ocioc^ewia^a (Palm Isl.) ; Haswell a. a. 0. p. 82; Proc.
Linn. Soc. N. S. W. VI, alata (Fouquets) Fig. 25 f., tricostata (Mau-
ritius) Fig. 27 f.; Richters, Beitr. etc. p. 154 Taf. XVI.
Achelous orhicularis (Seychellen); Richters, Beiträge etc.
p. 153 Taf. XVI Fig. 14, 15.
Neptunus tomentosus (Port Jackson); Haswell a. a. 0. p. 78;
Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Eucrate affinis (Off Holborn IsL), sexdentatusl (ibid.); Has-
well a. a. 0. p. 86; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VL
Paratelphusa brevicarinata (Salanga, Westküste Siams); Hil-
gendorf, Sitzber. Ges. naturf. Freunde Berlin 1882 p. 24.
Telphusa limula (Salanga, Westk. Siam's); Hilgendorf,
Sitzgsber. Ges. naturf. Freunde Berlin 1882 p. 25.
Gatometopa. Xenophthalmodes (n. g. Xenophthalmo affine;
orbitae, quamquam conspicue formatae, ut glutine occlusae; ped.
max. par III ut in Cancroi'dis et Ocypodidis formatae; pedum paria
4 posteriora tenuiora quam in illis) ilfoe&n (Black river) ; Richters,
Beiträge etc. p. 155 Taf. XVI Fig. 29, XVII Fig. 1—5.
Birge beschreibt und bildet ab das erste Zoea-Stadiiim von
Pinnotheres ostreum; die weitere Züchtung misslang. Am er.
Natur. 1882 p. 589 ff.
Ueber die Zoea von Pinnixa chaetopterana und Sayana s. bei
p
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 39
Smith, Trans. Connect. Acad. IV p. 247 ff.; beide Arten kommen
an der Küste Neu-Englands vor.
Hymenosoma australe (Williamstown, Port Philip) p. 115 PI. III
Fig-. 2, rostratum (Griffith's Point) p. 116; Haswell a. a. 0.; Proc.
: Linn. Soc. N. S. W. VI.
Macrophthalmus latifrons (Port Philip); Haswell a. a. 0.
p. 90; Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Nach Hilgendorf sind Brachynotus sexdentatus JRisso und
Heterograpsus Lucasii M. E., die beide Typen der jeweiligen Gat-
tungen sein sollten, identisch und daher die Gattung Heterograpsus
zu Gunsten von Brachynotus einzuziehen. Für Heterograpsus sex-
dentatus M. E. wird dadurch ein neuer Name, Br. Edwardsii noth-
wendig; Sitzber. Ges. naturf. Freunde Berlin 1882 p. 68 ff.
Miers giebt eine analytische Tabelle und darauf eine ausführ-
liche Beschreibung der in der Sammlung des Britischen Museums
vertretenen (11) Ocypoda- Arten. Ann. a. Mag. N. H. 151 X p.
376 ff. PI. XVII. Auf der Tafel sind der Aussenrand der linken Or-
bita und der Stridulationsapparat an der Innenseite der grossen
Scheere von 9 Arten abgebildet; 0. rotundata (Indien) p. 382 Fig. 4 neu.
0. hexagonura (Loango, Liberia); Hilgendorf, Sitzber. Ges.
Naturf. Freunde Berlin 1882 p. 23 (nach Miers a. a. 0. p. 387
wahrcheinlich = 0. africana De Man).
Chasmagnathus convexus (Shoalhaven); Haswell a. a. 0. p. 106;
Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Paragrapsus quadridentatus M.-Edw, PI. III Fig. 1,
Gaimardi M.-Edw. PI. II Fig. 4 abgebildet von Haswell a. a. 0.
p. 105; — die letztere Art gehört eher zu Chasmagnathus De
Haan.
Utica setosipes (Port Denison) p. 101 PI. II Fig. 2, crassimana
(Holborn Isl., near Pt. Denison) p. 102 Fig. 3; Haswell a. a. 0.;
Proc. Linn. Soc. N. S. W. VI.
Myriapoda.
Aus den hinterlassenen Papieren Bai f cur 's über die
Anatomie, Entwickelungsgeschichte und Systematik der
Gattung Peripatus machten Moseley und Sedgwick
eine vorläufige Mittheilung vor der Royal Society am 14.
Decemberüber einen Blastoporus und die Bildung
des Mesoblasts. „Bei dem jungen Embryo von Peripa-
tus besteht ein weit geöffneter spaltähnlicher Blastoporus,
welcher, indem er die Medianlinie der Bauchseite einnimmt,
sich in dem mittleren Theile schliesst; die zurückbleibende
40 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
vordere Oeffnung ist der Mund, die hintere der After. Der
Mesoblast ist von dem Hypoblast gebildet an den Lippen
des Blastoporus und erscheint als eine Reihe paariger hohler
Auswüchse von der Höhle des Archenteron her. ../' Sedg-
wick machte auf die Aehnlichkeit des jungen Peripatus-
embryo mit einer Aktinie aufmerksam, indem die meso-
blastischen Taschen den intermesenterialen Hohlräumen
und der Blastoporus der Mundöffnung der Aktinie entsprä-
chen und eine Bestätigung für Balfour's Theorie von der
Entwickelung der Bilateralia aus einer Verlängerung eines
scheibenähnlichen Vorfahren lieferten. Diese letzteren
Schlussfolgerungen werden von Lankeöter und Huxley be-
anstandet; s. Nature Vol. 27 No. 687 p. 215.
Zur Embryologie der Chilopoden beginnt N.
Sog raff eine vorläufige Mittheilung im Zool. Anz. No. 124
p. 582 ff. Ein im Centrum des Dotters befindlicher Kern,
wahrscheinlich ein Abkömmling des Keimbläschens, theilt
sich in eine grosse Anzahl (gezählt wurden 25) von Kernen,
die sich mit entsprechendem Protoplasma umgeben. Hier-
auf zerfällt der Dotter in Pyramiden, indem jeder Kern
mit seinem Plasma den Gipfel einer Pyramide einnimmt.
Darauf wandern die Kerne mit ihrem Plasma an die Ober-
fläche des Eies, an die Basis der Dotterpyramiden, und damit
ist das primäre Ektoderm fertig (vgl. oben p. 12 Callianassa).
Aehnlich ist es mit der Blastodermbildung der Chilognathen,
wie Sograff sie bei Polydesmus in Uebereinstimmung mit
Metschnikoff beobachtete; die Widersprüche Stecker's be-
ruhen vielleicht auf einer Verwechselung von Helicinen-
eiern mit Chilognathen. — Die Blastodermzellen theilen sich
nun rasch weiter, und zwar an der einen Seite, wo später
der Keimstreif entsteht, viel rascher; vom Keimstreif er-
scheint das vordere Ende früher als das hintere. „Noch
bevor die Keimseite sich in einen Keimstreif verwandelt,
bemerkt man, dass sich vom Blastoderm, welches sich in
ein aus kleinen, vielschichtig liegenden Zellen bestehendes
Ektoderm verwandelt hat, ein neues Blatt, das Mesoderm,
abschnürt.'' Gleichzeitig kriechen einige, früher im Cen-
trum zurückgebliebene Eikernderivate aus der Dottermasse
hervor und legen sich dem Mesoderm an. — Die Dotter-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 41
Pyramiden verwandeln sich in Entodermzellen, d. b. in das
Mitteldarmepithelium erst zu einer Zeit, wenn der Embryo
schon p:anz gebildet ist. — Zur Untersuchung dienten die
Eier von Geophilus ferrugineus C. L. Koch. Aus dem
Umstände, dass von 28 gleichzeitig eingesammelten $ von
G. proximus 3 untersuchte unbefruchtet waren, die von 9
anderen gelegten Eiern aber sich entwickelungsfähig er-
wiesen, glaubt Sograff auf Parthenogenesis schliessen zu
können.
Guldensteeden-Egeling wies in den Drüsen der
for. repugnatoria einer in holländischen Treibhäusern in
lästiger Zahl aufgetretenen Fontaria-Art (gracilis nahe-
stehend) freie Blausäure nach. Pflüger's Archiv 28 p. 577 ff.
M. Weber giebt eine Beschreibung der feineren
Struktur der absondernden Drüsen und ihres Au sführungs-
ganges ; Arch. f. mikrosk. Anatomie, 21 p. 468 ff. Taf. XXIV.
Das Drüsensäckchen besitzt einen chitinige t. propria
und intima. Das Drüsenepithel besteht aus platten, polyo-
gonalen Zellen. Der Ausführungsgang hat einen Ring-
muskel.
J. Muhr beschrieb und bildete ab dieMundtheile
von Scolopendrella und Polyzonium; 10. Jahres-
bericht d. deutsch. Staats-Gymnas. Prag, Altstadt, 1882
p. 3 ff. mit Taf.
Als das Respirationssystem der Scutigeriden
sieht Voges die von dem medianen Spalt der 7 Rücken-
platten ausgehenden Röhren mit ihren Verzweigungen an.
Der Spalt führt in einen kugeligen Sack, auf dessen Fläche
siebförmig zahlreiche Röhren münden. „Die Röhren bilden
ein starkes Büschel, das in seiner Mitte getheilt und in
eine drüsige Gewebsmasse eingebettet ist. Sie verlieren
von ihrer Mündung aus allmählich an Umfang, theilen sich
wiederholt dichotomisch und gehen keine Anastomosen ein/'
Zool. Anz. No. 103 p. 67 ff.
F. D. Gibson-Carmi chael. Some Notes on
collecting and preserving Myriapoda. Scottish
Naturalist VI p. 201 ff.
Die Fortsetzung von C. Haase's „Schlesiens Chilo-
poden" enthält IL Chil. epimorpha. Die Behandlung
42 Bertkau; Bericht üb. die wisseuschaftl. Leistungen
des Stoffes ist dieselbe sorgfältige wie früher, so dass ich
auf den vorigen Ber. p. 42 verweisen kann. Von Ch. epim.
sind in Schlesien nachgewiesen Cryptops hortensis Leach,
Geophilus ferrugineus G. L. Koch, sodalis Berys. u. Mrt.,
flavidus C. L. Koch, electriciis (L.), truncorum Berys. u. 3Irt.j
proximus C. L. Koch, pygmaeus Lat^el; Schendyla nemo-
rensis C. L. Koch ; Scolioplanes acuminatus Leach, crassipes
G. L. Koch; Scotophilus illyricus Meinert.
Latzel bringt einen Be itrag zur Myriopoden-
Kenntniss Oesterreich-Ungarns und Serbiens
mit der Beschreibung 5 neuer Arten; Verh. Zool.-Bot. Ges.
Wien XXXII p. 281 f.
F. Santos Mattozo. LesMyriapodes d'Afrique
au Mus^e de Lisbonne. Journ. Sei. Math. Phys. e Nat.
Lisboa No. 31 p. 177 ff.
Fanzago beschreibt in seinen J Miriapodi del
Sassarese, Fase. I, die Arten der Gattungen Lithobius
und Geophilus.
A. J. Ryder. Genera of the Scolopendrelli-
dae; Proc. U. S. Nation. Museum V p. 234. Habe ich nicht
gesehen; enthält nach Zool. Anzeiger p. 613 Scolopendrella
und Scutigerella n. g.
Scudder hat eine umfangreiche Abhandlung über
die Archipolypoda in den Mem. of the Bost. Sog. of
Nat. Hist. III. 5 (Mai 1882) veröffentlicht. Er beschreibt
darin und bildet ab die (12) von ihm zu dieser Ordnung
gerechneten Arten aus der Steinkohle, die 4 Gattungen
angehören. Es sind das: Acantherpestes {MeeJc a. Wor-
then) major ilf.u. W., Brodiei; Euphoberia (ilf. a. W.) ferox
Salt., horrida, armigera M. u. W., Brownii Woodtv., gra-
nosa, Carri, flabellata, anguiUa; Amynilyspes Wortheni;
Eileticus anthraciniis. Von Acantherpestes major hat
Scudder eine restaurirte Abbildung in idealer Umgebung
geliefert. Vgl. auch Preud'homme de Borre in Compt. Rend.
Entom. Belg., Se. du3 juin 1882. — Ueber Palaeocampa
s. oben p. 8.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 43
Gbilognatba.
Craspedosoma Carpathicum (Berghöhen Ungarns und Galiziens) ;
Latzel, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXU p. 282.
Polydesmus Tatraniis (Berghöhen Galiziens und Ungarns);
Latzel, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 281.
Lj'siopetalum fasciatum (Südungarn; Serbien); Latzel, Verh.
Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 282.
Julus strictusl (Südungarn; Serbien); Latzel, Verh. Zool.-
Bot. Ges. Wien XXXII p. 282.
Spirostreptus Cowani (Betsileo, Mad.) p. 328, trachydermus
(ibid.) p. 329, circiilus (ibid.) p. 330; Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) IX und p. 406.
Glomeris Carpathica (Galizien und Ungarn; auf Berghöhen);
Latzel, Verb. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 281.
Zephromia tumida (N. Assam) p. 196, marmorata (Indien),
barbata (Sumatra) p. 197. Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX. mit
2 Holzschnitten, Butleri (Borneo); Olliff, Cist. Entom. III p. 29
mit Holzschnitt.
Ghilopoda.
N. Passerini giebt eine Beschreibung der auf der Bauch-
fläche ausmündenden Hautdrüsen, mittels deren Sekret Geophilus
Gabrielis wahrscheinlich die unterirdischen Gallerien auskleidet;
vgl. den vor. Ber. p. 42; Bull. Soc. Entom. Ital. 1882 p. 323 ff. mit
Holzschn. (Aehnliche Anhäufungen von Drüsenöffnungen sind es
wahrscheinlich, die Scudder bei Euphoberia als Stigmata be-
schrieben hat, wie ich schon in meinem Bericht für 1880 p. 39 aus-
sprach.)
Lithobius (Eulithobius) transsylvanicus (Ungarn; Serbien);
Latzel, Zool. Anz. No. 114 p. 332, brachycephalus (Avellana),
Fanzago, Bull. Soc. Entom. Ital. 1882 p. 48, tylopus (Piss); Latzel
ebenda p. 223, (Hemilithobins) tiirritanus (Sassari); P'auzago,
J. Miriap. del Sassar.
Scolopendrella immaculata ATewp. var. anoplithalma (Grotte von
Gurk); Joseph a. a. 0. p. 24.
Arachnoidea.
Ray Lankester faod bei Scorpionen ein ähnliches
Paar von Coxaldrtisen und von ähnlichem Bau wie bei
44 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaffcl. Leistungen
Limulus, so dass an ihrer Homologie unmöglich gezweifelt
werden kann. Obwohl weder bei Limulus noch bei
den Scorpionen eine äussere Oeffnung dieser Drüsen ge-
funden werden konnte, so mag eine solche doch vorhanden
sein. Möglicherweise sind solche Coxaldrüsen in allen
Fällen — sie sind unter den Arthropoden verbreitet — die
modifizirten und isolirten Repräsentanten der vollständigen
Reihe von röhrigen Drüsen (nephrita) des Peripatus. —
Das Vorhandensein solcher korrespondirender Organe bei
Limulus und Scorpionen ist ein neuer Beweis für ihre
Zusammengehörigkeit.
Ferner konstatirte Ray Lankester eine grosse Ver-
schiedenheit in der Lage der Ganglien in der ßauchkette
bei den Arten mit dreieckiger Brust (Androctonus) und
mit fünfeckiger (Euscorpius, Buthus); einen Vertreter mit
sichelförmiger Brust (Telegonus) konnte er noch nicht un-
tersuchen. Proc. Roy. Soc. XXXIV (1882) p. 95 ff.
0. P. Cambridge schreibt on new genera and
species of Araneidea; Proc. Zool. Soc. London 1882
p. 423 ff. PI. XXIX-XXXL
E. Simon zählt Aracnidi raccolti a Lavaiano
(Prov. di Pisa) auf (78 Spinnen, 1 Chernetiden, 5 Opilio-
nen, 1 Skorpion); Bull. Soc. Entom. Italiana XIV p. 356 ff.
Note sur quelques Arachnides rec. en Bre-
tagne (Prefailles) ; par Mr. H. Lucas; Ann. Soc. Ent.
France 1882 p. 189 ff. (Bemerkenswerthe Arten: Phlegra
Bresnieri; Sa'itis barbipes; Segestria florentina statt mit
metallisch grünen mit kupferig bronzefarbenen Mandibeln;
Scytodes thoracica unter Steinen; Pythonissa exornata).
E. Cantoni zählt die Chernetidi ed Opilionidi
auf, die Cavanna im Mai und Juni in Calabrien gesammelt
hatte (5 Chernetina, 17 Opiliones); Bull. Soc. Entom. Ital.
1882 p. 191 ff.
Derselbe handelt di alcuni (39) Aracnidi di
Puglia; Bull, scient. di Pavia etc., I, Pavia, maggio 1882.
Simon schreibt eine fitude sur les Arachnides
de l'Yemen m^ridional, zu der Sammlungen, die im
Januar in Aden und dessen nächster Umgebung, sowie bei
Tes, 30 Kilom. von der Küste und etwa 35 Km. westlich
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 45
vron Aden, gemacht waren, das Material lieferten. — Die
Spinnenfauna Arabiens trägt nach diesen Sammlungen einen
durchaus mediterranen Charakter, indem die meisten der
Arten in Syrien oder Aegypten aufgefunden sind; auch
die neuen Arten und Gattungen beeinträchtigen diese Ver-
wandtschaft nicht. Nach dem Osten weist nur eine Art
(Scytodes univittata), die bisher nur in Indien gefunden
worden war. Die Gattungen des tropischen Afrika (Ga-
steracantha, Nephila, Caerostris) fehlen vollständig. Von
den neuen Gattungen ist eine, Zimiris, ohne bekanntes
Analogon aus Europa. Aufgeführt sind 51 Arten, 1 Cher-
netine, 6 Skorpione, 42 Spinnen, 2 Walzenspinnen. Ann.
Mus. Civ. Genova XVIII p. 207 ff. Tab. VIII.
Thoreil liefert Descrizione di alcuni Arac-
nidi inferiori dell' Arcipelago Malese; Ann. Mus.
Civ. Genova XVIII p. 21 ff. Tav. IV- VI (2 Opilionen, 1
Pseudoskorpion, 9 Milben; s. bei diesen und Pedipalpi).
Karsch schreibt über ein neues Spinnenthier
aus der schlesischen Steinkohle und die Arach-
niden der Steinkohlenformation überhaupt; Zeitschr.
d. Deutsch, geol. Gesellsch. XXXIV p. 556 ff. Taf. XXI.
Die beschriebenen Reste stammen aus Schatzlarer Schichten
bei Neurode und lassen folgendes erkennen: der Hinterleib
ist aus 7 Segmenten gebildet, deren Platten auf der einen
(nach Karsch der Bauch-) Seite durch 2 Längsfurchen
in ein Mittel- und zwei Seitenfelder zerlegt sind. Die Rü-
cken- und Bauchplatten sind durch eine zartere Haut .mit
einander verbunden. Von den Gliedmassen lassen sich
nur die Basalglieder erkennen, und zwar, wie Karsch
meint, nur bei denjenigen Exemplaren, die dem Beschauer
die Rückenseite zuwenden. Die Körperlänge beträgt 18
mm, von denen 7 auf den Cephalothorax fallen. Für diese
Reste wird die Gattung Änthracomartus mit folgender
Diagnose aufgestellt: „Truncusbipartitus, cephalothorax haud
segmentatus, abdomen et supra et subter plicis 6 in 7 seg-
menta partitum, segmenta ventralia sulcis longitudinalibus
2 tripartita, area intermedia segmenti Ultimi aeque fere
lata ac longa, apertura anali transversa subelliptica prae-
dita; pedes crassi, ? quinque articulati.'' Die Art ist A,
46 Bertkau: Bericht üb. die wissen schaftl. Leistungen
Völkelianus genannt und in Fig. 2 vom Rücken (?), Fig. 1
vom Bauche her abgebildet. Kar seh vergleicht diese
Gattung mit Architarbus Scudd., mit der er sie in der Fa-
milie der Architarb[o]idae vereinigt; diese Familie bildet
mit den Eophryn[o]idae (für Curculio'ides Prestvici JBurJd.)
die Ordnung Anthracomarti, die folgendermassen cha-
rakterisirt ist: „Körperstamm 2 Segmentkomplexe formi-
rend; Vorderleib ungegliedert, Hinterleib gegliedert; Pal-
pen von oben her sichtbar." Diese Diagnose ist aber auch
auf die Chelonethi anwendbar. — Die Gattung Kreische-
ria verweist Karsch mit Recht zu den Troguliden. Zum
Schluss werden die aus der Steinkohlenformation bis jetzt
bekannt gewordenen Arachniden systematisch gruppirt, wo-
bei aber Arthrolycosa Harger unberücksichtigt geblieben ist.
Kreischeria {n. g.) Wiedei (sächs. Steinkohle bei
Reinsdorf) Sigillarienzone; Geinitz, Sitzb. u. Abhandl.
Naturw. Ges. Isis 1882 p. 31 und Zeitschr. deutsch, geol.
Ges. XXXIV p. 238 ff. Taf. XV. (Wird von Geinitz zu
den Pseudoscorpionen gestellt, gehört aber wohl richtiger
zu den Opilionen).
Acarina.
Kramer (dies. Archiv XLVIII 1. Bd. p. 178 if. Taf.
XIII Fig. 1—4) beschreibt eine Milbe (Alycus roseus? C.
L. Koch), die nicht nur zwischen dem 2. und 3. Beinpaar,
sondern auch am Hinterleibe deutlich segmentirt ist; s.
auch Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 183.
Haller wendet sich gegen zwei irrthümliche
Ansichten betreffend die Acariden (Gliederung und
Grösse des Körpers); Ent. Nachr. 1882 p. 200 ff.
Oudemans referirte in der 15 Wintervers, der Nie-
derl. Entom. Gesellsch. über einige neuere Arbeiten Hal-
ler's über die Milben; Tijdschr. v. Entom. XXV, Verslag,
p. CXXIX ff.
B erlese erklärt Hypopus gleich Megnin für die
heteromorphe Nymphe von anderen Sarcoptiden, wie er
an Histiostomam?<5carwm n. sp., Tyroglyphus farinae de Geer
und Krameri n. sp. fand, und dasselbe gilt von Homopus,
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 47
Trichodactylus u. a. Die gestielten Uropoda sind gleich-
falls eine Nj^mphe, und keine Uropoda kann eher für er-
wachsen gelten, als bis die Anwesenheit des Genitaldeckels
nachgewiesen ist. Obwohl die Möglichkeit einer Wande-
rung erwachsener Milben mittels der Insekten, an die sie
sich heften, zugegeben werden muss, und für Tydeus li-
macum und Cheyletus venustissimus nachgewiesen ist, so
sind es doch meist nur die jugendlichen Stände, die sich
von Insekten transportiren lassen. Atti R. Istit. Veneto di
sei., lettere ed arti (5) VIII; Arch. Ital. de Biol. I p. 279 ff.
Einer Abhandlung über Gamasiden schickt P. Kra-
mer einige Bemerkungen über die Häutungen der
Milben voraus; dies. Archiv, 48. Jahrg. 1. Bd. p. 374 ff.
Tai. XIX, XX. Bei den meisten Milben sind 3 (Entwick-
lungs-)Häutungen zu unterscheiden. Durch die erste geht
die sechsbeinige Larvenform in die erste achtbeinige Lar-
venform über; durch die zweite aus dieser in die zweite
achtbeinige Larvenform (Nymphe Megnin's); die dritte end-
lich führt in das Stadium der Geschlechtsreife hinüber, in
welchem bei einigen Gattungen (Bdella, Eylais, Limnocha-
res) noch weitere Wachsthumshäutungen vorkommen kön-
nen. Nimmt man nun hinzu, dass einige Milben sich im
Ei ein oder zwei Mal häuten, und dass der Prozess des
Ausschlüpfens aus dem Ei ebenfalls einer Häutung gleich-
zusetzen ist (?), so würde man eine 4- oder 5-, oder 6ma-
lige Häutung anzunehmen haben, bevor die Geschlechts-
reife erreicht ist. Bei einer nicht näher bestimmten neuen
Histiostoma- Art sowie bei den Gattungen Nothrus, Ere-
maeus, Damaeus finden sich 3 Sfüssige Larvenstadien; bei
Tarsonemus ist die Zahl der Larvenformen vielleicht
geringer, als vorhin als Regel angegeben war.
J. Koller berichtet, dass in Budapest am 18. Juli
1882 Arbeiter beim Ausladen russischen Getreides em-
pfindlich von Milben belästigt wurden, die in grosser Menge
im Getreide waren. Die Milbe soll mit einer Jugendform
von Oribates Aehnlichkeit gehabt haben. Termeszettud-
manyi Közlöny XIV p. 378 mit Abb. (Ein ähnlicher Fall
war in Köln vorgekommen, wo die Milbe (ob von kompe-
tenter Seite ?) für Tyroglyphus farinae erklärt worden war).
48 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Sarcoptidae. In einem zur Kenntniss der Dermaleichiden
betitelten Aufsatze bespricht G. Hai 1 er die in den letzten Jahren über
die genannten Thiere erschienenen systematischen Arbeiten und giebt
eine Revision der Gattungen, deren er folgende anerkennt: (Canes-
trinia?), Anaiges, Dimorphus, Pteronyssus, Alloptes, Xoloptes, Freyana,
Krameria, Pterolichus, Pterocolus n. g., Proctophyllodes. Die
Gattungsdiagnose der neuen Gattung lautet: ,,Die beiden Geschlechter
von sehr verschiedener Körperform; keine geschwänzten Weibchen.
Alle Beine gleichmässig entwickelt oder das vierte Paar beim ^ ver-
dickt. Abdomen der J* nach hinten zugespitzt, in einen Knauf aus-
laufend, der $ tief zweispaltig, in zwei spitze Zipfel auslaufend."
Ausserdem werden folgende neuen Arten beschrieben: Anaiges digi-
tator (Canada, auf Dendroecia striata) p. 52 Taf. V Fig. 1 — 5, Poppet
(Deutschland, auf Loxia pityopsittacus). p. 53, tridentulatus (ibid. auf
Alauda arvensis), pollicipatus (ibid. auf Accentor modularis) p. 54;
Dimorphus aculeatus (Canada, auf Cyanurus cristatus) Taf. V Fig. 6,
Tyrellii (auf Galeoscoptes carolinensis) Fig. 7—10 p. 55, appendicu-
latus (Deutschland, auf Rallus aquaticus) p. 58 Taf. VI Fig. 4, 5,
gladiator (Canada, auf Ectopistes migratorius) p. 63 Taf. V Fig. 11,
12, calcaratus (auf Ortygometra porzana) p. 64 Fig. 13, 14, forci-
patus (Canada, auf Tringo'ides macularis) p. 66 Fig. 15—18; Ptero-
nyssus Simplex (ibid., auf Melanerpes erythrocephalus) p. 68 Taf. VI
Fig. 6, 7, quadratus (auf Gecinus canus) p. 69; Pterocolus (cor-
vinus Koch, Eulabis JBttchh., gracilepinnatus (Canada, auf Empidonax
flaviventris) Taf. VI Fig. 9, 10, VII Fig. 6—9 p. 72, bisetatus (auf
Sterna hirundo) p. 77 Taf. VI Fig. 11, 12; Dies. Archiv XL VIII,
1. Bd. p. 47 ff., Taf. V-VII.
Tyrrell handelt von einigen Kanadischen Sarcoptiden und
beschreibt und bildet ab Anaiges longispinosus Fig. 1, 2 auf Plectro-
phanes nivalis, Tyrlr'janni Fig. 3 auf T. carolinensis p. 45; Dimor-
phus albidus Fig. 4 p. 46 auf Tachycineta bicolor; Pteronyssus
speciosus p, 47 Fig. 5 auf Picus villosus, fuscus p. 48 Fig. 6 auf
Tachycineta bicolor; Ottawa Field Naturalist's Club, Transact. No. 3.
1881, 1882. PI. 1.
Nörner schreibt über Syringophilus bipectinatus; Vier-
teljahresschrift für Veterinärk. LVII Bd. 2. Heft. (Habe ich nicht
gesehen.)
Derselbe beschreibt Anaiges minor, in dem Inneren der
Federspulen der Hühner, und macht dazu Mittheilungen seiner An-
sichten über den Bau und die Gliederung, die sich vielfach mit denen
Haller's decken; Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 387 ff. Taf.
XIX, XX.
Dermatoryctes mutans (an dem Tarsus der Hühner, auch auf
kleinere Singvögel übergehend); Nörner, Monatssch. deutsch. Ver.
z. Schutze der Vogelwelt V p. 103 ff. mit Taf.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 49
Tyroglyphidae. Tyroglyphus carpio Kram, nochmals be-
schrieben und abgebildet in diesem Archiv XL VIII, 1. Bd. p. 183 ff.
Taf. XIII Fig. 5—10; vgl. den vor. Ber. p. 53.
T. longior Gervais in Amerika in einem „pork-packing house";
Americ. Natural. 1882 p. 590.
Trombidiadae. H. Henk in g liefert werthvolle Beiträge
zur Anatomie, Entwickelung sgeschi chte und Biologie
von Trombidium fuliginosum Herrn.; Zeitschr. wiss. Zool.
XXXVII p. 553 ff. Taf. XXXIV- XXXVI. — Die Widersprüche der
in der Literatur vorhandenen Angaben, so wenige ihrer auch sind,
über Tr. holosericeum sucht der Verfasser durch den Nachweis zu
lösen, dass sie sich z, Th. auf verschiedene Arten beziehen; so ist
es fast als ausgemacht anzusehen, dass das Tr. holosericeum Pagenst.
unser fuliginosum Herrn, ist; letztere Art ist in Göttingen, Braun-
schweig (und überhaupt in Mittel- und Süddeutschland?) häufiger als
Tr. holosericeum; beide Arten werden in einer Paralleldiagnose un-
terschieden, aus der ich hervorhebe, dass bei Tr. fuliginosum der
Körper vorn breit, hinten abgerundet zugespitzt, bei T. holosericeum
hinten fast abgestutzt, in der Mitte hinten eingekerbt ist. Zahlreiche
der von C. L. Koch aufgestellten Arten (Tr. assiratum, molliculum,
corrugatum, assimile, erythrellum) sind Nymphen von Tr. fuliginosum,
Im letzten Beingliede dieser Art findet sich eine sackförmige Drüse
die an der Basis der Kralle ausmündet und deren Sekret in Verbin
düng mit den gefiederten Haaren der Kralleu dem Thiere das Klet
tern an senkrechten glatten Wänden möglich macht.
An den Athmungsorganen unterscheidet Henking ausser dem
einer Schuppenkette gleichenden Stigmenschutzapparat eine erste und
zweite Luftkammer und einen Endabschnitt, von welchem letzteren
erst die feinen, unverästelten Tracheenröhren ausgehen; zwischen erster
und zweiter Luftkammer findet sich ein weichhäutiger Röhrenab-
schnitt; der Schutzapparat besitzt eine nach hinten undeutlich wer-
dende Längsspalte, durch welche die Luft eintritt. Die Mundwerk-
zeuge werden nur z. Th., nämlich nur soweit behandelt, als es zum
Verständniss des Saugmechanismus nöthig ist, und daher wird eine
Berücksichtigung der von Croneberg und Hall er aufgestellten
Behauptung von dem Vorhandensein eines zweiten Maxillenpaares
vermisst; doch deutet der Autor späterhin indirekt das Hinfällige
dieser Ansicht (sowie der anderen, dass der Hinterleib hinter dem
zweiten Beinpaare beginne, vgl. den vor. Ber. p. 47 f.) dadurch an,
dass er den Cephalotho rax aus nur 6 Segmenten bestehen
lässt, von denen jedes ein Gliedmassenpaar trage. An dem Oeso-
phagus kommen Diktatoren und Compressoren vor, und derselbe
wirkt daher wie eine Saug- und Druckpumpe zugleich. Im Hinterleib
mündet der Munddarm in den sehr geräumigen „Leberdarm" ein, der
als eine ringförmige Ausstülpung des Darmes erscheint. Der Leber-
Archiv f. Naturg., XLIX. Jahrg. 2. Bd. D
50 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
darm zeigt je nach der verschiedenen Geschlechtsreife der Thiere ein
verschiedenes Aussehen und ist immer durch die den Hinterleib
durchsetzenden Muskeln eingeschnürt; auf einer tunica propria sitzen
keulenförmige Zellen, die ihre mit granulirtem Inhalt erfüllten End-
stücke abschnüren. Zwischen einzelnen Divertikeln des Leberdarmes
finden sich Anhäufungen von Fettzellen. Das von Pagenstecher als
Fettkörper, von Croneberg als Exkretionsorgan beschriebene Organ
ist nach Henking der Enddarra, dessen Zusammenhang mit dem
Lumen des Leberdarmes freilich nicht genau beobachtet wurde. Von
Sinnesorganen ist ausser Augen und Tastborsten (namentlich an den
Tastern und dem ersten Beinpaar) ein eigenthümliches auf dem
Rücken liegendes Organ vorhanden, das aus einer chitinigen Kapsel
besteht, die an der Oberfläche rechts und links in je einen Schenkel
sich spaltet und hier je eine lange mit einem Nerv in Verbindung
tretende Borste trägt. Gegenüber den von gewissen Seiten so leicht-
fertig unternommenen Versuchen, für jedes charakteristisch geformte
Haar eine spezifische Sinnesthätigkeit anzugeben, macht es einen
wohlthuenden Eindruck, dass der Verfasser über den Sinn, dem dieses
Organ vorsteht, nicht einmal eine Vermuthung äussert. Hoden und
Ovarien haben eine ringförmig geschlossene Gestalt, sind aber der
Anlage nach paarig; ihr vorderer Theil fungirt als vas deferens resp.
Ovidukt und setzt sich in den unpaaren Ausführungsgang fort, mit
dem sich bei dem ^^ eine (Prostata-ähnliche) Anhangsdrüse ver-
bindet; letztere wurde von Pagenstecher für das rec. sem. angenommen,
ein Irrthum, der weiterhin die Verwechselung der beiden Geschlechter
nach sich zog. Die Spermatazoen haben einen ringförmigen Kern
und vielleicht eine undulierende Membran, die Eier zu gewissen
Zeiten einen Dotterkern. Die fast regelmässig kugeligen Eier wer-
den in Haufen bis zu hundert Stück in feuchter Erde abgelegt und
durch einen Kitt zusammengehalten. Als Zeit der Eiablage ist An-
fang Mai bis Mitte Juli anzusehen; einige in der Gefangenschaft ge-
haltene Thiere legten 4—6 Wochen, nachdem sie sich ihres ganzen
Vorrathes an Eiern entledigt hatten, nochmals Eier, von denen der
Verfasser eine parthenogenetische Entwickelung annimmt, da er kein
rec. sem. bei den $ auffinden konnte.
Gegenüber Megnin, der bei Tr. holosericeum und fuliginosum
aus dem Ei sofort die freie Larvenform hervorgehen Hess, beobach-
tete Henking noch ein in einer Haut eingeschlossenes Larvenstadium;
zwischen der Haut und dem Larvenkörper befinden sich den Häm-
amöboiden Claparede's ähnliche Kugeln, die vielleicht die Haut ab-
gesondert haben. Für diese Haut, die in gleicher Weise auch in
dem eiähnlichen Stadium, welches der „Nymphe" und dem „Prosopon"
vorhergeht, auftritt, schlägt der Verfass. den Ausdruck „Apoder ma"
vor. Ferner wird aus praktischen Erwägungen eine neue Nomenklatur
der Entwickelungsstadien in Vorschlag gebracht: Ei, Schadonophan-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 51
Stadium, Larve, Nymphochrysallis, Nymphophanstadium, Nymphe, Te-
leiochrysallis, Teleiophanstadium, Prosopon oder erwachsenes Thier.
Als Schadonophan- etc. Stadium wird dasjenige bezeichnet, wo die
Larve etc. in dem Apoderma ausgebildet ist, dasselbe aber noch nicht
abgestreift hat; als Chrysallis dasjenige vor dem Auftreten des Apo-
derma und nachdem bereits das früher bewegliche Thier in einen
ruhenden Zustand übergegangen ist.
Im Schadonophanstadium ist jederseits eine „Urtrachee" vor-
handen, von der im Larvenstadium ein . eigenthümliches Gebilde
über der Hüfte des ersten Beinpaares als Rest zurückbleibt. (Dieser
Rest hat in seiner Lage grosse Aehnlichkeit mit der Mündung der
Krohn'schen Drüse Stecker's.) Die Hypodermis der Larve wie des
Prosopon besteht aus Zellen mit zentraler Vakuole und wandstän-
digem Kei-n, die bei der Flächenansicht netzartig aussehen. Auch
sonst ist viel Uebereinstimmung zwischen Larve und ausgewachsenem
Thier vorhanden : die Larve besitzt bereits zwei Paar Speicheldrüsen
(aber noch nicht das Giftdrüsenpaar?), die 2 rückenständigen Sinnes-
borsten, die paarigen Anlagen der Geschlechtsdrüsen. Aus ihr geht
die Nymphochrysallis hervor, indem in den Beinen und unter der
Kutikula des Körpers vakuolenh altige Zellen (die Hämamöben Cla-
parede's) auftreten. Die Beine und Mundtheile werden neu angelegt;
das vierte Beinpaar tritt als ganz neues hinzu. Die Nymphe un-
terscheidet sich von dem Prosopon durch ihre geringe Grösse und
die schwache Entwickelung der Geschlechtsorgane; im übrigen sind
alle Organe wie bei letzterem gebildet. Durch einen ähnlichen Vor-
gang, wie die Larve in das Nymphochrysallis und dann nach Ab-
scheidung des Apoderma in das Nymphophanstadium, geht die Nymphe
in das Teleiochrysallis-, das Teleiophan- und zuletzt in das Prosopon-
stadium über. Die Larven nähren sich hauptsächlich parasitisch von
ßlattäusen, aber nicht von Phalangien, wie Megnin wollte (s. d. Ber.
für 1875—76 p. 310 (102)); die auf Phalangium lebende Larve ge-
hört nicht zu Trombidium. Auch im Wasser entwickeln sich die
Eier und leben die Larven längere Zeit; der Verfasser glaubt, sie
im Wasser züchten zu können, wenn sie zusagende Nahrung fänden.
Die Nymphen und Prosopa sind nicht, wie neuerdings seit Pagen-
stecher wiederholt angegeben wurde, Pflanzenfresser, sondern ent-
schiedene Fleischfresser, und nähren sich in natürlichen Verhältnissen
von Blattläusen und anderen Milben.
Trombidium spelaeum (Grotten Krains); Joseph a. a.O. p. 16.
Rhyncholophus Stalitae (Grotte Godjama bei Oberskirl, wahr-
scheinlich auf St. taenaria Schiödte); Joseph a. a. 0. p. 15.
Gamasidae. Am Panzer der Gamasiden unterscheidet
Kram er 7 Platten: Dorsalplatte, manchmal in eine vordere und
hintere getheilt; Marginalplatte, bisweilen aus mehreren Stücken
bestehend ; Stigmalplatte mit dem Stigma und Stigmalcanal, obere
52 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
und untere Coxalplatte, die zwischon den beiderseitigen unteren
Coxalplatten gelegene Sternalplatte, die Abdominalplatte und die
Analplatte mit der Afteröffnung.
In einer allgemeinen Bemerkung zur Systematik der
Gamasiden macht Kramer auf die Lage der Geschlechtsöffnung,
als ein in zweiter Linie wichtiges systematisches Merkmal aufmerk-
sam: bei einigen liegt dieselbe vor der Sternalplatte (ektosternal),
bei anderen in derselben (endosternal). Von der Familie der Ga-
masiden wird nun folgende Diagnose gegeben: „Augenlose Milben,
welche im reifen Zustande Tracheen führen. Je eine Tracheenöff-
nung auf jeder Körperseite mit nach vorn verlaufendem Stigmal-
canal. Taster fünfgliedrig ; Mandibeln dreigliedrig, scheerenförmig,
in seltenen Fällen stechend, in einem röhrenförmigen Capitulum
laufend. Sie zerfällt in die drei Gruppen der Pteroptina, üropodina
und Gamasina, bezüglich deren Charakteristik ich auf den vorig-
jährigen Bericht p. 55 f. verweise. Zu den Pteroptina gehört nur
die Gattung Pteroptus; die üropodina zerfallen in die Gattungen
üropoda Deg. (= Notaspis (Herrn., Kram. ; Bauchfläche mit Gru-
ben für die Füsse) und Trachynotus Kram, (auf der Bauchfläche
keine Gruben). Die Gamasina zählen die drei Gattungen Sejus
C. L. Koch, Gamasus L., Dermanyssus Dnj., die in folgender Weise
unterschieden werden:
1 Geschlechtsöffnung des ^ endosternal: Sejus.
„ ,, „ ektosternal 2 „
2 Mandibeln in beiden Geschlechtern scheerenförmig: Gamasus.
„ beim $ stechend: Dermanyssus.
Die Gattung Nicoletia Can. (= Labidostoma Kram.) verweist
Kramer zu den Ixodiden, nimmt aber entgegen seiner im Vorjahre
(d. Ber. p. 56) ausgesprochenen Ansicht die Gattung Sejus G. L.
Koch wieder auf, der er auch die Koch'schen Zercon-Arten zuweist.
Genauer werden nun behandelt die Gattungen üropoda, Trachynotus
und Sejus; von folgenden Arten ist die postembryonale Entwickelung
geschildert: üropoda tecta Kram., elegans n. sp. (Mühlhausen in
Thüringen unter Platanenrinde) p. 406 Taf. XIX Fig. 4, 5, ovalis
Koch, clavus Hall, splendida n. sp. p. 416 Fig. 8—10, 16, minima
n. sp. p. 416 Fig. 11, 12; Trachynotus pyriformis Kram.; Sejus ser-
ratus Kram., togatus Koch. — Dies. Archiv 48. I p. 374 ff. Taf.
XIX, XX.
Michael, in seinen Observations on the life-histories
of Gamasinae with a view to assist in more exact Classi-
fication in Journ. Linn. Soc. XV p. 297 ff PI. XXII, XXIII, theilt
zunächst Beobachtungen mit, denen zufolge die Gamasiden nicht von
sich sersetzender, organischer Substanz leben, sondern Räuber sind,
die Thysanuren und andere Milben mit ihren Scheerenkiefern er-
greifen. Die Nymphen, die auf Käfern etc. leben, benutzen diese
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 53
Thiere wahrscheinlich nicht ausschliesslich als Transportmittel,
sondern entnehmen von ihnen auch Nahrung. Ferner beobachtete
Michael die Entwickelung von G. coleoptratorum und crassipes,
und fand, dass erstere nicht, wie Megnin wollte, die Nmphe von
crassipes sei. Dagegen sind G. coleopt. und alle Formen mit ge-
theiltem Kückenschild Jugendstadien ; die Gestalt dieser Platten und
ihre Ausdehnung lässt sich nicht systematisch verwerthen. Der
weisse Streifen zwischen Rücken- und Bauchschild, der für G. mar-
ginatus charakteristisch sein soll, ist ein Gemeingut zahlreicher
Weibchen, wenn ihr Leib von den Eiern ausgedehnt ist, und also
auch nicht als Artmerkmal verwendbar. Bei den untersuchten Arten
kam vor den Häutungen kein ruhendes Stadium vor, und die Co-
pulation fand nur mit dem entwickelten "Weibchen, und zwar durch
die Vulva, nicht per anum Statt, wie Megnin behauptet hatte.
B er lese hat die im vorigen Jahr in Aussicht gestellte (s. den
vorig. Ber. p. 56) ausführliche Mittheilung über den Polymorphismus
und die Pädogenesis bei Gamasus in dem Bull. Soc. Entom. Ital.
1882 p. 88 ff. mit Taf. erscheinen lassen. Der Verfasser wiederholt
hier seine früher aufgestellten Behauptungen und erklärt demnach
alle Arten mit Ausnahme von G. tardus C. L. Koch, stabularis JKr.,
coleoptratorum L. (vielleicht auch crassipes X., nemorensis C. L.
Koch, tumidulus C. L. Koch), deren ganze Entwickelungsgeschichte
er verfolgt habe, für zweifelhaft. Entgegen den von anderer Seite
wiederholt gemachten Angaben, dass die Jugendzustände eine weiche,
die erwachsenen eine hornige Körperhaut haben, schreibt Ber lese
umgekehrt manchen erwachsenen eine weiche, jungen eine hornige
Körperhaut zu; auch die schmarotzenden Exemplare sind nach
B erlese manchmal erwachsene Individuen. — In dem abnormen
Entwickelungsgang unterscheidet er 3 Nymphenformen, die als Proto-,
Deuto- und Tritoninfa bezeichnet werden. Die Entwickelungsformen
der obengenannten drei Arten werden sämmtlich beschrieben; es
erhellt aber nirgendwo, dass der Verfasser den direkten Zusam-
menhang der so zusammengebrachten Formen beobach-
tet hat.
Derselbe beschreibt Gamasidi nuovi e poco noti; ebenda
p. 338 ff.
Podocinum n. g. (prope Laelaps) für (Laelaps) sagax Berl.
p. 338; Iphis elongatus p. 345, ostrinus C -L. .K'oc^, Halleri Canestr.;
üropoda collaris p. 347; Dermanyssus gallinae Bedi, lanius K, al-
batus K, Hirundinis Herrn.
Polyaspis (n. g.; 5 plaques ventrales et 2 dorsales; mandi-
bules inermes ä pince simple; pattes anterieures sans crochets; or-
ganes genitaux proteges par un opercule situe sur le ventre, entre
les pattes 2, 3 et 4; plaque mediane dorsale avec des impressions
variables ; les nymphes peuvent emettre un pedoncule ä la maniere
54 Bertkau: Bericht üb. die wissenchaftl. Leistungen
des Uropodes) patavinus; derselbe, Atti R. Ist. Veneto (5) VIII
und Archives Italiennes de Biologie I p. 280.
Die Note acarologiche von A. B erlese in den Atti del R.
Istituto Veneto (5) VIII behandeln die Verwandlung von üropoda,
Gamasus und Traehynotus; Arten der Gattungen Uropoda, Polyaspis,
Pteroptus, Dermanyssus, Traehynotus, Gamasus; Einfluss äusserer Be-
dingungen auf die Entwickelung der Milben; ihre Verbreitung, ihre
Verwandlung.
Ebenda beschreiben G. u. R. Canestrini Acari italiani
nuovi o poco noti mit 3 Tafeln, nämlich Sraaris impressa Koch;
Belba denticulata n. sp. ; Pelops glaher n. sp.; Oribata mucronata
n. sp.; Nicoletiella cornuta, lutea; Holostaspis tridentinus; Gamasus
quisquiliarum, bracMosus nn. spp.; Laelaps meridionalis , falcinellus
nn. spp.; Discopoma (n. g.) clypeata, romana nn. spp.
Megisthanus (n. g. Gamasovalde affine; differt laminis ven-
tralibus duabus, et praesertim organis quibusdam mollibus pallidis
ad partem ramosis in latere interiore digitorum mandibularum sitis,
quae fortasse ad „serrulam", „flagellam" et „vela" Chelonethorum
(i. e. Pseudoscorp.) respondent, et quorum unum („radula") ut filum
breve clavatum sub-spinosum ante apicem digiti superioris eminet)
caiidatus (Tcibodas) p. 49 ff. Tav. V Fig. 23—29, hrachyurus (ibid.)
p. 56 Fig. 30—82, testudo (ibid.) p. 58 Tav. VI Fig. 33—35, Do-
reianus (Dorei) p. 60 Fig. 36, 37, Hatamensis (H.) p. 61 Fig. 38, 39;
Thor eil, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII.
Derselbe beschränkt ebenda p. 49 Anm. 1 den Gattungs-
namen Gamasus auf diejenigen Arten, in denen das erste Beinpaar
kein Krallenglied, keine Krallen und Haftlappen besitzt (z. B. G.
mollis Kram.)', für die anderen, als deren Typus er den Acarus co-
leoptratorum L. ansieht, führt er den älteren, mit Gamasus (1806)
synonymen Namen Carpais Latr. 1796 ein.
Gamasus longipes (an Holzstücken in den Grotten von Lueg,
Nussdorf, Volcja jama und der Magdalenengrotte) ; Joseph a. a. 0.
p. 14, qiiisquüiarum, hrachiosus; G. u. R. Canestrini, Atti d. R,
Ist. Veneto etc. (5) VIII.
Holostaspis niveus (in der Erde und an Anophthalmus Bili-
meckii, in den Grotten am Seier -Hügel bei Gotschee); Joseph
a. a. 0. p. 14.
Periglischrus Miniopteri (mrzla jama bei Laas, wahrscheinlich
von Miniopterus Schreibersii); Joseph a. a. 0. p. 15.
Uropoda vegetans Deg. var. pellucida (an modernden Blättern
und an Sphodrus- Arten in der Grotte von Lueg) ; J o s e p h a. a. 0. p. 14.
U. formicariae (in Nestern von Lasius flavus); Michael (oder
LuVbock), Journ. Linn. Soc. Lond. XV p. 386.
Auf die Gattung Holothyrus Gerv., die der Autor als Un-
tergattung von Gamasus angesehen hatte, gründet Thorell in den
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 55
AnD. Mus. Civ. Genova XVIII p. 40 die neue Familie mit folgender
Diagnose:
Holothyroidae. Truncus e scutis duobus corneis et indivi-
sis, dorsuali et ventrali, formatus, scuto dorsuali margine suo scu-
tum ventrale cingenti. Spiracula duo, in sua quodque area longi-
tudinali angusta marginis lateralis scuti dorsualis, supra coxas 3ii
paris, sita. ßostrum e labio maxillari libero (sulco longitudinali
plus minus distincto sub-bipartito), palpos gerenti et mandibulas
subter in lateribus includenti constat; mandibulae retractiles, che-
latae. Palpi subfiliforraes, apice incrassati, ex 4 articalis constantes ;
pedes gressorii. Die Gattung Holothyrus, zu der II. (?) testudineus
Butt. (d. Bericht über 1875—76, 1. H. p. 310 (102)) sieher nicht
gehört, wird mit folgenden Arten bereichert: H. longipes (Hatam,
Neu-Guin.) p. 41 Tav. IV Fig. 12—17, nitidissimm (Fly r.) p. 46
Fig. 18, scutifer (ibid.) p. 47 Fig. 19.
Oribatidae. In Further Notes on British Oribatidae
wendet sich Michael zunächst gegen die in Lehrbüchern allgemein
verbreitete Angabe, dass die Oribatiden lebendig gebärend seien.
Die meisten legen aber Eier ab in einem in verschiedenem Grade
vorgeschrittenen Zustand der Embryonalentwickelung; dass der Em-
bryo im Mutterleibe die Eihülle sprenge, kommt äusserst selten vor.
Bei Oribates globula kommt es überhaupt nicht zur Eiablage Seitens
der lebenden Mutter; eine grosse Zahl von befruchteten Eiern füllt
vielmehr den ganzen Leib an, ohne abgelegt zu werden; die Mutter
stirbt, und im Frühjahr verlassen die Jungen nach Sprengung der
Eihüllen den Körper der Mutter durch das Camerostoma. Ausser
der von Claparede angeführten Hoplophora leben auch die Nymphen
von Hermannia arrecta, Tegeocranus elongatus, Cepheus vulgaris
in faulem Holze : die Nymphen von Teg. coriaceus bohren Gänge in
Pilze. Ferner macht derselbe eine Bemerkung über die Häutung
der Nymphe von Liosoma palmicinctum und das Verhalten der blatt-
förmigen Haare bei diesem Vorgange. Derselbe verläuft anders als
Michael erwartet hatte, ich habe aber nicht verstanden, was er
eigentlich sagen will; nur ist soviel mir klar, dass die Haare hier
ebensowenig wie bei den Spinnen, Polyxenus gehäutet werden. Als
neue Arten werden beschrieben Cepheus ocellaius p. 8 PI. I Fig. 6 — 9 ;'
Notaspis Ucnophorus p. 10 PI. II Fig. 7, 8, lacustris p. 12 Fig. 6;
Scutovertex maculatus p. 13 PI. I Fig. 1 — 5; Damaeus monüipes p. 16
PI. H Fig. 1—5. Journ. R. Microsc. Societ. No. 26 (Febr. 1882)
p. 1 ff.
Haupt zählt die Käfermilben um Bamberg auf und be-
schreibt darunter als neu Nothrus Ovulum p. 21, ellipticus, circum-
vallatus p. 22, dinema, bicristatus p. 23, spiroßus, ansatus, quadracan-
thus p. 24, concavus p. 25; Hoplophora quadriseriata, maxima p. 26; Ce-
pheus pertusus p, 27; Damaeus curtus p. 28; Pelops sculptus p. 29;
56 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
(Oribates glyphicus p. 30); 12. Bericht naturf. Gesellsch. in Bamberg
p. 1 ff.
Eine Oribates-Art (?) im Getreide und auf Menschen überge-
hend; s. oben p. 47.
R. Canestrini theilt seine Osservazioni sullaNicole-
tiella cornuta mit, die sich auf das Ei, die Fortpflanzung, Hei-
math, Aufenthaltsort u. s. w. beziehen ; Atti della Soc. Veneto-Tren-
tina etc. Padova vol. VIII (con una tav. lit.).
Ixodidae. Laboulbene et Megnin bringen eine Memoire
sur les Argas de Perse, in der der äussere Bau und die Schäd-
lichkeit von Argas Persicus und A. Tholozani geschildert wird;
Journ. de TAnat. etc. Robin u. Pouchet, 18 p. 317 ff. PI. XXI— XXIII.
lieber den Parasitismus von Argas reflexus s. Laboulbene
in den Bull. Ent. Fr. 1882 p. XCVIII.
Eschatocephalus crassipes (Ihanskajama; Gobadoletc. ; wahr-
scheinlich von Miniopterus Schreib ersi); Joseph a. a, 0. p. 16.
Haemaphysalis (?) Papuana (Ramoi); Thorell, Ann. Mus. Civ.
Genova XVIII p. 62 Tav. VI Fig. 40—45.
Hydrachnidae. In einem „Zur Kenntniss der Siunesbor-
sten der Hydrachniden" (dies. Archiv XLVIIL 1. Bd. p. 32 ff.
Taf. IV) betitelten Aufsatz gibt Hall er eine Topographie und eine
durch einige Abbildungen erläuterte Beschreibung eines Theiles der
den Körper und die Extremitäten der Hydrachniden bekleidenden
Haargebilde, die er alle in den Dienst der Sinneswahrnehmung stellt.
Als solche Haare behandelt er zunächst die langen, auf zapfenartig
hervorragenden Erhöhungen am 1. Beinpaar eingelenkten „langen
Borsten" der Gattung Atax, die den Autor der Gattung, Bruze-
lius, eben zur Aufstellung dieser Gattung veranlassten. Die Borsten
finden sich nur an der unteren und äusseren Seite des Beines, sind
an dem einen Rande gezähnt und von einem Kanal durchzogen,
der nach den Seitenzähnchen Zweige ausschickt; der Hauptkanal
mündet an der Spitze, die Zweigkanälchen an den Zähnchen aus,
und man beobachtet bisweilen den Austritt einer fein granulirten
Masse aus den erwähnten Oeffnungen. Der Autor erklärt sie aber
auf Grund dieser Erscheinung nicht für ausleitende Borsten, sondern,
da angeblich ein Nerv an sie herantritt, für Sinnesborsten, und zwar
betraut er sie mit der Geruchsempfindung.
Demselben Sinne dienen nach Haller auch die bei den Mil-
ben in weitester Verbreitung auftretenden Schüppchen- oder blatt-
förmigen Haare, die bald über den ganzen Körper zerstreut, bald,
z. B. bei Atax crassipes, auf die Beine, bezw. auf das erste Bein-
paar beschränkt sind. Sie sind kurz lanzettlich, mit einem kör-
nigen Inhalt und an dem einen Rande gesägt; auch an sie tritt
ein Nerv heran, der unmittelbar vor ihrer Basis ein Knötchen
bildet. — Die Tastempfindung vermitteln drei Arten von Borsten,
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 57
nämlich einmal kurze, gebogene, am Ende knopfartig verdickte,
und dann kleine gebogene Häärchen, die gewöhnlich (z. B. bei Fo-
relia an dem hintersten Beinpaar, bei Axona an dem vorletzten Pal-
penglied) dicht gedrängt vorkommen. Endlich wird auch noch das
„antenniforme Haar" Duges' neben der Mündung einer Hautdrüse als
Tasthaar gedeutet.
Als Gehörorgane einfachster Art werden „blasse, gegen das Ende
allmählich in eine Spitze auslaufende streifenartige Haargebilde" in
Anspruch genommen, die bei Atax am ersten Beinpaar vorkommen.
Als Sinnesorgane werden ferner noch mehrere Arten von Haaren
gedeutet, ohne dass sich der Autor mit Bestimmtheit für einen spe-
zifischen Sinn entscheidet; am meisten Wahrscheinlichkeit hat noch
die Vermuthung einer Tastempfindung für sich; vielleicht sind die
z. B. bei Hydrodroma rubra an der Unterlippe so zahlreich vertre-
tenen Stifte Geschmacksorgane.
F. Könike gibt ein Verzeichniss von (28) im Harz ge-
sammelten Hydrachniden und vergleicht die dortige Fauna mit
der des Thüringer Waldes ; Abh. naturw. Verein Bremen VHI. 1 . H.
p. 31 ff. Vorher sind Bemerkungen synonymischer Natur gemacht:
Atax coeruleus und loricatus Kram, sind identisch ; Nesaea elliptica
Kram. = N. variabilis Koch (^\ Nesaea stellaris Kram. = mollis
^ und beide mit N. luteola Koch identisch. N. tripunctata Kram.
ist das f^ von N. trinotata Kram.; die Art mit Piona lutescens
Herrn, synonym. N. reticulata Kram, ist das letzte Larvenstadium
von Hygrobates longipalpis Herm., die von Kramer als N. dentata
beschrieben wurde ; N. binotata Kram, ist eine Jugendform von no-
data (Müll.), Limraesia uudulata Kram, gehört als Jugendform nicht
zu L. undulata {Müll.), sondern zu maculata (MiW.); zu letzterer ge-
hört auch sehr wahrscheinlich L. magna Kram. Arrhenurus tricu-
spidator {Müll.). Kram, ist = maculator (Müll.), wozu das als fe-
mina Arrhenuri beschriebene Weibchen gehört; A. reticulatus
Kram. ^ und lineatus Kram. ^ sind Entwickelungszustände der
Gattung Arrhenurus; das als A. reticulatus beschriebene Q ist A.
globator {Müll).
G. Haller zählt die Arten und Gattungen der schwei-
zer. Hydrachniden fau na auf; Mitth. der Naturf. Gesellsch. in
Bern a. d. J. 1881. H. H. No. 1018-1029 p. 18 ff. Taf. I— IV. In
der Einleitung sind einige Bemerkungen über den Bau und die Ent-
wickelung enthalten und ähnliche Bemerkungen in die Besprechung
der einzelnen Arten eingeflochten. Die sog. „Haftnäpfe" erklärt
Haller für Nervenzellen. Aufgeführt sind 32 Arten in 12 Gattun-
gen, die in die beiden Familien Medioculatae (Augen mittelstän-
dig) mit den Gattungen Limnocharis und Eylais, und Laterocu-
latae (Augen seitenständig) mit den Gattungen Arrhenurus, Diplo-
dontus, Hydrodroma, Axona, Forelia, Hygrobates, I^mnesia, Atax,
58 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Pachygaster, Nesaea vertheilt werden. Als neu sind Hydrodroma
helvetica p. 49 Taf. III Fig. 6, 11; Forelia (n. g., wie Axona, aber
Körper nur beim J* mit harter Rückenplatte, beim ^ weich; vier-
tes Beinpaar des ^ ein Fangfuss; für (Limnesia) cassidiformis Leb.
und) Ähumberti! p. 60 Taf. IV Fig. 7 und 8; Hygrobates nigroma-
culatus p. 67, gracüis p. 68 aufgestellt.
ArctiscoMea.
Macrobiotus micronychius (God jama bei Ober-Skirl); Joseph
a. a. 0. p. 17.
Arctiscon stygiuni (Grotte von Gurk); derselbe ebenda.
Opiliones.
R. Rössler liefert Beiträge zur Anatomie der
Phalangiden; Zeitschr. wiss. Zoologie XXXVI p. 671 ff.
Taf. XLI, XLII. Bei der grossen Zahl von Arbeiten der
letzten Jahre über diese Gruppe wären Wiederholungen
bei der Inhaltsangabe unvermeidlich ; ich beschränke mich
daher auf die Hervorhebung der wichtigsten Punkte. —
Der Verfasser bestätigt die Angabe Loman's, dass die
von Plateau für Malpighische Gefässe erklärten Schläuche
nicht in den Darm einmünden, sondern „in zwei auf der
Bauchseite des Thieres gelegene häutige Säcke". In ihrer
Nachbarschaft befindet sich ein aus polygonalen Zellen be-
stehendes, seiner Bedeutung nach fragliches Organ, und
sie entsenden je einen Ausführungsgang nach vorn, dessen
Ausmündung indessen nicht zu ermitteln war. Die Be-
schreibung des Geschlechtsapparates enthält keine neue
Daten; in der Deutung der einzelnen Theile schliesst sich
Rössler bald diesem, bald jenem seiner Vorgänger an;
eine Befruchtung des nicht mit Mikropylapparaten verse-
henen Eies findet wahrscheinlich bei der Eiablage statt,
wobei gleichzeitig aus den Samentaschen Spermatozoen
ausgepresst werden. Die von Sörensen für die Gonyleptiden
ausgesprochene Deutung der Krohn'schen Drüsen als Stink-
resp. Duftorgane glaubt der Verfasser dadurch bestätigen
55U können, dass er bei Opilio albescens einen aromatischen
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 59
Geruch wahrnahm, ohne andere Hautdrüsen auffinden zu
können. Die männlichen und weiblichen Begattungsorgane
eignen sich ganz besonders zur Artunterscheidung. In den
Blindsäcken des Darmes fanden sich 2 Gregarinen, die
zu den Gattungen Actinocephalus und Stylorrhynchus ge-
bracht werden. Die Untersuchungen wurden nach der Röss-
ler'schen Nomenklatur an Megabunus corniger Meade ; Pha-
langium parietinum De Geer\ Opilio albescens G. L. Koch;
Liobunus rotundus Latr,, longipes C. L. Koch] Cerastoma
cornutum C. L. Koch angestellt; von den neueren Autoren
werden Liobunum rotundum {Latr.) und Phalangium lon-
gipes Hahn als synonym behandelt.
Dimmock sieht in den auf- und niederschwingenden
Bewegungen, welche mehrere Arten beunruhigt ausführen,
eine Aehnlichkeit mit den in ihrem Netze sich schwingen-
den Kreuzspinnen und wirft die Frage auf, wer von beiden
Vorbild und Nachahmer ist (wahrscheinlich keiner; Refer.);
Psyche III p. 299.
H. W. de Graaf hat seine vorläufige Mittheilung über den
Bau der Geschlechtsorgane der Opilionen durch eine ausführliche,
in holländischer und französischer Sprache zugleich abgefassten Ab-
handlung von 277 Seiten und mit 35 prächtigen Tafeln ergänzt. Die
Abbildungen stellen zumeist kolossale Bilder ganzer Thiere und Or-
gane dar; dem histiologischen Detail sind verhältnissmässig wenige
gewidmet.
Thor eil (Ann. Mus. Civ. Genova XVIII p. 22) erhebt die Fa-
milie Sironoidae Sim. (Cyphophthalmidae Jos.), aber mit Ausschluss
der zu den Pseudoscorpionen hinüberführenden Gattung Gibbocellum
Steck, zu einer dritten Unterordnung der Opilionen neben den La-
niatores und Palpatores, mit letzteren am nächsten verwandt, und
charakterisirt dieselbe mit folgenden Worten:
Änepignathi. Laminae supramaxillares nullae. Lobi maxillares
pedum li paris secundum totam longitudinem cum maxillis coaliti,
cum iis mobiles. Palpi teretes, filiformes in apice saltem plerumque
unguiculo instructi. Coxae anteriores radiantes, posteriores transver-
sae, paene parallelae. Tarsi omnes unguiculo singulo muniti. Ster-
num nunc breve, nunc longum; labium sternale nuUum. Apertura
oris plus minus longe ab apertura genitali remota.
In der Familie der Sironoidae stellt derselbe dann die neue
Gattung Leptopsalis p. 23 auf, mit Stylocellus Westiv. ohne Zwei-
fel nahe verwandt, aber der Hinterleib nicht aus 7, sondern aus 8
Segmenten verwachsen, die Stigmen nicht rund, sondern halbellip'
60 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
tisch oder mondförmig, Tarsen nicht dicker als die Tibien, an der
Spitze nur massig eingeschnitten. In die Gattung gehören die bei-
den Arten L. Beccarii (Sumatra) p. 25 Taf. IV ^g. 1—9 und L. Ja-
vanae (Tcibodas) p. 30 Fig. 10, 11.
Siro cyphopselaplius (Grotte God jama bei Ober-Skirl; augenlos,
an Stelle der Augen 2 lange, auf den Kegelhöckern sitzende Tast-
haare, die vom untern Schlundganglion innervirt werden, durch die
Organisation mit Trogulus verwandt; vgl. Thor eil bei Chelonethi)
Joseph a. a. 0, p. 20.
Basylohus Cavannae (Vulture; Pollino) p. 40, fulvaster (Catria)
p. 42; Simon, Bull. Soc. Ent. Ital. 1882.
Phalangium longicorne (Vulture; Pollino); Simon, Bull. Soc.
Ent. Ital. 1882 p. 39.
Ghernetina.
Thorell hebt (Ann. Mus. Civ. Gen. XVIII p. 84) hervor, dass
Gibbocellum Steclc. in folgenden Punkten von den Opilionen ab-
weiche und mit den Pseudoskorpionen übereinstimme: 1) Es he-
sitzt Spinnorgane, 2) 4 Stigmen, nicht bloss 2; 3) Alle Hinterleibs-
segmente sind frei beweglich; 4) Die Hüften stossen längs der Mittel-
linie zusammen, ohne durch ein Sternum getrennt zu sein; 5) Die
Hüften entbehren der Kauladen; 6) Die Mandibeln sind vorgestreckt,
nicht abwärts gekrümmt; 7) Die Maxillen besitzen die Gestalt und
Bichtung der Hüften. Der einzige wesentliche Unterschied von den
Pseudoskorpionen besteht darin, dass die Taster einfach, nicht schee-
renförmig sind. Thorell vereinigt daher die Gattung mit den
Pseudoskorpionen in die Ordnung Ghelonethi, die nun wieder in die
Unterordnungen Haplochelonethi (= Farn. Gibbocelloidae) und Diplo-
chelonethi (= Pseudoscorpiones), je nachdem die Palpen einfach oder
scheerenförmig enden. Den Namen Chernes Menge und die davon
abgeleiteten Bezeichnungen verwirft Thorell als synonym mit dem
älteren Chelanops Gerv.
Blothrus brevimanus (Keoderza jama, Ihanskajama, Benkotova
jama); Joseph a. a. 0. p. 21.
Chelifer Javanus (Tcibodas); Thorell, Ann. Mus. Civ. Genova
XVIII p. 37 Tav. V Fig. 20-22.
Chernes cavicola (Grotte von Corgnale, an Rhaphidophora ca-
vicola sich anhängend); Joseph a. a. 0. p. 22.
Obisium Deschmanni :(Grotte von Lueg) ; Joseph a. a. 0. p. 22
Olpium rubidum (Aden); Simon, Ann. Mus, Civ. Genov. XVIII.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 61
Scorpiones.
Ray Lankester theilt einiges über die Lebensweise des An-
droctonus funestus Ehr. und Euseorpius italicus JRoes. mit; Journ.
Linn. Soc. Lond. XVI p. 455 ff. mit 3 Holzschnitten.
Joyeux-Laf fuie macht eine vorläufige Mittheilung über
den Giftapparat und die Wirkung des Giftes von Scorpio
occitanus; C. R. de l'Acad. des Sei. XCV p. 866 ff. Die beiden
Giftdrüsen bestehen aus einer zelligen Haut mit glatten Muskeln,
die innen mit den Epithelzellen ausgekleidet ist, welche die charak-
teristisch geformten Elemente des Giftes durch Zerreissen ihrer
Wandung in das Lumen der Drüse übertreten lassen. Das Gift ist,
wie schon Bert behauptete, ein Nervengift, das zuerst einen er-
regten und dann einen paralytischen Zustand herbeiführt. Ein
Tropfen genügt, um ein Kaninchen, kleinere Vögel, 7 — 8 Frösche zu
tödten; besonders empfindlich sind sämmtliche Arthropoden, na-
mentlich solche, die dem Skorpion regelmässig zur Nahrung dienen;
Fische und in noch höherem Grade Mollusken sind widerstandsfähi-
ger gegen das Gift.
Butheolus (n. g.; primo aspectu Butho prionuro similis, sed
margo interior digitorum et mobilis et fixi mandibularum uno dente
instructus) thalassinus (Aden) p. 248 Fig. 20, Äristidis (Nubien) p. 258
Fig. 23; Simon, Ann. Mus. Civic. Genova XVHI Tav. VHI.
Isometrus TTeöm (Salanga) ; Kar seh, Berl. Ent. Zeitschr. 1882
p. 184, Bourdoi (Zanguebar); Simon, C. R. Ent. Belg. 1882 p. 58.
Nebo flavipes (Tes); Simon, Ann. Mus. Civ. Genova XVHI
p. 250.
Buthus dimidiatus p. 244 Fig. 17, acutecarinatus p. 245 Fig. 18
(Tes), Beccarii (Moka) p. 245 Fig. 19; Simon, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova xvin.
Tityus tricolor (Zanguebar) ; Simon, CR. Ent. Belg. 1882 p. 59.
Pedipalpi.
Thor eil schlägt für die beiden Unterordnungen dieser Ord-
nung die Namen Amblypygi (Farn. Phrynoidae) und üropygi vor;
zu den letzteren gehört ausser der Familie der Thelyphonoidae
auch die der Nyctalopoidae {= Tartarides Chr.); Ann. Mus. Civ.
Genova XVHI p. 35 Anm. 1.
Wood-Mason untersuchte die Stinkdrüsen von Telyphonus;
Proc. Asiat. Soc. Bengal. 1882 p. 59 f. Dieselben sind paarig, und
erstrecken sich vom 19. (!) Körpersegment, wo sie neben dem After
62 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft! . Leistungen
ausmünden, bis zum 13. (^) oder 11. f^). Beide sind nicht ganz
gleich und liegen auch nicht symmetrisch; sie zeigen eine Neigung
zu verschmelzen. Ihre t. propria ist von Muskelfäden umgeben;
die (1 mm langen) Ausführungsgänge haben einen Spiralfaden. Der
Verfasser sieht sie als ein Homologon der Spinndrüsen der Spinnen
und Insekten (!), der grünen Drüse des Krebses (!) und der Seg-
mentalorgane der Würmer und Peripatus an; von einer Homologie
mit der Giftdrüse der Skorpione ist nichts gesagt. (Nach dem Re-
ferat in Journ. R. Microsc. Soc. 29 (August 1882) p. 502). Die The-
leyphonus leben unter Blättern und Baumrinde und bedürfen zu ihrem
Gedeihen einer gewissen Feuchtigkeit; das Sekret der Drüsen erin-
nert an Essigsäure.
Araneae.
Bertkau schreibt über das Cribellum und Cala-
mistrum; ein Beitrag zur Histiologie, Biologie und Syste-
matik der Spinnen. Dies. Archiv 48. Jahrg., 1. Bd. p. 316 ff.
Taf. XVIII Fig. 1—22. Aus einem Rückblick auf die Ge-
schichte unserer Kenntniss der genannten Organe geht
hervor, dass über dieselben noch keineswegs sich die An-
sichten geeinigt haben; der Verfasser zeigt nun, dass beide
Organe die Rolle spielen, die ihnen ihr erster Entdecker,
Blackwall, zugeschrieben hatte. An dem Cribellum mün-
det eine Anzahl von Spinndrüsen von kugeliger Gestalt
mit äusserst feinem Ausführungsgang. Jede Drüse besitzt
eine kernhaltige tunica propria, die sich auf den Ausfüh-
rungsgang fortsetzt und durch Lappen mit der der Nach-
bardrüsen in Verbindung tritt. So wird um alle und zwi-
schen allen Drüsen ein Gerüst hergestellt, zwischen wel-
chem das Blut cirkulirt. Das Cribellum selbst ist gewöhn-
lich ein querelliptisches Feld, das in seiner Mitte durch
eine Längsleiste in zwei Hälften getheilt ist; bei einigen
Gattungen fehlt diese Leiste (z. B. Hyptiotes, Uloborus);
bei Zoropsis ist jede Hälfte durch eine Querleiste noch-
mals getheilt. Die Zahl der auf dem Cribellum ausmün-
denden Drüsen ist eine sehr verschiedene: bei Diotima ca.
500, bei Stegodyphus über 9000.
Mit dem Cribellum kommt immer das sog. Calami-
strum zusammen vor. Es ist dies eine durch den Besitz
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 63
eigenthtimlicher Haare ausgezeichnete Stelle an dem Tar-
sus des letzten Beinpaares. Gewöhnlich stehen diese Haare
in einfacher oder doppelter Längsreihe auf einer hervor-
ragenden Leiste; selten fehlt eine reihenartige Anordnung
(Zoropsis). Das Calamistrum dient dazu, aus den Cribel-
lumdrüsen die Fäden hervorzuziehen, zu welchem Zwecke
dasselbe sehr rasch über das Cribellum hin- und herbe-
wegt wird. — Den geschlechtsreifen Männchen fehlen
entweder beide Organe vollständig, oder doch das Cribel-
lum in seiner eigentlichen Gestalt. Für die Oeconomie
der mit den genannten Organen ausgerüsteten Arten haben
dieselbe die Bedeutung, dass sie zur Herstellung feiner
Gewebsflocken dienen, durch welche das mittels der übri-
gen Drüsen hergestellte Gewebe mehr Adhäsionskraft ge-
winnt und daher geschickter zum Fange der Beute ge-
macht wird; vielleicht dienen sie auch bei einigen Arten
ausserdem zur Herstellung der Eiersäckchen.
Den Gattungen Cybaeus und Dolomedes ist das Cri-
bellum irriger Weise zugeschrieben worden; bei folgenden
Gattungen untersuchte der Verfasser dasselbe genauer:
Zoropsis, (Oecobius), Filistata, Amaurobius, Titanoeca, Ere-
sus, Stegodyphus, Adonea, Dresseus, Dinopis, Uloborus,
Hyptiotes, Miagrammopes, Dictyna, Lethia, Diotima.
Alle mit Cribellum und Calamistrum ausgerüsteten
Gattungen vereinigt derselbe zu den Cribellata, die er
den Meromammillata gegenüberstellt; letztere zerfallen
nach dem Besitz oder Mangel einer Afterkralle in Peris-
sonycha und Artionycha, während die Cribellata in 9
Familien zerlegt werden, nämlich Zoropsididae, Miagram-
mopidae, Filistatidae, Oecobiadae, Dinopidae, Uloboridae,
Dictynidae, Eresidae, Amaurobiadae. Zum Schluss ver-
sucht der Verfasser, diese Familien zu rechtfertigen und
gibt einige Details, vorzüglich über das Cribellum und
Calamistrum, aber auch anderen Inhalts.
Mc Cook nimmt die Eintheilung der Spinnen in. Se-
dentariae und Vagabundae an und versucht die durch ihr
Gewebe am besten charakterisirte Unterordnung „Orbi-
telariae" der ersteren nach der Beschaffenheit ihres Ge-
webes weiter einzutheilen, „in der Hoffnung, dass dieser
64 Bert kau: Bericht üb. die wisseiischaftl. Leistungen
Versuch zu einem besseren führen möchte" (ist schon ge-
schehen; Ref.)- Die Kreisnetze sind entweder vertikal oder
horizontal. Unter den ersteren unterscheidet der Verfasser
,,full orb", „sectoral orb^S ;,actinic orb* und „orb sector";
die horizontalen in „plane orb" und „domed orb". Diese
Divisionen sind noch in Sektionen und Subsektionen ge-
theilt, von denen die ersteren auf den Unterschied „ein-
fach" oder ,, zusammengesetzt", die letzteren hauptsächlich
auf die Beschaffenheit des „hub" (ob offen, gekerbt, ma-
schig u. s. w.) gegründet sind. Proc. Acad. Nat. Sei. Phi-
lad. 1882 p. 254 ff
Macleod macht eine vorläufige Mittheilung über die
Athemorgane der Arachniden; Bull. Acad. R. Soc. Belg. III
(1882) p. 779 ff. Die Tracheen der Argyroneta z. B. sieht er
als das enorm entwickelte letzte Blatt einer zweiten „Lunge"
von Mygale an, während der Rest verkümmert ist. Die
Lungen erkennt er gleich Ray Lankester für Homologa
der Kiemen des Limulus und sucht sich den Vorgang der
Umwandlung der letzteren in die ersteren klar zu machen.
Die Protracheatennatur des Peripatus ist zweifelhaft, und
ebenso ist es unwahrscheinlich, dass die Tracheen der
Insekten mit den Athemorganen der Arachniden homo-
log sind.
Maule Campbell hielt eine Tegenaria Guyoni
während 11 Monate in Gefangenschaft; in dieser Zeit häu-
tete sie sich zweimal und legte hernach Eier, die zeitig
ausschlüpften. Es ist daher entweder anzunehmen, dass
das Exemplar vorher befruchtet war, oder dass Partheno-
genesis auch bei Spinnen vorkommt. Journ. Linn. Societ.
XVI p. 536 ff. (Wenn eine vollständige Isolirung garantirt
wäre, so würde damit die letztere Alternative bewiesen
sein; mehrere Versuche, die ich mit verschiedenen Arten,
darunter auch T. Derhamii und picta, gemacht habe, gaben
ein negatives Resultat, indem entweder keine oder taube
Eier abgelegt wurden. Refer.).
van Hasselt (Nederlandsche Tijdschr. v. Genees-
kunde 1882) stellt die verschiedenen Angaben in der Lite-
ratur über das Spinnengift zusammen und entscheidet
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 65
sich dafür: „man braucht hier nicht Alles zu glauben,
aber man darf noch weniger Alles verwerfen." Als Arten,
die besonders gefürchtet und gefährlich sind, werden Te-
raphosiden, Lycosiden, Lathrodecti und Segestria perfida
(?) eingehender besprochen. Von letzterer Art ist durch
Weijenbergh ein Fall mit tödtlichem Ausgange bei einem
4 V2 Jahre alten Knaben bekannt gemacht worden; freilich
ist es in diesem Falle noch ungewiss, ob die Art wirklich
S. perfida = Florentina war.
Rowbotham erwähnt als habits of Spiders die
längstbekannte Thatsache, dass einige Kreuzspinnen sich
mit ihrem Netz in heftig schwingende Bewegung setzen,
wenn sie sich gefährdet glauben. Nature No. 669 p. 386;
ein anderer Correspondent sieht Zorn als den Beweggrund
dieses Manövers an; ebenda No. 671 p. 454.
Mc Cook's Darstellung How Orb-weaving Spi-
ders make the Framework or Foundations of Webs
ist auch in Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 68 ff. abgedruckt;
vgl. den vorigen Bericht p. 69.
Lecky schreibt, die Kreuzspinne spinne nie einen
klebrigen Faden; erst nachdem die Spiralfäden gesponnen
seien, befeuchtet sie dieselben mit einer klebrigen Flüssig-
keit. (Diese Angaben stimmen mit meinen Erfahrungen
nicht überein; Ref.). Engl. Mech. XXXIV (1882) p. 496.
(Nach Journ. R. Microsc. Soc. 28 (June 1882) p. 337.
Edw. A. Fitch schreibt über External Parasites
of Spiders (die als Spinnenschmarotzer bekannte Poly-
sphincta tuberosa Grav.) ; Entomologist XV p. 169 ff.
Das 13. Memoire der Etudes Arachnologiques
par E. Simon enthält XX: Descriptions d'especes
et de genres nouveaux de la Familie des Dysde-
ridae; Ann. Soc. Ent. Fr. 1882 p. 201 ff.; s. unten.
Emerton beschreibt (134) New England Spiders
of the Family Therididae; Transact. Connecticut
Academy VI p. 1—86, PI. I— XXIV; s. unten.
E. Graf Keyserling beschreibt weitere Neue Spin-
nen aus Amerika (IV); Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXII
p. 195 ff. Taf. XV.
Cambridge liefert Notes on British Spiders
Arch. f. Naturgesch. XLIX, Jahrg. 2. Bd. E
66 Bertkau: Bericlit üb. die wissenschaftl. Leistungen
with description of three new Species and Cha-
racters of a new Genus; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
IX p. 1 ff. PL 1. Die Bemerkungen beziehen sich zumeist
auf neue Funde seltenerer Arten; die neue Gattung ist auf
Lethia spinigera gegründet. Die neuen Arten sind Micry-
phantiden.
V. Heyden bringt Beiträge zur Kenntniss der
Arachniden des Maingebietes und Hessens, indem
er 28 Arten mit Angabe des Fundortes aufzählt; 22. und
23. Bericht Offenb. Vereins f. Naturk. p. 225 ff.
W. Kulczyriski hat drei werthvolle, z. Th. einander
ergänzende Arbeiten zur näheren Kenntniss der geographi-
schen und vertikalen Verbreitung der Spinnen geliefert. Die
eine dieser Mittheilungen ist 1881 in dem XV. Bd. der
Berichte der physiograph. Kommission der Akad. d. Wis-
sensch. Krakau (Osobne odbicie ze Sprawozdan Komisyi
fizyjograficznej Akad. umieji) unter dem Titel: „Wykaz
PajaköwzTatr, Babiej goryiKarpatszlazkich
(Aufzählung der in der Tatra, Babiagora und den Karpa-
then gefundenen Spinnen unter Berücksichtigung der ver-
tikalen Verbreitung der in West-Galizien vorkommenden
Arten) erschienen, in einer mir unverständlichen Sprache
abgefasst und zählt 408 Arten auf; zu den meisten dersel-
ben sind die speciellen Fundorte angegeben. — Die beiden
anderen Arbeiten sind 1882 erschienen. Die eine zählt
Spinnen aus der Tatra und den westlichen Bes-
kiden mit genauer Angabe der Fundorte und ihrer verti-
kalen Verbreitung auf, darunter 23 neue Arten, die in der
dritten Arbeit beschrieben und abgebildet sind. Dieselbe
führt den Titel Opisy nowych Gatunköw Pajaköw etc.
(Araneae novae in montibus Tatricis, BabiaGora,
Carpatis Silesiae collectae descr. a. Vlad. Kulczynski)
und ist in dem 8. Bd. derDenkschr. d. Akad. d. Wissensch.
in Krakau, gr. 4« S. 1 — 42 mit 3 Tafeln erschienen. Die
Diagnosen und ausführlichen Beschreibungen sind in latei-
nischer, die sonstigen Bemerkungen in tschechischer Sprache
abgefasst; die Abbildungen der männlichen Taster und
Epigyne sind sehr scharf und deutlich.
Der 10. Bd. der Annales du Mus^e Roy. d'Hist. Nat.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 67
de Belgique enthält den Anfang der Arachnides de Bel-
gique par Leon Becker. Aus der üebersicht geht hervor,
dass die Milben ausgeschlossen bleiben, die demnach der
Verfasser nicht zu den Arachniden zu rechnen scheint. In
dem vorliegenden Bande (S. 1-2, 1—246; 27 Taff. Fol.)
sind die echten Spinnen begonnen. — Die Einleitung
beschränkt sich bei der Schilderung ihres Baues auf das
Allernothwendigste ; das System ist das Simon'sche. Die
specielle Behandlung umfasst Simon's Oculatae und von
den Verae die Familien der Sparassiden und Thomisiden.
Dem Text sind Holzschnitte beigegeben, welche charak-
teristische Theile, Profil- und Faceansichten des Cephalo-
thorax, Krallen der Beine, Mandibeln u. s. w. darstellen.
Der Schilderung der Lebensweise ist ein grösserer Raum
gewidmet, als sonst in ähnlichen Werken der Fall zu sein
pflegt. Die Angaben über die geographische Verbreitung
sind unter „Allemagne" recht lückenhaft; gerade in diesem
Abschnitte sind dem Verfasser fatale Missverständnisse
passirt. — Jede Art ist in Farbendruck auf den beigefügten
Tafeln abgebildet, manchmal mit ihrem Eiernestchen, Wohn-
gewebe. Es scheint mir, als ob der Farbendruck nicht
recht geeignet wäre, scharfe Bilder zu geben und auch, als
ob der Zeichner es manchmal an der nöthigen Aufmerk-
samkeit habe fehlen lassen.
11 A. der Natuurlijke Historie von Midden- Su-
matra enthält die Araneae door Dr. A. W. M. van
Ha s seit; gr. 8», S. 1—56, Taf. I— V. Es wurde gesam-
melt von A. L. van Hasselt und J. F. Snellemann in den
Monaten Januar, März, April, Juni, August, September, No-
vember, December 1877, April, Mai, Juni, Juli, August 1878,
und zwar enthielt die Sammlung 106 wohl bestimmbare
Arten, von denen nach der ThoreH'schen Nomenklatur 52
Orbitelariae, 19 Saltigradae, 13 Retitelariae, 11 Citigradae,
8 Laterigradae, 2 Tubitelariae, 1 Territelariae sind. Die
Territelarie ist der höchst merkwürdige und seltene Liphistius
desultor Scliiödte, von dem erst 3 Exemplare bekannt gewor-
den sind. Linyphia- und Erigone- Arten sind in der Sammlung
nicht vertreten, obwohl auf diese beim Sammeln besonders
geachtet wurde. Von europäischen und deutschen Arten
68 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
wurden gefunden Zilla calophylla; Tetragnatha extensa;
Dolomedes riparius; Trochosa ruricola und Pardosa agre-
stis; bemerkenswerth ist namentlich noch der Fang einer
neuen Pachygnatha- und Segestria- Art. Dem Verzeichnisse
sind Bemerkungen verschiedener Art hinzugefügt, von denen
diejenigen, die sich auf die Artmerkmale beziehen, in la-
teinischer Sprache abgefasst sind; die neuen Arten sind
ebenfalls in lateinischer Sprache beschrieben, und eine
grosse Zahl dieser sowie interessanterer und seltener an-
derer Arten auf den Tafeln, z. Th. farbig, abgebildet ; einen
Bericht über diese Sammlung macht v. Hasselt in der 15.
Wintervergaadering der Nederl. Entom. Vereeniging; s.
Tijdschr. v. Entom., Verslag, p. CXXI ff.
„Die Arachniden Australiens" sind von Key-
serling mit der 29. und 30. Lief. Taf. CXIII-CXX fort-
gesetzt. Dieselben behandeln noch die Attiden (Gattungen
Acompse, Mopsus, Ballus, Opisthoncus, Hyllus, Margar-
omma n. g., Erasmia n. g., Thorellia, Sobara^
Pr ostheclina, Selaophora^ Atrytone^ Cytaea^ Eu-
labes, Habrocestum, Therosa^ Tanypus^ Hadrosoma^
Acmaea\ s. unten).
Tetrasticta.
Teraphosidae. Ein merkwürdiges Nest einer unbekannten Art
von Sardinien (unter einem Stein). Proc. Ent. Soc. Lond. 1882 p.
XXTI mit Holzschn.
Simon beschreibt das Nest einer neuen, Idiops nahe stehenden
Gattung. Bull. Entom. Fr. 1882 p. LXIX.
Simon erhielt von Haiti eine lebende Lasiodora spini-
crus, die unterwegs Eier gelegt hatte. Die Eier waren zahlreich,
verhältnissmässig klein, nicht verklebt und von einem sehr weissen,
dicken, wolligen Gewebe umhüllt; Bull. Ent. Fr. 1882 p. LXIX.
von Hasselt giebt von Liphistius d e s u 1 1 o r Äc/itot^ie noch-
mals eine eingehende Beschreibung unter stetem Hinweis auf Schiödte
und Cambridge; an den Hüften des 4. Beinpaares bemerkt er „ei-
förmige Furchen"; a.a.O. p. 38 f. PI. HI Fig. 1—3; er ist geneigt,
die Gattung zu den Atypinae zu stellen.
Dysderidae. Simon bereichert a. a. 0. diese Familie mit
einer grossen Zahl (40) neuer Formen aus den Mittelmeerländern
und liefert damit den Beweis, dass die bisher derselben zugeschrie-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 69
bene Armuth an Gattungen und Arten nur auf mangelhaften Kennt-
nissen beruhte. Eine Erweiterung unserer Kenntnisse in dieser Fa-
milie ist um so werthvoller, als die einfachen Verhältnisse des Ge-
schlechtsapparates in den wenigen bekannten Gattungen doch schon
trotz ihrer Einfachheit mannigfache Modifikationen aufweisen. Fol-
gende neue Gattungen sind aufgestellt:
Telema p. 204. Cephaloth. brevis et latus, vix longior quam
latior, lateribus rotundatus, postice obtuse truncatus, antice modice
attenuatus, fronte lata et obtusa, medio satis convexus, antice et
postice inclinatus, stria thoracica nulla aut paene visibili. Oculi
nuUi. Mandibulae longae, parum divergentes, ungue longo. Labium
magnum, triangulum formans aeque longum ac latum, Maxillae
satis longae, angustae et parallelae, labium longitudine superantes,
apice attenuatae et obtusae. Pedes proportione 1, 2, 4, 3 (vel. 1, 4,
2, 3), longi et graciles, femoribus I medio valde incrassatis, . . .
^ palpus tarso inermi, bulbo magno pyriformi elongato, duabus
apophysibus terminälibus instructo; ^ epigyne simplex; die Art,
T. tenella, p. 205, ist 1,5— 2 mm lang und wurde in der Grotte
Brichot bei La Preste in den Ost-Pyrenäen unter Steinen gefunden;
Tedia p. 230: Differt a g. Dysdera praecipue forma maxilla-
rum ; hae ultra insertionem trochanteri elongatae, attenuatae et di-
vergentes, interne emarginatae ; die Art, T. oxygnatJia p. 231 aus
Syrien, ist nur im männlichen Geschlecht bekannt; der Bulbus ist
einfach ;
Holissus p. 331: Harpacti primo aspectu similis, a qua differt
Serie duplici spinarum in patellis, tibiis et tarsis I et II; auch diese
Gattung ist vorläufig nur in einer Art vertreten, H. unciger p. 232,
die sich auf Korsika in Buchenwäldern findet;
Harpassa p. 233: Cephalothorax ovalis brevis, convexus ; ...
oculorum quattuor post. linea recta dispositi, anteriores duo majores,
radio inter se distantes; . .. pedes gracillimi, longissimi, 1, 4, 2, 3,
inermes ; tarsorum unguiculi 3 ; integumentum cephalothoracis co-
riaceum; die Art, H. tenuipes p. 234, von Korsika, wo sie sich auf
den höheren Bergen unter Steinen vorfindet, hat eine habituelle Aehn-
lichkeit mit Phplcus ;
Rhode p. 235: Cephalothorax ovalis, postice subito constrictus
et in pedunculum abdominis prolougatus; hie longissimus et cylin-
dricus ; tarsorum unguiculi 3 ; beim männlichen Geschlecht ist die
Haut des Hinterleibes oben stark verhornt; die einzige Art, Rh.
scutiventris p. 236 vom col de Pajares, ist nur im männlichen Ge-
schlecht bekannt;
Sulsula p. 236: Cephalothorax postice latus, antice fortiter
attenuatus, fronte nihilo minus lata et obtusa; oculorum area duplo
saltem latior quam longior, totam paene latitudinem frontis occu-
pans; oculorum bini laterales conniventes, duo mediani cum poste*
70 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
rioribus lateralium unam lineam formantes; pedes longi, 4, 2, 1, 3;
graciles; femora inter se similia, cylindrica, cum tibiis spinis ar-
mata; tarsorum unguiculi bini, articulo unguifero inserti; nur eine
Art, S. longipes ^ p. 237 von Ramleh ist bekannt;
Orchestina p. 237 Anm. für Schoenobates Pavesii Sm. ; eben-
da wird die Vermuthung geäussert, dass Schoenobates Walkeri
Blackw. nicht zu den Dysderiden und überhaupt den „Araneae gna-
phosae" gehöre.
Segestrio'ides (n. g. ; Cephaloth. multo longior quam latior,
supra valde planius, fovea remota, sulci lat. in capite conspicui,
clypeus ad minimum semialtus ac mandibulae longae; oc. 6 quatt.
antici serie sat recta dispositi; postici pone oc. laterales ser. ant.;
mandibulae parum convexae, verticales etparum divergentes; maxillae
longae, antice attenuatae, labium amplectentes, antice inter se prope
contingentes; ... pedes 1, 4, 2. 3 aculeis carentes; palpi breves, in
femina unguiculo carentes; abdomen ovale; spiracula duo trachealia)
hicdlor (San Mateo, Peru); Keyserling, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien
XXXII p. 218 f.
Dysdera dentichelis (Libanon) p. 207 mit Holzschnitt, spinicrus
(ibid.), Leprieuri (Bordj-Menael) p. 209 Holzsch., aciculata (Bou-
Saada) p. 210 Holzschn., lucidipes (Geryville) p. 211 Holzschn., vesi-
cuUfera (Biskra) p. 212 Holzschn., nuhila (Korsika) p. 213, provin-
cialis (Ile de Porquerolles) p. 214, Lantosquensis (St. Martin L.
p. 215, fervida (Provence; Korsika) p. 216, crihrata (Hautes-Alpes;
Basses- Alpes ; Alpes Marit.), scabricula (Ste. -Baume) p. 217, rudis
(Huyeres) p. 218, fuscipes (Morbihan; Gironde; Portugal) p. 219,
flavitarsis (Biscaya) p. 220, sanguinipes (Korsika; Algier; Aegypten)
p. 221, ignava (Korsika), inaequipes (ibid.), p. 222, drasso'ides (Al-
pen; Pyrenäen) p. 223 ; die Holzschnitte stellen den Bulbus der ^
dar; Simon a. a. 0.
Dasumia Istriaca (Castelnuovo); Simon a. a. 0. p. 229 mit
Holzschnitt, den Taster des ^ darstellend.
Leptoueta Äbeillei (Ardeche; St. Martin) p. 201, Mims (Py)
renees Orient.; Aude; Ariege) p. 202, dlpica (Sospel; St. Martin
Lantosque) p. 203, olivacea (Var) p. 204; das Vorkommen entweder
in Höhlen oder in dichtem Moos; Simon a. a. 0.
Harpactes crassipalpis (Syrien) p. 224 mit Holzschnitt, den Bul-
bus des ^ darstellend, corticalis, muscicola (Korsika) p. 226, »no-
destus (Digne; Var etc.) p. 227, Hispanus (Katalonien) p. 228; Si-
mon a. a. 0., carpaticus {Thdii der schwarzen Weichsel; Czantoryja-
Berg; Liporra; scheint mir mit Dasumia taenifera Thor, identisch
zu sein); Kulczynski, Opisy nowych etc. p. 39 Taf. III Fig. 25.
Segestria Snellemannii (Moeara Laboe); van Hasselt a. a, 0.
p. 37, fusca (Aude; Ost-Pyrenäen), pwstoZa (Korsika); Simon a.a.O.
p. 206.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 71
Oonops procerus (Ost-Pyrenäen) p. 238, angustatus (Herault;
Var; Korsika) p. 239, inermis (Toulon) p. 240; Simon a. a. 0.,
planus (Montana di Naucho, Peru) p. 220 Fig. 17, montanus (ibid.)
p. 221 Fig. 18; Keyserling, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII
Taf. XV.
Stalita stygia (God jama und Grotte von Treflfen), Joseph
a. a. 0. p. 17.
Tristicta.
Attidae. Keyserling beschreibt a. a. 0. folgende neue
Arten: Acompse ludicrus (Rockhampton) p. 1326 Taf. 113 Fig. la,
valida (Cap York) p. 1371 Taf. 116, Fig. 3, 4; Mopsus hipenicillatus
(Gympe Spring) p. 1330 Fig. 3, alhoharhatus (PeakckBowns) p. 1333
Fig. 4, 5; Ballus concolor (Sidney) p. 1335 Taf 114 Fig. 1; Hyllus
tenuipes (Peak Downs) p. 1342 Fig. 3, barhipalpis {GayiidiB.h.) p. 1344
Fig. 4; Mar g ar omma {n. g.)funesta (Sydney) ip. 134:7 Fig. 6, 6; Eras-
Imia (n. g.) nigrovittata (Tonga-I.) p. 1351 Fig. 7; Thorellia (n.g.
für Plexippus ensifer Thor, und) nigriceps (Gayndah, Sidney, Cap
York) p. 1359 Taf, 115 Fig. 5, 6, bitaeniata (Peak Downs) p. 1363
Fig. 7; Sohara (n. g.) bitaeniata (Sidney) p 1365 Fig. 8, 9; Pro-
stheclina (n. g.) pallida (Sidney; Peak Downs; Cap York) p. 1367
Taf. 116 Fig. 1, 2; Selaophora (n. g.) rubra (Cap York) p. 1374
Fig. 5, obscura (Cap York) p. 1376 Taf. 117 Fig. 1; Atrytone
(n. g.) anomala (Sidney) p. 1378 Taf. 116 Fig. 6; Gytaea (n. g.)
piligera (Gayndah) p. 1381 Taf. 117 Fig. 2, aVmrna (Peak Downs)
p. 1383 Fig. 3, 4, grisea (Gayndah) p. 1386 Fig. 5; Eulabes (n. g.)
paetulus (Port Mackay; Rockhampton; Gayndah) p. 1388 Fig. 6, 7,
ßssidens (Cap York) p. 1391 Taf. 118 Fig. 1, 2, tenuidens (Rock-
hampton; Gayndah; Cap York) p. 1393^ Fig. 3, 4, robustior (Pul-
bakay) p. 1396 Fig. 5, tenuior (Peak Downs) p. 1399 Fig. 6, 7;
B-aibrocesium pilosum (Bowen) p. 1401 Fig. 8, flavipes (Pesik Downs)
p. 1403 Taf. 119 Fig. 1, bitaeniatum (ibid.) p. 1405 Fig. 2, albovit-
tatum (Peak Downs) p. 1407 Fig. 3, nigriceps (Rockhampton ; Sydney)
p. 1409 Fig. 4, 5, 6 c, punctiventris (! muss heissen punctiventre;
Sidney) p. 1412 Fig. 6 a, b; Tlierosa {n.g.) wza^mceps (Cap York)
p. 1414 Fig. 7; Tanypus (n. g., Name vergeben) semirasus (Cap
York) p. 1416 Taf. 120 Fig. 1; Hadrosoma (n. g.) obscura (Cap
York) p. 1418 Fig. 2; Acmaea n. g. p. 1420.
Mago (n. g.) intenta (Amazon); Cambridge, Proc. Zool. Soc.
p. 439 PI. XXXI Fig. 14.
Mogrus (n. g. ; differt ab Aelurope Thor, linea oculorum
prima recta; ab Habrocesto Sim., cui non minus affine, oculorum
quadrilatero antice valde angustato et declivi, oculis lateralibus an-
72 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
terioribus a medianis longe remotis, pedibus parium 2 ultimorum
inter sese longitudine parum inaequalibus ; für Dendryphantes ca-
nescens C. L. Koch und) fulvovittatus (Aden); Simon, Ann. Mus.
Civ. Genova XVIII p. 215 Tav. VIII Fig. 2.
Salticus tristis (Aden); Simcn, Ann. Mus. Civ. Genov. XVIII
p. 212.
Amycus (?) albo-maculatus (Soepajang); van Hasselt a.a.O.
p. 52 PI. III Fig. 10.
Attus atricapülus (Pollino); Simon, Bull. Soc. Ent. Ital. 1882
p. 31.
Habrocestum insignipalpe (Aden); Simon, Ann Mus. Civ.
Genov. XVIII p. 214.
Maevia alho-zonata (Solok), (?) quadriUneata (Fort de Kock);
van Hasselt a. a. 0. p. 51.
Phidippus (?) Jceratodes (Padang); van Hasselt a.a.O. p. 48
PI. III Fig. 9.
Ehombonotus similis (Boven-Rawas) ; van Hasselt a. a. 0.
p. 54 PI. V Fig. 17.
Thomisidae. Diaea graphica (Aden); Simon, Ann. Mus. Civ.
Genova XVIII p. 224.
Thomisus ardbicus p. 225 Fig. 5, simplicipalpis p. 226 Fig. 6
(Aden); Simon, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII Tav. Vlil.
Synema latispina (Tumbez, Peru); Keyserling, Verh. ZooL-
Bot. Ges. Wien XXXH p. 223 Taf. XV Fig. 19.
Platythomisus quadrimaculatus (Silago) p. 42 PI. III Fig. 5, 6,
striatipes (Moeara Laboe) p. 43 Fig. 7, 8; van Hasse It a, a. 0.
Tmarus decoloratus (Tumbez, Peru); Keyserling, Verh. Zool.-
Bot. Ges. Wien XXXII p. 224 Taf. XV Fig. 20.
Xysticus aZpico?rt( Hruby Wierch); Kulczynski, Opisy nowych
etc. p. 36 Taf. III Fig. 23.
Oxyptila obsoleta (Babia Gora; Tatra); Kulczynski, Opisy
nowych etc. p. 38 Taf. III Fig. 24 (ist vielleicht mit 0. rauda Sim.
identisch; Refer.).
Drassidae. Zimiris (n. g. ; oculorum dispositio fere ut in
g. Zodario; maxillae non irapressae ; mamillae inferiores longe dis-
junctae, longissimae, cylindratae, biarticulatae, articulo ultimo gracili
acuminato, fusulis longissimis omnino obtecto, reliquae breves sub-
aequales; pedes longi, graciles, 4, 1, 2, 3; 1 et 2 inermes, 3 et 4
aculeati; tibiis ad apicem, tarsis et metatarsis 1, 2 et 3 subter sco-
pulatis, 4 scopula nulla; unguibus duobus gracillimis, longis, haud
denticulatis) Doriae (Aden); Simon, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII
p. 239 f. Tav. VIII Fig. 12—15.
Xeropigo n. g. (Clubionae affine) für (Olios) tridentiger C&r. ;
Cambridge, Proc. Zool. Soc. London 1882 p. 423 f. PI. XXIX
Fig. 1.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 73
Micaria Jiospes {GodxÜB,; Kriwan); Kulczynski, OiDisy nowych
etc. p. 35 Taf. III Fig. 22.
Simon giebt von der Gattung Megamyrmecium Beuss, von
der seit der Originalbeschreibung des Autors keine Art mehr gefun-
den wurde, eine ausführliche Diagnose und beschreibt M. holosericeum
(Assuan); Ann. Mus. Civ. Genova XYIII p. 257 Tav. VIII Fig. 21, 22.
Pythonissa Ucalcarata p. 235 P"'ig. 7, spinigera p. 236 Fig. 8, 9,
arenicolor p. 237 Fig. 10, 11, areif era p. 238 (Tes; Aden); Simon,
Ann. Mus. Civ. Genov. XVIII Tav. VIII.
Gnaphosa basüicata (PoUino); Simon, Bull. Sog. Entom. Ital.
1882 p. 37.
Clubiona älpicola (Babia Gora; Tatra, alpin und supraalpin);
Kulczynski, Opisy nowj'ch etc. p. 33 Taf. III Fig. 20.
Chiracanthium yemenense (Tes); Simon, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII p. 240 Tav. VIII Fig. 16.
Agroeca s^naia (Krakau ; Zawoja; Tatra) ; Kulczynski, Opisy
nowych etc. p. 31 Taf. III Fig. 19.
Anyphaenidae. Ärachosia (n. g.; in der Diagnose wird
hinter der medianen Tracheenspalte, vor den Spinnwarzen, eine
Falte erwähnt, von der es heisst: „scheint eine andere Oeffnung
derselben Natur anzudeuten"; diese Meinung ist indessen wohl
irrig) anyphaeno'ides (Amaz.) ; Cambridge, Proc. Zool. Soc. London
1882 p. 425 f. PI. XXIX Fig. 2.
Lycosidae. Pseudophthalmus (n. g.; Gattungscharaktere
nicht angegeben, mit Trochosa verglichen, aber augenlos) Schmidtii
(Grotte bei Neverke und in der Koschanzki grizä); Joseph a. a. 0.
p. 19.
Evippa n. g. (Pardosae affine; . .. pars cephalica postice ab-
rupte elevata et antice sensim acclivis ; . . . pedes longi et graciles ;
. . . tarsi longi et gracillimi, postici versus apicem articulati ; ungues
superiores tarsorum posticorum longissimi et gracillimi, parum ar-
cuati, ad basim denticulis 3 vel 4 instructi) für Lycosa ungulata und
praelongipes Chr.-, Simon, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII p. 222.
Peucetia ardbica (Aden); Simon, Ann. Mus. Civ. Genov. XVIII
p. 216, der ebenda, p. 218, die 4 Arten P. viridis Bt, virescens Chr.^
striata Kr seh. und aräbica in analytischer Weise unterscheidet.
Leptoctenus -yaZüMZam (Piek van Korintji); van Hasselt a. a.O.
p. 45 PI. V Fig. 12.
Dolomedes spathularis (Solok); van Hasselt a. a. 0. p. 44
PI. V Fig. 9, 10.
Lycosa mendicans (Tes) p. 219, hypocrita (Aden) p. 220 Tav.
VIII Fig. 3, timida (Tes) p. 221 Fig. 4; Simon, Ann. Mus. Civ.
Genov. XVHI.
Hersiliadae. Nach Simon ist vorstehende Familie nicht so
einförmig als nach den bisherigen Beschreibungen anzunehmen war,
74 Bertkaut Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
vielmehr lassen sich noch ausser Hersilia, Chalinura L. Koch und
Hersiliola Gattungen unterscheiden, die z. Th. auch eine bestimmte
geographische Verbreitung haben. Da die Gattung Chalinura Dalm.
mit Hersilia vollständig synonj^m ist, so muss für die Australischen
Arten ein neuer Name eingeführt werden. Simon unterscheidet nun
folgende 5 Gattungen:
Hersilia. Pedes I, II et IV (meta-)tarsi8 biart., art. 2. 1
breviore; ped. III reliquis multo breviores. Mamillae superiores art. 2
longissimo valde attenuato et paullum arcuato. Quadrangulus oculo-
rum mediorum fere parallelus. Frons inter oculos medios et late-
rales superiores plana, clypeus altissimus, valde convexus et promi-
nens; sp. typ. H. caudata Sav.
Murricia n. g. Pedes mamillaeque Hersiliarum. Quadran-
gulus oculorum mediorum antice multo latior quam postice. Frons
inter oculus medios et laterales superiores valde convexa et tuber-
culata; clypeus sat altus, planus, fere verticalis; sp. typ. M. indica Luc.
Bhadine n. g. Pedes omnes (meta-)tarsis uniarticulatis, III
reliquis multo breviores; . . . oculi medii fere aequi quadrangulum
fere parallelum formantes. Frons inter oculos medios et laterales
plana. Clypeus humilis, planus, quadrangulo oculorum mediorum
multo angustior. Chelae clypeo lougiores; sp. typ. R. Novae-HoUan-
diae L. Koch, Fickerti L. Koch.
Tama n. g. (Meta-)tarsi triarticulati. Pedes III reliquis multo
breviores . . . Oculi medii antici posticis multo majores, ocul. med.
trapezium antice multo latius quam postice formantes. Clypeus altus,
parum convexus quadrangulo oculorum mediorum vix angustior;
chelae clypeo haud longiores; sp. typ. T. Edwardsi Licc.
Hersiliola. Tarsi uuiarticulati ; pedes omnes subsimiles.
Mamillae superiores art. 2. 1 vix longiore. Oculi approximati; sp.
typ. H. macullulata L. JDuf. ; Ann. Mus. Civ. Genova XVIII p. 254 fif.
Hahniadae. Hahnia parva (Tatra, alpine R.); Kulczynski,
Opisy nowych etc. p. 30 Taf. III Fig. 18.
Amaurobiadae. Titanoeca funesta (Naucho, Peru); Keyser-
ling, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 217 Taf. XV Fig. 16.
Dictynidae. Ämphissa n. g., (oculorum dispositio fere ut in
Pholcommä; labium apice acutum, pedibus spinosis) für (Lethia) spi-
nigera Cbr.', Cambridge, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 2 PI I
Fig. 1. (Die Abbildung macht eine nahe Verwandtschaft mit Phruro-
lithus wahrscheinlich; Ref.).
Dictyna vittata (Mt. di Naucho, Peru) p. 215 Fig. 14, foliata
(Colorado) p. 216 Fig. 15; Keyserling, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien
XXXII Taf. XV.
Uloboridae. Uloborus humeralis? (Boven-Rawas); van Ilas-
selt a. a. 0. p. 29 f., collinus (Montana di Naucho, Peru) p. 212
Fig. 12, trilineatus (Lechugal) p. 214 Fig. 13; Keyserling, Verh.
t
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 75
Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII Taf. XV, velutinus (Madag.); Butler,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 767 PI. 57 Fig. 6.
Miagrammopidae. Miagrammopes TrailUi (Amazon) p. 435
PI. XXXI Fig. 11, longicauda (Caffrar,) p. 436 Fig. 12, hrevicauda
(ibid.) p. 437 Fig. 12 A ; Cambridge, Prov. Zool.- Soc. London 1882.
Dinopidae. Bertkau a. a. 0. p. 353 ff. bespricht die systema-
tische Stellung dieser Familie und macht die Gründe namhaft, die
ihn bestimmen, die Dinopiden in die nächste Nachbarschaft der Ulo-
boriden zu setzen.
Oecobiadae. Bertkau a. a. 0. p. 343 beschränkt den Umfang
dieser Familie auf die Gattung Oecobius, da die mit ihr vereinigte
Gattung Uroctea kein Cribellum und Calamistrum hat. Die Zahl der
Augen bei Oecobuis annulipes giebt Bertkau zu 8 an, indem er auf
ein Paar bisher übersehener, sehr kleiner und einander sehr genäherter,
am hinteren Ende des Kopfes gelegener Augen aufmerksam macht.
Filistatidae. Filistata hrevipes (Peru); Keyserling, Verh.
Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 221.
Zodarladae. Trygetus (n. g.; cephalothorax sat convexus,
antice vix attenuatus, fronte latissima et obtusa, striga media nulla.
Oculi sex approximati ; . . . mediis duobus magnis convexis, et ni-
gris, utrinque lateralibus duobus minimis aequis et obliquis; chelae
clypeo parum longiores, antice planae attenuatae, ungue parvo ; par-
tes oris et sterum ut in g. Zodario; pedes graciles, sat longi, .haud
aculeati, 4, 1, 2, 3; abdomen ^ supra clypeo rigido obtectum; ma-
miliae brevissimae; für Palaestina senoculata Cbr. und) nitidissimus
(Aden); Simon, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII p. 228 f.
Storena (?) melanognatha (?); van Hasselt a. a. 0. p. 34P1. II
Fig. 6, V Fig. 1, 2.
Scytodidae. Scytodes univittata (Arabien; Indien); Simon,
Ann. Mus. Civ. Genova XVIII p. 242.
Micryphantidae. Em ertön nimmt in seinen New England
Spiders in der ünterfamilie Erigoninae die Gattungen Ceratinelia
(z= Ceratina Menge nom. praeocc), Ceratinopsis n. g. (Cerati-
nellae affine, sed scuto coriaceo in abdomine destituto) p. 36;
Grammonota n. g. (capite in mare pone oculos elevato; abdomine
albo-maculato, ut in Amaurobio; palpis similibus atque in Cerati-
nelia) p. 38; Sp^ro^jaZpMS (praecedentisimile, sed palporum embolo
longo, spiraliter flexuoso) p. 39; Cornicularia Menge, Lophomma Menge^
Lophocarenum Menge, Tmeticus Menge, Erigone (Menge), Gonatium
Menge an. DaüberdieTracheen bei keiner der Arten der neuen Gattungen
etwas gesagt ist, so kann mit Sicherheit über die Berechtigung, diese
Gattungen sämmtlich zu den Micryphantiden zu stellen, nicht geur-
theilt werden; Ceratinelia brevis hat büschelige Tracheen ; vielleicht
gehört die eine oder andere der übrigen Gattungen zu den Theri-
diaden. Die Arten der neuen Gattungen sind : Ceratinopsis interpres
76 Bertkau: Bericht üb. die wissenscLaftl. Leistungen
(Chr.), nigriceps (Connect.; Massach.) PI. IX Fig. 2, laticeps Fig. 3
p. 37, nigripalpis (Connectic.) p. 38 Fig. 4; Grammonota pictilis
(Chr.), ornata (Cor.), i^orwaia (Massach.; Connect.) p. 39 PI. X Fig. 55
Spiropalpus spiralis (Mass.; Conn.) p. 39 PI. X Fig. 6; Ceratinella
Emertoni (Chr.), fissiceps (Chr.), hulhosa (New Haven) p. 33 PI. VII
Fig. 3, pygmaea (ibid.) p. 34 Fig. 4, atriceps (Chr.), laeta (Chr.), lae-
tabilis (Chr.), hrunnea (Mt. "Washington ; New Haven; Salem) PI. VIII
Fig. 3, minuta (Connect.; Massach.) Fig. 4, micropälpis (Massach.)
Fig. 5 p. 36.
Walckenaera penultima (Bloxworth) p. 7 PL I Fig. 4, initis
(ibid.) p. 8 Fig. 6, miser(a) (ibid. und Northumberland) p. 9 Fig. 7;
Cambridge, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX, antenpenultima 1^.259 Fig. S,
orhiculata p. 260 Fig. 2; derselbe ebenda PI. XIII.
Lophomma elongatum (Salem; Boston; Mt. Tom); Em er ton
a. a. 0. p. 44 PI. X Fig. 2.
Lophocarnum castaneum (Beverly) PI. XII Fig. 1, montanum
(Mt. Washington) Fig. 2 p. 45, IQ-oculatum (Mt. Washington) Fig. 4
p. 46, montiferum (Massach.) p. 47 PI. XIII Fig. 2, quadricristatiim
(Mt. Washington) Fig. 3, longitarsus (White Mts.) Fig. 4, pallidum
(ibid.) Fig. 5 p. 48, longituhus (Mt. Wash.) Fig. 6, rostratum (New
Haven) PI. XIV Fig. 1, scopuliferum (Cambridge) Fig. 2 p. 49, eri-
gondides (Beverly) Fig. 3, latmn (Watertown) Fig. 4, simplex (Salem)
Fig. 5, depressum (Mt. Washington) Fig. 6 p. 50, crenatiim (Beverly)
Fig. 7, vernale (Connect.) Fig. 8 p. 51; Em ertön a. a. 0.
Cornicularia tihialis (Mt. Tom, Mass.) PI. XI Fig. 2, communis
(Mt. Washington) Fig. 3 p. 41, hrevicornis (Conn.) Fig. 5, minuta
(Mt. Wash.) Fig. 6, pallida (Connect.) Fig. 7 p. 42, tricornis (Mt.
Washingt.) Fig. 8, auranticeps (White mts.) PI. VIII Fig. 6, clavi-
cornis (Mt. Washingt.) Fig. 7, p. 43; Emerton a. a. 0.
Tmeticus tridentalus (Providence; New Haven) PI. XV Fig. 2,
plumosus (Montreal; Mt. Washington) Fig. 3, inZo&afws (Cambridge)
Fig. 4 p. 53, contortus (Cambridge) Fig. 5, longisetosus (New Haven)
PL XVI Fig. 1 p. 54, montanus (Mt. Washington) Fig. 3, pallidus
(New Haven) Fig. 4, maximus (Mt. Washington) Fig. 5 p. 55, tihialis
(ibid.) Fig. 6, hostoniensis (B.) PL XVII Fig. 1, hidentatus (Mt. Wa-
shingt.) Fig. 2 p. 56, concavus (Boston; New Haven) Fig. 3, micro-
tarms (Mt. Wash.) Fig. 4, truncatus (Mt. Wash.) Fig. 5, terrestris
(Mt. Tom etc.) Fig. 6 p. 57, brunnens (Mt. Washington) Fig. 7 p. 58;
Emerton a. a. 0.
Erigone (Menge) autumnalis (üoston; New Haven); Emerton
a. a. 0. p. 58 PL XVII Fig. 8.
Erigone (s. 1.) cacuminum p. 13 Taf. I Fig. 8, myrmicarnm
p. 15 Fig. 9 (bei Myrmica Schutz suchend?), carpatica p. 16 Taf. II
Fig. 10, aries p. 17 Fig. 11, longa p. 19 Fig. 12, gibbifera p. 21
Fig. 13, cxcavata p. 23 Fig. 14, decipiens p. 24 Fig. 15, suspecta
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1881. 77
p. 26 Taf. III Fig. 16, tatrica p. 28 Fig. 17 (Tatra etc.); Kul-
czinski, Opisy nowych etc.
Theridiadae. Einen nicht nur für die Kenntniss der Fauna
des Landes, dem die beschriebenen Arten entstammen, sondern auch
für die Morphologie und Systematik der ganzen Familie im Allge-
meinen wichtigen Beitrag liefert Em ertön in den New Eng and
Spiders of the family T herididae; Transact. Connect. Academy
VI p. 1 ff. PI. I— XXIV. Der Autor nimmt die Familie in dem Um-
fange, den ihr Thor eil in seiner Review of the European genera of
Spiders gegeben, jedoch mit Ausschluss von Pachygnatha und unter
Zuziehung der Scytodiden und Pholciden. Mit dem ersteren wird
jeder einverstanden sein, der meine früheren Bemerkungen gewür-
digt hat; das letztere scheint mir ein Missgrifi", da die Athmungs-
und Geschlechtsorgane bei den Scytodiden und Pholciden so wesent-
lich verschieden von den echten Theridiaden sind. Aus der alten
Gattung Erigone macht der Autor eine ünterfamilie, in der er meh-
rere der Menge'schen Gattungen acceptirt, auch hierin gewiss des
Beifalles jedes specielleren Forschers sicher. In der Charakterisiruug
nimmt zwar Emerton keine Notiz von dem von mir seit längerer
Zeit hervorgehobenen Merkmal des Tracheensystems, giebt aber der
Familie ungefähr denselben Umfang, den ich auf Grund des Tra-
cheensystems ihr früher gegeben; namentlich werden Microneta viaria
und verwandte Arten ausgeschlossen. Auch in den übrigen Unter-
familien wird mehreren der von Menge aufgestellten, von anderen
Araneologen bisher aber nicht angenommenen Gattungen das ame-
rikanische Bürgerrecht ertheilt. Dieser Unterfamilien unterscheidet
Emerton 4: ausser den genannten noch die Theridinae und Liny-
phinae, die bereits von Blackwall getrennt waren.
Es werden im Ganzen 137 Arten, hauptsächlich von Massa-
chusetts, Maine und Canada beschrieben und z. Th. auf den 34 Ta-
feln abgebildet. Von diesen waren von Hentz nur 21 bekannt ge-
macht worden; 19 waren früher von Cambridge beschrieben wor-
den; 22 derselben sind auch aus Europa bekannt geworden; ein be-
trächtlicher Theil derselben ist neu.
Nur 83 (65) gehören mit Sicherheit zu den Theridiaden ; 1
zu den Scytodiden, 2 zu den Pholciden und 69 (51) zu den Micry-
phantiden. Die Gattungen der Theridinae sind Theridium, Ero,
Mimetus, Theridula, Argyrodes, Ulesanis (= Oroodes Sim.), Eu-
ryopis, Lasaeola, Spintharus, Steatoda, Asagena, Pholcomma ; der
Scytodinae Pholcus, Spermophora, Scytodes ; der Erigoninae {Cera-
tinella, Ceratino psis, Grammonota, Spirop alpus),ljOTph.om-
ma, Cornicularia, Lophocarenum, Erigone, Tmeticus, Gonatium; der
Linyphinae Linyphia, Diplostyla (Stylophora Menge), Stemony-
phantes, Helophora, Drapetisca, Bathyphantes, Bolyphantes, Micro-
neta.
78 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Mit Europa hat Neu-England folgende Arten gemein: Theri-
diumtepidariarum (7. L. Sbc7i; Phyllonethis lineata (Clerch); Ero tho-
racica Wider -j Mimetus interfector Hentz, Steatoda guttata (Wider),
coroUata (i.)^ triangulosa { TFaZcÄ\) ; Pholcus pbalangioides (Fuessl.);
Scytodes thoracica {Latr.); Lopbomma cristatum (BlacJcw.); Diplo-
styla concolor (Wid.), nigrina {West7'.); Linyphia marginata C. L.
Koch, clathrata Sund., phrygiana C. L. Koch; Stemonyphantes buc-
culentus (Clerck) ; Bathyphantes nebulosus (Sund.), minutus (Blackw.) ;
Helophora insignis {Blackio.)\ Drapetisca socialis {Simd.); Microneta
viaria {Blackio.); Erigone longipalpis {Sund.).
Folgende Gattung ist neu: Theridula (cephalothorace antice
angustiore quam in Theridio ; palpi ^^ simplicissimi) p. 25 für Th.
sphaerula Hentz und gonygaster Sim.; für Oroodes Sim., Stegosoma
Chr. ist der ältere Name Ulesanis L. Koch aufgenommen p. 28; der
vergebene Menge'sche Name Stylophora ist durch Diplostyla er-
setzt p. 65.
Troglohyphantes (n. gen.; vom Autor zu den Dysderiden
gestellt und mit Stalita verglichen ; richtiger aber v/ohl hierher ge-
hörig, namentlich da der männliche Taster sehr complizirt gebaut
ist; „jedes der 8 Spinnenaugen erscheint hier in zwei distante Ocel-
len getheilt." „Sie sitzen auf dem buckeiförmig elevirten und nach
der Basis der Mandibeln schief nach abwärts abfallenden, vorderen
Abschnitt des Cephalothorax auf. Neben jedem Auge befinden sich
2 oder drei Häärchen" . . . .) polyophthalmus (Grotte von Corgnale);
Joseph a. a. 0. p. 18.
Nicthyphantes (! n. g. ; Gattungscharaktere nicht augege-
ben; Tasterkralle ungezähnt; Sternum mit zungenförmigem Fortsatz
zwischen den Hinterhüften) microphthalmus (ebenda; vielleicht J
zu voriger); derselbe ebenda.
Auletta (n. g. prope Nerienera; cephalothorace postice pro-
funde excavato) excavata (Nürnberg); Cambridge, Ann. a. Mag.
N. H. (5) IX p. 258 PI. XIII Fig. 1.
Coleosoma (n. g., Charaktere von Neriene, Linyphia, Theri-
dium und Sphecozone vereinigend) hlandum (Ceylon) p. 426 f. PI. XXIX
Fig. 3;
Achaea (n. g.) insignis (Amazon) p. 428 PI. XXX Fig. 5;
Chrysso (n. g. Argyrodi affine) cdbomaculata (Amazon) p. 429
Fig. 6 (?) quadrata (Ceylon) p. 430 Fig. 7; [cordiformis p. 763 PI. 57
Fig. 2, nivipictus p. 764 Fig. 1 (Madag.); Butler ebenda];
Ogulinus (n. g. Phoroncidiin. Stegosomati (= ülesani) affine)
ohtectus (Amazon) p. 432 f. PI. XXX Fig. 9;
Tecmessa (n. g. Phoroncidiae affine) ^eciorosa (Amaz.) p. 433f.
PI. XXXI Fig. 10; Cambridge, Proc. Zool. Soc. London 1882.
Pholcomma hirsutiim (Connect.) p. 29 PI. VI Fig. 6, rostratum
(Massach.); Emerton a. a. 0. p. 30 Fig. 5.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1881. 79
Asagena Ämericana (Neu England); Emerton a. a. 0. p. 23
PI. IV Fig. 6.
Phoroncidia acrosomoides (Lebong; Redjang); van Hasselt
a. a. 0. p. 30 PI. I Fig. 7, IV Fig. 2, 3.
Spbecozone nigra (Amazons); Cambridge, Proc. Zool. Soc.
London 1882 p. 428 PI. XXIX Fig. 4.
Theridium longipes (Fort de Kock), plumipes (Lebong) p. 33,
argentinum (Soepajang) p. 34 PI. II Fig. 5; van Hasselt a. a. 0.,
differens (Neu England) p. 9 PI. I Fig. 1, spirale (Massach., Connect.) ;
Fig. 2, montanum (White Mts.) Fig. 3 p. 10, zelotypum (Maine) Fig. 4,
murarium Fig. 5 p. 11, puncto-sparsum (Salem; Boston) Fig. 6, sex-
punctatum (Anticosti J.). PI. II Fig. 5 p. 12, rupicola (Massach..
Connect.) p. 14 Fig. 2, unimaculatum (ibid.) Fig. 4 p. 15; Emer-
ton a. a. 0.
Euryopis argentea (Massach.; Connect.); Emerton a. a. 0. p. 27
PI. V Fig. 5.
Ulesanis (L. Koch; = Stegosoma Cbr,, Oroodes Sim.) ämeri-
cana (Massachus.; Connect.); Emerton a. a. 0. p. 28 Fl. VI Fig. 1.
Thwaitesia a/)^m"s, diversa {Amazon) ; Cambridge, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1882 p. 431 f. PL XXXI Fig. 8, pulcherrima (Madag.);
Butler ebenda p. 764 PI. 57 Fig. 7.
Steatoda nigra (Maine; Massach.); Emerton a. a. 0. p. 21
PI. IV Fig. 4.
Mimetusepeim^es(Essex); Emerton a. a. 0. p. 17 PI. III Fig. 4.
Ariamnes setipes (Limoen); van Ha s seit a. a. 0. p. 31 PI. IV
Fig. 15.
Microneta discolor (Mass.; Conn.;) PI. XXIV Fig. 1, quinque-
dentata (Montreal) Fig. 2, crassimanus (Mt. Washington) Fig. 3 p. 75,
latidens (New Haven) Fig. 4, furcata (White Mts.) Fig. 5, longihuTbus
(Milton) Fig. 6 p. 76, olivacea (Mt. Wash.) Fig. 7 p. 77; Emerton
a. a. 0.
Diplostyla (s. oben) canadensis (Montreal); Emerton a. a. 0.
p. 66 PI. XXI Fig. 1.
Bathyphantes zebra (New Haven) p. 69 PI. XXII Fig. 2, subal-
pina (White Mts.) Fig. 3, alpina (Mt. Washingt.) Fig. 4 p. 70, an-
gulata (Mt. Carmel) Fig. 5, formica (New Haven) Fig. 7, micaria
(ibid.) Fig. 6 p. 71, bihamata (Mt. Wash.) PI. XXÜI Fig. 4, compli-
cata (ibid.) PI. XXIV Fig. 8 p. 72; Emerton a. a. 0.
Linyphia mandibulata (Peak's Isl.) ; Emerton a. a. 0. p. 64
PI. XIX Fig. 2, annulata p. 1 Taf. I Fig. 1, pulchra p. 2 Fig. 2,
varians p. 6 Fig. 3, monticola p. 7 Fig. 4, arcigera p. 9 Fig. 5, tor-
rentum p. 10 Fig. 6, (microphthalma Cbr.'f Fig. 7) (Tatra etc.);
Kulczynski, Opisy nowych etc.
Cambridge ändert den Namen seiner L. turbatrix in misera
um; Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 262.
80 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Pachygnathidae. Tetragnatha flagellans (Fort de Kock) ; van
Hasselt a. a. 0. p. 27 PI. IV Fig. 11.
Pacliygnatha (tristriata C. L. Koch p. 17), australis (Pacasmayo,
Peru); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXII p. 211.
Pacnygnatha Vethii (Boea); van Hassel t a. a. 0. p. 32.
Epeiridae. v. Hasselt schlägt vor, die Untergattung Stan-
neoclavis Butl. von Gasteracantha Thelacantha, und Aranoethra
Butl. Polyacantha zu nennen; Midden- Sumatra IV, 11 A p. 15
und Anna.
Wixia (n. g.) abdominalis (Amazon; verwandt mit Masti-
gosoma, Cyphagogus, Poltys); Cambridge, Proc. Zool. Soc. London
1882 p. 437 f. XXXI Fig. 13.
Meta gemmea (Soepajang); van Hasselt a. a. 0. p. 26 PI. K
Fig. 4, monticola (Mont. di Naucho, Peru) p. 204 Fig. 9, minuta
(Amazonas) p. 206 Fig. 10, quadrituberculata (Lechugal) p. 207 Fig. 11 ;
Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXVII Taf. XV, splen-
dida (Madag.); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 765 PI. 57 F. 3.
Cyclosa propinqiia (Aden); Simon, Ann. Mus. Civ. Genova
XVni p. 230.
Mc Cook macht eine Mittheilung On Variation in the
Nest-formsof the Für row-S pider (Epeirastrix); Proc. Acad.
Nat. Sei. Philad. 21. März 1882 p. 97 und Ann. a Mag. N. H. (5)
X p. 181.
E. Lechugalensis (L.) p, 195 Fig. 1, electa (Amazon.) p. 196
Fig. 2, erratica (ibid.) p. 197 Fig. 3, elinguis (ibid.) p. 198 Fig, 4,
lamentaria (ibid.) p. 199 Fig. 5, famulatoria (Colorado) p. 201 Fig. 6,
zelotypa (San Mateo) p. 202 Fig. 7, simpUcissima (Peru) p. 203 Fig. 8;
Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXII Taf. XV, subaca-
lypha (Aden); Simon, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII p. 232, picto-
thorax (Piek van Korintji) p. 20 PI. IV Fig. 4, stigmatisata Karsch
var. serrata (Agam) p. 21 PI. II Fig. 1, PI. IV Fig. 5, hexastigma
(Soepajang), singaefm'mis (Boven Rawas) PI. II Fig. 2 p. 23; van
Hasselt a. a. 0.
Pronous (?) chelifer (Bedar Alam); van Hasselt a.a.O. p. 24
PL II Fig. 3 IV Fig. 7—10.
Larinia flavescens (Tes); Simon, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII
p. 233.
Cyrtarachne nigrohumeralis (Moeara Laboe); van Hasselt
a. a. 0. p. 17 PI. I Fig. 6.
Paraplectana nigro-analis (Padang; Soepajang); van Hasselt
a. a. 0. p. 15 PI. I Fig. 3.
Butler macht von Madagaskar (Betsileo Country) 5 neue
Caerostris-Arten bekannt und gibt von denselben Abbildungen
theils des ganzen Körpers, theils vergrösserte der Fussklauen und
„Sägeborsten" vor denselben; Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 100 fif.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 81
PI. VI Fig. 1 — 6. Die Namen der Arten sind C. extrusa, retorta,
ecdesiigera, Cowani, excellens.
Solifugae.
Simon vermuthet, dass die Gattung Daesia Karsch, die sich
von Biton nur durch die unten bestachelten Taster unterscheiden
soll, mit Biton synonym ist, da sich dasselbe Merkmal bei den Kar seh
unbekannten ^ dieser Gattung vorfindet; ferner macht Simon eine
neue Gattung bekannt:
Zomhis (Ceph. antice subrectus; tuber oculorum magnum,
parum altum, postice obtuse sulcatum, antice setis binis vix bulbosis
munitum; ped. max. (meta)tarso subtus regulariter brevi-spinoso,
(meta)tarso ad basim attenuato; pedes sat breves; femur IV gracile,
compressum, haud dilatatum; (meta-)tarsus I unguibus carens, III
triarticulatus, art. 2 1 multo minore; IV triarticulatus, art. 1 longo,
2 ultimis brevioribus et fere aequa longitudine . . . spiraculorum
pectines nuUi, laminae coxales utrinque 3: 2 approximatae supra
coxam affixae, ultima ad apicem trochanteri afifixa) für eine von
Jaffa stammende Art, Z. piisiola; Ann. Mus. Civ. Genova XVIII
p. 252 ff.
Derselbe beschreibt das ^ von Biton Ehrenbergi Karsch
p. 251 sowie B. yemenensis (Aden) p. 210 Tav. VIII Fig. 1, lividus
(Assuan) p. 252; Ann. Mus. Civ. Genova XVIII.
Insecta.
Der erste Band von Ch. 0. Waterhouse's Aid to
the Identification of Insects, London, E. W. Janson,
ist vollendet; 100 Tafeln, von denen 85 nach den typischen
Exemplaren angefertigt sind ; s. Ann. a. Mag. N. H. (5),
IX p. 402.
A. Karsch 's Taschenbuch zu entomologischen Ex-
cursionen für Lehrer und Lernende „Die Insectenwelt"
ist in zweiter Auflage, Leipzig 1882, im Erscheinen be-
griffen; Lief. 1—3.
Von M. Girard's „Traite elementaire d'Entomologie^
ist fasc. I des t. III erschienen; enthaltend Hymenoptera
terebrantia und Macrolepidoptera.
E. Taschenberg. Die Insekten nach ihrem
Archiv f. Naturg., XLIX. Jalirg. 2. Bd. F
82 Bertkau: Bericht nb. die wissenschaftl. Leistungen
Schaden und Nutzen. Leipzig 1882. G. Freytag. p. 1 —
300 mit 70 Abbildungen.
Anatomia degli Insetti; von L. Camerano; To-
rino, Löscher 1882. 8«^; ein Handbuch von S. I— VIII,
1 — 251 mit 57 Holzschu. und 9 photolithographirten Dop-
peltafeln.
Hagen hat einen bereits vor 10 Jahren geäusserten
Gedanken (vgl. dies. Bericht über 1871/72 p. 226 (6)) wei-
ter ausgeführt und besser begründet: On the color and
the pattern of Insects; Proc. Amer. Acad. 1882p. 234 ff.
Indem er davon ausgeht, dass (organische) Farben künst-
lich dargestellt und durch künstliche Mittel (Temperatur,
Licht, Umgebung (?), Futter) beeinflusst werden können,
nimmt er an, dass manche der Insektenfarben, soweit sie
in einem in der Hypodermis abgelagerten Pigment be-
stehen, durch physiologische Vorgänge (namentlich Oxy-
dation) aus dem Fettkörper sich bilden. Auch für die
Zeichnung der Insekten sind solche mechanische Erklä-
rungen zu suchen. Während Weismann z. B. die Strei-
fen, die bei Raupen auftreten, durch den Schutz erklärte,
den dieselben, indem sie z. B. das Gras nachahmen, dem
Thiere gewähren, ohne über das Zustandekommen der
Streifen auch nur den Versuch einer Erklärung zu machen,
macht Hagen darauf aufmerksam, dass dieselben mit dem
Rückengefäss und den beiden Tracheenlängsstämmen zu-
sammenfallen. — Die grellen Farben an den Seiten der
Brust mancher Libelluliden haben genau die Lage der
Blutbahnen in der Nymphe, wenn die Entwickelung der
Flügelmuskeln einen energischen Stoffwechsel verlangt.
Ebenso glaubt Hagen auch die ungewöhnliche Zeichnung
auf so manchen Flügeln durch den Weg, den das Blut
mache, erklären zu können. — Für manche der Fälle, die
man als Mimikry bezeichnet, ist die Aussenwelt direkt von
Einfluss auf das Zustandekommen der Zeichnung gewesen
und so schliesst Hagen seinen Aufsatz, indem er die Ue-
berzeuguug ausspricht, dass Farbe und Zeichnung durch
physiologische Vorgänge im Innern des Insektenkörpers
hervorgebracht werden.
Kraepeliu macht eine vorläufige Mittheilung über
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 83
die MiiDclwerkzeuge der saugenden Insekten (Hy-
menopteren, Rhynchoten und Dipteren), deren Bau er durch
Querschnitte zu erläutern sucht. Zool. Anz. No. 124 p. 574 ff.
Bei den ersteren ist der Rüssel wesentlich aus den Tastern
der Unterlippe und den Unterkiefern gebildet; bei den
Rhynchoten, ähnlich den Schmetterlingen, von den Unter-
kiefern ; bei den Dipteren von der untern Rinne der Ober-
lippe, die durch die Oberkiefer oder den Hypopharynx
geschlossen wird. Ueber die Muskulatur der Dipteren-
mundtheile, die Bedeutung der Pseudotracheen, Speichel-
drüsen etc. sind noch einige nähere Angaben gemacht.
Dewitz sucht wahrscheinlich zu machen, dass die
alte Anschauung, nach der die Insekten und Spinnen durch
einen an der Fusssohle zur Ausscheidung gelangenden Kle-
bestoff befähigt werden, an glatten Wänden herumzuklet-
tern, richtig sei. Er beschreibt die einzelligen? Drüsen,
an denen er tunica propria und Intima unterscheidet.
Sitzgsber. Gesellsch. naturf Freunde Berlin 1882 p. 5 ff.,
109 ff.
S. Klemensiewicz macht Mttheilungen zur nähe-
ren Kenntniss der Hautdrüsen bei den Raupen
und bei Malach ins. Zur Sprache kommen Leucoma Sa-
licis; Papilio Machaon; Harpyia vinula; Raupen von Va-
nessa-Arten; Malachius; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXII
p. 459 ff. Taf. XXI, XXII.
Wachtl's Beiträge zur Kenntniss der Biolo-
gie, Systematik und Synouymie der Insekten in
der Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 275 ff., 294 ff. können hier
nur zum allergeringsten Theile reproduzirt werden.
Nach Untersuchungen an Mallophagen, Thysanuren
und Periplaneta orientalis glaubt sich J. Nussbaum zu
folgenden Thesen zur Entwickelungsgeschichte der
Ausführungsgänge der Sexualdrüsen bei den Insek-
ten berechtigt: 1. Aus den hinteren Strängen der Sexual-
drüsenkeime entstehen nur die vasa deferentia und Ovi-
dukte. 2. Alle anderen Theile (Uterus, Vagina, rec. sem.,
duct. ejac, Penis und alle Anhangsdrüsen} entwickeln sich
aus dem Hautepithel. 3. Aeussere bindegewebige Hüllen
und die Muskulatur des Ausführungsapparates entstehen
64 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
aus Mesodermzellen. 4. Die AusführungsgäDge entstehen
als paarige Keime. Alle unpaaren Theile entstehen aus
paarigen Anlagen. 5. Die männlichen und weiblichen Aus-
führungsgänge der Sexualdrüsen sind ganz homologe Or-
gane. 6. Die Höhlungen der Ovidukte, des Uterus und
der Vagina beim $ , der vas. def., der Anhangsorgane und
des duct. ejac. beim ^ entstehen ganz unabhängig von
einander und treten nur secundär in Verbindung. Zool. Anz.
No. 126 p. 637 ff.
Jaworowski theilt vorläufige Resultate ent-
wickelungsgeschichtlicher Untersuchungen über
den Eierstock bei Chironomus und einigen an-
dern Insekten mit. Zool. Anz. No. 127 p. 653 ff. Eine
(mit dem vorderen Ende an der Körperwandung, mit dem
hinteren Ende an den Darm angeheftete) Embryonalzelle
wandelt sich in die Geschlechtsdrüse dadurch um, dass in
ihrem Protoplasma Zellen entstehen (primäre Mutterzellen).
Jede derselben zerfällt in Tochterzellen und wird zur An-
lage einer Eierstocksröhre. Von den in ihr entstandenen
Tochterzellen häufen die am Endpol befindlichen mehr
Protoplasma in sich an, als die am Basalpol. Eine der
letzteren wandelt sich zum Ei um; eine der am Endpol
befindlichen Tochterzellen wächst stärker, treibt die Wand
der primären Mutterzelle vor sich her und verwandelt sich
zur secundären Mutterzelle, an deren Basalpol wieder eine
neue Eizelle entsteht; auf gleiche Weise wird die dritte
u. s. w. Kammer der Eierstocksröhre gebildet. Der Aus-
führungsgang entwickelt sich ebenfalls aus einer primären
Mutterzelle. — Das Epithel der Eierstocksröhre entwickelt
sich aus den peripherischen Tochterzellen einer primären
Mutterzelle, indem dieselben Membranen abscheiden, die
mit der Membran der Mutterzelle, hier sog. tunica propria,
verwachsen. „Aus dem nach Anlage der primären Mutterzelle
in der Embryonalzelle übrig gebliebenen Protoplasma ent-
wickeln sich fortwährend kleinere Zellen", die theilweise
unter einander verwachsen und zu Muskeln werden, welche
zwischen den Tuben ein netzartiges Bindemittel bilden.
Die „Endfäden'* haben denselben Bau wie die Eierstocks-
röhren und heften sich bei Opatrum sabulosum an den
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 85
Darm an. — Bei Cecidomyinenlarven (d. h. wohl bei Mi-
astor etc.) sind die von Leuckart als Keimstöcke be-
zeichneten Organe die Geschlechtsdrüsen, deren primäre
Mutterzellen nicht (durch Muskeln) mit einander verwach-
sen, sondern nach dem Platzen der Membran der Embryo-
nalzelle in die Leibeshöhle gelangen (und sich hier zu
jungen Larven ausbilden).
Nach Beobachtungen an Rhodites Rosae L. ; Biorrhiza
aptera F.\ Chironomus spec. indet.; Gryllotalpa vulgaris
Latr. bringt "Weismann Beiträge zur Kenntniss der
ersten Entwickelungsvorgänge im Insektenei;
Bonn, 1882 (F. Cohen); aus: Beiträge zur Anatomie und
Embryologie, J. Henle als Festgabe zum 4. April 1882 dar-
gebracht von seinen Schülern; 4^, 32 S., 3 Taf. Seine
Beobachtungen fasst Weis mann in folgende Worte zu-
sammen:
„Bei Rhodites und Biorrhiza sind die Kerne der Keim-
zellen Abkömmlinge des (Ei- resp.) Furchungskernes, und
bei Rhodites konnte dieser als umgewandeltes Keimbläs-
chen nachgewiesen werden. Richtungskörper wurden nicht
beobachtet; eine oberflächliche Protoplasmarinde, welche
den ganzen Dotter umgibt (Keimhaut-Blastem), bildet sich
nicht, doch sammelt sich etwas dotterarmes Protoplasma
am vorderen Eipol.
Der Furchungskern theilt sich zunächst unter wol-
kiger Amöbenbewegung in zwei Kerne, welche bei Rho-
dites als vorderer und hinterer Polkern die beiden
Pole des Eies einnehmen. Der hintere theilt sich weiter
in zwei Kerne, von denen jeder sich wieder theilt, und
durch fortgesetzte Theilung der intravitellinen Kerne ent-
stehen allmählich gegen 30 Keimkerne im Dotter. Allen
Theilungen gehen starke amöboide Bewegungen der Kerne
vorher. Nun steigen die Keimkerne empor, und der Dotter
furcht sich auf seiner ganzen Oberfläche in grosse Ballen
ab, deren jeder einen der Keimkerne enthält. Diese pri-
mären Keimhautzellen bilden eine geschlossene Keimhaut,
assimiliren die in ihnen enthaltenen Deutoplasma- Körn-
chen und vermehren sich durch Theilung unter steter Ver-
86 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl, Leistungen
kleinerung so lauge, bis die gewöhnliche Form der In-
sektenkeimhaut vorliegt.
Pol Zellen kommen nicht vor.
Der vordere Polkern bleibt bei Rhodites während der
ganzen Zeit der Keimkernbildung unthätig, zieht sich aber
während der Keimhautbildung in den Binnenraum der Keim-
haut mitten in den Dotter zurück und gibt dort durch
einen nicht näher zu erforschenden Vermehrungsprozess
den sog. Dotterzellen, inneren Keimzellen Ur-
sprung. Bei Biorrhiza verharrt der vordere Polkern auch
einige Zeit in Unthätigkeit, gibt dieselbe aber früher auf
und geht Tlieilungen ein, ehe die Keimkerne an die Ober-
fläche treten und die Keimhaut bilden. Es bleibt deshalb
zweifelhaft, ob etwa auch hier der vordere Polkern nur
diejenigen Keimkerne hervorbringt, aus denen die „inneren
Keimzellen'^ hervorgehen.
Bei Rhodites bildet der Keimstreif eine quer gerich-
tete tiefe Einstülpung, welche möglicherweise die Bildung
einer Mesodermschicht zur Folge hat. Unabhängig von
einer solchen vermehren sich aber die „inneren Keimzel-
len" auf Kosten des Dotters und füllen bald fast den gan-
zen Raum aus, der früher vom Dotter eingenommen wurde,
mit Ausnahme eines Restes von Eiform, der zum Mittel-
darm wird. Die Wandung desselben wird sehr wahrschein-
lich von diesen „inneren Keimzellen" gebildet."
Etwas vor dem Auftreten dieser Einstülpung erhebt
sich auf der Rückenseite des Kopfes eine einfache, aus
Zellen bestehende Falte, die als Amnion den gesammten
Embryo umwächst. Dabei löst sich dasselbe vom Embryo
auch an seiner Ursprungsstelle los, und seine Zellen ver-
flachen sich so, dass man eine zellige Struktur nur noch
in dem leeren Raum am vorderen Ei pol erkennen kann.
Ungetähr gleichzeitig mit der Gastrula- Einstülpung
entsteht die Anlage des Mundes und die Abschnürung des
Vorderkopfes ; bei der reifen Larve ist das erste der 13 (!)
Segmente als aus 3 verschmolzen anzusehen. — Andere als
Kopfgliedmassen kommen auch beim Embryo nicht zur Anlage.
„Bei Gryllotalpa bildet das grosse dotterreiche Ei
ebenfalls kein „Keimhaut-Blastem". Im Innern des Dot-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 87
ters entstehen die Zellen der Keimhaut, welche dann
später als sehr grosse bewegliche Zellen an die Ober-
fläche steigen und dort in weitem Abstand von einander
zerstreut liegen. Sie vermehren sich durch Theilung und
füllen so unter steter Verkleinerung der einzelnen Zellen
nur sehr allmählich die Zwischenräume aus, um zur Keim-
haut an einander zu schliessen. — Polzellen fehlen auch
hier. Bei Chironomus erfolgt nach der Befruchtung eine
starke Zusammenziehung des Eies und zugleich die Bil-
dung eines Keimhaut -Blastems. Am vorderen Pol tritt
ein später zerfallender „Richtungskörper" (?) aus, der sich
in zwei kernhaltige Zellen theilt oder auch sogleich zer-
fällt und sich auflöst. Hierauf folgt am hinteren Pol das
Hervorwachsen der ersten Polzelle, die sich in zwei theilt,
dann einer zweiten, die sich ebenfalls theilt, worauf dann
die 4 Polzellen durch fortgesetzte Theilung sich bis auf
12 vermehren.
Zugleich mit dem Vortreten der Polzellen erscheint
am vorderen Pol ein grosser kugeliger Kern mitten in der
Plasma - Rinde, welche sich ihm gegenüber passiv verhält.
Auch der Kern selbst verändert sich während mehrerer
Stunden nicht und wird später, wenn sich die Keimhaut
bildet, der Beobachtung entzogen, indem er im Dotter ver-
schwindet. Nach Zeit und Ort seines Auftretens sowie
nach seinem Verhalten entspricht er wahrscheinlich dem
vordem Polkern von Rhodites.
Die Keimhaut bildet sich aus Elementen, welche schon
vorher in grosser Zahl im Dotter vorhanden waren, dann
successiv emporsteigen, 'das „Blastem' ' emportreiben und zu
Keimhautzellen umbilden. Diese treten zuerst unter leb-
haften amöboiden Bewegungen zinnenförmig hervor, wer-
den dann ruhig und halbkugelig und platten sich schliess-
lich unter fortwährender Theilung zu den bekannten schma-
len und hohen Zellen der fertigen Keimhaut um. Die Vor-
gänge bei der Bildung der Polzellen sowie die dem Er-
scheinen der Kerne um einen Zeitmoment nachfolgende
Emporhebung des Blastems zum Zellkörper machen es
wahrscheinlich, dass die aus dem Dotter emporsteigenden
Elemente noch keine Zellen sind, sondern Kerne, die erst,
88 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
wenn sie in das „Blastem" gerathen sind, dasselbe um
sich zum Zellkörper verdichten/'
Während Weismann noch das Schicksal und die
Bedeutung der Polzellen bei Chironomus unentschieden
lassen musste, gelang es Balbiani, ihre Bedeutung auf-
zuklären; sie ist einigermassen dieselbe, wie Metschni-
koff bei Miastor angegeben hatte. Ihre Zahl beträgt
nach Balbiani bei 2 nicht näher angegebenen Chironomus-
Arten 8. Später verschmelzen je 2 und 2 mit einander
und diese vier ordnen sich in 2 Gruppen; jede dieser bei-
den Gruppen ist die Anlage der späteren Geschlechtsdrü-
sen, wodurch also Nussbaum's Angabe von dem gleichen
Ursprung der beiderlei Geschlechtsdrüsen eine weitere Be-
stätigung erhält. Vgl. dazu auch Grobben 's Angabe über
Moina: dies. Ber. für 1879 p. 248 (16) f. Compt. Rend.
de TAcad. d. Sei. XCV p. 927 ff.
Ueber die Führung an den Körperanhängen
der Insecten, speciell betrachtet an der Legescheide der
Acridier, dem Stachel der Meliponen und den Mundtheilen
der Larve von Myrmeleon, nebst Beschreibung dieser Or-
gane von Dr. H. Dewitz; Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 51 ff.
mit Holzschnitten. Der Verfasser weist zunächst die von
Grab er nachdrücklich hervorgehobene Homologie in der
Legescheide der Locustiden und Acridier im Einzelnen nach ;
die bei Mantiden, Blattiden u. s. w. stark entwickelte Kitt-
drüse ist bei den Acridiern nur rudimentär vorhanden. —
Mit der Legescheide der Locustiden ist der Stachel der
Hymenopteren wiederum homolog; derselbe sowie die Gift-
drüse ist im Rudiment auch bei Melipona vorhanden, der
man gewöhnlich den Stachel abspricht. — Der Unterkiefer
der Larve von Myrmeleon ist mit dem Oberkiefer durch
eine Führung verbunden, wie die Stechborsten mit der
„Rinne" des Bienenstachels oder die einzelnen Theile der
Orthopteren-Legescheide. Die einander zugekehrten Seiten
des Ober- und Unterkiefers sind ausgehöhlt, und so kommt
ein Kanal zu Stande, der in die breite Mundspalte führt.
— Bei den Dytiscidenlarven ist der Oberkiefer auf seiner
Innenseite tief ausgehöhlt und die Ränder dieser Aushöh-
lung bis zu ihrer Berührung zusammengeneigt; der eine
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 89
ist rinnig vertieft und in diese Vertiefung greift der ge-
genüberliegende Rand hinein, auf diese Weise einen voll-
ständig geschlossenen Hohlkanal herstellend.
In einer vorläufigen Notiz theilt F. Plateau die Re-
sultate seiner Untersuchungen über die Athembewegungen
der Insekten mit : Bull. Acad. R. Sei. Belg. III (1882)
p. 727 ff. 1. Es gibt keinen engen Zusammenhang zwi-
schen dem Charakter der Athembewegungen und der sy-
stematischen Stellung. 2. Bei allen Insekten wird der
Durchmesser des Körpers während der Exspiration klei-
ner, indem die Rücken- und Bauchplatten sich nähern.
Bei den Käfern sind die ersteren, bei den Acridiern, Li-
belluliden, Lepidopteren und Museiden die letzteren allein
beweglich; bei Tipuliden, Sialis und einigen anderen sind
beide beweglich. 3. Die Veränderung im vertikalen Durch-
messer kann von einer solchen des horizontalen begleitet
sein, wie z. B. bei den Libelluliden, Chrysopiden, einigen
Käfern u. s. w. 4. Aenderungen in der Länge des Kör-
pers sind seltener, als man gewöhnlich glaubt, sie finden
sich bei den Hymenopt. aculeata, den Phryganiden und
Coccinelliden. 5. Im Allgemeinen nehmen die Thorakal-
segmente an den Athembewegungen keinen Theil; einige
Käfer machen eine Ausnahme. 6. Eine Respirationswelle
ist eine Ausnahmeerscheinung; eine solche konnte weder
bei einem Coleopteron, noch einem Acridier, Libellula, Hy-
menopt. acul., Museiden, Lepidopteron beobachtet werden.
7. Die Pausen treten allermeist während der Inspira-
tionsphase ein. 8. Die Inspiration ist gewöhnlich lang-
samer als die Exspiration, welche letztere oft sehr rapide
'ist. 9, Bei den meisten Insekten ist nur die Exspiration
eine aktive, die Inspiration eine passive Bewegung. 10,
Inspirationsmuskeln wurden bei Phryganiden, Hymenopte-
ren und Acridiern gefunden. 11. Das obere Diaphragma,
die sog. Flügelmuskeln, hat nicht die ihm von Wolff zu-
getheilte Bedeutung. 12. Vielleicht alle Insekten machen
mit ihrem Hinterleibe Bewegungen verschiedener Intensität,
die nicht mit den eigentlichen Athembewegungen zusam-
menfallen. 13. Diese letzteren sind reine Reflexbewegungen.
14. Die Metathorakalganglien sind keine speziellen Athem-
90 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
zentra. 15. Das Aufhören der Athembewegungen nach der
Zerstörung derselben, wie es sich bei Dytiscus und einigen
anderen Käfern beobachten lässt, ist durch die Konzen-
tration des Nervensystems veranlasst, indem einige Ab-
dominal- mit den Thorakalganglien verschmolzen sind.
16. Bei Insekten mit einem konzentrirten Nervensystem
beeinflusst die Erregung oder theilweise Zerstörung einer
solchen Masse alle die in jene Zusammensetzung eingehen-
den Zentren.
Pneumatic functions of Insects; G. Macloskie,
Psyche III p. 375 ff.
Auf seine vorläufige Mittheilung (s. d. vor. Ber. p. 91)
hat nun Grab er den I. (Morphologischen) Theil seiner
Abhandlung: Die chordotonalen Sinnesorgane und
das Gehör der Insecten; Arch. f. mikrosk. Annatomie,
XX. Bd. p. 506—640 mit Taf. XXX— XXXV und 6 Holz-
schnitten folgen lassen. Da der wesentliche Inhalt bereits
im vorigen Bericht angegeben ist, die überaus zahlreichen
und wichtigen Einzelheiten hier aber unmöglich registrirt
werden können, ohne Figuren sich z. Th. auch nur schlecht
verständlich machen lassen, so sehe ich von einem Eeferat
ab und verweise auf das Original.
V. Graber. fJeber das Gehör der Insekten.
Humboldt I p. 99 ff.
G. V. Ciaccio. Dell' anatomia minuta di quei
muscoli che negli insetti muovono le ali; Rend.
deir Accad. Scienze. Bologna 1882. — Habe ich nicht ge-
sehen ; enthält nach dem kurzen Referat in dem Bull. Soc.
entom. Ital. 1882 p. 391 nach einer eingehenden Beschrei-
bung der in Rede stehenden Muskeln die Angabe der
Punkte, durch die sich dieselben von den übrigen unter-
scheiden: 1. Die sog. grossen Disci der Fibrillen sind we-
niger lang in den Muskeln welche die Flügel bewegen.
2. Die Substanz, welche die Fibrillen verbindet, ist sehr
viel weniger zäh (? tegnente). 3. In derselben finden sich
gewöhnlich einige quadratische oder rechteckige Theilchen,
die anderwärts fehlen. 4. Diese Muskeln haben kein wah-
res Sarkolemm. — Siehe auch Archives Italiennes de Bio-
logie II p. 131.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 91
Frenz el stellte Untersuchungen über Bau und
Thätigkeit des Verdauungskanals des Tenebrio
molitor mit Berücksichtigung anderer Arthropo-
den an; Berlin. Entom. Zeitschr. 1882 p. 267 ff. Taf. V.
Die sehr sorgfältige Arbeit zerfällt in einen Abschnitt über
die Anatomie und Mikrochemie, über Histologie und Physio-
logie des Darmes. In den Epithelzellen des Mitteldarmes fand
Frenzel im Kern konstant ein krystallähnliches Gebilde, eine
rhombische oder sechsseitige Tafel und untersuchte dessen Ver-
halten gegen die verschiedensten Reagentien, ohne dadurch
aber Aufschluss über seine chemische Natur zu erhalten. Die
Resultate seiner Untersuchung fasst der Autor selbst in
folgenden Sätzen zusammen: 1. Der Vorderdarm dient nur
als Leitungskanal zum Mitteldarm und besitzt kein eigenes
Sekret. 2. Der Mitteldarm hat weder eine chitinisirte noch
eine sonst wie beschaffene Cutikula, die Epithelzellen be-
sitzen dagegen einen Saum von feinen Häärchen. 3. Das
Epithel des Mitteldarmes secwnirt die Verdauungsfermente,
reduzirt aber nicht die Osmiumsäure. 4. In jedem Kern
der Hauptzellen des Mitteldarmepithels findet sich unter
normalen Umständen ein krystallähnlicher Körper. 5. Der
Mehlwurm besitzt zwei verdauende Fermente, ein trypti-
sches und ein diastatisches und ist auf eine aus Eiweiss-
stoffen und Kohlenhydraten gemischte Nahrung angewie-
sen. 6. In dem Verdauungssekret der Insekten ist Phos-
phor- und Magensäure gleichzeitig vorhanden. Beide Stoffe
werden wahrscheinlich durch den Zerfall der Zellen frei
und bilden mit Ammoniak Krystalle von phosphorsaurer
Ammoniak-Magnesia. 7. Es ist nicht unwahrscheinlich,
dass eine Resorption im Mitteldarm der Insekten stattfin-
det. 8. Der Enddarm der Insekten dient zur Ausleitung
der unverdauten Speise und besitzt kein selbständiges Se-
kret. 9. Eine Resorption im Enddarm ist nicht unmöglich,
aber nicht nachgewiesen. 10. Die Insekten besitzen weder
eine Leber noch ein gallenähnliches Exkret. Vgl. auch
Zool. Anz. No. 109 p. 215 ff.
Ueber Achterfiguren (bei der Bewegung von
Thieren) s. Landois im 10. Jahresber. Westf. Prov.-Ver.
pro 1881 p. 30 ff.
92 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Barrett erhärtet seine Ansichten über The influ-
ence of meteorological conditions on Insect life
zumeist an Lepidopteren ; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 1 ff.
Als Deux nouveaux faits de Parasitisme be-
richtet Milliere in Kevue d'entomol. I p. 167 einmal, dass
aus einer kleinen Acidalia- Raupe 100 Chalcidier aus-
schlüpften, und dass ferner aus einer Eupithecia veratra-
ria, die sich erst nach 3j ähriger Puppenruhe in die Imago
verwandelt hatte, eine grosse Zahl (mindestens 200) kleiner
Acariden bervorkrochen.
Unter der Aufschrift ;^0m anomala kopulations-
förhällanden hos insekterna och i sammenhang der-
med stäende frägor" stellt Reuter ein, soweit ich sehe,
recht vollständiges Verzeichniss der in der entomologischen
Literatur beobachteten Fälle einer abnormen Kopulation zu-
sammen: Die beiden Geschlechter gehören verschiedenen
Gattungen, verschiedenen Arten an; mehrere ^ begatten
sich zugleich mit demselben $ ; ein ^ begattet sich mit
einem andern ^. Öfvers. Finsk. Vetensk. Soc. Förhand-
lingar XXIII p. 1 ff.
Balbiani weist auf seine frühere Mittheilung hin,
derzufolge der bei Seidenraupen die Krankheit erzeugende
Organismus kein Spaltpilz sei, sondern zu den Sporozoen
Leuckart's gehöre und hinsichtlich seiner Vermehrung den
Gregarinen, Psorospermien und anderen an die Seite zu
stellen sei. Bei der Raupe von Attacus Pernyi fand er
eine zweite Art, die nur die Epithelzellen des Magens be-
fällt; eine dritte in Platycleis grisea unter gleichen Ver-
hältnissen wie bei A. Pernyi. Balbiani schlägt für diese
Organismen den Namen Microsporidien vor. Comptes
Rend. de l'Acad. d. Sei.
Thomas trug im Botan. Verein der Provinz Bran-
denburg über einige neue deutsche Cecidien vor.
An Viola tricolor von Cecidomyia, an Prunella grandiflora
ebenfalls von einer Cecidomyide und an Senecio nemorensis
von einer Diplosis veranlasst. Ein Phytoptus erzeugte an
Ribes alpinum Blattfalten. An Galium rotundifolium fan-
den sich bei Chamounix dieselben Deformitäten, durch
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 93
Phytoptus hervorgebracht, vor, wie in Schlesien (Görbers-
dorf) an Asperula odorata. S. Entom. Nachr. 1882 p. 12 ff.
Wachtrs weitere Beiträge zur Kenntniss der
gallenerzeugenden Insekten Europas beziehen sich
auf eine Gallmücke (Pyrus salicifolia) und eine Gallwespe
(Quercus Cerris); Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 289 ff. Taf.IV.
Insetti commestibili, sacri, medicinali, in-
dustriali e d'armamento; L. Failla Tedaldi, II
Naturalista Siciliano I p. 232 ff, II p. 64 ff.
Eine wenig beachtete vegetabilische Fliegen-
falle ist Desmodium triquetrum Z)(7., deren Stengel und
Blätter mit Haaren besetzt sind, die (als Angelhaken) die
Füsse von Chloria demandata {F.) festhalten. Potonie,
Kosmos, 1882 p. 139 f.
A. Peragallo. Insectes nuisible ä TAgriculture.
P^ fasc: L'Olivier, son histoire, sa culture, ses
ennemis et ses amis; 2® fasc: Le Frelon (Vespa cra-
bro) et son nid. (1 vol. de 180 pp., avec une pl. col.,
Nice 1882).
Lintner zählt die in Amerika auf dem Klee beobach-
teten Insekten (33 Schmetterlinge, 3 Käfer, 3 Fliegen, 5
Orthopteren, 2 Homopteren) auf und handelt ausführlicher
von Hylastes Trifolii; Cecidomyia leguminicola, Trifolii;
Oscinis Trifolii; s. Amer. Natur. 1882 p. 63.
Webster fügt diesem Verzeichniss die Namen von
4 Käfern hinzu; ebenda p. 746.
S. 61—215 des Report 1881 und 1882 des Department
of Agriculture enthält den Bericht des Entomologist, mit
Angaben über die Insektenfeindliche Wirkung einiger
Pyrethrum- Arten; über Blissus leucopterus; Leucania uni-
puncta; Heliothis armigera; Aletia xylina; Anomis erosa;
Nola sorghiella; Sphinx Catalpae, Hageni; Pempelia ligno-
sella; Chilo ory^aeellus; Crambus vulgivagellus; Chalepus
trachypygus; Lissorrhoptrus simplex; Sphenophorus robu-
stus; Phytonomus punctatus ; Coccinelliden; Isosoma Tritici;
Trypeta pomonella; Drosophila ampelophila; amoena;
Sciara ocellaris; sowie mehrere Cocciden.
Als new Insects injurious to Agriculture führte
Riley auf dem 30. Meet. der Am. Ass. Adv. Sei., Cincin-
94 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
nati 1881, auf: Crambus vulgivagellus; Phytonomus puncta-
tus und einen die Getreidefelder verheerenden Pyraliden;
Proceedings, p. 272 f.
Tenth Report of the State Entomologist on
the Noxious and Beneficial Insects of tlie State
of Illinois. 5th. Ann. Rep. by Cyrus Thomas; Spring-
fieldl881. 8^°, pp. 244. Habe ich nicht gesehen. Handelt
nach Amer. Natur. 1882 p. 39 von Leucania unipuncta, von
der der Verfasser wahrscheinlich macht, dass 2 günstige Sai-
sons nöthig sind, um ihre Vermehrung zu einer verheerenden
Erscheinung zu steigern, ähnlich wie es auch von Blissus
leucopterus wahrscheinlich ist. — Hierauf folgt ein „De-
skriptiver Catalog^^ von Raupen, der theils von Miss Nettie
M i d die 1 0 n(Rhopalocera), theils von J oh n M a r t en(Sphingi-
dae, Aegeriadae, Bombycidae) zusammengestellt und von
Originalbemerkungen von Dr. W. Coquillet begleitet ist.
Den Schluss bildet ein Abdruck von Packard 's Bericht
über die Hessenfliege.
Brischke liefert eine Beschreibung der forst-,
garten- und landwirthschaftlichen Feinde und
Freunde der Insekten; Schriften Naturf. Gesellschaft
in Danzig (N. F.) 5 Bd. 4. Heft p. 97 ff.
lieber die Vertilgung schädlicher Insekten enthalten
die Mitth. K. K. Mährisch-Schles. Ges. z. Beförd. des Acker-
baues u. s. w. in Brunn, 1882 (LXII) No. 2, 11, 21, 26, 28,
29, 32 Angaben.
Two new uses of important insecticides. By
A. J. Cook; Proc. Amer. Assoc. Advancement of Science,
29 th. meet. p. 669 f.
In dem Versl. der Tijdschr. v. Entom. 25 p. XXI ff.
sind die interessanten Funde von Insecten während einer
Exkursion in die Umgegend von Maestricht aufgezählt,
darunter neu für die Fauna: Tachys parvulus Dej.; Bembi-
dium quadripustulatum Bej., nitidulum Marsh., atrocoeru-
\eviWi Steph. ', Bolitachara heWa MärJi.; Gyrophaena strictula
£?'.; Actobius prolixus Er.; Cyrtusa pauxilla Schmidt;
Cryptophagus scutellatus Newm.; Silaria varians X.; Gym-
netrum netum Germ.] Cionus olens F.] Ceuthorrhynchus
trimaculatus F.; Melasoma lougicolle Suffr.; Crepidodera
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 95
metallica Dufts. ; Psylliodes herbaceus Foudr. ; Cyrtotriplax
bipustulata i^. ; Sesia ichneumoniformis W. V.; Cidaria oli-
vata W. F.; Botis fulvalis Hbn.; Crambus myellus Hbn.;
Coleophora ornatipennella //öw. ; Halictus qiiadricinctus i^.;
Andrena nana Kirh.; Megachile lagopoda L.; Ceratina
cyanea Kirb.] Coelioxys alata Forst.; (Bombus variabilis
Schmied.?); Demoticus spretus Meig.; Parydra Siqmla, Fall,
Ebenda p. CX ff. giebt Maurissen eine Lijst van
Insecten, in Limburg en niet in de andere provincien
van Nederland waargenomen.
In seiner Faunula Insectorum Faroeensis lie-
fert H. J. Hansen ein Verzeichniss von 204 auf den Far-oer
beobachteten Insekten (65 Coleoptera, 4 Neuroptera, 26
Hymenoptera, 15 Lepidoptera, 86 Diptera, 2 Orthoptera, 6
Rhynchota) , glaubt aber mit Recht, dass diese Zahl bei
weitem nicht den wirklichen Reichthum erschöpfe. Ausser
zwei neuen Fhegenarten wird das Weibchen von Chirono-
mus lucens Zett. und Scatophaga villipes Zett. beschrieben;
Naturhist. Tidsskrift (3) XIII p. 229 ff.
Common British Insects. Selected from the typi-
cal Beetles, Moths and Butterflies of Great Britain. By J. C.
Wood; London 1882, Langmans, Green u. Co.; s. Nature
No. .684 p. 124.
Diagrams of Insects injurious to farmcrops;
. . . by Miss E. A. Ormerod; s. ebenda No. 685 p. 146.
Phänologische Beobachtungen (in Mähren) über
1878, 1879 s. Verh. naturf. Vereins Brunn XX p. 241, 250 ff.
Indem 2. der Entomologischen Bilder aus den
ungarischen Flugsandsteppen, Sommerbild, schildert
K. Sajö das Insektenleben während des Juli und August;
Entom. Nachr. 1882 p. 1 ff.
Ach. Costa's Relazione di un viaggio nelle
Calabrie perricerche zoologiche fatte nella State
del 1876 in den Atti accad. sei. fisiche et matematiche di
Napoli IX No. 6 mit 1 Tafel zerfallen in drei Theile, in
deren erstem die Reise, zweitem die (17) neuen Arten be-
schrieben werden; im dritten sind sämmtliche gesammelte
Insekten aufgezählt, nämlich 311 Coleoptera, 43 Orthoptera,
96 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
26 Neuroptera, 232 Hymenoptera, 140 Hemiptera, 48 Le-
pidoptera, 161 Diptera.
Derselbe liefert Notizie ed osservazioni sulla
Geo-Fauna Sarda; ebenda p. 398 ff.
Die Notes on the Entomology of Portugal
werden fortgesetzt; Entom. Monthl. Mag. XVIII p. 169 ff.
(Hymenoptera Schluss), 230 ff. (Coleoptera).
F. Mathew's Entomological Notes from Te-
neriffe, St. Vincent etc. in dem Entomol. Monthl. Ma-
gaz. XVIII p. 256 ff. beziehen sich zumeist auf Lepido-
pteren, die der Verfasser auf seinen Fahrten sah.
Von G. Quedenfeldt erschien ein kurzer Bericht
über die Ergebnisse der Reisen des Herrn Major
a. D. Mechow in Angola und am Quango-Strom,
nebst Aufzählung der hierbei gesammelten Longi-
cornen; Berliner Entom. Zeitschr. 1882 p. 317 Taf. VI.
Metabele land and the Victoria falls: a na-
turalists wanderings etc.; from letters of the 1. F. Oates
edit. by C. G. Oates; London 1881. Enthält nach Entom.
Monthl. Mag. XIX p. 71 f. ein Verzeichniss von 75 Tag-
sclimetterlingen, Bemerkungen über wichtige Nachtschmet-
terlinge, Insekten anderer Ordnungen, namentlich die Tsetse-
Fliege.
Im Auftrage von F. H e c t o r , Direktor des Colonial
Museum and Geolog. Survey of New Zealand hat F. W.
Hutton Catalogues of the NewZealand
Diptera, Orthoptera, Hymenoptera mit Be-
schreibungen der Arten zusammengestellt. Bei den Fliegen
ist die Terminologie S c h i n e r 's angenommen. Von Fliegen
sind 169, von Orthopteren 38, Hymenopteren 69 Arten auf-
gezählt und beschrieben.
S. H. Scudder. A Bibliography of fossil lu-
sects. Bull. Harvard University. Cambridge 1882.
Hagen fand auf den Blättern verschiedener Pflanzen
der Dakota-Gruppe Gallen und Minen, letztere augenschein-
lich von Tineiden und Tortriciden; er stellt nähere Aus-
kunft über dieselben in Aussicht. Nature No. 638 p. 265.
Chambers macht darauf aufmerksam, dass die auf
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 97
Magnoliablättern sich zeigenden Minen wohl von einer
Phyllocnistis herrühren könnten; ebenda No. 649 p. 529.
Sordelli's Note sopra alcuni insetti fossili
di Lombardia erwähnen folgende meist junge Insekten
Italiens: Flügeldecke eines Hydrophilus (piceus); Libellula-
reste, von denen eine Art mit L. Eurynome Heer von Oe-
ningen vereinigt wird, ein Ophion oder Campoplex; eine
Donacia; ein Dytiscus. Rendic. K Ist. Lomdard. (2) XV,
nnd Bull. Soc. Entom. Ital. 1882 p. 224 ff. mit Holzschn.
Deichmüller macht Fossile Insekten aus dem
Diatomeenschiefer vonKutschlin bei Bilin, Böh-
men, bekannt; die Arten weisen auf subtropische Verhält-
nisse hin; 9 Coleoptera, 2 Formiciden, 1 Notonecta; Nova
Acta Ac. Caesar. Leop.-Carol. Germ. Nat. Curios. XLII
No. 6 p. 295 ff. Tab. XXL
A. Puton spricht sich in einem de l'insuffisance
du caractere unique pour la distinction des es-
p e c e s betitelten Aufsatze in der Revue d'entomologie I
p. 86 ff. dahin aus, dass nur eine gewisse Summe
von Charakteren eine Art als berechtigt erscheinen lässt.
Thysanura.
C. Parona handelt di alcune Collembola e Thysanura
. . . con cenno corologico delle Collembola e Thysanura
italiane; Ann. Mus. Civ. Genov. XVIII p. 453 ff. In dem ersten
Theile werden 21 von Ferrari meist bei Stazzano gesammelte Arten
aufgezählt und die für Italien neuen beschrieben. Daran ist eine
Aufzähkmg säramtlicher in Italien gefundenen Arten angeschlossen,
die 61 Arten enthält gegenüber den 40 in dem früheren Verzeich-
niss; vgl. den Bericht über 1879 p. 354 (122).
Troglodromicus (n. g. ; Maxillartaster f ünfgliederig ; letztes
Glied = 3+4; Lippentaster klein, viergliederig, mit 2 sehr kleinen
Basalgliedern, etwas grösserem dritten Glied, verdicktem, an der
Spitze mit einer Borste versehenem Endgliede, welches um die Hälfte
grösser ist als das dritte. Seiten der Hinterleibssegmente scharf,
nach hinten und nur wenig lateralwärts in eine scharfe Spitze aus-
gezogen ; Augen fehlen) cavicola (Nanas-Grotte und Koschanski grizä) ;
Joseph a. a. 0. p. 20.
Tetrodontophora n. g. Beuter; s. Schmarda, Anzeiger
Kais. Akad. Wissensch. Wien 1882 No. XIX p. 173 f.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. Gr
98 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Geo. Book: On a new Genus of Collembola (Sinella)
allied to Degeeria; Journ. Linn. Soc. Lond. Zool. XVI p. 541 ff.
mit Abb.
Anoura infernalis (Grotten von S. Kanzian unweit Divazza und
Corgnale) p. 30, Mrta (Grotte bei Newerke unweit S. Peter) p. 31; Jo-
seph a. a. 0.
Anurophorus coecus (Nussdorfer-, Nanos-, Lueg-Grotte) ; Jo-
seph a. a. 0. p. 30.
Achorutes spelaeus (Adelsberger- und Magdalenen-Grotte) ; Jo-
seph a. a. 0. p. 29.
Cyphoderus monocerus (Höhlen thier Krains); Joseph a. a. 0.
p. 29.
Isotoraa (Degeeria) spelaea (Mala pasica am Krim-Berge; Grotte
am Ljubnik-Berge); Joseph a. a. 0. p. 29.
Tomocerus niveus (Magdaleuengrotte); Joseph a. a. 0. p. 29.
Smynthurus niveus (Mrzla jama), longicornis (ibid.), gracilis
(God jama) p. 27, coecus (Johannisgrotte der Adelsb. Grotte) p. 28;
Joseph a. a. 0.
Nicoletia cavicola (Gurkgrotte; Skednenza nad Rajturnam und
Godjama); Joseph a. a. 0. p. 25.
Machilis hruneo-flava (! Grotte von Cumpole); Joseph a. a. 0.
p. 24.
Lepisma saccharina die Bücher zerstörend; Journ. R.
Microsc. Soc. No. 29 (1882 August) p. 500; als lästiges und schäd-
liches Insekt auch von de Rossi erkannt; Entom. Nachr. 1882
p. 22 f.
Campodea nivea (Godjama); Joseph a. a. 0. p. 25.
Japyx forficularius (Grotte Koschanski griza bei Kaäl unweit
S. Peter), cavicola (Grotte von Corgnale); Joseph a. a. 0. p. 21,
erstere Art auch im 59. Jahresb. Schles. Ges. f. vaterl. Cultur p. 254.
Rhynchota.
Moleyre weist auf die theoretische Nothwendigkeit
einer Verbindung zwischen den beiden Flügelpaaren der
Hemipteren hin, um während des Fluges gleichzeitig be-
wegt zu werden. Bei den Cicaden, Fulgorinen und einigen
verwandte;! Gattungen greift eine unterseits am Hinterrande
der Vorderflügel angebrachte Falte in eine eben solche am
Vorderrande der Hinterflügel ein. Bei den Membraciden,
Cercopiden und Jassiden ist die Falte der Unterflügel zu
einer Art abwärts gerichteter, oft mit feinen Zähnelungen
versehenen Platte reduzirt. Bei den Heteropteren ist die
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 99
Falte der Oberfliigel diifereuzirt. Bei ihnen kommt auch
noch ein anderer die Verbindung herstellender Apparat vor,
der sich bei den Homopteren nur in einigen Familien
findet. Compt. Rend. Ac. Sei. XCV p. 349 ff.
In den Studien over de Klank-Organen, den
Zang en den Schreeuw der Cicaden schildert van
Hasselt die verschiedenen Theile der Ton Werkzeuge der
Cikaden und das Zustandekommen des Tones, unter steter
und kritischer Berücksichtigung fast der sämmtlichen Li-
teratur dieses Gegenstandes; Tijdschr. v. Entomol. XXV
p. 179 ff.
Westwood hält verschiedene Arten dieser Ordnung
für Chrysanthemum Insects, d.h. für die Urheber der
Deformitäten der Blüthenköpfe von Chrysanthemum (Sinen-
se?). Namentlich sollen es Lygus campestris Z., Orthotylus
nassatus F.^ Triphiebs minuta L. und Anthocoris nemorum
L. sein, die durch ihr Saugen die Blüthenköpfe verunstalten.
Da aber die beiden letztgenannten Anthocoriden keine
Pflanzensäfte saugen, sondern von Aphiden und Cocciden
leben, so können ihnen auch jene Deformitäten nicht wohl
zur Last gelegt werden. Garden. Chronicle, new ser. XVI
p. 537 mit Fig. 101 (Triphl. min.) und 102 (Lygus camp.).
Ueber Gonatopus als Schmarotzer am Hinterleibe
von Homopteren s. unten bei Hymenoptera.
Reuter hält die Frage über die Gattungsnamen
Cimex und Acanthia einer erneuten Besprechung für
werth, widerruft seine frühere Adoptierung des Douglas'schen
Sprachgebrauches und nimmt daher Acanthia für Salda
(litoralis etc.) und Cimex für Acanthia (lectularia) in An-
wendung; Wien. Ent. Zeit. I p. 301. Dass es mit dieser
Aenderung Ernst ist, beweist er durch Beschreibung einer
neuen Cimex- Art; ebenda p. 307; vgl. den Bericht über
1880 p. 104.
Genera nova Hemipterorum descripsit Dr. 0. M.
Reuter; Wien. Entom. Zeit. 1882 p. 89 ff., 111 ff.
Puton macht Notes hemipterologiques (Loca-
lites et habitats ; Synonymies) ; Revue d'Entom. I p. 239 f.
(Odontotarsus oculatus Horv.^FxQji Put.; Coreus neglectus
H.-Sch. = Nemocoris Falleni Sahlh.\ Macropterua fovei-
100 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
collis Cos^ö = marginalis Fiel).; Pediopsis Ulmi Scott = glan-
dacea Fieb.-, Idiocerus Heydeni Edw, = poecilus H.-Sch,
lituratus Edw. = adustiis H.-Sch. $).
B. Cooke liefert eine Contribution to a list of
Hemiptera of Lancashire and Cheshire; The Na-
turalist VII p. 144 f.
Reuter spricht über die Synonymie der Schwedischen
Arten von Globiceps und Dicyphus und zeigt, dass der
von den Schwedischen Autoren als D. pallidus H.-S. an-
gesehene = constrictus Bohem. sei. — Unter Anthocoris
nemoralis F. sind 2 Arten vermengt, die seltenere, echte
Fabriciussche Art und eine neue, Anth. confusus.
Neue Arten für Schweden sind nach Reuter: Pilo-
phorus perplexus D. (Strömstad); Globiceps cruciatus
Beut. (Gotland), salicicola Beut. (Lapland); Dicyphus Sta-
chydis Beut. (Kinnekulle); Psallus Scholzii Fieh. (Angerman-
land); Agalliastes Wilkinsonii B. u. /Sc. (Lapland) ; Lygus
montanus /ScM?. (Smäland); Orthotylus diaphanus Kirschb.
(Skäne), flavinervis Kirschb. (ibid.), concolor Z?>5c/i&. (ibid.);
Heterotoma merioptera Scop. (ibid.); Entom. Tidskr. 1882
p. 63 f.; Trioza dispar Loew^ Psylla Buxi L.; p. 194.
Reuter fährt in der Beschreibung von Finlands
och den Skandinaviska halföns Hemiptera He-
teroptera fort (Schluss der Lygaeiden, Aradiden, Tingi-
tiden, Hebriden, Hydrometriden) ; ebenda p. 65 ff., 105 ff. ;
vgl. den vor. Ber. p. 108.
Systratiotus holosericeus Hahn; Sthenarus vittatus
Fieb.; Errhomenus brachypterus Fieb. in Belgien; C. R. Ent.
Belg. 1882 p. 103.
Als Hemipteres nouveaux . . . pour TAlsace
führt Puton auf: Corizus hyalinus F., Psallus luridus
Beut.] Hebrus ruficeps Thoms.; Corisa cavifrons Thoms.\
Tettigometra griseola Fieb.; Typhlocyba cruentata H.-S.;
Psylla pyrastri Lw.^ Bull. Soc. Hist. Nat. Colmar, 22. et
23. ann. p. 253.
C. Chicote zählt in einer Notice sur quelques
Hemipteres de la Grece 127 Arten aus Griechenland
auf, unter denen manche für dieses Land neu sind; Ann.
Soc. Ent. Belg. XXVI p. 87 ff.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882, 101
W. L. Distant bringt C ontributions to a know-
ledge of the Rhynchotal fauna of Sumatra (7 Ar-
ten); Entom. Monthl. Mag. XIX p. 156 ff.
Parasitica.
0. Taschenberg. Die Mallophagen, mitbeson-
derer Berücksichtigung der von Dr. Meyer gesammelten
Arten systematisch bearbeitet. Nova Acta Acad. Caes. Leop.-
Carol. . . . XLIV No. 1 mit 7 Taf. und separat. Halle 1882.
Ist mir noch nicht zugekommen.
L. Simonetta's „Elenco sistematico dei Pediculini
. . . . Pavia« in dem Bullett. Soc. Entom. Ital. 1882 p.204fif. zählt
48 Arten mit Angabe des Wirthes auf.
Phytophthires.
Coccidae. Pablo Colvee. Estudios sobre algunos in-
sectos de la familia de los Coccidos; Gaceta agricola del
Ministerio de Foraento, Madrid 1881. „In dieser sehr schätzens-
werthen Arbeit beschreibt der Verf. 10 verschiedene Arten, welche
in der Provinz Valencia auf verschiedenen Kulturpflanzen in grosser
Menge vorkommen und das Erträgniss derselben in hohem Grade
beeinträchtigen. Von den 4 bereits bekannten Arten: Ceroplastes
Rusci L. ; Mytilaspis Ficus Sign., flavescens Targ. ; Aspidiotus Cera-
toniae Sign., von denen die beiden ersten den Feigenbäumen, die
dritte den Orangebäumen und die letztgenannte den Johannisbrod-
bäumen grossen Schaden zufügen, werden in sehr ausführlicher Weise
die beiden Geschlechter, sowie auch die Art und der Umfang des
Schadens beschrieben. Bei den ^ von Ceropl. Rusci, welche der
Verfasser erst entdeckte, wird auch die Entwickelung der Zeugungs-
organe näher besprochen. Die neubeschriebenen Arten sind : Diaspis
Oleae (Oelbaum) p. 13, Trinacis (Tr. ; Strelitzia) p. 19, Monserrati
(auf Früchten der Orange) p. 21, Pyri (auf Zweigen der Birn- und
Apfelbäume; vgl. dazu den vorig. Ber. p. 110), sp.? (auf Orangen)
und Aspidiotus Corynocarpi (C.) p. 39. Von diesen neuen Arten
werden mit Ausnahme der D. Pyri und der noch namenlosen Diaspis-
Art, die Männchen und Weibchen ausführlich beschrieben, und die
Art ihres Vorkommens an den Pflanzen genau angegeben." (F. Loew,
in der Wien. Entom. Zeit. 1882 p. 152).
Lichtenstein macht zu den bisherigen Fällen ungeflügelter
Coccidenmäunchen (Gossyparia Ulmi und Ritsemia pupifera) noch
102 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Acanthococcus Aceris Sign., Lecanopsis sp.?, Leucaspis sp. ?
bekannt; Compt. Rend. 20 Febr. 1882 p.499; Entom. Month. Mag.
XVIII p. 250; Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 404 f.; Bull. Soc. Ent.
Ital. 1882 p. 329; Bull. Ent. Fr. 1882 p. 37; Stett. Ent. Zeit. 1882
p. 345; vgl. unten Loew.
Derselbe macht Bemerkungen zu Coccus Lataniae, für den
Gerataphis , und Bubi Schrank, für den die neue Gattung Te-
trura errichtet wird; Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 124; Entom. Monthl.
Magaz. XVm p. 275.
Zur Kenntniss der Nadelholz-Cocciden bemerkt F.
Loew, dass der verschollene Coccus Abietis Sclirmik (von ihm
selbst später irrthümlich mit Cocc. arborum linearis Geoffr. und C.
pineti Schrank identifizirt) von Hart ig im männlichen Geschlecht
als Aspidiotus flavus, im ^ als A. Pini beschrieben sei und giebt
von ihm unter dem Namen Aspid. Abietis (Schrank) eine genaue Be-
schreibung. Ebenso wird der Aspidiotus Pini Htg., der zur modernen
Gattung Leucaspis gehört, und von dem nur Hart ig das Männchen
beschrieben hatte, im männlichen Geschlechte eingehend beschrieben.
Ueber den Coccus Lataniae Boisd., Boisduvalia Lataniae S^^w.,
Oudablis Lat. Sign., Gerataphis Lat. Licht, s. Le Naturaliste 1882
p. 28 und Compt. Rend. Acad. d. Sei. 1882, 10 Avril.
Xylococcus (n. g.) filiferus (Wien, an den Zweigen von
Tilia graudifolia); F. Loew, Yerh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII
p. 271 ff. Taf. XVL
Signoret berichtigt in dem Bull. Sog. Ent. France 1882
p. CLXXXIII ff. die früher gemachte Angabe, dass Spondyliaspis ein
Coccide und Inglisia Maskell damit synonym sei; die Maskell'sche
Gattung ist eine echte Coccide; vgl. dies. Ber. 1879 p. 358 (126) und
1881 p. 110. Ferner handelt er, untfer Bezugnahme auf Loew 's
obige Mittheilung, über den Coccus abietis Schrank, Leucaspis Pini
[Hart.) und die übrigen, auf der Fichte bekannt gewordenen Coc-
ciden, den Mytilaspis Abietis Sign. (nee. Schrank), Leucaspis Signo-
reti Targ.-Tozz., monophyllus Murray.
Carteria Larreae (auf L. mexicana) p. 211 PI. XX Fig. 1,
mexicana (auf einer Mimose) p. 212 PI. XIX Fig. 1;
Gerococcus (n. g.) Quercus ip. 213 PI. XXFig. 2; Comstock
im Report 1881 a. 1882 des Department of Agriculture.
^Die Männchen von Acanthococcus Aceris Sign, sind ungeflü-
gelt; F. Loew, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 60 und 81 ff. ; am letzteren
Orte ist der ganze Entwickelungsgang geschildert.
Von demselben wird der Schild der Diaspid en in
sehr eingehender Weise seiner Entstehungsgeschichte und Bedeutung
für die Systematik nach besprochen. Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien
p. 513 ff. „Der Schild besteht aus den Häutungsexuvien und einem
eigenthümlichen Sekret, welches als verschieden geformter Anhang
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882, 103
an jenen haftet, und die Beobachtung hat gelehrt, dass im Schilde
des reifen Weibchens stets zwei dieser Exuvien eingeschlossen sind,
der Schild des Männchens aber nur eine derselben enthält." Dieser
Unterschied erklärt sich so, dass bei der zweiten (und jeder folgen-
den) Häutung des ^ die Haut nicht auf der Unterseite, sondern
wie es gewöhnlich bei den Insekten der Fall ist, über dem Rücken
platzt und abgestreift, nicht mehr dem Schilde einverleibt wird. Bei
Leucaspis, Aonidia und Fiorinia häuten sich die ^ zum zweiten
Male nicht, sondern der kleiner werdende Körper zieht sich nur von
der Haut zurück und bleibt in ihr „wie in einem Cocon" eingeschlossen
stecken. Zum Schluss giebt der Verfasser eine üebersicht der
Gattungen nach der Beschaffenheit des Schildes.
Von Targioni-Tozzetti ist in den Annali di Agricoltura
1881 eine Arbeit über Cocciden erschienen, die ich nicht gesehen habe.
Corastock erwähnt, dass bei Dactylopius (und vermuthlich
auch anderen Gattungen) die Mündung der Eileiter vom After ge-
trennt und daher die Bezeichnung „anogenital-ring" unpassend sei.
Dactylopius hat am sechsten Abdominalsegment ein Homologon der
„Honigröhren". Report 1881a. 1882 Department of Agriculture.
Orthezia cataphracta 'Shaw, bisher nur aus Grönland,
Lappland, Norwegen, Grossbritannien bekannt, kommt auch in den
Norischen Alpen, auf dem Oetscher, und in Steiermark, auf Saxi-
fraga aizoon vor; F. Loew, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 190.
Villig er a Flauen feldi Kar seh ist keine Cecidomyide, son-
dern ein Monophlebus — ^ ; Mik, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 63.
Mytilaspis longirostris (auf Napoleona Heudloti, einer vom Se-
negal stammenden Pflanze) ; Signoret, Bull. Ent. Fr. 1882 p. XXXV.
Aphididae. Witlaczil macht eine vorläufige Mittheilung zur
Anatomie der Aphiden. Den Saugmechanismus fand er im Wi-
derspruch zu Mark gleich den anderen Insekten, indem Muskeln den
Schlund expandiren; ebenso ist es bei den Cocciden, für die Mark
ein vollständiges Pumpwerk angegeben hatte. Die retortenförmigen
Organe, in denen sich nach der Entdeckung Metschnikoff's die Stech-
borsten bilden, entstehen durch Einsenkung der Anlagen von Man-
dibeln und I. Maxillen in den Körper des Embryo, und sind daher
Homologa der Mandibeln und I. Maxillen. Im „sekundären Dotter"
(Huxley, Lubbock) der Aphiden glaubt Witlaczil die degenerierten
Malpighi'schen Gefässe sehen zu können. — Die Zuckerröhren wer-
den durch einen Muskel von Zeit zu Zeit aufgerichtet und lassen
dann an ihrer Spitze Klümpchen krystallisirten Blattlauszuckers her-
vortreten, die wahrscheinlich je einer „Zuckerzelle" entsprechen;
diese letzteren sind wohl modifizirte Fettzellen. — Das Wachs, das
einige, namentlich in Gallen lebende, Arten ausscheiden, stammt von
Hautdrüsen und überzieht die Galle, indem es sich abreibt, mit einer
für Wasser undurchdringlichen Schicht. — Das Tracheensystem hat
104 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
9 Stigmenpaare und 4 Längsstämme; 2 auf der Bauch- und 2 auf
der Rückenseite. Das Bauchmark ist aus verschmolzenen Ganglien
gebildet und lässt an seinem Hinterende einen „Bauchnervenstrang
durch das Abdomen" verlaufen, welcher jederseits Nerven abgiebt.
An den Antennen kommen bei Männchen and geflügelten partheno-
genetischen Weibchen zahlreiche Geruchsgruben zur Ausbildung, die
bei den ungeflügelten parthenogenetischen Weibchen in geringerer
Zahl, und in noch geringerer Zahl bei den Herbstweibchen vorhan-
den sind. Zool. Anz. No. 110 p. 239 ff. Die ausführliche Arbeit ist
inzwischen im 3. Hefte des IV. Bdes. der Arbeit, a. d. Zool. Instit.
d. Univ. Wien, p. 397 ff., Taf. XXXII -XXXIV erschienen.
Alph. Derbes. Troisieme Notes sur les pucerons du
Terebinthe. Ann. Sei. Natur. (Zool.) T. 12 No. 3—6 Art. No. 5.
(Ist mir noch nicht zugekommen).
Lichtenstein will an den Wurzeln von Tritic. repens die
(geflügelte) forma pupifera seiner Tetraneura rubra gefunden
haben; dieselbe Form fand sich auch unfer den Rindenrissen an
ülmus, und Lichtenstein glaubt damit für diese Art den von
ihm behaupteten Entwickelungsgang mit Wanderung und Pflanzen-
wechsel nachgewiesen zu haben. Compt. Rend. Acad, d. Sei. Paris
XCV p. 1171 ff.
Aus dieser Mittheilung nimmt Balbiani Veranlassung, die
Differenzpunkte zwischen Lichtenstein's und seinen eigenen Ansichten
über den Entwicklungsgang der Blattläuse klar zu stellen. Er weist
zunächst darauf hin, dass die durch Lichtenstein behauptete Wan-
derung der Blattläuse von einer Nährpflanze auf eine andere, so
gut sie das erste Mal (bei Phylloxera vastatrix und Ph. Lichtensteinii
Bälb.) auf einer fälschlichen Identifizirung zweier verschiedener Arten
beruhe, sich auch bei den später angeführten Fällen in ähnlicher
Weise als Täuschung herausstellen könne, und dass von keinem der
anderen Forscher, die Lichtenstein zur Unterstützung seiner An-
schauung aufführe (mit Ausnahme Targioni-Tozzetti's) eine solche
Wanderung nachgewiesen sei. Auch die Lichtenstein'sche Bezeich-
nung und Deutung der verschiedenen Generationen beanstandet
Balbiani; ebenda Sea. du 18 decbr.
Nach Kessler ist das Ei die einzige Winterforra der auf
Zweigen und Blättern lebenden Aphiden; 29. u. 30. Ber. Ver. f. Na-
turk. z. Cassel p. 60.
Macchiati zählt in seinen Aggiunta agli Afidi di
Sardegna 35 Arten aus der Umgegend Sassari's mit ihren Nähr-
pflanzen auf; Bull. Soc. Ent. Ital. 1882 p. 243 ff.
Derselbe desgl. Specie di Afidi che vivono nelle plante
d. Sard. settentr., con qualche nozione sul polimorfismo di detti
insetti; ebenda p. 331 ff.
Lichtenstein glaubt in einer kleineu grünen Blattlaus mit
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 105
schwarzen Honigröhren und Schwänzchen, die er bei Montpellier auf
amerikanischen Reben antraf, die längstverschollene Aphis Vitis
Scop. wiedergefunden zu haben; Compt. Rend. XCIV p. 1500 ff.; Journ.
de Micrographie 1882 p. 410.
Aphis Myopori (Sassari, auf M. pictum); Macchiati a. a. 0.
p. 247.
lieber die wollige Apfelrinden- oder sog. Blutlaus
und deren Bekämpfung. Von Prof. Dr. L. Glaser in Mann-
heim ; Naturw. Beilage z. Wochenschr. des Gewerbe- Vereins in Bam-
berg; 1882 No. 2 p. 5 ff., 3 p. 9f.
Kessler beobachtete den Entwickelungsgang der Schizon.
Corni und einige Stadien aus dem von Seh. lanuginosa. Bei ersterer
unterscheidet er drei Phasen. 1. Die Frühlingsphase, worin 9 auf
einander folgende Glieder vorkommen: das ürthier, dessen Junge
(geflügelte und ungeflügelte) und deren (geflügelte) Junge (bis Ende
Mai). 2. Die Sommerphase, von der aber bis jetzt nur die ungeflü-
gelte Anfangsform (die nicht auf Cornus leben soll) und die geflü-
gelte Endform bekannt ist, die gegen Ende August auf Cornus zu-
rückkehrt. 3. Die Herbstphase mit geschlechtlich getrennten, unge-
flügelten Thieren, die das Winterei produziren. 29. u. 80 Ber. Ver.
f. Naturk. zu Cassel p. 90 ff.
Pemphigus nidißcus (an Fraxinus excelsior, bei Wien, in Ita-
lien und Deutschland beobachtet) in allen ihren Generationen ein-
gehend beschrieben und in ihren Unterschieden von P. bumeliae
Schrank erörtert von Fr. Loew; Wien. Ent. Zeit. I p. 13 ff.
J. Moritz theilt seine bei Gelegenheit der Phylloxera-
Vernichtungs- Arbeiten an der Ahr gesammelten Erfah-
rungen mit; Rüdesheim, Fischer u. Metz 1882.
Bertkau berichtet über den gegenwärtigen Stand der
Rebl ausfrage in der Rheinprovinz; Corrbl. Naturh. Ver.
preuss. Rheinl. u. Westf. 1882 p. 125 f. In Bonn wurde an ameri-
kanischen Reben ein neuer Heerd entdeckt; hier fanden sich auch
Nymphen und am 19. Sept. ein geflügeltes Exemplar.
Nach Lichtenstein (Compt. Rend. XCIV p. 1397 f.) ist zur
Entwickelung der geflügelten Form eine constante Temperatur von
25° während 80 — 90 Tage erforderlich (diese Bedingung war in dem
nassen kalten SoDimer 1882 bei Bonn keineswegs erfüllt).
Balbiani veranlasste die Franz. Kommission in der Phylloxera-
Frage, in Anbetracht der Wichtigkeit des Wintereies, das allein (!)
die Lebensfähigkeit der Kolonieen unterhalte und allein (!) der Aus-
gangspunkt eines neuen Heerdes sei, zu methodischen Versuchen, um
die Mittel zur Zerstörung des Wintereies ausfindig zu machen;
Sess. 13. janv. 1882.
Targioni-Tozzetti hält diesem Beschluss mit Recht vor,
dass noch nicht hinlänglich konstati.t sei, dass das Winterei zum
106 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Bestehen der Kolonieen nöthig sei; da ferner die geflügelte Form
und die Geschlechtsgeneration im engen Zusammenhang mit der
Gallenbewohnenden Generation stehe, diese aber noch in der Regel
auf dem gewöhnlichen Weinstock fehlen, so müssen zugleich For-
schungen angestellt werden, zu finden und zu zeigen das
Winterei auf den einheimischen Reben; Bull. Soc. Ent. Ital.
1882 p. 320 fif.
Ueber die langsame Entwickelung in Savoyen gegenüber der
rapiden im Süden Frankreichs s. Lichten st ein, Compt, Rend. de
l'Acad. d. Sei. XCV p. 373 fr.; Journal de Micrographie 1882 p. 526.
Henneguy schildert die Verheerungen in den nicht mit Schwe-
felkohlenstoff behandelten Weinbergen von Beziers ; C. R. de TAc. d.
Sei. XCV p. 473.
V. May et erstattet Bericht über den Stand der Weinberge in
der Schweiz ; ebenda p. 9 69 ff.
Henneguy berichtet über die Resultate seiner Nachforschungen
nach der Gallenbewohnenden Form; ebenda p. 1136 ff. Verhältniss-
mässig zahlreich fand er Gallen auf Reben Amerikanischen Ursprungs,
namentlich V. riparia, auch auf einer einheimischen in der Nähe
Agen's. Durch Üebertragung kann man aber auf französischen Reben
zahlreiche Gallen und bis in den October hinein erzeugen, so lange
noch neue Blätter entstehen; die Gallen sind auf der französischen
Rebe aber weniger ausgebildet als auf der Amerikanischen.
Lichtenstein fand, dass die „pseudog. pupif." von Ph.
punctata Licht, ungeflügelt ist, während nur die f. migrans geflügelt
ist: Compt. Rend. de l'Acad. des Sei. XCV p. 375; Journal de Mi-
crographie 1882 p. 526 f.
Psyllidae. J. Scott zählt im Entom. Monthl. Magaz. XVUI
p. 253 ff. The British Psyllina auf, with corrections in the
synonymy. Er nimmt die Loew'sche Eintheilung in die 4 Unter-
familien Liviinae, Aphalarinae, Psyllinae und Triozinae an, hat aber
in letztern neben Bactericera und Trioza noch die Gattung Tricho-
psylla, die Thomson als Untergattung von Trioza aufgestellt hatte.
Es werden 47 Arten aufgezählt.
Derselbe giebt ebenda XIX p. 13 ff. Food plants and
times of appearance of the species of Psyllidae found in Great
Britain ... an; dabei scheint aber bisweilen die Pflanze, auf der
das Insekt zufällig gefangen wurde, als Futterpflanze zu gelten.
Derselbe handelt On certain genera and species of
. . . Psyllidae . . . ; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 449 ff. PL
XVIII, XIX. Besprochen werden (Aphalarinae) Thea (n. g. für
Psylla) trigutta (Walk.) p. 450 f. PI. XVIII Fig. 3; Phytolyma
(n. g. für Psylla?) lata {Walle.) p. 453 ff. Fig. 4; Phyllolyma (n. g.
für Ps.) fracticosta ( Walk.) p. 456 ff. Fig. 5 ; Psylla arctica ( Walk.)
PI. XIXFig. 1; (Triozindie) P et alolyma (n. g. für Ps.) hasalis (Walk.)
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 107
p. 459 ff. Fig. 2; (Livillinae) Creiis (n. g. für Psylla livioides =^
Livia) longipennis (Walk.) p. 462 ff. Fig. 3; (Prionocnemidae) Gar-
sidara marginalis (Walk.) p. 467 ff. Fig. 4; Tyora congrua Walk.
p. 4 ff. Fig. 5.
Neolithus (n. g. Triozin.) fasciatus (Buenos-Ayres und Ura-
guay, in Gallen an den Zweigen von Sapium aucuparium Jacq.);
derselbe ebenda p. 446 PI. XVITI Fig. 2.
F. Loew unternimmt eine Revision der paläarktischen
Psylloden in Hinsicht auf Systematik und Synonymie; Verb. Zool.
Bot. Ges. Wien XXXII p. 227 ff.
Derselbe giebt in einem zur Charakteristik der Psyl-
loden-Genera Aphalara und Rhinocola betitelten Aufsatze
die charakteristischen Unterschiede beider Gattungen in einer Neben-
einanderstellung an und vertheilt die bekannten Arten nach diesen
Merkmalen in richtiger Weise ; ebenda p. 1 ff. und Taf. XI die Flü-
gel darstellend.
F. Loew stellt einen Katalog der Psylliden des palä-
arktischen Faunen-Gebietes zusammen, in welchem er sich der
1878 gegebenen Eintheilung in Liviinae, Aphalarinae, Psyllinae und
Triozinae bedient; Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 209 ff.
F syWsi sarmatica (= Spiraeae J5ecfc. i. coli.; Sarepta); F. Loew,
Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 93 mit Holzschnitt, Duvauae (Buenos-Ayres);
Scott, Tr^ns. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 443 PI. XVIII Fig. 1, Pal-
meni (Lappland; Sibirien; = nigrita Beut. nee. Zetter st.)', Reuter;
s. Loew, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXH p. 254.
Rhinocola Cisti (Südfrankreich) ; P u t o n , Revue d'Entomol. 1882
p. 183.
Aphalara nebulosa Zeit, lebt auf Epilobium angustifolium ;
Scott, Ent. Monthl. Mag. XIX p. 42 f. und F. Loew, Wien. Ent.
Zeit. 1882 p. 283.
Trioza Crithmi Liu. neu für England und beschrieben von
J. Scott, Ent. Monthl. Mag. XIX p. 64 ff.
Homoptera.
In einer Note on the Classification oftheHomoptera;
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p.424f., stellt Pasoce folgende analy-
tische Tabelle auf:
Males stridulant or with a drumming-appa-
ratus {Stridulantia) Cicadidae.
Males not stridulant
Antennae inserted below the eyes {Subteri-
cornes).
Eyes in a cavity of the cheeks {Cavigeni).
108 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Exterior margin of the tegmina transversely
veined (Strigimargines) Flau da e.
Exterior margin of the tegmina not transv.
veined {Nudimargines).
Head prolonged anteriorly Fulgoridae.
Head not „
Pro- and mesothorax together rhombiform I s s i d a e.
)> ff ff )) ^ot ,,
Antennae elongatae; passing beyond
the cheeks Derbida e.
Antennae not passing etc.
Anterior wings transparent , . Cixiidae.
„ „ not „ .... Lystridae.
Eyes not in a cavity of the cheeks [Planigeni). Tettigometridae.
Antennae inserted in front of the eyes {An-
tericornes).
Prothorax prolonged above the abdomen
(Cornidorsi) Membracidae.
Prothorax not prolonged etc. (Planidorsi).
Posterior tibiae with a double row of
spines (Serripedes).
Ocelli situated on the anterior part of
the head Jassidae.
Ocelli more or less on the vertex.
Body elongate Tettigoniidae.
„ broadly ovate Ledridae.
Posterior tibiae without a double row of
spines (Laevipedes) Cercopidae.
P. M. Ferrari zählt die (194) Cicadaria agri ligustici
mit Angabe ihrer Fundorte, Nährpflanzen, Varietäten n. s. w. auf
(6 Cicadidae, 50 Fulgoridae, 9 Cercopidae, 2 Membracidae, 127
Jassidae). Den Familien sind Bestimmungstabellen für die Gattungen,
manchen der letzteren solche für die Arten beigefügt; von 8 Ally-
gusarten sind die Kopulationsorgane abgebildet. Ann. Mus. Civico.
Genova XVIII p. 75 ff.
Jassidae. Gnathodus frontalis (Ligurien); Ferrari a. a. 0.
p. 117.
Cicadula erythrocephala (Ligurien); Ferrari a. a. 0. p. 118.
Thamnotettix Fieheri p. 123, fuscovenosa p. 124 (Ligurien);
Ferrari a. a. 0.
Cosraoscarta Jimo (Sumatra); Distant, Entom. Monthl. Mag.
XIX p. 160.
Ferrari stellt a. a. 0. die Genitalien der Ligurischen Ally-
g US- Arten dar und beschreibt A. (abbreviatus Leth.), furcatus p. 136,
(modestus Scott), provindalis p. 139.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 109
Deltocephala Mellae (Ligurien); Ferrari a. a. 0. p. 144,
Nach P. Loew ist der Phlepsius viridinervis (Fieb.) Sign.
nicht = Thamnotettix viridinervis Kirschb., sondern eine neue der
Gattung- Platymetopius angehörige Art in der Nähe von PI. guttatus,
die als PI. viridinervis (Fieb.) Sign, von Neuem beschrieben wird;
Wien. Entom. Zeit. 1882 p. 55 ff.
Platymetopius undatus (Deg.) in England gefangen und
beschrieben von J. Scott; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 154 ff.; s.
auch Proc. Ent. Soc. Lond. 1882 p. XXII.
Zygina Tith'ide p. 159, Rhamni p. 160 (Ligurien); Ferrari
a. a. 0.
Membracidae. Centrot us cornutus soll 1882 bei Triest
der Weinrebe schädlich gewesen sein; der dortige Vulgärnaine ist
gar „Weinteufel"; Wachtl, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 275.
Fulgoridae. Aphaena cliionaema (Sumatra); Butler, Ann. a.
Mag. N. H. (5) IX p. 127.
Hysteropterum camelus (Sardinien); Costa a. a. 0.
Cicadidad. In seinen Contribuciones al estudio de las Cica-
didae de la Repüblica Argentina y paises limitrofes be-
spricht C. Berg 27 Arten, darunter die neuen Tettigades papa
(Mendoza) p. 38; Tympanoterpes elegans (Argent., Uruguay; Brasi-
lien) p. 40; Proarna iiruguayensis (Montevideo) p. 43, montevidensis
(ibid.) p. 44; Carineta platensis (Buenos- Ayres) p. 45; Der otettix
(n. g. inter Stagiram et Callipsaltriam ; . . . tympanis detectis, ab-
dominis segmentis dorsualibus mediis medio elevato-carinatis, femo-
ribus anterioribus muticis, alar. cellulis apicalibus sex distinctum)
mendosensis (M.) p. 47 mit Holzschnitt; An. Soc. Cientif. Argent. XIV
p. 38 ff.
W. L. Distant beschreibt folgende neue Arten: Cosmopsaltria
Stuarti (Fiji J.) p. 125 Fig. 2; Tibicen Burlei (Peak Downs) p. 126
Fig. 3, Willisi (ibid. und Sidney), Fig. 4, Gilmorei (Swan R.) Fig. 8
p. 127, Muelleri (Peak Downs) Fig. 6 p. 128, Gregoryi (ibid.) Fig. 7;
Melampsalta Warhurtoni (ibid.) Fig. 9, Forresti (Gayndah) Fig. 10
p. 129, Fyrei (Peak Downs) Fig. 12, Mackinleyi (ibid.j Fig. 13 p. 130,
Oxleyi (ibid.), Landsboroughi (Sidney) p. 131 Fig. 14, Leichardti
(Peak Downs) Fig. 5; Cystosoma Schmeltzi (Gayndah) p. 132 Fig. 11;
Ärcy Stasi a (n. g. Cystosomati tegmium reticulata venatione af-
fine, sed tegminibus hyalinis et corpore non dilatato diversum) Go-
deffroyi (Ponape) Fig. 1 ; Proc. Zool. Soc. 1882 p. 125 ff. PI. VII.
Derselbe desgl. Platypleura pulverea p. 335 PI. XIV Fig. 1;
Malagasia (n. g.) inflata p. 337 Fig. 2, beide von Madagaskar;
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Cicadetta montana im Ahr- und unteren Moselthal; Bert-
kau, Correspbl. Naturh. Vereins d. preuss. Rhein), u. Westf. XXXIX
p. 127.
110 Bertkau: Bericht üb. die wisseiischaftl. Leistungen
Platypleura angusta, evmiescens (Antananarivo), Butler, Ann.
a. Mag. N. H. (5) IX p. 389.
Dundubia Bocki (Sumatra); Distant, Entom. Monthl. Mag.
XIX p. 159.
Heteroptera.
Corisidae. Pluie de Corisa (assimilis Fiel), in Turkestan);
Puton, Revue d'entom. I p. 22.
Notonectidae. Notonecta Heydeni (Polierschiefer von Kutsch-
lin; Braunkohle vonßott); Deichmüller a. a. 0. p. 328 Fig. 16 — 18.
Tingitidae. Orthost[e]ira subtiUs (Lenkoran); Reuter, Bull.
Ent. Fr. 1882 p. CXXX.
Carlet schildert die Erscheinungen, dieTingis Pyri an den
Blättern ihrer Nährpflanze hervorruft. C. R. de l'Ac. des Sei. XCV
p. 1012.
AnthOCOridae. Anthocoris confusus (von A. nemoralis F. unter
anderem durch die schwächeren und am Innenrande der Membran
undeutlich werdenden Nerven unterschieden); Reuter, Entomol.
Tidskr. 1882 p. 193.
Cimex iniprovisus (Wien unter einem Stein, dem C. lectula-
rius am nächsten); Reuter, Wien. Ent. Zeit. I p. 307.
Geratocombidae. Schizoptera flavipes (Brasilien), apicalis p. 163,
hmigera p. 164 (Fernambuc); Reuter, Revue d'Entomologie I.
Reduviadae. Ectmetacanthus (n. g. Acanthaspidin.) annu-
lipes (Chinchoxo); Reuter, Wien. Entom. Zeit. 1882 p. 111.
Monographia generis Oncocephalus Klug auctore 0. M.
Reuter, cum tab. 3. 4*^, 86 p.; Helsingfors 1882. — Die kosmopo-
litische Gattung zählt jetzt 55 Arten, von denen 38 hier zum ersten
Male beschrieben sind; der paläarktischen Region gehören 14 Arten
an, darunter folgende neu: 0. gularis (Portugal), brevipennis (Anda-
lusien), acutangulus, Putoni, curtipennis, fuscipes (Algier und Ma-
rocco), hrachymerus (Südrussland), aspencollis (Syrien).
Panthous cocalus p. 158, taliis p. 159 (Sumatra); Distant,
Entom. Monthl. Mag. XIX.
Bolivar ersetzt den Namen Eumerus insignis Beut, für die
von Ceylon stammende Art, da er selbst schon früher einen gleich-
namigen Eumerus von Zanzibar beschrieben hat, durch E. Beuteri;
Ann. Soc. Ent. France 1882 p. 464.
Reuter beschreibt das Männchen von Mal ac opus Mulsanti
Beut.; Revue d'Entomologie I p. 136 f.
Isometopidae. Rey beschreibt das bisher unbekannte ^ von
Isometopus mirificus; die ^ erscheinen um die Mitte August,
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 111
etwas später als die ^ , und verschwinden im September, überlebt
von den ^ ; Revue d'Entomolog I p. 278.
Gapsidae. Orthocephalus debilis Beut, auch in Frank-
reich (Saint-Raphael) ; Rey, Ann. Soc. Linn. Lyon XXVIII p. 129.
Labops Putoni (Frankreich); Reuter, Revue d'Entomol. I
p. 277.
Lygaeidae. Nysius thoracicus (Baku); Horväth, Wien. Ent.
Zeit. 1882 p. 143. — Derselbe stellt ebenda folgende Synonymie auf:
N. maculatus i^ieö. = fuliginosus jp^eö., Thymi Wolff, Fieh.; obsoletus
Fieb. = helveticus H.-Sch.; brunneus Fieb. = punctipennis H.-Sch.
— Die letztere Synonymie wird von Puton, ebenda p. 223, bean-
standet, der in brunneus eine Varietät von obsoletus sieht.
Pterotmetus parwassiws (Griechenland) ; Horväth, Wien. Ent.
Zeit. 1882 p. 254.
Plinthisus (Plinthisomus) pygmaeus (Algeciras, Südsp.); Hor-
väth, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 145, der ebenda p. 146 von PI. Pu-
toni Horv. die forma macroptera beschreibt.
P. (Isioscytus) Ee^/i (Öst-Pyrenäen ; Catalonien) ; Puton, Revue
d'Entomol. I p. 185.
Cymus glandicolor Hahn var. simplex (Lenkoran); Horväth,
Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 145.
Lohita grandis var. Sumatrana (S.); Distant, Ent. Monthl.
Mag. XIX p. 158.
Heterogaster Nepetae Fieb. var. cinnamomeus (Ungarn); Hor-
väth, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 147.
Pachymerus Bardanae Freyssl. var. flavatus (Krim ; Kaukasus) ;
Horväth, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 147.
Derselbe hält P. inermis Bamb., die bisher auf Platyplax
Salviae Schill, gedeutet wurde, für eine eigene Art, von der er unter
dem Namen Platypl. inermis eine neue Diagnose gibt; ebenda p. 148.
Macropterna foveicolUs (Calabrien); Costa a. a. 0. p. 42 Fig. 14
(nach Puton, Revue d'Entomol. I p. 240 = M. marginalis Fieb.).
Gorei'dae. Eremoplamis (n. g. Alydin. Mirpero et Tupalo 5iäZ
affine) mucronatus (Arabien); Reuter, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 89 f.
Puton beschreibt die f. macroptera von Prionotylus bre-
vicornis Mtils.-Bey, die Abeille de Perrin bei Hyeres gefunden
hatte; Revue d'Entom. I p. 114.
Howard lernte in Metapodius femoratus JP. einen Feind
der Raupe von Leucania unipuncta kennen; Americ. Natur. 1882
p. 597. Derselbe spiesst die Raupe genannter Art auf, fliegt dann
auf die Büsche von Maruta cotula, wo er sie aussaugt; die leeren
Häute werden in die Zweige genannter Kamille aufgehängt, und es
erscheinen die letzteren oft von ihnen bedeckt.
Micih {!) Jansoni (Chontales,Nicarag.); Scott, Entom. Monthl.
Mag. XIX p. 41.
112 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Elasmonia serrata (Silhet); Sign or et, Bull. Ent. Fr. 1882
p. LXIV.
Sulpicia vicina (Gabon) ; S i g n o r e t, Bull. Ent. Fr. 1882 p. LXIV.
Pentatomidae. Signoret fährt in seiner Revision der Group e
des Cydnides fort; Ann. Soc. Ent. de France 1882 p. 23 ff., 145 ff.,
241 ff., PI. 1, 2, 6, 7, 8, 9. Es werden hier die Gattungen Aethus
(zu Ende), Cydnus, Byrsinus, Psammozetus, Chaerocydnus, Steno-
coris, Garapsotes, Pangaeus, Macroscytus, Hahnia behandelt.
Derselbe stellt ebenda Bull. p. LXIII unter einem längst ver-
gebenen Namen eine neue Gattung der Sehir. auf: Microrrhynchus
(neben Macrhymenus) für M. Beccarii von der Key Insel.
Neosalica (n. g. prope Piezosternum) Forbesi (Sumatra);
Di st an t, Entern. Monthl. Magaz. XIX p. 157.
Aethus simüis (Cap) p. 24, PI. 1 Fig. 66, Jiorridus (Senegal) p. 26,
proximus (Chinchoxo) p. 27, Vollenhoveni (Sumatra) p. 29 Fig. 70,
convexus (Madagaskar) p. 31 Fig. 72, Borrei (Silhet) p. 32 PI. 2 Fig. 73,
parvulus (Australien) p. 33 Fig. 74, poUtus (Nicaragua; Calif.) p. 36
Fig. 77, disiinctus (Montevideo) p. 37 Fig. 79, ferrugineus (Mexiko)
p. 40 Fig. 82; Signoret, Ann. Soc. Ent. France 1882.
Cydnus Thoreyi (Rockhampton) p. 152 PI. 6 Fig. 90, pauculus
(Ost-Afr.) p. 160 PI. 7 Fig. 96, laticeps (Hong-Kong) p. 162 Fig. 98;
Signoret, Ann. Soc. Ent. France 1882.
Pangaeus laevigatus (Ocana) p. 250 PI. 8 Fig. HO, vicinus
(Guayaquil) p. 255, Stäli (Brasil.) p. 256, Douglasi (Australien) p.258
PI. 9 Fig. 115, Spknghergi (Texas) Fig. 116, Scotti (Neu Seeland) Fig. 117
p. 259, Buchanani (Ober- Amazon.) p. 260 Fig. 118, Sallei (Laguayra;
Mexiko) p. 262 Fig. 119, Dallasi (Brasil.; Guyana) p. 263 Fig. 121,
Petersi (Peru) p. 264 Fig. 122, minimus (Mexiko) p. 265 Fig. 123;
Signoret, Ann. Soc. Ent. France 1882.
Macroscytus reflexus (Südafrika) p.466 PI. 13 Fig. 124, Pfeif-
feri (Eorneo) p. 468 Fig. 126, acutus (Mombas) p. 469 Fig. 127, lo-
batus (Bourbon) p. 470 Fig. 128, rußcornis (Guinea) p. 471 Fig. 129,
excavatus (Hyarsa-See, Afr.) Fig. 130, punctiventris (Mombas) p. 473
Fig. 132, nitidus (Westafr.) p. 474 PI. 14 Fig. 133, expansus (Bom-
bay) p. 479, spinicrus (Cap St. Vincent) p. 480 Fig. 139; Signoret,
Ann. Soc. Ent. France 1882.
Odontotarsus Freyi (Syrien); Puton, Revue d'Entomol. I p. 22
(damit ist 0. oculatus Horväth synonym; derselbe ebenda p. 240).
Tropicoris Japonicus (Tokei); Distant, Ent. Monthl. Mag.
XIX p. 76.
Memmia CWam (Madagaskar) ; Distant, Entom. Monthl. Mag.
XIX p. 108.
Eusarcoris Kolenatii (Elisabethopol im Kaukasus , auf Ver-
bascum; = Eus. binotatura Kolen. nee Hahn); Reuter, Wien. Ent.
Zeit. 1882 p. 113.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 113
Canthecona cognata (Sumatra); Distant, Entom. Monthl.Mag.
XIX p. 157.
Stiraspis sardoa (S.); Costa a. a. 0.
Psacasta conspersa Kunze neu für Frankreich (Provence) ;
Rey, Ann. Soc. Linn. Lyon XXVIII p. 129.
Orthoptera,
Targioni-Tozzetti stellt die Armature genitali
maschili degli Ortotteri saltatori im Allgemeinen in
der üblichen Weise dar, meint aber, dass das Abdomen
sich noch in ein (2- oder gar 3 gliederiges) Postabdomen
fortsetze, dessen erstes Tergit bei Caloptenus italicus, und
dessen zweites bei Pachytylus nigrofasciatus dem von
B runner titillator genannten Organ entspricht.
Nach Macloskie wird die Proboscis (d. h. Unter-
lippe, „Maske") der Libellenlarven durch die Athembewe-
gung ausgestreckt und durch die Elastizität der Chitinhäute
wieder eingezogen; Psyche III p. 375 ff.
T. Catani wirft einen Rückblick auf die verschie-
denen Versuche bezüglich la Classificazione degli Or-
totteri und nimmt folgende Eintheilung an: 1. O.genuina;
2. Forficulidae; 3. Thysanura; 4. Corrodentia; 5. Am-
phibiotica; Bull. Soc. Ent. Ital. 1882 p. 303 ff.
Breitenbach beginnt seine Entomologische Skiz-
zen aus der Provinz Rio Grande do Sul, Brasi-
lien, mit einer Schilderung hervorstechender Eigenthtim-
lichkeiten der Orthopterenfauna ; Entom. Nachr. 1882 p. 156 ff.
Bemerkungen über die Locustiden und Acridier
der Ostsee Provinzen s. in den Sitzgsbr. Naturforscher-
Ges. Dorpat VI 2 p. 431.
Als Prodromüs der Europäischen Orthopte-
ren hat Brunner von Wattenwyl in Leipzig bei W.
Engelmann ein Handbuch zum Bestimmen der in Europa
(im Sinne der Geographie) vorkommenden Arten erschei-
nen lassen; S. I— XXXII, 1—466 mit 11 Tafeln und einer
Karte. Aus dem in 4 Regionen getheilten Gebiete führt
der Verfasser 461 Arten auf.
V. Schulthess -Rechberg schildert eine Excur-
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. JJ
114 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
sion nach Serbien und bespricht deren Ausbeute an
interessanten Arten, deren einige als n. sp. aufgeführte von
Brunn er in seinem Prodromus beschrieben sind, darunter
auch irriger Weise der Callimenus oniscus var. longicollis
Fieh. als longicollis n. sp. (Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI
p. 382 ff.).
King zählt die von ihm in Strathglass, Inverness-shire,
beobachteten Arten (Pseudoneuroptera) auf; Entom. Monthl.
Mag. XIX p. 11 f.; desgl. in Langdale; ebenda p. 83.
B. Cooke. Contribution to a list of the Neu-
roptera (s. Linn.) of Lancashire and Cheshire; The
Naturaliste VII p. 110, 121 f.
Gerstaecker bringt einen (1.) Beitrag zur Kennt-
niss der Orthopteren-Fauna Guinea's nach den von
R. Buchholz während d. J. 1872—1875 daselbst gesammel-
ten Arten. Mitth. naturw. Vereins von Neu -Vorpommern
und Rügen XIV p. 39 ff. (9 Forficul., 40 Blattid., 17 Man-
tid., 4 Phasmid.).
Genuina.
Blattidae. Zur Frage über den Bau und die Innerva-
tion der Speicheldrüsen der Blattiden macht Cholodkowsky
folgende Mittheihmg: Neben den traubenförmigen Speicheldrüsen ist
jederseits ein Schlauch oder Speichelreservoir vorhanden, das auch Bl.
germanica nicht fehlt und im Grunde besondere, höhere Zellen be-
sitzt, die wahrscheinlich sekretorischer Natur sind. Der Hauptaus-
führungsgang mündet in die Mundhöhle unter der Zunge, aber nicht
in die Speiseröhre. Vom Kröpfe geht zur Speicheldrüse ein beson-
derer Intervisceralmuskel. Jede Speicheldrüse wird von 2 Seiten
innervirt: ausser einem Nerven vom unteren Schlundknoten erhält
sie mehrere Zweige vom n. recurrens, aber keine vom oberen Schlund-
knoten oder vom gangl. ventrale, wie es Kupffer und I. Fr. Brandt
behaupteten. Hör. Soc. Ent. Boss. XVI p. 6 ff., Taf. 11, III und
Sitzber. p. Vin.
Ebenda, Sitzber., macht 0. Brehm eine Mittheilung über
die männlichen Geschlechtsorgane der Blattiden. Wäh-
rend bei BL germanica die Hoden rundlich dreieckige, aus je vier
Schläuchen zusammengesetzte Organe sind, bestehen sie bei P, orien-
talis aus sehr vielen , kleinen Säcken. Bei jungen Exemplaren
sind dieselben prall mit Samen angefüllt, wie schon Rajeffsky
(nach Brehm) angab, fallen bei völlig ausgewachsenen zusam-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 115
men und enthalten wenig' oder gar keinen Samen, der jetzt bereits
in die von Brehm entdeckten Samenbläschen übergetreten ist. —
An diesen wichtigeren Theil der Mittheilung sind noch Angaben
über die Anhangsdrüsen, Begattungstbeile u. s. w. angeschlossen.
Eustegasta n. g. (ab Epilampra differt corpore metallico-
splendente, antennis incrassatis, moniliformibus, pronoti basi media
acutangula, femoribus intermediis inermibus, anticis posticisque parce
spinosis, elytrorum area anali confertim striato-punctata, alarum po-
sticarum vena discoidali 8 tantum ramos ad marg. post., 4 ad marg,
ap. emittente; lamina supraanali Q carinata et utrinque fortiter
reflexa, cercis breviter lanceolatis) für (Epilampra) buprestoides Walk.,
die, bisher nur von Fernando Po bekannt, von Buchholz auch bei
Abo erbeutet wurde und eingehend beschrieben ist; Gerstaecker
a. a. 0. p. 53.
On some uew gener a and species of Blatt ariae
. . . by A. G. Butler; Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 383 fif. Die
neuen Gattungen sind Äehiropoda (Gromphadorrhinae affine,
forma thoracis diversum) für Ae. gigantea (oder insignis? Fig.) von
Betsileo, Mad. p. 386 Fig. 2 und Dicellonotus (Pronotum trans-
versum margine anteriore antice excavato et in coruua producto ;
capite pronoto obtecto, platea supraanali latissima . . ., cerci
brevissimi, cornei) für D. lucano'ides p. 387 Fig. 1 und morsus p. 888,
beide aus S. Indien.
Deichmüller schreibt über einige Blattiden aus den
Brandschiefern der unteren Dyas von Weissig bei Pill-
nitz, nämlich Etoblattina flabellata Germ. var. Stehneri p. 34Fig. 1,
carbonaria Germ. var. p. 38 Fig. 2, 3; Oryctoblattina oblonga p. 41
Fig. 4; Abb. Naturw. Ges. Isis 1882 p. 38 ff. Taf. I.
Aphlebia pallida (Griechenland ; Kleiuasien) p. 42, Graeca (Pe-
loponnes) p. 43; Brunn er, Prodromus.
Periplaneta agaboides (Abo, Camaroons) p. 47, manca (Mungo,
Cam.) p. 48, anthracina [Bonjongo, Cam.)p.49; Gerstaecker a. a. 0.
Deropeltis dichroa (Goldküste) p. 50, carbonaria (Camaroons)
p. 51, robusta (ibid.) p. 52f G erstaecker a. a. 0.
Epilampra lyncea (Victoria; Mungo, Camar.) p. 53, erubescens
(ibid.; Ogowe) p. 54; G erstaecker a. a. 0.
Polyzosteria Sedilloti (Neu-Seeland) p. 459, variolosa (Numea)
p. 460; Bolivar, Ann. Soc. Ent. France 1882,
Anaplecta cincta (Ogowe); Gerstaecker a. a. 0. p. 56.
Phyllodromia parenthesis (Ogowe), hemerobina (Camaroons) p. 57,
centralis (ibid.) p. 58, pustulosa (ibid.) p. 59, patricia (ibid.) p. 60,
pulchella (ibid.) p. 61, cinnamomea (ibid.) p. 62, basalis (ibid.), pun-
ctifrons (ibid.; Gaboon) p. 63, aegrota (Ogowe) p. 64, relucens (ibid.)
p. 65, obsoleta (Goldk.), ampUcollis (Gaboon) p. 66; Gerstaecker
a. a. 0.
116 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Nauphoeta frenata (Ogowe); Gerstaecker a. a. 0. p. 67.
Panchlora adusta p. 69, vitelUna p. 70 (Camaroons); Ger-
staecker a. a. 0.
Gyna capucina (Bonjongo; = G. maculipennis Brunner nee
Schaum), BuchJiolzi (Fernando Po; Camaroons); Gerstaecker
a. a. 0. p. 72.
Derocalymma trichoderma (Abyssinien); Bolivar, An. Soc.
Esp. Eist. Natur. X p. 356, (Cyrtotria) scabricollis (Gaboon); Ger-
staecker a. a. 0. p. 74.
Groraphadorrhina Brunneri (Betsileo, Mad.); Butler a. a. 0.
p. 384.
Perisphaeria (Melanosilpha) oniscina (Camaroons); Gerstae-
cker a. a. 0. p. 75.
Derselbe erwähnt ebenda p. 76 f. das Vorkommen der West-
indischen Holocompsa nitidula F. und cyanea Burm. bei Victoria,
Bonjongo (Camaroons) und Ogowe.
Polyphaga Plancyi (Peking); Bolivar, Ann. Soc. Ent. France
1882 p. 462.
EtohlsitiinsL niazona (Kohlenformation von Mazon creek); Scud-
der, Proc. Boston Soc. Nat. Hist. XXI p. 391 £f.
Forficulidae. Forficula Targionii (Calabrien) p. 14, Äetolica
(A.; Kleinasien) p. 18. Brunn er, Prodromus, (Apterygia) apennina
p. 36 Fig. 7, silana p. 37 Fig. 8, (Apterygia) laminigera p. 38 Fig. 9
(Calabrien); Costa a. a. 0., protensa (Goldküste) p. 45, paederina
(ibid.; Camarons) p. 46; Gerstaecker a. a. 0.
Gerstaecker gibt a.a.O. p. 40 eine erneute und eingehende
Beschreibung der Forficula plagiata Fairm., die nach ihm in die
Gattung Chelisoches Scudd. gehört; eine neue Art letzterer ist Ch.
pulchella p. 42 (Camaroons; Ogowe).
Brachylabis cincticollis (Camaroons) ; Gerstaecker a. a. 0.
p. 44.
Phasmidae. Titanophasma Fay oli s,\ia der Kohlenformation
von Commentry (Allier); Brongniart, Bull. Ent. Fr. 1882 p. 186 f.;
Compt. Rend. Acad. d. Sei. Paris XCV p. 1228 und Bull. Soc. geol.
de France (3) XI p. 142; ein riesiger, 0,25 M. langer Vertreter
dieser Familie, der heutigen Gattung Phibalosoma nahe stehend;
ob ungeflügelt?
Smith schildert die Verheerungen, die Lopaphus cocopha-
gus Newp. auf den Fidschi-Inseln an den Cocospalmen anrichtet.
The insect pest in Fiji; Garden. Chronicle (n. s.) XVI p. 472 f.
Bacillus Ätticus (Athen); Brunner, Prodromus p. 75, tri-
vittatus (Goldk.) p. 98, BuchJiolzi (Camaroons) p. 99; Gerstaecker
a. a. 0.
B. patellifer Bates im „Insect-House" der Zool. Soc. Lond.
aus Eiern (von Bengalen) gezogen; Proceed. 18^2 p. 718 mit PI. LH.
im Gebiete der Artliropoden im Jahre 1882. 117
Podocanthus Wilkinsoni (Westmoreland, Australien; frisst die
Eucalyptus -Bäume völlig kahl); Maoleay, Proc. Linn. Sog. New
South Wales VI p. 536 ff.
Palophus üfmo^awrws (Goldküste); Gerstaecker a. a. O.p.lOO.
Mantidae. Leptocala (n. g. Thespid.; Corpus lineare ely-
tris alisque (^) squamiformibus; caput transverse cylindricum, oculis
rotundatis, antennis setaceis; prothorax meso- et metathorace con-
junctis sexies longior; pedum antic. coxae longissimae inermes, fe-
mora his fere tertia parte lougiora, versus apicem tantum spinosa,
tibiae brevissimae; pedes postici corpore parum breviores, tibiis
abdominis fere longitudine) graciUima (Camaroons); Gerstaecker,
Mitth. naturw. Ver. Neu-Vorp. u. Rügen XIV p. 92.
Derselbe zeigt ebenda p. 96, dass Mantis Diana Stoll und Har-
pax pictipennis Serv. zusammenfallen und Südamerika (Cayenne;
Ega) zur Heimath haben; er gründet auf die Art unter dem Stoll'-
schen Namen die Gattung Anas tira, die Harpax am nächsten ver-
wandt, aber doch durch mehrere Eigenschaften von ihr verschie-
den ist.
Tarachodes oxycephala (Ogowe) p. 77, irrorata (Goldküste)
p. 79; Gerstaecker a. a. 0.
Humbertiella Jieterochroa (Camaroons); Gerstaecker a. a. 0.
p. 80.
Gonypeta modesta (Camaroons?); Gerstaecker a.a.O. p. 82.
Euchomena casta (Fernando Po); Gerstaecker a. a. 0. p. 83.
Callimantis eximia (Parä); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX p. 423.
Miomantis scabricoUis (Goldküste) p. 84, cephalotes (Camaroons)
p. 85; Gerstaecker a. a. 0.
Polyspilota picta (Camaroons) p. 88, validissima (Goldküste)
p. 89; Gerstaecker a. a. 0.
Danuria Biichliölzi (Goldküste); Gerstaecker a. a. 0. p. 93.
Ameles Heldreichi (Griechenland; Kleinasien); Brunner, Pro-
dromus p. 67.
Acridiadae. Ocnerodes (n. g. Nocarodi JFYsc/«. proximum) für
Brunneri Bol, Durieui Bol., Canonicus Fisch., micropterus Bris.,
nigropunctatus Luc, Volxemii Bot, longicornis Bol.; Brunner,
Prodromus p. 192.
The Western cricket (Anabrus purpurascens) ; See.
Rep. U. S. Entora. Commiss. p. 163 ff.
C Thoraas. Synopsis of the species of Anabrus and its
allies; ebenda p. 109 ff. (Beides habe ich nicht gesehen).
Ochrilidia pruinosa (Rhodos); Brunn er, Prodromus p. 92.
Stenobothrus haemorrhoidalis Charp. var. nehulosa (Andalu-
sien) p. 115, parallelus Zeit. var. major p. 127; Brunner, Pro-
dromus.
118 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Gomphücerus palUdus (Sarepta a. d. Wolga); Brunner, Pro-
dromus p. 134.
Sphingonotus coerulans L. var. minuta (Sicilien ; Sarepta) p. 152,
imitans (Granada) p. 153; Brunner, Prodromus.
Sarcophaga lineata Fall, und Callostoma fascipennis
3Iacq. parasitisch in Oedipoda cruciata Charp.; Araer, Natur. 1882
p. 410.
Pachytylus cinerascens auch 1881 in Westfalen (Münster,
Ahaus) beobachtet; 10. Jahresber. Westf. Prov.-Ver, pro 1881 p. 10.
P. migratorius in Estland; Sitzgsber. Naturf. Ges. Dorpat
VI 2 p. 412.
Glyphanus Heldreichi (Athen; Macedonien); Brunn er, Pro-
dromus p. 184.
Nocarodes i^i'e&ßn (Kleinasien), opacus (Chiva); Brunner, Pro-
dromus p. 189.
Pamphagus verrucosus, zebratus (Syrien), gracilis (Cypern),
Yersini (Candia) p. 200, Algeriens (Oran) p. 204, expansus (Gibral-
tar) p. 206; Brunner, Prodromus.
Conil schreibt Etudessurl'Acridium Paranense, J5t<nw.,
ses Varietes et plusieurs Insectes qui le detruisent; Bol.de la Acad.
Nacional de Ciencias de la Repüblica Argentina, Tomo III p. 386 ff.
L, IV — Vn. Als Varietäten werden unterschieden Riojano Weijenh.
und autumnalis Con. p. 419. In dem Leibe schmarotzen die Larven
von Nemoraea Acridiorum Weijenh. und Calliphora interrupta n. sp.,
sowie ein Gordius, G. Acridiorum Weijenb., der die Unfruchtbarkeit
des Wohnthieres verursacht. Den Eiern stellen eifrig Trox -Arten
(pastillarius, suberosus, leprosus, pilularius, guttifer, hemisphaericus)
nach; dem vollkommenen Insekt eine Grabwespe, Enodia fervens
(jL.), die dasselbe lähmt und in ihren Bau schleppt als Nahrung für
die zukünftige Brut; auf den Flügeln fanden sich ausserdem Nym-
phen eines Gamasiden. Die Lebensweise dieser sämmtlichen mit A.
Paranense zusammenhängenden Thiere ist sehr eingehend und an-
ziehend geschildert.
0. St oll schreibt lieber die Wanderheuschrecke von Central-
Amerika, Schistocerca (Acridium) peregrina Oliv., ihr Auftreten, ihre
Entwickelung und ihre Feinde; unter letzteren ist namentlich ein
Buteo, der mit dem volksthümlichen Namen Mazacuan benannt ist,
hervorzuheben. Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VI p. 199 ff.
Pezotettix Pedemontanus (Susa.)) Brunner, Prodromus p. 230.
Platyphyma Giornae i^ossi var. riifipcs; Brunn er, Prodromus
p. 231.
Locustidae. T(h)alitropsis (n. g. caj)ite parvo, verticis fa-
stigio sulcü longitudinali fisso; ant. longissimis, art. 1 magno, intus
obtuse tuberculato; palp. max. art. IV. III breviore; coxae ant.
Spina armatae; femoribus ant. subtus inermibus, post. corpore brc-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 119
vioribiis, crassis, prope apicem tantum attenuatis, carinis inferioribus
tertio apicali spinosis; tib. ant. subtus, medio, spina utrinque, post.
biseriatira et fortiter spinosis, carinis flexuosis spinis miuutis arma-
tis; tarsorum art. 2 primis supra tantum apice bispinosis) Sedüloti
(Neu-Seeland); Bolivar, Ann. Soc. Ent. France 1882 p. 461 f.
Anaiota (n. g. Dectic.) für Pterolepis alpina Yersin und
Omalota (?) apenninigena Targ.; Brunner, Prodromus p. 316.
Äntaxius (n. g.) für (Pterolepis) spinibrachius Fisch., pede-
stris F., Kraussi Bol., Brunneri Krauss, difformis Br.-, derselbe
ebenda p. 324.
Änterastes (n. g. für Pterolepis Raymondi Yers. und) Ser-
biens (Hochgebirge bei Suha Planina); derselbe ebenda p. 327 f. Taf.
IX Fig. 84.
Scudder erklärt die von Swinton und Novak der Gat-
tung Gryllacris zugeschriebenen Reste für solche von Neuro-
pteren und nennt die von Novak beschriebene Art Litliosiälis
bohemica; Proc. Bost. Soc. N. H. XXt p. 167; vgl. den Ber. für
1879 p. 384 (152).
Callimenus Pancici (Nisch in Serbien) p. 252 Taf. VII Fig. 58,
inflatus (Amasia) p. 253; Brunner, Prodromus.
Orphania scutata (Balkan); Brunner, Prodromus p. 256.
Poecilimon incertus (Calabrien); Targioni-Tozzetti, Bull,
Soc. Ent. Ital. XIII p. 182.
Isophya obtusa (Serbien) p. 279, fusco - notata (ibid.) p. 281;
Brunner, Prodromus.
Drymadusa limbata (Smyrna) p. 314, brevipennis (Ins. Syra),
grisea (Hadschyabad) p. 315; Brunn er, Prodromus.
Paradrymadusa longipes (Grusien); derselbe ebenda p. 316.
Omalota (! Anaiota? s. oben); apenninigena (Florenz); Tar-
gioni-Tozzetti, Bull. Soc. Ent. Ital. XIII p. 184.
Pterolepis pedata (Sardinien); Costa a. a. 0.
Rhacocleis Bormansi (Italien) p. 322; Brunner, Prodromus.
Pachytrachelus frater (Ragusa); Brunner, Prodromus p. 321.
Thamnotrizon Smyrnensis (Macedonien ; Bosporus; Smyrna),
annulifer (Taurus) p. 336, prasinus (Smyrna), castaneo -viridis (Brussa)
p. 337, Bucephalus (Külek etc.) p. 338; Brunner, Prodromus,
brevicollis (Sardinien); Costa a. a. 0.
Platycleis laticauda (Messina; Bona) p. 349, incerta (Rheinpro-
vinz) p. 352, fusca (Taygetos) p. 358, Bomogledi (Mehadia etc.), ob-
longicollis (Serbien) p. 360, amplipennis (Be\gra.d) ip. S6l; Brunner,
Prodromus.
Ephippigera Finoti (Algier) p. 376, gracilis (Sierra de Pena-
lara) p. 379, Algerica (AI.) p. 382, antennata (Nemours) p. 383,
Lucasi (ibid.) p. 386, transfiiga (Algier) p. 389, Bormansi (Varese)
p. 393; Brunner, Prodromus.
120 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Pycnogaster Bolivari (Sierra de Pefialara) p. 404 Taf. X Fig. 92
Brunn er, Prodromus.
Dolichopoda Bormansi (Korsika) ; B r u n n e r , Prodromus p. 414.
Gryllidae. A. Berlese theilt seine Osservazioni sulla
anatomia descrittiva del Gryllus campestris L. mit; Atti
Soc. Veneto-Trentin. Sei. nat. VII p. 200 ff. Tav. 9—12.
Arnold giebt eine sehr eingehende und durch Abbildungen
erläuterte Beschreibung von Gr. frontalis Fieb.; Hör. Soc. Entom.
Rossic. XVI p. 38 ff. Taf. IX.
Platyblemnius Finoti (Oran) p. 442; Brunn er, Prodromus.
Bolivar beschreibt das bis dahin unbekannte Weibchen von
Homoeogryllus japonicus de Haan; Ann. Soc. Ent. France
1882 p. 464.
Gryllomorphus alienus (Valencia); Brunner, Prodromus p. 444.
Pseudoneuroptera,
Thysanoptera. Tb. Pergande stellt (aus der Literatur) ein
Verzeichniss Europäischer Arten zusammen ^mit Angabe der
Pflanzen und deren Theile, in denen sie sich finden; s. Ent. Monthl.
Mag. XVIII p. 235.
Psocidae. Kolbe sucht das phylogenetische Alter der
europäischen Psocidengrup pen zu bestimmen; 10. Jahresb.
Westf. Prov.-Ver. pro 1881 p. 18 ff. Indem er die durch Mangel
an Raum in der kleinen Flügelscheide bedingte (übrigens bei zahl-
reichen Ins. hemimetabolis vorkommende) Fältelung des Flügelrandes
der Nymphe für eine phylogenetische Erscheinung ansieht, d. h. sie
für ein Erbstück früherer Entwickelungsstufen, in denen auch die
Iraagines einen so „gekerbten" Flügelrand besassen, findet er in Aiu-
phientomum trichopteryx Hg. einen jetzt noch lebenden Vertreter
dieser alten Gruppe, der genau dieselbe Bildung des Flügelrandes
besitzt. Die Gattung ist ausserdem durch die Bekleidung ihrer
Flügel mit Schuppen ausgezeichnet, eine Eigenthümlichkeit, welche
nur noch Perientomum Hg. und Syllisis Hg. mit Amphientomum
theilen. Eine schwächere Andeutung der Randfältelung, manchmal
nur eine Runzelung, kommt aber auch bei anderen jetzt lebenden
Gattungen vor, denen daher in üebereinstimmung mit der oben an-
geführten Anschauung ein gleich hohes Alter zugesprochen wird.
Hiernach unterscheidet Kolbe in der Familie zunächst 3 Sektionen:
Progenesia, die alten Formen enthaltend, bei denen der Rand der
Vorderflügel gefältelt oder gerunzelt ist; Holophania, die jün-
geren Psociden, bei denen jene Fältelung des Randes der meist wohl
ausgebildeten Flügel fehlt, die Antennen 13-gliedrig sind ; und
Epistantia, welche die „degenerativen", flügellosen oder nur mit
Flügelstummeln au.sgerüsteteu Formen enthält, mit 15 — 29-gIiederigen
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 121
Fühlern. Zu den Progenesia gehören (Neurosemini) Neurosema
Lacht, (Calopsocini) Calopsocus Hg., (Perientornini) Empheria Hg.,
Araphientomum Hg., Thylax Hg., Perientomum Hg., Syllisis Hg.,
(Polypsocini) Polypsocus Hg., (Dypsocini) Dypsocus Hg., (Caeciliini)
Amphipsocus Lacht, Epipsocus Hg., Caecilius Curt., Trichopsocus
Kolbe, Philotarsus Kolhe, Psyllipsocus Lacht, (Hemipsocini) Hetero-
gamia Kolbe, Rhodopteron Kolbe, Hemipsocus Kolhe, (Stenopsocini)
Graphopsocus Kolbe, Stenopsocus Hg., Propsocus Lacht; zu den
Holophania: (Thyrsophorini) Thyrsophorus Burm., (Psocini) Am-
phigerontia Kolbe, Kerastis Kolbe, Psocus Latr., Katobates Kolbe,
Neopsocus Kolbe, Myopsocus Hg., Eremopsocus Lacht, Syngonosoma
Kolbe, Pseudopsocus Kolbe, Omphahdiura Kolbe, (Elipsocini) Meso-
psocus ZbZ&e, Elipsocus Hg., Pterodela ZbZ&e, (Peripsocini) Peripsocus
Hg., Gerontion Kolbe, (Bertkauiini) Bertkauia Kolbe; zu den Epi-
stantia endlich (Psoquillini) Psoquilla Hg., (Troctini) Troctes Burm.,
(Atropini) Hyperetes Kolbe, Atropos Leach. Von der ganzen Fa-
milie und den einzelnen Sektionen ist eine Charakteristik gegeben,
die sich auch auf einzelne anatomische Angaben erstreckt, aber ver-
ständlicher ausgefallen sein würde, wenn statt der lateinischen
Sprache die deutsche angewendet worden wäre.
Hagen theilt in einer The tarsal and antenual charac-
ters ofPsocidae betitelten Abhandlung mit, dass die Larven und
Nymphen auch der Arten, deren Imagines drei Tarsenglieder haben,
zweigliederige Tarsen besitzen, deren Endglied bei der Imago sich in
zwei theilt. Bei den Fühlern findet eine Vermehrung der Glieder eben-
falls durch Theilung der zwischen den beiden Basalgliedern und dem
Endgliede gelegenen Glieder Statt. Entom. Monthl. Mag. XIXp. 12 f.
In dem ersten seiner überaus wichtigen Beiträge zur Mo-
nographie der Psociden in der Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 265 ff.,
217 ff., Taf. I, II behandelt H. A. Hagen die Bernstein-Psoci-
den. Es werden hier nicht nur die bis dahin bekannten (8), sondern
auch die neuen Arten bis ins kleinste Detail beschrieben, soweit es
der Erhaltungszustand der Stücke gestattete. Natürlich können hier
nicht alle Einzelheiten hervorgehoben werden, und ich muss mich
darauf beschränken, die mir am wichtigsten scheinenden Punkte an-
zugeben. Mehrere Arten besitzen an den Füssen einen Haftapparat,
der in einem Schlauche besteht, der bisweilen Fäden mit Endknöpf-
chen enthält (Caecilius proavus, pilosus, debilis; Elipsocus abnormis;
Empheria reticulata; Archipsocus puber). Bei den Vorderflügeln
wird auf eine früher (in Psyche) gemachte, mir aber erst jetzt zu-
gekommene Mittheilung verwiesen, die einen Haltapparat (Schloss)
zwischen Vorder- und Hinterflügeln beschrieb. An diesem Schloss
betheiligen sich die analis, dorsalis und der Theil des Hinterrandes,
in welchem sie enden. Aus dem Bernstein sind 13 Arten bekannt
geworden: 1) Psocus affinisj 2) Epipsocus ciliatus; 3) Caecilius
122 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
proavus, 4) pilosus n. sp. p. 283 Fig. III, 5) debilis; 6) Elipsocus
abnormis; 7) Amphientomum paradoxum; 8) Empheria reticulata,
9) villosa n. sp. p. 221; 10) ArcTiipsocus (n. g. proth. distincto,
libero, capite quadrangulari, impressione occipitali nulla, ocellis
parvis approximatis; palpis max. art. 1 et 2 aequalibus; ant. brevi-
bus, 13-art. ; alis planis, reticulatione imperfecta; tarsis biarticulatis)
puber p, 222 Taf. I Fig. X, 11) tener JBerendt; 12) Sphaeropsocus
(n.g. ; Meso- et metat. liberis, alis superioribas, elytrissimilibus, semiglo-
bosis, magnis, reticulatis, basi scutello separatis ; ocellis nullis, oculis
parvis, confertis; ant. 15 art.; palp. max. art. ultimo elongato ovalis ;
maxilla interne apice tripartita ; tarsis triarticulatis) Künowii p. 226
Taf. II Fig. I; 13) Atropos succinica p. 289 Fig. III.
Derselbe hat bereits früher in der Psyche, Vol. III p. 195,
207, 219 ff. Some Psocina of the U nited States besprochen. —
Mit Caec. pedicularius L. ist Psoc. Salicis Fitch und geologus Walsh.
identisch. — Die Gattungen Amphigerontia und Mesopsocus Kolbe
ist Hagen nicht geneigt, anzunehmen, und Elip. laticeps Kolbe ist
von Mes. unipunctatus nicht zu trennen; Psoc. signatus ist mit uni-
punctatus (immunis Steph.) synonym. Von dieser Art sind in Europa
und Amerika kurzgeflügelte Exemplare, nach Hagen ^ und ^ , mit
Ocellen bekannt geworden; vgl. unten. — Bei Ps. venosus befindet
sich an der Basis beider Flügelpaare eine ausgezeichnete Stelle mit
Porenkanälen, die den als Gehörorganen gedeuteten Gruben anderer
Insekten gleichen — Ueber den Haltapparat zwischen Vorder- und
Hinterflügeln vgl. oben. — Bei den Mundtheilen erinnert Hagen
daran, dass schon Latreille angegeben habe, dass der innere Ast
der Maxillen in dem äusseren wie ein Schlitten beweglich sei, was
alle späteren Beschreiber unberücksichtigt gelassen haben.
Bertkau macht e inen auffallenden Geschlechtsdimor-
phismus bei Psociden bekannt; dieses Archiv XLIX p. 97 jff. Die
Art, bei der er denselben zuerst auffand, beschreibt er unter dem
Namen Psocus heteromorphus p. 98 Taf. I Fig. 1. Sie findet sich im
Rheinthal und dessen Nebenthälern unter Steinen; im August ent-
wickelt. Die (-^ sind ganz normal geflügelt, die ^ haben dagegen
nur kurze Flügelstummeln. — Einen gleichen Geschlechtsunterschied
findet er bei Mesopsocus unipunctatus {Müll.) und einer Art, die er
unter dem Namen Kolhia quisqiiiliarum als neu beschreibt; Corre-
spondbl. Naturh. Verein preuss. Rheinl. u. Westf. 1882 p. 127 ff.
A. 1. 0. werden auch die in eine Kittmasse eingehüllten Eierhäaf-
chen von M. unipunctatus beschrieben. Ferner wird die Bedeutung
der von Burgess für Speicheldrüsen erklärten Körper (s. d. Bericht
für 1879 p. 387) beanstandet und 3 Paar echter Speicheldrüsen
nachgewiesen, die in der Nähe jener Körper in die Mundhöhle aus-
münden. — Zum Schluss werden 26 Arten namhaft gemacht, die
bisher bei Bonn «gefunden wurden.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 123
Zwei der a. e. 0. als neu beschriebenen Arten waren vor
dem Erscheinen des Pleftes von Kolbe unter anderem Namen be-
schrieben worden ; s. unten.
Kolbe beschreibt (12) Neue Psocidenderpaläarktischen
Region; Entom. Nachr. 1882 p. 207 ff.
M. V. Zur Mühlen übergiebt ein Verzeichniss der (25) Pso-
ciden Liv-, Est- und Kurlands; Sitzgsber. Naturf.-Gesellsch.
Dorpat VI. 2 p. 329 ff.
Trocticus (n. g.) gibbulus; Bert kau, d. Archiv a. a. 0. p. 99
Fig. 2 (wird später, Correspbl. etc., als ^ von Mesopsocus unipun-
ctatus erkannt);
Lapithes (n. g.; alis oranino destitutus; oculi globosi, magni,
ocelli nulli; ant. 13 art., setosae, art. ultiraus praecedentibus non
brevior. Maxillae latae, oblique truncatae, dentibus 8 — 9 obtusis
instructae; palporum art. ult. fusiformis, praecedentibus 2 longitu-
dine aequus, proth. mesothoraci fere aequus, meso- et metathorax
non connati; tarsorum art. bini) pulicarius (Rheinprovinz unter
Steinen, auch im Geniste in Wäldern); derselbe ebenda p. 100
Fig. 3. (Ist Bertkauia prisca Kolbe.)
Kolbia (n. g. Caeciliin. Caecilio perquam finitimum, differt
antennis art. 14. perpusillo auctis, pterostigmate (in ^) elongato,
apice non dilatato; alarum margine et omnibus venis robustissimis,
longe et dense ciliatis, ciliis fortibus; oculis mediocribus, ocellis 2,
oblongis; tarsis biarticulatis; ^ alis rudimentariis) quisquüiarum
(Rheinprovinz, am Boden unter Steinen und zwischen Gras); der-
selbe, Correspbl. p. 129.
Neopsocus (n. g. ^ alis 4 completis, Q alulis rudimentatis
instructa. Nervatura alarum similis atque in Psoco, sed areola an-
ticarum postica brevissime pedunculata pterostigmaque postice venula
brevissima porrecta, modo obtusata praeditum; . . . pedes biarticu-
lati) Ehenanus p. 207;
Bertkauia (n. g. = Lapithes BertJc.) prisca p. 208;
Pseudopsocus (n. g.; apterus; ant. art. 13; pedes 3-art.;
maxill. mala interior apice brevi tridentato, denticulis brevibus, ae-
qualibus; oculi prominentes; ocelli nulli; prothorax über, distinctus)
Bostocki (Oeding, auf Abies excelsa) p. 208 f.;
Cerobasis (n. g. Atropin.; ant. 18-art.; palporum art. ultimus
securiformis ; maxillarum mala interior apice quadridens; tarsi 3-ar-
ticulati; appendices dorsales squamiformes desunt; palpi in articul.
2 et 3 extus calcarati) muraria (Oeding i. W., an Mauern) p. 212;
Tichobia (n. g. Atrop. ; ant. 14-art., palp. art. ultimus secu-
riformis; maxillarum mala interior apice trifida; tarsi triartic. ;
appeud. dorsales squamif. desunt; palpi non calcarata) alternans
(ebenda an Mauern); Kolbe, Entom. Nachr. 1882.
Psocus heteromorphus (Rheinproviuz, unter Steinen; ^ geflii-
124 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
gelt, 9 init kurzen Flügelstummeln; Körper mit trichterförmigen
Haaren bekleidet); Bertkau, d. Archiv a. a. 0. p. 98 Taf. I Fig. 1
(= Neopsocus Rhenanus XoZ&e; Bertkau, Correspbl. etc.), jopowictts
(J.); Kolbe, Entom. Nachr. 1882 p. 209.
Peripsocus parvulus (Münster i. W,); Kolbe, Entom. Nachr.
1882 p. 211. "
Caecilius corsicus (C.) p. 209, perlatus (Westf. u. Engl.), piceus
(Sachsen) p. 210; Kolbe, Entom. Nachr. 1882, der ebenda p. 210 f.
eine Analyse der einander sehr nahestehenden europäischen Arten
giebt.
C. Dal ei auf den Canaren; Mac Lachlan, Journ Linn. Soc.
XVI p. 175.
Termitidae. Peal bestätigt die Angabe Müller 's (s. d. Ber.
für 1873/74 2. Hälfte p. 220 (14), dass der Bau der Termiten im
Inneren aus deren Exkrementen bestehen; Nature No. 667 p. 343.
— Nach Bidie üben die Exkremente auf Glas eine ätzende Wirkung
aus; ebenda No. 675 p. 549.
Baum ann analysierte ein Nest, das Beule au x in Australien
gesammelt hatte und einer Ameise (nicht Termite) zuschreibt, das
aber seiner Zusammensetzung nach wahrscheinlich das Produkt von
Termiten ist. Wenn der Verfasser meint, dass die Exkremente
nicht in Betracht kommen, so sei an F. Müller 's Beobachtung
erinnert, der direkt sah, wie schadhafte Stellen durch die Exkremente
ausgebessert wurden. Sitzber. Ak, Wiss. Berlin XX p. 419 ff.
Döderlein macht eine Mittheilung über Termiten in
Japan; Mitth. Deutsch. Ges. f. Natur- u. Völkerk. Ost -Asiens III
p. 211 f.; vgl. auch 0. Schutt ebenda p. 250.
Embiadae. üeber den Fang von Larven der Embia Solieri
Bamh.'? in den Ost-Pyrenäen (Amelie-les-Bains) s. Lucas in dem
Bull. Soc. Ent. France 1882 p. CLXXXV.
Ferlidae. M'Lachlan fand im Val Anzasca die verschollene
Perla Ferreri Pict. wieder auf und giebt eine Beschreibung der-
selben; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 109.
Ephemeridae. Wallengren liefert in Entomolog. Tidskrift
1882 p. 173 ^. ein Verzeichniss der bisher auf der skandinavischen
Halbinsel gefundenen Arten (Ephemera vulgata, lineata, danica,
glaucops; Leptophlebia marginata, cincta, fusca; Caenis brevicauda,
horaria; Cloeon dipterum, russulum; Centroptilum luteolum; Baetis
bioculatus, phaeops, muticus, niger, vitreatus; Heptagenia semicolo-
rata, borealis, sulphurea, fluminum, venosa).
Hagenulus (n. g. prope Adenophlebiam) caligatus (Cuba)
p. 207 ;
Teloganodes n. g., für (Cloe) tristis Hag.;
Leptophyes (n. g. prope Tricorythum) eximius (Cordova)
p. 208; Eaton, Entom. Monthl. Mag. XVIII.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 125
Tel ogan ödes ^ mit leuchtendem Hinterleib; Proc. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. XIII.
G. V. Ciaccio's Abhandlung über die Augen von Chloeon
dipterura in den Rendic. Accad. Sei. Bologna 1880—81 habe ich
nicht gesehen; vgl. Bull. Soc. Entom. Ital. 1882 p. 154 und Journ.
R. Microsc. Soc. 30 (Octob. 1882) p. 609.
C. apicalis (Sardinien); Costa a. a. 0.
Baetis sardoa (S.); Costa a. a. 0.
Odonata» N. A. Poletajew macht folgende Mitthei-
lung über die Muskulatur des Thorax bei den Libellen:
Sie entbehren des medianen Flugmuskels und besitzen nur
die dorsoventralen. Jeder der Hauptmuskeln ist mit einem
oder zwei sehr kleinen Nebenmuskeln versehen. Die Flügel
der Libellen entbehren der „Gelenkknöchelchen", in Folge
dessen sich die Muskeln unmittelbar an die Basis der ver-
dickten Fitigeladern inseriren. Alle Muskeln befestigen
sich mit ihren oberen, einige auch mit ihren unteren Enden
mittels konischer napfförmiger Sehnen. Die Drehungs-
achsen der Flügel schneiden die Achse des Insektes unter
einem Winkel von 30— 35o. Hör. Soc. Ent. Ross. XVI,
Sitzber. p. V.
Diese Angaben sind weiter ausgeführt, durch Abbil-
dungen erläutert und durch die Entwickelungsgeschichte
der Flügelmuskeln vermehrt in den Mai scientifiques; eben-
da p. 10 if. Taf. IV- VIII.
Selys-Longchamps zählt (77) Odonates des
Philipp ine s auf mit Beschreibung der neuen Arten; An.
Soc. Esp. Hist. Nat. XI p. 5 ff. L. I. Von der Gattung
Libellago, die bisher nur aus Afrika Vertreter hatte bekannt
werden lassen, wurde eine Art aufgefunden; die Gattung
Hypocnemis mit 8 Arten ist bis jetzt auf die Philippinen
beschränkt.
E. Liniger stellt die Odonaten des bernischen
Mittellandes zusammen, mit Angabe ihres lokalen Vor-
kommens, Zeit ihres Auftretens und hin und wieder der
charakteristischen Artmerkmale. Von den 63 Schweizer-
arten sind 53 in dem angegebenen Jagdgebiet, hauptsäch-
lich um Burgdorf herum, erbeutet. Mitth. Schweiz. Ent.
Ges. VI p. 215 ff. und 348.
Hagen beschreibt die Spur, die eine aus dem Wasser
126 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
zur Verwandlung einen Baum aufsucliende Nymphe eines
Opbiogomphus im sandigen Ufer hinterliess. Das Hinter-
leibsende zog eine tiefe Furche, zu deren beiden Seiten in
2 Abständen Punkte waren ; die der Furche näheren rührten
von der Tibiaspitze des kürzeren ersten Fusspaares, die
entfernteren von den hinteren Fusspaaren her. NatureNo.
686 p. 173 mit Holzschnitt.
Selys-Longchamps unterscheidet in den C. R. Eni
Belg. 1882 p. 166 ff. in analytischer Tabelle die 4 Gattungen
Cordulia Leach, Gomphomacromia Brauer, Cordulephya
Selys^ Neophya Selys und ihre Untergattungen ; unter
Gomphomacromia errichtet er für die 4 Brasilianischen
Arten androgynis, setifera, Batesi, Volxemi die Untergattung
Neocordylia p. 167; für Epophthalmia gracilis Burm.
Syncordidia p. 168. Ebenda p. 170 gründet M'Lachlan
in derselben Gattung die Untergattung Nesocordidia, für
N. flavicauda von Madagaskar.
Brauer kommt noch einmal auf Sympycna paedisca
(Eversm.) Brauer zur Richtigstellung dieser neuen Art zurück, die
mehr im Osten verbreitet, von S. fusca v. d. L. verschieden, auch
keine Varietät derselben ist, verwahrt sich gegen den Umtausch
seines Namens gegen den nur als Katalogsnamen aufgestellten Kolenati-
schen Agrion truchmenicum, zumal die Art zu Sympycna und nicht
zu Agrion gehört und giebt zu, dass Agrion paedisca JE'-y. (die beschrie-
benen Exemplare!) =: Lestes virens Charp. sei, das von Brauer als
S. paedisca und von Selys irrthümlicb als Varietät zu S. fusca gezogene
Exemplar fälschlich von Eversmann als Agrion paedisca Ev. ver-
sandt sei. Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 75 f.
AUoneura integra (Basilan; Mindanao) p. 32, ohsoleta (Quelle
des Baubo) p. 33; Selys-Longchamps, An. Soc. Esp. Hist.
Natur. XL
Amphilestes Philippina (Bohol); Selys-Longchamps, An.
Soc. Esp. Hist. Nat. XI p. 23.
Hypocnemis haematopus (Mindanao) p. 27 L. I, flammea p. 27;
derselbe ebenda.
Osservazioni sui costumi e sullo sviluppo dell'
Aeschna cyanea Müll.; P. Stefanelli, Bull. Soc. Entom. Ital.
1882 p. 236 fif.
Amans stellt Recherches anat. et physiol. sur la
larve de 1' Aeschna grandis an (Verdauungskanal mit seinen
Depeudenzen); Revue Sciences nat. Montpellier (3) I p. G3 ff. m. Taf.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 127
Gynacantha hyalina (Tiuzon; Sylhet, China?) p. 19, hasiguttata
(Luzon) p. 20; Selys-Loagchamps, An. Sog. Esp. Hist. Nat. XL
DiY>\-dc\wa. BoUvarii (Luzon) p. 14, (5raMm = conciuua Brauer
nee. Eamb.)Tp. 15; Selys-Longchamps, An, Sog. Esp. Hist. Nat. XL
Nenroptera.
M'Lachlan stellt The Neuroptera of Madeira
and the Canary Islands zusammen; Journ. Linn. Soc.
Lond. XVI p. 149 ff. — In historischer Reihenfolge giebt
er zunächst die Quellen an, aus denen er seine Kenntniss
geschöpft hat und verzeichnet dann 53 Arten (14 Tricho-
ptera, 15 Planipennia, 24 Pseudoneuroptera) von denen 19
(24) mit Europa, 4 mit Afrika gemeinsam und 25 den
genannten Inseln eigenthümlich sind. Die ersteren sind:
Limnophilus affinis Curt.] Micromus aphidivorus Schrk\
Hemerobius elegans Steph. , nervosus F. ; Chrysopa vulgaris
Schneid. ; Myrmeleon distinguendus JRamb. ; Termes luci-
fugus ; Stenopsocus cruciatus L. ; Caecilius Dalii M^Lachl. ;
Peripsocus alboguttatus Dahm. ; Cloeon dipterum L. ; Baetis
Rhodani Pict. ; Sympetrum striolatum Charp. , Fonscolombei
Selys] Crocothemis erythraea JBrulle] Anax formosus Van
der Lind., Parthenope Selys\ Cyrtosoma ephippigerum^^^rm.;
Ischnura pumilio Charp. \ fraglich sind Mesophylax (Steno-
phylax Kol.) aspersus Ramb. var. canariensis; Hemerobius
sp.; Palpares hispanus Hag.; Coniopteryx sp.; Gomphus
sp. ; mit Afrika sind die 4 Odonaten Palpopleura marginata
F. ; Trithemis arteriosa JBurm. ; Anax mauricianus Bamh.
und Ischnura senegalensis Ramb. gemeinsam.
Notes on the Neuroptera of Strathglass by
J. J. King; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 8 ff.; . . . of
Langdale; ebenda p. 82 ff.
Trichoptera.
A revisedlistof British Trichoptera, brought
down to date, von R. M'Lachlan weist jetzt 152 Arten
128 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
(gegen 136 i. J. 1870) nach; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 329 ff.
Meyer-Dtir macht eine Uebersichtliche Zusam-
menstellung aller bis jetzt in der Schwe iz einheimisch
gefundenen Arten der Phryganiden, zur Förderung der
schweizerischen Neuropteren-Kunde ; Mitth. Schweiz. Ent.
Ges. VI p. 301 ff. (206 A.).
0 raswitij kryleff y Phriganid (Sur le deve-
loppement des ailes chez les Phryganides) ; N. Poletajeff;
Hör. Soc. Ent. Ross. XVII p. 135 ff. Tab. VI.
Mesophylax n. g. (Stenophylaci valde affine, differt calcari
tibiar. ant. in ^ vix visibili, ita ut form. calc. sit quasi 1, 3, 4 in
^ et J, sed tars. ant. art. I in (;^ aeque longus atque in $;
palpi tenuiores quam in Stenoph.) für M. aspersus Ramhur und ob-
litus Hag.; M'Lachlan, Journ. Linn. Soc. London XVI p. 157.
Stenophylax picicornis Pict, bisher nur aus den Alpen
bekannt, ist auch in den Niederlanden (Venlo) gefunden; van den
Brandt, Tijdschr. v. Ent. 25, Versl. p. XIII f.
Hutton fand im Meere bei Neu-Seeland Gehäuse einer Phry-
ganide, in der M'Lachlan Philanisus plebejus Walk. =■ Anoma-
lostoma R\\oneuT& Brauer erkannte. M'Lachlan beschreibt das
ca. 10 mm lange, 3 mm im Durchmesser haltende, aus „some white
coralline seaweed" konstruirte Gehäuse und die Puppe. Da das Ge-
häuse von der Larve mit herumgetragen wird, so kann die Gattung
nicht zu den Rhyacophilidae gehören; M'Lachlan sieht in ihr eine
anomale Form der Leptoceridae; Journ, Linn. Soc. Lond. XVI
p. 417 ff. mit 5 Holzschnitten; vgl. auch Entom. Monthl. Mag. XVIII
p. 278; XIX p. 46.
Rougemont's „Observations sur l'Helicopsyche
sperata (Mac Lachl.y^ sind nochmals in den Mitth. Schweiz. Ent.
Ges. VI p. 261 ff. mit Tafel abgedruckt; vgl. den Bericht über 1879
p. 393 (163) und 1880 p. 119.
Tinodes canariensis (C.) p. 159, merula (Madeira) p. 160;
M'Lachlan, Journ. Linn. Soc. Lond. XVI.
Planipennia.
lieber Lithosialis Scudd. s. oben p. 119.
Wachtl fand in Ungarn die Larven der Ptaphidia xan-
tho Stigma (Sc/mwm. auf Weinstöcken in den Gängen des Siuoxylon
muricatum; Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 276.
Osten -Sacken theilt über das Betragen des californischen
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 129
flügellosen Bittacus apterus Mac LacJil. mit, dass er auf offenen
Grasplätzen lebt und mit grosser Behendigkeit an Halmen, Mauern
u. s. w. umherklette.rt ; da an denselben Lokalitäten mit ihm eine im
männlichen Geschlecht ungeflügelte Tipula-Art vorkommt, und er ihn
die Tipula aussaugend beobachtet hat, so sind vielleicht Tipulen die
gewöhnlichen Beutethiere jenes Bittacus. Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 123.
(Die von der Redaktion a. a. 0. Anm. 2 angeführten Mittheilungen
Brau er 's beziehen sich sämmtlich nicht auf diese Art, sondern den
B. (tipularius) italicus; Ref.).
B. tipularius bei Saint-Denis-d'Anjou; Laboulbene, Bull.
Ent. Fr. 1882 p. CXXXIII.
J. Bolivar schreibt sobre la estructura de las patas
prensoras de la Mantispa perla Fall, und hebt dabei hervor,
dass bei allen Raubbeinen der Insekten (Mantis, Phymata, Ranatra)
die Hüfte verlängert, und die Schiene gegen den gewöhnlich auf-
getriebenen und mit Zähnen bewehrten Femur einschlagbar ist; An.
Soc. Esp. Hist. Nat. XI p. 35 ff. mit Holzschnitten.
Psectra diptera in Italien (Pavia) ; C. R. Ent. Belg. 1882
p. 77.
W. Saunders macht eine Mittheilung über die Mundtheile
und den Thorax der Larve einer Chrysopa-Art; Amer. Natur. 1882
p. 825.
Chr. minima Kilj. = dasyptera M^Lachl; Mac Lachlan,
Ent. Monthl. Mag. XIX p. 117; vgl. den Bericht für 1881 p. 142
und 1871/72 p. 341 (121).
Chr. fortunata (Canaren) p. 164, subcostaUs (ibid.) p. 166, at-
lantica (Madeira) p. 167; M'Lachlan, Journ. Linn. Soc. Lond. XVI.
Panorpa hybrida (Finnland; Sachsen); M'Lachlan, Entom.
Monthl. Mag. XIX p. 130 ff. mit Holzschnitt, das Hinterleibsende mit
der Zange des Männchens darstellend.
Boreus hiemalis in Frankreich (Aisne); Simon, Bull. Soc.
Ent. France 1882 p. CLXXIII.
Coniopteryx pulchella (Canaren); M'Lachlan, Journ. Linn.
Soc. Lond. XVI p. 173.
Eine nachträgliche Berichtigung über Coniopteryx
psociformis Ciirt. von v. Schlechtendal schiebt das Gespinnst,
in dem die Larven gefunden wurden, diesen selbst zu und beschreibt
die Art und Weise der Verfertigung; vgl. den vorigen Ber. p. 142;
Jahresber. . . . Zwickau 1882 p. 70 ff.
Diptera.
Im Gegensatz zu Meinert's (im vorig. Ber. p. 143
referirt) Darstellung giebt E. Becher eine sieb den alten
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. J
130 Bertkaii: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Anschauungen anschliessende Schilderung zur Kenntniss
der Mundtheile der Dipteren; Denkschr. k. k. Acad.
d. Wissenschaften XLV p. 123 ff. Taf. I-IV und separat,
Wien 1882, 42 S. mit 4 Taf. — Die Oberlippe besteht
aus der äusseren Lamelle, der direkten Fortsetzung des
Gesichtes, und der inneren, gewöhnlich als Epipharynx be-
zeichneten, die mit dem Schlundgerüst in Verbindung steht.
Die Oberkiefer sind nur den blutsaugenden Orthorrhaphen
$ eigen. — Die Stechborste ist ein Auswuchs der unteren
Schlundwand und mag dort, wo sie am Ende behaart ist,
als Zunge dienen. — Die Unterkiefer fehlen den Platy-
peziden, Phoriden, Oestriden gänzlich. Sie bestehen sonst aus
einem Basal- und dem Kaustück oder der Lade. — Ihre
Taster fehlen bisweilen, z. B. bei Midas; sie sind entweder
ungegliedert oder 2— 4-gliederig; wenn scheinbar 5 Glieder
vorhanden sind, ist das erste Glied der sog. Tasterschuppe
homolog. Von Nematoceren besitzt nur Scatopse unge-
gliederte Taster. — Die Unterlippe umschliesst die übrigen
Mundtheile mit Ausnahme der Oberlippe und der Taster.
Die Endlippen sind, wie schon Burmeister wollte, als
umgewandelte Lippentaster anzusehen. In dem speciellen
Theile werden diese Theile in systematischer Reihenfolge
von 176 Arten beschrieben und von 99 Arten abgebildet.
Me inert wendet sich gegen das abfällige ürtheil, das
Becher über Meinert's oben erwähnte Arbeit gefällt
hatte, und sucht die Berechtigung derselben und Missver-
ständnisse von Seiten Becher's nachzuweisen. („Die
Mundtheile der Dipteren" in Zool. Anz. 1882p. 570ff.,
599 ff.)
E. Brandt ergänzt seine früheren Mittheilungen über
das Nervensystem nach Untersuchungen von Larven von
Leptis sp.; 9 Bibio sp. ; Xylophagus ater; Thereva nobili-
tata; Dolichopus popularis Wied., vulgaris Meig.; Sciara
4 sp.; Rhyphus fenestralis, punctatus; Tipula lutescens;
Epiphragma picta; Pedicia rivosa; Tabanus bromius. Da-
nach haben die Larven der Leptiden 13 Ganglien, 2 im
Kopf, 3 in der Brust, 8 im Hinterleib. Ebenso ist es mit
den Bibioniden, Thereviden, Xylophagiden, Asiliden und
Dolichopodiden. Von den Fungicolae hat Sciara 13, Rhy-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 131
phus 12 Ganglien, indem die beiden letzten Abdominal-
ganglien bei Rhyphus zu einem verschmolzen sind. Die
Larven der Limnobiaden haben wiederum 13, die der Ta-
baniden dagegen nur 7 Ganglien (1 Kopfganglion, indem
das g. infraoes. fehlt!; 1 Thorakal- und 5 Abdominalg.);
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 453 ff., Zool. Anz. No. 110
p. 231 ff.
Künckel und Gazagnaire machen wahrscheinlich,
dass die Geschmacksempfindung bei den Dipteren in den
Nebenzungen beginne, an der Stelle, an der sich die sog.
falschen Tracheen öffnen, sie setzt sich längs der falschen
Tracheen fort und ist verstärkt am Ende des Epipharynx,
wo ein ganzes Bündel von Nerven endet; von hier dehnt
sie sich an den Seiten des Epipharynx bis in die Höhle
des Schlundkopfes aus. Comptes Rend. Ac. Sei. XCIII
p. 347 ff.
Da Brauer's Bemerkungen über Latreille's Seg-
ment intermediaire und das Metathorax-Stigma
der Dipteren in dem Zool. Anz. No. 113 p. 306 f. einer
Kürzung kaum fähig sind, so lasse ich sie hier fast un-
verändert folgen: 1. Es ist nicht richtig, dass den Dipte-
ren gleich den Hym. apocr. ein Segment mediaire zu-
komme. 2. Was Latreille dafür gehalten hat, ist theils
das freiliegende Mesophragma der Tipularien, theils das
Metanotum. 3. Der Thorax der Dipteren ist dem der Ci-
caden und Lepidopteren gleich gebaut. 4. Der Metathorax
ist bei der Tipulidenpuppe wie ein Hinterleibssegment ge-
bildet, welches sich unmittelbar dem Mesophragma an-
schliesst und seitlich die Scheide für die Haltere trägt.
5. Das Metanotum geht bei der Entwickelung der Puppe
zur Fliege nicht verloren, sondern bildet einen schmalen
Halbring unter dem Schildchen. 6. . . . 7. Das Halteren-
stigma ist das Metathoraxstigma, welches bisher vermisst
wurde. 8. Der sog. Hinterrücken der Tipularien ist das
freiliegende Mesophragma. 9. Ich schliesse mich der An-
sicht Reinhard's an, deute aber die Stigmen am Thorax
anders, insofern ich sie an den Vorderrand der Segmente
verlege. 10. Ich finde bei allen Fliegen ein Metanotum.
11. Die Ansicht, dass das Schildchen der Fliegen ein Me-
132 Bertkau: Bericht üb. die wissenscliaftl. Leistungen
tascutellum sei, ist vollständig uurichtig. — Die ausführ-
liche Mittheilung ist inzwischen in den Sitzber. k. Akad.
d. Wissensch. LXXXV. Bd. I. Abth. p. 218 ff. mit 3 Taf. er-
schienen.
Eine vorläufige Mittheilung über die Flügel
der Dipteren von E. Adolph spricht aus, dass der Di-
pterenflügel ein modificirter Fächerflügel ist, dessen Con-
kavzüge an die entsprechenden Linien des Lepidopteren-
fltigels erinnern, vertröstet aber wegen der Spezialitäten
auf die in den Nov. Act. Kais. Leop.-Carol. Acad. erschei-
nende ausführlichere Arbeit; Zool. Anzeig. No. 125 p. 609.
Nach E. Becher fehlt den Syrphiden, denen Ger-
stäcker und Künckel eine Stirnblase zugeschrieben hatten,
dieselbe ebenso wie Pipunculus , Platypeza und Phora.
Dieselben bilden somit die den Orthorrhaphen näher ste-
hende Gruppe unter den Cyclorrhaphen, die als Aschiza
den Schizophora (Eumyidae und Pupipara) gegenüberge-
stellt werden. Dieselbe zerfällt in Syrphidae s. 1. mit Syr-
phiden und Pipunculiden und in Hypocera, die ausser den
Phoriden auch die Platypeziden umfassen. Wien. Ent. Zeit.
1882 p. 51 ff. mit Holzschn.
In Rotterdam ist in zwei auf einand erfolgenden
Jahren die Erscheinung beobachtet worden, dass derselbe
Knabe Fliegenlarven beherbergte und ausbrach, und zwar
war der Sitz der Larven der Magen. Sie gehörten 2 Ar-
ten, der Limosina pumilio und der Homalomyia
scalaris an, von welcher letzterer Art ein gleiches Fak-
tum wiederholt gemeldet worden ist. Veth undv. d. Wulp,
Tijdschr. v. Entom. 25. Versl. p. XIV ff.; vgl. auch unten
bei Tipula.
F. Low macht Bemerkungen zu Dr. Kirsch mann 's
Aufsatz: Oestridenlarven beim Menschen (Wien.
Med. Wochenschr. 1881 No. 49) in Wittelshöfer's Wien.
Med. Wochenschr. 1882 No. 9. (Die fraglichen 79 Larven,
welche einer Bäuerin in Smela (Russland) aus der Nase
abgegangen waren, waren nicht Larven von Oestrus ovis,
wie angegeben, sondern einer Sarcophagide).
Dipterous larvae in the human subject; s.
Entom. Monthl. Mag. XIX p. 45, 69.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 133
Als einen weiteren Beitrag zur Metamorphose
zweiflügeliger Inseeten aus den Familien Taba-
nidae, Leptidae, Asilidae, Empidae, Dolicho-
p(od)idae und Syrphidae beschreibt Beling in die-
sem Archiv, 48. Jahrg. 1. Bd. 2. Heft p. 178 ff. die Lar-
ven und Puppen folgender Arten, auf Grund deren er
auch eine analytische Bestimmungstabelle aufstellt: Sargus
cuprarius L.] Chrysomyia polita L.\ Chrysops relictus Meig. ;
Chrysopila laeta Zetter st. ^ nigrita i^., nubecula jPa?L ; Sym-
phoromyia crassicornis Pans.\ Leptogaster cylindric.us Beg.]
Dioctria oelandica L., flavipes Meig., linearis F,\ Laphria
gilva Z. ; Asilus atricapillus Fall., cyanurus Low, Empis
tessellata F., stercorea L., nodosa n. sp., aestiva Lw.\ Mi-
crophorus pusillus Macci. ; Ocydromia glabricula Fall. ;
Rhamphomyia sulcata Fall. , nitidula Zetterst., dentipes
Zetterst.; Hilara interstincta Fall., pilosa Zetterst., maura
-F., matrona Halid.\ Psilopus platypterus F.\ Neurigona
quadrifasciata F.\ Argyra vestita Wied.; Porphyrops cras-
sipes Meig.; Systenus leucurus Liv.; Dolichopus discifer
Stann., popularis Wied., tviviaiMs Ralid., longicornis Stann.;
Chrysotoxum bicinctum Z.; Xanthogramma ornata Meig.;
Syritta pipiens L.
Die Notes on Diptera von R. H. Meade in The
Entomologist XIV p. 285 ff. und Additions ebenda XV p. 24
enthalten Angaben über die Wirthe, aus denen Tachinen,
Sarcophagen, Phoren erhalten wurden.
P. Inchbald (resp. Meade) zählt (englische) Di-
pterous Plant-Miners in their perfect State auf und
macht Bemerkungen dazu; The Entomologist XIV p. 290 ff.
F. M. van der Wulp macht Remarks on certain
American Diptera in the Leyden Museum and de-
scription of nine new species; Notes Leyden Museum
IV p. 73 ff. Die Bemerkungen beziehen sich auf Anthrax
Haleyon^a«/, hypomelas Jfac^., festivaPM.; Diogmites ru-
fescensilfacg'. ; Mallophora nigritarsis F. ; Erax rufinus Wied.;
Volucella scutellata ilfacg'. ; Eristalis bogotensis il/acg., qua-
draticornis Macq.; Dolichogyna fasciata Macq.; Syrphus
calceolatus Macq.; Echinomyia Immaculata Macq.; Phris-
sopoda splendens Macq.; Sarcophaga chlorogaster Wied.,
134 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
rufipalpis Macq., chilensis 3£acq. ; Cyrtoneura stabulans
Fall, (kommt auch in Chili vor); Heteroehroa picta Schin.
ZurSynonymie einiger Chilenischen Dipteren;
von V. V. Röder; Stett. Eni Zeit. 1882 p. 510 f.
J. Portschinsky liefert Part I, II, III seiner Di-
ptera europaea et asiatica nova aut minus cognita
(cum notis biologicis) Hör. Soc. Ent. Ross. XVI 136 ff.,
273 ff. ; XVII p. 3 ff. Ausser der Beschreibung neuer Ar-
ten wird mitgetheilt, dass Hylemyia strigosa F. nur zwei,
aber sehr grosse Larven in Koth absetzt, welche in dem-
selben nur noch einen Tag lebten und sich dann in die
Erde begaben; Spilogaster divisa macht es ebenso. Dasy-
phora pratorum Meig. und Musca corvina F. legen gar
nur eine grosse Larve.
J. Mik referirt über C. R. Osten-Sacken's „Essay
of comparative Chaetototaxy" ; Sitzgsbr. Zool. Bot. Ges.
Wien, 1882, Sitz, vom 1. März; vgl. d. vor. Ber. p. 146;
Entom. Nachr. 1882 p. 219 ff.
In einem Nachtrage zur Chaetotaxie macht Osten-
Sa cken darauf aufmerksam, dass die Eremochaeta im
männlichen Geschlechte zusammenstossende Augen haben
(Holoptica) und sich vorwiegend fliegend in der Luft
bewegen, während die Borstentragenden zugleich keine
zusammenstossenden Augen haben und sich auch kriechend,
kletternd u. s. w. mittels der Beine fortbewegen. Dieses
Verhältniss unterstützt die Annahme, dass die Makrochae-
ten Orientirungsapparate sind (vielleicht zur Wahrnehmung
der Schallwellen dienen?) Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 91 f.
J. Schnabl liefert ein (in polnischer Sprache abge-
fasstes?) Verzeichniss der im Königreich Polen
und im Gouvernement Minsk gesammelten Di-
pteren; Physiograph. Denkschrift 1881 p. 357 ff. (Habe
ich nicht gesehen; vgl. Mik's Referat in Wien. Ent. Zeit.
1882 p. 45).
Von C. R. Osten-Sacken's Referaten über einige
in russischer Sprache erschienene dipterologische
Schriften in der Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 149, 171 ff.,
die sich auf früher erschienene Arbeiten beziehen, führe
ich hier nachträglich nur die Titel an:
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 135
,;B. A. Jaroscheffski. Verzeichn. der in Charkoff
und Umgegend gesammelten Dipteren; Arbeiten na-
turf. Gesellsch. Charkoff X; Nachtrag dazu, ebenda XI;
zweiter Nachtrag XII.
J. Portschinsky. Materialien zur Kenntniss der
Fauna Russlands und des Kaukasus. — Die Bombus-
ähnlichen Dipteren. Arbeiten d. Russ. ent. Gesellsch. X.
A. P. Fedtchenko. Materialien zu einer entomolo-
gischen Fauna des Moskauer Lehrbezirkes. Verzeich-
niss der zweiflügeligen Insekten. Nachr. der kais.
Ges. d. Freunde der Naturk. VI."^
Diptera from the Philippine Islands brought
home by Dr. Carl Semper, and described by C. R. Osten-
Sacken; Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 83 ff., 187 ff. Wäh-
rend unsere Kenntniss der Dipteren von den Philippinen
sich auf 52 Arten beschränkte, führt uns Osten-Sacken
hier fast drei Mal so viel Arten vor, deren natürlich ein
grosser Theil neu ist; manche derselben sind nicht be-
nannt und nicht ausführlich beschrieben ; nur wenige Arten
sind auch aus anderen Theilen Asiens oder des Archipels
bekannt geworden. Am eigenthümlichsten sind die Gat-
tungen der Ortaliden, aus welcher Familie der Verfasser
die Typen von 4 neuen Gattungen (incl. einer von Am-
boina stammenden sogar 5) bekannt macht, die bereits
im vorigen Jahr in den Bull. Soc. Entom. France 1881
p. 99 f. kurz diagnostizirt waren. Von manchen Arten ist
der Flügel im Holzschnitt abgebildet.
V. Röder schreibt über einige selten vorkom-
mende Dipteren (Thyreophora cynophila Pn<s^., Tetanura
pallidiventris FaU.^ Platystyla Hoffmannseggii Meig., von
welcher Art die einzelnen Funde angegeben sind; Oestro-
myia satyrus Brau.)\ Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 384 ff.
Synonymica concerning exotic dipterology
by C. R. Osten-Sacken; Wien. Ent. Zeit. I p. 19 ff.
Brauer 's Versuch einer Charakteristik der Gattun-
gen der Nothacanthen (s. d. vor. Ber. p. 146 und 154) wird
von Osten-Sacken in sehr eingehender Weise besprochen
und mit kritischen Bemerkungen versehen ; Berl. Entom.
Zeitschr. 1882 p. 363 ff. Zunächst spricht sich Osten-
136 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Sacken gegen eine Zusammenstellung von Xylophagus
und Subula aus. Subula allein gehört zu den Notocantha,
wohin die Gattung auch von Latreille (unter dem Namen
Xylophagus) gestellt war, während derselbe den jetzigen
Xylophagus (unter dem Namen Pachystomus) zu seinen
Sicarii stellte. Xylophagus und Coenomyia bilden den
Grundstock der Familie Xylophagidae, die mit den Lep-
tiden in nahem Zusammenhang steht. Arthropeas, Glutops
und eine neue Gattung sind sogar mit den Leptiden zu
vereinigen. Aus der Reihe der von Brauer bei seinen
Xylophagiden aufgeführten Gattungen fallen Lagarus (=
Chiromyza mit offener Diskoidalzelle), Pachystomus (=
Xylophagus) und Antidoxion (= Rhachicerus) aus.
Hierauf macht Osten-Sackeu Zusätze und Berich-
tigungen zu einigen Detailangaben Brauer's. Die Gattung
Rosapha wird von Tinda in genauerer Weise unterschie-
den; die Gattung Toxocera ist mit Eudmeta identisch, und
Macquart selbst hat seine Type, T. limbinervis, an anderer
Stelle unter dem richtigen Namen Eudmeta marginata be-
schrieben. Anisophysa Macq. {= Scatella) ist wohl nur
durch einen Druckfehler Loew's (statt Diphysa) unter die
Notacanthen gerathen ; die Gattung Diphysa, überdies schon
bei Siphonophoren vergeben, ist als Synonymon von Exai-
reta anzusehen. Hermetia hat ein ebenso zweizeilig ge-
fiedertes, und nicht ein flach keulenförmiges Endglied der
Fühler wie Lagenosoma. Beris und Hadrastia sind nicht
durch die Zahl der Dornen am Skutellum, sondern durch
die Fühler zu unterscheiden. Die neuen Gattungsnamen
Drasteria und Compsotoma Schin. i. 1. sind bereits ver-
geben; Solva = Subula; Engonia = Negritomyia und E.
aurata n. sp. = N. (Clitellaria) festinans Wlkr, Thylaco-
soma = Ruba; Massicyta = Lagenosoma. Es werden
ausserdem noch Bemerkungen zu Myxosargus, Hylorus,
Lagarus, Macroceromys, Exochostoma, Thorosena, Pachy-
stomus, Artemita, Cyanauges, Artisso, Cacosis, Euryneura,
Exodonta, Acanthina, Anacanthella, Chlosisops, Chrysochlora,
Chloromyia, Lophoteles gemacht.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 137
Nematocera.
Gecidomyidae. G. Henschel. Ein neuer Forstschädling, die
Fichtenknospen - Gallmücke, Cecidomyca piceac\ Centralbl. f. d.
ges. Forstwesen VII p. 505 ff. Fig. 27—30.
C. Loeivii (Niederösterreich, in den Inflorescenzen von Euphorbia
Gerardiana); Mik, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 265 ff. mit Holzschnitt.
lieber Villi gera s. oben p. 103.
Hormomyia Bergenstammii (Corfu, auf Pyrus salicifolia Kno-
spengallen erzeugend); Wachtl, Wien. Ent. Zeit. I p. 289 ff. Taf. IV
Fig. 1.
Mycetophilidae. Mycetophila. guttata (Wellington; Waikouati;
Dunedin); Hutton a. a. 0. p. 11.
Platyura tridens (Wellington); Hutton a. a. 0. p. 12.
Atomaria Big. ist synonym mit Epidapus, und Atomaria De-
geerii Big. = Epidapus atomarius (Z)e^.) ; Mik, Wien. Ent. Zeitschr.
1882 p. 65; vgl. den vorigen Ber. p. 151.
Sciara rufescens (Dunedin); Hutton a. a. 0. p. 13.
Simuliadae. Hagen bespricht die von H u b b a r d über-
sandten Larven und Puppen einer Simulium- Art, die vielleicht mit
S. pictipes identisch ist; eine Gewissheit über diese Frage liess sich
aber nicht erlangen. The Canadian Entomologist p. 150 f.
Psychodidae. Psychoda conspiciUata (Wellington); Hutton
a. a. 0. p. 13.
Bibionidae. Dilophus in Larven von Chaetoptria hypericana
schmarotzend?; Americ. Natural. 1882 p. 411.
Blepharoceridae. üeber die Verwandtschaft und syste-
matische Stelluug der Blepharoceriden äussert sich Brauer
in der Wien. Entom. Zeit. I p. 1 ff. dahin, dass diese Familie nach
ihrer Metamorphose zu seinen Orthorrhapha Eucephala, vor die Culi-
ciden und Psychodiden, gehöre, wie er schon früher vermuthungs-
weise ausgesprochen habe. In wie weit sich diese Eucephala mit
den Müller'schen Pentanephria (vgl. den vor. Ber. p. 145 f.) decken,
bleibt noch zu untersuchen.
F. Müller gibt eine ausführliche und durch Abbildungen
erläuterte Darstellung der Verwandlung von Paltostoma torren-
tium F. Müll.] Arch. do Mus. Nacion. do Rio de Janeiro, IV p. 47 ff.
Est. IV— VII; vgl. den Bericht f. 1880 p. 127; 1881 p. 151.
Culicidae. G. Dimmock beschreibt den Bau der Mundtheile
und des Saugapparates von Culex; Psyche III p. 231 ff. mit Tafel.
Chironomidae. Meinert(Om retractile antenner hos en
Dipter-Larve Tanypus) beschreibt bei den Larven von Tanypus
varius F. und monilis L. dreigliederige Antennen an den Seiten des
Kopfes, die mit einem Nerv in Zusammenhang stehen und in eine
Scheide zurückgezogen werden können. An dem ßasalglied ist eine
138 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Papille ; neben dem zweiten Glied befindet sich eine Anhangsschuppe ;
Entom. Tidskr. 1882 p. 83 ff. mit Fig. 8—10 auf S. 85.
Chironomus niger (Far-oer); Hansen, Naturhist. Tidsskr. (3)
XIII p. 274.
Tipalidae. Wallengren bringt seine Revision af Skan-
dinaviens Tipulidae zu Ende; Entom. Tidskr. 1882 p. 13 ff.;
vgl. den vor. Ber. p. 152.
Westhoff verzeichnet die bisher in der Provinz West-
falen gesammelten Arten aus der Familie derTipuliden;
Inauguraldiss. Münster 1882 p. 43 ff. (Enthält 144 Arten).
Scamboneura (n. g. Pachyrrhinae similis; differt venatione;
venatio similis Dolichopezae silvicolae, sed praefurca (in ista specie
brevissima) obliterata, vena magna transversa pone finem proxima-
lem cellulae posterioris quartae ; vena auxiliaris distincta et ante
Stigma desinens, ramus anterior v^nae secundae obsoletus; cellula
discoidalis deficiens; venae in dimidio distali alae pubescentes) do-
tata (Philippinen); vielleicht gehört Limnobia vittifrons Walle, in
dieselbe Gattung; Osten-Sacken, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 95
mit Holzschu.
Dicranomyia Osten- SacTceni (Münster); Westhoff a. a. 0. p. 57.
Limnobia Forw^aww^l Münster; Oeding); Westhoff a.a.O. p.3G.
Mik liefert eine Beschreibung und Abbildung des Flüglgeäders
von Trich()cera hirtipennis Siebke = Trichoptera picea Strobl, für
welche der von Wallengren vorgeschlagene Name Diazora a adop-
tirt wird; die Art ist von Strobl in Niederösterreich aufgefunden
worden; Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 140 ff. mit Holzschn.
Eriocera ^erewms p. 91, mansueta p. 92 (Philippinen); Osten-
Sacken, Berl. Entom. Zeitschr. 1883.
Pachyrrhina laconica p. 92, ortiva p. 93 (Philippinen); Osten-
Sacken, Berl. Ent. Zeitschr. 1882.
Cteuophora suspirans p, 93, idalia, dolens p. 94 (Philippinen);
Osten-Sacken, Berl. Ent. Zeitschr. 1882.
de Rossi erzog Ct. atra und var. ruficornis zahlreich
aus Maden in Erlenstümpfen; Ent. Nachr. 1882 p. 296.
Westhoff schreibt eine Inaugural-Dissertation (Münster 1882)
über den Bau des Hypopygiums der Gattung Tipula ikfeiV/.
mit Berücksichtigung seiner generischen und spezifischen Bedeu-
tung, ... 62 S. mit 6 Taf. Nach einer historischen Einleitung geht
der Verfasser zur Schilderung des Hypopygiums über, an dessen
Bildung sich nach ihm das ganze achte und neunte Segment be-
theiligen, deren beide Hälften als lamellae basalis und 1. terminalis
supera und infera unterschieden werden. Am wenigsten ist die 1.
bas. supera umgebildet; an der 1. bas. inf. finden sich bereits An-
hänge, theils paarige, theils ein unpaarer, die in stärkerer Ausbil-
dung an der lam. terminalis auftreten und als drei Paare appendices
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 139
externae (superae, iutermediae, inferae) eine eingehende Schilderung
finden. Von inneren Theilen Hess sich die Bedeutung des „Cen-
tral ge^fässes" (vesicula centralis Duf.) nur vermuthungsweise da-
hin angeben, dass sie zur Aufbewahrung des Spermas bis zur Be-
gattung, also als Samenblase anzusehen sei; auf welche Weise sie
mit den Hoden in Zusammenhang stehe, Hess sich nicht ermitteln.
Der sich an sie anschliessende Penis ist oft sehr lang, fadenförmig,
und kann bisweilen nach geschehener Begattung nicht zurückge-
zogen werden. Was Loew als Penis beschreibt, ist nur ein zur
Stütze desselben dienendes Chitingebilde (gewöhnlich aus 2 Borsten
bestehend) und wird app. interna oder adminiculum genannt.
Alle diese Theile sind von zahlreichen Arten auf den beigefügten
Tafeln abgebildet. Nach ihrer Verschiedenheit lassen sich unter
den Arten der Gattung Tipula folgende 7 Gruppen unterscheiden:
1. T. varipenuis Meig., hortulana Meig.; 2. hortorum L., scripta
Meig.] 3. obsoleta Meig.., marmorata Meig., siguata Staeg.] 4. ole-
racea L., paludosa Meig., fulvipennis Deg., vittata Meig., (mit den
entfernter stehenden lateralis Meig., marginata Meig., Luna Westli.,
sinuata i^. ?), 5 lunata L., peliostigma /Sc/iwmm., Selene ikfßi^r., fasci-
pennis Meig., meilea Schumm., affinis Schumm., (vernalis Meig.), 6. ana-
lis Schumm., quadrifaria Schumm., guestfalioa Westh., cornicina L.,
maculosa Meig., flavescens jL., scurra iliet^.; 7. pratensis, crocata X.
Mik schildert die Metamorphose von Tipula rufina
Meig.; Wien. Entom. Zeit. 1882 p. 35 ff. Taf. I Fig. 42. T. parvi-
cauda (Far-oeor); Hansen, Naturh. Tidsskr. (8) XIII p. 272.
Eine Larve einer Tipula (oleracea?) im Magen des Menschen;
Bull. Ent. France 1882 p. CVI.
Trichosticha Kolbei (Münster); West hoff a. a. 0. p. 57.
Mongoma tenera (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882. p. 89.
Megistocera vulpina (Dunedin); Hutton a. a. 0. p. 16.
Libnotes Seinperi, termitina p. 88, familiaris p. 89 (Philippi-
nen); Osten-Sacken, Berl. Entom. Zeitschr. 1882.
Brachycera.
Xylophagidae. Durch die Zucht einer beträchtlichen Anzahl
von Larven (aus Ulmenrinde) überzeugte sich Laboulbeue (u. Ge-
ber t), dass Subula citripes Duf. mit S. varia Meig. vereinigt
werden muss; Ann. Soc. Ent. France 1882 p. 313 ff.
Stratiomyidae. Eine Stratiomys-Larve in Colorado in einer
heissen Quelle (von 70" C. !); Americ. Natur. 1882 p. 599.
L. T. Day beschreibt The species of Odontomyia found
in the United States; Proc. Acad. Natur. Sei. Philadelphia 1882
p. 74 ff.
140 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungeu
Calochaetis Big. = Rosapha Walle.] Bigot, Bull. Soc. Ent.
France 1882 p. XVIIL
Tabanidae. E. Gobert bringt eine Revision mo/iogra-
phique des especes frangaises de la famille des Tabanides;
Mem. de la Soc. Linn. du Nord de la France und separat 1881 Amiens.
Chrysops discalis (Nordamerika); Willis ton, Transact. Con-
nect. Acad. IV p. 245.
Silvius pollinosus (Nordamerika); Willis ton, Trans. Counect.
Acad. IV p. 244.
Haematopota nigricornis (ganz Frankreich) p. 38, Bigotii (Lan-
des); Gobert a. a. 0.
Tabanus van der Wulpi (Philippinen; = T. pictipennis v. d.
Wulp. nom. praeocc.) p. 97, Ixion p. 99; Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882, Swiridowi (Surmali, Kauk.); Portschinsky, Hör.
Soc. Ent. Ross. XVI p. 273.
Atylotas nigrifacies (Bordeaux); Gobert a. a. 0. p. 80(Separ.).
Leptidae. Chrysopila correcta (Philippinen); Osten-Sacken,
Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 101 nebst Holzschnitt, apicalis (Guade-
loupe); V. d. Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXV p. 119.
Äther ix limbata (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Eutom.
Zeitschr. 1882 p. 100.
Asilidae. Lynch- Arribalzaga fährt in der Beschreibung
der Asilides Argentinos fort; An. Soc. Cientif. Argentina XIII
p. 185 ff., XIV P..132 ff., XV p. 5 ff., 79 ff.
Rliathimomyia (n. g., richtiger Rathymomyia; „Atomosiao
valde affine, notis sequentibus evidenter distinctum: scutellum su-
perfice descendente convexa, satis prominente, setis omnino desti-
tutum; femora postica incrassata, inferne setis brevibus, at validis,
spiniformibus, parce armata; tibiae posticae haud ciliatae; alae latio-
res; abdomen obtriangulare supra minus convexum {f^\ v. ovatum
depressiusculumque ($), apice haud late rotundato, sed obtuse acu-
tiusculo, segm. 7 praesertim in ^ distincto; Organa copulatoria ^
parum exserta") nitidula (Buenos Ayres), Lynch-A rribälzaga
a. a. 0. XIV p. 135 ff.
Pediophoneus n. g.; derselbe ebenda XV p. 87 ff,
My{i)elaphus (n. g. Dasypogon.) meZas (Kalifornien) ; Bigot,
Bull. Ent. Fr. 1882 p. XCI.
Leptogaster princeps (Philippinen) ; Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 102.
Holopogou hullatus (Argent.); v. d. Wulp, Tijdschr. v. Entom.
XXV p. 100.
Holcocephala Uruguayensis (Rep. Oriental); E. Lynch Arri-
balzaga a. a. 0. XIV p. 133.
Laparus argentinus (A.); v. d. Wulp, Tijdschr. v. Entern.
XXV p. 95.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 141
Deromyia Weijenherghi p. 93, placida p. 94 (Argentin.); v. d.
Wulp, Tijdschr. v. Entom XXV.
Stichopogon JDziedzickii (Warschau); Schnabl, Deutsch. Ent.
Zeitschr, 1882 p. 9 ff., peregrinus (Philippinen); Osten-Sacken,
Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 108.
Ceratotaenia rhopälocera (Buenos Ayres); Lynch-Arribäl-
zaga a. a. 0. XIII p. 189.
Osten-Sacken (Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 103) findet, dass
die Asiatischen Arten der Gattung Dam aus von den Afrikanischen,
(die einen büscheligen Knebelbart haben) dadurch abweichen, dass
ihr Knebelbart aus nur 4 in einer Reihe über der Mundöffnung ge-
stellten Borsten besteht. Er gibt von den Asiatischen Arten eine
synoptische Tabelle und beschreibt D. immerita p. 105, vitripennis
p. 106 von den Philippinen.
Derselbe gibt ebenda p. 107 eine erneute Diagnose der Gat-
tung Damalina Vol. und beschreibt D. Semperi p. 107 und cyanella
p. 108 (Philippinen).
Laphria Phalaris p. 109, pseudolus p. 110 (Philippinen); Osten-
Sacken, Berl. Ent. Zeitschr. 1882.
Doryclus Guentherii (Buenos Ayres); Lynch- Arribälzaga
a. a. 0. XIII p. 186.
Mallophora vegeta (Prov. de Santa Fe); Lynch-Arribal-
zaga a. a. 0. XIV p. 140, Bigotii; derselbe ebenda XV p. 6 und
Cat. Dipt. Rio de la Plata in Bol. Acad. Nat. Cienc. IV p. 146 No. 117.
Erax hiUneatus (Argentin.); v. d. Wulp, Tijdschr. v. Entom.
XXV p. 115.
Proctacanthus virginianus (V.) p. 109 PI. 10 Fig. 5, 6, senectus
(Argentin.) p. HO, brevistylaUis (ibid.) p. 111; v. d. Wulp, Tijdschr.
V. Entom. XXV.
Asilus imitator (rio Quinto; mit A. cuyanus Lch. Ä. nahe ver-
wandt und in seinen Unterschieden von diesem sehr eingehend er-
örtert); E, Lynch- Arribälzaga, Anal.Soc. Cientif. Argent. XV p. 79.
Hypenetes asiliformis (Argentin.); v. d. Wulp, Tijdschr. v.
Entom. XXV p. 101 PI. 10 Fig. 2—4.
Epithriptus alhisetosus (Argentin.); v. d. Wulp, Tijdschr. v.
Entom. XXV p. 116.
Emphysomeraa^^ma (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 111.
Nemestrinidae. A. Handlirsch schildert Ei (Larve) und
Puppe von Hirmoneura obscura Meig.\ Wien. Ent. Zeit. 1882
p. 224. Die Weibchen legten ihre Eier in die Bohrlöcher von Holz-
insekten (Frassgänge und Puppenwingen von Anthaxia quadripun-
ctata in Weisstannen, wie sich später herausstellte) ; die Puppen fan-
den sich in der Nachbarschaft jener Holzpfähle im Boden, neben
den verzehrten Resten von Melolonthiden-Larven und Puppen. Die
142 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Puppe der Hirmoneura kriecht aus dem Boden (v/ahrscheinlich hin-
terrücks) heraus, und erst jetzt sprengt und verlässt die Imago die
Puppenhülle. Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 224 ff.
Nemestrina anihophorina (Etschmiadzin) ; Portschinsky, Hör.
Soc. Ent. Ross. XVI p. 136.
Rhynchocephalus Sackenii (erster Vertreter der Rhynchocepha-
lini in Nordamerika; Palembolus Scudd. (fossil) ist mit Rhynchoce-
phalus nahe verwandt); Willis ton, Transact. Connect. Acad. IV
p. 243.
Bombyliadae. Systoechus irm^waiws (Etschmiadzin) ; Port-
schinsky, Hör. Soc. Ent. Boss. XVI p. 136.
Osten-Sacken stellt die Merkmale der 3 Arten Exoprosopa
Oenomaus Bond., doryca Boisd. und flaviventris Dol. neben einan-
der; Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 112.
V. d. Wulp unterscheidet die ihm bekannten 11 Amerikani-
schen Anth rax-Arten in analytischer Tabelle und beschreibt A.
melasoma (Arizona) p. 80 PI. 9 Fig. 2, leucocephala (Argentinien^
p. 81 Fig. 6; Tijdschr. v. Entom. XXV p. 77 ff.; s. auch Notes Ley-
den Mus. IV p. 74.
Acroceridae. Henops brunneus (Lake Wanaka, Neu Seel);
Hutton a. a. 0. p. 25.
Empidae. Nach Mik sind Hemerodromia melanocephala Hai.
(= flavella Zeit.) und precatoria Fall., die Loew als synonym an-
sah, nicht dieselbe Art, wie aus der Abbildung einzelner Körper-
theile mit Sicherheit hervorgeht; Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 39 ff. Taf. I
Fig. 13—18.
Enoplempis cinerea (Kalifornien); Bigot, Bull. Ent. Fr. 1882
p. XCL
Elaphropeza exul (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 113.
Empis nodosa (Harz, nebst den unter Buchenlaub lebenden
Larven und Puppen); Beling, dies. Archiv, 48, Jahrg. l.Bd. p. 208.
Dolicbopodidae. Diaphorus maurus (Philippinen); Osten-Sa-
cken, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 114.
Leucostola Mikii (Franzensbad in Böhmen); Kowarz, Wien.
Entom. Zeit. 1882 p. 32.
Psilopus longisetosus (Brasil,); v. d. Wulp, Tijdschr. v. Entom.
XXV p. 120 PI. 10 Fig. 7.
Syrphidae. Willis ton stellt in der Beschreibung von New
or little known genera of North x\merican Syrphidae in
dem Canad. Entomologist XIV p. 77 ff. folgende neue Gattungen auf:
Brachymyia, für B, lupina p. 77, nigripes p. 78; (wird in
den Proc. Amer. Philos. Soc XX p. 330 als synonym mit Eurrhino-
mallota Big. erkannt);
Hadromyia p. 78, für H. grandis p. 79;
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 143
Eugeniamyia, für E. rufa p. 80.
Derselbe liefert Contributions to a Monograph of
the North American Syrphidae; Proceed. Araer. Philosoph.
Sog. Philadelphia XX p. 299 ff.
Eu(r)rh%nomallota (n. g. Mallotae Meig., Perallasteo Low
vicinum) metallica (Mexico) p. LXVII;
Ischyrosyrphus (n. g. Syrpho vicinum, für S. glaucius,
triciuctus etc. und) Sivae (Indien) ;
Ancylosyrphus n. g. für (S.) Salviae F.;
Simosyrphus n. g. für (S.) grandicornis Macq., planifacies
Macq. p. LXVIII; Bigot, Ball. Ent. France 1882.
Ptilostylomyia (n. g. Graptomyzae vicinum) triangulifera
(Sierra Leone) ;
Atemnocer a n. g. (Temnocerae Saint-Farg. vicinum) für
V'ilucella scutellata; p. CXIV;
Doliosyrphus (n. g. Simoidi vicin.) scutellatus p. CXX, hir-
tipes (Panama), geniculatus (Buenos Ayres) ;
Tigridemyia! ! (Helophilo N\c\Ti\xvß) pictipes (Java);
Prionotomya (Helophilo vicinum) tarsata (Senegal p. CXXI;
Eumerosyrphus (u. g. Helophilo vicinum) Indicmus (J.);
Äsemosyrphus (n. g. Helophilo vicinum) ocuUferus, nigro-
scutatus^ flavocaudatus p. CXXVHI, bicolor (Mexico);
E(li)omaleosyrphus (n. g. ex curia Xylotid.) villosus (Me-
xico) ;
Ortholophus (n. g. Syrittae vic.) notatus (Chili) p. CXXIX;
Kirimyia (n. g. My(i)oleptae vic.) eristälo'idea ! (Japan);
Endoiasimyia (n. g. Volucellae, Phalachromyiae vic.) In-
diana (J.) p. CXXXVI; derselbe ebenda.
Chilosia occidentalis p. 305, lasiophthalmus, rufipes p. 306, ni-
gripennis, parva p. 307 (Nordamerika); Williston, Proc. Amer.
Philos. Soc. Philad. XX.
Chrysogaster stigmatus p. 303, hellulus p. 304 (Nordamei-ika);
Williston, Proc. Amer. Philos. Soc. Philad. XX.
Syrphus sexguttatus (Argent.); v. d. Wulp, Tijdschr. v. Eu-
tom. XXV p. 135, velutinus, disjunctus (Nordamerika); Willis ton,
Proc. Amer. Philos. Soc. Philad. XX p. 314.
Xanthogramma divisa (Nordamerika) ; W i 1 1 i s t o n , Proc. Amer.
Philos. Soc. Philad. XX p. 311.
Ascia metallica (Nordamerika); Williston, Proc. Amer. Phi-
los. Soc. Philad. XX p. 315.
Becher beschreibt die Puppe von Poe ota apiformis/S'c/«rawÄ;
und Larve, Puppe und Imago von Myiolepta obscura n. sp. p. 250,
M. luteola Gmel. und Mallota eristaloides Löw] die Larven beider
Arten kamen im Mulme einer hohlen Pappel vor; Wien. Ent. Zeit.
1882 p. 249 ff.
144 Bertkau: Bericht üb. di< wissenschaftl. Leistungen
Sphecomyia Pattonii (Nordamerika); Williston, Proc. Amer.
Philos. Soc. Philad. XX p. 328.
Myiolepta hella (Nordamerika); Williston, Proc. Amer. Phil.
Soc. Philad. XX p. 308.
Brachyopa media (Nordamerika); Williston, Proc. Amer.
Philos. Soc. Philad. XX p. 3U8.
Volucella facialis (Nordamerika); Willis ton, Proceed. Amer.
Phil. Soc. Philad. XX p. 316, der ebenda p. 317 die Meinung aus-
spricht, dass Temnocera mit Volucella zusammenfalle.
Recherches sur l'organisation et le developpement
des Dipteres (Volucelles) par J. Kunckel d' Herculais; Paris
1882. Habe ich nicht gesehen.
Temnocera recta (Argentin.); v. d. Wulp, Tijdschr. v. Entom.
XXV p. 125 PI. 10 Fig. 9; auf Fig. 8 ist der Kopf von T. spini-
gera Wied., in 10 der von T. setigera 0. S. abgebildet.
Osten-Sacken giebt in der Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 117
eine Charakteristik der Gattung Graptomyza Wied., eine synoptische
Tabelle ihrer Arten p. 118 und die Beschreibung von G. literata
und microdon von den Philippinen p. 119.
S(t)enogaster Comstocki (Nordamerika); Willis ton, Proc. Amer.
Phil. Soc. Philad. XX p. 328.
Sericomyia volucellina (Etschmiadzin) ; Portschinsky, Hör.
Soc. Ent. Ross. XVI p. 137.
Nach V. v. Röder ist Cyphipelta conifrons Big. = Eristalis
vesicularis Erichs., aber weder mit Volucella, wie Bigot wollte,
noch mit Eristalis, sondern am nächsten mit Rhingia verwandt.
Von der Gattung Cyphipelta und der typischen Art C. vesicularis
Er. wird eine genaue Beschreibung gegeben. Wien. Ent. Zeit. 1882
p. 61.
V. d. Wulp stellt in Tijdschr. v. Entom. XXV p. 126 die 13
ihm aus Amerika bekannten Er istalis- Arten zusammen, unter
denen E. (?) unicolor von Guadeloupe neu ist; dieselbe ist beschrie-
ben auf S. 131 und auf PI. 10 Fig. 11—13 abgebildet.
Eristalis- Maden unempfindlich gegen übele Gerüche; J.
Nathan im Kosmos VI p. 298; s. Ent. Nachr. 1882 p. 232.
E. montanus, occidentalis p. 232, Brousii p. 323 (Nordame-
rika); Willis ton, Proc. Amer. Phil. Soc. Philad. XX.
Helophilus celeber (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. p. 116.
Criorrhina Immeralis p. 330, scitula p. 331 (Nordamerika);
Williston, Proc. Amer. Phil. Soc. Philad. XX.
Crioprora femorata (Nordamerika); Willistou, Proc. Amer.
Phil. Soc. Philad. XX p. 329.
Bracliypalpus jJMZc7ier (Nordamerika); Willistou, Tl'.e Canadian
Entomologist XIV p. 79.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 145
Osten-Sacken stellt eine synoptische Tabelle der Milesia-
Arten von dem Indomalayischen Archipel und den Philippinen auf
und beschreibt M. Semperi p. 189, Bigoti p. 190, Bitsemae p. 191
von den Philippinen; Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 187 fif.
Conopidae. S. W. Willis ton schreibt über The North
American species of Conops; Transact. Connect. Acad. IV
p. 325 ff. — Der Verfasser vereinigt die Gattung Pbysocephala
mit Conops und gibt eine analytische Tabelle der amerikanischen
Conopiden-Gattungen. Hierauf werden die ihm bekannt gewordenen
nordamerikanischen Arten von Conops s. 1. beschrieben, von denen
C. obseuripennis p. 328, sylvosus p. 329, xanthopareus p. 332, fur-
cillatus p. 336, Burgessi p. 337, texanus p. 338, affinis p. 339 neu
sind. Con. nigricornis W. wird mit tibialis Say; genualis Lw. und
castanopterus Lw. fraglich mit sagittarius Say vereinigt und fur-
cillatus = aethiops Wlk.'^ erklärt.
Ctenostylum Macq., die ihr Autor fraglich zu den Oestriden
brachte, gehört nach Bigot richtiger neben die Conopiden und
Myopiden, neben denen sie die eigene Tribus der Ctenostylidae bil-
den würde; Ann. Soc. Ent. Fr. 1882 p. 21 f.
Oestridae. A. Guillebeau sprach in der (720.) Sitzung vom
11. Juni 1881 der Naturf. Gesellsch. in Bern über die Nachtheile,
welche der Parasitismus einiger Oestriden ihren Wirthen
bringt; Sitzgsber. u. Mitth. a. d. J. 1881. 11 Heft. No. 1018—1029 p. 7.
Oestriden (?)-Larven unter dem Schilde von Cistudo Ca-
rolina; Packard, Amer. Natural. 1882 p. 598.
Oestromyia Satyrus Brau, in Thüringen; v. Röder, Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 386.
Cobbold liefert eine Beschreibung und Abbildung der im
Magen des Afrikanischen und Indischen Elephanten lebenden Larve
seines Gastrophilus Elephantis, der mit Pharyngobolus africanus Brau.
nicht identisch ist; Trans. Linn. Soc. London (2. Ser.) II p. 246 ff.
und 255.
Die Heimath des Microcephalus Loewii (s. dies. Ber. für
1877 u. 78, 2. H. p. 194 (538)) ist das Jakuck-Gouvernement in Nord-
ost-Sibirien; eine zweite Art ist aus Tirol angedeutet (M. Neuge-
6awm Porsczynski); Schnabl, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1882 p. 13 f.
M. Neugehaueri („Helvetia"); Portschinsky, Hör. Soc. Ent.
Boss. XVI p. 137.
Tachinidae. Hystriomyia (n, g. Echinomyiae affine) Fetis-
soni (Mittelasien, Pischpek) XVI p. 275, lata (Tamga) XVII p. 6;
Sarcotachina (n. g. Macronychiae äff.) suhcylindrica (Char-
kow) XVI p. 277 ;
Pachych{a)eta (n. g. Thryptocerae äff.) Jaroschewsky ! (Char-
kow);
Tachinella (n. g.) Meigeni (Mohilew) p. 281 ;
Archiv für Naturgesch., XLIX. Jahrg. 2. Bd. K
146 Bertkau: Bericht üb. die wissenchaftl. Leistungen
Fseudalophor a (n, g.) parva (Mtzchet, Kauk.) p. 282: Port-
schinsky, Hör. Sog. Ent. Ross.
Hyalomyia aurigera (JS"^^.) (Bonapartea i?f?., Kriechbaumeri
Schin., Helleri Pahi) ist zuerst von v. Roser unter dem Namen
(Phasia) urnifera beschrieben; v. Röder, Berl. Ent. Zeitschr. 1882
p. 386.
Künckel schreibt über die parasitische Lebensweise des Gy-
mnosoma rotundatum; Ann. Ent. Fr. 1879 p. 348 ff. PI. 10 Figg.
1 — 5. Wie bereits L. Dufour von Ocyptera bicolor beobachtet hatte,
leben die Larven dieser Art in Pentatomiden (Rhaphigaster griseus;
Pentatoma prasina) und zwar immer mit ihrer Athemröhre an den
Haupttracheenstamra des Metathorakalstigmas angeheftet. Dufour
h'atte von 0. bicolor vermuthet, dass die Mutter die Eier in das
Stigma lege; das ist aber nicht der Fall; die Eier werden auf einem
der Hinterleibsringe abgelegt und die Larve bohrt sich selbst durch
die Haut, um dann für die ganze Dauer ihrer parasitischen Lebens-
weise (Herbst — Frühling) an demselben Platz festzuliegen und sich
von dem Fet,tkörper ihres Wirthes zu nähren. Ist sie ausgewachsen,
so löst sie sich von der Athemröhre ab, die mit der Trachee der
Wanze in Zusammenhang bleibt, verlässt durch eine freie Oeffnung
in der weichen Rückenhaut ihren Wirth und verwandelt sich (wo,
ist nicht gesagt) in eine Tonnenpuppe. (Diese Notiz hatte ich s. Z.
verlegt; ich denke, ein verspäteter Hinweis ist besser als gar keiner.)
Pachystylum f asciatum (M.oh\\ew)', P ortschinsky, Hör. Soc.
Ent. Ross. XVI p. 276.
lurinea nigriventris (Chili; Argentinien) p. 81, nitida {kvizono)
p. 82; van der Wulp, Notes Leyden Museum IV.
Echinomyia brevipalpis (Lugan) XVI p. 137, Jakovleioii (Amur)
p. 7, Danileioskyi (Krim), albidopilosa (Mittelasien) p. 8, Popellii
(Westrussland) p. 9, Balassogloi (Mittelasien), Ersclwffii (Persien) p. 10.
P ortschinsky. Hör. Ent. Ross. XVII.
Nemoraea erythropyga {Chili); van der Wulp, Notes Leyden
Museum IV p. 83.
Masicera insignis (Chili); van der Wulp, Notes Leyden Mu-
seum IV p. 85.
Phorocera curvinervis (Poltawa; Charkow); Portschinsky,
Hör. Soc. Ent. Ross. XVI p. 275.
Belvoisia leucopyga (Brasil.); van der Wulp, Notes Leyd.
Museum IV p. 84.
Eurygaster Feredayi, marginatus (Dunedin, beide in Raupen
von Liothula omnivora schmarotzend); Hutton a. a. 0. p. 50, 51.
Macquartia oliveomaculata (Mtzchet; Eriwan, Kauk.) p. 279,
longipennis (Duschet) p. 280; Portschinsky, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVI.
1
I
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 147
Loewia setigena (! Mohilew) ; Portschinsky, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVI p. 280.
Dexiadae. Dexia biserialis (Eriwan; Nucha; Elisabethpol);
Portschinsky, Hör, Soc. Ent. Ross. XVI p. 139, masiceraeformis
(Kaukasus); derselbe ebenda p. 283.
Phorostoma _paruMZa (Mohilev) p. 138, intermedia (Elisabethpol;
Eriwan) p. 139; Portschinsky, Hör. Soc. Ent. Ross. XVI.
Synt[h]omocera tricölor (Etschmiadzin) p. 140, acuta, angusti-
frons (Elisabethpol) p. 141 ; P or tschinsky, Hor.Soc. Ent. Ross. XVI.
Zeuxia latifrons (Eriwan); Portschinsky, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVI p. 140.
Sarcophagidae. Hagen giebt eine List ofN. -American
Sarcophagidae nach einer Prüfung der Exemplare durch Meade;
es sind 31 Arten angedeutet, von denen aber nur ein geringer Theil
benannt ist; The Canadien Entomologist p. 146 ff.
Sarcophila megacephala (Orenburg), Balassogloi (ibid.); Port-
schinsky, Hör. Soc. Ent. Ross. XVI p. 142.
Muscidae. Heterochroa pictipennis (Chili); van der Wulp,
Notes Leyden Museum IV p. 91.
Calliphora interrupta (Argentinien ; Schmarotzer in Acrid. Pa-
ranense); Conil, Bol. de la Acad. Nacional de Ciencias de la Repübl.
Argentina, T. III p. 443 L. VI Fig. 32—34, phacoptera (! Chili); van
der Wulp, Notes Leyden Museum IV p. 88, antennatis (IDunedin);
Hutton a. a. 0. p. 60.
Pollenia dasypoda (Mtzchet, Kauk.) ; Portschinsky; Hör.
Soc. Ent. Ross. XVI p. 143.
P. rudis während der kalten Jahreszeit in grossen Schaaren
in Häusern (cluster-fly); Psyche III p. 378.
Dasyphora aeneomicans (Eriwan); Portschinsky, Hör. Soc.
Ent. Ross. XVI p. 143 und XVII p. 4, viridescens (Eriwan; Elisa-
bethpol); derselbe a. 1. 0.
F. Prima, Considerations sur la Lucilia hominivorax,
observations recueillies ä la Guyana frangaise. Paris 1882.
Cyrtoneura stabulans in Raupen von Aletia argillacea;
Amer. Natur. 1882 p. 746.
C. minor (Mtzchet, Kauk.); Portschinsky, Hör, Soc, Ent.
Ross. XVI p. 143,
Anthomyidae. Die 19^ Partie von Bigot's Dipteres nou-
veaux ou peu connus in den Ann. Soc, Entom, France 1882 p. 5 ff.
behandelt vorstehende Familie. In der Einleitung bespricht Bigot
die den Museiden s. 1. gemeinsamen Ckaraktere und sieht als einen
den Tachiniden, Dexiaden, Ocypteriden, Phasiaden, Sarcophagiden
und Museiden s. str. allein zukommenden Charakter die Beschaffen-
heit der 5ten Längsader des Flügels an, die gegabelt und stark aus-
wärts gebogen (selten am Ende verkümmert) ist. Im Gegensatze
148 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
hierzu ist bei den Anthomyiden (sowie bei anderen niedrigen Fa-
milien der Museiden s. 1.) diese fünfte Ader immer gerade, niemals
gegabelt (oder am Ende verkümmert). Da bei den Gattungen Actia,
Melia, Phytomyptera die fünfte Ader nicht gebogen ist, so dürfen
dieselben nicht bei den Tachiriiden bleiben, sondern müssen eine
eigene Gruppe, etwa unter dem Namen Actiadae bilden, zwischen
den Tachiniden und Dexiaden und charakterisirt durch das Ver-
schwinden der fünften Längsader, bevor dieselbe den Rand erreicht
hat; Fühlerborste nackt; im Gesicht oder auf dem Hinterleib meist
zahlreiche Makrochäten. Hierauf giebt der Autor eine synoptische
Tabelle der Anthomyiden-Gattungen (H)Yetodesia, Polietes, Hydro-
phoria, Lasiops, Onodontha, Trichop[h]t[t]icus, Spilogaster, Blain-
villia, Piezura, Mydaea, Parapsilogaster, Drymeia, Eriphia!, Po-
gonomyia, Anthomyia, Achantiptera, Hydrotea, Homalomyia, Azelia,
Pygophora, Syllegoptera, Lispa, Macrorchis, Caricea, Orchisia, Cae-
nosia, Brachypalpus, Faunia, Paranthomyia, Parmalomyia, Parazelia,
Brachygasterina, Ophyra, Limnophora, Atherigona, Dialyta, Myopina,
Leucomelina, Chortophila, Hylemyia, Hammomyia, Mycophaga, Chi-
rosia, Macrochaeta, Sch(o)enomyza, Hoplogaster, Chalisia, Craspedo-
chaeta, Acyglossa, Parachortophila, Hylephila, während die Gattungen
Macrosoma, Phaonia, Felba, Euphemyia, Trennia, Rorhella, Heiina,
Limonia, Phyllis, Cuculla, Egeria, Nerina, Adia, Phorbia, Delia,
Egle, Cloe, Leucophora, Philinta, Aniintha, Glorina, Palusia, Limosia,
Zabia, Phorea, Myantha, Zaphne von Robineau-Desvoidy und
Psiloptera, Microcera, Musciosoma, Gastrolepta, Dendrophila, Neu-
rort(h)a, Ochromyia, Coraostyla, Pachystoma, Gymnogaster, Erigono-
stoma, Botanophila, Psilometopia, Eriot(a)enia, Stomogaster, Lasio-
phthalma, Eriobota, Cimbatoma, Eriostyla von Lioy nicht acceptirt
sind.
Meade fährt in seiner Annotated List of British An-
thomyiidae fort; Entom. Monthl. Mag. XVIH p. 172 fif., 201fr.,
221 ff., 263 fif. XIX p. 29 fif., 145 ff. (Gattungen Drymeia, Pogonomyia,
Ophyra, Trichop[h]t[h]icus, Homalomyia, Piezura, Azelia, Coelomyia,
Hylemyia, Lasiops, Anthomyia, Chortophila). .
Dasyphyma (n. g. Ophyrae proximum, differt femoribus
posticis valde curvatis, subtus ad apicem valde (soll heissen: fortiter?)
unidentatis, dente dense ciliato) armata (Chili); Bigot, Bull. Soc.
Ent. France 1882 p. CLXXXVIII.
Hydrotaea meridionalis (Krim); Portschinsky, Hör. Soc.
Ent. Boss. XVII p. 3.
Limnophora calcarata (Lagodechi, Kauk.); Portschinsky,
Hör. Soc. Ent. Boss. XVI p. 144.
Larve von Homalomyia scalaris F. von einem Knaben
ausgebrochen; Tijdschr. v. Entom. 25, Versl. p. XVI.
Meade giebt a. a. 0. p. 201 von den britischen Arten dieser
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 149
Gattung eine analytische Tabelle, eine Flügelzeichnung von H. aprica
Hat und beschreibt H. spissata p. 203.
Trichop[h]t[h]icus pulcher p. 175, rostratus p. 176; Meade
a. a. 0.
Helomyzidae. Mik erkennt in Blepharoptera Cartereaui
Bigot (dies. Ber. für 1881 p. 160) Neottiphilum fringillarum Frauenf.,
weiche mit Dryomyza praeusta Meig. synonym ist. Die Frauen-
feld'sche Gattung hat volle Berechtigung und die Art ist demnach
Neottiaphilum praeustum {Meig.) zu nennen. — Die Gattung verei-
nigt in sich einige theils den Helomyzinae (wohin Bigot seine Gattung
Blephariptera rechnete) und den Dryomyzinae zukommende Charak-
tere, ist aber doch am zweckmässigsten den letzteren zuzuzählen.
Wien, Entom. Zeit. 1882 p. 194 ff.
Coelopa littoralis (Dunedin; Wellington); Hutton a. a. 0. p. 69.
Sciomyzidae. Adapsilia picta (Lagodechi, Kauk.); Port-
schi nsky, Hör. Soc. Ent. Boss. XVI p. 144.
Psilidae. ChylizaseZecfa (Philippinen); Osten-Sacken, Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 193.
Micropezidae. Osten-Sacken findet, dass die Familie der
Micropeziden am besten • nach den männlichen Genitalanhängen
und nach der relativen Länge und Gestalt der Hinterleibssegmente
eingetheilt werde; neben diesen Merkmalen, die bei trockenen Ex-
emplaren oft nicht zuerkennen sind, bietet die Chätotaxis einige
gute Anhaltepunkte zur Unterscheidung der Gattungen. Er be-
schreibt die Chätotaxis folgondermassen : Das Ocellar-paar von Bor-
sten fehlt überall (Tanypeza gehört nicht hierher). Die 2 Paar
Vertikal-, bisweilen auch die Postveitikal-Borsten vorhanden; unter-
halb der Ocellen ist eine Fronto-orbital-Borste. Keine Humeral-, 2
Posthumeral-, 2 Supra-alar- (in Grammicomyia 3), 2 Präscutellar-, 2
Scutellar- (in Telostylus und Nothybus 4) Borsten. Die Pleural-
Borsten sind bisweilen durch eine starke Sternopleural-Borste, bis-
weilen durch 2, 3 oder mehr schwächere, in eine Reihe gestellte
vertreten. Z. Th. unter Berücksichtigung der Chätotaxie, dann aber
auch nach der Gestalt verschiedener Körpertheile unterscheidet
Osten-Sacken die folgenden Gattungen in analytischer Weise:
Nothybus End., Micropeza Meig., Calobata Meig. (incl. Taeniaptera
Und. und Grammicomyia End.), Euryhata n. g., Anaeropsis Bigot,
Nestima O.-S., Longina Wied., Ntrius F., Telostylus Bigot und be-
schreibt Calobata monedula, territa p. 203, (Taeniaptera) chrysopl^ira
p. 201, galbula p. 202; Euryhata (n. g. Nestimae affinis; metano-
tum supra transverse turaidum, non conicum) hexapla p. 206, semi-
lauta; Telostylus maccus p. 207 von den Philippinen; Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 194 ff.
Ortalidae. Osten-Sacken ersetzt den vergebenen Namen
Pachycephala Dol. durch Notopsila, giebt eine Tabelle der Arten
150 Bertkau: Bericht üb. die wisseDSchaftl. Leistungen j||
und beschreibt N. sexpunctata und curia (Philippinen) p. 210; Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 209. j.
Chloria demandata (F.) von Desmodium triquetrum JD.C. ge-. ■
fangen; Kosmos, 1882 p. 139 f. mit Holzschn. m
Asyntona DoleschalU (Amboina); Osten-Sacken, Berl. Ent."
Zeitschr. 1882 p. 223 mit Holzschnitt; vgl. zu dieser und den vor-
hergehenden Arten den vor. Ber. p. 160. ..
Antineura stolata p. 215, sericata p. 216 (Philippinen); Osten- 1
Sacken, Berl. Ent. Zeitsch. 1882. "
Carlottaemyia (moerens) Big. = Diacrita (costalis) Loeio;
Bigot, Bull. Sog. Ent. France 1882 p. XVIII.
Naupoda pZaiessrt (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 222.
Philocompus cupidus (Philippinen); Osten-Sacken, Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 217.
XensiS^is polistes (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitsch. 1882 p. 220.
Trypetidae. Trypeta Cassandra p. 228, Ällcestis (!) p. 229,
Manto p. 231 (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Ent. Zeitsch. 1882.
Weijenbergh beschreibt Tr. (Icaria) Scudderi, deren Larven
bei Cordova an den Endknospen der Stengel von Heterothalamus
brunioides Less. in eigenthümlichen erhärteten Schaumhäufchen lebt.
Die Entstehung der letzteren ist wahrscheinlich auf den ausfliessen-
deu Saft zurückzuführen, der die von der Larve aus dem After her-
vorgetriebenen Schaumbläschen verkittet (der Verf. stellt Vergleiche
dieser Bildung mit Gallen an, die von mangelhaften Kenntnissen
zeugen). — Osten-Sacken macht hierzu die Bemerkung, dass die
Gattung Icaria, weil schon bei Vespiden vergeben, Eutreta Lw. zu
weichen habe; vielleicht gehört die Art in die Gattung Strobelia
Rond.; Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 363 ff. und 369 f.
Handlirsch erzog ürellia (Tephritis) eluta Meig. aus den
Köpfen von Carthamus tinctorius X.; Wien. Entom. Zeit. I p. 269.
Die Larven von Anomoea antica Wied., welche Art v.
Hey den aus den Früchten von Crataegus oxyacantha erzog, leben
auch in denen von Cotoneaster tomentosa Lindl.; Handlirsch,
Wiener Entomol. Zeit. I p. 269.
Dacus Icarus (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Entom.
Zeitschr. 1882 p. 224.
^ Diplocentra arenata (Philippinen); Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 244.
Enicoptera prodürix (Philippinen) ; Osten-Sacken, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 232.
Urophora diaphora (Isl. St. Martin); van der Wulp, Notes
Leyden Museum IV p. 90.
Myopites sardoa (S.); Costa a. a. 0.
im Gebiete der Arthropoden ira Jahre 1882. 151
Fiophilidae. Kessler schildert den Entwickelungsgang der
Piophila casei* X.; 29. und 30. Ber. Ver. f. Naturk. z. Cassel
p. 58 flf.
Diopsididae. Zygothrica und nicht Zygotricha ist die rich-
tige Schreibweise dieser Wiedemann'schen Gattung; Mik, Wien.
Entoni. Zeit. 1882 p. 63.
Teleopsis motatrix, selecta (Philippinen); Osten-Sacken,
Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 236.
Diopsis argentifera Bigot = subnotata Westw.; derselbe
ebenda p. 237.
Epbydridae. Osten-Sacken giebt eine eingehende Beschrei-
bung der Gattung Dryxo Bobineau-Desv., womit Cyphops Jaenmc/ce
wahrscheinlich synonym ist; Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 238 ff.; neu
sind D. digna p. 241 und spreta p. 242 von den Philippinen.
Drosophilidae. Drosophila hypocausta (Philippinen); Osten-
Sacken, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 245.
Dr. uvarum parasite d'un Polistes; Bigot, Bull. Soc. Entom.
de France 1882 p. XXIII.
Oscinidae. Oscinis dimorpha (Philippinen); Osten-Sacken,
Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 245.
Borboridae. Larve von Limosima pumilio Meig. ira Magen
eines Knaben; v. d. Wulp, Tijdschr. v. Entom. 25, Versl. p. XVI.
Pupipara.
Lipoptena Cervi var. Alcis (Litthauen; grösser und dunkeler
gefärbt als die Stammart); Schnabl, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882
p. 13; vgl. dazu Mik in der Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 64.
Aphaniptera.
Pulex feeding on Lepidopterons Larvae; Chas. J.
Boden, Entomologist XV p. 70.
Lepidoptera.
Aurivillius gibt eine Recensio critica (217) Le-
pidopterorum Musei Ludovicae Ulricae, quae de-
scripsit Ca Linne und lässt einige bisher zweifelhafte
und noch nicht abgebildete Arten kolorirt darstellen (Xan-
thocleis psidii, Amblypodia Thamyras, Hesperia Spio, Pam-
152 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
»
phila Niso, Hypsa Heliconia, Deilemera pellex); in einem
Appendix ist die Synonymie 31 anderer Linne'sclier Arten
besprochen. Kongl. Sv. Vet. Akad. Handl. Bd. 19 No. 5
p. 1-188 mit 1 Taf.
N. Poletajew's Mittheilung Des muscles d'aile
chez les Lepidopteres Rhopaloceres ist auch in den
Hör. Soc. Ent. Ross. XVI p. 436 erschienen.
Scudd er liefert Fragments of the coarser ana-
tomy of diurnal Lepidoptera; Psyche III p. 263 ff.,
295 ff., 307 ff., 319 ff.
Ueber die Farben der Lepidopteren und ihre
Veränderlichkeit s. im 29. und 30. Ber. Ver. f. Naturk. zu
Cassel p. 63 ff.
Bieger erzielte (Farben-) Varietäten durch Fütterung
von Bombyx Quercus mit Kiefernadeln und Arctia Caja
mit Schneebeere; Ent. Nachr. 1882 p. 244 f.
Gau ekler ebenfalls von letzterer Art und von Ha-
dena Pisi, die er mit „der dunkelen amerikanischen Nes-
sel" fütterte; ebenda p. 275.
Edwards berichtet, wie zu wiederholten Malen Ima-
gines von Heliconius Charitonia L. sich auf Puppen
derselben Art ansammelten und dieselben bis zum Aus-
schlüpfen der Image nicht verliessen. Da die Heliconius-
Arten wegen ihres unangenehmen Geruchs von- Vögeln,
Eidechsen etc. verschmäht werden, so fragt es sich; ob in
diesem Falle die Imagines die Puppe beschützen wollten,
oder ob sie vielleicht durch den Geschlechtstrieb angelockt
waren. Die letztere Alternative gewinnt an Wahrschein-
lichkeit dadurch, dass die Puppe weiblichen Geschlechtes,
die Imagines alle männlichen Geschlechtes waren.
Derselbe macht darauf aufmerksam, dass Scud-
der's Annahme zweier von einander ganz unabhängiger
Generationen von Argynnis myrina und bellona für erstere
Art von ihm bereits als irrig nachgewiesen sei; trotzdem
habe Scudder seine Behauptung in unveränderter Form in
seinem neuen Werke über Rhopalocera wiederholt. (Vgl.
d. Ber. über 1871 u. 72 p. 361 (141)). Cincinn. meet. Amer.
Assoc. Adv. Sei., Proc. XXX p. 279 ; Amer. Naturalist
1882 p. 122 f.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 153
Lebenszähigkeit einer (eingefrorenen) Zackeneule, Sco-
liopteryx libatrix; Römer in Verh. u. Mitth. Hermann-
stadt, 32 p. 119.
Schrebank beobachtete einen Kampf (?) zwischen
zwei Raupen der Deilephila Euphorbiae um einen
geeigneten Platz zur Verpuppung ; Ent. Nachr. 1882 p. 193.
Hennig schildert die Erscheinungen (Liehen bom-
bycinus), die 2 „Goldschwanzraupen", L. chrysorrhoea, bei
einer mit empfindlicher Haut behafteten Frau hervorriefen.
Der Ausschlag glich der entzündlichen Schrinde (dem Li-
ehen agrius ähnlich) und war ganz symmetrisch über den
Körper vertheilt, am meisten an den Nates, Rücken, Schul-
tern, Brust, Oberarmen und Oberschenkeln. Als linderndes
Mittel bewährte sich am meisten die von Ratzeburg vor-
geschlagene feinste kalte Regendouche. Sitzber. Naturf.
Ges. Leipzig, 13. Juli 1880 p. 26 f.
Gauckl er stellte Untersuchungen üb er beschleu-
nigte Ueberwinterung von Schmetterlingspuppen
an, indem er dieselben vom 1. Nov. ab einer Temperatur
von +18 bis + 24» R. und — 2« R. aussetzte und letz-
tere dann in eine Temperatur von -f- 20 ^ R. brachte. Das
letztere Verfahren lieferte die günstigsten Resultate. En-
tom. Nachr. 1882 p. 36 ff., 171 f.
On the Life duration of the Heterocera; Lint-
ner, Proc. Amer. Ass. Adv. Sei. XXX p. 268; Canad. En-
tom. Nov. 1881.
Nach Gar den er 's Beobachtung übte ein Wasserfall
(der Hufeisenfall auf Island) eine grosse Anziehungskraft
auf Nachtschmetterlinge aus, ähnlich einer Laterne; Na-
ture No. 645 p. 436. (Sollte nicht der erzeugte Luftzug
die Thiere gegen ihren Willen mitgerissen haben?).
Acherontia Atropos und Sphinx Ligustri in
Bienenstöcken; A. Atropos auf See; Entom. Nachr. 1882
p. 319 ff.
Lepidopterologische Notizen von J. H.W.Ba-
ron von Nolcken enthalten das Resultat der Beobach-
tungen während eines Winteraufenthaltes in Cannes und
beziehen sich meist auf Kleinschmetterlinge; Stett. Ent.
Zeit. 1882 p. 173 ff.
154 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Th. Wardle's Handbook of the Collection Il-
lustrative of the Wild Silks of India . . ., Eyre und
Spottiswoode 1881, ist mir nur aus der Besprechung durch
W. Od eil in Nature Nr. 650 p. 563 bekannt geworden.
Grote führt als Schädlinge unter den Amerikani-
schen „Motten" an: Eugonia subsignaria Hübn.\ („Larvae
affecting the Pine) Citheronia sepulcralis Grote, Tetralopha
dilucucella Grote, Pinipestis Zimmermanni Grote, („Larvae
äff. the Hickory") Phycis carya Grote, angusella Grote, de-
motella Grote, („L. a. the Locust") Salebria contatella Grote,
(„L. a. the Cabbage") Plusia dyaus Grote, Botis repetittilis
Grate-, Bull. U. S. Geol, a. Geogr. Surv. Territ. VI p. 588 ff.
Edwards gibt nach Beobachtung an 71 Nordame-
rikanischen Rhopaloceren die Normalzahl der Raupenhäu-
tungen auf 4 an; Neonympha gemma und vielleicht auch
Callidryas Eubule häuteten sich nur drei Mal, während
Limenitis Disippus in der Winterbrut 5, in der Sommer-
brut 4 Häutungen durchmacht; in derselben Lage sind
wahrscheinlich alle grösseren Argynnis- Arten, deren Lar-
ven unmittelbar nach dem Ausschlüpfen aus dem Ei in
Winterschlaf fallen. — Callosamia Prometha, die bei Coal-
burgh eine doppelte Generation im Jahre hat, macht dort
nur 3, in höheren Breiten 4 Häutungen durch. Psyche III
p. 159 ff., 171 ff
Eine kleine Motte (Tinea?) ovovivipar; s. Proc.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. XXII.
Acherontia Atropos und Sphinx Convolvuli
auch in Westfalen nur mit unentwickelten Geschlechts-
drüsen beobachtet; Landois, 10. Jahresb. Westf. Prov.-
Ver. pro 1881 p. 10.
Cholodkowsky theilt in Fortsetzung seiner frühe-
ren Untersuchungen (s. d. Bericht für 1880 p. 135) mit,
dass bei Tinea pellionella die 8 Hodenfollikel lose durch
Tracheen verbunden sind; sie stellen somit eine Mittel-
form zwischen Hepialus, wo sie ganz unverbunden sind,
und den meisten • übrigen dar, bei denen sie von einer
Kapsel umhüllt werden. Ferner hat T. pellionella nur 2
dicke, nicht sehr lange Malpighische Gefässe, die, da die
Larve 6 sehr lange, variköse hat, wahrscheinlich eine Neu-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 155
bildung sind, während die der Larve während des Pup-
penstadiums durch Histiolyse zu Grunde gehen. Zool. Anz.
No. 111 p. 262 ff.
Hagen fand bei den Weibchen von Prodoxus und
Pronuba eine ungemein grosse Begattungstasche, die durch
das ganze Abdomen geht. Sie ist von birnförmiger Ge-
stalt und hat im Inneren zwei sternförmige Chitinbildungen,
die kurz gestielten Cactusblüthen oder Helianthusköpfen
ähnlich sehen. Die Blätter der Blüthen besitzen auf ihrer
Oberseite eine feine Rinne. Im Innern der birnförmigen
Tasche befindet sich ein Sack, der durch die Sterne in
«einer Lage erhalten wird; an dieser Stelle ist er kugelig,
verengt sich dann und schwillt hierauf wieder an, „gibt
nach unten einen cylindrischen Kanal ab, der im Halse
der Begattungstasche verläuft und weiter unten ihn durch-
bohrt und zum Eileiter geht." Der Raum zwischen der
inneren Blase und der Innenwand der Birne ist bei be-
fruchteten Weibchen ganz mit den wurstförmigen, an einem
Ende stumpf gespitzten, am andern flach abgestutzten Sper-
matophoren angefüllt, die sich namentlich um die Sterne
herum ansammeln. Der innere Sack ist dagegen mit den
haarförmigen Spermatozoen erfüllt, und Hagen glaubt die
Funktion der Blätter der Sterne darin sehen zu können,
dass dieselben die Umhüllung der Spermatozoen zu tren-
nen haben, wobei die Mittelrinne den Weg zum Eintritt
in den inneren Sack abgiebt und erleichtert. Dass die
Wandung dieses letzteren Oeffnungen habe, ist übrigens
nicht angegeben. Zool. Anz. No. 101 p. 18 ff.
Exhibition of some Lepidoptera bred in the
Insect-house (der Zool. Soc. of London); Proc. 1882
p. 459,. 548.
P. Milliere. Lepidopterologie. Iconographie et
description de chenilles et de Lepidopteres inedits.
7 fasc, 1 vol. in -8, rlie, 10 pl. coL, Cannes 1881.
L. Sorhagen liefert die Fortsetzung aus seinem
entomologischen Tagebuch, Berl. Ent. Zeitschr. 1882
p. 129 ff., zumeist Bemerkungen über die Raupen von (73)
Kleinschmetterlingen, theils nach eigenen Beobachtungen,
156 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
theils nach fremden Mittheilungen enthaltend; vgl. den vor.
Ber. p. 166.
Blackburn liefert die Beschreibung der Raupen
folgender Schmetterlinge von Hawaii: Vanessa tammeamea
Kotz\ Holochila Blackburni Tiiely; Agrotis cremata Biitl.;
Rhodaria despecta Butl.-, Ent. Monthl. Mag. XIX p. 55 f.
Maurice in seinen Des larves aquatiques dans
les differents groupes des Lepidopteres geschrie-
benen Aufsatze vergleicht die im Wasser lebenden Raupen
von Hydrocampa, Cataclysta, Paraponyx, Palustra und
einer Philampelus-Art, und hebt hervor, dass nur die Rau-
pen von Paraponyx Tracheenkiemen haben; Bull, scientif,
du Depart. du Nord. IV p. 115 ff.
H. Dewitz liefert Beschreibungen und Abbildungen
von Jugendstadien exotischer Lepidopteren; Nova
Acta Ksl. Leopold. - Carol. - Deutsch. Akad. Naturf. XLIV
No. 2 p. 247 ff. Taf. VIII, IX. Es werden beschrieben
(von Cuba): Colaenis Delila F, (Raupe auf Passionaria) ;
Pyrgus Syrichthus F. (Raupe auf Sida); Pergesa Croesus
Dalm. (Raupe auf Erythroxylum und Hamelia); Pseudo-
sphinx Tetrio Huhn, (eben dem Ei entschlüpfte Räupchen,
die ebenfalls schon quergestreift sind wie die älteren);
Glaucopis Chalciope Huhn. (Cocon; Raupe auf Cupana
Americana L.), Omphale Hübn. (Cocon; Raupe auf Mika-
ria), Charidea cimico'ides H.-Sch. (Cocon; Raupe auf Ce-
cropia); Euproctis argentiflua Hübn. (Cocon; Raupe lebt
auf Coffea und Terminalia, und wird von Smicra ignea
Cress. verfolgt; die Cocons beweisen, dass die Art nicht
zu den Lipariden, sondern zu den Cochliopoden, in die
Gattung Heterogenea zu stellen ist); Perophora Packardii
Grote (Raupeusack) sowie die Säcke zweier anderer Rau-
pen und die den einen derselben bewohnende Raupe;
Euscirrhopterus Poeyi Grote (Raupe und Puppe, auf Piso-
nia aculeata L.)\ Callierges Sunia 6^?^. (Cocon; auf Gossy-
pium); Euthysanotia Timais Gram. (Raupe; auf Amarylli-
deen); Euglyphia fastuosa Guen. (Raupe; auf Corchorus
siliquosus); (von Cap York) Doratifera chrysochroa Feld.
(16 dicht gedrängte Cocons an einem Aste); (von Luzon)
Danais juventa Gram. (Raupe) ; Cethosia Biblis Dniry var.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 157
Eurymena Feld. (Raupe und Puppe); Athyma Kasa Jföore
(Raupe und Puppe; auf Stilago Bunins); Ornithoptera
Rhadamanthus Bsd. (Raupe und Puppe). Papilio Palepha-
tes Westw., Antiphus F. var. Kotzebuea Esch.j Alphenor
Cram., Agamemnon L. (Raupen und Puppen) ; Macroglossa
Hyllas L. var. (Raupe in zwei Varietäten und Schwänz-
ende der Puppe); Euschema Bellonaria Guen. (Raupe und
Puppe; Spannerraupe}.
Edwards machte die Erfahrung, dass Carbolsäure die
grüne und blaue Farbe der Flügel von Limenitis Artemis
in Purpur umgewandelt hatte, dass dagegen nach Verlauf
einiger Wochen die ursprüngliche Farbe zurückkehrte.
Wilson versucht eine Erklärung dieser Erscheinung auf
Grund der verschiedenen Farbe gewisser Pigmente, je
nachdem sie sich in saurer, neutraler oder alkalischer Lö-
sung befinden. Psyche III p. 87.
F.Müller bespricht bemerkenswerthe Fälle er-
worbener Aehnlichkeit bei Schmetterlingen; Kos-
mos V; s. Nature No. 656 p. 86 f., 657 p. 105.
Als Beispiel zu einem solchen Falle macht Peal in
Wort und Bild eine Raupe (aus Asam) bekannt, die er-
schreckt die Gestalt einer Spitzmaus (? shrew), wie Peal
meint, desjenigen Thieres, das sie am meisten zu fürchten
hat, annimmt; Nature No. 668 p. 368.
Argyll beschreibt ebenda No. 684 p. 126 eine „Motte",
die im Sitzen für das Auge in ihrer Umgebung vollstän-
dig verschwand; Johnson desgl. die auf der wilden Bal-
samine lebende Raupe eines ihm unbekannten Schwär-
mers aus Assam (jedenfalls eine Chaerocampa), die mit
einer Schlange eine täuschende Aehnlichkeit haben soll (?);
ebenda p. 126 mit Holzschnitt.
Meldola behandelt die Mimikry between Butter-
flies of protected genera und schliesst sich der Er-
klärung F. Müller's an; Ann. a. Mag, N. H. (5) X p. 417 ff.
In der 15. Winterversammlung der Niederl. Entomol.
Gesellsch. zeigte Sn eilen 2 Reihen folgender Arten vor:
Axylia putris Z., Timandra amata X., Boarmia crepuscu-
laria W. F., Cidaria ferrugata L., Agrotera nemoralis Scop.
und Blabophanes monachella. Die eine Reihe enthält ein-
158 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
heimische, die andere aus Java stammende Exemplare,
zwischen denen sich gar keine oder nur ganz schwache
Unterschiede, die nicht als spezifische anzusehen sind, auf-
finden lassen. Tijdschr. v. Entom. XXV, Verslag p. CXXVL.
P r e y e r schreibt On certain temper ature
forms of Japanese Butterflies; Trans. Ent. Soc.
London 1882 p. 485 ff. — Der Verfasser wendet die Be-
zeichnung „Temperatur-Form" desshalb an Stelle der sonst
üblichen „Säson - Form" an, weil er auch solche Erschei-
nungen berücksichtigt, die unabhängig von der Jahreszeit
sind und wesentlich von der Temperatur bedingt zu sein
scheinen. Solche verschiedene Formen werden nun erwähnt
von Papilio Xuthus und Xuthulus, Machaon, Alcinous,
macilentus, Demetrius; Gonepteryx Rhamni ; ColiasHyale;
Pieris Napi = Melete, Rapae; Terias Hecabe = Manda-
rina, = Hecabeo'ides = sinensis = Mariesii = Anemone
= connexiva = hybrida = Aesiope = Brenda = Sari, für
welche Art Preyer desshalb den Namen muUiformis vor-
schlägt; Leucophasia Vibilia = Sinapis (?); Lethe Diana
= Sicelis; Neope Goschkevitchii; Yphthina Baldus; Lime-
nitis Sibylla; Vanessa C-aureum = Pryeri; C-album = Fen-
toni = hamigera; Polyommatus Phlaeas; Lycaena Argio-
lus, Argia = Japonica ; s. auch ebenda Proceed. p. XVI ff.
The Butterflies of North America by
W. H. Edwards sind mit Part. X fortgesetzt, enthaltend
Satyrus Alope F. und Heliconia Charitonia L. und den
Anfang (von Papilio bis Argynnis) einer „Synopsis of North
American butterflies; revised and brought down to 1882";
s. Entom. Monthl. Mag. XIX p. 91.
In dem Bull. Brookl. Ent. Soc. IV p. 49 ff. beginnt
J. B. S m i t h eine Synopsis ofthe genera ofthe
Noctuidae.
Butler zählt 74 von Walsingham in Califor-
nien gesammelte Rhopalocera auf; Journ. Linn. Soc. Lond.
XVI p. 462 ff.
G r 0 1 e beschreibt New Moths with partial cata-
logue of Noctuae; ferner New Moths, . . . with notes
on noxious species, and remarks on Classification ; Bull.
U. S. Geol. a. Geogr. Survey, VI p. 563 ff., 579 ff.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 159
Godman und Salvin setzen in der Biologia Cen-
trali-Ä.mericana die Beschreibung und Abbildung* cen-
tralamerikanischer Rhopaloceren fort.
Columbische Chiloniden, Crambiden und Phy-
cideen beschrieben von P. C. Zeller, mit Abbildungen
von G. Schulz; Hör. Soc. Eni Ross. XVI p. 154 ff., Taf.
XT, XII.
Als V. seiner Beiträge zur Schmetterlings-
Fauna von Surinam liefert Möschler ein Supplement
zu seinen früheren, zumeist Macrolepidoptera enthaltend;
Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 303 ff. Taf. XVII,
XVIII; vgl. den vorig. Ber. p. 169.
Butler bespricht Heterocerous Lepidoptera coli,
in Chili .. . mit Angaben über Erscheinungszeit, Futter-
pflanze der Raupe u. s. w.; Trans. Entom. Soc. London
1882 p. 1 ff., (101 ff.) 113 ff., 339 ff.; PI. I, XVI.
Farrago Lepidopterologica. Contribuciones al
estudio de la fauna Argentina y paises limitrofes por Car-
los Berg; An. Soc. Cientif. Argentina XIII p. 164 ff., 213 ff.,
257 ff.; enthält: I. Sinonimia y apuntes acerca de Rhopalo-
cera, p. 164 ff.; IL Sinonimia de tres Sphingidae, p. 170 f.;
III. Agaristidae de la Repüblica Argentina, p. 172 ff.; IV.
Bombicoideos nuevos 6 poco conocidos, p. 178 ff., 257 ff.
Desselben Analecta Lepidopterologica enthalten Con-
tribuciones al estudio de la fauna de la repüblica
Argentina y otros paises americanos; ebenda XIV
p. 275 ff. (Oeceticus, Megalopyge, Carama, Mimallo, Leu-
cania, Agrotis, Orthodes, Chloridea, Acontia, Erastria, Thal-
pochares, Palindia {■— Peropalpus), Plusia).
Christ behandelt die Tagfalter und Shingiden
Teneriffa's; Mitth. Schweiz. Ent. Gesellschaft VI p. 333 ff.
Dieselben zerfallen hinsichtlich ihrer Herkunft in 5 Grup-
pen. Aus dem benachbarten Continent sind eingewandert
und ohne wesentliche Veränderung geblieben: Pieris Ra-
pae, Daplidice; Colias Edusa; Polyommat. Phlaeas; Lycaena
Baetica, Astrarche; Vanessa Cardui; Argynnis Pandora;
Danais Chrysippus ; Epinephele Janira var. Hispulla ; He-
sper. Actaeon; Sphinx Convolvuli; Deileph Celerio; Macrogl.
Stellatarum; ein Theil derselben ist ganz gleich der con-
160 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
tinentalen Form; ein anderer bat eine „insulare Verküm-
merung" erlitten (Lyc. Baetica; Deil. Celerio; Sph. Con-
volvuli); noch ein anderer hat sich höher entfaltet (P. Da-
plidice; Colias Edusa; L. Astrarche, Arg. Pandora, Dan.
Chrysippus; Ep. Jan. v. Hispulla). 2. Aus Amerika ist
Vanessa Huntera eingewandert. 3. Weit nach Osten deutet
Van. Callirrhoe var. Vulcanica. 4. Endemisch sind: Pieris
Cheiranthi, vikariirende Form der Brassicae; Rhodocera
Cleobule (~ Cleopatra); Pararge xiphio'ides (<^ Egeria);
Deilephila Tithymali; ( ~ mehreren continentalen und Insel-
formen des Mittelmeeres); die genannten zeigen einen hö-
heren Entwicklungsgrad als die „homologe" Festlandsform.
5. Ein Ueberrest aus früherer Zeit und ein Bindeglied
zwischen der Baetica- und Argus-Gruppe ist Lycaena Web-
biana JBrulU (= Fortunata Staud).
Speyer macht Lep idopterologische Bemerkun-
gen die sich auf Pieris melete Men., Rapae var. Mand-
schurica; Lycaena Zephyrus, Argus, Aegon, Escheri var.
dalmatica; Eupithecia abietaria, togata, laricata, castigata,
semigraphata beziehen; Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 375 ff.
G. Stange theilt seine Beobachtungen mit; ebenda
p. 512 ff
Drei Sommer in den Pyrenäen; vonO. Struve;
Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 393 ff.
Swinton stellt eine Table of the appearance
of rare Lepidoptera in connection with the Sun-
spots zusammen; die für England seltenen Schmetterlinge
sind: Sphinx Convolvuli; Deilephila Galii, Livornica; Chae-
rocampa Celerio; Colias Edusa, Hyale; Argynnis Latonia;
Vanessa Antiopa; Pieris Daplidice. Nature 1882 No. 651
p. 584.
E. A. Atmore macht Notes on the Lepidoptera
of West Norfolk; Entomol. Monthl. Mag. XVIII p. 239.
Teich macht Bemerkungen über die Schmet-
terlings-Arten in Livland; Stett. Ent. Zeit. 1882p. 21 3 ff.
Als neue Bürger von Livland führt Teich Lithosia
pallifrons; Fumea crassiorella; Eupithecia trisiguaria, do-
doneata; Catocala adultera; Acentropus Newae auf; Kor-
respbl. Naturf. Vereins Riga XXV p. 28.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 161
Schöyen stellt Lepidopterologiske Undersö-
gelser iRomsdals Amt Sommeren 1880 an; Nyt Ma-
gaz. Naturvidensk. XXVII p. 1 ff.
W. M. Schöyen zählt als Nye Bidrag til Kund-
skaben om det arktiske Norges Lepidopterfauna
die im Sommer 1881 in Saltdalen gesammelten Arten (nebst
4 1882 gesammelten im Ganzen 237, 117 Macro-, 120 Mi-
crolepidoptera) ; Tromsöe Museums Aarshefter V p. 1 ff.
Donckier de Donceel stellt einen Catalogue des
Lepidopteres de Belgique zusammen; Ann. Sog. Ent.
Belg. XXVI p. 5 ff.
P. C. T. Snellen. De Vlinders van Nederland.
Microlepidoptera systematisch beschreven, 2 dln., Leiden
1882. Habe ich nicht gesehen.
A. P. schildert den Mombacher Wald und seine
Lepidopteren. Entom. Nachr. 1882 p. 265, 289, 297 ff.
Schmetterlinge von Cassel und Umgegend s. im 29.
u. 30. Ber. d. Ver. f. Naturk. zu Cassel p. 63 und 71.
Lepidopteren des Mangfallgebietes (Oberbay-
ern); V. Qumppenberg, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 489 ff.
Die Kleinschmetterlinge des Elsass in der
zweiten Auflage von Peyer-Imhoff's Katalog sind von
Fettig bearbeitet; es sind hier 79 Arten zu den in der
ersten Ausgabe aufgezählten hinzugekommen; ausserdem
die Lebensweise der Raupen durch manche Zusätze berei-
chert; vgl. dies. Bericht für 1873/74 p. 230 (206) und 1880
p. 144; Bull. Soc. d'Hist. Nat. Colmar, 22. et 23. Annees,
p. 33 ff
Ebenda p. 251 ff. zählt Reib er die an den Glocken
der elektrischen Beleuchtung in Strassburg gefangenen Ar-
ten auf, unter denen Spilosoma Urticae, Pleretes matro-
nula, Harpyia bicuspis neu für Elsass. Auch ein Exemplar
des Att. Yaraama'i wurde gefangen.
Von H. Frey ist ein zweiter Nachtrag zur Le-
pidopteren-Fauna der Schweiz erschienen; Mittheil.
Schweiz, ent. Ges. VI p. 349 ff. (Bemerkungen über 130
Arten und Var. enthaltend).
Die Anfänge zu einer Lepidopteren- Fauna
des Kantons Thurgau von Engster zählen 302 Gross-
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. I^
162 Bert kau: Bericht üb. die wiesenscliaftl. Leistungen
Schmetterlinge auf; Mitth. Thurg. Natiirf. Gesellsch. IV
p. 105 ff.
P. C. Zeller führt in einem Nachtrag zur Lepi-
dopterenfauna des oberen Albula weitere 18 Arten
auf; Jahres -Ber. Naturf. Ges. Graubtinden (N. F.) XXV
V. 22 ff.
A. Curö macht Zusätze zu seinem Verzeichniss der
Pyralidinen und Tortricinen Italiens; Bull. Soc. Ent. Ital.
1882 p. 151 ff.
Falter der Umgegend von Sarajevo; Wien.Ent.
Zeit. I p. 22.
Staudinger beendet seine Bemerkungen über die
Lepidopteren - Fauna Kleinasiens; Hör. Soc. Ent.
Ross. XVI p. 65 ff., mit Nachträgen, zu denen ihm Samm-
lungen bei Amasia das Material lieferten und einem Ver-
zeichniss aller bisher in Kleinasien aufgefunde-
nen Lepidopteren-Arten.
H. Christoph beschreibt einige (11) neue Lepi-
dopteren aus Russisch-Armenien; Hör. Soc. Ent.
Ross. XVII p. 104 ff
Staudinger beendet seinen Beitrag zur Lepido-
pteren-Fauna Central-Asiens; Stett. Ent. Zeit. 1882
p. 35 ff.
Christoph beschreibt weiter Neue Lepidopteren
des Amurgebietes; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, LVII
p. 5 ff.
W. V. Hedemann fährt in seinem Beitrag zur Le-
pidopteren-Fauna des Amur-Landes fort; Hör. Soc.
Ent. Ross. XVI p. 43 ff Taf. X und 257 ff Taf. XIH;
vgl. den Ber. für 1879 p. 411. (Bezieht sich noch auf die
Spanner; zwei der früher beschriebenen Arten sind mit
den nur wenig früher publizirten Butler'schen synonym;
Agathia lacunaria Hed. = carissima BuÜ. ; Geometra ? ve-
stita i?e£?. = Aracina muscosa Butter \ Abraxas marginata
var. Amurensis Hedm. = Limaspilis opis Butt.)
Butler schreibt On (38) Lepidoptera collected
in Japan and in the Corea... (Posiette Bay); Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (5) IX p. 13 ff.
S. Alpheraky zählt die Lepidoptcres du di-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 163
strict de Kouldjä et des montagnes environnan-
tes auf; Hör. Soc. Eni Ross. XVI p. 334 ff. Taf. XIV,
XV; XVII p. 15 ff. Taf. I-III. In dem ersten Theile ist
zugleich der Reisebericht enthalten.
Butler: On a small Collection of (41) Lepido-
ptera, principally from Candahar; Ann. a. Mag. N.
H. (5) IX p. 206 ff.
List of the Lepidoptera coli, by the Rev. Ho-
cking, chiefly in the Kangra district, N. W. Himalaya;
with descr. of new genera and species. By F. Moore;
Proc. Zool. Soc. 1882 p. 234 ff. ; von einigen Arten sind auch
Raupe und Puppe beschriebeu und abgebildet.
J. Elwes schreibt on a collection of butterflies from
Sikkim; ebenda p. 398 ff PI. XXV.
List of the Butterfl. . . . Barrakpore Park (16
Meilen oberhalb Calcutta); by G. A. J. Rothney; Entom.
Monthl. Mag. XIX p. 33 ff.
Distant beschreibt (4) [Jndescribed Rhopalocera
from the Maley Peninsula; Ann. a. Mag. N. H. (5) X
p. 245 ff.
Derselbe List of (24) Lepidoptera .... Yedo
and Oo-Sima; ebenda X p. 317 ff.
Rhopalocera Malayana: a description of the but-
terflies of the Malay Peninsula, by W. L. Distant; Lon-
don, West, Newman & Co. Ist mir nur aus Wallace's Bespre-
chung in Nature No. 653 p. 6 bekannt geworden. Danach
enthält der erschienene erste Theil 4 Taf. mit 44 gut chro-
molithographirten Figuren; die Beschreibungen sind voll-
ständig und sorgfältig.
Dasselbe gilt von The Butterflies of India, Bur-
mah, and Ceylon .... by Marshall & L. de Nice-
ville. Part I Royal 8^° (Calcutta 1882); s. Nature No. 681
p. 50.
Moore beginnt eine Synopsis von The Lepido-
ptera of Ceylon, London. Bis jetzt ist mir Part 1 be-
kannt geworden.
Butler liefert Descriptions of (76) new spec.
of Lepidoptera, chiefly from Duke-of-York Is-
164 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
land and New Britain; Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 30 ff.,
149 ff., 226 ff.
. . . Lepidoptera from the Hawaiian Islands;
by A. G. Butler; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 31 ff.
On a small coUection of (82) Lepidoptera
from Melbourne; by A. G. Butler; Ann. a. Mag. N.H.
(5) IX p. 84 ff.
Dewitz beschreibt Afrikanische Nachtschmet-
terlinge, meist von Chinchoxo, Westafr. ; Nov. Act. Acad.
Caes. Leop.-Carol. . . . XLII No. 2 p. 63 ff Tab. II, IIT;
vgl. den vor. Ber. p. 174.
In seinen Aanteekeningen over Afrikaansche
Lepidoptera führt Snellen 60 in Angola, am Congo
und Quanza gesammelte Arten, vorzüglich Rhopaloceren,
auf und versieht dieselben mit Anmerkungen. Tijdschr.
V. Entom. XXV p. 215 ff
Descriptions of newspecies of Heterocerous
Lepidoptera from Madagaskar by A. G. Butler;
eist. Entom. III p. I ff.
lieber Palaeocampa Meek u. Worthen s. oben p. 8.
Pycnulia (n. g. ; vertex squamis piliformibus ercctis et in
conum reflexum eongestis iustructus; ocelli adsunt; ant. J' setaceae,
a basi ad medium usque serrato-ciliatae ; palp. lab. ^ ultra verti-
cem erecti, art. nlt. longissimo; maxillares longe pilosi; tib. post.
dense longeque pilosae; alae post. breviusculae, triangulae, breviter
ciliatae, subtus in medio pilosae; vena mediana quadrifida) ministra
(Guarino) p. 187 Fig. 15, abrupta (ibid.) p. 189 Fig. 16; Zeller,
Hör. Soc. Ent. Ross. XVI Taf. XI.
Eulintneria n. g. für (Tortricodes) bifidalis Grote; Grote,
Bull. ü. S. Geol. a. Geogr. Surv. Terr. VI p. 564.
Brachytaenia Woodiana (Herefordshire); Barrett, Entom.
Monthl. Mag. XVIII p. 185.
Callopistria mswZrtm (Duke-of-York I.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 230.
Ceratocampa Vogleri (Argentinien); Weijenbergh, Anales
del Ateneo del Uraguay; No. 11 ; Period. Zoolog. T. 3. Entrega 4
p. 369.
Ctypansa bocanidia (Duke-of-York L); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 231.
Curetis solita (New Britain); Butler, Ann. a. Mag. N. H (5)
X p. 149.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 165
Donacoscaptes lanceolatus (Columbien); Zell er, Hör. Ent. Koss.
XVI p. 159 Taf. XI Fig. 4.
Dyctis Holo fernes (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 42.
Eciteles/ZawmacMZaia (Wladiwostok); Christoph a. a. 0. p. 29.
Eudule Aurora Burm. = {Ameria.) invaria WalJc. -, Berg, Farr.
Lepidopt. p. 179.
Exartema montiferanum (Eufaula, Ala.), ferrugineatum (St.
Louis, aus Pflaumenblättern); Riley a. a. 0. p. 317.
Heleona thyriantina (Duke-of-York I.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 231.
Jewett schildert die Verwandlungsgeschichte von Hemaris
marginalis Grote; Bullet. Brooklyn Entom. Soc. IV p. 17 fF.; die
Larve lebt auf verschiedenen Loniceren (Symphoricarpus, Lonicera,
Diervilla).
Ichthyura strigosa (Kittery Point, Me., Larve auf Pappel);
Grote, Bull. ü. S. Geol. a. Geogr. Surv. Territ. VI p. 582.
Microsca cuprea (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H (5)
X p. 234.
Phanaca? cosso'ides (Duke-of-York J. und New Brit.); Butler,
Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 229.
Pharambara aurata (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 233.
Die Larven der Rhodophora (Alaria) florida Guen. leben in
den Knospen oder Samenkapseln der „ evening primrose"
(Lychnis vespertir.a?); J. B. Smith, Bull. Brookl. Ent. Soc. IV p. 28.
Riodina Lysippo'ides (Argent.) = R. Lys ippus Burm. nee. X.),
Berg, Farr. Lepid. p. 167.
Syntherata Godeffroyi (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) X p. 227.
Thyridopteryx ephemeraeformis Haw. habits and me-
tamorphosis; Psyche III p. 241.
Tripudia hasicinerea (Arizona); Grote, Bull. U. S. Geol. a.
Geogr. Surv. VI p. 563.
Zetides seminigra (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 153.
Microlepidoptera.
Butler's Notes on certain Micro-Lepidoptera behan-
deln die Synonymie der von Zell er in den Hör. Soc. Ent. Rossie.
XIII aufgestellten neuen Gattungen und Arten. Ich werde nur die
ersteren berücksichtigen. Donacoscaptes Zell. = Ertzica? Walk.\
Choregia == Tortyra Walk.^ Acureuta = Tiquaclra = Oscella =;
166 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Manchana Walh., Chrestotes Butl. = Setomorpha Zell.', Epicorthylis
Zell = Vazugada Walk. ; Entomol. Monthl. Magaz. XIX p. 106 fif.
Pterophoridae. Taylor glaubt die Flügel der Federraotten
durch Mimikry erklären zu können; das Vorbild sind die Pappus
der Compositenfrüchte ; Nature No. 672 p. 477.
A. Curo zählt (58) Pteroforine e (7) Alucitine Italiane
auf; II Naturalista Siciliano I p. 142 ff,, 150 ff.
C. G. Barrett's Notes on British Pteroi)horidae in Ent.
Monthl. Mag. XVIII p. 177 beziehen sich zumeist auf die Synonymie
und die Futterpflanzen.
Aciptilia Ämurensis (Pompejefka; Raddefka), Christoph a. a. 0.
p. 43.
Platyptilus ZiioraZiS (Honolulu); Butler, Trans. Ent. Soc, Lond.
1882 p. 44.
Oxyptilus ieowwn (Pommern ; auf L. cardiaca); Stange, Stett.
Ent. Zeit. 1882 p. 514.
Amblyptilia taeniodactylus (England); R. South, The Ento-
mologist XV p. 31 ff.
Tineina. A. Curo zählt die Tinee Italiane . . . Litho-
colletidae, Lyonetidae e Nepticulidae mit Angabe der Dia-
gnosen der betreffenden „Familien", ihrer Erscheinungszeit und der
Lebensweise der Larven auf. Atti d. Soc. d. Natur, di Modena,
Memorie, Ser. III Vol. I (Ann. XVI) p. 1 ff.
Chambers macht Bemerkungen über die Larven von Phyllo-
cnistis, Nepticula (fuscotibiaeella, pteliaeella), Aspidisca, Antispila;
Psyche III p. 135 ff., 147 ff.
Cryptopeges (n. g. Gelechiid. prope Cryptophasam) fulüia
p. 101;
Latometus (n. g. Gelechiid.) pilipes p. 102;
Zacorus (n. g. Gelech. prope Oecophoram) carus p. 103; alle
von Melbourne; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX.
Pantelamprus (n. g. prope Cryptolechiam et Psoricopteram ;
Capilli depressi; ocelli nuUi; haustellum longum, squamatum; palpi
max. desunt; labiales ascendentes, art. 2 curvato, terminali subreflexo
acuto; antennae setaceae, longe ciliatae, art. basali leviter incrassato,
Tibiae post. superne penicillatae. Alae ant. acutae, emarginatae,
limbo recto, angulo anali acuto; post. subacutae, margine ant. late
exsecto) /S'^awdm^en .(Wladiwostok); Christoph a. a. 0. p. 21 ff.
Nepticula ptelia[e]eUa (Larve auf Ptelia trifoliata) ; Chambers,
Psyche III p. 137 und 276.
Elachista occidentälis (Grassier) p. 372, infiiscata (Schweiz)
p. 373; Frey, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI.
Staintonia? apiciguttella (Wladiwost.); Christoph a. a. 0.
p. 42.
Pancalia Sichotella (Wladiw.); Christoph a. a. 0. p. 40.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 167
Laverna Seeboldiella (Bilbao); Ragono t, Bull. Eni Fr. 1882
p. LXVI, (parda Butt, var.?) montivolans, aspersa (Honolulu); But-
ler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 44.
Nach Analogie mit verwandten Arten vermuthet Stainton,
dass auch die Larve von Chauliodus insecurellus Staint. in
Samen (von Umbelliferen?) lebe; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 73 ff.
Goniodoma Mülierella (CQ.nnes); Ragonot, Bull. Ent. Fr. 1882
p. CXLIX.
Coleophora adjunctella (England); Hodgkinson, Entom.
Monthl. Mag. XVIII p. 189 und Entomologist XV p. 36.
North American Coleophorae by Lord Walsingham;
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 429 ff. PI. XVIL Eine nordameri-
kanische Art ist mit der europäischen C. currucipennella Zell, iden-
tisch; eine andere, auf Polygonum lebendö, sehr nahe verwandt mit
annulatella Tgstr.\ als neu sind beschrieben und abgebildet C. {octa-
gonella auf Persea carolinensis und Wein? p. 431), viridicuprella
Fig. 2, Cornelia Fig. 1 p. 432, glaucella Fig. 3 p. 433, irroratella
Fig. 5, Wyetliiae Fig. 4 p. 434, discostriata Fig. 6 p. 435, accordella
Fig. 7, tenuis Fig. 8 p. 436, ochrostriata Fig. 9, lynosyridellal Fig. 10
p. 437, nigrostriata Fig. 11 p. 438, hella Fig. 12, viscidiflorella
Fig. 13 p. 439, acuti'pemiella Fig. 14, bipunctella Fig. 15 p. 440,
castipennella Fig. 16 p. 441.
üeber C. Tritici Lindem, s. Stainton, Ent. Monthl. Mag.
XIX p. 101 ff.
Gracilaria Mandsclmrica (Amur ; Raupe auf Quercus Mongolica);
Christoph a. a. 0. p. 39.
Glyphipteryx specidiferella (Wladiwostok) p. 37, simpUcella
(ibid.) p. 38; Christoph a. a. 0.
Oecoi^hova venusteUa (Raddefka; Pompej.; Wladiw.) p.34, Zeilen
(Wladiw.) p. 35; Christoph a. a. 0.
Anchinia (grisescens trey var.?) Austriaca (an n. sp.?); Frey,
Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 367.
Lecithocera luridella (Raddefka; Wladiwost.); Christoph
a. a. 0. p. 33.
Nothris Chinganella (Raddefka; Wladiw.); Christoph a.a.O.
p. 32.
(H)Ypsolophus sparsellus (Raddefka; Wladiw.) p. 29, consertel-
lus (Nikolsk) p. 31; Christoph a. a. 0.
Ceratophora modicella (Wladiw.); Christoph a. a. 0. p. 28.
Tachyptilia solemnella (Amur); Christoph a. a. 0. p. 27.
Anacampsis splendens (Amasia); Staudinger, Hör. Soc. En-
tom. Ross. XVI p. 90.
Die Larven von Chelaria conscriptella in zusammenge-
rollten Birkenblättern; N. M. Richardson, Entom. Monthl. Mag.
XIX p. 114.
168 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Parasia m/Zaw?ma^eZZa (Pompej.; Raddefk.); Christoph a.a.O.
p. 26.
Teleia inscriptella (Raddefka; Askold); Christoph a. a. 0.
p. 25.
Gelechia aurorella (Schweiz) p. 365, amoenella (ibid.) p. 366;
Frey, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI, saltenella (Saltdaleu, Norw.;
nicht beschrieben); Schöyen, Tromsöe Museums Aarshefter V p. 55.
Cryptolechia catenulella (Wladiwostok); Christoph a. a. 0.
p. 19, Surinamella (Paramaribo); Mos ch 1er a. a. 0. p. 390 Taf.
XVIII Fig. 46.
Depressaria mongolicella (Raddefka; Pompejefka) p. 15, abje-
ctella (Wladiw.) p. 16, costae-maculeUa (ibid. und Pompej.) p. 18;
Christoph a. a. 0.
Psecadia septempunetata (Wladiwostok); Christoph a. a. 0.
p. 14, Älbarracinella (A.); Ragonot, Bull. Ent. Fr. 1882 p. LXVI.
Cerostoma amoenella (Wladiw.) p. 12, Uandella (ibid.) p. 14;
Christoph a. a. 0.
Riley stellt seine früheren Mittheilungen über Pronuba yuc-
casella etc. unter dem Titel Further notes on the pollination
of Yucca and on Pronuba and Prodoxus zusammen; Proc.
Amer. Assoc. Advanc. of Science, 29 th. meet. p. 618 ff. mit zahl-
reichen Holzschnitten. Er beschreibt hier nochmals die eigenthüm-
liche Bildung der „Maxillartentakeln", mittels deren das Weibchen
einen Ballen Pollenkörner festhält, und nach der Ablage je eines
Eies in eine Samenknospe auf der Narbe den Nektar leckt und da-
bei einen Theil der Pollenkörner zurücklässt. Die Einwürfe, die
gegen die Riley'sche Darstellung gemacht sind, beruhen z. Th. auf
der Verwechselung anderer Motten (Prodoxus, Hyponomeuta) mit Pro-
nuba. Der Ovipositor der letzteren ist sehr geeignet, die saftige
Haut des Fruchtknotens zu durchbohren und das lange, schmale und
weiche Ei an die Samenknospe zu bringen. — Auf Pronuba und
Prodoxus, deren Unterschiede in Larve, Puppe und Imago nochmals
ausführlich hervorgehoben werden, gründet Riley die mit den nahe-
verwandten Hyponomeutiden sich durch den Besitz von Kiefertastern
unterscheidende Familie der Prodoxiden, die mit folgenden Wor-
ten charakterisirt werden; Kopf der Imago rauh; Lippen-
taster von massiger Grösse und aufwärts gekrümmt;
Kiefertaster lang, gekniet, 5-gliedrig, das Grundglied
entweder mit einem Vorsprung oder in einen zum Grei-
fen geeigneten Fortsatz umgewandelt; letztes Kö rper-
segment des Q zusammengedrückt, hornig; Ovipositor
hervorstreckbar, hornig und aus einem Stück bestehend,
geeignet zum Bohren und Sägen; Ei sehr weich, ver-
längert und biegsam; Larve entweder ohne Brust- oder
ganz ohne Füsse; Puppe mit einem Stirnstachel. Als neu
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 169
werden Pronuba maculata (Californien) p 633 Fig. 10; Prodoxus
intermedius (Texa^s-, Colorado) Fig. 11, war^wa^MS (Californien) Fig. 12
p. 635, cinereus (ibid.) Fig. 13, aenescens (ibid.) Fig. 14 p. 636 be-
schrieben.
Ueber die Begattungstasche von Pronuba yuccasella und Pro-
doxus decipiens s. oben p. 155.
Ptiley theilt über das Eierlegen des Prodoxus decipiens
mit, dass das Weibchen, verschieden von Pronuba yuccasella, nichts
mit dem Griffel zu thun habe, vielmehr seine Eier in den Stamm
(?stem) lege, dessen Epidermis es buchstäblich durchsäge. Dies
geschieht, bevor die Blumen sich geöffnet haben. Cincin. meet. of
the A. A. A. S. p. 272; Amer. Natur. 1882 p. 62 f.
Nach Meehan setzten von Y. angustifolia diejenigen Blüthen,
welche mit der Hand befruchtet waren, fast sämmtlich Samen an,
während von den nach dem Erscheinen der Tnseckten aufgeblühten
nur die erste sich als befruchtet erwies. Die Schmetterlinge waren
(4) Pronuba und (13) Prodoxus, freilich lauter Männchen. Proc.
Amer. Assoc. Advanc. Sei., XXX p. 205 ff.
Argyresthia Huguenini (Schweiz); Frey, Mitth. Schweiz, ent.
Ges. VI p. 369, semiflavella (Wladiwostok); Christoph a. a. 0.
p. 12.
Corinea aurata (Duke-of-York J.) ; Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) X p. 238.
Hyponomeuta nigrifimhriatus (Askold); Chris toph a. a. 0. p. 11.
Roesslerstammia mceria (Wladiwostok); Christoph a.a. 0. p. 10.
Adela irroratella (Raddefka; Wladiwostok) p. 5, wo6i7zs (Wlad.)
p. 7, Baddeella (Raddefka) p. 8, mhrofascia (Wladiw.) p. 9; Chri-
stoph a. a. 0.
Tinea simidans (Honolulu); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 43.
Tortricina. Descriptions of some new Tortricidae;
by Ch. V. Riley; Trans. Ac. of Science St. Louis, IV p. 316 ff.
Barrett fährt in den Notes on British Tortrices fort;
Entom. Monthl. Mag. XVHI p. 185 f., XIX p. 58 f., 135 f.
Catalogue of the Tortricidae of North America
North of Mexico; by Prof. C. H. Fernald; Philad. 1882; Trans.
Amer. Entom. Soc; eine Besprechung liefert Walsingham in
Entom. Monthl. Magaz. XIX p. 190 ff.
F. A. Wachtl. Die Weisstannen-Triebwickler Tortrix mu-
rinana Huhn., Steganoptych a rufimitrana H.-Sch. und ihr
Auftreten in den Forsten von Nieder-Oesterreich, Mähren und Schle-
sien während des letztabgelaufenen Decenniums. Wien 1882. 4®.
66 Ss., 12 Taf.
Proteoterns (n. g. „venation and nutch in posterior border
of primaries as in Proteopteryx Wlsm., but the primaries with tufts
170 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
of raised scales on upper surface, and the secondaries in the ^
with a large pencil or tuft of hairs on upper surface in the space
between the margin and the costal vein) aesculana (Missouri ; in
den dünneren Endzweigen von „Buckeye und Maple") p. 321;
Melisso'pus n. g. p. 322 (primaries twice as long as wide,
the Costa gently and evenly arched, posterior margin scarcely in-
dented below the apex; no costal fold; venation as in Carpocapsa
pomonella; the wing banded with coppery; secondaries slightly in-
dented below the apex, venation differing from that of C. pom. in
vein 2 springing from the basal third of the discal cell . . . .) für
(Carpoc.) latiferreana {Wlsm.): Riley a. a. 0.
Phoxopteris Murtfeldtiana (Missouri; auf Eiche) p. 323, corni-
foliana (Kansas, C. paniculata) p. 324; Riley a. a. 0.
Notes on Phoxopteris angulifasciana Zell, (auf Trifo-
lium repens); Fernald, Psyche III p. 88.
Steganoptycha Claypoliana in den Blattstielen von Aesculus
glabra; Claypole, Psyche III p. 364 ff.
A. J. Cook wandte mit Erfolg Pariser Grün und „London
purple, arsenite of lime" gegen die Verheerungen von Carpocapsa
an ; Proc. Amer. Association Advanc. of Science. 29 th. meet p. 669 f.
Semasia helianthana (Texas : von „commoner Western Sun-
flower"); Riley a. a. 0. p. 319.
Grapholitha gallae-salicianal (St. Louis; aus Weidengallen),
olivaceana (Illinois); Riley a. a. 0. p. 320.
Paedisca giganteana (Kansas; Jovva) p. 318, Celtisana (Texas;
auf Celtis) p. 319; Riley a. a. 0,
Eudemis Kreithneriana (Niederösterreich; cilicischer Taurus;
Raupe in Samenkapseln von Dianth. Carthus.); v. Hornig, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXXII p. 279; die ersten Stände s. Sitzber.
p. 41 f.
E. Botrana S. V. auf Vernonia noveboraceusis, Liriodendron,
Amorpha und Weintraube; Psyche III p. 276.
Protcoptoryx Walsinghamii (Honolulu); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 43.
Sericoris instrutana C?ew. Life-history; Claypole, Proc.
Am. Ass. Adv. Sei. XXX p. 269; Psyche.
Conchylis thetis (Melbourne) p. 98, (?) auriceps (zw. Sydney
und Moreton Bay) p. 99 Anm.; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX, oenothei'ana (Oe.), efi'igeronana (E. canadense?) Riley a. a. 0.
p. 316.
Tortrix Padana var. Saw&maM« (Hamburg) ; Sorhageu, Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 131.
Teras maculipunctana (Sardinien); Costa a. a. 0., illepida
(Honolulu); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 42.
Pyralidina. Schistotheca (n. g. Galler. prope Melissobla-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 171
ptem; differt palpis in ^ brevibus, in $ longissimis, tenuibus, por-
rectis, art. tertio deflexo; alarum ant. cellul. discoidali in diias di-
visa; in ^ alis ant, fasciculatis) candescens (Chili); Ragonot, Bull.
Soc. Ent. France 1882 p. CIXXV.
Tetrascopus (n. g. Scopariid.) Meyrickii (Melbourne); But-
ler, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 97.
Mestolobes (n. g. Phryganodi et Godarae proximura) oenöne
p. 37, simaethina p. 38, semiochrea p. 39; derselbe, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882.
Ephestia passulella natural history; W. Buckler, En-
tomol. Monthl. Mag. XIX p. 104 ff.
E. dedwella (Honda) p. 244 Taf. XII Fig. 47, simpUcula p. 246
Fig. 49, commatella p. 247 Fig. 50, parvula p. 249 Fig. 51; Zell er,
Hör. Soc. Ent. Ross. XVI.
A few words about Epischnia (Änerastia) Farrella; by
H. T. Stainton; Entern. Monthl. Mag. XVIII p. 217 ff. — Litera-
rische Notizen.
A. {C. Mesodi^hlehia) er assivenia (Mendez; Mariqita); Zell er,
Hör. Soc. Ent Ross. XVI p. 251 Taf. XII Fig. 52.
Erilusa (Gattungsmerkmale augegeben) Dianalis (Surinam);
Mö schier a. a. 0. p. 359 Taf. XVIII Fig. 44.
Homoeosoma erronella (Mariquita; Honda) p. 238 Fig. 42, U-
bertella p. 241 Fig. 45, tenebricosa p. 242 Fig. 46; Zell er, Hör.
Soc. Ent. Ross. XVI Taf. XII.
Euzophera compedella p. 224 Taf. XII Fig. 34, quadripuncta
p. 226 Fig. 35, Cundajensis p. 227 Fig. 36, impeditelJa p. 229 Fig. 37,
homoeosomella p. 231 Fig. 38, disticta p. 232 Fig. 39, impletella
p. 234 Fig. 40 (Honda etc. Columb.); Zeller , Hör. Soc. Ent. Ross. XVI.
Myelois sericina (Columbien) p. 192, flavicans (Honda) p. 193
Fig. 17, tricliromata (ibid.) p. 194 Fig. 18, semirufella (Columb.)
p. 196 Fig. 19, Peim-em (Honda) p. 198 Fig. 20, ^rawa (ibid.) p. 200
Fig. 21, exoleta p. 201 Fig. 22, monosemia p. 203 Fig. 23, deßnitella
p. 205 Fig. 24, Guarinella p. 208 Fig. 25 Taf. XI, ochrodesma p. 209
Fig. 26, Laidion p. 211 Fig. 27, postica p. 213 Fig. 28, dasypyga
p. 215 Fig. 29, solitella p. 217 Fig. 30, famula p. 218 Fig. 31,
restrictella p. 220 Fig. 32, decolor p. 222 Fig. 33 Taf. XII (alle aus
Columbien); Zell er. Hör. Soc. Ent. Ross. XVI.
Asarta Zapateri (Aragon); Ragonot, Bull. Ent. Fr. 1882
p. LXV.
Hypochalcia /'asc^«ie^Za (Amasia) ; Staudinger, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVI p. 87.
Pempelia diffusa (Amasia) p. 85, albistrigata (ibid.; Mime von
Myelois crepusculella) p. 86; Staudinger, Hör. Soc. Ent. Ross. XVI,
diffissella (Honda); Zeller ebenda p. 178 Taf. XI Fig. 11.
Piccioli erzog Etiella Zinc kene 11 a (var. decipiens (Sfaw^.?
172 Bertkau: Bericht üb. die wissenechaftl. Leistungen
(Treits.) aus den Hülsen von Lupinus albus; Bull. Soc. Entom. Ital.
1882 p. 147 ff.
Nephopteryx fallax (Amasia); Staudinger, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVI p. 83, fuscifrontella (Honda); Zeller, ebenda p. 183
Taf. XI Fig. 13.
Crambus myellus Hübn, neu für die Niederländische
Fauna; Tijdsch. v. Entom. XXV. Verslag 15. Januar 1882 p. CXXVI.
Cr, vulgivagellus Clem. und seine Invasion in New-York;
Lintner, Proc. Am. Ass. Adv. Sei. XXX p. 267.
Cr. dimorplielJiis {kmsiaidi); Staudinger, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVI p. 81, (confusellus — incertellus Heinem. nee H.-Sch. p. 82),
leuconotus (Guarino) p. 167 Fig. 7, tenuistrigatus (Mariquita; Ja-
maica) p. 168 Fig. 8, pygmaeus (Honda) p, 173 Fig. 10; Zell er
ebenda Taf. XI.
Chilü interlineatus (Honda, Columb.); Zeller, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVI p. 156 Taf. XI Fig. 1, centrellus (Paramaribo); Mösch-
1er a. a. 0. p. 360 Taf. XVIII Fig. 45, oryzaeeXlus (in Reishalmen) ;
Riley, Report 1881 a. 1882 Department of Agriculture p. 133
PI. vn Fig. 1.
Diatraea pinosa (Columbien); Zell er. Hör. Soc. Ent. Ross.
XVI p. 165 Taf. XI Fig. 6.
Desmia perfecta (New Brit. u. Duke-of- York J.); Butler, Ann.
a. Mag. N. H. (5) X p. 234.
Hydrocampa stenioides (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a.
Mag. N. H. (5) X p. 235.
Stegothyris picatal (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 235.
Metasia ochrofascialis (Ordubat; Elisabethpol); Christoph,
Hör. Soc. Ent. Ross. XVII p. 121, (?) abnormis (Honolulu); Butler,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 35.
Scotomera hydrophila (Honolulu); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 36.
Glyphodes lachesis (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 235.
Morocosma poZ?/&aj9fa (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 236.
Margaronia ^ZMm*/era (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) X p. 236.
Pionea stramentalis natural history; W. B uckler, Entom.
Monthl. Mag. XIX p. 126 ff.
Scopula constricta (Hav;aii); Butler, Trans. Ent. Soc- Lond.
1882 p. 40.
Hoterodes regalis (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 236.
Botis amplipennis, perfenestrata (New Brit.); Butler, Ann.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 173
a. Mag. N. H. (5) X p. 237, flavofascialis (New Mexico) p. 577,
Washingtonialis (W. Territ.) p. 578; Grote, Bull. U. S. Geol. a.
Geogr. Surv. Territ. VI, Butlern (Chinchoxo) p. 87 Fig. 13, sordida-
lis (Lagos) Fig. 11, fumarialis (Chiüchoxo; Guinea) Fig. 11) p. 88;
Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a. 0. Taf. IIL
B. falcatalis Gn. und manualis Hhn. var- septentrionalis
Tengatr. in den Ostseeprovinzen; Sitzgsber. Naturf. Ges. Dorpat VI. 2
p. 425 f.
Anthophilodes eoncinnalis (Ordubat); Christoph, Hör. Soc.
Ent. Boss, XVII p. 120.
Noctueliap7e&ejaZ*s(Lischk, Arm,); Christoph, Hör. Soc. Ent.
Boss. XVII p. 118.
Bhodaria rohina (Melbourne); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) IX p. 96.
Pyrausta viola (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 234.
Ennychia anguinalis natural history; W. Buckler, En-
tom. Monthl. Mag. XIX p. 77.
Locastra monticolens (Honolulu); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 34.
Scoparia (coarctata Zell, var.?) montana (Honolulu); Butler,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 41.
Endotricha flammealis natural history; W. Buckler,
Entom. Monthl. Mag. XIX p. 149 fF.
Asopia angiista (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) X p. 234.
Rypotia: proximalis (Ordubat); Christoph, Hör. Soc. Ent.
Boss. XVII p. 116.
Stemmatophora Gadesialis (Cadix); Bagonot, Bull. Ent. Fr.
1882 p. LXV.
l^ine Zuckerrohrkrankheit (Pyralis Sacchari); F. M.
Dränert; Humboldt I p. 110 £f.
Macrolepldoptera.
Geometridae. Gonogala (n. g. Urapter.) lactea p. 341;
Syncirsodes (n. g. Eunomid.) straminea p. 343;
Macrolyrcea (n. g. Ennom.) moesta (Pines Valley) p. 349;
Dectochilus n. g. für (Gonodontis) auctuaria Feld. n.Bogenh.
p. 357;
Euangerona (n. g.) Valdiviae (V.) p. 359;
Microclysia (n. g. Endropiae simile) reticulata und var.
ferruginea (Valparaiso und Valdivia) p. 360;
174 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Vigonis (n. g. Metanemati affine) aspcrsa (Pines Valley), alba
(Cauquenes) p. 361, cuprea und varr. olivacea, fusca p. 362, puncti-
fera und varr. maculosa, acuminata, terranea, fumosa p, 363, 364;
Plectroboarmia (n. g, Boarmiid.) sordida (Las Zorras)
p. 366;
Chlorotimandra (n. g. Idaeid. Timandrae affine) viridis
(Las Zorras) p. 369;
Fseiidaleucis (n. g. Macar.) misera, irrorata (Las Zorras)
p. 371;
Pseudosestra (n. g. Fidon.) hella (Valparaiso) p. 389;
Haplopteryx (n. g. Larent.) anomala (Chillan) p. 398;
Hoplosauris (n. g. Tatosomati affine) lieliconoides, (?) aZ&a
p. 399, (?) 7?ioes<a p. 400 (Valdivia);
Hasodima (n. g. ex Lobophorarum stirpe) elegans (Las Zor-
ras) p. 403;
Odontothera (n. g. Therae et Hypsipeti affine) virescens
(Corral) p. 409, dehilis (Valdivia) p.410; auch Scotopteryx? rinodaria
Feld, gehört dazu ;
Synpelurga (n. g.; richtiger Sympal.; Pelurga und Dineu-
rodes verwandt) Corralensis (C.) p. 417;
Scotocoremia (n. g. Cidariae affine) ohscura (Las Zorras)
p. 418;
Tanagridia (n. g. Sionid.) fusca (Pines Valley) p. 425;
Carpholithia (n.g. Hedylid.) cinerea p. 426, cram&ma p. 427
(Las Zorras); Butler, Trans. Ent. Soc. London 1882.
Abraxides n. g. ; anteun. ^ longae, fortiter pectinatae;
palpi breves articulo 3 mininao; femora squamosa, haud hirsuta;
tib. post. calcaribus 4 armatae; costae al. ant. 11 (12), . . . für
Phalaena tricinctaria L. = Dioptis perdica {Cr am.), Walk.; Auri-
villius, Eec. critic. a. a. 0. p. 165 f.; von der Art ist ebenfalls
eine Diagnose gegeben.
Calcaritis (n. g. prope Veniliam Dup.) pallida (Amur); v.
Hedemann, Hör. Soc. Ent. Boss. XVI p. 50 Taf X Fig. 3.
Phrissogonus n. g. (Larentiad. prope Microdem) für Sco-
tosia canata Walk.; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 94.
Türckheimia (n. g.; alarum forma ut inEuchromia; corpus
cylindricum; pedes graciles; tibiae posticae calcaribus 4; proboscis
ita (!) longa ut (!) thorax; palpi graciles, acuti; antennae longae,
pectinatae, minus in $; venae fere ut in Sangala, sed subcostales
alae antic. non omnino convenientes) Lynckerii (Chinchoxo); De-
witz, Afr. Nachtschm. a. a. 0. p. 81 Taf. III Fig. 2. (Die Art ist
nach Aurivillius, Rec. critic. p. 150 = Phalaena perspicua L.
und daher Türckh. perspicua (X.) zu nennen.)
Pterotocera (n. g. bei Hybernia) dcclinata (Saisan) ; Stau-
dinger, Statt. Ent. Zeit. 1882 p. 59.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 175
Microbiston (n. g. zwischen ChondrosoTiia und Biston) Tar-
taricus (Lepsa) p. 60; derselbe ebenda.
Trichopleura (n. g-. zwischen Triphosa und Eucosmia) pa-
laearctica (Lepsa; Margelan) p. 68; derselbe ebenda.
Chrysolarentiaconifasciata (Melbourne); Butler, Ann. a.
Mag. N, H. (5j IX p. 93.
Euschema Bellonaria Griten, hat Spannerraupe, und bei der
grossen Aehnlichkeit der Arten untereinander gehört daher die ganze
Gattung zu den Spannern und nicht zu den Spinnern. Auch die
Gattung Nyc(h)t(h)empra hat vermuthlich Spannerraupen; Dewitz,
Nova Acta etc. p. 267 Taf. IX Fig. 10.
E. lunulata (Tenasserim); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) X
p. 375.
Möschier erkennt auch in dem Bau der Imago die Zugehö-
rigkeit der Gattung Melanchroea zu den Spannern ausgesprochen ;
a. a. 0. p. 334 ; vrgl. dies. Ber. für 1879 p. 420 (188).
0. Bohatsch verzeichnet die (65) Eupithecien Oester-
reich-Ungarns, nebst ihrer Erscheinungszeit, Verbreitung, Nähr-
pflanze; Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 105 ff., 129, 161, 185 ff.
Derselbe giebt eine Revision der Eupithecien Treit-
sch k e 's; ebenda p. 279, 308 ff. ©
E. Lepsaria (L.) p. 74, Saisanaria (S.) p. 75, nobilitata (Lepsa)
p. 76, leptogrammata (Saisan) p. 77, exactata (ibid.) p. 78; Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeit. 1882.
Eupithecia sobrinata Hb. var. Graeseriata (Gadmen); Frey,
Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 361.
Die Raupe von E. snccenturiata lebt nicht an Artemisia, son-
dern an Achillea; Lux, Entom. Nachr. 1882 p. 277; nach Wocke
und Wackerzapp aber doch an Artemisia; ebenda p. 295 f.
Schmidt erhielt E. togata aus Chermesgallen ; ebenda p. 319.
, E. oeymne, frequens p. 404, Bosalia, Sibylla, usta p. 405 (Chili);
Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Oporabia 3Iartha p. 393, hastigera p. 394 (Las Zorras, Chili);
Butler, Trans. Eut. Soc. Lond. 1882.
Larentia Chillanensis (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 395.
Ilammaptera chiloena (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1882 p. 395.
Euscosmia varia (Askold); v. Hedemann, Hör. Ent. Ross.
XVI p. 55 Taf. X Eig. 7 (zum Vergleich ist in Fig. 8 die Unters,
der Flügel von E. certata dargestellt), Christoplü (Ussuri; Suiffun);
derselbe ebenda p. 249 Taf. XIII Fig. 4.
Amathia indistincta (Las Zorras); Butler, Trans. Enfr. Soc.
London 1882 p. 897.
Triphosa incertata (Saisan; Margelan); Staudinger, Stett.
176 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungea
Ent. Zeit. 1882 p. 67, Oberthüri (Chingan-Geb.); v. Hedemaun,
Hör. Soc. Ent. Ross. XVI p. 248 Tab. XIII Fig. 5.
Pachrophylla varians (Valdivia) p. 400, minor (Chili) p. 401
nebst varr. fasciata, fumosa p. 402, (Imeata Blanch. abgebildet auf
PI. XVI Fig. 8, 9); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Cheimatobia myricaria (England, auf M. galc); Cooke, The
Entomologist XV p. 57 f., aleucidia (Las Zorras); Butler, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 407.
RelAsiia Corralensis (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 406.
(H)Ypsipetes cinerea, pastoraUs (Chili); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 408.
Thera confusa (Las Zorras); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 407.
Anticlea corticalis (Chiloe); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 411.
Coremia decipicns (Pines valley, Chili); Butler, Trans. Ent.
Soc. London 1882 p. 412.
Camptogramma (?) dubia (Valparaiso); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 413.
Phibalapteryx edtCUf jacintha (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 414.
Scotosia muUivagata i^Colorado); Hülst, Bull. Brookl. Ent.
Soc. IV p, 27, exacta (Valparaiso), Cauquenensis (Chili); Butler,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 415.
Cidaria nocticolata, semiatrata p. 26, opaearia, mülleolata p. 27
(Colorado); Hülst, Bull. Brookl. Entom. Soc. IV, Emilia, misera
p. 415, Diana nebst varr. Cynthia, Xwwap. 416, Ceres n. sp. p. 417
(Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Om Cidaria olivata W. V. af K. Fr. Thedenius; Entom.
Tidskr. 1882 p. 81. — Naturgeschichte von C. vittata BTch.; Hoff-
mann, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 101 f.
C. intersecta (Saisan) p. 71, intrieata (ibid.) p. 73; Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeit. 1882; Haasi, (Chiugan-Geb., Raddejefifka);
V. Hede mann. Hör. Soc. Ent. Soss. XVI p. 252 Taf. XIII Fig. 9.
B uckler schildert die Verwandlungsgeschichte von Em ma-
le sia blandiata, deren Raupe auf Euphrasia officinalis lebt; En-
tom. Mouthl. Mag. XVIII p. 180 ff.
Endropia NacUigalii (Chinchoxo) p. 83 Taf. III Fig. 8, 10,
PacJcardii (Guinea) p. 84 Fig. 5,6; Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a. 0.,
helveolaria (Colorado); Hülst, Bull. Brookl. Ent. Soc. IV p. 83,
Snelleni (Askold); v. Hede mann. Hör. Soc. Ent. Ross. XVI p. 46
Taf. X Fig. ). (= (Macaria) idictinaria Brem. ; ebenda p. 245).
Psaliodes signata p. 418, pseudohalia, brevipalpis p. 419 (Chili);
Butler, Trans. Ent. Soc. Lund. 1882.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882, 177
Chalastra {?) pusilla (Valparaiso); Docirava (?) chüensis (Gh.);
Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 420.
Eubolia linda (Melbourne); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX p. 96.
Ortholitha Jwtzcta^a (AlaTau); Staudinger, Stett. Ent. Zeit.
1882 p. 65.
Aurivillius stellt in seiner Rec. critic. a. a. 0. p. 165 das
Flügelgeäder von Nassovia caffraria {L.) dar ; zu derselben Art zieht
er auch N. Bupaliata Walk.
Phyllia (triangularia Blanch. abgebildet PI. XVI Fig. 11) ci-
nerescensl (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond, 1882 p,421.
Tephrina lapidea p. 378, varians p. 379 und var. conigera
p. 380, canescens p. 381 (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Butler bildet Psamatodes (Acidalia) ferruginaria Blanch. PL
XVI Fig. 7 und chilenaria Blanch. Fig. 6 ab und beschreibt Ps.
Cauquenensis (Cauquenes) p. 382; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 381 f.
Liodes venata (Chiloe); Butler, Trans. Ent, Soc. Lond. 1882
p. 382.
Loxogramma Ceres, buty rosa {Chili); Butler, Trans. Ent. Soc
Lond. 1882 p. 383.
Panagra cavi-fasciata, signistriata (Corral, Chili); Butler,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 384.
Selidosema phasma (Cauquenes, Chili); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 385.
Lythria venustata (Saisan); Staudinger, Stett. Ent. Zeit.
1882 p. 64.
Fidonia Edmondsii (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 385.
Ochyria ignipennis (Corral); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 886.
Spartopteryx ? deyiticulata (Las Zorras); Butler, Trans. Ent,
Soc. Lond. 1882 p, 387.
Aspilates Sieversi (Ordubat); Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVII p. 115, lacticinia, bivittata (Valparaiso); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 388.
Hypochroma sublimbata (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a.
Mag. N. E. (5) X p. 232, Edmondsii (Las Zorras, Chili); derselbe,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p, 364.
Hemerophila serraria (Calabrien); Costa, a. a. 0. p. 41 Fig. 13.
Lycauges? angulata (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 233.
Honoraua aenea (Las Zorras); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 365.
Ä.rchiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2, Bd. M
178 Bertkau: Bericht üb. die wiasenschaftl. Leistungen
Llewelyn züchtete mehrere Jahre hindurch (durch Paarung
der dunkelen Varietät) nahezu 100 Exemplare der schwarzen Varie-
tät von Tephrosia crepuscularia und biundularia; Entom.
Monthl. Mag. XVIII p. 274.
Chretien beobachtete, dass die Eier von T. crepuscularia
gleich denen mancher Lip^riden und Bombyciden von einer Wolle
umgeben sind, die nach ihm aus einer Tasche im Inneren des Kör-
pers stammen (Kittdrüse? rec. seminis?). Dieselbe ist angefüllt von
einer Unzahl von „Haaren von äusserster Feinheit und einer Länge
von 2 — 3ram; sie sind einfach, ohne Verästelungen und trotz ihrer
Feinheit mit Elastizität ausgerüstet." Le Naturaliste 1882 p. 140 ff.
(Diese Mittheilung ist ein grösseres Räthsel als die Erscheinung, zu
deren Aufklärung sie beitragen will; Ref.)
Boarmia repetita (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) X p. 232, Büttneri (Blagoweschtschensk ; x\murl.); v. Hede-
mann, Hör. Soc. Eut. ßoss. XVI p. 54 Taf. X Fig. 6.
Biston graecarius Stdgr. var. florentina (Florenz, auf Genista
tinctoria); Stefanelli, Bull. Soc. Entom. Ital. 1882 p. 221.
Macaria grassata (Colorado) p. 33, velUvölata (Florida) p. 34;
Hülst, Bull. Brookl. Ent. Soc. IV.
Pharraacis triiwtata und varr. suhocellata p. 372, horrens p. 374,
valdivlata {Feld, et Bog.) var. albostriata p. 374, clara n. sp. p. 374,
mixta und varr. seriata, melanosticta p. 375, columba p. 376, ar-
desccns n. sp. p. 376, latifasciata und var. definita p. 377, insignis
p. 378 (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Anisopteryx bistriata (Wladiwostok); v. He de mann, Hör. Soc.
Ent. Boss. XVI p. 53 Taf. X Fig. 5.
Oxy disi rlwda (Coral; Valdivia); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 341.
Apicia Valdiviana (V.); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 342.
Perusia (praecisaria var.?) conspersa p. 344 PI. XVI Fig. 1,
rubripicta, (und var.?) ignescens p. 345, waculata und var. flava
p. 346 (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Gynopteryx ada (Melbourne); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX p. 91, plagiata (Chili); derselbe, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 347.
Tetracis (chilenaria Blanch. auf PL XVI Fig. 2 abgebildet,
var. deflnita, conünua von Las Zorras), Edmondsii (Valdivia) p. 349 ;
Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Sabulodes infelix (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 350.
Paragonia arenosa (Valparaiso; Valdivia) p. 351, squamosa,
turhida p. 352, carnea p. 353, (und var.V) rosea, (deustata Feld, et
im Gebiete der Arthropoden im Jabre 1882. 179
Roghf. ^ abgeb. PI. XVI Fig. 3), cinerea p. 354 (Chib); Butler,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Odontoptera fragilis (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 356.
Azelina Felden (Las Zorras) PI. XVI Fig. 5, corticalis (La
Union, Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Butler hält die von Guenee vorgenommene Verweisung von
Monoctenia in eine besondere Familie (Oenochromidae) wegen der
Aehnlichkeit mit Azelina für unthunlich, zieht Colotois? chilenaria
Feld, et Rogenli. in diese Gattung und liefert von ihr auf PI. XVI
Fig. 13 eine Abbildung und beschreibt M. dentüineata (Las Zorras)
p. 358 Fig. 12; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 357 f.
Argyrophora 6i/asmto (Cap); Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a. 0.
p. 86 Taf. III Fig. 18.
Bacillogaster Koreas p. 391, parva p. 392 (Valparaiso); Butler,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Pitthea tn/ascmia (Zanzibar); Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a. 0.
p. 82 Taf. III Fig. 3.
Pericallia parva (Chin-ghan); v. Hedemann, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVI p. 45 (oder nur Var. von P. syringaria L.?).
Syllexis lucida (Pines Valley bei Valparaiso); Butler, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 370.
Ephyra lutearia (Lagos; Guinea); Dewitz, Afr. Nachtschm.
a. a. 0. p. 84 Taf. III Fig. 17, 21, semirosea, notigera, umbrata (Val-
paraiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 368.
Ligia curvaria (Cap); Dewi tz, Afr. Nachtschm., a. a. 0. p. 86
Taf. III Fig. 23.
Boletobiä smcea (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1882 p. 367.
Sarracena oZ«i;acea (Valparaiso) ; Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 421.
Siona columba (Cauquenes; Chili); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 422.
Heterophlebs ophiusina (Chiloe), agitata (Valparaiso) p. 423,
stygiana p. 424 und var. aurea p. 425 (ibid.); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882.
Von Eucaterva variaria bemerkt Grote, dass die unge-
wöhnlich langen Lippentaster beim ^ kürzer sind als beim ^;
Bull. U. S. Geol. a. Geogr. Surv. Territ. VI p. 564.
Phytometra tristis (Melbourne); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) IX p. 90.
Omphax gnoma (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 367.
Chlorochroma vulnerata (Melbourne); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) IX p. 91.
180 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Phasiane hehetata (Colorado); Hülst, Bull. Brookl. Ent. Soc.
IV p. 34.
Ph. griseolimbata Oherth., mit der Stegania ustulataria
Christoph, Nematocampa straminea Butl. synonym ist, gehört in die
Gattung Stegania Gn. (Terpnomicta Led.)\ v. Hedemann, Hör.
Soc. Ent. Boss. XVI p. 245.
Acidalia squalidaria (Panticosa, Pyren.); Staudinger, Stett.
Ent, Zeit. 1882 p. 405, Dohlmanni (Chingan-Geb,); v. Hedemaiin,
Hör. Soc. Ent. Boss. XVI p. 241, roseofasciata (Ordubat); Christoph
ebenda XVII p. 114.
Semiothisa graphata (Chabarowki) ; v. Hedemann, Hör. Soc.
Ent. Boss. XVI p. 51 Taf. X. Fig. 4.
Milionia pyrozonis (Tenasserim); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 375. Butleri (Sumatra); Druce, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 781 PI. LXI Fig. 4.
Bociraza Göldiei (Neu Guinea) Fig. 5, separata (ibid.) Fig. 6;
derselbe ebenda.
Euschema sagava (Cochin China); derselbe ebenda Fig. 3.
Comibaena nivisparsa (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 232.
Noctuidae. An illustrated essay on the Noctuidae of
North America, with „a colouy of Butterflies"; by A. R. Grote;
London: J. van Voorst, 1882; Pp. 1—85, with 4 col. plates; s. En-
tern. Monthl. Mag. XIX p. 95.
Jochlora (n. g. bei Luperina, ausgezeichnet im weiblichen
Geschlecht durch den spitz auslaufenden Hinterleib mit lang hervor-
ragender Legescheide) viridis (Saisan) und var. viridissima (Ala Tau;
Thian-schan); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 39; die var.
viridissima auch von Alpheraky a. a. 0. XVII p. 78 Tab. II
Fig. 51 beschrieben und abgebildet;
Ala (n. g. Anarta am nächsten stehend) Picteti (Ala Tau);
Staudinger a. a. 0. p. 49 und Alpheraky a.a.O. p. 89 Tab. III
Fig. 61.
Nycterophaeta n. g. J. B. Smith, Bull. Brookl. Ent. Soc.
IV p. 45 (Cuculliae affine, a quo genere differt clypeo prominente, tibiis
spinulosis); dazu beschreibt Hülst die neue Art: N. Magdalena
(Black Hills).
Gonippa (n. g.) Perusia (Paramaribo); Mose hier a. a. 0.
p. 354 Taf. XVIII Fig. 39.
Charmodia (n. g. Deltoid. prope Mastigophoram) vectis p. 357
Fig. 42;
Äsylaea (n. g. Deltoid. Diptychophorae, Pyralid. generi, si-
mile) inßexa p. 358 Fig. 43 (Surinam); Mose hier a. a. 0. Taf. XVIII.
Heptapotamia (n. g. pone Episemam et ülochlaenam po-
nendum. ^ oculis parvis, nudis, circumciliatis; aut. ut in Ulochlaena;
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 181
thorace crasso dense piloso, abd. lateribus longius piloso. Palpi
Heliophobi Pcdes albido-hirsuti, ut in Ulochl. formati) Eustratii
(Semiretschie); Alpheraky, Hör. Soc. Entom. Ross. XVII p. 75
Taf. ni Fig. 57.
Rivula sericealis natural history; W. Euckler, Entom.
Monthl. Magaz. XIX p. 49.
Hypena comes (New Erit.) ; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
X p. 233, dlbopunctata (Wash. Terr.); Tepp er, Bull. Brookl. Ent.
Soc. IV p. 2 Fig. 5, diagondlis (Tianschan); Alpheraky a. a. 0.
p. 101 Tab. III Fig. QQ.
Renodes crococepJiala (Paramaribo); Möschler a. a. 0. p. 356.
Remigia sp. in Panama die Reispflanzen verwüstend; s. En-
tom. Monthl. Mag. XIX p. 112.
Purbia muscigera (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 230.
Pseudophia Fixseni (Ordubat); Christoph, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVII p. 112.
Catocala (concumbens und Fraxini) ^ mit Duftschuppen (?)
an den Vorder- resp. Mittelbeinen; s. Stett. Entom, Zeit. 1882 p. 392
mit Holzschnitt und Entom. Nachr. 1882 p, 277; vgl. d. vor. Ber.
p. 192.
Leucanitis Saisani (S.) p. 53, obscurata (Saisan; Lepsa) p. 55,
Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1882.
Palpangula fractistrigata (Khorgosse); Alpheraky a. a. 0.
XVII p. 96 Tab. III Fig. 64.
Euclidia intercalaris (New Mexico); Grote, Bull. U. S. Geol.
a. Geogr. Surv. Terr. VI p. 563, catocalis (Saisan; Lepsa); Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 52.
Erastria nubila (Argent.) ; Berg, An. Soc. Cientif. Argent.
XIV p. 284, delicatula (Ordubat); Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVH p. 112.
Chloridea moloehitina (Argent.); An. Soc. Cientif. Arg. XIV
p. 282.
Trothisa (Thalpochares) Margaritae (Uruguay); Berg, An.
Soc. Cientif. Argent. XIV p. 285.
Acontia inconcisa (Duke-of-York I.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 229, venusta (Argent.); Berg, An. Sei. Cientif. Arg.
XIV p. 283, lucida var. triangulum (Sardinien); Costa a. a. 0.
Heliodes Arb.uti natural History; W. Buckler, Entom.
Monthl. Mag. XIX p. 36 ff.
Anophia sericea (Duke-of-York Isl.); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) X p. 230.
Anarta(?) Haberhaueri (Ala Tau); Staudinger, Stett. Ent.
Zeit. 1882 p. 50.
182 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Heterochroma nWZosa (Paramaribo) ; Mose hl er a.a.O. p. 355
Taf. XVm Fig. 48.
Riley tbeiit some recent practical results of the cot-
ton-worm inquiry by the U. S. Entomological Commission
mit; Proc. Amer. Asstc. Advanc. of Science, 29 th meet. p. 642 flf.;
Nature No. 687 p. 214; da er als Imago überwintert, so ist er auch
in diesem Stadium zu vernichten, namentlich in milden Wintern.
Annaphila fidonio'ides (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 137.
Plusia surena (iOrono, Maine); Grote, Bull. U. S. Geol. a.
Geogr. Surv. Territ. VI p. 585, honaerensis (B.); Berg, An. Soc.
Cientif. Argent. XIV p. 287, Chüensis (Gh.); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 138.
PI. Beckeri als var. Italica Stgr. auch in den Abruzzen;
Staudinger, Entom. Nachr. 1882 p. 292.
PI. bractea, life history; F. J. Battersby, Entomologist
XV p. 20 f.
Cucullia dupUcata (Lepsa) ; Staudinger, Stett. Ent. Zeit.
1882 p. 47, (Blattariae ab.?) anceps (Amasia; Kerasdere); derselbe,
Hör. Soc. Ent. Boss. XVI p. 78.
Spodoptera aspersa (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882. p. 117.
Xylophasia C'awgMewensis (Cord, von Cauquenes, Chili); Butler,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 116.
Neuria calUgrapta (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 118.
Xylomiges conspicillaris Raupe in der ersten Jugend
(bis nach Vollendung der 2. Häutung) 10-füssig und sich nach Art
der Spannerraupen bewegend; Kratz im 29. u. 30. Ber. Ver. f.
Naturk. zu Cassel p. 62 f.
Xylina cosso'ides (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 136.
Cerastis Minna (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 134.
Scopelosoma Moffatiana (Kingston); Grote, Bull. U. S. Geol.
a. Geogr. Survey Territ. VI p. 583.
Anchocelis digüalis (Orono, Me.); Grote, Bull. ü. S. Geol.
a. Geogr. Surv. Territ. VI p. 584.
Orthosia gratiosa (Amasia); Stau dinge r, Hör. Soc. Ent.
Boss. XVI p. 76.
lliptelia variago (Saisan; Margelan); Staudinger, Stett. Ent.
Zeit. 1882 p. 44, Staudingeri (Koungaesse) ; Alpheraky a. a. 0.
p. 86 Tab. III Fig. 60.
Cosmia (an nov. gen.?) trapezoides (Lepsa); Staudinger,
Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 45.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 183
Perigrapha transpar ens (Wash* Territ.); Grote, Bull. U. S.
Geol. a. Geogr. Surv. Territ. VI p. 582.
Zwitter von Rusina tenebrosa Hbn.', Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 35 p. 90 Fig. 1.
Leeuwen hielt sich nach seinen Zuchtversuchen für berech-
tigt, Caradrina Taraxaci lf«t&n. und Als ines JBraTim für identisch
zu erklären; die Beweiskraft der Zuchtresultate wird von Graaf
und Snellen angezweifelt ;- Tijdschr. v. Entom. XXV, Verslag,
p. CXXXIII.
C. Dulcinea, maerens (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882.
Platysenta angustiorata (Colorado); Grote, Bull. ü. S. Geol.
a. Geogr. Surv. Territ. VI p. 584.
Trachodopalpus Edmondsii (Cauquenes, Chili); Butler, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 116.
Riley bringt Further notes on the army-worm (Leu-
cania unipuncta); Proc. Araer. Assoc. Advanc. of Science, 29th
meet. p. 640 ff.
L. Dungana (Archan); Alpheraky a. a. 0. XVII p. 83 Tab. III
Fig. 56, Trifolii (Valparaiso; Mordraupe, auch auf Klee) p. 114, sac-
charivora, Chüensis p. 115 (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Tapinostola orientalis (Kittery Point, Me.); Grote, Bull. ü.
S. Geol. a. Geogr. Surv. Territ. VI p. 588.
Description of the Larva etc. of Hydroecia nictitans; by
W. Buckler; Entom. Monthl. Mag. XVIII p. 195.
H. ochreola (Lepsa; Saisan) p. 42, osseola (Saisan) p. 43; Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeit. 1882, Songariae (Charkode); Alpheraky
a. a. 0. XVII p. 80 Taf. II Fig. 48.
Nach Snellen sind die beiden Geschlechter von Prodenia
litoralis Boisd. auch in der Färbung sehr verschieden und ist
das Männchen von Guenee als Pr. testaceoides beschrieben; Snellen
erhielt beide Geschlechter von Celebes und Java; Tijdschr. v. Ent.
XXV p. 50 ff.
Miana Lucasii (Melbourne); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX p. 89, photophüa (Las Zorras, Chili) und var. margarita) der-
selbe, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 120 f.
Sven Lampa meldet den erneuten Fund von Hadena una-
nimis Tr. in Schweden (Upland) und liefert eine Beschreibung dieser
bis 1874 in Schweden unbekannten Eule; Eutom. Tidskr. 1882 p. 31 f.
H. misera (Illinois; New York); Grote, Bull. U. S. Geol. a.
Geogr. Surv. Territ. VI p. 582, Ärschanica (A.); Alpheraky a. a.O.
p. 78 Taf. II Fig. 45, conchidia (Valparaiso); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 135.
Celaeua arbuticolens p. 121, anthophila p. 122 (Las Zorras,
Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
184 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
Apamea glottulo'ides (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 120.
Perigea terranea (Chili) p. 123, niveopicta p. 124 und var.
florinda p. 125 (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882.
Polia Centralasiae (Saisan; Thianschan); Staudinger, Stett.
Ent. Zeit. 1882 p. 37, ^anisaeljiani (Amasia); derselbe. Hör. Ent.
Ross. XVI p. 73.
Heliophobus Uthophilus (Valparaiso ; Puppen unter Steinen) ;
Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 119.
Dianthoecia orientalis (Tian-schan) p. 71 Taf. II Fig. 52, (?)
picturata (Tekesse) p. 73 Taf. III Fig. 53; Alpheraky a. a. 0. XVII.
Snellen macht auf ein bisher übersehenes Kennzeichen von
Mamestra Leineri Freyer, nemlich den stark hervorgewölbten
Vorderkopf aufmerksam, das nicht minder deutlich als bei Aporo-
phyla nigra oder lutulenta ist; Tijdschr. v. Entom. XXV p. 49.
M. Khorgossi (K.) p. 65 Fig. 49, vicina (Archan; Charkode) p. 67,
sdbulorum ! (Khorgosse) p. 69 Taf. III Fig. 58; Alpheraky, Hör.
Soc. Ent. Ross. XVII, accurata (Kaukasus); Christoph ebenda p. 110.
Gonitis Hawaiiensis (Honolulu); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 32.
Anomogyna naenioides (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 132.
Agrotis aquilina und fimbria im Tessin als Rebenschäd-
linge; Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 381: obelisca in Allier desgl. ;
Bull. Ent. France 1882 p. CLXXXVII.
A. tessello'ides (Calif.) p. 566, pellucidalis (Texas) p. 567, dapsilis
(Florida) p. 582; Grote, Bull. U.S. Geol. a. Geogr. Surv. Terr. VI,
Blanchardi nov. nom. pro (Noctua) lutescens Blanch, non Eversm.',
Berg, An. Soc. Cientif. Argentin. XIV p. 281, trigonica (Kuldscha)
p. 43 Taf. I Fig. 39, Scaramangae (Archan) p. 47 Taf. II Fig. 44,
Juldussi (J.; Marghelan) p. 49 Taf. III Fig. 59, polita (Kuldscha)
p. 51 Taf. II Fig. 46, umhrifera (Tekesse) p. 53 Taf. I Fig. 38, si-
gnifera F. var. orientis (Kuldscha) p. 54, rava H.-Scli. var. mus (Joul-
dousse) p. 58, confusa (ibid.) p. 61 Taf. II Fig. 47, Kungessi (K.)
p. 62 Taf. I Fig. 40; Alpheraky a. a. 0. XVII, semifusca, clerica
p. 129, mamestrina p. 130 und var. chionidia, Edmondsii p. 131 (Chili) ;
Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Ochropleura Diana (Las Zorras, Chili); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 132.
Nephelodcs? intricans (Jouldousse); x\lpheraky. Hör. Soc.
Ent. Ross. XVn p. 41 Taf. II Fig. 42.
Acronycta Populi RH. = lupusculina Gn.\ Riley, Trans.
Acad. of Science St. Louis IV p. 312.
Hülmgren theilt Nägra jakttagelser rörande Simyra
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 185
albo-venosa Goeze (Do Geer} och en hos densamma funnen Para-
sitstikel mit; Entom. Tidskr. 1882 p. 87 ff. Der Parasit ist Hepio-
pelmus leucostisrraus.
Wackerzapp beschreibt die Raupe von Cymatophora
fluctuosa Hh.] Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 211 fif.
Drynobia tortuosa (Colorado); Tepper, Bull. Brookl. Entora.
Sog. IV p. 2 Fig. 2.
Notodontidae. Pseudocerura (n.g.-, „allied to Heterocampa,
but with the general aspect of Cerura . .") tlwracica (Larve auf „Bol-
du") p. 106;
Edmondsia (n. g. ; „allied to Lophopteryx, but with broad
noctuiform wings . . .") sypno'ides p. 107 mit Holzschnitt der Raupe;
beide aus Chili; ifutler, Trans. Eni Soc. Lond. 1882.
Zelomera (n. g. prope Notodontam) imüans (Madagaskar);
Butler, eist. Entom. III p. 26.
Strophocerus (n. g.) flocciferus p. 345 Fig. 33;
Talmenia (n. g.) arsiloncho'ides p. 346 Fig. 34;
Antiora (n. g.) contingata! p. 347 Fig. 35;
Lysana (n. g.) plexa p. 348 Fig. 36;
Dorisia n. g. für (Mimallo) Verago Cr. p. 351; Möschlor,
a. a. 0. Taf. XVIII.
Eumeta maxima (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) X p. 228.
Lepasta mixta (Paramaribo); Mos ch 1er a. a. 0. p. 349 Taf.
XVIII Fig. 37.
Chliara Baatzi, notha (Surinam) Fig. 38; Möschler a. a. 0.
p. 350 Taf. XVIII.
Drymonia pica (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 22.
Heterocampa stfagula (Paramaribo) p. 342 Fig. 30, muscosa
(Surinam) p. .843 Fig. 31; Möschler a. a. 0. Taf. XVIII.
Nystalea cZmsa (Paramar. ; Puerto Cabello); Möschler a.a.O.
p. 343 Taf. XVIII Fig. 32.
Möschler nimmt a. a. 0. p. 352 den Namen Sibine H.-Sch.
statt Strebiota Berg an und beschreibt S. affinis von Surinam p. 353.
Harpyia Petri (Kborgosse) p. 37 Fig. 36, Przewdlskii (ibid.)
p. 38 Fig. 37; Alpheraky a. a. 0. XVII Taf. L
Ueber die Hautdrüsen am ersten Leibesringe auf der Unter-
seite der Raupe von H. vinula s. Klemensiewicz in den Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII p. 467 f. Taf. XXVII Fig. 4—6; A.
K. Dimmock in Psyche HI p. 340 f., wo auch der durch den Aus-
führungsgang der Drüse veranlasste asymmetrische Verlauf der Bauch-
ganglienkette zwischen dem ersten und zweiten Thorakalganglion
erwähnt und durch einen Holzschnitt verdeutlicht ist.
Drepanulidae. Nach Butler, Cist, Entom. III p. 25, ist Dre-
186 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
pana Rafflesi Moore wahrscheinlich ein Tanaorrhinus (Geometr.) und
zwar T. luteoviridata.
Saturniadae. Die Beiträge zur Schmetterlingskunde
von Maassen und Weymer sind mit Lief. IV fortgesetzt (10 Ta-
feln exotischer Saturniden).
Cinommata (n. g.) bistrigata (Las Zorras; Valparaiso); But-
ler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 16 und 102 (Raupe).
üeber die Zahl der Häutungen von Callosamia Prometha s. oben
p. 154.
Halbierter Zwitter von Saturnia pavoniaX. (Carpini S. F.);
Jahrb. Nass. Vereins f. Naturk. 35 p. 89 Fig. 2.
Die erwachsenen Raupen von S. Pyri geben bei Störung (durch
den Mund?) einen Ton von sich; Krancher, Psyche III p. 363.
S. Kuntzei (Guinea); Dewitz a. a. 0. p. 70 Taf. III Fig. 14.
Bastard zwischen An th er aea Pernyi und A. Roylei; Proc.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. VII.
Ceranchia reticolens p. 19, crihrelU p. 20 (Madagaskar); But-
ler, eist. Entom. III.
Butler beschreibt und bildet ab die Larven von Cercophora
FrB.\ienie\di Feld, (auf „Peumo'*, Cryptocaria peumus); Trans.Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 17 PI. I Fig. 5 und p. 103.
Hyperchiria Ächaron! und var. dehilis (Chili); Butler, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 21.
Dimmock beobachtete am 4. und 10. Segment der Raupe
von H. varia WaTk. jederseits ein hervorstülpbares Organ, das wahr-
scheinlich die Mündung von Drüsen enthält und ein Schutzmittel
ist; Psyche III p. 352 f.
'b\rci2.Q2i 'plumicornis (Ankafana); Butler, Cist. Entom. HI p. 18.
Eudelia vulpes (Coral, Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 18, der ebenda p. 103 die Raupe von E. venusta Walk, (auf
Maitenus chilensis) beschreibt.
Copaxa vulpina (Ankafana); Butler, Cist. Entom. III p. 20.
Mimallo cordiibensis (Argent.); Berg, An. Soc. Cientif. Arg.
XIV p. 279.
Aurivillius bezieht in seiner Rec. crit. a. a. 0. p. 145 f.
die Phalaena aurota Gram, auf Attacus Hesperus {L.), während die
meisten Autoren die Ph. Hesperus L. auf spien didus Falls, bezogen
hatten; von Att. Hesperus (X.) wird eine Holzschnittfigur der Flü-
gel, von A. (Hesperus auct. =) splendidus {Falis.) die Synouymie
wiedergegeben.
Derselbe bildet ebenda p. 148 Antheraea Paphia (L.) ab.
Hülst paarte Samia Cecropia (^ mit S. Ceanothi ^ und er-
zog mehrere Nachkommen bis zur Imago; diese letzteren, sowohl ^f
wie \l , erwiesen sich als unfruchtbar. Bull. Brokl. Ent. S^c. IV p. 57 f.
Pülytliysaua Edmondsii (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 187
Lond. 1882 p. 19, der ebenda p. 104 die auf Cryptocariä peiimus
lebende Raupe von P, albescens beschreibt.
Bombycidae. Alimera (n. g. Pyromorphid., ex affinitate Chry-
sopygae H.-Sch.l, sed nervatura distinctum) fcz'coZor (Surinam) ; Mö sch-
ier a. a. 0. p. 340 Taf. XVIII Fig. 29.
S. Selvatico. Sulla sviluppo embrionale dei ßom-
bicini. Boll. di ßachicultura VIII, con 7 tav. (Habe ich nicht ge-
sehen; nach dem kurzen Referat in Bull. Soc. Ent. Ital. 1882 p. 250
zieht der Verfasser die Entwickelung des Attacus mylitta und der
Saturnia Pyri zum Vergleich mit der von Bombyx Mori heran); vgl.
auch Journ. de Micrographie 1882 p. 167 ff., 216 ff., 270 ff.,. 342 ff.,
394 ff.
Bombyx Quercus var. Bordigälensis (B.), var. DalmaUnus (D.),
var. fenestratus] Gerhard; Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 127 f.
B. Äcanthophylli (Schahkuh; Tasch; 8—10,000'; Raupe auf
Acanthophyllum und Acantholimon); Christoph, Hör. Soc. Ent.
Ross. XVII p. 124.
Ocha hova (Madagaskar); Butler, Cist. Entom. III p. 23.
Macromphalia nitida p. 10, rivuloris, purissima p. 12 (Chili);
Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Lasiocampa quercifolia var. Dalmatina (D.); Gerhard, Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 128.
L, Eadei p. 77 Fig. 16, Köllickerii p. 78 Fig. 15, Distantii
p. 79 Fig. 14 (rudis Walk. Taf. III Fig. 24); Dewitz, Afr. Nacht-
schm. a. a. 0. Taf. II, leordna (Madag.) ; Butler, Cistul. Entom.
III p. 21.
Lebeda Cowani (Madag.); Butler, Cist. Entom. III p. 21.
Amydona Burcliardii (Chinchoxo); Dewitz, Afr. Nachtschm.
a. a. 0. p. 74 Taf. II Fig. 5.
Borocera arenicoloris (Madagaskar); Butler, Cistul. Entom.
III p. 22.
Eutricha Bennei (Cap) ; Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a. 0. p. 71
Taf. III Fig. 12, 16, nitens (Madagaskar); Butler, Cist. Entom. III
p. 22.
Gonoraeta hicolor (Chinchoxo) ; Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a.O.
p. 73 Taf. II Fig. 1.
Gastropacha GerstäcJcerii p. 74 Fig. 6, Knohlauchii p. 75 Fig. 2
(Chinchoxo); Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a. 0. Taf. 11.
Pachypasa 6rra&em p. 72 Fig. 3, Honrathii p. 73 Fig. 11, (sub-
fascia Walh. Fig. 12), alle von Chinchoxo; Dewitz a. a. 0. Taf. IL
Liparidae. Homopsyche (n. g. ; Thorax oben nackt, und da-
durch sowie durch andere Eigenthümlichkeiten vom Ansehen einer
Fiata!; verwandt mit Barsinella; ob in diese Familie gehörig?) nu-
darioidcs (New Brit.) ; Butler, Ann a. Mag N. H. (5) X p. 226
Thagona (n. g.) uniformis;
188 Bertkau: Bericht üb. die wissenscliaftl. Leistungen
Phiditia n. g. (systematische StelluDg zweifelhaft; Habitus
spannerartig; Dorsalrippe der Vrdfl. gegabelt; nur 11 Eippen; aber
Fühler des ^ langgekämmt) für (Phalaena) Diores Cr.; Möschler
a. a. 0. p. 338.
PacJiycispia (n. g. prope Cispiam) _p?'cia (Ankafana); But-
ler, eist. Entom. III p. 12.
Aroa Immaculata (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 227.
Ocneria JKbmarow (Ordubat); Christoph, Hör. Soc. Ent. Boss.
XVII p. 109.
Lymantria dulcinea (Ankafana); Butler, Cist. Entom. HI p. 12.
Ueber die Hautdrüsen der Raupe von Leucoma Salicis;
Porth. auriflua; Orgyia gonostigma, fascelingr; Liparis detrita, rubea
s.Klemensiewicz in denVerh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 461 ff.
Taf. XXI Fig. 1—8.
Lacipa quadripuTictata (Chinchoxo) p. 67 Fig. 4, Distantii
(Cap) p. 68 Fig. 7; Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a. 0. Taf. UI.
Porthesia melanosoma (Melbourne); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) IX p. 87.
Euproctis FaXkensteinii {(ymmohosLo) \ Dewitz, Afr. Nachtschm.
a. a. 0. p. 69.
Dasychira Saussurei (Chinchoxo); Dewitz, Afr. Nachtschm.
a. a. 0. p. 69 Taf. II Fig. 13, pumila, pallida (Ankafana); Butler,
Cist. Entom. III p. 16, 17.
Parorgyia phasiana, maligna (Ankafana) ; derselbe ebenda p. 1 7.
Darala stygiana (Melbourne): Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX p. 88.
Chaerotriche limonea (Ankafana, Mad.); Butler, Cist. Entom.
m p. 11.
Calliteara elegans p. 13, Grmididieri, moerens p. 14. pastori>.lb,
prasina p? 16 (Ankafana); Butler, Cist. Entom. III.
Artaxa fulva (Duke-of-York J); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5)Xp.227, incommoda (Ankafana); derselbe, Cist. Entom. III p. II.
Psychidae. Äc[o]usmaticus (n. g.; „aspect of Psyche, but
the antennac formed as in Penthophora . .") magnicornis p. 8 ;
Thanatopsyche{j\.g.; „aspect and coloration of Thyridopteryx,
but with eutirely different neuration*' . .) canescens (Chili; Larve auf
Mühlenbeckia sagittaefolia) p. 9 PI. I Fig. 4; Butler, Trans. Eut.
Soc. London 1882.
Acanthopsyche Tedaldii (Syrien', Algier; Sizilien); Heylaerts,
C. R. Ent. Belg. 1882 p. 139.
Psyche Wochei (Italien); M. Standfuss, Entom. Nachr. 1882
p. 322.
Fumea Norvegica (Norwegen; Südfr,, Alpes marit.) ; Heylaerts,
C. R. Ent. Belg. 1882 p. 140.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 189
Oeceticas Westwoodii (Corrientes) nur Raupe und deren Ge-
häuse bekannt; Berg, Farrag. Lepidopt. in An. Soc. Cientif. Arg.
XIII p. 217.
Derselbe erkennt in seinem 0. Kirbyi, vulgo Bicho de ca-
nasto, eine neue Art, die er 0. platensis benennt; sie ist bedeutend
kleiner als die echte Kirbyi Lansd. Guild.\ ebenda XIV p. 276.
Limacodidae. Bhinaxina (n. g. inter Serayram et Suridam;
differt: palpis subsecuriformibus, caput longe superantibus, dense
squamosis, art. apicali parvo, conico, pilis maximam ad partem ob-
tecto; antennis thorace paullo longioribus, mediocriter pectinatis;
al. ant. venis 2a— 7a separatis (4a et 5a ad basim approximatis),
8a. et 9a pedunculo comrauni ex angulo superiore areae discoidalis,
10a prope basim bujus pedunculi et IIa ex ultimo triente venae
subcostalis orientibus . . .) gwa^iraia (Mission.); Berg, Farrag. Lepid.
p. 259 ff.
Nach demselben ebenda p.258 ist Semyra WaTk. für coar-
etata, bella und verwandte Arten, Euryda H.-S. für variolaris
beizubehalten; S. coarctata kommt auch in Argentinien (Corrientes
und Buenos Ayres) vor.
Ulamia n. g. (von zweifelhafter Stellung, so lange die Raupe
unbekannt ist; vielleicht zu den Cossiden gehörig) für dolabrata O.,
Walk.; Mose hl er a. a. 0. p. 339.
Macrosemyra (n. g. prope Semyram) ieiie&rosa (Madagaskar) ;
Butler, eist. Entom. III p. 25.
Nach demselben ist Heterogenea pinguis Saalm. wahrscheinlich
eine Semyra.
Miresa ])yrosoma p. 23, gracüis p. 24 (Madagaskar); Butler,
eist. Entom. III.
Anzabe micacea (Madag.); derselbe ebenda p. 24.
Gossidae. Cossns 3Iongolicus (Kuldscha); Erschoff, Hör. Soc.
Ent. Ross. XVII p. 33 Taf. I Fig. 34, fulvosparsus p. 26, pavidus,
senex p. 27 (Madagaskar); Butler, Cist. Entom. III.
Zeuzera buho (New Brit); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) X
p. 228.
Hypopta superba (Corrientes) p. 222, correntina (ibid.) p. 257,
mendosensis (Mendoza) p. 258; Berg, Farr, Lepid.
flepialidae. CalUpielus (n. g.; „form of Charagla, neura-
tion very uear to Pielus . .") arenosus (Valdivia) p. 24 PI. I Fig. 6
(Flügelgeäder) ;
Philanglaus {n. g.) ornatus (Chili) p. 28; Butler, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882.
Bert kau giebt eine genauere Beschreibung und Abbildung
des Duftapparates von Hepialus Hecta i. ; dies. Archiv, 48.
Jahrg. 1. Bd. p. 363 ff. Taf. XVIII Fig. 23-25; vgl. den Bericht
für 1879 p. 444 (212); Barrett beobachtete den aromatischen Ge-
190 Bert kau: Bericht üb. diu wissenschaftl. Leistungen
ruch ebenfalls, ohne mit Bestimmtheit dessen Herkunft angeben zu
können; die früheren Mittheilungen über diesen Gegenstand sind ihm
entgangen; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 90.
Aepytus dimidiatus (Chili); Berg, Farrag. Lepid. p. 220.
Dalaca suhfervens p. 15, violacea, marmorata p. 26, hemüeuca
p. 27 (Chili); Butler, Trans. Entom. Soc. Lond. 1882.
Gorgopis Zellerii Fig. 22, Butlern Fig. 25 (Cap); Dewitz,
Afr. Nachtschm. a. a. 0. p. 64 Taf. IIl.
Pielus luteicornis Phil. i. 1. (Magellan St.); Berg, Farrag. Le-
pid. p. 218.
Ärctiadae. Pryteria (n. g. ; „diese Gattung, in ihrem ganzen
Habitus eine Syntomide, wird nur durch die vorhandene Costal. von
den Syntomiden getrennt und zu den Arctioiden versetzt") costata
(Paramaribo); Möschler a. a. 0. p. 336 Taf. XVIH Fig. 27.
Callicereon (n. g. prope Eucereon) af/iwe (Ankafana, Mad.);
Butler, eist. Entom. HI p. 3.
Areas hyporhoda (New Brit. u. Duke -of- York J.); Butler,
Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 159.
Halysidota sertata (Prov. Buenos Ayres) p. 214, infucata!
(Mission.), mundula (Corrientes) p. 216; Berg, Farrag. Lepid.
Halesidota ochracea (Paramaribo); Möschler a. a. 0. p. 337
Taf. XVIII Fig. 38.
Trichosoma Breveti (Tlemcen, Alg.); Oberthür, Bull. Soc.
Ent. France 1882 p. CLXXIV.
Spilosoma Alcumena CArgent. ; Brasil.); Berg, Farrag. Lepi-
dopt. p. 213.
Thiele erhielt Spilosoma lubricipeda und zatima aus einer
Brut; Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 390.
Spilarctia turhida (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 158.
Paracles rudis (Coral, Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 5.
Laora latior (Valparaiso) p. 5, tegidata, angustior p. 6, obscura
p. 7 (ibid.); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882, nach dem mög-
licher Weise auch der Bombyx oder Ocnogyna deserticola Berg eine
abcrrante Art dieser Gattung ist.
Euchaetes madagascarieiisis (Ankafana); Butler, Cistul. En-
tom. III p. 8.
Daphoenura minuscula (Ankafana, Mad.) ; Butler, Cist. Entom.
III p. 3.
Callimorpha Hera L. ab. nigricans (Wien); Kempay,
Wien. Entom. Zeit. 1882 p. 62.
C. Kölpcücofiikn (Kounguesse); Alpheraky a. a. 0. XVII p. 26
Taf. I Fig. 31.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 191
Arctia glaphyra Eversni. var. Mannii (Archan) Fig. 32, Er-
schoffu (Saisan) Fig. 33; Alpheraky a. a. 0. XVII Taf. I.
Hypercompa Thelwalli (Nya,ss2i)', Druce, Proc. Zool. Soc.Lond.
1882 p. 779 PI. LXI Fig. 1.
Berg vereinigt die Gattimgen,Megalopyge fi&., (Alpis Walk.,
Podalia Walle., Chrysopyge H.-S., Lagoa Harr., Pimela Clem.), Ochro-
soma H.-S., Carama Walk., die bisher in die Familien der Lipari-
dae, Cossidae, Limacodidae, Bombycidae und Notodontidae vertheilt
waren, in eine besondere Familie (= Megalopygina H.-S.) mit fol-
gender Diagnose:
Megalopygidae. Palpi minuti, saepissime pilis occulti. Pro-
boscis non conspicua. Ocelli desunt. Antennae -7 raediocriter^ ra-
rissime late, bipectinatae, $ subpectinatae aut serratae ; . . . . Abdo-
men pilosum, apice ^ fasciculato, ^ valde lanuginoao. Larvae ge-
nerum cognitorum pedibus 20 praeditae.
Von Megal. Orsilochus {Gram.), lanata {Gram.) Moeschl, fusce-
scens {Walk.), xanthopus {Sepp), nuda {Gram.) Hb., undulata (jff.-S.),
pellita {Feld.), opercularis {Abb. u. Sm.), pyxidifera {Abb. u. Sm.) ;
Gasina albicoUis Walk.', Mallotodesma discrepans Walk, wird die
Synonymie angegeben; als neu sind M. urens (Brasilien; Venezuela;
Uruguay) p. 268 nebst der auf Feijoa Sellowiana lobenden Raupe,
uruguayensis p. 270, Walkeri (Rio de Janeiro) p. 271, undtilata
H.-S. var. milpina (Argentinien) p. 273; Carama pruinosa (Prov.
Buenos Ayres; Brasilien) p. 276 beschrieben. — Farrag. Lepid. a. a. 0.
p. 262 ff.; Yg]. auch ebenda XIV p. 277 ff.
LitbOSiadae. Frogona n. g. (Oeonisti affine, differt venis 4 a
et 5 a al. ant. et 4 a al. post. deficientibus) für (Cydosia) luridipennis
Burm.; Berg, Farrag. Lepid. p. 182.
Hypsoides (n. g.) bipars (Ancaya, Mad.); Butler, Cist. En-
tom. III p. 2.
Aurivillius gründet in seiner Recens. critic. p. 157 f. auf
Phalaeua fulvia Glerck die neue Gattung Glerckia mit folgender
Diagnose: Pedes postici calcaribus 4 brevibus. Costae al. ant. 12;
prima e basi simplex, 2 et 3 e latere postico cellulae, 3 a 2 quam
a 4 triplo longius remota, 4 et 5 ex ipso angulo postico cellulae
oriuntur; costula transversa obsoleta, in medio angulata; costae 6
et 7 petiolo communi longissirao ex angulo antico cellulae, 8 et 9
petiolo sat longo communi e basi petioli cost. 6 et 7, 10 et 11 e
latere antico cellulae oriuntur et liberae in marginem anticum exe-
unt, costae al. post. 8 . . . .); das Flügelgeäper ist abgebildet; die
Art stammt entweder von Surinam oder von Araboina; die Ph. ful-
via Gram., dem die meisten neueren Autoren gefolgt sind, ist eine
andere Art, wahrscheinlich Josia jesuita {F.).
Callhistia {n. g. Chalcos, inter Histiam et Gynautoceram)
192 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. LeistuDgen
grandis (Neu-Guinea); Druce, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 779
PI. LX Fig. 5.
Ueber Euschema und Melanchroea s. oben p. 175.
Bizone Saahnuelleri (Ankafana, Mad.); Butler, Cist. Entom.
III p. 3.
Coracia plumicornis (Ankafana); Butler, Cist. Entom. III p. 4.
Eugoa marmorea i[). 9, placida ^. 10 (Ankafana); Butler, Cist.
Entom. III.
M. E. Murtfeldt erzog Hypoprepia Packardii Groote aus
überwinterten Raupen, die von der Rinde von Quercus tinctoria
oder den auf derselben wachsenden Flechten lebten; Psyche III
p. 243.
Hypocrita flavofasciata (Surinam); Mö seh 1er a. a. 0. p. 334
Taf. XVIII Fig. 26.
Josia modesta (Surinam); Mö schier a.a.O. p. 334 Taf. XVIII
Fig. 25.
Lysceia parvula (Ankafana); Butler, Cist. Entom. III p. 9.
Nola inconspicua (Archan); Alpheraky a. a. 0. XVII p. 24,
sorghieUa (S. Alabama, auf Hirse); Riley, Report 1881 a. 1882 De-
partment of Agriculture p. 187 PL XI Fig. 1, hryopMloides (Anka-
fana, Mad.); Butler, Cist. Entom. III p. 10.
Prabhasa carnea, ardens p. f^, nigrosparsa, flexistriata p. 7, fa-
sciata, angustata, insignis -g>. 8 (Ankafana, Mad.); Butler, Cist. En-
tom. III.
Setina aurita Esp. var. sagittata (Simplen); Frey, Mitth.
Schweiz, ent. Ges. VI p. 356.
Sozuza punctistriata p. 4, Mäbillei, albicans, sordida p. 5,
aspersa p. 6 (Ankafana, Mad.); Butler, Cist. Entom. III.
Die Gattung Upenora Burm. 1878 ist synonym mit Nephodia
Eh. 1816; U. fumida hat daher zu heissen N. fumida (Burm.); Berg,
Farr. Lepid. p. 181.
Pallene? metalligera (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 226.
Damalis tigrina (New Britain); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 160.
Histia cometaris (Tenasserim); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
X p. 374.
Epyrgis Binghami (Tenasserim); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 374, Forbesi (Bantam) ; Druce, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 779 PI. LX Fig. 6.
LeptoBoma Mabillei (Antananarivo; = Nychthemera biformis
^ Mab.); Butler, Entom. Monthl. Mag. XIX p. 57.
Hylemera Candida, nivea (Ankafana, Mad.); Butler, Entom.
Monthl. Mag. XIX p. 58.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 193
Nychthemera acraema (Calabar), chromis (Westafr.) Fig. 2 ;
Druce, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 780 PI. LXI.
Otraeda varunaea (Congo); derselbe ebenda.
Syntomidae. Macrocneme Thyra (Surinam); Möschler a. a. 0.
p. 334 Taf. XVIII Fig. 24.
Syntomis phegea var. albaria; Ragusa, II Natural. Siciliano
I p. 278 f. Tav. I Fig. 6.
Zygaenidae. Charidea (Hippola) rubricincta Burm. gehört in
die Gattung Androcharta Feld.; Berg, Farrag. Lepid. p. 178.
Hydrusa Kefersteinii (Ankafana. Mad.); Butler, Cist. Entom.
III p. 2.
Zygaena EcM (Schahkuh); Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVII p. 123.
Thyrididae. Pachythyris Zellerii (Chinchoxo); Dewitz, Afr.
Nachtschm. a. a. 0. p. 65 Taf. II Fig. 7.
Agaristidae. Berg macht aus Argentinien folgende neue Arten
bekannt: Euthisanotia (Hbn. 1825 =^ Eudryas Boisd. 1836) pla-
tensis p. 172 nebst der auf Erythrina crista galli, Portalucca oleracea
und Oreodaphne spec. lebenden Rgiupe; Alypia Aguirrei p. 174
(Prov. Buenos Ayres); Metagarista HiUingeri (ibid.) p. 176 und
277, Raupe auf Ampelopsis hederacea ; Farrag. Lepid. a. a. 0.
Castnia Mars (Ecuador) Fig. 2, Buckleyi (ibid.) Fig. 3; Druce,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 778 PI. LX.
Hespagarista tigrina (Calabar, Camaroons); derselbe ebenda
p. 778 Fig. 4.
Pais Moldaenkei (Cap); Dewitz, Afr. Nachtschm. a. a. 0.
p. 65 Taf. III Fig. 15.
Eusemia Falkensteinii (Chinchoxo); Dewitz, Afr. Nachtschm.
a. a. 0. p. 66 Taf. II Fig. 10.
Lyssidia Goldiei (Neu Guinea); Druce, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 781.
Sesiadae. Phlogothauma (n. g. prope Paranthrenem) sein-
tillans (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 237 f.
Trochilium Przewalskii (Charkhode); Alpheraky, Hör, Ent.
Ross. XVII p. 18 Taf. I Fig. 28.
Sara Fryeri (ßorneo) ; Druce, Entom. Monthl. Mag. XIX p. 15.
Sciapteron tabaniforme Bott. var. Rungessana (Charkhode);
Alpheraky a. a. 0. XVII p. 20.
Die Raupe der Sesia cruentata Mann lebt in Zweigen von
„Meli" (Santa Ninfa auf Sicilien); Ragusa, II Naturalista Siciliano
I p. 223.
S. seriea (Kounguesse); Alpheraky a. a. 0. XVII p. 21
Taf. I Fig. 29.
Trochilium melanocephalum {Dälm.)j seit Dalman'a
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2, Bd. N
194 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Zeit verschollen, ist 1879 bei Bjuf, südl. Scanien, wieder aufge*
funden; Aurivillius, Entom. Tidskr. 1882 p. 121 f.
Sphingidae. Butler liefert Descriptions of new species
of Sphingidae, chiefly from Africa; Ann. a. Mag. N. H. (5) X
p. 432 fif. (werde ich citiren : a. a. 0.)
Berg giebt folgende Synonymieen an: Dilophonota Cercyon
Bitrm. = (Anceryx) Lassauxi Boisd.\ D. Hippothoon Burin. = (An-
ceryx) Piperis Boisd. = (Sphinx) picta Sepp; Anceryx Rhaebus
Boisd. = obscura Walk. = Erinnyis Stheno Geyer = Dilophonota
(Sphinx) obscura F.; Farr. Lepid. p. 170 f.
Diludia macromera (Sarawak); Butler a. a. 0. p. 435.
Triptogon rosea (Cameroons) p. 17, cytis (Vaal R., S. Afr.)
p. 18; Druce, Entom. Monthl. Mag. XIX.
Pseudosmerinthus Carteri (Aburi), virescens (ibid.); Butler
a. a. 0. p. 435.
Nephele anomala (Aburi, Goldk.); Butler a. a. 0. p. 434.
Panacra Butherfordi (Cameroons); Druce, Entom. Monthl.
Mag. XIX p. 16, insignis (Andaman), imitans (Delagoa B.); Butler
a. a. 0. p. 432.
Chaerocampa Godmani (Panama); Druce, Entom. Monthl.
Mag. XIX p. 16, Elicius (Surinam); Mose hl er a. a. 0. p. 332
Taf. XVIII Fig. 47, Monteironis (Delagoa ß.) ; Butler a. a. 0.
p. 433, Wolfi (Ecuador); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1882
p. 778 PI. LX Fig. 1.
Diodosida roseipennis (Delagoa B.); Butler a. a. 0. p. 433.
Butler bildet die Raupe von Deilephila Euphorbiarum
Boisd. und D. Annei Guer., erstere auf Mühlenbeckia sagittaefolia,
letztere auf Oxybaptrus parviflorus, ab; Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 2, PL I Fig. 1, 2.
Darapsa Bosae (Delagoa B.); Butler a. a. 0. p. 433.
Daphnis Ändamana (A.), torenia (Fidschi Ins.); Druce, En-
tom. Monthl. Mag. XIX p. 16.
Protoparce SchmeUzii (Austral. Reg.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) Xp. 158, Laucheana {West- Air.); Druce, Entom. Monthl.
Mag. XIX p. 18.
Butler lässt die auf Litrea venenosa lebende Raupe von
Protoparce Eurylochus (Phil.) abbilden; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 3 PI. I Fig. 3.
Hyloicus Beevei (Paraguay); Druce, Entom. Monthl. Mag.
XIX p. 18.
Riley deutet Gruben am Anfang des 5, 6 und 7 Abdominal-
segments der Puppe von Sphinx Catalpae, Ceratomia Arayntor,
Sph. Harrisii a. a. als Tonapparat; Amer. Natur. 1882 p. 745; Na-
ture No. 668 p. 366.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 195
Halbirter Zwitter von S. Convolvuli; Jahrb. Nass. Ver. f. Na-
turk. 35 p. 88 Fig. 3.
S. albescens (Colorado); Tepper, Bull. Brookl. Ent. Soc. IV
p. 1 Fig. 1.
Koebele beschreibt Eier und Raupe von Daremma Catalpae
Boisd., Sphinx Coniferarura Ab. u. Sm., Datana Floridana; ein Phil-
ampelus Vitis hatte in 6 Wochen seine ganze Entw^ickelung vom
Ei bis zur Iraago durchgemacht. Bull. Brookl. Ent. Soc. IV p. 20 ff.
Macroglossa fulvicaudata p. 155, calescens p. 156 (New Brit.);
Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) X, bombyliformis 0. var. röbusta
(Tian-schan); Alpheraky a. a. 0. XVII p. 17.
Rhamphoschisma Godeffroyi (Duke-of-York J.); Butler, Ann.
a. Mag. N. H. (5) X p. 157.
Ambulyx Elioesi (Darjiling), ar^ewiato (Cochin-China); Druce,
Entom. Monthl. Magaz. XIX p. 17.
Hesperiadae. Moore macht in seinen Lepid. of Ceylon fol-
gende neue Gattungsnamen: Choaspes p. 158 für (Thyraele) Ben-
jamini Guer.\ Hasora p. 159 für Balloa Moore; Bileasis p. 160
für (Gonil.) Seua Moore; Parata p. 160 für Chromus Cram.; Ba-
racus p. 162 für (Isot.) vittatus Feld.; Matapa p. 163 für (Ism.)
Aria Moore; Gongara p. 164 für Thyrsis F.; Baoris (p. 165 für
(Hesp.) oceia Hew. undj penicülata p. 166; Parnara (p. 166 für
(Eudamus) guttatus Boem. und) Cingala p. 167 PI. LXX Fig. 3
nebst Raupe und Puppe; Suastus p. 168 für (Hesp.) gremius F.;
Telicota p. 169 für Augias L.; Chapra p. 169 für (Hesp.) Mat-
thias F. und) Pseudomaesa p. 170, goloides p. 171 PI. LXXI Fig. 3;
Padraona (p. 170 für Maesa); Ämpittia p. 172 für Maro F.;
Hyarotis p. 174 für (Hesp.) Adrastus Cram.; Sarangesa (p. 176
für Purendra und) albiciUa PI. LXVIII Fig. 5; Udaspes p. 177
für Folus Cram.; Hantana p. 179 für (Eudamus) iufernus Feld.;
Coladenia (p. 180, für Indiani und) Tissa ip.lSO PI. LXVII Fig 6 ;
Tapena .^. 181 für T. TUoaüesi p. 181 PI. LXVII Fig. 2; Aba-
ratha p. 181 für Pterygospidea Ransonueti Feld.
C. Ploetz bespricht einige Hesperien-Gattungen und
deren Arten (Proteides Hübn., Telemiades Hübn., Netrocoryne
Feld., Telegonus Hübn., Celaenorrhinus Hübn., Pellichia Herr.-Sch.,
Arteurotia Butl., Aethilla Hew., Cogia Butt., Cecropterus Herr.-Sch.,
Plesioneura JPdfZ., Lychnuchus Hübn., Sophista p. 264, Udranomia
Butl.); die Arten sind in analytischen Tabellen charakterisiert; Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 71 ff., 253 ff.
Die Hesperiinen-Gattung Hesperia aut. und ihre Ar-
ten; von C. Ploetz; Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 314 ff., 436 ff.
H. comma var. mixta (Kuldscha); Alpheraky a. a. 0. XVI
p. 432.
S. H. King schildert die Internal Organization of He-
196 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
speria Ethlius Cram. ... in the living animal (Raupe und Puppe);
Psyche III p. 322 £f.
Ploetz bringt seine Synopsis der Gattung Eudamus zu Ende;
Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 78.
E. Electra (Nord-Am.); Lin tner , Canad. Entom. XIII p. 63 ff.
Thymele Diophorus (Paramaribo); Mose hier a. a. 0. p. 322.
Telesto flammeata p., 85, ecUpsis p. 86, compacta p. 87 (Mel-
bourne); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX,
Tagiades clericus (Duke-of-York J.), presbyter (ibid.); Butler,
Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 154, distans (Ceylon); Moore, Lepid.
of Ceylon p. 175 PI. LXVIII Fig. 1.
Remarks on some Central American species of Pyrrhopyge
Hubn.\ by G. F. Mathe w; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 18 f.
P. Hephaestus (Paramaribo); Mose hl er a. a. 0. p. 824.
Pyrgus nöbilis (Ferab) ; Staudinger, Berl. Ent. Zeitschr.
1882 p. 176.
Proteides (Ocrinus Fig. 15 p. 325), Osemho, monacha Fig. 16
p. 326 (Surinam); Mö schier a. a. 0. Taf. XVII.
Plesioneura insulata (New Brit.); Butler , Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 154, Cameroni (Prov. Wellesley, Mal.; Penang); Distant
ebenda p. 248, restricta (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon p. 178;
ochrogutta (Surinam); Möschlera. a. 0. p. 330 Taf. XVII Fig. 22.
Paraphila repefiia, albiclavata (Duke-of-York J.); Butler, Ann.
a. Mag. N. H. (5) X p. 155, parvipuncta Fig. 17, Warra p. 327,
Corisana, Zeppa Fig. 18, Ortygia, [Theogenis), ZoZa p. 328 (Surinam);
Möschler a. a. 0. Taf. XVIL
Ismene (Choaspes) Crawfurdi (Prov. Wellesley, Mal.) ; Distant,
Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 247.
J. Jankowskii (Askold); Oberthür, Etud. Entom. V (im vor
Bericht unter Papilioniden gerathen).
Halpe SikTcima, separata (Sikkim) ; Elwes, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1882 p. 407, decorata p. 173 PI. LXXI Fig. 2, hrunnea p. 174
PI. LXX Fig. 4 (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon.
Chapra prominens (N.W. Himalaya); Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1882 p. 261.
Apaustus Servüius, Tiberius p. 329, Virginius Fig. 20, Alsimo
Fig. 21 p. 330 (Surinam); Möschler, a. a. 0. Taf. XVIL
Achlyodes Onorbo (Surinam); Möschler a. a. 0. p. 331 Taf.
XVII Fig. 23.
LycaeDidae. Nadisepa n. g. (allied to Deudorix) für (Papilio)
jarbas Fabr. p. 249;
Baspa n. g. für (Pap.) Melampus Gramer;
Bidaspa n. g. (nearest to Virachola) für (Thecla) nissa
Kollar;
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 197
Hysudra n. g. (allied to Bidaspa) für Deudorix selira iüfoore
p. 250;
Panchala n. g. für (Amblypodia) ganesa Moore p. 251;
Moore, Proc. Zool. Soc, London 1882.
Moore stellt in seinen Lepid. of Ceylon eine Unmasse neuer
Gattungen auf, deren blose Namen ich hier anführen werde:
Megisba für M. Thwaitesi p. 71 PI. XXXIV Fig. 3, mit Raupe
und Puppe;
Chilades für (Pol.) Laius p. 76;
Zizera für (Pol.) Alsus p. 78;
Azanus (für Ubaldus und) Crameri p. 79 PI. XXXVI Fig. 1 ;
Tarucus für L. Theophrastus p. 80;
Nacaduba für L. prominens p. 88;
Talicada für (Poly.) Nyseus Guer. p. 96;
Horaga für (Myrina) Onyx p. 98;
Eathinda für (Myrina) amor F. p. 99;
Iraota für (Deudorix) Maecenas F. p. 101;
Virachola für (Deudorix) Perse Hew. p. 104;
Bapala für Varuna p. 105;
Pratapa für (Amblyp.) deva Moore p. 108;
Tajuria für (Amblyp.) longinus F. p. 109;
Cheritra (für Jafra und) Pseudojafra p. 109 f. ;
Bindahara für (Myrina) Phocides F. p. 111.
Nilasera (für Amblyp. Centaurus F. und) Pirama p. 114 ff.
PI. XLIII Fig. 3 nebst Raupe und Puppe.
Amblypodia Minnetta (Duke- of -York J.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 152.
Aphnaeus fusca Fig. 2, schistacea Fig. 3 p. 106, lazularia
p. 107 Fig. 1 nebst Raupe und Puppe (Ceylon); Moore, Lepid. of
Ceylon PI. XLI.
Castalius hamatus (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon p. 84
PI. XXXVI Fig. 6.
Holochila regina (Duke-of-York J.); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) p. 150.
Horaga viola (Dharmsala); Moore, Proc. Zool. Soc. London
1882 p. 248.
Hypolycaena periphorhas (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 152, chandrana (Lahul); Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1882 p. 249 PI. XI Fig. 2.
Ilerda coruscans (N. W. Himal.); Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1882 p. 248.
Lampides Ästarte p. 150, complicata p. 151 (New Brit.); But-
ler, Ann. a. Mag. N. H. (5) X.
Loxura arcuata (Ceylon); Moore, Lep. of Ceylon p. 111 PI.
XLII Fig. 4 mit Raupe und Puppe.
198 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Schöyen handelt von den Unterschieden, der Verbreitung
und den Varietäten von Lycaena Argus L. (= Aegon mit.) und
Argyroguomon Bergstr. (= Argus aut. nee jL.); Entom. Tidskr. 1882
p. 33 fiP. mit Holzschnitten auf S. 41. Bei L. Argus L. ist ein Dorn
an den Vorderschienen ebenso konstant, als derselbe bei Argyro-
guomon fehlt; erstere Art hat auf den Vdfl. entweder gar keine oder
nur sehr wenige Feder- oder Haarschuppen, während dieselben bei
Argyrogn. sehr zahlreich und über einen beträchtlichen Theil der
Flügel ausgedehnt sind. Argus geht weder so weit nach Norden,
noch so hoch in die Berge als Argyrognomon; bis jetzt ist er über
62'> 50' n. Br. nicht gefunden worden; vgl. Ent. Nachr. 1882 p. 213.
L. Argus var. $ Argulus p. 350, Erebus var. minor p. 352
(Schweiz); Frey, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI.
L. Baetica var. Armeniensis (! Krasnowodsk) p. 125, Orion var.
m^mPech i. 1. (Ungarn) p. 126; Gerhard, Berl. Ent. Zeitschr. 1882.
L. siitleja (Kangra); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882
p. 246, Pheretes Hb. var. Äsiatica (Sikkim); Elwes ebenda p. 402,
Torgouta (Tian-Schan) p. 380 Taf. XIV Fig. 5, 6, Sinensis (ibid.)
p. 383 Fig. 7, sarta (ibid. ; Ferganah) p. 387 Fig. 8, Buddhista p. 393
Fig. 9, 10, Persephatta p. 395 Fig. 11; Alpheraky, Hör. Soc. Ent.
Boss. XVI, dubia (Pommern, mit Argus verglichen); Schulz, Stett.
Ent. Zeit. 42. p. 135, peralta p. 308 Fig. 1, Heloisa Fig. 2, Lorea
Fig. 3 p. 309, fessa Fig. 4, Bianca Fig. 5, aprica Fig. 6 p. 310
(Surinam, zumeist Paramaribo); Möschler a. a. 0. Taf. XVII.
Miletus scintillans (New Brit); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 150.
Pithecops Dharma (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon p. 72
PI. XXXIV Fig. 4.
Polyommatus (Cyaniris) Lambi (Prov. Wellesley, Mal.); Dis-
tant, Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 245.
Sithon Moorei (Prov. Wellesley, Mal.; Sumatr.); Distant,
Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 246.
Tarucus alteratus (!N. W. Himalaya) Fig. 4, venosus (Dharmsala)
Flg. 6; Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 245 PI. XII.
Thecla Äcastoides (Argentinien ; = Th. Acaste Burm. nee. v.
Prittw.); Berg, Farr. Lepid. p. 169, devia Fig. 7, Tlieuca Fig. 8,
promissa Fig. 9 (Surinam); Möschler, a. a. 0. p. 311 Taf. XVII.
Thestor Romanovi (Armenien); Christoph, Hör. Soc. Ent.
Boss. XVII p. 106.
Satyridae. Hanipha n. g. (für Debis Dynsate Hew. und
Lethe Sihala Moore): Moore, The Lepidoptera of Ceylon p. 18.
Arge Pherusa aberr. ; L. Failla-Tedaldi , II Naturalista
Siciliano I p. 208 Tav. XI Fig. 8.
Callerebia intermedia (Kangra), Cashapa (Dharmsala; Masuri);
Moore, Proc. Zool. Soc. 1882 p. 236.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 199
Calysisme subfasciata (Dharmsala); Moore, Proc Zool. Sog.
Lond. 1882 p. 237 PI. XII Fig. 8.
Coenonyrapha Arcania L. var. Insubrica (Simplon); Frey,
Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 353; Iphis var. Mahometana (Kul-
dscha); Alpheraky, Hör. Soc Ent. Ross. XVI p. 428.
C. Mongolica Ersch. i. 1. (Kuldscha); derselbe ebenda p. 426
Tab. XV Fig. 26, Ellco (Nord- Am.); Edwards, Canadian Entomolog.
Xm p. 57.
Debis Masoni (Sikkim); Elwes, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882
p. 405 PI. XXV Fig. 2.
Drucina Championi (Central- Am.); Godman u. Salvin, Biol.
Centr.-Amer. p. 91.
Elymnias discrepans (Penang; Maiacca) ; Distant, Ann. a.
Mag. N. H. (5) IX p. 397.
Epinephele Kirghisa (Kuldscha); Alpheraky a. a. 0. XVI
p. 423 Tab. XV Fig. 24, 25.
Christ entdeckte einen neuen Fangplatz der Erebia Eri-
phyle Freyer, vergleicht seinen Schmetterling mit Exemplaren, die
von anderen Fundorten stammen, erörtert sein Verhältniss zu der
ähnlichen E. Pyrrha var. Pyrrhula und theilt einen Brief von Zel-
ler-Dolder mit der Beschreibung des Eies und der jungen Raupe
mit; Mitth. Schweiz. Entom. Ges. VI p. 231 ff.
E. Pyrrha F. var. vogesiaca (V.); derselbe ebenda p. 239 ff.
E. Jordana p. 171, Hades p. 172 (Alai-Geb.); Staudinger,
Berl, Ent. Zeitschr. 1882, Staudingeri (Samarkand); Bang-Haas
ebenda, Kalmuka p. 414 Tab. XV Fig. 18, 19, Sibo p. 416 Fig. 20,
21 (Kuldscha); Alpheraky a. a. 0. XVI.
Euptychia Nelsoni (Central-Amerika) ; Godman u. Salvin,
Biol. Centr.-Americ. p. 91, Polla Fig. 12, Pytheiis Fig. 13 p. 319.
nausiacal Fig. 14, Lethra p. 320 (Surinam); Möschler a. a. 0,
Tat. XVII.
Lethe (?) iHfar^antoe (Sikkim) ; Elwes, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 405 PI. XXV Fig. 1.
Loesa fervida (Tenasserim) ; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
X p. 372.
Melanargia Parce (Margelan ; an Japygia var. ?) ; Staudinger,
Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 170.
Melanitis Tambra (Ceylon, nebst Raupe und Puppe); Moore,
The Lepid. of Ceylon p. 15 PI. IX Fig. 2, Libya (Masassi, Ost-Afr.);
Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 405.
Satyrus Thione Boisd. i. 1. (Argentinien; = S. Montrolii Berg
nee Feistli., Lefebvrii Burm. nee. Guer.); Berg, Farr. Lepid. p. 166.
S. Pelopea var. Kirgisica, Olga (Achty im Kaukasus); Ger-
hard, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 127, JosepJii (Fergana) p. 174,
stuUa (Samarkand) p. 175; Staudinger ebenda, ocellatus (Posiette
200 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Bay); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 14, Anthe var. ener-
vata, ab. analoga p. 418, Begeli Ersch. i. 1. p. 419 Taf. XV Fig. 23;
Alpheraky a. a. 0. XVI.
Yphthima Tliora (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon p. 24
PI. XII Fig. 4, indecora (Kangra); derselbe Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 238 PL XII Fig. 7, Bolanica (Bolan Pass) ; Butler, eben-
da p. 759, Neioboldi (Malacca, Prov. Wellesley); Distant, Ann. a.
Mag. N. H. (5) IX p. 396, Eobinsoni (Indien); derselbe ebenda X
p. 406, Marshalli (Tenasserim) ; Butler ebenda p. 373.
Erycinidae. Abisara suffusa (Chumba); Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1882 p. 244.
Cremna Ludlia (Surinam); Mö schier a. a. 0. p. 312« Taf.
XVn Fig. 9.
Euselasia Litidana Fig. 10, Thusnelda Fig. 11 (Surinam);
Möschler, a. a. 0. p. 313 Taf. XVII.
Libythea pulchra (New Britain); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 149.
Siseme hotlmrus (Argentin.); Berg, Farrag. Lepid. p. 168.
Symmachia arbuscula (Paramaribo); Möschler a. a. O.p. 314.
Acraeidae. Actinote melampeplos (Central-Am.) ; Godman u.
Salvin, Biol. Centr.-Am. p. 142.
Heliconiadae. Heliconius Venus (San Juan R., Columb.) p. 396
Fig. 2, Godmani (ibid.) p. 397 Fig. 3; Staudinger, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1882 PI. XXIV.
Ueber Heliconia charitonia s. oben p. 152.
N. Moreiro schildert die Verwandlungsgeschichte von H.
narcea, deren Raupe auf Solanum conicum und Cyphomandra ve-
lutina lebt; Archiv, do Mus. Nacion. do Rio de Janeiro IV p. 1 ff.
Est. I.
Morphidae. Opsiphanes Josephus p. 126 PI. XIII Fig. 3, 4, Qui-
rinus p. 128, Xanthicles p. 130 PI. XII Fig. 1, 2 (Central -Amer.);
Godman und Salvin, Biol. Centr.-Amer.
Danaldae. Moore macht in The Lepidoptera of Ceylon
eine Menge neuer Gattungsnamen; Madena p. 3 für R. similis L.,
lirumala p. 4 für T. Limniacae Cram., Salatura p. 5 für S. Ge-
nutia Gram., Parantica p. 7 für P. Aglea Gram., Ghittira p. 8
für Ch. fumata Biitl, Isamia p. 10 für J. superba Hhst., Nar-
mada p. 13 für N. coreoides Moore.
Danais Archippus bei San Jose, Cal., sich in grossen Mas-
sen zum Ueberwintern auf Bäumen ansammelnd; Miss JennieBush,
Amer. Natur. 1881 p. 572 und 1882 p. 64.
Danais claribella (Viti) p. 36, sobrinoides (New Britain) p. 37;
Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) X, adustus (New Ireland); God-
man u. Salvin Proc. Zool. Soc Lond. 1882 p. 755.
Prothoe Layardi (New Ireland); dieselben ebenda p. 754.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 201
Crastia Distanti (Sumatra); Moore, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX p. 453, honesta (Salomon-J.) p. 39, Cerberus (New Britain) p. 40;
Butler ebenda X.
Euploea iUudens (Duke-of-York J.) p. 40, decipiens (ibid.), frau-
dulenta (Salom.-J.) p. 41; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) X.
Isamia Botlmeyi (Barrakpore Park, bei Calcutta); Moore,
Entom. Monthl. Magaz. XIX p. 34.
Nymphalidae. Sephisa nom. nov. „propos. in place of Ca-
stalia, previously used"; Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 240
Anmerk.
Pseudoneptis n. g. für (Jaera) coenobita F.; in die Gat-
tung Jaera kann diese Art nicht gehören, da die Subkostalader der
Hinterflügel gerade gegenüber dem Ursprung der Präkostalader von
der Kostalader sich entfernt; sie ist also in die Abth. II von Her-
rich-Schäffer's Tabelle der Nymphalidengattungen zu stellen, in der
sie durch die sowohl in den Vorder- wie Hinterflügeln geschlossene
Mittelzelle als eigene Gattung charakterisirt ist; Snellen, Tijdschr.
V. Entom. XXV p. 221 f.
Bohana n. g. für (Apatura Parysatis und) Gamiba (Ceylon)
p. 27 PI. XIV Fig. 1 (nebst Raupe und Puppe);
Haridra n. g. für H. Serendiha (Ceylon) p. 30 PI. XV Fig. 3;
Doplila n. g. für Adolias sect. V Feld. p. 33;
Mo duz a n. g. für (Limenitis) Procris p. 47;
Bahinda n. g. für R. Hordonia Stoll p. 56; Moore, The
Lepid. of Ceylon.
Agrias Stuarti (Amazons); Godman u. Salvin, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1882 p. 338 PI. XIX Fig. 1, 2, die ebenda Fig. 3, 4 zum
Vergleich A. beatifica ^ abbilden.
Argynnis haralaclia (Ladak) ; Moor e, Proc. Zool. Soc. London
1882 p. 242 PI. XI Fig. 1, altissima (Sikkim); Elwes ebenda p. 403
PI. XXV Fig. 8, coreana (Posiette Bay); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) IX p. 14.
Moore beschreibt und bildet ab Larven und Puppen von
Athyma opalina; Proc. Zool. Soc. London 1882 p. 241 PI. XI
Fig. 3.
Brenthis Perryi (Posiette Bay); Butler, Ann. a. Mag, N. H.
(5) IX p. 16.
Charaxes Kahldeni p. 381 Fig. 1, 2, Homeyeri Fig. 3, Ehmckei
Fig. 4 p. 382; Homeyer u. Dewitz, Berl. Ent. Zeitschr. 1882
Taf. VIT.
Cirrochroa cognata (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon p. 64
PL XXXII Fig. 3 (mit Raupe und Puppe).
Cupha (Messaras) placida (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon
p. 65 PI. XXXn Fig. 1.
202 Bertkau: Bericht üb. die wissenscliaftl. Leistungen
Cynthia Cantori (Malacca); Distant. Ann. a. Mag-. N. H. (5)
X p. 406.
Diaderaa (Euripus) consimilis Weshv. n. sp. Woo d-Mason;
s. Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 405.
Ergolis Minorata (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon p. 44
PI. XXIII Fig. 2.
Eulepis hamasta (Dharmsala); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 238.
Limenitis Artemis, die nach Scudder 2 Generationen
haben sollte, ist nach Edwards „single-brooded" ; Canad. Entom.
Dec. 1881 ; Amer. Natur. 1882 p. 330.
Melitaea Phoebe ab. parva (Ungarn), Athalia ab. Mehadiensis
(M.); Gerbard, Berl Ent. Zeitschr. 1882 p. 126, var. Sibina
(Kulsdscha); Alpheraky a. a. 0. XVI p. 400 Tab. XIV Fig. 13.
M. Fergana nebst varr. Maracandica und Hyrcana (Alai Geb.) ;
Staudinger, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 168, Solana (Tian-Scban) ;
Alpheraky a. a. 0. p. 404 Fig. 14.
Neptis amhoides (Cashmere); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 241, ampliata (New Britain) p. 42, ehlis (ibid.), fissisonata
(Solomon I.) p. 43: Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) X.
Moore beschreibt und bildet ab Larve und Puppe von Sym-
brenthia hyppoclus Gram.', Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 PI. XI
Fig. 4.
Vanessa Jo aberr.; Bieg er, Entom. Nachr. 1882 p. 276.
Hautdrüsen bei V. Jo- und anderen Vanessa-Raupen; Verh.
Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 468 Taf. XXII Fig. 7, 8.
Pieridae. Huphina n. g. für (Pieris) Coronis: Moore, Le-
pid. of Ceylon p. 136.
Moore beschreibt und bildet ab Larve und Puppe von Apo-
ria soracta; Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 266 PI. XI Fig. 5.
A. Belucha (Beludschistan); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 760.
Appias delicata (New Britain); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 153.
Belenois picata (New Brit.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
X p. 153.
Colias Erate var. Beckeri (Sarepta), Aurora var. Anna (Sa-
murfluss im Kaukasus); Gerhard, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 125,
Alpherahii (Alai Geb.) p. 164, WisUotti (ibid. und Hazret-Sultan)
p. 166 Taf. II Fig. 9, 10; Staudinger ebenda, lativitta (Nepal);
Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882 p. 255, Erschoffii p. 342 Tab.
XIV Fig. 1,2, Staudingcri p. 368 Fig. 3, 4 (Kuldscha); Alpheraky,
Hör. Soc. Ent. Ross. XVI, Olga (Kaukasus, bisher für eine grosse
Var. von C. Myrmidone Esp. gehalten); Grossf. Nicol. Michail o-
witsch Romanoff, ebenda XVII p. 127 Tab. IV Fig. 1—4; auf
im Gebiete der Arthropodeu im Jahre 1882. 203
Tab. V sind C. Thisoa, Libanotica, Myrmidone und Aurora zum Ver-
gleich abgebildet; Aurivillius (Südafr.); Keferstein, Verh. Zool.-
Bot. Ges. Wien XXXII p. 457 nebst Bemerkungen über die Gattung,
ebenda p. 449 £f.
Mathew schildert die Verwandlungsgeschichte von Calli-
dryas Drya Boisd.; die Raupe, ähnlich der von Goniopt. Rhamni,
lebt auf Cassia Candolleana; Eiitom. Monthl. Mag. XVIII p. 219 f.
C. Eubule ^ stark (nach Veilchenj duftend; Psyche III
p. 198.
Delias Sälvini (New Britam); Butler, Ann. a. Mag. N. H, (5)
X p. 152, flavalha (N. W. Himalaya) ; derselbe, Proc Zool. Soc.
Lond. 1882 p. 759.
Elodina primularis (Duke-of-York Isl.); Butler, Ann. a. Mag.
N. II. (5) p. 152.
Ganoris dulcinea (Posiette Bay); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) IX p. 18.
Ixias pygmaea (Kangra); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882
p. 254 PI. XII Fig. 1, Cingalensis (Ceylon); derselbe, Lep. of
Ceylon p. 126 PI. L Fig. 2.
Nepheronia fraterna, spicuUfera (Ceylon); Moore, Lep. of
Ceylon p. 139 PI. LIV Fig. 3.
Die aus Europa eingewanderte Pieris rapae hat die iu Ka-
nada heimische P. protodice fast ganz verdrängt; Saun de rs, im
Canad. Entomol.; s. Ent. Nachr. 1882 p. 246.
P. Glauconome Klug in Algier; Oberthür, Bull. Ent. Fr.
1882 p. LXXVI.
P. (Catophaga) venusta (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon
p. 132 PI. LI Fig. 3.
Rhodocera Cleopatra var. italica; Gerhard, Berl. Ent. Zeitsch.
1882 p. 125.
Syuchloe Butleri {hahoul}', Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882
p. 256 PI. XI Fig. 6.
Butler giebt ein Verzeichniss der (7) bei Accra (Goldk.) vor-
kommenden Teracol US -Arten, unter denen T. Carteri p. 227, co-
niger, minans p. 229 neu sind; Eutom. Monthl. Mag. XVIII p. 227 ff.
Terias excavata (Kongra), purreea (! ibid.) p. 252, irregularis
(ibid.) Fig. 3, apicalis (ibid.) Fig. 2 p. 253; Moore, Proc. Zool.
Soc Lond. 1882 PI. XH, simulata PI. XLV Fig. 2, citrina Fig. 4
p. 119, rotundalis PI. XLVl Fig. 1, imiformis Fig. 2 p. 120 (Ceylon);
derselbe, Lepid. of Ceylon.
T. Hecabe = mandarina; Pryer, Entom. Monthl. Mag. XIX
p. 85.
Papilionidae. Sarbaria (n. g. für (Papilio) Polyctor Boisd.
typ. und) peerosa (Dharmsala) ;
204 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Byasa n. g. für (Pap.) Philoxenus Gj'ay, dessen Larve und
Puppe beschrieben und PI. XII Fig 5 abgebildet ist; p. 258.
Sainia n. g. für (Pap.) Protenor Cram;
Gadugo'ides (n. g. für (Pap.) Agestor Gray typ. und) Gopala
(Kangra) p. 260; Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882.
Dalchina n. g. für (Pap.) Sarpedon Feld. p. 143;
Harimala n. g. für (Pap.) Crino Feld. p. 145;
Chams n. g. für (Pap.) Helenas L. p. 149; Moore, Lepid.
of Ceylon.
Iliades Parinda (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon p. 148
PI. LX Fig. 1 nebst Raupe und Puppe.
Chilasa clytioides (Ceylon); Moore, Lepid. of Ceylon p. 154
PI. LVI Fig. 1.
Menelaides Ceylonica (C); Moore, Lepid. of Ceylon p. 151
PI. LVII Fig. 2 nebst Raupe und Puppe.
Eaton beobachtete, wie ein Parnassius Apollo ^ (durch
Reiben der Hinterbeine an den Hinterflügeln) im Sitzen einen Ton
hervorbrachte; Ent. Monthl. Mag. XIX p. 89.
Bastard zwischen P. Apollo L. und Delius Esp.?', Frey,
Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VI p. 349.
P. Mnemosyne, bisher nur südlich von 60 ^ 30' gefunden, ist
jetzt auch unter 62'' 15' n. Br. aufgefunden worden; Spängberg,
Entomol. Tidskr. 1882 p. 152.
P. Corybas var. discoholus (Kuldscha); Alpheraky a. a. 0.
p. 349, Epaphus var. Siklcüneiisis (S.) ; Elwes, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 399, Actius var. Bliodius (Ladak); Honrath, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 178 Taf. II Fig. 6; P. Honrathi (Hazret-Sultan
Geb.); Staudinger, ebenda p. 161 Taf. I Fig. 4, 5, Staudingeri
(ibid.); Bang-Haas, ebenda p. 163 Taf. II Fig. 7, 8.
Nach Wood-Mason ist Papilio Icarius Westiu. = Rhetenor
Westw. 5 und Mime von P. Dasurada Moore; P. Janaka Moore ist
Mime von P. Minereus G. B. Gray. Bootes Wesüo. und Sikkimensis
Wood-Mos. von Polyeuctes Douhled.; vgl. unten; Ann. a. Mag. N.
H. (5) IX p. 104 f.
Der südliche P. Thoas (Cresphontes) hat sich in Dutches Cy.,
N. Y., vollkommen eingebürgert; Psyche III p. 327.
Some Points in the natural history ofPapili» Machaon;
Buckler, Entom. Monthl. Magaz. XVIII p. 244 ff.
P. Paeon life history; J. J. Walker, ebenda XIX p. 53 ff.
(Larve auf Pastinaca sativa).
lieber die Hörner der Raupe von P, Machaon und anderen
Papilioniden s. Verh Zool. Bot. Ges. Wien XXXII p. 464 ff. Taf.
XXI Fig. 9, 10, XXH 1—3; Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1882 p. 239
(von P. Turnus und Troilus).
Dewitz zählt (20) von Mechow in Angola erbeutete West-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 205
afrikanische Papilionen auf, darunter P. Mechowi Dew. und
Hachei Deto., die nochmals beschrieben und auf Taf. II Fig. 1, 2
abgebildet sind; Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 68 ff.; vgl. d. vor. Ber.
p. 211.
P. Hahneli (Amazons); Staudinger, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 396 PI. XXIV Fig. 1, SiUimensis (S. Hills) p. 103, Nevilli
(Silcbar, Cachar) p. 105; Wood-Mason, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX. (Erstere Art gehört mit Bootes, Rhetenor etc. zu der geruch-
losen Protenor-Gruppe, ist aber ein Mime des Polyeuctes aus der
starkriechenden Philoxenus-Gruppe), Carpenteri (Tateyama Bay);
Butler ebenda X p. 318, tavoyanus (Tenasserim) ; derselbe eben-
da p. 373.
Hymenoptera.
Lubbock hat seine früher zerstreut in dem Journ.
Linn. Societ. London veröffentlichten Beobachtungen über
die Seelenthätigkeit, Lebensweise u. s. w. der Wespen,
Bienen und Ameisen zu einem Gesammtbilde vereinigt und
als XL. Bd. der Internat. Scientific Series in London, 1882,
unter dem Titel: Ants, Bees and Wasps, a record of
observations on the habits of the social Hymenoptera, er-
scheinen lassen. Da über den Inhalt der früheren Berichte
hier bereits referirt ist, so begnüge ich mich jetzt mit dem
Hinweis auf diese Zusammenstellung. (Erschien auch in
autorisierter deutscher Ausgabe als LVII. Bd. der Internat.
Wissensch. Bibliothek, Leipzig 1883).
Um Bienen auf ihr Gehör zu prüfen, setzte Lubbock
ein Gefäss mit Honig auf eine Spieldose vor dem Fenster,
die während 14 Tage täglich einige Stunden spielte. Dann
wurde die Spieldose mit dem Honig in das Zimmer, aber
bei offenem Fenster und etwa 7 Yards vom früheren Stand-
orte gestellt ; die Bienen fanden den Honig nicht, obwohl
sie, wenn er ihnen einmal gezeigt war, oft genug wieder-
kamen. Nature No. 680 p. 46. ^
W. H. Müller schreibt in einer Inauguraldissertation
(Jena) über Proterandrie der Bienen; Liegnitz 1882
Mit diesem Namen bezeichnet der Verfasser die wohlbe-
kannte Erscheinung, dass von zahlreichen Bienen- (und
allgemeiner von Insekten-) Arten die Männchen durchschnitt-
lich vor den Weibchen auftreten und vor denselben ver-
206 Bert kau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
schwinden. Er führt dies in zahlreichen Beispielen aus und
schildert das Gebahren der Männchen, um ein Weibchen
zu erlangen.
E. Andre's „Species des Hymenopteres d'Eu-
rope et d'Algerie" sind mit fasc. 12, 13, 14, 15 fortge-
setzt; PI. V-XII (Ameisen).
Mocsäry stellt eine Literatura Hymenoptero-
rum zusammen; Termesz. Füzet. VI.
Frei-Gessner, Kohl und Kriechbaumer bestim-
men die Typen zu Jurine's Werk: Nouvelle me-
thode de classer les Hymenopteres (et les Dipteres);
Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 387 ff. „Durch diese Ar-
beit werden einige Namen Jurine'scher Arten prioritätsbe-
rechtigt".
J. B. Bridgman u. E.A.Fi tch. Introductory papers
on Ichneumonidae. Entomologist XV p. 11 ff.
Edw. Saunders behandelt die Genital-Armatur
der ^ von Prosopis und einigen anderen Bienen;
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 109 ff. PI. VI; von $ Hai-
ti cella (osmicida) und verwandten; ebenda p. 296 ff. PI. XII.
Auf seine Synopsis der Britischen Fossores (s. dies.
Ber. für 1880 p. 179) lässt Saunders nun den ersten
Theil einer solchen der Diploptera und Anthophila (bis zum
Ende der Andrenidae) folgen; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 165 ff. PI. VII— XI; die Tafeln stellen zumeist die männ-
liche Genital- Armatur dar.
Ebenda p. 141 ff. liefert John B. Bridgman further
Additions to Mr. Marshalls Catalogue of British
Ichneumonidae; vgl. d. vorig. Ber. p. 213.
F. F. Kohl beschreibt Neue Hymenopteren in
den Sammlungen des k. k. Hof-Cabinetes zu Wien; Verh.
Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 475 ff Taf. XXIII.
W. F. Kirby beginnt eine List of Hymenoptera,
with descriptions and figures of the typical specimens in
the British Museum mit Vol. I Tenthredinidae and Sirici-
dae. London 1882. 8«, p. I— XXVHI, 1-450.
A Monograph of the British Phytophagous
Hymenoptera (Tenthredo, Sirex and Cynips Linne); P.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 207
Cameron, London, Ray Society. Vol. I S. I— VII, 1 — 340
mit 21 Taif. Habe ich nicht gesehen.
Als für England neue Arten führt Saunders Sphe-
codes similis Wesm., pimcticeps Thoms.; Colletes picistig-
ma Timms.] Halictus brevicornis Schch; Epeolus productus
Thoms. auf; von Sphecodes wird eine analytische Arttabelle
gegeben; Entom. Monthl. Mag. XVIII p. 197 ff.
Desgl. Nomada bifida Thoms. und guttulata Sehende;
ebenda XIX p. 45.
M.Sagemehl stellt ein Verzeich niss der in Est-,
Liv- und Curland bisher gefundenen Bienen zusammen
(176 Aa.); Archiv f. d. Naturk. Liv-, Est- und Kurlands
(2. Ser.) VIII p. 451 ff.
Ein Verzeichniss der bei Wellingholthausen
bisher aufgefundenen Raubwespen von F. Sick-
mann zählt 84 Arten mit biologischen Notizen auf ; 5. Jah-
resbericht Naturw. Ver. zu Osnabrück p. 60 ff.
Brischke bringt den Schluss seiner Aufzählung der
Ichneumoniden der Provinzen West- und Ost-
preussen; Schriften . . . Danzig (N. F.) V No. 3 p. 121 ff.
Diese Lieferung enthält die Braconidae und (4)Evania-
dae, über deren Cocons, Wirthe u. s. w. werthvolle Be-
obachtungen mitgetheilt werden. An dieses Verzeichniss
ist eine systematische Tabelle der Wirthe mit Angabe
sämmtlicher von Brischke beobachteter Schmarotzer an-
gefügt.
S. Mocsary. A. Magyar fauna masnejii darazsai
(Heterogynidae Faunae Hungaricae); Budapest 1881.
Habe ich nicht gesehen.
C. Henrich bringt No. 84 — 99 der bei Hermann -
Stadt beobachtetenBlumenwespen, sowie die Namen
von 4 Chrysididen, 26 Sphegiden, 10 Pompiliden, 1 Sapy-
gide, 2 Scoliaden, 2 Mutilliden, 20 Formiciden, 13 Vespi-
den; Verh. u. Mitth. Hermannstadt 32 p. 122 ff.
T. De Stefani-Perez' „Notizie imenotterolo-
giche", II Naturalista Siciliano II p. 17 ff. beziehen sich
auf Diploptera.
P. Magretti's IP Mem. sugli Imenotteri della
Lombardia enthält die Tenthredinidae, Uroceridae, Cyni-
208 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
pidae, Evaniadae (No. 174—264); Bull. Soc. Entom. Ital.
1882 p. 157 ff., 269 ff. Bei den Cynipiden schlägt der Ver-
fasser vor, die Gattungs- und Artnamen aus den beiden
bisherigen Namen (für die agame und die sexuirte Gene-
ration) zu kombinieren, und so z. B. für Biorrhiza aptera,
Teras terminalis zu sagen : Biorrhizateras apterminalis
(Magretti schreibt gar Biorhyza).
Derselbe giebt eine Nota di alcune specie d'
Imenotteri . . . Sardegna; ebenda I p. 158 ff.
Fromont erzog Xylonomus ater, filicornis; Xorides
albitarsis und Helcon carinator aus Liopus nebulosus- und
Callidium variabile-Larven ; C. K Ent. Belg. 1882 p. 106.
Möller theilt die Resultate mit, welche die mehrjäh-
rige Zucht von Gallen und gallenähnlichen Bildungen ihm
geliefert hat; Entom. Tidskr. 1882 p. 182 ff.
Als 2. Abth. der Beobachtungen über die Ar-
ten der Blatt- undHolzwespen veröffentlicht Bris chke
in den Schriften Naturf. Gesellsch. Danzigs (N. F.) 5. Bd.
4. Heft p. 201 ff. mit 8 colorirten Tafeln die Beschrei-
bung der übrigen Blattwespen (und ihrer Larveu) mit Aus-
schluss der in den Schriften physik. Ökonom. Gesellsch.
Königsberg begonnenen und zu Ende zu führenden Nema-
tiden oder vielmehr der Gattung Nematus. Auf den Tafeln
sind die Larven und ihre Frassspuren dargestellt. Näher
will ich in eine Besprechung dieses sehr gewissenhaften
und unentbehrlichen Werkes nicht eintreten. Vgl. d. Ber.
für 1875 und 76 S. 241 (278).
Dicondylus dromedarius (Sardinien); Costa a. a. 0.
Euagetes Servillii (Sardinien); Costa a. a. 0.
Helorus ater Jur. ist eine selbständige Art und muas unter
dem Jurine'schen Namen fortgeführt werden ; Kohl, Mitth. Schweiz,
ent. Ges. VI p. 392.
Tenthredinidae. Gradl beginnt in den Entom. Nachr. 1882
p. 129 ff. ein Verzeicbniss europäischer Hautflügler mit
den Tenthrediniden und Uroceriden.
Varieta ed anomalie osservate in alcune specie di
Tentredini; P. Magretti, Bull. Soc. Entom. Ital. 1882 p. 239 ff.
P. Magretti macht eine vorläufige Mittheilung seiner Ri-
cerche microscop. sopra i liquidi di secrezione e di circo-
laziono nello larve di alcuni Imenotteri tent redinidei;
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 209
Bull, scientif. etc. anno IV, Pavia 1882. Bezieht sich auf das Sekret
der Hautdrüsen der Nematus- und das Blut der Hylotoma-Larven.
Cameron fährt in seinen Notes on Tenthredinidae fort;
Entom. Monthl. Mag. XVIII p. 193 ff., 271, XIX p. 132.
Cameron unterscheidet die Gattungen Decameria L&p., Per-
ceyia BruU. und Lophyro'ides n. g. für (Lophyrus) tropicus iVorf.
in analytischer Weise; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 133.
Osborne handelt on some points in the economy of
Zaraea fasciata, bei der Parthenogenesis vorkommt; Entom.
Monthl. Mag. XIX p. 97 ff.
Tenthredo rejecta (Windisch-Matrei ; Adamello) p. 71, simplex
(Adamello) p. 72; Dalla Torre, Berichte des naturw.-med. Ver. in
Innsbruck XII, scotica (Damiries) ', Cameron, Entom. Monthl. Mag.
XVm p. 193.
Schizocera (Cryptus Jur.) maculata; (Jurine), Kriech-
baum er, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 390.
Macrophya albo-annulata in Belgien; C. R. Ent. Belg. 1882
p. 145.
Allantus bifasciatus Klug hat fortan zu heissen A. Rossii Ju-
rine', Kriechbaumer, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 390.
Blennocampa (Monophadnus) sulcata (Deutschland; England);
Cameron, Entomolog. Monthl. Magaz. XVIII p. 271.
Hoplocampa calceolata (Calabrien); Costa a. a. 0. p. 40.
Ritzema Bos schildert die Lebensweise, Larve, Puppe und
Iraago von Phyllotoma Aceris Kalt.; Tijdschr. v. Entom. XXV
p. 7 ff. PI. 3. Die Imagines schlüpften bei der Zimmerzucht zwi-
schen dem 24. April und 2. Mai aus, zu einer Zeit, wo im Freien
sehr wenige Blätter an Acer Pseudo-Platanus zu sehen waren. Die
Paarung und das Eierlegen gelang nicht zu beobachten; aber aus
dem Umstand, dass die Blattmine in der Nähe der Hauptrippe ihren
Ursprung nimmt, schliesst der Autor, dass das Weibchen seine Eier
mit Hülfe des Legebohrers in die unmittelbare Nachbarschaft dersel-
ben legt; die platte Larve minirt dann in dem Blatt, das Parenchym
ausfressend und nur die Epidermis und Adern übrig lassend. Ihr
Wachsthum geht ziemlich rasch vor sich und ist Ende Juni vollen-
det. Nun frisst die Larve noch eine kreisförmige Lücke von ca. 6 mm
Durchmesser ins Blatt und umgiebt sich in derselben mit einem
Gespinnst, beisst aber vorher die Oberhaut auf der Oberseite in
kreisförmiger Linie durch und befestigt dieses Stück an ihren Cocon.
Dieser fällt später zu Boden und an dem Blatt bleibt daher an der
Stelle, wo ein solcher Cocon angefertigt worden ist, nur die Epi-
dermis der Blattunterseite zurück. Durch heftige Bewegungen ist
die Larve im Stande, sich mit den Cocons 6 — 7 mm hoch empor
zu schnellen. Die Verwandelung in die Puppe scheint erst im April
des nächsten Jahres vor sich zu gehen, da Cocons, die im März und
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. 0
210 Bertkau: Bericlit üb. die wissenschaftl. Leistungen
in der ersten Hälfte des April geöffnet wurden, noch Larven zeigten.
Das Puppenstadium dauert nur wenige Tage. — Mit Ph. tenella und
melanopyga theilt gegenwärtige Art die Eigenthümlichkeit als Larve
zu minieren, ist aber die einzige, deren Cocon nicht im Blatte sitzen
bleibt.
Nematus glaphyropus (Monte Baldo); Dalla Torre, Berichte
des naturw.-medic. Ver. in Innsbruck XII p. 70, viridissimus (Skrif-
varemölla); Möller, Entomol. Tidskr. 1882 p. 179, glutinosae (L^rye
auf Alnus glut.) p. 193, salicivorus (auf Sahlweide) p. 194; Camercn,
Ent. Monthl. Magaz. XVIII, hreadalhanensis p. 531, Caledonicus
(Claddich) p. 533, collimis (auf Birke) p. 534, glenelgensis (auf Salix
aurita) p. 535, glotHanus (Glasgow) p. 536, v-flavum, pulchellus (Cly-
desdale, auf Rose) p. 537, maculiger (dem lacteus ähnlich, mit dem
die Larve auch die Lebensweise theilt) p. 538, dblongus p. 539,
Thomsoni p. 540; derselbe, Transact. Entom. Soc. Lond. 1882;
als neu für England wird N. carinatus Hart, erwähnt.
Die Observations sur l'organisation et les moeurs
du Nematus Ribesii Scop. von G. Raymond beziehen sich auf
den Entwickelungsgang, die verschiedenen Zustände und Vertilgungs-
mittel dieses den Stachelbeersträuchern so schädlichen Insektes. Die
chemischen Mittel waren entweder wirkungslos oder tödteten zugleich
auch die Pflanzen. Dagegen bedürfen die Puppen zu ihrem Gedeihen
Feuchtigkeit und sterben., wenn ihnen dieselbe mangelt. Es em-
pfiehlt sich daher, die Stachelbeersträucher nur auf trockenem,
wenig beschattetem Boden anzupflanzen; Ann. Soc. Ent. France 1882
p. 287 ff.
Ichneumonidae. F. W. Woldstedt giebt die Fundorte (171)
russischer Ichneumoniden an; Hör. Soc. Ent. Russ. XVI
p. 58 ff.
Ueber Ichneumon insidiosus ^ und ^ s. Kriechbaume r,
Entom. Nachr. 1882 p. 122 ff.
I. repeiiior(Carthagena; Montpellier) p. 237, imitator (Montp.)
p. 239; derselbe ebenda.
Tischbein macht weitere Zusätze und Bemerkungen
zu . . . . Ichneumon; Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 475 ff., und be-
schreibt J. immundus (Eutin) p. 475, macuUferus (Birkenfeld), sub-
obsöletus (ibid.) p. 476, obscuripes (Dresden) p. 477, pyrenaeus (P.)
p. 478, Uucomelas (Lombardei) p. 480.
Amblyteles bicolor (Montpellier); Kriechbaumer, Entom.
Nachr. 1882 p. 240.
Hepiopelmus leucostigmus aus der Puppe von Simyra
albo-venosa erhalten; Holmgren, Entom. Tidskr. 1882 p. 87 ff.
Pyramido'phorus (n. g.; abd. $ obtusum, segm. ultimo
ventrali retracto, basim terebrae totam tegente; scutellum subpyrami-
deum; spiracula liuearia; metath. spinis 2 pyramideis; antennae gra-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 211
ciles setaceae; tarsi subtus brevissime tomentosi, setis nullis) fiavo-
guttatus (Thüringen, aus Sph. Elpenor); Tischbein, Stett. Ent.
Zeit. 1882 p. 484.
Trogus excellens (Eutin; aus Sphinx sp.); Tischbein, Stett.
Ent. Zeit. 1882 p. 485.
Kriechbaum er erkennt in dem von Tischbein aufgestell-
ten Psilomastax pyramidalis, den der Autor später als Varie-
tät von Trogus lapidator F. wieder eingezogen hatte, eine selbstän-
dige Art, die er Ps. pictus neubenennt p. 176. Dieselbe wurde bis-
her nur aus Apatura Iris gezogen, während lapidator in Papilio Ma-
chaon schmarotzt. Entom. Nachr. 1882 p. 173 ff.
Anisobas huccatus (Südspanien) p. 241, cephalotes (Ungarn, aus
Lycaena Jolas) p. 242; Kriechbaume r, Entom. Nachr. 1882.
Cryptus sexannulatus Grav. = (Ichneumon Jur.) vittatorius
Jur.', Kriechbau mer, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 391.
Cr. humeralis (aus Cimbex Betulae) p. 279, longiseta (aus Tri-
chiosoma lucorum) p. 280, pectinitarsis (aus Buprestiden-sp.), ery-
throsoma (aus Cimbex connata) p. 281, hicolor (aus C. amerinae),
elongata (desgl.) p. 282, compactus (Zerbst), röbustus (aus Ceramby-
ciden) p. 283, similis (C. saliceti), melanosoma (C. connata) p. 284.
dnnuUtarsis (aus Tenthredo-sp.), napiformis p. 285, histrionicus (aus
Hylotoma), gallarum (aus Nematusgall.) p. 286, picticornis (aus Lo-
phyrus?), erythronotus (aus Dineura rufa) p. 287, leucozonius, illu-
stris p.288, Dineurae (aus D. rufa) p. 289; Rudow, Entom. Nachr. 1882.
Mosostenus rußcolUs, argiolus (Thüringen); Rudow, Entom.
Nachr. 1882 p. 33.
Hemiteles persector (aus Puppen von Gyrinus natator); Par-
fitt, Entom. Monthl. Mag. XVIII p. 184, litoreiis (Seeküste); der-
selbe ebenda p. 273.
Thauraatotypus Bülupsi (England); Bridgman, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 145.
Aptesis Foersteri (Norfolk); Bridgman, Trans. Ent. Soc. Lon-
don 1882 p. 146.
Mesolius sanguinicolUs Grav. hat den Namen M. (Anomalen
Jur.) variegatus Jur. anzunehmen; Krichbaumer, Mitth. Schweiz,
ent. Ges. VI p. 394.
M. Jiirtus (sächs. Vogtland, aus Cimbex Sorbi); Rudow, Ent.
Nachr. 1882 p. 34, elegans (England); Parfitt, Entom. Monthl. Mag.
XVIII p. 273, Pini (aus Lophyrus Pini); Bridgman, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 156.
In einem Nachtrag zum Genus Pezomachus erkennt
Brischke in den früher als P. hortensis bestimmten, aus Micro-
gaster congestus gezogenen Exemplaren P. avidus ^ Q_ und macht
Bemerkungen über P. calvus, instabilis, sedulus und vigil. Schriften
. . . Danzig (N. F.) V No. 3 p. 182 f.
212 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Polysphincta tuberosa Grav. als external parasite of
Spiders; E. A. Fitch, The Entomologist XV p. 169 ff. (War schon
als Schmarotzer von Miranda adianta bekannt; Refer.).
Lissouota Fletcheri (aus Gelechia lentiginosella) ; Bridgman,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 163.
Bassus Holmgreni (Norfolk); Bridgman, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 161.
Colpotrichia amoena (Thüringen); Rudow, Ent. Nachr. 1882
p. 33.
Ctenopelma spectäbüis (Sachs. Vogtland, aus Cimbex Sorbi
gezogen); Rudow, Entom. Nachr. 1882 p. 34.
Mouoblastus Caproni (Shere); Bridgman, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1982 p. 159.
Polyblastus Bridgmani (Exeter) ; Parfitt, Entom. Monthl.
Mag. XVIII p. 251.
Arnold liefert eine erneute Beschreibung von Paxylloma
Cremieri Breb., der an Eichenstämmen Lasius fuliginosus nachstellt;
Hör. Soc. Ent. Ross. XVI p. 146 ff.
Anomalon pictum (Südeuropa); Rudow, Entom. Nachr. 1882
p. 35.
Limneria af/^ms (Exeter; Dartmoor); Parfitt, Entom. Monthl.
Mag. XVIII p. 252, Kriechbaumeri (aus Taenioc. instabilis) p. 151,
rufa (aus Bombyx Quercus) p. 152, BriscMei (aus Noctua triangulum)
p. 153; Bridgman, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882.
Mesochorus formosus (aus Macrocentrus thoracicus in Noct.
triangulum und Xylina rhizolitha); Bridgman, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 154.
Braconidae. Westwood bringt Descriptions of new or
imperfectly known species of Ichneumones adsciti; Tijd-
schr. V. Entom. XXV p. 17 ff. PI. 4—8:
Snellenius (n. g.; venae al. ant. fere ut in gen. Microgaster,
antennae autem alis paullo longiores, 17-art., art. 1 crassiore, reli-
quis subquadratis latis, planis, e medio ad apicem sensim augusta-
tis, palpi maxillares modice elongati, articulis 4 apicalibus fere aeque
longis, basali? brevissimo . . .) Vollenhovii (Neu Guinea) p. 19 PI. 4
Fig. 1—4;
Agatliophiona (n. g labium longissimum biparti-
tum, lobis filiformibus, rostrum gracillimum inflexum mento plus
quadruplo longius effojmans) fulvicornis (San Angel, Mexico); p. 20
PI. 4 Fig. 5-13;
Ägathirsia (n. g. praecedenti affine, differt statura breviore
magis compacta, abdomine thorace minore, oviductu abdominis lon-
gitudine ...; für Microdus thoracicus Cress.? und) rufula (Chapul-
tepec, Mex.) PI. 5, Fig. 2—4, mßventris (Mexic.) Fig. 5—8 p. 21,
proxima, fulvo-castanea (ibid.) Fig. 9, 10 p. 22;
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 213
Agathona (n. g.) sericans (Chapultepec) p. 23 Fig. 11 — 15;
Agathilla (n. g. praecedentibus duobus affine, corpore gla-
bro, antennis corpore brevioribus, alis magnis . . .) fulvo-picta (He-
len Barranca, Mex.) p. 24 PI. 6 Fig. 1—7:
Myosoma pennipes (Santarem) p. 25 Fig. 8;
JEuscelinus (n. g. Braconibas et Perilito affine, femoribus
posticis incrassatis et dentatis facillime distinguendum) Sarawacus
(S.) p. 26 Fig. 9;
Spinaria (armator F., sulcator Smith, spinator Guer., fusci-
pennis Brüll), attenuata (Sarawak) p. 30 PI. 7 Fig. 1, leucomelaena
(Cambodja) Fig. 2, dimidiata (Ceram) Fig. 3, 4 p. 31, SuUana (Sulu
ins.) p. 32;
Cenocoelius (cephalotes Smith p. 35 Fig. 5, insidiator Smith
p. 36, bifasciatus BrulU p. 39 PI. 7 Fig. 7—10, nigriventris (Cress.)
p. 41), amazonicus (A.) p. 36, Gerasinonim (Minas Geraes) p. 37, Go-
lumbianus (C), nigritus (Villa Nova, Bras.) p. 38, sexnotatus (Ama-
zon.) p. 39 Fig. 6;
Stenophasmus (ruficeps Smith p. 42 PI'. 8 Fig. 1—5), apicalis
(Sarawak), femoralis (Mysol) p. 43;
Streblocera (fulviceps Westiv. p. 45 PI. 8 Fig. 6 — 8), longi-
scapha (Glanvilles Wootten) p. 45 Fig. 9.
Brischke's Verzeichniss der Braconiden führt aus West- und
Ostpreussen 453 meist wohl bestimmte Arten mit Angabe des Wir-
thes und anderer biologischen Eigenthümlichkeiten auf.
Bracon sculptilis (parasitisch in den Blattgallen der Ficus
Tjiela auf Ceylon); Westwood, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 327
PI. XIV Fig. 27.
In den Notes on North American Microgasters with
descriptions of new species in den Trans. Ac. of Science of St.
Louis IV p. 296 ff. mit Holzschnitt schildert Riley den Bau und
die Lebensweise dieser Schmarotzer und die Unterschiede der 3
Gattungen Microplitis F., Apanteles F., Microgaster Latr. und gibt
ein Verzeichniss der aus Amerika beschriebenen Arten. Als neu
beschreibt er Microplitis Ceratomiae (C. quadricornis) p. 303, Gor-
tynae (G. (Achatodes) Zeae Harr. ; Hepialus Humuli) ; Apanteles
Megathymi (M. Yuccae) p. 304, Cacoeciae (C. semiferana (Walle.))
p. 305, Äletiae (A. argillacea) p. 306 mit Holzschn. auf S. 296, po-
litus (Scolecocampa ligni Guen.), cassianus (Terias nicippe? auf Cassia
marylandica) p. 307, Theclae (Th. sp. auf der Baumwollenstaude),
Limenitidis form, flaviconchae (Leucania unipuncta?) p. 308, Sme-
rinthi (S. ocellatus) p. 311, Äcronyctae (A. Populi RH. = lupuscu-
lina Gn.) p. 312, Paleäcritae (P. vernata) p. 313.
Gbalcididae. Zur Naturgeschichte der Feigeninsek-
ten bestätigt P. Mayer in den Mitth. Zool. Station Neapel III
p. 551 ff. Taf. XXV, XXVI im Wesentlichen die Angaben Scacchi's
214 Bei'tkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
und Gasparini's. Am genauesten wurde die Lebensweise der Bla-
stophaga grossorum in der wilden Ficus carica erforscht, deren un-
geflügelte ^ die Früchtchen durchnagen und dann in die mit den
geflügelten $ besetzten Früchtchen ein Loch nagen und durch das-
selbe ihren fernrohrähnlichen Hinterleib hineinschieben und so das $
befruchten. Dieses kriecht aus dem vom ^ gemachten Loche heraus
und sucht auch den Ausweg aus dem ganzen Fruchtstand, wobei es
sich mit Blüthenstaub bedeckt. Jetzt sucht es einen jüngeren Frucht-
stand auf, in welchem es in die Ovarien der weiblichen Blüthen je
ein Ei legt. Beim Hineinkriechen brechen die Flügel meist ab.
Die männlichen Geschlechtsorgane bestehen aus 2 Hoden, 2 sehr
grossen Samenblasen und 2 ebenfalls sehr grossen Anhangsdrüsen;
auch am duct. ejac. befindet sich eine Anhangsdrüse. Die Zahl-
zeichen Ovarien sind zu 2 Bündel vereinigt; jedes derselben ent-
wickelt ein langgestieltes Ei; am Ovidukt findet sich ausser zwei
Anhangsdrüsen das rec. seminis. Die Zahl der Malpigh. Gefässe
beträgt gewöhnlich 10. Am Hinterleibe (am Ende) ist nur 1 Stig-
menpaar vorhanden, riianchmal mit besonderen Schutz- und Ver-
schlussvorrichtungen ausgerüstet; je ein Paar befindet sich an der
Grenze von Pro- und Meso-, und von letzterem und Metathorax.
Das Insekt hat normal im Jahre 3 Generationen, entsprechend
den reifenden Feigen, Es kann sich in der Jetztzeit nur in der
wilden Feige entwickeln (Caprificas), während die Eier in der zah-
men nicht an die zu ihrer Entwickelung nöthigen Stelle (zwischen
Nucellus und Integument) gelangen können. Ausser der Blastophaga
grossorum leben in Ficus carica noch eine andere Agaonide, „Ich-
neumon" ficarius CavoUni, eine Nematodenart, die sich von den ge-
flügelten Weibchen der beiden erstgenannten von den älteren Frucht-
ständen in die jüngeren tragen lässt, ferner auch Dipterenlarven.
— In den Früchten des Sycomorus antiquorum Miq. spielt die Sy-
cophaga Sycomori Hasselqu. dieselbe Rolle wie die Blastophaga bei
der Feige. Bei letzterer ist übrigens in der Jetztzeit das schon von
Aristoteles (oder vielmehr neben der Palmenbefruchtung von Herodot I
193) erwähnte Verfahren der Caprification (Anbinden eines mit rei-
fenden Fruchtständen besetzten Zweiges des wilden Feigenbaumes
in die jungen Fruchtstände des zahmen) überflüssig, da (durch die
langjährige Kultur?) dieselbe auch ohne das Insekt zuckerhaltige
und weiche Fruchtstände reift und das Insekt gar keinen Einfluss
ausüben kann. — An diese ausführlicheren Mittheilungen sind noch
Angaben über andere Feigen und Sycomoren und deren Insekten,
sowie eine historische Uebersicht angeschlos^n.
West wo od liefert gleichfalls eine eingehende Beschreibung
von Sycophaga crassipes Westw. und Blastophaga Psenes
(X.) (= grossorum Grav.)', Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 47 flf.
p
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 215
PI, II — V. Die erstere Art scheint mit Mayer's Sycoph. Sycomori
identisch zu sein.
Saunders legte in der Versammlung am 6. Sept. 1882 der
Ent. Soc. Lond. 3 neue Gattungen und Arten von Feigeninsekten
in beiden Geschlechtern vor unter dem Namen Eupristina Ma-
soni (Calcutta, aus Feigen der F. indica) ; Pleistodontes imperialis
(N. S. Wales, aus F. macrophylla) und Kradihia Cowani von Ma-
dagaskar; ebenda Proceed. p. XX; s. auch Entom. Monthl. Mag. XIX
p. 163.
Saunders erklärt sich gegen das von Andre beliebte Ver-
fahren, die Halticella osmicida Saund. für synonym mit Euchalcis
vetusta Duf. (nicht venusta, wie es im vor. Bericht p. 223 hiess)
unter Ignorirung der von Dufour in seiner BeschreibuDg ausgespro-
chenen Unterschiede auszugeben. Er ergänzt die Diagnose von H.
osmicida und beschreibt und bildet ab die letzten Körpersegmente
mit ihren Anhängen beim Weibchen ; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 291 fif. und 296 fif. PI. XII; s. auch ebenda Proc. p. XXII fif.
L. 0. Howard theilt some curious methods of Chal-
cid pupation mit; Amer. Natural. 1882 p. 60 £f., 149 £f.
Chalcis discrepans p. 40, strigidosa p. 41 (Calabrien); Costa
a. a. 0.
Torymus Glechomae (aus Cynips Glech. ; Skandinavien); Möl-
ler, Entom. Tidskr. 1882 p. 179.
»?i Leucaspis torquata (Sardinien); Costa a. a. 0.
' In den Proc. Ent. Soc. Lond. 1882 p. IX und XXVIII erörtert
Westwood die Frage des Parasitismus von Eurytoma und spricht
sich dafür aus, dass dieselben speziell die direkten Veranlasser
der Anschwellungen der Grashalme und nicht parasitisch seien ;
Weijenbergh erinnert an seine vor längerer Zeit gemachte Mit-
theilung, die dasselbe behauptete; Ent. Monthl. Mag. XIX p. 141.
— Zur Stütze für seine Ansicht citirt West wo od a. a. 0. Trans.
p. 307 zahlreiche Aussprüche anderer Forscher und gibt eine Be-
schreibung und Abbildung der Verhältnisse, unter denen Isosoma
Orchidearum Wesho. gefunden wurde, PI. XIII, und beschreibt fer-
ner Euryt. taprobanica aus fleischigen Gallen an den Blättern von
Ficus Tjiela, p. 327 PI. XIV Fig. 23, 25.
Nach Riley gehört Isosoma Allynii<^rewc7j (s. d. vor. Ber. p.221)
zur Gattung Eapelmus und ist wahrscheinlich ein Schmarotzer einer
im Weizen lebenden Chlorops-Art; als wirklicher Weizenschädling
beschreibt derselbe Isos. Tritici; Amer. Natur. 1882 p. 247.
Arthrolytus puncticolUs (Skandinavien, in Anobium paniceum) ;
Möller, Entomol. Tidskr. 1882 p. 180.
Platymesopus apicalis (aus holzigen Gallen der vorjährigen
Triebe von Quercus); West wo od, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882
p. 336 Anm. PI. XIV Fig. 21.
216 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Cerapterocerus latevütatus (Sardinien); Costa a. a. 0.
Wachtl erzog Eupelmus bifasciatus Frst. aus Eierhaufen
von Ocneria dispar und beschreibt das bis dahin unbekannte Männ-
chen; Wien. Ent. Zeit. I p. 296.
Proctotrypidae. Sierola (n.g. Bethyloid., cellula radiali per-
fecte clausa distinctum) testaceipes (Sandwich I.); Cameron, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1881 p. 556.
Mik beschreibt Larve und Imago von Gonatopus pilosus
Thoms., die er in beuteiförmigen Auswüchsen hinter dem zweiten
Hinterleibssegment, an der rechten Seite von Nymphen und Imagines
von Deltocephalus xanthoneurus Fieh. beobachtete. Die zur Ver-
puppung reife Larve verlässt den Beutel, der nach Mik mit ihr in
organischem Zusammenhang stand, durch eine Art von Häutung und
verwandelt sich in einem Gespinnst. — Bereits 1857 hatte Perris von
Gonatopus pedestris Dahn. an Athysanus maritimus eine ähnliche
Lebensweise beschrieben. Wien- Ent. Zeit. 1882 p. 215 ff. Taf. HI;
s. auch Entom. Monthl. Mag. XIX p. 116 f., 142.
Isobrachium hispanicmn (Sierra Nevada); Cameron, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1881 p. 555.
Proctotrypes bistriatus p. 180, foveolatus p. 181 (Skäne); Möl-
ler, Entomol. Tidskr. 1882.
Psilloma caudata (Sierra Nevada) ; Cameron, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1881 p. 557.
Megaspilus punctulatus ( Ayrshire) p. 557, mullensis (Mull) p. 558 ;
Cameron, Trans. Ent, Soc. Lond. 1881.
Gynipidae. L. 0. Howard macht (auf Grund unzureichender
Beobachtungen Riley's und Basset 's) Adler die Priorität bezüg-
lich des strikten Nachweises einer Alternation von agamen und zwei-
geschlechtlichen Generationen bei den Cynipiden gegenüber Riley
und Basset streitig; Psyche III p. 328 f.
Seinen vorigjährigen Gattungstabellen (s. d. Ber. für 1881
p. 224) lässt Mayr Tabellen zum Bestimmen der europäischen
Arten der gallenbewohnenden Cynipiden folgen; 21. Jah-
resb. der Coramunal- Oberrealschule im I. Bez., Wien, und separat
1882, A. Holder. Die Merkmale sind dem Flügelgeäder, der Fühler-
bildung, Skulptur, Grösse u. s. w. entlehnt; erst in zweiter Linie
wird auch die Färbung zur Unterscheidung verwandt. Für ^ und
5 sind gesonderte Tabellen aufgestellt und Geschlechts- und agame
Form mit ihren bisherigen Artnamen als selbständige Arten behan-
delt. Bei jeder Art ist ausserdem die Galle, die Entwickelungsdauer
und Erscheinungszeit angegeben. Zum ersten Male sind bekannt
gemacht Timaspis Plioenixopodos (! Montpellier, aus Stengelgallen
von Ph. (Lactuca) vimineus L.) p. 5 ; Aulax Lichtensteini (Südfrank-
reich, aus Stengelgallen an Centaurea salamantiaa) p. 6, Serrutulae
(Oesterreich, aus Galle an S. heterophylla) p. y; Andricus (Callir-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 217
rhytis) rufescens (Montpellier) p. 13, Audricus coriaceus (Montpellier,
aus Blattgallen an Quercus ilex) p. 20, sufflator (Oesterreich, aus
Blattgallen an Q. pubescens) p. 22 ; Plagiotrochus fusifex (Südfrank-
reich, aus Gallen an den Spindeln der männlichen Blüthen von Quer-
cus coccifera), Emeryi (Italien, aus Blattgallen von Q. ilex) p. 33;
Dryocosmus australis (Südfrankreieh, Italien, aus Blattgallen von
Q. ilex) p. 34. — Eine Besprechung von Lichtenstein's Bearbei-
tung von Mayr's „Genera etc." von E. van Segveit s. in den C.
R. Ent. Belg. 1882 p. XI ff.
Ein Verzeichniss Nordaraerikanischer Cynipiden s. im Amer.
Natur. 1882 p. 246 und 329.
Beyerinck's Beobachtungen über die ersten Ent-
wickelungsphasen einiger Cynipidengallen in den Verh.
Kon. Ak. v. Wetensch. XXII p. 1—198 mit 6 Taf. sind in erster
Linie den Veränderungen des Pflanzengewebes gew^idmet, geben aber
auch manche biologische Notizen über Aulax Hieracii; Teras termi-
nalis; Spathegaster baccarum, Taschenbergii ; Dryophanta folii; Tri-
gonaspis megaptera; Cynips Kollari; Rhodites orthospinae; vgl. auch
Proc.-Verbaal 1881 — 82, Vergad. 26 Nov. 1881 p. 3 und Versl. en
Mededeel. (Natuurk.) (2. Reeks) 17. Deel. p. 260 ff.
Cynips gallae - viscosae ! ; Fairmaire, Bull. Ent. Fr. 1882
p. XXXIV.
Rhodites orthospinae (vielleicht identisch mit Rh. Mayri Schlech-
tend.); Beyerinck a. a. 0. p. 157 ff. Taf. VI.
Joseph bestätigte durch den Versuch, dass Biorrhiza die
ungeschlechtliche Generation zu Teras sei; 59. Jahresber. Schles.
Ges. vaterl. Cultur p. 255.
P. Magretti (sopra una galla di quercia . . . .) beschreibt
die Galle von Aphilothrix radicis F. und gibt (bekannte) bio-
logische Details; Bull, scientif. No. 1. Pavia, maggio 1882,
^Wachtl ersetzt den Namen des Andricus (Aphilothrix) calli-
doma Ädl. durch A. Giraudi; Wien. Ent. Zeit. I p. 295.
Chilaspis Loewii (aus Blüthengallen von Quercus Cerris) ;
Wachtl, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 291 Taf. IV Fig. 2.
Chrysididae. v. Heyden bespricht die Chrysiden oder
Goldwespen aus der weiteren Umgebung von Frankfurt.
(28 A.); Jahresber. Senckenb. Naturf. Gesellsch. 1881/82 p. 243 ff.
Chrysis cyanopyga hat 2 Generationen und schmarotzt in
Lophyrus Pini; Lamp recht, Entom. Nachr. 1882 p. 253.
Chr. persica, Demavendae (Demav.); Radoczovsky, Hör. Soc.
Ent. Ross. XVI, Sitzber. p. V.
Grabronidae. Älepidaspis (n. g. prope Oxybelum) diphyllus
(Sardinien); Costa a. a. 0.
Tachytes n. sp. (Varco del Pollino), nicht benannt; Gribodo,
Bull. Soc. Entom. Ital. 1882 p. 82.
218 Bert kau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
Pompilidae. Pompilus rufithorax (Calabrien); Costa a. a. 0.
p. 40 Fig. 12, argyrolepis meticulosus, Iwlomelas (Sardinien); der-
selbe ebenda.
Priocnemis ophthalmicus (Calabrien); Costa a. a. 0. p. 39
Fig. 11, perligerus (Sardinien); derselbe ebenda.
Scoliadae. Elis (Trielis) hybrida (Sardinien); Costa a. a. 0.
Mutillidae. Mutilla diophthalma (Sardinien); Costa a. a. 0.,
zulu (Südafr.) p. 475 Fig. 1, 17 Nereis (Java) p. 476 Fig. 2, acicu-
lata (Australien) p. 477 Fig. 4, 19, hoopis (Celebes) p. 478 Fig. 5,
Rogenhoferi (Benguela) p. 479 Fig. 6, 18, caffra (Ka£fernl.) p. 480
Fig. 9, hispinosa (Zambese?) p. 481 Fig. 11, Livingstonis (Zambese)
Fig. 12, anonyma (Sumatra) Fig. 20 p. 482, fucata! (Kafifernl.) p. 483
Fig. 14, tauriceps (Capland) p. 484 Fig. 15, 16. nepheloptera (Nord-
Austr.) p. 485, muricea (Mattogrosso, Bras.) p. 487, blattoserica (Lima)
p. 487, Helleri (Valdivia) p. 488 Fig. 30, decorosa (Bras.) p. 489,
pollens (ibid.), sodalicia (ibid., Amaz.) p. 490, Nattereri (ibid., Maca-
he) p. 491 Fig. 26, Toiirnieri (Venezuela) p. 492, taliata! (Bahia)
p. 483 Fig. 28, auricoma (Brasil.) p. 494 Fig. 27, platensis (Buenos-
Ayres) p. 495, Mayri (Bahia) p. 496; Kohl, Verb. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXII Taf. XXIII.
Formicidae. Die vier diesjährigen Hefte von Ed. Andre 's
Spec. des Hymenopt. etc. (von Ernest Andre) beschäftigen sich
mit unserer Familie, deren allgemeine Lebensweise auf S. 1 (des
vorhergehenden 11. fasc.) — 105 geschildert wird. § IV betrifft
die geographische Verbreitung, § 5 die passendste Behandlung für
eine Sammlung. S. 109 — 124 nimmt die Bibliographie ein. Hierauf
folgt eine üebersicht der (Unter-)familien Formicidae, Poneridae,
Dorylidae, Myrmicidae und die spezielle Behandlung. Die Tabellen
der Tribus, Gattungen und Arten sind dreifach: für die Arbeiter,
Männchen und Weibchen. Die drei ersten ünterfamilien und von
den Myrmiciden die Gattungen Leptanilla, Forraicoxenus, Myrme-
cina, Anergates, Tomognathus sind absolvirt und Strongylognathus be-
gonnen. Bei den Poneriden ist eine von Emery i. 1, aufgestellte
neue Gattung Parasyscia p. 285 PI. XIV (prope Sysciam, a quo ge-
nere differt oculornm praesentia et antennis 11 -articulatis) beschrie-
ben; dieselbe ist auf die neue Art, P. Piochardi p. 236 gegründet,
von der nur die Arbeiter bekannt sind, die von Piochard de la Brü-
lerie in Syrien gesammelt wurden. — Bei den Gattungs- und Art-
namen ist zwar der Autor, aber nicht das Werk, in dem die be-
treffende Art aufgestellt ist, angegeben, was doch unbedingt nöthig
wäre.
H. Stolpe liefert ein Förteckning öfver Svenska My-
ror (34 A.); Entom. Tidskr. 1882 p. 127 ff.
•In Part VIII seiner Observations on Ants, Bees and
Wasps, die ich zu meinem vorjährigen Bericht noch nicht einsehen
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 219
kounte, beschäftigt sich Lubbock weiter mit der Frage, ob das
Ameisenauge für die Lichtstrahlen in dem gleichen Umfange wie das
menschliche Auge empfänglich sei und kommt zu dem Schlüsse, dass
auf das Ameisenauge noch die ultravioletten Strahlen einen Eindruck
machten. Während sie nämlich ein violettes Glas neben einem ro-
then^ gelben u. s. w. mieden, machten sie keinen Unterschied mehr
zwischen demselben und anders gefärbten Gläsern, wenn über dem-
selben eine Schicht von schwefelsaurem Chinin oder Schwefelkohlen-
stoff sich befand, die beide durchsichtig sind, aber die ultravioletten
Strahlen absorbiren. — Ferner machte er noch Versuche über ihren
Orientirungssinn , hält daran fest, dass die Ameisen, gleich den Bie-
nen, die Fähigkeit besitzen, aus gleichen Eiern eine Königin oder
Arbeiterin zu erziehen und theilt endlich einen Zug mit von einer
durch fast 2 Monate fortgesetzten Pflege eines altersschwachen Exem-
plars von F. fusca von Seiten der anderen. Journ. Linn. Soc. Lond.
XV p. 362 ff.
H. Müller bespricht die Rückschritte in der Blumen-
thätigkeit durch Verlust der Flügel und durch Zersplitte-
rung der Nahrungserwerbsthätigkeit auf verschiedenartige Bezugs-
quellen; Kosmos; s. Entom. Nachr. 1882 p. 233 ff.
Derselbe desgl. nach Lubbock's Buch die Sklaven hal-
tenden Ameisen; ebenda 1882, 6. Heft; s. Entom. Nachr. 1882
p. 263 ff.
Mc Cook's Abhandlung: The Honey Ants of the Gar-
den of the Gods, and the Occident Ants of the American
Pia ins ist in Philadelphia separat erschienen und besprochen von
G. J. Eomanes in Nature No. 644 p. 405 ff.; ein Auszug erschien
in der Stettiner Ent. Zeit. 1882 p. 347 ff. von Hagen und in den
Entom. Nachr. 1882 p. 186.
ütilisation of ants as Insect destroyers in China; s.
Nature No. 658 p. 126.
Ueber die Analyse eines (fälschlich einer Ameise zugeschrie-
benen) Termitennestes s. oben p. 124.
W. Trelease berichtet über eine unusual care ofAnts
for Aphides; Psyche HI p. 310 f.
Typhlopone Clausii (Grotte von S. Servolo, nur Arbeiter be-
kannt, in ihren Unterschieden T. europaea Bog. und oraniensis Luc.
gegenübergestellt); Joseph a. a. 0. p. 47.
Oecophylla obesa radobojana Heer wurde von Deichmüller
auch im Diatomeenschiefer von Kutschlin aufgefunden und a. a. 0.
p. 325 beschrieben und Fig. 14, 15 abgebildet.
Camponotus Herculeanus (im Winter) 5' tief im Boden
an Eichenwurzeln; Guillaume, Bull. Soc. Sei. Natur. Neuchatel
XH p. 499.
220 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Hypoclinea Kutschlmica (Polierschiefer bei Bilin) ; Deich-
müller a. a. 0. p. 322 Fig. 13.
Vespidae. Maindron schildert in einer Histoire des Gue-
pes solitaires (Eumeniens) de l'Arcbipel Indien et de la Nou-
velle Guinee; Annal. Soc. Ent. France 1882 p. 69 ff., 169 ff., 267 ff.,
PI. 3—5 die Brutzellen indischer Eumeniden. Nach einer histo-
rischen Einleitung theilt der Verfasser die einsam lebenden Wes-
pen nach der Art ihres Nestbaues in drei Gruppen: Die der er-
sten verfertigen aus Erde Nester, die aussen an Mauern, Steine,
unter Rinde oder an Zweige geheftet werden; die der zweiten höh-
len in sandigem (oder lehmigem, Refer.) Boden Gänge aus, die in
einzelne Zellen getheilt werden ; die dritte Gruppe enthält Wespen,
die aus abgestorbenen Zweigen das Mark entfernen und auf diese
Weise Röhren herstellen, die in Zellen getheilt werden. Jede dieser
3 Bauarten sowie die Metamorphose und verschiedenen Entwicklungs-
zustände werden nun eingehender geschildert; hervorzuheben ist,
dass, während die Sphegiden ihre Brut nur mit dem nöthigsten
Nahrungsmaterial versehen, das stets, bis aaf die unbrauchbaren Chi-
tintheile, aufgebraucht wird, manche Odynerus- Arten sehr ver-
schwenderisch sind, so dass man oft eine Nymphe noch inmitten
reichlicher Nahrungsvorräthe finden kann. Bei den Arten der zwei-
ten Gruppe ist es Regel, dass das zuletzt gelegte Ei sich am
raschesten entwickelt und ztierst die Imago liefert, dann das
vorletzte, drittletzte u. s. w., so dass das in der letzten (aber zuerst
angelegten) Zelle befindliche Exemplar auch zuletzt die Gallerie ver-
lässt und so keines der Geschwister beim Auskriechen behelligt
wird. Ferner sind die zuerst zur Entwickelung kommenden Männ-
chen, die zuletzt Weibchen.
Im speziellen Theile sind dann die Arten des Indischen Ar-
chipel und der Papua-Inseln aufgezählt und z. Th. auch beschrieben,
folgende als neu: Eumenes Dorycus (! Dorey; Andai) p. 273 PI. 3
Fig. 3—6, dichrous (Tidore) p. 274 Fig. 1, 2; Rhynchium haemor-
rhoidale var. medium (Neu Guinea) p. 278 PL 5 Fig. 1—5, R. Kün-
ckeli (Amberbaki) p. 279 Fig. 6—9; Odynerus (Ancistrocerus) Luca-
sius (Mancinam, N.-G.) p. 282 PI. 3 Fig. 11, hicolor (Andai) p. 284
PI. 4 Fig. 6, 7. — Die kolorirten Tafeln enthalten die Abbildungen
theils der Wespen, theils ihrer Nester. Nymphen und Larven ; auf
PI. 3 Fig. 12 ist auch eine bei Rhynchium medium gefundene un-
bekannte Larve eines schmarotzenden Hymenopterons abgebildet.
Odynerus (Lionotus) Zrt&orans (Sardinien); Costa a.a.O., Pon-
ticerianus (Pondichery); Maindron, Bull. Soc. Ent. France T882 p. XV.
Apidae. 0. Schmied ekneckt hat ein die Arten der Euro-
päischen Fauna umfassendes Werk, Apidae Europaeae betitelt,
begonnen, das lieferungsweise mit Steindrucktafeln im Selbstverlage
des Verfassers erscheint (Gumperda in Sachsen-Altenburg). Bis jetzt
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 221
sind 5 Hefte erschienen mit 12 Tafeln. Soweit sich bis jetzt die
Einrichtung übersehen lässt, sollen die einzelnen Gattungen nach
Art je einer Monogra|)hie behandelt und nicht in systematischer Rei-
henfolge aufgeführt werden. Zur vorläufigen Orientirung ist eine
üebersicht der Unterfamilien und Gattungen, die vielleicht am Ende
des Werkes durch eine andere ersetzt werden soll, der zweiten Lie-
ferung beigefügt. Ausser einer lateinischen Diagnose sind jeder Art
eine ausführlichere deutsche Beschreibung, Angabe der Verbreitung,
Erscheinungszeit, die mit Vorliebe besuchten Blumen u. s. w. bei-
gefügt, wodurch sich diese Arbeit vortheilhaft von den rein deskri-
ptiven Werken ähnlicher Art unterscheidet. Bis jetzt sind die Gat-
tungen Nomada, Bombus behandelt; Psithyrus eben begonnen.
Gronen macht Notizen über südamerikanische Ho-
nigbienen, die sich auf das Material und den Ort des Nestes und
die Beschafifenheit des Honigs beziehen; Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 110 if.
Rudow erzog aus einem Nest von Chalicodoma ausser dem
Verfertiger desselben Anthrax trivittata, eine Lipara-ähnliche Fliege,
und ein Paar von Osmia caementaria; die Fliegen möchte Rudow
nicht für Schmarotzer halten. Entom. Nachr. 1882 p. 279.
Das (^ von Prosopis bifasciatus Jwr. wurde von Lepelletier
als Pr. Rhodia beschrieben; der Jurine'sche Name ist prioritäts-
berechtigt; Frey-Gessner, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 395 f.
V. Hagens (Ueber die männlichen Genitalien der
Gattung Sphecodes) findet seine frühere Behauptung (d. ßer.
für 1873—74, 2. H. p. 173 (149)) bei der Bearbeitung eines grösse-
ren Materials durchaus bestätigt: In den meisten Fällen lassen sich
die Arten durch die männlichen Genitalien sehr gut unterscheiden,
und die so unterschiedenen Arten sind ausserdem in einer Reihe
anderer Merkmale, namentlich Fühlerbildung und Skulptur, kon-
stant; die Färbung bietet nur zuweilen ein charakteristisches Merk-
mal. Bei einer Reihe von Arten zeigen die Genitalien keine erheb-
lichen Unterschiede, ebenso wie die Arten der Gattung Coelioxys;
doch glaubt der Autor auch hier nach sonstigen Merkmalen, na-
mentlich der Fühlerbildung, verschiedene Arten annehmen zu müs-
sen und stellt den Satz auf,- „dass bei Verschiedenheit der Genitalien
Verschiedenheit der Art angenommen werden muss, dass hingegen,
wo eine erhebliche Verschiedenheit nicht bemerkbar ist, desshalb
noch nicht nothwendig Einheit der Art anzunehmen sei". Nach
der Bildung der männlichen Genitalien ordnet v. Hagens nun die
Arten in fünf Gruppen, innerhalb deren dieselben durch die oben
als zuverlässige Artmerkmale abgebenden Verschiedeaheiten ausein-
andergehalten werden. Von sämmtlichen 26 Arten sind die Geni-
talien abgebildet. Als neu sind Sph. divisus, miniatus, marginatus
p. 223, dimidiatusj fasciatus, affinis, atratus p. 224, nigritulus p. 225,
222 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
nitidulus, longülus p. 226 aufgestellt; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882
p. 209 ff. Taf. VI, VII.
Friese fand schon im October in den Nestern der Andrena
pratensis ausgebildete Imagines, 23 ^, 25 J, die also volle 6
Monate in diesem Zustande in der Erde verharren. Als Schma-
rotzer und Kommensalen fand er bei derselben Nomada Lathburiana
Shy. und fucata Pz.; Stylops aterrimus und einen Bombylius; En-
tom. Nachr. 1882 p. 317 ff.
Panurgus Perezi (Silves, Port.); Saunders, Ent. Monthl. Mag.
XVIII p. 169 mit Holzschnitt, den Kopf und die Kopulationsorgane
darstellend.
Dasypoda leucura (Perleberg); Ptudow, Entom. Nachr. 1882
p. 279.
Schmiedeknecht's Bearbeitung der Gattung Nomada a.a.O.
weist aus Europa 96 Arten auf, darunter N. festiva (Italien) p. 77,
confinis Kriechb. i. 1. (Triest, Corfu) p. 90, arrogans (Griechenl.) p. 95,
Gribodoi (Italien) p. 96, iniperialis (Südeur.) p. 99, incisa (Istrien;
Sizilien) p. 101, Frey-Gessneri (Wallis; Südfrankr.) p. 102, specio-
sissima (Ungarn) p. 103, illustris (Italien) p. 104, verna Mocs i. 1.
(Ungarn) p. 111, Mephisto (Südrussl.; Dalraatien) p. 118, discrepcms
(Genf) p 119, trispinosa == melanostoma {H.-Sc7i.) Thoms. p. 121,
andalusica {A.) p. 124, Uepharipes (Südeur.) p. 127, insignipes (ibid.)
p. 128, calimorpha Mocs. i. 1. (Spanien bis Ungarn) p. 131, Mocsdryi
p. 133, syharüa Mocs. i. 1. (Ungarn) p. 134, scita Mocs. i. 1. (Un-
garn, Russl.) p. 135, melanopyga Mocs. i. 1. (Ungarn) p. 139, pdlU-
denotata (Sarepta) p. 140, Braunsiana (Mittel- u. Südeur.) p. 144,
{dira Mocs. i. 1. p. 151), dira Mocs. i. 1. (Ungarn, Italien) p. 153,
cruenta Mocs. i. 1. p. 170, Sclimiedeknechti Mocs. i. 1. (Ungarn; Süd-
russl.) p. 172, longiceps (Ungarn) p. 173, propinqua (Istrien, Italien,
Griechenl.) p. 174, Olympica (0.) p. 176, balteata Mocs. i. 1. (Un-
garn) p. 185, Dalla-Torreana (Deutschland, Oesterreich, Italien) p. 194,
carniolica (Krain) p. 196, concolor (Sizilien) p. 201, Kohli (Südeu-
ropa) p. 203, Julliani (Marseille; Genf) p. 208, corcyraea (C; Li-
vorno) p. 219, transitoria (Südrussland; Spanien) p. 222, Helvetica
(Schweiz; Südfrankreich) p. 225, Thersites (Sarepta) p. 227, Nau-
sicaa (Corfu; Südfrankr.) p. 228, nigroantennata (Spanien) p. 230,
laevilahris (Südfrankr.) p. 231, Krüpei'i (Griechenl.) p. 232, Eos (ibid.;
Spanien) p. 233, austriaca Mocs. i. 1. (Ö.) p. 238, brevicornis Mocs.
i. 1. (Süd- u. Mitteleur.) p. 241, glaberrima (Griechenl.; Dalmatien)
p. 246.
Benj. Pickm. Mann. Xylocopa perforatinga Corolla
Tube (von Petunia); Psyche III p. 298.
Ueber den Bau der X. violacea s. Wrazidlo im 22. u. 23.
Bericht . . . Offenbacher Vereins f. Naturkunde S. 99.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 223
Melecta nigra Lep. = (Crocisa Jur.) atra Jurine; Frey -Gesa-
ner, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 397.
Eueera cornuta p. 155, dlUgena p. 156 (Sizilien); De Ste-
fani, II Naturalista Siciliano I.
Anthophora Tliomsoni (Sao RomSo, Port.); Saunders, Entom.
Monthl. Magaz, XVIII p. 171.
Psithyrus saltuum var. an n. sp.? (Cirna del Catria); Gri-
bodo, Bull. Sog. Entom. Ital. 1882 p. 81.
Die neuen Bemerkungen zur Gattung Bombus Latr.
von Dalla Torre beziehen sich auf die Synonymie und geo-
graphische Verbreitung folgender Arten: B. (Rhodohomhus)
alpinus Fabr. von dem die alpine Art als Hellen unterschieden wird
p. 16, Lapponicus Walk., Lefebvrei le Pel., pomorum Pz.] {Melano-
homhus) ruderarius (0. F. Müller = Derhamellus und Rajellus Kby.),
xanthopus Krieclib., lapidarius {L.) Walk., confusus Schenck mit
var. (?) paradoxus p. 16, (Kallohombus) mendax Gerst., pra-
torum (L.) Ill, Proteus Gerst., CuUumanus (Kbg.) Thoms., vorti-
cosus Gerst., alticola Kriechb., niveatus Krieclib., und var. (?) Par-
nassius p. 21, Lederi (Kaukasus) p. 22, silvarum (L.) Walk., Ro-
genhoferi n. sp. (Sizilien) p. 22, (Poecilobombus) Steveni Badoszk.,
zonatus Smith, Sitkensis Nyl., (Thoracobombus) equestris Dreios.
u. Schiödte = arenicola Thoms., mucidus Gerst., elegans Seidl, di-
stinguendus Moraw., Mocsäryi Kriechb., fragrans (Pall.) Eversm.,
apicalis Moraw., {Leucobombus) terrestris L. mit den varr. Dal-
matinus und Kristophi (Graz) p. 26, subterraneus (L.) Walk., hor-
torum (L.) Walk., argillaceus (Scop.) Dalla Torre, Jonellus (Kby.)
Illig., [Pyrrhobombus) Gerstaeckeri Moraw., (Chromobombus)
muscorum (L) Smith nebst deren varr. mellicolor (Amasia) p. 29,
corsicus (C), Staudingeri (Westsibirien), longicornis (Amurland) p. 30,
cognatus Steph., variabilis Schmiedekn. mit der var. aurantiacus
(Wallis, Oberitalien, Griechenland) p. 31; Berichte des naturw.-me-
diz. Vereines in Innsbruck, XII p. 14 ff.
Schmiedeknecht bespricht die Synonymie von B. monta-
nus und einigen verwandten Arten; Ent. Nachr. 1882 p. 21 f.
Hoffer's Angaben über den Trompeter in Hummelne-
stern und die Lebensweise des Apathus campestris sind
auch in den Entom. Nachr 1882 p. 178 ff. mitgetheilt; vgl. den vor.
Ber. p. 234.
Hoff er hat seine Beobachtungen über die Lebensweise der
Hummeln in erweiterter Form und vermehrt durch Mittheilungen
über die geographische Verbreitung und Systematik der Hummeln
im XXI, Jahresber. der Steiermark. Landes - Oberrealsch. in Graz
über 1881/82 und separat, Graz 1882, erscheinen lassen: Die Hum-
meln Steiermark« Lebensgeschichte und Beschreibung derselben.
224 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
B. persicus (Demavend); Radoczovsky, Hör. Ent. Boss. XVI,
Sitzber. p. V.
Im Amer. Natur. 1882 p. 680 sind Giotti ülivi's Thesen
gegen die Parthenogenesis und über die Fortpflanzungsverhältnisse
von Apis mellifica mitgetheilt.
Ebenda p. 681 berichtet P. Müller mehrere Fälle, wo Apis-,
Trigona- und Mellipona-Arten Fleischfressend beobachtet waren.
The Syrian Bees; A. J. Cook, Proc. Amer. Assoc. Adv.
Sei. XXX p. 273 fif.
How the bee extends its tongue; derselbe ebenda
p. 276 mit Holzschnitten.
0. Krancher schreibt über die Töne der Flügelschwin-
gungen unserer Honigbiene.
Coleoptera.
H. V. Wielowiejski stellte Studien über die Lam-
pyriden au, die zu folgenden Resultaten führten: Die als
üratschicht und ventrale Schicht des Leuchtorgans unter-
schiedenen Schichten verhalten sich in den wesentlichen
Verhältnissen gleich; die erstere enthält nur mehr Kon-
kremente, die als Zersetzungsprodukte bei dem Lebens-
vorgange in den Leuchtzellen anzusehen sind. Die sog.
^Tracheenendzellen" sind nicht eigentlich das Ende der
Tracheen; sie sind vielmehr von „Tracheenkapillaren^ (ohne
Spiralfaden) durchsetzt, die sich bei Lampyris splendidula
regelmässig büschelig vom Ende, bei L. noctiluca unregel-
mässiger von verschiedenen Punkten eines stärkeren Tra-
cheenastes abzweigen. Die Kapillaren verschiedener „End-
zellen" stehen mit einander im Zusammenhang resp. gehen
in einander über, und wohl nur wenige endigen blind. Sie drin-
gen nicht in die Parenchymzellen des Leuchtorgans ein, son-
dern umspinnen dieselben. Letztere (ob alle?) stehen mit einem
Nervenästchen in Zusammenhang. Ihrer histiologischen Be-
schaffenheit nach sind sie nicht sui generis, sondern den Zel-
len des Fettkörpers an die Seite zu stellen, wie schon Ley-
dig wusste. Das Leuchten ist aber nicht, wie Pfiüger meint,
eine Erscheinung des lebenden Protoplasmas und an die-
ses, sondern an einen von den Leuchtzellen gelieferten
Stoff gebunden. Wo der Verfasser auch schon Eier leuch-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 225
tend fand, da hafteten ihnen Reste von Zellen des Fett-
körpers an. — Der Verfasser macht ausserdem noch an-
dere, nicht direkt mit den Leuchtorganen in Zusammen-
hang stehende Mittheilungen, z. B. über die Tastborsten
der Haut, des Darmes, ein unaufgeklärtes Organ (Imaginal-
scheibe?), die ich nicht näher berücksichtige. — Manche
Abhandlungen über den Gegenstand des Leuchtens sind
von ihm unbeachtet gelassen worden (Heinemann, Jousset
de Bellesme). Zeitschr. wiss. Zool. XXXVH p. 354 ff. Taf.
XXII, XXIV.
Eine Note sur le ver luisant (Lampyris nocti-
luca) von Laboulbene enthält nichts Besonderes; Ann.
Soc. Ent. France 1882 p. 316.
Th. W. von Lidth de Jeude. De Spijsverte-
ringsorganen der Phytophage Lamellicornienlar-
ven; Utrecht 1883, 8^, 52 p., 1 Taf. Ist mir nicht zuge-
kommen.
Fredericq brachte Dystiscus marginalis und andere
Wasserkäfer in wässerige Lösungen von Kurare oder Strych-
nin, die einen Frosch in wenigen Minuten vergiftet hätten.
Die Käfer blieben in ihnen bis zur Beendigung des Ver-
suches, 15—30 Tage, am Leben. Sie können aber mit
Kurare oder Strychnin vergiftet werden, und diese Er-
scheinung ist ein Seitenstück zu der von Plateau gemel-
deten, dass Wasserkäfer von einem Aufenthalt in Seewas-
ser nicht angegriffen werden. Bull. R. Acad. Belg. Sei.
IV p. 212 f.
In einer „Sub-elytral air-passages in Coleo-
ptera" überschriebenen Mittheilung in den Proc. Amer.
Associat. Advencement of Science, 29 th meet. p. 667 ff.
schreibt C. F. Gissler Stellen der Haut, die durch dün-
nere Chitinwandung ausgezeichnet sind, eine Bedeutung
bei der Athmung zu.
Aus Rosen hau er 's Nachlass sind Larven und Pup-
pen folgender Arten beschrieben: Silpha nigrita GrU.^ tri-
stis III.^ 4-punctata L. ; Cucujus sanguinolentus L. ; Dermestes
bicolor F.^ laniarius lll, atomarius -EJr., Sibiriens Er.,
vulpinus -F., tessellatus F. ; Thanatophilus sinuatus F. ;
Phosphuga reticulata -F.; Attagenus 20-guttatus F.; Trogo-
Archiv für Naturgesch., XLIX. Jahrg. 2. Bd. P
226 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
derma versicolor Crt2.\ Hadrotoma nigripes F., marginata
Fayk.; Aphodius depressus Kug.^ rufus Moll.^ pusillus Hhst,
conspurcatus X., scybalarius F.^ nemoralis Er. ; Onthopha-
gus nuchicornis L.\ Oxyomus villosus Gyll. (hier werden
auch über den Käfer, seine Flugzeit, Angaben gemacht;
er lebt nicht imKoth, sondern in fetter Humuserde); Agri-
lus laticornis lll., coeruleus Bossi\ Anobiumrufipes F.; Hyp-
ulus quercinus Quens.\ Anaspis frontalis L. p. 3—32; Dory-
tomus punctator Hhst. ; Apion angustatum Kby. ; Tapinotus
sellatus F.\ Gymnetron asellus Grav.\ Magdalis aterrimus
JP., Pruni L.\ Hypera Arundinis JP., trilineata Marsh.;
Tropideres c'mctns Payh] Ceuthorrhynchus quadridens Paw<^. ;
Cassida stigmatica Suffr.; Haltica pusilla Dßschm.; Clytra
salicina Scop., 6-punctata Scop., Gebleri Lac; Cryptoce-
phalus sex-punctatus L. ; Chrysomela haemoptera Z., lim-
bata F., staphylea L., fastuosa L., Menthastri Suffr., cere-
alis Z., aualis L., Hyperici Forst., polita Z., Göttingensis
L.j Asclepiadis Villa; Phytodecta Linnaeana Schrh; Phae-
don pyritosus Eossi; Timarcha apricaria Waltl, violaceo-
nigra Deg., metallica Laich. ; Galerucella lineola F. ; Cocci-
nella distincta Fald.; Halyzia 10 -guttata L., tigrina L.;
Coccinella 14 - pustulata L. ; Hippodamia 13 - punctata L.
p. 129—171; Stett. Ent. Zeit. 1882.
Schaupp theilt Biological Notes on some Co-
leoptera mit; Bull. Brookl, Entom. Soc. IV p. 23. Die-
selben beziehen sich meist auf die Larvenstände von Alaus
oculatus; Ceruchus piceus; Clinidium conjungens; Den-
droides canadensis ; Dorcus parallelus (s. auch p. 35) ; Or-
thosoma brunneum; Osmoderma scabrum; Trichius affinis;
Trogosita corticalis; Nyctobates pennsylvanicus.
Derselbe beschreibt ebenda p. 37 die Larve von Ne-
crophorus tomentosus; p. 53 die von Patrobus longicornis.
Als Beitrag zur Biologie einiger Käfer aus
den Familien Dascyllidae und Parnidae bringt Th.
Beling die Beschreibung der Larve und Puppe von Elo-
des coarctatus Pa?/Ä., serricornis iHfÄ ; Pomatinus substria-
tus Müll. ; Parnus auriculatus III. ; Elmis Volkmari Müll.,
aeneus Miäl; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXII p. 435 ff.
Fauvel handelt Sur un cas exceptionnel de di-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 227
morphisme chez un coleoptere(Pachycorinusd5mor-
phus)] Revue d'Entomologie I p. 90 ff. Die genannte neue
Art von Neu - Seeland kommt in zwei Formen vor : einer
geflügelten , mit langen Flügeldecken , fast viereckigem
Kopf und aus vielen Fazetten zusammengesetzten Augen
und einer ungeflügelten mit kurzen Flügeldecken, fast
dreieckigem Kopf und rudimentären, nur durch einen pig-
mentirten Eindruck angedeuteten Augen.
Die Blumenthätigkeit der Käfer; H. Müller,
Kosmos 1882 p. 206; s. Entom. Nachr. 1882 p. 194 ff.
Die Larven von Allorrhina nitida, Cotalpa lanigera
bewegen sich, auf eine glatte Unterlage gelegt, auf dem
Rücken fort; Howard, Amer. Natur. 1882 p. 411.
Schwarz spricht über einige Käfer, ^ die, im Holze
lebend, die Bohrgänge anderer benutzen. Piatypus com-
positus bohrt selbst wahrscheinlich nur in der dicken wei-
chen Rinde von Fichtenstümpfen ; wenn er in hartem Holze
gefunden wird, so hat er die Gänge von Colydium lineola
und Sosylus costatus bezogen. Teretrius benutzt die Gänge
von Ptilinus u. a., Hemirrhipis fascicularis die von Cyllene
picta. Derselbe fand die Kadaver von Strongylium tenuicolle
in den Bohrlöchern von Elaphidium stecken, aus denen sich
die grösseren Strongylien nicht hatten herausarbeiten können.
Amer. Natur. 1882 p. 823.
Flach beobachtete, dass die eigenthümliche Bildung
der Flügeldeckenbasis von Agonum emarginatum Gyll.
eine unter den am Sumpf lebenden Laufkäfern sehr ver-
breitete Erscheinung sei. Er fand diese aufgetriebenen
Schultern bei Ag. viduum, Mülleri, versutum, micans, gra-
cile, fuliginosum; Anchomenus albipes, oblongus; Oodes
helopioides; Omaseus nigrita; Argutor diligens; Carabus
granulatus. Diese Erscheinung ist danach als eine direkt
durch äussere, mit der Entwicklung am Sumpf zusammen-
hängende Einflüsse bedingte Wachsthumsanomalie anzuse-
hen; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 253.
E. Lawrence war Zeuge, wie eine IV4" lange Kä-
ferlarve einen ,,sehr grossen" Wurm bewältigte; Nature
No. 675 p. 549; Swan, Rix und Shaw berichten ähn-
liches; ebenda No. 676 p. 574.
228 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Gadeau de Kerville übersetzt aus „Natur und Of-
fenbarung" XX p. 385 ff., 432 ff. Rupertsberger's Mit-
theilungen über die Eier der Käfer; Revue d'Entomologie I
p. 154 ff., 169 ff.
Die verschiedene Penisbildung wird in der deutschen
Entomol. Zeitschr. 1882 noch in verschiedenen Familien
zur Artunterscheidung benutzt : von Reitter bei den Byr-
rhiden p. 121 ff. Taf. I, von Metzler bei den Melolon-
thiden p. 123 ff. Taf. II, III.
Von Erichson's „Naturgesch. der Insekten Deutsch-
lands", Coleoptera, sind im Laufe des Jahres 2 Liefe-
rungen erschienen. Die eine hat J. Weise zum Verfasser
und enthält die Fortsetzung der im vorigen Jahr begon-
nenen Bearbeitung der Chrysomeliden (Bogen 13—23). In
derselben ist die Abtheilung der Camptesomata absolvirt
und die der Cyclica begonnen (Eumolpini und Chryso-
melini bis Chrysomela incL). Das andere Heft, als 1. Lief.
(Bogen 1—13) des III. Bd. 2. Abth. bezeichnet, ist von E.
Reitter verfasst und enthält die Familien Clavigeridae,
Pselaphidae und Scydmaenidae, denen sich die Silphidae,
Lathridiadae und einige andere kleinere Gruppen anschlies-
sen sollen, die von Erichsou noch nicht in Angriff genom-
men waren. Ausser den deutschen Arten berücksichtigt
namentlich Weise verwandte europäische, und beschreibt
in den Anmerkungen deren eine beträchtliche Anzahl neuer.
— Bei einem solchen Werke wäre es dringend nöthig,
dass die Redaktion des rein sprachlichen Theiles der
lateinischen Diagnosen, wenn sie noch beibehalten werden
sollen, ein dieser Sprache kundigerer als Reitter über-
nähme, (vgl. Trionyides; sulca; inter c. abl.; Amauronyx
Märkelii u. a.).
Coleopterologische Mittheilungen vonL.Gangl-
bauer in Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 135 ff. Lampra TürU
n. sp.; L. bella Gory = balcanica Kirschh.; Kisanthobia
Armsi Roh. auch in Dalmatien; die Gattung ist berechtigt
und nicht als Untergattung von Melanophila zu behandeln ;
Anthaxia (anatolica Chevr. = ferulae Gene; semicuprea
Küst. selbständige Art), podolica Mannh. = grammica Lap.,
biimpressa Mars, auch auf Euboea; Callirrhipis Blanchei
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 229
Chevr. ist ein echter Arrhaphipterus ; Anoncodes ruficollis
F. von Brussa in Kleinasien; Oncomera femorata F. var.
purpureo-coerulea'^ Oedemera quadrinervosa Reiche (1862)
= Opsimea ventralis Mill. (1880); Neomarius Gandolphei
Fairm. auch in Stidfrankr. ; Clytus pantherinus Saven. (nicht
= rusticus L., sondern) selbständige Art; Toxotus hetero-
cerus n. sp.; Leptura Türki Heyd. nach Ausweis der Ty-
pen = bicolor Redt., L. oxytera Fdlderm. ist nicht das
</ von Jaegeri Humm. (= mingrelica Tourn.); das wirk-
liche Männchen von L. Jaegeri wird beschrieben.
F. P. Pascoe lässt nach langer Unterbrechung Part
IV seiner Notes on Coleoptera, with Descriptions
of new genera and species folgen; Ann. a. Mag. N.
H. (5) IX p. 25 if.; vgl. d. Bericht über 1875 u. 76 p. 352 (144).
Synonymische Notizen von E. Reitter; Wien.
Ent. Zeit. 1882 p. 67, 167, 197.
Annal. a. Mag. N. H. (5) IX p. 409 schlagen aus Bronn's
„Manual of New Zealand Coleoptera" folgende Namenverän-
derungen vor: Melanochroa für Cyclomorpha, Geochus für
Geophilus, Phorostichus für Pachyodon, Dermothrius für
Pachypeza, Hydora für Pachycephala, Inosomus für Steno-
pus, Priates für Priatelus, Methemus für Capnodes, Acrantus
für Homarus, Incentia für Indecentia.
L. Redtenbacher's Tables dichotomiquespour
servir a la d6term ination des familles et des
genres de Coleopteres d'Europe, Bruxelles 1882, habe
ich nicht gesehen.
Schrie V er macht Mittheilungen über Cicindela hy-
brida, campestris, silvatica; Pogonocherus dentatus; Donacia
crassipes; Carabus cancellatus, nemoralis; 10. Jahresber.
Westf. Prov.-Ver. pro 1881 p. 10 f.
S. de Marseul beschreibt New species belon-
ging to the families Pedilidae and Anthicidae;
Notes from the Leyden Museum IV p. 112ff. ; Tijdschr. v.
Entom. XXV p. 54 ff.
Bemerkungen, Synonymieen und Beschreibungen von
Nitiduliden und Cryptophagiden von Brisout de Barne-
ville. Bull. Eijt. Fr. 1882 p. XXVII ff.
Letzner beschreibt 3 monströse Käfer: Nebria
230 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
brevicollis F.; Athous niger Z.; Toxotus 4-maculatus X.;
59. Jahresb. Schles. Ges. vaterl. Kultur p. 354 f.
In einem Aufsatze On the Classification of the
Adephaga . . bespricht Sharp die neueren Eintheilungs-
versucbe, namentlich Hörn 's und Kolbe's; vgl. auch unter
Dytiscidae; Trans. Ent. Soc. London 1882 p. 61 ff.
Frank H. Zesch u. 0. Reinecke. List of the
Coleoptera observed and collected in the vicinity of
Buffalo; Bull. Buff. Soc. IV p. 2 ff.
Reitter beschreibt (26) neue Pselaphiden und
(2)Scydmaeniden aus Brasilien; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 129 ff. Taf.V; aus Central- und Südamerika; Verh.
Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 371 ff.
Catalogue des Coleopteres de l'ancien monde;
Marseul's Abeille 1882 No. 254, 255 (Cicind., Carabid. bis
Bembidium).
Nouveau repert . . . . Col. de l'ancien monde
IL 1882 p. 1—168 (Dytiscidae und ein Theil der Hydro-
philidae.
Die VI. der Bestimmungs-Tabellen der euro-
päischen Coleopteren enthält die Familien Colydiadae,
Rhysodidae, Trogositidae von E. Reitter; Verhandl. na-
turf. Ver. Brunn XX p. 113 ff.
W. W.Fowler giebt Notes on new British Coleo-
ptera since 1871; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 121 ff., 167 ff.
The Student's List of British Coleoptera
with Synoptic Tables of theFamilies andGenera.
Comp. byF. P. Pascoe, London; Taylor u. Francis 1882;
s. Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 170.
Nach langer Unterbrechung hat Paul ino d'Oliveira
eine 1876 begonnenefArbeit (s. dies, Bericht für 1877—78
p. 412 (194)) in veränderter Form wieder aufgenommen:
Katalog der Insekten Portugals; Einleitung und Käferka-
talog; Revista Soc. Instrucgao do Porto IL
In einem Beitrag zur. Coleopteren-Fauna der
Sierra de Cordoba theilt v. Heyden 64 von Ehlers
gesiebte Arten mit, darunter 6 neue und einige andere für
Europa neue; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 43 ff.
Von A. Fauvel's Faune Gallo-Rhenane etc. er-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 231
scheint die Fortsetzung, Tome II, zugleicli mit den Heften
der neuen Revue d'Entomologie, publ. p. 1. Societe fran-
Qaise d'Entomologie. Im J, 1882 sind S. 1—84, die Cicin-
deliden und Anfang der Carabiden (Omophronini, Cychrini,
Carabini, Elaphrini) enthaltend, erschienen.
Bedel's Faune des Col. du bassin dela Seine
etc. ist fortgesetzt: Rhynchophora : fam. Platyrrhinidae,
subf. Urodontidae, Platyrrhinidae; fam. Nemonychidae, fam.
Curculionidae; S. 1—32. Dem Jahrg. 1882 der Ann. Soc.
Ent. France beigegeben.
Essai sur la Faune de TAllier. Anneies. Coleo-
pteres. (Cicind. — Parnid.); Bull. Soc. d'Agric. de l'Allier;
1880.
Preudhomme de Borre trägt fernere Materiaux
pour la faune entomologique de Flandres (2^ cen-
turie; Bull, scient. du departement du Nord, 2. s. t. V
No. 5), . . . d'Anvers (2^ cent., avec la collaboration de
Mm. Fr. Dietz u. Edm. Van Segveit; Bruxelles, Gust. Ma-
yolex), ... de Liege (2^ centurie, Memoires de la Societe
des Sei. de Liege, 2. s. t. IX), . . . du Hainaut (lere cen-
turie, Bruxelles, Gust. Mayolez) zusammen; . . du Luxem-
bourg Beige, deux. Centurie; Publ. de Tlnstitut Royal Grand-
Ducal de Luxembourg XIX; ... de Limbourg, premiere
et deux. centuries, Tongres 1882).
Sixiemes Addenda a la faune . . de Belgique
(9 A.); C. R. Ent. Belg. 1882 p. 81.
Als für Deutschland neue Käfer führen v. Heyden,
Kraatz, Wilcken an : Cryptopleurum crenatum Fz., Philhy-
drus halophilus Bedel, Orthochaetes erinaceus Duval, Epu-
raea laeviuscula Gyllh.^ Parnus striatellus, Clythra propin-
qua, Scolytus Kirschii Stol., Euplectus intermedius Woll.,
Zeugophora flavicollis var. australis Weise^ Airaphilus ru-
thenus Solsk., Microglossa nidicola Fairm.; D. E. Z. p. 128.
V. Heyden macht 50 Ergänzungen und Bemer-
kungen zum Catalogus Coleopterorum Europae;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 153 ff.
Die Käfer der Umgegend von Neviges; von G.
de Rossi; Verh. naturh. Ver. preuss. Rheinl. u. Westf.
XXXIX p. 196 ff.
232 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Aus der Ahrgegend schreibt Fuss über Lycoper-
dina bovistae ; Cychramus alutaceus Eeitt. und Cryptocepha-
lus sericeus var. intrusus Weise::, Entom. Nachr. 1882 p. 31 f.
Systematisches Verzeichniss der bis jetzt im Herzog-
thum Oldenburg gefundenen Käferarten; von C. F.
Wiepken; (1444 A.); Abb. naturw. Ver. Bremen VIII. 1.
Heft p. 39 ff.
In einem zweiten Nachtrag zu v. Heyden's Verzeich-
niss zählt Buddeberg die Käfer der Umgebung der Stadt
Nassau (1668 Arteü und 68 Varietäten) auf; durch 53 für
die Provinz Nassau neue Arten steigt die Zahl der aus
derselben und von Frankfurt bekannt gewordenen auf 3294.
Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 35 p. 62 ff., vgl. auch p. 110 ff
Entomologische Skizze aus der Umgegend
von Kassel i. S. 1881 (nur Käfer) S. 37 ff.; Nachtrag
zu dem Riehl'schen Verzeichniss . . . S. 101 ff. von
K. Bartels; 29. u. 30. Ber. Ver. für Naturk. zu Cassel.
L. Ganglbauer bringt Beiträge zur Kenntniss
der Coleopteren-Fauna des Erzherzogthums Oe-
sterreich, indem er die Arten aufzählt, die in Redtenb.
Fauna austriaca noeh nicht aufgeführt waren; Wien. Ent.
Zeit. 1882 p. 85 ff., 118 ff.
L. Schlögl registrirt die Coleopteren-Fauna aus
dem Marchthale bei Ungarisch-Hradisch; Progr.
d. k. k. Real- u. Obergym. zu Ung.-Hradisch 1882 p. 1 ff.
Eine Sechste Nachlese zu den Käfern von
Tirol von V. Gredler fügt neue Fundorte zu den frühe-
ren und führt beinahe 150 jetzt zum ersten Mal in Tirol
nachgewiesene Arten auf; Ferdinandeum 26 p. 205 ff.
F. Baudi fährt in seinen Note Entomologiche
fort; II Naturalista Siciliano I p. 115, 127, 274 ff.
Ebenda p. 226, 248 ff. führt E. Ragusa als Coleot-
teri nuovi o poco conosciuti della Sicilia auf:
Lebia humeralis var. lepida J5n/7?. ; Chlaenius tristis ;Sc/^aZ?. ;
Bembidium iricolor Bedel\ Agabus fusco-aenescens Beg.;
n. sp. ; Euplectes Bonvouloiri Reitt.; Zibus adustus Reitt.;
Hymenoplia Sicula Blanch.\ Pachypus caesus Er.\ Car-
diophorus Syriacus L. ; Hydroporus baeticus Schaum^ Gui-
neensis Aube\ Hydrocanthus notula var. Sictdus] Cybister
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 233
binotatus Klug, Seneg'alensis^^<5e; Gnorimus 10-punct. var.
velutiniis Rag.\ Zonitis bipunctatus; Pachytychius Lucasi
Jekel\ Cryptocephalus marginellus Ol., pallidocinctus Fairm.
A. Fiori beginnt einen Saggi di un catalogo dei Col.
delModenese et del Reggiano mit einer Aufzählung der (4)
Cicindelidae und (209) Carabidae; Annuario d. Soc. d. Na-
tural, in Modena (2. S.) XV p. 61 if.
L. Picaglia zählt die während einer Excursion auf
den Modenesischen Apennin gesammelten Arten auf; eben-
da, Rendiconti dell'adun. (S. III) I p. 12 ff.
Nozioni elementar! intorno ai Coleotteri
italiani; von 0. Pirazzoli; Imola, Galeati, 1882.
Nach Letzner wurden i. J. 1881 folgende für Schle-
sien neue Arten beobachtet: Anchomenus scitulus Dej.; Que-
dius vexans Eppelsh., obliteratus Ur.\ Ägathidium piceum
Er.] Attagenus sordidus Heer; Acmaeodera 18-guttata Piller;
Agrilus scaberrimus Rat^.^ cinctus Oliv.] Athous circumdu-
ctus 3Ien. ; Elater Pomonae Steph. ; Cryptohypnus maritimus
Gurt.; Cardiophorus asellus JEr.; Liophloeus aureopilis
Tourn.] Magdalinus striatulus DesJr., Weisei Schreiter; Ba-
gous longitarsis Thoms.] Ceuthorrhynchus Barbareae ^^#r.;
Sphenophorus mutilatus Laich. ; Rhyncolus nitidipennis
Thoms.\ Xyloterus Quercus Eichh.; Orchesia blandula
Brauch. ; 5 in dem früheren Verzeichniss aufgeführte Arten
sind in Abzug zu bringen, 4 als Varietäten, 1 (Cryptoceph.
4-punctatus Oliv.) als unrichtig determinirt. Die Schlesische
Fauna zählt daher nach dem jetzigen Stande der Kennt-
nisse 4292 Arten. 59. Jahresber. Schles. Gesellsch. Vaterl.
Cultur p. 347 ff.
Für die Fauna der Ostseeprovinzen neue Arten s. in
den Sitzbgsb. Naturf. Ges. Dorpat VI 2 p. 427 (Hydroporus
brevis Sahlb. ; Agabus guttatus PayJc. ; Limonius parvulus
Fanz.\ Atomaria nigripennis PayJc.\ Triplax bicolor Gyll.;
Lina lapponica L.; Haltica Armoraciae E.H.] Longitarsus
atricillus Gyll.; Clytus Rhamni Germ.).
Massenhaftes Auftreten des Tribolium ferrugineum
und Sylvanus surinamensis in Kronstadt; Verh. u. Mittheil.
Hermannstadt 32 p. 119 ff.
Faust setzt seine Beiträge zur Kenntniss der
234 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Käfer des Europäischen uDd Asiatischen Russ-
lands mit Einschluss der Küsten des Kaspischen
Meeres fort; Hör. Soc. Ent. Ross. XVI p. 285 if. (Cur-
culionidae).
J. Sahlberg giebt in der Entomol. Tidskrift 1882
p. 187 die Synonymie einiger der von der Nordenskiöld'-
schen Expedition stammenden und von Mäklin bearbeiteten
Arten an; ich erwähne nur die Synonymie der von Mäklin
als neu beschriebenen: Feronia (Platysma) infima = F.
Pseudocryobius) arctica J. Sahlb.\ Cylletron? hyperbo-
reum = Coryphium? Steph,\ Feronia (Platysma) gelida
= F. (Pseudocryobius) Ochotica F. Sahlb.] Oxypoda ex-
ortiva = verecunda Sharp; Lathrobium limitatum =
Medon Steph. sp.;^ Stenus inspector = Juno F., borea-
lis = litoralis Thoms.\ Bledius vilis = subterraneus
Erichs; Olophrum limbatum = consimile G^2/^L var.; Man-
nerheimia affinis, confusa, saginata alle 3 = arctica
Er.; Homalium languidum = septentrionis Thoms.
In einem IL der Beiträge zur Käferfauna von
Turkestan beschreibt Kraatz Neue Tenebrioniden
von Margelan; Deutsch. Ent. Zejtschr. 1882 p. 81 ff.
Ebenda p. 99 ff. zählen v. Hey den und Kraatz 165 Arten
auf, die von Haberhauer um Margelan gesammelt waren.
Ebenda p. 297 ff. zählen dieselben (199) Käfer um
Sa mark and, gesammelt von Haberhauer, auf.
G. Lewis liefert eine supplementary note on the
specific modifications of Japan Carabi, and some
observations on the mecha'.nical action of solar rays
in relation to colour during the evolution of species; Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 503ff. — Lewis ersetzt ebenfalls
die haltlose Erklärung der Entstehung der Farben und Zeich-
nung in Folge geschlechtlicher oder natürlicher Zuchtwahl
durch eine rein mechanische; vgl. oben Hagen.
Sopra alcuni Coleotteri di Birmania racc. dal
. . . Comatto; per R. Oestro; Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII p. 297 ff
Karsch beschreibt Neun neue Coleopteren von
Colombo (Ceylon); Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 387 ff.
On a Visit to Ceylon, and the relation ofCey-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 235
lonese beetles to the Vegetation there; by G. Lewis;
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 475.
Reitter liefert einen Beitrag zur Pselaphiden-
und Scydmaeniden-Fauna von Java und Borneo; Verh.
Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 283 ff. (30 und 12 A.);
desgl. von Central- und Südamerika ; ebenda p. 371 ff. (27
und 1 A.).
Schaufuss bearbeitet die (14) Pselaphiden und
(2) Scydmaeniden der Niederländischen Besitz-
ungen auf den Sunda-Inseln im Reichsmuseum zu
Leyden ; Tijdschr. v. Entom. XXV p. 65 ff. und Notes Ley-
den Museum IV p. 145 ff.
(70) Coleopteres Heteromeres de Sumatra
decrits par L. Fairmaire; Notes Leyden Museum IV
p. 219 ff
Diagnoses de Coleopteres des lies A(n)daman;
par A. Chevrolat; Le Naturaliste 1882 p. 93.
Les Coleopteres de la Nouvelle Caledonie et
dependances avec descriptions, notes et synonymies nou-
velles; par Alb. Fauvel; Revue d'Entomol. I p. 217 ff.,
241 ff, 265 ff
Eine kleine Sendung von Neuseeländischen Käfern,
unter denen manche interessante neue Formen sich fanden,
giebt Sharp Gelegenheit, eine Schätzung der Gesammt-
zahl der Käfer dieser Inseln vorzunehmen, die wahrschein-
lich 3000 übersteigt und vielleicht noch näher an 4000
reicht. Unter solchen Umständen erscheint B r o u n 's
„Manual etc." ein verfrühtes und nutzloses Unternehmen,
zumal da dessen Gattungsdiagnosen Uebersetzungen aus
Lacordaire sind und für die (Lacordaire unbekannten) Neu-
seeländischen Formen nicht zutreffen. Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 73 ff.
Contributions ä la faune de TAfrique Orien-
tale; .... par C. F. Ancey, Le Naturaliste 1882 p. 54,
62, 78 (und II Naturalista Siciliano II p. 68 ff.).
Diagnoses de Coleopteres Abyssins; par L.
Fairmaire; ebenda p. 48, 68, 191.
Derselbe sprach vor der Acad. d. Sciences, 13
236 Bert kau: Bericht üb. die wisseuschaftl. Leistungen
mars 1882, sur la distribution geographique des Coleo-
pteres en Abyssinie.
Descriptions of newCetoniidae, Bu-
prestidae, andCerambycidae from Mada-
gaskar; by Ch. 0. W a t e r h 0 u s e ; Ann. a. Mag. N. H.
(5) IX p. 321 ff.
Verzeichniss der ... in Chinchoxo gesammelten
(51) Chry someliden, (1) Endomychiden, (10) Coc-
cinelliden und (17) Anthotribiden von Dr. F. Karsch;
Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 395 ff.
In einem Beitrag zur Kenntniss der Pselaphi-
den und Scydmaeniden von Westafrika beschreibt
Reitter aus erster Familie 17, aus letzterer 4 Arten;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 177 ff. Taf. VIII, IX.
Coccinellidae. 38 neue Coccinellen-Varietäten beschrie-
ben von A. Walter; Entom. Nachr. 1882 p. 17 fif., Gradl desgl.
ebenda p. 326 ff.
Epilachna amoena (Chinchoxo); Karsch a. a. 0. p. 402.
Gadeau de Kerville macht eine Mittheilung über eine nicht
näher bestimmte, wahrscheinlich neue Art, die die doppelte Abnor-
mität einer Beule auf den Flügeldecken und einer rothen Farbe
dieser Beule hat; Bull. Soc. Ent. Fr. 1882 p. LXXII.
Pharus semiglohosus (Chinchoxo); Karsch, a. a. 0. p. 401.
Kirsch verwahrt sich dagegen, dass sein Cleothera Abendro-
thii mit Cl. Gacognei Muls. und Chnoodes Abendrothii mit Scymnus
apicalis Muls. synonym sei, wie Schaufuss angegeben hatte; Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 124.
Rey lernte in Scymnus arcuatus Rossi einen Feind der
Schizoneura lanigera kennen und beschreibt dessen Larve; dieselbe
war übrigens schon durch Heeger bekannt gemacht worden; Ann.
Soc. Linn. Lyon XXVIII p. 131 ff.
S. major (Sardinien); Costa a. a. 0.
Endomychidae. Ueber die systematische Stellung von
Pleganophorus bispinosus Hampe äussert sich Reitter auf
Grund der freibeweglichen Bauchringe und Bildung der Mundtheile,
dass er zu den Myoetaeideu und zwar in die nächste Verwandtschaft
des tropischen, unter Baumrinde lebenden Trochoideus Westw. gehöre.
Unter den europäischen Formen nähert er sich am meisten Leiestes
Redt. Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 255 ff.
Dapsa acuticolle (! Algeciras); Reitter, II Naturalista Siciliano
I p. 231.
Ancylopus testaceus (Calabrien); Costa a. a. 0. p. 36 Fig. 6.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 237
Erotylidae. Orestia Sierrana (S. de Cordoba); v. Heyden,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 48.
Cyrtotriplax cölombonica (Ceylon); Kar seh a. a. 0. p. 388.
Chrysomelidae. M. Jacoby bringt Descriptions of new
Genera and ^Decies of Phytophagous Coleoptera; Proc.
Zool. Soc. 1882 p. 50 £f.
Cassidini. Metrioj^epla (n. g. prope C^lo-pleiplsim) Uvidula
(Zanguebar); Fäirmaire, C. K. Ent. Belg. 1882 p. 57.
Laccoptera suhmetallica (Sciotel, Bogosl.) ; C hapuis, Ann. Mus.
Civ. Gen. XVp.31.
Aspidomorpha Tieffenbachi, Schellen (Chinchoxo); Kars ob
a. a. 0. p. 401.
Cassida texana der „Egg-plant" der Amerikaner (Solanum
elaeagnifolium?) Feind; Amer. Natur. 1882 p. 679.
C. externeguttata (Zanguebar); Fäirmaire, C. R. Ent. Belg.
1882 p. 58.
Galerucini Goniopleura hasalis (Sumatra); Jacoby, Proc.
Zool. Soc. 1882 p. 58.
Monolepta ferruginea, lineata, foveolata (Chinchoxo); Kar seh
a. a. 0. p. 400.
Diacantha Soyauxi, Deiisseni p. 398, nigritarsis, flavipes, inter-
rupta, fenestrata p. 399 (Chinchoxo); Kar seh a. a. 0.
Galeruca Margelanica (M.); Kr a atz. Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 117.
Luperodes marginatus (Lagos, Afr.), australis (Austr.); Ja-
coby, Proc. Zool. Soc. 1882 p. 56.
Malacosoma politum (Süd- Afr.), quadrimaculatum (Natal) p. 57,
flavomarginatum (Süd- Afr.) p. 58; Jacoby, Proc. Zool. Soc. 1882.
Diabrotica oUvacea (Bogota), prolongata (Rio de Jan.), Vene-
zuelensis (Merida) p. 45, disthicta (Amaz.), centralis (Venezuela), 6b-
longopunctata (Carracas) p. 46, unipunctata (Bogota), alboplagiata
(Amaz.) p. 47; Jacoby, Cist. Entom. III.
Aulacophora (Rhaphidopalpa) oculata (Chinchoxo); Karsch
a. a. 0. p. 898, cow^/'era (Zanguebar) ; Fäirmaire. C. R. Ent. Belg.
1882 p. 56.
Diamphidia Ängolensis (A.); Jacoby, Proc. Zool. Soc. 1882
p. 55.
In dem Schluss seines Bijdrage tot de Kennis der In-
landsche Halticiden (s. d. vor. Ber. p. 244) behandelt Lees-
berg die Gattungen Crepidodera, Hermaeophaga, Haltica, Podagrica,
Balanomorpha, Sphaeroderma, Mniophila, Apteropoda, Longitarsus.
Crepidodera aurata Marsh. , Helxines L ; Hermaeophaga Mercurialis
F.] Haltica quercetorum Foudr.; Balanomorpha rustica L.; Sphae-
roderma Cardui Gyll.; Mniophila muscorum Koch; Apteropoda glo-
bosa III. und Longitarsus suturalis Duftsch. sind auf der beigefügten
238 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Tafel recht sauber abgebildet; Tijdschr. v. Entom. XXV p. 137 fif.
PI. 11.
Chrysomelini. Sclerophaedon n. g. für (Phaedon) carnio-
licus; Weise, Naturgesch. Ins. Deutschi. VI p. 303.
Allocharis (n. g. Phyllochariti Chap. affine) marginata (Crai-
gie buru, Neu-SeeL); Sharp, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 99.
Des Gozis giebt die Charaktere seine» neuen Gattung Ere-
mosis, namentlich in ihrem Verhältniss zu Phaedon, an; Revue
d'Entomol. I p. 207.
Chalcolampra speculifera (Greymouth, Neu-Seeland); Sharp,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 98.
Entomoscelis suturalis (Griechenland; Krim); Weise, Naturg.
Ins. Deutschi. VI p. 312.
Cyrtonus contractus (Sierra Nevada), puncticeps (Spanien), co-
morphus (! Pajares); Fairmaire, Le Naturaliste 1882 p. 19.
Timarcha Heydeni {A\^u^a.rr3is) p. 321, maroccana (Casa blanca)
p. 325, ventricosa (ibid.) p. 327; Wei s e, Naturgesch. Ins. Deutschi. VI.
Die Larve von Aesernia tricolor Chevr. s. Bull. Soc. Ent.
France 1882 p. CLXV.
Ceralces Pechueli (Chiuchoxo); Kar seh a. a. 0. p. 397.
Doryphorajuncta ist von ihrer bisherigen Futterpflanze,
Solanum carolinense auf S. elaeagnifolium (? „Egg -plant") überge-
gangen; Amer. Natur. 1882 p. 678.
D. amazona (A.) p. 43, flavopustulata (Brasil.J, quinquepunctata
(Columb.) p. 44; Jacoby, Cist. Entom. III.
Leucocera quadriguttata, ferruginea (St. Domingo); Chevro-
lat, Bull. Ent. Fr. 1882 p. LXXX.
Noch einmal der Käfer des Propheten Elias, Chrysomela Ame-
ricana var. auf den Cykladen; Sitzber. Ges. naturf. Freunde Berlin
1882 p. 36; vgl. den vor. Ber. p. 246.
Chr. Schneiden (Hohe Tatra) p. 349, eaucasica (Tbatani) p. 352;
Weise, Naturgesch. Ins. Deutschi. VI, timarcho'ides (Costa Bona, Pyr.
or.); Ch. Brisout de Barneville, Bull. Soc. Ent. France 1882
p. CLXXIX.
Melasoma. (Lina.) Güssfeldi (Chinchoxo); Kar seh a. a.O. p. 397.
Eumolpini. Calliope (n. g.; Corpus oblonge -ovatum, parce
pubescens, ant. dimidio corporis breviores, art. 2. 3. fere aequali,
5 ultimis crassioribus ; proth subelongatus, lateribus rotundatis, im-
marginatus; scut. triangulari, elytr. elliptica, apice communiter ro-
tundata, callo humerali nullo, epipleuris haud distinctis; pro- et me-
sost. fortiter transversum; pedes sat elougati, femoribns subclavatis
dente parvo armatis, tarsis sat angustis; unguiculi tenues, medio
incisi) Fausti (KaukavSus); Weise, Ins. Deutschi. VI p. 279 f.
Eulychius (n. g. Typophor., articulis antennarum apicalibus
late transversis et compressis distinctum) Madagascariensis (M.) p. 52 ;
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 239
Balya (n. g. Iphimein., statura elongata subcylindrica, tibiis
intermediis et posticis dentatis inter omnia Iphimein. genera distin-
ctum) quadrimacidata (Lagoa Santa) p. 53; Jacoby, Proc. Zool.
Soc. 1882.
Menius viridiameus (Caraeroons); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
1882 p. 54.
Eurydemus Güssfeldi (Chinchoxo); Kar seh a. a. 0. p. 397.
Pachnephorus holosericeus (Chinchoxo); Kar seh a. a. 0. p.307,
canus (Sizilien; -Südrussland) p. 285, haeticus (Andalusien) p. 287;
Weise, Naturgesch. Ins. Deutschi. VI.
Euryope marginalis (Somali) ; A n cey, Le Naturaliste 1882 p. 79.
Pseudocolaspis Lindneri (Chinchoxo); Karsch a. a. 0. p. 397,
alholineatus (M'honda, Inner-Zanguebar), canc^ews (Uzagara) ; An cey,
Le Naturaliste 1882 p. 54.
Nerissus griseoscutellatus (Chinchoxo); Karsch a. a. 0. p. 396
Taf. IV Fig. 11.
Metaxys irisans (Abyss.); An cey, II Natur. Siciliano II p. 69.
Rhabdophorus rugulosus (Ecuador); Lefevre, Bull. Soc. Ent.
France 1882 p. CLXXX
Chalcophana Kirschi (Boliv.) p. CLXXX, humeralis (Ecuador)
p. CLXXXI; Lefevre, Bull. Soc. Ent. Soc. France 1882.
Aletes latericostatus (Ecuador); Lefevre, Bull. Soc. Ent.
France 1882 p. CLXXX.
Colaspis tarsata (Boliv.); Lefevre, Bull. Soc. Ent. France
1882 p. CLXXX.
Terillus porosus (Cooktown); Jacoby, Proc. Zool. Soc. Lond.
1882 p. 54.
Cheiridea suhrugosa (Cameroons); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
1882 p. 55.
Lampr osomini. Lychnophaes africana (Süd-A.); Jacoby,
Proc. Zool. Soc. 1882 p. 50.
Lamprosoma grande (Amazons); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
1882 p. 50, africanum (S.-A.); Weise, Naturg. Ins. Deutschi. IV
p. 281.
Sphaerocharitini. Neoclilamys (n. g. Sphaerochariti valde
affine, antennis brevibus, articulis 4 et 5 elongatis, ceteris gradatim
transversis, Serratia, unguiculisque simplicibus diversum) strigicollis
(Brasilien); Jacoby, Proc. Zool. Soc. 1882 p. 51.
Cryptocephalini. Thelyterotarsus (u.g.; Caput verticale,
mandibulis sat validis; antennae 11-articulatae, filiformes; oculi sub-
convexi, leviter reniformes; proth, transversus, basi marginatus utrin-
que sinuatus, angulis rotundatis ; scutellum magnum, haud assurgens,
trianguläre, apice rotundato; elytra basi marginata, epipl. nullia;
pedes elongati tibiis angustis, tarsis elongatis, art. 3. angustato, bi-
fido, ultimo longissimo; unguiculi mutici; prosternum inter coxas
240 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
elevatum; corpus villosum) Fausti (Scharud); Weise, Naturg. Ins.
Deutschi. VI p. 246 Anm.
Cryptocephalus rufus (Margelan); Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 116, rufilahris (Krim) p. 201, Simoni (Algesiras;
Cr. pini täuschend ähnlich) p. 205, Czwalinae (Vallombrosa, Ital.)
p. 216, planifrons (Kärnthen, Krain, Steiermark, Südungarn, Krim)
p. 239, Orcmensis (0.) p. 244; Weise, Naturgesch. Ins. Deutschi. VI,
bitaeniatus (Marakand; Sarafschan); Solsky, Hör. Soc. Ent. Koss.
XVI p. 438.
Pachybrachys albicans (Kasumkent) p. 248, suturalis (Baiern,
Elsass, Mittel- und Südfrankr.) p. 252, flexuosus (Bisamberg b. Wien ;
Tirol, Sizilien, Griechenland) p. 254, Kraatzi (Spanien) p. 255, {picus
= histrio Bedt, Suffr. p. 264), probus (Russland) p. 267, baeticus
(Andalusien) p. 269; Weise, Naturgesch. Ins. Deutschi. YI.
Stylosomus macer (Algier; Rubus Fl.); Weise, Naturg. Ins.
Deutschi. VI p. 271.
Glythrini. Die Larve von Coscinoptera Dominicana ein
Bewohner von Ameisennestern?; Americ. Natur. 1882 p. 598.
Gynandrophthalma 'ym(^^s (Samarkand); Kraatz a. a.O. p.338.
Cyaniris thoracica iTüsi. = xanthaspis (rerm.; Weise, Deutsch.
Ent. Zeit. 1882 p. 56.
Donaciini. Die Donacien Westpreussens (21 A.) s. im Bericht
über die 5. Vers. etc. in Schrift Naturf. Ges. Danzig (N. F.) Bd. 5
Heft 4 p. 5.
Gerambycidae. Descriptions of new Longicorn Coleo-
ptera (Prionidae and Lepturidae) from Madagascar, by Ch. 0.
Waterhouse; Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 47 fif.; (Lamiidae) der-
selbe ebenda p. 420 fif.
Verzeichniss der von v. Mechow in Angola und am
Quango gesammelten (105) Arten; v. Quedenfeldt, Berliner
Ent. Zeitschr. 1882 p. 317 ff. Taf. VI.
Beiträge zur Synonymik der europäischen und cau-
casischen Cerambyciden; von L. Ganglbauer; Wien. Entom.
Zeit. I p. 5 ff.
Especes nouvelles de Longicornes europeens et circa-
mediterraneens et remarques diverses par A. Chevrolat, Ann.
Soc. Ent. France 1882 p. 57 ff.
A. Lameere stellt auf eine Liste des Cerambycides de-
crits posterieurement au catalogue de Munich; Ann. Soc.
Ent. Belg. XXVI p. 1 ff. (mit besonderer Paginirung).
Lamiini. Mesolamia (n. g. ; corpus sat robustum, subtiliter
toraentosum; caput facie perpendiculari brevissima; oculi mediocriter
granulati; ant. (^ ?) corpore breviores, sat robustae, art. bas. pa-
rum elongato et parum dilatato, quam 3 pauUo breviore; thorax ad
latera angulatus; elytra apice rotundata; pedes breves, femora bre-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 241
viora crassa; cetera fere ut in Tetrorea) marmorata (Dunedin, Neu-
Öeel.); Sharp, Trans. Ent, Soc. Lond. 1882 p. 97.
Dioristus (ja. g. prope Niphonam) aibolateralis (Fianarantsoaj;
Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 46 f.
Brachytritus (n. g. Phrynetid.) hieroglypMcus (Quango) ;
V. Quedenfeldt a. a. 0. p. 351 Taf. VI Fig. 7.
Mystrocnemis (n. g. Phytoeciad.) flavovittata (Quango);
derselbe ebenda p. 361 f. Taf. VI Fig. 11.
Lasieercis (n. g. prope Ranovam) fasciata p. 420;
Diadelia (n. g. prope Amblesthem) biplagiata p. 421; (Fia-
narantsoa); Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX.
Oberea semirufa (Margelan); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 115.
Phytoecia nivea (Margelan); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 116, circumdata, ochraceipennis, cinerascens (Samarkand) ,
derselbe ebenda p. 337, binodosa, ti'ipimctata, bisulcata (Syrien)
p. 61, abdominalis (Valladolid), nigritarsis (Blidah), brevis (Syrien?)
p. 62, frontalis, scapularis (Syrien) p. 63; Chevrolat, Ann. Soc. En-
tom. France 1882,
Saperda scalaris-Larve auch in Eichen; Fromont, C. R.
Ent. ßelg. 1882 p. 92.
Agapanthia detrita, soror (Samarkand); Kraatz a. a. 0. p. 336,
verecunda, siihacutalis (Syrien) p. 63, irrorata var. integra (Sizilien)
p. 64; Chevrolat, Ann. Soc. Ent. France 1882.
Hippopsicon lutcolum (Quango; Chinchoxo); v. Quedenfeldt
a, a. 0. p. 360.
Tetrorea sellata (Greymouth), discedens (Otago); Sharp, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 95.
Die Unterschiede, die Korsische und französische Exemplare
von Beiode ra T rob er ti zeigen, ist Rey geneigt auf Kosten der
verschiedenen Nahrung zu schreiben. Ann. Soc. Linn. Lyon XXVIII
p. 128.
Hybolasius deplanatus (Greymouth); Sharp, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 94.
Eiithiotes costulata (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0. p. 359.
Crossoius flavopictus Iß. d66, virgatus p. 357 (Quango); v. Que-
denfeldt a. a. 0., vestiticornis (Zanguebar) ; Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1882 p. 56.
Olenecamptus Hofmanni (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0,
p. 355 Taf. VI Fig. 10.
Acrydoschema ligata (Quango-Str.); Quedenfeldt, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 185 Taf. VI Fig. 9.
Acmocera imdulata (Quango-Str.); Quedenfeldt, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 185.
A-rchiv für Naturgesch. XLIX. Tahrg. 2. Bd. Q
242 Bertkau: Bericht üb. tlie Wissenschaft!. Leistungen
Eurysops lituratus (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0. p. 349
Taf. VI Fig. 6.
Ceroplesis Mecliowi (Quango-Str.); Quedenfeldt, Berl. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 185 Taf. VI Fig. 4, Atroyos (Abyss.); Fairmaire,
Le Naturaliste 1882 p. 48, inalepicta (Zanguebar); derselbe C. R.
Ent. Belg. 1882 p. 55.
Quimalanca scäbricollis, lineata (Quango); v. Quedenfeldt
a. a. 0. p. 344.
Pinacosterna Weymanni (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0.
p. 346.
Sternotomis fidvosignata (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0.
p. 343 Taf. VI Fig. 2.
Lasiopezus nigromaculatus p. 339, Onca p. 340 (Quango); v.
Quedenfeldt a. a. 0.
Mesosa rosa (Colombo); Karsch a. a 0. p. 388.
Mesosites macroplithahims (Polierschiefer von Bilin); Deich-
müller a. a. 0. p. 319 Fig. 12.
Monohammus panmdatiis p. 337, scahiostis p. 338 (Quango);
V. Quedenfeldt a. a. 0.
Dorcatypus conßrmatus (? Orient?); Chevrolat, Ann. Soc.Ent.
France 1882 p. 61.
lieber die Synonymie einiger Tournier'schen Dorcadion-
Arten s. Kraatz (und Ganglbauer) in der Wien. Ent. Zeit. 1882
p. 298 ff.
D. cribricolle (Altai); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882
p. 196, Olympicum (= graecum Kraatz nee Waltl, dessen Art viel-
mehr = crux Billb. ist); Ganglbauer a. a. 0. p. 228, bilaterale
(Griech.) p. 59 bifidum (Smyrna), annulicorne (Griech.), fuscifrons
(Albanien) p. 60; Chevrolat, Ann. Ent. France 1882.
Die bisher immer vergeblich gesuchten Larven von Dorca-
dion leben gleich denen von Vesper us an Pflanzenwurzeln;
Mayet, Bull. Ent. Fr. 1882 p. LIX.
Somatidia Helmsi (Greymouth, Neu-S.); Sharp, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 93.
Xylotoles Huttoni (Otago); Sharp, Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 p. 93.
Cerambyciyii. Metopotylus (n. g, Hesperophanid. Hespero-
phano affine; frons inter oculos fortiter cylindrata) femoratns {Q,u?in-
go); V. Quedenfeldt a. a. 0. p. 325 f.
Cloniophorus (n. g. Callichrom.) Meclioioi (Quango); der-
selbe ebenda p. 333 f. Taf. VI Fig. 1.
Dysmathosoma (n. g. Leptur. prope Euthymium) picipes
(Fianarantsoa); Waterhouse, Ann. a. Mag. N. II. (5) IX p. 422 f.
Crossidius intermedius (Arizona); Ulke 1875; s. Bull. Brookl.
Ent. Soc. IV p. 42.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 243
Smodicum Syriacum (S.)i Chcvrolat, Ann. Soc. Ent. France
1882 p. 59.
Leptocera rufofemorata, piilchra (Madagaskar); Waterhouse,
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 327.
Neoclytus Thoms. = Plagithmysus Motsch.; Hörn, Bull. Ent.
Fr. 1882 p. CXXXIII.
Clytanthus dimidiatus (Quango); v. Quedenfeldt a.a. O.p.o35.
Clytus Incallosus (Samarkand); Kraatz a. a. 0. p. 335, semi-
ruber (Malange); v. Quedenfeldt a. a. 0. p. 335, rusticus L. var.
Iieros (Persien); Ganglbauer, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 138 Anm. 2,
cinctiventris (Syrien), amhigenus (Blidah), Corsicus (C); Chevrolat,
Ann. Soc. Ent. France 1882 p. 58.
Mecaspis setulicolUs (Quango) p. 326, plicaticollis (ibid. und
Malange) p. 328, fidiginosa (Quango) p. 328; v. Quedenfeldt
a. a. 0.; Callichroma Poggei v. Har. wird ebenfalls in diese Gat-
tung gestellt.
Pnymatodes variabilis var. dimidiatipennis (Russland); Che-
vrolat, Ann. Soc. Entom. France 1882 p. 58.
Callidium scabrum (Margelan); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 115, Alni var. nitidum (Escorial); Chevrolat, Ann. Soc
Ent. France 1882 p. 58.
Euporus nasutus p. 331, amethystinus p. 332 (Quango); v. Que-
denfeldt a. a. 0.
Logisticus modestus (Fianarantsoa); Waterhouse, Ann. a.
Mag. N. H. (5) X p. 45.
Helymaeus albilateris (Mombassa-Kenia) ; v. Harold, Monatsb.
Ak. Wiss. Berl. 1880 p. 265.
Closteromerus Raffrayi (Abyss.); Fairmaire, Le Naturaliste
1882 p. 48.
Nothopygus speciosKS (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0.
p. 334.
Oxyprosopus latus (Quango); y. Quedenfeldt a, a, 0. p. 329.
Rhopalizus coloratus p. 329, cJilorolmeatns p. 330 (Quango);
v. Quedenfeldt a. a, 0.
Phyllocnema viridicostata (Zauguebar) ; Fairmaire, CR. Ent.
Belg. 1882 p. 54.
Callimoxys i7^orac^CMS (Kleinasien); Chevrolat, Ann. Soc. Ent.
France 1882 p. 57.
Anthribola femorata (Fianarantsoa); Waterhouse, Ann. a.
Mag. N. H. (5) IX p. 48.
Yüäonm bittisiensis {K\e'm?Ls\en), intermedia (Sibi.); Chevro-
lat, Ann. Soc. Ent. France 1882 p. 59.
Toxotus heterocerus (Gülek, Cilicien); Ganglbauer, Wien.
Ent. Zeit. 1882 p. 139.
244 Bertkau: Bericht üb. die wissenscliaftl. Leistungen
Artelida aurosericea (Madag.); Water house, Ann. a. Mag. N.
H. (5) IX p. 326.
Mastododera Jansoni (Fianarantsoa) ; Waserhouse, Ann. a.
Mag. N. H. (5) IX p. 50.
Obrium tricolor (Syrien); Chevrolat, Ann. Soc. Ent. France
1882 p. 57.
Didymocantha rdbusta (Greymouth); Sharp, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. 92.
Phoracantha sp. aus „Veilchenbolz" in Wien erzogen; Ko-
genhofer, Sitzber. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 40.
Elaphidium imbelle (Bnffalo); Le Conte, Bull. Buff. Soc. IV
p. 27.
Stromatium Angolense (Malauge); v. Quedenfeldt a. a. 0.
p. 324, carinulatum (Colombo); Kar seh ebenda p. 389.
Hesperophanes platifemur (Syrien) ; Chevrolat, Ann . Soc. Ent.
France 1882 p. 57.
Oeme gracilis (Buffalo); Le Conte, Bull. Buff. Soc. IV p. 27,
Prionini. Macrotoma gracilicornis (Fianarantsoa); Water-
house, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p 47, novemcostata p. 321, iiifans
p. 322 (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0.
Tithoes crassipes (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0. p. 320.
Cantharocnemis variolosus (Zanguebar); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1882 p. 54.
Sypilus Ventiirae (Mendoza, Argent.); Dohrn, Stett. Ent. Zeit.
1882 p. 465.
Parandra aterrima (Quango); v. Quedenfeldt a. a. 0. p. 320.
Trictenotomidae. Tricteuotoma Lanshergei (Nias bei Sumatra);
Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 457, Childreni var. Birmana (B.)
p. 458.
Bruchidae. Spermophagus eximius (Alger); Chevrolat, Bull.
Ent. Fr. 1882 p. CLVIII.
Änthribidae. D oticus (n. g. Araeocero affine; pedes antici
elongati, tarsorum art. 2 basalibus dilatatis, tertio perbrevi, profunde
bilobo) palmarifi (Qucensld.); Pascoe, Ann. a. Mag. N. IL (5) IX p. 27.
Naiisicus (n. g.) cephalotes (Java); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 456 PL XVIII Fig. 10.
Polycorynus mmor (Chinchoxo); Karsch a. a. 0. p. 403.
Xylinades Roelofsi (Solok, Sum.); Ritsema Gz., Notes Leyd.
Mus. IV p. 190, rufopictm (Abyss.); Fairmaire, Le Naturaliate
1882 p. 192.
Tropi(do)deres verrucosus (Colombo); Karsch a. a. 0. p. 388.
Diastatotropis crassicornis p. 43, planifrons p. 44, nitidipennis
p. 45 (Fianarantsoa); Waterhouse, Ann. a. Mag. N. IL (5) X.
Mecocerus annulipes, plintherio'ides (Chinchoxo); Karsch a. a. 0.
p. 402.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 245
Brenthidae. Stratiorrhina femoralis (Solok, Sum.); Ritsoma
Gz., Notes Leyd. Mus. IV p. 188.
Diurus erythropus (Solok, Sum.) p. 210, tarsatus (Borneo) p. 212,
antennatus (Java) p. 214; Ritsema Cz, Notes Leyd. Museum IV,
der ebenda p. 214 ff. wahrscheinlich zu machen sucht, dass D. dis-
par Pascoe = furcillatus Gyllh., und D. forcipatus Westtv. nicht
= furcillatus ^ sei, während das Weibchen von forcipatus Westw.
von Pascoe wahrscheinlich als furcillatus $ angesehen wurde; D.
furcillatus Gyllh. ^ und forcipatus Westw. $ werden beschrieben.
Scolytidae. Tiarophorus (n. g. inter „Dryocoetes" Eichh.
et Hylocurus Eichh. inserendus) elongatus (Guinea); Schreiner,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 246 f.
Dryocoetes africanus (Guinea); Schreiner, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 246.
Xylehorus Eichhoffi (Guinea); Schreiner, Deutsch. Ent. Zeit-
schr. 1882 p. 248.
In einem Beitrag zur Kenntniss der Syuonymie der
Tomiciden behauptet Wachtl (Wiener Entom. Zeit. I p. 34)
der Tomicus amitiuus Eichh. sei = cembrae Heer, wird aber von
Heuschel in den Entom. Nachr. 1882 p. 97 belehrt, dass das, was
er für cembrae gehalten, eben nur amitinus Eichh. gewesen sei. Der-
selbe unterscheidet dann die 3 achtzähnigen Tomicus- Arten durch
die Bildung der Näthe der Fühlerkeule und Skulptur der Flügel-
decken.
Curculionidae. J. Faust giebt ein Verzeichniss von 195 Rüs-
selkäfern aus dem Amurgebiet und macht Bemerkungen zu einzelnen
Arten; im Allgemeinen ist auch die Rüsselkäfer -Fauna vorwiegend
europäisch; daneben zeigt sie Berührungspunkte mit Japan. Mit
Nordamerika sind Sitones lineellus, tibialis ; Notaris aethiops ; Calandra
Oryzae gemeinsam. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 (a. a. 0.) p. 257 ff.
Derselbe beschreibt Russische Rüsselkäfer; Stett. Ent.
Zeit. 1882 p. 430 ff.
Pascoe lässt Part IX seiner Additions to Australian
Curculionidae erscheinen; Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 374 ff.
Derselbe liefert Descriptions of some new genera and
species of Curculionidae, mostly Asiatic; ebenda X p. 403 ff.
PI. XVIII.
Derselbe desgl. Descriptions of Curculionidae Part I;
eist. Entom. II p. 587 ff.
Gossonini. Cossonus rotunclicollis (Amur); Faust a. a. 0.
p. 282.
Pentarthrum iZc?mse"anwm (Greymouth, Neu-S.); Sharp, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 91.
Oxyr rhynchini. Oxyrrhynchus convexus (Solok, Sum.) p. 181,
hrevipennis (Borneo) p. 183, regitlaris (ibid. und Sum.) p. 184, Sancti
246 Bertkau: Bericht üb. d. wisseuschaftl. Leistungen
Andreae (Java), collaris (Amboina) i3. 185, Fahricii (Sumatra) p. 186;
Ritsema Gz., Notes Leyd. Museum IV, der ebenda ij. 186 f. sämmt-
liche 13 Arten dieser Gattung mit ihrem Vaterlande verzeichnet.
Calandrini. Calandrides, nouveaux genres et nouvelles
especes, observations, synonymies, doubles emplois de uoms de gen-
res et d'especes Ire partie; par M. A. Chevrolat; Ann. Sog. Ent.
Franco 1882 p. 555 ff. Cyrtotrachelus rufopectinipes ! (Andaman),
dbscuripes (Ceylon) p. 556; Otidognathus c^ecems^rmtMs (Sylhet) p. 557;
Protocerius marginatus (Java) p. 558 (grandis Guer. in beiden Ge-
schlechtern beschrieben), angustipennis (Indien, Sylhet); Omotcmnus
(n. g. p. 559) Bhinoceros (Nord-China), miniatocrinitus (Java) p. 560;
Rhynchophorus Indostanus (Assam), signaticolUs (Ceylon) p. 562,
rubrocinctus (Katau) p. 563; Dynamis (n. g.) p. 563; Paratasis
(u. g. p. 564, für Cal. rubiginosua Wiedein.); Coralipliorusl (n. g.
p. 564) longus (Indien) p. 565; Sphenocorynus irroratus (Manilla),
pygidialis (Malacca) p. 566; Pleur othor ax (n. g.) p. 566 (für Cer-
cidocerus eximius Guer.)', Oxypygus furcatus (Malacca) p. 567; He-
terotoxus miniocerus (Sylhet) p. 568; Tetrat oposl (n. g. für Sphe-
noph. sericans Wied. und) sternalis (Java) p. 569; Galyptris (n. g.)
p. 570 (für Sphenoph. Senegalensis 6^2/^2.); Dia,theteB seminitidiis (Nexi-
Hebriden), semitomentosiis (Neu-Caledonien) p. 571 ; Cercidocerus vi-
duus (Cochinchina), similis (Philippinen), siitura-alha (Java), sulcicolUs
(Assam) p. 573, hisulcatus (Silhet), haemo,topterus (Celebes) p, 574,
infernalis (Assam) p. 575); Eugithopus (n. g. p. 576, für Poterio-
phorus ochreatus Eydoux, vittatus Gyll. und) monüifasciatus (Syl-
het) p. 577; Sphenophorus Orizäbensis (0.), callizona (Mexico) p. 578,
pulcherrimus (Mexico) p. 579; Cactophagus auriculatus (Chiapas),
oblique-fasciatus (Puebla), miniato-punctatus (Mexico) p. 580, quadri-
pimctatus (Columb.), Lacordairei (ibid.) p. 581; Äethes (n. g.) spi-
nicollis (Mexico) p. 582.
Stierlin stellt eine Bestimmungs-Tabelle der in Eu-
ropa und dem Mittelmeerbecken vorkommenden Spheno-
phor US-Arten auf, unter denen S^h. Bagusae (Sizilien) p, 399,
Helveticus (Simplou) p. 400, uniseriatus (Sizilien) p. 401 neu sind;
Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI p. 398 ff.; s. auch II Natur. Sicil. II
p. 44 f.
Protocerius ötewiwZMS (Sumatra ; Nias) ; Do hm, Stett. Ent. Zeit.
1882 p. 458.
Rhyuchop(h)orus Idbatus (Solok); Ritsema Cz., Notes Leyd.
Mus. IV p. 179.
Litorrhynchus subfasciatiis, bifasciatiis p. CXI, ruhriceps p. CXII
(Sylhet); Chevrolat, Bull. Ent. Fr. 1882.
Baridiini. Lissotarsus (n. g.), Bälassoglo'i^.2>2S, signifer
p. 330 (Bik-Bauli), annularis (Krasnowodsk) p. 331, capminus (Astra-
chan) p. 332; Faust, Hör. Soc. Ent. Ross. XVL
im Gebiete der Arthropodeu iin Jahre 1882. 247
Melaleucus (n. g. für Baridius sellatus BJm. und) X-littera
(Abyssinien); Chevrolat, C. R. Ent. Belg. 1882 p. 91.
Baris Brisouti (Darbeut); Faust, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 433,
der ebenda die Hochhuthschen Baris-Arten deutet.
Peridinetini. Chevrolat führt in seinem Essai mono-
graphique du genre Peridinetus 21 Arten auf, darunter P.
sanguinolentus (?) p. 79, maculiventris (Amaz.), Schönherr i (Brasil.),
UneicoUis (Neu - Granada) p. 80, bicriwiatus, frontalis (Columbien)
p. 81, luctiiosus (Nicaragua), suturalis (Amaz. ; Parä) p. 82. JelsTcii
(Peru), cinctus (Venezuela), posticus (Columbien) p. 83; Ann, Soc.
Ent. Belg. XXVI p. 79 ff. — Jekel fügt dazu eine Note, in der
er als Vaterland von P. sanguinolentus Cayenne angibt, maculiven-
tris für eine Varietät von Jelskii, posticus für die gleichnamige Pa--
scoe'sche Art(d.Ber. f. 1880p. 214) erklärt; fürP.Schönherri, Ambates
perspicillum Kirsch, Maerkeli Germ., modestus Kirsch, griseolus Er.
gründet er die n. G. Drepanambates , zu der auch Dr. amabilis
von Rio de Janeiro gehört; ebenda p. 84 ff.
Geutorrhynchini. Diacritus (n. g.) pinguis (Madag.) ;
Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 455 PI. XVIII Fig. 9.
Hypurus n. g. (von Ceutorrhynchus durch die Fähigkeit zu
springen unterschieden und mit Rhinoncus verwandt), für (Ceutor-
rhynchus) Bertrandi und acalloides Fairm.; Rey, Rev. d'Entomolo-
gie I p. 186 ff.
Poophagus robustus (Taganrog) p. 322, araneipes (Orenburg)
p. 323; Faust, Her. Ent. Ross. XVI.
Ueber die Gallen u. s. w. von Ceutho rrhynchus sulci-
collis s. Wrazidlo in dem 22. u. 23. Bericht . . . Offenbacher
Vereins f. Naturk. S. 61 f.
Cryptorrhynchini. Pascoe stellt in Cist. Entom. II p. 598
eine analytische Tabelle der Gattungen von Lacordaire's (3) „groupe
Mecistostylides" auf, unter denen Id eist es (für J. elevatus von den
Neu-Hebriden p. 599) neu ist, und gründet auf Cleogonus rubricol-
lis Boisd. von Neu Guinea die n. G. Pantoxystus p. 600.
Aryptaeus (n. g.) suturalis (Sarawak) Fig. 6, pustulosus
(Cambodja) p. 452, trinarius (Sarawak), galeotes (ibid.) p. 453; Pa-
scoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) X PI. XVIII.
Genres nouveaux crees aux depens des Crypto rrhynchus
et des Coelosternus von Chevrolat sind:
Elytrocoptus p. 50, für (Cr.) lirinus Boh. und ornatipennis
(Brasil.) p. 50, ephippium (Dej.), cognatus (Cayenne) p. 51, tricolor
(Cayenne), consanguineus (ibid.) p. 52;
Gylindrothecus p. 53, für (Cr.) perforatus J5o/j., perinsignis
Boh. etc. und candidulus (Brasil.), pistrinarius p. 54;
Blaborrhinus p. 55, für (Cr.) bistrigirostris Boh. und lae-
sirostris (Bras.) p. 55;
248 Bert kau: Berioht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Ätrichis p. 55, für (Coelost.) delumbis Germ, und A. genicu-
latus (Bras.) p. 55, qiiadrisignatus (Columbien), albitarsus (Mexiko)
p. 56; Ann. Sog. Ent. France 1882.
Gasterocercus qidnqiiepunctatus, anatinuals] (Audanrian); Che-
vrolat, Le Naturaliste 1882 p. 94.
Troehonotus tenuirostris (Abyss.); Chevrolat, C. R. Ent.
Belg. 1882 p. 90.
Poropterus pytlwn (Port Bowen); Pascoe, Cist. Entom. II
p. 599.
Chalcodermus Kirschi (Polierschiefer von Bilin); Deichmül-
ler a. a. 0. p. 316 Fig. 9—11.
Coelosternus claviger, crucifer, infernalis p. 285, aurulentus,
grisescenSj polycelis, hasalis, nigrostriatus p. 286 (Guadeloupe); Che-
vrolat, Natural. 1880.
Desmidophorus caelatus (Colombo); Karsch a. a. 0. p. 388.
Mecocorynus intricatus (oder Fähraei var.?; Natal); Dohrn,
Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 468.
Zygopini. Tyriotes (n. g.) cuneipennis (Camaroons); Pa-
scoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) X p. 454 PI. XVIII Fig. 7.
Sphadasmus semicostatus (Abyss.); Fairmaire, Le Naturaliste
1882 p. 192.
Chirozetes insignis (Labuan); Pascoe, Cist. Entom. II p. 600.
ChoUni- Archarias glandulosus (Amaz.), liypocrita (Bras.);
Chevrolat, Bull. Ent. Fr. 1879 p. XV.
Cholus PJiiloctetes (Columb.) p. XXXI, repetitus, Lebasii (Neu
Granada), patruelis (Para), laevipes (Cayeune) p. XXXII, (?) longiro-
stris (Brasilien) p. XXXIII; Chevrolat, C. R. Ent. Belg. 1882.
Haplonychini. Hapl[os]onyx JF'row7ioZ^i(Chinchoxo); Karsch
a. a. 0. p. 399.
Alcidini. Aleides mitsteJa, divergc^is {^araw^k) p. 446, bisi-
gnatus (Bouru), indigaeeus (Mysol) p. 447, parilis (Saylee), distigma
(Ceram), amoeniis (Batchian), hellus (ibid.) p. 448, Kirschii (Labuan)
Fig. 2, daedaliis (Tondano) p, 449, monilifer (Ceylon), crassus (Au-
d&man) p. 450; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) X PI. XVIll.
Menemachini. Meneraachus Stigma (Angola); derselbe
ebenda p. 451 Fig. 4.
Gionini. Cionus ilferfcZ^ (Türkei); Stier lin, Mitth. Schweiz.
Ent. Ges. VI p. 253.
Tychiini. Tychius Gonvolviili (Krasnowodsk) p. 324, sulphu-
reus (Bik-Bauli) p. 325; Faust, Hör. Ent. Ross. XVL
Coryssomerini. Lamyrus odiosus (Amur); Faust a. a. 0.
p. 277.
Anthonomini. Anthonomus curtus (Rudobielka) ; Faust,
Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 432, (subg. nov. TopUthus!) Eosinae (BonT-
bonnais); des Gozis, Revue d'entomol. I p. 204.
im Gebiete der Arthroj)odeu im Jahre 1882. 249
Aurivillias beobachtete Or ehestes Populi L. in Helsing-
land als Schädling von P. balsamifera, deren Blätter der Käfer ver-
zehrte; Entom. Tidskr. 1882 p. 30.
Orchestes amplithorax (Raddefka; Ussuri; Amur) p. 279, simi-
lis, siihhifasciatus (Amur) p. 280, fasciculatus (Ussuri), daiiricus (Ü.)
p. 281; Faust a. a. 0.
Balaninini. Ergania (u. g.) gibha (Java); Pascoe, Ann.
a. Mag. N. H. (5) X p. 446.
Balaninus Geinitzi (Polierschiefer von Bilin); Deichmüller
a. a. 0. p. 314 Fig. 8, conjugalis (Amur), clavatus (Japan); Faust
a. a. 0. p. 278.
Magdalini. Hab el mann erörtert die Artcharaktere von
Madalinus asphaltinus Boh. und den nächstvervvandten carbona-
-rius L. (= atramentarius GylL, atratus GylL, aterrimus Hbst., Ce-
rasi ^ Payh.) und stygius Gyll. (= aterrimus Steph., asphaltinus f/
Steph., atramentarius Msh., Cerasi F., Pnz.) ; Berl. Ent. Zeitschr.
1882 p. 391 £f.
Magdalis Weisei (Deutschland, Dresden, in jungen Kiefern);
Schreiner, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 159.
Bhinomacerini. BJiinor{r)hynchus (n. g.) zealandicus
(Greymouth, Neu-Seel.); Sharp, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 89.
Auletes puherulus (Amur); Faust a. a. 0. p. 283, major (An-
daman Isis.); Pascoe, Cist. Entom, II p. 597.
Rhynchites hirticolUs (Albasin; Amur) p. 283, laevior (Rad-
defka; Ussuri; Baical) p. 284, pacatus (Wladiwostok), Anmrensis
(A.) p. 285, socius (Darjeeling) p. 286, proximus, depressus (Amur)
p. 287, argiitus {DarjeeMng) Y>. 288, Buhofskyi (Ussuri) p. 289; Faust
a. a. 0., longehirtus (Nordindieu) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1882 p. 07.
Rh. cribripenuis Desbr. d. L. den Oliven schädlich; Bull,
Ent, Ital. 1882 p. 41 f.
Ättelabini. Apoderus (Cycnotrachelus) coloratus (Wladiwo-
stok; Ussuri; Amur) p. 292, rubidus (ibid.) p. 295, (Apod. s, str.)
miniatus (Cameroous) p, 295; Faust a. a. 0., tenuissimiis (Philippi-
nen) p. 596, verrucosus (Laos) p, 597; Pascoe, Cist. Entom. IL
Attelabus giganteus (Amur); Faust a. a. 0. p. 291.
Apionini. Apion Sarothamni (Egerland; von S. scoparius);
Gradl, Entom. Nachr. 1882 p. 331, murinum (Sizilien); Everts, II
Natur. Sicil. I p. 252 ; (ebenda sind auf Tav. XI A. Ragusae Fig. 2
und viridicoeruleum Ev. Fig. 3 abgebildet),
Erirrhinini. Bagoopsis (n. g. Erirrhin. ver.) volgensis
(Samara; Astrachan) p. 319, pugnax (Taganrog) p. 321; Faust, Hör,
Soc. Ent. Ross, XVI,
Lixodes (n, g.) taeniatiis (Montevideo) p. 445 Fig. 8; Pascoe,
Ann. a. Mag. N. H, (5) X PI. XVIII.
250 Bertkau: Bericht üb. die wiasenschaftl. Leistungen
Smicronyx albo-pictus (Kirghisensteppe) ; Faust, Ilor. Soc. Ent.
Boss. XVI p. 316.
Sharpia inconspecta (Krasnowodsk); Faust, Hör. Ent. Boss.
XVI p. 313.
Erirrhiuus Merkli (Südungarn); Stierliu, Mitth. Schweiz.
Ent. Ges. VI p. 252.
Grypidius Mannerheimi (Amur); Faust, Hör. Eut. Boss. XVI
p. 312.
Nemestra vibrata (Swan B.); Pascoe, Addit. IX p. 382.
A{n)o^\ocnemis guttigera (Victoria?), sw^MraZis (Melbourne); Pa-
scoe Addit. IX.
Procas higuttatus (Wladiwostok; Amur); Faust a. a. 0.
p. 275.
Hylobiini. Orthorrhinus aspredo (Queensld.) p. 380, carba--
narius (N. S. Wales), lateralis (Lord - Howe - Isld.) p. 381, posticus
(Wide Bay) p. 382; Pasc oe, Addit. IX.
Hylobius Haroldi (Amur) p. 273, longulus (ibid.) p. 274; Faust
a. a. 0.
Lepyrus Christophi (Blagoweschtschensk; Baddefka; Amur);
Faust a. a. 0. p. 272, asperatus (Moldau); Schaufuss, Nuuquam
Otios. III p. 554.
Gleonini. Bangasternus nov. nom. pro Coelostetho Ca-
piom.; des Gozis, Bevue d'Entora. I j)- 203.
In seinen Contribuzioni alla biologia dei Lixidi theilt
Bargagli die Pflanzen mit, auf denen er die Larven und Imagines
von Lariuus- und Lixus -Arten gefunden hat; Bull. Soc, Entom.
Ital. 1882 p. 312 ff.
Larinus mocstus (Abyss.); Chevrolat, C. B. Ent. Bclg. 1882
p. 90.
Neocleonus dealbatus Fhs. i. seh. (Abyss.); Chevrolat, C.
B. Ent. Belg. 1882 p. 90.
Diabathrariini. Atelicus abriiptus (Tasman.) p. 379, cras-
sipes (W.-Au8tr.) p. 380; Pascoe, Addit. IX.
Hyperini. Phelypera Copaiferae (Brasil., in den Samen von
C. Langsdorffii); Lucas, Bull. Soc. Ent. France 1882 p. CLXX.
Hypera (Phytonomus) misella. (Wladiwostok); Faust a. a. 0.
p. 269.
Cepurus Capiomonti (Amur; bisher war die Gattung nur in
einer Art vom Senegal bekannt); Faust a. a. 0. p. 268.
Alophus Uturatiis (Ala-Tau) p. 309, qiiadrifasciatus (Dschur-
getale, Tian-schan) p. 310, vittatus (Ala-Tau) p. 311; Faust, Hör.
Ent. Boss. XVI.
Gonipterini. Oxyops n^'üeosi^arsa (Queensld.); Pascoea.a.O.
p. 379.
im Gebiete der Artliropoclen im Jahre 1882. 251
Tanyrrhynchini. Trixchyodos Hcydeni (Croatien); Stier-
1 i u , Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VI p. 254.
Molytini. Piinthus (an nov. gen.?) jugifcr (Nepaul); Schau-
fuss, Nunquara Otiosus III p. 555.
Molytes corouatus die Mohrrüben verwüstend; Fallou,
Bull. Ent. Fr. 1882 p. LXXIII.
Anisorrhynchus deletiis (Polierschiefer von ßilin); Deich-
müller a. a. 0. p. 313 Fig. 7.
Gylindrorrhini. Anagotus (u. g.) Helmsi (Greymouth);
Sharp, Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 90.
Amyeterini. Platyr(r)hync1ius (n. g.) bicarinatus (An-
daman.); Chevrolat, Le Naturaliste 1882 p. 94,
Bubaris (u. g. für (Mythites) pithecius und) indemnis (Ma-
ckenzie R.); Pascoe a. a. 0. p. 378.
Amorphorrhinus arcanus (Swan R.); Pascoe a. a. 0. p. 379.
Byrsopini. Gronops vestitus (Abyssinien) ; Schaufuss,
Nimquam Otios. III p. 554.
Brachycerini. Brachycerus phrynopterus (Zauguebar) ; F a i r-
maire, C. R. Ent. Belg. 1882 p. 53, macuUpes p. 89, Eaffrayi p. 90
(Abyssinien); Chevrolat ebenda.
Leptopini. Lipothyrea (n. g. prope Scotasmum) chloris
(Port Bovi'en); Pascoe a. a. 0. p. 875.
Leptops crassicornis (Mackenzie R.) p. 375, furfuracea (N. S.
Wales), acutispinis (Queensld.) p. 376, glauca (N. S. Wales), puellaris
(Queensld.) p. 377; Pascoe a. a. 0.
Deracanthus Solskyi (Kasaliusk); Faust, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVI p. 308.
Kraatz giebt eine üebersicht der europäischen Tro-
pi(do)phorus- Arten nach Dr. Stierlin's Arbeit (d. Ber. 1880 p. 217)
und erkennt in T. abbreviatus StierL den Tr. mercurialis F., der
aber den älteren Namen elevatus Hbst. zu führen hat, während T.
mercurialis Stierl. = obtusus Bonsd. (lepidotus Hbst.) ist; Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 53 fip.
Eremnini. Pephricus rattulus (Richmond R.); Pascoe a. a. 0.
p. 374.
Platytrachelus marmoratus (Bik-Bauli) p. 303, exquisitus (Kra-
snowodsk) p. 305; Faust, Hör. Ent. Ross. XVI.
Otiorrhynchini. Apirocalus (n. g. prope Elytrurum;
rostrum a capite separatum, robustum, apice modice declive; ant.
breviusculae, scapo incrassato; elytra ad latera haud angulata, apice
integra. Coxae ant. haud contig., femora incrassata, tibiae arcuatae;
abd. sgra. 2. basalibus ampliatis) cornutus (Fiji) p. 590;
Diethicus (n. g. prope EUimenistem ; rostrum capite paullo
angustius, haud compressum, supra utrinque elevatum, a capite se-
252 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
paratum, scrobes superiores, profuiulae, foveiformes; ant. elongatae,
scapo curvato, apice haud incrassato, elytrorum basim superante,
funiculo tenuiore, art. 2 primo vei tertio duplo longiore, ceteris
subcylindricis, clava parvula; proth. brevis, haud lobatus. scutellum
nullum ; elytr. arapla, exhumerata; pedes breviusculi, ung. basi cou-
uati; abd. segm. II 2 sequentibus longius) i2<)?iews (Delagoa B.) p. 594,
tenuicornis (Natal) p. 595;
Plotypus (n. g. Oosirain.; Caput et rostrura lata, hoc breve,
a fronte separatum, margine externo angulatum; scrobes laterales
arcuatae; Oculi prom.; ant. breviusc, scapo curvato apicem versus
dilatato, extus dente parvo instructo, funiculo tenuato, clava ovata
acuminata; proth. brevis, haud lobatus; scut. nullum, elytra ampla,
exhumerata; ped. breves, tarsis latis, ung. basi connatis; abd. segm.
3 iutermediis longitudine aequalibus) gravidus (Grahamstown) p. 596 ;
Pascoe, Cist. Entom. II.
Epilaris (n. g.) concinna (Labuan); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) X p. 444 PL XVIII Fig. 1.
Ptochidius tesselatus Mots. i. l. (Amur) p. 265, piriformis (Bla-
goweschtschensk) p. 266, intelUgens (Amur?) p. 267; Faust a.a.O.
Myllocerus fiimosus (Japan); Faust a. a. 0. p. 261, lateralis
p. 93, muUicostatiis p. 94 (Andaman); Chevrolat, Le Naturaliste
1882.
Bryochaeta palliata (Westafr.); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H.
(5) X p. 444.
Phyllobius sanctus (Ussuri); Faust, Deutsch. Eut. Zeitschr.
1882 p. 260, Eohoretamis (Roveredo; Mte. Baldo); Gr edler, Ferdi-
naudeum 26 p. 231, Mariae (Samara); Faust, Stett. Eut. Zeit. 1882
p. 430, profanus (Minussinsk); derselbe, Hör. Ent. Ross. XVI p. 302.
Retoniski fand Elytrodon bideutatum Stcv. im November
und beschreibt das bis dahin unbekannte Männchen ; Wien. Entom.
Zeit. 1882 p. 69.
Ptochus impr essicolli s {Mumssinsk; Krasnojarsk); Faust, Hör.
Ent. Ross. XVI p. 300.
Meira Groiivellei (Mentone); Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent.
Ges. VI p. 255, Sedilloti (Ardeche); Ch. Brisout de Barneville,
Bull. Soc. Ent. France 1882 p. CLXXIX.
Episoraus gracilicornis (Solok, Sumatra); Ritsema Gz., Notes
Leyd. Mus. IV p. 178, figuratus (Colombo); Karsch a. a. 0. p. 387.
Systates Abyssinicus (A.); Fairmaire, Le Naturaliste 1882
p. 192, nigrogranatus p. 52, granaticoUis p. 53 (Zanguebar) ; der-
selbe, C. R. Ent. Belg. 1882.
Troglorrhynchus myops (Kaukasus); Reitter, Wien. Entom.
Zeit. 1882 p. 31.
Otiorrhynchus Dobrutschae (Türkei) p. 250, parvulus (ibid.)
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 25B
p. 251; Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VI, Tatarchani,
siibcoriaceus (Kaukasus); Reitter, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 222,
Eaffrayi, phaeostictus, hrachydero'ides (Abyss.); Fairmaire, Le Na-
turaliste 1882 p. 192.
0. septentrionis Hhst. var. Echelii (Luganer See); G red 1er,
Ferdinandeum 26 p. 230.
des Gozis ersetzt den Namen Eurychirus Sticrl. durch
Ar{rli)am.michnus\ Revue d'Entora. I p. 203.
Eurychirus simplex (Altai) p. 150, Streblowi (Krasnojarsk) p. 152;
Stierlin, Hör. Soc. Entom. Ross. XVI.
Isomerinthus asper, graminetis, äeeipicns (Tondano) p. 591,
scaposiis (Dorey) p. 592; Pascoe, Cistul. Entom. II.
Elytrurus rusticus, suhvittatus (Fiji); Pascoe, Cist. Entom. II
p. 589.
Apocyrtus castaneus p. 592, yiigrans (!) p. 593 (Philippinen);
Paacoe, Cist. Entom. II.
Siteutes graniger p. 593, caeruleatus p. 594 (Yule Isl.); Pas-
coe, Cist. Entom. II.
Brachyderini. Tanycnemus! (n. g-. prope Geonemura, a
quo differt humeris prominulis; tibiae 4 anteriores apice extus et
intus, posticae extus solummodo dilatatae, post. corbulis cavernosis
glabrae) Ähinini (Bik-Bauli) p. 294 und var. Cftspcws (Baku ; Arme-
nien) p. 296; Faust, Hör. Soc. Ent. Ross. XVI.
Epicaerus similis (Costa Rica) p. LXI, hictuosus (Yucatan),
Carteri (Guatemala) p. LXH; Chevrolat, Bull. Ent. Fr. 1880,
Eupholus cyphoides (Aneiteum); Pascoe, Cist. Entom. II
p. 588.
Dermatodes chrysochlorus (Solok; Sumatra); Ritsema Cz., Notes
Leyd. Mus. IV p 177.
Polycleis Baffrayi (Abyss.); Fairmaire, Le Naturaliste 1882
p. 48, nöbüitatus p. 78, dcspectus p. 79 (Somali); Ancey, ebenda,
Krokisii (Gran Bassam, Guinea); Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1882
p. 365.
Astycus flavornttatus (Indien); Pascoe, Cist. Entom. II p. 588.
Enaptor(r)hinus (jrranwZaiJws (Nord-China); Pascoo, Cist. P]nt.
n p. 588.
Piazomias Immilis (Raddefka; Amur); Faust a. a. 0. p. 264,
Schönherri (Amur): derselbe, Hör. Soc. Ent. Ross. XVI p. 296.
Thylacites rugosus (Polierschiefer von Bilin); Deichmüller
a. a. 0. p. 311 Fig. 6, gracilipes (Krasnowodsk) p. 286, glaueus
(Persien), verrucicolUs (Astrabad) p. 288, MongoUciis (Baikal; Dau-
rien; Amur) p. 290; Faust, Hör. Soc. Ent. Ross, XVI.
Polydrosus ohemlm (Amur); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 261, Dohrni (Krasnowodsk; Taschkent); derselbe, Stett.
Ent. Zeit. 1882 p. 431.
254 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
In einer Etüde sur le genre Polydrosus (especes frau-
gaises) ersetzt des Gozis einige Namen durch andere, die er für
berechtigter ansieht, zieht P. tiavovirens Gyll. als Varietät zu im-
pressifrons Gyll und vereinigt F. Bohemanni Kiesw., der nach ihm
eine Mischart ist, theils mit planifrous Gyll., theils mit dichrous
Fdhrm. Revue d'Entomologie I p. 97 fif., 121 ff., 145 ff.
Sitones amurensis (A.); Faust a. a. 0. p. 263, ohscuratus (Ir-
kutsk); derselbe, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 430.
Die Entwickehing von S. lineatus s. bei Miss Ormerod in
den Proc. Ent. Sog. Lond. 1882 p. XIV ff.
Mesagroicus angustirostris (Amur); Faust a. a. 0. p. 263.
Sciaphilus alhüaterus (Minussinsk) p. 431, hispidus (ibid.) p. 432;
Faust, Stett. P:nt. Zeit. 1882.
Blosyrus falcatus (Amur); Faust a. a. 0. p. 262, ventricosus
(Ungarn); Ancey, Le Naturaliste 1882 p. 54, superciliosus (Anda-
man.); Chevrolat ebenda p. 93.
Oedemeridae. Tec[h]me9s^ distmis (Greymouth. Neu-S.); Sharp,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 87.
Oncomera femorata F. vb-v. purpureo - coertilea (Dahnatien);
Ganglbauer, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 137.
Nacerdes italica Chevr. in Preussen; Lentz, Entom. Nachr.
1882 p. 100.
MelOldae. Hapalus apicalis (Samarkand); Kraatz a. a. 0.
p. 335.
Zonitis biimpressa (Valladolid) p. IV, hipunctata (Damas.);
Chevrolat, Bull. Ent. de France 1882; (für letztere Art schlägt
Ragusa, da er schon im vorigen Jahre eine neue Art unter glei-
chem Namen beschrieben habe, Z. Chevrolatii vor; II Naturalista
Siciliano I p. 251); abyssinica {k.)\ Fairmaire, Le Naturaliste 1882
p. 68.
Lytta lugubris (Owens Valley); Ulke 1875; s. Bull. Brookl.
Ent. Soc. IV p. 42, Aratae p. 66, monacliica p. 68 (Mendoza); Berg,
Anal. Soc. Cientif. Argont. XV.
Berg stellt a. a. 0. p. 68 folgende Synonymie auf: Canth.
Lacordairei Berg = vittigera Burm. (nee Blanch., nee Lcc.) = ma-
culata Klug (nee Say) = divirgata Vill. et Pefi.
Epicauta Wheeleri (Arizona); Ulke 1875; s. Bull. Brookl, Ent.
Soc. IV p. 42.
Cantharis luteo-vittata (Samarkand); Kraatz a. a. 0. p. 334,
crassicorms (Calabrien) ; Costa a. a. 0. p. 35.
Meloe ciirticolUs (Margelan); Kraatz, Deutsch. Ent, Zeitschr.
1882 p. 117, sulcieollis, pygmaeus (Samarkand); derselbe ebenda
p. 334.
Stylopidae. Brandt hat seine Mittheilung über das Nerven-
system von Stylops melittae und Xenos vesparum nun auch in den
im Gelnete der Arthropoden im Jahre 1882. 255
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 456 mit Holzschnitten abdrucken
lassen; vgl. den Bericht über 1879 p. 526 (294).
Sagemehl meldet den Fang eines Paares einer Stylops sp.
auf Andrena parvula K. bei Dorpat; Sitzgsber. Naturf.-Ges. Dorpat
VI. 2 p. 399.
Rbipidophoridae. Myoditos Zeschii (Bnffalo); Le Conte, Bull.
Buff. Sog. IV p. 28.
Ueber Metoecus paradoxus und seine Farbenvarie-
täten s. Gradl, Entom. Nachr. 1882 p. 323 ff.
Mordellidae. Anaspis dböllata (Basses- Alpes); des Gozis,
Revue d'Entomol. I p. 201.
GtVn^Ti. qiiadrifasciata, nigro-signata (Bvdi.sil.); Chevrolat, Bull.
Ent. Fr. 1882 p. CHI.
Tomoxia viuriniceps (Neu Granada); Chevrolat, Bull. Ent.
Fr. 1882 p. CIL
Anthicidae. Anthicus serricomis (Sumatra) p. 59, cniciellus
(Ardjoeno) p. 60, subruhrocinctus (Kloempang, Sum.) p. 61, Javanus
(Batavia) p. 62, hizonellus (Ardjoeno), Bataviensis (B.) p. 63; Mar-
seul, Tijdschr. v. Entom. XXV und Notes Leyd. Mus. IV p. 118
bis 123.
Mecynotarsus bisetiger (Sumatra); Marseul, Tijdschr. v. En-
tom. XXV p .58, obliquemaciilatus Laf. i. coli. (Indien); derselbe
ebenda p. 59 Aum. und Notes Leyd. Mus. IV p. 117.
Tomoderus Ehlersi (Sierra de Cordoba) ; v. Heyden, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 47, fusieornis (Sumatra); Marseul, Tijdschr.
V. Entom. XXV p. 57 und Notes Leyd. Mus. IV p. 116.
Pedilidae. Xylophilus fasciolatus (Batavia) ; M a r s e u 1 , Tijdschr.
V. Entom. XXV p. 54 und Notes Leyden Museum IV p. 112.
Macratria lineella (Ardjoeno) p. 55, soricina (Aru), hicincta
(Luzon) p. 56; Marseul, Tijdschr. v. Entom. XXV und Notes Leyd.
Museum IV p. 113, 114, 115.
Lagriadae. Gasnonidea (n. g. Casnoniam simulans, oculis
grandibus integris, capite prothorace latiore, collo sat angusto, fe-
moribus claviformibus . . . distinctum) holomelaena (Palembang)
p. 264, atriceps (Moeara Laboe) p. 265; Fairmaire, Notes Leyden
Museum IV.
Nemostira imcipennis (Silago) p. 262, truncata (Solok) p. 263;
Fairmaire, Notes Leyden Museum IV.
Lagria cineracea (Moeara Laboe, Sum.) p. 258, hemicJilora
(Soepajang etc.), rufofusca (Boekit Kandang) p. 259, diffusa (Eawas)
p. 260, gihhnla (Solok), lern o'i des {\h\d.) p. 261, crenatostriata (ßoeroe-
langaea) p. 262; Fairmaire, Notes Leyden Museum IV.
Melandryadae. Die Puppe von Melandrya caraboides L.;
von Th. Beling; Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 257.
256 Bertkau: Bericht üb. die wisscnschaftl. Leistungen
Nilionidae. Hades rufoUmbatus (Solok); Fairmaire, Notes
Leyden Museum IV p. 257.
Cistelidae. Cisteloida (n. ff. Cistelae et Alleculae affine,
oculis supra valde approximatis prope contiguis distinctum) casta-
nescens (Lebong); Fairmaire, Notes Leyden Museum IV p. 256.
Prostenus müitaris p. 35, parüis, nitens (Amazons), ioceriis
(Parä) p. 36, luguhris (Brasil.) p. 37; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H.
(5) IX.
Cistela (Cteniopus)p2/^i«Zis, melanocera (Sumatra); Fairmaire,
Notes Leyden Museum IV p. 255.
Podonta tcnuis (Margelan); Kraatz, Deutsch. Ent, Zeitschr.
1882 p. 114.
Allecula crassipes (Rawas); Fairmaire, Notes Leyden Mu-
seum IV p. 254.
All. Rbenana in Tirol (Cislon) ; Ferdinandeum 20. Heft p. 229.
Tenebrionidae. Desbrochers des Loges. Inscetes Co-
leopteres du Nord de l'Afrique nouveaux ou peuconnus,
— Tenebrionidae. Bone, 1881. (Habe ich nicht gesehen).
Strongyliini. Alcyonotus (n. g. prope Comarimemam)
iriäesc.ens (Cape-Coast Castle); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX
p. 35.
Coelolophus Eitsemae (Koetoer, Sum.); Fairmaire, Notes
Leyden Museum IV p. 254.
Strongylium cariosieoUe, janthinipes p. 252, flavitarse p. 253
(Sumatra); Fairmaire, Notes Leyden Museum IV.
StrongyMnm latericostatum (Colombo); Kar seh a a. 0. p. 387,
Sudanicum (S.); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1882 p. 67.
Amarygmini. Eulytus (n. g. prope Eupezum) nodipennis
(Ost-Afr.); Waterhouse, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) IX p. 175.
Diotysus nvouleus p. 249, longicrus, incitarsis p. 250, ohlongu-
lu8 p. 251 (Sumatra); Fairmaire, Notes Leyden Museum IV.
Amarygmus irideus p. 247, mvUicolor, Hasseltii p. 248 (Su-
matra); Fairmaire, Notes Leyden Museum IV.
Megacanthini. Synopticus dapsoides (Sumatra); Fair-
maire, Notes Loyden Museum IV p. 246, quadricollis, Myrmido
(Abyss.); derselbe, Le Naturaliste 1882 p. 68.
Iloplonyx fiubopacufi (Abyss.); Fairmaire, Le Naturaliste
1882 p. 192.
Jlelopinini. Micrantereus tentyrio'ides (Temen); Pascoe,
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 29, nsfiimilis (üzagara); Ancey, Le
Naturaliste 1882 p. 54, fimbritihms (! Abyss.); Fairmaire ebenda
p. 68, luteopübensl (Zanguebar); derselbe, C. R. Ent Bolg 1882
p. 52.
Helopini. Cryptobates (n. g.; antennae mediocres, apioem
versus haud sensim incrassatae, nee compressae; oculi transversi;
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 257
proth. lateribus tenuiter marginatus, elytris contiguus, antice vix
emarginatus, dorso convexus; processus intercoxalis latus; metaster-
num sat breve ; tarsi art. ultimo integro; corpus oblougum, convexum,
apterum) ruhiginea (Solok); Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IV
p. 231 f.
Telethrus (n. g. cum Misolampo conveniens absentia scutelli;
Processus intercoxalis latus, apice truncatus, ut in Sphaeroto et Os-
dara) ebeninus (Parä); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 29.
Periphanes (n. g. Hegemonae et Elomosdae affine, a quibus
differt corpore fere parallelo, non gibboso, elytris margine epipleu-
rali basi verticali, postice horizontal! et sat angusto; . . .) orichal-
ceus (Palembang); Fairmaire, Notes Leyden Museum IV p. 246.
Stenomax lucidicollis, laevicolUs (Samarkand); Kra atz a.a.O.
p. 333.
Hedyphanes (?) niger (Samarkand); Kra atz a. a. 0. p. 332.
Helops Ehlersi (Sierra de Cordoba); Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 47, (Nalassus) alpigradus (Mte. Viso) p. CLXIX,
(H.) dngulicolUs (Varna) p. CLXX; Fairmaire, Bull. Ent. France
1882.
Thesilea rugifrons (Solok); Fairmaire, Notes Leyden Mu-
seum IV p. 238.
Blepegenes equestris (N. S. Wales); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) IX p. 28.
Cnodalonini. Calydonis (n. g. Caenariae affine) refulgens,
cuprea (Para) p. 31 ;
Espites (n. g. Chariothecae affine) &«sa?*5 (Neu Guinea) p. 32;
Diopethes (n. g. Sphaeroto affine) arachno'ides (Bahia);
Immedia (n. g. Cyrtosomati affine) occiüta (Bahia) p. 33;
Exapinaeus (n. g. prope Tetraphyllum) politus (Amazons)
p. 34; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX.
Camaria chlorizans (Para), clandestina, decipiens (ibid.) ; P a s c o e,
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 30, puleherrima (Parana) p. 75, austera
(Chaco; Tucuman) p. 76; Berg, Anal. Soc. Cientif. Argent. XV.
Camarimena mmpes (Ra was); Fairmaire, Notes Leyden Mu-
seum IV p. 244.
Tetraphyllus jodochalceus p. 242, orichalceus p. 243 (Sumatra) ;
Fairmaire, Notes Leyden Museum IV.
Gauromia viridi-janthina (Alahan-pandjang), alternata (Atjeh)
p. 241, Hasseltii (Palembang) p. 242; Fairmaire, Notes Leyden
Museum IV.
Eucyrtus (Platycrepis) latitarsis (Rawas), interstitiälis (Palem-
bang); Fairmaire, Notes Leyden Museum IV p. 239.
Cypale'ini. Artactes corniscws (Rawas) ; Fairmaire, Notes
Leyden Museum IV p. 237.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jaln-g, 2. Bd. R
258 Bertkau: Bericht üb, die wissenschaftl. Leistungen
Pycnocerini. Pycnocerus cyanescens (Zanguebar); Fair-
maire, C. R. Ent. Belg. 1882 p. 52.
Heterotarsini. Pseudolypr ops (u. g. Lypropi valde af-
fine, sed oculis majoribus, convexioribus, marginem anticum pro-
thoracis attingentibus . . . .) dilaticollis (Rawas); Fairmaire,
Notes Leyden Museum IV p. 236 f.
Lyprops picinus (Sumatra); Fairmaire, Notes Leyden Mu-
seum IV p. 236.
Tenehrionini. Ozaenimorphus (n. g. prope Tenebrionem;
differt antennarum articulis antepenultimis non transversis, oculis
minus distantibus, auriculis antennalibus magis elevatis, prothorace
elytris angustiore, elytrorum intervallis convexis, alternatim elatio-
ribus) costuUpennis (Nossi Be); Fairmaire, Le Naturaliste 1882
p. 127.
Homoeogenus (n. g. prope Taraxidem Waterh.) laticorne
(Sumatra); Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 174.
Necrohio'ides (n. g. ; ant. breviusculae, art. 6 ultimis latiori-
bus; oculi sat distantes; iabrum occultum; epistoma obsolete ac late
sinuatum; proth. postice angustatus, lateribus basi tantum margina-
tus; scutellum parvum, elytra prothorace latiora, postice ampliata,
apice obtusa, margine epipleurali basi fere verticali, postice angusto
sed planiusculo; prost, arcuatum, mesost. angulatim excavatum; fe-
mora clavata, 2 anteriora paullo crassiora ; tarsi subtus apice pilosi,
4 ant. art. 1 secundo paullo longiore, 2 post. art. 1 duobus sequen-
tibus conjunctis aequali) caeruleatus (Palembang); Fairmaire,
Notes Leyd. Mus. p. 234 f.
Derosphaerus alutaceus (Sumatra); Fairmaire, Notes Leyd.
Museum IV p. 235.
Encyalesthus viriditinctus (Palembang) ; Fairmaire, Notes
Leyd. Mus. IV p. 234.
Nyctobates aereipennis, semisulcata p. 228, podagra p. 229,
granifera, coracina p. 230 (Sumatra); Fairmaire, Notes Leyden
Mus. IV-
UlominL Toxicum sumatrense (Rawas; Koetoer), distinctum
(Koetoer); Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IV p. 227.
Uloma picicornis (Silago) p. 224, laesifrons (! Rawas), denticor-
nis (Silago etc.) p. 225, rufilahris (Sumatra), contracta (Loeboe Ge-
dang; Soeroelangoen) p. 226; Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IV,
(?) fastidiosa (Zanguebar); derselbe, C. R. Ent. Belg. 1882 p. 51.
Achthosus antimaclmides p. 223, furcicoUis p. 224 (Sumatra);
Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IV.
Diaperini. Hemicera compacta (Rawas); Fairmaire,
Notes Leyden Museum IV p. 244.
Ceropria impressifrons (Indrapoera; Koetoer, Sumatra); Fair-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 259
maire, Notes Leyd. Mus. IV p. 222, Ovulum ( Abyssinien) ; der-
selbe, Le Naturaliste 1882 p. 192.
Platydema Inticornis (Rawas); Fairmaire, Notes Leyd. Mns.
IV p. 222.
Bolitophagini. Bradymerus crenulicolUs (Rawas); Fair-
maire, Notes Leyden Museum IV p. 221.
Trachyscelidini. Anemia opacula (Abyss.); Fairmaire,
Le Naturaliste 1882 p. 191.
Oputrini. Apostethus (n. g. Opatro affine) terrenus (Queens-
land); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 28.
Haionomus crihricolUs (Abyss.), Schneiden (Kairo); Allard,
Bull. Ent. Fr. 1882 p. LXXXVI.
Opatrum (Gonocephalum) acutangulum (Sumatra) p. 220, mu-
stelinum (Indrapoera; Rawas) p. 221; Fairmaire, Notes Leyden
Mus. IV.
Scleron denticolle (Rawas); Fairemaire, Notes Leyd. Mus.
IV p. 219.
Pedinini. Platynoscelis (n. g. ex affinitate Platyscelidis;
habitus diversus, corpus minus latum, magis convexum, habitus ^
fere Helopidis, Q multo latior ; prosternum breve, postice recurva-
tum, apice denticulo prominente instructum) helopioides, lucidicoUis
(Margelan); p. 92;
Faustia (n. g. ex affinitate Platyscelidis, sed habitu propius
ad species breviusculas gen. Helopidis accedens, feminae multo latio-
res, Capnisis subsimiles) modesta p. 93; Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882.
Somocoelia (n. g. Platynoscelidi valde affine) pinguis (Sa-
markand); derselbe ebenda p. 332.
Platyscelis margelanica (M.); Kraatz a. a. 0. p. 84.
Coniontini. Crypticus murinus (Aegypten); Allard, Bull.
Ent. Fr. 1882 p. LXXXVIl.
Praocini. CalymmatophorusMspaWa^ewsis (Mendoza); Berg,
Anal. Soc. Cientif. Argent. XV p. 77.
Molurini. Physophryniis (n. g. prope Phrynocolum) Burdoi
(Zanguebar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1882 p. 50.
Vieta crinita (Nyassa), erosa (Abyss.); Allard, Bull. Ent. Fr.
1882 p. LXXXXII.
Sepidium brevicaudatum (Zanguebar); Fairmaire, C, R. Ent.
Belg. 1882 p. 51.
Psammodes m^ecosiaiws (Zanguebar); Fairmaire, C. R. Ent.
Belg. 1882 p. 50.
Pimeliini. Centrocnemis (n. g. Lasiostolae affine, sed
thorace multo magis conspicue constricto, elytris longioribus) molUs
(Samarkand); Kraatz a. a. 0. p. 330.
260 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Leucola(e)phus latifrons (Abyss.); Fairmaire, Le Naturaliste
1882 p. 48.
Pimelia pachyscelis, simulatrix p. 85, major, nitidula p. 86
(Margelan); Kraatz a. a. 0., spectabilis (Sainarkand); derselbe
ebenda p. 329, Sudanica (Sudan; Bogosld.); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1882 p. 66, cristata (Kurdistan) p. XXX, Doumeti (Tu-
nis), inexspectata (Indien) p. XXXI, indica ( J ) p. LVI, convexicolUs
(ibid.), Raffrayi (Massouh) p. LVII; Senac, ebenda Bull.
Stalagmoptera Heydeni p. 326, incostata, tuberculosa p. 327
und var. ? intermedia, var. ? modesta, dubia, striata p. 328, mollis
p. 329 (Samarkand) ; Kraatz a. a. 0.
Thriptera Ballionis (Chodshent ?); Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 87.
Lasiostola affinis Ball. i. 1., simillima, carinata p. 89, laticolUs
(Margelan), granulata (Ala Tau) p. 90; Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitsch. 1882, piligera (Samarkand); derselbe ebenda p. 331.
Trigonoscelis laeviuscula p. 87, planiuscula p. 88, submimcata
p. 95 (Margelan); Kraatz a. a. 0.
Blaptini. Allard bringt seinen Essai de Classification
des Blapsides de l'ancien monde zu Ende; Ann. Soc. Ent.
France 1882 p. 77 ff.; vgl. den vorigen Bericht p. 266. Die Be-
handlung ist dieselbe wie früher. Nachdem die Untergattungen
Blapimorpha, Blaps s. str., Dineria, Agroblaps, Leptocolena absolvirt
und in einem Post-scriptum 2 Arten nachgetragen sind, wird eine
systematische üebersicht sämmtlicher aufgeführten Arten gegeben.
Als neu sind beschrieben Blaps brumiea (Himalaya) p. 89 Fig. 93;
Dineria puella (Kurdistau) p. 102 Fig. 91; Agroblaps Amurensis
(Mandschurei) p. 109 Fig. 97, moerens (Indien) p. 119 Fig. 118, bi-
punctata (Jekaterinost) p. 127 Fig. 122, ^fcmma (Turkestan) p. 135;
Leptocolena Emoda (Himalaya) p. 128, foveicolUs (Malta) p. 132;
Blapisa carahoides (Turkestan) p. 135.
Prosodes parallelocollis (Margelan); Kraatz a. a. 0. p. 95,
parumpimctatus ]i.S2l, nndulata, obliquesulcata p. 322, diloides p. 323,
Heydeni p. 324, pygmaea p. 325, minima p. 326 (Samarkand); der-
selbe ebenda.
Blaps longicornis (Margelan; Samarkand); Kraatz a. a. 0.
p. 95 und 326.
Scaurini. Scaurus macncoZZ?« (! Mesopot.; Aegypt.); Allard,
Bull. Ent. Fr. 1882 p. LXXXVII.
AMsini. Cyphogenia Kraatzii var. brevicostata (Chodshent)
p. 83, brevicostata var. (!) unicostata (Margelan) p. 84; Kraatz,
Deutsch. Ent. Zeit. 1882.
Stenosini. Dichillus brunneus (Samarkand); Kraatz, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 321.
Epitragini. Epitragus costipennis (Mendoza) p. 69, Bacchu-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 261
lus (Cördoba) p. 70. porcelhis (ibid., Tucuman) p. 71, laevicolUs (Meu-
düza; Cordoba), striolatus (Buenos Ayres) p. 72, mucidus (Tucuman)
p. 73, arcicolUs (ibid.) p. 74; Berg, Anal. Sog. Cientif, Argent. XV.
Tentyriini. Rhytinota acuticolUs, gracilUma (Zanguebar);
Fairmaire, C. R. Ent. Balg. 1882 p. 49.
Microdera margelanica p. 81, Heydeni p. 82 (Margelan); Kr a atz,
a. a. 0.
Alcinoe spectabüis (Turcoman.); Kr a atz, Deutsch. Ent. Zeit-
schr. 1882 p. 82 Anm.
Anatolica Bdlassogloi (Kara-Kum); Dohrn, Stett. Eut. Zeit.
1882 p. 245.
Capnisa depressiuscula (Margelan); Kraatz a. a. 0. p. 81.
Adesmiini. Adesmia laevicolUs (Margelan) ; K ra atz , Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 107.
Erodiini. Leptonychus laevistermis (Tripoli); Fairmaire,
Bull. Soc. Ent. France 1882 p. CLXXVIII.
Zophosini. Zophosis lata (Margelan), persica fN. Persien);
Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 94.
Gio'idae. Cis Beuten (Aschaffenburg) p. 249, gladiator (Sach-
sen) p. 250; Flach, Deutsch. Ent. Zeitsch. 1882; derselbe sammelte
C. reflexicollis Ab. im Spessart.
Bostrychidae. Sinoxylon muricatum auch in der Schweiz
(Misox) als Rebenschädling aufgetreten ; Mitth. Schweiz, ent. Ges. VI
p. 381.
De la Perraudiere fand die Larven der P so a Blanchardi
Luc. in den Zweigen der Hagebutte (?jujubier): Bull. Ent. Fr. 1882
p. LXI.
Ftinidae. Mesanohium (n. g. ; caput parvum, valde in-
flexum, oculis minoribus, sed convexis; ant. 11-art., quasi simplices,
art. inter se parum dissimilibus, nee serratae, art. ultimis non elon-
gatis. Proth. parvulus, supra aequalis, lateribus haud margiuatis,
prost, brevissimo, coxis fere contiguis; mesost. simplex; pedes in-
term. sat distantes; metast. haud. Impressum) debile (Greymouth,
Neu-Seel.j; Sharp, Trans. Ent. Soc. Loud. 1882 p. 86.
des Gozis ersetzt den Namen Xyletinus ornatus Fald.y
da es schon eine Germar'sche Art dieses Namens gab, durch X. re-
novatus; Revue d'Entomol. I p. 201.
Claudius Ächillis (Pionsat); des Gozis, Revue d'Entomol. I
p. 201.
Ernobius anabaptista (= angusticollis Muls. u. Mey nee. Bats,);
des Gozis, Revue d'Entomologie I p. 799.
Lymexylonidae. Atractocerus luteolus (Sumatra); Fairmaire,
Notes Leyden Museum IV p. 217.
Gleridae. Iqhqvwq marginipennis (Birmah); Gestro, Ann. Mus.
Civ. Genova XVIII p. 316.
262 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Trichodes Turlcestanicus (Margelan); Kraatz, Deutsch, Ent.
Zeitschr. 1882 p. 113 und 320, Caucasicus (C); derselbe ebenda
p. 320.
Callimerus ornatus (Koetoer); Gorham , Notes Leyden Museum
IV p. 110.
Malacodermata. On lightning bugs. By J. L. Leconte;
Proc. Amer. Assoc. Advanc. of Science, 29th raeeting, p. 650 ff.; vgl.
den vor. Ber. p. 269.
Gorham beschreibt New species of Lycidae, Lampy-
ridae and Telephoridae from Sumatra; Notes Leyd. Museum
IV p. 93 ff.
Melyrini. Chaetomalachius (n. g. Malach.? Apalochroi
quemadmodum affine, at ant. tenues, apice leviter incrassatae, 11
artic.) clasyto'ides p. 97;
Eulohonyx (n. g. Dasyt.) Turlcestanicus (Margelan) p. 98
Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1882.
Melyris limbifera (Somali), marginicollis (ibid.) p. 62, versico
lor (ibid.) p. 78; Ancey, Le Naturaliste 1882, incompleta (Zangue
bar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1882 p. 49, ruficrus (Tripolis)
derselbe. Bull. Ent. France 1882 p. CLXXXIX.
Cerallus Kiesenwetteri (Margelan); Kraatz, Deutsch. Ent
Zeitschr. 1882 p. 98.
Dasytes ruficollis (Nevada); Ulke 1875; s. Bull. Brookl. Ent
Soc. IV p- 41, Helmsi (Greymouth, Neu-S.); Sharp, Trans. Ent. Soc
Lond. 1882 p. 86.
Haplocnemus variolatus (Calabrien); Costa a. a. 0. p. 35
Fig. 5.
In einem Supplem. ä la monographie des Malachides
. . . im Naturalista Siciliano I p. 110 ff. beschreibt A beule de
Perrin Malachius flammeus (Syrien) p. 110, opacipennis (Libanon)
p. 111, limbicolUs (Sabogueiro, Span.) p. 112, Heydeni (Caramanien)
p. 113, falcifer (Kaukasus) p. 114, (Chiouotopus) 6-plagiatus {Jericho)
p. 115.
üeber die vorstülpbaren Säckchen von Malachius s. Kle-
mensiewicz in den Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 470 ff.
Taf. XXII Fig. 9, 10.
Ebaeus mediterraneus (Krim; Sicil.; Balearen); Ab ei IIa de
Perrin, II Natural. Siciliano I p. 148.
Anthocomus gratissimus (Syrien) p. 137, semipolitus (ibid.)
p. 138; Abeille de Perrin, II Naturalista Siciliano I.
Attalus marginicollis (Samarkand); Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 320, dasytoides (Algier) p. 180, omoplüoides p. 181,
cupreO'inicans p. 182, (?) paradoxus ^. 183 (alle aus Algier); Abeille
de Perrin, Revue d'Entoraologie I, Tenietensis (Algier) p. 139, per-
foratus (Bone), cöloratus (Balearen) p. 140, Convolvuli (Teuiet-el-Ilaad,
im Gebiete der Artbropudeu m Jahre 1882. 263
in den Blütheu von C. althaeoides) p. 145, Bagusae (Sicilien) p. 146;
derselbe, II Naturalista Siciliano I.
Axinotarsus alticola (Ehden, Syrien); A beule de Perrin,
II Naturalista Siciliano I p. 138.
Hypebaeus iewm'coZZis (Mar Saba, Syrien); Abeille de Perrin,
II Naturalista Siciliano I p. 149.
Pelochrus pallidus (Granada); Abeille de Perrin, II Natu-
ralista Siciliano I p. 146.
Telephorini. Reitter bespricht den Malthodes bra-
chypterus Kiesw., dessen ^ noch unbekannt ist, dessen flügel-
loses ^ aber eine Trennung von Malthodes nöthig macht; es wird
dafür die neue Gattung Äpodistrus errichtet und in ihren Unter-
schieden von Malthodes und Podistra erörtert. Wien. Entom. Zeit.
1882 p. 28 ff. mit Holzschn.
Malthinus (Ichthyurus ?) paradoxus (Olivenza, Ober-Amaz.);
Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 460.
F olemins {Waterh. nee. Le Conte) depressus {Raiwas); Gorham,
Notes from the Leyden Museum IV p. 107.
Silis haniatus (Sidjoendjoeng; Rawas) p. 108, simplex (Moeara
Laboe; Rawas) p. 109; Gorham, Notes Leyden Museum IV.
Telephorus viridanus (Silago; Palembang etc.) p. 105, vari-
corms (Rawas), angusticollis (Sidjoendjoeng; Alahan Pandjang) p. 106,
sordidus (Soepajang; Bedar Alam) p. 107; Gorham, Notes Leyden
Museum IV, tubsequa ! (Armenien); des Gozis, Revue d'Entomol.
I p. 198.
Lampyrini. Ueber Wiclowiejski's Studien s. oben p. 224.
Luciola cerea p. 103, picea p. 104 (Sumatra); Gorham, Notes
Leyden Museum IV.
Diaphanes fuscipennis (Peak of Indrapoera); Gorham, Notes
Leyden Museum IV p. 103.
Vesta sumatrensis (Simauoeng; Solok; sehr ähnlich der Ame-
rikanischen Lucidota bella); Gorham, Notes Leyden Museum IV
p. 102.
Lampyris brutia (Calabrien); Costa a. a. 0. p. 34 Fig. 4.
Lycini. In der 3^ Partie seiner Diagnoses de Lycides
nouveaux ou peu connus behandelt Bourgeois die Gattungen
Calopterou, Emplectus, Plateros; Ann Soc. Ent. France 1882 p. 141 ff.
Derselbe veröffentlicht in L' Abeille 1882 t. XX eine Mo-
nogr. des Lycides de l'ancien moude; p. 1 — 120. Als n. G.
stellt derselbe auf:
Adoceta (Lycid. veri; von dem nächsl^erwandten Lygistopte-
rus hauptsächlich durch den Mangel einer rüsselartigen Verlängerung
unterschieden; ferner sind die Antennen entfernt von einander, der
Vorderrand des Pronotum springt wenig über den Kopf vor); die
Art ist A. Caroli p. 97 und stammt von Bou-Saada, Algier.
264 Bertkau: Bericht üb. die wiasenchaftl. Leistungen
Ditoneces rufo-brunneus (Koetoer), tricolor p. 99, flavicolor
p. 100 (Rawas); Gorham, Notes Leyd. Museum IV.
Eraplectus atricollis (Columbien), Erichsoni (ibid., Fusagasuga) ;
Bourgeois a. a. 0. p. 142.
Xylobanus reticulatus (Rawas ; Palembang) p. 96, (?) dimidiatus
(Lebong), tinctus (Rawas) p. 97; Gorham, Notes Leyd. Museum IV.
Cautires ociilaris (Gabon); Bourgeois, Bull. Ent. Fr. 1882
p. CI.
Lyropaeus WaterJiotisei (Lebong) p. 100, Bitsemae (ibid.) p. 101 ;
Gorham, Notes Leyden Museum IV.
Metriorrhynchus pelUtus (Solok) p. 93, cinnabarinus (Solong),
pitr^mrascens (Rawas) p. 94, amoemis (Lebong), hitetis (Rawas) p. 95,
infuscatus (ibid.) p. 96; Gorham, Notes Leyden Museum IV.
Plateros citrinicollis (Neu-Granada) p. 143, antennalis, chryso-
melas (ibid.) p. 144; Bourgeois a. a. 0.
Conderis miniatus (Soeroelangoen); Gorham, Notes Leyden
Museum IV p. 98.
Dascyllidae. Cyphon Cartusiensis ! (St.-Pierre-de-Chartreuse) ;
des Gozis, Revue d'Entom. I p. 197, variegatus (Greymouth, Neu-
S.); Sharp, Trans. Ent. Sog. Lond. 1882 p. 87.
Gebrionidae. Cebrio apicalis (Salamanca); Chevrolat, Bull.
Ent. France 1882 p. IV.
Elateridad. Ischius biplagiattis (Chiguinda); Jauson, Cist.
Entom. III p. 36 PI. I Fig. 6.
Adrastus limbatus F. var, porrectifrons (Grande-Chartreuse;
Savoyen); des Gozis, Revue d'Entomol. I p. 197.
Silesis Cordubensis (Sierra de C); v. Heyden, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 45.
A griotes TawncMS (Krim); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 155.
Cardiophorus picHcolUs (Samarkand); Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 320.
Letzner gruppirt die Formen des Drasterius bimacu-
latus Uossi und He tero der es crucif er Bossi; 59 Jahresb. Schles.
Ges. vaterl. Kultur p. 350.
Elater coenobita (Calabrien); Costa a. a. 0. p. 34 Fig. 3.
Elaterites dicrepidioides (Po)ierschiefer bei Bilin); De ich -
müller a. a. 0. p. 308 Fig. 5.
Eudactylus prodigus Fig. 3 p. 35, castus Fig. 5 p. 36 (Chi-
guinda); Janson, Cistul. Entom. HI PI. I. — Nach demselben (p. 37)
ist die Heimath des E. discoidalis Cand. nicht das äquatoriale Ame-
rika, sondern Natal und die Art macht daher eine interessante Aus-
nahme in der geographischen Verbreitung der Gattung.
Nach Rey ist Isidus Morcli ein Nachtthier, das sich in den
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 265
Dünen und an der saudigen Küste von Corsica und Südfrankreich
aufhält. Ann. Soc. Linu. Lyon XXVIII p. 127.
Pautolamprus auratus (Liberia); Candeze, Notes Leyd. Mus.
IV p. 158.
Carapsosternus atavus (Polierschiefer von Bilin); Deichmül-
1er a. a. 0. p. 306 Fig. 4.
Semiotus formosus Fig. 1, carus Fig. 2 (Chiguinda); Janson,
eist. Entom. III p. 34.
Chalcolepidius BuckUyi (Chiguinda); Janson, Cist. Entom. III
p. 33 PL I Fig. 4.
ßertkau macht eine Mittheilung über den Stinkapparat
von Lacon murinus L.\ dieses Archiv 48. Jahrg. 1 Bd. p. 371 ff.
Taf. XVIII Fig. 26—28 Derselbe besteht in einer grossen Anzahl
einzelliger Drüsen mit langen Ausführungsgängen, die an je einem
in dem vorderen Seitenwinkel der letzten Rückenschiene ausstülp-
baren Säckchen ausmünden; durch ein Muskelbündel lässt sich das
hervorgestülpte Säckchen wieder einziehen. Die Drüsen selbst ver-
breiten einen unangenehmen Aasgeruch, sind übrigens nur im Mai
und der ersten Hälfte des Juni lebenskräftig und werden später re-
sorbiert. — Ferner erwähnt Bertkau noch, dass dieser Käfer sich nur
selten emporschnelle und dass er, festgehalten, ein leises Zirpen hö-
ren lasse, das durch die Bewegung der Vorderbrust gegen die Mit-
telbrust hervorgebracht wird.
Adelocera tristis, incompta (Samarkand); Kraatz, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 319.
Eucnemidae. Hylotastes terminatus (Sarawak) ; P a s c o e , Ann.
a. Mag. N. H. (5) IX p. 26.
Baprestidae. Descriptions of new ßuprestidae. By Ch.
0. Waterhouse; Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 50ff.
Ancylotela (n. g. prope Ptosimam) oculata (Chili); Water-
house, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 173.
Aphanisticus elongatus Villa var. canaliculatus (Europa);
Schau fu SS, Nunq. Otios. III p. 554,
Coccinellopsis sobrina, laeviventris (Madag.); Waterhouse,
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 325.
Pycnobothris dejecta, quadrimaculata (Madag.); Waterhouse,
Ann. a. Mag. N. H (5) IX p. 324.
Sphenoptera margelanica p. 112, oUvacea p. 113 (M.), purpu-
riventris p. 314, dubia, propinqiia p. 315, lucidicollis p. 316, viridi-
coerulea, aeneomicans p. 317, viridiaurea, subtricostata p. 318 (Sa-
markand); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882, Caroli (Algier);
Marseul, Nouv. et Faits div. de l'Abeille 1882 p. 168.
Acmaeodera obscurata (M'honda); A n c e y, Le Naturaliste 1882
p. 62.
266 Bertkau: Bericht üb. die wisseuschaftl. Leistungen
Ptosima Bowringü (China), apicata (Indien?); Waterhouse,
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 172.
Conognatha interrupta (Bogota); Waterhouse, Ann. a. Mag.
N. II. (5) IX p. 52.
Curis corusca (Australien); Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H.
(5) IX p. 51.
Anthaxia ephippiata Redt. = brevis Lap.; Ganglbauer,
Wien. Entom. Zeit. 1882 p. 68; von A. lucens kommt bei Beyrut
eine besondere var. phoenicea vor. — A. urens (Antilibanon), igni-
pennis (Marseille) p. CXLVI, wradtYa(Jafta; Ramleh), ^o^afa (Syrien)
p. CXLVII; Abeille de Perrin, Bull. Ent. Fr. 1882.
Nascio carissima (Nord- Australien); Waterhouse, Ann. a.
Mag. N. H. (5) IX p. 50.
Ganglbauer deutet Lampra bella Gory auf L. balcanica
Kirsclib.; neu ist L. Türki (Astrabad, Persien); Wien. Ent. Zeit. 1882
p. 135.
Dicerca oUusa (Margelan); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 112.
Perotis longicoUis Kraatz = cuprea Hampe?; Ganglbauer,
Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 68.
Psiloptera thoracica (Mamboio); Waterhouse, Ann. a. Mag.
N. H. (5) IX p. 51, simplicicollis (Zanguebar); Fairmaire, CR.
Ent. Belg. 1882 p. 48.
Chrysochroa Vetkii (Solok, Sumatra); Ritsem a Gz., Notes
Leyd. Museum IV p. 175.
Scarabaeidae. Van Lansberge giebt eine Enumeration
. . . du pays des Somalis; C. R. Ent. Belg. 1882 p. XXI ff.
Cop rin i. Scarabaeus nitidicolUs (Somali) ; van Lansberge
a. a. 0. p. XXI.
Gymnopleurus Somaliensis (S,); van Lansberge a. a. 0.
p. XXII.
Anachalcus obscurus (Somali); van Lausberge a. a. 0.
p. XXII.
Coptorrhina bicolor (Usagara); Ancey, II Naturalista Siciliano
II p. 71.
Catharsius minutus (Somali); van Lansberge a.a. 0. p. XXII.
Caccobius medioniger (Abyssinien); Ancey, II Naturalista Si-
ciliano II p. 72.
Onthophagus negus[s] (Abyss.); Raffray, Bull. Ent. Fr. 1882
p. LXXI, P^p^^0^ (Madagaskar); Ancey, II Natur, Siciliano II p. 72,
Mevoili p. XXII, Äesopus, hiarcuatus p. XXllI (Somali); van Lans-
berge a. a. 0., laminifrons (Zanguebar); Fairmaire ebenda p. 46.
Nach Rey sind die Kiele auf der Stirn und dem Epistom bei
der Gattung Oniticellus Charaktere, die nach der Nahrung der
Larve Schwankungen unterworfen sind und daher aufgegeben werden
im Gebiete dor ArLhrupoden im Jahre 1882. 267
müsseu. lu Gymnopleurus obtusus Muls. vermuthet derselbe eine
Variet. vuu cautharus oder vielmehr Sturmi; Ann. Soc. Linn. Lyon
XXVIII p. 133 f.
Äphodiini. Aphodius (Heptaulacus) syrticola (Tripoli);
Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France 1882 p. CLXXVII.
Hy hosorini. Hybosorus nitidus (Somali) ; van Lansberge
a. a. 0. p. XXIII.
Gcotrupini. Bolboceras tertiarium (fossil im Polierschiefer
von Bilin); Deich müller a. a. 0. p. 804 Fig. 2.
Lethrus geminatus p. 311, superhus, puncticollis p. 312 (Sa-
markand); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882.
Glapliyrini. Glaphyrus caucasicus (C); Kraatz, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 312.
Mclolonthini. Serie ospilus (n. g. Heteronych. ; corpus
elongatum, haud pubescens, subter nitidura; oculi convexi; ant. 8-
art., art. 3 quasi . in medio art. 4ti faciei internae inserto, hoc elou-
gato, sed art. 5 multo breviore, art. 5-8 valde elongatis, longius
densiusque setulosis, clavara elougatam tenuem formantibus; ligulae
pars anterior angusta; palpi maxillares elougati; metast. elongatum;
uuguiculi simplices) advena (Greyraouth, Neu-Seel.) ; Sharp, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 84.
Cryphaeobius (n. g. ; Antennae clava triart.; caput clypeo
magno, lateribus parum, antice distincte reclinato, truncato, medio
laevi, thorax basi apiceque truncatus, lateribus fortiter augulatis;
) brunneus (Samarkand); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882.
Ch. 0. Waterhouse beschreibt neue Arten von Madagas-
kar; Trans. Ent. Soc. Lond. 1882 p. 493 ff.
Eutrichesis (n. g. Rhizotr.) punctatus (Fianarantsoa)
p. 500, pilosicolUs, placidus (Antananarivo) p. 501; Waterhouse
a a. 0.
Hoplia misella (Spanien); Schaufuss, Nunquam Otios. III
p. 553.
Serica bombycina (Colombo); Kar seh a. a. 0. p. 387.
Trochalus margaritaceus (Somali); van Lansberge a. a.
0. p. XXIII, aeneopiceus (Zanguebar); Fairemaire ebenda p. 47.
Apogonia planifrons (Borneo), insulana (Isle de Prince), ccdva
(Celebes), eomosa (Ceylon) p. 122, squamipennis (Persien ?) nasalis
(Dar Seunaar), arta (Neu Guinea), lurida, aequabilis, anfracta, cava
(Ceylon), munda (Slam) p. 123; Kar seh, Berl. Ent. Zeitschr. 1882,
Bitsemae (Soerabaya; Mt. Ardjoeno) : Sharp, Notes Leyden Museum
IV p. 159, squamidosa (Celebes), flavipes (Borneo) p, 314, viridipen-
nis, opaca p. 315, sericea p. 816 (ibid., letztere auch Sumatra);
Gestro, Ann. Mus. Civ. Genova XVIIL
Die Fühlerkeule der ^ von Enaria ist 4-gliedcrig; die der
268 Bertkau: Bericht üb. die wissen scbaftl. Leistungen
5 dreigliederig ; neue Arten sind latifrons (Madag.), marginata
(Fianarantsoa) p. 494, depressiiiscula (ibid. und Antananarivo) p. 495;
Waterbouse a. a. 0. p. 493 ff.
Pegylis maculi'pennis (Somali); van Lansberge a. a. 0.
p. XXIV.
Rhizotrogus capito (Tunis) ; F a i r m a i r e , Bull. Soc. Ent. France
1882 p. CLXXVIII.
In seiner Revision der europäisch-syrischen Arten
der Gattung Haplidia hebt Kraatz den Dimorphismus der bei-
den Geschlechter und die enge geographische Verbreitung der Arten
dieser Gattung hervor, die in zweifelhaften Fällen einen Fingerzeig
für die Entscheidung der Frage nach der Artverschiedenheit geben
kann. Zu den 7 bekannten Arten (H. transversa, hirticollis, villi-
gera, fissa, attenuata, pruinosa, cypria) werden folgende als neu be-
schrieben: H. etrusca (E., Kirchenstaat) p. 34, graeca (Gr.) p. 35,
tiircica (T.), vagepunctata v. Heyd. i. 1. (ibid.) p. 56, tarsensis (T.)
p. 37, chaifensis (Gh.), Baiidii (Cypern) p. 38, villosicollis (Syrien)
p. 39, puhiventris (Natolien), aegyptiaca (A.), nitidula (Syrien) p. 40;
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1882 p. 33 ff.
Kraatz unterscheidet folgende Polyphylla-Arten der pa-
läarkti sehen Region: P. fullo Z., Boryi Briille, Olivieri Gast.,
irrorata Gehl, alba Fall, pulverea Ball, und Bagusae n. sp. p. 239
von Sicilien; auf Taf. IV Fig. 25 — 29 sind die Penes von fullo, alba,
Ragusae, Olivieri und Boryi in Profilansicht abgebildet. Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 235 ff.
Metzler schreibt über die europäischen Melolontha-
Arten, wobei er namentlich das Verhalten der Pygidiumspitze bei
beiden Geschlechtern eingehender behandelt ; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882 p. 229 ff.
Ebenda p. 243 ff. erläutert Kraatz die Metz 1er 'sehen Zeich-
nungen der Genitalien der Arten M. Hippocastani, vulgaris, Rhenana,
albida, papposa, hybrida und praeambala auf Taf. IV, erklärt afflicta
Ball, für praeambula var. ?, Aceris Falderm. für Hippocastani, soror
Mars, für Aceris Er. $ und beschreibt M. tibialis (Persien) p. 245.
E D cya caZya (Fianarantsoa) p. 495, pyriformis^ gutticoUis'^. 4,SdQ,
invidnerata (Antananarivo) p. 497, variegata (ibid.) p. 498, cribrata
(Madag.) p. 499; Waterhouse a. a. 0.
Lepidiotus suspicax (Nias ins. pr. Sumatra); Dohrn, Stett.
Ent. Zeit. 1882 p. 463, pygidialis (Antananarivo; Fianarantsoa);
Waterhouse a. a. 0. p. 502.
Clitopa opcuia (Kaffrarien) ; Schau fuss, Nunq. Ot. III p. 553.
Prochelyna riibella (Neu Holland); Schaufuss, Nunquam
Otiosus III p. 552.
In einer Revision der Elaphocera- A rten. Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 15 ff., bemerkt Kraatz, dass die Länge der Füh-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 2G9
lerkeule sowie die Gestalt and Länge des Fortsatzes des dritten
Fühlergliedes variabel ist; dagegen „spielt bei den Bestimmungen
der Fundort eine nicht zu unterschätzende Rolle", da die geogra-
phische Verbreitung der Arten keine weite ist. Als neu werden
El. Heydeni (Südl. Spanien) p. 21, hirticolUs (Andalusien), angusta
(ibid.) p. 23, graeca (Attica, Aetolien) p. 27, Raymondi (Salonichi)
p. 28, syriaca (Syrien), Erberi (Tinos) p. 29, (confusa = suturalis
Schauf. ^), luciäicollis (Rhodus) p. 30 beschrieben.
Mutelini. Rhinoplia f/iscors (Colombo); Karsch a. a. 0, p. 387.
Ganglbauer stellt in der Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 174 ff.,
241 ff. eine analytische Bestimmungstabelle der europ.
Anomala-Arten auf und giebt auf Taf. II eine Abbildung der
forceps. Als neu sind beschrieben A. afßnis (Smyrna) p. 245, sicula
p. 175.
A. similis (Somali); van Lansberge a. a. 0. p. XXIV.
Trigonotoma Comotti (Birmah); Gestro, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova XVIII p. 308.
kdiOY ein^ 'plithisiciis (Fergana, Centralasien) ; Doh rn, Stett. Ent.
Zeit. 1882 p. 108, granulifrons {^n^d^Tx); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1882 p. 68, seriegranatus (Zanguebar); derselbe, C. R. Ent.
Belg. 1882 p. 47.
Dynastini, Kraatz berücksichtigt in seiner Revision der
Arten der Dynastiden-Gattung Pentodon üfojppe namentlich
auch die Penisbildung zur Unterscheidung der Arten ; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 57 ff. Als neu sind F. Balearicus (B.) p. 60, py-
gidialis (Algier) p. 61, Syriacus (S.) p. 62 (Arten mit einem Stirn-
höckerchen) aufgestellt.
lieber das massenhafte und schädigende Auftreten und die
Larve des F. punctatus Vill. s. Ficcioli in dem Bull. Soc. En-
tom. Ital. 1882 p. 142 ff. ; über eine merkwürdige Form desselben
Käfers (testudinarius Magitsä) s. Ragusa in II Natural. Sicil. I p. 279
Tav. XI Fig. 5.
üeber Oryctes grypus III. var. (Ragusae) s. II Naturalista
Siciliano I p. 280 und II p. 16.
Dichodontus hexagonus (Moeara Teweh, Inner-Borneo) p. 167,
grandis {So\ok; Soerian, Sumatra) p. 169; Ritsema Gz., Notes Leyd.
Mus. IV.
Cetoniini. Gerstäcker giebt eine üebersicht der von
R. Buchholz in West -Afrika gesammelten Melitophilen
nebst Bemerkungen über einige andere Afrikanische Formen dieser
Gruppe; Mitth. naturw. Ver. Neu- Vorpommern und Rügen XIV p. 1 ff.
Aus Westafrika werden 28 Arten aufgeführt; aus anderen Theilen
Afrikas noch 7. — Die Gattung Taurhina Burm. ist berechtigt und
mit ihr Neptunides Thoms. synonym; N. abundans Tlioms. ist =
Taurhina polychroa Q {Tlioms.). Als neue Gattungen werden auf-
270 Bortkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
gestellt: Anectoma (Clypeus iransversus, m argine antico truncato,
reflexo; prothorax transverse ovatus, ante scntellum parum sinuatus ;
elytra proth. latiora, margine laterali perspicue sinuato; proc. me-
sost. parvus, planus; pedes breviusculi, dense squamulosi, depiles,
femoribus tibiisque compressis, harum marg. ext. angulatus et ante
apicem excisus, posteriorum dente apicali bifido ; tarsi ant. tibiis bre-
viores; corpus opacum, tomentosum, pectore abdomineque mcdio
tantum nitidis) für A. squamipes (Camaroons) p. 22, und
Diphrontis (Clypeus sinuatus, utrinque rotundatus; proth.
octogonus, ante scutellum haud eniarginatus ; scopulae perparvae;
elytra retrorsum sat attenuata; proc. mesost. angustatus, acumina-
tus, tibiae anticae tridentatae, dente apicali elongato, aeuto, poste-
riores tenue.s ; mcdiae leviter unidentatae, posticae serrulalae, iner-
mes) für D. cruenta (Camaroons) p. 27.
Pseudochalcothea n. g. (a Chalcothea lateribus pronoti
distincte marginatis, tibiis posticis in ^ appendiculatis diversum)
für (Chalc.) Hasseltii Bits. typ. und auripes Westw., virens Bits. (=
Bockii Lansh.)\ Ritsema Cz., Notes Leyd. Museum IV p. 173.
Somalibia (n. g. prope Phoxomelam) guttifera (Somali); van
Lansberge a. a. 0. p. XXVI.
Mausoleopsis (n. g., für Leucocelis amabilis etc. und) aJbo-
marginatus p. XXIX, funehris, oculata p. XXX, Revoili p. XXXI
(Somali); van Lansberge a. a. 0.
Goliathopsis (n. g. Cremastochil. prope Pilinurgum, sed
Caput in (/* utrinque ante oculos cornu armatum) cervus (Siam) p. GIO.
PI. XI Fig. 4, 5;
Paratrichius (u. g. prope Trichium) longicornis (Japan)
p. 611; Janson, Cistul. Entomol. XI PI. XI Fig. 1.
In der Gattung Clinteria Burm. findet Kraatz heterogene
Elemente, namentlich die Afrikanischen Arten, die die Typen zweier
neuer Gattungen enthalten:
Pscudo clinteria p. 50 (Clypeus subinteger aut subsinuatus.
Pronotum margine postico latiore, lobo maxirao, scutellum omnino
obtegente ; mesost. processu angusto, debili ; tibiae anticae bidenta-
tae; habitus gen. Clinteriae) für (Cl.) infuscata Gor. & Perch., por-
mutans Burm. und wahrscheinlich auch cincticollis Burm., cariosa
Janson ;
Amazula p. 51 (Clypeus profunde emarginatus, marginibus
haud elevatis; thorax fere ut in g. Pseudoclinteria et Clinteria ; me-
sosternum processu valido, usque ad fomora antica producto; pedes
tibiia anticis fortiter tridentatis, crassi, tarsis brevissimis) für (Cl.)
suavis Burm., mit der Cl. tricolorata Westw. synonym ist. Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 49 f.
In dem Verwandtschaftskreis der afrikanischen Leucoce-
liden und ihnen zunächst verwandten Gattungen der
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 271
Cetoniden stellt derselbe ebenda p. 65 ff. folgende neue Gattun-
gen auf:
Stalagmopygus p. 66, für Stalagmosoma albella Fall;
Psacadoptera p. 67, für (Pachnoda) leucomelaena G'or?/ und
simulatrix (Zanzibar) p. 68;
Polystalactica p. 69, für (Cetonia) punctulata F., (Tephr.)
stellata Har.;
Pseudotephraea p. 70, für (Tephr.) ancilla ^«r., (Cet.) fur-
furosa Burm.-^
Pseudoprotaetia p. 70, für (Cet.) stolata Oliv, und stictica
(Natal) p. 71 ;
Leptothyrea p. 72, für (Oxythyrea) Perrondi Schaum und
sticticollis p. 73;
Stichotliyrea p. 73, für St. picticollis (Ostafrika p. 74;
Äcrothyrea p. 76, für (Leucocelis) rufoiemorata (Gor.)Burm.;
MicrotTiyrea p. 76, für (Oxyth.) eustalacta Biirm., amabilis
Schaum, Selika Baffr., flavomaculata Baffr., thoracica Schaum.
Für Tephraea sind pulvern lenta {Gor.) Burm., für Aplasta
dichroa Schaum., Oxythyrea funesta Poda (stictica L.) und cin-
ctella Schaum, Leucocelis haemorrhoidalis, aspersa F. und
Verwandte als typische Arten angenommen.
Gerstaecker zeigt a. a. 0. p. 7 f., dass Dohrn unter Aste-
norrhina Turneri Westw. zwei Arten verwechselt hat und beschreibt
p. 9 das von Dohrn für A. Turneri Westw. $ genommene Exem-
plar, das thatsächlich ein Männchen ist, unter dem Namen A. Dohrni;
eine weitere neue Art ist A. Buchholzi (Camaroons) p. 10.
Tmesorrhina (Eccoptocnemis) superba (Quango); Gerstäcker
a, a. 0. p. 12.
Haematonotus lugens (Nyassa); Jansen, Cistul. Entom, p. 603.
Pyrrhopoda heryllina (Madag.); Jan so n, Cistul. Entom. p. 605.
Gymnetis suiüa, ravida (Venezuela); Janson, Cist. Entom. II
p. 581.
Clinteria infuscata var. episcopalis (Abyssinien) ; Ancey, II
Naturalista Siciliano II p. 72
Cl. decora (Indien); Janson, Cist. Entom. p. 603.
Chalcotheä neglecta (Sumatra); Ritsema Cz,, Notes Leyd.
Museum IV p. 171.
Macronota nigricolUs (Assara); Janson, Cistul. Entom. p. 604.
Steuotarsia (Linotarsia) plagiata (Madag. ) ; Wa t e r h o u s e, Ann.
a. Mag. N. H. (5) IX p. 323.
Anochilia pwwc^atm^wirt (Madag.) ; Waterhouse, Ann. a. Mag.
N. H. (5) IX p. 323.
Coptomia oUvacca (Madag.); Waterhouse, Ann. a. Mag. N.
H. (5) IX p. 322; ebenda sind 6 Farbenva rietäten von C. modesta
Waterh. beschrieben.
272 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Gnathocera (elata E. aucli von Bagamojo) trivialis (Malimbe);
Gerstäcker a. a. 0. p. 25.
lieber die systematische Stellung der Cetoniden-
Gattungen Dymusia Burm. und Gnathocera Kirby äussert
Kraatz seine Meinung dahin, dass beide mit einander manche
Aehnlichkeit zeigten, namentlich die ^ eine Reihe weisser Flecken
auf dem Bauch haben, und zu den Heterorrhiniden zu stellen sind;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 205 f.
Euchroea flavoguttata (Madag.); Waterhouse, Ann. a. Mag.
N. H. (5) IX p. 321.
Platedelosis pinguis (Neu -Guinea); Janson, Cistul. Entom.
XI p. 605 PI. XI Fig. 2.
Celidota parvula (Madagaskar); Janson, Cistul. Entom. XI
p. ß06.
Discopeltis capueina (Victoria, Westafr.); Gerstäcker a. a. 0.
p. 20.
Elaphinis quadripunctata (Somali); van Lansberge a. a. 0.
p. XXIV.
Euphoria acerba, morosa (Ecuador) p. 582, precaria (Neu -Gra-
nada) p. 583, punicea (Ecuador), avita p. 584, limatula p. 585 (Gua-
temala); Janson, Cistul. Entomol. II.
Gametis bipunctata, angustata (Somali); van Lansberge
a. a. 0. p. XXV.
Glycyphana pexata (Philippinen) p. 606, subcincta (Andaman)
p. 607, forticula (Japan), rutüans (Nord-Indien), illusa (Borneo) p. 608;
Janson, Cistul. Entom. XI.
Stalagmosoma luctuosa (Somali); van Lansberge a. a. 0.
p. XXV.
Ueber die Verwandten der Leacocelis haemorrhoi-
dalis F. s. Kraatz in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 79 f.
L. ruficauda p. XXVI , (dboguttata , lacrymans , mfocincta
p. XXVII, viridissima, einctipennis, cocridescens p. XXVIII (Somali);
van Lansberge a. a. 0.
Protaetia 7iox (Philippinen); Janson. Cistul. Entom. XI p. 009
PI. XI Fig. 3.
Cetonia transfuga und var. subalbuguttata (vielleicht nur var.
von floricola) (Amasia); Schaufuss, Bull. Soc. Eut. France 1882
p. CLXXXI.
Problerrhinus Buchholzi (Camaroons); Gerstäckor a, a. 0.
p. 32.
Coenochilus platycerns (Indien?); Gerstäcker a. a. 0. p. 35.
Genuchus dimidiatus (Camaroons); Gerstäckor a. a. 0. p. 33.
Pseudinca dichroa (Camaroons); Gerstäcker a. a. 0. p. 30.
Valgiis oedipus (Camaroons); Gerstäcker a. a. 0. p. 36,
LüCanidae. Ch. Fuchs giebt eine Synopsis of the Luca-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 273
nidae of the United States; Bull. Brookl. Entora. Soc, V p. 1 ff.
mit Taf. und Holzschnitten.
Gnaphaloryx tricuspis (Sumatra); Ritsema Gz., Notes Leyd.
Mus. IV p. 163.
Dorous (Eurytrachelus) primigenius (fossil im Diatomeensch.
von Bilin); Deichmüller a. a. 0. p. 303 Fig. 1.
Aegus Leemveni (Sumatra); Ritsema Gz., Notes Leyd. Mus.
IV p. 164.
Geratognathus dispar (Greymouth, Neu-S.); Sharp, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1882 p. 82.
Parnidae. Flach bespricht die Variabilität der Larey-
nia-Arten und erklärt L. Kirschii Müll, für eine extreme Form
von L. Latreillei Bed.; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 252.
Byrrhidae. Pedilophorus Stierlmi (Basses Alpes); des Gozis,
Revue d'Entomol. I p. 193.
Nosodendron zealandicum (Greymouth); Sharp, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 81.
Dermestidae. H. F. Jayne giebt eine Revision of the
Dermestidae of the United States; Proc. Amer. Philos. So-
ciet. Philad. XX p. 343 ff. mit 4 Taff. Er gründet die neuen Gattungen
Äcolpus (von Trogoderma durch den Mangel der Fühler-
gruben unterschieden) für A. primus (Texas) p. 361 PI. II Fig. 45;
Äxinocerus (Cryptorrhopalum nahe stehend, unterschieden
durch einen langen, eingezogenen Clypeus und durch die Fühler,
deren letztes ungeheuer grosses Glied eine beilförmige Keule bildet)
für A. americanus (Texas) p. 368 PI. IV Fig. 62—64.
Attagenus sordidus Heer = megatoma {F.) Er.; Letzner,
59. Jahresb. Schles. Ges. vaterl. Kultur p. 349.
A. Uornii (Nordamerika), perplexus (Nevada) p. 356, varicolor
(Pacific States) p. 357; Jayne a. a. 0.
Trogoderma simplex (Westl. Staaten) p. 362 PI. 2 Fig. 51,
52, Sternale (Calif.; Arizona; Texas; etc.) p. 363 Fig. 50; Jayne
a. a. 0.
Tr. tarsale ilfeZs/i. eino neue Museums-Pest; Psyche III p. 351.
Mycetophagidae. Propalticus Jansoni (Neu Guinea); Sharp,
eist. Entom. III p. 31 f. PI. II Fig. 1.
Lathridiadae. Belon unterscheidet die Conin omus -Arten in
analytischer Tabelle und beschreibt C. setulosus (Petropolis, Bras.);
C. R. Ent. Belg. 1882 p. 101.
Gryptophagidae. Atomaria grandicoUis (Chamounix) ; Bri-
sout, Bull. Ent. Fr. 1882 p. XXVIIL
Caenoscelis suhdeplanata (Arcachon); Brisout, Bull. Ent. Fr.
1882 p. XXIX.
Cryptophagus lapidarius Beitt. = raontanua Bris.\ gracilis
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. S
274 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Beut. = lapidarius Fairm.] mascarensis Meitt. = cellaris Slcop. var.?;
Brisout, Bull. Ent. Fr. 1882 p. XXVII.
C. Perrisi (in den Nestern von L. processionea), lamellicornis
(Hantes Pyren.); derselbe ebenda p. XXVIII.
Cucujidae. Grouvelle beschreibt Cucnjides nouveaux
du Musee civique de Genes; Ann. Mus. Civ. Genova XVIII p. 275 fF.
PI. VII.
Silvanus Orientalis (Celeb. ; Sumatra) Fig. 23, Fairmairei (Zan-
zibar) Fig. 24 p. 292, inaequdlis (Neu-Caled.) Fig. 25 p. 293, Alher-
tisi (Neu-Guinea) Fig. 26, vituliis (Celebes) Fig. 27 p. 294; Grou-
velle a. a. 0.
Psammoecus spinosiis (Zanzibar) Fig. 17, piceus (Ternate) Fig.
18 p. 289, Beitteri (Celebes) Fig. 19, dentatus (Neu-Guinea) Fig. 20
p. 290, angulatus (Sumatra) Fig. 21, hiangulatus (Neu-Guinea) Fig.
22 p. 291; Grouvelle a. a. .0.
Laemophloeus insignis (Australien) p. 279 Fig. 5, lepidus (ibid. ;
Borneo) p. 280 Fig. 6, ovalis (Borneo) Fig. 7, Gestroi Fig. 8 p. 281,
neglectus Fig. 9 p. 282, humeraUs Fig. 10 p. 283, siiUestaceus Fig. 11,
suhgranulatus p. 284 (Neu-Guinea), dorsalis p. 285 Fig. 12 (Am-
ins.), Fauveli (Neu-Caled) Fig. 13, Beccarii (Aru Ins.) Fig. 14 p. 286,
parvulus (Australien) p. 287 Fig. 15; Grouvelle a. a. 0.
Cathartus rugosus (Neu-Guinea); Grouvelle a. a. 0. p. 295
Fig. 28.
Ino marginata (Sumatra) p. 278 Fig. 3, macularis (Neu-Caled.)
p. 279 Fig. 4; Grouvelle a. a. 0.
Ancistria Beccarii (Neu-Guinea; Aru-I.); Grouvelle a. a. 0.
p. 277 Fig. 2.
Hectarthrum Doriae (Neu-Guinea); Grouvelle a. a. 0. p. 275
Fig. 1.
Catogenus rufus- Larve nach Aufzehrung einer Puppe
von Elaphidium parallelum sich selbst verpuppend; Psyche III p. 341.
Golydiadao. Als Coleopteres aveugles de la famille des
Colydidae beschreibt Schaufuss in den Ann. Soc. Ent. France
1882 Styluliis (n. g.) nasutus (St. Thomas) p. 4G;
Cryptozoon (n. g.) civile^ nitidicolle (Porto Rico) p. 47;
Aglenus major (Andalusien), brunneus var. rugipennis (Grie-
chenland) p. 48.
Chorasus (n. g.; corpus subangustum, haud convexum, nu-
dum; ant. breviusculae, 10-art., art. I condito, clava abrupte biar-
ticulata. Caput exsertum, oculi minuti, canalicula suboculari maxi-
ma; proth. subtus ad angulos ant. maxime impressus; prost, ma-
gnum; coxae minutae, globosae, sat distantes; metast. parum elonga-
tum, coxae interm. sat distantes, posticac paullo magis distantes.
Abd. segm. 5 subaequalibus compositum, suturis profundis. Pedes
sat graciles, mutici, tarsi 4-art., haud elongati, art. basali 2 paullo
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 275
longiore, 2 et 3 brevioribus, 4 ceteris paullo longiore) suhcaecus
(Greymouth, Neu-S.); Sharp, Trans. Ent. See. Lond. 1882 p. 80.
Munaria (a. g. prope Mecedauopem; corpus valde elongatum,
convexum; ant. 11-art., snb frontis margine ante oculos insertae,
apicem versus sensim incrassatae, art. ultimo rotundato; fronte late-
ribus elevata. Oculi antice emarginati. Proth. elongatus, carinatus.
Scatellum minutum. Elytr. punct. - striata, interstitiis alternis cari-
natis, apice bidentato. Coxae ant. contiguae, acetabulis occlusis, po-
sticae approxiniatae. Tibiae apice extus dentato productae. Tarsi
breves, articulo primo secundo parum longiore. Abd. segm. I ven-
trale reliquis haud longius) Ritsemae (Solok, Sumatra); Reitter;
Notes Leyden Museum IV p. 55.
Pdramellon (n. g. Cossyphodi affine) sociale (Bombay, im
Nest von Formica compressa F.); Waterhouse, Proc. Ent. Soc.
Lond. 1882 p. I und IV mit Holzschn.
Diplagia (n. g. Corticin.; statura corporis et sculptura cum
Orthocero sat congruens, structura antennarum cum Cortico; oculis
magnis transveris squamose hirsutis di8tinctissimum)^dZem'ca(Griech);
Reitter, Verh. naturf. Ver. Brunn XX p. 117.
Niphopelta (n. g. Ditomin. ; tibiarum spinae apicales vix
conspicuae) imperiaUs (Lyrik, Casp. Gebiet) p. 129;
Lastrema n. g. (tibiarum Spinae apicales conspicuae) für Py-
cnomerus verrucicollis Reitter p. 129;
Cerylon magnicolle (Kaukasus) p. 137, conicicoUe (Lenkoran)
p. 138; Reitter, Verh. naturf. Vereins Brunn XX.
Synchitodes rufa (Aegypten) ; Reitter, Verh. naturf. Vereins
Brunn XX p. 131.
Gempylodes superans (Siam); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5)
IX p. 26.
Aeosmetus Reitteri (Greymouth, Neu-S.); Sharp, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 80.
Aprostoma integriceps (Gabon); Fairmaire, Bull. Soc. Ent.
France 1882 p. XII, Auherti (ibid.); derselbe ebenda p. XXX.
Colobicus ampliatus (Ahysa.); Fairmaire, Le Naturaliste 1882
p. G8.
Tarphiomimus Wollast07ii (Greymouth); Sharp, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 79.
Ditoma scparanda (Böhmen; Siebenbürgen; Niederösterreich);
Reitter, Verh. naturf. Ver. Brunn XX p. 126.
Corticus brevipennis (Kaukasus); Reitter, Verh. naturf. Ver-
eins Brunn XX p. 119.
TrogOSitidae. Ostoma (subg. Ostoma.) giganteimi (Amur); Reit-
ter, Verh. naturf. Vereins Brunn XX p. 148.
Grynoma regularis (Greymouth, Neu-S.); Sharp, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 78.
276 Bert kau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen
Nitidalidae. Cybocephalus nigritulus oder seine Larve
lebt von Chionaspis pinifoliae Fitch; Amer. Natur. 1882 p. 514.
Meligethes Buyssoni (Auvergne); ßrisout, Bull. Ent. Fr.
1882 p. XXIX.
Carpophilus hemipterus L. häufig in gebackenen Pflau-
men; Letzner, 59. Jahresb. Schles. Ges. f. vaterl. Cultur p. 354 f.
C. bipustulatus Heer nicht = quadrisignatus J&V., wie Schau-
fuss gewollt hatte; Reitter, Wien. Ent. Zeit. 1882 p. 189.
Synteliadae. Lewis gründet diese neue Familie für Syntelia
nnd Sphaerites und bemerkt, dass die Arten der ersteren Gattung,
ähnlich und in Gesellschaft von mehreren Histeriden, im Winter
unter Baumrinde sich finden und im Sommer den ausfliessenden
Saft von Eichen lecken. Von Syntelia wird die neue Art S. histero'i-
des (Japan) beschrieben; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 137 f.
Histeridae. Hister Ritsemae (Liberia); Marseul, Notes Leyd.
Museum IV p. 125, pacJiysomus (Uzagara); Ancey, Le Naturaliste
1882 p. 55, Mtessa (! Uzagara); derselbe, II Naturaliste Siciliano
II p. 71.
Trichopterygidae. Matthews beschreibt Three new spe-
cies ofTrichopterygia . .. Sandwich Islands, nemlich Actidium
Sharpianum (Honolulu) p. 39 Fig. 2; Ptiliodes {n. g.) Blackhurni
(ibid.) p. 41 Fig. 3; Ptinella paciflca (ibid.) p. 42 Fig. 4.
Ptinella Fauveli (Neu-Seeland); Matthews, Revue d'Entomol.
I p. 184.
Silphidae. Triarthron Cedonulli (Calif.); Schaufuss, Ann.
Soc. Ent. France 1882.
Colon rußpes (Sierra de Cordoba) ; Czwalina, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 45.
Choleva lugubris (Greymouth, Neu-S.); Sharp, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1882 p. 78.
E. Abeille de Perrin, sur les Bathyscia des Alpes-
raaritimes, in der Revue d'Entomologie I p. 17 ff. charakterisirt
5 Arten, darunter B. Grouvellei p. 17 und brevicollis p. 19 neu.
Necrophorus interruptus var. hrunnipes, tnmacidatus\ Gradl,
Entom. Nachr. 1882 p. 381.
Scydmaenidae. Reitter erhielt die von Raffray in Abyssi-
nien gesammelten (25) Arten und beschreibt dieselben: J Scydmae-
nidi d'Abissinia, Jl Natural. Siciliano I p. 241 ff., 269 ff. Vorausge-
schickt ist eine Gattuugstabelle, den artenreichen Gattungen auch
eine Arttabelle. Ich werde diesen Artikel zitiren Reitter a. a. 0.
Neuraphanax n. g. (Euconno simile) für Eumicrus dnx
Schauf. ;
Pseudocephennium (n. g. a Cephennio coxis posticis con-
tiguis et structura ventris diversum, qui ex 2 segm. tantum compo-
situs videtur, re vera autera ex 6, quorum I brevissimum, II nor-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 277
male, III brevissimum sub 2 occultum, 3 ultima conuata sunt) inte-
gricolle (Venezuela) p. 385; vielleicht gehört Ceph. spiuicolle Schauf.
ebenfalls in diese Gattung; derselbe, Verb. Zool.-Bot. Ges. Wien
XXXII.
Neuraphomorphus (n. g. Euconno et Neurapbi interme-
dium) adiisttis (Abyss.); Reitter a. a. 0. p. 242.
Euconnus fimbriatiilus (Sao Paolo, Brasil.) p. 151, (Napochus)
conicus (ibid.) p. 152, mirosericeus p. 193 Taf. IX Fig. 2, suhdivisiis
Fig. 3, atricapülus p. 194, intriisulus p. 195 (Goldküste); Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882, Gredleri (Bozen); derselbe, Ferdi-
naudeum 26. Heft p. 221, q^iiinquepunctatiis, guinqiieimpressus p. 244,
imaguncida, imitamentus p. 245, stuporis, impressicollis p. 246, sam-
haraeiis, aethiops p. 247, ptdlatus, imparatiis p. 269; derselbe, II
Naturalista Siciliauo I, (Napochus) lonpipüis (Batavia), (Euconn.)
Bataviamis (B.) p. 299, dolosus (ibid.), glohiceps, tetratoma (Tumbang-
Hiang) p. 300, falsatus, crassiceps (Batav.), dicJirous (Tumbang-IIiang)
p. 301, Simulator, fdllax (Batavia) p. 302; derselbe, Verh. Zool.-
Bot. Ges. Wien XXXII.
Neuraphes Emonae (Laibach) p. 166, parilis, profanus (Süd-
Spanien) p. 171; Reitter, Naturgesch. Ins. Deutschi. III. Bd. 2. Abth.
Scydmaenus (Stenichnus) perpusillus (Abyss.); Reitter a. a. 0.
p. 243.
Chevrolatia hreviceps (Abyssiuien) ; Reitter a. a. 0. p. 242.
Eumicrus epopsimus (Batavia); Schaufuss, Tijdschr. v. En-
tom. XXV p. 74 und Notes Leyd. Museum IV p. 155, gemellus, astu-
tiis, hogosensis! p. 271, Achilleus, Schaufussi p. 272, tetramdoides,
(Eustemmus) parviceps, eudesoides p. 273, larvalis p. 274 (Abyssin.);
Reitter, II Naturalista Siciliauo I, (Eustemmus) lanuginosus (Tum-
baug-Hiang, Borueo); derselbe, Vcrh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXII.
Clavigeridae. Reitter unterscheidet in dieser Familie die
Gattungen nach folgender Schablone: a. (mit Augen) Fühler 2glie-
drig: Articeros; dreigliedrig: Fustiger; viergliedrig: Clavige-
rodcs; fünfgliederig : Clavigeropsis; b. (ohne Augen) Fühler
sechsgliedrig: Claviger; dreigliedrig: A dran es und fügt biblio-
graphisch-synonymische Notizen hinzu; Verh. naturf. Ver. Brunn
XX p. 182 und 200 f.; vgl. Raffray bei der folgenden Familie.
Articeros cmriflmis (Melbourne); Schaufuss, Ann. Mus. Civ.
Genova XVIII p. 194.
Pselaphidae. Pselaphidarum Mono graphiae, von Dr. L.
W. Schaufuss; Ann. Mus. Civico Genova XVIII p. 173 ff.
Derselbe beschreibt Neue Pselaphiden in Museo Civico
. . . . ; ebenda p. 349 ff.
Derselbe. Pselaphinornm spuriorum Monographia;
ebenda p. 166 ff.
Als Ps. spurii bezeichnet Schaufuss Pselaphiden- ähnliche
278 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Käfer mit 3 — 4 gliederigen Tarsen mit je 2 gleichlaugen Klauen.
Hierzu rechnet der Verfasser Espenon (n. g.) moratus (St. Thoraas)
p. 168; Taraotus femoratus (Cuba) p, 170; Tetratarsus (= Tetra-
merus Scliauf.) lüicatuliis (Siam) p. 171. (Von Reitter, Wien. Ent.
Zeit. 1882 p. 158, werden diese Ps. spurii für Staphyliniden, speziell
Tetratarsus = Edaphus Xcc, (was von Fauvel in der Revue d'En-
toraol. I p. 138 bestätigt wird), Espeson für einen Phlocochariniden,
Tamotus für einen Falagria-artigen Aleochariniden erklärt. Derselbe
spricht sich ebenda p. 159 auch über die erstere Arbeit ausführ-
licher aus).
Borneana (n. g.) hiformis (Mompava, Born.); Schaufuss,
Bull. Ent. Fr. 1882 p. CXL f.
A. Raffray beschreibt (72) Pselaphides nouveaux ou
peu connus; Revue d'entomologie I p. 1, 25, 49, 73 ff. PL I, II: Com-
matocerus (n. g. prope Fustigerum) elegantidus (Abyss.) p. 1 PI. I
Fig. 1 — 3; Glavigeropsis (o.g. Clavigero affine) /bnwicanws (ibid.)
p. 4 Fig. 5; Cyathiger silvestris (Neu-Guinea) p. 4; Simus (n. g.
Rhexio simile, antennis 8-art.) fracticomis (Abyss.) p. 6 PI. II Fig. 6;
Ogmocerus (n. g. praecedenti affine; ant. ll-art.) giganteus (ibid.)
p. 7 Fig. 7; Tetracis? ventralis (ibid.) p. 8 PI. I Fig. 8; Ctenistes
deserticola (ibid.) p. 9, curvidens (ibid.) Fig. 9, 10; Tmesiphorus
unibrosus (Java) p. 10, papuanus (Neu-Guinea), armatus (Singapore)
p. 11, denticornis (Abyss.) p. 12 Fig. 11, 12, piibescens (Java) p. 13;
Pselaphus delicatulus (Abyss.) p. 14; Pselaphodes? foveolatiis (Singap.)
p. 15 PI. I Fig. 13, heteroeerus (Java) p. 16 PL II Fig. 14—16; Cen-
trophthalmus ruhens (Abyss.) p. 25, grandipalpis p. 26, exilis, mo-
nilis (ibid.) p. 27; Sunorfa (n. g. prope Bythinum) capitata (Neu-
Guinea) p. 28; Tyrus davatus (ibid.) p. 29, javaniciis (J.) p 30;
Bryaxis circumflexa p. 32, foveiventris (Ab.) p. 33, mllostda, papuana
(Neu-Guinea) p. 34, pulla (Abyss.), möluccana (M.) p. 35, nitidissima
(Java) p. 36, lucida^ longipennis O^qxx (jwmeo) p. 37; Batrisomorpha
(n. g. Bryaxi et ßatriso intermedium) foveicollis (Java) p. 39, cla-
vata^ pilosella (Neu-Guinea) p. 40, crassicornis (ibid.) p. 49; Stictus
in. g. Batriso proximum) jmnctatissimus p. 50, denticollis, femoralis
p. 51 (Neu-Guinea); Connodontus (n. g. labro magno, quadrato
insigne) aciiminatus (Abyss.) p. 53 PL II Fig. 17, 18; Batrisus fo-
veicollis, hydropiciis p. 57, giganteus (Abyss.), papuanus (N.-G.) p. 57,
Simplex (ibid.) p. 58, testaceus (ibid.), aethiopicus (Ab.) p. 59, pun-
ctatissimus (Neu-Guinea) p. 60, exiguus (Java), Moluccarum {^l.) ^. 61,
puhescens (Java) p. 62, javanicus, bicolor p. 63, longipennis p. 64,
capitatus p. 73, angusticollis (alle von Java), pallidus (Neu-Guinea)
p. 74, peruvianus (P.), spinicollis (Abyss.) p. 75, tricuspidatus (Neu-
Guinea) p. 76, caudatus (Abyss.) p. 77; Atheropterus (n. g. Tri-
chonychi simile) longipalpis (Abyss.) p. 78P1. 1 Fig. 19, II 20; Trich-
onyx ßiformis (Java); Euplectes Fauveli (Celebes) p. 79, major
im Gebiete der Arthroijodeu im Jahre 1882. 279
p. 80, armipes (Neu-Guiuea), corclicollis (Zauzibar) {). 81, eleganttUus,
fcmoratus (Neu - Guinea) p. 82, antennatus p. 83, clavatus, crassus
(Neu-Guinea) p. 84.
Reitter macht einen Versuch einer systematischen
Einthcilung der (C laviger iden und) Pselaphiden, indem
er die 121 Gattungen derselben in analytischer Tabelle unterscheidet
und in einem Anhange bibliographisch -synonymische Bemerkungen
hinzufügt. Es werden folgende neue Gattungen aufgestellt, deren
ausführliche Charakteristik an einem anderen Orte folgen soll :
Ei)icaris p. 184, Syntectodes p. 185, Ephimia p. 185,
Berlara, Berdura p. 189, Dicentrius (für Psel. Merklii Eeitter)
p. 192, Apharina p. 194, Imtempus, Bythinoplectus p. 195,
Äphilia i). 196, Fhysoplectiis, Dalmodes, Euplectops, Adal-
mus p. 197, Namunia, Eaffrayia p. 198, Diiciola p. 199, Bei-
hya, Ärctophysis p. 200; Verh. naturf. Ver. Brunn XX p. 183
und 201 ff.
Berlara (n. g. s. oben; Kopf wie bei Batrisus; der Rest des
Körpers wie bei Bryaxis, crassipalpis (Batavia) p. 287;
Apharina (n. g. s. oben; mit Mestogaster zunächst ver-
wandt; durch geraudeten Hinterleib, dessen Rücken- und Bauch-
segraente von gleicher Länge sind, etwas anders gebaute Fühler
abweichend; Maxillartaster wie bei jenem sehr klein) Simonis
(Batavia) p. 296;
Apliilia (n. g. s. oben; Trimio valde simile, sed caput tho-
race paululum angustius antennis tenuibus, articul. ult. modice in-
crassato, elongato, apice acuminalo, prothorax haud sculpturatus,
elytra prope suturam unistriata,- basi utrinque haud impressa; abdo-
minis segm. 1 conspicuo dorsali longissimo, basi breviter bistriolato,
ceteris angustis, segm. II ventrali valde elongato) femorata (Tum-
bang-Hiang, Borneo) p. 297;
Euphalepsus (n. g. Phalepso Westw. simile) globipennis (Me-
xico), ovipennis p. 379, bistriatics (Brasil.) p. 380;
Dalmodes (n. g. s. oben) hatrisoides (Brasil.) p. 382, rybaxi-
des (Mexico) p. 383;
Duciola (s. oben) tetratoma (Columbien; Venezuela);
Ärctophysis (s. oben) giyantea (Columbien) p. 384; der-
selbe, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII.
Apharus (n. g.) Mülleri (Sao Paolo, Bras.) p. 130;
Trimiopsis (n. g. Trimio valde affine) claviceps (La Luzera,
Col.) p. 150 Taf. V Fig. 9;
Gasola (n. g.) Simoni (Sao Paolo); p. 151 Fig. 1;
Panaphysis (n. g.) Koppi (Goldküste) p. 186 Taf. IX Fig. 4;
derselbe, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882.
Derselbe giebt eine U eher sieht der mit Bryaxis ver-
wandten Gattungen Decarthron Brendel, Bryaxis Leach., Gona-
280 Bertkavi: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
thocerus Schauf., Acamaldes Reitt., Eybaxis Saulc, Xybaris Eeitt,
Eupines King, womit Byraxis Beut, synonym ist, Scaleuarthrus
Leconte, Pselaptus Lecotite, Batrybraxis ! Reitt., Sathytes Westw. und
beschreibt Decarthron bipunctatum (Columbien); Bryaxis nasuta
(Magdalena Fl.) p. 142, Udavata (Bogota) V. 10; Xybaris spiniceps
V. 11. p. 143, troglocera (Columbienj p. 144; Batrybraxis! fortis (Sao
Paolo) V. 5 p. 145, curtida (ibid.); Rhexius procerus (Sao Paolo) V.
2 p. 146, Simonis (ibid.) V. 3 p. 148, rugidosus (Barrunquilla, Col.)
p. 149; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 139 £f.
Euplectus acwmwfli^ts (Batavia); Schaufuss, Tijdschr. XXV
p. 69 und Notes Leyd. Mus. IV p. 149, strix Taf. IX Fig. 1, hifor-
mis (Goldküste); Reitt er, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882, Rhenanus
(Dürkheim) p. 114, tenuicornis (Teschener Geb., Schlesien; Banat)
p. 115; derselbe, Naturg. Ins. Deutschi. III Bd. 2. Abth., (Biblo-
pectus) pumilio (Batavia); derselbe, Verh. Zool. -Bot. Ges. Wien
XXXII p. 298, (Eupl.) signifer (Venezuela); derselbe ebenda p. 383.
Decarthron externedens (Brasil.); Eeitter, Verh. Zool. -Bot.
Ges. Wien XXXII p. 380.
Batrybaxis ! pimcitpewwis (Brasilien) ; Reitter, Verh. Zool.-Bot.
Ges. Wien XXXII p. 382.
Bythinus atomus (Batavia); Schaufuss, Tijdschr. XXV p. 65
und Notes Leyden Museum IV p. 145, Oertzeni (Virgl; Sarnthal);
Reitter, Ferdinandeum 26. Heft p. 220, inflatipes (Frankfurt a.
M.; Taunus?) p. 72, Germanus (Stuttg.; Fraukf.; Karlsbad) p. 84;
derselbe, Naturg. Ins. Deutschi. III. Bd. 2. Abth.
Pseudoplectus fuscipennis (Tumbang-Hiang, Borneo); Reitter,
Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXIl p. 297.
Zethus Batavianiis (B.); Schaufuss, Tijdschr. XXV p. 67
und Notes Leyd. Mus. IV p. 147, Westivoodi (Indien); derselbe,
Bull. Ent. Fr. 1882 p. CXIII.
Zethopsus nitididus (Ceylon); Reitter, Verh, Zool. Bot. Ges.
Wien XXXII p. 382.
Panaphantus sgwrtmiceps (Batavia) ; Schaufuss, Tijdschr. XXV
p. 66 und Notes Leyd. Museum IV p. 146.
Odontalgus Raffrayi (Goldküste); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 177 Taf. VIII Fig. 3.
Desimia (= Tetracis Sharp) suhcalva (Goldküste); Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 180 Taf. VIII Fig. 6.'
Fustiger testudineus (Peru); Schaufuss, Ann. Mus. Civic.
Genova XVIII p. 199.
Acamaldes hythindides (Goldküste); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 191 Taf. IX Fig. 8.
Bryaxis rosmarus p. 187 Taf. IX Fig. 5, xmticornis^. 188 Fig. 6,
Schlerethi, pidmnata Fig. 7 p. 189 (Goldküste); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882, Äuriüillii (Surinam); Schaufuss, Ann. Soc.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 281
Ent. France 1882 p, 44, vionoceros (Surinam); derselbe ebenda
Bull. p. XCIV, (Reiclieubachia) expanda (Batavia), invalida (Tum-
bang-Hiang) p. 288, Schaufussi (Batavia; Borneo), Grahowskyi (Tum-
baug-Hiang) p. 289, lamdlicornis (ibid.), punctithorax (ibid. und
Batavia) p. 290, Stussineri (Brasilien) p. 381; Reitter, Verh. Zool.-
Büt. Ges. Wien XXXII.
Rybaxis nubüa (Tumbang-IIiang, Borneo), cymhularia (Bata-
via); Reitter, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII p. 292.
Rhexius angustatus (Cayenne), semihyalinus (Neu -Granada);
Scbaufuss, Bull. Ent. Fr. 1882 p. XCIII.
Centrophthalmus grandis p. 181, dominus Taf. VIII Fig. 5,
barhatus Fig. 4 p. 182 (Goldküste); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1882, femorcdis (Batavia); derselbe, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien
XXXII p. 284.
Trichonyx torquatus (Surinam); Schaufuss, Ann. Soc. En-
tern. France 1882 p. 45, plicatidus (Cayenne); derselbe, Revue
d'entomol. I p. 185.
Ilamotus gracüicornis (Columbien), monachus (Yucatan) p. 131,
clavicornis (Venezuela), tritomiis (Columbien) p. 132, singularis (Me-
xico) p. 133; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882, conjimctiis
(Bras.), micans (Col., Venez.) p. 371, Äiibeanus (Bras.), tenuicornis
(Venezuela), globifer (ibid.) p. 372, auricapülus, frontalis, transver-
salis (ibid.), subpimctulatus (Columb.) p. 373, inaeqiialis (Brasilien)
p. 374; derselbe, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXII, wo auch
eine Uebersicht sämratlicher bekannten Arten gegeben ist.
Enoptostomus Javanus (J.); Schaufuss, Tijdschr. v. Entom.
XXV p. 73 und Notes Leyd. Museum IV p. 153.
Batrisus (Syrbatus) clypeatiis (Sao Paolo) p. 134, phantasma,
sublyratus p. 135, simplicifrons, ccdcarifer p. 136, brevispinus (Sao
Paolo), (Arthmius) triptinctatus (Columbien) p. 137, Luzerae (ibid.)
p. 138. bicolor (Sao Paolo) p. 139, deformis (Goldküste) p. 184 Taf.
VIII Fig. 1; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882, Bitsemae (Beu-
koelen) p. 70, fimdaebraccatus ! (Batavia), sculp>turatus (Ardjoeno)
p. 71; Schaufuss, Tijdschr. XXV und Notes Leyd. Museum IV
p. 150— 152, anthicus! (Birma); derselbe, Bull. Ent. Fr. 1882 p. CXII
(Batrisodes) batavianus (Tumbang-Hiang, Borneo), (Syrbatus) moridus
(Batavia) p. 285; Reitter, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXII, i^'w-
ceps (Brasil.), (Arthmius) coronifer (Panama) p. 375, plicicollis (Ori-
zaba), (Oxarthrius) bispinosus (Brasil.) p. 376; derselbe ebenda,
wo er auch eine Uebersicht der ihm bekannten central- und süd-
amerikanischen Arten gibt.
Tychus quadrifoveolatus (Birmah); Schaufuss, Bull. Ent. Fr.
1882 p. CXIII.
Pselaphus fiUpalpis (Goldküste); Reitter, Deutsch. Ent. Zeit-
schr. 1882 p. 187, pilicolUs (Batavia), lativentris (ibid.) p. 293, par-
282 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
vipalpis (ibid.) p. 294; derselbe, Verh. Züol. - Bot. Ges. Wien
XXXII.
Mestogaster nitidicollis (Batavia) ; Reitter, Verh. Zool.-Bot.
Ges. Wien XXXII p. 296.
Curculionelkis nitidus (Neu-Guinea); Schaufoss, Ann. Sog.
Eut. France 1882 p. 44, rugitfiorax (Batavia); Reitter, Verh. Zool.-
Bot. Ges. Wien XXXII p. 294.
Xybaris Sahlbergi (Brasilien): Reitter, Verh, Zool.-Bot. Ges.
Wien XXXII p. 381.
Ctenistes imitator, (Sognorus) Simonis (Goldküste) Taf. VIII
Fig. 2; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 179, mitis (Bata-
via); Schaufuss, Tijdschr, v. Ent. XXV p. 74 und Notes Lcyd.
Museum IV p. 154, (Soguorus) gibbiventris (Batavia); Reif t er, Verh.
Zool.-Bot. Ges. Wien XXII p. 283.
Staphylinidae. Everts spricht über die Verwandtschaft der
Staphyliniden mit den Carabiciden, Histeriden, Silphiden und macht
auf die habituelle Aehnlichkeit einiger Staphylinidengattungen mit
Gattungen aus anderen Familien aufmerksam. Tijdschr. v. Ento-
mol. XXV, Verslag, p. CXXXII f.
Staphylinides rec. . . . dans les Karpathes . . .; par
A. Fauvel; Revue d'entomologie I p. 19 ff.
A. Becker zählt die Staphyliniden von Sarepta auf; Bull.
Soc. Imp. Nat. Moscou LVII p. 50 f.
Die von Mulsant und Rey begonnene Monographie der
Französischen Staphyliniden wird von Rey allein fortgesetzt; Tribu
des Brevipennes, 13me Farn. Habrocerieus, 14mc Farn. Ta-
chyporiens. Ann. Soc. Linn. Lyon XXVIII p. 135 ff.
Fauvel führt die von Fabricius in seinem Syst. cleyth.
aufgezählten Staphyliniden auf ihre heutigen Gattungen zurück;
Revue d'Entomol. I p. 211.
Oxytelini. Deleaster pectinatus (Abyssinieu) ; Fauvel, Re-
vue d'Entomol. I p. 129.
Compsochilus Weberi (Casablanca), ßiformis (Algeciras); Que-
denfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 183.
Osorius cordicollis (Sumatra); Fauvel, Notes Leyden Museum
IV p. 58.
Stenini. Stenus Dobberti (Casablanca); Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 183.
Rey fand Edaphus dissimilis (Ätibe) wiederholt bei Saint-
Raphael an sumpfigen Stellen am Fusse von Juncus-, Scirpus-,
Carex - und Gramineeubüschen ; Ann. Soc. Linn. Lyon XXVIII
p. 130.
Der von Schaufuss zu den Pselaphiden gestellte Tetra-
tarsus plicatulus ist ein Edaphus; von der Gattung Edaphus
kennt Fauvel ausser den 4 beschriebenen Arten noch 3 uubeschrie-
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 283
bene von Abyssinien, Celebes, Neu -Guinea; Revue d'Entomologie I
p. 138 f.
Vaederini. Joseph a. a. 0. p. 33 ff, setzt die Unterschiode
des Glyptomerus cavicola Midi, aus Krain, und des G. Etruscus P/e-
cioU aus dem Apenninus auseinander. Ferner macht er auf die bis-
her übersehenen Geschlechtsunterschiede aufmerksam. Beim ^ liat
der 3., selten schon der 2. Bauchring in der Mitte einen seichten
Längseindruck, welcher sich auf den 4. und 5. Bauchring fortsetzt,
an letzterem breiter und tiefer wird und kleine mit je einem kurzen
Börstchen besetzte Körnchen zeigt. Beim ^ ermangelt der 2., 3.
und 4. ßauchring stets dieses Eindruckes; am 5. ist derselbe kaum
angedeutet. Beim ^ überschreitet der tiefe Eindruck am 5. Bauch-
ring dessen geschweiften Hinterrand und setzt sich auf den 6. fort.
Hier befindet sich an und neben den Rändern des Eindruckes je
ein ovaler mit schwarzen Borstenkämmen besetzter tiefer Fleck.
Viele dieser Borsten reichen bei jugendliehen ^ bis an die Ilinter-
leibsspitze, bei älteren sind diese stets abgebrochen. — Der Hinter-
leib der männlichen Larve ist schlanker und auf der Unterseite
flacher als der weiblichen.
Staphylinini. Velleiopsis (n. g. Velleio affine, antennig
siraplicibus, apicem versus valde attennuatis etc. distinctum) mar-
giniventris (Bulgarien); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France 1882
p. CLXIV.
Quedius Eppelsheimi (Algeciras), iridicolor (Tetuan) p. 181 ;
Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1882.
Pachycorynus dimorphus (Neu-Seelaud) ; Fauvel, Revue d'en-
tomol. l p. 92; vgl. oben p. 226 f.
Philonthus sangiimipemm, brunneipennis (Mavocco); Queden-
feldt, Berl. Eni. Zeitschr. 1882 p. 182.
Ocypus Milleri (Syrien); Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1882 p. 182, impennis (Abyssinien); Fauvel, Revue d'Entomologie
I p. 131.
Schaupp beschreibt die Larve von Leistotrophus ciu-
gulatus; dieselbe ist der von Staph. maculosus ähnlich, aber ge-
drungener; Bull. Brookl. Entom. Soc. IV p. 9 f.
Xantholinus linearis var. Maghrebinus (Mogador); Queden-
feldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 182.
Othius pilifer (Tetuan) p. 182, paralleliceps (ibid. und Alge-
ciras) p. 183; Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1882.
Tachyporini. Conurus crypticola (Herault, Grotte de Mi-
nerva); Rey, Ann. Soc. Linn. Lyon XXVIII p. 179.
Typhlocyptus atomus (Nizza, an den Wurzeln einer abgestor-
benen Aralia); Rey, Ann. Soc. Linn. Lyon XXVIII p. 169.
Hypocyptus aprilis (Hyeres); Rey, Ann. Soc. Linn. Lyon
XXVm p. 155.
284 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Äleocharini. Ilyobates crasaicornis (Marocco) ; Quedeu-
feldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 p. 181.
Leiyiiissi Hey den i (Sierra de Cordoba); Eppelsheim, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1882 p. 44.
Paussidae. Hylotorus J5ZancÄar(?i (Abyssinien) ; ßaffray, Bull.
Ent. Fr. 1882 p. XLVIII.
Paussus centurio (Tanganjika); Do hm, Stett. Ent. Zeit. 1882
p. 106.
Platyrrhopalus Comotti (Birmah); Gestro, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova XVIII p. 311.
Hydropbilidae. Hydraena producta Miils. in Modena (neu
für Italien?); Atti d. Soc. d. Natur, di Modena, Rcndic. (III. S.) I p. 19.
Ochthebius opacus (Bologna; Lucca); F. Baudi, II Natural.
Sicil. I p. 129.
W. W. Fowler giebt eine Beschreibung und Abbildung der
jungen Larve von Spercheus emarginatus und ihrer Mund-
theile; Entom. Monthl. Mag. XIX p. 79 £f.
Limnebius simplex (Sizilien); F. Baudi, II Natur. Sicil. I
p. 127.
Sternolophus pimctulatus (Aegypten), elongatus, frater (Abyss.),
Schau fu SS, Bull. Ent. France p. CXC.
Dimmock schildert den Blutumlauf, wie er ihn in dem Kopf
und dessen Anhängen von jungen, durchsichtigen Larven von Hy-
drophilus beobachtete; Psyche III p. 324 ff. mit Holzschu.
Gyrinidae. Regimbart beginnt in den Ann. Soc. Ent. France
1882 p. 379 ff. PI. 10, 11, 12 einen Essai monographique de la
fam. des Gyrinidae. Unter der Aufschrift Generalites wird eine
Schildei'ung der Theile des vollkommenen Insektes gegeben, die durch
vergrösserte Abbildungen erläutert ist. — Die Beschreibung der
Larven ist Schiödte entlehnt. Hinsichtlich der Klassifikation
scbliesst sich Regimbart Hörn an, indem er gleich diesem die Ade-
phaga nach der Beschaffenheit des Metasternums in drei Gruppen:
Cicindelidae, Carabidae, Haliplidae; Pelobiadae, Amphizoidae; Dytis-
cidae, Gyrinidae, bringt. Mir scheint diese Nebenordnung der Un-
terfamilien der früheren Dytisciden neben die Carabiden ein Miss-
griff und die alte Anschauung, die nur 4 Familien unterschied, weit
berechtigter. — Die Familie der Gyrinidae theilt nun der Verfasser
in die bekannten drei Unterfamilien, mit deren erster, Enhydrini,
der Anfang gemacht wird. Als neu sind beschrieben Dineutes Fair-
mairei (Fidschi) p. 394, hypomelas (Amboina), Galiginosus (Austra-
lien) p. 397, Melliji (China) p. 399, deiiticuhtus (Nossi-Be) p. 402
PI. 11 Fig. 28, dilatatus (Madag.) p. 403 Fig. 29, Abyssinicus (A.),
angolcnsis (A.) p. 407, Wehnclcei (Angola) p. 409, analis (Louisiana ;
Texas) p. 416 PI. 12 Fig. 38, Sharpi (Goldk.; Zambesi) p. 422 Fig. 44,
Macrogyrus (n. g., für striolatus Ätibe, Bouqueti Äuhe, glaucus
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 285
Äube etc. und) Sedilloti (Cohimb., Ecuad., Venezuela), Borrei (ibid.)
p. 436 Fig. 55, seriatopunctatus (Peru) p. 437, Blcmchardi (Neu-
Guinea) p. 442, Oherthüri (ibid.; Mysol) p. 446, elongatiis (Aru), Si-
moni (Neu-Süd-W.) p. 447 Fig. 60, angustatus (Cap York) p, 448,
canaliculatus (Australien) p, 450, longipes (ibid.) p. 452, purpurascens
(Amberbaki) p. 453 Fig. 63, paradoxus (Australien) p. 455 Fig. 64.
Derselbe beschreibt (13) New Spcies of Gyrinide in the
Leyden Museum; Notes Leyden Museum IV p. 59 flf. (Werde ich
zitiren a. a. 0.)
Orectochilus validus (Gorontalo) p. 63, conspicuus (Rambodde,
Ceylon) p, 64, Upartitus (Java) p. 65, lucidus (ibid.) p. 66, Eitsemae
(ibid.) p. 67, suturalis (Natal) p. 68; Regimbart a. a. 0.
Gyretes scapliidiformis (Bogota) p. 69, glahratus (Brasil.), pyg-
maeus (ibid.) p. 70; Regimbart a. a. 0.
Enhydrus Sumhaioae (S., Sumatra) p. 59, aenescens (Timor)
p. 60; Regimbart a. a. 0.
Gyrinus Siculus (Oreto); Regimbart, II Naturalista Siciliano
I p. 225.
G. caspius Menetr. in Oldenburg (am Tage im Schlamm ver-
steckt); Wiepken a. a. 0. p. 51.
Dineutes Regimharti (Timor) p. 61, Ritsemae (Gorontalo) p. 62;
Regimbart a. a. 0.
Dytiscidae. Die wichtigste literarische Erscheinung des letzt-
vergangenen Jahres und vielleicht vieler kommenden über gegen-
wärtige Familie ist Sharp's in den Scientific Transactions of the
Royal Dublin Society (2. S.) II p. 179-1003 mit PI. VII— XVIII ab-
gedruckte Abhandlung On aquatic carnivorous Coleoptera
or Dytiscidae. Bei dem grossen Umfange des Opus kann ich hier
nicht auf Einzelheiten eingehen und muss mich damit begnügen, den
allgemeinen Plan und Charakter des Werkes anzugeben. In einem
Vorwort spricht sich der Verfasser über die von ihm befolgten
Grundsätze der Klassification aus und bekennt sich rückhaltlos zur
synthetischen Methode. Hierauf folgt eine allgemeine Schilderung
des äusseren Baues der Imagines; die inneren Organe, biologische
Erscheinungen, die Entwickelung bleiben unberührt. In dem spe-
ciellen Theile, der natürlich den meisten Umfang einnimmt, sind die
ünterfamilien (oder „Series" Sharp), Triben, Gruppen und Gattungen
nur kurz charakterisiert; eine ausfürlichere Charakterisierung folgt
in 4 „Synthetis", I Genera, II Group, HI Tribe, IV Series) nach.
Ich halte diese Abweichung von der gewöhnlichen Behandlungsweise
nicht für vortheilhaft; denn wenn auch der Verfasser bei der Auf-
stellung der systematischen Kategorieen den synthetischen Weg von
Art zu Gattung, von Gattung zu den höheren systematischen Ein-
heiten eingeschlagen hat, so empfiehlt sich für die Darstellung
der umgekehrte Weg. — Bei den Arten ist ausser dem ersten Na-
286 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
men, unter dem die Art beschrieben wurde (mit Beibehaltung des
ersten Gattungsnamens) nur noch der Name des Gemminger-Harold'-
schen Katalogs vorkommenden Falles angeführt; der volle Name
(d. h. die Gattung und Art), unter dem nun Sharp die Art hat,
ist unter Umständen erst nach längerem Umherblättern zu finden,
indem man nemlich bis zu der Gattung zurückgehen muss; das ge-
ringe Mass von Raum, was auf diese Weise erspart ist, wird reich-
lich durch diese Umständlichkeiten aufgewogen. Die neuen Arten
zwar, nicht aber die Gattungen sind als solche hervorgehoben.
Sharp theilt die Familie nach der Beschaffenheit der Epister-
ncn des Metathorax in die Dyt. fragmentati (Pelobius; Noterides)
und Dyt. complicati (Amphizoa; Hydroporides; Methles; Colymbeti-
des; Hydaticides). Pelobius sieht Sharp als diejenige Gattung an,
bei welcher die Carbidencharaktere noch über die Dytiscidencharak-
tere das Uebergewicht haben, während bei allen anderen das umge-
kehrte der Fall ist. Eine zweite Gattung, deren systematische Stel-
lung sehr verschiedene Beurtheilung erfahren hat, Amphizoa, ist
nach Sharp ein unzweifelhafter Dytiscide.
Dem Autor sind 1171 Arten bekannt, wozu noch 340 von an-
deren beschrieben, aber von Sharp nicht identifizirte kommen; die
letzteren sind zu Ende der Artenaufzählung mit der Originalbeschrei-
bung aufgeführt. Eine grosse Zahl der Arten ist neu ; folgende Gat-
tungsnamen scheint Sharp hier zum ersten Male zu gebrauchen:
Notomierus p. 260, 833 (für 4 n. A.), Pronotcrus p. 263, 835
w. A.), Synchortus p. 264, 835 (n. A. und Hydrocanthus asperatus
Fairm.). Canthydrus p. 269, 838 (n. A.), Macr ovatellus \i. 2^2,
840 (für Vatellus Haagi Weimcke und n. A.), Derovatellus p. 286,
841 (für Vat. lentus Wehncke), Neptostermis p. 317, 843 (n. A.),
Queda p. 336, 849 (n. A.), Pachhydrus p. 338, 850 (n. A.),
Huxelhydrus! p. 369, 854 (n. A.), TyndaWiydrus p. 370, 854
(n. A.), Andex p. 371, 855 (n. A.), Uydropeplus p. 372, 855
(n. A.), Primospes p. 372, 856 (n. A.), Coelhydrus p. 373, 856
(n. A.), Darwinhydrus p. 373, 857 (n. A.), Sternopriscus
p. 384, 858 (für Hydrop. Meadfooti Clk., raultimaculatus Clk. und
n. A.), Hypoporus p. 390, 859 (für Hydroporus Solieri Aiibe und
n. A.), Par oster p. 391, 860 (für Hydrop. nigro - adumbratus Clk.,
insculptilis Clk, und n. A.), Heropliydrus p. 392, 861 (für Hyph.
guineensis -4i/?)e und n. A.), Chostotiectes p. 408, 863 (für Hydrop.
nebulosus Blac Leay, gigas Boh. und n. A.), Antiporus p. 410,
864 (für Hydr. femoralis Boli. etc.), Macroporus p. 416, 865 (für
Hydr. Howittii Clk. u. a.), Deronectes p. 418, 865, Methles
p. 489, 873 (n. A.), Hydrotrupes p. 492, 875 (n. A.), Metro-
nectes p. 492, 875 (für Agabus Anbei Perris), Platyncctes p. 538,
887 (für Ag. reticulosus C/^. und zahlr. r\. A.), Leuronectes p. 546,
887 (für Ag. Gaudiohaudi 7>aj). und n. A.), Agamctrus p. 547,888
im Gebiete der Artbropoden im Jahre 1882. 287
(für Colymb peruvianus Cast. und n. A.), Platambus p. 548, 889
(für Ag. sinuatus Äiihe, pictipennis Sharp), Äglymhus p. 596, 893
(für Col. rufipos J5n<ZZc), Lancetcs p. 602, 897 (für Col. lanceolatus
CIl\ u.a.), Prodaticus p. 648, 906 (n. A.), Oethionectes p.684:,
910 (n. A.), Bhantaticus p. 691, 911 (für Hydaticus signatipennis
Lap.), Spencerliydrus p. 701, 916 (u. A.), Homoeody.tes p. 703,
916 (für Dyt. atratus F., Cyb. ecutellaris Germ.).
Dytiscus Zersii (fossil im Quatern. bei Bergamo); Sordelli,
Bull. Sog. Entom. Ital. 1882 p. 233 mit Holzschn.
Agabus fusco-aenescens (Sicilien); Regimbart, II Naturalista
Siciliano I p. 227, discicollis (Abyssinien) ; Ancey, ebenda II p. 70.
Hydrocanthus notula var. Sicuhis (S.); Ragusa, II Naturalista
Siciliano I p. 249 Tav. XI Fig. 4.
Hydroporus flavipes Ol. var. octolineatus (Portugal), var. Por-
talegrensis (ibid.), var. mandueus (Sardinien), var. Montenegrensis
(M.), distinguendus Desbr. var. Estrellensis (Spanien); Schaufuss,
Nunquam Otios. III p. 559.
H. vittula Er. neu für Italien (in Modena gefunden); Atti d.
Soc. d. Nat. di Modena, Rendic. (III S.) I p. 19.
Ampbizoa Davidis (Mou-Pin, Tibet); Lucas, Bull. Ent. Fr.
1882 p. CLVII.
Garabidae. M. des Gozis macht in einem Memoire sur
les pores setigeres protho raciques dans la tribu des
Carnivores darauf aufmerksam, dass die Haaretragenden Poren
am Prothorax eine eben solche Würdigung von Seiten der Systema-
tiker verdienen, wie die am Kopfe befindlichen. Nach ihrer Verthei-
hmg unterscheidet er 5 (oder 6) Gruppen :
1. Prothorax ohne Borsten (Oodes, Zabrus, Omophron).
2. „ gegen den Seitenrand, etwas vor der Mitte, mit
je einer Borste (Notiophilus, Brachiniden, Harpaliden).
3. Prothorax längs des Seitenrandes mit 6 — 10 oder mehr
Borston (Panagaeus, Ditomus, Apotomus).
4. Prothorax nur im hinteren Viertel (oder seltener Drittel)
mit einer Borste (Chlaeniini, Loricerini),
5. Prothorax in der Mitte mit einer, dahinter mit einer zwei-
ten (Licinini, Elaphrini, Dromiini etc.).
6. Prothorax mit 3 seitlichen Borsten (Nomius). Auf Grund
dieser und einiger anderer Verschiedenheiten werden wieder 6 neue
Gattungsnamen gemacht; 'Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VI p. 285 fF.
Bemhidiini. ßembidium Nevadense (N.); Ulke 1875; s.
Bull. Brookl. Ent. Soc, IV p. p. 41, hamiferum (Kanal a); Fauvel,
Revue d'Entomol. I p. 231, (Leia) bipunctatum var. laevifroris (Spa-
nien); Schaufuss, Nunquam Otiosus III p. 552.
Tachys discipennis (Noumea) p. 232, amplipennis (Yahoue),
arcuhis (Noumea) p. 233; Fauvel, Revue d'Entomol. I,
288 Bertkau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
Notes sur le Tachys bistriatus et especes affines par
Cl. Rey; ebenda p. 236 £f.
Tachypus dbnormicollis (Margelan); v. Hey den, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1882 p. 118.
Pog onini. Spor adcs (n. g. ,.ante Blemum collocandum")
sexpunctatus (Yaboue); Fauvel, Revue d'Entomol. I p. 234.
Anophthalmus Siculus (S.); F. Baudi, 11 Naturalista Siciliano
1 p. 116, Likanensis (Kroatien); Schaufuss, Bull. Ent. Er. 1882
p. cxxv.
Trechus aveyronensis (Aveiron) ; Fauvel, Revue d'Entomologie
I p. 70.
Anchomenini. Biackburn hält folgende Synonymie für
wahrscheinlich: Acupalpus biseriatus Karsch == Cyclothorax corda-
ticollis Blackb. ; Platynus planus = Anchomenus erro ; Colpodes oc-
toocellatus = Anchorn. Sharpi; Anisodactylus cuneatus := Atrachy-
cnemis Sharpi; Promecoderus fossulatus = Disenochus terebratus ;
Entom. Monthl. Magaz. XIX p. 62 f.
Clihanarius n. g. (Name bei Paguriden vergeben!) für (Pla-
tyijus)dorsalisPowto2^2'.; des Gozis, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VI p. 295.
Cyphocoleus ovicollis, miricollis p. 248, latipennis, flavipes,
glohulicollis p. 250 (Neu-Caledonien); Fauvel, Revue d'Entomol. I.
Cyclothorax Karschi (Mauna Loa) ; Bl a ckb u rn, Entom. Monthl.
Mag. XIX p. 62.
Sphodrosomus Gamheyi (Neu Caledon.); Fauvel, Revue d'En-
tomol. I p. 246.
lieber das Massenauftreten des Platynus maculicollis Dfj.
in Californien während der trockenen Jahreszeit s. Riley, Nature
No. 643 p. 386.
Calathus vagestriatus, joarvicollis (Abyss.); Fairmaire, Le
Naturaliste 1882 p. 191, Tlieodori (Abyssinien); Ancey, II Natura-
lista Siciliano II p. 70.
V. Hey den giebt eine erneute Diagnose von Pseudotaphoxenus
substriatus und juvencus Ball, und beschreibt Ps. Kraatzii (Samar-
kand) ; Deutsch, Ent. Zeitschr. 1882 p. 308 f.
Feroniini. Äello n. g., für (Molops) Prevosti p. 297;
Lianoe n. g. für (Pterostichus) Boisgiraudi Buf. (Dufouri Dej.)
p. 298; des Gozis, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VI.
Notonomus Savesi (Neu-Caledon.) ; Fauvel, Revue d'Entomol.
I p. 242.
Derus Kraatzii (Samarkand); v. Hey den, Deutsch. Ent,
Zeitschr. 1882 p. 311.
Abacomorphus asperulus (Ncu-Caledonien); Fauvel, Revue
d'Entomol. I p. 243.
Honialosoma griseolum (Neu-Caledonien); Fauvel, Revue
d'Entomol I p. 243.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 289
Trigonotoniini. Triplogenius insignis (Borneo); Gestro,
Ann. Mus. Civ. Genova XVIII p. 310.
Harpalini. Artahas n. g. (Halsschild seitlich mit 7 — 9
Borsten) für (Harpalus) punctatostriatus; des Gozis, Mitth. Schweiz.
Ent. Ges. VFp. 288.
Paradileus a. ^. für H. calceatus; derselbe ebenda
p. 289 Anm.
Acupalpus lemovieensis (Limoges; A. consputus am nächsten
kommend); L. Bleuse, Revue d'Entomologie I p. 44 f.
Amblystomus mcijoricensis (Balearen) p. 54.5, Maceclo (M.), rufi-
cornis (Sicilien) p. 546; Scbaufuss, Nunqu. Otios. III.
Stenolophus scalaris, sexiialis p. 270, grandiceps, lateridens,
parvicollis p. 271, trapesus p. 272 (Neu-Caledonien) ; Fauvel, Revue
d'Entomologie I.
Ophonus zigzag (Calabrien) ; Costa a. a. 0. p. 33 Fig. 2.
Bradycellus (Dichirotrichus) Godarti (im Geniste der Rhone
und Azergun); Jacquet, Revue d'Entomol. I p. 262.
Licinini. Badister unipustulatus var. teutonns; de Borre,
C. R. Ent. Belg. 1882 p. 33.
Oodini. Aus den hinterlassenen Papieren de Chaudoir's
wird in den Ann. Soc. Entom. France eine Monographie des
Oodides veröffentlicht, 1882 p. 317 ff., 485 ff. Als Charaktere dieser
Gruppe sind angegeben: „Vorletztes Glied der Lippentaster ohne
Haare oder nur mit einem an der Innenseite. Haartragende Punkte
der Oberlippe am Vorderrande klein, genähert, oft zusammenfliessend.
Die drei ersten Fühlerglieder sehr glatt. Tarsen (der ^) wie bei
Chlaenius verbreitert, nur unterseits mit einer dichten Bürste; Me-
sosternum vorn sehr hohl. Abdomen ohne Querfalten. Kopf mit
je einem borstentragenden Punkt neben dem Auge. Prothorax
an den Seiten fein gewulstet, aber nicht gerandet wie bei den Fero-
niini; nur ein Haar in der , Seitenfurche. Der neunte Zwischenraum
der Flügeldecken sehr schmal; Körper stets vollkommen glatt". Auf
diese Charakteristik folgt nun sofort die Aufzählung der Gattungen,
ohne analytische Tabelle derselben, wie es sonst bei Chaudoir der
Fall ist. Behandelt sind die Gattungen Anatrichis Lee. {indica (De-
can) p. 320, pedino'ides (Indien) p. 321, Australasiae (Moretonbay)
p. 322), Oodiellus p. 322 {mexicanus (M.) p. 323, Amasonus (A.)
p. 324, imhellus ! (Amaz.), Archevaletae (Montevideo) p. 325), Systo-
locranius Chaud. {sulcipennis (Kordofan), lucididus (Bagamoio)p.330,
elongatus (ibid.) p. 332, brachymorphus (Senegal) p. 333, alternans
(Delagoab.; Natal) p. 334), Thryptocerus Chaud., Polyehaetus
p. 338 {Dejeani= Oodes mexicanus Dej. p. 339), Oodes Bon. {Schau-
mi (Louisiana) p. 346, Guineensis (G.) p. 350, varians (Bengalen)
p. 352, Natalensis (N.) p. 357, deplanatus (Madag.), Siamensis (S.),
vagabundus (Zanzib.) p. 358, centrosternis (Senegal) p. 359, laevissi-
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. T
200 Bert kau: Bericht üb. die wissenschaftl. Leistungen
mus (Fly-R , Neu Guinea) p. 361, siihcoriaceus (Malacca) p. 362, coe-
lestinus (Sarawak) p. 363, inipressus (King George's Sd. ; Swan R.)
p. 365, substriatus (Natal) p. 372), Simons Chaud.^ Lachnocrepis
Lee, Stenocrepis (cliaicochrous (Mexico) = chalcas Bates p. 487,
sinuata (Ega) p. 488, cmgiistipennis (Guyana) p. 490, viridula (Ober
Amaz.) p. 493), Guerini (Boliv.) p. 500, triarius (Parä) p. 503, {gil-
vipes = pallipes Beiclie p. 504), Chaetocrepis, Coptocarpus
{Chamxnonensis (Gh., Austr.) p. 510, gibbus (Austr.), oviformis (Cap
York) p. 54), Hoplolenus, Prionognathus, Sphaerodes, Hol-
cocoleus, Evolenes, Dercylinus (p. 525, für Evolenes impressa
Lee), Dercylodes (p. 527, für gibbosus Laferte, infernus Laf.,
crenatus Schaum, etc. und Buckleyi (Ecuador) p. 531), Dercylus,
Asporina, Physomerus (p. 537 (tiiberciilatus (Columbien) p. 538,
cordicöllis (ibid.) p. 539), Macroprotus (/br^zcorms (Quito) p. 543),
Melanodes (p. 545, für aterrimus Laf., Feronia atrata Klug, Oodes
ebeninus Erichs, etc. und parallehis = Poec. atratus Beiche p. 546,
iridescens (Abyss.) p. 546, rectangulus (Ngami) p. 549, pernitidtis
(Birma), subelongatus (Dekhan) p. 550, aberrans (Natal; Ngami)
p. 551), Patellus (p. 551, für drimostoides (Birma) p. 553). — Der
Hoplolenus agaboides Fairm. gehört nicht in diese Gattung, und die
Gattung Oodinus desselben Autors nicht zu den Godini, sondern
Feroniini.
Chlaeniini. Hoplolenus cyllodinus (Neu-Caledonien); Fau-
vel, Revue d'Entomol. I p. 266
Eccoptomenus Usagarensis (U., Innerafr.); Ancey, Natural.
Siciliano II p. 69.
Scaritini. Adialampus n. g., für (Scarites) laevigatus,
arenarius, planus; des Gozis, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VI p. 295.
Scarites graneUus (Neu-Caled.) ; Fauvel, Revue d'Entoraol.
I p. 230.
Scapterus riparius (Birmah) p. 299, figulo'ides (Indien) p. 301
mit Figur; Gestro, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII.
Thlibops puncticoUis (Birmah); Gestro, Ann. Mus. Civ. Genova
XVIII p. 302 mit Figur.
Mori oni ni. Setalidius attenuatus (Noumea) ; Fauvel, Revue
d'Entomol. I p. 245.
Anthiini. Polyhirma pZwncosia^a (Zanguebar); Fairmaire,
C. R. Ent. Belg. 1882 p. 45.
Anthia helluonoides J.9ic. ist ein Acanthogenius, verwandt mit
A. sculpturatus Gerst.; vgl. den vor. Ber. p. 296; Ancey, Le Natu-
raliste 1882 p. 54.
A. porieM^osa (Südafrika) ; Dohrn, Statt. Ent. Zeit. 1882 p. 246,
(Polyhirma) intricata (Sansibar) p. 367, neonympha i^.SQS', derselbe
ebenda; (Anthia) JBom'^oe (Zanguebar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1882 p. 45.
im Gebiete der Arthropoden im Jahre 1882. 291
Graphipterini. Piezia 2:>a?'ewt/*esis (Ngurn, Sansibar); Dohrn,
Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 369.
Ditomini. Sahie n u s ! n. g. = Carterus Dej. -|- Odontocarus
Sol. + Odogenius Soh, die neben Sabienus i. sp. als Untergattungen bei-
behalten werden; des Gozis, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VI p. 290 Anm.
Pseudomorphini. Silphomorpha Africana (Anseba Abyss.);
Schaufuss, Stett. Ent. Zeit. 1882 p. 308.
Pericalini. Scopodes nigrinus (Greymouth, Neu-Seel.); S harp,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1&82 p. 77.
Coptodera hieroglyphica (Neu-Caledonien); Fauvel, Revue
d'Entomol. I p. 258.
Lebiini. Uvea nov. gen. (Cymindid. et Dromiad. interme-
dium) für (Cymindis) stigmula Chaud.; Fauvel, Revue d'Entom. I
p. 257.
Masoreus n(?«CMZMS (St. Thomas); Schaufuss, Nunquam Otios.
III p. 552.
Pentagonica Ätkinsoni (Neu - Caledonien) ; Fauvel, Revue
d'Entomol. I p. 260.
Piccioli erhielt Lebia turcica aus 7 mm langen und 41/2 iiani
breiten Gehäusen, die an Ulmen angeheftet waren; Bull. Soc. Entom.
Ital. 1882 p. 141 f.
L. crux-minor in Japan; Lewis, Entom. Monthl. Mag.
XVIII p. 188.
Dromius Putzeysi (Portugal); Paulino d'Oliveira, Revista
Soc. Intrucgao do Porto II p. 154.
Cymindis i?rt/fra2/i (Abyss.); Fairmaire, Le Naturaliste 1882
p. 191.
Dromidea longiceps p. 253, cyanoptera p. 254 (Neu-Caledonien);
Fauvel, Revue d'Entomologie I.
Xanthophaea limbata, acutangula, obttisangiila p. 255, tnincata
p. 256 (ibid.); derselbe ebenda.
Bracliinini. Pheropsophus liopterus (Bagamoyo); Ancey,
II Natur. Siciliano II p. 69.
Brachinus bisigniferus (Calabrien); Costa a. a. 0. p. 33 Fig. 1.
Galeritini. Zuphium Bocagei (Portugal); Paulino d'Oli-
veira, Revista Soc. Instrucgao do Porto II p. 153.
Pamborini. TefFlus Chandoiri, Zebidianiis (Abyss.); Raf-
fray, Bull. Ent. Fr. 1882 p. LXX.
Cychrini. Cychrus (Scaphinotus) mexicanus (Milpas); Bat es,
Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 320.
Carabini. Calosoma caraboides ( Abyssinien) ; Raffray,
Bull. Ent. Fr. 1882 p. XLVII; vgl. dazu G e h i n, Revue d'Entomol.
I p. 208.
Kraatz benennt einige Farbenvarietäten von Carabus regalis
Fisch, und Henningii Fisch. ; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1882 p. 201 ff.
292 Bertkau: Bericht üb. die Wissenschaft!. Leistungen etc. 1882.
C. auronitens und seine Varietäten; Gehin, Le Na-
turaliste 1882 p. 4 und Entom. Nachr. 1882 p. 41.
C. Parreyssi var. Gattereri (Steiermark); derselbe Revue
d'Entom. I p. 263.
C. Forreri (Mexico); Bat es, Ann. a. Mag. N. H. (5) IX p. 320,
Wagae (Nordindien); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1882
p. 65, irregularis JF. var. Moutandoni (Karpathen); Buysson, Le
Naturaliste 1882 p. 183.
C. Balassogloi (Bars-Koun, Central-Asien) p. 102, regulus (Taar-
Sü) p. 105; Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1882, lusitanicus var. meäio-
tuherculatus (Spanien) p. 557, Bonvouloiri var. foveicolUs (Batum)
p. 558; Schaufuss, Nunquam Otiosus IIL
C. (Plectes) Komaroioi p. 25, Ledert p. 27 (Kaukasus); Reitter,
Wien. Entom. Zeit. 1882.
Preud'homme de Borre schrieb eine Lettre sur les
Nebria de Sicile, wozu Ragusa Zusätze macht; II Naturalista
Siciliano I p. 179, 180.
N. Geraldesi (Portugal); Paulino d'Oliveira, Revista Soc.
InstrucQao de Porto II p. 147.
Hiletus fissipennis (Bagamoyo); Ancey, Le Naturaliste 1882
p. 54.
OmopJironini. Omophron Kandlense (Kanala, Neu-Caled.);
Fauvel, Revue d'Entomol. I p. 228.
Cicindelidae. Vata (n. g. Megacephalin.) für (Cicindela) Thom-
son! Perroud\ Fauvel, Revue d'Entomol. I p. 221.
Dilatotarsa (n.g.; tarsis ped. etiam interm. in ^ dilatatis)
bigranifera (Mindoro); Dokhtouroff, Revue d^Entomol. I p. 113 f.
und Hör. Ent. Ross. XVII p. 13 f.; wird als vox hybrida in Eury-
tarsa umgeändert; Revue etc. p. 276.
Cicindela euthales (Mexico), nephelota (ibid.) ; B a t e s , Ann.
a. Mag. N. H. (5) IX p. 319, viridis (Abyssinien); Raffray, Bull.
Ent. Fr. 1882 p. XLVII, cinctella (Andaman); Chevrolat, Le
Naturaliste 1882 p 93, Gabonensis (G.) p. 216, Burmeisteri var.
Balassogloi, var. punctata (Turkestan) p. 215 f., elegantida (Cochin-
China) p. 221, Bramanl (ln(\\e\\) p. 222, Lucasii (Neu-Guinea) p. 274,
SolsJcyi (Malacca), Fauveli (ibid.) p. 275, elaphro'ides (Manilla), pretiosa
(Amaz.) p. 276; Dokhtouroff, Revue d'Entomol. I.
Caledonica tuherculata (= arrogans Montr. pro parte) p. 224,
5ava?/i (Noumea) p. 225, Myrmidon {OnvaU; Kanala) p 226; Fauvel,
Revue d'Errtomol. I.
Tetracha Morsii (Zanguebar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1882 p. 44.
Bericht über die Leistungen in der Naturgesciüclite
der Mollusken während des Jahres 1882.
Von
Prof. E. V. Martens^).
Allgemeines.
W. H. Dali gibt eine interessante Uebersicht über
die Arbeiten amerikanischer Conchyliologen, namentlich in
Beziehung auf Biologie und geographische Verbreitung, und
weist darauf hin, wie viel noch in Beziehung auf Kennt-
niss und Verständniss der Lebenserscheinungen, namentlich
bei den Meeresmollusken, zu thun sei. Adress before the
section of Biology of the American Association, Montreal
meeting 1882. Auszug im Nachrichtsblatt der Mal. Ge-
sellsch. S. 145-149.
G. W. Tryon schreibt ein neues Lehrbuch „structural
and systematic Conchology" vol. I Philadelphia, welches
als Einleitung zum Studium der Mollusken und namentlich
als eine, die allgemeinen Seiten der Conchylienkunde er-
läuternde Ergänzung seines speciellen Handbuchs dienen
soll. Es behandelt den äussern und anatomischen Bau die-
ser Thiere, die Struktur der Schale, die Lebensweise,
1) Iq dem folgenden Berichte bat Ref. mit wenigen kaum ver-
meidlicheu Ausnahmen die bisher von Prof. Troschel befolgte
systematische Anordnung beibehalten. Die neuen Arten sind cursiv
gedruckt.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Ed. ü
294 E. V. Martens: Bericht üb. d. Leistungen in der
Nutzen und Schaden für den Menschen, geographische und
paläontologische Verbreitung und gibt endlich praktische
Winke für das Sammeln von Conchylien.
G. Cattaneo tritt in einem eigenen Werke „Le co-
lonie lineari e la morfologia dei Molluschi" Mailand 1882.
420 Seiten mit II Tafeln (Biblioteca scientifica internatio-
nale Band 33) der Theorie entgegen, dass die Mollusken
in ähnlicher Weise wie die Gliederthiere und Wirbelthiere
aus einer Reihe hintereinander liegender Segmente bestehen,
die ursprünglich als besondere; unter sich gleichartige Ein-
zelwesen zu betrachten seien. Auszug im ^ool. Anzeiger
S. 682-84.
J. Brock weist im Bindegewebe der Mollusken, so-
wohl dem homogenen als dem fibrillären, Spuren von gros-
sen Zellen nach. Zool. Anzeiger S. 579 — 581.
J. Wood-Mason führt die Bezeichnung Feripodmm
für den Fusssaiim der Landschnecken ein, insofern derselbe
durch eine Furche begrenzt und immer reichlich mit Flim-
mer-Epithelium besetzt ist. Proceed. of the Asiatic Society
of Bengal 1882 No. III p. 60—61.
H. Simroth veröffentlicht Tabellen über die Kriech-
geschwindigkeit von 21 Arten europäischer Land- und Süss-
wassermollusken. Ueber das Nerveus,ystem und die Bewe-
gung der deutschen Binnenschnecken im Programm der
Realschule IL Ordn. in Leipzig. 1882.
Weitere Untersuchungen über die Verdauung bei ver-
schiedenen Tintenfischen, Schnecken und Muscheln von
C. Krukenberg in den Untersuchungen des physiologi-
schen Instituts in Heidelberg.
Vigelius hat seine Untersuchungen über das soge-
nannte Pankreas der Cephalopoden (Jahresber. für 1881
S. 478) in einem eigenen Werke : „Vergleichend anato-
mische Untersuchungen", Amsterdam 1881 mit 4 Tafeln,
veröffentlicht.
Em. Bourquelot macht die Resultate seiner Expe-
rimente über die Einwirkung der Verdauungssäfte der Ce-
phalopoden auf Stärkmehl und Zucker in den Comptes
rendus de l'Institut Band 95 S. 1174—1176 und mehr
ausführlich im Archive de la Zool. Experim. Band X Seite ,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 295
385—422 bekannt. Dieselben zeigen, dass nicht nur das
Sekret der Speicheldrüsen und des Pankreas, wie bei den
Wirbelthieren, sondern auch dasjenige der sogenannten Le-
ber der Cephalopoden Stärkmehlsubstanzen in Zucker um-
wandelt.
Krukenberg gibt einige chemische Notizen über
„Helicorubin" und über andere Farbstoffe in der Leber
von Helix pomatia. In seinen vergleichend-physiologischen
Studien Band II S. 63-69.
B. Ha Her beschreibt die Drüsen des Darmcanals von
Chiton und bezeichnet darunter die eine, welche von frü-
heren Autoren Schlundsack genannt wurde, als Zuckerdrüse,
weil ihr Sekret Stärkemehl in Zucker umwandelt. Arbeiten
des Zoologischen Instituts in Wien, Band IV S. 340--362.
Taf. 2-4.
J. Carriere besh'eitet die Existenz eines geson-
derten Wassergefässsystems in den Mollusken; es seien
Ausführungsgänge von Drüsen, welche für solche Gefässe
gehalten wurden. Biologisches Centralblatt Bd. I S.
677-683 und Arch. für Mikr. Anat. XXI S. 387—467
mit 3 Tafeln. Vergl. auch dessen Bemerkungen in den
Arbeiten des Zoologisch -Zootomischen Instituts zu Würz-
burg V S. 84 und 85.
W. Vignal veröffentlicht einige Bemerkungen über
den Bau des Nervensystems bei den Mollusken, Comptes
rendus de l'Institut Band 95 S. 249—251,- Auszug im
Journal of the microscopical Society (2) II S. 603.
B. Hall er beschreibt das Nervensystem der Murici-
den in den Denkschriften der Wiener Akademie XLV Seite
87 — 106 und dasjenige von Chiton in den Arbeiten des
zoologischen Instituts in Wien IV S. 324—340 Tafel 1
und 2.
H. Simroth beschreibt das Ober- und Unterschlund-
Ganglion von 16 Gattungen und 50 Arten europäischer
Land- und Süsswassermollusken in dem oben angeführten
Programm; ein französischer Auszug in dem Archives de
Zool. exp. X p. XLIX-LIV.
J. Chalin bespricht die histologischen Elemente der
296 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Nervenfasern von Unio, Comptes rendus de Tlnstitut Band
94 S. 1723-1726.
Das Auge von Spondylus [gaederopus L.] wurde von
S. J. Ricks on untersucht; es ist demjenigen von Pecten
ähnlich, aber kurz gestielt und sein Glaskörper viel schwä-
cher ausgebildet. Quart. Journ. of microscop. Science (2)
XXII S. 362—364 mit einem Holzschnitt.
Minot bespricht die Otolithen der Mollusken im ame-
rikanischen Journ. of Otology 1881.
H. Simroth ist der Ansicht, dass der Geruchssinn
bei den Landschnecken auf die ganze weiche Haut verbrei-
tet und namentlich um das Athemloch concentrirt sei; er
sieht eine Bestätigung hieftir in dem Auffinden einer dicken
Lage von Ganglienzellen in einer Furche zwischen dem
freien vorderen Mantelrande und dem Vorderende des Kör-
pers bei Parmacella Olivieri. Zool. Anzeig. S. 472—475.
L. Vi alle ton beschreibt ein engmaschiges Nerven-
geflecht in den Mantellappen von Unio und Anodonta zwi-
schen Mantellinie und Schliessmuskeln und betrachtet das-
selbe als einen eigenthümlichen Empfindungs -Apparat.
Comptes rendus de l'Institut Band 95 S. 461. Auszug in
den Annais of nat. bist. (5) X S. 336.
0. Taschenberg schildert die Grundzüge der Ent-
wicklung einiger Mollusken in seinen ,, Verwandlungen der
Thiere" 1882 S. 138-148 mit 8 Holzschnitten.
M. A. Schulgin hat die Entwicklung von Vermetus
beobachtet und dabei bemerkt, dass einige befruchtete Eier
amöboid werden und andere unbefruchtete Eier in sich
aufnehmen; etwas Aehnliches kommt auch bei den Eiern
von Nassa vor. Zool. Anzeig. S. 548— 550. (Vergleiche die
Beobachtungen von Koren und Daniel sen, Fauna litto-
ralis Norvegiae II 1856 an Bucciana undatum und Purpura
lapillus.)
M. Ussow veröffentlicht einige Bemerkungen über
die Entwicklung der Cephalopoden in den Archives de Bio-
logie II S. 553-635; Auszug im Journ. of thc microscop.
Society (2) II S. 328-330.
Die Entwicklungsgeschichte von Bithynia tentaculata
Naturgüschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 297
wird von P. B. Sarasin in den Arbeiten des zoologischen
Instituts in Würzburg VI S. 1—68, Taf. 1—7 beschrieben.
Ä. C. Haddon beschreibt die Dotterfurchung bei den
Nudibranchiaten und weist die Existenz einer Segelgrube
im Laufe ihrer Entwicklung nach, ähnlich derjenigen bei
den Pteropoden und Heteropoden; er schildert ferner die
ersten Entwicklungsstadien bei Janthina und den Ursprung
des Nervensystems aus paarigen Verdickungen des Epi-
blasts in Purpura lapillus und Murex erinaceus. Quart. Journ.
of the microscop. science (2) XXII S. 367—370, Taf. 31.
A. Kowalewsky schildert die ersten Entwicklungs-
stadien von Chiton Polii, die Bildung des Darmkanals, der
Fussdrüse des Nervensystems und der Schale, deren erste
Anlage von sieben Gruppen lebhaft gefärbter Zellen gebil-
det wird. Zool. Anz. S. 307—310.
B. Horst beschreibt die ersten Entwicklungsstadien
der europäischen Auster. Die Schalendrüse breitet sich nach
ihm sattelförmig auf dem Epiblast aus und sondert eine
dünne Cuticular-Schichte ab, welches die erste Anlage der
künftigen Schale ist. Die Schale der Bivalven ist also von
Anfang an eine unpaare Bildung und wird nicht von zwei
anfangs getrennten Seitenhälften gebildet. Quart. Journ. of
microscop. science (2) XXII S. 341—346 Tafel 27; auch
im Zool. Anzeig. 160—162.
J. A. Ry de r beschreibt die ersten Entwicklungsstadien
von Mya arenaria, namentlich die Dotterfurchung, entspre-
chend derjenigen der Auster und Anodonta, in Ferguson's
Report on the fisheries in Maryland 1881 appendix 4, und
im Amer. Naturalist XVI p. 911.
Bemerkungen über das Wachsthum der Schale von
T. Tullberg in den Abhandlungen der schwedischen Aka-
demie XIX No. 3.
Bemerkungen über die Embryonalschalen verschiedener
Schnecken von Dr. Jousseaume, Le Naturaliste IV No. 20
S. 158 und No. 23 S. 182 (Solarium, Purpura).
Folin zeigt durch Experimente, dass die ganze Schale
vieler Landschnecken für Luft durchdringbar ist, z. B. die-
jenige von Cyclostoma elegans; bei andern sind es nur be-
stimmte Theile der Schale, z. B. die Nabelgegend, bei
298 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistuugeü in der
noch andern nur der Deckel. Actes de la Societe Liuneenne
de Bordeaux Bd. XXXIV 1880.
H. Grabau erörtert noch einmal in einer eigenen
Schrift „Ueber die Spiralen der Conchylien", Leipzig 1882
mit 1 Tafel, die mathematischen Beziehungen der Schnecken-
schale und bestätigt, dass die von Naumann „Conchospirale"
genannte Curve nach Vereinfachung einiger Gleichungen
der einfachste Ausdruck für dieselbe ist.
A. Hyatt spricht die Vermuthung aus, dass die
Schwerkraft eine der Ursachen sei, welche die Unsymmetrie
in der Spirallinie der Schneckenschalen bedinge. Proceed.
of the Americ. Association XXIX Boston meeting 1881.
Einige kritische Bemerkungen darüber von W. Dali im
Americ. Naturalist XVI S. 878.
Sterki weist nach, dass bei der Schneckenzunge, so-
wohl die Grösse und Anzahl der Platten in einer Reihe, als
die x\nzahl der Spitzen an derselben Platte mit dem Alter
zunimmt. Seine Beobachtungen sind an halberwachsenen
und erwachsenen Hyalina cellaria, Draparnaldi und glabra
gemacht. Nachrichtsblatt der malak. Gesellsch. 1882 S.
172—178. Aehnliches beschreibt Birgithe Esmark bei
einigen Limax im Nyt Magazin for Naturvidenskaberne,
Christiania XXXVIl S. 92-95 Fig. 3—5.
S. Clessin gibt in Weissmann' s Schrift „Ueber die
Dauer des Lebens", S. 79 — 81, einige Angaben über die
Lebensdauer der Mollusken : Vitrina lebt nur 1 Jahr, Cyclas
und Pisidium 2, Hyalina, Succinea, Limnaea, Planorbis und
Ancylus sind in 2 — 3 Jahren ausgewachsen, Helix und Pa-
ludina in 2—4, Pupa, Bulimus und Clausilia sind auch in
2 Jahren ausgewachsen, aber leben dann vermuthlich
durchschnittlich noch länger als die vorigen, da man viel
häufiger ausgewachsene lebende Schalen findet, als unaus-
gewachsene; Anodonta dagegen wächst 12—14 Jahre lang.
M. Rouzaud zeigt, dass Landschnecken Wasser nicht
nur durch die Oberfläche des Fusses aufnehmen, sondern
auch in beträchtlicher Quantität direkt durch den Mund;
er nimmt an, dass der Schleimüberzug des Körpers sie
gegen zu starke Wasserverdunstung schützt. Association
Fran^aise 9 session, Rheims 1880 p. 713—715.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 299
R. P. Whitfield hat beobachtet, dass Limnaea me-
gasoma in Gefangenschaft anscheinend ohne Begattung Eier
legt und dass die daraus in Gefangenschaft erzogene Ge-
neration unfruchtbar blieb und der Zwitterdrüse ermangelte,
was er anatomisch feststellt. Bull, of the Americ. Mus. of
Natural History, Central-Park New-York I, No.2 S. 29— 87
Taf. V.
F. d'Arruba Furtado hat ebenfalls bei 10 Exem-
plaren einer Vitrine von den Azoren keine Geschlechtsor-
gane auffinden können und vermuthet, es möchten Bastarde
sein. Ann. of Nat. Eist. (V) IX S. 397-399.
0. Böttger zählt die ihm bekannten rechtsgewunde-
nen und Albino-Exemplare von Clausilien auf. Nachrichtsbl.
der Mal. Gesellsch. S. 36—43. Albino-Exemplare von Hya-
lina niteus und Helix sericea, Riemeuschneider und Merkel
ebenda S. 124 u. 125, von Helix fidelis Wetherby Journ.
of the Cincinnati-Society of Nat. Hist. IV Oct. 1881. Kin-
kelin hebt das häufigere Vorkommen von Albinos bei Land-
schnecken auf Hornblende-Schiefer hervor. Nachr. d. Mal.
Ges. S. 7-11.
Von Ktister's Conchyliencabinet, fortgesetzt von Ko-
beltund Weinkauff, sind die Lieferungen 314—319 erschie-
nen. Sie betreffen die Gattungen Mactra, Litorina, Ancy-
lus, Planorbis, Buccinum, Lithophaga (Lithodomus) und
Navicella und sind von Weinkauff, Clessin, Kobelt,
Dunker und v. Martens bearbeitet.
Von Sowerby's Thesaurus Conchyliorum ist Lieferung
37 und 38, der Anfang des 5. Bandes erschienen, sie ent-
halten die Gattungen : Latiaxis, Fasciolaria, Haliotis, Siga-
retus und Janthiua. Die Behandlung ist dieselbe wie bisher.
Von Tryon's Manual of Conchology ist der 4. Band
Abtheilung 1 und 2 erschienen, die Familien Nassidae,
Turbinellidae, Volutidae und Mitridae enthaltend und in
ähnlicher Weise bearbeitet wie die früheren. Kritische
Bemerkungen über diese und die früheren Theile von Ko-
belt im Jahrbuch der mal. Gesellsch. IV S. 51—67 und
von Dali im Am. Naturalist XVI S. 874—876.
Paul Fischer hat eine 4. und 5. Lieferung seines
sehr empfehlenswerthen Manual de Conchyliologie heraus-
300 E. V. Mar teils: Bericht üb. die Leistungen in der
gegeben. Dieselben enthalten zunächst noch Anweisungen
zum Sammeln und Bemerkungen über die Nomenclatur,
sodann die spezielle Bearbeitung der Cephalopoden, Pte-
ropoden und Lungenschnecken. Die Behandlung ist eine
ähnliche wie in dem bekannten Handbuche von Woodward,
nur etwas ausführlicher, namentlich bei den Landschnecken.
Der beigegebene Atlas von 23 Tafeln in gr. 8^ enthält
Repräsentanten der Schalen aller wichtigeren Gattungen
und ist bereits vollständig erschienen; die Tafeln sind
dieselben wie in dem bekannten Werke von Woodward.
Von C. Semperas Reisen im Archipel der Philippi-
nen ist das 6. Heft der Landmollusken erschienen, den
Schluss der Monographie von Onchidium enthaltend.
W. Kobelt beginnt eine neue Folge von Rossmäss-
1er 's Iconographie (Band I Heft 1 u. 2), worin zahlreiche
neuerdings aufgestellte Arten von Daudebardia, Hyalina
und Helix aus Europa, Westasien und Nordafrika, theils
nach Originalen beschrieben und abgebildet, theils aus
den Originalwerken copirt sind.
Geographische Verbreitung.
Land- und SüsswassermoUusken. H. Jordan be-
spricht die Verhältnisse des Vorkommens von Landschne-
cken zur geognostischen und physikalischen Beschaffenheit
des Bodens und hebt namentlich hervor, dass einige Arten
an der Nordgrenze ihres Vorkommens auf Kalkboden be-
schränkt, anderswo über verschiedene Bodenarten verbrei-
tet seien, während andere, mehr nordische, feuchtigkeits-
liebende Arten den Kalkboden vermeiden. Zu den erste-
ren gehören Helix strigella, rufescens und pomatia, zu den
letzteren Helix ruderata, holoserica und Balea perversa.
R. Stearns bespricht einige „circumboreale" (cir-
cumpolare) Arten von Süsswasserschnecken. Proc. of the
Californ. Acad. 20. November 1882.
Norwegen. Birgithe Esmark zählt 25 Land- und
10 Süsswasserschnecken, darunter 6 Limnaea- Arten auf,
welche Schneider im nördlichen Norwegen, die meisten
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 18S2. 301
bei Tromsö, gesammelt hat, mit Angaben über die geo-
gnostisclie Unterlage. Tromsö Museum's Aarsliefter V p. 98
— 104. Ebendieselbe veröffentlicht Verzeichnisse von Land-
und Süsswassermollusken aus verschiedenen Gegenden des
mittleren und südlichen Norwegens, namentlich auf Kalk-
und Lehmboden, mit Bemerkungen über einzelne Varietäten.
Nyt Magazin for Naturvidenskaberne XXVII S. 77—110
und eine Liste der aus Norwegen bekannten Pisidien (10
Arten) und Sphaerien, Malak. Bläster (II) V S. 1—6.
(jrossbrittannien. Zahlreiche Lokalverzeichnisse aus
Grossbritannien finden sich im Journal of Conchology Band
III, worunter hervorzuheben dasjenige von W. Baillic über
Land- und Süsswassermollusken von Sutherland und Caith-
ness (nördlichstes Schottland), wornach Helix arbustorum
dort die häufigste Art, oft in Gesellschaft mit Helix horten sis,
Unio margaritifer in mehreren Flüssen, Helix ericetorum
nur an einer Lokalität u. s. w. S. 297 — 299. Ferner
eine Liste der englischen Süsswasserschnecken mit Fund-
ortsangaben aus der Sammlung der verstorbenen R. Mac
Andrew S. 380—384; die übrigen betreffen Yorkshire,
Bristol und Sussex.
Nord- und Mitteldeutschland. F. R. Bor eher ding
veröffentlicht Beiträge zur Molluskenfauna des nordwest-
lichen Deutschlands, worin er namentlich die von ihm in
Hannover, Oldenburg, Westphalen und Ostfriesland beob-
achteten Arten aufzählt. Mal. Blatt. (II) V S. 83—109.
C. Arnold führt 51 Land- und 46 Süsswasser- Arten
aus Lübeck auf, Arch. des Ver. der Fr. d. Naturgesch. in
Mecklenburg XXXVI S. 1-13.
Schumann gibt Nachträge und Berichtigungen zu
seiner Aufzählung der Binnenmollusken von Danzig (Jah-
resber. für 1880 Seite 334), Schriften der Naturf, Gesellscb.
zu Danzig. (II) V Theil 4.
65 Arten von Süsswassermollusken aus der Mark
Brandenburg sind von 0. Reinhardt im amtlichen Be-
richt über die internationale Fischereiausstellung, welcher
1881 erschien, Abth. IV S. 20-22 aufgeführt.
Bemerkungen über seltenere Arten aus Schlesien, na-
mentlich Helix transylvanica Ziegl. = fuscaBielz, Planorbis
302 E. V. Marteus: Bericht üb. die Leistungeu in der
vorticulus, Bythinella Scholzii und Vitrina elongata, von
E. Merkel, Nachrichtsbl. der Mal. Ges. S. 64, 67 u. 125.
J. Ulicny zählt die Land- und Süsswassermollusken
Mährens in einem tschechisch geschriebenen Programme
des Gymnasiums in Brunn auf.
Nachträge zur einer früheren Liste der Mollusken des
Eichsfeldes (südwestlich vom Harz) mit Angaben über die
Zahlenverhältnisse einiger Arten von Clausilia von Böttger
im Nachrbl. d. Mal. Gesellsch. S. 150.
Diemar führt 38 Arten Landschnecken von Zieren-
berg bei Cassel auf, worunter Azeca Menkeana, Cyclostoma
elegans und Acme polita. Ebenda S. 11—18.
Beobachtungen über das Vorkommen einiger Land-
schnecken im Taunus, namentlich die relative Häufigkeit
von Albinos auf Hornblende-Schiefer von Kinkelin ebenda
S. 7 — 11, Helix personata im Taunus, Heusler ebenda
S. 101.
George Servaiu, ein Anhänger der neuen Bour-
guignat'schen Schule, veröffentlicht „Histoire des Mollusques
Acephales des euvirons de Francfort^' Poissy 1882. 68
Seiten 8^, worin er 6 Arten von Sphaerium, 4 Pisidium,
15! Unio. und 26! Anodonta, darunter 12 neue Arten be-
schreibt.
Einige Beobachtungen über seltenere Arten bei Frank-
furt von Goldfuss im Nachrichtsbl. der Mal. Gesellsch.
S. 81—86.
Frankreich. Arn. Locard gibt in seinem „Catalogue
general des Mollusques vivauts de France" Lyon und Pa-
ris 462 Seiten gr. 8 ^ eine neue Aufzählung aller bis dahin
in Frankreich beobachteten und unterschiedenen Arten,
mit Angabe ihrer Verbreitung. Eine besondere Bedeutung
erhält das Buch dadurch, dass in einem Anhang eine An-
zahl der Arten der neuen Schule, die nur in kleinen, schwer
zugänglichen Schriften, oder noch gar nicht beschrieben
waren, bekannt gemacht werden. — Derselbe gibt als 3.
bis 5. Theil seiner „Contributions ä la faune malacologi-
que fraucaise" in den Annales de la Societe Linneenue de
Lyon XXIX (auch besonders erschienen) eine Monographie
der Gattung Lartetia, Angaben über das neuerdings beob-
Naturgeschichte der Molluskeu während des Jahres 1882. 303
achtete Vorkommen südlicherer Arten in der Umgebung
von Lyon und geographisch - systematische Bemerliungen
über die französischen Helix- Arten aus der Gruppe H. ne-
moralis.
E. Benoist, Ueber einige Süsswasserschuecken von
Bonzac in den Actes de la Soc. Linn. de Bordeaux Band
35 proces verbaux p. XXXIl.
Coutagne, Lokalverzeichnisse aus der Provence un-
ter dem Titel: Notes sur la faune malacologie du bassin
du Rhone I 1881.
Alpen. Bemerkungen über die Schueckenfauna von
Mittenwald, Bayrische Alpen, von E. v. Martens in Nachr.
d. Mal. Ges. S. 113—118.
Beiträge zur steyrischen Clausilienfauna von H. Tscha-
peck ebenda S. 20—25.
Nachlese zum Verzeichniss der Mollusken aus dem
Ahrenthal von Clessin Mal. Blatt. (II) V 152. 33 Land-
schnecken und 2 Süsswasserarten aus der Umgegend von
Toblach, Botzen und Arco von Böttger im Nachrbl. d.
Mal Ges. S. 18—20 und interessante Angaben über das
Vorkommen von Clausilia Funki, Gredleriana und Leto-
chana im Valfondo, Ampezzothal, von V. Gredler ebenda
S. 131—135, vgl. unten.
P. Pavesi gibt einige Bemerkungen über Mollusken
aus dem See von Toblino in Südtyrol in den Atti de la So-
cieta Italiana di Scienze naturali XXV S. 143 und C. Bo-
nardi eine Liste der Land- und Süsswasserarten von Val
Intelvi, zwischen dem Comer- und Luganersee, ebenda S.
147—162 und ein fast gleichlautendes von 22 Land- und
8 Süsswasserarten an und in dem kleinen See von Piano
(zwischen Menaggio und Porlezza) in Bell, scientifico Pavia
No. IV Dez. 1882.
Spanien. Kobelt schildert in sehr anschaulicher
Weise die Ergebnisse seiner malakologischen Exkursionen
in den Umgebungen Barcelona, Tarragona, Valencia, Car-
tagena, Gibraltar, Malaga und Granada. Im Jahrb. d.
malak. Ges. IV S. 73-90 und S. 143—170. — Neue Ar-
ten von Patula und Pupa aus Jaen in Andalusien von Cles-
sin in den Mal. Blatt. (II) V S. 187-188 Taf. 4.
30 J: E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Italien. M. Lessona und C. Pol Ion er a veröffent-
lichen eine Monographie der italienischen Nacktschnecken
mit besonderer Berücksichtigung ihrer geographischen Ver-
breitung. Mehr als ein Dutzend Arten sind eigenthümlich
für Italien; Arion rufus kommt südlich von den Alpen
nur acclimatisirt vor, die ganze Gattung Arion fehlt auf
den Inseln. Amalia gagates ist an den Mittelmeerküsten
allgemein verbreitet. Memorie della R. Accademia di To-
rino (II) XXXV 73 Seiten 3 Tafeln.
Aug. Statut! zählt 96 Land- und 55 Süsswasser-
conchilien aus der Provinz von Rom auf. Bull, de la Soc.
Malac. Italiana VIII S. 1—128 und P. Hesse 12 Arten
Landschnecken von Brindisi Jahrb. der Malak. Ges. IX
S. 284, 285.
Marchesa Paulucci veröffentlicht eine sehr aus-
gearbeitete Zusammenstellung von 86 Land- und 41 Süss-
wasserconchylieu der Insel Sardinien, worunter mehrere
neue, mit kritischen Bemerkungen, auch über einige an-
dere italienische Arten. 31 Arten scheinen der Insel eigen-
thümlich, manche sind mit Corsika gemeinschaftlich, viele
über ganz Südeuropa verbreitet. Hervorzuheben ist Helix
Caroti, eine nahe Verwandte der corsikanischen Helix Ra-
spailii. Bull. d. 1. Soc. Mal. Ital. VIII S. 139-381 T.1-9.
L. Benoit verzeichnet 266 Arten aus Sicilien in sei-
nem „Nuovo Catalogo delle conchiglie terrestri e fluviatili
della Sicilia, Messina", 146 S.
Süd-Osteuropa. A. W immer, 21 Land- und 7 Süss-
wasserarten aus Istrien und Dalmatien, Verh. d. zool. bot.
Gesellsch. in Wien XXXII 263, 269: Neue Fundorte klei-
ner Landschnecken aus Krain, Istrien und Dalmatien. Bött-
ger, Nachrichtsbl. Mal. Gesellsch. S. 178—180.
5 Arten und 10 Varietäten von Succinea aus der
Umgegend von Pesth, J. Fitzgerald, Journ. of Conchology
m S. 247.
13 Arten von Unio und 11 von Anodonta aus Serbien,
davon 13 allgemein europäisch, bei H. Drouet, Unionidae
de la Serbie, Paris, 40 S.
Paul Hesse schildert malakologische Exkursionen
in Attika, sowie auf den Inseln Syra, Tinos, Zante und
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 305
Corfu, wo er 71 Land- und 8 Süss wasserarten gesammelt
hat. Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S. 283-336. Neue Nackt-
schnecken von dort durch ihn und Böttger beschrieben.
Nachrichtsbl. Mal. Ges. S. 96—101.
Africa. R. Greeff, 17 Arten Landschnecken, darun-
ter einige neue, von der Insel St. Thome, Zool. Anzeiger
S. 516— 521. Die von Major v. Mechow und Dr. Buch-
nei in Angola und an der Loango-Küste gesammelten Ar-
ten, 17 Land- und 9 Süsswassercouchylien, alle von tropisch-
afrikanischem Charakter, aufgezählt von E. v. Martens,
Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S. 243—250.
33 Land- und 4 Süsswassercouchylien, worunter Me-
lania tuberculata, von G. Revoil im Somali-Land gesam-
melt, von J. R. Bourguignat bearbeitet in des ersteren
„Faune et Flore des pays Qomalis" 108 S. mit 4 Taf. Die
Gattung Helix ist durch 5 Arten aus der Gruppe der Pi-
sana vertreten, dann finden sich noch einige kleine Limi-
colarien, mehrere Bulimus aus der Gruppe Petraeus und
eine Anzahl von Cyclostomiden, nächstverwandt mit Oto-
poma und Lithidion, auf welche der Verfasser 3 neue Gat-
tungen gründet. Die verwandten Arten aus Sokotra und
Südarabien werden auch aufgeführt. Einige Bemerkungen
über dieselbe Sammlung von C. F. Ancey im Naturalista
Siciliano I No. 9 1882.
Ostafrikanische Nacktschnecken von F. D. Heyne -
mann, Nachrbl. d. Mal. Gesellsch. S. 180—184.
Bemerkungen über Paramelania aus den grossen afri-
kanischen Seen von Edgar Smith, Nature, Bd. XXV No.
036 S. 318.
A. Morelet führt 16 Land-, 5 Süsswasser- und 7
Brackwassermollusken von der Insel Mayotte (Comoren),
darunter manche neue, auf. Journ. de Conchyliologie XXX
S. 185-200 Taf. 10.
Edgar Smith bearbeitete die Binnenmollusken von
Madagaskar nach den Sammlungen, welche W. Johnson
bei Antanarivo und im Nordwesten, W. D. Cowan [und
M. Hildebrandt] bei Betsileo, mehr im Süden, gemacht
haben. Es sind 5 Arten gedeckelte, 10 ungedeckelte Land-
schnecken, 11 Süsswasserschnecken und 4 Süsswassermu-
SOG E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
schein; mit Ausnahme von Helix barakporensis und Limo-
sina ferruginea sind alle der Insel Madagaskar eigenthüm-
lich. Proc. of the Zool. Sog. S. 375—389 Taf. 21 u. 22. —
Zehn Land- und zwei Süsswasserschnecken von Marovare
im östlichen Madagaskar beschreibt Mousson, Journ. de
Conchyliologie XXX S. 37 — 48. — Dohrn behandelt die
Nanina - Arten von Madagaskar, 4 bekannte und 6 neue,
Jahrb. d. Malak. Gesellsch. IX S. 370—377. — Zwei neue
Landschnecken ebendaher Crosse und Fischer, Journ.
de Conch. S. 324, 325.
Asien. Briefliche Notiz der Gebrüder Aur. und Arth.
Krause über einige Arten von der asiatischen Seite der
Beringsstrasse. Nachrichtsbl. der Mal. Gesellsch. S. 43, 44.
H. Dohrn führt 11 Landschnecken auf. welche Ha-
berhauer auf den Bergen Ha s rat Sultan südöstlich
von Samarkand gesammelt hat ; neben mehreren, schon
durch Fedtschenko bekannten, finden sich darunter auch
einzelne Arten, die bisher nur von Kurdistan und dem
nördlichen Syrien bekannt waren, und ein neuer Zonites.
Jahrb. der Malak. Gesellsch. IX S. 115—120.
24 Land- und Süsswasserschnecken von Regel, Prze-
walski und v. Potanin an beiden Abhängen des Tian-
schan und in der östlichen Mongolei gesammelt sind von
E. V. Martens in den Memoirs de l'Academie Imp. de
St. Petersbourg, Bd. XXX No. 11 65 S. 5 Tafeln bear-
beitet. Varietäten von Limnaea stagnalis und auricularia
finden sich noch im Flusse Tarim, eine Form von Lim-
naea plicatula Bens, im See Kukunov. Centralasien ist
reich an Helix-Arten, welche sich an die Gruppe Frutici-
cola anschliessen, an Buliminus. Succineen und Limnaeen.
Darin stimmt es mit der allgemeinen palaearktischen Fauna,
namentlich mit den mehr nördlichen, circumpolarcn For-
men derselben; dagegen fehlen ihm manche Gattungen,
welche mehr für Südeuropa charakteristisch sind, nament-
lich Clausilia. Eine Liste aller bekannten Arten vom Al-
tai bis Ladak und von Kokand bis an die Grenze des
eigentlichen China findet sich S. 49, 50.
Weitere Angaben über centralasiatische Landschne-
cken, welche A. Kuschackewitz in den Berggegenden
Naturgeschichte der Molhiskeu während des Jahres 1882, 307
von den Seen Alakul und Issikul bis zur Hochebene Pa-
mir gesammelt hat von ebendemselben in den Sitzungs-
ber. Naturf. Freunde in Berlin 1882 S. 103—107.
Neue Landschnecken von Inkiapo in China, nahe der
Grenze von Tibet beschreibt Ancey in Le naturaliste IV.
Bd. 1882 No. 6, 8 und 15, S. 44, 59 und 119, sowie Böttger
im Nachrichtsbl. d. Mal. Gesellsch. B. 69.
P. M. Heu de veröffentlicht unter dem Titel: „Notes
sur les mollusques terrestres de la vallee du fleuve bleu"
(Memoires concernant Thistoire naturelle de l'Empire chi-
nois par des peres de la compagnie de Jesus, II cahier)
Chang-hai 87 S. 10 Taf. 4^ eine eingehende Bearbeitung
der Landschnecken des mittleren Chinas, namentlich der
Provinzen Hupe, Honan, Kiangsi, Nganhoue und Kiangsu,
mit genauen Fundortsangabeu und vielen neuen Arten.
Die Abbildungen, in China selbst von einem Freunde des
Verfassers gezeichnet, verdienen alle Anerkennung. Einen
Auszug daraus und Bemerkungen dazu gibt Crosse, Journ.
de Conchyliologie XXX S. 134—137.
V. Gr edler stellt die bis jetzt bekannten Binnen-
mollusken China's zusammen, 141 Land- und 27 Süsswas-
serarten, worunter einige neu, Malak. Blätter (II) V S. 165—
187. Ebenderselbe veröffentlicht Nachträge zu einer frü-
heren Arbeit über die Schnecken der Provinz Honan (Jah-
resber. für 1881 S. 474) und ein Verzeichniss von 9 Arten
aus der Provinz Schautung. Jahrb. d. malak. Gesellsch.
IX S. 38—50. In beiden Arbeiten sind dieselben neuen
Arten beschrieben.
0. V. Möllendorff gibt eine kritische Uebersicht
der gedeckelten Landschnecken von China, 32 Arten. Jahrb.
d. malak. Gesellsch. IX S. 251—278 und 337—336.
Bemerkungen über Süsswasserschnecken um Ningpo
von A. Fauvel in den Memoires de la sociöte des Scien-
ces naturelles de Cherbourg (II) XXIII 1881 S. 179-181
und S. 197.
Neue Landschnecken aus den Provinzen Guangdung
(Kanton) und Futschien sowie der Insel Hainan von 0.
V. Möllendorff, Jahrb. der Malak. Gesellsch. IX S. 179
—188.
308 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
33 Landschnecken aus Hongkong von Eastlake Proc.
of the Academy of Nat. Sciences at Philadelphia 1882 II
S. 231-236.
23 Japanische Clausilien, worunter 12 neu, beschreibt
0. V. MöUendorff Journ. of the As. Soc. of Bengal Bd. 51
Theil II S. 1—13 Taf. I Fig. 1-10.
H. H. Godwin-Austen beginnt ein neues Werk:
„Land- and Freshwater Mollusca of India", als Ergänzung
zu Theobald's und Hanley's Conchologia Indica. Bis jetzt
sind zwei Theile publizirt, 65 S. Text in 8« und 12 Ta-
feln in 40. Sie enthalten die Gattungen Kaliella, Micro-
cystina, Cryptosoma, Sitala, Sagdinella, Anadenus und Hya-
liraax, conchologisch und anatomisch behandelt.
Derselbe veröffentlicht im Journal of the Asiatic So-
ciety oF Bengal Bd. 51 Theil 2 S. 68—72 Taf 5 einige
Zeichnungen des verstorbenen Stoliczka, welche Thiere
von Nanina darstellen.
Australien. Edgar Smith gibt eine sehr schätzbare
Zusammenstellung aller bekannten und vieler neuen Süss-
wassersch necken von Australien, die sich folgendermassen
auf einzelne Gattungen vertheilen: 11 Melania, 9 Vivipara,
1 Larina, 4 Bithinia, 1 Gabbia, 1 Paludinella, 1 Amni-
cola, 1 Tatea, 6 Hydrobia, 11 Limnaea, 52 Physa, 1 Ph}^-
sopsis, 6 Planorbis, 2 Segmentina, 1 Ancylus, 11 Neritina,
1 Navicella, 8 Corbicula, 4 Sphaerium, 3 Pisidium, 17 ünio
und 1 iNlycetopus; 14 Arten werden als fälschlich aus
Australien angegeben ausgeschieden. Journ. of the Lin-
nean Soc. XVI S. 255-317 Taf. 5-7. - R. Täte veröffent-
licht eine ähnliche Zusammenstellung mit nahezu denselben
Artenzahlen, doch noch dazu 1 Gundlachia, 1 Valvata, 2
Pomatiopsis, 2 Assiminea, 1 Batissa, 10 Cyrena und 2
Alasmodon in Journal of the Linnean Society of New
South Wales VI S. 552—569. — Bemerkungen über einige
Süsswasserarten aus Ncu-Süd- Wales von Brazier ebenda
VII S. 83, 86.
Anatomische Notizen über neuseeländische Land-
Schnecken, systematische über die Ilydrobiinen und einige
Süsswassermuscheln von dort gibt F. W. Hutton in den
Transacti(»nsof the New Zealand Institute XIV S. 143—160,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 309
Taf. 1, 5. — 18 Arten neuseeländischer Süsswassermol-
lusken aus den Gattungen Aplexa, Planorbis, Latia, Me-
lanopsis, Hydrobia (Potamopyrgus), Pisidium und Unio von
ebendemselben in Proeeed. of the Linnean Soc. of New
South Wales VII S. 67, 68.
Nordamerika. A. G. Wetherby setzt seine Betrach-
tungen über die geographische Vertheilung der Stisswas-
ser-Conchylien in Nordamerika fort: er unterscheidet A)
Die nordische circumboreale Fauna, hauptsächlich durch
die Gattungen Limnaea, Physa, Planorbis und Anodonta
gebildet, wesentlich Bewohner stehenden Wassers. B) Die
in Nordamerika weit verbreiteten Unionen, von Maine bis
an die mexikanische Grenze und von New York bis Ore-
gon. C) Die dem steinigen Grund reissender Flüsse eigen-
thümlichen Strepomatiden (Melaniiden), zahlreich östlich
vom Mississippi, sehr wenige im Westen desselben. D) Die
für den Ohio charakteristischen Unio-Arten, theilweise bis
Texas verbreitet. E) Eine Reihe südlicherer Unionen, zwi-
schen Ohio und Tennessee, dem Mississippi und den Ap-
palachen zu Hause. Er hebt dabei hervor, dass überhaupt
in den Berggegenden verhältnissmässig viel mehr eigen-
thümliche Arten, d. h. solche von enger geographischer
Verbreitung, vorkommen als im Flachland, weil die Exi-
stenzbedingungen daselbst manchfaltige und daher den
Kampf ums Dasein kräftiger zur differenzirten Anpassung
an bestimmte lokale Verhältnisse hindrängt, als in der
mehr gleichförmigen Ebene. Silliman's American Journal
of Science and Art (3) XXIII S. 203-212. (Das Letztere
gilt auch für Europa und die andern Erdtheile, Ref ) — Be-
merkungen hiezu von R. Elsworth Call im American
Naturalist XVI S. 400—402. — Auch R. Stearns gibt
interessante Bemerkungen über die Vertheilung von Ano-
donta und anderer Süsswasser-Conchylien nach Raum und
Zeit im westlichen Nordamerika, Proeeed. of the Califor-
nian Academy of sciences Novemb. 20. 1882.
Die von Art h. Krause in Oregon, Montana, Dacota
und Minnesota gesammelten Landschnecken, worunter einige
neue Varietäten, aufgezählt von E. v. Martens, Sitzungs-
ber. d. Nat. Freunde in Berlin S. 138—141.
Archiv für Naturgesch., XLTX. Jahrp. 2. Bd. V
310 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
30 Süsswasserconchylien, meist Unionen und 10 Land-
schnecken von Fremont coiinty in Jowa aufgeführt von
Professor Call in seiner „History of Fremont County*'
1880. Der Nishnabotna-FIuss im südwestlichen Jowa ist
der westlichste Fundort von Unio pressus, ebenderselbe
Am. Naturalist XV S. 392.
Bemerkungen über die Binnenraollusken von Saltville
in Virginien von Lesley und Trj^on Proc. Acad. of Nat.
Sciences Philadelphia XIX p. 155 und über Landschnecken
von den Roan Mountains in Nord- Carolina von Wether-
by in Journ. of the Cincinnati Soc. of Nat. History IV
Dez. 1881.
Mittelamerika. H. Strebel hat zusammen mit G.
Pfeffer den 5. Theil seiner „Beiträge zur Kenntniss der
Fauna mexikanischer Land- und Stisswasserconchylien"
herausgegeben, 144 S. 19 Tafeln 4^, und damit das ver-
dienstliche Werk abgeschlossen. Die Gattungen Orthalicus,
Bulinuilus, Opeas, Spiraxis, Subulina mit einigen Verwand-
ten und endlich Vaginulus bilden den Inhalt dieses Thei-
les. Auch hier sind die genauen Schalenbeschreibungen
von Strebel mit zahlreichen anatomischen Untersuchungen
von Dr. Pfeffer verbunden, von den sehr zahlreichen und
schönen Abbildungen besteht ein Theil aus Photographien.
Lechmere-Guppy führt 14 deckellose und 2 ge-
deckelte Landschnecken von der Insel St. Vincent auf,
darunter Bulimus oblongus, Proc. of the Scientific Associa-
tion of Trinidad XII 1881 — 1882; die Namen auch im Jour-
nal de Conchyliologie XXX p. 368.
Südamerika. Dunker führt einige neue Landschne-
cken von Neu -Granada, Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S.
377—380 und Dohrn solche von Para in Brasilien, ebenda
S. 97-114, auf
Einige von v. Jhering bei Taguara del mundo novo,
Provinz Rio grande do Sul, gesammelte Süsswassermollus-
ken beschreibt Clessin in den Mal. Blatt. (II) S. 188—
191 Taf. 4 Fig. 5—7.
Meermolluskeii. Eismeer. H. Friele behandelt 34
Arten und einige Varietäten von Bucciniden, welche von
der Norwegischen Expedition in den Jahren 1870—1878
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 311
bei Spitzbergen, Jan Mayen, Island und an den Küsten
des nördlichsten Norwegens gesammelt wurden, mit sehr
interessanten Beobachtungen über ihre Verbreitung und
Variabilität. Das ächte Buccinura undatum findet sich noch
in den Fjorden des nördlichsten Norw^egens, zusammen
mit specifisch hochnordischen Arten, wie B. Grönlandicum.
Norske Nordhavs Expedition, Zoologi I Buceinidae 38 S.
6 Taf.
Bemerkungen über Mollusken aus dem Varanger-Fjord
von Pouch et und de Guerne in den Comptes rendus
de l'Institut Band 95 S. 1230--1232, über solche aus dem
KvainangS' Fjord von J. Sp. Schneider in Tromsö Mu-
seum's Aarshefter IV 1881.
45 Arten von Mollusken (ohne Bivalven) im Eismeer
zwischen Spitzbergen und Nowaja Semlja auf den Fahr-
ten des holländischen Schiffes Willem Barents aufgefun-
den, verzeichnet Th. W. van Lidth de Jeude im Nie-
derländischen Archiv f. ZooL, Supplement I, Theil 3.
Nordsee. Ein Verzeichniss der englischen Meercon-
chylien in der Sammlung des verstorbenen Robert Mac-
Andrew gibt Cooke im Journ. of Conchology TU S. 340
—379; einige Arten von Weston-super mare, Clevedon und
Burnham erwähnt Cundall ebenda S. 267.
P. Pelsener führt eine Anzahl weniger häufiger
Conchylienarten von der belgischen Küste auf, Bulletin de
la Societe Malacologique de Belgique Bd. 16.
Ostsee. 17 Arten von Muscheln, 24 Gastropoden und
1 Cephalopod aus Travemünde aulg;eführt von C. Arnold
im Archiv des Ver. d. Freunde d. Nat. in Mecklenburg
XXXVI S. 14—16, einige marine Arten von Dars in Pom-
mern von E. Fried el im Nachrichtsbl. d. Malak. Ges.
S. 87.
Südeuropäische Meere. Jeffreys führt die Denta-
liiden, Chitoniden, Patelliden, Fissureliden und Calyptraei-
den auf, welche im atlantischen und mittelländischen
Meer während der Expeditionen der Schiffe Lightning und
Porcupine 1868 — 1870 gesammelt wurden und gibt einige
Nachträge zu seinen früheren Arbeiten über die Ausbeute
3l2 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
dieser Expeditionen. Proc. of the Zool. Sog. London S. 656
—687 Taf. 49, 50.
P. Fischer berichtet über die Conchylienausbeute
der französischen Expedition des „Travaillenr" an den
südwestlichen Küsten von Europa und im westlichen Mit-
telmeer; 120 Arten sind in Tiefen von 555 — 2660 gefun-
den worden, aber nur etwa 30 davon sind den grösseren
Tiefen eigenthümlich. Eine Anzahl derselben war bis jetzt
nur fossil aus dem Pliocaen bekannt ; alle Tiefseearten des
Mittelmeeres scheinen auch im atlantischen Ocean vorzu-
kommen, aber die arktischen Formen, welche in den gla-
cialen Ablagerungen Schwedens und Grossbrittanniens vor-
kommen, existiren nicht mehr lebend im Mittelmeer, ob-
wohl sie dort während der späteren Pliocaen-Periode (Ab-
lagerungen von Ficarazzi) häufig waren. Rapport sur les
travaux de la commission chargee d'etudier la faune sou§-
marine dans les profondeurs de la M^diterrannee et de
rOcean Atiantique (Archives des Missions scientifiques et
Ijtteraires (3) IX) 1882. Auszüge davon in den Comptes
rendus de l'Institut Vol. 94 No. 17 April 1882 S. 1201—
1203 , im Journ. de Conch. XXX S. 49-53, 246 u. 247,
273—276 und in den Annais of Nat. History (5) IX S. 37—
41 und 477-489; auch in Le Naturaliste IV No. 16 S. 121.
Jeffreys berichtet über 36 Arten von Meerconchy-
lien, welche von dem italienischen Dampfer Washington
1881 an der Westküste von Italien und Sicilien aus Tiefen
von 32—1970 Faden heraufgebracht wurden, einige davon
sind neu, oder waren auch früher nur als fossil bekannt.
Annais of Nat. History (5) X S. 27—35. Vorläufige Nach-
richt über die Ausbeute dieser Expedition auch von Gi-
glioli, Annales des Sciences Naturelles (7) XIII Art. 6.
J. H. Hidalgo hat den 17. Theil seiner .,Moluscos
marinos de Espana, Portugal y las Baleares" mit 4 Tafeln
herausgegeben, worin die Gattungen Pecten, Cardium,
Chama, Saxicava, Clavagella, Pholas und Tapes behan-
delt sind.
C. Bucquoy und Ph. Dautzenberg beginnen eine
grössere Publikntion, „Les Mollusques marins du Roussil-
lon", wovon 2 Lieferungen, zusammen 84 Seiten und 10
Naturgeschichte der Molkisb^.n während des Jahres 1882. 31 S
Tafeln in 8, erschienen sind. Dieselben enthalten die Fa-
milie der Muriciden, einschliesslich Tritonium und Cancel-
laria, und diejenige der Bucciniden, einschliesslich Cassis
und Columbella, und es werden darin mehrere neue Gat-
tungen (vergl. unten) für bekannte Arten aufgestellt. Die
Abbildungen sind sämmtlich Photographien und für die
kleineren Arten kaum genügend.
A. Granger gibt ein Verzeichniss der Conchylien des
Departement Herault im Bulletin de la Society d'Etudes
des Scienc. nat. de Beziers 1879.
R. Bergh beschreibt eine Anzahl mariner Nackt-
schnecken aus Triest in den Verh. der Zool. Bot. Gesell-
schaft in Wien Bd. XXXII S. 7-73 Taf. 1-6.
A. Wimmer führt 165 Arten aus Istrien und Dal-
matien auf, mit Angabe der Tiefen, in denen sie vorkom-
men, ebenda S. 255—263, und Pegorari gibt Bemerkun-
gen zu Stalio's statistischer Liste der adriatischen Mollus-
ken in den Atti della Societa Veneto-Trentina Band XII
S. 300—317.
Jeffreys erwähnt 6 Molluskenarten aus dem schwar-
zen Meer, darunter eine neue, welche Admiral Spratt schon
1856 von dort mitbrachte. Ann. Nat. Hist. (5) X S. 425—
—427 und Weinkauf f einige weitere Arten von dort im
Nachrichtsbl. d. Mal. Gesellsch. S. 70, 71.
Einige allgemeine Bemerkungen über die Fauna des
schwarzen Meeres von E. v. Märten s in den Sitzungsber.
d. Nat. Freunde in Berlin S. 151 u. 152.
Ostküste von Nordamerika. A. E. Verrill veröffent-
licht eine eingehende Arbeit über die Meermollusken von
Neu - England, Neu - Schottland und Neu - Braunschweig,
welche noch nicht in der zweiten Ausgabe von Gould's
„Invertebrata of Massachusetts" 1870 enthalten sind. Im
Ganzen 255 Arten und Varietäten, von denen ein grosser
Theil den Schleppnetz - Expeditionen des Schiffes „Fish-
hawk" in den tieferen Gewässern nahe der Südküste von
Neu-England zu verdanken ist. Viele davon stimmen als
Arten mit solchen aus Norwegen und England überein,
andere sind Mittelmeerarten sehr ähnlich, so dass auch hier
in den Tiefen eine geringere Verschiedenheit der Fauna
314 E. V. Martuus: Bericht üb. die Leistungen in der
gegenüber der europäischen besteht als unter den Litoral-
bewohnern. Transactious of the Connecticut Acad. of Sci-
ences Bd. V Th. IIS. 447-587 Taf. 42-44 u. 57, 58 mit
guten Abbildungen.
Derselbe gibt eine Liste der Tiefwassermollusken,
welche bei der Insel Martha's Vineyard (südlich von Cape
Cod) in den Jahren 1880 und 1881 gefunden wurden, näm-
lich 9 Cephalopoden, 63 Gastropoden, 1 Pteropod und 24
Muscheln, darunter mehrere neue Arten. Zwei lebende
Exemplare von Capulus hungariens, der bis jetzt nur aus
Europa bekannt war, wurden hier in Tiefen von 69 und
458 Faden gefunden. Proceed. of the Uu. St. National
Museum V S. 315—343. Ferner berichtet derselbe über die
Ergebnisse der Schleppnetzexpeditionen von 1882 mit eini-
gen neuen Arten in Silliman's Amer. Journ. of Science
XXIV S. 364—366 und über diejenigen der Oberflächen-
fischcrci im Vineyard- Sound, ebenda S. 371. Auszug davon
im American Naturalist S. 56.
R. Rathbun führt 50 Arten von Province-town bei
Cape Cod auf. Proceed. of the Un. St. National Museum
III 1880 S. 116—133.
Westafrika und Westindieu. Th. Studer hebt her-
vor, dass Molluskenarten, welche den gegenüberliegenden
Küsten Afrika's und Amerika's gemeinsam sind, nur in der
Litoralzone vorkommen, indem hier die Larven durch Mee-
resströmungen weit weggeführt werden können, aber nicht
in Tiefen von 35 — 100 Faden, wo an der Westküste Afri-
ka's nordatlantische und Mittelmeerarten vorherrschen. Der-
selbe führt im Einzelnen 25 Arten von der Westküste Afri-
ka's zwischen 10" uördl. und 6" südl. Breite aus Tiefen
von 37—150 Faden auf. Zool. Anzeiger S. 335, 336, 351
—355 und 522.
Einige allgemeine Bemerkungen über Seeconchylien
von Loanda gibt Peschuel-Lösche im Nachrichtsbl. der
Malak. Gesellsch. S. 185.
Lechmere Guppy führt die in Westindien vorkom-
menden Arten von Nucula und Leda, worunter einige neue,
auf. Proc. of the Scientific Association of Trinidad. XII
1881-1882.
Naturgüüchichte der MoUuskun vvähreuu dub Jahres 188li. 315
Indischer Ocean und Polynesien. C. Jickeli be-
schreibt einige neue Arten aus dem rotheu Meer im Jahr-
buch d. malaliozool. Geseilsch. IX S. 367-370.
Die in Neu-Caledonien vorkommenden Cypraeen, 60
Arten, führt R. Rossiter in den Proceed. of the Linnean
Soc. of New South Wales VI S. 817. 831 auf.
Nördlicher stiller Ocean. W. D unk er 's ;,Index Mol-
luscorum maris Japonici", Cassel, 301 Seiten und Tafeln
in gr. 4 o, ist eine werthvoUe auf die Originalsendungen von
Rein, Satow und Brauns gestützte Zusammenfassung
aller bis jetzt aus Japan bekannten Meerconchylien, mit
zahlreichen kritischen Bemerkungen und genauerer Beschrei-
bung und Abbildung mancher wenig bekannten oder neuen
Arten; namentlich auch mehrerer der zahlreichen, welche
schon vor 20 Jahren von A. Adams kurz diagnosticirt wur-
den und bis jetzt schwer erkennbar geblieben sind. Be
stimmte Fundorte und japanische Namen werden öfters au-
gegeben, doch fehlt noch ein einigerniassen befriedigender
Einblick in das gegenseitige Ineinandergreifen der tropi-
schen indisch-polynesischen Fauna, welcher eine grosse
Anzahl der aufgeführten Arten angehört und der speciell
nord-pacifischen (nach den früheren Beobachtungen des Re-
ferenten herrscht erstere bei Nangasaki, letztere in der Bai
von Yeddo entschieden vor, doch mag der Unterschied auch
theilweise in der Beschaffenheit des Grundes, dort Felsen,
hier weicher flacher Boden, liegen, denn Dr. Hilgendorf
hat auf der Halbinsel Awa-Kadzusa auch verschiedene tro-
pische Formen gesammelt, Ref.). Gerade in dieser Hinsicht
sind die Angaben von Döderlein in diesem Archiv Bd.
49 S. 103, 107, 110, 111 von besonderem Interesse, indem
dieser neben einzelnen Angaben über von ihm selbst in der
Bai von Yeddo und Sagami gefundene Conchylien hervor-
hebt, dass viele tropische Arten im Wallfahrtsorte Enosima
zu kaufen sind, welche wahrscheinlich von den Liukiu-
oder Boninlnseln kommen und nicht in Japan zu Hause
sind.
J. Keep hat „commen sea shells of California^^, 64
Seiten mit 16 Tafeln, worauf 95 Arten abgebildet sind,
veröffentlicht.
316 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Die von Aur. Krause bei Acapulco, San Salvador
und Panama gesammelten Arten werden von E. v. Mar-
tens in den Sitzungsberichten der naturforschenden Freunde
S. 140, 141 aufgeführt, darunter einige durchaus mit west-
indischen übereinstimmende Arten, wie Columbella cri-
braria.
Australische Meere. R. Täte führt die von Preiss
(1838 bis 1842) an der Westküste Australiens gesammelten
Arten nach der Arbeit von Menke „Molluscorum Novae
Hollandiae specimen" (1843) auf und fügt die jetzt gültigen
Namen bei; er hebt hervor, dass diese Fauna wesentlich
eine indische ist und tropische Formen bis zum Schwanen-
fluss vorherrschen; Proceed. of the Linnean Soc. of New
South Wales VI S. 387, 408.
Referent hat einen Auszug aus Tenison Woods*
x\rbeit über die litoralen Mollusken von Nordost- Australien
im Nachrichtsblatt der malak. Gesellsch. S. 91— 95 gegeben.
Brazier führt 27 in der Moreton Bay vorkommende
Arten von Cypraea an; Proceed. of the Linnean Soc. of
New South Wales V S. 496, 502. Cox behandelt die ess-
baren Austern von Neusüdwales ebenda VIT S. 122—134
und führt die aus Australien überhaupt bekannten achtar-
migen Cephalepoden ebenda VI S. 773, 789 auf.
J. Gill ies bringt mehrere Zusätze und Verbesserungen
zu Hutton's letztem Catalog der neuseeländischen Mollusken
auf Grund einer Vergleichung der Exemplare im britischen
Museum; Transact. of the New Zealand Institute XVIII
S. 169—171.
J. W. Hutton hat mehrere neuseeländische Cephalo-
poden und Meer-Gastropoden anatomisch untersucht und da-
mit ihre Stellung im System gesichert, ebenda XIV S. 162
-167, Taf. 6 und 7.
Frühere Verbreitung lebender Arten. Friedel be-
richtet über 16 Arten von Meerconchylien aus altern Allu-
vialschichten bei Greifswalde, von denen 2 nicht mehr le-
bend in der Ostsee und 7 andere nicht mehr lebend in der
nächsten Umgegend vorkommen, sowie über Cardium edule
aus dem Diluvium bei Berlin, Nachrichtsbl. d. malak. Ge-
sellsch. S. 87, 89.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 317
Diluviale Landschnecken aus dem Kesslerloch bei
Thayingen (Scbaffhausen) , alles lebende Arten, darunter
auch Helix nemoralis (welche sonst im Diluvium selten
vorkommt), von Sterki ebenda S. 67, 68.
Landschnecken aus dem chinesischen Löss der Provin-
zen Kansu und Honan, E. v. Märten s Centralasiatische
Mollusken S. 16, 17 und 12, Tat'. 2 Fig. 12, 13 und 18, 19.
Lebende Land- und Süsswasser-Arten aus dem nord-
amerikanischen Löss in Jowa, Call im American Natura-
list XV 1881 S. 585.
R. Stearns berichtet über Formen der Anodonta Nut-
talliana, welche zahlreich im nördlichen Theil der Wüsten-
region im Westen Nordamerikas auf dem jetzt trockenen
Boden früherer Seen zu finden sind; weiter südlich sind
dieselben begleitet von Tryonia protea, Amnicola longinqua,
Physa humerosa und einem Planorbis, wahrscheinlich PI.
Ammon, und stellenweise mit Knochen von Elephant und
Pferd, also diluvial. Proceed. of the California Academy
of Sciences, 20. Novemb. 1882.
Vier subfossile neue Cyclostoma- Arten aus Mauritius
von Morelet im Journal de Conchyliologie XXX S. 90—93,
Taf. 4 Fig. 1—4.
Bulimus Gunni, fossil im Travertin der Kent's Gruppe,
Bass-Strasse; Brazier, Proceed. of the Linnean Society
of New South Wales VII S. 121.
Veränderungen in historischer Zeit. A. Lo-
card führt eine Anzahl Landschnecken aus Ablagerungen
der Saone auf, welche vom Ende der Quaternärperiode bis
zur Römerzeit reichen. Helix pomatia erscheint schon in
denselben, H aspersa fehlt noch. Annales de l'Academie
de Macon (2) IV 1881, Auszug im Journal de Conchyliolo-
gie XXX S. 254.
Derselbe gibt an, dass eine x4nzahl von Landschne-
cken, welche für die Mittelmeerküsten charakteristisch sind,
erst in letzter Zeit in der Umgegend von Lyon aufgetreten
sind, wahrscheinlich eingewandert, wie manche Pflanzen.
Es sind Helix rubella, Cemenelea, neglecta, cespitum, lauta,
lineata, Pisana, trochoides, acuta, Pupa quinquedentata,
megachilos, Farinesi und einige andere: Contributions ä
318 E. V. Märten s: Bericht üb, die Leistuugeu in der
la faune malacologique fran^aise, Heft 4, auch in denAu-
nales de la Societe Linneeune de Lyon Bd. XXIX.
J. B. Gassie s hat beobachtet, dass Helix pomatia iu
Südwest-Frankreich laugsam ihr Verbreitungsgebiet aus-
dehnt und Helix strigella, welche in der Quaternärperiode
daselbst sehr häufig war, jetzt sehr selten geworden ist;
er schreibt dieses der Abnahme der Wälder zn. Dagegen
wurden die ganz südeuropäisch- afrikanischen Helix lactea,
vermiculata, Boghariensis und Leucochroa candidissima
durch 0. Debeaux vor etwa 15 Jahren eingeführt und
haben sich seitdem fortgeflanzt. Bulletin de la Societe
Linneenne de Bordeaux 1880.
Bithynia tentaculata hat sich in neuester Zeit in Nord-
amerika weiter verbreitet, Beauchamp im American Natu-
ralist 1882 S. 244.
Limnaea stagnalis ist absichtlich in Neuseeland ein-
geführt worden, Hutton, Trausactions of the New Zealand
Institute XIV S. 157.
Ess bare Mollusken. Allgemeine Bemerkungen über
essbare Schnecken und Muscheln von H. Jordan in der
Zeitschrift „Humboldt" Bd. I S. 137—135. - Notizen über
die Zucht (?) von Helix pomatia an einzelnen Orten in Eu-
ropa, von E. Hassall im Bulletin of the United States
Fish Commission I (1881) S. 2(55.
Ein Verzeichniss von 65 Arten essbarer Mollusken des
Mittelmeers mit den Namen, unter denen dieselben iu ver-
schiedenen Provinzen Italiens bekannt sind, zum Theil nach
den auf der zweiten Fischereiausstellung in Berlin ausge-
stellt gewesenen Sammlungen (von dem Referenten) in den
1881 erschienenen amtlichen Berichten jener Ausstellung
IV S. 24, 26.
Ueber verschiedene chinesische Conchylien, welche
dort als Speise dienen, berichtet A. Fauvel in den Me-
moires de la Soc. des sciences naturelles de Cherbourg
XXIII 1881 S. 197, 198, Tintenfische ebenda S. 132—135.
A. Issel veröffentlicht „Istruzioni pratiche per rOstri-
coltura e la Mitilicoltura" Genua, 260 S., worin die Na-
turgeschichte der Auster erörtert, die im Mi-ttelmeer leben-
den Formen derselben näher besprochen, die Austernwirth-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882 319
Schaft in Italien und andern Ländern erörtert und einige
Vorschläge zu deren Hebung gemacht werden ; ein weiteres
Kapitel betrifft die Miasmuschel und schliesslich werden
auch 2 in China gezüchtete Muschelarten, Novaculina und
Area granosa, erwähnt. Einen Auszug gibt Seuoner im
Zoologischen Garten XXIII S. 86.
Volksthümliche Namen für Mya arenaria und Venus
mercenaria in den Vereinigten Staaten erwähnt W. Dali
Am. Naturalist XVI S. 882.
Die Perlenfischerei im Allgemeinen und diejenige der
Stisswasserperlmuschel in Sachsen im Besondern behandelt
H. Nitsche in den amtlichen Berichten der Fischerei- Aus-
stellung in Berlin 1881 IV S. 75—90, auch im Nachrichts-
blatt der malak. Gesellsch. 1882 S. 49, 64. — Ueber Dipsas
plicata bei Ningpo und die in ihr künstlich erzeugten Fi-
guren berichtet Fauvel am oben angeführten Orte S. 164
— 169. — Ueber Ornamente aus Spondylus und Tridacna
auf den Viti-, Bongainville- und Salomons-Inseln Ramsay
in den Proceed. of the Linnean Soc, of New South Wales
30. Aug. 1882.
Den Muscheln in praehistorischeu Kücbenabf allen
widmet Gh. Ab bot ein Kapitel in seinem Werk „Primitive
Industry^^ veröffentlicht von der Peabody Academy of
Science in Salem, Mass., 1881, S. 137 — 451, demzufolge in
manchen Fällen die Schalen früher eine bedeutendere
Grösse und Stärke erreichten als gegenwärtig; Venus mer-
cenaria war damals häufig auch nördlich von Cape Cod,
wo sie jetzt- selten ist. -- Solche Schalenanhäufungen an
der Küste von Neu-Braunschweig und Neu- England be-
spricht ferner Baird in den Proceed. of the Un.St. National
Museum IV S. 292—297, Anhäufungen von Unio- und
Schnecken- Schalen, erstere zerschlagen und mit Töpferthon
gemischt, Lesley in den Proceed. of the Acad. of nat.
sciences in Philadelphia XIX S. 155.
Principieii der Systematik. J. R. Bourguignat stellt
als Grundsatz der neuen malakologischen Schule in Frank-
reich auf, jeder Form einen eigenen Artnamen zu geben,
welche sich durch mindestens drei konstante Kennzeichen
von andern unterscheide, ohne Rücksicht darauf, wie diese
320 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Unterschiede entstanden sein könnten. Lettres malacolo-
giques S. 36—38.
Das Princip lautet ganz schön, aber thatsächlich stellt
diese neue Schule doch manche Arten auf, deren Unter-
schiede nur sehr schwach und graduell sind.
Gephalopoda.
J. Brock setzt seine Beiträge zur Kenntniss der Ana-
tomie und Systematik der Cephalopoden in der Zeitschr.
für wissensch. Zoologie XXXVI S. 543, 610, Tat'. 34-37
fort. Er beschreibt namentlich die beiderlei Geschlechts-
organe von Enoploteuthis, Onychoteuthis, Thysanoteuthis,
Argonauta, Philonexis und Tremoctopus, vergleicht diesel-
ben untereinander und findet in der Ausbildung der Eilei-
terdrüse eine bemerkenswerthe Abstufung zwischen den
einzelnen Gattungen, am einfachsten bei Argonauta. Eine
Milz ist wahrscheinlich bei allen Cephalopoden vorhanden,
aber bei Ommastrephes und den Myopsiden minder ent-
wickelt und hinter der Kieme versteckt. Die visceroperi-
cardiale Höhle der 10-armigen Cephalopoden ist bei den
achtarmigen zu den von Krohn beschriebenen Wasserka-
nälen und der Geschlechtskapsel reducirt. Auf Grund die-
ser Untersuchungen spricht er sich des Weitern über die
gegenseitige Verwandtschaft der einzelnen Gattungen und
Familien und deren vermuthlichen Stammbaum aus.
P. Girod hat den Tintenbeutel der Cephalopoden in
anatomischer und die sogenannte Tinte in chemischer Be-
ziehung näher untersucht und beschrieben, Comptes rendus
de riustitut, Bd. 92 1881 S. 364-367, 966-968, 1241. 1243,
Bd. 93, 1881 S. 96-99 und in Lacaze-Duthiers' Archives
de Zoologie experimentale X S. 1—100, Taf. 1—5. Er
kommt zu dem Resultat, dass der Tintenbeutel eine wei-
tere Ausbildung der bei vielen Gastropoden vorkommenden
Analdrüse sei und dass er bei den achtarmigen Cephalo-
poden noch weniger specialisirt sich zeige, als bei den zehn-
armigen.
J. Stcenstrup weist eine Anzahl von Irrthümern
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882 321
betreffs der Bestimmung von Cephalopoden, deren Entwick-
lungsgeschichte beschrieben worden ist, nach: die Beschrei-
bung der Eier zeigt, dass Van Beneden 1841, Mecznikow
1867 und Ussow 1874, wahrscheinlich auch Fol 1874 nicht
solche von Sepiola, sondern von einer kleinen Loligo-Art,
wahrscheinlich L. Marmorae, vor sich hatten; die von Köl-
liker 1844 und Ussow als Loligo (Ommastrephes) sagittata
bezeichneten Thiere sind Loligo vulgaris gewesen, nur Delle
Chiaje hat einige Notizen über die Entwicklung eines rich-
tigen Ommastrephes gegeben, nämlich 0. Coindeti Verany,
den derselbe aber als Loligo sagittata bezeichnet. Die an-
gebliche Loligopsis, deren Entwicklunp Grenacher 1874 be-
schrieben, ist entweder ein Ommastrephes oder eine nächst-
verwandte Gattung, lieber die Entwicklung von Cranchia,
Loligopsis und Sepiola, sowie ihrer nächsten Verwandten
ist thatsächlich noch nichts bekannt. Biologisches Central-
blatt 1882 S. 354—365.
Philonexidae. Argonauta argo, ein drittes frisches Exemplar
ist an der Küste von New Jersey vorgekommen, Lockwood Am. Na-
turalist XV S. 908.
Tremoctopus ocellatus Brock Zeitschr. für wissensch. Zool.
XXXVl S. 601 Taf. 37 Fig. 1 Messina.
Octopodidae. Die in Australien bis jetzt beobachteten Arten,
16, sind von J. Cox in den Proceed. of the Linnean Soc. of New
South Wales VI S. 773-789 aufgeführt.
Octopus pictus Brock a. a. 0. S. 608 Taf. 37 Fig. 3 von
Sydney.
Octopus maorum, Radula von Hütten in den Tran8actions of
the New Zealand Institute XIV S. 162 beschrieben und Taf. 6 Fig.
A abgebildet.
Octopus punctatus Gabb. wird von den Italienern in San Fran-
cisco gegessen. Dali Am. Naturalist XVI S. 967.
Oigopsidae. Cranchia Reinhardti Steenstrup aas dem südlichen
atlantischen Ocean, vielleicht identisch mit C. maculata Leach, be-
schrieben von Brock Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXVI S. 605 Taf, 37
Fig. 4.
Ancistroteuthis Gray. Zu dieser Gattung gehört ohne Zweifel
auch Onychoteuthis robusta Dali, aus welcher Verrill 1880 eine
Lestoteuthis und 1881 eine eigene Gattung Moroteuthis gemacht hat.
Arten derselben Gattung finden sich auch in der Südsee, Steenstrup
Oversigt over K. Danske Videnskabernes Selskabs Ferhandlingar 1882
S. 150—152.
322 E V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Cucioteuthis n. g. Diesen neuen Gattungsnamen, von y.ov-
xsTov, Cocosnuss, schlägt Steenstrup für den riesigen Cephalopoden
vor, dessen Arm schon von Cook aus den südamerikanischen Meeren
mitgebracht und neuerdings von Owen als Enoploteuthis Cookii be-
schrieben worden ist; er charakterisirt sich durch die angeschwol-
lene nussähnliche Gestalt des Basaltheils der Haken; ob alle oder
nur die zwei langen Arme Haken tragen, weiss man noch nicht. Ein
anderes, wahrscheinlich derselben Art angehöriges Armstück hat
Harting 1860 beschrieben. Sepia unguiculata von Molina 1782,
Onychoteuthis Molinae Lichtenstein und Enoploteuthis Molinae Or-
bigny beziehen sich auf dieselbe Art. Dagegen ist es nicht wahr-
scheinlich, dass das von Owen beschriebene Rurapfstück mit Schwanz-
flosse demselben Thier angehört hat, es dürfte vielmehr von einer
Architeuthis stammen und auch von den Kiefern, welche Owen ab-
gebildet hat, bleibt es zweifelhaft, zu welcher Gattung sie gehören.
0 versigt D. K. Danske Vidensk. Selsk. Ferhandl. 1882 S. 153—164.
Ahralia jnegälops Verrill in Silliman's Am. Journ. of Science
XXIV S. 364. Südküste von Neu-England.
Gonatus. Gray's Originalexemplar ist in der That identisch mit
MöUer's Onychoteuthis amoena, aber verschieden von Verrill's Go-
natus amoenus aus der Cumberland's Bay; dagegen ist Verill's Che-
loteuthis rapax dieselbe Art mit Gonatus Fabricii Lichtenstein. Diese
Gattung kommt auch in der südlichen Erdhälfte vor, wo ihre Ue-
berreste zuweilen im Magen des Albatross gefunden werden. Steen-
strup a. a. 0. S. 143—150.
Ommastrephes sloanii Gray Radula bei Hutton Transactions of
the New Zealand Institute XIV S. 162 Taf. 5 Fig. B.
Ein weiteres Exemplar von Architeuthis, der Körper 5V2 Fuss
mit den langen Armen 28 Fuss, strandete am 10. November 1881
bei St. John auf Neufundland. New-York Herald No. 25, 1881, eine
Photographie Harper's Weekly Journal of Civilization 10. Decerab.
1881; nähere Beschreibung von Verrill in Silliman's Amer. Journ.
of Science (3) XXIII S. 71.
Architeuthis Verrilli Kirk. Trans. N. Zeal Inst. Bd. XIV mit
Abbildung; ohne Arme 9 Fuss, mit den langen Armen 25 Fuss lang,
6. Juni 1880 auf Neuseeland gestrandet. Auszug in Silliman's Am.
Journ. of Science (3) XXXIV S. 477.
Der von Owen unter dem Namen Plectoteuthis beschriebene
Arm ist ein hectocotylisirter ßaucharm von Architeuthis und Velain's
Gattung Mouchezia gehört wahrscheinlich auch zu Architeuthis, in-
dem die stumpfe Gestalt der Armspitzen kein Genuskennzeicben ist,
sondern die Folge einer Verstümmelung durch einen Hai oder Pott-
fisch. Steenstrup a. a. 0. S. 164—168 u. 158.
Steenstrupia, neue Gattung, ähnlich Architeuthis, aber län-
ger und schlanker. Arme verhältnissmässig kleiner, Schulpe lanzet-
Naturgeschichtp der Mollusken während des Jahres 1882. 323
förmig, mit einem schmalen Ilohlkegel am Ende. St. Stockii Körper
11 Fuss, kurze Arme, 4 F. 2 Zoll, aus Neuseeland. Kirk Trans,
of the New Zealand Intitute XIV mit Abbildung. Auch in Silliman's
Am. Journ. of Sc. XXIV S. 477.
Myopsidae. Loligo Bleekeri Keferstein aus Japan, näher be-
schrieben von Brock Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXVI S. 604.
Sepiola pacifica, Kirk Trans. New Zeal. Inst. XIV Neuseeland.
Rossia, anatomische Bemerkungen über diese Gattung von Brock
Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXVI S. 543—549. - E. megapteo'a Verrill
Trans, of the Connecticut Academy of Sciences V 1881. Ostküste
von Nordamerika.
Sepia sinensis Orb. der schwarze Saft dieses Tintenfisches wird
in China nicht als Tinte gebraucht, wie behauptet worden ist, in-
dem er mit der Zeit ausbleicht. Fauvel, Memoires de la Societe
des Sciences Naturelles de Cherbourg Bd. XXIII S. 36.
P. Fischer schlägt vor eine dritte Ordnung in der
Klasse der Cepbalopoden anzunehmen, welche zwischen den
Dibranchiaten und Tetrabranchiaten stehen und die Am-
moniten mit ihren nächsten Verwandten enthalten soll.
Journ. de Conch. XXX S. 55-57.
Gasteropoda.
Taenioglossa.
Aciculacea. Folin hat eine kritische Revision der bekannten
Arten der Gattung Acme und eine nähere Beschreibung von Ä.
cryptomena in den Actes de la Societe Linneenne de Bordeaux (4)
IV S. 187—213 mit einer Tafel veröffentlicht.
Fomatiacea. Pomatias spelaeus und frossardi Fagot, Bulletin
de Societe Ramond 1877, Bagneres-de-Bigorre in den Pyrenäen s.
P. caficii, sylamts, agathocles und megotiniis Benoit nuovo catalogo
delle conchigli terr. e. fluv. della Sicilia S. 1.54—156, Sicilien. P.
tessellatus Rossm. var. äensestriata Hesse, Jahrbuch der malak. Ge-
sellsch. IX S. 335, Zante. P. Tiueti Kobelt, Nachrichtsbl. d. malak.
Gesellsch. S. 121, Constantinopel.
Gyclotacea. Cydotus approximans, stenomphalus und fodiens
Heude moll. terr. et fluv. du fl'. bleu S. 4—6, Taf. 12 Fig. 1 und
9—11, Mittleres China. Ersteres identisch mit C. Fortunei Pfr.,
tubaeformis aus der Provinz Kanton und über einige Arten aus dem
324 E. V. Märten s: Bericht üb. die Leistungen in der
südlichen China, v. Möllendorff, Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. IX
S. 179 und 252—260, die neue Art Taf. 9 Fig. 1.
Pterocyclos lienensis Gredler Jahrb. d. mal. Gesellsch. IX S. 43,
Lientschou in China und gerlachi, v. Möllendorff ebenda S. 180, süd-
liches China, S. 264 von dem Autor selbst als identisch mit dem
vorhergehenden anerkannt.
Cyclophorus nanMngensis, pallens, nyankingensis, sexfilaris und
hifrons Heude moll. terr. et fluv. du fl. bleu S. 2—4, Taf. 12 Fig.
2—4, 0 und 8, Mittleres China. Die beiden ersten für Varietäten
von C. Martensianus erklärt und C. subcarinatus, pyrostoma und ele-
gans aus der Provinz Kanton neu beschrieben, v. Möllendorff Jahrb.
malak. Gesellsch. IX S. 266—274 Taf. 9 Fig. 3—7 und Taf. 10 Fig. 1.
Cyclophorus {Craspedotropis 7) pellicosta von Hongkong und
Makao und zwei schon beschriebene Arten v. Möllendorff ebenda
S. 337-343 Taf. 10 Fig. 2—4.
Cyclophorus (Leptopomoides) cuticosta, v. Möllendorff ebenda
S. 180; Hongkong, Makao und Provinz Fudshien.
Cyclophorus atomus Morelet, Journ. de Conchyliologie XXX
S. 198 Taf. 10 Fig. 17. Insel Mayotte, Komoren.
Leptopoma polyzonatum, v. Möllendorff, Jahrb. d. malak. Ge-
sellsch. IX S. 181 und 343 Taf. 10 Fig. 5. Insel Hainau.
Gyclostomacea. Cyclostoma Betsihense, congener und john-
soni Edg. Smith, Proc. Zool. Soc. S. 376—378 Taf. 21 Fig. 1—5,
Central. Madagaskar. Cyclostomus tricarinatus, scalatus und bi'cvi-
margo Mousson, Journ. de Conchyliologie XXX S. 42 — 45 Taf. 3 Fig.
3 — 5, und Cyclostoma Paidticciae Crosse und Fischer ebenda S. 54
und 110 Taf. 7 Fig. 3, alle von Madagaskar.
Cyclostoma verticillatum, dissotropis, trissotropis und Vacoense
Morelet, Journ. de Conchyliologie XXX S. 86— 93, Taf. 4 Fig. 1—4.
93, Mauritius, subfossil.
Cyclostoma horridulum Morelet ebenda S. 197 Taf. 10 Fig. 10
Insel Mayotte.
Otopoma Beverlei und Artuffeli Jousseaume in Le Naturaliste
IV No. 18 S. 139. Fundorte unbekannt.
Georgia, gen. nov., von Otopoma durch den vollständig ver-
deckten Nabel und die verbreiterte Innenlippe unterschieden, G.
naticoides Recluz (Otopema), austeni für Otop. naticoides Godw.
Aust. Proc. Zool. Soc. 1881 von Sokotra, Guillaind Petit (Cyclostoma),
clausa Sow^. (Cyclost.), yemenica für Otopoma clausuni var. b. Pfr.,
naticopsis, perrieri, poirieri und revoili aus dem Somali-Land, nebst
einer Aufzählung der in der Gattung Otopoma zu belassenden Arten,
Bourguignat in Revoil's faune et flore des pays comalis, MoUusques
p. 57-74, die letzten 4 neuen Arten Taf. 3 Fig. 43—56.
Rochebrnnia, n. gen., Schale kreiseiförmig-konisch, mit ku-
geligen Windungen, Innenlippo massig verbreitert, den Nabel nicht
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 325
bedeckend und auch nicht eckig vorspringend. Hieher Otopoma Phi-
lippianum Pfr., Coquandianum Petit, vitellinum Pfr., politum Sow.,
guülamopsis, neuer Name für 0. Guillain! Pfr., nou Petit, ferner
Cyclost. Grandidieri Crosse und Fischer, tricolor Pfr., conicum und
turbinatum Godw. Aust., obtusum Pfr., und endlich B. revoili aus
dem Somaliland, Bourguignat ebenda S. 77, 86, die beiden letzt-
genannten Taf. 4 Fig. 60, 61 und 65, 66, Deckel Fig. 62—64.
Eevoilia, gen. nov., ähnlich Lithidion, Mundsaum vollständig
flügelartig ausgebreitet, an der obern Einfügung mit einer Verlänge-
rung, die sich an die letzte Windung anlegt. R. Milne - edwardsi,
Somali-Land, Bourguignat ebenda S. 87, 89 Taf. 3 Fig. 57, 50.
Auch Ancey im Naturalista Siciliano Bd. I No. 9.
Äcroptychia manicata Crosse und Fischer Journ. de Conchylio-
logie XXX S. 325, Madagaskar.
Älycaeus sinensis und rathouisianus Heude moU. terr. et fluv.
du fl. bleu S. 7 Taf. 12 Fig. 12 und 13, Mittleres China; Ä. late-
costatus und hungerfordianus Nev. v, Möllendorfi" Jahrb. der malakol.
Gesellsch. IX S. 182 und 344, 346 Taf. 10 Fig. 6 und 7. Südliches China.
Chondropoma deceptor Arango, Proc. of Acad. of Philadelphia
1882 p. 105. Cuba.
Teretropfima siehe Littorinacea.
Kealia siehe Hydrocena unter den Fthipidoglossen.
Pupinacea. Hainesia Pfr. ist gleich Mascaria Angas und gleich
Dacrystoma Crosse und Fischer, das Vorkommen von H. crocea
Sow. auf Mauritius nur zufällig, eigentlich ist die Art in Madagas-
kar zu Hause, Morel et Journ. de Conch. XXX S. 94.
Pupina ephippium Gredl. und pulchella Möllend. besprochen
von V. Möllendorff Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. IX S. 350—353,
die letztere Taf. 10 Fig. 9.
Diplommatinacea. Diplommatina rufa v. Möllendorff Jahrbuch
d. malak. Gesellsch. IX S. 181 und 350 Taf. 10 Fig. 8. Washau in
der Provinz Kanton. D. suhcylindrica, Provinz Fudshien, derselbe
ebenda S. 350.
Truncatellacea. Die europäische Truncatella truncatula Dr.
kommt auch bei Newport auf Rhode-Island vor, Verrill Transact. of
the Connecticut Acad. of sciences V S. 525 Taf. 58 Fig. 8.
H. V. Ihering beschreibt eine neue Gattung von Landschnecken
mit Deckel, der am Rande der Mündung beweglich befestigt sei,
Thyrophorella Tliomensis von der Insel S. Thome an der West-
küste von Afrika, Zool. Anzeig. 1882 S. 517. (Sollte das nicht viel-
leicht die Röhre einer Insektenlarve sein? Ref.)
Ampullariacea. Ampullaria Madagascariensis Edg. Smith
Proc. Zool. Soc. S. 384 Taf. 22 Fig. 8, 9, Central-Madagaskar. Ä.
subsciitata Mousson Journ. de Conchyliologie XXX S. 46 Taf. 3 Fig. 6,
auch von Madagaskar.
Ä-rchiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. "W /^
326 E. V. Martons: Bericht üb, die Leistungen in der
Paludinacea. Vivipara vera Frauenf. (Listeri Ferbes) Varietät
mit blass orangefarbenem Thier, mit nur wenigen schwarzen Punk-
ten, bei Danzig beobachtet. Schumann, Schriften der naturf. Ge-
sellsch. in Danzig (2) V 4. Theil.
Vivipara Waterhomii, Ringi, tricincta und dimidiata Edg.
Smith Journ. of the Linnean Soc. London XVI S. 264—266 Taf. 7
Fig. 14 — 17. Nordaustralien.
Cleopatra trabonjensis Edg. Smith. Proc. Zool. Soc. S. 384
Taf. 22 Fig. 10, 11. Madagaskar.
Bithynia proxima Frauenf. aus Sardinien Mad. Paulucci Bull.
della Soc. Mal. Ital. VIII S. 334 Taf. 9 Fig. 5.
Bythinia Änapensis Benoit Nuov. Catalogo delle conchiglie terr.
e fluv. della Sicilia. S. 101. Fluss Anapo in Sicilieu.
Bithinia australis Edg. Smith Journ. of the Linnean Soc. XVI
S. 267 Taf. 7 Fig. 18. Victoria river in Nordaustralien.
Tatea, zu dieser Gattung gehört Diala rufilabris A. Ad. =
Bythinia Huonensis Tenison-Woods aus Neusüdwales und Tasmanien,
Edg. Smith Journ. of the Linn. Soc. XVI S. 268 Taf. 7 Fig. 19.
Bythinella Schotzii (Scholtzii) aus Schlesien, lebendes Thier be-
schrieben von Merkel Nachrbl. d. Mal. Gesellsch. S. 66.
Vitrella Quenstedti Wiedersh. Falkensteiner Hofile in Württem-
berg, Pürkhaueri Clessin Rothenburg in ßaiern, pellucida Benz Cann-
statt in Württemberg, turrita Cless. Erlangen, acicula Held Mün-
chen, gracilis Krain, Rougemonti aus einem Brunnen in München,
Tschapecki Clessin aus einer Höhle bei St. Martin in Steyermark,
Helvetica Waldshut in Baden, Sterhiana St. Gallen, Wiedenhoferi
Frauenf. Dalmatien, turricida St. Gallen, Charpyi Palad. Dep. Doubs
et Haute Saone, Drouetiana Chatillon im französischen Jura und
Allingensis Cless. diluvial bei Regensburg, alle beschrieben und mit
einer Ausnahme abgebildet; wahrscheinlich leben alle in Kalkhöhlen
und nur todte Exemplare werden in den Anschwemmungen der
Flüsse gefunden; der Verfasser glaubt, dass in jeder Höhle eine be-
sondere Art lebe. Locardia Folin und Lhotelleria Bourguignat seien
wahrscheinlich nicht als Gattung von Vitrella verschieden, auch
Lartetia und Paladilhia nahe verwandt, Clessin in den Malak. Blatt.
(H) V S. 114—129 Taf. I und Taf. II Fig. 11, 12.
Lhotelleria Bourg. Innenlippe abgeflacht, Basis der Mündung
in eine schwache Rinne ausgezogen; in süssem und schwach gesal-
zenem Wasser lebend. Bourguignat, Lettres malacologiques, S. 41,
42, L. Letourneuxi und Pechaudi abg. Fig. 7 — 9 und Fig. 10 — 12.
Lartetia Bourg. 1869 ist charakterisirt durch den vorgezoge-
nen Aussenrand der Mündung und das Zurücktreten desselben an
der Nath. L. Michatidi und Terveri, beide aus den Anschwemmungen
der Rhone bei Lyon, Lacroixi und Burgnndina aus kalten Quellen
bei Beaune Dep. Cote d'or, Eayi (Bourg. manuscr.) Anschwemmungen
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 327
der Seine Dep. Aube, Charpyi Palad. (als Hydrobia) Combe des Bois
Dep. Doubs, und diaphana Mich, Anschwemmungen der Rhone bei
Lyon, alle beschrieben und abgebildet. Locard Monogr. du genre
Lartetia in dessen contributions ä la faune mal. France. Heft III
24 S. 1 Taf. mit 14 Fig., auch in den Annales de Soc. Linneeune
de Lyon Bd. XXIX.
Paladühia BoUciana Clessin Mal. Blatt. (2) V S. 130 Taf. II
Fig. 15. ülrichsberg in Krain.
Belgrandia gibba Drap. Südfrankreich, Lusitanica Palad.,
Coimbra, Targioniana (Paul. Manuscr.) Florenz, thermalis Linn. =
Saviana Issel S. Giuliano bei Pisa, Delpretiana (Paul, manuscr.)
Viareggio in Oberitalien, gibberula Palad. Südfrankreich, Moitessieri
Bourg. Südfrankreich, varica Paget Nizza, cylindracea Palad. Dep.
Aube, Bourguignati St. Simon Toulouse, Sequanica Bourg. Troyes
und marginata Mich. Dep. Var und Pyrenees orientales, alle be-
schrieben und abgebildet und einige weitere zweifelhafte und fossile
Arten angeführt von Clessin Mal. Blatt. (2) V S. 132—151 Taf. 2
und 3.
Päludinella Sorgica und Provincialis Coutagne note sur la
faune malacologique du bassin du Rhone I. 1881. Vaucluse und
Rognac in Südfrankreich.
Amnicöla zopissa und A. granulum Villa, Mad. Paulucci Bull,
della Soc. malacol. Ital. VHI p. 338, 339 Taf. 9, Fig. 8 und 9. Sar-
dinien. — Ä7nn. Siculina Benoit nuovo catalogo delle conchiglie terr.
e fluv. della Sicilia S. 103. Sicilien.
Thermydrobia Zinnigasensis , warme Quellen von Zinnigas,
Insel Sardinien und Aponensis (Martens) Abano in Oberitalien, Mad.
Paulucci Bull, della Soc. malac. Italiana VIII S. 340, 341 Taf. 9
Fig. 6, 7.
Hydrobia Ortygia und Calcarae Benoit nuovo catal. delle con-
chiglie terr. e fluv. della Sicilia p. 159, 160. Sicilien.
Hydrobia Brazieri, Petterdi, Ängasi und H. Victoriae Tenison-
Woods, Edg. Smith Journ. of the Linn. Soc. London XVI S. 269,
271, Taf. 7 Fig. 20-23.
Potamopyrgus cumingiana Fischer, im nördlichen Theil der
Nordinsel von Neuseeland, auch in der Radula von P. corolla Gould,
aus der Südinsel und von P. antipodum Gray , die durch ganz Neu-
seeland verbreitet ist, verschieden. P. pupoides, Mündungsgebiet der
Flüsse Avon und Heathcote in Neuseeland. Die beiden ersten nur
in Süsswasser, die dritte auch in Brackwasser, die vierte nur in sol-
chem. Hutton in den Transact. of the New Zealand Institute XIV
S. 143-146, Taf. 1 Fig. A— H.
Pachydrobia spinosa var. acuminata, Ancey in Le Naturaliste
IV No. 9 p. 69. Cambodja.
Assiminea, Heude unterscheidet 3 ünterabtheilungen : Euas-
328 E. V. Märten s: Bericht üb. die Leistungen in der
simineae^ undurchbohrt, Pseudomphalae, undurchbohrt, aber
durch Verlängerung des Spindelrandes scheinbar durchbohrt, und
Solenomplialae, richtig durchbohrt. Zu erster er Ass. violacea, zu
den zweiten Ass. haematina und flammea, alle drei an der Mündung
des Yangtsekiang auf Schlammboden, zur dritten Abtheilung Ass.
Scolaris, an feuchten Mauern bei Shanghai, moll. terr. et fluv. de
fleuve bleu S. 81—84 Taf. 21 Fig. 3—6. — Ass. granum und
punctum Morelet Journ. de Conch. XXX S. 105 und 199 Taf. 4 Fig.
8 und Taf. 10 Fig. 18. Mauritius und Mayotte. — Die europäische
Ass. Grayana auch in Nordamerika, Verrill Trans, of the Acad. of
Connect. V S. 525.
Meianiacea. Eine Uebersicht der Gattungen und Arten nach
Brot's Bearbeitung in der neuen Ausgabe von Chemnitz gibt Kobelt
im Jahrbuch der malakol. Gesellsch. IX S. 121—142.
Melania recticosta v. Martens Jahrb. d. malak. Gesellsch. IX
S. 248. Bach Murie in Angola.
Melania Forestieri Crosse und Fischer Journ. de Conchyliologie
XXX S. 112 Taf. 7 Fig. 4. Cambodja.
Melania Queenslandica , Elseyi und suhsimilis Edg. Smith
Journ. of the Linn. Soc. London XVI S. 257, 262 Taf. 5 Fig. 11—13.
Auch einige andere australische Arten sind ebenda besprochen und
abgebildet. — M. tatei neuer Name für tetrica von Conrad, nicht
Gould, auch verschieden von Balonnensis Conrad, mit der Brot sie
vereinigte, Unterer Murrayfluss in Südaustralien, Brazier Proc. of
the Linn. Soc. of New South Wales VI S. 551, 552.
Melania Californica Clessin Malak. Blatt. (2) V S. 189 Taf. 4
Fig. 8. Californien.
Parämelania, Bemerkungen über dieselben von Edg. Smith in
Nature Bd. 25 No. 636 S. 218.
Doryssa Audeberti Mousson Journ. de Conchyliologie XXX S. 47
Taf. 3 Fig. 7, Madagaskar; vom Verfasser selbst nachher als eine
Form von Melanatria fluminea Gmel. anerkannt, ebenda S. 183.
Melanatria Johnsoni Edg. Smith Proc. Zool. Soc. S. 383 Taf.
22 Fig. 6, 7. Fluss Kamony in Madagaskar.
Rissoacea. Cingula harpa Verrill, globulus Möller, areolata
Stimpson (als Turritella), Jan-mayeni Friele und castanea Möller,
aus Neu-England und dem Lorenzgolf, beschrieben und abgebildet
von Verrill Transact. of the Connecticut Acad. of Sciences V S. 523
—525, Taf. 42 Fig. 8, Taf. 43 Fig. 1-3 und Taf. 58 Fig. 6.
Dardania, gen. nov.. Schale ähnlich einer glatten Rissoa,
Deckel mit einem langen Fortsatz; Fühler lang, borstenförmig. D.
olivacea, Lyttelton harbour in Neuseeland, auf Tang. Hutton
Transact. of the New Zealand Institute XIV S. 147 Taf. 1. Fig. K.
(Wodurch von Jeffreysia Aid. verschieden? Ref.)
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahrea 1882. 329
Bissoa. Zwei Tafeln, vorerst ohne Text, von Weinkauff in der
neuen Ausgabe von Chemnitz, Lieferung 318.
Bissoina assimüis, dimidiata und angulata Jickeli Jahrbuch
d. malakol. Gesellsch. IX S. 368, 369. Rothes Meer.
Pyramidellacea. Syrnola aolidula Dunker var. fasciata Jickeli
Jahrbuch, d. malakol. Gesellsch. IX S. 367. Suez.
Elusa Rüppelli Jickeli ebenda S. 367. Rothes Meer.
Turbonilla Emertoni, Bushiana und Rathbuni Verr. beschrieben
und abgebildet von Verrill in den Transactions of the Connecticut
Academy of Sciences V S. 536, 537, Taf. 58 Fig. 14—16, auch in
Proceed. of the Un. St. National Museum V S. 335. Neu-England.
— T. Smithi Verrill. s. die folgende Gattung.
Eulimella Smithi (früher als Turbonilla S.) und polita Verrill
ebenda S. 538 (und 335), erstere Taf. 58 Fig. 18, letztere als Holz-
schnitt im Text.
Menestho Bruneri Verrill ebenda S. 539 (und 335) bei Newport
auf Rhode-Island, 487 Faden.
Eulimacea. Stilifer Stimpsoni Verr. auf Echinus Dröbachiensis
und St. curtus, Martha's Vineyard, 410 Faden, Verrill in Transact.
of the Connecticut Acad. of Sciences V S. 535, erstere in Holzschnitt;
auch in Proc. Un. St. National Mus. V S. 334.
Littorinacea. Wein kau ff vollendet die Monographie der Gat-
tung Littorina in der neuen Ausgabe von Chemnitz, Lieferung 315
und 318, S. 41—114, Taf. 6—14. L. Pfeifferiana, neuer Name für
L. nodulosa Pfeiffer, nicht Gmelin, gleich tuberculata Orbigny, nicht
Wood, und L. cubana, S. 68 Taf. 9 Fig. 2, 3. Cuba. Im Ganzen
sind 131 Arten aufgeführt, davon 114 beschrieben und abgebildet,
manche davon freilich nur aus andern Werken kopirt.
Hutton beschreibt die Radula von Litorina cincta Q. G. und
L. coerulescens Lam. (Diemenensis Q. G., Ref.) in den Transact. öf
the New Zealand Institute XIV S. 164 Taf. 7 Fig. D, E.
Lacuna glacialis Möller, Exemplare aus Neu-England, Verrill
Transact. of the Connecticut Academy of Sciences V S, 522 Taf. 42
Fig. 6.
Modulus Morleti Fischer Journ. de Conchyliologie XXX S. 109
Taf. 7 Fig. 2. Neu-Caledonien.
Fossarus elegans Verrill und Smith Transact. of the Connecti-
cut Acad. of Sciences V S. 522 Taf. 57 Fig. 28, auch in Proceed.
of the Un. St. National Museum V p. 331. Bei Martha's Vineyard,
Neu-England, 110 Faden.
Fossarina varius (varia), Deckel und Radula gleichen denen
von Litorina, Hutton Transact. of the New Zealand Institute XIV
S. 164 Taf. 7 Fig. B, C. Dagegen ist der Deckel von F. Petterdi
Brazier vielgewunden und ihre Radula ist diejenige der Trochiden,
330 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungeu in der
ebenderselbe Proceed. of the Linnean Society of New South Wales
Vn S. 66. [Letztere ist also zu den Rhipidoglossen zu versetzen.]
Teretropoma gen. nov. Schale und Deckel ähnlich denen von
Torinia, aber die Radula taeniogloss, ähnlich derjenigen von Lito-
rina, T. Perrieri, Cap Dakar an der Senegalküste, auf Felsen einige
Meter oberhalb der Brandung. Rochebrune, im Bulletin de la
Societe philomatique 1881. Auszug im Journal de Conchyliologie
XXX S. 249. [Der Verfasser setzt diese Gattung unter die Cyclo-
stomacea, aber da die Lebensweise derjenigen mancher Littorinen
gleicht, dürfte sie eher hierher gehören, Ref.]
Cerithiacea. Ceritliium Kobelti Dunker index moll. Jap. S. 106
Taf. 4 Fig. 8, 9. Japan.
Vertagus Ffefferi Dunker ebenda S. 108 Taf. 4 Fig. 12—14.
Japan.
Cerithiella^ neuer Name für Lovenella G. 0. Sars moll. arct.,
welcher schon bei den Hydroiden vergeben ist. C. Whitheavesii
Verr. aus Neu - England, 200—500 Faden, Verrill Transact. of the
Connecticut Acad. of Science V S. 522 Taf. 42 Fig. 7.
Lampania aterrima Dunker ind. moll. Jap. S. 109 Taf. 5 Fig. 7,8.
Japan.
Turritellacea. Turntella aurocincta v. Martens, Sitzungsbe-
richte d. Gesellsch. naturforsch. Freunde in Berlin S. 107. Freund-
schafts-Inseln.
Xenophoridae. Allgemeine Bemerkungen über die Eigenthüm-
lichkeit dieser Schnecken, sich mit fremden Körpern zu bedecken,
von W, H. Dali in seiner Ansprache bei der Versammlung der
Amerikanischen Naturforscher in Montreal, besonderer Abdruck S. 15.
Struthiolariidae. Die Radula einer ächten Struthiolaria, pa-
pulosa Martyn, ist endlich von Hutton beschriebet worden, sie zeigt
die normale Zahl von sieben Platten, welche im Einzelnen denen
der Calyptraeaceen gleichen. Transact. of the New Zealand Insti-
tute XIV S. 163 Taf. 6 Fig. H. [Struthiolaria mirabilis mit 13 Plat-
ten in der Querreihe ist also dadurch wesentlich von ihr verschie-
den und muss eine eigene Gattung bilden, für welche Ref. schon
früher den Namen Perissodonta vorgeschlagen hat.]
Trichotropidae. Torellia fimbriata mit einer var. tiarella, Ver-
rill Transactions of the Connecticut Academy of Sciences V S. 520
Taf. 57 Fig. 27, Radula Fig. 27 a, auch in Proceed. of the Un. St.
National Museum V S. 330. Neu-England, 52—258 Faden.
Calyptraeacea. Trochita Novae - Zealandiae Less. Radula von
Hutton beschrieben, Transact. of the New Zeal. Institute XIV S. 163
Taf. 7 Fig. A.
Capulus dilatatus A. Ad. Dunker ind. moll. Jap. S. 258 Taf. 12
Fig. 12—14. Japan.
Naticacea. Natica nana Möller, levicula Verr. und eine Tief-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 331
wasser-Abart von N. heros Say aus Neu -England beschrieben von
Verrill Transact. of the Connecticut Acad. of Sciences V S. 516,
517, die erstere abgebildet Taf. 42 Fig. 9.
Neverita Beiniana Dunker ind. moll. Jap. S. 62 Taf. 4 Fig. 15,
16, Japan.
Sigaretus, Monographie von Sowerby in dessen thesaurus con-
chyliorum Lieferung 38, 3 Tafeln, 28 Arten mit Einschluss von Na-
ticina enthaltend.
Lamellariacea. Lameilaria pellucida Verr. 1880 mit einer
neuen var. Gouldii, Verrill Transact. of the Connecticut Acad. of
Sciences V S. 518 Taf. 58 Fig. 3—5 und Proceed. of the Un. St.
National Museum V S. 329. Neu-England, 86—458 Faden.
Marsenina glabra Couth., prodita Lev. und ampla Verr. ebenda
S. 517, 518, Taf. 42 Fig, 1—4. Neu-England.
Ämphiperasidae. Verzeichniss der bekannten Arten der Gat-
tung Ovula von Weinkauff Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. IX S. 171
—179, Ovulum depressum var. rosea Rossiter Proceed. of the Linn.
Soc. of New South Wales VII S. 323. Lifoa, Loyalitäts -Inseln. — Ra-
dius Adamsii Dunker ind. moll. Jap. S. 102 Taf. 13 Fig. 3, 4. Japan.
Cypraeacea. Brazier will den Namen Percellana an die Stelle
von Cypraea L. setzen, da ersterer schon von Rumph gebraucht
wordsn, Proc. of the Linnaean Soc. of New South Wales V S. 503.
[Wenn man über Linne hinaus rückwärts gehen will, so würde man
konsequenter Weise bis Aristoteles und Homer gehen nnd sehr viele
Namen ändern müssen, Ref.] — 60 bekannte Arten aus Neu-Cale-
donien führt R. Rossiter ebenda S. 817. 881 auf — 9 Arten, ein-
schliesslich Luponia und Trivia, von Victoria, Süd-Australien, Bra-
zier ebenda VII S. 117—121.
Cypraea citrina Gray lebt auf den Rowley shoals an der Nord-
westküste von Australien, Brazier ebenda VII S. 322.
Cypraea hirundo var. Eouxi und C. clandestina var. dberrans,
beide von Neu-Caledonien, Ancey in Le Naturaliste IV No. 7 S. 55.
Cypraea tabescens var. alveolus Tapparone-Canefri Journal de
Conchyliologie XXX S. 30 Taf. 2 Fig. 5. Mauritius.
Missbildetes Exemplar von Cypraea poraria, ohne weisse Fle-
cken, Mündung wie ein Achter gestaltet, Brazier Proceed. of the
Linn. Soc. of New South Wales VI S. 202.
Gassidea. Embryonalwindungen von Dolium Bairdii beschrie-
ben von Veri'ill Proceed. of the Un. St. National Museum V S. 329;
diese Art lebt auch in Westindien in der Tiefe, Dali American Na-
turalist XVI S. 885.
ApoUon leucostoma, eine Abart von Lübbecke und Kobelt im
Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. IX S. 2 Taf. 1 Fig. 2.
332 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Rhipidoglossa.
Weder bei Neritina fluviatüis, noch bei Turbo riigo-
sus geht der Enddarm durch das Herz, wie früher behaup-
tet worden, sondern das Herz ist klein und dicht an die
Niere angelegt, und zwischen beiden geht der Enddarm
hindurch ; aber bei Fissurella und Haliotis durchbohrt der-
selbe in der That die Herzkammer. R. Lands berg im
Zoologischen Anzeiger S. 660 — 662.
Helicinacea: Helicina Hungerfordiana, Hongkong und Makao,
und Hainanensis, Insel Hainan, v. Möllendorff Jahrbuch d. malak.
Gesellsch. IX S. 182. 183, letztere zu einer Varietät der ersteren
herabgesetzt von demselben ebenda S. 354, 355.
Hydrocena Bachmanni Gredl. aus China von v. Möllendorff Jahr-
buch d. malak. Gesellsch. IX S. 855 besprochen. — Eealia Sinensis
und nivea Heude moll. terr. et fluv. du fl. bleu S. 8, 9 Taf. 12 Fig. 7
Taf. 19 Fig. 2 und 4 aus dem mittleren China [ohne Zweifel auch
zu Hydrocena gehörig, Ref.].
Neritacea. Neritina fulgetrum Reeve Edg. Smith Proc. Zool.
See. S. 387 T. 22 Fig. 24, 24. Aus Madagaskar. ~ N. Wallacei
Dohrn Schepman Tijdschrt Nederl. dierk. Ver. VII S. 20 Taf. 2 Fig. 4.
Navicella. v. Martens vollendet die Monographie in Lieferung
315 der neuen Ausgabe von Chemnitz, 8 Tafeln.
Trochacea. Die Radula von Turbo smaragdus, Zizyphinus
punctulatus, Cantharidus texturatus, pupillus, Huttonii und tanebro-
sus, sowie Anthora tiarata beschrieben von Hutton Transact. of the
New Zealand Institute XIV S. 165, 166 Taf. 7 Fig. G— N.
Turbo filosus Phil, im Mittelmeer, 27 Faden, in frischem Zu-
stande, Jeffreys Annais of nat. bist. (5) X S. 31.
Uvanilla Heimhurgi Dunker ind. moll. Jap. S, 130 Taf. 6 Fig. 6,7.
Japan.
Collonia rvhra und purpurascens Dunk. ebenda S. 128 u. 129
Taf. 12 Fig. 1-3 u. 7—9. Japan.
Cyclostrema Dalli Verrill Trans, of the Connecticut Acad. of
'Science V S. 532 Taf. 57 Fig. 39 u. Proc. of the Un. St. I^ational Mu-
seum V S. 333. Neuengland, 487 Faden.
Trochus Vaillanti Fischer Rapport sur la faune sous- marine
S. 43 und Journ. de Conch. XXX S. 50. Portugiesische Küste, 1224
Meter tief.
Trochus Ottoi Philippi und Wiseri Calcara = gemmulatus
Philippi im Mittelmeer, 214—970 Faden in frischem Zustand, Jef-
freys Ann. of Nat. History (5) X S. 31.
Oxystele Koeneni Dunker moll. Jap. S. 142 Taf. 12 Fig. 4—6. Japan.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 333
Eitchelus Smithi derselbe S. 259 Taf. 6 Fig. 16—19. Japan.
Huttonia, von Euchelus durch einen tiefen Ausschnitt an
der Columelle verschieden. H. bella (Hutton als Euchelus), iricolor
und Hamütoni Kirk Trans. New Zealand Instit. XIV S. 282, 283.
Neuseeland.
Zizyphinus Folini Algier 900 Met. tief und suturalis Philippi
bis dahin nur fossil gekannt, in frischem Zustand im Mittelmeer,
an der Küste von Marokko, Fischer Rapport sur la faune sous-marine
S. 44 und Journ. de Conchyliologie XXX S. 50.
Calliostoma Bairdii Verrill südlich von Martha's Vineyard 65—
192 Faden, das lebende Thier abgebildet, Verrill Trans, of the Con-
necticut Academy of Science V S. 530 Taf. 57 Fig. 26.
Enida Japonica A. Ad. Dunker ind. moll. Jap. S. 144 Taf. 12
Fig. 17, 18. Japan.
Trochus {Solariella) Lusitanicus Fischer Journ. de Conchylio-
logie S. 51. Küste von Portugal, 3307 Meter.
Margarita regalis und lamellosa Verrill Trans, of the Conne-
cticut Acad. of Sc. V S. 530 Taf. 57 Fig. 37, 38. Neu-England.
Machaeroplax obscura var. bella Verkrüz. var. planula und
var. carinata Verrill ebenda S. 521, 522, Neu-England 43 — 335 Fa-
den. Machaeroplax Hidalgoi Fischer, Rapport sur la faune sous-
marine S. 43 und Journ. de Conchyliologie XXX S. 51, Golf von
Biscaya 896—1226 Met.
Umbonium ÄdamsiDnuker ind. moll. Jap. S. 135 Taf. 6 Fig. 3 — 5.
Japan.
Pleurotomaria. Crosse zählt die 4 bekannten recenten Arten
auf und hebt hervor, dass sie alle in der Färbung sich gleichen
und wahrscheinlich alle bekannten Exemplare von Einsiedlerkrebsen
bewohnt waren, durch welche sie in das Schleppnetz geriethen.
Journ. de Conchyliologie XXX S. 1—22, PI. Adausoniana noch ein-
mal abgebildet auf Taf. I und mit PI. Rumphii Schepm. verglichen
ebenda S. 183, 184; letztere von Schepman abgebildet in Tijdschr.
d. Nederl. dierkondige Vereeniging VI. 1. S. 23 Taf. 2.
Haliotis Monographie von Sowerby Thes. Conch. Lieferung
37 und 38 Taf. 428— 440 b 71 Arten, neu H. Hanleyana und echi-
nata von unbekanntem Fundort, alternata angeblich von Malta, Gi-
braltar und Mozambique, und Grayana, neuer Name für marmorata
Gray nicht Linne, Fig. 28, 51, 87 und 111. — H. exigua Dunker
abgebildet in dessen ind. moll. Jap. S. 148 Taf. 6 Fig. 8—10.
Fissurellacea. Emarginula muUistriata Jeffreys Ann. of Nat.
History (5) X S. 30 Mittelmeer 217 Faden und Westküste von Spa-
nien 292—374 Faden.
Puncturella, Cranopsis, Rimula und Semperia, P. Fischer be-
spricht die Unterschiede dieser 4 Gattungen Journ. de Conchyliolo-
gie XXX S. 278.
334 E. V. Martens: Bericht üb. die Loistuugen in der
Piincturella clathrata und P. profundi Jeffreys Proc. Zool. Soc.
S. 675, 676 Taf. 50 Fig. 10, 11. Atlantischer Ocean, Porciipine- Ex-
pedition.
Bimiila Ästuriana Fischer Rapport sur la faune sous- marine
S. 43 und Journ. de Conchyliologie XXX S. 51. Golf von Biscaya
1107— 2018 M. tief; sei identisch mit Cranopsis crabicia Fischer nach
Jeffreys und Watson, ebenda S. 277.
Fissurisepta grannlosa Jeffreys Proc. Zool. Society S. 675 Taf. 50
Fig. 9. Atlantischer Ozean, Porcupine Expedition.
Fissur ellä Tanneri Verrill Proc. of the Un. St. National Mu-
seum V S. 383 bei der Delaware-Bay 104 Faden.
Fissurella Melvilli Sowerby Proceed. Zool. Society S. 120 Taf. 5
Fig. 11, Fundort unbekannt.
Gocculina gen. nov. Schale ähnlich derjenigen von Patella,
keine Augen, nur eine unsymmetrische Kieme, Radula sehr ähnlich
denjenigen von Parmophorus and Helicina. G. Rathhunii und Bea-
nii bei der Insel Martha's Vineyard südlich von Cape Cod 100—416
Faden. Dali Proc. of the ün. St. National Museum IV S. 403 und
V p. 334; Ann. of Nat. History (5) X S. 12—16; auch Verrill Trans.
of the Connecticut Acad. of Sc. V S. 533. — G. spinigera Jeffreys
Proc. Zool. Soc. S. 683. Zwischen den Hebrideu und Faröern, 516
Faden auf leeren Röhren von Teredo.
Toxoglossa.
Gonoidea. Conus Mediterraneus verschiedene Varietäten, Buc-
quoy und Dautzeuberg Moll. mar. du Roussillon Heft II S. 82, 83
Heft III Taf. 13 Fig. 11—22.
Gonus prytanis, Galapagos- Inseln, semivelatus, Rothes Meer,
Wilmeri Andamanen, Evelynae und dianthus, Fundorte unbekannt,
textile Var. euetrios, Sowerby Proc. Zool. Soc. S. 117—120 Taf. 5
Fig. 1 — 6. Gonus WeinJcauffi und Kobelti Löbbecke Jahrb. d. Ma-
lak. Gesellsch. IX S. 90, 188 und 189 Taf. 4 Fig. 1—5. Fundorte
unbekannt.
Terebracea. Terebra Lischkeaua Dunk., Loebbeckeana und tri-
seriata, Gray, abgebildet von Dunker ind. moll. Jap. S. 71, 72 Taf. 5
Fig. 13—20.
Fleurotomacea. Pleurotoma Dalli Verrill und Smith Transact.
of the Connecticut Acad. of Sc. V S, 451 Taf. 57 Fig. 1 und Pro-
ceed. Un. St. National Mus. V S. 323. Martha's Vineyard, Neu-Eng-
land, 94-146 Faden.
Pleurotoma albata, Persischer Golf und sexcostata, Singapore,
Edg. Smith Ann. of Nat. Hist. (5) X p. 210 und 305.
Drillia subauriformis Edg. Smith?, Dunker ind. moll. Jap.
S. 24 Taf. 4 Fig. 5—7 Japan. — Pleurotoma {Drillia) exsculpta, am-
Naturgeschichte der Molluskeu währoud des Jahres 1882. 3B5
hlia und aglaophanes, St. Thomas, 390 Faden, tJioloides und lopho-
essa, Pernambuco, 350 Faden, Watson Journ. of the Linn. Soc. XVI
S. 247. 253.
Pleurotoma (Crassispira) microstoma, Ceilon, atramentosa und
flavocarinata, Panama, caribbaea und melanacme, Westindien, latiso-
nata, Fundort unbekannt; cubensis und albopustulata, neue Namen
für Orbigny's hictuosa und albomaculata, die schon vergeben. Edg.
Smith Annais of Nat. Bist. (5) X S. 210-213.
Fleurotoma (Clavus) interpunctata, interstrigata und bellula,
Westindien, Hottentota und Caffra, Süd- Afrika, coffea, Philippinen,
alboangulata, diversa, amanda und quadrilirata, Fundorte unbekannt,
Edg. Smith ebenda S. 206—208.
Pleurotoma (Clionella) quadruplex Watson Journal of the Lin-
nean Soc. XVI S. 253, westl. von den Azoren, 1000 Faden.
Pleurotomella Packardi, Agassizi und pandionis Verr. aus
Neu-Englaud, beschrieben und Angaben über ihre ßadula von Ver-
rill Transact. of the Connecticut Acad. of Sc. V S. 453—456 Taf. 43
Fig. 9 und Taf. 57 Fig. 3—5.
Mangelia cerina Kurtz und Stimps., Verrill ebenda S. 488,
mit Holzschnitt, Neu-England. — Pleurotoma {Mangelia) modica und
ßocincta, Japan, trizonata, Philippinen, rufocincta, Porto Cavalho,
ordinaria, Chile und Peru, inex^ta und mülestriata, Westindien, Cale-
donica, Neu-Caledonien, Pellyi, Persischer Meerbusen, minutistriata,
platyclieüa, flexuosa, opalina und acutanguliis, Fundorte unbekannt;
decora, neuer Name für costata von Gray und Reeve, nicht Pennant,
Edg. Smith Annais of Nat. Eist. (5) X S. 213—218.
Befraucia nodulosa, tenella und convexa Jeffreys ebenda S. 32,
33, Mittelmeer, 611 — 1216, 1963 und 217 Faden. — Pleurotoma {De-
fraucia) rufoapicata, asperidata und reticulata, Japan, ^^iperaia, Strasse
von Korea, Capensis, Süd- Afrika, albicaudata, Persischer Meerbusen,
Moretonica, Ost- Australien, commoda, Californien, trifilosa, alternans,
subgranosa und associata, Fundorte unbekannt, Edg. Smith ebenda
S. 296—300.
Pleurotoma (Glyphostoma) soror, Persischer Meerbusen, rubro-
cincta, Viti-Inseln, bathyraphe, Philippinen, biseriata und obtusico-
stata, Fundorte unbekannt; exquisita, neuer Name für vittata von
Reeve, nicht Hinds, Edg. Smith ebenda S. 303—305.
Bela pygmaea, incisida, Gouldii, concinnula, Neu-England,
sowie einige andere schon bekannte Arten ebendaher, Verrill, Trans-
act. of the Connecticut Acad. of Sciences V S. 457—483 Taf. 43
Fig. 10-16 und Taf. 57 Fig. 7—16; die neuen Arten auch in Pro-
ceed. of the ün. St. National Mus. V S. 326—328.
Belomitra, gen. nov., Schale ähnlich Bela, aber zahlreiche
kleine tiefe Falten auf der Spindel ; B.paradoxa, Atlantischer Ocean,
627 Meter tief, P. Fischer, Journ. de Conchyliologie XXX S. 275.
336 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Taranis Mörchii Malm und pulchella Verr. aus Neu -England,
Verrill, Transact. of the Connecticut Acad. of Sciences V S. 486,
487 Taf. 57 Fig. 17, 18. — Fleurotoma (Taranis?) turritispira, Edg.
Smith Annais of nat. hist. (5) X S. 306, Japan.
Fleurotoma (Daphnella) Souverhiei, Schwanenfluss, supercostata,
Japan, Macandrewi, Persischer Meerbusen, Biitleri, Philippinen, te-
nuiclathrata, tenella und Gealei, Fundorte unbekannt, Edg. Smith
ebenda S. 300—303.
Gancellariacea. Cancellaria imhricata Cap, 150 Faden, C. {Äd-
mete) speciilaris und carinata, Kerguelen, 28—30 Faden, Watson,
Journ. of Linn. Soc. XVI S. 325—327.
Rhacliiglossa.
Volatacea. Tryon nimmt in dieser Familie folgende recente
Gattungen an und gibt Beschreibungen und Abbildungen der be-
kannten Arten: Cymbiura, nur 5 Arten anerkannt, Melo, 4 Arten,
Voluta 68, in 15 Untergattungen, Lyria 16 und Microvoluta 1 Art,
manual of couchology IV S. 73—106, Tafel 22—31. Die Radula
von Cymbium, Melo und Voluta ist abgebildet Taf. 2 Fig. 2—7, da-
gegen kennt er Schacko's Beschreibung von Voluta concinna und
Cymbium olla in den Conchol. Mittheilungen II 1881 noch nicht.
Cymhiola lutea Watson, Journ. of Linn. Soc. XVI S. 331, West-
küste von Neuseeland, 275 Faden.
VolutilüJies abyssicola Ad. u. Reeve, ein ausgewachsenes Exem-
plar von Watson beschrieben, ebenda S. 327—329.
Provocator gen. nov. Schale glatt, spindelförmig, Spitze
wie bei Ancillaria, überdeckte Nath wie bei Bullia, Spindelfalten
wie bei Voluta und Randeiubuchtung wie bei Pleurotoma. Pr. pid-
cher, 31/2 Zoll, zwischen Kerguelen nnd Heard's Insel. Watson,
Journ. of the Linn. Soc. XVI S. 329.
Wyvillea, gen. nov.. Schale eiförmig, dünn, rauh, Gewinde
hoch, treppenförmig, Spitze zitzenförmig, Nath vertieft; Mündung
gross, oval, Innenrand mit einer ausgebreiteten dünnen Schwiele,
Spindel senkrecht, ein wenig gedreht, ohne Zähne, aber in der Mitte
ihrer Länge eine Ecke bildend. Kein Deckel. W. alahastrma, 6 Zoll,
bei den Marion und Crozet Inseln, 16Ü0 Faden. Watson, Journ. of
the Linn. Soc. XVI S. 332.
Marginellacea. J. Carriere wiederholt seine auffälligen An-
gaben über Verschiedenheit von Radula und Deckel bei ganz über-
einstimmenden Schalen von Marginella glabella in der Zeitschr. für
wissensch. Zoologie XXXVII S. 99—120 Taf. 9. (Vgl. den Jahres-
bericht über 1880 S. 364.)
Mitracea. Trycn nimmt in dieser Familie folgende Gattun-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 837
gen an: Mitra, Volutomitra, Thala, Strigatella, Zierliana, Mitroidea,
Dibaphus, Turricula. Cylindra und Imbricaria; er bildet die Radula
von Volutomitra, Mitra, Zierliana, Turricula und Cylindra ab und
gibt Beschreibungen und Abbildungen von 82 Arten von Mitra, ma-
nual of conchology Band IV S. 106 — 128 Taf. 2 Fig. 8-15 und
Taf. 32—37.
Mitra cryptodon P. Fischer, Journ. de Conchyliologie XXX
S. 273. Atlantischer Ocean, 1900 Meter. — M. Hanleyana Dunk. =
Wrighti Crosse und M. Bronnii Dunk. = Suluensis und fuscoapi-
cata Egd. Smith , Dunker ind. moll. Jap. S. 52 Taf. 2 Fig. 6, 7
und Taf. 5 Fig. 5, 6; eine Varietät von M. salmonea Sow., Dunker
ebenda S. 256 Taf. 5 Fig. 9, 10. Alle von Japan. — M. Melmlli
Sowerby, Proc. Zool. Soc. 1882 S. 118 Taf. 5 Fig. 7. Fundort un-
bekannt.
Volutomitra fragillima Watson, Journ. of the Linn. Soc. XVI
S. 334. Kerguelen, 28 Faden.
Belomitra s. Pleurotomacea unter den Toxoglossen.
Fusacea. Fusus, Verzeichniss von 84 beschriebenen Arten bei
Kobelt, Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. IX S. 8—17.
Fusus Bocagei Fischer Rapport sur la faune sous-marine S. 43
und Journ. de Conchyliologie XXX S. 19, Westküste von Spanien
und Portugal, 1068—2018 Meter tief.
Fusus (Colus) radialis, Cap, 150 Faden, und sarissoplwrus,
Pernambuco, 350 Faden, Watson, Journ. of the Linn. Soc. XVI
S. 382, 383.
Fusus lacteus Dunker ind. moll. Jap. S. 12 Taf. 2 Fig. 11, 12.
Japan.
Fusus pagoda Less., Deckel beschrieben, Dunker ind. moll.
Jap. S. 13 Taf. 1 Fig. 8—10; F. pagodoides Watson, Journ. of Linn.
Soc. XVI Su 382 — 385. [Diese beiden gehören ohne Zweifel zu Co-
lumbarium, Familie Pleurotomacea, vgl. den vorigen Jahresbericht
S. 490, Ref.]
Pseudoneptunea, neue Untergattung von Fusus, für F. mul-
tangulus Phil, und varicosus Chemn. vorgeschlagen von Kobelt,
Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. IX S. 17.
Ueber weitere sogenannte Fusus-Arten siehe auch bei Neptu-
nea in der Familie der Buccinacea.
Fasciolaria. Monographie von Sowerby in seinem thesaur.
conchyl., Lieferung 37, S. 9—15 Taf. 425—427, 17 Arten.
Fasciolaria rutila, Cap, 150 Faden, und maderensis, bei Te-
neriffa, 78 Faden, Watson, Journ. of the Linn. Soc. XVI S. 336,
337. — F. gläbra Dunker ind. moll. jap. S. 48 Taf. 12 Fig. 15, 16.
Japan.
Latirus Troscheli Löbbecke und Kobelt, Jahrb. d. malak. Ge-
sellsch. IX S. 1 T, 1 Fig. 1 Philippinen. — L. carotianus = Tur-
338 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
binella ustulata von Kobelt, nicht Reeve, Fischerianus, Neu-Caledo-
nien, funiculatus und melanorhynchus, Fundorte unbekannt und sca-
brosus Reeve var. nigritellus, Tapparone - Canefri Journ. de Conchy-
liologie XXX S. 31, 37 Taf. 2 Fig. 6—13.
Turbinellacea. Turbinella Lam. in engerem Sinn, Typus T.
pyrum L. mit rapa Gm. als Varietät, 4 Arten und Vasum Bolt., ty-
pus muriaticum (soll heissen maricatum, Ref.]. 7 Arten, beschrie-
ben und abgebildet bei Tryon manual of conchology IV S. 66—73
Taf. 19—21, Radula von Vasum Taf. 2 Fig. 1.
Buccinacea. Neptunea. H. Friele begrenzt diese Gattung en-
ger mit besonderer Rücksicht auf die Radula, beschreibt eine An-
zahl Varietäten von N. despecta L., wovon eine var. fasciata von
der Bäreninsel neu ist, und bildet die Embryonalwindungen einer
andern, var. borealis Phil. (Fusus) ab, Norske Nordhavs Expedition
VIII Buccinidae, S. 5—10 Taf. 1 Fig. 7 und Taf. 4 Fig. 8-10.
Neptunea lurida und plicata A. Ad., Dunker ind. moll. Jap.
S. 14 Taf. 3 Fig. 1—4 Japan. — Fusus (Neptutiea) Dalli, Viti-In-
seln, und futile, zwischen Kerguelen und den Heard's Inseln, 150
Faden, Watson, Journ. of the Linnean Soc. XVI S. 379—381. —
Fusus corpulentus Edg. Smith, Annais of nat. hist. (5) IX S. 344, Holz-
schnitt, Fundort unbekannt.
Juwala, gen. nov., Mittelplatte der Radula klein, viereckig,
ohne Spitze, Seitenplatten mit einer grossen äussern und zwei klei-
nen seitlichen Spitzen. Hieher Fusus Turtoni Bean und Neptunea
Ossiani Friele 1879, beide an der Küste von Norwegen. Friele.
Norske Nordhavs Exped. VIII Buccinidae, S. 6, 7, Schale, Deckel
und Eikapsel der zweiten Art Taf. 6 Fig. 1, Radula beider Taf. 4
Fig. 1-7.
Troschelia (Mörch 1876) Berniciensis King (Fusus), aus dem
nördlichen Norwegen, Eikapsel und Embryonalsphale, Friele ebenda
S. 25, 26 Taf. 3 Fig. 12.
Siphonorbis (Mörcli), Unterabtheiluug von Neptunea, Spitze
abgeflacht, Embryonalschale mit engen, stufenweise abnehmenden
Windungen. Hierher N. ebur Mörch = Trophon Sarsi Jeffr. = Fu-
sus Moebii Danker u. Metzger, N. fusiformis Brod. (Fusus) = F.
fenestratus Turt., S. Dalli aus dem Eismeer zwischen Norwegen und
Spitzbergen, N. turrita Sars = tortuosa Kobelt, Lachesis Mörch mit
einer neuen var. bicarinata, Eismeer, 358 Faden, undulata Bären-
insel, 190 Faden, Danielsseni Friele; Schalen, Deckel, Embryonal-
mündungen und Eikapseln von mehreren, namentlich den neuen,
sind abgebildet. Friele a. a. 0. S. 17—23 Taf. 2 Fig. 18—35 und
Taf. 19 Fig. 1—6, Radula Taf. 5 Fig. 1—13.
Mohnia Friele, Deckel spiral gedreht, Mittelplatte der Radula
einspitzig, Seitenplatten zweispitzig. Neptunea (Mohnia) Mohni Friele,
Norwegische Küste, im Kaltwassergebiet, GOO— 1300 Faden. Friele
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 339
a. a. 0. S. 5 und 24, 25, Schale, Deckel und Embryonalwindungen
Taf. 3 Fig. 7—11, Radula Taf. 5 Fig. 14, 15.
Pyrulofusus deformis Reeve. Friele ebenda Deckel Taf. 1 Fig. 8,
Radula Taf. 4 Fig. 11—13.
Siphonalia longirostris, Dunker ind. moll. Jap. S. 16 Taf. 1
Fig. 13, 14 Japan.
Pseudoneptunea s. oben unter den Fusacea.
Sipho. Verschiedene nordische Arten von Friele a. a. 0. S. 10 —
17 erörtert, lebende Thiere, Deckel, Embryonalschale und Eikapseln
Taf. 1 Fig. 9—26, Taf. 2 Fig. 1—17, Radula Taf. 4 Fig. 14-18 und
Taf. 6 Fig. 1 — 16. — Die nordamerikanischen Arten, worunter neu
S. pubescens, glyptus und parvus, bespricht Verrill Transact. of the
Connecticut Acad. of Sc. V S. 501—506 Taf. 43 Fig. 6, Taf. 57
Fig. 19—25 und Taf. 58 Fig. 1; dieselben auch in Proceed. of the
Un. St. National Museum V S. 319—321.
Fusus (Sipho) pupula Fischer, Journ. de Conch. XXX S. 274.
Atlantischer Ocean, 608 Meter tief.
Fusus (Sipho) pyrrhostema, Cap, 98 Faden, calathiscus Marion
Insel, 1600 Faden, Scolaris, Nordwestl. Patagonien, 125 Faden, re-
guluSj Kerguelen, 28 Faden, und Edwardiensis, zwischen Marion
und den Prinz -Edward -Inseln, 140 Faden, Watson, Journ. of the
Linn. Soc. XVI S. 374-379.
Euthria lineata, Radula und Deckel, Hutton, Transact. of the
New Zeal Inst. XIV S. 162 Taf. 6 Fig. D.
Metula, 4 Arten aufgeführt von Kobelt, Jahrb. d. mal. Ge-
sellsch. IX S. 26. — Fusus (Metula) Philippinarum Watson, Journ.
of the Linn. Soc. XVI S. 373, Philippinen. — M. lintea Guppy, Pro-
ceed. of the scientific Association at Trinidad XII 1881 S. 82, Golf
von Paria.
Buccinum. Die Arten dieser Gattung im engeren Sinn wurden
mehr oder weniger eingehend in diesem Jahr von Dali, Friele, Ko-
belt, Verkrüzen und Verrill behandelt. Dali hebt namentlich die
geschlechtlichen und individuellen Verschiedenheiten innerhalb <ler-
selben Art in Grösse, Sculptur, Schalenhaut, Vorhandensein eines
Kiels, Fehlen des Deckels u. s. w. hervor, Nachrichtsbl. d. malakol.
Gesellsch. S. 119—121. — Friele bötont die Variation in der An-
zahl der Zahnspitzen und das Vorkommen von Uebergangsformen
zwischen allgemein anerkannten Arten, namentlich im höhern Nor-
den, die vielleicht als Bastarde zu deuten seien; B. Groenlandicum
kommt in Europa nur nördlich vom Polarkreis vor und erscheint
hier zuerst in Gesellschaft von B. undatum; B. Finmarchianum er-
setzt im Norden das südlichere B. Humphreysianurti und wird noch
nördlicher wiederum von B. hydrophanum ersetzt. Er beschreibt
zwei litorale Varietäten, var. acuta und hyhriäa von B. groenlandi-
cum aus Flammerfest und eine Tiefenform desselben aus 136—149
340 E V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Faden, sowie mehrere Varietäten von B. hydrophanum, darunter
eine neue, var. elata, aus dem arktischen Norwegen und Spitzbergen,
ferner 2 neue Arten, B. nivale und sulcatum ebenfalls aus dem ark-
tischen Norwegen, endlich B.terrae-novae Beck = Donovani Reeve und
B. tenue Gray aus Spitzbergen. Norske Nordhavs Expedition VIII
Buccinidae, S. 26—35, Schalen Taf. 3 Fig. 13—24, Eikapseln Fig.
16 und 23, Deckel von B. nivale Fig. 25, Variationen der Radula
bei B. nndatum S. 27 Taf. 5 Fig. 16 und 17, die Zahl der Zahn-
spitzen der Mittelplatte in den aufeinanderfolgenden Reihen an dem-
selben Individuum zwischen 6 und 8 wechselnd. — Kobelt setzt
seine Monographie dieser Gattung in der neuen Ausgabe von Chem-
nitz, Lieferung 317, S. 41—72 Taf. 83—88, fort und gibt darin Ab-
bildungen von folgenden anscheinend anderswo nicht abgebildeten
Arten: B. amaliae Verkr., Neufundland, picturatum Dali, Aleuten,
und turritum Verkr., Neufundland, nach Kobelt nur Abart von
glaciale.
Verkrüzen erklärt sich mit den obigen Angaben von Dali
nicht einverstanden, Nachrichtsbl. d. malakol. Gesellsch. S. 161 — 172
und beschreibt nach dem Material des Petersburger Museums eine
Reihe von Formen und angeblichen neuen Arten, und zwar aus dem
weissen Meer und Russisch -Lappland B. undatum var. acutum, B.
Finmarchianum var. pellucidum und B. pulcherrimum, aus Kamt-
schatka B. Herzensteinii und Grebnitzkyi, aus Sachalin B. SchrencMi
und einige Varietäten von B. inexhaustum (Verkr.), und spricht da-
bei seine Ansichten über die von Middendorff beschriebenen For-
men aus, Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. IX S. 203—229 und 359.
Verrill beschreibt Buccinum Sandersoni, Martha's Vineyard 258 Fa-
den und mehrere Varietäten von B. cyaneum ; B. Gouläii, neuer
Name für B. ciliatum von Gould, nicht Fabricius, Trans, of the Con-
necticut Acad. of Science V S. 490—497 Taf. 43 Fig. 4, 5 und Taf.
58 Fig. 9—11, die erste Art auch in Proc. of ün. St. National Mu-
seum V S. 318; Bemerkungen dazu von Verkrüzen, Jahrb. der Ma-
lak. Gesellsch. IX S. 357—359.
Buccinum albozonatum, Kerguelen, und B. ? aqiiilarum Azoren.
1000 Faden, Watson, Journ. of the Linn. Soc. XVI S. 358, 359.
Liomesus Stimps. 1865 hat Priorität vor Buccinopsis Jeffreys
1867 Verrill Trans, of the Connecticut Acad. V S. 498. — 3 Arten
dieser Gattung zählt Kobelt im Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S. 27 auf.
Volutharpa, allgemeine Bemerkungen über diese Gattung und
Aufzählung der 6 bekannten Arten, denen eine neue F. Panhicciana,
auch aus Japan hinzugefügt wird, von Tapparone-Canefri Journ. de
Conchyliologie XXX S. 24—30 Taf. II Fig. 3—4.
Truncaria 6 Arten beschrieben, 5 abgebildet von Tryou, Man.
of Conch. IV S. 9, 10 Taf. 5 Fig. 54-58.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 341
Cominella funerea, Radula und Deckel bei Hutton, Trans, of
the New-Zealand Inst. XIV S. 162 Taf. 6 Fig. 6.
Pollia, 52 Arten, und Pisania, 31 Arten aufgezählt von Ko-
belt, Jahrb. d. Malak. Gesellsch. IX S. 18-26.
Clavella, 3 Arten, Kobelt ebenda S. 28.
Plios naucratoros, Admiralitätsinseln, nndbathylcetes, Philippinen,
Watson, Journ. of the Linn. See. XVI S. 360—362.
Northia, 3 Arten Tryon Man. of Conch. S. 9 Taf. 5 Fig. 50—53.
Nassacea. Tryon beschreibt 135 Arten und mehrere Varietä-
ten, die von Andern für Arten gehalten werden, in seinem Man. of
Conch. S. 17 — 54 Taf. VI 7 — 18, auch die lebenden Thiere von eini-
gen sind abgebildet; Radula Taf. 3 Fig. 22—25.
Nassa incrassata Müll., pygmaea Lam. costulata Renier und
corniculum Gmel. mit ihren Varietäten, Bucquoi und Dautzenberg
Moll. mar. de Roussillon Heft II S. 44— 49, 52—54 und 56— 58 Heft
HI Taf. 11 und 12.
Nassa Edwardsi Fischer, Rapp. fn. sousmar. p. 18 und Journ. de
Conch. XXX S. 50 Südküste von Frankreich 680—2660 Meter tief.
Nassa nigrolabra Verr. aus Neu-England, abgebildet von Ver-
rill, Trans, of the Connecticut Acad. V S. 512 Taf. 58 Fig. 12.
Nassa LeonJcensis und agapeta Viti-Inseln, psila Torres-Strasse
155 Faden, hrycJiia Azoren 620 Fad., hahylonica Philippinen 375 Fad.,
capülaris Fernando Noronha 25 Fad., epJiamüla Neuseeland 700 Fa-
den, Watson, Journ. of the Linn. Soc. XVI S. 363—371.
Neritula, 3 Arten bei Tryon Man. of Conch. IV S. 64, 65
Taf. 18 Fig. 353—360.
Desmoulea 6 Arten, alle aus Afrika oder Japan, bei Tryon
ebenda S. 65, 66 Taf. 18 Fig. 361—379. 9 Arten aufgezählt von
Kobelt, Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S. 28, 29.
Bullia 24 Arten, wovon 3 zur Untergattung Buccinanops, 9
zu Pseudostrombus und 1 zu Adinus H. u. A. Adams, bei Tryon,
ebenda S. 11 — 16 Taf. 5 Fig. 59, Taf, 6 Fig. 98; Radula Taf. 3
Fig. 20, 21.
Bullia (Adinus) Crosseana Tapparone-Canefri, Journ. de Conch.
XXX S. 28 Taf. 2 Fig. 1, 2. Fundort unbekannt.
Columbellacea. Columbella costulata Cantraine (als Fusus 1837)
= haliaeti Jeffr. Mittelmeer 85—544 Faden, Jeffreys, Ann. of Nat.
Hist. (5) X S. 32.
Colmnbella {Änachis) ostreicola Sowerby, Proc. Zool. Soc. S. 119
T. 5 Fig. 10. Florida, auf Ostrea Virginiana.
Columbella {Pyrene) strix und stricta S. Thomas Westindien
390 Faden. Watson, Journ. of Linn. Soc. XVI S. 338—340.
Columbella? choava Rev. ohne Deckel, Mittelplatte der Radula
ohne Zähne. Hutton, Trans, of the New-Zealand Inst. XIV S. 163
Taf. 7 Fig. 0 u. P.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. X
342 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Coluvihellopsis, neue Untergattung für Columbella minor
Scacchi, Bucquoi und Dautzenberg Moll. mar. de Roussillion Heft II
S. 77 Heft III Taf. 1 Fig. 19.
Astyris diapliana und pura Neu-England 65—487 Faden, Ver-
rill, Trans, of the Connecticut Acad. V S. 513—515, die erstere
Taf. 58 Fig. 2; auch in Proc. of the U. St. National - Museum V
S. 322 u. 323.
Amycla Burchardi abgebildet bei Dunker ind. moll. jap. S. 55
Taf. 4 Fig. 3—4. Japan.
Engina xantholeuca Sowerby, Proc. of the ZooL Soc. S. 119
Taf. 5 Fig. 9. Mauritius.
Olivacea. Bei Olivella leucozonias und biplicata werden die
inneren Zwischenwände der Windungen resorbirt, bei den eigent-
lichen Oliven, Agaronia und Ancillaria ist dies nicht der Fall, Crosse
und Fischer, Journ. de Conch. XXX S. 181 - 183 Taf. 8 Fig. 15, 16.
Oliva {Olivella) amblia und ephamilla Pernambuco 350 Faden und
oitilia St. Thomas 390 Faden, Watson, Journ. of the Linn. Soc. XVI
S. 341—343.
Muricea. Alphabetische Liste der bekannten Arten von Mu-
rex von Gaudion in dem Bulletin de la' Societe scientifique de Be-
ziers (2) Bd. III.
Murex Bichardi Fischor< Rapport sur la faune sous-marine p. 43
und Journ. de Conch. XXX S. 49. Biskayisches Meer 896 Met.
Murex pliciferus Sow., rota Sow. var. und foliatus Martyn aus
Japan abgebildet bei Dnnker ind. moll. jap. S. 4—7 Taf. 4 Fig. 1,
2, 10, 11 und Taf. 2 Fig. 3.
Pseudomurex perfectus Fischer, Journ. de Conch. XXX S. 274.
Atlantischer Ocean 400 Met.
Troplionopsis^ neue Untergattung von Trophon für Murex mu-
rieatus Mont. und Fusus rudis Phil., Bucquoi und Dautzenberg Moll.
de Roussillon Heft I S. 40.
Trophon Lintoni Verrill und Smith, Silliman's Amer. Journ.
of Science XXIV S. 365. Südküate von Neu-England.
Trophon hreviatiis Jeffreys, Annais of Nat. History (5) X S. 426.
Schwarzes Meer 45—56 Faden.
Trophon acanthodes West -Patagonien 125 Faden, cardtielis
Sidney 410 Faden, declinaus Marion-Insel, aculeatus Pernambuco 350
Faden, septus Kerguelen 28 Faden und scolopax zwischen Kerguelen
und Heards-Inseln 150 Faden, Watson, Journ. of the Linn. Soc. XVI
S. 386—392.
Purpuracea. Purpura Heyseana Dunker, ind. moll. jap. S. 40
Taf. 13 Fig. 10, 11 Japan.
Purpura haemastoma, Sinusigera Orb. ist die Embryonalschale
dersell)eu, Jousseaume, Le Naturaliste IV No. 23 S. 183.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882, 343
Polytropa striata Martyn, Synonymie Brazier, Proc. of the
Linn. Soc. of New-South- Wales V S. 481.
Bapana Lisciikeana und Japonica Duuker ind. moll. jap. S. 43
Japan.
Latiaxis, 17 Arten, worunter einige den Coralliophilen sehr
nahe kommen, bei Sowerby Thesaurus conchyliorum Lief. 37 S. 1 — 5
Taf. 424.
Pseudoliva {Macron) stereoglypha Sowerby, Proc. Zool. Soc.
S. 119 Taf. 5 Fig. 8. Fundort unbekannt.
Leptoconchus rostratus A. Adams abgebildet bei Dunker, ind.
moll. jap. S. 45 Taf. 6 Fig. 20, 21 Japan.
.Ptenoglossa.
Solariacea. Bei Solarium ist die Embryonalschale links ge-
wunden und später noch innerhalb des Nabels sichtbar, Joussaume
in Le Naturaliste IV No. 20 S. 158.
Solarium boreale Verr. Aus Neu-England 115 — 146 Fad. Ver-
rill, Trens. of the Connecticut Acad. V S. 529 Taf. 57 Fig. 29 jung,
30 erwachsen.
Omalaxis? lirata YerriW ebenda S. 529. Rhode Island, 8Y2 Fad.
Scalariacea. Scalaria tenuisculpta v. Martens, Sitzungsb. d.
Naturf. Freunde in Berlin S. 107. Cap- Verden.
Scalaria Dalliana und Pourtalesii, Verrill, Sc. [Opdliä) An-
dreivsii und Sc. (Cirsotrema) Lecnna, Verrill, Trans, of the Connecti-
cut Acad. S. 526 u. 527 Taf. 57 Fig. 32—35 ; auch Proc. U. St.
National-Museum V S. 332. Neu-England 100—146 Fad.
Acirsa gracilis Verr. Neu-England, Ve.rrill, ebenda S. 528 Taf.
57 Fig. 31.
Aclidae. Aclis striata Verr., Walleri JefFr. und tenuis Verrill,
Trans, of the Connecticut Acad. V S. 528 T. 57 Fig. 36 Taf. 58
Fig. 13 u. 19. Neu-England,
Janthinacea. Monographie der Gattung Janthina bei Sowerby,
thesaurus Conch. Band V Lief. 38 S. 49—53 Taf. 443 u. 444, 11 Ar-
ten; manche von Reeves Arten sind als Varietäten untergebracht,
aber doch auch abgebildet.
Radula von Janthina communis Hutton, Trans, of the New-
Zealand Inst. XIV S. 164 Taf. 7 Fig. F.
Recluzia Erythraea Jickeli, Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S. 367.
Dahlak-Inseln im rothen Meer.
Docoglossa,
W. Dali bespricht die Anordiumg der Zahnplatten in dieser
Ordnung und kommt zu dem Resultate, dass typisch jederseits 3
344 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Seitenplatten und 3 Randplatten, aber keine Mittelplatte vorhanden
seien, aber diese Zahl vermindere sich durch Wegfallen oder Ver-
schmelzen, so seien bei Lepeta und Lepetella die sämmtlichen Sei-
tenplatten von beiden Seiten zu Einem Stück vereinigt. Derselbe
gibt sodann eine systematische Uebersicht der bekannten Familien
und Arten, indem er die Ordnung Docoglossa zunächst in 2 Unter-
ordnungen theilt: Abranchiata, ohne äussere Kieme, Embryonal-
schale Spiral, einzige Familie Lepetidae, und Proteobranchiata,
Kieme vorhanden, Embryonalschale konisch, Familie Acmaeidae und
Patellidae, Proceed. of the Ün. St. Nat.-Mus. IV Apr. 1882 S. 411—414.
Acmaeacea. Tectura Milne Edwards hat Priorität vor Acmaea
Esch.; Tectura nigosa, pusüla, adiinea und gdleola Jeffreys, Proc.
of the Zool. Soc. 1882 S. 671—672 Taf. hO Fig. 2— 5. Atlantischer
Ocean, Porcupine Expedition.
Patella Solandri Colenso schon im Tasmanian Journ. of Nat.
Science II und nun wieder von demselben in den Transactions of
the New-Zealand Inst. XIV S. 168 beschrieben, Tokomaru-Bay, Nord-
Insel von Neuseeland, ist — Acmaea fragilis Chemn. nach Kirk,
New-Zealand, Journ. of Science I S. 213.
Pectinodonta, verwandt mit Scutellina, ohne Augen, eine
grosse kammförmig gezähnte Seitenplatte auf jeder Seite der Mit-
tellinie der Eadula, keine Randplatten. P. arcuata Westindien, 226
Faden, Dali Proc. U. St, National - Museum 1881 und Ann. of Nat.
Hist. (5) X S. 21, 22.
Lepetidae. PropUidium scahrosum, pertenue und compressiim,
Jeffreys, Proc. Zool. Society S. 674 Taf. 50 Fig. 6-8. Mittellän-
disches und Atlantisches Meer, Porcupine -Expedition.
Ghitonidae. B. H aller beschreibt in eingehender Weise den inne-
ren Bau von 2 Arten, Chiton Siculus und Acanthochaetes fascicularis,
namentlich das Nervensystem, den Darmkanal und seine Drüsen,
worunter er eine als Zuckerdrüse bezeichnet, weil sie Stärkmehl in
Zucker verwandelt (Schlundsack der früheren Autoren), ferner die-
Niere, die Fortpflanzungsorgane und die Blutgefässe und erörtert
schliesslich das Verhältniss der Leibeshöhle zu den inneren Organen :
Der Darm ist nur in seinem letzten Theile durch ein Mesenterium
befestigt, die Geschlechtsdrüse ist durch ein vorderes und hinteres
Band fixirt und der Verfasser kommt zu dem Schlüsse, dass die
Leibeshöhle ursprünglich aus einer rechten und einer linken Hälfte
gebildet wird, in welche die genannten Organe eingestülpt sind.
Der Herzbeutel und die erwähnten Bänder haben ihren Ursprung
in der Epithelialschichte der Leibeshöhle. Betreffs der Beziehungen
zwischen den Chitoniden und Neomenia glaubt der Verf., dass Beide
nebeneinanderstehende Seitenzweige eines gemeinschaltlichen Stam-
mes seien, indem in der Anordnung des Nervensystems die Chito-
niden sich mehr ursprünglich verhalten als Neomenia, während in
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 345
manchen andern Punkten das Umgekehrte der Fall ist. Arb. des
Zool. Instituts in Wien, Bd. IV Theil 3 S. 323-395 (1—74) mit 7
Tafeln.
A. Sedgwick hat die Niere von Chiton discrepans und can-
cellatus näher untersucht und findet, dass sie ein paariges nicht
segmentirtes Organ sei, das auf sich selbst zurückgebogen ist und
paarige Oeffnungen, sowohl nach aussen, der Mantelfurche, als nach
innen, dem Herzbeutel, habe, also wesentlich wie bei Anodonta ge-
baut, aber sie ist mit einem Anhange von verzweigten, kugelig en-
digenden, blinden Anhängen versehen, welche im hinteren Theil der
Leibeshöhle liegen, die rechts- und linksseitigen zwischen einander
eingreifend. Dieser Theil derselben allein wurde von v. Jhering
beschrieben und als unpaare Niere aufgefasst mit nur einem Aus-
führungsgang in der Mittellinie. Die Geschlechtsdrüse ist unpaar
und an der Rückenseite gelegen, ihr Ausführungsgang ist paarig
und öffnet sich in der Mantelfurche zwischen der 13. und 14. Kieme.
Proc. of the Royal Society *of London XXXIII S. 121—127 mit 2
Holzschnitten.
Kowalewsky's Beobachtungen über die Entwicklung von
Chiton im Zool. Anzeiger S. 307 — 310 siehe oben im allgemeinen
Theil.
W. Dali gibt eine Uebersicht über alle von dem verstorbenen
Dr. Carpenter aufgestellten und von ihm anerkannten Gattungen in
dieser Familie, sowohl lebende als fossile, mit scharfer und vielfach
verbesserter Angabe ihrer gegenseitigen Unterschiede. Die früher
noch nicht näher beschriebenen Gattungen sind: Callistoplax,
Leptoplax und Angasia. Ferner ist eine Anzahl von Umtauf un-
gen nöthig geworden, da einige Namen schon anderweitig vergeben
sind, nämlich: Geratozona für Ceratophorus Carp., Pallochiton
für Hemphillia, Fannetia für Fannia Gray, Lucilina für Lucia
Gould, Middendorfia Carpenter Manuscr. für Dawsouia Carp. und
Beanella für Beania Carp. Derselbe zählt ferner die an der Küste
von Nordamerika in der Tiefe vorkommenden Arten aus dieser Fa-
milie auf, Proc. of the U. St. National-Museum IV S. 279—291 und
404—414.
Chiton rarinota Jeffreys, Proc. of the Zool. Soc. S. 668. At-
lantischer Ocean, Porcupine-Expedition.
Placophora (Euplacophora) Atlanüca Verrill und Smith in Sil-
liman's Am. Journ. of Science XXIV S. 365. Südküste von Neu-
England.
Telobranchia.
A, A. W. Hubrecht gibt eine kurze vergleichende Ueber-
sicht des Baues von Neomenia, Proneomenia und Chaetoderma mit
346 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Beziehung auf denjenigen von Chiton und Chitonellus und erläutert
denselben durch mehrere schematische Figuren, Quarterly Journ. of
Microscop. Science (2) XXII S. 212—228.
Kowalewsky und Marion berichten vorläufig über ihre
Untersuchungen an Neomeuia, wodurch sie zu der Ansicht gekom-
men sind, dass das, was man bisher als den hinteren Theil des Thieres
betrachtet hat, vielmehr der vordere sei und was als Geschlechts-
organ betrachtet worden, sei die Radula, Zool. Anzeiger S. 61—64.
Hub recht tritt dieser Ansicht entgegen und meint, dass die von
den beiden Autoren beobachteten Thiere nicht zu Neomenia, sondern
zu Proneomenia gehören, ebenda S. 84—86.
Neomenia coralUopMla von Kowalewsky in den Iswestija u. s. w.
Band 43, in russischer Sprache beschrieben.
Piiliuouaia.
C. Ashford hat interessante Beobachtungen über den Win-
terschlaf der Landschnecken gemacht; Helix pomatia, nemoralis,
aspersa und arbustorum haben einen vollständigen Winterschlaf, in-
dem sie bei Eintritt des Winters sich in natürliche Höhlungen zu-
rückziehen und darin bis zum Frühling unbeweglich bleiben, we-
nigstens ist es so in England. Vitrina pellucida dagegen, Helix
fusca, sericea, caperata, hispida, pulchella, rufescens und hortensis,
Zonites cellarius und alliarius, Coohlicopa lubrica und Bulimus acu-
tus, also die kleineren Arten, findet man auch im Dezember, Januar
und Februar in Bewegung und Nahrung zu sich nehmend. Bei Helix
hortensis und Zonites cellarius beobachtete er, dass die Frequenz
der Pulsschläge während der Winterruhe mit der äussern Tempe-
ratur abnimmt z. B. 12—14 in der Minute bei 42— 44« F. (6— 7« C.)
9—11 bei 37-380F. (8-31/2^ C.), 4—8 bei 26-330 F. (3-f 1« C).),;
bei noch niedrigeren Temperaturen werden die Herzcontractionen
nicht nur noch seltener, sondern auch unregelmässig, indem auf
eine entschiedene, 2 oder 3 sehr unbedeutende folgen. Der Win-
terdeckel von Helix hortensis war nahe oder unter dem Gefrierpunkt
immer undurchsichtig und papierartig, sonst dünn und durchsichtig,
er konnte während der 3 Monate fünfmal erneuert werden. Zonites
cellarius bildete überhaupt keinen Winterdeckel und ein Theil ihres
Körpers blieb ausserhalb der Schale während aller 3 Monate. Journ.
of Conchology HI S. 321—326.
J. Wo od- Mas on theilt die Landschnecken mit Augenstielen
folgendermassen ein.
1. Craspedophora mit einem deutlichen bewimperten Rand-
saum des Fusses.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 347
a) eine Drüsengrubo am hintern Fassende: Arion, Nanina
u. s. w.
b) ohne solche Drüsenöffnung: Limax, Parmacella, Vitrina,
Hyalina u. s. w.
2. Lipocraspeda, kein deutlich unterschiedener Randsaum des
Fusses: die Familien Helicidae, Testacellidae und Vaginu-
lidae.
Proc. of the As. Society of Bengal März 1882 S. 41-64.
[Die erste ünterabtheilung la entspricht den Arionidae von
Gray 1855 und den Pherepora von Desmoulins 1824, Ref.].
Ueber lebendig gebärende, ungedeckelte Landschnecken han-
delt Rochebrune im Bull, de la Societe philomathique (7) VI
S. 219-225.
Helicea. P. Fischer nimmt in seinem Manuel de Conchylio-
logie S. 470—472 16 Untergattungen in der Gattung Helix an, indem
er die zahlreichen übrigen mehr oder weniger passend bei denselben
unterbringt.
Helix, Gruppe Pomatia. H. Koraegaelica, promaeca, pyrgia
und pacliypleura (Bourguignat Manuscr.) Locard, catal. moll. France
S. 302—305 aus Frankreich. — H. Christophi Böttg. bei Kobelt,
Iconogr. (2) I S. 27 Taf. 7 Fig. 66 Adscharien.
Untergattung Arion ta: Helix arbustorum, ihre Varietäten
im Allgemeinen, Clessin im Correspoiidenzblatt des zool. mineral.
Vereins in Regensburg 1882; var. fragilis, fast einfarbig, Trondfjeld
in Norwegen, in Höhen von 3000—5000', Br. Esmark. Nyt Magaz.
for Naturvidenskaberne XXVII S. 99 ; Verzeichniss englischer Fund-
orte von Taylor, Journ. of Conchology HI S. 257—259 und 302—
305. — Helix Xatartii Farin., Canigorica Boubee und xanthalaea
Bourg., deren Unterschiede von H. arbustorum, P. Fagot in einer
Broschüre „especes des Pyrenees orieutales du groupe de l'H. arb.",
welche Referent nicht zu Gesicht bekommen hat. — H. Fagott (Bourg.
mscr.) Locard, catal. d. moll. de la France p. 306, Costa -bena in
den Pyrenäen.
Gruppe Tachea. A. Locard erörtert die in Frankreich be-
obachteten Varietäten von Helix uemoralis und hortensis, sowie
überhaupt die Unterschiede beider Arten, und unterscheidet ferner
eine Helix Subaustriaca [!] Bourg. aus den französischen Alpen von
H. sylvatica Drap., welch letztere die älteste Art dieser Gruppe sei
und schon im älteren Pleistocän in Deutschland vorkomme, Contri-
butions ä la faune mal. frangaise, 5. Theil, 24 Seiten, auch in den
Annales de la Societe d'agriculture, bist. nat. etc. de Lyon, Bd. XXIX.
Gruppe Macularia. Verschiedene Varietäten von H. lactea,
worunter eine neue alyhensis [abylensis?] und von H. punctata, und
einige ihrer nordafrikanischen Verwandten, worunter H. Juilleti var.
Begiiirensis (Debeaux mscr.), Jourdaniana var. major und Zaffarina
348 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
var. Zelleri neu, bei Kobalt in der Fortsetzung von Rossmässler's
Iconographie (2) I S. 27— 32, Taf. 7 Fig. 64 und Taf. 8—10. — Va-
rietäten von H. Codringtoni und Kurdistana ebenda S. 26, 27, Taf. 7
Fig. 63 und 65. — Madame Paulucci behandelt ziemlich ausführlich
H. serpentina und ihre nächsten Verwandten in Italien, die ächte
serpeutina kommt au der Küste von Toskana und in Sardinien vor,
eine var. trica, = H. Magnettii von Mabille, nicht Cantraine , in
der Provence, var. Isarae und Isilensis in Sardinien, var. jaspidea
Mabille bei Livorno, in Corsica und Sardinien; sie unterscheidet
davon als eigene Arten H. hospitans Bonelli = Magnettii Cantr. aus
Sardinien mit einer var. alabastrina, H. Carae Cantr. aus Sardinien
mit var. Adjaciensis aus Corsica, H- Cenestinensis Crosse und De-
beaux mit var. suhurbana aus Sardinien, und zw^ei neue sardinische
Arten H. pudiosa und vülica, Bull, della Soc. malac. Ital. VIII S. 206
— 238, alle abgebildet auf Taf. 3—6. — H. Gennarii dieselbe ebenda
S. 206 Taf. 3 Fig. 2, Sardinien. — H. Älcyone aus dem südlichen
Marokko, Kobelt, Nachrichtsblatt d. malak. Gesellsch. S. 122.
Gruppe Iberus: Helix Oberndörferi Kobelt ebenda S. 70 und
Iconographie (2) I S. 25 Taf. 6 Fig. 62, Mallorka.
Gruppe Campylaea: Helix Crombezi ( Milliere mscr.), chiophüaf
Laiitaretiana, Pelvouxiana und Amathia, alle aus den französischen
Alpen, die erste nächstverwandt mit Cornea Dr., die drei folgenden
mit glacialis und Alpina, die letzte mit cingulata, Locard, catal. d.
moll. de la France S. 320—322. — H. (Taclieocamphylaea) Carotii
aus Sardinien, nächstverwandt mit der corsikanischen H. Raspailii,
Mad. Paulucci, Bull, della Soc. mal. Ital. VIII S. 203 Taf. 3 Fig. 1.
Gruppe P a t u 1 a : H. Jaenensis aus Jaen in Andalusien, „ vielleicht
Varietät von rupestris" Clessin, Malak. Blatt. (2) V S. 187 Taf. 4 Fig. 3.
Gruppe Gonostema: H. supracostata Kobelt, Nachrichtsblatt
d. malakol. Gesellsch. S. 123, Tetuan in Marokko.
Gruppe Fruticicola: H. Mosellica, Aubiniuaua, limonia, du-
morum, Vellavorum, lepidophora, buxetorum, Nemetana, Rusinica,
alle von Bourguignat 1878, Venetorum und villula, Bourg. 1880, Se-
parica, Cassetensis, Ceyssoni, indola, Langsdorffi, cotinopliila, ve-
priuni, Süanica, odeca, hybonomia^ siiblimbata, inncxia^ leptom-
phala, subbadiella, Vendoperanensis^ Vocoutiana^ chonomphala und
microgyra, alle Bourg. mscr., Dubisiana Coutagne mscr., hyspclUna
Hautrive mscr. und Isarica, alle aus Frankreich, beschrieben bei
Locard, catal. d. moll. de la France S. 307 — 319. — H. Ararica^
ähnlich plebeja, Ufer der Saonc bei Macou, Locard, Annales de
l'Academie de Macon (2) IV 1882, auch im Journ. de Conchyliologie
XXX S. 252. — H. Cantiana var. Almonis Statuti, Bull, della Soc.
Mal. Ital. VIII S. 31 Weinberge bei Rom. — H. (Trichia) Corsica
und perlevis Shuttl., beide aus Sardinien und Corsika, Mad. Paulucci
ebenda S. 200 und 202 Taf. 3 Fig. 4, 5. — H. Redteubach eri, Grel-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 349
loisi, Euboea und Westerlundi abgebildet bei Kobelt, Iconogr. (2) I
Taf. 5.
Gruppe Leucochroa. L, rimosa Jahn 1832 = Baetica, Rossm.
1853 in Sardinien und ihre Verwandten, Mad. Paulucci, Bull, della
Soc. Mal. Ital. VIII S. 191—194.
Gruppe Euparypha. H. ÄUbrandi aus Civitavecchia und
Änxurma (Rigacei 1874) aus Terracina von H. pisana unterschieden,
Statut! Bull. Soc. Mal Ital. VIII S. 37, 39.
Gruppe Xerophüa. Hesse findet, dass H. Ammonis Ad. Schmidt,
einschliesslich discrepaus Tiberi anatomisch, namentlich durch den
Pfeil, gut verschieden sei von H. ericetortim Müll, aus Süddeutsch-
land und von H. candicans Ziegl. aus Ungarn, Hesse, Jahrb. d.
Mal. Gesellsch. IX S. 33-37 Taf. 2 Fig. 2—4. — H. caperata
Mont. bei Sonderburg in Holstein gefunden, Martens, Sitzungsber. d.
Naturf. Freunde Berlin S. 28. — H. Dantei, Grobemi, nomephila,
Mauriana, Frayssiana, Mouqueroni, erema, Lirouxiana und limara,
alle Bourguignat 1880, Lugduniaca Mabille 1881, virguUorum, Mor-
Uliana, Tardyi, talepora, acosmeta, Velaviana, triphera, Fisanorum,
Armoricana, Marioniana, Bertini, Honorati, Citliaristensis, Vicianica,
hypaeana, Deferiana, scrupaea, Coutagnei, Jeauhernati, acosmia, su-
bintersecta, Pictonum, lathraea, misara, Sitifiensis und Naudieri,
alle Bourg. manuscr., xera, agna und foedata, Hagenmüller manuscr.,
Da-Silvae, Mendozae und Agiacde, Servain manuscr., didymopsis Fa-
got manuscr., Bolenensis, nautica, psaropsis und Ägiunica, alle be-
schrieben bei Locard catal. mol. de France S. 323 — 346. — H. tuta,
Hillyeriana, Dohrni und quisquilia neu, herbicola Shuttl., Sardi-
niensis Villa und trochoides Poiret, var. infulata, alle aus Sardinien,
Mad. Paulucci, Bull, della Soc. Mal. Ital. VIH S. 245—262 Taf. 7
Fig. 1 — 5 und 7, 8. — H. Andalusica, Algesiras und simiaruni, Gi-
braltar Kobelt, Jahrb. d. Malak. Gesellsch. IV S. 70,71. — H.inter-
pres, Westerlund, und H. Chalcidica Mouss. var. didyma Westerl.,
beide vom Hymettos in Attika, Hesse, Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX
S. 323 Taf. 12 Fig, 5, 6. — H. Florenciae Ponsonby manuscr. Tan-
ger, Ponsonbyi Oran, Sigensis Nemours in Algerien und Lemoinei
Debeaux manuscr., Oran, Kobelt ebenda, S. 68 — 70.
Gruppe Cochlicella. H. conoidea, war. Calaritana Mad. Pau-
lucci Bull. Soc. Mal. Ital. VIII S. 263 Taf. 7 Fig. 6. Sardinien.
Aus Nord- und Central- Asien. Helix helvola Friv. bei
Kobelt, Icon. (2) S. 16 Taf. 5 Fig. 44, Sibirien. — H. duplocincta,
pariciucta, Przewalskii, cavimargo Martens Centralasiatische Moll.
S. 4—16 Taf.' I und Taf. II Fig. 9 u. 17, Kuldscha, die dritte aus
der Mongolei; anatomische Untersuchungen über die drei ersteren
von Schacko, ebenda S. 56—63 Taf. 5. Die beiden ersteren mit H.
fruticum verwandt, die dritte zwischen Campylaea und Fruticola. —
H. Apollinis Naryn-Thal und Alai-Gebirge, und H. mesoleuca Kyzyl
Art; Martens, Sitzungsber. d. Naturf. Freunde Berlin S. 105, 106.
350 E. V. MartüUö: Beriebt üb. die Leistungen in der
Aus China H. pulchdlula, orpliana^ Dejeana, Girandcliana, Fi-
lippina, laciniata, BilUata, ravidula, phragtnitum, IIuberia)ia, grami-
num, arundinetorum, initialis, accrescens, Avhryana, hiconcava^ sqiia-
moaella, nautarum, micacea, barbosella, Moreletiana, percussa, haema-
tozona, Magnaciana, uncopüa, straminea, cremata, Sempriniana, lepi-
dostola, tJwracica, phyllophaga , dormitans, öbstructa, buliminoides,
pseudobuliminiis und buliminus, Heude, Moll. terr. du fleuve Bleu
S. 20— 48 Taf. 13—16 u. 20. Mittleres China. — H. Outangensis und
Honaiensis, neue Namen für die obigen biconcava und öbstructa,
welche schon vergeben, Crosse, Journ. de Conchyliologie XXX S. 136.
— H. (Fruticoconus) trocimlus Insel Hainan und Eastlcikeana bei Hong-
kong, Möllendorff, Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S. 184 u. 185. —
H. zenonis Tsinanfu Prov. Shantung, ähnlich H. tectum-sinense, und
Bemerkungen über Helix Gerlachi Moll., Gredler, Jahrb. de Mal-
Gesellsch. IX S. 41, 48 und Mal. Blätter (2) V S. 172. — H. (Go-
uostoma) siibobvoluta, (Aegista) ampJiiglypta und (Pleetopylis) subchri-
stinae Ancey, Le Naturaliste IV No. 6 S. 44, 45, Inkiapo im süd-
lichen Tsinling und westliches Ssetschuen, und Helix (Trichia) semi-
hispida, derselbe ebenda No. 15 S. 119. Inkiapo. — Plectopylis
ciitisculpta und Cochlostyla? xanthoderma v. Möllendorff, Jahrb. d.
Mal. Gesellsch. IX S. 184, 185. Südliches China.
Aus Ostindien: Ueber die Eier von Helix haemastoma be-
richtet Stewart Journ. of the Linn. Soc. (3) V 1881 S. 310.
Aus Afrika: Helix Qomaliana, Tiani, Tohenica und H. pi-
saniformis Bourg., alle aus der Verwandtschaft von H. Pisana, Bour-
guignat in Revoil's Faune et Flore des pays Qomali, Moll. p. 8 — 12,
pl. 4 Fig. 67 — 76. Somali-Land. — H. mutica, micra und radiolata
Morelet, Journ. de Conchyliologie XXX p. 186, 187 pl. 10 Fig. 1—3
Insel Mayotte. — H. pulchella auf Madagaskar, derselbe ebenda S. 95.
— H. (Ampelita) basizona, Mousson, Journ. de Conchyliologie XXX
S. 41 Taf. Fig. 2, eurycliüa Crosse und Fischer ebenda S. 324, go-
nostyla Ancey Le Naturaliste IV No. 15 S. 119 mit var. tristicula,
Madagaskar. — Helix Shavi und Covani E. Smith, Proc. Zool.
Soc. S. 381, 382 (der Verfasser stellt letztere Art fraglich zu Ma-
crocyclis, sie gehört aber doch wohl eher zu Ampelita, Ref.), alle
von JNladagaskar. — H. (Helicophanta) bicingidata, Südost-Madagas-
kar, nebst Bemerkungen über verwandte Arten, Edg. Smith ebenda
S. 380, 381 Taf. 21 Fig. 13, 14; Helicoph. Audeberti Mousson, Journ.
de Conchyliologie XXX S. 38 Taf. 3 Fig. 1, xMadagaskar. — H. (Cochlo-
dryas) cerina Morel., Farbenvarietäten, Ancey Le Naturaliste IV
No. 4 S. 29. — Pachystyla Mauritiana Lam. ist doch wohl nur Ab-
art von inversicolor Fer., Morelet, Journ. de Conchyliologie XXX
S. 95. — Ctenophila neue Gattung für H. Caldwelli Bens, und
Vinsoni Desh., Ancey Le Naturaliste IV 1882 No. 9 p. 69.
Eine Gruppirung der aus Neu-Caledouien bekannten He-
Naturgeschichte der MoUuskeu während des Jahres 1882. 351
lixformen, gibt ein Ungenannter, wahrscheinlich Ancey, in Le Natu-
raliste IV No. US. 85—87, darunter als neue Untergattungen Mi-
croniphalia für Helix abax Marie, Platystoma (schon bei Fischen
und fossilen Schnecken vergeben) für H. Baladensis Souv., BUyti-
dopsis für H. chelonitis Cr, und Pararhytida für H. dictyodes Pfr.
Nur von H, chelonitis ist Kiefer und Zunge bekannt, beide nach
dem Typus der phytophagen Heliceen, also darf wenigstens diese
nicht mit Rhytida zu den Testacelliden gestellt werden; 2 weitere
neue Gruppen siehe bei den Testacelliden.
Aus Neuseeland: Patula coma Gray, hypopolia und igniflua
Reeve, Kiefer und Radula bei Hutton, Transact. of the New-Zealand
Institute XIV S. 150, 151 Taf. 3 Fig. A-C und Taf. 4 Fig. G— J;
Helix fatua Pfr., Radula aus ungefähr zwanzig einander etwas
deckenden Platten gebildet, Seitenzähne mit zwei ziemlich gleichen
Spitzen und langer Basalplatte, derselbe ebenda S. 153 Taf. 3 Fig. F
und Taf. 4 Fig. N (gehört demnach in die Nähe von H. pygmaea
und minutissima, Ref.). — H. CamphelUca die einzige bis jetzt be-
kannte Landschnecke von der Campbell - Insel, südlich von Neu-
seeland, Filhol, Bulletin de la Societe philomathique 1880 und Journ.
de Conchyliologie XXX S. 157.
Aus Nordamerika: Patula solitaria Say var. occidentalis,
Columbia, und Varietät von P. strigosa Gould, Montana, v. Martens,
Sitzungsberichte d. Gesellsch. naturf. Freunde Berlin S. 140. — Pa-
tula Bryanti Harper, Journal of the Cincinnati Society of nat. bist.
IV S. 258 Oct. 1881. Nord- Carolina. — Polygyra Sampsoni Wetherby,
Transact. of the Cincinnati Soc. IV Dec. 1881, Arkansas. — H. (Me-
sodon) devia Gould und Mullani Bland. Uebergangsformen zwischen
beiden, Ancey, Le Naturaliste IV No. 4 S. 29. — H. (Mesodon) Chil-
howeensis Lea verschieden von Sayi Binn., Thomson, Journ. ofCon-
chology III S. 273. — Ampelita Rowelli Newc. in Avizona, Am. Na-
turalist XVI S. 909 (gehört zu Lysinoe, nicht zu Ampelita, Ref.) —
Bemerkungen über einige kalifornische Helix -Arten in Le Natura-
liste IV No. 9 S. 68.
Aus Südamerika: Helix gyroplatys, Antioquia in Neugra-
nada und suherhicula, neuer Name für orbicula Pfr., nicht Orb.,
Dohrn, Jahrb. d. malak. Gesellsch. IX S. 99 u. 100. — Varietät von
H. Neogranadensis Pfr., aus Ecuador, Dunker ebenda S. 377 Taf. 11
Fig. 5, 6. — Solaropsis rugifera und diplogenia, östliches Peru, und
Para, Dohrn ebenda S. 100—102.
Bulimus lugulris Dunker, Jahrb. d. mal. Gesellsch. IX S. 378
Taf. U Fig. 1, 2. Neugranada. (Gruppe Dryptus).
Bulimus (Eurytus) callistoma und Semperi, Dohrn ebenda S. 103
Taf. 3 Fig. 1—5, Provinz Antioquia, Neu-Granada.
Bulimus (Odontostomus) doeringii und Philippii Döring Kabelt
352 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistimgeu in der
ebenda S. 5 — 7, Taf. 1 Fig. 6, 7. Sierra de Cordoba in Argentinien.
— Odontost. Ciaranus, Ciara in Brasilien und kritische Bemerkungen
über einige andere Arten, Dohrn ebenda S. 104—106, Taf. 3 Fig. 14.
Placostylus bovinns Brug. Kiefer und Radula beschrieben,
erstcrer quer eingefaltet, als ob er aus mehreren Stücken bestände,
Button, Transact. of the New - Nealaud Institute XIV S. 152 Taf. 3
Fig. D und 0. — Bulimus Bossiteri Brazier, Proc. of the Linnean
Soc. of New South Wales S. 586, Neu-Caledonien.
Achatiua Buclmeri v. Martens, Jahrb. d. malak. Gesellsch. IX
S. 425 am Kuilufluss im Innern von Angola. — Limicolaria Bevoili,
Gübertae, Bochebruni, Armandi, Perrieriana, Maunocriana, Milne-
Edivardsiana, Leontinae und Bahaudi, aus dem Somaliland, Bour-
guignat in Revoil's Faune et Flore des paya Qomalis, Moll. S. 40 —
52 Taf. 2 Fig. 24 — 42, die meisten sehr klein für diese Gattung;
Anatomie der erstgenannten S. 97 — 101 mit einer eigenen Tafel. —
Limic. subconica v. Martens, Jahrb. d, malak. Gesellsch. IX S. 246,
Chinchoxo an der Loangoküste.
Orthalicus, allgemeine Bemerkungen über diese Gattung und
die Variabilität ihrer Arten, sowie nähere Beschreibung einer An-
zahl derselben aus Mexiko und dem nördlichen Südamerika, neu 0.
zoniferus, Staat Guerrero in Mexiko, ponderosus und decolo7', Fund-
orte unbekannt, Strebel mexikanische Landschnecken V S. 1 — 44,
viele Arten photographisch abgebildet auf Xafel 1— 4, 6 und 7. Ana-
tomische Beschreibung von 0. gallina-sultana, atramentarius, prin-
ceps und zouiferus von Pfeffer ebenda S. 2, 3, 14 und 29, Taf. 8
und 11, Radula Taf. 9, 11 und 12, Kiefer Taf. 10. — 0. Loroisia-
nus Hope von Juraty am Amazonenstrom, Dohrn, Jahrb. d. malak.
Gesellsch. IX S. 109. — Bulimus Powisianus Petit, var. vom Rio Cauca
in Neugranada, Dunker ebenda S. 379 Taf. 11 Fig. 3, 4.
Porphyi'obaphe, Farbenvarietäten mehrerer Arten derselben
und Synonymie, Dohrn, Jahrb. d. malakol. Gesellsch. IX S. 110 — 114.
Bulimulus. H. Strebel unterscheidet nach der Schale 6 Sek-
tionen und 11 untergeordnete Gruppen; bei den drei ersten, wozu
beispielsweise B. Berendti, Schiedeanus und Proteus gehören, ist
der Kiefer aus wenigen starken Platten zusammengesetzt und
die Radula gleicht derjenigen von Bulimus und Eucalodium, bei
den übrigen, wozu z. B. B. suloosus, Dombeyanus, attenuatus,
Knorri und Lobbi, besteht der Kiefer aus zahlreichen dünnen Plat-
ten und die Radula ist ganz eigenthümlich , Mexik. Laud-Con-
chylien V S. 45 — 48. (Die erstem entsprechen der Gattung Buli-
mulus im engern Sinn, wie Referent in seineu Binnenmollusken von
Venezuela 1873 dieselbe umgrenzt hat, oder Orthotomium von Crosse
und Fischer 1875, die letzteren Otostomus v. Martens 1873 oder
Goniognathinus Crosse und Fischer 1875, Ref.). Allgemeine anato-
mische Bemerkunofen von Pfeffer ebenda S. 49—55. Die mexika-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 353
nischen Arten beschrieben und grösstentheils photographisch abge-
bildet, darunter neu B. totonaeus, Misantla, Papaloensis, Jalapa und
Misantla, alhostriatus Tehuantepec, ebenda S. 55—94 Taf. 5, 6, 11
und 12; anatomische Untersuchung einer Anzahl derselben, sowie
mehrerer südamerikanischen von Pfeffer, im Texte zerstreut, Ab-
bildungen der Weichtheile Taf. 14 und 15, der Kiefer Taf. 16, der
Zähne Taf. 13.
Otostomus nigrogularis und melanoscolops, Provinz Para, und
über die Synonymie von 0. pulchellus Serv. und cora Orb., Dohrn,
Jahrb. d. malak. Gesellsch. IX S. 107, 108 Taf. 3 Fig. 10—13 und
6 — 8. — Bulimus älhohalteatus Dunker ebenda S. 378 Taf. 11 Fig. 7,
8. Neugranada.
Leptomerus Dohrni und hispidus Greeff, Zoolog. Anzeig. 1882
S. 529,' 521. Insel S. Thome, West-Afrika. (Gehören wohl eher zu
den afrikanischen Buliminus conulus Rv. und conulinus v. Mart. als
zu den südamerikanischen Leptomerus, Ref.).
Baliminus (Rachis) Moreletianus Ancey, Naturalista Siciliano I
No. 9 Somali-Land. ~- Bulimus (Rhachius) nigrolineatus Rv. Edg.
Smith, Proc. Zool. Soc. 382 Taf. 22 Fig. 4, Central-Madagaskar.
Bulimus (Petraeus), Aufzählung aller bekannten Arten in drei
Unterabtheilungen nach der Gestalt der Schale, darunter neu B. mi-
craulaxus, = aratus von Küster, nicht Recluz, procliüus, Sokotra,
Bevoili, Mannoirianus, Duveyrianus, macropUurus, Bertram, Ticmi,
Georgi, Pauli, Delagenieri, alle aus dem Someli-Land, hedjazicus, zwi-
schen Djedda und Mekka, und Bruguieri = labiosus von Bruguiere,
nicht Müller, alle Arten, mit Ausnahme der letzten, abgebildet,
Bourguignat in Revoil's Faune et Flore des pays gomalis, Moll.
S. 13—39 Taf. 1 und 2, Fig. 1—23. Anatomie von B. Revoili ebenda
S. 91—96 mit eigener Tafel.
Bulimus (Achatinelloides) Artufelianus, Ancey, Le Naturaliste
IV No. 8 S. 60, Fundort unbekannt, vermuthlich Sokotra.
Buliminus zebra var. öbsoleta aus Attika und B. pseudogastrum
von der Insel Syra, Hesse, Jahrb. d. malak. Gesellsch. IV S. 326—
329, der ächte B, gastrum Ehrenb. aus dem Libanon abgebildet
Taf. 12 Fig. 7. — B. labiellus var. Kohandensis, B. Sogdianus var.
Kiddsfianus und B, coniculus, Kuldscha, v. Martens, centralasiat.
Moll. S. 21—23, die zwei letzteren Taf. 3 Fig. 3 und 9.
Buliminus (Napaeus) praelongus, Armandi und pinguis Ancey,
Le Naturaliste IV No. 8 p. 59, 60, Inkiapo in Mittel - China; com-
pressicollis und alboreflexiis, derselbe ebenda No. 6 S. 44, 45, In-
kiapo. — Buliminus minutus, sulmnnutus, hrachystoma, utricidiis, öbe-
sus, fimiculus, pallens, Fiichsianus und hyemalis, Heude moll. terr.
du fleuve Bleu, S. 49-54 Taf. 17 Fig. 7— 17 und Taf. 20 Fig. 25,
Mittleres China. — B. Thibetaniis und Giraudelianus, derselbe ebenda
S. 54 Taf. 17 Fig. 9 und 11, subfossil bei Yerkalo im östlichen Ti-
354 E. V. Martens: Bericht üb. die Leif;tungen in der
bet. — B. rnfistrigatus var. hunancola Gredler, Jahrb. d. malakol.
Gesellsch. IX S. 44. Provinz Hunan in China.
Buliminus (Chondrula) entodon, am Alataugebirge, und B. dis-
similis, zwischen den Gruppen Chondrula und Petraeus, Arassan-
bulak, südlich von Kuldscha, v. Martens, Sitzungsberichte d. Ge-
sellsch. naturforsch. Freunde Berlin S. 106, 107.
Zua Davidia, Ancey, Le Naturaliste 1882 No. 6 S. 45. In-
kiapo, China.
Azeca Zacynthia Roth auf Corfu wiedergefunden, Hesse, Jahr-
buch d. malakol. Gesellsch. IX S. 330. — A. Dohrni, Mad. Paulucci,
Bull, della Soc. malac. Ital. VIII S. 271 Taf. 8 Fig. 1. Sassari,
Sardinien. — A. silvicola, Benoit nuovo catalogo delle conchiglie
terr. e fluv. della Sicilia S. 82. Madonie, Sicilien.
(Caecilianella) Achatina acicula an alten Grabstellen, 3 Fuss
unter dem Boden, an Menschenknochen gefunden, Housman, Jour-
nal of Conchology III S. 317. — Cionella acicula var. Böttgeri Hesse
Jahrb. d. malak. Gesellsch. IX S. 332 Taf. 12 Eig. 8, Insel Tinos. —
Caec. Vülae, cristallina, Simäaforensis, maritima, splendens, montana
und elegans , Benoit, nuovo catalogo delle Conchiglie terr. e fluv.
della Sicilia S. 89—92, Sicilien.
Pfeffer bespricht Kiefer und Eadula der Stenogyriden, die
er mit Crosse und Fischer als eigene Familie betrachtet, und na-
mentlich der Subulinen in Strebel's Mexik. Laud-Conch. V S. 97—98.
Stenogyra decoUata var. claviformis, Nemours in Algerien, Ko-
belt, Jahrb. d. malak. Gesellsch. IX S. 71.
Stenogyra (Ciavater) Jolmsoni Edg. Smith, Proc. Zool. Soc.
S. 382 Taf. 22 Fig. 5. Central-Madagaskar.
Stenogyra vestita, hyemaUs, ßaris, funicidaris, NanJcingensis,
lucidula, lapillina, spoUata, inflatida und turgidida, Heude, moll. terr.
du fleuve Bleu S. 55—59 Taf. 17 Fig. 18—28. Mittleres China. —
St. nutans imd striatissima Gredler, Malak. Blatt. (2) V S. 176, China,
erstere ohne Namen abgebildet im Jahrb. d. malak. Gesellsch. VIII
1881 Taf. 1 Fig. 4, letztere auch beschrieben ebenda IX S. 49.
Stenogyra Ferriezi und simplex, Morelet, Journ. de Couch.
XXX S. 187, 188 Taf. 10 Fig. 11, 12. Insel Mayotte, Komoren.
Opeas Caracasense, rarum, subula, Guatemalense, micrus (mi-
cron), acutius, aciculaeforme, octogyrum und Swiftianum aus Mittel-
und Südamerika, Schalen bei Strebel, mexik. Land-Conch. V S. 99 —
108 Taf. 7, 8 und 17; anatomische Beschreibung von 0. Caracasense
und junceum von Pfeffer ebenda S. 101 und 105, Taf. 18 Fig. 2, 4,
9—11 und 22.
Subulina trochlea Pfr. aus Yucatan und als Varietät derselben
Guayaquilensis Miller, Schale^, Weichtheile, Kiefer und Radula, Stre-
bel und Pfeffer ebenda S. 114-116, Taf. 7 Fig. 16, Taf. 17 Fig, 32,
Taf. 18 Fig. 1, 12—16 und 18—21. — Achatina (Subula.) suhcrenata
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882, 355
und eostulata, Greeff, Zool. Anzeig. S. 519 Insel S. Thome, West-
afrika.
Lamellaxis gen. nov., Schale ähnlich der von Opeas, aber
eine deutliche lamellenartige Spiralfalte am Spindelrand. Meist zu
Spiraxis gerechnet, aber die typischen Arten von C. B. Adams ge-
hören nicht hierher. L. Mexicanus Pfr., zweierlei Formen, modestus,
Mexico, Salleanus Pfr., Venezuelensis Pfr., Aequatorius Mill., imper-
foratuSj Mexiko, fiUcostatus, Guatemala und striosus C. B. Ad. (als
Achatina) gehören hieher. Strebel, mexik. Land-Conch. V S. 109 —
114, Taf. 7 Fig. 14, 15, 18, 19, Taf. 12 Fig. 13, Taf. 17 Fig. 1-7
und 10.
Volutaxis gen. nov., Schale ähnlich der von Subulina, Um-
gänge gewölbt mit tiefer Nath, langsam zunehmend, vertikal gerippt
Spindel deutlich gedreht; wahrscheinlich nicht lebendig gebärend,
V. sulciferus Morelet (als Spiraxis), Berendti Pfr. (ebenso), tenueco-
status, Miradorensis, similaris, confertecostatus, intcrmedius und con-
fertestriatus, alle von Mexiko, linearis Pfr. und rectus Pfr. (Buli-
mua), Strebel ebenda S. 119—123 Taf. 7 Fig. 9—13 und Taf. 17
Fig. 11, 12, 18-25 und 33—37. Der Verfasser rechnet diese Gat-
tung zu den Testacelliden, aber die Weichtheile derselben sind noch
unbekannt.
Pyrgia, gen. nov , ähnlich Stenogyra, aber mit Nabel und
Spindelfalte. P. umhiUcata, Greeff, Zool, Anzeig. S, 518. Insel S.
Thome, Westafrika.
Pupa polyodou Drap, bei Palestrina, Statuti Bull, della Soc.
malac. Ital. VIII S. 69.
P. Philippii Cantr. aus Griechenland, Zahl der Mündungszähne
sehr variabel, Hesse, Jahrb. d. malak, Gesellsch, IX S. 333.
Pupa leptocheilos. P. Fagot, note sur le veritable Pupa Pyre-
naica (vom Referenten nicht gesehen), Pyrenäen.
Pupa Tingitana, Beni Hosemar bei Tetuan, Algesirae, Alge-
siras und Vasconica, Orduna in Biscaya, Kobelt, Jahrbuch d. mala-
kol. Gesellsch. IX S. 71, 72.
Pupa Böttgcriana Clessin, Malak. Blatt. (2) V S. 188 Taf. 4
Fig. 4. Jaen in Andalusien.
Pupa cylindracea Dac. (umbilicata Drap.) var. misella, Mad.
Paulucci, Bull, della Soc. mal. Ital, VIII S. 288 Taf. 8 Fig. 2. Sar-
dinien.
Pupa signata Mouss, 1873 = cristata Martens 1874 = mus-
corum var. Lundströmi Westerland, Transkaukasien, Sibirien, Tur-
kestan, Yarkand und Mongolei, v. Martens, centralasiat. Moll. S. 28.
Pupa edentula Dr., lebend am untersten Theil des Stengels
von Spiraea filipendula, 1 Zoll unter dem Boden, Clessin, Malak,
Blatt. (2) V S. 6—8.
356 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Pagodina Bourguignati Coutagne, note sur la faune malaco-
logique da bassin du Rhone I, 1881, bei Rognac.
Pupa larvula, cryptodon, atoma und monas, Heude, moll. terr.
du fleuve Bleu p. 75—78, Taf. 18 Fig. 18—20 und 23. Mittleres
China.
Pupa tripunctum Morelet, Journ. de Conchyliologie XXX S. 189.
Mayotte, Komoren.
Vertigo Bollesiana Morse, var. Ärthuri v. Martens, Sitzungs-
ber. d. Gesellsch. Nat. Freunde, Berlin S. 140. Dacota. — V. Sim-
plex bei Cedar Keys in Florida, Upson in „Our Home and Science
Gossip Rockford", Illinois 1881.
Balea perversa var. Deshayesiana Bourg. aus Sardinien, be-
sprochen von Mad. Paulacci, Bull, della Soc. Mal. Ital. VIII S. 286.
Parabalea. Gen. uov. von Balea durch den Mangel der
Falte in der Mündung und die hammerschlagartigen Eindrücke der
Schalenoberfläche verschieden, vielleicht näher bei Peronaeus. P.
Dohrneana Nevill (als Balea 1881) Peru. Ancey, Le Naturaliste IV
No. 8 S. 60.
Clausilia Silesiaca, A. Schmidt, nur durch die Gestalt der Spi-
rallamelle von coramutata Rossm. unterschieden und Gl. labiosa aus
Krain, Clessin. Nachrichtsbl. d. Mal. Gesellsch. S. 135—137. — Gl.
melanostoma F. J. Schmidt, commutata Rossm,, mucida Ziegl,, ven-
tricosa Drap, in verschiedenen Varietäten und Tettelbachiana Rossm.
aus Steiermark, Tschapeck Nachrichtsbl. d. Mal. Gesellsch. S. 20 — 25.
Clausilia Küsteri Rossm. var. sancta und var. Sophiae aus Sar-
dinien, Mad. Paulucci, Bull, della Soc. Mal. Ital. VIII S. 288—290
Taf. 6 Fig. 3, 4.
Clausilia Funki Küst. und Gredleriana Westerl. Valfondo, Am-
pezzothal, Tyrol, beide in gleicher Höhe, aber die erstere, besonders
an der Sonnenseite, die zweite an der Schattenseite, und Cl. Leto-
chana Gredl. ungefähr 200 Schritt höher, wo die beiden andern
verschwunden sind, Gredler, Nachrichtsbl. d. Mal. Gesellsch. S. 131
--133.
Clausilia Vaudusensis Coutagne, Note sur la faune mal. de
baasin du Rhone I, 1881, Vaucluse.
Clausilia (Phaedusa) Himgerfordiana, oostoma, gracilispira, se-
ricina, caryofitoma, aethiops, tetraptyx, Fiisangcnsis, rectalutia, micro-
peas, suhulina und Kobensis E. Sm. var. pallens, alle aus Japan, v.
Möllendorff. Journ. of the As. Soc. af Bengal Bd. 51 Theil 2 S. 2—
13. Die 10 ersten, Taf. I Fig. 1—10.
Clausilia Möllenäorffiana, pacliystoma, supcraädita, ' cetivora,
Filippina, stramhua, Hunana (Gredler als Varietät), Bathonisiana.
spimüa, Magnaciana, Magnaciavella, Colombeliaiin, leucospira, orpha-
nuli, insuJaris, septemplicata, Naiikingensls, planostriata , vinacea
und fnlceUa, Heude, moll. terr. du fleuve Bleu S. 60—74 Taf. 17
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 357
Fig. 14, 31, Taf. 18 Fig. 1—6, 10—12 und 15—17, Taf. 20 Fig. 20
— 28, mittleres China. — Cl. ridicula, Gredler, Jahrb. d. Mal. Ge-
sellsch. IX S. 45 und Mal. Blatt. (2) V S. 178. Provinz Hunan. —
Cl. Änceyi Böttg. Nachrichtsbl. der Mal. Gesellsch. S. 68. Inkiapo, nahe
der Grenze von Tibet. — Cl. (Euphaedusa) porphyrea, Makao, mu-
cronata, Eastldkeana und (Hemiphaedusa) tJiäleropteryx Prov. Fud-
shien, v. MöllendorjBf, Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S. 186—188.
Clausilia Nevilliana Nikobaren und Cl. (Pseudonenia) Änder-
soniana Mergui, v. Möllendorff, Journ. of the As. Soc. of Bengal Bd.
51 Theil 2 S. 11, 12 Taf. 1 Fig. 11 u. 12.
Serrulina Mouss. sei generisch von Clausilia zu unterscheiden,
weil die Spindelfalten schon sehr früh in der jungen Schale auftreten
und dann wieder verschwinden, Böttger, Nachrichtsbl. d. Mal. Ge-
sellsch. S. 33-35.
Elasmogoatha. Janella, Anatomisches über die drei bekannten
Neuseeländischen Arten ; Konophora ist generisch nicht davon zu
trennen, Hutton, Trans, of the New-Zealand Institute XIV S. 158 —
161 Taf. 5.
Jarava, neue Untergattung von Hyalimax, durch den Mangel
eines mittleren Vorsprungs am Kiefer, einer bestimmten Epidermis
der Schale und die Lage der Afteröffnung weit nach hinten, unter-
schieden. H, (J.) Ändamanica Andermanen, anatomisch beschrieben,
auch H. Reinhardi Mörch und viridis Theob. scheinen hieher zu ge-
hören, Godwin-Austen, Land- and freshwater Moll, of India II S. 55 — 60,
Taf. 11.
Succinea putris var. vitracea, intricata = Corsica von Kobelt,
nicht Shuttleworth, aus Sardinien und S. Italica Jan , aus Ober-
italien, Mad. Paulucci, Bull, della Soc. Mal. Ital. VIII S. 294—302,
die zwei letzteren Taf. 8 Fig. 5, 6. — S. Soßae Benoit nuovo cata-
logo delle conchiglie terr. e fluv. della Sicilia S. 105. Mazzara, Sicilien.
Succinea Martensiana Nevill, mit var. gigas, 25 mm lang, Tian-
shan, Altaica, südliches Sibirien und evoluta, Kuldscha, v. Martens,
Centr.-As. Moll. S. 28—30 Taf. 3 Fig. 12—18.
Succinea arundinetorujn, carectorum, ruhella, Magnaciana und
Setchuanensis Heude, moll. terr. du fleuve Bleu S. 80, 81 Taf. 18
Fig. 27—29 und Taf. 21 Fig. 1, 2. Mittleres China.
Succinea Mascarenensis Nev. Insel Rodriguez und concisa,
Festland von Afrika, Mauritius und Bourbon, erörtert von Morelet,
Journ. de Conch. XXX S. 98, 99.
Vitrinidae und Zonitidae. G. Pfeffer theilt die bis jetzt meist
in der Gattung Nanina vereinigten Schnecken ein, wie folgt:
I. Reihe Macrochlamys - Parmarion. Mantellappen sehr ent-
wickelt, Schale mehr oder weniger reduzirt, zuweilen innerlich ; hie-
her die Gattungen: Macrochlamys, mit M. Sogdiana und Turanica
Mart. und honesta Semper, nicht Stolitzka ; Helicarion Fer. in enge-
Ärchiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. Y
358 E. V. Marte ns: Bericht üb. die Leistungen in der
rem Sinne, Kiefer gezahnt, Radula typisch, mit H. suturalis und pli-
catulus Mart., Cuvieri Fer. und permollis Stol.
Zonitarion, Kiefer ohne Zahn, Zähne der Radula in über-
greifenden Reihen, an den Seiten abgeplattet, hieher Helicarion se-
miraembranaceus Mart. und resiliens Beck. ; ferner Dendrolimax, Par-
marion, Tennentia und Urocyclus.
II. Gruppe der Gattung Xosta. Entweder die Mantellappen
oder die Dreitheilung des Fusses, oder beides re'duzirt. Hieher: Xe-
stina Pfeif, mit H. politissima Pfr.; Xesta Alb. mit H. citrina L.
limbata Mart., vitellus Shuttl., fulvizona Mouss., Wallacei Pfr. und
distincta Pfr. ; Ariophanta Desmoul. ohne blinde Anhänge am Penis,
die Wachsthumslinien der Schale bilden einen spitzigeren Winkel
mit der Naht, als bei Xesta: A. laevipes Müll., cidaris Lam., expla-
nata Q. G. und Martini Pfr.; Hemiplecta Alb. mit isabellina Pfr.,
Siamensis Pfr. , setigera Sow. und gummata Pfr. ; ferner Rhysota
Alb. und Euplecta Semp.
III. Die Gattung Eurypus Semp., ausgezeichnet durch ein sehr
kleines Flagellum und den Mangel der Glandulae mucosae.
IV. Reihe Thapsia-Lamprocystis, keine Glandulae mucosae, die
blindsackähnlichen Anhänge stufenweise verschwindend. Gattungen
Thapsia Alb., die westafrikanischen Arten umfassend, worunter Th,
troglodytes Mor. sich anatomisch einigermassen von den andern
unterscheidet, und Lamprocystis, = Microcystis. (nicht von Beck,
dessen erste Arten amerikanisch sind) Mantellappen mehr oder we-
niger reduzirt, Kiefer mit einem schwachen, mittleren Zahn; leben-
dig gebärend; hieher Micr. excescens, firmostyla, perpolita Mouss.,
myops Semp. und succinea Pfr.
V. Reihe von Trochonanina, charakterisirt durch den Mangel
eines retractor penis, aber mit einer Anhangsdrüse versehen ; Selbst-
befruchtung bei einigen derselben. Gattungen: Martensia Semp.,
H. Mossambicensis Pfr. Inozonites, gen. nov. Mantellappen voll-
ständig, Geschlechtsorgane sehr einfach, ein drüsiger Sack als Ende
des Penis, der durch einen Muskel mit dem Uterus verbunden ist;
H. filocincta Pfr. von den Philippinen ; Trochonanina Mouss., radians
und Schmeltziana Mouss. wurden untersucht. Trochozonites nov.
gen., ein oder zwei Mantellappen, Penishöhle mit dem Ovidukt zu-
sammenhängend, aber anscheinend ohne äussere Oeffnung, vergl.
dieses Archiv 1878 S. 422, 423, w^estafrikanisch. Tr. percarinatus
Mart. und Ibuensis Pfr.
Die genannten Arten und einige andere sind vom Verfasser
anatomisch untersucht. Abh. d. Nat. Vereins in Hamburg 1882 24 S.
Nanina Hüdehrandti, anohrachys, Eos, Thalia, Hcstia und ha-
mlis Dohrn, Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IV S. 370—377. Madagaskar.
— Helix (Nanina) Cleamesi Edg. Smith, Proc. Zool. Soc. S. 379 Taf. 21
Fig. 8, 9. Central-Madagaskar.
Naturgeschichte der; Mollusken während des Jahres 1882. 359
Nanina erratica, Fuchsiana, microgyra und cZaMsa Heude, Moll,
terr. du fleuve BleuS. 12—14 Taf. 13 Fig. 3, 8, 10 und Taf. 19 Fig. 6,
mittleres China,
Macrochlamys cincta v. MöllendorfF, Jahrb. d. Mal. Gesellsch.
IX S. 183. Insel Hainan.
Kaliella, alle indischen Arten, worunter neu: Cherraensis, Kha-
siaca, Munipur ensis, Sigarensis, Jaintiaca, costulata, suheostulata,
Perdkensis, elongata, gratiosa, Nagaensis, Teriacensis, resinata, Sik-
Icimensis, Lhotaensis, flatura und animula, beschrieben und abgebil-
det von Godwin-Austen, Land- and freshwater-Moll. of India I. Heft
S. 1—10 Taf. 1 Fig. 1-13 und Taf. 2 Fig. 1—12; IL Heft S. 19—24
Taf. 5. (Viele der neuen Arten sehen auffallend wie unausgewach-
sene Schalen aus, Ref.) Radula von K. Barrakperensis Pfr., welche
ausser Vorderindien auch auf Madagaskar vorkommen soll, Heft II
S. 19 Taf. 5 Fig. 11.
Oxytes Blanfordi Theob. und Koondaensis Blanf., Macrochla-
mys tugurium Bens., Bensonia Mainwaringi Nev., Rhyssota conferta,
Pfr. = Haughtoni Bens., Euplecta ornatissima, ramura Bens., Crossei
Pfr. und eine unbestimmte Art, Handzeichnungen von Stoliczka nach
lebenden Thieren, veröffentlicht von Godwin-Austen, Journ. of the
Asiat. Soc. of Bengal Bd. 51 Theil 2 S. 68—72 Taf. 5 Fig. 1—10.
Sitala H. Ad. 1865 = Conulema Stoliczka 1871, alle indischen
Arten, worunter neu geometrica, Haroldi, Phidongensis, limata, suh-
hilirata und Srimani, beschrieben und abgebildet von Godwin-Austen
a. a. 0. Heft H S. 25—44, Taf. 8—10, Radula von S. infula und atte-
gia Bens. S. 27 und 30, Taf. 8 Fig. 1 und 2 d, e, nach Stoliczka.
Trochonanina peliostoma Martens, Jahrb. d. malak. Gesellsch.
IX S. 250. Barava in Ost- Afrika.
Nanina (Medyla) salmonea Ancey, Le Naturaliste IV No. 15
S. 119. Cachar, Ostindien.
Microcystis Schmackeriana v. Möllendorf, Jahrb. d. malak. Ge-
sellsch. IX S. 184. Hongkong.
Microcystina Rinkii Mörch, Anatomie und Radula, Warnefordi,
Andamanen, MoercJiiana, Insel Kendal im Golf von Bengalen, cryp-
tomphdlus, Bengalen und Hmrietensis, Andamanen, Godwin-Austen
a. a. 0. Heft I S. 11—14 Taf. 3.
Zonites latissimus Dohrn, Jahrbuch d. malak. Gesellsch. IV
S. 117. Südlich von Samarkand.
Selenites Fisch., Monographie der bekannten Arten, worunter
eine neue Varietät simpUcüabris von Voyana New., und Haplo-
trema als neue Untergattung für S. Duranti Newc, Ancey, Le Natu-
raliste IV No. 14 S. 110, 111.
Ammonoceras nitidulus und Amazonicus, Provinz Para und
trochilionoides Orb. = spirillus Gould, alle wahrscheinlich näher mit
360 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Streptaxis als mit Hyalina verwandt, Dohrn, Jahrb. d. raalak. Ge-
sellsch. IX S. 97—99. Hyalinia Hemphilliana Binn. und Ingersolli
Bland werden von Ancey auch in diese Gattung verwiesen, Le Na-
turaliste IV No. 4 S. 29.
Hyalina. M. Schepman hat die Radula vieler Arten un-
tersucht und gruppirt dieselben darnach wie folgt; 1) Conulus: H.
fulva, 2) Zonitoides: H. nitida und excavata, 3) H. olivetorum,
hiulca, nitens und nitidula, die letzte kaum von der vorhergehenden
zu unterscheiden. 4) H. pura. 5) H. filicum, Koutaisiana, Drapar-
naldi, Villae, Alhambrae, cellaria, alliaria, Helvetica und glabra. 6)
H. Hammonis und Petronella. 7) Vitrea Fitz.: H. crystallina var.
subterranea und H. diaphaua, Jahrb. d. malakol. Gesellsch. IX S,
236—243 Taf. 6—8. — Gl es sin theilt dieselbe Gattung ebenfalls
nach der Radula folgendermassen ein: 1) Euhyalina Alb.: H. cella-
ria, Balmei, Draparnaldi, glabra, hiulca und alliaria. 2) Polita Held:
H. pura, nitens, radiatula, Petronella, und die nordamerikanischen
arborea, indentata, minuscula and milium. 3) Yitrea Held: H. cry-
stallina und die nordamerikanische Binneyana. Die Radula der er-
wähnten Arten ist kurz beschrieben. Malak. Blatt. (2) V S. 154—
161. Zunahme der Anzahl der Zähne und ihrer Spitzen mit dem
Alter an H. cellaria, Draparnaldi und glabra von Sterki beobach-
tet. Nachr. d. mal. Gesellsch. S. 172—178.
Hyalina (Aegopina) Tetuanensis Kobelt, Iconogr. (2) I S. 9
Taf. 2 Fig. 20. Marokko.
Hyalina (Retinella) Antoniana Mad. Paulucci, Bull, della Soc.
mal. Ital. VIII S. 169 Taf. 2 Fig. 3. Sardinien.
Hyalina chersa und stoeehadica Bourg. 1878 und 1877 be-
schrieben bei Locard, catal. des moU. de France S. 301, 302.
Hyalinia albinella und Nevüliana aus Sardinien, Forroi, Isse-
liana, Mittel- und Süd -Italien und einige weniger bekannte ita-
lienische Arten beschrieben und abgebildet von Mad. Paulucci, Bull,
della Soc. mal. Ital. VIII S. 147—168 Taf. 1, 2 und 8.
Hyalina lentiformis Kobelt, Nachr. d. malak. Gesellsch. S. 123.
Minorka. — H. Clessini, Insel Tinos, ZaJcynthia, Zante und Bland
Syra nebst Bemerkungen über einige andere griechische Arten, Hesse,
Jahrbuch d. malak. Gesellsch. IX S. 318, 319 Taf. 12 Fig. 2—4.
Hyalina planula, Eathouisii, planata, mamillaris, Sinensis, Zi-
kaveiensis, Selingeriana, Colomheliana, hamhusicola, spelaea, castaneola,
imheUisnnd Gredlingeriana, Heude moll. terr. du fleuve Bleu S. 14—19
Taf. 13 Fig. 6, 7, 9, 11—16, Taf. 19 Fig. 1, 6, 9 und 11, Taf. 20 Fig. 31.
Mittleres China.
Hyalinia (Vitrea) diaphana Stud. mit Varietäten, worunter neu
var. subelata aus dem südlichen Italien, petricola und Targioniana
aus Sardinien, Mad. Paulucci, Bull, della Soc. mal. Ital. VHI S. 170-—
182 Taf. 2 Fig. 6 u. 7.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 361
Hyalina subrimata Reinh., depressa Sterki, Dubreuili Cless.,
Keitteri Böttg., Hyblensis Parr. und contortula Kryn. abgebildet bei
Kobelt, Iconogr. (2) I S. 11—16 Taf. 3 Fig. 25 Taf. 4 Fig. 35 u.
38—41. — Zonites pseudodiaphanus Coutagne, Note sur la faune
malacologique du bassin du Rone I 1881 bei Rognac.
Hyalina (Zonitoides?) Loana Gredler, Jahrb. d. Mal. Gesellsch.
IX S. 40 und Malak. Blatt. (2) V S. 170. Provinz Hunan in China.
Hyalinia (Conulus) fulva Varietäten, Mad. Paulucci, Bull, della
Soc. mal. Ital. VIII S. 185—190.
Hyalina (Conulus) spiriplana Gredler, Jahrb. der Malak. Ge-
sellsch. IX S. 39 und Malak. Blatt. (2) V S. 170. Provinz Hunan.
Conulus vacans Guppy = Guppya livida (Guilding) Guppy,
Proceed. of the Scientific Ass. in Trinidad XII 1881—1882.
Helicodiscus fimbriatus Wetherby, Journ. of the Cincinnaty
Soc. of Nat. History IV, Dezember 1881. Roans mountains/ Nord-
Carolina.
[Gastrodonta] Hyalina significans Bland, abgebildet von Harper
ebenda JV S. 258.
Sagdinella Didrichsenii Mörch, Original -Exemplar abgebildet
bei Godwin-Austen Land- and freshwater-Moll. of India Heft II S. 45
Taf. 9 Fig. 1, Nikobaren; Thier unbekannt.
Helicarion, Anatomisches über eine australische Art von God-
win-Austen ebenda, Heft II S. 65. — H. Sinense (Sinensis) Heude,
Moll. terr. du fleuve Bleu S. 11 Taf. 13 Fig. 4. Gebirge des mitt-
leren China.
Cryptosoma praestans Gould, (Vitrina) lebendes Thier, Radula
und Geschlechtsorgane, Godwin-Auaten, Land- and freshw.-Moll. of In-
dia Heft I S. 14—14 Taf. 4.
Vitrina alpestris Cless., Thier und Radula, letztere verglichen
mit derjenigen anderer Arten, von Clessin, Malak. Blatt. (2) V S. 153,
154. — Sieben Arten von den Azoren vergleichweise beschrieben
von Furtado, Ann. of Nat. Hist. (5) IX S. 397.
Yürin^i Sinensis Heude, Moll. terr. du fleuve Bleu S. 11 Taf. 13
Fig. 5. Ningkouo, Mittel-China.
Vitrina conquisita und Biepiana Jickeli, Jahrb. d. Malak. Ge-
sellsch. IX S. 366. Habab im nordöstlichen Afrika.
Vitrina Madagascariensis Edg. Smith, Proc. Zool. Soc. S. 379
Taf. 21 Fig. 6, 7. Central-Madagaskar.
Limax, kritische Noten über einige europäisehe Arten von
Heynemann, Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. S. 127. — L. maximus
und cinereus, Farbenvarietäten und Variationen im Vorhandensein
einer Seitenspitze der Zähne, L. agrestis, abnorm zweispitziger Mit-
telzahn, und Lehmannia marginata, Altersunterschiede an den Zäh-
nen, indem Seitenspitzen bei den jungen auch an den Seitenzähnen,
bei den erwachsenen nur an den Randzähnen vorkommen, Br. Es-
362 E. V. Härtens: Bericht üb. die Leistungen in der
mark, Nyt Mag. for. Naturvidenskaberne XXVII S. 82, 89 und 92—86
Fig. 1 u. 3—5.
Limax variegatus Dr. von Epirus Böttg. Nachrichtsbl. d. Ma-
lak. Gesellsch. S. 99 und aus Chile, Heynemann ebenda S. 186.
Limax Conemenosi Böttger ebenda S. 99. Limax custrictus
Bourg. Radula, Heynemann ebenda S. 129. Holzschnitt.
Limax Genei, Perosinii und Melitensis Lessona und Pollonera,
Mem. del' Accad. di Torino (2) Band XXXV Italien.
Limax molestus Hutt. aus Neuseeland = agrestis L., Kiefer
und Radula beschrieben, Hutton, Trans, of the New-Zealand Insti-
tute XIV S. 154, Taf. 3 Fig. H, P.
Agriolimax Panormitanus Lessona und Pollonera a. a. 0. Si-
zilien.
Ämalia Tyrrhena, insularis^ Dqederleini, Sicula und Ichnusae
Lessona und Pollonera a. a. 0. Südliches Italien.
Amsiliai Kobeltif Hesse, Nachrichtsbl. d. Mal. Gesellsch. S. 95 und
316 und Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX Taf. 12 Fig. 1. Griechenland.
— A. Hessei Böttger, Nachrbl. d. Mal. Gesellsch. S. 96. Korfu.
Milax Antipodum Gray und emarginatus Hutt., Kiefer und Ra-
dula, Hutton, Trans, of the New-Zeal. Inst. XIV S. 156 Taf. 3 Fig.
G, L und S, Taf. 4 Fig. S.
Urocyclus Gray, anatomische und kritische Bemerkungen, Kie-
fer oxygnath, Mittelzahn und Seitenzähne dreispitzig, Randzähne
zweispitzig; Parmarion flavescens, Keferst. und wahrscheinlich auch
Dendrolimax Heinem. gehören zu dieser Gattung. (J. Comorensis
und vittatus Mayotte und longicauda Nossi-comba bei Madagaskar.
P. Fischer, Journ. de Conch. XXX S. 261 — 271 Taf. 11, 12. — Den-
drolimax Martensi Heynemann. Nachrbl. d. Malak. Gesellsch. S. 182.
Usambara, Ostafrika. Viquesnelia Atlantica Morelet beschrieben
von F. d'Arruda Furtado. Journ. de Sciencias math. phys. de Lis-
boa No. 32 März 1882 S. 305—309. Mit 1 Tafel.
Ärionidae. Analytische Tabelle der bekannten Gattungen von
Nacktschnecken (Ärionidae und Limacidae) von Godwin-Austen, Land-
and freshw. Moll, of India H S. 64, 65.
Arion, kritische Bemerkungen über einige europäische Arten
von Heynemann, Nachrichtsbl. d. Mal. Gesellsch. S. 127. — A. sub-
fuscus var. albus, Osterdalen im mittleren Norwegen 2300 Fuss hoch.
Br. Esraark Nyt Mag. for Naturvidenskaberne XXVII S. 98. —
A. fallax Sterki, Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. S, 150-153.
Schweiz.
A. Pegorarii Lessona und Pollonera. Mem. del' Accad. di Torino
(2) XXXV Italien; A. Dupuyauus Burg, und Geomalacus Bayani
Jouss. sind nach denselben Jugendzustände von A. Bourguignati
Mabille.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 363
Arion incommodus Hutt. aus Neuseeland = fuscus Müll., Kie-
fer und Radula beschrieben, Hutton, Transact. of the New-Zealand
Institute XIV S. 154 Taf. 3 Fig. K und R.
Ariunculus Isseli (Bourg. mscr.) Lessona und Pollonera a. a. 0.
Italien.
Letourneuxia Bourg. ist nicht hinreichend von Arion verschie-
den, Heynemann, Nachrichtsbl. d. malak. Gesellsch. S. 129, 130.
Anadenus altivagus Theob. = giganteus Heynem. ; anatomisch
beschrieben, Jerdoni, Kaschmir, und Blanfordi, Darjiling, Godwin-
Austen Land- and freshw.-Moll. of India Heft II S. 46—54 Taf. 7
und 8.
Geomalacus maculosus AUm. anatomisch beschrieben von dem-
selben ebenda S. 60—63 Taf. 12 Fig. 1—8.
Ariolimax Columbianus var. Heavoxi, Wetherby, Journ. of the
Cincinnati Soc. of nat. bist. IV Oct. 1881. Californien.
Testucellacea. Trigonochlamys imitatrix Böttg., Pharynx und
Radula beschrieben, letztere ähnlich der von Testacella, Kiefer glatt.
Mabillea Bourg. 1877 scheint nahe damit verwandt, Hesse, Jahrb.
d. malak. Gesellsch. IX S. 29—32, Taf. 2 Fig. la— le.
Testacella Maugei Fer. J. Darker Butterell beschreibt, wie
diese Schnecke einen Wurm verschlingt, nachdem sie ihn mit der
vorgestreckten Radula durchbohrt hat, Journ. of Conchology III
S. 277.
Daudebardia rufa, Hassiaca und brevipes bei Cassel, Diemar,
Nachrichtsbl. d. malak. Gesellsch. S. 44—46 und 89—91. — Einige Ar-
ten abgebildet bei Kobelt, Iconogr. (2) I Taf. 1.
Daudebardia Novoseelandica Pfr., kein Kiefer, Radula ähnlich
derjenigen der europäischen Arten, Hutton, Transact. of the New-
Zealand Institute XIV S. 152 Taf. 3 Fig. E und Taf. 4 Fig. M.
Paryphanta Busbyi Gray, keine Drüsenöfifnung am Ende des
Fusses, kein Kiefer, Zähne nadeiförmig mit mittlerem Vorspruug in
schiefen Reihen, Hutton ebenda S. 153 Taf. 4 Fig. A und L. (Also
in diese Familie gehörig, Ref.)
Pseudomphalus und Monomplialus, neue Untergattungen für
Helix Fabrei und Baveyi Crosse, uächstverwandt mit Diplomphalus,
Gr., daher wahrscheinlich zu den Testacelliden gehörig, (Ancey) Le
Naturahste IV No. 12 p. 86.
PsetidosuhuUna, gen. nov., Schale ähnlich der von Subulina,
deutlich rippenstreifig, mit kugliger Spitze ; kein fester Kiefer, Zähne
nadeiförmig wie bei den Testacelliden, Mittelzahu rudimentär. Nicht
lebendig gebärend. Ps. Berendti Pfr. (Achatina) und wahrscheinlich
auch Chiapensis Pfr., Mexiko, Strebel, mexik. Land-Conch. V S. 117—
119 Taf. 7 Fig. 7 und 17; Anatomisches von Pfeffer ebenda Taf. 18
Fig. 5—8 und 23.
364 E. V. Marteus: Bericht üb. die Leistungen in der
Ennea splendens v. MöUendorff, Jahrb. d. malak. Gesellsch. IX
S. 153. Washau, Provinz Kanton.
Ennea Martensi, nächstverwandt mit insignis Pfr. und Dohrni,
neuer Name für monodon Martens, 1876, nicht Morelet, Edg. Smith,
Journ. of Conchology III S. 301, 302. — E. Dolirni (etwas später),
Angola und Carychium fdicosta Morelet zu Ennea versetzt, v. Mar-
tens, Jahrb. d. malak. Gesellsch. IX S. 247.
Ennea glahra, diodon, hreviculä, oryza, costellata und vermis
Morelet, Journ. de Conchyliologie XXX S. 189—193 Taf. 10 Fig. 5,
6, 8, 9, 13 und 14. Alle von der Insel Mayotte, Komoren.
Gibbulina, kritische Bemerkungen über einige Arten aus Mau-
ritius von Morelet, Journ. de Conchyliologie XXX S. 96—98.
Streptaxis regius Lischke und Dunkeri var. clausa Löbbecke
Jahrbuch d. malak. Gesellsch. IX S. 3, 4, Taf. 1 Fig. 3, 4.
Streptaxis horecdis, Heude, Moll. terr. du fleuve Bleu S. 79
Taf. 18 Fig. 26. Provinz Ngau-houe, China.
Vaginulidae. Vaginulus mexkanus, äusserlich und anatomisch,
beschrieben, Leber unsymmetrisch, mehr nach links ausgedehnt,
Darmkanal und Radula nach dem allgemeinen Typus der Pulmona-
ten, Kiefer aus übereinandergreifenden Platten bestehend; eine ka-
nalartige Verbindung zwischen dem primären und sekundären Penis
durch das Vas deferens, wie sie von Blainville und Andern beschrie-
ben wird, konnte weder bei diesen, noch bei andern Arten aufge-
funden werden. Pfeffer bei Strebel mexik. Land-Conch. V S. 126
—131 Taf. 19.
Vaginulus Sinensis Heude, Moll. terr. du fleuve Bleu S. 10 Taf. 13
B^ig. 2. Ufer des Yangtsekiang.
Auriculacea. Die inneren Zwischenwände der Windungen wer-
den vollständig resorbirt bei den Gattungen Melampus, Auricula,
Blauneria, Marinula, Tralia, Alexia, Monica und Plecotrema, thei)-
weise und hauptsächlich nur an der Spindel bei Cassidula und Sca-
rabus, gar nicht bei Pedipes. Crosse und Fischer, Journ. de
Conchyliologie XXX S. 177—181 Taf. 8 Fig. 1—14.
Carychium Biondii und Mariae Mad. Paulucci Bull, della Soc.
mal. Ital. VIII S. 305, 306 Taf. 8 Fig. 7, 8.
Pythia Bolten oder Scarabus Montf. J. C. Cox zählt 52 Ar-
ten dieser Gattung auf, 4 mehr als Pfeiffer in seiner letzten Zu-
sammenstellung 1876, mit Synonymie und Fundortsangaben und ein-
zelnen kritischen Bemerkungen. Journ. of the Linnean Soc. of New
South Wales VI S. 587—621.
Auricula Nevilli, Mauritius und Gassiesi, Mayotte, Komoren,
Morelet, Journ. de Conch. XXX S. 100 und 194 Taf. 4 Fig. 5 und
Taf. 10 Fig. 10. (Beide gehören zur Abtheilung Auriculastra, Ref.).
Melampus carneiis und avellana, Mauritius und concrctus, Ma-
yotte, Morelet, Journ. de Conch. XXX S. 101—103 und 195, der letz-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 365
tere Taf. 10 Fig. 7. Variabilität in der Anzahl der Falten von M.
lividus, derselbe ebenda S. 103.
Limnaeacea. Physa Aradae, Bourguignati, Oretana und Äles-
siana Benoit, nuovo catalogo delle conchiglie terr. e fluv. della Sici-
lia S. 133-135. Sicilien.
Physa Madagascariensis Ang., lamellata und obtiisispira, Edg.
Smith, Proc. Zool. Soc. S. 386 Taf. 22 Fig. 14-19. Madagaskar.
52 Arten von Physa aus Australien aufgeführt, 26 davon ab-
gebildet, zum Theil aus andern Werken kopirt, die folgenden neu
oder doch neu benannt: Ph. Lessoni für Novae -Hollandiae Lesson,
nicht Blainv., Grayi für Gray's Ph. Novae Hollandiae, producta,
Clarence und Hunter river, Braderi, Sydney, gracilenta und Queens-
landica, Queensland, Quoyi und breviculmen, King George's Sound,
Ethtridgii, Süd-Australien, tenuilirata, West-Australien, und exarata,
Nord-Australien, Edg. Smith, Journ. of the Linn. Soc. London
XVI S. 276—292 Taf. 5 Fig. 19—25, Taf. 6 Fig. 1-29. - 54 Ar-
ten aus Australien, „mehr als die Hälfte der auf der ganzen Erde
bekannten" aufgezählt von K. Täte, Proc. of the Linn. Soc. of New
South Wales VI S. 555—558.
Physa hypnorum L., Beobachtungen über ihre Lebensweise,
Spinnen eines Schleirafadens, woran sie im Wasser emporsteigt und
Abreibender eigenen Schale mit ihren Kiefern, von Jeffery, Journ.
of Conchology HI S. 310, 311.
[Physa, Aplexa]. Bulinus gibbosa Gould und variabilis Gray,
Mantelrand nicht über die Schale vorragend, Kiefer und Radula be-
schrieben, Hutton, Transact. of the New-Zealand Institute XIV S. 155,
156 Taf. 4 Fig. C, Q, T und V.
Amplexa [Aplexa] turrita Täte, Proc. of the Linn. Soc. ofNew
South Wales VI S. 409. See Wendouree, Victoria.
Physa (Isidora) MenegMniana, Tapparoniana und Saeprusana,
Mad. Paulucci, Bull, della Soc. mal. Ital. VIH S. 319—322 Taf. 9
Fig. 2 — 4j alle von Sardinien und nächstverwandt mit contorta Mich.
Camptoceras, die bekannten lebenden Arten und eine neue fos-
sile aus dem Eocän von Sheerness-on-sea, C. priscum, beschrieben
und abgebildet von Godwin-Austen, Quart. Journ. of the Geological
Soc, May 1882 S. 218-221 Taf, 5.
Planorbis. Gl es sin setzt Dunker's Monographie dieser Gat-
tung in der neuen Ausgabe von Chemnitz, Lieferung 219 S. 63 — 94
Taf. 11—15 und 17 fort, er beschreibt 27 Arten, meist aus Europa;
noch nicht abgebildet bisher sind PI. trigyrus und Raimondi Phil.,
S. 71 und 94, Taf. 15 Fig. 12 und 9, beide aus Peru. Monstrosität
von PI. borealis Lov., Br. Esmark, Nyt Mag. for Naturvidenskaberne
XXVII S. 101. — PI. vorticulus, Troschel in Schlesien, Merkel, Nach-
richtsbl. d. malak. Gesellsch. S. 66. — PI. cornu Ehrenb. aus Sar-
366 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
dinien, Mad. Paulucci, Bull, della Soc. mal. Ital. VIII S. 325 Taf. 8
Fig. 9.
Planorbis Benoiti Bourg. mscr.^ Benoit catalogo nuovo delle
conchiglie terr. e fluv. della Sicilia S. 187. Corleone, Sicilien.
Planorbis Sibiricus Dunker 1848 = limophilus Westerland,
Sibirien und Mongolei, NevüU, Ladak und Yarkand, und Farikon-
gensis, Nevill mscr., See Pankong im östlichen Tibet, Martens, Cen-
tral-Asiat. Moll. S. 42—45, erster und dritter Taf. 4 Fig. 13 und 14.
Planorbis acies var. Hiinanensis Gredler, Jahrbuch d. malak.
Gesellsch. IX S. 47 und Malak. Blatt. (2) V S. 181. Provinz Hunan,
China.
Planorbis Madagascariensis Edg. Smith, Proc. Zool. Soc. S. 387
Taf. 22 Fig. 20—22. See Itasy, Madagaskar, — PI. Mauritianus
Morel, von compressus verschieden, Morelet, Journ. de Conchyliologie
XXX S. 104.
Planorbis Gilberti Dunker, fragilis Brazier, Essingtonensis und
Macquariensis, alle aus Australien, Edg. Smith, Journ. of the Linu.
Soc. London XVI S. 294, 295, Taf. 6 Fig. 30-35, Taf. 7 Fig. 1—6.
Segmentina Australiensis und Victoriae, Edg. Smith ebenda
S. 296 Saf. 7 Fig. 7—13. Südliches Australien.
Limnaea truncatula, entfernt vom Wasser gefunden, Jefifery,
Journ. of Conchology III S. 311, 312; ist der lauggesuchte Wirth
des Leberegels, Distoma hepaticum (vgl. die Berichte über Ento-
zoen), A. P. W. Thomas ebenda S. 329 — var. Schneiden, Floei-
fjord im arktischen Norwegen, Br. Esmark in Tromsö Museums Aars-
hefter V S. 102, mit Holzschnitt, und var. compressa, Namdalen in
Norwegen, dieselbe Nyt Mag. for Naturvidenskaberne XXVII S. 103
Fig. 5. — Varietäten und Missbildungen von L. stagnalis, ovata
und peregra aus Norwegen, dieselbe ebenda S. 70, 84, 88, 97 und
100. — L. peregra var. cariosa Gene aus Sardinien, Mad. Paulucci,
Bull, della Soc. mal. Ital. VIII S. 361 Taf. 9 Fig. 1.
Limnaea Mandraliseae und minima Benoit nuovo catalogo
delle conchiglio terr. e fiuv. della Sicilia S. 127, 128. Madonie, Si-
cilien.
Limnaea stagnalis var. expansilabris, Tarimfluss, Mongolei,
auricularia var. ventricosa Hartm. ebendaher, lagotis var. soUdior,
Fluss Ulungur, ovata var. eversa, nördliche Mongolei, peregra var.
nimhosa Tarbagatai-Oryn, plicatula Bens. var. fasciolata See Kuku-
ner, rimata Nev., Kaschgar und nördliche Mongolei und pervia Mar-
tens, nördliches China, östl. Tibet vmd Tianschan, also im Ganzen
durch Dickschaligkeit, ausgebogenen Mundrand oder weissliche Fle-
cken ausgezeichnete Formen, die zu weit verbreiteten palaearktischen
Arten als Varietäten gestellt werden, v. Martens central-asiat. Moll.
S. 32—40 Taf. 4 Fig. 1-12.
Limnaea Perrieri, Poirieri und Revoili Bourg. 1881, alle ähu-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 367
lieh orophila Morel., aus dem Somali-luud, Bourguignat in Revoil's
Faune et Flore des pays comalis S. 53—57 Taf. 4 Fig. 77 — 82.
Limnaea clecta und Hovarum lustr., Edg. Smith, Proc. Zool.
Sog. S. 385 Taf. 22 Fig. 12, 13. Central-Madagaskar.
Limnaea affinis Parr., brevicauda Sow., Brazieri und Victoriae,
aus Australien, Edg. Smith, Journ. of the Linn. Soc. London XVI
S. 273—275 Taf. 5 Fig. 14—18.
Limnaea megasoma Say anatomisch beschrieben, mit sehr stark
ausgebildetem Vormagen, Whitfield, Bull, of the Americ. Museum
Central Park New- York I S. 29—37 Taf. 5. — L. zebra Tryon, Fund-
orte in Illinois, Hinkley in „Our home and sqience gossip", Rockford
Juni 1881. . .
Limnaea peregrina Clessin, Malak. Blatt. (2) V S. 188 Taf. 4
Fig. 1. Südliches Brasilien.
Lantzia Jousseaume 1872 = Erinna H. u. Ad. 1855, durch
die Stellung der Augen von Lithotis unterschieden, Morelet, Journ.
de Conch. XXX S. 104.
Latia neritoides Gray, Augen an der äussern Seite der Fühler,
kein Kiefer, Mittelzahn der Radula zweispitzig, Seitenzähne schief,
einspitzig, stumpf. Hutton, Trausact. of the New-Zealand Institute
XIV S. 156 Taf. 4 Fig. E und P.
Gundlachia, Septum nicht immer vorhanden, Gibbons, Journ.
of Conchol. III S. 267; eine unbestimmte Art im „Suckerbrock" bei
Canandaigua, Staat New York, gefunden, J. M. Cook, Silliman's Am.
Journ. of Science (3) XXIII S. 248.
Ancylus. Clessin vollendet die Monographie dieser Gattung
in der neuen Ausgabe von Chemnitz, Lieferung 316, S. 41 — 80, Taf. 9;
arscheinend neu: A. expansilabris, Deutschland, Dohrnianus, Neu-
seeland, striatuluSf Griechenland, Oregonensis, Oregon, Paranensis
(Döring mscr.), Parana, dieser die grösste Art, 12 mm lang, und
ManiUensis, Minila, S. 51, 54, 55, 66, 69 und 71, die Abbildungen
auf schon früher herausgegebenen Tafeln. Im Ganzen sind 87 Arten
beschrieben.
Ancylus Dickinianus Benoit nuovo catalogo delle conchiglie
terr, e fluviali della Sicilia S. 148. Lentini, Sicilien.
Ancylus Clessinianus Jickeli, Jahrbuch d. malak. Gesellsch. IX
S. 366. Alexandrien.
Ancylus Australieusis Täte, Edg. Smith, Journ. of the Linn.
Soc. London XVI S. 297 Taf. 7 Fig. 36, 37. Australien.
Ämphibolacea. Hutton gibt Nachträge zu seiner früheren
anatomischen Beschreibung von Amphibola avellana: kein Kiefer,
Mittelplatte der Radula mit 5—6 Seitenspitzen, Seitenzahn einfach,
vierseitig, Randzähne nadeiförmig. Transact. of the New-Zeal. In-
stitute XIV S. 156, 157 Taf. 4 Fig. F, 0 und W.
Onchidiacea. J. Joyeux-Jaffuie hat seine Untersuchungen
368 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
über Onchidium Celticum Cuv., worüber schon im vorigen Jahre
S. 595 vorläufig berichtet worden, in Lacaze Duthiers' Archives de
Zoologie experimentale Band X No. 2 und 3 S. 225—383 Taf. 14—22
ausführlich veröffentlicht. Das Thier lebt theils unter Wasser,
wo es oft mehrere Tage bleibt, und athmet dann mittelst der ge-
fässreichen Rückenwarzen, theils über Wasser im Feuchten, wo es
alsdann die sogenannte Lungenhöhle weit öffnet, aber dieses Organ
entspricht nach Lage, Verbindung, Sekretion, makroskopischem und
mikroskopischem Bau der Niere anderer Mollusken. Kiefer, Taf. 14
Fig. 13 und Radula, Fig. 8 mit dem Typus der Pulmonaten über-
einstimmend. Aber die Entwicklung durch Vorhandensein einer
Embryonalschale und eines grossen Segels zu den Opistobranchien
verweisend.
C. Semper beschliesst seine Arbeit über dieselbe Familie mit
der Beschreibung einer Anzahl von Arten, die meisten neu, und
einer neuen Gattung: Onchidium Steenstrupii, Nikobaren, Karolinen
und Neuguinea, aherrans, Siugapore?, Samarense, Philippinen, multi-
radiatum und trapezoideum, Fundorte unbekannt, Dämelii, Sydney,
coriaceiim, Singapore, Pinang und Brisbane in Australien, graniferum,
Philippinen, luteum, Singapore, Palaense, Palau-Inseln, Papuanum,
Neuguinea, ovale, Fundort unbekannt, reticiilatum, Neuseeland und
Sydney, Steindachneri, Galapagos. Reisen im Archipel der Philippi-
nen, Wissensch. Resultate, Band III Theil 6 S. 265—286, Abbildun-
gen der Radula und Geschlechtsorgane Taf. 21 Fig. 1—26.
Onchidina, gen. nov., Lungenöffnung mehr seitlich, rechts vom
After; keine Penisdrüse, männliche Geschlechtsöffnung hinter dem
rechten Fühler. 0. Äustralis (Gray mscr. als Onchidella) von Ost-
Australien, den Viti-Inseln und Ost-Afrika, anatomisch beschrieben,
Semper ebenda S. 287—289, Radula Taf. 21 Fig. 27.
Onchidella patelloides Quoy und Gaimard, kein Kiefer, Mittel-
platte der Radula dreispitzig, Seitenzähne einspitzig mit einem Vor-
sprung an der Basis. Hutton, Transact. of the New-Zealand Insti-
tute XIV S. 155 Taf. 4 Fig. B und R.
Xiidibranchia .
Dorididae. Doris complanata Verrill, Transact. of the Connec-
ticut Academy of Sciences V 2, S. 549 Taf. 58 Fig. 34.
Doris Welliügtonensis Abr., Radula bei Hutton, Transact. of
the New-Zealand Institute XIV S. 166 Taf. 6 Fig. G. Doris iuctuosa
Cheeseman, Trans. N. Zeal. Inst. XIV S. 213. Neuseeland.
Heterodoris robusta Verrill und Emerton, Transact. of the
Connecticut Acad. V 2 S. 549 Taf. 58 Fig. 35, Radula Fig. 35 a, b.
Neu-England.
Polyceridae. Issa lacera Müll, und ramosa, Verrill ebenda
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1882. 369
S. 547 Taf. 42 Fig. 11 und Taf. 58 Fig. 36, Radula Fig. 35 a, Neu-
England.
Tritoniadae. Tethys leporina L. Schwimmen, Nahrung u. s. w.,
Bergh, Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien XXXII S. 67, 68.
Scyllaea Edwardsi Verrill a. a. 0. S. 550 Taf. 42 Fig. 10. Neu-
England, an Zostera und Sargassum.
Dendronotidae. Lomanotus Genei Ver. von Triest, Bergh a. a. 0.
S. 66, 67.
Aeolididae. Salv. Trinchese hat ein grösseres eingehendes
Werk über diese Familie „Aeolididae e famiglie affini del Porto di
Genova" schon 1877 begonnen, wovon bis Schluss des Jahres 1882
nur der erste Theil, sehr schöne Abbildungen ohne Beschreibung,
erschienen ist.
Aeolis plicata, Neuseeland, nebst Beschreibung der Radula
von Ae. Corfei, Hutton, Transact. of the New-Zealand Institute XIV
S. 166 Taf. 6 Fig. E, F, I und K.
Aeolidiella Sörameringi Bergh, von Triest, nicht diejenige von
Leuckart (Eolis), ausführlich beschrieben von Bergh, Verhandl. d. zool.
bot. Gesellsch. in Wien XXXII S.8-12 Taf. 5 Fig. 1-3 und Taf. 6
Fig. 1—3.
Berghia coerulescens Laurillard (Eolidia) aus dem Mittelmeer,
ausführlich beschrieben von Bergh ebenda S. 20 — 23, Taf. 1 Fig. 1 — 9,
Taf. 2 Fig. 17.
Caliphylla tricolor Trinchese und Mediterranea Costa, Trin-
chese a. a. 0. I Taf. 1 — 4, das ganze Thier und anatomische Details.
Calma Cavolini Verany, Bergh a. a. 0. S. 61—64, Taf. 5 Fig.
7-11.
Coryphella nobilis und Stimpsoni Verrill, Transact. of the Con-
necticut Acad. of Sciences V 2 S. 552 Taf. 42 Fig. 14, 15. Neu-
England.
Facelina, Aufzählung der bekannten Arten und nähere Be-
schreibung von F. Drummondi Thomps. bei Bergh, Verhandl. d. zool.
bot. Gesellsch. XXXII S. 24—26.
Favorinus versicolor Costa und albus Aid. u. Hanc, Exemplare
aus Triest ausführlich beschrieben von Bergh ebenda S. 38 — 43, Taf. 5
Fig. 6 und Taf. 6 Fig. 4—11.
Fiona nobilis Aid. u. Hanc. aus Neu-Eugland beschrieben von
Verrill, Transact. of the Connecticut Acad. of Sc. V 2 S. 551.
Spurilla Neapolitana Chiaje aus Triest, Bergh a. a. 0. S. 13 —
18, Taf. 1 Fig. 10—21.
Galvina picta Aid. u. Hanc. und flava, Trinchese Aeolidid. I
Taf. 28, 29, 31, ebendieselben Arten aus Triest näher beschrieben,
mit Aufzählung aller bekannten Arten der Gattung von Bergh, Ver-
handl. d. zool. bot. Gesellsch. XXXII S. 43-53, Taf. 2 Fig. 1—11,
Taf. 8 Fig. 10—14, Taf. 4 Fig. 1—3.
370 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Tergipes Doriae und Capellinii Trinchese, Aeolidid.ITaf. 24 — 27.
Amphorina Alberti Quatref. und caerulea Moni., Trinchese
ebenda Taf. 30, 32 und 33.
Acanthopsole rubrovittata Trinchese a. a. 0. Taf. 34, 35; Auf-
zählung der bekannten Arten, luguhris (Graeffe mscr.), afbida und
vicina von Triest ausführlich beschrieben von Bergh, Verh. d. zool.-
bot. Gesellsch. XXXII S. 26-37, Taf. 2 Fig. 12— 16, Taf. 3 Fig. 1-9,
Taf. 6 Fig. 1—18.
Janus cristatus Chiaje, Kiefer und Radula bei Bergh ebenda
S. 65 Taf. 5 Fig. 12, 13.
Ercolania Pmicci'ii, Siottii und Uziellei Trinchese, Aeolid. I
Taf. 5 — 14a; namentlich die zweite auch ausführlich anatomisch
dargestellt.
Placida Tardyi, viridis und brevirhina Trinchese ebenda Taf.
15-18.
Hermaea dendritica Aid. u. Hanc. und brevicornis Trinchese
ebenda Taf. 19, 20.
Hermaeina maculosa Trinchese ebenda Taf. 21 — 23.
Limapontiadae. Die von Kölliker zuerst als Mollusk beschrie-
bene Rhodope Veranii ist identisch mit der von M. Schnitze als
Turbellarie beschriebene Sidonia elegans; sie hat kein Herz, keine
Blutgefässe, keine derjenigen der Mollusken vergleichbare Niere, aber
das Vorhandensein einer Commissur der Hauptganglien unter dem
Schlünde, gewimperte Ohrbläschen und die seitliche Oeffnung der
Geschlechtsorgane sprechen dafür, dass sie als eine sehr niedrig ste-
hende Form der Mollusken zu betrachten sei, L. v. Graff, Morpho-
logisches Jahrbuch VIII S. 73—84 Taf. 2. — Bergh dagegen ist ge-
neigt dieselbe den Turbellarien zuzurechnen, Zool. Anzeig. S. 550 — 553.
Mouopleurobraneliia.
Actaeonidae. Actaeon nitidus = Auriculina insculpta Verrill
1880, nicht Montagu, Verrill, Transact. of tho Connecticut Academy
of Sciences V 2, S. 540 Taf. 58 Fig. 21. Bei Martha's Vineyard,
Neu-England, 312—487 Faden. — Act. giganteus Dunker ind. moll.
Jap. S. 160 Taf. 2 Fig. 8, 9. Japan.
BuccinnlvLS fr aterculus, Dunker ebenda S. 161 Taf. 13 Fig. 21—23.
Japan.
Ringiculidae. Ringicula Cahrai, Rothes Meer?, Senegalensis,
Senegalküste, 72 Meter tief, admirabiUs und Schhmhergeri, Mittel-
meer, Morelet, Journ. de Conchyliologie XXX S. 201—204, Taf. 9
Fig. 1—4.
Choristidae. Verrill gründet diese neue Familie auf Choristes
elegans Carpenter 1872, welche bis dahin nur fossil aus dem Post-
Naturgeschichte der MoUusken während des Jahres 1882. 371
pliocän von Canada bekannt war, jetzt aber auch lebend bei Mar-
tha's Vineyard an der Südküste Neu-Englauds in einer Tiefe von
255 Faden gefunden worden ist. Schale Helix-ähnlich, periostracum
die Näthe überziehend; Mundsaum zusammenhängend, ohne Spin-
delfalte; Deckel mit wenig Windungen. Zwei Paar Fühler, das vor-
dere durch eine Hautfalte unter sich verbunden. Kiefer einfach;
Radula mit 3 Reihen mittlerer Platten, breiten zweilappigen Seiten-
platten und zwei Reihen kleiner hakenförmiger Randzähne, im Gan-
zen 11 Zähne in einer Querreihe, Kieme gross, an der Innern Ober-
fläche des Mantels von links nach rechts sich erstreckend, aus zahl-
reichen Blättchen bestehend. Grösse 6 Millimeter. Transact. of the
Connecticut Academy of Sciences V 2, S. 540, 542. Taf. 58 Fig. 27,
Radula 27 a, auch in Proceed. of the Un. St. National - Museum V
S. 338, 338.
Ballacea. Hydatina inflata Dunker, ind. moll. Jap. S. 162 Taf. 2
Fig. 14—16. Japan.
Cylichna semisulcata Dunker ebenda S. 163 Taf. 13 Fig. 7 — 9.
Japan. — C. ? Dalli Verrill, Transact. of the Connecticut Acad. V 2
S. 542 und Proceed. of the Un. St. National - Museum V S. 336
Neu-England, 335 und 226 Faden.
Diaphana gemraa Verrill, Transact. of the Connecticut Acad.
V 2 S. 543 Taf. 58 Fig. 22. Neu-England.
Philine amabilis Verr. und tmcta, Verrill ebenda S. 544, erstere
Taf. 58 Fig. 23, 24; letztere auch in Proceed. of the Un. St. Natio-
nal-Museum V S. 337. Neu-England.
Aplysiacea. Notarchus punctatus Phil, hat eine sehr kleine
innere Schale, 1 mm gross, Vayssiere, Journal de Conchyliologie XXX
S. 271—273. Aplysia Hamiltoni Kirk, Trans. N. Zeal. Inst. XIV
S, 203. Neuseeland.
Flearobranchidae. Pleurobranchaea tarda Verrill, Transact. of
the Connecticut Acad. V 2 S. 546 Taf. 58 Fig. 26.
Koonsia gen. nov., Kopf, Fühler, Rüssel und Kieme wie bei
Pleurobranchaea. Rücken gewölbt, ringsum überhängend und einen
deutlichen Mantelrand bildend. Fuss schmal, nach hinten verlän-
gert, mit einer Drüsengrube nahe an seinem Ende an der Unterseite
und einer konischen Papille darüber, Penis mit einem kleinen Häk-
chen bewaffnet. K. ohesa, bei Martha's Vineyard, 216—258 Faden,
und nahe dem Eingang der Delaware bei 312 Faden, Verrill, Trans-
act. of the Connecticut Acad. V 2 p. 545 und Proceed. of the Un.
St. National-Museum V S. 338, 339.
Umbrella und Tylodina haben eine spirale und zwar linksge-
wundene Embryonalschale, Jeffreys, Proceed. Zool. Soc. S. 678.
Siphonariidae. Siphonaria Australis Q. G. wird von F. W.
Hut ton anatomisch beschrieben. Die Kiemen sind nach demselben
nicht frei, sondern nur Hautfalten zwischen den grossen Gefässen
372 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
an der Wand der Athemhöhle, er führt sie auf Anpassung zurück
und hält sie nicht für homolog den Kiemen der übrigen Mollusken.
Die Innenseite der Athemhöhle ist reichlich mit Wimpern versehen.
Das Thier scheine ohne Unterschied (indifferently) Luft und Wasser
zu athmen. Geschlechtsorgane und Nervensystem, Laich und erste
Entwicklungsstadien werden auch beschrieben. Der Verfasser ge-
langt schliesslich zu dem Resultate, dass Siphonaria zu den Pulmo-
naten gehöre, wohin sie auch schon von verschiedenen Systematikern,
z, B. Gray 1847, gestellt wurde und dass die Pulmonaten von den
Opistobranchien abzuleiten seien. Annais of nat. hist. (5) IX S. 341 —
344 Tai. 15.
Addisonia, gen, nov., Schale porcellanartig, unsymmetrisch,
ähnlich derjenigen von Pilidium Midd.; eine Reihe von Kiemenblätt-
chen, an der einen Seite sehr ausgebildet, die übrigen Weichtheile
nach der andern Seite drängend. Radula eigenthümlich, im Einzel-
nen an die der Patelliden erinnernd. A. paradoxa, Neu -England,
69 — 130 Faden. Gadinia excentrica Tileri aus dem Mittelmeer
scheint nahe damit verwandt zu sein. Dali, Proceed. of the ün. St.
National-Museum IV S. 405 und Annais of nat. hist. (5) X S. 17—19;
Am. Naturalist XVI S. 737. Auch bei Verrill, Transact. of the
Connecticut Acad. V S. 533 und Proc. Un. St. Nat. -Mus. V S. 334.
Jeffreys bestätigt die vollständige Uebereinstimmung zwischen Ga-
dinia excentrica und dieser Schnecke, Proceed. Zool. Soc. S. 673.
I^iolenoconchae.
Dentalium agile Sars, im Mittelmeer gefunden, 86 — 1963 Fa-
den, verschieden von D. striolatum Stimps. Jeffreys, Annais of nat.
hist. (5) X S. 30. — D. capillosum, candidum, subterfissum und en-
siculus Jeffr. abgebildet von demselben in den Proceed. Zool. Soc.
S. 658—660, Taf. 48 Fig. 1—4; Bemerkung über D. filum von dem-
selben ebenda S. 660.
Dentalium ergasticum P. Fischer, Journal de Conchyliologie
XXX S. 275. Atlantisches Meer, 1900 Meter tief.
Dentalium Japonicum und Weinkauffi, Dunker ind. moll. Jap.
S. 153 Taf. 5 Fig. 1, 2. Japan.
Siphonodentaliura teres Jeffreys, Proc. Zool. Soc. S. 661 Taf. 49
Fig. 5. Atlantisches Meer. — S. vitreum und affine G. 0. Sars in
Nordamerika gefunden. Verrill, Transact. of the Connecticut Acad.
of Sciences V 2 S. 557. 558 Taf. 42 Fig. 19 und 20.
Cadulus amphora, gibbus und einige früher beschriebene Ar-
ten, alle aus dem atlantischen Meer abgebildet, von Jeffreys, Proc.
Zool. Soc. S. 663 — 666 Taf. 49 Fig. 6—10. — C. pandionis Verr.
und propinquus G. 0. Sars var. aus Neu-England, Verrill, Transact.
of the Connecticut Acad. of Sciences V 2 S. 558 Taf. 58 Fig. 30—32.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 373
Pteropoda.
Ueber die Pteropoden als Nahrung für Fische und
Wale spricht Fr. Heincke in seinem Buch „Die nutzbaren
Thiere der nordischen Meere" S. 24, mit einigen Holz-
schnitten S. 30—32,
Pleuropus Hargeri Verrill, Transact. of the Connecticut Aca-
demy of Sciences V S. 555. Bei der St. George's Bank, Neu-England.
Embolus triacäntlius P. Fischer, Journal de Conchyliologie
XXX S. 49. Atlantische Küste des südlishen Spaniens, 1205 Meter
tief, nur die Schale.
Cymbulia calceolus Verrill, Transact. of the Connecticut Acad.
V S. 553 Taf 58 Fig. 33. Neu-England.
Macgillivraya ist die Embryonalschale von Dolium und Sinu-
sigera diejenige von Purpura, Jousseaume Le Naturaliste IV No. 23
S. 183.
Lamellibranchia.
K. Mitsukuri hat sich mit dem Kiemen der Mu-
scheln näher beschäftigt und namentlich diejenigen von
Nucula und Yoldia untersucht, diese sind auf die hintere
Hälfte des Thieres beschränkt und faltenartig angeordnet,
er glaubt, dass sie eine mehr ursprüngliche Bildung dar-
stellen, als diejenigen der übrigen Muscheln. Studies of
the biological Laboratory, Hopkin's University II No. 2
S. 257 — 270 Taf. 19. Frühere Mittheilungen desselben
über diesen Gegenstand im Quarterly Journal of micro-
scopical Science XXI S. 595 — 608 und in den Archives
de Zoologie experimentale IX S. LIX.
Das Byssus-Organ wurde von J. Carriere bei ver-
schiedenen Muscheln näher untersucht, es findet sich bei
den meisten Gattungen und besteht wesentlich aus einer
eigenen Drüse, welche in eine halbkreisförmige Rinne aus-
mündet und aus der Byssus-Höhle, welche Längsfalten im
Innern hat, zwischen diesen Falten werden die Lamellen
geformt, aus denen der Byssus-Faden zusammengesetzt ist.
Dieses Organ ist gut ausgebildet bei den spinnenden Mu-
Archiv für Naturgesch., XLIX. Jahrg. 2. Bd. Z
374 E. V. Martens: Beriebt üb. die Leistungen in der
schein wie den Mytiliden, Aviciüiden, Tridacna, einigen
Arten von Pecten und Area, mehr oder weniger rudimen-
tär, aber noch deutlich erkennbar, bei Cardita, Astarte,
Venus, Cardium, Cyclas, Tellina, Gastrochaena sowie den
freilebenden Arten von Area und Pecten, in hohem Grade
reduzirt bei Spondylus und den Unioniden und es fehlt
vollständig bei Pisidium im erwachsenen Zustande. Nur
in der Jugend findet sich ein Byssus bei Anomia, Hinnites
und Cyclas. Der Verfasser beschreibt das Organ im Ein-
zelnen bei 28 Arten von Muscheln aus verschiedenen Fa-
milien. Arbeiten des Zool. Zoot. Instituts in Würzburg V
S. 56-92 Taf. 5, 6.
Pectiniformia.
Ostracea. R. Horst beschreibt die Entwicklung der gemei-
nen Auster in Tydschrift Nederlandsche Dierkundige Vereeniging
VI S. 25— 34, übersetzt im Quarterly Journ. of Microscopical Science
XXII S. 341—346 mit einer Tafel. Kürzere Mittheilung darüber
im Zool. Anzeiger S. 160—162.
P. P. Hoek gibt einige Bemerkungen über die Fortpflanzung
der Auster in den Comptes rendus de l'Institut Bd. 95 S. 869 — 872.
Ueber Parasiten und Kommensalen der Auster spricht A. C ar-
te s, Bull, de la Societe Zoologique de France V S. 347—353.
A. Issel hat ein eigenes Büchlein über die Austerzucht ver-
öffentlicht, vergl. oben im allgemeinen Theil, worin er unter Anderm,
die an den italienischen Küsten gebräuchlichen Arten und Varietä-
ten näher charakterisirt und abbildet, nämlich Ostrea edulis, Var.
Tarentina, Venetiana und Tyrrhena und Ostrea plicata Chemn. —
cristata auct.
M. Bouchon-Brandely stellt fest, dass die portugiesische
Auster, Ostrea angulata Lam. (Gryphaea), welche neuerdings an der
Westküste von Frankreich akklimatisirt ist, getrennten Geschlechtes
sei und dass ihre Eier erst im Seewasser befruchtet werden (wie
bei Ostrea Virginiana); die künstliche Befruchtung bietet daher bei
dieser Art keine Schwierigkeiten. Comptes rendus de l'Institut
Band 95 Juli 1882 S. 256—259 übersetzt in Annais of Nat. History
(5) X S. 328-330; Auszug in Le Naturaliste IV No. 24 S. 185.
üeber die nordamarikanischen Austern ist eine Anzahl ein-
gehender Arbeiten erschienen; E. Ingersoll hat ein umfängliches
Buch über die Naturgeschichte der amerikanischen Auster veröffent-
licht unter dem Titel: The Oyster Industry, Tenth Census, Sect. X
Fishery Industries, Monograph B. Washington 1881 252 Seiten 13
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 375
Taf., in welchem namentlich auch die bestehenden Austerbänke und
ihre Bewirthschaftung an der ganzen atlantischen Küste Nordame-
rikas von Maine bis Texas im Einzelnen behandelt werden. — Die
Austernzucht in Connecticut bildet den Gegenstand eines Berichtes
der Commission of Shell Fisheries in diesem Staate , Hartford
1881, publizirt 1882. — J. A. Ryder behandelt ausführlich die Vir-
ginische Auster, 0. Virginiana Lam., in Beziehung auf ihren ana-
tomischen Bau, ihr Wachsthum, das entschieden rascher ist, als bei
der europäischen Art, ihre Fortpflanzung, Nahrung und die mit
ihr auf den Austerbänken vorkommenden Thierarten in Fergu-
son's Report on the fisheries of Maryland 1881 App. 1 und Bull,
of the U. St. Fish Commission I Seite 403—419 (Juli, Aug. 1882),
Auszug von Dali im American Naturalist XVI S. 881. Vorläufige
Notizen über einige Punkte in der feineren Anatomie dieser Auster
von eben demselben im Bull, of the U. St. Fish Commiss. II S. 135 —
137. — F. R. Winslow berichtete über Austerbänke im Tangier-
und Pocamoke - Sound und einigen Stellen der Chesapeake - Bay in
dem Berichte der genannten Commission von 1880; derselbe schreibt
über Verschlechterung der amerikanischen Austerbänke in Populär
Science monthlyXX Nov. u. Dec 1881. Auszug hieraus und aus einigen
andern kleinern Mittheilungen über amerikanische Austerbänke gibt
Dali im Am. Naturalist XVI S. 961— 965. lieber Experimente künst-
licher Befruchtung der Eier der europäischen Auster berichtet F.
R. Wilson in Ferguson's schon erwähntem Berichte und ebenda
findet sich als App. III ein Literaturverzeichniss über Austernzucht
im Allgemeinen.
Die essbaren Austern Australiens werden von J. Cox näher
behandelt, es sind an der Küste von Neusüdwales 3 Arten : Ostrea
Angasi Sow. „mud oyster", 0. subtrigona Sow. „drift oyster" und
0. glomerata Gould. „rock oyster"; Proceedings of the Linnean So-
ciety of New South Wales VII S. 122-134. — Ostrea Lisclikei Löb-
becke, Jahrb. d. Mal. Gesellsch. IX S. 91 und 190 Taf. 5. Ceylon.
Margariona nov. gen., sehr ähnlich Ostrea, aber mit zwei
Schliessmuskeln ; vorläufige Notiz von Dali, Nachrichtsbl. d. Mal. Ge-
sellsch. 1882 S. 186.
Pectinea. Spondylus, Beschreibung des Auges siehe oben S. 296.
Plicatula horrida, cuneata Dunk., muricata A. Adams und ru-
gosa Dunk. aus Japan, Dunker, ind. moll. Jap. S. 246—247 Taf. 11
Fig. 3—7; letzterer Artname schon vergeben, daher zu irregularis
umgeändert, ebenda 261.
Vola puncticulata Dank., ind. moll. Jap. S. 244 Taf. 11 Fig.
10, 11.
Pecten glyptus und Hoskynsi var. pustulosus Verr. aus Neu-
England, Verrill, Trans, of the Connecticut Acad. of Sciences II
S. 580, 581 letzterer Taf. 42 Fig. 22.
376 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Pecten vesiculosiis Dunk., ind. moll. Jap. S. 241 Taf. 11 Fig. 1.
Pecten sihyllae, Fundort unbekannt und loxoides, Australien,
Sowerby, Proc. Zool. Soc. S. 120 Taf. 5 Fig. 12, 13.
Pecten JulUeni Jousseaume, Bulletin de la Soc, zoologique de
France, Febr. 1882. Californien.
Lima Marioni und Jeffreysi, Portugal und Golf von Biskaya,
1068 und 990—1190 Met. tief. P. Fischer, Rapport sur la faune
sous-marine und Journ. de Conchyliologie XXX S. 52.
Lima Japonica Dunk., ind. moll. Jap. S. 245 Taf. 11 Fig. 8,9.
Ärcacea. Area obliqua Phil, in frischem Zustande im Mittel-
meer, 123—544 Faden, gefunden, Jeffreys, Ann. of Nat. Hist, (5) X
S. 28.
Area pectunculoides var. Frielei Jeffr. und var. crenulata, Neu-
england 76 — 150 Faden, Verrill. Trans, of the Connecticut Acad. of
Sciences V S. 574 und 575, erstere Taf. 44 Fig. 5, 6.
Scapharca Jickelii (Dunker rnanuscr.) Jickeli, Jahrb. d. Mal,
Gesellsch. IX S. 369, Massana,
Scapharca Satoivi und Troscheli Dunker, ind, moll. Jap. S. 233,
234 Taf. 9 Fig. 1—3 und 14, 15, Japan.
Pectunculus fulgurattis, rotundus und vestitus Dunk, ind, moll.
Jap. 236, 237 Taf. 14 Fig, 18, 19 und Taf, .16 Fig. 7-10. Japan.
Limopsis pygmaea Phil, in frischem Zustand im Mittelmeer,
217 Faden. Jeffreys, Ann, of Nat. Hist. (5) X S. 29,
Limopsis Woodwardi A, Ad. Dunker, ind, moll. Jap. S. 237
Taf. 16 Fig. 5, 6. Japan,
Limopsis Loringi Ang,, Broughton - Inseln bei Port Stephens,
Neusüdwales, ."5 Faden, Brazier, Proc. of the Linuean Soc. of New
South Wales VI S. 789.
Nuculidae. Nucula Crosbyana und Leda cgregia Guppy, Proc.
of the Scientific. Assoc. of Trinidad XII 1881— 1882. Golf von Paria,
Leda unca Gould, Neuengland und Golf von Mexico, Verrill,
Trans, of the Connecticut Acad, V S. 572 Taf. 58 Fig. 41.
liUciuiforinia.
Aviculacea. Avicula hirundo var, nitida Verr. Neuengland
65-192 Faden, Verrill, Trans, of the Connecticut Acad. V S. 582
Taf. 58 Fig, 43.
Avicula cotm'nix, hrevialata, Loveni und (Meleagrina) Martensii
Dunker, ind. moll. Jap. S. 228—229 Taf. 10 Fig. 1—8. Japan.
Meleagrina Californica Carp., Nachrichten über diese Perlen-
muschel und ihren Fang in der Bonita-Bay, San Francisco, Bulletin
Novomb. 1881, Dali, American Naturalist XVI S. 966.
Mytilacea. Mytilus edulis L. und barbatus L. (Modiola), über
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 377
deren Zucht in Italien, besonders im Mar piccolo bei Tarent spricht
A. Issel in seiner „Ostricoltura e Mitilicoltura" S. 209 — 228.
Mytilus grayanus Dunker ='Dunkeri Reeve, Dunker, ind. moll.
Jap. S. 221. Japan.
Mytilus bifurcatus Conrad bei San Diego, Californien, wo er
zusammen mit einer Art von Septifer vorkommt, welche ihm äusser-
lich ganz gleich ist. Stearns, Proceed. of the Academy of nat. hist.
at Philadelphia 1882 S. 241—242.
Modiola lutea (JefFr. mscr.) P. Fischer, Journal de Conchylio-
logie XXX S. 52. Bai von Biskaya und Marokko, 677—960 Meter
tief. Ist identisch mit M. polita Verr., Dali, Am. Nat. XVI S. 884.
Modiola Hanleyi, Dunker, ind. moll. Jap. S. 223 Taf. 16 Fig.
3, 4. Japan.
Lithophaga Bolten 1789 (Lithodomus), Dunker beginnt eine
Monographie dieser Gattung in der neuen Ausgabe von Chemnitz,
Lieferung 816, Taf. 1—4 und Lief. 318, S. 1—8, worin bis jetzt 9
Arten beschrieben und 28 abgebildet sind. L. ventricosa, neuer
Name für Modiola Malayana Reeve, nicht Philippi, S. 4 Taf. 1 Fig.
3, 4; L. Löhheckeana und cavernosa S. 7 Taf. 1 Fig. 3, 4 und Taf. 2
Fig. 5, 6. Philippinen.
Modiolaria cuneata Fischer, Journal de Conchyliologie XXX
S. 53. Bai von Biskaya» 1160 Meter.
Idas argenteus Jeffr., zwischen den Hebriden und Färöern,
in verlassenen Röhren von Teredo, Beschreibung verbessert, Jeffreys,
Proc. Zool. Soc. 1882 S. 683. ~ I. argenteus var. lamellosus Verrill,
Transact. of the Connecticut Acad. V S.. 579 und Proc. Un. St. Na-
tional-Museum V S. 342. Neu-England, 335 Faden.
Najadea. M. Braun macht einige Bemerkungen über die
Larvenform von Anodonta; er weist nach, dass die Kalknadeln,
welche man an derselben während ihres Aufenthalts an Fischen fin-
det, von dem Fisch selbst herrühren, indem sie bei solchen fehlen,
die sieb an einen Axolotl festgesetzt haben, Sitzungsberichte der Na-
turforscher Gesellschaft in Dorpat 1882 S. 429—431.
Unio pictorum und tumidus, Varietäten aus den englischen
Flüssen Ouse und Foss, Hey, Journal of Conchology III S. 270—272.
Unio alpecanus und rostratellus Bourg., cyprinorum Berthier
und JourdheuiU Ray, angebliche Arten aus dem Main bei Frankfurt,
beschrieben von Servain, histoire des Mollusques Acephales des envi-
rons de Francfort S. 22—25. Locard beschreibt 69 angeblich neue
französische Unio- Arten, die wenigsten von ihm selbst, die meisten von
Bourguignat und einigen Andern benannt, catalogue des Mollusques
terr. et fluv. de France S. 354-367.
Unio Stephaninii, See von Toblino, MoUenii, Tiber, und opi-
sodartos, Provinz von Brescia, Adami, Bull, della Soc. mal. Ital. VIII
S. 129-138, Taf. 0 Fig. 1-10.
378 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
ünio sinuatus Lam., eine halbe Schale von ziemlich frischem
Aussehen in einem Graben an der oberen Tiber gefunden, Statuti
ebenda S. 118.
Unio Savensis, Pancici und striatulus, Drouet in einer eigenen
Broschüre ünionidae de la Serbie S. 15, 17 und 19. Serbien.
ünio alatus Say aus dem Rock river, ^/g der Exemplare Männ-
chen, das Perlmutter der Weibchen viel heller, zuweilen fast weiss,
das der Männchen purpurn; die Intensität der Farbe entspricht der
Dicke des Mantels, üpson in „Our Home and Science Gossip, Rock-
ford in Illinois 1881. (Dali im American Naturalist XVI S. 957.)
17 ünio-arten aus Australien mit Synonymle und Fundorten
aufgeführt von Edg. Smith, Journ. of the Linnean Soc. London XVI
S. 307—313; 18 solche von R. Täte, Proceed. Linn. Soc. of New
South Wales VI S. 567, 568. — Die bis jetzt bekannten Arten aus
Neuseeland aufgeführt und die Weichtheile von ü. Menziesii Gray
beschrieben von Hutton, Transact. of the New Zealand Institute XIV
S. 148, 149 Taf. 2 Fig. A— D. — U. waikarense (soll heissen -ensis)
Colenso ebenda S. 169, schon von demselben im Tasmanian Journal
of Nat. Science II 1841 (?), See Waikara auf der Nordinsel von
Neuseeland.
Margaritana margaritifera Perlfischerei in Sachsen, von H.
Nitsche behandelt s. oben S. 319.
Anodonta, kritische Bemerkungen über einige Arten und Auf-
zählung von nicht weniger als 20 „Arten", welche sich in 14 Grup-
pen vertheilen, aus dem Main bei Frankfurt, darunter die neuen
Namen A. maerostena, impura, Maganica, telmoeca, bytliioeca, manica,
Morinif ocnera, complacita, rynchota, codopsis, Hacketti, Friedlande-
riana, cyplwlena und Frankfurti, Servain hist. des Acephales de
Fraucfort S. 27—64. — A. Sequanica und Georgei (Bourguignat
mscr.) und peloeca (Servain mscr.) aus Frankreich, beschrieben bei
Locard catalogue des moll. terr. et fluv. de France S. 349 — 353.
— Verschiedene Anodontenformen aus den englischen Flüssen Ouse
und Foss, Hoy, Journal of Conchology III S. 269—271.
Anodonta Nuttalliana, Wahlamatensis, Oregonensis und Cali-
forniensis Lea, alle diese sind Varietäten Einer Art, die von British
Columbia bis Californien und von der Meeresküste bis Montana und
Utah verbreitet ist, Stearns, Proceed. of the Californ. Academy Nov.
20. 1882. (Die Anschauungen über Art und Varietät bei den Unio-
niden haben sich demnach seit Lea und Rossmässler zwischen Nord-
amerika und Europa, wenigstens der französischen Schule, geradezu
umgetauscht.)
Anodonta Iheringi Clessin, Malak. Blatt. (2) V S. 191 Taf. 4
Fig. 5. Taguara, südl. Brasilien.
Pseudanodonta Locardi und Ararisana (Coutagne mscr.) Lo-
card, catalogue des Moll. terr. et fluv. de France S. 348, 349.
Naturgeschichte der Molluskeu während des Jahres 1882. 379
CoUetopterum, gen. nov., ähnlich Anodonta, Schloss gebogen,
mit einem hintern schwachen Lamellarzahn, Band innerlich, Limula
breit, beide Schalen durch den Flügelfortsatz des Rückenrandes mit
einander verlöthet, C. praeclarum und Letourneuxi, aus der untern
Donau, ßourguignat lettres malacologiques S. 45—48, die zweite
Fig. 16, 17. [Auch bei unsern deutschen Anodonten sind öfters
beide Schalen am Flügel vereinigt].
Mycetopus pUcatus Clessin, Malakol. Blatt. (2) V S. 190. Ta-
guara, südl. Brasilien.
Jolya^ gen. nov. Schalenhaut über die Ränder der Kalk-
schale verlängert, wie bei Solemya; Band innerlich, Schloss aus
einer langen Lameila jederseits gebildet, beide stossen bei geschlos-
sener Sehale aneinander, aber fügen sich nicht zwischen einander
ein ; ein lauger weisslicher gradliniger Strahlenstreif an den Wirbeln
zur hintern Ecke J. Letourneuxi von den Ufern des Flusses Har-
rach in Algerien, vermuthlich in tiefem Schlamm lebend; der Ver-
fasser schlägt für diese Gattung eine eigene neue Familie, Jolydae,
vor, die ihren Platz zwischen den Iridiniden und Mycetopiden fin-
den soll. Bourguignat, lettres malacologiques S. 42 — 44, Fig. 13—15.
Dreissenidae. Dreissenia Belgrancli (Bourg. mscr.) Locard ca-
talogue des Moll. terr. et fluv. de France S. 367. Paris und Arles
in Kanälen.
ÄStartacea. Crassatella Japonica = donacina von Reeve, nicht
Lamarck, Dunker ind. moll. Jap. S. 220. Japan.
Gouldia C. B. Ad. Watson rekapitulirt das von Edg. Smith
u. A. über diese Gattung Gesagte (s. den vorigen Jahresbericht S.
510) und kommt zu dem Schluss, dass dieser Gattungsname aufzu-
geben sei, Journal of Conchology III S. 299, 300.
Lucinacea. Lucina contraria und corrugata Dunker, ind moll.
Jap. S. 215, 216 Taf. 13 Fig. 9—14. Japan.
Axinus orbiculatus Monterosato = granulosus Seguenza, Küste
von Spanien und Marokko, Jeffreys, Proc. Zool. Soc. S. 685. — A.
planatus, Jeffreys, Annais of nat. bist. (5) X S. 29. Mittelmeer, 432
—544 Faden.
Lasaeidae. Lepton subrotundum Dunker, ind. moll. Jap. S. 219
Taf. 14 Fig. 12, 13. Japan.
Solenomyidae. Solenomya Japonica Dunker ebenda S. 220
Taf. 14 Fig. 3.
Weueriforuiia.
Tridacnidae. Tridacna gigas, ein Exemplar von 36 Zoll Länge
und 528 Pfund wiegend, aus Singapore, San Francisco, Bulletin
März 1881 (Dali, Am. Naturalist XVI S. 963).
Gardiacea. Cardium Burchardi Dkr. und Bechei Ad. u. Rv.
aus Japan, Dunker, ind. moll. Jap. S. 210 und 212, Taf. 15 Fig. 1—6.
380 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Hemicardia donaeiformis Schröter = Australiensis Reeve, Port
Jackson, Brazier, Proc. Linn. Soc. of New South Wales V S. 487.
Gycladea. Sphaerium ovale Fer. erst in letzter Zeit in der
Umgebung von York aufgefunden, Hey, Journal of Conchology III
S. 271. — Sph. Morini, Frankfurt a. M., Loirae, Manchester, Le-
tourneuxi, Giurgewo, Servaini und alpecmmm, Seine, Boettgerianum,
Warschau, alle nahe verwandt mit Sph. rivicola, Servain und Bour-
guignat in des erstem Histoire des Mollusques Acephales des envi-
rons de Francfort S. 11 — 18.
Sphaerium translucidum Sow., Queenslandicum und Macgilli-
vrayi, Edg. Smith, Journal of the Linnean Society London XVI
S. 305 Taf. 7 Flg. 32—34. Australien.
Calyculina Clessini (Paulucci mscr.) Clessin, Malak. Blatt. (2)
V S. 192 Taf. 4 Fig. 9. Ekaterinoslaw.
Limosina ventricosa und Weinlandi Clessin, ebenda S. 192, 193
Taf. 4 Fig. 1 und 2. Haiti.
Pisidium. Der Mantelrand ist vorn mit Flimmerhaaren ge-
säumt, Jeffery, Journal of Conchology III S. 307. — 10 Arten aus
Norwegen aufgeführt von Br. Esmark, Malak. Blatt. (2) V S. 1—6.
— P. fossarinum und Italicum Cless. aus Sardinien, Mad. Paulucci,
Bull, della Soc. mal. Ital. VIII S. 348, 349 Taf. 9 Fig. 10, 11.
Pisidium Jolmsoni Edg. Smith, Proc. Zool. Soc. S. 389 Taf. 22
Fig. 28, 29. Central-Madagaskar.
Pisidium Etheridgii derselbe, Journ. Linn. Soc. London XVI
S. 306 Taf. 7 Fig. 35. Süd-Australien.
Pisidium lenticula Dkr. (Sphaerium) häufig durch ganz Neu-
seeland, Hutton, Transact. of the New Zealand Institute XIV S. 149
Taf. 2 Fig. E.
Corbicula fluminalis var. Oxiana Martens aus einem Seitenarm
des Amu Darja, 37 mm hoch, Martens, central-asiat. Moll. S. 48 Taf. 4
Fig. 15.
Corbicula Madagascariensis Edg. Smith, Proc. Zool. Soc. S. 388
Taf. 22 Fig. 25—27. Central-Madagaskar.
Corbicula ovalina Desh., Nepeanensis Less. = australis Desh.,
DesJiayesii und sublaevigata, Edg. Smith, Journ. Linn. Soc. London
XVI S. 290—804 Taf. 7 Fig. 24—31, alle aus Australien.
Veneracea. Dosinia gibba A. Ad. und orbiculata Dkr. aus
Japan, Dunker, ind. moll. Jap. S. 204 Taf. 8 Fig. 4—6 und 12—14.
Mercenaria paucilamellata Dkr. = Venus alata Reeve, Port
Jackson, Tasmanien und Schwanenfluss, Brazier, Proceed. of the
Linn. Soc. of New South Wales V S. 486.
Tapes Greefifei Dunker, ind. moll. Jap. S. 207 Taf. 8 Fig. 15
— 17. Japan .
Rupellaria semipiirpurea Dunker ebenda S. 208. Japan.
Petricola Japonica Dunkor ebenda S. 209 Taf. 9 Fig. 4—6.
Naturgeschichte der Molluskeu während des Jahres 1882. 381
Tellinacea. Donax Dohmianus Jickeli, Jahrbuch d. malak.
Gesellsch. IX S. 369. Massaua.
D. mesodesmoides und Listen, Fundort unbekannt, floridus,
Eorneo, und impar, Beludschistau, Hanley, Journ. of the Linn. Soc.
London XVI S. 539-541.
Donacilla picta Dunker, ind. moU. Jap. S. 195 Taf. 7 Fig. 7— 10.
LeT^tomya psitt actis, Fundort unbekannt, und spectabüis, Japan?,
Hanley, Proc. Zool. Soc. S. 576, 577, beide, sowie L. gravida und
cochlearis Hanley, abgebildet im Journ. of the Linnean Soc. Lond.
XVI S. 541 Taf. 12 Fig. 5—8.
Theora lubrica Gould, Dunker, ind. moll. Jap. S. 181 Taf. 7
Fig. 20—22. Japan.
Mactracea. Mactra, 29 bekannte Arten beschrieben und ab-
gebildet, viele davon aus Reeve oder dem Journal de Conchylio-
logie kopirt, von Weinkauff in der neuen Ausgabe von Chemnitz,
Lieferung 314; M. ambigua, neuer Name für silicula Reeve, nicht
Desh., ebenda S. 74 Taf. 26 Fig. 1.
Trigonella Crossei Dkr. und straminea Dunker, ind. moll. Jap.
S. 183 Taf. 7 Fig. 1—6. Japan.
Plioladiforiiiia.
Solenacea. Solen Gouldi Conrad, Dunker, ind. moll. Jap. S. 173
Taf. 16 Fig. 11. Japan.
Ensiculus marmoratus und Philippianus Dunker ebenda S. 174
Taf. 7 Fig. 21 und 23. Japan.
Verticordiidae. Verticordia caelata Verrill, Transact. of the
Connecticut Acad. of sciences V S. 566. Neu-England, 100 Faden.
Peccbiolia gemma Verrill (Lyonsiella) ebenda S. 565. Neu-
England, 487 Faden.
Anatinacea. Myodora triangularis A. Ad. Dunker, ind. moll.
Jap. S. 181 Taf. 7 Fig. 11, 12. Japan.
Cochlodesma tenerum (Jeffreys mscr.) P. Fischer, Journal de
Conchyliologie XXX S. 53. Bai von Biskaya, 677—1960 Meter tief.
Periploma orbicidaris (-re) Guppy, Proceed. of the Scientific
Association at Trinidad XII 1881—82. Golf von Paria.
Lyonsia praetenuis Dnnker, ind. moll. Jap. S. 180 Taf. 7 Fig. 13.
Japan.
Mytilimeria flexuosa, Weichtheile nach einem Spiritus - Exem-
plar beschrieben von Verrill in Silliman's Am. Journal of Science
XXIV S. 365.
Tyleria Vesti Jickeli, Jahrbuch d. malak. Gesellsch. IX S, 370.
Massaua.
382 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der
Pholadomya arata Verr. und Smith aus Neu-Eugland, Verrill,
Transact. of the Connecticut Academy of sciences V S. 567 Taf. 58
Fig. 37.
Gorbalacea. Corbula intermedia Martens mscr., alte Schalen-
anhäufungen (Sambaqui's) im südlichen Brasilien, Fritz Müller im
Kosmos VI S. 138.
Neaera multicostata Verr. mit var. curta Jeffr., N. perrostrata
Dali, glacialis G. 0. Sars und obesa Loven = pellucida Stimps., alle
aus Neu-Eugland. Verrill, Transact. of the Connecticut Acad. V
S. 559—564, einige abgebildet Taf. 40 Fig. 10 und Taf. 58 Fig. 39,
40. — N. limatula Dali = contracta Jeffr. und lamellifera Dali =
semistrigosa Jeffr., die ersteren Namen älter, Dali im American Na-
turalist XVI S. 884.
GoniopJioraf neuer Name für Tropidophora Jeffr., der schon
vergeben, Unterabtheilung von Neaera, Jeffreys, Proc. Zool. Soc.
S. 687.
Cryptomya elliptica A. Ad. Dunker, ind. moll. Jap. S. 178
Taf. 7 Fig. 17—19. Japan.
Myacea. Mya arenaria, Ryder berichtet über getrenntes Ge-
schlecht, Laichen und die ersten Entwicklungsstadien derselben, in
Ferguson's Report of the Fish Commission in Maryland; Auszug im
American Naturalist XVI S. 911. Ihre Namen an verschiedenen
Stellen der Küste von Nordamerika, Dali ebenda S. 882.
Saxicavidae. Panopaea Aldrovandi, neue Fundorte, Kobelt,
Nachrichtsblatt d. malak. Gesellsch. S. 47.
Glycymeris generosa Gould, über ihr Vorkommen an der West-
küste Nordamerika's an der Ebbegrenze, und Vorschläge, sie an
der Ostküste einzubürgern, H. Hemphill und J. A. Ryder im
Bulletin of the Un. St. P'ish Commission I 1881 S.21, 200 und 201.
Pholadacea. Parapholas piriformis Dunker ind. moll. Jap. S. 171
Taf. 14 Fig. 7. Japan.
Teredo, Hutton schlägt vor, durch Anfüllen des Holzes mit
einem besondern Caement ihn abzuhalten, siehe Dali im American
Naturalist XVI S. 967.
Teredo utriculus Gmel., Schale und Paletten abgebildet von
Hanley, Journ. of the Linnean Soc. Loud. XVI S. 541 Taf. 12 Fig.
9—12.
Gastrochaenidae. Gastrochaena grandis Dunker, ind. moll. Jap.
S. 171 Taf. 14 Fig. 10, 11. Japan.
Ciavagella ramosa Duuker ebenda S. 172 Taf. 16 Fig. 1, 2.
Japan.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1882. 383
Brachiopoda.
J. F. van Benimelen veröffentlicht eine ausführ-
liche Arbeit „Untersuchungen über den anatomischen und
histologischen Bau der Brachiopoda testicardines^^ in der
Jenaischen Zeitschrift für Naturwissenschaften Bd. XVI
S. 88—161 Taf. 5— 9; die hauptsächlichsten histologischen
Resultate sind S. 136, 137 zusammengel^sst. Obwohl ihre
Schale wie bei den Mollusken sowohl an Ausdehnung wie
in die Dicke nur durch Apposition wächst, so kommt der
Verfasser doch zu dem Resultat, dass die Brachiopoden
in ihrem Bau ganz wesentlich von den Mollusken ver-
schieden seien, dem enterocoelen Typus im Sinne von
Hertwig angehören und anatomisch wie histologisch viele
Berührungspunkte mit den äusserlich so sehr verschiede-
nen Chaetognathen zeigen; über ihre Beziehungen zu den
Bryozoen, namentlich betreffs der Entwicklungsgeschichte,
spart er sein Urtheil auf neue in Aussicht genommene
Untersuchungen auf.
Eine gemeinfassliche Darstellung der Entwicklung
der Brachiopoden gibt 0. Taschenberg in seinen „Ver-
wandlungen der Thiere " 1882 S. 153, 154, mit Holz-
schnitten.
Drei Brachiopodenarten aus dem Eismeer, auf der
Expedition des Willem Barents 1878 und 1879 gefunden,
führt Th. W. van Lidth de Jeude im dritten Theil des
Supplements zu dem Niederländischen Archiv für Zoologie
1882 auf. — 7 Arten von Terebratuliden in beträchtlicher
Tiefe an der Nordküste Spaniens, P. Fischer, Rapport de
la Commission chargee d'etadier la faune sous - marine
(Archives des missions scientifiques et litteraires (3) IX 1882)
S. 43 und Journal de Conchyliologie XXX p. 313. — Meh-
rere Arten aus den Tiefen des Mittelmeers, derselbe in
den Comptes rendus de l'Institut Bd. 94 S. 1201, auch An-
nais of nat. bist. (5) IX S. 477 und E. H. Giglioli in
den Annales des sciences naturelles (6) XIII Artikel 6.
Terebratula vitrea L., Vorkommen und Varietäten im Mittel-
384 E. V. Martens; Bericht üb. die Leistungen in der Naturg. etc.
meer, Jeffreys, Proc. Zool. Soc. S. 684 und Annais of natural hi-
story (5) X S. 28.
Terebratula Bartletti Dali, American Naturalist XVI S. 885.
Westindien, in der Tiefe.
Terebratula Blanfordi Dunker index molluscorum Japoniae
S. 251 Taf. 14 Fig. 4—6. Japan.
Terebratulina Crossei Davidson,* Journal de Conchyliologie XXX
S. 106 Taf. 7 Fig. 1. Japan, 52 mra lang.
Terebratella septata Philippi, lebend im Golfe de Lion, in
Tiefen zwischen 445 und 1685 Meter, F. Fischer, Compt. rendus de
l'Institut Bd. 94 S. 1201 und Journal de Conchyliologie XXX S. 247.
Liothyris und Neotliyris, neue Gattungsnamen von H.
Douville, sur quelques genres Brachiopodes, Paris 1880, für Tere-
bratula vitrea und Waldheimia lenticularis vorgeschlagen. [Erstere
gilt sonst als typische Art von Terebratula, Ref.].
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Säugethiere während des Jahres 1882.
Von
Ant. Reichenow.
J. A. Allen, Preliminary List of Works and Papers
relating to the Mammalian Orders Cete and Sirenia. Bull.
Un. St. Geol. Geogr. Survey Terr. Vol. 6 No. 3 p. 399
—562.
B. AI tum, Forstzoologie. Bd. I. Säugethiere. 2. Aufl.
1882.
J. Anderson, Catalogue of Mammalia in the Indian
Museum, Calcutta. Pt. I. Primates, Prosimiae, Chiroptera,
Insectivora. Calcutta 1881, 223 p.
G. Ann eil, Beiträge zur Kenntniss der zahnbildenden
Gewebe des Menschen und der Säugethiere. Mit 3 Taf.
Biolog. Untersuch. Retzius, 2. 1882. p. 33—70.
D. Barfurth, zur Entwicklung der Milchdrüse. Aus
dem anatom. Laboratorium in Bonn. Mit 1 Taf. (Bonn,
Habicht 1882.) 42 p.
R. Baume, Odontologische Forschungen. Leipzig,
A. Felix 1882. 2 Theile. — Der erste Theil ist betitelt:
Versuch einer Entwickelungsgeschichte des Gebisses. Ver-
fasser betrachtet die Zähne der Wirbelthiere als Hautge-
bilde. Die Anzahl ist in der fortschreitenden Entwicke-
lung einer beständigen Reduction unterworfen. Neben Be-
sprechung der Zähne der Fische und Reptilien werden
als Haupttheil die allmählige Entwickelung der Zahnformen
der Säugethiere und die Gesetze, welche den Formver-
386 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
änderungen des Gebisses zu Grunde liegen, behandelt. Als
einfachste Form des Säugethicrzahnes nimmt Verf. den
nicht gemusterten, immer wachsenden Zahn an, wie er sich
annähernd bei Basypiis gigas findet, als Endglied der Reihe
der immerwachsenden Zähne denjenigen der Nager (La-
mellenzahn), aus welchem letzteren der Uebergang in die
specialisirte Form , die Umwandelung in den Wurzelzahn
nachgewiesen wird. Den Zahnwechsel der höheren Säuge-
thiere betreffend ist Verf. der Ansicht, dass nur eine Zahn-
anlage anzunehmen sei und betrachtet die Milchzähne als
die von den zahnreicheren Vorfahren ererbten, aber nun-
mehr entbehrlichen Zähne, welche in der Anlage vorhanden
sind, aber bei dem geringeren Raum in den Kiefern von
den nachfolgenden stärkeren Ersatzzähnen verdrängt wer-
den. Der zweite Theil behandelt „Die Defecte der harten
Zahnsubstanzen".
G. Bizzozevo, Sur un nouvel element morphologique
du sang chez les Mammiferes. Ach. Ital. Biol. T. I fasc.
1 p. 1—4 u. fasc. 2 p. 274 u. 276.
G. Boehm, Literaturbericht für Zoologie in Beziehung
zur Anthropologie mit Einschluss der fossilen Landsäuge-
thiere. Archiv f. Anthrop. Bd. 14. 1882.
H. Bolau berichtet über die Erwerbungen des Zoo-
logischen Gartens in Hamburg und die stattgefundenen
Geburten während des Jahres 1882. Unter ersteren sind
zu nennen : Cercopitliciis aethiops, Macaciis s'demis, Perodicti-
cus potto, Cercolabes mexicanus, Faradoxurus phüippensis.
Geboren wurden: Cervus rusa, Bastjpus vülosus. Zool. Gart.
23. Jahrg. No. 2 p. 59, No. 3 p. 93, No. 4 p. 117, No. 8
p. 251.
G. Born, Ueber die Derivate der embryonalen Schlund-
bogen und Schlundspalten bei Säugethieren. Sep. -Abdr.
Breslau, ärztl. Zeitschr. No. 24 (23. Dec. 1882).
M. A. Brants, Het spijsverteeringskanaal by zoog-
dieren en vogels. 8». Utrecht 1881. 119 p. u. 1 Taf. (In-
auguraldissertation.) — Verf. hat eine neue Methode ange-
wendet, die innere Oberfläche des Darms zu berechnen,
indem er denselben mit Oel füllte und aus dem Gewicht
des Oeles das Volumen und hieraus die innere Oberfläche
der Säugethierc während des Jahres 1882. 387
des Darms berechnete. Auch für die Bestimmung des Ver-
hältnisses von Darm- und Körperlänge wurde ein beson-
derer Apparat angewendet. Die Messungen in dieser Bezie-
hung ergaben ausserordentliche individuelle Schwankungen
bei derselben Art, oft in einem Verhältniss von 1 : 2.
M. Braun, Entwicklungsvorgänge am Schwanzende
bei Säugethieren. Mit 2 Taf. Arch. f. Anat. u. Entwicklgsg.
1882. 4.-6. Hft. p. 207-241.
A. E. Brehm, Thierleben. Chromolit. Ausgabe. Abth.
Säugethiere. (Meyer, Leipzig). Lieferung 3 — 18 erschienen.
C. B. Brühl, Zootomie aller Thierklassen. Lief. 25.
(Cerebrum Mammalium: Carnivora). Wien 1882 gr. 4 mit
4 Kpft.
E. Cantoni, Liste generale des Mammiferes sujets
ä l'Albinisme, trad. p. Gadeau de Kerville. Ronen 1882.
60 pg.
V. C 0 1 u c c i , Suir anatomia patol. microscop. del
fegato degli animali domestici. I. Bologna 1882. 34 pg.
E. Cope schildert die Tertiär-Formationen der Cen-
tralregionen der Vereinigten Staaten, wobei die Lager von
Resten fossiler Säugethiere mehrfach specieller berücksich-
tigt sind. Amer. Natural. Vol. 16 No. 3 p. 177—195.
Derselbe giebt eine Synopsis der Vertebraten der
„Puerco Eocän-Epoche'^ und beschreibt dabei einige neue
fossile Mammalien verschiedener Ordnungen; H^jopsoäus
acolytus, Bidymictis Jiaydenianus, Haploconus xipliodon^
Mioclaenus minimus und Meniscotherium tapiacitis aus der
„Wasatch-Epoche". Proc. Amer. Philos. Soc. Philadelphia
Vol. 20 No. 112 p. 462-470.
G. E. D 0 b s 0 n , On the Homologies of the long
Flexor Muscle of the Feet of Mammalia. Nature Vol. 26
No. 672 p. 493.
B. Dürigen berichtet über einige gelungene Züch-
tungen im zoologischen Garten in Berlin während des
Jahres 1882. Geboren wurde u. a. : Bastard von Equus
Burchelli d^ u. ^ehra $ , Bos sundaicuSj Equus hemionus, Cer-
vus davidianuSj Antilope leucoryx u. cervicapra, Nyctereutes
procyonoides. Isis 7. Jahrg. p. 57. 81. 106. 153. 169. 178.
388 Reich euow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
202. 210. 218. 234. 249. 268. 309. 318. 358. Vergl. auch
Zool. Garten 23. Jahrg. No. 2 p. 60.
M. H. Fi 1 hol, Observations relatives ä un nouveau
gisement de Mammiferes fossiles de l'Eocene siiperieur,
decouvert ä Saugron (Gironde). Bull. Soc. philom. 1882,
7. Serie, T. 6 No. 2 p. 118.
Derselbe, Description de nouvelles especes de
Mammiferes fossiles, Myxocherus primaerus n. g. et sp.,
Hyraconäotherium crassum n. sp., Ämphimoeryx parvulus
n. sp. Ebenda p. 125 u. 126.
W. A. Forbes, Zoological Record. Mammalia. (Record
of Zool. Literature. Ed. by E. C. Rye), 1880 u. 1881.
L. Franck, Handbuch der Anatomie der Hausthiere.
Mit besonderer Berücksichtigung des Pferdes. 2. Aufl.
Abth. 1. Stuttgart, Schickhardt u. Ebner 1882. gr. 8. 480 p.
m. 239 Holzschn.
A. F r 0 r i e p , lieber ein Ganglion des Hypoglossus
und Wirbelanlagen in der Occipitalregion. Mit 1 Taf. Arch.
Anat. u. Entwicklgsg. 1882. 4.-6. Hft. p. 279—302.
G. Golgi, Origine dir tractus olfactorius et structure
des lobes olfactifs de l'homme et d'autres Mammiferes.
Arch. Ital. Biol. T. I Fase. 3 p. 454—462.
C. Giacomini, Bandelette de l'uncus de l'hippocampe
dans le cerveau de Thomme et de quelques animaux. Av.
1 pl. Archiv Ital. Biolog. T. 2 fasc. 2 p. 207—225.
M. Gottschau giebt eine referirende Darstellung
von der gegenwärtigen Kenntuiss der Geschmacksorgane
der Wirbelthiere. Biolog. Centralbl. 2. Bd. No. 8 p. 240
—248.
Derselbe, lieber Nebennieren der Säugethiere,
speciell über die des Menschen. SitzAingsb. phys. med. Ges.
Würzburg 1882. No. 4 p. 56.
Gr^haut et Quinquaud, Mesure du Volume de
sang contenu dans Torganisme d'un Mammifere vivant.
Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 94 No. 22 p. 1450—1453.
W. G r u b e r , lieber die drei Hauptvarianten des
Musculus extensor dig. quinti proprins manus des Menschen
und deren Vertheilung auf drei Gruppen von Genera und
der Säugethiere während des Jahres 1882. 389
Species der Säugethiere als constante Muskeln. M. 4 Taf.
Des Verf. Beob. menschl. u. vergl. Anat. 3. Heft p. 1—61.
F. V. Hochstetter, lieber Säugethierreste der
Lettenmaierhöhle bei Kremsmünster. Sitzgsber. k. Akad.
Wissensch. Wien 1. Abth. Febr.-Heft Jahrg. 1882. p. 84—89.
W. H. Ho well and F. Donaldson, some obser-
vations upon the form of the pulse wave and the mean
arterial pressure in a dog with patent duetus arteriosus.
Stud. Biolog. Labor. J. Hopkins Univers. Vol. 2 No. 3
p. 381—384.
M. Hu et berichtet über die Züchtungen in der Me-
nagerie des „Musöum d'Histoire naturelle" in Paris wäh-
rend des Jahres 1881, darunter solche you Kohis unctuosuSy
Eleotragus reduncus, Oryx leucoryXj Tragelaphus scriptus
u. gratus, Gasiella rufifrons, Cervulus lacrymans, JBos caffer.
Bull. Soc. d'Acclim. T. 9 No. 3 p. 162—165.
Derselbe berichtet über die Erwerbungen und Züch-
tungen der Menagerie des „Museum d'Histoire naturelle"
in Paris während der Monate Juni bis September 1882.
Gezüchtet wurden u. a. Tragelaphus scriptus^ Oryx leucoryx,
Canis aureus^ Catohlepas gnu^ Gazella rufifrons, Eleotragus
reduncus. Vermehrt wurde die Sammlung ferner um
Colobus guereza, Tragulus Jcauchil, Macacus erythraeus u. a.
Bull. Soc. d'Acclim. Paris. T. 9 No. 12 p. 678-684. Auch
Le Naturaliste 4. Annee 1882.
Derselbe führt die Züchtungen und Erwerbungen
des vorgenannten Instituts während des Jahres 1882 auf.
Geboren wurden u. a. Ovis tragelaphus, Oreas canna, JBos
madagascariensiSj Antilope unctuosa. Vermehrt wurde die
Sammlung um Otaria californiana, Cervus auritus u. a.
Bull. Soc. d'Acclim. T. 9 No. 10 p. 552—554.
K. Köllner, Die geologische Entwickelung der Säuge-
thiere. Wien, A. Holder 1882. 98 p. — Giebt eineUeber-
sicht über die wichtigsten Ergebnisse, welche die For-
schungen in der Paläontologie während des letzten Jahr-
zehnts geliefert haben, wobei jedoch die neuesten Ent-
deckungen von Marsh, Cope u. a. nicht mehr berücksich-
tigt sind.
Archiv für Natiirgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. AA
390 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
A. Kraus berichtet über den Tbierstaüd der* Mena-
gerie zu Schönbrunn am Schlüsse des Jahres 1881. Von
Säugethieren werden 77 Arten aufgezählt. Zool. Gart. 23.
Jahrg. No. 3 p. 90—93.
E. Krause referirt über vicariirende Säugerformen
ürsus japonicus und americanus , TJrotrichus talpoides und
Neiirotrichus Gibhsii, Eqims Stenonis und fossilis. Kosmos
6. Jahrg. 2. Heft p. 134.
Derselbe, Ueber die fossilen Wirbelthiere Südasiens.
Kosmos 6. Jahrg. 1. Heft p. 51 — 52. Referat von Lydekker's
Arbeit über diesen Gegenstand im Journ. As. Soc. Bengal
1880.
J. Kühn giebt einige Notizen über den Hausthier-
garten des landwirthschaftlichen Instituts der Universität
Halle. Isis 7. Jahrg. p. 26 u. p. 139. Ueber Kreuzungen
des Hausrindes mit Yak und Büffel, Hausschaf und Muf-
flon. Ebenda p. 269. Ueber Ovis oxjliion. Ebenda p. 351.
H. L e b 0 u c q , de Tos central du carpe chez les
Mammiferes. Bull. Acad. Sc. Belgique (3) T. 4 No. 8 p. 220
-230.
W. Loche, Upon the Milk Dentition and Homologies
of the Teeth of the Cheiroptera. Amer. Naturalist. Vol 16
Nov. p. 910.
E. Legal, Zur Entwicklungsgeschichte des Thränen-
nasenganges bei Säugethieren. Inaug. -Diss. Breslau 1881
(Köhler). 32 p.
N. L i e b e r k ü h n , Ueber die Chorda bei Säuge-
thieren. Mit 2 Taf. Arch. f. Anat. u. Entwicklgsg. 1882
No. 4/4. p. 399-438.
G. Lucae, Der Fuchs-Affe und das Faulthier {Le-
mur macaco und Choleop^is äidactylus) in ihrem Knochen-
und Muskelskelet. Eine vergl. anatom. - physiol. Studie.
Frankfurt a. M., Mahlau u. Waldschmidt 1882. 4». 84 p.;
23 T.
C. J. Maynard, Manuel of Taxidermy; or How to
mount Birds and Mammals for the cabinet. Boston 1882.
with illustr.
K. Mitsukurd, On the development of the Supra
der Säugethiore während des Jahres 1882. 891
renal Bodies in Mammalia. With 1 pl, Quart. Journ.
Microscop. Sc. N. S. Vol. 22 p. 17—29.
A. u. K. Müller, Thiere der Heimath. Deutschlands
Säugethiere und Vögel. Mit Zeiclinungen von C. F. Deiker
u. A. Müller. 1. Th. Säugethiere. (Kassel, Th. Fischer.)
A. N e h r i n g berichtet über diluviale Funde bei
Thiede unweit Wolfenbüttel. Diese neuesten Ausgrabungen
haben die bereits früher gewonnene Erfahrung bestätigt,
dass in den dortigen diluvialen Ablagerungsmassen drei
Schichten zu unterscheiden sind. Die tiefste weist eine
arctische Fauna auf: Myodes lemnms und forquatus, Schnee-
hase, Rennthier, Eisfuchs etc.; die mittlere hingegen eine
Steppenfauna: Ziesel, Äladaga jacukis, Lagomys pusiUus,
Steppen- Wühlmäuse, Wildpferde, daneben Elephas primi-
genitis, Rhinoceros ticJwrhinus, Felis leo und Cervus eury-
ceros. Es berechtigen solche Ergebnisse zu dem Schluss,
dass sich an die tundraähnliche Flora der Eiszeit eine
subarctische Steppenflora von dem Charakter der heute in
Westsibirien heimischen angeschlossen habe und neben den
an vielen anderen Fundstätten sich ergebenden gleichen
Resultaten zu der Annahme einer ehemaligen Steppenzeit
Mitteleuropas. Bemerkenswerth ist , dass der gefundene
Metatarsus eines Riesenhirsches eine merkwürdige Verun-
staltung in Folge einer vernarbten Wunde zeigt , welche
vermuthlich auf einen Pfeilschuss oder Lanzenwurf zurück-
zuführen ist. Verhandl. Berlin, anthrop. Ges. 1882 4. Hft.
— Referat in Kosmos 6. Jahrg. 2. Hft. p. 135.
E. T. Newton, The Vertebrata of the Forest Bed
Series of Norfolk and Suffolk. With 19 Plates. Meraoirs
of the Geological Survey. England and Wales. London
1882. — Einige 50 Säugethierformen sind festgestellt, dar-
unter Gulo hisms, Equus Stenonis, reiches Material des
interessanten Nagers Trogontherium Cuvieri, dessen Iden-
tität mit Conodontes Boisvillettii nachgewiesen wird, und
mehrere neue Arten : Gaprovis Savinii, Arvicola {Evotomys)
intermedius , Cervus Dawldnsi , Cervus Fitchii Gunn, MS.
und G. Gunnii Dawkins MS.
L. Ranvier, Sur la structure des cellules du corps
392 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
muqueux de Malpighi. Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 95
No. 26 p. 1374—1377.
G. Rein, Untersuchungen über die embryonale Ent-
wicklungsgeschichte der Milchdrüse. II. Vergleichend-ana-
tomische Ergebnisse und Schlussresultate. Mit 1 Taf. Arch.
mikrosk. Anat. 21. Bd. 4 Hft. p. 678—694.
G. Renson, De la Spermatogenese chez les Mammi-
feres. Avec 2 pl. Archiv de Biolog. T. 3 Fase. 2 p. 291
—334.
0. Roger, Liste der bis jetzt bekannten fossilen
Säugethiere. Corresp. -Blatt d. Zool. Mineral. Ver. Regens-
burg Jahrg. 1879—1882.
S. Roth beschreibt die Höhlen der Hohen Tatra und
berichtet über vorgenommene Ausgrabungen. Es wurden
folgende Säugethierarten gefunden, welche gegenwärtig
in dem Gebirge und in der Umgebung nicht mehr vor-
kommen : 3Iyodes lemmus und torqiiatus, Arvicola ratticeps
und gregaliSy Lagomys liyperhoreus und Cervus tarandus.
Jahrbuch des Ungar. Karpathen -Vereins 9. Jahrg. 1882
4. Hft. p. 333-356.
Schaa ff hausen berichtet über Reste quartärer
Thiere, welche bei Metternich gefunden wurden, darunter
Cervus tarandus^ elaphus und alces und Felis spelaea. Verh.
n. V. Rheinl. u. Westf. II. Sitzgsb. p. 140.
E. Schirmacher, Die diluvialen Wirbelthierreste
der Provinz Ost- und Westpreussen. Inauguraldissertation.
Königsberg 1882. — An Säugern werden aufgeführt: Del-
phinus sp., Balaena sp., Ehinoceros antiquitatis, Equus ca-
hdllus, Sus scrofa, Cervus megaceros, Cervus alceSy Bos pri-
migenius y Bos Pallasii, Elephas primigenius, PJioca sp.,
Ursus sp., Canis familiaris.
M. Schmidt bespricht die Hausthiere der alten Ae-
gypter nach den bildlichen Darstellungen auf Denkmälern
und weist nach, dass neben Rind, Ziege, Schaf, Kamel und
Esel auch Antilopen, die Gazelle {Ä. dorcas)^ die Säbel-
antilope {Oryx leucoryx) und die Addax- Antilope (Addax
nasomacidatus) und sogar der Steinbock {Ihex sinaiticus)
von ihnen als Hausthiere gehalten wurden. Kosmos
6. Jahrg. 11. Heft p. 349-362 u. 12. Heft p. 422-437.
der Säugethiere "wäbreiid des Jahres 1882. 393
P. L. Sclater berichtet über die neuen Erwerbungen
der Zoolog. Gesellschaft in London. Hervorzuheben sind:
Furcifer chüensis, Capra megaceros, Cervus macrotis, Por-
cula salviana, Monachus albiventer, Fhascolarctos cinereus,
PotamocJwerus africanus^ Canis microtis, Chirogaleus Coque-
reliy Felis isabellina. Geboren wurde Bos frontalis und
ein Bastard-Tapir von T. Roulini und americana. Proc. Z.
S. 1882 Pt. 1 p. 233, Pt. 2 p. 311, Pt. 3 p. 546, Pt. 4
p. 631 und 720.
— List of Additions to the Society's Menagerie,
during the Year 1882. Ebenda Pt. 4 1882 p. 783—804.
S. H. Scudder, Nomenciator Zoologicus. Pt. 1.
Supplemental List. Washington 1882. 376 p. — Ein Supple-
ment zu Agassiz's und MarschalFs Nomenciator.
D.v. Schien, Beitrag zur Frage nach der Mikropyle
des Säugethiereies. Arch. Anat. und Phys. 1882 1. Heft,
p. 33-51.
C. Struckmann, Die Veränderungen in der geo-
graphischen Verbreitung der höheren wildlebenden Thiere
im mittleren Europa und speciell in Deutschland seit der
älteren Quartärzeit bis zur Gegenwart. Ketteler's Zeitschr.
f. wissenschaftl. Geographie IIL Bd. p. 133.
J. Szombathy, Ausgrabungen in den mährischen
Höhlen im Jahre 1881. Mit 1 Tafel und 2 Profilen im Text.
Sitzgsb. K. Ak. Wissensch. Wien. 85. Bd. 1882 1. Abth.
Febr.-Heft. p. 90—107. Den wichtigsten Fund bildete das
Skelet eines diluvialen Steinbocks, dessen ausführliche Be-
schreibung Verf. sich vorbehält.
C. Vogt und F. Specht, Die Säugethiere in Wort
und Bild. Mit lUustr. (F. Bruckmann, München). Erscheint
in Lieferungen.
Vulpian, Sur la sensibilite des lobes cerebraux chez
les Mammiferes. Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 95 No. 6
p. 270-274.
T. C. Wink 1er, De Huisdieren. Haarlem 1882.
J. N. Woldrich, Die diluvialen Faunen Mitteleuropas
und eine heutige Sareptaner Steppenfauna in Niederöster-
reich. Mitth. anthrop. Ges. Wien. Bd. 11 Heft 3 u. 4.
394 Reichen ow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Derselbe, Beiträge zur Fauna der Breccien und
anderer Diluvialgebilde Oesterreichs. Mit besonderer Be-
rücksichtigung des Pferdes. Jahrb. k. k. geol. Keichsamt.
32. Bd. 4. Heft. — Die in Istrien, Dalmatien, auf der Insel
Lesina, in Nussdorf und der Spikahöhle gefundenen Reste
diluvialer Ungulaten sind eingehend beschrieben, insbe-
sondere solche mehrerer Equus-Arten. [Vergl. unter Perisso-
dactyla.]
F. A. Zürn, Die Schmarotzer auf und in dem Körper
unserer Haussäugethiere. I. Th. Die thierischen Parasiten.
2. Aufl. Mit 4 Taf. Weimar B. F. Voigt. 1882.
Europa. R. Collett, Meddelelser om Norges Patte-
dyr i Aarene 1876—1881. Nyt Mag. f. Katurvid. 27. Bd.
2.-3. Hft. p. 217-260.
A. Gentil, Mammalogie de la Sarthe. Le Maus, impr.
Monnoyer 1882. 8^. 48 p.
J. A. Harvie-Brown, The Past and Present Distri-
bution of some of the rarer Animals of Scotland. IV. The
Badger t-^ie^es taxus). Zoologist Vol. 6 No. 61 p. 1 — 9.
Fr. Th. K 0 e p p e n berichtet über die Verbreitung
einiger Säugethiere in Russland. Beitr. z. Kenntniss des
Russ. Reiches etc. 2. Folge. St. Petersburg 1882.
A. J. Mela, Vertebrata fennica, sive fauna animalium
vertebratorum regionis fennicae naturalis. Helsingissae,
K. E. Holm 1882.
P. 0 1 s s 0 n zählt die in .Jemtland vorkommenden
Säugethiere auf, darunter auch Castor flhery für dessen Vor-
kommen indessen nur ein vor 50 Jahren datirender Fall
angeführt wird. Öfv. Kgl. Vet. Ak. Förhandl. 1882 No. 9
u. 10 p. 35—37.
S. A. Poppe, Zur Säugethier-Fauna des nordwest-
lichen Deutschland. Bremen 1882. 10 p.
E. Rolland, Faune populaire de la France. Noms
vulgaires, dictons, proverbes etc. T. 5, Marnmiferes do-
mestiques. Paris 1882. 265 p.
Asien : J. ScuUy, On some Mammals from Kandahar.
Ann. Mag. N. H. (5) Vol. 8 p. 222-220. - 9 Arten, dar-
unter 1 neue, Gerbillm Swinlioei.
der :!:^ _v..::rrr •^"^:\.;::i irr 'j.i:. .: 1^-J. 395
Afrika: Barboza da Bocage. Liste des Mammi-
icies eüvoyes de Caconda, Angola, par M. d'Anchieta. Jörn.
Sc. Math. *Phys. Ac. Sc. Lisboa No. 33 p. 25—29. — 27
Arten anfgezählt, daroDter drei neue: &ryoiis AsuMdae^
3Iacroscelid€S hrachyura and Gemeita angöle9isi&,
G. Revoil, Faune et Flore des Pajs Qomalis. [Veigl.
unter Inseetivora.]
F. C. Selon s, A. Hanter's Wanderings in Afirica.
Being a Xarrative of Nine Years spent amongst the Grame
of the far interior of Soath Afriea- With 19 illustr. Lon-
don. N. Beutley and Son ISSl. S. pp. 44S.
0. Thomas beschreibt eine Sammlung von Nage-
thieren aas Südwest-Äfriea. Proc Z S Pt. 1. 1SS2 p. 265
—267.
Australien: M. Maindron liefert eine kurze Dar-
:^tellllng der Säiigethierfauna von Neu-Guinea. Bull. Soc,
Zool. Frauee 7. Ann. p. 354 — 373.
W.Peters and G. Doria geben ein Verzeiehniss der
Säugethiere, welche von den Reisenden Beceari, d'Albertis
und Bruijn auf Neu-Gninea gesammelt wurden, im ganzen
57 Arten, darunter S neue. FhascoJogak pilicattdoj Em-
liallofmra Btcciirii^ Vespentgo papitetisis , 3Ii(.< moTUpilosüSf
t^ingcns und AJhertisi und Uromys raJidtts: Ann. Mus. Civ.
Geuova Vol. 16 1S81 p. 064—707 t 5— IS.
Amerika. J. A. Allen, List of Manmials coUected
by E. Palmer in Northeastem Mexico. Bull. Mus. C. S.
VIII p. 183 — ISO. — 2S Arten, darunter HeienyntySf welche
Gattung bisher noch nicht so weit nördlich gefunden wurde.
E. Bartlett theilt mit dass ÄteJes tunegatus W^gn,,
PhyUoiifiyma hasfafum Pall. und Galera barhom Retz. bei
Elvira in Ost- Peru von J. Hauxwell gesammelt wurden.
Proe. Z. S. Pt. 2 p. 373.
H.W. Elliott A monograph of the Pribylov Gronp
or the Seal - Islands of Alaska, Washington. Govern-
ment Printing Office. 1882. An Sängethiereu werden als
Bewohner der Inseln aufgezählt: Vulpes lagopas, dtUorhittiiS
Hfsiutts. Eumetop'ut^ SfeUeri, Phoca viMinn. OdolHumas
396 Reiche now: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
ohestis var. rectipenniSy Orca gladiator, Megaptera versabiliSj
Myodes ohensis^ Mus Musculus. S. 28—108 sind ausführ-
liche Schilderungen der Lebensweise vorgenannter See-
hunde, Art der Fortpflanzung, sowie der höchst interessan-
ten Art und Weise des Fanges und der Verwendung der
erlegten Thiere gegeben.
Forste r's Catalogue of the Animals of North America
or Faunula Americana. Wiederdruck veranst. durch die
Willughby Society, London 1882.
F. D. G od man and 0. Salvin, Biologia Centrali-
Americana. Zoology. Pt. 20 enthält: Mammalia, Einleitung
und Titel p. I— XX. Eine systematische Uebersicht der
Central-americanischen Säugethiere nebst deren Verbreitung.
C. H. Mariem, Ueber die Wirbelthiere der Adiron-
dack-Region (Raubsäugethiere). Transact. Linn. Soc. New
York. Vol. 1 1882.
A. V. Pelz ein beschreibt eine kleine Collection von
Säugethieren aus Ecuador, darunter befindet sich Midas
tripartitus Milne Edwards. Verhandl. *Zool. Botan. Ges.
Wien 32. Bd. p. 443.
0. Thomas beschreibt eine kleine Säugethiersamm-
lung von Central- Mexico. Proc. Z. S. Pt. 2 1882 p. 371
—372.
Derselbe berichtet über eine Nager-Sammlung von
Nord-Peru. Ebenda Pt. 1 p. 98-111.
Primates.
Th. V. Bise hoff verglich die Gehirnwindungen des
Gorilla mit denen des Menschen und der übrigen. Anthro-
poiden. Morph. Jahrb. VII 1882 p. 312—322. - Verf. wies
nach, dass die Windung, welche den Sulcus orbitalis beim
Gorillagehirn umgiebt, der zweiten Stirnwindung des Men-
schen entspricht. Die dritte, welche den niederen Affen
fehlt, wurde vom Verf. bei Anthropoiden gefunden, ist
beim Gorilla stets vorhanden, aber von dem unteren Ende
der vorderen Centralwindung und der Wurzel der zweiten
Stirnwindung verdeckt. Die Verschiedenheiten des Gross-
der Säugethiere wahrend des Jahres 1882. 397
hirns der Affeu vou dem des Menschen beruhen vorzugs-
weise auf Fehlen oder unvollkommenes Vorhandensein
gewisser beim Menschen vorkommender Windungen.
M. J. Deniker giebt einige Notizen über den in der
Menagerie Bidel befindlichen Orang und Chimpanse. Bull.
Soc. Zool. France 7. Ann. 1882 Pt. 3 u. 4 p. 301-304.
G. E. Dobson, On some" points in the myology of
Cercopithecus callitrichus. Proc. Z. S. 1881 p. 812—818.
M. K r u e 1 schildert Betragen und Pflege der Eich-
horn- oder Krallenaffen, besonders der Uistiti in Gefangen-
schaft. Isis 7. Jahrg. p. 361. 369. 377. 385.
B. P 1 a c z e k , Die Affen bei den Hebräern und an-
deren Völkern des Alterthums. Kosmos. 2. Heft. 1882.
p. 109—117 u. 3. Heft p. 209— 219. — Erörtert eingehend
die Auffassungsweisen des Verhältnisses zwischen Menschen
und Affen bei den Hebräern, Aegyptern und Indiern,
H. V. R 0 s e n b e r g führt die auf den Sunda- Inseln
vorkommenden Affenarten auf, bespricht deren Verbreitung
und giebt einige biologische Notizen. Es sind im Ganzen
25 Arten als Bewohner der Inseln festgestellt, davon auf
Sumatra 12, Banka 4, Borneo 11, Java 5, Celebes 2, Bali
1, Lombok 1, Flores 1, Sumbawa 1, Timor 1 heimisch.
Cercocebus cynomolyiis ist die einzige über alle Inseln ver-
breitete Art. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 4 p. 111—115.
R. Virchow weist darauf hin, dass der Schädel des
Gorilla wie der der asiatischen Anthropoiden ursprünglich
brachycephal sei und erst bei weiterer Entwickelung
dolichocephal werde und giebt specielle Beschreibung und
Maasse eines an das Zool. Museum in Berlin gelangten
Schädels eines jungen Gorilla. Sitzgsb. kgl. Ak. Wiss.
Berlin 1882 p. 671—678.
Prosimii.
L. Baron schildert die Lebensweise von Ghiromys
madagascariensis. Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 639—640.
E. D. Cope beschreibt einen anthropomorphen Lemur,
ÄnaptomorpJms Jiomunculus, aus dem Eocän, welcher dem
398 Reicbenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
hypothetischen Vorfahren der Anthropomorphen näher steht,
als alle bisher bekannten Formen. Amer. Natural. Vol. 16.
p. 73 u, Ann. Mag. N. H. Vol. 9 p. 212. ~ Referat. Kos-
mos 6. Jahrg. 4. Hft. p. 301.
M. Schmidt beschreibt die Fortpflanzung des Lemur
niger in Gefangenschaft. Die Trächtigkeitsdauer betrug
143 Tage. Im Alter von etwa drei Monaten wurde das
junge Thier selbstständig. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 6
p. 161—165.
Volitantia.
Frogivora. Cynoptems Montani n. sp. von Malacca. M. A.
Robin, Ann. Sc. Nat. Zool. T. 13 No. 2-4 Art. 2 pl. 12.
Pteropus breviceps u. sp. von den Carolinen, hinsichtlich der
kleinen rundlichen Backenzähne nur mit Pt scapulatus zu vor-
gleichen. 0. Thomas, Proc. Z. S. Pt, 4 1882 p. 756 pl. 55.
Pteropus melcmopogon var. papuana. W. Peters und G. Doria,
Ann. Mus. Civ. Gen. Vol. 16 p. 690.
Pteropus phaeocephalus n. sp. von den Carolinen, nahe Pt.
TemmincJci. 0. Thomas, Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 756 pl. 54.
Insectivora. O.Her man führt die folgenden Fledermäuse als
Bewohner Ungarns auf: Vesperugo noctula, V. pipistrellus, Vespertilio
murinus, Vesperus discolor, V. serotinus, Plecotis auritus, Minio-
pterus Schreibersii, PhifiolopJms Mpposideros und jRh. ferruw equinum.
Termesz. Füzetek 1881 p. 552 und 329.
H. L a n d 0 i 8 untersuchte während des Winters einige
Brunnen und Höhlen in Westfalen nach Fledermäusen und con-
statirte dabei folgende Arten als Bewohner der Provinz: Isotus
Nattcreri, Brachyotus Daiibenioni und dasycneme, Synotus barba-
stellus, Cateorus serotinus, Nannugo pipistrellus, Myotus murinus
und Bliinolophus hipposideros . 10. Jahresb. West. Prov. Ver. p.
16—18.
M. A. R 0 b i n , Recherches anatomiques sur les Mammiferes
de l'ordre des Chiropteres. Ann. Sc. Nat. Zool. T 12 1881 No. 3-6
Art. 2 180 pp. u. Separat. Paris 1882.
Der 8. Sur les enveloppes foetales des Chiropteres de la faraille
des Phyllostomides. Compt. rend. Ac, Sc. Paris T. 95 No. 26 p.
1377—1379.
der Säugethiere während des Jahres 1882. 399
Emballonura Beccarii n. sp. von Jobi. Peters und Doria,
Ann. Mus. Civ. Genova 1881 p. 693.
Nycteris Bcvoilii n. sp. von Somalilaud. M. Robiu, Buli, Sog.
pbilom. (7) V. p. 90 und Ann. Sc. Nat. Zool. T. 13 No. 2-4 Art. 2.
Bhinoloplius hipposideros in Yorkshire. W. D. Roebuck, Zoo-
logist Vol. 6 No. 65 p. 186 u. Naturalist Vol. 7 No. 82 p. 167.
Scotophilus robustus u. sp. von Madagascar. A. Milne-Edwards,
Compt. rend. XCI p. 1035.
T^ . 3.2 1 4 1 2.3
Sphaeronyctens n. g. Dentes ^— ^ Y T T 2~~S*
Caput globosum, auriculae modicae, apice rotundatae, trago
externe ümbriato, ferrum equinum obsoletum, lanceola arciformis,
plicis incrassatis superata, labia fimbriata, gala plicata, patagia me-
tatarso affixa, calcaria brevia, patagium femorale modicura, emargi-
natum. Cranium valde elevatum, facie depressa, regione interorbi-
tali latissima, palato postice usque ad regionem inter molares quartos
exciso , basi interauriculari lata- (Am nächsten an die Gattung
Ämetrida Gray sich anschliessend). Typus: Sph. toxophyllum n. sp.
aus dem tropischen America. W. Peters, Sitzungsb. Kgl. Ak. Wiss.
Berlin 45. 16. Nov. 1882 p. 987—990 t. 16.
Triaenops rufus und HumbloH nn. spp. von Madagascar.
A. Milne-Edwards, Compt. Rcnd. XCI p. 1035.
Vespertilio mystacinus in Yorkshire. D. Roebuck, Zoologist
Vol. 6 No. 64 p. 147.
Vesperugo papuanus n. sp. von Salavatti. Peters und Doria,
Ann. Mus. Civ. Genova 1881 p. 696.
Vesperus Humhloti n. sp. von Madagascar. A. Milne-Edwards.
Compt. Rend. XCI p. 1035.
Insectivora.
E. D. C 0 p e beschreibt die Charaktere der Taenio-
donta im Vergleich zu denen der Tillodonta. Die Gruppe
umfasst zwei Familien: Ectogonidae nnd Calamodontidae.
Amer. Naturalist Vol. 16 No. 1 p. 72 u. Ann. Mag. N. H.
Vol. 9 p. 205.
Derselbe beschreibt eine neue Gattung der Tillo-
donta, Psitfacotherium, mit der Art Ps. muUifragum. Amer.
Natural. Vol. 16 No. 2 p. 156.
Derselbe entdeckte eine neue Gattung und Art der
Taeniodonten, Hemigamis vuUuosus. Ebenda No. 10 p. 831.
400 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Derselbe beschreibt eine neue Form der Taenio-
dontUy Taeniolahis sulcatus n, g. et sp. aus dem Puerco
Eocän von Neu-Mexico. Ebenda No. 7 p. 604—605.
G. E. Dobson, A Monograph of the Insectivora,
Systematie and Anatomical. Pt. 1. Including the Families
Erinaceidae, Centetidae and Solenodontidae. London, Van
Voorst 1882. — In diesem ersten Theil der Monographie
giebt der Verfasser zunächst eine Uebersicht über die syste-
matische Eintheilung der Ordnung. Dieselbe wird in zwei
Unterordnungen, Dermoptera und Bestiae zerlegt, erstere
mit der Familie GdleopitJiecidae, letztere fünf Superfamilien
umfassend: Tiipaioidea (Fam. Tupaiidae u. 3Iacroscelidae),
Erinaceoidea (Fam. Erinaceidae), Soricoidea (Fam. Tdlpidae
u. Soricidae), Cenfetoidea (Fam. Centetidae, Solenodontidae
u. Potamogalidae), Ghrysochloridea (Fam. ChrysocJüoridae).
Verf. beginnt mit den Erinaceidae, als den Centralformen
der Ordnung und schliesst diesen die Centetidae und So-
lenodontidae an. Die Erinaceidae werden in 2 Unter-
familien, Gymnurinae und Erinaceinae getrennt, erstere mit
der Gattung Gymnura und den Arten E. eiiropaeus^ fallax,
diadematiis, albiventris, Krugi, algirns, platyotis, deserti,
pictus, micropus, macracanthus, niger, Jerdoni, auritus, lihy-
ciis, Grayij alhdus, megalotis, frontalis. Die Arten sind
ausführlich beschrieben, Synonyme und Verbreitung be-
sprochen. Eingehend werden die anatomischen Verhält-
nisse, besonders auch die Myologie, abgehandelt, wobei je
eine bekanntere und typische Art der Gattung als Object
für die Untersuchungen benutzt wurde. Die folgende Fam.
Centetidae ist in die Unterfam. Centetinae und Orysorictinae
zerlegt, erstere mit den Gattungen Centetes (Art C ecau-
dattis), Hemicentetes (Arten H. semispinosus u. nigriceps) u.
Ericulns (Art E. setosus), letztere mit der Gattung Oryso-
rictes und der Art 0. hova. Die dritte Familie Solenodon-
tidae ist auf nur eine Gattung Solenodon und zwei Arten
S. paradoxus und ciihamis begründet. Sieben Tafeln und
viele dem Text eingedruckte Holzschnitte dienen zur Er-
läuterung der anatomischen Verhältnisse, speciell der
Musculatur, sowie der Nerven und Sekretionsorgane.
der Säugethiere während des Jahres 1882. 401
Macroscelidae. J. Hu et beschrieb einen neuen Macroscelides,
M. Eevoiliif aus dem Somali-Land. Bull. Soc. Philom. Paris 16. April
1881.
G. Revoil, Faune et Flore des Pays Qomalis. Paris, Challa-
mel Aine. 1882 — Mammalia. Behandelt speciell die Macroscelides-
Arten, M. JRevoilii aus dem Somali-Land, M. Rozeti von Nordost-
Africa , 31. fuscus und rufescens von Mossambique , M. typicus,
rupestris, intufi, hracliyrhynclms und Edouardi vom Süden und M.
Alexandra u. melanotis vom Südwesten. Abgebildet wird M. Bcvoilii
auf t. 1 u. 2.
Macroscelides hrachyura n. sp. von Caconda in Angola. Bar-
boza du Boeage, Jörn. Sc. Math. Phys. Lisboa No. 33 1882.
Soricidea. Crocidura (Pachyurä) Coquerelii n. sp. von Mayotte.
Trouessart, Ann. Sc. Nat. 6. Ser. T. 10 p. 7 t. 19.
Talpidae. S. Ganser, Vergleichend-anatomische Studien über
das Gehirn des Maulwurfs. Mor^Dh. Jahrb. 7. Bd. 4. Heft p. 591
—725.
W. Heape, On the Germinal layers and Early Development
of the Mole. Proc. R. Soc. London Vol. 33 No. 217 p. 190—198.
J. Kober, Studien über Talpa europaea. Verhandl. Naturf.
Ges. Basel 7. Th. I.Heft. 1882 p. 62— 119. — Eingehende Beschrei-
bung des Skelets und der Gebissverhältnisse.
lieber gelblichweisse Varietäten der Talpa europaea berichten
G. B. Corbin, Zoologist Vol. 0 No. 65 p. 187, R. Ford, ebenda
No. 67 p. 263 und 0. Aplin, ebenda No. 69 p. 851.
Carnivora*
D. Cope Hefert eine neue systematische Gruppirung
der Carnivoren unter besonderer Berücksichtigung der fos-
silen Formen. Er bildet zunächst zwei Triben:
A. External nostril occupied by the complex maxilloturbinal bone ;
ethmoturbinals confined to the posterior part of the nasal fossa;
the inferior ethmoturbinal of reduced size : Hypomycteri.
B. External nostril occupied by the inferior ethmoturbinal and the
reduced maxilloturbinal: JEpimycteri.
Die Hypomycteri stehen den Pinnipedien am nächsten. Dieselben
zerfallen in 6 Familien.
1. No sectorial teeth in either jaw. Toes 5—5: Cercoleptidae.
2. Sectorial teeth in both jaws.
2
A. Toes 5—5. No alisphenoid canal. True molars — : Procyonidae.
402 Reichenow: Beriebt üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Toes 5—5. No alisphenoid canal. True molars — : Mustelidae.
2
B. Toes 5 — 5. An alisph. canal. Molars quadrate, — : Aeluridae.
Ji
2
„ „ „ „ „ Molars longitudinal, -^: Ursidae.
C. Toes 5—4 or 4-4. Sectorials well developed, an alisphenoid
canal: Canidae.
Die Epimycteri sind in 9 P'amilien getheilt.
1. Molars haplodont. Toes 5—4. No alisphenoid canal: Protelidae.
2. Molars bunodont, no sectorials, Toes 5—5. An alisphenoid canal:
Arctictidae.
3. Molars bunodont, with sectorials. Otic bulla with septum.
A. Alisphenoid canal and postglenoid foramen, present.
a. True molars well developed. Toes 5—5: Viverridae.
b. „ r, „ „ Toes 5 — 4: Cynictidae.
c. r) V V » Toes 4 — 4: Suricatidae.
d. True molars much reduced. Toes 5 — 5: Cryptoproctidae.
e. „ „ „ „ Toes 5—4: Nimravidae.
B. No alisphenoid canal; post glenoid foramen rudimental or wan-
ting. Toes 5—4: Felidac
4. Molars bunodont, with sectorials. Otic bulla without septum. No
alisphenoid canal, nor post glenoid foramen. Toes 4 — 4: Hyae-
nidae.
Diese Familien umfassen die folgenden Gattungen.
Cercoleptidae : Cercoleptes. — Procyonidae: Proeyon (ein -
schliesslich Nasua), Bassaricyon, Bassaris. — Mustelidae: l.Unterf
Melinae (two tubercles of internal side ofsuperior sectorial): Taxidea,
Mclcs, Helictis. 2. Unterf. Mus telinae (one internal tubercle of superior
sectorials: Enliydris, Pteronura, Lutra, Aonyx, Barangia, Zorilla, Me-
pMtis, Conepatus, MelUvora, Gulo,Galictis, Putorius, Mustela. — Aelu-
ridae: Aelurus. — TJr sidae: Aeluropoda ? , Hyaenarcton, HelarctoSy
Arctotherium, Ursus, Mehirsus. — Canidae: 3Iegalotis, AmpTiicyon,
TJious, Palaeocyon, Temnocyon, Galecynus, Cmiis, Vulpes, Enhydrocyon,
Hyaenocyon,Brachycyo7i, To7narctiis,Speot1ms,Synagodi(S. Bysodus, Oli-
gohunis, Icticyon, Lycaon. — Protelidae: Proteles. — Arctictidae:
Arctictis. — Viverridae: Cynogale, Arctogale, Paguma, Para-
doxurus, Nandinia, Hemigale, Galidia, Prionodon, Genetta, Viverri-
cula, Viverra, Galidictis, Herpestes, Athylax, Calogale, Ichncumia,
Bdeogale, Urva, Taeniogale, Onychogale, Helogale, Bhinogale, Mun-
gos, Crossarchus, Eupleres. — Cynictidae: Cynictis?, Ictitherium.
— Suricatidae: Suricata. — Cryptoproctidae: Proaelurus,
Cryptoprocta. — Nimravidae: Archaelurus, Nimraviis, Aelu-
rogale, Dinictis, Pogonodo7i, Hoplophoneus. —Felid ae : l. Machae-
rodontinac, Machaerodiis, Smilodon. 2. Felinae: Plethaelurus n. g.,
der Sängcthiere während des Jahres 1882. 403
Catohjnx, Felis, Neofelis, Uncra, Lynx, Cynaelurus. — Hyaenidae:
Hyaenictis, Hyaena, Crocuta. Pioc. Amer. Philos. Soc. Philadelphia
Vol. 20 No. 112 p. 471 — 475.
Th. Eimer bespricht die Zeichnung auf dem Fell
der Säugethiere, unter specieller Berücksichtigung der
Raubthiere und gelangt zu den allgemeinen Schlüssen, dass
die Zeichnung überall auf Längsstreifung, Fleckung oder
Querstreifuug zurückzuführen ist; dass die Längsstreifung
die älteste Form der Zeichnung ist, dass aus ihr die
Fleckenzeichnung und aus dieser die Querstreifung hervor-
geht und zuletzt die Zeichnung verschwindet, Einfarbigkeit
auftritt; dass demgemäss die Säugethierfauna ursprünglich
eine längsgestreifte gewesen sein wird, später gefleckte,
dann getigerte Formen erschienen. Auch im Laufe der
individuellen Entwicklung zeigt sich oft ein successives
Auftreten dieser verschiedenen Zeichnungstypen, indem in
frühester Jugend Längsstreifung, dann Fleckung, dann
Tigerzeichnung und eventuell zuletzt Einfarbigkeit erscheint.
Ferner ergaben die Untersuchungen, dass auch nicht der
unscheinbarste Fleck am Körper ohne genetische bezw.
ph;^ogenetische Bedeutung und die Zähigkeit der Ver-
erbung von Zeichnuugsmerkmalen eine ganz ausserordent-
liche ist. Diesen Ergebnissen entsprechend betrachtet Ver-
fasser die Viverren als die Stammform sämmtlicher Raub-
thiere und weist durch Vergleichung von Formen der
verschiedenen Familien nach, dass sowohl die Zeichnung
der Hyaeniden, wie die der Feliden und der Caniden in
allen ihren einzelnen Theilen auf die der Viverren zurück-
zuführen ist. Zool. Anz. 5. Jahrg. No. 128 p. 685—692.
M. H. Filh 0 1 , Remarques sur le Hyaenodon LauriUardi
Pomel. [H. vidpimm Gervais identisch mit dieser Art.]
Bull. Soc. Philom. 1882, 7. Serie, T. 6 No. 2 p. 122.
— Note sur la presance du genre Oxyaena parmi les
mammiferes fossiles du Quercy. Ebenda p. 120.
St. George Mivart veröffentlicht einen umfang-
reichen Aufsatz über die Klassification der Subordo Aelu-
roidea, bespricht die älteren Bearbeitungen der Gruppe,
erörtert eingehend die Charaktere der Familien, Unter-
familien und Gattungen und giebt eine Uebersicht über
404 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
die geographische Verbreitung. Das vom Verf. aufgestellte
System ist folgendes:
Subordo Äeluroidea.
Farn. 1 Felidae. — Genera: Felis, Cynaelurus.
Farn. 2 Viverridae.
Su})fam. l Viverrinae. — Genera : Viverra, Viverricula, Fossa,
Genettn, Prionodon, Poiana, Paradoxunis, Ärctogale, Hemigalea,
Arctitis, Nandinia. Cynogale.
Subfam. 2 Gdlidictinae. — Genera: Galidictis, Galidia, Hemiga-
lidia.
Subfam. 3 Euplerinae. — Gen. : Eapleres.
Subfara. 4 Cryptoproctinae. — Gen. : Cryptoprocta.
Subfam. 5 Herpestinae. — Genera: Herpestes, Helogale, Cynictis,
Bdeogale, Wiinogale, Crossarchus, Suricata.
Fam. 3 Hyaenidae,
Subfam. 1 Protelinae. — Gen.: Proteles.
Subfam. 2 Hyaeninae. — Gen.: Hyaena, Crocuta. Proc. Z. S.
Pt. 1 p. 135-208.
Derselbe liefert eine eingehende Beschreibung der
anatomischen Verhältnisse der Äeluroidea, insbesondere des
Scelets, mit zahlreichen Maasstabellen. Ebenda Pt. 3 p.
459-520.
Lemoine, Sur l'encephale de VArctocyon Bueülii et
du Pleuraspidotherium Äumonieri, mammiferes de TEocene
inferieur des environs de Reims. Bull. Soc. Geol. France
(3) T. 10 No. 5 p. 328—333.
Mariem, Ueber die Raubthiere der Adirondack-Region.
Vergl. oben S. 396.
ürsina. H. Allen, The muscles of the limbs oi Procyonlotor.
Proc. Ac. Philadelphia 1882 p. 115—144.
P. L. Martin, Bastarde zwischen ürsus maritinrns und Urs^is
arctos. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 18 p. 370—371.
J. Wortman hält Ursus ampliidens Leidy nur für eine
Varietät oder sogar für identisch mit der kleineren Rasse von Ursus
ferox. Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1882 p. 286—288.
Mnstelina. D. Brauns ist der Ansicht, dass Mustela itatsi
Tem. Schi, zum Genus Foetorius gehöre und zwar mit F. lutrcola L.
identisch, höchstens als Abart dieser Form zu betrachten sei [!].
Jenaische Zeitschr. f. Naturw. Bd. 14 N. F. VII p. 577—585, mit
1 Tafel.
der Säugethiere während des Jahres 1882. 405
B. Dürigen und G. Tischler schildern das Gefangenleben
des Wiesels. Isis 7. Jahrg. p. 1, 53 u. 61.
M. H. F i 1 h 0 1 beschreibt einen neuen fossilen Plesictis , P.
formosus. Bull. Soc. Philom. 1882, 7. Serie T. 6 No. 2 p. 121.
Lutra vulgaris, Zucht in Gefangenschaft. A. H. Cocks, Zoo-
logist Vol. 6 No. 66 p. 201—204.
Maries aUetum in Lincolnshire : W. Fowler, Zoologist Vol. 6
No. 66 p. 230; — in Durham : T. H. Nelson, ebenda No. 68 p. 304.
Meles taxus in Essex. R. M. Christy, Zoologist Vol. 6 No. 68
p. 303. — Verbreitung in Schottland. J. A. Harvie-Brown, Zoolo-
gist Vol. 6 No. 61 p. 1—9 und No. 62 p. 41—45. — Siehe auch
Th. Cornish, p. 66.
Mephitis interrupta in Nord-Carolina. A. G. Wetherby, Amer.
Naturalist Vol. 16 No. 9 p. 736,
Mustela putorius in Lincolnshire. W. Fowler, Zoologist Vol. 6
No. 66 p. 230.
Putorius nigripes in Texas. E. Coues, Amer. Naturalist Vol.
16 No. 12 p. 1009.
Bhinogale Melleri abgebildet Proc. Z. S. Pt. 1 1882 pl. 3.
Viverrina W. B. Espeut, On the Acclimatization of the
Indian Mungoos in Jamaica. Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 712—714.
0. Thomas giebt eine Uebersicht über die africanischen
Herpestinen. Auffallend ist in der Gruppe die Variabilität in der
Färbung der einzelnen Arten, das individuelle Fehlen der ersten
kurzen Zehe (obwohl solches in den meisten Fällen durch äussere
Verletzung verursacht werden mag) und individuelle Verschiedenheit
in der Zahl der Zähne. Verf. unterscheidet 7 Gattungen : Herpestes
mit 8 Arten, Helogale 2, Bdeogale 3, Cynictis 1, Bhinogale 1, Cros-
sarchus 4, Suricata 1 Art.
Genetta angolensis n. sp. von Caconda in Angola. Barboza du
Bocage, Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa No. 33 1882.
Hyaenina. M. Watson vergleicht die Muskulatur von Pro-
teles mit derjenigen von Hyaena und Viverra und findet dieselbe
übereinstimmend mit ersterer, hingegen abweichend von letzterer
Gattung. Proc. Z. S. Pt. 3 1882 p. 579—586.
Canina. A. Barbou, Le Chien, son histoire, ses exploits, ses
avantures. Paris 1882. 356 pg.
W. van Duck schreibt über die Veränderung, welche die
Rasse herrenloser Hunde in Beyrut (Syrien) während der letzten
zwanzig Jahre durch Vermischung mit eingeführten Rassehunden
erlitten und bespricht diese Thatsache als ein Beispiel geschlecht-
licher Zuchtwahl. Mit einleitenden Bemerkungen von Ch. Darwin.
Proc. Z. S. Pt. 2 1882 p. 867—370.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. BB
406 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
0. Hörn, Handbuch des Hunde-Sport. Mit 28 Abbild. Wien
u. Leipzig, A. Hartleben 1882. — Führt sämmtliche Hunderacen
auf und präcisirt die charakteristischen Merkmale.
E. Klein, The Organ of Jacobson in the Dog. With. 1 pl.
Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 22 p. 299-310.
N. de Miklouho-Macklay, Remarks about the Circum-
volutions of the Cerebrum of Canis dingo. Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales Vol. 6 p. 624—625, pl. 5. — Besonders über die Unterschiede
in der Zahl der Gehirnwindungen des G. dingo und C. papuensis.
A.Ne hrin g theilt auffallende Zahnformelu verschiedener Canis-
Schädel mit. Ein Schädel eines Haushundes enthält in jeder Kiefer-
4
hälfte je drei Höckerzähne, weist also die Backenzahnformel p— m
3
— und anstatt 42 in Summa 46 Zähne auf wie Otocyon megalotis
und die fossile Gattung ÄmpMcyon. Ein Schädel eines Canis dingo
besitzt in jedem Oberkiefer vier Lückenzähne vor dem Reisszahn.
Einige Hundeschädel weisen anstatt der typischen Zahl 3, resp. 6,
4, resp. 7—8 obere Schneidezähne auf. Andere weisen eine geringere
Zahl von Zähnen auf und zwar zeigt sich die Reducirung an dem
hinteren oder an dem vorderen Ende der Backenzahn-Reihe. Bei
Canis primaevus fehlt regelmässig der zweite Höckerzahn des Unter-
kiefers und der des Oberkiefers ist sehr klein. S. B. G. Naturf.
Fr. Berlin No. 65—68.
Ca7iis aureus in der Drauniederung , am Einfluss der Drau in
die Donau, erlegt. A. v. Mojsisovics, Mitth. Naturw. Ver. f. Steier-
mark 1882.
Canis microtis abgebildet Proc Z. S. Pt. 4 1882 pl. 47.
Feiina. D. G. Elliot, Monograph of the Felidae or Family
of Cats. Part 9 u. 10 London 1882. fol. w. 4 col. pl. by J. Wolf.
— Enth. F. leoj pardina, scripta, lynx, javensis, catus, yaguarundif
rufa.
A. Günther erhielt eine merkwürdig sandfarbene Varietät
von Felis pardus, welche an F. lanea Sei. erinnert, vom Matabele-
Land in Süd- Afrika. Proc. Z. S. Pt. 2 1882 p. 312.
Langkavel, Zur Verbreitung der Hauskatze. Die Natur,
No. 51 1882 p. 611—613.
St. George Mivart, The Cat. An introduction to the study
of backboned Animals, especially Mammals. With 200 Illustrations.
London, Murray and New York, Ch. Scribner's Sons 1881. — Eine
Einführung in das Studium der Wirbelthiere mit Zugrundelegung
einer speciellen Gruppe, der Katzen. In der Hauptsache wird eine
eingehende, durch viele Holzschnitte unterstützte Beschreibung der
Anatomie, der Physiologie, der Organe der Fortpflanzung und Ent-
wicklung der Katze gegeben. Die folgenden Kapitel behandeln die
der Säugethiere während des Jahres 1882. 407
Psychologie der Katze, die verschiedenen Arten der Gruppe, deren
der Verfasser 50 aufführt und beschreibt, zum Theil abbildet, die
Abstammung der Hauskatze von der Felis maniculata Nord-Africas,
die fossilen Formen und die Phylogenie der Katzen.
T. B. Stow eil, The Vagus Nerve in the Domestic Cat. Proc.
Amer. Philos. Sog. Vol. 20 No. III p. 123—138.
Pletliaelurus n. g. Second (first) superior premolar two rooted ;
orbit closed behind ; pupil round. Typus: Felis planiceps Vig. et
Horsf. E. D. Cope, Proc. Amer. Philos. Soc. Philadelphia Vol. 20
No. 112 p. 475.
Pinnipedia.
L. Camerano, Ricerche iDtorno all' anatomia di
un Feto di Otaria juhata. Torino, Loescher, 1882 und
Mem. R. Acc. Tc. Torino (2) T. 35.
E. Friedel characterisirt die in der Ostsee vorkom-
menden Robbenarten, Phoca vitidina, PJi. foetida und Ha-
lichoerus grypus, erörtert insbesondere das Vorkommen der
letzteren Art und giebt die Beschreibung einer Seehunds-
jagd nach Dr. Schilling. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 6 p.
175-181.
H. W. EUiott liefert anziehende Schilderungen von
der Lebensweise der auf den Pribilow-Inseln vorkommen-
den Pinnipedien in Monogr. of the Prib. Isl. [Vergl. oben
S. 395]. Referat in Zool. Garten 23. Jahrg. No. 7 p. 193
—200.
J. Th. Grunert, Die Robben der deutschen Küsten.
Forstliche Bl. 19. Jahrg. 1882 p. 263.
A. Ne bring beschreibt einige anatomische Verhält-
nisse, insbesondere aber den Schädel eines Halichoerus
grypus und giebt einige Notizen über die geographische
Verbreitung der Art. S. B. G. Naturf. Freunde Berlin
No. 8 p. 117-127.
Halichoerus grypus an der Küste von Norfolk. T.
Southwell, Zoologist Vol. 6 No. 65 p. 187.
Otaria Gillespii. Aeussere Charactere und Anatomie
werden beschrieben von W. A. Forbes, Transact. Z. S.
London Vol. 11 Pt. 7 p. 225—231, abgeb. pl. 48-50.
408 Reichen ow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Rodentia.
W. Kamocki berichtet über seine Untersuchungen
der sogenannten Harder'schen Drüse bei Nagern , in pol-
nischer Sprache. S. B. math. nat. Sekt. Krakauer Ak.
Wiss. Bd. 9 1882 p. 204—244 und russisch: Arbeiten aus
d. Laborat. K. Univers. Warschau Hft. 8 1882 p. 1—38.
Referat in Biolog. Centralbl. 2. Bd. No. 24 p. 709.
M. F. La taste, Sur le bouchon vaginal du Fachyu-
romys Diiprasi, Zool. Anz. 5. Jahrg. No. HO u. 111 p. 235
u. 258, und
H6ron-Royer, A propos des Bouchons vagino-
utering des Rongeurs. Ebenda No. 119 und 120 p. 453
u. 469.
Erörterungen der im Naturaliste III p. 451 und Zool.
Anz. No. 98 mitgetheilten Beobachtung. Vergl. vorjähr.
Bericht S. 401.
W. B. Lewis, On the comparative Structure of the
Brain in Rodents. Proc. R. Soc. London Vol. 33 No. 216
p. 15-21.
0. Thomas beschreibt eine Sammlung von Nage-
thieren aus Nord-Peru, darunter eine neue durch ihr stach-
liches Fell (ähnlich Heteromys), höchst auffallende Hespe-
romys (spinosus) und zwei zur Untergattung Ehipidomys
gehörende neue Arten (cinereus und Tacsanowskii). Proc.
Z. S. Pt. 1 1882 p. 98—111.
Derselbe beschreibt eine kleine Nager - Sammlung
von Südwest- Africa, darunter eine neue Art, Mus nigri-
cauda. Proc. Zool. Soc. Pt. 1 1882 p. 265—267.
Scinrina. F. A. Jentiuk hat die afrikanischen Eichhörnchen
monographisch bearbeitet. Die beschriebenen 50 Arten reduciren
sich nach dos Verfassers Untersuchungen auf 19 , wovon 16 dem
Genus Sciurus, ö der Gattung Xerus angehören. Diese Arten, von
welchen der Verf. ausführhche Beschreibung und Synonymie giebt,
sind: Sciurus Stangeri Watei-h. (West-Africa), Sc. Ehii Tera. (Westen),
Sc. Äiibinnii Gray (Westen). Sc. rufo-hrachyatus Waterh. (Westen),
Sc. palliatus Ptrs. (Osten), Sc. mutabüis Ptrs. (Osten), Sc. shirensis
Gray (Osten), Sc. pimctatna Tem. (Westen), Sc. annulatus Desm.
der Säugethiere während des Jahres 1882. 409
(Westen), Sc. cepapi Smith (Osten), Sc. poensis Smith (Westen), Sc.
minutus Du Chaillu (Westen), Sc. pyrrJiopus Cuv. (Westen), Sc.
congicus Kühl (Westen und Osten), Sc. lemniscatus Le Conte (Westen),
Sc. getulus L. (Marocco). Xerus rutihis Cretzschm. (Westen und
Osten), X. erythropus Geoffr. (Westen und Osten), X. capensis Kerr.
(Süden). — Sc. calliurus Buchh. wird als synonym zu Sc. Stangen
gezogen, Sc. multicolor Rüpp. zu annulatus, Sc. flavivittis Ptrs. zu
congicus, Sc. isahella Gray zu lemniscatus, Sc. leucoumhrinus Rüpp.
zu Xerus erythropus. Der Name Sc. setosus ist von Smuts gegeben
worden und nicht von Forster, wie zuerst von Fischer (1829) irr-
thümlich citirt worden und seither in die Literatur überging. Die
Form bezieht sich auf Sc. capensis. Notes from the Leyden Mus.
Vol. 4 1882 Note 1 p. 1-53.
Fr. Th. Koppen berichtet über das Fehlen des Eichhörnchens
in der Krim. Beitr. z. Kenntniss d. Rnss. Reich, etc. 2. Folge. St.
Petersburg 1882.
A. Nehring fand Backentaschen beim Karpathen-Murmelthier
und ist der Ansicht, dass dasselbe eine Uebergangsform zwischen
Alpenmurmelthier und Bobac darstellt. Mitth. von S. Roth, Jahrb.
Ungar. Karpathen-Ver. 9. Jahrg. 1882. 2. Hft. p. 203—205.
Probst berichtet über die Entdeckung des fossilen Murmel-
thiers und des Halsband -Lemmings in Oberschwaben und erörtert
die charakteristischen Merkmale des Schädels und speciell der Zähne
letzterer Art gegenüber anderen fossilen Nagern. Jahresheft Ver.
Vat. Nat. Württemberg 38. Jahrg. p. 51 — 56.
G. Valentin, Beiträge zur Kenntniss des Winterschlafs der
Murmelthiere. Unters. Naturl. d. Menschen v. Moleschott, 13. Bd.
1. Hft. p. 34-39.
Spermophihis Parryi Rieh, auf der Tschuktschen Halbinsel.
W. Peters, S. B. Ges. Naturf. Freunde Berlin No. 6 p. 96.
Spermophilus rufescens fossil in Deutschland, unter Säugethier-
resten von Westeregeln, Thiede, in oberfränkischen Höhlen und in
dem Lehm bei Tübingen gefunden. W. Blasius, Zool, Anz. 5. Jahrg.
No. 125 p. 610—612.
Myoxina. W. Hausmann schildert das Frei- und Gefangen-
Leben des Haselschläfers {MuscarcUnus avellanarius) und des Sieben-
schläfers {Myoxus glis). Isis 7. Jahrg. p. 181. 189. 197. 205. 213. 255.
263. 271. 279.
Gastorina. Castor fiber wird in Schweden nicht mehr gefunden.
A. H. Cocks, Zoologist Vol. 6 No. 61 p. 15—16. — [Vergl. oben :
Olsson S. 394.]
Saccomyiina. F. W. T r u e, On the rare Rodent Cricetodipus
parvus Baird. Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 4 1881 p. 474.
Dipodina. Nach G. E, Dobson sind die Dipodidae als die
410 Reichenow; Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
nächsten Verwandten der ChinchüUäae zu betrachten und der Gruppe
Hystricomorpha einzuordnen. Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 640 — 641,
M. F. L a t a 8 t e führt die in Algier vorkommenden Dipus-
Arten auf zwei Species zurück : D. Mrtipes Lcht., syn. D. deserti
Loche, und D. aegyptius Hasselqu. , syn. D. mauritanicus Duvern.
Das Vorkommen von Älactaga arundinis Cuv. in Algier bezeichnet
ders. als sehr zweifelhaft. Le Naturaliste 4. Ann. No. 2 p. 11.
Marina. M. F. Lataste führt 12 Arten Merioniden als in
Algier vorkommend auf: Facliyuromys Duprasi Lat., Fsammomys
öbesiis Rüpp. (syn. G. Sawii Lev.) u. Ps. Boudairei Lat. , Gerhülus
carnpestris Lev. (nee Loche), G. Simoni Lat., G. garamantis Lat.
{G. carnpestris Loche) und G. Mrtipes Lat., ferner 5 Arten der
Gattung Bhombomys Wagn. Le Naturaliste 4. Ann. No. 2 p. 11.
Derselbe giebt eine üebersicht über die Unterfam. der Ger-
hillinae. Die Gattung Gerhülus theilt Verf. in 5 Untergattungen:
Facliyuromys Lat., Gerhülus Desm., Tatera n. subg., Endecapleura
n. subg. u. Bipodülus Lat.; die Gattung Meriones sondert er in 3
Untergattungen: Meriones 111. , Rhomhomys Wagn. und Fsammomys
Cretschm. Le Natural. 4. Ann. No. 16 p. 126—127.
Derselbe züchtete Bipodülus Simoni in Gefangenschaft und
empfiehlt die Art den Liebhabern. Das Weibchen trägt 20 Tage
und wirft 4—6 Junge. Le Naturaliste 4. Ann. No. 13 p. 100.
E. Selenka, Keimblätter und Gastrulaform der Maus. Mit
9 Holzschn. Berücksichtigt besonders die Erscheinung, dass die
Blätter in der Keimblase einiger Nager die umgekehrte Lage haben,
wie bei anderen Thieren, beschreibt den Process der Umkehrung
der Keimblätter und entnimmt aus den Konsequenzen einen Beleg
für die Lehre von der Vererbung und Anpassung. [Vergl. Kupffer,
S. 412]. Biolog. Centralbl. 2. Bd. No. 18 p. 550—558.
C. Struck berichtet über eine singende Maus. Arch. Fr. d.
Naturg. Mecklenb. 35. Jahrg. 1881 (Neu Brandenburg 1882) p. 119.
E. L. Trouessart, Les petits Mammiferes de la France.
n. Les Campagnols. Paris 1882. 18 pg. 1 pl.
F. Wilke, Ueber singende Mäuse. Zool. Gart. 23. Jahrg.
No. 2 p. 57—58.
Ämphiaulaeomys n. g. mit doppelt gefurchten Schneidezähnen,
Typus Bhomhomys opimus Lcht. M. F. Lataste, Le Natural. 4. Ann.
No. 2 p. 11.
Endecapleura n. subg.: „Un seul tubercule sous le tarse. Tu-
bercules des molaires opposees. Bulles bien developpees et depassant
d'occipital en arriere." Typus: Gerhülus garamantis Lat. Natural.
4. Ann. No. 16 p. 127.
Bipodülus neue Untergattung von Gerhülus Desm., Typus:
G. campestris Lev., hierzu auch G. Simoni Lat. M. F. Lataste, Le
Natural. 4. Ann. No. 2 p. 12.
der Säugetliiere während des Jahres 1882. 411
Euryotis Änchietae n. sp. von Caconda in Angola. Barboza
du Bocage, Jörn. Sc. Math. Phys. Lisboa No. 33 1882.
Gerbülus Bottai n. sp. von Sennaar. M. F. Lataste. Le Na-
turaliste 4. Ann. No. 5 p. 36.
Gerbülus crassus Sund., welcher von Trouessart mit Bhom-
homys opimus Lcht. vereinigt wurde, ist von letzterer Art zu trennen
und wegen der einfach gefurchten Schneidezähne sogar generisch zu
sondern [s. oben Ämphiaulaconiys]. M. F. Lataste, Le Natural.
4. Ann. No. 2 p. 12.
GerMlus hirtipes n. sp. von Algier, nebst Bemerkungen über
G. longicaiidus u. pygargus. M. F. Lataste, Naturaliste No. 3 p.
21—23.
Gerhillus quaärimaculatus n. sp. (6r. quadrimaculatus Ehr. in
litt.) von Nubien. M. F. Lataste, 1. c. No. 4 p. 27.
Hesperomys {Bhipidomys) cinereus n. sp. von Cutervo (Nord-
Peru). 0. Thomas, Proc. Z. S. Pt. 1 1882 p. 108.
Hesperomys {Cdlomys) spinosus n. sp. von Huambo (Nord-
Peru). 0. Thomas, Proc. Z. S. Pt. 1 1882 p. 105.
Hesperomys {Bhipidomys) Taczanowskii n. sp. von Tambillo und
Cutervo (Nord-Peru). 0. Thomas, ebenda p. 109.
Mastacomys n. g. : „Like Mus , but with the molars enor-
mously broadened and of soraewhat different pattern, and with fewer
mammae. 0. Thomas, Ann. Mag. N. H. Vol. 9 No. 54 p. 413. —
M. fusGus und M. velutinus neue Arten von Tasmanien. Ebenda
p. 413 u. 415.
Meriones. Schlüssel zur Bestimmung der fünf Arten: albipes.
ansiensis, gaetuhis, Shaivi, Trouessarti. Le Natural. 4. Ann. No. 15
p. 117-118.
Meriones albipes n. sp. von Algier. M. F. Lataste, 1. c. No.
13 p. 101.
Meriones anziensis n. sp. von Algier. M. F. Lataste, Le Na-
tural. 4. Ann. No. 10 p. 77.
Meriones gaetulus n. sp. von Algier. M. F. Lataste, 1. c. No.
11 p. 83.
Men'iones Shawi wird ausführlich beschrieben. Ebenda p. 107
-109.
Meriones Trouessarti n. sp. von Algier. M. F. Lataste, 1. c.
No. 9 p. 69.
Mus Edwardsi n. sp. von China. 0. Thomas, Proc. Z. S. Pt. 3
1882 p. 587 pl. 44.
Mus mollipilosus n. sp. von Katau, ringens n. sp. vom Fly-River
M. Älbertisii und Beccarii, nn. spp. von Sorong. Peters und Doria
Ann. Mus. Civ. Genova 1881 p. 698—702.
Mus nigricauda n. sp. von Gross -Namaqualand. 0. Thomas
Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 266 pl. 14 f. 1,
412 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Mus rattus auf den Channel-Islands. J. Sinei, Zoologist Vol.
6 No. 62 p. 67.
Mus Sälomonis n. sp. von Ugi (Salomons-Inseln). E. P. Ram-
say, Proc. Lin. S. N. S. Wales Vol. 7 Pt. 3 p. 43 pl. 2.
Mus sylvaticus. R. M. Barrington hielt 2 $ mit einem (^'^
in Gefangenschaft und erzielte in kaum 5 Monaten 36 Junge. Zool.
Vol. 6 No. 64 p. 121—123.
Mus (Hapalotis ?) Tompsoni n. sp. von Neu-Süd-Wales. E. P.
ßamsay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 6 p. 763 mit Abbild, der
Füsse und des Ohres.
Saccostomus lapidarius abgebildet Proc. Z. S. Pt. 1 1882 pl.
14 f. 2.
Tater a n. subg. ,,Aucun tubercule sous le tarse et partie poste-
rieure de l'occipital verticalement aplatie, comme dans le genre
Jfenowes." Typus: Gerhülus indicus Hardw. F. Lataste, Natural.
4. Ann. No. 16 p. 126.
TJromys välidus n. sp. von Südost -Neu -Guinea. Peters und
Doria, Ann. Mus. Civ. Genova 1881 p. 703.
ArviCOlina. F. A. Jentink berichtete über vier in Holland
gefangene Exemplare von Arvicöla ratticeps Blas, des Leydener
Museums. Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereenig. 5. Bd. 5. Aufl. S.
105 t. 1.
C. Kupffer, Das Ei von Arvicöla arvalis und die vermeint-
liche Umkehr der Keimblätter. Mit 1 Taf. Sitzungsb. Akad. Mün-
chen, math. phys. Gl. 1882 p. 621—637. [Vergl. Selenka, S. 410].
Arvicöla agrestis auf Rügen. Nehring, Zool. Gart. 23. Jahrg.
No. 12 p. 378.
Arvicöla Blanfordi n. sp. von Gilgit. Scully, Proc. Z. S. 1881
p. 206.
Arvicöla ohscura Eversm. auf der Tschuktschen Halbinsel.
W. Peters, S. B, Ges. Nat. Freunde Berlin No. 6 p. 96.
Octodontina. Ctenodactylus mzahi n. Sp. von Gardaia, nördl.
Sahara. M. F. Lataste, Le Natural. 4. Ann. No. 2 p. 12 u. Bull.
Soc. Zool. France T. 6 1881.
Hystrichina. St. George-Mivart beschreibt die Anatomie
von Erethizon dorsatus. Zunge, Magen, Caecum, Leber, Gehirn u.
a. Th. sind in Holzschnitten dargestellt. Proc. Z. S. Pt. 1 1882
p. 271—286.
Gaviina. M. N. Mas so n berichtet über die Zucht von Cavia
aperea in halber Freiheit. Bull. Soc. d'Acclim. Paris T. 9 No. 9
p. 464—465.
Chinchillina. Lagidium Cuvieri wurde auf der Ostseite der
Anden bei Mendoza (Argentinien) gefunden von E. W. White, Cameo?
from the Silverland. Vol. 1. London 1881.
der Säugethiere während des Jahres 1882. 413
Leporina. D. Doederlein, Ueber das Vorkommen einer
zweiten Hasenart neben Lepus hrachyurtis in Japan, welcher im
Winter weiss wird wie L. variabiUs. Mitth. Deutsch. Ges. Nat. u.
Völkerk. Ostasiens. 25. Heft.
A. V. Kölliker, Die Entwickelung der Keimblätter des Ka-
ninchens. Mit 6 Taf. Festschr. zur Feier d. SOOjähr. Best. d. Univ.
Würzburg. 1882.
S. Lock wo od schildert die Lebensweise des Xep^«s sylvaticus.
Amer. Naturalist Vol. 16 No. 11 p. 854—861 und No. 12 p. 937
—945.
G. Retzius, Zur Histologie der häutigen Gehörschnecke des
Kaninchens. Mit 2 Taf. Biolog. Unters. Retzius 2. 1882 p. 103
— 144.
Tiemann berichtet über einen schwarzen Hasen, welcher in
Schlesien erlegt wurde. Isis 7. Jahrg. p. 20.
Lagomys Utoralis n. sp. von der Tschuktschen Halbinsel.
W. Peters, S. B. Ges. Naturf. Freunde Berlin No. 6 p. 95.
Edentata.
W. H. Flower erörtert eiDgehend die verwandtschaft-
lichen Beziehungen der einzelnen Familien der Edentaten
zu einander und gelangt zu dem Schluss, dass Brady-
podidae^ Megatheriidae u. Myrmecophagidae nahe Verwandte
und Nachkommen einer gemeinsamen Stammform seien,
welche letztere wahrscheinlich omnivor gewesen und all-
mälig in ausschliessliche Pflanzenfresser einerseits und
reine Fleischfresser andererseits sich spaltete, dass hingegen
die altweltlichen Formen Manidae und Orycteropodidae sehr
von den amerikanischen Familien abwichen und kaum von
derselben Stammform herzuleiten seien. Proc. Z. S. Pt. 2
1882 p. 358-367.
W. A. Forbes beschreibt die Ernährungsorgane, Ge-
hirn und weiblichen Geschlechtstheile von Myrmecophaga
juhata. Mit 1 Tafel (pl. 15) und mehreren Holzschnitten.
Proc. Z. S. Pt. 2 1882 p. 287—302.
F. A. Jentink liefert eine Revision der Jfam's-Arten
des Leydener Museums. Verf. weist auf das Variiren der
Zahl der Schuppen sowohl des Körpers als des Schwanzes
414 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
bei den einzelnen Arten innerhalb gewisser Grenzen hin
und macht auf die Unterschiede zwischen den asiatischen
und afrikanischen Arten aufmerksam. Bei ersteren ver-
läuft die mittlere Schuppenreihe des Schwanzes ununter-
brochen bis zum Schwanzende und zwischen den Schuppen
stehen Borsten, bei letzteren ist die mittlere Schuppenreihe
kurz vor dem Schwanzende abgebrochen, letzteres zeigt
nur 4 Reihen; Borsten zwischen den Schuppen sind nicht
vorhanden. Es werden sodann die einzelnen Arten be-
schrieben, nebst Anführung der Synonymie und geogra-
phischen Verbreitung, und zwar von asiatischen Arten
1) mit mehr als 20 Schuppen in der Mittelreihe des
Schwanzes : Manis javanica Desm. ; 2) mit weniger als 20
Schuppen : M. aurita Hodgs. und crassicaudata Geoffr. Von
afrikanischen Arten: 1) Aussenseite der Beine mit Schuppen
bedeckt, Schwanz ohne nackte Stelle an der Unterseite,
Schuppen ungekielt, Krallen der Hinterfüsse viel kleiner
als die der vorderen , Schwanz kürzer als der Kopf und
Körper: M. gigantea 111. und M, Temminckii Smuts.
2) Aussenseite der Vorderextremitäten behaart, Schwanz -
ende unten nackt, Schuppen der Hinterfüsse und Körper-
seiten gekielt, Krallen der Hinterfüsse fast ebenso gross
als die der vorderen, Schwanz viel länger als Kopf und
Körper. M. longicaiidata Briss. und M. tricuspis Rafin.
Notes from the Leyden Mus. Vol. 4 1882 Note 25 p. 193
—209.
P. L. Sclater berichtet über eine Myrmecophaga ju-
hata, welche 14 Jahre in Gefangenschaft gelebt. Proc. Z.
S. Pt. 1 1882 p. 234.
Ungulata.
E. D. C 0 p e bildet eine neue , die Prohoscidea und
Condylarthra umfassende Ordnung Taxeopoda^ wozu ver-
muthlich auch die Toxodonüa und Hyracoidea zu stellen
sind und giebt folgende Uebersicht über die ungulata-.
I. Os magnum supporting os lunare, and not articulating with ob
scaphoideum.
der Säugethiere während des Jahres 1882. 415
a. Astragalus articulating only with navicular.
Fibula with interlocking articulation with astragalus: Hyracoidea.
Fibula with lateral contact only with astragalus: Taxeopoda.
aa. Astragalus uniting with both navicular and cuboid.
Lunar uniting with unciform; fibula only in contact with astragalus ;
Ämhlypoda.
II. Os magnum supporting os scaphoideum ; lunar supported in
part by unciform. Astragalus uniting with both cuboid and
navicular.
Astragalus truncate distally; median digit longest: Perissodactyla.
Astragalus ginglymoid distally; two median digits equal : Ärtio-
dactyla. American Naturalist Vol. 16 No. 6 p. 522—523.
In einer anderen Bearbeitung dieses Themas bildet
derselbe vier Ordnungen.
I. Taxeopoda, mit den Unterordnungen Hyracoidea und Con-
dylarthra und vielleicht Toxodontia (Character: Scaphoides suppor-
ted by trapezoides and not by magnum, which Supports lunar. Cu-
boid articulating proximally with calcaneum only). II. Pröboscidea
(Scaphoides supported by trapezoides and not by magnum, which
Supports lunar. Cuboid extended inwards and articulating with the
distal face of the navicular. III. AmUypoda mit den Unterordnungen
Pantodonta und Dinocerata (Scaphoides supported by trapezoides
and not by magnum, which with unciform, supports the lunar. Cu-
boid extended inwards and articulating with astragalus). IV. Di-
plarthra, Unterord. Perissodactyla und Ärtiodactyla (Scaphoides
supported by magnum, which with the unciform also supports the
lunar. Cuboid extended inwards so as to articulate with the astra-
galus). Die Phylogenie der Ordnung ist folgendermaassen dar-
gestellt :
Taxeopoda. '
^ ^ ,
Condylarthra. Platyarthra (hypothetisch).
Hyracoidea. Pröboscidea. Amblypoda.
Hyodonta (hyp.) Pantodonta.
Diplarthra. Dinocerata.
Perissodactyla. Ärtiodactyla.
Proceed. Amer. Philosoph. Soc. Philadelphia Vol. 20 No. 112 p. 438
—447.
Derselbe beschreibt zwei neue, zu den Ämhlypoda
oder Perissodactyla gehörende Gattungen und Arten, Haplo-
conus lineatus und Pantolamhda hathmodon. American Natur.
Vol. 16 No. 5 p. 417—419.
416 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Derselbe giebt einige Notizen zur Characteristik der
Perissodactyla Condijlarthra, zieht dazu auch Meniscotherium
und bildet zwei Familien, Thenacodontidae (Dentition tu-
bercular) und Meniscotheriidae (Dentition lophodont, with
external and internal crescents and deep Valleys). Ebenda
No. 4 p. 334. Vergl. auch: Proc. Ac. Philad. 1882 p.
95-97.
Derselbe erhebt die Art Phenacodus laücuneus zum
Typus der neuen Gattung Diacodexis und Lophiodon ven-
torum zum Typus des neuen Genus Heptodon. Ebenda
No. 12 p. 1029.
Derselbe beschreibt neue Formen aus dem Puerco
Eocene : Hemithlaeus Koivalevskianus n. g. et sp., nahe Ani-
sonchus; Änisonchus conifenis n.siß.j Mioclaenus protogonioi-
des n. sp. , M. opisthacus n. sp. , M, Baldwini n. sp.,
Protogonia plicifera n. sp. u. Dissacus carnifex n. sp. Ebenda
No. 10 p. 832—834.
Der selb e beschreibt einen neuen Bathmodon, B.pachy-
pus^ und bespricht die Formen TJintatherium rohustum Leidy
und Triisodon conidens Cope. Proc. Ac. Sc. Nat. Sc. Philad.
1882 p. 294—300.
L. Kunsien, Ueber die Entwickelung des Hornhufes
bei einigen Ungulaten. Dorpat 1882. 8.
Perissodactyla.
E. D. Cope giebt eine Uebersicht über die Corypho-
dontidae und charakterisirt die fünf Gattungen folgender-
massen:
I. Two internal cusps of the last superior molar.
All the true raolars with a developed posterior external V: Man-
teodon n. g.
II. One internal lobe of the last superior molar,
a. Last superior molar with posterior external cusp.
Anterior two molars with posterior external V: Ectacodon n. g.
aa. Last superior molar without external posterior cusp.
der Säugethiere während des Jahres 1882. 417
Anterior two molars with posterior external V.
Astragalus transverse, with internal hook : Coryphodon.
Astragalus subquadrate, without internal hook: Batlimodon.
First superior molar only with posterior external V : Metalo-
phodon.
Manteodon suhqtiadratus, Ectacodon cinctus und Coryphodon
anax sind neue Arten. Amer. Naturalist Vol. 16 No. 1 p. 73. [Vergl.
oben unter üngulata.]
Oligotomus osbornianus wird von Cope zum Typus einer neuen
Gattung Octocion erhoben. Amer. Natural. Vol. 16 No. 6 p. 522.
Orthocynodon antiquus gen. et sp. nov., fossil, aus dem Bridger
Eocene, nahe Amynodon. B. Scott und H. F. Osborn, Amer. Journ.
Sc. Sept. 1882 p. 223 und Ann. Mag. N. H. Vol. 10 No. 58 p. 333.
Loxolophodon cornutum Cope, restaurirtes Skelet abgebildet in
American Naturalist Vol. 16 No. 12 t. 17.
Equidae. Ch. Cornevin. Nouveaux cas de Didactylie chez
le Cheval et Interpretation de la polydactylie des Equides en general.
Lyon, impr. Bourgeon. 1882. 80. 34 p. 3 pl.
Faverot deKerbrech, Les Chevaux de l'Amerique du Nord
(Etats. Unis, et Canada). Paris 1882. 8. 40 pg.
E. Fr Ueber die Vermehrung der Wildpferde in Au-
stralien. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 2 p. 61.
S. G arm an vermuthet, dass Kälteperiodeu, wie sie noch jetzt
im Laufe von Jahrzehnten in Amerika sich wiederholen, die Ursache
des Aussterbens der posttertiäreu Pferde in Amerika gewesen seien.
Nature No. 692 p. 313. Referat : Kosmos 6. Jahrg. 12. Hft. p. 458.
V. G 0 e h 1 e r t , Ueber die Vererbung der Haarfarbe bei den
Pferden. Zeitschr. f. Ethnol. 14. Jahrg. Heft 4 p. 145— 155. — Verf.
gelangt u. a. zu den Resultaten, dass die weisse und braune Haar-
farbe sich leichter vererbt als andere, am unsichersten die schwarze
und dass die Fohlen mehr der Haarfarbe der Stute als des Hengstes
nachschlagen.
Frhr. V. Kessel-Zentsch, Das Ardenner-Pferd. Mit 1 Phot.
Breslau, Korn 1882 und: Der Landwirth 18. Jahrg. 1882.
W. J. Leidy bespricht Fossil-Reste von Pferden von Lacual-
tipan, Hidalgo in Mexico und begründet auf dieselben eine dem
Hippotherium vemistum und speciosum nahe stehende Art, H. mon-
tezuma. Proc. Acad. N. Sc. Philadelphia 1882 p. 290—291.
A. Neil ring fand den sogenannten Wolfszahn der Pferde bei
78 und 210 Schädeln und zwar nicht nur bei Equus cahallus, son-
dern auch bei E. asinus, zebra und BurchelU, meistens nur im Ober-
kiefer, selten auch im Unterkiefer, wo er stets viel zierlicher ge-
staltet ist. Verf. betrachtet den Wolfszahn als vordersten Praemolar
und rechnet ihn nicht zum Milchgebisse , sondern zum definitiven
418 Reicbenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Gebisse. Der Wolfszahn muss demnach in die Zahnformel der
3
Gattung Equus aufgenommen werden und diese lauten: Inc. — can.
o
— pm. — 1^ resp. — — J m. — . Diese Zahnformel entspricht der
Genealogie der Gattung Equus. Verf. bemerkt schliesslich, dass die
Aenderungen im Gebisse wahrscheinlich Hand in Hand gingen mit
einer Reduction der dreihufigen Füsse zu einhufigen resp. einer Ver-
kümmerung der Ülna, bez. Fibula und erörtert die Ursachen, welche
vermuthlich auf diese Veränderung eingewirkt haben. S. B. Ges.
Naturf. Freunde Berlin Nr. 3 p. 31—36 und No. 4 p, 47—52.
Derselbe berichtet über Fossil-Reste einer kleinen Equus-
Art aus dem Diluvium von Westeregeln , welche einer Wildesel-
Species, etwa E. hemionus, zuzuschreiben sind. Ebenda No. 4 p. 53.
C. Ä. Pietrement, Les Chevaux des les temps prehistoriques
et historiques. Paris 1882. 8. 850 p.
De Saincthorent, Etüde sur les Chevaux de Limousin,
de l'Auvergne et de la Marche. Bordeaux 1882. 8. av. dessins.
J. Schlechter hat Aufzeichnungen zusammengestellt, welche
hinsichtlich der Belegung, der Trächtigkeit und des Geschlechts-
verhältnisses der Pferde in ungarischen Gestüten gesammelt wurden
und vergleicht die Ergebnisse der Paarung im wilden Zustande, der
Rudelbelegung, bei welcher eine bestimmte Anzahl Stuten einem
Hengst zugewiesen werden und der ,, Belegung aus der Hand", der
Paarung eines Hengstes mit einer Stute, welche unter unmittelbarer
Aufsicht des Züchters stattfindet. Von allgemeinem biologischen
Interesse sind die sich ergebenden Resultate, dass das procentische
Verhältniss der Trächtigkeit bei Paarungen, welche dem Naturtrieb
der Thiere selbst überlassen werden, grösser ist, als wenn dieselben
seitens des Züchters geleitet werden; dass unter gleichen Verhält-
nissen reine Rassen das grösste Trächtigkeitsprocent aufweisen; dass
bei niedriger Kulturstufe der Pferdezucht die männlichen Lebend-
geburten die weiblichen überwiegen, dass hingegen bei höherer
Kulturstufe die Procentzahl der Lebendgeburten überhaupt und
zwar die der männlichen mehr als die der weiblichen abnimmt.
Revue f. Thierheilkunde u. Thierzucht. Wien 1882 No. 6-9.
W. Stricker berichtet über ein fruchtbares Maulthier im
Jardin d'acclimatation in Paris. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 4 p. 126.
J. N. Woldrich entdeckte bei Pola in Istrien die Reste di-
luvialer Pferde, welche er als Equus Stenonis affinis und Equus
qiiaggoides affinis bezeichnet und bei Nussdorf eine dritte Art,
welche er Equus cahaUus fossilis minor nennt. In einer eingehenden
Erörterung der Abstammung des Hauspferdes gelangt Verfasser zu
dem Schluss, dass wir in dem diluvialen Equus Stenonis affinis oder
der Säugethiere während des Jahres 1882. 419
in Eguus caballus fossiUs, oder in beiden, die Stammform des noch
wenig bekannten grossen Pferdes der Bronzezeit, weiter in ersterem
die Stammform unseres grossen Equus caballus L. mit stärkerer
secundärer Schmelzfältelung, in letzterem die Stammform unseres
grossen Equus caballus L.. mit einfacher Schmelzfältelung und
sehr langem Innenpfeiler zu suchen haben; ferner in dem diluvialen
Equus caballus fossiUs minor die Stammform des Equus caballus
minor der Bronzezeit und weiter die Stammform des kleinen Equus
caballus L. der Sueven und der Gegenwart, in welcher diese Form
im Verschwinden begriffen ist. Jahrbuch k. k. geolog. Reichsanstalt
32. Bd. 1882 4. Hft.
Equus Grevyi n. sp, von Shoa (Abart des E. zebra). M. A.
Milne-Edwards , La Nature No. 470 3. Juni 1882. — Holzschnitt.
Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 721.
Tapirina. G. C a p e 1 1 i n i , Resti di Tapiro nella lignite di
Sarzanello. Con 1 tav. Atti R. Accad. Lincei (3.) Mem. Cl. fis. T. 9
p. 76—80.
W. N. Parker, On some Points in theAnatomy of the Indian
Tapir {Tapirus indicus). Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 768—777. pl.
58 u. 59.
Tapirus Dowii vermuthlich die in den Anden Venezuelas vor-
kommende Tapirart. P. L. Sclater, Proc. Z. S. Pt. 3 1882 p. 391,
abgeb. pl. 23.
Artiodactyla.
E. D. Cope beschreibt einen Artiodactylus aus dem unteren
Eocen, Mioclaenus brachystomus und bespricht die Unterschiede der
Gattungen Mioclaenus und Dichobune. Amer. Natur. Vol. 16 p. 71
und Ann. Mag. Nat. H. Vol. 9 p. 204.
Cervina. L. Buxbaum, Ein Rehbock als Beschützer des
Hasen gegenüber dem Fuchse. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 1 p. 28.
W. A. Forbes, Supplementary Notes on the Anatomy of the
Chinese Water -Deer [Hyäropotes inermis). Proc. Z. S. Pt. 4 1882
p. 636-638, with woodcuts.
Dame 8 berichtet über das Vorkommen eines fossilen Hirsches
in den Pliocänablagerungen von Pikermi in Attika. Das aufgefun-
dene Geweih ähnelt dem von Gerviis Matheronis Gervais. S. B. Ges.
Naturf. Freunde Berlin No. 5 p. 71.
Pere Heu de giebt Beschreibungen von 9 Hirscharten, welche
China bewohnen, darunter drei neue Arten. Bull. Soc. philom. 1882
7. Serie t. 6 No. 3 p. 183. [S. Cervus.]
420 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Fr. Th. Koeppen berichtet über das Vorkommen des Rehs
und Edelhirsches in der Krim. Beitr. z, Kenntniss d. Russ. Reich,
etc. 2. Folge. St. Petersburg 1882.
E.Krause, Die Entwickelung des Hirschgeweihes in der Vor-
zeit. Mit 1 Tafel. Kosmos 6. Jahrg. 1. Heft. p. 23-33.
A. Pagenstecher, Die Entwickelung des Hirschgeschlechts.
Verhandl. naturh. med. Ver. Heidelberg. Neue Folge Bd. 3 1. Hft.
1882. Referat in Kosmos 6. Jahrg. p. 52—59.
R. Peck, üeber einen bei Görlitz erlegten geweihlosen Hirsch.
Verhandl. Zool. Botan. Ges. Wien. 32. Bd. p. 33.
0. Ploss, Beiträge zur Rehzucht, üeber die Aufzucht junger
Rehe in Gefangenschaft ohne natürliche Mutter und über die Reh-
pflege im Walde überhaupt. Der Waidmann, 13. Bd. p. 287—289.
Pohlig bringt die Riesenhirsche nach ihren Stangen in 5
Rassen: Cervus eurycerus Hiherniae Ow,, Germaniae Pohl., antiqui
Pohl., Belgrandi (Lart.?), Bavariae Pohl., von welchen die einen
dem Dammhirsch, die anderen dem Elen, die dritten dem Rennthier
in der constanten Beschaffenheit ihrer Geweihe sich nähern. Verh.
n. Ver. Rheinl. u. Westf. II. Sitzb. p. 136.
L. Rütimeyer, Studien zu der Geschichte der Hirschfamilie.
Verhandl. naturf. Ges. Basel. 7. Th. 1. Hft. 1882 p. 1— 61. — Stellt
in compendiöser Form die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen,
welche vom Verf. des Ausführlicheren in den Abh. Schweiz. Palae-
ont. Ges. Bd. 7 u. 8 dargelegt sind. [Vergl. Bericht 1881 S. 406.]
Wernhardt, Ueber die Erziehung des Rehwildes in kleinen
Thiergärten. Der W'aidmann, 13. Bd. No. 40 p. 319-321.
Die Tragzeit des Rothwildes wird verschiedentlich erörtert,
von einigen werden 40 Wochen angenommen , von Anderen eine
kürzere Zeit. Waidmann 13. Bd. p. 47. 94. 136. 272. — E.
Schindelar behauptet auf Grund genauer Beobachtungen , dass die
Tragzeit 232 Tage währe. Ebenda p. 360.
Ueber die Geweihbildung ausländischer Hirscharten. VIII.
Schweinshirsch {Hyelaphus porcinus). Mit Abbild, d. Geweihs. Der
Waidmann 13. Bd. p. 153.
Cariacus columbianus. Verbreitung der Art. Ch. Bendire,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 348—349.
Cervus cyclorhinus, devüleanus u, Memalis nn. spp. von China.
Heude, Bull. Soc. pbilom. 1882, 7. Serie, t. 6 No. 3 p. 183.
Cervus elaphus. Ueber die frühere Verbreitung in Irland.
Gegenwärtig leben noch wenige, gehegt, in Kerry. R. J. Ussher,
Zoologist Vol. 6 No. 63 p. 81—84.
Cervus Lühdorß n. sp. von Transbaikalien. H. Bolau, Abhandl.
aus d. Geb. d. Naturw. Hamburg 1881 p. 34-36.
der Säugethiere während des Jahres 1882. 421
Gavicornia. Baumgartuer, Stand des Mufflon- und Stein-
wildes im erzherzogl. Thiergarten auf der „hohen Wand" bei Wiener-
Neustadt. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 8 p. 252.
W. A. Forbes theilt mit, dass eine Äntüocapra americana
des Londoner Zool. Gartens in aufeinanderfolgenden Jahren die
Hörner abgeworfen. Das Abwerfen geschah im November. Proc.
Z. S. Pt. 1 1882 p. 1.
J. L. Hayes, The Angora Goat; its origin, culture and pro-
duct, with an appendix ou the Alpaca and its congeners. New
York 1882.
F. Kaltenegger, Die geschichtliche Entwicklung der Rinder-
racen in den österreichischen Alpenländern. Prag 1881.
R. Nellenburg schildert die Lebensweise des Bergschaafes
{Ovis montana). Hugo's Jagd-Zeitung 25. Jahrg. p. 47 u. 74.
F. Pommerol, Recherches sur le Mouflon quaternaire {Ovis
antiqua). Paris 1882. 11 p.
J. Janke, Die Vorherbestimm ung des Geschlechts beim Rinde.
2. Aufl. Berlin 1881. — Behandelt die Entdeckung eines amerik.
Züchters, F'iquet , dass von den Elterthieren das in der geschlecht-
lichen Kraft praevalireude der Frucht seine Eigenschaften, aber das
entgegengesetzte Geschlecht überträgt. Um Kuhkälber zu erhalten,
vernachlässigte F. die zum Bespringen ausgewählte Kuh in der
Pflege, während der Bulle auf das Sorgfältigste abgewartet wurde
und umgekehrt. Auf das obige Gesetz wird die Thatsache zurück-
geführt, dass gute Milchkühe gewöhnlich Stierkälber werfen, weil
die sorgfältige Pflege auch auf die Geschlechtsfunctionen stärkend
einwirkt.
F. Posner berichtet über einen milchgebenden Ziegenbock.
Kosmos 6. Jahrg. 6. Hft. p. 468.
F. Zoepf, Die österreichischen Rinderracen. Herausg. vom K.
K. Ackerbau-Ministerium. 2. Bd. Die Rinder des oberen Donau-
thales in Ober- und Niederösterreich. Wien. W. Frick 1881—1882.
Bos frontalis, alt und jung, abgebildet. Proc. Z. S. Pt. 1 1882
t. 10.
Ovis ophion Blyth (0. cyprius Blas.). Beschreibung eines
Paares, welches in den Garten des landwirthschaftlichen Instituts
in Halle gelangte. J. Kühn, Isis 7. Jahrg. p. 351.
Snina. M. H. Filhol, Observations relatives ä un groupe de
Suides fossiles dont la dentition possede quelques caracteres simiens
{Doliochoerus n. g.). Le Natural. 4. Ann. No. 17 p. 129.
Derselbe. Note relative a une nouvelle espece de Sus fossile
trouvee dans les argiles ä Dinotherium de Valentine (Haute-Garonne)
[Sus Valentini]. Ebenda p. 123.
J. Leidy beschrieb einen fossilen Peccari {Platygonus vetus).
Proc. Acad. N. Sc. Philadelphia 1882 p. 301—302.
Archiv für Natm-gesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd CG
422 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Porcula sdlviana abgebildet Proc. Z. S. Pt. 3 1882 pl. 37.
Obesa. W. L. S i g e 1 berichtet über das Betragen des Nil-
pferdes im zoologischen Garten in Hamburg, über dessen Pflege,
sowie über den Fang und Transport desselben. Zool. Gart. 23. Jahrg.
No. 5 p. 129—140, mit Holzschn. u. No. 10 p. 289—298.
Proboscidea.
H. B 0 1 a u erörtert die Unterschiede zwischen dem
africanischen und indischen Elephant. Zool. Gart. 23.
Jahrg. No. 4 p. 118—119, mit Holzschn.
A. Gaudry, Sur des debris de Mammouth trouvös
dans Tenceinte de Paris. Compt. rend. Ac. Sc. Paris T.
94 No. 26 p. 1682—1683.
Pohlig erörtert die Unterschiede von Elephas anti-
quus von primiyenius. E. intermedius Jourd. gehört zu
letzterem. Ob E. meridionalis eine von antiqiius verschie-
dene Art sei , bleibt zweifelhaft. Verh. n. Ver. Rheinl. u.
Westf. IL Sitzb. p. 134.
M.Schmidt, Die Krankheiten der Elephanten. Zool.
Gart. 23. Jahrg. No. 8 p 234-236.
Sirenia.
G. R. L e p s i u s , Halitherium Schind , die fossile
Sirene des Mainzer Beckens. Eine vergleichend-anatomische
Studie. Mit 10 lith. Tafeln. Darmstadt, A. Bergstraesser.
1882 p. 208. — Giebt eine eingehende Beschreibung des
genannten Fossils und eine Betrachtung der ganzen Gruppe
und gelangt zu dem Resultat, dass die Aehnlichkeiten
zwischen den Cetaceen und Sirenen nur äusserliche
und letztere vielmehr, wie bereits vermuthet worden, am
nächsten den Hufthieren verwandt seien, einen dem Wasser-
leben angepassten Zweig dieser darstellten. Und zwar
gleichen sie unter diesen am meisten den Tapiren. Die
verwandtschaftlichen Beziehungen der Sirenen zu den Un-
der Säugethiere während des Jahres 1882. 423
gulaten und der einzelnen Sirenengattungen untereinander
werden folgendermassen dargestellt:
üngulata:
I. üngulata terrestria:
1. Perissodactyla.
2. Artiodactyla.
3. Proboscidea.
II. üngulata natantia:
4. Sirenia.
Halitherium. Prorastomus.
Metaxytherium. Manatus.
Felsinotherium.
Halicore.
Rhytina. ^
Natantia.
Delpbinida. G. Capellini, Del Tursiops Cortesii e del delfino
fossile die Mombercelli nell' Astigiano. Rendicont. Accad. Istit.
Bologna 1881/82 p. 88—89.
E. Friedel, üeber die in der Ostsee vorkommenden Delphine,
Phocaena communis, Tursio truncatus, Orca gladiator, Lagenorhyn-
chus älbirostris u. a. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 7 p. 202 — 205.
Electra Hectori n. sp. von Neu -Seeland. P. J. van Beneden,
Bull. Ac. Belg. (3) I. p. 877-887 t. 2.
Hyperoodon planifrons n. sp. von Lewis Island (Nordwest-
Australien), aufgestellt nach einem Schädel, welcher beschrieben und
abgebildet wird. W. H. Flower, Proc. Z. S. Pt. 3 1882 p. 392-396.
Hyperoodon rostratus und latifrons. unterschiede beider For-
men erörtert und Species-Identität nachgewiesen auf Grund von
Beobachtungen Cpt. Gray's über die Veränderungen der Kopfform
mit zunehmendem Alter bei den männlichen Individuen. W. H.
Flower, Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 722—731. Mit Holzschnitten von
Schädeln und umrissen der ganzen Thiere in verschiedenem Alter.
Balaenida. P. J. van ßeneden, Note sur des ossements de
la Baieine de Biscaye au Musee de la Rochelle. Avec 1 pl. Bull.
Acad. Sc. Belg. (3) T. 4 No. 11 p. 407-414.
Derselbe. Description des ossements fossiles des environs
d'Anvers. 3. partie. Cetaces. Ann. Mus. roy. d'hist. Nat. Belgique
t. 7 1882 und separat. F. Hayez, Bruxelles. — Behandelt P'ossile
424 Reich enow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
der Gattungen Megaptera, Balaenoptera, Burtinopsis, Erpetocetus.
Mit 109 Tafeln.
Derselbe berichtet über einen fossilen Wal, Mesoletus agrami,
im Museum in Agram. Ref. in Amer. Naturalist Vol. 16 No. 12
p. 1027.
H. Burmeister, Die Bartenwale [Balaenoptera) der Argen-
tinischen Küsten. Buenos Ayres 1881. Fol. 35 p. 7 T.
Balaena hiscayensis im Mittelmeer. H. Giglioli, Nature Vol.
25 No. 648 p. 505.
Marsupialia.
E. D. Cope giebt eine Uebersicht über die Gattungen
der Tlagiaulacidae und characterisirt dieselben nach ihren
wichtigsten Merkmalen folgendermassen :
A. several large cutting premolars.
Premolars four, sides not ridged : Ctenacodon.
Premolars typically three, with oblique lateral ridges : Plagiaulax.
aa. One large cutting premolar.
b. Inferior molars with several tubercles.
Large premolar without posterior cusp, edge directed upwards ;
sides ridged : Ptüodus.
Large premolar with posterior cusp; edge directed forwards; sides
(?) not ridged : Catopsalis.
bb. Inferior molars small with few lobes; the last rudimental.
Large premolar without posterior cusp ; edge directed upwards ;
sides not ridged : Thylacoleo.
Die Phylogenie der Gruppe und die Beziehungen zu
den Macropodidae sind ferner erörtert, wobei als verbin-
dende Stammform eine hypothetische Gattung Tritomodon
angenommen wird, an welche einerseits die Flagiaidacidae^
mit Ctenacodon beginnend und mit Thylacoleo als der höch-
sten Form endigend, andererseits Hypsiprymnus und Ma-
cropus sich anschliessen.
Derselbe beschreibt eine neue Gattung der
Plagiatdacidae aus dem unteren Eocän, Catopsalis, mit der
Art C. foliatus und giebt folgende Uebersicht über die
Gattungen der Gruppe :
a. One large premolar, which presents anteriorly.
Fourth premolar with a cutting edge anteriorly, and a free posterior
der Säugetbiere während des Jahres 1882. 425
cusp ; molars with numerous cusps : Catopsalis. (Eine Art aus
dem unteren Eocän Nord-Amerikas.)
aa. Several large premolars which present upwards.
Premolars four, not ridged : Ctenacodon (zwei Arten im Nord-
amerikanischen Jura).
Premolars with lateral ridges extending to the posterior edge of
tbe crown: Plagiaitlax (mit zwei Arten aus dem englischen
Jura).
Premolars with lateral ridg-;s not extending to the posterior edge
of the crown : Ptilodus (zwei Arten aus dem untern Eocän Frank-
reichs und Nord-Amerikas).
Ebenda No. 5 p. 416—417.
Derselbe berichtet über Säugethierreste in der „La-
ramie - Formation'^ und beschreibt eine neue Form der
Plagimdacidae, Meniscoessus conquisitus g. et sp. n. Ebenda
No. 10 p. 830—831.
Derselbe beschreibt nene Marsupialia aus deraPuerco
Eocän. Polymastodon taoensis n. g. et sp., Catopsalis pollux
n. sp., Ptilodus trovessartianus n. sp., Haploconns entoconus
n. sp. und H. gillianus n. sp. Ebenda No. 8 p. 684 — 686.
D. J. C u n n i n g h a m , Report on the Marsupialia
collected during de Voyage of the „Challenger". London
1882. roy. 4 with plates.
Lemoiue, Sur deux Plagiaulax tertiaires, recueillis
aux environs de Reims: Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 95
No. 21 p. 1009—1012. — Neopliagiaidax eocaenus n. g. et
sp. und N. Marshii n. sp.
Macropodida. G. C a 1 1 a n e o, Sugli organi riproduttori fem-
rainili dell' Halmaturus Bennetti. Boll. Sc. Maggi, Zoja etc. Anno 4
No. 1 p. 26—27.
H. C. Chapman, On a Foetal Kaugaroo and its Membranes.
Proc. Ac. Sc. Philad. Dec. 27 1881 u. Ann. Mag. N. H. Vol. 9 No. 52
p. 338.
J. J. Flöte her, On the existence after parturition of a direct
communication between the median vaginal cul-de-sac so-called, and
the urogenital canal, in certain species of Kangaroos. Proc. Linn.
S. N. S. Wales. Vol. 6 pl. 4 p. 796-811.
R. Owen, Description of Part of the Femur of Nototherium
MitchelU. With 1 pl. Quart. Journ. Geol. Soc. London Vol. 38 P. 3
p. 394-896 u. Ann. Mag. N. H. Vol. 10 p. 172-173.
Phalangistidae. Belideus gracilis n. sp. von Nord-Queensland.
Ch. De Vis, Berichte der „Linn. Soc. New-South-Wales Dec. 1882".
426 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgesch. etc.
Scansoria. Didelphys virginiana in Central-New-York gefangen.
E. Coues, Amer. Naturalist Vol. 16 No. 2 p. 141. — Dieselbe Art bei
Elmira, N.-Y. C. Hill, Amer. Natural. Vol. 16 No. 5 p. 403.
Dasyuridae. Phascologale (Chaetocercus) püicauda n. sp. vom
Fly-River (Neu-Guinea). Peters und Doria, Ann. Mus. Civ. Genova
1881 p. 668.
MoBotremata.
E. R. Lankester, On the Valves of the Heart of Orni-
thorhynchus paradoxus compared with those of Man and the Rabbit,
with some Observations on the Fossa Ovalis. Proc. Z. S. Pt. 3 1882
p. 549-560 pl. 38—41.
R. Owen, Les Oeufs de VEchidna hystrix. Archiv. Zool.
Experiment. T. 10 No. 3 Notes p. XLV.
U. Pritchard, The Cochlea of the Ornitlwrhynchus platypus
ocmpared with that of ordinary Mammals and of Birds. Phil. Trans.
CLXXII p. 267-282. t. 44 u. 45.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1882.
Von
Ant. Reichenow.
I. Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie.
A. Ornithologische Zeitschriften.
Journal für Ornithologie. Deutsches Centralorgan für
die gesammte Oruithologie. In Verbindung mit der Allg.
Deutschen Ornith. Gesellsch. herausgeg. v. J. Cabanis
(L. A. Kittler, Leipzig). 30. Jahrg. 1882.
The Ibis. A Quarterly Journal of Ornith ology. Ed.
by 0. Salvin and P. L. Sclater. London. Fourth Series.
Vol. 6 1882.
Stray Feathers. A Journal of Ornithologie for India
and its Dependencies. Ed. by Allan Hume. Calcutta Vol.
10 1882.
Bulletin of the Nuttall Ornithological Club. A Quar-
terly Journal of Ornithology. Ed. by J. A. Allen, Assisted
by S. F. Baird and E. Coues. (Cambridge, Mass.). Vol. 7
1882.
B. Zeitschriften lokal-faunistischen und bio-
logischen Inhalts.
Mittheilungen des Ornithologischen Vereines in Wien.
Blätter für Vogelkunde, Vogel-Schutz und -Pflege. Red.
G. V. Hayek und Aurelius Kermenic. (W. Frick, Wien).
428 Reichenow: Bericht üb, die Leistungen in der Naturgeschichte
7. Jahrg. 1882. — Wissenschaftlich gehalten; namentlich
werthvolle Beiträge zur Vogelfauna Oesterreich- Ungarns.
Blätter des Böhm. Vogelschutz-Vereins in Prag. Red.
u. Exp. Dr. W. Schier, Prag, Heinrichsgasse 7. 2. Jahrg.
1881—1882. — Betrifft speciell die Ornis Böhmens und
bringt manchen wissenschaftlich werthvollen Aufsatz. Vgl.
unter Abth. III u. V. Schier, Wessely.
Monatsschrift des Deutsch. Vereins z. Schutze der
Vogelwelt. Red. v. W. Thienemann, Liebe, Rey, Dieck,
Frenzel, Thiele. (Verl. d. Vereins.) 7. Jahrg. 1882. —Vor-
zugsweise belehrenden und unterhaltenden Inhalts; doch
auch einzelne wissenschaftlich wichtige Artikel, vergl. unter
Abth. V: Liebe, Nehrling, Frenzel.
Zeitschrift des Verbandes der Ornithologischen Vereine
Pommerns und Mecklenburgs. Red. H. Röhl, Stettin. —
Vorwiegend den Vereinszwecken dienend, bringt diese Zeit-
schrift auch einzelne Artikel von wissenschaftlichem und
allgemeinem Interesse: Quistorp, Ankunft einiger Zugvögel
in der Gegend von Greifswald p. 37; Hintze, Ankunft u.
Brutzeit einiger Vögel in der Umgegend von Neuwarp p. 42;
Baske, üeber Brieftaubenzucht p. 90 u. 109.
Ornithologist and Oologist. Ed. J. M. Wade, Norwlch
Conn., Nord-Amerika. Vol. 6 1881—1882. — Bringt kleine
Artikel biologischen, insbesondere oologischen Inhalts über
nordamerikanische Vogelarten.
C. Zeitschriften für Zucht und Pflege der Vögel.
Blätter für Geflügelzucht. Central- Organ der deut-
schen Geflügelzüchter-Vereine und des Verbandes des Ge-
flügelzüchter-Vereins des Königreichs Sachsen. Red. B. Fleck
in Dresden (Verl. C. C. Meinhold u. Söhne, Dresden). 16.
Jahrg. 1882. — Fol.-Zeitungsiormat, wöchentlich.
Zeitschrift für Geflügel- und Singvögelzucht. Central-
Organ des Deutschen Geflügel-Sport-Clubs etc. Herausg.
u. Verl. Louis Meyer in Hannover. 12. Jahrg. 1882. — Fol.-
Zeitungsformat, Ersch. am 8. und 23. jedes Monats.
Die Gefiederte Welt. Zeitschrift für Vogelliebhaber,
der Vögel während des Jahres 1882. 429
-Züchter und -Händler. Herausg. Karl Russ. (L. Gerschel,
Berlin). 11. Jahrg. 1882. — Quart-Zeitungsformat; wöchentl.
Süddeutsche Blätter für Geflügelzucht. Eigenthum
des Bayerischen Vereins für Geflügelzucht in München.
Organ für Vogel- und Geflügelzucht. G. A. Finsterlin,
München. 7. Jahrg, 1882.
Pfälzische Geflügel-Zeitung. Wochenschrift zur För-
derung der Geflügel-, Zier-, und Singvogel-Zucht u, Organ
für deutsche Geflügelzucht- und Vogelschutz-Vereine. Red.
u. Verl. H. Kayser, Kaiserslautern. 6. Jahrg. 1882. — Fol.-
Zeitungsformat. Ersch. wöchentlich.
Schleswig -Holsteinische Blätter für Geflügelzucht.
Organ des Schlesw.-Holst. Centralver. f. Geflügelzucht. Red.
H. Kahler (Kiel). 4. Jahrg. 1882. — Octavform.; monatlich
eine Nummer.
Die Vogelwelt, Zeitschrift über Vogelschutz, Züchtung
von ausländischen Sing- und Schmuckvögeln und über Ge-
flügelzucht, Central-Organ des Landes- Verbands der Vereine
der Vogelfreunde in Württemberg. Red. u. Exp. C. Ritsert,
Heilbronn. 4. Jahrg. 1882. - Quart-Zeitungsformat. Zwei-
mal monatlich.
Geflügel-Börse. Organ zur Vermittelung des Kauf-
und Tauschverkehrs unter den Geflügelzüchtern. Red. u.
Exp. L. Freese, Leipzig, Bayerischestr. 140. 3. Jahrg. 1882.
— Nur Anzeigen, sehr verbreitet.
Illustrirte Geflügel - Zeitung. Fachblatt für rationelle
Zucht und Veredelung des Nutz-, Rasse- und Zier-Geflügels.
Herausg. J. F. Engelhard, Nürnberg. 2. Jahrg. 1881/82.
— Klein -Folio, monatlich eine Nummer. Die Zeitschrift
ist sehr ansprechend ausgestattet und bringt auch,
zum Theil recht gelungene, Lithographien von Geflügel-
rassen. Von den Tafeln des vorliegenden Jahrgangs sind
zu erwähnen: Nürnberger Bagdetten, Gelbe Entenflügel-
kämpfer, Berbertaube, Ital. Mövchen, Plyraouth-Rocks, Al-
mond, Brahmaputra, Rothscheckenkämpfer, Franz. Kröpfer.
Neben manchem werthvoUen Originalartikel enthält das
Blatt auch Referate über die Fortschritte auf dem Gebiete
der Geflügelzucht nach französ. Quellen, welche in anderen
430 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Zeitschriften derselben Tendenz noch nicht die gleiche Be-
achtung finden.
Der praktische Geflügelzüchter. Zeitschrift für Ge-
flügel- und Singvögelzucht. Organ des Centralvereins für
Geflügelzucht in der Provinz Hannover. Herausg. L. Ehlers
(Hannover) u. E. Rode (Hameln), (Th. Fuendeling, Hameln).
2. Jahrg. 1882. — Fol.-Zeitungsformat. Ersch. am 1., 11.
und 21. jedes Monats. Mit einer monatlich einmal ersch.
Beilage. Der prakt. Kanarien-Züchter, Zeitschr. f. Kanarien-
züchter und -Liebhaber. (Derselbe Verlag.)
Der Kanarienzüchter. Zeitschrift für Zucht u. Pflege
des Harzer Kanarienvogels. Red. u. Verl. L. Freese, Leipzig,
Bayerischestr. 140. 1. Jahrg. 1882. Quart-Zeitungsformat.
Ersch. am 15. jedes Monats.
L'Acclimatation. Journal des eleveurs. Dir. M. Dey-
rolle, Paris, 23 rue de la Monnaie. 9. Annee 1882. Quart-
Zeitungsformat. Erscheint zweimal monatlich. — Sehr ver-
breitet in Frankreich , wegen der zahlreichen Anzeigen
wichtig für Vogelwirthe.
Le Poussin, organe des eleveurs, revue hebdomadaire.
Dir. E. Lemoine, Crosne (Seine et Oise). 1. Annee 1882.
[Werthvolle Aufsätze über Acclimatisation , Zucht
und Pflege der Vögel bringen besonders die beiden, das
gesammte Gebiet der Thierpflege behandelnden Zeitschriften :
Der Zoologische Garten. Red. F. C. Noll (Mahlau u. Wald-
schmidt, Frankfurt a. M.) u. Bulletin mensuel de la Societe
d'Acclimatation (Paris, rue de Lille 19)].
D. Einzelne Werke und Aufsätze.
H. B. Bailey, „Forest and Stream" Birds Notes. An
Index and Summary of all the Ornithological Matter
contained in the first twelve volumes of the „Forest and
Stream'^ (Forest and Stream Publishing Co. New- York
1881).
E. Coues, The Bird Collector's Manual, Boston, Estes
u. Lauriat. 1882.
der Vögel während des Jahres 1882. 431
Charles Robert Darwin. Nachruf. Ibis No. 23
p. 479,
C. E. Eiben, Praktische Anweisung zum Ausstopfen
der Vögel. Quedlinburg 1882.
P. Frais se beschreibt die Zuchträume des Zoologi-
schen Instituts der Universität Leipzig und legt die Vor-
theile dar, welche eine grössere Zugänglichkeit der Zoo-
logischen Gärten für wissenschaftliche Zwecke, namentlich
deren engeres Zusammenarbeiten dieser Institute mit zool.
Museen, anatomischen und physiologischen Anstalten bieten
können. Ein sehr beachtenswerther Aufsatz! Zool. Gart.
23. Jahrg. No. 1 p. 17—28.
C.G.Giebel, ein Lebensbild. Auf Grundlage eigen-
händiger Aufzeichnungen des Verstorbenen. Zeitschr. f. ges.
Naturw. 54. Bd. p. 613—637.
A Guide to the Gould-Collection of Humming-birds
in the British Museum. Printed by order of the Trustees.
1881.
E. Ingersoll, Birds Nesting : a Handbook of In-
struction on Gathering and Preserving the Nests and Eggs
of Birds, for the purpose of Study. Salem Mass., London
1882. 120.
A. Locard, Etienne Mulsant, sa vie et ses oeuvres.
Notice biographique. Av. portrait. Lyon 1882.
C. J. Maynard, Manuel of Taxidermy; or How to
mount Birds and Mammals for the Cabinet. Boston 1882.
w. illustr.
W. M e V e s , Kurzer Leitfaden zum Präpariren von
Vogelbälgen und zum Conserviren und Ausstopfen der
Vögel. (W. Schlüter, Halle a. S. 1882.)
New South Wales Australian Museum. Report of the
Trustees for 1881. Presented to Parliament pursuant to Act
17 Vict. No. 2 Sect. 9.
J. A. Palmen, Antwort an Herrn E. F. v. Homeyer,
bezüglich der „Zugstrassen der VögeP^ Leipzig, W. Engel-
mann u. Helsingfors, K. E. Holm. 1882. — Weist die An-
griffe zurück , welche v. Homeyer in seiner Schrift „Die
Wanderungen der Vögel etc.'' gegen des Verf. Werk „Ueber
432 Reicheuow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
die Zugstrasseu der Vögel" erhoben und übt seinerseits an
V. H/s Streitschrift eine scharfe , aber durchaus sachlich
begründete Kritik.
R. Ridgway, Catalogue of Old World Birds in the
Un. St. National Museum. Proc. U. St. Nat. Mus. Vol. 4
p. 317-333.
Derselbe. List of Special Desiderata among North
American Birds. Ebenda p. 207—223.
Derselbe. List of Species of Middle and South-
American Birds not contained in the United States Na-
tional Museum. Ebenda p. 165.
0. Salvin, Catalogue of the collection of Birds for-
med by H. E. Strickland. Cambridge 1S82. 8.
H. Saunders Zoological Record for 1880 and 1881.
Aves. Bd. 16 des „Record of zool. Literature'^ by E. C. Rye.
— In Bezug auf deutsche und französische Literatur sehr
lückenhaft, auch viele unrichtige Angaben enthaltend. So
ist Cisticola marginalis von Hartlaub, nicht auch von Ca»
banis und Reichenow beschrieben. Nicht Ihis religiosa wurde
in Pommern erlegt, sondern fdlcinellus. Psaltrites ist keine
neue Gattung, sondern nur ein besserer Name für den
älteren Psaltriparus u. a. Nach den Anpreisungen obiger
„Records" in englischen Zeitschriften (The Ibis und Ann.
N. H. 1881 u. 1882) hätte man derartige Fehler nicht er-
warten sollen.
H. S c h a 1 0 w , Aus dem Todtenbuche der Ornitho-
logen. Während des Jahres 1881 wurden der Wissenschaft
durch den Tod entrissen: E. R. Aiston, Ch. G. Giebel,
J. Gould, J. M. Hildebrandt, Th. Kleinschmidt, G. A. Koehler,
Ph. de Rougemont, E. v. Schlechteudal, H. Schöpf, Graf
E. Turati. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 11—13, 17—23
u. p. 35-40.
V. V. Tschusi zu Schmidhoffen giebt einen kurzen
Bericht über das Gräfl. Dzieduszycki'sche Museum in Lem-
berg, Abth. Vögel. Journ. Orn. 30. Jahrg. 2. Heft p. 162
-163.
H. Weyenbergh, Catalogo de la Coleccion de pä-
jaros. Periodico zoologico, Cordoba tomo 3 p. 311. — Ver-
der Vögel während des Jahres 1882. 433
zeichniss der in dem Museum der Universität Cordoba be-
findlichen Vögel, 491 Expl. in 243 Arten.
H. T. Wharton erklärt die Bedeutung englischer
Vogelnamen. Zoologist (3) Vol. 6 No. 72 p. 441.
IL Anatomie, Physiologie, Palaeontologie.
F.M. Balfour and F. Deighton, A renewed Study
of the Germinal Layers of the Chick. With 3 pl. Quart.
Journ. Microsc. Sc. Vol. 22 p. 76—188.
Baur, Der Tarsus der Vögel und Dinosaurier. Morph.
Jahrb. 8. Bd. 3. Hft. Mit T. 19 u. 20.
A. Budge fand Lymphherzen bei Hühnerembryonen.
Dieselben erhalten nur aus der Allantois Zufluss. Vom
achten Tage an sind Pulsationen in denselben bemerkbar,
unabhängig von den Blutgefässpulsationen. Sie wachsen
an Grösse bis zum 20. Tage und scheint die Entwickelung
mit der Ausbildung der Allantoisblutgefässe gleichen Schritt
zu halten. Bei erwachsenen Hühnern konnten Lymphherzen
nicht mehr aufgefunden werden. Arch. f. Anat. u. Phys.
1882, Anat. Abth. p. 350-358, T. 19.
J. Carriere, Kurze Mittheilung zur Kenntniss der
Herbst'schen und Grandry'schen Körperchen in dem Schnabel
der Ente. Mit 1 Tat. Arch. f. Mikrosk. Anat. 21. Bd. 1. Heft
p. 146—164.
P. Cazeneuve, Sur Texcretion de Tacide urique chez
les Oiseaux, Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 93 No. 26 p.
1155-1157. [Vom Ref. nicht 'gesehen.]
E. D. Cope beschreibt eine fossile Stelzvogelform,
Charadrms sheppardianus. Bull. Un. St. Geol. Surv. VI
p. 83—85.
W. Dam es fand bei weiterer Entfernung der Gesteins-
masse an dem Schädel des im Berliner Palaeont. Museum
befindlichen Ärchaeopteryx das Lacrimale auf, das Nasen-
loch, Quadratbein, Zungenbeinhorn u. a. und wies im Ober-
kiefer zehn etwa Millimeter lange und in Zwischenräumen
von 1mm stehende Zähne nach, welche nicht, wie Marsh
vermuthete, in einer Rinne, sondern wie es scheint in be-
434 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
sonderen Alveolen sitzen. Der Unterkiefer zeigt einen
postarticularen Fortsatz. Sitzimgsber. Ac. Wiss. Berlin
1882 p. 817— 819. Uebersetzt ins Englische: Ann. Nat. Eist.
Vol. 10 p. 334—336.
C. Dareste, Recherches sur la produetion des mon-
stres, dans l'oeuf de la poule, par Teffet de l'incubation
tardive. Compt. rend. Acad. Sc. Paris T. 95 No. 5 p. 254
-259.
M. H. Filhol, Observations relatives aux caracteres
ost^ologiques de certaines especes d'Eudyptes et de Sphe-
niscus [E. antipodes u. chrysocoma u. Sph. demersus]. Bull.
Soc. philom. 1882 7. serie. t. 6 No. 4 p. 226.
Derselbe. Sur la Constitution du diaphragme des
Eudyptes, Ebenda p. 235.
Derselbe. Observations relatives au tronc coeliaque
et ä Tartere mesenterique superieure de l'Eudyptes anti-
podes. Ebenda p. 238.
Derselbe. Observations relatives a la circulation
arterielle dans le membre inferieur de quelques especes de
Manchots. Ebenda p. 242.
Derselbe. Observations relatives ä- la circulation
arterielle dans l'aile de quelques especes de Manchots.
Ebenda p. 243.
W. A. Forbes beschreibt die Gaumenbeine der Tro-
gonidae, welche schizognath sind, hingegen bei den ver-
wandten Bucconidae u. Gdlhulidae desmognath, ein Beweis,
dass die Form der Gaumenbeine nicht die Bedeutung für
die Systematik beanspruchen kann, welche derselben von
Garrod beigelegt wurde. Proc. Z. S. Pt. 4 1881 p. 836
-837.
Derselbe fand entgegen den älteren Untersuchungen
eine Gallenblase bei den Ramphastiden und beschreibt
diese, sowie die gleichgeformte der Capitoniden. Proc.
Zool. Soc. 1882 p. 94.
D ers elbe beschreibt die Trachea von Seleiicides nigra,
bei welcher am unteren Theile die einzelnen Ringe weitere
Zwischenräume haben, nur in ihrem mittleren Theile ossi-
ficirt und hier concav sind. Ebenda p. 333.
Derselbe beschreibt die Verdauungsorgane von
der Vögel wälirend des Jahres 1882. 435
Plotus melanogaster und weist auf die Verschiedenheiten
hin, welche in dieser Beziehung zwischen den Arten der
Gattung bestehen. Verf. erklärt ferner den Mechanismus
der Bewegung des Halses dieses Vogels beim Fischen,
welcher auf eigenthümliche Gelenkverbindung des S.Hals-
wirbels mit dem 7. und 9. basirt. Ebenda p. 208.
Derselbe erörtert die Pterylose von Mesites und ge-
langt zu dem Resultat, dass die Form den Gattungen Eury-
pyga und Bliinochetus anzuschliessen sei, wie schon von
Bartlett nachgewiesen wurde (Proc. Z. S. 1877 p. 292) und
durch die anatomischen Untersuchungen von Milne-Edwards
(Ann. Sc. Nat. 1878) bestätigt ist. Ebenda p. 267.
Derselbe beschreibt die Trachea von Manucodia
atra, welche beim (/ der Art eine Schlinge zwischen dem
Gabelbein bildet und recapitulirt die zur Zeit vorliegenden
diesbezüglichen Untersuchungen der Gattungen Phonygama
und Manucodia. Bei Phonygama (Keraudreni w.Gouldi) ist die
Trachea bei beiden Geschlechtern verschlungen, beim (^ sind
mehrere spiralig gelegene Schlingen vorhanden, beim $
nur eine einfache; bei Manucodia (chalyheata , jobiensis,
atra) zeigt sich nur beim </ eine einfache Schlinge. Verf.
giebt sodann eine Uebersicht über diejenigen Vogelarten,
bei welchen Verschlingungen der Trachea bisher beob-
achtet wurden. Ebenda p 347—353.
Derselbe bespricht die Veränderungen des Vogel-
fusses in Bezug auf das Fehlen einer Zehe oder Ab-
weichungen der gewöhnlichen Phalangenzahl. Die erste
Zehe fehlt bei vielen Gattungen der Natatores und Gralla-
tores, bei den Brevipennes, einigen Rasores^ Picidae {Sasia,
Picoides, Tigä) und der Galbuliden-Gattung Jacamaralcyon.
Die zweite fehlt nur bei den Gattungen Ceyx und Alcyone,
die vierte allein bei Cholornis. Abweichungen in der Pha-
langenzahl finden sich bei den Tubinares, wo die erste Zehe
nur 1 Ph. besitzt, bei einigen Cypseliden, bei welchen die
drei Vorderzehen je nur 3 Ph. haben, bei den eigentlichen
Caprimulgiden und den Pterocliden , wo die vierte Zehe
nur 4 Ph. aufweist. Ibis No. 23 p. 386—390.
Derselbe prüft die anatomischen Verhältnisse der
Todidae in Rücksicht auf die systematische Stellung dieser
436 Reicheuovv: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Vögel, weist die grossen Verschiedenheiten zwischen diesen
und den Momotidae nach und gelangt zu dem negativen
Eesultat, dass keine engere, eine Vereinigung mit anderen
Formen rechtfertigende Verwandtschaft existire, also eine
besondere Gruppe Todiformes, gleichartig mit Fassen-^ Pici-
und Cypseliformes gebildet werden müsse. Proc. Zool. Soc.
1882 p. 442.
Derselbe liefert einen Beitrag zur Anatomie der
Biziura lohata. Ebenda p. 455—458.
Derselbe hat bei Orthonyx spinicauda u. 0. {Cli-
thonyx) ochrocephala einen vollständigen Singmuskelapparat
gefunden. Auch andere anatomische Merkmale weisen
darauf hin, dass diese Gattung zu den Oscines gehört. Ebenda
p. 544.
Derselbe entdeckte Rudimente des Daumens bei
scheinbar dreizehigen Vögeln, Biomedea exulans^ Thalas-
siarche culminata u. a., dagegen nicht bei Bhea^ Tetrax und
Pelecanoides. Ebenda p. 548.
Derselbe hat die Gattungen Xenicus und Äcanthi-
sitta anatomisch untersucht und findet die Bildung des
unteren Kehlkopfs übereinstimmend mit Pitta, PhilepiUa
und anderen Clamatoren. Auch die lange erste Schwinge
und die Fussbekleidung deuten auf die richtige systema-
tische Stellung beider Formen bei den „Mesomyodian
Passeres" (nach anderen Anschauungen also bei den Schrei-
vögeln). Verf. bildet die Familie Xenicidae. Ebenda p. 569.
Derselbe erörtert die anatomischen Verhältnisse
und systematische Stellung der Tuhinares. Vergl. unter
Abth. IV Fam. Procellariidae.
W. 0. F 0 r b e s , The Claw on the „Index" Finger
of the Cathartidae, Amer. Natural. Vol. 16 1882 p. 141
—142.
H. G a d 0 w beschreibt die Anatomie von Pterocles.
Vergl. unten Abth. IV unter Pteroclidae.
Derselbe erörtert die Einwirkung der Structur der
Feder auf deren Färbung. Es sind drei Kategorien zu
unterscheiden : 1. Chemische Farben, welche direct durch ein
vorhandenes Pigment hervorgebracht werden. Hierzu ge=
hört schwarz, braun, roth, orange und gelb. 2. Physika-
der Vögel während des Jahres 1882. 437
lische Farben , welche durch die Structur der Oberfläche
der Federn, durch Lichtbrechung bedingt werden. Enthält
die Feder gar kein Pigment und wird das Licht durch
die zellige Beschaffenheit derselben unendlich oft gebrochen,
so erscheint sie weiss, gelblich hingegen, wenn die Ober-
fläche durch sehr feine enge Längskiele gebildet wird.
Enthält die Feder einen gelben bis schwarzbraunen Farb-
stoff, so kann sie grün, blau oder violet erscheinen, je
nach der Beschaffenheit der Oberfläche und dem Vor-
handensein einer durchsichtigen Schicht zwischen dem
Pigment und der Oberfläche. 3. Physikalische Farben,
welche je nach der Richtung des auffallenden Lichtes und
der Stellung des beobachtenden Auges sich verändern. In
diesem Falle wirkt ein durchsichtiger Ueberzug gleich
einem Prisma. Die Feder kann danach in allen Regen-
bogenfarben erscheinen. Das Beschreiben der Farben eines
Vogels sollte daher in drei verschiedenen Grundstellungen
geschehen : einmal bei senkrecht auffallendem Licht, so-
dann bei seitlich auffallendem Licht, wobei das Auge sich
zwischen letzterem und dem Object befindet und drittens
bei seitlich auffallendem Licht, während das Object sich
zwischen letzterem und dem Auge befindet, also unter re-
flectirtem Licht. Proc. Z. S. 1882 p. 409—420, pl. 27
und 28.
A. Gaudry, Sur de nouvelles pieces que M. Gaston
Plante a recueilli dans les Argiles ligniteuses du Bas-
Meudon. Av. fig. Bull. Soc. Geol. France (3) T. 10 1882
p. 236-238 [über Gastornis].
L. Gerlach und H. Koch wiesen experimentell
nach, dass Beschränkung des Sauerstoffzutritts zu dem
Blastoderma embryonale (für die Versuche wurden die Eier
bis auf eine Stelle von 4— 6 mm Durchmesser überfirnisst)
das embryonale Wachsthum verringert und in Folge dessen
zu Zwergbildungen Veranlassung giebt, wie auch nach den
Versuchen Dareste' s eine Steigerung der Brütetemperatur
unter Beschleunigung der Entwicklungsvorgänge das em-
bryonale Wachsthum herabsetzt. Bei den producirten Zwerg-
bildungen wurden häufig Missgestaltung des Kopfes in
unverhältnissmässiger Grössenentfaltung und stärkere Aus-
Archiv für Naturgesch., XLIX. Jahrg. 2. Bd. DD
438 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
bildung der Extremitäten wahrgenommen. Biolog. Centralbl.
2. Bd. No. 22 p. 681—686.
S. G r i e V e , Notiee of the discovery of Remains of
the Great Auk, or Gare-fowl {Älca impennis) on the Island
of Oronsay, Argyllshire. Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16
p. 479.
W. A. Haswell bespricht einige Punkte der Ana-
tomie von Oedorhinus insolitus u. Turacoena crassirostris.
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 7 Pt. 1 p. 115—116.
Derselbe erörtert ferner Einzelnheiten in der Ana-
tomie der Tauben im Allgemeinen, in Entgegnung auf einen
Artikel von H. Gadow über Pterocles u. a. (s. oben). Ebenda
Pt. 3 p. 397—402.
Th. H. Huxley beschreibt die Respirations-Organe
von Apteryx. Proc. Zool. Soc. p. 560.
J. Janosik, Beitrag zur Kenntniss des Keimwulstes
bei Vögeln. Mit 1 T. : Sitzb. k. Ak. Wien. 3. Abth.
84. Bd. 3.-5. Hft. p. 511-524 u. separat (Wien 1882).
J. A. Jeffries, Ueber die Function des Sesam-
beins bei Vögeln. Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 1
p. 13.
Derselbe giebt eine kurze referirende Darstellung
über die Pigmente in den Vogelfedern und deren verschie-
dene physikalische Wirkung. Ebenda No. 3 p. 129—135.
Derselbe bespricht die Krallen und Spornen am
Vogelflügel. Proc. Boston Soc. Nat. Hist. Vol. 21 III p.
301—306.
J. Jullieu giebt eine eingehende Beschreibung der
Anatomie von Aptenodytes patagonica. Bull. S. Z. France
7. Ann. 1882 p. 374-383 t. 8 u. 9.
C. Fr. W. Krukenberg setzte seine Untersuchungen
über die Farbstoffe der Vogelfedern fort (IL bis IV. Mitth.).
Aus den Federn der Musophagiden gewann Verf. einen
grünen Farbstoff (Turacoverdin), während bei den grünen
Federn aller anderen untersuchten Vogelarten diese Farbe
als eine optische sich erwies, hervorgerufen durch ein
gelbes Pigment mit unterliegendem schwarzbraunem Farb-
stoff. In den Federn der Paradiesvögel entdeckte Verf.
einen rothen (Zoorubin), braunen (Pseudozoorubin) und
der Vögel während des Jahres 1882. 439
gelben Farbstoff (Paradiseofulvin), welche Pigmente dieser
Vogelfamilie specifisch eigen zu sein scheinen. Aus der
Tarsalhaut von Milvus regalis wurde ein gelber Farbstoff
(Coriosulfurin) gewonnen, welcher auch in den gelben
Schmuckfedern von Paradisea apoda sich wiederfand. Die
grünschillernden Farben an der Kehle von Paradisea pa-
puana und rubra erwiesen sich als optische. Ebenso ent-
halten die blau gefärbten nackten Kopfstellen von Gasua-
rius und die blauen Federn von Irena keinen eigenartigen
Farbstoff, sondern es entsteht diese Färbung in der Haupt-
sache dadurch, dass das Licht ein trübes Medium durch-
dringt und von einer schwarzen Unterlage reflectirt wird.
Auch den verschiedenen bunten Farben vieler Papageien
liegen keineswegs ebensoviele Farbstoffe zu Grunde, son-
dern sie beruhen auf optischen Erscheinungen. So erhalten
durch,^ untergelagertes schwarzes Pigment oft rothe Federn
ein. blaues, gelbe ein grünes Aussehen. Hiermit ist auch
die verschiedene Färbung der Geschlechter der Gattung
Eclectus zu erklären. In den grünen Federn von Ficus
viridis entsteht die grüne Farbe durch Auflagerung eines
eigenartigen gelben Farbstoffs (Picofulvin) auf ein dunkles
Pigment. Bei anderen Spechtarten wurde indessen nicht
dieser Farbstoff", sondern Coriosulfurin nachgewiesen, bei
einigen beide Pigmente gemischt gefunden. Vergl. physiol.
Studien. H. Reihe. I. Abth. Winter, Heidelberg 1882.
H. Landois erörtert seine Ansicht, dass die Eischale
und die weisse Haut des Eies ein accessorisches Produkt
aus dem Eileiter sei und nicht, wie v. Nathusius annimmt,
das Entwicklungsprodukt der ursprünglichen Eizelle. Journ.
Orn. 30. Jahrg. Heft 1 p. 8~10.
Derselbe fand einen Saugwurm, Distomum ovatum,
in einem Hühnerei. Ebenda p. 13.
Derselbe schreibt über fremde Einschlüsse in Hühner-
eiern. Humboldt 1882 1. Heft p. 22—24.
A. Lebe de ff, Ueber Entstehung der Anencephalie
und Spina bifida bei Vögeln u. Menschen. Transact. Inter-
nat. Med. Congr. 7. Sess. Vol. 1 p. 178—181.
V. L e m 0 i n e , Recherches sur les Oiseaux fossiles
440 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
des terrains tertiaires inferieurs des environs de Reims.
2. P. Reims, impr. Matol. Braiue 1882.
F. A. Lucas bespricht die Function des Sesambeins
(os prominens Shuf.) und führt die Arten auf, bei welchen
nach den Untersuchungen des Verf. dieser Knochen .vor-
kommt, bez. fehlt. Mit einem Holzschnitt. Bull. Nutt. Orn.
Club No. 2 p. 86.
J. Marey, Sur la reproduction, par la Photographie,
des diverses phases du vol des oiseaux. Compt. rend. Acad.
Sc. Paris T. 94 No. 11 p. 683 u. Janssen, ebenda p. 684.
Derselbe. Photographies instantanees d'oiseaux du
vol. Compt. Rend. Ac. Sc. Paris T. 94 No. 13 p. 823.
Referat in : Nature Vol. 26 No. 656 p. 84.
A. V. Nathusius theilt seine Untersuchungen über
das specifische Gewicht und über die Dicke der Schaalen
von Vogeleiern mit und erörtert die Bedeutung derartiger
Gewichtsbestimmungen, bez. Messungen. Hinsichtlich des
ersten Punktes gelangt Verf. zu dem Resultat, dass zwar
constante Verschiedenheiten im specifischen Gewicht bei
den Eischaalen von Vögeln verschiedener Ordnungen zu
finden seien, dass die Unterschiede sich aber innerhalb
sehr enger Grenzen bewegen und somit ein ausserhalb der
Fehlergrenze der Beobachtung liegender Unterschied zwi-
schen näher verwandten Formen, also etwa verschiedener
Arten derselben Gattung, nicht nachweisbar sein könnte.
Hinsichtlich der Schaalendicke findet Verf zunächst Varia-
tionen derselben an verschiedenen Stellen der Schaale.
Wird indessen das Mittel von einer Anzahl von Messungen
genommen, so finden sich constante Zahlen für die ver-
schiedenen Arten und ergiebt sich nach Ansicht des Verf. :
„dass die Dicke der Schaale nicht etwas Zufälliges ist, wie
sie es sein würde, wenn sie das Praecipitat eines
Secrets und nicht ein gewachsener Organismus
wäre." Verf. zeigt an Beispielen, dass die Maasse der Ei-
schaalendicke weniger individuellem Schwanken unterliegen
als Längen- und Dickendurchmesser des Eies oder das
Gewicht der ganzen Eischaale und empfiehlt deshalb erstere
Messungen für die Charakteristik der Eier vor letzteren.
Nach dem Princip des sogen. Deckglas-Tasters würde sich
der Vögel während des Jahres 1882. 441
ein geeignetes Instrument für derartige Messungen con-
struiren lassen. Journ. Orn. Heft 2 p. 129—161.
Derselbe bespricht die Struktur der Faserhaut des
Eies und die Bildung der Eischaale und vertheidigt ins-
besondere seine früher ausgesprochenen, von denjenigen
Landois' und Kutter's abweichenden Anschauungen. Ein-
gehender wird sodann die Struktur der Eischaale von
OpisthocomuSj Turnix und der sogen. Ueberzug bei den Eiern
der Steganopoden und anderen Vögeln besprochen. Opi-
sthocomus u. Turnix sind der Struktur der Eischaale nach
von den Hühnern zu trennen, erstere Gattung nähert sich
den Rallen (insbes. Crex), letztere den Charadrien. Den
Ueberzug fand Verf. sehr verschieden bei den Eiern von
Steganopoden, Fhoenicopterus, Grotophaga u. a. Den Schluss
der Arbeit bildet ein Hinweis der Bedeutung der Ei-
schaalenstruktur lür die Systematik. Ebenda Heft 3 p. 255
—315.
C. B. Owen giebt eine kurze Notiz über Reste einer
Binornis-kri von Nelson province (Süd- Insel von Neu-See-
land), welche er D. parvus benennt. Proc. Zool. Soc.
p. 1—2.
Derselbe beschreibt das Sternum von Notornis und
erörtert die Bedeutung des Sternalcharakters im allgemeinen.
Ebenda p. 689—697. Mit 2 Holzschn.
T. J. Parker beschreibt das Skelet von Notornis
Mantelli. Trans. Proc. New-Zeal. Inst. Vol. 14 p. 245-258
t. 19-21.
R. Pott u. W. Preyer, Ueber den Gas Wechsel und
die chemischen Veränderungen des Hühnereies während
der Bebrütung. Mit 1 Taf. in : Arch. f. ges. Physiolog.
27. Bd. 7./8. Heft p. 320—371.
J. Reinhardt berichtet über die Reste eines grossen
ausgestorbenen Vogels, welcher vermuthlich dem Cariama
verwandt gewesen, aus den Knochenhöhlen Brasiliens. Vid.
Meddel. Naturh. Foren. Kjöbenhavn 1881 p. 141 und tiber-
setzt. Ibis Vol. 6 No. 22 p. 321.
L. Stejneger stellt für die fossile Form Cygnus
Falconeri Parker das neue Genus Falaeocycnus auf. Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 180.
442 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
R. W. Shufeldt beschreibt das Skelet von Ginclus
mexicanus und findet nahe verwandte Beziehungen zur
Gattung Siurus und Troglodytes. Bull. Nutt. Orn. Club
Vol. 7 No. 4 p. 213.
Derselbe publicirt unter dem Titel: „Contributions
to the Anatomy of Birds" die bereits früher in einzelnen
Artikeln veröffentlichten Beschreibungen der Osteologie von
Speotyto, Eremophila, Tetraonidae, Cathartidae. Twelfth
Ann. Rep. U. S. Geol. Geogr. Surv. 1882 p. 593—806, Pt.
1-24.
W a e 1 c h 1 i , Mikrospektroskopische Untersuchungen
der gefärbten Kugeln in der Retina der Vögel. Arch. f.
Ophthalmologie Bd. 27 Abth. 2 S. 303 t. 12.
W. Wolff, Ueber die Keimblätter des Huhns. Mit
1 Taf. Arch. f. mikroskop. Anat. 21. Bd. 1. Heft p. 45—64.
IlL Fannistische s.
Enropa.
Aufruf an alle Vogelkenner Oesterreich - Ungarns.
Mitth. Orn. Ver. Wien No. 5 p. 39 u. Journ. Orn. Heft 2
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Ch. M. Adamson, Another Book of Scraps, princi-
pally relating to Natural History, v^ith thirty-six Litho-
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Aplin, A List of the Birds of the Banbury District,
Published under the auspices of the Banburyshire Natural
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J. H.V.Baien, De Vogels van Nederland. Groningen
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schusses für Beobachtungsstationen der Vögel Deutschlands
und über ähnliche Einrichtungen in anderen Ländern
Europas. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 161—167.
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bericht (1880) des Ausschusses für Beobachtungsstationen
der Vögel während des Jahres 1882. 443
der Vögel Deutschlands. JourD. f. Orn. 30. Jahrg. Heft 1
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F. Boeckmann, Beiträge zur Vogelfauna der Nieder-
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C.Bolle, Ornithologische Notizen aus der Umgegend
von Berlin. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 121—123.
E. P. Butterfield, Arrival of Spring Migrants near
Bingley. Naturalist Vol. 7 No. 84 p. 109—201.
A. Carlson, Ofversigt af de i Almesäkra socken,
Jönköpings län förekommande Foglar. Ofvers. K. Vet. Ak.
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W. E. C 1 a r k e , Ornithologische Notizen von York-
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A. H. Cocks schildert das Vogelleben der Westküste
Spitzbergens. Zoologist (3) Vol. 6 No. 69 p. 321, No. 70
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J. Cordeaux, Ornithologische Notizen von Nord-
Lincolnshire, gesammelt während des Herbstes 1881. Zoo-
logist (3) Vol. 6 No. 63 p. 84.
J- Cordeaux, H. Brown u. Kermode veröffent-
lichen unter dem Titel „Second Annual Report on the Mi-
gration of Birds on our British Coasts, for 1880'' (London,
W. Swan Sonnenschein u. Co.) Daten über Ankunft
und Abzug der Brutvögel Grossbritanniens nebst biologi-
schen Notizen.
A. D u b 0 i s , Faune illustree des Vertebres de la
Belgique. Serie IL Oiseaux. Livr. 40—45. Bruxelle 1882.
gr. 8. av. plchs. color.
H. Gätke giebt einige Notizen über das Vorkommen
seltener Arten auf Helgoland. Mitth. Orn. Ver. Wien
6. Jahrg. No. 6 p. 62.
J. Gatcombe, Ornithologische Notizen von Devon
und Cornwall. Zoologist (3) Vol. 6 No. 62 p. 62, No. 72
p. 456.
E. H. Giglioli et A. Mazella, Iconograiia deir
444 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Avifauna Italica, ovvero Tavole illustrante le specie di
Uccelli che trovansi in Italia. Prato (Toscana) 1881. folio.
fasc. 10—14,
J. H. G u r n e y , Ornithologische Notizen von Ost-
Norfolk. Zoologist (3) Vol. 6 No. 68 p. 294.
H. Hadfield, Ueber das Vorkommen einiger unge-
wöhnlichen Vögel auf der Insel Wight. Zoologist Vol. 6
No. 66 p. 231—232.
P. Blasius Hanf schildert die Vogelwelt des Furt-
teiches und seiner Umgebungen (Steiermark). Mitth. Naturw.
Ver. f. Steiermark 1882.
J. A. Harvie-Brown, Third Report on Scottish
Ornithology, October 1 st., 1880, to April 1881. Proc. Nat.
Hist. Soc. Glasgow 1881 p. 41. — Unter den bemerkens-
werthen Vorkommnissen befinden sich Saxicola deserti,
Lanius excubitor und Numenius horealis.
Derselbe. Paper on the Migration of Birds upon
our British Coasts, read before the Stirling Field Club on
Tuesday, 13 the December 1881. 8 vo. Stirling 1881.
J. A. Harvie-Brown, J. Cordeaux u. A. Newton
berichten , über die Beobachtungen des Vogelzuges, welche
auf den Leuchtthürmen und Leuchtschiffen längs der Küsten
Grossbritanniens auf Veranlassung des genannten Comites
während des Jahres 1881 gesammelt wurden. Report of
the 51. Meeting of the Brit. Assoc. for the Advancement
of Science. London 1882 p. 189—194.
J. A. Harvie-Brown, J. Cordeaux, Ph. Kermode,
R. M. Barrington and A. G. More, Report on the Mi-
gration of Birds in the Spring and Autumn of 1881. 8 vo.
London 1882. [Vom Ref. nicht gesehen.]
J. H. Knights berichtet über das Vorkommen einiger
ungewöhnlichen Vögel in Orwell. Zoologist Vol. 6 No. 64
p. 151.
F. Koch, Die Brutvögel des gebirgigen Theils von
Westphalen. 9. Jahresb. d. Westph. Prov.-Ver. f. Wissensch.
u. Kunst 1881.
G. Kolombatovic, Osservazioni negli Uccelli dellal
Dalmazia osservazioni sul lavoro di Michele Stossich, da
der Vögel während des Jahres 1882. 445
titiilo „Prospetto della fauna dei vertebrati dell' Adriatico".
Spalato 1880.
L. Kuhn, Der Vogelzug in der Umgebung von Nagy-
Szt.-Miklos (Torontaler Comitat; Ungarn, im Jahre 1881.
Mitth. Orn. Ver. Wien 6. Jahrg. No. 9 p. 86 und No. 10
p. 96.
Lilford, Ueber Vorkommen seltener Arten in
Northamptonshire (England). Zoologist (3) Vol. 6 No. 61
p. 16.
J. E. Littleboy, Notes on Birds observed in Hert-
fordshire during the Year 1881. Trans. Hertfordshire Nat.
Hist. Soc. II p. 83. — Unter anderem das Nisten von
Oriolus galhula und Vorkommen von Flegadis falcinellus
verzeichnet.
J. Lucas, Studies in Nidderdale, London. E. Stock
1882. 8. pp. 292. ~ Capitel 17—22 behandeln die Vögel
von Nidderdale.
A. F. Graf Marschall und A. v. Pelzeln, Ornis
Vindobonensis, Die Vogel weit Wiens und seiner Umgebungen-
Mit einem Anhang: Die Vögel des Neusiedler See's. Mit
einer Karte. Wien (Faesy) 1882. — In dem an mannig-
facher Terrainabwechselung reichen Gebiete sind 287 Arten
nachgewiesen, wovon etwa 150 Brutvögel. Bei den ein-
zelnen Arten sind die Belegstücke für das Vorkommen mit
genauer Angabe des speciellen Fundorts und des Namens
des Beobachters angeführt. Zur Bestimmung der Species
einiger artenreicher und schwieriger Gruppen, insbesondere
der Raub- und Entenvögel und einiger Familien der Sänger
ist ein leicht fasslicher Schlüssel angefügt.
A. J. Mela, Vertebrata fennica, sive fauna animalium
vertebratorum regionis fennicae naturalis. Helsinginae,
K. E. Holm in Kustannuksella 1882. — In finnischer
Sprache; p. 68—250 sind die Vögel behandelt. Mit zahl-
reichen Holzschnitten illustrirt.
M. Menzbier, Ornithologische Geographie des euro-
päischen Russland. Band 1. Moskau 1882. In russischer
Sprache. Der erste Theil behandelt die Raubvögel. Einige
neue Arten werden beschrieben. Vergl. Abth. IV.: Falco-
nidae.
446 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgescliichte
Derselbe. Revue comparative de la faune ornitho-
logique des Gouvernements de Moscou et de Toula. Bull.
Soc. Imp. Nat. Moscou T. 56 1881 No. 3 p. 209-219.
V. Meyer inck, Ankommen der Zugvögel im Kreise
Neumarkt in Schlesien im Frühjahr 1882. Ornith. Centralbl.
7. Jahrg. p. 100.
A. V. Mojsisovics schildert unter dem Titel: Zur
Fauna von ßellye und Darda die Vogelwelt in den Niede-
rungen der Donau zwischen Mohacs und Baiina nördlich
des Einflusses des Drau. 236 Arten sind besprochen. Mit
1 Karte. Mittheil, des Naturw. Ver. f. Steiermark. 1882.
Auch sep. im Verlage des Vereins.
A, Montagu, Dictionary of British Birds : being a
Reprint of Montagu's Ornith. Dictionary, together w. the
additional Species described by S. Yarrell in all 3 edit.
and in Nat. Hist. Journals. Ed. by E. Newman. London
1882. 8. 306 p.
T. H. Nelson, Notizen über den Zug der Vögel im
Herbst 1881 , ges. bei Redcar (Yorkshire). Zoologist (3)
Vol. 6 No. 63 p. 90.
P, 0 1 s s 0 n zählt die in Jemtland (Schweden) vor-
kommenden Vogelarten auf. Ofv. Kgl. Vet. Ak. Förhandl.
1882 No. 9 u. 10 p. 37—46.
E. C. Phillips giebt eine Fortsetzung seiner Auf-
zählung der Vögel von Breconshire. Zoologist (3) Vol. 6
No. 62 p. 45, No. 64 p. 132, No. 66 p. 213, No. 68 p. 287.
Quistorp, Ankunft der Zugvögel in der Gegend von
Greifswald im Frühjahr 1882. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg.
p. 105.
E. Rae, The White Sea Peninsula: a Journey in
Russian Lapland and Korelia. London 1881. 8 vo. pp. 347,
with map etc. — Zahlreiche ornith. Notizen.
B. Schiavuzzi, Ornithologische Zug- Aufzeichnungen
aus Istrien, gesammelt in den Jahren 1879 — 81. Mitth.
Orn. Ver. Wien p. 57, 68, 76, 88, 98, 109 u. 118.
W. Schier setzt seine Betrachtungen über die Zug-
strassen der Vögel in Böhmen fort. Sehr werthvoll sind
die zahlreich angeführten Beobachtungsdaten. Die einzelnen
Zugstrassen erscheinen indessen mehr oder minder will-
f
der Vögel während des Jahres 1882. 447
kürlich construirt. Es werden abgehandelt Gypselus apus,
Pandion haliaetus, Falco tinmmculus , Coracias garrula^
Upupa epops, Jynx torquiUa, Aedon luscinia u. phüomda,
Cyanecida suecica (ohne specielle Unterscheidung der weiss-
sternigen und rothsternigen Form), Sylvia atricapiUa und
Turdus pilaris. Mit einer Karte. Blatt. Böhm. Vogelsch.
Ver. Prag 2. Jahrg. p. 49. 65. 81. 99. 113. 117. 129. 134.
145. 163 u. 177.
Schweder, Die Vögel der Ostseeprovinzen nach ihren
Merkmalen. (Programm des Stadtgymnasiums.) Eiga 1882. 8.
H. Seebohm, A History of British Birds, with co-
loured illustrations of their eggs. fPubl. for the Author by
R. H. Porter, London). Pt. 1 1882.
Derselbe veröffentlicht Notizen über die Vögel von
Astrachan nach Mittheilungen von K. G. Henke. Ibis
No. 22 p. 204.
Derselbe giebt ein Verzeichniss von Vogelarten von
Archangel, nach Mittheilungen von K. G. Henke. Ibis
No. 23 p. 371.
M. E. de Selys-Longchamps bespricht die Ar-
beiten, welche seither über die Ornis Helgolands publicirt
wurden und giebt ein systematisches Verzeichniss nebst
einigen kritischen Bemerkungen der interessanteren Arten,
welche sich in der bekannten Sammlung Gätke's befinden.
Bull. Soc. Zool. France t. 7 1882 p. 250—279.
L. Stejneger, Andet Bidrag til Vestlandets ornitho-
logiske Fauna. Nyt Mag. f. Naturvid. 27. Bd. 2./3. Heft
p. 101—124.
H. Stevenson veröffentlicht ornithologische Notizen
von Lowestoft, Suffolk. Zoologist (3) Vol. 6 No. 69 p. 332
u. No. 71 p. 429.
Derselbe giebt Ornith. Notizen von Norfolk, ges.
im Jahre 1880. Zoologist (3) Vol. 6 No. 70 p. 366.
J. Talsky beschreibt eine ornithologische Excursion
in die Bezkyden, die Ausläufer der Karpathen in der nord-
östlichen Ecke Mährens längs des Ostrawicaflusses und
giebt ein Verzeichniss der Vogelarten, deren Vorkommen
daselbst festgestellt werden konnte. Mitth. Orn. Ver. Wien
448 Reichenow; Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte'
p. 54. 65. 74. 87. 97. 107 u. 120 und separat, Selbstv. des
Verf. Neutitschein 1882.
V. V. T s c h u s i theilt Notizen über die Ankunft
einiger Zugvögel bei Troppau mit. Mitth. Orn. Ver. Wien
p. 7.
Derselbe hat einen Jahresbericht über den Vogel-
zug in Oesterreich und Ungarn im Jahre 1881 zusammen-
gestellt. Mitth. Orn. Ver. Wien p. 19—23.
Derselbe schreibt über einige seltenere Vögel der
Fauna Niederösterreichs. Mitth. Orn. Ver. Wien 6. Jahrg.
No. 10 p. 94.
Derselbe hat ein Verzeichniss der bisher in Oester-
reich und Ungarn beobachteten Vögel zusammengestellt,
wobei die wissenschaftlichen Namen in systematischer Folge
aufgeführt und diesen die deutschen, ungarischen, böhmi-
schen, polnischen, kroatischen und italienischen Namen
beigefügt sind. Verlag des Ornith. Ver. in Wien 1882.
Ad. Walter bespricht die Vermehrung und Ver-
minderung einzelner Vogelarten in der Mark Brandenburg.
Ornith. Centralbl. 7.Jabrg. No. 1 p. 6—8.
R. Warren, Ornithologiscbe Notizen von Mayo und
Sligo. Zoologist (3) Vol. 6 No. 64 p. 129.
W. Y a r r e 1 1 , History of British Birds. 4. ed. by
A. Newton and H. Saunders. Pt. 15. London 1882.
Ungenannt. Ornithologiscbe Notizen aus Oesterreich-
Ungarn, besonders über lokales Vorkommen; Zug- und
Brut-Daten. Mitth. Orn. Ver. Wien p. 40 und 51. [Verf.
S. K. K. Hoheit Kronprinz Rudolf von Oesterreich-Ungarn.]
Ungenannt. Ornithologiscbe Skizzen aus Siebenbürgen.
Mitth. Ornith. Ver. Wien 6. Jahrg. No. 12 p. 113. [Wie
vorher.]
Asien.
T. H. B e a n , Notes on Birds collected during the
Summer of 1880 in Alaska and Siberia in: Proc. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 5 July 8 1882 p. 144—173.
J. B i d d u 1 p h giebt weitere Nachrichten über die
der Vögel während des Jahres 1882. 449
Vögel von Gilgit und beschreibt Propasser Bhjthi als neue
Art. Ibis No. 22 p. 266—290.
Blakiston und Pryer geben ein vollständiges Ver-
zeichniss der bisher in Japan bekannten Vogelarten (365)
nebst kritischen Bemerkungen über einzelne Arten und
biologischen Notizen. Trans. Asiat. Soc. Japan 10. Pt. 1
1882.
W. Blasius, Neuer Beitrag zur Kenntniss der Vogel-
fauna von Borneo. Journ. Orn. Heft 3 p. 241 — 255.
Derselbe beschreibt eine Vogelsammlung von Ceram.
Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 697—711.
W. Blasius und A. Nehrkorn beschreiben eine
kleine Vogelsammlung von Amboina, auch die Eier ein-
zelner Arten. U. a. werden Mysomela Boiei u. Hydroche-
lidon nigra für die Insel nachgewiesen. Verh. Zool. bot.
Ges. Wien 1882 p. 411—334 u. separat bei W. Braumüller
in Wien.
C. Bock, The Head Hunters of Borneo. London
1881. 4. App. III p. 331—333. — Liste der gesammelten
Vogelarten.
H. Bolau giebt einen Beitrag zur Kenntniss der ost-
sibirischen Vogelwelt. Unter den 57 an der Ussuri-Mtin-
dung von den Gebr. Dörries gesammelten Arten befinden
sich 36, welche bisher für dieses engere Gebiet noch nicht
nachgewiesen waren. Es wird ferner über 5 Arten aus
dem Suifungebiet und über das Vorkommen von Larus
rnelanurus in Askold berichtet. Journ. Orn. Heft 3 p. 329
-344.
A. B r e h m schildert das Vogelleben am Alakul in
Turkestan. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 97—100.
E.A.Butler, Catalogue of the Birds of the Southern
Bombay. Presidency, Deccan and S.-Malabar Country,
Bombay 1881. roy.-8. 113 pg. w. 1 map.
J. Davidson veröffentlicht ein Verzeichniss der Vögel
von West-Khandesh. Stray Feath. Vol. 10 No. 4 p. 279
-327.
J. Gould, The Birds of Asia. Pt. 33. London 1882.
Imp. fol. w. 13 col. pl.
J. H. G u r n e y veröffentlicht ein Verzeichniss von
450 Reiche now: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Raubvogelarten aus Cochinchina (Saigon). Ibis No. 22
p. 235.
Henke schildert die Singvögel der Kirgisensteppe
(Bezirk Narüu) besonders in biologischer Beziehung. Mo-
natschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 7. Bd. No. 6 p. 150
—156 u. No. 7 p. 174-179.
H. R. Kelham giebt eine Fortsetzung seiner Beob-
achtungen über die Vögel von Malacca und besonders No-
tizen über die Verbreitung einzelner Arten. Ibis No. 21
p. 1 u. No. 22 p. 185.
Kutter, Beschreibung einer Vogelsammlung von Luzon
nebst Notizen über Nester und Eier vieler Arten, sowie
Beschreibung einer neuen Gollocalia (C, cehuensis) von Cebu.
Journ. Orn. Heft 2 p. 163—178.
J. H. Lloyd macht Bemerkungen über einige Vogel-
arten von Deccan. Ibis No. 23 p. 469.
A. Müller', Die Ornis der Insel Salanga, sowie Bei-
träge zur Ornithologie der Halbinsel Malakka. Eine zoo-
geographische Studie. — Allgemeines über die Insel Sa-
langa; Aufzählung von 155 Arten nebst kritischen Bemer-
kungen, ausführlichen Angaben über die geographische
Verbreitung der einzelnen Species, Maasse, auch einzelne
Eierbeschreibungeu. Als neu sind beschrieben: Criniger
Cahanisi und Gecinus Weheri. Mit mehreren Uebersichts-
tabellen. Journ. Orn. Heft 4 p. 353—448 und separat als
Inaugural-Dissertation.
F. Nicholson berichtet über eine von 0. Forbes zu-
sammengesetzte Vogelsammlung von Südost-Sumatra, um-
fassend 74 Arten. Ibis No. 21 p. 51.
Derselbe giebt Nachträge zu seinem vorjährigen
Bericht über eine Vogelsammlung von Java (Bantam,
Preanger Regencies und Cocos Keeling Islands); ebenda
p. 66.
E. W. Oates veröffentlicht ein Verzeichniss der Vögel
von Pegu. Stray Feath. Vol. 10 No. 4 p. 175-248.
H. E. Oustalet berichtet über eine Vogelsammlung,
welche Mr. Chantre bei Tiflis und in den Districten von
Orfa, Alep undAutiocbia zusammengebracht, als neu wird
der Vögel während des Jahres 1882. 451
Plotus Chantrei beschrieben. Ann. Sc. Nat. Zool. (6) 52.
Ann. T. 13 No. 5 et 6 Art. 7.
A.V.Pelz ein beschreibt eine kleine Vogelsammlung
von Borneo. Verhandl. Zool. Botan. Ges. Wien. 32. Bd.
p. 265-270.
W. Ramsay beschreibt zwei neue Arten: Criniger
sumatranus und Hemixus sumatranus von West -Sumatra.
Ann. Mag. N. H. No. 60 p. 431.
G. Reid giebt ein Verzeichniss der Vögel von Luknow
(Indien); Stray Feath. Vol. 10 No. 1—3 p. 1—88.
J. Scully, Beitrag zur Ornithologie von Gilgit. Ab-
druck aus: The Ibis Vol. 5 Heft 3 1881 p. 415. Stray
Feath. Vol. 10 No. 1—3 p. 88-146 u. No. 4 p. 257—278.
H. Seebohm, Siberia in Asia. A Visit to the Valley
of the Yenesay in East Siberia. London, Murray 1882. —
Bericht über die Reise des Verfassers und Beobachtungen
über die Vogelwelt des durchreisten Gebietes. Besondere
Aufmerksamkeit ist der geographischen Verbreitung der
Vögel und ihren Wanderungen gewidmet.
Derselbe giebt fernere Beiträge zur Ornithologie
Japans, wobei Fyrrlmla rosacea neu beschrieben wird. Ibis
No. 23 p. 368.
Derselbe veröffentlicht fernere Beiträge zur Orni-
thologie Sibiriens. Ibis No. 23 p. 419.
F. B. Simson giebt Notizen über die Vögel des öst-
lichen Bengal, insbesondere der Umgegend von Dacca. Ibis
No. 21 p. 84.
H. H. Slater beschreibt eine kleine Vogelsammlung
vom Yang-tse-Kian. Ibis No. 23 p. 431.
C. Swinhoe berichtet über eine Vogelsammlung von
Süd-Afganistan und zählt 199 Arten auf. Passer domesti-
cus wird als Sommervogel erwähnt, als Standvogel hingegen
P. montanus , welcher der gewöhnliche Haussperling im
Lande sei. Ibis No. 21 p. 95.
L. Taczanowski veröffentlicht ein Verzeichniss der
von Dr. Dybowski auf Kamtschatka und den Comandor-
Inseln beobachteten und gesammelten Vögel. 67 Arten
452 Reichen ow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
aufgeführt. Neu: Sitta albifrons uüd PyrrJcula Kamtscha-
tka. Bull. Soc. Zool. France 5. Ann. 5. P. p. 384—392.
H. B. Tristram veröfiPeutlicht ornitbologische No-
tizen über eine Reise durch Syrien, Mesopotamien und Süd-
Armenien. Ibis No. 23 p. 402.
A. G. Vor der man giebt eine Uebersicht der Vögel
der Umgebung von Batavia nebst biologischen Notizen.
Folge 1—3. Naturk. Tijdschr. Nederl. Indie Del XLI Aflev.
4. p. 211, Deel XLII Afl. 1 u. Afl. 2; auch separat bei
Ernst u. Co. Batavia 1882.
Afrika und Madagascar.
Barboza duBocage veröffentlicht die 22. und 23.
Liste von Vögeln der Portugiesischen Besitzungen in West-
Afrika. Darin einige für das Gebiet bisher noch nicht
festgestellte, aber keine neuen Arten. Jörn. Sc. Math.
Phys. Nat. Lisboa No. 32 u. 33.
R. Böhm schildert in kurzen Zügen das Vogelleben
auf Zanzibar und der Umgegend von Bagamojo (Zanzibar-
küste). Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 49-52 und p. 65
—67.
Derselbe beschreibt das Vogelleben im Innern Ost-
Afrika, am ügallafluss, im Gebiet zwischen Ugunda und
dem Taganyka-See und am Wualabafluss und liefert zahl-
reiche und werthvolle biologische Beobachtungen für die
einzelnen Arten. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 113 — 120,
p. 129-136 u. p. 145—147.
Derselbe liefert biologische Notizen über Vögel des
aequatorialen Ost-Afrikas. Journ. Orn. Heft 2 p, 178— 209.
E.A. Butler, H. W. Feilden u. S. G. Reid führen
eine CoUection von Vögeln aus Natal auf nebst kurzen
biologischen Notizen , besonders über Nestbau , Eier und
Nistzeit. Zoologist (3) Vol. 6 No. 65 p. 165, No. ßQ p.
204, No. 67 p. 243, No. 68 p. 297, No. 69 p. 335, No. 71
p. 423 und No. 72 p. 460.
der Vögel während des Jahres 1882. 453
Ch. Dixon veröffentlicht ein Verzeichniss von Vogel-
arten, welche er während eines kurzen Aufenthaltes in der
Provinz Constantine (Algier) gesammelt und beobachtet
und beschreibt eine neue Saxicola {S. Seebohmi). Ibis No.
24 p. 550.
J. H. Gurney giebt ein zweites Verzeichniss von
Vogelarten von Mombasa (Ost-Afrika), darin eingehenderes
über die Unterschiede von Dendropicus sansihari und car-
dinalis. Ibis No. 21 p. 71.
G. Hartlaub, Zweiter Beitrag zur Ornithologie der
östlich-äquatorialen Gebiete Afrika' s. Nach Sammlungen
und Noten von Dr. Emin Bey. Bespricht 120 Arten. Am
Schlüsse ist eine Liste sämmtlicher bisher von Emin Bey
gesammelten Arten (276) gegeben. Mit einer Karte des
Gebietes. Abh. Naturw. Ver. Bremen 8. Bd. 1. Hft. 1882
und separat.
Derselbe beschreibt einige neue Vogelarten aus dem
oberen Nilgebiet. Orn. Centralbl. 7. Jahrg. p. 91 u. Journ.
f. Orn. 30. Jahrg. Heft 3 p. 321.
E. Holub berichtet über das Vogelleben Süd-Afrikas.
Mitth. Orn. Ver. Wien p. 3—7.
E. Holub und A. v. Pelzein, Beiträge zur Ornitho-
logie Südafrikas. Mit 3 Tafeln in Farbendruck, einer Karte
u. 94 Holzschnitten. (A. Holder, Wien 1882.) oct. 384 S. —
Neben den für die geographische Verbreitung der Vögel
Afrikas höchst werthvollen Angaben über das Vorkommen
der einzelnen Arten, welche zum Theil in bisher ornitho-
logisch noch undurchforschten Gebieten (Matabele - Land)
gesammelt wurden, enthält das Werk eine reiche Fülle
biologischer Beobachtungen. Neu sind beschrieben und
abgebildet Drymoeca Holubi und Lanius pyrrhostictus.
H. H. Johnston, Report on the Natural History of
Mossamedes and of South-western Africa generally ; with
reference to the proposed Expedition of the Earl of Mayo.
London 1882. — Behandelt auch die auffallenderen Vogel-
arten des Gebiets.
E. L. Layard, The Birds of South -Africa. New
edition thoroughly revised and augmented by R. B. Sharpe.
Pt. 5. London 1882. 8. p. 337-528 w. 2 col. pl.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. EE
454 Reich enow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
A. Milne-Edwards et A. Graudidier, Histoire
naturelle des Oiseaux de Madagascar. Texte fascicule IL
(Salangaues, Martiuets, Passereaux), et Atlas tome 2 et 3,
renfermant 237 pl. col. et n. Paris 1882. gr. 4.
M.E. Oustalet bestimmte die Vögel, welche G. Revoil
im Somalilande gesammelt und beschreibt als neu Merops
Revoilii. G. Revoil, Faune et Flore des Pays Qomalis.
(Challamel, Aine Paris.)
A.V.Pelze In, lieber Dr. Emin Bey's dritte Sendung
von Vögeln aus Central-Afrika. Neu für das Gebiet sind:
Merops viridissimus, Drymoeca mystacea. Cisticola margi-
nata, G. ruficeps, Saxicola isabellina, Lanius pyrrhosticttis,
Scopus iimbretta und Argya amauroura n. sp. Verb. Zool.
Bot. Ges. Wien 32. Bd. p. 499—512.
Ant. Reichenow beschreibt neue Arten aus dem
aequatorialen Ost -Afrika. Journ. Orn. 30. Jahrg. Heft 2
p. 209—212.
R. ß. Sharp e, Bemerkungen über einige afrikanische
Timaliidae. Journ. Orn. 30. Jahrg. Heft 3 p. 344—347.
Derselbe beschreibt eine neue Cotile {C. Cotvani)
von Madagascar. Journ. Linn, Soc. Zool. Vol. 16 p. 322.
G.E.Shelley schreibt über eine Vogelsammlung von
Südost-Afrika (Matabele, Transvaal), wobei neben Daten
über das Vorkommen der aufgeführten Arten auch biolo-
gische Notizen gegeben werden. 219 Arten sind besprochen,
als neu werden beschrieben Centropus natalensis ^ Hyliota
australis, Sharpia Ayresi und Lagonosticta Jamesoni. Ibis
No. 22 p. 236 u. No. 23 p. 350.
Derselbe beschreibt zwei neue Arten, ÄntJius Butleri
und Sphenoeacus natalensis, von Süd -Afrika. Proc. Zool.
Soc. p. 336.
Derselbe giebt eine Liste von 43 Vogelarten vom
Rovuma-Fluss in Ost-Afrika und beschreibt als neu Merops
Dresseri und Erythrocercus TJiomsoni, Ebenda p. 302.
Derselbe beschreibt eine Vogel - CoUection von
Mambojo, Ugogo und Barava (Südliches Somalilaiid) in Ost-
Afrika, 34 Arten, darunter drei neue: Hapdloderma vitta-
tum, Fringillaria orientalis und Mirafra torrida. Ebenda
p. 304.
der Vögel während des Jahres 1882. 455
R. Trimen beschreibt eine neue Cinnyris {C. Eriks-
soni) von Mossamedes. Proc. Zool. Soc. p. 451.
Australien und Südsee- Archipel.
L. W. Bull er, Manual of the Birds of New-Zealand.
(Greorge Didsburg, Wellington 1882). — Für den Gebrauch
des Reisenden sehr geeignet. Kurze Diagnosen, Biologi-
sches, schwarze Lithographien zahlreicher Arten.
0. Fi n seh giebt Notizen über die Vogelwelt Neu-
seelands. Ibis No. 23 p. 391—402.
W. A. Forbes beschreibt eine neue Turnix (T.satu-
rata) von Neu-Britannien und zählt die 11 aus der Austra-
lischen Region bekannten Arten der Gattung auf. Ibis
No. 23 p. 428.
J. Gould, The Birds of New-Guinea and the adja-
cent Papuan Islands. Pt. 13. London 1882. Imp. fol. w. 13
col. plates.
J. H. G u r n e y giebt Notizen über eine Collection
Raubvögel von Neu-Britannien und beschreibt als neu Heni-
copernis infmcata. Ibis No. 21 p. 126.
V. Haast, Notes on Zoological Researches made on
the Chicken Islands , East Coast of the North Island of
New-Zealand, by A. Reischek. Trans. Proc. N. Z. Inst.
Vol. 14 p. 274—277. 20 Vogelarten als Bewohner der
kleinen Eilande erwähnt.
E. L. u. E. L. C. Layard geben eine Uebersicbt der
Vögel von Neu-Caledonien, führen 97 Arten auf und liefern
viele biologische Notizen. Ibis No. 24 p. 493 p. 9 — 12.
M. Maindron, Coup-d'oeil sur la faune de la Nou-
velle-Guinee. Bull. Soc. Zool. France 7. Ann. 1842 p. 354
— 373. — Eine Darstellung speciell der Säugethier- und
Vogelfauna.
E. Oustalet giebt Bemerkungen über einige Vogel-
arten von Neu-Guinea und eine ausführliche Beschreibung
von CyclopsiUaciis Salvador ii. Ann. Sc. Nat. Zool. T. 13
No. 5—6 Art. 8.
E. P. Ramsay beschreibt einige neue Arten von den
456 Reichen ow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Salomons-Inseln und Neu-Britannien. Journ. Linn. Soc. Zool.
Vol. 16 No. 90 p. 128-131.
Derselbe schreibt über die Vögel der Salomons-
Inseln und führt 104 Arten als Bewohner auf. Proc. Linn.
Soc. N.S.W. Vol. 7 Pt. 1 p. 16.
Derselbe führt 34 Vogelarten als Bewohner des Lord
Howe's Island auf, wovon 9 der Insel eigenthümlich. Ebenda
p. 86,
Derselbe bescbreibt zwei neue Arten, Phlogoenas
Salomonis und Dicrurus longirostris von den Salomons-
Inseln. Ebenda p. 299.
Derselbe liefert einige kurze Bemerkungen über
australische und polynesische Vögel. Ibis No. 22 p. 344.
Derselbe macht einige Bemerkungen zu Tristrams
Artikel über Vögel der Salomons-Inseln. Ebenda No. 23
p. 472.
T. Salvador!, Prodromus Ornithologiae Papuasiae
et Moluccarum; XL Gallinae: Ann. Mus. Civ. Genova Vol.
18 p. 5-9; XII. Grallatores: ebenda p. 318-337; XIIl. Na-
tatores: ebenda p. 400—412; XIV. Struthiones: ebenda p.
413—415; XV. Additamenta: ebenda p. 416—430.
Derselbe. Ornitologia della Papuasia e delle Mo-
lucche. Parte terza. Torino 1882. 4. pp. 596. — Dieser
dritte Theil bildet den Schluss des Werkes und enthält:
Columhae, Gallmae, Grallatores y Natatores, Struthiones und
Addenda. In dem ganzen Werke sind 1028 Arten be-
schrieben.
R. B. S h a r p e beschreibt in einem 7. Beitrag zur
Ornithologie Neu -Guineas eine Anzahl neuer Arten vom
Südosten der Insel aus den Ordnungen der Psiftaci und
Oscines. Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 317. — Ebenso
in einem 8. Beitrag : Aethomyias guttata, Fhonygama Hun-
steini und PtilorJiis intercedens. Ebenda p. 422 — 447.
H. B. Tristram berichtet über eine Vogelsammlung
von den Salomons-Inseln, bespricht 35 Arten und beschreibt
als neu Caprimulgus 7iohilis, Älcyone Richardsi. Zosterops
Rendovae^ Tiesorhynchiis squamulatus, Geoffroyus agrestis
und Pfüopus rliodostictus . Schliesslich sind 98 Arten als
der Vögel während des Jahres 1882. 457
von den Salomons-Inselu bis jetzt bekannt aufgezählt. Ibis
No. 21 p. 133.
Amerika.
W. L. Abbott, Birds observed in Central-Dakota.
During the Summer öf 1881. Forest and Stream 17 No.
24 p. 486.
E. ßartlett führt eine kleine Collection Vögel von
Ost-Peru auf und beschreibt als neu Thamnophilus lore-
toyacuensis und Crypturus Baistoni. Proc. Zool. Soc. p. 373.
Ch. F. Batchelder führt ein Verzeichniss von Arten
auf, welche als Sommervögel am oberen St. Johns-Fluss
beobachtet wurden. Bull. Nutt. Orn. Club No. 2 p. 106,
No. 3 p. 147.
Th. Bean, Ueber eine Vogelsammlung von Alaska.
[Vergl. oben S. 448.]
Ch. W. Beckham giebt ein Verzeichniss von Vogel-
arten, welche bei Bayou Sava (Louisiana) beobachtet wur-
den. Bull. Nutt. Orn. Club No. 3 p. 159.
L. Bei ding, Catalogue of a Collection of Birds made
at various points along the Western Coast of Lower Cali-
fornia, north of Cape St. Eugenie. Proc. ün. St. Nat. Mus.
1882 p. 527.
Derselbe. Catalogue of a Collection of Birds made
near the southern extremity of the Peninsula of Lower
California. Proc. Un. St. Nat. Mus. 1882 p. 532.
R. Bicknell giebt eine Uebersicht der Sommervögel
der Catskill - Berge (Neu -York). Trans. Linn. Soc. New-
York. Vol. 1 1882.
W. B r e w s t e r beschreibt eine Vogelsammlung von
Arizona, auch die Nester und Eier vieler Arten und neue
Subspecies : Ornithium imhcrbe Ridgwayi und Vireo Huttoni
Stephensl Bull. Nutt. Orn. Club No. 2 p. 65, No. 3 p. 135
und No. 4 p. 193.
Derselbe beschreibt eine neue Collection von Vogel-
arten von Fort Walla Walla, Washington Territory, darunter
eine neue Subspecies, Spisella monticola ochracea. Ebenda
No. 4 p. 225.
458 Reichen ow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Derselbe schildert das Vogelleben von Süd-Georgien.
Ebenda No. 2 p. 94—104.
Derselbe giebt Notizen über einige Vogelarten und
deren Eier von den Magdalen Islands (Gulf of St. Lawrence).
Ebenda No. 4 p. 253.
N. C. Brown, A Catalogue of the Birds known to
occur in the vicinity of Portland, Me. Proc. Portland Soc.
Nat. Hist. Dec. 4 1882. Auch separat, Portland. 8 vo. 37 p.
Derselbe giebt ein Verzeichniss von Vogelarten,
welche er bei Boerne im südwestlichen Texas beobachtet,
nebst Notizen über Ankunft der Wanderer im Frühjahr
und Häufigkeit des Vorkommens. Bull. Nutt. Orn. Club
No. 1 p. 33.
Derselbe berichtet über einige seltenere Arten in
Maine. Ebenda No. 3 p. 189 u. 190.
Derselbe berichtet über das Vorkommen von Hylo-
cichla unalascae Auduhoni und Coturniculus passerinus per-
pallidus in Südwest-Texas. Ebenda No. 2 p. 127.
J. Cabanis, lieber das Vorkommen von Sturnus vul-
garis und Saxicola oenanthe in Labrador und auf Grönland.
Journ. Orn. Heft 2 p. 233—234.
M. Chambe riain, A Catalogue of the Birds of
New-Brunswick, with brief notes relating to their migra-
tions, breeding, relative abundance, etc. Bull. Nat. Hist.
Soc. New-Brunswick. No. 1 p. 23—68 1882.
Derselbe giebt Notizen über das Vorkommen einiger
selteneren Arten im südlichen New-Brunswick. Bull. Nutt.
Orn. Club No. 2 p. 104.
E. Coues, New England Bird Life, being a Manual
of New England Ornithology. Pt. 1. Deines. Boston : Lee
u. Shepard 1881.
Derselbe. Chek List of North American Birds.
Second Edition. Boston, Estes and Lauriat 1882. — Eine
systematische Aufzählung der nordamerikanischen Vogel-
arten, nebst den engl. Vulgärnamen und einer Etymologie
der wissenschaftlichen Namen.
Derselbe. Key to North American Birds. — Second
Edition (Estes et Lauriat, Boston, Mass.).
J Dalgleish, Notes on a CoUection of Birds and
der Vögel während des Jahres 1882. 459
Eggs from Central - Uruguay. Proc. R. Phys. Soc. Edin-
burgh Vol. 6 p. 232.
H. W. Ell i Ott, A Monograph of the Seal-Islands of
Alaska. Reprinted, with additions , from the Report on
the Fishery Industries of the Tenth Census. Washington
1882. 4. 176 p. Auf p. 127—136 sind die auf den Inseln
lebenden Vogelarten (40) aufgeführt nebst Daten über Zug-
verhältnisse, Beschreibung der Eier und anderen biologi-
schen Notizen.
W. Flagg, A Year with the Birds Calendar of the
Seasons, w. Essays on the Birds of each, their Habits,
Movements etc. Boston 1882. 12.
L. J. Fontana, El Gran Chaco. Buenos Aires 1881.
8 vo. Auf S. 191 — 195 wird eine Liste der in einigen wenig
bekannten Districten Argentiniens und Boliviens gesammel-
ten Vögel gegeben.
J. R. Forsters „Catalogue of the Animals of North
America. Containing an Enumeration of the known Qua-
drupeds, Birds, Reptiles, Fish, Insects, Crustaceous and
Testaceous Animals; many of which are new, and never
described before" (London 1771) ist mit einem Vorworte
von P. L. Sclater wiedergedruckt durch die „Willughby
Society" in London.
W. H. Fox bericlitet über das Vorkommen einiger
Vogelarten in Lookout Mountain, Tenn. Bull. Nutt. Orn.
Club Vol. 7 No. 3 p. 191—192.
P. E. Freke, North American Birds crossing the At-
lantik, Scient. Proc. Roy. Dublin Soc. Vol. 3 1881 p.22.—
Führt 69 amerikanische Arten auf, welche bisher als ver-
schlagene Wanderer in Europa beobachtet wurden, worüber
derVerf 494 genauere Aufzeichnungen gesammelt hat. Bei
Weitem zahlreicher werden solche Verschlagene während
der Herbstwanderung beobachtet als auf dem Frühjahrszuge,
welche Thatsache Verf. damit erklärt, dass die jungen
Vögel im Herbste stärker betroffen werden, weil sie dem
Sturm weniger Widerstand zu leisten vermögen, als die
kräftigeren Alten.
Derselbe liefert Ergänzungen zu seinem früheren
460 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Aufsatz „European Birds in North America". Zoologist
Vol. 6 Jan. p. 21.
Th. G. G e n t r y , Nests and Eggs of Birds of the
United States. Philadelphia 1882. 4. 308 p. w. 58 illustr.
[Jetzt complet.]
F. D. Godman and 0. Salvin, Biologia Centrali-
Americana. Zoology Pt. 15. London 1882. roy. 4 w. col.
pl. - Enthält: Aves p. 201--208 u. pl. 13.
P. Grisdale nennt 14 Vogelarten als Bewohner der
Insel Montserrat (Kleine Antillen). Ibis No. 24 p. 485.
P. L. Hat eh veröffentlicht eine Liste der Vögel von
Minnesota. Ninth Ann. Rep. Geol. and Nat. H. Surv. Minn.
for 1880/1881 p. 361—372.
0. P. Hay giebt ein Verzeichniss von Vogelarten,
welche während des Sommers 1881 im unteren Mississippi-
Thal beobachtet wurden. Bull. Nutt. Orn. Club No. 2
p. 89.
W.J. Hoffmann, List of Birds observed at St. Bert-
hold D. T., during the month of September 1881. Proc.
Boston Soc. Nat. Hist. Vol. 21 III. p. 397—405.
Derselbe liefert ein Verzeichniss der Vögel von
Nevada. Mit 1 Karte. Bull. U. S. Geol. and Geogr. Surv.
Territ. Vol. 6 No. 2 p. 203—256.
G. E.Jones and E. J. Schulze, Illustrations of the
Nests and Eggs of the Birds of Ohio. Pt. 10—15 (Fort-
setzung).
F. H. Knowlton, Ueber das Vorkommen einiger
Arten in Vermont. Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 1
p. 63.
Derselbe. A Revised List of the Birds of Brandon,
Vt. and vicinity. The Brandon Union (newspaper), Febr.
10 1882. (Referat in Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 2
p. 113—114.)
G. N. Lawrence beschreibt einige neue Arten von
Yucatan. Ann. New- York Ac. Sc. Vol. 2 No. 7 u. 8 p. 245
u. 9 p. 287.
J. M a c 0 u n , Extract from a Report of Exploration.
Report of the Department of Interior. (Ottawa, 1881). —
Giebt ein Verzeichniss von 109 Arten, welche im Thal
der Vögel während des Jahres 1882. 461
des Souris, nördlich von Dakota und Montana, vom Verf.
beobachtet wurden.
C. T. M a y n a r d , Birds of Eastern North America,
vv^ith original descriptions of all the species which occur
east of the Mississippi river. With 32 col. pl. Boston 1882.
4 (536 p.).
E. A.Mearns, List of the Birds of the Hudson High-
lands, with Annotations. Bull. Essex Inst. Vol. 12 p. 10
—25 u. 109—128 u. Vol. 13 p. 75—93.
C. H. M e r r i a m veröffentlicht ein Verzeichniss der
bei Point de Monts, Prov. Quebec in Canada vorkommen-
den Vogelarten. Bull. Nutt. Orn. Club No. 4 p. 283.
Derselbe giebt zwei kurze Nachträge zu seinem
Verzeichniss der Vögel von Adirondack im Bull. Nutt. Orn.
Club Vol. 6 p. 225. Ebenda Vol. 7 No. 2 p. 128 u. No. 4
p. 256.
H. Merrill, Ueber einige Vogelarten in Maine. Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 3 p. 190 und 191.
H. Nehrling giebt ein Verzeichniss von Vogelarten,
welche von ihm bei Houston (Texas) und in Montgomery,
Galveston und Ford Bend beobachtet wurden. Bull. Nutt.
Orn. Club No. 1 p. 6, No. 3 p. 166 u. No. 4 p. 222.
C. C. N u 1 1 i n g, On a Collection of Birds from the
Hacienda „La Palma", Gulf of Nicoya, Costa Rica. With
critical Notes by R. Ridgway. Proc. Un. S. N. Mus. Vol. 5
p. 382 — 409. — 2 neue Arten : Icterus pedoralis EspinacJii
und Myiarchus Nuttingi.
A. V. Pelz ein beschreibt eine Vogelsammlung von
Ecuador, darunter zwei neue Arten, Myiodioctes meridionalis
und Elainea ferriigineiceps. Verhandl. Zool. Botan. Ges.
Wien 32. Bd. p. 444—448.
H. A. Pur die, Ueber das Vorkommen einiger Mnio-
tütidae in Massachusetts. Bull. Nutt. Orn. Club Vol 7
No. 4 p. 252.
F. R. Rathbun, A Revised List of Birds of Central
New York (Auburn N. Y.) 8.
R. Ridgway veröffentlicht Notizen über die Ankunft
einiger Zugvögel in Knox (Indiana) im Frühjahr 1881. Bull.
Nutt. Orn. Club No. 1 p. 15.
462 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Derselbe giebt einige Ergänzungen zu seinem
.,Catalogue of North American Birds^. Ebenda No. 1 p. 61
u. No. 4 p. 257—258.
Derselbe berichtet über zwei für die nordameri-
kanische Ornis neue Vogelarten, Motacüla ocularis u. Den-
droeca Vieilloti Bryanti. Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 4
(1881) [March 1882] p. 414-415.
Derselbe beschreibt eine Anzahl neuer nordameri-
kanischer Species und Subspecies und zwar: Methriopterus
ctirvirostris occidentalis, Mimus gilviis Lawrence Merida
flavirostris Graysoni, Sialia sialis Giiatemalae, Chamaea
fasciata Henshatvi, Perisoreus canadensis iiigricapillus, Ga-
therpes mexicanus punctulcdiis, Loplioplianes inornatus griseus,
Geothlypis Beldingi, Balkis Beldingi^ HylocicMa Äliciae Bick-
nein und H. fuscescens salicicola. Ebenda Vol. 5 1882
p. 9-15 u. 343 f. u. Vol. 3 p. 374—377.
D. J. A. ßoca, Informe oficial de la Comision cien-
tifica agregada ai Estado Major General de la Expedicion
al Rio Negro (Patagonia) en 1879. Buenos Aires 1881. 4.
— Die Zoologie ist von Dr. A. D. Döring bearbeitet. Auf
p. 36—58 sind 110 Arten aufgeführt, welche während der
Reise gesammelt wurden.
0. Salvin und D. Godman geben kritische Be-
merkungen über Vögel von British Guiana und beschreiben
7 neue Arten. Ibis No. 21 p. 76 — 84.
H. Saunders bespricht einige Mövenarten von den
Küsten Peru's und Chile's. Proc. Zool. Soc. p. 520.
R. B. Sharpe, Account of the Zoological Collections
made during the Survey of H. M. S. Alert in the Straits
of Magellan and on the Coast of Patagonia. Proc. Z. S.
1881 p. 6—18 (Vögel).
L. Taczanowski beschreibt eine Vogelsammlung
aus Nordost-Peru, darin 16 neue Arten. Proc. Zool. Soc.
p. 2-49.
J. M. Wheaton, Report on the Birds of Ohio. Be-
handelt 298 Arten, welche in Ohio vorkommen, in syste-
matischer Folge. Synonymie, Beschreibung, sowie Biologie
der einzelnen Arten. Report of Geolog. Survey of Ohio,
der Vögel währeud des Jahres 1882. 463
Vol. 4 pt. 1 p. 188—628. Columbns, 0. (Nevins et Myers,
1882).
E.W. White, Cameos from the Silver-Land, or Ex-
periences of a young Naturalist in the Argentine Republic.
Vol. 2 London. Van Voorst, 1882. — Enthält zahlreiche
Notizen über das Vogelleben der durchreisten Gebiete.
Derselbe. Notes on Birds collected in the Argen-
tine Republik. With Notes by P. L. Sclater. Proc. Z. S.
Pt. 4 1882 p. 591-629.
R. White und W. L. Scott liefern eine Darstellung
der Vogelwelt Canada's und geben eine Liste der in der
Umgegend Ottawa's vorkommenden Vögel. Trans. Ottawa
Field Natural. Club No. 3 p. 26—34.
R. S. Williams, Aufzählung von 33 Arten, welche
in den Belt Mountains (Montana) beobachtet wurden. Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 1 p. 61.
J. C. Zeledon, Catalogo de las Aves de Costa-Rica.
8vo. San Jose, Costa-Rica 1882. — Führt 701 Arten auf.
Arctische Länder.
W. H. Neale giebt einige Notizen über das Vogel-
leben auf Franz-Josef-Land und führt 18 daselbst beob-
achtete Arten auf. Proc. Z. S. Pt. 4 1882 p. 652—654.
H. Schlegel, Die Vögel, gesammelt während der
Fahrten des „Willem Barents" in den Jahren 1878 u. 79.
Mitgetheilt von P. P. C. Hoek (3 p.). Niederl. Arch. f. Zool.
Suppltb. I. 3. Lief. [Vom Ref. nicht gesehen.]
Antarctische Gebiete.
A. Milne-Edwards, Recherches sur la faune des
Region australes. Suite. Ann. Sc. Nat. 7. Ser. Zool. T. 12
1881 No. 3—6 Art. 7. — Behandelt die Verbreitung der
Gattungen Biomedea, Lestris, Larus und Sterna in der ant-
arctischen Region. Mit 2 Karten.
Derselbe. Recherches sur la Faune des Regions
464 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
aiistrales. Suite. Ann. Sc. Nat. Zool. 52. Ann. 6. Ser. T. 13
No. 2 — 4 Art. 4. — ßehandeli : Les Procellariens , Les
becs-en-fourreau, Totipalmes, Grebes, Lamellirostres, Oiseaux
terrestres de la region antarctique et resume general. Neu
beschrieben wird Sula Nebouxiij abgebildet diese Art und
Sula dactyletra. Nebst zwei Karten.
IV. S y s t e m a 1 1 k.
A. Allgemeines.
Ant. Reichenow, Die Vögel der Zoologischen Gärten. Leit-
faden zum Studium der Ornithologie mit besonderer Berücksichtigung
der in Gefangenschaft gehaltenen Vögel. 1. Theil. (L. A. Kittler,
Leipzig) 1882. — Die Bestimmung des Buches ist vorzugsweise, als
Leitfaden zum Studium der systematischen Ornithologie zu dienen.
Es werden kurz gefasste, die Unterschiede scharf markirende Fa-
milien- und Gattungscharaktere gegeben und diese auf äussere Merk-
male beschränkt, da die Darstellung auf lebende in die zoologischen
Gärten gelangende Vögel sich stützt. Das befolgte System ist auf
eigene Untersuchungen des Verf. begründet und demnach werden
auch viele neue Gesichtspunkte in dieser Hinsicht entwickelt. Die
Gruppirung der einzelnen Ordnungen und deren verwandtschaftliche
Beziehungen zu einander sind in einem „Vogel-Stammbaum" darge-
stellt. Verf. nimmt vier Stämme an, deren Grundformen an vor-
weltliche Zahuvögel sich anschliessen. Der erste wird gebildet
durch die Kurzliügler, der zweite durch Schwimm- und Stelzvögel,
der dritte durch die Tauben, der vierte besteht aus den Steiss-
hühnern, Scharrvögeln, Raubvögeln, Paarzehern und Baumvögeln, an
deren Spitze die Singvögel stehen. Neue Begrenzungen oder Ein-
theilungen haben besonders die Gruppen der Lamellirostres, Gyran-
tes und Maptatores erhalten. Die Ildnocoridae, Turnicidae und Pte-
roclidae werden in einer Unterordnung Deserticolae zusammengefasst
und den Cursores eingereiht. Die Spizaetinae sind nicht, wie bisher
zu den Äquilinae gestellt , sondern den Äccipitrinae angeschlossen
u. a.
Ant. Reichenow u. H. Schalow, Compendium der neu be-
schriebenen Gattungen und Arten. 8. Folge. Journ. f. Orn. Heft 1
p. 111. 9. Folge. Ebenda Heft 2 p. 213 und Heft 4 p. 449.
R. R i d g w a y giebt kurze Ergänzungen zu seiner „Nomen-
clature of North American Birds". Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7
No. 1 p. 61 und No. 4 p. 257.
der Vögel während des Jahres 1882. 465
L. Stejneger, On some generic and specific Appellations of
North American and European Birds. Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol.
V June 5 1882 p. 28. — Es werden die nachfolgenden Aenderungen
als nothwendig nachgewiesen : Phoenicurus erithacus L. (Ed. 10) für
Euticilla phoenicura. Cinclus merula Schäffer 1789 für C. aquaticus
ßchst. Begulus cristatus Vieill. 1807 für i?. satrapa Lcht. B. vul-
garis Leach 1816 für B. cristatus Koch. Chelidon Forst. 1817 als
Gattung der Rauchschwalben, Typus H. rustica; während die Gattung
Hirundo L. für die Flaumfussschwalben, Typus H. urbica, anzuwen-
den ist. CUvicola Forst. 1817 für Cotile, Calcarius Bchst. 1803 für
CentropJianes. Plectrophenax nom. nov. für Plectrophanes. Archi-
huteo norvegicus für A. lagopus. Morinella für Strepsilas. Vanellus
capella für V. cristatus. Pavoncella für Maclietes. Aegialites alexan-
drinus für A. cantianus. Totanus nehularius für Totanus glottis.
Tadorna damiatica für T. vulpanser. Harelda hyemalis für H. gla-
cialis. Gavia alba für PagopMlci eburnea. Urinator für Colymbus.
Otocoris Bp. 1839 für JEremophila, welcher Name schon in der Ich-
thyologie gebraucht ist. Ciconia alba ist 1789 von Schaeffer , Mus.
Orn. p. 52, zuerst angewendet.
B. Specielles.
Farn. Sylviidae.
Accentor fulvescens abgebildet. Ibis No. 22 t. 8.
Cinclus mexicanus. Ueber die anatomischen Verhältnisse und
die aus denselben sich ergebenden verwandtschaftlichen Beziehungen
zu anderen Gattungen. Vergl. Shufeldt, oben Abth. II S. 442. —
Cinclus Schidzi n. sp. von Argentinien. J. Cabanis, Ornith. Cen-
tralbl. 7. Jahrg. p. 182.
Cittocincla tricolor (Vieill.), der correcte Name für den indischen
Schama; C. macrura (= C. suavis Sei.) für die Borneo-Form; Sy-
nonymie der Gattung Cittocincla. R. B. Sharpe, Ann. Mag. N. H.
Vol. 10 p. 47.
Cyanecula Wolfi Brehm in Schottland erlegt. Harvie-Brown
Ibis No. 21 p. 179.
Hylocichla Aliciae Bicknelli n, subsp. von Ulster County, New-
York. R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. 1881 (April 1882)
p. 377. — Aufenthaltsorte der Art, kritische Bemerkungen über die
Verwandten. E. P. Bicknell, Bull. Nutt. Orn. Club No. 3 p. 152.—
466 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
H. fuscescens salicicola n. subg. von Rocky Mountain district.
R. Ridgway. Proc. Ün. St. Nat. Mus. 1881 (April 1882) p. 374.
Merula Bourdüloni u. sp. von Trawancore, ähnlich M. Kinnisi.
H. Seebohm, Cat. Birds Passerif. Brit. Mus. Pt. 5 1881 p. 251 t. 15
— M. flavirostris Graysoni n. subsp. von Tres Marias Ins. (an der
Küste von West-Mexico). R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5
June 5 1882, p. 12.
Monticola cyana solitaria von Süd -China, Burma, Japan,
Zwischenform oder Bastard von M. cyana und solitaria. H. See-
bohm, Cat. Passerif. Brit. Mus. Vol. 5 1881 p. 318.
Myrmecocichla nigra Vieill. ist nicht der Traquet commandeur
Levaillant's. Saxicöla Arnotti Tristr , S. Shelleyi Sh. und Myrmeco-
cichla letmolaema Rchw. sind Varietäten von M. nigra Vieill. Letz-
tere Art gehört Süd- und Ost- Afrika an, während für den west-
lichen Vogel, den echten Traquet commandeur Levaillant's der neue
Name M. Levaillanti vorgeschlagen wird. Ant. Reichenow, Journ.
Orn. Heft 2 p. 211—212.
Peliocichla n. subg. Von den typischen Formen der Gattung
Turdus durch weniger lange und weniger spitze Flügel unterschie-
den. Schnabel gelb bis orange. Hinsichtlich des Färbungscharakters
in der Mitte zwischen Planesticus und Semimerula. Afrikanische
Arten. Typus T. pelios Bp. J. Cabanis, Journ. Orn. Heft 3 p.3l8.
— üebersicht über die 12 Arten der Gattung, darunter mehrere
neue: P. Schütti von Angola, nahe P. lihonyanus, P. saturatus von
Cameruns und Chinchoxo und P. Bocagei von Angola, beide nahe
P. pelios. Ebenda p. 319—320.
Pentholaea clericalis n. sp. aus dem oberen Nilgebiet. G. Hart-
laub, Orn. Centralbl. 7. Jahrg. p. 91 u. Journ. Orn. 3. Heft p. 321.
PhyUoscopus horealis auf Alaska brütend. E. Freke, Zoologist
(3) Vol. 6 No. 61 p. 21.
Saxicöla oenanthe auf Grönland. J. Cabanis. Journ. Orn, 2. Hft.
p. 233. — S. Seehohmi n. sp. von Constantine (Algier). Ch. Dixon,
Ibis No. 24 p. 563 t. 14.
Sialia sialis Giiatemalae n. subsp, von Guatemala und Hon-
duras. R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5, June 5 1882,
p. 13.
Turdus phaeopygoides n. subsp. von Tobago. H. Seebohm,
Cat. Birds Brit. Mus. 5 p. 404. — T. pilaris brütend in Mittel-
franken. J. Jäckel, Zool, Gart. 23. Jahrg. No. 12 p. 375. — Ver-
breitung und vermuthliche Zugstrassen derselben in Böhmen.
W. Schier, Blatt. Böhm. Vogelsch. Ver. Prag. 2. Jahrg. p. 117 und
134, — T. varius in Yorkshire erlegt. J, Backhouse, Zoologist (3)
Vol. 6 No. 62 p. 74.
der Vögel während des Jahres 1882. 467
Farn. Timeliidae.
Actinodura Bamsayi abgebildet. Goiilds Birds of Asia Pt. 33.
Argya amauroura n. sp. von Fadibek, Central- Afrika. A. v.
Pelzeln, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 32. Bd. p. 503.
Caniaroptera SundevalU neuer Name für C. olivacea Sund,
R. B. Sharpe, Journ. Orn. 3. Heft p. 347.
Catherpes mexicanus punctidatus n. subsp. von Californien.
R. Ridgway, Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 343.
CinnicertMa oUvaseens n. sp. von Columbia. R. B. Sharpe,
Cat. Passerif, ßrit. Mus. Pt. 6,1881 p. 184 t. 11.
Cisticola Blanfordi neuer Name für C. marginalis. G. Hart-
laub, Abhandl. Naturw. Ver. Bremen 8. Bd. 1. Heft p. 220. — C.
ladomsis n. sp. von Lado, Aequatoriales Ost-Afrika, ähnlich C. can-
täns und C. haematocepliala. Ebenda p. 189.
CistothoTUs stellaris in New-Hampshire. H. M. Spelraan, Bull.
Nutt. Orn. Club No. 2 p. 118. — In Florida: W. Brewster, Ebenda
p. 121.
Drymoeca flavicans abgebildet. Layard's Birds of South-Africa,
New Edition. Pt. 5 t. 8. — D. Holubi n. sp. von Ost-Bamangwato-
land (Süd-Afrika). Holub und v. Pelzeln, Beitr. Ornith. Süd-Afrikas
p. 76 t, 1. — D. pyrrhoptera n. sp. von Simbareni und D. undosa
n. sp. von Kakoma (Inneres Ost- Afrika), letztere nahe D. Bairdi und
fasciolata. Ant. Reichenow, Journ. Orn. 2. Heft p. 210 und 211.
[D. pyrrhoptera vielleicht identisch mit Cisticola rhodoptera Shelley.
Ref.]
Dryodromas melanurus n. sp. von Angola. J. Cabanis, Journ.
Orn. 3. Heft p. 349.
Eroessa tenella var. major n. var. von Madagaskar. Grandidier
u. A. Milne-Edwards, Madag. 1 Text. 2. Partie 1881 p. 323 t. 13.
Erythropygia ruficaiida und E. zamhesiana nn. spp. vom Zam-
besi, sehr nahe E. paena. R- B. Sharpe, Proc. Z. S. p. 588 u. 589
t. 45.
Eupetes pulcher n. sp. von Südost-Neu- Guinea, nahe E. castano-
notus. R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 319.
Euprinodes flavoclncta n. sp. von Ost -Afrika (= Dryodromas
flavidus Cab. nee Strickl.). R. B. Sharpe, Journ. Orn. 3. Heft p. 346.
Methriopterus curvirostris occidentalis n. subsp. von West-
Mexico. R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 9.
Mimodes n. g. : „Somewhat like Minms, but with the bill de-
cidedly stouter, the wing much more rounded and the colors much
more uniform. Tail much longer, than the wing, rounded. Fourth,
fifth and sixth quills longest, the third about equal to the seventh,
second not longer than the tenth. Typus: Harporhynclius Graysoni
Baird. R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mu3. Vol. 5 p. 45.
468 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen iu der Naturgeschichte
Mimus elegans n. sp. von den Bahama-Inseln, ähnlich M. Or-
pheus. R. B. Sharpe, Cat. Passerif. Brit. Mus. Pt. 6 1881 p. 339.
— M.gilvus Lawrenci n- subsp. von Tehuantepek beschrieben, sowie
unterschiede von M. vielanopterus und gracilis erörtert. R. Ridg-
way, Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 10. — M. polyglottus brü-
tend bei Fort Fetterman, Wyoming (42» 23' N., 105^ 21' W.).
R. W. Shufeldt, Bull. Nutt. Orn. Club No. 3 p. 180.
Pomatorliinus Austeni n. sp. von Ost-Manipur, nahe P. ochra-
ceiceps. A. Hurae, Stray Feath No. 1 — 3 p. 152.
Sphenocichla JSumii und Bohefrti abgebildet. Gould ßirds of
Asia Pt. 33.
SpTienoeacus intermedms n. sp. aus dem Cafferland und Sph.
natalensis n. sp. von Transvaal, nahe S. afncanus. E. Shelley, Proc.
Z. S. p. 337.
Thryophilus rufiventris Natt. vermuthlich n. sp. von Brasilien,
ähnlich T. Galbraithi. R. B. Sharpe, Cat. Passerif. Brit. Mus. Pt. 6
1881 p. 209 Anm.
Thryothorus albiventris n. sp. von Chirimoto (Nordost-Peru),
nahe T, coraya. L. Taczanowski, Proc. Z. S. p, 5.
Triclwlais citriniceps n. sp. von Kakoma (Inneres Ost-Afrika).
Ant. Reichenow, Journ. Orn. 2, Hft. p. 210. [Identisch mit T. pul-
chra Bocage. Ref.]
Trochalopteron erythrolaema n. sp. von Ost-Manipur, nahe T.
erytlirocephalum. A. Hume, Stray Feath. No. 1 — 3 p. 153. — T. me-
lanostigma abgebildet. Goulds Birds of Asia Pt. 33.
Fam. Paridae.
Äegithalus musculus n. sp. aus dem oberen Nilgebiet. G. Hart-
laub, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 91 und Journ. Orn. 3. Heft
p. 326.
Chamaea fasciata Henshawi n. subsp. von Californien. R. Ridg-
way, Proc. üu. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 13.
Lopliophanes bicolor auf Staten Island, N.-Y. E. Moran, Bull.
Nutt. Orn. Club No. 1 p. 52. — L. inornatus griseus n. subsp. von
Nord-Amerika. R. Ridgway, Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 344.
Parisoma Bölimi n. sp. von Ugogo (Inneres Ost-Afrika). Ant.
Reichenow, Journ. Orn. 2. Heft p. 209 t. 2.
Parus cinctus Brutvogel in Nord-Alaska. E. Freke, Zoologist
(3) Vol. 6 No. 61 p. 21. — P. griseiventris n. sp. von Kakoma.
(Inneres Ost-Afrika), nahe P. rufiventris. Ant. Reichenow, Journ.
Orn. 2. Heft p. 210. — P. MichalowsMi. Im vorjährigen Bericht
irrthümlich als Picus MichnlowsJcii. Vergl. daselbst S. 74. — P. si-
biricus am 10. Ng/. 1881 auf Helgoland beobachtet, H. Gätke, Mitth.
der Vögel während des Jahres 1882. 469
Orn. Ver. Wien No. 6 p. 62. — P. Pleskii var. abgebildet. M. Menz-
bier, Geographie d. europ. Russland Bd. 1 t. 1.
Farn. Certhiidae.
Certhia. R. R i d g w a y giebt einige kritische Bemerkungen
über die Certhien Europas und Nordamerikas und beschreibt mehrere
neue Subspecies. Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 111. — C.brit-
tanica n. subsp. von England, C. montana n. subsp. vom mittleren
Nord-Amerika, C. occidentalis n. subsp. von der Westküste Nord-
Amerikas. Ebenda p. 113, 114 u. 115, — C. manipurensis n. sp.
von Ost-Manipur, nahe C. discolor. A. Hume, Stray Feath. No. 1 — 3
p. 151.
Orthonyx hat vollständigen Singmuskelapparat. Vergl. Forbes,
oben Abth. II S. 436.
Sitta albifrons n. sp. von Kamtschatka, L. Taezanowski, Bull.
Soc. Zool. France 7. Ann. 1882 p. 385. — S. europaea. L. Taeza-
nowski hat Kleiber aus den verschiedensten Gegenden Europas
untersucht, erörtert das Variiren in der Färbung und gelangt zu
dem Schluss, dass die Trennung der beiden Arten S. europaea und
caesia nicht aufrecht zu erhalten sei und dass man dieselben nicht
einmal als zwei Lokalrassen unterscheiden könne, da keine bestimmte
Verbreitungsgrenzen für beide Formen zu ziehen seien. Bull. Soc,
Zool. France. 7. Ann. 1882 p. 425—429.
Fam. Cinnyridae.
Cinnyris Erikssoni n. sp. von Mossamedes, sehr nahe C afer.
R. Trimen, Proc. Z. S. p. 451 t. 32.
Fam. Meliphagidae.
Melilestes poUopterus n. sp. von Südost-Neu-Guinea, nahe M.
Novae Guineae. R. B. Sharpe, Journ, Linn. Soc. Zool. Vol. 16
p. 318.
Ptüotis marmorata n. sp. von Südost-Neu-Guinea, nahe P.
cinerea. R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 319.
Stigmatops Blasii n. sp. von Amboina. T. Salvadori, Ornith.
Papuas. Pt. 3 1882 p. 543 u. 566.
Tephras (Zosterops) ugiensis. Neuer Name für T. olivacea,
E. P, Ramsay, Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales Vol. 7 Pt. 1 p. 28.
[Vergl. Zosterops Bendovae.] — T. Whitii n. sp. von den Aruinseln.
E. P. Ramsay, Proc. Z. S. p. 357. — Nach T. Salvadori ist die Art
identisch mit Glycychaera fdllax. Ann. Mus. Civ. Genova Vol. 18
p. 422.
Archiv f. Naturg. XLIX. Jahrg, 2. Bd. FF
470 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Zosterops delicatula n. sp. von Südost-Neu-Guinea, nahe Z.
frontalis. R. B. Sharpe, Journ, Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 318. —
Z. palpebrosa in Sind. J. Murray , Stray Feath. No. 4 p. 328. —
Z. Eendovae neuer Name für Tepliras oUvacea Rams. H. B. Tri-
stram, Ibis No. 21 p. 135. — T. Salvadori hält hingegen Tristrams
Yogel für nicht identisch mit T. oUvacea, betrachtet Z. Eendovae
als besondere Art und schlägt für T. oUvacea den Namen Zosterops
Mamsayi vor. Ann. Mus. Civ. Genova Vol. 18 p. 425. [Vergl. oben
Tephras ugiensis.]
Farn. Brachypodidae.
Criniger Cabanisi n. sp. von Salanga, nahe C. griseiceps Hume.
A. Müller, Journ. Orn. 4. Heft p. 384. — C. sumatranus n. sp. von
West-Sumatra, nahe C. gutturalis von Borneo. W. Ramsay, Ann.
Mag. Nat. Eist. Vol. 10 No. 60 p. 431.
Hemixus sumatranus n. sp. von West-Sumatra, nahe H. vi/res-
cens Tem. W. Ramsay, Ann. Mag. N. H. Vol. 10 No. 60 p. 431.
Phyllastrephus rufescens n. sp. aus Centralafrika. G. Hartlaub,
Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. No. 11 u. 12 p. 91.
Pycnonotus Salvadorii neuer Name für P. pusülus Salvad.
R. B. Sharpe, Cat. Passerif. Brit. Mus. Pt. 6 1881 p. 401.
Sibia melanoleuca abgebildet. Gould Birds of Asia Pt. 33.
Fam. Alaudidae.
Alauda sibirica auf Helgoland erlegt. H. Gätke, Ornith. Cen-
tralbl. 7. Jahrg. p. 180.
Galerida Miramarae [I] n. sp. von Süd-Spanien. E. F. v. Ho-
meyer, Journ. Orn. 3. Heft p. 315—317.
Mirafra torrida n. sp. von ügogo (Ost-Afrika), nahe M. che-
niana. G. E. Shelley, Proc. Z. S. p. 308 t. 17.
Otocorys penicillata, Unterschiede von O.longirostris. J. ScuUy,
Ibis Vol. 5 1881 p. 580—582.
Fam. Sylvicolidae.
Änthus Butleri n. sp. von Newcastle (Süd- Afrika), Uebergangs-
form zwischen Änthus und Macronyx. G. E. Shelley, Proc. Zool.
Soc. p. 336 t. 18.
Chlorophonia Torrejoni n. sp. von Chirimoto (Nordost-Peru).
L. Taczanowski, Proc. Zool. Soc. p. 9 t. 1.
Dendrocea Vieilloti Bryanti bei La Paz in Unter - Californien
erlegt. R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 414.
Biva Branicki n. sp. von Tamiapamba (Nordost-Peru), nahe
B. Vassori. L. Taczanowski, Proc. Z. S. p. 11 t. 1.
der Vögel während des Jahres 1882. 471
Geothlypis Beldingi n. sp. von Unter-Californien. R. Ridgway,
Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 5 Spt. 5 1882 p. 344.
Helminthophüa neuer Name für Helmintophaga Gab., da letzterer
bereits früher in anderem Sinne von Bebst. (1803) gebraucht wurde.
R. Ridgway, Bull. Nutt. Orn. Club No. 1 p. 53.
Motacilla ocularis bei La Paz in Unter-Californien. R. Ridg-
way, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 414.
Myiodioctes meridionalis n. sp. von Ecuador, ähnlich M. pusillus.
A. V. Pelzeln, Verb. Zool. Bot. Ges. Wien 32. Bd. p. 446.
Pyranga aestiva in New-Brunswick erlegt. Ch. B. Batchelder,
Bull. Nutt. Orn. Club No. 4 p. 249.
Fam. Fringillidae.
Ammodromus caudacutus Nelsoni in Kansas erlegt. J. A. Allen,
Bull. Nutt. Orn. Club No. 1 p. 55.
Carduelis elegans albigularis wieder beschrieben. J. v. Mada-
rasz, Journ. Orn. 1. Heft p. 13, — Vorkommen in England. R. B.
Sharpe, Proc. Z. S. p. 312.
Carpodacus erytJirinus in Norwegen. R. Collett, Vidensk. For-
handl. Christiania No. 17 1882.
Coturniculus Henslowi in Florida. W. Brewster, Bull. Nutt.
Orn. Club No. 2 p. 121. — C. Lecontii in Süd- Carolina erlegt'.
M. Loomis, Ebenda No. 1 p. 54. — Dieselbe in Florida beobachtet.
W. Brewster, Ebenda No. 2 p. 121.
Emberim da am 8. März 1882 auf Helgoland erlegt. H. Gätke,
Mitth. Orn. Ver. Wien No. 6 p. 62. — E. pithyornus am 2. Augus't
1881 auf Helgoland erlegt. Ebenda. — E. rustica im November 18S2
in England erlegt. P. L. Sclater, Proc. Z. S. p. 721.
Fringüla linaria erschien 1881 sehr zahlreich auf Helgoland.
H. Gätke, Mitth. Orn. Ver. Wien No. 8 p. 62.
Fringülaria Forhesi n. sp. aus dem oberen Nilgebiet, nahe
F. flaviventris. G. Hartlaub, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 92 und
Journ. Orn. 3. Heft p. 324. ~ F. Orientalis n. sp. von Mambo^iD
(Ost- Afrika), nahe F. major Cab. G. E. Shelley, Proc. Z. S. p.fSOS.
Goniaphea. P. L. Sclater vermuthet, dass die Gattung auf
eine Pyrenestes- Art basire, jedenfalls nicht auf Loxia ludovioimlti
L. Ibis No. 21 p. 182.
Linaria exilipes auf Helgoland erlegt. H. Gätke, Ornith., föeör
tralbl. 7. Jahrg. p. 180.
Loxia. A. Dubois beschreibt 8 Arten und Varietät^Oj^to
Gattung und zwar L. pityopsittacus, L. curvirostra nebst den Varie-
täten americana, mexicana und himalayana, L. leucoptera nel^i^\ dSlß
Varietäten hifasciata und amurensis n. var. Bull. Mus. d'Histw -Nat.
Belgique T. 1 1882.
472 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Passer domesticus Sommer vogel in Süd- Afganistan, vom Früh-
jahr bis August, P. montanus hingegen Standvogel und diese Art
auch der gewöhnliche Haussperling daselbst. C. Swinhoe, Ibis No. 21
p. 112. — Verbreitung des P. domesticus in Böhmen. H. Schier,
Blatt. Böhm. Vogelsch. Ver. Prag. p. 179.
Peucaea ruficeps eremoeca n. subsp. von Texas. N. C. Brown,
Bull. Nutt. Orn. Club No. 1 p. 26.
Pinicola enucleator brütend in Unter-Canada. C. H. Merriam,
Bull. Nutt. Orn. Club No. 2 p. 120.
Plectrophanes lapponicus in Süd-Carolina erlegt. J. A. Allen,
Bull. Nutt. Orn. Club No. 1 p. 54.
Plectrophenax neuer Gattungsname für Plectrophanes (Typus
Emberiza nivalis), da der letztere Gattungsname zuerst für Fringilla
lapponica angewendet wurde. L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 5 June 5 1882 p. 28 u. f.
Poliospiza Beichardi n. sp. von Kakoma (Inneres Ost-Afrika),
nahe P. gularis. Ant. Reichenow, Journ. Orn. 2. Heft p. 210.
Propasser Blythi n, sp. von Gilgit. J. Biddulph, Ibis No. 22
p. 283 t. 9.
Pyrrhula Kamtschatica n. sp. von Kamtschatka. L. Tacza-
nowski, Bull. Sog. Zool. France 7. Ann. 1882 p. 395. — P. major
in Siebenbürgen. J. v. Csato, Termesz. Füzetek. 5. Bd. p. 84—87.
— P. rosaeea n. sp. von Yokohama, am nächsten P. orientalis.
H. Seebohm, Ibis No. 28 p. 871.
Spizella monticola ochracea nov. var. vom westlichen Nord-
Amerika. W. Brewster, Bull. Nutt. Orn. Club No. 4 p. 228.
Zamelodia neuer Name für Hedymeles Cab., weil der Name
Hedymela bereits von Sundevall in anderem Sinne gebraucht wurde.
E. Coues, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 5 1880 p. 98.
Fam. Ploceidae.
Äegintha [1] Luchsi n. sp. [?] von unbekanntem Herkommen.
C. Russ, Gef. Welt 1882 p. 6. (Ibis No. 23 p. 477.) [Vermuthlich
eine der bekannten Spermestinen. Ref.]
Amauresthes fringilloides in Mossambique. G. A. Fischer, Ornith.
Centralbl. 7. Jahrg. p. 105.
Chlorura hyperythra Rchb. ist auf Java heimisch. G. Vorder-
man, Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Ind. Deel 42 Afl. 2 1882.
Erythrura cyanifrons und trichroa nicht identisch. H. B. Tri-
stram, Ibis No. 21 p. 181.
Hahropyga oenochroa n. sp. aus dem oberen Nilgebiet , nahe
H. hypomelaena. G. Hartlaub, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 91 u.
Jonrn. Orn. 3. Heft p. 322.
Hyphantornis Emini n. sp. aus dem oberen Nilgebiet.
der Vögel während des Jahres 1882. 473
G. Hartlaub, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 92 und Journ. Orn.
3. Heft p. 322 t. 1.
Lagonosticta Jamesoni n. sp. von Matabele, nahe L. rübricata.
G. E. Shelley, Ibis No. 23 p. 355.
Linura n. subg. Die vier mittelsten Schwanzfedern sehr stark
verlängert und mit sehr schmalen Fahnen. Letztere mit ihren Säu-
men abwärts geneigt, so dass die Feder eine Rinne bildet. Typus:
L. Fischen n. sp. von Usegua (Ost-Afrika). Ant. Reichenow, Ornith.
Centralbl. 7. Jahrg. p. 91. Abbildung: Journ. Orn. t. 2.
Munia grandis n. sp. von Südost-Neu-Guinea, nahe M. Jagori.
R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 319.
Sharpia Ayresi n. sp. vom Tatin-Fluss (Südost-Afrika). G. E.
Shelley, Ibis No. 23 p. 353 t. 7 f. 2.
Sycobrotus Emini, identisch mit Hyphantornis Emini. [Siehe
oben.]
Vrohrachia, Unterschiede der vier Arten axillaris, phoenicea
[sive zanzibarica"] , Mechoivi [= Bocagei] und affinis. J. Cabanis,
Journ. Orn. 1. Heft p. 122.
Uroloncha Swirihoei n. sp. von China, grössere Abart von ü.
acuticauda, J. Cabanis, Journ. Orn. 4. Heft p. 462.
Vidua {Linura) Fischeri. [S. oben Linura^
Farn. Icteridae.
Icterus Oberi abgebildet. Ibis No. 24 t. 13. — /. pectorälis
Espinachi n, subsp. von Costa Rica. C. C. Nutting, Proc. ün. St.
Nat. Mus. Vol. 5 Spt. 5 1882 p. 392.
Farn. St\irnidae.
Galornis {Aplonis) feadensis n. sp. von Fead Island (Salomons-
Inseln). E. P. Ramsay, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 No. 90
p. 129.
LamprocoUus sycobius abgebildet. Holub und v. Pelzeln, Beitr.
Orn. Südafrikas t. 3.
Macruropsar magnus abgebildet. Goulds Birds New-Guinea
Pt. 13.
Pastor roseus im Sommer 1882 bei Hallein (Salzburg). V. v.
Tschusi, Mitth. Orn. Ver. Wien No. 7 p. 67. — In Jersey am 13. Juni
1882 erlegt. J. Sinei, Zoologist (3) Vol. 6 No. 72 p. 432.
Sturnus vulgaris auf Grönland. J. Cabanis, Journ. Orn. 2. Hft,
p. 233.
474 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Farn. Oriolidae.
Dicrums [Chibia) longirostris n. sp. von St. Christoval, Salo-
mons-Inseln. E. P. Ramsay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 7
Pt. 2 p. 300.
EdoUisoma montanum abgebildet. Gould's Birds New-Guinea
Pt. 13. — E.poUopsa n. sp. von Südost-Neu-Guinea, Tiahe E. schisti-
ceps. R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 318. —
E. Tristrami neuer Name für E. Sdlomonis. E. P. Ramsay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 7 Pt. 1 p. 22.
Graucalus Kochi n. sp. von Mindanao, am nächsten G. striatus.
Kutter, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 183. — G. maforensis abge-
bildet. Gould^s Birds New-Guinea Pt. 13.
Fam. Paradiseidae.
Manucodia und Phonygama. Verschiedenheiten beider Gat-
tungen bez. der Verschlingung der Luftröhre. Vergl. W. Forbes,
oben Abth. 11 S. 435.
Phonygama Hunsteini n. sp., ähnlich P. Keraudreni, von Neu-
Guinea (East Cape). R. B. Sharpe, Proc. Linn. Soc. Zool. Vol. 16
No. 94 July 1882 p. 442.
Ptüorhis intercedens n. sp. von Neu-Guinea, ähnlich P. magni-
fica. R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 No. 94 p. 444.
Seleucides nigra. Ueber die Trachea. Vergl. Forbes oben
unter Abth. II S. 434.
Semioptera WaUacei var. Halmdherae n. var. von Halmahera.
T. Salvadori, Ornith. Papuas. Pt. 2 1881 p. 573.
Fam. Corvidae.
Corvus ossifragus. Winteraufenthalt der Art. W. Dutcher,
Trans. Linn. Soc. New-York Vol. 1 1882.
Garrulus glandarius in ungeheuren Schaaren auf dem Zuge
von Nord nach Süd am 22. — 24. September 1882 bei Rostock beob-
achtet. C. Petermann, Zeitschr. Orn. Ver. Pommern u. Mecklenb.
p. 108. — Dieselbe Erscheinung bei Stolp (Pommern) und Posen.
E. F. V. Homeyer. Ebenda p. 125. — Ebenso Anfang October bei
Hamburg und auf Helgoland beobachtet. F. Böckmann, Ornith.
Centralbl. 7. Jahrg. p. 178.
Nucifraga caryocatactes, Brutvogel auf Moan. L. Holtz, Orn.
Centralbl. 7. Jahrg. p. 141.
Perisoreus canadensis bei Portland (Maine) erlegt. N. C. Brown,
Bull. Nutt. Orn. Club No. 2 p. 122. — P. canadensis nigricapiUus
n. subsp. von Labrador. R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5
June 5 1882 p. 15.
der Vögel während des Jahres 1882. 475
Farn. Laniidae.
Hylophilus viridiflavus abgebildet in Godman and Salvin,
Biologia Central. Americ. Zoology Pt. 15 t. 3 f. 1.
Hyloterpe phüippensis abgebildet. Goulds Birds of Asia Pt. 33.
Laniarius Blanfordi n. sp. von Nordost-Afrika, nahe L. sene-
gälus. R. B. Sharpe, Layard's Birds of S. Africa, N. Ed. Pt. 5 p.
397. — L. Ussheri n. sp. Hab,?, nahe L. trivirgatus. Ebenda.
Lanius horeälis americanus, europaeus und Sibiriens nn. sub-
spp. M. Bogdanow , Russische Würger 1881 p. 102 und 103.
— L. cephalomelas, Unterschiede von L. nigriceps. H. Schalow,
Journ. Orn. 30. Jahrg. Heft 1 p. 12. — L. excubitor, Vorkommen
an verschiedenen Orten in England. Zoologist (3) Vol. 6 p. 71, 115,
148, 231. — L. Grimmi n. sp. von Turkestan [vielleicht identisch
mit L. leucopterus Severtz. Ref.]. M. Bogdanow, 1. c. p. löl t. 4.
~ L. gubernator n. sp. aus dem oberen Nilgebiet. G. Hartlaub,
Orn. Centralbl. 7. Jahrg. p. 91 und Journ. Orn. 30. Jahrg. Heft 3
p. 323. — L. major bei Cardiff im April 1881 erlegt. H. Seebohm,
Proc. Z. S. Pt. 4 1881 p. 968. — L. mollis abgebildet. Ibis (4)
Vol. 6 No. 23 pl. 11. — L. Przewcdshii n. sp. von Turkestan.
M. Bogdanow 1. c. p. 147. — L. pyrrhostictus n. sp. von Transvaal,
sehr nahe L. collaris. Holub u. v. Pelzeln, Beitr. Orn. Südafr. p.96
T. 2.
Neochloe brevipennis abgebildet. Godman and Salvin, Biologia
Central-Amer. Zoology Pt. 15 t. 13 f. 2.
Paciiycephalopsis hattamensis abgebildet. Goulds Birds New-
Guinea Pt. 13. — P. poliosoma n. sp. von Südost-Neu-Guinea. R. B.
Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 318. Abbildung: Goulds
Birds New-Guinea Pt. 13.
Vireo Huttoni StepTiensi n. var. von Arizona u. Neu-Mexico.
W. Brewster, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 3 p. 142.
Fam. Campephagidae.
Irma cyanogastra und melanochlamys abgebildet. Goulds Birds
of Asia Pt. 33.
Fam. Muscicapidae.
Äetliomyias guttata n. sp. von Neu-Guinea, ähnlich Ä. spilo-
dera Gray. R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 No. 94
p. 432.
Ampelis garrulus. Eingehende Beschreibung des Gefieders in
verschiedenen Alterszuständen und Jahreszeiten. H. Stevenson, Trans.
Norfolk and Norwich Natur. Soc. Vol. 3 p. 326.
476 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Bradyornis grisea n. sp. von Mgunda Mkali (Inneres Ost-
Afrika). Ant. Reichenow, Journ. Orn. 2. Heft p. 211. [Scheint
identisch mit B. Oatesi Sharpe. Vergl. Bericht 1881 p. 60. Ref.]
Cichlopsis gularis n. sp. von Brit. Guiana, nahe verwandt mit
0. leucogonys. 0. Salvin and D. Godman, Ibis No. 21 p. 76.
Cyanomyias coelestis ^-^. Bemerkungen über Färbung und
Abbildung des Kopfes mit Haube. P. L. Sclater, Proc. Zool. See.
p. 342.
Erythrocercus Thomsoni n. sp. vom Rovuma-Fluss (Ost- Afrika).
G. E. Shelley, Proc. Z. S. p. 303 t. 16.
Hyliota australis n. sp. vom Umvuli-Fluss (Südost- Afrika).
G. E. Shelley, Ibis No. 22 p. 258 t. 7 f. 1.
Hypothymis Bowleyi abgebildet. Goulds Birds New -Guinea
Pt. 13.
Monachella muelleriana abgebildet. Goulds Birds New-Guinea
Pt. 13.
Monareha periopJithalmica n. sp. von Südost-Neu-Guinea, nahe
M. frater. R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 818.—
M. (Piesorhynchus) Browni n. sp. von Marrabo, Salomons- Inseln,
nahe P. Brodiei. E. P. Ramsay, Proc. Z. S. p. 711.
Muscicapa üssheri n. sp. von Abokobi (Goldküste) am nächsten
M. aquatica. R. B. Sharpe, Proc. Zool. Soc. p. 591.
Myiadectes. üebersicht der westindischen Arten. L. Stejneger,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 15—27 mit 1 Tafel. — M. domi-
nicanus n. sp. von Cuba. Ebenda p. 22. — M. Sanctae-Luciae n. sp.
von Sancta Lucia. Ebenda p. 20.
Piezorhynchus squamulatus n. sp. von Ugi (Salomons-Inseln),
nahe P. vidua. H. B. Tristram, Ibis No. 21 p. 136. — Nach E. P.
Ramsay identisch mit P. melanocephälus Ramsay. Proc. Linn. Soc.
N. S. W. Vol. 7 Pt. 1 p. 42.
Poecilodryas albifacies n. sp. von Südost-Neu-Guinea, nahe P.
leucops. R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 318. Ab-
bildung: Gould Birds Neu-Guinea Pt. 13.
Pomarea {Monareha) ugiensis n. sp. von Ugi, Salomons-Inseln.
E. P. Ramsay, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 No. 90 p. 128.
BMpidura Finschi n. sp. von Neu -Britannien. T. Salvadorii,
Ornith. Papuasia Pt. 3 1882 p. 532.
Farn. Hirundinidae.
Cotile Cowani n. sp. von Madagascar, am nächsten C. palud'
cola. R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zoology Vol. 16 p. 322.
der Vögel während des Jahres 1882, 477
Fam. Eriodoridae.
Äcanthisitta. üeber den unteren Kehlkopf der Form. Vergl.
Forbes, oben unter Abth. II S. 436.
Chamaeza fulvescens n. sp. von British Guiana, der C. olivacea
am nächsten. 0. Salvin und D. Godman, Ibis No. 21 p. 79.
Formicarius pallidus n. sp. von Yucatan, sehr nahe F. moniliger.
G. N. Lawrence, Ann. N.-Y. Ac. Sc. Vol. 2 No. 9 p. 288.
Grallaria minor n. sp. von Yurimaguas (Nordost-Peru), sehr
ähnlich G. hrevicauda, Stolzmann, Proc. Z. S. p. 33. — G. Prze-
wdlskii n. sp. von Ray-urmana (Nordost-Peru, 8000' Höhe). L. Tac-
zanowski, Proc. Zool. Soc. p. 33.
Herpsüochmus puncticeps n. sp. von Huambo (Nordost-Peru).
L. Taczanowski, Proc. Z. S. p. 30.
Myrmeciza maynana n. sp. von Yurimaguas (Nordost- Peru),
nahe M. atrothorax. L. Taczanowski, Proc. Z. S. p. 32.
ThamnopMlus loretoyacuensis n. sp. von Loretoyacu (Ost-Peru),
nahe T. atricapülus. E. Bartlett; Proc. Z. S. p. 374. — Th. suban-
dinus n. sp. von Nordost-Peru, nahe T. luctuosus. L. Taczanowski,
Proc. Z. S. p. 29.
Xenicus. Siehe oben Äcanthisitta.
Fam. Anabatidae.
Picolaptes peruvianus n. sp. von Tamiapamba (Nordost-Peru),
nahe P. lacrymiger. L. Taczanowski, Proc. Z. S. p. 28.
Synallaxis cisandina n. sp. von Chirimoto (Nordost-Peru), zwi-
schen S. antisiensis und S. curtata. Stolzmann, Proc. Z. S. p. 25. —
S. furcata ( $ ) n. sp. ebendaher. Ebenda. — S. fusco-rufa n. sp.
von Santa Marta, am nächsten S. unirufa und castanea. P. L. Sclater,
Proc. Z. S. p. 578 t. 43 f. 1. — S. griseo-murina n. sp. von Ecuador,
nahe S. fuligimsa. P. L. Sclater, Proc. Z. S. p. 578 t. 43 f. 2.
Xiphocolaptes compressirostris n. sp. von Nordost- Peru, sehr
ähnlich X. promeropirhynchus. L. Taczanowski, Proc. Z. S. p. 28.
Fam. Tyrannidae.
Cnipolegus Gdbanisi n. sp. von Tucuman, nahe G. cinereus.
F. Schulz, Journ. Orn. 4. Heft p. 462.
Elainea ferruginäceps n. sp. von Ecuador, ähnlich E. ruficeps.
A. V. Pelzeln, Verhandl. Zool. Bot. Ges. Wien. 32. Bd. p. 447.
Hirundinea hellicosa^ ferruginea und Sclateri. Kurze Notizen
über die Unterschiede und Verbreitung der drei Arten. P. L. Sclater,
Ibis No. 21 p. 162—164.
Mitrephanes neuer Name für den bereits 1837 bei den Coleo-
478 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
pteren gebrauchten Mitrephortis Sei. E. Coues, Bull. Nutt. Orn.
Club.No. 1 p. 55.
Myiarchus Nuttingi n. sp. von Südwest -Mexico, ähnlich M.
niexicanus. R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 394.
Ornithium irriberhe Bidgwayi var. nov. von Arizona. W. Brewster,
Bull. Nutt. Orn. Club No. 4 p. 208.
Tipra suavissima n. sp. von British Guiana, sehr nahe P. serena.
0. Salvin und D. Godman, Ibis No. 21 p. 79 t. 1.
Platyrhynchus saturatus n. sp. von British Guiana, nahe ver-
wandt mit P. mystaceus und P. cancrominus. 0. Salvin und D. God-
man, Ibis No. 21 p. 78.
Farn. Trochilidae.
Eriocnemis Dyhowskii n. sp. von Ray-uomana (Nordost-Peru,
7—8000'). L. Taczanowski, Proc. Z. S. p. 39.
Ileliodoxa xantliogonys n. sp. von British Guiana , nahe H.
Jamesoni. 0. Salvin und D. Godman, Ibis No. 21 p. 80.
Lophornis pavoninus n. sp. von British Guiaua, am nächsten
L. Verreauxi. 0. Salvin und D. Godman, Ibis No. 21 p. 81.
ürosticte intermedia n. sp. von Nordost-Peru. L. Taczanowski,
Proc. Z. S. p. 36.
Farn. Cypselidae.
Chaetura Bohmi n. sp. von Kakoma (Inneres Ost- Afrika), nahe
Ch. Cassini. H. Schalow, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 183. —
Ch. Cassini vom Congo. R. ß. Sharpe, Proc. Z. S. p. 688. — Ch.
Gaumeri n. sp. von Yucatan, nahe Ch. Vauxi. G. N. Lawrence,
Ann. N. Y. Ac. Sc. Vol. 2 No. 7 u. 8. March 1882 p. 245.
Collocalia cebuensis n. sp. von Cebu. Kutter, Journ. Orn.
2. Heft (April 82) p. 171 [identisch mit der folgenden Art]. — C.
marginata n. sp. von Cebu, sehr nahe C. esculenta. T. Salvadori,
Atti R. Acc. Sc. Torino Vol. 17 26. Marzo 1882 p. 448.
Cypselus caffer , Unterschiede von C. Sharpii. R. B. Sharpe,
Proc. Z. S. p. 688. — C. saxatilis brütend am Belt-Fluss (Montana).
R. B. Williams, Bull. Nutt. Orn. Club No. 2 p. 122.
Hemiprocne minor n. sp. von Neu-Granada und Bogota. G. N.
Lawrence, Ann. N. Y. Acad. Sc. Vol. 2 No. 11 1882.
Fam. Caprimulgidae.
Caprimulgus nöbilis n. sp. von Rendova (Salomons -Inseln), am
nächsten C. macrurus. H. B. Tristram, Ibis No. 21 p. 134 pl. 3.
der Vögel während des Jahres 1882. 479
Nach T. Salvador! identisch mit Eurostopus nigripennis Ramsay.
Ann. Mus. Civ. Genova Vol. 18 p. 421.
Fam. Coraciidae.
Coracias garrula bei Delhi (Indien) erlegt. A. Hume , Stray
Feath. No. 1—3 p. 174.
JEurystomus pacificus auf Neu-Seeland. T. F. Cheeseman, Trans.
Proc. N. Z. Inst. Vol. 14 p. 265.
Todus. Ueber die anatomischen Verhältnisse und systematische
Stellung. Vergl. Forbes, oben unter Abth. II S. 435.
Fam. Meropidae.
Merops Bohmi n. sp. von Bumi (Inneres Ost -Afrika). Ant.
Reichenow, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. No. 7—8 p. 62 und Journ.
Orn. Heft 2 p. 233 t. 2. — M. Bresseri n. sp. vom Rovuma-Fluss
(identisch mit der vorgenannten Art). G. E. Shelley, Proc. Z. S-
p. 303 t. 16. — M. Revoilii n. sp. aus dem Somalilande. M. E.
Oustalet, Mission R. Revoil aux Pays Qomalis. Faune et Flore
(J. Tremblay, Paris).
Fam. Alcedinidae.
Älcyone Bichardsi n. sp. von Rendova (Salomons-Inseln), nahe
A. pusilla. H. B. Tristram, Ibis No. 21 p. 134 t. 4.
Geyx sacerdotis n. sp, von Neu-Britannien, nahe Ceyx philip-
pensis. E. P. Ramsay, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 No. 90
p. 128.
Halcyon orientalis auf Zanzibar. G. A. Fischer, Ornith. Cen-
tralbl. 7. Jahrg. p. 104. — H. quadricolor abgebildet. Gould Birds
New-Guinea Pt. 18.
Melidora macrorhina abgebildet. Gould Birds New-Guinea
Pt. 13.
Tanysiptera Banae abgebildet. Gould Birds New - Guinea
Pt. 13.
Fam. Bucerotidae.
D. G. EUiot, A Monograph of the Bucerotidae er Family
of the Hornbills. Pt. 10. 1882. — Das Werk schliesst mit diesem
Theile ab. 60 Arten werden behandelt und diese in 19 Gattungen
geordnet, unter welchen zwei neue.
LimonopJiälus n. g. Casque extending over two thirds of the
maxilla, narrowed, compressed anteriorly, tip at right angle to cul-
men. Typus: B. Montani. D. G. Elliot, Monogr. Bucerotidae Pt. 10.
480 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Pholidophalus n. g. „Basal half of culmen covered by a low
transversely grooved casque-like protuberance". Typus: B. ßstulator.
D. G. EUiot, Monogr. ßucerotidae Pt. 10.
Farn. Picidae.
Genturus rubriventris. Beschreibung des J. G. N. Lawrence,
Ann. N. Y. Ac. Sc. Vol. 2 No. 8 March 1882.
Colaptes rupicola specifisch verschieden von C, puna Lcht.
Mnscrpt., ersterer von Bolivien und Argentinien, letzterer von Peru.
J. Cabanis, Ornith. Centralbl. 6. Jahrg. p. 182.
Dendropicus cardinalis und sanzihari. Unterschiede beider
Arten. J. H. Gurney, Ibis No. 21 p. 73—75.
Gecinus Weberi n. sp. von Salanga, sehr nahe dem G. vittatus
und G. striolatus. A. Müller, Journ. Orn. 4. Heft p. 421.
Jyngipicus. Monographie der Gattung; 21 Arten, darunter
drei neue, beschrieben. E. Hargitt, Ibis No. 21 p. 19—51. — J.
aurantnventris, Doerriesi. Bamsayi. scintilliceps und Temmincki ab-
gebildet. Gould, Birds of Asia Pt. 33. — J. grandis n. sp. von
Lombock und Flores , ähnlich /. auritus. E. Hargitt, Ibis No. 21
p. 45. — J. peninsularis n. sp. von Süd-Indien, sehr ähnlich J. gym-
nophthalmus. Ebenda p. 48. — J.picatus n. sp. von Nordwest- Borneo,
nahe J. canicapillus. Ebenda p. 41.
Melanerpes erythrocephälus bei Boston. A. Purdie, Bull. Nutt.
Orn. Club No. 1 p. 57.
Phloeotomus Schulzi n. sp. von Argentinien, sehr ähnlich Ph.
pileatus. J. Cabanis, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 183.
Picumnus JelsTcii n. sp. aus dem Thal von Chanchamayo (Cen-
tral-Peru). L, Taczanowski , Proc. Z. S. p. 41 t. 2. — P. Stein-
dachneri n. sp. von Chirimoto (Nordost -Peru). Ebenda p. 40 t. 2.
Picus pyrrhothorax n. sp. von Ost-Manipur, nahe P. cath-
pharius. A. Hume, Stray Feath. No. 1—3 p. 150. — P rubiginosus
Scop. im nördlichen Argentinien. J. Cabanis, Ornith. Centralbl.
7. Jahrg. p. 183.
Farn. Capitonidae.
Trachyphonus versicolor n. sp. aus dem oberen Nilgebiet, nahe
T. erythrocephälus Cab. G. Hartlaub, Orn. Centralbl. 7. Jahrg.
p. 91 und Journ. Orn. 3. Heft p. 326.
Farn, ßhamphastidae.
W. A. Forbes, lieber die Gallenblase bei den Rhamphastiden.
Vergl. oben Abth. II p. 434.
der Vögel während des Jahres 1882. 481
Aulacorhamphus whitelianus n. sp. von British Guiana, am
nächsten A. derUanus. 0. Salvin und D. Godman, Ibis No. 21
p. 83.
Farn. Trogonidae.
W. A. Forbes untersuchte die Gaumenbeine der Trogoniden.
Vergl. oben Abth. II p. 434.
Hapaloderma vittatum n. sp. von Mambojo (Ost-Afrika). G. E.
Shelley, Proc. Z. S. p. 306.
Farn. Galbulidae.
P. L. Sclater, Monograph of the Jacamars and Puff-Birds or
families Galbulidae and Bucconidae. Pt. 7. London 1882. — Schluss
des Werkes.
Farn. Bucconidae.
Clielidoptera hrasiliensis tenebrosa abgebildet. P. L. Sclater,
Mon. Jacam. Puff-Birds Pt. 7 (Siehe Galbulidae).
Farn. Cuculidae.
Gentropus natalensis n. sp. von Natal und Transvaal, zwischen
G. senegalensis und superciliosus. G. E. Shelley, Ibis No. 22 p. 246.
Cercococcyx n. g., Zwischengruppe zwischen Gacomantis und
Guculus, von beiden durch viel längeren Schwanz abweichend. Typus:
G. Mechowi n. sp. von Angola. J. Cabanis, Journ. Ornith. 2. Heft
p. 230.
Pachycoccyx n. g. Von Guculus durch schlitzförmige, nicht
runde und in kurzen Tuben gelegene, Nasenlöcher unterschieden.
Typus: Guculus validus Rchw. J. Cabanis, Journ. Orn. 2. Hft. p. 230.
Farn. Indicatoridae.
Ant. Reichenow sondert die Gattungen Indicator und Jynx
von den Cuculidae, bez. Picidae und vereinigt beide in der Familie
Indicatoridae- Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 173.
Ordo. Psittaci.
Reichenow, Vogelbilder aus fernen Zonen. Atlas der Papa-
geien. (Th. Fischer, Cassel). Lief. IX und X. — Enthält auf den
Tafeln 25—30 Abb. von 51 Arten der Gattungen : Nasiterna, Cyclo-
psittacus, Pionias, Prioniturus, Bhodocephalus, Brotogerys, Pyrrhura,
Trichoglossus, Goriphilus, Eclectus, Psittacula, BolhorhyncTius.
482 Reichenow: Bericht üb. die Leistung-en in der Naturgeschichte
Farn. Pionidae.
Euchroura neuer Name für üroclvroma. Ant. Reichenow,
Journ. Orn. 4. Heft 1881 p. 357.
Eucinetus neue Gattung, vereinigend die Genera Fionopsitta.
Evopsitta, Gypopsitta und Pyrüia. Ant. Reichenow, Journ. Orn.
4. Heft 1881 p. 353.
Pachynus neuer Name für Graydidasealus. Ant. Reichenow,
ebenda p. 352.
Poeocephalus Rüppelli. Exemplare mit blauem Bürzel und
Steiss hält P.L. Sclater für die Weibchen, die schlichter (braun) ge-
färbten für die männlichen Individuen. Proc. Z. S. p. 577.
Fam. Conuridae.
SiUace Azarae, öoccinea und modesta neue Namen für S. ca-
nindey aracanga und macawuanna. Ant. Reichenow, Journ. Orn.
3. Heft 1881 p. 267 u. 270.
Fam. Psittacidae.
Psittacus carydnurus neuer Name für Ps. timtieh. Ant. Rei-
chenow, Journ. Orn. 3. Heft 1881 p. 262.
Fam. Palaeornithidae.
Diehrognathus neuer Name für Psittinus. Ant. Reichenow,
Journ. Orn. 3. Heft 1881 p. 255.
Eclectus polychlorus. Geschlechter schon im Jugendkleide
durch verschiedene (grüne bez. rothe) Färbung unterschieden. A. B.
Meyer, Zeitschr. wiss. Zool. 37. Bd. 1. Heft p. 145. (Vergl. auch
Frenzel, Abth. V, Biologie etc.)
Geoffroyus agrestis n. sp. von San Christoval (Salomons-Inseln).
H. B. Tristram, Ibis No. 21 p. 138. (Vielleicht nur juv. von 6r. Sim-
plex. Ref.)
Bhodocephalus neuer Name für Geoffroyus. Ant. Reichenow,
Journ. Orn. 3. Heft 1881 p. 247.
Fam. Trichoglossidae.
Lorius cardinalis Hombr. et Jacqu. gehört zum Subgen. Eos
und nicht zur Gattung Triclioglossus wie von Reichenow (Journ.
Orn. 29. Jahrg. p. 162) angenommen war. Derselbe, Journ. Orn.
2. Heft p. 232.
Triclioglossus Goldiei n. sp. von Südost- Neu- Guinea. R. B.
Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 317. — T. rubrigulariSy
Berichtigung der unvollständig wiedergegebenen Diagnose. Ant.
Reichenow, Journ. Orn. 2. Heft p. 239.
der Vögel während des Jahres 1882. 483
Farn. Micropsittacidae.
Cyclopsittacus coccineifrons n. sp. von Südost-Neu-Guinea, sehr
nahe C. aruensis (vielleicht identisch. Ref.). R. B. Sharpe, Journ.
Linn. Soc. Zool. Vol. 16 p. 318. — C. Salvadorii. Lateinische Dia-
gnose, T. Salvadori, Att. R. Acc. Sc. Torino Vol. 17 p. 593 und
M. E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. Zool. 52. Ann. VI. S. T. 13 No. 5—6
Art. 8 p. 11.
Fam. Platycercidae.
Äprosmictus sulaensis n. subsp. Abart von Ä. amboinensis L.,
von den Sula-Inseln. Ant. Reichenow , Journ. Orn. 2. Heft 1881
p. 128.
Cyanorhamphus intermedius n. subsp., Abart von C. auricepSf
von Neu-Seeland. Ant. Reichenow, Journ. Orn. 1. Heft 1881 p. 44.
— C. Saissetti abgebildet. Proc, Z. S. t. 46.
NympMcus uvaeensis n. sp. von Uvea bei Neu - Caledonien,
zweite Art der Gattung. E. und C. Layard, Proc. Z. S. p. 408
t. 26.
Fam. Strigidae.
Aegolius Tengmalmi in Norfolk erlegt. H. Stevenson, Zoo-
logist (3) Vol. 6 No. 63 p. 115.
Bubo maculosus in Irland erlegt. J. üssher, Zoologist (3)
Vol. 6 No. 72 p. 460.
Carine capensis abgebildet in Layards Birds of South Africa,
New Ed. Pt. 5 t. 3.
Ninox Rudolfi, Beschreibung der Art. A. B. Meyer, Ibis
No. 22 p. 232 t. 6. (Vergl. Bericht 1881 p. 346).
Nyctea scandiaca bei Fort Walla Walla W. T. (Westl. Verein.
Staaten) erlegt. Ch. Bendire, Bull. Nutt. Orn. Club No. 1 p. 58.
Otus hrachyotus, brütend in Cambridgeshire. R. M. Christy,
Zoologist Vol. 6 p. 309.
Scops asio Bendirei n. var. von Californien. W. Brewster,
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 1 p. 31. — Sc. asio KenniTcotti.
Variiren der Färbung, üebersicht über die verwandten nordameri-
kanischen Formen. Ebenda p. 27 — 33.
Strix aurantiaca abgebildet. Ibis No. 21 t. 2. — St Oustaleti
Hartl. identisch mit Strix Candida Tick. R. B. Sharpe, Proc. Z. S.
p. 335.
Fam. Falconidae.
J. H. G u r n e y setzt seine Besprechung von Sharpe's Cata'
logue of the Accipitres in the British Museum fort. Ibis No. 21
p. 146—162, No. 22 p. 290, No. 23 p. 436 und No. 24 p. 579.
484 Reichenow: Bericlit üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Derselbe bespricht einige Raubvögel des Norfolk Museums
und beschreibt eine neue Urospizias. Ebenda No. 23 p. 452.
Äquila fulva var. alpina n. var. aus dem europäischen Russ-
land. Severzow in M. Menzbier's Geographie d. europ, Russland
Bd. 1 p. 378. — A. GfUtschii n. sp. ebendaher. M. Menzbier, ebenda
p. 387. — A. Orientalis abgebildet. Ebenda T. 5 — 7.
Astur pulchellus n. sp. von den Salomons -Inseln (identisch
mit A. soloensis Ramsay nee Latham). E. P. Ramsay, Journ. Linn.
Soc. Zool. Vol. 16 No. 90 p. 131.
Baza Gurneyi n. sp. von den Salomons-Inseln. E. P. Ramsay,
Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 13 No. 90 p. 130.
Buteo borealis socorroensis n. subsp. von Socorro. R. Ridg-
way, Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 3 1880 p. 220. — B. desertorum
in Süd -Indien. A. Harne, Stray Feath. No. 1—3 p. 159. — B. vul-
pinus abgebildet. Menzbier, Geogr. d. europ. Russland Bd. 1 t. 8.
Circus cineraceus in Sindh. J. Murray, Stray Feath. No. 1 — 3
p. 173.
Elanoides forficatus in Dakota. D. H. Talbot, Bull. Nutt. Orn.
Club No. 1 p. 59. — In Süd-Michigan. J. Trombley, Ebenda No. 4
p. 251.
Falco abietinus vsir. griseivetitris abgebildet. Menzbier, Geogr.
d. europ. Russland Bd. 1 t. 2. — F. atriceps abgebildet. Ibis No.
22 t. 10. — F. islmidictis in Westmoreland. J. G. Goodchild, Trans.
Cumberl. Assoc. Adv. of Lit. et Sc. pt. VI. — F. peregrinus in
Sussex. Th. Parkin, Zoologist (3) Vol. 6 No. 63 p. 114. — F. pere-
grinus hrevirostris n. subsp. aus dem europäischen Russland. M. Menz-
bier, Geogr. d. europ. Russland Bd. 1 p. 276. — F. peregrinus
leucogenys abgebildet. Ebenda t. 4. — F. vespertinus in Ober-
schlesien. B. Altum, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 86. — Derselbe
bei Anklam in Pommern. Ebenda p. 141.
Henicopernis infuscata n. sp. von Neu-Britannien, ähnlich H,
longicauda. J. H. Gurney, Ibis No. 21 p. 128.
Hierofalco uralensis n. sp. aus dem europ. Russland. Severzow
und Menzbier, Geographie des europäischen Russland Bd. 1 p. 288
t. 3.
MacJiirliamphus alcinus von Nord-Borneo. R.B.Sharpe, Proc.
Z. S. p. 688.
Melierax Mechowi n. sp. von Angola, nahe M. pölyzonus von
Nordost-Afrika, dessen östlicher Vertreter M. polioptei'us und süd-
licher M. musicus ist. J. Cabanis, Journ. Orn. 2. Heft p. 229.
Nisaetus Bonelli in Böhmen. E. F. v. Homeyer, Journ. Orn.
3. Heft p. 317. Vergl. auch Mitth. Orn. Ver. Wien No. 7 p. 63.
Urospizias alhigularis. Notiz über die Abbildung. Ibis 1881
t. 8. J. H. Gurney, Ibis No. 21 p. 179. — U. Dampieri n. sp. von
der Vögel während des Jahres 1882. 485
Neu-Britannien, nahe U. etorques. J. H. Gurney, Ibis No. 23 p. 453
und No. 21 p. 126.
Farn. Tetraonidae.
Sp. Trott er, Nomenclature of the North American grouse.
Chicago Field Vol. 13 p. 314. (Vom Ref. nicht gesehen.)
Lagopus mutus und dessen Abarten, L. mutus rupestris (Arc-
tisches America), L. mutus Reinhardti (Cumberland-Golf und West-
küste Grönlands, L. mutus atJchensis n. subsp. von Atkha (Aleuten).
L. M. Turner, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 225— 231, die neue
Subspecies p. 230.
Lagopus scoticus. Variiren der Färbung. T. E. Buckley,
Proc. Zool. S. p. 112—116.
Tetrao tetrix. Vorkommen in Württemberg. R. Finckh,
Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 68—72. — Vorkommen auf dem
Schwarzwald. W. Wurm, Jahresb. Ver. vaterl. Naturk. Württem-
berg. 38. Jahrg. p. 284 und R. Finckh, ebenda p. 290.
Fam. Perdicidae.
Callipepla squamata pallida n, subsp. von Arizona. W. Brewster,
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 6 1881 p. 72.
Excalfactoria chinensis bei Bombay erlegt. H. Wenden, Stray
Feath. No. 1— 3 p. 165.
FrancoUnus ochrogaster n. sp, aus dem oberen Nilgebiet, nahe
F. pileatus. G. Hartlaub, Journ. Orn. 3. Heft p. 327. — F. pictus
bei Ghats (Indien). G. Vidal, Stray Feath. No. 1—3 p. 160.
Fam. Phasianidae.
Numida Marchei n. sp. vom Gabun. M. E. Oustalet, Ann.
Sc. Nat. Zool. 52. Ann. 6. Ser. T. 13 No. 2—4 Art. 1.
Pavo nigripennis nur Varietät von P. cristatus nach der An-
sicht von C. Smith, Zoologist (3) Vol. 6 No. 72 p. 462. — P. L.
Sclater hält die Art Selbstständigkeit aufrecht, zieht aber seine frühere
Angabe des Vaterlandes „Cochinchina" zurück. Ebenda.
Phasianus Humiae. Beschreibung und Abbildung beider Ge-
schlechter, Verbreitung. H. Godwin-Austen, Proc. Z. S. p. 715 — 718
t. 51.
Bheinardius n. g. Phasianidarum : „alis brevibus, rotundatis;
secundariis remiges primarios vix superantibus ; cauda maxima, gra-
duata, pennis amplis, planis, ocellatis; supracaudalibus mediis magnis,
divergentibus ; capite plumoso, crista occipitali densa. Typus: Bh.
ocellatus n. sp. von Tonkin. M. E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. Zool.
A-rchiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. GG
486 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
52. Ann. 6 S. T. 13 No. 5 und 6 Art. 12 u. Bull. Acc. Sc. de France
No. 120 1882.
Farn. Opisthocomidae.
A. V. Nathusius untersuchte die Struktur der Eischaale von
Opisthocomus. Vergl. oben Abth. II S. 441.
Fam. Crypturidae.
Crypturus Baistoni n. sp. von Elvira (Ost-Peru), nahe C asper-
sus. E. Bartlett, Proc. Z. S. p. 374.
Fara. Columbidae.
Chaleophaps chrysochlora var. sandvichensis vermuthlich der
junge Vogel von Ch. Mortoni. E. P. Ramsay , Proc. Linn. S. N. S.
Wales Vol. 7 Pt. 1 p. 37 Anm.
Leptoptila fulviventris n. sp. von Yucatan, sehr ähnlich L. albi-
frons. G. N. Lawrence, Ann. N. Y. Ac. Sc. Vol. 2 No. 9 1882
p. 287.
Macropygia Arossi Tristr., identisch mit M. rufocastanea Rams.
T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova Vol. 18 p. 429.
Fam. Geotr ygonidae.
Eutrygon terrestris abgebildet in Gould Birds New-Guinea
Pt. 13.
Otidiphaps cervicalis abgebildet. Gould Birds New-Guinea
Pt. 13. — 0. regalis Salv. et Godm. identisch mit 0. cervicalis
Rams. T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova Vol. 18 p. 430.
Phlogoenas Salomonis n. sp. von S. Christoval, Salomons-
Inseln. E. P. Ramsay , Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 7 Pt. 2
p. 299.
Fam. Carpophagidae.
W. A. Ha 8 well, üeber anatomische Verhältnisse von Oedi-
rhinus und Turacoena. Vergl. oben Abth. II S. 438.
Carpophaga Finschi n. sp. von den Salomons- Inseln. E. P.
Ramsay, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16 No. 90 p. 129. — C. nu-
ehdlis n. sp. von Luzon, zwischen C. aenea und paulina. J. Cabanis,
Journ. Orn. 1. Heft p. 126. — C. Bichardsi Tristr. identisch mit
C. rufigula Salv. T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova Vol. 18
p. 428.
Chlorotreron n. subg. : „Rostro validiusculo ; remige prima
abrupte subulata; cauda brevi, fere aequali; pedibus validis, tarsis
magna ex parte nudis; ptilosi viridi, plaga abdominali aurantia ;
der Vögel während des Jahres 1882. 487
tectricibus alarum et scadularibus plus minusve cinereis. Typus,
Ptilopus humeralis Wall. T. Salvador!, Ornith. Papuas. Pt. 3 p. 22.
Ptilopodiscus n. subg. Statura parva, cauda breviuscula, ro-
tundata; plumis pectoris emarginatis, seu bifidis. Foemina mari
similis; pileo plus minusve violaceo, postice linea flava circumdato.
Typus: Ptilopus coronulatus Gray. T. Salvador!, Ornith. Papuasia
Pt. 3. p. 15.
Ptilopus rhodostictus n. sp. von ügi (Salomons-Inseln). H. B.
Tristram, Ibis No. 21 p. 139 t. 5. Nach T. Salvadori, Ann. Mus.
Civ. Genova Vol. 18 p. 427, identisch mit Pt. Bichardsi Rams. Vergl.
auch E. P. Ramsay, Proc. Linn. S. N. S. W. Vol. 7 Pt. 1 p. 43.
Spilotreron n. subgen. Medium inter subgen. Thoracotreron
et Jonotreron ; cauda ut in Thoracotreron longiuscula , rotundata ;
capite cinereo uti in Jonotreronibus nonnullis; pictura reliqua
propria. Typus : Columha melanocephala Forst. T. Salvadori, Ornith.
Papuasia Pt. 3 p, 51.
Thoracotreron n. subg. Cauda rotundata; remigis primae apice
minime attenuato; plumis gutturis integris, minime emarginatis, seu
bifidis; mas fascia pectorali lata alba, vel flava ornatus, foemina
viridis, fere unicolor. Typus: Columha BivoUi Prev. T. Salvadori
Ornith. Papuasia Pt. 3 p. 37.
Farn. Ardeidae.
Ardea Wardi n. sp. von Florida, zwischen A. Würdemanni
und herodias. R. Ridgway, Bull. Nutt. Orn. Club No. 7 Vol. 1
pg. 5.
Botaurus stellaris in Norwegen. R. Collett, Vidensk. Forhandl.
Christiania No. 17 1882.
Butio Kutteri Cab. abgebildet. Journ. Orn. t. 3.
Florida caerulea in Maine. N. C. Brown, Bull. Nutt. Orn. Club
Vol. 7 No. 2 p. 123.
Zonerodius g. n. Novum genus characters American! generis
Tigrisomatis praebet, sed acrotarsis transversim clypeatis, non squa-
mulis exagonis obsitis, et gula omnino plumosa differt; a genere
Botauro unguibus breviusculis, valde arcuatis, rostro validiore, cul-
mine fere recto diversum. Typus: Ardea heliosylus Less. T. Sal-
vadori, Ann. Mus. Civ. Genova Vol. 18 p. 336 Note.
Ordn. Deserticolae.
Deserticdlae : neue, die Thinocondae, Turnicidae und Pteroclidae
umfassende Ordnung. Ant. Reichenow, Vögel der zool. Gärten.
1. Theil p. 119.
9
488 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Farn. Pteroclidae.
H. Gadow giebt eine ausführliche Beschreibung der Muscu-
latur von Pterodes und bespricht einige andere anatomische Ver-
hältnisse der Form. Hinsichtlich der systematischen Stellung ge-
langt Verf. zu dem Resultat, dass Pterodes eine besondere Gruppe
(Pterodetes Sei.) darstelle, gleichwerthig und verwandt mit den
Charadriidae, Rasores und Gyrantes, aber letzteren näher stehe als
den Charadrien und wiederum den Hühnern näher als den Tauben.
Der vom Verf. entworfene hierauf bez. Stammbaum zeigt zwei aus
derselben Wurzel entspringende Stämme, die Limicolae und Rasores
darstellend, von dem einen (Limicolae) zweigen sich Charadrien,
Tauben und Pterocliden ab, von dem anderen Tetraonidae und an-
dere Familien der Rasores. [Die Formen Didunculus und Didus
scheinen hierbei vom Verf. nicht berücksichtigt zu sein! Ref.] Proc.
Zool. Soc. 1882 p. 312—332. — Vergl. auch: Haswell, oben Abth. II
S. 438.
Fam. Hemipodiidae.
Pedionomus torquatus nach W. V. Legge's Ansicht näher ver-
wandt mit den Charadrien als mit den Hemipodien. Ibis No. 24
p. 610.
Turnix. lieber die Struktur der Eischaale. Vergl. v. Na-
thusius, oben Abth. II S. 441. — Aufzählung der in der Australi-
schen Region vorkommenden Arten des Genus. W. A. Forbes, Ibis
No. 23 p. 429. — 1\ saturata n. sp. von Neu- Britannien, nahe T.
melanonota. Ebenda p. 428 t. 12.
Fam. Eurypygidae.
Mesites. Pterylose, systematische Stellung. Vergl. Forbes unter
Abth. II S. 435.
Fam. Rallidae.
Grex suahelensis n. sp. von Ribe (Ost- Afrika). H. B. Tristram,
Proc. Z. S. Pt. 1 p. 93.
Notornis Mantelli auf dem Süd-Eiland (Neu-Seeland), an der
Ostseite des Te Anau Lake im Südwesten der Insel gefangen. Das
erste Exemplar wurde 1849 auf Resolution Island, das zweite 1851
auf Secretary Island im Thompson-Sund erlegt. Eingehende Erörte-
rungen der Gattung und Beschreibung des Vogels. W. L. Buller,
Trans. Proc. N. Z. Inst. Vol. 14 p. 238—244. — Beschreibung des
Skelets. T. J. Parker, ebenda p. 245—258, t. 19—21. - Anatomi-
sches. Vergl. Owen und Parker, oben Abth. II S. 441.
der Vögel während des Jahres 1882. 489
Ortygornetra porzana auf den Shetland-Inseln erlegt. C. Cham-
bers, Zoologist (3) Vol. 6 No. 61 p. 21.
Porzana Bailloni iu Waterford. A. G. More, Zoologist (3)
Vol. 6 No. 63 p. 113.
Ballus Beldingi n. sp. von Unter- Californien. R. Ridgway,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 345. — B. elegans in Maine, Ver.
St. N. C. Brown, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 1 No. 1 p. 60.
Farn. Otididae.
Lophotis fulvicrista n. sp. von Berdera (Ost-Africa). J. Ca-
banis, Orn. Centralbl. 7. Jahrg. p. 14 und Journ. Orn. 2. Hft. p. 123.
[Identisch mit Eupodotis Gindiana, vergl. Bericht 1881 p. 377. Ref.]
Otts tetrax auf Helgoland erlegt. H. Gätke, Ornith. Centralbl.
7. Jahrg. p. 181. — Zeitige Verbreitung in Mitteldeutschland. W.
Thienemann, Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw, 7. Jahrg.
p. 27—29.
SypJieotides aurita bei Allahabad (Indien) erlegt. A. M. Mark-
hani, Stray Feath. No. 1—3 p. 160.
Fam. Scolopacidae.
Gallinago nemoricola in Wynaad (Indien). J. W. Ditmus. Stray
Feath. No. 1—3 p. 173.
Limicolae. Verbreitung und Wanderung der amerikanischen
Arten. W. Hapgood, Forest and Stream Vol. 17 1881 p. 225.
Neoscolopax g. n. Inter genera Scolopacem et Gallinaginem
intercedit; rostrum uti in genere ScoZopace, tibiae inferne nudae uti
in genere Gallinagine. Typus : Scolopax Bochussenii Schi. T. Sal-
vadori, Ann. Mus. Civ. Genova Vol. 18 p. 331 Note.
Pelidna suharcuata in Maine. H. A. Purdie, Bull. Nutt. Gm.
Club No. 2 p. 124.
Phalaropus hyperhoreiis in Lincolnshire. Hutchinson, Zoolo-
gist Vol. 6 No. 62 p. 73. — Ph. lobatus in Sussex. Th. Parkin,
ebenda No. 63 p. 114.
Totanus solitarius auf Scilly (England) erlegt. Th. Cornish.
Zoologist (3) Vol. 6 No. 71 p. 432.
Tringa Bairdi auf Long Island gefangen. E. Morau, Bull.
Nutt. Orn. Club No. 1 p. 60 und No. 2 p. 123.
Fam. Charadriidae.
Charadrius [Aegialites] bifrontatus n. sp. von Madagascar, ähn-
lich Gh. tricollaris. J. Cabanis, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 14
und Journ. Orn. 1. Heft p. 124. Vergl. auch G. Hartlaub, Abh.
Naturw. Ver. Bremen 8. Bd. 1. Heft p 221. — Ch. fulvus auf Neu-
490 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Seeland (Penrose, Auckland District) erlegt. T. F. Cheeseman, Trans.
Proc. N. Z. Inst. Vol. 14 p. 264—265. — CJi. sheppardianus. Vergl.
Cope Abth. II oben S. 433.
Glareola lactea in Sind: H. E. Barnes, Stray Feath. No. 1 — 3
p. 166.
Pedionomus vergl. unter Hemipodiidae.
Ordn. Lamellirostres.
Ant. Reichenow liefert eine systematische Ueb ersieht der
Lamellirostres, wobei besonders die Unterschiede der Familien und
Gattungen eingehender besprochen werden, nebst Beschreibungen
der in den Zoolog. Gärten vorkommenden Arten. Ornith. Centralbl.
7. Jahrg. p. 1—5, 17—23 und 35—40.
Farn. Cygnidae.
L. Stejneger giebt eine monographische Darstellung der
Unterfamilie Cygninae, unter welcher er die 4 Gattungen : Sthenelus
g, n. mit 1 Art, Cygnus mit 3 A., Olor mit 4A. und Chenopis mit
1 Art begreift. Die Gattung Coscoroba (mit befiederter Zügelgegend)
wird ausgeschlossen. Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 174 — 221.
Cygnus Pelzeini vermuthlich neue Art, begründet auf zwei in
Egypten gefangene Exemplare. L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat.
Mus. Vol. 5 p. 197.
Palaeocycnus n. g. für die fossile Form Cygnus Falconeri
Parker. L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 180.
Sthenelus n. g. Predominant color of the adults, white; young
with downy or feathered lores, the down on the sides of the bill
reaching almost to the nostrils, but not forming distinct loral
antiae; tertiaries and scapulars normal, not crisp. ; tail longer than
the middle toe with claw, cuneate; inner webs of outer four pri-
maries and outer webs of the second, third, fourth and fifth sinua-
ted ; webs of the feet scalloped. Typus : Anas melanocorypha Mol.
L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 185.
Fam. Anatidae.
Anas gibberifrons. Unterschiede von A. castanea $, nebst
Abbildung. P. L. Sclater, Proc. Z. S. p. 452—454 t. SS.—A.niar-
morata bei Delhi (Indien) erlegt. A. Hume, Stray Feath. No. 1—3
p. 174.
Biziura lobata. Anatomisches. Vergl. Forbes , oben unter
Abth. II S. 436.
Dafila acuta auf den Hebriden. Proc. Roy. Soc. Edinb. Sess.
1879—80. 1881.
der Vögel während des Jahres 1882. 491
Erismatura leucocephäla bei Delhi (Indien) erlegt. A. Hume,
Stray Feath. No. 1—3 p. 158.
Fuligula marila bei Attock am Indus erlegt. A. Hume, Stray
Feath. No. 1—3 p. 158. — Bei Delhi erlegt. Ebenda p. 174.
Mareca penelope Brutvogel auf den Aleuten. E. Freke, Zoo-
logist (3) Vol. 6 No. 61 p. 21.
Querquedula formosa in Modena. A. Fiori, Zool. Anz. 5. Jahrg.
No. 104 p. 94.
Farn. Sulidae.
Phaeton aethereus specifisch unterschieden von Ph. indicus.
A. Hume, Stray Feath. No. 1—3 p. 146.
Sula Nebouxii n. sp. von Chile. A. Milne-Edwards, Ann. Sc.
Nat. Zool. 52. Ann. 6. S. T. 13 No. 2—4 Art. 4 p. 37 t. 14. — S,
dactyletra abgebildet. Ebenda t. 13.
Fam. Graculidae.
Hypoleucus Gouldi n. sp. von Australien (= Phälacrocorax
leucogaster Gould nee Vieill.). T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova
Vol. 18 p. 404.
Plotus anhinga im West). Kansas erlegt. E. Coues. Bull. Nutt.
Orn. Club No. 1 p. 61. — P. Ghantrei n. sp. von Antioche. M. E.
Oustalet, Ann. Sc. Nat. Zool. 52. Ann. 6 S. T. 13 No. 5—6 Art. 7
p. 8. — P. melanogaster, Anatomisches. Vergl. oben Forbes unter
Abth. II p. 435.
Fam. Sternidae.
A. Milne-Edwards, Ueber die Verbreitung der Seeschwalben
in der antarctischen Region. Vergl. oben Abth. III S, 463.
Sterna Forsteri an der Küste Virginiens brütend. W. Brewster,
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 2 p. 126.
Fam. Laridae,
A. Milne-Edwards schildert die Verbreitung der Lariden
in den antarctischen Gegenden. Vergl. oben Abth. III S. 463.
H. Saunders erörtert die Verbreitung der Möven in den
südlichen Meeren. Proc. Z. S. p. 527.
Larus Audouini, Vorkommen, Lebensweise, Historisches. H.
Schalow, Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 81—85. — L. glaucus in
Somerset. C. Smith, Zoologist (3) Vol. 6 No. 62 p. 71. — L. ma-
rinus auf Herald Island (im Nordwesten der Behrings-Strasse) und
bei Port Clarence (Amerik. Seite der Behringsstr.) erlegt. R. Ridg-
492 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
way, Bull. Nutt. Orn. Club No. 1 p. 60. — L. melanurus auf Askold.
H. Bolau, Journ. Orn. 3. Heft p. 342. — L. minutus in Sussex.
Th. Parkin, Zoologist (3) Vol. 6 No. 63 p. 114 ; in Lincolnshire.
Hutchinson, ebenda No. 62 p. 73.
Lestris parasitica und pomarina bei Altenkirchen (Rhein-
provinz). C. Sachse, Orn. Centralbl. No. 23 p. 177.
Stercorarius parasiticus auf Channel Islands. C. Smith. Zoo-
logist (3) Vol. 6 No. 65 p. 188.
Xema furcatum ad. und juv. abgebildet. Proc. Z. S. t. 34. —
X. sahini in Norfolk erlegt. H. Stevenson, Zoologist (3) Vol. 6
No. 63 p, 113.
Fam. Procellariidae.
A. M i 1 n e - E d w a r d s erörtert die Verbreitung der Sturm-
vögel in der antarctischen Region. Vergl. oben Abth. HI S. 463.
W. A. Forbes beschreibt die anatomischen Verhältnisse der
Tubinares und erörtert danach die systematische Eintheilung. Es
werden zwei Familien, Oceanitidae und Procellariidae gebildet, erstere
mit den Gattungen Garrodia, Oceanites, Pelagodroma und Fregetta,
letztere die übrigen Formen enthaltend. Nach Ansicht des Verf.
zeigen die Sturmvögel mehr Verwandtschaft zu den Steganopoden
und Reihern als zu den Möven (!). Zoology of the Voyage of the
Challenger Pt. XI.
Aeipetes n. g., Typus: Procellaria antarctica Gm. W. A.
Forbes, Zoology of the Voyage of H. M. S. Challenger, Pt. XI p. 59.
Daption capensis bei Dublin erlegt. A. G. More, Ibis No. 22
p. 346.
Diomedea. Verbreitung der Gattung in der antarctischen
Region. Vergl. Milne-Edwards Abth. III S. 463.
Thalassidroma pelagica am 19. Oct. 1881 nach einem Süd-
weststurm zuWangern auf Pol (Mecklenburg. Küste) erlegt. F. Schmidt,
Archiv d. Fr. d. Naturg. Mecklenburg 35. Jahrg. p. 110.
Fam. Colymbidae.
Eudytes glacialis im Dec. 1881 bei Hamburg erlegt. P. Wiebke
Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 23.
Fam. Alcidae.
B. Dybowski giebt eine Darstellung der Lebensweise
der Mormoniden , bespricht die Schnabelmauser und führt die
Charaktere einiger ungenügend bekannten Arten , Lunda cir-
rhata, Fratercula corniculata , Omhria psittacula , Simorhynchus
Kamtschaticus, an. Ausser den genannten rechnet Verf. zur Farn.
der Vögel während des Jahres 1882. 49 3
Mormonidae noch Simorhynchus cristatellus, Chimerina cornuta, Gi-
ceronia pusilla und Fratercula arctica. Von Lunda cirrhata und
Sim. Kamtschaticus sind Holzschnitte der Kopfformen beigegeben.
Bull. Soc. Zool. France 7. Ann. 1882 p. 290-300.
Älca impennis. Früheres Vorkommen in Neufundland. Proc.
Roy. Soc. Edinb. Sess. 1879—1880. 1881. — Reste auf Oronsey
(Argyllshire). Vergl. S. Grieve, oben Abth. 11 S. 438.
Uria troile am 20. Juni 1882 bei Hallein (Salzburg) erlegt.
V. V. Tschusi, Mitth. Orn. Ver. Wien. No. 7 p. 67.
Fam. Spheniscidae.
M. H. Filhol schrieb über die anatomischen Verhältnisse der
Sphenisciden. Vergl. oben Abth. H p. 434.
J. Jullieu, Ueber die Anatomie von Äptenodytes patagonica.
Vergl. ebenda p. 438.
Fam. Struthionidae.
T. Salvadori liefert eine Monographie der Gattung Casua-
riiis 10 Arten werden unterschieden. 1) Mit hohem, seitlich zu-
sammengedrücktem Helm : C. tricarunculatus, bicariincidatus, gdleatus,
australis und Beccarii. 2) Mit flachem Helm : C. uniappendiculattis,
occipitalis, papuaniis, picticollis und Bennetti. C. Salvadorü Oust.
und altijugus Sei. werden zu C. Beccarii gezogen. Abbildungen der
nackten Kopf- und Halstheile sämmtlicher Arten. Mem. Ac. Sc.
Torino Serie 2 T. 34 p. 173—217.
Apteryx. Beschreibung der Respirationsorgane. Th. H. Huxley,
Proc. Z. S. p. 560.
Dinornis parvus neue fossile Art. Vergl. Owen, Abth. H
S. 441.
V. Biologie, Zucht und Pflege.
M. Albihn, Ein Ofenregulator für die Vogelstube. Mit Ab-
bildung. Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 7. Jahrg. No.
11 p. 286.
Ch. Aldrich bestätigt, ddiss Quiscalus purpureus Krehae fresse.
Amer, Naturalist Vol. 16 No. 1 p. 57-
B. AI tum, Vogelmörderei durch Spechte. Ornith. Centralbl.
7. Jahrg. p. 137—138.
Ed. Bai dam US, Das Hausgeflügel. Beschreibung der Rassen
aller Arten des wirthschaftlicben Federviehs etc. Ein praktischer
Rathgeber für Landwirthe und Geflügelhalter. Mit Holzschnitten
(G. Schoenfeld, Dresden) 1882 183 pg.
494 Reichen ow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
F. E. L. Beal., Nesting habits of the Eremophüa dlpestris-
Amer. Natural. Vol. 16 p. 240.
H. Benbrook, lieber Zucht der Ortyx virginiana durch drei
Generationen in Gefangenschaft. Forest and Stream Vol. 16 May 5
1881 p. 266.
K. H. Bennett, Notes on the Habits of the Black-breasted
Buzzard, Gypoictmia melanosternon. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
Vol. 6 p. 146.
Blakston, Swaysland and Wiener, Illustrated Book of
Canaries and Gage Birds, New edition. Pt. 1 London 1882. 4. with
col. pl. — Erscheint in Lieferungen.
R. Blas i US schildert die Colonie von Sula hassana auf dem
Bass-Felsen bei Edinburg. Ornith. Centralbl, 7. Jahrg. p. 1.5.
C. Bock erwähnt einiger auf Sumatra häufig gefangen ge-
haltenen Vögel. Ibis No. 23 p. 475.
H. B o 1 a u berichtet über die neuen Erwerbungen des Zoo-
logischen Gartens in Hamburg, unter welchen : Icterus cayanensis,
Eupsychortyx leucotis, Himantopus hrasiUensis, Crotophaga piricigua,
Herpetotheres cachinncms, Leptoptilus javanicus, Connrus pachyrhyn-
chus, Zenaida meloda. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 46. 78. 92.
110. 127. 143. 160. 186.
Brehm's Thierleben. Chromol. Ausgabe. Abth. Vögel, wurde
vollendet. (Meyer, Leipzig 1882.)
W. Brewster, üeber Lebensweise und Veränderungen des
Gefieders der Nyctale acadica. Bull. Nutt. Orn. Club No. 1 p. 23.
Brown, Nath. Cliff., Rapacious Birds in Confinement. Bull,
Nuttall Orn. Club Vol 7 No. 3 p. 184—185.
J. M. Campbell, Habits of the Storm Petrel in Captivity,
Zoologist Vol. 6 p. 20—21.
R. M. Christy fand das Nest eines Thurmfalken auf der Erde.
Zoologist (3) Vol. 6 No. 69 p. 352.
C. Cobbold, New Entozoon from the Ostrich. Journ. Linn.
Soc. Zool. Vol. 16 No. 91 p. 183.
J. M, Cornely berichtet über die gelungene Züchtung von
Pucrasia macrolopha. Bull. Soc. d'Acclim. Paris (3) T. 9 No. 7
p. 350.
Ch. B. C 0 r y , Beautiful and curious Birds of the World.
Boston 1882. Eleph. fol. — Pt. 4 und 5. — Abgebildet und be-
schrieben sind: Pseudogryphus californianus, Camptolaemus lahra-
dorms, Astrapia nigra, Eplmachus magnus, Epimaclms Ellioti und
Pluvianus aegyptius.
E. Coues, The Sparrow Pest in Australia. Amer. Natural.
Vol. 16 No 2 p. 140.
Derselbe. Nistweise des Tlwyothorus Bewicki leucogäster.
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 1 p. 52.
der Vögel während des Jahres 1882, 495
M. Courtois giebt Anweisungen über die Behandlung der
Spiegelgans (Anser jubatus) in Gefangenschaft. Bull. Soc. d'Acclim.
Paris (3) T. 9 No. 4 p. 195-196.
J, V. C s a 1 0 , Beitrag zur Naturgeschichte der Strix scops.
Mitth. Orn. Ver. Wien p. 13 u. 24.
Derselbe, Beobachtungen über die Lebensweise des Milvus
regalis und ater in Siebenbürgen. Mitth. Orn. Ver. Wien. 6. Jahrg.
p. 104 u. 122.
C. Dareste, Recherches sur la production des monstres,
dans l'oeuf de la poule, par l'effet de l'incubation tardive. Compt.
rend. Ac. Sc. Paris T. 95 No. 5 p. 254—259.
Ch. Darwin, Die parasitischen Gewohnheiten von Molothrus.
Kosmos 5. Jahrg. 10. Bd. p. 301-302.
M. Delaurier giebt Anweisungen über die Behandlung der
Tragopane in Gefangenschaft. Bull. Soc. d'Acclim. Paris (3) T. 9
No. 4 p. 193-195.
G. A. Fischer fand Eier des Chrysococcyx cupreus in Nestern
von Hyphantornis aureoflavm. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 104.
C. Fleuriot, L'art d'elever des oiseaux en cage et en voliere,
contenant la description des oiseaux de voliere, leurs moeurs, leur
nourriture en cage etc. 216 p. avec vignettes (Lefevre u. Co., Paris).
S. A. Forbes, The Regulative Action of Birds upon Insect
Oscillations. Bull. No. 6, Illinois State Laboratory of Nat. Hist, Dec.
1882 p. 1—31.
A. Frenzel erzielte von einem Paare des Eclectus pectoralü
die glückliche Brut eines Jungen, welches grünes Nestgefieder
zeigte. Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 7. Jahrg. No. 5
p. 124.
Th. G. Gentry, Illustrations of Nests and Eggs of Birds of
the United States, with Text. J. A. Wagenseiler, Philadelphia 1880
— 1882. 40. 54 col. pl. 300 pp. — Vom Ref. nicht gesehen, der
Titel soll insofern nicht dem Inhalt entsprechen, als nur ein kleiner
Theil der in den Ver. Staaten vorkommenden Vögel behandelt wird.
A. Geoffroy St. Hilaire theilt mit, dass ein Kasuar im
Jardin d'Acclimatation in Paris zwölf Eier erbrütet habe und dass
im Park des Mr. Barr achin in Herblay ebenfalls drei Kasuar-Männ-
chen brüteten. Bull. Soc. d'Acclim. Paris (3) T. 9 No. 4 p. 229.
x\. Girtanner, Die Kämpfe der Steinadler (Aquila fulva).
Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 11 p. 321—325.
A. Gobin, Traite des Oiseaux de Basse-Cour, d'agrement et
de produit. 2. edit. Paris 1882. 12. 450 pg. av. fig.
A. Grunack, Verwendung der Brieftauben zur Sicherung der
Küstenschififfahrt. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 59—60.
J. Gundlach beschreibt Nest und Ei von Chlorospingus spe-
cuUferiis. Journ. Orn. Heft 2 p. 161.
496 Reich enow: Bericht üb. die Leistunj^en in der Naturgeschichte
H. B. G u p p y untersuchte den Mag-eninhalt verschiedener
Procellarien und fand neben Fischresten besonders Cephalopoden
und eine eigenthümliche nicht genauer festgestellte steinige Masse.
Nature Vol. 26 No. 653 p. 12.
J. H. Gurney erwähnt eines Melanismus von Pyromelanä
franciscana. Ibis No. 23 p. 471.
Harris and Barnes, Field, Wood and Meadow Rambles.
How we went Birds-Nesting. Boston 1882. W. illustr.
J. E. H a r t i n g beschreibt die Eier von Glareöla oculariSj
Äegialitis Geoffroyi und Gallinago macrodactyla. Proc. Zool. Soc.
p. 353-357.
F.Herzog, Praktisches Lehrbuch der Taubenzucht, besonders
über Anschaffung, Hegung, Haltung, Paarung aller Haus-, Feld- und
Jagd-Tauben. 3. Aufl. (Ernst, Quedlinburg 1882).
S. Heymann, Das Langshan-Huhn. Seine Geschichte und
seine Verdienste. Hamburg 1882. 8. mit Abb.
E. H o 1 u b giebt in seinem Werke „Beiträge zur Ornitho-
logie Südafrika's" (siehe oben unter Afrika) ausführliche Mitthei-
lungen , zum Theil bisher noch nicht bekannt gewordene Einzeln-
heiten über die Straussenzucht in Südafrika, (c. p. 195—226 und
355—357).
M. Hu et berichtet über gelungene Züchtungen in der Mena-
gerie des Museum d'Histoire naturelle in Paris, darunter solche von
Perdix fusca, Cygnus buccinator, Bernida magellanica u. sandwicensis
u Tadorna rutila. Als neue Erwerbungen werden u. a. Pseudogyps
bengälensis und Gyps indicus genannt. Bull. Soc, d'Acclim. Paris (3)
T. 9 No. 7 p. 352 u. No. 10 p. 552.
Derselbe berichtet über die Erwerbungen und Züchtungen
der Menagerie des „Museum d'Histoire naturelle" in Paris während
Juni bis September 1882. Gezüchtet wurden u. a. 15 Phasianus
Ämherstiae, 8 Ph. Horsfleldi, 4 Perdix fusca. Bull. Soc. d'Acclim,
Paris T. 9 No. 12 p. 680—684.
A. 0. Hume, üeber die Schnelligkeit des Vogelfluges. Stray
Feath. Vol. 10 Pt. 4 p. 248—255.
M. W. Jamrach giebt eine üebersicht über die von ihm
während der Jahre 1864 — 82 importirten Fasanenarten. Von Asien
ausgeführt wurden 2936 Stück, wovon 1662 lebend in Europa an-
kamen. Die Verluste während der Reise waren bis zum Jahre 1869
sehr bedeutend, verminderten sich sodann aber durch Benutzung
der Suezstrasse als Passage der Schiffe so wesentlich, dass im Jahre
1882 von 700 ausgeführten Exemplaren kaum 100 während der
Reise zu Grunde gingen. Bull. Soc. d'Acclim. Paris T. 9 No. 11
p. 585-590
J. A. Jeffries, Beschreibung von Nest und Eiern des Peri-
soreus canadensis. Bull. Nutt. Gm. Club No. 3 p. 181.
der Vögel während des Jahres 1882. 497
Ph. Kermode, On the Foot of Birds and on the üse of the
Serrated Claw. Report 51. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. p. 670. Ver-
muthet, dass die kammartige Zähnelung der Kralle der Mittelzehe
zum Reinigen des Gefieders, resp. der Bartborsten diene , beachtet
aber dabei nicht, dass die gezähnelte Kralle dann wohl häufiger in
der Vogelwelt vorkommen müsste, da sie bei allen Vögeln solche
Function sehr zweckmässig erfüllen würde.
F. H. King, Economical Relations of Wisconsin Birds. Wis-
consin Geological Survey. Vol. 1 cüap. 9 p. 441 — 610 f. 103—144.
M. A. K 0 e h 1 e r berichtet über die gelungene Zucht von
FrancoUnus Clappertoni in Gefangenschaft. Bull. Sog. d'Acclim.
Paris T. 9 No. 11 p. 632-634.
J. Kolazy setzt das Verzeichniss der auf den einzelnen Vogel-
arten lebenden Parasiten fort. Mitth. Orn. Ver. Wien p. 7. 15. 34.
60. 69. 78. 90. HO u. 123.
A. Kraus zählt die Vogelarten (ca. 100) auf, welche im Jahre
1881 in der K. K. Menagerie zu Schoenbrunn gehalten wurden,
darunter einzelne recht werthvolle , als Ketupa javanensis , Goura
coronata und Victoriae, Plectropterus gambensis , Gallus furcatus,
Leptoptüusjavanicus, {Casuarius Beccarii irrthümlich, vergl. v. Pel-
zeln unten). Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 4 p. 120. 123.
H. Landois theilt unter der Ueberschrift : ..Allerlei Sonder-
barkeiten aus dem Vogelleben Westfalens" eine Reihe für die Bio-
logie der Vögel interessanten Beobachtungen mit, u. a. das Nisten
der Dohlen in freistehenden Nestern, Copulationsweise der Carolina-
sittiche, Auffinden von Distomum ovatum und Heterakis inflexa im
Hühnerei. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 11 p. 326—331.
Derselbe erörtert die Kunstfertigkeit der Vögel beim Nestbau
und weist nach , dass sich dieselbe auf einfache mechanische
Leistungen reducire. Journ, f. Ornith. Heft 1 p. 4—6 und Zool.
Gart. 23. Jahrg. No. 7 p. 218—223.
J. H. Langille schildert die Lebensweise des Hooded Warbier
in West-New-York. Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7 No. 2 p. 119—120.
J. Leidy veröffentlicht einen kurzen Artikel über einige En-
tozoen an Flatus anhinga, Graculus und Pelecanus. Proc. Ac. PhiL
Pt. 2 1882 p. 109.
M. E. Leroy giebt Instructionen für die Behandlung der
Schopfwachteln und Chinesischen Rebhühner in Gefangenschaft. Bull.
Soc. d'Accl. Paris (3) T. 9 No. 1 p. 1—6.
K.Th. Liebe bespricht in einem Aufsatze : «Die Telegraphen-
leitungen und die Vögel" die ihm bekannt gewordenen Fälle, in
welchen Vögel durch Anfliegen gegen Telegraphendrähte verun-
glückten , w^omit ein in vielen Fällen interessanter Nachweis über
die Lufthöhe und Tagesstunde, in welcher die einzelnen Arten zu
498 Reichenow: Bericht üb. die Leistimgen in der Naturgeschichte
streichen, bez. zu ziehen pflegen, geliefert wird. Zool. Gart. 23. Jahrg.
No. 9 p. 257—267.
Derselbe liefert Betrachtungen über gewisse eigenartige Be-
wegungen der Vögel, welche mit dem leiblichen und seelischen
Leben in engstem Zusammenhange stehen, Aeusserungen des Affektes,
Drohungsmittel u. dergl. Monatsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw.
7. Jahrg. No. 5 p. 107.
0. V. Loewis vertritt die Ansicht und führt Beobachtungen
dafür an, dass Hasel- und Birkhühner als Regel den Boden als
Schlafstätten benutzen. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 4 p. 106—111.
S. Longhurst verbürgt die Wahrheit einer Erzählung, dass
eine Cisticola in dem Schwänze eines lebenden Vogels ein Nest ge-
baut. Ibis No. 23 p. 474.
F. A. Lucas, lieber das Betragen der Jungen von Gallinula
galeata und Podüymbus podiceps. Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 7
No. 2 p. 124.
P. Magretti, Aberrazioni nel colorito delle penne in Uccelli
dell' ordine dei Passeracei. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. 25.
Ph. L. Martin, Die Praxis der Naturgeschichte. III. Th.
Naturstudien. Zweite Hälfte. (F. Voigt, Weimar 1882.) — Zwei
Kapitel behandeln ornithologische Fragen. In dem einen wird der
Nutzen und Schaden der einheimischen Vogelarten erörtert, in dem
anderen sind die Gesundheitspflege und Krankheiten gefangener
Vögel kurz besprochen.
Th. M e e h a n beschreibt das Nest von Chaetura pelasgia.
Proc. Ac. Phil. Pt. 2 1882 p. 215.
A. Mejer liefert einen Beitrag zur Naturgeschichte des u4cro-
cephalus palustris. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 147 — 148.
Metzger, Zur Fischnahrung der Wasseramsel. Mitth. Ver.
z. Beförd. d. Fischzucht Cassel, 3. Heft 1882 p. 103 — 108.
A. B. Meyer berichtet über die Brutzeit des Sarcorhamphus
gryplms in Gefangenschaft nach den im Dresdener zoologischen
Garten gemachten Beobachtungen. Ibis Vol. 7 p. 178.
K. Moebius, siehe Sebelin.
A. und K. Müller erörtern ihre Ansichten über das Wesen
des Vogelzuges in Europa. Die Ursachen des Herbstzuges der Vögel
werden in Veränderungen der Atmosphäre, verbunden mit dem Rück-
gange der Sonne und der Abnahme der Sonnenwärme gesucht und
wird vermuthet, dass die Richtung des Zuges hauptsächlich auch
durch eintretende Luftströmungen (Passate) bedingt werde. Die-
selben Einflüsse in entgegengesetzter Wirkung bedingen den Früh-
jahrszug, doch kommt hierzu noch der erwachende Begattungstrieb
und das Ileimathsgefühl. In seltenen Fällen kann Nahrungsmangel
die Ursache der Wanderungen werden. Die Verf. treten auch gegen
der Vögel während des Jahres 1882. 499
die Ansicht auf, dass der Vogel in der Regel gegen den Wind ziehe,
im Gegentheil halte sich der ziehende Vogel vielmehr im grossen
Ganzen an die herrschenden Luftströmungen zur Zeit seiner Welt-
reisen. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 4 p. 97—106, No. 5 p. 148—154
u. No. 6 p. 165-174.
H. Nehrling giebt eine biologische Skizze der Vireosylvia
olivacea. Monatsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 7. Jahrg. No. 9
p. 233.
C. Nörner fand eine neue Milbe, Anaiges minor ^ im Innern
der Federspulen der Hühner, Verband!. Zool. Botan. Ges. Wien
32. Bd. p. 387.
F. C. N 0 1 1 referirt über Abändern der Gewohnheiten bei
Thieren , besonders über Fleischgier bei Plattschweifsittichen und
dem Nestor notabilis. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 1 p. 13.
F. Ochs, Zucht von Schopfwachteln im Zimmer mit Hülfe
der Brutmaschine. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 184.
A.v. Pelzein berichtigt seine Notiz über das Vorhandensein
eines Casuarnis Beccarii im zool. Garten in Schoenbrunn (Ibis 1879
p. 376) dahin, dass sich dieselbe vielmehr auf C. galeatus bezieht.
Ibis No. 24 p. 608.
A. Podhradszky berichtet über Vorkommen und Lebens-
weise des Auerhuhn und Birkhuhn in den Karpathen. Jahrbuch d.
Ungar. Karpathen-Ver. 9. Jahrg. 1882. 3. Hft. p. 221—230.
Quistorp bringt Beweise dafür bei, dass die Vögel mit dem
Winde und nicht gegen den Wind ziehen und ferner für die Ansicht,
dass eine Umkehr der Vögel auf dem Zuge nicht stattfinde. Ornith.
Centralbl. 7. Jahrg. p. 124—125.
W. R a i n e , Eagle Owls {Buho maximus) breeding in Captivity.
The Naturalist (Yorkshire) Vol. 8. 1882 Aug. p. 9 — 10.
E. P. Ramsay veröffentlicht Beschreibungen nebst Maassen
australischer Vogeleier. Proc. Linn. Soc. N. S. W. Vol. 7 Pt. 1
p. 45—59 pl. 2—4.
Derselbe beschreibt Vogeleier von den Fidschi-Inseln. Proc.
Linn. Soc. N. S. W. Vol. 7 Pt. 1 p. 112.
F. R. Ratbbun, Bright Feathers, or some North-American
Birds of Beauty. Pt. 3 u. 4. Auburn. N. Y. 1882. — Clirysomitris
tristis und Dendroeca aestiva abgebildet und besprochen.
M. C. Raver et-Wattel berichtet über die erfolgreiche Züch-
tung verschiedener exotischer Vogelarten in Gefangenschaft während
des Jahres 1881, darunter die Zucht von Numida vulturina, Ber-
nicla jubata, Aprosmictus scapulaUis, Bhea americana, Goura Vic-
toriae , Pucrasia JDarwini , Anser magellanicus u. a. Bull. Soc.
d'Acclim. (3) T. 9 No. 6 p. LXIX.
Ant, Reichenow, Die Vögel der Zoologischen Gärten.
500 Reiclienow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
[Vgl. ob. unter Abth. IV S. 464.] — Der beabsichtigte Zweck des Buches
für den praktischen Liebhaber ist : als Rathgeber und Führer durch die
Vogelhäuser der Zoologischen Gärten zu dienen , eine leichte und
schnelle Bestimmung der gepflegten Vögel zu ermöglichen und neben
dem Wichtigsten über Leben und Verbreitung der einzelnen Arten
die nothwendigsten Bedingungen für die Erhaltung in Gefangen-
schaft zu besprechen. Der vorliegende 1. Theil behandelt die Park-
vögel und enthält möglichst kurz gefasste Beschreibungen von 819
Arten.
Derselbe. Die neuen Erwerbungen des Zoologischen Gartens
in Berlin während des Jahres 1882. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg.
p. 78. 92. 109. 127. 159.
W. v. Reichenau, Unsere Singvögel. Vierundzwanzig Tafeln
mit Abbildungen, gez. von R. Scholz. Mit beschreibendem Text.
Mainz, J. Scholz 1882.
E. V. Rodiczky, Monographie des Truthuhnes. Wien 1882.
8. m. 2 Abb.
Rousse, A., Perruches d'Australie et d'Amerique; Perroquets,
Aras, Cacatois. 71 p., chez l'auteur, Fontenay-le-Comte (Vendee) 1882.
Behandelt besonders die Pflege australischer Plattschweifsittiche
{Platycercus) und amerikanischer Keilschwanzsittiche (Conurus), von
welchen 41 Arten besprochen werden.
Derselbe giebt Anweisungen für Vogelwirthe über die Be-
handlung von Papageien. Bull. Soc. d'Acclira. (3) Taf. 9 No. 1
p. 4-6.
K. Russ, Die fremdländischen Stubenvögel, ihre Naturgeschichte,
Pflege und Zucht. Bd. 4 Lief. 2. Hannover 1881. — Vom Ref. nicht
gesehen.
H. S c h e u b a schreibt über Betragen und Behandlung ver-
schiedener Loris in Gefangenschaft und empfiehlt hinsichtlich der
Pflege namentlich die Vögel an Sämereien (Glanz, Hanf und weich-
gekochten Mais) zu gewöhnen, verwirft dagegen gekochten Reis.
Monatsschr. D: Ver. z. Schutze d. Vogelwelt 7. Jahrg. No. 3 p. 56.
F. Schlag, De Gondenik, zija* natuurlijke Geschiedenis, 0er-
plegning en Africhting. Amsterdam 1882. 8. 40 p.
F. Schmidt berichtet über zahlreiches Erscheinen von Höcker-
und Singschwänen während des Winters 1881/1882 an der Mecklen-
iDurgischen Küste und über einen Seeadler, welcher 42 Tage in der
Gefangenschaft gefastet. Archiv d. Freunde d. Naturg. Mecklenburg.
35. Jahrg. p. 106—114.
M. Schmidt schreibt über die Fruchtbarkeit des schwarzen
Schwans. Es sind Fälle bekannt, dass Paare dreimal im Jahre
brüteten. Verf. giebt ferner Anweisung für die Ernährung, nament-
lich Aufzucht der Jungen. Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 1 p. 1.
der Vögel während des Jahres 1882. 501
P. L. Sclater, List of Additions to the Society 's Menagerie
during the year 1882. Proc. Z. S. p. 783—804.
Derselbe berichtete in den Proceedirigs der Gesellschaft über
die neuen Erwerbungen des Zool, Gartens in London, Zum ersten
Male erhielt das Institut: Ptilorhis paradisea, Cei'iornis melano-
cephala, Poeocephalus MüppelU, Galyptorhynclms naso, Ceriornis Ca-
boti, Nymphicus uvaeensis, Spheniscus magellanicus, Anas specularisj
Polyplectron Germaini, Biziura lohata, Xantliomyza phrygia und
Cyanorhamphus Saisseti. Proc. Zool. Soc. p. 97. 311. 421. 547 u. 630.
Derselbe schreibt über Entenbastarde. Proc. Zool. Soc.
Pt. 1 1882 p. 134.
H. Secbohm weist augenscheinliche Hybridation in der Frei-
heit zwischen Carduelis caniceps und major nach. Proc. Zool. Soc.
p. 134.
Derselbe bespricht die jetzt zweifellos festgestellte Hybri-
dation verwandter Vogelarten an den Grenzen ihrer Verbreitungs-
gebiete, insbesondere zwischen Corvus cornix und corone , Lantus
excuhüor, major und leucopterus, Carduelis major und caniceps, Cin-
clus cashmiriensis und leucogaster. Ibis No. 24 p. 546.
Cpt. S e b e l i n vermuthet , dass die in konstanter Richtung-
laufenden Dünungswogen des Oceans wandernden Vögeln zur Orien-
tirung dienen. Mitth. von K. Moebius : Ausland No. 33 1882 und
Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 148.
W. L. Sigel beschreibt die Fütterungsmethoden für die ver-
schiedenen Vogelarten (die in Gruppen geordnet werden) im Zool.
Garten in Hamburg, Einrichtung der Käfige und Art der Wartung.
Zool. Gart. 23. Jahrg. No. 2 p. 49—57.
E. Sladö beobachtete, dass Turdus migratorius seine Jungen
während der zweiten Hälfte ihrer Wachsthumperiode mit Beeren
fütterte. Amer. Naturalist Vol. 16 No. 12 p. 1007.
P. Stearns, The Acorn-Storing Habit oi Melanerpes formici-
vorus. American. Naturalist Vol. 16 No. 5 p. 353—357.
V. Tresckow, Krankheiten des Hausgeflügels und deren
Heilung. Pathologie und Therapie der Geflügelkrankheiten. Kaisers-
lautern 1882.
J. Völschau, Illustrirtes Hühnerbuch. Enthaltend das Ge-
sammte der Hühnerzucht. Mit Abbild, in Buntdruck. Erscheint in
Lieferungen.
J. E. Wadham, The Road-runner. Forest and Stream 18
No. 2 p. 27. — Ueber die Lebensweise des Geococcyx californianus.
A.Walter beobachtete Fälle, in w^elchen verschiedene Vögel
in dasselbe Nest legten. Ornith. Centralbl. 7. Jahrg. p. 106,
T. Wessely liefert einen Artikel über die Eintagsfliege als
Vogelfutter und über Ameisenpuppen. Bl. Böhm. Vogel seh.- Ver.
Prag 2. Jahrg. p. 55. 138 u. 150.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd HH
502 Reichenow: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgesch. etc.
C. B. Wharton fand Kukukseier in Ammernestern. Zoologist
(3) Vol. 6 No. 67 p. 265.
R. S. Williams beschreibt das Nest von Cinclus mexieanus.
Bull. Nutt. Orn. Club No. 2 p. 118.
F. Zürn, Die Krankheiten des Hausgeflügels. Mit 76 in den
Text eingedruckten Illustrationen (Voigt, Weimar 1882).
In No. 6 des Bull. Soc. d'Accl. Paris (3) T. 9 p. XXII— XXIV
sind die Preise aufgeführt, welche die Gesellschaft wiederum für
Züchtungserfolge aussetzt und für welche die Concurrenz bis zum
1. Dec. 1885 offen ist. Darunter 1000 Frcs. für Zucht des Gypo-
geranus serpentarius, 500 Frcs. für Zucht des LopJiophorus refulgens
in Frankreich, 1500 Frcs. für Domestication (Nachweis von wenig-
stens 6 selbst gezüchteten einjährigen Jungen) des Afrikanischen
Strausses in Europa, 300 Frcs. für künstliche Nistkästen zur Be-
nutzung für einheimische Vögel, 300 Frcs. für ein neues Ersatzfutter
für Insectenfresser, 500 Frcs. für ein Futterstoff, der die Ameisen-
puppen bei der Fasanenzucht ersetzen könnte u. a.
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1882.
Von
Dr. Oskar Boettger
in Frankfurt a. M.
' Reptilia.
F. Müller brachte einen Zweiten Nachtrag; zum Ka-
talog der herpetologischen Sammlung des Baseler Museums.
Seit Herausgabe des Ersten Nachtrags hat der Bestand der
CoUection um 16 Amphibien, 17 Schlangen, 33 Eidechsen
und 1 Schildkröte zugenommen. Bemerkenswerth sind
kurze Bemerkungen über Thiere der Insel Sardinien, die
der Aufzählung eingestreut sind. Verh. d. Naturf. Ges.
Basel 7. Th. p. 166—174.
C. Lohmeyer stellt die im Emdener Museum vor-
handenen Kriech thiere zusammen. Die Bestimmungen rühren
von J.G.Fischer her. Die Dubletten, unter denen einige
recht seltene Sachen sind, werden zum Tausch angeboten.
66. Jahres-Ber. Naturf. Ges. Emden.
Eine kurze Notiz über das neue Reptilhaus in den
Gärten der Londoner Zool. Ges. findet sich in Nature Bd.
26 p. 367.
Von Bronn's Klassen u. Ordn. d. Thierreichs: Repti-
lien, bearb. v. C. K. Ho ff mann erschienen in 1882 die
Liefr. 27—35, die sich mit dem Abschluss des peripheri-
schen Nervensystems, nämlich den Gehirnnerven der Kro-
kodile und dem sympathischen Nervensystem und den
504 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Spinalnerven der Krokodile und Echsen beschäftigen. Von
Sinnesorganen werden sodann das Auge , das Ohr , das
Geruchsorgan und die Organe des Hautsinnes, weiter die
Organe der Ernährung und Fortpflanzung, sowie ihre Ent-
wicklung eingehend behandelt und zuletzt die Circulations-
organe mit der dem Verf. eigenen Sorgfalt und Klarheit
besprochen. Lief. 35 bricht in der Betrachtung der Venen
ab. Zahlreiche und z. Th. sehr detaillirte Neuforschungen
und Originalzeichnungen füllen manche Lücke unserer bis-
herigen Kenntniss. Mit 27 Taf.
H. Gadow gibt in der Einleitung zu seiner Arbeit
über die Bauchmuskeln der Krokodile, Echsen und Schild-
kröten eine Tabelle der Anzahl von wahren und von län-
geren falschen Brustrippen, sowie der Sakralwirbel von 2
Crocodilideu und 11 Eidechsen. Speciell behandelt werden
sodann die Seitenrumpfmuskeln M. obliquus externus, Mm.
intercostales nebst M. quadratus lumborum, M. obliquus
internus, M. transversus, Mm. retrahentes costarum und die
geraden Bauchmuskeln M. rectus. Die Seitenrumpfmuskeln
und geraden Bauchmuskeln der einzelnen untersuchten
Reptilordnungen werden zum Schluss eingehend mit ein-
ander verglichen. Eine Taf. erläutert die nicht wohl eines
Auszuges fähige sorgfältige Arbeit. Morph. Jahrb. Bd. 7
p. 57-100.
H. Gadow's Beiträge zur Myologie der hinteren Ex-
tremität der Reptilien behandeln die Muskulatur des Beckens
und der gesammten hinteren Extremität der mit wohl ent-
wickelten Gliedmaassen versehenen Reptilien. In einem
ersten Kapitel bespricht Verf. die Beckenknochen und die
Schwanzwirbel, sodann die Nerven des Beckens, der hin-
teren Extremität und des Schwanzes und wendet sich so-
dann zur Beschreibung und vergleichenden Betrachtung
der Muskeln einerseits des Schwanzes und der Analregiou,
andererseits der gesammten hinteren Extremität. Verf. fusst
wesentlich auf Fürbringer's Methode, die Namen für den
Muskel aus dessen Ursprung und Insertion herzuleiten und
sich bei der Vergleichung desselben mit den Muskeln an-
derer Thiergruppen hauptsächlich von der Innervation
leiten zu lassen. Auch diese umfangreiche und gründliche
wäbrecd des Jahres 1882. 505
Arbeit ist nicht wohl eines Auszugs fähig und beschränke
ich mich darauf, zu bemerken, dass eingehender beschrieben
und verglichen werden a. die Muskeln des Schwanzes uud
b. die Muskeln der hinteren Extremität, und zwar I. Mus-
keln, welche den Oberschenkel umgeben : M. ambiens, M.
extensor ilio-tibialis, M. femoro-tibialis , M. ilio-fibularis,
M. ilio-femoralis, M. caudi-ilio-femoralis, M. caudi-femoralis,
Mm. flexores tibiales externus und internus, Mm. pubi-
ischio-tibialis und pubi-tibialis, M. ischio-femoralis,Mm.pubi-
ischio-femoralis internus, externus und posterior; IL Mus-
keln, welche den Unterschenkel umgeben, und III. die
kurzen Zehenmuskeln. Verf. kommt zu dem Schlüsse, dass
Neubildung, Entstehung mehrerer selbstständig zu nennen-
der Muskeln aus einem gegebenen Substrat vor sich gehen
kann durch 1. Theilung des ursprünglichen Muskels in
einen proximalen und einen distalen Abschnitt, 2. Spaltung
einer Muskelmasse in Schichten, 3. Spaltung der Muskeln
der Länge nach , 4. Bildung eines neuen Muskels durch
Verwachsung zweier früher einmal getrennter und gemäss
der Innervation nicht zusammengehöriger Muskeln, 5. Ver-
änderung eines Muskels nach Gestalt und Lagerung durch
Aenderung seines Ursprungs und seiner Insertion, und dass
6. ein Zurückgehen desselben durch Verstärkung eines be-
nachbarten Muskels oder das gänzliche Schwinden desselben
eintritt. Von allgemeinerem Interesse dürfte noch der als
Vermuthung ausgesprochene Satz sein, dass die Zugehörig-
keit eines Muskels zu zwei verschiedenen Plexus einen
niederen Zustand in der Thierreihe repräsentirt. Im zweiten
Theile der Arbeit werden nicht nur die Muskeln der Vögel
und theilweise die der Säugethiere, sondern auch die der
Urodelen zum Vergleich herangezogen. 5 Taf. und 4 Holz-
schn. unterstützen das Verständniss der ungemein übersicht-
lichen Darstellung. Morpholog. Jahrb. Bd. 7 p. 329—466.
W. Krukenberg untersucht die Fleischextrakte von
Schlangen und Krokodilen. Vergl. Physiol. Studien IL Reihe,
2. Abth. p. 81—86.
J. Mason. Minute structure of the Central Nervous
System of certain Reptiles and Batrachians of Amerika.
Newport, 1879-82, i^. mit 113 Taf.
506 ßocttger: Bericht üb. die Leistuugeu iu der Herpetologic
Kuhn gibt nach einer Kritik der Arbeiten seiner
Vorgänger eine eingehende Darstellung des Labyrinths
der Reptilien , speciell des häutigen und knöchernen La-
byrinths der Schildkröte und vergleicht sodann damit seine
Befunde bei Schlaugen, Echsen und Krokodilen. Verf. hat
unabhängig von und kurz nach Retzius im Ohr der Repti-
lien eine Nervenendstelle gefunden, die er Papilla Retzii
zu nennen vorschlägt. Die umfangreiche Arbeit wird durch
7 Taf. erläutert. Arch. f. Mikrosk. Anat. Bd. 20 p. 271
-361.
B. Ho ff mann verbreitet sich über die Thränenwege
der Vögel und Reptilien. Eingehender bekannt war nur
der Thränennasengang der Lacertiden , ungenügend der
der Schlangen; über Krokodile und Schildkröten fehlten
bis jetzt Mittheilungen. Verf. gibt specielle Darstellung
der Zahl, Grösse und Lage der Thränenpunkte, beschreibt
die Vorrichtungen , welche die Thränenflüssigkeit zu den
Thränenöifnungen hinleiten, und die Form, Grösse und
Lage der Thränenröhrchen, wendet sich dann zum Thränen-
kanal, bespricht eingehend die denselben am Beginn um-
gebenden Knochenstücke und die bei den verschiedenen
Ordnungen abweichende Ausbildung der letzteren, und be-
trachtet schliesslich den anatomischen Bau des Thränen-
kanals bis zu dessen Mündung. Verf. kommt zu dem Re-
sultate, dass die Beschaffenheit und besonders der Verlauf
der Thränenwege in den einzelnen Gruppen der Reptilien
weit mehr wesentliche Verschiedenheiten und Complicationen
zeigt, als bei den einzelnen Abtheilungen der Vögel, und
dass diese Verschiedenheiten durch die Lage der Aus-
mündung des Thränenkanals bedingt sind, welcher inner-
halb der Choane, oder vor derselben in einer Rinne mündet,
die sich vom Jacobson'schen Organ bis zur Choane und
in diese hinein erstreckt oder sich auf beide ausdehnen
kann. Das Lacrymale der Vögel entspreche nicht dem der
Reptilien, sondern sei dem Praefrontale derselben zu ver-
gleichen ; die Ausbildung und die Beziehungen des Thränen-
kanals zu den ihn umgebenden Knochenstücken und diese
selbst stünden in engem Zusammenhang mit der Beweg-
lichkeit oder Unbeweglichkeit des Oberkiefers. Zeitschr.
während des Jahres 1882. 507
f. Naturwissensch. Bd. (55) I p. 375 und p. 443, mit Taf.
4—6.
W. Kruken b er g behandelt die Farbstoffe in der
Reptilienhaut in einer Ersten Abhandlung. Vergl. Physiol.
Studien II. Reihe, 2. Abth. p. 50—54 mit Fig.
Untersuchungen über die Verbreitung des Guanins
und insbesondere über sein Vorkommen in der Haut von
Reptilien und Amphibien bringen A.Ewald und W. Kru-
kenberg. Untersuch. Physiol. Instituts Heidelberg Bd. 4
p. 253—265.
Notizen über Anpassungsfähigkeit in der Färbung bei
Naultinus sylvestris Bull, und anderen Reptilien bringt
H. C. Field. New Zealand Journ. Sc. Bd. 1 p. 177—178.
Fr. Kn au er sucht der Frage näher zu treten, welche
Faktoren bei Bildung der Färbung und Zeichnung der
Reptilien und Lurche im allgemeinen in Rechnung kommen,
und wie sich die bezüglichen Verhältnisse im speciellen
bei unseren einheimischen Arten kundgeben. Naturhistoriker
4. Jahrg. p. 46—52, p. 123—129 und p. 185—193.
C. K. Hoff mann gibt unter eingehender Discussion
der Arbeiten seiner Vorgänger eine fortlaufende Schilde-
rung der Entwicklung des Eies und des Embryos bei La-
certa und Tropidonotus an der Hand von Querschnitten.
Eine Mikropyle konnte nicht nachgewiesen werden ; das
sogen, innere Epithel des unbefruchteten Eies existirt nicht.
Das Mesoderm ist wie bei den Fischen und Amphibien
ein Produkt des primären Entoderms. Eingehend ver-
breitet sich sodann Verf. über Form und Lage des Canalis
neurentericus und die Plastodermpartie hinter diesem Ka-
näle bei den Reptilien und über die entsprechenden Bil-
dungen bei den Vögeln. Den Schluss bilden Notizen über
die Struktur der Eimembranen. Arch. Neerl. Harlem Bd. 17
p. 168, mit 2 Taf.
P. Fraisse hat Untersuchungen angestellt über die
Art der Regeneration von Reptilschwänzen. Das dünne
aus den Spinalganglien hervorwachsende Rückenmark wird
hierbei von einer Knochenscheide umgeben, um welche
kleine Arterien und Venen , sowie viele periphere Nerven
angeordnet sind. Während die normalen Schuppen beim
508 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Embryo aus Hautpapillen entstehen, bilden sich beim re-
generirten Eidechsenschwanz Rinnen, welche längs des-
selben verlaufen, und in denen die Bildung der neuen
Schuppen stattfindet. Das ursprünglich in der Epidermis
gelagerte Pigment wandert später in die Cutis ein, eine
Erscheinung, die wohl als Rückschlag aufzufassen ist.
Ueberhaupt geht aus den angeführten Beobachtungen her-
vor, dass die Regeneration des Eidechsenschwanzes nicht
in einer vererbten, sondern in einer in Anpassung an neue
Verhältnisse moditicirten Weise vor sich geht. 55. Vers,
d. Naturf. u. Aerzte in Eisenach, Zool. Sect. v. 20. Sept.
nach Zool. Anz. p. 532.
C. B. K 1 u n z i n g e r gibt eine Uebersicht über die
Brutpflege bei Reptilien und Lurchen, indem er die in
der Literatur erwähnten hierauf bezüglichen Gewohnheiten
der Krokodile und Alligatoren, der Pythoniden, sowie der
Batrachiergattungen Alytes, Pipa, Opisthodelphys und Noto-
trema, Cystignathus, Hylodes und Salamandra an einander
reiht. Neu, aber durchaus nicht sicher beglaubigt, ist
eine Art Brutpflege bei Dendrohates trivittatm Spix aus
Surinam, der seine Larven auf dem Rücken von einem
Gewässer zum andern zu tragen im Stande sein soll. Krebs'
Humboldt Bd. 1 p. 284.
Mittheilungen über Form und Lebensgewohnheiten
einiger seltener Reptilien und eines Batrachiers , welche
neuerdings in der Menagerie der Londoner Zool. Ges. ge-
lebt haben, bringt A. Gü n t h er. Transact. Zool. Soc. London
Bd. 11 Th. 7 p. 215—222, mit 5 Taf.
Notizen von H. Dupras über Biologisches von Kriech-
fhieren (Tropidonotus fasciatus, Vipera, Lacerta muralis,
Amblystoma u. a.) finden sich in Bull. Soc. Zool. France
Bd. 6 (1881) p. XXXVL
F. A. Quenstedt hat in einer dritten Aufl. seines
„Handbuchs der Petrefaktenkunde^ Lief. 3 — 4 p. 144 — 251,
Taf. 10 --18 die fossilen Reptilien und Amphibien ein-
gehend behandelt, manche Ergänzungen aus der neueren
Litteratur gegeben und alles durch zahlreiche Abbild, er-
läutert. Im einzelnen, namentlich in der angewendeten
Systematik, findet sich freilich noch vieles Veraltete.
während des Jahres 1882. • 509
E. D. Cope gibt eine kurze, aber sehr übersichtliche
Zusammenstellung der wichtigsten fossilen Reptilien, die
bislang im amerikanischen Eocän gefunden worden sind,
mit Veranschaulichung durch eine Anzahl guter Holz-
schnitte. Auch in Amerika treten die Ophidier zuerst im
Tertiär auf (in Europa ist nur eine Kreidespecies aus
Frankreich beschrieben!). Krokodile sind 18, Schildkröten
42, Eidechsen 25, Schlangen 6 aus amerikanischem Eocän
bekannt. Americ. Naturalist Bd. 16 p. 979—993.
Palaearctische Region. 0. Boettger gibt Diagnosen von
1 neuen Schlange und 2 neuen Echsen aus Marocco. Zool.
Anz. (1881) p. 570.
W. Peters und Doria erwähnen von Madeira Lacerta
punctata Gray, von den Salvages, einer Inselgruppe zwi-
schen Madeiren und Canaren , Flatydactylus Delalandei
D. B., von den Canaren Lacerta Galloti D. B. , Ätlantica
n. sp. , Flatydactylus Delalandei D. B. und Gongylus ocel-
latus viridanus Grav., sowie Hyla ariorea L. Ann. Mus. Civ.
Sc. Nat. Genova Bd. 18 p. 431.
L. Lortet zählt in einem X. Rapport d. Mus. d. Sc.
Nat. Lyon p. 15— 20 als Geschenke einige Kriechthiere auf, die
wegen ihres Fundortes Interesse erregen, so Testudo Klein-
manni Alexandria, T. Mauritanica Kaukasus, Kurdistan,
Mesopotamien, Smyrna, Alexandria, Tunis und Alger, T.
Graeca Messina und Lecce, Emys Caspia Kurdistan, Me-
sopotamien, Lakanieh, Beirut, Tripoli und Lissabon, La-
certa viridis Aleppo, L. muralis Gollü und Mesopotamien,
Stellio vulgaris Biredjik, Se2)s lineatus Tunisien, Plestiodon
pavimentatus Aleppo, Eirenis collaris var. inornata Dana in
Syrien, Periops parallelus Beirut, Zamenis caudolineatus
Mesopotamien, Tropidonotus hydrus Antiochia, T. collaris
Wan, T. natrix Orontes-Thal in Syrien, Vipera Euphratica
Aleppo, Rana viridis Orontes-Thal und Bufo Raddei An-
tiochia.
J. V. B e d r i a g a gibt dies. Arch. p. 124—273 eine
eingehende Arbeit über die Kriechthierfauna von Corsika.
Die Insel ist arm an Arten wie an Individuen. Specieller
behandelt werden die Species, welche Verf. selbst an Ort
und Stelle gesammelt hat, vor Allem Megapterna montana.
510 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
für die er auch die ältere Litteratur auszüglich mittheilt.
Die Art wird genau beschrieben und mit Euproctus Rus-
conii und Eu. Pyrenaeus verglichen, die beide einen voll-
«tändig geschlossenen Frontotemporalbogen besitzen, wäh-
rend derselbe bei Megapterna fehlt. Auch über Vorkommen,
Nahrung und Fortpflanzung gibt Verf. sehr eingehende
Details. Aehnlich, nur kürzer, behandelt der Autor Sala-
mandra maculosa Corsica, Hyla viridis, Discoglossus pictuSj
Rana escuJenfa viridis, Bufo variabiUs, Tropidonotus natrix
Cettii, Zamenis Gemonensis viridiflavus, Platydactylus Mau-
ritanicus , Notopholis Fit^ingeri, Lacerta oxycephdla und
L. muralis in 5 Varietäten. In der Litteratur werden von
der Insel ausserdem noch erwähnt : Bufo vulgaris, Phyllo-
daciylus Europaeus, Lacerta viridis ('?), Viper a aspis (?),
Emys orhicidaris (?) und Testudo Graeca. 3 Taf. zieren
die Abhandlung.
0. Boettger veröffentlicht eine weitere Reihe von
Reptilien und Amphibien aus Sicilien; eingehender behan-
delt wird Vipera aspis var. Hugyi Schinz. Ber. Senckenbg.
Nat. Ges. 1881—82 p. 256-262.
G. Kolombatovic zählt für Dalmatien 24 Reptilien
und zwar 12 Schlangen (Vipera ammodytes , Tarbophis,
Coelopeltis, 2 Tropidonotus, 2 Zamenis, 2 Callopeltis, 1 Ela-
phis, 2 Coronella), 9 Saurier (Angnis, Pseudopus, 5 Lacerta,
Hemidactylus , Platydactylus), 4 Schildkröten (Thalasso-
chelys corticata, Emys Caspia, Cistudo, Testudo Graeca)
und 10 Batrachier, und zwar 1 Perennibranchiat (Proteus),
3 Urodelen (2 Triton, Salamandra) und 6 Anuren (Bombi-
nator, Hyla, 3 Rana und Bufo vulgaris) auf. Mammiferi,
rettili ed anfibi della Dalmazia. Spalato, 8^.
V.Gr edler gibt herpetologische Beobachtungen über
Lebensweise, neue Fundorte etc., welche sieb, abgesehen
von Pleurodeles , sämmtlich auf Tiroler Thiere (Lacerta
muralis, vivipara, Coronella laevis, Girondica, Coluber fla-
vescens, Tropidonotus natrix, tesselatus, Vipera berus, aspis,
ammodytes, Hyla, Bombinator, Molge cristata und alpestris)
beziehen. Albino von Lacerta muralis; neue Schlangen-
varietät; Verbreitung der 3 Vipera- Arten. Corr.-Bl. Zool.-
Min. Ver. Regensburg Jg. 36 p. 22-30.
während des Jahres 1882. 511
E, Fr i edel bezeichnet als in Neuvorpommern vor-
kommend Lacerta vivipara und L. agilis bei Greifs wald,
L. viridis bei Barth (Ostsee) und auf Rügen, Anguis fra-
gilis bei Greifswald, CoroneUa laetns bei Barth, Jarmen
und auf Rügen, Tropidonotiis natrix zwischen Prerow und
Zingst, bei Greifswald, Wrangeisburg, Carbow und auf
Usedom, Vipera herus bei Prerow, in Grubenhagen und
Diedrichshagen bei Greifswald, auf Mönchguth, var. prester
nicht selten bei Därserort. Von Batrachiern erwähnt Verf.
Bomhinatar igneus von Barth, Triton taeniattis von Greifs-
wald und Tr. cristatus von Potthagen. Zool. Gart. p. 342
—343.
Ne bring fügt zu dieser Aufzählung noch Pelobafes
fuscus von Rügen und Greifswald. Ebenda p. 378.
A. J. M e 1 a zählt als in Finnland vorkommend die
6 Reptilien Vipera berus, Tropidonotus natrix, Co-
roneUa Austriaca^ Anguis fragilis, Lacerta vivipara
imd L. stirpium und die 5 Amphibien Rana fusca (platy-
rhinus) und R. arvalis, Bufo vulgaris, Triton palustris
(cristatus) und Tr. aquaticus (punctatus Latr.) auf. Weit
verbreitet und häufig sind nur die gesperrt gedruckten
Species. Eine Tabelle gibt höchst übersichtlich die geo-
graphische Verbreitung für ganz Finnland. Die Holzschnitte
sind recht gut, der Text finnisch. Vertebrata Fennica,
Helsingissae p. 251—263.
Eine Aufzählung der Amphibien Polens von A. Wa-
lecki findet sich in Physiogr. Denkschr. Warschau. Bd. 2
p. 358—394 (polnisch).
J. V. Bedriaga gibt Fortsetzung und Schluss seiner
Bearbeitung der Kriechthiere Griechenlands mit der Auf-
zählung von 14 Schlangen und 5 Schildkröten. Eingehender
werden besonders Eryx jacidiis, Tropidonotus natrix, Za-
menis Gemonensis, Elaphis sauromates, die für Griechenland
neue auf Milo gesammelte Vipera Eiiphratica, V. ammo-
dytes und Glemmys Gaspia behandelt. Für die Fauna von
Creta ist von dem Verf. V. Raulin's Arbeit in Act. Soc.
Linn. Bordeaux Bd. 24 1869 p. 691 (Typhlops, Rana escu-
lenta, Bufo viridis, Zamenis viridiflavus, Gongylus, Hemi-
dactylus und Lacerta muralis) leider nicht benutzt worden.
512 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Bull. Moscou Bd. 56 (1881), 3 p. 43-103 und 4 p. 278
-344.
Nordamerikanische Region. H. C. Yarrow beschreibt aus
verschiedenen Gegenden Nordamerikas 7 neue Reptilien,
1 Batrachier. Proc. U. S. Nation. Mus. p. 438—443.
W. H. Smith. Reptiles and Amphibians in Report
on the Geological Survey oi" Ohio: Zoology and Botany.
Part I Zoology. Columbus, 0. 106 p.
Indische Region. W. T. B 1 a n f o r d gibt Notizen über
einige britisch-ostindische Kriechthiere (Varanus macrolepis
und Draco taeniopterus von Tenasserim, Naja tripudians
in einer der central-asiati sehen N. Oxiana nahe verwandten
Form von Gilgit und Fundorte von Epicrium glutinosum).
Journ. As. Soc. Bengal Calcutta Bd. 50, II (1881), p. 239,
mit 1 Taf.
Eine Aufzählung von 37 Reptil- und 6 Amphibien- !
arten , welche Fr. Day in Britisch-Indien gesammelt hat,
bringt W. H u b r e c h t. Notizen namentlich bei Euprepcs
rufescens (Shaw) var., SteUio tuherciäatus Gray var. Indica -
Blyth , Compsosoma Hodgsoni Gthr. , Zamenis diadema
Schleg., Tropidonotus quincunciatiis Schleg., Hydrophis Can- \
toris Gthr., H. ciirta Shaw und Ilalys Himalayanus Gthr.
Notes Leyden Museum Bd. 4 p. 138—144.
Afrikanische Region. J. V. Barboza du Bocage ver- J
breitet sich über neue und seltene Kriechthiere von Angola 1
(Dumerilia Bayoni , Ophirhina Anchietae , Philothamnus
Thomensis, Elapsoidea semiannulata und Bufo funereus).
Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa p. 299—304.
Derselbe gibt Notizen über 13 Reptilarten (Herpeto-
saura arenicola, Acontias niger, Python Natalensis, Coro-
nella olivacea, Uriechis Capensis, Prosymna frontalis, Dasy-
peltis scabra, Bucephalus Capensis var., Crotaphopeltis
rufescens, Philotamnus punctatus, Naja nigricolli?*, Atract-
aspis Bibroni und Causus resimus) von Angoche. Ebenda
p. 286—290.
A. Günther bringt einen 9. Beitrag zur Kenntniss
der herpetologi sehen Fauna von Madagascar. Beschrieben
werden 1 neue Echse und 4 neue Schlangen. Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) Bd. 9 p. 262.
während des Jahres 1882. 513
0. Boettger stellt im Zool. Anz. (1881) p. 650—651
Diagnosen auf von 2 , ebenda (1882) p. 474—480 von 4
neuen Kriechthieren von Nossi-Be (Madagascar). 3 Schlan-
gen, 1 Echse, 2 Anuren.
W. Peters hat uns kurz vor seinem Tode mit der
lange erwarteten Abth. III Amphibien der Naturwiss. Reise
nach Mossambique, Berlin bei G. Reimer beschenkt. Merk-
würdig ist vor allem das gleichzeitige Vorkommen zweier
Arten von Sumpfschildkröten auf dem Continent und auf
Madagascar, während die letztgenannte Insel keine einzige
zu den (in Afrika so allgemein verbreiteten) acrodonten
Agamen gehörige Echse, dagegen 2 Gattungen und meh-
rere Arten besizt, welche zu den (Amerika eigenthüm-
lichen) pleurodonten Iguanen gehören. Verf. bricht eine
Lanze für den Namen Amphibia, der die beiden Klassen
Reptilia und Batrachia umfassen soll. Die Reiseausbeute
bestand aus 116 Arten mit 7 neuen Gattungen und 55
neuen Arten, die übrigens sämmtlich schon früher (in Mon.-
Ber. Berl. Akad. 1854. 56. 60. 65. 70 und Sitzgsber. Ver.
naturf. Freunde Berlin 1881) diagnosticirt worden sind.
Von Mossambique werden aufgezählt 6, von Madagascar 4,
von Aldabra 1 Schildkrötenarten und 2 Meerschildkröten;
Krokodil 1 von Mossambique; Eidechsen 32 von Mossam-
bique, 9 von Madagascar, 4 von den Comoren; Schlangen
47 von Mossambique, 1 von Madagascar, 2 von den Co-
moren; Amphibien 24 von Mossambique. Die Gattungen
Causus Wagl. für Sepedon rhomheata Licht, und Bitis für
Vipera arietans Merr. und F. rhinoceros Schleg. werden
wiederhergestellt. Das namentlich an werthvollen littera-
rischen Nachweisen und anatomischen Hinweisungen über-
aus reiche Werk ist mit 26 geradezu meisterhaft gearbei-
teten Tafeln geschmückt.
L. V a i 1 1 a n t zählt aus dem Lande der Somali 20
Arten von Reptilien und Amphibien auf. Es sind 17 Ei-
dechsen, 2 Schlangen, 1 Bufo. 3 neue Eidechsen. Die Fauna
ist eine Mischfauua, wesentlich aus abessynischen Typen
bestehend, aber vermengt mit Sansibar- und Cap-Formen.
Mission G. Revoil aux pays Somalis : Reptiles et Batraciens.
Paris, 8^. 37 pg. und 3 Taf.
514 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
W. Peters berichtet über die von Dr. E. Riebeck
auf der Insel Sokotra gesammelten Reptilien. Es sind 10
Echsen, darunter Chamaeleo calyptratus und C. monachus,
und 2 Schlangen. Sitzgsber. Ges. naturf. Freunde Berlin
p. 42-46.
Tropisch- amerikanische Region. F. Sumichrast gibt eine
Üebersicht von Kriechthieren des Isthmus von Tehuantepec
in Mexico. Erwähnt werden 1 Echse, 2 Caudaten, 7 Anu-
ren. Bull. Soc. Zool. France Bd. 6 (1881) p. 231.
Derselbe zählt die bis jetzt bekannten Reptil-
und Batrachierarten des centralen und südlichen Theils
von Mexiko auf. La Naturaleza Bd. 5 (1881) p. 322—328
und Bd. 6 p. 31—45.
Von A. Dumeril etBocourt's grossartig angelegten
Etudes sur les Reptiles et les Batraciens du Mexique et
de l'Amerique centrale erschien die Lief. 8 p. 489—528,
mit 4 Taf. Das Werk ist dem Ref. leider bis jetzt nicht
zugänglich geworden.
G. A. Boul enger bietet uns eine Liste der Kriech-
thiere, die Edw. Whymper 1879 — 80 in Ecuador gesammelt
hat. Es werden namhaft gemacht 27 Reptilien (1 Schild-
kröte, 10 Echsen, 16 Schlangen) und 12 Amphibien (11
Anuren, 1 Apode). Verf. gibt p. 459 eine Tabelle für die
Unterscheidung der 5 bis jetzt bekannten Liocephalus-
Arten und in einem Anhang ausführlichen Literaturnach-
weis für die herpetologische Fauna des Landes. Ann. Nat.
Eist. (5) Bd. 9 p. 457-467.
Australische Region. J. G. Fischer beschreibt 2 neue
Gattungen und 4 neue Arten von Eidechsen aus Australien
und Polynesien. Dieses Arch. p. 286 — 297.
Chelonia.
Die mioeänen (fossilen) Schildkrötenreste des Museums von
Lausanne hat A. Porti s ausführlich in einer Monographie beliandelt.
Abhandl. Schweizer Palaeont. Ges. Bd. 9 mit 29 Taf.
Testudinidae. G. Bellonci gibt einen Beitrag zur Histologie
des kleinen Gehirns von Emys Europaea. Atti R. Accad. Lincei(3)
Mem. Gl. fis. Bd. 9 p. 45—48, mit 1 Taf.
während des Jahres 1882. 515
Ein Referat über Dub jag a's Forschungen bezüglich der Athem-
bewegungen von Cistudo Europaea bringt B. Danilewsky im Biol.
Centr.-Bl. 2. Jg. p. 382.
Donaldson und MactierWarfield schildern den Einfluss
des Digitalins auf die Herzthätigkeit von Pseudemys rugosa. Stud.
Biolog. Labor. Hopkins Univers. Bd. 2 p. 327—339.
Testudo elephantitia D. B. abgeb. Peters, MossanibiqueTaf. 3 B.
Fr. W. True gibt ausführliche Mittheilungen über Nomen-
clatur, Kennzeichen und Unterscheidung der 3 in Nordamerika vor-
kommenden Arten von Landschildkröten Xerobates polyphemtis (Daud.),
Agassizi Coop. und Berlandieri Ag. und erwähnt auch zweier wahr-
scheinlich hiehergehöriger fossiler Arten. Die Contour des Kopfes
ist bei jeder Species in Holzschnitt beigefügt. Weitere Kapitel be-
handeln Lebensweise, die nicht wesentlich von der der paläarktischen
Arten abweicht, Fang und geographische Verbreitung. Proc. U. S.
Nat. Mus, p. 434—449.
Geoemyda impressa n. sp. von Siam, Günther, Proc. Zool. Soc.
London p. 343 — 346, mit 3 Holzschn. des Panzers.
Ghelydidae. A. Günther gibt Transact. Zool. Soc. London
Bd. 11 p. 215, Taf. 42 Abbild, von Chelys fimhriata (Schneid.) nach
dem Leben, bemerkt, dass ihre Nahrung verrauthlich aus Frosch-
larven bestehe, und macht auf die Variabilität in der Form der Gu-
larplatte und auf die Jugendfärbung aufmerksam. Auch die Wirbel-
säule wird eingehend besprochen und die 3 ersten und der 6., 7.
und 8. Halswirbel werden abgebildet.
Trionychidae. Notizen über fossile Trionyx-Reste siehe bei
R. Hoernes, Verh. d. Wien. Geolog. Reichsanstalt p. 39 und bei
Laube, ebenda p. 107.
Cycloderma frenatum Peters abgeb. Mossambique Taf. 1 — 3A.
Gheloniidae. R. Owen macht Mittheilung von einer neuen
fossilen Gattung Notochelys aus Queensland, welche anscheinend nahe
an Chelone herantritt. Quart. Journ. Geol. Soc. Bd. 38 p. 178.
Crocodilia.
E. van Beneden bringt werthvolle Untersuchungen über das
mittlere Ohr der Crocodilier und seine mehrfachen Communications-
wege mit dem Schlund. Archiv, d. Biol. Bd. 3 p. 497—560, mit
3 Taf.
CrOCOdilidae. W. K. Parker macht vorläufige Mittheilungen
von seinen Forschungen über die Entwicklung des Krokodilschädels.
Nature Bd. 26 p. 252, mit 7 Holzschn. u. Proc. Zool. Soc. London
p. 97—98.
516 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
lieber die Krokodile in Tumbez berichtet J. Stolzmann. Die
Welt, Warschau p. 8 - 10, 25—29 u. 41—42 (polnisch).
Crocodilus vulgaris Cuv. var. abgeb. Peters, Mossambique Taf.4,
fig. 1.
Alligatoridae. lieber ein Blutgefässe führendes Epithelgewebe
im membranösen Gehörorgan von Alligator berichtet G. Betzius.
Biol. Unters. Retzius 2 p. 97—102, mit Holzsch.
G. F. Wiepken erwähnt einen 1879 an der oldenburgischen
Nordseeküste gestrandeten, noch frischen und feisten Alligator lucius.
E. Friede 1 fügt dazu noch zwei weitere analoge Fälle. Zool. Gart,
p. 29 u. p. 124.
Enaliosauria
(nur fossil).
Plesiosauridae. W. Kiprijanoff veröffenthcht die Resultate
seiner Studien an den Resten von Plesiosaurus Conyb. aus dem
Sewerischen Sandstein der Kreide. Eingehend behandelt werden
(namentlich die Wirbel) PI Bernardi Ow., pachyomus Ow., Neo-
comiensis Camp., Helmerseni n. sp. , planus Ow. und gurgitis Pict.
et Reu. Besondere Beachtung wird der mikroskopischen Unter-
suchung des Knochengewebes gewidmet. Plesiosaurus ist auf Trias
bis Kreide beschränkt. Mera. Acad. St. Petersbourg (7) Bd. 30 No. 6,
mit 19 Taf.
Ichthyosauridae. Derselbe macht auch umfassende Unter-
suchungen über den Knochenbau der Gattung Ichthyosaurus Koen.
Sehr ausführliche, auch für den Zoologen interessante Ausführungen
über den Gesammtbau der Gattung, Zahl und Verbreitung der Arten,
Verwandtschaft u. s. w. sind eingestreut. Ebenda (7) Bd. 28 (1881)
No. 8.
Weitere Arbeiten über Ichthyosaurus -Reste und Verwandtes
siehe bei Pouech, Bull. Soc. Geol. de France (3) Bd. 10 p. 79—87,
Seeland, Verh. d. Wien. Geol. Reichsanst. p. 204 und Tw elvetrees,
Geol. Mag. London Bd. 9 p. 337.
Dinosauria
(nur fossil).
G. Baur beschenkt uns mit einer morphologischen Studie über
den Tarsus der Vögel und der Dinosaurier. Uns interessirt hier
während des Jahres 1882. 517
am meisten der Theil II: Tarsus der Dinosaurier p. 429 und der
vergleichende Theil der Arbeit p, 449. Der Tarsus von Compso-
gnathus zeigt ähnliche Verhältnisse wie der Tarsus des embryonalen
Vogels; die Dinosaurier sind zweifellose Stammeltern der Vögel.
Verf. befürwortet, Marsh'a gleich zu erwähnendes System in der
Weise umzustellen, dass die herbivoren und die carnivoren Dino-
saurier in je 2 parallele Reihen zu stehen kämen, dass die Familien
der Theropoden den Rang von Ordnungen erhielten , und dass zu-
gleich die älteren Zanclodonten und Amphisauriden vor die jüngeren
Megalosauriden gestellt würden. Morph. Jahrb. Bd. 8 p. 417, mit
Taf. 19—20.
0. C. Marsh gibt folgende durch Aufnahme auch der euro-
päischen Formen bereicherte und verbesserte Classification der Unter-
klasse der Dinosaurier:
1. Ordn. Sauropoda (Pflanzenfresser). Fuss plantigrad, un-
gulat; 5 Zehen an Hand und Fuss. Pubes distal durch Knorpel
verbunden. Kein Postpubis. Vordere Schwanzwirbel hohl. Extremi-
tätenknochen solid.
1. Fam. Atlantosauridae. Vordere Wirbel opisthocoel;
Sitzbeine nach unten gerichtet mit median sich berührenden Enden.
2. Fam. Morosauridae. Ebenso, aber die Seiten der nach
hinten gerichteten Sitzbeine begegnen sich in der Medianlinie.
II. Ordn. Stegosauria (Pflanzenfresser). Fuss und Zehen
wie I. Pubes frei nach vorn ragend. Postpubis vorhanden. Wirbel
und Extremitätenknochen solid.
1. Fam. Stegosauridae. Astragalus mit der Tibia ver-
wachsen; Mittelfussknochen sehr kurz.
2. Fam. Scelidosauridae. Astragalus nicht mit der Tibia
verschmolzen; Metatarsalia verlängert; 4 functionirende Zehen im
Fuss. Europäisch.
III. Ordn. Ornithopoda (Pflanzenfresser). Fuss digitigrad;
5 functionirende Finger in der Hand, 3 im Fuss. Pubes frei nach
vorn ragend. Postpubis vorhanden. Wirbel solid; Extremitäten-
knochen hohl.
1. Fam. Camptonotidae. Clavikeln fehlen; Postpubis voll-
Btändig.
2. Fam. Iguanodontidae. Clavikeln vorhanden; Postpubis
unvollständig. Praemaxillaria zahnlos. Europäisch.
3. Fam. Hadrosauridae. Zähne in verschiedenen Reihen,
gewöhnlich eine mosaikartige Mahlfläche bildend.
IV. Ordn. The ropoda (Fleischfresser). Fuss digitigrad;
Finger mit Greifkrallen. Pubes distal verwachsen. Wirbel mehr
oder weniger cavernös. Extremitätenknochen hohl. Praemaxillaria
mit Zähnen.
Arohiv f. Natnrg. XLIX. Jahrg. 2. Bd. JJ
518 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
1. Farn. Megalosaurid ae. Wirbel biconcav. Pubes schlank.
Astragalus mit aufsteigendem Fortsatz; 4 Zehen im Fuss, 5 in
der Hand.
2. Farn. Zanclodontidae. Ebenso, aber Pubes breite ver-
längerte Platten bildend. Astragalus ohne aufsteigenden Fortsatz;
5 Zehen in Hand und Fuss. Europäisch.
3. Farn. Amphisauridae. Ebenso, aber Pubes speichen-
förmig. 5 Zehen in der Hand, 3 im Fuss.
4. Farn. Labrosauridae. Vordere Wirbel stark opisthocoel
und cavernös. Metatarsalia verlängert. Pubes schlank, an den Vor-
derenden vereinigt.
5. Fam. Coeluridae. Knochen pneumatisch oder hohl.
Vordere Halswirbel opisthocoel, die übrigen biconcav. Metatarsalia
sehr lang und schlank.
6. Fam. Compsognatha. Vordere Wirbel opisthocoel.
3 functionirende Zehen in Hand und Fuss. Sitzbeine mitj langen
Symphysen in der Mittellinie. Europäisch.
? V. Ordu. Hallo poda (Fleischfresser). Füsse digitigrad mit
Krallen; 8 Zehen im Fuss. Metatarsalia bedeutend verlängert; Cal-
caneus nach hinten weit vorspringend. Wirbel und Extremitäten-
knochen hohl.
Fam. Hallopodidae.
Americ. Journ. Science (3) Bd. 23 p. 81.
L. Dollo gibt Uebersetzung von H. G. Seeley's neuesten
Forschungen über die Dinosaurier. Bull, scientif. Dep. Nord Jg. 5
p. 233—239.
J. W. Hulke beschreibt p. 372 Os pubis und Ischium, H. G.
Seeley p. 367 Coracoid von Ornithopsis Seel. Der erstere gibt
p. 375 die vollständige Litteratur über dieses Genus. Quart. Journ.
Geol. Soc. Bd. 38.
H. G. Seeley gibt eingehende Mittheilung über das Os sacrum
von Thecospondylus n. g. aus dem Hastings-Sand. Ebenda p. 457 —
460, mit 1 Taf.
Sauropterygia
(nur fossil).
O.G. Marsh berichtet über den Flügel der Pterodactylen und
bildet in 3 Holzschn. BJiamphorhynchus phyllurus Marsh ab. Na-
ture Bd. 26 p. 531 und Americ. Journ. Science (3) Bd. 23.
A.Zittel beschenkt uns mit einer hochwichtigen Arbeit über
Flugsaurier aus dem lithographischen Schiefer Bayerns. Verf. be-
schreibt die Flughaut von Bhampliorhynchus und weist die Fünfzahl
während des Jahres 1882. 519
der Finger bei dieser Gattung nach. Pterodaetylus crassirostris
wird zu Rhamphorhyncbus als Subgen. Pachyrhamphus Fitz, ge-
zogen. Eingehende Untersuchungen über den Bau von Pterodaetylus
folgen. Das Genus Ornithocephalus Sömni. wird eingezogen. Palae-
ontograph. Bd. 29 p. 49—80, mit 4 Taf.
Lacertilia.
Amphisbaenidae. Amphisbaena viölacea Peters abgeb. Mossam-
bique Taf. 18, fig. 2— 2 h.
Monopeltis sphenorhynchus Peters abgeb. ebenda Taf. 13 A,
fig. 1-3.
Varanidae. Monitor saurus Laur. abgeb. ebenda Taf. 4 fig. 2.
— M. albogularis Daud. abgeb. ebenda Taf. 4, fig. 3. — Varanus
macrolepis n. sp. von Tenasserim. Blanford, Journ. As. Soc. Bengal
Bd. 50, 11 (1881) p. 239, Taf. 16.
Mosasauridae (nur fossil). Bemerkungen über die Osteologie
dieser Familie und über 2 neue Genera derselben macht L. Dollo.
Bull. Mus. Hist. Nat. Belg. Bd. 1 p. 55—80, mit 3 Taf.
Helodermidae. R. W. Shufeldt erklärt den Biss von Helo-
derma suspectum Cope für nicht giftig. Verf. wurde in den Daumen
gebissen ; wenige Augenblicke darauf schmerzte ihn zwar der Arm,
doch erstreckte sich die Geschwulst nur bis zum Handgelenk. Die
Verletzung heilte wie eine gewöhnliche Bisswunde. Americ. Natu-
ralist Bd. 16 p. 907.
J. G. Fischer gibt anatomische Notizen über Heloderma
horridum Wiegm. Die stark entwickelte Unterkieferdrüse entspricht
im Bau zwar nicht den Giftdrüsen der Schlangen, doch führen ihre
Ausführungagänge zu den Furchenzähnen, und ihr Secret hat zweifel-
los wie bei den Schlangen auf das gebissene Thier zu wirken. Im
Oberkiefer, der gleichfalls Furchenzähne besitzt, scheinen Giftdrüsen
zu fehlen. Die Giftdrüsen des Unterkiefers allein treten also in
Action, wenn das Thier, wie es seine Gewohnheit beim Beissen sein
soll, sich auf den Rücken geworfen hat. Für die Giftigkeit des
Bisses werden Beispiele beigebracht. Zum Schlüsse verbreitet sich
Verf. über das Visceralskelett und seine Muskeln und über die Kehl-
kopfschliuge des Nervus laryngeus superior. Verh. Ver. Nat. Unter-
halt. Hamburg Bd. 5 p. 2—16, mit 1 Taf.
G. A. Boulenger beweist gleichfalls durch einen Versuch die
Giftigkeit des Bisses von Heloderma und erinnert daran, dass wahr-
scheinlich auch Lanthonotus Borneensis Steind. seiner Bezahnung
nach giftig sei. Proc. Zool. Soc. London p. 631—632.
520 Boettger: BericM üb. die Leistungen in der Herpetologie
J. Fayrer bestätigt Boulenger's Beobacbtung an Heloderma.
Ebenda p. 632. -
Tejidae. Tejus rufescens Gthr. von Mendoza wird nach dem
Leben abgebildet, eingehend mit T. teguexin und 7iigropunctatus
verglichen und der Kopf auch im Holzschn. neben dem von teguexin
dargestellt. Günther, Transact. Zool. Soc. London, Bd. 11 p. 221,
Taf. 45.
Lacertidae. H. Strahl gibt in seinen Beiträgen zur Entwick-
lung von Lacerta agilis Abbildungen ziemlich frühzeitiger Embryo-
nen, welche die Bildung des Gefässhofes und den Beginn der vor-
deren Amnionfalte erläutern. His' Arch. f. Anat. u. Phys., Anat.
Abth. p. 242—278, mit 2 Taf.
V. Gredler beschreibt einen vollkommenen Albino von La-
certa muralis Laur. aus Bozen. Das Thier war halberwachsen, blass-
rosa (in Spiritus kreideweis) mit rothen Augen und lebte nur 4 Tage
in der Gefangenschaft. Corr.-BI. Zool.-Min. Ver, Regensburg p.
22—23.
Th. Eimer berichtet über psychische Eigenschaften (scheues
und zutrauliches Wesen) und die Stimme der Lacerten und gibt
eine recht plausible Erklärung der antiken Statue des Sauroktonos
(mit Skizze derselben). Krebs' Humboldt Bd. 1 p. 395. — Auch in
Nature Bd. 26 p. 29 finden wir von demselben Verf. eine Notiz
über die Stimme von Lacerta muralis.
Th. Eimer's Untersuchungen über das Variiren der Mauer-
eidechse zerfallen in 4 Abschnitte : I. lieber Farben, über ihre und
der Zeichnung Anpassung und über ihre Ursachen im Allgemeinen.
Nach einer Erörterung der Farbenanpassung bei den Lacerten, die
grossentheils bekanntes bringt, geht Verf. über zu den Farben Blau
und Schwarz bei der Mauereidechse, sucht das Auftreten derselben
aus inneren oder constitutionellen Ursachen verständlich zu machen
und stellt den Satz auf, dass Blau und Schwarz im Kleide unserer
Eidechse in grösserer Ausdehnung nur da sich entwickeln könne,
wo es durch Anpassung an die räumliche Umgebung und etwa zu-
gleich durch vorsichtigste Wahl des Aufenthaltsorts unschädlich ge-
macht wird, oder da, wo überhaupt die Anpassungsnöthigung weg-
fällt. Weder Feuchtigkeit, noch Licht oder Wärme, oder Nahrung
bedingen als solche Dunkelfäibung und sind also nicht die alleinigen Ur-
sachen derselben. Weiter wird die Sesshaftigkeit der Eidechse und deren
Bedeutung für die Bildung vonVarietäten besprochen und angeführt, dass
constitutionelle Ursachen schon für sich allein, wenn auch keine Anpas-
sungsforderungen bestehen, zur Varietätenbildung führen können. Nach
einer Abschweifung über Farbenstudien an Steinen und über den
Schutz, den pflanzenarmer Felsboden dunkel gefärbten Eidechsen
gewährt, kommt Verf. auf Lacerta Lilfordi zu sprechen und sucht
zu beweisen, dass die Existenzbedingungen dieser Form durchaus
während des Jahres 1882. 521
seiner Theorie entsprächen. Weitere kleine Kapitel werden den
Beziehungen zwischen Eidechsen und Möven und der, wenn auch
selten hörbaren, Stimme der Lacerten gewidmet. Abschn. II bringt
eine Abhandlung über die Grundvarietäten der Mauereidechse. Verf.
sucht Beweise für die typische Bedeutung der von ihm früher auf-
gestellten Varietäten beizubringen und versucht mit Geschick, die
zahllosen neuerdings beschriebenen Rassen und Varietäten auf einige
wenige Grundformen zurückzuführen. Er betrachtet striata-cam,'
pestris als die Stammform aller Varietäten. Die übrigen Varietäten
— maculata, concolor und ihre Untervarietäten — werden auf sie
zurückzuführen gesucht, indem zugleich zwei Zweige angenommen
werden, ein platycephaler nördlicher und ein pyramidocephaler süd-
licher. Alle Umwandlungen der Zeichnung gehen auf die Umbil-
dung einer mit 11 Binden längsgestreiften in eine gefleckte und
schliesslich in eine quergestreifte Form hinaus, und dieselben ge-
schehen durchaus nach bestimmten Gesetzen. Alle neuerworbenen
Charaktere zeigen sich zuerst beim (^, dann beim $ und bei den
'Jungen. Die Jungen wiederholen die Zeichnung der Ahnenformen
•im Laufe ihrer Entwicklung: sie sind zuerst striatae. Verf. weist
dies interessante Gesetz auch bei anderen Reptilien und Amphibien
nach. Abschn. III bringt neue Beobachtungen über die auf isolirten
Felsen bei Capri vorkommenden Varietäten muralis caeruleo-caeru-
lescens und eaerulescens Monaconensis , über die Anpassung der
Wüsteneidechsen an die Farbe des Bodens und über die Verwandt-
schaft des Genus Äcanthodactylus mit Lacerta muralis. Was Verf.
über das Vorkommen von Ä. vulgaris in Aegypten sagt, beruht
übrigens auf falscher Bestimmung der Species, was die angebliche
Verwandtschaft von Äcanthodactylus mit Lacerta anlangt, so be-
rücksichtigt er bei weitem nicht genügend die wichtigeren Unter-
scheidungsmerkmale beider Gattungen, die z. B. in Zahl, Stellung
und Form der die Nasenöffnung umgebenden Schilder und der Ven-
tralschuppen liegen, und die Thatsache, dass in ihrem östlichen
(Syrien), wie in ihrem westlichen Verbreitungsbezirk (Spanien, Ma-
rocco) Acanthodactylus-Arten unvermittelt neben Lacerta muralis
und unter nahezu denselben klimatischen Verhältnissen vorkommen,
Arten, welche ohne Frage zu einander weit nähere Verwandtschaft
zeigen, als zu Lacerta muralis. Zum Schluss werden die Eidechsen
vom Filfola-Felsen und die vom Aetna behandelt. Ein letzter IV.
Abschnitt endlich bringt Ergebnisse neuer Untersuchungen für die
Theorie von der Entwicklung aus constitutionellen Ursachen. Als
primum movens stellt Verf. den Satz auf, dass es der Turgor der
Säfte in der Haut sei, der die Kraftfarben Blau und Schwarz hervor-
rufe, und dass ganz allgemein in der Thierwelt die Tendenz einer
Umwandlung von Längsstreifung in Querstreifung durch das Zwi-
schenstadium einer Fleckzeichnung hindurch herrsche. Die letzten
522 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Hei petologie
lesenswerthen Kapitel verbreiten sich über allgemeinere Fragen.
3 Taf. erläutern die anregende Arbeit. Dieses Arch. p. 239.
Th. Eimer gibt auch in Krebs' Humboldt Bd. 1 p. 319 unter
dem Titel „Bruchstücke aus Eidechsenstudien" Notizen über Farben-
varietäten bei Lacerta, die der eben erwähnten oder bereits früher
in diesen Spalten angezeigten Arbeiten desselben Verfassers ent-
nommen sind.
Lccerta viridis bei St. Goarshausen. Zool. Gart. p. 159. —
Nach C. Struck fehlt L. viridis in Mecklenburg und kommen nur
L. agilis und vivipara vor, erstere an trockenen Orten, letztere auf
feuchten Wiesen und an Graben- und Bachrändern. Mecklenbg.
Arch. Bd. 35 p. 115 — 116. — L. Ätlantica n. sp. von Tenerife und
Lanzarote. Peters und Doria, Ann. Mus. Civ. Genova Bd. 18 p. 433,
mit Holzschn.
Älgira microdactyla n. sp. aus Marocco. Boettger, Zool. Anz.
p. 571.
Podarces Simoni n. sp. aus Marocco. Boettger, ebenda p. 571.
Eremias Holuhi n. sp. aus Transvaal. Steindachner, Sitz.-Ber.
Wien. Akad. Bd. 86, I p. 83—85, mit Taf. — E. Bevoili n. sp. aus.
dem Somaliland. Vaillant, Rept. et Batr. Pays Somalis p. 20, Taf. 3
fig. 2.
Ichnotropis macrolepidota Peters abgeb. Mossambique Taf. 8
fig. 1. — J. squamulosa Peters abgeb. ebenda Taf. 8 fig. 2.
Zonuridae. H. E. Sauvage veröffentlicht eine Notiz über
Becken und Hinterextremität von Pseudopus Pallasi. Das Becken
besteht nur aus zwei Stücken, das Ischium fehlt. Auch die eich
anheftenden Muskeln werden in Betracht gezogen und zu deuten
versucht. Ann. Sc. Nat. (6), Zool. Bd. 13 No. 6.
R. W. Shufeldt macht Untersuchungen über die Osteologie
von Opheosaiirus ventralis und vergleicht eingehend dessen Knochen-
bau mit dem von Gerrhonotus. Er findet, dass seine Einreihung
unter die Anguidae, resp. Dipoglossa durchaus natürlich sei. Proc.
U. S. Nat. Mus. p. 393—400, mit 9 Holzschn.
Platysaurus torquatus Peters abgeb. Mossambique Taf. 9A.
Gerrhosaurus röbustus Peters abgeb. ebenda Taf. 9.
Tracheloptychus Madagascariensis Peters abgeb. ebenda Taf. 8
Fig. 3.
Gymnophthalmidae. Äblepharus Wahlhergi Smith abgeb. Peters,
Mossambique Taf. 11 fig. 3.
Phaneropis n. gen. J. G. Fischer, dieses Arch. p. 236. Kopf
kegelförmig; Rostrale breit, abgerundet; Schuppen klein; 4 kleine
Füsse; Zehen 3—3, ungleich, mit Krallen; keine Supranasalia ; Fronto-
parietalia getrennt; Ohröfi'nung sehr klein, versteckt; Nasloch in
einfachen Nasenschildern , die sich dorsalwärts berühren; Zunge
während des Jahres 1882. 623
flach, am Ende nicht eingeschnitten; 2 grössere Praeanalschuppeu. —
Fh. Muelleri n. sp. aus Westaustralien, Taf. 12 fig. 13—15.
Pygopodidae. J. G. Fischer theilt dieses Arch. p. 292 diese
Familie ein iu Gattungen mit
I. gekielten Rückenschupx^en
1. mit einfachen Kielen ; mit Praeanalporen. Pygopus Fiiz,
2. mit doppelten Kielen ; ohne Praeanalporen. PletholaxCo^e.
II. ungekielten Rückenschuppen
1. ohne Praeanalporen
a. mehrere Internasalia; Schuppenlängsreihen in gerader
Anzahl. Delma Gray.
b. keine Internasalia; Schuppenlängsreihen in ungerader
Anzahl. Pseudodelma n. g.
2. mit Praeanalporen; mehrere Paare von Internasalien.
Cryptodehna n. g.
Pseudodelma n. g. J. G. Fischer, dieses Arch. p. 286. Keine
Supranasalia. Nasloch in einem unteren Einschnitt des Nasale. Ohr-
öffnung deutlich. Auge ohne Lider, mit Schuppen umgeben. Gaumen
ohne Zähne, mit breitem Einschnitt. Schuppen glatt, in ungerader
Zahl von Längsreihen. Keine VorJerfüsse, Hinterfüsse sehr kurz,
ungetheilt. Keine Praeanalporen. Nächstverwandt Delma Gray. —
Ps. impar n. sp. von Melbourne p. 287 Taf. 1 fig. l — 4.
Cryptodelma n, gen. J. G. Fischer ebenda p. 290. Mehrere
Paare Supranasalia; Schuppen glatt, klein, in gerader Zahl von
Längsreihen; eine Reihe Praeanalporen. Auge ohne Lider, von
Schuppen umgeben. Gaumen ohne Zähne, mit breitem Ausschnitt.
Keine Vorderfüsse ; Hinterfüsse kurz, beschuppt, ohne Zehen. Durch
die Praeanalporen mit Pygopus , durch die glatten Schuppen mit
Delma verwandt. — Cr. nigriceps n. sp. von Westaustralien, Taf. 1
fig. 5-9.
Scincidae. B o c o u r t gibt eine Notiz zu einer natürlichen
Classification der Scinciden. Blanchard hat in den Hautknochen
dieser Familie, die sich sehr wesentlich von den Schuppen anderer
Reptilfamilien unterscheiden, ein System luftführender Kanäle ge-
funden, und Verf. will deren Anordnung zur Unterscheidung der
Genera verwerthen. Bocourt nennnt Aspidoscinques die Gattungen,
bei welchen dieses Kanalnetz auftritt, Anaspidoscinques die, bei denen
es fehlt, und theilt die ersteren noch weiter in engere Gruppen.
Ann. Sc. Nat. (6) Bd. 11 (1881) No. 9.
Hinulia Muelleri n. sp. von Westaustralien. J. G. Fischer,
dieses Arch. p. 295 Taf. 1 fig. 16—19.
Bhodona bipes n. sp. von Westaustralien. J. G. Fischer, ebenda
p. 292, Taf. 1 fig. 10—15.
J. V. Fischer macht interessante Beobachtungen über die
Lebensweise von Trachydosaurus asper ^ der lebendes wie todtea
524 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Futter annimmt, zutraulich wird und Jahre lang (6 — 9 Jahre) in der
Gefangenschaft ausdauert. Er erträgt ohne Gefahr 30— 360R. Nässe
scheut er, doch badet er vor und während der Häutung. Tagthier.
Beim Kriechen erregt der Panzer des Schwanzes starkes Geräusch.
Beim Anfassen beissen die Thiere nicht. Sie graben nicht. Ihre
Stimme ist nur im Zorn ein leises Zischen. Die Sinne folgen sich
betreffs ihrer Feinheit in absteigender Skala so: Gesicht, Gehör,
Geruch, Geschmack. Die Thiere sind nicht wählerisch, fressen ani-
malische Kost, aber auch Salat und Kohl und trinken oft und viel.
Die Häutung dauert 8—10 Tage und erfolgt 6mal im Jahre. Zool.
Garten p. 206.
Eine Mittheilung über lebende Exemplare von Macroscincus
Coctei D. B. gibt L. Vaillant in Corapt. rend. Bd. 94 p. 811—812.
Euprepes (Euprepis) Socotranus n. sp. von Socotra. Peters,
Sitz.-Ber. Ver. Nat. Fr. Berlin p. 45. — E. (Euprepis) elegans
Peters abgeb. Mossambique Taf. 11 fig. 1. — E. (Euprepis) marga-
ritifer Peters abgeb. ebenda Taf. 10 fig. 1. — E. (Euprepis) la-
certiformis Peters abgeb. ebenda Taf. 10 fig. 2. — E. (Euprepis)
depressus Peters abgeb. ebenda Taf. 10 fig. 4. — E. (Euprepis) Co-
morensis Peters abgeb. ebenda Taf. 10 fig. 3.
Eumeces Sundevalli Smith abgeb. Peters, Mossambique Taf. 11
fig. 2.
Sepidae. M. G. Peracca gibt Seps chalciäes als neu fürPie-
mout an. Atti R. Accad. Sc. Torino Bd. 18, Disp. 1 p. 74.
J. v. Fischer berichtet eingehend über die Fortpflanzung
von Gongylus ocellatus in der Gefangenschaft. Bei der in 3 Tagen
17mal erfolgten Paarung beisst sich das (^ in der Ohrgegend des $
fest. 56 Tage nach der Paarung erfolgte die Geburt. Dasselbe $
gebar 3mal im Jahre je 9, 3 und 5 Junge. Neugeborene haben
eine Länge von 68V4 mni und ein Verhältniss von Kopf-Rumpf-
länge zu Schwauzlänge wie 1,5 : 1, welches Verhältniss mit dem
Alter immer mehr zunimmt. Nach 21 Tagen maassen die Jungen
schon 131mm, nach 30—37 Tagen erfolgt die erste Häutung ganz
normal. Trotzdem überlebte keines der vielen Jungen den 40. Tag.
Zool. Gart. p. 241.
Gongylus Stumpffi n. sp. von Nossi-Be (Madagascar). Boettger,
Zool. Anz. p. 479. — G. macrocercus n. sp. von 0. Betsileo (Mada-
gascar). Günther, Ann. Nat. Hist. (5) Bd. 9 p. 263.
Herpetosaura arenicola Peters abgeb. Mossambique Taf. 11
fig. 4 und Taf. 13 A fig. 4.
Äcontiadae. Acontias plunibeus Bianc. abgeb. Peters, ebenda
Taf. 12.
Typhlinidae. TypTilosaurus aurantiacus Peters abgeb. ebenda
Taf. 13 fig. 1.
während des Jahres 1882. 526
Geckonidae. Diplodactylus Biebecki n. sp. von Socotra. Peters,
Sitz.-Ber. Naturf. Fr. Berlin p. 43.
Forsyth Major erwähnt Phyllodactylus Europaeus von meh-
reren Punkten des Mte. Argentario in Toskana und von der Insel
Sardinien. Corr.-Blatt Zool.-Min. Ver. Regensburg Jg. 36 p. 155. —
Ph. pictus Peters abgeb. Mossambique Taf. 5 fig. 1.
Pachydactylus punctatus Peters abgeb. ebenda Taf. 5 fig. 2.
S. P. Oliver beschreibt die Stimme von Hemidactylus frena-
tus auf St. Helena. Nature (1881) vom 22. Dez.
Bemerkungen über Hemidactylus ateles A, Dum. (var. articu-
lata, scutellata und depressa) bringt J. G.Fischer in diesem Arch.
p. 297—300, mit Taf. 2. — H. mabnia Mor. abgeb. in Peters, Mossam-
bique Taf. 5 fig. 3.
Gymnodactylus crucifer Val. abgeb. in Vaillant, Rept. etBatr.
Pays Somalis Taf. 3 fig. 1.
Iguanidae. J. v. Fischer macht Mittheilungen über Iguana
tiiberculata in der Gefangenschaft. Die Haltung ist leicht; das Thier
ist anderen Reptilien und Vögeln gegenüber verträglich und leicht
zähmbar. Es trinkt gern; die abgebrochene Schwanzspitze ersetzt
es nicht. Beste Temperatur 22 ^ R. Im Zorne zischt es kurz. Es
sieht kriechende Mehlwürmer auf d'^/2^ Entfernung; auch das Ge-
hör ist recht gut, und Geruch und Geschmack sind nicht unent-
wickelt. Fütterung mit Salat und Kohl, saftigen Früchten, und als
Leckerbissen mit Mehlwürmern. Die Häutung erfolgte im Juli und
dauerte 10 Tage. Zool. Gart. p. 236.
A. Günther bildet Metopoceros cornutus (Wagl.) aus S. Do-
mingo nach dem Leben ab, beschreibt und misst Form und Zahl
der Zähne und Skelett und vergleicht alles mit dem von Iguana
tuberculata. Wahrscheinlich ist die Art mehr Felsen- als Baum-
bewohnerin. Transact. Zool. Soc. London Bd. 11 p. 218, Taf. 43
—44.
Anolis Rivierei n, sp. von Panama. Thominot, Bull. Soc. Philo-
math. Paris (7) Bd. 6 p. 251.
Sceloporus Garmani n. sp. von Dakotah. Boulenger, Proc. Zool.
Soc. London p. 761, Taf. 56. — S. rufidorsum n. sp. aus Untercali-
fornien. Yarrow, Proc. U. S. Nat. Mus. p. 442.
Crotaphytus Copei n. sp. aus Untercalifornien. Yarrow, ebenda
p. 441.
Uta elegans n. sp. aus Untercalifornien. Yarrow , ebenda
p. 442.
Phrynosoma Bouglassi pygmaea n. subsp. Oregon und Wa-
shington Terr. Yarrow, ebenda p. 443.
Hoplurus Sebae D. B. abgeb. Peters, Mossambique Taf. 6 fig. 1.
— H. cyclurus Merr. abgeb. Peters, ebenda Taf. 6 fig. 2.
526 Boettger: Bericht üb die Leistungen in der Herpetologie
CJialarodon Madagascariensis Peters abgeb. Mossambique Taf. 6
fig. 3.
Agamidae. Grammatophora isolepis n. sp. aus Westaustralien.
J. G. Fischer, dieses Arch. p 232, Taf. 12 fig. 10—12.
Ueber Natur, Verbreitung und Lebensgewohnheiten von Bracliy-
soma ornatum Biyth berichtet J. Cockburn ausführlich. Daseist
erheblich grösser und schöner gefärbt als das ^. Verf. gibt verbesserte
Diagnose für beide Geschlechter und bemerkt, dass diese Eidechse ein
specifischer Erdbewohner sei. Sie lege 8 — 10 Eier. Infolge der Ge-
wohnheit, übelriechende Insekten zu verzehren, erfahre sie selbst
wenig Nachstellungen seitens der Raubvögel. Erschreckt und beim
Fange stosse sie Töne aus. Journ. As. Sog. Bengal Calcutta Bd. 51,
II p. 50—54.
Agama Mossamhica Peters abgeb. Mossambique Taf. 7 fig. 1.
— A. armata Peters abgeb. ebenda Taf. 7 fig. 2. — A. Müppelli
n. sp. aus dem Somaliland. Vaillant, Rept. et Batr. Pays Somalis
p. 6 Taf. 1.
Zoologische Merkmale , Bezahnung , Färbung und Lebens-
gewohnheiten von Uromastix acanthinurus D. B. schildert H. Goll.
Ist zum Klettern ebenso befähigt wie zum Leben auf dem Erdboden.
Den Schwanz gebraucht er nicht nur als Schreckmittel, sondern
auch namentlich auf abschüssigem Terrain und auf der Rinde von
Bäumen als Stütze und ausserdem noch zum Umwenden des Körpers
beim Fall auf den Rücken. Er gräbt gut. Die Nahrung besteht
aus Vegetabilien ; er trinkt nicht. Bull. Soc. Vaudoise Sc. Nat. Lau-
sanne (2) Bd. 18 p. 230—234, mit Taf. 12—13.
J. v- Fischer berichtet über Uromastix Gapensis in der Ge-
fangenschaft. Ausgesprochenes Tagthier, das überdies jede Nasse
flieht. Geeignetste Temperatur 22 — 25^ R. Stimmt im allgemeinen
in den Lebensgewohnheiteu mit Stellio vulgaris überein, vertheidigt
sich aber, in die Enge getrieben , nachdrücklich mit Schwanz und
Zähnen. Im Zorne zischt er x\us dem Trinkgefäss säuft er nicht;
ernährt wird er mit Mehlwürmern und anderen Insekten. Zool.
Garten p. 181.
Uromastix batilliferus n. sp. aus dem Somaliland, Vaillant,
Rept. et Batr. Pays Somalis p. 10 Taf. 2.
Chamaeleontidae. J. v. Fischer beschreibt Fang, Versandt,
Haltung und Fortpflanzung von Chamaeleo vidgaris in der Gefangen-
schaft. Beim Fang müssen die Thiere sehr behutsam von den
Zweigen abgelöst und einzeln in Säckchen gethan werden ; beim Ver-
sandt muss ebenso jedes für sich allein verpackt werden. Die Cha-
maeleons sind ächte Sonnenthiere und gegen Kälte überaus empfind-
lich. 22— 28^ R. und Luftfeuchtigkeit neben Trinkgelegenheit sind
Haupterfordernisse zu gutem Gedeihen. Künstliches Licht beein-
flusst, wenn man vermeidet die Thiere zu erwecken, nicht den
während des Jahres 1882. 527
Farbenwechsel. Sie lassen zu gewissen Zeiten einen knurrenden
Laut hören. In Bezug auf Intelligenz stehen sie auf der tiefsten
Stufe der Reptilien; Auge und Ohr sind trotzdem wohl entwickelt.
Als Nahrung dienen Fliegen, Mehlwürmer, Schaben, Heuschrecken.
Die Häutung geschieht von August bis September, darauf folgt die
Paarungszeit. Die Paarung dauert wenige Sekunden bis 14 Minuten;
das trächtige ^ bekommt eine constante Färbung. Die Tragzeit
dauert 51—57 Tage; 24—37 Eier bilden das normale Gelege. Ende
November wurden die Eier passend untergebracht, am 27. Februar
und 5. März (125 — 138 Tage nach der Eiablage) wurde je ein Junges
beobachtet, dessen Beschreibung und Maasse gegeben werden. Zool.
Garten p. 4, p. 39 und p. 70.
Chamaeleo brevicornis Günther = gularis Gthr. Ann. Nat.
Hist. (5) Bd. 9 p. 263. — Ch. calcarifer Peters abgeb. Mossambique
Taf. 4 A.
Rhynchocephalla.
Rhynchocephalidae. Eine ücbersetzung aus Ward's Nat. Sc.
Bulletin, die Hatteria punctata Gr&y betreflfend, gibt J. Bonn i er in
Bull. Scientif. Dep. Nord Jg. 5 p. 89—98.
Ophidia.
G. Jan und F. Sordelli, Iconographie generale des Ophi-
diens, Lief. 51 (1881). Mit dieser Schlusslieferung, die uns die
Tafelerklärungen , Titel und Register und das Portrait des verstor-
benen Prof. Jan bringt, ist endlich dieses prachtvolle Tafelwerk, das
stets eine Zierde und ein unentbehrliches Hilfsmittel der herpeto-
logischen Litteratur bilden wird, abgeschlossen. Da die benutzte
Nomenclatur leider bereits vielfach veraltet ist, wäre allerdings, um
das Werk brauchbarer zu machen, ein Commentar zu den Abbil-
dungen von berufener Hand in hohem Grade wünschenswerth.
C. C. Hopley. Snakes. Curiosities and Wonders of Serpent
Life. London, 8^.
J. G. Fischer gibt Bemerkungen über einzelne Schlangen
des Dresdener Museums (Elaphis melanurus Schleg., Pityophis
Deppei M. Berol. , Tropidonotus spilogaster Boie , picturatus
Schleg. , trianguHgerus Reinw. , taxispilotus Holbr. , chrysargos
Boie , subminiatus Reinw. , chrysargoides Schleg. , leberis L.,
Ischnognathus occipitimaculatus Stör., Hypsirrhina enhydris Schndr.,
Psammodynastes pulverulentus Boie , Dromicus lineatus L. =
dilepis Cope, Dendrophis punctulatus Gray, Naja haje L. und
528 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Tropidolaemus maculatus Gray = subannulatus Gray). Dieses Arch.
p. 281—302.
A. Stradling ertheilt Winke über die Behandlung und Nah-
rung der Schlangen in der Gefangenschaft. Zoo logist Bd. 6 p. 448
—456.
A. H. Brons macht Mittheilungen über die Lebensgewohn-
heiten von Schlangen der Weststaaten der Union, namentlich über
das Fischfangen von Eutaenia radix und Äncistrodon piscivorus
und über das Zusammenleben von Crotalus confluentus mit Cynomys
Ludovicianus und Speotyto cunicularia. Andere Bemerkungen gelten
Bascanium flagelli forme und constrictor, Pityophis Sayi und Heter-
odon simuSj welchem letzteren die häufigen Verletzungen an den
Hinterfüssen der Cistudo ornata zugeschrieben werden. Araeric. Na-
turalist Bd. 16 p. 564.
S. Trinchese. lutorno alle piastre motrici del Boa con-
strictor in Rendic. R. Accad. Sc. fis. e mat. Napoli Bd. 21 p. 226.
A. Stradling gibt Notizen über die Lokomotion der Schlan-
gen, namentlich von Geopytas collaris und Oxyrrliopus äoliatus und
über Lautäusserungen der Ophidier. Nature vom 11. Febr. p. 377,
lieber die Häutung der Schlangen in ihren Beziehungen zur
Ernährung stellt A. Stradling neue Gesichtspunkte auf. Zoologist
Bd. 6 p. 50—55.
Derselbe macht auch Mittheilungen über das Brutgeschäft
von Schlangen. Ebenda p. 345 — 351.
Beobachtungen über die Struktur der Eihülle bei den Schlan-
gen veröffentlicht T. Guida in Atti R. Accad. Sc. fis. e mat. Napoli
Bd. 9. 11 pg.
A. Stradling bringt Notizen über Schlangenbiss und Wasser-
scheu. Nature Bd. 26 p. 221.
A. J. Wall spricht über die Unterschiede in den physiologi-
schen Wirkungen, welche das Gift gewisser indischer Schlangen her-
vorbringt. Proc. Roy. Soc. London Bd. 32 (1881) p. 333.
Ein Referat über A. G a u t i e r's und De L a c e r d a's neue
Untersuchungen über Schlangengifte (Gazette medicale 1881 p. 391
und Compt. rend. Paris 1881 vom 12. Sept.) bringt Kosmos Jg. 5,
Bd. 10 p. 297—299. Der erstere hat eine den Alkaloiden oder
Ptoma'inen analoge Substanz im Gifte von Naja gefunden, das zum
Sieden erhitzt, filtrirt und mit Alkohol behandelt seine Wirkung
nicht einbüsst. Aehnliche giftige Substanzen enthält aber auch der
Speichel von Säugethieren. Der letztere hat nachgewiesen, dass das
Gift von Lachesis muta sich dem Pankreassaft ähnlich verhalte, in-
dem es Eiweiss auflöst und Fette in Emulsion verwandelt, und dass
übermangansaures Kalium ein ganz ausgezeichnetes Gegengift gegen
den Biss von Bothrops sei.
während des Jahres 1882. 529
Notizen über Schlangengift als ein Mittel zur Beförderung der
Verdauung gibt A. Stradling in Zoologist Bd. 6 p. 118.
lieber durch Schlangenbiss in Indien verursachte Todesfälle
berichtet J. Fayrer. Nach ihm trat im Gebiet des Bombay Go-
vernment 1881 in 1209 Fällen der Tod nach dem Biss giftiger
Schlangen ein. Die meisten Todesfälle an Schlangenbiss kommen auf
die Monate Juni bis Oktober. Die ganze Sterblichkeitsziffer betrug
381450 oder 23,2 per Mille der ganzen Bevölkerung. Nature Bd. 27
p. 205—208.
Typhlopidae. Typhlops {TypJüops) Lenzi n. sp. von Nossi-Be
(Madagascar). Boettger, Zool.Anz p. 478. — T. {Typhlops) eupro-
ctus n. sp. von ebenda, Boettger, ebenda p. 479. — T. {Typhlops)
Eeuteri n. sp. von ebenda. Boettger, ebenda (1881) p. 650. —
T. (Äspidorhynchus) Tettensis Peters abgeb. Mossambique Taf. 15
fig. 1. — T. {Äspidorhynchus) Mossambicus Peters abgeb. ebenda
Taf 15 fig. 2. — T. {Äspidorhynchus) Fornasinii Bianc. abgeb.
Peters, ebenda Taf 15 fig. 3. — T. {Onychocephalus) mucruso Peters
abgeb. ebenda Taf 13 fig. 3. — T. {Onychocephalus) varius Peters
abgeb. ebenda Taf 14 fig. 2 und Taf 14 A fig. 1— la. — T. {Ony-
chocephalus) riparius Peters abgeb. ebenda Taf 14 A fig. 2. — T.
{Onychocephalus) dinga Peters abgeb. ebenda Taf 14 fig. 1 und Taf
14A fig. 3.
Stenostomidae. Stenostoma longicaudum Peters abgeb. Mossam-
bique Taf 15 fig. 5. — St. scutifrons Peters abgeb. ebenda Taf 14 A
fig. 4 und Taf 15 fig. 4. — St. macrolepis Peters abgeb. ebenda
Taf 14 A fig. 5.
Uropeltidae. W. Peters bemerkt, dass die Uropeltiden-
gattungen Melanophidium und Platyplectrurus Pterygoidal- und Pa-
latinalzähne besitzen, und dass die Charakteristik der Familie Uro-
peltidae infolgedessen in dieser Beziehung modificirt werden müsse.
Zu den Calamariiden dürften beide Genera übrigens nicht gestellt
werden, da der Mangel eines vom Schädel losgelösten Temporale
auch bei ihnen ein wichtiges Merkmal sei , das die Uropeltiden
sicher von den Calamariiden trenne. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin
p. 148.
Galamariidae. Homalosoma vuriegatum Peters abgeb. Mossam-
bique Taf 16 fig. 1.
Uriechis nigriceps Peters abgeb. ebenda Taf 18 fig. 1. — U.
lumilatus Peters abgeb. ebenda Taf. 18 fig. 2.
Microsoma notatum n. sp. uubek. Vaterlands. Peters, Sitz.-Ber.
Ges. Nat. Fr. Berlin p. 127.
Colubridae. a. Coronellinae. Ophibolus gaetulus niger n. subsp.
aus Indiana p. 438, 0. gaetulus JEiseni n. subsp. aus Californien p.
439 und 0. gaetulus multicinctus n. subsp. aus Californien p. 440.
Yarrow, Proc. ü. S. Nat. Mus.
530 Boettger: Bericht üb. die Tieistungeu in der Herpetologie
Fr. Knauer schildert die Lebensgewohnheiten und gibt
Holzschn. von Callopeltis quadrüineatiis Pall. Krebs' Humboldt
p. 217.
Ridley und Macpherson Consta tiren Coronella laevis in
Surrey und Bournemouth (England). Zoologist (3) Bd. 6 p. 433 und
434. — V. Gredler führt C. Girondica Daud. als in Tirol lebend
auf. Corr.-Blatt Zool.-Min. Ver. Regensburg p. 23—24.
Coronella Whymperi n. sp. aus Ecuador. Boulenger, Ann. Nat.
Hist. (5) Bd. 9 p. 460, mit Holzschn. — C. olivacea Peters abgeb.
Mossarabique Taf. 17 tig. 1. — C. semiornata Peters abgeb. ebenda
Taf. 17 fig. 2.
Macroprotodoti Maroccanus d. sp. (identisch mit Coronella brevis
Gthr. !) aus Marocco. Peters, Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 27.
Liophis (LygopMs) Y graecum n. sp. aus Brasilien. Peters,
ebenda p. 129.
Pliocercus Sargi n. sp. aus Guatemala. J. G. Fischer, dieses
Arch. p. 225, Taf. 11 fig. 1-3.
Ophirhina n. gen. Barboza du Bocage, Jörn. Sc. Math. Lisboa
No. 32 p. 300. Kopf kurz, oben gewölbt, mit vorspringender Schnauze ;
Körper ein wenig von der Seite zusammengedrückt; Schwanz kurz
und verrundet; Rostrale schmal mit parellelen Seitenrändern, ähn-
lich dem von LytTiorhynchus diadema; Nasloch zwischen 2 Nasalen;
2 Internasalen, theilweise durch die dorsalwärts gerichtete Spitze
des Rostrale von einander abgedrängt; 1 Frenale; 1 Prae- und 3
Postocularen ; Anale und Subcaudalen getheilt; 25 Reihen glatter
Schuppen. Augen massig gross mit runder Pupille. Zähne glatt,
die beiden letzten grösser. — 0. Anchietae n. sp. aus Benguella
p. 301.
b. Trimerorhinae. W. Peters stellt eine Gruppe der Tri-
merorhini neben den Coronelliden auf, zu denen er alle die Gattungen
rechnet, welche bei Coronelienhabitus sich dadvirch auszeichnen, dass
die Naslöcher zwischen 3 Schildern, dem Ante-, Post- und Supra-
nasale sich öffnen. Es gehören dazu mit glatten Oberkieferzähnen
Zamenis und Lytorhynchus , mit hinterem Furchenzahn Psammo-
pTiylax. Mossambique p. 118.
Ed. Honnorat bringt einige Notizen über das Vorkommen
von Zamenis viridiflavus Latr. im Thals von Digne, Dep. Basses-
Alpes, sowie über deren Liebesspiele und fascinirende Gewalt. Assoc.
frang. avanc. scienc, Congres d'Alger 1881, Paris.
c. Colubrinae. Ptyas infrasignatus n. sp. von 0. Betsileo
(Madagascar). Günther, Ann. Nat. Hist. (5) Bd. 9 p. 264, mit
Holzschn.
Rhinechis Amaliae n. sp. von Marocco. Boettger, Zool. Anz.
(1881) p. 570.
d. Dryadinae. Dromicus sexUneattis n. sp. von 0. Betsileo
während des Jahres 1882. 531
(Madagascar). Günther, Ann. Nat. Hist. (5) Bd. 9 p. 264, mit Holz-
schnitten. — Dr. macrocercus n. sp. von ebenda. Günther, ebenda
p. 265.
Herpetodryas laevis n. sp. aus Guatemala. J. G. Fischer, dies.
Arch. p. 227, Taf. 11 fig. 4—6.
e. Natricinae. lieber die chemische Beschaffenheit der Ei-
schalen von Tropidonotus natrix berichtet W. Krukenberg in
Vergl. Physiol. Studien II. Reihe, 2. Abth. p. 89—92, mit Abbild.
J. Schneck nahm aus einer Eutaenia sirtalis 78 Junge.
Americ. Naturalist Bd. 16 p. 1008.
Tropidonotus natrix Bulsanensis n. var., gewissermaassen ein
Leuko-Melanismus, aus Tirol. V. Gredler, Corr.-Bl. Zool.-Min. Ver.
Regensburg p. 24 — 25.
Psammophidae. BhampMophis rostratus Peters abgeb. Mossam-
bique Taf. 19 fig. 1.
Dendrophidae. Thrasops {Ahaetulla) Sargi n. sp. aus Guate-
mala. J. G. Fischer, dieses Arch. p, 229, Taf. 11 fig. 7—9.
Barboza du Bocage verbreitet sich über die Unterschiede
der Arten der Gattung Philothamnus, die sich im Lissaboner Museum
befinden, und gibt einen Schlüssel zu ihrer Bestimmung und Abbild,
der Köpfe derselben in Holzschn. (Ph. irregularis, Lagoensis, Ango-
lensis, heterolepidotus, dorsalis, Thomensis, Smithi, punctatus, orna-
tus, hoplogaster und Natalensis und anhangsweise Ph. heterodermus
und albovariegatus). Jörn. Scieuc. Math. Lisboa No. 33.
Philothamnus Thomensis n. sp. von der Insel S. Thome. Bar-
boza du Bocage, ebenda No. 32 p. 302 und Abbild, des Kopfs No. 33,
S. A. p. 11. — Fh. Ängolensis n. sp. von Angola. Barboza, ebenda
No. 33, S. A. p. 7. — Ph. Smithi n. sp. von Benguella. Barboza,
ebenda No. 33, S. A. p. 12, mit Abbild, des Kopfes. — Ph.puncta-
tus Peters abgeb. Mossambique Taf. 19 A fig. 1. - Ph. neglectus
Peters abgeb. ebenda Taf. 19 A fig. 2.
Thelotornis Kirtlandi Hall, abgeb. Peters, Mossambique Taf. 19
fig. 2.
Dryiophidae. J.v. Fischer berichtet über das Gefangenleben
von Oxybelis aheneus. Die Thiere liegen schlaff in losen Ringen
auf Aesten oder Blättern und vermeiden den Erdboden, sind infolge-
dessen äusserst schwer von verschlungenem Astwerk zu unterschei-
den. Gegen Temperaturschwankungen zeigen sie sich sehr empfind-
lieh; am wohlsten fühlen sie sich bei 20~250R. Auf 6^ R. erkältet
war die Schlange wie leblos, erholte sich aber wieder in höherer
Temperatur. Gegriffen beisst sie. Die Intelligenz ist sehr gering;
doch weicht ihre anfängliche Scheu bald einer gewissen Dreistigkeit.
Sie ist ein Tagthier. Auge und Gehör sind sehr scharf. Die Nah-
rung besteht aus jungen Lacerten, die sie, Hals und Kopf in freier
Schwebe hängen lassend , ohne sie zu erdrosseln verschlingt. Sie
532 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
trinken Thau, aber auch aas dem Wasserbehälter. Die Häutung ge-
schieht 4 Mal im Jahre. Eine Herbsthäutung, die 6 Monate gestockt
hatte, wurde im April vollendet, indem die Haut in einzelnen Fetzen
losgelöst wurde; ebenso fastete die Schlange diese 6 Wintermonate
hindurch. Zool. Gart. p. 331—336.
Dipsadidae. Fr. K n a u e r macht Mittheilungen über Natur
und Leben von Tacliymenis vivax Fitz, und gibt Holzschn. derselben.
Krebs' Humboldt p. 445. — T. infralineatus n. sp. von 0. Betsileo
(Madagascar). Günther, Ann. Nat. Hist. (5) Bd. 9 p. 265, mit Holz-
schn. p. 266.
OpistJioplus n. gen. Peters, Sitz.-Ber. Berl. Akad. p. 1147. Ma-
xilla edentula, excepta parte postrema dente longo sulcato armata;
dentes palatini pterygoideique bini elongati; mandibula utrimque
dentibus 8 vel 9. Caput latura, argute distinctum, scutis supra 9.
Nasale utrimque simplex, frenale nullum, submentalia brevia. Pu-
pilla rotunda. Corpus subcompressum, abdomen margine rotunda-
tum. Squamae laeves. Anale subcaudaliaque duplicia. — 0. degener
n. sp. aus Amerika.
Lycodontidae. Lycophidion semiannuUs Peters abgeb. Mossam-
bique Taf. 16 fig. 2.
Pythonldae. R. Blanchard veröffentlicht neue Untersuchungen
über Lage und Form des Peritoneums bei Python Sebae und kommt
zu dem Schlüsse, dass dasselbe vorn nicht mit dem es umgebenden
Bindegewebe commuuicirt, dass nach hinten aber sich seine Höhle
zu einem Kanal verengt und dann in einen Behälter erweitert, in
dessen Wandungen sich deutliche Oeflfnungen zeigen , die mit dem
denselben umgebenden Bindegewebe communiciren. Schliesslich wird
noch der Lage und Form der Nebennierenkapsel Erwähnung gethan.
Bull. Soc. Zool. France Bd. 7 p. 237.
Eine Notiz von W. A, Forbes über die Bruttemperatur bei
Pythoti molurus bringt der Zool. Anz. p. 24.
Aspidiotes Bamsayi n. sp. von Fort Bourke (Australien). Mac-
leay, Proc. Linu. Soc. N. S. Wales Bd. 6 p. 813.
Elapidae. Diemenia fcrox n. sp. von Fort Bourke (Australien).
Macleay, ebenda p. 812.
Dinophis angusticeps Smith abgeb. Peters, Mossambique Taf.
19 A fig. 4.
Naja haje L. abgeb. Peters, ebenda Taf. 20 fig. 7 — 8. —
N. nigricollis Reinh. abgeb. ebenda Taf. 20 fig. 9 — 10. — N. ingens
n. sp. von Sumatra oder Borneo. A. v. Hasselt, Verslag. en Meded.
Akad. Amsterdam (2) Bd. 17 p. 140—143.
Cyrtophis scutatus Sund, abgeb. Peters, Mossambique Taf. 20
fig. 1-6.
Elapsoidea semiannulata n. sp. von Benguella. Barboza du
Bocage, Jörn. Sc. Math. Lisboa No. 32 p. 303.
während des Jahres 1882. 533
Dinodipsas n. gen. Peters, Sitz.-Ber. Berl. Akad. p. 893, Ma-
xiila brevissima, telo laevi armata; os transversum tenue processu
externo uncinato, dentes palatino-pterygoidei parvi numerosi. Caput
latuin, distinctura, scutia supra 9. Nasalia Litrimque bina, frenale,
ante-, post-, suborbitaliaque distincta, submentalia brevia. Papilla
rotunda. Corpus compressum, ventralia haud angulata, cauda brevis.
Squamae anteriores laeves, posteriores carinatae. Scuta sabcaudalia.
Von Dipsadenhabitus. — D. angulifera n. sp. aus Venezuela p. 894
Taf. 15.
Atractaspididae. Atractaspis Bibroni Smith abgeb, Peters,
Mossambique Taf. 19 A fig. 8 und Taf. 20 fig. 11.
Hydrophidae. Ueber japanische Seeschlangen berichtet L. Doe-
derlein in Mitth. Ges. f. Nat. u. Völkerk. O.Asiens 25. Heft, Bd. 3
p. 209—210.
Viperidae. Vipera superciliaris Peters abgeb. Mossambique
Taf. 21. — V. herus Seoanei Lat. abgeb. Tourneville, Bull. Soc. Zool.
France Bd. 6 (1881) Taf. 1 fig. U— Z.
A. Tourneville bringt eine interessante Studie über die
Gruppe der Vipera ammodytes-aspis-herus und gibt namentlich auch
eingehende Beschreibungen der zwischen diesen drei Arten stehen-
den Formen V. Latastei Boscä und V. herus Seoanei Lat. Verf.
gibt p. 69 eine Bestimmungstabelle und eine sehr schöne Doppel-
tafel (1) mit zahlreichen Abbildungen des Kopfes der 5 gen. Formen
und kommt zu dem Schlüsse, dass V. Latastei der V. aspis näher
stehe als der V. ammodytes, und dass durch die gen. Formen ein
nahezu ununterbrochener Uebergang von V. ammodytes zu V. berus
nachgewiesen sei. Bull. Soc. Zool. France Bd. 6 (1881) p. 38.
Häufigkeit von Vipera herus bei Metz. Zool. Gart. p. 320. —
S. Ebrard führt V. aspis aus dem Dep. Loire an. Bull. Soc. Zool.
France Bd. 6 (1881) p. XXIX.
Batrachia.
G, A. Boulenger beschenkt uns mit einer neuen (2.) Auf-
lage des Catalogue of Batrachia Salientia und des Cat. of Batr. Gra-
dientia and Apoda in the coli, of the British Museum, London. Verf.
gibt im Schlusskapitel des letzteren p. 105 sorgfältig ausgearbeitete
Notizen über die geographische Verbreitung der Batrachier. Im
allgemeinen ist dieselbe sehr ähnlich der der Süsswasserfische, aber
sehr verschieden z. B. von der der P^idechsen. Boulenger theilt die
Regionen der Verbreitung ein in:
1. Nördliche Zone, charakterisirt durch Häufigkeit der Cau-
daten, Mangel der Apoden.
Archiv für Naturgesch., XLIX. Jahrg. 2. Bd. KK
534 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
a. Paläarktische Region. Zahlreiche Salamandrinae,
Abwesenheit der Hylidae mit einer einzigen Ausnahme.
Discoglossidae. — Mit einer europäischen und einer asia-
tischen Subregion.
b. Nordamerikanische Region. Sirenidae; wenig Sala-
mandrinae; Plethodontinae, Amblystomatinae und Hylidae
zahlreich ; Desmognathinae. — Oestliche und westliche Sub-
region nicht scharf getrennt.
2. Südliche äquatoriale Zone, charakterisirt durch die
Apoda und das Fehlen der Caudaten.
A. Gebiet der Firmisternier (Günther's Division der Cy-
prinoiden). Firmisternier sehr überwiegend (260 von 300 Species).
Fehlen der Hyliden und Cystignathiden.
a. Indische Region. Weder Aglossa noch Dendrobatidae.
b. Afrikanische Region. Dactylethriden oder Dendro-
batiden. — Mit einer continentalen und einer madagassi-
schen Subregion.
B. Gebiet der Areiferen (Günther's Acyprinoide Division).
Areiferen sehr überwiegend (370 von 420 Species). Hyliden, Cysti-
gnathiden.
a. Tropisch- am er ikani sehe Region. Apoda, Pipidae,
Hemiphractidae, x\mphignathodontidae, Dendrophryniscidae,
Dendrobatidae. Zahlreiche Bufo.
b. Australische Region. Fehlen der Apoda und von
Bufo. — Mit einer austro-malayischen , australischen und
neuseeländischen Subregion.
Es würde uns zu weit führen, wollten wir hier auf das Spe-
ciellere der verschiedenen Regionen näher eingehen; doch kann
nicht eindringlich genug auf das Studium dieser gehaltvollen, präch-
tigen Arbeit hingewiesen werden. Erwähnt sei von dem reichen
Inhalt nur noch, dass auf Madagascar kein Repräsentant der Arei-
feren, in Australien keiner der Firmisternier angetroffen wird. Doch
stimmen beide Länder darin mit einander überein, dass ihnen das
Genus Bufo und Vertreter der Caudaten und Apoden vollständig
fehlen. Ihrem Reichthum an Gattungen und Arten steht die tropisch-
amerikanische Region mit resp. 58 und 375 voran, dann folgen
indische (28. 168), afrikanische (26. 141), nordamerikanische (23. 108),
australische (23. 75) und paläarktische Region (22. 60). In allen
6 Regionen verbreitete Familien sind die Bufoniden und Raniden;
auf eine einzige Region beschränkt zeigen sich dagegen 6 Familien.
G. Bellonci. Sulla regione ottica degli Anfibi. Rendic. Accad.
Istit. Bologna 1881—82 p. 24—26.
W. Krukenberg macht eine I. Mittheilung über die Haut-
farbstoffe der Amphibien. Vergl. Physiol. Studien H. Reihe, 2. Abth.
p. 43—49, mit Abbild.
während des Jahres 1882. 535
Notizen über das secernirende Epithel der Batrachiemiere
gibt J. Bouillet in Compt. rend. Bd. 95 p. 603—604.
V.Boas liefert Beiträge zur Angiologie der Amphibien. Mor-
phol. Jahrb. Bd. 8 p. 14 p. 603—604, mit 3 Taf.
Derselbe stellt auch Untersuchungen an über den Conus
arteriosus und die Arterienbogen der Amphibien. Die Arbeit zer-
fällt in 3 Abschnitte, deren erster den Conus und Truncus bei ver-
schiedenen Caudaten, Ecaudaten und Apoden behandelt; in einem
Schlusskapitel versucht Verf., deren Verhältniss zu den homologen
Gebilden namentlich der Dipnoer festzustellen. In einem zweiten
Abschnitt werden die Arterienbogen in ähnlicher Weise dargestellt*
Der Schlussabschnitt bringt einige durch die Untersuchungen ange-
regte allgemeinere Bemerkungen über das Verhältniss der Amphi-
bien zu den Dipnoern und den Knochenganoiden, über die Stellung
der Perennibranchiaten . über die Scheidung oder Nichtscheidung
zweier Blutarten bei den Amphibien und über die Lungen derselben
im Verhältniss zu denen der Dipnoer und Ganoiden. Namentlich
die Frage über die Stellung der Perennibranchiaten ist abweichend
von den Ansichten früherer Autoren beantwortet. Wichtig scheinen
mir besonders die Sätze, dass die Amphibien unmöglich direct aus
den Dipnoern abzuleiten sind, dass dagegen die Verwandtschaft der-
selben mit den Knochenganoiden keine so sehr entfernte sein kann.
Verf. sucht zu beweisen, dass die Salamandridenlarven nicht die
genaue Wiederholung eines phylogenetischen Stadiums sind und ver-
wirft die Ansicht, welche in den Perennibranchiaten primitive For-
men sieht. Sie seien vielmehr als Larven aufzufassen, welche die
Fähigkeit sich umzuwandeln verloren hätten, weil in ihrem Baue
wesentliche Modificationen eingetreten wären. Morph. Jahrb. Bd. 7
p. 488-572, mit 3 Taf. und 5 Holzschn.
F. R e g u i s zählt 15 Batrachier als sicher in der Provence
vorkommend auf (Spelerpes, Salamandra, Triton alpestris, marmo-
ratus, palmatus, Hyla, Rana viridis, agilis, fusca, Pelobates cultripes,
Pelodytes, Bombinator, Alytes, Bufo vulgaris und calamita). Essai
sur l'hist. nat. d. Vertebres de la Provence et des dep. circonvois.
Vertebres anallantoidiques. Marseille, 8^.
H. G. S e e 1 e y sucht nachzuweisen, dass die fossile Gattung
Neusticosaurus (Simosaurus Fraas) der Lettenkohle ein Batrachier
mit Beziehungen zu den terrestrischen Nothosauriern und zu den
marinen Plesiosauriern sei. Quart. Journ. Geol. Soc. Bd. 38 p. 350
—366.
Ecandata.
In G. A. Boulenger's Catalogue of Batrachia Salientia s.
Ecaudata, London, 8^, sind diesmal auch alle in der Litteratur er-
536 Boettger: Bericht üb, die Leistungen in der Herpetologie
wähnten Arten aufgenommen, und so enthält der vorliegende statt-
liche und musterhaft ausgestattete Band Beschreibungen von 800
Arten, während die 1. Auflage deren nur 283 zählte. Die ange-
nommene Classification, die wir auch in diesen Berichten adoptiren,
basirt auf der von Cope aufgestellten, ist aber in vielen und wich-
tigen Punkten von dem Verf. modificirt und scheint in der That
mit der natürlichen Verwandtschaft, mit der Entwicklungsgeschichte
und mit den Thatsachen der geographischen Verbreitung besser
übereinzustimmen als die früher benutzten Systeme. Die Ordnung
der Ecaudaten wird in folgender Weise gegliedert :
ünterordn. I. Phaneroglossa. Eustachische Röhren ge-
trennt; mit Zange.
Ser. A. F i r m i s t e r n i a. Coracoide durch einen einfachen
Epicoracoidknorpel fest vereinigt; Praecoracoide, wenn vorhanden,
mit ihrem distalen Ende auf die Coracoide sich stützend oder mit
den letzteren durch den Epicoracoidknorpel verbunden.
Fam. 1. Ranidae. Oberkiefer mit Zähnen; Diapophysen der
Sacralwirbel cylindrisch oder sehr schwach ver-
breitert.
Fam. 2. Dendrobatidae. Ohne Maxillarzähne ; Diapophysen
der Sacralwirbel nicht verbreitert.
Fam. 3. Engy stomatidae. Ebenso, aber Diapophysen der
Sacralwirbel verbreitert.
Fam. 4. Dyscophidae. Oberkiefer mit Zähnen ; Diapophysen
der Sacralwirbel verbreitert.
Ser. B. Arcifera. Coracoide und Praecoracoide durch einen
bogenförmigen Knorpel (das Epicoracoid) mit einander verbunden;
derjenige der einen Seite über den der anderen Seite übergreifend.
Fam. 5. Cystignath id ae. Oberkiefer mit Zähnen; Diapo-
physen der Sacralwirbel cylindrisch oder schwach
• verbreitert.
Fam. 6. Dendrophryniscidae. Ohne Maxillarzähne; Dia-
pophysen der Sacralwirbel nicht verbreitert.
Fam. 7. Bufonidae. Ebenso, aber Diapophysen der Sacral-
wirbel verbreitert.
Fam. 8. Hylidae. Oberkiefer mit Zähnen; Diapophysen der
Sacralwirbel verbreitert ; Endphalangen klauen-
förmig.
Fam. 9. Pelobatidae. Oberkiefer mit Zähnen; Diapophysen
der Sacralwirbel stark verbreitert; Rippen fehlen.
Fam. 10. Discoglossidae. Oberkiefer mit Zähnen; Diapo-
physen der Sacralwirbel verbreitert; die kurzen
Rippen articuliren mit den vorderen Diapophysen.
während des Jahres 1882. 537
Fam. 11. AmphiguathodoDtidae. Beide Kiefer mit
Zähnen; Diapophysen der Sacralwirbel verbreitert.
Fam. 12, Hemiphractidae. Ebenso, aber die Diapophysen
der Sacralwirbel nicht verbreitert.
Unterord. IL Aglossa. Eustachische Röhren im Schlünde in
eine OefiFnung vereinigt ; keine Zunge.
Fam. 13. Dactylethridae. Oberkiefer mit Zähnen.
Fam. 14. Pipidae. Ohne Zähne.
Die zahlreichen Gattungen and Arten sind unten verzeichnet ;
30 fein ausgeführte Tafeln und zahlreiche Holzschnitte zieren das
für jeden Herpetologen unentbehrliche Werk.
W. Peters gibt unter hohem Lobe des eben besprochenen
Buches doch zu bedenken , dass wegen der gabelförmigen Spaltung
der letzten Phalangen bei einzelnen Polypedates, Limnodytes u. s. w.
die Unterordnung vieler Arten von Polypedates , mehrerer Species
von Ixalns und sämratlicher Pyxicephalus- und Limnodytes- xirten
unter Bana schwerlich naturgemäss sein dürfte, und opponirt auch
wegen der verschiedenen Lage der Schallblasenschlitze gegen Bou-
lenger's Aufifassung von Bana Mascareniensis = Nilotica = Mossam-
bica = Abyssinica = Bihroni. Verf. monirt noch, dass Bhacophorus
von Bana sich auch durch eine Phalanx mehr an allen Fingern und
Zehen unterscheide. Petropedetes Cameronensis (Platymantis) gehöre
nicht zu Hylambates. Natter eria lateristriga Steind. sei = PJiry-
nisciis Olfersi Mus. Berol. , den Autor schon lange zu Paludicola
gestellt habe. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 60—62.
R. Wiedersheim bringt von Ecker's Anatomie des Frosches
den Schlussband (Abth. III) mit der Lehre von den Eingeweiden,
dem Integument und den Sinnesorganen. Braunschweig, 8^, mit
zahlreichen Holzschn. Das sehr übersichtlich angeordnete Werk
dürfte namentlich für den Physiologen und den Studirenden der
Zoologie unentbehrlich sein.
Fr. Bayer berichtet über Vorkommnisse von Assymetrie im
Schultergürtel bei Fröschen. Anzeiger 2. Vers. böhm. Aerzte und
Naturf. p. 31 (böhmisch).
B runton und Cash. ücber die Einwirkung von Alkalien
und Säuren auf den Froschmuskel. Proc. Roy. Soc. London Bd. 32
(1881) p. 456.
J. Setschenof. Galvanische Erscheinungen an der cere-
brospinalen Achse des Frosches. Melang. biolog. Bd. 11 p. 351
-353.
E. A. Birge stellt über die Zahl der Nervenfasern und der
motorischen Ganglienzellen im Rückenmark des Frosches Unter-
suchungen an. Arch. f. Anat. u. Phys., Phys. Abth, p. 435 — 480,
Ueber Variationen in der Reflexerregung beim Frosche, her-
538 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Her[»etologie
vorgerufen durch Temperaturwechsel, berichtet Sedgwick in Stud.
Biol. Laborat. Hopkins Univ. Bd. 2 p. 385—410.
H. Aubert gründet auf das Verhalten der in sauerstofffreier
Luft paralysirten Frösche ein Verfahren, die Reflexmechanismen bei
erhaltener Erregbarkeit der motorischen Nerven und der Muskeln
stundenlang zu lähmen. Pflüger's Arch. ges. Physiol. Bd. 27 p. 566
—576.
J. Dogiel beschreibt die Nervenzellen und Nerven des Herz-
ventrikels beim Frosche. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 21 p. 21—25,
mit 1 Taf.
S. Ehrmann, lieber Nervenendigungen in den Pigment-
zellen der Froschhaut. Denkschr. Wien. Akad. HI. Abth. Bd. 84
p. 165—170.
Ueber die Wirkung von Kälte und Wärme auf die Iris der
Frösche stellt B. Luchsinger Versuche an. Mitth. Naturf. Ges.
Bern p. 75.
W. H. Gas kell. Ueber den Rythmus des Froschherzens und
über die Natur der Thätigkeit des Nervus vagus. Proc. Roy. Soc.
London Bd. 33 p. 199—203.
Th. W. Enge Imann untersucht in Gemeinschaft mit Hartog
und Verhoeff physiologisch den Bulbus aortae des Froschherzens.
Pflüger's Arch. ges. Phys. Bd. 29 p. 425—468, mit 1 Tafel und 3
Holzsch.
Histiologische und physiologische Beiträge zur Kenntniss des
Bulbus aortae des Froschherzens gibt auch W. Verhoeff in On-
derzoek. Physiol. Laborat. Utrecht (3) Bd. 7 p. 149—190, mit 1 Taf.
Brunton und Cash. Ueber die Wirkung elektrischer Rei-
zung, der Kälte, der Hitze und gewisser chemischer Reagentien auf
das Froschherz. Proc. Roy. Soc. London Bd. 32 (1881) p. 383.
Ch. Riebet. Ueber die chemische Einwirkung verschiedener
Metalle auf das Froschherz. Compt. rend. Paris Bd. 94 p, 742
—743.
M. Lange behandelt in seiner Inaug.-Diss. Königsberg die
Athmung des Frosches in ihrer Beziehung zu den Ernährungsver-
hältnissen der Medulla oblongata. 29 pg.
W. Biedermann veröffentlicht interessante Versuche über
morphologische Veränderungen der Zungeudrüsen des Frosches bei
Reizung der Drüsennerven. Verf. beschreibt die Drüsen im ruhen-
den und im gereizten Zustande und kommt zu dem Resultate, dass
selbst bei stärkster Reizung unmittelbar sichtbare Bewegungs-
erscheiuungen an den Drüsenzellen nicht wahrzunehmen sind. Sitz.-
Ber. Wien. Akad. Abth. IH Bd. 86 p. 67, mit 1 Taf.
S. Jourdain stellt Untersuchungen über das Lymphgefäss-
system von Eana temporaria an. 2 Theile. Revue Sc. Nat. Mont-
pellier (3) Bd. 1 (1881) und Bd. 2, mit 3 Taf.
während des Jahres 1882. 539
Derselbe berücksichtigt auch das Lymphgefässsystem der
Froschlarven. Compt. rend. Paris Bd. 96 p. 271—273.
M. Duval veröffentlicht als 1. Theil seiner Untersuchungen
über die Entwicklung des Urogenitalapparats beim Frosche eine
Arbeit über die Urniere. Rev. Sc. Natur. Montpellier (3) Bd. 1,
mit 2 Taf.
Ueber die Bildung des Spermas bei den Anuren macht A. Sa-
batier Beobachtungen. Dieselbe ist, abgesehen von geringen Diffe-
renzen, der Spermatogenese der Selachier durchaus analog. Journ.
de Micrograph. Jg. 6 p. 295.
P. Giacosa macht Studien über die chemische Zusammen-
setzung des Eis und der Eihäute beim Frosche. Arch. Ital. Biol.
Bd. 2 p. 226-231.
A. K u p f f e r bringt eine höchst interessante Beobachtung
über active Betheiligung des Dotters am Befruchtungsakte bei Bufo
variäbilis und vulgaris. Der Dotter wird hiernach durch mehrere
Zoospermien imprägnirt, die vollständig eindringen. Daraufhin wird
der Dotter selbst activ, indem er denjenigen Zoospermien entgegen-
strebt, die die Eihaut nicht zu durchbohren vermochten, aber noch
lebende Action zeigen. Es findet also durch entgegenkommende
Thätigkeit des Dotters ein secundärer Befruchtungsakt statt, nach-
dem bereits Zoospermien in denselben gelangt sind. Sitz.-Ber. Bayr.
Akad. p. 608—618, mit Holzschn.
E. Yung. Ueber den Einfluss der physico-chemischen Ageu-
tien auf die Lebewesen. Einfluss verschiedener Arten der Ernährung
auf die Entwicklung von Rana esculenta. Arch. Sc. phys. et nat.
Geueve (3) Bd. 7 p. 225—261 (vergl. auch diesen Bericht f. 1881
p. 428).
G. A. Boulenger gibt Notizen über die Anwesenheit von
2 Spiraculen bei den Larven von Pipa und Dactylethra, sowie eine
kurze Kritik von Lataste's Eintheilung der Anuren in Laevogyrini-
dae und Mediogyrinidae. Die Aglossen sind also nicht mediogyrinid.
Bull. Soc. Zool. France Bd. 6 (1881) p. 27.
Heron-Royer und Van Bambeke berichten über die Unter-
scheidung der europäischen Anurenlarven an ihren Mundtheiien.
Die Untersuchunpen stützen sich auf 19 Arten, darunter 2 nord-
afrikanische. Ebenda p. 75.
M. Hiuckley theilt Beobachtungen mit über die Struktur der
Mundtheile einiger nordamerikanischer Anurenlarven (Rana Cates-
byana,sylvatica,fontinalis, palustris, Hylaversicolor,HylodesPickeringi,
Bufo Americanus). Verf. hebt die Unterschiede zwischen ihren und den
Resultaten der Vorgenannten über diesen Gegenstand hervor. Proc.
Boston Soc. Nat. Hist. Bd. 21 p. 307—314, mit 1 Taf.
Ueber die Entstehung von Doppelbildungen beim Frosch spricht
540 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
G. Born in einem Vortrage in der Breslauer Ges. f. vat. Cultur.
Breslauer ärztl. Zeitschr. No. 14 (vergl. auch diesen Bericht f. 1881
p. 426).
J. S. Kingsley bespricht einen Fall von Polymelie bei Rana
halecina. Er gibt eingehende Litteraturn ach weise über diesen Gegen-
stand und beschreibt sodann und bildet ab die Lage und Form der
Muskeln des an der Symphyse der modificirten Pubes inserirten
überzähligen Beines. Proc. Boston Soc. Nat. Hist. Bd. 21 p. 169
-175.
L. Camer an o macht Bemerkungen über die mediterranen
Varietäten von Bana esculenta und Bufo viridis. Extrait de l'Assoo.
frauQ. pour l'avauc. d. Sc. Congres d'Alger 1881, Paris, 8^.
Eine vorläufige Notiz über die mir bis jetzt noch nicht zu-
gänglich gewordene Monographie der italienischen Anureu von
L. Caraerano gibt Salvadori in Atti R, Accad. Torino Bd. 17
(1881) p. 788. Danach kommen in Italien und auf seinen Inseln
10 Species mit ihren Varietäten vor (Discoglossus pictus mit var.
vittata und ocellata und subsp. Sardus, Bombinator igneus, Pelo-
bates fuscus mit var. albovittata und maculata, Hyla arborea mit
var. intermedia, subsp. Savignyi und var. fusca, Bufo viridis mit
var. maculata, crucigera, lineata und concolor, B. vulgaris, Rana
esculenta subsp. Lessonae mit var. immaculata, maculata, punctata
und nigrovittata, R. muta Laur. mit var. subconcolor , nigromacu-
lata, flavoraaculata, nigroguttata und atra, R. Latastei und R.
agilis).
Ranidae. B o u l e n g e r zieht Catalogue Batr. Salieutia p. 7
auch Hylarana und Pyxicephalus Tschudi, Hoplöbatrachus Pet. und
Maltzania Bttgr. zur Gattung Bana. — Bana laticeps n. sp. aus
Ostindien. Boulenger, Cat. p. 20 Taf. 1 fig. 1. — B. guttulata Boul.
abgeb. ebenda Taf. 2. — B. Blanfordi n. sp. .von Arabien? Bou-
lenger, ebenda p. 23 Taf. 1 fig. 2. — B. modesta n. sp. von Cele-
bes. Boulenger, ebenda p. 25 Taf. 1 fig. 3. — B. verrucosa Günther
abgeb. ebenda Taf. 4 fig. 1 . — B. tuberculosa Blgr. (== Pyxicephalus
rugosus Gthr.) ebenda p. 30. — B. Dobsoni n. sp. aus dem west-
lichen Ostindien. Boulenger, ebenda p. 32 Taf. 3 fig. 1. — B.
Maltzani Blgr. (= Maltzania bufonia Bttgr.) ebenda p. 34. - jR.
Guentheri n. sp. aus Südchiua. Boulenger, ebenda p. 48 Taf. 4 fig. 2.
— B. Copei Blgr. (= brevipalmata Cope) ebenda p. 49. — B. Än-
dersoni Blgr. (= Polj^pedates Yunnanensis And.) ebenda p. 55. —
B. Betsileana n. sp. von Madagascar. Boulenger, ebenda p. 460. —
jB. curia n. sp. von Madagascar. Boulenger , ebenda p. 461. — B.
semipalmata n. sp. von Malabar. Boulenger, ebenda p. 56 Taf. 4
fig. 3. — B. leptodactyla Boul. (= Polypedates brevipalmatus Gthr.)
ebenda p, 57. ~ B. phrynoderma n. sp. aus Südindien. Boulenger,
ebenda p. 462. — B. elegans n. sp. aus Westafrika. Boulenger,
während des Jahres 1882. 541
ebenda p. 59 Taf. 5 fig. 1. — B. älholabris Hallow. abgeb. el^enda
Taf. 5 fig. 2. — B. alticola Blgr. (= Hylorana pipiens Jerd.) ebenda
p. 62 mit Abbild, d. Larven. — B. Kreffti n. sp. Saiomonsinseln.
Boulenger, ebenda p. 64 Taf. 3 fig. 2. ~ B. Madagascariensis A.
Dum. abgeb. ebenda Taf. 3 fig. 3. — JB. femorälis n. sp. (= Mada-
gascariensis Blgr. non A. Dum.) von Madagascar, Boulenger, ebenda
p. 67 und 463. — B. Cotvani n. sp. von Madagascar. Boulenger,
ebenda p. 463. — B. latopalmata n. sp. von Tenasserim. Boulenger,
ebenda p. 464. '— B. Everetti n. sp. von den Philippinen. Bou-
lenger, ebenda p. 72 Taf. 6. — JB. glandulosa n. sp. von Borneo.
Boulenger, ebenda p. 73 Taf. 7. — B. plicifera n. sp. von Mada-
gascar. Boulenger, ebenda p. 464. B. aspera n. sp. von Mada-
gascar. Boulenger, ebenda p. 465. — B. Mossambica Peters abgeb.
Mossambique Taf. 22 fig. 1. — B. fusca Honnorati Heron- Royer
aus Südostfrankreich. Bull. Acad. R. Belg. (3) I (1881) p. 139, Taf.
1-2.
Pyxicephalus edulis Peters abgeb. Mossambique Taf. 23 fig. 1
und Taf. 26 fig. 1. — P. marmoratus Peters abgeb. ebenda Taf. 23
fig. 2 und Taf. 26 fig. 2.
Limnodytes Bravanus n. sp. aus Ostafrika. Peters, Sitz.-Ber.
Ges. Nat. Fr. Berlin p. 9.
Boulenger zieht Catalogue Batr. Sal. p. 73 auch Polypedates
Tschudi zur Gattung BhacopJiorus. - Bhacophorus rhodoscelis n. sp.
von Madagascar. Boulenger, Cat. p. 466. — Bh. femorälis n. sp.
von Madagascar. Boulenger, ebenda p. 466. — Bh. Boettgeri Blgr.
(— Hylambates microtympanum Bttgr.) ebenda p. 467. — Bh.pulcher
u. sp. von Madagascar. Boulenger, ebenda p. 467. - Bh. depressi-
ceps n. fp. von Madagascar. Boulenger, ebenda p. 467. — Bh. Jer-
doni Gürithr. (== Polypedates) abgeb- ebenda Taf. 8 fig. 1. — Bh.
dtiUus Blgr. (= Ixalus Jerdoni Gthr.) abgeb. ebenda Taf. 8 fig. 2.
— Bh. Fergusoni n. sp. von Ceylon, Boulenger. ebenda p. 82 Taf. 8
fig. 3. — Bh. appendicidatus Gthr. (= Polypedates) abgeb. ebenda
Taf. 8 fig. 4. — Bh. luteus n. sp. von Madagascar. Boulenger, ebenda
p. 468. - Bh. SchUgeli Gthr. (= Polypedates) abgeb. ebenda Taf. 9
fig. 1. — Bh. viicroglossus n. sp. unbek. Vaterl. Boulenger, ebenda
p. 87 Taf. 9 fig. 2. — Bh, maxivius Gthr. abgeb. ebenda Taf. 9
fig. 3. - Bh. Umaculatus Blgr. (= Reinwardti Jerd.) ebenda p. 90.
- Bh. Beddomei n. sp. von Malabar. Boulenger, ebenda p. 468. —
Bh. Irachychir n. sp. von Nossi-Be. Boettger, Zool. Anz. p. 480.
Chiromantis rufescens Gthr. abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 9
fig. 2. — Ch. Petersi n. sp. Inneres Ostafrika. Boulenger, ebenda
p. 93 Taf. 10 fig. 1. — Ch. xcrampeUna Peters abgeb. Mossambique
Taf. 24 fig. 1 und Taf. 26 fig. 8.
Ixalus fuscus n. sp. aus Indien. Boulenger, Cat. p. 96 Taf.
10 fig. 3. — I. sylvaticus n. sp. von Malabar. Boulenger, ebenda
542 Boettger: Bericht üb. die Leistuugen in der Herpetologie
p. 469. — I. hypomelas Gthr. abgeb. ebenda Taf. 10 fig. 4. — I.
oxyrliynchus Gthr. abgeb. ebenda Taf. 10 fig. 5. — 1. nasutus Gthr.
abgeb. ebenda Taf. 10 fig. 6. — I. Beddomei Gthr. abgeb. ebenda
Taf. 10 fig. 7. — I. pulcJier n. sp. aus Südindien. Bouienger, ebenda
p. 469. — I. adspersus Gthr. abgeb. ebenda Taf. 10 fig. 8. — I.
flaviventris n. sp. aus Malabar. Bouienger, ebenda p. 105 Taf. 11
fig. 1. — I. signatus n. sp. aus Indien. Bouienger, ebenda p. 106
T. 11 fig. 2.
Cornufer Guentheri n. sp. Philippinen. Bouienger, Cat. p. 108
Taf. 11 fig. 3. — C. Meyeri Gthr. (= Platymantis) abgeb. ebenda
Taf. 11 fig. 4.
Nyctibatrachus n. gen. Bouienger, Cat. p. 113. Pupille vertical.
Zunge frei und hinten tief eingeschnitten. Vomerzähne vorhanden.
Trommelfell verborgen. Finger frei; Zehen mit Schwimmhaut, die
Spitzen zu kleinen Haftscheiben verbreitert. Aeiissere Metatarsalia
durch Schwimmhaut getrennt. Omosternum und Sternum mit Knochen-
stift. Endphalangen zweizinkig. Indien. — unterscheidet sich von
Bana und Bhacophorus durch die Spaltpupille. — N. pygmäeus
Gthr. (= Rana) abgeb. Taf. 12 fig. 1. — N. major n. sp. aus Süd-
indien. Bouienger, ebenda p. 114 Taf. 12 fig. 2. — N. Sinensis
u. sp. aus Canton. Peters, Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 146.
Namwhatrachus n. gen. Bouienger, Cat. p. 470. Pupille ver-
tical. Zunge frei und hinten eingekerbt. Vomerzähne vorhanden.
Trommelfell verborgen. Finger und Zehen frei, die Spitzen zu
kleinen Haftscheiben verbreitert. Aeussere Metatarsalia durch eine
Rinne getrennt. Omosternum und Sternum schlank, knorplig. End-
phalangen zweizinkig. Indien. — Nahe verwandt Nyctibatrachus. —
N. Beddomei n. sp. von Malabar.
Nannoplivijs Ceylonensis Gthr. abgeb. Bouienger, Cat. Taf. 12
fig. 3. — N. Guentheri n. sp. von Ceylon. Bouienger, ebenda p. 115
Taf. 12 fig. 4.
Ärthroleptis macrodactylus n. sp. vom Gabun. Bouienger, Cat.
p. 117 Taf. 11 fig. 5. — A. Boettgeri n. sp. von Kaffraria. Bou-
ienger, ebenda p. 118 Taf. 11 fig. 6.
Hyperolius variegatus n. sp. aus Moesambique. Peters, Sitz.-
Ber. Ges. Nat. Freunde Berlin p. 8. — H. vermiculatus n. sp.
(= marmoratus Bocage 1866 und Peters 1880, non Rapp) aus An-
gola. Peters, ebenda p, 8. — H. striolatiis n. sp. von Taita. Peters,
ebenda p. 9. — H. granulosus Peters abgeb. Mossambique Taf. 22
fig. 3. — H. flavoviridis Peters abgeb. ebenda Taf. 22 fig. 4 — 5. —
H. concolor Hai. abgeb. ebenda Taf. 26 fig. 7. ~ H. argus Peters
abgeb. ebenda Taf. 22 fig. 6. - H. marginatus Peters abgeb. ebenda
Taf. 22 fig. 8. — H. taeniatns Peters abgeb. ebenda Taf. 22 fig. 7.
Megalixalus tricolor n. sp. von Nossi-Be. Boettger, Zool. Anz.
(1881) p. 650. — M. Fornasinii Biaiic. abgeb. Peters, Mossambique
während des Jahres 1882. 543
Taf. 24 fig. 2, Taf. 26 fig. 6. — M. Seychellensis D. B. abgeb. ebenda
Taf. 26 fig. 5.
Nyctixdlus n. gen. Boulenger, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Bd.
10 p. 35. Pupille vei'tical. Zunge frei und hinten tief eingeschnitten.
Keine Voraerzähne. Trommelfell deutlich. F'inger frei; Zehen nur
mit Andeutung von Schwimmhaut; Finger- und Zehenspitzen in
regelmässige Haftscheiben erweitert. Aeussere Metatarsalia verbun-
den. Omosternum und Sternum mit Knochenstift. Endphalangen
stumpf. — Nahe verwandt Megalixalus, aber mit nahezu freien Zehen.
— N. margaritifer n. sp. angeblich aus Ostindien.
Cassina Wedlei n. sp. von Kaffraria. Boulenger, Cat. p. 131
Taf. 11 fig. 7. — C. argyreivittis Peters, abgeb. Mossambique Taf. 22
fig. 2 und Taf. 26 fig. 3.
Hylamhates viridis Gthr. abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 12 fig. 5. —
H. maculatus A. Dum. abgeb. Peters, Mossambique Taf. 26 fig. 4.
Prostherapis Whymperi n. sp. von Ecuador. Boulenger, Cat.
p. 139, abgeb. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Bd. 9 p. 463.
Dendrobatidae. Mantella n. gen. Boulenger, Cat. p. 141. Pu-
pille horizontal. Zunge verlängert, frei und hinten deutlich gekerbt,
Trommelfell deutlich. Finger und Zehen frei, die Spitzen in regel-
mässige Haftscheiben verbreitert. Aeussere Metatarsalia verbunden.
Omosternum und Sternum mit Knochenstift. Endphalangen T-förmig.
Madagascar. — Hieher Dendrobates Betsileo Grand., Ebenaui Btigr.,
Madagascariensis Grand, und M. Cowani n. sp. p. 471, aämmtlich
von Madagascar.
Dendrobates parvulus n. sp. von Ecuador. Boulenger , Cat.
p. 145 Taf. 12 fig. 6.
Engystomatidae. Phryniscus proboscideus n. sp. von Bahia.
Boulenger, Cat. p. 150 Taf. 13 fig. 1. — Ph. pulcher u. sp. von
Ostperu. Boulenger, ebenda p. 154 Taf. 13 fig. 2. — Ph. elegans
n. sp. von Ecuador. Boulenger, ebenda p. 155, abgeb. Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) Bd. 9 p. 464.
Calophrynus Madagascariensis n. sp. von Madagascar. Bou-
lenger, Cat. p. 472.
Scaphiophryne n. gen. Boulenger, Cat. p. 472. Pupille horizon-
tal. Zunge elliptisch, ganz und hinten frei. Keine Vomerzähne. Eine
quere Hautfalte vor dem Oesophagus und eine zweite gebogene vor
dieser. Kein äusseres Trommeifeil. Finger frei, die Spitzen in
breite Haftscheiben verbreitert ; Zehen an der Basis mit Schwimm-
haut versehen, die Spitzen nicht verbreitert. Aeussere Metatarsalia
verbunden, Praecoracoide vorhanden, schwach; kein Omosternum;
Sternum kuorplig. Diapophysen der Sacralwirbel schwach verbreitert.
Endphalaugen der Finger T-förmig, der Zehen einfach. Madagascar.
— Hieher Sc. marmorata n. sp. von Madagascar. — Sc. spinosa n. sp.
von Madagascar. Steindachuer Wien. Sitz.-Ber. Bd. 85 I p. 189 Taf. 2.
544 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Engystoma elegans n. sp. aus Mexico. Boulenger, Cat. p. 162.
Callula obscura Gthr. abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 13 fig. 3. —
C. triangularis Glhr. abgeb. ebenda Taf. 13 fig. 4.
Phrynomantis bifasciata Smith abg. Peters, Mossambique Taf.
26 fig. 9.
Breviceps Mossamhica Peters abgeb. ebenda Taf. 25 fig. 2 und
Taf. 26 fig. 11.
Hemisus marmoratus Peters abgeb. ebenda Taf. 25 fig. 1 und
Taf. 26 fig. 10.
Dyscopbidae. Dyscophus Guineti (Grand.) abgeb. Steindachuer,
Wien. Sitz.'Ber. Bd. 85 I, Taf. 3.
Plethodontohyla n. gen. Boulenger, Cat. p. 473. Pupille verti-
cal. Zunge oval, ganz und nach hinten frei. Eine lange Reihe von
Gaumenzähnen hinter den Choanen. Trommelfell mehr oder weniger
undeutlich. Finger frei, Zehen frei oder an der Basis mit Schwimm-
haut, die Spitzen in regelmässige Haftscheiben verbreitert. Aeussere
Metatarsalia verbunden. Coracoide kräftig; Praecoracoide und Omo-
sternum fehlend; Sternum knorplig, sehr klein. Diapophysen der
Sacralwirbel schwach verbreitert. Eudphalangen T-förmig. Mada-
gascar. — Hieher P. notosticta Gthr. (= Callula) und P. inguinalis
u. sp. von Madagascar. Bouleugei-, Cat. p. 473 und P. brevipes n, sp.
von Madagascar. Boulenger, ebenda p. 474.
Platypelis n. gen. Boulenger, Cat. p. 474. Papille horizontal.
Zunge breit, oval, ganz, hinten frei. Vomerzähne in zwei kleinen,
nahe bei einander stehenden Gruppen hinter dem Unterrande der
Choanen. Trommelfell wenig deutlich. Finger mit Schwimmhaut-
rudiment; Zehen an der Basis mit Sehwimmhaut, die Spitzen in
regelmässige Haftscheiben verbreitert. Aeussere Metatarsalia ver-
bunden. Coracoide kräfti-r; Praecoracoide schwach entwickelt,
auf den Coracoiden aufliegend ; kein Omosternum ; Sternum
eine kleine Knorpelplatte darstellend. Diapophysen der Sacralwirbel
massig verbreitert. Endphalangen T-förmig. Madagascar. - Hieher
P. Cowani n. sp. von Madagascar.
Cystignatbidae. Pseudis minuta Gthr. abgeb. Boulenger, Cat.
Taf. 14 fig. 1.
E. Selenka macht interessante Mittheilungen über den em-
bryonalen Excretionsapparat des kiemenlosen Hylodes Martinicensis
und zeigt, dass die Excretionsorgane sich insofern abnorm verhalten,
als die Urniere eine ungewöhnlich frühe Rückbildung erfährt , dass
sie dagegen auch sehr frühzeitig auftritt , vermuthlich infolge der
eigenthümlichen Athmung der Embryonen mittelst des sehr grossen,
blattartig verbreiterten, äusserst gefässreichen, der äusseren Eihülle
fest anliegenden Schwanzes. Sitz.-Ber. Preuss. Akad. p. 117, mit 1 Taf.
Hylodes palmatus Blgr. (= Leiyla Guentheri Keferst.) Cat.
p. 201. — H. conspiciUatus Gthr. abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 14
während des Jahres 1882. 545
fig. 2. — H. surdus n. sp. von Ecuador. Boulenger, ebenda p. 212
Taf. 14 fig. 3. — H. unistrigatus Gthr. abgeb. ebenda Taf. 14 fig. 4.
— H. Buckleyi n. sp. von Ecuador. Boulenger, ebenda p. 217 Taf.
14 fig. 5. — H. Whymperi n. sp. von Ecuador. Boulenger, ebenda
p. 218, abgeb. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Bd. 9 p. 465. — H. cur-
tipes n. sp. von Ecuador. Boulenger, Cat. p. 218 Taf. 14 fig. 6.
Hyloscirtus n. gen. Peters, Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p.
127 {= Hylonomus Peters ebenda p. 107, non Dawson 1860). Pu-
pille horizontal. Zunge gross, rund, angewachsen, Vomerzähne.
Tympanum versteckt, Tubenöfi'nuugen eng. Keine Parotoiden. Die
beiden äusseren Finger an der Basis mit Schwimmhäuten; Zehen
mit wohlentwickelten Schwimmhäuten; Finger- und Zehenspitzen mit
kleinen Haftscheiben, AeussereMetatarsalia verbunden. Bogenförmige
Epicoracoide, Manubrium sterni und Sternum knorplig. Querfortsätze
des Os sacrum nicht verbreitert. Endphalaugen mit einfacher Spitze.
— Nächst Hylodes, aber mit sehr entwickelten Schwimmhäuten. —
Hieher H. Bogotensis n. sp. aus Neugranada p. 108.
A. Günther gibt von Ceratophrys ornata (Bell) Abbild, nach
dem Leben, Tagthier. Liebt hohe Temperatur und frisst Frösche.
Transact. Zool. Soc. London Bd. 11 p. 222 TaF. 46. — C. appendi-
culata Gthr. abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 15 fig. 1. — C. Fryi Gthr.
abgeb. ebenda Taf. 15 fig. 2. — C. Stolzmanni n. sp. von Tumbez.
Steindachner, Wien. Sitz.-Ber. Bd. 85, I p. 188 Taf. 1.
Edalorhina BucMeyi n. sp. von Ecuador. Boulenger, Cat.
p. 228 Taf. 16 fig. 1.
G. A. Boulenger gibt eingehende Beschreibung von Lepto-
dactylus caliginosus Gir. = echinatus Brocc. p. 30 und von L. albi-
lahris Gthr. = caliginosus Brocc. p. 33. Bull. Soc. Zool. France
Bd. 6 (1881). — L. longirostris n. sp. aus Brasilien. Boulenger,
Cat. p. 240 Taf. 16 fig. 3. — L. älUldbris Gthr. abgeb. ebenda Taf.
16 fig. 4.
Borborocoetes calcaratus Gthr. abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 17
fig. ]. — B. Göppingen Gthr. abgeb. ebenda Taf. 17 fig. 2.
Limnodynastes platycephalus Gthr. abgeb. Boulenger, Cat. Taf.
17 fig. 3.
Chiroleptes platycephalus Gthr. abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 17
fig. 4. — Ch. hrevipalmatus Gthr. abgeb. ebenda Taf. 17 fig. 5. —
Ch. alboguttatiis Gthr. abgeb. ebenda Taf. 18 fig. 1.
Bufonidae. Pseudophryne Guenthcri n. sp. von Australien.
Boulenger, Cat. p. 279 Taf. 18 fig. 2.
Nectoplwyne Guentheri n. sp. von Borneo. Boulenger, Cat.
p. 280 Taf. 18 fig. 3.
G. Ca Im eis macht Mittheilungen über die Entwicklung des
Epitheliums der Giftdrüsen bei der Kröte. Compt. rend. Paris Bd.
95 p. 1007—1009.
546 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologle
Bufo leptopus Gthr. abgab. Boulenger, Cat. Taf. 18 fig. 4. —
B. pulcher Blgr. (= Ausonia ornata Gthr.) ebenda p. 288. — B.
Beddomei Gnthr. abgeb. ebenda Taf. 19 fig. 1. — B. caeruleostictus
Gthr. abgeb. ebenda Taf. 21 fig. 1. — B. Latastei n. sp. von Ladak.
Boulenger, ebenda p. 294 Taf. 19 fig. 2. — B. funereus Boc. (= Ben-
guelensis Blgr.) ebenda p. 475 Taf. 19 fig. 3. — B. Blanfordi n. sp.
von Abessynien. Boulenger, ebenda p. 301 Taf. 19 fig. 4. — B. Hi-
malayanus Gthr. (= melanostictus var. Günther) abgeb. ebenda Taf.
20. — B. microtympannm n. sp. von Malabar. Boulenger, ebenda
p. 307 Taf. 22 fig. 1. — B. parietalis n. sp. von Malabar. Bou-
lenger, ebenda p. 312 Taf. 21 fig. 2. — B. ceratoplirys n. sp. von
Ecuador. Boulenger, ebenda p. 319 Taf. 22 fig. 2. — B. Buchneri
n. sp. von Westafrika. Peters, Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 147.
— B. Beldingi n. sp. aus üntcrcalifuruien. Yarrow, Proc. U. S.
Nat. Mus. p. 441.
Notaden Bennetti Gthr. abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 22 fig. 3.
Hylidae. ChoropMlus Copei Blgr. (= ocularis Cope, non Daud.)
Cat. p. 334. — Ch. septentrionalis n. sp. vom Grossen Bärensee. Bou-
lenger, ebenda p. 335 Taf. 23 fig. 1.
Ch. C. Abbott gibt eine Skizze des Lebens von Äcris crepi-
tans Baird. Verf. erwähnt die namentlich im April zu hörenden
Lautäusserungen dieses furchtsamen und schwer zu fangenden Thier-
chens. Es frisst Fliegen und wird selbst wieder die Beute zahl-
reicher Schlangen. Mit dem 10. Juni war das im Frühjahr so
massenhaft auftretende Thier nicht mehr zu sehen. Ende August
geschieht die Metamorphose der Larven ; die Frösche selbst leben
mehr in der Nähe des Wassers als im Wasser selbst und scheinen
für die Herbst- und Wintermonate keine Nahrung zu bedürfen. Sehr
interessant und neu scheinen die Beobachtungen zu sein, die Verf.
über die Fähigkeit des Farbenwechsels (namentlich im directen
Sonnenlicht) bei diesem Frosch mittheilt. Americ. Naturalist Bd. 16
p. 707.
Beschreibung von Hyla venulosa (Laur.) nach dem Leben gibt
G. A. Boulenger in Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Bd. 10 p. 327. —
H. appendiculata Blgr. (= geographica Gthr.) abgeb. Cat. Taf. 23
fig. 2. — H. inframäculata n. sp. vom Amazonas. Boulenger, ebenda
p. 354 Taf. 23 fig. 3. — H. tuberculosa n. sp. von Ecuador. Bou-
lenger, ebenda p. 355 Taf. 24 fig. 1. — H. dlhoguttata n. sp. von
Ecuador. Boulenger, ebenda p. 356 Taf. 23 fig. 4. — H. granosa
n. sp. von Guiana, Nordbrasilien und Ecuador. Boulenger, ebenda
p. 358 Taf. 24 fig. 2—3. — H. Buckleyi n. sp. von Ecuador. Bou-
lenger, ebenda p. 362 Taf, 25 fig. 1. — H. nigropunctata n. sp.
von Mexico. Boulenger, ebenda p. 866. — H. quadrangulum n. sp.
von Ecuador. Boulenger, ebenda p. 367 Taf. 25 fig. 2. — H. Sal-
vini n. sp. von Costarica. Boulenger, ebenda p. 372. - U. infra-
während des Jahres 1882. 547
frenata Gthr, abgeb. ebenda Taf. 26 fig. 1. — H. albopunctulata
n. sp. von Ecuador. Boulenger, ebenda p. 385 Taf. 24 fig. 4. — H,
parviceps n. sp. von Ecuador. Boulenger, ebenda p. 393 Taf. 25
fig. 3. — H. depressiceps n. sp. von Ecuador. Boulenger, ebenda
p. 402 Taf. 25 fig. 4. — H. nigrofrenata Gthr. abgeb. ebenda Taf.
26 fig. 2. — H. afßnis Gray (= Pelodytes) abgeb. ebenda Taf. 26
fig. 3. — JS. latopalmata Gthr. (= Litoria) abgeb. ebenda Taf. 26
fig. 4.
Pternohyla n. gen. Boulenger, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
Bd. 10 p. 326. Von Hi/la durch die starke Entwicklung des inneren
Metatarsaltubcrkels unterschieden, der hier kräftig comprimirt er-
scheint. — Eine sehr merkwürdige, sowohl zum Leben auf Bäumen,
als zum Graben befähigte Gattung mit der Kopfform von Trioprion.
— P. fodiens n. sp. von Westmexico, mit Abbild, des Kopfes.
Nototrema plumbeum n. sp. von Ecuador. Boulenger, Cat.
p. 417 Taf. 28 fig. 1. — N. longipes n. sp. von Ecuador. Boulenger,
ebenda p. 418 Taf. 27.
Hylella Buckleyi n. sp. von Ostecuador. Boulenger, Cat. p. 420
Taf. 25 fig. 5.
Drymomantis (= Hylomantis Peters, Mon.-Ber. Berlin 1880
p. 223, non Hylomantis Peters, ebenda 1872 p. 772). Peters, Sitz.-
Ber. Ges. Nat. Freunde Berlin p. 8 (nach Boulenger, Cat. p. 421
auf Hylella bicolor (Gray) begründet).
Nyctimantis n. gen. Boulenger, Cat. p. 421. Pupille vertical.
Zunge nahezu kreisförmig, hinten kaum frei, ganz. Vomerzähne.
Trommelfell deutlich. Finger frei ; Zehen mit Schwimmhaut , die
Spitzen in breite Haftscheiben erweitert. Aeussere Metatarsalia ver-
bunden. Omosternum korplig; Sternum eine knorplige Platte bil-
dend. Diapophysen der Sacralwirbel massig verbreitert. Ecuador.
— Durch die senkrechte Pupille von Hyla, durch die fast ganz
festgewachsene Zunge von Ägalychnis unterschieden. — N. rugiceps
n. sp. p. 422 Taf. 28 fig. 2.
G. A. Boulenger gibt in Proc. Zool. Soc. London p. 264 und
Taf. 13 Beschreibung und vortreffliche Abbild, von Phyllomedusa
hypochondrialis (Daud.) und in Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Bd. 10
p. 328 Beschreibung von Ph. dacnicolor Cope nach lebenden Exem-
plaren. — Ph. Buckleyi n, sp. von Ecuador. Boulenger, Cat. p. 425
Taf. 29 fig. 1. — Ph. lemur n. sp. von Costarica. Boulenger, ebenda
p. 425. — Ph. Vaülanti n. sp. aus Brasilien. Boulenger, ebenda
p. 427 Taf. 29 fig, 2. — Ph. Burmeisteri n. sp. von Südamerika.
Boulenger, ebenda p. 428. — Ph. Saiwagei n. sp. von Buenos- Ayres.
Boulenger, ebenda p. 429 Taf. 29 fig. 3.
Trioprion spatulatus n . sp. von Westmexico. A. Günther, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (5) Bd. 10 p. 279.
Pelobatidae. G. A. Boulenger gibt Notiz über die Be-
548 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
gattungsbürsien von Pelodytes punctatus im Vergleicii zu den ana-
logen Gebilden bei Discoglossus, Bomhinator, Bufo, Rana, Hyla,
Pelobates und Älytes. Verf. findet dieselben bei spanischen Stücken
von Pelodytes auch am Kinn und an den Hinterzeheu entwickelt.
Bull. Soc. Zool. France Bd. 6 (1881) p. 73, mit Holzschn.
Lechriodus n. gen. Böulenger. Cat. p. 439 (Batrachopsis) und
Cat. Batr. Gradientia p. 116. Pupille vertical. Zunge ziemlich kreis-
förmig, hinten frei und leicht eingekerbt. Vomerzähne in einer
langen Querreihe hinter den Choanen. Trommelfell deutlich. Finger
frei; Zehen an der Basis mit schwacher Schwimmhaut, die Spitzen
nicht verbreitert. Aeussere Metatarsalia leicht getrennt. Omo-
sternum knorplig; Sternum eine kleine knorplige Platte bildend.
Wirbel procoel. Sacralwirbel mit ziemlich stark verbreiterten Diapo-
physen und mit zwei Gelenkköpfen zur Articulation mit dem Steiss-
bein. Neuguinea, — Hieher nur L. melanopyga Doria (= Astero-
phrys).
DisCOglOSSidae. A. Brunk macht interessante Mittheilungeu
über Entwicklungshemmungen an 77mm langen Larven von Älytes
dbstetricans , die er über 21/2 Jahre lang im Larvenzustande beob-
achten konnte. Trotz günstiger Temperatur und der gebotenen Ge-
legenheit ans Land zu gehen , hatten die Larven hiezu keine An-
stalten gemacht. Verf. sucht die Erscheinung in diesem Falle aus
der spärlichen, nur in Algen bestehenden Nahrung zu erklären, die
zwar genügt habe, die Larven auf dies Entwicklungsstadium zu
bringen und ihr Leben weiter zu fristen , aber nicht hinreichend
gewesen sei, die Metamorphose anzuregen. Zool. Anz. p, 92.
Amphignathodontidae. Ämphignathodon n. gen. Böulenger,
Cat. p. 450. Pupille horizontal. Zunge nahezu kreisförmig, hinten
undeutlich gekerbt und ziemlich frei. Vomerzähne. Finger frei;
Zehen mit Schwimmhaut , die Spitzen in breite Haftscheiben er-
weitert. Aeussere Metatarsalia verbunden. $ wie bei Nototrema
mit einer Rückentasche. Kein Omosternum; Sternum eine knorplige
Platte. Diapophysen der Sacralwirbel stark verbreitert. Endpha-
langen krallenförmig gebogen. Ecuador. — Mit im Unterkiefer ganz
gleichen Zähnen wie im Oberkiefer. — Hieher A. Güntheri n. sp,
aus Ecuador, Taf. 30.
Dactyletbridae. Xenopus MuelUri Peters abgeb. Mossambique
Taf. 25 fig. 3 und Taf. 26 fig. 12.
Gandata.
In der Vorrede zu G. A. Boulenger's neuem Catalogue of
the Batrachia Gradientia s. Caudata and Apoda bemerkt A. Günther,
während des Jahres 1882, 549
dass wir höchsteng noch aus Centralasien eine gewisse Anzahl von
Schwanzlurchen und aus dem tropischen Afrika von Caecilien zu
erwarten hätten, dass aber im grossen und ganzen das System und
unsere Kenntuiss der geographischen Verbreitung dadurch kaum
wesentliche Aendernngen erfahren dürften. Seit Gray's erstem Kata-
loge der Batr. Gradientia (1850) ist die Zahl der Arten von 63 auf
101 Species, die Zahl der im British Museum aufgestellten Species
aber von 38 auf 78 gestiegen. — Die neuen Arten sind unten ver-
zeichnet; 3 schön ausgeführte Tafeln beziehen sich speciell auf die
Caudata. — Verf. thoilt die Caudaten folgender maassen ein ;
Fam. I. Salamandridae. Ausgewachsen kiemenlos; Ma-
xillaren vorhanden; Ober- und Unterkiefer mit Zähnen; Augenlider
entwickelt.
1. Unterfam. Salamandrinae. Gaumenzähne in zwei nach
hinten divergirenden Längsreihen, auf dem Innenrande zweier Gaumen-
fortsätze eingefügt, die nach hinten sehr verlängert sind; Parasphe-
noid zahnlos; Wirbel opisthocoel.
2. Unterfam. Amblystomatinae. Gaumenzahnreihe quer
oder nach hinten convergirend, auf dem Hinterrande oder auf der
hinteren Partie der Pflugscharbeine eingefügt; Parasphenoid zahnlos;
Wirbel amphicoel.
3. Unterfam, Plethodontinae. Gaumenzahnreihe quer, auf
der hinteren Partie der Pflugscharbeine; zahntragende Platten auf
dem Parasphenoid; Wirbel amphicoel.
4. Unterfam. Desmognathinae. Wie 3., aber Wirbel opi-
sthocoel.
Fam. II. Amphiumidae. Wie I., aber die Wirbel amphicoel
und ohne Augenlider.
Fam. III. Proteida e. Auch ausgewachsen kiementragend;
Maxillaren fehlend ; Intermaxillaren und Mandibel mit Zähnen ; Wirbel
amphicoel, ohne Augenlider.
Fam. IV. Sirenidae. Wie III,, aber Intermaxillaren und
Mandibel zahnlos.
W. K. Parker gibt eine umfassende Darstellung der Mor-
phologie des Schädels der Urodelen. Linn. Soc. London (2) Zool,
Bd. 2 p. 165—212.
Derselbe bringt Fortsetzung seiner Arbeiten über Structur
und Entwicklung des Urodelenschädels. Ausführlich behandelt wer-
den die Schädel von Sieholdia maxima, Menopoma Alleglianiensis und
Siren lacertina, sowie von Lissotriton pmictatus und Triton cristatus
im Larven- und erwachsenen Zustand. Die verschiedenen Formen
werden eingehend mit einander verglichen. 6 prachtvolle Tafeln
schmücken die Arbeit. Transact. London Zool. Soc. Bd. 11 p. 171
—214.
J. Blaue macht eine vorläufige Mittheilung über den Bau der
ÄJchiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. LL
550 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Nasenschleimhaut bei den Caudaten und constatirt das Vorkommen
von Endknospen (Leydig'scher Sinnesbecher) in der Nase als End-
organe des Nervus olfactorius bei Proteus, AniUystoma^ Triton und
Salamandra. Verf. schlägt dafür den Namen Geruchsknospen vor.
Zool. Anz. p. 657.
M. Lessona gibt einen Beitrag zur Kenntniss der Haut der
ürodeleugattungen Salamandrina, Euproctus und Spelerpes. Mera.
R. Accad. Torino (2) Bd. 34 p. 125—136, mit Abbild.
J. S c h 0 e b 1 beschreibt die Blutgefässe des cerebrospinalen
Nervensystems der Urodelen. Die Gehirn- und Rückenmarksubstanz
der urodelen enthält ab-weichend von den Sauriern weder Arterien
noch Venen; diese verzweigen sich vielmehr nur auf der Oberfläche
in der Pia und senden ins Innere des Gehirns und Rückenmarks
nur einfache unverästelte Capillarenschleifen. Arch. f. mikrosk. Anat.
Bd. 20 p. 87, mit 1 Taf.
T. Iwakawa berichtet über Genesis des Eies bei Triton
pyrrho gaster. Zool. Anz. p. 10 und Quart. Journ. Microsc. Sc. Bd.
22 p. 260.
Eine Notiz über Molche im Larvenzustand während des Winters
bringt T. Rope in Zoologist Bd. 6 p. 152.
Riehm macht eine kurze Bemerkung über Regeneration der
Gliedmaassen innerhalb 6 Wochen bei Triton. Zeitschr. f. Naturw.
(55) I p. 426.
Ueber einen Fall von Polymelie bei Triton taeniatus berichtet
L. C am er an 0. Weibchen; linker Fuss doppelt, äusserlich beide
fast gleich, der eine vor dem andern, so dass nicht leicht zu ent-
scheiden, welches der abnorme ist. Bei anatomischer Untersuchung
zeigte sich das Becken normal, das Femur dagegen 3 mm von seinem
Oberende gabelförmig gespalten, der eine Ast normal mit dem Unter-
schenkel verbunden , der andre ein zweites durch Knorpel mit ihm
verbundenes Knochenstück tragend, an dem der zweite (abnorme)
Unterschenkel befestigt ist. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. (Milano) Bd. 25
p. 113—116, mit Holzschn.
Betreffs überzähliger Gliedmaassen siehe auch F. Sordelli.
Di un Axolotl polimelico e s. anomalitä nei Batr. Urodeli (Milano),
80, fig.
Salamandridae. a. Salamandrinae. G. A. Boulenger sucht
den Namen Molge Merr. für Triton L. wiederherzustellen und setzt
demgemäss Molge vulgaris L. für Triton taeniatus Schneid., M. pal-
mata Schneid, für Tr. Helveticus Raz. u. s. w. Cat. Batr. Grad. p. 6.
Nach 0. Körner kommen in einem Tümpel bei Königstein
im Taunus alle (4) deutschen Tritonarten zusammen vor. Zool. Gart,
p. 216.
Ueber Megapterna montana Savi und ihre specifische und ge-
nerische Verschiedenheit von Euproctus Eusconii gibt v. Bedriaga
während des Jahres 1882. 551
eine kurze Mittheilimg. Danach besitze Megapterna keinen knö-
chernen Arcus frontotemporalis wie Euproctus , habe protractile
Zunge, und der spornartige Vorsprung an der Hinterkante des Unter-
schenkels komme nicht dem $, sondern dem ^ zu. Zool. Anz. p. 45.
V. Bedriaga stellt folgende emendirte Diagnose von Mega-
pterna Savi auf. Cutis dense subtiliterque granosa. Dentium pala-
tinorum series postice valde divergentes. Lingua ampla rotundata,
postice lateribusque libera, medio pedunculo protractili affixa. Pa-
rotides distinctae. Plica gularis indistincta. Crista dorsalis et cau-
dalis obsoletae. Cauda apicem versus compressa. J* Regio analis
nuptiae tempore in conum apice apertum producta, disco fibulari.
2. Reg. analis plana, disco fibulari nuUo. — Hieher M. montana Savi
aus Corsika. Dieses Arch. p. 222.
Derselbe beschreibt die Begattung und die eigenthümliche
üebertragung des Spermatophors bei Megapterna montana , Eu-
proctus (Hemitriton) Pyrenaeus und GlossoUga HagenmuUeri. Zool.
Anz. p. 265—268, p. 357—359.
Pacliytriton brevipes (Sauv.) abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 1.
b. Amblystomatinae. HydnoMus peropus n. sp. von Ostasien.
Boulenger, Cat. p. 33 Taf. 2 fig. 1.
Der Name Ranodon wird in Banidens verbessert. Boulenger,
Cat. p. 86.
Batrachyperus Sinensis (Sauv.) abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 3
fig. 1.
Amhlystoma Jeffersonianum (Green) abgeb. Boulenger, Cat.
Taf. 2 fig. 2. — A. paroticum Cope abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 2
fig. 3. — A. microstomum Cope abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 2
fig. 4. — A. Krausei n. sp. von Buffalo. Peters, Sitz.-Ber. Ges. Nat.
Fr. Berlin p. 145.
Weitere ausführliche und die früheren Beobachtungen (s. diesen
Ber. 1881 p. 429) bestätigende Mittheilungen über die Begattung
des Axolotl gibt F. Gasco. Bull. Soc. Zool. France Bd. 6 (1881)
p. 151.
J. W. Spengel theilt aus La Naturaleza 1880, einer naturw.
Zeitschr. Mejiko's, einige interessante Beobachtungen von J. M. Ve-
lasco über den Axolotl mit. Danach bleibt Siredon Mexicanus
keineswegs in seinem Vaterlande auf dem Larvenstadium stehen,
wie man bisher annahm, sondern er geht dort immer in die Am-
blystoma-Form über. Es muss mithin angenommen werden, dass
er in Mejiko erst als ausgebildetes Thier geschlechtsreif werde. Die
Vermuthungen Weismann's über die Rolle, die der Salzgehalt der
mejikanischen Seen bei der Umwandlung spiele, seien unbegründet,
da in den salzhaltigen Gewässern Axolotl überhaupt nicht angetroffen
würden. Biol. Centr.-Bl. Bd. 2 p. 80—83.
Blumm gibt einen eingebenden Bericht über die Züchtung
552 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
und Pflege des Äxolotl Er erwähnt auch Albinos. Zweckmässigste
Temperatur ist 8—120 r, 12. Ber. Naturf. Ges. Bamberg.
c. Plethodontidae. Spelerpes Yucatanus n. sp. aus Yucatan.
Peters, Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 137 (21. Nov.) = Sp. Yuca-
tanicus n. sp. von Yucatan. Boulenger, Cat. p. 72 (25. Nov.).
d. Desmognathinae. Thorius pennatulus Cope abgeb. Bou-
lenger, Cat. Taf. 3 flg. 2.
Amphiumidae. B. G. Wilder gibt Notizen über die Art der
Athmung und über die Fütterung von Megalohatrachus (Crypto-
branchus) in der Gefangenschaft. Americ. Naturalist Bd. 16 p. 816.
Ch. H. Townsend macht kurze Mittheilungen über die
Lebensgewohnheiten von Menopoma ÄUeghaniensis aus dem Missis-
sippi und Ohio und deren Nebenflüssen. Er geht sehr häufig an
die mit Fleisch oder mit Fischköpfen geköderte Angel, ist sehr
lebenszäh und erträgt langes Fasten. In der Gefangenschaft geht
er schnell an die Nahrung. Ebenda p. 139.
Wm. Frear gibt bemerkenswerthe Beispiele von Lebenszähig-
keit bei Menopoma. Ebenda p. 325 — 326.
Proteidae. Desfosses stellt Untersuchungen über das Auge
von Proteus an. Compt. Rend. Paris Bd. 94 p. 1729 — 1731 und Ausz.
in Kosmos Jahrg. 6 Bd. 12 p. 62—64.
V. W e i n z e 1 1 1 theilt Beobachtungen über den weiblichen
Proteus anguinus mit. Sitz.-Ber. Böhm. Ges. Wiss. Jahrg. 1881 p. 297
-303.
M. V. Chauvin bietet uns eine wichtige Beobachtung über
die Fortpflanzung von Proteus anguinus. Ein $ legte Eier, die an
der Decke der Aquariumgrotte angeheftet wurden. Das kugelige
Ei hat 11 mm im Durchmesser; eine innerhalb der gallertigen Schicht
befindliche, 6 mm im Durchmesser haltende Hülle schliesst den galb-
lichweissen 4 mm grossen Dotter ein. Die beiden den Dotter um-
gebenden Schichten sind farblos und durchsichtig. Zool. Anz. p. 330,
Proteus anguinus Laur. und var. abgeb. Boulenger, Cat. Taf. 2
fig. 5-7.
Labyrinthodontia
(nur fossil).
Ueber einige Gondwäna - Labyrinthodonten berichtet R. Ly-
dekker in Records Geol. Survey of India, Calcutta, Bd. 15 p. 24—27.
Stegocephalidae. E. D. Cope stellt statt der Unterordnung
Ganocephala eine Unterordn. Rhachitomi unter den Stegocephalen auf
und zerfällt sie in 2 Familien: 1. Trimerorhachidae. Occipital-
condylus concav, ungetheilt, mit der Gatt. Trimerorhachys und
2. Eryopidae. Occipitalcondylus in zwei seitliche Condylen zer-
während des Jahres 1882. 553
spalten, mit den Gatt. Eryops, Actinodon und Zatrachys. Americ.
Naturalist Bd. 16 p. 334-335.
H. Credner gibt den Schluss seiner wichtigen und gehalt-
vollen Abhandlung über die Stegocephalen aus dem sächsischen Roth-
liegenden (vergl. Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin 1880 p. 298 und
574) mit eingehender Beschreibung und Abbildung der neuen Gatt.
Pelosauriis und von zwei Arten von Ärchegosaurus. Zeitschr. d.
Geol. Ges. Berlin p. 213.
Auch Geinitz und Deichmüller bringen eine umfassende
Darstellung über denselben Gegenstand. Verf. fügen den von Credner
bekannt gemachten Formen noch 3, resp. 4 hinzu, nämlich Phane-
rosaurus, Zygosaurus, Hyloplesion und eine Ärchegosaurus- Art. Auf
p. 41 stellen Verf. die einzelnen Gattungen nach den Charakteren
des Brustgürtels und der Kehlbrustplatten zusammen und weisen
nach, dass bei den Stegocephalen 1. seitliche Kehlbrustplatten nicht
dem Coracoid identisch sein können , dass 2. die Clavikeln als
Coracoide zu betrachten seien, und dass 3. Clavikeln wahrscheinlich
allen Stegocephalen fehlen, dass dieselben dagegen wohl ohne Aus-
nahme ein Coracoid und 3 Kehlbrustplatten besitzen. Eine Notiz
über Palaeosiren (mit Abb.) schliesst die mit 9 Tafeln illustrirte
Arbeit. Palaeontogr. Bd! 29 Hft. 1.
Apoda.
In seinem neuen Catalogue of the Batr. Gradientia and Apoda
bemerkt G. A. Boulenger, dass sich die Zahl der Arten seit Gray
(1850) von 9 auf 32, von 5 in den Sammlungen des British Museums
auf 19 erhöht habe. 6 Taf. des Catalogs beziehen sich speciell auf
diese Ordnung.
Gaeciliidae. IcMhyophis gluUnosus (L.) abgeb. Boulenger, Cat.
Batr. Grad. Taf. 4 fig. 2. — I. monochrous (Bleek.) abgeb. ebenda
Taf. 4 fig. 1.
Uraeotyphlus oxyurus (D. B.) abgeb. ebenda Taf. 5 fig. 2. —
U. Malabaricus (Bedd.) abgeb. ebenda Taf. 5 fig. 3. — U. Äfricanus
n. sp. von Westafrica. Boulenger, ebenda p. 92 Taf. 5 fig. 1.
Caecilia Isthmica Cope abgeb. ebenda Taf. 6 fig. 1. — G.
pachynema Gthr. abgeb. ebenda Taf. 6 fig. 2.
Hypogeophis rostratus (Cuv.) abgeb. ebenda Taf. 7 fig. 2. —
H. Guentheri n. sp. von Sansibar. Boulenger, ebenda p. 96 Taf. 7
fig. 1.
Dermophis Mexicanus (D. B.) abgeb. ebenda Taf. 8 fig. 2. —
D. aXbiceps n. sp. von Ecuador. Boulenger, ebenda p. 98 Taf. 8
fig. 1.
554 Boettger: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie etc.
Herpele squalostoma (Stutch.) abgeb. ebenda Taf. 9 fig. 1.
Gegenophis carnosits (Bedd.) abgeb. ebenda Taf. 8 fig. 3.
Siplwnöps annulatus (Mik.) abgeb. ebenda Taf. 8 fig. 4.
Typhlonectes natans (Fisch.) abgeb. ebenda Taf. 9 fig. 3.
Chthonerpeton Fetersi n. sp. Ob. Amazonas. Boulenger, ebenda
p. 104 Taf. 9 fig. 2.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1882.
Yon
Prof. Ed. V. Martens.
Anatomie und Physiologie.
Skelet. J. M. Balfour und W. N. Parker „On the
Structure and Development of Lepidosteus, Philosophical
Transaetions of the Royal Society II 1882 S. 359—442, Taf.
21 — 29.4^. Die Verfasser haben sowohl erwachsene Stücke
als Embryonen und ganz junge Thiere untersucht; sie be-
schreiben zunächst die Entwicklung vom Ei an im All-
gemeinen, und schildern dann ein Organsystem nach dem
andern, je zuerst am Erwachsenen und dann seine Ent-
wicklung; besonders ausführlich werden Hirn und Auge, die
Wirbelsäule mit den Rippen , sowie die Harn- und Ge-
schlechtsorgane behandelt; es wird bestätigt, dass die
Rippen beim Uebergang vom Rumpf zum Schwanz sich
nach innen biegen und schliesslich in der Mittellinie ver-
einigen, um den untern Theil der Haemalbogen zu bilden,
die Verfasser neigen sich daher zu der Ansicht, dass die
Haemalbogen am Schwänze bei allen Fischen einander
homolog sind, dagegen am Rumpfe sich in so weit ver-
schieden verhalten, als bei den Ganoiden und Dipnoern
die Rippen unmittelbar nach aussen vom Bauchfell, inner-
halb der Muskulatur, bei den Elasmobranchiern dagegen
zwischen dorsolateralen und ventrolateralen Muskeln liegen.
556 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Bei den Gauoiden und Dipnoern sind die Rippen ursprüng-
lich continuirlich mit den Haemalfortsätzen verbunden und
gliedern sich erst später ab und ihre Reihen -Homologie
mit den Haemalbogen des Schwanzes ist evident, bei den
Teleostiern wird diese Homologie dadurch verdunkelt, dass
an der Uebergangsstelle von Rumpf und Schwanz die
Haemalfortsätze eigene Verlängerungen erhalten; bei den
Elasmobranchiern kann die Homologie beider noch nicht
als feststehend angenommen werden. Betreffs der Schwanz-
flosse erklären sich die Verfasser für die Ansicht beider
Agassiz, dass ein vollständiger Parallelismus zwischen der
individuellen und palaeontologischen Ausbildung bestehe,
und sie heben hervor, dass bei Lepidosteus der eigentliche
Bauchlappen der Schwanzflosse von den Dornfortsätzen
der Haemalbogen, nicht wie die andern unpaar.en Flossen
von Interspinalknochen, gestützt werde, was auch bei den
übrigen Ganoiden, sowie bei den Elasmobranchiern der
Fall sei, vielleicht auch bei den Teleostiern, doch lauten
über die letzteren die Angaben verschiedener Forscher
noch widersprechend; die Bildung der Schwanzflosse bei
den aalartigen Fischen und bei Lepidosiren sei Verkümme-
rung, nicht einfaches Stehenbleiben auf der embryonalen
Form, das Vorhandensein einer eigenen Schwanzflosse sei
bei denselben durch einige Flossenstrahlen bewiesen, welche
direkt auf Haemalbogen stehen. (S. ferner weiter unten
„Niere" und „Ganoidei".)
Vorläufige Mittheilungen derselben Autoren in den
Proceed. of the Royal Soc. of London. Bd. XXXHI S. 112.
119, und in Nature Bd. 25 S. 305. 308, über die Entwick-
lung des Schädels von Parker allein ebenda S. 107—112
und in Nature Bd. 25 S. 330. — Auszug im Journal of
the Royal Microscop. Society of London (2) IL S. 316, in
Balfour's Studies Morphol. Laborat. II S. 89—98.
Hasse's Arbeit über die Wirbel der Haifische s. unten
im systematischen Theil, Selachii.
E. V. Rautenfeld, Morphologische Untersuchungen
über das Skelet der hintern Gliedmaassen von Ganoiden
und Teleostiern, Inaugural -Dissertation Dorpat 1882, 47
Seiten und 2 Tafeln in gr. 8. — Diese Untersuchungen
während des Jahres 1882. 557
sind an erwachsenen Exemplaren von Acipenser Ruthenus,
maculosus und sturio, Scaphirhynchus cataphractus, Fed-
schenkoi und Kaufmann!, Polyodon folium, an Embryonen
von Acipenser Ruthenus und an Hechten verschiedenen
Alters gemacht. Die Resultate stellt der Verfasser am Ende
in folgenden Worten zusammen: Isolirt angelegte, im Laufe
der individuellen Entwicklung partiell miteinander ver-
schmelzende Knorpelstäbe geben das Material zur Bildung
der Bestandtheile des Skelets der hinteren Gliedmaasse von
Acipenser Ruthenus. Dieser Nachweis und die Beobach-
tungen au den Flossenskeleten entwickelter Knorpelganoiden
erlauben, im Vergleich mit den Verhältnissen, welche die
Selachier darbieten, in demGliedmaassenskelet der Knorpel-
ganoiden ein Propterygium zu erblicken, welchem im di-
stalen Theil der Flossen mehr oder weniger veränderte
Radien angeschlossen sind; diese, sowie ersteres, sind auf
laterale Radien des biserialen Archipterygium zurück-
zubeziehen. Eine Stammreihe, mediale Radien und ein
Beckengürtel fehlen den Knorpelganoiden. Das Skelet der
Bauchflosse derselben stellt somit, im Vergleich zu dem
der Selachier, eine reducirte Form vor, an die sich die-
jenige leicht anschliessen lässt , welche bei den Knochen-
ganoiden vorliegt. Unter diesen finden sich am Basale
propterygii nur noch bei Polypterus deutliche Radien, wäh-
rend bei den übrigen (Lepidosteus, Amia) die Reduction
der Radien als eine ziemlich weit fortgeschrittene bezeich-
net werden rauss. Bei den Knochenfischen endlich hat
sich allgemein das Basale propterygii erhalten, welches
beim Hecht von vornherein als einheitlicher Skelettheil an-
gelegt wird, dem auch bei diesem Fisch eine geringe Zahl
kleiner Knorpelstücke sich anschliessen, die als Radien-
rudimente (eventuell auch als neu entstehende Skelettheile)
gedeutet werden können.
W. A. Ha s well beschreibt auffällige Variationen in
Anordnung und verhältnissmässiger Grösse der knorpligen
Achsenstücke in der Brust- und Bauchflosse von Ceratodus ;
er spricht sich in Rücksicht auf die Nervenursprünge für die
Ansicht Balfours aus, dass auch die paarigen Flossen aus
einem Hautsaum entstanden seien, analog den unpaarigen
558 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
und meint, dass das Skelet der paarigen Flosse zuerst aus
einer Reihe einzelner Knorpelknötclien bestanden habe.
Proc. Linn. Soc. New South Wales VII S. 2—11 Taf. 1.
M. Kost 1er führt aus der Litteratur eine ziemlich
grosse iVnzahl von auffälligen Knochenverdickungen bei
Fischen auf, sowohl bei fossilen am Kopf (Platax cuneus
und physeteroides, Pagrus pileatus und torns) und an den
Wirbeln und dem Schultergürtel (Caranx carangopsis), als
bei lebenden, unter denen das sogenannte OsWormianum,
der erste Flossenträger der Afterflosse bei Platax arthriti-
cus und Ephippus gigas, ausführlich historisch erörtert wird,
ferner Knochenverdickungen am Kopf von Pagrus unicolor
und lithognathus, und von Trichiurus lepturus, kugelige An-
schwellungen an den Flossenträgern der Rückenflosse bei
Lepidopus argyreus, Verdickungen an verschiedenen Rumpf-
knochen von Caranx carangus, Verdickungen und Krüm-
mungen an den Stacheln der Rückenflosse von Zeus faber
und Verdickungen am Schlüsselbein von Gadus aeglefinus
u. s. w. Am letztgenannten hat der Verfasser die histo-
logische Struktur näher untersucht und gefunden, dass die
Verdickung aus Gewebe mit lamellöser Anordnung besteht
und von ausserordentlich vielen Havers'schen Kanälen durch-
zogen ist. Zeitschr. für wissenschaftl. Zoologie XXXVII
S. 429—456 Taf. 25.
Phil. Stöhr hat die erste Bildung des Kopfskelets
und der Visceralbogen beim Lachs und der Lachsforelle
untersucht und kommt zu folgenden Resultaten: Zuerst
bildet sich in der Regio occipitalis eine den Chordaseiten
eng anliegende paarige Gewebs Verdichtung, die hinteren
Parachordalplatten, während gleichzeitig am lateralen Um-
fange der Ohrblasen Vorläufer des periotischen Knorpels
sich bemerklich machen; diese letzteren stehen ausser Be-
ziehung zu den Vorläufern des Visceralskeletes, welche mit
den übrigen nicht zu Knorpel werdenden Elementen der
Visceralbogen eine gemeinsame Masse bilden. Alsbald
erscheinen die seitlichen Schädelbalken als zwei isolirte
vollkommen selbstständige Gebilde, welche weder mit der
Chorda , noch mit den vorderen Parachordalplatten in
näherer Berührung stehen. Letztere sind paarige von der
während des Jahres 1882. 569
Chorda abseits gelegene Streifen; vorne dicker, hinten
dünner, gehen sie nach rückwärts in die hinteren Parachor-
dalplatten über, welche allmälig weiter nach vorne rücken
und sich durch erhebliche Dicke auszeichnen. Balken,
Ohrkapsel, vordere und hintere Parachordalplatten erhalten
isolirte Knorpelheerde, die erst später einander entgegen-
wachseud sich verbinden. Kurz nach Beginn der knorpe-
ligen Differenzirung des Schädels erscheinen die ersten
deutlich unterscheidbaren Anlagen des Visceralskelets;
sämmtliche sieben Visceralbogenknorpel treten der Reihe
nach von vorne nach hinten als paarige Gebilde auf, die,
in den Seitenwandungen der Visceralbogen gelegen, mit
dem Schädel in keiner Verbindung stehen , und sowohl
dorsal wie ventral frei enden. In der ventralen Mittellinie
entwickelt sich ganz selbstständig ein sagittal gestellter
Knorpelstab, die gemeinschaftliche Anlage der Copular-
stücke, das Copulare commune, an dessen Seiten sich
Zungenbeinknorpel und Kiemenbogenknorpel alsbald an-
fügen. Diese stellen einfache Stäbe dar, dagegen ist am
Kieferbogen eine Gliederung in den ventralen Unterkiefer-
knorpel und den dorsalen Quadratknorpel wahrzunehmen
und der Zungenbeinknorpel besteht aus drei Stücken, einem
dorsalen (Hyomandibulare), einem vordem ventralen (Sym-
plecticum) und einem hintern ventralen (Keratohyale), deren
jedes einen isolirten Knorpelheerd enthält. Später wächst
aus dem Vorderrande des Quadratkuorpels ein schlanker
Knorpelstab, der Palatopterygoidknorpel , hervor. Noch
später gliedern sich die Kiemenbogen ; das Copulare com-
mune dagegen bleibt noch längere Zeit ungegliedert , nur
sein vorderes Ende trennt sich als Glossohyale. Von sämmt-
lichen Visceralbogen tritt nur Einer zum Schädel in engere
Beziehung, das Hyomandibulare, dessen dorsaler Rand durch
derbere Bandmassen an die Ohrkapsel angeheftet ist.
Diese Untersuchung beruht auf der Anfertigung fortlaufen-
der, nach verschiedenen Richtungen geführter Schnittreihen
und Herstellung von Wachsmodellen. Festschr. der dritten
Säcularfeier der Alma Julia Maximiliana von der medi-
cinischen Fakultät in Würzburg, zweiter Band S. 71—94,
Taf. 2 und 3.
560 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
J. Walt her, über die Entwicklung der Deckknochen
am Kopfskelet des Hechtes. Jeuaische Zeitschrift f. Natur-
wissensch. XVI. S. 59-87 mit 2 Tafeln.
B. Grassi, über die Entwicklung der Wirbelsäule
der Teleostier; die Knorpel derWirbelbogeu entstehen aus
Intercellularsubstanz zwischen den Myocommata, die untern
Schwanzbogen homolog und gleichzeitig mit den Querfort-
sätzen am Rumpf; die Flossenträger „vermuthlich'^ abgeglie-
derte Stücke der obern Bogen. Morph. Jahrb. VIII S. 457—473.
Hautsystem. C. Fr. W. Krukenberg behandelt die
Pigmente der Fischhaut in seinen Vergleich, physiologi-
schen Studien, 2. Reihe, 2. Abth. S. 55—58 und 3. Abth.
S. 138 — 143. Zoonerythrin bedingt die rothe Farbe der
Goldfische (Carassius auratus), findet sich aber auch beim
Karpfen und bei Luvarus imperialis; Zoofulvin bei Barbus
und Scorpaena; Coriosulfurin bei Muraena, Belone und
Solea. Es sind das dieselben rothen und gelben Haut-
pigmente, welche sich in den Federn der Vögel finden ;
dieselben fehlen aber völlig den Säugethieren, Reptilien
und Amphibien. Das Grün der Knochen und Gräten von
Belone, das sich auch bei Lepidosiren und Cheilinus wieder-
holt, rührt weder von Kupfer her, noch ist es eine optische
Farbe, sondern es ist ein wirkliches Pigment, das aber
sehr fest an den Knochen haftet und nur durch Verdauung
der erst entkalkten und entfetteten Knochen mittelst Pepsin-
glycerin gelöst werden kann.
J. E. Blomfield gibt eine eingehende Beschreibung
der Epidermis von Myxine glutinosa, namentlich gewisser
keulenförmiger durch Pikrinsäure gefärbter und anderer
körniger spinnenförmiger Zellen, welche sich daselbst finden
und den von Föttinger aus der Epidermis von Petromyzon
beschriebenen entsprechen; ferner beschreibt er die jeder-
seits am Körper von Myxine eine Längsreihe bildenden
Schleimdrüsen und deren Inhalt, in welchem eigenthüm-
liche auch durch Pikrinsäure sich gelb färbende Zellen
vorkommen, welche in ihrem Innern einen in die Quere
oder Länge aufgewundenen Faden enthalten, ähnlich wie
Nesselzellen. Quaterly Journ. of microscop. science vol.
XXII S. 355—362 Taf. 30.
während des Jahres 1882. 561
E. Bodenstein beschreibt ausführlich den Seiten-
kanal von Cottus gobio, der als sehr charakteristisches
Beispiel der „Seitenorgane in Kanälen" im Sinne von
F. E. Schulze gelten kann; es ist ein in den äussern Schich-
ten der Cutis verlaufendes Röhrensystem , dessen Wan-
dungen aus Elementen der Haut zusammengesetzt sind.
In bestimmten Abständen finden sich im Innern des Röhren-
systems zahlreiche Nervenendorgane und zu diesen in Be-
ziehung stehend zweigen sich vom Hauptkanalsystem zahl-
reiche Nervenröhren ab, welche als Ausführungsgänge mit
mehr oder minder grossen Oeffnungen — Poren — nach
aussen münden. Die Anordnung des ganzen Systems ist
am Kopf eine andere als am Rumpf. Die Ausbildung
schreitet am Rumpf in der Richtung von vorn nach hinten
fort, die segmentaie oder metamere Anordnung rührt wohl
nur daher, dass die Endorgane an den schon vorher vor-
handenen Zwischenmuskelbändern den am meisten ge-
schützten Ort für ihre Entstehung finden. Zeitschr. f. wissen-
schaftl. Zoologie XXXVH S. 121-145 Taf. 10.
ß. Solger erinnert aus Veranlassung dieser Arbeit
daran, dass er schon 1880 kettenförmige Nervenverbin-
dungen zwischen den Endorganen der Seitenkanäle am
Kopfe von Acerina cernua nachgewiesen habe, wo sie be-
sonders leicht zu beobachten seien. Zoolog. Anzeiger 1882
No. 127 S. 660. 661.
B e n d a konstatirt Dentinbildung und zwar Vaso-
dentin in dem Schwanzstachel von Trygon und in dem
Flossenstachel von Acanthias und zeigt, dass bei der Bil-
dung desselben die Odontoblastenkerne eine bisher unbe-
achtete Bedeutung haben: beim Stachel des Stechrochens
wird der Odontoblastenkern zur Zahnbeinkugel, das Proto-
plasma zur interglobulären Substanz und die Bildung von
Kanälchen kommt dadurch zu Stande, dass Lücken im Proto-
plasma unverkalkt bleiben; beim Flossenstachel von Acan-
thias wandelt sich anfänglich das Protoplasma der Odonto-
blasten zu einer der der Kerne gleichen Dentinsubstanz um
und dieDentinröhrchen entstehen durch continuirliches Nach-
lassen der Umwandlung des Protoplasma. Bericht üb. d.
Sitzungen d. naturf. Ges. zu Halle im Jahr 1881 S. 38—40.
562 E, V. Härtens: Bericlit üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Muskelsystem und elektrische Organe. A, Schneider
hat gefunden, dass bei Petromyzon doch ein Rectus (ab-
dominis) existirt, aber nur so kurz ist wie bei den Kehl-
und Brustflossern unter den Knochenfischen. Zool. Anz.
No. 107 S. 164.
Du Bois-Reymond machte in der Versammlung
der British Association for the advancement of science zu
Southampton im August 1882 eine Mittheilung über die
elektrischen Organe der Fische, worin er die Angaben
von Prof. Babuchin in Moskau bestätigte, dass diese Organe
ein speciell modificirtes Muskelgewebe seien und dass mit
dem individuellen Wachsthum die Anzahl der Säulen und
Scheidewände nicht zunehme, also deren Zahl für die ein-
zelnen Arten charakteristisch sei ; die Angabe von J. Hanter
über die ungewöhnlich grosse Anzahl von Säulen bei einem
Zitterrochen beziehe sich auf die grosse Torpedo occiden-
talis aus Nordamerika, welche gelegentlich auch an den
Küsten Englands vorkomme. Ein kurzer Auszug in Nature
Bd. XXVI No. 672 S. 492.
Siehe auch auf der folgenden Seite Mormyrus und
im systematischen Theil Torpedo und Raja.
(jehirn. H. Rabl-Rtickhard erörtert mit Beziehung
auf die Darstellung von G. F r i t s c h in dessen „Unter-
suchungen über den feineren Bau des Fischgehirns 1878"
die Deutung und Entwicklung des Gehirns der Knochen-
fische und kommt durch seine Untersuchungen an Forelle
und Lachs zu dem Resultat, dass das Tectum an Ort und
Steile, im Bereich des zweiten Hirnbläschens oder Mesen-
cephalon, als dessen dorsale Wandung entsteht, ohne irgend
eine Betheiligung des ersten Hirnbläschens, und dass die
Zirbeldrüse auch bei den Knochenfischen genau in der-
selben Weise sich entwickelt, wie bei den übrigen Wirbel-
thieren. Archiv f. Anat. u. Physiol, Jahrg. 1882, 2. und
3. Heft S. 111—137 Taf. 6. Eine vorläufige Mittheilung
in den Sitzungsberichten d. Gesellsch. naturforsch. Freunde
in Berlin 1882 S. 54. 55.
G. Bellonci hält an seinen Resultaten in Betreff des
Faserverlaufes in dem Tectum opticum im Gehirn der
Knochenfische gegenüber den davon abweichenden Angaben
während des Jahres 1882. 563
von G. Fritsch fest. Zoobg. Anzeiger No. 120 S. 480—
— 483, vgl. Rendiconto dell' Academia delle scienze de
Bologna 1881-82 S. 24-26.
J. Th. Cattie veröffentlicht Untersuchungen über die
Zirbeldrüse der Plagiostomen, Ganoiden und Teleostier in
den Archives de Biologie Tom. III fasc. 1 S. 1.
J. W. van Wijhe hat die Mesodermsegmente und
die Entwickelung der Nerven am Kopfe der Haie, nament-
lich bei Scyilium und Pristiurus, untersucht und ist zu
dem allgemeinen Resultate gekommen, dass die dorsalen
Wurzeln der Kopfnerven nicht nur sensitiv sind, sondern
auch die Muskeln versorgen, welche aus den Seitenplatten
oder Wänden der Visceralbogenhöhlen stammen, und dass
die ventralen Wurzeln motorisch sind und die Muskeln
versorgen, welche aus den Somiten stammen. Verhande-
lingen der K. Akad. d. Wetenschappen, Amsterdam, 22.
Band, 48 Seiten, 5 Tafeln. Ein vorläufiger Bericht über
diese Arbeit in den Verslagen en Mededeelingen der K.
Akademie van Wetenschappen, Amsterdam, XVIII Deel,
1 St. S. 71 — 85. Ebenderselbe veröffentlicht eine Arbeit über
Visceralskelet und Kopfnerven der Ganoiden und des Cera-
todus in dem Niederländischen Archiv für Zoologie. V. Bd.
3. Heft S. 237—320, mit 2 Tafeln.
G. Fritsch macht auf das sehr stark ausgebildete,
eine kompakte Masse bildende Gehirn von Mormyrus und
dessen sehr weiches Rückenmark aufmerksam; von letz-
terem gehen die Nerven zum elektrischen Organ, das zum
System der Schwanzmuskeln gehört, aus. Sitzungsberichte
d. K. Preuss. Akademie d. Wissensch. Mai 1882 S. 477
—478.
W. Haswell hat das Gehirn von Galeocerdo Rayneri
untersucht und hebt besonders im Vergleich mit Carcharias
die Kleinheit des Cerebellum, die Breite des Grosshirns
und die beträchtliche Länge der Medulla oblongata hervor.
Proc. Linn. Soc. New South Wales VH S. 210. 211.
F. Ahlborn weist auf eine asymmetrische Bildung im
Gehirn von Petromyzon hin, indem das rechtseitige Ganglion
habenulae bedeutend stärker ausgebildet ist als das link-
seitige; ferner beschreibt derselbe die Epiphysis cerebri
564 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
und die Hirnnerven von Petromyzon. Göttinger Nachrichten
1882 No. 26 S. 677. 682.
Nach A. Dohrn entsteht die Hypophyse bei Petro-
myzon Planeri als selbstständige Einstülpung des Ectoderms
zwischen Nasen- und Mund - Einstülpung und tritt erst
sekundär mit der Nasenbucht in Verbindung; mit der
Mundbucht hat sie gar keine Verbindung. Zool. Anzeiger
No. 124 S. 587 und Nature XXVII No. 682 S. 91.
J. V. Rohon beschreibt des Näheren den Ursprung
des Nervus acusticus mit zahlreichen Wurzelfasern aus der
dorsolateralen Partie des verlängerten Markes bei Petro-
myzon marinus und bei Ammocoetes. Sitzungsberichte d.
Wien. Akad. 85. Band S. 245—267, mit 2 Tafeln.
Auge. E. Berg er gibt Beiträge zur Anatomie des
Sehorgans der Knochenfische in Gegenbaur's morphologi-
schem Jahrbuch VIII. Band 1. Heft S. 97-168.
C. Z e 1 i n k a veröffentlicht eine Arbeit über die
Nerven der Hornhaut der Knochenfische und ihre Endigung
im Epithel, deren Resultate er in Folgendem zusammen-
fasst: 1) Während die Ciliarnerven bei den Säugethieren
dieSclera ganz hinten durchbohren, beiden Amphibien jedoch
erst vorne eintreten, tritt bei den Knochenfischen der Ramus
ciliaris brevis ganz hinten, der R. eil. longus aber erst
vorne durch die Sclera. 2) Bei Hornhäuten von skleralem
Typus (vgl. die Arbeit von C. Emery 1878) geben beide
Ciliarnerven zu gleichen Theilen ihre Aeste an die hintere
Hornhautfläche ab, wo sich ein Ringplexus befindet, von
dem die Nerven in die Hornhaut aufsteigen, was auf die
tiefe Lage des Nervengeflechtes in der Hornhaut der Am-
phibien hinweist; aber diese Nerven treten nach ihrem
Wege innerhalb der Chorioidea unmittelbar an der Grenze
zwischen Sclera und Cornea direkt in letztere ein , ohne
eine Strecke weit in der Sclera zu verlaufen. Bei Horn-
häuten mit conjunctivalem Typus übernimmt der Ramus
conjunctivae des Ciliarnervs die Versorgung der Hornhaut
zum grössten Theile , der Ringplexus liegt in der Con-
junctiva, in welche auch der Stroma- Plexus sich ausdehnt,
und ein eigener viel schwächerer Plexus befindet sich im
skleralen Theil der Hornhaut. Bei Gobius kommt noch
^väbrend des Jahres 1882. 565
ein Uveal- Plexus hinzu. 3) Bei beiden Typen liegt der
Stroma-Plexus grösstentheils in den obern Schichten der
Hornhaut, wie bei den Säugethieren, und von ihm zweigt
sich ein mehrschichtiger feiner Plexus ab, welcher den
Raum zwischen dem groben Stroma-Plexus und der Bow-
man'schen Lamelle einnimmt. 4) Von den Rami perforantes
geht ein subepitheliales Geflecht aus. 5) Die Nerven
steigen in das äussere Hornhaut-Epithel auf und enden zum
grossen Theile frei an der Oberfläche zwischen den obersten
Zellen. 6) Auch im übrigen Körper-Epithel kommen Nerven
vor, welche weder zu den Nervenhügeln noch zu den
Geschmacksknospen gehören und deren Endigung als eine
freie anzusehen ist. Untersucht wurden 26 Fischarten aus
13 verschiedenen Familien, sowohl Weich- als Stachel-
flosser. Der sklerale Typus findet sich ausgeprägt bei
den Cyprinoiden und wird namentlich hier von Carassius
beschrieben, der conjuuctivale Ijei den Stachelflossern, na-
mentlich Cottus und Sargus ; Mittelformen finden sich bei
den Salmoniden, besonders Thymallus, und bei Perca.
Arch. f. mikroskop. Anat. XXL Band, 2. Heft S. 202—239
Taf. 9 und 10.
G. Denissenko bestätigt die Anwesenheit von Blut-
gefässen in der Netzhaut des Aals und beschreibt deren
Verbreitung in der Membrana hyaloidea, der Innern und
der äussern Körnerschichte und macht bei dieser Gelegen-
heit auch einige Bemerkungen über den Bau der Netzhaut
selbst bei diesem Fische. Archiv f. .mikroskopische Anat.
XXL Band, 1. Heft S. 1—20 Taf. 1.
H. V i r c h 0 w gibt ebenfalls Untersuchungen über
Glaskörper und Netzhautgefässe des Aals im Morpholog.
Jahrbuch VIL Band 4. Heft S. 573-590.
Gehörorgan und Schwimmblase. J. A. Smith und
Gust. Retzius behandeln das membranöse Gehörorgan
von Polypterus und Calamoichthys in ihren „Biologischen
Untersuchungen" 1881 S. 61—66.
0. Nusbaum veröffentlicht eine Arbeit in russischer
Sprache über die Schwimmblasenknöchelchen bei den Cy-
tprinoiden. (Ob otnoschenij uha plawatelnomu pusbirju u
karpowih rib) Warschau, 8^.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd MM
566 E. V. Harten s: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Die Verbindung zwischen Gehörorgan und Schwimm-
blase bei Lotella Bacchus beschrieben von J.Jeff. Parker
im New Zealand Journal of Science, Bd. I no. 4 S. 185.
Pauly, Aug., Beitrag zur Anatomie der Schwimm-
blase des Aals (Anguilla fluviatilis) Dissertat. (pro venia
leg.) München 1882 8« (22 p.).
Greruchsorgan. Jul. Blaue, das Vorkommen von
Endknospen (Leydig'schen Sinnesbechern) als Endorgane
des Nervus olfactorius bei verschiedenen Fischen wie
Exocoetus, Belone, Trigla, Esox, in einer vorläufigen Mit-
theilung im Zool. Anzeiger no. 127 S. 657—660.
(Jefässsystem. Kasem-Beg und J. Dogiel haben
die Struktur des Herzens des Hechtes und Sterlets näher
untersucht und beschrieben, hauptsächlich veranlasst durch
die Angabe Vignal's 1878, dass die Nervenzellen im Fisch-
herzen über die ganze Ventrikelfläche zerstreut seien; sie
können dieses nicht bestätigen, sondern fanden, dass im
Wesentlichen die Nervenvertheilung dieselbe ist, wie am
Froschherzen ; die oberflächliche Ventrikelschicht ist sehr
reich an Blut- und Lymphgefässen und vermittelt dadurch
die Ernährung auch des ausgeprägt schwammigen Haupt-
theils des Ventrikels. Das Hechtherz macht, freigelegt bei
gewöhnlicher Zimmertemperatur, 30—52, meist 30 — 42 Con-
traktionen in der Minute; Reizung des peripherischen Endes
des durchschnittenen N. cardiacus, mechanische oder elek-
trische Reizung des Sinus venosus, Durchschneiden oder
Unterbinden des Bulbus arteriosus bewirken gleichmässig
Stillstand des Herzens in der Diastole. Atropin und Muscarin
wirken auf das Herz der Knochenfische wesentlich e])euso
wie auf dasjenige der Frösche und Säugethiere. Zeitschr.
f. wissensch. Zoologie Bd. XXXVII S. 247—262, Taf 15
und 16.
Dieselben veröffentlichen Untersuchungen der Inner-
vation des Herzens der Knochenfische in russischer Sprache
in der Zeitschrift Trudi Obsch. Estestw. Univ. Kasan Bd.
X, Theil 5, 32 Seiten mit 2 Taf.
E. Fil. Trois hat das Lymphgefässsystem bei Motella
tricirrata und M. maculata untersucht und hebt namentlich
das Vorhandensein eines ringförmigen Sinus um das Auge,
I
während des Jahres 1882. 567
zweier Längsstämme unter der Wirbelsäule im Kanal der
Haemapophysen und eines Längsstämmchens, der die Inter-
spinalzweige verbindet, hervor. Atti del R. Istituto Veneto,
5. Reihe, 8. Bd. S. 955—959.
Athemor^ane. W. Dröscher beschreibt nach einer
geschichtlichen Einleitung die anatomische und histolo-
gische Structur der Kiemen der Plagiostomen, mit beson-
derer Berücksichtigung der Gefässe, sowohl der respirato-
rischen, als der ernährenden. Seine Beobachtungen sind
hauptsächlich an Torpedo marmoratus [ — a] gemacht,
ferner an Raja, Scyllium, Mustelus und Acanthias. Er
kommt zu dem Schluss, dass die Blutbewegung bei den
Plagiostomen durch die Athmungsbewegungen weit weniger
unterstützt wird, als bei den Knochenfischen, dagegen das
Blut schon. vom Herzen aus durch das Vorhandensein quer-
gestreifter Ringmuskelfasern im Bulbus arteriosus einen
kräftigeren Antrieb erhält. Arch. f. Naturgesch. XLVIII
S. 120—177 Taf 9-12. (Auch als Inauguraldissertation
Leipzig 1881.)
W. Sörensen beschreibt die Baucheingeweide und
das accessorische Athmungsorgan von Ciarias macracan-
thus Gthr.; letzteres besteht aus zwei baumförmigen Ath-
mungsorganen, die auf dem zweiten und vierten Kiemen-
bogen sitzen. Nach den Beobachtungen, welche die
Schwester des Verfassers in Aegypten gemacht hat, blieb
ein Fisch dieser Art 14 Tage in einer Badewanne lebens-
kräftig, in welcher andere Welsarten nur einige Stunden
am Leben blieben; er kam häufig an die Oberfläche und
stiess eine Reihe von Luftblasen aus; auch gab er zweierlei
Töne von sich und konnte eine Stunde lang ausser Wasser
aushalten. Hieraus schliesst der Verfasser, dass der acces-
sorische Kiemensack zur Luftathmung diene. Naturhistorisk
Tidsskrift, 3. Reihe, Bd. XIH S. 396 — 407, Taf. IJ.
Fig. 4—9.
Verdaiiungssystem. C. Fr. W. Kruken berg ver-
öffentlicht eine Arbeit über die Verdauung bei den Fischen
in den Untersuchungen des physiologischen Instituts in
Heidelberg IV. Bd 4. Heft S. 385-401.
Einige Bemerkungen über den Magen des Pilchard
568 E. V. Martens: ßericbit üb. die Leistungen in der Ichthyologie
und seine Drüsen von Fr. Day im Zoologist Januar 1882
S. 24.
ß. Blanchard weist nach, dass das Sekret der
fingerförmigen superanalen Drüse bei Haien und Rochen
alkalisch reagirt und sehr energisch Fett emulgirt, sowie
Amylon in Glycose verwandelt, obwohl nach ihrer Lage
jenseits der Spiralklappe wenige Millimeter vor der Cloake
und dem Mangel an Darmzotten in ihrer Nähe kaum an-
zunehmen sei, dass sie wesentlich zur Verdauung beitragen.
Bull, de la Soc. zoologique de France, 5. partie bis,
S. 399-401 und Comptes rendus de TAcad. Bd. 95
S. 1007—1009.
P. S. Legouis hat Leber und Pankreas bei Petro-
myzon marinus untersucht; beide sind in dem Darm ein-
gestülpt und entbehren der Ausführungsgänge; ihr Sekret
ergiesst sich unmittelbar in die Bluträume, die dem Pfort-
adersystem angehören. Comptes rendus de TAcad^mie,
Bd. 95 S. 305-308.
Niere. F. M. Balfour hat nachgewiesen, dass sowohl
beim Stör als bei den Knochenfischen (speziell sind Hecht, ,
Stint, Aal und Lophius von ihm untersucht) der vordere
Theil der Niere, nach vorn von dem Ureter, nur eine
Lymphdrüse ist, ohne Harnkanälchen, und dass die Vor-
niere (pronephros) bei den Fischen überhaupt mit Aus-
nahme der Elasmobranchier nur im Larvenzustand, nicht
mehr beim erwachsenen Thier, als thätiges Excretionsorgan
besteht; die entgegenstehenden Beobachtungen von Roseu-
berg scheinen an zu jungen Thieren gemacht und derselbe
hat die histologische Struktur des vorerwähnten vorderen
Theils der Niere nicht untersucht. Quart. Jour. of micro-
scop. science Bd. XX S. 12 — 16.
W. Newton Parker berichtet über diese Unter-
suchung von Balfour auch in der Versammlung der British
Association for the advancement of science in Southampton
und bemerkt dazu, dass bei einigen Knochenfischen dieser
vordere Theil der Niere genau dieselbe Struktur habe wie
die Mittelniere; er glaubt daher, dass in diesen Fällen die
Mittelniere (mesonephros, Wolflf'scher Körper) nach vorn
gewachsen sei und die Urnierne (pronephros) verdrängt
während des Jahres 1882. 569
habe. Rep. of the 51. meeting of the British Assoc. in
1882 S. 721; Natiire Bd. XXVI S. 493.
In der oben S. 555 angeführten Arbeit über Lepidosteus
beschreiben dieselben beiden Verfasser die Niere dieses
Ganoiden als im Wesentlichen mit derjenigen der Teleostier
übereinstimmend; sie zeigt auf einer früheren Stufe einen in
die Bauchhöhle ausmündenden Trichter und später jederseits
eine eigene, einen Glomerulus einschliessende Höhle, welche
einerseits direkt mit der gewundenen Röhre, die die Haupt-
masse der Vorniere bildet, andererseits durch einen Wimper-
kanal mit der Bauchhöhle in Verbindung steht. Die Vor-
niere verschwindet völlig beim Erwachsenen und das, was
auf den ersten Anblick als vorderer Theil der Niere er-
scheint, ist nur lymphatisches Gewebe.
C. Emery hat ebenfalls mit der Entwickelungsge-
schichte der Fischniere sich beschäftigt und ist zu folgen-
den Resultaten gekommen: die Kanälchen der Mittelniere
(mesonephros) sind in ihrer ersten Entstehung unabhängig
vom Nierengang (Segmentalgang) und entstehen aus einem
Blastem am Epithel des Peritoneums; der nicht dazu ver-
wandte Rest des letztern bildet die lymphatische Substanz
der Niere. Der vordere Theil der Niere (Kopfniere) der
erwachsenen Knochenfische ist bald dem Pronephros der
Larve ganz homolog, z. B. bei Fierasfer und Zoarces, bald
von demselben durch Aufnahme von Kanälchen und Glo-
meruli aus dem Mesonephros verschieden, so bei Blennius.
Die Harnkanälchen sind schon von ihrem Entstehen an in
Berührung mit venösen Gefässen. Archives Italiennes de
Biologie par Emery et A. Mono Bd. II 1882 S. 135—145
mit 1 Tafel. Vorläufige Mittheilung in den Atti della R.
Accademia dei Lincei, Transunti Bd. VI S. 302.
P. Solger beschreibt die Niere von Myxine, sowie
diejenige des Hechts und Aals mit besonderer Rücksicht
auf ihre Pigmente. In den Harnkanälchen finden sich
pigmentirte Epithelien, die Farbstoffe sind in Alkohol
löslich beim Hecht und bei Petromyzon, unlöslich bei
Myxine und in der Vorniere der Petromyzonlarven (W.
Müller). Die Glomeruli sind beim Aal ausgezeichnet zwei-
lappig, bei den übrigen Knochenfischen einheitlich. Ab-
570 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
handl. d. naturforsch. Gesellsch. zu Halle, XV. Bd., 3. und
4. Heft S. 411—421, 441, 442.
Geschlechtsorgane und Ei. Balfour und Parker
konstatiren in der oben S. 555 angeführten Arbeit über
Lepidosteus, dass der vordere Theil des Eileiters aus einer
Falte des Bauchfells entsteht, welche sich an den freien
Rand der Genitalleiste anheftet; über die Entstehung des
hinteren Theils kamen die Verfasser zu keiner bestimmten
Entscheidung, sind übrigens der Ansicht, dass die Eileiter
der Ganoiden mit Knorpelskelet den morphologischen Aus-
gangspunkt sowohl für die Ganoiden mit Knochenskelet,
als für die Teleostier geben. Beim männlichen Lepidosteus
finden sich Vasa efferentia, welche das Sperma aus dem
Hoden in die Niere (Mesonephros) bringen und, wie es
scheint, unmittelbar in die Harnkanälchen übergehen. Ho-
mologa der Eileiter fehlen.
C. Vogt, Sur l'ovaire des jeunes Verons (Phoxinus
varius) in den Archives de Biolog. T. 3 Fase. 2 S. 241 — 254,
mit 1 Tafel.
Ad. Sabatier beschreibt die Entstehung der Sper-
matozoidien bei den Plagiostomen (Raja und Scyllium) und
Betrachiern durch Bildung von Kernen an der Peripherie
vergrüsserter Epithelzellen; von diesen Kernen (Protosper-
moblastes) trennen sich wiederum nach innen wiederholt
neue Kerne (Deutospermoblastes) ab, die sich nebst dem
umgebenden Protoplasma radienartig ordnen und zu Sper-
matozoidien werden; Semper's ;,problematische Körper'' sind
solche Deutospermoblasten , die ihre Entwicklung nicht
vollenden. Comptes rendus de l'Acad. 17. Apr. 1882 Bd. 94
5. 1097. 1099.
Hermaphroditismus beim Hering, C. Vogt in den
Archives de Biologie tom. III fasc. 2 S. 255—258 und
F. A. Smitt ebenda S. 259—274.
Micropyle am Ei des white Perch (Labrax oder Morone
Americana Gm.) J. A. Ryder Bulletin of the Un. St. Fish
Commission I 1882 (1882) S. 282.
C. Fr. W. Kruken her g behandelt die chemische
Beschaffenheit der Eischale von Mustelus laevis in seinen
wäbrend des Jahres 1882. 571
vergleichend -physiologischen Studien 2. Reihe 2. Abtheil.
S. 89—92, mit einer Abbildung.
R. Blanchard weist Glycogen im Epithel des Dotter-
sackes von Embryonen des Mustelus vulgaris nach, Bull,
de la Soc. zool. de France, 5. partie bis S. 404.
Eutwicklung im Allgemeinen *).
C. K. Hoftmann hat eine grössere Arbeit über die
Ontogenie der Knochenfische veröffentlicht (vgl. Jahresbe-
richt für 1880 S. 367), indem er zuerst die Entwicklung
der Eier des Herings bei Monnikendam in der Südersee
verfolgt hat und dann in der zoologischen Station zu Neapel
diejenige verschiedener anderer Knochenfische, worunter
besonders die wasserklaren pelagischen Eier von Julis und
Scorpaena hervorzuheben sind, bei denen die Entwicklung
überaus schnell verläuft und die Jungen in einem viel
früheren Stadium ausschlüpfen als beim Hering. Die Eier
mancher anderer Knochenfische haben die Eigenschaft , wenn
sie in vollständig geschlechtsreifem Zustande mit Wasser in
Berührung kommen, anzukleben und zwar ist es immer die
äussere Schichte der Zona radiata, welche das Ankleben
bedingt, entweder als continuirlich sich abhebende Schichte,
so beim Hering und Crenilabrus, oder in Gestalt von Zött-
chen, die über die ganze Eioberfläche verbreitet sind, so
bei der Schleie und dem Barsch, oder als lange fadenför-
mige Anhänge, die gewöhnlich in der Nähe der Micropyle
entspringen, so bei Belone, Heliases, Gobius und Blennius.
[Vgl. im Folgenden die Mittheilung von Lepori über Cy-
prinodon.] Die Eihüllen, die Ortsveränderung des Kerns, die
Bildung der Richtungsspindel, des Keims und des eigent-
lichen Nahrungsdotters werden näher beschrieben ; die
Concentration des Keims am Mikropylenpol und das Aus-
stossen der Richtungskörperchen unabhängig von einander
und von der Befruchtung ist bei den Eiern von Scorpaena
und Julis beobachtet und die darauf bezüglichen Angaben
anderer Beobachter erörtert. Ferner wird die Bildung der
Keimblätter ebenfalls mit Rücksicht auf die vorhandene
') Die Entwicklung einzelner Organe siehe bei diesen.
572 E. V. Märten s: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Literatur eingehend besprochen und endlich konstatirt, dass
die Chorda dorsalis wirklich aus dem Entoderm, nicht aus
dem Mesoderm, stammt und ihre Entwicklung von hinten
nach vorne fortschreitet, bei Knochenfischen ebensowohl
wie bei Knorpelfischen, wir es auch bei den Tunikaten der
Fall ist. Verhandelingen d. K. Akad. von Wetenschappen,
Amsterdam XXI, letzte Abhandlung, 168 Seiten in deut-
scher Sprache, mit 7 Tafeln.
E. Ziegler beschreibt die embryonale Entwicklung,
namentlich die Schichtenbildung von Salmo salar in einer
Dissertation, Freiburg i. B., 64 S., 4 Taf.
Die Figuren der Kerntheilung im Lachsei beschreibt
J. A. Ryder Bull. Un. St. Fish Comm. I S. 335-339 Taf. 18.
Henneguy beschreibt den Hergang der Dotterfur-
chung bei der Forelle im Vergleich mit demjenigen beim
Frosch und Kaninchen, Comptes rendus de l'Acad. Bd. 94
S. 655—658; derselbe bespricht die Bildung der Keim-
blätter u. s. w. bei der Forelle, und bestätigt, dass das
Nervensystem aus dem Ectoderm entstehe. Comptes rendus
de l'Acad. Bd. 95 S. 1297-1299.
H. Gen seh hat eine Inauguraldissertation „Das
secundäre Entoderm und die Blutbildung beim Ei der
Knochenfische'' 29 Seiten mit 2 Holzschnitten in Königs-
berg veröffentlicht.
J. A. Ryder beschreibt die Entwicklung von Belone
longirostris Mitch. vom Ei an, mit Bemerkungen über den
Ursprung des Bluts im Embryo und Vergleich des Fisch-
eies mit demjenigen anderer Wirbelthiere, Bulletin of the
Un. St. Fish Comm. I 1881 (1882) S. 283—301 Taf. 19 u. 20.
AI. Agassiz hat seine Beobachtungen über die
Körperform und Flossenstellung ganz junger Fische fort-
gesetzt, indem er solche von den Gattungen Labrax, Tem-
nodon, Stromateus, Atherinichthys, Batrachus, Cottus, Ga-
sterosteus, Lophius, Ctenolabrus, Motella, Gadus, Fundulus
und Osmerus beschreibt und abbildet, Proceedings of the
American Academy of arts and sciences at Boston Bd. XVII
(neue Reihe, IX) S. 271—298, Taf. 1—20. Auszug in den
Archives des sciences phys. et nat. G^neve, trois. serie,
Bd. VIII. S. 572-574.
während des Jahres 1882. 573
W. Salensky hat die ersten Entwicklungsstadien
des Störs in den Arcliives de Biologie II 1881 S. 279—341
mit 4 Tafeln ausführlich beschrieben. Von allgemeinem
Interesse ist unter seinen Schlussresultaten, dass die erste
Entstehung des Nervensystems bei Gliederthieren und
Wirbelthieren dieselbe sei, aber das Gehirn der Wirbel-
thiere eine neue Bildung derselben, welche keinem Theile
des Nervensystems der Gliederthiere entspreche und dass
betreffs der Betheiligung des Mesoderms am Aufbau der
Organe die Plagiostomen mehr den höhern, die Ganoiden
mehr den übrigen niedrigeren Wirbelthieren gleichen. Ein
Auszug im Journ. of the Key. microscop. Soc. (2) II. 1 . Febr.
1882 S. 24-26.
M. Sagemehl hat die Entwicklung der Spinalnerven
beim Neunauge, Petromyzon Planeri, und beim Hecht
beobachtet und kommt zur Ansicht, dass die Nervenfasern
Ausläufer der Nervenzellen des Medullarrohrs und der
Ganglien seien. Untersuchungen über die Entwicklung
der Spinalnerven, Inaugural-Dissertation Dorpat 1882. 4.
S. 15-25 Taf. 1.
J. P. Nuel hat die Entwicklung von Petromyzon
Planeri in den Archives de Biologie II 1881 S. 403—454
mit 2 Tafeln ausführlich beschrieben. Auszug in Journ.
of the Roy. microscop. Soc. (2) II 1. Febr. 1882 S. 26. 27.
Bastarde! R. Leuckart bringt die von G. Overbeck
schon in der deutschen Fischerei-Zeitung vom 25. Febr.
und 23. März 1880 mitgetheilte Beobachtung in Erinnerung,
wonach die Eier eines Bastards von Lachs und Forelle,
durch Milch gleicher Bastarde befruchtet, lebenskräftige
junge Fische ergaben, und knüpft daran weitere Bemer-
kungen über Bastardfische, die hauptsächlich v. Siebold's
bekanntem Werke entnommen sind. Ferner beschreibt
derselbe Bastarde zwischen Karpfen und Karausche, aus
dem Klosterteich bei Riddagshausen, welche sich mehr als
die bisher bekannten der Karausche nähern und vermuth-
lich ^4 Karausche und V4 Karpfen sind; sie zeigen eine
auffallende Variabilität in denjenigen Charakteren, in denen
sich Karpfen und Karauschen unterscheiden, so in den
Bartfäden und Schlundzähnen, letztere sind öfters bei dem-
574 E. V. Märten s: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
selben Individuum rechts anders als links. Archiv f. Natur-
gesch. XLVIII S. 309—315.
Ein vermuthlicher Bastard von Scholle und Steinbutt,
Platessa vulgaris und Rhombus maximus, bei Warnemünde
gefangen, von K. Krause im Archiv d. Ver. d. Fr. d.
Naturgeschichte in Mecklenburg XXXV S. 119. 120 be-
schrieben.
Biologie.
H. Strasser, Zur Lehre von der Ortsbewegung der
Fische, mit 26 Holzschnitten, Stuttgart 1882, 124 S. 8. Der
Verfasser berichtet zuerst über die Theorieen früherer For-
scher von Borelli an und setzt dann auseinander, dass die
Biegungen des Schwimmschwanzes von vorn nach hinten
fortschreiten und wesentlich die Form der Schlängelung
ergeben, also nicht einen Vergleich mit Schiff und Ruder
zulassen. Der grössere Theil der Schrift beschäftigt sich
mit der Erörterung der mechanischen Momente einer sol-
chen Bewegung, theils an sich, theils in den durch die
verschiedene Gestalt und Arbeitsleistung verschiedener
Fische bedingten Modifikationen. Sehr biegsame Thiere
können nur eine geringere Geschwindigkeit erreichen; die
Theorie ergibt, dass relativ kurze und absolut kleine Körper-
wellen für solche zweckmässiger sind. Die Grösse der
Vorwärtsbewegung nimmt bei gleicher Muskelkraft mit der
Verbreiterung der Seitenfläche zu. Im Anfang der Bewe-
gung kann eine Ausbiegung bis 45^ von der Längsrichtung
vortheilhaft sein; wenn aber eine erhebliche Geschwindig-
keit bereits erreicht ist, nicht mehr. Ein besonderes Kapitel
ist der Theorie der „Wellenbewegung an Säumen und
flossenartigen Fortsätzen" oder der marginalen Wellenbe-
wegung gewidmet, welche bei Labroiden, Lophobranchiern,
aber auch unter Umständen beim Hecht an der Rücken-
und Afterflosse, beim Barsch und vielen Cyprinoiden an der
Schwanzflosse zu beobachten ist; endlich wird noch die
ähnliche Bewegung der langen Flossensäume bei Schollen
und Rochen behandelt.
H. Jouan schreibt über die Fische der hohen See im
während des Jahres 1882. 575
Bulletin de la Sociale Linneenne ä la Normandie, S.Reihe,
Bd. V.
Ein 38 jähriger Karpfen, 67,5 cm lang, Körperumfang
am Anfang der Bauchflosse 61,3 cm, 9,4 kg schwer, in
einem Fischkasten im Main lange gehalten und später in
das Aquarium des zoologischen Gartens in Frankfurt a. M.
gebracht, wo er durch Ansatz von Saprolegnia an den
Kiemen starb; am Skelet zeigten sich eine Anzahl ver-
heilter Rippenbrüche, wahrscheinlich dadurch veranlasst,
dass der Fisch öfters mittelst eines Netzes aus dem Wasser
genommen und auf den Bootrand gelegt wurde, um ihn zu
zeigen. F. C. Noll, Zool. Garten XXIII S. 225-234.
Mehrere Fälle, dass Fische bei regelmässiger Fütte-
rung sich an den Menschen gewöhnen und herbeikommen,
namentlich einen von einer Forelle, welche sich sogar aus
dem Wasser herausnehmen Hess, erzählt Dr. Gronen im
Zool. Garten XXIII S. 347, 348. vgl. auch ebenda S. 68.
Fr. Day führt mehrere Beispiele von blinden Exem-
plaren von Gadus morrhua und luscus an, theils aus künst-
lichen Aquarien, theils aus einer natürlichen Vertiefung
an einer Felsenküste, wo bei Ebbe das Wasser nur 8' Höhe
betrug; er vermuthet, dass zu viel Licht für diese Thiere
die Ursache sei, Zoologist 1882 S. 191. [Auch im Berliner
Aquarium sah man öfters Exemplare von Gadus morrhua,
die an einem oder beiden Augen blind waren; sollten aber
nicht auch kleine Eingeweidewürmer, wie solche Nord-
mann mehrfach in Fischaugen fand, dabei im Spiele sein ?
RefJ.
Ein Karpfen 6 mal in einem Monat steifgefroren und
doch am Leben geblieben, G. Wigg, Bull. Un. St. Fish
Commiss. I 1881 (1882) S. 402.
J. A. Ryder berichtet über die Verlangsamung in
der Entwicklung der Eier des Shad (Alosa sapidissima)
sowohl durch künstliche Erniedrigung der Temperatur, als
durch ungewöhnliche natürliche Kälte, Bull. Un. St. Fish
Commiss. I 1881 S. 177—190 und (1882) 422-^424.
576 E. V. Martens: Berieht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Fischfang und Fischzucht.
Die Circulare des deutschen Fischereivereins fiir 1882,
No. 1—8, enthalten hauptsächlich Vorschläge fiir Fischerei-
gesetzgebung (z. B. in Betreff von Schonzeit und Minimal-
maassen für den Verkauf von Fischen), dann Berichte über
künstliche Fischzucht in Deutschland und Allgemeines über
die Fischereiergebnisse in einigen deutschen Gegenden und
in benachbarten Ländern. Einzelnes, was auch zoologisch
von Interesse ist, wird weiter unten bei den einzelnen
Arten (Salmoniden, Aal) angeführt werden.
Der 1882 erschienene siebente Theil der Veröffent-
lichungen der United States Commission of Fish and
Fisheries, Report of the Commissioner for 1879 betitelt,
enthält neben verschiedenen Originalberichten über Lebens-
weise, künstliche Befruchtung und Transport nordameri-
kanischer Speisefische namentlich auch Uebersetzungen
deutscher und skandinavischer Arbeiten, von 1880 u. 1879
z. B. von Hermes und Jacoby über den Aal, von Finn und
Ljungman über den Hering.
Shumagininseln bei der Halbinsel Alaska, Kabliau-
und Heilbutten-Fischerei daselbst, A. Krause, Deutsche
geographische Blätter, Bremen IV 1881 S. 267—269, eng-
lisch im Bulletin of the Un. St. Fish Commission I 1881
(1882) S. 259. 260.
Bemerkungen über Fischzucht in Japan von Seki-
zawa Akekio in Un. St. Commission of Fish and Fishe-
ries VII, Report for 1879 (1882) S. 645-647.
Einen neuen Fischbrut-Apparat beschreibt G. La Va-
lette. Arch. f. mikrosk. Anat. XXI S. 240—243.
Schädlichkeit des Ausflusses von Gas - Fabriken für
die Fische. S. B. Sweet in New Hampshire. Bull. Un. St.
Fish. Commiss. II S. 35.
C.Thomson, Untersuchungen eines aus West- Afrika
stammenden Fischgiftes , Inaugural - Dissertation Dorpat
1882 39 S. in 8. ; das untersuchte Gift besteht in zersägten
Holzstücken einer Papilionacee, wahrscheinlich aus der
Gattung Tephrosia; wässrige Abkochungen sowue ' alkoho-
während des Jahres 1882. 577
lische Auszüge derselben wirkten binnen V2—IV2 Stunden
tödtlich auf Süsswasserfische, unter Symptomen von Atliem-
noth; bei längerem Kochen verliert die Substanz an Wirk-
samkeit. Frösche und Katzen wurden nicht davon afficirt.
Der wirksame Bestandtheil kann mit Petroläther ausge-
zogen werden und der Verfasser gibt verschiedene chemische
Eigenschaften desselben an.
Siehe ferner im folgenden systematischen Theil die
Pereiden, Gadiden, Salmoniden, Cypriniden, Clupeiden und
den Aal.
Faunistisches.
Nord-Europa. Fr. Hein cke bespricht in seiner Schrift:
„Die nutzbaren Thiere der nordischen Meere" im Allge-
meinen die Fische der nordeuropäischen Meere, insbeson-
dere aber Hering, Makrele, Lodde, Kabliau, und deren
Nahrung; dasselbe Thema behandelt ein Aufsatz des ge-
nannten in der Zeitschrift .Humboldt" I S. 296-298.
Fr. D a y weist ebenfalls auf die Wichtigkeit der
kleineren Crustaceen als Nahrung für die Seefische hin;
im Magen des Herings fand er junge Sandaale (Ammodytes),
welche selbst wieder zahlreiche kleine Crustaceen im Darm
hatten , und im Magen mehrerer Makrelen Thysanopoda
Couchii. Zoologist Mai 1882 S. 235—236.
Sehr spärliche Notizen über bei Spitzbergen beob-
achtete Fische gibt A. HeneageCocks im Zoologist
Nov. 1882 S. 417.
A. J. Mela führt in seinem Werk Vertebrata Fennica
(Suomen Luurankoiset, Helsingissä, 8. in finnischer Sprache
geschrieben) auf S. 264—372, 113 Arten von Fischen und
Finnland auf und illustrirt eine Anzahl derselben durch
Holzschnitte; davon kommen 69, worunter 10 Trigliden,
10 Gadiden, 9 Pleuronectiden , 4 Salmoniden und 8 Se-
lachier, im Eismeer und weissen Meer vor ; 55 Arten im
botnischen und finnischen Meerbusen, worunter 14 Cypri-
noiden, 8 Salmoniden, 2 Pleuronectiden, 17 Stachelflosser,
aber kein Selachier; in Seen und Flüssen 41 Arten, wo-
runter 6 Stachelflosser, 2 Pleuronectiden (Pleuronectes
578 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
flesus und platessa), 16 Cyprinoiden und 8 Salmoniden.
Cottus scorpius, bubalis und quadricornis, Gasterosteus acu-
leatus und pungitius, Cyclopterus lumpus und Liparis
lineatus, Centronotus gunellus, Lumpenus lampetraeformis
und Zoarces viviparus, Ammodytes lancea, Gadus morrhua
und Pleuronectes flesus, Salmo salar, eriox und Osmerus
eperlanus, Clupea harengus, Anguilla vulgaris und Petro-
myzon fluviatilis finden sich zugleich im Eismeer und in
der Ostsee. Unter den im süssen Wasser lebenden hat
das Stromgebiet der Ostsee 17 Arten, welche nicht im
Stromgebiet des Eismeers und weissen Meers vorkommen,
darunter den Wels und sämmtliche drei Cobitis, während
Hecht und Aal, die Mehrzahl der Salmoniden und 6 Cy-
prinoiden (Phoxinus aphya, Leuciscus rutilus, grislagine,
idus, Abramis brama und Alburnus lucidus) in beiden Ge-
bieten vorkommen.
G. S e i dl i t z behandelt die Fische der [russischen]
Ostseeprovinzen in dem Archiv für die Naturkunde Liv-,
Esth- und Kurlands Bd. VIII, Dorpat 1882 S. 1—138; er
bespricht zuerst die vorhandene Literatur und gibt eine
alphabetische Liste derselben S. 1 — 22, dann eine Ueber-
sicht der aus Ostsee, Kattagat oder den zugehörigen Fluss-
gebieten bekannten Arten, mit jedesmaliger Angabe, ob die
betrefi'ende Art in den russischen Ostseeprovinzen Stand-
fisch, Irrgast oder noch gar nicht beobachtet sei, S. 23—
32, dann eine kurze morphologische Beschreibung der
Fische überhaupt S. 33—38 und endlich eine schlüssel-
artige kurze Angabe der Kennzeichen der Ordnungen, Fa-
milien, Gattungen und Arten S. 39—131.
P. 0 1 s s 0 n gibt Beiträge zur Kenntniss der Fauna
der schwedischen Provinz Jemtland, worin das Vorkommen
von 16 Arten von Fischen besprochen wird. Am höchsten
aufwärts findet sich noch die Forelle, welche der Verfasser
nach Collett als Salmo eriox bezeichnet, und dann als
zweiter der Röthling, Salmo alpinus, beide öfters oberhalb
der Birkengrenze; ferner finden sich in manchen kleinen
Seen des Hochgebirgs auch noch die Quappe, Lota vul-
garis, und die Aesche. Auch der Hecht kommt noch in
einem See über 2200 Fuss vor. Ferner wird Coregonus
während des Jahres 1882. 579
lavaretus aus mehreren Seen erwähnt, dagegen kein Stich-
ling. Öfversigt af K. Vetenkaps Akad. Förhandl. 1882
No. 9 S. 47. 51.
Einige Bemerkungen über Fische und Fischerei in
Neuvorpommern von E. F r i e d e 1 im Zool. Garten XXIII
S. 243—251. 275-280.
(jross-Britaimien. Fr. Day veröffentlicht eine syste-
matische Bearbeitung der britischen Süsswasser- und Meer-
Fische unter dem Titel The fishes of Great Britain and
Ireland, London bei Williams und Norgate, 8 vo., auf 9
Lieferungen berechnet. Die erste, zweite und dritte, schon
früher erschienen, behandeln die eigentlichen Stachelflosser,
die vierte und fünfte, 1882, die Labriden, Gadiden, Ophi-
diden, Pleuronectiden und Salmoniden. Nicht nur werden
die Familien, Gattungen und Arten systematisch genau
charakterisirt, sondern auch Lebensweise, geographische
Verbreitung, Feinde und Fang besprochen; eine ziemliche
Anzahl von Nominalarten wird als Jugendzustand, Abart
oder Monstrosität bekannter Arten untergebracht; alle an-
erkannten Arten und manche Varietäten sind recht gut
abgebildet, leider aber ohne Farben , was namentlich für
die Labroiden zu bedauern ist.
Mehrfache Angaben über den Fang seltenerer Fische
an der Küste von Cornwall durch Th. Cornish im Zoo-
logist 1882 S. 22, 75, 192, 286 und J. Gatcombe, ebenda
S. 434.
R. Warren, Ueber das Erscheinen zahlreicher Hai-
fische an der Küste von Sligo und Mayo, nordwestliches
Irland, Zoologist Juli 1882 S. 269. — Ueber das zahlreiche
Vorkommen von Haien und Meeraalen an der Westküste
Schottlands schreibt A. Harvie Brown ebenda Sept.
S. 354.
Mittel -Europa. Max von dem Borne hat seine
schon im Jahresbericht für 1880 S. 310 erwähnte Arbeit:
„Die Fischerei- Verhältnisse des Deutschen Reiches, Oester-
reich-Ungarns, der Schweiz und Luxemburgs" vollendet,
indem er im 4. Heft den Rhein mit all seinen Zuflüssen,
im fünften die Donau in derselben Weise wie früher Weser,
Elbe und Oder behandelt; dann folgen noch im fünften
580 E, V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Heft einige italienische Flüsse, ferner eine Aufzählung der
Seen durch das ganze Gebiet mit Angaben über deren
Fische, soweit das zu beschaffen war, einige Bemerkungen
über Nord- und Ostsee und ihre Fische, dann eine aus-
führliche Aufzählung der Teichwirthschafteu , einige Ver-
besserungen und Nachträge und endlich ein alphabetisches
Ortsregister. Die ganze Arbeit zählt 306 Quartseiten.
W. V. Schulenburg lässt ein Verzeichniss von 30
in der Oberlausitz vorkommenden Fischarten mit ihren
wendischen Namen aus der Lausitzischen Monatsschrift
vom Jahr 1797 im Circular des deutschen Fischereivereins
1882 No. 1 S. 30. 31 abdrucken.
V. F a t i 0 behandelt im ersten Bande seiner Faune
des Vertebres de la Suisse, 1882 Genf und Basel, 8. mit
5 Tafeln, die Fische der Schweiz.
Süd-Europa. Fr. Steindachner beschreibt im 12.
Theil seiner ichthyologischen Beiträge, Sitzungsberichte der
Wiener Akademie LXXXVI S. 61—82 einige Fische aus
dem Mittelmeer, sowie welche aus den Seen und Flüssen
von Dalmatien und Montenegro, und berichtigt deren Sy-
nonymie.
Asien. J. K a r o 1 i veröffentlicht ein Namenverzeich-
niss von 625 Fischarten, welche J. X a n t u s 1868—70 in
Ostasien gesammelt hat, in der ungarischen Zeitschrift
Termesz Füzeteke Band V S. 147—187.
H.E. Sauvage bespricht ausführlich die Süsswasser-
fisch-Fauna Asiens, namentlich Hinter-Indiens (Indochine)
und kommt zu dem auch schon früher bekannten Resul-
tate, dass in Beziehung auf die Süsswasserfische Sumatra,
Borneo und Java auffällige Uebereinstimmung mit dem
Festlande von Hinterindien zeigen, dagegen schon Celebes
ganz abweicht und viel ärmer ist , namentlich keine Cy-
prinoiden hat, wie Australien. Hieran schliesst sich eine
Aufzählung aller aus ludochina (Siam und Cochinchina)
bekannten Süsswasserfische, 109 Arten, worunter 46 Silu-
riden und 57 Cypriniden , und die Beschreibung einiger
neuer oder wenig bekannter unter denselben; die abgebil-
deten siehe im speciellen Theil. Nouv. Archives du Mu-
seum d'hist. nat. (2j tome IV S. 123—194 Taf. 5-8.
während des Jahres 1882. 681
Afrika. C. Keller konstatirt in seiner Arbeit über
die Fauna im Suezkanal (Denkschriften der schweizerischen
Gesellschaft für die gesammten Naturwissenschaften Bd. 28
Abth. 3, Okt. 1881) S. 27—29, dass von Mittelmeerfischen
Solea vulgaris, Umbrina cirrosa und Labrax lupus gegen-
wärtig sowohl bei Ismailia als bei Suez gefangen werden
und also schon durch den ganzen Kanal gewandert sind,
dagegen von Fischen des Rothen Meers Crenidens Forskalii
bis zu den Bitterseen, andere nur in dem südlichsten Theil
des Kanals bis zum Timsah-See vorgedrungen sind. Den-
selben Gegenstand behandelt der Verfasser auch in einem
Bericht an die Ostschweizerische Geographisch-commerzielle
Gesellschaft in St. Gallen 1882.
A. K Pereiro Guimaraes fügt 24 Arten aus den
überseeischen Besitzungen Portugals (Madeira, Azoren, An-
gola und Mossambique) einem früheren Verzeichniss von
F. de Brito Capello hinzu. Jornal de sciencias math. phys.
e naturaes de Acad. de Lisboa, No. XXXIII Juli 1882
S. 30-39.
Fr. Steindachner bespricht und beschreibt in einem
(zweiten) Beitrag zur Kenntniss der Fische Afrikas eine
Anzahl von Meeresfischen aus Goree am grünen Vorgebirge
in Westafrika, von Höfler gesammelt, sowie einige von
den Canarischen Inseln. Denkschriften d. Kaiserl. Akad.
in Wien, Phys.-math. Classe, Band XLV 18 Seiten, 5 Taf.
in gr. 4. Die bekannten Mittelmeerarten Dentex vul-
garis und Rhinobatus Columnae finden sich auch bei Goree,
ebenso der bisher nur aus Amerika bekannte Glyphidodon
saxatilis.
H. E. Sauvage führt bei Gelegenheit einer von
M. Chaper in Assinie (zwischen Zahn- und Goldküste) ge-
machten Fischsammlung 35 Arten von Süsswasserfischen
an, welche bis jetzt aus Oberguinea von Gap Palmas bis
Cap Ninje bekannt sind, nämlich 1 Dipnoer, 1 Ganoide
(Calamoichthys), 7 Chromiden, 1 Mastacemblus, 1 Ophi-
cephalus, 10 Siluriden, 3 Characiniden, 3 Cypriniden, 4
Mormyriden und 3 Cyprinodontiden, darunter mehrere neue.
Bull, de la Soc. Zool. de France 5. partie 1882 S. 315-
325 Taf. 5.
Archiv f. Naturg. XLIX. Jahrg. 2. Bd. NN
682 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Die Insel St. Thome besitzt nach K Greeff nur
Einen Süsswasserfisch und zwar eine neue Art von Gobius.
Sitzungsberichte der Gesellsch. z. Beförd. d. ges. Naturwiss.
in Marburg Apr. 1882 S. 37.
8 Süsswasserfische aus dem Innern von Angola, wo-
runter 1 Labyrinthfisch (Ctenopoma), 4 Chromiden, 1 Si-
luride, 1 Mormyrus und 1 Cyprinide, aufgeführt von A. R.
Pereira Guimaraes, Jörn, de sciencias math. phys. nat.
du Acad. du Lisboa tom. VIII No. XXX Juni 1881 S. 133
—136.
Amerika, Siisswasserfisclie. Grosse Seen in Nord-
amerika, Aenderungen im Fischfang daselbst von 1870—
1880, im Allgemeinen Abnahme der Ausbeute, Ch. W.
Smiley, Bulletin of the Un. St. Fish Commission I 1881
(1882) S. 252—258.
Bemerkungen über einige Süsswasserfische vom Wa-
shington Territorium und Oregon, Bean, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 89-93.
Hay, 0. P., on a Collection of Fishes from the
Lower Mississippi Valley. Bull. Un. St. Fish Comm. Vol. 2
p. 57 — 75, führt 78 Arten von Süsswasserfischen aus dem
untern Mississippi und seinen Zuflüssen auf, worunter einige
neue Arten; am reichsten vertreten sind die Familien
Etheostomidae, Centrarchidae, Cyprinodontidae, Cyprinidae
und Siluridae ; die Atherinidae sind durch zwei, dieSciae-
nidae durch eine Art (Haploidonotus) vertreten.
Einige Fische, hauptsächlich Characinen, von Canelos
in Ecuador besprochen von Steindachner, Sitzungsberichte
d. Wien. Akad. LXXXVI S. 79, 80.
Atlantische Küste Amerika' s. Von Texas und Florida
führen D. Jordan und Ch. Gilbert 131 Arten mit ver-
schiedenen Bemerkungen auf, Proc. Un. St. Nat. Mus. V
S. 241-307.
F. Poey nennt 15 Fischarten, welche von Key West
auf den Fischmarkt von Havana gebracht werden. Bull.
Un. St. Fish Commiss. II S. 118.
Derselbe führt im dritten Theil von J. Gundlach's
Apuntes para la Fauna Puerto-Riquena (Anales de la Soc.
Esp. de Hist. nat. Bd. X 1881) 106 Arten von Fischen mit
während des Jahres 1882. 588
Synonymen und manchen kritischen Bemerkungen auf,
welche er selbst aufPortörico beobachtet hat; die meisten
davon sind auch von Cuba bekannt, viele auch von Bra-
silien, wenige von Nordamerika.
Aus dem Golf von Mexiko führen G. Brown Goode
und Tarleton H. Bean 297 Arten von Fischen auf,
Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 234-240.
Westküste Amerikas. J. B. Bean stellt die Literatur
über die Fische der Westküste Nordamerikas von 1879—
1880 in Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 312-317 zusammen,
als Fortsetzung einer ähnlichen bis 1879 reichenden Liste
von Th. Gill im Bulletin desselben Museums no. 11.
Das im vorhergehenden Bericht erwähnte Verzeich-
niss der Fische Alaska's von Tarleton H. Bean findet
sich in Proc. Un. St. Nat. Mus. IV 1881 S. 239-272.
T. H. Bean führt 31 Arten, worunter eine neue Gat-
tung, Belolepis, von der Küste von British Columbia und
dem südlichen Alaska auf, worunter 5 Pleuronectiden, 1
Gadus, 9 Panzerwangen, 4 Chiroiden und 5 Blenniiden mit
1 neuen Gattung, Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 463—474.
D. S. Jordan und Ch. H. Gilbert führen 22 Arten
aus dem Golf von Californien und 12 von der Westküste
Californiens auf, darunter mehrere neue Arten Proc. Un.
St. Nat. Mus. IV. S. 273—279. — Dieselben zählen 83 Arten,
worunter 8 neue, von Cap S. Lucas, der Südspitze der
Halbinsel Californien, auf, ebenda V S. 353—371.
D. S. Jordan und Ch. H. Gilbert zählen 172 Fisch-
arten von Mazatlan, 143 von Panama und 24 von Punta-
renas (Costarica) auf. Bull. Un. St. Fish Commiss. II S.
105—112. — 19 neue Arten von Panama, dieselben ebenda
I 1881 (1882) S. 306. 334. — 23 neue Arten von Mazatlan
dieselben Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 338—365.
Australien. W. M a c 1 e a y veröffentlicht einen
dritten Theil seines Descriptive Catalogue of the Fishes
of Australia, worin Trichonotidae 1 Art, Blenniidae 58
Arten, Sphyraenidae 6, Atherinidae 20, Mugilidae 15,
Fistulariidae 2, Centriscidae 2, Gobiesocidae 2, Ophio-
cephalidae 1 (Oph. striatus Bl.), Trachypteridae 2, Nota-
canthi 1, Pomacentridae 27, Labridae 82, Gadopsidae 1,
684 E. V. Märten s: ßericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Lycodidae 1, Gadidae 4, Ophidiidae 6, Macruridae 2,
Pleuronectidae 23 Arten mit kurzer Beschreibung aufgeführt
sind, in Proc. Linn. Sog. of New South Wales I 1881 S.
1—138, und einen vierten Theil, ebenda S. 202—387 für
den Rest der Fische, nämlich Siluridae 22 Arten, Haplo-
chitonidae 1, Scopelidae 13, Stomiatidae 2, Salmonidae 1
(Retropinna Richardsonii Gill), Galaxiidae 17, Scombreso-
cidae 23, Cyprinidae 2 (Neocarassius ventricosus Casteln.
und Leuciscus? australis Casteln.), Gonorhynchidae 1,
Osteoglossidae 1, Clupeidae 22, Chirocentridae 1, Alepo-
cephalidae 1, Symbranchidae 3, Muraenidae 35, Pegasidae
2, Sygnathidae 40, Plectognathi 80, Ganoidei 3 (2 Cera-
todus und 1 Ompax), Chimaeridae 1, Haie und Rochen 56,
Petromyzontidae 6 und Leptocardii 1 (Brauch iostoma lan-
ceolatum). Im Ganzen 1133 Arten. Die neuen sind unten
angeführt.
Derselbe führt fünf Arten aus dem Macquariefluss
in Neusüdwales und sieben aus dem Palmerfluss im nörd-
lichen Queensland, worunter einige neue, auf, Proc. Linn.
Soc. New South Wales VI S. 831-833 und VII S. 69-71.
In beiden überwiegen die Stachelflosser und kommt nament-
lich die Gattung Therapon in mehreren Arten vor; von
Physostomen im ersteren nur ein Siluride, im zweiten ein
Siluride und eine Clupeide.
Verschiedene neue Arten aus Australien von Ch. W.
De Vis, E. P. Ramsay und W. Macleay im sechsten
und siebenten Band der Proceed. of the Linnean Soc. of
New South Wales 1882.
Neu-Cruinea. W. Macleay führt 196 Arten von Port
Moresby und Umgegend auf, von denen die meisten mit
Arten aus dem indischen Archipel übereinstimmen; 16 sind
neu. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII S. 224—250 und
351 — 366. — In dem folgenden erst 1883 veröffentlichten
Hefte S. 585—598 wird diese Arbeit beendigt, so dass im
Ganzen 274 Arten aufgeführt sind.
Polynesien. 27 Arten von Johnston-Island, südwest-
lieh von den Sandwichinseln, darunter 5 neue, führen R.
Smith und J. Swain auf, Proc. Un. St. Nat. Mus. V, S.
119-143.
während des Jahres 1882. 685
Systematik.
W. N. Lockington berichtet über die Fortschritte der
Fischkunde in Nordamerika in den Jahren 1878 — 1881. Am. Na-
turalist Band 16 S. 763—772.
J. A. Swain revidirt die von Swainson 1838 — 39 aufgestellten
Fischgattungen und die von Shaw 1804 beschriebenen Fischarten.
Proc. of the Acad. of nat. science at Philadelphia 1382 S. 272—284
und 303—309.
Acanthopteri.
Percidae. Kuhlia taeniura C. V. (Dules), beschrieben von Smith
und Swain Proc. ün. St. Nat. Mus. V S. 128.
(Labrax) Roccus lineatus , the striped Bass, Berichte über
künstliche Züchtung und Ueberführung nach Californien, von S. G.
Worth, W. R. Capehart, L. Stone, H. W. Mason und E. R. Norny
in ün. St. Commission of Fish and Fisheries VII, Report for 1879
(1882) S. XXXVIII, 637—644 und 663-666 und Bulletin derselben
Commission I 1881 (1882) S. 260. — Laichstellen in Virginien, R.
Healy ebenda II S. 75. — Zucht in Indianopolis, J. Arnold ebenda
II S. 113.
Centropomus rohalito Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat.
Mus. IV S. 462 Mazatlan.
Serranus undulosus Cuv. Val. = fuscus Lowe = tinca Can-
traine =Cerna macrogenis Sassi aus dem Mittelmeer und S. caninus
Val. von Tarent beschrieben und S. Alexandrinus Cuv. Val. =
Plectropoma fasciatum Costa = S. Costae Steind., von Steindachner.
Sitzungsberichte d. Wien. Akad. LXXXVI S. 63—69, die zweite Art
Taf. 2 Fig. 1. Ein Exemplar des S. fuscus aus Goree beschreibt
ebenderselbe in den Denkschriften d. Wien. Akad. XLV S. 3.
Serranus trifurcus L. und subligarius Cope. Jordan und Gil-
bert, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 273. 274. Florida.
Serranus Goldiei und magnificus Macleay, Proc. Linn. Soc. N.
S, Wales VII S. 226 und 229 Port Moresby, Neuguinea.
Serranus calopteryx Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. IV S. 350 Mazatlan.
Serranus (Plectropoma) lam'prurus Jordan und Gilbert, Bull.
Un. St. Fish Commiss. I S. 322 Panama.
Lutjanus Colorado^ prieto und 4 andere schon benannte Arten
von Mazatlan, Jordan und Gilbert , Proc. ün. St. Nat. Mus. IV S.
351-856.
586 E. V. Märten 8 : Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Ocyurus sp. nov. ? ohne Namen. Poey Anales de la Soc. Espan.
de Hist. nat. X S. 197 Portorico,
Trisotropis stomias Goode and Bean, Proc. ün, St. Nat.
Mus. V S. 427 Florida.
Hypoplectrus gemma Goode u. Bean, Proc. ün. St, Nat. Mus.
V S. 428 Südliches Nordamerika.
Genyoroge bidens Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.Wales VII
S. 230 Port Moresby, Neuguinea.
Mesoprion rubens, Goldiei und parvidens Macleay, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales VI S. 232—234 Port Moresby, Neuguinea.
Centrarchidae (Grystina). Homalogrystes luctuosus De Vis,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII S. 369 Brisbane, Australien.
Homalogrystes, eine neue Art aus Queensland. De Vis, Proc.
Linn. Soc N. S. Wales Sept. 1882.
Oligorus goliath De Vis , Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII
S. 318 Moreton Bay, Queensland.
Lepomis, Bemerkungen über einige Arten aus dem Missisippi
von Hay, Bull. ün. St. Fish Commiss. II S. 63.
Xenichthys xenops, Panama, und Unterschiede der 5 Arten
von der Westküste des tropischen Amerika, Jordan und Gilbert.
Bull. ün. St. Fish Commiss. I S. 325. 326. — Xenichthys xenurus
Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat. Mus. IV S. 454 San Salvador,
W. Central-Amerika.
Apogonidae. Apogon älutus Jordan und Gilbert, Proc. ün.
St. Nat. Mus. V S. 279 Florida.
Apogon Güntheri Casteln. beschrieben von Ramsay. Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales VII S. 110.
Pristipomatidae. Pseudohelotes gen. nov. Keine Zähne an
Vomer oder Gaumenbeinen; in jedem Kiefer ein breites Band von
Hechelzähnen und vor demselben eine einfache Reihe von Zähnen,
die aus einem untern abgestutzten und einem daraufgesetzten
kleineren Kegel bestehen. Kiemendeckel mit einem Stachel, Vor-
deckel gezähnelt; 7 Kiemenhautstrahlen. Rückenflosse mit 12, After-
flosse mit 3 Stacheln. Ps. Güntheri, Brito Capello, bei Setubal
(Portugal) im October 1877 gefangen. Di2/i7> A.3/g, 1. lat. 110, transv.
^^/25. Länge 78 Centim. A. R. Pereira Guimaraes, Jörn, de scienc.
math. phys. nat. du Acad. de Lisboa Bd. VIII n. XXXI Dec. 1881
S. 222.
Therapon Macleayana [— us] Ramsay, Proc. Linn. Soc. New
South Wales VI S. 831 Macquarie-river, Australien.
Conodon serrifer Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat.
Mus. V S. 351 üntercalifornien.
(Haemulon) Diabasis Steindachneri, Panama, und unterschiede
der 5 Arten von der Westküste des tropischen Amerika, Jordan
und Gilbert, Bull. Un. St. Fish Commiss. I S. 322—324.
während des Jahres 1882. 587
Diagramma Papuense Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VII S. 237 Port Moresby, Neuguinea.
Scolopsis specularis De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII
S. 369 Queensland, Australien.
Etheostomata. Ammocrypta vivax Hay, Bull. Un. St. Fish
Commiss. II S. 58 Pearl river, Missisippi.
Ina vigil Hay, ebenda S. 59. Ebendaher.
Poecilichthys Butlerianus Hay, ebenda S. 61 Big Black River,
Missisippi.
Mallidae. MuUus barbatus L. von Florida, Jordan u. Gilbert,
Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 280.
Upeneus velifer und praeorhitalis, sowie crassilabris C. V. und
Vanikolensis C. V., alle von Johnston-Island im Stillen Ocean, R.
Smith und Swain, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 129—133.
Squamipinnes. Chaetodon setifer Bl. , Farbenbeschreibung,
Smith und Swain, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 137.
Pomacanthus crescentalis Jordan und Gilbert, Proc. Un. St.
Nat. Mus. IV S. 358 Mazatlan.
Ephippus Goreensis Cuv. Val. beschrieben von Steindachner,
Denkschr. Wien. Akad. XLV S. 10.
Gerridae. Gerres oUsthotoma Goode and Bean, Proc. ün.
St. Nat. Mus. V S. 423 Florida.
Gerres aureolus Panama, und Unterschiede der 8 Arten von
der Westküste des tropischen Amerika, Jordan und Gilbert, Bull.
Un. St. Fish Commiss. I S. 328—330.
Sparidae. Sargus Bellottii Steindachner, Denkschr. d. Wien.
Akad. XLIV S. 6 Taf. 3 Fig. 2 Canarische Inseln.
Pagrus auriga Val. von den Canarischen Inseln und Ehren-
bergii Cuv. Val. von Senegambien vergleichend beschrieben von
Steindachner, Denkschr. d. Wien. Akad. XLIV S. 3 und 4 Fig. 2
und Taf. 5 Fig. 1.
Pagellus Bellottii Steindachner, Denkschriften d. Wien. Akad.
XLIV S. 5 Taf. 3 Fig. 1 Canarische Inseln und Senegambien.
Calamus arctifrons Goode and Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus.
V S. 425 Florida.
Stenotomus caprinus Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 426
Florida.
Lethrinus aurolineatus Macleay, Proc. Linn. Soc. N.S.Wales
VII S. 247 Port Moresby, Neuguinea.
Pomadasys caesius, Mazatlan, und Unterschiede der bis jetzt
bekannten 18 Arten von der Westküste des tropischen Amerika,
Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 383—388. —
Pomadasys fulvomaculatus Mitch. dieselben ebenda V S. 277. —
P. bilineatus C. V., junge Exemplare von Californien, dieselben
588 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
ebenda V S. 362. — P. virginicus subsp. taeniatus Gill von Colima
in Mexico, Dieselben ebenda S. 372.
Pimelepterus ocyuruSj Panama, und Unterschiede der 3 Arten
von der Westküste des tropischen Amerika, Jordan und Gilbert,
Bull. Un. St. Fish Commiss. I S. 327, 328.
Cirritidae. Chilodactylus MulhallU Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales VII S. 366 Sydney.
Scorpaenidae. Scorpaena, pelagische Eier, s. Hoffmanu oben
S. 571.
Sebastichthys umhrosus Jordan und Gilbert , Proc. ün. St.
Nat. Mus. V S. 410 Santa Barbara, Californien.
Scorpaena sp. indet. von Portorico Poey Anales de la Soc.
Espan. de Hist. nat. X S. 199.
Sebastopsis xyris Jordan und Gilbert, Proc, Un. St. Nat. Mus.
V S. 369 Cap S. Lucas, Californien.
Scorpaena Stearnsi und calcarata Goode and Bean, Proc. Un.
St. Nat. Mus. V S. 421 und 422 Florida.
Berycidae. Cleidopus gen. nov. Schnauze abgerundet, stumpf,
vorstehend; Mundspalte schief. Augen gross. Bürstenzähne in den
Kiefern, Gaumenbeinen, Vomer und auf der Zunge. Suborbitale mit
einer Längsleiste, welche bis zur Ecke des Vordeckels sich erstreckt.
Schuppen gross, knochenartig (bony), gekielt, theilweise einen Panzer
bildend. Zwei Rückenflossen, an der ersten die Stacheln theilweise
durch Haut verbunden. Bauchflossen auf einen Stachel und wenige
schwache Strahlen reducirt, der Stachel eigenthümlich eingelenkt.
8 Kiemenhautstrahlen. 4 Kiemen , eine Spalte hinter der vierten.
Schwimmblase gross. 21/2 Coeca pylorica. C. gloria-maris, Brisbane
river, Australien. De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII S. 367.
Holocentrus leo C. V. und Erythraeus Gthr. Bemerkungen
von Smith und Swain , Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 125 und 127.
Holocentrum hastatum Cuv.Val. von Goree, Steindachner, Denk-
schr. d. Wien. Akad. XLV S. 1 Taf. 1 Fig. 1.
Holocentrum Goldiei Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VII S. 352 Port Moresby. Neuguinea.
Polynemidae. Polyuemus kuru Blkr., Bemerkungen von Smith
und Swain, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 122.
Sciaenidae. Micropogon ectenes Jordan und Gilbert Proc. Un.
St. Nat. Mus. IV S. 355 Mazatlan. Die Unterschiede der drei ameri-
kanischen Arten behandeln dieselben ebenda V S. 282.
Umbrina cirrosa L. von Suez, beschrieben von Steindachner
Sitzungsberichte d. Wien. Akad. LXXXVI S. 61, Taf. 1. — U. Ca-
nariensis Val. ist eine Varietät derselben Art von den Canarischen
Inseln, beschrieben von ebendemselben in den Denkschriften d. Wien.
Akad. XLV S. 7 Taf. 2 Fig. 1.
Umbrina roncador = undulata Steindachner, non Girard,
während des Jahres 1882. 589
Jordan und Gilbert, Proc. üu. St. Nat. Mus. IV S. 277, Cali-
fornien.
Menticirrus, unterschiede der 7 amerikanischen Arten, Jordan
und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 282. 284.
Sei aen a wncrops, ericymba, oscitans und ensifera, Panama, und
Unterschiede der 12 Arten von der Westküste des tropischen Ame-
rika, Jordan und Gilbert, Bull. Un. St. Fish Commiss. I S. 309—316.
— Sc. icistia Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S.
356 Mazatlan. — Sc. ocellata C. von Texas, Jordan und Gilbert,
Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 281.
Otolithus macrognathus Blkr., Goree und im Senegal bis S.
Louis hinauf, Steindachner, Denkschr. d. Wien. Akad. XLV S. 7.
— (Otolithus) Cynoscion pJioxocephalum, Panama und Unterschiede
der 7 Arten an der Westküste des tropischen Amerika, Jordan und
Gilbert, Bull. Un. St. Fish Commiss. I S. 318-320. — C. othonop-
terum dieselben ebenda IV S. 274 Westküste von Mexiko. — C.
maculatus Mitch., Farbenbeschreibung, dieselben ebenda V S. 285.
— C. xanthulum, dieselben ebenda IV S. 460 Mazatlan.
Odontoscion archidium Jordan und Gilbert, Bull. Un. St.
Fish Commiss. I S. 318 Panama.
Isopisthus remifer Jordan und Gilbert, Bull. Un. St. Fish
Commiss. I S. 320 Panama.
Monosira, gen. nov. Unterkiefer vorstehend, ohne Bart-
faden, mit jederseits einer Pore am Kinn; Zähne zahlreich, sehr
klein, in Einer Keihe; der ganze Kopf mit den Deckelstücken be-
schuppt. Einige wenige Schuppen auf der Basis der vertikalen
Flossen; zweiter Stachel der Afterflosse sehr stark. Schwimmblase
einfach. M. Stahli von Portorico 0,190 Met. D. 10—1. 25. A. 25.
Poey Anales de la Soc. Espan. de bist. nat. X (Gundlach Apuntes
para la fauna Puerto-Riquefia III) 1881 S. 202 (327) Taf 6.
TricMuridae. Benthodesmus gen. nov., nächst verwandt
mit Lepidopus, aber niedriger und länger, der After weiter vorn,
die Seitenlinie mehr gerade und tiefer, der Kopf flacher, die Nasen-
löcher horinzontal, die Brustflossen unterhalb des Kiemendeckels
sitzend und nur ein kleines Postanal-Schild. Ueber 150 Strahlen in
der Rückenflosse. Auf dem dritten und vierten Kiemenbogen die
Fortsätze obsolet. B. elongatus, 896 Millim. lang, einfarbig silbern,
aus dem Magen einer Heilbutte, 80 Faden tief, auf der grossen
Bank von Neufundland. Br. Goode und Bean, Proc. Un. St. Nat.
Mus. IV S. 379—383.
Carangidae. Caranx trachurus L. mit zwei Varietäten oder
Nebenarten declivis Jenyns und picturatus Bowd., und C. hippos L.,
Vorkommen in Florida und Synonymie, Jordan und Gilbert, Proc.
Un. St. Nat. Mus. V S. 268. 269.
Caranx mandibularis, oUusiceps und Moresbyensis Macleay,
590 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII S. 356—358, Port Moresby,
Neuguinea.
Caranx vinctus Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus.
IV S. 349 Mazatlan.
Caranx gj-^mnostethoides Blkr., Bemerkungen von Smith und
Swain, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 125.
Caranx (Carangops) atrimanus. Jordan und Gilbert, Bull.
Un. St. Fish Commiss. I S. 308 Panama.
Selene Goreensis Cuv. Val. und S.? setipinnis Mitch., letztere
= Vomer Brownii Cuv., beide von Goree, beschrieben von Stein-
dachner, Denkschr. d. Wien. Akad. XLV S. 9, 10, erstere abgebildet
Taf. VI. Der Verfasser vereinigt die von Lütken unterschiedenen
Gallichthys und Selene in Eine Gattung.
Seriola Stearnsi Goode und falcata C. V. Jordan und Gilbert,
Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 270, 271.
Scombroides Sancti Petri C. V. (Chorinemus), Bemerkungen
von Smith und Swain, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 124.
Xiphiidao. G. Brown Goode liefert eine Revision dieser Fa-
milie, welche hienach zwei Unterfamilien, Tetrapturinae und Xiphiinae
und drei Gattungen Histiophorus mit 7 Arten, Tetrapturus mit 8
und Xiphias mit nur Einer weit verbreiteten Art enthält. Makaira
nigricans Lacep, ist „mythisch", wahrscheinlich ein Histiophorus,
bei dem die kleinen Bauchflossen übersehen wurden. Die amerika-
nischen Arten werden näher beschrieben. Auch einige fossile Arten
aus dem Tertiär werden erwähnt, darunter die Gattung Coelorhyn-
chus Ag. Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 415—433.
Scombridae. Beobachtungen über die Züge und den Fang der
Makrele von S. J. Martin, Bull. Un. St. Fish Commiss. II S. 89.
Centrolophus pompilus L. 20. Nov. 1881 an der Mündung
des Colne gefangen, H. Laver im Zoologist Febr. 1882 S. 75 und
Günther Ann. and Mag. of nat. bist. IX S. 204. — Day führt noch
3 andere Fälle seines Vorkommens an der Ostküste von England
an, ebenda S. 338 und Zoologist April 1882 S. 152.
Coryphaena hippurus L., ein Exemplar von Goree beschreibt
Steindachner, Denkschr. d. Wien. Akad. XLV S. 8.
Schedophilus medusophagus Cocco im August 1878 bei Por-
trush an der Küste von Irland gefangen, von A. Günther beschrieben
und abgebildet in den Transact. of the Zool. Soc. XI part 7 S. 223,
226. Taf. 47.
Trachinidae. Schedophilopsis spinosus. Steindachner 1881 =
Icosteus aenigmaticus Lockington 1880 oder 1881, gehört vielleicht
auch in diese Familie, Steindachner, Sitzungsberichte d. Wien. Akad.
LXXXVI S. 82.
Opisthognathus lonchurus Jordan und Gilbert, Proc. Un. St.
während des Jahres 1882. 591
Nat. Mus. V S. 290 Florida. — Op. scaphiurus Goode and Bean,
Proc. ün. St. Nat. Mus. V S. 417 Florida.
Opisthognathus (Gnathypops) rhomaleus Jordan und Gilbert,
Proc. ün. St. Nat. IV S. 276 Ünter-Californien.
Batrachidae. Porichthys plectrodon Jordan und Gilbert, Proc.
ün. St. Nat. Mus. V S. 291 Florida.
Poricthys (Porichthys) Queenslandiae De Vis, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales VII S. 370 Queensland, Australien. Eine grössere
Anzahl stärkerer Zähne auf dem Vomer; zwei rudimentäre vordere
Dorsalstacheln nebeneinander unter der Haut.
Fedicalati. Lophius, Gefrässigkeit. G. Gordon u. Scott, Na-
turalist Apr. 1882 S. 288.
Malthe elater Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat. Mus.
IV S. 365 Mazatlan.
Antennarius inops Poey Anales de la Soc. Esp. de Hist. nat.
X p. 216 Portorico.
Gottidae. Cottus gobio, Seitenkanal von Bodenstein beschrie-
ben, s. oben S. 560.
üranidea marginata Bean, Variationen, Bean Proc. ün. St.
Nat. Mus. V S. 89. — U. poUiearis Jordan und Gilbert, ebenda
S. 222 Michigan-See.
üranidea (Cottopsis) Bhothea K. Smith, Proc. ün. Nat. Mus.
V S. 347 Spokaneriver, Washington Terr.
Discoboli. Cyclopterus lumpus in Cornwall gefangen, Tb. Cor-
nish im Zoologist Mai 1882 S. 192.
Gobiidae. Gobius Bustamentei. Greeff, Sitzungsberichte der
Gesellsch. z. Beförd. d. ges. Naturwiss. in Marburg no. 2. April
1882 S. 37. Insel S. Thome, Süsswasser.
Gobius stigmaturus Goode and Bean, Proc. ün. St. Nat. Mus. V
S. 418 Südliches Nordamerika.
Gobius Nichdlsn Bean, Proc. ün. St. Nat. Mus. IV S. 469
British Columbia.
Gobius emblematicus Jordan u. Gilbert, ün. St. Fish Commiss.
I S. 330 Panama. G. banana C. V. von Cap. S. Lucas, Californien,
dieselben ebenda V S. 379.
Gobius (Coryphepterus) holeosoma Jordan und Gilbert, Proc.
ün. Mus. V S. 295 Florida.
Crystallogobius Nilssoni zahlreich im Magen von Heringen
an der Küste von Cornwall, Day im Zoologist Juli 1882 S, 268.
Gobiosoma ios Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat. Mus.
V S. 437 Vancouverinsel.
Eleotris planiceps Macleay, Proc. Linn. Soc. New South Wales
VII S. 69 Palmer River, nordöstliches Australien.
592 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Culius aequidens Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat. Mus.
IV S. 461 Mazatlan.
Arisiens cavifrons Macleay, Proc. Linn. Soc. New South Wales
VII S. 70 Palmer River, nordöstliches Australien.
Callionymus achates Queensland, De Vis, Proceed. Linn. Soc.
N. S. Wales December 1882.
Joglossus nahe verwandt mit Oxymetopon Blkr, aber ohne
Kiel am Kopf und fast alle Schuppen glatt. Zunge frei, lang und
schmal. Zähne oben in zwei Reihen, die äussern grösser, die zwei
mittlem der innern Reihe viel grösser und gebogen, unten in einer
Reihe, mit 1 grössern Zahne jederseits ; keine Zähne im Vomer und
den Gaumenzähnen. J. cdlUurus Florida. Bean, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 419, 236 u. 297.
Blenniidae. Blennius Steamsi Jordan und Gilbert, Proc. Un.
St. Nat. Mus. V S. 300 Florida. Bl. asterias und favosus Goode und
Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 416 Florida. .
Blennius castaneus Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S, Wales VI
1881 S. 5 Port Jackson.
Lepidoblennius geminatus Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
IV 1881 S. 13 Port Jackson.
Delolepis, gen. nov., sehr ähnlich Cryptacanthodes, aber mit
gut ausgebildeten, sich dachziegelförmig deckenden Cycloidschuppen.
D. virgatus, British Columbia und südliches Alaska, J. H. Bean,
Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 465.
Chasmodes sahurrae Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 298 Florida.
Petroscirtes fasciolatus, guttatus und rotundiceps Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales VI 1881 S. 8 und 9 Port Jackson.
Salarias CJieverti Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI
1881 S. 12 Darnley-Insel, Australien. S. atratus, derselbe ebenda
VII S. 361. Port Moresby, Neuguinea.
Salarias cMostictus Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. IV S. 363. Mazatlan.
Clinus zonifer Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. IV
S. 361 Mazatlan.
Cristiceps fasciatus und pictus, Port Jackson, pallidus. King
George's Sound in Australien, Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VI 1881 S. 19, 25 und 26.
Tripterygium carminale Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. IV S. 362. Mazatlan.
Zoarces viviparus. M. Schmidt berichtet über die Aufzucht
junger Fischchen dieser Art von der Geburt an in einem Aquarium;
sie wurden zuerst mit zwischen den Fingern zerriebenem Blutge-
rinsel gefüttert und lernten bald ihren Pfleger so gut kennen, dass
sie herbeikamen, wenn man nur einen Finger gegen das Glas be-
während des Jahres 1882. 593
wegte. Zoologischer Garten 1882 S. 65 — 70. — Begattung dieses
Fisches im Frankfurter Aquarium im März beobachtet, J. Blum
ebenda S. 124.
Microdesmus retropinnis Jordan und Gilbert, Bull. Un. St.
Fish Commiss. I S. 331 Panama.
Cerddle, gen. nov., ähnlich Microdesmus Gthr., aber Körper
kürzer und 2 Strahlen in der Bauchflosse; Kiemenöffnungen klein,
fast horizontal, unter und vor den Bauchflossen; Pseudobranchien
gut ausgebildet. 0. ionthas. Panama, Jordan und Gilbert, Bull. Un.
St. Fish Commiss. I S. 332.
Isesthes ionthas. Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus.
V S.299 Florida.— Isesthes Güberti. Jordon, ebenda V S. 349 Santa
Barbara, Califoruien.
Icosteus s. Schedophilopsis unter den Trachinidae oben S. 590.
Trichonotidae. Hemerocoetes HaswelU Ramsay, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales VI 1881 S. 575 Port Jackson.
Atherinidae. Menidia audens Hay, Bull. Un. St. Fish Commiss.
II S. 64 Unterer Missisippi.
Atherinella eriarcha Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. IV S. 348 Mazatlan.
Menidia dentex Goode and Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus. V
S. 429 Florida.
Tetragonuridae. Tetragonurus Cuvieri findet sich im Jugend-
zustand in der Athemhöhle grösserer Salpen. Emery, Mittheil. d.
zool. Station in Neapel Bd. III Heft 3 S. 285.
Mugilidae. Mugil Hoefleri Steindachner, Denkschr. Wien. Akad.
XLV S. 11 Taf. 4 Fig. 1 Goree, Westafrika.
Joturus stipes Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. V
S. 373 Panama.
Gasterosteidae. G. Lund über Variabilität einiger Arten, in
den Memoires de la Societe des scienc. nat. du Dep. Saone et Loire,
22 Seiten (vom Verfasser nicht gesehen).
Fistulariidae. Aulostomus chinensis L., Bemerkungen von
Smith u. Swain, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 121.
Centriscus scolopax L. Day, Fishes of Gr. Brit. IV S. 249
Taf. 69.
Gobiesoces. Gobiesox virgatulus Jordan und Gilbert, Proc. Un.
St. Nat. Mus. V S. 293 Florida.
Gobiesox zebra, eos, erythrops, adustus und zosterurum [-us].
Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 359 — 351
Mazatlan.
Gobiesox in cardinalis Ramsay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VII S. 148 Tasmanien.
Labyrintbici. Macropodus viridiauratus , die Merkmale der
694 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Brunst werden von N. D e p p e in rassischer Sprache behandelt in
der Zeitschrift Sapiski Nowoross. Obsch. Esterw. Bd. 8 Theil. 1.
Trichopus parvipinnis Sauvago (1876), Nouv. Arch. d. Mus.
(2) IV S. 165 Taf. 6 Fig. 3 Laos.
Taenioidei. Trachypterus und Regalecus. Chr. Lütken recapi-
tulirt in dänischer und französischer Sprache ausführlich seine
Untersuchungen über diese zwei Gattungen, welche er schon 1881
in den Videnskabeligc Meddelelser (s. den vorigen Jahresbericht
S. 447) veröffentlicht hat. Zu erwähnen dürfte daraus noch sein,
dass das Kopenhagener Museum nach und nach 13 Exemplare des
Trachypterus Arcticus erhalten hat, von Dänemark, Island und den
Färöern, 0,8 bis 2,2 m lang, dagegen nur 1 Regalecus und zwar
von den Färöern, 12^/2 Fuss lang, von dem in der obenerwähnten
grössern Arbeit S. 209 eine an Ort und Stelle nach dem noch un-
versehrten Thier aufgenommenen Skizze mitgetheilt ist, und dass
überhaupt von dieser Gattung nur etwa 30 Stück im Verlauf von
130 Jahren bekannt geworden sind, welche an den Küsten von
England und Norwegen gefunden wurden. Von anatomischen Unter-
schieden zwischen beiden Gattungen erwähnt der Verfasser, dass
bei Regalecus der Blindsack des Magens jenseits des Afters bis
beinahe zum Schwanzende sich erstreckt und dass bei Trachypterus
keine Rippen vorhanden sind, dagegen bei Regalecus solche vom 8.
bis 24. Wirbel. Oversigt over de K. Danske Videnskabernes Selskabs
Förhandlinger 1882 S. 206—216. — N. F. Dobree erwähnt das
Vorkommen eines Trachypterus und Gymnetrus bei Bridlington.
The Naturalist (York) Bd. VII S. 185.
Pharyngognathi.
Pomacentridae* Pomacentrus (?oZü Macleay, Proc. Linn. Soc. N.
S. Wales VI 1881 S. 65 Taf. 1 Fig. 1 Port Jackson. P. analis, der-
selbe ebenda VII S. 364 Port Moresby, Neuguinea.
Glyphidoden saxatilis L. von Goree. Steindachner, Denkschr.
Wien. Akad. XLV S. 11.
Glyphidodon Mcolor und filamentosus Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales VII S. 365 Port Moresby, Neuguinea.
Labridae. Day beschreibt 7 Arten von britischen Labriden;
nach demselben sind Labrus Donovani C. V. und lineatus Donovan,
beide abgebildet, Varietäten von maculatus Bl., Crenilabrus rone
Asc, Pennanti C. V., Norvegicus Bl. und Couchii C. V., solche von
C. melops L., Acantholabrus Yarrelli C. V. eine Monstrosität von
Labrus mixtus und Coris Giofredi Risso das Weibchen oder der
Jugendzustand von C. julis L., Day, fishes of Great Britain and
Ireland IV S. 251—270 Taf. 70—77.
während des Jahres 1882. 696
Harpe bilunnlata Lacep. Smith und Swain, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 136 Johnston's Insel, im nördlichen stillen Ocean.
Labrichthys äorsalis, Idbiosa und melanura, Port Jackson,
maculata und ruhiciinda, King George's Sound in Australien, Ma-
cleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI 1881 S. 87-90, die zweite
Taf. 1 Fig. 2.
Chilinus diagramma Lac. beschrieben, Smith und Swain, Proc.
Un. St. Nat. Mus. V S. 133.
Platyglossus florealis Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 287 Florida.
Platyglossus guttulatus, Port Moresby in Neuguinea. Macleay,
Proceed. Linn. Soc. N. S. Wales, Nov. 1882.
Novacula Jacksonensis. Ramsay, Proc. Linn. Soc. New South
Wales VI 1881 S. 198 Port Jackson.
Julis, pelagische Eier, siehe Hoffmann oben S. 571.
Julis verticalis und clepsydralis R. Smith und Swain, Proc.
Un. St. Nat. Mus. V S. 135, 136 Johnston-Island, stiller Ocean.
Coris pallida. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI 1881
S. 100 Endeavour river, Australien. C. semidncta Ramsay, ebenda
VIT S. 301 Lord Howe's Insel und Neusüdwales.
Scarus perrico Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus.
IV S. 357 Mazatlan.
Scarus perspicillatus Steind. Smith und Swain, Proc. Un. St.
Nat. Mus. V S. 134. Johnston's Insel, im nördlichen stillen Ocean.
Odax hrunneus Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI 1881
S: 109 Port Jackson.
Chromidae. Hemichromis Güntheri Sauvage, Bull. Soc. zool.
de France 1882 V S. 317 Taf. 5 Fig. 1 Efiru, Fluss Cania, Ober-
guinea.
Scombresoces. Belone longirostris. Entwicklung, Ryder, s.
oben S. 572.
Belone gracilis Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI 1881
S. 243 Port Jackson.
(Belone) Tylosurus scapularis Jordan und Gilbert, Bull. Un.
St. Fish Commiss I S. 307 Panama. T, sierrita und fodiator Jordan
und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 458, 459 Mazatlan. T.
gladius Bean, ebenda V S. 430 Florida.
Chriodorus. Grosse glatte Schuppen, beide Kiefer gleich,
nicht verlängert. Zähne gross, dreispitzig, dicht aneinander, in
zwei Reihen in jedem Kiefer, keine auf Vomer oder Gaumenbeinen.'
Zwischenkiefer und Oberkiefer verwachsen. Chr. atherinoides, Florida.
Goode und Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 432.
Exocoetus, 4 Arten von der atlantischen Küste Nordamerika^s
unterschieden , Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. V
S. 262, 263.
696 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologi e
Anacanthini.
Lycodidae. Lycodes Kieneri aus dem nordatlantischen Meer,
180 Faden tief, von Günther 1874 als Anguilla Kieneri bestimmt,
wird von Day beschrieben und in Holzschnitt abgebildet , Proc.
Zool. Soc. 1882 S. 536, 537.
Gadidae. D ay beschreibt 17 Arten britischer Gadiden in ein-
gehender Weise, Fishes of Gr. Brit. IV S. 271—322 Taf. 78—90.
üeber den Dorschfang in Norwegen verbreitet sich ein Artikel in
der Fiskeri Tidende 1882, übersetzt in Bull. Un. St. Fish Commiss.
II S. 138. Nachricht über früheren Kabliaufang am Eingang der
Chesapeake-Bai. F. Ryder, Bull. Un. St. Fish Commiss. I 1881
(1882) S. 384. Eine neuere etwas zweifelhafte Angabe hierüber von
J. W. Co 11 ins, ebenda S. 401. G. callarias in der Bay of Callen,
Banfifshire, gefangen. Th. Edward, im Zoologist Januar 1882 ö. 23;
derselbe in Cornwall im Frühjahr häufig. Th. Cornish, ebenda
Febr. S. 73 und 192, Bericht über den Winter-Fang des G. (Mela-
nogrammus) aeglefinus in England von G. Brown Goode und
J. W. CoUins, im Bulletin of the Un. St. Fish Commission I 1881
(1882) S. 226—235 und über den Fang des G. carbonarius bei
Boston von S. J. Martin, ebenda S. 342.
Gadus aeglefinus , Schlüsselbein am Kopfende mehr oder
weniger verdickt. M. Köstler, Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXXVII
S. 445—456 Taf. 25 (vgl. oben).
L ü t k e n führt Einiges über das Vorkommen verschiedener
Gadusarten bei den Färöern, Island und Grönland an; er bezweifelt,
dass G. minutus L. der Jugendzustand von luscus L. sei, wie Steiu-
dachner annimmt, erklärt G. agilis Reinh. und glacialis Peters für
identisch mit saida Lepechin und führt aus, dass in Grönland neben
dem ächten G. morrhua noch eine andere davon verschiedene Art,
G. barbatus Fabr. fn. grönl. non Linne = G. ogak Rieh, vorkomme.
Videnskabelige Meddelelser 1881 Heft 2 S. 243—255.
Lotella Bacchus, Schwimmblasenknöchelchen. Parker, s. oben
S. 566.
Lotella marginata Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI
1881 S. 114 Port Jackson.
Phycis blennioides bei der Insel Man im Juli gefangen, P. M.
C. Kerraode, im Zoologist Sept. 1882 S. 355.
Pseudophycis breviuscula Richards, (Lota) von Port Jackson,
Ramsay, Proc. Linn. Soc. New South Wales VI 717.
Die nordamerikauische Quappe, Lota lacustris M,, unterscheidet
sioh von der europäischen dadurch, dass die erste Rückenflosse hinter
während des Jahres l8Ö2. 597
der Spitze der Bauchflosse beginnt. Lütken, Vidonskabelige Med-
delelser 1881 Heft 2 S. 256.
Motella. Chr. Lütken bespricht die nordischen Arten dieser
Gattung und unterscheidet dieselben in folgender Weise:
Seitenlinie meist unterbrochen, 2 Nasen-, 2 Schnauzen- und 1
Kinn-Bartfaden, im Ganzen 5.
M. mustela L. P. 16. V. 7.
Seitenlinie gebogen.
Viele Bartfäden (8 an Schnauze und Oberlippe).
M. septentrionalis Coli. P. 16. V. 6 — 7, nur aus Grönland und
Norwegen.
Vier Bartfäden, 1 an der Schnauze.
M. Cimbria L. Mund innen schwarz, Vomerzähne sehr wenige,
Bauchflossen halb so lang als die Brustflossen, 1 Strahl
der vordem Rückenflosse verlängert. P. 16 — 17. V. 6 (5).
Drei Bartfäden, keiner an der Schnauze.
M. Mediterranea L. P. 16. V. 6 (7). Mittelmeer und südliches
England.
M. vulgaris Cuv. (tricirrata Bl.) P. 21—22. V. 8.
M. Reinhardti Kr. Oberkiefer nicht über den hintern Band
der Augenhöhle hinausreichend ; erster Strahl der vordem
Rückenflosse karz. P. 23 — 24. V. 8. Grönland u. Bären-Insel.
M. ensis Reinh. Kopflänge Ve ^^^ Totallänge, Oberkiefer wie
bei der vorigen Art, erster Strahl der vordem Rückenflosse
verlängert. P. 22—24. V. 8.
Couchia Edwardsi ist der Jugendzustand von M. Cimbria, C.
glauca derjenige von mustela, C. argenteola Mont. und macroph-
thalma Gthr. derjenige von M. vulgaris und Mediterranea, und auch
die Gattung Phycis hat ähnliche silberglänzende Jugendzustände von
makrelenartigem Habitus und zu diesen gehört ofi'enbar auch Gün-
ther's Hypsiptera argentea. Videnskabelige Meddelelser 1881 2. Heft
S. 228-252.
Ophidiidae. Ophidium barbatum L., Fierasfer dentatus Cuv.,
Ammodytes lanceolatus Lesauvage = tobianus auct., tobianus L. =
lancea Cuv., und cicerellus Raf. Day, Fishes of Gr. Brit. IV S. 326
—334 Taf. 91, 92.
Genypterus omostigma Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 301 Florida.
Fierasfer acus. C. Emery hat beobachtet, wie dieser Fisch in
die Holothurien, welche er bekanntlich vorzugsweise bewohnt, ein-
dringt, nämlich durch die Cloake, mit dem Schwanz voran, und so
zunächst in die Wasserlunge, von da vermuthlich durch Zerreissen
derselben in die Leibesböhle. Er streckt den Kopf aus der Holo-
thurie hervor um zu fressen und giebt auch so, da sein After sehr
weit nach vorn liegt, Exkremente und Geschlechtsprodukte von sich,
Archiv für Naturgesch,, XLIX. Jahrg. 2. Bd. 00
598 E.V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
ist also nur Einmiether (inquilinus) oder Commensale, nicht eigent-
licher Schmarotzer. Atti della R. Accademie dei Lincei, Memorie
(3) VII 1880 S. 167—254 und ebenso in „Fauna und Flora des Golfs
von Neapel" Bd. II 1880, Auszüge daraus in der Biblioth. Univ.
Dec. 1881 S. 627, im Zoolog. Anzeiger 1881 No. 84 S. 271, in Annais
and Mag. (5) IX 1882 S. 137 und im Am. Nat. XVI S. 137. —
Ebenderselbe weist an einem weiteren Uebergangsexemplar nach,
dass Prorobranchus linearis die Larve von Fierasfer acus sei und
erklärt Ophidium fulvescens Raf. für eine nicht identifizirbare No-
minalart, Mittheil. d. zool. Station in Neapel Bd. III Heft 3 S. 281
—283.
Fierasfer arenicola Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat.
Mus. IV S. 363 Mazatlan.
Macraridae. Coryphaenoides rupestris Bl., aus einer Tiefe von
500 Faden, Day, Fishes of Gr. Brit. IV S. 335 Taf. 93.
Macrurus coelorhynchus Risso, Jugendform beschrieben von
L. Facciola in Maggi's Bulletino scientifico Jahrg. IV No, IS. 9 — 13.
Neue Familie. Eurypharynx. Mundöffnung gross und sack-
artig erweitert. Zwischenkiefer und Oberkiefer wahrscheinlich ver-
schmolzen , Kiefer - Suspensorium rückwärts weit hinter den Kopf
zurückreichend, aus dem Temporale und Tympanojugale gebildet;
Hakenzähne im Unterkiefer, die übrigen Zähne ganz schwach und
stumpf. Kiemenöffnung lochförmig, 5 Kiemen. Brustflossen klein,
Bauchflossen fehlend. Allgemeine Körperform ähnlich Macrourus,
Keine Schwimmblase. E. pelecanoides , 0,47 Met. lang, Kopf 0,03,
Suspensorium 0,095. Schwarz. In einer Tiefe von 2300 Met. an der
Küste von Marokko. L. Vaillant, Comptes rendus de l'Acad. Bd. 95
S. 1226—1228.
Pleuronectides. Day behandelt eingehend 17 Arten britischer
Pleuronectiden, Fish of Gr. Brit. V S. 1—45 Taf. 94—108. — Be-
merkungen über 7 Pleuronectiden von Port Jackson von W. Macleay,
Proc. Linn. Soc. New South Wales VII S. 11 — 15. Pseudorhombus
Russellii wird daselbst bald Flunder, bald Sole genannt, im Ganzen
spielen sie aber keine grosse Rolle als Tafelfische.
Bastard von Platessa und Rhombus. Krause s. oben S. 574.
Lophoi'hombus gen. nov. Augen links und nahe beieinander,
das untere etwas weiter nach vorn. Mund klein, Zähne schwach,
beiderseits gleich. Rücken- und Afterflosse nicht mit der Schwanz-
flosse zusammenhängend ; vordere Strahlen der Rückenflosse ver-
längert. Brustflossen gut ausgebildet. Schuppen gross, glatt, fein
gewimpert , ziemlich leicht abfallend. Seitenlinie über der Brust-
flosse stark gebogen. L. cristatus^ Port Jackson. Macleay, Proc.
Linn. Soc. New South Wales VII S. 14.
Teratorhombus gen. nov. Mund gross mit starken Zähnen.
Rückenflosse und Afterflosse mit einfachen Strahlen, erstere auf dem
während des Jahres 1882. 699
Scheitel beginnend. Schuppen ziemlich klein; Seitenlinie über der
Brustflosse stark gebogen. Augen links, ziemlich nahe beieinander,
der Kopf über der obern Augenhöhle sehr tief ausge-
schnitten. Beide Seiten gleich gefärbt. P. excisiceps, Port
Jacksou, Der Verfasser würde diesen Fisch für ein abnormes Exem-
plar von Pseudorhombus Russellii gehalten haben, das in der Jugend
eine Stirn wunde erhalten, wenn er nicht ein zweites ganz ähnliches
Exemplar gesehen hätte. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI
1881 S. 126 Taf. 2. [Könnten Exemplare mit unvollständig durch-
geführtem Uebertritt des rechten Auges sein; dieses liegt nach der
Abbildung gerade nach oben in der Mittellinie und veranlasst da-
durch die tiefe Einbuchtung zwischen ihm und dem überragenden
Anfang der Rückenflosse. Ref.]
Etropus gen. nov. Augen links, Körper oval, Kopf klein,
Mnnd klein, Zähne enggestellt, spitz, einreihig; Bauchflossen nicht
mit der Afterflosse vereinigt, die linke auf dem scharfen Bauchrande.
Rückenflosse über dem Auge beginnend; Afterflosse ohne Stachel;
Seitenlinie nahezu gerade; Schuppen auf der linken Körperseite
ctenoid, auf der rechten (augenlosen) glatt. E. crossotus, Mazatlan
und Panama. Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Mus. IV S. 364.
Arnoglossus lophotes bei Bristol gefangen, Moseley in Natura
Bd. XXVI No. 675 S. 556.
Arnoglossus Bleektri Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VI 1881 S. 124 Endeavour river, Australien.
Citharichthys stigmaeus Jordan und Gilbert , Proc. ün. St.
Nat. Mus. V S. 411 Santa Barbara, Californien.
Citharichthys (Hemirhombus) latifrons Jordan und Gilbert,
Bull. ün. St. Fish Commiss. I S. 334 Panama. — Hemirhombus pae-
tulus Bean mscr. Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat. Mus. V
S. 304 und 414 Florida.
Hemirhombus guineensis Blkr. von Goree, Steindachner, Denk-
schrift Wien. Akad. XLV S. 13.
Paralichthys albigutta und squamiletitus Jordan und Gilbert,
Proc. ün. St. Nat. Mus. V S. 302. 303 Florida.
Platophrys mancus Brouss., beschrieben R. Smith und Swain,
Proc. ün. St. Nat. Mus. V S. 142.
Rhombolepidichthys spiniceps Macleay , Proc. Linn. Soc. N.
S. Wales VI 1881 S. 127 Port Jackson.
Pleuronectes Äustraliensis De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VII S. 370 Moreton Bay, Australien.
Aramotretis zonatus Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VH S. 367 Port Jackson.
Solea fluviatüis Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII
S, 111 Hunter river, Australien, in süssem Wasser.
Baiostoma gen. nov., ähnlich Achims, aber mit wohlausge-
600 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
bildeter Brustflosse auf der rechten Seite. — B. hrachialis, Florida,
Goode u. Bean, Proc. ün. St. Nat. Mus. V S. 413.
Synaptura fasciata Haswell, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII
S. 14 Port Jackson. — S. Selheimi Macleay, ebenda S. 71 Palmer
River, nordöstliches Australien. — S. Fitzroiensis De Vis, ebenda
S. 319 Queensland.
Plagusia unicolor. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI
1881 S. 138 Port Jackson.
Cynoglossus goreensis und canariensis Steindachner, Denkschr.
Wien. Akad. XLV S. 12. 13 Taf. 1 Fig. 2 und Taf. 2 Fig. 2. Goree
und Canarische Inseln.
Physostomi.
Silaridae. Angaben über Lebensweise u. s. w. nordamerika-
nischer Siluriden (cat fish) Ch. E. Hie st er, Bull. Un. St. Fish
Commiss. II S. 76—79.
Die Siluriden der Westküste des tropischen Amerika werden
von D. S. Jordan und Ch. H. Gilbert revidirt; dieselben zählen
mit Angabe der Gattungs- und Art-Charaktere 2 Arten von Aelu-
richthys, 1 Galeicbthys und 20 Arius (die neuen siehe unten) auf,
Bull. Un. St. Fish Commiss. II S. 34—54.
Silurus glanis, ein Wels von 172 Centim. Länge in der Ens
bei Haidershofen gefangen, Die Presse 18. Febr. 1882 und Zoolog.
Garten XXIII S. 30.
Pangasius (Parapangasius) pleurotaenia und (Pseudopangasius)
Bocourti Sauvage (1878 und 1880) Nouv. Arch. d. Mus. (2) IV S. 109.
HO Taf. 8 Fig. 6 und 4 Cambodja und Laos.
Helicopbagus hypophthalmus Sauvage (1878). Nouv. Arch. d.
Mu8. (2) IV S. 170 Taf. 7 Fig. 1 Cambodja.
Hemipiraelodus siamensis Sauvage (1878). Nouvi Arch. d. Mus.
(2) IV S. 172 Taf. 8 Fig. 5 Siam.
Arius inscuJptus, elatturus, oscidus Jordan und Gilbert, Bull.
Un. St. Fish Commiss. II S. 41. 45 und 46, alle von Panama.
Cathorops, Unterabtheilung von Arius, Augen sehr tief liegend,
nicht über dem Munde, A. hypophthalmus Steind. Jordan u. Gilbert,
Bull. ün. St. Fish. Commiss. II S. 39.
Hemiarius Harmandi Sauvage (1880) Nouv. Arch, d. Mus.
(2) IV S. 171 Taf. 8 Fig. 3 Siam.
Ciarias, Sörensen's Arbeit über das accessorische Athmungs-
organ e. oben S. 567.
Ciarias submarginatus Peters Sitzungsberichte d. Gesellsch.
naturf. Freunde S. 74. Tooxlong-river in Westafrika.
i
während des Jahres 1882. 601
Ciarias laeviceps Gill, Sauvage, Bull. Soc. Zool. de France
1882 V S. 318 Taf. 5 Fig. 2 Lagune von Assinie, Oberguinea.
Copidoglanis longifilis Macleay , Proc. Linn. Soc. New South
Wales VI 1881 S. 207 Torresstrasse.
Trichomycterus Knerii Steindachner, Sitzungsber. d. Wien.
Akad. LXXXVI S. 80 Taf. 5 Fig. 1 Caneloa in Ecuador.
Scopelidae. Der englische Schiffsarzt H. B. G u p p y hat an
einem noch etwas lebenden Scopelus ein schwaches Leuchten der
Perlmutterflecken beobachtet und beschreibt den mikroskopischen
Bau eines solchen Fleckens an einem eben gestorbenen Exemplar,
an welchem übrigens kein Leuchten mehr zu bemerken war. Ann.
and Mag. of nat. hist. (5) IX S. 202—204.
[Saurus] Synodus scituUceps Jordan und Gilbert, Proc. Un.
St. Nat. Mus. IV S. 344 Mazatlan und Panama. — S. intermedius
Spix = anolis C. V., dieselben ebenda V S. 249.
Saurida triiculenta, Port Jackson, und argentea, Torresstrasse.
Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI 1881 S. 219, 220.
Sternoptychidae. Argyropelecus hemigymnus Cocco und Mau-
rolicus Pennanti Walb., letzterer hat auch Schuppen, die aber sehr
leicht abfallen. Day Fishes of Gr. Brit. V S. 46—51 Taf. 109
Fig. 1. 2.
Stomiatidae. Lucifer, gen. nov. Keine Fettflosse, keine
Schuppen, keine Brustflossen; Unterkieferzähne in einer Reihe, einige
Zähne aufVomer und Gaumenbein. Kiemendeckel sehr klein, daher
Kiemenöffnung ausserordentlich weit. L, albipennis, schwarz, mit
reichlichen phosphorescirenden Flecken, 24 Centim. lang; Japan,
wahrscheinlich aus der Tiefe. Döderlein, Archiv f. Naturgesch.
XLVIII S. 26-81 Taf. 3.
Cyprinidae. Cyprinus carpio , die bekannten. Varietäten des
Karpfens von F. Zentz in Würzburg erörtert, Bull. Un. St. Fish
Commiss. 11881 (1882) S. 387-389; über den sogenannten blauen
Karpfen, Eckardt, Deutsche Fischerei-Zeitung No. 11 und Bull. Un.
St. Fish Commiss. I S. 389 und G. Leonhardt, ebenda II S. 15.
Bastarde von Karpfen und Karausche, von L euckart be-
schrieben s. oben S. 573.
Einige Angaben über den Ertrag der Karpfenzucht bei Schwein-
furt von V. Schult es im Bericht des ünterfränkisehen Kreisfischerei-
vereins, Würzburg 1881 und Zoolog. Garten XXIII 1882 S. 157. —
Ueber Karpfenfang in Cottbus, Deutsche Fischerei-Zeitung Juli 1882,
übersetzt in Bull. Un. St. Fish Commiss. II S. 138. — Vorschlag,
das Stettiner Haff mit Karpfen zu besetzen, von M. von dem Borne.
Magdeburgische Zeitung 27. Okt. 1881, übersetzt in Bull. Un. St.
Fish Commiss. II 1882 S. 1—8.
Bericht über Einführung des Karpfens in Nordamerika und
die dafür getroffenen Einrichtungen von 0. Finsch und M. Mac-
602 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthj^ologie
donald in ün. St. Commission of Fish and Fisheries VII, Report
for 1879 (1882) p. XXXV-XXXVII, 667—670 und Bulletin der-
selben Commission I 1881 (1882) S. 215—218, 220—225 und II S.
113. Schon 1830 wurden Karpfen aus Holland in den Hudsonfluss
gebracht, B. Phillips, ebenda II S. 25. — Transport von Leder-
karpfen von Washington nach Schottland, A. W. Armistead ebenda
S. 341. — Erfolgreiche Einführung des Karpfens in Alabama, wo
er schon im zweiten Jahr laicht, A. G. Barnes, ebenda S. 424,
und in Texas, S. Johnsohn ebenda II S. 14. Spiegelkarpfen in
Georgia, E. Heys er ebenda II S. 18. — Weitere Notizen betreffs
der Akklimatisation desselben in Nordcarolina und Texas von
S. G. Worth, T. W. Morriss und F. L. Y o a k u m , ebenda
S. 26—32.
Cirrhina raicrolepis und Jullieni Sauvage (1878). Nouv. Arch.
d. Mus. (2) IV S.173. 174 Taf.8 Fig. 2 u. Taf. 6 Fig. 2 Carabodja u. Laos.
Dangila lineata Sauvage (1878) Nouv. Arch. d. Mus. (2) IV
S. 175 Taf. 6 Fig. 1 Laos.
Cosmocliilus gen. nov., nächstverwandt mit der Unterfamilie
Labeoninae, Schnauze wie bei Dangila, mit freier Hornplatte, ohne
Poren; Schlundzähne 5. 3. 1, die der ersten Reihe zusammengedrückt.
D. 1. 9. A. 8. — C. Harmandi S a u v a g e (Bull, de la Soc. philo-
math. 1878). Nouv. Arch. d. Mus. (2) IV S. 180 Taf. 7 Fig. 2
Cambodja.
Rohita barbatula und pectoralis Sauvage (1878) Nouv. Arch.
d. Mus. (2) IV S. 176 und 178 Taf. 5 Fig. 3 und Taf. 8 Fig. 1
Cambodja.
Lobocheilus Pierrei Sauvage (1880) Nouv. Arch. d. Mus. (2)
IV S. 179 Taf. 5 Fig. 2 Bien-Hoa.
Barbus meridioualis Risso, caninus Bp., Canalii Val. und Pe-
tenyi Heckel als Varietäten zu Einer Art vereinigt, Exemplare aus
dem See von Scutari und dem Riekafluss in Montenegro beschrieben
von Steindachner, Sitzungsberichte d. Wien. Akad. LXXXVI S. 69
—71 Taf. 2 Fig. 2.
Barbus deauratus Cuv. et Val. Sauvage, Nouv. Arch. d. Mus.
(2) IV S. 183 Taf. 6 Fig. 5 Cochinchina.
Proharbus gen. nov. Mund und Flossen wie bei Barbus.
2 Bartfäden, Schlundzähne 4, in einer Reihe, ausgehöhlt. P. Jullieni
Sauvage (Bull, de la Soc. philomatique 1880) Nouv. Arch. d. Mus.
(2) IV S. 185 Taf. 5 Fig. 1 Laos.
Puntius (Barbodes) Pierrei Sauvage (1880). Nouv. Arch. d.
Mus. (2) IV S. 183 Taf. 7 Fig. 3 Cochinchina.
Puntius camptacanthus Blkr. von Efire, Oberguiuea, beschrieben
von Sauvage Bull. Soc. Zool. de France 1882 V S. 322.
Hybognathusnuchalis Ag. und argyritis Grd., ihre Unterschiede.
Ray, Bull. Un. St. Fish Commiss. II S. 67.
während des Jahres 1882. 603
Rhinichthys transmontanus Cope, Bemerkung von Bean, Proc.
Un. St. Nat. Mus. V S. 91.
Apocope nubila Grd., Bemerkung von Bean, Proc. ün. St.
Nat. Mus. V S. 91.
Luciosoma Harmandi Sauvage (1880) Nouv. Arch. d. Mus.
(2) IV S. 188 Taf. 6 Fig. 4 Laos.
Squalius svallize Heckel und Kner von Trebinje nicht als Art
verschieden von Sq. cephahis L. Steindachner, Sitzungsberichte d.
Wien. Akad. LXXXVI S. 73.
Pa eil y eil Hon, neue Untergattung von Leuciscus, Lippen-
bildung eigeuthümlich, ähnlich wie bei Barbus, auch die Zeichnung
des Körpers derjenigen von Barbus ähnlich. L. {Pacliychilon) pictus,
aus dem See von Scutari und dem Riekafluss in Montenegro , viel-
leicht ein Bastard von Barbus meridionalis und Leuciscus aula. Stein-
dachner, Sitzungsberichte d. Wien. Akad. LXXXVI S. 71 Taf. 3.
Albutüops xanthocephalus Jord., Ericymba buccata Cope und
Minnilus rubripinnis Hay, Farbenbeschreibung von Hay, Bull. ün.
St. Fish Commiss. II S. 69. 70.
Paraphoxinus, die bis jetzt bekannten 5 Arten, alle aus Süd-
osteuropa oder Spanien, aufgeführt und eine neue, P. Ghetaldii, aus
der Herzegowina beschrieben von Steindachner Denkschr. d. Wien.
Akad. XLV S. 16—18 Taf. 5 Fig. 2. P. adspersus Heckel (als
Leucos adsp.) Taf. 3 Fig. 3. — P. strossii ebenderselbe, Sitzungs-
berichte d. Wien. Akad. LXXXVI S. 73 Taf. 5 Fig. 3 Trebinschitza-
fluss bei Trebinje.
Mylochilus caurinus Rieh., Bemerkung von Bean, Proc. Un.
St. Nat. Mus. V S. 92.
Acrochilus alutaceus Ag. u. Pick., Variation, Bean, Proc. Uu.
St. Nat. Mus. V S. 91.
Bola Harmandi Sau vage (1880) Nouv. Arch. d. Mus. (2) IV
S. 188 Taf. 6 Fig. 6 Cambodja.
Luxilus stigmaturus Jord. = Chickasavensis Hay, sehr variabel.
Hay, Bull. Un. St. Fish. Commiss. II S. 70.
Richardsonius balteatus Rieh. Bemerkung von Bean, Proc.
Un. St. Nat. Mus. V S. 93.
Cobitis taenia, Variabilität, E. Cantoni Rendiconto del R.
Istituto Lombardo (2) Band 15 fasc. 11.
Gharacini. Curimatus nasus Steindachner, Sitzungsberichte
d. Wien. Akad. LXXXVI S. 80 Taf. 5 Fig. 2 Canelos in Ecuador.
Saccodon cranocephahis Thominot, Bulletin de la Societe
philomathiyue de Paris Band VI No. 4 S. 248 'Ecuador.
Characidium piirpuratum Steindachner, Sitzungsberichte d.
Wien. Akad. LXXXVI S. 78 Canelos in Ecuador.
Alestes Chaperi Sauvage, Bull. Soc. Zool. de France 1882 V
S. 320 Taf. 5 Fig. 3 Efiru, Fluss Cania, Oberguinea.
604 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Nannaethiops unitaeniatus Gthr. von Efiru beschrieben von
Sauvage, ebenda S. 321. 322.
Sarcodaces odoe Bloch, Gthr. beschrieben von Sauvage, Bull.
Soc. Zool. de France 1882 V S. 219.
Heteropygii. Chologaster ist noch nicht so sehr an das Höhlen-
leben angepasst, als Amblyopsis, da er noch gut ausgebildete Augen
hat und braungefärbt ist ; aber eine neue Art davon, Ch. papilliferuSj
von einer Quelle an der Basis eines Kalkfelsens in Union county,
Illinois, zeigt schon eine weitere Stufe der Anpassung, indem sein
Kopf mit kleinen Wärzchen versehen ist, welche Nervenendigungen
enthalten und offenbar Tastorgane darstellen, ähnlich wie bei Am-
blyopsis; dieselben sind am grössten am Nasenloch und Unterkiefer.
S. A. Forbes Am. Naturalist XVI. S. 1—5.
Cyprinodontes. Ces. Lepori beschreibt fadenartige Ver-
längerungen an der Oberfläche des Eies von Lebias [Cyprinodon]
Calaritana, ähnlich denen, welche Haeckel am Ei der Scombreso-
ciden entdeckt hat; er vermuthet , dass sie aus dem Epithel des
Ei-Follikels stammen und zur Befestigung der Eier an Wasser-
pflanzen u. dgl. dienen. Atti della R. Accademia dei Lincei, serie
III, Memorie fisiche IX 1881 S. 480—488, mit einer Tafel.
H. E. Sauvage bespricht in Revoil's Faune et Flore des
pays Qomalis, Paris 1882 8. die bekannten Arten Cyprinodon Cala-
ritanus (Männchen C. doliatus Guichenot, Weibchen C. cyanogaster
ebendesselben), fasciatus, Iberus und Hammonis C. V. und verthei-
digt namentlich die Selbständigkeit der letztgenannten Art, wovon
er beide Geschlechter, die den andern Arten entsprechend ver-
schieden gefärbt sind, auf Tafel 3 Figur 3. 4 abbildet; dagegen sei
C. Moseas C. V. nicht von Calaritanus verschieden.
Cyprinodon mydrus Goode und Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus.
V S. 433 Florida.
Zygonectes craticula Goode und Bean, ebenda S. 433 Florida.
Zygonectes inurus = Z. melanops Jord., nicht Cope, Bäche
im südlichen Theil von Illinois, Jordan und Gilbert, Proc. Un. St.
Nat. Mus. V S. 143.
Characodon furcidens Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 354 Cap S. Lucas, Californien.
Tir 0 d 0 n gen. nov. Schlundzähne 2, 4 — 4,2, zusammenge-
drückt, nicht hakenförmig, mit breiter Kaufläche; Schlundknochen
breit, mit scharfer Krümmung. Darm lang, gewunden. Oberkiefer
verlängerbar, beide Kiefer dünn, keine Bartfäden, Rückenflosse über
den Bauchflossen. T. amnigenus, Pearl river, Missisippi. Hay, Bull.
Un. St. Fish Commiss. II S. 68.
Haplochilus Chaperi und Petersi Sauvage, Bull. Soc. Zool.
de France 1882 V S. 323. 324 Taf. 5 Fig. 4—6 Lagune von Assinie,
Oberguinea.
während des Jahres 1882. 605
Fundulus similis Gir., grandis Gir., ocellaris und xenicus, letz-
terer = Adinia multifasciata Gir., nicht Lesueur, Florida, in Salz-
wasser. Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 254—
255, sowie Beschreibung verschiedener anderer schon bekannter
Cyprinodonten von Florida und Texas, ebenda S. 250 — 253 und
256—260.
Fundulus vinctus und extensus Jordan und Gilbert, Proc. Un.
St. Nat. Mus. V S. 355 Cap S. Lucas, Californien.
Gambusia patruelis Baird et Girard = Zygonectes melanops
Hay 1880, Männchen sehr selten, Unterer Missisippi. H a y , Bull.
Un. St. Fish Commiss. II S. 66. Vorkommen in süssem und bracki-
schem Wasser bei Cherrystone, Geschlechtsunterschiede, Beschreibung
der Eier, denen die Eihaut fehlen soll, und Entwicklung im Ei ; der
Fisch verlässt das Ei erst, wenn die Dottermasse ganz aufgezehrt
ist; 25 — 30 Junge sind die höchste Zahl, die ein Weibchen hervor-
bringt. J. Ryder in Forest and Stream, N. York 1881, Aug. 18
und in Am. Naturalist XVI 1882 S. 109-118.
Salmonidae, Salmo salar. Fr. Day tritt der neuerdings wieder
vorgebrachten Meinung entgegen , dass der Lachs auch im Meere
laiche und bemerkt, dass wenn auch zufällig Individuen mit reifem
Rogen oder Milch noch ins Meer gelangen und dort dieselben ab-
legen sollten, doch das Salzwasser verderblich für die Entwicklung
der Eier sein würde. Zoologist Apr, S. 153. — Derselbe bespricht
die Lebensweise des Lachses mit besonderer Beziehung auf sein
Vorkommen im Flusse Severn in Cornwall, wo er früher häufig war,
aber durch Verunreinigung des Wassers, Versperrung des Strom-
weges und zu starken Fang selten geworden ist. Zoologist Mai 1882
S. 221—218.
Der Salm im Main. In den Jahren 1879, 1880 und 1881 sind
zusammen 246300 Stück ganz junge Lachse in den Main eingesetzt
worden und im Herbst 1881 wurden wieder mehrere Lachse, 12 bis
15 Pfund schwer, im Main und seinen Zuflüssen gefangen, aus
denen dieser Fisch seit mehreren Jahrzehnten ganz verschwunden
war. Bericht des Unterfränkischen Kreisfischereivereins, Würzburg
1881 und daraus im Zoolog. Garten XXIII 1882 S. 94. 95.
A. F r i Q , Der Lachs in Böhmen , Circulare des deutschen
Fischerei- Vereins 1882 No. 2 S. 46—51, schildert Lebensweise und
Vorkommen desselben in Böhmen und konstatirt, dass in den letzten
zwei Jahren derselbe im Mai und Juni in Prag so häufig und billig
war, wie nie zuvor, was Folge der Besetzung der Flüsse mit Lachs-
brut sein dürfte; daran reihen sich weitere Vorschläge zur Hebung
des Lachsstandes in der Elbe und Moldau, worunter namentlich die
Forderung der Anlegung von Lachsleitern.
Ueber eine Hautkrankheit der Lachse, welche durch Sapro-
legnia veranlasst wird und in England seit 1877 beobachtet wurde,
606
E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
wahrscheinlich auch in Deutschland von Unger schon 1844, be-
richten S. Wal pole und J. H. Huxley im 21. Report of the In-
spectors of Fisheries in England und Wales für 1881, publicirt 1882,
daraus abgedruckt in Bull. Un. St. Fish Commiss. I 1881 (1882)
S. 429—448. üeber denselben Gegenstand berichten die beiden
Verfasser auch im Quart. Journ. of Microscop. Science XXII S. 311
—333 und kürzer in Nature Band XXV No. 645 S. 437—440. Das
Fleisch der erkrankten Individuen war wohlschmeckend und un-
schädlich. — Ueber eine Krankheit der Forellen im See Wakatipu
in Neuseeland, W.Arthur, New Zealand Journ. of Sc. Vol. I No. 5
S. 234.
Lachse in den Woodhull-See, New- York, eingeführt. S.Green,
Bull. ün. St. Fish Commiss. I 1881 (1882) S. 421, und in Oswego,
New-York, G. Morgan, ebenda II S. 15.
Die Namen des Lachses bei den Chinnokindianern am Co-
lumbiafluss giebt S. B. Smith, Proc. Un. St. Nat. Mus. IV S. 391.
Ueber die Einführung des Lachses und der Forelle in Neu-
seeland hat A, Nicols eine eigene Schrift, The acclimatisation of
the Salmonidae at the Antipodes, London 1882, 246 Seiten, ver-
öffentlicht. Nach einigen erfolglosen Versuchen wurden zuerst im
Anfang des Jahres 1864 Salmonideneier von England nach Australien
in lebendem entwicklungsfähigem Zustand gebracht, und zwar durch
die Fürsorge von J. A. Youl, 100 000 Lachs- und 3000 Forelleneier
auf lebendem Moos, durch Eis in ihrer Entwicklung gehemmt und
in Kisten, die während der ganzen Seefahrt, 21. Januar bis 15. April,
verschlossen und unberührt blieben; am 25. Mai waren 200 junge
gesunde Forellen und am 8. Juni einige tausend junge Lachse an
der für sie eingerichteten Ausbrütestelle im Plenty-river auf Tas-
manien vorhanden, und nachdem mehrere weitere Sendungen erfolgt,
wurden zuerst im Oktober 1869, 70 und 71 Forellen und Lachse in
den Flüssen Tasmaniens bemerkt und gefangen, die als Nachkommen
derselben gelten müssen. Nach Neuseeland wurden Lachseier zuerst
1869 gebracht und Lachse sind jetzt noch dort eine Seltenheit,
während in Tasmanien Lachse, Lachsforellen und Forellen nunmehr
häufig gefangen werden. Bemerkenswerth ist noch, dass die Nach-
kommen von Forellen, die in England aus dem Meer in die Flüsse
kommen um zu laichen, in Tasmanischen Flüssen, am Abwärts-
w^andern verhindert, sich vollständig entwickelt und fruchtbar ge-
zeigt haben.
Fr. Day hat sich wieder mit der Frage der artlichen Ver-
schiedenheit einiger britischen Salmoniden beschäftigt, er zeigt, dass
sowohl die Zahl der Wirbel, als die der Blinddärme bei Forellen
aus einer und derselben Lokalität erheblich wechselt, so dass sie
auch nicht zur Charakterisirung von Lokalformen benutzt werden
kann, und beruft sich auf die Forellen, welche aus von Südengland
während des Jahres 1882. 607
herübergebrachten Eiern in Tasmanien ausgesetzt worden sind und die
dort schon Lokalformen nach den einzelnen Flüssen gebildet, nament-
lich aber bei reichlicherer Nahrung und rascherem Wachsthum die
Zahl ihrer Blinddärme von 33 — 47, wie sie die englischen Forellen
zeigen, auf 43 — 54 erhöht haben. Ebenso zeigt der aus Nordamerika
neuerdings in England eingeführte Salmo fontinalis jetzt in einigen
englischen Flüssen rothes, in andern weisses Fleisch, wahrscheinlich je
nach der Nahrung, die er findet. Die Bachforelle kann, wenn sie in
grössere Seen mit reichlicher Nahrung versetzt werden , die Grösse
der Seeforelle erreichen. Demgemäs^ erkennt der Verfasser als
eigene selbständige Arten von Salmo im engern Sinn nur S. salar,
den Lachs, und S. trutta, die Forelle, an, ersteren mit 11, letztere
mit 14 Schuppenreihen in schiefer Linie von der Fettflosse zur
Seitenlinie, und betrachtet beide wesentlich als normal im Meere
lebend and zum Laichen in die Flüsse aufsteigend; S. albus Artedi-
Walbaum = brachypoma Gthr. und S. Cambricus Donov. sind für
ihn Varietäten der Meerforelle, S. Levenensis Walk. = coecifer
Parnell aus Seen des südlichen Schottlands und nördlichen Englands,
und S. fario L , diese selbst wieder mit den Varietäten S. Orca-
densis Gthr. und ferox Jard., sind für ihn Nebenarten der Forelle,
die das Süsswasserleben angenommen haben; S. Cornubiensis Artedi
= nigripinnis Gthr. ist der Jugendzustand dieses S. ferox. Journ.
of the Linnean Soc. XVi S. 396—407 und Fishes of Great Britain
V S. 52—96 Taf. 109—116.
Salmo salvelinus in Plymouth, Massachusetts aus Eiern aufge-
zogen, ist sehr ähnlich dem dort einheimischen S. fontinalis Mitch.,
Gilbert, Bull. ün. St. Fish Commiss. I 1881 (1882) S. 427.
Salmo (Salvelinus) fontinalis Mitch., Nachrichten über sein
Vorkommen und seine Lebensweise in Neuengland von L. Stone,
Bull. Un. St. Fish Commiss. II S. 9-12.
Eier der nordamerikanischen Bachforelle, Salmo fontinalis und
irideus, sowie des kalifornischen Lachses S. quinnat, und vonCoregonus
albus nach Deutschland gebracht und hier in verschiedenen Fisch-
zuchtanstalten ausgebrütet; die ürtheile über das Gedeihen der
jungen Fische lauten etwas verschieden; junge Fische in einzelne
Seen und Bäche Süddeutschlands ausgesetzt. Circular des deutschen
Fischereivereins 1882 No. 7 S. 168, 194—197, 209, 215. — Bemer-
kungen über die Vorzüge des S. irideus in der ,, Presse" 4. Mai 1882
und daraus im Zool. Garten XXIII S. 253—255.
Salmo quinnat, California-Salmon, S. irideus, rainbow- oder
California raountaintrout, S. salar, Atlantic Salmon und S. salar var.
sebago, Schoodic-Salmon, Berichte über Vorkommen, Lebensweise,
künstliche Züchtung und Transport von L. Stone und Ch. G. Atkins
in Un. St. Commission of Fish and Fisheries VII, Report for 1879
(1882) S. XXVII-XXXIII, 697-708 und 715-731 und Bulletin
608 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
derselben Commission I 1881 (1882) S. 209—211, 270—277. — Ver-
such, den californischen Lachs in den Ontario einzuführen und
geringe Zahl von Männchen des gewöhnlichen Lachses daselbst,
S. Wilmot ebenda S. 347—349 und 379—381. -- Versuch, den
Salmo irideus in Japan einzuführen, von Sekizawa Akekio, Rep.
ün. St. Fish Comm. VII p. 648.
Salmo (Trutta) obtusirostris Heckel = Thymallus microlepis
Steindachner 1874, aus dem Fluss Narenta und bei Salona in Dal-
matien, beschrieben und abgebildet, Kieferzähne sehr schwach ent-
wickelt; Heckel und Kner vereinigten fälschlich damit eine Abart
der gemeinen Bachforelle und der Zermagna und auch ihr Salar
dentex und genivittatus aus der Narenta und dem Isonzo gehören
zur Bachforelle; der letztgenannte gab Veranlassung, dass man
glaubte, ein Lachs komme im Adriatischen Meere vor. Steindachner,
Sitzungsberichte d. Wien. Akad. LXXXVI S. 75—78 Taf. 4.
Oncorhynchus chouicha und nerka (Walb.), Bemerkungen von
Bean ün. St. Nat. Mus. V S. 90.
Coregonus. 0. Nüsslin bespricht die in den Seen am Nord-
abhang der Alpen vorkommenden Arten und die Variation in ein-
zelnen Kennzeichen bei den Arten dieser Gattung im Allgemeinen;
am zuverlässigsten für die systematische Unterscheidung sind nach
ihm die Form der Schnauze und die „Reusenbezahnung" der Kiemen-
bogen, ferner die biologischen Verhältnisse, sein Vorkommen, Lebens-
weise, Laichzeit, und er giebt für eine Art, C. fera, Durchschnitt,
Maximum und Minimum und darnach Variationsgrösse von 64 be-
stimmten Körpermassen an 34 Individuen gemessen. Als neue Art
beschrieben wird C. macrophthalmus, der Gangfisch des Bodensees,
von älteren süddeutschen Autoren als Salmo maraenula bezeichnet,
aber nicht derjenige von Bloch, später meist als Jugendzustand von
C. Wartmanni betrachtet (Holzschnitt des Kopfes von beiden S. 165);
er scheint gewöhnlich in der Tiefe, bis 44 Meter, zu leben und zur
Laichzeit, Ende November bis Mitte December, das fliessende Wasser
des Rheins bei Constanz aufzusuchen. Als Varietäten desselben be-
trachtet Nüsslin eine im Untersee auch in der Tiefe lebende Form
var. Steckt ornensis, dann das Albeli des Zürchersees, var. Zwichensis,
und das des Zugersees, var. Zugensis, deren Unterschiede und Lebens-
weise ebenfalls angegeben werden. Weitere Arten sind C. Sulzeriy
Holzschnitt des Kopfes S. 255, aus dem Pfäffikoner-See und C.
Steindachner i, Holzschnitt S. 281, der Rheinankel oder Rheinanke
des Traunsees, endlich werden sich wahrscheinlich noch als eigene
Arten herausstellen der Blauling des Zürchersees, der Ballen oder
Baichen des Halwyler-Sees im Kanton Aargau und der Baichen des
Zugersees, Zool. Anzeiger V 1882 S. 86, 105, 130, 164, 182, 207
253, 279 und 282. — H. Haack, Direktor der kaiserlichen Fisch-
zuchtanstalt bei Hüningen, betont die spezifische Verschiedenheit des
während des Jahres 1882. 609
Gangfisches vom Blaufelchen, namentlich in seinem Benehmen beim
Laichen, Circular des deutschen Fischereivereins 1882, No. 2,
S. 78, 79.
Coregonus clupeiformis, die jungen Fische nähren sich von
Entomostraken, Gammarus undMückenlarven, S. A. Forb es, Bulletin
of the ün. St. Fish Commission I 1881, S. 19, 269 und 402. — Be-
obachtungen über das Aufziehen derselben und ihre Nahrung von
Fr. Clark, ebenda (1882) S. 301—306.
Coregonus Williamsonii Girard, Bemerkung von Bean, Proc.
ün. St. Nat. Mus. V S. 90.
Galaxiae. Galaxias planiceps, Rankin's Lagune bei ßathurst,
honghong, Moss Vale und Flüsse bei Bongbong, nehulosa, Long Bay
bei Sydney, Macleay, Proc. Linn, Soc. N. S. Wales IV 1881 S. 233,
234. — G. Findlayi Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII 1882,
S. 107. Eiskalte Tümpel am Mount Kosciusko in Australien. Der
Verfasser hebt hervor, dass diese Fischgattung überall da im kalten
Theil der südlichen Erdhälfte vorkomme, wo die Flüsse von Schnee-
bergen oder kalten Hochebenen herabkommen, und alle Arten sehr
ähnlich untereinander seien ; er verweist dabei auf seine frühere
Zusammenstellung ebenda V 1880 S. 15.
ümbrae. Umbra canina wird von J. Karoli und 0. Herman
in einer magyarisch geschriebenen Zeitschrift Terraiesz Füzetek
Bd. V S. 274 und 275 besprochen.
Mormyri. Nervensystem, Fritsch, s. oben S. 563.
Mormyrus cohitiformis, Tooxlongriver in Westafrika, tenuiro-
stris und Hüdebrandti, beide aus dem Adifluss in Ukamba, Ostafrika,
Peters Sitzungsberichte d. Gesellsch. naturf. Freunde S. 72, 73.
Mormyrus Lhuysi Steind., ein Exemplar aus Angola beschrieben
von Guimaraes, Jörn, de scienc. raath. phys. nat. de Acad. de Lisboa
Bd. VIII No. XXX S. 135.
Glupeidae. Clupea harengus und sprattus. Fr. Heincke hat
einen zweiten Theil zu seiner Schrift ,,Die Varietäten des Herings*'
84 Seiten fol. mit 2 Tafeln in dem VII. Bericht der Commission zur
Untersuchung der deutschen Meere (auch einzeln zu haben) heraus-
gegeben, worin er in ähnlicher Weise wie früher (vgl. den Jahres-
bericht für 1878, Bd. 45, S. 307, 308) durch Einzeluntersuchung
sehr vieler Exemplare nach bestimmten Merkmalen und tabellarische
Zusammenstellung der Ergebnisse zu folgenden Resultaten kommt,
welche hier mit seinen eigenen Worten gegeben werden: In der
Kieler Bucht sind die Hälfte aller erwachsenen Heringe (49%) in
zwei nach Form und Lebensweise ganz verschiedene Rassen getrennt,
welche sich der Zahl nach ungefähr wie 1:3 (13:36) verhalten. Die
kleinere Gruppe ist ein von October bis December im Salzwasser
laichender Seehering (Herbsthering), die zweite ein vorzugsweise im
Brackwasser vom März bis Juli laichender Küstenhering (Frühjahrs-
610 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
heriug). Beide sind in der Combination von 4 — 9 Merkmalen deut-
lich verschieden. Weitere 30% aller Heringe der Kieler Bucht sind
theils im Herbst, theils im Frühjahr laichende Heringe, welche der
Form nach entweder auf einer mittleren Stnfe stehen oder bei denen
Form und Lebensart in umgekehrter Weise mit einander verbunden
sind. 21% aller Heringe der Kieler Bucht endlich haben eine
zwischen Herbst- und Frühjahrshering mitten iune stehende Lebens-
weise und gehören der Form nach theils zu dem einen, theils zu
dem andern, theils zu einer mittleren Stufe. Heringe gleicher Grösse
rotten sich ohne Unterschied der Rasse zu grösseren Schaaren zu-
sammen, denen sich oft auch noch Sprotten ähnlicher Grösse zuge-
sellen, um besonders nahrungsreiche Orte aufzusuchen ; nur das Ein-
treten des Fortpflanzungstriebes bewirkt eine Trennung, so dass
jede der drei Formen bestimmte Laichplätze aufsucht. Die Larven
der Herbst- und Frühjahrsheringe sind fast durchgängig in ihrer
Körperform sehr verschieden von einander und diese Formdifferenzeu
führen wieder zu denselben Rassenunterschieden; nur grössere, ganz
abnorme und naturgemäss nur bei wenigen Individuen auftretende
Wachsthurasstörungen während des Jugendstadiums können diese
Unterschiede verwischen oder ganz vertilgen. Das wichtigste aller
Unterscheidungsmerkmale der beiden Rassen ist die Gesammtzahl
der Kielschuppen, weil diese selbst bei den abnormsten Wachsthums-
verhältnissen unverändert bleibt. Die Unterschiede zwischen beiden
Rassen sind demnach im Grossen und Ganzen erbliche und entwickeln
sich in der Zeit vom Ausschlüpfen aus dem Ei bis zur Erlangung
der definitiven Heringsform. Wie die Entwicklung des Eis, so wird
thatsächlich auch diejenige der Larve durch steigende Temperatur
beschleunigt, durch sinkende verlangsamt; je länger in Folge niedriger
Temperatur aber die Embryonalentwicklung währt, desto mehr nimmt
im Allgemeinen der Dotter an relativer Grösse ab und desto länger
ist die ausschlüpfende Larve; eine gewisse Stufe des Längenwachs-
thums wird also beim Herbsthering noch im Ei, beim Frühjahrshering
erst ausserhalb desselben erreicht. Dabei kann man sich leicht vor-
stellen, dass die Verschiedenheiten im spezifischen Gewicht (Salz-
gehalt) und in den Strömungen des Wassers Unterschiede in der
Länge des Schwanzes, der Höhe des Leibes und der Stellung der
Flossen als mehr oder minder vortheilhaft für die Fortbewegung
bei den heranwachsenden jungen Fischen bedingen mögen und dem-
nach die Rassenunterschiede mehr oder weniger direkte Folgen der
Verschiedenheit in Laichzeit und Aufenthalt sein können und zwar
ist vermuthlich der Herbsthering die ursprüngliche, der Frühjahrs-
hering die an eine andere Laichzeit angepasste Form. Ausserhalb
Kiel finden sich in der westlichen Ostsee auch zwei entsprechende
Rassen, eine im Brackwasser und eine im Salzwasser laichende, aber
bei beiden fällt die Laichzeit ins Frühjahr. Die aus dem östlichen
während des Jahres 1882. 611
Theil der Ostsee stammenden Heringe dagegen, welche der Verfasser
untersuchte, bilden eine dritte Rasse, welche in der Stellung der
Flossen, der Zahl der Kielschuppen und der Länge der Afterflossen
zwischen den beiden Kieler Rassen stehen. Die Heringe des Katte-
gats nähern sich in Stellung des Afters und Länge der Afterflosse
durchschnittlich mehr dem Sprott, als die Kieler. Auch aus Bergen
erhielt der Verfasser zwei Rassen, deren eine dem Kieler Herbsthering,
die andere der eben erwähnten dritten Form aus der östlichen Ost-
see am meisten gleicht; der letztgenannten ähneln auch die aus
Island erhaltenen. So kommt der Verfasser im Allgemeinen zu dem
Resultat, dass zwar an verschiedenen Orten verschiedene Lokalformen
des Herings vorkommen, dieselben aber ohne Zwang sich in drei
Gruppen vertheilen lassen. Betreffs des Sprotts hebt derselbe noch
hervor, dass in einigen Merkmalen derselbe dem jungen Hering, in
andern aber auch umgekehrt der erwachsene Hering dem jungen
Sprott, gleiche, aber in keinem Stadium der Entwicklung das jüngere
Stadium der einen Art dem altern der andern in allen Eigenschaften
gleiche, also keineswegs eine von der andern direkt abzuleiten sei.
Von den Unterschieden zwischen beiden Arten sind am meisten
konstant die Zahl der Wirbel, 51—58 beim Hering, 46—49 beim
Sprott und die Zahl der Kielschuppen, 37—48 beim Hering, 32—35
beim Sprott.
Hermaphroditer Hering, s. oben S. 570.
Entwickelung des Herings, s. Hoffmann oben S. 571
Ueber die schottische Heringstischerei im Jahr 1881, Fiskeri
Tidende Januar 1882; übersetzt Bull. Un. St. Fish Commiss. II
S. 117; über den Heringsfang im Allgemeinen hat J. W. Caux ein
eigenes Schriftchen, the Herring and the Herring Fishery, London
1882, 167 S., herausgegeben.
Clupea pilchardus. P. Launette glaubt, dass die Züge der
Sardine an der Westküste Frankreichs mit dem Kabliaufang bei
Neufundland in Zusammenhang stehen; er berechnet, dass an letz-
terem Ort jährlich etwa 32 Tonnen Ueberbleibsel, hauptsächlich
Kabliauköpfe mit Augen und Hirn und Blut, ins Meer geworfen
werden und durch einen Arm des Golfstromes nach den Küsten
Westeuropas geführt werden, wo sie dann den Sardinen zur Nahrung
dienen sollen. Sowohl während der Kriege der Republik und des
Kaiserreichs mit England bis nach 1815, als in den Jahren 1871
und 1872 fehlten die Sardinen an der Westküste Frankreichs, weil
der Kabliaufang bei Neufundland gleichzeitig stockte (es ist aber
nicht einzusehen, warum die Engländer und Amerikaner, die doch
nach des Verfassers eigener Angabe zusammen 6 mal mehr Kabliaus
dort fangen als die Franzosen, in jenen Jahren den Fang unter-
lassen haben sollten). Aber auch 1880 und 1881 war die Sardine
an der Westküste Frankreichs nicht zahlreich zu finden und das
612 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
soll daher kommen, dass in diesen beiden Jahren die Hauptrichtung
der dort herrschenden Winde SSW., anstatt der sonstigen SW. oder
WSW. war und deshalb das die Nahrungstheile enthaltende Wasser
des Golfstroms mehr nach den englischen als nach den französischen
Küsten getrieben wurde. Annales des sciences naturelles (6) XIII
article 10, 14 Seiten.
A. Blavier ist der Ansicht, dass ungewöhnliche Anhäufungen
von Eis in den Wintern 1879/80, 1880/81 und 1881/82 in der Davis-
strasse und bei Island das Herabkommen der Polarströmung ver-
hindert hätten, welche durch ihr Zusammentreffen den Golfstrom
nach der Westküste von Frankreich ablenkt, und dass in Folge
davon die Sardinen, dem Golfstrome folgend, auch nicht mehr dahin
kommen. Comptes. rendus de l'Acad., 20. März 1882, S. 769 bis
772. — Dasselbe berichtet mit Hinweis auf Blavier's Arbeit Gif ford
in Bull. ün. St. Fish Commiss. II S. 13, 14.
Ebenderselbe giebt an, dass im Jahre 1882 der Sardinenfang
etwas bessere Resultate ergeben habe, als in den beiden vorher-
gehenden, Comptes rendus de l'Acad. 13. Nov. 1882, Bd. 95,
S. 937, 38.
0. J. Broch weist aus Anlass hiervon darauf hin, dass auch
der Winterhering an der Südküste Norwegens in einzelnen Jahren
ganz ausgeblieben sei; er nimmt an, dass der Hering und die Sar-
dine sich in der Nähe der stellenweise im Ocean massenweise aufge-
häuften kleinen Copepoden und anderer pelagischen Thiere halte und
dass, wenn diese in einem Jahr aus irgend welchem Grunde weiter
entfernt von der Küste bleiben, auch diese Fische nicht an die Küste
kommen um zu laichen. Ebenda 27. März 1882, S. 823—826
Clupea chrysochloris Raf. = Meletta Sueurii C. V. und Gl.
pseudohispanica Poey von Florida, Jordan und Gilbert, Proc. Un.
St. Nat. Mus. V S. 247.
Clupea stelUfera Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus.
IV S. 339 Mazatlan. — Cl. thrissina dieselben ebenda V S. 353
Cap. S. Lucas, Californien.
Ueber eine neuseeländische Sprotte, Cl. sprattus (??) spricht
W. Arthur, The New Zealand Journal of Science vol. 1 No. 5, S. 234.
Alosa sapidissima, the shad, Berichte über Vorkommen, künst-
liche Züchtung und Versendung in ün. St. Commission for Fish and
Fisheries VII, Report for 1879 (1882) S. XXXIII— XXXV, XL— LI
und Bulletin derselben Commission I 1881 (1882) S. 211—215. —
Ueber die Nahrung desselben, wenn jung, hauptsächlich Daphniden
und Lynceiden, wenn erwachsen, Copepoden, J. A. Ryder, S. 247
bis 251. — Ihre Nahrung besteht aus mikroskopischen kleinen Algen
und den daran haftenden Organismen, die coeca pylorica dienen
zur Aufspeicherung des Nahriingsstoffes für ungünstige Zeiten, E.
R. Mordecai ebenda S. 277—282. — Fang desselben im Susquehanna
während des Jahres 1882. 613
H. Willis ebenda S. 261. — Aeltere Nachrichten über den Shadfang
im Susquehanna von Seiten der Indianer und früheren europäischen
Ansiedler durch ein Committee der Wyoming Historical and Geolo-
gical Society gesammelt von H. Wright, Bull. ün. St. Fish Com-
miss. I S. 352—379. — Nachrichten über den Fang des Shad in
Nordkarolina von J. W. Milner, ebenda I S. 396—400 und S. G.
Worth ebenda II S. 26 und 54 — , in Florida, J. H. Osborn
ebenda II S. 132 — im Ohio eingeführt, W. Griffith ebenda I
S. 12 und Ch. W. Smiley II S. 32. — Vorkommen desselben im
Mackenziefluss, J.W. Coli ins ebenda II S. 95, Fischerei im Puget-
sound J. G. Swan ebenda II S. 152.
Pomolobus vernalis, the Alewire, Fischerei in Nord-Caiolina,
J. W. Milner, Bull. Un. St. Fish Commiss. I S. 396.
(Brevoortia tyrannus Lacep.), Menhaden, die Benutzung von
Dampfschiffen zum Fang derselben hat sie nicht seltener gemacht,
J. W. Hawkins, Bulletin of ün. St. Fish. Commission I 1881
(1882) S. 266—268.
Pristigaster lutipinnis Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat.
Mus. IV S. 340 Mazatlan.
Megalops atlanticus C. V., Bemerkungen über die Synonymie
Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat. Mus. V S. 246.
Megalops thrissoides Bl., Lebensweise, G. P. Dunbar Americ.
Naturalist XVI S. 387.
Stolephorus, die drei Arten der Ostküste Nordamerikas, per-
fasciatus Poey, Browni Gmel. und Mitchilli C. V., erörtert von J.
Swain, Bull. ün. St. Fish Commiss. II S. 55—57. — Stolephorus
opercularis, Jordan und Gilbert, Proc. ün. St. Nat. Mus. IV S. 275
Westküste von Mexiko. — St. ischanus, lucidus, exiguits, curtus und
miarchus, dieselben ebenda S. 340 — 344, Mazatlan. — St. Mitchilli
C. V., dieselben ebenda V S. 248. — St. perthecatus Goode u. Bean
ebenda V S. 434, Florida.
Muraenidae. Prof. Th. v. Siebold hat im Bayrischen Fischerei-
Verein am 19. Nov. 1881 einen Vortrag über den Aal gehalten, der
in der Bayrischen Fischereizeitung 1882, Nov. 6, abgedruckt ist.
0. Hermes konstatirt, dass männliche Aale auch in süssem
Wasser vorkommen, indem er während mehrerer Jahre in der Nieder-
elbe bei Wittenberge gefangene 30—40 cm lange Aale untersuchte
und darunter durchschnittlich 5 Prooent männliche fand. Sitzungs-
berichte d. Gesellsch. naturf. Freunde in Berlin, S. 37, 38 und Zool.
Garten XXIII S. 155.
160,000 junge Aale wurden in das deutsche Donaugebiet, näm-
lich Ulm, Augsburg, München und Nymphenburg, Regensburg und
Straubing, von H. H a a c k ausgesetzt, Circular des deutschen
Fischereivereins 1882, No. 4, S. 113— 115. — Vorschläge zur An-
lage von Aalleitern in Norddeutschland ebenda S. 105 — 112.
Archiv für Naturgesch. XLIX. Jahrg. 2. Bd. PP
614 E. V. Märten s: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthylogie
Der erste Aal in Californien Anfangs Februar 1882 gefangen,
3' lang, an der Ostküste der Bai von San Francisco, nachdem 12000
von der Fischkommission ausgesetzt worden, Am. Naturalist XVI
1882 S. 326.
Netzhautgefässe des Aals, Denissenko und H. Virchow
8. oben S. 565, Schwimmblase Pauly S. 566.
Albinoexemplar eines Aals, gleichmässig gelb mit kleinen
pigmentlosen Augen, Hamburger Aquarium; er hat sich in der Ge-
fangenschaft nicht verändert, während einige andere früher erhal-
tene Aale, die auch hellgelb waren, doch mit einzelnen schwarzen
Flecken, im Aquarium nach und nach dunkler wurden. H. Bolau
in unserm Archiv XLVII 1881 S. 136—138. Auszug in Ann. and
Mag. nat. bist. (5) IX S. 65.
Conger. Jordan u. Gilbert wollen für diese Gattung den
Namen Leptocephalus Gm. einführen, Proc. ün. St. Nat. Mus. V
S. 378.
Conger cäudicüla Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 435
Florida,
Congromuraena mystax Delaroche von Spalato, Steindachner,
Sitzungsberichte "d. Wien. Akad. LXXXVI S. 62.
Muraenesox coniceps Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. IV S. 348 Mazatlan.
Myrophis lunihricus Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 261 Texas.
Myrophis chrysogaster Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VI 1881 S. 271, Port Darwin, Australien.
Muraenichthys australis Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales VI 1881 S. 272, Port Jackson.
Ophichthys xysturus und zopJiochir Jordan u. Gilbert, Proc.
Un. St. Nat. Mus. IV S. 346, 347, Mazatlan.
Ophichthys miuriis Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 357, Cap S. Lucas, Californien.
Ophichthys stypurus R. Smith und Swain, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 120, Johnston-island, Stiller Ocean.
Sphagebranchus teres Goode und Bean, Proc. Un. St. Nat.
Mus. V S. 436, Florida.
Letharchus, gen. nov., ähnlich Sphagebranchus, aber ohne
Afterflosse ; vordere Nasenlöcher nicht röhrenförmig; Kiemenöifnungen
fast horizontal; Rückenflosse auf dem Kopf beginnend; Zunge vorn
frei. L. velifer, West-Florida, Goode und Bean, Proc. Un. St. Nat,
Mus. V S. 436, 437.
Apterichthys selachops Jordan und Gilbert, Proc. Un. Nat.
Mus. V S. 356, Cap S. Lucas, Californien.
Muraena retifera Goode und Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus. V
S.
während des Jahres 1882. 615
Muraena ocellata Ag. von Florida Jordan und Gilbert, Proc.
ün. St. Nat. Mus. V S. 260.
Muraena pinta und pintila Jordan und Gilbert, Proc. Un.
St. Nat. Mus. IV S. 345, 346 Mazatlan.
Gymnomuraena tigrina Less., beschrieben von R. Smith und
Swain, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 121.
Gymnomuraena nectura Jordan und Gilbert, Proc. Un. St.
Nat. Mus. V S. 356 Cap. S. Lucas, Californien.
Symbranchidae. H. Weyenbergh bespricht die systema-
tische Stellung der Symbranchidae als eigene Familie neben den
Aalen, zählt die bekannten Gattungen und die bekannten Arten der
Gattung Symbranchus auf, letztere auf Südamerika beschränkt und
fünf unter den sieben bekannten Arten in Argentinien zu Hause;
er beschreibt sodann ausführlich den Schädel und das Zungen-
Kiemenskelet dieser Gattung, mit Abbildung beider, ferner etwas
kürzer den Schultergürtel, die Wirbelsäule, die Verdauungs- und
Geschlechtsorgane und giebt endlich einige Notizen über die Lebens-
weise. Periodico zoologico tom. III entrega 3, Cordoba 1881,
S. 278—308, Taf. VL
Chilobranchus rufus Macleay, Proc. Linn. S. N. S. Wales VI
1881 S. 266, Port Jackson und Tasmanien.
Plectognathi.
Sclerodermi. Monacanthus nigricans und fuUginosus, Port
Moresby in Neuguinea, Macleay Proceed. Linn. Soc. N. S. Wales,
Nov. 1882.
Monacanthus Guntheri, neuer Name für M. Peronii Günther,
non Hollard, von Tasmanien, Port Phillip und P. Jackson, und M.
macrurus, Port Jackson, Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI
1881 S. 314 und 330.
Gymnodontes. W. Sörensen beschreibt bei Tetrodon fahaka
den vom Unterhautbindegewebe gebildeten in den Schlund sich
öffnenden Aufblasungssack nnd namentlich die Muskulatur desselben,
sowie diejenige des Schultergürtels, des Zungenbeinapparats und der
Kiemendeckel ; die den Kiemendeckel andrückenden und die Kiemen-
hautstrahlen aufwärts ziehenden Muskeln sind stärker ausgebildet
als bei den übrigen Fischen, ihre Antagonisten schwächer, wodurch
eben das Entweichen der verschluckten Luft aus dem erwähnten
Sack in die Mundhöhle und von da durch die Kiemenspalten nach
aussen willkürlich verhindert werden kann. Naturhistorisk Tidsskrift,
3. Reihe XIII S. 379—396, Taf. 17, Fig. 1—3.
Tetrodon nephelus Goode and Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus.
V S. 412 Florida.
616 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Chilomycterus puncticulatus Poey, von Portorico, beschrieben
in den Anales de la Sociedad Espafiola de Hist. nat. X S. 222.
LophobrancMi.
Syngnathidae. Siphostoma, Aufzählung und Charakterisirung
der 11 nordamerikanischen Arten, worunter S. auliscus aus Califor-
nien neu. Swain, Proc. ün. St. Nat. Mus. V S. 307—315.
Siphostoma Floridae und zatropis Jordan und Gilbert, Proc.
Un. St. Nat. Mus. V S. 264 Florida.
Syngnathus cinctus Ramsay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VH
S. 111 Port Jackson.
Leptoichthys Castelnaui, neuer Name für L. fistularius Castelu.,
non Kaup, Süd-Australien, und L. eristatus, West-Australien, Ma-
cleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI 1881 S. 295, 296.
Stigmatophora depressiuscula, King George's Sound, und gra-
cilis, Tasmanien, Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales YI 1881
S. 299.
Hippocampus zosterae und stylifer Jordan und Gilbert, Proc.
ün. St. Nat. Mus. V S. 265 Florida.
Ganoidei.
F. M. Balfour und W. N. Parker haben eine eingehende
Arbeit über Bau und Entwicklung von Lepidosteus im Vergleich
mit andern Ganoiden veröffentlicht, s, oben S. 555; am Schlüsse
derselben sprechen sich die Verfasser für Beibehaltung der Ganoiden
im Sinne von Joh. Müller aus und führen zwölf wesentliche Cha-
raktere sowohl in der Entwicklung als am erwachsenen Thier auf,
denen allerdings 9 mit den Teleostiern gemeinsame gegenüberstehen.
Ganz eigenthümlich den Ganoiden sind nur die Charaktere des Ge-
hirns und der Umstand, dass Eileiter und Nierengänge sich zu einer
gemeinschaftlichen äussern Oeffnung vereinigen. Immerhin aber
stehen die lebenden Ganoiden nach ihrem Urtheil den Teleostiern
näher als den Elasraobranchiern oder den Dipnoern.
Siehe auch oben die Arbeiten von E. v. Rautenfeld, J. W.
Wyhe Smith und Retzius, Balfour, Salensky.
[Lepidosteus] Litholepis spatula Lac, Lebensweise, Dunbar
Am. Naturalist XVI S. 383.
Dipnoi.
S. oben die Arbeit von Ha s well über Ceratodus S. 557.
während des Jahres 1882. 617
Selachii.
C. Hasse, das natürliche System der Elasmobranchier auf
Grundlage des Baues und der Entwicklung ihrer Wirbelsäule. Be-
sonderer Theil, 285 Seiten in gr. 4« mit 40 Tafeln, Jena 1882. (üeber
den ersten Theil vgl. Jahresbericht für 1879 S. 180). Der Verfasser
giebt hier die histologische und morphologische Einzelbeschreibung
der Wirbel einer grossen Anzahl von Gattungen und Arten, sowohl
recenter als fossiler, durch zahlreiche Abbildungen erläutert und in
der nach seiner Auffassung phylogenetischen Reihenfolge, von unten
nach oben fortschreitend. In der Einleitung betont er, dass die
skeletogene Substanz der Elasmobranchierwirbel stets als Knorpel
zu betrachten sei und erörtert dementsprechend die Charaktere
dieser Gewebeform : „der Knorpel ist eine Bindesubstanz, bestehend
aus Bindesubstanzzellen und einer festen chondringebenden Grund-
oder Zwischenzellensubstanz, welche letztere aus durch eine Kitt-
substanz gleichmässig mit einander verbundene Fäserchen zusammen-
gesetzt ist", sodann bespricht er die ontogenetische Bildung dieses
Knorpels und die Verkalkung desselben, welche beide bei verschie-
denen Gattungen der Elasmobranchier auf verschiedenen Stufen stehen
bleiben (vgl. Zool. Anzeiger 1879 S. 325, 351, 371). Den ersten Ab-
schnitt füllen die Holocephalen aus, wovon Chimaera und Callo-
rhynchus untersucht sind; letzterer steht am tiefsten, da seine ganze
Wirbelsäule ein weiches ungegliedertes Rohr ohne irgend eine Spur
von Verkalkung ist, während bei Chimaera am Rumpf schon eine
Aussen-, Mittel- und Innenzone, am Schwanzende wenigstens schon
eine Aussenzone differenzirt ist. Hierauf behandelt der Verfasser
die Notidaniden, bei denen auch schon diese Zonen vorhanden sind,
aber die histologische Zusammensetzung noch auf einer niedrigeren
Stufe steht als bei Chimaera, indem weder echter Hyalinknorpel noch
Rundzellenvorknorpel vorhanden ist, sondern die äussere Chorda-
schicht überwiegend aus einem Vorknorpel von Fibriilenstruktur
mit Spindel- oder sternförmigen nackten Zellen besteht, so dass er
die Notidaniden noch näher der hypothetischen Stammform der
Elasmobranchier glaubt, als Chimaera; innerhalb derselben steht
wieder Hexanchus tiefer als Heptanchus. Dann folgen die Plagiostomi
cyclospondyli, den bisherigen Spinacidae oder Haifischen ohne After-
flosse entsprechend, für welche der Verfasser hier keine gemeinsame
kurze Definition gibt. Den vierten Abschnitt bilden die PI. tecto-
spondyli, die dadurch charakterisirt werden, dass concentrisch um
den centralen Doppelkegel, also auch ringförmig um die Chorda,
sich Verkalkungsschichten ablagern, welche, der Aussenzone ange-
hörig, den Wirbelkörper solid machen; diese entsprechen wesent-
618 E. V. Martens: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
lieh den Rochen. Den letzten Abschnitt füllen die PI, astero-
spondyliy bei welchen die ringförmige Verkalkung der Aussenzone
wie bei den jüngeren Haifischen und den Rochen innig dem cen-
tralen Doppelkegel angeschlossen und dadurch ausgezeichnet ist, dass
von vorn herein gegen die Oberfläche emporragend aus ihr 4 gegen
die Mitte der Bogenbasen gerichtete Schrägstrahlen sich erheben,
denen sich in wechselnder Zahl, jedoch in der Regel 4, gerade
Strahlen hinzugeselleu können. Hierdurch entsteht das eigenthüm-
lich gefensterte Aussehen der WirbelkörjDer. Im Einzelnen gestaltet
sich das System folgendermassen :
1. Holocephali: Callorhynchus, Chimaera.
2. Notidaniden: Hexanchus, Heptanchus.
3. Cj'clospondyli : Laemargus, gut verschieden von der folgenden
Gattung, Scymnus, Echinorhinus, Spinax, Centroscyllium, Cen-
trina, Centrophorus und x\canthias, die 4 letzten enger an ein-
ander geschlossen.
4. Tectospondyli: Pristiophorus.
Squatinorajae fossiles, Rhinobatus (3 Arten), Trygonorrhina,
Rhynchobatus, Pristis.
Squatina.
Trygones: Hypolophus, Pteroplatea, Trygon, Urolophus, Taeniura.
Myliobatis, Aetobatis, Rhinoptera, Cephaloptera.
Rajae, a) macrorhynchi (Günther): R. oxyrhynchus, b) micro-
rhynchi (Gthr.): R. clavata, miraletus, eglanteria.
Zitterochen: Astrape, Torpedo, Narcine.
5. Asterospondyli : Cestracion.
Scylliolamnidae : Stegostoma, Crossorhinus, Nebrius, Ginglymo-
stoma, Otodus.
Lamna, Alopias, Carcharodon, Oxyrrhina.
Selache.
Scyllium (6 Arten) und Pristiurus.
Hemigaleus, Galeocerdo.
Galeus.
Carchariae: Scoliodon, Hypoprion, Priouodou, Zygaena.
Cheiloscyllium.
Triacis, Mustelus, Triaenodon,
Von all' den genannten Gattungen, beziehungsweise Arten,
sind die Wirbel, öfters auch in verschiedenen Alterszuständen, ein-
gehend beschrieben und abgebildet, von manchen daneben auch die
Placoidschuppen, und überall ist auf die bekannten zugehörigen oder
verwandten Fossilreste besondere Rücksicht genommen. Im Nachwort,
vom Juli 1881 datirt, — das ganze Werk trägt die Jahreszahl 1882
— sieht der Verfasser mit einer gewissen Befriedigung darauf zurück,
dass hier „zum ersten Mal bei einer Abtheilung der Wirbelthiere
auf Grund morphologischer und palaeontologischer Untersuchungen
während des Jahres 1882. 619
ein natürliches System nicht allein aufgestellt, sondern auch bis ins
Einzelne durchgeführt und begründet sei."
[Im Vergleich zu der bisherigen Eintheilung in Haie und
Rochen bringt also die vorliegende Arbeit die Aenderung, dass zwei
auch äusserlich leicht zu erkennende Gruppen von Haien, die Noti-
daniden mit mehr als 5 Kiemenspalten jederseits und die Spina-
ciden ohne Afterflosse gänzlich von den übrigen Haien losgelöst und
noch tiefer als die Rochen gestellt werden, so dass diese letztern
gleichsam nur einen seitlich abgehenden Zweig bilden, dass Squatina
und Pristiophorus haiähnliche Rochen statt rochenähnliche Haie
werden, und dass nicht mehr Scyllium, sondern Mustelus, diejenige
Gattung, bei deren einer Art die bekannte Placentarbildung eintritt,
an der Spitze der Haie stehen. Ref.]
Squali. Uebsr verschiedene Haifische, welche die Expedition
des Travailleur in den Meeren nahe der Küste Portugals und des
nördlichen Spaniens fand, berichtet P. Fischer im Rapport sur les
travaux de la Commission chargee d'etudier la faune sous-marine
dans les profondeurs de la Mediterranee et de l'Ocean atlantique
(Archives des Missions scientifiques et litteraires 3. ser. IV) 1882.
Chiloscyllium furvum Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VI 1881 S. 364 Port Jackson.
Carcharias falciformis Müll. u. Henle von Goree. Steindachner,
Denkschr. d. Wien. Akad. XLV S. 14.
Carcharias platyodon Poey, beschrieben mit Bemerkungen
über andere Arten dieser Gattung an der atlantischen Küste Nord-
amerikas. Jordan u. Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. V. S. 242—245.
Carcharias fronto, aethalorus und longiirio, Jordan u. Gilbert,
Proc. ün. St. Nat. Mus. V S. 102 — 107 Mazatlan. — C. lamiella die-
selben ebenda S. 110 San Diego, Californien.
Galeocerdo, Gehirn, Haswell, s. oben S. 563.
Galeus australis Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI
1881 S. 354 Port Jackson.
Zygaena tudes Val., von der Insel Thome, West-Afrika, Unter-
schiede von Z. malleus, Guimaraes in Jörn, de scienc. math. phys.
nat. de Acad. de Lisaboa no. XXXIII S. 38, 39.
Mustelus lunulatus, Mazatlan, und Unterschiede der 4 nord-
amerikanischen Arten, von denen die eine, M. canis Mitchill, 1815
identisch mit dem europäischen M. vulgaris Müll, und Henle ist,
Jordan und Gilbert, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 108, 109.
Platypodon sp, n. ? Poey Anal, de la Soc. Esp. de Hist. nat.
V S. 224 Portorico.
Isurus Dekayi Gill = Lamna punctata Dekay, Florida. Jordan
und Girard, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 241.
Alopias vulpes an der Küste von Devonshire im September
gefangen. J. Gatcombe im Zoologist Nov. 1882 S. 434. — E. Fil.
620 E. V. Martens: Bericlit üb. die Leistungen in der Ichthyologie
Trois hat an dieser Art ähnliche Gefässknäuel unter dem Auge be-
schrieben, wie früher (1879) an Oxyrrhina. Atti del R. Istituto
Veneto, 5. Reihe, 8. Band S. 1361 — 1364.
Acanthias vulgaris schaarenweise im Februar 1882 bei Cape
Ann in Neu-England vorgekommen. Collins Bull. Un. St. Commiss.
II 1882 S. 8.
Acanthias megalops Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VI 1881 S. 367 Port Jackson.
Anatomisch-embryologische Bemerkungen über Scymnus lichia
von T. Z. Parker im New Zealand Journal of Science Vol. I No. 2
S. 235.
Echinorhinus spinosus bei Penzance in Cornwales im December
1881 gefangen. Th. Cornish im Zoologist Januar 1882 S. 22, und
bei Dublin im Sept. 1882. A. G. More, ebenda November S. 434.
Rajae. Torpedo. G. Fritsch charakterisirt kurz die von
ihm am Mittelmeer und Rothen Meer beobachteten Arten T. ocellata,
panthera und marmorata und unterscheidet eine neue Abart der
letzteren, var. annulata, mit Ringflecken auf Rücken und Schwanz;
die Anzahl der Säulen im elektrischen Organ ist bei derselben Art
in geringen Grenzen schwankend und kann als Artunterschied be-
nutzt werden, so z. B. bei T. marmorata, 484—536, bei var. annulata
548 — 615, bei ocellata 404 — 491, bei der riesengrossen nordameri-
kanischen T. occidentalis Storer über 1000; Exemplare der letzteren
scheinen auch schon hin und wieder an der englischen Küste vor-
gekommen zu sein und die schon von J. Hunter [1773] angegebene
Säulenzahl von 1182 bezieht sich vermuthlich auf ein solches. Nar-
cine dipterygia dagegen hat nach Henle nur 130. Das elektrische
Organ bei Torpedo ist als Umwandlung der äussern Belegmuskeln
der Bogen des embryonalen Visceralskeletes , sowohl Kiefer als
Kiemenbogen, aufzufassen. Das Gewichtsverhältniss des Organs zum
ganzen Fisch bleibt bei den verschiedenen Arten ziemlich gleich,
1 : 4,5. Prof. Fritsch bestätigt ferner, dass Zitterrochen ausserhalb
des Wassers am Schwanz erfasst keinen Schlag auszutheilen ver-
mögen, wenn sie nicht die Hand noch zugleich mit dem Brustflossen-
rand berühren, und dass kleine Zitterrochen in Berührung mit
grossen zuweilen bei deren Schlage zucken. Sitzungsberichte d. K.
Preuss. Akad. d. Wissensch. XXIII Mai 1882 S. 481-501. — Auch
Th. Weyl schreibt über die Säulenzahl im elektrischen Organ von
T. oculata im Centralbl. f. medizin. Wissensch. 1882 No. 16.
Torpedo hebetans, 2' 5" engl, lang, an der Küste von York-
shire gefangen. W. Eagle Clarke im Zoologist Mai 1882 S. 192.
Raja. G. Fritsch fand bei mehreren Arten, am deutlichsten
bei R. asterias und miraletus, ein unvollkommenes elektrisches Organ,
„aus noch kenntlichem Muskel mit mäandrisch ver wälzten Querstreifen
und aus protoplasmatischen Balken" aufgebaut, von geringer Ele-
während des Jahres 1882. 621
mentenanzahl. Sitzungsberichte d. K. Preuss. Akad. d. WissenscL.
XXIII Mai 1882 S. 502.
Trygon granulata, Port Moresby in Neuguinea. Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales November 1882.
Taeniura atra, Port Moresby in Neuguinea. Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales Nov. 1882.
Urolophus aspidurus Jordan und Gilbert, Bull. Un. St. Fish
Commiss. I S. 307 Panama.
Myliobatis australis Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VI 1881 S. 380 Port Jackson.
Cyclostomi. .
Petromyzon. Muse, rectus, Schneider s. oben S. 562, Gehirn
Ahlborn, A. Dohrn und R o h o n S. 563, 564 ; Leber und Pan-
kreas Legouis S. 568, Entwicklung Sagemehl und Nuel S. 573.
Lampetra tridentata Guirdn. und Ammocoetes plumbea Ayr,
Bemerkungen von Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 93.
Ichthyomyzon castaueus Gir., Beschreibung eines Exemplars
aus Luisiana, drei Maxillarzähne dicht aneinander, nebst Bemerkungen
über andere Arten dieser Gattung, die wohl nicht von Petromyzon
zu trennen ist. Bean, Proc. Un. St. Nat. Mus. V S. 117—119.
Myxine glutinosaL., Epidermis und Schleimdrüsen von Blom-
fiald beschrieben, s. oben S. 560.
Leptocardii.
B. Hatschek hat in den Arbeiten des zoologischen Instituts
von Wien IV Heft 1 1881, 88 Seiten, 9 Tafeln die Entwicklung von
Amphioxus beschrieben. Auszug im Journ. of the Roy. microscop.
Soc. (2) II 2 S. 174—176. Im Wesentlichen werden dadurch die
Angaben von Kowalewsky 1867 und 1876 bestätigt. Die ersten
Stadien der embryonalen Entwicklung gehen sehr rasch vor sich,
1 Stunde nach der Ablage der Eier beginnt die Zweitheilung des
Dotters, 3—4 Stunden darauf ist die Mauibeerform vollendet und
die Zellen beginnen epithelartig zu werden; IV2 Stunden darauf
beginnt die Einstülpung, 1 Stunde später ist die Furchungshöhle
ganz verdrängt; am zweiten Vormittag beginnen die Embryonen zu
rotiren und am Mittag verlassen sie die Eihülle und bis zum Abend
sind schon 8 Ursegmente gebildet. Die Embryonalentwicklung, so-
weit das Thier von den im Ei aufgespeicherten Materialien lebt,
Archiv für Naturgescli. XLIX. Jahrg. 2. Bd. PP*
622 E. V. Martens: Bericht üb. d. Leistung, in der Ichthyologie etc.
wird in 48 Stunden durchlaufen, aber die Weiterentwicklung der
pelagisch lebenden Larve nimmt noch Monate in Anspruch. Die
Beobachtungen sind an Exemplaren aus einem Salzsee bei Faro un-
weit Messina gemacht; die Exemplare von dort zeigten sich von
April bis Juni fast alle gleich gross und von Geschlechtsprodukten
strotzend, während man in Neapel durchschnittlich kleinere und
mehr von ungleicher Grösse findet. Eine allgemeine Besprechung
der Resultate verspricht der Verfasser für einen künftigen Theil.
Bericht
über die wissenscliaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Nematoden, Gordiaceen, Acanthocejjha-
len, Trematoden und Cestoden im Jahre 1882.*)
Von
Dr. 0. V. Linstow
in Hameln.
Allgemeines.
Betrachtungen über den Fortpflanzungsmodus der Platt-
würmer macht Grobben, welcher die monozoische Auffassung
der Cestoden vertritt, indem er den Embryo, den Cysticercus
und die Proglottidenkette für ein und dasselbe Individuum in
verschiedenen Entwicklungsstadien hält; eine Proglottide ist
nur ein Theilstück der Kette und letztere nicht als Thierstock,
sondern als Thierindividuum aufzufassen. Ein Generations-
wechsel ist daher nur in den Fällen anzunehmen, wo mehrere
Scoleces in einem Cysticercus producirt werden. (Zwischen
einer Medusen - Strobila und einer Tänie besteht der wesent-
liche Unterschied, dass erstere junge Individuen producirt und
gleichsam ein in's Freie verpflanztes Ovarium ist, während die
von dem Ende der Tänie losgestossenen Proglottiden als Theile
des Thieres angesehen werden müssen, die aufgehört haben zu
functioniren ; sie sind nur noch Eisäcke, die aufgelöst werden
müssen, um die Eier frei zu machen. Ref.) Die Keimballen
*) Für Unterstützungen bei dieser Arbeit habe ich den Herren Pro-
fessoren V. Martens, Braun, Chatin und Megnin meinen Dank auszusprechen.
Arch. f. Naturgesch. IL. Jahrg. 2. Bd. QQ
624 Dr. 0. V. Linstow: Berieht über die wissenschaftlichen
der Redien und Sporocysten, aus denen die Cercarien werden,
hält Verf. für parthenogenetiscli sich entwickelnde Eier, und
muss diese Entwicklung nicht als Generationswechsel, sondern
als Heterogonie bezeichnet werden. C. Grohhen, DoUolum und
sein Generationsioechsel nehst Bemerkungen über den Generationsioechsd
der AcalepJienj Cestoden und Trematoden. Arh. des zoolog, Instit.
Wien, 4. Bd. pag, 201—298, 5 Tafeln.
lieber Goette's Abhandlungen zur EntioicklungsgescMchte der Thiere,
Heft 1, Untersuchungen zur EntioicklungsgescMchte der Würmer, Leipzig
1882, ist, einer vorläufigen Mittheilung im Zoolog. Anz. ent-
sprechend, bereits im vorigen Jahresbericht pag. 104 referirt.
Lang studirt das Nervensystem der Plathelminthen. Das
Centralnervensystem wird vom Gehirn, den von ihm ausstrahlen-
den Nervenstämmen und seinen Commissuren gebildet. Bei
Tristomum sind die Längsstämme besonders kräftig entwickelt;
gegen die Ansatzstelle des grossen Saugnapfes convergiren die
vier Stämme zu einem und treten durch den Stiel hinein, um
dann wieder radienförmig auszustrahlen; man findet nur eine,
das Gehirn umkreisende Ringcommissur. Bei Pleurocotyle und
Distomum sind die beiden Längsnerven vorwiegend entwickelt,
bei Pleurocotyle der asymmetrischen Lage der Saugnäpfe ent-
sprechend an der einen Seite stärker ausgebildet. Bei Amphi-
lina gehen die Längsstämme hinten in einander über; Taenia
hat ausser den Längsnerven noch solche, die an die Saugnäpfe
gehen und bei Tetrarhynchus werden die Rüsselkolben beson-
ders versorgt.
Das mesemchymatöse Nervensystem ist derjenige Theil
des peripheren, der wahrscheinlich aus Zellen des Mesemchyms
sich entwickelt; ein solcher Plexus findet sich bei Tristomum
im grossen Saugnapf, ferner gehört hierher ein Doppelganglion
an der Basis des Bauchsaugnapfes von Distomum nigroflavum,
bei Tetrarhynchus den Rüsselkolben aufliegende Ganglienzellen
und bei Distomum hepaticum das auch von Sommer gefundene
obere Schlundganglion. Die Augen bestehen aus den Sehzellen,
die als Ausläufer der Sehnerven anzusehen sind, aus einem
Pigmentbecher und einem von diesem eingeschlossenen Krystall-
körper. A. Lang, Vergleichende Anatomie des Nervensystems der
Plathelminthen. Mitthlgn. d, zoolog. Station zu NeajJel, IIL Bd.;
Heft 1—2, pag. 53—96.
van Beneden tritt von neuem für die Priorität der Ent-
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 625
deckung des zwiefachen Canalsystems bei den Trematoden und
Cestoden Fraipont's gegenüber den Ansprüchen Lankester's auf
und bemerkt, die Art der Entwicklung des Nephridium sei hier
nicht von Bedeutung, Lankester aber habe in seiner bezüglichen
Arbeit die Grenze zwischen dem als Cölom und Nephridium
bezeichneten Canalsystem nicht angegeben, wohingegen Frai-
pont gezeigt habe, dass das bekannte Wassergefässsystem von
einem vor seinen Untersuchungen unbekannten Lacunen- und
Canalsystem unterschieden sei, und dass die Enden der feinen
Canäle in Wimpertrichter ausgehen, die sich in die Lymphlacunen
öffnen; das Canalicularsystem Lankester's, welches von dem-
selben als Coelom betrachtet werde und ein Theil des Nephri-
dium sei, sei etwas ganz anderes als das Canalicularsystem
Fraipont's, das aus einem System von Lymph-Räumen bestehe.
Auf diesen Artikel antwortet Lankester, van Beneden gebe
zu, dass er, Lankester, die urinary canals und sanguino - lym-
phatic Spaces als von einander verschieden darstelle; bereits
1873 habe er, L., gezeigt, dass die äussersten Ramificationen
des sogenannten Wassergefässsystems durch ein System von
Lacunen oder ein Netzwerk von Zwischenräumen gebildet wür-
den, das die Gewebselemente umgebe ; die Zellen des Mesoblast
seien auseinander gerückt, die feineren Ramificationen des
Canalsystems seien also intercellular und nicht Theile des Ne-
phridium und die Aeste des Canalsystems endigten nicht blind.
Vielleicht hätten die beiden Forscher sich leichter ver-
ständigt, wenn sie die drei von einander deutlich verschiedenen
Abtheilungen des Canalsystems der Trematoden und Cestoden,
1. das anastomosirende Wassergefässsystem, 2. das unverzweigte
Capillarsystem mit Wimpertrichtern, 3. das intercellulare Netz-
werk mit drei verschiedenen Namen bezeichnet hätten, während
die Ausdrücke Nephridium, Urinary canals das Capillarsystem
mit den Wimpertrichtern von den anderen Gefässen nicht deut-
lich unterscheiden. E. van Beneden. Encore im mot sur le nephri-
dium et la cavite du corps des Trematodes et des Cestodes. Zoolog.
Anz. 1882 pag. 14 — 18. E. R. Lankester. The coelom and nephri-
dia of flatiüorms. Zoolog. Anz. 1882 pag. 2i2n — 231.
Ref. beschreibt eine grössere Zahl theils bekannter, theils
neuer Helminthen, die weiter unten am entsprechenden Orte
angeführt werden. 0. v. Linstoiü, Helminihologische Studien, Archiv
für Zoologie Bd. 48, Berlin 1882, pag. 1—25, Tab. I— IL
626 I^r. 0. V. L instow: Bericht über die wissenschaftlichen
Dasselbe gilt von Fraipont's Beschreibung der Parasiten
aus Uromastix acanthinurus. J. Fraipont, Nouveaux vers parasites
de t Uromastix acanthinurus. Bullet. Acad. R, Belgique 3. ser. t. 3,
Bruxelles 1882, pag. 4—6 (99—106). 1 Tfl.
Ferner auch von Olsson's Arbeit: P. Olsson, Nya Udrag til
kännedomen om Jemtlands fauna. Öfversigt af Kongl. Vetenskaps-
Akad. Vörhandl. No. 10, Stockholm 1882 pag. 35 — 53.
Pütz bespricht in seinem Handbuch der Seuchen und
Heerdekrankheiten der Hausthiere pag. 31—109 und 669—675
auch die durch Helminthen verursachten, ohne zoologisch wesent-
lich etwas neues zu bringen; von Interesse sind jedoch ver-
schiedene Fütterungsversuche, welche, entgegen Megnin's und
Cande's Anschauungen immer wieder die bisherigen wissen-
schaftlichen Lehrsätze bestätigen. Taenia echinococcus ent-
wickelt sich im Hundedarm in 9 — 10 Wochen; eine Band-
wurmseuche der Katzen ging parallel einem Aussterben der
Feldmäuse durch Cysticercus fasciolaris, so dass die Katzen
und Mäuse sich gegenseitig massenhaft inficirten und übrigens
constatirt Verf. den Ansichten der eben genannten Forscher
gegenüber das Auftreten des Cysticercus Taeniae saginatae in
den Muskeln des Rindes da, wo die entsprechende Taenia viel
vorkommt, nicht nur in weitester Verbreitung, sondern auch in
ausserordentlicher Menge. H. Pütz, Die Seuchen und Heerdekrank-
heiten unserer Hausthiere, Stuttgart 1882.
Die Schmarotzer der Haussäugethiere bearbeitet Zürn, und
werden pag. 113 — 299 die betreffenden Helminthen angeführt
und zwar 21 Cestoden, 9 Trematoden, 37 Nematoden und
1 Acanthocephale. In der Einleitung wird die Eintheilung der
Helminthen, ihre Entwicklung mit oder ohne Wirthswechsel, die
Uebertragung in den tbierischen Körper, der anatomische Bau
und die Lebensweise beschrieben, wobei Verf. sich an die bis-
her allgemein anerkannten Lehren der Wissenschaft hält und
Megnin's Anschauung, nach der die Taenia perfoliata sich aus
Echinococcen entwickeln soll, wenn diese in den Pferdedarm
gelangen, während die Echinococcen im Hundedarm zur Taenia
echinococcus wird, nach der ferner der Cysticercus pisiformis
im Kaninchen zur Taenia plicata, im Hunde zur Taenia serrata
wird und nach der es ausser der bewaffneten und unbewaffneten
Form einer und derselben Tänienart noch eine dritte, scolex-
lose geben soll, mit Recht für kaum glaublich und mindestens
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 627
unerwiesen erachtet. Die durch die Parasiten hervorgerufenen
Krankheiten werden geschildert, welche gerade bei den Haus-
säugethieren eine hervorragende Rolle spielen, und je nach dem
Sitz der Parasiten verschiedene Symptome bieten können und
werden die Mittel, eine Einwanderung zu verhüten sowie die
Beseitigung der bereits eingewanderten in ausführlicher Weise
nach ihren verschiedenen Methoden und Erfolgen angegeben.
Die Artbeschreibung der einzelnen Helminthen ist übersichtlich
und leicht verständlich und durch Abbildungen auf Tab. II — IV
erläutert; eine besondere Berücksichtigung findet die für Men-
schen und Thiere so gefährliche Trichina spiralis und smd alle
hier interessirenden Punkte, auch die Trichinenkrankheit der
Schweine, deren Kenntniss eine grössere Verbreitung verdient,
als sie hat, um bei Menschen und Thieren Unglück zu ver-
hüten, die aber auch bei stark trichinisirten Schweinen ganz
fehlen kann, gebührend berücksichtigt. Das "Werk, welches
auch alle neuesten Entdeckungen auf diesem Gebiete bringt,
bietet in zweckmässiger Form die Mittel, die dem Viehstand
oft so verderblichen Helminthen gründlich kennen zu lernen
und zu bekämpfen und ist in diesem Sinne eine dankenswerthe
Arbeit. F. A. Zürn, Die Schmarotzer auf und in dem Körper unserer
Haussäugethiere, 1. Tlieü. Die thierisclien Parasiten, Weimar 1882.
Derselbe Verfasser führt in seiner Arbeit über die Krank-
heiten des Hausgeflügels auf pag. 1 — 52 die bis jetzt bekannt
gewordenen Helminthen desselben auf, und zwar 19 Cestoden,
13 Trematoden, 26 Nematoden und 3 Acanthocephalen ; unter
den Nematoden wäre wohl Trichina spiralis zu streichen, denn
das Vorkommen derselben in Vögeln ist nur nach voraus-
gegangener künstlicher Fütterung mit trichinösem Säugethier-
fleisch beobachtet, wie Verf. auch ausdrücklich anführt, dass
bei Vögeln sich nie Muskeltrichinen entwickeln und der Fund
von Bakody, welcher eingekapselte Trichinen beim Huhn ge-
funden zu haben glaubte, auf Filarien - Larven zurückzuführen
ist. Die einzelnen Arten der Parasiten sind mit kurzen, aber
zweckmässigen Diagnosen versehen, so dass sie auch von Un-
geübten leicht wiedererkannt werden können und zahlreiche
gute Abbildungen erleichtern die Bestimmung. Die Arbeit giebt
ein übersichtliches Bild des Baues und der Lebensgeschichte
der Parasiten, bespricht den Wirthswechsel, die Krankheits-
erscheinungen, welche sie hervorrufen und die Mittel, ihrer An-
628 Dl*. 0. V. Linstow: Bericht «über die wissenschaftlichen
siedelung vorzubeugen und sie zu beseitigen; das Werk steht auf
der Höhe der Wissenschaft und bietet das bekannt gewordene
Material vollständig. F. A. Zürn, Die KrankMten des Haus-
geflügds, Weimar 1882.
Braun giebt eine instructive Uebersicht über die Art, wie
sich der Mensch mit Parasiten inficirt, indem er die verschie-
denen Entwicklungsweisen derselben in kurzen Zügen andeutet.
Neu ist die wichtige Entdeckung, dass der Mensch sich diu'ch
den Genuss von nicht garem Hechtfleisch mit Bothriocephalus
latus inficirt, auf die wir weiter unten zurückkommen. M. Brcmrij
Auf lüelche Weise inficirt sich der Mensch mit Parasiten? Dor'pat
1882.
Von demselben Verfasser erhalten wir eine tabellarische
Uebersicht der menschlichen Parasiten nach Namen, Ort des
Vorkommens, des Aufenthalts in Thieren, geographischer Ver-
breitung und Infectionsquelle, worin die Helminthen mit der
ansehnlichen Zahl von 44 figuriren, 12 Cestoden, 12 Tremato-
den, 18 Nematoden, 2 Acanthocephalen. M. Braun, Tabellarische
Uebersicht der thierischen Parasiten des Menschen. Dor-pat 1882.
Oerley's Arbeit über die menschlichen Parasiten ist der
Abdruck eines Vortrages, in welchem in allgemein verständlicher
Weise die neuesten Ergebnisse der Helminthologie, soweit sie
die Parasiten des Menschen betreffen, angeführt werden; be-
sonders werden Anguillula stercoralis und intestinalis, Filaria
Bancrofti, Distomum sinense und Ringeri, Gynaecophorus hae-
matobiiis, Strongylus duodenalis erwähnt. Bei der Aufzählung
nennt Verfasser 9 Cestoden, 11 Trematoden, 24 Nematoden,
1 Acanthocephale als Parasiten des Menschen. L. Oerley, Von
den menschlichen Eingeiüddeioürmern (ungarisch) . Naturioissenschaft-
liche Zeitschr. 152. lieft, 1882.
Tommasi-Crudeli beschreibt im ersten Bande seiner patho-
logischen Anatomie die Helminthen des menschlichen Körpers
imd führt 11 Cestoden, 6 Trematoden, 14 Nematoden, 1 Acan-
thocephale an. C. 7'ommasi - Crudeli. Istitutioni di anatomia pata-
logica, vol. 1., Torino 1882.
Cobbold giebt eine Uebersicht über die menschlichen Para-
siten, mit Angabe ihrer Larven und deren Aufenthalt, soweit
sie bekannt sind, und unter Anführung der wichtigsten Litteratur-
quellen und der Synonymik; es werden genannt 16 Cestoden,
13 Trematoden, 20 Nematoden, 1 Acanthocephale. Cysticercus
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 629
cellulosae und racemosus werden besonders neben Taenia solium
aufgeführt und Taenia tenella und lophosoma als besondere
Arten hingestellt und unter den Nematoden stehen Leptodera
teres und Rhabditis genitalis; ungemein reich ist besonders das
Litter aturverzeichniss bei Filaria Bancrofti. T. Sp. Cohhold, Hu-
man Parasites. London 1882. 86 pag.
Derselbe Forscher sprach in der Versammlung der Britisch
Association for the advancement of science in Southampton im
August 1882 über die in Egypten vorkommenden, dem Men-
schen gefährlichen Entozoen, worunter er namentlich Bilharzia
haematobia hervorhob und das Trinken von Wasser direct aus
den Canälen als gewöhnlichen Weg der Infection für die Ein-
gebornen angab und ferner erwähnte, dass Ankylostomum duo-
denale auch ausserhalb Egyptens in Indien und bei den Arbei-
tern des Gotthard- Tunnels krankheiterregend aufgetreten sei.
T. Sp. Cohhold, Natur e, t. 26, No. 672, pag. 492—493.
Pagenstecher behandelt in seinem nachstehend genannten
Werke die Helminthen im Allgemeinen und giebt dabei eine
Reihe durch Originalabbildungen erklärter Beobachtungen, die
manches Neue bieten. A. Pagenstecher , Allgemeine Zoologie^
IV. Bandj Berlin 1881.
Nematoden.
Joseph macht elektrische Versuche an der Muskulatur von
Ascaris megalocephala und findet, dass der Körper von einem
äusserst feinen, wandungslosen Gefässsystem durchzogen wird,
das die Aussenseite der Organe umgiebt, zwischen den Längs-
muskelbändern verläuft und die Wandung des excretorischen
Gefässsystems umgiebt, an welches es endosmotisch auszuschei-
dende Stoffe abgiebt. Vom Hauptnervenring entspringen nach
vorn sechs Nerven, vier submediane und zwei laterale, nach
hinten ein ventraler und ein dorsaler, und zwischen den vor-
deren und dem ventralen und dorsalen Ast bestehen je zwei
ventrale, resp. dorsale, den Nervenring kreuzende Commissuren.
Die Papillen des Kopfes sowie des männlichen Schwanzendes
sind nervöse Endorgane. G, Joseph, Vorläufige Bemerkungen über
Muskulatur j Excretionsorgane und peripheres Nervensystem von Ascaris
megalocephala und lumhricoides. Zoolog. Anz. 1882 pag. 603 — 609.
Schtschetkin theilt einen Fall mit, nach dem ein Soldat
630 Dr. 0. V. Linstow: Bericht über die wissensehaftlichen
plötzlich starb, nachdem kurz vorher Schwächegefühl, sehr be-
schleunigte Respiration und acutes Lungenödem an ihm con-
statirt war und wurden als Todesursache drei Ascariden gefun-
den, welche den Kehlkopf erfüllten und Erstickung herbeigeführt
hatten; 24 dieser Parasiten fanden sich noch in Oesophagus,
Magen und Darm. Jeshe nedjelnaja klinitscheskaja Gazetsa No. 23,
1882.
Manson bespricht einen Krankheitsfall, einen 34jährigen
Mann in Tschinkaug betreifend, der seit acht Jahren an Ele-
phantiasis des Scrotums mit Lymphausfluss litt; dasselbe war
mannskopfgross und beständig floss Lymphe im Strahle aus,
täglich mehrere Pfunde, die Filarien (Filaria Bancrofti) enthielt
und diese wurden auch im Blute gefunden; bei der Section
zeigten sie sich nicht nur im Blute, sondern auch in den Leisten-
drüsen, aber nur die Embryonalform; von den geschlechtsreifen
Thieren ist nicht die Rede; der Fall wird hier erwähnt, weil
in der Leiche ein neuer Cestode gefunden wurde, der unten
angeführt wird. Manson, Ein Fall von lymphatisch -hypertrophischem
Scrotum, hervorgerufen durch Filaria und andere Parasiten. The Lancet,
London 1882, No. 40. Ällgem. med. Centralzeitung , Berlin 1882,
No. 97.
Manson meint, dass die Fieberanfälle mit dem vermehrten
Auftreten von Filarien im Blute nichts zu thun haben, vielmehr
werde die Periodicität durch das Fieber gestört, die Filarien
erscheinen seltener während desselben. Diese leben ursprüng-
lich im Lymphgefässystem und gelangen durch den ductus
thoracicus in die Blutadern, auch die Eier führen zu Lymph-
stauungen. P. Manson, Filaria sangxdnis hominis and fever. The
Lancet, London 1882, pag. 64 u. 289—290.
Carter sucht den Grund der Periodicität in der periodisch
vermehrten Aufnahme der Lymphe in das Blut. Im Urin treten
die Filarien bei Nacht und Tage in gleicher Menge auf. Die
Masse der das Blut eines Menschen bewohnenden Thiere wird
auf 40,000,000 geschätzt.
Durch Veränderungen des Blutes bei Nacht und bei Tage
ist die Periodicität nicht erklärt, da eine solche nicht nach-
gewiesen ist; sie wird bedingt durch Zusammenwirken physio-
logischer Bedingungen während des Schlafes, Gehalt des Blutes
an Sauerstoff und Kohlensäure, Blutdruck und Schnelligkeit des
Stromes in den Gefässen sowie durch Temperaturverhältnisse.
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. ß31
J. M. Granville, Filaria sanguinis hominis and fever. The
Lancet, London 1882, pag, 314.
Roy findet, dass die Lymphe bei Tag und Nacht gleiche
Mengen Filarien enthält und spricht gegen die Möglichkeit
eines Absterbens und Reproduction in 24 stündigem Rythmus.
G. C, Roy, Filaria Sanguinis hxyminisj The Lancet, London 1882,
pag. 625.
Sonsino constatirt das Vorkommen von Filaria Bancrofti
in Egypten und bespricht den Unterschied der Hämaturie durch
Bilharzia und Filaria hervorgerufen. Auch hier wurden Filarien
in Mosquito's gefunden. The Lancet, London 1882, pag. 825.
Mackenzie führt einen Fall an, wo die Filarien aufhörten
im Blute zu erscheinen; der Kranke starb bald darauf und bei
der Section wurde der ductus thoracicus obliterirt gefunden;
die erwachsenen Filarien wurden auch hier nicht entdeckt;
auch dieser Forscher schätzt die Gesammtsumme der Blutfilarien
eines Menschen auf 36—40,000,000. The Lancet, London 1882,
pag, 836, 869 — 870; Medical Times and Gazette, London 1882,
pag. 622.
Granville meint, nicht der Schlaf und das Wachen allein
bewirkten die Periodicität , da die Einwanderung in das Blut
und die Auswanderung aus demselben nicht genau mit Schlaf
und Wachen zusammenfallen, sondern demselben in der Regel
einige Stunden vorhergehen. Mortlmer Granville, The Lancet,
London 1882, pag. 314.
Cobbold theilt ein Schreiben von Myers mit, betitelt: Oh-
servations on Filaria sanguinis hominis in Soiäh Formosa und trägt
dann seine Arbeit vor: On Filariae and other parasites in relation
to Epidemics and Epizootics. Die von anderer Seite gemachte
Angabe, dass die Filarien in den Mosquito's geschlechtsreif
werden, ist unrichtig.
Myers versucht ohne Erfolg Filarien -haltige Mosquito's an
Affen zu verfüttern. Die Mosquito's werden bei Filarien-
Kranken unter ein Mosquito - Netz gethan, damit sie hier Blut
saugen. Lässt man Mosquito's Blut von einem Hunde mit
Blutfilarien saugen, so verdauen sie diese Filarien, sind hier
also nicht der rechte Zwischenwirth.
Manson neigt zu der Meinung, dass die Filarien während
ihres Verschwindens aus dem Blute sich in anderen Organen,
etwa in den Lungen sammeln, während Myers die Periodicität
632 I^r« O. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
durch eine Auflösung und Absterben der Parasiten zu er-
klären sucht.
Cobbold hält diese Anschauung für nicht möglich und
meint, die Millionen von Thieren könnten doch nicht spurlos
aus dem Blute verschwinden. Die Stauungen im Lymphsystem
schiebt er auf mechanische Verstopfung der Wege durch Filarien.
W. Myers, Ohservations on Filaria sanguinis hominis in South
Formosa, Med. Times and Gazette 7. Jan. 1882, pag. 9. Customs
Med. reports oj the Imperial Maritime of China 1882. Sp. Cobhold.
Med. Times and Gazette 14. Jan. 1882, pag. 49. Vergl. auch Berl.
Min. Wochenschr. 1882, No. 41, pag. 613—616.
Sonsino beschreibt 10 Fälle von Erkrankungen durch
Filaria Bancrofti in Egypten; der Parasit ist nicht verschieden
von dem indischen. Zugleich constatirt er die Coexistenz
von Filaria Bancrofti und Bilharzia haematobia, auch Anky-
lostomum duodenale ist in Egypten gemein und ruft, wenn in
grosser Menge vorhanden, eine progressive, perniciöse Anämie
hervor; der Embryo von Filaria Bancrofti ist 0,22 — 0,33, der
von Ankylost. duod. 0,43 mm lang. Unter 36 imtersuchten
Mosquito's fanden sich neunmal Filarien, in einem Exemplar
50 Stück. Die Filarien bleiben in den Mosquito's wochenlang
am Leben, oft aber findet man sie todt und Verf. hat keine
Weiterentwicklung an ihnen bemerkt, so dass er glaubt, dass
die Mosquito's die Filarien nur mechanisch verbreiten, etwa
wie die Vögel den Pflanzensamen mit dem Koth verschleppen.
P. Sonsino, Med. Times and Gazette, London 1882, pag. 494 — 495,
522—524, 553-555.
In den Lungen eines Kamels fand Eve Blutfilarien, in
jedem Blutstropfen 10 — 12; die entsprechenden erwachsenen
Exemplare leben in der Aorta und der Pulmonar- Arterie mit
ihren Verzweigungen. Lewis constatirt, dass die Form specifisch
verschieden ist von Filaria Bancrofti. The Lancety London 1882,
pag. 647.
Fraipont beschreibt als neu eine 100—120 mm lange
Filarie im subcutanen Bindegewebe und zwischen den Muskeln
von Uromastix acauthimans, Filaria candazei (1. c).
In der Muskulatur des Nackens und der Brust von Cora-
cias garrula fand Chatin verschiedene Exemplare von Filaria
coronata, von 30—50 mm Länge und 0,45 mm Breite; am
Kopfende stehen drei Papillen, das Männchen hat em (?) kur-
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 633
zes, cylindrisches Spiculum, die Vulva findet sich 0,6 mm vom
Kopfende; die eigenthümliche Bewaöhung des Kopfes besteht
aus zwei symmetrischen Hälften, welche in ihrer Form sowie
mit der sie bewegenden Muskulatur und nach ihrer Function
geschildert wird. J. Cliatin^ Armature huccale de la Filaire couronnee
(Filaria coronata); Comptes rendus Acad. Paris 30. Dec, 1882, pag,
812—815.
Lewis beschreibt als neu Filaria Evansi die vorstehend
erwähnte Blutfilarie des Indischen Kamels ; auch im Mesenterium
wurden Exemplare gefunden ; die Embryonalform ist von Filaria
Bancrofti nicht zu unterscheiden. 2\ R. Lewis, Nematoid Haema-
tozoon from a Camel {Filaria Evansi). Proc, Asiat, Soc. Bengal. 1882,
pag. 63 — 64. Jour, R. Microscop. Soc. London, 2. ser. vol. 2
pari. 4, pag. 509.
Unter der Haut, in den Muskeln, unter dem Peritoneum
von Micropterus nigricans fand Leidy einen cylindrischen , au
beiden Enden abgerundeten, rothen Nematoden; der Anus steht
terminal; die Länge beträgt 3—6 Zoll, die Breite Y2 Linie; er
scheint eine Filarie zu sein und wird übrigens weder näher be-
schrieben noch benannt. J. Leidy j Filaria from the hlach Bass.
Proceed. Acad. Nat. Sc. PUlad. 1882, pag. 69.
Plotus anhinga beherbergt nach demselben Verfasser an der
Rückseite des kleinen Gehirns zwischen Arachnoidea und Pia
mater einen Nematoden, der in 19 Fällen 17 mal in der Zahl
von 2—6—8 gefunden wurde; er wird nicht beschrieben und
Filaria Wymani n. sp. genannt.
Im Magen von Plotus anhiga, Cormoranus, Graculus dilophus,
Pelecanus trachyrhynchus, Pelecanus fuscus wird Ascaris spicu-
ligera gefunden. J. Leidy, On some entozoa of hirds. Proceed, Acad,
Nat. Sc. PMlad, 1882, pag. 109.
J. Chatin's Aufsatz: Observation sur le Spiroptera Erinaceij
Bullet, de la Soc. PJiilomat. 7. ser. t. 6, Paris 1882, ist schon im
vorjährigen Bericht pag. 91 erwähnt,
Csokor nimmt für Cheiracanthus hispidus (Gnathostoma
hispidum) im Magen der Schweine eine directe Entwicklung
durch Aufnahme der Embryonen, ohne Zwischenwirth an.
Oesterr. VierteljaJirsschr, für wisserschaftl. Veterinärkunde 1882.
Fourment bespricht die Organisation und das Vorkommen
von Agamonema commune und hält die Form für identisch mit
Agamonema capsularia, was wohl nicht der Fall ist und schei-
634 Dr. O. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
nen dem Ref. des Ref. hierauf bezügliche Untersuchungen
(Archiv für Naturgesch. 1878, pag. 236—239), in denen beide
Formen beschrieben und unterschieden sind, unbekannt geblieben
zu sein. Die beiden grossen, biraförmigen Drüsen am Rectum
werden erwähnt, deren chemische Reaction an die des Guanin
erinnern soll und vergleicht Macalister sie mit den Malpighi-
schen Gefässen der Insecten. Die Tubes longs, refringents, ä
contour granuleux, places au-dessous du canal digestif sind wohl
nicht, wie Verf. meint, die Geschlechtsorgane, sondern die blind-
darmförmigen Drüsenschläuche, welche zum Verdauungstract
gehören. M. L. Fourment. Ohservations siir Vagomonema commune.
Soc. de Biologie^ 23. December 1882. 4 pag.
Schulthess giebt eine ausführliche, erschöpfende Mono-
graphie von Ankylostomum duodenale, das in Zürich aus
Kranken studirt wurde, die an der sog. Gotthard- Anämie litten.
Verf. bespricht die Geschichte der Kenntniss dieses Parasiten
und berichtet dann über die eigenen Untersuchungsresultate.
Die Bedingungen der Infection scheinen hohe Temperatur und
Unreinlichkeit, besonders in Betreff des Trinkwassers zu sein.
Die Männchen werden, wie bei Oxyuris, wohl nur eine kurze
Lebensdauer haben, da man bei einigen Kranken nur befruch-
tete Weibchen findet. Die Haut, die Muskeln, die von einer
structurlosen Membran umschlossen sind und von denen Quer-
fasern ausstrahlen, die Längslinien, die Papillen in halber Höhe
des Oesophagus (Nackenpapillen) , die auffallenden Hals- und
Kopfdrüsen, die Analdrüsen des männlichen Schwanzendes, das
Nervensystem, der Verdauungs- und Genitalapparat werden
eingehend besprochen. Die schräg gestutzte Mundkapsel, welche
verschiedene Querspalten zeigt, ist auffallender Weise nicht
nach der Bauch-, sondern nach der Rückenseite hin geöffnet ; an
der Bauchseite stehen 4 grosse, an der Rückenseite 4 schwächere
Zähne. Am männlichen Schwanzende bemerken wir ausser den
bekannten langgestielten (Rippen-)Papillen eine Analpapille und
vor der sogen. Vorderrandsrippe noch eine kurzgestielte jederseits,
wie sie bei Strongylus öfter vorkommt (Str. papillatus, polygyrus).
Die Bursa wird durch besondere Bursalmuskeln bewegt und ist
fein radiär gerippt. An dem Weibchen sind eine unsymmetrische
Muskelgruppe, die sich an die Genitalöflnung inserirt, und am
Schwanzende dicht vor der Endspitze 2 seitliche, papillenartige
Gebilde merkwürdig. W, Schulthess ^ Beiträge zur Anatomie von
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 635
AnTcylostoma duodenale, Zeitsch, Jür wissemch. Zoolog. Bd. 37,
Heft Zy Leipzig 1882, pag. 163—220, Tab. XI— -XU; separat
Zürich 1882.
Gobbold theilt mit, dass Mc. Connell Dochmius (Anky-
lostomum) duodenalis in Calcutta gefunden hat und dass dieser
Parasit in Indien nicht selten zu sein scheint. T. Sp. Cohboldj
The St. Gothard Parasite in India. The Lancety London 1882,
1. April j pag, 529.
A. Monighetti's Arbeit: Ein Beitrag zur Pathologie der
Anchylostemenanämie, Zürich 1881 hat vorwiegend medicinisches
Interesse.
Nach Riembault sind die Ankylostomen ebensowenig wie
anderen Helminthen die Ursache der Anämie der Bergwerks-
arbeiter und nach Fahre ist die Krankheit, die Ankylostomum
duodenale hervorruft, den Berg Werksarbeitern nicht eigenthüm-
lich. Bvüet. Acad. Med. Paris 1882, 2. ser. t. XI, pag. 652
u. 759.
Long theilt einen Fall von durch Ankylostomum duodenale be-
dingten Fall von Anämie mit, der ohne zoologisches Interesse ist.
E. Longf de l'anmde des mineurs du Gothard, causee par V Ankylostome
duodenal. Transact. Internat. Med. Congress. 7. Sess. vol. /, London
1882, pag. 437—440.
Perroncito untersucht die Fäces von an Anämie leidenden
Grubenarbeitern in St. Etiennes in Frankreich und findet auch
hier eine grosse Menge Ankylostomum - Eier. Verf. constatirt,
dass die Eier, Larven und geschlechtsreifen Helminthen bei
einer Temperatur von 50 " sterben und experimentirt mit ver-
schiedenen Mitteln, welche den Helminthen tödten, theils zur
Desinfection , theils zur Krankenbehandlung, von denen er zu
letzterem Zwecke dem Extr. Fil. mar. aether. den Vorzug giebt.
Perroncito, Les ankylostomes (Ankylostome duodenal de Duhini) en France
et la maladie des mineurs. Comptes rendusj Acad. Paris 1882, t. 94,
No. 1, pag. 29 — 31. Revue d'hygiene, Avril 1882.
Vergl auch A. Manouvriez, De l'anemie des mineurs, dite
d'Anzin, Paris 1881.
Auch Lesage fand in den Excrementen der an Anämie
leidenden Kohlengrubenarbeiter von Anzin die Eier von Anky-
lostomum duodenale. Revue d'hygiene, Avril 1882.
Grassi meint, dass von den 3 bei der sog. Gotthard-Anämie
gefundenen Parasiten, Ankylostomum duodenale, Anguillula ster-
636 Dr. 0. V. L instow: Bericht über der wissenschaftlichen
coralis und intestinalis, die beiden letzteren nicht, sondern nur
der erstere, der auch in Sicilien vorkommt, die Krankheit ver-
ursache und ist der Ansicht, dass die beiden letzteren als nur
eine Art aufzufassen seien, in der Weise, dass A. intestinalis
die parasitische, A. stercoralis die freilebende Form ist, wie diese
Entwicklung aucli bei „Ascaris" nigrovenosa beoabachtet ist. Die
im Dickdarm aufzufindenden, in Furchung befindlichen Eier, ge-
hören immer nur zu Ankylostomum , nicht zu Anguillula. J5.
Grassi, AncMlostomi e Anguillule, Estr. dcdla Gazzetta degli Ospitalij
21. Maggio 1882, No. 41, pag. 325—326.
Megnin giebt eine geschichtliche Uebersicht unserer Kennt-
niss von Ankylostomum resp. Dochmius und findet, dass bei
einer perniciösen Anämie der Jagdhunde in Frankreich ein Doch-
mius die Ursache ist. Die Mundbildung dieser Parasiten ist
nicht constant, namentlich in Betreff der Zahnbewaffnung, und
findet man Uebergangsformen, so dass Verf. meint, doch nur
eine Art annehmen zu müssen; die einzelnen Formen gleichen
bald D. trigonocephalus, bald tubaeformis, bald duodenalis, bald
Baisami, so dass Verf. alle diese Formen für nur eine Art hält.
Es ist hierbei aber lediglich auf die Mundbildung Rücksicht ge-
nommen und bevor die bei der Artbestimmung wesentlichsten
Organe, namentlich die männliche Bursa, nicht genau verglichen
sind, müssen wir diese Ansicht mit Reserve aufnehmen. Verf.
bespricht die Genus-Unterschiede von Dochmius und Ankylosto-
mum und findet, dass die Dochmius-Arten in das Genus Anky-
lostomum einzureihen sind.
Während in Frankreich eine verderbliche, mit Nasenbluten
verbundene Anämie der Jagdhunde durch Pentastomen hervor-
gerufen wurde, findet Verf., dass dasselbe Leiden in einem an-
deren Falle durch Dochmius trigonocephalus bewirkt wurde.
Die Darmschleimhaut war entzündet, die Leber hypertrophirt ;
bei einigen dieser Hunde wurde auch Trichocephalus depressius-
culus in grossen Mengen gefunden, wo dann das Cöcum so gross
wie ein Hühnerei war. Die Zahnbewaffnung des Mundes zeigt
Uebergänge von fast geraden bis hakenförmig gebogenen Zähnen,
im ersteren Falle mit Dochmius trigonocephalus, im letzteren
mit Ankylostomum duodenale übereinstimmend. Je mehr Para-
siten vorhanden sind, desto grössere Partien der Darmschleim-
haut werden durch ihren Biss functionsunfähig und desto hoch-
gradiger wird die Anämie.
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 637
Auch bei einer Katze waren Ankylostomen die Ursache
einer tödtlich endenden Darmentzündung.
P. Megnin, L'anemie pernicieuse des chiens de meutes, cnusee par
l'Ankylostomej L'accUmatisation, Journal des eleveurSy Paris, pag. 1. —
Ankylostomes et dochmies, Bull, de la Soc. zoolog. de France j t. VJI,
Paris 1882. 8 pag., pl. IV. — Revue d'hygime, Avril 1882. — Sur
V Organisation de la houche des DocTimius au Ankylostomes, ä propos de
parasites de ces deux genres trouves cJiez le chieuy Comptes rendus,
Acad. Paris 1882, t. 94, No. 10, pag. 663—666.
M. Megnin giebt an, dass, selbst wenn Ankylostomum
duodenale in den grössten bis jetzt beachteten Mengen den
Darm bewohnt, nämlich in 1000—1500 Exemplaren, der täg-
liche Blutverlust doch nur etwa 20—30 Gramm betragen kann,
wodurch kaum eine hochgradige Anämie hervorgerufen werden
könne; die Bissstellen auf der Darmschleimhaut schienen sich
vielmehr, wie die auf der äusseren Haut durch gewisse Insecten
bewirkten, durch das Secret der Speicheldrüsen zu entzünden
und so durch die verminderte Darmfunction die Anämie hervor-
zurufen. Comptes rendus liehdom. Soc. Biolog. Paris 1882, pag. 173.
Trossat und Eraud finden, dass bei drei an Anämie er-
krankten Bergwerksarbeitern, welche Ankylostomen beherberg-
ten, die Anämie nach Abtreibung der Helminthen nicht schwand,
sondern vier Monate nachher noch bestand. Reclerclies sur le
röle etiologique de t ancliylostome duodenal dans l'anemie des mineurs de
St. Etienne. Le Lyon Medical 1882, No. 25 u. 26.
Cobbold beschreibt als neu Strongylus Douglassii, eine
kleine, den Vormagen des afrikanischen Strausses bewohnende
Art. T. Sp. Cohboldy Neiü Entozoa from the Ostrich, Linn. Soc. Journ.
Zoolog. vol.XVIy No. 91, pari 3, London 1882, pag. 184— 188,;)^. 4.
Baillet erwähnt, dass die Eier von Strongylus vasorum
nach Laulanie im Lungenparenchym des Hundes Tuberkeln
hervorbringen; in den feinsten Zweigen der Lungenarterie blei-
ben sie stecken und werden hier von Riesenzellen umgeben.
Bullet, de l'Acad. Med. 2. ser.j t. X7, Paris 1882, pa^r. 404— 405,
444_445.
Laulanie giebt an, dass Strongylus vasorum im rechten
Herzen und der Lungenarterie des Hundes wohnt und bezeich-
net die durch Eier hervorgerufene Krankheit als Pseudo-Tuber-
kulose ; die genannten Organe sind oft mit den Strongylen erfüllt
und in den Bronchien finden sich die Embryonen; die ganze
638 Dr. 0. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Lunge bietet den Anblick einer mit Tuberkeln durchsetzten dar
und im Mittelpunkt eines jeden Knötchens findet sich, eingebettet
in eine Riesenzelle, ein Ei oder ein Embryo des Parasiten.
Verf. schliesst daraus, dass die Tuberkeln nichts specifisches
haben, da sie auch auf diese Weise hervorgerufen werden können,
noch dazu bei einem Thiere, das, wie der Hund, gar nicht zu
Tuberculose neigt. Die Tuberkeln erscheinen demnach nur das
Reactionsproduct eines fremden Körpers, seien es Nematoden-
Eier oder -Embryonen, sei es der Bacillus tuberculosus Kochii.
Die aus erwachsenen Männchen und Weibchen gebildeten Ballen
rufen in den Arterien eine Art Entzündung hervor. M. Laidanie,
Sur une tuberculose parasitaire du cJiien et sur la pathologie du foUicule
tuherculeux. Acad. des sc. Toulouse 1882, 11 pag.; Comptes rendus,
Acad. Paris 1882, t. 94, pag. 49—52.
Die Trichinenlitteratur ist auch in diesem Jahre wieder
eine reiche. Eulenberg constatirt, dass in Preussen im Jahre
1881 über 200,000 Schweine weniger untersucht sind als im
Vorjahre. 1880 wurde ein trichinöses auf 1460, 1881 eins auf
1839 gefunden, speciell in Berlin 1:1247, resp.: 1414. In der
Stadt Posen war eine wesentliche Abnahme bemerkbar (1880
1:94, 1881 1:253). Die Kreise Flatow, Schochau, Culm,
Naumburg, Zeitz waren frei von Trichinen. Einzelne Regie-
rungen lassen die Fleischbeschauer jedes dritte Jahr von neuem
prüfen.
Im ganzen wurden 3,118,780 Schweine untersucht, von
denen 1695 trichinös befunden wurden, ausserdem von ameri-
kanischen Speckseiten und Schinken 1895.
Im Kreise Wittenberg wurden von einem Fleischbeschauer
Rhabditiden, von Prof. Leuckart als solche erkannt, für Trichi-
nengehalten. Die amerikanischen Schweinefleischpräparate weisen
Trichinen in immer grösserer Menge auf; so wm-den in Minden
1880: 243, 1881: 666 Speckseiten trichinös befunden, in
Altona 1:105.
In Berlin starben von 15 an Trichinose erkrankten Per-
sonen 2; in einem Falle war das Fleisch untersucht; übrigens
trat die Krankheit auf im Regierungsbezirk Frankfurt, Posen,
Stettin, Erfurt, Merseburg, in letzterem mit 148 Erkrankungen
und einem Todesfall, in Hettstadt 120 Fälle. Das Fleisch, das
roh genossen wurde, war zwar untersucht, jedoch waren die
Beschauer nicht bei der Entnahme der Proben zugegen gewesen.
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 639
H. Etdenbergj Ueber die im Jahre 1881 in Preussen auf Trichinen
und Finnen untersuchten Schioeine, nach amtl, Quellen mitgetheilt. Viertel-
jahrschr. f. ger. Med. u. öffentL Sanitätsioesen, N, F. Bd. XXXVIIj
Berlin 1882, pag. 345—351.
Blasius schildert eine im October 1882 in Braunschweig
beobachtete Trichinenepidemie, bei der 254 Krankheitsfälle vor-
kamen, die meistens mittelschwer waren und von denen keiner
tödtlich verlief. Dieses massenhafte Auftreten ist um so auf-
fallender, als in Braunschweig eine sorgfältige Untersuchung des
Schweinefleisches geübt wird. R. Blasius, Die Trichinen-Epidemie
in Braunschweig im October 1882. Deutsche med. Wochenschau No. 49,
1882, 13 pag.
Die Academie de Medecine in Paris bespricht in einer
längeren Debatte, ob angesichts der aus Nordamerika drohen-
den Trichinengefahr eine microscopische Fleischschau einzu-
richten sei oder nicht und kommt trotz der Mahnungen Chatin's,
welcher die bei uns herrschenden Ansichten theilt, zu dem Re-
sultate, dass eine solche in Frankreich nicht nothwendig sei; im
Allgemeinen werde das Fleisch nicht roh genossen und eine
warnende Instruction werde die Gefahr abwenden. Bullet. Acad.
med. Paris 1882, 2. ser., t. XI, pag. 130—145, 160—175.
M. Germain Lee's Arbeit: Comment peut — an reconnaitre la
presence de la trichinöse chez l'homme? 1882 bietet nichts Neues
und die Abhandlung L. Bouvier's: Les Trichines au point de vue
de thygiene alimentaircj Liege 1882, 92 pag. ist ohne zoologische
Bedeutung.
Trotz des angeführten Beschlusses der Academie de Mede-
cine in Paris hob doch die französische Regierung das Verbot
der Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches nicht auf, obgleich
das Comite consultativ d'hygiene erklärte, dass die Trichinose
in Frankreich bisher nicht beobachtet sei, so dass das Einfuhr-
verbot vom 18. Februar 1881 noch zu Recht besteht. Valiin,
Revue d'hygiene^ Juillet 1882.
Ueber die Lebensfähigkeit der Trichinen macht Fourment
Versuche und constatirt durch Verfütterung von trichinösem
Fleisch an Mäuse, dass dieselbe durch 15 Monate langes Liegen
in Salz nicht zerstört wird und das Einpökeln die Trichinen
bald tödtet, bald nicht. Der Darm der Mäuse war entzündet
und mit geschlechtlich entwickelten Trichinen besetzt, welche
die Mäuse getödtet hatten. M. L. Fourment, Sur la vitalite des
Arch. f. Naturgesch. IL. Jahrg. 2. Bd. RR
640 ü^' ö. V. Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
trichines enkystees dans les viandes sälees. Comptes rendus, Acad. Paris
1882, t. 94, No. ll,pag. 1211—1213. — Revue d'hygiene, Juin 1882.
Colin legt ti-ichiniges Schweinefleisch in Wasser, das 33 7o
Salz enthielt und fand nach 8 Tagen lebende Trichinen in
allen Fleischschichten; nach 15 Tagen waren sie in der ober-
flächlichen, 3 — 5 Centim. tiefen Schicht todt; nach zwei Monaten
fand er in einem so behandelten Schinken nirgend mehr lebende
Trichinen; in einer 2% Salzlake waren nach einem Jahre alle
Trichinen todt. G. Colin, Sur les trichines dans les salaisons. Comptes
rendus, Acad. Paris 1882, t. 94, No. 13, pag. 886—888. — Revue
d!hygiene, Avril 1882.
Während Colin angiebt, in dem amerikanischen Schweine-
fleisch, das gesalzen sei, seien die Trichinen stets todt und alle
Fütterungsversuche mit demselben seien stets resultatlos ge-
blieben, hält Chatin an der Ansicht, dass auch dieses Fleisch
gefährlich sei. fest. {Bullet, de VAcad. Medec. 1882, wie oben).
Vergl. auch Dumant, Les viandes americaines et les Trichines, Revue
med. de la Suisse Romandey 14. Februar 1882.
Owen giebt eine Geschichte der Kenntniss von Trichina
spiralis, und betont, dass er es gewesen sei, der im Jahre 1835
diesen Parasiten entdeckt habe. R. Oioen^ On Trichina spiralis,
Proc. Zoolog. Soc. London 1882, pag. 571—575.
Nach Bouley und Gibier sieht man durch Einlegen in
Methylviolett, Ammoniumpicrocarminat und Anilinblau, ob die
Trichinen leben oder todt sind, denn die lebenden bleiben farb-
los in diesen Chemiealien, die todten färben sich. Mit gefrorenem,
trichinösem Fleische gefütterte Thiere wurden nicht inficirt, die
Trichinen werden also durch Erfrieren, sowie durch Erhitzen
auf 35 — 40° C. getödtet; sie scheinen schon nach 6 stündigem
Aufenthalt in einer Temperatur von 0° getödtet zu werden,
12 ° genügen sicher. Ann. de la Soc. med. de Gand. IX. livr. 1882.
— Remie ^hygiene^ Juillet 1882. Comptes rendus j Acad. sc. du
26. Jui7i, Paris 1882.
Megnin'g Abhandlung über Pseudotrichinen findet sich in
deutscher Uebersetzung : Abhandlung über einige kleine HelmiiUhen,
die sich in den Muskeln von Thieren eingekapselt finden und leicht mit
Trichinen verwechselt loerden können: Revue für Tliierheükunde und
TJiierzucU, Wien 1882, pag. 49—53, 65—72. vid. vorigen Jahres-
bericht pag. 102.
Oerley berichtet über die im Besitz des British Museum
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 641
befindlichen Nematoden und bespricht 3 neue Filarien; in der
Aufzählung der Wirthe werden leider die Organe, in denen die
Parasiten leben, nicht mit genannt. Die Richtigkeit der Be-
stimmung vorausgesetzt, hätten wir bei folgenden Arten die an-
gegebenen Wirthe als neu zu verzeichnen, was vom Verf.
übrigens nicht besonders angemerkt wird: Ascaris lumbricoides
in Simia troglodytes, Ascaris mystax in Felis pardus; A. mi-
crocephala in Ardea cinerea, A. sulcata in Emys geometrica,
mauritanica und graeca, A, tenuicoUis in Alligator (fissipes od.
gibbiceps? Verf. schreibt fissiceps); A. cephaloptera in Tropi-
donotus fasciatus und Clotho arietans; A. radiata in Clotho
rhinoceros; A. anoura in Python molurus, Coryphodon Lichten-
steinii und Coluber corais; A. truncatula in Acerina cernua;
A. dentata in Mullus barbatus; A. constricta in Sciaena aquila;
A. capsularia in Aphonopus carbo ; A. mucronata in Gadus cotta ;
A. labiata in Alepocephalus rostratus; für Ascaris acuta ist als
Wirth Zoarces viviparus angeführt, was wohl A. aucta heissen
soll. Eine Physaloptera megalomastoma Rud. aus Astur nisus
ist Ref. unbekannt. Die Wohnthiere sind ferner für folgende
Helminthen neu: Filaria gracilis in Lagothrix Humboldtii und
Cebus capucinus, F. laticeps in Falco tinnunculus; F. attenuata
in Falco peregrinus, Ichthyonema sanguineum in Osmerus
eperlanus, Scardinius erythrophthalmus und Anguilla fluviatilis;
Agamonema commune in Aphanopus carbo; A. capsularia in
Merlucius Valparaiso; Strongylus mierurus in Sus scrofa; Pseuda-
lius convolutus in Globiocephalus svineval. Wenn Verf. Stron-
gylus trachealis aus Perdix cinerea und Gallus gallinaceus an-
führt, so fragt sich, ob nicht statt Syngamus trachealis etwa
Syngamus primitivus gemeint ist; statt Ancryacanthus impar
Rud. ist wohl A. i. Schneider zu lesen.
Die neuen Filarien sind Filaria spiralis, die einge-
kapselt zwischen den Magenhäuten von Heiloporus albopunctatus
gefunden ist; die GrÖssenverhältnisse : Länge 1,1 mm, Breite
0,46 mm können wohl nicht richtig sein. Die zweite Art, Fi-
laria ecaudata (s. F. obtusa Rud.) lebt in Lamprotornis
aeneus; mit Recht nennt Verf. die Art nicht F. obtusa, da
Schneider fand, dass Spiroptera obtusa der Mäuse eine Filarie
ist, so dass der Name schon vergeben ist; die Art ist aber
überall nicht neu, sondern mit Filaria tricuspis Fedtschenko
identisch; die dritte Form, Filaria spec? aus Diclidurus albus
642 I)r. 0. V. L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
soll 1,35 mm lang und 0,5 mm breit sein und in geschlechtlich
unentwickelter Form unter der Haut ihres Wirths leben. L. Oerley,
Report on tlie Nematodes in the Possession of the British Museum^ icitli
a Revieiü of tlie Classißcatio7i of the Order. Ann. and Magaz, of Nat.
Hist. ser. F, vol. 9, April 1882, pag. 301—318, pl. X
Ref. giebt für Filaria Muscicapae als neues Wohnthier
Motacilla alba an, für Filaria Strigis Buteo vulgaris und Lanius
excubitor. Strongylus minutus aus Talpa europaea wird ge-
nauer beschrieben; als neu werden aufgeführt Strongylus
papillatus aus Otis tarda und Strongylus monodon aus
Oidemia nigra. Von Strongylus polygyrus wird der Bau der
weiblichen Geschlechtsröhre einer Untersuchung unterzogen und
bei Strongylus auricularis die Bildung des männlichen Schwanz-
endes von der Embryonalform durch die verschiedenen Ent-
wicklungsphasen hindurch bis zur völlig entwickelten Bursa ver-
folgt. Angiostomum entomelas aus der Lunge von Anguis fra-
gilis macht ebenso wie A. nigrovenosum aus der Froschlunge
einen Generationswechsel durch; aus den Eiern der grossen,
parasitisch lebenden, hermaphroditischen Form entwickelt sich
eine kleine, geschlechtlich differenzirte, freilebende in feuchter
Erde ; die Entwicklung ist also genau dieselbe wie bei A. nigro-
venosum, welche Art auf ihre Musculatur und Mundbildung
untersucht wird. Nematoxys ornatus aus Triton taeniatus ist
gleichbedeutend mit Oxyuris spec. ? Claus ; von Oxyuris obvelata
Brems, wird die Embryonalentwicklung beschrieben und bei
Trichina spiralis werden die bei den Trichotracheliden gewöhn-
lichen Längsbänder aufgefunden. Der Embryo von Trichodes
crassicauda hat am Kopfende einen zurückziehbaren Bohrstachel
und in der Milz von Talpa europaea werden Trichosomen-Eier
gefunden, die zu Trichosoma Talpae zu gehören scheinen, wobei
die übrigen Funde von Trichosomen-Eiern im Innern der Organe
von Säugethieren aufgeführt werden. Trichosoma capillare
ist eine neue Art aus der Harnblase von Talpa europaea.
Rhabditis pellio Schneider wird in faulenden Regenwürmern aus
AnguillulaLumbrici=NematodumLumbrici erzogen und Agamo-
nematodum hos p es ist eine neue geschlechtslose Nematoden-
form, die im geschlechtlich entwickelten Zustande ersiclitlich zu
den freilebenden Formen gehört; sie wurde gefunden in wirbel-
losen Thieren verschiedener Ordnungen, die unter feuchtem Moos
leben: Armadillo vulgaris, Vortex lapicida undVitrina cellaria(l.c.).
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 643
V. Dräsche unterzieht die Original- Exemplare Diesing's und
Molin's einer Revision und bespricht: Oxyuris lanceolata, tetrap-
tera, obesa, Pharyngodon acanthurus; die Gattung Pharyngodon
ist mit Oxyurus zu vereinigen; ferner Heterakis suctoria und
verrucosa; Subulura acutissima ist zu Heterakis zu stellen;
Cosmocerca ornata und commutata, Rictidaria amphiacantha,
Stelmius praecinctus, der auch in das Genus Heterakis einzu-
reihen ist; Dacnitis fusiformis, Cheiracanthus robustus und gra-
cilis; Physaloptera acuticauda, obtusissima, monodens, papillo-
truncata, terdentata, semilanceolata , maxillaris, magnipapilla,
anomala, Muris brasiliensis, Colubri, mucronata; Peritrachelius
insignis; Ascaris angusticollis, papillosa, helicina, anterospiralis,
heteroptera, lonchoptera, laticauda (die zu Heterakis gehört),
macroptera, hystrix, lanceolata, microlabium, biuncinata. Die
untersuchten, zahlreichen Arten werden, wo es nöthig ist, mit
neuen Diagnosen versehen, ihre Stellung im System wird be-
sprochen und schöne Abbildungen erläutern die Beschreibung.
Als neu beschreibt Verf. Heterakis amblymoria aus
Caprimulgus campestris, Ascarismultilobata aus Dicholophus
Marcgrafi, Ascaris multipapillata aus Tantalus loculator,
Ascaris pacheia aus Sarcorhamphus papa; Ascaris Ovis Rud.
aus Ovis aries und Ascaris rigida Rud. aus Lophius piscatorius
werden näher gekennzeichnet. R. v. Dräsche, Revision der in der
Nematoden- Sammlung des k. k. zoolog. Hofkahinets hefindl. Original-
Exemplare Diesing's und Molin's. Verhandl. d. k. k. zoolog. hotan.
Gesellsch. Wien 1882, pag. 117—138, tah. VII— X. HdmintMogiscJie
Notizen; ibid. pag. 139 — 142, tah. XII.
Pagenstecher beschreibt das Vorderende von Tetrameres
haematochrous = Tropidocerca inflata mit Gehirn und Perus der
Wassergefässe (1. c. pag. 35, fig. 457) und das Hinterende mit
Copulationsapparat von Heterakis vesicularis (pag. 303, fig. 606).
Cobbold bespricht die bekannten Helminthen des indi-
schen Elephanten und giebt eine beträchtliche Anzahl neuer
Arten in demselben an, so dass die Zahl von 5 auf 11 gebracht
wird. Unter den Nematoden werden beschrieben: Ascaris
lonchoptera, Sclerostoma sipunculiforme , Strongylus clathratus,
an neuen Arten Strongylus foliatus, Strogylus falcifer,
Dochmius Sangeri, Filaria Smithii. T. Sp. Cohhold. The
parasites of Elephants, Transact. Linn. Soc. 2>. ser,, vol. II, London
1882, pag. 223—258, pl. 23—24.
644 Dr. 0. V. L instow: Bericht über die wissenschaftlichen
Die Nematodenfauna von Jemtland beschränkt sich nach
Olsson auf Oxyuris obvelata in Arvicola amphibius, Physaloptera
abbreviata und Strongylus? auricularis in Lacerta vivipara und
eine Nematodenlarve in Carassius vulgaris (1. c.)
Wiederum ist über einen neuen menschlichen Parasiten zu
berichten. Nielly fand bei einem Schiffsjungen von 14 Jahren,
der erst seit 4 Tagen im Dienst war und die Umgegend von
Brest nicht verlassen hatte, einen juckenden, papulösen Haut-
ausschlag; die Papeln standen einzeln oder in Gruppen und
fanden sich besonders an den Extremitäten. Jede der Papeln
enthielt eine oder mehrere Nematodenlarven. Die farblosen,
transparenten Helminthen waren 0,333 mm lang und 0,013 mm
breit; sie bewegten sich langsam, das Kopfende war gerade
gestutzt, der Mund war mit 2 Lippen (?) oder mit einem
Ringe umgeben, der Oesophagus zeigte 2 Anschwellimgen, von
denen die hintere Ventilzähne hatte ; neben dem Darm fand sich
eine eiförmige Geschlechtsanlage; das Schwanzende mass V,
der Gesammtlänge ; die Haut war quergeringelt. Benannt ist
die Form Anguillula leptodera. Verf. meint, dieselben
Larven auch im Blute gefunden zu haben und giebt an, dass
sie mit Filaria Bancrofti nicht identisch sind.
Ob der Nematode mit dem von O'Neill gefundenen über-
einstimmt, welcher bei den Negern der Cote d'or die Craw-Craw
genannte Hautkrankheit hervorruft, kann erst bestimmt werden,
wenn von demselben eine genaue Beschreibung vorliegt.
Rochard giebt an, im Blute dieses Kranken niemals Ne-
matoden gefunden zu haben, ebensowenig in den Dejectionen;
es handle sich nur um eine Hautafifection , deren Quelle nicht
gefunden werden konnte.
Aehnliche Knötchen, welche Nematoden enthalten, erwähnt
Balllet in der Haut ungarischer Pferde gefunden zu haben.
Bullet, ds VAcad. Med. 2. ser., L Xl, Paris 1882, pag. 395—4:05,
581 584.
Ueber die Lebensgeschichte von Tylenchus tritici bemerkt
Prillieux, dass dieser Parasit die Blattscheiden zur Blüthezeit
des Getreides verlässt und sich auf die Oberfläche begiebt, um
sich um die jungen Blüthenähren zu sammeln, wenn diese
4 — 5 mm lang sind. Im Centrum der entstehenden Blüthe
siedeln die Helminthen sich an, die 3 Staubfäden entarten und
umwachsen sie und bilden eine Röhre, die sich endlich oben
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 545
schliesst und in dieser leben die Nematoden dann. E. PrüUeux,
Sur la formation des grains nielles du Ue. Comptes rendus, Acad. Paris
188E, t. 94, pag. 226— E28.
Einen neuen Nematoden, TylenchusHyacinthi, welcher
die Hyacinthen - Zwiebeln zerstört und dessen Männchen am
Schwanzende eine flügeiförmige Bursa hat, beschreibt M. Prillieux,
La molodie vermicidaire des Jacinthes, Journ. de la Soc. d'Horticidt. 1881,
Den Parasitismus von Heterodera Schachtii in der Zucker-
rübe bespricht Vogel in populärer Weise. H. Vogel y Ueber
RubenmädigkdL Humboldt, 1. Jähr gang, No, 6, Erlangen 1882,
pag. 223—224.
Pagenstecher beschreibt als neu Chromadora (?) Pal-
mensis (1. c. pag. 299, fig. 606).
Gordiaceen.
D. Rosa, Nota intorno al Gordius Villoii n. sp. al Gordius Tolo::
sanus Diij., Torino 1882, 12 pag, vid. Bericht pro 1880/81, pag, 110.
Acanthocephalen.
Megnin macht Mittheilungen über den Bau und die Ent-
wicklung der Acanthocephalen, der eine geschichtliche Einleitung
vorausgeschickt ist; in derselben führt Verf. an, die deutschen
Forscher, welche sich mit dieser Familie beschäftigt haben,
u. a. Baltzer, Andres, Claus und Ref , hätten als einzig Neues
in der Anatomie gefunden, dass ein Ringgefäss an der Basis
des Halses vorkomme, in welches die grossen Stämme des
subcutanen Gefässsystems und die der Leminiscen einmünden,
welche letzteren sie für Excretionsorgane hielten, während Verf
ihnen eine Darmfunction vindicirt. Ref bemerkt, dass alles, was
der Verf Neues zur Anatomie der Acanthocephalen liefert, die Ver-
muthung ist, dass die Leminiscen, welche sich auch in den Larven
finden, als Darm functioniren, eine Vermuthung, die Ref bei Ge-
legenheit der Darstellung des Bau's von Ech. angustatus bereits
im Jahre 1872 ausgesprochen hat. Verf findet Echinorhynchus-
Larven unter der Haut von Machetes pugnax, im Zellgewebe
von Varanus arenarius, ferner im und am Darm von Barbus
fluviatilis. Die erstere Form wird genauer beschrieben und ab-
gebildet. Die Leminiscen werden mit dem zweischenkligen
Darm der Trematoden verglichen. Das Organ, welches von der
646 Dr. 0. V. L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
Basis der Rüsselscheide entspringt, ist nach Verf. kein Ligament,
sondern ein rudimentäres Ovarium. Wenn die Eier sich los-
gelöst haben, so fallen sie in den Ovarialsack, der zu einem
weiten Uterus geworden ist, gelangen aber nicht, wie sonst an-
genommen wird, in die allgemeine Körperhöhle. Auch bei den
Larven ist ein wohl entwickelter Digestionsapparat zu finden,
als welchen Verf. die Leminiscen deutet, der aber später mehr
oder weniger atrophirt. Bei den Männchen deutet Verf. die
6 Kittdrüsen als Samenblasen (vesicules seminales) und die Dar-
stellung der weiblichen Sexualorgane lässt vermuthen, dass Verf.
die schöne Arbeit von Baltzer, welche diesen Gegenstand er-
schöpfend behandelt, nicht benutzt hat. P. Megnin, Recherclies
sur l' Organisation et le develo])pement des Ecliinorliynques. Bull, de la
Soc. Zoolog, de France, t, VII, Paris 1882, 21 pag. tl. VI.
Fourment fand in der Muskulatur des Schwanzes von
Astacus fluviatilis eine 2,5 mm lange und 1,5 mm breite Cyste,
welche eine Larve von Echinorhynchus polymorphus enthielt
und betont, dass die Encystirung hier ebenso wie bei den
Trichinen und anderen Helminthen nicht im Muskelprimitiv-
bündel, sondern zwischen solchen stattfindet und die Cyste nicht
aus dem Sarcolemm gebildet wird, also eine Neubildung ist;
ausserdem ist der Sitz der Cyste bemerkenswerth, da man solche
bisher nur in der Darmwand fand, und bemerkt Verf. dazu,
dass die einzelnen Helminthenarten bei ihrer Einkapselung
nicht ausschliesslich auf die Gewebselemente ihres Wirths an-
gewiesen sind. M. L. Fourment, Ohservations sur t enkystement de
V EchinorTiynchus polymorphus ,• Bullet, de la soc. philomatique , Parisi
23. December 1882.
Stossich giebt 11 Echinorhynchen - Species an, die in
Fischen des adriatischen Meeres gefunden sind. M. Stossich,
Prospetto della fauna de mare Adriatico; Parte 4; Bulletino Soc.
Adriat. Sc. nat. Trieste, vol. 7.
Fraipont beschreibt als neu Echinorhynchus Uroma-
sticis aus Uromastix acanthinurus (1. c.) imd
Ref. giebt als neuen Fundort für Echinorhynchus trans-
versus den Darm von Turdus iliacus an (1. c).
Die Rüsseleinrichtung von Echinorhynchus proteus und die
Lemniscen, erstere im Vergleich mit der KopfbewafFnung von
Taenia lanceolata, werden von Pagenstecher dargestellt (1. c.
pag. 32—33, 297, fig. 453—455, 605).
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 647
Trematoden.
Die Eizelle der Distomen geht nach Schaumsland unter
allmäliger Absorption des Dotters eine totale Furclnmg ein;
schliesslich besteht ein Zellhaufen, den eine Hüllmembran um-
giebt; dieselbe wird von zwei am vorderen Eipol gelegenen
Zellen gebildet, und bleibt entweder in der Eischale zurück oder
wird bald nach dem Ausschlüpfen abgeworfen. Der Zellhaufen
differenzirt sich in ein Entoblast und ein einschichtiges Ectoblast;
letzteres bildet bei einigen Arten vorn eine mit Borsten besetzte
Platte, bei anderen das Flimmerkleid; ersteres den Darmcanal
und die Geschlechtszellen. H. Sclmuinsland, Beitr. zur Kenntniss
der EmhryonalenhüicUung der Distomen. Zoolog, Anz, 1882, pag,
494—498.
Ercolani setzt seine Studien und Beobachtungen an Tre-
matodenlarven im Sinne der im vorigen Jahresbericht erwähnten
Abhandlung fort, deren Folge wir hier vor uns haben; auch
hier ist ein reiches Material benutzt. An neuen Arten werden
beschrieben Cercaria minuta aus Paludina achatina, Cer-
caria aculeata aus Linnaeus achatinus, Cercaria punc-
tum, parva, rostrata, rostro-aculeata, cucumerina,
fulvopunctata, papulosa, microcristata, globipora,
conum, crassicauda, crassa, sämmtlich in Paludina ten-
taculata = impura. An bekannten Formen wird einer neuen
Untersuchung unterzogen: Cercaria macrocerca de Fil., aus
Cyclas Cornea; dann führt Verf. eine Anzahl geschlechtsloser,
eingekapselt noch im Zwischenwirth lebender Distomen an, die
er sämmtlich nicht benennt, so eine Form eingekapselt in Pa-
ludina tentaculata, Planorbis comeus und Limnaeus obscurus,
eine andere eingekapselt in Helix cellaria, eine in Planorbis
carinatus, drei verschiedene in Planorbis comeus, zwei in Lar-
ven von Wasserinsecten, wahrscheinlich einer Libellen- und
einer Dytiscus - Larve , schliesslich drei freie in Mollusken ge-
fundene Distomen -Larven, und zwar in Planorbis carinatus,
ünio pictorum und Paludina achatina. Alle hier angeführten
Formen werden sorgfältig beschrieben und abgebildet.
Wie in der ersten Abhandlung macht Verf. nun auch hier
zahkeiche Experimente, welche die Anpassung der Distomen-
Larven an solche Wirthe beweisen sollen, in denen sie unter
natürlichen Verhältnissen nicht zu leben pflegen, und spricht
648 Dr. O. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
er von einer unvollkommenen und einer vollkommenen Anpassung.
Eine in Froschlarven encystirt gefundene Distomen- Larve wird
an Ringelnattern, Ratten und Mäuse verfüttert und beschreibt Verf.
die in diesen Versuchsthieren nach Verlauf von einigen Tagen
wieder aufgefundenen Distomen, welche sich diesem neuen Wirthe
angepasst haben sollen; Verf. scheint bei seinen Experimenten
aber nicht die nöthige Kritik geübt zu haben, denn man kann
seine Funde in zwei Abtheilungen bringen, von denen die eine
junge Distomen enthält, welche in dem neuen ihnen gegen ihre
Natur zugewiesenen Wirth einige Tage am Leben geblieben
sind, ohne sich irgendwie zu verändern, die andern aber solche,
welche sicher nicht auf die verfütterten Formen zurückzuführen
sind, so dass Ref. hier von einer Anpassung nichts zu erkennen
vermag. Auf tab. III , Fig. 1—10 bildet Verf. eine Reihe von
Distomen -Larven in ihrer Entwicklung bis zum geschlechtlich
entwickelten Distomum clavigerum ab ; Fig. 1 — 3 stellen Larven
dar, die in der Haut, im subcutanen Bindegewebe und im
Meseuterium von Froschlarven gefunden sind; diese werden an
erwachsene Frösche verfüttert und in deren Darm wieder auf-
gesucht, wo sie sich in 15 Tagen zu dem genannten Distomum
entwickelt haben sollen; vergleicht man aber Fig. 2 — 3 mit
Fig. 7 — 10, so findet man, dass hier zwei Formen in genetische
Beziehung zu einander gebracht sind, die von einander durch-
aus verschieden sind; die erstere hat einen Oesophagus, der
etwa den dritten Theil der Körperlänge einnimmt, während
die Darmschenkel fast bis an's hintere Körperende reichen,
während bei der letzteren ein Oesophagus beinahe fehlt, weil
sich die Darmschenkel dicht hinter dem Schlundkopf abzweigen
und vor dem Vorderrand des Bauchsaugnapfes endigen. In
ähnlicher Weise sind zu verschiedenen Malen Formen von ein-
ander abgeleitet, die augenscheinlich nicht zu einander gehören.
Ebenso wird die encystirte Cercaria armata an Tropidonotus
natrix, Mus musculus und decumanus verfüttert, die in ersterem
Wirth zu Distomum signatum, in beiden letzteren zu Disto-
mum muris, einer neuen Art, werden soll; auch hier gehört
die Fig. 12 auf tab. III sicher nicht zu Fig. 16 — 18; ferner
wird Cercaria echinata an Canis domesticus, Mus musculus und
decumanus' verfüttert ; 15 — 20 Tage vermag das Thier im Darm
dieser seiner Natur nicht angemessenen Wohnthiere zu leben,
von einer Anpassung bemerkt man aber nichts, wenn man nicht
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 649
das Amiebenbleiben an sich schon so nennen will; Ref. ist aber
überzeugt, dass Cercaria echinata, wenn sie statt in den Darm
von Schwimmvögeln in den von Hunden, Ratten und Mäusen
kommt, niemals geschlechtsreif wird, sondern schon in der
ersten Generation zu Grunde geht und Verf. hat das Gegentheil
nicht bewiesen, so dass diese Experimente für die Entwicklungs-
geschichte als resultatlos zu bezeichnen sind. In der ersten
Abtheilung seiner Arbeit wendet Verf. sich gegen die Ansicht
von V. Willemoes - Suhm , welcher in der Cercaria cystophora
die Larve von Distomum lanceolatum gefunden zu haben
glaubte; dieselbe zeigt aber einen deutlichen Darm, während
bei den jüngsten vom Verf. gefundenen und abgebildeten Exem-
plaren von Distomum lanceolatum ein solcher gänzlich fehlt, so
dass mit Recht angenommen wird, dass diese beiden Formen
nicht zu einander gehören.
Als Zeichen einer unvollkommenen Anpassung sieht Verf.
es an, wenn bei Distomen der männliche Geschlechtsapparat
ganz fehlt, was er bei einem Distomum aus Rana beobachtete,
eine Erscheinung, die Ref. auf eine retrograde Metamorphose
zurückführen möchte, wie sie bei den letzten Proglottiden der
Tänien die Regel ist; dagegen soll das Fehlen des Cirrus, wie
es bei D. variegatum beobachtet wurde, nicht ein Zeichen einer
unvollständigen Entwicklung sein, weil hier die samenbereiten-
den Organe vorhanden seien. So kommt Verf. zu dem Schluss,
dass die bisher von der Wissenschaft aufgestellte Lehre, dass
jede verschiedene Cerkarienform und Distomenlarve den ge-
schlechtslosen Zustand einer bestimmten Distomenart darstelle,
ganz irrthümlich sei. Ref. hält aber die hier gebrachten Be-
weise, welche die bisherige Lehre umstossen sollen, für durch-
aus unzureichend und irrthümlich, während der erste Theil der
Arbeit sehr schätz enswerthe Beiträge zur Kenntniss der Trema-
todenlarven enthält. G, B, Ercolani, Nuove ricerche sulla storia
genetica dei Trematodi, Mem, II, Bologna 1882, 71 pag. mit 3 Tfln.
Auszug in: Arch. itdiennes de Biologie t. I, Torino 1882, pag.
439 — 454, c. tab,: De tadaption des especes au milieu ambiant, nou-
velles recherches sur Vorigine des Trematodes.
Pagenstecher bespricht die vorige Arbeit Ercolani's und
bemerkt zunächst, dass derselbe seine Ansichten über die Ent-
wicklung der Trematoden gegenüber denen de Filippi's bestätigt
650 Dr. 0. V. L instow: Bericht über die wissenschaftlichen
habe, dahin gehend, dass aus dem Embryo eine Sporocyste, in
dieser Redien und in letzteren Cercarien entstehen, übrigens
habe Ercolani weder des Verf. noch verschiedener anderer
Autoren Arbeiten genügend berücksichtigt oder dieselben nicht
gekannt. Bezüglich der Synonymik wird bemerkt, dass E.'s
Cercaria microcotyla wohl = C. pugnax de la Val. sei, und
was E. C. armata v. Sieb, nenne, sei wohl C. ornata de la
Val. Als wichtig führt Verf. die Entdeckung E.'s an, dass der
Schwanz von C. cristata als Sporocyste fungiren kann, ferner
die Erziehung von Holostomum aus Tetracotyle, sowie die Be-
reicherung unserer Kenntnisse der Trematoden in Landmollusken.
Der Keimstock wird von E. an einzelnen Stellen als dritter
Hode bezeichnet, und übrigens freut Ref. sich, dass eine so
gewichtige Stimme wie die des Verf. sich im selben Sinne, wie
Ref. es in seinem vorigen Berichte that, ablehnend in Bezug
auf das ausspricht, was E. Anpassung nennt, indem er sagt:
„mir scheint dieses Wort in seiner jetzt gewöhnlichen Bedeut-
tung hier nicht anwendbar zu sein." H. A, Pagenstecher, Zur
Enliüicklungsgeschichte der Trematoden, insbesondere über eine Arbeit
des Prof. G. Ercolani: Dell' adattamento etc., in: Verhandl. d. nat,-
med. Ver. Heidelberg 1882, N. F. 3. Bd., 1. Heß, pag. 33—56.
Pagenstecher beschreibt als neu Cercaria myzura aus
Neritina fluviatilis; l. c. pag. 25, Fig. 446; die Form wurde
bereits 1864 in einem Aufsatze „die Trichinen mit Rücksicht"
etc. pag. 73 erwähnt, aber nicht benannt. Eine Redie mit
Distomenkeimen aus Neritina fluviatilis erwähnt Verf. ebenfalls
(ibid pag. 26, Fig. 447).
Fewkes findet an der Oberfläche des Meeres freie Cer-
karien mit grossem Bauchsaugnapf schwimmen, die einen Ruder-
schwanz haben, welcher etwa dreimal so lang ist wie der
Körper und in regelmässigen Abständen links und rechts
Gruppen von beweglichen Dornen oder Stäbchen zeigt. J. W.
Fewkes, A. Cerkaria ivith caiidal setae; Amer. Journ. of sc. Süliman,
3. ser., vol. 23, Neiü Haven 1882, pa^r. 134—135, with fig. —
Journ. R. Microscop. Sc, 2. ser., vol. 2, pag. 172.
J. Künstler beschreibt in seinen Contributions ä l'etude des
Flagelles: Bullet, de la Zoolog, de France 1882, eine Künckelia
gyrans als ein flagellaten artiges Wesen, in welchem Bütschli
eine Cerkarie erkennt. 0. BütscUi, Bemerkungen über das von
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 551
J. Künstler entdeckte ßagellatenartige Wesen: Künckdia gyrans KünstL
Zoolog. Anz. 1882, pag. 679—681.
Plana studirt die Cerkarien der Landmollusken in Be-
ziehung auf ihre etwaige Zusammengehörigkeit mit Distomum
hepaticum und lanceolatum, und zwar besonders die hierher-
gehörigen Parasiten aus Helix carthusiana und Helix nemoralis,
und kann von einer Abstammung der beiden genannten Disto-
men aus den hier beschriebenen und abgebildeten Cerkarien
der angeführten Landmollusken wohl keine Rede sein. G. P.
Piana, Le Cercarie nei MoUuscJii, studiata in rapporto colla presenza del
Distoma epatico e Distoma lanceokdo nel Fegato dei Ruminanti domestici.
Müano 1882, 11 pag.j 1 Tß. Clinica Veterinaria, 5. Jährg,
Thomas experimentirt mit aus dem Ei geschlüpften, im
Wasser frei umherschwimmenden Embryonen von Distomum
hepaticum, und beobachtet deren Sicheinbohren in Limnaeus
truncatulus. In dieser Schnecke, welche der lange gesuchte
Zwischenwirth des Leberegels ist, verliert der Embryo sein
Flimmerkleid, zieht sich zu einem eiförmigen Körper zusammen,
der Kopfzapfen tritt zurück und unter beträchtlichem Wachs-
thum bilden sich im Innern Redien mit starkem Schlundkopf,
einem Blinddarm, zwei sogenannten Fussstummeln hinten, und
vorn einem ringförmigen Wulst der Haut. Die Arbeit verdient
unser grösstes Interesse, da hier ein Theil der Entwicklungs-
geschichte des gefährlichsten aller Trematoden dargelegt wird,
welche schon so oft und lange, aber bisher immer vergeblich,
der Gegenstand der Forschungen war, bis es endlich Leuckart
und Thomas gelang, das Gesuchte zu finden. A. P. Thomas,
Second report of experiments an the developement of the liver-fluke
(Fasciola hepatica). Journ. oj the R. agricuU. Soc. vol, XVlII, Lon-
don 1882, 18 pag.
Leuckart bemerkt, Limnaeus pereger sei nicht der rechte
Zwischenwirth von Distomum hepaticum, denn in dieser Schnecke
entwickelt sich der Embryo wohl, stirbt aber vor Bildung der
Cerkarien ab, sondern Limnaeus minutus (truncatulus) und zwar
besonders die jugendlichen Exemplare. Die Cerkarien sind ge-
schwänzt und dient das lappige Organ des Körpers zur Aus-
scheidung des Stoffes durch die äusseren Bedeckungen hindurch,
der die Cyste bildet. Auf der Rückenfläche findet sich eine
Lage von Zellen, die zahlreiche, an Bacterien erinnernde Stäb-
chen enthalten.
652 I^r. 0. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
In einer früheren, ausführlicheren Arbeit giebt derselbe
Verf. genauere Angaben über diese Entdeckung, die wohl eine
der wichtigsten ist, die seit lange auf dem Gebiete der Hel-
minthologie gemacht ist, das Auffinden des Zwischenwirths des
dem Viehstande so verderblichen Distomum hepaticum, und
lässt derselbe seiner im vorigen Berichte erwähnten vorläufigen
Mittheilung eine ausführliche Schilderung der Larve dieses ge-
fährlichen Parasiten folgen. Vermuthungsweise wurde schon im
Jahre 1875 eine in der Leber von Limnaeus truncatulus (minu-
tus) gefundenen Cerkarie mit Distomum hepaticum in Beziehung
gebracht, die Neigung hatte, an Gegenständen umherzukriechen
und sich an ihnen einzukapseln. Die Embryonalentwicklung
bedarf einer Temperatur von 16 ° R. zu dem Ausschlüpfen des
Embryo's, welcher genau geschildert wird; die Wimpertrichter
sind in der Anzahl von 2 — 3 vorhanden; die vordere, dunkle
Kömermasse im Embryonalkörper wird im Hinblick auf ver-
wandte Formen als rudimentärer Darm gedeutet, die dahinter
liegende hellere stellt Keimzellen dar, aus denen später die
Redien entstehen. Die im Wasser umherschwimmenden Em-
bryonen dringen nun in die Schnecke ein, und zwar nur in
ganz junge Individuen, meistens in die Athemhöhle, um hier
ihr Flimmerkleid zu verlieren; sie ziehen sich zu einer rund-
lichen Masse zusammen, die beiden Augenflecke trennen sich,
einige der Keimzellen, zunächst die vorderen, wachsen und
schieben das Darmrudiment nach vorn, um zu grossen Ballen
zu werden, aus denen nach und nach Redien werden, wobei
natürlich der ganze ursprüngliche Embryonalkörper ein bedeu-
tendes Massenwachsthum erfährt; nach wenig Tagen ist er zu
einem Schlauch von 0,6 — 0,8 mm Länge ausgewachsen; die
Wimpertrichter and das Darmrudiment sind verschwunden und
die Augenflecke werden mehr und mehr unsichtbar. Die Redien
haben eine Länge von 0,4 — 0,7 mm und werden auch frei in
der Athemhöhle von Limnaeus pereger gefunden. Die Keim-
schläuche, welche keine besonderen Oeffnungen haben, zerreissen
leicht, da sie zart und sehr verletzbar sind. Vorn am Redien-
körper bemerkt man einen Ringwulst und hinten 2 sogenannte
Fussstummeln ; am Kopfende befindet sich ein starker Pharynx
und vor demselben eine saugnapfartige Mundöffiiung; ersterer
geht hinten in einen grossen Blinddarm über; in der hinteren
Körperliälfte befinden sich 2 Wimpertrichter. Die Entwicklung
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. ß53
der in den Redien sich bildenden Keimballen zu Cerkarien
konnte hier nicht verfolgt werden, da die Schnecken alle zu
Grunde gingen, welche die Parasiten beherbergten. Verf. ex-
perimentirte Anfangs mit Limnaeus pereger, denselben für den
nahe verwandten L. truncatulus haltend, fand aber später in
dem ächten L. truncatulus ebenfalls die völlig entwickelten zu
Distomum hepaticum gehörigen Redien. In Limnaeus trunca-
tulus fand Verf. nun drei verschiedene mit Trematodenbrut
erfüllte Redien, von denen zwei geschwänzte, eine ungeschwänzte
Distomen - Larven enthielt, und in letzterer Form vermuthete er
Anfangs die Jungenform von D. hepaticum gefunden zu haben;
was aber deshalb unwahrscheinlich war, weil die Redien ohne
den Ringwulst und die Fussstummeln sind. Die beiden andern
Redien, welche geschwänzte Cerkarien enthielten, zeigten beide
Fussstummeln; die erstere ist vermuthlich mit der von Wein-
land gefundenen identisch; die Cerkarien in ihr sind 0,31 mm
lang und 0,14 mm breit; die Haut ist mit Stacheln versehen
und die Saugnäpfe messen 0,052 mm, der Schwanz 0,21 mm,
während die der anderen Form scheibenförmig und ohne Stacheln
sind; sie messen 0,28 mm in der Länge und 0,24 mm in
der Breite; die Saugnäpfe sind 0,06 mm und der Schwanz
ist 0,6 mm lang; diese langgeschwänzte Form ist, wie Verf.
später fand, die zu Distomum hepaticum gehörige. 72. Lmckart,
Zur Erüioicklungsgescliichte des Leber egels, Zoolog. Anz, 1882,
pag, 524 — 528. — Zur EntioicklungsgescJiichte des Leberegds
(Distomum hepaticum), Arch. für Zoolog. Bd. 48, pag. 80 — 119,
Tab. VIII.
Landois bespricht den von Leuckart aufgefundenen Ent-
wicklungsgang des Leberegels (Distomum ovatum ist wohl ein
Schreibfehler für hepaticum), und haben wir nunmehr als den
wahren Zwischenwirth Limnaeus truncatulus kennen gelernt.
H. Landois, Die Ursache der Leberfäule, 10. Jahresber. d. loestph,
Prov. Veräns, Zoolog. Sect.y Münster 1882, pag. 15 — 16.
In der Lunge einer Kuh fand Megnin drei knotige Tu-
moren mit sehr dicken Wandungen, die ausser einer eitrigen
Masse auch Exemplare von Distomum hepaticum enthielten, was
mit Recht als ein sehr seltenes Vorkommniss bezeichnet wird.
P. Megnin, Doiwes au paumon d'une vache, Comptes rendus de la Soc,
de Biolog., 7. ser., t. III^ Paris 1882, pag. 221.
Am Gefässsystem der Trematoden unterscheidet ViUot drei
654 I^r- 0. V. L instow: Bericht über die wissenschaftlichen
Abschnitte, 1. die contractile Blase mit dem Foramen caudale,
2. die Gefässe, 3. das capillare Gefässnetz. Verf. hat 1876
und 1878 den wahren Sachverhalt klargelegt und zwar ist er
der erste gewesen, der die Verhältnisse richtig erkannt hat;
die Gefässe münden an der Körperoberfläche und in das Innere
des Verdauungstracts. Fraipont hat nicht nur nichts Neues
gefunden, sondern alle neueren Arbeiten über dieses Thema
bezeichnen nur einen Rückschritt und die Wimpertrichter exi-
stiren in Wirklichkeit garnicht bei den Plathelminthen. A. Villot,
L'appareil vasculaire des Trematodes y considere sous le double poini de
vue de su structure et ses fonctions. Zoolog. Anz. 1882, pag. 494
Us 498.
Pagenstecher giebt in seinem wiederholt erwähnten Werk
eine Darstellung von Aspidogaster conchicola (1. c. pag. 294,
fig. 603) und von Diplostomum rachiaeum = Tylodelphus
rhachidis, von letzterem besonders mit Rücksicht auf die Kalk-
körperchen in den Blindsäcken des Excretionsapparates (pag. 23,
fig. 443—444).
Landois findet Distomum ovatum in einem Hühnerei.
Journ. für Ornithologie j 30. Jahrg.j 1. Heßj Leipzig 1882, pag. 13.
Guillemard findet Bilharzia haematobia häufig im Menschen
und in Thieren in Süd -Afrika, übrigens bietet die Arbeit zoo-
logisch nichts neues. F, H. H. Guillemard, The endemic Haema-
turia of hol dimatesj caused hy ihe presence of Bilharzia haematobia,
London 1882.
Zancarol in Alexandria bespricht das Vorkommen von
Bilharzia haematobia in Egypten und bemerkt, dass häufig
Blasensteine bei Kranken gefunden werden, die diesen Parasiten
beherbergen. Die Embryonen bleiben 24 Stunden im Urin am
Leben. Medical Times and Gazette, London 1882, pa^'. 76.
Wenn Sonsino ibid pag. 620 — 621 die pag. 531 aufgestellte
Behauptung widerlegt, dass Ankylostomum duodenale mit Bil-
harzia haematobia identisch sei, ein Nematode mit einem Tre-
matoden, so ist das wohl kaum nöthig.
Einen neuen Wirth für Holostomum (Diplostomum) cuti-
cola giebt Pavesi in Cobitis taenia an. P. Pavesi, Dalle mie
annotazioni zoologiche, III, Trematode nuove parassita d'un pesce fluvia-
tüey Rendic. R. Istit. Lombard, 2. ser., vol. 14, fasc. XVIII — XZX,
6 pag.
Megnin findet im Dickdarm eines siamesischen Elephanten
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 655
zahlreiche Exemplare von Amphistomum ornatiim. Das Thier
war in Paris gestorben, wo es seit 20 Jahren gelebt hatte;
dass die Parasiten von denselben Cerkarien abstammen, die
sich sonst zu Amphistomum ornatum entwickeln, hält Verf-
fasser für nicht möglich, aber Angesichts der Anpassungs-
versuche Ercolani's sei es wahrscheinlich, dass die Parasiten
aus Indien mitgebracht seien und sich dann ohne einen
Cerkarien -Zustand zu durchlaufen im Elephanten vermehrt
hätten, einen Zustand, der vielleicht nur unter gewissen Be-
dingungen durchgemacht würde, wie ja auch Tänien sich aus
Eiern, ohne erst zu Cysticerken zu werden, direct wieder zu
Tänien entwickeln könnten. Hier, wie ähnliches bei Taenia
saginata angeführt ist, spricht Verf. nur eine durch nichts er-
wiesene Vermuthung aus, die er durch andere Vermuthungen,
die eben so unerwiesen sind, stützt, und ist es durchaus nicht
unmöglich, dass Amphistomum ornatum nicht eine Lebensdauer
von 20 Jahren habe; die der Tänien ist bekanntlich oft eine
sehr lange. M. Megniriy Sur un parasite intestinal de Velephantj
l'Amphistoma ornatum Cohboldy Compies rendus Soc. Biolog. 7. ser.
t. III, Paris 1882, pag. 454—456.
Gobbold bespricht unter den Parasiten des indischen Ele-
phanten Amphistomum Hawkesii und führt als neu an Am-
phistomum ornatum und Amphistomum papillatum;
das Distomum (Fasciola) Jacksoni ist nicht mit Distomum he-
paticum identisch und Distomum Elephantis entspricht dem
D. Jacksoni, so dass überhaupt nur ein Distomum aus dem
Elephanten bekannt ist, welches dem Distomum hepaticum in
der Verästelung der Darmschenkel gleicht (1. c).
E. Mace, Les Trematodes parasites des Grenouillesj Morlaix
1882, 32 pag,^ 4 planches. vid. den vorjährigen Bericht pag. 133.
Zundel beschreibt die Verheerungen, welche die sogenannte
Krebspest seit einigen Jahren unter den Krebsen angerichtet
hat und geht auf die Ursache ein, wobei er die Ansicht von
Harz wiederholt, welcher die bekannten Distomen beschuldigt,
die Krankheit hervorzurufen; zoologisch bietet die Schrift nichts
Neues. Selbst wenn Distomen die Ursache wären, würde die
Warnung des Verf., den Krebsen keine Fischeingeweide, die
oft Distomen enthalten, als Nahrung zu geben, unverständlich
sein, denn die in den Krebsen gefundenen Distomen - Larven
können doch nach dem jetzigen Stande unseres Wissens nur
Arch. f. Naturgescli. IL. Jahrg. 2. Bd. SS
656 r)r- 0. V. L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
von Mollusken herrühren. In den Abbildungen bezeichnet Verf.
die Hoden als Ovarien und den Cirrusbeutel als Hoden. —
Ref. kann die im vorigen Jahresberichte als Vermuthung hin-
gestellte Ansicht, die Krankheit möchte nicht auf den Parasi-
tismus der Distomen zurückzuführen sein, nunmehr auf Grund
eigener Anschauungen zur Gewissheit erheben; in keinem der
zahlreichen untersuchten, an der Krebspest gestorbenen Thiere
wurde auch nur ein einziges Distomum gefunden; der positive
Theil der Untersuchungen gehört nicht in den Bereich dieses
Berichts. A. Zunddf La peste ou Distomatose des Ecredsses. Journ.
de Microscop. par Pelletan, 5. ann.y No. 11, pag. 459 — 465. BulleU
Acad, Medic. de Bdgiquey 3. ser., L XV, No. 9, Bruxelles 1881, \Spag.
Packard beschreibt kurz das Aussehen und die Gestalt
von Distomum Apodis n. sp. aus dem Eiersack von Apus
lucasanus aus Kansas; das Thier ist IV4 mm lang und scheint
eine Larvenform zu sein, wenigstens ist von Geschlechtsorganen
keine Rede. A Packard, A ne^o Distomum parasite in the Egg-sacks
of Apus. American Naturalist, vol. 16, February 1882, pag. 142,
with fig.
Ein Distomum mit einem Schwanzanhange wird von
Glesbrecht auf Lucullus acuspes Giesbr. = Clausia elongata
Boeck gefunden. W, GiesbrecU, Die freilebenden Copepoden der
Kieler Föhrde, 4. Ber. der Commiss. zur imssensch. Unters, d. deutscheti
Meere in Kiel, 1877 — 81, pag. 163.
Ref. beschreibt die jüngste, 0,32 mm lange Form von
Distomum clavigerum und verfolgt die Embryonalentwicklung
von Distomum globiporum, die in 14 Tagen vollendet ist. Die
unvollständig bekannten Arten Distomum oxyurum aus Fuligula
cristata und Distomum brachysomum aus Glaucion clangula
werden genauer untersucht und characterisirt (1. c).
Als Trematodenfauna von Jemtland führt Olsson an: Te-
traonchus monenteron von Esox lucius, Dactylogyrus n. sp.
von Coregonus lavaretus und Thymallus vulgaris, Octobothrium
sagittatum von Thymallus vulgaris, Salmo eriox und S. alpiuus
und Distomum cylindraceum aus Rana arvalis (1. c).
Cestoden.
P. Megnin, Ueher die Entwicklung imn Triaenophorus nodulosus,
Rame für TUerlieükunde und Thierzucht, Wien 1882, pag. 1 — 6,
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. (557
20 — 22, ist eine deutsche Uebersetzuiig des im vorjährigen
Bericht pag. 72 erwähnten Artikels.
Cande bespricht nach einer Uebersicht über die geogra-
phische Verbreitung der menschlichen Cestoden deren Verkom-
men in Cochinchina und constatirt, dass Taenia solium und
T. saginata, letztere aber viel häufiger, dort zu finden sind
und zwar wird die Frequenz in den letzten Jahren bedeutend
grösser als früher. Bei der Frage nach der Infectionsquelle
geht Verf. alle die dort üblichen Nahrungsmittel durch und
findet, dass, ebenso wie Megnin in Frankreich bei einer sehr
grossen Zahl geschlachteter Rinder nicht ein einziges Mal Cy-
sticerken fand, auch dort trotz der zahlreichen, in 600 Fällen
constatirten Tänien nicht ein einziges Mal finnige Rinder ge-
funden seien. Verf. meint, die Eier könnten mit imreinem,
frischem Gemüse in den Darm des Menschen gelangen, der
Embryo würde hier ausschlüpfen, sich in einem DarmfoUikel
entwickeln und der so gebildete Cysticerkus durch Platzen des
Follikels in den Darm gelangen. Entwickelte bei einer Extra-
uterin - Schwangerschaft der Fötus sich doch auch an einer
Stelle, wo er nicht hingehöre. Unmöglich, meint Verf., könne
man stets die Rinderfinnen übersehen haben. — Und doch wird
dem wohl so sein, denn in anderen Ländern, wo man vermuth-
lich genauer untersucht hat, hat man eine der Zahl der Tänien
entsprechende Anzahl von finnigen Rindern gefunden ; Versuche,
Rinder mit Eiern von Taenia saginata zu inficiren, sind so
häufig mit positivem Erfolge gemacht, dass es überflüssig wäre,
sie zu wiederholen, und Verf. ist für seine mit den wissenschaft-
lich begründeten Anschauungen im VTiderspruch stehenden An-
sichten jeden Beweis schuldig geblieben. J. B. Cande, Quelques
recherches sur les Helmintlies Cestoides de Vhomme en CvcMncliine j pre-
cedees d'un coup d'aeü sur les caracteres generaux et la distribution
geogr. des Tmiades et des BothriocepJialides. Faris 1882, 52 pag.
Der Ophthalmologe Jany erkennt den Cysticercus cellulosae
im menschlichen Auge schon in einem sehr fi-ühen Stadium
unter der Netzhaut und beschreibt zwei Fälle, in deren einem
der Embryo offenbar mit der Retinararterie eingewandert war,
aus dieser sich herausbohrte und nun mit zugleich heraus-
tretendem Blute zwischen Netz- und Aderhaut gelangte; nach
17 Tagen war die Anlage des Kopfzapfens schon sichtbar und
später gelangte der Parasit, die Netzhaut durchbrechend, in
658 Dr. 0. V. Linst ow: Bericht über die wissenschaftlichen
den Glaskörper, wo man seine Bewegungen mit dem sogen.
Kopf und Hals beobachten konnte. Im anderen Falle gelangte
der Embryo aus einer Capillare in das Gewebe der Aderhaut.
L. Jangy Ueher Einiüanderiing des Cysticercus cellulosae in's menschliche
Auge, eine Entgegnung auf den in der Breslauer ärztl, Zeitschr. No. 23,
10. December 1881 puhl. Vortrag etc, Breslau 1882, 23 pag.
Zenker macht die eigenthümliche, gelappte, traubige Form
von Cysticercus cellulosae, den sogen. Cysticercus racemosus,
zum Gegenstand einer eingehenden Untersuchung; 15 Fälle
werden angeführt aus eigenen und fremden Beobachtungen und
ist die Zugehörigkeit zu cellulosae durch wiederholtes Auffinden
der characteristischen Haken des Scolex sichergestellt. In
Gehirn und Rückenmark kommt diese auffallende Bildung vor,
die dadurch bedingt scheint, dass hier eine das Wachsthum
beschränkende bindegewebige Kapsel fehlt. Wenn kein Scolex
da ist, so ist dieses als eine Entwicklungshemmung in Folge
der Hypertrophie der Blase anzusehen. Die Aussenfläche ist
characterisirt durch kleine, steinpflasterähnliche Erhabenheiten.
F, A. Zenker, Ueher den Cysticercus racemosus des Gehirns, Beitr.
zur Anat. und Embryologie ^ Festgabe für Henle., Bonn 1882, pag.
119—140, tab. XUl,
Eulenberg giebt an, dass im Jahre 1881 in Preussen unter
3,118,780 untersuchten Schweinen 11,540 finnig befunden wur-
den; in Posen ergab die Untersuchung eine bedeutende Ab-
nahme, da 1880 das Verhältniss der finnigen Schweine zu
gesunden wie 1 : 402, 1881 aber wie 1 : 996 war; die meisten
finnigen Schweine wurden im Regierungsbezirk Breslau gefun-
den, wo das Verhältniss 1 : 118 war (1. c).
Penrose findet eine sehr grosse Zahl eigenthümlicher Cysti-
cerken in der Peritonealhöhle von Nyctereutes (Canis) procyo-
nides; der Körper hat einen sehr langen, schwanzartigen Anhang
von bis zu 4 Zoll Länge; man bemerkt den Scolex mit vier
Saugnäpfen, aber keine Haken; benannt ist die Form nicht.
F. G. Penrose, On a Cysticercus from the peritoneal cavity of a Rac-
coon-like dog {Nyctereutes procyonides). Ann. nat. hist, 5. ser., vol.
10, Mi, pag. 1—7, pl. II, London 1882.
Ueber Huber, Echinococcus multilocularis , Augsburg 1882, 24
pag. vergl. den vorjährigen Bericht pag. 149.
Villot bespricht die Classification der Larvenformen des
Genus Taenia und trennt sie in ein Genus Cysticercus, Coenurus,
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 659
Echinococcus, bei denen die Schwanzblase durch einfaches
Wachsthum aus dem Proscolex hervorgeht, und eine zweite
Gruppe: Polycercus (Lumbrici), Monocercus (Arionis und Glo-
meridis und eine Form aus Limnaeus pereger und Lumbriculi),
Cercocystis (Cysticercus Tenebrionis), Staphylocystis, Urocystis,
Cryptocystis (aus Trichodectes canis), bei der die Schwanzblase
sich durch innere oder äussere Knospung aus dem Proscolex
bildet als eine Neubildung. Ref. hat bereits im vorigen Jahres-
bericht bemerkt, dass seiner Meinung nach von einer Eiutheilung
der Cysticerken in Genera wohl nicht die Rede sein kann, da
das Genus immer nur Taenia heisst, und dass man, statt über-
flüssige Genusnamen zu bilden, wohl besser thäte, alle hier
besprochenen Larven, soweit die dazu gehörigen Täuien noch
nicht bekannt sind, vorläufig mit Taeniaecysticercus zu be-
zeichnen. M, A. Villot, Classification des Cystiques des Temas, Revue
des sciences naturelles 1882, 9 pag.
Braun fand, dass die Säugethiere und Vögel, welche
Bothriocephalen beherbergen, vorwiegend von Fischen leben
und hat daher auch den Zwischenwirth von Bothriocephalus
latus mit Rücksicht hierauf in diesen gesucht; eine Larvenform,
welche Verf. im Muskel des Hechts fand, verfütterte er in
17 Exemplaren an einen noch säugenden Hund und fand nach
10 Tagen im Darm 15 bis zu 14 Centimeter lange Bothrioce-
phalen; das Experiment gelang auch in Katzen; in letzteren,
die vor dem Experiment ohne Bothriocephalen waren, wurden
auch geschlechtsreife Exemplare erzogen, und ist somit sicher
constatirt, dass Esox lucius (und Lota vulgaris) den Zwischen-
wirth für Bothriocephalus latus abgiebt, eine wissenschaftlich
wie practisch gleich wichtige und interessante Entdeckung.
M. Braun, Zur Frage des Zwisclienioirthes von Bothriocephalus latus
Brems. Zoolog, Anz, Leipzig 1882, pag, 194 — 196. — Virchow's
Archiv, 88. Bd., pag. 119—124.
Moniez macht Angaben über die Sexualorgane und die
Muskeln von Taenia pectinata, deren Gefässe grosse Anasto-
mosen zeigen, die auch von einem Gliede zum andern gehen,
ebenso von Taenia expansa und Giardi, bei welchen Arten der
Dotterstock fehlt. R, Moniez, Sur quelques types de Cestodes, Comptes
rendus, Paris Acad. 1882, t, 94, pag. 661 — 663.
Pagenstecher schildert die Entwicklung der Eier von
Taenia embryo Krabbe nach der allmähligen Veränderung und
660 Dr* 0. V. L instow: Bericht über die wissenschaftlichen
Absonderung der schalenähnlichen Hüllen (1. c. pag. 279, Fig.
597) , den Scolex mit dem Stachelbesatz der Saugnäpfe und
den Cirrus von Taenia anatina Krabbe (pag. 281, Fig. 598),
die Haken von Taenia serrata Goeze in ihrem verschiedenen
Alter und von einem Echinococcus aus Tapirus bicolor (pag.
283, Fig. 599), die Wand der Blase des letzteren mit ihren
Brutkapseln (pag. 284, Fig. 600), Taenia proglottina Davaine
(pag. 28, Fig. 449), Theile einer Proglottide von Taenia den-
ticulata Rud. mit oberflächlichen Gefässen (pag. 30, Fig. 451)
und mehrere Embryonen von Taenia denticulata Rud., dem
Alter nach geordnet (pag. 31, Fig. 452).
Bothriocephalus cordatus Leuck. kommt nach Braun in
Grönland und Island, nicht aber bei Dorpat vor und hat
flächenständige Sauggruben wie Bothr. latus. M. Braun, Be-
richtigung betreffend das Vorkommen von Bothriocephalus cordatus Leuck.
Zoolog. Anz. Leipzig 1882, pag. 46.
Ref. giebt die Hakenbildung von Taenia Fringillarum aus
Parus major wieder und beschreibt als neu Taenia tener-
rima aus Fuligula cristata und Taenia trichosoma aus
Fuligula ferina; Taenia bacillaris Goeze aus Talpa europaea,
welche Diesing mit Taenia filamentosa Batsch vereinigt, wird
als von letzterer durchaus verschieden erkannt (1. c).
H. Krabbe, Nye Bidrag til Kundskah om Fuglenes Baenddorme,
Kjöbenhavn 1882, vid. Bericht pro 1876 — 79, pag. 617.
Unter den von Fraipont aus Uromastix acanthinurus be-
schriebenen neuen Parasiten finden wir eine Taenia alata
n. sp. mit zwei zarten, flügeiförmigen Anhängen am sogen.
Halse (1. c).
lieber S. T. Stein, Entwicklungsgeschichte und Parasitismus der
menschlichen Cesioden, Lahr 1882, siehe den vorjährigen Bericht,
pag. 145.
Eine sorgfältige und ausführliche Schilderung des macro-
und mikroscopischen Baues von Solenophorus megacephalus, der
im Ganzen den bekannten Typus der anderen Ccstoden zeigt,
im einzelnen aber manches Abweichende bietet, giebt v. Roboz.
Die derbe Cuticula ist von senkrecht zur Oberfläche stehenden
Porencanälen durchsetzt und wird, nicht wie bei den Nema-
toden im Ganzen, sondern lamellen- und stückweise hie und
da abgestossen, eine Art Häutungsprocess. Die subcuticularen
Zellen sind bindegewebiger Natur und stellen unter sich und
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. QQ\
mit der Cuticula durch feine Fibrillen in Verbindung. Die
Muskulatur ist schwach entwickelt und besteht aus Längs-,
Ring- und Dorsoventralmuskeln. Jederseits finden sich zwei
Längsgefässe , von denen das äussere jederseits nach hinten zu
atrophirt, während vorn am Scolex beide Stämme gleich stark
sind und das äussere einen unteren, das innere einen oberen
halbringförmigen Querstamm bilden, welche Stämme ihrerseits
durch Netzgefässe anastomosiren. Die Hauptstämme zeigen
Ring- und Längsmuskeln in ihrer Wandung. Vom Nerven-
centrum im Scolex gehen nach links und rechts je ein ring-
förmiger Ausläufer, der den trichterförmigen Saugnapf umkreist;
in den nach hinten verlaufenden grossen Nervenstämmen findet
man Nervenfasern und bipolare Ganglienzellen. Die männlichen
und weiblichen Geschlechtsorgane münden in denselben sinus
genitalis und dahinter findet sich eine selbstständige Uterus-
öffnung. An den Canal, der vom Receptaculum seminis in den
Oviduct führt, setzen sich aussen eigenthümliche , einzellige
Drüsen. Vas deferens und Oviduct zeigen eine die Innenwand
auskleidende Zellenlage und bei letzterem ragen von diesen
haarförmige Gebilde in das Lumen hinein. Z. v. Rohoz, Beiträge
zur Kenntniss der Cestoden, Zeitschr. /. wiss, Zoolog. 37. Band, 2. Hejt^
Leipzig 1882, pag. 263—285, Tab. XVII—XVIII.
Kiessling beschreibt den Bau von Schistocephalus dimor-
phus und Ligula simplicissima, und zwar sowohl der Larven
aus Fischen als auch der geschlechtsreifen Formen aus Vögeln.
Die Cuticula von Schistocephalus wird von feinen Porencanälen
senkrecht durchsetzt und macht Verf. die Beobachtung, dass
dieselbe während des Wachsthums beständig abgeworfen und
wieder erneuert wird, so dass eine Art Häutung durchgemacht
wird, jedoch nur bei den Larven, nicht bei den geschlechts-
reifen Thieren. Zwischen der Cuticula und der Längsmusku-
latur findet sich ein ausgedehnter Drüsenkörper. Jedes Glied
zeigt drei Oeffnungen, nämlich die des Cirrus, der Vagina und
des Uterus. Während bei der Larve Cirrus und Vagina in
einer Linie in der Mitte, der Cirrus nach vorn, liegen, die
Uterusmündung daneben, verschieben sich diese Oeffnungen bei
den reiferen Gliedern regellos gegen einander. Die Hoden er-
giessen den Samen in besondere Röhren, die Vasa deferentia,
was hier besonders betont wird, weil einzelne französische For-
scher angegeben haben, dass der Same durch Zerreissung der
662 Dr. 0. V. L instow: Bericht über die wissenschaftlichen
Hodenmembram und Fortwanderung in den Parenchymlücken
an den Ort seiner Bestimmung gelange, was allerdings sehr
unwahrscheinlich klang. Die vierfach geschichtete Haut ist durch
einen Hautmuskelschlauch gestützt; die Parenchymmuskeln, be-
stehend aus Längs-, Transversal- und Sagittalmuskeln , sind
sehr mächtig entwickelt. Die Geschlechtsorgane erinnern am
meisten an die von Bothriocephalus , ebenso das Nervensystem.
Verf. verbessert mehrere Irrthümer von Donnadieu ; die schönen
Untersuchungen aber von Moniez, welche dasselbe Thema be-
handeln, scheinen ihm unbekannt geblieben zu sein, werden
wenigstens nirgend erwähnt. F. Kiessling^ Ueber den Bau von
Schistocephalus dimorphus Crepl. und Ligula simplicissima Rud,y Archiv
für Zoolog., Bd. 48, Berlin 1882, pag. 241 280, Tab. XIV— XV;
auch als Dissertation^ Leipzig 1882, 44 pag., 2 Tße.
Riehm beobachtet, dass Ligula simplicissima als Larve der
Geschlechtsreife schon sehr nahe steht und dieselbe im Darm
der Ente bereits in 5 — 8 Tagen erreicht; eine Larve wog
2,65 Gramm, eine geschlechtsreife Form 2,98 Gramm, so dass
der definitive Wirth durch den Parasitismus wenig berührt wird,
da der Parasit ihm sehr wenig Nahrung entzieht. Nach dem
Tode des Fisches frei gewordene Ligula -Larven, wie man sie
mitunter im Wasser findet, werden von den Enten nicht ge-
fressen. Die Larven sind im Enten darm erst entwicklungsfähig,
wenn sie ein Gewicht von 2,5 — 3 Gramm erreicht haben ; selbst
ganz geringe Verletzungen, wie Nadelstiche, tödten sie, da sie
von der Stelle der Verletzung aus im Darm verdaut werden,
wenn der Schutz der Cuticula fehlt. G. Riehm, Fütterungsversuche
mit Ligula simplicissima, Zeitschr. für Naturivissensch, d. Ver. in Halle,
Bd, 55, Heß 3, Berlin 1882, pag. 328—330. Derselbe über
Kiessling's Arbeit, ibid. pag. 274 — 276.
Landois giebt eine kurze Uebersicht der Entwicklung von
„Dibothrium ligula," welcher Parasit in den Etangs de la Bresse
hunderttausende von Schleihen und anderen karpfenähnlichen
Verwandten tödtete. //. Landois, Zur Natur geecMchte des Riemen-
wurms, 10, Jahresber. des westph. Prov. Vereins j Zoolog. Sect., Münster,
1882, pag. 14—15.
Manson fand bei dem gelegentlich des Parasitismus von
Filaria Bancrofti erwähnten Kranken in der subperitomalen
Fascie zwischen der Fossa iliaca und den Nieren 12 Parasiten,
einen auch in der rechten Pleurahöhle, die sich zwei Tage
Leistungen in der Naturgeschichte der Nematoden etc. 663
nach der Herausnahme aus dem Körper stark in die Länge
gedehnt und 12 — 14 Zoll lang geworden waren bei einer Breite
von Vg und einer Dicke von Vg^ Zoll. Es waren bandwurm-
ähnliche, aber ungegliederte Thiere, in denen eiähnliche Körper,
oft mit doppeltem oder dreifachem Umriss (Kalkkörperchen?)
bemerkt wurden und giebt Cobbold ihnen vorläufig den Namen
Ligula Mansoni n. sp. (1. c).
Nach Olsson wird die Cestodenfauna von Jemtland gebildet
von Acrobothrium typicum aus Salmo eriox, Schistocephalus
dimorphus, der frei gefunden wurde, eine in Salmo alpinus
encystirte Bothriocephalus - Larve , Triaenophorus nodulosus aus
Coregonus lavaretus und Bothriocephalus ditremus und einer
unbestimmten Tänienart aus Mergus serrator (1. c).
Jahresbericht
über die Leistungen in der Naturgescliiclite der
Anthozoen im Jahre 1882.
Von
Th. Stader.
Physiologie, Anatomie und Entwicklung.
FoUock (071 Indications of the Sense of Smell in Actiniae wlth
an Addendum hy Romanes. Journ. Lin Soc. London. Zool. Vol.
16. No. 94 png. 474 — 476) findet, dass die Actinien einen in
ihrer Nähe befindlichen Futterstoff wahrnehmen können. Wurde
das Futter auf eine Spanne Entfernung einer geschlossenen Actiuie
genähert, so öfl'nete dieselbe ihren Tentakelkranz. Wurde das
Futter in die Mitte eines Kreises von Actinien gebracht, so
öffneten dieselben succes?iv ihren Tentakelkranz, doch schien
es ihnen unmöglich, die Richtung, in welcher das Futter lag,
zu unterscheiden. Romanes glaubt dieses Vermögen, die
Gegenwart von Nahrungsstoffen auf Entfernungen wahrzuneh-
men, als Geruchsvermögen bezeichnen zu müssen. Es wären
demnach die niedrigst stehenden Geschöpfe, bei denen ein sol-
cher Sinn v/ahrgonommen wird. Ob dieses Sinnesvermögen
einem bestimmten Theil des Organismus oder dem Ganzen an-
gehört, konnte nicht festgestellt werden.
Solger stellt im Biologischen Centralblatt , 2. Band, 1882 — 83,
pag. 399 — 404. die bisher über die Physiologie der Actinien
gemachten Beobachtungen zusammen. (Uober wichtigere Lebens-
erscheinungen der Actinien und verwandten Formen, sowie über
einige diesen Thieren eigcnthümliche chemische Körper.)
Jahresber, üb. d. Leistung, in d. Naturgesch. d. Anthozoen etc. 665
Namentlich sind es die umfangreichen Untersuchungen
Kruckenberg's über Verdauung, Athmung, Einwirkung von
Giften etc., neben den Beobachtungen der Gebrüder Hertwig
und Merejkowski, welche die Grundlage für den interres-
santen Aufsatz bilden.
Weissmann erwähnt in seiner Schrift „üeber die Dauer
des Lebens." Jena 1882. pag. 78. einer Actinie, Actinia
mesembryanthemum, welche im Jahre 1828 von Dalyell
ins Aquarium gesetzt wurde und noch heute lebt, so dass sie
bis 1882 das Alter von 63 Jahren erreicht hatte.
Ueber das Verhalten einer lebenden Koralle im Aquarium,
Astrangia, berichtet Dämon in Americ. Monthly microscop. Journ.
Vol. 3. No. 12. pag. 221—223. Vom Ref. nicht gesehen.
R. Hertwig macht Mittheilungen über den Bau der Ova-
rien bei Actinien. (Jena. Zätschr. jür Naturiüissenscli. 15. Band
4. Heft. Sitzungsher. pag. 18 — 20.) Derselbe findet, dass bei
Corallimorphus rigidus die kleinsten Eier in Gruppen zu
2 — 4 Zellen zwischen der Basis der Epithelzellen liegen und
dass die grösseren noch beinahe die Oberfläche des Epithels
erreichen. Eine Eizelle, welche im Begriff aus dem Epithel
zu wandern war, lag halb im Mesoderm, halb im Endoderm,
beide Hälften waren durch eine Einschnürung gesondert, welche
sogar den Nucleus in seiner Form beeinflusste. Junge Eizellen
sind mit dem Epithel durch einen kurzen Strang verbunden;
wenn sie diese Lage verlassen, so geht erst ihr basales Ende
in das Mesoderm und dann folgt der Nucleus.
Bei Halcampa clavus geht ein konischer protoplasma-
tischer Strang vom Ei durch die Stützlamelle nach dem Epithel,
das über dem Ei eine eigenthümliche Form annimmt, ähnlich
wie bei den Acraspedoten, wo das Ei ebenfalls im Endo-
derm entspringt.
(Wiederholt in dem grossen Werke über die Challenger-
actinien, s. u.)
Wilson {Variation in tJie Yolk - cleavage of Renüla. Zoolog.
Anzeiger V. Jahrg. No. 123. ;;«^. 545— 548) beobachtet die
ersten Vorgänge der Dotterklüftung an Renilla reniformis
Cuv. und findet, dass diese nicht bei allen Eiern in gleicher
Weise erfolgt.
Bei den meisten Eiern theilt sich der Dotter zuerst in
16 Kugeln, die bald einander gleich, bald ziemlich ungleich
666 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
waren. Von da theilen sich die Eier in 32, dann in 64 etc.
Kugeln. In der Regel theilt sich jede Kugel bei der nächsten
Klüftung in zwei gleiche Hälften, nur zuweilen kommt es vor,
dass eine Kugel ohne Theilung eine Klüftungsperiode überspringt.
Bei Va der beobachteten Eier fülirte die erste Klüftung zu
acht statt zu 16 Kugeln, nachher verlief die weitere Theilung
in regelmässiger Weise.
Bei fünf oder sechs Eiern schnürten sich zunächst nur vier
oder fünf kleine Kugeln an einem Pole ab, während der Rest
des Dotters ungefurcht blieb. Erst nach einer kurzen Ruhe-
pause theilt sich auch der Rest und führt zur Bildung von
16 Furchungskugeln.
In einem Falle führte die erste Furchung zu 32 etwas un-
gleichen Kugeln, in einem anderen zuerst in zwei, dann in
vier, dann in 16. Endlich kam ein Ei vor, das zunächst in
drei grosse und vier kleinere Kugeln zerfiel, diese theilten
sich weiter, wobei die Ungleichheit der Kugeln persistirte.
In allen Fällen bildeten sich endlich die Eier zu Embryonen
um. Die Durclifurchung eines Stadiums erfolgte oft erst, wenn
das nächste Stadium eintrat. Eine Kerntheilung fand immer
vor der Dottertheilung statt, von ihr hängt die mehr oder
weniger regelmässige Theilimg des Dotters ab.
Wilson macht vorläufige Mittheilungen über Struktur und
Entwicklung von Renilla und Leptogorgia. Hopkins Uni-
versity Circtdare No. 17. 1882. August, pag. 247.
Bezüglich der Furchung des Eies wiederholt der Verf. die
im zoolog. Anzeiger gemachten Angaben. Die Entwicklung der
Septa und Tentakel erfolgt in abgekürztem Masse. Die Ent-
wicklungsfolge der Mesenterialfäden ist verschieden bei den
Knospen oder den Secundärpolypen gegenüber der der axialen
Polypen. Bei letzterem erscheint das dorsale Paar der Fila-
mente zuletzt, das umgekehrte ist der Fall bei den Knospen.
Neben Renilla wurde auch Leptogorgia auf die Entwick-
lung untersucht. Die Larven früher Entwicklungsstadien sind
sehr ähnlich denen von Renilla, später sind beide in Bezug auf
Anordnung der Septa und Muskeln verschieden.
Im American Journal of Science Vol. XXIII May 1882
bespricht Verrill die Knospung von Parasmilia Lymani
Pourt. pag. 406 — 408. Die Erscheinung, dass häufig bei der
genannten Koralle Exemplare gefunden werden, bei welchen
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. ßß7
eine junge Knospe auf der Innenseite des Fragmentes von einem
alten Kelche sitzt, wurde von Pourtales so erklärt, dass die
innerhalb des Kelches entstehende Knospe den Mutterkelch zum
Bersten bringe. Dem entgegen zeigt V er rill nach zahlreichen
Funden dieser Koralle in der Chesapeake Bay, wo sie in
57 — 130 Faden nicht selten ist, dass im Gegentheil gerade die
Verletzung eines Kelches oder das Zerbrechen desselben den
Anstoss zur Knospenbildung gebe. Jedes Segment eines Kelches
kann beim Zerbrechen desselben aus seinem Gewebe eine neue
Knospe erzeugen, jede Rippe und jedes Septum des Fragmentes
setzt sich dann in die Rippen und Septen der Knospe fort.
Mitunter entstehen auch aus einem Fragment oder aus zwei
nicht ganz von einander getrennten Fragmenten Zwillings-
kuospen, deren Kelche mit selbständigem Centrum mit den
Wänden zusammenhängen. Dasselbe findet statt bei Flabel-
lum Goodei Verrill.
Kowalewsky und Marion untersuchten die erste Ent-
wicklung von zwei Arten Clavularia und Sympodium co-
ralloides und berichten darüber in den Comptes rendm de
l'Academie des Sciences Sept. 25, 1882. pag. 562. Bd.
Die Segmentation des Eies, welche an Clavularia crassa
in allen Phasen beobachtet wurde, beginnt, nachdem das be-
fruchtete Ei eine Zeit lang verharrt hat, ohne sich zu theilen.
Während dieses Stadiums war kein Nucleus wahrzunehmen.
Durchschnitte zeigen nur eine feine granuläre peripherische
Frotoplasmazone und eine Centralmasse von fettreichem Nah-
rungsdotter. Dies nächste Stadium führt zur plötzlichen Bil-
dung von sechs Segmenten, die keilförmig von dem Centrum
des Eies ausstrahlen und deutlich in eine peripherische Bildungs-
und eine centrale Nahrungsdottermasse gesondert sind; nun
theilen sich die unterdessen vermehrten Furchungsballen trans-
versal, so dass eine peripherische Bildungszellenschicht und
eine centrale Zellenmasse gesondert wird^ welch letztere vor-
wiegend nutritive Dotterelemente enthält. Endlich bildet sich
die peripherische Zellschicht zu einem deutlichen Ectodermblatt
aus. Das nächste Lager von Deutoplasmazellen bildet sich
dann zu einem zweiten Blatt um, dem Endoderm, der centrale
Ueberrest wird allmählich resorbirt und an seiner Stelle bildet
sich in dem eine ovoide Gestalt annehmenden Embryo eine
Höhlung. In der Larve bleiben nur gegen die beiden Enden
ß68 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
noch Quantitäten von Nahrungsballen, welche in der Höhlung
flottiren. Die Endodermzellen entwickeln sich weniger rasch
als die des Ectoderms und vermehren sich langsamer, sie ent-
halten Fettkörner und nehmen allmählich eine keulenförmige
Gestalt an. Die Larve setzt sich mit dem breitern Ende, das
während der kurzen Schwärmperiode nach vorn gerichtet ist,
fest. Das dünnere Ende wird flach, bildet erst eine flache
Platte, senkt sich dann ein und bilden das Oesophagealrohr, in
dessen Ende eine Oeffiiung durchbricht. Während dieser Zeit
sondern die Ectodermzellen eine structurlose Masse aus, die
sich zwischen den Zellen entwickelt; diese Masse sammelt sich
unter der Zellenschicht und nimmt Zellen von der Peripherie
in ihre Mitte auf. Sie bildet das Pseudomesoderm. Ihre Zellen
erzeugen bei Sympodium schon frühe Kalkkeme, welche sicli
zu Shleriten umgestalten. Diese wachsen rasch mit der Ver-
dickung der Bindesubstanz, während das zellige Ectoderm nur
noch eine einfache Lage von Pflasterzellen bildet. Bei Clavu-
larien, besonders Clavularia petricola erscheinen die Skle-
riten erst spät. Dagegen besitzt schon die schwärmende Larve
ein Ectoderm aus einer äusseren mit Nesselzellen versehenen
Schicht und einem tieferen Lager, von dem sich die Zellen bis
in die Bindesubstanz verlängern, welche durch fadenförmige
Anhänge ausgeschieden wird, die den Epithelmuskel und Epithel-
nervenelementen der Actiniaria gleichen. Die Dissepimente bil-
den sich immer vor der Oesophagealeinstülpung. Bei Clavularia
petricola erscheinen zuerst 26 Dissepimente am Boden der
mesenterischen Höhle, ihre Achse besteht aus Bindegewebs-
streifen, welche an die Basis des Ectoderms angeheftet sind.
Erst wenn der Mund sich gebildet hat, entwickeln sich acht
rascher und schliessen sich an den Oesophagus, während die
andern allmählich verschwinden. Variationen in der Entwick-
lung kommen bei Sympodium vor. Neben rasch sich ent-
wickelnden Larven giebt es solche, bei welchen die Fixation
sich verspätet. Hier legen sich noch während des wurmförmigen
Stadiums die Dissepimente an. Skleriten bilden sich noch
keine, dagegen entwickeln die Zellen reichlich Muskelfortsätze.
Ein fibröses Lager an der Basis des Pseudomesoderm entspricht
dem Ringmuskel, es haben sich zahlreiche primitive Mesenterial-
falten gebildet und das ganze Endoderm ist mit einem Lager
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. ß(J9
von Längsmuskelfasern verbunden. Querschnitte solcher Larven
geben ein analoges Bild^^wie solche einer Actinie.
Moseley untersucht den inneren Bau von Seriatopora
subulata und kommt zu dem Resultat, dass diese eine wahre
Madreporarie ist. Die Polypen haben 12 Tentakel und
12 Mesenterien, von denen aber nur zwei^Mesenterialfilamente
und Geschlechtsorgane tragen. Die ersteren liegen in Taschen,
welche in besonderen tiefen Gruben des Corallums gelagert
sind, diese liegen in der ventralen Region jedes Kelches, dem-
jenigen Abschnitt, der gegen die Basis der Zweige gerichtet ist.
In der Zusammensetzung jedes Polypen lässt sich eine DifFe-
ronzirung in eine obere oder dorsale und eine untere, ventrale
Region wahrnehmen ; die Polypen des Stockes sind so gestellt,
dass die dorsale Seite ihrer ovalen Kelche gegen die Zweig-
spitze gerichtet ist, ihre Längsachse dagegen parallel zur Längs-
richtung der Zweige steht. Zwischen den Polypen eines Stockes
findet sich ein Canalsystem, das netzförmig die Gruben zwischen
den Rippen und kleinen Hervorragungen des Corallums ausfüllt
und durch Canäle, von denen durchschnittlich zwei in einen
Mesenterialraum münden, mit den Polypen communicirt. Die
Stöcke sind dioecisch. Einen ähnlichen Bau zeigt Pocillo-
pora; es existirt nur ein Paar von Mesenterialfilamenten,
welche dieselbe Lage haben, wie bei Seriatopora. Auch
hier kommt ein Canalnetzwerk vor, doch sind die Canäle weiter
und haben die Tendenz sich zu lacunären Räumen auszudehnen.
Beide Korallenformen sind offenbar nahe verwandt und differiren
durch den seitlich symmetrischen Bau ihrer Kelche weit von
den Oculiniden.
Bei Corallium rubrum lenkt derselbe Forscher die Auf-
merksamkeit auf die kleinen Zoi'den, welche zwischen den
grossen Polypen im Coenenchym zerstreut sind. Lacaze Du-
thiers hielt dieselben für Knospen, aus denen sich vollständige
Polypen entwickeln. Moseley kann keine Zwischenformen
zwischen den Zoiden und Geschlechtspolypen finden und möchte
sie einstweilen für Siphonozoiden analoge Gebilde halten, welche
Corallium zu einem polymorphen Thierstock stempeln würden.
Derselbe untersucht die Struktur von Tubipora und findet
die ziemlich unregelmässig vorkommenden, trichterförmigen
Böden in der Polypenröhre , in einigen Fällen ineinander-
geschachtelt wie bei Syringopora. Zuweilen fanden sich Röhren,
670 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
welche in ihrem unteren Ende eine Reihe radialer Fortsätze
abgeben, welche von unten gesehn, den Anschein von Septen
hatten. (Notes on tlie structure of Sericäopora, Pocillopora, CoraUlum
and Ttibipora, Quarterly Journal of Microscop. Science. Oktober 1882.
10 pag, mit Holzschnitt.)
V. Koch macht Mittheilungen über das Kalkskelett der
Madreporarier. Morphol. Jahrbuch Bd. VIII pag. 86 — 95
mit einer Tafel.
Die Untersuchung successiver Schnittserien durch das Skelett
vonCaryophyllia imd Dendrophyllia führt zu dem Resultat,
dass bei den sechszähligen Korallen, sowohl den Eporosen, als
den Perforaten, die Zahl der Sternleisten in der Art wächst,
dass sich nahezu gleichzeitig im ganzen Umfange des Kelches
zwischen je zwei älteren eine jüngere anlegt, also die Zahl der
Stemleisten eines folgenden Cyclus immer gleich ist der Summe
aller vorher vorhandenen. Alle Ausnahmen von dieser Regel
sind auf direkte Anpassungen oder erblich gewordene Ver-
änderungen im Wachsthum des ganzen Thieres zurückzuführen.
Zur Stütze seiner schon früher geäusserten Ansicht, dass
das Mauerblatt der eporosen Korallen durch secundäre Ver-
schmelzung der Septen zu Stande komme, führt v. Koch eine
Reihe von Fällen an. Bei Skeletten ganz junger Corallen,
wahrscheinlich Cladocora, waren einige Septen über das
junge Mauerblatt hinausgewachsen und hatten sich theil weise
mit ihren äusseren Enden vereinigt. Bei einem andern Exemplar
war auf diese Weise an einer Stelle, wo die ursprüngliche
Mauer etwas niedriger war, eine neue Mauer entstanden, welche
zwei Dritttheile des ursprünglichen Kelches umschloss. Eine
ähnliche Bildimg wurde bei einer jungen Caryophyllia beob-
achtet. Bei einer eporosen Koralle, wahrscheinlich Para-
cyathus, fanden sich Exemplare, bei denen innerhalb eines
abgestorbenen Kelches sich ein neuer erhebt. Die Septen des
neuen Kelches waren direkte Fortsetzungen des alten, das
junge Mauerblatt stand aber in gar keinem Zusammenhange
mit dem des alten Kelches. Auf Quersclmitten an der Basis
des jungen Kelches sieht man die Septen Verbindungsleisten
bilden, die sich schliesslich zur Bildung eines Mauerblattes
vereinigen. An Schnitten durch Dendrophyllia ramea,
Caryophyllia und Mussa, an denen die Weichtheile erhal-
ten waren, ergaben sich ähnliche Resultate, die Leibeswand
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 671
liegt ausserhalb des Mauerblattes, die Scheidewände (Sarco-
septen?) werden von ihm unterbrochen.
von Koch untersucht die Entwicklung des Kalkskelettes
von Asteroides calycularis und kommt dabei zu der Ueber-
zeugung, dass das ganze Kalkskelett ein Produkt des Ectoderms
sei. Mittheäungen aus der zoolog. Station zu Neapel. 3. Band.
III. Heft. pag. 284 — 290 mit zwei Tafeln. Die ersten Andeu-
tungen des Skelettes treten bei Asteroides immer erst einige
Zeit nach dem Ansetzen der Larven auf. Die erste Anlage
stellt eine ringförmige, also eine im Centrum durchbrochene
Scheibe dar, die aus sphaeroidischen Kalkstticken besteht. Jedes
Sphaeroid ist aus concentrisch geschichteten (?) Krystallen
zusammengesetzt. Diese Skelettanlage liegt zwischen der Unter-
lage, worauf die Larve sitzt und dem Ectoderm ihrer Aboral-
fläche. Demnach wäre dieselbe ein Ausscheidungsprodukt des
Ectoderms. Die Septen entstehen in der Zahl von 12 als Kalk-
ausscheidungen in Ectodermfalten, welche sich vom Fussblatt
erheben und welche in vorgebildete Entodermfalten hineintreten.
Das Mauerblatt wird durch Verschmelzung der peripherischen
Enden der Septen gebildet, das Epithek entsteht unabhängig
vom Mauerblatt an der Uebergangsstelle des basalen und des
seitlichen Theiles der Leibeswand. Die Thatsachen werden in
folgenden drei Sätzen zusammengefasst:
1. Bei Asteroides calycularis und wahrscheinlich auch
bei anderen Madreporarien ist das ganze Skelett : Fuss-
blatt, Sternleisten, Mauerblatt und Epithek, eine Aus-
scheidung von Zellen des primären Ectoderm.
2. Das Mauerblatt entsteht durch Verschmelzung der peri-
pherischen Enden der Sternleisten und dasselbe bildet
sich unabhängig von der Epithek, mit welcher es erst
secundär theilweise verschmilzt.
3. Die Sternleisten bilden drei oder vier Cyclen, von je
12, 24 und eventuell 48 Stück. Immer erscheinen die
jüngeren zwischen zwei älteren.
Vergleiche über die Frage der Skelettbildung das Referat
im vorigen Jahresbericht über Heiders Untersuchungen von
Cladocora.
Seine Ansichten über den ectodermalen Ursprung der Skelett-
bildungen der Anthozoen überhaupt erläutert von Koch im
Arch. f. Naturgesch. IL. Jahrg. 2. Bd. TT
672 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
biologischen Centralblatt 2. Bajid 1882—1883, pag. 583—593. Die
morphologische Bedeutung des Corallenskelettes , WO eine Zusammen-
fassung seiner im morpliol. Jahrb., Mittheilungen der zoolog.
Station zu Neapel u. a. 0. veröffentlichten Arbeiten gegeben wird.
G. V. Koch macht in Mittheilungen aus der zoolog, Station zu
Neapel 1882. Heß IV vorläufige Mittheilungen über die Gorgo-
nien (Alcyonaria axifera) von Neapel und über die Entwicklung
der Gorgonia verrucosa, pag. 537 — 550 mit 15 Holzschnitten.
Unter dem Namen Alcyonaria axifera fasst v. Koch
diejenigen achtzähligen Korallen zusammen, welche eine innere
Achse besitzen, die aber nicht, wie z. B. bei Corallium, aus
verschmolzenen Spicula zusammengesetzt ist, sondern als Aus-
scheidung eines eigenen, zum Ectoderm gehörigen und mit ihm
jederzeit im Zusammenhange stehenden Achsenepithels hervor-
geht. Bezüglich der Entwicklung von Gorgonia verrucosa
geschieht die Befruchtung im Innern des Mutterpolypen. Ein
Stadium, das zwischen Befruchtung und Furchung steht, wurde
beobachtet. Der Kern ist vollkommen verschwunden; der In-
halt des Eies besteht aus ziemlich gleichmässiger Substanz,
welche von vielen Fettbläschen durchsetzt ist. Im centralen
Theil wurden bei vielen sehr kleine, stark tingirte Pünktchen
wahrgenommen.
Das jüngste beobachtete Furchungsstadium bestand aus
16 Segmenten, ein älteres Ei war in polyedrische kernhaltige
Zellen getheilt, welche im Innern grösser sind als an der Peri-
pherie. Später hat sich eine ectodermatische Cylinderzellenlage
mit kleinen Kernen von den das innere erfüllenden polyedrischen
Zellen scharf abgegrenzt. Das Ei wird nun ellipsoidisch, ovoid
und endlich birnförmig, entwickelt Wimpern und schwimmt als
Embryo, das dickere Ende voran, im Wasser umher. In diesem
Stadium bleibt der Embryo wochenlang. Während dieser Zeit
bildet sich im Innern eine immer mehr sich erweiternde Höh-
lung. Im Ectoderm bilden sich Nesselkapseln. Endlich setzt
sich die Larve mit dem dickeren Ende fest. Eine Einsenkung,
in deren Tiefe der Mund durchbricht, bildet den Oesophagus.
Die acht Tentakel entstehen zu gleicher Zeit. Der Polyp be-
ginnt sich zu strecken. Das Homskelett bildet sich als dünnes
Blättchen unter der Basis und wird durch Ectodermzellen aus-
geschieden und vergrössert. Die Spicida entstehen in Ecto-
dermzellen, die theilweise in die Zwischensubstanz einwandern.
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 673
Vorkommen und Verbreitung.
R. Hertwig giebt am Ende seiner Arbeit über die Actinien
der Challenger - Expedition folgende wichtige Bemerkungen über
die Tiefenverbreitung der Actinien. Im Allgemeinen nehmen
die Actinien mit steigender Tiefe an Zahl ab, unter 2900 Fa-
den wurden keine mehr beobachtet; je grösser die Tiefe ist,
unter welcher sie vorkommen, um so mehr weichen ihre For-
men von denen der Küstenregionen ab. Es lassen sich zwei
Regionen, eine von 10 — 500 Faden und eine von 500 — 2900
Faden unterscheiden. In der ersten Region fanden sich im
Ganzen 13 Arten und zwei Gattungen (Septophorus und
Stephanactis) neu, die zweite Region lieferte 22 Arten mit
17 Gattungen, von denen 20 Arten und 11 Gattungen neu sind.
Beiden Regionen gemeinsam sind Phellia und Stephanactis.
Individuen einer Art leben mitunter in grossen Mengen bei-
sammen; so brachte das Netz aus einer Station in B. 34*' N.
und 188^0. aus 565 Faden 20 Exemplare von Folysiphonia
tuberosa und zwei Colonien von Epizoanthus parasiticus. Am
tiefsten fanden sich Porponia elongata in 2600 Faden,
Antheomorphe elegans in 2900 Faden, Polyopis, Tea-
lidium, Paractis tubulifera in über 2000 Faden.
Das Leben in der Tiefe scheint den Bau der Actinien in-
sofern zu beeinflussen, als die Tentakel einer allmählichen
Reduction anheimfallen, die schliesslich dahin führt, dass die-
selben nur noch, wie bei Liponema, durch radial gestellte
OefFnungen in der Mundscheibe repräsentirt sind. Wo die Ten-
takel erhalten sind, wie bei Paractis tubulifera, zeigen sie
an der Spitze weite Stomata. Viele Tiefseeformen mit redu-
cirten Tentakeln zeigen Verwandtschaft mit Tentakel tragenden
Küstenformen. So ist Liponema mit den Discosomidae,
Polystomidium mit den Antheadae, Polysyphonia mit
den Paractiden verwandt. Sycionis crassa und Polyo-
pis striata stehen dagegen gänzlich isolirt da.
Die Nahrung der Tiefseeactinien scheint fast ausschliesslich
aus den im Schlamm suspendirten organischen Körper zu be-
stehen, bei deren Erwerbung weniger lange Greiftentakel als
zahlreiche Einfuhröffnungen von Nutzen sind.
Eine andere Eigenthümlichkeit der Tiefseeactinien ist das
674 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
häufige Vorkommen von Arten mit von der typischen Anordnung
der Septen bei den Hexactiniae abweichendem Verhalten. Das
Verhalten der Hexactiniae findet sich nur bei 13 Gattungen,
die anderen vier Gattungen vermehren die Zahl der mit ande-
ren Septalverhältnissen ausgerüsteten Zoantheen, Cerian-
theen und Edwardsien des flachen Wassers und zeigen,
dass die Verschiedenheit der Struktur bei den Anthozoen in
früherer Zeit eine mannigfaltigere war als gegenwärtig und dass
die Ueberreste dieser Mannigfaltigkeit sich in den grossen
Tiefen besser erhalten haben als nahe der Oberfläche.
In dem Rapport sur les travaux de la Commission chargee
d^ studier la faune sousmarine dans les grandes profondeurs de la medl-
terranee et de l'ocean atlantique par Alphonse Milne Edioards,
Extrait des Archives des Missions scientifiques et litter air es 3. Serie.
9. Bd. 63 Seiten mit zioei Tiefenkarten wird folgende Ausbeute an
Anthozoen im Mittelmeer angeführt: Paralcyonium elegans
am Cap Sicie in Tiefen von über 90 Meter. Caryophillia cla-
vus wurde bis in 300 Meter Tiefe gefunden. Dendrophyllia
cornigera bildet ausserhalb Ajaccio in 540 Meter Tiefe ganze
Bänke; auf ihr fanden sich einige langgestielte Caryophyllien.
Desmophyllum cristagalli wurde Süd von Planier
zugleich mit Caryophyllia electrica A. M. Edw. auf dem
unterseeischen Kabel in 450 Meter gefunden. Viel reicher an
Thie rieben, als die Tiefen des Mittelmeeres, fanden sich die
des atlantischen Oceans, namentlich am Eingang des Golfs von
Gascogne, wo auf einem Grund von thonigem Nummulitenkalk
in 1000 Meter Tiefe Amphihelien und Lophohelien, riesige
Mopsea und Desmophyllien sich ausbreiteten, untermischt
mit Kieselspongien, dazwischen Würmer, Crustaceen und Echi-
nodermen. Das Verzeichniss enthält:
Lophohelia prolifera in zwei Formen, Amphihelia
oculata in 953—1225 Meter, Amphihelia rostrata Pour-
tales 1225—953 Meter in B. 44« 05 bis 44° 05',45 und L.
9« 26',40 bis L. 9« 23',3, Desmophyllum cristagalli,
forma costatum von einigen Millimetern bis zu Formen, die
an D. ingens Moseley erinnern. Eine Art Bathycyathus
und eine Caryophyllia sind neu.
Von Alcyonarien wurden an den Küsten Spaniens und
Portugals neun Arten gefunden, darunter:
Funiculina quadrangularis in 160 Metern.
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 675
Peunatula aculeata Kor. Dan. 1037 Meter, 896 Meter,
1094 Meter.
Kophobelemnon stelliferum Müll. var. dura 896
Meter.
Umbellula ambigua Marion 896 Meter.
Isis elongata Esp. an mehreren Stationen.
Daneben noch zwei neue Typen, welche nicht näher cha-
rakterisirt und benannt sind.
Marion zählt nach den zoologischen Resultaten der Tiefsee-
untersuchungen des Travailleur aus dem Golf des Gascogne
sieben Arten von Actinarien auf, von denen sechs neu sind;
vgl. unten (Comptes rendus de l'Acad. des Sciences t. 94 pag. 458
bis 460. Actinaires atlantiques des draguages de l' Aviso le Travailleur).
Derselbe unterwirft auch die Alcyonarienfauna des Golfes
von Marseille einer näheren Untersuchung. (Compt. rend.
Bd. 94. No, 14. pag. 406—409.)
Es lassen sich im Golf von Marseille vier verschiedene
Tiefenzonen unterscheiden :
1. Zone littorale des prairies de Posidonia Caulini ä 20
Metres profond. mit Rhizoxenia rosea Ph. sp., Cla-
vularia crassa M. Edw. 2 — 3 Metres. — 110 Metres.
Cornularia cornu copiae n. sp.
2. Zone vaseuse et sablo - vaseuse en dehors des zosteres.
30 — 80 Metres. Alcyonium palmatum Pall.,
Veretillum cynomorium Pall., Ptereides gri-
seum Boh. var. brevispinosa et longispinosa,
Pennatula rubra EH., P. phosphorea L., Lep-
togorgia viminalis Pall., Gorgonia graminea
Lmk. selten, Sympodium coralloides Pall.
3. Zone des graviers, sables et des roches sous-
marines coralligenes 30 — 70 Metres. Gorgonia
graminea Lmk. häufig, verrucosa Pall., Mu-
ricea placomus L. selten, Corallium rubrum
Cost., Sympodium coralloides Pall., Paral-
cyonium elegans, Alcyonium palmatum var.
acaule Marion.
4. Sables vaseux du large de 100 ä 200 Metres.
Alcyonium palmatum, Ptereides griseum, Pen-
natula rubra, phosphorea, Varietät von Clavu-
laria crassa.
676 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
In American Journal o/ Science Vol. XXIII, Febr. 1882 pag.
135. berichtet Verrill über Resultate, welche eine zoologische
Untersuchung des Tiefgrundes an der Küste von New -England
ergeben hat. Es wurden in Tiefen von durchschnittlich unter
100 Faden Bolocera Tuediae, Urticina nodosa, Aca-
nella Normanni Verr., Anthomastus grandiflorus V.
meist in grosser Menge zusammen vorkommend angetroffen.
Ebenda VoL XXIII, March et Aprü 1882, pag. 222—316
giebt Verrill das Verzeichniss der Anthozoen, welche mit dem
Schleppnetz auf der ausserhalb der Südküste von New-England
liegenden Bank erlangt wurden. Es sind im Ganzen 30 Arten,
die meisten aus Tiefen von unter 100 Faden, bis 1040 Faden.
Darunter finden sich, wie das Verzeichniss pag. 315 und 316
ergiebt, viele Arten, die aus dem Eismeere und von der nor-
wegischen Küste bekannt waren, wie Pennatula aculeata
Kor. und Dan. mit zwei Varietäten rosea und alba 100 bis
487 Faden, borealis Sars 224 Faden, Balticina finmar-
chica Gray 160 — 238 Faden, Anthohelia grandiflora
Sars 255 Faden, Urticina crassicornis Ehr. 16 — 40 Fa-
den, Bolocera Tuediae 65 — 365 Faden, ferner Arten von
kosmopolitischer Tiefenverbreitung wie Bathyactis symme-
trica Fall 225—252 Faden.
Studer {Beiträge zur Meeresfauna West- Africas , Zoolog. An-
zeiger No, 114 — 115.) giebt ein Verzeichniss der während der
Reise der Gazelle an der Westküste Africas gesammelten Thiere
mit Angabe der Tiefenverbreitmig. Die hierbei aufgefundenen
Anthozoen wurden schon in einem frühern Berichte nach der
Schrift über die während der Reise der Gazelle gesammelten
Anthozoen angeführt.
Ridley beschreibt eine Anzahl Alcyonarien aus Mauritius
und Bengalen in Annais and Magazine of nat. hisi. vol. IX. n. 51
pag. 184 — 193, siehe den systematischen Theil, das Vorkommen
der sonst als rein westindisch bekannten Gattung Acis im
westlichen Theil des indischen Oceans zeigt nach demselben,
dass die beiden Oceane mit einander in Verbindung standen,
noch nachdem die Gattung sich von der Stammform abgelöst
hatte.
Naturgeschichte der Anthoaoeu im Jahre 1882. 677
Korallenriffe.
In einem Aufsatze über die Entstehung der Koralien-
riffe {Biologisches Centralblatt, 2. Band. 1882—1883. pag. 515 bis
529) erläutert Jordan die Theorien über die Entstehung der
Corallenriflfe, namentlich diejenigen Sempers über die Bildung
der Pal aus im Gegensatz zu den Theorien Darwins und
Danas. Die Arbeiten Murrays über diesen Gegenstand schei-
nen dem Verfasser unbekannt geblieben zu sein.
Den Ansichten Murrays und Reins gegen die Dar-
win'sehe Senkungshypothese schliesst sich Th. Studer an.
{„Ueber einige lüissenschaftliche Ergebnisse der Gazelle- Expedition."
Verhandlungen des ziveiten deutschen Geographentages 1882. Berlin,
pag. 15.) Die Tieflothungen der Gazelle am Rande von Co-
rallenriffen zeigten einen Steilabfall auf 30-50 Faden, dann
folgte ein sanfterer Abfall mit einer Neigung von 40—60° in
der Tongagruppe auf 900—1000 Faden.
Der Tiefgrund, aus welchem der Korallenabhang aufstieg,
war im indischen Ocean Globigerinenschlamm , in der Tonga
und Samoagruppe Foraminiferenschlamm, gemengt mit Bimstein-
splittern und Stücken bimsteinartiger Lava. Direkte Wirkungen
unterseeischer vulkanischer Thätigkeit im Meeresgrunde Hessen
sich im Tongaarchipel nachweisen, wo ein Schleppnetzzug
Skelette von Tiefseethieren heraufbrachte, die geschwärzt und
wie verkohlt waren. Daneben lagen Bimsteinknollen und
Splitter. Zur Erklärung des steilen Abfalls von Korallenriffe
nach der Tiefe braucht keine Senkungshypothese in Anspruch
genommen zu werden, ähnliche Steilabfälle finden sich auch
bei Inseln, die ausserhalb der Korallenzone liegen und in Ge-
birgen. Die Insel Neu - Amsterdam im indischen Ocean fällt
auf eine Entfernung von 254 m bis zu 812 Faden ab. Die
Balmfluh bei Solothurn fällt auf 800 m Tiefe mit 80** ab, ein
Abfall in der Tödi Windgällengruppe zeigt 75 ° auf 500 m.
Die Korallenriflfe und Inseln der Südsee liegen auf sub-
marinen Höhenrücken, welche wie ein System von langgestreck-
ten SO — NW streichenden Gebirgsketten erscheinen. Gegenüber
dem Fehlen von Beweisen zu Senkungserschoinungen im Gebiet
der Korallengebiete sind Hebungserscheinungen mannigfach zu
constatiren. Die Insel Dana ergab sich nach den Untersuchun-
gen des Ref. als ein auf 200' gehobenes Atoll. In Timor
678 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
wurde der junge Korallenkalk bis zu 480 m Höhe constatirt,
im Neubritta nnischen Archipel auf 400', im Tongaarchipel
auf 550'.
Henrich veröffentlicht in der Zeitschrift Humboldt, 1. Jahrg.
pag. 251 — 261. einen Aufsatz über Korallenbauten mit drei
Holzschnitten, hauptsächlich mit Anlehnung an Darwins Buch
über die Korallenriffe. Am Schlüsse folgt noch ein Vergleich
der recenten mit den der früheren Erdperiode angehörenden
Riffen. Eine Besprechung der Ansichten Reins gegen die
Darwinische Hypothese wird in Aussicht gestellt. Die Arbei-
ten Murrays sind nicht berücksichtigt.
Specielle Systematik.
Actiniaria.
Der 1882 erschienene sechste Band des grossen Werkes über die
zoologischen Resultate der Challenger Expedition bringt eine aus-
führliche Arbeit von R. Hertwig über die während der Reise gedredgten
Actinien {Report on the Actiniaria dredged hy H. M, S. Challenger
during the years 1873—76. 136 Seiten mit 14 Tafeln. 4°). Eine Mit-
theilung darüber von Hertwig erschien auch in Jena, Zeitschrift für
Naturw. 15. Bd. 4. Heft. Sitzungsher. pag. 10 — 18.
Die grosse Fülle von Material, zum Theil aus grossen Tiefen, gab
dem Verfasser Gelegenheit, uns mit einer ungeahnten Zahl von neuen
Formen bekannt zu machen, die mit gewohnter Meisterschaft anatomisch
und histologisch, unterstützt von trefflichen Abbildungen, dargestellt wer-
den, zugleich aber erhalten wir ein auf neue anatomische Grundlagen ge-
stelltes System dieser Thiergruppe, so dass dieses Werk künftig als Basis
für neuere Forschungen im Gebiet der Actinien betrachtet werden kann.
Die Einleitung pag. 1 — 19 enthält eine treffliche Uebersicht des
Baues der Actinien, worin der Verf. theils seine schon früher über diese
Gruppe gemachten Beobachtungen (s. Jahresber. 1876 — 79) wiedergiebt,
theils neue Gesichtspunkte, die durch das Challengermaterial erlangt wur-
den, darlegt. Namentlich werden dabei die systematisch verwendbaren
Merkmale schärfer hervorgehoben. Ref. kann nicht umhin auf den Inhalt
derselben etwas ausführlicher einzugehen.
Der Körper einer Actinie ist ein Hohlcylinder mit zwei Terminal-
flächen, der obem Mundscheibe oder Peristom und der untern Fuss-
scheibe. Die Wand des Cylinders bildet das Mauerblatt oder die
Wand. Die Tentakel auf der Mundscheibe sind marginale Rand-
tentakel, circumorale Mundtentakel oder intermediale Zwischententakel.
Die Randtentakel sind immer vorhanden, sie heissen Primaer-
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 679
tentakel, die circumoralen und intermedialen secundaere oder acces-
sorische Tentakel. Das Magenrohr, Oesophagus, hat eine untere
Oefftiung , die C a r d i a , und mündet in den Verdauungsraum Coden-
teron. Centralstomach heisst der Raum, in welchen die Cardia
unmittelbar führt.
Die histologischen Bestandtheile sind das bindegewebige Mesoderm,
überzogen von einer inneren und einer äusseren Zellschicht. Diese enthält
Stützzellen (supporting cells), Nesselzellen, Drüsenzellen mit glasig homo-
genem oder körnigem Inhalt, und Sinneszellen.
Mit Ausnahme der Drüsenzellen haben alle Zellen am peripheren
Ende Fortsätze, die Sinneszellen und wahrscheinlich die Nesselzellen feine
lange Tastborsten, die Stützzellen Cilienbündel oder ein Flagellum. End-
lich gehören zu diesen Schichten die Muskelzellen, Nervenzellen und Ge-
schlechtszellen.
Die Muskelfasern, flache oder spindelförmige Fibrillen, sind entweder
wahre Neuromuskelzellen , d. h. Epithelzellen, welche in eine Faser aus-
laufen oder Muskelzellen, die in einem tieferen Epitheliallager liegen und
deren peripheres Ende eine rückschreitende Metamorphose erlitten hat.
„Subepitheliale Muskelzellen." In beiden Fällen liegen die Fibrillen
zwischen der Epithellage und der mesodermalen Bindesubstanz und bilden
eine Muskellamelle. Die Muskellamelle verstärkt sich nicht durch Hinzu-
treten von neuen Muskellamellen, sondern durch Faltung der einfachen
Lage; diese Falten werden durch Mesodermfalten gestützt. Diese Meso-
dermfalten können sich schliesslich mit ihren peripheren Enden vereinigen,
so die Muskelfalte von ihrem Zusammenhang mit dei' Epithelschicht trennen,
Die so ganz von Mesoderm eingeschlossene Muskelsubstanz bildet dann die
Mesodermmuskel fasern. Bei Beschreibung der Muskeln muss daher
darauf geachtet werden, ob sie ectodermal, endodermal oder mesodermal
sind, ob die Muskelplatte in den beiden ersten Fällen eine platte Lamelle
darstellt oder gefaltet ist.
Nervenfasern und Ganglien bilden überall Lager an der Basis der
Epitelzellen. Sehr dünn ist ihre Lage im Ectoderm der Fussscheibe und
in der Körperwand, mächtig dagegen im Ectoderm der Tentakel, der
Mundscheibe und des Oesophagus. Seltener sind nervöse Elemente im
Endoderm, deutliche Stränge sind nur in den Mesenterialfilamenten und
den Acontia wahrzunehmen. Sie liegen immer oberhalb der Muskelschicht.
Was die Structur der einzelnen Abschnitte des Körpers betrifft, so zeigt
die Fussscheibe ein schwach entwickeltes Endodermmuskellager aus ring-
förmig angeordneten Fasern. Im Centrum der Scheibe können ein bis
mehrere Oeffnungen vorkommen, aber nur bei Arten, bei welchen die
Körperwand ohne scharfen Rand in die Fussscheibe übergeht.
Die Körperwand enthält meist ein endodermales Muskellager von
Ringfasern, die eine flache oder wenig gefaltete Lamelle bilden. Nach
oben zu unter dem obem Rand verstärken sich diese und bilden den
680 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
Sphincter, welcher die Wand über die Mundscheibe und die Ten-
takel zusammenschnüren kann. Ein zweiter Sphincter kommt etwas
tiefer vor.
Der Sphincter fehlt selten (Corallimorphus) , sonst ist er diffus,
wenn er durch wiederholte Faltung der Muskellamelle zu Stande kommt
und weder nach oben, noch nach unten scharf begrenzt ist. Auf Quer-
schnitten ist er dann an der einfachen Verdickung der Wand kenntlich.
Umschrieben (circumscribed) ist der Sphincter, wenn er nach beiden
Seiten scharf begrenzt ist. Ein Muskelwulst ragt dann über die innere
Oberfläche der Wand hervor, mit der er nur durch ein schmales Band
zusammenhängt. Endlich kann der Sphincter ganz in der Mesoderm-
substanz liegen, die dadurch um das doppelte oder dreifache verdickt wird.
Mesodermaler Sphincter. H. spricht von starkem Sphincter, wenn
derselbe sich über der ganzen Mundscheibe und den Tentakeln zusammen-
schnüren kann, von schwachem, wenn dieses nur theilweise oder unvoll-
kommen geschehen kann. Dieser Ausdruck tritt an die Stelle des sonst
gebräuchlichen „Tentakel retractil oder nicht". Ausser diesen Eigenthüm-
lichkeiten ist noch zu achten auf die Art der Faltung des endodermalen
Ringmuskels, beim Mesodermalmuskel auf die Beschaffenheit und Grup-
pirung der Muskelbündel.
In der Körperwand kommen zuweilen auch ectodermale Längsmuskeln
vor. Die Randsäckchen (Marginal spherules Hertw. bourses
marginales) sind Ausstülpungen der Körperwand, wie die Tentakel
solche der Mundscheibe, das Ectoderm derselben ist reich an Nemato-
cysten. Dies Vorkommen von Papillen , die in einer localen Wucherung
der Stützlamelle bestehen, ist systematisch von ganz untergeordneter Be-
deutung. Die meisten Actinien haben eine glatte Oberfläche, auf der
Schleim secemirt wird, wenn das Thier gereizt wird. Daneben kann aber
auch ein äusseres Integument auftreten. Bei Cerianthus stellt dasselbe
eine abstreifbare Hülle von Schleim dar, in der Fremdkörper und Nema-
tocysten eingebettet sind; bei Andern bildet sich eine rindenartige Haut
als Cuticularbildung , die sog. Epidermis, dieselbe kann eine dünne Mem-
bran darstellen , oder eine derbe geschichtete Masse , wie die Cuticula der
Würmer. Längsfurchen der Wand entsprechen den Septa. Cinclides
sind OefFnungen, durch welche die Acontia treten, oft aber treten die
Acontia auch durch Spalten der Wand, ohne dass vorgebildete Poren zu
erkennen sind.
Die Mundscheibe hat radiäre ectodermale und ringförmig angeordnete
endodermale Muskelfasern, welch letztere unmittelbar in die der Wand
übergehen. Die ectodermalen Fasern liegen entweder unter dem Epithel
oder ganz oder theilweise im Mesoderm. Die Faserplatte ist platt oder
gefaltet. Die Tentakel sind Ausstülpungen der Mundscheibe, ihre endo-
dermalen Ringfasem verhalten sich einfach, die ectodermalen Längsfasern
zeigen mannigfache Variationen. Häufig zeigt die Spitze des Tentakels
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. ßgl
eine Oeffnung. Die Form ist geknöpft, keulenförmig, verzweigt, conisch etc.
Dabei muss ihre Länge und Anordnung berücksichtigt werden.
Bei gewissen Formen, namentlich solchen aus der Tiefsee, erleiden
die Tentakel eine regressive Metamorphose, die so weit gehen kann, dass
am Ende nur noch die Terminalöffnung, als von wulstigen Lippen be-
grenzte Spalte , übrig bleibt. Den Beginn dieser Rückbildung repräsentirt
Polysiphonia tuherosa und Sicyonis crassa, das vorgerückteste Stadium
Polyopis striata und Polystomidium pate7is.
Die Mundöffnung ist nur ausnahmsweise rund, in den meisten Fällen
stellt sie eine Längsspalte dar, welche bei allen Anthozoen in derselben
Richtung liegt. Der Bau derselben wird dadurch biradial symmetrisch.
Wir können danach eine Sagittalaxe unterscheiden, welche in der
Längsrichtung der Mundspalte verläuft und eine Transversalaxe,
welche senkrecht darauf gerichtet ist. Der Oesophagus ist ein in der
transversalen Axe abgeflachter -Sack , der nach oben und unten geöffnet
ist, mit endodermalen Ring- und ausnahmsweise ectodermalen Längsfasern.
Nur in zwei Fällen wurden in seiner Wand Oeffnungen beobachtet, welche
in die Visceralkammern führen. Bei den typischen Actinien setzt sich
das untere Ende des Rohrs in zwei Zipfel fort, welche in die sagittale
Axe unter die Mundecken fallen. Die innere Wand des Oesophagus zeigt
regelmässige Längsfurchen, von denen zwei, welche den Mundwinkeln ent-
sprechen, bis in die Zipfel führen. Sie stellen Halbcanäle dar, welche
auch dann offen bleiben, wenn die Wände des Oesophagealrohres anein-
ander gepresst werden. Eine Ausnahme von dieser Regel bieten die
Zoanthinen und die Ilyanthiden, bei den ersteren kommt nur eine
Oesophagealgrube zu, den letzteren fehlen beide.
Die Septa sind Stützlamellen aus Bindesubstanz, an beiden Seiten
mit Endodermepithel überzogen. Muskellagen finden sich an beiden
Flächen. Im einfachsten Falle {Corallimorphus) sind die Fasern einer
Seite Längsfasem, an der andern Seite transversal verlaufende Fasern, die
in beiden Fällen eine flache Platte bilden. Die ersteren entspringen von
der Fussscheibe und den unteren Theilen der Körperwand und convergiren
nach dem Oesophagus und dem Centrum der Mundscheibe, die letzteren
entspringen von der ganzen Länge der Wand und inseriren sich an Oeso-
phagus und Mundscheibe. Bei der Mehrzahl der Actinien besteht der
Längsmuskel aus locahsirten, reich entwickelten Muskelfasern, die einen
aus einer gefältelten Platte bestehenden Muskel darstellen, der in wech-
selnder Ausdehnung über die Oberfläche des Septums hervorragt. Ein
zweiter, schwächerer Strang verläuft nahe der Körperwand am Ursprung
der Septen.
Von dem Transversalmuskel differenzirt sich ein Parietobasilarmuskel,
der im Winkel zwischen Fussscheibe und der Wand liegt, in die er mit
halbmondförmigem Rande ragt. Ausserdem ist der Transversalmuskel im
obern Drittheile des Körpers stark entwickelt.
682 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
Die Septa treten immer in Paaren auf, bei denen die einander zu-
gewandten Seiten gleich verlaufende Muskelbündel zeigen. In der Regel
sind es die Seiten mit longitudinalen Streifen, welche einander zugekehrt
sind, nur in zwei Paaren die mit Transversalen. Diese letzteren beiden
Paare stehen einander gegenüber und entsprechen in ihrer Lage den
Oesophagealgruben. Sie heissen Richtungssepten; sie entstehen mit
vier andern zu beiden Seiten von den Richtungssepten angeordneten Paaren
zuerst. Diese sechs Paare werden als Hauptsepten von den später ent-
stehenden accessorischen Septen unterschiedin. In einigen Fällen
(Sargatia, Phellia) sind die Hauptsepten daran zu erkennen, dass sie
allein in Verbindung mit dem Oesophagus treten, bei anderen geschieht
dieses auch bei den accessorischen Septen. Bei einer Actinie mit den
ersten sechs Septenpaaren ist der Raum um den Oesophagus in zwölf
Kammern abgetheilt, von denen sechs innerhalb der Paare, sechs zwischen
je zwei benachbarten Paaren liegen. Die ersten sind die intraseptalen
oder inneren Räume, die letzteren die interseptalen oder Zwischen-
räume (Interspaces). Während die intraseptalen Räume beim Weiterwachs-
thum unverändert bleiben, wachsen die interseptalen und in ihnen entwickeln
sich die accessorischen Septen paarweise und zwar in der Weise, dass in
einem Interseptalraum ein Septalpaar zweiter Ordnung auftritt, das
jeden Interseptalraum in drei Theile trennt, von denen der mittlere einen
Intraseptalraum zweiter Ordnung , die seitlichen je einen Interseptalraum
zweiter Ordnung herstellen. Dann folgen zwölf Septenpaare der dritten
Ordnung in den Räumen zwischen den primären und den sekundären
Septen, in den neugebildeten Interseptalräumen 24 Septenpaare der vierten
Ordnung u. s. f. In der Regel nehmen die Septen von den älteren zu
den jüngeren an Grösse ab. Unvollkommene (imperfekte) Septa sind
solche , welche nicht den Oesophagus erreichen , vollkommene (perfekte)
solche, welche sich an den Oesophagus anheften.
Auf jedem Intraseptalraum sitzt in der Regel nur ein Randtentakel,
während auf den Interseptalräumen häufig mehrere stehen, was sich dar-
aus erklärt, dass bei dem in den Interseptalräumen stattfindenden Wachs-
thum und Neubildung von Kammern die Tentakel vor den Septen entstehen.
Wie bei den Septen kann man bei den Tentakeln nach dem Alter solche
erster, zweiter und dritter Ordnung unterscheiden. Sind grössere Mengen
von Randtentakeln vorhanden, so bilden sie mehrere Reihen, von denen
idie innerste den ältesten, die äusserste den jüngsten entspricht, die des
nnersten Kreises sind in der Regel die grÖssten. Bei regelmässigem
Wachsthum der Actinie sind die Tentakel in einem Kreise in einem
Multiplum von sechs vorhanden, doch giebt es Ausnahmen. Die secun-
dären Tentakel, die bei den Corallimorphidae vorkommen, liegen zwischen
Mund und Scheibenrand und stehen nur auf den intraseptalen Kammern,
ihre Grösse steht im Verhältniss zum Alter der Kammer.
Die Septa enthalten auch die Geschlechtszellen. Diese liegen zur
Naturgeschichte der Anihozoen im Jahre 1882. 683
Zeit der Reife in der Stützlamelle des Septums und bilden dort Follikel
von Eiern oder von Spermatozoen oder von beiden zugleich. Die jüngsten
Eier aber liegen im Endodermepithel, welches das eigentliche Keimlager
darstellt und rücken erst nachher in die Stützlamelle. Selbst ältere Eier
sind noch mit dem Epithel durch einen konischen Protoplasmastrang ver-
bunden oder durch ein Bündel von Epithelzellen, deren Basis mit einem
Fortsatz des Eies, der die Stützmembran durchzieht, verbunden ist.
Die Mesenterialfilamente nehmen den freien Rand der Septa ein vom
Oesophagus bis gegen das untere Ende des Septums. Sie werden von der
Stützlamelle gebildet, die sich am freien Rande in ein mittleres und zwei
seitliche Blätter spaltet. Das mittlere ist mit einem grösstentheils aus
Drüsenzellen gebildeten Epithel bedeckt, an dessen Basis ein Nervenstrang
verläuft. Die seitlichen Blätter sind mit einer Wimperzellenschicht be-
kleidet, sie folgen dem mittleren Blatt nicht bis an das untere Ende.
Die Acontien sind lange, im Querschnitt nierenförmige Filamente,
die vom Septum in kleiner Entfernung vom unteren Ende der Mesen-
terialfilamente entspringen und entweder durch eigene Oeffnungen, der
Wand (Acontia), oder durch neu entstehende Lücken nach aussen getrie-
ben werden können. Sie enthalten ein axiales Band von Bindegewebe und
ein Epithelium, das vorwiegend aus Nematocysten besteht. Unter dem
Epithel liegen zunächst Nerven, dann Muskelfasern. Endlich kommen
noch in den Septa specielle Oeffnungen (Stomata) vor, welche die
Gastralkammern untereinander verbinden.
Sie finden sich an der Stelle, wo die Septa den Rand des Mundes
berühren und bilden so eine Art Peristomialcanal, der obere Rand wird
von der Membran der Mundscheibe, die andern Ränder vom Septum ge-
bildet. Daneben kommen noch andere Septalstomata vor, welche dicht
an der Körperwand, ungefähr an der Grenze des ersten und zweiten
Körperdrittels liegen. Nicht bei allen sechsstrahligen Polypen sind die
anatomischen Verhältnisse so regelmässig, es finden sich Variationen von
dem angegebenen Schema, die sich in fünf Kategorieen theilen lassen.
1. Actinien mit zwei Paaren von Richtungssepten, bei welchen die anderen
Septa zwar paarweise angeordnet sind, bei welchen aber für die An-
ordnung der Septen nicht Sechs die Grundzahl darstellt (Sicyonis
crassa mit 64 Septalpaaren, Polyopis striata mit 16).
2. Actinien mit zwei Paaren von Richtungssepten, bei denen aber die
anderen Septen nicht paarweise angeordnet sind (Edwards ia).
3. Die Septa sind paarweise angeordnet, dagegen fehlt ein Paar von
Richtungssepten {Scytophorus striatus).
4. Nur eine Oesophagealgrube ist vorhanden; an den entsprechenden
Septen, die man als Richtungssepten bezeichnen könnte, ist es nicht
möglich die typische Anordnung der Muskeln nachzuweisen, sie haben
an beiden Seiten eine dünne Lage von transversalen Muskelfasern
(Cerianthus).
ß84 Th. Studer; Jahresbericht über die Leistungen in der
5. Die Septa sind paarig, aber zum Theil nur rudimentär entwickelt
(Zoanthidae).
Nachdem der Verfasser die bisher bestehende Systematik der Ac-
tinien von Ehrenberg, Milne Edwards und Gosse einer Kritik
unterzogen hat, worin auf die ungenügende anatomische Grundlage, auf
welcher sie basirt sind, hingewiesen wird, schlägt der Verfasser eine neue
Eintheilung in sechs Tribus vor, welche hauptsächlich auf die Struktur
und Anordnung der Septa begründet wird. In Bezug auf die Familien
folgt der Verf. hauptsächlich Gosse, aber mit präciserer, hauptsächlich
anatomischer Charakteristik. Einige Familien, wie die Sagartidae,
werden neu charakterisirt. Im speciellen Theile, Systematik, Poly-
actinia, pag. 20 — 134, werden nun 37 von Challenger gesammelte
Arten angeführt, die sich auf 29 Gattungen, von denen 13 neue auf-
gestellt werden, vertheilen.
Jede Art wird auch anatomisch, soweit es das conservirte Material
gestattet, beschrieben. Die Arten werden nach dem Grade ihrer Organi-
sation in aufsteigender Reihenfolge angeführt. Als Kriterium für den
Grad der Organisation sind folgende Principien massgebend: die Art
steht um so tiefer, 1. je gleichförmiger die einzelnen Theile ihres Körpers
ausgebildet sind, 2. je geringer die histologische Differenzirung ist. Es
folgt hier die Aufzählung der beschriebenen Arten nach Tribus, Familien
und Gattungen mit ihrer Charakterisirung.
A. Actiniaria s. Malacodermata.
Tribus I. Hexactiniae.
Actiniaria with paired septa. The Septa of each pair are
usually provided with transverse muscular fibres on those faces
which are turned from one another and longitudinal muscular
fibres on those faces which are turned towards one another,
with the exception of two pairs of directive septa, which are
placed opposite one another and have longitudinal muscles on
the faces turned from one another, and transverse muscles on
the faces turned towards one another. The number of the
pairs of Septa is at least six, usually more, and then increa-
sing in multiples of six. Mouth fissure - shaped ; Oesophagus
with two oesophageal grooves and two oesophageal lappets.
Familie CoraUimorphidae li. Hertwig.
Hexamerons Actiniae with a double Corona of tentacles,
a Corona of marginal principal tentacles and a Corona of inter-
mediate accessory tentacles. Septa slightly diflerentiated , all
furnished with reproductive organs. Muscular system weak
in all parts of the body. No circular muscle.
Corallimorphus Moseley.' Marginal and inter-
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 685
mediate tentacles knobbed and distinguished from one another
by their size. The largest tentacles correspond to the first
cycle of septa, the smallest to the last cycle of septa and to
the interseptal spaces; no terminal tentacle openings (Neue
Diagnose).
C. rigidus Moseley. 46° S. 45° 0. 1375 fd. 53° S.
108° 0. 1950 fd. 4° S. 129° 0. 1425 fd.
C. profundus Moseley. 39° 4* S. 105° 5' W. 2025 fd.
33° 42' S. 78° 18' W. 1375 fd.
Familie Antheomorphidae Hertw.
Hexactiniae with slightly developed muscular System, and
long, slightly contractile tentacles, without any circular muscles
(tentacles non retractile); reproductive organs present on all
the septa ; numerous complete Septa ; accessory tentacles wanting.
Äntheomorphe n. g. Antheomorphidae with a corona of
tentacles placed in a Single row; tentacles of different sizes
decreasing according to the orders; wall smooth.
A. elegans n. sp. B. 35° 22' N. L. 169° 93' 0. 2900 fd.
Familie Antheadae Gosse.
Hexactiniae with long marginal tentacles and slightly
developed endodermal circular muscle (so that the oral disk
cannot be covered at all or only incompletely) ; numerous septa,
reaching for the most part up to the Oesophagus, distinguished
only by their size, and all (?) furnished with reproductive
Organs (Neue Diagnose).
Comactis Milne Edw. Antheadae with smooth body
surface, with marginal spherules, which lie on a fold running
outside the corona of tentacles.
C. flagellifera M. Edw. Simons Bay. Cape of good
Hope 25 fd.
Familie Tealidae Hertw.
Hexactiniae with numerous perfect Septa, and very con-
tractile, moderately long or short tentacles, which can be com-
pletely covered. Circular muscle very strong , endodermal,
projecting as a thick swelling in to the gastric cavity.
Tealia Gosse. Wall covered with numerous, irregu-
larly scattered warts ; body broader than high, tentacles numerous,
retractile, all of equal size.
T. bimodiformis n sp. Tristan da Cunha.
Leiotealia Hertwig. Tealidae with smooth body surface,
without warts and without spherules, but with longitudinal
furrows corresponding to the insertions of the septa; tentacles
of equal size, arranged in several rows.
L. nymphaea Drayton. Kerguelen. 120 Faden.
686 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
Familie Paractidae Hertw.
Hexactiniae, with numerous perfect septa, and with very
contractile, moderately long tentacles, which can be completely,
covered; circular muscle very strong, mesodermal.
Par actis Milne Edw. Smooth body surface, without
papillae and without marginal spherules; tentacles nearly equal
in length and in strength; numerous longitudinal furrows in
the wall.
P. ezcavata n. sp. B. 33° 42' S. Lg. 78° 18' W. 1375 fd.
Dysactis Milne Edw. Smooth body surface, without,
papillae, and without marginal spherules; tentacles very unequal
in size, the inner essentially larger than the outer, completely
retractile.
D. crassieornis n. sp. B. 53° 38' S. L. 70° 56' W.
10—15 fd. und B. 52° 20' S. L. 68° W. 55 fd.
D. rhodora Couth. B. 52° 20' S. L. 68° W. 55 fd.
Tealidium Hertw. Tentacles placed in several rows and of
uniform size in the same row, and having the wall covered
with fine papillae.
T. cingulatum n. sp. B, 50° l' S. L. 123° 4' 0. 1800 fd.
Antholoba Hertw. (Metridium M. Edw. ex parte.) Innume-
rable small tentacles, which lie on a swollen thickening of the
margin of the disk; margin of the disk lobed as in Metri-
dium.
A. reticulata Couthouy. B. 52° 20' S. L. 68° W. 55 fd.
Ophiodiscus n. g. Paractidae with a Single Corona of
long tentacles which project at the margin of the wall and
oral disk und are only furnished with muscles on the upper
side; wall smooth, with longitudinal furrows, indicating the
insertions of the septa, septa differentiated into muscular septa
and reproductive septa. The animals do not appear to draw
the oral disk over the mouth though a mesodermal muscle is
present.
0. annulatus n. sp. B. 33° 31' S. L. 74° 43' W. 2160 fd.
0. sulcatus n. sp. B. 33° 42' S. L. 78° 18' W. 1375 fd.
Familie Lipomenidae Hertw,
Hexactiniae with numerous perfect Septa and with mar-
ginal tentacles transformed by retrograde formation into short
tubes or into stomidia.
Polysyphonia n. g. Tentacles transformed by retrograde
formation into short tubes with wide terminal mouths ; circular
muscle mesodermal, slightly developed.
F. tuherosa n. sp. B. 34° 7' N. L. 138° 0. 565 fd.
Polystomidium n. g. Longitudinal furrows and marginal
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 687
spherules on the wall; tentacles transformed by retrograde for-
mation into stomidia; circular muscle endodermal.
P. j^atens n. sp. B. 38° 6' S. L. 88° 2' W. 1825 fd-
Familie Sagartidae Gosse (Sagartinae = Phellinae
Verrill).
Hexactiniae with acontia, a strong mesodermal circular
muscle and numerous very contractile tentacles; the principal
septa, or septa of the first order, only are perfect and at the
same time sterile; all the remaining septa are imperfect.
Sagartia Gosse pro parte. Verrill. Smooth wall and
numerous powerfull tentacles, arranged in several rows; with
circular oral disk; without anatomically perceptible cinclides.
S. sp.? B. 4° 33' S. L. 129° 58' 0. 360 Faden.
Calliactis Verr. Smooth wall and numerous tentacles,
with distinct cinclides which pierce the wall not far from the
base in one ar several transverse rows.
C. polypus Forsk. B. 11° 37' N. L. 123° 32' 0.
18 Faden. Cap Verden.
Cereus Oken. Numerous tentacles and circular oral
disk, without cinclides which can be anatomically demonstrated ;
wall rough, and covered with knobs.
C. spinosus n. sp. B. 53° 55' S. L. 108° 35* O. 1950 fd.
B. 34° 37' N. L. 140° 32' 0. 1875 fd.
Phellia Gosse. With rough cuticular sheath, which
is firmly attached to the epithelium and leaves the upper part
of the wall free; the latter is smooth and becomes inverted
during contraction; cinclides not demonstrable anatomically;
tentacles small and few in number.
Ph. pectinata n. sp. B. 49° 24' S. L. 74° 23' W. 147 fd.
Bunodes Gosse. With numerous papillae on the wall,
which are placed in regulär longitudinal rows, corresponding
to the interseptal Spaces.
B. minuta n. sp. B. 46° 16' S, L. 48° 27' 0. 1600 fd.
Familie Amphianthidae Herhvig.
Hexactiniae, which are attached to the axial skeletons of Gor-
gonidae with shortened sagittal and elongated transverse axis;
Transverse axis lying parallel to the axial skeleton of the
Gorgonia; circular muscle mesodermal; the principal septa
only perfect and sterile.
Dahin gehört unter Anderem Actinia S. Catharinae
und Gephyra Dohrnii.
Stephanactis n. g. With firm wall, divided by a circular
swelling into an upper and a lower section ; tentacles numerous,
arranged in several rows, decreasing in size from within outwards.
Arch. f. Naturgesch. IL. Jahrg. 2. Bd. UU
688 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
S. tuberculata n. sp. B. 35° ll' N. L. 139° 28' 0. 345 fd.
S. ahyssicola (Actinia abyssicola Moseley) B. 40°
17' N. L. 66° 48' W. 1350 fd.
Amphianthiis n. g. With a firm wall, which is covered
with fine papillae but not divided into t\vo sections by a circular
swelling.
A. hathyhiu7n. B. 35° 41' N. L. 157° 42' 0. 2300 fd.
Familie Ilyanthidae Gosse pro parte.
Hexactiniae having the aboral end of the body rounded;
without pedal disk.
Halcampa Gosse. With elongated, vermiform body;
without sharply defined circular muscle; the posterior end may
be distended into a vesicle; oesophageal grooves indistinct or
wanting.
H. clavus Quoy. Gain. Kerguelen, Betsy Cove, Christ-
mas harbour.
Tribe IL Paractiniae.
Actiniaria with septa united in pairs. Septa of each pair
fumished with transverse muscular fibres on the sides tumed
from one another and with longitudinal muscular fibres on the
sides tumed towards one another, excepting the two pairs of
directive septa, which are opposite one another and have longi-
tudinal muscles on the sides turned from one another, and
transverse septa on the sides turned towards one another.
Number of the septa not determined by the number six.
Mouth fissure shaped, Oesophagus with two oesophageal groo-
ves and two oesophageal lappets.
Familie Sicyonidae.
Sessile Paractiniae with tetramerous arrangement of the
septa; circular muscle mesodermal; tentacles transformed by
retrograde metamorphosis into small knob like stumps.
Sicyonis n. g. With discoid, flattened bodv, smooth wall
and altemating reproductive septa and muscular septa.
S. crassa. B. 46° 16' S. L. 48° 27' 0. 1600 fd.
Familie Polyopidae Heriw.
Paractiniae without pedal disk, posterior end of the body
round and saccular, with aboral opening (?); tentacles trans-
formed into stomidia by retrograde metamorphosis.
Polyopie n. g. With smooth wall, the surface having
longitudinal furrows indicating the position of the septa, cir-
cular muscle wanting.
P. striata, B. 33° 31' S. L. 74° 43' W. 2160 fd.
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. (389
Tribe III. Monauleae.
Actiniaria with paired septa, but with only one pair of
directive septa.
Familie Monaulidae Hertw.
Scytophorus n. g. Sessile Monaulidae with seven pairs of
septa and fourteen longitudinal furrows on the wall; the wall
covered with a tough cuticle; no circular muscle; tentacles
fourteen in number, of medium size, arranged in a Single circle.
Sc. striatus n. sp. B. 52° 4' S. L. 71° 22' 0. 150 fd.
Tribe IV. Edwardsiae.
Actiniaria with eight septa; among which are two pairs of
directive septa, whilst the remaining four septa are not paired;
all the septa fumished with reproductive organs; tentacles
simple, usually more numerous than the septa.
Hertwig bestätigt bei Besprechung dieses Tribus die
Beobachtungen Andres (s. vorig. Jahresber.) über Edwardsia
Claparedii, widerspricht aber der Ansicht, dass die Edwardsien
zu den skelettbildenden Tetracorallia im selben Verhältnisse
stehen, wie die Actinien zu den skelettbildenden Hexacorallia,
eher möchte er Formen, wie die Sicyonis crassa in Ver-
bindung mit den Rugosen bringen, welch letztere wahrschein-
lich auch paarige Septa hatten.
Tribe V. Zoantheae.
Actiniaria with numerous septa of two different kinds,
smaller, imperfect, sterile microsepta, and larger perfect macro-
septa fumished with reproductive organs and mesenteric filaments ;
the two kinds usually placed alternately, so that each pair is
composed of a larger and a smaller septum; two pairs of
directive septa at the ends of the sagittal axis, one pair con-
talning only macrosepta, the other microsepta; only one oeso-
phageal groove, corresponding to the larger directive septa;
animals usually forming colonies, wall usually traversed by
endodermal canals, and having the outside encrusted with
foreign bodies.
Familie Zoanthidae.
Zoantheae forming colonies; the individuals of a colonie
connected with one another by endodermal canals, which run
out from the gastric space at the lower end of each polyp.
Zoanthus Cuv. pro parte. Verrill.
Z. sp.? Bermuda.
Epizoanthus Gray.
690 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
E. parasiticus Verrill. B. 34° 7' N. L. 138° O' 0.
565 fd.
Familie Sphenopidae.
Solitary Zoanthidae with the posterior end of the body
roanded.
Sphenopus Steenstr.
Sph. arenaceus n. sp. Cap York.
Tribe VI. Ceriantheae.
Actiniaria with numerous unpaired septa and a Single
ventral oesophageal groove; the septa are longest on the ven-
tral side and gradually diminish towards the dorsal aspect
the two septa attached to the bottom of the oesophageal groove
are remarkably small, and are distinguished in this way from
the other ventral septa.
Familie Cerianthidae.
Ceriantheae with a double Corona of tentacles, marginal
principal tentacles and circumoral accessory tentacles, posterior
end of the body rounded, without sphincter.
Cerianthus Delle Chiaje.
C. americanus Verrill. B. 35°2'S. L. 55°15' W. 13 fd.
In einem Appendix folgt noch die Beschreibung einer in ihrer
Stellung zweifelhaften Gattung.
Porponia n. g. Actiniaria (Hexactiniae ?) with two oeso-
phageal grooves, without circular muscle, with thin-walled
tentacles, the bases of which are supported on the outer side
by clasp-like Prolongation of the wall.
P. elongata. B. 42° 42* S. L. 134" lO' 0. 2600 fd.
P. robusta, B. 34° 37' N. L. 140° 32' 0. 1875 fd.
Zum Schlüsse folgen noch einige wichtige Bemerkungen über die
Tiefenverbreitung der Actinien.
Im Allgemeinen nehmen die Actinien mit steigender Tiefe an Zahl
ab, unter 2900 Faden wurden keine mehr beobachtet; je grösser die Tiefe
ist, unter welcher sie vorkommen, um so mehr weichen ihre Formen von
denen der Küstenregionen ab. Es lassen sich zwei Regionen , eine von
10 — 500 Faden imd eine von 500 — 2900 Faden unterscheiden. In der
ersten Region fanden sich im Ganzen 13 Arten, vertheilt auf 12 genera,
davon sind fünf Arten und zwei Gattungen [Sct/topkonis und Stephanactis)
neu. Die zweite Region lieferte 22 Arten mit 17 Gattungen, von denen
20 Arten und 1 1 . Gattungen neu sind. Beiden Regionen gemeinsam sind
PheUia und Stephanactis. Individuen einer Art leben mitunter in grossen
Mengen beisammen; so brachte das Netz aus einer Station in B. 34° N.
und 188° 0. aus 565 Faden 20 Exemplare von Polysyphonia tuherosa und
zwei Colonien vo Epizoanthus parasiticus. Am tiefsten fanden sich Por-
Naturgeschichte der Anthoioen im Jahre 1882. (591
ponia elongata in 2600 Faden, Antheomorphe elegans in 2900 Faden,
Polyopisy Tealidium, Paractis tuhulifera in über 2000 Faden.
Das Leben in der Tiefe scheint den Bau der Actinien insofern zu
beeinflussen, als die Tentakel einer allmählichen Reduction anheimfallen,
die schliesslich dahin führt, dass dieselben nur noch, wie bei Liponema,
durch radial gestellte Oeffnungen in der Mundscheibe repräsentirt sind.
Wo die Tentakel erhalten sind, wie bei Paractis tuhulifera , zeigen sie an
der Spitze weite Stomata. Viele Tiefseeformen mit reducirten Tentakeln
zeigen Verwandtschaft mit Tentakel tragenden Küstenforraen.
Marion beschreibt folgende neue Actinarien aus dem Golf der
Gascogne in der Comptes rendus de l'Acad. Bd. 94 S. 458 — 460:
Chitonactis Richardi n. sp.
Gephyra Dohmii Haeckel var. Gasconica.
Edivardsia scahra und rigida n. n. sp. sp., beide aus einer Tiefe von
1109 Meter.
Palythoa glomerata und Eupaguri n. n. sp. sp.
Verrill beschreibt im Am. Journ. of Science vol. XXIII March
u. Apr. 1882 S. 222—316 folgende neue Arten aus Neu -England: Ur-
ticina longicornis 120 — 325 fd., U. perdix 61 — 115 fd., U. callosa
120 — 335 fd., U. consors 160 — 458 fd., Actinernus saginatus 458 fd.,
Adamsia sociahilis 86 — 300 fd.
Derselbe beschreibt ebenda Febr. 1882 S. 137 als neue Form
Epizoanthus paguriphilus. Diese Koralle findet sich immer commensual
mit einem Paguriden, Parapagurus pilosimanus Smith, dessen Rücken ihre
Colonie ganz überzieht. UrsprüngUch heftet sie sich auf einer von dem
Paguriden bewohnten Schneckenschale fest, resorbirt aber mit der Zeit
das Kalkgehäuse vollständig und bildet dann allein das Gehäuse für
den Krebs.
Madreporaria.
Duncan, On some recent Corals from Madeira. Proceed.
zool. Soc. 1882. p. 1. pag. 213—221 mit einer Tafel.
Duncan beschreibt eine Sammlung von Korallen, welche von Johnson
bei Madeira in wenig Faden Tiefe gedregt wurden.
Von Caryophyllia cyathus Lam. fanden sich junge Exemplare,
die zeigen, dass die junge Kgralle mit nur drei Cyclen noch keine Pali
besitzt, diese treten erst vor den Septen des zweiten, dann des dritten
Cyclus auf, wenn der vierte und fünfte Cyclus sich gebildet hat. Zuletzt
bilden sich 18 Pali.
Für eine eigenthümliche Caryophyllia mit Endothek, C. endo-
ihecata n. sp., wird die Unterabtheilung der Caryophylliae endothe-
catae gebildet. Dieselbe zeigt ein Endothek, dessen Rand etwas eingebogen
erscheint, es bedeckt einige Pali und verschliesst einige Interseptalkammem.
Zwischen den Septa kommen Dissepimente vor.
692 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
Von neuen Species werden femer beschrieben: Ceratotrockus John-
stoni n. sp. aus der Bai von Funchal 30 Faden und Balanophyllia hrevis n. sp.
Im ganzen wurden folgende Species erlangt:
Caryophyllia cyathus Lam. Madracis asperulaEdw.Haime.
* clavus Scach. Amphihelia oculata L.
9 endothecata n. sp. * ramea var. Sars.
Paracyathus striatus Phil. Cladocora debilis Edw. Haime.
Ceratotrochus johnstoni n. sp. Balanophyllia brevis sp. n.
Eine separate Bearbeitung der Caryophyllia endothecata wird
in Aussicht gestellt.
lieber eine neue Species von einer Einzelkoralle berichtet Moseley
in Proceed. zool. soc. of London 1880. prU J. pag. 41 mit Holzschnitt.
Desmophyllum lamproticum sp. n. gehört mit D. crista
Galli zu denjenigen Arten der Gattung, welche eine vollkommen glatte
Oberfläche haben, daher während des Lebens wahrscheinlich von lebendem
Gewebe bedeckt waren, nie mit Wurzelausläufern versehen sind und deren
Kelch zart und gerade ist. M. möchte für diese Charaktere die Auf-
stellung einer besonderen Gattung befürworten.
Der Fundort der neuen Art ist unbekannt, der nächste Verwandte
D. Cailleti Duch. Mich, von West - Indien.
In Ann. and May. of Natural History 5. Ser. No. 50. 1882. pag.
11 — 78. beschreibt Bryce Whright (On some new Species of Corals)
einige neue Korallen aus der von Lady Brassey während ihrer Welt-
umseglung gemachten Sammlung, mit zwei Tafeln.
Brasseyia n. g. (Eupsammidae). Die Gattungsdiagnose ist in
der Speciesbeschreibung einbegriffen.
Corallum isolated, simple, erect, placed on the summit of a massive
Regulär - shaped block, the coemenchyma being confluent between the
corallites and over the entire mass, which has grown upon a decomposed
trap-rock. Die Septa sind nicht zahlreich und coalesciren nicht, Colu-
mella schwach entwickelt.
B. radians n, sp. Südsee.
Die Abbildung erinnert sehr an Coenopsammia.
Balanophyllia Kalakauai n. sp. Südsee.
Alcyonaria.
Eidley giebt in Annais and Mag. of Nat. Hist. Vol. 9. No. 51.
pag. 184 — 193 Beschreibungen folgender Alcyonarien von Mauritius und
Bengalen, welche theils neu sind, theils schon von Gray beschrieben, aber
nach den typischen Exemplaren neu untersucht wurden. Danach ist M o r -
chellana spinulosa Gray eine wahre Spongodes, der Genusnamen
wird daher fallen gelassen.
Brandella Gray, Boarella Gray, Blepharogorgia Duch.
Mich., Lissogorgia Verr., Paramuricea Köll. werden unter der
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 693
Gattung Villogorgia Duch. und Mich, vereinigt. Es entspricht diese
Gattung der später als Lissogorgia von Kölliker aufgestellten Gat-
tung Paramuricea. Ref. kann sich mit diesem nicht ganz einverstan-
den erklären. Die Gattung Villogorgia wurde von Duchassaing
und Michelotti für eine Art, V. nigrescens, aufgestellt, welcher die
Autoren die Spicula im Coenenchym ganz absprechen. Die Gattung ist
ausdrücklich auf den Charakter des Fehlens von Spicula oder Schuppen
begründet und es wäre daher die Beibehaltung des Namens Paramuri-
cea Köll. für die oben genannten Gattungen angezeigt.
Als gute Gattung betrachtet R i d 1 e y , nach Untersuchung des Original-
exemplares von Gray, Menacella Gray mit M. reticularis Gray,
welche aber nicht, wie Gray angiebt, synonym mit Gorgonia reticu-
lum Pallas ist.
Als neue Arten werden angeführt: Nephthya hurmaensis von British
Burmah., Villogorgia mauritiensis von Mauritius 80 Faden, VerruceMa Can-
dida von Mauritius 90 Faden.
Weitere neue Arten von Mauritius beschreibt Eidley im folgenden
Band der Annais. Mag. NaU hist. Bd. 10. Na. 56. pag. 125 — 133 mit
einer Tafel und zwei Holzschnitten.
Acis Orientalis 80 Faden von Mauritius, Muricdla perramosa 90 Fa-
den von Mauritius, Eunicella pergamentacea vom Mittelmeer. Diese Art
wird aufgestellt für die von Esper als Gorgonia viminalis var. t. 41.
A. abgebildete Art. Pariais mauritiensis 80 Faden Mauritius.
Verrill spricht im Americ. Journ. of Science XXIII März und Apr.
1882 die Ansicht aus, dass die von Kölliker aufgestellte Gattung
Protoptilum auf einer Jugendform von Virgularia beruhe. Verrill
fand grössere Exemplare von Protoptilum aberrans mit Polypen, die
in Gruppen von zwei bis drei stehen. Trichoptilum Kölliker hält
V. für eine junge Funiculina. T. brunneum von Ceram ist sehr
ähnlich der Jugendform von Funiculina arm ata Verrill, für die V.
den Namen Funiculina brunnea adoptiren möchte. Protocaulon Köl-
liker scheint eine Jugendform von Anthoptilum.
Aus dem oben S. 674 angeführten Berichte von Alph. Milne-Edwards
über die Arbeiten der französischen Commission zur Untersuchung der
Tiefsee sind als neue oder wenig bekannte Arten von deu Küsten Spa-
niens hier noch zu nennen:
Umbellula ambigua Marion, 896 Meter, sehr ähnlich der U. grandi-
flora Köll. von Kerguelen, ganz ohne Spicula.
Flexaura desiderata n. sp. , ,. ^
^ ^ 1094 Meter.
n. sp. j
Muricea paucituberculata
G. V. Koch behandelt in deu Mittheilungen der zoologischen Station
zu Neapel 1882 Heft 4 die Gorgoniden des Golfs von Neapel. Für die
Gattungen werden die Mi Ine Edwards 'sehen Gattungsnamen beibehalten,
da dem Verfasser, nach einer Anmerkung, kein System der Alcyonarien
694 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
bekannt ist, welches die ihm am wichtigsten für die Einth eilung erschei-
nenden Merkmale berücksichtigt. (Sollten dem Verf. die Arbeiten Ver-
rills, dessen Emtheilimgsprincip wesentlich auf der Beschaffenheit imd
Anordnung der Spicula beruht, entgangen sein? D. Ref.)
In einer Synoptischen Tabelle werden die Gattungen neuerdmgs
charakterisirt :
A. Achse homartig, ziemlich weich und elastisch, enthält
wenig Kalk.
a. Spicula der Rinde von verschiedener Gestalt, in
zwei Schichten angeordnet.
1. Kelch eine kurze Warze, enthält die gleichen
Spicula wie die Rinde . . Gorgonia.
2. Kelch, ziemlich weit über die Rinde hervor-
ragend, mit gleichen Spicula, wie die Rinde,
Spicula im oralen Theil des Polypen . . . Bebryce.
b. Spicula unregelmässig in der Rinde liegend, Kelche
ragen über die Rinde vor. Spicula im oralen
Theil des Polypen Muricea.
B. Achse homartig, hart und spröde, blättert sich beim
Zusätze von Salzsäure auf. Kelch eine kurze Warze Gorgonella.
C. Achse hart, weisslich, stark verkalkt, Spicula schuppen-
förmig, Kelche fast den ganzen Polypen einnehmend Primnoa.
U. Achse aus hornigen und kalkigen Gliedern zusammen-
gesetzt, Rinde weich, Kelch nicht abgesetzt, Nadeln
spindelförmig Isidella.
Angeführt werden: Gorgonia verrucosa Pall. mit Abbildimg
von Polypen und Spicula. Von den zahlreichen Varietäten dieser Art ist
in Neapel eine mennigrothe am häufigsten.
Bebryce mollis Phil. Abbildungen von Polyp und Spicula.
Muricea echinata n. sp. (Der Speciesname echinata wurde schon
von Valenciennes an eine Muricea von Panama vergeben; diese letztere
Art wurde später von V er rill unter gleichem Namen ausführlich beschrie-
ben und abgebildet. Ref.)
Muricea chamaeleon n. sp. Abbildung von Polyp und Spicula.
Muricea Köllikeri n. sp. Abbildung eines Spiculum.
Muricea macrospina n. sp. Abbildung von Spicula.
Gorgonella sarmentosa L. Abbildung von Polyp und Spicula.
Gorgonella Bianci n. sp.
Primnoa verticillaris Esp. Abbildung einer Kelchschuppe.
Isidella elongata Esp. Abbildung eines Polypen und Spiculum.
Greeff berichtet über das Vorkommen der Edelkoralle an der
Küste der Cap Verdischen Insel St. Thiago. Zoolog. Anzeiger 1882.
Nq, 121.
Es wurden im Jahre 1879 — 80 2914 Kg. Korallen in einem
Naturgeschichte der Antho/soen im Jahre 1882. {(595
Gesammtwerthe von 16,802 Miheis (ä 4 Mark 50 Pf.) exportirt. Die
Koralle stimmt in jeder Beziehung mit C. rubrum überein. Die Fischerei
wird bloss an der Süd- und Südwestküste betrieben.
Moseley {Precious Coral in Natur e Bd. XXV. 1882. pag. 510 bis
512) macht Mittheilungen über die im Handel sogenannte Japanesische
Koralle, deren Herkunft aus Japan ihm aber zweifelhaft erscheint. Ferner
theilt derselbe einen Brief der Messrs. Greeck und Comp, mit Angaben
über die Korallenfischerei an den Küsten von Italien und Sicilien mit.
Die Angaben über die von Torre del Grecco ausgehenden Unter-
nehmungen bringen wenig neues (s. vorig, Jahresber.). Nur einige Punkte
mögen hier Erwähnung finden: Die rosenrothe (pink) Varietät findet sich
besonders an der Küste Siciliens. 1873 wurde eine Bank davon in der
Strasse von Messina entdeckt, die Korallen lieferte, welche von 80 — 200
Lires per Unze werth waren. Im Jahre 1880 fand sich eine Bank an
der Küste von Sciacca, die in wenigen Monaten 8000 Tonnen geringerer
QuaUtät lieferte. Die Korallen an der Küste von Sciacca wachsen nicht
auf Felsgrund, sondern auf todten Muschelschalen, Korallenfragmenten,
die im Schlamme liegen in einer Tiefe von 300 — 450*. Man vermuthet,
dass die dunkelrothe oder schwärzliche Farbe der Stöcke von dem
schlammigen Wasser herrühre, in dem die Korallen leben.
Zu diesem Aufsatze giebt ebenda pag. 252 Giglioli einige weitere
Erläuterungen. Derselbe bestätigt nach den italienischen Tiefseeunter-
suchungen im Mittelmeer das reichliche Vorkommen von theils geschwärz-
ten, todten Korallen auf der Bank von Sciacca und schreibt dieses Vor-
kommen der Anwesenheit eines kleinen erloschenen Vulkanes zu, der am
Rande der Bank von Sciacca sich findet und jetzt von wenig Faden Wasser
bedeckt ist. Die schwarze Farbe der Korallen schreibt er nicht, wie
Moseley, dem Eindringen von Mangansuperoxyd, sondern der Zersetzung
organischer Materie zu, was auch das Verschwinden der schwarzen Farbe
unter Einfluss des Lichtes erklären würde.
Das Vorkommen von Korallen auf Schlammgrund läugnet Giglioli
entschieden, dieselben finden sich immer auf festen Bänken, deren Grund-
lage verschiedene Madreporiden bilden.
Ridley veröffentlicht in Proc. Zool. Soc. 1882 pag. 221—233 eine
Arbeit: On the Arrangement of ihe Corallidae with Descriptions of neiv or
rare species mit einer Tafel. Neu beschrieben wird Corallium stylasteroi-
des aus Mauritius und eine wahrscheinlich aus Japan stammende Form,
welche Pleurocorallium secundum als var. e^aiior zugerechnet wird.
Diese hat zwei Arten Spicula, radiär cyliudrische und opernglasfÖrmige,
ein Charakter, den sie mit Pleurocorallium Johnsoni Gray ge-
mein hat.
Die vier bis jetzt bekannten lebenden Vertreter der Corallidae zerfallen
danach in zwei Gruppen; Corallium Lam mit Spicula von einer Form
und Pleurocorallium Gray mit zwei Formen von Spicula,
696 Th, Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
Corallium s. str. Spicules of one kind, viz. octoradiate cylin-
drical. Verrucae distributed over whole surface of corallum, prominent,
monticular.
Dahin C. nobile mit der typischen Form, einer blossen Varietät, und
C. pallidum aus dem Tertiär, die nach R. wahrscheinlich identisch mit
C. nobile ist; ferner C. stylasteroides Ridley von Mauritius.
Pleurocorallium Gray, amend.
Spicules of two Kinds, radiate cylindrical and opera glass shaped;
calicles rising abruptly, truncate, those of stem and main branches con-
fined to anterior surface. Corallum with lateral pinnae to main branches.
Axis oval in transverse section.
PI. secundum Dana, PI. secundum var. eletior Ridl., PI. john»
soni Gray.
ünbekarmter Stellung ist Corallium Beckii aus der weissen Kreide
von Faxoe.
Die Stellung der Coralliidae zu andern Familien wird erläutert
durch das Vorkommen von opernglasartigen Spicula, deren Form an die
bei Melithaeiden, namentlich der Gattung Mopsella vorkommenden
Blattkeulen erinnert. Die Melithaeiden stehen in näherer Beziehung zu
den Coralliidae als die Isididae, welche einen divergirenden Zweig
von dem Stamme zu bilden scheinen, aus dem sich die Coralliidae
entwickelt haben.
Palaeontologie.
Duncan beschreibt eine neue Koralle Asterosmilia Reedi aus dem
Oligocaen von Brockenhurst. Dieselbe gehört zu der eigenthümlichen
Gattung der Eporosen mit Exothek, Endothek und Pali und unterscheidet
sich von den beiden westindischen Speciesverwandten durch das Vorhan-
densein eines dritten Kranzes von Pali. Die andern in den oligocaenen
Ablagerungen von Brockenhurst vorkommenden Korallen sind Madre-
poren, Solenastraea und Eupsammiden. Meist waren die Ko-
rallen vor ihrer Einbettung zerbrochen und abgerollt. Die Asterosmilia und
eine Eupsammine aber sind ganz intakt und machen den Emdruck, als
hätten sie an dem Fundorte gelebt und wären dort abgestorben und ein-
gebettet worden. Dieses Vorkommen lässt darauf schliessen, dass die
Ablagerung in 20 Faden oder höher stattfand. (Report of the fifiy-first
meeting of the Brit. Association at York. August and September 1881.
London 1882. pag. 618—619.)
Eine neue Form von Korallen, Thamnastraea walfordi, aus dem
mittleren Lias von Oxfordshire beschreibt Tomes B. F., Quart Joum.
Geolog. Soc. of London. Vol. 38. Part. 1. pag. 96—97. Vom Ref. nicht
eingesehen.
Ueber die Madroporarier des unteren Oolithes aus der Gegend von
Cheltenham und Gloucester veröffentlicht Eobert F. Tomes eine
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 697
Arbeit im Quarterly Journal of the Geological Society of London 38, Band.
1882. pag. 409 — 450. mit einer Doppeltafel.
Schon im Jahre 1878 hatte der Verfasser einige Madreporarier aus
dem unteren Oolith von Crickley Hill in Gloucestershire beschrieben (Geo-
logical Magazine 1878); ein reicheres seither gesammeltes Material erlaubte
nun die damals angeführte Liste erheblich zu vermehren und vieles zu
berichtigen. Für die Beschreibung der neuen Formen führt der Verf.
eine neue Nomenklatur für die verschiedenen Arten der Kelchrippen ein.
Er bezeichnet als Mauerrippen (mural costae) die Rippen, welche
bei einfachen oder zusammengesetzten Formen aut der Kelchwand ver-
laufen, wie z. B. bei Parasmilia und Latimaeandra. Als Septal-
rippen (Septal costae) die Rippen, welche eine direkte Fortsetzung
der Septa bilden und nicht scharf von diesen gesondert sind wie bei
Thamnastraea und Holocoenia. Intercaliculare Rippen (In-
tercalicular costae) diejenigen, welche zwischen den Kelchen auf
dem Coenenchym verlaufen wie bei Stylina und Cyathophora.
Was die Lagerung der untersuchten Korallen betrifft, so besteht die
unterste, nur wenig zerstreute Korallen führende Schicht in einem Pisolith
und einem gelben dichten Fels, der direkt auf dem obersten Lager des
Oberlias aufliegt. Nur eine Art, Montlivaltia lens, findet sich in dem
Cephalopodenlager des Oberlias und dem compakten gelben Fels, üeber
dem Pisolith liegt das sog. untere Korallenriff, aus feinkörnigem, gelb-
lichem , zum Theil ziemlich weichen Gestein bestehend , das die wohl-
erhaltenen Korallen einschliesst. Dann folgt das Mittelriflf in einem
Oolithmergel , in dem die Korallen viel seltener sind und zum Theil auch
ganz fehlen. Endlich das obere RifF, das dem unteren Trigonia-grit
angehört. Das Gestein ist hier schwach oolithisch und enthält zarte,
glatte Knauer, auf denen zuweilen junge Montlivaltlien und Muscheln
angeheftet sind. Die Korallen finden sich entweder am Boden des Lagers
und scheinen zum Theil auf dem unteren Lager aufgewachsen zu sein,
andere, namentlich Thecosmilien, Isastraeen und Thamnastraeen
scheinen von anderen Standorten hergeschwemmt worden zu sein.
Nach der beigegebenen Tabelle der aufgefundenen Arten, die nach
ihrem Vorkommen geordnet sind, finden sich im untersten Lager sechs
Species, im zweiten 38, im dritten 10, im obersten 17 Arten.
Die verschiedenen Lager haben ziemlich verschiedene Faunen. Im
unteren und mittleren Korallenriff kommen von 48 Species sechs in bei-
den zugleich vor. Das oberste Lager hat dagegen mit den unteren nur
zwei gemein, Anabacia complanata und Thamnastraea metten-
sis, welch letztere häufiger im oberen als im unteren Riff ist.
Im Allgemeinen zeichnen sich in allen Lagern die zusammengesetzten
massigen Formen durch kräftige Entwicklung aus , während die Einzel-
ormen im unteren und mittleren RifF verkümmert erscheinen, erst im
oberen Riff sind einige Montlivaltlien wohl entwickelt.
698 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
Von Resultaten der systematischen Untersuchung hebt der Verf. als
die auffallendsten folgende hervor:
Donacosmilia, bis dahin nur aus dem Corallien Frankreichs be-
kannt, fand sich hier im unteren und mittleren Korallenlager, ebenda
Confusastraea.
Oroseris, das bis jetzt in England nur nach einem Fragment aus
dem oberen Grünsand bekannt war, fand sich hier in einigen Arten vertreten.
Dimorpharaea Fromentel ist in vier Arten vorhanden.
ZAvei neue Gattungen werden aufgestellt.
Phyllogyra n. g. Astraeid.
The corallum has a more or less depressed and massive form, and
is composed of a series of leaf like expansions, proceeding laterally from
a parent corallite, the curled-up margins of which unite and form sine-
ous cristiform ridges, the line of union of which is very distinct in the
younger examples, but much less so in the older ones.
Gemmations take place successively amongst the elongated septa and
gener&lly towards the extremity of the leaf, and a more or less distinct
line of calices is produced.
Durch die Art der Knospung steht die Koralle am nächsten Lati-
maeandra.
Für Symphyllia Etheridgei Duncan imd eine neue Art
Phyllogyra sinuosa n. sp.
Phylloseris n. g. F u n g i d.
The corallum consists of one or more upright foliaceons plates or
fronds, which have a very irregulär form, and are thin at their margin.
One of their flat and upright surfaces is fumished with calices, which
are arranged in transverse lines or bands running from side to side, a
good deal as in the genus Agaricia. The spaces dividing these lines
of calices from each other are covered by a membranous and wrinkled
epitheca, which extends upwards quite to the margins of the calices.
Generally the frond towards the bottom is wholly covered by epitheca.
Am nächsten Protoseris aber verschieden durch die Art der Ent-
wicklung der Blätter und die Gegenwart eines Epitheks.
Neue Arten : Montitvaltlia concinna, aus dem Pisolith von Leekhampton
und dem unteren Oolith bei Chipping Camden. M. porpita, Trigonia-grit
Confusastraea tenuistriata, unteres Riff. Latimaeandra Haimei, Oolithmergel
von Sheepscombe. L. tabvlata, ebendaher. Chorisastr'aea rugosa n. sp.,
unteres Riff. PhyÜogyra sinnosa, Oolithmergel. Goniocora concinna, Unter
Oolith. Thamnastraea crickleyensis , Crickley Hill. Th. Duncani, Unteres
Riff. Th. Wrightii, Trigonia Grit. Th. ßabdliformis, unteres Riff. Oro-
seris oolitica, gelber Fels unter dem Pisolith. 0. concenirica, unteres Riff,
0. contorta, unteres Riff. 0. incrustans , mittleres Riff, Oolithmergel.
0. gibbosa, unterer Trigonia-Grit. Dimorphastraea peduncvlata^ unteres
Biff. Phylloseris rugosa, unteres Riff.
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 699
De Gregorio beschreibt Korallen aus der Juraformation Siciliens.
Coralli Giuresi di Sicilia. Palermo 1882. 8°. 12 pag.
Derselbe beschreibt Titonische Korallen aus Sicilien. Coralli Titonici
di Sicilia 1882. 8". 11 j^ag-
Beide dem Ref. nicht zugänglich.
Nicholson {Proceedings of the rogal Society of Edinhourgh. Session
Juni 1881. pag. 219 — 229) vergleicht den feineren Bau des Skelettes von
Tubipora mit Syringopora. Die Schrift ist durch drei Holzschnitte
erläutert. Nach einer Schilderung des Skelettes von Tubipora musica,
worin er hauptsächlich der Darstellung von Percival Wright folgt,
folgt eine genaue Darlegung des Baues von Syringopora reticulata
Goldf. , wiederholt aus einer früheren Arbeit des Verf. (Palaeozoic tabu-
late Corals).
Das Resultat der Vergleichung führt ihn zu einer von Zittel und
Moseley, welche beide die beiden Gattungen als nahe verwandt betrach-
ten, abweichenden Ansicht.
In Form des Stockes, der Eigenschaft, dass die einzelnen Rohren
durch horizontale Kanäle mit einander communiciren, stimmen beide Gat-
tungen überein. Eine scheinbare Uebereinstimmung besteht auch in dem
Vorhandensein einer axialen Röhre bei beiden. Aber diese axialen Röhren
sind nicht in beiden Fällen homolog. Bei Tubipora ist die Axialröhre
eine von der Wand der Polypitenröhre unabhängige Bildung, die nicht
mit derselben im Zusammenhang steht, bei Syringopora besteht sie aus
eigenthchen Böden, welche ineinandersteckende Trichter darstellen.
Grosse Abweichung zwischen beiden Gattungen besteht im feineren
Bau der Kalkröhren. Bei Tubipora bestehen dieselben aus verschmolzenen
Kalkspicula, zwischen denen sich kleine OefFnungen befinden, bei Syrin-
gopora sind die Röhren compakt aus fibröser Kalksubstanz aufgebaut.
Bei Syringopora haben die Polypenröhren wahre Septen, in Form von
vertikal angeordneten Reihen von Domen, die am besten mit den Septal-
spinen von Porites vergUchen werden.
Alles zusammengefasst sind die Differenzen zwischen beiden Gattungen
grösser als ihre Analogien. Die Syringopora möchte daher nicht zu
den Alcyonarien, sondern zu den Zoantharia perforata und zwar mit
Favo Sites, mit welcher sie durch die Uebergangsform Syringolites
zusammenhängt, in die Reihe von Porites zu stellen sein.
Entgegen den Ansichten Nicholsons, welcher Ceramopora als
eine gegenüber den Monticuliporen selbstständige Gattung hinstellte,
weist Young nach, dass die Ceramopora (Berenicea) megastoma
aus dem Kohlenkalk von Westschottland nur eine Jugendform ist und sich
bei Weiterentwicklung des Stockes in die Fistulipora minor M'Coy
umwandelt, welch letztere von Nicholson zu den Monticuliporen ge-
rechnet wird. Er bekräftigt damit die Ansichten Lindstroems, welcher
für Monticulipora petropolitana eine ähnliche Entwicklungsreihe
7ÖÖ ^h. Studert Jahresbericht über die Leistungen in der
aus einem Ceramoporastadium beobachtete und darauf die Bryozoen-
natur der Monticuliporen befürwortete. Young beobachtet femer, dass
Fistulipora minor Hügel (Monticules) besitzt, welche als sternförmige
Erhabenheiten über die Oberfläche hervortreten , ein Charakter , den
Nicholson Fistulipora absprach. Uebcr die Frage nach der zoolo-
gischen Stellung von Fistulipora spricht sich der Verf. nicht aus, er
kann für die Form aus dem Kohlenkalke nur zwei Möglichkeiten aufstellen.
Entweder ist Fistulipora minor eine tabulate Koralle, die zu
den Monticuliporen gehört, dann ist Ceramopora megastoma, ein
jüngeres Entwicklungsstadium oder, Ceramopora ist eine wahre Polyzoe,
dann muss die Fistulipora minor und ihre Verwandten aus der Reihe
der tabulaten Korallen gestrichen werden. On the Idendty ofCeramopora
megastoma MCoy, with Fistulipora minor M'Coy. Ann. Mag. nat. hist,
Se>\ 5. Vol. 10. No. 60. 1882. pdg. 427—431.
Fratz {Ueher die verwandtschaftlichen Beziehungen einiger Korallen-
gattungen mit hauptsächlicher Berücksichtigung der SeptalstruTctur „Palaeon-
tographica'' XXIX. Band od. III. Folge V. Band. 2. Lief erg. 1882.
pag. 1 — 38 mit einer Tabelle und einer Tajel.) vergleicht den Aufbau
der Septen verschiedener fossilen Korallengattungen, Cyclolithes,
Leptophyllia, Thamnastraea, Microsolena, Coscinaraea und
Astraeomorpha. Die untersuchten Gattungen bilden nach dem Bau
der Septen eine abgeschlossene Gruppe. Das Septum baut sich aus Kalk-
trabekeln auf, deren Kalkknötchen zu regelmässigen, symmetrischen Formen
gruppirt sind. Der trabeculäre Aufbau und die Art der Gruppirung der
Kalkknötchen kommt gewissennassen in der Form gedömelter Zähne zum
Ausdruck und berechtigt zu systematisch verwerthbaren Schlussfolgerungen.
Es muss zwischen ächten Sjuaptikeln und PseudosjTiaptikeln unterschieden
werden.
Die ersteren sind starke Querbälkchen zwischen den Septen, die
letzteren kommen durch das Berühren zweier ein und demselben Septum
zugehöriger Trabekeln zu Stande. Der Verf. constatirt das allgemeine
Vorkommen von Traversen bei einer grossen Zahl von Gattungen, die
bisher auf Grund des vermeintlichen Mangels an solchen zu den Fungiden
gestellt wurden.
Traversen kommen neben echten Synaptikeln vor, so dass beide Bil-
dungen nicht als einander substituirend angesehen werden können. Die
sogenannte Mauer kann in den untersuchten einfachen Formen nicht als
eigenthüm liehe Bildung angesehen werden. Sie entsteht entweder durch
stärker sich ablagernde Sclerenchymsubstanz an den peripherischen Theilen
des Polypars oder durch Verdickung der Traversen in diesen Theilen.
Die Rippen sind morphologisch, wenigstens bei einigen Gattungen, den
Septalzähnen gleich und werden z. B. bei Leptophyllia und Hapla-
raea durch die nach der Peripherie des Polypars verlaufenden Trabe-
cularenden gebildet. Der Aufbau des Septalapparates von Thamnastraea
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 701
und verwandten Gattungen unterscheidet sich in keinem wesentlichen
Punkte von dem von Cyclolites und Leptophyllia, auch sind die
Zähne von Thamnastraea und Cyclolites, entgegengesetzt der Mei-
nung von Milaschewitz, 'der Bildungsweise nach nicht von einander
verschieden.
Der zweite Theil der Arbeit behandelt die systematische Stellung und
gegenseitige Verwandtschaft der untersuchten Gattungen. Es bilden diese
eine zusammengehörige Gruppe, welche in der Mitte zwischen Astraeinen
und Agaricinen steht. Sie zerfallen in zwei Gattungscomplexe , die
Pseudoastraeinae und die Pseudoagaricinae, von denen erstere
sich wieder in drei Untergruppen theilt.
I. Pseudastraeinae. Polypar einfach oder zusammengesetzt.
Septalapparat trabeculär, porös. Bei den zusammengesetzten For-
men Kelche in einander verfliessend, weder durch Mauern, noch
durch wirkliches Coenenchym, sondern durch Septocostalradien ver-
bunden. Pseudosynaptikeln oder echte Synaptikeln neben Traversen
vorhanden.
A. Reguläres (Thamnastraeinae Zitt. und Cyclolitinae
Verrill). Trabekeln aus regelmässig (symmetrisch) gruppirten
Kalkknötchen aufgebaut, unter sich in ziemlich regelmässigen
Abständen in Berührung stehend, wodurch zum Septalrande
vertikal verlaufende, mehr weniger gleichmässig vertheilte Poren-
reihen gebildet werden. Benachbarte Septalflächen durch
Pseudosynaptikeln und Traversen verbunden.
a. Erste Gruppe. Ausgesprochene Tendenz, durch nach-
trägUch sich ablagernde Sclerenchymsubstanz mehr oder
weniger compacte Septa zu bilden. Septa nicht immer und
dann nur theilweise perforirt.
Cyclolites Smk. Leptophyllia Reuss.? Lep-
taxis Reuss. Anabacia E. H.? Cyathoseris E. H.,
Chorisastraea From. part. Latimaeandra d'Arb.
partim. Thamnastraea Le Sa uvage. Reussastraea
d'Arch.? Pseudastraea Reuss.
Dimorphastraea d'Orb. , Genabacia E. H.
b. Zweite Gruppe. Tendenz zur nachträglichen Ausfüllung
der Interseptalräume nicht vorhanden. Septa fein und regel-
mässig gegittert.
Trocharaea Etall, Mycetaraea Pratz n. g.,
Disaraea From., Maeandraraea Etall., Microso-
lena Lamx, Actinaraea d'Orb., Dimorpharaea From.,
Comoseris d'Orb., Thamnaraea Etall, letztere leitet zu
den Poritinae Ed. H. über.
B. Irreguläres. Trabekeln aus zahlreichen, ohne Regelmässig-
keit gruppirten, feinen Kalkknötchen aufgebaut und regellos
7Ö2 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
mit einander verbunden. Intertrabeeularräume (Poren) daher
von sehr verschiedener Grösse und Anordnung. Septa unter
sich durch echte Synaptikeln neben Traversen verbunden. Der
basale Theil der Septa wird häufig compakt.
c. Dritte Gruppe. Haplaraea Milasch. , Diplaraea
Milasch, Maeandraraea Etall., Coscinaraea E. H.
II. Pseudagaricinae. Polypar zusammengesetzt, massiv oder in-
crustirend, nie blattartig oder lappig. Septalapparat compakt.
Septa benachbarter Kelche in einander verfliessend. Mauer fehlt
oder rudimentär. Coenenchym nicht vorhanden. Neben echten
Synaptikeln wohl ausgebildete Traversen.
d. Vierte Gruppa. Siderastraea Blv., Astraeomor-
pha Renss, Mesomorpha Pratz n, ff.
Die neuen Gattungen werden folgendermassen charakterisirt :
Mycetaraea. Polypar einfach oder aus zwei und mehr ineinander-
fliessenden Kelchen zusammengesetzt. Gestalt in Folge dessen wechselnd,
eiförmig, unregelmässig trochoid oder cylindrisch. Die jüngeren Individuen
bleiben entweder ihrer ganzen Ausdehnung nach mit dem Mutterpolypar
vereinigt oder entfernen sich im oberen Theile im spitzen Winkel von
demselben. Epithek vorhanden. Septa überragend, zahlreich, fein ge-
zahnt, unter sich an Stärke ziemlich gleich, aus feinen und regelmässig
verlaufenden Trabekehi aufgebaut. Intertrabekularräume wenig oder gar
nicht ausgefüllt. Pseudosynaptikeln in mehr weniger regelmässigen Ab-
ständen die gegenüberstehenden Septalflächen verbindend. Für Thamna-
straea dimorpha Boelsche.
Mesomorpha. Polypar massiv, ästig oder knollig -höckrig , zuweilen
incrustirend. Kelche flach, nicht gratartig umschrieben, durch in flachen
Bögen verlaufende Septocostalradien unter einander verbunden. Mauer
fehlt. Septa compakt, an den Seitenflächen mit Domen versehen. Be-
nachbarte Septalflächen berühren sich, ausser durch sehr feine Traversen
noch durch starke, echte Synaptikeln, die dem zmschen den Kelchcentren
befindlichen Sklerenchym ein coenenchymartiges Aussehen verleihen.
Septalrand regelmässig gekörnelt, hiermit auf einen trabekulären Bau hin-
deutend. Kelche klein, mit griffeiförmigem Säulchen versehen.
Steht zwischen Siderastraea und Astraeomorpha. Für
Porites mammillata und P. stellulata Reuss aus der Kreide.
Angefügt ist eine Tabelle, welche die verwandtschaftlichen Verhältnisse
der besprochenen Gattungen zum Ausdruck bringt.
In dem grossen Werke von Richthofen, China, behandelt Lindstroem
im IV. Band, Ahtheilung Palaeontologie, pag. 50 — 74, mit drei Tafeln, die
Obersilurischen Korallen von Tshau - Tien der Provinz Sz' - Tshwan.
Es sind im ganzen 18 Arten, welche aus drei übereinandergelagerten
Schichtgruppen : 1, i und h stammen ; die älteste Schicht ij zeigt nur zwei
Arten, beide eigenthümlich , die zweite 15 Arten, die dritte vier, wovon
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 703
drei mit der vorigen gemein. Nach der Korallenfauna ist die mittlere
reichste Schicht vergleichbar dem englischen Wenlock oder der Got-
länder Wisby Fauna. Die 18 angeführten Arten, von denen zehn neu sind,
vertheilen sich auf zehn Gattungen, darunter drei neue.
Somphopora. Polyparium zusammengesetzt, Kelche polygen, tief,
Wände dick, durch grosse Löcher undeutlich gitterförmig ; Septen sechs,
aus nicht zusammenhängenden, etwas entfernten, spitzen Zacken bestehend,
in der Mitte des Kelches nicht zusammenlaufend ; Böden sehr dünn , un-
regelmässig von einander entfernt.
Eng verwandt mit Alveopora.
Ceriaster. Polyparium zusammengesetzt, Septen neun bis zwölf,
grade , dünn , bis zur Mitte reichend , ohne Columella zu bilden , Dissepi-
ment spärlich, aus einigen wagerechten, schwach gebogenen Schuppen-
blättern bestehend. Fortpflanzung durch intracalicinale Knospung, wodurch
ein knospentreibender Kelch in mehrere neue zerfällt.
Platyphyllum. Wahrscheinlich deckeltragend, nahe verwandt mit
Goniophyllum. Die allgemeine Gestalt ist, wie bei Calceola oder
Rhizophyllum , durch eine flache Seite ausgezeichnet, welche von Lind-
stroem als Bodenfläche bezeichnet wird. Die Oberseite ist gewölbt, der
Querschnitt des Kelches in Folge dessen die Hälfte einer Ellipse. Der
Kelch hat ein grosses, hervorstehendes Primärseptum mit entgegenstehen-
der, tiefer Septalgrube auf der Oberseite. Die innere Struktur, im Längs-
schnitt gesehen, ist durch dichtgedrängte, etwas langgedehnte Blätter, mit
ebenso ausgezogenen, zwischenliegenden Höhlungen, charakterisirt.
Neue Arten: Somphopora daedalea Schicht i, Ceriaster calamites
Schicht 1, Amplexus viduus Schicht 1, A. distans Schicht i, Amplexus
appendiculatiis Schicht i, Cyathophyllum pachyphylloides Schicht i, G. den-
sum Schicht i, Ptychophyllum Richihofeni Schicht i, Pt. cyathiforme Schicht i,
Platyphyllum sinense Schicht i.
Bei Besprechung des Heliolites decipiens Mc. Coy aus Schicht
h wendet sich der Verf. gegen die von Moseley vertretenen und von
Nicholson angenommenen Anschauungen über das Coenenchym der
Heliolitiden, wonach dieselben kein Coenenchym besitzen sollen, son-
dern eine polymorphe Colonie bilden von grösseren geschlechtlichen Thieren
und kleineren coenenchymbildenden Zooiden.
Gegen diese Auffassung spricht der Umstand, dass bei Heliopora und
den Heliolitiden neue Geschlechtsthiere aus mehreren Coenenchymröhren
sich aufbauen, also nach der Deutung Moseleys aus mehreren Zooiden,
ein Fall, der bis dahineinzig dasteht.
Nach L. erklärt sich vielmehr das Coenenchym und die Coenenchym-
knospung in der Weise , dass der Aussenrand des Kelches , das Gebräme
Lindstroems, bedeutend erweitert ist und die Septen gegen den Rand
sich in ein Netzwerk von kleinen Balken auflösen. Die Knospen ent-
Arch. f. Naturgesch. IL. Jahrg. 2. Bd. W
704 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
stehen auf dem spongiösen Rand, umgeben sich selbst mit einem solchen
und wenn mehrere dicht nebeneinander sitzen, verwachsen sie mit ihren
Rändern zu einer gemeinschaftlichen Masse, in welcher die Septa führen-
den Kelche aus den so gebildeten Coenenchym hervorstehen. Der erste
Polyp einer Heliolitenkolonie von 1 mm Grösse hat ein dütenfdrmiges
spitzes Polyparium, auf der Bodenseite breitet sich feinmaschiges Coenen-
chym aus , aus dem die neuen Kelche hervorsprossen , indem sie sich aus
mehreren Coenenchymröhren aufbauen. An die Beschreibung von Pla-
typhyllum sinense n. sp. eine Calceola ähnliche Koralle, welche
130 mm Länge und 62 mm Breite erreicht, knüpft der Verfasser noch
eine üebersicht über die Deckel tragenden Korallen überhaupt.
Die ältesten bekannten Formen finden sich im Obersilur und zwar
in neun Arten : zwei Goniophyllum, ein Platyphyllum, vierRhizo-
phyllum, ein Cystiphyllum und ein Pholidophyllum. Als neu
wird angeführt Rhizophyllum elongatum von der Insel Gotland.
Bei Goniophyllum und Cystiphyllum ist der Deckel aus vier
Valven gebildet.
Aus der Devonischen Formation sind nur zwei Arten von Calceola
bekannt.
Die Silurformation entwickelt daher die meisten Formen und von
diesen zeigen einige die Eigenthümlichkeit , dass sie die Deckel zuweilen
abgeworfen und neue gebildet haben.
Das Analogon zum Deckel bei recenten Korallen sieht der Verfasser
nicht, wie K u n t h und nachher Nicholson vermutheten, in dem Deckel
von Cryptohelia, sondern in dem Klappenapparat der Primnoen.
Liudstroem beschreibt eine Reihe Silurischer Korallen aus Nord-
Russland und Sibirien. 23 Seiten mit einer Tajel. Bihang tili Svenska
Vet. Akad. Handlinger. Band 6 No. 18. Dieselben stammen von Wai-
gatsch, wo Nordenskjöld sammelte, von Petschora von Dr. Stucken-
berg gesammelt, von der untern Tunguska durch Czekanowski,
der mittleren Tunguska durch Lopatin und Oleneck durch Czeka-
nowski.
Von der Insel Waigatsch, an deren Südspitze Nordenskjöld
mächtige paläozoische Lager auffand, welche theils dem Obersilur und
vielleicht dem Devon angehören, stammen zwei silurische Korallen.
Favosites Forbesi Edw. H. und Syringopora fenestrata n. sp.
mit grossen über 16 Centim. langen Polypieriten. Aus dem Petschora-
lande oberhalb der Mündung der Waschkina ins Eismeer stammen
Favosites Forbesii E. H. und Heliolites interstinctus L. p. p.
Die untere Tunguska lieferte sechs Arten, drei Favosites, ein
Heliolites, ein Halysites und eine neue Art Zaphrentis obesa n. sp.
Am reichsten ist die Sammlung von der mittleren Tunguska aus
den untersten Schichten der Obersilurischen Bildungen. Im ganzen 19
Arten.
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 705
Vertreten sind die Gattungen Palaearaea n. g. , Favosites 6 sp.,
Calapoecia 1 sp., Plasmopora 1 sp., Halysites 1 sp., Syringo-
pora 2 unsichere Formen, Rhaphidophy llum n. g., Columnaria
1 sp., Cyathophyllum 1 sp., Zaphrentis 3 sp., Cyrtophyllum
n. g. Cystiphyllum 1 sp.
Palaearaea n. g. Polyparium zusammengesetzt aus Kelchen, welche
durch ein einem spärlichen Coenenchym ähnliches Gebilde von einander
getrennt sind. Septen zahlreich, alle von derselben Grösse und folglich
anscheinend nur von einer einzigen Ordnung. Columella gross, die ganze
Mittelpartie des Kelches einnehmend, aus zusammengewundenen Trabeculae
bestehend. Aeussere Enden der Septen in ein spongiöses Gewebe sich
auflösend. Dissepiment reich, spongiös. Nähert sich Litharaea.
Rhaphidophyllum n. g. Polyparium zusammengesetzt. Kelche polygon,
durch eine dünne Aussenwand von einander abgegrenzt. Septen im Innern
Rande mit stachel- oder nadeiförmigen Spitzen, zahlreich, oft mit columella-
artigem Gebilde in ihrer Mitte. Schmale, unregelmässige Boden durch-
ziehen den centralen, rohrähnlichen Theil des Kelches. Die Septen
verlängern sich nach aussen in dem breiten Gebräme als schmale Scheiben
und die zwischen ihnen liegenden Loculi sind mit dichten, aus kleinen
Schuppenblättern bestehenden Dissepimente ausgefüllt.
Cyrtophyllum n. g. Polyparium zusammengesetzt aus kleinen Kelchen,
welche mit kurzen, undeutlichen Septen versehen sind, die nach innen
bald aufhören und nach aussen sich verlängern und verzweigen oder sich
mit denen der umgebenden Kelche vereinigen. Ein äusserst feinblättriges
Dissepiment ist in den Loculi vorwiegend. Keine äussere Mauer, welche
jeden einzelnen Polypieriten umgiebt, ist vorhanden. Das innerste Rohr der
Polypieriten ist durch regelmässige stets nach oben gewölbte Böden ab-
getheilt und eben dies ist ein Kennzeichen, welches die grösste Eigen-
thümlichkeit dieser Gattung ausmacht, da sonst die Böden wagerecht
verlaufen oder nach unten gewölbt sind.
Von neuen Arten werden angeführt: Palaearaea Lopatini, Rhaphido-
phyllum constellaium, Zaphrentis complanata, Cyrtopkillum densum.
Die Silurischen Korallen von Oleneck stammen aus Gerollen an der
Toruba, Nebenfluss des Oleneck. Es sind 12 Arten. 3 Favosites,
1 Heliolites, 1 Halysites, 2 Cyathophyllum, 1 Syringopora,
1 Zaphrentis, 1 Dinophyllum n. g., 1 Acervularia, 1 Cysto-
phyllum.
Dinophyllum n. g. Die Gattung, welche Clisiophyllum nahesteht,
unterscheidet sich namentlich dadurch, dass das Dissepiment aus zwei
scharf ausgeprägten Schichten besteht. Das Dissepiment der Einzelkoralle
ist gegen die Mitte erhoben, aus grossen Blättern. Zwischen den Septen,
innerhalb der Mauer und ausserhalb des eigentlichen Dissepiments , läuft
ein langer Streif von einer lockeren, schwammigen Masse, welche zuweilen
den ganzen Interseptalraum ausfüllt. Das Primaerseptum erhebt sich,
706 Th. Studer: Jahresbericht über die Leistungen in der
wenn es die Mitte des Kelches erreicht, in eine hohe schmale Leiste und
verbindet sich dort unmittelbar mit dem begegnenden Gegenseptum. Diese
Leiste wird zum Centrum einer columellaren Erhöhung, da alle übrigen
Septen sich damit vereinigen.
Neue Arten: Dinophyllum involutum, weit verbreitet, bis jetzt ver-
wechselt mit Clisiophyllum Hisingeri Edw. H. Acervularia mixta.
Der Einleitung entnehme ich noch: Arten aus kosmopolitischen
Gattungen, wie Heliolites und Favosites haben die grösste Ver-
breitung. So werden hier Arten angeführt, welche sich im Silur von
Nord -America und England wiederfinden, wie Favosites gotlandicus,
Forbesi u. a.
Den Localitäten an der mittleren Tnnguska entspricht am besten
der Leptaenakalk Schwedens oder nach Schmidt die Borkholmer
Schichten in Esthland, annähernd der Hudson River Group. Die Fauna
von Oleneck entspricht wahrscheinlich einer tiefen Stufe des Obersilur.
Die Faunen von Waigatsch, Petschora und der unteren Tunguska
dem Obersilur.
Eine \vichtiga zusammenfassende Arbeit über die deckeltragenden
Korallen der palaeozoischen Formationen liefert Lindstroem. (ßm de
palaeozoiska Formationernas operkelbärande Koraller. Bihang tili K. Svenska
Vet. Akad. Handlingar. Band 7. Nr. 4:. 1882. 92 ;j^. mit 9 Tafeln,
schwedisch.)
Die bis jetzt bekannten deckeltragenden Korallen zerfallen nach der
Entwicklung der Septen auf der Innenseite des Deckelapparates in zwei
wohlcharakterisirte Gruppen, die der Calceoliden oder Heterotoechidae , bei
denen der Deckel auf der Innenseite ein grosses Mittelseptum und zahl-
reiche kleinere besitzt und die der Araeopomatiden oder Homotoechidae, bei
denen die Innenseite der Deckel mit gleichartigen Septen besetzt ist ohne
Mittelseptum.
Die einzelnen Gattungen werden unterschieden nach der Zahl der
Deckel, die bis auf vier steigen kann, der Art der Knospung u. s. w.
Ordn. Anthozoa operculata.
1. Farn. Calceolidae od. Heterotoechidae.
Korallen, deren Deckelklappen, seien sie einzeln oder mehrfach,
an der Innenseite ein grosses Mittelseptum zeigen. Am Schloss-
rand tritt an seine Stelle eine von zwei Septalleisten umgebene
Grube. Im Inneren zeigt das Corallum wagrechte oder schräg-
stehende Böden mit blasenförmigen Zwischenräumen. Die Fort-
pflanzung kommt durch calycinale Knospung oder Stolonenbildung
zu Stande.
Die nächste Verwandtschaft bietet Omphyma, Choro-
phyllum u. a.
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882.
707
Die Gattungen lassen sich folgendermassen trennen.
A. Opercularapparat aus einer Klappe bestehend.
1. Ohne Knospung, der Kelch mit dicht übereinander liegenden
Tabulae, bei einigen ein dichtes Corallum ohne blasige
Innenräume.
C a 1 c e 0 1 a.
2. Mit Knospung und blasiger Struktur.
Rhizophyllum mit schwach ausgebildeten Septen.
Platyphyllum mit wohl ausgebildeten Septen.
B. Der Deckelapparat besteht aus vier Klappen.
Goniophyllum mit Knospung und Stolonen. Innere
Struktur blättrig.
Fam. Araeopomatidae s. Homotoechidae.
Die Familie unterscheidet sich von der vorigen dadurch, dass
die Leisten auf der Unterseite des Deckels gleich gross und gleich
entwickelt erscheinen , ohne dass ein Mittelseptum hervortritt.
Dem entsprechend entbehrt auch der Kelch grosser vorragender
Mittelsepten.
Nach Beschaffenheit des Deckels lassen sich drei Gattungen
unterscheiden, von denen die letzte vorläufig nicht benannt wird,
da bis jetzt nur ein Deckelstück davon gefunden wurde.
Gen. 1. Araeopoma n. g. mit vier, zuweilen abfallenden und
durch neue ersetzten, triängulaeren Deckelklappen,
von denen je eine von dem Seitenrand des vier-
kantigen Corallums entspringt.
A. prismaticum für Cystiphyllum prisma-
ticum Lindstr. Aus Mergel in Gothland.
Gen. 2. Rhytidophyllum n. g. mit einer einzigen Deckelklappe,
die einen calceolaähnlichen Kelch bedeckt.
Rh. pusillum n. sp. In dem oberen Mühlstein-
kalke von Gothland in dünnen Mergelbändem.
Gen. 3. Gen. in ed. Einfacher? Deckel, halb elliptisch,
mit breiten , dicht sitzenden Septen auf der
Innenseite.
Alle Arten werden ausführlich beschrieben und dabei zahlreiche neue
Beobachtungen mitgetheilt.
Ueber Rhizophyllum Lindstr. erfahren wir, dass die Arten der
Gattung bald Einzelkorallen, bald grosse durch Knospung entstandene
Kolonieen darstellen. Die Knospung ist entweder calycinal, oder sie geht
von Wurzelausläufem aus, die Ausläufer betrachtet der V. als Stolonen. Bei
Rhizophyllum attenuatum Lyon dienen diese Stolonen theils dazu
benachbarte Kelche gegenseitig zu verbinden, theils entwickeln sie sich
selbst zu vollkommenen Kelchen. Bei Goniophyllum, das zu den vier-
klappigen Calceoliden gehört, findet der Verf. nach Struktur und Form,
Die
Septen im
Deckel sind
schwache,
fadendünne
Strahlen.
708 Th. Studer; Jahresbericht über die Leistungen in der
wie Exemplare mit den Deckelklappen in Situ zeigen, die Deckelklappeu
sich nach ihrer Lage verschieden verhalten.
Man kann eine vordere und eine hintere oder dorsale und ventrale,
sowie eine rechte und linke unterscheiden. Die dorsalen und ventralen
sind trapezoidisch , die lateralen triangulaer. Die Korallen scheinen ihre
Deckel periodisch abgeworfen und wieder ersetzt zu haben. Die ab-
geworfenen Deckel blieben oft an der Wand des Kelches hängen und
verschmolzen mit derselben. Ein solches Beispiel zeigt ein Exemplar
von Goniophyllum pyramidale, das abgebildet ist, noch häufiger
finden sich bei Araeopoma Deckel in der Kelchwand eingebettet. Die von
unten nach oben an Grösse zunehmen.
Ueber die Entwicklung der Septen gab die Untersuchung von Gonio-
phyllum pyramidale Aufschluss. Im jüngsten Stadium ist gar kein
Septum entwickelt, dann bildet sich ein Primaerseptum von der sogenannten
dorsalen Seite des Kelches aus , von da ein rechtes und linkes Median-
septum und zuletzt ein ventrales, das sich viel später entwickelt. Eine
ähnliche Entwicklung der Septen soll bei den meisten rugosen Korallen
stattfinden.
Im Zusammenhang mit den deckelführenden Korallen werden noch
einige Formen beschrieben, bei welchen gewisse Exothecalstrukturen vor-
kommen, die man als mehr oder weniger homolog mit den Opercular-
valven betrachten] kann. Bei Pholidophillum tubulatum sind die
Costae überzogen von einer doppelten Reihe von rhombischen Kalkschuppen,
die sich gegenseitig dachziegelartig decken, dieselben bilden einen ganzen
üeberzug über den Kelch. Längsschnitte zeigen, dass diese Schuppen mit
ihi'er Basis in der Wand des Kelches eingebettet sind. Bei Syringo-
phyllum Organum L. bedecken ähnliche Schuppen von eigenthümlicher
Gestalt die Aussenseite des Kelches.
Als weitere Beispiele vom Vorhandensein von Schuppen und Deckeln
bei Anthozoenkclchen verweist der Verf. auf Primnoa lepadifera, bei
welcher der Kelch durch acht Schuppen deckelartig verschlossen werden
kann, wobei wie bei Goniophyllum die Deckelklappen in Form und
Grösse nach ihrer Lage verschieden sind.
Zum Schluss bespricht der Verf. noch die Verwandtschaft der
deckelführenden Korallen. Die Calceoliden haben ihre nächsten Ver-
wandten in den Gattungen Omphyma und Chonophyllum, während
die Araeopomatiden, nach ihrer blasigen Innenstruktur sich am
nächsten an Cystiphyllum anschliessen. Das Vorhandensein oder Fehlen
eines Deckelapparates betrachtet Verf. als von geringer systematischer
Bedeutung.
Zum Schlüsse folgt noch eine Tabelle über das Vorkommen der
beschriebenen Formen und ihren verwandtschaftlichen Zusammenhang.
Goniophyllum pyramidale lässt sich von den rothen Mergel-
kalken des oberen Silur bis in das oberste Lager der Formation verfolgen,
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1882. 709
unterliegt aber Veränderungen. Das unterste Lager , die rothen Mergel-
kalke von Visby zeigt G. p. primigena in dem nächstoberen Lager der
Mergelschiefer von Visby, Petresvik, Habblingeo, von Galway in Irland
findet sich G. p. mutatio prima, in den darüber liegenden Kalksteinen
von Visby, Sitto, Lan , Dudley in England, der Niagaraformation N.
Amei-icas und Shenzi in China G. p. mutatio secunda.
Rhizophyllum gothlandicum tritt zuerst in den Mergelschiefem
von Visby etc. der Obersilurformation, auf, in den Kalksteinen von
Visby, England, Niagara tritt eine Varietät auf R. g. mutatio und diese
bildet den üebergang zu der fixirten Art des R. Gervillei im unteren
Devon. Aehnliche Erscheinungen bieten die Vorkommnisse von Araeo-
poma prismaticum und Pholidophyllum tubulatum.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschiclite der frei-
lebenden Würmer in den Jahren 1882 und 1883.
Von
Prof. Dr. Max Braun
in Dorpat.
I. Allgemeines.
Die Neubearbeitung der Protozoa in Bronns Klassen
und Ordnungen des Thierreichs durch Bütschli ist bis zur
25. Lieferung fortgeschritten; es werden darin der Schluss der
Heliozoen, die Radiolarien, Sporozoen und Mastigophora resp.
Flagellaten behandelt. Auch vom folgenden Bande Spongia
ist eine neue Auflage von der Verlagsbuchhandlung heraus-
gegeben worden und zwar aus der kundigen Feder von Vos-
maer; die übrigen begonnenen Abtheilungen werden mit Aus-
nahme der Vögel fortgesetzt, dagegen harren die Würmer noch
ihres ersten Bearbeiters.
Das „Handwörterbuch der Zoologie etc.," eine Ab-
theilung der Trewendtschen Encyclopädie der Naturwissenschaften
ist ebenfalls um einige Lieferungen fortgeschritten.
Gross ist wiederum die Zahl der Hand- und Lehrbücher,
von denen Ref. jedoch nur einen Theil kennt; von Claus' Hand-
buch der Zoologie ist die zweite Auflage erschienen, welche
den grossen Vorzug vor den „Grundzügen" und der ersten Auf-
lage desselben Verfassers besitzt, dass sie mit schönen, in-
struktiven Holzschnitten reichlich ausgestattet ist; hoffentlich
entschliessen Verfasser und Verlagsbuchhandlung sich, auch
die Grundzüge in gleich vorzüglicher Weise auszustatten.
Auch 0. Schmidt hat sein Handbuch der verg}. Ana-
tomie in achter Auflage mit lUustr. herausgegeben (Jena 1882).
Prof. Dr. Max Braun: Ber. üb. d. Leist. i. d. Naturgesch. etc. 711
H. Ludwig giebt eine neue Bearbeitung der bekannten,
trefflichen Synopsis von Leunis heraus, an der man überall
die bessernde Hand erkennt, ohne dass jedoch das Werk an
seiner eigenthümlichen, bewährten Einrichtung Einbusse erleidet;
erschienen ist der erste Band, behandelnd: Wirbelthiere und
Mollusken.
Ferner in deutscher Sprache:
0. Lu barsch: System. Grundriss der Zoologie. Th. 2.
Wirbellose Thiere. Berlin 1882.
C. Leonhardt: Vergleich. Zoologie. Jena 1882. Mit
zahlr. Tafeln. Die Abbild, sind leider grösstentheils falsch und
ungenau.
A. Brass: Abriss der Zoologie. Leipzig. Mit zahlr. Abb.
A. V. Mojsisovics: System. Uebers. des Thierreichs zum
Gebrauch bei akad. Vorl. Graz 1882.
Reicher ist die französische Litteratur an neuen „Zoologien":
A. Milne-Edwards: Zool. method. et descript. avec
487 fig. Paris 1883.
Derselbe: Anat. etphysiol. animal. avec 311 fig. Paris 1883.
S. Meunier: Anat. et physiol. Zoologie. Paris 1883.
E. Perrier: Elements de Zoolog, avec 435 fig. Paris 1883.
H. Sicard: Elements de Zoolog, avec 758 fig. Paris 1883.
C. Vogt et E. Yung: Traite d'anatom. comparee prat.
1 livr. Paris 1883.
H. Fahre: Lect. sur la Zoologie. Paris 1882.
E. Perrier: Anat. et phys. animal. Paris 1882. Mit 328 fig.
J. L. de Lanessan: Traite de Zoologie. I Protozoaires.
Paris 1882. 300 fig.
P. Bert: Lect. sur l'histoire naturelle des animeaux etc.
Paris 1882. 15 fig.
A. Dubois: Manuel de Zoolog. Brux. 1882. 177 fig.
Von englischen Werken sind Ref. folgende dem Titel nach
bekannt geworden:
H. A. Nicholson: Synops. of the classific. of the animal
kingdom. With 146 ill. Edinb. 1882.
lUustr. of new or rare anim. in the Zool. Soc. liv. Coli,
nature XXVI. p. 603. XXVIL p. 151. p. 415.
W. K. Brooks: Handbook of invertebrate Zoology (espec.
Morpholog.) for Laborat. Boston 1882. Mit 202 fig.
Die spanischen „Elementos de Zoologia" von L. Perez-
712 Pi'of. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Areas (Madrid 1883) mit 370 Holzschnitten hat Ref. in Spanien
gesehen; sie behandeln Wirbelthiere, Mollusken und Arthro-
poden, besonders Insekten recht ausführlich, schenken jedoch
den niederen Thieren sehr wenig Aufmerksamkeit.
Die von A. Bogdanow in russischer Sprache erschienene
„Medizinische Zoologie I. Allgem. einl. Daten u. Ansch."
Moskau 1883 mit 3 Taf. ist Ref. nicht zu Gesicht gekommen.
Auch neue Zeitschriften resp. Publikationsserien haben das
Licht der Welt erblickt: unter der Direktion von H. Fol wird
ein Recueil zoolog. suisse herausgegeben, in welchem Arbeiten
Schweizer Gelehrter aus dem Gebiete der Zoologie mit ihren
Nebenfächern in deutscher, italienischer oder französischer
Sprache erscheinen sollen.
In ähnlicher Weise haben die italienischen Biologen sich
zur Herausgabe der „Archives italiennes de Biologie;"
revue, resumes, reproductions des travaux scientif. Italiens sous
la direction de C. Emery et A. Mosso, Turin, geeinigt, was
um so mehr zu begrüssen ist, als sehr viele italienische Arbeiten
in kaum zugänglichen Vereinszeitschriften begraben liegen, deren
Inhalt man jetzt wenigstens in einem Referat kennen lernt.
A. Schneider vereint die im Breslauer zoologischen Museum
entstandenen Arbeiten in einem besonderen Journal: „Zoolo-
gische Beiträge," von denen das erste Heft des ersten Bandes
erschienen ist.
Die „uatuurwetensch. Genootschaft" von Gent giebt eine
neue Zeitschrift: Natura, Maandsch. voor Natuurweetensch.
Jaarg. I. 1883. heraus, die Ref. nicht gesehen hat.
Auch Marion vereint die Arbeiten über den Golf von Mar-
seille zu einer besonderen Publikation: Annal. du Mus. d'hist.
nat. de Marseille, die schon im ersten reich ausgestatteten
Band werthvolle Beiträge zur Fauna des Golfs von Marseille bringen.
Ebenso werden die Arbeiten der neuen französ. Station in
Villafranca in den Mem. de la Station marit. de Villafranche.
Paris 1882—83. 8^7 pl. zusammengefasst.
Endlich sind noch zu erwähnen A. Goette: Abhandl. zur
Entwicklungsgeschichte der Thiere; erstes Heft: Untersuchungen
zur Entwicklungsgesch d. Würmer, beschreibender Theil, Leipz.
1882 und A. Brass: Biolog. Studien I. Organis. d. thier. Zelle.
Halle 1883; beide werden an entsprechender Stelle berück-
sichtigt werden.
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 713
Von Werken und Arbeiten allgemeinen Inhalts darf
wohl Flemming's: „Zellsubstauz, Kern- und Zelltheilung" (Leipz.
1882) allen anderen vorausgestellt werden; der Autor giebt in
diesem Werke eine durch treffliche Zeichnungen illustrirte Dar-
stellung unsers Wissens von der Zelle, das ja bekanntlich durch
Flemming selbst in sehr bedeutender Weise gefördert wurde.
In Gegensatz zu Flemming und den bisherigen Ansichten
über die Zellen stellt sich A. Brass, der mehr vom Standpunkt
des Physiologen Zelle und Zellleben unter verschiedenen Be-
dingungen studirt und seinen nur zum kleinsten Theil vorliegen-
den Untersuchungen eine Zusammenfassung der Resultate voran-
gestellt hat. Nach Brass sind für jede der Hauptfunktionen,
welche eine Zelle auszuführen hat, verschiedene Piasma-
theile vorhanden; der Autor unterscheidet zunächst bei Eizellen
und freilebenden Zellen zwischen centralen und peripherisch
gelegenem Plasma; das erstere trennt sich in Kern-, Ernäh-
rungs- und Nahrungsplasma, das letztere in Athmungs-,
Bewegungs- und Hüllplasma. Das Kernplasma ist ho-
mogen oder von Körnchen- und Fadennetzen durchzogen und
findet sich bei allen Zellen, selbst Bacterien und Moneren; das
Fadennetz, dessen bei der Kerntheilung auftretende Umformung
durch Bewegung des Kernplasma's gebildet wird, ist eingela-
gerte, noch nicht assimilirte oder an den physiologischen Funk-
tionen nicht activ Theil nehmende Substanz ; eine Kernmembran
ist nicht gefimden worden. Das farblose, homogene Ernäh-
rungsplasma liegt um das Kernplasma und bildet bei der
Kerntheilung die strahlenförmigen Figuren; es verschmilzt zum
Theil mit dem Kernplasma und übernimmt die Funktionen der
Assimilation des Nahrungsplasmas; es ist derjenige Bestandtheil
der Zelle, der mit dem Kernplasma zusammen die Vermehrung
der Zelle einleitet. Als Nahrungsplasma wird die mecha-
nisch oder durch Osmose aufgenommene Nahrung bezeichnet,
die als Körnchen oder Bläschen dem Nährplasma auf- und ein-
gelagert ist; es wird von letzterem durchsetzt resp. die gröberen
Körnchen von demselben umflossen. Auch das Athmungs-
plasma ist homogen oder feinkörnig, liegt dem Nahrungsplasma
auf resp. direkt unter der Eihaut bei Eiern; es besorgt die
Aufnahme des Sauerstoffes und die Ausscheidung der Kohlen-
säure. Das farblose, homogene Bewegungsplasma (contractile
Substanz) liegt ganz äusserst dem Zellleibe auf; es entsendet
714 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Pseudopodien, Cilien, bewirkt die Fortbewegung des Körpers,
Herbeischaffung der Nahrung und Formveränderung. Vielleicht
nur eine Modification des Athmungs- und Bewegungsplasmas
scheint das Hüllplasma zu sein, das ein- oder mehrschichtig
auftritt. Unter den Zellderivaten (Chitin, Hörn, Kalk, Kiesel-
säure etc.) unterscheidet B. die organischen und anorganischen;
erstere finden sich wohl bei einer jeden Zelle, letztere sind auf-
genommene Fremdkörper, deren Ueberschuss dort zur Ablagerung
kommt, wo Ruhepunkte im lebenden Plasma sind; sie sind da-
her unter Umständen klare Beweise für die Strömungen inner-
halb der Zellen. Nach diesen der Brass'schen Arbeit fast wört-
lich entnommenen Sätzen darf man auf die Beweise gespannt
sein; über das Empfindungsvermögen des Protoplasmas wird
Nichts erwähnt; was bisher vorliegt, gehört unter die Pro-
tozoen, wo es referirt wird {Biolog. Studien. 1. erstes Hft.
p. 16—22).
Derselbe machte weitere Mittheilungen über „die chromatische
Substanz in der thierischen Zelle," die als sekundär in die Zelle
eingelagertes Nahrungsmaterial, das durch Fastenlassen aus den
Zellen entfernt werden kann, betrachtet wird (Zool. Anz. 1883
p. 681—683).
P. Fraisse verwerthet diese Angaben für seine Funde an
Zellen sich regenerirender Theile, welche gegen alles Erwarten
trotz zahlreicher Theilungen keine Strahlenfiguren erkennen
lassen, was nun damit erklärt wird, dass diese sich rasch thei-
lenden Zellen noch kein genügendes Nahrungsmaterial auf-
genommen haben, das in Form von Körnchen als Reserve-
material in den Zellen angehäuft sei (Zool. Anz. 1883 p. 683—685).
Vergl. hierzu die Bemerkungen Flemmings (Z. A. 1884
p. 96—100 u. 246), Fraisse's (ibidem, p. 172—175) und Brass'
(ibidem p. 246—247).
Die wohl auch auf eigene Untersuchungen basirte Arbeit
von J. B. Carnoy: Biologie cellulalre etude comp, de la cell, dans
les deux regnes au triple point de vue anatom., chim. et physiol.
avec 400 grav. orig. Lierre 1883. 8^ hat Ref. nicht gesehen.
Auf Frommann's vorl. Mitth. über „Struktur, Lehenserschei-
nungen und Reaktionen thierischer und pflanzlicher Zellen" sei hiermit
verwiesen (Jen. Zeitschr. f. Naturw. XVI. 1883. Sitzgsb. p. 26—45).
EoUmann^S Aufsatz: „Uher thierisches Protoplasma" ist im
Wesentlichen referirend (Biol. Centralbl. II p. 70 — 80 und
p. 102-109).
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 715
J. Künstler: De la Constitution du protoplasma in BuU. scientif.
Dept. d. Nord. V 1882. p. 196—203 kennt Ref. nicht.
0. Loew bringt einen „weiteren Beweis, dass dasEiweiss
des lebenden Protoplasmas eine andre chemische
Constitution besitzt als das des abgestorbenen" in Pflüg.
Arch. f. d. ges. Phys. XXX p. 348.
Dass es möglich ist, gewisse organische Formen künstlich
herzustellen, ist namentlich durch die altern Untersuchungen
von Hartig bekannt ; neue Beispiele in dieser Beziehung bringen :
D. Monnier und Ch. Vogt: note sur la fahrication arti-
Jicielle des formes des elem. organ, in Journ. de Vanat, et de
la pJiysiol. XV 111 p. 117—112 2 pL; interessant dürfte sein, dass
Lösungen gewisser anorganischer Salze konstant pseudorganische
Bildungen beim Mischen hervorriefen (cf. auch H. Valin: an
exper, in artific. prod. of organ. forms in Journ. R. micr. Soc. (2)
III. II. p. 190—191 u. Amer. natural. XVH. p. 232—234).
R. Wiedersheim's Mittheilung „Uher die mechanische Auf-
nähme der Nahrungsmittel in der Darm Schleimhaut" geht
von den bekannten und durchaus nicht vollständig angeführten
Beobachtungen über intracelluläre Verdauung bei niederen
Thieren aus, giebt einige Notizen über das Verhalten der
Darmschleimhaut bei Amphibien und endet mit einigen „Re-
flexionen," die speziell Wirbelthiere betreffen {Festschrift der
56. Vers. d. Natur f. u. Aerzte geio. v. d. naturf. Ges, Freib. in B.
1883. S. A.
Aus den wichtigen Untersuchungen von El. Metschnikoflf
über die intracelluläre Verdauung bei loirbellosen Thieren
geht hervor, dass ausser den Entodermzellen auch die Ectoderm-
und Mesodermzellen die Fähigkeit haben, körperliche Theile in
sich aufzunehmen und zu verdauen; speziell konstatirt wurde
dies für das Ectoderm bei Plumularia, Actinia mesembryanthe-
mum, Bunodes sabelloides, für das Mesoderm speziell den
amöboiden Zellen desselben bei Spongien, Echinodermen (Resor-
ption bei Auricularia und Bipinnaria) Aurelia aurita, Callianira,
Beroe, Pilidium, Phylliroe bucephalum; der Autor, der über
das Verhalten des Entoderms bei der Verdauung später zu refe-
riren verspricht, sieht in der verdauenden Thätigkeit des Ecto-
und Mesoderms bei anderen Thieren ein altes Erbstück von
denjenigen Protozoen colonien, aus denen sich die niedersten
Metazoen entwickelt haben. Selbst nach der Differenzirung
716 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
der Keimblätter trat die Arbeitstlieilimg nicht gleich ein; am
frühesten verliert das Ectoderm seine verdauenden Eigenschaften,
dagegen behalten die Mesodermzellen dieselben lange bei, ja
selbst dann, wenn das Entoderm allein verdaut und die intra-
celluläre Verdauung durch eine enzymatische ersetzt wird, soll
das Mesoderm die Aufgabe haben, unnützliche und schädliche
Stoffe zu verarbeiten resp. zu zerstören (Arb. a. d. zool. Inst,
d. Univ. Wien. Bd. V. 2. Hft. p. 141—168. mit 2 Taf.).
Nicht gesehen hat Ref. die Notiz von Em. Bourquelot:
des pJienom. de la Digestion cTiez les animaux invertebres in Rev.
scientif. XXXI. p. 785—791 ; ebenso nicht eine Abhandlung von
P. Loye: les Umites du regne animcd et du regne vegital (ibidem,
p. 34—42).
Auch Leydig hat erneute „Untersuchungen zur Ana-
tomie und Histologie der Thiere" angestellt; die umfang-
reiche, eine grosse Zahl von Einzelbeobachtungen an den ver-
schiedensten Thieren enthaltende Arbeit zerfällt in zwei Theile;
im ersten werden Integument und Sinnesorgane von indischen
Cyprinoiden, eines blinden Fisches und Krebses der Mammuth-
höhle abgehandelt, der zweite betrifft Zelle und Gewebe; bei
der Fülle der Angaben erscheint ein Referat unthunlich, wir
erwähnen daher aus dem zweiten Abschnitt nur die Stichworte:
Schwammiges Gefüge der Zellsubstanz, Körnchen derselben,
freier Raum um den Kern, Secretraum, intracellulare Gänge,
Auskleidung derselben mit Cuticula, poröse Aussenfläche des
Protoplasma, Intercellulargänge, Kern und Kernkörperchen und
Schaltzellen; hierauf werden Samenfäden, Flimmerhaare und
Nerven der Drüsenzellen abgehandelt; zuletzt finden wir All-
gemeines über die Zelle. Wohl jeder wird Leydig dankbar
sein, dass diesmal ein Register des Genaueren über die Einzel-
beobachtungen an den verschiedensten Thieren und über ver-
schiedene Fragen Auskunft giebt (Bonn 1883. 8 Taf. 174 S.
gr. 8°).
Die Entdeckung K. Brandt's über die Natur der grünen
Körperchen verschiedener Thiere (cf. Jahrb. 1880/81 p. 264)
hat weitere Mittheilungen veranlasst, die hier nur angezogen
werden, soweit sie allgemeinerer Natur sind. K. Brandt be-
handelt in einer Fortsetzung seiner ersten Arbeit besonders die
„gelben Zellen," welche bei Protozoen, Spongien, zahlreichen
Coelenteraten, bei Echinodermen, Bryozoen, Turbellarien und
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 717
Anneliden vorkommen und die wahrscheinlich zur Ruhe gekom-
mene Schwärmzustände gewöhnlicher Meeresalgen aus der
Gruppe der Melanophyceen sind. Auch bei diesen Thieren
kommt der Verfasser zu dem Resultat, dass dieselben durch
die Assimilationsthätigkeit ihrer eingemietheten Algen ernährt
und vor dem Hungertode bewahrt werden können ; freilich zeigt
die schliesslich eintretende Verringerung der Körpermasse, dass
auf die Dauer von diesen Thieren auf animalische Kost nicht
verzichtet werden kann (üeber die morph. u. phys. Bedeut.
des Chlorophylls hei Thieren in Mitth. a. d. zool. Station Neapel
Bd. IV p. 191—302 7nit Z Taf.
G. Entz, der schon vor Brandt über diese Verhältnisse
orientirt war (cf. J. B. 1881/82 p. 264), fasst unsre Kenntnisse
in einem kleineren Artikel: „Das Consortialverhältniss von Algen und
Thieren" zusammen (Biol. Centralblatt II. p. 451—464), ebenso
Klebs*. Symbiose ungleichartiger Organismen (ibidem, p. 289, 321,
385) und 0. Hertwig : Die Symbiose oder das Genossenschaftsleben im
Thierrdch Vortr. a. d. 56. Naturf. - Vers, in Freib. 1883 (mit
1. Taf. Jena 1883).
Die Ansicht der genannten Autoren über die Natur nament-
lich der grünen Körperchen bei verschiedenen Thieren (Algen)
steht nicht unwidersprochen da; 0. Ray Lankester und P. Ged-
des suchen darzuthun, dass die grünen Körper bei Spongillen
und Hydren vom Thier erzeugt sind (Quart. Journ. of micr. sc.
p. 229-254 resp. Nature Vol. 25 No. 639 und No. 642); mit
ihren Einwürfen dürften Beide wohl wenig Anhänger finden.
Anders verhält es sich mit Beobachtungen von Th. W. Engel-
mann; dieser ausgezeichnete Forscher fand diffus grüne Vorti-
cellen und zwar sass der Farbstoff im Ektoplasma; die Unter-
suchung ergab, dass erstens diese Thiere durch ihren Farbstoff
im Lichte zu assimiliren vermögen, dass zweitens der Farbstoff
an das eigne, lebendige Körperplasma gebunden und drittens
von Chlorophyll nicht zu unterscheiden sei. Hoffentlich ver-
anlassen Engelmann's Beobachtungen weitere Untersuchungen
{Ueber thierisches Chlorophyll in*. Pflügers Arch. f. d. ges.
Physiol. d, Mensch, u. d. Thiere Bd. XXXIl p. 80—96. 1883).
Auf Froscheier und Larven hat H. de Varigny die ver-
schiedenen Salze des Meerwassers einzeln in dem zukommenden
Lösungsverhältniss einwirken lassen, um festzustellen, welches
von den Salzen den schädlichsten Einfluss ausübe ; er fand, dass
718 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
weder schwefelsaure Magnesia (2,20 gr. auf 1000 aq.), noch
Chlorkalium (0,7 : 1000), noch Chlormagnesium (3,5 : 1000)
einen schädlichen Einfluss ausüben, allein jedoch Chlornatrium,
das aber in starker Lösung (20 : 1000 resp. Seewasser mit
einem gleichen Theil Süsswasser gemischt) angewendet bald
Eier und Larven tödtet — was sehr natürlich ist, da es bei
dieser Wirkung weniger auf die Art des Salzes, als auf die
Conzentration ankommt (Compte rend. Ac. Paris 97. Bd. p. 54
und 55).
Im Anschluss hieran berichtet P. Bert, der schon 1871 ent-
sprechende Versuche angestellt hat, über seine weiteren Resultate,
die eben zeigen, dass das Meerwasser durch Wasserentziehung
auf die Süsswasserthiere verderblich einwirkt und umgekehrt
Süsswasser auf Seethiere; durch allmähliche Conzentration salz-
armen Wassers können Süsswasserthiere der verschiedensten
Klassen einen gewissen Salzgehalt ertragen, sterben jedoch in
der Regel, wenn der Salzgehalt sich dem des Meeres nähert;
ebenso können Seethiere, deren Seewasser allmählich versüsst
wird, eine Zeit lang aushalten, bis sie schliesslich doch sterben.
Bert stellt Versuche an Seethieren in Aussicht, deren Seewasser
allmählich an Salzgehalt zunehmen soll (ibidem p. 134 — 136).
Durch diese Mittheilungen sieht sich F. Plateau veranlasst,
die Resultate seiner schon 1870 in dem Mem. cour. et mem.
des sav. etrang. de l'Acad. roy. de Belg. XXXVI erschienenen
Arbeit kurz anzugeben (Compt. rend. 97 p. 467 — 469).
Auch Räuber berichtet über den Einfluss dünner
Kochsalzlösungen auf verschiedene Thiere, ausge-
wachsene sowohl wie Embryonen; Süsswasserinfusorien starben
bald in einer y^ — 1 °/o Lösung; Hydra viridis und fusca ver-
tragen nicht '/a 7o> Planarien, Nephelis und Branchiobdella ver-
tragen 1 7oige Kochsalzlösung nicht 24 Stdn., Daphnien hielten
sich mehrere Tage in V2 % Lösung, starben aber in stärkeren
Lösungen ; Astacus fluviatilis lebte in 1 % iger, Asellus aquaticus
in 1 — IV2 7o Lösung einige Tage; Embryonen von Planorbis
und Limnaeus vertragen V2 7o ganz gut, in stärkerer Lösung
starben sie ab; ebenso verhielten sich einige Fische. Auch
Versuche über die Widerstandskraft verschiedener Thiere gegen
erwärmtes Wasser hat R. angestellt, ohne anzugeben, wie der
durch die Erwärmung des Wassers bedingte Verlust an atmo-
sphärischer Luft ersetzt worden ist {Oceanver suche an Em-
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 719
hryonen und Erwachsenen in: Sitzgsh. d. naturf. Ges. Leipzig,
X, Jahrg. 1883. Leipz. 1884. p. 79—85.
E. Yung setzt seine: „Contrib. ä l'histoire de l'in-
flueuce des milieux physico-chimiques sur les etres
vivants" fort; der bisher publicirte Theil handelt von dem
Einfluss verschiedener Nahrung auf die Entwicklung von Frosch-
larven (Arch. de Zool. exper. et gen. 2 ser. I. 1883 p. 31 — 55).
Von C. Fr. W. Krukenberg's „Vergleichend-physio-
logischen Studien" sind 3 Hefte der zweiten Serie erschienen
(Heidelberg 1882); Hft. 1 enthält: Der physiologische Vergleich,
zur Kenntniss der organischen Bestandtheile der thierischen
Gerüstsubstanzen, zur Nervenphysiologie der Echinodermen,
zur vergleichenden Physiologie der Lymphe, der Hydro- und
Haemolymphe, zur Kritik der Schriften über eine sogenannte
intracellulare Verdauung bei Coelenteraten .... Einfluss der
Kohlensäure auf die Muskeln der Actinien und Medusen; die
zweite Abtheilung enthält Mittheilungen über Pigmente bei
Wirbelthieren und neben anderem hier nicht interessirenden :
über Bonellein und über Blut und Lymphe von Arenicola pi-
scatorum; die dritte Abtheilung wendet sich den Pigmenten bei
wirbellosen Thieren besonders zu, betrifft jedoch auch Pigmente
und Farbstoffe von Wirbelthieren.
Die Arbeit von Koehler: Rech, physiol. sur l'action des
poisons chez les Invertebres. Nancy 1883 kennt. Ref. nicht.
S. J. Lnbbock: on the sense of color among some of the
lower animals in Journ. Linn. Soc. London. Zool. XVH p. 205
bis 214.
W. Vignal's Arbeit: rech, histolog. sur les centres
nerveux des quelques Invertebres betriflft Crustaceen,
Mollusken, Hirudineen und Oligochaeten — rein histologisch
(Arch. de Zool. exper. et gener. 2 ser. tom. I. 1883. p. 267
bis 412. 4 pL).
Die Bedeutung der Keimblättertheorie für die
Individualitätstheorie und den Generationswechsel
(In. Diss. Jena 1883) behandelt C. Hauptmann.
Die nicht in den Rahmen unseres Berichtes gehörenden
Arbeiten von Pflüger und Born über die das Geschlecht be-
stimmenden Ursachen scheinen einige Mittheilungen hervor-
gerufen zu haben, von denen wir hier anführen: F. Simon, Die
Sexualität und ihre Erscheinungsweisen in der Natur.
Arch. f. Natm-gesch. IL. Jahrg. 2. Bd. WW
720 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
In. Diss. (Jena) Breslau 1883. und K. Düsing: Die Factoren,
welche die Sexualität entscheiden in Jen. Zeitschr. f. Naturw.
XVI. 1883. p. 428—464, auf die einzugehen vorbehalten bleibt,
wenn sie ausführlich erschienen sein wird.
Erneute Untersuchungen über „das Ei und seine Be-
fruchtung" hat A. Schneider angestellt; die mit 10 Tafeln
ausgestattete Arbeit zerfällt in drei Abschnitte; im ersten wird
das Ei und das Eindringen der Spermatozoen bei Nematoden,
Turbellarien, Hirudineen und Echinodermen abgehandelt, im
zweiten Spermatozoenentwicklung bei Nematoden, Turbellarien,
ferner Spermatophoren bei Insecten, Arachnoiden, Myriapoden,
Crustaceen, Mollusken, Plathelminthen, Chaetopoden und Verte-
braten. Im letzten Abschnitt erhalten wir eine Uebersicht der
Ergebnisse; Sehn, definirt das Ei als eine mit keiner anderen
Zelle verwachsenen, möglichst einfache Zelle und das Sperma-
tozoen als eine möglichst einfache, mit anderen Zellen nicht
zusammenhängende, sich bewegende Zelle. Die spezielle Beob-
achtungen dieses Autors werden unten aufgeführt werden (Bres-
lau. Bern 1883. 4*^).
Die Mittheilung von Schenk: „Beitrag zur Lehre über
die Bildung der homogenen Zwischensubstanz im
Eichen der Wirbellosen" betrifft Periplaneta orientalis
(Mitth. a. d. embryol. Inst. d. K. K. Univ. Wien. II. Bd.
2. Hft. p. 95—104. mit 1 Taf. 1881).
Endlich möchte Ref. auf einige Arbeiten allgemeineren In-
halts hinweisen, welche zum Theil die schwierigsten Probleme
behandeln; es sind von A. Weismann: Ueber die Dauer
des Lebens. Jena 1882; über die Vererbung, ibidem
1883, von A. Goette: Ueber den Ursprung des Todes.
Hamb. u. Leipz. 1883 und die darauf erfolgte Antwort von
Seiten A. Weismann's: über Leben und Tod. Jena 1884.
Ein Eingehen auf den Inhalt erscheint jedoch an dieser Stelle
unthunlich.
Unbekannt sind dem Ref. geblieben S. Philipp: Ueber
Ursprung und Lebenserscheinungen der thierischen Organismen
— Lösung des Problems über die ursprüngliche Entstehung
organischen Lebens in unorganisirter Materie. Leipz. 1882. und
L. Dressel: Der belebte und unbelebte Stoff nach den neuesten
Forsclinngsergebnissen, Freib. 1883.
Für viele Fachgenossen wird die Notiz von Interesse sein,
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 721
dass L. H. Scudder ein Supplement zu dem Nomenciator
zoologicus von Agassiz und Marshall herausgiebt, dessen
erster Theil erschienen ist (Washington 1882. 376 p.); der
Schluss soll das Generalregister enthalten.
II. Faunistisches.
In einem in der K. k. zool. bot. Ges. in Wien gehaltenen
Vortrage sucht Th. Fuchs darzuthun, dass nicht die Tempera-
tur, sondern das Licht von wesentlicher Bedeutung für die
bathymetrische Vertheilung der Organismen im Meere sei; er
unterscheidet demgemäss auch eine Litoralzone bis etwa 40
Faden, wohin das Licht noch dringt und eine Elitoral- oder
Tiefseezone mit den characteristischen Tiefseethieren; nur
verhältnissmässig wenige Arten reichen aus der ersten in die
zweite Zone hinein; die pelagischen Thiere fasst Fuchs als
Tiefseethiere auf, die nur Nachts an die Oberfläche kommen.
Dass in den arktischen Meeren die obere Grenze der Tiefsee-
thiere etwas mehr hinaufgerückt ist, wird mit dem stets niedrigen
Stand der Sonne erklärt, deren Licht selbst im Sommer nur
schräg und daher nicht tief genug einfalle, erklärt (Verh. d.
k. k. zool. bot. Ges. Wien XXII. Sitzungsb. p. 24—28).
Desselben Autors Abhandlung: über pelagische Flora
und Fauna" (Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1882. No. 4),
sowie „Tiefseefauna" (ibidem) ist mehr referirend.
Dasselbe gilt von Moseley's: Pelagic-life (Nature XXVI
p. 559).
Verhältnissmässig rasch sind „die wissenschaftlichen
Ergebnisse der Vega-Expedition von Mitgliedern der
Expedition und anderen Forschern bearbeitet" publicirt worden
(I. Bd. mit 43 Holzschnitten und 11 Tafeln resp. Karten.
Leipzig 1883) ; der stattliche erste Band enthält unter Anderem
„die Evertebratenfauna des sibirischen Eismeeres" von A. Stux-
berg; cf. den J. B. 1880/81 p. 6 u. 7; in einem Anhang wer-
den 64 Malakostraceen, 59 Polychaeten, 47 Bryozoen, 75 Mol-
lusken und 30 Echinodermen des Karischen Meeres aufgezählt.
Von der Originalausgabe ist der II. Band erschienen; er
enthält u. A.: Wiren: Chaetopod. fr. Sibiriska Ishafvet och
Berings haf. p. 381—428 mit Taf. 27—32.
M. Weber's „Verst. oratr. d. vierden tocht van de William
722 Pi'of. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Barents naar de Ijszee in dem zomer 1881. Haevl Bijl. I.
Zool. onderzoek. p. 101 — 115 ist Ref. nicht zugänglich; ebenso
nicht P. Olsson: Nya bidr. tili känned. om Juntlands fauna in
Öfvers. kgl. vet. Akad. Förhandl. 39 No. 10 p. 35, da dieser
Band noch nicht in Dorpat eingetroffen ist.
Die im Kopenhagener Museum aufbewahrte Sammlung von
dänischen und nordischen Annulaten, Gephyreen, Chaetognathen
und Enteropneusten hat G. M. R. Levinsen bearbeitet, die dar-
über vorliegende Mittheilung umfasst jedoch erst einen Theil
der Anneliden, über die weiter unten berichtet wird {Vid.
Meddel. fra naturhisL Forening i Kjohenhnvn for Aar et 1882. Kopenh,
1883 p, 160—251 mit 1 Taf. u. 1883/1. p. 92—144 mit 2 Taf.).
Auch die Fauna des Weissen Meeres wird von russischen
Forschern bearbeitet. L. Cienkowski giebt einen „Bericht über
eine Excursion an's Weisse Meer," der über Fauna und Flora
der Solowetzki'schen Bucht im Allgemeinen handelt und speciell
sich mit Algen und Protozoen beschäftigt; zum Schluss giebt
der Autor eine Aufzählung der von ihm in den Süsswasser-
tümpeln der „Tundra" auf der Insel Solowetzk beobachteten
Organismen, neben Pflanzen 2 Monothalamien , 4 Heliozoen,
15 Flagellaten, 10 Ciliaten, 1 Podophrya, 3 Rotatorien und
Vortex viridis (Arb. der St. Petersb. Naturf.-Ges. Tom. XII. 1.
1881 p. 130—171. 3 Taf., in russ. Sprache).
Der vierte Bericht der Commission zur wissenschaft-
lichen Untersuchung der deutschen Meere in Kiel für
die Jahre 1877-81. VII~XI. Berlin 1882" enthält in der ersten
Abtheilung die Fortsetzung von F. Heincke's Untersuchungen über
die Varietäten des Herings, von W. Giesbrecht: die freileben-
den Copepoden der Kieler Föhrde, H. Lenz: die wirbellosen
Thiere der Travemünder Bucht II. — 3 Protozoen, 4 Spongien,
2 Anthozoen, 3 Hydromedusen, 2 Echinodermen, 3 Turbellarien,
4 Nematoden, 2 Gephyreen, 2 Oligochaeten , 10 Polychaeten,
7 Bryozoen, 19 Crustaceen, 21 Mollusken und 2 Tunicateu, in
Summa mit den im ersten Bericht genannten Arten 140 Spezies.
Ferner ein „Bericht über die Untersuchungen der Danziger
Bucht vom 9.— 15. Sept. 1880" mit 6 Fischen, 17 Crustaceen,
7 Würmern, 6 Mollusken und 1 Bryozoe. Die zweite Abthei-
lung des Commissionsberichtes enthält die Fische der Ostsee
von Moebius und Heincke.
Eine ausführliche Darstellung hat die Ostsee von C. Acker-
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 723
mann erfahren, die auch den Zoologen interessiren dürfte; der
Autor geht am Schluss seines durch Karten und Tabellen reich
illustrirten Werkes auch auf die Thierwelt ein, bespricht die
in den einzelnen Theilen der Ostsee constatirten Thierarten;
ihre Verkümmerung und Verarmung nach Osten hin u. s. w.
(die physische Geographie der Ostsee. Hamburg 1883).
Auf die Schilderungen von E. Friedel: „Thierleben im
Meer und am Strand von Neuvorpommern" sei hier
verwiesen (Zool. Garten 1882).
Ref. hat im Sommer 1883 den finnischen Meerbusen
mit Hülfe der russischen 2Jollkreuzer auf physikalische und fau-
nistische Verhältnisse untersucht, der darüber vorliegende Be-
richt enthält jedoch nur physikalische Angaben (Sitzgsb. d. Dorp.
Naturf.-Ges. 1883).
Die in den Niederlanden eingesetzte Commission zur Unter-
suchung der biologischen Verhältnisse der Auster hat einen
vorläufigen Bericht erstattet, in welchem auch die auf Austem-
bänken vorkommenden Thiere, die zu den Austern in Beziehung
stehen, erwähnt werden; J. v. Rees zählt die Infusorien, G. C. J.
Vosmaer die Spongien, R. Horst die Anneliden, P. P. C. Hoek
die Crustaceen auf (jBy7o5re een overz, gev. van den stand van
het onderzoek de oester etc. in Tijdsch. d. nederl, dierkund,
Vereenig. Bd. VI. 1. Verslagen, p. XXIV—LVllI.
Ein kurzer Bericht über die Reise des „Talisman" im
atlantischen Ocean mit Alph. Milne-Edwards liegt von
diesem vor; die Untersuchungen begannen an der Küste von
Marocco, erstreckten sich über die Kanarischen und Kapver-
dischen Inseln, betrafen dann das Sargassomeer und endeten
bei den Azoren (Compt. rend. Ac. Paris. 1883. 96. Bd. p. 1456).
Die zoologische Ausbeute wird etwas ausführlicher von
A. Milne-Edwards selbst geschildert; es wurden an der afrika-
nischen Küste (120 Schleppnetzzüge) zwischen 500—600 Meter
verschiedene Fische, Kruster, Holothurien, Calveria, von
Schwämmen Askonema und Farrea; in 1000 — 1500 Meter
überwiegen die Fische, manche mit phosphorescirenden Organen ;
verhältnissmässig arm war die unterseeische Ausbeute im Sar-
gassomeer; zahlreiche für die Fauna der französischen Meere
neue und interessante Arten wurden endlich noch im Golf von
Gascogne gefunden (Comptes rend. Ac, Paris 97. Bd. p. 1390
bis 1395).
724 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Der Report on the scientif. results of the voy. of
H. M. S. „Challenger" Zool. V. VI. 1882. enthält unter
Anderem von Hertwig die Actinien, von Herdman die Timicaten.
Die Fauna der Capverdischen Inseln ist von A. T. de
Bochebrune bearbeitet worden; es werden nicht nur Seethiere,
sondern auch Landthiere erwähnt und zwar 1 Nemertine,
11 Gephyreen, 11 Polychaeten, 10 Chitonen, 50 Lamellibran-
chier, 204 Gastropoden (darunter auch solche des Landes und
des süssen Wassers), 28 Echinodermen, 20 Coelenteraten {Mater,
pour la faune d' Archipel du Cap Verl in: Nouv. Arch. du Mus«
d'hist. nat. 2 ser. t. IV Paris 1881. p. 215—338 avec 3 pl.).
Der von E. H. Giglioli auf dem dritten internationalen
Geographencongress gegebene Bericht über das Thierleben in
grösseren Tiefen des Mittelmeeres (Washington, Juli und
September 1881) ist nun auch in französischer Sprache er-
schienen und damit den Zoologen zugänglicher geworden; be-
kanntlich war seit Forbes die Ansicht verbreitet, dass das
Mittelmeer von etwa 360 Meter ab in der Tiefe allen Thier-
lebens entbehre; Giglioli constatirt nun in allen Tiefen (bis
über 3000 Meter) eine verhätnissmässig grosse Anzahl von
Thieren der verschiedensten Gruppen, deren Namen freilich
einstweilen „absolument provisoires" sind; wegen der von etwa
700 Meter ab gleichmässigen Temperatur beginnt die Tiefen-
fauna schon mit 400 Meter und bleibt bis zur grössten Tiefe
ziemlich gleich; an einzelnen Orten war die Individuenzahl
ausserordentlich gross {Ann. des scienc, natur. VI ser, Zool. tom.
XIII, Paris 1882. art. no. IX).
Von den Publikationen der zoologischen Station in
Neapel sind erschienen: V. Chaetognathen von B. Grassi, VI.
Caprelliden von P. Mayer, VII. Cystoseiren von R. Valiante,
VIII. Bangiaceen von G. Berthold.
Die „Annales du Musee d'hist. nat. de Marseille,
tom. I 1882/83 hat Ref. leider noch nicht erhalten; der Bericht
folgt im nächsten Jahre.
Im „Prospetto della Fauna del mare adriatico"
zählt M. Stossich 98 Arten Errantia, 68 Tubicolae, 1 Oligo-
chaeten, 1 Hirudinee, 8 Gephyreen, 11 Echinorhynchen, 29
parasitische, 3 freilebende Nematoden, 16 Nemertinen, 22 Tur-
bellarien, 30 Trematoden und 24 Cestoden auf (Boll. della Soc.
adriat. di Sc. naturals in Trieste. VII. 1882. p. 168—242).
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 725
V. Czerniawsky setzt seine „Materialia ad Zoogra-
phiam ponticam comparatam" fort; Diagnosen und Fund-
ortsangaben sind lateinisch, das übrige russisch; das Vorliegende
behandelt nur Polychaeten (cf. unten) (Bull, de la Soc. Imp.
des Natural, de Moscou. 1882. No. 1. p. 146—198).
Die seit Eröfibung des Suezkanal es eingetretenen activen
Wanderungen der Thierwelt hat C. Keller genauer untersucht
und ausführlich dargestellt; es gehören die wandernden Arten
ausschliesslich der littoralen Fauna; pelagische Arten, welche
dem rothen und mittelländischen Meere gemeinsam sind, sind
wahrscheinlich durch einen zur Quartärzeit vorhandenen Meeres-
arm vorgedrungen; die grösste Neigung zum Wandern haben
die Mollusken, die geringste die Echinodermen und Coelente-
raten, eine mittlere Würmer, Criistaceen und Fische; grössere
Raubthiere der littoralen Region haben noch nicht zu wandern
begonnen; ausgeschlossen von der Wanderung dürften die spe-
zifischen Riifbewohner sein. Zur Veranschaulichung der ein-
getretenen Wanderung ist ein übersichtliches Migrationsschema
der Arbeit beigegeben (Die Fauna im Suez-Kanal und die Dif-
fusion der mediterranen und erythraeischen Thierwelt. Zürich
1882. Sep. Abdr. woher? 4°. 38 p. mit 1 Taf. u. 1 Karte.
Th. Studer hat auf dem zweiten deutschen Geographentag
über die „wissenschaftlichen Ergebnisse der Gazelle-
Expedition" berichtet (Verh. d. zweit, deutsch. Geographen-
tages Berlin 1882).
L. Döderlein's „faunistische Studien in Japan" be-
treffen eine interessante Meeresfauna der Enoshima- und Sagami-
Bai; am ergiebigsten erwiesen sich die Tiefen bei Misaki an
Kieselschwämmen, Bryozoen, Echinodermen, Terebrateln etc.
{Ärch. f. Naturg. XLIX, JaTirg. 1883. 1. Bd, p, 102—123 mit
1 Karte).
Auch die Fauna der Süsswasserseen ist mehrfach unter-
sucht worden; über die hochgelegenen Tatraseen hat A. Wier-
zejski berichtet (Berichte d. physiograph. Commiss. d. Akad. d.
Wissensch. Krakau. 1882. XVI. p. 1—24 — polnisch); leider
ist das von A. Wrzesniowski im biol. Centralblatt (II. p. 736)
gegebene Referat sehr kurz; in der im Ganzen armen Fauna
überwiegen die Entomostrara, darauf kommen Insekten und
Würmer, während Mollusken und Fische sehr wenig vertreten
sind; im Ganzen wurden 80 Arten gefunden.
726 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
0. E. Imhof konstatirt das Vorkommen einer pelagischen
Fauna in den Schweizer-Seen auch im Winter; es fanden
sich an in den Seen noch nicht beobachteten Arten 6 Protozoen
(4 neu) und 6 Rotatoien (3 neue) (Studien zur Kenntn, d,
pel. Fauna der Schioeizerseen in: Zool. Anz. 1883. p. 466
bis 471).
Derselbe untersuchte ferner „Die pelagische Fauna
und die Tiefseefauna der zwei Savoyerseen: Lac du
Bourget und Lac d'Annecy," welche bisher noch nicht
untersucht waren; die Ausbeute war im ersteren See pelagisch
eine Anzahl Cladoceren (5), Copepoden (2), Rotatorien (2), Pro-
tozoen (2) ; in der Tiefe von 100 Meter traf man Asellus Foreli
mit Vorticellen, eine durchsichtige Cypris, eine rhabdocoele Tur-
bellarie und 3 Protozoen; im Lac d'Annecy wurden pelagisch
gefischt 4 Cladoceren, 2 Copepoden, 3 Rotatorien, 2 Protozoen,
in 80 Meter Tiefe 1 Fredericella, Floscularia proboscidea, Sten-
tor coeruleus, 2 Vorticellen, Epistylis nutans und einige andere
Protozoen; ferner 1 Pisidium, Asellus Foreli, 2 Cladoceren,
1 Cypride, 1 Canthocamptus, 2 rhabdocoele Turbellarien, 1 Hy-
dra (Zool. Anz, 1883. p. 655-657).
Im Lac du Bourget (Savoyen) fand F. A. Forel am
22. IX. 1883 bei 30—50 Meter Grund folgende Thiere: Vortex
Lemani u. Mesostoma morgiense; bei 110 — 115 Meter Tiefe eine
Hydrachnide, Pisidium sp., Tubifex sp., Saenuris velutina, Vortex
Lemani; pelagisch unter Anderem Leptodora hyalina; im Lac
d'Annecy bei 50—60 Meter Tiefe unter anderen Thieren
Larven von Corethra und Chironomus, eine Hydrachnide, Gam-
marus sp., Asellus sp. (blind), Lynceus lamellatus, Limnaea sp.,
Pisidium, Tubifex, Vortex Lemani, Fredericella sp. , Hydra
rubra, Niphargus putaneus in einem Brunnen des Hotels
d'Angleterre in Annecy (Compt. rend. Ac. Paris T. 97. 1883.
p. 859-861).
Die Arbeit von P. Pavesi: altra serie di ricerche e
studi sulla fauna pelagica dei laghi italiana hat Ref.
nicht gesehen (Atti Soc. Ven.-Trent. Sc. nat. VIII. fasc. 2 p. 340
bis 403 mit 7 Taf.).
Die Fauna der Seen am Retyezät (Ungarn) hat E. Daday
untersucht ; sie enthält 7 Rhizopoden , 1 Peridinium , 1 Meso-
stomum, 1 Anguilluliden, 10 Rotatorien, 6 Copepoden, 1 Cypris,
12 Cladoceren und 1 Brauchipus (Daten zur Kenntniss der Crusta-
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 727
ceenfauna der Seen am Retyezdt mit 1 Taf. in Termesz. Füzetek-
naturh. Hfte. hrg. v. ung. National-Museum ; red. v. 0. Herman.
VII. 1883. Budapest, p. 136—138).
In zusammenfassender Weise erörtert F. A. Forel die
pelagische Fauna der Süsswasserseen, " zu der 1 Ostra-
code, 17 Cladoceren und 9 Copepoden gerechnet werden (Biol.
Centralblatt II. p. 299 — 305; übers. in Ann. and mag. of nat.
hist. (5) X. p. 320—325).
Die in manchen Süsswasserseen vorkommenden Seethiere
will Credner als später in diese eingewandert erklären, da sich
in der Umgebung keine marinen Ablagerungen zeigen {Zeitschr.
d. Ges. f. Erdkunde Berlin 1882, auch in Kosmos V. 10. Bd. p. 573).
Eine Fauna besonderer Art, die Brunnenthire Prags,
hat F. Vejdovsky erforscht und seine interessanten Ergebnisse
in einer grösseren Arbeit niedergelegt; unter der aus 70 Pro-
tozoen, 6 Plathelminthen, 2 Nematoden, 3 Rotatorien, 13 Oli-
gochaeten und 10 Crustaceen bestehenden Brunnenfauna unter-
scheidet der Autor die ursprüngliche und die Dunkel-Fauna;
zur ersteren gehören die auch oberirdisch vorkommenden, zur
letzteren die den Brunnenwässern allein zukommenden Arten;
die Herkunft der ursprünglichen Fauna ist bei dem mangelhaften
Verschluss der Brunnen leicht zu erklären — in Bezug auf die
Dunkelfauna, welche durch Mangel an Pigment und Verkümmern
resp. Verlust der Augen ausgezeichnet ist, neigt V. zu der An-
sicht, dass auch sie von ursprünglichen Arten abstammt, welche
in Folge ihres langen Aufenthaltes in Brunnen sich den neuen
Verhältnissen angepasst haben; interessant ist in dieser Be-
ziehung, dass Prostoma lineare grade in der Umwandlung an-
getroffen wurde; es kommen Exemplare mit Augen und daneben
solche ohne Augen vor ; ferner hat Cypris eremita in der Jugend
Augenrudimente, verliert dieselben jedoch im Alter {Prag 1882.
66 p. 5 Taf, fol).
Entsprechende Untersuchungen hat auch G. Acheson an-
gestellt, er fand im Trinkwasser neben verschiedenen Algen,
5 Arten Rhizopoden, 6 Flagellaten, 2 Ciliaten, 1 Anguillula
und 2 Rotatorien {hiol. study of the tap water in the scTiool
of practical science, Toronto in: Proc, of tJie Canadian institute
Toronto 1883. vol. 1. fasc. 5. p. 413—426. loith 1 pl).
J. V. Kennels „biologische und faunistische No-
tizen aus Trinidad" zeigen, dass die dichten Urwälder dem
728 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Zoologen wenig Ausbeute an niederen Thieren geben, ergiebiger
sind die Cacaopflanzungen und der Saum der Wälder. Die Süss-
wasserfauna ist in Bezug auf ihre Zusammensetzung von dem
Charakter der Gewässer abhängig: die rasch strömenden Gebirgs-
fltisschen enthalten neben kleinen Fischen mehrere Kruster,
von Würmern dunkelgrün gefärbte Clepsinen und einige Pla-
narien; in den langsam fliessenden Kanälen, deren sandiger
oder schlammiger Boden eine reiche Vegetation aufkommen
lässt, leben neben zahlreichen Insektenlarven und kleinen
Fischen Ampullarien, Clepsinen und sehr kleine rhabdocoele
Turbellarieu ; die Fauna ändert sich beim Eintritt der Kanäle
in die Mangrovesümpfe , da das Wasser brackig wird. In den
stehenden Süsswassertümpeln hat Kennel Hydra viridis und fusca,
Mollusken aus den Gattungen Ancylus, Planorbis, Physa, Cyclas,
Pisidium, eine durch Quertheilung sich vermehrende Dendro-
coele, von Rhabdocoelen Mesostomum, Microstomum, von Annu-
liden Dero, von Hirudineen Clepsine, ferner Rotatorien und
Protozoa gefunden; im Allgemeinen gilt, dass die Thiere des
süssen Wassers kleiner sind als die europäischen Verwandten.
An der Mündimg der Flüsse, jedoch an Stellen, die süsses
Wasser haben, stösst mau auf zahlreiche Seethiere, so Pholas,
Mytilaceen, Lumbriconereis von 8 cm. Länge, von Crustaceen
eine Aega (schon von Semper auf den Pelewinseln im süssen
Wasser gefunden), 1 Palaemonide — also eine marine Fauna
des süssen Wassers; ähnliche Verhältnisse hat Kennel in Tüm-
peln an der Küste getroffen, welche nach der Flora und dem
Geschmack des Wassers als Süsswassertümpel resp. ausgesüsste
Seewassertümpel (ihrer Entstehung nach) bezeichnet werden
müssen; ihre Fauna besteht neben Amphibien- und Insekten-
larven aus Mysisarten, Nereiden, Palaemoniden und kleinen
Quallen. Von den Landthieren schildert der Autor ausführ-
licher die Lebensgewohnheiten der Landplanarien, Landblutegel
und des Peripatus {Arb. a. d. zool. zoot. InsU Würzb, VI. Bd.
p. 259—286).
III. Ringelwürmer (einscliliesslicli Gephyreen). ^
A, JPolycliaeta.
Eine ausführliche Monographie über „Polyophthalmus pictus"
veröffenthcht Ed. Meyer; der Körper dieser AnneUden besitzt 28 Rumpf-
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 729
Segmente mit Borsten und 8 borstenlose Analsegmente; Cuticula und Hy-
podermis bieten nichts besonderes dar; die Muskeln bestehen fast am
ganzen Körper aus 4 Feldern längsverlaufender Fasern, zu denen in jedem
Segment 4 Paar schräg - transversale Platten hinzukommen; Ringsmuskeln
finden sich nur im Mundsegment nnd einigen anderen Stellen. In den in
jedem Segment zu 2 Paar vorkommenden Borstenfollikeln stehen neben
der Hauptborste noch einige Ersatzborsten. Etwas abweichend ist das
Nervensystem gestaltet: am Hirn werden drei Paar distincte Ganglien
unterschieden, dagegen sind die Ganglien des Bauchstranges wenig aus-
geprägt, wenn sich auch noch ein Unterschlundganglion erkennen lässt;
nach hinten spaltet sich der Bauchstrang in zwei Stämme. Von Sinnes-
organen sind vorhanden 1. acht Paar grössere, vier Paar kleinere und
drei Kopf- Augen, 2. eine Stirnpapille, 3. neun fingerförmige Fortsätze am
Analende, 4. in jedem Segment ein Paar Seitenorgane, 5. ein Paar becher-
förmige Organe und 6. drei Gehörbläschen in der Lage den drei Kopf-
augen entsprechend. Der Darm besteht aus Mundhöhle (zwei Ober-, eine
Unterlippe), vorstülpbarem mit Diiisen versehenem Pharynx, dem über das
sechste und siebente Segment reichenden Oesophagus, dem mit zwei
Drüsensäcken versehenen Mitteldavm und dem aus einer Einstülpung der
äusseren Haut gebildeten Enddarm. Wegen des Blutgefässsystems und der
Leibeshöhle cf, das Original; die zartwandigen Segmentalorgane münden
seitlich über den Augen aus, die vordersten derselben sind stärker ent-
wickelt {Zur Anatomie und Histologie von Polyophthalmus
pictus in Arch, f. mikr. Anat. XXI p. 769 — 823. 2 Taf.).
Auf Anregung von Moebius sind mehrere andere Polychaeten genauer
untersucht worden; J. Steen berichtet über Terebellides Stroemii
M. Sars; der 50 — 56 Segmente umfassende Körper zeigt einen Kopf,
Thorax (2 — 19 Segm.) und Abdomen; die Zahl der Tentakeln am Kopf
beträgt etwa 100; an den vier ersten Thoralsegmenten finden sich nur
dorsale Parapodien mit Haarborsten, vom fünften an ventrale mit Haken-
borsten; zwei grössere und zwei kleinere Kiemen stehen am zweiten Seg-
ment; Cuticula, Hypodermis und Muskulatur bieten wenig Bemerkens-
werthes; die Leibeshöhle zeigt keine Dissepimente, auch der Bauchstrang
zeigt keine Gliederung, ja enthält im Abdomen nicht einmal Ganglien-
zellen; das Gehirn besteht aus dem zweilippigen oberen und dem ebenfalls
zweilappigen unteren Schlundganglion. Der Darmkanal besteht aus dem
bis zum neunten Segment reichenden, mit zwei Leberdrüsen versehenen
Oesophagus, dem über 9 — 11 sich erstreckenden Muskelmagen, einem
Mittel- und Enddarm; in die Mundhöhle münden zwei Speicheldrüsen.
Die untersuchte Art ist getrennt geschlechtlich und besitzt zwei Paar
Segmentalorgane im fünften und sechsten Segment {Anatomisch-histo-
''ogische Untersuchung von Terebellides Stroemii in Jen. Zeit-
schrift f. Naturw. XVI. p. 201 — 246. In. Diss. Kiel. 1882. mit 3 Taf.),
E. Kallenbach behandelt die Anatomie von Polynoe cirrata
730 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
0. F. Müll, aus der Kieler Bucht; wir heben aus der Arbeit, die alle
Organe umfasst, hervor, dass auf den Elytren, welche, nebenbei bemerkt,
in kurzer Zeit nach Verlust regenerirt werden können, drei Arten Papillen
vorkommen , an welche Nervenfasern mit Ganglienzellen herantreten und
mit dem Inhalt der Papillen sich direkt verbinden. Nach den Beobach-
tungen Kallenbach's leuchtet Polynoe cirrata an den Basen der Elytren,
doch ist es nicht gelungen, an dieser Stelle ein spezifisches Gewebe zu
entdecken {Ueher Polynoe cirrata 0. Fr. M. ein Beitrag zur
Kenntn. d. Fauna d. Kiel. Bucht. In. Diss. Jena. 1883. 1 Taf.).
Unter den Polydoren der Kieler Bucht hat R. Jacobi bei der mono-
graphischen Bearbeitung dieser Gattung eine neue Spezies entdeckt, die
er P. quadrilohata n. sp. nennt; die Art ist grösser als P. ciliata und
unterscheidet sich ferner durch die Form der Borsten; die Arbeit, in der
alle Organe abgehandelt werden, enthält 2 Taf. {Änat.-hist. Unters, der
Polydoren der Kieler Bucht. In. Diss. Kiel 1883 33 p.).
Bei Phyllodoce laminosa besteht nach den Angaben von G. Pruvot
das Nervensystem aus zwei oberen, zwei unteren Schlundganglien und
dem Bauchstrang; aus den ersteren entspringen jederseits ein vorderer, ein
hinterer Antennennerv und der n. opticus, aus den unteren Schlundganglien
je zwei Tentakelnerven und der erste Fussnerv ; jedes Ganglion des Bauch-
stranges entsendet zwei Aeste, einen kurzen Nerven zu den Muskeln und
der Haut und einen nerf pidieux, der, nachdem er ein Ganglion durch-
setzt, die Dorsal- und Ventralcirrhe versorgt. Aus der Innervation folgt
nun, dass das erste tentakeltragende Segment von den normalen Borsten-
tragenden sich nicht unterscheidet. Im Anschluss daran erwähnt der
Autor einige neue Arten von Phyllodoceen und auch ein neues Genus
Nothis ; Beschreibung und ausführliche Mittheilungen sollen später publicirt
werden (Sur le Systeme nerveux et la das sification des Phyl-
lodociens in: Compt. rend. Ac. Paris, tom. 97. 1883. p. 1224—1226).
Die von Williams und Ehlers verkannten Segmentalorgane bei Po-
lynoe und zwar perclara und mytilicola n. sp. hat A. W. Haswell auf-
gefunden ; sie liegen bei den genannten Arten und bei Lepidonotus oculatus
Baird auf der Bauchseite imd münden auf kleinen Höckern an der Basis
der Stummelfüsse aus ; Sperma konnte in den Segmentalorganen gesehen
wierden {On the segmental organs of Polynoe in: Zool. Änz. 1882.
p. 540—545).
Die Funktion der Elytren bei Polynoe, Aphrodite und Verwandten
sieht derselbe in vier Punkten: erstens gewähren sie da, wo sie besonders
hart sind (Iphione), einen Schutz dem Rücken wie ein Panzer, zweitens
phosphoresciren dieselben bei allen Arten, die sich rasch bewegen und
deren Elytren leicht abfallen, drittens sind dieselben, da sie von Nerven
reich durchzogen sind und eigenthümliche Endorgane besitzen, wohl auch
Sinnesorgane und endlich spielen dieselben für die Brutpflege eine gewisse
Holle, da die Eier an ihnen eine Zeit lang angeheftet bleiben; schon
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 731
Williams und Quatrefages haben darauf hingewiesen, dass bei Aphrodite
und Hermione, deren Rücken mit einem dichten Filz von Haaren bedeckt
ist, die Elytren rhytmische Bewegungen ausüben, durch welche das Wasser
über der Rückenfläche erneuert wird {on the structure and functions
of the elytra of the Aphroditacean Annelids in: Ann. and mag.
nat. hist. (5) X. p. 238—242).
Die ausführliche Arbeit desselben: a monograph of the australian
Aphroditea hat Ref. nicht gesehen (Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VIT.
p. 250 — 299. 6 pl.), ebenso nicht von demselben: on methods on studying
the Annelida (New-Zeal. Journ. Sc. I. p. 305 — 307) und on some Co) new
austi'ülian tuhicolous Annelids (Proc. Linn. Soc. N. S. Wales. VII. p. 633
bis 638 1 pl.).
Das Gleiche gilt von Bourne: Gert, points in the anat. of
Polynoina and in the Polynoe clava of Montagn. Lond. 1883.
10 p. 3 pl. 4°.
Aus der Süsswasser enthaltenden Absecom Creek hat Leidy einen
1,5 mm langen, poljchaeten Anneliden erhalten, den er für ein junges
Exemplar von Manayunkia speciosa hält {Proc. oj the Acad. of nat. sc.
Philadelphia part. III. NovJDec. 1883. Philad. 1884. p. 300.
W. Fischer hat Capitella capitata aus der Kieler Bucht unter-
sucht und die Resultate in vorläufiger Mittheilung publicirt; wir heben
aus derselben hervor, dass die Längsmuskeln nicht in die bei Anneliden
gewöhnlichen vier Felder zerfallen sind, dass ferner das Blut in den Leibes-
höhlen cirkuUrt, jedoch Blutgefässe nicht bestehen; die dicht hinter den
Augen liegenden Wimperorgane werden von Gehirnnerven versorgt. Am
Darm unterscheidet W. F. einen bis zum neunten Gliede reichenden, mit
verstülpbarem Rüssel und vier Paar Speicheldrüsen versehenen Oesophagus
sowie den Magendarm mit Nebendarm. Im Gegensatz zu Eisig lässt F.
die Segmentalorgane nicht zugespitzt unter der Haut münden, sondern sich
nach oben in zwei Aeste spalten, von denen jeder wieder in vier bis fünf
Aestchen zerfällt; letztere lassen sich bis zur Cuticula verfolgen {Ueher
Capitella capitata. Beitr. zur Kenntn. d. Anat, u. Histol. d.
Anneliden in: Zool. Anz. 1883. p. 271 — 274. p. 487).
Die „rosettenförmigen" Organe in den Flossen der Parapodien,
der Tomopteriden welche Vejdovsky für Augen erklärt, deutet E. Greeflf
nach Beobachtungen am lebenden Thier als Leuchtorgane; es sind blasen-
förmige Räume, die einen intensiv gelben, ölartigen, kugligen Körper ein-
schliessen, der sich aus meridianartig gegen einander gebogenen Schläuchen
zusammengesetzt erweist; die Leuchtorgane werden von Nerven versorgt.
Vom sechsten bis elften Segment finden sich bei Tomopteris Rolasi n. sp.,
und zwar beim Männchen, Segmentalorgane, die bauchständig ausmünden;
beim Weibchen finden sich die von Leuckart und Pagenstecher entdeckten
Querspalten im vierten und fünften Segment, welche zum Austritt der
Eier aus der Leibeshöhle dienen {Ueber die rosettenförmigen
732 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Leuchtor gane der Tomopt eriden und zioei neue Arien von
Tomopteris in: Zool Anz. 1882 p. 384—387).
Aus den Mittheilungen Th. Powell's über Palolo viridis sei be-
merkt, dass dieser Wurm sich nicht allein auf Viti und Samoa beschränkt,
sondern auch im Gilbert - Archipel vorkommt; die Entleerung der Ge-
schlechtsprodukte erfolgt nicht durch Bersten des Körpers, sondern durch
Kanäle, welche ventral zwischen den Parapodien ausmünden {Rem. on
the struct. and hahits of the coral-reef Annelid, Palolo
viridis in: Journ. Linn. Soc. London XVI. p. 393 — 396).
C. Viguier machte die interessante Entdeckung, dass die seitlich an
den Girren von Exogone ansitzenden AnneUden, die von Pagenstecher
als durch seitliche Knospung entstanden angesehen wurden, in Wirklich-
keit aus den Eiern dieser Art entstehen; vom zehnten Segment an treten
je zwei Eier in jedem Segment aus, heften sich an die Girren an und
entwickeln sich in gewöhnlicher Weise zu Anneliden, die eine Zeit lang
an dem mütterlichen Thier augeheftet bleiben ; weiterhin wird bemerkt,
dass Pagenst. Bauch- und Rückenseite verwechselt habe {Compt. rend.
Acad. Paris. Tom. 96. No. 11. p. 728—731).
Die Wohnröhren von Onuphis tubicola Müll, besitzen nach
Schmiedeberg einen sehr hohen Phosphorsäuregehalt und enthalten ferner
neben Magnesia einen stickstoffhaltigen Körper - Onuphin und ein Albumi-
noid, welches dem Fibroin der Seide und Spongien der Schwämme nahe
steht {Ueber die chemische Zusammensetzung der Wohnröhren
von Onuphis tubicola in: Mitth. Zool. Stat. Neapel III. p. 373
bis 392).
An den Röhren von Sabella penicillus, die E. Mac6 in Roseoff
untersucht hat, findet sich aussen — accessorische Schicht — eine Lage
von allerlei Fremdkörpern, die mitunter auch fehlen können; die eigent-
liche Substanz der Röhre (couche essentielle) ist farblos, hyalin und in
destillirtem Wasser quellbar; auf Schnitten lassen sich in ihr mehrere
Lagen unterscheiden: eine äussere, maschige und eine innere stehen den
Guticularbildungen , Ghitin, nahe und entstammen kleinen Hautdrüschen,
während die quellbare mittlere Schicht dem Mucin in den Reaktionen
gleichkommt und von grossen an der Basis der Girrhen gelegenen Drüsen
abgesondert wird {de la structure du tube des Sabelles in: Arch.
Zool. exp. et g&x. X. 1882. p. IX— XVI).
H. Eisig's Mittheilung über die Wohnröhre von Diopatra ist
Ref. hierorts nicht zugänglich {BioL Studien VII. in Kosmos. VIL 13. Bd.
2. Hft.).
C. Fr. W. Krukenberg konstatirt, dass reines Blut von Arenicola
piscatorum nicht gerinnt; es enthält Spuren von Paraglobulin , kein
Serumalbumin, dagegen ein Alkalialbuminat, während die Leibeshöhlen-
flüssigkeit neben dem Alkalialbuminat mehr Paraglobulin enthält {Vergl.
phys. Studien 2. Reihe 2. Abth. 1882. ;>. 87—89).
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 ii. 1883. 733
Derselbe untersuchte das Kiemenaxenskelett von Spirographis
Spallanzanii auf Leimgallerte — ohne Erfolg; auch der Knorpel des
Schlundkopfes von Aphrodite aculeata enthält keine Leimgallerte; als
Zersetzungsprodukt tritt neben einem Glykocoll ähnlichen Körper viel
Leucin, dagegen nicht Tyrosin auf; beiläufig bemerkt Kr., dass die
Borsten von Aphrodite aculeata, die Leuckart für Chitinbildungen erklärte,
weder aus Chitin noch Tunicin bestehen, eher aus einer keratinähnlichen
Substanz (Vergl. phys. Studien 2. R. 1. Abth. p. 49—54).
Eine ausführliche Darstellung hat die Entwicklung der Sper-
matozoen der Annehden durch Sabatier erfahren, die um so mehr
Interesse gewinnt, als auch andre Klassen berücksichtigt wurden; leider
kennt Ref. nur die vorläufigen Mittheilungen:
Die Spermatosporen von Salmacina bedecken sich durch Vermehrung
der Kerne und durch Knospung mit gestielten, keulenförmigen Zellen —
„Protospermoblasten," die sich losen und ihrerseits wieder auf dieselbe
Weise an ihrer Peripherie Zellen erzeugen — Dentospermoblasten — ,
deren Kern sich nun zum Kopf des Spermatozoons umbildet, während das
Protoplasma sich zum Schwanz auszieht. Analoge Vorgänge sind auch
bei Lumbricus, bei Vertebraten etc. beobachtet worden (Za Spermato-
genese chez les Annelides et les Vertebres in: Compt. rend. Ac>
Paris tom. 94 p. 172-173 u. 1097. 1883).
Die ausführliche Arbeit erschien in der Revue d. Sc. nat. Mont-
pellier (3). L 1882. p. 249—264 avec 2 pl.
Auch 0. S. Jensen liefert „Recherches sur la Spermato-
genese" bei Plagiostomum vittatum Leuck., Clitellio arenarius 0. Fr.
Müll., Triopa clavigera 0. F. M., Cucumaria frondosa G. und zwei Raja-
arten {Ärch. de Biologie IV. 1883. p. 1—94, 669—748. 3 p\.).
Die Untersuchungen von A. Swaen und H. Masquelin, die unter
dem Titel: etude sur la Spermatogenese (ibidem p. 749 — 801)
erschienen sind, beziehen sich nur auf Vertebraten.
A. Goette's „Untersuch, zur Entwicklungsgesch. d. Würmer" betreffen
von Chaetapoden Nereis Dumerilii und Spirorbis nautiloides;
die Furchung der Eier von Ner. Dumerilii ist Anfangs regelmässig; nach-
dem vier Zellen entstanden sind, werden von denselben durch eine auf die
beiden ersten Furchungsebenen senkrecht stehende dritte vier kleinere
Zellen -Ectoderm — abgeschnürt, die allmähHch durch Theilung die vier
grösseren Zellen umwachsen, von denen eine jedoch vorher eine Zelle als
Anlage des Mesoderms abgegeben hat. Während der Urmund sich
schliesst, theilt sich die Mesodermzelle erst in zwei, später mehrfach und
dann entsteht das erste Larvengebilde, der präorale Wimperkranz, unter
dem sehr bald sich die Schlundeinstülpung bildet. Der ursprünglich
kuglige Körperabschnitt der jungen Larve wird kegelförmig und bekommt
einen hinteren Wimperkranz; der Darm entsteht aus kleineren Zellen,
welche von den vier resp. fünf grossen Entodermzellen gebildet werden,
734 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
während letztere der Resorption anheimfallen. Ans dem Mesoderm gehen
nach Goette die Borstensäckchen hervor und zwar in drei Paaren. Bei
Spirorbis verläuft die Furchung ungleichmässig und es entsteht eine em-
bolische Gastrula (Coelogastrula nach Götte) mit Ecto- und Entoderm,
zwischen welchen Blättern bereits ein Paar Mesodermzellen vorhanden
sind {Abhandl. z. Entwich!, d. Thiere. I. Leipz. 1882. p. 84—104.
2 Taf).
Nach den Beobachtungen von R. v. Dräsche entsteht durch die
Furchung der violetten und linsenförmigen Eier von Pomatoceras tri-
queter L. eine aus 32 Zellen bestehende Blastophaera und darauf eine
embolische Gastrula, deren Blastoporus in den Larvenmund übergeht,
während der Anus erst weit später neu entsteht; 30 Stunden nach der
künstlichen Befruchtung ist eine tj'pische Annelidenlarve mit grossem
Wimperschopf entstanden. Ausführlichere Mittheilungen mit Abbildungen
sollen folgen {Zool. Anz. 1883. p. 506).
Sehr umfangreich und ausführlich sind die Untersuchungen von
W. Salensky, welche an Eiern von Psygmobranchus protensas, Pileolaria
sp. , Terebella Meckelii, Aricia foetida, Nereis cultrifera und Spio fuligi-
nosus in der zool. Station in Neapel angestellt wurden; wir beschränken
uns auf die Wiedergabe der Hauptpunkte , wie sie der Autor selbst in
einer vorläufigen Mittheilung zusammengestellt hat: bei allen Arten ist die
Furchung inaequal und führt zu einer Amphigastrula; das Ei von Spio
fuliginosus , das vor der Theilung sehr lebhafte Protoplasmabewegungen
ausführt, theilt sich in zwei ungleiche Hälften, darauf weiter in je zwei,
doch ist eine der entstandenen Zellen grösser und erhält sich lange un-
getheilt = Entodermanlage ; während eine von den kleineren Zellen wahr-
scheinlich die Anlage des Mesoderms repräsentirt ; beide sind aus der
grösseren Theilhälfte bei der ersten Furchung hervorgegangen ; die übrigen
Stadien führen zu einer epibolischen Gastrula. Aehnlich verhält es sich
bei Terebella und Aricia, anders bei Psygmobranchus, Nereis und Pileo-
laria; schon vor der Furchung lässt sich in den Eiern bei Ps. und N. das
Protoplasma von dem Deutoplasma unterscheiden, was auch für die vier
ersten Furchungszellen gilt; erst dann tritt eine äquatoriale Furche auf,
welche vier kleinere, protoplasmatische Zellen von vier grösseren deuto-
plasmatischen trennt; durch Theilung der ersteren sowie Abschnürungen
protoplasmatischer Zellen von den letzteren entsteht das die deutoplasma-
tischen Zellen umwachsende Eetoderm. Das Mesoderm erscheint am Rand
des Blastoporus als zwei Zellen, die noch vor Schluss desselben durch
Theilung zwei Mesodermstreifen erzeugen. Durch Theilung einer der vier
deutoplasmatischen Entodermzellen bei Ps. entstehen fünf Zellen, welche
nur den dorsalen Theil der Nahrungshöhle bilden, während die ventrale
Fläche von Zellen gebildet wird, die vorher aus den Entodermzellen gesprosst
sind. Bei Nereis sind ebenfalls fünf Entodermzellen vorhanden, die an
der Peripherie protoplasmatisch sind und den Kern enthalten; letztere ver-
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 735
mehren sich durch Theilung, ohne dass eine Zelltheilung erfolgt; erst
später verwachsen die protoplasmatischen Theile und begrenzen die durch
Auseinanderweichen der Entodermzellen entstandene Mitteldarmhöhle.
Vorder- und Hinterdarm entstehen bei Ps. und Aricia aus dem Entoderm,
bei Nereis aus dem Ectoderm, ein bedeutender Unterschied, den S. jedoch
damit erklären will, dass „die entodermale Entstehung des Vorder- und
Hinterdarmes nur als Folge einer ungenügenden Ectodermeinstülpung be-
trachtet werden kann, welche in diesen Fällen nur als eine kleine Ver-
tiefung der Ectodermzellen auftritt." Das Nervensystem ist ectodermalen
Ursprungs; aus der Scheitelplacte der Larven entsteht das obere Schlund-
ganglion, getrennt davon die Bauchganglienkette in Form von zwei Ecto-
dermwülsten, die immer durch zwei Reihen Wimperzellen von einander
getrennt sind ; bei Psygmobr. entspricht die hintere Grenze dieser Wimper-
rinne der Stelle des früheren Blastoporus, während sie nach vorn bis zur
Mundeinstülpung geht. Das Blutgefässsystem bildet sich aus einer peri-
gastralen, pulsirenden Höhle, welche bei Ps. zwischen dem Epithel des
Hinterdarms und dem Darmfaserblatt, bei Terebella dagegen am Mittel-
darm sich bildet; von dieser primitiven Bluthöhle geht zuerst die Ent-
wicklung der Darmgefässe, dann die der Hautgefässe aus {Beiträge zur
Entwicklungsgesch. d. Anneliden. L Enttoickl. d. Anneliden in:
Biol. Oentralbl. IL p. 198 — 203. jßtudes sur le d^veloppement des
Ann€lides I partie: 1. Psygmobranchus protensus. 2 pl. 2. Nereis
cultrifera 3 pl. in Arch. de Biologie, HI. 1882. p. 345—378. p. 561 bis
604. 3. Pileolaria sp.? 2 pl. 4. Aricia foetida. 2 pl, 5. Terebella
Meckelii 2 pl. ibidem t. IV. 1883. p. 221—264).
N. Eleinenberg's Mittheilung: sull' origine del sistema nerv,
central, degli Anellidi erstreckt sich ebenfalls über zahlreiche Ver-
treter der Anneliden und konstatirt die Herkunft des Centralnei-vensystems
aus zwei getrennten Anlagen (Atti della R. Accad. dei Lincei. ser. terza.
Mem. della cl. di sc. ßs., matem. et naturali vol. X. Rom. 1881. p. 421
bis 430).
Verschiedene Entwicklungsstadien, namentUch Larven folgender
Würmer, werden von J. W. Fewkes beschrieben und abgebildet: Prio-
nospios tenuis Verr (?), Spio sp.?, Aricidea sp.?, Telepsavus?, Phyllo-
chaetopterus sp. ? , Nephthys sp. ? , Lepidonotus squamatus ? , Nereis sp. ?,
Polygordius, Lumbriconereis und Nectonema agilis Verr.; wegen des Nä-
heren muss auf das Original verwiesen werden {on the developm. of
certain worm larvae in: stud. from the Newport marine zool.-labora-
tory XHL in: Bull, of the Mus. of comp. Zool. at Harward Coli. vol.
XL No. 9. Camhr. 1883. p. 167—208. with 8 pl.\
Nach El. Metschnikoff durchlaufen die Eier von Polygordius
flavocapitatus aus dem schwarzen Meere eine regelmässige Dotter-
furchung, welche zu einer Blastula und dann einer Gastrula durch In-
vagination führt; sehr früh tritt das Mesoderm auf, das wahrscheinlich
Arch. f. Naturgesch. IL. Jahrg. 2. Bd. XX
736 Pi^of« ^^- M^^ Braun: Bericht über die Leistungen in der
vom Entoderm abstammt; die Gastrulaöffnung erhält sich, senkt sich
jedoch in's Innere des Larvenkörpers, was als Folge einer Neubildung des
ectodermalen Oesophagus zu Stande kommt; später tritt die Afteröffnung
auf {Vergh-enihryoL Studien 3 über die Gastrula einiger Metaroen in Z. f.
wiss. Zool. XXXVIL p. 296—299. Taf.).
üeber die Arbeit von W. Repiachoff (Larve von Polyg. flavoc.) kann
nicht referirt werden, da das Heft der Schriften der neuruss. Naturf. Ges.
Odessa, welches diese Arbeit enthält, in Dorpat nicht eingetroffen ist.
In wie weit eine Arbeit von E. B. Wilson: on the early develop.
stages of some polych. Annel. übereinstimmt mit den im vorigen Jahres-
bericht (p. 20 d. S. A.) referirten Mittheilungen desselben Autors kann
Ref. nicht angeben, da ihm hier die: Stud. from the biol. Labor, of the
Johns Hopkins ünivers. Baltimore 1882. II, in denen die Arbeit enthalten
ist, nicht zugänglich sind.
unter dem Namen Haplobranchus beschreibt A. G. Bourne ein
neues Genus der Kopf kiemer aus der Familie der Serpuhden; die Dia-
gnose lautet:
„Head distinct; pro-and peristomium almost fused, two pro-
stomial tentacles, two palps; collar slightly developed; the paired
branchiae consist each of four fice tentacles united at the base in
pairs, and entirely devoid of secondary filaments; they are richly
ciliated; no blood-vessel in the branchiae, a single blood vessel in
each palp; tubiparous glands not united; caudaleyes absent; audi-
tory capsules absent; seres distinct."
Es wurde nur eine Art, H, aestuarius n. sp., 4—6 mm. lang, mit grünem
Blut, an Englands und Irlands Küsten gefunden {On Haplobranchus^
a 7iew genus of Capitobranckiate Annelids in: Quart. Joum. of
micr. sc. XXIIL 1883. p. 168—176. tvith l jü.).
Ausführlicher wird von Jos. Leidy Manayunkia speciosa aus
dem süssen Schuylkill River (Philadelphia) und dem Egg Harbor River
(New-Jersey) beschrieben und mit dem Bau von Fabricia Leidyi Verr. ver-
glichen {Proc. Acad. of nat. sc. Philad. 1883. p. 204 — 212. 1 p\.).
Später wird von demselben bemerkt, dass süsses Wasser bei New-
Jersey, in welchem Manayunkia lebt, bei gelegentlicher Hochfluth mit
Seewasser gemengt wird (ibidem 1883. p. 302).
Zwei Mittheilungen von J. W. Fewkes: occurrence of Alaurina in
New- England- Wat er s und note on Alaurina proUfera with. fig. in: Amer.
Naturalist XVII. p. 426 resp. 668 hat Ref. nicht gesehen.
Die von Ed. v. Beneden aus der Bai von Rio de Janeiro mit-
gebrachten Anneliden hat A. Hansen bearbeitet; es sind im Ganzen 42
Spezies, davon fast alle neu: 1. Eurythoe brasiliensis n. sp., 2. Aphrodite
aculeata (?) L., 3. Polynoe janeirensis Quatr. = Halosydna brasiliensis
Knbg., 4. Psammolyce Kinbergi n. &p., 5. Macropliyllum Benedenii n. sp.,
6. Hesione Margariiae n. sp , 7. Syllis brevicirris n. sp., 8. Eunice parva
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 737
n. sp. , 9. Nauphanta hrasiliensis n. sp. , 10. Nieidion incerta n. sp.,
11. Nansicaa minima n. sp., 12. Arabella dubia n. sp., 13. Diopatra
brasiliensis Kinb. , 14. D. variegata n. sp. , 15. Onuphis tenuis n. sp.,
16. Nereis gradlis n. sp., 17. N. lata n. sp., 18. N. caerulea , 19. N.
Glasiovi, 20, minor ^ 21. actdeata, 22. obscura, 23. microphthalma, 24. via-
crocephala^ 2b. ferox^ 26. scolopendroides n.n. sp.sp.; 27. Phyllonereis
Benedenii n. g. n. sp. mit blattförmigen Dorsalcirren auf dem hinteren
Abschnitt des Körpers; 28. Ophelina brasiliensis n. sp. , 29. 0. Kinbergi
n. sp. , 30. Chaetopterus pergamentaceus Cuv. , 31. Cirratulus Danielseni
n. sp., 32. 33. Glycera edentata und incerta n. sp.sp., 34. 35. Aricia for-
mosa et armata n.n. sp.sp.; 36. Ammocheres brasiliensis n. sp. , 37. Sa-
bellaria bellis n. sp., 38. Terebellides Koreni n. sp.; 39 — 42. Spirographis
nobilis, simplex, gradlis et impcrialis n.n. sp.sp. Alle Arten sind ab-
gebildet. (M^. cour. et m^. des sav. Strang, publ. par VAcad^n. roy. de
Belgique. XLIV. 1882. 29 ;>. 7 pZ. 4°.)
Derselbe berichtet auch über die Anneliden, welche auf der norwe-
gischen, nordatlantischen Expedition 1876 — 1878 erbeutet wurden, es sind
Polynoe islandica n. sp., P. semisculpta Jahnst. (?), P. arctica^ assimilisj
spinulosa, foraminijera , glabemma n.n. sp.sp., Nemidia Torelli (?) Mgm.,
Phyllodoce arctica n. sp., Nephthys atlantica n. sp. , Typhlonereis gra-
dlis n. g. n. sp., Onuphis hyperborea n. sp., Glycera capitata Oerst., Aricia
arctica n. sp. , Scalibregma (?) abyssorum n. sp. , Sc. (?) parvum n. sp.,
Ammotrypane cylindricaudatus n. sp. , Sphaerodorum abyssorum n. sp.,
Trophonia hirsuta n. sp., T. borealis^ rugosa et arctica n.n. sp.sp., Brada
granulosa n. sp. , Cirratulus abyssorum et abranchiatus n.n. sp.sp., Clymene
Koreni n. sp. , Myriochele Sarsii n. sp. , M. Danielsseni n. sp. , Patamiila
Malmgreni n. sp. , Protula arctica n. sp. und Sphinter arcticus M. Sars.
Der Text ist norwegisch und englisch, die Arten in ihren charakteristischen
Merkmalen auf sieben Tafeln abgebildet (Den norske Nor dhavs- Expedition
1876—1878. VII. Zoologi. Annelida. Christiania 1882. 7 pl. 1 Kart.).
59 Polychaeten des Karischen Meeres zählt A. Stuxberg auf
{Die wissensch. JErgebn. d. Vega - Expedition , aut. d. Ausg. I Bd. XVI.
Die Evertebratenfauna des sibir. Eismeeres von A. Stuxberg. Beilage IL
p. 574—578).
In der Bearbeitung von A. Wir^n werden 73 Arten angeführt, dar-
unter als neu: Prionospio? cirrifera n. sp. , Amphicteis Vega n. sp. und
Sabellides sibirica n. sp. {Chaetop. frän. sibir. ishafvet och Berings
Haf ins am l. und er Vega-Exp. 1878 — 79 in Vega-expedit. vetensk.
jakttagelser etc. af A. E. Nordenskiöld. II. Bd. 1883. p. 383 — 428 mit
6 lith. Taf).
Aus dem Kopenhagener Museum beschreibt G. M. E. Levinsen
(Vidensk. Meddel. fra naturh. Foren, i. Kjobenhaven 1882/83. p. 160 bis
251 mit 1 Taf.) 117 nordische Anneliden folgender Familien: Palmycidae
1 Art, Aphroditidae 2, Polynoidae 28, Acoetidae 1, Sigalionidae 3, Phyllo-
738 Pfo^- ^^' M^^ Braun: Bericht über die Leistungen in der
docidae 22, Alciopidae 1, Nephthydae 8, Glyceridae 3, Goniadidae 3,
Staurocephalidae 1, Lumbrinereidae 2, Onuphidae 4, Eunicidae 2, Lyco-
cidae 11, Hesionidae 1 , Syllidae 18, Nerillidae n. f. 1 basirt auf Nerilla
autemata Schmidt. Von Eteone werden zwei neue Arten aufgestellt: E.
striata und villosa, femer von Sphaerosyllis eine: latipalpis n. sp.; endlich
unter den Phyllodociden ein neues Genus creirt: Trachelophylluvi;
Lobus cephalicus antennis quinque et sub margine posteriore
utrimque appendice folii formi (cirro dorsali segmenti primi) in-
structus ; cirri tentaculares utrimque duo (cirri ventrales segmenti
primi et secundi, quorum prius, ut in generibus Phyllodocidae,
Genetyllidae, NotophyUo et Fnmida, cum lobo cephalico confusum
est); parapodium dorsale aciculo setisque paucis capillaribus in-
structum, in appendicem superiorem minutam crassam liguliformem,
a parapodio haud distinetam, transicus. Parapodium ventrale setas
compositas gerens, appendicibus binis folii formibus instructum,
altera posteriore et exteriore magna, altera interiore minuta; mit
Lütkeni n. sp.
Die dem Ref. so eben zugekommene Fortsetzung der Levinsen'schen
Uebersicht über die nordischen Anneliden etc. (ibidem 1883 p. 92 — 144)
betrifft ebenfalls noch Polychaeten ; imter den beschriebenen Arten, welche
den Familien Spharodoidae mit 3 Arten, Spionidae 13, Chaetopteridae 3,
Cirratulidae 5, Ariciidae 7, Opheliidae 6, Chloraeraidae 9, Euphrosynidae
5, Amphinomidae 3, Scalibregmidae 5, Telethusae 2, Capitellidae 2, Mal-
danidae 11, finden sich als neu: Aonides fulgens von der Küste von
Hellebaek, Dänemark, femer wird Aricia Tullbergi Theel zum Vertreter
eines neuen Genus Apistohranchus n. g. erhoben und unter den Am-
phinomiden ein neues Genus Trochochaeta n. g. mit Sarsin. sp. creirt:
„venter in utroque latere singuli segmenti branchiis brevibus
filiformibus 3 — 4 instructum, in lineam transversam dispositis;
setae dorsales quinae (rarius senae) breves, robustae, acuminatae,
nigrae, inorbem dispositae; setae ventrales partim capillares, breve
et parce fimbriatae, partim multo crassiores, in apicem vero capil-
larem desinentes."
Die Untersuchung der Danziger Bucht ergab nur vier Arten
polychaeter Anneliden: Nereis diversicolor , Polynoe cirrata, Terebellides
Stroemii und Spio seticornis {Bericht über die Untersuchung der
Danziger Bucht vom 9.— 15. Sept. 1880 in: Vierter Ber. d. Com-
mission z. wiss. Unters, d. deutschen Meere in Kiel. I. Abth. Beidin 1882.
p. 182 — 184).
H. Lenz fand in der Travemünder Bucht zehn Arten: Travisia
Forbesii, Spio seticornis, Disoma multisetomm, Siphonostoma pluraosum,
Amphitrite Johnstoni, Terebellides Strömii, Pectinaria belgica, Laonome
Kroyeri, Amphicora Fabricii und Polynoe cirrata (ibidem p. 172
bis 173).
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 739
Von der belgischen Küste werden 21 Chaetopoden durch
P. Felseneer namhaft gemacht (^tudes sur la faune littorale de la
Belgique in: Ann. de la Soc. JEtoy. malacol. de Belg. XVI. 1881.
p. LXXXVIII-XCV.
Bei einer neuen Balanoglossusart (B. Robinni), dessen seitliche Ränder
der Thorakalregion sich dorsal zu einer Röhre schliessen, lebt in dieser
Röhre eine Nereide, die A. Giard näher untersucht und Anoplonereis
Herrmanni n. g. n. sp. getauft hat; der cjlindrische Körper ist
40—60 mm. lang und 5 — 9 mm. breit; am Kopf stehen drei Tentakel
und 4 Augen; der dorsale Ast der Parapodien trägt einfache Borsten, der
ventrale dagegen sichelförmige, heterogomphe ; Kiefer fehlen. Diese
Gattung verbindet nach Giard die Lycorideen einestheils mit den Hesio-
niden und Polynoen, andrerseits mit den Syllideen, die man als die Vor-
fahren der Nereiden im weiteren Sinne auffassen müsse {Compt. rend. Ac.
Paris, tom. 95. p. 389—391. 1882. und Journ. de Vanat. et de la phys.
XVIIL Paris 1882. p. 541.
Aus dem Capverdischen Archipel zählt A. F. de Rochebrune
11 Chaetopoden auf, darunter neu: Pallasia luciae, Terebella Poirieri und
Lysidice Perrieri (Nouv. Arch. du Mus^m. 2 ser. IV. Paris 1881.
p. 233—287).
Zwei neue Arten von Tomopteris beschreibt R. Greefif von der
westafrikanischen Insel Bolas unter dem Namen T. Rolasi und Mariana
n.n. sp.sp. {Zool. Anz. 1882. p. 385 — 387).
In seinen „Beiträgen zur Meeresfauna Westafrika's" er-
wähnt Th. Studer als neu Spiochaetopterus tropicus Grube — ohne Be-
schreibung (Zool. Anz. 1882. jt7. 355).
Ueber die australischen Aphroditeen cf. A. W. Haswell (Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales vol. VII. p. 250—290); femer derselbe: new
austral. tubicol. Annel. (ibidem VII 1883).
V. Czerniawsky zählt aus dem schwarzen Meer folgende Arten auf:
Eteone picta Quatrs. mit Forma suchumica et sevastopolica n.n., Carobia
lanceoligera n. sp., C. tuberculata Robr. mit F. typica, suchumica, var.
kerzensis vmd jactensis n.n. F., C. lineata Clap., Anactides n. g. :
„segmentum buccale duplex ; cirri tentaculares paria 4 :
primum par sub capite, secundum et tertium in segmcnto primo,
quartum in segmento secundo affixum; oculi duo; pedes uniremes;
setae compositae."
Zu diesem Genus werden 11 bekannte Arten von Phyllodoce gestellt;
femer: Genetyllis laminosa Sav. ; Eracia virens Ehl. mit var. pontica n.,
Eulalia pallida Clap. mit forma suchumica n., Pterocirrus macroceros Gr.
mit var. pontica n. Microphthalmus fragilis Bobr. , M. similis Bobr. ;
Parapodarke n. g. lubrica n. sp.
„Corpus elongatum, segmentis numerosis, caput antennis V
et oculis modo II exiguis praeditum; segmentum buccale triplex;
740 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
cirris tentacularibus XII; pedes uniremes, cirris duobus, acicula
unica, festucarum fasciculo unico, lato et unam setam hastiformem
eontinente, insignes; ad gen. Micropthalmus Mezn. transitans.
Paranychia n. gen. Polynoidarum mit taurica n. sp,
„corpus breve, lineare; segmenta pauciora quam XLV; elytra
paria XV, totum dorsum perfecte tegentia, scabriuscula, in segmen-
tis II, IV, V, VII, IX XXm, XXVI, XXIX, XXIII, obvia
antennae laterales sub basi antennae mediae (tentaculi) , incisurum
capitis occupantis, Orientes; setae rami superioris tenuiores quam
setae rami inferioris , superiores apice integro , inferiores apice
bidentato insignes; cirri anales duo sub uno affixi,"
Eunoa mammiloha n. sp. und truncata n. sp , Lagisca Ehlersi Malmgr.
mit var. n. pontica; Harmothoe incerta Robr., Evame (?) granulosa Rathke;
Parapolynoe n. gen.:
„Cirri anales II; articulum basale antennae mediae (tentaculi)
incisuram anticam capitis non totam occupans (parum incrassatum) ;
setae omnes scalpelliformes , ad apicem denticulis paucis armatae,
apice simplici et obtuso, vel pr. p. bidentato et sat acuto; setae
rami inferioris longiores et latiores."
Als neue sp. P. sevastopoltca = Polynoe scolopendrina Bobr., von Sav. ;
Pholoe synophthalmica Clap. mit var. n. pontica; Nephthys maeotica
n. sp., N. Hombergi Aud. Edw. Ausserdem creirt der Autor für Eulalia
incompleta Quatref. und E. obtecta EhI. eine neue Gattung J/esoew/a/ta
und für Phyllodoce (Eulalia) multicirris Grube das neue Genus Para eu-
lalia (Materialia ad Zoographiam ponticam compar. in: Bull,
de la Soc. Imp. des Natur, de Moscou. 1882. No. 1. 146—198. — wird
fortges.).
Aus dem adriatischen Meere zählt M. Stossich auf: 1 Tomo-
pteris, 2 Eteone, 5 Eulalia, 1 Carobia, 5 Phyllodoce, l Oxydromus, 3 Po-
darke, 1 Periboea, 1 Fallacia, 4 Proceraea, 2 Gnibea, 1 Sphaerosyllis,
2 Pterosyllis, 1 Trypanosyllis , 1 Eur}'sillis, 1 Eusyllis, 2 Odontosyllis,
1 Ehlersia, 1 Syllides, 5 Syllis, 1 Sylline, 4 Glycera, 1 Nephthys, 10
Nereis, 2 Marphysa, 4 Eunice, 1 Onuphis . 1 Lysidice, 2 Nematonereis,
4 Lumbriconereis, 1 Arabella, 1 Staurocephalus, 1 Sphinter, 2 Euphrosine,
1 Chrysopetalum, 2 Sigalion, 1 Leanira, 1 Acholoe, 1 Hermadion, 1 Lepi-
donotus, 1 Lepidasthinia, 1 Lagisca, 6 Polynoe, 1 Hermione, 1 Aphrodite,
6 Serpula, 2 Eupomatus, 1 Placostegus, 1 Spirorbis, 1 Filograna, 3 Ver-
miHa, 1 Pomatocerus, 3 Protula, 9 Sabella, 1 Spirographis , 1 Lagis,
1 Pectinaria, 1 Melinua, 1 Sabellides, 1 Terebellides, 1 Polycirrus,
1 Myxlcola, 15 Terebella, 1 Siphonostomum , 1 Chaetopterus , 3 Hetero-
cirrus, 2 Cirratulus, 1 Maldane, 4 Clymene, 1 Arenicola, 1 Dasybranchus,
1 Notomastus, 1 Armandia und 1 Polyophthalmus {BoU. della Soc. adriat.
di sc. nat. in Trieste. VII. 1882. p. 168 — 209).
F. E. Beddard'B Pleurochaeta Moseleyi n. g. n. sp. in den
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 741
Trans. R. Soc. Edinburg vol. 30 p. 481 — 509 ist in Dorpat noch nicht
eingetroffen.
Von Arbeiten, welche fossile Anneliden betreffen, sind dem Ref.
die folgenden bekannt geworden:
C. Struckmann: Neue Beitr. z. Kenntniss des oberen Jura und der
Wealdenbildungen der Umgegend von Hannover (Paläontol. Abh. hrg. v.
Dames u. Kayser. Berlin 1882. I) erwähnt drei Serpulaarten.
G. R. Vine: Notes on the Annelida tubicola of the Wenlock shales
from washings of G. Mave (Quart. Journ. geol. Soc. 1882. 1 Taf.) bringt
neben der Charakteristik von fünf bekannten Gattungen mit der Beschrei-
bung mehrerer neuer Arten noch eine neue Gattung Psammosiphon mit
zwei neuen Species.
G. J. Hinde: On annelid remains from the silurian strata of the
isle of Gotland (Bih. tili k. Svenska vet. akad. Handl. VII. 1882 mit
3 Taf.) behandelt die im Silur Gothlands entdeckten Oberkiefer — nie
Unterkiefer — von 41 Arten Anneliden der Genera Eunicites , Oenonites,
Arabellites und Lumbriconereites , von denen 15 in England resp. Canada
vertreten sind.
W. Keeping: om some remains of plants, foraminifera and Annelida
in the silurian rocks of central Wales (Geol. Mag. IX. 1882. 1 pl.); der
hier beschriebene Annelide Myrianites Lapwerthi n. sp. wird von Nathorst
(ibidem X. 1883) als eine Kriechspur erklärt.
J5. Gephyrei,
Nach B. Hatschek soll die Klasse der Gephyreen (auch Phoronis
fällt weg) aufgelöst werden, da die Echiuriden eine Unterordnung der
Chaetopoden bilden , weil sie , wie die von H. studirte Entwickhmg zeigt,
von einer gegliederten Urform abstammen, während die nun isolirten
Sipunculiden, in deren Entwicklung nach H. nie eine Gliederung auftritt,
wahrscheinlich von jenem ungegliederten Typus sich abzweigen lasrjcn,
von welchem Sagitta, die Mollusken und durch Erwerbung der Segmen-
tirung auch die Anneliden abzuleiten sind; es müssten daher die Sipun-
culiden als besondere Klasse in der Nähe der AnneUden stehen, oder —
was wenig mit den von H. verfochtenen Anschauungen stimmt — „als
Ordnung der Anneliden etwa im Anhang an die anderen Ordnungen"
{Arb. a. d. zool. Inst. Wien Bd. II. Hft. 1. j). 61 — 140. 1883. 6 Taf.).
Ueber Sternaspis liegen drei Mittheilungen vor; in der einen
macht Vejdovsky „Bemerkungen zur neueren uud älteren Literatur von
Sternaspis scutata" (mit 1 Taf. Sitzgsber. d. K. bÖhm. Ges. d. Wiss.
1882. p. 438 — 450), sich besonders gegen Rietsch wendend; die andere
ist eine längere Arbeit von M. Rietsch, dessen vorläufige Mittheilung wir
schon im vorigen Bericht anzogen (p. 30 des S. A.); auf Grund seiner
Untersuchungen kommt er zu dem Resultat, in Sternaspis einen Polychaeten
zu sehen — im Gegensatz zu Vejdovsky, der Sternaspis als Zwischengruppe
742 Prof. Dr. Max Braun; Bericht über die Leistungen in der
zwischen diese und die Gephyreen stellen will — , welcher durch besondere
Entwicklungs- und Anpassungsverhältnisse entstanden sei ; selbst die schliess-
lich dem Autor bekannt gewordene Entdeckung von Sluiter (cf. unten)
bringt Rietsch von dieser Anschauung nicht zurück. Was Einzelheiten
der Arbeit anlangt, so möge auf das Original verwiesen sein {Etüde sur
le Sternaspis scutata in: Ann. des sc. nat. Zool. VI s^r. art. no. 5
84 p. 6 pl).
Die dritte Arbeit von C. Ph. Sluiter behandelt einen neuen Sternaspis
aus der Rhede von Batavia, in vier Faden Tiefe im Schlamm lebend;
die Art ist besonders wegen des Besitzes einns langen, gabiigen Rüssel,
bemerkenswerth ; der Autor spricht sich auf Grund der anatomischen
Untersuchung gegen die Zugehörigkeit dieser Gattung zu den Chaetapoden
aus, da namentlich das Nervensystem sich dem der Sipunculiden nähert;
auch bei andern Organen seien nähere Beziehungen zu Gephyreen als zu
Chaetopoden, mit welch letzteren Sternaspis fast nur die äussere GUederung
und den Besitz von Borsten gemein habe {Ueber einen indischen
Sternapsis und seine Verwandtschaft zu den Echiur en in:
Natuurk. Tijdschr- v. Nederlandsch Indie Bd. XLI. Batavia 1882. p. 235
bis 282. mit 3 Taf.).
Derselbe bringt weitere „Beiträge zur Kenntniss der Gephy-
reen aus dem malayischen Archipel;" die erste Mittheilung be-
handelt die Anatomie von Aspidosiphon fuscus n. sp. (mit 2 Taf.) , die
zweite bespricht Sipunculus edulis Lam., Phascolosoma falcidentatus n. sp.,
Ph. nigritorquatus n. sp. und Prioki n. sp., deren Anatomie gemeinschaft-
lich besprochen wird (3 Taf.) — beide Abhandl. im 41. Bde. d. Natuurk.
Tijdschr. voor Nederl. Indie. Batavia 1881. (cf. Jahresber. 1880/81 p. 37
d. S. A).
Diese Untersuchungen werden nun fortgesetzt und betreffen in der
vorliegenden dritten Mittheilung Echinosiphon (n. g.) aspergillum
Quatrf. , Aspidosiphon gigas n. sp. und Thalassema erythrogrammon M.
Müll. Bei Echinosiphon finden sich am vorderen Schildchen eigenthüm-
Hche Kalkpapillen , die von der Fläche gesehen rhombenförmig sind und
in ihrem Innern eine sackförmige Drüse enthalten ; die übrige Haut besitzt
unter der braunen Cuticula abgeplattete, ovale Drüsen, deren Mündung
nicht gesehen wurde; der Rüssel hat keine Drüsen, jedoch zweispitzige,
gebogene Haken. Der Darm bietet wenig Bemerkenswerthes , auch das
Nervensystem weicht nicht besonders ab, ausser dass das Gehimganglion
stark entwickelt ist; zwei langgestreckte, dunkel violette und in ihrem
vorderen Theil spiralig aufgerollte Segmentalorgane kommen dem Thiere
zu. Bei Aspidosiphon gigas fehlen die mit den Rüsseldrüsen in Verbindung
stehenden Zähnchen und Haken vollständig; in der Haut zwischen den
Muskeln finden sich ähnliche „Integumentalcanäle," wie sie durch Andreae
bei Sipunculus nudus bekannt geworden sind (cf. J. B. 1880/81 p. 35
d. S. A.). Der Hoden lag bei dem einzigen Exemplar am Enddarm und
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 743
bestand aus deutlichen Follikeln. Von Thal, erythrogramma macht Sluiter
einige Angaben über das bei dieser Art vorkommende Dirertikel am End-
darm, das eigenthümliche Körper in einer hyalinen Grundmasse bei einigen
Exemplaren enthält, bei anderen seinen Inhalt ausgestossen hat; der Verf.
glaubt, dass der hyaline Körper im Darm secernirt , der Wimperfurche
entlang bis zum Divertikel geführt und durch den Anus von Zeit zu Zeit
ansgestossen wird; entsprechende Verhältnisse, nur mit andrer Lage des
Divertikels, sollen bei Sipunculus sich finden (Natuurk. Tijdschr. voor
Nederl. Indln 43. Bd. p. 26 — 88. 1883. 4 Taf. und Zool Anz. 1883
p. 222).
Die ausführlichen Mittheilungen Sluiters „über Segmentalorgane
und Geschlechtsdrüsen einiger tropischen Sipunculiden"
(cf. J. B. 1880/81 p. 37) sind in der Tijdschr. d. nederl. dierkund. VI.
1. p. 1 — 20. 1 Taf. erschienen.
E. Ray Lankester ist es gelungen, die Männchen von Hamingia
arctica Kor. et Dan. zu entdecken; auch bei dieser Art leben wie bei
Bonellia die nur V12 engl* Zoll langen Männchen parasitisch am Weibchen ;
sie sind durch den Besitz von zwei hakenförmigen Genitalborsten aus-
gezeichnet. Aus den übrigen Angaben über Ham. arctica, die der Autor
an der Norwegischen Küste unter 60° Breite in 40 Faden gefangen hat,
erwähnen wir noch, dass die Art durch Haemoglobin roth gefärbte Blut-
körperchen besitzt (^On Specimens of the Gephyrean Hamingia
arctica Kor. and Dan. from the Har danger Fjord in: Ann. and
mag. of nar. hist. 5 sec. vol. XL p. 37—43. 1883).
Aus der Gephyreenausbeute des „Ch all enger" beschreibt W. L.
M'Intosh eine Phoronis, die südlich von dea Philippinen gedredgt wurde
und in 10—20 Faden auf Sandboden in hyalinen Röhren lebt; die Art ist
durch den Besitz eines Chitinskelettes in dem doppelten Kiemenbüschel
ausgezeichnet {note on a Phoronis dradged in H. M. S. Chal-
l eng er in: Froc. of the Roy. Soc. of Edinburgh. Session I88O/8I. vol.
XL p. 211—217).
W. A. Haswell's „prel. note on an austr. spec. of Phoronis"
ist Ref. nicht zugänglich (Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VII. p. 606 — 608).
In einer vorläufigen Mittheilung legt W. H. Caldwell die Resultate
seiner in Neapel angestellten Untersuchungen über Bau und Entwicklung
von Phoronis nieder ; der Autor nennt die Linie , welche die an einem
Körperende gelegene Mund- und Afteröffnung verbinden, die dorsale Mittel^
linie; zwischen den beiden Oeffnungen findet zieh ein Epistom, welches
der persistirende praeorale Lappen der Larve ist; der Lophophor besitzt
ein mesoblastisches Skelett und die ventrale Fläche des Thieres ist in einen
Fuss ausgezogen, der die Hauptmasse des Thieres darstellt. Das in der
Epidermis liegende Nervensystem besteht aus einem hufeisenförmigen Ring,
von dem aus ein Längsstrang in den „Fuss" hinabzieht; der bewimperte
Darm zerfällt in vier durch verschiedenes Epithel ausgezeichnete Abschnitte,
744 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Durch drei Mesenterien wird die Leibeshöhle in zwei vordere und eine
hintere Kammer getheilt; in letzterer liegen die Mündungen eines Paares
einfach gebauter Segmentalorgane. Eier und Spermatozoen entstehen von
Zellen des in der linken vorderen Kammer gelegenen, unpaaren Gefasses.
Nach der Furchung entsteht eine Planula (? Ref.), deren Zellen an einem
Ende klein, am andern säulenförmig sind; letztere stülpen sich ein und
so entsteht eine Anfangs kuglige Gastrula, die jedoch bald durch Aus-
wachsen des Ectoderms zum präoralen Lappen oval wird; ihr Blastoperus
wird zum Mund. Jederseits von demselben entsteht aus dem Entoderm
das Mesoblast und erhält sehr früh die paarige Anlage der Leibeshöhle.
Während die Epithelzellen des Darms sich in den einzelnen Abschnitten
umformen, entsteht durch Einstülpen des Ectoderms der Anus. Die Larve
enthält ferner Larvententakel, zwei Urnieren, Nervensystem — letzteres
aus dem Ectoderm stammend — , Blutgefässe und die Anlagen der blei-
benden Tentakel. Bei der sich in 1.5 — 20 Minuten vollziehenden Meta-
morphose gelangt der ganze Präorallappen mit dem Ganglion und den
Larvententakeln in den Magen, wo sie verdaut werden; von den Urnieren
werden die Ausiührgänge zu den bleibenden Segmentalorganen. Zum
Schluss wird Phoronis noch mit den Brachiopoden und Bryozoen ver-
glichen (Preliminary note on the structure, Development and
affinities of Phoronis in: Proc. of the Royal Soc. of London, vol.
XXXIV. 1883. p. 371—383 mit 2 Holzschnitten).
Nach El. Metschnikoff findet sich am Ende der Furchung bei Pho-
ronis eine Blastosphaera , die durch Einstülpung zur Gastrula wird, wobei
die ursprüngUche Furchungshöhle fast ganz verloren geht; in den übrig
bleibenden Spalt wandern vom Ectoderm einige Zellen ein und stellen die
Anlage des mittleren Blattes dar {Vergl.-embryol. Studien. 3. Ga-
strula einiger Metazoen in: Zeit. f. loiss. Zool. Bd. XXXVII
p. 281—313 mit 2 Taf.).
Auch A. Foettinger hat sich mit der Frage nach der Herkimft des
Mesoderms bei Phoronis in Neapel beschäftigt; er konnte die ersten An-
fänge desselben noch vor der Gastrulation, selbst schon bei acht Furchungs-
zellen erkennen, ohne jedoch entschieden zu haben, woher die sehr kleinen
Mesodermelemente stammen (note sur la formation du mäsoderme
dans la larve de Phoronis hippocrepra in: Ä7'ch. de Biolog T. III,
p. 679 — 686. avec 1 pl 1882).
Sehr ausführliche Untersuchungen über die Entwicklung von
Sipunculus nudus verdanken wir Hatschek; die Eiablage findet in der
heissesten Jahreszeit in einem Salzwassersee bei Messina und zwar Nachts
statt; bis gegen Morgen ist die Furchung abgelaufen und hat zu einer
aus wenigen Zellen bestehenden Blastophaera geführt, deren Zellen an
dem einen Pole etwas vergrössert sind; unter letzteren befindet sich eine
grosse Zelle = die Anlage des Mesoderms. Während die Oberfläche des
Keimes sich an die Innenfläche der porösen Eihaut anlegt, flacht sich der
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 745
Pol mit den grossen Zellen ab und stülpt sich allmählich nach innen ;
soweit die Zellen des Ectoderms die Eihaut berühren, entsenden sie Cilien
durch die Porenkanäle derselben. Nun theilt sich auch bei weiterer Zu-
nahme der Ecto- und Entodermzellen die eine Urmesodermzelle in zwei
und letztere rücken bei weiterer Einstülpung des Entoderms in die
FurchungshÖhle. Der Blastoporus beginnt sich vom hinteren Rande her
zu schliessen, während welchen Vorganges es vorn zu einer die Anlage
des Oesophagus bildenden Einstülpung kommt, in deren Grunde der Rest
des sich übrigens später ganz schliessenden Blastoporus liegt; erst gegen
Ende der Embryonalentwicklung bricht hier die innere Mündung des Oeso-
phagus durch. Durch hier nicht im Detail zu schildernde Vorgänge bildet
ein Theil des Ectoderms eine als Serosa bezeichnete Embryonalhülle; von
dem übrigen Ectoderm liefern die Zellen am animalen Pol das Scheitel-
feld der Larve und die Ectodermzellen am Rande des Blastoporus eine
mediane Ectodermplatte ^^ Rumpfplatte, die allein von der Serosa über-
wachsen wird; die dabei zwischen Rumpfplatte und Serosa entstehende
Höhle bezeichnet H. als AmnionhÖhle. Im Laufe der weiteren Entwicklung
kommt es zu einer Verschiebung des Oesophagus und der Mundöflfnung,
die ihre ursprüngliche Lage am vegetativen Pole mit einer seitlichen
Lagerung vertauschen, womit gleichzeitig auch die Rumpfplatte seitlich
rückt und an einer Stelle das Scheitelfeld, die Kopfplatte berührt.
Zwischen beiden Theilen kommt es zur Verwachsung, während welcher
innerlich das Mesoderm in zwei sich niemals gliedernde Streifen aus-
wächst, die in der Folge hohl werden = Anlage der Leibeshöhle und in
deren Wandung zwei Excretionskanäle entstehen. Um diese Zeit bildet
sich der Enddarm und After, es treten Pigmentflecke und ein gestreckter
Wiraperkranz auf und nach weiterer Differenzirung der inneren Organe,
namentlich des Darmes, platzt nun die Eihaut an dem dem Scheitelfeld
gegenüber liegenden Pole, durch welche OelFnung das Hinterende der
Larve hervorzutreten beginnt. Nach mehreren Stunden ist die Larve ganz
aus der Eihaut, in der die Serosa liegen bleibt, entwickelt, streckt sich
in die Länge, wird durch Dehnung der inneren Hohlräume grösser; der
ursprünglich seitlich gelegene Mund rückt mehr gegen das Vorderende
des Körpers und der Anfangs dorsalwärts verlaufende Oesophagus zieht
nun fast gerade nach hinten. Nach einem etwa einmonatlichen pela-
gischen Leben, während dessen ein bedeutendes Grössenwachsthum statt-
findet, beginnt die Metamorphose; vor Allem verkleinert sich der Kopf-
theil, der Körper streckt sich mehr in die Länge und wird cylindrisch;
der Wimperkranz zerfällt und schwindet schliesslich wie andere Larven-
organe; das Nervensystem löst sich aus der Epidermis und der Mund
rückt ganz an das Vorderende des Körpers; als die Anlage der ersten
Tentakel entstehen Ausbuchtungen am Mundrand u. s. w. — Auf Grund
dieser Entwicklungsgeschichte kommt Hatschek zu der schon oben er-
wähnten Auflösung der Gephyreen (_ lieber Entwicklung von Sipun-
746 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
culus nudus in: Arbeiten a. d. zool. Inst, der Univ. Wien hrsg. von
C. Claus Tom. V 1. Hft. 1883. p. 61 — 140 mit 6 Taf.).
H. Eisig's: „Ausdehnbarkeit des Bonellia-Rüssels" (Kosmos Bd. XIII
p. 128 — 131) ist Ref. nicht zugänglich.
E. Horst fährt in der Beschreibung der von „Willem Barents" in
den arktischen Meeren gefundenen Gephyreen fort (cf. J. B. 1880/81
p. 40); zuerst wird Priapulus bicaudatus Dan. anatomisch und histologisch
geschildert, woraus wir nur erwähnen, dass das Nervensystem in seiner
ganzen Länge mit dem Ectoderm in Verbindung steht und keine seitlich
abgehenden Aeste bemerkt wurden; ausser Priapulus bicaudatus Dan,
wurde noch P. caudatus Lam. , Phascolion Strombi Mont. var. Spitzber-
gense, Phascolosoma Oerstedii Keferst , Ph. boreale Keferst. und Stephano-
soma Barentsii n. sp. gefunden Niederl. Arch. f. Zool. Suppl. Bd. I.
30 p. 2 Taf. 1881/82).
Die Arbeit von Danielsen und Koren über die von der Norske nord
havs-expedition gesammelten Gephyreen (cf. J. B. 1880/81. p. 40) ist
in's Französische übersetzt worden (Rev. Sc. nat. Montpellier (3). I.
p. 104—135).
In der Travemünder Bucht fand Lenz Halicryptus spinulosus
Sieb, und Priapulus caudatus Lam. (4. Bericht der Comm. zur Unters, d.
deutschen Meere für 1877 — 81. p. 169 — 180); in der Danziger Bucht
Halicryptus spinulosus (ibidem p. 181—184).
Nach Stossich kommen in der Adria vor: 1 Sipunculus, 4 Phasco-
losoma, 1 Aspidosophon , 1 Bonellia und 1 Thalassema {Prosp. de IIa
fauna del mare adriat. IV. in: Boll. Soc. adriat. sc. nat. Trieste.
tom. VII. p. 168 etc.).
Aus dem Capverdischen Archipel erwähnt Eochebrunne 11 Sipuncu-
liden: Phascolosoma rubens Costa, Ph. laeve Keferst., Ph. variolosum
n. sp., Phymosomum spinicauda Qfgs., Ph. cornigerum n. sp., Ph. asper
Vaill., paleicinctum n. sp., Aspidosiphon major Vaill., A. Vaillantii n. sp.,
A. laeve Qtfgs. und A. intermedium Vaill. {Nouv. Arch. du Museum
Paris (2) tom. IV. p. 215 — 340).
Einige neue Thalassemen von verschiedenen Fundorten beschreibt
R. Lampert und zwar Th. formosolum n. sp. Manila, Th. caudex n. sp.
Rothes Meer und ind. Ocean, Th. sorbillans n. sp. Philippinen, Th.
vegrande n. sp. dto. und Th. exilii Fr. Müller. Desterro in Brasilien; im
Ganzen sind bis jetzt 13 Arten dieser Gattung bekannt (Z. f. wiss. Zool.
39. Bd. p. 334.
Aus dem Quatrefages'schen Loxosiphon aspergillum macht C. Ph.
Sluiter ein neues Genus Echinosiphon mit dieser einzigen Species, die
in der Bai von Bantam auf Java gefunden wurde.
Körperfarbe gelblichbraun mit zahlreichen braunen Papillen,
die vorn und hinten am dichtesten stehen; am Vorderkörper bei
der Rüsselbasis grosse Kalkpapillen, welche durchbohrt sind; After
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 747
dorsal unter dem Rande des vorderen Schildchens gelegen, daneben
die beiden Oeifnungen der Segmentalorgane; hinteres Körperende
wie bei Sipunculus einstülpbar.
Ferner wird noch beschrieben: Aspidosiphon gigas n. sp. 25 mm. lang,
bei Java {Natuurk. Tijdsch. voor nederl Indie Bd. XLIII. p. 26 — 88 mü
4 Taf.).
Derselbe beschreibt eine neue Art von Stemaspis von Batavia unter
dem Namen spinosus, die sich durch den Besitz eines nicht zurückziehbaren,
leicht abfallbaren Rüssels auszeichnet, der von seiner Basis ab gabiig ge-
spalten ist (ibidem Bd. XLI. p. 235 — 287. 3 Taf).
Eine ausführliche Darstellung haben durch E. Selenka, G. de Man
und C. Bülow die Sipunculiden erfahren, eine Untersuchung, welche
durch die Bearbeitung der von Semper auf den Philippinen gefundenen
Thiere veranlasst und auf die Vorräthe der Museen in Berlin, Kiel, Stutt-
gart etc. ausgedehnt wujrde; es sind 81 Arten in 10 Gattungen dargestellt.
Die neuen Arten sind folgende: Phascolosoma Semperi Philippinen, Pha-
scolion lucifugax Japan, manceps Philipp., coUare dto., tridens Serap. dto.,
hedraeum dto., Phymosoma asser Indien, pelma^ Mauritius, Java, Philip-
pinen, lurco Philipp., dentigernus dto.., scolops Rothes Meer, Indien; Den-
drostoma signifer Ostindien und hlandum Japan ; Sipunculus tituhans Punt-
arenas, vastus Mauritius, mundanus Sow and Pigs Bank, boholensis Semp.
Philipp., Aspidosiphon Klunzingeri Rothes Meer, tortus Phil., venabulum
Congo und Cloeosiphon molus Phil. Dem Werke geht eine kurze anato-
mische Einleitung, so wie ein Schlüssel zum Bestimmen der Gattungen und
Arten voraus (Die Sipunculiden, eine systemat. Monographie
in : Reisen im Archipel der Philippinen von C. Semper. 2. Theil. wissensch.
Res. IV. Bd. 1. Abth. Wiesbaden 1883/84. mit 14 Ta/.).
C Oligochaeti,
E. L. Trouessart konstatirt, dass Lumbricus agricola Hoffm. in
den Gärten der Umgebung von Angers thurmförmige Erdhaufen von
5 — 8 cm. Höhe producirt, wie es Darvin nur von Perichaeta angegeben
hat; auch Ref. hat das gleiche in Menorca im Sommer 1882 oft gesehen,
wo Perichaeta ebenfalls nicht vorkommt {sur les constructions tttrri-
formes des Vers de terre de France in: Compt. rend. Ac. Paris,
tarn. 95. p. 739—740. 1882.).
V. Hensen's Arbeit: „über die Fruchtbarkeit des Erdbodens
in ihrer Abhängigkeit von den Leistungen der in der Erd-
rinde lebenden Würmer" wendet sich besonders gegen Darwin, in-
dem für die Fruchtbarkeit des Erdbodens weniger der durch die Regen-
würmer gelieferte Humus als die von denselben gegrabenen Röhren, welche
Wege für die Pflanzenwurzeln abgeben, bedingend sind {Landwirtschaftl.
Jahrb. V. Thiel. XI. p. 661—698. 2 Taf.).
Das Sekret der Morrenschen Drüsen des Regenwurms sollen nach
748 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Ch. Kobinet zur Neutralisation der Humussäuren dienen und zur Ueber-
fdhrung unlöslicher Carbonate in lösliche Bicarbonate {Compt. rend. Ac.
Pai-is. tom. 97. 1883. p. 192 — 194).
Eine grosse Lumbricidenart von Java, die Vj ^' ^l^ng und 2 cm.
dick wird, producirt nach A. G. Vordermann ein Geräusch, das dadurch
zu Stande kommt , dass Luft aus dem Kropf in den Oesophagus plötzlich
gestossen wird (Bijdr. tot de Kenn, van d. Sond.-7vorm in: natuurJc.
Tijd. nedei'l. Indie. (8). vol. 2. p. 111 — 116. 1882. 1 Taf.).
Eine Arbeit von R. Horst: new (9) spec. of the genus Mega-
scolex Tempi. (Perichaeta Schm.) ist Ref. hierorts nicht zugänglich
(note of the Leyd. Mus. V. not. XVII. p. 182 — 196).
Dasselbe gilt von der Beschreibung neuer Regenwürmer von Dan.
Rosa in den Atti R. Acad. Sc. Torino. XVIII. p. 169— 173 (Allobophora
neglecta und Dendrobaena Camerani n. sp.).
Ueber indische Regenwürmer handelt Frank E. Beddard; der Autor
will den Gattungsnamen Megascolex nur beziehen auf Formen , welche
1. einen continuirlichen Ring von Borsten auf den Körperringen besitzen,
2. das Clitellum in der Ausdehnung vom 14. — 16. Segment incl. und
3. zwei männliche GeschlechtsöfFnungen auf dem 18. Ringe, eine weibUche
auf dem 14., also letztere innerhalb des Clitellums. Bei Perichaeta da-
gegen ist die Reihe der Borsten auf jedem Segment nicht continuirlich
und das Clitellum umfasst mehr oder weniger als drei Segmente. Es
werden beschrieben Megascolex affinis Perr. , Perichaeta armata n. sp.,
Perionyx M'Intochii n. sp. , Typhaeus orientalis n. g. n. sp. ; Körper
cylindrisch, Borsten bauchständig, vier Paar in jedem Segment, nur in
den Segmenten des 'CHtellums (14.— 17. Segment) zwei Paar Borsten;
die zwei männlichen Geschlechtsöffnungen liegen auf dem 17. Segment in
einem Hofe, der von Drüsen frei ist; eine besondere Anordnung zeigen
die Papillen , auf einer Seite (rechts) liegen vor der Geschlechtsöffhung
drei, hinter ihr zwei ovale Papillen, links davor vier, dahinter eine; die
Mündungen der Samentaschen zwischen dem siebenten und achten Segment.
Dorsalporen auf den Segmenten hinter dem Clitellum {note on some
earthworms from India in: Ann. and mag, of nat. hist. (5) vol. XII.
p. 213—224. 1 pl).
Urquhart macht einige Beobachtungen über die Regenwürmer in
Neuseeland {Nature XXVII p. 91).
Potts and Meehan: Earthworms draving leaves into the
Ground in: Proc. of the Acad. of nat. sc. of Philadelphia. 1882.
p. 285—286.
Fr. Vejdovsky veröff'entlicht eine: Revisio Oligochaetarum
Bohemiae, die Ref. nicht zu Gesicht gekommen ist (Prag. 1883.
16 p.); es werden 54 Arten aufgezählt, darunter drei neue Arten und
zwei neue Gattungen, Bohemilla und SJavina (wahrsch. a. d. Stzgsber.
d. K. böhra. Ges. d. Wiss.).
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 749
Struktur der Schleif enc anale bei Lumbricus cf. Leydig (Unters.
z. Anat. u. Hist. d. Thiere. Bonn 1883. p. 128).
Struktur der Ganglien bei Lumbricus terrestris cf. Vignal im Arch.
de Zool. exp. et gener. 2 se'r. tom. I. p. 374 — 408).
Tubifex Bonneti erhält durch D. Nasse eine eingehende Darstellung,
nur das Gefässsystem ist zu untersuchen unterlassen worden. Die unter
der glatten und homogenen Cuticula liegenden Epithelzellen sind kubisch
und einschichtig angeordnet ; zwischen ihnen liegen besonders am Clitellum
einzellige Drüsen und am Kopfende stäbchenförmige Sinneszellen; aus der
Beschreibung der Muskulatur, des Peritoneums, der Borsten, die immer
von mehreren Zellen gebildet werden, so wie der nicht ganz abgeschlossenen
Dissepimente und der Segmentalorgane, ist kaum etwas hervorzuheben.
Im fünften und sechsten borstentragenden Segment liegen auf der Ventral-
seite des Darms grosse, ganglienähnliche Zellen, die vielleicht dem Magen-
darmnerv der Hirudineen gleich zu setzen sind. Ausführlicher werden
endhch die Geschlechtsorgane in ihrem Bau sowie die Entwicklung der
Geschlechtsprodukte dargestellt {Beiti^ äg e zur Anatomie der Tubi-
f leiden. In. Diss. Bonn 1882. 30 p. 4°. 2 Taf.).
Ueber die Entwicklung des Eies bei Tubifex hat auch
A. Schneider einige Untersuchungen angestellt {Das Ei und seine Be-
fruchtung. Breslau 1883. p, 15 u. 16.), ebenda (p. 66.) auch Notizen über
Spermatophoren bei Oligochaeten.
In kleinen Anneliden, die sich zwischen Diatomeen der Aquarien
der zool. Stat. in Neapel fanden, erkannte Eennel Ctenodrilus par-
dalis Clap.; das Material wird zu einer ausführhchen Darstellung der
anatomischen Verhätnisse und der Knospungserscheinungen benützt;
12 — 14 Segmente, die alle borstentragend sind, setzen den Köri^er zu-
sammen; das erste Segment enthält Gehirn, Mund und Schlundkopf und
geht in einen breiten Kopflappen über; die Unterseite dieses, sowie des
ersten und eines Theiles des zweiten Segmentes wimpert; auf dem Kopf-
lappen eine flache Wimpergrube. Das einschichtige Hautepithel verdickt
sich auf der Neuralseite sowie am Kopflappen und trägt hier in sich
eingebettet das sehr einfache Nervensystem, das aus regellos zerstreuten
Ganglienzellen und feinsten Nervenfasern besteht. Die Muskulatur beschränkt
sich auf eine einfache Lage Längsfasern, zu denen noch die Borsten-
muskeln sowie die des Schlundes kommen. Der in Schlundkopf, Magen-
und Enddarm zerfallende Verdauungskanal ist durch ein dorsales und
ventrales Mesenterium an der Körperwand befestigt, in denen das Dorsal-
und Ventralgefäss verläuft; das Gefässsystem ist nicht geschlossen und
sehr einfach: wo Schlund- und Magendarm sich vereinigen, beginnt mit
einer grossen Oeffnung das dorsale Gefäss, welches sich nach vorn hin
fortsetzt, im zweiten Segment jederseits einen Ast abgiebt, der in das
Bauchgefäss mündet, und dann vorn in zwei seitlich am Schlund herab-
ziehende Aeste übergeht, die sich ventral zum Bauchgefäss vereinigen;
750 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
letzteres zieht bis an's hintere Körperende und öffnet sich daselbst. Im
Dorsalgefäss liegt ein gelber Zellstrang, der vielleicht dem Schlauch im
Rückengefäss bei Terebella, Cirratulus etc. gleich zu setzen wäre. Die
durch Knospung sich vermehrenden Exemplare von Ct. p. besitzen nur
ein Paar im ersten Segment gelegener Segmentalorgane, die nach Kennel
den sogenannten Kopfnieren der Polygordiuslarve entsprechen, so dass
also hier das Excretionsorgan der Annelidenlarven zum bleibenden gewor-
den ist. Geschlechtsorgane wurden nicht gefunden, vielmehr pflanzten
sich alle Exemplare durch Knospung resp. Theilung fort. Jedes Seg-
ment — vom vierten an — wird dadurch zu einem Zooid, dass zwischen
ihm und dem nächsten eine Knospungszone auftritt , die in ihrer vorderen
Hälfte (Rumpfzone) zum Rumpfende des vorderen Thieres, in ihrer hinteren
zum Kopfende (Kopfzone) des hinteren Thieres wird. Wie nun Kennel
angiebt, schreitet die Entstehung dieser Knospungszonen regelmässig von
vorn nach hinten fort (im Sinne der Segmentation , nicht wie sonst im
Sinne der Strobilation). Wenn eine gewisse Ausbildung, deren Entwick-
lung hier nicht weiter referirt werden soll, eingetreten ist, zerfällt in der
Regel die ganze Thierkette. In dieser Beziehung sowie auf die allgemeinen
Bemerkungen des Autors, die sich auf die Herkunft der Kopfsegmente bei
den gegliederten Thieren sowie die Beurtheilung der Keimblätter er-
strecken, sei auf das Original verwiesen {Ueber Ctenodrilus par-
dalis Clap. Ein Beitrag zur Kenntniss der Anatomie und
Knospung der Anneliden in: Arh. a. d. zool.-zoot. Inst. Würzburg.
Bd. V. 1882. 61 p. 1 Taf.].
Die Mittheilungen Kenneis erfahren, so weit es sich um anatomische
Angaben handelt, durch Max Graf Zeppelin, der eine neue Art Ctenodrilus
monostylos beschreibt, eine vollkommene Bestätigung; diese neue Art, die
in einem Seeaquarium in Freiburg gefunden wurde, gleicht in ihrem Bau
der von Kennel untersuchten Art, von der sie eigentlich nur durch den
Besitz eines grossen Kopftentakels sowie durch die Theilungsverhältnisse
unterschieden ist. Die neue Art theilt sich der Quere nach ungefähr in der
Körpermitte in zwei Thiere , von denen das vordere den Kopf und eine
Anzahl Rumpfsegmente , das hintere die übrigen Rumpfsegmenta und den
After des ursprünglichen mütterlichen Thieres enthält; nach der Theilung
beginnt an dem vorderen Thier ein Neubildungsprocess, der zur Entstehung
eines Afters und einiger Segmente führt; beide Tochterindividuen können
nur durch weitere Theilung Theilstücke abschnüren und zwar 1. solche,
welche weder Kopf noch After besitzen, aus einem bis drei Segmenten
bestehen und nicht weiter theilungsfähig sind, 2. Theilstücke, welche
weder Kopf noch After besitzen , aus fünf bis sechs Segmenten bestehen
und theilungsfähig sind ; sie bilden entweder gleich Stücke wie No. 1 oder
erst nachdem sie Kopf und After regenerirt haben; aus solchen Theil-
stücken entstehen sowohl solche wie in 1., oder solche, welche nur mit
Kopf oder nur mit After versehen sind; 3. das Tochterthier mit dem
Naturgeschichte d. freilebenden Würnaer i. d. J. 1882 u. 1883. 751
urspi-ünglichen Kopf kan» ein Theilstück mit dem neuen After versehen
abschnüren , ob das entsprechende bei dem anderen Tochterindividuura
auch vorkommt, ist fraghch. Voraussichtlich werden alle diese Theil-
stücke sich zu vollkommenen Individuen regeneriren können. Geschlecht-
liche Fortpflanzung wurde während einjähriger Beobachtung nicht gesehen
{Ueber den Bau und die Theilungsvorgänge des Ctenodrilus
monostylos n. sp. in: Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIX. 1883. p. 615 bis
652. 2 Taf. Zool Anz. 1883. p. 44—51.).
Aehnliche einfache Theilungsvorgänge, wie sie Zeppelin bei seinem
Ctenodrilus schildert, bestehen unter den Oligochaeten nur noch bei Lum-
briculus variegatus, der ebenfalls, ohne dass eine Knospungszone auf-
tritt, nach den Mittheilungen von C. Bülow durch freiwillige Quertheilung
sich vermehrt; das neue Hinterende des getheilten Thieres entsteht durch
Segmentirung eines ursprünglich flimmernden Wulstes am Hinterende des
Toehterindividuums, wobei die Segmentzahl unbestimmt ist; in ähnlicher
Weise regenerirt sich auch der Kopf, jedoch entstehen hier immer nur
zwei vordere borstenlose und den Mund umschliessende, sowie acht borsten-
tragende, darauf folgende Segmente. Wird von den zehn ersten Segmenten
eine bestimmte Zahl abgeschnitten, so wird dieselbe Zahl regenerirt, wäh-
rend die abgeschnittenen zu Grunde gehen; bleiben aber an diesen auch
nur 1V2— 2 Rumpfsegmente, so wird ein neues Schwanzende gebildet.
Aus diesen Verhältnissen schliesst nun B. , dass man die zehn ersten
Segmente als Kopfsegmente auffassen müsse. Durch ausführliche Angabe
zahlreicher Einzelbeobachtungen werden obige Sätze vom Autor erhärtet
(dieses Arch 49. Jahrg. 1882. Hß. 1. 96 p.).
Derselbe hat ferner „die Keimschichten des wachsenden
Schwanzendes von Lumbriculus variegatus etc." untersucht,
wobei er zu einigen von den Angaben Sempers (bei Nais etc.) abweichen-
den Resultaten gelangt ist; das Mesoderm entsteht am hinteren Körper-
ende durch Einwanderung von Zellen aus der Uebergangsstelle von Ecto-
und Entoderm her (was wohl sicher nur durch Längsschnitte zu constatiren
wäre. Ref.); es entstehen daraus zwei sich früher als die neurale Ecto-
dermverdickung gliedernde Mesodermkeimstreifen ; das ganze Bauchmark des
regenerirten Theiles entsteht aus dem Ectoderm; die sogenannten riesigen
Nervenfasern im Bauchstrang der Oligochaeten (Neurochord Vejdovsky)
sind nicht nervöser Natur, sondern dienen dem Körper als elastische
Stütze, jedoch ist diese, weil mesodermalen Ursprungs, nicht mit der
entodermalen Chorda der Wirbelthiere zu homologisiren. Mesodermalen
Ursprungs sind alle Muskeln, Gefässe, die Seg.naentalorgane, die sogenannten
Leberzellen auf dem Darm, ectodermalen ferner die Haut, die Borstensäcke,
die nervösen Seitenlinien; mit Recht betont der Autor zum Schluss, dass
die Keimschichten des wachsenden Schwanzendes den embr>'onalen Keim-
blättern dynamisch gleichmässig sind. Wegen der anatomischen Angaben
Arch. f. Naturgesch. IL. Jalu-g. 2. Bd. YY
752 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
cf. das Original (Z. f. wiss. Zool. XXXIX. 'p. 66 — 96. 1 Taf. und Biol
Centralhl. IH. p. 627 — 630).
R. Timm hat Phreorytes Menkeanus sowie einige Naiden anatomisch
resp. histologisch untersucht; die Cuticula von Phr. besteht aus sich
kreuzenden Faserlagen und ist von in Gruppen angeordneten Microporen,
sowie einzeln stehenden Macroporen durchbohrt; unter dem einschichtigen
Epithel liegen die Muskeln in der bei Oligochaeten bekannten Anordnung,
die jedoch hier wie sonst noch bei Enchytraeus unter den Oligochaeten
Röhrenmuskeln (Hirudineen) sind. Die auf dem Blutgefässnetz des Darmes
liegenden Epithelzellen („Chloragogenzellen" — Leberzellen der Autoren)
haben mit der Verdauung Nichts zu thun, scheinen vielmehr ExcretstoflFe
zu produciren. Vom Nervensystem erwähnen wir, dass aus den Ganglien
des Bauchstranges neben den bekannten seitUch abtretenden Nerven noch
ein mittlerer unpaarer abgeht, der zu einem lappigen Zellhaufen („Bauch-
organ") herantritt, welches aus Zellen zusammengesetzt ist und mit der
Epidermis der Ventralseite durch Nervenfasern in Verbindung steht ; dieses
segmentweise sich wiederholende Bauchorgan, das der Autor wenigstens
der Lage nach mit den von Ratzel bei Lumbriculus und Stylodrilus als
Sinnnesorgane beschriebenen einzelligen Drüsen vergleicht, soll in seiner
Funktion ein noch ganz unbekanntes Sinnesorgan sein. Die Beobachtungen
an Nais ergeben unter Anderem, dass Nais barbata und N. elinguis wahr-
scheinlich Formen einer Art sind; ferner werden zwei neue Arten dieser
Gattung aus der Umgegend von Kitzingen bei Würzburg beschrieben:
N. hamata n. sp. 3 — 5' mm. lang und N. lurida n. sp. 2 cm. lang. Zum
Schluss giebt der Autor eine Liste der bei Würzburg vorkommenden
Naibiden und zwar 9 Arten Nais, 1 Dero, 3 Chaetogaster und 2 Aeolo-
soma (Beobachtungen an Phreoryctes Menkeanus Hoffmr.
und Nais etc. in: Arh. a. d. zool. zoot. Inst. Würzb. Bd. VL p. 109
bis 157, 2 Taf.; auch als In. Diss.).
Kurze Bemerkungen über die Spermatophoren bei Limicolen siehe bei
A. Schneider: Das Ei und seine Befruchtung (Breslau 1883, 4°. p. 66).
Oligochaeten der Travemünder Bucht cf. Lenz im 4. Ber. d. Comm.
z. w. Unters, d. deutschen Meere 1879—1881; die 13 Oligochaeten in
den Prager Brunnen bei Vejdovsky in: Thier. Org. d. Brunnen Prags
1882. p. 51 u. 61.
Enchytraeus adriaticus Vejd. cf. Stossich (Boll. della soc. adr. sc.
nat. VIL p. 168).
Leidy erwähnt das Vorkommen von Enchytraeus vermicularis in
Nordamerika und beschreibt ein neues Genus D istirhopus mit silvestris
n. sp. „form and color as in Enchytraeus; with a well produced girole;
setapeds in a Single row on each side ventrally , in divergent fascicles of
four in advance of the girole and of three behind it." {On Enchy-
traeus^ Distichopus and their parasites in: P}-oc. of the Acad.
of nat. sc. of Philadelphia. 1882. p. 145 — 148.
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 753
Aus dem beschriebenen Ctenodrihis pardalis Clap. und der O.
Schmidt'schen Art: Parthenope serrata bildet Kennel (1. c.) eine neue
Familie Ctenodrilidae.
D. Hiriidinea,
Branchiobdella ist wiederholt untersucht worden; bekanntlich hat
Domer die beiden mitteleuropäischen Arten parasita und Astaci besonders
wegen der verschiedenen Form und der Bezahnung der Kiefer unter-
schieden; auch C. 0. Whitmann beschreibt neuerdings eine Art dieser
Gattung, deren Kiefer fünf Zähnchen trägt, als B. pentadonta n. sp.
W. Voigt zeigt nun, dass der Kiefer in Form und Bezahnung sehr varia-
bel ist, was gleichfalls von anderen Unterscheidungsmerkmalen gilt, so
dass auf Astacus fluviatilis nur eine Spezies von Branchiobdella, nämlich
B. Astaci Odier vorkommt, für welche die von Dorner für B. parasita
aufgestellten Kennzeichen gelten; der Name B. parasita ist erst später
von Henle für seine vermeintliche neue Form aufgestellt worden; die B.
pentadonta sind nach Voigt junge Exemplare {Zool. Anz. 1882. p. 636
u. 637. — ibidem 1883. 79. 121 — 125, 139—143).
Auf den Kiemen von Astacus leptodactylus Eschh. lebt nach
A. Ostroumoff eine Art Branchiobdella, welche der Br. parasita Henle
nahe steht und vom Autor als B. Astaci leptodactyli getauft wird {Zool.
Anz, 1883. p. 76 — 78).
A. Gruber hat seine Notizen über Branchiobdella ebenfalls publicirt;
er nimmt noch eine neue Art, B. hexadonta n. sp. an, ist jedoch geneigt,
nach Kenntniss der Voigt'schen Untersuchungen, in diesen Arten sehr
constante Varietäten mit spärlichen Uebergängen, also entstehende Arten
anzunehmen {Zool Anz. 1883. p. 243 — 248).
Auch die Entwicklung von Branchiobdella ist von Salensky stu-
dirt worden ; durch die ersten Furchungsebenen zerfällt das Ei in drei
kleinere und eine grössere Furchungskugel , die je eine Zelle abschnüren,
die auf der Bauchseite liegende Anlage des Ectoderms; die Zahl der
Ectodermzellen nimmt theils durch eigene Theilung, theils durch Ab-
schnürung der ursprünglichen Furchungszellen zu und die dadurch ent-
stehende Platte umwächst allmählich die grösseren Zellen von vorn und
von den Seiten des Eies; hinten bleiben vier in zwei Reihen angeordnete
Zellen frei. Ento- und Mesoderm entstehen aus den grösseren Zellen.
Auf der Bauchseite des Embryo entsteht eine Nervenrinne, die sich in
ein Nervenrohr schliesst ; erst jetzt entstehen die sogenannten Keimstreifen.
Nach beginnender Segmentation findet eine völlige Umdrehung des Embryo
um seine Längsaxe statt, darauf entsteht vorn die Mundöffnung, hinten
der Saugnapf; die Veränderung der inneren Organe cf. im Original {Biol,
Centralbl III. Bd. 1882/83. p, 203 — 208).
Nach G. Carlet lässt sich das Irrige der gewöhnlichen Ansicht über
die Art der Fixation der Saugnäpfe eines Egels leicht dadurch zeigen,
754 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
dass man ein Thier auf einem berussten Papier kriechen lässt; es zeigt
sich dann, dass zuerst die Ränder der Saugnäpfe sich an die Unterlage
anheften und hierauf das Centrum sich abflacht {le mode de fixation
des ventous es de la sanpsue , Studie jyar la methode graphique
in: Compt. rend. Ac. Paris. 1883. tom. 96. p. 448 — 449).
Derselbe berichtet „sur la morsure de la sangsue" (ibidem
p. 1244—1246) und im Anscbluss daran „sur le mecanisme de la
succion et de la deglutition chez le sangsue" (ibidem p. 1439
bis 1440).
Desselben Autors Mitth. „le proc. oper. de la sangsue" in
Revue scientif. XXXII. p. 210 — 213 ist Ref. nicht zugänglich.
A. Schneider erwähnt, dass die Zähnchen in den halbkreisförmigen
Zähnen von Hirudo und Aulastoma kohlensauren Kalk enthalten {Zool.
Beitr. II. 1883. p. 62).
Ueber das Nervensystem der Hirudineen hat Saint -Loup Unter-
suchungen angestellt; die deutsche Literatur scheint ihm unbekannt ge-
blieben zu sein (Compt. rend. Ac. Paris, tom. 96. p. 1331).
W. Vignal berichtet über die Struktur der Ganglienknoten bei
mehreren Hirudineen (Arch. de Zool. exp. et gen. 2. ser. t. I. 1882.
p. 343—374).
Ueber die Nervenendigung in den willkürlichen Muskeln des Blut-
egels berichtet A. Hansen, es gelang nach Behandlung mit Chlorgold
eine kleine, dreieckige Endplatte der Nervenfibrillen auf den Muskelfasern
zu sehen {Arch. de Biol. tom. IL 1881. p. 342 — 344 mit Holzschn.).
Eine kurze Bemerkung über die Struktur der Muskeln beim Blutegel
hat W. T. Shore (Nature XXVI p. 493).
G.Joseph will „die dunkelgrünen Pigmentnetze im Körper
des Blutegels," die er näher untersucht hat, in Zusammenhang mit
der Aufnahme von rothem Blute der Wirbelthiere bringen, da junge Egel,
so lange sie sich vom farblosen Blute der Wasserinsecten ernähren, ihrer
entbehren; feine Anhänge derselben ragen als dünne Kolben bis an die
Basis der Darmepithelzellen {Zool. Anz. 1S83. p. 323—326).
Ueber den Excretionsapparat der Hirudineen handelt Fr. Vej-
dovsky in einer böhmisch geschriebenen Abhandlung, der jedoch ein
deutsches Resume angehängt ist; überall besteht ein Segmentalorgan aus
einem dickwandigen von einem verästelten Kanal durchzogenen Drüsen-
schlauch, dem dünnwandigen nicht verästelten Ausführungsgang mit
Kernen desselben und der contracttien Endblase, deren Epithel unbeweg-
liche Härchen trägt; ein Wimpertrichter fehlt stets im ausgebildeten Zu-
stande. Die grossen Zellen des Drüsenschlauches sind von einem ge-
schlängelten Achsenkanal durchzogen, der in jeder Zelle 1 — 2 Paar
Seitenästchen abgiebt , die bei einigen in sehr feine , sich im Zellplasma
verlierende Kapillaren übergehen (S. A. a. d. Sitzgsb. d. K. Böhm. Ges.
d. Wiss. vom 23 „listopadii" 1883. jt?. 35 — 51. 1 Zo/- ^- deutscher Erklär.).
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 755
Ose. Schultze berichtet von den Exeretionsorganen der Hiru-
dineen, dass die verästelten Lumina in den Zellen der Kanäle in con-
tinuirlichem Zusammenhang stehen und schHesslich in das Lumen des
Kanales, an dem es keinen rücklaufenden Theil giebt, münden; die
Wimpertrichter atrophiren bei einigen Arten, wie es bei den Nieren der
höheren Thiere der Fall ist {Beitr. z. Anat. d. Excretionsapparates
[Schleifenkanäle de?- Hirudineen] in: Arck. mikr. Anat. XXII.
1883. p. 78 — 92. 1 Taf.).
Auch G. Bourne hat in dem „Centralgang" der Segmentalorgane
Kerne entdeckt (cf. oben Vejdovsky) (^the central duci of the leech's
nephridium in: Quart. Joum. of m. sc. XXII. 1882. p. 337—338).
Ob andere Notizen desselben über das gleiche Thema handeln, ist
Ref. unbekannt geblieben (Proc. R. Soc. London XXXV. p. 350 — 357.
Joum. R. Soc. (2). in. p. 841—842).
In seinen „Untersuchungen zur Anatomie und Histologie der Thiere"
gedenkt Leydig der Stäbchenstructur der Zellen der Segmentalorgane bei
Aulacostomum nigrescens, ihres Zusammenhanges mit den Anfängen der
capillaren Gänge in den Zellen und der Intercellularräume der Darm-
epithelzellen derselben Art (p. 54, 70, 75, 77).
Isao Jijima berichtet nach Untersuchungen an einer Varietät von
Nephelis vulgaris Moq. Tandon in Tokio zuerst über den Bau des männ-
lichen und w^eiblichen Geschlechtsapparates, über Copulation, Coconablage
und dann über die histologische Struktur des Ovariums, dessen Wand aus
einer vier Schichten enthaltenden Tunica propria und dem Keimepithel
besteht; letzteres bildet keine kontinuirliche Schicht, ist jedoch an einer
Stelle zu einer medianen und mehreren seitlichen Leisten verdickt („Ger-
mogen"); von ihm lösen sich 3 — 5 keulenförmige „Eistränge" ab, in
denen nun die Eier in vielkernigen Follikeln entstehen und auf Kosten
des Follikelinhalts wachsen. Später fallen die Eistränge auseinander.
Zum Schluss wird die spiralige Anordnung der Strahlen des Archiam-
phiasters erläutert {On the origin. and grouih of the eggs and eggstrings in
Nephelis etc. Quart. Joum. micr. sc. XXII. 1882. p. 199 — 212. 4 pl.
Zool Anz. 1882. p. 12 — 14).
Nach A, Schneider kommt in Europa neben Nephelis octoculata
nach eine Art, N. sexoculata n. sp. , vor, die abgesehen von der Zahl
und der Stellung der Augen sich durch die Körpergestalt und Fär-
bung unterscheidet; diese Beobachtungen wurden gelegentlich der Unter-
suchungen über „das Ei und seine Befruchtung" gemacht, in
welcher Arbeit auch der Hirudineen gedacht wird. Die Eileiter enthalten
stets Spermatozoen, die bei N. octoculata an der Stelle, an der die reifen
Eier in einem Eistrang liegen, wie ein Gürtel angelagert sind; während
der Befruchtung haben die Eier allerlei Furchen und Hervorragungen,
ohne jedoch amöboide Bewegungen auszuführen; die Zahl der eindringen-
den Spermatozoen ist sehr gross, noch grösser bei N. sexoculata. An
756 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
frisch abgelegten Eiern sieht man kein Keimbläschen, dasselbe tritt erst,
nachdem das Ei sich wieder abgerundet hat und auf seiner Peripherie
helles Plasma (Perivitellin) aufgetreten ist, wieder hervor und zwar als
durchsichtiger, kurze Strahlen entsendender Fleck, aus dem allmählich
eine gewöhnliche Kernspindel hervorgeht. Auf diesem Stadium werden die
Eier im Cocon abgelegt und nun erst treten die Richtungskörperchen auf.
Auch bei Aulastoma treten die Spermatozoen in's Ovarium ein und
scheinen immer nur in noch nicht abgelöste Eizellen einzudringen; nach
dem Eintritt rollen sich die Spermatozoen spiralig auf und ändern sich in
kernhaltige Zellen um; ihre Zahl — im Maximum bis 100 — nimmt
allmählich ab, sie lösen sich auf; eine Perivitellinausscheidung findet nicht
statt ; ähnlich verhält sich die Befruchtung bei Piscicola geometra. In
einem Anhang berichtet Sehn, „über den Untergang von Ei und Saamen
bei den Hirudineen." Gelegentlich macht der Autor biologische Bemer-
kungen über die untersuchten Arten und erwähnt , dass Haemopis in
Deutschland sehr selten ist; was dafür angesehen werde, sei Aulostoma,
eine Ansicht, der v. Leydig beipflichtet {Breslau 1883. p. 21 — 35, 81).
An neuen Arten werden beschrieben: Branchiobdella pentadonta
Whitm., (1. c.) ; B. hexadonta Gruber (1. c.) ; Br. Astaci leptodadi/U Ostrou-
moff (I. c); Nephelis sexoculata A. Schneider (l. c.).
Piscicola geometra in der Danziger Bucht (4. Ber. d. Comm. z. w.
Unters, d. deutschen Meere 1877 — 81. ;j. 181 — 184).
Piscicola respirans in Mengen auf einer Bachforelle nach Krauss
{Jahreshefte d. Ver. f. vaterl. Naturk. Würitemb. XXXVIII. p. 346. 1882).
Pontobdella oligothela Schm. im adriat. Meer {BoU. della Soc. adr.
di Sc. nat. VII. 1882. p. 168).
lY. Aberraute Formen.
A» Enteropneusta,
Gelegentlich der Beschreibung einer neuen Nereide, die bei Balano-
glossus schmarotzt, erwähnt A. Giard kurz zwei neue Arten dieser Gattung,
die er bei Concameau beobachtet hat und die sich durch ihre Länge —
bis 1 m. und darüber — auszeichnen; es sind Bai. Rohinii und B. sal-
moneus n. sp., welche beide dem B. aurantiacus Leidy nahe stehen (Compt.
rend. Ac. Paris tom. 95. p. 389. 1882).
Das Vorkommen von Balanoglossus aurantiacus bei Atlantic City,
New Jersey, erwähnt J. Leidy {Froc. Acad. nat. sc. Philadelphia 1882.
p. 93. Ann. and mag. of nat. hist. (5) X. p. 79.
W. Bateson berichtet über die Entwicklung von Balanoglossus {Johns
Hopk. Univ. Circul. III. No. 21. p. 4).
B, Gastrotricha.
Ichthydium Bntzii n. sp. beschreibt Dr. Daday in Termcszetr. Für-
zetek 1882. April— December (VI. Bd. 2. Hft. deutsche Uebers.).
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 757
C, H. Fanald: notes on the Chaetonotus larus hat Ref. nicht
gesehen (Amer. Natur. XVII. p. 1217 — 1220).
C Cliaetognatha.
B. Grassi hat in der „Fauna und Flora des Golfes von Neapel" eine
Monographie der Chaetognathen veröffentlicht ; in dem systematischen Theil
werden 20 Arten aufgezählt, darunter sind neu: Spadella inflata, Sp.
minima, Sp. sübtilis , Sagitta Claparedi =■ Sag. cephaloptera Clap. und
Busch, und S. Darwini; übrigens kommen nicht alle angeführten Arten
im Golf von Neapel vor. Die anatomisch-histologische Darstellung betrifft
alle Organe, wir verweisen in dieser Beziehung auf das Original; aus
einer genauen Vergleichung der Organisations- und Entwicklungsverhältnisse
der Chaetognathen mit andern Klassen resultirt, dass die untersuchte
Klasse mit gar keiner anderen nähere, verwandtschaftUche Beziehungen
hat, also ganz isolirt steht (V. Monographie Leipz. 1883. 126 p. 13Taf. ;
Sep. Abdr. a. Atti R. Acc. d. Line. (3) Mem. Gl. fis. nat. XHI. (p. 565—701).
In zwei vorläufigen Mittheilungen beschreibt P. Gourret einen neuen
Chaetognathen des Golfs von Marseille, Spadella Marioni n. sp. (Compt.
rend. Ac. Paris. Tom. 97. 1883. p. 861—864 u. 1017 — 1019).
Sagitta falcidens n. sp. von Atlantica City, New- Jersey, cf. Leidy in:
Proc. of the Acad. of nat. sc. of Philadelphia. 1882. I. p. 102 — 103).
J). Dinophilus.
Eine ausführliche Arbeit lieferte E. Korscheit „über Bau und Ent-
wicklung des Dinophilus apatris," eine neue Art, welche zwischen Algen,
an Aktinien und faulenden Substanzen in einem Seewasseraquarium des
zool. Institutes in Freiburg gefunden wurde. Die grösseren Weibchen
zeigen die ganze Bauchseite bewimpert, ferner acht regelmässig angeord-
nete Wimperringe und endlich vorn am Kopf zwei Büschel von langen,
sich bewegenden „Borsten." Der Darmkanal schliesst sich im Ganzen
an die bekannten Verhältnisse von Dinophilus verticoides an; richtiger
erkannt als bisher ist der Rüssel, den K. dem Prostomeenrüssel analog
hält. Das bisher noch unbekannte Nervensystem glaubt K. in einem
dunklen Körper zu finden, der hinter den Augen liegt und zwei Ausläufer
nach vorn wie nach hinten entsendet. Vom Wassergefässsystem konnten
die Wimperflammen, oberflächlich gelegene, sehr feine Kanäle und zwei
in ihrem ganzen Verlauf wimpemde Hauptstämme gesehen werden, jedoch
bleibt der Zusammenhang dieser einzelnen Abschnitte noch unklar. In
einem Winkel zwischen Darm und Magen liegt ein Ovarium, dessen Eier
K. von dem Darmepithel — wie uns scheint, ohne Grund — ableiten
will; im Ovarium finden sich grössere und kleinere Eier, ebenso in den
abgelegten Eikaspeln; aus den grösseren entwickeln sich stets Weibchen,
aus den kleineren eigenthümlich gestaltete Männchen, die nur einen
Wimperring besitzen ; ihre Bauchfläche ist ebenfalls bewimpert , der
758 Pi'of. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Körper von einer Cuticula bedeckt. Im Innern erkennt man einen aus
kleinen Bläschen bestehenden Körper (Hoden), sowie ein kegelförmiges
Begattungsorgan; Spermatozoen wurden gesehen.
Die Entwicklung verläuft unter Bildung einer epibolischen Gastrula
(Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXVII. p. 315 — 353. 2 Taf. m. Nachtrag p. 702).
Was nun die systematische Stellung anlangt, so hält El. Metschnikoff,
der ebenfalls sehr kleine Männchen der von ihm untersuchten, jedoch
nicht benannten Form erwähnt, den Dinophilus für niedriger organisirt als
die Rotatorien und erwartet von ihrer Entwicklung Aufklärung über die
Beurtheilung der Orthonectiden (Z. f. wiss. Zool. XXXV. p. 300).
Oscar Schmidt bildet aus Dinophilus und Microstomum eine Zwischen-
gruppe zwischen Rhabdocoela und Nemertinea (Grundz. d. vergl. Anat.
8. Aufl. p. 71), L. V. Graff dagegen hat sich aus eignen Untersuchungen
überzeugt, dass wir es in demselben viel eher mit einem Rotatorien- oder
Anneliden-ähnlichen Wesen, denn mit einer Turbellarie zu thun haben
(Monogr. d. Turbell. I. p. 1 Anm. 2), während Korschelt wieder die
Aehnhchkeit des Dinophilus mit den Turbellarien betont, jedoch innerhalb
der Turbellarien eine neue Familie gegründet wissen will, wenn man ihn
nicht ganz aus diesen ausscheidet und als besondere, ganz in die Nähe
der Turbellarien, aber tiefer zu stellende Gruppe betrachtet (1. c. p. 347).
V. Freilebende Plattwürmer.
A, Neniertinen»
Die UntersuchuDgen von A. Sabatier über die Entwicklung der
Spermatozoen bei Nemertinen sind meist an frischen Exemplaren von
Tetrastemma flavida angestellt worden, welche durch Compression durch-
sichtig genug werden. Die Hodenbläschen dieser Thiere sind birnförmig
und umschliessen Anfangs einen grossen, protoplasmatischen Körper mit
Kern = Spermatospore, resp. männliches Urei; von diesem löst sich der
periphere Theil des Protoplasmas in Form von kleinen Kugeln ab, die
sich an die Wand des Hodenbläschens anlegen = Protospermoblasten ;
der centrale Rest mit dem Kern (Protoblastophore) geht zu Grunde ; es
ist dem Ref. sehr unwahrscheinlich, dass dieser Kern gar keine Bethei-
ligung bei der Bildung der Protospermoblasten haben soll. Diese erzeugen
nach S. in sich gröbere Granulationen, um welche das periphere Proto-
plasma der Protospermoblasten sich in kleine Regionen abgrenzt = Deuto-
spermoblasten ; die centrale Granulation (doch wohl ein Kern, Ref.) und
das zugehörige Protoplasma strecken sich in die Länge , um das Sperma-
tozoon zu bilden; so entsteht aus einem Protospermoblasten ein Büschel
von Spermatozoen und ein Rest von Plasma = Deutoblastophore , die der
Atrophie anheimfällt.
Der Autor zieht aus diesen wie anderen Untersuchungen den Schluss,
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 759
dass jede Zelle in ihrer Peripherie männlich, im Centrum weiblich ist;
so lange sich diese beiden „Polaritäten" das Gleichgewicht halten, ist die
Zelle ein Neutrum und ein vollkommenes Element ; wird das Gleichgewicht
irgend wie gestört, so wird die Zelle geschlechtlich {De la Spermato-
genese chez les Nemertiens in: M^m. de la sect. des scienc. deVAcad.
des sciences et lettres de Montpellier. Tom. X. II e. fasc. Ännee. 1881.
MontpeU. 1882. p. 385—400. 3 pl).
A, A. "W. Hubrecht liefert eine Fortsetzung seiner „Studien zur
Phylogenie des Nervensystems" (cf. vor. J. B. p. 164), die sich auf
Pseudonemaion nervosum n. g. n. sp. bezieht, eine Form, die der
Autor später als möglicherweise nicht selbständige Thierform erklärt, was
allerdings aus manchen Gründen wahrscheinlich ist; es handelt sich um
ein wurmförmiges, bilateral symmetrisches Thier von 65 mm. Länge, das
auf der dritten Fahrt des Willem Barents in einem Exemplar erbeutet
wurde ; es besitzt nahe dem hinteren Körperende ein bauchständige Saug-
grube, femer endständig Mund resp. After, einen graden Darmkanal,
ohne Rüssel; die Hautmuskulatur ist stark entwickelt und aus drei
Schichten bestehend; zwischen Ringsmuskulatur und innerer Längsmuskel-
schicht findet sich eine kontinuirliche Lage von nervöser Substanz, die
nirgends in bestimmte Nervenstämme oder Ganglien gesondert ist, also
einen Schlauch darstellt; nur am hinteren Körperende beschränkt sich die
Nervenschicht auf die Dorsalseite. Geschlechts- und Exkretionsorgane
sind nicht gefunden worden. Aus dem Verhalten der sogenannten Nerven-
schicht zieht der Autor phylogenetische Schlüsse, wegen deren wir auf
das Original verweisen. Die Arbeit wurde hier referirt, weil der Anfang
der „Studien etc." auf Nemertinen Bezug hat und die Stellung des Pseudo-
nematon ganz fraglich ist {Verh. d. k. Akad. d. Wetensch. Amsterd. 1882.
XXIL mit 2 Taf. und: Proc.-verb. Akad. d. Wetensch. Amsterd. 1882.
p. 7-8).
Derselbe erwähnt kurz „die während der zwei ersten Fahrten des
Willem Barents gesammelten Nemertinen" {Niederl. Arch, f. Zool, Suppl.
I. 1881—82. 2 p. — 4 Exemplare ohne Bestimmung).
Unter dem Namen Pilidium recurvatum n. sp. beschreibt W. Fewkes
eine Nemertinenlarve von Newport, welche in ihrer Gestalt Beziehungen
zu Tornaria und Actinotrocha hat; sie ist ganz bewimpert, langgestreckt
oval mit einem rüsselförmigen , bogenförmig nach hinten gekrümmten
Theil, der den Mund und Oesophagus enthält, und besitzt femer am hin-
teren Ende einen Wimperring; die junge Nemertine hat am meisten
Aehnlichkeit mit Lineus {an the develop. of art. worm larvae in Bidl. of
the Mus. of comp. Zool. XL No. 1883. p. 187—195. 1 Taf.).
Auch E. B. Wilson hat eine neue Pilidiumform beschrieben, welche
durch den Besitz von zwei vorderen und zwei seitlichen Paaren von con-
tractilen Fortsätzen ausgezeichnet ist {on a new form of Pilidium in:
Stud. biol. Labor. Johns Hopkins Univ. Baltim. IL p. 341 — 345. 1 Taf).
760 'Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Einige Angaben über Pilidium macht auch El. Metschnikoff {Z. f.
iviss. Zool. 37. Bd, p. 300).
Auf Grund entwicklungsgeschichtlicher Untersuchungen an Borlasia
vivipara kommt W. Salensky zu der Anschauung, dass die Lateralnerven
der Nemertinen nicht dem Bauchstrange der Anneliden , sondern nur der
Schlundkommissur homolog sind, da sie allein wie diese aus der Scheitel-
platte hervorwachsen {Biol. Ceniralbl. II. p. 740 — 745).
In faunistischer Beziehung ist zu verweisen auf Roehebrune —
eine Nemertine (Nouv. Arch. du Mus. d'hist. nat. 2 ser. t. IV. Paris
1881), Stossich — 16 Nemertinen (Boll. della See. adriat. di Sc. nat in
Trieste. VII. 1882) sowie Hubrecht (Nied. Arch. f. Zool. Suppl. I).
B, Turhellarien»
Die wichtigste Arbeit ist der erste Theil der von L. v. Graff seit
langem vorbereiteten „Monographie der Turbellarien," welcher
die Rhabdocoelida umfasst; wir kommen weiter unten auf diese Arbeit zu
sprechen und bemerken hier nur, dass Graff die Ordo Turbellaria in zwei
Subordines: Rhabdocoelida und Dendrocoelida theilt.
Ueber den Excretionsapparat der Planarien hat F. Vejdovsky eine
in böhmischer Sprache geschriebene (und darum den wenigsten Zoologen
verständliche) kleine Arbeit veröff'entUcht ; Ref. verdankt der Güte des Autors
folgende Bemerkungen: die Untersuchungen sind an der seit Duges nicht
wieder beobachteten Anocelis coeca gemacht worden, die in neun Exem-
plaren von 7 — 9 mm. Länge in Nordböhmen gefunden wurde. Der
Excretionsapparat beschränkt sich auf den vorderen Körpertheil; die
Längskanäle sind paarig und münden auf der Rückenseite durch zw^i
Oeffhungen nach aussen; ihre Seitenäste liegen symmetrisch. Von einem
der letzteren läuft ein besonderer Zweig schräg nach hinten gegen den
medianen Körpertheil, wo er sich in ein feines Gefässnetz auflÖsst; von
letzterem entspringen wiederum sehr feine, zu geschlossenen Räumen
(Trichter) führende Kanälchen, denen jedoch die Wimperflammen abgehen,
während die Bewegung in dem schrägen Ast durch Wimpern unterhalten
wird. Bei Planaria albissima n. sp. , aus den Quellwässern von Kropäc
Vrutic, verlaufen die vielfach gewundenen Seitenkanäle bis an's hintere
Körperende, stehen zwischen den Augen durch eine Queranastomose in
Verbindung und geben überall seitliche, meist paarig angeordnete Aeste
ab, deren weiterer Verlauf nicht näher untersucht wurde; ähnlich verhält
sich der Excretionsapparat bei PI. vruticiana n. sp.
Tafelerklärung: Fig. 1. Anocelis coeca bei schwacher Vergrösserung
mit Darm und Nervensystem; Fig. 2. Vorderer Körpertheil ausgestreckt;
Fig. 3. Gehirn mit Nerven bei der. Contraktion des Thieres ; Fig. 4.
Vorderkörper von Anocelis mit den Verästelungen des Excretionsap parates;
Fig. 5. Theil des Excretionsapparates stark vergrössert : a. äussere Mün-
dung, b. Endblase, c. Ausführungsgang, d. Hauptkanal, m. seitl, Ausläufei"
Natargeschiehte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 761
desselben, i. sekundäre Kanälchen, h. Flimmerkanal, p. seitl. Flimmer-
kanälchen, 1. Endkanälchen mit Lakunen (n) , o. verästelte Lakunen mit
einer kömigen Substanz erfüllt; Fig. 6. Theil eines Flimmerkanales stark
vergrössert; Fig. 7. Endkanälchen mit Lakune (geschlossener Trichter)
und die anliegende Zelle des KÖrperparenchyms ; Fig. 8. Planaria albissima
n. sp.; Fig. 9. PI. vruticiana n. sp. (Sitzb. d. k. böhm. Ges. d. Wiss.
1882. p. 273 — 280. 1 Taf.).
In seinen „Untersuchungen zur Anatomie und Histologie der Thiere"
(Bonn 1883. p. 123) gedenkt Leydig der Spermatozoen von Turbellarien,
speziell Polycelis nigra.
Die Süsswasserplanarien aus der Umgegend Leipzigs hat J. Jijima
zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht; die Cilien tragenden
Cylinderzellen sitzen auf der Basalmembran mittelst zahnartiger Fortsätze
auf, welche durch die Membran nach dem Körperinnern dringen; die
Stäbchen fasst der Autor nicht als Tastorgane, sondern als Stützmittel
auf, da sie grade an besonders sensiblen Körperstellen nur schwach oder
gar nicht entwickelt sind; bei Dendrocoelum lacteum sind sie in der Um-
gebung der Geschlechtsöffnung besonders gestaltet. Muskeln, Bindegewebe,
Verdauungsorgane, Nervensystem und Sinnesorgane bieten wenig Bemerkens-
werthes. Die Excretionsorgane stimmen im Wesentlichen mit denen von
Gunda segmentata Lang überein; J. erkannte bei jungen Exemplaren von
Dendr. lacteum zwei den ganzen Körper durchziehende Längskanäle, die
vom durch ein Quergefäss anastomosiren und sich dorsal ,.in annähemd
paariger Anordnung" nach aussen öffiien; wie viele Oeffhungen vorhanden
sind, konnte nicht erkannt werden. Was die Geschlechtsorgane anlangt,
so liegen die Hodenbläschen bald dorsal vom Darm (PI. polychroa), bald
seitlich (Dendroc. lacteum) , bald ventral von demselben (Polycelis tenuis
n. sp.); vasa efferentia zu den Samenleitern führend, sollen nicht vor-
kommen (? Ref., bei allen Plattwürmern sind dergleichen Kanäle in der
Regel nicht auffindbar, wenn sie nicht durch Inhaltsmasse ausgedehnt
sind). In den paarigen Ovarien (Pol. tenuis besitzt zwei Paar Ovarien,
von denen das eine jedoch keine Eier producirt) geht ein Theil der
Eizellen als Nahrung für andere zu Gmnde. Der Uterus ist nicht die
Bildungsstätte des Cocons, sondern eine Drüse, vermuthHch Schalendrüse
(lieber den Bau der Süsswasser-Tricladen in: Zool. Änz. 1883.
p. 579—585).
Zwei Notizen von J. A. Ryder sind dem Ref. hierorts nicht zugäng-
lich: Observ. on the spec. of planar. paras. on Limulus und
Addit. note on the eggcases of plan, ecto paras. on Limulus
in; Amer. Natur. XVI p. 48 u. 142; ebenso nicht C. F. Giesler: a mar.
planarian and its habit. (ibidem XVI. p. 52. 53).
Ebenso blieb dem Ref. unbekannt F. F. Cheeseman: On two new
Planarians from Auckland (Thysanozoon aucklandicum et Lepto-
plana ? brunnea) in: Trans. N. Zeal. Instit. XV. p. 213—214.
762 Pfof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Gelegentlich erinnert J. G. de Man an eine 1774 von Pallas bei
Leyden gefundene Dendrocoele, Bdellocephala bicornis, die M.
100 Jahre später ebenda gefunden hat (Zool. Anz. 1883. p. 680).
„Zwei neue Arten von Bipalium" beschreibt S. C. C. Loman,
B. sumatrense n. sp. und javamim n. sp. (Zool. Anz. 1883 p. 168).
AI. Goette's „Abhandl. zur Entwicklungsgeschichte der
Thiere" bringen in ihrem ersten Heft (Leipzig 1882) unter Anderem
auch die ausführliche Darstellung der Entwicklung von Stylochopsig
pilidium n. sp. (cf. d. J. B. 1880/81); das Ei zerfällt zuerst in zwei
darauf in vier Theile, die weiterhin sich derart theilen, dass vier kleinere
Zellen am aboralen Pole, vier grössere am ovalen Pole liegen; während
die ersteren — Anlage des Ektoderms die vier Fntodermzellen zu um-
wachsen beginnen, schnüren sich von diesen zwei bis vier kleine Zellen
am oralen Pole ab — untere Polzellen, worauf eine weitere Theilung der
vier grossen Entodermzellen , jedoch nicht zu gleicher Zeit stattfindet.
Nach der ümwachsung resp. Schliessung des Prostoma führt eine ventral
gelegene Einstülpung des Ektoderms zur Anlage des Mundes und Schlun-
des; das Schicksal der Polzellen konnte nicht verfolgt werden, auch die
Anlage des Mesoderms blieb unbekannt, jedenfalls tritt dasselbe erst mit
der Larvenmetamorphose auf. Durch eigenthümliche Verschiebungen in
der Lagerung der angelegten Theile und Auftreten von zwei halbkreis-
förmigen Lappen an der Seite der Schlundeinstülpung und eines schirm-
dachähnlichen Vorderlappens entsteht noch innerhalb der Eikapsel eine
der Pilidiumlarve der Nemertinen sehr ähnliche Larve, deren weitere
Metamorphose nicht verfolgt wurde. Der Autor giebt im Anschluss an
diese Funde sowie an die Besprechung der Entwicklung der Nemertinen
einen Vergleich der Dendrocoelen und Nemertinen in entwicklungsgeschicht-
licher Beziehung, wobei eine weitgehende üebereinstimmung sich heraus-
stellt. Wegen der neu eingeführten und empfehlenswerthen Ausdrücke:
Coelogastrula , Sterrogastrula , Coelo- resp. Sterroblastula cf. das Original.
p. 10 u. 11.
Die Goette'sche Arbeit steht in mancher Beziehung im Gegensatz zu
den Resultaten E. Selenka's (cf. d. vor. J. B.), worüber G. selbst sich
weiterhin ausspricht. Die Differenzpunkte betreffen die Orientirung des
Eies resp. Embryo's , ferner die Entwicklung des Darms und der inneren
Keimblätter überhaupt {Zur Entwicklungsgesch. d. mar. Dendro-
coelen in: Zool. Anz. 1882. jo. 190—194).
Die Entwicklung der Süsswasserdendrocoelen , über die wir seit
Knappert fast nichts erfahren haben, ist von zwei Seiten in Angriff ge-
nommen worden; El. Metschnikoff untersuchte „die Embryologie von
Planariapolychroa;" in jeder Eikapsel finden sich vier bis sechs Eizellen
und über 10,000 Dotterzellen; die Vorbereitung des Eikemes zur Theilung
und diese selbst dauert sehr lange, so dass erst 8 — 11 Stunden nach der
Eiablage die Zweitheilung der Eizelle erfolgt; weiter wurde beobachtet
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 763
das Stadium mit vier Furchungszellen und weitere Segmentationsstadien,
die immer von einem Haufen von Dotterzellen umgeben siud ; von diesen
verschmelzen diejenigen mit einander, welche die ursprünglich regellos
nebeneinander liegenden Furchungszellen berühren; ein Theil der letzteren
gruppirt sich in einem rundlichen Zellhaufen = Anlage des Larven-
Schlundkopfes, andere „gehen auseinander, um sich in einer gewissen Ent-
fernung zu fixiren," d. h. mitten in den Dotterzellen; eine Zeit lang ist
eine Abgrenzung der Embryonal- von den Dotterzellen unmöglich, erst
mit dem Auftreten von anfänglich einzelnen kleinen Zellen an der Peri-
pherie des Embrj'o's, die aus nicht in die Schlundanlage eingegangenen
Zellen hervorgegangen sein sollen, tritt eine deuthchere Begrenzung des
Embryo's auf. Die Grenzzellen bilden die Epidermis. Die Embryonen
haben nun ovale Gestalt , aussen ein einschichtiges Epithel , das bald
Wimpern erhält, ferner an einer Stelle den Schlundkopf, während der
ganze übrige Theil aus verschmolzenen Dotterzellen besteht, zwischen
denen eine Anzahl Embryonalzellen liegen. Frühzeitig macht der Pharynx
Schluckbewegungen und nimmt eine Anzahl der aussen um den Embryo
liegenden Dotterzellen auf, die sich zwischen Pharynx und Inhaltsmasse
des Körpers in einem Ballen anhäufen; gleichzeitig vermindert sich die
Inhaltsmasse, so dass ein grosser, mit der Aussenwelt durch den Pharynx
in Verbindung stehender Hohlraum entsteht, der mit einer Anzahl Dotter-
zellen mehr oder weniger weit erfüllt ist. Im Laufe des sechsten Tages
bildet sich der definitive Rüssel, die Embryonalzellen in der Masse der
vei'schmolzenen Dotterzellen, die fast ganz resorbirt ist, vermehren sich
stark und treten nun zwischen die verschluckten Dotterzellen, die zum
Theil grössere, mehrkernige Packete bilden. Aus den Embryonalzellen
entsteht die Muskulatur und das Parenchym; durch die Muskelgänge wer-
den die verschluckten Dotterzellen in einer Weise vertheilt, dass ein soli-
des Organ zu Stande kommt, welches die Form des Darmes zeigt und
auch diesen darstellt; die verschluckten Dotterzellen gehen nur zum Theil
zu Grunde, die Hauptmasse derselben bilden das Darmepithel, ein „vika-
rirendes Entoderm." Am achten Tage tritt das Nervensystem „tief im
Schoosse des Mesoderms" auf; am zehnten oder elften schlüpfen die
jungen Thiere aus {Zeitschr.f. wiss. Zool. XXXVIH. p. 331 — 354. 3 Taf).
Der andere Autor, der sich mit Embryologie der Süsswasserdendro-
coelen beschäftigt hat, ist J. Jijima, und sein Untersuchungsobjekt Dendro-
coelum lacteum, dessen Eicocons 24 — 42 Embryonen einschliessen und
zur Entwicklung 1 72 Monate brauchen. Unser Autor bestreitet, dass irgend
welche Dotterzellen am Aufbau des Körpers Theil nehmen; diejenigen,
welche verschluckt werden, gelangen in eine schon vom Epithel aus-
gekleidete Darmhöhle und werden ganz resorbirt, und femer konnte
Jijima nicht konstatiren, dass verschmolzene Dotterzellen von aussen an
den Embryo herantreten und schliesslich in denselben aufgenommen wer-
den; vielmehr ist zu allen Zeiten die Embryonalanlage von den umgeben-
764 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
den Dotterzellen deutlich abgegrenzt {Ueber die Emhi-y ologie von
Dendrocoelum lacteum in; Zool. Anz. 1883. p. 605 — 610).
Das grosse, mit einem Atlas von 20 grösstentheils kolorirten Tafeln
ausgestattete Werk von L. v. Graff ist eine „auf genaue Berücksichtigung
der anatomischen Verhältnisse gegründete, systematische Monographie"
aller bisher bekannten und der von G. neu entdeckten Rhabdocoeliden ;
wir erhalten zuerst ein sehr ausführliches Literaturverzeichniss (p. 3 — 42),
beginnend mit Trembley 1744 und endend mit Lang 1881, im Ganzen
396 Arbeiten, deren Inhalt grösstentheils angegeben ist; darauf folgt der
allgemeine Theil (p. 43 — 209). umfassend: Anatomie und Physiologie,
Oecologie, Chorologie und Systematik; der spezielle Theil (p. 213 — 430)
behandelt die einzelnen Formen in systematischer Reihenfolge und zwar
40 Genera mit 260 Species , denen schliesslich noch ein Anhang von
sieben Arten angefügt ist. Ein Referat geben zu wollen ist bei dem
grossen Umfange der Arbeit und dem geringen zur Verfügung stehenden
Raum ganz unmöglich; zudem würde selbst ein ausführlicheres Referat die
Originalarbeit ja in keiner Weise ersetzen können, da Jeder, der heut über
Rhabdocoeliden sich orientiren oder über dieselben arbeiten will, vor
allen anderen Werken Graff 's Monographie zur Hand haben muss.
Einige Punkte mögen wenigstens hier angeführt sein ; aus der tabella-
rischen Uebersicht der geographischen Verbreitung der Rhabdocoeliden
geht hervor, dass die niedersten Formen, die Acoela und fast alle Alloio-
coela marin sind, dass dagegen die höchst organisirten Gattungen ganz
oder fast ganz Süsswasserbewohner sind, eine Thatsache, deren allgemeine
Bedeutung auf der Hand liegt.
Was das System anlangt, so theilt Graff die Rhabdocoeliden in
drei Tribus:
1. Acoela: mit verdauender Marksubstanz ohne DifFerenzirung von Darra-
rohr und Parenchymgewebe, ohne Nervensystem und Exkretionsorgane ;
Geschlechtsorgane hermaphroditisch mit follikulären Hoden imd paa-
rigen Ovarien; zuerst ohne Pharynx; alle besitzen einen Otolithen.
2. Bhabdocoela: Darmrohr und Parenchymgewebe gesondert, meist
eine geräumige Leibeshöhle vorhanden, in der der regelmässig ge-
staltete Darm durch spärliches Parenchymgewebe aufgehängt ist; mit
Nervensystem und Exkretionsorganen ; Geschlechtsorgane hermaphro-
ditisch (Microstoma und Stenostoma ausgenommen); Hoden in der
Regel zwei compacte Drüsen, die weiblichen Drüsen als Ovarien,
Keimdotterstöcke oder getrennte Keim- und Dotterstöcke entwickelt.
Die Geschlechtsdrüsen von einer besonderen Tunica propria gegen das
Parenchyn abgegrenzt; Pharynx stets vorhanden und sehr mannigfaltig
gebaut ; Otoflith fehlt meist.
3. Alloiocoela: Davmrohr und Parenchymgewebe gesondert, die Leibes-
höhle durch starke Entwicklung des letzteren sehr reducirt; mit Nerven-
system und Excretionsorgan ; Geschlechtsorgane hermaphroditisch mit
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 765
follikulärem Hoden und parigen, als Ovarien, Keimdotterstöcke oder
getrennte Keim- und Dotterstöcken ausgebildeten weiblichen Drüsen;
die beiden Dotterstöcke unregelmässig lappig, selten theilweise ver-
zweigt; die Geschlechtsdrüsen entbehren zumeist sämmtlich einer be-
sonderen Tunica propria und sind in die Lücken des Körperparenchyms
eingelagert; Penis sehr einförmig und ohne oder mit wenig entwickelten
chitinösen Copulationsorganen ; Pharynx ein Ph. variabilis oder plica-
tus; Darm gelappt oder ein unregelmässig ausgeweiteter Sack; alle
marin bis auf eine oder zwei Arten.
A. Acoela.
1. Fam. Proporida n. f. = Acoela mit einer Geschlechtsöflfnung,
ohne weibliche Hülfsapparate, Penis weich.
1. Genus: Proporus Schmidt 2 sp.
2. Fam. Aphanostomida n. f. = Acoela mit zwei Geschlechts-
öffnungen, die weiblichen vor der männlichen gelegen,
Penis weich.
2. Genus: Aphanostoma Oe. 5 sp.
3. s Nadina Ulj. 3 sp.
4. * Cystomorpha n. gen. mit 2 n. sp.
5. * Convoluta 7 sp. u. 3 n. sp.
B. BhaJbdocoela.
3. Fam. Macrostomida v. Beu.
6. Genus: Mecynostoma v. B. 4 sp. 1 n. sp.
7. fi Macrostoma v. B. 4 sp. 1 n. sp.
8. * Omalostoma v. B. 2 sp.
4. Fam. Microstomida 0. Schm.
9. Genas: Microstoma 0. Schm. 7 sp. 2 n. sp.
10. « Stenostoma 0. Schm. 10 sp.
11. »• Alaurina Busch. 3 sp. 1 n. sp.
5. Fam. Prorhynchida Dres.
12. Genus: Prorhynchus M. Seh. 2 sp.
6. Fam. Mesostomida Dug.
13. Genus: Promesostoma n. g. 8 sp.
14. * Byrsophlebs Jens. 1 sp. u. 1 n. sp.
15. a Proxenetes Jens. 5 sp. 4 n. sp.
16. i» Otomesostoma n. gen. 1 sp.
17. !» Mesostoma Dug. 28 sp. u. 3 n. sp.
18. * Castrada 0. Schm. 2 sp.
7. Fam. Proboscida J. V. Car.
19. Genus: Pseudorhynchus n. g. 2 sp.
20. * Äcrorhynchus n. g. 4 sp.
21. s Macrorhynchus n. g. 10 sp.
22. * Gyrator Ehrb. 6 sp.
23. * Hyporhynchus n. gen. 4 sp. u. 1 n. sp.
766 Pi'of- Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
8. Fam. Vorticida n. f. Rhabdocoela mit einer Geschlechts-
öfFnung, mit Keimdotterstöcken oder getrennten Keim-
und Dotterstöcken, mit weiblichen Hülfsapparaten , stets
einfachem Uterus und compacten paarigen Hoden. Mund-
öffnung bauchständig und in der Regel nahe dem Vorder-
ende, Pharynx ein Ph. doliiformis; das chitinöse Copu-
lationsorgan sehr mannigfaltig.
24. Genus: Schultzia n. gen. 1 sp.
25. s Provortex n. gen. 6 sp.
26. o Vortex Ehrbg. 18 sp. u. 4 n. sp.
27. «= Jenensia n. gen. 1 sp.
28. * Opistoma 0. Schm. 2 sp.
29. * Derostoma Oc. 7 sp. u. 1 n. sp.
30. - Graffilla v. Jher. 3 sp.
31. * Anoplodium Seh. 4 sp.
9. Fam. Solenopharyngida n. f. Rhabdocoela mit einer Ge-
schlechtsöifnung, einem Keimstock, paarigen, compacten,
langgestreckten Hoden, Vesicula seminalis und Secret-
reservoir im Penis eingeschlossen und der Ausführungs-
gang der ersteren durch das im Secretgange ventral
aufgehängte Copulationsorgan gehend, mit Bursa semi-
nalis und einfachem Uterus ; die langgestreckte röhren-
förmige, mit nach hinten gerichteter Mündung versehene
und % der Körperlänge messende Phar\-nx wahrscheinlich
ein Ph. plicatus.
32. Genus: Sohnophari/nx n. gen. 1 sp. u. 1 n. sp.
Anhang. 4 zweifelhafte Species.
C. Alloiocoela.
10. Fam. Plagiostomida n. Fam. = Alloiocoela mit einer Ge-
schechtsöfFnung und ohne weibliche Hülfsapparate (excl.
Gen. Cylindrostoma), mit paarigen, verschieden gestalteten
weiblichen Geschlechtsdrüsen und zerstreuten Hoden-
bläschen vor , neben und hinter dem Gehirn ; Pharynx
ein Ph. variabilis und in Grösse und Stellung wechselnd,
Otolithen fehlen. Meist kleine, drehrunde oder plan-
convexe Formen mit verschmälertem, nur spärliche
Klebzellen enthaltendem Hinterende.
33. Genus: Acmostoma Graff. 2 sp. 1 n. sp.
34. s PlagiostomaO. Schm. 12 sp. u. 5 n. sp.
35. * Vorticeros 0. Seh. 2 sp.
36. • Enterostoma Clap. 4 sp. u. 2 n. sp.
37. s Allostoma V. Ben. 5 sp. u. 1 n. sp.
38. ' Cylindrostoma Oc. 8 sp. u. 1 n. sp.
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 767
11. Farn. Monotida Graff.
39. Genus: Monotus Dres. 9 sp.
40. * Automolos n. gen. 3 sp.
Anhang : 2 sp.
Anhang zu den Rhabdocoeliden 5 sp.
Die Verlagshandhmg (Engelmann) hat das Werk auf's vorzüglichste
in Papier, Druck imd Tafeln ausgestattet, wie dies von der bekannten
Firma nicht anders zu erwarten war.
P. Francotte giebt eine „courte note sur l'anat. et l'histol.
d'un Turbell. rhabd. du genre Derostomum {D. Benedenü n. sp.),
die dem Ref. nicht zugänglich ist {Bull, de la See. belg. de Microsc. IX.
p. 143—151).
Im Anschluss an seine Rhobdocoelidenstudien hat L. v. Graff auch
die von M. Schnitze 1853 entdeckte Sidonia elegans bearbeitet und ist auf
Grund der genauen anatomischen Untersuchung zu dem Resultat gelangt,
dass diese Form erstens mit der von Köllikar 1847 als Nacktschnecke
beschriebene Rhodope Veranii identisch ist und zweitens thatsächlich die
niederste aller bekannten Nacktschnecken darstellt; Graff möchte diese
Form von den AUoiocoela ableiten {Ueber Rhodoj)e Veranii KöU.
in Morph. Jahrb. VIII. p. 73—83. 1 Taf.).
Diese Ansicht erfährt von dem besten Kenner der Nudibranchier,
R. Bergh in Kopenhagen entschiedenen und, wie uns scheinen will, berech-
tigten Widerspruch ; zugegeben, dass Rhodope resp. Sidonia sich in manchen
Verhältnissen von den Turbellarien entfernt, so ist die Kluft zwischen ihr
und den Nacktschnecken eine sehr viel grössere, ja die Beziehungen
zwischen beiden sind eigentlich gleich Null; mit Recht erwartet B. von
der Entwicklungsgeschichte der Form die — hoffentlich baldige — Auf-
klärung (Ueber die Gattung Rhodope in: Zool. Anz. 1882. p. 550—554).
Aus der „Anatomie der Gattung Prorhynchus", die J. v.
Kennel erörtert, interessirt besonders der Geschlechtsapparat; der ver-
meintliche „Rüssel", der Penis liegt ventral vom Schlund und Pharynx
und wird zur MundöiFnung herausgestreckt; ein dünner Kanal führt vom
Penis zu einem muskulösen Gange (ductus ejaculatorius, bei Hallez musku-
löse Giftblase), und von da zu einer dünnwandigen Samenblase, die direct
die Erzeugnisse der männlichen Keimdrüsen aufnimmt; das Genauere über
Penis cf. im Original p. 77—79. Die von Schneider (1873) resp. Lieber-
kühn gefundenen zahllosen einzelligen Drüsen (nach Hallez Giftdrüsen) will
K., da er sie nicht hat finden können, als Zellen des Körperparenchyms
resp. Theile der benachbarten Ganglien ansehen, die beim Präpariren am
Penis hängen blieben. Die Hoden stellen kleine, rundHche Follikel dar,
welche zu beiden Seiten des Darmes bis an's hintre Körperende reichen;
sie enthalten deutlieh erkennbare Spermatozoon; welche immer eher als
die Ovula reif sind. Das Ovarium ist ein bandförmiges, unter dem Darm
liegendes Organ, das in jungen Stadien einer Ovarialröhre eines Insekts
Arch. f. Natnrgescli. IL. Jahrg-. 2. Bd. ZZ
768 Pi*of' Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
ähnlich ist, später jedoch durch Wachsthum und Metamorphose eines
Theils der Wandzellen zum Keimdotterstock wird ; die weibliche Geschlechts-
öfFnung liegt in der ventralen Medianlinie dicht hinter der Samenblase,
zu beiden Seiten derselben finden sich die Excretionspori.
Was die Artfrage anlangt, so vereinigt K. alle beschriebenen Arten
(stagnalis, fluviatilis und rivularis) zu einer Art: stagnalis, was auch
GrafF thut (Monographie), der in seinen Angaben über Penis etc. mit K.
übereinstimmt; eine neue Art (Pr. halticus n. sp.) ist sicher ein vom Ref.
bei Dorpat gefundenes Thier, das 10,5 mm. lang, dessen Rücken gewölbt,
dessen Bauchseite platt ist ; der vordere, ganz platte und ungefärbte Körper-
theil ist zungenförmig, lässt die beiden Seitengruben und den Penis er-
kennen. Die anatomische Untersuchung nahm Kennel vor, der besonders
im männlichen Begattungsorgan Verschiedenheiten von Pr. stagnalis fand;
der Penis stellt nämlich einen hohlen, hakenförmigen Körper vor, der an
seiner Basis eine dreieckige Platte mit einer grossen OefFnung trägt; leider
waren die männlichen Organe sonst nicht entwickelt, dagegen das Ovariura
wie bei Pr. stagnalis {Zur Anatomie der Gattung Prorliynchus
in Arb, a. d. z,.z. Inst. Würzb. VI. p. 69— 90. 1 Taf.)
Neue Fundorte der in Erde lebenden Geocentrophora sphyrocephala
de M. veröffentlicht J. G. de Man (Zool. Änz. 680) — Graff stellt diese
Form zu Prorhynchus (1. c).
Üeber Eibildung und Sperma von Mesostomum Ehrenbergii berichtet
A. Schneider (Das Ei und seine Befruchtung Breslau 1883 p. 17 u. 54).
A. Costa's: Rapp. prel. e somm. sul. ric. zool. fatte in Sardegna
. . . . Turbellari ist Ref. leider nicht zugänglich {Rend. Accad. Napoli
1882. /). 191).
In faunis tischer Beziehung ist zu vergleichen Lenz (Ber. d.
Commiss. z. wiss. Unters, d. deutschen Meere. 4. Ber. 1877 — 81), Stossich
Boll. della Soc. adriat, di Sc. nat. in Trieste VII. p. 168), Kennel (Arb.
a. d. zool.-z. Inst. Würzb. VI.), Imhof (Zool. Anz. 1883. p. 655), Forel
(Drag. zool. et sondag. therm, dans les lacs de Savoie 1883), Vejdovsky
(Brannenfauna Prags 1882).
YI. Dicyemida und Oithouectida.
Anknüpfend an die im vorigen Bericht angezogene Arbeit von Me-
tschnikoff untersuchte Ch. ifulin Rhopalura Giardi Metsch., fand jedoch in
dem Wirth (Ophiocoma neglecta = Amphiura squamata) entweder nur
Männchen oder nur Weibchen, und zwar die ersteren frei in der Leibes-
höhle, nicht in Plasmodiumschläuchen. Die unter dem Ectoderm liegenden
Längsfasern seien Muskeln, zwischen welche nach dem Bersten des Hodens
die Spermatozoon eindringen. Die Weibchen kommen in einer cylindrischen
und einer abgeplatteten Form vor, welche sich auch sonst, z. B. durch die
Bewimperung unterscheiden. Die Eier der cylindrischen Form werden von
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d. J. 1882 u. 1883. 769
dem mütterlichen Thier ausgestossen und bleiben unabhängig von einander,
während die der abgeplatteten Form nicht ausgestossen werden, sondern in
einer granulirten Substanz (Plasmodiumschläuche) verbunden bleiben, welche
letztere die Reste des mütterlichen Thieres darstellt. Aus seinen weiteren
Beobachtungen, welche auch die Entwicklung betrifft, glaubt Julin den
Entwicklungscyclus der Art angeben zu können: Beide weibl. Formen
können aus ihrem Wirth ausschlüpfen und im Seewasser umherschwimmen,
bis sie in einen neuen Wirth eindringen, wo nun die cylindrische Form
ihre Eier ausstösst, die sich ausschliesslich zu Männchen entwickeln. Die
platte Form zerfällt, ihre Eier liegen in granulirter Substanz und entwickeln
sich ausschliesslich zu Weibchen. Wo die Befruchtung stattfindet und ob
sie immer Statt hat, ist noch fraglich. {Contrihution a Vhistoire
des Mesozoaires: rech, sur Vorg. et le d^vel. embr. des Ortho'
nectides in: Arck. de Biol, III. p. 1 — 54. 3 pl.).
E. V. Beneden fand in den spongiösen Körpern von Octopus vulgaris
neben zahllosen Dicyemen sehr selten eine neue Form Conocyema poly-
morpha n. gen. n. sp. , bei der wie bei anderen Dicyemiden nematogene
und rhombogene Individuen (nach v. B. Weibchen) vorkommen , die sich
durch ihre Gestalt, die Zahl der sie zusammensetzenden Zellen und die
sogenannten Embryonen unterscheiden; der der Nematogenen ist keilförmig,
bei den Rhombogenen hat er die Form des bekannten infusorienförmigen
Embryos von Dicyema, von dem er nicht zu unterscheiden ist. — In Sepia
officinaHs entdeckte v. B. neben Dicyemina gracile ebenfalls eine neue Art,
Micr ocyema vespa n. gen. n. sp., jedoch nur in der nematogenen Form ;
der Embiyo dieser trägt vorn ein Büschel starrer Fäden, wimpert aber an
der ganzen übrigen Körperoberfläche; der Körper wird aus fünf, vielleicht
sechs Zellen zusammengesetzt und besteht aus zwei Abschnitten, die ähn-
lich geformt und mit einander verbunden sind^, wie Thorax und Abdomen
eines Insekts. Im Laufe der weiteren Entwicklung gehen die Wimpern
und die Zellgrenzen des Ectoderms verloren, der Embryo streckt sich in
die Länge, wobei auch die Entodermzelle den Kern einbüsst und nun die
Keime bildet {Contrihution a Vhistoire des Dicy^mides in: Arch.
de Biol, in. p. 195—228. 2 pl).
Nach sehr ausgedehnten Untersuchungen in Neapel unterscheidet
C. 0. Whitman in Bezug auf die Fortpflanzung unter den Dicyemiden
zwei Typen, nämlich „monogene" und „diphygene" oder „diplogene" In-
dividuen ; erstere („primäre Nematogene") produciren nur wurmförmige
Embryonen, letztere zuerst infusorienförmige (Rhombogene) und hierauf
wurmförmige („secundäre Nematogene") woraus folgt, dass rhombogene
und secundäre Nematogene nur zwei verschiedene Phasen in dem Leben
ein und desselben Individuums sind; dagegen ist es zweifelhaft, ob mono-
gene und diphygene Individuen verschiedene Formen sind. Zwischen dem
Alter des Wirthes und den Reproduktionszuständen des Parasiten besteht
in so fern eine gewisse Beziehung, als nematogene Individuen bei jungen
770 Prof. Dr. Max Braun: Bericht über die Leistungen in der
Cephalopoden sehr häufig, rhombogene bei alten fast allein sich finden.
Die Axenzelle bleibt bei den Nematogenen einkernig, wird aber bei den
Rhombogenen dadurch vielkernig, dass einmal jeder Keim, der ja einer
Zelle völlig gleicht, nach Art der Richtungskörperchen vor der weiteren
Entwicklung ein Körperchen (paranuclei oder freie Kerne) aliminirt und
dass zweitens aus jedem sich entwickelnden Keime gegen Ende der Ent-
wicklung ein Kern („Residualkem") in die Axenzelle heraustritt. Die
Entwicklung führt zu sogenannten „Infusorigenen", d. h. Gebilden, die
aus einer centralen, zum Theil von peripheren Zellen umschlossenen Zelle
bestehen. In diesen Infusorigenen bilden sich bei den Diphygenen zuerst
eine geringe Anzahl grösserer Keime, die sich zu infusorienförmigen Em-
bryonen entwickeln, und dann zahlreiche kleinere, die sich durch Theilung
vermehren, die Axenzelle fast ausfüllen und endlich zu wurmförmigen
Embryonen sich entwickeln. Eine Befruchtung konnte mit Sicherheit nir-
gends konstatirt werden, ob der selten gemachte Fund von veränderten
infusorienförmigen Embryonen in Nematogenen irgend etwas mit Befruchtung
zu thun hat, ist fraglich (a contribution to the emhryol. , life-hist.
and classij. of the Die. in: Müth. a. d. zool. Station in Neapel. IV.
p. 1—90. 5 pl).
Wie man sieht, sind wir noch weit entfernt, einen klaren Einblick in
die Lebensverhältnisse dieser Thiere zu haben, die auch in systematischer
Beziehung noch schwankend sind; während Julin in den Orthonectiden
nur zweiblättrige Thiere sehen kann, da die Zellen, welche die Muskel-
fasern liefern, ein Theil des Entoderms sind, fasst Whitman — gewiss mit
mehr Recht — grade die Muskeln als ein Mesoderm auf, ja er findet sogar
bei Dicyemiden ein dreiblättriges Stadium, wenn von den Polen der ento-
dermalen Axenzelle die beiden primären Keimzellen (Mesoderm) entstanden
sind. Demgemäss hält Julin die Orthonectiden für Mcsozoen im Sinne
V. Benedens, Wh. dieselben für degenerirte Plattwürmer, deren Natm' als
Parasiten der Aufstellung eines Mesozoenstammes widerspricht, v. Beneden
urtheilt wie Julin, Orthonectiden wie Dicyemiden seien zweiblättrige Thiere
und nahe mit einander verwandt ; eine regressive Metamorphose sei nirgends
bei ihnen nachzuweisen, also habe man das Recht, sie auch ferner als
Mesozoen anzusehen !
Für die beiden neuen Gattungen Conocyema und Microcyema stellt
V. Beneden eine neue Familie, Heterocyeviidae, die mit den Dicye-
miden zusammen die Ordnung der Rhomhozoa ausmachen.
Im Gegensatz zu v. Beneden, welcher der Ansicht ist, dass jede Ce-
phalopodenart ihre besonderen Dicyemiden beherbergt, findet Whitmann
manche Art in mehreren Wirthen, resp. in einem Wirth mehrere Arten
Dicyemiden. Das spezifische bei denselben sieht W. besonders im Ecto-
derm, der Zahl der Zellen, der Form der Calotte und der Zahl der dieselbe
zusammensetzenden Zellen, Form der Polzellen etc. ; er unterscheidet daher
unter den Dicyemiden zwei Gattungen:
Naturgeschichte d. freilebenden Würmer i. d, J. 1882 u. 1883. 771
Dicyema (acht Calottenzellen) mit D. typus E. v. B. , Clausianum
E. V. B. , microcephalum n. sp. , moschatum n. sp. , truncatum
n. sp., Schulzianum E. v. B. und macrocephalum v. B. ;
Dicyemenna n. gen.: (neun Calottenzellen) mit Eledones Wag.,
MüUeri Clap. und gracile Wagn.
Anhang.
Hier erwähnen wir ein in seiner Stellung ganz zweifelhaftes Thier,
das F. E. Schulze unter dem Namen Trichoplax adhaerens n. gen.
D. sp. beschrieben hat; es handelt sich um ein in den Süsswasseraquarien
des zool. Inst, in Graz lebendes Thier, das eine sehr dünne, einige Milli-
meter breite und in ihrer Gestalt stets wachsende Platte darstellt; dieselbe
ist allseitig bewimpert und besteht aus drei über einander liegenden diffe-
renten Gewebsschichten , von denen zwei — eine obere und eine untere
— ein Plattenepithel darstellen, währeud der Raum zwischen beiden von
Spindel- oder sternförmigen Bindegewebszellen, geringer, strukturloser
Intercellularsubstanz und eigenthümlichem Glanz sowie gelben Körner-
kugeln ausgefüllt ist; eine Metamorphose oder Vermehrung — ausser
vielleicht durch Theilung — wurde bei fast einjähriger Beobachtung nicht
gesehen {Zool. Änz. 1883. p. 92—97. mit 1 Abb.).
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Eingeweidewürmer im Jahre 1883.
Von
Dr. von Lfnstow
in Hameln.
Allgemeines.
Perroncito giebt in einem grösseren Werke ein übersicht-
liches Bild der Parasiten des Menschen und der Hausthiere;
die Helminthen werden p. 106—425 in ausführlicher Weise
behandelt in Bezug auf ihr Vorkommen, ihre Lebensweise und
Entwicklung, ihren Bau, ihren Nachtheil für die von ihnen be-
wohnten Thieren; die Behandlung, welche sie nöthig machen,
sowie die hygienischen Beziehungen werden besprochen. Die
im Jahresberichte 1880—81 erwähnten Fütterungsversuche des
Verf. mit den Eiern von Taenia serrata, bei denen die jüng-
sten Formen des entsprechenden Cysticercus beobachtet wer-
den, sind hier wiederholt. Eine neue Taenia wird unten bei
Besprechung der Cestoden erwähnt werden.
Filaria labiato papulosa Alessandrini aus dem Rinde wird
hier zum ersten Male genauer beschrieben und scheint mit
Drechsler's unbenannter Filarie identisch zu sein; die erwach-
senen Thiere leben in Kapseln am Darm, von wo die Larven
sich durch Darmwand und Zwerchfell bohren und so in den
Blutkreislauf, in das Peritoneum und die Pleura, in die Schädel-
und die Augenhöhle gelangen. Oxyuris vivipara ist eine wenig
bekannte, von Probstmayer beschriebene Form aus dem Cöcum
des Pferdes, ebenso Ercolani's Strongylus caninum aus dem
Dünndarm des Hundes, und findet Verf., dass Strongylus para-
Dr. V. L i n s t o w : Ber. üb, d. Leist, i. d, Naturgesch, d, Eingeweidew. etc. 773
doxus auch in der Schaflimge lebt und dort eine Entzündung
hervorruft. Strongylus pulmonaris Ercolani aus der Lunge des
Kalbes, ein Echinorhynchus aus einem indischen Pariahunde
und ein Distomum campanulatum Ercolani aus der Leber des
Hundes werden erwähnt. Am sorgfältigsten sind Ankylostomum
duodenale und Anguillula stercoralis behandelt, an denen Verf.
eingehende anatomische und biologische Untersuchungen ange-
stellt hat. E. Perroncito, I parassiti delV uomo e degli animall utili,
Milano 1882 {erschienen 1883), 506 Seiten mit 233 Holzschnitten und
14 Tafeln.
Ein Werk in spanischer Sprache ist erschienen über die
menschlichen Parasiten: T. Bonis, Les parasitos dd cuerpo humano,
en relacion con les alteraciones locales y generales del organismo, trad,
del italiano por C. M. Cortezo, Madrid 1883, das vorwiegend me-
dicinisches Interesse hat.
Wichtiger ist Braun's Werk über die Parasiten des Men-
schen. Derselbe giebt eine vollständige, dem Standpunkte der
Wissenschaft entsprechende Uebersicht über alle thierischen
Parasiten des Menschen und werden p. 34—198 die Helmin-
then besprochen. Verf. ging bei der Herausgabe dieser Schrift
von der Ansicht ans, dass das Leuckart'sche Handbuch für die
Studirenden und Aerzte, welche sich nicht ganz speciell und
eingehend mit der Lehre von den menschlichen Helminthen
befassen wollen, zu umfangreich sei, und will mit seinem Werk
ein schnelleres und leichteres Orientiren ermöglichen. Trotz
der Kürze ist die Darstellung aber eine gründliche; nichts von
Bedeutung ist übergangen, der Bau, die Entwicklung, die
Lebensweise, der Wirthswechsel , die von den Parasiten be-
dingten Krankheitserscheinungen, alle diese Punkte werden dar-
gelegt und durch Abbildungen erläutert, die Prophylaxe und
die Curmethoden werden besprochen, die nöthigen Litteratur-
angaben fehlen nicht, und was die zoologische Bedeutung erhöht,
ist der Umstand, dass die aufgeführten Parasiten nicht aus
ihrem Zusammenhange gerissen sind, sondern in ihrer Stellung
im System hingestellt werden. Interessant ist die Angabe, dass
Distomum hepaticum sich unter die Haut verirren kann; die
hier zum ersten Male in einem systematischen Werke aufge-
führte Lebensgesehichte von Bothriocephalus latus findet an
anderer Stelle Erwähnung. Anleitungen zu practischen Uebun-
gen in der Helminthologie erhöhen die Brauchbarkeit dieses
774 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
Werkes. M. Braun, Die iJüerischen Parasiten des Menschen, nehst
einer Anleitung zur practiscTien Bescliäftigung mit der Helminthologie;
Würzburg 1883, 233 Seiten mit 72 Holzschnitten.
Herrick bespricht von ihm in amerikanischen Entomostraken
gefundene Parasiten, die bei den Nematoden und Trematoden
angeführt werden. C. L. Herrick, Entozoic parasites in Entomo-
straca, American Naturalist, Philadelphia 1883, XVH, p. 386 — 387,
pl. VI, ßg. 15.
Balfour's Embryologie, die im Jahresberichte pro 1880 — 81
erwähnt wurde, ist in's Französische übersetzt: M. Balfour,
Traite d'embryologie et d' Organisation compare'es, traduit par H. A,
Robin, Paris 1883.
Stossich giebt eine Helminthenfauna des adriatischen Meeres
nach Namen, Fundort und Litteratur angaben, die unten an
entsprechender Stelle angeführt werden. M. Stossich, Prospetto
della fauna dd mare adriatico. Bollet. della Soc. adriat. di sc. nat.
Trieste 1882, p, 97—141 (168—242). Brani di elmintologia Ter-
gestina. Bollet. etc. VHI, 1883, p. 1 — 11, tav. 1—Hl.
Dasselbe gilt von der Arbeit des Ref. 0. v. Linstow, Nema-
toden, Trematoden und Acanthocephalen, gesammelt von Prof. Fedtschenko
in Turkestan, Archiv für Zoologie, Berlin 1883, p. 274—314, Taf,
VI— IX.
Megnin berichtet über von Pouchet bei Lappland gesam-
melte Helminthen, die an der betreffenden Stelle erwähnt wer-
den. P, Megnin, Note sur les helminthes ropportes des cotes de la
Lapponie par M. le Prof, Pouchet. Bullet. Soc. Zool. France, Paris
1883, t. 8, No. 3, p. 153—156, pl. VII.
Nematoden.
Schneider schildert mit der bekannten Klarheit und Gründlichkeit
die Eientwicklung von Ascaris megalocephala, Cucullanus elegans, Lepto-
dera nigrovenosa, Strongylus auricularis, Nematoxys commutatus und Hete-
rakis inflexa, sowie die Entwicklung der Spermatozoen der Nematoden.
Wenn von anderen Forschern angegeben wird , dass der Eikern
(Nucleus) eine rückschreitende Metamorphose erleidet, von der nur der
Keimfleck (Nucleolus) übrig bleibt, um später mit dem eingedrimgenen
Spermatozoon zu einem neuen Kern, dem Furchungskern, zu verschmelzen,
so kann Verf. diese Angaben in keiner Weise bestätigen.
Die nächsten Veränderungen nach der Befruchtung sind die, dass
das Keimbläschen (Nucleus) seine Membran verliert und in amöboider
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 775
Weise seine Umrisse verändert, eine Bewegnng, die als eine durch das
Spermatozoon bedingte Reizung anzusehen ist. Letzteres dringt durch die
Micropyle in das Ei imd wird in der Regel durch ein solches die Be-
fruchtung bedingt; auch das Spermatozoon bewegt sich im Ei, da es das-
selbe rhizopodenartig durchdringt und später bei der Furchung getheilt
wird. Zunächst liegt das Spermatozoon neben dem Keimbläschen; nun
nimmt ein Theil des letzteren die Form einer Spindel mit zwei polaren
Strahlenbüscheln an, die sich durch Färbemittel nicht färbt, also achro-
matisch ist, und eine durch feine Längskanten bewirkte Streifung zeigt;
seine Kernsubstanz (Chromatin) bilden zwei längliche Körper. Während
Spindelfalten und Strahlenbüschel verschwinden, vereinigt sich die Kern-
substanz zu einem ellipsoiden Körper, der an die Oberfläche des Proto-
plasma's tritt, wo sich der Nucleolus theilt; die eine Hälfte bildet das
sogenannte Richtungsbläschen, das später ungetheilt bleibt. Die helle
Substanz, welche sich um den Dotter bildet, wird als Perivitellin bezeichnet.
Durch Einziehen der Strahlen nimmt dann der Eikern seine frühere
Bläschenform wieder an. Um den Nucleolus des Keimbläschens, der sich
in mehrere Körnchen aufgelöst hat, bildet sich ein Hof, der sich biscuit-
förmig abschnürt und sich darauf in zwei Kugeln theilt. Bis kurz vor
dieser Zweitheilung, die dann zur Bildung der beiden ersten Furchungs-
kugeln führt, war immer noch das Spermatozoon als rundlicher Schatten,
gesondert vom Keimbläschen, sichtbar, erst jetzt verschwindet es. Bei
Cucullanus elegans findet keine Perivitellin-Ausscheidung statt. A. Schnei-
der, Das Ei und seine Befruchtung, Breslau 1883, 10 laf.
Zu anderen Resultaten kommt Nussbaum, welcher ebenfalls die Ent-
wicklung der Eier von Ascaris megalocepbala studirt; dieselben entwickeln
sich im weiblichen Uterus bis zur Gastrula; die Befruchtung besteht in
der Copulation von Ei- und Samenzelle, deren Kerne sich nach Aus-
stossung des Richtungsbläschens vereinigen; im Fortschritt der Bildung
des letzteren und der Stadien der Furchung werden die Kernspindel und
der Fadenapparat entwickelt; von der Kranzform der Fadenfigur scheinen
sich stets vier Schenkelpaare abzulösen. M. Nussbaum, Zur Befruchtung
bei den Nematoden, Zool. Anz. VI, Leipzig 1883, jo. 515.
Rohde macht Mittheilungen über die Muskulatur und das Nerven-
system von Ascaris megalocephala und lumbricoides, welche manches Neue
enthalten. Der den Oesophagus umschliessende Schlundring besteht vor-
wiegend aus Nervenfasern und entspringen von ihm nach vorn und hinten
je sechs Nerven, von denen nach vorn zwei lateral und vier submedian,
nach hinten zwei median und vier submedian verlaufen, in den Lippen
und dicht hinter ihnen finden sich Ganglienzellen und an den Wurzeln
der hinteren Mediannerven zeigen sich ebenfalls zahlreiche. Die Sub-
mediannerven sind der Subcuticula eingebettet; in der Kopf- und Schwanz-
gegend finden sich zahlreiche, durch Ganglienzellen unterbrochene subcutane
Verbindungsfasern zwischen Bauch- und Rückennerven. Der Nervus bur-
776 ^^- '^^''^ Linßtow; Bericht über die Leistungen in der
salis ist ein ramus recurrens des Bauchnerven und gehen Verbindungs-
fasem in denselben über. Man findet nicht nur ein Analgauglion, sondern
bei den Männchen einen ausgebildeten Analring. Ein aus vier Fasern
bestehender ramus recurrens des letzteren innervirt die Subcuticula des
Spiculums. Die Ganglienzellen sind parallel der Längsaxe gestreift oder
zeigen eine radiäre Streifung. Ganglienzellen und Nerven liegen stets in
einer weiten, faserigen Scheide. Die Subcuticularfasem werden als Ring-
muskeln gedeutet, mit denen Radiärmuskeln des Chylus-Darms zusammen-
hängen, die als Diktatoren wirken. Der Musculus exsertor spiculi geht
bis weit in die Schwanzspitze nach hinten und sein Antagonist ist der
retractor spiculi. Am Schwanzende bemerkt man die Bursalmuskeln
neben dorso- und lateroventralen Strängen; am Ende des Mastdarms
findet sich ein Quermuskel, sich an diesen inserirend. Die Längslinien
sind mehr oder weniger muskulöser Natur und werden dieselben ihrem
Verlauf und Bau nach genau geschildert; ihre Structur gleicht an vielen
Stellen der Subcuticula. K Rohde, Beiträge zur Kenntniss der Anatomie
der Nematoden, Breslau 1883, Diss&'t. und in Zoolog. Beiträge, heraus-
gegeben von A. Schneider, Bd. I, Heß 1, p. 11—32, Taf. II— VL
Zwischen Kohde und Joseph, welcher erstere den letzteren beschuldigt,
nach Einsicht in seine Arbeiten die Resultate derselben vor ihm veröffent-
licht zu haben, ist eine Differenz entstanden, welche nur ein persönliches
lüteresse hat, und muss auf die Originalien verwiesen werden. Einige Er-
klärungen zu ,,vorläufige Bemerkungen über Muskulatur, Excretionsorgane
und peripheres Nervensystem von Ascaris megalocephala und lumbricoides
von Dr. G, Joseph"" in No. 125 des Zoologischen Anzeigers von Dr. E. Rohde.
Zoolog. Anz. VI, Leipzig 1883, pag. 71 — 76. Erwiderung auf die Er-
klärung des Herrn Dr. Rohde im Zoologischen Anzeiger No. 131 von Dr.
G. Joseph, ibid. pag. 125 — 127. lieber die Nematodenstudien des Herrn
Dr. Joseph von Dr. E. Rohde, ibid. pag. 196 — 199. Zur Abicehr gegen
die ferneren Angriffe des Herrn Dr. Rohde auf pag. 196 — 199 des Zoolog.
Anz.: „über die Nematodenstudien^^ etc. von Dr. G. Joseph, ibid. pag.
274—278.
Ascaris megalocephala hat in dem Berichtsjahre eine vielseitige imd
eingehende Bearbeitung gefunden ; so hat van Beneden sich die Aveiblichen
Sexualorgane zum Gegenstand einer erschöpfenden Bearbeitung genommen.
Die etwa 7 mm. lange Vagina ist erst aufwärts und vorwärts und dann
rückwärts gerichtet, dicht vor der Vulva ist sie etwas verbreitert; der den
beiden Uteri angrenzende Theil ist 6 mm. lang und geht ohne Demar-
cationslinie in diese über; er bat die Form eines abgestumpften Kegels;
die Uteri laufen einander parallel und liegen unter dem Darmtract im
hinteren Köi-pertheil ; im weiteren Verlaufe verbreitern sie sich und biegen
nach vorn um, um in die Oviducte überzugehen; das Lumen nimmt nach
vorn stetig etwas ab; die Oviducte zeigen unregelmässig angeordnete An-
schwellungen und sind durchscheinend ; ein jeder misst etwa 9 cm. In
•Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 777
Kronecker's künstlichem Serum contrahiren sich einem lebenden Weibchen
entnommene Schnittstücke des Oviducts, während solche des Uterus un-
verkürzt bleiben. Der Epithelbelag des Ovarium wird gebildet aus ge-
kernten, longitudinalen Zellen, der des Oviducts ist in dem unteren Theil
von dem des oberen verschieden; der erstere hat eine äussere Tunica
muscularis, welche dem letzteren fehlt. Der Oviduct bildet den Uebergang
zwischen dem Ovarium und dem Uterus. Verf. bespricht die Unterschiede
der Function von Uterus und Oviduct und die Entwicklungsverhältnisse
der einzelnen histologischen Elemente der weiblichen Sexualorgane. Es
muss genügen, im Allgemeinen den Inhalt der Schrift angedeutet zu haben,
da sich über die feineren histologischen Details nicht mit wenig Worten
referiren lässt. E. van Beneden ^ L'appareil sexuel femelU de VAscaride
migalociphale. Arch. Biologie, U 4, fasc. 1, Gent 1883, joa^. 95 — 142,
1 ■piche.
M^gnin beobachtete zweimal emen Todesfall, hervorgerufen durch
Darminvagination , bewirkt durch Ascaris megalocephala ; im einen Falle
fanden sich 422 Individuen vor; Ascaris marginata bewirkte dasselbe bei
Hunden, Ascaris maculosa bei Tauben, und dieselbe Erscheinung wurde
bei Rebhühnern gefunden. P. M4gnin, Bole des helminthes dans certains
cas d'occlusion intestinale. Comptes rendtis de la soc. de hiologie^ 7. s&,
t. III, Paris 1883, pag. 582 — 584.
Mehr als die vorstehende ist die nachfolgende Beobachtung geeignet,
ein Licht auf die Lebensweise der Ascariden zu werfen. Weihe berichtet
von einem vierjährigen Kinde, das von seinem ersten Jahre an Ascariden
beherbergt hatte und an einem Abscess in der Umgebung des Nabels er-
krankte; derselbe öffnete sich von selbst und aus der Oeff'nung wurden
nach und nach 11 Exemplare von Ascaris lumbricoides hervorgezogen;
dieselben müssen also die Darmwand durchbohrt haben. Weihe, Beitrag
zu den WurmkranJcheiten des Menschen; Berlin, Tclhu Wochenschr. 26. Febr.
1883, pag. 131 — 132.
Ernst findet Ascaris (Heterakis) inflexa in einem Hühnerei, ein Fund,
der schon öfter gemacht und mitgetheilt ist, so von Riem, Mickan, Krabbe
und Ref., und meint Verf., dass der Parasit aus dem Darm durch die
Cloake in den Oviduct gelangt ist, wo er sich in das Ovum hineingebohrt
hat, bevor sich dieses mit den hüllenden Häuten und der Schale umgab.
A. Ernst, Ascaris inflexa in einein Hühnerei, Zoolog. Anz. VI, Leipzig
1883, pag. 291.
Im Rinde lebt nach Neumann eine Ascaris -Art, welche weder mit
Ascaris megalocephala, noch mit A. lumbricoides zu vereinigen ist und
giebt Verf. der Form den alten Rudolphi'schen Namen Ascaris vituli.
Die Unterschiede, besonders von A. lumbricoides, werden ausführlich an-
gegeben, so fehlen der hier beschriebenen Art die Papillen an den Lippen,
das weibliche Schwanzende ist am After plötzlich verjüngt, bei A. lum-
bricoides kegelförmig, die Spicula sind 1,25 mm. lang und 0,045 breit,
778 I^r- von Linstow; Bericht über die Leistungen in der
bei A. lumbricoides dagegen 2 mm, lang und 0,24 mm. breit; die Vulva
liegt am vorderen Sechstel oder Siebentel, bei lumbr. am vorderen Drittel
des Körpers: die Papillen am männlichen Schwanzende sind in der Zahl
10 — 15, bei lumbr. 70 vorhanden. G. Neumann, Sur VAscaride des httes
bovines, Revue v^t&inaire, Toulouse 1883, 20 pap.^ pl. III — IV.
Eine ausführliche Monographie von Filaria Bancrofti veröffentlicht
Manson, die auf den ausgedehntesten selbständigen Untersuchungen dieses
merkwürdigen Parasiten und des durch ihn verursachten schweren Leidens
basirt. Die geschlechtsreifen Helminthen leben in den Lymphgefässen und
sind nur sehr unvollkommen bekannt, von wo die Embryonen in die cen-
tralen LjTnphgefässe und von diesen in die Blutgefässe gelangen ; eine
äusserst zarte Membran umgiebt dieselben, welche vom Verf. für das
Chorion gehalten wird. Wichtig ist besonders die Mittheilung über die
Veränderungen, welche die Larven in den Mosquitos erleiden; der Körper
nimmt hier an Dicke beträchtlich zu, mit Ausnahme des äussersten
Schwanzendes, welches nun gegen den breiten Körper scharf abgesetzt ist;
am Kopfe bemerkt man drei oder vier Papillen, und sind diese Verände-
rungen in vier bis sechs Tagen vollendet. Wie die Uebertragung in den
Menschen geschieht, ist noch nicht beobachtet. Der Parasit ist in Süd-
China imgemein verbreitet, denn jeder zehnte Mensch beherbergt ihn.
Der Ausfluss von Lymphe bei den Kranken soll durch eine von den Eiern
bewirkte EmboHe in den Lymphgefässen hervorgerufen werden. Die Lebens-
dauer der erwachsenen Filarien giebt Verf. auf über 30 Jahre an. Was
das Verschwinden der Embryonen Tags über aus dem Blute des Menschen
betrifft, so sieht Verf. darin eine Anpassung der Gewohnheiten der Filarien
an die nächtliche Lebensweise der Mosquitos , und muss Ref. , was diese
Frage betrifft, auf den Bericht pro 1880 — 81 verweisen. Die Blutfilarien
der Hunde verschwinden am Tage nicht aus dem Blute, sind aber am
Tage erheblich seltner. Wenn Lymphe bei den Kranken in den Urin ge-
langt, so enthält auch dieser Filarien, und zwar gleichmässig viel am Tage
wie bei Nacht. Männer und Frauen erkranken in ziemlich gleicher An-
zahl und giebt Verf. ein Verzeichniss der Erkrankten nach ihrem Stande,
Bowie eine Darstellung der durch die Parasiten verursachten Leiden, illu-
strirt durch zahlreiche Krankengeschichten. P. Manson, The Filaria san-
guinis hominis and certain new forms o/ parasitic disease in India, China
and ivarm counlries, London 1883, 186 j^ag., 10 Tfln>
In einer anderen Arbeit ergänzt Verf. unsere Kenntnisse über den-
selben Parasiten und die durch ihn hervorgerufenen Leiden. Zunächst ist
es die Periodicität des Erscheinens der Embryonen im Blute, welche zum
Gegenstand der Untersuchungen gemacht wird ; dieselbe ist ihrem Wesen
nach im Berichte pro 1880 — 81 besprochen und suchte Verf. zuerst in
meteorologischen Verhältnissen, dann in den normalen Temperaturschwan-
kungen des menschlichen Körpers den Grund; zur Erklärung der Erschei-
nung machte Verf. die sorgfältigsten Untersuchungen, indem er an zwei
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 779
„filariösen" Kranken durch drei Wochen hindurch alle drei Stunden eine
Blutprobe untersuchte, unter Beobachtung des Barometers, des Thermo-
meters, der Pulsfrequenz, der Körpertemperatur, und jedesmal wurden die
Filarien gezählt. Regelmässig zeigten sich die Filarien Abends im Blute,
nahmen bis Mitternacht an Menge zu, nahmen dann wieder an Zahl ab
und verschwanden gegen Morgen ganz. Auch hier nennt Verf. die Perio-
dicität eine Anpassung der Gewohnheiten der Filarien an das nächtliche
Leben der Mosquitos, welche die Zwischenwirthe sind; letztere saugen be-
kanntlich besonders Nachts Blut aus dem Menschen. Von atmosphärischen
Einflüssen ist die Erscheinung notorisch unabhängig, ebenso vom Sonnen-
licht und vom Erdmagnetismus. Die Erscheinung, dass die Periodicität
durch Wachen des Nachts und Schlafen des Tags umgekehrt wird, prüft
Verf. durch sorgfältig 14 Tage lang alle drei Stunden angestellte Unter-
suchungen von Blutproben, und findet sie vollständig bestätigt ; jedoch fällt
das Erscheinen der Filarien im Blute nicht ganz mit dem Schlaf zusammen,
da es einige Stunden vor dem Einschlafen beginnt und einige Stunden vor dem
Erwachen aufhört. Verlängerter Schlaf und Fieber stören die Regelmässig-
keit des Erscheinens und Verschwindens und ist Verf. über die eigentliche
Ursache der Erscheinung nicht klar geworden. Er hielt die Embryonen
100 Stunden am Leben, so dass das Leben im menschlichen Körper sicher
viel länger dauert ; auch hat Verf. im Blut nie eine todte Filarie gefunden,
so dass an ein Absterben und Neuauftreten in 2 4 stündigem Rhythmus
nicht zu denken ist, wogegen auch spricht, dass die Filarien in gleicher
Häufigkeit in Lymphe und Urin zu jeder Zeit zu finden sind. Die patho-
logischen Erscheinungen , welche der Parasit macht, lymphatisches Oedem
der Beine und des Scrotums, Schwellung der Leistendrüsen, Chylurie,
Elephantiasis, Eier imd Embryonen in L}Tnphe, Urin und Blut, Abscesse,
Fieber, gehören mehr in das Gebiet der Pathologie. Fragmente eines
reifen Weibchens wurden in einem Schenkel- Abscess gefunden. P. Manson,
ISfotes on Filaria disease. Custom's China medical reports, XIII, 30;
XIV, 1; XVIII, 31; XX, 13; Brochüren ohne Datum und Ort, 16 pag.
mit 4 Tabellen und Hohschn.
In einer anderen Arbeit giebt derselbe Verf. an, in vielen Fällen
würde der Parasitismus von Filaria Bancrofti gut vertragen ohne^ Krankheits-
erscheinungen hervorzurufen ; die junge Brut könne durch die Lymphgefässe
in das Blutgefässsystem dringen, ohne hier wie dort zu schaden; wenn die
erwachsenen weiblichen Filarien aber abortirten und so statt der Embryonen
Eier producirten, so machten diese, deren Durchmesser viel grösser wäre,
Lymphstauungen und dann erkrankten die diesen Parasiten beherbergenden
Menschen, wenn der Parasit erkrankt sei; mehrere solcher Falle, wo das
Weibchen Embryonen haltende Eier producirte, hat Verf. beobachtet. Die
erwachsenen Filarien lägen in den Lymphgefässen und zwar in den peri-
pheren Theilen, so dass die Jungen die Lymphdrüsen passiren müssten,
um durch den ductus thoracicus in das Blut zu gelangen ; geriethen aber
780 I^r« von L instow: Bericht über die Leistungen in der
nun die Vtm — Vöoo '' breiten Eier anstatt der V3000" breiten Embryonen in
die feinsten Lymphgefässe, so seien Stauungen unvermeidlich. Verf. sagt,
Filaria Bancrofti sei nicht ovo-, sondern vivipar, und bezeichnet das Ge-
bären von Eiern als etwas krankhaftes, als ein Abortiren, eine Meinung,
welche Ref. nicht für richtig halt, vielmehr der Ansicht ist, dass die Art
in die grosse Zahl der ovoviviparen Nematoden gehört. P. Manson, The
intimate pathology of Filaria disease, Medical times and ffazette, London
1883, vol. I, p. 182 — 183, 189—190.
Filaria Bancrofti, welche bekanntlich auch in Egypten vorkommt,
hat daselbst Sonsino von Neuem zum Gegenstande seiner Studien gemacht
und einige Fälle beobachtet, bei denen sie ausser den gewöhnlichen
Krankheitserscheinungen auch Hämaturie und Hämatolymphurie hervor-
rief, wobei er sich von der Abwesenheit von Gynocaephorus haematobius,
auf den das Leiden etwa zurückgefiihrt werden könnte, überzeugte; die
erwachsenen Filarien sollen, wie Verf. vermuthet, in einigen Fällen das
L}Tnphgefässsystem verlassen und in ein Blutgefäss einwandern, wodurch
die Blutung erklärlich wäre. Ausserhalb des menschlichen Körpers bleiben
die jungen Filarien im Blute sieben bis acht Tage am Leben. In einigen
Fällen von Lymphurie und Elephantiasis konnten keine Filarien gefunden
werden, und nimmt Verf. an, dass hier die Thiere entweder vor der
Untersuchung gestorben sind, oder dass die Kranken nur erwachsene Fila-
rien eines Geschlechts beherbergen, so dass sie keine Nachkommenschaft
erzeugen können; dementsprechend wurde bei einem solchen Kranken ein
Abscess am Schenkel geöffnet, in welchem Fragmente eines erwachsenen,
weiblichen Wurms gefunden wurden, ohne dass die Embryonalform auf-
zufinden war. Verf. meinte früher, den Ansichten Manson's gegenüber,
dass die Mücken nur mechanisch die Zwischenträger waren, etwa wie
Vögel durch ihren Koth unverdaute Samen verschleppen, und machte zur
Ergründung dieser Frage erneute Versuche; die in Betracht kommenden
Arten sind Culex pipiens und eine andere, kleinere, nicht benannte Form,
welche beim Fliegen kein Geräusch macht und auch beim Menschen Blut
saugt; letztere aber konnte bis jetzt nicht als mit Filarien behaftet gefun-
den werden. Im Januar und Februar, bei einer Maximaltemperatur von
24° C. machten die Filarien in den Mücken keine Veränderungen durch,
wohl aber im März, Mai und Juni, wo die Wärme auf 33 und 40° stieg;
nach sechs Tagen konnte man den Darmtract, die Grenze zwischen Darm
und Oesophagus und die Mundbildung erkennen. Hieraus erklärt sich das
Vorkommen, welches auf die heissen Länder beschränkt ist. Auf diese
Lebensperiode in Culex scheint eine eines Aufenthalts im Wasser zu
folgen. In Puiex irritans, der auf Filarienki anken gesogen hatte, fand
Verf. Filarien, die aber todt waren; in Cimex lectularia starben sie nach
24 Stunden; weder in Pulex noch in Cimex zeigt sich bei den Filarien
irgendwelche Fortentwicklung. P. Sonsino, A new series of cases of
Filaria sanffuinis parasitism observed in Egypt with ihe residts of experi-
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 781
ments on ßlariated suctorial insects. Medical times and gazette^ 13. October
1883, London, p. 340—342, 367—369, 421—423.
Auch in Brasilien kommt die Filaria Bancrofti vor, und besehreibt
von hier Havelburg einen Fall, nach dem eine 32jährige Frau an Chy-
lurie imd Schmerzen im Leibe erkrankte; der milchweisse Urin enthielt
Blut und Filarien, welche auch im Blute gefunden wurden, aber nur
Nachts ; gegen neun Uhr Abends zeigten sie sich, erreichten um zwei Uhr
Nachts ihre grösste Zahl und waren gegen Morgen verschwunden; die
erwachsenen Filarien wurden nicht gefunden. W. Havelburg, Ueher Filaria
sanguinis und Chylurie; Virchoio's Archiv LXXXIX; Medicin. Central-
Zeitung, 24. Fehr. 1883, p. 198 — 199; Centralblatt No. 7, 1883.
Das Vorkommen von Filaria attenuata in einem Hornvogel (Hornbill)
beschreibt Langton, H. Langton, Parasitical worms in a hornbill. The
Zoologist^ 3. 5er., vol. 7, Sept., p. 382—383.
In der Bauchhöhle von Lepilemur mustelinus fand Fourment eine
Filaria weiblichen Geschlechts von 43 mm. Länge und 0,4 mm. Breite;
die Unterschiede von den beiden aus Lemuren bekannten Arten, Filaria
laevis Crepl. und Filaria spec? Ratzel werden angegeben und wird die
Art Filaria Lepilemuris benannt. M. L. Fourment, Filaire olserv^e
chez un L^murien, Soc. de Biologie, Paris, 17. Avril 1883.
Fletcher berichtet über Filaria Macropi (Macropodis) majoris =
Filaria Websteri Cobbold, encystirt am Schenkel von Macropus major.
Fletcher, Proc. Linn. Soc. New South Wales, VIII, Sidney, 25. Juli 1883.
Megnin bespricht die Blutnematoden des Hundes und führt zunächst
die bezügliche Litteratur an, worauf eine ausführliche Geschichte unserer
Kenntniss der betreffenden Parasiten folgt. Es werden dann Filaria immitis
Leidy, Filaria (Spiroptera) sanguinolenta Rud. , Strongylus vasorum Baillet
(? = Strongylus subulatus Leisering) und eine von Courtin gefundene,
gleich zu erwähnende Larvenform angeführt und die beiden erstgenannten
wie auch die letzte Art nach eigenen Beobachtungen beschrieben und ab-
gebildet. Die Embryonalform von F. immitis unterscheidet sich von der
von Courtin gefundenen Form durch eine viel schlankere Körperform, denn
sie misst bei einer Länge von 0,25 — 0,45 nur 0,005 mm. in der Breite,
während die von F. sanguinolenta 0,09 mm. lang und 0,008 mm. breit
ist. P. Megnin, BUmoire sur les Mmatozoaires du chien. Jour. Anat. et
Phys. t. 19, Paris 1883, pag. 172 — 204, 6 ßg.
In der erkrankten Lunge eines an Erschöpfung zu Grunde gegangenen
Jagdhundes fand Courtin kleine Nematoden, theils frei in den Alveolen,
theils encj'stirt, von 0,33 — 0,5 mm. Länge und 0,023 — 0,03 mm. Breite;
über ihre Herkunft ist nichts bekannt, da weder im Herzen, noch auch in
den grösseren Gefassen und den Bronchien, erwachsene Nematoden gefunden
wurden, von denen sie herzuleiten wären; benannt wird der Helminth
nicht; ob er mit Strongylus canis bronchialis Osler (Filaria Osleri Cobbold)
782 Dr. von Linstow. Bericht über die Leistungen in der
za vereinigen ist, bleibt unentschieden. Courtin, Pneumonie parasitaire du
chien. Compfes rendus soc. Biologie, Paris 1882, pag. 277.
Koch findet, dass in der Lunge der Schafe nicht weniger als vier
Nematoden - Species Verheerungen anrichten und eine Lungenseuche her-
vorrufen, nämlich Strongylus filaria, rufescens und paradoxus, sowie eine
neue Art, Pseudalius ovis pulmonaris ; alle vier Arten werden nach Bau
und Embryonalentwicklung genau beschrieben und abgebildet. Die beiden
ersten sind als Bewohner der Schaf lunge bekannt, Str. paradoxus hatte
man bisher nur in den Lungen der Schweine beobachtet, und die letzte
Form wurde zwar schon 1849 von Sandie und Padley gefunden, ferner
von Brown, Cobbold und Axe, auch von Utz erv/ähnt, aber nicht be-
schrieben ; Diesing nennt sie Nematoideum Ovis pulmonale , Brown Filaria
oder Strongylus bronchialis und Cobbold bezeichnet sie als Pseudalius.
Verf. findet nun, dass sie allerdings in dieses, sonst nur in Walen ge-
fundene Genus gehört. Die Embryonalform kann viele Wochen lang im
Wasser am Leben erhalten werden und zeichnet sich durch einen schwach
gekrümmten Stachel am Schwanzende aus, über dem dicht dahinter in der
Rückenlinie ein viel kleinerer, gerader steht. Die erwachsenen Thiere
zeigen am Munde einen Bohrstachel mit zwei seitlichen Erweiterungen an
der Basis; die dicht vor dem Anus mündende Vulva ist prominent und
von einem glockenförmigen Hautlappen umgeben. Das männliche Schwanz-
ende ist gespalten. Während die Embryonalform nach aussen gelangt,
bohren sich die erwachsenen Thiere, wenn die Geschlechtsproduction vor-
über ist, nach der Oberfläche der Lungen, um sich hier unter der Pleura
pulmonalis einzukapseln. In der Lunge eines Schafes fand Verf. Exem-
plare von Strongylus rufescens und Embryonen von Pseudalius Ovis pulmo-
nalis und meint, statt diese Erscheinung so zu erklären, dass beide Para-
siten hier neben einander lebten und die erwachsenen Exemplare von
letzterer Art hier nicht gefunden sind, dass eine Verwandlung von einer
Form in die andere vor sich gehe. PseudaHus ist aber Holomyarier, die
Breite verhält sich zur Länge wie 1 : 417, das Schwanzende des Männ-
chens ist zweitheilig imd ohne Bursa, während Sti'ongylus Meromyarier ist,
die Breite sich zur Länge verhält wie 1 : 114, das männliche Schwanz-
ende ungetheilt und mit grosser Bursa versehen ist; dabei sind die Spicula
grundverschieden, wie überhaupt beide Arten nicht die mindeste Aehnlichkeit
mit einander haben, so dass wir die Ansicht, die übrigens nur als Möglich«
keit hingestellt ist, nicht theilen können. A, Koch, die Ncinatoden der Schaf-
lunge, Wien 1883, separat u. in Oesterr. Monatsschr. f. Thierheilk. 6 Tfln.
Ueber die durch Strongylus filaria hervorgerufene Lungenkrankheit
berichtet auch G, A. R. Smit, Bromjuitis ocasionada por Strongylus ßlaria.
Bolet. Äcad. not. S. Cordoba, t. 4. Entr. 2. pag. 188 — 190.
Perroncito's Beobachtungen an Strongylus caninum und pulmonaris,
sowie Filaria labiato papulosa und Oxyuris vivipara sind schon im all-
gemeinen Theil erwähnt.
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 783
von Dräsche setzt seine Revision der Diesing-Molin'schen Nematoden
fort und versieht folgende Arten mit genaueren Diagnosen und schönen
Abbildungen : Lecanocephalus spinulosus , Heterocheilus tunicatus , Peri-
trachelius (Conocephalus) typicus, Ancryacanthus pinnatifidus imd bilabiatus,
Elaphocephalus octocoronatus , Cosmocephalus papillosus, Tropidocerca
paradoxa. Verf. beobachtet an den Männchen von Tropidocerca zwei sehr
ungleiche Spicula. An neuen Arten werden eingeführt : Ascaris serrata
und Cucu Hanns tridentatus, beide aus Vastres Cuvieri, wenigstens
befanden sich die Exemplare in demselben Glase , in welchem sich die
von Lecanocephalus aus diesem Wirthe vorfanden. R. von Dräsche, Re-
vision der in der Nematoden-Sammlung des k. k. zoolog. Hofcabinets heßndL
Originalexemplare Diesing's und Molin s; Fortsetzung; Verhandl. d. k. k.
zoolog. -botan. Gesellsch. Wien 1883, pag. 107 — 118, taf. III— V.
Eine weitere Fortsetzung behandelt : Spiroptera nuda, sygmoidea, brevi-
penis, subaequalis, circularis, cesticillus = pistillaris, papulosa, acuminata,
excisa, semilunaris, crassicauda, bullosa, penihamata, lanceolata, singularis,
quadridentata , conocephala, terdentata, unilateralis , tercostata, spiralis,
helicina, brachysoma, brevisubulata , unialata, serpentulus, quadripapillosa,
verrucosa, quadrialata, anacanthura, mediospiralis = chrisoptera, umbelli-
fera, vulvoinflata, coronata, imbricata, Vulturis, vulvaria, Turdi, anolabiata,
Phasiani picti, Ardeae, tenuicauda, pulchella. Molin's Spiroptera inflata
ist eine Physaloptera. Weiter werden beschrieben Histiocephalus laticau-
datus, laciniatus, subulatus, Dispharagus rectovaginatus , longevaginatus,
longeornatus , laticeps, crassissimus , rectus, calcareatus, magnilabiatus,
echinatus , mamillaris ; Cheilospirura posthelica , erecta = Spiroptera
Anabatis, uncinipenis, hamulosa, longestriata, cephaloptera , capillaris;
Physocephalus sexalatus, endlich eine neue Art, deren Wirth unbekannt
ist, da sie sich in Gläsern mit Helminthen aus Säugethieren (Dicotyles
labiatus), Vögeln (Trogon collaris) und Fischen (Brycon falcatus) befand;
sie wird Spiroptera quadrilabiata genannt. Die Arbeit ist eine
sehr dankenswerthe , da die Diesing'schen und Molin'schen Beschreibungen
in vielen Fällen die Arten garnicht wiedererkennen lassen. R. v. Dräsche,
Revision etc., s. oben. Fortsetzimg II, ibid. pag. 193 — 218, taf. XI — XIV.
Fourment bespricht die Eianhänge der Helminthen, besonders der
monogenetischen Trematoden, dann auch der Nematoden und führt dabei
einen neuen Nematoden, Spinitectus oviflagellis aus Gadus mer-
langus an, dessen Eier an jedem der beiden Pole drei zarte Fäden von
der vierzehn- bis fünfzehnfachen Länge des Eies haben ; eine Beschreibung
des Helminthen soll nachfolgen. L. Fourment, Sur les ßlaments ovulaires
chez les Nematodes. Comptes rendus de la soc. de biologie, 7. s6'., t. IL
Paris 1883, p. 575—578.
Einen Fall von Epilepsie, der seit sechs Jahren bestand und bei
einer 40jährigen Frau jeden Morgen und jeden Abend mehrere Stunden
lang Anfälle zeigte, wurde auf massenhaft im Mastdarm und in der Vagina
Ai-ch. f. Naturgescli, IL. Jahrg. 2. BcL AAA
784 ^^' von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
wohnende Oxyuris vermicularis zurückgeführt und durch Beseitigung des-
selben geheilt. Windelschmidt, Hin Fall einer langjährigen Reflex-Epilepsie
in Folge von Oxyuris vermicularis. Allgem. medic. Central- Zeitung ^ Berlin,
9. Juni 1883, p. 606.
In Testudo graeca findet v. Dräsche ausser den bekannten Nema-
toden: Labiduris gulosa, Ascaris paucipara und holoptera, Atractis dacty-
lura und Oxyuris longicollis, von denen die drei letzteren Formen be-
schrieben werden, nicht weniger als sechs neue Oxyuris-Arten , nämlich
Oxyuris microstoma, uncinata, conica, robusta, dentata und
in f lata; Verf. macht darauf aufmerksam, dass man bei übrigens schwer
zu unterscheidenden Arten gut thut, das Kopfende auch von der Scheitel-
gegend aus, nicht nur im seitlichen Bilde, zu untersuchen. Frhr. B. von
Dräsche- War tinh er g, Nematoden aus Testudo graeca. Verhandl. d. k. Je.
zool. bot. Gesellsch. Wien 1883, p. 325—330, Taf. XIX.
RaiUiet untersucht Oxyuris curvula des Pferdes und findet, dass die
Männchen erheblich seltener sind als die Weibchen, wahrscheinlich, weil
jene viel schneller geschlechtsreif werden als diese, sich bald begatten und
schnell sterben, also eine viel kürzere Lebensdauer haben als die Weibchen.
Das Männchen dieser Art ist, wie Verf. zeigt, noch garnicht beschrieben,
denn was Gurlt als solches anführt, ist ersichtlich ein unreifes Weibchen.
Das Männchen ist 9 — 12 mm. lang und 0,8 — 1 mm. breit; das Spiculum
misst 0,165 mm. und am stumpf abgerundeten Hinterleibsende findet sich
eine von vier längeren Rippen gestützte Bursa, daneben mehrere andere
Papillen. A. RaiUiet , Sur le male de VOxyure du cheval {Oxyuris curvula
Rud.). Bullet, de la soc. zoolog. de France, t. VHI, Paris 1883, p. 211
bis 215, pl XL
Stossich führt als Bewohner des adriatischen Meeres 28 parasitische
und drei freilebende Nematoden an, als neuen Fundort für Acanthocheilus
bicuspis giebt Verf. den Darm von Scyllium canicula an (1. c).
Aus Lappland berichtet Mögnin über Ascaris clavata aus Gadus
morrhua, erwachsen im Darm und encystirt in den Darmhäuten; eine
unbestimmbare, mit Eiern erfüllte Filarie aus demselben Wirth wird er-
wähnt, ferner eine neue unbenannte und unbeschriebene Filarie aus einer
Fauvette a gorge bleue (? Lusciola suecica) (1. c).
Ref. beschreibt aus Turkestan Ascaris microcephala ; A. spiculigera
aus Phalacrocorax carbo; Ascaris alata n. sp. aus einem Raubvogel
(No. 14 der Sammlung); Ascaris Acipenseris n. sp. aus Acipenser
sp.; Ascaris Siluri n. sp. aus Silurus glanis; Ascaris Pastoris
n. sp. aus Pastor roseus; Physaloptera striata n. sp. aus Tropido-
notus hydrus, als Pseudoparasit auch im Magen von Ciconia alba; Physa-
loptera abbreviata Rud. aus Pseudopus Pallasii, Tropidonotus hydrus,
? Phrynocephalus helioscopus und als Pseudoparasit im Magen von Ci-
conia alba; Physaloptera dentata n. sp. aus Agama sanguinolenta,
Vipera berus, Phrjuocephalus auritus; Physaloptera malleus n. sp.
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 785
aus Corvus cornix; Filaria rotundata n. sp. aus Otis Mac Quini;
Filaria tricuspis Fedtsch. aus Corvus cornix und Alauda; Filaria micro-
stoma Sehn, aus Equus caballus; Filaria s quam ata n. sp. aus Phala-
crocorax carbo; Filaria Turdi atrogularis n. sp; Aprocta cylin-
drica n. gen., n. sp. aus Petroeca cyanea, dem Genus Filaria verwandt,
doch durch das Fehlen des Afters verschieden; das Männchen zeigte zwei
fast gleich lange Spicula und dicht vor dem Schwanzende eine postanale
Papille jederseits. Cheiracanthus hispidus Fedt. aus Sus scrofa; Dispha-
ragus spiralis Molin aus Gallus domesticus; Agamonema rotundatum
n. sp. aus einem Fisch (No. 13209 der Sammlung); Heterakis cur-
vata n. sp. aus Perdix graeca; Heterakis lineata Schneider aus Anas
boschas dom. ; Heterakis vesicularis Fröl. aus Gallus domesticus und Anas
boschas dom.; Heterakis tenuicauda n. sp. aus Perdix graeca;
Heterakis macroura n. sp. aus Megaloperdix Nigelii; Heterakis
gracilis n. sp. aus Agama sanguinolenta; Strongylus armatus Rud. aus
Equus caballus; Strongylus contortus Rud. aus Ovis aries; Strongylus
spec. ? aus einem unbekannten Wirth ; Atractis dactylura Rud. aus Ho-
mopus Horsfieldii; Oxyuris inflata n. sp, aus Pterocles arenaria,
Oxyuris longicollis Sehn, aus Homopus Horsfieldii; Oxyuris lanceo-
lata n. sp. aus unbestimmten Insekten; Gor diu s stylosus n. sp. als
Pseudoparasit aus Otis Mac Quini, Gordius palustris n. sp. , Gor-
dius maculatus n. sp., Mermis paludicola n. sp. aus einem Ge-
wässer, Mermis acuminata n. sp., Mermis rotundata n. sp.
Mermis Drassi n. sp. aus Drassus, Mermis spec? aus Latrodectes.
An freilebenden Nematoden werden besprochen: Anguillula recticauda
Hempr. u. Ehrenb. , Anguillula rigida Sehn. , Dorylaimus stagnalis Dyj.
und Trilobus longicaudatas v. Linst. (1. c).
Parroncito behandelt die Anämie der Grubenarbeiter und die Hel-
minthen , welche diese hervorrufen , Ankylostomum duodenale , Anguillula
intestinalis und stercoralis, letztere vom Verf. Pseudorhabditis stercoralis
genannt. Die Eier von Ankylostomum und Anguillula gleichen sich ganz,
so dass man, wenn man bestimmen will, von welchem dieser Parasiten
die Krankheit hervorgerufen wird, zu Culturen seine Zuflucht nehmen
muss, die bei 25 — 30 " anzustellen sind, aber auch bei einer Wärme bis
zu 38° gelingen, während bei 12° die Entwicklung wesentlich verzögert
wird. Das Ankylostomum ist bis jetzt in Italien, Brasilien, der Schweiz,
Ungarn, Frankreich und einmal in Wien gefunden: es kommt oft in
grosser Zahl, bis zu 3000 Exemplaren in einem Menschen vor und findet
sich nie im Dickdarm; die Larven wachsen im Freien bei einer Tempe-
ratur von 24—25° täglich um 0,05 mm. und erreichen eine Länge von
0,55—0,56 und eine Breite von 0,024 mm. Eine Häutung findet niemals
statt, wohl aber eine Einkapselung, und wenn die Larven bis auf die
bezeichnete Grösse gewachsen sind, verliert der Oesophagealbulbus seine
Chitinzähne und sie kapseln sich ein, d. h. man sieht sie umgeben von
786 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
einer feinen, hyalinen Membran, die den Bewegungen des Körpers folgt;
in diesem Zustande können sie einer 24 Stunden langen Austrocknung
■widerstehen.
Von Anguillula intestinalis kennt man nur Weibchen oder geschlecht-
lich unbestimmte Individuen; bei den Larven findet dieselbe Umwandlung
des Oesophagus und die „Einkapselung" wie bei Ankylostomum statt,
sobald sie eine Grösse von 0,5 mm. und eine Breite von 0,016 mm. er-
reicht haben; wie bei jener Art, zeigen sich auch hier Kalkablagerungen
in der „Kapsel" und ist das Schwanzende der Larve mitunter zweispaltig
und gerade abgestuzt.
Anguillula stercoralis ist im Menschen nur in der Larvenform be-
kannt und unterscheidet sich von den beiden genannten Formen dadurch,
dass sie, nachdem die entleerten Larven sich im Freien zunächst ebenso
wie die beiden genannten Arten verändert haben, dann zu geschlechtlich
differenzirten Würmern werden: die Spicula des Männchens sind gleich,
haben ein Mittelstück und das gekrümmte Schwanzende zeigt jederseits
vier postanale Papillen; die Vulva des Weibchens liegt in der Mitte des
Körpers; es ist ovo-, ovovivi- oder vivipar; die Grössenverhältnisse für
das Männchen sind 0,7 und 0,035, für das Weibchen 1 und 0,05 mm.
Verf. giebt genaue Grössenangaben der inneren Organe und bespricht dann
den von ihm als Einkapselung bezeichneten Vorgang im Gegensatz zu
der Häutung und stellt er den hier beschriebenen Vorgang neben die Ein-
kapselung der Trichinen, indem er sagt, in beiden Fällen würde von der
Cuticula Chitin oder chitinoide Materie abgesondert. Hierauf werden die
Krankheitserscheinungen besprochen und wird auch die für den zoolo-
gischen Standpunkt nicht ganz interesselose Frage ventiUrt, ob dieselben
auf die Parasiten, event. auf welche zurückzuführen seien; dass Ankylo-
stomum duodenale eine Anämie hervorrufen kann, darf wohl als fest-
stehend angenommen werden, doch meint Verf., dass auch die beiden
Anguillula-Arten, die oft den Körper zu vielen Millionen bewohnen, Anämie
bewirken können. Die Eier und Larven der drei Arten sterben in fünf
Minuten bei einer Temperatur von 50°, und ebenso in kurzer Zeit in dem
Extractum filicis maris aetherura. Als Prophylacticum müssen die Excre-
mente der Arbeiter in den Bergwerken sorgfältig gesammelt und ge-
kocht oder gedörrt, das Trinkwasser aber muss vor dem Gebrauche aut
55—60° erwärmt werden. In Betreff der Ansichten über Einkapselung
und Häutung darf Ref. auf den vorjährigen Bericht verweisen. E. Perron-
cito, L'an^mie des mineurs au point de vue parasiiologique, Archives italiennes
de hiologie, Ttirin 1883, t. 11 fasc. 3, p. 315 — 334, c. tab., t. III /«sc. 1,
p, 7—22.
Fahre referirt kritisch über die Krankheitsfälle der Bergwerksarbeiter,
welche auf Ankylostomum duodenale zurückgeführt werden und kommt
dabei zu dem Resultat, dass ein einheitliches Krankheitsbild hier nicht
vorliege, sondern die verschiedensten, alle mit Anämie combinirten
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 787
Krankheitszustände , welche die mannigfaltigsten Ursachen haben können;
auch sei diese Anämie nicht für Grubenarbeiter specifisch und werde durch
die verschiedensten Mittel geheilt; wenn die Grubenarbeiter häufig Anky-
lostomen und mitunter in Mengen beherbergten, so komme das daher,
dass sie in den Bergwerken in der Nähe der öfter mit Ankylostomen-Eiem
durchsetzten Fäces lebten und so vielfach Gelegenheit zur Infection hätten ;
zoologisch bietet die Schrift nichts Neues. P. Fahre, Du röle des ento-
zoaires et en particulier des Ankylostomes dans la pathologie des mineurs.
Paris 1883, 1 piche.
Sahli berichtet unter Berufung auf Perroncito, Schillinger und Töth,
dass Ankylostomum duodenale, der Parasit der erkrankten St. Gotthard-
Tunnelarbeiter , sich auch bei den ungarischen Bergleuten von Schemnitz
und Kremnitz, wie bei den Kohlenarbeitem von St. Etienne finden. Um
Oxyuris-Eier von denen des Ankylostomum zu unterscheiden, empfiehlt
Verf. Essigsäure, welche die äussere Lage des Chorion von der inneren
blasig abhebt, die Eier von Ankylostomum duodenale aber unverändert
lässt; bei Oxyuris ist auch fast stets der characteristische Embryo ent-
wickelt. Zwischen Muscularis und Mucosa des Darms findet man mit
Blut gefüllte Höhlen, in denen ein zusammengerolltes Exemplar des Hel-
minthen liegt. Verf. beschreibt zwei Fälle von durch Ankylostomum
duodenale hervorgerufener, hochgradiger Anämie, bei denen sich in ge-
ringer Zahl auch junge Exemplare von Anguillula stercoralis fanden; den
Zahnapparat in der hinteren Anschwellung des Oesophagus nennt Verf.
Chitinstachel und betont, dass die Bedeutung der Anguillula stercoralis
und intestinalis für die Anämie noch ganz unaufgeklärt ist. Auffallend
ist, dass nach Eingeben von Extr. fil. mar. aeth. , durch welches Mittel
die Anämie gehoben wird, mitunter zuerst nur männliche, dann nur weib-
liche Exemplare von Ankylostomum duodenale mit den Fäces abgehen.
Anguillula stercoralis wurde in der Brutmaschine bei 20 — 25° C. gezüchtet
und wuchsen die Larven von 0,3 — 0,35 mm. Länge auf 0,45 — 0,5 mm.,
während die Breite von 0,019—0,02 auf 0,016 mm. abnahm; Geschlechts-
reife wurde nicht erzielt. H. Saldi, Beiträge zur klinischen Geschichte der
Anämie der Gotthardtunnelarheiter. Deutsches Archiv für kl. Medicin,
Bd. XXXII, Leipzig 1883, p. 421 — 454.
Perroncito bekämpft die Ansicht Grassi's, nach der Anguillula in-
testinalis ein unschädlicher Parasit des Menschen sei und wirft letzterem
vor, er habe den Tod einer Person, die an einer chronischen Krankheit
gestorben war und wo bei der Sektion zahlreiche Exemplare von Anguil-
lula intestinalis sowie Eier von Ankylostomum duodenale — , ob auch
erwachsene Exemplare dieses Parasiten, sei nicht erwähnt — , gefunden
waren, verhindern können, wenn er rechtzeitig Anthelminthica gegeben
hätte. Dass Verf. aus der Kultur von Ankylostomen - Eiern zwei Sorten
von Larven erzielt habe, wie Grassi behaupte, sei unrichtig; Verf. hält
die Anguillula intestinalis für die Ursache, wenn auch Ankylostomen da
788 Dl*' von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
sind, für die Mitursache der Cochinchina-Diarrhöe. Wenn Grassi angebe,
man fände die Anguillula oft massenhaft im menschlichen Darm, ohne
dass dieser Parasit Krankheitserscheinungen hervorrufe, und wenn er ferner
angebe, dass AnguilUila intestinalis (= Rhabdonema strongyloides) nur
eine andere Entwicklungsform von Anguillula stercoralis sei, so entbehre
das jeder Begründung. E. Pe7ronc{to, Osservazioni alla nota dell Dott.
Grassi, falte nella sediita ' in cid essa venne letta. Giorn. R. Äccad. Med.
Torino^ fasc. 2, Febr. 1883. Intorno ad iina qiiestione parassitologica,
Gazz. med. Italiana^ ser. III, t. V, No. 26, 31iIano 1883.
Dagegen erwidert Grassi, dass er die Anguillula intestinalis für einen
gänzlich unschädlichen Parasiten des Menschen halte: in 40 Fällen seien
sie absolut indifferent gewesen; Anguillula stercoralis aber sei kein eigent-
licher Parasit des Menschen, sondern die Entwicklungsform von Anguillula
intestinalis im Freien; es komme hier eine ähnliche Dimorphobiose vor
wie bei Rhabdonema nigrovenosum. JB. Grassi, Un^ ultima parola al Prof.
Perroncito {Anguillula intestinalis), Gazz. med. Ital. Lomh., Milano, 1883,
No. 26, p. 260 — 262.
Perroncito hat bei an chronischer Anämie Leidenden bald Anky-
lostomen , bei Anguillulen , bald beide Parasiten gefunden , und bleibt bei
seiner Ansicht, dass letztere bald die alleinige, bald die Mitursache dieses
Leidens sind und führt einen Fall an, nach dem eine Frau unter den
Erscheinungen einer Ankylostomen- Anämie gestorben war, bei deren
Section sich nur ein einziges Ankylostomum , aber Millionen von Anguil-
lulen fanden; auch auf die Frage, ob die Larven sich einkapseln oder
häuten, kommt Verf. zurück. E. Perroncito, Intorno ad una questione
parassitologica, riposta al Dr. B. Grassi. Gazz. med. Ital. Milano 1883,
No. 38, p. 379—384.
Grassi bemerkt schliesslich in dieser Controverse, welche sich auf
dem in der Naturgeschichte der menschlichen Parasiten unvermeidlichen
Grenzgebiete zwischen Zoologie imd Pathologie bewegt, wenn er bei einem
an Cochinchina-Diarrhöe und Anämie erkrankten Kinde unzählige Anguil-
lulen-Larven in den Fäces gefunden habe , so habe Perroncito vergessen
hinzuzufügen, dass der Kranke ohne Anthelminthica bald darauf genesen
sei, während der Befund in den Fäces sich nicht geändert hätte. B. Grassi,
JJn' idtimissima parola al Prof. Perroncito; ibid. No. 39, p. 391—392.
Leuckart hatte Gelegenheit, die Fäces eines Mannes, der in Mexico
und Atschin gelebt hatte, zu untersuchen und darin Anguillula stercoralis
in grosser Menge zu finden; es war die Larvenform von 0,45—0,6 mm.
Länge und 0,016 -0,02 mm. Breite. Die Helminthen wurden in eine
Brutmaschine gethan, in welcher sie sich schon in 30 Stunden zu ge-
schlechtlich entwickelten Männchen und Weibchen entwickelten. Nach
vorangegangener Häutung wurden die Männchen 0,7 — 1 mm. und die
Weibchen 1,2—1,4 mm. lang bei einer Breite von 0,04 imd resp.
0,075 mm. Das Männchen zeigt zwei gleiche, 0,038 mm. lange Spicula
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 789
mit einem 0,02 mm. grossen Zwischenstück und zwei bis drei Paar prä-
analen, keinen postanalen Papillen. Nach der Copula beginnt die Eibildung
und in den Eiern die Embryonalentwicklung; die Nachkömmlinge dieser
freilebenden Generation wachsen nun bis zu einer Grösse von 0,5 — 0,6 mm.,
dann häuten sie sich und unterliegen einer inneren Veränderung, bei der
sie ihren Rhabditis-Character verHeren; sie werden schlanker und es ver-
schwindet der Zahnapparat im Bulbus des Oesophagus, so dass sie dadurch
mehr den Filarien oder Strongylen gleichen, eine Umwandlung, die sich
in 30 — 36 Stunden vollzieht; in acht Tagen bemerkt man in der Cultur
nur diese filarienartigen Larven, die sich nun nicht weiter verändern und
offenbar darauf warten, in einen geeigneten Wirth zu gelangen, da sie
anderenfalls bald absterben. Verf. ist daher der Meinung, dass die im
Menschen lebende Anguillula intestinalis von dieser im Freien gezogenen
Form abstamme, welche sich im Darm des Menschen hermaphroditisch
fortpflanzt, ebenso wie Rhabdonema nigrovenosum in der Lunge des
Frosches, während die junge Brut im Freien zu geschlechtUch differen-
zirten Individuen wird. Perroncito will die Anguillula intestinalis zum
Genus Strongylus (Strongylus papillosus Pen-onc), Grassi zu dem neu-
zubildenden Genus Strongyloides stellen, und würden die Ansichten des
Verf. mit den Beobachtungen des ersteren Forschers in Widerspruch
stehen, welcher sowohl Ang. intestinalis wie stercoralis im Menschen fand,
und werden die Larven beider unterschieden; Verf. bemerkt, dass die
geschlechtlich differenzirten Individuen nie im Darm des Menschen ge-
funden, sondern nur aus Culturversuchen im Freien bekannt sind;
sollte Anguillula stercoralis je geschlechtlich entwickelt im Darm der
menschlichen Leiche gefunden werden, so könnte man diese Entwicklung
als mit der Entwicklung im Freien für gleichwerthig erachten, die im
lebenden Menschen nicht statt hat. Demnach würde die parthenogenetische
Form (Anguillula intestinalis) im menschlichen Darm Larven produciren,
die sich im Freien geschlechtUch differenziren (Anguillula stercoralis), die
Copula vollziehen und eine Nachkommenschaft produciren, welche sich
aus rhabditisförmigen in filarienartige Thiere verwandelt, aus denen im
Darm des Menschen wieder die hermaphrodischen Thiere werden. Von
den beiden Namen muss daher mindestens einer schwinden imd schlägt
Verf. für diesen merkwürdigen Parasiten den Namen Rhabdonema stron-
gyloides vor. R. Leuchart, Ueber die Lehensgeschichte der sogenannten
Anguillula stercoralis und deren Beziehungen zu der sogenannten Anguillula
intestinalis. Ber. d. math.-phys. Classe der Königl. sächs. Gesellsch. d.
Wissensch. Leipzig 1883, p. 85 — 107.
Megnin's im Jahresbericht pro 1880—81 erwähnte Arbeit über
Syngamus trachealis ist in's Englische übersetzt: P. M^gnin^ On the gapes-
disease in Gallinac. Birds caused hy Syngamus trachealis^ London 1883,
2 plles.
Cobbold giebt eine neue Beschreibung von Siraondsia paradoxa aus
790 ^^' ^^° Linstow: Bericht über die Leistungen in der
dem Magen des Hausschweins. Das Männchen lebt frei, das Weibchen
aber ist am hinteren Ende in auffallender Weise kugelförmig auf-
geschwollen mit unregelmässiger Körperoberfläche; diese Auftreibung wird
von den weiblichen Sexualorganen ausgefüllt; das letzte Schwanzende zeigt
wieder die gewöhnliche Formation; Verf. vergleicht diese Art, die im
weiblichen Geschlecht in Cysten der Magenwand lebt, während der Kopf
durch einen Gang in derselben in die Magenhöhle hineinsieht, mit Sphae-
rularia bombi, während Ref. an eine wohl noch grossere Verwandtschaft
mit Tropidocerca erinnern möchte. T. Sp, Cohhold, On Simondsia para-
doxa and on its probable affiniiy wiih Sphaerularia Bombi. TransacL
Zinn. Soc. vol. II, part 8, London 1883, p. 357 — 361, jt;?. 37.
Schneider verfolgt mit Glück die Entwicklungsgeschichte der merk-
würdigen Sphaerularia Bombi, die übrigens, wie Verf. bemerkt, nicht von
Dufour, sondern von Reaumur entdeckt ist. Nur die überwinterten Hummel-
königinnen enthalten den erwachsenen Parasiten, aus denen man ihn im
April und Mai erhalten kann. Verf. fand in 2657 Königinnen den Para-
siten 19 mal, der in einem Knäuel der Malpighi'schen Gefässe sitzt. Die
Embryonalform bleibt in reinem Wasser Wochen und Monate lang am
Leben; Fütterungen von Hummellarven mit derselben, die mit Bienenbrod
zusammen eingeführt wurde, hatten keinen Erfolg ; daher wurden envachsene
Hummeln in dieser Weise gefüttert, was eine äusserst mühsame Procedur
ist, und auch diese war ohne Erfolg. Dagegen bemerkte Verf., dass die
Embryonalform sich in Wasser, welches sie nur eben bedeckt, so dass die
Luft Zutritt hat, lebhaft bewegt, Anfang September zweimal häutet
und im Innern die Geschlechtsorgane entwickelt; beide Häute, die
Embryonal- wie die Larvenhaut, werden nicht abgestreift, sondern um-
geben den Körper, dessen Bewegungen sie folgen; die Larve zeigt einen
Mundstachel, wie die Embryonalform. Die jungen Sphärularien wachsen,
in den Darm von Hummellarven gebracht, ersichtlich, leider aber konnten
diese nicht lange am Leben erhalten werden. Uebrigens resümirt Verf.
die Resultate seiner Untersuchungen so: Die mit Sphaerularia inficirten
Hummelweibchen gründen keinen Staat; sie sterben Anfangs Juni, wo-
durch die Sphaerularia - Embryonen frei werden; diese bedürfen eines
feuchten, fäulnissfrfeien , der Luft zugänglichen Aufenthaltsortes; nach
zweimaliger Häutung entwickeln sie sich zu Männchen und Weibchen,
welche längere Zeit von den abgestossenen Häuten umhüllt bleiben.
Während des freien Lebens nehmen sie keine Nahrung zu sich und be-
gatten sich nicht. Gelangen sie nun in den Darm von Hummellarven, so
entwickeln sie sich weiter. Die Zeit, wo die jungen Iraagines frei leben,
fällt mit der Zeit, in welcher die Larven der Hummelköniginnen entstehen,
zusammen. A. Schneider, Ueber die Entwicklung der SpJiaerulana Bombi.
Zoologische Beiträge I, Breslau 1883, p. 1 — 10, taf. I.
Herrich erwähnt die in amerikanischen Entomostraken beobachteten
Nematoden , so die Larve von Cucullanus elegans und Dracunculus medi-
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 791
nensis in Cyclops und führt als neu junge, nicht benannte und beschriebene
Nematoden im Herzen von Daphnia magna an (1. c).
Die Trichinen - Litteratur ist in den letzten 20 Jahren zu einer fast
unübersehbaren Fülle angewachsen, so dass es kaum möglich scheint, noch
etwas Neues über die Anatomie und Lebensgeschichte eines Thieres zu
bringen , das so gründlich von den hervorragendsten Forschern studirt ist,
und doch ist dies Chatin gelungen, der ausserdem alle bis jetzt erlangten
Resultate des Studiums dieses Parasiten zusammenstellt. Einige wichtige
Punkte hat Verf. schon vor der Veröffentlichung seiner vortrefflichen
Monographie, über die hier berichtet wird, in kleineren Artikeln angeführt,
wie solches aus dem vorigen Jahresberichte zu ersehen ist. Eine histo-
rische Einleitung eröffnet das Werk, das 247 Seiten stark ist und 11 schöne
Abbildungstafeln enthält. Zunächst werden die verwandtschaftlichen Ver-
hältnisse des Genus Trichina besprochen und verwirft Verf. die von Schneider
aufgestellte Dreitheilung der Nematoden nach dem Muskelbau; darauf
werden die verschiedenen unter dem Gattungsnamen Trichina beschriebenen
Formen, die Pseudotrichinen, einer kritischen Musterung unterworfen, worauf
Verf. zur Schilderung der männlichen und weiblichen geschlechtsreifen
Trichinen übergeht; er bespricht ihre Organisation, den Begattungsact,
ihren Wohnort; die Hautmuskelschicht wird eingetheilt in Cuticula, Epi-
dermis und subcuticulare Muskeln, und was die letzteren betrifft, so con-
statirt Verf. im Gegensatz zu Schneider wahre Muskelzellen, so dass die
Charactere der Holomyarier hier nicht wiedergefunden werden. Seitlich
vom Darm findet Verf. zwei kleine Blinddärme, die ausserdem nur
von Luschka erwähnt werden; dass in Vögeln keine Muskeltrichinen ent-
stehen, wird auch hier bemerkt, da die im Vogeldarm producirten Tri-
chinenlarven mit den Fäcalmassen entleert werden. Die Entwicklung des
Ei's, dessen Form in vollendetem Zustand, die Embryonalentwicklung und
die Charactere des Embryo bilden den Gegenstand der weiteren Unter-
suchungen ; das Ovarium besteht aus zwei Schichten ; die äussere , lami-
nöse, ist aus feinen Fibrillen zusammengesetzt, die innere, epitheliale wird
von sehr kleinen Zellen mit Kernen und Kernkörperchen gebildet; eine
eigentliche Rhachis ist nicht vorhanden, ebensowenig kann Verf. van Be»
neden's Trennung des Ovariums in ein germigene und vitellogene bestä-
tigen. Nach der Befruchtung wird der Vitellus dunkler und umgiebt sich
mit einer Membran; das Keimbläschen (vesicule germinatine) verschwindet
nicht nach derselben; ursprünglich liegt es im Centrum des Ei's, tritt
dann nach der Befruchtung mehr nach einem Polende, um sich nun sand-
uhrförmig zu verlängern zu einer Theilung, worauf eine Hälfte an jedem
Pole liegt und um jede sich dann die beiden ersten Blastomeren bilden.
In der Embryonalentwicklung zeigt sich zuerst ein wurmförmiger Körper,
bestehend aus zwei Schichten, dem Ectoderm und dem Entoderm, zwischen
denen an einer Strecke noch eine dritte, das Mesoderm eingelagert ist;
der Körper krümmt sich, seine beiden Enden nähern sich, um mit ein-
792 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
ander zu veiTvachsen , und so entsteht ein vorn zugespitzter, hinten abge-
stumpfter Körper, der aussen vom Ectoderm (Exoderm) und dessen Hohl-
raum vom Entoderm begrenzt wird. Bei den Larven kann Verf. am Darm
eine Bekleidung mit einem Epithelium biliare nicht finden. Nunmehr wird
die Einwanderung der Larven in deren demnächstigen Wohnort beschrieben,
und werden die Thiere angeführt, welche die Larven beherbergen ; die Ge-
webe desselben, in welchen die Einkapselung vor sich geht, werden ange-
führt, und die Art der letzteren genau auseinander gesetzt, wobei auch das
Auftreten von Glycogen und von corpuscules proteiques erwähnt wird. Die
Kapsel bildet sich nicht aus dem Sarcolemm, da die Einkapselung auch
in anderen Gewebselcmenten als in den Muskeln stattfindet. Die regres-
siven Metamorphosen der Kapsel werden nun genauer verfolgt, so die
Pigmentgranulationen und die übrigen, im vorigen Jahresbericht erwähnten
Veränderungen. Im folgenden Capitel wird die Trichinenerkrankung beim
Menschen in ihren verschiedenen Phasen besprochen und finden die haupt-
sächlichsten Trichinose - Epidemien bis in die neuste Zeit Erwähnung, von
denen bei weitem die meisten in Deutschland beobachtet wurden; nicht
unwichtig ist der Umstand, dass bei einer in Bremen vorgekommenen
Epidemie 40 Personen von schwerer Trichinose nach dem Genuss eines
amerikanischen Schinkens befallen wurden, ein Beweis, wie sehr Diejenigen
im Unrecht sind, welche behaupten, amerikanisches Schweinefleisch habe
nie Trichinen evkrankungen hervorgerufen ; und Epidemien, welche hierher-
gehören, werden ausserdem in der Anzahl von sieben angeführt. Auch der
Genuss des Fleisches vom Wildschwein rief bei 262 Menschen mehr oder
weniger heftige Erkrankungen mit sechs Todesfällen hervor. Die Therapie
und Prophylaxe wird nun erörtert und macht Verf. auf die grosse, von
Amerika drohende Gefahr aufmerksam; in Chicago waren nach einer
Zählung acht Procent Schweine trichinös und im Jahre 1880 krepirten
allein in Illinois 700,000 Schweine an Trichinose; die Gewissenlosigkeit
der nordamerikanischen Händler geht so weit, dass sie die kranken Thiere
in die Schlächtereien bringen, um sie dann nach der Zubereitung nach
Europa zu schicken. Dass durch das Einsalzen und Räuchern die Tri-
chinen im Fleisch nur mitunter getödtet werden, wird durch die micro-
scopische Untersuchung und durch erfolgreiche Verfütterung solchen Fleisches
en^•iesen. An einzelne Versuchsthiere verfütterte Verf. in regelmässigen
Pausen kleine Mengen solchen Fleisches, die das Leben derselben nicht
gefährden konnten, und beobachtete dann ausnahmslos acht bis zehn Tage
nach der Fütterung durchschnittlich sechs Tage dauernde Durchfälle und
Embryonen in den Dejectionen. Die Ratte wird selten durch die Krankheit
getödtet. Verf. untersucht, welche Hitze- und welche Kältegrade die Tri-
chinen zu ertragen vermögen und ist das Resultat so, dass in grossen
Fleischstücken weder durch Kochen noch durch Braten die Trichinen zu
tödten sind, dass auch die Zerstörung des Blutroths im Fleische kein
sicheres Merkmal ist, dass auch die Parasiten getödtet seien; 25° C.
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 793
Kälte vermögen sie ebenfalls zu überdauern; in einem auf 118° erhitzten
Schinken konnten die Trichinen nicht getödtet werden. Verf. betont be-
sonders^ wie wichtig es für Frankreich sei, den Import von amerikanischem
Schweinefleisch ganz zu verbieten. Ein ausführliches Litteraturverzeichniss
beschliesst diese schöne Monographie und müssen wir übrigens auf den
vorigen Jahresbericht verweisen. J. Chatin, La Trichine et la Trichinose.
Paris 1883.
In einer kleineren Arbeit fasst derselbe Verfasser die Veränderungen
des Muskelgewebes, welche durch die Einwanderung der Trichinen hervor-
gerufen werden, zusammen; in dem interfasciculären Bindegewebe beginnt
die Einkapselung , und werden die einzelnen Phasen der Gewebsentartung
besprochen, unter welchen die glasige, die granulöse, die fette, die trübe,
die kreidige angeführt werden ; auf die granulöse folgt die fette ; die trübe
muss von der granulösen unterschieden werden; die letztere stellt den
ersten Zustand der Muskelprimitivbündel nach der Berührung mit der
Trichine dar; dieselben werden im Durchmesser stärker, das Sarcolemm
wird glänzend, die Querstreifung verschwindet, die Muskelsubstanz wird
trübe und gelblich. Anwendung von Methylgrün lässt erkennen, dass die
Cuticula der Trichinen nicht glatt, sondern quergeringelt ist. J. Chalin^
Hecherches histologiques siir la trichine musculaire chez Vhomme. Jjullet.
Soc. Philomatique 7 s&., t. 7 No, 2, Paris 14. Avril 1883, ;j. 107 — 112.
Ruyssen referirt über das eben beschriebene Werk Chatin's und
entnehmen wir, auf den eigenen Bericht verweisend, der Schrift nur, dass
die Trichinose bereits durch Kunstbutter übertragen wurde, die aus Mar-
garin, aus Trichinenkapseln enthaltendem Schweinefleisch hergestellt, be-
reitet war. Verf. bedauert, dass das liberale Frankreich sich nicht dazu
verstehen will, die mit Trichinen durchsetzten amerikanischen Schweine-
fleisch-Präparate zu verbieten. M. F. Bwjssen, Trichine et Trichinose,
Paris 1883.
Das Verhältniss der im Jahre 1882 in Preussen trichinös befundenen
Schweine war nach Eulenberg 1 : 2056, gegen 1 : 1839 im vorigen Jahre,
so dass also wieder eine Abnahme zu konstatiren ist. Unter den 3,808,142
untersuchten Schweinen, unter denen 13 wilde waren, wurden 1852 trichi-
nöse gefunden. Im Regierungsbezirk Coblenz fand sieh unter 57,275
Schweinen kein einziges trichinöses. In Berlin kam dreimal Trichinose
bei Menschen zur Anzeige, und in Cöln beseitigte ein Schlachter heimlich
Theile eines trichinös befundenen Schweines, die er verkaufte, worauf
60 Soldaten, die von diesem Fleische assen, sehr heftig erkrankten, aber
alle mit dem Leben davon kamen. H, Eulenherg , Ueher die im Jahre
1882 in Peussen auf Trichinen und Finnen untersuchten Schiveine. T^ertel-
jahrschr. für geo. Med. u. öfentl. Sanitätsiv. 2. F., 39. Bd., Berlin 1883,
p. 335 — 340.
Linares Henriques beschreibt sorgfältig eine Trichinen-Epidemie, und
hat die Mittheilung dadurch Interesse, dass dieselbe in Spanien beobachtet
794 ^^' von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
und durch den Genuss amerikanischen Schweinefleisches hervorgerufen
wurde; die Muskeln eines der Gestorbenen waren auf's dichteste mit
Trichinen durchsät, die noch nicht encystirt waren. A. de Linares
Enriquez. La Trichinosis en Malaga, Gazeta medica catalana, 15. Mars
1883. A. Chatin ^ Epid^ie de Trichinose r€cemment observ^e a Malaga,
Bullet, de V Acad. med. Paris 1885, p. 498—499.
lieber eine sehr heftige Epidemie in Emersleben bei Halberstadt
wurde in den Zeitungen berichtet; nach dem Genüsse von rohem Schweine-
fleisch erkrankten 257 Personen, von denen 50, also 207o> starben; die-
jenigen , welche V4 Pfund Fleisch und darüber genossen hatten , starben
alle. N. Pr. Ztg. 8. Januar 1884.
In Wien soll die Erkrankung einer Frau an Trichinose durch den
Genuss von Pferdefleisch nachgewiesen sein, und soll in Folge dieser Nach-
richt die niederösterreichische Statthalterei die Untersuchung des Pferde-
fleisches auf Trichinen angeordnet haben. Allgem. med. Central- Ztg.,
Berlin^ d. 9. Juni 1883, p. 615.
Auch im Jahre 1883 spielten die Trichinen in den Parlaments-
verhandlungen eine Rolle. Am 9. Januar wurde im Reichstage über die
Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches debattirt. Die Fortschrittspartei
erklärte die Gefahr von dieser Seite für äusserst gering, die microscopische
Fleischschau in Amerika sei vorzüglich und der deutschen weit überlegen;
die von anderer Seite angeführten hohen Procente der mit Trichinen be-
hafteten Fleischstücke aus Amerika widerlegten diese Aeusserung zur
Genüge; die unrichtige Behauptung, amerikanisches Schweinefleisch habe
bei uns noch nie Trichinose hervorgerufen, wurde weiterhin vorgebracht.
Der Bundesrath fasste am 21. Februar den Beschluss, dem Einfuhr-
verbot die Zustimmung zu ertheilen.
Der Präsident der Vereinigten Staaten theilte im März der New
Yorker Handelskammer mit, dass er gegen das Einfuhrverbot von ameri-
kanischem Schweinefleisch in Deutschland bei der deutschen Regierung
remonstrirt habe; er habe das Verfahren bedauert und die Regierung auf-
gefordert, durch Sachverständige die Art und Weise der Herstellung
amerikanischer Fleischproducte von der Farm bis zur Verpackung prüfen
zu lassen; indessen war das Gesetz bereits rechtskräftig geworden, da
durch einen Erlass vom 6. März die Einfuhr von amerikanischem Schweine-
fleisch jeder Art in das deutsche Reich der Trichinengefahr wegen ver-
boten wurde.
Im Fleisch eines Dachses sollen bei Wartha Trichinen gefunden
sein; Ref. konnte aber zur Prüfung der Angabe keine Proben erlangen.
Allgem. med. Central- Zeitung, Berlin 1883, No. 94, p. 1250.
Bereits im vorigen Jahresbericht wurde eine Bemerkung von Owen
erwähnt, in welchem derselbe constatirt, dass er es gewesen sei, der die
Trichina spiralis entdeckt habe, und nicht HiUon. Am 2. Februar 1883
veröffentlichte letzterer in der London Medical Gazette eine Beobachtung
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 795
an den Muskeln einer menschlichen Leiche, die ein marmorirtes Ansehen
boten und V23" lange Körperchen enthielten, die durchscheinend und an
beiden Enden opac waren und an denen mit dem Microscop keine Organi-
sation zu erkennen war; es bestand die Vermuthung, dass es sich um
kleine Cysticerken handelte (Remarques sur une apparence particnliere
observee dans le muscle humain probablement due a la formation de
petits cysticerques , par John Hilton), wonach allerdings Hilton nicht als
der Entdecker der Trichinen anzusehen sein dürfte. R. Oiven, Lettre a
Mr. Littr€ relative ä la d^couvente de la Trichinose, Journ. de Vanat. et
de physiol. t. 19, Jan.-Fevr., p. 108—110.
Ohne besondere zoologische Bedeutung sind die Schriften: J. Voffel,
Die Trichinenkrankheit und die zu ihrer Verhütung anzuwendenden Mittel,
nach dem Stande der neuesten Forschungen bearbeitet von 0. Reyher,
2. Äuß., Leipzig 1883. L. Kuntz. Trichinenkunde, ein Leitfaden für
Fachleute, insbesondere für Fleischbeschauer und deren Examinatoren, 2. Äuß,,
Stuttgart 1883. W. 0. W. Glazier. Trichinae and Trichinosis. Detroit 1883.
In der Perivisceralhöhle eines grossen Erdwurms aus Ceylon, Pleuro-
chaeta Moseleyi, fand Eeddard einen männlichen und einen weiblichen
Nematoden derselben Art', Vs" lang: das Weibchen hat nach Angabe des
Verf. dicht hinter dem Anus zwei grosse, unsymmetrisch gestellte Saug-
näpfe, am Kopf steht eine langgestielte, einem Bohrzahne vergleichbare
Papille ; der Oesophagus nimmt Vio der ganzen Körperlänge ein , der
Schwanz ist bei beiden Geschlechtern lang, die Vulva liegt in der Mitte
des Körpers und es sind völlig entwickelte Eier vorhanden; das Männchen
zeigt zwei Spicula mit einem accessorischen Mittelstück, und benennt Verf.
den Helminthen Dicelis Pleurochetae n. sp. , der seinem Habitus
nach in der Mitte zwischen den freilebenden und den parasitischen Nema-
toden steht. F. E. Beddard, On a new nematoid tvorm. Roy. phys. Soc.
Edinburg, vol. VII, 1883, p. 229—234, pl. IV.
Chatin berichtet über eine in der Zwiebel schmarotzende Tylenchus-
Art; als Larve dringt der Helminth in die Zwiebel hinein, deren Inneres
er nach und nach zerstört, die äusseren Hüllen aber verschont; die Larven
werden allmählich geschlechtsreif und die von den Weibchen producirten
Eier gelangen nach Zerstörung der Behausung in die umgebende Erde,
wo sie den Embryo ausschlüpfen lassen. Die Larven vertragen eine Aus-
trocknung von nicht zu langer Dauer und die entwickelten Exemplare
sterben bei 10° Kälte; übrigens ist die Mittheilung nur eine vorläufige,
der eine ausführliche Beschreibung mit Abbildungen folgen soll. M. J.
Chatin, Sur un Nematode parasite de Voignon vulgaire; Compies rendus
Acad. Paris. 24 Decembre 1883.
Botkin beschreibt alsTrichina conto rta einen neuen menschlichen
Parasiten, der beträchtliche Störungen in seinem Träger hervorruft; nach-
träglich aber wurde gefunden, dass der Nematode bereits unter dem Namen
Tylenchus putrefaciens Kühn als ein Bewohner der Zwiebel bekannt war,
796 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
mit welcher er in den Darm des Menschen gelangen wird. Ob hier
Zürn's Tylenchus putrefaciens gefunden ist, muss ungewiss bleiben, wenn
es auch wahrscheinlich ist, weil Zürn die als neu hingestellte Art, die in
einer Zeitung (Hallische Zeitung 1879 No. 295 und 297) erwähnt wird,
mit keinem Worte beschreibt; ebenso wahrscheinlich aber ist es, dass in
der soeben angeführten Arbeit Chatin's dieselbe Art beobachtet ist.
Botkin, Petersburg. Iclin, Wochenschr. 1883.
Daday berichtet, Dorylaimus filiformis Bastian in Seen am Retyezat
in Ungarn gefunden zu haben. E. Daday, Daten zur Kenntniss der
Crustaceen-Fauna am Ratyezat. Naturh, Hefte^ VII, Budapest 1883, p. 136.
Gordiaceen-
Ref. findet wiederholt die Embryonalform von Gordius aquatlcus
encystirt im Fuss von Limnaeus ovatus, welche beschrieben wird, und
sieht in dieser Schnecke den ersten, die Embrynalform — , in Ranbkäfem
und Fangschneeken den zweiten, die grosse Larvenform beherbergenden
Zwischenwirth dieses Helminthen, entgegen der Ansicht Villot's, welcher
einen Wirthswechsel als Regel in Abrede stellt und die in Insekten und
Mollusken gefundenen Gordiuslarven für lediglich verirrt ansieht, während
Ref. umgekehrt die im Darm von Fischen, Vögeln und Menschen gefun-
denen grossen Larven als aus verschlungenen Insekten herrührend oder
mit dem Trinkwasser zufällig verschluckt, also an dieser Stelle als Pseudo-
parasiten ansieht. 0. v. Linstow ^ Ueber die Zwischenwirthe des Gordius
aquaticus, ZooL. Anz. VI. Jahrg., Leipzig 1883, No. 143, p. 373—374.
Einen neuen Fall des Vorkommens von Gordien im Menschen bringen
Fiori und Rosa; wie früher Degland von einem achtjährigen Kinde be-
richtete, das einen Gordius aquaticus ausbrach und Kirtland von einem
jungen Mädchen erzählt, das per anum einen Gordius varius von sich gab,
fanden Verfasser neuerdings einen männlichen Gordius tolosanus im Darm
eines Menschen. Fiori e Rosa, Un caso di parassitismo di Gordius nclV
uomo. Commxinicazione alla R. Accad. di Medicina 1881.
Acanthocephalen.
Stossich führt als Fauna des adriatischen Meeres 11 Echinorhynchen
namentlich auf (1. c.)»
Megnin nennt unter den aus Lappland herstammenden Helminthen
Echinorh}Tichus porrigens aus la Ba'aine franche (? Balaena mysticetus),
Ech. brevicollis aus Balaenoptera Sibbaldii, Ech. acus und globulosus aus
Gadus raorrhua, und macht hier wiederum die Bemerkung, dass die Lern-
niscen die Ueberbleibsel eines in den Larven functionirenden zweischenk-
lichen Darms sind (I. c).
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 797
Kef. beschreibt unter den Helminthen aus Turkestan Echinor-
hynchus plicatus n. sp. aus Emberiza caniceps, Turdus merula, Saxi-
cola oenanthe, Petroeca cyanea und Echinorhynchus acanthotrias
n. sp. aus Astur palumbarius (1. c).
üeber Porroncito's Mittheilung, betreffend einen Echinorhynchus aus
dem Hunde in Indien, ist im allgemeinen Theil berichtet.
Trematoden.
Schauinsland untersucht die Entwicklung der Trematoden, und zwar
besonders bei Distomum tereticolle, cygnoides, globiporum, nodulosum,
cylindraceum , naja, signatum, mentulatum und Aspidogaster conchicola.
Das Trematodenei besteht aus der aus dem Eierstock stammenden Eizelle,
welche eine unregelmässige Furchung eingeht, und dem aus den Dotter-
stöcken stammenden Nahrungsdotter, welcher anfangs den bei weitem
grössten Theil des Ei's einnimmt, später aber während der Furchung auf
Kosten der Eizelle bis auf einen kleinen Rest aufgezehrt wird. Beide
werden umgeben von einer Hüllmembran, die aus zwei an den Eipolen
auftreterden Calotten- förmigen Zellen entsteht, von denen aus der Eiinhalt
umwachsen wird. Die Furchung vollzieht sich in der Weise, dass zuerst
das KernkÖrperchen zerfällt, worauf sich der Kern und dann die ganze
Zelle in zwei Hälften theilt. Die rundliche Masse der Eizellen difFerenzirt
sich später in das Entoblast und das letztere wie eine Hülle einschliessende
Ectoblast, welches einschichtig ist; auch das Ectoblast entsteht wie die
Hüllmembran aus platten Zellen. Einige Zellen des Entoblasts bilden
einen Darmsack am vorderen Ende des Körpers und später treten fein
verästelte Gefässe auf, die mit dem Darm in Zusammenhang zu stehen
scheinen. Aus dem Ectoblast entstehen die Cuticula und die Flimmer-
membran. Nach der Vollendung des Ectoblast bilden sich Ectoblastzellen
zweiter Ordnung, das bleibende Ectoderm des Embryo. Beim Ausschlüpfen
desselben aus der Eischale pflegt die Hüllmembran mit einigen Dotterresten
in dieser zurückgelassen zu werden, bei einigen Arten sogar die Flimmer-
haut, so bei D. cylindraceum, vielleicht auch bei D. mentulatum. Zwischen
den mono- und digenetischen Trematoden besteht in der ersten Embryonal-
entwicklung kein Unterschied. Verf schliesst aus diesem Entwicklungs-
gange auf eine Verwandtschaft zwischen den Distomen und den Orthonec-
tiden. Die Hüllmembran der Trematoden vergleicht Verf. der couche
chitinogene, welche van Beneden bei den Cestoden fand; dieser deutet
aber sowohl seine couche albuminogene wie die couche chitinogene als
Ectoblastgebilde ; eine andere Möglichkeit wäre die, dass die äussere Zell-
schicht des Tänienembryos nicht dem Ectoderm, sondern einer unter
diesem liegenden Schicht epithelialer Zellen des Trematodenembryos ent-
spricht und würden, wenn diese Auffassung richtig ist, die Embryonen der
Cestoden und Trematoden beim Eintritt in den Zwischenwirth das Ectoderm
798 ^^- '^'^^ Linstow: Bericht über die Leistungen in der
verlieren. Die Eischale mitsammt der Hüllmembran der Trematoden ent-
spräche demnach der couche albuminogene mit Hülle der Cestoden, und
das Ectoderm mit Flimmern oder Borstenplatten der ersteren der couche
chitinogene der letzteren. SchauinsJand , Beitrag zur Kennlniss der Em-
hryonalentiüicklung der Trematoden. Jenaische Zeitschr. für Naturwissensch.
(neue Folge Bd. IX), Bd. XVI, Heft 3, Jena 1883, p. 465-527, 3 Taf
Levinsen macht auf die in seinem Bidrag til kundskab an Groen-
lands Trematodfauna p. 62 und 76 bei Distomum furciferum und Gaste-
rostomum armatum beschriebenen mit der Geschlechtsöffnung in Verbindung
stehende, mit Spermatozoen gefüllte, gestielte Blase aufmerksam; bei Dist.
furciferum wurde dies Organ zweimal, bei Gast, armatum einmal beobachtet
und erkennt Verf. hierin ein Homologon der Spermatophoren, wie sie bei
Piscicola beobachtet sind, und fehlt wie bei letzterer Gattung bei den ge-
nannten Trematoden der Penis. B. Levinsen, Systemaiish-geographish
Oversigt over de nordiske Annulata, Gephyrea , Chaetognathi og Balano-
glossi. Vidensk. Meddel. fra den naturh. Foren i Kjoehenhavn 1883, p. 250.
üeber Fourment's Bemerkungen über die Eianhänge der Trematoden
ist bereits berichtet worden.
Künckelia gyrans hat nach Künstler keine Saugnäpfe, welche man
an der nicht ganz correcten Zeichnung allenfalls erkennen könnte; das
als Ruderschwanz gedeutete Organ ist ein Tentakel, das Spiculum der
Künckelia gleicht nicht dem Spiculum der Cerkarien (welches Ref. un-
bekannt ist), die Form ist wahrscheinlich eine Larve, jedoch verwahrt
Verf. sich gegen die Meinung Bütschli's, nach welcher sie eine Cerkarie
ist (s. den vorjährigen Bericht). E. Künstler, Reponse a 0. Bütschli,
Zoolog. Anz. VI. Bd., Leipzig 1883, p. 168 — 171.
Thomas veröffentlicht eine Entwicklungsgeschichte von Distomum
hepaticum, und beginnt mit einer historischen Einleitung, worauf die
Resultate der eigenen Untersuchungen folgen. Im Sommer 1882 gelang
es ihm , Limnaeus truncatulus mit den Embryonen zu inficiren und Ende
August hatte er die geschwänzten Cerkarien erzogen. Fast gleichzeitig
mit Leuckart, der im Zoolog. Anz. über seine Entdeckung berichtete, dass
nicht die un geschwänzte , sondern die dritte scheibenförmige, geschwänzte
Cerkarienform die Larve von Dist. hepaticum sei, erschien auch des Verf.
Mittheilung, der genau zu denselben Resultaten gekommen war. Mit
Recht meint Verf., dass in den Ländern, in denen Limn. truncatulus nicht
gefunden ist, Dist. hepaticum aber doch vorkommt, wie in Australien,
Nordamerika, den Schetlandsinseln , diese Schnecke bisher nur übersehen
ist. Die Embryonalentwicklung braucht bei 16° C. eine Zeit von drei
Monaten, bei 23 — 26° aber nur drei Wochen; das Licht beeinflusst die
Entwicklung nicht. In der Kopfpapille sieht Verf. nicht ein Tast-, son-
dern ein Bohrorgan, und der Grund, weshalb der Embryo sich nur in
Limn. truncatulus einbohrt, scheint eine besondere Secretion an der
Körperoberfläche zu sein, welche den Instinct desselben leitet. Im Wasser
Natui'geschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 799
lebte der Embryo nur etwa acht Stunden; die Sporocyste entwickelt sich
bei warmem Wetter in etwa 14 Tagen; sie wird 0,5 — 0,7 mm. lang und
in der Körperwand sieht man an jeder Seite eine unregelmässige Gruppe
von etwa sechs Wimpertrichtern, die ebenso gebildet sind, wie die zwei
des Embryo; sie scheinen mit einem ausgedehnten System unregelmässiger
Lakunen zwischen den Zellen der Körperwand zu communiciren. Die
Sporocysten können sich durch Quertheilung vermehren; an der Körper-
mitte bildet sich eine Einschnürung, die tiefer und tiefer wird und endlich
eine Theilung bewirkt. In der Sporocyste bilden sich Redien, die, wenn
sie 0,26 mm. lang geworden sind, Bewegungen zeigen und endlich die
Wand der ersteren durchbrechen; eine natürliche OefFnung in deren Wan-
dung findet sich nicht. Die freie Redie wächst bis zu 1,3 und 1,6 mm.
Länge; das Excretionsgefässsystem ist hier noch deutlicher. Die Keim-
ballen in den Redien entwickeln sich nun entweder zu Tochterredien oder
zu Cerkarien, und zwar treten erstere bei warmem, letztere bei kaltem
Wetter auf; selten finden sich in einer Redie beide Formen. Die Cerka-
rien kennen wir bereits aus Leuckart's Schilderung und zeigen einzelne
Zellen in ihnen eigenthümliche Stäbchen, die an Bacterien erinnern. Die
Länge der scheibenförmigen Cerkarien beträgt 0,28, die Breite 0,23 mm.,
und ist der Körper vorn mit feinen Stacheln besetzt; die Saugnäpfe haben
einen Durchmesser von 0,06 mm. Wenn die frei schwimmenden Cerka-
rien mit festen Körpern, also etwa mit Wasserpflanzen in Berührung
kommen, so setzen sie sich an ihnen fest, um sich nach Verlust des
Ruderschwanzes einzukapseln; die in wenig Minuten gebildete Kapsel ist
dick und erhärtet bald. Die Fälle, in denen der Mensch Dist. hepaticum
beherbergte, werden daher auf den vorhergehenden Genuss von Brunnen-
kresse zurückzuführen sein, an der solche Kapseln sassen. Schöne Ab-
bildungen erläutern diese hochinteressante Abhandlung, durch welche eine
der praktisch wichtigsten helminthologischen Fragen gelöst ist. Allerdings
bleibt ein Punkt noch aufzuklären, nämlich die Frage, ob Limn. trunca-
tulus der einzige Zwischenwirth ist und die Larve sich nicht etwa nur
ausnahmsweise und in Ermangelung ihres etwaigen zweiten Zwischenwirths
an Wasserpflanzen einkapselt. Es sind so zahlreiche in anderen Thieren
eingekapselte Distomen - Larven bekannt, dass diese Frage, die für die
Wissenschaft ebenso wichtig wie für den Landwirth ist, sich unwillkürlich
aufdrängt, und müsste zunächst experimentell festgestellt werden, ob Schafe
durch an Pflanzen eingekapselte Larven von Dist. hepaticum mit diesem
Parasiten zu inficiren sind. A. P. Thomas^ The life history of the Liver
Fluke {Fasciola hepatica). Quarterl. Journ* of Microscop. Sc, t. XXIII,
London, Januar 1883, p. 99 — 133, pl. II— III.
Eine kurze Notiz über diese Entdeckung giebt Thomas: A Parasite
of Limnaea truncatula {Distomum hepaticum), Journ. of Conchology, vol. 3,
London 1882 (erschienen 1883), No. 11, p. 329.
Arch. f. Naturgesch. IL. Jahrg. 2. Bd. BBB
800 Dl*» von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
Joseph macht die Beobachtung, dass Cerkarien in einer Wiesen-
schnecke, welche, wie die zum Distomum hepaticum gehörige, durch eine
integumentale Stäbchenschicht ausgezeichnet ist, sich an Wiesengräsern
einkapselt und in diesem Zustande eine Zeit lang dem Eintrocknen wider-
steht, sowie ferner, dass die jungen, eben in Schafe eingewanderten Exem-
plare von Distomum hepaticum keinen baumformig verzweigten, sondern
einen gabelförmigen Darmcanal haben J. Joseph, Vorläufige Mittheilung
über die Jugendzustände des Leberegels. Zoolog. Anz. F/, Leipzig 1883,
p. 322 — 323.
Jackson nimmt in Betreff der Priorität der Veröffentlichung der
Entwicklungsgeschichte von Distomum hepaticum diese Leuckart gegen-
über für seinen Freund Thomas in Anspruch; wenn Leuckart dieselbe im
Zoologischen Anzeiger vom 9. Oktober 1882 und Thomas vom 19. dess.
Mts. in „Nature" veröffentlicht habe, so sei von Thomas schon im April
1881 im Journal of the Royal Agricultural Society eine auf Fasciola
hepatica bezogene, in Limnaeus truncatulus gefundene Cerkarie beschrieben.
W. H. Jackson^ Note on the life history of Fasciola (Distoma) hepatica.
Zoolog. Anz. VI, Leipzig 1883, No. 138, p. 248—250.
Carus constatirt in Betreff des Prioritätsstreits zwischen Leuckart und
Thomas bezüglich der Entdeckung der Entwicklungsgeschichte von Disto-
mum hepaticum, dass Leuckart's Mittheilung, veröffentlicht am 9. Oktober
1882, dem Zoolog. Anz. bereits am 16. August zugegangen sei. V. Carus,
Zoolog. Anz. VI, Leipzig 1883, p. 104.
Weinland bemerkt, in den Beiträgen zur Molluskenfauna der Alb,
Württemberg. Jahreshefte 1876, in Limnaeus truncatulus gefundene Cer-
karien mit einer Stachelbekleidung der Haut erwähnt zu haben, die im
Freien ihren Ruderschwanz fortschleuderten und sich an Pflanzen und
anderen Gegenständen einkapselten ; diese Cerkarien wurden für die Larven
von Distomum hepaticum gehalten und angenommen, dass die Schafe sich
durch Fressen von mit diesen Cysten besetzten Grashalmen inficirten; in
einer besonderen Beilage zu dem Württemb. Staatsanzeiger vom 30. Juni
1876 p. 255 habe Verf. Limnaeus trancatulus als den langgesuchten
Zwischenwirth von Distomum hepaticum angeführt; der Name des Verf.
sei aber in allen jüngeren Publikationen über dieses Thema von 1881 — Sfa
stets mit Stillschweigen übergangen. D. F. Weinland, Zur Entwicklungs-
geschichte des Leberegels {Distoma hepaticum L.). Jahresh. Ver. für vaterl,
Naturk. Württemb. 39. Jahrg. 1883, p. 89—98.
Marshall bespricht den Parasitismus von Distomum hepaticum, dem
im Winter 1879 — 1880 nicht weniger als drei Millionen Schafe zum Opfer
fielen; das Eindringen der bewimperten Embryonen in Limnaea truncatula
wird beschrieben, femer die Bildung der Sporocysten aus diesen, in welchen
dann Redien, und in letzteren entweder erst Tochterredien oder gleich die
geschwänzten Cerkarien entstehen; diese encystiren sich an Pflanzen des
Ufers der betreffenden Gewässer und gelangen mit diesen Pflanzen in die
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 801
Schafe. J. T. Marshall, On a parasite of Limnaea truncatula. Journ. oj
Conchology, Bd. IV, No. \, London, Januar 1883, />. 10 — 12.
Nach Bostroem erkrankte bei Erlangen ein 65jähriger Mann an
Fieber und Gelbsucht mit Vergrösserung der Leber und praller Anfüllung
der Gallenblase, welche durch die Bauchwandung hindurch deutlich zu
fühlen war ; als die Krankheit einige Zeit gedauert hatte, trat eine Lungen-
entzündung hinzu, welcher der Kranke erlag. Bei der Section fand sich
allgemeine Gelbsucht, die Gallengänge der Leber waren stark erweitert,
die Gallenblase stark gefüllt, der Ductus cysticus war verschlossen, der
Ductus hepaticus aber zeigte eine narbige Strictur und war durch ein
30 mm. langes und 12 mm. breites Exemplar von Distomura hepaticum
verstopft; an der Stelle, wo es lag, war die Innenwand des Ductus hepa-
ticus gesehwürig entartet und mit Granulationen bedeckt in Folge des an-
dauernden Reizes. E. JBoslroem, lieber Distoma hepaticum beim Menschen.
Deutsches Archiv für Min. Med. Bd. 33, 1883, p. 557—577.
Ziegler studirt das Genus Gasterostomum und constatu-t, dass die
zwei von Diesing unter dem Genusnamen Rhipidocotjle zusammengefassten
Arten hierhergehören ; ebenso wird die Larvengattung Bucephalus einer
kritischen Revision unterzogen. Gasterostomum fimbriatum und Bucephalus
polymorphus werden dann anatomisch untersucht, wie auch der feinere
Bau von Distomum cylindraceum und hepaticum sowie Amphistomum
conicum in den Bereich der Untersuchungen gezogen wird. Die Ruder-
schwänze von Bucephalus zeigen aussen eine Hautschicht, auf diese folgt
eine Ring-, darauf eine Längsmuskelschicht und darauf ein Bindegewebs-
körper. Im Kopfsaugnapf liegen grosse Drüsenzellen ; nach hinten folgt
darauf das grosse Gehirn. Die GenitalöfFnung liegt an der Bauchseite
weit hinten, zu hinterst der Porus des Wassergefässsystems ; zahlreiche
Wimpertrichter werden aufgefunden. Die in den Eiern von Gasterostomum
im Wasser sich entwickelnden Embryonen gelangen in Anodonta und Unio
und werden hier zu Keimschläuchen, in denen sich Bucephalus polymor-
phus entwickelt. Die Meinung Pagenstecher's und Ercolani's, dass sich in
den beiden Ruderschwänzen wieder Cerkarien entwickeln, theilt Verf. nicht
und meint, dass Theile von Keimschläuchen für solche gehalten sind.
Durch den Analsipho der Muscheln werden die Bucephalen ausgestossen
und gelangen durch Schwimrabewegungen, die durch Ausstrecken und Ein-
ziehen der Ruderschwänze bewirkt werden, an die Wasseroberfläche, wobei
die Ruderschwänze nach oben, der Kopf nach unten sieht, müssen aber
in 15 Stunden in ihren zweiten Zwischenwirth gelangt sein, widrigenfalls
sie erschöpft zu Boden sinken. Die encystirten Larven fand Verf. unter
der Haut in dem Bindegewebe und den Muskeln aller weichen Stellen der
Mund- und Kiemenhöhle von Leuciscus erythrophthalmus (Ref. fand diese
Larven ausserdem eingekapselt an den Kiemen und in den Muskeln von
Gobio fluviatilis, an den Kiemen von Squalius leuciscus, im Fett von
Bliscopsis abramo-rutilus und an den Kiemen von Blicca bjoerkna). Mit
,802 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
diesen Fischen gelangen die Larven nun in den Dann von Esox lucius
und Perca fluviatihs (auch von Lucioperca sandra und Lota vulgaris, Ref.),
wo sie zu Gasterostomum fimbriatura werden. Dieses zeigt unter der Haut
eine Ring-, dann eine Läng^> und dann wieder eine Ringmuskulatur; das
männliche Begattungsoi-gan ist mächtig entwickelt; die weiblichen Genitalien
zeigen den am Rücken mündenden Laurer'schen Canal; die sechs von
Wagener abgebildeten fühlerartigen Organe am Kopfende hat Verf. nie
gesehen und glaubt sie dadurch entstanden, dass die zwischen den Zügen
der Radiärfasern liegenden Parenchymstreifen hervorgepresst werden,
unsere Kenntniss der Entwicklungsgeschichte der Trematoden ist durch
diese schöne Arbeit wesentlich gefördert. H. E. Ziegler, Bucephalus und
Gasterostomum, Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. Bd. 39, Heft 4, Leipzig
1883, 39 p., taf. XXXII-XXXIII.
In einer vorläufigen Mittheilung bespricht derselbe Verf. dieses Thema
und beschreibt Bucephalus polymorphus aus Anodonta mutabilis var. cel-
lensis; am Kopfende liegt ein bimförmiges, grosses Drüsenorgan, aus dem
sich später der Kopfsaugnapf bildet; die Wassergefässblase entleert bei
Contractionen ihren Inhalt in den Schwanz; schon an der Bildung des
Darms ist die Zugehörigkeit zu Gasterostomum zu erkennen; zwischen
Körper und Schwanz ist ein verbindendes Ansatzstück bemerkbar, dessen
Muskulatur besprochen wird. H. E. Ziegler, Bucephalus und Gasterostomum.
Zoolog. Anz. VI, Leipzig 1883, No. 148, p, 487—492.
In der Paukenhöhle von Halicore dugong lebt nach Fischer eine
Trematodenferm , welche Opisthotrema cochleare n. gen., n. sp.,
genannt wird; sie ist 9 — 11 mm. lang und von löflfelförmiger Gestalt; die
Bauchseite zeigt Stacheln; unter der Rindenschicht verläuft eine Lage von
Ringmuskeln, unter denen in Bündel angeordnete Längsmuskeln folgen und
darauf Diagonalmuskeln. Das Körperparenchym zeigt eine grossblasige
Beschaffenheit. Der Nervenapparat besteht aus zwei symmetrischen, in
der Höhe des Oesophagus gelegenen, durch eine Commissur verbundenen
Ganglien, von denen an jeder Seite sieben Nervenstränge ausstrahlen; am
Kopfende befindet sich ein Saugnapf und der Darm ist auf die gewöhn-
liche Weise gegabelt. Die Excretionsgefässe werden erwähnt, deren Aus-
führungsgang nicht gefunden wurde, und werden die Geschlechtsorgane
genauer beschrieben. Die Mündungen der männhchen und weibUchen
Geschlechtsröhre liegen neben einander am hinteren Körperende und aus
der ersteren sieht ein stark entwickelter Penis hervor ; die Anordnung der
Organe ist übrigens die bei den Trematoden gewöhnliche, und von der
zum weiblichen Apparat gehörigen, inneren Samenblase zweigt sich ein
Laurer'scher Canal ab, der nach kurzem Verlauf nach aussen mündet und
hält Verf. eine gegenseitige Befruchtung für wahrscheinlich, bei welcher
das Ende des Penis eines Individuums sich an die Mündung des Laurer'schen
Canals eines anderen legt und so den Samen hinüber leitet. Die Eier
haben an beiden Polen lange, fadenförmige Ausläufer und an der Körper-
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 803
Oberfläche werden besondere Tastpapillen erwähnt. Es ist klar, dass wir
es mit einem Monostomum zu thun haben, und wäre die Aufstellung eines
neuen Genus der abweichenden Lage der Geschlechtsöflfnungen wegen wohl
kaum nÖthig gewesen. P. M. Fischer^ lieber den Bau von Opisthotrema
cochleare nov. gen.^ nov. spec, Ein Beitrag zur Kenntniss der Trematoden.
Zeitschr. für wiss. Zoolog. XL, Leipzig 1883, 42 jt>. , 1 Taf.; auch als
Dissertatian.
Bei Distomum isostomum aus der Muskulatur von Astacus fluviatilis
konnte Gaffron beobachten, dass das Nervensystem aus sechs Längsnerven
besteht, zwei ventralen, zwei dorsalen und zwei seitlich vom Darmkanal
gelegenen , von denen die beiden ersteren und mittleren sich am Hinter-
ende vereinigen, während die letzteren sich auflösen und mit den anderen
verschmelzen; regelmässige Commissuren verbinden die Längsstämme unter
einander, von denen die latero-ventralen und latero-dorsalen die stärksten
sind; die dorsalen sind weniger stark, die ventralen sind die schwächsten
und dorso-ventrale fehlen. E. Gajfron, Zum Nervensystem der Trematoden.
Zoolog. Anz. VI, Leipzig 1883, p. 508 — 509.
Baelz beschreibt ein neues Distomum hepatis endemicum,
welches in Japan in einzelnen Districten in der menschlichen Leber
massenhaft vorkommt und eine grosse Calamität für die Bevölkerung
bildet. Die inficirten Orte liegen auf schlammigem Boden und die Ein-
wohner trinken dort trübes, schmutziges, stagnirendes Wasser; 20 Procent
derselben ist erkrankt an dem durch den Parasiten hervorgerufenen Leiden,
das sich durch starke Leberschwellung, blutige Diarrhöen und Wassersucht
bemerkbar macht und dem die Kranken endlich erliegen. Die Distomen-Eier
sind in den Fäces zu finden. Der Parasit ist 8 — 11 mm. lang und 3,5 bis
4 mm. breit, blassroth und nach vorn verschmälert; in der Mundhöhle be-
finden sich zahlreiche „Cuticularhaken." Der Mundsaugnapf ist etwas grösser
als der etwa 2 mm. hinter ihm liegende Bauchsaugnapf; die Darmschenkel
sind unverzweigt, die Hoden befinden sich im hintersten Theile des Kör-
pers und sind verästelt, die braunen, gedeckelten Eier sind 0,02 — 0,03 mm.
lang und 0,015 — 0,017 mm. breit; die Dotterstöcke nehmen den Seiten-
rand des Körpers am zweiten und dritten Fünftel des Leibes ein. Disto-
mum hepatis innocuum nennt Verf. eine andere Form, die am selben
Orte gefunden wird und sich von ersterer durch ihre Grösse, die bis auf
20 mm. wächst, unterscheidet; die Eier sind etwas grösser, 0,021 bis
0,036 mm. lang und 0,018 — 0,02 mm. breit und übrigens finden sich
nur geringfügige, systematisch unwichtige Abweichungen. Der Beschrei-
bung und Abbildung nach hält Ref. beide Arten weder für verschieden
noch für neu, sondern identisch mit Distomum spatulatum Leuckart =
D. sinense Cobbold. Das vom Verf. entdeckte Distomum Ringeri Cobbold
wird von ihm als Distomum pulmonale bezeichnet; die Länge beträgt
8 — 10, die Breite 3 — 6 mm.; die beiden Saugnäpfe sind fast gleich
gross ; die Parasiten bewohnen cavernenartige Hohlräume, die in der Peri-
304 ^^' von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
pherie der Lungen zu finden sind und durch feine, siebartige Oeffnungen
mit den Bronchien in Verbindung stehen. Die übrigen in Japan gefun-
denen menschlichen Helminthen sind Ascaris lumbricoides , Ankylostomum
duodenale, Filaria Bancrofti, Trichocephalus dispar, Oxyuris vermicularis,
Taenia mediocenellata, T. solium, Bothriocephalus latus. E. Baelz, Ueher
dnige neue Parasiten des Menschen. Berl. Min. Wochenschr. 1883, No. 16,
p. 234—238.
Das ven Baelz entdeckte Distomum Ringeri kommt in Japan und
Formosa nicht selten vor; die Eier, welche massenhaft im Sputum der
Kranken gefunden werden, sind nach Manson 0,12 mm. lang und 0,07 mm.
breit; die Kranken leiden an sich wiederholendem Bluthusten und in
einigen Orten, welche von dem Parasiten bewohnt werden, findet man
23 — 30, an anderen 15 Procent der Einwohner, welche Blut aushusten.
Das Sputum der Kranken zeigt eine characteristische , braune Farbe, die
von den Eiern des Distomum herrührt. Verf. verfolgte die Embryonal-
entwicklung, die in 28 Tagen vollendet ist; der Embryo ist bewimpert
mit Ausnahme des vordersten Körpertheils und zeigt einen Kopfzapfen,
aber keine Augenflecken. Die Bewegungen im Wasser, das Zusammen-
kugeln, das Rollen um die Längsachse, das Hin- und Herschwimmen wird
ganz wie bei D. hepaticum geschildert. P. Manson, Distoma Ringeri und
endende haemoptysis, 10 p., 2 Taf., Brochüre ohne Datum und Ort.
In dem Werke desselben Verfassers The Filaria Sanguinis hominis
fasst derselbe p. 134 — 156 das über Distomum Ringeri noch einmal zu-
sammen und bemerkt, dass bei den von diesem Parasiten bewohnten
Kranken jede Anstrengung eine Lungenblutung hervorrufen kann, dass
eine einmalige microscopische Untersuchung des Sputums genügt, um die
Eier zu erkennen, und dass diese nach einem sechs- bis neunwöchentlichen
Aufenthalt im Wasser den bewimperten Embryo ausschlüpfen lassen.
Fachinger veröffentlicht eine ausführliche Monographie des anato-
mischen Baues von Distomum cygnoides. Die feine Cuticula wird öfter
gewechselt, die Subcuticula gleicht sehr der feinkörnigen, dichten, paren-
chymatösen Bindesubstanz des Körpers ; unter der subcuticularen Schicht
liegen transversale, elastische Fasern. Die Muskulatur ist so angeordnet,
dass zu äusserst die Ringmuskeln liegen, darauf folgt die Längsmuskel-
und auf diese nach innen die Diagonalmuskelschicht. Durch die Kreuzung
der beiden Diagonalmuskelschichten entstehen unregelmässig viereckige,
rhombische Interstitien; ausserdem besteht ein dorsoventrales Muskelsystem
und finden sich Muskehi, welche den Bauchsaugnapf rechts und links,
oben und unten mit dem Muskelschlauch des Körpers verbinden. Die
Diagonal- und Dorsoventralmuskeln stehen durch zahlreiche Anastomosen
mit einander in Verbindung. Unter dem Integument liegen überall flaschen-
förmige, einzellige Drüsen von 0,036 — Ol mm. Länge und 0,019 bis
0,059 mm. Breite. Rechts und links vom Oesophagus liegen zwei Gang-
lien, die durch starke Commissuren mit einander verbunden sind; von
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 805
ihnen treten jederseits drei Nervengruppen ab, die erste nach dem Mund-
saugnapf, die zweite an den Muskelschlauch, die dritte zunächst an die
Darmschenkel, von wo sie weiter durch den Körper verläuft; von dem
Hauptganglion direct zweigt sich jederseits ein Ast ab, der im Verlauf
ein kleines Ganglion führt und an den Oesophagus tritt; die Ganglien-
zellen mit Kern und Kernkörperchen sind uni- und apolar. Die Darm-
wand zeigt äussere , schwache Längs- und innere , stärkere Ringmuskeln ;
das innere Epithel besteht aus zapfenförmigen Zellen mit excentrischem,
blasenförmigem Kern und körnigem, trübem Plasma. Dis Oesophaguswand
zeigt eine innere und eine äussere Ringmuskellage, zwischen beiden stehen
Radiärmuskeln ; die Aussenwand wird gebildet von einer starken Längs--
muskelschicht und nach aussen davon findet sich eine schräg nach hinten
und aussen gerichtete, die als Retractor pharyngis bezeichnet wird. An
der Körperoberfläche beobachtete Verf. als Anfangstheile des Excretions-
gefässsystem trichterförmige Zellen, in denen Wimperläppchen wellen-
förmige Bewegungen machen. Der Hauptstamm dieses Canalsystems
verläuft in der Mittellinie des Körpers und entspringen aus ihm unter
einem Winkel von 45° zwei Seitenäste, die sich bald wieder in einen
Bauch- und Rückenzweig theilen und sich bis zum Mundsaugnapfe ver-
folgen lassen. Die Hoden sind, abweichend von den übrigen Distomen,
nicht doppelt, sondern in neun Theile aufgelöst, von denen vier rechts,
fünf links liegen. Die Eier entstehen im Ovarium direct aus anfangs
unregelmässigen, granulirten, ungekernten Zellen, die Dotterkügelchen als
Tochterzellen aus ebensolchen durch endogene Vermehrung. Die Samen-
körperchen entwickeln sich aus traubenförmig durch Stiele mit einander
in Verbindung stehenden Zellen, und zwar mehrere in einer solchen. Am
Oviduct unterscheidet man äussere Kreis- und innere Längsmuskeln; übri-
gens haben die Geschlechtsorgane die bekannte Anordnung, nur münden
die männlichen und die weiblichen Geschlechtsröhren nicht neben einander,
sondern in denselben Perus und ein Penis fehlt. Dem Hnks liegenden
Eierstock und Receptaculum seminis (Vesic. semin. inf.) symmetrisch
gegenüber liegt der in letzteres einmündende Laurer'sche Canal mit
äusserer Mündung; er ist von Sperma erfüllt und treibt dieses durch
peristaltische Bewegungen nach innen. Die Hoden reifen vor dem Ova-
rium. Das Grundgewebe des Körpers besteht aus einem Balkennetzwerk,
das ovale Lakunen zwischen sich lässt, wie man aus den Zeichnungen
entnehmen kann; Verf. bezeichnet sie als Zellen, an deren Wandung
eiförmige Kerne stehen, und würde, wenn erstere Deutung zutreffend wäre,
der Befund genau mit Griesbach's Darstellung des Gallertgewebes bei
Solenophorus übereinstimmen. Verf. beobachtet auch die weitere Ent-
wicklung zum Embryo , schildert die Morula , die Blastula , das Epiblast
und Hypoblast und den im Wasser mit seinem Flimmerkleide schwimmen-
den Embryo mit vorstossbarem Kopfzapfen. Der Inhalt der reichhaltigen,
durch schöne Abbildungen erläuterten Arbeit kann hier nur der Haupt-
306 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
Sache nach angegeben werden. A. Pachinger^ Distoma cygnoides boncztana
(Anatomie von Distoma cygnoides) {ungarisch), Klaus enbiü'g 1883, 46 />.,
3 Taf.
In Palonia frontalis aus Java fand Poirier drei zu den Amphistomen
gehörige Parasiten, welche als drei neue Arten, zu zwei neuen Gattungen
gehörig beschrieben werden; die erste lebt im Cöcum, die beiden anderen
im Magen. Homalogaster Paloniae zeigt die ganze, ebene Bauch-
fläche mit in Längsreihen gestellten Papillen bedeckt ; als Gattungsmerkmal
wird angeführt, dass der Pharynx zweilappig ist; an der Theilungsstelle
der Lappen entspringt der Oesophagus; die Länge beträgt 14, die Breite
6 mm. Gastrothylax elongatum ist schlank, 20 mm. lang und
4 mm. breit, der Endsaugnapf ist klein, während das 10 mm. lange und
5 mm. breite Gastrothylax Cobboldii einen grossen Endsaugnapf
hat. Bei Gastrothylax findet sich ein längs der Bauchfläche gelegenes,
sich dicht hinter dem Munde mit querer Spalte öffnendes, mit einer
blutigen Flüssigkeit gefülltes Rohr von dreiseitigem Querschnitt. Amphi-
stomum und Gastrothylax haben einen einlappigen, Diplodiscus, Gastro-
discus und Homalogaster einen zweilappigen Pharynx. J. Poirier, Descri-
ption d'Hdminthes nouveaux du Palonia frontalis. Bullet. Soc. Philomat.
7. s&., t. 7, No. 2, Paris 1883, p. 73—80, pl. IL
Die Trematodenfauna des adriatischen Meeres wird nach Stossich
von 30 Arten gebildet und fand Ref. folgende neue Fundorte: Distomum
appendiculatum in Rhombus maximus, Torpedo Galvanii, Ophidium bar-
batum, Trigla hirundo; Distomum rufoviride in Labrax lupus, Scorpaena
porcus und scropha; Onchocotyle appendiculata an den Kiemen von Scyl-
lium canicula (1. c.)-
In der anderen angeführten Arbeit desselben Verf. werden beschrie-
ben und meistens auch abgebildet: Monostomum spinosissimum
n. sp. aus Box salpa, Distomum bicoronatum n. sp. aus Umbrina
cirrhosa, Distomum valdeinflatum n. sp., eine Larve, eingekapselt
in der Leibeshöhle von Gobius jozo; Distomum Mulli n. sp. aus dem
Darm von MuUus; Distomum Gobii n. sp. aus dem Darm von Gobius
jozo; Distomum depressum n. sp. aus dem Darm von Dentex vul-
garis; Gasterostomum tergestinum n. sp. aus dem Darm von
Gobius niger und jozo. Als neue Fundorte fand Ref.: für Distomum
appendiculatum den Magen von Lophius piscatorius und Gobius jozo, für
Distomum furcatum den Darm von Solea vulgaris ; ausserdem werden be-
sprochen und zum Theil abgebildet : Monostomum orbiculare, capitellatum ;
Distomum imbutiforme , rufoviride , excisum , retroflexum , soccus ; Gaste-
rostomum fimbriatum (1. c).
Ref. beschreibt folgende Trematoden aus Turkestan: Distomum
plesiostomum n. sp. aus Perdix graeca; Distomum heterostomum
Rud. aus Ardea nycticorax; Distomum choledochum n. sp. aus
Anas; Distomum nigrum n. sp. aus Corvus cornix; Distomum
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883, 807
longissimum n. sp. aus Ardea stellaris; Distomum sulcatum n. sp.
aus Perdix graeca; Distomum variegatum Rud. aus Rana, Distomum
macrourum Rud. aus Pica caudata; Monostomum nigropunctatum
n. sp. aus einem „Akatza" genannten Vogel (1. c.)-
Ueber die Mittheilung Perroncito's , betreffend Distomum campanu-
latum aus der Leber des Hundes s. d. allgem. Theil.
Chinesische Garneelen (shrimps) fand Cobbold mit Distomen-Larven
(larval flukes) behaftet, welche weder benannt noch beschrieben werden;
zahlreiche schwärzliche Flecke zwischen den Segmenten rührten von
Distomen-Eiern her. Sp. Cobbold, Linn. Soc. London, d. 7. Juni 1883.
Herrick führt gleichfalls unbenannte und unbeschriebene in Cyclops
tenuicornis gefundene Distomen an, die auch Larven zu sein scheinen;
bis zu fünf Exemplare wurden in einem dieser Thiere beobachtet, die in
Folge des Parasitismus stets erkrankt waren (1. c, pl. VI Fig. 15).
Cestoden.
Nach einer ausführlichen Geschichte unserer Senntniss der Ent-
wicklungsgeschichte der Cestoden, in welcher Raum anführt, wie die aus
den Eiern geschlüpften Tänien- Embryonen auf ihrer Wanderung von
Leuckart und Leisering im Pfortaderblute , dann vom vierten bis sechsten
Tage nach der Infection in der Leber angetroffen sind, so dass wir von
der jungen Brut über ihr Verhalten vom ersten bis vierten Tage noch
nichts wissen, füllt Verf. diese Lücke durch Beobachtungen an Mäusen aus,
die er mit Eiern von Taenia crassicollis füttert. Verf. bezeichnet die Band-
wurmeier als Embryonen und die ausgeschlüpfte Embryonalform als Onco-
sphären und gelang es dem V&rf. , diese letzteren auf ihrem Wege zu
beobachten, den sie aus dem Darmlumen in die Leber machen, und zwar
gehen sie nicht, wie Küchenmeister früher meinte, durch den Ductus
choledochus, sondern sie bohren sich durch die Darmwand und zwar im
mittleren Drittel des Darms, und gelangen so in die Pfortader; nach
27 — 48 Stunden sind sie in der Leber angelangt als ovale Körper von
0,022 mm. Breite und 0,027 mm. Länge und leben sie zunächst in den
Capillargefässen desselben; ein Hohlraum im Körper bildet sich vom
sechsten Tage an und die Embryonalhäkchen wurden einmal 78 Stunden
nach der Fütterung noch gefunden. In Betreff der Bildung der Kopf-
zapfen steht Verf. auf der Seite Leuckart's gegenüber der Auffassung von
Moniez, und bildet sich derselbe am 25. Tage. J. Raum., Beiträge zur
Entwicklungsgeschichte der Cysticerken. Dorpat 1883.
Villot bespricht die verschiedenen Formen von Tänienlarven und
hält eine directe Entwicklung des E'mbryo's im Tänien -Ei zu einer Tänie
ohne einen vorherigen Finnenzustand für unerwiesen und den Beobach-
tungen widersprechend. Die einzelnen Entwicklungsphasen werden in fünf
Abtheilungen gebracht, die mit 1. Proscolex = sechshakiger Embryo?
808 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
2. Cysticus (Cystique), 3. Scolex, 4. Strobila und 5. Proglottis bezeichnet
werden. Der Cysticus und die Strobila leben in ihren Wirthen fixirt, die
drei anderen Formen frei. Die Charactere zur Eintheilung in Subgenera
müssen dem Stande als Cysticus entnommen werden und macht Verf. fol-
gende Eintheilung:
I. Gruppe, Blasenwürmer, deren Schwanzblase aus dem Proscolex durch
einfaches Wachsthum und Modification der Structur ohne eigentliche
Neubildung hervorgeht.
1. Genus Cysticercus, bestehend aus Kopf, Körper, Schwanzblase und
Cyste, welche letztere vom Wirth gebildet wird; sie sind monoso-
matisch und monocephal ; in der Meinungsdifferenz zwischen Leuckart
und Moniez, betreff'end die Einstülpung des Kopfes nach Art eines
Handschuhfingers steht Verf. auf Seite des ersteren, der Körper wie
die Schwanzblase sind vorübergehende Gebilde (Cysticercus cellu-
losae u. A.).
2. Genus Coenuras ist polysomatisch und monocephal (Coenurus
cerebralis).
3. Genus Echinococcus ist polysomatisch und polycephal (Echino-
coccus polymorphus) ; die Mutterblase ist der Schwanzblase der
Cönuren und der Cysticerken homolog.
IL Gruppe, Blasenwürmer, deren Schwanzblase sich durch Knospung aus
dem Proscolex bildet, also durch Neubildung, bestehend aus Kopf,
Körper, Schwanzblase und Blastogen.
a. Section. Blasenwürmer, deren Schwanzblase sich durch innere
Knospung bildet.
4. Genus Polycercus (Mecmikoff's Echinococcus aus Lumbricus
terrestris), weder polycephal noch polysomatisch, sondern poly-
cerk; zwischen einem Echinococcus und einem Polycercus besteht
keine wirkliche Verwandtschaft, so dass Haeckel's Phylogenie
hier nicht zu finden wäre.
5. Genus Monocercus; hierher gehören Cysticercus Arionis und
Villots Monocercus (Cysticercus) Glomeridis (scheinbar zu Tae-
nia affinis gehörig, Ref.), der genauer beschrieben und abge-
bildet wird. Die Cyste wie das Blastogen stellt für sich allein
den Proscolex dar.
b. Section. Blasenwürmer, deren Schwanzblase sich durch äussere
Knospung aus dem Proscolex bildet.
6. Genus Cercocystis (Scolex decipiens aus Tenebrio molitor).
Die Schwanzblase wird repräsentirt durch den Cystenkörper und
dieser ist eine secundäre Bildung, durch äussere Knospung
hervorgegangen aus dem Cystenschwanz.
7. Genus Staphylocystis ; aus dem Blastogen knospen nach aussen
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 809
bindong bleiben und eine traubenförmige Colonie bilden; von
dem sechshakigen Proscolex geht nichts in die einzelne Sta-
phylocystis über (Staphylocystis biliarius und micracanthus aus
Glomeris limbata).
8. Genus Urocystis (U. prolifer aus Glomeris limbata); besteht aus
1. dem Cystenkörper (Kopf, Körper- und Schwanzblase) und
2. dem Cystenschwanz oder Blastogen; es bildet sich nur eine
Knospe zur Zeit, die sich bei der Reife vom Blastogen ablöst.
Urocystis prolifer wird genau beschrieben und abgebildet.
9. Genus Cryptocystis (Larve von Taenia cucumerina aus Tricho-
dectes canis) ; die dicke Membran , welche den hinteren Theil
des Kopfes bedeckt, stellt die Schwanzblase und den Körper
dar, auf eine Membran reducirt.
Die Complicirtheit der Entwicklung und die der Organisation stehen bei
allen Formen im umgekehrten Verhältniss. M. A. Vülot, Memoire sur
les cystiques des T^nias. Ann. sc. natur. Zoolog. Paris 1883, Art. No. 4,
6. sir. t. 15. 61 p. pl. 12.
Braun bespricht zunächst die Untersuchungen, welche bisher über
die Entwicklung von Bothriocephalus latus gemacht sind und erwähnt hier
vorzugsweise Knoch's Arbeit, welcher uns den im Wasser mit seinem
Flimmerkleide schwimmenden Embryo kennen lehrte, dann aber eine
directe Entwicklung annahm und dieselbe experimentell durch Verfütterung
dieser Embryonen an Hunde und Katzen zu belegen suchte. Diese Ver-
suche bezeichnet Verf. als nicht beweisend, da die Zahl der scheinbar so
erzogenen Bothriocephalen ebensowenig wie deren Alter auf die Fütterungen
passt. Diese Art der Entwicklung würde von der der übrigen Cestoden
abweichen, die Embryonalhäkchen würden zwecklos sein, und so nimmt
Verf. an, dass Knoch's Versuchsthiere schon vorher Bothriocephalen be-
herbergten , um so mehr als Verf. und andere Forscher diese Versuche
stets mit negativem Resultat wiederholten. Verf. fand nun, dass die
Bothriocephalen beherbergenden Thiere vorzugsweise, einige sogar aus-
schliesslich, Fischfresser sind und suchte daher die Finnen in Fischen;
dabei wurden in drei Arten, nämlich in Coregonus maraena und Coregonus
albula je eine, eine dritte Form in Esox lucius und Lota vulgaris gefun-
den. Diese letztere, bei welcher die Gruben flächenständig sind, wurden
an Katzen und Hunde verfüttert, deren Excremente vorher keine Bothrio-
cephaleneier enthielten, und durch diese Fütterung in ihnen Bothriocephalus
latus erzogen; ferner wurde der Versuch, und zwar ebenfalls mit positivem
Erfolg, an Menschen wiederholt. Sowohl die Zahl als auch die Grösse
oder das Alter der erzogenen Exemplare stimmte mit den Verfütterungs-
Umständen. Durch Querschnitte wird die Uebereinstimmung mit Bothr.
latus constatirt und findet Verf. in der Mitte der einen Seitenfläche über
dem Cirrusbeutel ein mit Papillen besetztes Feld. Fast sämmtliche Hechte,
die in Dorpat auf den Markt gebracht werden, enthalten diese Finnen und
810 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
zwar leben sie in den Muskeln, in der Darm- und Magenwand, in der
Milz, den Geschlechtsorganen, im Mesenterium und frei in der Bauch-
höhle; ihre Länge schwankt zwischen 8 — 10 und 30 mm. Diese Grösse
und der Umstand, dass die Finnen eine einhüllende Membran oder Kapsel
nicht haben, bringt Verf. auf die Vermuthung, Hecht und Quappe möchten
vielleicht nicht der einzige Zwischenwirth sein, sondern wie bei den Teti'a-
rhynchen die Finnen bereits ausgebildet aus einem anderen Wirth erhal-
ten; eine Beobachtung, welche diese Vermuthung unterstützt, ist die, dass
Verf. eine Quappe fand, deren Magen fünf runde Löcher zeigte, unter
denen je eine einen Centimeter lange Finne sass, den Kopf nach der
Aussenwand des Magens gerichtet. Die Entdeckung Braun's ist wissen-
schaftlich wie practisch von derselben grossen Bedeutung. M. Braun,
Zur Entwicklungsgeschichte des breiten Bandivurma {Bothriocephalus latus y
Würzhur g 1883, 64 p., 3 Tßn.
Drei Studirende, bei denen durch microscopische Untersuchung der
Fäces die Abwesenheit von Bothriocephalen- Eiern constatirt war, und bei
denen nach Gaben von grossen Mengen von Ricinusöl keine Bothrio-
cephalen entleert wurden, nahmen auf Veranlassung von Seiten desselben
Verf. , um die Zusammengehörigkeit der eben erwähnten , im Hechtfleisch
gefundenen Bothriocephalus-Larven mit Bothriocephalus latus zu constatiren,
je drei solcher frisch dem Hecht entnommene Cysticerken. Schon nach
drei Wochen, während welcher Zeit Fische nicht genossen wurden, stellten
sich bei zwei der Experimentatoren Darmbeschwerden ein, bei allen Dreien
erwiesen sich die Fäces als mit Bothriocephalen-Eiern durchsetzt, und bei
einer Abtreibungscur wurden von einem drei, von dem andern zwei ganze
Bothriocephalen entleert, von dem dritten Stücke eines solchen, die alle
zu Bothr. latus gehörten und 241 — 434 cm. lang waren. M. Braun, Zur
Frage des Zioischenwirths von Bothriocephalus latus. Brems. Zoolog. Anz,
VI, Leipzig 1883, No. 132, p. 97 — 99.
Ueber diese Versuche berichtet Verf. auch an einem anderen Orte,
wo noch angegeben wird , dass von den bei Dorpat gefangenen Hechten
mehr als 90 Procent diese Bothriocephalus-Larven beherbergen, die Quappen
seltener. Eine am Oesophagus von Coregonus maraena encystirt gefundene
Bothriocephalen - Larve verfütterte Verf. mit Erfolg an Katzen, und ^sind
die hier erzogenen Bothriocephalen von B. latus, Felis und rugosus ver-
schieden. M. Braun, Bothriocephalus latus und seine Herkunft. Virchow's
Archiv, Bd. 92, Berlin 1883, p. 364 — 366.
Megnin beobachtete, dass ein zehn Monate alter Hund, welcher Vin-
ccnnes nie verlassen hatte , Bothriocephalus latus beherbergte , und giebt
dieser Hund Verf. Veranlassung, auf die von Knoch behauptete directe
Entwicklung dieses Parasiten zurückzukommen; Bothriocephalen seien im
dortigen Hospital nicht selten, und so könne der Hund sich mit den be-
wimperten Embryonen im Trinkwasser inficirt haben; ein Zwischenwirth
wird also vom Verf. nicht angenommen. P. Megnin, Bothriocephalus latus
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. SIX
chez im chien de \0 mois^ n€ et dev^ ä Vtncennes. Comptes rendtis de la
soc. de bioloffie, 7 s&., t. III, Paris 1883, p. 308 — 309.
Derselbe Verf. fand bei der Autopsie eines viermonatlichen Hundes
im Darm drei grosse Exemplare von Taenia serrata, die 50 — 80 cm. lang
waren und ein Alter von mindestens zwei Monaten hatten; daneben auch
ein Dutzend junger Exemplare von 3 — 15 mm. Länge, und meint Verf. die
Existenz dieser letzteren nur aus einer directen Abstammung von Eiern aus
den grösseren Exemplaren erklären zu können, da der Hund, wie Verf.
meint behaupten zu können, während der letzten Monate nur Futter er-
halten habe, in dem Cysticerken und Cönuren gefehlt hätten und diese
12 jüngeren Exemplare nur einige Tage alt sein könnten. Ref. meint,
dass die Gründe des Verf. , die mit der durch immer mit demselben Re-
sultat wiederholte Experimente begründeten wissenschaftlichen Ansicht in
Widerspruch stehen, nicht beweisend sind, und dass die directe Repro-
duction in hohem Grade unwahrscheinUch ist, da sich alsdann in jedem
einö geschlechtsreife Tänie beherbergenden Darm Tausende junger Tänien
finden müssten. P. Megnin, Sur la reproduction directe des Tenias,
Comptes rendus Acad. Paris 1883, t. 96, No. 17, p. 1378 — 1379.
In Ovis musimon aus Sardinien findet Parona eine grosse Menge
kleiner Cysticerken im Zwerchfell, der Leber und dem Mesenterium, 16 bis
45 mm. lang und 10 — 33 mm. breit, und meint Verf., der Fund könne
vielleicht zu der noch nicht ganz aufgeklärten Frage des Verhältnisses
zwischen Cysticercus tenuicoUis, zu welcher Art die gefundenen Exemplare
gehören, und Taenia marginata beitragen. C. Parona, Osservazioni intorno
ad un caso di Cisticerco nel Mufßone di Sardegna. Annal. R. Accad.
Agrie., Torino 1883, vol. XXVI, 9 p.
Mosler erzeugt durch Fütterung mit Froglottiden von Taenia medio-
canellata Cysticerken ausser in anderen Organen auch im Herzen eines
Kalbes und stellt 16 Fälle von Cysticercus cellulosae und 29 von Echino-
coccus des menschlichen Herzens zusammen, durch welche letzteren 13 mal
Herzperforation in die Herzhöhlen mit Echinococcen-Embolie in die Ar-
terien bewirkt wurde; der Cysticercus Taeniae mediocanellatae scheint im
menschlichen Herzen nicht vorzukommen. F. Mosler^ lieber zooparasitaire
Krankheiten des Herzens. Zeitschr. für Min. Med. IV.
Einen Fall von Leberechinococcus beim Menschen beschreibt Bumke,
der dadurch merkwürdig ist, dass die Blase nicht nur in die Lunge durch-
brach, so dass Tochterblasen ausgehustet wurden, sondern auch in den
Darm, und endlich Heilung erfolgte. Bumke, Beitrag zur Lehre vom
Leberechinococcus. Berliner Hin. Wochenschr. 1883, No. 5, p. 64 — 66.
Talini beschreibt Echinococcen in Muskeln und Knochen des Men-
schen. B. Talini, Alcuni casi di echinococco a sede muscolare e ossea,
Gazz. med. Ital., 3. ser., t. V, No. 26, Milan. 1883, p. 257—259.
In der Lunge und Leber von Schafen in Australien fand Mackellar
grosse Hydatiden, die als Echinococcen erkannt werden, so dass das Vor-
812 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
kommen dieses Parasiten auch für Australien constatirt ist. MackeUar,
Proc. Lin. Soc. New South Wales VIII, Sidney, Juli 1883, p. 280—281.
Zoologisch bieten diese Arbeiten nichts Neues, ebensowenig P. Broese, Zur
Lehre von den Echinococcen des weihlichen Beckens, Göttingen 1883.
Nach Eulenberg wurden im Jahre 1882 in Preussen bei 3,808,142
Schweinen 13,864 mal, also bei 0,36 Procent, Finnen gefunden (1. c).
Eine ausfuhrliche Darstellung des feineren Bau's von Solenophorus mega-
cephalus giebt Griesbach heraus, welche den ganzen Körper, mit Ausnahme
der Sexualorgane, umfasst; die frühere einschlagende Litteratur wird in
ausführlicher Weise angeführt und kritisch und vergleichend besprochen.
Das Körpergewebe, welches ein Gallertgewebe ist, gleicht sehr dem der
Acephalen; es findet sich nur eine Art von Bindegewebe, die von anasto-
mosirenden Lakunar - Räumen durchsetzte gelatinöse Substanz; zu dieser
gehört auch die Cuticula, die nicht zu den epithelialen oder Bindegewebs-
körpem gehört, sondern eine Bildung des Gallertgewebes ist und aus zwei
Schichten besteht, einer schmaleren inneren, aus elastischen Fasern be-
stehenden, und einer mächtigeren, äusseren, die structurlos und homogen
ist und von Porencanälen durchsetzt wird, von deren Natur Verf. sich an
feinen Fiächenschnitten überzeugte, wo sie als kleine ovale und runde
Löchelchen erscheinen. Die bisher subcuticulare Zelllager genannten Bil-
dungen sind weder als Matrix noch als Bindegewebszellen aufzufassen,
sondern sind lebendes Protoplasma, ähnlich dem Protoplasmakörper der
Protozoen. Die vielfach untereinander in Verbindung stehenden Hohlräume
des Gallertgewebes enthalten Flüssigkeit, und ist dieses Lakunensystem als
ein Cölom aufzufassen, das durch die Porenkanäle mit der Aussenwelt in
Verbindung steht, gewissermassen als eine rudimentäre Leibeshöhle. In
der Bindesubstanz finden sich Kerne, die meistens kuglig und ohne Aus-
läufer sind. An der Aussenseite der Cuticula werden Schüppchen und
Fetzen abgestossen, ein Process, der eine Art Häutung zu sein scheint;
diese Cuticula, bisher Grenzmembran genannt, wird also nicht von einem
Epithel gebildet und der Protoplasmamantel reicht bis dicht an die Cuti-
cula. In den Lakunen des Grundgewebes findet sich ein hämolymphati-
sches Gefässsystem , welches nach aussen offen ist; in der Gliederkette
finden sich zwei stärker imd zwei schwächer entwickelte Längsgefässe, von
denen die inneren das weitere Lumen haben und wellenförmig verlaufen,
während die engeren, äusseren gerade verlaufen und alle vier münden ge-
sondert am hinteren Proglottidenrande ; die inneren sind am Hinterrande
jedes Gliedes durch einen Querast verbunden; Gefässe, welche sich von
einem Hauptstamme abzweigen, treten oft wieder an dieses zurück, Inseln
bildend; feinere Verästelungen treten in die Lakunarräume des gelatinösen
Gewebes. Durch chemische Untersuchungen wurden die KalkkÖrperchen
als aus kohlensaurem Kalk bestehend erkannt, die eine Art Schutz für
den Körper ausüben und keine verkalkten Zellen sind, sondern von dem
Wassergefässsystem gebildet werden, das eine Art Nierenfunction hat.
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1883. 813
Unter den Muskelfasern unterscheidet man Längs-, Ring- und Dorsoventral-
muskeln. Alle Körperorgane sind von structurlosen Membranen umhüllt.
In dem Lakunensystem liegen trichterartige Gebilde , welche die Anfänge
des Wassergefässsystems sind; dieselben führen in feine Capillaren, welche
vielfach unter einander communiciren und dann deltaförmig in die Haupt-
längsgefässe münden. Die Gehirnmasse besteht aus vier kreuzweis ge-
stellten GangUen, die in zwei Ebenen liegen und aus unipolaren und bi-
polaren Zellen bestehen, deren Ausläufer aber oft fehlen, so dass sie dann
abgerundet erscheinen ; verbunden sind die Ganglien unter einander durch
Quercommissuren ; von den Ganglien zweigen sich die peripheren Nerven-
äste ab; von den tieferen, medianen Ganglien entspringt je ein starker
Nerv, welcher den Saugnapf ringförmig umgiebt; von denselben zweigen
sich auch die Ganglienzellen führenden Seitennerven der Gliederkette ab,
die nach aussen von den Wassergefässen liegen und, soweit es sich er-
gründen Hess, durch Queranastomosen nicht mit einander verbunden sind.
H. Grieshach, Beiträge zur Kenntniss der Anatomie der Cestoden. Archiv
für microscop. Anatomie, Bd. XXII, Heft 4, Bonn 1883, p. 525—584,
Taf. XXI — XXIII. — Bindesubstanz und Cölom der Cestoden, Biolog.
Centralblatt, 3. Bd., No. 9, p. 268 — 270. — Ueber das Nervensystem von
Solenophorus megacephalus , Archiv für microscop. Anatomie^ Bd. XXII,
Heft 2, Bonn 1883, p. 365—368.
Eine Tenia negra (Taenia nigra) aus dem Darm des Menschen, in
Amerika gefunden, 6,50 m. lang, ist der Beschreibung Perroncito's nach
nicht von T. mediocanellata zu unterscheiden, von der Farbe abgesehen,
die vielleicht einem Zufall zuzuschreiben ist. Taenia aculeata ist eine
neue Art aus dem Schaf, 2 m. lang; der Name ist genommen von der
hakenförmigen Hervorragung an jedem Proglottidenrande , wo sich die
Geschlechtsöflfnungen finden (1. c).
Monti macht Beobachtungen über das Vorkommen von Tänien bei
Kindern, und findet in 10 Jahren unter 44,652 kranken Kindern 242 Mal
Tänien, und zwar Taenia solium, mediocanellata, elliptica und Bothrio-
cephalus latus; schon bei Säuglingen kommen sie vor, am häufigsten im
ersten bis dritten Jahre, im fünften bis achten Jahre seltener, zur Zeit der
Pubertät wieder häufiger, und zwar mehr bei Kindern Wohlhabender; die
Arbeit hat vorwiegend medicinisches Interesse. Monti, Erfahrungen über
Taenia im Kindesalter. Archiv für Heilkunde 5. und 6. Heft^ Wien 1883.
Unter den von Pouchet aus Lappland mitgebrachten Helminthen führt
Megnin Bothriocephalus crassiceps und rugosus aus Gadus morrhua an,
ferner Bothriocephalus capillicollis n. sp. aus der Carpe de mer
(? Leuciscus idus), der aber nicht beschrieben wird, endlich Taenia filum
aus Regenpfeifern, T. trilineata aus jungen Enten und T. gracilis aus
Larus glaucus (l. c).
Unter den von Stossich angegebenen Cestoden, welche die Fauna des
adriatischen Meeres bilden, fand Ref. folgende neue Fundorte: Rhyncho-
314 ^^- ^"- Li n stow: Ber. üb. d. Leist. i. d. Naturg. d. Eingeweidew. etc.
bothrium paleaceum (= Tetrarhynchobothrium migratorius) in Zeus faber
und Conger vulgaris; Calliobothrium verticillatum in Mustelus equestris;
Rhynchobothrium corollatum in Mustelus plebejus, Squatina angelus und
Acanthias vulgaris; Diporus trisignatus (= Caryophyllaeus trisignatus) in
Mustelus esculentus (1. c).
In der zweiten Arbeit desselben Verf. wird berichtet über das Vor-
kommen von Calliobothrium coronatum im Darm von Myliobatis aquila,
und werden besprochen : Bothriocephalus Belones , Labracis , crassiceps,
punctatus, Calliobothrium verticillatum und Eschrichtii (1. c).
Bei der Section einer menschlichen Leiche wurden nach Cobbold in
der Subperitonalfascie , über der Fossa iliaca und hinter den Nieren
1 2 Parasiten gefunden, einer frei in der rechten Pleuralhöhle ; die kürzesten
massen 1%, die längsten 3V4", das Kopfende war das breiteste und mass
Vio"; lebend aber waren sie 12 — 14" lang, %" breit und Vei" <iick. Die
Ligula Mansoni ist ein geschlechtlich unentwickelter Cestode, welcher
der Ligula simplicissima aus der Bauchhöhle der Fische zu vergleichen
ist: der Körper zeigt unregelmässige Querfalten, die am verdickten Kopf-
ende deutlicher sind, von dem sich an der Spitze ein kleiner Kegel erhebt,
an dessen Scheitel eine tiefe, saugnapfartige Grube steht; an der Bauch-
seite bemerkt man eine tiefe Longitudinalfurche ; Geschlechtsöffnungen
fehlen. Von Kalkkörperchen ist das ganze Thier reichlich durchsetzt und
haben wir hier wiederum einen neuen, merkwürdigen Parasiten des mensch-
lichen Körpers vor uns, der in China, und zwar in Amoy von Manson
gefunden wurde. T. Sp. Cobbold, Description of Ligula Mansoni, a new
human Cestode, Linn, Soc. Joum., vol. XVII, London 1883, p, 78 — 83.
Eine vorläufige Notiz wurde bereits im vorjährigen Berichte gebracht.
Derselbe Verf. bespricht Ligula abdominalis = Ligula edulis aus
Abramis brama (bream) (? = Ligula digramma Crepl.), die nach Briganti
unter dem Namen Macaroni piatti gegessen wird, femer Ligula Leucisci
aus Phoxinus laevis (minnow) (? = L. digramma Crepl.), sowie Ligula
monogramma, um sie mit Ligula Mansoni zu vergleichen. Verf. hält es
für wahrscheinlich , dass die Ligula aus Trutta fario (trout) , die Larve
von Bothriocephalus latus ist, und so wäre es denkbar, dass, wie der
Cysticercus cellulosae sich gelegentlich statt im Schwein im Menschen
entwickelt, sich auch die Larve von Bothriocephalus latus gelegentlich
statt in der Forelle im Menschen entwickeln könne in Gestalt von Ligula
Mansoni, eine Vermuthung, die inzwischen durch Braun's schöne Ent-
deckung als nicht zutreffend nachgewiesen ist. T. Sp. Cobbold, Linn. Soc.
Ljondon, 21. December 1882.
Das hier über Ligula Mansoni Angegebene referirt Manson in seinem
Werke über Filaria Bancrofti p. 157 — 161.
Druck von E. Buchbinder in Neu -Kuppin.
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